Mr. 247. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pig., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Miniſterworte! Dienstag, den 22. Oftober 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Nunmehr nahm Genosse Liebknecht, von endlosem, enthusiaDer Abschied des ,, Hochverräters". ſches Echo in den Abschiedsgrüßen, die die Tauſende, die bis zum Sertertore ihm die Kunde zugetragen werde von den siegreichen Kämpfen des sozialistischen Proletariates!( Endloser Beifall.) Die jubelnde Kampfesfreude der Versammlung fand ihr stürmis Schluß der Versammlung, auf der Straße ausgeharrt hatten, dem Genossen Liebknecht zuriefen. Genosse Liebknecht tritt übermorgen seine Strafe" in Glah an aber Hunderttausende nehmen den Kampf auf, den er unterUnd es wird vollstreckt von Mißachtung der Arbeiter, daß Bülow diese die Schranken des Reichsgerichts geladen habe. Daß Liebknecht traft- und saftlosen Vereinigungen begrüßt habe. Es scheine gleich seinem Vater seinen Hochverratsprozeß gehabt habe, sei überhaupt, daß die Regierung den Scharfmachern freilich im letzten Ende nur dadurch möglich gewesen, daß die und sozialpolitischen Bremsern ein viel zu interessierte Behörde", also die Militärbehörde, in dem Oberwilliges Ohr leihe. Das Gesetz über die Rechtsfähigkeit reichsanwalt einen Anklagevertreter gefunden habe, der seine Der Kongreß der christlichen Arbeiter ist heute von Herrn der Berufsvereine sei ein Monstrum gewesen, das die Berufs- früheren Ansichten inzwischen einer Revision im reaktionären b. Bethmann- Hollweg begrüßt worden. Man konnte einigermaßen gespannt sein, wie der Nachfolger Posadowskys sich bereine zum Verzicht beim Erwerb der Rechtsfähigkeit ge- Sinne unterzogen hatte. Fischer unterzog dann im einzelnen mit ungen hätte. Der Redner forderte den zehnstündigen beißender Jronie die einzelnen Phasen des Prozesses einer einseiner Aufgabe entledigen werde. Pojadowsky hatte die Marimalarbeitstag, Reichsberggesetz, eine moderne Gesinde- gehenden Kritik, die Stürme des Beifalls auslöste. Er schloß mit ehrliche Ueberzeugung von der Notwendigkeit der Fort- ordnung, ein modernes Fremdenrecht, die Einführung des einer politischen Würdigung des Prozeßergebnisses. Wie stets bei führung der Sozialreforut und besaß große SachTenntnis. Herr Bethmann- Hollweg vertritt eine Regierung, Proportionalwahlsystems bei sozialen Wahlen und die Ein- folchen Aktionen heiße es: Mann über Bord, aber die Armee des die den Wahlkampf mit reichen materiellen Mitteln geführt führung von Handelsinspektoren analog den Gewerbe- Proletariates bringe unwiderstehlich vorwärts.( Stürmischer Beifall.) hat, die aus den Kassen unserer großen Industriellen und inspektoren. Aber vielleicht am unangenehmsten für die Junker- stischem Beifall empfangen, selbst das Wort. Er legte zunächst seine Scharfmacher geflossen sind. Er ist neu in seinem Amte und einen Beweis für besonderes Sachverständnis in sozial- regierung mag die Forderung gewesen sein, die Herr Stellung zur antimilitaristischen Propaganda dar. Habe auch einen Beweis für besonderes Sachverständnis in sozial- Stegerwald, wie er es als Arbeitervertreter ja auch die Partei auf verschiedenen Parteitagen seine Vorschläge nicht akzep politischen Dingen hat er noch zu erbringen. Seine Begrüßungsrede hat diesen Beweis jedenfalls nicht erbracht. führungen stellte, die Forderung nach dem gleichen Wahlrecht und ihm über die Notwendigkeit der Bekämpfung des Militarismus. grüßungsrede hat diesen Beweis jedenfalls nicht erbracht. unbedingt tun mußte, an die Spize seiner Aus- tiert, so bestehe doch völlige Einhelligkeit zwischen der Gesamtpartei Waren Posadowskys Reden immer interessant durch die eigen in allen Bundesstaaten, vor allem für den preußischen Land- In dem Prozeß habe man ihn bezichtigt, durch seine Agitation tümliche, geschlossene, christlich- charitative Weltanschauung und Und doch habe gerade Auch die christlichen Arbeiter empfänden das Drei- an die Gewalt appellieren, zu wollen. durch seine den genauen Kenner der Materie zeigenden Be- tag Klassenwahlrecht als die denkbar größte unter, wie die Partei überhaupt, durch seine Bekämpfung des Milimerkungen, so war die Rede Bethmanns trob des offensichtlichen Bemühens des Philosophen auf dem gerechtigkeit. Sie feien gegen den Klassenkampf von tarismus die Gewalt aus der Entwicklung ausschalten wollen. Ministersessel" man wird in Neudeutschland leicht für einen unten, aber ebenso gegen einen solchen von oben und ver- Er habe die Dialektik des Militarismus gekennzeichnet: nachPhilosophen gehalten, wenn man nur einen Ministersessel langten, daß mit dem veralteten Dreiklassenwahlrecht endlich gewiesen, wie der Militarismus, dieser Hort der besitzenden Klasse, seiner Selbstzersehung verfalle und daraus habe man ihm den inter sich hat seinen Vorgänger zu kopieren, doch nur eine aufgeräumt werde. Ist es den christlichen Arbeitern ernst mit ihren Forde- Strick des Hochberrats gedreht. Die Dialektik des Militarismus Sammlung der gewöhnlichen Redensarten, verbunden mit einigen Aufreizungen gegen die Sozialdemokratie. Allerdings rungen, so müssen sie aber auch die Konsequenzen daraus offenbare fich darin, daß die militaristische Technik selbst schließlich hatte der Staatssekretär einen nicht leichten Stand selbst vor ziehen. Demokratie und Sozialpolitik ist nur zu erreichen den Krieg unmöglich mache. Das wichtigste Moment freilich bestehe hatte der Staatssekretär einen nicht leichten Stand selbst vor burch den Kampf gegen Junterherrschaft und Scharfmachertum darin, daß man den Militarismus gegen den inneren Feind diesem Kongreß der Bescheidenen. Vor vier Jahren und an der Spize dieses Kampfes steht seit jeher die Sozial- ausspielen wolle, den inneren Feind, der aus den Vätern und hatten sie in Frankfurt ihre Forderungen formuliert: Sicherung demokratie. Die Aufforderung des Herrn Bethmann- Hollweg, Söhnen, den Brüdern und Schwestern derjenigen bestehe, die selbst des Koalitionsrechts, freies Vereins- und Versammlungsrecht, Verleihung der Rechtsfähigkeit an die Berufsvereine und Errichtung von" gemeinsam mit den anderen Gliedern unseres deutschen Volks zum inneren Feind" gehörten ausgenommen die zwei Jahre, paritätischen Arbeitskammern auf. Von all diesen Forderungen zusammen zu arbeiten", müssen dann die Christlichen in einem wo sie den bunten Rod trügen!( Stürmische Zustimmung!). Sein ist aber bekanntlich auch nicht eine einzige erfüllt worden. anderen Sinn befolgen, als sie der Herr gemeint haben Prozeß habe der antimilitaristischen Propaganda unendlichen Vorist aber bekanntlich auch nicht eine einzige erfüllt worden. mag. Sie müssen zusammenarbeiten mit der schub geleistet, er habe die Aufmerksamkeit der Massen auf diese Herr Bethmann- Hollveg mußte daher über die Vergangenheit tlassenbewußten Arbeiterschaft, die die brennendste Frage des proletarischen Emanzipationskampfes ge= schweigen. Aber auch, was er für die Zukunft versprach, ist recht wenig. Zunächst das Reichsvereinsgesetz. Nachdem dieses Illusionen der Christlichen freilich schon längst verloren hat. richtet. Nicht in elegischer Stimmung nehme er Abschied von den für die. Liberalent, als Köder gedient hat, muß es auch als nur so können sie das Schneckentempo deutscher Sozialpolitit Parteigenossen, sondern in freudiger Zubersicht, daß auch durch die Bestätigung für den sozialpolitischen Eifer der Regierung her- wirkjam beschleunigen.. halten. Nun, auf dem Kongreß sigen genug Vertreter aus RheinLand- Westfalen und die werden wissen, welche Gefahr die Ausnahmebestimmungen über die nichtdeutsche Versammlungssprache für das Koalitionsrecht und die Möglichkeit eines wirksamen und Schade, daß die Urheber des Hochberratsprozesses, der Herr einheitlichen gewerkschaftlichen Kampfes bedeuten. Die Erhaltung Oberreichsanwalt Olshausen und seine„ interessierte Seite", nicht der polnischen Arbeiter als Lohndrücker gegen deutsche Arbeiter den heutigen Erfolg. ihrer glorreichen Tat miterlebten. Der für einen sozialpolitischen Fortschritt ausgeben, das zeugt folosiale Erfolg ihrer famosen Aktion würde sie vielleicht recht brechen mußte! Ist auch das schriftliche Verditt gegen ihn noch davon, daß Herr Bethmann- Hollweg lange genug preußi- nachdenklich gestimmt haben. Denn die heutige Versammlung in nicht ausgefertigt das Volt hat sein Urteil über den Klassenstaat scher Minister des Innern gewesen ist. Auch eine Novelle zur Gewerbeordnung wird versprochen, Berlins größtem Saale, in der„ Neuen Welt", war vielleicht die und den Militarismus gesprochen. die Bestimmungen über die Dauer der Frauenarbeit imposanteste Demonstration, die Berlin je in dieser Weise erlebt hat. werden! und über die Heimarbeit enthält. Daß die Frauen- 4 Uhr begannen sich die Schaaren vor dem Lokale zu sammeln, die Die Versammlung war auf 8 Uhr einberufen, und bereits um arbeit, endlich verkürzt wird, ist höchste Zeit, ist doch die bald nach Tausenden zählten. Als um 5% Uhr der Saal geLange Dauer der Frauenarbeit eine Gefahr für die Volts- öffnet wurde, wälzte sich die Menschenmasse gleich einer Lawine gesundheit und für die Aufrechterhaltung eines gesunden Nach in den Riesensaal, ihn nach wenigen Minuten so völlig füllend, Dresden, 19. Oktober. wuchses geworden. So sind es auch zum Teil Interessen daß die für Leib und Leben der Menschheit bei solchen Anlässen des Militarismus, die dahin wirken, daß auf diese jahrzehnte- doppelt besorgte Polizei absperrte- also bereits um 26 Uhr war Wunder geschehen, wenn man vernimmt, daß in der Zweiten Man könnte glauben, daß noch immer Zeichen und lange Forderung der gesamten Arbeiterklasse hin endlich der Riesensaal gesperrt! Um diese Zeit begann aber erst recht Kammer des sächsischen Landtags der einzige Sozial. etwas geschehen soll. Spielen so bei der Verkürzung der eigentlich die Bolkswanderung nach der Hasenheide. Nicht nur aus demokrat dieses Dreiklaffenparlaments in Frauenarbeit auch andere als sozialpolitische Motive eine Rigdorf, aus dem westlichen zweiten und dem füd eine wichtige Deputation gewählt worden ist, Rolle, so ist ähnliches auch bei der Regelung der östlich benachbarten dritten Wahlkreise strömten Tausende nämlich in die Petitions- und Beschwerdedeputation. Seit Heimarbeit keineswegs ausgeschlossen. Es ist zu fürchten, zu Fuß, per Omnibus per Omnibus und Straßenbahn herbei, sondern länger als dreißig Jahren, so lange Sozialdemokraten im daß die Regierung sich in dieser Frage weniger von den auch aus den entlegeneren Wahlkreisen strebten Männer und sächsischen Landtage saßen, haben sie um die Size in Depu Forderungen der Sozialpolitik leiten läßt, als von dem Be- Frauen dem Versammlungslokale zu, leider vergebens, trotzdem tationen gefämpft. Aber die Konservativen und Nationaldürfnis, ein Zabatmonopol vorzubereiten. Wir besie sich zwei Stunden vor der zur Eröffnung angefeßten Zeit ein- liberalen übten eine echt sächsische kleinliche Bosheitspolitik sorgen, daß das, was einem Teil der Arbeiterklasse gegeben gefunden hatten. Hunderte belagerten im Garten die Eingangstüren, und gaben feinem Sozialdemokraten bei den Deputationswird, auf der anderen Seite der gesamten Arbeiterklasse Tausende standen und bewegten sich auf der Straße so ging wahlen eine Stimme; nur einmal, im Jahre 1905, brachte es zehnmal wieder genommen werden soll. Der Gesezentwurf das vier Stunden hindurch. So viele auch der feuchte Nebel und Genosse Schulze auf 30 Stimmen, sonst entfielen auf die von über Arbeiterkammern ist dabei noch nicht einmal fertig, die Aussichtslosigkeit, auch nur eine Silbe der Reden zu erhaschen, sozialdemokratischer Seite vorgeschlagenen Kandidaten meist der Minister erhofft die Fertigstellung für den Winter. Das wieder davontrieb die Reihen wurden stets wieder ausgefüllt. nur die Stimmen unserer Genossen im Landtage. Vergebens Es ist eine sehr bescheidene Schäßung, daß 5000 Personen den haben wir gegen diese Politik fleinlicher Rachsucht protestiert Nichts von dem Zehnstundentag für alle erwachsenen Saal füllten und ihrer mindestens 15 000 vergeblich Einlaß suchten. und regelmäßig wurden die harmlosesten Neulinge in die Arbeiter, nicht über Koalitionsfreiheit und die Als Genosse Liebknecht in Begleitung des Genossen Fischer Deputationen entsendet, wenn sie nur konservativ oder nationalRechtsfähigkeit der Berufsvereine, also noch furz nach 7 Uhr erschien, bereitete ihnen die vor dem Lokale ver- liberal waren, dagegen auch die erfahrensten sozialdemokratiweniger als die christlichen Arbeiter bereits vor 43ahren sammelte Masse stürmische Ovationen, die sich bei ihrem Eintritt schen Parlamentarier ausgeschlossen. Auf die sozialdemoin aller Bescheidenheit gefordert haben. Unter diesen Umständen in den Saal wiederholten. Um 28 Uhr erteilte, der Vorsitzende fratischen Protestfundgebungen hin erklärte der konservative wird es selbst diesen Arbeitern schwer fallen, den schlechten Genosse Ernst dem Genossen Fischer als erstem Redner das Wortführer und jetzige Präsident Mehnert einmal, man Ratschlägen des Ministers für Verlangsamung der Sozial- Wort. Fischer behandelte in groß angelegter 14stündiger Rede könnte zwar nicht hindern, daß Sozialdemokraten als Abpolitik zu folgen und die vier Grundpfeiler aufzurichten, die den Prozeß in juristischer und politischer Beziehung. Er gab ein- geordnete gewählt werden, man dürfe sie aber mit Rücksicht ihnen eine glückliche Zukunft sichern sollen: Fleiß. Gottesfurcht, leitend eine Definition des Begriffes der Klassenjuſtiz. Unter auf die Monarchie nicht in Deputationen entienden, weil die Nüchternheit und Zufriedenheit." Klassenjustiz verstehe die Sozialdemokratie nicht die bewußte Beu- Sozialdemokraten republikanisch gesinnt seien. Die SozialBei diesem Tempo der Sozialpolitik droht selbst den gung des Rechts, sondern die objektive Befangenheit in den An- demokratie hat sich seitdem nicht geändert. Die bürgerlichen Christlichen die Geduld zu reißen. Schon Herrn Behrens schauungen der Herrschenden Klasse, die zum Verständnis der An- Parteien haben jetzt eine andere Saltung eingenommen, inAntwort auf die Ministerrede war etwas unwirsch: Mit Bebanern müsse festgestellt werden, bag von den schauungen der Gegner der herrschenden Staatsordnung unfähig dem sie einstimmig den Genossen Goldstein mit in eine Mit Bedauern müsse feſtgeſtellt werden, daß von den Forderungen des Frankfurter Kongresses bisher nicht eine einzige mache. Die Klassenjustiz offenbare sich am handgreiflichsten in Deputation wählten. Haben die Herren eingesehen, daß sie bon der Gesetzgebung erfüllt wurde und daß die Koalitionsfreiheit Hochberratsprozessen. Solche Hochberratsprozesse feien noch jeder fich mit ihrem fleinlich lächerlichen Verhalten nur selbst noch nicht einmal im Programm der Regierung angekündigt zeit die Erscheinung politischer Kämpfe gewesen, seit den Zeiten schaden? Vielleicht ist es auch ein Ausfluß von Scheinliberalisdes alten Rom bis in die neueste Zeit hinein. Auch die auf- mus, in dem sich jezt das Bürgertum gefällt. Jedenfalls ist Noch energischer sprach Herr Adam Stegerwald, firebende Bourgeoisie habe ihre Hochverratsprozesse gehabt sei dieser Vorgang fein Beweis, daß ein besserer Geist im Landder Generalsekretär des Verbandes christlicher Gewerkschaften. boch sogar Gefffen wegen Hochberrats prozessiert worden, weil er das tage herrsche. Bei der Beratung über die Wahlrechtsreform Bis zu den höchsten Regierungsstellen könne man sich in die Tagebuch des Kaisers Friedrich veröffentlicht habe. Auch Bis- wird sich's ja zeigen, wie dieser Geist beschaffen ist Gedankenwelt der Arbeiter nicht hineinfinden, mark habe sich unter der Aera Caprivi des Hochverrats sonst hätte man nicht in den letzten Jahren die gesetzliche durch seine Enthüllung über den russischen Rückversicherungsver- Inzwischen sind eine Reihe Gesegesvorlagen einSozialreform auf ein totes Gleise stellen dürfen. Man trag schuldig gemacht, freilich habe sich kein Oberreichsanwalt gegangen. Vor allem ist gleichzeitig mit dem Etat die habe anscheinend selbst für die christliche Arbeiterbewegung gefunden, der ihn, dem vielgepriesenen Gründer des Reichs", das Wahlrechtsvorlage offiziell im Landtage erschienen. nur ein platonisches Interesse. Besonders scharf wandte cr ja auch nur durch Hochberrat", durch den Umsturs Sie enthält nichts, was nicht schon längst bekannt war. Die sich der Redner gegen die gelben Gewerkschaften. Es zeige einzelstaatlicher Verfassungen, zustande gebracht, vor Thronrede wieder schwieg sich vollkommen darüber aus, was ist alles. worden sei." Vom fächsischen Landtage. die Regierung bei ablehnender Haltung der Parteien zu tun gedenkt. Offenbar sieht auch die Regierung in dieser Be- ziehung nur das Dunkel völliger Ungewißheit vor sich. Sie weiß noch nicht, was sie unternehmen soll, sie weiß offenbar auch noch nicht sicher, wie'sich die Parteien endgültig ver- halten werden. Von den sonstigen Vorlagen ist noch zu nennen eine solche in der Gehaltserhöhung für die Volks- s ch u l l e h r e r, sie sollen M. Minimalgchalt und nach ZOjähriger Dienstzeit 2800 M. Mindesthöchstgehalt erreichen. Außerdem sollen die Staatszuwendungen für die Alters- zulagen der Lehrer neu geregelt werden. Auch die Vorlage, durch dse der 25prozentige Einkommensteuerzuschlag verewigt werden soll, ist bereits erschienen. Neben den Regierungsvorlagen ist dem Landtage eine größere Anzahl Interpellationen und Anträge aus den Parteien zugegangen. Die Freisinnigen fordern Maßnahmen gegen die hohen Getreidepreise. Warum die Popularitätshascher das nicht ihren Blockfreunden im Reichstag überlassen, könnte rätselkpft sein, wenn man nicht wüßte, daß die freisinnigen Demagogen immer da radikal sind, wo ihre Vorstöße ungefährlich für Reaktion und Brot- Wucher sind.— Ein anderer freisinniger Antrag verlangt Auf- klärung über die Schiffahrtsabgabe. Drei Anträge fordern eine Reform der Ersten Kammer. Jede der drei bürgerlichen � Parteien hat einen besonderen eingebracht. Alle wollen eine Anzahl industrieller Vertreter in die jetzt von Rittergutsbesitzern besetzte Pairskammer, doch gehen sie in der geforderten Zahl auseinander. Die Nationalliberalen wollen 10 Vertreter der Industrie. 2 Vertreter des Gewerbes, 1 Arzt, 1 Rechtsanwalt, 1 Lehrer— also Vertreter von so zienrlich allen Berufsständen, nur nicht von den Arbeitern. In den anderen Anträgen werden besondere Angaben nicht gemacht. Ein Antrag fordert auch eine erweiterte Ueber- rrahme der Volksschullasten auf den Staat. Die Eingabe rührt von den Konservativen her. die hier. von der Notwendigkeit getrieben, jetzt schüchtern die Pfade eingeschlagen, die die Sozialdemokraten schon vor 30 Jahren gebahnt haben, als sie im sächsischen Landtage unter Bebels Führung die Uebernahme der Volksschullasten auf den Staat forderten. Wir haben bereits in der ersten Ab- Handlung über den sächsischen Landtag darauf hingewiesen, daß die armen Gemeinden unter den Schullasten bald zu- fammenbrechen und doch nicht das Nötige für ihre Schulen tun können, während reiche Orte sehr wenig von Steuern bedruckt werden. Das würde heute alles besser sein wenn man vor 30 Jahren die s o z i a ld e m o k r a- tische n A Ii träge angenommen hätte. Die belgischen KomitiunalwalRn. Brüssel, 18, Oktober,(©ig. Ber.) Solange der Klcrikalismus und mit ihm der Widersacher der drei großen politischen Reformen(allgemeines Wahlrecht, obligatorischer Unterricht. Militärreform) am Ruder ist. wird sich jede Wahl in Belgien, gleichviel ob für die Kammer oder für die Gemeinden, im Zeichen der Kampfformel für oder gegen diese Reformen vollziehen. So bereiten sich denn auch die am Sonntag, den 20. Oktober, stattfindenden Kommunalwahlen unter einem im wesentlichen politischen Gesichts- punkte bor. Das niederträchtige Schwindelwahlrecht, dem— nächst dem Analphabetismus— der Klcrikalismus in Belgien die Erhaltung seiner Macht und seines Einflusses zu danken hat, ist es, das wieder ein Zusammengehen der beiden antiklerikalen Parteien. der Liberalen und der Sozialisten, zu einer politischen Not- wendigkeit machte. Dieses Wahlbündnis ist nach einer beiläufigen Schätzung in etwa ?00 Gemeinden durchgeführt, darunter in acht Vororten Brüssels sowie in den meisten bedeutenderen Kommunen, z. B. des Centre, in Antwerpen, in Charleroi, Huy usw. Eine be- deutende Gemeinde fehlt allerdings in der Reihe der kartellierten: nämlich Brüssel selbst I Wenn das Kartell einen zwingenden politischen Sinn hat, dann hat es ihn naturgemäß und erst recht für die Hauptstadt des Landes. Von der gesamten Mrgerlich-liberalen Presse wurde denn auch gerade auf das Zu- standckommen des Brüsseler Kartells großer Wert ge- legt. Auch unsere Partei und der„Peuple" setzten sich für das Kartell ein; denn sein Zweck, die Gegner der Wahlreform aus den Kommunen zu werfen, hatte gerade für Brüssel eine sehr wirksame Basis: es galt, die vier ausscheidenden Klerikalen zu eliminieren, was bei dem bestehenden Wahlgesetz nur möglich wäre, wenn Liberale und Sozialisten eine gemeinsame Kandi- datenliste aufstellen. Die Vereinigung der„Doktrinär"- Liberalen hat jedoch lieber das Risiko, die drei oder vier klerikalen Vertreter wieder einziehen zu sehen, in den Kauf genommen, als die Minorität der Sozialisten sie betrug 12 Mitglieder— um eine Stimme zu vermehren II Beim doktrinären Flügel des Liberalismus hat der Antiklerikalismus und die Wahlreform- Freundlichkeit eben seine Grenze an der— Sozialistenfurcht.... Parteipolitisch genommen, war der Beschluß der doktrinären Liga, nachdem die ganze liberale Presse Feuer und Flamme für das Kartell gewesen, ja sogar die„Etoile" ihre noble Zurück- Haltung aufgegeben und nachdem die p r o g r e s s i st i s ch e „Association liberale" das Kartell debattelos an- genommen hatte, eine Blamage für den ganzen Liberalismus. Die liberale Presse macht denn auch die komischsten Bocksprüngc, um sich schließlich mit einem schönen—- Leitartikel gegen den Klerikalismus zu trösten. Der Liberalismus spendet sich nun zwar ein bißchen arg viel Lob für seine Tätigkeit in den liberalen Kommunen. Aber jeder allerkleinste Schritt auf dem Wege der Volkshygiene, des Schul- Wesens, der kommunalen Sozialpolitik nimmt sich wie der Gipfel der Modernität lind Großzügigkeit aus, blickt man auf die er- bärmliche Wirtschaft in den klerikalen Verwaltungen. Die Klerikalen haben, wo sie nur konnten, die Kommunalschulen unterdrückt, um die kongrcgationistischen zu erhalten. Volk- reiche Gemeinden, z. B. Etterbeek mit einer Bevölkerung von 26 000 Einwohnern, besitzen eine Gemeindeschule, dagegen eine Reihe von den Klerikalen subventionierter konfessioneller Schulen.— Während ferner in den Gemeinden, wo Liberale und Sozialisten die Mehrheit bilden, die Besoldung der Gemeinde- arbeiter freilich vorzugsweise unter dem Antrieb der Sozia- listen—> eine menschenwürdige wurde, zahlt Etterbeek, die klerikale Vorstadtgemeinde Brüssels, ihren Arbeitern Löhne von 2,50 Fr. pro Tag! Dabei hatte ein liberaler Bürgermeister, Buls. berechnet, daß ein Arbeiter, um leben zu können, ein Minimum von i Fr. Pro Tag in den Brüsseler Vorstädten benötige! Derselbe Geist herrscht auf allen Gebieten kommunaler Ver- waltung. wo die Klerikalen an der Macht sind. Was hilft's aber, daß ein belgischer Liberaler einmal empfahl, sich mit dem T e u f e l, lvenn nötig, zu verbinden, um die klerikale Macht zu entwurzeln? Du lieber Gottl Die Brüsseler Liberalen fürchten ja schon einen — Sozialisten! •«• Noch läßt sich der Gesamtcharakter des Wahlbildcs vom Sonntag nicht überblicken. Von den Einzelheiten wäre einstweilen folgendes hervorzuheben: Das libcral-sozialistische Kartell hat glänzend gesiegt in Gilles, Saint Josse, Jette Saint Pierre, der Brüsseler Vorstadt Forest, Antwerpen, Soignics, Ath, Ninove, Vise und Huy.— Die Liberalen erleiden sehr erhebliche Einbußen in Nivelles, Diest, Vilvorde, Blankenberghe, Dinant, Dvoir und in zahlreichen kleinen Ortschaften der Provinzen Luxemburg und Namur. In der Brüsseler Vorstadt Lacken wird die liberale Kommunalverwaltung voraussichtlich gestürzt werden. Bei den Gemcinderatswahlen in Brüssel(Stadt) ist durch die Wahl von sieben Liberalen, vier Katholiken und vier Sozialisten der Status quo erhalten geblieben. Das von den Liberalen und Sozialisten ge- schlossene Kartell hat in allen industriellen Orten gesiegt und außer- dem in Charleroi, Rausart, Lodelinsart, Andrimont, Montigny sur Sambre, Marcinelle, La Louviöre, Jumet usw. Das Kartell hat versagt in den Orten, wo die bürgerlichen Elemente die Ober- Hand haben, besonders in Schaerbeek, der Vorstadt von Brüssel, wo die Katholiken 7 Kandidaten, d. h. ebenso viel wie die Liberalen, durchbrachten. Leichte Erfolge haben die Liberalen davongetragen in Renaix, Ostrnde, Erquelinnes u. a. Die Katholiken haben den Liberalen schwere Schlappen beigebracht in Hat, Andcrlccht(Vorstadt von Brüssel), Uccle, Tournai, Chimay, Brügge, Louvain, Diest usw. W. T. B. sucht das Wahlergebnis folgendermaßen zu resümieren: Erfolg des Kartells in den Orten, wo das Arbeiterelement das Uebergewicht hat, zum Schaden der Katholiken, teilweiser Mißerfolg des Kartells in den bürgerlichen Orten, zum Vorteil der Katholiken, und schwere Schlappen der Liberalen zum Vorteil der Katholiken in zahlreichen Landorten. In der Brüsseler Vorstadt Lacken wird der Mißerfolg der Liberalen von diesen auf lokale Nebenbuhlerschaften zurückgeführt»__ IllarM». DaZ Idyll von Casablanca ist plötzlich gewaltsam zerstört worden. Auf zwei französische Kompagnien ist ein Angriff marokkanischer Streitkräfte erfolgt. Die Meldungen besagen: Paris, 26. Oktober. Nach einer Depesche des Generals Drude aus Casablanca unternahmen gestern zwei Kompagnien eine Rekognoszierung in der Richtung auf T a d d e r t. Die Abteilung erhielt unterwegs von einer Anzahl Marokkaner Feuer und hatte einen Verlust von zwei Tote», darunter einen Hauptmann, und sechs schwer Verwundete. Paris, 21. Oktober. Auf die Meldung von dem Angriff der Marokkaner eilke General Drude sofort mit zwei weiteren Bataillonen zur Unterstützung der bedrängten Franzosen herbei, doch ergriffen die Marokkaner bei dem Eintreffen der französischen Verstärkungen sofort die Flucht. General Drude ist hierauf nach Casablanca zurück- gekehrt. Paris, 21. Oktober.„Le Journal" schreibt:„Die Lage ist jetzt klarer. Bisher konnten wir ablvarten und im VerteidigungS- zustande bleiben, jetzt sind wir herausgefordert worden. Wir müssen unsere Toten rächen und den neuen Gegner unsere Stärke fühlen lassen: alles muß von neuem begonnen werden. Paris, 21. Oktober. Mehrere Blätter halten es für möglich, daß die Marokkaner, die am Sonnabend die zwei französischen Kompagnien bei Casablanca überfielen, zu den Borposten der Mahallsa Mulay Hafids gehören, die sich vor einigen Tagen 36 Kilometer südlich von Casablanca befanden. Die letzte Meldung zeigt, daß Frankreich, nachdem es sich zur Unterstützung des Sultans Abdul-Aziz entschlossen hat, den neuen Angriff gern dem Gegensultan Mulay Hafid in die Schuhe schieben möchte. Dessen Aktien erscheinen ini Lande, namentlich im Süden noch immer zu steigen. Bei den Mächten findet er dafür, nachdem Frankreich sich für den Sultan erklärt hat, um so weniger Gegenliebe. Seinen Ab- gesandten ist in London, in Berlin und neuerdings in Rom von allen amtlichen Stellen der Empfang verweigert worden. Im Lande gehen die Operationen Mulay Hafids weiter, wie die folgenden Meldungen zeigen: Mazagan, 26. Oktober. Mulay Hafid hat hier eine neue Finanz- Verwaltung ernannt. Er nahm eine Summe von 4666 Dollar an sich, die ans Zolleinkünften stammt. Mogador, 26. Ottober. Es bestätigt sich, daß je eine Mahalla Mnlay Hafids nach Mogador und nach Haha abgegangen ist. Die beiden Städte werden sofort besetzt werden, sobald die Gouverneure den Mahallas den Einzug verweigern. Aus Tauger meldet der Londoner„Daily Telegraph", daß wilde Stännne aus dem Innern von Marokko die Stadt M a r r a- k e s ch überfielen und ein großes Massaker unter den Juden veranstalteten._________ politifcbc Qcbcrlicbt Berlin, den 21. Oktober 1907, Ein neuer Raubzug. DaZ„Berk. Tagebl." bringt in seiner heutigen Abendausgabe eine ungeheuerliche Meldung. Das Blatt schreibt: „Wir hören aus bester Quelle, daß die ReichSrcgierung sich dahin entschieden hat. schon in der kommenden Session eine Branntwcinmonopolvorlage dem Reichstage zu unterbreiten. Die Verhandlungen mit dem Spiritus- syndikat sind so gut wie abgeschlossen. Die Hauptpunkte sind kurz folgende: Die Reichsregieruug verstaatlicht das Spintussyndikat in seiner jetzigen Form und Gestalt. Die großen Spritfabriken werden vom Reiche aufgekauft; die kleineren werden entsprechend a b g e f u n d e n. Die Reichsregieruug bietet den Spiritusproduzenten die Ge- währ, für den zu liefernden RohspirituS derartig hohe Preise zu zahlen, daß sie den unter den jetzigen Verhältnissen erzielten Preisen zun, mindesten gleichkommen, wenn nicht gar darüber hinausgehen. Die Brauntwcinprcise werden entsprechend erhöht z die Mehrkosten sind also vom Konsumenten zu tragen. Der Reinertrag des Branntweinmonopols wird für die nächsten Jahre auf zirka 70 Millionen ben, essen. Später soll die Einnahme aus den, Monopol gesteigert werden. Das sind die G r n n d z n g e des geplanten Branntwein- Monopols? die Einzelheiten der Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und der Jnteressentenvereinigung entziehen sich vorläufig noch der Oeffentlichkeit. Doch sei erwähnt, daß die preußische Regierung an diesen Verhandlungen zum Teil ausschlaggebend mitgewirkt hat." Die Regierung hat unlängst durch den Abschluß der Kohlen« und Stahllieferungen auf drei Jahre zu Hochkonjuntturpreisen den Industriellen eine nicht unbeträchtliche Summe zufließen lassen. Nun sollen die Agrarier ihren Teil und natürlich einen unvergleichlich größeren erhalten. Man weiß, daß die deutsche Steuergesetzgebung eS ist, die ein Syndikat der Brennereien geradezu provoziert hat. Das Syndikat hat seine durch Hülfe der Gesetzgebung erlangte Macht natürlich dazu benützt. die Spintuspreise aufs höchste hinaufzuschrauben. Die Rentabilität der Betriebe ist dadurch außer- ordentlich gewachsen. Nun sollen nach der Meldung des„Berl. Tagebl." diese künstlichen, geschraubten Preise zur Grundlage der Ablösung gemacht und die Monopol- g e w i n n e den Herren Brennereibesitzern ans ewige Zeiten g a r a n» tiert werden. Daß diese Gewinne nämlich immer so hoch sein werden, ist sehr ungewiß. Eine Neuregelung der Spiritus- steuer und die Beseitigung der Liebesgabe ist eine alte Forderung, die von den Freisinnigen stets lebhaft vertreten ivurde. Sie war übrigens auch eine von den liberalen Block- Hoffnungen. Spätestens 1912 hätte eine Neuregelung stattfinde!, müssen, und daß selbst die bisherigen Geschenke an die Junker ewig dauern sollten, war selbst diesen Leuten unwahrscheinlich. Nun soll das staatliche Monopol helfen. Der Staat hat zuerst das Monopol des Spiritussyndikats geschaffen. Jetzt soll eS dieses Monopol zu wahnsinnigen Preisen ablösen. Aber die Steuerzahler sind nicht nur dazu ausersehen, den Monopolgewinn zu kapitalisieren und das Kapital den Junkern zu schenken: der Vater Staat braucht ja auch für sich Geld und deshalb müssen die hohen Syndikatspreise weiter so gesteigert werden, daß noch 76 Millionen für den Fiskus abfallen. Das ist toll, das ist unmöglich! Jawohl, aber waS ist in der Aera der Blockpolitik nicht möglich?-- Liberales. Ueber die geplante Komödie auf dem Frankfurter Eimgungstag der Liberalen schweigt die liberale Presse mit einer Konsequenz, die siebet Verfechtung einer liberalen Forderung stets vermissen läßt. Nur die Berliner„VolkSzeitnng" bespricht heute unsere Nachricht und— bestätigt sie. Sie schreibt nämlich: „Wenn aber jene Pläne bestehen, was wir leider nicht für ausgeschlossen halten können, so mißbilligen und verwerfen wir sie aufs allerentschiedenste.. In, übrigen spricht sie sich entschieden für das gleiche Wahl- recht aus und nennt Barths Vorschläge, ebenso wie wir. allzu bescheiden. Wir konstatieren das um so lieber, als das Blatt mit Unrecht uns vorwirft, wir hätten es gleichfalls unter die liberalen Verräter gerechnet. Es ist dies ein Mißverständnis, das auf einem Druck- fehler beruht. Der Druckfehlerteufel hat nämlich aus der zun. Tot- schweigekartell gehörenden„Vossischen Zeitung' eine „Volkszeitung" gemacht. Uebrigens scheinen„liberale" Politiker Freude an dem Hand- werk des Verrats zu finden. Die rechtsliberale„Weser- Zeitung" beruft sich zunächst auf eine Erklärung des Organs der Freisinnigen Volkspartei, daS auf die Ausnahmebestimmungen im neuen Vereinsgesetz hingewiesen hat. ohne dazu ihrerseits irgend eine Bemerkung zu machen. DaS Blatt findet dieses Stillschweigen be- deutsam. Dem,„wer schweigt, wo er reden konnte und mutzte— scheint zuzustimmen". Nach der Meinung dieses freisinnigen Blattes wäre also die Freisinnige Volkspartei bereit, zum Verrat in der Wahlrechtsfrage den Verrat in der Frage des Vereins- und Ver- sammlungSreckitS zu fügen. Das ist ja sehr pessimistisch. Aber das freisinnige Blatt muß doch seine Parteigenossen kennen. Wir halten allerdings jetzt bereits alles für möglich.— Die Einberufung des preußischen Landtages soll nach einer Berliner Meldung der„Kölnischen Zeitung" zun, 3. Dezember erfolgen. Das ist reichlich spät. Die Regierung will dem Landtag offenbar nicht viel Zeit für andere Dinge als die Erledigung der Regierungsvorlagen lassen. Die Konkurrenz der Ehrenmitglieder oder Ter Kartoffelkrieg im katholischen Arbeiterverein. Die katholischen Arbeitervereine haben neben ihren„gewöhn- lichen" Mitgliedern auch sogenannte Ehrenmitglieder. Zu dieser Würde kann, wie es im Normalstatut des Kölner Diözesau- verbandcs heißt, der Vorstand Männer ernennen, die sich um die Sache des Arbeitervereins verdient gemacht haben. Außerdem kau» die Ehrenmitgliedschaft von solchen Personen erworben werden, die einen jährlichen Beitrag von 3 M. oder eine einmalige größere Gabe an die Vereinskasse entrichten. Nun haben zwar die Ehrenmitglieder nur das Recht, den Ver- sammlungen und Veranstaltungen des Vereins beizuwohnen, nicht aber an den Beratungen und Abstimmungen teilzunehmen, immerhin scheint sich das Institut der Ehrenmitgliedschaft zu lohnen. Zunächst für den Verein, der dadurch seiner Kasse und seinem Mitglieder- bestände aufhilft, dann fiir die Unternehn, er, die sich auf diese Weise Einfluß im Arbeitervereine verschaffen: endlich für jene spekulativen Köpfe, die als Krämer, Wirte und dergleichen vom Arbeiterverein auf Kundschaft rechnen. Von dieser letzten Art„Ehrenmitglieder" berichtet eine Zuschrift in der letzten Nummer der„W e st d e u t s ch e n Arbeiter« Zeitung", worin es heißt:„In unserm Verein ist zurzeit die Frage des gemeinsamen Kartoffelbezuges brennend. Nun gehören den, Verein mehrere Kartoffelhändler als Ehren» Mitglieder an, von denen jeder erwartet, die Liefe- rungzuerhalten. In den Vereinsversammlungen bilden sich unter den Mitgliedern Gruppen: von denen die eine sich für diesen, die andere sich für jenen Händler ausspricht. DaS ist schon unerquicklich genug. Nun kommt aber ein weiterer Lieferant, der nicht Ehrenmitglied ist und bietet seine Kartoffeln billiger an, als die Ehrenmitglieder. WaS tun? Meiner Meinung nach sind die Mit- glieder in ihrem Beschlutz hinsichtlich der Vergebung der Lieferung nicht an die Ehrenmitglieder gebunden. Wo ihnen daS beste An« gebot gemacht wird, da greifen sie einfach zu. Damit stoßen sie aber die Ehrenmitglieder bor den Kopf und— vielleicht— ziehen sich diese von, Verein ganz zurück. Meiner Meinung nach muß mau solche Leute ruhig gehen lassen." Die„Westdeutsche Arbeiter-Zeituug" sieht sich angesichts solcher Vorkommnisse zu der Frage veranlaßt, ob eS da nicht besser sei, das System der Ehrenmitglieder überhaupt abzuschaffen, denn lieber gar keine Ehrenmitglieder als solch unerquickliche Kämpfe um die Kartoffel- lieferung! Bekanntlich spielen die katholischen Arbeitervereine mit ihren mehr als 366 666 Mitgliedern eine bedeutende Nolle auf dem gegen- wärttg tagenden„Deutschen Arbciterkongreß". Zur Kennzeichnung der Organisationen, die an diesem Unten, chmen beteiligt sind, ist der lustige Kartoffelkrieg jedenfalls ein interessanter Beitrag.— „Die Tyrannei des gewissenlosen und unfähigen Demagogentums" soll nach den Mitteilungen der„We st deutschen Volks« zeitung"(FuSangel) in der Zcntrumspartei des Reichstags- Wahlkreises Hagen-Schwelm herrschen. Alles, was in stied- licher Zusammenarbeit seit fünfzehn Jahren geschaffen sei. scheine in Frage gestellt. Ein großer Teil des katholischen Volkes tue nicht mehr mit und insbesondere die katholischen Arbciterlreise sähen mit großem Befremden,„wie an Stelle der auf breitester Grund- la ge ausgebauten Organisation die gehässigste aller Tyranneien: die Tyrannei des skrupellosen und unfähigen Demagogentums getreten ist." Weiter heißt es: „Eine den Parteistatuten entsprechende rechtmäßige Parteileitung ist nicht mehr vorhanden. Alles was ordnungsgemäß nach der letzten Wahl hätte geschehen müssen, u», eine solche einzusetzen, ist unterlassen worden.... Durch Einladungen von nicht zuständiger Seite ist eine Versammlung einberufen worden, die fich als Wahlkreis- komitee konstituiert hat, ohne dazu formell und materiell berechtigt zusein. Dabei wird das katholische Volk, das weniger als je gehört wird und weniger als je zu sagen hat. fortwährend mit der Parteiorganisation auf breitester Grundlage geäfft." Die Folgen, schreibt FnSangel weiter, zeigten sich in fühlbarer Weise. Während früher die größten Säle nicht ausreichten, um die Zentrumsversammlungen zu fassen, reichten jetzt ziemlich beschränlte Räume hin, um„das zu beherbergen, was man hochtönend als Zentrums Versammlungen bezeichnet". Das sei gc- radezu beschämend, nicht so sehr für die Partei als„für diejenigen, die so erfolgreich bemüht gewesen sind, durch ihre Minierarbeit den inneren Zusammenhalt der Partei zu stören." FuSangels Klage erinnert an die Schilderung der„Rheinischen Volksstimme" von den Zuständen in den Eifclkreisen, wo„die fossilen Ueberreste einer Wildwest-Organisation aus der guten alten Zeit ihr Dasein fristen", wo„kleine Eifel-Napoleone vor der kecken Vergewaltigung der Bevölkerung nicht zurückschrecken". Dem Zentrum ist eben die Aufklärung und die Gleichberechtigung der Wähler Nebensache; eS behandelt die Massen nur als Stiminvieh.—_ Der teure Schweiueschinken. Heber ein Vorkommnis in einem südtvestafrikanischen Lazarett erzählt das„Berl. Tageblatt": „Für unsere braven Jungen in Afrika hat eS gewiß nicht zu den Annehmlichkeiten gehört, während des Hererokrieges oft wochenlang ohne richtige Nahrung zu sein, noch weniger angenehm aber mag es für die armen Leute gewesen sein, denen inan in den Lazareltbaracken Wochen-, ja monatelang Hammelfleisch und immer wjeder Hammelflersch vorsetzte. Die Kranken widerte schließlich das Hammelfleisch in jeder Fasson an. soviel Mühe sich auch die Krankenschwester gab. Ab- wechselung in das ihr vom Fleischlieferanten gelieferte Einerlei zu bringen. Da gab eS eines Tages in der Lazarettbaracke bei U. große Ausregung. Der Schwester war ein frischer Schwein e- I ch i n k e n zum Kauf angeboten worden und kurzerhand hatte sie zugegriffen. Für die Lazarettinsassen wurde dieser schnelle Entschluß der Krankenschwester zwar ein Festtag, für sie selbst aber eine Quelle vielfacher Scherereien, die heute noch nicht versiegt ist. Als nämlich in der nächsten Rechnung der Schinken niit etwas dicken Zahlen sich hervortat, beanstandete die zu- ständige Rechnungsstelle den hohen Posten und gab die Rechnung zur weiteren Verfügung an da» Gou Verne- ment. Von hier wurde das Aktenstück, denn ohne ein solches geht es nun mal nicht ab, nach dem Lazarett zurückgesandt zur Vernehmung der Schwester, wie sie dazu komme, ohne vorherige Erlaubnis einen Schweiueschinken zu kaufen. Die Schwester lvollte eigentlich erwidern, daß der Schinken aller Wahrscheinlichkeit nach lä n g st v er f aul t gewesen wäre, wenn sie erst auf die Erteilung der Erlaubnis gclvartet hätte; sie gab aber zu Protokoll, daß ein frischer, ungesalzener Schweineschinken zu den Seltenheiten in Afrika zähle und daß sie geglaubt habe, recht zu handeln, wenn sie die für ihre Kranken sich endlich bietende und dringend erwünschte Abwechselung in der Ernährung wahr- nahm. Das Aktenstück wanderte wieder ins Gouverneur e n t. das Protokoll fand aber nicht Gnade vor den Augen des Dezernenten und mit den erforderlichen Fragen langte es nach einigen Monaten wieder an der Rechnungsstelle und von hier im Lazarett an. Abermaliges Verhör der Schwester und erneuter Transport der Akten ins Gouvernement. Hier aber konnte man sich immer noch nicht schlüssig werden, dem Lieferanten den ungesalzenen Schinken zu bezahlen, man schickte vielmehr die Akten nach Berlin ins Reichskolonialamt. Von diesem Stande der Dinge hatte die aus dem Schweine- schinkenvorfall viel protokollierte Schwester keine Ahnung, sonst hätte sie wahrscheinlich mit ihrer Rückreise nach Deutschland noch gewartet, um die abermalige Vernehmung über sich ergehen zu lassen, die das Reichskolonialamt für notwendig erachtete. Während sich also die Schwester auf der Heimreise befand, wanderte das Schweineschinkenattenstück, das schon so umfangreich wie eine gute Speckseite war, wieder nach Afrika ins Gou- Verne, nent, weiter zur zuständigen Rechnungsstelle und schließlich ins Lazarett, um von hier mit dem Vermerk:„Schwester T. ist , nach Deutschland zurückgekehrt", wieder auf den genannten Um- wegen ins Kolonialamt zurückzukehren. Der Schwester Ivurde man hier natürlich habhaft, und vor einigen Tagen hatte sie das Vergnügen, hier vernommen zu werden. Man stellte ihr die tröstliche Aussicht, daß wahrfcheinlich noch eine Vernehmung folgen werde." Treu» dreckig und dumm. Der antisemitsche„Reichsherold", das neue Organ der Reform- Partei, schreibt:„Am 2. Oktober sollte die Verhandlung gegen den ehemaligen Redakteur der„Hessischen Rundschau" stattfinden, der in einem Artikel Herrn Liebermaun v. Sonnenberg vorwarf, gesagt zu haben: Meine Schwälmer Bauern sind treu ivie die Hunde, aber dreckig ivie die Schweine. Warum die Verhandlung nicht stattfand, konnten wir nicht erfahren. Es sind nunmehr IsMonate verflossen, seit der Artikel erschienen ist. Wiederholt, zuletzt im April, berichteten die„Deutschsoz. Bl.", daß die Verhandlung gegen Wilcke in einigen Wochen in Kassel stattfinden würde. Trotzdem die Kasseler Reformer stets betonten, daß der Vorwurf gegen Herrn v. Liebermann gesühnt werden müsse, falls der Re- dalteur Wilcke de» angekündigten Wahrheitsbeweis nicht erbringen würde, erregt es bei uns nun doch Befreniden, daß von einer Erledigung der Angelegenheit nichts zu der- spüren ist. Wir sind nun in der Lage, heute zu berichten, daß Herr Licbcrmami von S-nneilberg tatsächlich Acuße- ruugen getan hat, die nicht nur seine hessischen Wähler, sondern den ganzen deutschen Bauernstand aus das schwerste beleidigen. Herr v. Liebermann hat auf seinen Agitationsreisen nicht einmal, sondern wiederholt geäußert, daß die Bauern dumm seien. Wir ubeniehmcn dw Wer- aiitwortuilg für diese Behauptung und bitten Herrn von Liebermaun das Erforderliche z u veranlassen. Angesichts dieser neuen Beschuldigung gewinnt der Prozeß gegen den ehemaligen Redakteur der'.Hessischen Rundschau" erhöhte Bedeutung." Ob Herr Liebcrmann von Sonnenberg nunmehr„das Er- forderliche veranlassen" wird?— franhmcfo. „Kollegiales" Scherbengericht. Paris, 20. Oktober. Hcrvs ist zun, ztveiten Male wegen anti- militaristischer Propaganda vor den OrdnungSrat der Anwälte ver- wiesen worden. Der Ordnungsrat wird sich am nächsten Mittwoch niit dieser Angelegenheit beschäftigen. Italien. Die Eisenbahner. Nachdem der sozialdemokratische Parteivorstand den Beschluß gefaßt hatte, den Eisenbahnern vom Streik abzuraten, war es so gut wie sicher, daß der Ausstand nicht erneuert werden würde. (Der Ausbruch des Streiks auf der Station Neapel beruhte ailf einem Mißverständnis— der Streik ward sofort wieder beigelegt.) Die Führer der Effenbahuer sind mit der Haltung des Partei- Vorstandes nun allerdings nicht einverstanden, wie aus folgender Privatdepesche vom Montag hervorgeht, die wir aus Rom erhalten: Das Zentralkomitee der Eisenbahner votierte Sonntag- nacht eine bittere Tagesordnung gegen den Partcivorstand und gegen die Konföderation, die es beide des— Mangels an Solidaritätsgefühl beschuldigt l Die Unterlassung des Generalstreiks allerdings wurde vom Zentralkomitee nichts» destoweniger beschlossen. Auch sonst wird das Verhalten des Parteivorstandes zum Teil heftig kritisiert. Die Parteisektion Neapel z. B. fordert seine sofortige Absetzung.(!!) Die Bahnverwaltung übersandte 16 Eisenbahnern ihre Entlassung. Trotzdem und trotz der starken Gärung in seinen Reihen unterwirft sich das Bahnpersonal in voller Disziplin dem Beschlüsse seines Zentralkomitees.— Gegen die Lebevsmittelvertenermig in Rom. Rom, Ib. Oktober.(Eig. Ber.) Tie Preise der dem Massenkonsum dienenden Lebensmittel sind in Rom in den letzten Monaten derartig gestiegen, daß der königliche Kommissar, dem die Verwaltung der Stadt vorläufig untersteht, sich zur Anwendung einer Gcwaltmaßregel entschlossen hat. Vor Ende dieses Monats soll der vom italienischen Gesetz autorisierte„Calmiere" in Anwendung kommen, d. h. die b e- hördliche Preisregelung der wichtig st en Lebens- mittel. Eine Kommission setzt zunächst fest, für welche Nahrungsmittel die behördliche Preisregelung in Anwendung kommen soll. Dann bestimmt sie— von 14 Tagen zu 14 Tagen — den Detailpreis dieser auf Grund der Engrospreise der nächsten Märkte und der Preise der hauptsächlichen Produktionszesitrcn. Die Kommission, der diese schwierige Aufgabe zufällt, wird gebildet werden aus dem Provinzialarzt und einem anderen Pro- vinzialbeamten, aus drei von der Stadtverwaltung(und in Er- mangelung ihrer vom königlichen Kommiffar) gewählten Mit- gliedern, aus sechs Vertretern der Handelskammer, die unter den Produzenten, Händlern und Wiederverkäufern von Nahrungs- mittel» zu wählen sind, und aus den Chefredakteuren aller Tages- zcitungen Roms. Es handelt sich um einen Eingriff in das berühmte„freie Spiel der Kräfte", durch das sich im kapitalistischen Regime Pro- duktion und Güterverteilung automatisch regeln sollen. Die Ab- ficht ist gewiß gut, die Notlage groß und dringend— wird doch z. B. die Erhöhung des Milchprciscs auf b0 Centesimi pro Liter angedroht!—, wir fürchten aber, daß der Versuch einer shstema- tischen Preisregelung an allerhand unkontrollierbaren Einflüssen scheitern wird. Jedenfalls wird es den Kaufleuten recht merk- würdig vorkommen, nach den vorgeschriebenen Preisen verkaufen oder aber ihre Läden schließen zu müssen. Der Prozeß Scarfoglio-„Avanti". Rom, 16. Oktober.(Eig. Ber.) Am 11. d. M. ist in Rom ein Prozeß gegen den„Avanti" beendet worden, der zwar ohne Gerichtsurteil abschloß, aber dafür mit greifbarster Deutlichkeit den Beweis einer großen Schuld, eines unverkennbaren Verbrechens erbrachte. Freilich war der dieses Verbrechens Ueberführte nicht der Beklagte— der „Avanti"—, sondern der Zivilkläger Scarfoglio, der Chefredakteur des Neapolitaner M a t t t n o Scarfoglio, der frühere Gatte der berühmten Romanschrift- stellerin M a t i l d e S e r a o, ist in Italien als Revolverjournalist bekannt. Man hat ihn öffentlich der Erpressung und aller mög- lichen Hallunkereien beschuldigt, ohne daß er je geklagt hätte. Um so größer war die Verwunderung, als Scarfoglio gegen den „Avanti", der ihn beschuldigte, die für Calabrien ge- sammelten Gelder teilweise unterschlagen zu haben, Beleidigungsklage anstrengte. Der„Avanti" hatte folgende Anklagen erhoben: I. der „Mattino" hat das für die Geschädigten in Calabrien gesammelte Geld— im ganzen über 80000 Lire— nicht, wie er veröffentlichte, bei dem Banco di Napoli deponiert. 2. Als die „Propaganda", das sozialistische Wochenblatt von Neapel, nach dem Verbleib der Gelder fragte, befand sich die Summe nicht mehr in der Kasse, und Scarfoglio wandte sich, um einen Skandal zu ver- meiden, an den damaligen Premierminister F o r t i s, der ihm die fehlenden 40 000 Lire aus dem Reptilienfonds gab! 3. Diese 40 000 Lire wurden einer geschädigten Ortschaft nur unter der Bedingung ausgehändigt, daß der Wiederaufbau einer Firma übertragen wurde, welcher Redakteure und Administrations- bcamte des„Mattino" angehörten! Wds die erste Anschuldigung betrifft, so hatten die Advokaten Scarfoglios zuerst natürlich behauptet, daß die einlaufenden Summen regelmäßig bei dem Banco di Napoli deponiert worden seien. Als aber ein Gerichtsbeschluß die Register der Bank vor- legen lassen wollte, gaben die Herren Rechtsanwälte schleunigst klein bei. Was die zweite Anschuldigung betrifft, so wurde der damalige Ministerpräsident Fortis als Zeuge vernommen! Er drehte und wandte sich wie ein Wurm, um den verfänglichen Fragen des Ge- richtspräsidenten und der Verteidiger des„Avanti" auszuweichen. Er schützte„Amtsgeheimnis" vor, ohne jedoch verhindern zu können, daß man erfuhr, was zu erfahren nötig war... Ucbcr den dritten Hauptpunkt der Anklage des„Avanti" wurde festgestellt, daß die berühmten 40 000 Lire, die der„Mattino" nach den Anzapfungen der„Propaganda" endlich herausrückte (40 000 waren früher zur Verteilung gelangt), für den Wieder- aufbau von Zammaro verwendet werden sollten. Dieser Bau wurde ohne den üblichen Wettbewerb einer Firma Zara-Papi übergeben. Zara ist der Onkel eines Redakteurs des„Mattino". Papi der Bruder des Administrators! Ingenieur oder Bauuntcr- nehmer war keiner von beiden. Mehrere Redakteure erhielten 20 Proz. des Reinertrags! Ein Redakteur des„Mattino", ein gewisser Meli, sprach folgende inhaltsschweren Worte zu einem Zeugen:„In Calabrien regnet eS Geld. Alle lassen'S sich wohl sein, da wollen wir es auch tun." Und damals war ein Drittel Calabriens ein Trümmerhaufen, in dem frierende und hungernde Menschen ohne Obdach und ohne Brot umherirrten! Es ist klar, daß das Gericht nach dieser Beweisaufnahme den „Avanti" nicht verurteilen konnte. So hat man denn das Urteil hingeschleppt— nach den üblichen Vertagungen—, bis die Ver- jährungsfrist abgelaufen war. Und schließlich verfügte das Gericht die— Einstellung des Verfahrens wegen Verjährung! KuKlanä. Revolutionäre und— Banditen! Warschau, 21. Oktober.(W. T. B.) In der letzten Nacht sind in der hiesigen Zitadelle sieben Revolutionäre und zwei Baudite» gehenkt worden. Serbien. Belgrad, 26. Oktober. Die Politische Lage verschärft sich trotz des offiziellen Dementis in bedenklicher Weise. Selbst dem Hofe wohlgesinnte Politiker erklären die �Situation für unhaltbar. Es verlautet bereits, daß sich der König ernstlich mit der Abdankung befasse.(?) Belgrad» 21. Oktober. Die Parteien der Opposition, Jungradikale, Nationalisten, Fortschrittler und der eine Sozial- demokrat, einigten sich dahin, ein gemeinsames Manifest an das Volk zu richten niit einem Protest gegen die Vertagung der Skupschtina und einer Darstellung der tristen Verhältnisse im Lande. Die gesamte Opposition soll sich zu einem Block zur Bekämpfung des Kabinetts Pasitsch zusamnientun, und im Lande sollen überall gemeinsam Protestversammlungen ab- gehalten werden. Belgrad» 2l. Oktober. Bei den bevorstehenden Gemeinde- wählen soll die Regierungspartei gemeinsam bekämpft werden. In der Regierungspartei sieht man aber voller Zuversicht der Zukunft entgegen. Charakteristisch ist die Auf- merksamkeit der Regierung gegenüber der Krone: Im Budget für 1963 z. B. wird für den Kronprinzen Georg eine Apanage von 366606 Dinars(291666 M.) festgesetzt.- pei'Nen. Ernste Unruhen werden ans verschiedenen Teilen des Reiches ge» meldet. In Kerman entlud sich der Groll gegen den Gouverneur, der auf das Volk schießen ließ, wobei 7 Personen getötet und IS verwundet wurden. Die persische Regierung nicht mir, sondern auch das russische und das englische Konsulat in Kerman sowie die be- treffenden Gesandtschaften in Teheran sind um Hülfe bezw. Ver- Mittelung gegen den unerfahrenen, rigorosen Beamten aufgerufen worden. Die Regierung hat die berühmte„Untersuchung" zugesagt. Nach einem Teheraner Telegramm vom Sonntag ist in Kerman die„Ordnung" wiederhergestellt, dagegen sollen nunmehr in S ch i r a S wieder ernste Unruhen ausgebrochen sein. Die Situation zwischen Ministerium und Parlament scheint aufS höchste gespannt. Der Premierminister ließ den Abgeordneten durch den Präsidenten des Parlaments mitteilen, daß er, der Kabinetts- chef, zurückzutreten beabsichtige, falls ihm nicht„binnen zwei Tagen" Geldmittel zur Verfügung gestellt würden I Hierzu teilt eiu Tele- gramm folgendes mit: London, 21. Oktober. Nach einer ZeitungSnieldung aus Teheran vom gestrigen Tage hat das Parlament die Entlassung deS Kabinetts gebieterisch verlangt. Hoffentlich verpufft die Energie des jungen Parlainents nicht, so- bald der Konflikt sich ernster zuspitzen sollte.— Soziales. Der Junker Herrschaft. Wie unter der liberal-konservativen Blockpolitik die Rechte der Kinder auf Eni Wickelung ihrer geistigen Fähigkeiten mißhandelt und wie die Kinder infolge der Ablehnung eines KindcrschutzgesetzeS, das die landwirtschaftliche Kinderarbeit verbieter, junkerherrlich ausgebeutet werden, zeigt kraß folgender in der„Schulzeitung" mitgeteilter Fall auZ Mecklenburg: In dem zum v. L e e r S s ch e n Fideikommiß gehörigen Gute Bietlübbe bei Gadcbusch ist eS schon lange keine Seltenheit mehr, daß einzelne größere Schüler und Schülerinnen ans Befehl der Gutsobrigkeit fast den ganzen Sommer aus der Schule herausgenommen werden, sei es, um einen fehlenden Knecht zu ersetzen, sei es. um das Herr- schaftliche Federvieh zu pflegen. Daß bei besonderen Gelegenheiten— Treibjagden. Kartoffelpflanzen usw.— alles, was Beine hat, abkommandiert wird, ist selbstverständlich, denn billigere und willigere Arbeitskräfte als Kinder gibt es nicht; und daß irgendwo im deutschen Vaterlande sogenannte Gesetze über Kinderschutz bestehen, davon iveiß man in der mecklenburgischen Ritterschaft auch nichts. Ein Brief, den der Inspektor d e S Gutes an den dortigen Lehrer geschrieben hat, mag zeigen. welche obskuren Ansichten die maßgebenden Personen im Orte über ihre Machtbefugnisse den Schullindern und der Schule gegenüber haben. Er lautet: „Sehr geehrter Herr S.I Diejenigen Kinder, welche zum Kartoffelpflanzen gebraucht werden, sollen, wie ich Ihnen am Sonnabend mitteilte, an den Pflanztagen von der Schule frei sein. Soeben erklärt Koops Frau, Ihre Tochter hätte gesagt, Sie könnten die Kinder nicht frei geben. Im Auftrage des Herrn v. Leers habe ich dieKinder freigemacht und hat nach meiner Auffassung keiner mehr dazwischen zu reden. Mit bestem Gruß Ihr W. B. Bietlübbe, den 6. V. 07." Nach diesem Muster wurde dann frisch weiter„frei gemacht", bis endlich die Hundstage völlige Freiheit brachten. Diese wurden gleich auf daS gesetzlich zulässige Höchstmaß von f ü n f Wochen festgelegt. Aber die Zeit verstrich, ohne daß die Ernte beendet war und weil unser Herrgott die mecklenburgischen Dorfkinder nun einmal in_ erster Linie zu Nutz und Frommen der Ritter geschaffen hat, so blieb krast ritterlichen Macht- sprucheS die Sch u l e aus weitere vierzehn Tage g e s ch l o s s e n. Die Vietlübber Schuljugend und die der ein» geschulten Dörfer Frauenmark und Veelböken konnten sich weiterhin ganz ihrer landwirtschaftlichen Ausbildung widmen. Mit dem Essen kommt bekanntlich der Appetit. Gegen Ende der s i e b e n t e n Ferien- wache traf der Ritter den Lehrer, und nach dem bekannten Rezept:„Es hat keiner dazwischen zu reden", hieß eS:„die Schule bleibt nochmals auf acht Tage ge« schlossen:sagenSie das dem Pastor"(Bietlübbe ist Kirch- dorf). Unmöglich konnte dieser in seiner Eigenschaft als Schul- inspektor in eine weitere Verlängerung der Ferien willigen. Er beauftragte den Lehrer, mit dem Montag der achten Woche den Unterricht zu beginnen, und ersuchte den Herrn v. L. brieflich, nicht verhindern zu wollen, daß wenigstens die Frauemnarkcr und Beel- böker Kinder zur Schule kämen. Dieser Brief des Pastor« wurde vor den Augen des Lehrers zerknittert mit den Worten:„Das ist die Antwort darauf!" Dem Lehrer wurde mit sofortiger Absetzung gedroht. falls er sich einfallen lassen sollte, Schule zu halten. Weil aber auch dies noch nicht sicher genug schien, mußte schließlich die Schulstnbe verschlossen und der Schlüssel abgeliefert werden. So kamen richtig acht Wochen HundstagSserien heraus(29. Juli bis 21. September). Ueber den weiteren Verlauf dieses„Stück Mittelalters" können wir uns kurz fassen. Der Pastor hat die Angelegenheit dem Ober- kirchenrat unterbreitet, der sie seinerseits dem Ministerium über- mittelt hat. Gleichzeitig hat die G u t s o b r i g k e i t den Lehrer wegen Ungehorsams und den P a st o r wegen An« stiftung zum Unghorsam gegen die vorgesetzte Behörde angezeigt. Echte Blockpolitik: Die Kinder ihres Rechts auf geistige Nahrung berauben, ihre Kräfte ausbeuten und selbst Lehrer und Pastor, die gegen diese schandbare Mißhandlung der Rechte der Kinder auch nur mucksen, zur Bestrafiing anzeigen.„Deutschland in der Welt voran"' in der Ausbeutung von Schulkindern. Und doch gibt eS Lehrer und Pastoren, die sttr diese Politik eingetreten sind. Fortschritte der KonsuuigenossenschoftSbcwcgung in Groß-Bcrlin. Die im Herbst vorigen Jahres ans Vertretern der Gewert- schaften und Genossenschaften gewählte Propagandakommission für daS Genossenschaftswesen sucht durch geeignete Vorträge und Flug- blätter daS Juteresse der organisierten Arbeiterschaft in Berlin für die bestehenden Konsumvereine zu wecken. Die Umsätze der zu Groß-Berlin gehörenden Vereine haben, wie nachstehende Zusammenstellung zeigt, im letzten Geschäftsjahre (vom 1. Juli 1906 bis S0. Juni 1907) eine Erhöhung von S94 250 Mark erfahren. Dieselben betrugen: 1905/06 M. AdlerShof...... 194 205 Konsum-Gen. Berlin. 731 950 Berliner Konsumverein 647 491 Bäckcrei-Genossenschaft. 64 037 Britz....... 36 139 Charlottenburg... 187 912 FriedrichShagen... 103 324 NowaweS..... 170 991 Friedenau(6 Monate). 13 784 Potsdam(Hoffnung). 43 000 Spandau...... 83 006 Tegel....... 122 461 Zehlendorf..... 34 977 1906/07 M. 270 307 761 757 855 712 168 780 49 637 209 900 113 129 180 517 22 672 60000 86 810 213 332 30178 mehr M. 76 099 29 807 208 221 104 743 13 498 21 988 9 805 9 526 8 888 17 000 3 804 90 871 2383 277 2 972 728 594 250 Die Monate Juli bis September 1907 brachten weitere erheblich höhere Umfäße und steigerten damit die Leistungsfähigkeit der einzelnen Vereine. An der organisierten Arbeiterschaft Berlins liegt es, auf diesem Gebiet noch weitere Fortschritte zu machen. Das Eintrittsgeld zu den Konsumbereinen beträgt 50 Pf. Unfälle in der Textilindustrie. Nach dem soeben erschienenen Bericht der Leinen- Berufsgenossenschaft wurden im Jahre 1906 gemeldet 1001 Unfälle gegen 986 im Jahre 1905. Auf 1000 Versicherte entfallen somit 17,6 Unfälle gegen 17,4 im Jahre 1905. Entschädigungspflichtig wurden nur 279 Unfälle. Der techniche Aufsichtsbeamte der Berufsgenossenschaft, welcher im Berichtsjahre 331 Betriebe revidiert hatte, bemerkt zu dieser " Verein der Brauereien einen Antrag auf Aufhebung des Prozent fazes zuzustellen." Die Geschäftsleitung ist jedoch nicht befugt, über die Mitglieder hinweg bindende Abmachungen mit dem Zentralverbande zu treffen, sie hat vielmehr das Resultat etwaiger Einigungsverhandlungen den Ortsvereinen auf einer zu diesem Zweck einzu- thal, Dresdenerstr. 8, sind Differenzen ausgebrochen. Achtung, Schuhmacher! Bei der Firma Biwal u. Rosen. berufenden Konferenz zur Entscheidung vorzulegen. Diese NesoDie Ortsverwaltung. lution hat nur dann für die gesamte Vereinigung Gültigkeit, wenn Verein deutscher Schuhmacher. die Mehrzahl der Ortsvereine im selben Sinne beschließt. Nur in diesem Falle ist der Geschäftskommission und dem Parteivorstande Deutfches Reich. mitzuteilen, daß die Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands an Verhandlungen bereit sei. Streit der Maschinisten auf Fischdampfern. Hamburg, 21. Oktober.( Privattelegramm des„ Borwärts".) Steht die Mehrzahl der Ortsvereine auf einem gegenteiligen Die Maschinisten der Hamburg- Altonaer Fischdampfer sind in Standpunkt, so find die Verhandlungen zwecks Einigung der Ge- den Streit eingetreten, weil die Reeder die von den Arbeitern ge werkschaften als endgültig erledigt zu erachten. Frage: In den Webereien des Münsterlandes und In der Diskussion sprach nur ein Redner, Ernst Witte, auch in verschiedenen anderen Betrieben kann man sich trot unbedingt gegen die Resolution sowie gegen die Einigung überhaupt. der häufigen Unfälle nur sehr schwer entschließen. Er sagte, er und seine( anarchistischen) Gesinnungsgenossen würden Kater sagte, er wolle die Nesolution weder stellten Forderungen abgelehnt haben. Buzug ist fernzuhalten. die Auf wide I maschine mit einer momentan wittenden nicht in den Verband eintreten, möge die Vereinigung befchließen Letzte Nachrichten und Depeschen. Ausrüdung zu versehen und stieß der Aufsichtsbeamte was sie wolle. bei Durchführung dieser Vorschrift besonders Die Wahlen in Belgien. häufig auf widerstand."" An einer Aufwidelmaschine war empfehlen noch gegen dieselbe sprechen. Dann brachte er aber ver- Brüssel, den 21. Oktober.( Privatdepesche unseres die Ausrückung vorhanden gewesen(!), aber wieder schiedene Bedenken gegen die Verschmelzung vor. In der Haupt- Rorrespondenten.) Die markanteste Erscheinung der entfernt worden(!); hier brachen innerhalb fache wandte er ein, der Verband werde wohl versprechen, was der gestrigen Kommunalwahlen ist ein fast durchschlägiger Sieg der weniger Monate brei Arbeiter den Arm! Anstatt Referent als Bedingung des Uebertritts fordert, aber es gebe ja liberalsozialistischen Kartellisten in einigen Vororten Brüssels, in die Genossenschaft um einen Vorschlag zu bitten, wartete man Mittel, die Agitation für die Grundsätze der Freien Vereinigung Antwerpen, etlichen Gemeinden Lüttichs und vor allem im erst den Besuch des technischen Aufsichtsbeamten unmöglich zu machen. Andere Redner, insbesondere 3eglin Sennegau." Peuple" schreibt, daß die bedeutendsten Niederlagen a b. Und diefe faule Ausrede läßt man gelten? und Metzke, traten dem Standpunkt Katers entgegen. Es „ Auch der Zustand der Transmission und der Treibriemen läßt wurde hervorgehoben, daß ja jezt noch nicht über die Einigung liberalen Majoritäten von Klerikalen gestürzt sind durch das der Liberalen in Tournai und Laeken zu verzeichnen sind, wo die immer zu wünschen übrig. In einer größeren Spinnerei Beschluß gefaßt werden solle, sondern nur über den Eintritt in mangelnde Kartell. In Brüssel, wo die Liberalen ohne Kartell waren die Riemenverbindungen so mangelhaft ausgeführt, daß nach Angabe des betreffenden Betriebs- Verhandlungen. Die Freie Bereinigung der Maurer habe seinerzeit auf absolute Majorität hofften, ist der Status quo 4 Sozialisten, leiters an jedem Morgen bei dem Ingangsegen der dem Parteivorstande geantwortet, daß sie wegen der Lohnbewegung 7 Liberale und 4 Klerikale, der einzige schmerzliche Verlust für Spinnmaschinen sechs bis acht, Antriebsriemen 3u zu jener Zeit nicht in Verhandlungen eintreten könne. Dieser Grund die Partei ist die Einbüße aller Mandate in der Vorstadt Schaerbeek. reißen pflegten! Als der technische Aufsichtsbeamte verlangte, bestehe jetzt nicht mehr, also müsse man nuumehr die Verhandlungen unter den Unterlegenen befindet sich der hochverdiente Genosse daß die besonders schlechten Riemen durch neue aufnehmen. Metzke betonte, was schließlich in der Einigungsfrage Bertrand, der jedoch durch das Kartell ein Mandat erhält. In erfest werden sollten, hieß es, daß man vor nächstem selbst geschehe, müsse geschlossen geschehen. Entweder die Freie Ver- den Vororten Anderlecht und Molenbeek sind die Sozialisten wiederQuartals ersten teine Neuanschaffungen mehr einigung gehe geschlossen in den Verband oder sie bleibe geschlossen machen könne!" hat nun auch der Beamte Aufschub bis draußen. Eine Absonderung nach der einen oder der anderen Seite gewählt, darunter Senator Gibers, Sekretär Baek. In ,, nächsten Quartalsersten" gegeben? Jedenfalls! Auch eine Langendonk, den Vororten Saint Josse und Saint Gilles siegte weitere Bemerkung des Beamten ist interessant:„ Durch die gelegentlich der Rentenempfänger- Kontrolle getanen Aeuße die Kartelliste mit Majoritäten von 2000 und 3000 Stimmen. Im Vorort Etterbeek verlieren die Klerikalen einen Siz an die Libe rungen einiger Arbeiter wurde der Aufsichtsbeamte ber- genommen. ralen. In Antwerpen siegte die Kartelliste mit 5300 Stimmen anlaßt, dem in den einzelnen Spinnereien einMajorität, wodurch 12 Katholiken ausgeschieden wurden. In geführten Prämiensystem für Meister und Auf- Der Verein der Zimmerer Berlins und um Loewen hatten die Katholiken die Mehrheit, unterlegen sind feher erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden."„ Er wird zu ermitteln fuchen, ob die Leute etwa von den an" einer erhöhten gegend hielt am Sonntag in den„ Induſtrieſälen" ſeine General- 5 Liberale und 2 Sozialisten. In Seraing sind 12 Snzialisten, Produktion interessierten Aufsehern indirett bersammlung ab. Unter Vereinsangelegenheiten beschäftigte die in Lüttich, Verviers, Angleur, Jemeppe, Dison, Marchin, Hodimont, beranlagt werden, ihre Maschinen während des Bersammlung sich ebenfalls mit der Einigungsfrage. Dabei teilte Forest, Flemalle und anderen Gemeinden Lüttichs die sozialistischen der Vorsitzende Juppenlag mit, daß die außerordentliche Kandidaten gewählt, ebenso in diversen Gemeinden des Hennegaus, Der Beamte wird natürlich dies nicht ermitteln" fönnen! Konferenz zur Schaffung der einheitlichen Organisation im wie Hornu mit sechs Sozialisten, Jemappes mit vier, Henripont, Wie eilig es die Unternehmer haben, die angeordneten Schutz- Bimmerergewerbe am 1. und 2. Dezember stattfinden wird. Die Courcelles, Gilli, Frameries, Quaregnon. In Gent find vier vorrichtungen einzuführen, darüber gibt uns der Beamte ebenfalls Konferenzdelegierten des Vereins sollen in einer Generalversammlung Sozialisten gewählt. In Brugge Sieg der Klerikalen über fünf Aufschluß. Er hatte angeordnet, daß eine fehlende Schugvorrichtung am 17. November gewählt, jedoch vorher in den Abend- oder Riberale, in Heyst katholische Majorität gestürzt, ebenso in Anode bis zum 1. Dezember angebracht werden sollte. Am 14. Dezember Morgensprachen vorgeschlagen werden, die innerhalb der nächsten und Laseht. Die flandrischen katholischen Hochburgen sind ziemlich wurde der Unternehmer gemahnt. Am 15. Dezember entschuligte 14 Tage stattfinden sollen. Die Versammlung erklärte sich mit diesen unversehrt, doch werden endgültige Resultate erst ein vollständiges fich derselbe wegen der Verzögerung und versprach jetzt die Ausführung. Am 17. Dezember lief die Anzeige ein, daß sich Vorschlägen einverstanden. Ganges zu pußen"! " am 14. Dezember in dem Betriebe ein Unfall ereignet hatte, der auf das Fehlen der betreffenden Schutzborrichtung zurüdzuführen war"!! Das Ganze nennt man praktischen Unfallschutz"!! dürfe es nicht geben. Die Resolution wurde schließlich mit großer Mehrheit an * = Bild geben. Fest steht, daß die vollständige Durchführung von Darauf verlas der Kassierer Gumz die Abrechnung vom dritten Sartellen bei dem jetzigen Wahlsystem das einzige Mittel ist, fleriDuartal, die übrigens famt der vom zweiten Quartal und der von fale Schul- und Wahlreformfeinde zu werfen. der Lohnbetvegung in einer 29 Seiten starken Broschüre gedruckt Serbische Hochverräter". Der Bericht bemerkt noch, nachdem verschiedene Schutzvorrichtungen vorlag. Die Einnahmen beliefen sich im dritten Quartal auf Belgrab, 21. Oftober.( W. T. B.) Die vereinigten Oppositions. in Wort und Bild vorgeführt worden sind:„ Auch durch die 25 536,60 m., vozu der 42 807,14 M. Hohe Bestand vom zweiten bermehrte Berwendung ausländischer Arbeiter Quartal hinzukommt; die Ausgaben betrugen 14 816,07 M., jo daß parteien erließen ein Manifest an das serbische Bolt, in welchem ist eine Erhöhung der Unfallgefahr herbeigeführt der Bestand auf 53 527,67 M. anwuchs. Die Lohnbewegung fostete sie gegen die Bertagung der Stupschtina protestieren, die als Berletzung der Verfassung bezeichnet wird. Das Manifest flagt die worden, weil mancher Unfall dadurch entsteht, daß sich die im dritten Quartal 11 053,32 m. Arbeiter gegenseitig nicht genügend verständigen Sodann gab Juppenlag einen Rückblick auf die Regierung an, daß sie auf unkorrektem Wege zur Macht gelangt sei, tönnen." Unsere Unternehmer wollen aber gerade nicht haben, diesjährige Lohnbewegung. Er führte u. a. aus, daß fortgefekt Verbrechen begehe und die Staatsgeschäfte erfolglos und die mißliche Lage im Baugewerbe nicht eine Folge des Streits, fündhaft leite. Unter der gegenwärtigen Regierung sei Serbien in daß sich die Arbeiter gegenseitig verständigen"!! Der Bericht registriert auch den Fleiß der Berufsgenossenschaft. sondern von den Kräften hervorgerufen, die das wirtschaftsleben eine vereinsamte internationale Lage gebracht worden, die seine Diese fleine Gruppe Stapitalisten halte den Binsfuß und nur fünf, welcheide erlaffen, welche die Mente herabsetzten beherrschen. und nur fünf, welche eine Erhöhung der Rente enthielten. auf der Höhe, besonders zum Schaden der kleinen Unternehmer, wichtigsten Lebensinteressen bedrohe. Die Vertagung der Stupsahtina 94 Berufungen wurden zugunsten der Berufsgenossenschaft und nur die meistens die Forderungen der Arbeiterschaft anerkannten und bilde eine Gefahr für die normale Entwidelung der politischen Er 23. zugunsten der Verletzten erledigt". übe auf sie einen Druck aus. Es sei jedoch töricht zu behaupten, eignisse in Serbien. Die Volfsvertreter sämtlicher oppositioneller Bierzehn Rekurse der Verlegten wurden vom Reichsversicherungs- daß die Lohnbewegung gänzlich versumpft sei. Ein sehr großer Teil Parteien würden alle Mittel anwenden, um den Barlamentarismus amt abgewiesen und nur in einem Falle zugestimmt. Die Berufs- der Mitglieder arbeite noch zu den neuen Bedingungen, wenn auch und die bedrohte Berfassungsmäßigkeit zu retten. genossenschaft hatte dagegen mit ihren eigenen acht Fällen acht einzelne Unternehmer ihre Bewilligungen zurüdgezogen hätten. Der Verbotener Vortrag. Siege zu verzeichnen!! Mehr konnte sie wirklich nicht verlangen! Redner gab diese Firmen bekannt, sowie auch diejenigen, die sich Jehoe, 21. Oktober.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die Die Unfallasten" betrugen an Beiträgen 5,51 M. pro Vollarbeiter durch einmütiges Handeln der Zimmerer bereits genötigt sahen, die im Jahre 1906, gegen 5,20 M. im Jahre 1905. Die Leinen- Forderungen wieder anzuerkennen. Es frage sich nun, was geschehen Polizei verbot, nachdem sie die Anmeldebescheinigung zuerst vers fabrikanten werden deshalb doch in das Geschrei einstimmen, daß solle, und die Antwort sei, daß man so zeitig wie möglich mit dem weigert, in letter Stunde einen Lichtbildervortrag Grempes sie so hohe Ausgaben für die soziale Gefeßgebung" haben! Unternehmertum abrechnen müsse. Selbstverständlich werde man die über Karikaturen, obwohl sie gegen Grempe wegen seines früher Unternehmer, die ihre Verträge dauernd halten, nicht beEs wurden 244 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Gewerkschaften! helligen. Im übrigen fei jedoch ein rechtzeitiges Vorgehen hier gehaltenen Vortrages über Rußlands Freiheitskämpfe nicht mal um so beffer möglich, als ja die Arbeitnehmer nun durch keinen ein Strafverfahren versucht hatte. Vertrag gebunden seien. Nun gelte es vor allem, die Reihen der Organisation wieder zu stärken. Zur Mutlofigkeit liege fein Unternehmerterrorismus. Grund vor. Man solle bedenken, daß der Kampf um den Solingen ,. 21. Oktober.( Privatdepesche des Vorwärts"".) Wie Neunstundentag über sieben Jahre, von 1889 bis 1897, dauerte, die Köln. 3tg." schreibt, haben die ausständigen Schreinergesellen und da könne man gewiß nicht erwarten, daß der Achtstundentag die übrigen Bauorganisationen aufgefordert, sich mit ihnen ohne große und schwere Opfer errungen werde. Der Redner verlas folidarisch zu erklären, und den Einigungsverschlag der Meister, schließlich die Abrechnung der Lohnbewegung. Im ganzen fostete sie allmählich den Neun- Stundentag einzuführen, abgelehnt. Infolge. dem Verein 78 005,65 M. Für Streifunterstügung wurden 68 501,20 m. dessen beschlossen die Bauunternehmer, Architekten und Holzhändler ausgegeben, für Mietsentschädigung 4487 M., für Reiſeunterſtüßung Gegenmaßregeln. Den Schreinermeistern, die die Forderungen der 550,20 M., für Fernhaltung des Zuzugs 844,05 M. Der Verein hatte am Schlusse des dritten Quartals 1860 Mitglieder. An Gefellen bewilligt und das Zugeständnis nicht zurückziehen, soll diesen Punkt der Tagesordnung Inüpfte sich eine längere Aussprache keine Arbeit mehr gegeben und kein Material mehr geliefert werden. über taktische Fragen der Lohnbewegung und des ferneren Vorgehens. Schließlich wurde folgende, von Theodor Fischer vorgeschlagene Resolution angenommen: Die bisher als gesperrt geltenden Pläge und Arbeitsstätten werden vom Montag, den 21. Oftober ab freigegeben. Es gelten in Zukunft nur diejenigen Arbeitsstellen als gesperrt, die vom Vorstand ausdrücklich als solche bekannt gegeben werden. Landtagsnachwahl. Bielefeld, 21. Oktober.( W. T. B.) Bei der Landtagserfazwahl im Wahlkreise Bielefeld- Halle- Herford wurden im ganzen 803 Stimmen abgegeben. Davon entfallen auf den konservativen Kandidaten Landwirt Rudorf in Haeger 414 und auf den national. liberalen Kandidaten Rentner Kaselowskn in Bielefeld 389 Stimmen; ersterer ist somit gewählt. In der Trunkenheit. Die Gewerkschaften Berlins werden dringend ersucht, alle Versammlungen und Konferenzen am Donnerstag, den 24. Oktober, soweit als es möglich ist, ausfallen zu lassen, damit sich die Mitglieder zahlreich an den an diesem Tage stattfindenden außerordentlichen Zahlabend beteiligen können. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Die Frage der gewerkschaftlichen Einigung stand auf der Tagesordnung einer am Sonntag abgehaltenen Versammlung der Freien Vereinigung der Maurer. Der Referent Gehr führte aus, die Geschäftsleitung der Freien Vereinigung der Maurer sowie der Vorstand und die Funktionäre des Berliner Ortsvereins stehen auf dem Standpunkte, daß die Einigung der gewerkschaftlichen Organisationen eine Notwendigkeit für die erfolgreiche Führung des wirtschaftlichen Kampfes ist. Es handele sich jetzt um die Frage, Der Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter hatte am Sonntag об die Vereinigung der Maurer, der Aufforderung des eine Doppelversammlung veranstaltet, um die Verhältnisse im Wien, 21. Oktober.( B. H.) In der Ortschaft Alland bei Baden Parteivorstandes folgend, in Einigungsverhandlungen zum Zwede Arbeitsnachweis zu besprechen. Am Vormittag versammelte tam nachts der Holzhändler Neuhauser betrunken nach Hause und der Verschmelzung mit dem Zentralverbande eintreten will. Wenn sich Sektion II( Brauereihülfsarbeiter) bei Boeker in der Weberstraße verwundete seine Frau, welche ihm Vorwürfe machte, tödlich. Bei man auch noch nicht wissen könne, unter welchen Bedingungen die Ver- und nachmittags hielt Sektion I( Brauer) eine Versammlung im dem Streite stürzte eine Betroleumlampe um, wodurch das Haus schmelzung stattfinde und welche Konzessionen der Verband machen Tröger über das Thema:" Die Prozentsatz- Einstellungen der In beiden Versammlungen referierte in Brand geriet. Neuhauser mit vier Kindern kam hierbei ums werde, so könne es doch nicht schaden, wenn die Freie Vereinigung Berliner Ring- Brauereien bei der jetzigen schlechten Konjunktur und Leben, während die Frau in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause gebracht wurde. in Verhandlungen eintritt. An einen bedingungslosen llebertritt fei wie stellen sich die Brauereiarbeiter dazu?" natürlich nicht zu denken. Das werde auch wohl vom Verbande Im Statut über den Arbeitsnachweis heißt es(§ 8, 61. 2): nicht mehr verlangt werden. Vor allem werde von der Freien Jede Brauerei hat das Recht, im Laufe des Kalenderjahres ohne ( W. T. B.) In dem Drte Vereinigung gefordert, daß ihre Mitglieder im Verbande das Benugung des Arbeitsnachweises eine Anzahl von Arbeitnehmern ein Necht haben müssen, sich im Sinne des Programms der Freien Ver- zustellen. Die Anzahl wird nach dem Personalbestande des unmittelbar Borsa sind bei einem von gestern bis hente dauernden Brande ( eine 250 Häufer mit Nebengebäuden und Getreide und Futtervorräten einigung politisch zu betätigen, namentlich den General- und vorhergehenden Kalenderjahres berechnet und.... Das Gemeindehaus, das Pfarrhaus, die Kirche, politischen Massenstreit zu propagieren. Wenn der Verband diese Aufstellung folgt). Die Arbeitnehmer vertreten nun die Ansicht, daß diese niedergebrannt. Bedingung erfüllt, dann werde die Streitart begraben. Anderenfalls Bestimmung aufgehoben werden sollte, weil sie durch nichts mehr die Apotheke und das Postamt sind vernichtet. gerechtfertigt fei. Einige größere Brauereien machen davon über bleibe die Freie Vereinigung auf ihrem bisherigen Standpunkt. Der haupt wenig Gebrauch, umso mehr aber eine ganze Reihe fleinerer Meuternde Kulis. Referent empfahl die nachstehende Resolution, die bereits in ver- Betriebe, die damit gegen die Organisation eine Feindseligkeit zeigen, Johannesburg, 21. Oktober.( W. T. B.) auf der Newmodderschiedenen Ortsvereinen angenommen ist: die sehr unangenehm auffällt. Die Arbeiter sehen darin das Be- fonteingrube meuterten gestern abend chinesische Kulis. Sie verDie Versammlung nimmt Kenntnis von dem jeweiligen Stand streben, die Organisation immer mehr herauszudrängen und ihren barrikadierten sich auf dem Grundstück und zerstörten die Geschätfsder Einigungsversuche des Vorstandes der sozialdemokratischen Einfluß von den Betrieben fernzuhalten. Gerade gegenwärtig find räume der Grubengesellschaft. Die Polizei wurde mit einem Hagel Partei, die die Zusammenführung der Gewerkschaften bezwecken, außerordentlich viel Arbeitslose unter den Brauereiarbeitern von Berlin, von Steinwürfen empfangen und war außerstande, den Hauptund erklärt analog den Beschlüssen des 6. Kongresses und der trotzdem steigen die sogenannten Prozentjazz Einstellungen mehr eingang zu erzwingen, daher versuchte sie durch die Küchen einzu13. Konferenz für eine Einigung der deutschen Maurer zu sein. als jemals. dringen, wurde aber hier durch Kulis überfallen und genötigt, von Sie ist mit der vorläufigen Antwort der Geschäftsleitung, die dem Der folgende Antrag wurde in beiden Versammlungen eins der Schußwaffe Gebrauch zu machen. Endlich gelang es der Polizei, Parteivorstand und der Geschäftskommission gegeben wurde, einstimmig angenommen: den Eingang zu erobern, wobei sie wiederum auf die Kulis feuerte, berstanden und erwartet von der Geschäftsleitung, falls es zu" Da durch die Prozentsazz- Einstellungen die Arbeitslosigkeit die schließlich in ihre Wohnungen zurüdgetrieben wurden. NeunVerhandlungen kommen sollte, daß sie daran teilnimmt, dabei den der im Arbeitsnachweis Eingetragenen bedeutend verlängert wird, zehn Chinesen find verwundet, einer getötet, 24 sind verhaftet wahren Charakter der Organisation zur Geltung zu bringen ber- was bei der diesjährigen geringen Arbeitsgelegenheit um so mehr worden. Die Meuterei ist durch Agitatoren hervorgerufen worden, sucht und dahin wirkt, daß den verschiedenen örtlichen Verhält- hervortritt, da wieder eine Erhöhung des Prozentfazes eingetreten die den Chinesen meldeten, fie brauchten am Sonntage nicht au nissen Rechnung getragen wird. ist, beschließt die Versammlung, den Vorstand zu beauftragen, dem arbeiten. " genaue Ein Riesenbrand. Marmaros- Sziget, 21. Oktober. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Boul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 247. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 2. Oktober 1907. Ein nationalliberaler Abgeordneter. Der Reichstagsabgeordnete für den 6. Hannoverschen Wahlkreis Verden- Hoya, Rentier Held, einer der größten Sozialistenfresser und ein gut nationaler Mann hat am Sonnabend vor dem Schöffengericht zu Hannover eine schwere Einbuße seines moralischen Ansehens erlitten, die ihn zwingen wird, auf seine politischen Ehrenämter als Abgeordneter zu ber= zichten. Schon seit Jahren wurden allerhand Gerüchte über unfaire Geschäftsmanipulationen über diesen Herrn verbreitet. Die Bremer Bürgerzeitung", der„ Volkswille" in Hannover und einige welfische Zeitungen beschuldigten ihn anrüchiger Geschäftsmanipulationen mit dem Erzgauner Terlinden. Einer Klage gegen diese Blätter ist der Nationalliberale Held aus dem Wege gegangen. Als nun aber im letzten Wahlkampfe von den Welfen gegen ihn der Vorwurf betrügerischen Zusammenwirkens mit dem Schwindler Terlinden, der Erpressung und des Wuchers erhoben wurde, erhob er gegen die llrheber der Bezichtigungen die Beleidigungsflage, die am Freitag und Sonnabend verhandelt wurde. ivaren: Angeklagt im Wege der Privatllage der Staatsanwalt hatte ein Einschreiten wegen Mangels öffentlichen Interesses abgelehnt 1. Der Neitstallbefizer Flodemann, weil er gesagt hatte, er sei von Held um 1000 Mark bewuchert worden, 2. der Kaufmann Pommer in Hannover, weil er den Held der Erpressung gegen sich beschuldigt habe, 3. der Kaufmann Dr. Krüger, weil er als Verfaffer eines Artikels in der welfischen Zeitschrift" Das Recht" beleidigende Aeußerungen gebraucht, Held ein verbrecherisches Vorleben vorgeworfen und in einem Briefe an Baffermann ihn dadurch beleidigt habe, daß er schrieb: Held habe auch später die Ehre stark beschmutzende Angriffe über sich ergehen lassen, ohne etwas dagegen zu tun, er habe es ertragen, daß die Kreise, in denen er hier verkehre und denen er feine Aufstellung als Reichstagskandidat verdanke, sich ihm verschlossen hätten, 4. der Nedakteur Langwost in Hannover, weil er in der genannten Zeitschrift den Krügerschen Artikel veröffentlicht hat und Pommer zeihe Held der Erpressung. darüber beschwert, daß der Zeuge Diele Helfershelfer der politischen terinnenbewegung, die ebenfalls Fortschritte gemacht habe. Feinde Helds sei. Wenn er nicht aufhöre, gegen Held zu arbeiten, merkenswert ist, daß es gelungen sein soll, zirka 5000 Heim dann müsse er( Held) auch gegen ihn vorgehen. Nur arbeiterinnen zu organisieren. Insgesamt gab die Rednerin die hatte Held es zu danken, daß diese Drohung nicht als Zeugenbeein- Erfolg der Organisationstätigkeit sei, daß in mehreren Städten dem Umstande, daß Dieke damals noch nicht als Zeuge geladen war, Sahl der weiblichen Mitglieder aller Vereine mit 23 569 an, gegen nur 5683, die im Jahre 1903 gezählt wurden. Der wesentlichste flussung anzusehen ist! Das Gericht sagte zur Begründung der Frei- die Krankenversicherungspflicht für die Heimarbeiterinnen erreicht sprechung: wurde, auf die vom Grafen Posadowsky seinerzeit verDas Gericht sei davon ausgegangen, daß die gegen Held er- sprochene reichsgesetzliche Regelung dieser Materie aber wartete hobenen Vorwürfe im wesentlichen als erwiesen anzusehen seien. man vergeblich. Fräulein Behm will ja nicht für das politische Im Falle Terlinden sei es zweifellos, daß zwischen den Parteien Wahlrecht sprechen, sondern meint nur bescheiden, es würde do ein Verkehr stattgefunden habe, den man als Wechselreiterei manchmal besser sein, die Frauen könnten auch mitreden. Die Arbezeichne, und daß held diesen Verkehr noch drei Jahre beiterinnen, Mütter sollten ihre Kinder im christlichen Glauben fortgesetzt habe, als die Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden. und zur Liebe und Treue zum Vaterland erziehen, das wird helfen. Db man streng juristisch von Betrug hierbei reden könne, Herr Alfred Roth- Hamburg vom deutschnationalen möge dahingestellt bleiben; im gewöhnlichen Leben behandlungsgehülfenverband hat sich zur Aufgabe gemacht, seinen zeichne man solche Handlungen aber als be- Verband als das Non plus ultra einer Standes organisation trügerische Manipulationen. Daß der Privatkläger sich dieser vorzuführen. Alles, was für die Handlungsgehülfen bisher in Schuld bewußt war, habe sein Benehmen gezeigt, daß er Deutschland auf sozial- politischem. Gebiete geschah, ist natürlich nicht gegen die Angriffe vorgegangen sei und daß er, als der auf das Konto des deutschnationalen Handlungsgehülfenverbandes Zeuge Dieke Beweise aufgefunden hatte, gegen diesen mit zu sehen, eine maßlose Hebertreibung, die wir Herrn Rothes Or Drohungen vorging. Das ganze Verfahren Helds stelle sich als ganisationseifer zugute rechnen wollen. Wechselreiterei, verbunden mit betrügerischen Manipulationen, dar. Wie seine Vorredner, wendet sich auch Herr Rothe in ver Nachdem der Rentier Held, der wichtig mit einer Mappe er nichtenden Ausführungen gegen seine sozialdemokratisch denkender schien, die die metallenen Buchstaben M. d. N. trug, mit seiner Klage Berufsgenossen. Die deutschnationalen Handlungsgehülfen legen so furchtbar hereingefallen war und statt eine Reinigung eine be- größten Wert auf die Pflege des Standesbewußtseins. Wir gebe ba Herrn Rothe recht: Leute, denen man den Standesdünkel sodentliche Ramponierung seiner Ehre erreicht hatte, geschah noch ein zusagen schon anmerkt, bevor sie um die Straßenede biegen, geübriges. Die von ihm Angeklagten hatten widerklage erhoben. hören der Organisation der freien Handlungsgehülfen, die andere Der saubere und reine Herr Held hatte nämlich den An- Aufgaben zu erfüllen hat, nicht an. Es war eine Wohltat, nach geklagten Langwvost einen gemeinen Verleumder" drei solcher Neden wieder an die frische Luft zu kommen. und den Krüger einen notorischen Ehrabschneider" genannt. Er hat diese Beiden ferner in Wahlversammlungen beleidigt und dafür erhielt Herr Held eine Gesamtstrafe von 300 M. eventuell 30 Tage Gefängnis. Die Strafe ist deshalb so hoch geworden, weil die Beleidigung gegen Langwost als eine verleumderische bezeichnet wurde. Held habe ganz genau gewußt, daß die Angaben des Langwoft richtig waren und darum habe Held nur wider befferes Wissen sagen können, Langwost sei ein VerTeumber. " " So sieht Herr Selb aus! Der Mann, der der Zigarettensteuer feinen Namen verlieh! Verweilen wir noch einen Augenblick bei der nationalliberalen 5. der Rechtsanwalt Dr. Bienhold, weil er in einer welfischen Wählerversammlung gesagt haben soll, der Kaufmann Bartei. Der nunmehr gerichtlich als Wechselreiter entlarbte, der berIn der Verhandlung wurde festgestellt, daß die nationalliberale fuchten Erpressung und der verleumderischen Beleidigung überführte Partei eine eingehende Untersuchung des Falles Held vorgenommen Reichstagsabgeordnete Held ist erst vor wenigen Wochen noch als habe, an der sich auch Juristen beteiligt haben und da ist festgestellt Landtagsabgeordneter für den Wahlkreis Verdenworden, daß dem Held kein Vorwurf zu machen sei. Also ein Rotenburggewählt worden. Mit welch erstaunlicher Kühnheit nationalliberal abgestempelter Ehrenmann! Und er seine Sache verfocht, bezeugt die Aeußerung, daß er 1000 m. in die wie sieht nun dieser Held aus? welfische Parteikasse zahle, wenn man ihm eine unehrenhafte Handlung Die Verhandlung ergab, daß Herr Held von dem Reitstallnachweise! besitzer Flockemann sich einen Wechsel über 4000 m. hat unter- Die Nationalliberalen in Hannover hatten die Sache Held schreiben lassen, ihm aber nur 3000 m. dafür geliehen hat! Das untersucht und Held das Ehrenwort darüber abgenommen, daß Die Ansichten waren aber geteilt, nannte Fl. Wucher. Held kannte die vermögenslose Lage des Fl., er sich nichts vorzuwerfen habe. er will aber die 1000 m. für einen Pferdekauf in Anrechnung ge- der Abg. Jänecke hielt die Sache nicht ganz hasenrein". Dann hat bracht haben. Das Gericht verurteilte zwar den Flockemann zu sich die Fraktion damit beschäftigt und diese hat nach ein30 M. Geldstrafe, sagte jedoch auch, daß die Sache durch aus gehender Prüfung" den Fall Terlinden zugunsten Helds ent nicht als aufgetlärt gelten tönne. Jedenfalls habe schieden! Herr Held hatte der Fraktion die Bücher vorgelegt! Hat Held auf Flockemann wegen der Unterschreibung des Wechsels einen er damit die Fraktion getäuscht?! Oder hat die Fraktion Herrn Held nicht fallen lassen wollen? Druck ausgeübt. Non liquet Beleidigung trotzdem strafbar. tommt Endlich der nationalliberale Die Klage gegen Pommer zog Herr Held zurüd, weil der Parteis Beweis nicht zu erbringen war, ebenso die Klage gegen Dr. borstand. Herr Held sagt, dieser habe ihn von einer SelbstBienhold, weil der die Behauptung nur gutgläubig auf- anzeige im Falle Terlinden abgeraten! Sind die Anforderungen an gestellt hatte. die persönliche Ehre so gering bei den Nationalliberalen?! Chriftlichnationales Volk. nommen: " Aus der Partei. Die Angelegenheit Kolb- Frank. Am Sonntag fand in Karlsruhe eine Parteifonferenz statt, an der 10 Mitglieder der badischen Landtagsfraktion, der Landesvorstand der badischen Sozialdemokratie und die Vertreter der badischen Parteipreffe teilnahmen. Nach längerer Beratung wurde folgende Resolution anges Die Konferenz erkennt an, daß die Genossen Dr. Frank und Kolb bei der Beteiligung an den Beisezungsfeierlichkeiten für den verstorbenen Großherzog von Baden in dem guten Glauben handelten, damit der Partei einen Dienst zu erweisen. Die Konferenz mißbilligt es aber, daß die beiden Genossen Dr. Frank und Kolb über das Empfinden der Parteigenossen hinweg, im Gegensatz zu ihrer republikanischen Gesinnung trog der bisherigen Gepflogenheit in der sozialdemokratischen Partei, sich an den Beisetzungsfeierlichkeiten beteiligt haben und erwartet, daß die Vertreter der Partei sich in Zukunft von allen Ver anstaltungen rein monarchischen Charakters fernhalten. Die Konferenz bekundet ausdrücklich, daß die Abgeordneten Dr. Frank und Kolb nach wie vor das Ber trauen der Parteigenossen des Landes befizen und ertvartet, daß die Diskussion des Falles in den Organisationen und in der Presse nun zugunsten der praktischen Arbeit geschlossen werde." Eine Stimme war für eine schärfere Form der Resolution. fönnen. Die Partei wird sich mit dieser Resolution zufrieden geben Wir erachten die leidige Angelegenheit damit für abgeschlossen und versagen es uns daher, auf eine neuerliche Erklärung des Genossen Dr. Frank einzugehen und zwei sehr scharfe Resolutionen, die von den sozialdemokratischen Ortsvereinen zu Kehl und Kirchheim bei Heidelberg gefaßt wurden, im Wortlaut mitzuteilen. 2 zu Mit der Erpressung liegt es fo: Held suchte nach Verkauf feiner Metallwarenfabrik in Menden neue Geschäfte. Mit einem Zur Meldung bürgerlicher Blätter über die Beteiligung der Kaufmann Neuhaus gründete er in Hamburg ein Kohlengeschäft, wosozialdemokratischen Stadtberordneten bei er 20 000 m. verlor. Die Kaufleute Flemming und Bommer be- Wenn die für Sonntagnachmittag nach dem großen Saale des Sonstanz an der Ueberführung der Leiche des Großherzogs treiben Kohlenhandel und sie hatte er um Auskunft über Neuhaus Kriegervereinshauses in der Chausseestraße mit vielem Tam- Tam zu schreibt Genosse Krohn- Konstanz dem Karlsruher Boltsund die Rentabilität des Kohlenhandels befragt. Nachdem er das sammengetrommelte Bolts"-Versammlung für irgend etwas Zeugs freund" im Namen der sozialdemokratischen StadtGeld verloren, schrieb er an Flemming, er verlange die nis ablegt, dann jedenfalls für den geringen Anhang, den die christlich berordnetenfrattion von Konstanz: Die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktion hat über Bes 20000 Mart ersegt, bekomme er das Geld nicht, nationale Arbeiterbewegung hier in Berlin hat. Eine Versammdann werde er dem Kohlensyndikat anzeigen, daß lung, zu der mit allen zu Gebote stehenden Mitteln der Reklame teiligung oder Nichtbeteiligung an den Feierlichkeiten keine Beratungen eingeladen wird, kann keineswegs als Massenversammlung be- gepflogen. Dem unterzeichneten Fraktionsvorsitzenden ist bis jept lemming entgegen der Berträge zur Gründung zeichnet werden, wenn zwar der Saal regulär befekt ist, die Gale- auch offiziell nichts davon bekannt geworden, daß irgend ein der Geschäfte beigetragen habe. Wenn er( Held) das rien aber auch nicht einen einzigen Besucher aufzuweisen haben. Fraktionsmitglied sich an den Feierlichkeiten beteiligt hat. Solange tem Kohlensyndikat mitteile, dann flöge Flemming aus dem Syndiknt Es spricht lediglich für das Fortschreiten der Arbeiterbewegung an der Bad. Beobachter" teine Namen nennt, erklären wir seine- BeHeraus. Der Abgeordnete Hilbek trage sich mit dem Gedanken, sein sich, daß auch die Chriftlichnationalen eine Zunahme ihrer An- obachtung als aus der Luft gegriffen. Mandat niederzulegen und dann werde er der parlamentarische Vere hänger, die allerdings nicht so groß ist, wie man sie anzugeben treter des Syndikats sein. Flemming hat aus Furcht vor seiner beliebt, zu verzeichnen haben. Das Paradieren mit großen Zahlen Vom Fortschritt der Presse. Unsere Parteipresse wird bom Existenzvernichtung dem Held 14 000 m. gegeben, hat aber jetzt soll da jedenfalls hinwegtäuschen über die wichtige Tatsache, daß 26, Ottober ab um eine Tageszeitung bereichert. In Essen erscheint die christlichnationalen Arbeiterorganisationen meist nur dort von diesem Tage ab als Tageszeitung die Arbeiter- Beitung". Alage wegen Herausgabe des Geldes angeſtrengt. Darin sah das wirtschaftliche Erfolge von einiger Bedeutung erzielen konnten, Sozialdemokratisches Organ für den Stadt- und Landkreis Effen. Gericht den Beweis der versuchten Erpressung. Denn wo die freien Gewerkschaften Bresche legten und ihnen die Kaftanien Der Druck der„ Niederrheinischen Arbeiter- Zeitung" Duisburg, die wei Held die 20 000 m. von Flemming und Bommer rechtmäßig aus dem Feuer holten. Forderte nicht das Interesse an der zurzeit in Dortmund hergestellt wird, erfolgt demnächst durch dieses an verlangen hatte, würde er nicht gedroht, sondern gegen den ver- historischen Wahrheit einen Widerspruch heraus, dann könnte man neue Effener Breßunternehmen. Es ist eine offene Handelsgesellmögenden Fl. Klage angestrengt haben. Und daß er 6000 m. die großen Zahlen, wie sie Herr Landtagsabgeordneter Oswald- schaft, begründet unter der Firma Franz Gemoll u. Co., Effen schwinden ließ, sei ein weiterer Beweis für die Unrechtmäßigkeitschenberg der Versammlung mit ersichtlichem Wohlbehagen( Ruhr), Grabenstr. 67, Fernruf 1773. Als Prokurist der Firma feines Handelns. Wegen des Vorwurfs der Erpressung erfolgte des vortrug, unbesehen hinnehmen, denn für uns steht fest, daß das, ist der Genosse Wilhelm Derichs, der früher in gleicher Eigenhalb Freisprechung des Angeklagten Pommer. Selbst der Vertreter as die Christlichnationalen heute so schön" Standesarbeit" schaft in Bielefeld an der Boltswacht" tätig war, bereits am 1. September eingetreten. In die Redaktion treten die Genossen des Herrn Held nannte die Drohung mit dem Kohlensyndikat ein nennen, am letzten Ende doch zum Klassenkampf wird. Was von den Paradezahlen dieser Organisationen zu halten imberb und Ostkamp, beide bisher in Effen tätig, ein. unschönes Verhalten"! ist, hat der Vorwärts" in seiner Sonntagsnummer bereits ge- Sobald die Niederrheinische Arbeiter- Zeitung" in Essen gedruckt Mit Terlinden ist Held durch ein Inserat, in dem Zerlinden würdigt. Herr Oswald als erster Versammlungsredner ver- wird, tritt der Genoffe Thielhorn Duisburg noch mit in die Berbindungen zum Diskont von Wechseln suchte, bekannt geworden. Schmähte es zwar nicht, den Vorwärts" anzugreifen, eine fachliche gemeinsame politische Redaktion ein. Der Wechselverkehr ist von Held noch fortgesetzt worden, als widerlegung aber schenkte er sich. Die sonstigen Ausführungen ihm Terlinden den unsauberen Vorschlag gemacht des genannten Redners waren nicht von besonderem Belang. hatte, daß es wünschenswert sei, wenn waren bezogen rechtigten Wünschen und Wollen an" höherer Stelle" mehr Beivürden. Herr Held bemerkte, daß er diesen Vorschlag, rüdsichtigung entgegengebracht wird. Mit allem Nachdruck" statt Wechsel Waren zu notieren, um den Banken nach wollen sie der Hoffnung Ausdruck geben", auf die Erfüllung dieser zuweisen, daß die Wechsel für Warenlieferungen gegeben seien, Wünsche nicht warten zu müssen, bis ein nächster Kongreß einnicht beachtet habe. Die Wechsel waren nämlich keine Waren berufen wird. Und dann rief Herr Oswald Regierung und Unterwechsel, sondern sogenannte Gefälligkeitswechsel. Vor Gericht er- nehmertum zu, die christlichnationalen Arbeiter wollten ehrlichen In Bremen geben die Genossen vom 1. Oktober ab eine schien zu seinem großen Schrecken jedoch der Nachfolger Helds, Frieden, aber nicht den Frieden des Kirchhofes. Den Organis Fabrikant Dieke und legte alte Geschäftsbücher von Held vor, die fationszersplitterern in den eigenen Reihen, die ihre Arbeit unter monatlich erscheinende Agitationsschrift, Der Sozialdemokrat" dem Deckmantel der Nationalität betreiben, sei zu sagen, daß ihr beraus, die eine bessere, systematische Verbreitung fozialdemokratischer Held vergessen hatte mitzunehmen. In diesen Büchern befanden sich Treiben zu einer Schwächung der Bewegung führen müsse. Die Grundsäge und Ziele ermöglichen soll. Die Schrift wird jeden ersten Fälschungen im Konto erlinden. Held selbst Einigkeit erscheint umso notwendiger- so führte der Redner sinn- Sonntag im Monat in 30000 Exemplaren gratis an die proletarische hatte statt Wechsel nachträglich eingetragen: gemäß weiter aus als der Stampf zwischen den beiden Welt- Bevölkerung verbreitet. Bekanntlich ging in Bremen bei der legten " Fakturen", und damit den Plan des braven Ter- anschauungen noch ein großer werden wird. Da komme es darauf Reichstagswahl das Mandat verloren. Aus einer aufgemachten linden befolgt! Auch die Zahlen waren gefälscht. Die Fakturen an, daß die eigenen Freunde die Bewegung nicht im Stiche lassen. Statistik über die soziale Gliederung der bremischen Wähler ging ergaben eine Summe 1660 Mart, und diese Summe Das Organisationsgebiet liege bei den 11 Millionen bisher nicht hervor, daß auch ein erheblicher Teil( 2560) der Arbeiterwähler für ivar gefälscht in 21 660 Mark. Wer diese Fälschung organisierter Arbeiter, was nicht die christliche Weltanschauung den Gegner gestimmt hatten. Dieser nur auf Unkenntnis über die Bestrebungen der Sozialdemokratie zurückzuführenden Erscheinung begangen, ist nicht festgestellt. Charakteristisch ist aber, daß der teile, jei bereits organisiert. Die christlichnationalen Arbeiter erwarten ein reichsgesetz- entgegenzuwirken, soll Aufgabe des Sozialdemokrat" fein. amalige Kompagnon Helds, sein Schwager Hübner, ohne Entliches Vereinsgesetz, Arbeiterkammern und die Anwendung des Das„ Voltsblatt für Gotha" hat eine Auflage von 8500 schuldigung als Zeuge fehlte. Ein Sachverständiger erklärte, daß§ 153 der Gewerbeordnung gegen den Terror der Unternehmer. Exemplaren erreicht. die Bechsel Held- Zerlinden ein Bankhaus, das in seinen Schlußworten zog Herr Oswald selbstredend noch geetwas auf sich halte, nie distontieren tonnte. hörig über den Terrorismus der freien Gewerkschaften her." Gebt Wegen der Vorwürfe der unlauteren Geschäftsmanipulationen mit uns die Leute heraus, die zu uns gehören und wir werden sehen, Terlinden erfolgte schließlich ebenfalls Freisprechung der Angeklagten. welche Richtung die stärkere ist". Das klang etwas fläglich; aber Auch der Verteidiger bezw. Vertreter Helds bezeichnete Helds Ver- seine Rede mit dem Appell schloß, zu kämpfen, um seine in die der Herr Landtagsabgeordnete fand sich sofort wieder, indem er halten als„ nicht wohl anständig", betrügerische Manipulationen freien Gewerkschaften verlaufenen Schäflein von dem„ bodenlosen bon tönne man aber nicht sagen. Daß toliste ist nun aber, daß Held an den Vater des Zeugen Dicke im Juni d. J. einen Brief geschrieben hatte, in dem er sich Terrorismus" zu befreien. Fräulein Marg. Behm Berlin beschäftigte sich in ihrem Vortrage mit den Fortschritten der christlich- nationalen Arbeis Erfolge. Wünschen wir der neuen Streiterin im Ruhrrebier die besten 750 neue Leser hat die Nord häufer Volkszeitung" durch eine Agitationstour gewonnen, welche kurz vor dem 1. Of. tober veranstaltet wurde. Ein neuer Kämpfer ist erstanden in der Schleswig- Hol. fteinischen Landpost", einem Monatsblatt für die ländliche Bevölkerung, das von der Agitationskommission für SchleswigHolstein zu Altona herausgegeben wird. Bildungsarbeit. Der Bildungsausschuß zu Nürnberg leitete am Donnerstag fein Winterprogramm mit einem Vortrage des Genoffen Dr. M. Maurenbrecher über: Ferdinand Lassalle ein. Die nächste Veranstaltung- ein Vortrag von Dr. Hirsch. berg über das deutsche Voltalied mit gefanglichen Vorführungen wird im November stattfinden. Ein Sozialdemokrat als Geschworner. In Sachsen- Meiningen find seit einigen Jahren an verschiedenen Amtsgerichten auch Arbeiter als Schöffen zugezogen wordeiu Jetzt ist als erster Geschworner der sozialdemokratische LandtagSabgeordncte und Griffelmacher Karl Weigelt aus Stciuach vorgeschlagen und gewählt worden. Unsere Toten. In L u d w i g s h a f e n starb der Genosse Joh. Phil. Schreiner, einer der ältesten Parteigenossen am Orte. Schreiner war während der Zeit des Sozialistengesetzes agitatorisch und organisatorisch tätig und war damals skr die Bewegung eine unschätzbare Kraft. Gegen den Terror. DaS Zentralkomitee der Sozial- d e m o k r a t i e R u b l a n d s hat in einer seiner letzten Sitzungen zu der Frage, in welcher Weise der ökonomische Terror am besten zu bekämpfen sei, folgenden Beschlutz gefatzt: Gemätz der Entscheidung des Londoner Parteitages ist zwischen den Arbeitern eine energische Agitation gegen diese Formen des KanipfeS zu führen und ein Flugblatt an die Arbeiter zu veröffent- lichen, um ihnen die Nachteile und die Desorganisation, welche diese Formen des Kampfes in ihre Reihe tragen, zu erklären, wie auch auf die ernste Schädigung der allgemeinen Sache der Befreiung des Volkes hinzuweisen. polizeiUebeo» ßerichtlichea uftv. Z«_ 500 M. Geldstrafe wurde Genosse Leopoldt vom Halleschen„Volksblatt" nach einem Beschlutz der Zivil- kammer Halle verurteilt. Er soll an eine gegen ihn erlassene so- genannte einstweilige Verfügung in einer Boykottangelegenheit eine Bemerkung geknüpft haben, in der man erneut eine Boykottienmg erblickt. Spät kam er, oder«r kam. Aus Halle a. S. berichtet man uns unter dem 21. Oktober: Der übliche Maifeierprozetz� und zwar die erste Serie, kam heute vor dem Schöffengericht zur Verhandlung. Angeklagt waren zunächst 13 Genossen, die am Morgen des 1. Mai gelegentlich des Spazierganges von dem Lokale Belleime nach dem Volkspark von der Polizei nach der Polizeiwache sistiert worden waren. Sie sollten das prentzische Vereinsgesetz von 1860 übertreten und an einem unerlaubten Aufzuge teilgenommen haben. Das Charakteristikum des Aufzuges erblickte man in roten Schlipsen, roten Blumen, Tragen von Festkleidern usw. Ein Mann, der sich einen AaHn ziehen lassen wollte und einen Bürger, dessen Frau sich in Kmdesnöten befand, hatte man im Gedränge auch mit auf die Wache genommen. Die Angeklagten wurden dem Straf Mandat gemäß zu je S M. Geldstrafe verurteilt. Vom gleichen Maß. Dieser Tage stand der Genosse Wolf von der Breslauer„Volkswacht" unter der Anklage vor dem Schöffengericht, eine Anklageschrift vor Abschluß des Verfahrens veröffentlicht zu haben. Er wandte ein, daß der Wortlaut der Anklageschrift der„Frankfurter Zeitung" entnommen sei. Diese habe nicht ein Wort davon gebracht, daß die Sache noch in der Reviswnsinstang schwebe. Die Redaktion der„Volkswacht" habe sich daher in der berechtigten Meinung befunden, daß es sich um ein abgeschlossenes Verfahren handle, der Abdruck also erlaubt sei. Dieselbe Beweisführung des Redakteurs der bürgerlichen ..Breslauer Morgenzeitung" hatte wenige Tage vorher dazu ge führt, daß damals der Staatsanwalt Dr. Hensel selbst die F r e i � sprechung beantragte und daß sie auch erfolgte, weil ein subjektives Verschulden nicht nachgewiesen werden könne; gegen die„Volkswacht" aber, obgleich sie dieselben Gründe für sich hatte, beantragte der Kollege des Herrn Hensel, der Staatsanwalt Dr. Engelmann 50 M. Geldstrasel Das Gericht erkannte auf 5 M Geldstrafe. Strafkouto der Presse. Die„Fränkische Tagespost" in Nürnberg hatte vor einiger Zeit gemeldet, daß in dem ober- pfälzischen Jndustrieort Tirschenreuth einem Ofenfabrikarbeiter vom Unternehmer mit Entlassung gedroht worden sei, toenn er das in den nächsten Tagen zu erwartende Kind, im Gegensatz zu den zwei schon vorhandenen Kinder nicht katholisch taufen lasse. In der Verhandlung stellte eS sich heraus, baß der Unter« nehmer an der Sache unschuldig war. nicht er, sondern die katholische Geistlichkeit hatte dem Arbeiter Veranlassung gegeben, fein drittes Kind nicht wie die zwei anderen protestantisch, sondern katholisch taufen zu lassen, da der Arbeiter sonst von der katholischen Kirche als ausgeschlossen gelte. Die Mutter des katholisch getauften Kindes hatte sich geniert, den wahren Grund des Religionswechsels in ihrer Familie zu sagen. Genosse Schlegel als Verantwortlicher wurde deshalb zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. In der Verhandlung wurde ferner festgestellt, daß ein katholischer Geistlicher einem Hausbesitzer erklärte. eS bringe seinem Hause kein Glück, wenn darin der Führer der Tirschenreuther Arbeiterbewegung wohne, der n i ch t k i r ch l i ch g e trautfei. Hua Induftrie und ftandel Profitmacherei. Im Geschäftsbericht des Eschweiler BergwerkSvereinS wird über Beeinträchtigung der finanziellen Ergebnisse durch Arbeiter mangel und Lohnsteigerung geklagt. Leider finden wir noch keine Angaben über die fabelhaften Lohnsteigerungen, die den Aktionären so sehr das Leben verbittern. Dafür beweisen die übrigen Angaben, daß trotz der die Profitmacherei störenden Momente, die Ueberschutz rate pro Arbeiter imnier noch anständig hoch ist. ES wird ein Ueberschuß ausgewiesen von 7 687 453 M. Davon erhalten Aktionäre und Tantiemenempfänger 5 981 040 M. Die Abschreibungen belaufen sich auf 2 600 000 M. Da insgesamt 9268 Arbeiter beschäftigt wurden, entfällt auf den Kopf der Arbeiter Ueberschuß Abschreibungen uichTantteme M. M. M./ 851 280 645 Wenn bei solchen Ergebnissen immer noch Klagen über hohe üöhne vorgebracht werden, wo ist dann die Grenze der Begehrlich 'ait der— Dividendenschluckcr? Sind die Nichtstuer mit solchen Gewinnquoten noch nicht zufrieden, dann haben die Arbeiter erst recht Anlaß, sehr unzufrieden zu sein! Deutscher Außenhandel. Der auswärtige Handel Deutschlands erreichte in den ersten neun Monaten dieses Jahres in der Einfuhr rund 6666 Millionen Mark, in der Ausfuhr 6134,9 Millionen Mark. Auf den Edelmetall- verkehr entfallen hiervon in der Einfuhr 164,4 Millionen, in der Ausfuhr 64,7 Millionen Mark. Gegen das Vorjahr nahm die Einfuhr um 463,2 Millionen, die Ausfuhr um 620,6 Millionen Mark zu. Gewinusteigerung. Die Deutsch- Luxeniburgifche Bergwerks- gesellschaft steigerte ihren Ueberschuß von 6 323 243 M. für das Geschäftsjahr 1906/06 auf 8039 072 M. Pro 1906/07 Die Zunahme stellt sich auf 61 Proz. Eisenbahneinnahme». Auf den deutschen Eisenbahnen wurden im September 1907 vereinnahmt ans dem Güterverkehr 136j?61011 M. (+ 6 665 098 M. gegen den September 1906) und aus dem Personen- verkehr 62311000 M.<-f- 3096 708 M.). Die Gesamtverkehrs- einnahmen betrugen im September 193072 101 M.(+ 8660801 M.). Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf 4032 M. pro Kilometer (+ 129 M.). Aus den Bahnen mit dem Rechnungsjahre April— März betrugen die Einnahmen bis Ende September ans dem Güter- verkehr 713 102 422 M.(+ 48 709 582 M.), aus dem Personenverkehr 334 632 640 M.(4- 3 592 748 M.) und auf den Bahnen. deren Rechnungsjahr mit dem Kalenderjahr zusammenfällt, ans dem Güterverkehr 180 710 057 M.(+ 10 165 418 M.), aus dem Personenverkehr 70 266 931 M.(4- 1110330 9t.). Roheisenerzeugung in Deutschland. Nach den Ermittelungen des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindnstrieller betrug die Roheisen- erzeugung in Deutschland und Luxemburg während des Monats September 1907 insgesamt 1 091 020 Tonnen gegen 1 036 763 Tonnen im September 1906 und 1 117 645 Tonnen im August dieses Jahres. Die Gesamtcrzeugung im Jahre 1907 betrug bisher 9 688 484 Tonnen gegen 9 272 983 Tonnen in der gleichen Zeit des Vorjahres. Rückgang des Stahlvcrsandes. Der Versand des Stahlwerk- Verbandes in Produkten A betrug im September 1907: 419 623 Tonnen (Rohstahlgewicht) gegen 621 469 Tonnen im August d. I. und 444 429 Tonnen im September 1906. An Halbzeug wurden im September versandt: 126 291 Tonnen gegen 139 645 Tonnen im August d. I. und 138 280 Tonnen im September 1906: an Eisenbahnmaterial 176 973 Tonnen gegen 196 718 Tonnen im August d.J. und 149 480 Tonnen im September 1906 und an Formeisen 117 369 Tonnen gegen 186 106 Tonnen im August d. I. und 166 669 Tonnen im September 1906. Der Septemberversand in Halbzeug ist somit um 14 364 Tonnen, der von Eisenbahnmaterial um 13 746 Tonnen und der von Formeisen um 63 747 Tonnen niedriger als im Vormonate. Gegenüber dem gleichen Monate des Vorjahres wurden an Eisenbahnmaterial 27 493 Tonnen mehr versandt, an Formeisen 39 310 Tonnen nnd an Halbzeug 12 989 Tonnen weniger. Verminderter Ziegelabsati. DaS Rheinisch- westfälische Ziegel- syndikat hat im September 31213 000 Stück abgesetzt gegen 39 700 000 Stück im Monat August d. I. und 46 200 000 Stück im September v. I. In den drei ersten Ouartalen wurden im ganzen 313 800 000 Stück abgesetzt. In der gleichen Zeit des Vorjahres betrug der Absatz 373 400000 Stück. Neue Getreidrhausse. Nachdem in den letzten Tagen an den amerikanischen Getreidebörsen die Preise etwas abgeflaut waren, setzte am Sonnabend eine neue Aufwärtsbewcgung ein. In Chicago ging Mai-Weizen von 1063/. Cent am Tage vorher auf 1093/� Cent hinauf. In New Jork stieg Mai-Weizen von 113 Cent auf 115% Cent. Auch für Mais zogen die Preise an. Bewegung der Metallpreise. Eine offensichtliche Erschütterung des Preisniveaus zeigt der Metallmarkt im laufenden Jahre. Ab- gesehen von Blei, dessen Preisstand noch ausnehmend günstig ist, Sind die Preise der anderen Metalle schon stark gefallen. Nach- tehende Zusammenstellung veranschaulicht die Preisbewegung der wichtigsten Metalle: Kupfer Blei Zink Zinn Preis einer Tonne in Pfund Sterling m» 1895 1900 1902 1903 1904 1905 1906 Jetziger Preis 42% 73% 52% 58% 59 «9°,» S7% 11% 11% 12 13% 17% li% 20'. 18' 21 22% 25% 27 69°/. 19'/, 22 ÜO"/g 133%t 120°/. 127'/. 126»/. 143'/» 188 137'/, Aluminium Preis für 1 Kilogr. in Frank 3,70 2,40 2,90 2,90 2.90 4,36 4,36 2.60 Silber Preis einer Unze in Pence 29'/» 23'/. 24»/. 23% 27'°/,« 30'/» Wie aus dieser Uebersicht hervorgeht, setzte 1903 eine Aufwärts- bewegung ein. die zu einer noch kaum dagewesenen Höhe anstieg. Das Jahr 1906 brachte Steigerungen, die gegenüber 1896 bei Zinn beinahe eine Verdreifachung, bei Kupfer eine reichliche Verdoppelung, bei Zink beinahe eine Verdoppelung, bei Blei eine Zunahme des Preises um annähernd 70 Proz. ausmachen. Daß diese fast krampf- hafte Hausse nicht allzulange anhalten konnte, war vorauszusehen. Die erste Abschwächimg des tatsächlichen Verbrauchs mutzte das Preisniveau auf eine erträglichere Höhe zurückdrängen. Noch immer stehen die Metallpreise durchschnittlich über dem Stande des Jahres 1904. Die hamburgische» Seeversicherungsgesellschaften haben im Jahre 1906 ihren Geschäftskreis wesentlich vergrößert. Es ist eine neue Gesellschaft hinzugetreten, so daß deren jetzt 11 bestehen. Die bei ihnen versicherten Summen stiegen von 6,7 Milliarden Mark im Jahre 1905 auf 6,9 im Jahre 1907(gegen 5,9 Milliarden Mark im Jahre 1994). Die eingegangenen Prämien betrugen 44,4 Milli oncn gegen 41,4 im Vorjahre und 38,8 im Jahre 1994. Die Durch schnittsprämie betrug also 0,64 M. gegen 0,62 bezw. 0,66 M. in den Vorjahren. Die Steigerung wurde aber mehr als ausgeglichen durch eine Vergrößerung der bezahlten Schäden von 36,3 auf 38,2 und der Kosten von 4,7 auf rund 6 Millionen Mark. Die Ausgaben betrugen also 0,62 Proz. gegen 0,60 im Vorjahre. Der Gewinn der Gesellschaften betrug 1 229 000 M. gegen 1 335 000 und 1 136 000 Mark in den beiden Vorjahren. Hm der frauenben>egung. Es wächst heran ein neues Geschlecht! Seit sich das erwachende Proletariat der Erziehung und Gc winnung der Jugend zuwandte, werden wütend die Reaktionäre von der„entschiedenen" Linken bis hinüber zur stockkonservativen Junkerpartei. Wo soll sonst der Junker seine billigen, willigen Knechte, Mägde, Tagelöhner und Hütejungen, der Fabrikant und Schlotbaron seine zufriedenen, anspruchslosen Arbeitssklaven, der Militarismus seine Opfer, sein Kanonenfutter hernehmen, wenn dem gefährlichen Treiben der Aufklärung nicht rechtzeitig Einhalt geboten wird? Deshalb löst man Kindergärten auf, in denen die Kleinsten den körperlichen und sittlichen Gefahren entzogen, in liebevoller Obhut und Pflege wären. Deshalb spricht man sozia- listischen Turnlehrern die sittliche Qualifikation zur Ausübung des Turnunterrichts ab, sie könnten ja die Jugend staatsgefährliche Kimmzüge lehren. Deshalb geht man rücksichtslos vor gegen die freien Jugendorganisationen, in denen die jungen Leute die Lücken ihres Wissens ausfüllen und sich zu freien, kraftvollen, harmonisch gebildeten Charaktcrn entwickeln und dem Bereich der Indianer- und Buffalo Bill-Lektüre entfliehen könnten. Die Reaktion arbeitet mit den brutalsten, schärfsten Mitteln, um in ihrer Kurzsichtigieit, ihrem Egoismus, die geschichtliche Mission des Proletariats zu verhindern, oder doch zu hemmen. Besonders umklammern sie das Hirn des Kindes, vom Tag der erwachenden Denkfähigkeit an, wie die Spinne ihr Opfer und saugen ihm jeden gesunden Saft aus. Daraus ergibt sich nun notwendigerweise, daß die Arbeiter, und besonders die Frauen auf der Hut sind, um die verdummende, mordspatriotische und biblische Distelsaat im Herzen des Kindes beizeiten ausrotten und an deren Stelle den Samen der sozia- listischcn Weltanschauung hineinstrcuen. Ihr Proletariermütter! Mit Flammcnschrift in Glutbuchstabcn sollt Ihr eS in Eure Seele prägen, daß es Eure heiligste Pflicht ist, Eure Kinder zu Rebellen gegen die heutige, kapitalistische Gesellschaftsordnung, zu wackeren Vorkämpfern für eine neue Zukunft, zu Soldaten der Freiheit zu erziehen! Eure Jugend soll den Sozialismus schon mit der Mutter- milch einsaugen, er muß vom ersten Tage an in Fleisch und Blut übergehen. Eure Kinder sind es, die dem Kapitalismus ihre Kraft, ihre Gesundheit, ihr Glück und ihr Leben opfern müssen. Eure Kinder, die Ihr in schlaflosen Nächten, mit brennenden, müden Augen, gewiegt und gepflegt, die Ihr unter Elend und Eni- behrungcn großgezogen habt, werden auf Jahre hinaus in die Fesseln des Militarismus geschlagen. Und für sie gilt als oberster Grundsatz, daß sie in gegebenem Falle auf Vater, Mutter und Geschwister zu schießen haben. Darum vorwärts, Proletarierinnen! Sammelt Wissen als Waffe, um Eure Kinder im Geiste des Sozialismus zu erziehen und den Feind erfolgreich zu bekämpfen, eingedenk des Dichterworts: Mich reut die Stunde, die nicht Harnisch trug, Mich reut die Stunde, die nicht Wunden schlug. Mich reut, ich sag� es mit zerknirschtem Sinn. Daß ich nicht dreifach kühn gewesen bin! Weibliche Arbeitskräfte im Bergbau. Preußen genießt unter anderein mich den Vorzug, weibliche Arbeitskräfte im Bergbau zu beschäftigen— und sehr schlecht z» bezahlen. Es stellt sich der relne Loh» pro Schicht für eine weib- liche Arbeitskraft in Mark: Jahresmittel 1906 II. Quartal 190! Steinkohlenbergbau Oberschlesicu 1,17 1,23 Niederschlesien 1,66 1,68 Braunkohlenbergbau Oberbergamtsbezirk Halle a. S. 1,75 1,96 Salzbergbau Obcrbergamtsbezirk Halle a. S. 1,86 1,61 Klausthal 2,23 1,66 Erzbergbau Siegen 1,61 1,69 Nassau und Wetzlar 1,24 1,20 Sonstiger rechtsrheinischer 1,37 1,44 Linksrheinischer 1,63 1,66 In einzelnen Revieren ist der Lohn im II. Quartal dieses Jahres gegen den Durchschnitt des Vorjahres noch zurückgegangen. Anscheinend waren die Löhne zu hoch. Da die Levensmittelpreise rapid stiegen, konnten die Löhne gedrückt werden. DaS ist aus- gleichende Gerechtigkeit!_ Versammlungeu— Veranstaltungen. Tcmpelhof. Dienstag, 22. Oktober, 8 Uhr, im„Wilhelmsgarten", Berlincrstr. 9, öffentliche Versammlung. Vortrag:„Die Frau im wirtschaftlichen Kampfe". Gründung eines Frauen- und Mädchcnbildungsvereins. Tegel-Borsigwalde. Mittwoch, 23. Oktober, 8V3 Uhr, bei Rubc, Borsigwalde. Vortrag. Frau Lungwitz:„Fraucnpflichtcn und Fraucnrechtc". Pankow. Donnerstag, 24. Oktober, bei Großkurt, Berlincrstr. 27, öffentliche Versammlung. Vortrag. Frau Jcctzc:„Kultur- aufgaben der modernen Arbeiterbewegung", Sericbts- Leitung. Ein GlaS Wein für de» recherchierenden Schutzmann. Die Einförmigkeit der Beweiserhebung im Prozeß Schneibt, der nun bereits drei Tage währte und noch nicht beendet ist, wurde am Montag durch einen bemerkenswerten Zwischenfall unter- brachen. Tie Kriminalschutzleute Lüdicke, Bachmann und Rumpf, die der Angeklagte beleidigt haben soll, treten auch als Haupt- zeugen gegen ihn auf. Sie hatten bisher alles, was ihnen der An- geklagte in seiner Zeitung zum Vorwurf gemacht hat, auf das entschiedenste in Abrede gestellt und behauptet, daß sie sich in jeder Beziehung korrekt benommen hätten. Die Verteidigung hat an diqe Zeugen wiederholt die Frage gerichtet, ob sie als Beamte jemals Gratifikationen von Privatpersonen angenommen»der sich in Kneipen haben freihalten lassen?— Auch das Ijabcn die Beamten unter ihrem Zeugencide auf das bestimmteste bestritten. In der gestrigen Sitzung wurden nun einige von der Verteidigung gc- ladcne Zeugen vernommen, welche nach dieser Richtung hin die Aussage der Kriminalschutzleute erschüttern sollten. Nachdem drei Zeugen vernommen waren, die nichts für die Schutzleute Belasten- des sagen konnten, erklärte der Bertcidiger, Rechtsanwalt Tr. Holpert, im Einverständnis mit dem Angeklagten: Obwohl er sich noch auf etwa 20 Zeugen berufen könne, welche in der angegebenen Richtung gegen die Schutzleute aussagen könnten, so verzichte er auf weitere Beweiserhebung in dieser Richtung, um die Beamten nicht in ihrer Existenz zu schädigen.— Hierauf sagte der Bor- sitzende, LandgcrichtSdirektor Splrttstößer: Da die Verteidigung auf Beweiserhebung unter dieser Begründung verzichte, werde das Gericht in der Beweiserhebung fortfahren.— Es wurde nun ein Zeuge vernommen, der Besitzer einer Bar in der Fricdrichstratzc ist. Er sagte aus: der Kriminalschutzmann Bachmanu hatte wegen eines Antrages auf Ausdehnung der Polizeistunde nach 2 Uhr Nachts eine Recherche in seinem Lokal vorzunehmen. Bei dieser Gelegenheit habe der Schutzmann Bachmann ein Glas Wein, na- türlich ohne Bezahlung, erhalten.— Bachmann, dem Zeugen gegenübergestellt, gab daS zu.— Nun hielt der Angeklagte und der Verteidiger dem Kriminalschutzmann Bachmann vor, daß ihm im Laufe der Bcrhandlung wiederholt und eindringlich die Frag- vorgelegt wurde, ob er Zuwendungen irgendwelcher Art erhalten oder mit Getränken freigehalten worden sei, er habe dies« Frage aber immer ganz bestimmt verneint.— Bachmann antwortete, er könne es nicht als eine Zuwendung oder Gratifikation ansehen, wenn ihm jemand gelegentlich ein Glas Wein, ein Glas Bier. ein paar Zigarren gebe. Solche Kleinigkeiten nehme wohl jedce Berliner Schutzmann an, ohne sich dabei etwas zu denken. Auch er, Bachmann, habe dergleichen öfter angenommen. Im vorliegen- den Falle habe er daS Glas Wein nur deshalb angenommen, um den Lokalinhaber durch eine Ablehnung nicht vor den Kopf zu stoßen.— Der Angeklagte Schneibt sagte mit etwas erregter Stimme zu dem Zeugen Bachmann, er habe die Frage nach der Annahme von Getränken usw. sowohl in vorigem, als auch in diesem Prozeß bestimmt verneint, er habe also zweimal einen Meineid geschworen.— Hierauf erhob sich der Staatsanwalt und beantragte, den Angeklagten wegen Uugeblihr vor Gericht in eine Strafe von 100 Mark zu nehmen.— Der Angeklagte»nd sein Verteidiger wandt«!» gegen den Antrag ein, von einer Ungebühr dem Gericht gegenüber könne keine Rede sein, denn die Acußerung des Angeklagten sei doch zum Zeugen Bachmann gemacht worden. Der Angeklagte habe diese Bemerkung in unmittelbarer Ausübung berechtigter Interessen gemacht. Die Staatsanwaltschaft nehme doch für sich das Recht in Anspruch, beschworene Zeugenaussagen als falsch zu charakterisieren. Ties Recht müsse auch dem Angc- klagten und der Verteidigung zustehen.— Das Gericht lehnte den Antrag des Staatsanwalts ab mit der Begründung: Das Vcr- halten des Angeklagten sei zwar ungebührlich gewesen, aber es sei als eine durch momentane Erregung verursachte Entgleisung zu betrachten und deshalb von einer Strafe abzusehen.— Die Ablehnung des Antrages insbesondere bei der Motivierung vermag die Tatsache nicht aus der Welt zu schaffen, daß schon die Möglich- ieit des Antrages auf Ungebührstrafe eine außerordentliche Gefahr für die Möglichkeit der WahrheitSerinittelung und für den An- geklagten in sich schließt. Der Angeklagte hat nach der Straf- Prozeßordnung das Recht, nach jeder Zeugenaussage Ausführungen zu machen. Er ist also auch berechtigt, von der Aussage des Zeugen zu behaupten, daß sie im Widerspruch mit seiner früheren stehe. Der Zeuge habe also das Gegenteil der Wahrheit unter Eid aus- gesagt. Die frühere Aussage des Kriminatschutzmanns Bachmanu enthält alle objektiven Tatbestandsmcrkmale eines fahrlässigen oder wissentlichen Meineids. Daraus, daß der Angeklagte etwas andere Worte wählte und sie direkt an den Zeugen richtete, eine Ungebühr ableiten, heißt der Ansicht Raum geben, als verbiete die Straf- Prozeßordnung dem Angeklagten, seiner Uebcrzeugung vor Gericht Ausdruck zu geben. So tief steht unsere Gesetzgebung nicht. Es zeigt aber auch dieser Vorfall, wie notwendig ein gesetzlicher Schuh der Angeklagten und die Unterstellung des Staatsanwalts unter die Disziplin des Gerichts ist. Ein Magistratsassistent vor Gcrichi. Vor dem Schwurgericht des Landgerichts l unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Goebel begann gestern die Verhandlung einer umfangreichen Anklage wegen Amtsunterschlagung gegen den MagistratSbureauassistenten Emil Hordt. Der Angeklagte war als Bureauassistent in der Einziehungsabteilung der früheren Haupt- lasse der städtischen Werke— jetzigen Werkabteilung der Stadt- Hauptkasse— als Buchhalter beschäftigt. Jede der Buchhaltereicn besteht aus einem Quittungsverwalter, einem Abtcilungsbuchhaltcr für die GaSverwaltung, einem Abrcchnungsbuchhaltcr ftir die GaS- vcrwaltung, einem Abrcchnungsbuchhaltcr für Wasser- und Kanal- Verwaltung und einem Journalführer. Der Angeklagte war Ab- rechnungsbuchhalter für die GaSverwaltung bei Abteilung II. Als solcher empfing er vom OuittungSverwaltcr, nachdem dieser die Rechnungen entnommen und als Quittung an den Gelderhever zur Startoffeln Meer Ginziehung übergeben, die sogenannten Hebeliften. Sodann schrieb| zwischen 17 und 35 M., der Durchschnitt ist 28,38 M.; die Stunden- 10,00, große 0,00, bo. mittelgroße 0,00, do. fleine 10-11 cm 0,00, er den eigentlichen Gelderhebern die von ihnen abzuliefernde löhne, zwischen 50 und 75 Pf., ergeben als Durchschnitt 55 Pf. do. unfortiert 0,00, Galizier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Gier, Summe, ihr Soll" zu, verrechnete mit ihnen und übertrug die Von 143 Affordarbeitern machten 20 Angaben. Ihre Wochen- Land, unsortiert per Schod 4,00-4,20, bo. große 4,00-4,40. Butter per Zahlungen, welche die Gelderheber von den einzelnen Konsumenten verdienste erstrecken sich von 19 m. bis zu 37,50 W. Soweit die 100 pfd. Ia 126--130, IIa 118-122, IIIa 110-116, abfallende 90-95. Sauve Gurken, neue und in Same Glen Sood 4,00. Pfeffergurten 4,00. empfangen und in den sogenannten„ Nachweisungen" gebucht hatten, Heimarbeiter Angaben über ihre Arbeitsräume gemacht per 100 Pfund Dabersche 2,50-3,25, weiße runde 2,50-2,75, aus letteren wieder in die Hebelisten, schloß diese ab und fertigte haben, ergibt sich, daß sie meist in der Küche, dem Schlaf- oder Borree, per Schock 0,50-1,00. mag. bon. 2,50--3,00. den Abschluß. Die Anklage wirft dem Angeklagten vor, daß er durch Wohnraum arbeiten, selbst solche Heimtarbeiter, die Hülfskräfte rettich, Schock 4-12. Spinat per 100 fund 5-10. Sellerie, Schock 5,00-8,00. recht verschmigte Behandlung von sogenannten Doppelzahlungen und beschäftigen. Den Kassenbericht vom verflossenen Quartal per Zwiebeln ber 100 fb. 2,00-3,00, Chalotten 40,00-100,00. Petersilie, grün, auf andere Weise, mit Hülfe gutmütiger Gelderheber, deren Ver- gab der Kassierer Hauptmann. Sodann wurde über die do. Perl 40,00-100,00. trauen er gewann, die Gesamtsumme von 1355 M. in seine Hände Differenzen bei der Firma Julius Schloß berichtet. Sie Schockbund 1,00-1,25. Stohlrabi Schod 0,50-1,00. Rettich, bayr., neuer Stüd 0,03-0,10, hiesiger Schock 2,50-3,50. Mohrrüben, 100 Pfund 2,00 bis gebracht und unterschlagen habe. Er soll, wie behauptet wird, gut- waren inzwischen vor der Schlichtungskommission dadurch erledigt 3,00. Starotten, hiesige, Schockbund 2,00-3,00. Birlingtohl þer Schock 3,00 mütige Gelderheber, deren Vertrauen er zu gewinnen gewußt, unter worden, daß die Firma sich bereit fand, einen entlassenen Arbeiter bis 7,00. Rotfohl, Schod 4-8. Beipfohl 1,50-2,50. Blumenkohl, hiesiger Angabe der verschiedensten Motive veranlakt haben, bestimmte Gelder wieder einzustellen und ihr Werkführer sich durch Handschlag ver- 100 Stüd 5-10, do. Hamburger 100 Stüd 0,00, bo. Erfurter 100 Stüd nstruktionswidrig nicht an den Kassierer, sondern an ihn abzuliefern. pflichtete, das Arbeitspersonal in Zukunft anständig zu behandeln; 7-18. Rosenkohl, per 100 Pfd. 20-25. Grünkohl 4-6. Stohlrüben, Schock Um die sich notwendig ergebenden Differenzen zu decken, sollen der Firmeninhaber versprach ebenfalls, darauf zu achten. 3,00-6,00. Peterfilienwurzelit, Schodbund 3,00-4,00. Schoten per 100 fb. fingierte Posten in die Restliste aufgenontmen worden sein. Daran Zum Schluß wurde auf einen Artikel der Deutschen Leder- 0,00. Schnittlauch 1,25-1,50. Pfefferlinge per 100 Pfd. 15-16. Radieschen per Schodbund 0,75-1,25. follen sich andere irreführende Manipulationen geschloffen haben. warenindustrie" aufmerksam gemacht, worin ein sich sonst gern als Steinpilze per 100 Pfund 0,00. Die sämtlichen nachweisbaren unrichtigen Eintragungen führt der Sozialpolitiker aufspielender Unternehmer gegen einen Antrag des Salat per Schod 1,50-2,50. Gurken, Einmache, Schock 15-40. Angeklagte auf Irrtümer und Versehen, entweder seiner selbst oder Vorstandes der Berliner Ortskasse der Buchbinder und verwandten grüne, 100 Bfund 15-30. Tomaten per 100 Pjund 10-16. Rote Rüben, per 100 Bfund 2,50-3,00. Stübchen, Beelizer, per 100 Pfd. 8-10. Sürbis der Gelderheber zurück. Wo das Geld geblieben ist, hat sich nicht Berufe, der auch die Portefeuiller angehören, Propaganda macht. per 100 Bib. 3-5. Gstarol per Sajod 5-6. Endivien per Schock 3-6. feststellen lassen; es hat sich insbesondere nicht nachweisen lassen, Der Antrag bezweckt die Einführung einer Ia- Klaffe, die mit Breißelbeeren p. 100 Pfd. 24-30, schwedische 30-33. Birnen, p. 100 Pid. daß der Angeklagte einen mit seinen Einfünften im Widerspruch ihren Beiträgen und Leistungen den durch die Lohnbewegungen Tiroler 17-25, hiesige Most- 0,00, Stochbirnen 3-8, Tafelbirnen la 10-25, Da der Vorsitzende auf sehr von 1903 und 1906 gestiegenen Löhnen im Buchbindergewerbe do. Ila 4-10. stehenden Aufwand getrieben habe. Pfirsiche, hiesige per 100 Bid. 0,00, do. italienische, Alepfel, per 100 Pfund Tiroler Ia 18-40, Langatmige Erörterungen über die den Geschäftsgang bei der Werks- einigermaßen entspricht. Daß die Unternehmer danach für ihre per 100 Pfund 15-24. abteilung der städtischen Hauptkasse und die Führung der zur besten Arbeiter wöchentlich 7 Bf. mehr an Beiträgen leisten sollen, a 18-20, Most, hiesige, 3-5, Stoch 5-15, Tafeläpfel Ia 10-25, do. IIa 7-12, Amerikaner, per Faß 15-25. Ballnüffe, per Schock Eintragung und Kontrolle der Einnahmen und Ausgaben bestimmten scheint dem Verfasser offenbar unerträglich. Er klagt denn auch 1,00-2,00, bo. flein 0,40-0,50, do. franz. 100 Pid. 0,00. Pflaumen Register und Bücher eingehen muß, sind drei Tage für die Ver- bitter darüber, daß die Arbeitnehmer in den Ortskaffen über%. pr. 100 Pfd. hiesige 8-18, serbische 0,00. handlung angefekt. Ueber das Ergebnis der Verhandlungen werden die Arbeitgeber nur über% der Stimmen verfügen. Um so mehr mir berichten. ist es Pflicht der Arbeitnehmer- Delegierten, bei der im November stattfindenden Generalversammlung der Kasse auf dem Posten au sein. Kollektenvorschrift und Listensammlung in einer Gastwirtschaft. Durch eine Liftensammlung für den Wahlfonds der Sozialdemokratie, die er in einem Restaurant in Drifice bei Hagen vornahm, sollte Genoffe Dreger die Regierungspolizeiverordnung vom 27. Mai 1898 übertreten haben, welche die Veranstaltung öffentlicher Kollekten von einer behördlichen Genehmigung abhängig macht. Eine behördliche Genehmigung hatte er natürlich nicht. Das Landgericht Hagen verurteilte D. zu einer Geldstrafe. Es nahm an, es handle fich hier um eine öffentliche Kollekte, weil die Sammlung in dem Lokal in einer größeren, jedermann zugänglichen und von einem unbegrenzten Personenkreise besuchten Festlichkeit vorgenommen sei. Daß Angeklagter nur an Bekannte herangetreten sei, wäre gleichgültig. Denn dadurch wäre an dem Charakter der Festversammlung nichts geändert worden. Der Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, nur Haustolletten dürften von einer behördlichen Genehmigung abhängig gemacht werden, d. h. Sammlungen, die von Haus zu Haus erfolgten. Eine solche sei hier nicht festgestellt. Aus demselben Grunde beantragte auch der Oberstaatsanwalt am Kammergericht Aufhebung der Vorentscheidung und Freisprechung. Der erste Straffenat des Kammergerichts hob dann auch das Urteil auf, sprach aber nicht frei, sondern verwies die Sache au nochmaliger Verhandlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Die Feststellung des Landgerichts erlaube nicht die Verurteilung. Das bloße Sammeln in einer Kneipe sei noch keine Kollekte. Die Vorschriften über das Kollektenwesen, die aus dem Allgemeinen Landrecht stammten, wollten nur Hauskollekten, Sammlungen von Haus zu Haus, einer Genehmigung unterwerfen. Eine Verurteilung wegen Übertretung dieser Vorschriften fönne nur eintreten, wenn in verschiedenen Häusern gesammelt worden sei. Es wäre darum nachzuprüfen, ob D. vor dem Besuch des Lokals nicht schon mit der Liste in anderen Häusern sammeln war. Dann käme eventuell seine Bestrafung in Frage. Der Dekan im Konfirmandenunterricht. Am Sonntag berichteten wir über den Verlauf des Prozesses gegen den Dekan Lauter vor dem Landgericht in of wegen Sittlichkeitsverbrechens. Aus der Verhandlung wird uns noch folgendes mitgeteilt: 76 = wird. Briefkaften der Redaktion. Bohnen, Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Die Automobilführer hielten am Freitag eine Doppelversamm- sof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl lung( für die Tag- resp. Nachtfahrer) bei Meyer in der Oranien Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Geöffnet 7 Uhr. wochentäglich von 7 bis 9% 11hr abends statt. straße ab. Kasaler hielt einen Vortrag über" Die Tattik bei Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Lohnbelegungen", bem eine lebhafte Diskussion folgte. Die Not- wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. wendigkeit einer regeren Agitation wurde unter anderem hervor- H. K. Eine Beschwerde hätte taum Aussicht auf Erfolg. Die Ver gehoben und betont, daß man in dem letzten Streit von den Unter- jährung wird nur durch eine richterliche Handlung unterbrochen, eine nehmern gelernt habe, was die Einigkeit nüße. Hof- folche scheint in den drei Monaten nicht vorgenommen zu sein. Sie können besprechungen müßten öfter stattfinden, um neue Mitglieder für den Berfuch machen, bei der Oberstaatsanwaltschaft des Kammergerichts die die Organisation zu gewinnen; auch sollte man darauf achten, daß Sachlage zu schildern und Beschwerde zu erheben sowie den Antrag zu ein gutes Einvernehmen mit den Fahrern der Pferdebroschten be- ftellen, Vorkehrungen zu treffen, damit in Zukunft ähnliches vermieden stehe. Die Organisation müsse gestärkt werden, wenn sie die 2. Ja, aber die unterlassene Stempelpflicht hebt die Rechtsgültigkeit des Gesetzesunkenntnis. 1. Der mündliche Vertrag ist gültig. Interessen der Mitglieder wahrnehmen solle. Die Versammlungen Bertrages nicht auf. 3. Innerhalb 14 Tagen wären die Gebühren, die waren ziemlich gut besucht. etwa 6 Mark betragen, zu zahlen gewesen. 4. Nein. Da Sie den Vertrag nicht geschlossen haben, sind Sie auch für den Stempel und eine Bei der Charlottenburger Gewerkschaftskommission gingen etwaige Stempelstrafe nicht hastbar. Charlottenburg. 1. und 2. Ja. folgende Beiträge für die ausgesperrten und streifenden J. P. 13. Eine Klage gegen den Steinsetmeister auf Schadenersah abafarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands ein: Ver: wäre nicht ohne Aussicht auf Erfolg. 2. 2. Solche Institute sind uns 18 3,65. 20 1,70. 21 6,45. 22 2,95. 23 5,90. 25 4, M., Druderei den Austritt anzumelden. Sie und Ihre Frau müßten dann innerhalb des band der Buchdruder 10,-. Hölzner, Buchdruder, Liften 16 4,90. 17 3.60. nicht bekannt. E. 2. 16. Es braucht nur nachträglich auch Ihre Frau Gutenberg Charlottenburg, 24 4,50. Flemming 1 6,30. 2 3,55. Bartels, 29. und 42. Tages nach Eingang der Anmeldung bei Gericht Ihren Auss Buchbinder, 11 2,40. Fabritarbeiter 27 1,20. 28 8,05. 29 3,60. 30 7,- tritt zu Protokoll bei Gericht erklären. G. 74. 1. In der Regel in 31 3,- 32 6,50. 33 4,25. 34 2,70. 36 11,35. 37 8,-. 38 8,20. zwei Jahren. 2. Es wäre Widerspruch bei Gericht zu erheben.. 131. 39 2,25. Strause, Fleischer 4115,90. W. Zabel 56 1,40. 57 3,40. Stirchensteuer für Ihre Mutter oder für Ihre Geschwister haben Sie feine 58 0,50. 59 4,75. 61 0,20. 62 1,20. 64 3,35. 65 8,20. Hans Pflicht zu zahlen. Andersen. Keineswegs. 5. M. 9. In der Bagel 66 0,20. 70 7,15. Transportarbeiter 71 3,50. 74 2, Regel führt dann das Mitglied, das am längsten Bereinsmitglied ist, den Vorsitz. 1,80. 79 3,10. 80 1,50. 82 10,45. 75 14, 83 4 Die Mitglieder können es aber halten, wie sie wollen. Gemperlem. Ja. 84 7,80. 85 3,25. Haase, Solzarbeiter 86 9,80. 87 5,35. E. R. 20. Nach Ihrer Darstellung liegt fein Grund zu der Annahme 88 6,20. 89 1,20. 90 8,30. 92 2,65. 2. Seiler 91 7,25. 94 12,95. 95 3,95. Tischlerei bor, daß das Mädchen in der Annahme von Stellungen gehindert sei. Drömmert, Maler 96 0,30. 97 10,80. 98 5,65. 2. 100. Wie die Anklage gegen Sie besagt, ist sie von der Staats99 8,50. 100 5,40. 101 2,80. 102 3,05. 103 6,15. 104 4,95. 105 4,65. anwaltschaft erhoben und wird vor dem Schöffengericht verhandelt werden. Buffe, Töpfer 107 6,95. 108 3,95. 109 2,-. B. Budarzad 116 10,15. Für den Fall einer Berurteilung ist sowohl Geldstrafe wie Gefängnisstrafe 117 2,90. 118 5,- 119 1,95. 120 9,50. 121 4,70. 122 1,60. 123 3,50. möglich. R. V. 84. Die Klage würde teine Aussicht auf Erfolg haben. 124 4,15. 125 2,30. Belmann, Metallarbeiter 126 7,75. 128 13,50. 129 16,-. M. B. 9729. Klagen Sie auf Herstellung der versprochenen Ein130 11,80. 131 2,90. 132 18,35. 133 13,-. 134 10,50. 136 3,80. 137 4,70. richtung und auf vollen Schadenersatz beim Amtsgericht. N. N. 100. 138 7,50. 139 8,85. 140 3,65. 141 21,25. 142 17,35. 143 21,70. 127 4,65. Rein. 2. G. 8. Lassen Sie sich von einem Arzt die GesundheitsHollmich, Porzellanarbeiter 147 4,50. 148 1,90. 149 3,85. 150 0,30. gefährlichkeit der Wohnung bescheinigen und flagen Sie beim Amtsgericht Bon Hinrichs, Schmiede 152 0,50. 153 2,10. 154 17,95. 155 17,75. auf Aufhebung des Vertrages und auf Schadenersatz. Gros, Bant. Berb. b. Schuhmacher 161 2,85. 162 0,50. 164 2,15. 165 3,-. 167 1,60. Shr Anspruch wäre noch nicht verjährt. Die Verjährung träte in 10 Jahren 168 1,40. 170 1,50. Pflügner 171 0,70. 172 4,60. 173 2,95. 174 3,10. ein. Sie müßten darlegen, daß Sie Erbe sind und gegen die Miterben auf 2. R. 100 und 5. N. 79. 175 3,75. Baunberg 176 8,05. 177 2,25. Scharnberg 181 0,50. Bart Teilung lagen. Die Kirchensteuer mann 182 9,- Scheible 183 2,50. Bartsch 187 1,-. Summa 669,20 m. müßten Sie, da Sie erst in diesem Jahre aus der Kirche ausgeschieden Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschaftstommission. find, bis Ende nächsten Jahres zahlen.-.. 23. Nicht bekannt. Der Obmann: Der Statfierer: G. D. 100. 1. Der Anweiser hatte keineswegs das Recht, den Kindern Johann Scheible, die Stühle wegzunehmen oder zu pfänden oder dergleichen. Beantragen Kaiser Friedrichstr. 28. Sie bei der Staatsanwaltschaft Bestrafung wegen Diebstahls und verlangen Sie die Herausgabe. 2. In der von Ihnen angestellten Stlage können Sie den Alageantrag dahin erweitern, daß die rechtswidrig fortgenommenen Stühle berauszugeben find. 3. Offenbarungseid ist zu leisten auf Antrag des Sie müßten darlegen, daß Sie zur Zahlung der Kosten für ihren groß Gläubigers, wenn die Pfänding fruchtlos ausgefallen ist. 2. B. 10. jährigen in einer Srrenanstalt untergebrachten Sohn nicht in der Lage sind. Die Borschrift, auf die Sie sich berufen können, ist der erste Saß des§ 1603 und ihre Bekämpfung durch die niederländische Sozialdemokratie. Von des B. G. B.:" Unterhaltspflichtig ist nicht, wer bei Berücksichtigung seiner 23. van Ravesteyn fr.( Rotterdam). Sozialdemokratische Randbemerkungen sonstigen Berpflichtungen außerstande ist ohne Gefährdung eines standeszu den Vorarbeiten der Strafrechtsreform. Von Michael Sursky( Peters. mäßigen Unterhalts, den Unterhalt zu gewähren." Ifidor. 1. Die Hälfte. Kapitalistischer Sklavenhandel. Von Stephan Heise 2. Nein. 3. Postbezirk und Amtsgericht fällt nicht zusammen. Zu welchem burg). III.( Schluß.) Bon Friedrich Adler. Edward Stilgebauer, Die Lügner des Lebens. Der Adreßkalender, II. Teil, der das Straßenverzeichnis enthält. Literarische Rundschau: Ernst Untermann, Dialektisches. Amtsgericht eine bestimmte Straße gehört, ersehen Sie aus dem ( Duisburg). Börsentönig. Von M. H. Die„ Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Boftanstalten und Stolporteure zum Preise von 3,25 m. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft toſtet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Dito Flemming, Pestalozziftr. 13. Eingegangene Druckfchriften. Es erschienen nicht nur die jugendlichen Opfer des Pfarrers als Zeugen, sondern auch eine ganze Reihe erwachsener Personen, die mit dem Herrn Pfarrer sehr schlechte Erfahrungen gemacht haben. Ein 14 Jahre altes Mädchen erzählt, sie sei sehr erschroden, als sie der Herr Pfarrer gelegentlich eines Botenganges zu ihm umarmt, gefüßt und berührt habe in nicht wiederzugebender Weise. Von der„ Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das Ein 22 jähriges Mädchen schildert recht eindringliche Angriffe auf ihre Person. Als sie dies einem früheren Dienstmädchen des 8. Heft des 26. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben Pfarrers unter dem Siegel der Berschwiegenheit erzählte, gestand wir hervor: Der Prozeßz Liebknecht. Die niederländische Kolonialpolitik die letztere, daß ihr das gleiche passiert sei; der Herr Pfarrer habe ihr sogar 2 M. angeboten, deren Annahme sie aber mit der Bemerkung abgelehnt habe:„ Nein, und wenn Sie mir 10 M. geben." Das Mädchen fagt vor Gericht, sie habe sich immer geschämt, davon zu erzählen, als aber der Herr Pfarrer eines Sonntags über die Sittenlosigkeit der Dienstboten predigte, da sei fie empört gewefen. Denn wenn ich unsittlich geworden wäre, dann hätte ich es im Pfarrhaus gelernt. Noch mehrere Mädchen bezeugten Aehnliches. Die Heuchelei, gegen die" Sittenlosigkeit der Dienstboten" in einer Predigt zu donnern und in der Sittenlosigkeit selbst zu erzellieren und Dienstboten zu Unfittlichkeiten zu verführen, dürfte nicht nur bei dem einen Dekan anzutreffen sein, der unter Anflage stand. Zum Bauschwindel. Am 7. Oftober 1905 teilten wir mit, daß der Maurerpolier Richard Becker wegen vermeintlichen Bauschwindels zu sechs Monaten Gefängnis von der hiesigen Straffammer verurteilt wurde, während der eigentlich Schuldige frei ausging. Becker sette die Aufhebung des Urteils beim Reichsgericht durch und hat nunmehr endlich nach zwei Jahren auch seine Freisprechung erzielt. Der Staatsanwalt felbft beantragte Freisprechung, da Becker eher als Betrogener wie als Betrüger anzusprechen sei. Verfammlungen. " D. Ja. 23. S. 83. Die Krankenhauskosten sind vom Lohn nicht abzuziehen. G. 3. Schöneberg. Der Vertrag müßte von einem Notar oder vor Gericht geschlossen werden. Die Höhe der Kosten hängt von der Höhe des Objekts ab. G. B. 10. Zur Leistung des Offenbarungseides find Sie verpflichtet. Durch die Leistung verlieren Sie keinerlei Rechte. B. G. 111. Benden Sie fich an Genossen Simanowski, Engel- Ufer 15. Nr. 22 des Süddeutschen Postillon" ist socben erschienen und schließt Liebig. Amtliche Auskunft über Verhältnisse im Ausland erhalten Sie Wenn sich ihren Borgängerinnen in Wort und Bild würdig an. Schmod und unentgeltlich und zuverlässig in der Auskunftsstelle, Schellingstr. 4. Bülow( Bollbild) preisen ihre Doppelzüngigkeit, der eine schreibt von rechts Ihre Tochter vorher sich eine Stelle verschaffen würde so würde nach links, der andere regiert umgekehrt. Der Kongreß der Freisinnigen ihr die Landung in Amerila verwehrt werden können. R. 2. S. 8. im Birkus Busch 1907( Vollbild) und als drittes Vollbild unser Freund" Bis zum 27. Jahr. 1000, Kaifer Friedrichstraße. 1. Nein. 2. Ja. Beters auf dem Wege zur Reaktivierung, aber frag mich nur nicht wie!- 8. 9. 12. 1. Stempelbogen ist zur Gültigkeit nicht erforderlich. 2. Ja. Ein treuer Freund und Kämpfer, Julius Motteler, ist uns durch den Es empfiehlt sich vielleicht, daß Sie vorher pfänden lassen. 3. Mein. Sensenmann entrissen worden und der Postillon kann es sich nicht berfagen, 4. Erhebung einer Widerspruchstlage( Interventionsklage) der Frau würde dem Roten Postmeister einen ehrenden Nachruf von E. Kl. mit Photo- die Freigabe der Möbel erwirken. 2. 2. 59. Wenden Sie sich an die Sachsen, Gegen den Brotwucher, Liebknecht dem jungen, Nante und wert- eine Erfaßpflicht für gestohlene Sleidung ihres Aftermieters nur dann, wenn graphie zu widmen. Dernburg in der Löwengrube( Leitgedicht), Briefe aus Ihnen zunächst liegende Fortbildungsschule. 2. K. Die Wirtin trifft volle tieine Beiträge bilden angenehme Abwechselung. Die fleine Er nachzuweisen ist, daß infolge eines Verschuldens der Wirtin der Diebstahl zählung: Der fluge Pastor, nicht zu vergessen. Die Nummer foftet 10 Bf. möglich war. Wafferstands- Nachrichten ber Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Beeskow SFB1020002201 am feit am feit 20.10. 19.10. cm cm) 108 1 12 3 40 79 Wasserstand cm Havel, Spandau 75 Rathenow³) 137 Spree, Spremberg 110 20.10. 19.10. cm" 152 81 Weser, Münden -98 89 16 Landsberg 24 Staub 16 Stöln 26 105 74 -52+ 75 Nedar, Heilbronn Main, Wertheim 84-12 Mosel, Trier 69+3 Fall. 3) Unterpegel. e'ye, Bordamm Barby Magdeburg 311 1+ 1111+ 11+ Minden Rhein, Waldshut Berliner Marktpreife. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen Direktion.( Großhandel.) Ochsenfleisch Ia 68-70 pr. 100 ẞfb., IIa 62-67, IIIa 57-60, Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 53-62, Stühe, fett 50-58, do. mager 40-48, Fresser 54-62, Bullen, dän. 56-69, do. holl. 0,00. Stalbfleisch, Doppellender 105-120, Mastkälber Ia 85-95, IIa Die Zahlstelle Berlin des Portefeuillerverbandes hielt am 75-82, Stälber ger. gen. 56-71, bo. 5oll. 48-54, dän. 0,00. Hammelfleisch Wasserstand 16. Oftober bei Graumann in der Naunynstraße ihre Generalber- Maftlämmer 78--80, Hammel la 70-74, IIa 64-69, ungar. 0,00, Schafe sammlung ab. Dem Bericht der Ortsverwaltung, den der Vor- 48-62. Schweinefleisch 56-63. Rebbod Ia per Bfund 0,60-0,95. IIa meme!, Tilfit fizende Hofmann gab, war zu entnehmen, daß eine eifrige und 0,00. Rottbild Ia per Pfd. 0,30-0,45, bo. Ila 0,20-0,25, do. Stälber Bregel, Insterburg fruchtbare Tätigkeit entfaltet worden ist. Das Hauptaugenmert 0,35. Damwild Wildschweine 0,40 bis 0,55. per Pfd. 0,30 28 eich fel, Thorn wurde auf die Wertstätten gerichtet, wo die Löhne besonders schlecht bis Frischlinge 0,60. Kaninchen b. St. 0,40 bis 0,75. Hasen, Dder, Ratibor Krossen waren, und hier sind denn auch schäßenswerte Aufbesserungen er groß, p. Std. 3,00-4,00, bo., mittel u. Klein, Std. 1,50-2,50. WildFrankfurt enten per Stüd 1,25-1,70. Rridenten per Stüd 0,40-0,60. Rebhühner, zielt worden. Das neu eingerichtete Bureau in der Sebastian- junge große 1,00-1,40, mittel u. fleine 0,40-0,90, alte 0,60-0,90. Fajanen- arthe, Schrimm straße hat sich in der kurzen Zeit, die es jetzt besteht, bereits gut hähne Ia 1,50-2,75, bo. Ila 0,50-1,25. Fasanenhennen 0,60-1,75. Be bewährt und wird besonders in den Abendstunden viel in Anspruch fajfinen 0,40-0,60. Waldschnepfen 2-2,65, bo. Ila 1-1,50. Strammetsgenommen. Die Zahlstelle hat jetzt 700 männliche und 45 weibliche vögel 0,20-0,40. Bühner, alte, ver Stüd 1,10-2,50, IIa 0,50-1,00, Ibe, Zeitmerig Mitglieder. Die Ortsverwaltung hat eine statistische Erhebung bo. junge 0,50-1,25. Tauben 0,30-0,50. Enten ber Stüd 1,00-2,40, über die Arbeitsbedingungen und sonstigen Verhältnisse der Berufs- bito Hamburger ber Stüd 3,00. Ganse per Pfunb 0,40-0,58, Dito angehörigen veranstaltet. 480 haben die ausgegebenen Fragebogen ber Stück 2,00-3,50, bo. Hamburger per Bjund 0,75-0,80, bo. Ober- Saale, Grochlik ausgefüllt und wieder abgeliefert. Von ihnen sind 282 Arbeiter per Bfb. 0,95-1,10. echte per 100 Bfd. 71-83, do. matt 0,00, bo. flein 0,00, brucher per Bfb. 0,45-0,60. Boulets per Stüd 0,40-1,25. Deutsche Poularden und 23 Arbeiterinnen in der Werkstube beschäftigt, die übrigen bo. mittel 66-74, do. groß 0,00. Bander 0,00, bo. flein 0,00, dito mittel Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen. Als gewerkschaftlich und 0,00. Schleie, flein 114, do. unfort. 0,00, bo. mittel 0,00, do. politisch organisiert bezeichneten sich 49 Heimarbeiter und 66 Wert- groß 0,00. Bale, groß 113, do. flein und mitte! 0,00, do. mittel stubenarbeiter, als nur politisch organisiert 3 Heimarbeiter, als nur 87-96, do. unf. 0,00, do. groß- mittel 102-103, flein 0,00. Bleifisch 0,00, gewerkschaftlich organisiert 91 Heimarbeiter und 186 Werkstuben- Blogen 0,00. Noddow 0,00. Starpfen 70er 0,00, do. 30-40er arbeiter, sowie 15 Arbeiterinnen; als unorganisiert 30 Heim- 68-80, bo. 0,00, bo. 50er 0,00. Bunte Fische 48-58, bo. matt 0,00. arbeiter, 30 Wertstubenarbeiter und 10 Arbeiterinnen. Den Vor- 56-63. Quappen 0,00. Barbe 0,00. Amerit. Lachs la neuer, per 100 Bj. 28els 0,00. Barje 0,00. Starauschen 78. Bleie, 0,00, bo. flein 0,00. Alland wärts" lesen 106 gewerkschaftlich und politisch organisierte, 2 nur 110-180, bo. Ila neuer 90-100. Seelachs 10-20. politisch organisierte, 87 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, sowie Stiege la 2-6, mittel Stifte 1-2, Hamb. Stiege 4-6, halbe Stifte 2-3, Flundern, Kieler, 9 unorganisierte Arbeiter und 2 organisierte, sowie 3 unorganisierte pomm. Ia Schod 3-4, Ila 2-3. Büdlinge, Stieler per Wall 3-4, Stralf. Swinembe 766 GD Arbeiterinnen. Als Volkszeitungs" Leser bekannten sich im 0,00. 2 halb bd. Sprotten, Danziger, Stifte 0,70-0,80, do. Rügenwalder, Stifte Pamburg 766 D Berlin 767 SD 1 Nebel ganzen 87 Arbeiter und Arbeiterinnen, unter ihnen 5 gewerkschaft- 0,70-0,80. Alale, groß per Pfund 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,10, flein 0,60-0,80. lich und politisch organisierte Arbeiter. 135 der Befragten gaben 3 wolfig Heringe per Schod 5,00-9,00. Schellfische, Stifte Frantj.a. M. 765 SW München 767.29 Sardellen, 3,00-4,50, Stifte 1,75-2,00. 2 halb bd. an, sonstige oder gar keine Tageszeitung zu lesen, unter ihnen 98, 1904er 98, 1905er 98, 1906er 90-95. 1902 er per Anfer Wien 767 Still- heiter 4 gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiter. Was die 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Schottische Bollberinge Löhne anbelangt, so sind die Fragebogen recht mangelhaft aus- Seringe, neue Matjes, per, o. 50-120. Wetter- Prognose für Dienstag, den 22. Oftober 1907. Sardinen, russ., Faz Vielfach nebelig, zeitweise aufflarend, nachts ziemlich fühl, am Tage gefüllt. Von 135 Lohnarbeitern machten 48 Angaben, und zwar 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, bo. Bühle( 4 Liter) 1,40-1,70 bei schwachen füdöstlichen Winden; teine wesentlichen Niederschläge. 36 in Wochen-, 11 in Stundenlöhnen. Die Wochenlöhne schwanken Reunaugen, Schodjaj 11, do. fleine 5-6, bo. Riefen- 14 Streble per Schod Berlin, 19. Oktober 1907. D " + bedeutet Wuchs, Stallonen mild Witterungsübersicht vom 21. Oftober 1907. Better Stationen 1 Nebel Beller Zemb. n. 6218 12 Haparanda 765'3 9 Petersburg 770 S 9 Scilly 9 Aberdeen 2 bedeckt Б 1 Nebel 756 SSD 4 bedeckt 758 S 1 bedeckt 11 7 Baris 9 7635 1 bedeckt 13 3. and 4. Wahlkreis. Schöneberg! Dienstag, den 22. Oktober, abends 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstraße 18c: Kommunalwähler- Versammlung. Tagesordnung: 1. Unsere kommunalen Forderungen. Referent: Reichstagsabgeordneter Fritz Zubeil. 2. Freie Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. [ 241/ 19*] Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Dienstag, den 22. Oktober, abends 8% Uhr: Wähler- Versammlung für den 45. Kommunal- Wahlbezirk im ,, Moabiter Kasino", Wilsnackerstraße 63. 267/8 Stadtv. Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht spricht über die Aufgaben der Stadtverwaltung Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Achtung! Fliesenleger u. Hülfsarbeiter Berlins! Achtung! Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 lthr: Hente Dienstag, den 22. Oktober 1907, abends 8 Uhr, in der Schloßbrauerei, Hauptstr. 112: Volksversammlung 1. Tages- Ordnung: Die Aufgaben der Sozialdemokratie. Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Achtung! August Bebel. 17/12 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Achtung! Arbeiterinnen der Metall- Industrie! Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends 8 Uhr: Drei große öffentliche Versammlungen Oeffentl. Versammlung aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiterinnen im ,, Nenen Klubhause", Kommandantenstraße 72. Zages Drdnung: in folgenden Lokalen: Andreas- Festfäle, Andreas- Straße Nr. 21, runs prä Bernhard Rose- Theater, Bad- Straße Nr. 58, fentierten Lohn- und Arbeitsbedingungen, und welche Antwort geben die Fliesenleger Kronen- Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47-49. Das Ultimatum der Fliesengeschäfte bezüglich der Anerkennung ihrer uns präund Hülfsarbeiter Berlins darauf? 298/ 14* Tagesordnung: Kollegen! Erscheint in dieser Versammlung Mann für Mann, denn sie hat zu entscheiden, Der Internationale Arbeiterkongres und die Organisation der welche Schritte gegen das jetzige Vorgehen der Unternehmer unsererseits zu tun sind. Die Tariffommission. J. A.: Herm. Puttlig. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 23. Oktober, abends 8, Uhr: Zwei Vorversammlungen zu den am 3. November stattfindenden Delegiertenwahlen der Ortskrankenkasse für das Gewerbe der Tischler und Pianofortearbeiter. Für die links der Spree( im Südosten, Süden, Südwesten und Westen) beschäftigten Mitglieder im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Für die rechts der Spree( Osten, Nordosten, Norden und Nordwesten) beschäftigten Mitglieder in den Andreasfestsälen, Andreasstr. 21. Tages Ordnung: 1. Aufstellung der Delegiertenliste. 2. Sonstige Krankenkassen- und Ber bandsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch wird ersucht. Die Kollegen, welche als Delegierte aufgestellt werden sollen, müssen sämtlich erscheinen. Ohne Verbandsmitgliedsbuch kein Zutritt." 96/4 Die Ortsverwaltung. General- Versammlung der Delegierten der Orts- Krankenkasse der Konditoren usw. am 25. Oktober, abends 8 " Uhr, im Klubhaus", Dhmstraße 2. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl von 3 Sassenrevisoren: 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer. 3. Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern: 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer. 4. Geschäftliches. Der Vorstand. 7915 I. Kurz, Bors., Reinickendorferstr. 53. Für Damen und Herren! Volkstümlicher Vortrag mit Lichtbildern Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends 8, Uhr, in den Union- Festsälen, Greifswalderstr. 222, Don Luxusmöbel- Branche! Dr. phil. O. Kaplick. Mittwoch, den 23. Oktober, 1907, abends 8, Uhr, im Gewerk: schaftshause, Engel- lfer 15: Branchen- Versammlung Männerkrankheiten und Frauenleiden, deren Uebertragung und Verlauf, sowie ihre Heilung nach einem besonderen Verfahren. Nach dem Voraller in Luxusmöbel- Betrieben beschäft. Tischler, trage: Beantwortung von Fragen auf Polierer, Drechsler, Maschinenarbeiter usw. Zages Drdnung: 1. Welche Vorteile hat uns unsere Bewegung bisher gebracht und wie arbeiten wir in der Zukunft? 2. Diskussion. 3. Bericht über Lohnbewegungen. 4. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Kollegen! Erscheint alle in der Versammlung, um den Beweis zu erbringen, daß Ihr auch ernstlich gewillt seid, Euere Lage zu verbessern. Die Mitglieder des Gewerkvereins der Tischler ersuchen wir, auch in dieser wichtigen Bersammlung zu erscheinen. Die Kommiffion. J. A.: A. Pattloch. Achtung! Kammacher! Achtung! Mittwoch, den 23. Oktober 1907, abends präzise 8½ Uhr, in Boekers Festfälen", Weberstr. 17: Branchen- Versammlung der Kammacher und aller in der ZelluloidHaarschmuck- Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Gewerkschaftssekretärs Genossen Adolf Ritter. 2. Diskussion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kommission. Jalousiearbeiter. Mittwoch, 23. Oktober, abends 84 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Branchen- Verfammlung. allen Gebieten der Medizin. Eintritt 20 Bf. Eintritt 20 Pf. Dr. phil. O. Kaplick, ( Sprechzeit täglich, auch Sonntags 9-3) Berlin N. 4, Borsigstraße 18, I. Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2.1 Arbeiterinnen. Referenten find die Genossinnen: Fräulein Ida Altmann, Frau Emma Ihrer, Frau Lily Braun. Kollegen und Kolleginnen! Sorgt für starken Besuch dieser Versammlungen. Der Einberufer: Adolf Cohen. 154/12 Oeffentliche Frauen- Versammlung Dienstag, den 22. Oktober, abends 29 Uhr, in Schmidts Festsälen, Gartenstr. 6. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Georg Ledebour über: 1/16 Die Frau in Staat und Gesellschaft. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Einberuferin. Verband der Maler, Lackierer, Anstreicher etc. Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787, Donnerstag, den 24. Oftober 1907, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in„ Dräsels Fettsälen, Neue Friedrichstr. 35. Tages Ordnung: 1. Der Zusammenschluß der Arbeitgeberverbände für das Malergewerbe Deutschlands in Hannover. Referent: Kollege Jakobeit. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Delegierten der Gewerkschaftskommission. 4. Abrechnung vom 3. Quartal 1907. 5. Verbandsangelegenheiten. Wegen der Wichtigkeit der Tages- Ordnung erwarten wir, daß jeder Kollege erscheint. 126/ 3* Die Ortsverwaltung. Achtung! Bauhandwerker! Achtung! und Parteigenossen! Die Töpfer Berlins befinden sich im Generalstreik, im Abwehrkampf. Jeder beim Arbeiten angetroffene Töpfer ist als StreifDie Branchenkommiffion. brecher zu betrachten. Modell- und Fabriktischler, sowie Modelldrechsler. Donnerstag, den 24. Oktober, bei Schmidt, Gartenstr. 6: Branchen- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Nitschke über: Genossenschaftswesen und Arbeiterbewegung." 2. Branchenangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Die Branchenkommission. 96/7 Wir bitten die Genossen, wenn sie wissen, wo Töpfer arbeiten, uns dies bekannt zu geben. 201/6 Die Streikleitung. Zentralburean: Gewerkschaftshaus. Amt 4, Nr. 9897. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 247. 24. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 22. Oktober 1907. An die Wahlvereinsmitglieder Groß- Berlins! Parteigenossen! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftsfommission, welcher einstimmig beschlossen hat, die Firma A. Jandorf u. Co. in Berlin zu boykottieren, ist mit dem Ersuchen an uns herangetreten, diesem Beschlusse gleichfalls zuzustimmen und den Boykott über die genannte Firma auch seitens der Partei zu verhängen. Wir sind uns in der gestrigen Sigung nach eingehendster Debatte einig geworden, diesen Antrag einem Extra- Zahlabend gur endgültigen Beschlußfassung zu unterbreiten und die Annahme des Boykotts zu empfehlen. Bei der Dringlichkeit der Angelegenheit berufen wir die Zusammenkünfte für Groß- Berlin auf Donnerstag, den 24. Oktober abends zu den üblichen Stunden hiermit ein. Informierendes Material wird seitens des Verbandsbureaus am Mittwoch versandt und ist von Mitt wochabend an auf den Stellen in Empfang zu nehmen, welche das Mitteilungsblatt erhalten. Auch an allgemeinen Anregungen lassen es unsere Vertreter zulage von 300 m. nur auf 150 M. herabgesetzt werden. Die Ver nicht fehlen. So regten sie in dieser Berichtsperiode wiederholt an, sammlung nimmt das Grundgehalt an, will aber die erste Alterss die Einführung des gemeinschaftlichen Unterrichtes von zulage nur auf 200 M. ermäßigen dieser Antrag wird mit 81 Knaben und Mädchen in die Wege zu leiten- eine Forderung, gegen 18 Stimmen der Freien Vereinigung angenommen. die der erste Preußentag auf den Wunsch unserer Genossinnen in unser Aber auch diesen Antrag erklärt der Magistrat für unamnehmbar Schulprogramm aufnahm. Sie betonten die günstige Wirkung in und macht den Vorschlag, statt zehn Alterszulagen deren nur neun fittlicher Beziehung, die Erleichterung der Bildung gurer Schulsysteme restzusetzen, wie in allen anderen preußischen Gemeinoen, diese aber und den Umstand, daß auf den katholischen Gemeindeschulen Berlins nicht, wie dort, gleich zu machen, sondern zweimal 200, fünfAlajse bereits erfolgreich durchgeführt sei. Weiter verlangten unsere wird im Januar 1907 ein Ausschuß eingesetzt und endlich wird der diese gemeinschaftliche Erziehung der Geschlechter bis zur vierten mal 300 und zweimal 300 M. zu gewähren. Von neuem Vertreter, daß man sich nicht mit den System der Nebenklaffen für unwürdige Streit beendet, indem man sich auf das erhöhte GrundSchwachbegabte genügen laffe, sondern das System der Förder gehalt einigt, die erste Altersstufe auf 200 m. herabsetzt, dafür aber flassen, wie in anderen Städten lottenburg-, einführe. Durch solche Förderklassen, in denen eine gewährt. Stadtverordnetenversammlung und Magistrat traten dem 3. B. Mannheim und Char- nach 17 Jahren nur 250 M. statt wie bisher 300 M. Alterszulage geringere Schülerzahl unterrichtet wird, werden Kinder, die durch Beschlusse bei. Krankheit oder sonstige Zufälle einmal zurückgeblieben sind, so weit Nur kurz wollen wir hier eine Anregung erwähnen, die schließ gebracht, daß sie wieder in die ihrem Alter entsprechende Hauptklasse lich zu einer mehr in das Gebiet der Gesundheitpflege fallenden eintreten und so bis zum 14. Jahre die ganze Schule durchmachen Maßnahme führte. Wir beantragten im Herbst 1905 die Errichtung können, während sie andernfalls aus einer tieferen Klasse abgehen von Waldschulen nach dem Muster von Charlottenburg, wo müßten für die große Mehrzahl der Bevölkerung ist es ja aus nach dem Bericht des dortigen Stadtschulrates damals schon materiellen Gründen nicht möglich, die Kinder über das 14. Lebens- 120 schwächliche Kinder in einer solchen im Walde belegenen Schule jahr hinaus in die Schule zu schicken. Auch die Begründung von tagsüber gesundheitlich verpflegt, zugleich aber auch unterrichtlich Kindergärten in organischer Verbindung mit den Gemeinde- versorgt" wurden. Es war eine sechsklassige Schule errichtet worden schulen regten die Genossen im Rathaus an, indem sie auf( die unterste Stufe hatte man fortgelaffen) mit je 20-25 Kindern die glänzenden Erfahrungen mit dieser Einrichtung in Amerika hin- beiderlei Geschlechts in einer Klasse der Unterricht erforderte nur wiesen. Würden solche Kindergärten dem Proletariat Gelegenheit 2-21/ 2 Stunden am Tage, ohne daß bei der geringen Schülerzahl, die bieten, die Kinder im vierten und fünften Jahre besser zu versorgen, auf einen Lehrer entfiel, die Kinder zurückblieben. Die Vorlage ging als es heute leider in den meisten Familien möglich ist, so ist, wie an einen Ausschuß; unser Antrag wurde abgelehnt, aber wir nebenbei bemerken wollen, von unseren Genossen für die immerhin beschlossen: Der Magistrat möge in Erwägung ersten Kinderjahre die Errichtung städtischer Stinderhorte ziehen, ob nicht auf städtischem Waldgelände größere Wald( Krippen) ins Wir ersuchen die Leiter der Zahlabende, dafür Kommission mit dieser Frage, in der neben Mitgliedern der nesende, auch für kränkliche und schwächliche Kinder errichtet werden Auge gefaßt; zurzeit beschäftigt sich eine erholungsstätten, ähnlich wie die Heimstätten für GeSorge zu tragen, daß die Lokale, in welchen der regelmäßige fozialdemokratischen Fraktion im Rathause Vertreterinnen der Ge- können, in welchen dieselben längere Zeit verbleiben und daselbst Zahlabend sonst abgehalten wird, am 24. Oktober zur Ver- nofsinnen Berlins fizen. Zur Beratung der oben aufgezählten auch Schulunterricht bei ärztlicher Aufsicht genießen" es handelt fügung stehen, von den organisierten Genossen Groß- Berlins Fragen betreffs Ausgestaltung unseres Gemeindeschulwesens sowie fich also nicht mehr um vollständige Schulsysteme, die ins Freie aber erwarten wir, daß sie sich Mann für Mann an der der Fragen, vor die uns das bevorstehende Inkrafttreten des Volts- hinaus verlegt werden- ein Versuch, der für die ganze EntBeschlußfassung beteiligen. schulunterhaltungsgesetzes stellt, ist auf Antrag unserer Vertreter widelung unseres Schulwesens hätte bedeutungsvoll werden können Berlin, den 21. Oftober 1907. ein Ausschuß eingesetzt, über dessen Arbeiten in zwei Jahren zu sondern um die Verpflegung einer von vornherein begrenzten Zahl berichten sein wird. schwächlicher Kinder, denen man mir den Unterricht nicht ganz entDaß wir bei jeder Etatberatung unseren Antrag auf un- ziehen will. In den Etat für 1907 find denn auch 300 000 m. für entgeltliche Lieferung der Lernmittel an alle die Schaffung einer Walderholungsstätte" eingesetzt. Gemeindeschüler erneuerten, ist selbstverständlich; vergebens wiesen Auf unsere Anregung hin sind auch die Ferienspielplätze ins wir auf neue Berichte über die glänzenden Erfolge mit dieser Ein Leben gerufen worden. Welchem großen Bedürfnis diese Einrichtung den alten Gründen abgelehnt, daß ja den Bedürftigen, die darum gangenen Jahre 850, in diesem Jahre nahezu fünftausend Kinder einkommen, die Lernmittel unentgeltlich geliefert würden und daß betrug. Kinder von Unbemittelten, die nicht daran denken können, man den anderen ein Geschenk nicht aufdrängen dürfe. Daß ein mit ihren Familien in die Sommerfrische zu gehen, finden in der Gemeindeschüler der Stadt an jährlichem Zuschuß nur 82,11 Mart Ferienzeit so wenigstens eine gesunde Gelegenheit sich auszutummeln. toftet, dagegen ein Realschüler 172,83 m. und ein Schüler der Voll- Schon mehrfach haben wir des traurigen Volksschulunterhal anstalten( Gymnasien usw.) sogar 183,07 m., daß also selbst bei tungsgefeßes gedacht, das am 1. April 1908 in Straft tritt. Im Aufschlag der paar Mark für die Lernmittel der Gemeindefchüler Dezember 1905- bebor es beschlossen war- fand in der Stadtverorddas aufgedrungene Geschent" an die Eltern der Kinder aus den netenversammlung eine Besprechung desselben und seiner Wirkungen befizenden Klassen noch immer mehr als doppelt so groß bliebe wie auf Berlin statt. In nicht üblen Neden kritisierten die Verdas an die Proletarierfamilien, macht keinen Eindruck auf die Herren treter des Freisinns den Entwurf- in Neden, die sie bei ihrer von der Majorität. schwachen Position im Landtage dort nicht los werden konnten, oder jedenfalls nicht ganz so träftig vorzutragen wagen durften. Unter voller Beistimmung zu ihrer Kritik wendete sich unser Redner scharf gegen das Verhalten der Herren selbst und ihrer Parteien. Nicht in schwächlicher Berteidigungsstellung dürften sie dastehen, nein, mit energischen Forderungen ihrerseits müßten sie auftreten, Forderungen, mit denen sie in weiten Wolfskreisen Begeisterung erwecken könnten. Die Halbheit," so schloß er, ist aber von Ihnen zum Prinzip erhoben. Wollen Sie Fortschritte machen, so darf die Parole mur lauten: Hinaus mit der Religion aus der Volksschule! Nieder mit dem Dreiflassenwahlsystem! Nieder mit der Herrschaft der Pfaffen Mit Parteigruß: Der Zentral Vorstand. " Die Tätigkeit der fozialdemokratischen richtung namentlich in der Schweiz hin. Unſer Antrag wurde mit Rechnung trägt geht daraus hervor, daß die Höchſtfrequenz im verFraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung ( 1. September 1905 bis 30. September 1907). III. Das Schulwesen. " Zur Kommunalwahlbewegung. Der Sozialpolitiker" Fischbeck bei der praktischen Arbeit. Herr Fischbeck ist ein vielseitiger Mann. Er fizzt im Reichstag, Richt leuchten zu lassen. Nachdem er sich anläßlich des Freifinnigen Parteitags im Birfus Busch produzierte, ging er kurze Zeit darauf nach Magdeburg, um in einer Tagung des Vereins für Sozialpolitit fich als Sozialpolitiker aller Welt in Erinnerung zu bringen. Das machte er aber so, indem er sich gegen die Sozialdemokratie in der Kommune wandte und ihre Tätigkeit herabsetzte; er behauptete ganz nach Fischbeckscher Art, die Sozialdemokraten in der Kommune leisteten teine praktische Arbeit. Das ist eine Behauptung, die den Tatsachen direkt ins Gesicht schlägt. Die Sozialdemokraten in der Berliner Stadtverordnetenversammlung können aus ihrer Erfahrung heraus bezeugen, wie es gerade Herr Fischbeck ist, der sich gegen jeden Fortschritt gerade auf sozialem Gebiete direkt abweisend verhält. Herr Fischbeck bekleidet nämlich neben seinen anderen vielen Aemtern auch das eines befoldeten Stadtrats. Der Herr Oberbürgermeister hat diesem Herrn zahlreiche Dezernate größerer Verwaltungen übertragen, die bei gewissenhafter Verwaltung und bei einigermaßen gutem Willen dem sozialpolitischen Tatendrange des Herrn Stadtrats ein großes Tätigkeitsgebiet eröffnen. Wie stehts nun aber da in Wirklichkeit? Ein kleines Beispiel wird die Antwort auf diese Frage geben. Herr Fischbeck steht unter anderem vor der Verwaltungsstelle Während wir auf dem Gebiet des Mittelschul- und auch des Fach- und Fortbildungsschulwesens mit den übrigen Parteien in dieser Berichtsperiode im allgemeinen gemeinschaftlich vorgehen konnten, haben wir auf dem Gebiete des Gemeindeschulwesens nach wie vor namentlich gegen die Nur sehr langsame Fortschritte macht die Anstellung von Schulübertriebene Sparsamkeit der Mehrheit anzufämpfen gehabt, die den ärzten, deren Einführung der unermüdlichen Arbeit unferer Vergefunden Fortschritt der Bildungsstätten für die Kinder des Volkes treter zu danken ist. Die anfängliche Zahl von zwölf Schulärzten auf Schritt und Tritt einzudämmen bemüht ist. Ein Wandel im wurde 1903 auf dreißig vermehrt; unser letter Bericht stellte 36 fest. großen Maßstab wird hier erst erreicht werden, wenn unser Im Januar 1906 beantragten unsere Genossen im Rathaus, die Programmsay verwirklicht sein wird, der die Erziehung aller Bahl der Schulärzte so zu vermehren, daß ein Schularzt nicht mehr Kinder bis zu einem gewissen Alter in der Gemeindeschule als zwei Schulen zu versehen habe. Unser Redner führte aus, daß obligatorisch macht. Unser Kampf auf dem Gebiet des Schulwesens von den 36 Schulärzten 11 je 7, 23 je 8 und 2 je 9 Schulen zu wird uns dadurch erschwert, daß wir in der Schuldeputation nicht versehen hätten; auf einen Schularzt in Berlin entfielen 127 Klassen bertreten sind, während unsere Genossen in den übrigen großen gegen 30 in Aachen und 12 in Hannover. Wir verlangten nicht nur Verwaltungsorganisationen erfolgreich mitarbeiten. Hat der Minister die Untersuchung der Schulrekruten und der etwa von den Lehrern und Junter in Preußen!" es bisher verstanden, gegen die geseglichen Vorschriften Sozialdemo- überwiesenen Kinder, sondern wie in anderen Städten- regel- Von den Freisinnigen ist heute, wo sie den" Block" am Bein fraten aus der Schuldeputation fernzuhalten, so ist ihm mäßige Untersuchung, dauernde Ueberwachung und allgemeine Durchschleppen, noch weniger als damals zu erwarten, daß sie sich aus durch das Volksschulunterhaltungsgesetz, das mit dem 1. April musterung aller Schulkinder. Der Antrag wurde einem Ausschuß ihrer Halbheit aufraffen. Wer wirklich die Volksschule fördern und 1908 in Kraft tritt, die gesetzliche Handhabe geboten. Das in jeder überwiesen, der zur Ablehnung kam, weil der Etat bereits 8 weitere damit wirkliche Kulturarbeit tun will, der muß auch bei den StadtBeziehung reaktionäre Gesez spricht nämlich der staatlichen Behörde Schularztstellen vorsehe 44 Schulärzte für 280 Schulen! berordnetenwahlen am 6. November den Kandidaten der Sozialdas Bestätigungsrecht für die Mitglieder der Schuldeputation zu Bei der Berichterstattung des Ausschusses nahmen wir unseren demokratie wählen! und noch besteht jener Bossesche Erlaß vom 29. August 1898, in dem Antrag wieder auf vergeblich ermahnte unser Redner, sich unseren es heißt: Forderungen weniger widerspenstig gegenüberzustellen, er erSie( die Sozialdemokratie) steht nach ihren programmatischen innerte daran, daß man in dieser Versammlung es sind kaum Rundgebungen in einem grunfäßlichen Gegensatze zu den Aufgaben 10 Jahre ins Land gegangen sich mit aller Entschiedenheit überder preußischen Volksschule( wie sie der reaktionäre Minister ver- haupt dagegen wehrte, eine schulärztliche Organisation einzuführen, steht!). Dardus folgt, daß ihren Anhängern, die zur Mitwirkung weil in der schulärztlichen Organisation ein Einbruch in das Heiligbei der Erfüllung dieser Aufgaben erforderlichen Eigenschaften ab- tum der Familie läge, wie es damals so schön hieß". Die Gegner er ist Landtagsabgeordneter und gehört dem Vorstand der Freigehen und daß sie als Mitglieder einer städtischen Schuldeputation verträten den Standpunkt des satten Bürgers" oder eines Schulvorstandes nicht zugelassen werden können. Der Kommune an ihren Kindern versäumt, das muß fie doppelt und passenden und unpassenden Gelegenheit fühlt er das Bedürfnis, sein aber was eine sinnigen Volkspartei an. Herr Fischbeck hält auch Reden. Bei jeder föniglichen Regierung mache ich daher zur Pflicht, vorkommenden dreifach bezahlen an den Erwachsenen, an Armen- und Krankenpflege falls der Wahl derartiger Personen zu Mitgliedern von städtischen und Krankenhauskosten". Bergebens! Die Versammlung lehnte Schuldeputationen oder Schulvorständen von Schulaufsichts wegen unseren Antrag ab; ja, fie ging weiter: im Ausschuß war eine bedie Bestätigung zu verjagen und die nachgeordneten, zur Mitwirkung scheidene Resolution angenommen worden:" Den Magistrat zu er river Bestätigung oder zur selbständigen Ausübung des Bestätigungssuchen, die Anstellung von Spezialärzten in Erwägung zu rechtes berufenen Behörden und Beamten alsbald mit entsprechender nehmen" besonders hatte man auf die so nötige Ueberwachung Weisung zu versehen." Es ist nicht zu erwarten, daß Herr Holle einen durch Augen- und Zahnärzte hingewiesen; die Majorität brachte anderen Standpunkt einnimmt; hoffentlich läßt es aber die Majorität selbst diese Anregung zu Fall. Bis heute behelfen wir uns mit der Stadtverordnetenversammlung, deren Redner stets betonen, daß 44 Schulärzten in Berlin! fie das Fehlen der Sozialdemokraten in der Schuldeputation tief Jm vorigen Bericht teilten wir mit, daß unser Antrag, das bedauern, nicht daran fehlen, durch die Wahl eines Sozialdemokraten Grundgehalt der Lehrkräfte an den Gemeindeschulen zu Herrn Holle zur Stellungnahme zu zwingen. erhöhen, abgelehnt worden war; statt dessen war ein Antrag an Da wir nicht in der Schuldeputation vertreten sind, müffen wir genommen worden, den Magistrat um eine Vorlage zu ersuchen jede sich irgendwie darbietende Gelegenheit benutzen, um unseren zwecks Erhöhung des Grundgehaltes unter gleichzeitiger Abänderung Einfluß auf Schulangelegenheiten auszuüben. Eine solche regelmäßig der Alterszulagen. Im März 1906 brachte der Magistrat eine Vorwiederkehrende Gelegenheit bietet neben den Etatsberatungen die Vorlage lage, wonach das Anfangsgehalt der Lehrer um 250 Mark erhöht, über die Frequenz in unseren Gemeindeschulen. Dem aber die erste Alterszulage von 300 auf 100 Mart herabgesetzt wurde, ständigen Bohren unserer Vertreter ist es zu danken, daß die Klassen- so daß von da an jeder Lehrer nur 50 Mart mehr als befeßungsziffer allmählich herabgemindert wird und damit Verhältnisse früher beziehen würde. Unser Redner ging mit der Vorangebahnt werden, die für die Kinder sowohl in gesundheitlicher wie lage scharf ins Gericht. Wir schlugen vor, das ganze Altersin erzieherischer Beziehung günstiger sind. Noch im vorigen Be- zulagensystem Berlins, das von dem für ganz Preußen, außer des Magistrats, die sich mit der Gewährung von Ruhegeld an Arrichte mußten wir feststellen, daß die Schuldeputatian die Zahl von Berlin, durch das Lehrerbesoldungsgesetz festgestellten abweicht, zu beiter auf Grund des Gemeindebeschlusses vom 9. Mai 1901 zu be65 Schülern in einer Klasse für zulässig erklärte; nach ihrem Teßten beseitigen, da es das Bollwert sei, hinter denen sich Magistrat und schäftigen hat. Wer den Gang der Geschäfte im Magistrat tennt, Beschluß soll in den vier obersten Klassen die Zahl 50, in der Majorität der Versammlung stets verschanzten, wenn es gälte die weiß, daß zwar der Magistrat die entscheidenden Beschlüsse faßt, daß fünften 55, in der sechsten bis achten Selaffe 60 nicht überschritten Lehrerbesoldung zu erhöhen. Wir schlugen vor, die der unseren aber die Beschlüsse basieren auf den Vorschlägen des Dezernenten werden. Die Zahl 60 ist selbstverständlich viel zu hoch mit Recht überlegene Charlottenburger Besoldungsordnung anzunehmen, um und daß dieser auch einzig und allein die Verantwortung trägt. Wie erinnerte unser Redner wiederholt daran, daß nach den Allgemeinen in Zukunft hinter den Nachbargemeinden wenigstens nicht zurück- betätigt sich um dieser Sozialpolitiker in diesem ihm unterstellten Bestimmungen vom 15. Oftober 1872" die Bahl 60 die höchste sei, zubleiben. Zu unserer freudigen Ueberraschung erfuhren wir in der Meffort? Sehen wir zu: die für die Dorfschule mit zwei Lehrern, der vorniedrigsten Stufe Sigung, daß sich die anderen Parteien in der Schuldepation, in der Bei den städtischen Gaswerfen wird nach sechswöchentlicher der Dorfschule überhaupt, als zulässig erachtet werde. Bedauerlicher wir ja teinen Siz haben, geeinigt hatten, das Grundgehalt der Krankheit ein Arbeiter entlassen, der als Schmied 27 Jahre im Beweise ergaben sich nach der letzten Uebersicht noch mehr als Lehrer um 150 M., das der Lehrerinnen um 100 M. zu erhöhen, triebe tätig war, weil er arbeitsunfähig geworden sei. Infolge 110 Klassen, die selbst nach dem Maßstabe der Schuldeputation über die Alterszulagen aber unverändert zu lassen. Das war unser Vor- feines Antrages, ihm ein Ruhegeld auf Grund des oben erwähnten füllt waren! Dazu kommt, daß die Zahl der fliegenden" Klassen, schlag aus dem Vorjahre, den man abgelehnt hatte! Man sieht, Gemeindebeschlusses zu gewähren, wird er vom städtischen Ver die kein eigenes Klassenzimmer haben, im letzten Halbjahr von 27 daß unsere Anträge nicht vergeblich sind, auch wenn sie zunächst trauensarzt untersucht. auf 51 gestiegen ist und weitere 8 Klassen in der Aula untergebracht abgelehnt werden. Einer unserer Redner erklärte im Laufe der Ver- chronischem Rheumatismus, Herzjagen, und doppeltem Leistenbruch Dieser stellt fest, daß der Mann an werden mußten. Noch schlimmer ist es, daß die Zahl der Miets- handlungen:„ Es ist ja erfreulich, daß jetzt bei den einzelnen Frat- leidet, wozu noch die Verkrüppelung des rechten kleinen Fingers schulen wieder angewachsen ist; von 4978 benutzten lassen befanden tionen ein förmliches Wettrennen entstanden ist, die Wünsche der Lehrer tommt. Der Arzt begutachtet weiter, daß der Arbeiter wegen diefer fich 657( 13,2 Broz.) in Mietshäusern, die fast ausnahmslos nicht nach Möglichkeit zu befriedigen; bis vor kurzer Zeit war das noch Gebrechen zu schwerer Arbeit, also zu feinem Schmiedeberuf, für Schulzwecke erbaut sind! Der Teil der Schönhauser Vorstadt etwas anders. Ueber die Gründe, welche dazu geführt haben, will ich dauernd arbeitsunfähig ist, dagegen noch in der Lage außerhalb der Ningbahn befigt trotz einer Einwohnerzahl von nicht weiter sprechen." Die Vorlage ging an einen Ausschuß, der fei, leichte Arbeit leisten zu fönnen. Die Zeitung der Gaswerke er girta 40 000 Stöpfen noch fein einziges städtisches Schulhaus einstimmig den Antrag der Schuldeputation annahm, da auch wir klärt, daß sie eine solche Arbeit für den 58 jährigen Arbeiter nicht hat. Auf das Drängen unserer Genossen ist vor einiger Zeit eine ge- uns diesem weitergehenden Antrag, der zudem noch unferem früheren Der Mann wird entlassen. Diese Entlassung erfolgte am 17. Oftober mischte Deputation eingesetzt worden, die für die schnellere Be- Berlangen entsprach, anschlossen. Ebenso die Versammlung am 1906. Wie aus dem„ Gemeindeblatt" ersichtlich, hatte sich die Stadtschaffung geeigneter Schulgrundstücke sorgen soll. Wie wenig um- 26. April. Aber der Magistrat erklärte durch Vorlage vom 25. Juni, verordneten- Versammlung am 10. Oktober mit der Angelegenheit zu sichtig der Magistrat in dieser Richtung vorgeht, beweist eine in den daß er trotzdem dem Antrag nicht beistimmen könne und bat um befassen. Es hat also ein volles Jahr gedauert, bevor die Sache letzten Tagen besprochene Vorlage, wonach auf dem Gelände der Beratung in gemischter Deputation. Nach langen Verhandlungen stellte an die entscheidende Stelle gelangte. Schon diefe lange Dauer läßt Gilfa Bözowschen Erben, das der Bebauung erschlossen werden soll, sich auch die Mehrheit dieser Deputation auf den Boden des von der einen Schluß zu auf die Art, wie von Herrn Fischbeck Sozialpolitik tr der Platz für eine einzige Doppelschule vorgesehen war, während Versammlung einstimmig beschlossenen Antrages, aber wieder erklärt getrieben wird. Und dabei handelt es sich um eine ganz einfache die voraussichtliche Bevölkerung dieses Terrains deren drei not- der Magistrat nicht einwilligen zu können und macht im November Sache, die so in die Länge gezogen wurde. Auf diese Weise wird wendig macht selbstverständlich wurde die Vorlage zur Abänderung 1906 einen neuen Vorschlag: An der Erhöhung des Grundgehaltes die Wohltat, welche die Gemeindebehörden durch ihren Beschluß vom einem Ausschuß überwiesen auf 1450 M. müsse festgehalten werden, dagegen solle die erste Alters- 19. Mai 1901 ihren Arbeitern zu teil werden lassen( wollen, zum als neun foll guten Teil aufgehoben. Wer nicht über eigene Mittel verfügt oder I Am Mittwochabend um 7%, Uhr findet in den Bezirken 1, 2, 5, 1 Die Arbeiterfreundlichkeit des Freisinns wurde in der letzten von Verwandten Hülfe bekommt, fällt der Armenverwaltung in die 6, 8 und 10 eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen aus den Sigung des Vieh- und Schlachthof- turatoriums wieder in hellste Hände und verliert auch noch seine bürgerlichen Ehrenrechte. übrigen Bezirken werden ersucht, sich daran zu beteiligen. Voll- Beleuchtung gerückt. Es handelte sich um die vom Arbeiterausschuß Nach seiner Entlassung aus dem städtischen Betriebe wurde von zähliges Erscheinen der Genossen ist Pflicht. Der Vorstand. gestellten Forderungen wegen Erhöhung der Löhne. Wie wir von dem Arbeiter, ob aus eigenem Antriebe oder auf Veranlassung der Zehlendorf. Heute abend 8 Uhr findet bei Mickley, Bots- vornherein bemerken wollen, wurde eine Forderung nach der andern Verwaltung soll dahingestellt bleiben, bei der Landesversicherungs- damerstraße 25, die Versammlung des Wahlvereins statt. Auf der gegen die eine Stimme des sozialdemokratischen Mitgliedes abgelehnt. anstalt der Antrag gestellt, ihm eine Invalidenrente zuzubilligen. Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Genossen Eduard Nur eine einzige Bewilligung wurde akzeptiert; diese war aber schon Diese lehnte das Gesuch ab, obwohl ihr Vertrauensarzt feststellte, Fuchs. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder ist unbedingt not- im Vorjahre einstimmig angenommen worden, nämlich die, eine daß außer den oben erwähnten Gebrechen noch eine Gefäßverfaltung wendig. Der Vorstand. weitere Lohnflasie für die Arbeiter einzurichten, die länger und eine Herabfegung der Sehschärfe des rechten Auges hinzukäme. Arbeitern Jahre beschäftigt sind. Diesen Treptow Baumschulenweg. Parteigenossen! Heute abend Dieser ablehnenden Haltung trat auch das angerufene Schiedsgericht 81% 11 hr findet in Speers Festfälen die Generalversammlung der Tagelohn von 4,25 Mark auf 4,50 Mark erhöht werden. bei, benn der Arzt habe entschieden, daß der Antragsteller noch zu bes Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Effener seine Genehmigung verfagt, im Etat war aber wie es heißt, aus Im Vorjahre hatte der Magistrat selbst dieser bescheidenen Forderung einem Drittel ertverbsfähig sei. Db diese Entscheidung vor dem Reichsversicherungsamt standhalten wird, erscheint zweifel- Parteitag. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes und Kaſſierers. Versehen- dieser Posten eingesetzt worden. Das hatte zur Folge, seine Genehmigung verfagt, im Etat war aber wie es heißt, aud haft, denn der§ 5 Absatz 4 des Invalidenversicherungsgesetzes von Wahl der Delegierten zur Generalversammlung Groß- Berlins. daß die Arbeiter, die neun Jahre und länger im Dienst standen, die 4. Groß- Berlins. 5. Wichtige Mitteilungen des Vorstandes. 1899 fagt:„ daß die Erwerbsfähigkeit dauernd auf weniger als ein Pflicht eines jeden Genossen ist es, in dieser Versammlung zu hübsche Etatwirtschaft! 4,50 M. bezahlt verlangten, aber abgewiesen wurden. Uebrigens eine Drittel herabgesetzt ist, wenn der Versicherte nicht mehr imstande ist, erscheinen. Der Vorstand. durch eine seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Bei der Bezahlung der Nachtarbeit zeigte sich die Arbeiterfreunds Tätigkeit, die ihm unter billiger Berücksichtigung seiner Ausbildung Friedenau. Heute abend 8 Uhr ordentliche Mitgliederver- lichkeit im hellsten Lichte. Der bisher höchst bezahlte Arbeiter erhält und seines bisherigen Berufes zugemutet werden kann, fammlung bei Grube, Kaiſerallee 85. Tagesordnung: Preußentag. an Bezahlung für Nachtarbeit 20 Pfennige weniger als für Tags ein Drittel Desjenigen zu erwerben, was gesunde Personen derselben Generalversammlung des Verbandes. Beschlußfaffung über eine arbeit. Die Arbeiter verlangen 50 Broz. Zuschlag. Dieses berechtigte Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit ver- Geschäftsordnung des Vereins. Anträge und Verschiedenes. Um Verlangen fand keine Gnade; ganze 5 Pfennige pro Stunde sollen bienen können." äußerst zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. zugelegt werden. Die Direktion erklärte, fie bekäme genug Arbeiter, im übrigen sei die Arbeit so leicht, daß sie damit reichlich bezahli wäre. Schwerere Arbeiten, wie Kanalisationsarbeit, solche bei Rohre bruch usw. soll bei Nacht mit 50 Proz. Aufschlag bezahlt werden, aber nur darum, weil diese Arbeiter nicht billiger zu haben sind. Die Erhöhung der Affordlöhne wurde abgelehnt. Wie man von freifinniger Seite Lohnerhöhungen, wenn man solche überhaupt vornimmt, ausführt, dafür ein geradezu fassisches Beispiel: Jm voriger Jahre beschloß man, den in feiner beneidenswerten Stellung sich bes findenden Arbeitern der Dungverladung den Anfangslohn von 3,75 M. auf 4,10 m. pro Tag zu erhöhen und eine Lohn staffelung bis zu neun Jahren einzuführen. Daraus ergab sich folgendes Erempel: Bisher erhielten die Arbeiter dafür findet Freitagabend 8 Uhr im Lokale von Schimke Zahlabend ersten drei Monate zwar ein Mehr von 27 M. 30 Pf. erhält, aber 3offen. Die Wahlvereinsversammlung am Mittwoch fällt aus, nach drei Monaten 4,25 M., jezt gibt es die erste Zulage dafür findet Freitagabend 8 Uhr im Lokale von Schimke Zahlabend erst nach drei Jahren, was zur Folge hat, daß der Arbeiter die statt. Das Erscheinen der Mitglieder ist notwendig. in den folgenden zwei und dreiviertel Jahren ein Weniger vor der sozialdemokratische Wahlverein in den Eichbornsälen" einen der freisinnigen Mehrheit den Arbeitern, falls sie bei dieser appetitReinickendorf- Weft. Am Sonnabend, den 26. d. M., veranstaltet 128 W. 70 f. bekommt, so daß diese famose Lohnerhöhung unstabend, bestehend aus Rezitation, Konzert und Vorträgen lichen Arbeit überhaupt drei Jahre aushalten, eine Verschlechterung des Arbeitergefangvereins. Billetts a 25 Pf. bei allen Bezirks- von Einhundert und Eine Mark 40 Pf. bringt. Und das nennt führern. man Arbeiterfreundlichkeit" 1 Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Stadtrat Fischbed gab wohl das Erempel als zutreffend Borfigwalde. Am heutigen Dienstag, abends 9 Uhr, findet in 3u, meinte aber, daß doch nach Jahren durch die Staffer unserem Vereinslokale von Reuter Diskutierabend statt. Auf der lung der Löhne der Schaden reichlich gut gemacht würde, Tagesordnung steht: Vortrag des Genoffen Liebelt über: Der was ihm von fozialdemokratischer Seite durch den Hinweis Hochberratsprozeß gegen Genossen Dr. Karl Liebknecht". Bollzähliges tommende Zeit aushielte. Der älteste Arbeiter dieser Stategorie- ist widerlegt wurde, daß fein Arbeiter die in Betracht Erscheinen aller Mitglieder erwünscht Wie gesagt, wir halten das für zweifelhaft, Herr Fischbeck aber benutzt diese Entscheidung, um in seiner Vorlage zu folgenden Ausführungen zu kommen: Mit Rücksicht auf seine 27jährige Beschäftigung bei den städtischen Gaswerfen wollen wir indessen dem Mann eine Unterſtügung bewilligen, die im Hinblick darauf, daß er noch zu einem Drittel erwerbsfähig ist, etwa zwei Drittel desjenigen Betrages entspricht, welchen er als Ruhegeld er halten könnte, wenn er gänzlich arbeitsunfähig wäre." wäre. In der Ruhegeldordnung steht nur, daß der zu Unterstützende dauernd erwerbsunfähig sein muß, fein Wort davon, daß diese Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Invaliditätsversicherungsgefeges zu verstehen ist, nirgends ist von einer Drittelung oder sonstigen Teilung die Rede, sondern nur von einer dauernden Erwerbsunfähigkeit, also erwerbsunfähig für den städtischen Betrieb. Diefe ist aber festgestellt, sonst hätte man übrigens den Arbeiter nicht schon nach sechswöchentlicher Krankheit entlassen, sondern ihm wenigstens eine leichte Arbeit gegeben, wenn er sie zu leisten imstande gewesen Die Anschauung, einem im städtischen Dienst arbeitsunfähig gewordenen Arbeiter einen Teil seines ihm zustehenden Ruhegehalts zu gewähren, widerspricht erstens dem Sinn und Geist der Ruhegeld ordnung und ziveitens ist sie ein prächtiges Charakteristikum für den Sozialpolitischen Geist, mit dem Herr Fischbeck vorgibt erfüllt zu sein. Es ist der Stadt univürdig, einem Arbeiter, der 27 Jahre lang für sie tätig war, zu sagen: Für uns bist Du arbeitsunfähig, wir fönnen Dich nicht mehr auf Deinem Boften laffen, Du erhältst jedoch nur givei Drittel Deines Ruhegeldes, da Du angeblich noch leichte Arbeit verrichten kannst. Nun geh hinaus und suche Dir folche Arbeit! Die Stadtverordnetenversammlung hat sich allerdings dem Fischbeckschen Standpunkt nicht angeschlossen, vielmehr nach dem Gemeindeblatt" den Beschluß gefaßt, den Magistrat zu ersuchen, das volle Ruhegeld an den betreffenden Arbeiter auszuzahlen. Dieser Beschluß wurde herbeigeführt durch einen dahingehenden Antrag unferer Genossen. Herr Fischbeck aber wird sich weiter als Sozialpolitiker preisen und unsere Genossen als Gegner der praktischen Arbeit hinstellen. Dem Freifinn ins Stammbuch. Erklärung. Lichtenberg. Heute abend 82 Uhr findet im Lokal„ Schwarzer Adler"( Inhaber: Gebr. Arnhold), Frankfurter Chauffee 5, eine außer ordentliche Generalversammlung statt. Tagesordnung: 1. Rommunalverwaltung und politische Parteien". Referent: Gen. Grauer. 2. Ergänzungswahl zum Vorstand. 3. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten. Parteigenoffen! Angesichts der bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen wird erwartet, daß jeder Parteigenoffe zur Stelle ist. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Adlershof. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Lokal von R. Kaul, Bismardstraße, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. " Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Unsere Werbetruppen bei der Arbeit. 11 Monate beschäftigt; der beste Beweis, daß die ganze Staffelung eine Fata Morgana ist. Die Bodenarbeiter sollen nach neune jähriger Beschäftigung 1 M. pro Woche Zulage erhalten, aber die nicht zu knapp bemessenen lleberstunden will man ihnen nicht bezahlen. Den mit der Reinigung der Eisenbahn- Transportwagen beschäftigten Arbeitern will man auf ihr Verlangen probeweise Schutzbekleidung liefern. Die übrigen Arbeiterkategorien gingen gänzlich leer aus. Es ist ein schöner Anblick und ringt jedem Beobachtenden Es foll nicht vergessen werden zu erwähnen, daß der Dezernent des Bewunderung ab, wenn sich die Scharen der Arbeiter, ihre ist, der sich auf seine praktischen Leistungen auf dem Gebiete der Schlacht- und Viehhofes niemand anderes als der Stadtrat Fischbed färglichen Abend- und Sonntagsstunden opfernd, in treuer Sozialpolitik so viel zugute tut. Er denkt aber auch:" Richtet Euch Pflichterfüllung den nötigen Agitationsarbeiten unterziehen. nach meinen Worten, nicht nach meinen Taten!" Ist schon das Austragen der Flugblätter eine gar nicht so „ Die Gemeinde ist der Sitz des innersten Wolfslebens, die gering anzuschlagende Tätigkeit, so kann man sie doch im Ver- im fönigl. Amtsgericht Wedding gemacht worden. Man stellte feft, Diebe im Königl. Amtsgericht. Eine überraschende Entdeckung is Werkstätte, in der die edelsten Vollstugenden zur Entwickelung gleich zu dem am Sonntag stattgefundenen Abonnenten baß in fast allen Warteräumen dreiste Diebesburschen die ver gelangen sollen. Es darf deshalb kein unbescholtener mündiger. sammeln, als die leichtere bezeichnen. Bei der letzteren kommt schiedensten Gegenstände gestohlen hatten. Es wurden nicht weniger männlicher Staatsgenosse von dem Gemeinberecht ausgeschloffen neben dem Treppensteigen hauptsächlich die Werbekraft des be- als 12 Garderobenhalter und 22 Meffinghähne an den Toiletten bleiben, daher dieses Recht durch keinen Zensus beschränkt werden... treffenden Genossen in Betracht. Er muß reden wie ein Wein- vermißt. Selbst Thermometer fanden den Gefallen der Diebe. Bek „ Es ist die Festhaltung dieses Grundsatzes des gleichen reisender und argumentieren wie des gleichen reisender und argumentieren wie ein Rechtskonsulent". den Tätern handelt es sich jedenfalls um Leute, die sich als„ Zus Wahlrechts um so unerläßlicher, als den Gemeinden eine auto- Allen Einwänden muß er logisch und schlagfertig entgegnen, hörer" auf den Korridoren herumgetrieben und günstige Gelegen nomische Gewalt zu verleihen ist, fie von der Bevormundung durch ohne dabei die Geduld zu verlieren oder mißmutig zu werden. heiten wahrgenommen haben. Wie dreist die Diebesgesellen zu den Staat zu befreien find Man sehe nur mal zu, mit welchem Feuereifer, Ernst und Nachdruck Werke gegangen find, geht daraus hervor, daß sie sogar die Zylinder die Arbeiter und Dienstboten ein Gemeinderecht über diese einfachen Arbeiter ihre Sache vertreten und in schlichten eine bestimmte Spur der Täter ermittelt. von den Gasflammen fortgestohlen haben. Die Polizei hat bereits haupt noch nicht ausgeübt haben, ihnen durch diese Bestimmung Worten ihre Weltanschauung zum Ausdruck bringen. Treppauf, demnach ein neues und sehr wichtiges Recht verliehen wird." treppab, underdroffen liegen fie ihrer Pflicht ob. Von der Bedeutung 14. November eine außerordentliche Generalversammlung einberufen, Die Direktion der Berliner Omnibusgesellschaft hat zum Graf v. Arnim. T. v. Bethmann- Hollweg. der Sache förmlich durchdrungen, wenden sie sich von Tür zu in der zu dem Beschluß der Verkehrsdeputation die Tariffrage be Graf zu Dohna. Graf v. Jhenpliz. Tür, ohne sich durch ein gelegentliches unmutiges Gesicht oder treffend Stellung genommen werden soll. Die Direktion scheint Unsere Leser werden sich verwundert fragen: Wie kommen ein schroffes Wort abschrecken zu lassen. Noch einmal gesagt, auf ihrem Standpunkt beharren zu wollen, indem sie für die Fünfdenn die konservativen Namen unter eine solche Erklärung? es ist nicht leicht, das Werben neuer Abonnenten, aber gerade pfennigftreden unter allen Umständen 7% Pf. erheben will uns Mancher wird denken, wir erlaubten uns einen Scherz, um die Schwierigkeit erhöht den Reiz. bekundet auch nicht den ernstlichen Willen, mit dem von der Ver die schimpfenden Freisinnshelden zu ärgern. Mit solchen Getehrsdeputation gemachten Zugeständnis, 6 Pf. erheben zu dürfen danken ist man auf dem Jrrivege. Die vorstehenden Säße auch nur erst einen Versuch zu machen. In einem von der Gesell stehen wirklich in einer programmatischen Erklärung, die von schaft ausgehenden Schreiben heißt es, daß erwogen werde, bereits den Konservativen, Bethmann- Hollweg, v. Arnim und noch Ein alter Mann gesteht uns mit Stolz, daß er stets rot bor der Beschlußfassung der Generalversammlung die Einstellung eine Reihe anderer Junter unterzeichnet ist. Allerdings das wähle, aber den Vorwärts" dürfe er nicht abonnieren, sonst die Wege zu leiten. Wenn die Gesellschaft glaubt, damit irgend des Verkehrs auf einzelnen besonders unrentablen Pferdelinien in Dokument ist jetzt 59 Jahre alt. Aber durch sein Alter hat würden sie ihm die paar Pfennige, die er erhält, nehmen. es nichts an fritischem Wert eingebüßt, durch welchen die schofle Wir würden das Blatt gern bestellen, aber wir haben ja eine Preffion ausüben zu können, so ist sie sehr auf dem Holzwege Haltung des Freisinns die rechte Beleuchtung erfährt. Vor manchen Tag kein Stück Brot im Hause!" flagt uns eine Frau. 60 Jahren waren die Konservativen fortschrittlicher auf tom- Ein Blick auf die armselige Wirtschaft läßt ihre Angaben wahr munalpolitischem Gebiete als heute die Freisinnigen! Diese beschämende Tatsache kann nicht abgeschwächt werden durch Ein Hauswirt erklärt uns furz und bestimmt, daß er das aus den Niederungen der Freisinnigen Zeitung" laut jeden Mieter, der den„ Vorwärts" läse, fofort fündigen würde. werdende Geschimpfe gegen die Sozialdemokratie. Wir ver- Dieser Pascha scheint sich als Herr über Leben und Tod seiner muten übrigens, daß die Freisinnspresse mit ihrem Toben, Hausbewohner zn fühlen. Vielleicht müssen sie ihn sonst noch Schreien, Boltern und Gefeife gegen uns nur die sie an- bei höchst" dringlichen" Angelegenheiten um Erlaubnis fragen. flagende und mahnende Stimme des eigenen Gewissens über- Der Vorwärts" bringt zu wenig Annoncen!" hält uns tönen will, denn sie ist gesonnen, die Volksinteressen auch ein Mann entgegen. Unserer Frage, welche Annoncen er denn weiterhin zu verraten. eigentlich meine, weicht er aus. Partei- Angelegenheiten. " # 0 " Und was bekommt man zutveilen nicht für Antworten: Eine Frau sagt:„ Mein Mann bewirbt sich um bessere" Stellungen, darum geht es nicht." erscheinen. In der Zeitung stehen keine Neuigkeiten" und auch feine so schönen Geschichten", meinte eine Frau." Und so weiter. Die Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Sandelsleute und Apotheker schreibt uns: Unsere Heilstätte Müllrose ( Reg.- Bez. Frankfurt a. O.) ist fertiggestellt und es sind gestern die im Stadtforst Müllrose gelegen, umfaßt etwas über 14% Heftar ersten Stranten dort aufgenommen worden. Das Anstaltsterrain Männerflügel, Hauptgebäude und Frauenflügel bilden eine Gruppe von über 100 Meter Länge; hinter dem Hauptgebäude schließen sich Wirtschafts-, Maschinen- und Maschiniſtengebäude an; seitwärts befinden sich das Arzthaus, der Pferdestall, Gisschuppen, und im Sintergrunde der Schweinestall. Die Anstalt hält 58 Betten für Männer und 42 Betten für Frauen, hat eigene Ent- und Bes wässerungsanlage, elektrisches Licht, Dampffoch- und Waschküche, bunstheizung( System Käuffer). Die Gesamtanlage ist unter BeEntstaubungsanlage, reichlich ausgestattete Baderäume und Wasserrücksichtigung der neuesten Erfahrungen auf dem Gebiete des Heilstättenbaues ausgerüstet und ist die erste, welche von einer Orts frankenkasse für Lungenkranke neuerbaut wurde. Zur Lokalliste. Am 17. November cr. veranstalten der Gesang Gegen all diese Einwände muß man, soweit dies möglich berein„ Deutsche Treue" und der Lotterieberein Hoffnung" ist, versuchen anzufämpfen, um sie zu entkräften. Die gemeinsam in den Räumen der Dbb fellow Loge", Alte routinierten" Genoffen sind ja hierauf schon gewappnet und regender Straßenunfall hat sich am Sonnabend spät abends in der Mit dem Dreirad unter einen Auto- Omnibus geraten. Ein aufe Jakobstr. 128, ein Vergnügen, zu welchem man versucht, Billetts in so ist der Anlauf in zahlreichen Fällen von Erfolg getrönt. Charlottenstraße zugetragen. Der 19 Jahre alte Austräger August Arbeiterkreisen abzusetzen. Wir weisen darauf hin, daß das genannte und gelingt es nicht gleich, so trösten sie sich aufs Säfel, Leffingstr. 18 wohnhaft, war auf einem Dreirade durch die Lokal der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht. Da der Verein nächste Mal. Auf einen Hieb fällt kein Baum. Der Geschmack Charlottenstraße gefahren. An der Ecke der Schützenstraße fuhr das Soffnung" zum größten Teil aus Linoleumlegern besteht, so machen wir diejenigen, welche einer modernen Arbeiter des Lesepublikums ist nun einmal total verwildert durch die feile, Dreirad mit einem entgegenkommenden Automobil- Omnibus del organisation angehören, auf die eventuellen Folgen eines Boylott gleißnerische Lokal- und Sensationspresse, die mit blutrünftigen Linie A der Großen Berliner Motoromnibus- Gesellschaft zusammen. bruchs aufmerksam. Schauergeschichten, mit Hof- und Familienklatsch, mit öden mitsamt dem Rade wurde der junge Mann unter den Seraftwagen Blaudereien aus der„ oberen Gesellschaft", mit widerwärtiger erlitt schwere Ober- und Unterschenkelbrüche sowie innere Berlegungen. gerissen und eine längere Strecke mitgeschleift. Der Verunglückte Ausschlachtung pikanter Angelegenheiten aus dem Privatleben In bedenklichem Zustand wurde er in das Krankenhaus Moabit ein einzelner Perfonen die Volksseele vergiftet und von großen geliefert. Stulturfragen ablenkt. Für Boffen find folgende Aenderungen eingetreten. Gesperrt: Jänide, Bahnhofstraße, Ede Neuendorfer Chauffee. C. Nüffer, Weißer Schwan", Bahnhofstraße. Dähne, Deutsches Wirtshaus", Marktplatz. " 11 Hansche, Restauration Bur Deutschen Eiche", Weinberge. Alle anderen Lokale find frei. Der sozialistischen Presse bleibt es vorbehalten, hierin Montag in dem Restaurant von Krause, Pantstr. 14a von der Polizei Eine Spielergesellschaft wurde in der Nacht von Sonntag zu Berkehrs- und Versammlungslotal: A. Schimte, Barutherstr. 10. Bandel zu schaffen. Haben doch selbst heftige Gegner zu überrascht und eine Anzahl Spieler festgestellt. Die Lotalt ommission. gegeben, daß sich unsere Zeitungen durch ihre Reinlichkeit Bierter Wahlkreis. Der wissenschaftliche Vortrag am 23. bei Boeker, borteilhaft von den bürgerlichen abheben. An den Genossen fall, der au Bedenken Anlaß gibt, hat sich in der vergangenen Nach Durch abstürzenden Dachstuck erschlagen. Ein trauriger Unglüds. Weberstr. 17, muß umständehalber auf den darauffolgenden Mittwoch und Genossinnen liegt es, zu wirken von Mund zu Mund, fall, der zu Bedenken Anlaß gibt, hat sich in der vergangenen Nach Weberstr. 17, muß umständehalber auf den darauffolgenden Mittwoch wo und wann es nur sei, bis die Klatschpresse mit Schwung Baulstr. 11 wohnhaften Barbiers Bär, die Ehefrau Matilde Albertius, in der Paulstraße zugetragen. Die Schwiegermutter des in det berlegt werden. Am 17. November findet in den Lokalen Gewerkschaftshaus, auch aus dem legten Arbeiterheim hinausbefördert ist. hatte ihre Tochter, bei der sie wohnte, nach der Straßenbahnhaltestelle Keller( Inh. Freyer), Koppenstr. 29, Boeker, Weberstr. 17 und im begleitet. Als fie auf dem Rückwege an dem Hause Paulstr. 10 Elysium, Landsberger Allee, das Stiftungsfest des Wahlvereins statt. Berlegung des Stadtrings 1. Der Stadtring 1 der Großen vorüberging, löste sich oben vom Dach ein großer Studblock und Außerdem hat der Wahlverein zwei Urania Borstellungen zum Berliner Straßenbahn muß wegen Bauarbeiten teilweise bei Nacht stürzte in die Tiefe. Die harte Maffe fiel der Frau direkt auf den 24. November, nachmittags 1 Uhr und 4 Uhr veranstaltet. Billetts umgelenkt werden. Infolge einer Erneuerung der Kreuzungsanlage Stopf. Die Gewalt des niederstürzenden Studs war eine fo starte, à 65 Bf. find bei den Bezirksführern zu haben, Der Vorstand. an der Ede der Köpenicker und der Neanderstraße ist es notwendig, daß Frau A. zu Boden geschlagen wurde. Der Schädel war der Schöneberg. Genossen und Genofsinnen! Heute Dienstag, den die Linie in den Nächten vom 21. zum 22. und vom 23. zum Unglücklichen vollständig zertrümmert worden. Hausbewohner trugen 22. b. M., abends 8 Uhr, findet in der Schloßbrauerei eine Bolts- 24. Oftober von 1 Uhr nachts an umzulenten. Die Wagen fahren die Leblose nach der Wohnung des Barbiers. Man holte einen Arzt versammlung statt. Tagesordnung: Die Aufgaben der Sozialdemo- dann von der Andreasstraße nicht über die Schillingsbrüde, das herbei, der aber nur den Tod feststellen konnte. Die Getroffene war fratie. Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse August Bebel. Engelufer und die Köpeniderstraße, sondern durch die Breslauer-, auf der Stelle erschlagen worden. Die Leiche ist von der Behörde Erscheint zahlreich und rechtzeitig! Holzmarkt, Brüden- und Neanderstraße fowie umgekehrt. beschlagnahmt worden. Ueber die Ursache des verhängnisvolle g Unfalles ist durch die Polizei eine Untersuchung eingeleitet worden. Vermutlich ist der Stuck im Laufe der Jahre durch die Einlvirkung des Regens brüchig geworden und dadurch löste er sich allmählich vom Dachgiebel los. Ein falsches Mordgeriicht. Im Südosten Berlins war Sonntag abend das falsche Gerücht von einem Raubmordversuch verbreitet. Den Anlaß hierzu gab ein die Schattenseiten des GroßstadtlebcnS beleuchtender Vorfall, der sich in dem Hause Britzerstraße 16 ab- spielte. Die unter Sittenkontrolle stehende 46jährige Arbeiterfrau Marie Wenzel, die fest sechs Jahren von ihrem Manne getrennt lebt, hatte es verstanden, den 17jährigen Mechanikerlehrling Erich Her- mann aus der Wilhelmstraße an sich zu locken. Das ungleiche Paar vertrieb sich die Zeit mit Kartenspiel und im Eifer des Spiels verbat sich Frau Menzel ZärllichkeitSausbrüche des jungen ManneS. Ein Wort gab das andere und bald entstand ein Hand- gemenge. Hermann schlug seine Gegnerin inS Gesicht und packte sie an der Kehle. Auf das Hülfegeschrei der Frau eilten Hausbewohner hinzu. Der Lehrling ergriff ängstlich die Flucht und lief zum Hohen- staufenplatz, wo er von einem Schutzmann gepackt wurde. Im Laufe der Nacht wurde der angebliche.Raubmörder" nach dem Polizei- Präsidium gebracht. Da aber festgestellt ist, daß von einem Raub- inordversuch gar keine Rede sein kann, dürste der junge Mann bald wieder entlassen werden. Frau Wenzel ist nur ganz unerheblich verletzt. Ein tödlicher Unglücksfall hat sich gestern nachmittag in der Chauffeestraße zugetragen. Der Kutscher August RomanSky, Nazarethkirchstr. 36 wohnhaft, der in dem Engrosgeschäft von Eiche- mann beschäftigt war, wollte nach den, Keller hinuntergehen, um Waren heraufzuholen. Auf der Treppe blieb er mit den Hosen hängen und stürzte infolgedesien kopfüber ab. Er schlug mit dem ' Kopf so heftig unten auf die Steinfliesen auf, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Auch erhebliche innere Verletzungen zog sich ' E. beim verhängnisvollen Sturz zu. In hoffnungslosem Zustand lourde er in das Virchow-KrankcnhauS eingeliefert. DaS Theater an der Spree brachte an, Sonnabend zum ersten Male den Schwank:„Teleph o n g e h eimniff e* von Hermann Hausleiter und Max Reimann zur Aufführung. Uns ist nicht recht Ilar geworden, inwiefern der Titel des Schwankes mit den, Inhalt in Beziehung steht, es sei denn, daß sich in prekärer Situation befindliche Personen in der Telephonzelle versteckten. Der Hauptinhalt des Stückes besteht eigentlich in einer Anzahl Verwechselungen, die oft komische Situationen heraufbeschwören und das Publikum in eine recht heitere Stimmung versetzen. Diese Stimmung wurde er- bäht, daß einige recht hübsche Gefangscinlagen eingestreut waren, von denen die von Wanda komponierte:.Wie man im Dunkeln läßt" und ein.Potpourri" beifällig aufgenommen wurden. Der Schluß bestand darin, daß sich nicht weniger denn drei Liebespaare kriegten. Die Darsteller gaben sich Mühe, aus dem Stück etwas zu »lachen, leicht mag es ihnen nicht geworden sein. Radrennen zu Treptow, 20. Oktober. Die von, schönsten Wetter begünstigten Nennen boten bei einivanbfreie», Verlauf spannende Käuwfe. Das 50 Kilometerfahren mit Motor- t ü h r u n g<300, 200, 100 M.) gewann Fr. Haberer in 44 Min. 20>/z Sek.; Moritz 1840 Meter, W. Huber 3223 Meter zurück. Huber hatte bis zun, 17 Kilonieter die Führung, dicht gefolgt von Haberer, der von da an die Spitze nahm und seinen Vorspruna ständig ver- grvßerte. Huber blieb immer weiter zurück, so daß Moritz, der an- faugs drei Runden eingebüßt hatte, vom 32. Kilometer an den zweite» Platz belegte. DaS Hauptfahren über 1500 Meter<30, 20, 16, 10 und 5 M.) gewann Stabe vor Rabe, Hoffmann, Pawke und Hansen. In den VorlSufen endeten 17 Fahrer unplaciert. Jni P r ä in i e n f a h r e n über 5 Kilometer<30, 20 und 10 M.) siegte Rabe vor Palvke und Theiß. RundenprSiniei, von 6 M. erzielten Erxlebcn(zwei), Keil, Pawke und Rabe je eine. 22 Fahrer bestritten das Reimen. DaS M o t o r r c n n e n über 6 Kilometer<60, 30, 20 und 10 M.) wurde von Liese in 3 Min. 40'/? Sek. gewonnen; Aleckna 100 Meter, Sucher 210 Meter und Eckert 325 Meter zurück.■— Die Rennen verliefen ohne jeden Unfall. Sportpark Steglitz. Der„Große HerbstpreiSch ein Dauer- rennen über 100 Kilometer in zwei Läufen zu 40 und 60 Kilometer Uli» mit 4000, 2600, 1800 und 1600 M. ausgestattet, sah am Start die zurzeit besten Dauerfahrer: Guignard, Robl, Verbist und Wakkhour. Diese Besetzung in Verbindung mit dem prächtigem Hcrbstlvettcr sicherten der Rennbahn ein volles Haus. Der Sieger in beiden Läufen war Ver bist. Im ersten Laufe gab es schöne sportliche Kämpfe. Guignard. der die Führung hatte, wurde hart bedrängt von Verbist und diesem saß der Münchcner auf den Fersen. Nach mehreren abgeschlagenen Angriffen ging Verbist in der 48. Runde siegreich vor den Franzosen und nahm dann später auch Robl eine Runde. In, zweiten Laufe hatte Verbist vom Beginn ab die Spitze und bis zum 30. Kilometer waren alle drei Fahrer, mit Ausnahme von Walthour, der noch unter den Folgen iriiics letzten Sturzes zu leiden hat und darum heute keine Nolle spielte, in Abständen von zirka 150 Meter von einander. Jetzt ging Robl zum Angriff auf Guignard über und zog in scharfem Zuge an ihm vorbei. Der Franzose„schwimmt" und büßt viel Boden ein. Inzwischen nähert sich Verbist den, Münchener und passiert ihn in der 76. Nnnde. Auch Robl kommt von seiner Führung ab und Guignard holt auf. während Verbist beide überrundet. Das G e- s a in t e r g e b n i§ ist: 1. K. V e r b i st(Antwerpen) 100 Kilometer in 1 Stunde 14 Minuten 14»/, Sekunden. 2. Th. Robl 97,700 Kilo- »icler. 3. P. Guignard 96,960 Kilometer. 4. v. Walthour 91,800 Kilometer.— Die F l i e g e r r e n n e n vereinigten starke Felder und sahen Scheuer m au», Kurzmeier, Tech m er, Conrad u. a. als Sieger. Feuerwehrlicricht. An, Sonntagabend wurde die Berliner Feuer- ivchr sechsmal alarmiert. Es brannten Küchen in der Carmen Sylva- straße 5 und Alten Jakobstraße 33 sowie Lauben in der„Kolonie. Landsberger Allee 104, und eine Wohnung in der Cuvrystraße 49. In der Neiienbnrgcrftraße 26 war ein WafferlcitungSrohr geplatzt und Schönhauser Allee 186/186 waren Gardinen in Brand geraten. Der 16. Zug hatte längere Zeit in der Koloniestraße 21 zu tun, wo ein Stall in Flammen stand. Es gelang, die Pferde in Sicherheit D» bringen und den Brand mit zwei Rohre» zu löschen. Ein ähn- licher Brand beschäftigte den 7. Zug iu der Blumeiistraße 50a. wo ein Heuboden über einen, Kuhstall brannte. Die Flammen hatten reiche Nahrung gefunden und konnten erst nach längerer Löscharbeit auf den Stall beschränkt werden. Aus der Naunyustraße 19, Lüne» burgerstraße 23 und anderen Stellen wurden Küchenbrände gemeldet. Stroh und Kisten brannten in der Neuen Friedrichstraßc 69 und in einer Wcrkzeugfabrik in der Görlitzerstraße 36. Außerdem hatte die Wehr in der Gerichtstraße 16. Tnrmstraße 58, Langestraße 7. Skalitzer- straße 19 und an anderen Orten zu tun. Vorort- JVadmebten. Lchöneberg. Z» den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen nahm die Schöne- berger Gewerkschaftsversammlung Stellung. Nach einem Referat des Genossen K ü t e r, der aufforderte in den Stadtverordnetenwahl- kämpf mit allen Kräften einzutreten, wurde beschlossen, ein Flug- blatt zu verbreiten, in welchen, auf die Wichtigkeit der Wahlen hin- gewiesen werden soll. Den Bericht vom städtischen Arbeitsnachweis gab Genosse H e r t e r; er teilte mit, daß die Deputation beschlossen hat. für Vernnttelung von Dienstboten eine Gebühr von 3 M. zu erheben. Ferner sei beschlossen, in der Provinzpresse zu inserieren, weil das Angebot von Stellen die Nachfrage übersteige. Beide Bc- lchltisse wurden einer eingehenden Krilik unterzogen und betont, daß mo Vertreter für volle Gcbührenfrciheit einzutreten hätten; ebenso sei ras zznjeriere» in der Provinzpresse zu dekänipfen. Einen, vom Urbenertiirnvereii, gestelltes Gesuch um peluniäre Unterstützungen wurde nicht entsprochen, jedoch beschloß die Kommission, in den Gelverlschaften stir de» Verein einzutreten. Der Obmann fordert die Vertreter auf, in den Gewerkschaften zu den in nächster Zeit stattfindenden Gewerbegerichtsivahlen Stellung zu nehmen. Ferner macht derselbe auf die täglich geöffnete Bibliothek des Wahlvereins austnerkfan,. welche auch den Gewerkschaftsmitgliedern unentgeltlich zur Verfügung steht. Zehlendorf. Die letzte Gemeinbevertreterstbung stimmte der Verbreiterung der Prinz Friedrich Karlstraße zwischen der Alfen- und Fürsten- straße von 15 auf 21 Meter zu. Desgleichen wurde die Abänderung über die Bestimmungen für die Besoldung der Gemeindebeamten angenommen. Die nächsten beiden Punkte betreffen die Schaffung einer neuen Oberlehrer- und einer Vorschullehrerstellc am Gymna- sium, sowie die Gründung einer zweiten Obcrlehrerstelle an der höheren Mädchenschule. Nachdem man so in ausreichendem Maße für die Schulen der Reichen vorgesorgt hatte, muhte man auch für die Volksschule etwas tun, und man schwang sich dazu auf. auch hier zwei neue Lehrcrstellen zu schaffen. Nunmehr kau, der Clou des Abends zur Verhandlung, und man muß sagen, der Haus- und Grundbesitzerverein hatte nichts unversucht gelaffen, um seinen Sonderwünsehen die Annahme durch die Vertretung zu sichern. Daß eS anders kam, liegt nicht an den Gcmcindevertretern. die immer das allgemeine Interesse im Munde führen, aber stets das Sonderintercsse des Grundbesitzes und der Tcrrainspckulanten wahrnehmen. Es handelt sich, da in, nächsten Frühjahr der Bau der Kanali- sation begonneu werden soll, um die Wahl der Bctriebskrast für die Pumpstation und den ersten Ausbau der Kanalisation. Diese Fragen fanden nun die sonst meistens sehr einige Gemeindever- tretuna in zwei feindliche Lager geteilt. Der Gemeinde-Baurat empfahl die Dampfkraft als diejenige Bctricbskraft, welche am rentabelsten sei. DaS rief den unvermeidlichen Herrn Hammer auf den Plan, welcher ein und eine halbe Stunde' dazu brauchte, um den elektrischen Betrieb zu empfehlen. Vorher wollte er nur die Frage der Zentralisation oder Dezentralisation entschieden wiffen, und versuchte offenbar damit, die ganze Angelegenheit zu verschleppen. Er meinte, die Anlage von 10 bis 12 Kleinen Pump- stationen mit elektrischem Betrieb arbeitete viel schneller und sauberer als eine große Hauptstation. Die Vorlage sei eine Be- tastung des Grundbesitzes, und da Herr Hammer selbst Grund- besitzcr ist, darf man ihm glauben, daß das seine feste Ueberzeugung ist. Weiter führte er aus. die Lasten der Kanalisation den Haus- und Grundbesitzern aufzuerlegen sei ungerecht, sei eine Vergewalti- gung derselben. Dem Gemcindebaurat war es leicht, die Aus- führungen Hammers, zu entkräften. Gcmcindevertrcter Nicnkemper machte im Verlauf der Debatte den Vorschlag, die Beschlußfassung über die Frage, ob Zentralisation oder Dezentralisation der Pumpstation, auszusetzen, bis die Frage der Betriebskraft gelöst sei. Hiermit war die Versammlung ein- verstanden. Man schritt nun zur Entscheidung der Frage, ob Dampf oder Elektrizität als Betricbskraft gewählt werden solle. Hierbei wurde es auch klar, welche Motive die Herren leiteten, als sie gegen Anwendung der Dampfkraft redeten. Bei dem Dampfbetrieb braucht man nämlich eine Kcsselanlage, und durch den hohen Schorn- stein und den Rauch, der notwendigerweise dazu gehört, würden die Grundstücke entwertet und die Anwohner belästigt. Der Gemeinde- baurat zerstreute aber alle Bedenken dieser Art und sprach aus, daß bei der geringsten Störung im elektrischen Betrieb es vor- kommen kann, daß die Abwässer in die Wohnungen zurücktreten, weil der Ort nicht wegen der Höhe des Grundwasserspiegels wie andere Gemeinden einen Notauslatz herrichten könne. Auch der Bürgermeister� Dr. Köster, trat noch in Funktion und erklärte sich für die Dampfkraft. Bei der Abstimmung in erster Lesung ergab sich, daß die Vor- lagen des Bauamtes Annahme gefunden hatten. Es werden also eine Hauptpumpstation und nach Bedarf 6— 7 Unterstationen angelegt. Damit war die öffentliche Sitzung geschlossen und eS folgte eine nicht öffentliche. Adlershof. „Achtung? Der Staat ist in Gefahr!"— nämlich, wenn in einer öffentlichen Versammlung über Jugendorganisation gesprochen wird.— Diesen Eindruck mußte jeder mit nach Hause nehmen, der Zeuge der vorletzten Versammlungsauslösung war. Am letzten Dienstag tagte bei Wöllstein eine zweite, stark besuchte Protestversammlung. Genosse Groger als Referent zeichnete in anschaulicher Weise ein Bild zu obigem Thema. Wie die Politik der Nadelstiche gegenüber der organisierten Arbeiterschaft von den unteren Behörden ausgeübt wird, dafür bot Adlershof von jeher ein typisches Beispiel. Heute, jm Zeichen der Wiedergeburt des Liberalismus hat dieser Kampf mehr als lokale Bedeutung. Die Art und Weise der Delämpfung der Jugendorganisation, die Ver- leumdungslampagne des RcichSlügenverbandes, die mit der letzten ReichStagswahl einsetzte, die AuSweisungsandrohung gegen die Ge- nassen tzilferding und Pannekock sowie die oft drakonischen Ur- teile usw., am prägnantesten jedoch der Leipziger Hochverrats. Prozeß lassen uns deutlich das Ziel erkennen, wohin der Kurs geht. Redner schloß seine Ausführungen mit einem anfeuernden Appell an die Anwesenden, dafür zu sorgen, daß gegen die Mächte der Reaktion Sturm gelaufen werde. In der Diskussion ergänzte Genosse Maschke die Ausführungen des Referenten in längeren zutreffenden Darlegungen. Auch seine Ausführungen gipfelten in der Aufforderung an die Anwesenden, ihr bestes zu tun und mitbauen zu helfen an der freien Jugend- organisation. Die Bestätigung der im Referat geschilderten polizeilichen Bc- vormundung wurde sofort praktisch demonstriert. Der Versaimn- lung schien es durchaus nicht einleuchten zu wollen, daß sie nun gerade um 10 Uhr nach Hause gehen sollte, weshalb prompt die Auf- löfung erfolgte. Zossen. Ueber die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen referierte am Freitagabend in einer öffentlichen Versammlung im Lokal von Schimke Genosse K ü t e r- Schöneberg. Redner verstand es, in trefflicher Weise den Versammelten klar zu machen, wie notwendig eS ist, daß auch die Sozialdemokratie im Stadtparlamcnt vertreten ist. Die Versammlung nahm eine Resolution an,»ach welcher sie sich ver- pflichtet, bei den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen mit aller Entschiedenheit für die Kandidaten der Sozialdemokratie einzu- treten. Als Kandidaten stir die III. Wählerklaffe lvurden die Genossen Bauhülfsarbeiter Bernhard Schulze und Schlosser Adolf Vogt aufgestellt. Weisse», see. Einen schrecklichen Tod hat der Fabrikarbeiter Albert Krause ge- sunden. K. war in der Deutschen Gummiwarenfabrik von Au u. von der Halben in der Gustav Adolfstraße 114 beschäftigt gewesen. Als er mit einer großen Kanne Benzin, die er im Keller geholt hatte, die Treppe hinaufstieg, glitt er aus und stürzte zu Boden. Die Kanne entfiel seinen Händen und der Inhalt ergötz sich jetzt über den Körper des Verunglückten. Es entwickeltei, sich hierauf starke Benzin- gase, durch die K. völlig betäubt wurde. Als man später nachforschen wollte, wo K. mit dem Benzin bleibe, fand man ihn leblos auf der Kellertreppe auf. ES wurden sofort mehrere Aerzte zu Rate gezogen, doch hatten ihre Bemühungen keinen Erfolg mehr, K. war bereits an den Gasen erstickt. Pankow. Vom eigenen Fuhrwerk totgefahren wnrde der 45 Jahre alte Kutscher Adolf Groth aus der Gottfchalkstr. 7. Am Sonnabend abend fuhr G. mit einem hochbeladcnen Lastwagen durch die HeinerSdorferstraße. Während der Fahrt stürzte er vom Bock herab und fiel unglücklicherweise unter daS Gefährt. Die Räder gingen ihm über de» rechten Ann hinweg und trennten ihn vollständig vom Korper. Kurz darauf starb der bedauernswerte Mann. Reinickendorf. Wie mangelhaft oft Polizeibeamte über das Vereins- und Versammlungsrecht unterrichtet sind, zeigte sich, als Genosse B. vor einigen Tagen auf dem hiesigen Polizeibureau eine Versammlung anmelden wollte. Bei seinem Eintreten traf Genosse B. fünf Beamte an, von denen einer ihm den Rat gab, sein Anliegen schriftlich zu bewerkstelligen. Als dies der Genosse jedoch Person- lich zu tun den Wunsch äußerte, wurde er von dem Beamten ge» fragt, was es für eine Versammlung sein solle, von welchem Verein die Versammlung ausgehe und ob sie eine sozialdemokratische sei. Der Genosse entgegnete hierauf, daß er das anzugeben nicht ver- pflichtet sei, worauf ihm der Beamte mitteilte, daß er dann keine Bescheinigung ausstellen könne. Hierauf lud man den Genossen B. ein, etwas Platz zu nehmen. Nach längerer Zeit erschien der Beamte mit einem jungen Mann, seines Aussehens ein Bureau- bcamter, der nunmehr mit einem Fragespicl an B. begann. Da auch er keine weitere Auskunft über die anzumeldende Versamm- lung erhielt, verschwand er wieder in das Zimmer, aus welchem er gekommen. Genosse B. wandte sich nun an den Kommissar, der denn auch nach einigen Hin und Her das Verlangen des B. zu Pa- Pier brachte. Eine Anmeldebcschcinigung wurde B. aber noch nicht ausgehändigt; er entfernte sich, des Wartens müde, mit der Bitte, ihm eine solche kostenlos zuzuschicken. Der Genosse gibt in seinem an uns gerichteten Schreiben denn auch der Hoffnung Ausdruck, daß dies geschehen wird, da ja Reinickendorf in letzter Zeit eine Verstärkung von Polizeibeamten erhalten hat. Ueber die Entwickelung der Arbeiterbewegung referierte in der letzten Mitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Frei- w a l d t. Dem gemeinverständlichen und mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage folgte eine kurze Diskussion, in der nament- lich der bereits vom Referenten berührte Prozeß des Genossen Liebknecht besprochen wurde. Alsdann erstattete Genosse Bold den Bericht von der Kreiskonferenz. Unter Vereinsangelegenheiten wurde auf den am 26. Oktober stattfindenden Rezitationsabend verwiesen. Des weiteren wurde zur Sprache gebracht, daß bei Gemeinde- arbeiten eine große Anzahl ausländischer Arbeiter beschäftigt werden und die Steuerzahler am Orte wenig berücksichtigt würden. Den, Genossen Gemeindevertreter Schilling wuroe aufgegeben, die Angelegenheit in der Gemeindevertretung zur Sprache zu bringen. Nieder-Schönhansen. In der letzten Genieindevertretersitzung machte der Bürgermeister Abraham die Mitteilung, daß die Große Berliner Straßenbahn um Verlängerung der Linie 49 nach Nieder-Schönhausen