Nr. 252. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei, ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Big. Bojt. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Solland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. und Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pig., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Prozeß der Patrioten. Schmutzfluten haben sich drei Tage lang im Kleinen Schwurgerichtssaale zu Moabit ergossen. Am vierten Tage, den der Privatklageprozeß Moltke- Harden werden ließ, am Sonnabend goẞ man fübelweise Patriotismus darauf. Patriotisch troffen die Prozeßparteien. Von Schlachten Wunden und eisernem Kreuz erzählten Kläger und sein Anwalt. Hellmut v. Moltke, der Sieger von 1866 und 1870 wurde heraufbeschworen. Aber was Justizrat v. Gordon und Graf Kuno v. Moltke leisteten, das war doch nur Kinderspiel gegen die patriotischen Rasereien, die Harden und sein Verteidiger vollführten. Da blieb nicht ein Register ungezogen; laut erbrauste das Lied vom braven Mann, der das Sonntag, den 27. Oktober 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Die runde sprengte, daß nicht politische, sondern persönliche lichen Metallarbeiter der Zehnstundentag gefordert werde. Momente es waren, die ihren Sturz herbeiführten. Kein Endlich am 12. Februar kam die angekündigte Rede von Beumer, ehrlicher politischer Kampf hat sie gefällt, die Eulenburg und die aber sehr schwach war, so daß am 13. Februar die Resolution Moltke, nicht politische Erwägungen haben sie weggefegt, unserer Genossen angenommen wurde. Jetzt war die Drucksache sondern die Diftate einer Moral, die gerade in den hier in 216 nicht mehr Antrag Albrecht und Genossen, sondern Beschluß Frage kommenden Punkten sehr revisionsbedürftig erscheint. des Reichstages, und der Reichskanzler war nun amtlich verHätten Eulenburg und seine Getreuen sich auf Gesund- pflichtet, die Resolution dem Bundesrat mitzuteilen, sich also um beten, Spiritismus und anderen Hokuspokus beschränkt, hätte die Berhältnisse in der Großeisenindustrie zu bekümmern ihre Veranlagung oder ihr Verfall- wer vermags zu ent- Resolutionen vom April 1907 waren nur eine Wiederholung des scheiden nicht zu von der Norm abweichenden Betätigungen Antrages Albrecht und Genossen aus dem Jahre 1906 des Geschlechtslebens getrieben, sie würden vermutlich noch heute das Chr des deutschen Kaisers haben, sie wären für Bülow und andere unangreifbar geblieben. Von solchen Dingen hängt unter Umständen die Richtung deutscher Politik ab! Das Vorgehen der arbeiterfreundlichen Parteien, welches der Kongreß der christlichen Arbeiter begrüßte, war also ein Vorgehen der Sozialdemokraten, für das die Mehrheit des Reichstages bereits am 13 Februar 1906 gestimmt hat! ant Gewiß hat Fürst Bülow als Mitglied des Reichsverbandes zur Nur auf solchem Boden vermochte auch ein Maximilian Bekämpfung der Sozialdemokratie das Recht, sich über die SozialVaterland aus schwerer Gefahr errettet. Und umso aufdringlicher Harden zu dem zu werden, was er ist. Vermochte er, das demokraten und deren Anträge wegwerfend zu äußern. Die Großwürdige Pendant des ehrenwerten Paul Liman, in den Ruf tapitalisten, denen die positive Arbeit der Sozialdemokraten ein ließ sich dies Leitmotiv vernehmen, wenn Maximilian Harden, eines Politikers zu kommen. Nur in einem Lande wie Deutsch Greuel ist, werden sogar von ihm berlangen, daß er sich in edle Bescheidenheit gehüllt, erklärte, daß sein Verdienst land kann ein Harden eine Rolle spielen. Und nur in einem so äußert, wie er es beliebt Wenn aber die Anträge der Sozialtveit zurücktritt gegen die Tat des Monarchen, daß Maximilian solch rückständigen Lande findet er für seine pikanten, über- demokraten Beschlüsse des Reichstages werden, wie es Harden nur ein demütig flackerndes Dreierlicht zu sein sich gewürzten Ragouts von Personalien ein Publikum und eine 13. Februar 1906 mit dem Antrag Albrecht und Genossen, Nr. 216 bewußt ist vor der strahlenden Herrlichkeit des Kaiserthrones. Menge, die an seine politische Wission glaubt. Er nüßt der Drucksachen, der Fall war, dann ist der Reichskanzler, tro Aber ein Abglanz dieser Herrlichkeit fällt doch auch auf kaltblütig alle Mittel, die ihm geeignet erscheinen, solchen seiner Sozialistenfeindschaft, amtlich verpflichtet, die den braven Diener, und des Dieners Sache ist auch Eindruck zu verstärken. Er, der skrupelloseste der Kriegsheger, Anträge der Sozialdemokraten zu beachten. Nun erklärt er, die Sache des Herrn. Die wackeren Schöffen bom der zeitweilig nach einem Striege wider Frankreich geschrien hat den Beschluß des Reichstages von 1906 nicht beachtet zu haben, Amtsgericht Berlin werden, wenn sie, wie anzunehmen, fönigs mit dem Aufgebot all seiner Sträfte, er führt im Gerichtssaal sondern erst durch Wiederholung des inhaltlich gleichen Betreue Männer sind, in ihrem richterlichen Gewissen ernst- unter den Sünden der Eulenburgclique an, daß infolge ihres schluffes, auf die Verhältnisse aufmerksam gemacht zu sein! Dieses hafte Ueberlegungen anzustellen gehabt haben, als Herr unheilvollen Einflusses Deutschland zweimal vor einem Kriege Bekenntnis zeigt deutlich, wie sozialpolitische Beschlüsse des ReichsJustizrat Bernstein, dessen Hauptkraft sonst auf dem Gebiete mit Frankreich gestanden hat. Er, der Meister der drohenden tages von der unter der Leitung des Fürsten Bülow stehenden des drastischen bajuvarischen Wizes liegt, mit donnerndem Andeutung, der halben Worte, der persönlichen Disfredi Regierung behandelt werden! Pathos ihnen zurief, daß das Urteil in dieser Sache vom tierung, er erhebt schaudernd die Hände zum Himmel bei dem Von einer Regierung, die sich so über die Beschlüsse des ReichsRaiser bereits gesprochen sei! Durch die Entlassung der Gedanken, was geschehen wäre, wenn der Vorwärts" das tags hinwegsept, sobald die Ausführung der Beschlüsse die InterGulenburg, Hohenau und Moltke nämlich, und daß die Klage, Material erhalten hätte, das er fünf Jahre lang sorgfältig effen der Arbeiter berühren, erwarten die christlichen Arbeiter über die die Richter entscheiden sollten, eine Berufung gegen dieses verwahrt hat bis- bis zu dem Augenblid, der günstig schien, eine Förderung der Sozialpolitik! Geduld ist ja eine christkaiserliche Urteil set. Gegen ein kaiserliches Urteil, das doch es zum Teil zu verwerten. Der Vorwärts" fann Herrn liche Tugend, die am meisten von denen gepredigt wird, die jeder Untertanso war die unausgesprochene, aber deutlich Harden beruhigen. Der„ Vorwärts" führt teinen Kampf sie am wenigsten zu üben gebenken. Vorläufig fann Bülow erkennbare Randbemerkung in Demut als außerhalb jeder mit Hardenschen Waffen. Zwischen dem Boden, auf dein der sich noch auf die Geduld der frommen Arbeiter stüßen. Das ganze Diskussion und über jedem Rechtsmittel stehend anzuerkennen Kampf der Hofkamarillen und ihrer Troßknechte sich abspielt, Auftreten der christlichen Führer beweist aber, daß die Geduld habe. und dem Feld, auf dem die Kolonnen des Proletariats, den in den unteren Schichten bedenklich im Schwinden begriffen ist. laffenkampf, führen, gähnt cin Abgrund. Wie groß er ist, Sanger Zeit wird es nicht mehr bedürfen, bis die christlichen Ardas hat uns der Prozeß der Patrioten in scharfen Umrissen beiter ebenso über die soziale Fürsorge der Regierung denken, wie dargetan. die Sozialdemokraten. Diesen Umschwung in der Gesinnung der christlichen Arbeiter herbeigeführt zu haben, könnte Fürst Bülow sich als Verdienst anrechnen, wenn es feine Absicht wäre, Klassene Wenn irgend etivas geeignet ist, den widerwärtigen, ekelhaften Eindruck des Prozesses noch zu erhöhen, so war es diese Prostituierung des Patriotismus, mit der die Verhandlungen endeten, diese demagogischen Spekulationen auf den Knechtssinn, den Byzantinismus, der dem deutschen Normalbürger in besonders starkem Maße eigen ist. Der ,, Sozialpolitiker" Fürft Bülow. lampfstimmung auch bei den christlichen Proletariern wachzurufen! Politische Uebersicht. Berlin, den 26. Oftober 1907. Umsturz der Verfassung. Die Verhandlungen sind beendet. Das Urteil steht noch aus. Erst Dienstag foll es fallen. Aber das hindert uns Ginen Blick in die Geheimnisse der politischen Werkstatt des nicht, ein Fazit zu ziehen. Denn das Urteil ist hier nicht viel Fürsten Bülow gestattet die am Donnerstag gehaltene Rede des mehr als eine Formalität. Eine Privatsache der Moltke und Reichskanzlers an die christlichen Arbeiter. Er sagt:„ Die Verhand Harden, die sie beide lebhaft interessiren mag, die uns und lungen des Reichstages im Ießten Frühjahr haben die die Deffentlichkeit der ernsthaften Leute, die vor allemt das besondere Aufmerksamkeit der obersten Reichs- und Staatsbehörden deutsche Proletariat sehr wenig angeht. Db Harden frei aus- auf die Verhältnisse der Großeisenindustrie gelenkt." Er geht, oder ob er milde oder hart verurteilt wird, das ist für bekundet damit, daß ihm die Verhältnisse einer der bedeutendsten die Würdigung dieses Prozesses nur ein nebensächliches Industrien, in der mehr als 300 000 Arbeiter beschäftigt sind, völlig Einen eigenartigen Verlauf nahm am Freitag abend die unbekannt waren. Wenn man auch annehmen sollte, daß der erste staatsrechtliche Unterrichtsstunde des bon Mann, der in seinem Silvesterbrief an den Leiter des Reichslügen der Regierung in Potsdam verbotenen Kursus der in Potsdam. Der verbandes schrieb, daß es feinen Staat gebe, in dem mehr für Arbeiterbildungsschule die Förderung des geistigen und materiellen Wohles für die Ar- Vorsitzende, Genosse Ziemann, eröffnete den Kursus und beiter geschehen sei als in Deutschland, sich um die Lage der erteilte dem Genossen Kazenstein das Wort. Darauf Arbeiter gefümmert habe, so beweist er jeßt, daß diese Ansicht fragte der Polizeikommissar den Vorsitzenden, ob er soeben irrig ist! Jetzt gesteht er ein, daß ihm erst in diesem Frühjahr den Kursus cröffnet habe. Als der Vorsitzende diese Frage etwas über die Lage der Arbeiter in der größten Industrie zu bejaht hatte, erklärte der Kommissar: dann erkläre ich die Ohren gekommen ist. Ueber die Arbeiter in anderen Versammlung für aufgelöst. Hierauf der VorIndustriezweigen wird er noch weniger wissen! sigende: dann eröffne ich hiermit die öffentliche Moment. veranlassen. Vereinsamt. Der Prozeß der Patrioten, der Prozeß der Herrschenden war's. Der Prozeß einer faulenden, verfaulenden Klasse. Ein Prozeß, der einen Morast auf den Höhen der Gesellschaft" bloßgelegt hat, der das Recht der Beherrschten, das Recht der Proletarier, solchen Herren das Privilegium der Herrschaft zu entreißen, als bestes historisches Recht erhärtet hat. Wir sagen das nicht in pharisäischer Entrüstung über den Moltkeschen Cheskandal und die Potsdamer Orgien, die in ihrer großen Ausdehnung allerdings ein besonders marfantes Hier kann er freilich als Bureaukrat sagen, daß er nicht nötig Volksversammlung. Darauf wurde die erste staatsFäulnissymptom sind, sondern von der Betrachtung dessen aus, was dieser Prozeß über die politischen Zustände Deutsch- habe, etwas zu wissen, was nicht in den Akten steht. Aber auch rechtliche Unterrichtsstunde des Genossen Katzenstein in dieser lands ergeben hat. Herr Harden hat, so verkünden er und als Bureaukrat war er verpflichtet, schon vor dem letzten Früh- vorher angemeldeten öffentlichen Volksversammlung trok des sein Berteidiger laut genug, einen guten Stampf gekämpft für jahr die Aufmerksamkeit auf die Verhältnisse in der Großeisen- Verbots der Regierung abgehalten. des Vaterlandes Wohl und Ansehen. Worin bestand dieser industrie zu lenken. Bereits am 6. Februar 1906 hatte der Genosse Gegen das dem Gesetz widersprechende Auflösungsgebot Bolizeikommissars wird das gute Kampf? Herr Harden hat eine Kamarilla, eine Hof- ué im Reichstage alles das gesagt, was im April 1907 des Verwaltungsclique gestürzt. Zu weffen Gunsten? Bülow war der er- wiederholt wurde. Sués Rede machte einen gewaltigen Eindrud. ft reitverfahren eingeleitet und hierbei versucht werden, bitterte Feind der Liebenberger geworden, die ihn einst empor- Unsere Genossen brachten damals folgende Resolution( Nr. 216 bas Oberverwaltungsgericht zum einem Ausspruch über die getragen. Aber Bülow ist nicht der einzige Intereffent. der Drucksachen) ein: Verfassungswidrigkeit der Regierungsverfügung zu Nicht er wird jetzt das Ohr des Kaisers allein haben- in cinem Lande, wo das Staatsoberhaupt und nicht das aus dem Parlament hervorgegangene Ministerkollegium die Zentralstelle der Staatsgewalt ist, wo nicht die Nation, sondern der Monarch der Souverän ist, wo die papierne Verfaffung nur das Feigenblatt des tatsächlich bestehenden Abfolutismus der Krone ist, da wird es immer Samarillen geben und müssen sie immer sich neu gebären. Es hat einmal einen preußischen Minister gegeben, der offen gegen die Umgebung des Monarchen mit unverantwortlichen Ratgebern aufzutreten wagte. Das war der Reichsfreiherr v. Stein, dessen 150. Geburtstag in die letzten Tage fiel. Er hat anscheinend noch feinen Nachfolger gehabt. Harden hat uns erzählt, daß selbst Bismarck, der Eiserne, den Liebenberger Ring nicht sprengen fonnte. Caprivi fiel über ihn, Hohenlohe fand ihn als Sindernis vor, das ihn schäumen machte, und Bülow? Bülow war das Geschöpf Eulenburgs, des Königsmachers". Er hat Am 8. Februar fündigte der nationalliberale Bauernbündler der Liebenberger Tafelrunde genügt, so lange es ging. Und Lehmann an, daß Dr. Beumer auf Sués Rede antworten Aber die Vormundschaft der Freifinnigen Volkspartei hat diese dann hat er sie gehaßt, tödlich gehaßt, um mit Harden werde. Da das Zentrum sich viel auf die Arbeiter der schweren Vereine nicht nur vom Erfolge aufgewerkschaftlichem Gebiete abgehalten, zu reden. Aber wie sollte er imstande sein, die Leiter umzu- Industrie stüßt, durfte das Zentrum nicht schweigen. Am sondern sie hindert sie auch, ihre politische Pflicht ihren Mitwerfen, auf der er emporgestiegen! Es ist eins der fürchter- 9. Februar, also drei Tage nachdem Hué in die Qualſtätten der gliedern gegenüber zu erfüllen. Es ist kein Zweifel, daß die lichsten Armutszeugnisse für den politischen Entwickelungs- Süttenarbeiter hineingeleuchtet hatte, ergriff Giesberts das Mitglieder der Gewerkvereine ebenso wie jeder Arbeiter die grad des Deutschen Reiches, daß nicht der verantwortliche Wort und bestätigte die Angaben Sués. Er führte weiter unerträglichkeit der Dreillaffenschmach empfinden, daß die Entrechtung Leiter der Reichspolitik es war, der die Liebenberger Tafel- laus, daß in der Generalversammlung der grist in Breußen sie mit Bern und Erbitterung erfüllt, daß fie gewilt Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, daß eine eingehende Untersuchung der Arbeitsverhältnisse der Arbeiter in der Großeifenindustrie eingeleitet werde. Die Untersuchung wäre unter anderem auf folgende Punkte zu erstrecken: oder die Dauer der Arbeitsschichten; 2. über die Ueberstunden und leberschichten unter Berücksichtigung der Zahl der Ueberarbeit leistenden Arbeiter für jedes einzelne Wert, sowie der auf jeden Arbeiter entfallenden durchschnittlichen Zahl der Arbeitsstunden; 1. über die Dauer der täglichen Arbeitszeit 3. über die Einwirkung der Arbeitszeit sowie der Nachtund eberarbeit auf die Unfallhäufigkeit und die Erkranfungsgefahr für die Arbeiter; 4. über die Durchführung und die Wirkung der bis jetzt 4. über die Durchführung und die Wirkung der bis jetzt erlassenen Schutzbestimmungen für die Arbeiter; 5. über die von den Werksleitungen getroffenen Einrich tungen, wie Waschgelegenheit, Badeeinrichtungen, Räume zum Einnehmen von Mahlzeiten usw." Verhältnisse während der nun zu Ende gehenden Hochkonjunktur Diejenigen Arbeiterorganisationen, die allein trotz der günstigen eine Fortschritte gemacht haben, sind die Hirsch Dunderschen. Der Grund dafür ist vor allem in der schwächlichen, unentschiedenen, ja oft an den Verrat der Arbeiterinteressen streifenden Taftit dieser Verbände zu suchen. Dies ist nicht verwunderlich. Denn die HirschDunderschen stehen auch heute noch in höherem Grade unter bürgerlicher Dittatur als selbst die christlichen Gewerkschaften, in denen das bürgerliche Element wenigstens in gewerkschaftlichen Fragen allmählich bem proletarischen weichen muß. In den Gewerkvereinen geben aber noch immer Politiker der Freisinnigen Volkspartei den Ton an. Das bewirkt, daß diese Vereine immer mehr aufhören, für die moderne Arbeiterbewegung eine Bedeutung zu be= figen, sehr zum Schaden der Mitglieder dieser Vereine. " Liberale für das gleiche Recht! Eine Versammlung des Danziger liberalen Vereins hat " find, mit in die Reihen der Stämpfer für das gleiche Recht zu treten. I das Berliner Tageblatt" neulich konstatierte, ist von schiveren p Aber die Forderungen der Arbeiter spielen feine Rolle bei den Sorgen befallen. Ihn plagt das böse Gewissen, das ihm sagt, daß staatsmännischen" Erwägungen der Führer der Freisinnigen jene Politit, die Leute wie er dem Freifinn aufoftrohieren, selbst nach einem Referat des Abg. Münsterberg eine Resolution an Bolkspartei. Sie tut nicht das geringste für das Zustande den allzu geduldigen freisinnigen Wählern zu miserabel wird. Er genommen, die im Sinne Barths zunächst das gleiche direkte Tommen einer die Wassen erfassenden Wahlrechtsagitation, ja fürchtet, daß eine neue Partei sich bilden werde, nämlich eine und geheime Wahlrecht fordert, und im Falle diese Fordeihre Organe schweigen gefliffentlich auch die Bartei, die das freifinnige Programm vor allem in der rung nicht im vollen Umfange durchzusetzen ist, wenigstens als foliberalen undgebungen tot! Wahlrechtsfrage ausführen und nicht wird verhindern fortige Abschlagszahlung eine enderung der So hindert die bürgerliche Vormundschaft die Arbeiter an der wollen, wie die Bachnide, kopsch und wie die Blod. Wahlkreise und die geheime Abstimmung. Erlangung wirtschaftlicher Vorteile und der Erringung der politischen brüder alle heißen. Das Berl. Tagebl." bemerkt dazu: Gleichberechtigung. Es liegt im Interesse aller Arbeiter, daß auch Die Freisinnigen außerhalb der Fraktionen wollen sich Aber Herr Bachnicke fürchtet nicht nur den wirklichen Freisinn die Hirsch- Dunckerschen Vereine die Bande, die historische Tradition der Wähler, sondern auch den Fürsten Bülow. Zwar steht ein offenbar, wie aus dieser und den vielen ähnlichen Kundgebungen hervorgeht, mit theoretischen und programmatischen Versprechungen um ihre Bewegungsfreiheit gelegt hat, zerreißen, daß sie sich von Reichsvereinsgefes in Aussicht und vor allem die geliebte, nicht länger zufrieden geben. Das ist eine Erscheinung, die wir der freifinnigen Diktatur defreien und mitkämpfen in dem großen heißersehnte Börsenborlage, leider leider aber auch neue als überaus erfreulich begrüßen. Kampf um die Befreiung der preußischen Arbeiter von der Drei- Steuern, und zwar indirekte Stenern oder Monopole. die Führung der Unbeträchtlichkeiten, die sich von Bülow haben einHerr Pachnicke sieht: Die wirklich Freisinnigen brauchen sich nur Hassenschmach! Aber so rasch kann selbst der Freifinn des Herrn Bachnicke da nicht mithun, und so fleht er Bülow um Aufschub feifen lassen, nicht mehr gefallen zu laffen, und die neue Partei" ist Zwei Urteile über den Deutschen Arbeiterfongres". an. Denn daß die vereinigten Junker und Großkapitalisten fertig! Das Reich" erblickt den Glanzpunkt des christlich- den Block nicht dazu benutzen werden, 117 direkte Neichs Eine Schauermär". nationalen Arbeiterkongresses und zugleich die Bürgschaft steuern einzuführen, das ahnt auch Herr Bachnicke. Aber feines Erfolges in der Nede des Staatssekretärs b. Bethmann- ein Jahr kann Bülow noch warten und sich mit neuen bes Bayr. Waterland", wonach vom königl. Schloß Die„ Tagl. Rundschau" entrüstet sich über eine Meldung Hollweg. Der Minister," so heißt es in dem Stöckerblatt, Schulben behelfen. Dann, ja dann hofft Herr Pachnide, der nach dem gegenüberliegenden War st all ein unterirdischer Ganz befundete ein tiefes Verständnis für die große bie politit der Nationalliberalen im freigelegt werden solle, um für gewiffe Fälle die Nettung zu ermögFrage der Zeit. Und er ließ es nicht bei Allgemeinheiten sinnigen Lager besorgt, die geeinigten Liberalen" dazu lichen. Die„ Tägl. Nundfch." meint, unter Sigl habe das„ Bayr. bewenden, sondern entwickelte ein flares, bestimmtes gebracht zu haben, auch das zu schlucken. Aber freilich ganz Baterland" beffere Wige gemacht. Programm. Die Sorge, die beim Abschied des Grafen beruhigt ist Herr Bachnicke doch nicht und so erklärt er die Bildung Bojadowsky aufstieg, daß eine rückläufige Bewegung auf einer neuen Partei" für möglich. Man sieht, Herr Bachnide ent in recht sensationeller Aufmachung bereits vor Wochen im„ Berl. Sollte es dem Blatt völlig entgangen sein, daß diese Meldung fozialem Gebiete einsehen werde, ist wie eine Dunstwolfe ver- behrt des guten Gewissens, das ein sanftes Ruhekissen ist, und so TagebI." gestanden hat? Zwar hatte das Mosse- Blatt nicht bc= flogen. Es geht nicht rüdwärts, sondern vor ist es fein Wunder, wenn er von bösen Träumen geplagt ist. wärts!.. Es wird zwei Reichstagswinter dauern, bis hauptet, daß die unterirdische Verbindung Sicherheitszwecken dienen Da aber Herr Bachnide in unser politisches Urteil follte dazu, meinte es, eigne fich doch besser eine unterirdische ein endgültiges Urteil über unseren Arbeitsminister möglich so großes Vertrauen fegt, wollen wir ihm gerne ver- Berbindung mit der Alegandrinerkaserne am Stupferist. Aber das sagen wir doch: feit Sonntag hat er bei der raten, was für ihn in der Zukunft dunklem Schoße verborgen liegt. graben aber es hatte dafür erzählt, daß seinerzeit die Abgabe christlichnationalen Arbeiterschaft einen Stein im Herr Bachnide wird endlich dorthin gehen, wohin er gehört, zu den des Terrains, auf dem jetzt diefe militärische Zitadelle steht, von Rationalliberalen und mit sich mitnehmen die Herren der Militärbehörde unter dem Hintveis auf die Nachbarschaft Und all dieser Jubel wegen einer Rede, die der Minister Fischbed, opsch und Wiemer, wenn sie dann noch des Schlosses abgelehnt worden sei, obgleich gerade dies ainter gleich lebhaftem Beifall auf der Generalver Mandate haben, was z. B. sowohl bei Herrn Bachnicke selbst als Terrain für den Bau des Reichstagsgebäudes in Aussicht fammlung des Zentralverbandes Deutscher bei Herrn Nopsch, die mit fozialdemokratischer Hülfe genommen gewesen sei! ndustrieller hätte halten fönnen! Wesentlich gewählt sind gegen fonservative Blockbrider, noch sehr anders scheint der katholische Teil der christlichnationalen weifelhaft ist. Die„ Tägl. Rundsch." hätte also schon beffer gegen die„ SchauerArbeiterschaft über den Wert der ministeriellen Rundgebung mär" des„ Berl. Tagebl." polemisiert! zu denken. Die West deutsche Arbeiter 8eitung" Ein Peters- Urteil. ( M.- Gladbach) knüpft an die Bemerkung eines Berliner Wegen Majestätsbeleidigung Blattes, daß der Berliner Kongreß bom Regierungsglans nur durch Klagen gegen sozialdemokratische Blätter, sondern auch Monaten Gefängnis. Es handelte sich um eine alberne BeDer Peters sorgt für die ihm nötig scheinende Reklame nicht verurteilte die Straftammer in Köln einen Arbeiter zu drei ibersonnt" worden sei, an und meint, das Blatt könne recht durch das weniger wirksame Mittel von Vortragstourneen. Der merfung über das Verhältnis des Kaisers zu Frau Krupp. Der haben, wenn die Tatsache, daß die Regierung auf dem Stongreß Empfang, der ihm aber da bereitet wird, ist nicht immer seinen Staatsantvalt beantragte acht Monate. bertreten gewesen sei, Sonne" bedeute. Dann. heißt es wünschen entsprechend. Brett." 11 11 SHOW Im demokratischen„ Badischen weiter: Der Staatssekretär erhob sich sofort nach der Begrüßungs. Landesboten" schreibt Profeffor Hermann Hummelansprache des Borsigenden zu einer Rede, die troß ihrer Höflich- Karlsruhe über Peters und seine Zuhörer: feit und diplomatischen Verbindlichkeit nicht in allen Teilen Sonne" war. Herr v. Bethmann- Hollweg war vor= sichtig, zurückhaltend, mahnte viel mehr als er anerkannte. Vielleicht steht er jenen Kreisen nicht allzu fern, die einer frischen freien Machtentfaltung der christlichnationalen Arbeiterbewegung mit etwas angen begegnen. Der Baffus in der Nebe über die pofitiven Biele der Bewegung war schwach. Was der Staatssekretär versprach, war nicht viel ein Ausschnitt aus dem wohlbegründeten Wunschzettel der Arbeiterschaft." Auf der katholischen Seite der christlichnationalen Arbeiterbewegung scheint demnach Herr v. Bethmann- Hollweg durchaus keinen Stein im Brett zu haben. Auch über die Sympathiekundgebungen der bürgerlichen Parteien denkt das M.- Gladbacher Blatt wesentlich nüchterner als das Stöckerorgan. Die Westdeutsche Arbeiterzeitung" bemerkt, daß die Begrüßungen" der verschiedenen Fraktionsvertreter hier und da einen etwas parteipolitisch reklamehaften Anstrich erhielten". " " Aber war denn nicht der ganze ,, deutsche Arbeiterfongreß" ein Stüd Reklame für die Parteien der Herren Behrens, Giesberts und Genossen, die beweisen wollen, daß sie in der Arbeiterfreundlichkeit allen anderen voraus und namentlich der Sozialdemokratie in dem Erfolge auf dem Gebiete der praktischen Arbeit überlegen sind. Die Zeit der sozialdemokratischen Alleinherrschaft ist vorbei... Das aufgehende Gestirn trägt christlichnationales Gepräge" schreibt das Stöckerblatt init barnumhafter Reflamesucht. Angesichts solcher Großfprechereien foll man es den Junker- und Scharfmacherparteien nicht verübeln, wenn auch sie heftig in die Reklametrompete der Arbeiterfreundlichkeit stoßen. Das böse Gewiffen des Herrn Pachnicke. Herr Dr. Bachnide, dessen Liberalismus" sogar dem Fürsten Bülow schon unentschieden genug ist, ein Mitglied der Freisinnigen Vereinigung, Piepmeier, Staatsmann, fura Nationalliberaler, wie Die Siegesfeier. " Das Arbeitszimmer des Herrn Harden. An den Wänden fämtliche Jahrgänge der Zukunft", neuvergoldet und mit dem Stempel N. d. B.( Retter des Vaterlandes) verziert. Im Hintergrunde auf einer schnell gezimmerten Estrade der lorbeerbeträngte Schreibstuhl, auf dem die große Tat begangen wurde. Ringsum Beichen der großen Beziehungen des berühmten Mannes, darunter drei Weinflaschen, die er im Laufe der Jahre mit Bismarck aus getrunken. Unter Glas zahlreiche Empfehlungs- und Dankschreiben aristokratischer Damen, die in Chefcheidungsprozessen leben. An der Eingangstür zwei neugefleidete Diener und der Haushofmeister ( ehemals in Bismards Diensten), die mit Mühe die eintreffenden Deputationen zur Ruhe und Ordnung bringen. Der Naum ist überfüllt und immer neue Scharen drängen nach. Man bemerkt den Kriegerverein von Mannesheim mit einem Riefentorbeerfranze, der die Inschrift trägt: Dem zweiten Bater des Waterlandes. Drei Monsterathleten vom„ Klub der alten Deutschen" tragen ein Plakat, auf dem zu lesen: Seil dem Manne, der Du mannhaft und deutsch die alten Jdeale Hochhieltest." Prominente Schmöde aller Länder. Der Vorstand des Vereins zur Belämpfung geheimer Unfittlichkeit. Damen mit und ohne auf gelegtes Not. Uniformen aller Grade. Spigen der Kunst und Wissenschaft( so weit sie an der Zukunft" mitarbeiten). Herr Dr. Peters hat eine seiner Nontubinen ins Gefängnis geworfen. Er hat sie später hängen lassen. Wir glauben es nicht, aber wir wollen annehmen, er habe sich aus wichtigen Gründen dazu berechtigt geglaubt. Im Gefängnis aber und vor der Hinrichtung hat er die frühere Bettgenojjin prügeln lassen. Wiederholt! In die alten Wunden hinein! Einwehr lojes, gefesseltes Weib, das den Tag über in der Sonnenglut schuften mußte mit schwärenden Wunden. Dafür gibt es leine moralische Rechtfertigung. Damit ist Herr Dr. Peters für uns gerichtet, wir wollen nichts mit ihm gemein haben, nicht Luft und Sonne, nicht Brot und Salz. Abermals§ 175. In der Straffache des Reichskanzlers Fürsten v. Bülow gegen den Schriftsteller Brandt ist Termin zur Hauptverhandlung vor der giveiten Straffammer des Landgerichts Berlin II auf den 6. Rovember anberaumt worden. Die Verhandlung wird der Landgerichtsdirektor Busch leiten; fie findet im neuen Kriminalgerichtsgebäude in der Turmstraße statt. Von der Staatsanwaltschaft find als Belastungszeugen geladen: der Reichskanzler Fürst v. Bülow, der Geh. Rat Schee fer und der Neffe des Fürsten, cand. jur. Bernhard v. Bülow. Der Angeklagte, dem eine Einspruchsfrist von drei Tagen gestellt war, beabsichtigt einen umfangreichen eugen beweis anzutreten und will durch seinen Werteidiger Rechtsanwalt Barnau die Ladungen beantragen. Die fatale Oeffentlichkeit. Durchaus richtig bemerkt dagegen die Rhein.- West fät. Aber keine Furcht! Er findet genug, die ihn hören. Sie werden fommen, die bärbeißigen, dicksohligen Teutschen, denen das Maul von Blut trieft von Franzosenfressen, und sie die Dekadents mit Phantasiewesten und Korrespondent" bedauern lebhaft, daß die Standalosa bes Post, Magdeburgische Zeitung" und Hamburg. langschößigen Gehröden, und der wadere Bureaufrat mit den Moltfe- Brozeffes sich nicht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ab Kameraden" vom Kriegerverein, und dann die Offiziere! gespielt haben. Sie hoffen, daß man fünftig den Ausschluß der Sie auch, die teutschen Frauen, semmelblond und Wasser- Deffentlichkeit nicht so sparsam anwende. augen, und die im Reformfostüm und die mit dem Lorgnon! Alle die, welche Zeter schreien, wenn ein Dienstmädel verbotenerweise eine Wurst ißt, die übrig war, oder wenn ein besoffener Sozi" die Frau prügelt, oder wenn Arbeiter streifen, weil sie höhere Löhne wollen, oder, wenn die Magd ein Kind bekommt. Sie werden hingehen, ihn zu sehen, den Ergatten der Jagodja, den Kolonialhelden, der dem Vaterland allein und ohne Apparat eine Solonie erobert hat, wenn alles wahr ist, was er darüber sagt, und wenn nicht Graf Pfeil mit seinen neuesten Veröffentlichungen recht hat. Nur zu, wenn Ihr den Mut dazu habt mit Eurer sonst so sensiblen Mora I. Wir aber, wir Demokraten, die auch aus den Augen jenes armen Weibes das Menschliche qualbol und mit entsetzlichen Anklagen gegen Karl Peters hervorblicken sehen, wir weisen es weit von uns"( Disziplinarurteil gegen Buttkamer), von solchen Zeitgenossen Belehrung anzunehmen." Es ist für jeden, dem das Wort national nicht zur leeren Phrase geworden, dem noch etwas Empfinden für die Würde des deutschen Volkes übrig geblieben ist, sehr erfreulich, daß auch noch im deutschen Bürgertum solche Worte gefunden werden. habe, wie einst als Helbenagierer unter ihm. Wolle er zur Bühne zurückkehren, so würde das Kurtheater sich glücklich schägen, ihn unter glänzenden Bedingungen wieder aufzunehmen. Algemeines Gedränge. Eine Gruppe herausfordernd gekleideter Damen schiebt sich an die Estrade. Frieda Suldin tritt vor und beginnt: Wir von der Aderftraße haben jemeint, bei diese Feierlichkeit ooch nich fehlen zu sollen. Die schamlose Schmuskonkurrenz, die eene jewiffe Bande jedrieben hat, war reeneweg nich mehr scheen. Und wem haben wir det zu verdanken, wenn det nu anders wird und det Militär wieder zu seinen richtigen Traditionen zuriidlehrt? Herrn Harden! Er lebe hoch! Allgemeines Hallo. Der Triumphator weiß sich nicht zu helfen. Der Vorsitzende des Vereins zur Bekämpfung geheimer Unfittlichfeit" gerät in regelrechte Reilerei mit dem Damenkomitee, das nur lang- und gewaltsam und unter Berufung auf sein gutes Recht zur Teilnahme sich hinausbugsieren läßt. n 3eitung": " Wir vermögen diese Bedenken des uns fonst politisch so nahestehenden Blattes nicht zu teilen. Ohne weiter auf unsere Stellung nahme zu diesem Brozeß einzugehen, müssen wir sagen, daß wir die volle Deffentlichkeit für das einzig richtige halten. Die Vers handlungen lassen in einen solchen Abgrund sittlicher Verkommenheit schauen, bei Leuten, denen die höchsten Aemter im Staate anvertraut waren, die zu den Negenten deutscher Staaten die engsten Beziehungen haben, so daß das deutsche Volt ein Recht darauf hat, die Befeitigung diefer unwürdigen Zustände vor aller Augen vor genommen zu sehen. Mit dem System des Ver. tuschens ist hier nichts getan. Dadurch würde dic Sache nur noch schlimmer. In der Tat: der Ausschluß der Oeffentlichkeit würde nach den bie fich beleidigt Fühlenden das Licht der Deffentlichkeit zu scheuen Enthüllungen dieses Prozesses nur der Ansicht Borschub leisten, daß hätten! Wir zweifeln deshalb auch gar nicht daran, daß z. B. First Bülow einen Ausschluß der Deffentlichkeit bei seinem bemnächst stattfindenden Prozeß höchst unangenehm empfinden würde! Das Jutereffe des Klägers wie des Bolles ist hier durchaus das gleiche! allmählich ins Kazenjämmerliche übergeht. Was wissen die Vielzuvielen auch von seinen Gedanken und Motiven. Tausend Master und eine. Quirlendes Leben, das sich selber sucht und nicht findet. was gehen ihn im Grunde diefe Artikel und Reden noch an, morgen schreibt er andere, wie er jetzt schon andere denkt. Die Voltstribunenrolle mit dem Augenaufschlag nach oben fängt an ihm langweilig zu werden. Nache, Ehrgeiz find befriedigt. Das Ges schäft totficher. Er drängt zum Schluffe, läßt die Geehrten nicht mehr aus sprechen. Doch da ist noch etwas, das amüsanter erscheint. Orientalen, echte Orientalen werden herbeigeleitet. Weißtöpfe in langen Gewändern. Sie berühren den Boden mit der Stirn. Ihr Führer Achmed Salub spricht:„ Erhabene Trompete des Ruhmes, bie da Männer auf- und niedergehen heißt, wie Josna die Sonne! Maroffo, unfer armes Marokko sendet zu Dir und läßt Dir Kleine moralische Bause, in der Herrn Hardens imponierende fagen: Groß bist Du und mächtig. Und wir sind klein und Heldenschaft, die ohne Wimperzucken auch dieses Intermezzo über- ohumächtig. Unsere Scherisheit ist von derselben Art Männer um stand, sich ausredt. geben, von denen Du Euer Land befreitest. Weibischkeit und Schwäche Nene Gruppen rüden heran, überreichen ihm Lorbeer- und herrscht am Hofe. Keine Kinder werden mehr gezeugt und der Väter sonstige in der Jahreszeit gelegene Stränze. Zahlreiche Adressen aus Straft verrinnt im dürren Sande. Unsere Weisen aber sprechen: allen Gegenden werden verlesen. Der Verein ehemaliger Was wollt Ihr? Nimmt man nicht zu Haremswächtern Eur chen Generale ernennt den Jubilar zum Ehrenmitgliede wegen seiner und zu Höflingen- Höflinge? Wie könnten Männer fein, Verdienste um die Entdeckung des normalen Generals". bie nur zum Echo und find. zum Werkzeug berufen Blöglich werden die Türen aufgerissen, die Diener schaffen Blaß Unser Hof hat die Höflinge, die er berdient. Und hätte für eine hochfeudal aussehende Deputation, die zur Estrade schreitet. er sie nicht, so würde er fie dazu züchten, weil er ste Als die Unruhe aufs höchste gestiegen, erscheint Herr Harden Die Plebs wird rausgewiesen. Herr Harden fällt aus der Rolle, braucht". Also reden die Weisen. Bir aber meinen, in der frischgewaschenen römischen toga virilis. Er sieht aus wie steht auf und macht untertänigsten Diener. Der Sprecher der DepuDu müßtest uns helfen können. Hast Du doch die Rezepte des letzten Mephisto auf der Schmiere. Er setzt sich auf besagten Stuhl und tation Eurer großen Männer geerbt.( Harden grinst und schaut auf die läßt mit pomphaftem Gestus die Cour der Gratulanten beginnen. Graf Nebenregierung: Verehrter Herr Sarden! Na, leeren Flaschen.) Du sollst unser oberster Reichstammer Ein Oberlehrer feiert mit Begeisterter Grölftimme Hardens Ver- bas war ja nicht ohne. Entschieden Talent. Aeh. Dumme Bande jäger werden, und niemand soll an unserem Hofe weilen, dem dienste um die Monarchie und die Sittlichkeit und schließt mit den schiafelt von Moral, Baterland und dergleichen Stuß. Unter uns Du nicht das Siegel der Mannheit aufgedrückt hast. Heil Dir!" Solange Deutschland noch solche Männer hat, braucht braucht ja bavon keine Rede zu sein. Die Samarilla ist tot. Es Herr Harden überlegt, ob er nicht provisorisch den Bosten uns um die Zukunft nicht bange zu sein 1 lebe die Samarilla! Wir sind die glücklichen Erben! Methode ja annehmen könne, er hat nur Bedenken, wvoran er die Der Chor der Schmöde singt das Preislied des Journalisten nicht ganz nach unserem Geschmad. Aber Zwed und Erfolg ganz Eigenschaften des wahren 175 ers im Orient erkennen foll. mit dem Refrain: Diese Sterle sollen ja zu allem fähig sein. Aber schließlich hat er die Komödie fatt. Sie nochmal repetieren und dabei ernst bleiben, das wäre ekelhaft. Nie zweimal dasselbe. Während er mit gnädigen Worten abzulehnen beginnt, entsteht an der Türe ein wahnsinniger Lärm. In Scharen dringen die vereinigten Gefellschaften der Ur- und Selbsteigenen unter dem Nufe: Nieder mit Herr Harden läßt die von Deutschtum, Chriftlichkeit und den Feiglingen, wir wollen Euch zeigen, daß wir Männer find", Moral triefenden Neden in einer Stimmung über sich ergehen, die herein. Alles reißt aus, zuerst Herr Harden. Ha, welche Feder, Ha, welche Feder, Dergleichen fah man nie. Darauf erinnert der Direktor des Sommertheaters in LeerHausen an die glorreiche Bühnentätigkeit Hardens, die unter ihm begann. Er reklamiert ihn als Mimen, der auch vor Gericht all das glanzvolle Pathos und die schwunghaften Gebärden betätigt parfait. Gratulieren! Wenn die Zeit gekommen, werden wir uns Ihrer gern erinnern. Aeh. Aber ja auch so nette Affäre für fie. Voltsbeglüder, Vaterlandsbefreier, überall ganz entschieden beachtet. Mordsreklame. Held der Saison. Wie gefagt, fehr erfreut." Die Herren marschieren ohne weitere Formalität wieder ab. Die sonstige Menschheit wird wieder reingelassen. Selbstmord in der Kaserne. In der Kaserne des Infanterie- Regiments Nr. 65 in Köln er hängte fich nachts auf dem Abort ein Rekrut. Er hatte zu feinen Kameraden weinend und schwermütig gesagt, daß er das Leben in der Kaserne nicht ertrage. Harden und Liman. Die, Leipz. Voltsztg." schreibt: Im Prozeß der Leipziger Volkszeitung" gegen Liman vom 11. Mai 1907, to Herr Liman vor Gericht als Doppelschreiber enthüllt wurde, berief er sich auf Sarden, der ihm brieflich befcheinigt habe, daß er, Liman, ein ernsthafter politischer Schrift steller sei und feine Artikel aus lauteren Motiven geschrieben habe, daß sie als politische aufgefaßt werden müßten und politisch gewirkt hätten. Damit vergleiche man folgenden Antrag, den im Prozeß Harden Moltke gestern der Werteidiger Hardens, Herr Bernstein, stelte: Herrn Dr. Liman benenne ich als Zeugen und Sach verständigen dafür, daß Herr Maximilian Harden als ein ernsthafter politischer Schriftsteller gilt und diese Artikel aus Tauteren Motiven geschrieben hat, daß sie als politische aufgefaßt werden müssen und politisch gewirkt haben. P Ein Anblick für Götter, wie eifrig sich die beiden Schmods gegenseitig Ehrenatteste ausstellen." Finnland. Das Alkoholverbotsgesetz. Helsingfors, 23. Oftober.( Eig. Ber.) Die erste Lesung des Alkoholverbotsgesetzes vor der Volfsbertretung gestaltete sich zu einer abermaligen Kundgebung gegen den Senat. Diesmal fungierte als Anfläger der ehemalige Senator Professor Nevanliina( Altferomael). Die Mäßigkeitsbewegung ist in Finnland eine allgemeine Wolfsbewegung geworden. Noch zu Anfang des 19. Jahr hunderts zählte Finnland zu jenen Ländern, in denen der AlkoholKonsum pro Kopf am höchsten war. Jeder Bauer und jede städtische Kommune hatte das Recht, Branntwein zu brennen und man hielt damals den Bramutwein nicht nur für die Menschen, sondern auch fürs Bich für gut! wenn es sich um die rechtswissenschaftliche Begründung handelt.[ Organisationen wurde diese Stommission beauftragt, über die uf die Revision des Staatsantvalts mußte das Urteil aufgehoben Stellung der Parteigenossen und Organisationen dieses Rayons zu werden, weil die Strafe wahrscheinlich nicht so milde ausgefallen iener Frage Erkundigungen einzuziehen. wäre, wenn das Landgericht nicht den§ 193 verkannt hätte. Auch 18. November bevorstehenden allrussischen Parteifanferenz vorgelegt Das von der Kommission gesammelte Material wird der am ist nicht ersichtlich, ob nicht statt des§ 185 der§ 186 hätte an- werden. gewendet werden müssen. Väter Polizeiliches, Gerichtliches uTw. Im Jahre 1891 hat dasselbe Reichsgericht anerkannt, daß ein Ein Kolonial- Prozeß in Oberschlesien. Urteil eines Gerichts, auch ein außerordentlich falsches, eine Auf Grund von Berichten überwachender Beamten hatte der wissenschaftliche Leistung" sei und deshalb eine gegen diefes Urteil Staatsanwalt in Gleiwis eine Anflage wegen Beleidigung der gerichtete abfällige Stritit den Schutz des§ 193 des Strafgefegbuches füdwestafrikanischen Schußtruppe ivie des China- Expeditionsforps ( Wahrnehmung berechtigter Interessen) nach dem Gesez für sich habe. gegen unseren Barteigenoffen Trabalsti in Kattowitz, Sekretär Jenes Urteil betraf das Magdeburger Landgericht. Dieses hatte in der polnisch- sozialdemokratischen Parteiorganisation( P. P. S.), Widerspruch mit dem Gesetz gegen den Genossen Beus wegen konstruiert, und Herr Dernburg wie der preußische Kriegsminister Majestätsbeleidigung auf Ehrverlust erkannt. Dies ungeheuerliche hatten die erforderlichen Strafanträge dazu geliefert. Das LandUrteil war in der Magdeburger Boltsstinmme" scharf und abfällig gericht Gleiwit beschäftigte sich dieser Lage mit der Anklage. Zur fritisiert. Darauf wurde Genosse Dr. Bug wegen des Artikels unter Verhandlung waren 28 Beugen, meist Teilnehmer an den Ver Auflage gestellt. Das Gericht erster Instanz billigte den Schutz der fammlungen, in denen Trabalsti die beleidigenden Worte gesagt Wahrnehmung berechtigter Interessen nicht zu. Das Reichsgericht haben sollte, geladen. Die Beleidigungen soll Trabalsti in zwei hob dies Magdeburger Urteil auf, weil Urteile auch dann, wenn sie Wählerversammlungen in Gleiwib, wo er zuin Reichstag kandi in einer das Gesetz so fraß verlegenden Weise eine Strafe aus dierte, und in einer Matversammlung begangen haben. werfen, doch eine wissenschaftliche Leistung" bleiben. Dr. Lug wurde daraufhin freigesprochen, da die Form der Kritik die Absicht, das die längst weltbekannten Kolonialsfandale à la Peters, Arenberg, Trabalsti gab zu, in den beiden Wählerversammlungen über Urteil gebührend zu fennzeichnen, nicht aber deren Wehlan, Leist, Kannenberg usw. gesprochen zu haben, bestritt aber, Ohne ein zu beleidigen, erkennen ließ. Wort der den Unsinn gefagt zu haben, den die überwachenden Polizeibeamten Begründung hat nunmehr das Reichsgericht feine zutreffende ihrer vorgesetzten Behörde berichtet hatten. In der Maiversamm Ansicht geändert. Dies Urteil ist eine durchaus fehlsame trog lung hat er überhaupt mit einem Worte von kolonialen Dingen der Ansicht des Reichsgerichtswissenschaftliche Leistung". Die gesprochen, der überwachende Beamte nahm aber auf seinen Eid, Kritik muß in einem Stulturstaate frei, rücksichtslos frei sein. Dem daß T. gesagt habe:" Man hat das Militär nicht nach Afrika sucht der§ 193 Str.-G.-B. eltvas Rechnung zu tragen, indem er geschickt, um die Schwarzen aufzuklären(!), sondern um sie zu hervorhebt, tadelnde Urteile über wissenschaftliche, fünstlerische oder bestehlen und zu ermorden." In den anderen Versammlungen gewerbliche Leistungen" und ähnliche Fälle sind nur insofern strafbar, foll T. nach den Aussagen der überwachenden Beamten u. a. gesagt als das Vorhandensein einer Beleidigung aus der Form oder aus haben:" Die Schwarzen haben in ihrer Heimat glücklich gelebt; den Umständen, unter welchen sie geschah, hervorgeht. Wäre die als aber die Kulturmenschen, die deutschen Offiziere, famen, wurden Behauptung des Reichsgerichts richtig, daß sein Urteil weder eine fie mit Stetten an den Pfahl gebunden."" Vor dem Chinakrieg wissenschaftliche, noch eine künstlerische, noch eine gewerbliche Leistung, wurde der Reichstag nicht einberufen, das Militär wurde hinaus noch etwas dem ähnliches fei so ist die bescheidene Frage erlaubt: geschickt und die Mörderei ging los."" Die deutschen und russischen was ist denn dann ein Gerichtsurteil? Etwa das Ergebnis leiden- Soldaten haben in China Jungfrauen und Jünglinge vergewaltigt" schaftlicher Aufwallung, die Folge eines Frühstücks, das Endresultat.... Bei der Vernehmung des polizeilichen Zeugen bedient Ju der Mitte des vorigen Jahrhunderts begann der Kampf eines Safardspiels? dieser fich feines Notizbuchs, in welches er während der Rede Ts gegen den Alkohol, und sowohl die Herstellung als auch der Verkauf Der verkehrten Anschauung des Reichsgerichts und seiner Ab- sofort die markantesten Wendungen eingetragen haben will. Wie desselben haben sich seitdem so manche Einschränkungen gefallen wendung von der bisherigen Rechtsprechung liegt offensichtlich die der Vorsitzende feststellen muß, enthält der vom Beamten erstattete Lassen müssen. Der planmäßige Kampf gegen den Alkohol zivang Befürchtung freiester Stritit gerichtlicher Urteile zugrunde. Die Justiz Bericht die Aeußerungen T.s in anderer Reihenfolge und in in dem Notizbuch, was der alle Parteien, mit Ausnahme der schwedischen Volkspartei, während fürchtet die Kritik. Sie gewährt der Kritik nicht Schuß, sondern verfolgt anderem Zusammenhang, als der Wahlen im verflossenen Winter fich für das Verbotsgesetz zu era sie. Eine Justiz, die auf diesem Standpunkt angelangt ist, bezeugt Beamte damit zu erklären versucht, daß er bei Abfassung des flären. Dbwohl auch unter der Arbeiterklasse noch viele Alkohol- fich damit selbst, daß sie unter aller Stritit sei. Und das ist ein Berichts auch noch aus der Erinnerung hinzugeschrieben habe! Die freunde zu finden sind, ist nichtsdestoweniger gerade die sozialdemo- falsches Zeugnis. Die Justiz kann fehlen und die deutsche Justiz Beamten behaupten, T. hätte zumeist im oberschlesischen Dialekt fratische Partei diejenige gewesen, die am laute sten nach dem macht von ihrem Recht des Irrtums ausgedehntesten Ge-( wafferpolnisch) gesprochen, während Trabalski Beweis dafür anBerbotsgesetz verlangt hat, und eine der wichtigsten Aufgaben, die brauch. Freie Kritik ist notwendig, das Maß der tritt, daß er hochpolnisch gesprochen habe. Zwei bürgerliche Weiter etwas zu verringern. das Volk schließlich seinen Vertretern mitgab, war die Ausarbeitung falschen Rechtssprüche in etwas Teilnehmer an den Wählerversammlungen, nach ihrer eigenen cines Alfohol- Berbotsgefeges. weni ein Gerichtsurteil feine wissenschaftliche Leistung Erklärung von der Verwaltung der Huldschinskiwerke, wo sie Der Senat wußte sehr wohl, daß die Voltsvertretung von fich weshalb, wird denn dann nicht endlich mit der Institution, gelehrter Beamte find, abgefchidt, um sich einmal anzusehen, wie es dort aus ein derartiges Gesetz ausarbeiten werde. Doch wartete der Richter" aufgeräumt. Die Preffe darf und wird tros des reichs augehe"( d. h. natürlich, welche Arbeiter aus dem Werke an der Senat nicht darauf, sondern arbeitete feinerseits eine Vor- gerichtlichen Fehlspruchs die Stritit richterlicher Urteile nicht unter Versammlung teilnahmen), bestätigen die Aussagen der polizeiTage aus, die dem allgemeinen Verlangen durchaus nicht laffen. Tiefer aber als durch das reichsgerichtliche Urteil ist noch lichen Zeugen, obwohl sie sich an die einzelnen Aeußerungen des Redners nicht mehr recht erinnern föne. Einige Entlastungszeugen entgegenkommt, sondern geradezu ausgeflügelt ist, um das nie richterliche Tätigkeit eingeschätzt. Verbotsgesetz zu Falle zu bringen. Natürlich ist die zarische Re- Uebrigens verdient zur Illustrierung des Waltens der Gerechtig- bestreiten, daß T. in so allgemeinen Vusdrücken sprach, auch daß gierung in St. Petersburg gegen das Alkohol- Werbotsgefet, und feit in Deutschland daran erinnert zu werden, daß die Frankfurter er höhnisch und gehässig geredet habe. fie wird das Gesep der Volksvertretung ohne weiteres abweisen, Wolfsftinume" wegen genau desselben Artikels angeklagt und-Bezeichnend für die Fremdheit unserer Richter in den Dingen des praktischen und politischen Lebens war, daß der Vorsitzende zumal da sie nun weiß, daß der Senat dies Gesetz nicht unterstützt, rechtsfräftig freigesprochen ist. feine Verwunderung darüber aussprach, daß die Zeugen seine fondern bereits eine ihr viel genehmere Vorlage eingebracht hat. Frage, ob sie Sozialdemokraten seien, offenbar ungern beant Das Senatsprojekt legt das Schwergewicht in die Hand der einzelnen worteten. Als der Verteidiger das damit erklärte, daß die Zeugen Kommunen, von deren Entscheidungen es abhängen soll, inwieweit für ihre Arbeit fürchteten, wenn sie diese Frage bejahten, berdie Alkoholproduktion und der Handel nebst Einfuhr zuzulassen ist. Die Volksvertretung möchte dagegen das Verbot der Herstellung, der Socben erschien im Verlage der Buchhandlung Borwärts, sicherte der Vorsitzende, er habe die Leute nicht schädigen wollen Einfuhr und des Handels ein für allemal gefeylich festlegen. Berlin SW. 68, der Arbeiter- Notiskalender für das Jahr 1908. und werde die Frage an die nachfolgenden Zeugen nicht mehr Dieser in den Arbeiterkreisen allgemein beliebte Kalender bringt stellen. Der Staatsanwalt hielt die Anklage in vollem Umfange für auch in diesem Jahre wieder eine Reihe äußerst nüßlichen, ja Beradezu unentbehrlichen Materials für Partei- und Gewerkschafts- erwiesen und beantragte neun Monate Gefängnis! Das Gericht mitglieder. Als vorzügliches Nachschlagewerk ist der Kalender all- tam jedoch zur kostenlosen Freisprechung Trabalstis: Einmal sci jährlich in weitestem Maße von den Arbeitern benutzt worden; die strafbare Verallgemeinerung seiner Stritik doch nicht ganz er er sollte aber im Bejiz eines jeden Arbeiters und jeder Arbeiterin wiesen, dann aber fehle in mehreren Fällen der gültige Straf sein. Der vorliegende neue Jahrgang enthält u. a.: Die Reichs- antrag, der nicht vom Kolonialstaatssekretär und vom preußischen tagswahlen 1907 und die Nachwahlen.- Die Reichseinnahmen. Kriegsminister, sondern vom Reichskanzler und vom MarineftaatsDer Nutzen der sozialdemokratischen Vereine. Die deutschen Die deutschen Kolonien. Daneben bringt der Kalender einen Artikel über die sekretär hätte gestellt werden müssen. Endlich aber komme dem Gewerkschaften Deutschlands", Adressen der einzelnen Gewerk- Angeklagten, soweit nicht die Form feiner Aeußerungen beleidigend schaften, der Partei- und Gewerkschaftspresse Deutschlands, der deut- fei, der Schuß des§ 193 R. Str. G. B. zugute, da er als Wahlschen Gewerbeinspektoren, weiteres notwendiges Adressen- und Sta- redner und Reichstagskandidat bei seiner Kritik der Kolonialtistikenmaterial usw. Ferner ist dem Büchlein ein künstlerisch aus politik in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe. geführtes Bild der Reichstagsfraktion beigegeben. Der Preis bes gebundenen Kalenders beträgt 60 Pfennig. Erhältlich ist er in allen Partei- Buchhandlungen, sowie bei allen Kolporteuren. Diese Art des Entgegenarbeitens wurde von Nevanliina dem Senat vorgehalten. Der schlaue Politiker benuste eben die Gelegenheit, wo nichts auf dem Spiele stand, um seiner Partei wieder einmal den Schein der Opposition zu geben. Die Kommissionsvorlage wurde an den großen Sechziger- usschuß verwiesen; sie hat noch zwei Lesungen zu passieren. Die Annahme der Vorlage ist sicher; aber ebenso ficher ist es auch, daß fie in St. Petersburg verworfen wird, also dasselbe Schicksal erfährt, welches vielleicht dem bereits angenommenen Arbeitsgesez für die Bädereien von St. Petersburg her droht. Ein Gerichtsurteil iit keine wissenschaftliche Leistung. " 1 um Aus der Partei. Parteiliteratur. * Das Urteil ist viel besser, als man es bon preußischen, insbesondere von oberschlesischen Richtern erwarten durfte. Sehr zu bedauern ist aber der arme Herr Dernburg, der nun um seine heißerfehnte Genugtuung" tommt. Tiefer läßt sich schwerlich die Schwarzkunst der Juristen herabDas Protokoll über die Berhandlungen des Parteitages in fetzen als durch die Behauptung, Urteile eines Gerichts feien keine Gffen gelangt foeben seitens der Buchhandlung Vorwärts, Berlin, wissenschaftlichen Leistungen. Und doch hat diese Tiefstellung deutscher zur Ausgabe. Die Verhandlungen in Essen haben allenthalben Das Maß des Erlaubten". Bom Bochumer Schöffengericht Entscheidungskunst das Reichsgericht am Freitag auf die Revision das lebhafteste Interesse wachgerufen, namentlich waren die Refe- wurde am Mittivoch der verantwortliche Redakteur des„ Boltsblatt", eines Staatsanwalts hin zuwege gebracht und damit seiner eigenen rate Bebels über„ Die Reichstagswahlen und die politische Lage" Genoffe Steinkamp, wegen Beleidigung eines Lehrers zu einer früheren Anschauung über die richterliche Tätigkeit nicht zugunsten der und Wurms über„ Die Alkoholfrage" sowie die sich daran knüpfen Woche Gefängnis verurteilt. Die Beleidigung wurde in einem ArJustiz ins Gesicht geschlagen. den Debatten von großer Wichtigkeit und Tragweite für die or- titel erblidt, in welchem dem Lehrer vorgeworfen wurde, daß er Der Fall, in dem das Reichsgericht dem Gesetz, der Wissenschaft ganisierten Arbeiter. Weitgehendstes Interesse beanspruchen ferner einem Schüler nnmäßige Haue erteilt habe. Der Arzt erklärte, und dem im Kulturintereſſe notwendigen Bedürfnisse freiefter Kritit die Verhandlungen über den„ Bericht vom Internationalen Kon- die Büchtigung sei nicht über das Maß des Erlaubten hinausgerichtlicher Urteile diametral entgegengesezt geurteilt hat, betrifft greß in Stuttgart" und die" Berichte der Reichstagsfraktion und gegangen. Zwei einwandfreie Zeugen aber bekundeten, baß der des Parteivorstandes". Das 416 Seiten starte Protokoll foftet Junge zehn zwei Finger breite blutunterlaufene Streifen auf Gefäß die von uns am 11. Mai ausführlich wiedergegebene Verurteilung broschiert 1 M., fartonniert 1,25 M., in dauerhaftem Kalikoband und Rüden aufgewiesen habe! Der Knabe war nach der Büchtigung des Genossen Dr. Heinrich Braun. Bu 100 M. Geldstrafe wurde gebunden 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Partei- auf einer Wiese aufgefunden worden und nicht in der Lage gewesen, am 10. Mai vom Landgericht III in Berlin Dr. Braun wegen Be geschäfte und Kolporteure. allein nach Hause zu gehen! leidigung der Richter und Justizbeamten in Beuthen( D.- Schl.) So also sieht das Maß des Erlaubten aus... verurteilt. Ein zwölfjähriger Knabe und seine fünfzehnjährige Jnternationaler Sozialistenkongres Stuttgart 1907. Unter Schwester hatten Steine auf die Schienen der Straßenbahn gelegt, diesem Titel gelangt soeben das Protokoll der Verhandlungen in um einen Motorwagen entgleisen zu lassen. Sie sind vom Land- Stuttgart zur Ausgabe. Einleitend enthält dasselbe eine Schildes gericht Beuthen wegen Berbrechens gegen§ 315 zu je einem Jahre rung des gewaltigen Massenmeetings auf dem Cannstatter Wasen. Gefängnis verurteilt worden. Diesen Straffall besprach Dr. Braun Aus den Verhandlungen heben wir hervor: Der Militarismus und die internationalen Sonflitte. Die Rolonialfrage. Die in dem von ihm herausgegebenen Blatte. Das Landgericht Ein- und Auswanderung der Arbeiter. Politische Partei und hatte in seinem Urteil hervorgehoben, daß eine Kritik gegenüber Gewerkschaften.- Frauenstimmrecht. Das Brotokoll enthält auch gerichtlichen Urteilen berechtigt und wünschenswert sei. Solche die Berichte über die Verhandlungen der Stommiffionen. Ein Sach Kritiken unterstehen auch dem Schutze des§ 193 des Strafgesetzbuches, und Sprechregister erleichtern das Nachschlagen. Der Preis des der als einen Fall der Wahrnehmung berechtigter Interessen Protokolls ist 1,20 m., eine billige Ausgabe fostet 50 Pf. Bu be„ tadelnde Urteile über wissenschaftliche Leistungen besonders hervorziehen ist das Protokoll durch alle Buchhandlungen und Stolhebt. Dr. Braun habe aber durch den unter Anklage gestellten Ar- porteure. tikel die Grenzen berechtigter Kritik überschritten und durch die von III Bersonalien. In die Redaktion der Erfurter Tribüne" treten ihm gewählte form die Absicht der Beleidigung fundgetan. Die an Stelle der nach Verbüßung längerer Gefängnisstrafen ausschei Beleidigung liege in der Ueberschrift und in einer Reihe von Aus denden Genossen Dornheim und v. Lojewski Genosse Be gold von brücken, die den versteckten Vorwurf der Parteilichkeit und der leicht der Themnizer Boltsstimme" und der bisherige Redaktionsverfertigen Feststellung strafbarer Tatsachen in beleidigender Form treter Genoffe Dahl. Genoffe v. 2ojewski geht nach Sonneberg an den Thüringer Boltsfreund". enthielten. Aus dem russischen Parteileben. Gegen das Urteil hatten der Angeklagte und der Staatsantvalt Revision eingelegt, der letztere deshalb, weil er darin, daß dem Angeflagten wenigstens bedingungsweise der Schutz des§ 193 Rußlands teilt mit: gebilligt worden ist, einen Nechtsirrtum erblidte. Das Reichsgericht verwarf die Revision des Angeklagten, hob aber auf die Nevision des Staatsanwalts das Urteil, soweit es auf 100 M. Geldstrafe er lamute, auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück. zu Das Zentralfomitee der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Auf der letzten Sigung des Zentralfomitees wurde beschlossen, in die verschiedenen Rayons Rußlands eine Kommission zur Prüfung der Lage der Parteiorganisationen fotvie der momentanen Parteiarbeit an den betreffenden Orten zu entfenden. In der Begründung wurde ausgeführt: Gerichtliche Urteile als solche find feine wissenschaftlichen Leistungen(§ 198), höchstens In Anbetracht der babsichtigten Bereinigung der im Südwestund Nordwestgebiet Rußlands existierenden parallelen nationalen Bom Kampf gegen den Militarismus. Bei den lebten Herbst. übungen und in Manöver war das Reserveregiment Nr. 53 einiger maßen angestrengt worden. Auch wurden den Soldaten gegenüber öfters Redewendungen gebraucht, die in keinem Komplimen tierbuch stehen. Endlich soll manchmal die Verpflegung nicht zwedentsprechend gewesen sein. Ueber alle diese Dinge hatten, nach Erinnerungen von Reservemännern, die Stemscheider Ar beiterzeitung" und die Bergische Voltsstimme" in Solingen je einen Artikel gebracht. Durch beide Artikel sollen Offiziere und Unteroffiziere des damaligen Referberegiments Nr. 53, soweit sie jetzt noch dem 7. Armeekorps angehören, beleidigt worden sein. Das Landgericht Iberfeld hat deshalb den Solinger Redakteur, Hans Deifel, zu 6 Wochen und seinen Remscheider Kollegen Grütz zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. Ausbrüde wie" Hammelherde"." Schweinehunde"," faule Blaje" haben sich allerdings, wie festgestellt ist, die Soldaten gefallen laffen müffen. Aber tros dieses gelungenen Wahrheitsbeweises wurde eine Beleidigung aus formalen Gründen für erwiesen angenommen, weil die Behauptungen der Artikel in ironischem und höhnischem Tone gehalten" feien. Daß die Soldaten viehisch und schifanös behandelt worden seien, bezeichnet das Urteil als durchaus haltlos. Die Revision der beiden Breßsünder behauptete u. a. Verfennung des§ 193. Das Reichsgericht verwarf aber am Freitag die Revision und änderte nur das Urteil unwesentlich ab, soweit es fich um die dem Generalfommando des 7. Armeekorps zugesprochene Publikationsbefugnis Handelt. Soziales. Zum Schuh der Arbeiter gegen Unfälle. wunden anerkannt. auf 2-3000 m. erkannt. Deutsches Reich, Deutscher Metallarbeiterverband. auf eigentümliche Gepflogenheiten von kaufmännischen Prinzi- haber ehemals boyfottierter Firmen ihre Zusage, gestützt auf den palen aufmerksam, die schon wiederholt große Entrüstung in Ausgang der Böhmschen Klage, zurückgezogen haben und den Reihen der Angestellten hervorgerufen haben. Es handelt ihr Wort nicht halten wollen. Zu gleicher Zeit wurden In Breslau besteht, wie wir bereits vor einem Monat mit sich nämlich um eine Erschwerung der Engagements und da- aber in der Engros konfektion die Forderungen des Verbandes an teilten, seit 5 Wochen eine Modellausstellung zur Ver- mit der Eristenzbedingungen für die Handlungsgehülfen und hütung von Unfällen". Arbeiter haben sie aus Eigenem Gehülfinnen. Schon öfter hat der Zentralverband dagegen System der Heimarbeit ist endlich Bresche gelegt, die Durchführ Alles in allem genommen fann daher gesagt werden: Jn das veranstaltet. Arbeiterorganisationen brachten die nötigen Mittel Front machen müssen, 3. B. als die sogenannten D.- Banten barteit eigener Betriebsräume und guter Arbeitsbedingungen er auf und im wesentlichen Arbeiter sind es, die durch Besuch der sich verpflichtet hatten, nur mit gegenseitiger Erlaubnis wiesen und eine größere Anzahl Arbeiter den degenerierender Ausstellung die Kosten decken. Diese für die gesamte Bauarbeiterschaft höchst wichtige Ver- Leute anzustellen, die cine Stellung bei einer D.- Bank be- Wirkungen der Hausindustrie entzogen. anstaltung erfreut sich auch des Interesses vieler Behörden, kleidet hatten. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung sahen namentlich derer, die mit dem Arbeiterschutz zu tun haben und sich diese Banken veranlaßt, ihr Abkommen zu widerrufen. Achtung! Rohrleger, Helfer, Kupferschmiede! Die Kollegen an der Verhütung von Unfällen im Bauberufe interessiert sind. In der Seidenbranche stand es ähnlich so und auch der Firma Dose u. Middendorf in Hamburg haben wegen Magistrat, Stadtverordnete, Innungen, Bauberufsgenossenschaften, hier mußten erst große Proteste erhoben werden, ehe die Be- tariflicher Differenzen die Arbeit niedergelegt. Die Kollegen Baugewerksschulen, Technifer, Architekten, Baupolizei und andere strebungen der Prinzipale, sich zum Schaden ihrer Angestellten werden ersucht, etwaige Arbeitsangebote der Firma zurückzuweisen. haben wiederholt die Ausstellung besucht und ihren Wert unum vor gefürchteten Nachteilen zu bewahren, zurückgedrängt Der Betrieb ist bis auf weiteres gesperrt. Dieser Arbeitergründung ist jetzt eine ganz besonders inter- werden konnten. Mehr noch als unter der vielbesprochenen effante Anerkennung zuteil geworden: Die Regierung hat die als Konkurrenzklausel müssen die Handlungsgehülfen und-Ge- In der Hofpianofabrik von Julius Blüthner in Leipzig Sozialdemokraten überall bekannten Veranstalter der Ausstellung hülfinnen unter dieser Praris leiden, von der jetzt auch die sind gestern mittag 600 Arbeiter ausständig geworden. Der Zus amtlich gebeten, für Rechnung der Regierung ein großes Modell, Konfektionsbranche bedroht ist. Unter großen Firmen 34g von Klavierarbeitern, Tischlern usw. hat zu unterbleiben. das plastisch illustriert, wie Gerüste beschaffen sein müssen, um dieser Branche ist über heimliche Abkommen nach Der Streik der Tischler, Maschinenarbeiter und Lackierer in Unfälle zu verhüten, anzufertigen. Ein solches Modell stellt sich dieser Richtung berhandelt worden. Daß in der Neu- Isenburg dauert unverändert weiter. Die bom BürgerFreilich ist es nicht die preußische, sondern die luxemburgische langt wird, daß der bisherige Prinzipal nichts gegen die Anzu Westhofen in Hessen ist der Zuzug der genannten Berufe fernTuch branche tatsächlich schon bei Neuengagements vermeister angestrebten Einigungsversuche scheiterten an der ablehnenden Haltung der Unternehmer. Auch von der Möbelfabrik Kraft Regierung, die so offen bekennt, daß sie im Interesse der Unfall- stellung bei der anderen Firma einzuwenden habe, dafür zuhalten. verhütung von Arbeitern etwas zu lernen bereit ist. Die Kgl. Baugewerksschule in Breslau, die Architekten aus- legte der Referent der Versammlung Briefe vor, die diese Bebildet und in hervorragender Weise auf die praktische Mithülfe hauptung bewiesen. Zwei große Firmen hatten die Anstellung ist es den Nürnberger Gewerkschaften gelungen, eine 3entral. Zentralherberge in Nürnberg. Nach jahrelangen Bemühungen der Arbeiter angewiesen ist, steht mit den Leitern der Ausstellung eines Gehülfen davon abhängig gemacht, daß er die Erlaubnis her berge zu errichten. in Verhandlungen zweds eventueller Uebernahme der ganzen Aus- feines Prinzipals beibringe. Das alte Patrizieranwesen Bum Der Redner wies darauf hin, historischen Hofe" wurde gepachtet und zu einer Zentralherberge ftellung für den praktischen Anschauungsunterricht in der Bauges wie es allein schon höchst ungerecht sei, einen taufmännischen und zu einem gemeinsamen Verkehrslokal der Gewerkschaften um werksschule. Die Direktion der Schule hat sich wiederholt durch Lehrling drei Jahre lang auszubilden mit dem ausdrück- gewandelt. Der" Historische Hof" wurde im Jahre 1500 erbaut den Augenschein davon überzeugt, daß die Lehren, die die Arbeiter lichen Hinweise, daß er sich Branchenkenntnisse er- und war seitdem im Bejize mehrerer alter Patriziergeschlechter, hier modelliert zur Beachtung empfehlen, wert sind, im gesamten werben müsse und später ihn mit allen Mitteln zu verhindern bis ihn die Neuzeit zu anderen Zweden bestimmt hat. Am 24. Of. Bauberufe befolgt zu werden. Die Ausstellungsgegenstände- Baugerüste aller Art, Haus- Modelle, Baubuden, Tiefbauverkleidungen sucht, diese erworbenen Kenntnisse zu verwerten. tober wurde die Herberge dem Betrieb übergeben. Es sind vors und allerlei Schuhvorrichtungen usw. Der Handlungsgehülfe, der sich heute damit abfinden muß, erhöht werden. Die 60 Betten sind in 24 Schlafsälen und Einzel läufig 60 Betten eingerichtet, die Bettenzahl fann auf das doppelte repräsentieren einen Materialienwert von mindestens 10 000 M. Der wirkliche Wert daß er sein Leben lang Angestellter bleibt, muß unter allen zimmern, die durchweg hell, luftig und geräumig sind, untergebracht. ist noch weit höher, weil sehr viel Arbeit unentgeltlich von den Umständen so viel Bewegungsfreiheit haben, daß er möglichst Die Herbergsräume find elektrisch beleuchtet. Die Bade- und Des Arbeitern nach Feierabend geleistet ist und weil sämtliche dort ge- gute Arbeitsbedingungen erzielen kann. zeigten Neuerungen der eigenen Erfindungsgabe der Arbeiter ent- notwendig, daß er sich organisiert, wie es der Industrie- werden. Dazu ist dringend infektionseinrichtung fann erst im Januar in Betrieb genommen Es ist deshalb vorläufig ein provisorisches Bad ein. Die Arbeiter können stolz darauf sein, daß sie mit ihrer arbeiter fut, um dem Unternehmer nicht machtlos gegenüber- gerichtet und Vorsorge getroffen, daß infizierte Kleider außerhalb Schöpfungsgabe bahnbrechend vorgegangen sind. Wenn die Be zustehen. Die folgende Resolution wurde gegen wenige, ver- nachten ist auf 40 Pf. festgesetzt, Bäder und Desinfektion der Kleider der Herberge desinfiziert werden können. Der Preis für Ueberhörden dafür sorgen, das Interessante und Lehrreiche, daß fie an einzelte Stimmen angenommen: der Ausstellung offen gelobt haben, in die Braris umzuseßen, so inbegriffen. Wenn sich die Anlage der Herberge mit einer neu Die heute, am 25. Oktober, in den Arminhallen zahlreich errichteten auch nicht messen kann, so wurde doch versucht, ohne wird binnen kurzem als Erfolg sich deutlich eine rapide Abnahme versammelten Handlungsgehülfen erklären, daß sie in dem Ge- Rücksicht auf die sehr erheblichen Kosten, die Anstalt aufs modernste der jekt so zahlreichen Unglücksfälle im Bauberufe bemerk baren der Herren Chefs, Neuengagements davon abhängig zu einzurichten. bar machen. machen, daß die Zustimmung des bisherigen Prinzipals erteilt wird, einen durchaus unberechtigten und ungehörigen Eingriff in ihre Rechte als Arbeitnehmer erblicken. Sie protestieren energisch gegen eine Einführung derartiger Unfitten und empfehlen den Kollegen und Kolleginnen als bestes Abwehrmittel die Organis fation, speziell den Zentralverband der Handlungsgehülfen und -Gehülfinnen Deutschlands. sprungen sind. Wie man Arbeiter fesselt. Die Wohlfahrtseinrichtung mit dem raffiniert ausgeflügelten Prämiensystem, die die Firma Bestehorn in Aschersleben schaffen wollte, ist, kaum geboren, schon wieder gestorben. Die Arbeiter haben gleich dagegen Protest erhoben und nach Verhandlungen mit der Arbeiterkommission, an denen der Verbandsvors fizzende der Lithographen und Steindrucker teilnahm, zog die Firma den Entwurf zurüd. Das war jedenfalls das Gescheiteste, was sie tun konnte. Die Bestimmungen des Statuts bleiben darum doch ein wertvoller Beleg dafür, auf welche Weise das deutsche Unternehmertum die Arbeiter einer modernen Sflaverci zuzuführen sucht. Zur Bleiweißfrage. Durch mehrjährige eingehende Versuche seitens der preuBifchen Staatsbahnen ist festgestellt worden, daß ein vollgiltiger Ersatz für Bleiweiß in ungiftigen Farben, insbesondere Lithophonund Mineralweiß bisher nicht gefunden worden ist. Die Wagenbauanstalten sollen daher beim Anstrich von Holz und anderen Teilen der für die preußische Staatsbahnverwaltung zu liefernden Eisenbahnwagen in Zukunft die vorgenannten Farben nicht weiter verwenden. Auch die belgischen Staatsbahnen haben schon vor Jahren auf Grund mehrjähriger praktischer Versuche beschlossen, für den Anstrich des Eisenbahnmaterials und der Gebäude Bleiweiß zu verwenden, auf die weitere Verwendung von Zinkweiß aber zu verzichten, weil dieses für alle Anstriche nicht genügt, die dem Einflusse der Witterung ausgesetzt sind. Zurüdweisung eines Arbeitersekretärs. " Die Töpferträger, soweit sie am Streit beteiligt sind, waren am Sonnabendvormittag im Gewerkschaftshause bersammelt. Kriebow, der den Situationsbericht erstattete, machte Mitteilung von den Verhandlungen der Töpfer mit ihren Meistern, und meinte, hiernach stehe die Beendigung des Streits der Töpfer für die nächste Woche in Aussicht. An den Schlußverhandlungen, die am Montag zwischen den Kommissionen der Töpfer und der Meister stattfinden, wird sich auch eine Vertretung der Träger beteiligen. Mit diesem Stande der Dinge könne man zufrieden sein. Die von den Unternehmern geplante Verschlechterung der Arbeitsverhältnisse jei aurüdgewiesen, soweit es sich um die Töpfer handelt. Sollten die Unternehmer versuchen, die Lohnbedingungen der Träger zu verschlechtern, was nach Lage der Sache nicht mehr zu erwarten sei, so würden die Träger die feinerzeit beschlossenen Forderungen auf Erhöhung stellen. Abgesehen hiervon, werde auch in der Sigung am Montag noch versucht werden, einige als notvendig erachtete Regelungen des Tarifs durchzusehen, die sich auf einige weniger bedeutende Positionen beziehen. Die Versammlung erflärte sich damit einverstanden. Achtung! Bäcker und Konditoren! In der Katesfabrit von Klein, Schöneberg, Eisenacherstr. 50, find fämtliche Arbeiter in den Streit getreten, fie fordern 24 resp. 21 M. Minimallohn. Wir bitten Zuzug fernzuhalten. Zentralverband der Bäder und Konditoren. Husland. Zum Konflikt im Eisenbahndienst. London, 24. Oktober.( Eig. Ber.) Lord Claus Hamilton, der Vorsitzende der Vereinigung der Bahngesellschaften, veröffentlichte eine Erklärung, die die Ansichten der Bahndirektoren zur Frage der gewerkschaftlichen Anerkennung enthält. Vorerst kommt die allbekannte Phrase, daß das Kapital nur im Interesse der Arbeiter handele, wenn es diese vor der Thrannei der Gewerkschaften schüßen wollte. Die nichtorganisierten, freien Arbeiter wollten sich dem gewerkschaftlichen Selbstherrscher tum nicht unterwerfen. Die Eisenbahndirektoren täten ohnehin alles, was in ihrer Macht stehe, das Los der Arbeiter zu erleichtern. Es gäbe aber gewichtige Gründe, warum besonders Eisenbahngesellschaften die in England fast allgemein gewährte Anerkennung der Arbeiterorganisation nicht bewilligen fönnten:„ Englische Eisen. bahnen werden vom Handelsministerium reguliert. Die amtliche Regulierung ist so stritt, daß die Bahnunternehmer ihre Freiheit vollständig verlieren würden, wenn noch die gewerkschaftliche Regu lierung hinzufäme. Ferner sind Eisenbahnen im Vergleich zu anderen Unternehmungen in einer ungünstigen Lage dadurch, day sie kein Hülfsmittel gegen Streits haben. Ein Fabrikbefizer kann auf einen Streit mit Aussperrung antworten. Eine Eisen. bahn aber ist gesetzlich zum ununterbrochenen Betrieb gezwungen. Erhält der Verband die von ihm geforderte Anerkennung, so wird er bald die bis jetzt nichtorganisierten Arbeiter unter seine Gewalt bekommen. Die Forderung nach Anerkennung ist nur ein Vorwand. Hinter dem Verband stehen die Sozialisten, die sich gegen die gegenwärtige Wirtschaftsordnung verschworen haben." Die Eisenbahngesellschaften seien deshalb entschlossen, die Forderung des Verbandes abzulehnen. Das ist das Wesentliche der Erklärung. Vor einigen Tagen konnten wir von dem verständigen Beschluß des Gewerbegerichts in Jena Mitteilung machen, Andererseits sind die Eisenbahner, soweit sie überhaupt über der das Verlangen eines Fabrikanten zurückwies, den Arbeiterihre Lage nachdenken, fester denn je entschlossen, auf dieser Fordes sekretär Günther auf Grund des§ 31 des Gewerbegerichtsgesetzes rung zu bestehen, da ihnen sonst jedes Mittel fehlt, ihre Beals Parteivertreter nicht zuzulassen. In schneidendem Gegensat Der Boykott gegen die Konfektionsgeschäfte. schwerden vorzubringen. Ein Arbeiter, der den Mut zeigt, den zu diesem der Gerechtigkeit und dem Gesetz entsprechenden Vor- In letzter Zeit hat sich in den Kreisen der Arbeiterschaft die Direktoren die Wünsche der Arbeiter vorzutragen, wird zwar gehen des Jenaer Gerichts steht das Auftreten des Vorsitzenden Meinung verbreitet, der Schneiderverband lege selbst dent von ihm empfangen, aber bei der ersten Gelegenheit aus dem Dienst gejagt. des Gewerbegerichts zu Wilhelmshaven, eines Amtsrichters angeregten Boykott einer Anzahl Firmen der Detail- Herren- und die Arbeiter haben viele Beschwerden, besonders über lange Otto. Der Arbeitersekretär Sommer hat seit Jahren un- konfektion nicht mehr die frühere Bedeutung bei, da diesbezügliche Arbeitszeit. Eine amtliche Statistit aus den letzten Jahren existiert beanstandet die Rechte von Arbeitern vor Gewerbegerichten in Inserate und sonstige Publikationen seit Wochen nicht mehr er- darüber nicht. Die aus dem Jahre 1893 ist offenbar veraltet. Aber Rüstringen und Wilhelmshaven wahrgenommen. Differenzen folgten. Diese Meinung ist aber eine irrige. Wenn seit dem der Verband erhält fortgefeht Klagen über schlechte Behandlung, zwischen ihm und dem Gericht haben nicht stattgefunden. In dem Hochsommer Bohtottinserate nicht mehr erlassen wurden, so war ohne indes imstande zu sein, mit den Bahndirektoren in Verletzten monatlichen Bericht des Arbeiterfekretariats in unserem hierfür der Umstand maßgebend, daß in dieser Zeit der Kauf fertiger bindung zu treten. Banter Bruderblatt erschien ein Bericht über den Banter Vor- Herrengarderoben sehr gering ist und in diesem Jahr durch das Man hört selbstredend hier und da, daß das einzige Mittel mundschaftsrichter, der mit dem Gewerberichter identisch ist. äußerst wechselvolle Wetter ganz besonders daniederlag. Ein die Verstaatlichung der Eisenbahnen wäre. Aber angesichts der Darauf erhielt Genosse Sommer folgendes Schreiben des Ge- anderer Grund lag nicht vor. Fast alle damals boykottierten enormen Summen, die die englischen Eisenbahnen repräsentieren, werbegerichtsvorsitzenden: Firmen hatten dem Schneiderverband die Einrichtung von eigenen ist diese Forderung vorläufig Zukunftsmusik. " In Sachen Betriebsräumen schriftlich zugesichert, und einige gingen auch sehr bald dazu über, ihr Versprechen in die Tat umzusetzen. Bisher haben die Konfektionäre die Forderung nach Errichtung eigener Letzte Nachrichten und Depeschen. Mordprozeß Bergmann. des Gasmeisters Sälzer, vertreten durch den Arbeitersekretär Br. Sommer zu Bant( Klägers) gegen die Direktion der Gaswerke Bant- Wilhelms- Produktionsräume damit abzutun versucht, daß sie behaupteten, haven( Beklagte) biese werde die Produkte ganz ungemessen verteuern, ihre Konwegen Ausstellung eines Zeugnisses, wird Ihnen mit. furrenzfähigkeit aufheben und die Unternehmer solcher Versuche Hirschberg, 26. Oftober.( W. T. B.) In dem Schmiedeberger geteilt, daß Sie auf Grund des§ 31 des Gedem Ruin entgegenführen. Das Auffallende ist, daß alle Aus- Mordprozeß wurde nach sechstägiger Verhandlungsdauer der Wirtwerbegerichts Gefeßes als Prozeßbevoll fuhrungen der Unternehmer und sogenannter Sachverständiger mächtigter oder Beistand vor dem Gewerbe- gegen die Errichtung von eigenen Betriebsräumen sich auf un- schaftsassistent Bergmann wegen Mordes zum Tode, der Gutsgerichte nicht mehr zugelassen werden günstige Erfahrungen" stüken. Wo diese gemacht worden sind, befizer Klein wegen Anstiftung ebenfalls zum Tode, Frau Klein können( cfc. auch Bewer Kommentar zu§ 31, Anmerkung 2). wird wohlweislich verschwiegen, und zwar aus dem sehr einfachen wegen Beihülfe zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt. Zur Wahrung der Rolle Ihrer Partei in der mündlichen Wertstelle oder ein Betrieb auf vernünftiger Grunde, weil bisher in Berlin noch niemals eine Verhandlung wird Ihnen anheimgegeben, die Beiordnung eines Grundlage existiert hat, Erfahrungen also gar nicht ge= Drei Personen erstickt. Prozeßvertreters bei dem unterzeichneten Gerichte sowohl für macht werden konnten! Die bisherigen Erfahrungen in ratio= Bielefeld, 26. Oktober.( B. H.) In Herford wurden heute früh diefen Prozeß wie auch in zukünftigen Fällen zu beantragen. nell eingerichteten und auf nicht zu schmale Basis infolge einer Gasvergiftung das Dienstmädchen Stord und bie Das Gewerbegericht. gestellten Betriebe beweisen denn auch das strikte beiden Söhne des Friseurs Richter tot aufgefunden. Fahrlässige gez. Otto. Gegenteil. Wilhelmshaven, 18. Oftober 1907. Dieser Vorfall zeigt von neuem, wie dringend ein geseßlicher rechnet und weitgehendste Arbeitsteilung eingeführt. Bei zehn Die Werkstatt der Firma Bliv wurde auf 20 bis 30 Mann be. Schließung der Gasleitung war die Ursache des Unglüds. Schutz der Arbeiterfefretäre und Gewerkschaftsbeamten, und damit stündiger Arbeitszeit und einem Durchschnittslohn von 34 M. find Der Moloch Militarismus. der Arbeiter gegen die auch in Wilhelmshaven beliebte Aus- tie Ergebnisse dieser Eigenproduktion vollkommen befriedigende, 1908 wird für Heer und Marine eine Mehrforderung von 20 MilWien, 26. Oktober.( W. T. B.) Das gemeinsamte Budget für legung des§ 31 des Gewerbegerichts- Gesetzes und gegen die die Qualität der Arbeit eine durchweg bessere als Heimarbeit. Zurüdweisung der Arbeitervertreter ist. Die erlassene Verfügung ist um so auffälliger, als dem Gewerbegericht bekannt ist, auf der zurzeit auch 24 Mann arbeiten, und zwar nur 9 Stunden für das Jahr 1908 fallen gelaffen worden. Genau so eingerichtet ist die Werkstatt der Firma Baer Sohn, lionen Kronen enthalten. Eine Gehaltserhöhung der Offiziere ist daß Genosse Sommer mit dem 1. November die erfolgreich von ihm aufgenommene Tätigkeit eines Arbeiterfekretärs in Wilhelmspro Tag. haben aufgibt. Von der Willkür eines Vorsitzenden darf das Recht des Arbeiters in Zukunft nicht abhängig bleiben, sich durch Männer seines Vertrauens im Prozeß vertreten zu lassen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Eine nene Fessel für die Handlungsgehülfen! Ueberschwemmte Insel. nung", die ohne Ausnahme sämtliche Sachen in eigenen Räumen Ganz besonders zu nennen ist aber die Genossenschaft, offherstellen läßt, bei neunstündiger Arbeitszeit und einem Minimal- Insel Marittimo( an der Westküste Siziliens) burch eine sehr Trapani, 26. Oktober. In der vergangenen Nacht ist die kleine John von 33 M. pro Woche. Aus kleinsten Anfängen heraus hat starke Ueberschwemmung heimgesucht worden. sich dieser Betrieb auf heute 40 Arbeiter entwickelt und den Darf Scalovechi zerstört und mehrere Gebäude sollen eingestürzt Hierbei soll das glänzenden Beweis erbracht, daß Eigenproduktion die Konkurrenz- fein. Man spricht von einem Toten und mehreren Verwundeten. fähigkeit durchaus nicht beeinträchtigt. Der Verband der Schneider Viele Familien sollen obdachlos sein. legt Wert auf die Erklärung, daß er dieser Firma gegenüber keine Booten wird durch umherschwimmende Gerätschaften und Trümmer Die Annäherung von andere Stellung einnimmt, als dies bei jeder anderen Firma der Fall ist. erschwert. anderer Firmen fleineren Umfanges eingerichtet. Ein Teil der Weitere, gut prosperierende Werkstellen haben eine Anzahl Wieder eine verkrachte Bank. so hieß das Thema, über welches in einer Versammlung von Handlungsgehülfen am Freitagabend in den Armin zum 1. Oftober zugesagten Werkstellen kann angeblich aus geschäfts New York, 26. Oktober.( W. T. B.) Die Terminalbank in hallen diskutiert wurde. Georg Udo vom Zentralverband lichen Gründen erst im Verlauf der nächsten Wochen eröffnet Brooklyn schloß ihre Schalter. Sie ist ein Unternehmen von nur Ser Handlungsgehülfen und Gehülfinnen referierte. Er machte werden. Verschwiegen soll aber auch nicht werden, daß einige In- geringer Bedeutung. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Hierzu 5 Beilagen. Br. 252. 24. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 27. Oktober 1907. 175. Die Nebenregierung des§ des§ 175. Bierter Tag. Nach Gröffnung der Sizung durch Amtsrichter Dr. Kern verliest der Privatkläger Graf b. Moltke eine Erklärung, die sich auf seine Verabschiedung bezieht. Als die Beschuldigungen an Se. Majestät gelangten, habe er dem Generaladjutanten v. Blessen sein Ehrenwort gegeben, daß er nie mit Männern feguellen Umgang gehabt habe. Alsdann habe er sein Abschiedsgesuch eingereicht mit der Motivierung, daß es nach seiner Meinung nicht angängig sei, daß eine Person, die unter so schweren Verdächtigungen zu leiben habe, in der nächsten Umgebung Sr. Majestät bleibe. Darauf sei er in der üblichen Form zur Disposition gestellt worden. Hierauf nimmt Justizrat Dr. v. Gordon das Wort zur Schuldfrage: Es ist wohl in diesem Saale tein Deutscher, der nicht mit tiefster Beschämung und Entrüstung von den Vorgängen Kenntnis genommen, die in der Villa Adler in Potsdam sich ereignet haben. Es ist um fo bedauer Licher, daß diese furchtbaren Dinge vorgenommen sind von den Führern gerabe der Garde, zu der aus allen Provinzen des Vaterlandes die Elite strömt, es ist sies um so bebauerlicher, als zu befürchten ist, daß von da die Anschauungen, die sie empfangen haben, hinausgetragen werden in das Land. Was dadurch an Disziplin vernichtet wird, kann nach her durch keinen Drill wieder gut gemacht werden. Die tiefe Entrüstung, die alle Deutschen über diese Vorgänge mit Recht erfüllt, hat ihren vollen Widerhall in dem Herzen des Privatklägers. Diese Entrüstung beweist, daß der Kern des deutschen Volkes mit diesen Schmutzereien nichts zu tun hat. Was haben sie nun aber mit diesem Prozesse zu tun? Ist etwa der Beklagte derjenige gebieses Sodom und Gomorrha wesen, der in 110 " Was Herr so versteht doch jedermann, was das besagen will. Alle Welt, alle hat, unfommentmäßige waren, die verboten werden Beitungen haben es so verstanden und Herr Harden hat es schließlich müßten auf der Haager Konferenz! so laut in die Welt hinausgeschickt, daß die maßgebenden Stellen Sarden geschrieben hat, ist geeignet, das ganze Lebensglück eincs sich veranlaßt sahen, einzugreifen. Der Vorwurf der aktuellen Menschen zu zerstören. Segualität ist gegen meinen Mandanten erhoben und daraus ergibt Mein Mandant hat eine Harmonie in sich, die tiefer wurzelt, Aber auch alles andere als äußerliche Ehren und vielleicht die Generalsstreifen. Wenn sich der Tatbestand des§ 186 von selbst. in den Artikeln entspricht nicht der Wirklichkeit. Er spricht fort- auch Herr Harden dem Grafen Moltke weibische Schwäche vorwirft, gejezt von Gruppe" und" Gruppchen". Was haben wir hier so kann ich nur sagen, daß ein Mann, der vor Sedan und Paris gehört? Was bleibt übrig? Fürst Gulenburg und Graf Moltke! im blutigen Kampf gestanden hat, der von der Loire sich eine Gewiß, Se. Majestät hat diese beiden Herren seiner Freundschaft Schußberlegung und das eiserne Streuz geholt hat, ein solcher Manu gewürdigt! Aber wie kommt Herr Lecomte hier hinein? Um das wird es schon zu überwinden wissen, wenn Herr Harden sagt, er Bindeglied herzustellen sagt Herr Moltke: Die Freunde meiner sci fein ganzer Mann. Ich gebe jezt einem preußischen Ges Freunde sind auch meine Freunde!" Das ist sehr geistreich, aber richtshof die Ehre meines Mandanten in die Hand. Wählen Sie doch keineswegs überaus zutreffend. Es wird meinem Man- die Strafe, die Ihnen angemessen erscheint. Zeigen Sie dem banten vorgeworfen, daß er nicht verhindert habe, daß Her Lecomte deutschen Volke, daß ein Gerichtshof noch imftande ist, die Ehre au einer Jagd in Liebenberg eingeladen wurde. Dafür fehlen aber eines Mannes zu wahren. Es wurde hier fortwährend gesagt, der doch alle Prämissen. Fürst Eulenburg hat doch diesen Herrn Kläger sei als Gastgeber eingeladen, dafür kann doch mein Mandant die Verzur Erhebung der Klage gezwungen antwortung nicht übernehmen! Es wird so dargestellt, als ob worden. Ich erkläre nochmals: Der Herr Graf Moltke hat unfee Se. Majestät nicht anders handelt, als unter fremdem Einflusse. einem 3 wange gehandelt, er hat als ganzer Mann alles mit Gin Jeder weiß doch, daß Majestät seine Beschlüsse wahrhaftig auf sich genommen, was eine Gerichtsverhandlung mit sich bringt. sehr selbständig faßt. Es ist gar nicht bewiesen, daß hier irgend Er hat mutig alle die großen Unannehmlichkeiten auf sich ge welche Einflüsse politischer Art im Spiele feien. Herrn Lecomtes nommen. Wenn ich auch tief bewegt darüber bin, daß hier Dinge Charaktereigenschaften sind doch ausschließlich Sache der fran in die Oeffentlichkeit gekommen sind, bei denen es besser gewesen zösischen Botschaft. So lange Herr Lecomte in der französischen wäre, fie wären niemals in dieser Form in die Deffentlichkeit Botschaft ist, kann man doch gewiß mit ihm verkehren. Die fran- glangt, so muß ich doch anerkennen, daß dieser Prozeß ein bischen zösische Botschaft wird wissen, ob sie einen Mann, der angeblich gereinigt hat. Zeigen Sie nun durch Verhängung einer ernsten nicht würdig ist, in seiner Stelle belassen will. Bezüglich des Strafe gegen den Beklagten, daß ein preußischer Gerichtshof in Grafen Hohenau ist keineswegs erwiesen, daß mein Mandant der Lage ist, die in den Schmus getretene Ehre eines Mannes etwas gewußt hat. Was in aller Welt haben denn wieder herzustellen. nun eigentlich diese Dinge, Es ergreift nunmehr diese angebliche Perversität mit der Politik zu tun? Wenn jemand auf dem Standpunkt steht, daß derjenige, der etwas das Wort: Jch beantrage, den Beklagten freizusprechen. Ich Justizrat Dr. Bernstein feminin veranlagt ist, absolut nicht für politische Geschäfte paßt, das Wort: Ich beantrage, den Beklagten freizusprechen. Ich baß dies ein Unglüd ist, so läßt sich eine solche Haltung verstehen. glaube, ich könnte hiermit die Verteidigungsrede schließen. Ich Aber Herr Harden steht ja, wie wir auch von Dr. Hirschfeld hörten, alaube ferner, daß nach den Ergebnissen der Verhandlungen dem nicht auf diesem Standpunkt. Er hat in seinen Artikeln unter meine Pflicht erfüllen, die darin besteht, die Tatsachen, die die Ver. nichts entgegensteht, diesem Antrage stattzugeben. Aber ich muß Berufung auf Friedrich den Großen, Michelangelo und andere große Männer die Meinung vertreten, daß diese Männer durch ihre handlung ergeben hat, ebenso zu würdigen, wie dies von seiten des homofcruelle Veranlagung nicht gehindert wurden, hervorragend Herrn Gegners natürlich in anderer Weise geschehen ist. Der Herr Gegner hat zu Eingang seiner Ausführungen wiederholt gesagt: tüchtige Politiker und Künstler zu sein. „ Ich stelle fest, daß das so ist und das andere so" Alles, weshalb denn hier nun plötzlich so viel moralisches Bewußtsein was der Gegner festzustellen geglaubt hat, wackelt und wird ewig bei dem Beklagten dafür, daß der eine oder der andere infolge wadeln. Ich komme zuerst zu der juristischen Seite der ganzen seiner homosexuellen Veranlagung ungeeignet fei zur Bolitif. Sache. Als ersten Einwand gegen die Klage erhebe ich den Eins Weshalb? Ja, mit politischen, fachlichen Mitteln wand, daß sie zum Teil verjährt ist. Der zweite Einwand ist, daß, fonnte Herr Harden seinen Zwed, den Fürsten Eulenburg zu ver- selbst wenn der Beklagte alles das gesagt hätte, was der Gegner drängen, nicht erreichen. Da griff er zu dem Mittel, diese angeb- aus den Artikeln herausgelesen hat, Herr Harden nicht bestraft lichen Perversionen zu benußen und damit den Mann und die mit werden kann, da ihm der Schutz des§ 193 zur Seite steht, denn ihm zusammen waren, unmöglich zu machen. Fabelhaft glücklicher ich werde darlegen, daß das, was der Beklagte gesagt hat, wahr ist. Gedanke. Fürst Bismarck hatte ihm ja gesagt, Eulenburg sei Bäderast. Das fiel ihm jetzt ein: halt, damit kann ich den Mann jetzt stürzen. Aber wenn der eine gestürzt werden sollte, wollte er auch den Freund mit stürzen. Deshalb mußte auch der ganz unpolifische Moltke mit hineingezogen werden. Nun trifft sich das so glücklich, daß zufällig der französische Botschaftsrat e comte in Liebenberg zu einer Jagd eingeladen und dort Sr. Majestät vorgestellt wurde. Schließlich wird der Graf Hohenau hineingebracht, der mit den übrigen Herren nichts zu tun hat. Wir sehen, wie fein die Jntrige eingefädelt ist. ( Sarden lacht.) Es muß ein Kreis konstruiert werden, der nicht existiert, der aber die Idee der Perversität stärkt. Nicht irgendwelche politischen Gesichtspunkte hat Herr Harden hier vorgebracht. er würde diefen Vorwurf nicht erhoben haben, wenn er nicht auf der Seite derjenigen gestanden hätte, die in diesem Falle für ,, Weltbrände" waren, sondern wenn er auf Seiten derjenigen gewesen wäre, die auf der Seite des Weltfriedens waren. Ich glaube, auch der Weltfriede hat doch gewiffe Meriten. Harden hatte neben seinem politischen Zweck auch einen kleinen Nebenzweck und fonnte bei dieser Gelegenheit erreichen, den Grafen Moltke zu vernichten, gegen den er während des Ehescheidungsprozesses intereffiert war. Die Tafelrunde ist verschwunden, nichts ist davon übrig geblieben im politischen Sinne. Noch hundertmal mehr ist wahr. Berechtigt war er als Staatsbürger dazu, diese absolut wahren Dinge zu veröffentlichen. Was den ersten Einwand anbetrifft, fo erkläre ich, daß alles, was vor dem 16. März d. J. veröffentlicht worden ist, nicht mehr zum Gegenstand der Klage gemacht werden kann. Der Gegner hat gesagt, daß er die Artikel nicht verstanden habe. Diese Behauptung ist eine bewußte unwahrheit! Und ich verde später besonderen Wert darauf legen, dies dem Gericht darautun, weil ich Ihnen den Mann in dem richtigen Lichte zeigen will, der es gewagt hat au versuchen, einen deutschen Schriftsteller, der nur die Wahrheit gesagt hat, ins Gefängnis zu bringen. Der Kläger weiß besser als wir alle zusammen, daß alles was Harden behauptet hat, wahr ist, ja, daß noch manches andere wahr ist, was vorläufig noch gar nicht behauptet worden ist. Ich erkläre, daß sich der Gegner nicht gescheut hat, einem preußischen Gericht mit einer bewußten unwahrheit Hincingeleuchtet hat. Hat er etwa der Tugend eine Stätte bereitet? Nein, dieses Verdienst kann er sich nicht bindizieren, sondern es ist das Verdienst eines einfachen Mannes aus dem Volke: des Burschen des Grafen Lhnar. Um das Bindeglied mit den Anschuldigungen gegen den Grafen Kuno Moltke herzustellen, ist dann der Zeuge Bollhardt in die Erscheinung getreten, der die Behauptung aufstellt, er habe nach einer Zeit von zehn Jahren in einem Bilde des Gothaer Kalenders den jezigen Privatfläger wiederzuerkennen geglaubt als einen Mann, der auch in der Villa Adler ber fehrt habe. Dieses Wiedererkennen nach so langer Zeit ist schon an sich sehr verdächtig, seine Behauptung leibet an großer innerer und äußerer unwahrscheinlichkeit. Und wer ist dieser Herr Bollhardt, dieser verheiratete Mann, der die Zeitungen um Verschweigung seines Namens ersucht hat? Er hat seine Same= raden selbst in jenen Kreis der Unfittlichkeit ein geführt und selbstanjenen Dingenteilgenommen und nun nach Jahren Herrn Harden Mitteilungen darüber gemacht. Da möge jeder erwägen, welchen Glauben dieser Mann verdient. Ich bedauere unendlich, daß es nicht gelungen ist, eine Konfrontation mit dem Fürsten Eulenburg zu ermöglichen. Es ist jedenfalls charakteristisch, daß die übrigen Leute, die mit dem Zeugen Bollhardt zu derselben Zeit gedient haben und die hier vernommen worden sind, nicht eine Spur von diesen Dingen wissen. Selbst Bollhardt hat positiv nur eine Beteiligung des Grafen Lynar und des Grafen Hohenau bekundet. Wenn ver Zeuge nunmehr sagt, der Privatkläger habe eine Aehnlichkeit mit einem der damaligen Beteiligten, auch glaube er bestimmt sagen zu können, daß Graf Moltke dabei gewesen sei, nur habe er damals mehr Saare gehabt, so fage ich: Salten Sie es für möglich, daß fich Graf Moltte, als bedeutend älterer Mann im Streife 27 bis 30 jähriger Männer vergehen wird? Es ist absolut ausgeschlossen! Graf Moltke sagt, er tenne nicht einmal die Adler- Villa und wäre auch nie in dieser gewesen. Wir haben den Beweis dafür durch Vernehmung der Grafen Lynar und Hohenau anzutreten versucht. Das Gericht hat aus prozessualen Gründen davon Abstand genommen. Es ist zu beklagen, daß auch nur überhaupt der Gedanke auftauchen kann, Graf Moltke habe sich unsittlich vergangen. Im Empfinden der Offiziere liegt es fchon längst, daß diese Vorwürfe nur durch nichts zu beweisende Behauptungen find. Graf Moltke hat sein Ehrenwort gegeben, daß er sich in keiner Weise nach dieser Richtung hin vergangen hat. Ich will nun auf die Vorgänge betreffs des Abschieds zurückommen. Als der Artikel in der zu funft" erschien und St. Majestät vorgelegt wurde, hat Graf Moltke dem Generaladjutanten sofort sein Ehrenwort gegeben, daß diese Behauptung des Blattes unwahr ist. Dann aber hat er sich gesagt: Ich bin so schwer belastet und muß einstweilen mein Amt niederlegen, un mich gegen die Verdächtigungen zu wehren und mich reinigen zu können." Das ist der Standpunkt eines preußischen Offiziers. Das Amt ist nicht für den Mann da, sondern der Mann für das Amt. Erst mußte jeder Schatten eines Verdachts beseitigt werden. Wenn Majestät durch Kabinettsorder gesagt hat: Ich stelle Sie hiermit zur Disposition", dann verstehi es sich von selbst, daß nicht eine Spur von Verdacht gegen den Grafen Moltke darin zu finden ist. Bur Disposition stellen heißt doch nur: Halten Sie sich für mich disponibel, damit ich Sie zu gegebener Beit mit diesem oder jenem Posten betrauen fann. Dafür, daß Se. Majestät der Ansicht war, daß Graf Moltke doch noch unter einem gewissen Verdacht steht, spricht gar nichts. Graf Moltke hätte ja auch sein Ehrenwort als Offizier und Edelmann falsch gegeben. Dieses Ehrenwort ist dann später gegenüber dem Grafen Otto v. Moltke wiederholt worden, der dann Herrn Harden davon in Kenntnis gesetzt hat. Ich stelle hiermit in aller Oeffentlichkeit fest, daß auch nicht mehr die Spur von dem Verdacht, mein Mandant von allen Dingen und von der Ghe hat und danach Graf Moltte habe sich gegen den§ 175 vergangen oder in ähnlicher ist es unmöglich, daß er solche Worte gesagt hat, wie Frau v. Elbe daß es nicht wahr ist, wenn er sagt, er habe die Artikel nicht Weife betätigt, heute noch besteht. Es fragt sich nun, hat Herr von ihm behauptet hat. Wenn ein Junggeselle von 50 Jahren eine berstanden. Jetzt hat er den traurigen Mut, seinen deutschen Harden denn meinem Mandanten den Vorwurf gemacht, sich homo: temperamentvolle Dame von 26 Jahren heiratet, da mögen je Richtern die unwahrheit zu sagen. Entweder ist Reichsfreiherr feruell betätigt zu haben? Justizrat v. Gordon geht hierzu die mancherlei Dissonanzen vorkommen. Wir haben für das Gut- von Berger ein zum Meineid bereiter Mann oderes steht fest, cinzelnen inkriminierten Artikel durch und kommt zu dem Schluß. achten des Dr. Hirschfeld keine objektiven Unterlagen. Die kleine daß Grof Kuno von Moltke dem Gericht seines daß die von Harden angewandten Ausdrücke mit ihrem feinen Geschichte von dem Taschentuch halte ich für vollständig harmlos, Vaterlandes, der Reichshauptstadt die Doppelsinn teine andere Deutung zulassen, zumal sie die be- für einen Scherz! Frau v. Elbe mag es ja schwer gefallen sein, fannten Diminutiva enthalten, die man allgemein bezeichnet als hier über die intimsten Dinge ihres Ghelebens auszusagen, aber bewußte unwahrheit die Charakteristiken der weibischen Leute, der Homosexuellen. Aus es ist doch auch eigentümlich, daß sie die ganzen Chefcheidungs- gesagt hat. Es liegt kein fortgesetztes Delikt bor und der erste diesen Artikeln haben nicht nur wir, sondern die maßgebenden Kreise aften einem Publizisten zur Verfügung gestellt hat. Wenn mein zur Anklage stehende Artikel ist verjährt. Selbst wenn aber der und vor allen Dingen die gesamte Preise die bestimmte Ansicht Mandant auch vielleicht weich und besonders feinfühlend ist, so Angeklagte das gesagt hätte, was ihm der Beklagte unterstellt hat, gewonnen, Harden habe nicht von psychischen Veranlagungen ist dies doch noch ein großer Unterschieb mit feruellen Eigenschaften. so könnte er den Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuches für sich sprechen wollen, sondern von Berfehlungen, sei es im Sinne Alfo es fehlen alle Unterlagen, aber auch die ganze Beweisführung in Anspruch nehmen. Ich möchte den Privatfläger fragen, weshalb des Strafgefehes, sei es im Sinne der Moral. Man braucht in Dr. Hirschfelds ist nicht schlüssig. Die Freundschaft zwischen meinem er bei der Aufzählung seiner Freunde in München gerade eine tausend Fallen Dinge nur anzudeuten, weil man weiß, diese An- Mandanten und dem Türsten Eulenburg ist eine durchaus reine Reihe von Ramen ausgelassen hat, bezüglich deren deutungen werden verstanden. Es kommt nur darauf an, daß und ideale. Er ist mit ihm durch gleiche musikalische und schön- wir schließlich auch Anlaß zu Beweisanträgen nach der Richtung Herr Harden das Bewußtsein hatte, seine Artikel könnten in der geistige Bande verbunden, er hat mit ihm in München schöne glück der früheren hätten. In den Artikeln stand deutlich zu lesen: Herr von mir angedeuteten Weise verstanden werden. Diese Auffassung liche Stunden verlebt und wenn er ihn„ treue liebe Geele" nennt, Lecomte, der Freund von Phili Gulenburg und Kuno Moltke, ist des dolus eventualis ist bekanntlich vom Reichsgericht zur Geltung so soll das homosexuell sein? Der eine sagt:„ ter Gjel" oder Bäderast. Was mußten denn die Herren tun, als die Angriffe gebracht bei der Majestätsbeleidigung, dann aber auch am 30. Sealter Dachs", Graf Moitie sagt„ liebe Seele" Nichts ist von erschienen, wenn sie sich unschuldig fühlten? tember 1906 für die§§ 186 und 187. Es heißt da:„ Es genügte, crotischer Betonung erwiesen, nichts ist erbracht, tas sich nicht verfestzustellen, daß der Angeklagte sich bewußt war, seine Leser würden trüge mit voller mannestraft. Wenn jemand so dargestellt wird den fraglichen Artikel dayin verstehen, daß der Behörde die betr. als weibisch und es sich noch um einen Offizier, um den unwahren Vorwürfe gemacht werden." Herr Harden selbst, der ia seine Worte sehr gut auszuwählen versteht, hat durch die Blume, Kommandanten von Berlin aber immer deutlicher werdend, zweifellos die Vorstellung in dem handelt, so ist das beleidigend. Wir franken jekt daran, daß die Refer erweden wollen, daß Graf Moltke ebensolche Dinge sich zu- Intellektuellen sich immer weniger beteiligen am öffentlichen schulden kommen lasse, wie Herr Lecomte, von dem er ja selbst politischen Leben. Das liegt daran, daß nicht jeder Luft hat, sich bervorgehoben hat, daß seine Neigungen allgemein bekannt waren. nach Belieben eines jeden beliebigen Dritten an den Branger stellen Er hat ja dem Privatkläger direkt den Vorwurf daraus gemacht, zu lassen. Aber die Intellektuellen haben die Pflicht, daß fie und ihm sagen, Dir kann man vielleicht nicht viel be. daß er nicht gewußt haben will, was die Spaßen von den Dächern politischen Stampfe immer anständig bleiben und kommentmäßig weisen, dann haben wir doch wenigstens getlagt. So ift längen. Wenn mein Mandant mit in jene reise gezogen wird, find! Ich erkläre, daß die Weffen, die Herr Harden hier angewandt es auch gekommen, Vor Verleumdungen soll man nicht flichen. zu dienen. Der Herr Gegner hat ferner gesagt, er hätte nur dess halb erst zu spät die Beleidigungsflage erheben können, weil Herr Harden sich so vorsichtig ausgedrückt habe, daß er gar nicht gemerkt habe, ob eine Beleidigung vorliegt und daß man ihn gemeint habe. Wenn das der Fall ist, dann liegt eben keine Beleidigung vor. Wenn der Herr Gegner die Nede, die er foeben gehalten hat, in voriger Woche, vielleicht am 22. Oftober abends gehalten hätte, so würde ich mich nicht darüber wundern. Nachdem aber sich die Er. eignisse in der Verhandlung abgespielt haben, eine derartige Rebe zu halten, ist mir mehr als unverständlich.( Mit erregter Stimme): Mir und jedem anderen Menschen ist und bleibt es unver. Ich will noch furz die Frage der Verjährung streifen. Eine ständlich, wie mit einer Spur von sittlichem Berjährung liegt nicht vor, sondern eine fortgesette Handlung. Die Bathos irgend etwas für den Grafen Kuno v. Moltke noch Artikel bilden gewiffermaßen eine Rebusaufgabe, deren Lösung vor einem Gericht in Anspruch genommen werden kann. Herr zuletzt gefunden wird. Wenn Sie sich im Gegensatz zu aller Welt v. Berger, der Direktor des Deutschen Schauspielhauses zu sam ber Ansicht nicht anschließen, daß§ 186 borliegt, fo bleibt doch noch burg hat mir geschrieben und ist bereit, seine Ausführungen eidlich Beleidigung im Sinne des§ 185 übrig. Herr Harden hat meinen zu erhärten:" Nach dem Erscheinen des Artikels Nachtbild" Mandanten verhöhnt und lächerlich gemacht durch Anwendung von Worten wie der Süße"." Grüppchen" usw. Ich hoffe, daß Sie sich nicht so isolieren von der allgemeinen Auffassung und auch annehmen, daß es sich nur um eine psychische Veranlagung handelt. Eine psychische Analyse des Privatflägers hat nichts mit der Frage zu tun, ob§ 185 borliegt. Herr Dr. Hirschfeld ist nun als Sachverständiger über die Analyse gehört worden. Dr. Hirschfeld vertritt doch eine mehr oder minder neue Theorie. Dr. Hirschfeld hat im übrigen ein sehr sorgfältiges Gutachten abgegeben, aber was hat er für Unterlagen? Ueberall nur die Erklärung der geschiedenen Frau v. Elbe! Ich möchte sehen, wenn Sie aus dem intimsten Cheleben alle Ausdrüde an das Licht bringen, die einmal in der Erregung und in der Wut gesprochen werden, ob dann nicht manchem harte Ausbrüde nachgesagt werden können. Ich habe den Beweis angetreten, welche hohe sittliche und ungewöhnlich religiöse Auffassung der Harfner und der Süße habe ich dem Herrn Fürsten Philipp Gulenburg und dem Grafen Suno Moltke, in deren Intereffe und mit deren Wissen ich seit Jahren eine Berständigung mit Harben herbeizuführen versucht hatte, gesagt, Harden halte sie für sexuell abnorm und glaube, es sei aus patriotischen und psychologischen Gründen notwendig, daß sie aus dem Vordertreffen deutscher Politik zurücktreten. Irgendeine Regung persönlichen Grolles empfindet Harden gegen fie nicht. Das fagte ich ungefähr am 25. November 1906 dem Fürsten Eulenburg und dem Grafen Moltke. Mindestens seit diesen Ginzelgesprächen, nach meiner Ueberzeugung aber sehr viel länger wiffen beide Herren, aus welchen ausschließlichen Gründen Herr Harden sie gelegentlich be fämpft." Traut Herr Graf Kuno Moltke dem Herrn Berger zu, dag er bereit ist, einen Meineid zu leisten? Oder entschließt er fich endlich zu dem Geständnis, Klagen! und wenn sie nicht klagen, dann sind sie schuldig! Denn für einen Ehrenmann, dem man so etwas nachsagt, gibt es nur eins. Herr Lecomte konnte abreisen, aber er mußte borher einen deutschen Rechtsanwalt mit der Anstrengung der Klage beauftragen. In den erften 5 Minuten, nachdem wir zusammen waren, habe ich Herrn Harden schon gesagt: Die Freunde werden den Moltke vorschieben Wenn Herr Lecomte nicht allein so diel Ehrgefühl hat, so hätten ihn die anderen als Ehrenmänner dazu zwingen müssen. Der einfachste Beweis das Grafen Moltke wäre für ihn doch die Zeugen- Vernehmung der Herren Fürst Eulenburg, Gras Hohenau und Lecomte gewesen,— wenn er sich unschuldig gefühlt hätte. Herr Graf Moltke hatte den Staatsanwalt ersucht, ex okücio «Wguschreitcn. Der Staatsanwalt hat es abgelehnt. der Beschwerde darüber ist der Kläger in allen Instanzen ab- gewiesen worden. Ihm wurde überall gesagt: „Diese Sache machen Sic gütigst allein!" (Heiterkeit.) Ich denke mir, daß die königlich p r c u st i s ch e Staatsanwaltschaft, wenn einem Manne, der vor ganz kurzem noch Staotkom Mandant von Berlin war, eine Berfehlung gegen die Strafgesetze vorgeworfen wird, es für geboten erachtet, die öffentliche Klage zu erheben. Wenn die Staatsanwalt- schaft hiervon abgesehen hat, so geschah es wahrscheinlich, weil der Staatsanwalt mit der Sache nichts zu tun haben will, weil sie nicht geeignet erscheint, die Antoritiit des Staates dafür einzu- setzen! Es gibt allerdings auch noch die Möglichkeit, daß nach An- ficht der Staatsanwaltschaft ja gar keine Beleidigung vorliegt. Ter Kläger ist ein ganz eigentümlicher Herr und eigentümlicher Freund seiner Freunde! Er hat einen intimen Lebensfrcund, den Fürsten zu Eulenburg. Man sollte es nicht für möglich halten, dah für diesen Orest dieser Pyladcs niemals vor den Richter zu bringen ist.(Heiterkeit.) Fürst Philipp Eulenburg zeugt nicht, lveil er sich vor der Gesetzesbestimmung fürchtet. welche auf Meineid Zuchthaus setzt! Das ist cS, warum er hier nicht erscheint und warum er den Zeugen Bollhardt nicht sehen will. NlleS andere ist Schein, Spiel, Komödie! Ter Viertelsachverständige, der gestern nur. ein Viertclgutachten abgeben konnte, sagt, der Privatklägcr sei eine ideale, Überschwang- liche Natur. Das ist ganz unglaublich! Die ganze Verhandlung hat doch wohl so viel ergeben, daß Graf von Moltke nicht ganz rein ist, die Charakteristik, die Herr Haiden von ihm gegeben, voll- ständig zutrifft und die menschlichen Eigenschaften des Privat- klägers daö abfällige Urteil des Herrn Haiden rechtfertigen. Ich glaube, ich kann beinahe die Behauptung auf- stellen. bast Fürst Eiiltiilmrg eiv Päberast ist. Das kann man nach dem Zeugnis des Zeugen Bollhardt doch wohl annehmen und Herr Harden ist im Recht, wenn er den Kaiser aus solcher Umgebung befreien will. Es soll der Sänger mit dem Könige gehen, aber es soll nicht der Päderast mit dem Könige gehen.(Heiterkeit.) Ich habe auch den Brief des Vaters der Frau vs Elbe hier vor mir, in welcher dieser seiner Tochter mitteilt, dah nach der Meinung des Grafen Kuno v. Moltke seine Frau„wie ein Mürcben" an seiner Seite gehen soll. Wcrsolchen Charakter hat, muß aus der Umgebung Sr. Majestät entfernt werden! Wer dies anstrebte, tat ein gutes Werk! Um den deutschen Kaiser sollen und müssen ganze Männer sein, denn sonst kommen wir zu dem verwerflichsten HöflingStuin im Deutschen Reiche und da- vor wolle uns der Himmel bewahren. Herr Graf Moltke soll eine „ideale, übcrschwängliche Natur" sein! WaS soll Europa denken, wenn man so etwas liest! Unser großer Nationaldichtcr Schiller hat nicht gedichtet die„Würde des Klosetts", sondern die Würde der Frauen!(Heiterkeit.) Empörend ist es, daß gesagt werden kann, ein Mann, der die Frauen als Klosetts bezeichnet, ist ein deutscher Mann!(Mit lauter Stimme): Nein! Nein! Nein! Unsere Frauen unsere Mütter, unsere Töchter sind durch solches Wort geschändet! Wenn solches Wort von einem Zuhälter seiner Dirne an den Kopf geschleudert wird, dann erhält er eine Ohrfeige? Nein! meine Herren! Ziehen Sic einen scharfen Grenzstrich zwischen Männern wie Eulenburg. Hohenau, Tekiltkc und den Ddännern Deutschlands! Dann entsprechen Sie dem allgemeinen Empfinden! Solche Männer in der Umgebung der allerhöchsten Person sind gefährlich. Man sagt: der Privat- klüger und Fürst Eulcnburg seien durch ideale Bestrebungen der- knüpft. Mögen sie musizieren, so viel sie wollen, aber aus der Nähe des Monarchen sollen sie fortbleiben! Denken Sie an die Taschen- tuchepisodc! Wenn der Privatkläger das ominöse Taschentuch so behandelt hätte, wie seine Frau und seine Frau lieber wie das Taschentuch, dann hätten wir den ganzen Prozch nicht.(Heiterkeit.) Ist ein Mann, der seine geistige Nahrung aus den „Mitteilungen des Geistes Emanuel" schöpft, befähigt und berechtigt, in der Nähe der höchsten Person des Landes, von der das Geschick des Deutschen Reiches abhängt. einen Einfluß auszuüben? Der Indizienbeweis der Päderastie ist in diesem Prozeß geführt, kein Mensch wird das bestreiten, also können Sic es auch nicht in Ihrem Urteil. Wie sich der Herr Kläger in der Verhandlung selbst verhalten hat. brauche ich Ihnen nicht zu sagen. Ich will auch nicht näher auf das Zeugnis der Frau v. Elbe, des Zeugen Bollhardt und auf das Gutachten des Dr. Hirschfeld eingehen. Nur über eins will ich sprechen, und zwar über dasjenige, was Herr Platzmajor v. Hülsen gestern hier gesagt hat. Ich habe nicht geglaubt, daß nach der Ver- nchmung des Herrn v. Hülsen der Herr Gegner den Mut hat. einem Gericht gegenüber noch zu behaupten, daß der Herr Graf noch— Gedankenstrich— versucht hat, sich als unschuldig zu bc- zeichnen. Das ist ein Wagemut, für den ich eigentlich kein vor Gericht anwendbares Eigenschaftswort finde. Einige Dutzend Male habe ich im Laufe der Verhandlung an den Kläger die Frage gerichtet: WcShalb sind Sie nicht mehr Stadtkommandant? Ausreden, nichts als leere Ausreden erhielt ich zur Antwort. Als ich das erste Mal diese Frage stellte und der Herr Graf nicht eine ausreichende und aufklärende Antwort gab,'war eigentlich schon daö Urteil gefällt. Das aber will ich Ihnen hier sagen, wenn mir der Herr Graf antwortet: das sind militä- r i s ch e Dinge, über die ich nicht sprechen darf, so sage ich. es ist ein starkes Stück, mir so etwas zuzumuten. Wenn ein Schul- b u b e. der aus der Schule kommt und sich unterwegs geprügelt bat, Ausreden in dieser Form macht— so, na— ich will den Satz gar nicht zu Ende sprechen. Die bewußte Unwahrheit ist auch in diesem Falle von dem Grafen Moltke gesagt worden. Er weiß ganz genau, daß es nicht„militärtechnische" Dinge sind. er will nur das Wort nicht aussprechen. Da war der Herr v. Hülsen, den wir gestern hier gesehen haben, ein richtiger Soldat. Glauben Sie mir, es ist.Herrn v. Hülsen nicht leicht geworden, das harte Wort hier auzusprechen. Er mußte sagen, daß Fürst Eulenburg wegen homosexueller Dinge aus dem Amte entfernt worden ist, so unangenehm ihm es auch war. Als dann Herr Platzmajor v. Hülsen ruf meine Frage bezüglich des Grafen Moltke antwortete:„Na, es sind so dieselben Dinge!" da sagte ich mir, dann ist ja alles er- ledigt und der Prozeß ist aus. Wenn ich sehe, wie seit Monat:» ein deutscher Schriftsteller, der nur seine politische Pflicht getan hat. verfolgt wird mit wissentlichen Unwahrheiten, so habe ich Mühe, mich zu halten, man lüge doch nicht ganzDeutsch- l a n d a n! I Außerdem ist mein Herr Gegner leider von seinem Mandanten falsch informiert. Von ihm rührt jene in den Zeitungen publizierte Ertlärung her, in der es heißt: Die maßgebenden Instanzen haben sich von der Grundlosigkeit der erhobenen Verdächtigungen über- zeugt. Der.Herr v. Hülsen hat uns das Gegenteil gesagt, und da hat Herr Graf Moltke eine derartige Erklärung vom Stapel ge- lassen. Wollen Sie mir nun die Frage beantworten: Wer kämpft hier mit unreinen'Waffen— ich muß baS Wort sagen, ich kann nicht anders—, wer ist hier derjenige, der lugt? Fürst E u l e n b u r g hat in der Presse verbreitet, dah der Friedens- siifter Herr v. Berger ohne Auftrag von ihm oder vom Grafen Moltke gewirkt habe. Der Herr Fürst Eulen- bürg Durchlaucht erzählt dem deutschen Volk damit eine faustdicke Lüge. Warum lügen die beiden Herren das deutsche Volk so an? Weil die Wahrheit das Bekenntnis ihrer Schuld wäre! Die Herren werden doch dem Gericht nicht vorreden wollen, sie hätten beim Er- scheinen unliegriindeter Vcrleunidiingen erst einen Vermittler zu Harten geschickt, um ihn zur Einstellung seiner Angriffe zu be- wegen» Das dürfen S i c keinem deutschen Gericht vorreden, das glaubt höchstens ein Dien st mann, wenn er dafür bezahlt wird.(Heiterkeit.) Nun zur Er- klärung des Privatklägers über die Gründe seiner Entlassung. Graf Moltke behauptet, ein deutscher Mann und Soldat müsse sein Amt niederlegen, wenn er angegriffen worden ist, um sich dann erst zu verteidigen. Wenn jemand v c r l e u m v e t ist und ein gutes Gewissen hat, dann braucht er sein Amt nicht ohne w e i t e r e s n i e d c r l e g c n. Ist der deutsche Reichskanzler kein deutscher Mann, kein Edelmann, steht er nicht an einer Stelle, wo jeder Anhauch vergiftend wirken muß? Dieselben Beschuldigungen sind auch gegen den deutschen Reichskanzler Fürsten Bülow— ich glaube mit absolutestem Unrecht— erhoben worden. WaL bat er getan? Er wäre ja verrückt, wenn er deswegen sein Amt nieder- gelegt hätte. Er hat cL nicht getan, warum? Er ist unschuldig, er hat sich nicht zu fürchten. Dem Reichskanzler Fürst Bülow hat es die Staatsanwaltschaft auch geglaubt, daß er unschuldig ist, und weil sie es ihm geglaubt hat, deswegen hat sie die öffentliche Klage für Bülow erhoben und für Moltke abgelehnt. Nicht ein deutscher Edelmann und Soldat mußte so handeln wie der Klager, sondern ein Schuldiger. Wir schonen noch immer den Privatkläger: ich glaubte sicher, er würde schon am zweiten VcrhandlungStage die Klage zurücknehmen. Der Kläger widerspricht sich selbst, wenn er auf der. einen Seite erklärt, seine Entlassung habe mit sexuellen Dingen nichts zu tun, und dann den Wunsch daran knüpft, Harden solle recht hart der- urteilt werden, weil er an dem Verlust des Amtes schuld sei. Glauben Sie denn, daß die bloßen Artikel der„Zukunft" die Amts- entlassung dcs Fürsten Eulenburg und des Grafen Moltke ver- entlaßt hätten, wenn sie nicht wahr wären? Diese Meinung iväre ja beinahe eine Majestätsbeleidigung. Für den Kaiser ist die An- nähme absolut beleidigend und die Annahme ist deshalb absolut falsch, daß so ernste Entschließungen, wie die Entfernung der Träger alter Namen aus ihren Aemtern, ohne genügende Prüfung gefaßt werden. Für mich ist die Frage: sind Fürst Eulcnburg und Graf Kuno Moltke so aufgetreten, daß das Vorgehen des Schriftstellers Harden berechtigt war, für mich ist diese Frage b e- reits entschieden, und zwar von allerhöchster StcllcdurchSe. Majestät denKaiser. Ich berufe mich auf Sc. Majestät, um dessen Meinung über den Grafen Kuno Moltke zu hören. Er denkt über ihn so, daß er trotz alles dessen, was der Verteidiger an dem Kläger rühmte, ihn aus seiner Stellung und aus seiner Nähe entfernt hat. Das ist das Urteil, das schon gefällt worden ist in dem Beleidigungsprozeß Moltke kontra Harden. Alles was die Gegenseite gegen die Tendenz des Angeklagten und gegen die Berechtigung seiner Artikel gesagt hat, ist durchaus falsch— alles was in den Artikeln steht,«st durchaus wahr, und zwar erweislich wahr! Wenn man einen Päderastcn einen Piiberasten nennt, so ist das doch keine Pcrfidie, wie von der Gegenseite behauptet wurde. Herr Harden hat von Herrn Lecomte gesprochen und von anderen Päderasten, und es ist doch merkwürdig, daß, lvcnn jemand ruft: Päderast!, nun Herr Graf Moltke die Tür aufmacht und fragt: wer hat mich hier gerufen?(Heiterkeit.) WaS geht den Grafen Moltke die aktive Homosexualität des Herrn Lecomte an? Weshalb stellt er den Strafantrag, wo es sich um Herrn Lecomte handelt? Ich bin am Ende. Der gegnerische Kollege hat gesagt: Heraus mit der Sprache! Ich sage: Heraus mit de» Männern! Was der Kläger mit dem Prozeß eigentlich will, will ich Ihnen sagen: Er will appellieren gegen das Urteil Sr. Majestät? Tort ist er verurteilt: denn es ist eine Ver- urteilung, wenn der Kaiser den Privatklägcr unter solchen Um- ständen, wo dieser so schwer beschuldigt wurde, nicht hält, sondern ihn zur Disposition stellt. Der Kaiser muß doch seine triftigen Gründe dafür gehabt haben. Beleidigend für Se. Majestät ist der Gedankengang, aus dem heraus der Kläger sich rechtfertigen will. Ter Gegner hat gesagt: Die intellektuellen Leute fürchten sich,«n das politische Leben einzutreten, und hat das Gericht ersucht, durch sein Urteil den Männern wieder den Mut zu stärken. Ja. stärken Sie den deutschen Männern den Mut, stärken Sie den deutschen Bürgern, die Schriftsteller sind, den Mut. die Wahrheit zu sagen. Stärken Sic auch den anderen Bürgern den Mut, indem Die ihnen die Zuversicht geben, daß, wenn sie in den Raum dcs Deutschen Reiches eintreten, sie in einen reinlichen und sauberen Raum ein- treten I Geben Sie durch Ihr Urteil Ausdruck, daß Sie Leute, die den Anschauungen und Betätigungen des KlägcrA�buldigen, nicht als führende Männer für das deutsche Volk anerkennen wollen. Wenn Sie Herrn Harden verurteilen, werden Sie deutsche?Nänncr nicht ermutigen, sich mit Politik zu beschäftigen: dann werden diejenigen, die da glauben, daß es wahr ist, was Harden gesagt hat, sagen: Wenn man in Teutschland die Wahrheit sagt, wird man bestraft! Nun sagen Sic durch Ihr Urteil: Im Deutschen Reich darf ein deutscher Mann die Wahrheit sagen! Justizrat Dr. v. Gorbon tritt den Worten dcs Vorredners in längeren Ausführungen entgegen. Ich habe dem Herrn Harden keineswegs Freude an der Zote vor- geworfen. Freude an Stichelei, Spekulation auf die Sensationslüsternheit seiner Leser habe ich Herrn Harden mit meinen Worten vorgeworfen. Wenn der Graf Moltke Sr. Majestät sein Ehrenwort gibt und er wird dann zur Disposition gestellt, so ist es angesichts des Be- griffes der Ehre eines Offiziers unmöglich, daß Majestät damit einen Schuldspruch aus- sprechen wollte. Weshalb die Staatsanwaltschaft die Er- Hebung einer öffentlichen Klage abgelehnt hat, will ich sofort mit- teilen. In dem betreffenden Beschluß steht wörtlich:„Wenn den Mitgliedern der Tafelrunde homosexuelle Dinge vorgeworfen werden, so handelt eS sich um Dinge aus dem allcrintimsten Privatleben der dazu gehörigen Herren, welche natürlich ein öffentliches Interesse nicht beanspruchen können." Graf Moltke erhebt sich, sichtlich in großer Erregung, und macht unter Zuhülfc- nähme eines Konzepts folgende Ausführungen: Würde ich hier stehen, wenn ich nicht vor Gott und den Menschen sagen könnte, ich fühle mich nicht s ch u l d i g i Ich be- greife es nicht, weshalb man mir immer wieder die Frage vor- wirft, weshalb ich nicht mehr Stadtkommandant bin. Denken Sir denn, ich kann olS Kommandant in Uniform hier sitzen und mir seit zwei Stunden Lügenhaftigkeit und andere Beschuldigungen vorwerfen lassen? Dann soll ich hinausgehen und soll verlangen, daß ein Mann auf der Straße mich grüßt, mir mit Achtung und Respekt begegnet? Ncini Das geht nicht und das ist die ganz einfache Lösung dieser Frage. Jeder Soldat weiß, daß dies nicht geht!(Mit zitternder Stimme): Ich bin selbst nur ein einfacher Soldat, ich besitze keine rhetorische Gewandtheit, ich bin nicht gewöhnt, mich vor einem Forum gegen Verdächtigungen und dem Vorwurf der Lügenhaftigkeit zu wehren. Aus der Kabinettsorder vom 84. Mai geht nur hervor, daß ich zur Disposition gestellt worden bin. nichts weiter. Wenn mir hier gesagt wird, es sei angeblich noch eine geheime Order vorhanden, so er- kläre ich das für unwahr. Eine solche Order, in der mir eine Pervcrsion vorgeworfen wird, existiert nicht. Ich bin in allen Ehren entlassen»vorbe». Es ist hier vorgebracht worden, daß die Staatsanwaltschaft die Erhebung der öffentlichen Klage abgelehnt hat. Ich werde eine andere Erklärung für diese?lblehnung geben: Die Staatsanwaltschaft hat einen Skandal vermeiden wollen, der bis an die Stufen zmn Thron heranreichen würde, nicht zum Segen des Vaterlandes. Das Mißtrauen und die An- ficht, die durch diesen Prozeß in das Volk eingedrungen ist, daß„oben" alles versumpft sein soll, ist schwer wieder auszut rotten.(Mit lauter Stimme): Ich hätte es wahrlich bequemer gehabt, wenn ich mich von Anfang an zurückgezogen und mich um nichts gekümmert hätte, aber ich wollte es nicht, ich wollte mich gegen diese Angriffe verteidigen. Wenn ich hierherkam, so tat ich es, um meine in den Schmutz getretene Ehre als alter Soldat mir wieder selbst herzustellen.(Wiederholtes Bravo! im Zuhörerraum. Der Vorsitzende rügt diese Kund g-ebun gen auf das energischste.) Als Beweis führe ich an, daß ich dcs Königs Rock, den ich so gern und mit vollem Stolz 42 Jahre getragen habe, in dem ich geblutet habe für das Vaterland, ausgezogen habe, um überhaupt hier er- scheinen zu können, denn als Soldat durfte ich hier nicht stehen, als Soldat durfte ich mich hier nicht beschimpfen lassen, ein Offizier dürfte sich hier nicht so angreifen lassen. Deshalb mußte erst der Rock herunter.(Mit bor Erregung fast heiserer Stimme): Das Gcflüstcre, das Geranne, das nun entstanden ist, das heimliche Tuscheln, daS entsteht, wenn man mich sieht, das gibt mir recht. Das durfte ein Offizier in Uniform sich nicht bieten lassen. Heute, am Geburtstage deS seligen Feldmarschalls SNoltke, sollte ich in Uniform die Linden entlanggehen, wo eS mir von den ZcitungShändlern gellend entgegengcrufen wird, wie man den Namen Moltke in den Schmutz zieht. Damals herrschte Jubel an diesem Tage Unter den Linden, und heute— man möchte heute rufen kreuzige ihn— wo man damals Hofiannah rief. Unter diesen Umständen eine Uniform tragen, geht einfach nicht, nachdem ich durch Schuld jenes Mannes in aller Leute Munde gekommen bin. DaS ist das Motiv, weshalb ich den Rock ausgezogen habe, und ich bin Sr. Majestät dankbar, daß er mir dazu verholfen hat, meine Ehre reinzuwaschen. Ich betone es noch- mals: niemals hat die Freundschaft zwischen mir und dem Fürsten Eulcnburg einen erotischen Zug gehabt. Ich erkläre ferner hier nochmals: wenn ich vor Gericht eidlich als Zeuge vernommen worden wäre, so hätte ich unter meinem Zcugeneidc ausgesagt: „Ich habe nicht gewußt, daß seitens deS Grafen Hohenau oder der anderen Herren irgend eine homosexuelle Veranlagung vorliegt."— Ich habe 42 Jahre dcs Königs Rock mit Stolz getragen und niemand hat daran zu tasten gewagt und mir auch nur das geringste nachsagen können, dieser Mann, der dort sitzt(weist mit der Hand auf Harden)— dieser Mann hat es gewagt und ihm ist e Z geglückt, mich in meiner Ehre zu kränken. Im In- und Auslände ist mein Name in aller Munde. Ich habe dos feste Vertrauen zu einem preußischen Gerichtshof, daß er meine Ehre zu wahren, wissen wird und lege alles vertrauensvoll in Ihre Hände!(Vereinzelte Bravorufe im Auditorium.) In längerer Dupllk führt Justtzrat Bernstein nochmals auS, daß, wenn man anerkennt, daß sich Dinge creignci haben, die uns in den Augen herabsetzen, man doch nicht den- jcnigen bestrafen kann, der diese schmählichen Mißstände beseitigen will. Diese Mißstände sind doch da und existieren doch und man mutz doch dankbar sein, daß jemand die Eiterbeule aufzustechen wagte. Von einer geheimen Ordre deS Kaisers ist gar keine Red: gewesen, wenigstens nicht auf Seite deS Herrn Harden. Di- sittliche Entrüstung, die in dieser Beziehung gegen Herr» Harden aufgewendet wurde, hätte doch gegen Herrn Major v. Hülsen sich richten müssen, der doch viel mehr angedeutet hat. als Harden. Und der Major v. Hülsen ist auch ein deutscher Offizier. Der Kläger wendet sich mit Emphase gegen Herrn Harden, weil ihn dieser durch den Borwurf der Homo- sexualität beleidigt habe. Tann hätte er sich doch an den Dr. Hirsch- seid mit seiner Entrüstung wenden müssen, der wissenschaftlich das bestätigte, was Herr Harden behauptete. Und wenn der Kläger noch zehnmal beweglicher spricht: er hat Dinge behauptet, die nicht wahr sind und deren Unwahrheit er kannte! Wenn das irgendwie bezweifelt wird, dann bitte ich, in die Beweisaufnahme nochmals einzutreten und den Freihcrrn Alfred v. Bcrgcr als Zeugen zu vernehmen, der bekunden wird, daß in bezug auf dessen Vermittelungsbemühungen und in bezug auf die Kenntnis des Klägers über die Bedeutung der Hardenschen Artikel, Fürst Eulcnburg und Graf Kuno Moltke bewußt die Unwahrheit gesagt hat. Herr Harden hat lediglich auS politischen Gesichtspunkten ge- handelt und nur das angedeutet, was er andeuten mutzte. G»af v. Moltke: Ich stehe für mich allein und kann nur für mich allein kämpfen. Hier stehe ich, ich kann nicht anders I Ich muß den Vorwurf der Unwahrheit mit aller Entschiedenheit noch. in a l s z u r ü ck w c i s e n. Ich habe keinen anderen Ausweg gc. funden, gegen Herrn Harden vorzugehen, als, nachdem ich den Rock ausgezogen?abe, mit Hülfe dcs Gerichts. Die kleinen Spitzen und Andeutungen habe ich in den ersten Artikeln wohl gemerkt. aber ich habe den Zusammenhang der Dinge erst in dem Artikel vom 1?. April erkannt, so daß ich dann erst den Weg der Privat- klage beschreiten konnte. Man fragt hier immer wieder: Warum ist der Graf Kuno v. Moltke nicht mehr Stadtkommandant von Berlin? Ich habe meinen Rock ausgezogen wegen der Vcrlcum- düngen und Verdächtigungen in den Artikeln der»Zukunft" und nichts anderes! Justizrat Dr. v. Gordon bedauert in einer nochmaligen Er- klärung unter anderem auf das Tiefste, daß der Chef des Militär- kabinctts v. Hülsen-Haeseler nicht vernommen wurde, denn durch dessen Bekundungen würden die Behauptungen der Gegner über das Ausscheiden aus dem Dienst einfach widerlegt werden. Justizrat Bernstein plädiert nochmals auf Freisprechung. Da Harden erklärt, daß er noch längere Ausfuhrungen zu machen, habe, wird eine Paus« bis 5 Uhr gemacht. Nach Wiedereröffnung der Sitzung um S llhr nimmt da? Wort der Privatangeklagte Horben: Meine Herren Richter! Sie haben mich in diesen Tager, leidenschaftlich gesehen, vielleicht mitunter mehr als es angemessen war. Entschuldigen Sie mich einstweilen, Sie werden hören, was mich dazu trieb. Ich bitte um die Erlaubnis, mich zunächst einen Augenblick, che ich auf das eingehe, was den Kern meiner Schluß- rede bilden soll, mit der Erklärung zu beschäftigen, die der Herr Privatkläger vor einigen Stunden gegeben hat. Meine Aufgab- als deS Angeschuldigten ist. ruhig zu prüfen: WaS ist darin gesagt. Was ist dadurch an ocm Ergebnis diqer Beweisaufnahme geändert. Der Herr Privatkläger hat gesagt: heute ist der Geburtstag Moltke s. Der Schatten des Mannes schwebt über allem. Das wußte ich von der ersten Stunde dieser Aktion an. Dtzescr Name und noch eine Reihe anderer preußischer Namen schwebten als Schatten darüber. Ich lasse es dahingestellt, wie weit der Privatklägcr eine persönliche Gemeinschaft mit dem großen Marschall, dem Stolz Deutschlands, gehabt hat. Ein Bluts- verwandter ist er nicht. Dieser Marschall Moltke, der dann eines Tages der große Marschall werden sollte, hat eines TageS in seiner Jugend, wie Sie aus seinen Briefen wissen, eine Leiche aus der Ferne nach Teutschland siebracht, die Leiche eines preußischen Prinzen, wenn ich nicht irre, hieß er Heinrich. per Bruder Friedrich Wilhelms III. Dieser preußische Prinz war geschlechtlich pervertiert gewesen und war deshalb vom Hofe verbannt worden. Und es war ein Moltke, Hellmut der Große später, der diese Leiche 28a3 der anderen Seite. Der Artikeln Merkwürdig, fraftvoll vor Zeugen fachlich entgegen zu treten wagte. Mich gingen alle diese Dinge gar nichts an: ich habe nach mur dazu mitzuwirken gesucht, gesucht, eine Neben der Persönlichkeit des vorwärtsstrebenden Monarchen war meinen besten Kräften Nun ist mein ein Grüppchen, das eigentlich große Ziele für das Deutsche Reich schädliche politische Entwickelung abzuwenden. nicht verfolgte, aber auch nicht vaterlandsverräterische natürlich, Hauptzeuge, der Fürst Eulenburg, ausgeblieben. das aber in seiner Weise doch nur ganz kleine Stappen vorrüdte er ist immer todfrank, wenn es sich um heifle Dinge handelt. Er und vor allem den Wunsch hatte, im richtigen Licht zu stehen und war trant, als er im Tausch- Prozeß aussagen sollte; er den Herrn bei guter Laune zu erhalten und ihm nicht lästig zu war frant, als Baron Berger in Unterhandlungen einSo hat Bismare ganz ungeheure trat und ist jest wieder krant. Ich hätte warten können, werden durch Widerspruch. Schwierigkeiten dadurch gehabt, daß seiner durchaus mannlichen bis der Beuge Fürst Eulenburg als Beuge hier erscheinen kann, aber was hier zu erweisen war, ist erwiesen worden! Nach dem ersten offenen Art entgegenstand dieses Tag der Berhandlung mußte ich sagen, morgen muß doch Graf fehr himmelnbe Wefen Moltke aufstehen und ich selbst bin unschuldig fagen: aber ich muß anerkennen, daß dieser Harden, der seit fünf Jahren alles weiß und davon keinen Gebrauch machte, hier nicht Politiker die Absicht hatte Skandal zu machen, sondern daß er als mit seinen einen 8weck verfolgte, der von seinem Standpunkt aus berechtigt erschien. Da ich Christ, Edelmann und ein Moltke bin, will ich ihm nicht den unberechtigten Vorwurf machen, er habe hier nur verleumden wollen. Ich nehme deswegen die Klage zurück. Die Argumente des Privatklägers, daß er General ist und 40 Jahre treu gedient hat, sind ja nicht zu bes streiten, aber an höchster Stelle hat man ihn troydem seines Postens enthoben. Nicht in derselben Weise, wie die andern. Man hat ihm die Uniform gelaffen und ich bin der Lekte, der dahin wirken würde, daß er sie auszieht. Es gibt einen Kreis von Bersonen, ich kenne ihn auch ganz genau und könnte ihn hier im Gerichtssaale nennen, der das wollte, aber„ oben" hiez es: Eulenburg weg, Hohenau ganz weg, gegen liegt nichts Bestimmtes bor, aber Moltte wir müssen ihn zur Disposition stellen und er soll feine Integrität nachweisen. zweite Kanzler ist in Liebenberg gestürzt worden, der dritte war Hohenlohe. Dieser alte Herr ist soweit gekommen, daß er schäumte, wenn der Name dieses Eulenburg auch nur genannt wurde. Der vierte Kanzler, der noch im Amte ist, in der ja, der ist Kanzler geworden durch den Fürsten Eulenburg. Tausch- Affäre, einer Affäre, über die der Herr frühere Botschafter in Wien, wenn er uns die Ehre seiner Anwesenheit geschenkt hätte, genötigt gewesen wäre, sehr viele Sachen mitzuteilen. Marschall war nicht mehr möglich, aber Fürst Eulenburg ist, trotzdem er eng verwidelt war in diese Angelegenheit, noch stark genug gewesen, den Nachfolger selbst zu kreieren. später zurüdbrachte. Ich glaube, der Herr Privatfläger sollte nichty eine Leiche zu retten versuchen; er follte nicht eine Leiche auf feinen Rücken laden bloß deshalb, weil er, vielleicht selbst in gutem Glauben, den ich nicht angezweifelt habe, jahrzehntelang in seinem Leben mit dieser Leiche, bie ich jetzt als solche ausche, befreundet war. Es steht doch unzweifelhaft fest, daß die früheren Behauptungen des Privatflägers, wonach er erft fpät über die wahre Bedeutung der Artikel aufgeklärt worden sei, un= richtig waren. Erst jetzt hat er zugegeben, daß die Darftellung des Herrn b. Berger richtig ist. Warum hat er das nicht früher anerkannt. Wenn man ein alter General ist, sollte man seinem Gegner doch auch zugeben, was nicht zu bestreiten ist. Der Privatkläger sagt: wie fann man ernstlich einem alten General folche Dinge zutrauen? Nun: Wilhelm v. Hohenau war ein ebenso alter General wie Graf v. Moltke und wir wissen, wie Tieftrauriges, Entschliches sich an seinen Namen knüpft. Wenn der General v. Moltte sich heute als General, als Patriot fragt: sollten alle Widerwärtigkeiten, die er durchzumachen hatte, trotzdem in ihm den Wunsch auffommen lassen, daß ein Mann, wie der Graf Wilhelm v. Hohenau, noch weiter vom Raiser gedugt werde und der andere Mann noch am Ruber wäre, so meine ich, er muß Bülow war Botschafter in Rom und Fürst Eulenburg war Bota antworten: es ist gut, daß es so gekommen ist! Der Herr Grafschafter in Wien und wollte Bülow zum Kanzler machen. Hier in Moltke flagt in beweglichen Zönen über die üble Lage, in die er diesem Hause ist der damalige Staatssekretär Marschall unterlegen gebracht worden, hier vor Gericht auf Herz und Nieren prüfen zu lassen. In derselben üblen Lage haben sich schon andere nicht unbedeutende Herren befunden: ein Miquel, ein Marschall und Fürst v. Bülow wird demnächst in dieser Lage sein. Wenn einer etwas gewagt hat in dieser Sache, so bin ich es. Ich hab's gewagt! Und wenn ich auch nicht einen Rod trage mit buntem Stragen, und wenn ich mir meinen Namen selbst gemacht habe, so habe ich doch die Ehre dieses Namens ebenso ernst zu wahren. die Entlassung des Privatklägers betrifft, so datiert das Er ersah dazu den Bülow in Rom. Bülow wollte nicht; er hatte Eingreifen des Kronprinzen eine italienische Gemahlin, die fuhr zu Eulenburg, aber dort war Ich erwähne das ausdrücklich, da es beweist, vom 2. Mai, das Abschiedsgesuch des Privatklägers vom 3. Mai nichts zu machen. und am 24. Mai ist das Abschiedsgesuch genehmigt. Meine felt- daß es tatsächlich eine occulte Instanz gab, die die Sache machte. famen Erlebnisse machen es mir schwer, auf den regierenden Herrn Die Frau fuhr nicht nach Berlin und stellte Majestät die eine Hymne zu singen, aber das wird mir doch kein Mensch ein- Sache vor, reden wollen, daß der regierende Herr die Entlassung eines Genesondern nach Wien und bat Eulenburg, rals, der ihm sehr nahestand und den er mit Beweisen seiner er möchte fie in Rom lassen. Gulenburg sagte: uld überschüttet hat, defretieren wird, bloß weil ein ein hundsgemeiner Sterl als der ich ja verschrien werde paar Worte geschrieben habe, die in einer gewissen Sphäre einige Reute bespritzten. Nebenbei bemerkt: Graf Suno v. Moltke weist den Berkehr in der Adler- Billa mit Entschiedenheit zurück. Habe ich jemals gesagt, daß er in der Adler- Billa mit männlichen Berfonen Umgang gehabt habe? Es wäre aber doch freundlich von dem Privatfläger gewesen, wenn er mitgeteilt hätte, daß er zwei Häufer von der Adler- Billa wohnte, und daß er seine Wohnung vom Grafen Lynar übernommen hat. Ich stehe für eine lautere Sache ein, für mich und meine Eristenz! Ich habe die Artikel nicht geschrieben, um den General v. Moltke in Schmuß zu ziehen. Nein, ich habe ihn davor bewahrt, solange ich es fonnte! Die Homosexualität, die eigentlich eine unendlich kleine Rolle in diefem Prozeß darstellt, ist hier in ausgedehnter Weise behandelt worden. Redner legt dann eingehend seine Stellung zu dieser Frage dar und verliest einen Artikel der Zukunft", in welchem für Aufhebung des§ 175 plädiert wurde. Daran knüpft sich eine historische Starlegung der einzelnen Phasen, die schließlich sur Beröffentlichung der Artikel geführt haben und er betont, daß diese einaig und allein einen politischen 2wed verfolgten, nämlich den Zwed, Leute, deren Einfluß auf den Kaiser ihm verderblich zu sein schien, aus dieser ihrer Bofition zu entfernen. Aus dem Tagebuch des alten Chlodwig Hohenlohe sei deutlich hervorgegangen, welche unheilvolle Rolle Fürst Eulenburg gespielt habe. Es mußte mich zum Eingreifen veranlassen, daß ein Mann von der enormen noch Heute maßlos unterschähten Bedeutung des Fürsten Eulenburg folche Gepflogenheiten hat, daß er nicht bulben will, daß sein Freund mit seiner Gemahlin ehelich verkehrt. Ist es normal, daß man vom deutschen Kaiser als bom„ Biebchen" spricht? Das find schlimmere Dinge als die unter Friedrich Wilhelm IV. Da mußte ich sprechen, wenn Bein anderer den Mut dazu fand. Al die vom gegnerischen Anwalt aus meinen Artikeln herausgelesenen beleidigenden Andeutungen auf das Geschlechtsleben des Bribatllägers stehen ja gar nicht darin. Baron v. Berger würde, wenn er in diesem Saale als Beuge vernommen worden wäre, auf meine Fragen geantwortet haben: er habe am 25. November dem Fürsten Philipp zu Eulenburg flaren Wein eingeschenkt, daß Harden ihn für einen Mann von abnormer Segualität hält und es am besten sei, wenn der Fürst von der Bildfläche verschwinde. Dann würde ich den Baron v. Berger weiter gefragt haben: Und was hat der Fürst darauf geantwortet? und würde die Antwort erhalten haben: Nichts! Dann würde ich weiter gefragt haben: " Sat er irgendwie barauf reagiert?" und Baron v. Berger würde barauf erwidert haben:„ Ja, Bernhard muß nach Berlin! ,, Gereinigt oder gesteinigt!" Diefe Worte sind an höchster Stelle gesprochen worden. Und wenn ich in dieser Sache ein Verdienst habe, so will ich das am Ende sagen: Was wäre denn geschehen, wenn eines Tages alles im, Vorwärts" Und wenn Sie vom stand, alle diese Sachen, ich will's nicht ausmalen, und mein Verdienst ist sehr groß an der Sache. Mein Verdienst ist nämlich dieses, daß der Borwärts" nicht zuerst eingegriffen hat. Der erste, der eingegriffen hat, das war der deutsche Kaiser, der hat gehandelt, bevor die Sache an die Deffentlichkeit fam, und der die Dinge so lange der Deffentund das die Herren duzten sich ja auch. Als sie meinte: tun Sie's lidh feit vorenthielt, das ist Ihr ergebenster doch lieber! sagte Gulenburg:„ Nein, ich will Könige machen, aber ist mein Verdienst allerdings. so ist mir das ganz gleichgültig. Das nicht König sein!" Das ist einer dieser Fälle, von denen ich Ausland sprechen, Ihnen eine ganze Reihe aufzählen könnte. Auch dieser vierte Ausland fann, wenn es gerecht und vernünftig urteilen till nur Sangler ist in Totfeindschaft geraten mit dem Manne, der sagen: Deutschland ist ein Land wie andere, da kommen solche Dinge ihn kreiert hatte. Auch dadurch geht ein tiefer, äußerlich kaum auch vor. Aber es muß jagen: Donnerwetter, es sind doch berhüllter Haß. Vier Kanzler haben es versucht, seinen Einfluß Kerle; der erste der eingriff, war der Kaiser und der ihn dazu zu beseitigen, es ist ihnen nicht gelungen. Ich habe den Versuch angeregt hat, das war sein erstgeborener Sohn, Und wenn ich vor 13 Jahren in diesem Hause ein auch gemacht. Er ist nicht mir gelungen, aber ich habe mit bring. gewirkt, daß es geschehen ist. Ich habe mitgewirkt daran, daß Erkenntnis erftritten habe, in der Straflammer, vor dem Landheute Fürst Gulenburg keinen politischen Gingerichtsdirektor Schmidt, wo ich gefagt habe, es gibt auch eine fluß mehr hat; daß der Herr Botschaftsrat Lecomte nicht andere Art, dem Kaiser zu dienen, als vor ihm zu fnieen, nämlich mehr in Berlin ist. Ich glaube nicht, daß er unsere Stadt wieder ihm mit der Wahrheit zu dienen, so habe ich mich jetzt an dieses betreten wird. Halten Sie das für ein nationales Glüd oder für Erkenntnis gehalten und ich glaube, ich triege noch ein solches. Ich ein nationales Unglück. Ich halte es für ein Glüd. Wissen Sie, habe nichts mehr zu sagen.( Lebhafte Bravorufe.) was geschehen war, wissen Sie, daß wir unmittelbar vor einem Kriege standen mit zwei Nationen? Lecomte " der Kron Amtsrichter Dr. Kern verkündete um 7 Uhr, daß das Gericht das Urteil am Dienstag um 10% Uhr verfünden wird. Aus der Frauenbewegung. Merkt's Euch, Ihr Dienstboten! wissen Sie, warum wir zu der Marokko- Affäre famen? atten wir da etwas zu suchen, haben wir je daran gedacht, in Maroffo Eroberungen zu machen? Bülow selbst hatte im Reichstage gesagt, daß wir daran nicht denken. Bismard hatte gesagt: agt die Franzosen Marokko nehmen, um so sicherer Die allerhöchste Nichts hütet und bewacht die Bourgeoisie schärfer, eifersüch find wir im Elfaß. Was ist hier geschehen? Person im Deutschen Reiche ist in den Glauben verfekt worden, in tiger, als die sozialen, die gesellschaftlichen Unterschiede und Ränge. Frankreich sei die Stimmung so weit gediehen, daß eine offiziell Besonders prägnant tritt dies bei der Dienstbotenfrage hervor. sichtbare, deutlich oftentativ bezeichnete Versöhnung stattfinden Nach ihrem Jdeal soll der Dienstbote sittsam, bescheiden und untertönne. In Frankreich waren gewisse Leute zu dem Glauben ge- würfig sein und die Verbesserung seiner Lage ganz dem Wohlwollen, bracht worden, Deutschland sei so weit gebracht, daß es nachgeben der Güte und Humanität der Herrschaft" überlassen. Das Heroder gewisse Konzessionen machen werde, daß es bom vorheben des Standesbewußtseins bei dem Hausgesinde übergießt Frankfurter Frieden etwas nachlasse. Der Präsident der honette Spießer mit giftigem Hohn und das Verlangen, als der französischen Republik war aufgefordert worden, ein Zu- Persönlichkeit, als Vollmensch gewertet zu sein, bringt ihn vollends fammentreffen mit dem Deutschen Kaiser an der italienischen aus dem Häuschen. Wir können dies an einem treffenden Beispiel Stüfte zu haben. Und als diese Möglichkeit sich im lekten Moment illustrieren. Ein hiesiges Slatschblatt( Morgenpost"), das sich fich als Unmöglichkeit erwies, da empfand man das hier als eine mit Stola rühmt, die weitverbreitetste Beitung zu sein und leider Brüstierung, weil man getäuscht worden war über die Stimmung noch in vielen Arbeiterfamilien zu finden ist, brachte dieser Tage in Frankreich. Durch wen? Durch den Freund des Schloßherrn eine Stigge, in der die oben gestellten Behauptungen in unverhüllter In dieser Sache ist alles fast Weise zum Ausdrud gelangen. Eine Frau Amtsrichter flagt ihrem von Liebenberg abenteuerlich, was mein Erleben betrifft. Die Tatsache, daß der Herr Gatten, daß Lina" am Ersten kündigen wird, angeblich wegen Lecomte in Liebenberg mit dem Kaiser zusammengetroffen ist, ist dummer Streiche ihres Erstgeborenen. Doch gibt die Gnädige dem eigentlich ein Unikum, denn die Staatsoberhäupter berkehren Bräutigam Linas die Hauptschuld, der dem Mädchen Agitationsnur mit den Chefs der Refforts und nicht mit den Botschaftsräten. schriften über die Dienstbotenbewegung gegeben und es gründlich Diese Tatsache des Zusammentreffens des Monarchen mit dem verhebt habe. Dies sei ihr besonders zum Bewußtsein gekommen, Botschaftsrat decomte habe ich nicht von Holstein erfahren, sondern als sie ganz harmlos" erklärt habe, daß fie beide, abends nach er von mir. Ich habe es erfahren von einem Freund des Fürsten Tisch, die Wäsche noch zählen wollten. Linas Antwort habe geGulenburg, von einem Ritter des schwarzen Adlerordens. Dieser lautet:" Die paar Stunden nach 8 Uhr abends müsse der Mensch er hat die Augen niedergeschlagen!" Herr sagte, so schlimm sind die Sachen in Liebenberg gar nicht, für fich haben, um sich einmal zu sammeln. Es wäre auch nicht Glauben Sic, ich hätte je den Wunsch gehabt, den Herrn Stadt- die Herren unterhalten sich dort nur über Kunst und französische die Arbeit, sondern die ewige Dienstbereitschaft für die Herrschaft, fommandanten von seinem Bosten zu verdrängen? Ich hatte gar Architektur und auch als S. M. mit Phili" und Lecomte im die den dienenden Stand so niederdrückend mache. Sich nur alle kein Interesse daran, ich wollte einen anderen treffen! Garten ein paar Stunden spazieren gingen, wurde nur über Kunst 14 Tage ein paar Stunden als freier Mensch fühlen zu dürfen, Für einen Politiker wie Fürst Eulenburg ist es von unschäzbarem gesprochen. Mit Lecomte? fragte ich: Ja, S. M., Phili" und fei au wenig." Frau Amtsrichter schließt mit dem Nuf: Was Wert, durch einen zuverlässigen Mann alles aus der Umgebung Becomte! Es war mir schmerzlich, das zu hören. Daß diese ganze fagt Ihr bloß dazu?" Das Herumspielen mit Zina wird daraufhin den Kindern verboten, da es sich nach dem modernen System" des Raisers zu erfahren. Es ist beschworen, daß tatsächlich geit langnachwirkende weise täglich vom Grafen v. Moltke an den Fürsten Eulenburg Maroffo- Affäre durch eine Täuschung entstanden ist, nicht schide. Es wird dann rührend geschildert, wie dann Lina abends allein folche Berichte gefandt wurden. So also malt sich mir das Ver- durch eine Täuschung der maßgebenden Stelle über das, was heute hältnis. Bei dem Moment, wo sich der Fürst Eulenburg zurüczog, schon in Frankreich möglich ist. Wir haben nur das einmal Eroberte in der Küche bei ihrer Häkelei sitt und dem Weinen nahe, auf die war für mich die Person des Grafen Moltke völlig uninteressant. nicht wieder aufzugeben. Man hat hier viel zu früh geglaubt, tinder wartet, die aber nicht kommen. Auch der Bruder der Frau Der Fürst tam zurüd und es famen böse politische Dinge über ernten zu können. Eine zweite solche Täuschung ist in der Zeit der Amtsrichter, ein Fähnrich natürlich, der Lina bis dahin stets mit Deutschland. Da nahm ich die Aktion wieder auf und sagte, die Konferenz geschehen, und es hat 3 Monate gewährt, daß zwei alte Schraube" betitelt hat, spricht sie jetzt mit Fräulein Lina" Herren möchten sich zurückziehen. Die Bemerkungen waren nur Politiken in Deutschland verfolgt wurden, deren eine nichts von der an. Es wird dann umständlich erzählt, wie die" Gnädige" herumverstanden worden von dem Fürsten Eulenburg und dem Grafen anderen wußte; eine Politik der allerhöchsten Person und eine läuft nach einem anderen Mädchen, aber alle wären fie faul, Moltke. Sehr bald nach diesen Artikeln begann dann die Aktion Politik des Kanzlers. Es hat einen Moment gegeben, wo der Bot- zottelig" oder anmaßend, und entmutigt fehrt sie wieder zurüd. des Kronpringen, denen Vorträge folgten, darunter eine drei- schafter der französischen Republik zum Staatssekretär des Aus- Abends blasen die Kinder, punkt 8 Uhr, vor der Küchentür auf stündige Unterredung des Herrn v. Hülsen- Haeseler. Keiner der wärtigen Amts. sagte: Was Sie da erzählen, ist ja interessant, aber Trompeten, wie sie fagen:" Lina zum Sammeln". Diese aber sitzt weint bitterlich. Auf die Frage des Fähnrichs, Herren, die in meinen Heften genannt waren, ist auf seinem Posten Guer Kaiser denft ganz anders. Woher wußte es der Botschafter? in der Küche und geblieben. Ich fannte alle die Dinge, um welche es sich handelt, Bon seinem Botschaftsrat? Weil ich finde, daß diefer Mann ganz warum sie weine, antwortet sie: ..uhuhuhu so' ne Behandlung wie jetzt... so' ne Beich hatte ja die Briefe nicht nur der Frau v. Elbe, sondern auch ungeheuerlich lange Botschaftsrat an einer Stelle war, weil er handlung! Sogar der Rudi ist ganz anders, nich mal die Zunge bes Baters und der Mutter, ich hatte alles schwarz auf weiß in feiner Regierung hier unschäßbare Dienste leisten konnte, weil ich meinem Schreibtisch. dickleibige Aften und hätte doch hat er mir heute rausgeftredt beis Gutenachtsagen, und das ivußte, daß daraus Dinge entstehen mußten, die dem Deutschen Uhuhuhu macht er doch sonst so nüdlich. Aber die Freu Reiche sehr schädlich würden, darum gehört dieser Mann in die taufenbfach mehr veröffentlichen können, Amtsrichter hat's ihm verwehrt, kein einer soll mit mir mehr was zu tun haben Sogar den Fips rufen sie jetzt immer als ich beröffentlicht habe. Was die Haltung der Staats- Gruppe. Er ist ein ganz intimer Freund des Fürsten Gulenburg aus der Küche raus Und nun, wenn ich weggehe, dann anwaltschaft betrifft, so glaubt doch der Privatfläger im Ernst nicht, bon München her, und wenn der andere intime Freund so nahe seinem Kaiser steht, so fann ich, wenn ich auch nicht an seiner daß die Staatsanwaltschaft dem Harden im Grunewald zuliebe guten Absicht alveifele, das nur für ungeheuer schädlich für das geht mir das Herz táput, wenn ich weg soll von die Kinder von der Erhebung einer öffentlichen Anflage abgesehen hat Deutsche Reich halten. Es war auch nötig, darauf hinzuweisen, und den Fips." bie Staatsanwaltschaft hat eine Beleidigung überhaupt nicht in daß diese Persönlichkeiten Abweichungen von der Norm zeigen. den Artikeln gefunden, und wenn eine solche vorhanden sein sollte, Das gibt eine Gemeinschaft, die dem anderen nicht sichtbar ist; das fich nicht damit befaffen wollen. Ich habe auch keine mächtigen gibt eine Verbündelung, von der der andere, der entscheidende, politischen Hintermänner, sondern pflege selbst für mich einzu nichts ahnt. Deswegen brauche ich gar nicht von Bäderajten zu stehen und selbst das zu tun, was ich für richtig finde. Ein paar sprechen, ich habe das auch nicht getan. Ich habe nichts weiter gepolitische Worte will ich noch hinzufügen. Es ist hier erzählt tan, als daß ich die Grundform des Wefens eines zusammen worden, was Fürst Bismard über den Fürsten Eulenburg gesagt hängenden Grüppchens objektiv unheilvoll wirkend bezeichnet habe. 3hnischer kann wohl der Dienstbotenstand und seine modernen hat, an deffen Stura ber lettere auch nicht ganz unbeteiligt war. Das, was ich in dieser Beziehung erweisen wollte, habe ich er- Bestrebungen um Sebung seiner rechtlichen und jittlichen Lage Wodurch ist diese große weltgeschichtliche Tragödie entstanden? Ich wiesen, und was ich nebenbei in sexuell- pathologischer Beziehung zu nicht verhöhnt werden. Brutaler ist wohl die Kluft des Klassenhabe tagelang von früh bis spät bei dem Fürsten Bismard ge- erweisen hatte, ist hier auch erwiesen. Das Verfahren hier hat gegenjakes noch nicht gezeigt worden, als in dieser an sich läppiweilt. Ich sage es hier ganz offen: Fürst Bismard war einer der doch einen merkwürdigen Verlauf genommen. Von allen Zeugen, schen Erzählung. Aber es ist typisch für den Dünkel und die befchlechtesten Menschenfenner, ben es je gegeben hat! Ah, ich sehe, die ich zu meiner Entlastung vorgeladen habe, find ja die meisten schränkte Borniertheit des Bürgertums. Auch daß es eine Zeitung Herr Justizrat Gordon macht sich sofort eine Notiz, er wird nun nicht erschienen. Ich habe nicht die obscönen Dinge an die Deffent- bringt, die jederzeit mit Emphase auf ihre demokratischen Prinfagen: also lann er sich auch bezüglich des Fürsten Eulenburg ge- lichkeit gezogen, die widerwärtigen Dinge, die jetzt schon jeder weiß: zipien und ihr soziales Berständnis pocht, fann uns nicht sonderlich täuscht haben. Ich erwarte bies ruhigen Herzens. Dieser schlechie daß sich schon ein ganzer Soldatenstrich bei den Selten ent- wundern. Keiner fann aus seiner Haut heraus und Menschenkenner, der fast in allem fich getäuscht hat, diefer widelt hat, das ganze Kavallerieregimenter verfeucht find, Früchten sollt Ihr sie erkennen. fraterhafte Mann hatte sich auch in der Natur des dritten Raifers getäuscht und der psychologische Hauptgrund nein, daß dem Minister von Bethmann- Hollweg- dem unfittliche Anträge gemacht werden fonnten. zu dem Sturz Bismards war, baß der Stangler dem jungen Polizeiminister! Serrscher star ehrerbietig, aber Der Sprecher hält ihr noch vor, daß sie allerhand" gesagt habe, was sich seine Schwester absolut nicht gefallen laffen könne, aber er wolle noch mal mit ihr reden. Lina gesteht unter Schluchzen, daß es eine gute Herrschaft wäre, und bittet den jungen Herrn zuletzt inniglich, sie doch wieder alte Schraube" zu nennen. Und die Sache löst sich in Wohlgefallen auf. an ihren Allgemeine Familien- Sterbekaffe. Seute: Bahltag derftr. 123 bei Wiesenthal und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel, von 3-6 Ubr HERMANN TIETZ ALEXANDERPLATZ LEIPZIGER STRASSE FRANKFURTER ALLEE 109-111 Montag, Dienstag, Mittwoch, sowelt Vorrat: Besonders preisw. Wirtschaftsartikel Emaillewaren Eimer grau, 28 cm 60 PL. ff. dekoriert, mit Deckel 175 Eimer it. dekoriert, mit Messingbügel. Toilette- Eimer weiss..... Wannen oval..... 000 275 .... 195 350 125 140 155 bis 265 Schüsseln 32 und 34 cm.... Muschel- Consolen mit 2- Litermass.. 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Die wißige Idee wäre einer fein zifilierenden Ausführung wohl wert gewesen. Doch eine einigermaßen psychologisch haltbare, plaufible und zugleich schlagfertig drollige Szenenfolge als Unterbau für die Pointe au erfinden, ist nicht gelungen. Um ihren hartnädigen Junggesellen in den Stand der heiligen Che zu befördern, damit er dann dieselben Dummheiten begehe, die er früher bei feinen verheirateten Geschlechtsgenossen belachte und ausbeutete, greifen sie zu Komplikationen von haarsträubender Unmöglichkeit. Café Ridder Neue Roßstraße 2* an der Alten Jakobstraße. Barme u. falte Speisen u. Getränke zu jeder Tageszett. Vorzügl. Mittagsfisch 60 Pf. 3 Billards( mit Kertau bande) Stunde 40, abends 60 Pf. Beitungen u. Journale gr. Auswahl. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige 15528 Herren- Garderoben Ersatz für Maaß. Anfertigung nach Maass. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Frankfurterstr. 37," Eingang Strausberger Play. Achtung! Schlimmer ist es, daß man ihnen hierbei das schlechte Gewissen heftigsten Beteuerungen seines Wohlwollens erklärt er, dem Glücke anmerkt, die Verrenkungen werden mit einer gewissen steifen Pe- der beiden lieben Menschen nicht länger mehr im Wege sein zu banterie egekutiert. Es fehlt vollständig der Glan, der Galopp wollen; er werde sich scheiden lassen. Der Graf sitt in der Falle blitzschnell sich überholender Einfälle, die den Aerger über das Un- und muß derartiger Großmut gegenüber noch Dankbarkeit marmögliche unter lauter Verblüffung und Gelächter gar nicht erft fieren. Unmöglich, wie die Szene ist, steckt doch in dieser Art auffommen lassen. Ohne Harry Waldens merkwürdig ein- Revanche eine Komit, die, beflügelt von einer übermütigen Schwantschmeichelndes Spiel wäre der Mittelalt, der einzige, der sich nicht phantasie, schallendes Gelächter hätte weden können. Doch die auf ein bloßes Konversationsgeplänkel reduziert, in seiner tem- Effekte verpufften wirkungslos. peramentlos langatmigen Ergentrizität auf der Bühne ganz unerträglich gewesen. Der Theoretiler der Eheblindheit ist in dem Stüde ein italienischer Minister, ein gräflicher Tandy im burgerüdten Se mester und von standesgemäßer Unwiderstehlichkeit. In Konsequenz seiner sonstigen Theorien will er mit der im ersten Aft eroberten Dame, der schönen Gattin eines gerissenen Banfiers, im zweiten fte brechen, da jedes länger festgehaltene Verhältnis die Gefahren einer ehe- ähnlichen Gebundenheit im Schoße trägt. Aber bei dem fritischen Rendezvous erscheint als ungebetener Gast der Gatte, der schadenfroh die gegebene Konjunktur dazu benutt, das Joch der Che auf die Schultern des stillen Mitinhabers abzuwälzen und selbst den Rückzug ins gelobte Land der Ledigen anzutreten. Unter Stüde eine freundliche Aufnahme. Der Schlußatt amüsierte durch die pikante Kontrastierung mit dem ersten. Lordano, der Bankier, dem seine Scheidung wunderbar bekommen, flirtet mit der nunmehrigen Frau Gräfin so galant wie einst der Graf, der jept ein übellauniger Cheinvalide geworden ist. Und in wundervoll poetischer Gerechtigkeit stellen sich die Symptome der Cheblindheit" auch bei ihm ein, als er, nach Rom verreisend, die Gemahlin dem gefährlichsten Freunde zu ganz besonderer Obhut anempfiehlt. Die Nebenhandlung, die wohl so etwas wie eine Satire auf die politischen Streber in Italien darstellen foll, arbeitet mit noch gröberen Unmöglichkeiten. Eine reiche und geschmackvolle Inszenierung, ein gut geübtes Ensemble und Waldens in solchen Typen unübertroffene Art sicherten dem Bleiben Sie fest beim Einkaufe von Malzkaffee und bestehen Sie mit Entschiedenheit darauf, nur Kathreiners Malzkaffee zu erhalten. Denn wenn Sie statt des echten Kathreiner" eine minderwertige Nachahmung nehmen, sind Sie immer geschädigt, weil kein zweiter Malzkaffee den vollen Genusswert des echten Kathreiner" erreicht. Kathreiners Malzkaffee nur in geschlossenem Paket in der bekannten Ausstattung mit Bild und Namen des Pfarrers Kneipp und der Firma Kathreiners Malzkaffee- Fabriken erhältlich zeichnet sich vor sämtlichen Erzeugnissen seiner Art durch kaffeeähnlichen Wohlgeschmack aus. Diesen grossen Vorteil wird sich doch keine Hausfrau entgehen Jassen wollen! Achtung! Arbeiter, Parteigenossen Berlins und Umgebung! Die Bestrebungen unserer Drganisation, auch in den Detailgeschäften der Herrenkonfeftion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stichhaltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns deshalb genötigt, die Solidarität der Arbeiterschaft zu Hülfe zu rufen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage einstimmig ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß- Berlin find diesem Beschlusse beigetreten. Dant der Solidarität der Berliner Arbeiterschaft fahen sich eine Anzahl Berliner Konfektionäre veranlaßt, Betriebswerkstätten einzurichten und tariflich festgesetzte Beitlöhne an die Arbeiterschaft zu zahlen. Wir ersuchen daher mit Gegenwärtigem die Parteigenoffen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins nnd Umgebung, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nur die nachstehenden Geschäfte berücksichtigen zu wollen. Norden: Hoffnung", Produktiv Genossenschaft der Blitz", Rosenthalerstr. 9. d Schneider, Brunnenstr. 185. Alle von dieser Firma in den Handel gebrachten Waren werden zu den von der Organisation feftgelegten Bedingungen hergestellt. Wir empfehlen dieselbe daher ganz besonders. Amerikanische Verkaufshallen, Rosenthaler Straße 53. Blik", Gr. Frankfurterstr. 137. " Blitz", Chausseestr. 85. Diese Firma stellt den größten Teil ihres Um fatzes zu den geforderten Bedingungen her. Baer Sohn, Chausseestr. 29/30. Diese Firma unterhält eine Betriebswerkstätte für 24 Arbeiter und hat die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. Osten: Blih", Frankfurter Chaussee 19, Lichtenberg. Haake, Landsbergerstr. 91. Baer Sohn, Gr. Frankfurterstr. 20. Blig", Rottbuser Damm 29/30. Amerikanische Verkaufshallen, Frankfurter Allee 186. Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 141, hat versuchsweise eine Werkstätte eingerichtet. Süden: Heitinger, Deutsche Comp., Dranienstr. 40/41, ftellen einen großen Zeil ihres Umfages zu den geforderten Bedingungen her. Blih", Schöneberg, Hauptstr. 10. Leske u. Lehrer, Rottbuser Damm 78. Wormann, Kottbuser Damm 77. Baer Sohn, Brückenstr. 11. Esders u. Dychoff, Dranienſtr. 48. Westen: | Esders u. Dyckhoff, Am Dönhoffplatz. Nachstehende Firmen haben die Errichtung von Betriebswerkstätten zugesagt: S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 8. Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Sachs, Gr. Frankfurterftr. 132. Mar Schendel, Rosenthalerstr. 8. D. Perleberg, Chauffeeftr. 57; hatte eine Werfstätte eröffnet, dieselbe aber wieder gefchloffen, nachdem das Rammergericht ein für uns ungünstiges Urteil gefällt hatte. Meg Bohne, Landsbergerstr. 79. | Verkaufshalle Bultan", Frankfurterstr. 5, Frankfurter Allee 134. Behrend, Grüner Weg 84. Ringel, Chauffeeſtr. 31, Brunnenstr. 47. Lewy u. Co., Brunnenstr. 50, Wilmersdorferstr. 47. Bendit, Brunnenstr. 68. Littmann, Dranienstr. 2. Schweriner, Chauffeeftr. 113. Joseph Wandt, Chauffeestr. 80 a. Kommandithaus Schendel, Oranienftr. 88. Th. Juras, Chausseestr. 79. die BeDa diesen Firmen anscheinend unter dem Eindrud des Rammergerichtsurteils schaffung von Betriebsräumen fehr schwer fällt, ersuchen wir, dieselben nicht allzusehr mit dem Einkauf bon Waren zu belästigen, damit ihnen mehr Zeit aur Verfügung steht, um ihr gegebenes Wort ein166/ 15* zulösen. Verband der Schneider u. Schneiderinnen. Die Ortsverwaltung. ரர Hoffnung" E. G. m. b. H. Berliner Schneiderei- Genossenschaft Zwischen Rosenthaler Brunnenstr. 185 Tor u. Invalidenstr. Tor u. Invalidenstr. Zwischen Rosenthaler Gegr.i. Februar 1906 v. organisiert. Schneidergehülfen Berlins. und sich allen Empfehle Arbeitern, Parteigenossen Mitbürgern zur Anfertigung eleganter Herren- u.Knabengarderobe Großes Lager fertiger Herren-, Knaben- u. Kinder- Anzüge. Große Auswahl in Winter- Paletots, Joppen, Radfahranzligen u. Fant.- Westen in allen Größen und Preislagen sowie Arbeiter- Berufskleidung. 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Nene Freie Volksbühne. Nachmittags 2, Uhr: 9. Abteilung: im Deutschen Theater: Romeo und Julia. 12. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Die Möwe. Prater. Die zärtlichen Verwandten. Nachmittags 3 Uhr:' 3 Lorle. Wintergarten. Ruth St. Denis. Spezialitäten. Palaft. Tante Malchen. Speziali täten. Carl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Montag 8 Uhr: Ueber den Bremner nach Venedig. Im Hörsaal 8 Uhr: Profeffor Dr. Rathgen: Das Chlor. Sternwarte. Invalidenftr. 57/62. Zur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Nebelflede. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. 15. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: Der Parasit. Der Präsident. im Schiller Theater O: vterte Gebot. Das 19. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhause: Winterschlaf. 22.( 21 501-22 000), 1.( 1-700) Abteilung nachmittags 3 Uhr: im Schiller- Theater Charlotten burg: Monna Banna. Abends 8 Uhr: Kgl. Hochschule für Musik: Mendelssohn VortragsAbschied oom Regiment. Montag, Dienstag, Mittwoch: Die tanzenden Männchen. Neues Theater. Abends 8 1hr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- beater). Sonntag, nach m. 3 11 hr: Das vierte Gebot. Bolfsstüd in vier Aften von Ludwig Anzengruber. Sonntag, abends 8 Uhr: Reiterattacke. Schwant in 3 Aufz. von Stobiter und Frik Fredmann- Frederich. Montag, abends 8 Uhr: Die Schmuggler. Dienstag, abends 8 Uhr: Reiterattacke. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Monna Vanna. Schauspiel in 3 Aufzügen von Maurice Maeterlinc.. Deutsch von F. v. Oppel- Bronikowski. Sonntag, abends 8 11 br: Die Hermannschlacht. Ein Drama in 5 Aufzügen von Heinrich v. Kleist. Montag, abends 8 1 br: Die Hermannschlacht. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Hermannschlacht. Schiller- Saal- Schiller- Theater Charlottenburg. Heute 8 Uhr: Lieder- und Duettenabend von Julius Liebau und Helene Liebau- Globig. ter. Ali und Neu- Berlin.- 9-10 Uhr: Bortrag d. Ed. BernMontag 7-8, Uhr: Vortrag von Dr. Mag Osborn: Andreas Schlüter. stein: Staats- und Gesellschaftsideale im Laufe der Jahrhunderte. Castan's Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Mr. Leu, der künstliche Mensch. XIII. Saison Denis& Wrist- Die Waffen wieder! Zirkus Schumann Zirkus Busch abend. Montag, 28. November, abds. 8 1hr: 5. Abteilung im Lorking Theater: Die lustigen Weiber von Windsor. Anjang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Lucia von Lammermoor. Montag: Madama Butterfly. Rönigl. Schauspielhaus. lette Funfe. Montag: Die Waffen wieder! Dienstag: Die Waffen wieder! Kleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Vater und Sohn. Abends 8 Uhr: Agnes Sorma. Heute Sonntag, den 27. Oktober, nachm. 3, Uhr und abends 7, Uhr: 2 große außerordentliche Der Kapitän Braßbounds Bekehrung am af Montag: Biel Lärm um Nichts. Deutsches. Was ihr wollt. Montag: Prinz Friedrich von Homburg. Kammerspiele. Montag: Kapitän Braßbounds Belehrung. Dienstag: Maria Magdalene. ( Klara: Agnes Sorma.) Esther. Der Theater des Westens. Diener zweier Herren.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Liebelei. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Die große Gemeinde. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues königl. Operntheater. Almenraufa) und Edelweiß. Nachmittags 3 Uhr: Jägerblut. Montag: Der Dorfpfarrer. Lessing. Vom andern Ufer. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Frühlingsluft. 8 Uhr: Die lustige Witwe. 8 Uhr 8 Uhr Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. allen Plägen ohne Aus nahme 2 Ein Kind frei! Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie). In beiden Borstellungen, nachmittags u. abends: Die fliegenden Menschen Les Monhars. Amerikas beste komische Akrobat. Les 5 Olracs. Frères Plattiers. ? Drollatique? Frères Albanos. Sämtliche Spezialitäten, Clowns it. Auguste mit ihren neuesten urtomisch. Ganz der Papa. Entrees, fowie die bestdressierten Schwank in 3 Alten von Mars und Desvaillières. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: N. Alexander. Der Schlafwagenkontrollenr. Schul-, Freiheits- und Springpferde. Um 92 Uhr: Bum 29. Male: Eine Fortsetzung der berühmtesten und populärsten Pantomime: Montag: Rosmersholm. Anfang Sonntag, 27. Dito, Die lustigen Heidelberger. 7 Uhr. Schiller 0.( 28allner Theater.) Reiterattade. Nachmittags 3 Uhr: Das vierte Gebot. Montag: Die Schmuggler. Schiller Charlottenburg. Hermannschlacht. Die Nachmittags 3 Uhr: Monna Banna. Montag: Die Hermannschlacht. Friedrich Wilhelmstädt. Schaus T spielhaus. Der blinde Passagier. Nachmittags 3 Uhr: Winterschlaf. Montag: Brüderchen. Berliner. Der Präfident. Abschied bom Regiment. Montag: Die tanzenden Männchen. Neues. Die Waffen wieder! Montag: Dieselbe Borstellung. Rleines. Kapitän Braßbounds Befehrung. Nachmittags 3 Uhr: Vater und Sohn. Montag: Kapitän Braßbounds Betehrung. Bentral. Unsere blauen Jungens. Nachmittags 3 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Unsere blauen Jungens. Zorging. Hans Heiling. Rachmittags 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Theater an der Spree. Telephon geheimniffe. Nachmittags 3 Uhr: Der AttienBudiler. Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Ganz der Papa. SchlafEin Voll Wit und Humor. Luisen- Theater Auf dem Neckar Reichenbergerstr. 34. Nachm. 3 Uhr: Muttersegen. Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Mutterſegen. Dienstag: I. Opern- Gastspiel. Die Bauberflöte.( Bum 1. Male.) Mittwoch: Berlin wie es weint und lacht. Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Gastspiel Adalb. Matkowsky. Das Leben ein Traum. Sonnabend, 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag, 3 Uhr: Das Leben ein Traum. Abds.: Berlin wie es weint und lacht. Montag: Berlin wie es weint und lacht. Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte. Abends 8 Uhr: Im Sperlingsnest. Lortzing- Theater Nachmittags 3 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Abends 8 1hr: Nachmittags 3 Uhr: Der Glaf Hans Heiling. wagenkontrolleur. Montag: Ganz der Papa. Komische Oper. Tiefland. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Westen. Die lustige Witwe. Nachm. 3, Uhr: Frühlingsluft. Montag: Die lustige Witwe. Quitspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Stäte. Montag: Husarenfieber. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Nachmittags 3 Uhr: Madame X. Montag: Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Dnkel. Nachmittags 3 Uhr: Der Beilchenfresser. Montag: hr Sechs- Uhr- Onkel. Luisen. Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Mutterſegen. Montag: Mutteriegen. Bernhard Rofe. Spree- Athener. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Spree- Athener. Dietropol. Das muß man seh'n. Nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Marim. Montag: Das muß man seh'n. Dipollo. Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. Folies Caprice. Geteilte Liebe. Montag: Dieselbe Borstellung. Casino. Die wilde Jagd. Nachm. 4 Uhr: Nick Carter. Montag: Die wilde Jagd. Gebr. Herrnfeld. Madame Big Bag. Es lebe das Nachtleben. Nachmittags 3 Uhr: Gin verrüdtes Montag: 8ar und Zimmermann. Dienstag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Hans Heiling. Donnerstag zu 1. Male: Die Entführung aus dem Serail. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Winterschlaf. Abends S Uhr: Der blinde Palagier. Montag 8 Uhr: Brüderchen. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch zum 1. Male: Waterkant. Passage- Theater. Heute zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7( ermäßigte Preise). Abends 8-11 Uhr. Danny Gürtler der König der Bohème und das Fest ValhallaWa Varieté- Theater Heute: Vorstellungen. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Nachmittags 3, Uhr:. Sehr fleine Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei. Abends 8 Uhr. In beiden Borstellungen die gesamten Künstler. Berlins größtes Variété- Progr. Bahnhof Börse. Sonntag, den 27. Oftober: 2 große Gala. 2 Vorstellungen Nachmittags 4 Uhr und abends 72 Uhr. 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Sonntag, den 27. Oktober 1907, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35: Herbst- Fest zur Feier des 18jährigen Bestehens des Wahlvereins. Mitwirkende: Solisten- Ensemble unter Leitung des Kapellmeisters Vogel. Harmonium- Künstler Herr Kämpf. Gesangverein Typographia. Rezitator: Herr Karl Stripp. Festrede: Genosse Heinrich Schulz. Nach dem Konzert: BALL. eeee Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Einlaẞ 5 Uhr. Anfang präzise 6 Uhr. 235/13 Billet 30 Pfennig. Das Komitee. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Sonntag, den 3. November, 28 Uhr: * Kunst- Abend.* Leitung: Margarete Walkotte. Mitwirkende: Emil Richard, königl. württemberg. Hofschauspieler, bedeutendster Dialekt- Humorist der Jetztzeit. Kun Arpad, der 12jähr. Violinvirtuos. Frl. Dibbern, Konzertsängerin. Marg. Walkotte. Flügel: Herr Bernh. Nitzsch. Entree 60 Pf. im Vorverkauf bei Hrn. Horsch, Engel- Ufer 15. Abendkasse 75 Pf. 298/17 298b* Turn- Verein Mitglied des Arb.Fichte Berlin Turner- Bundes. Sonnabend, den 2. November 1907: KÜNSTLER- KONZERT in den Gesamträumen der ationin BRAUEREI FRIEDRICHSHAIN. bu Mitwirkende: Berl. Sinfonie- Orchester, Kapellmeister: Herr M. Fischer, Solist: Herr Konzertmeister A. Sens( Violine). Rezitation: M. Laurence. Gesang: Madrigal- Vereinigung. Anfang präz. 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Während des Konzerts sind die Saaltüren geschlossen. Schwarzer Friedrichsberg Adler 298/18 Frankfurter Chaussee 5 ( früher 120). Stadtbahnstation Frankf. Allee. Inh.: Gebr. Arnhold. Fernspr. Friedrichsberg No. 8. Jeden Sonntag im Königsanle: Großer Ball Anfang 4 Uhr. unter Leitung des Herrn O. Bürger. Anfang 4 Uhr. Jeden Montag: Lieferant des Berliner Konsumvereins. 232L* Soiree der Apollo- Sänger. 9 Anfang& Uhr.# Nach der Vorstellung: Tanz- Kränzchen. Bitte auf Firma und Nummer zu achten. G Restaurant ewerkschafts* haus.* Engel- Ufer 15. Menu 75 Pf. Heute Sonntag: Mocturtlesuppe. Heilbutt mit brauner Butter oder Teltower Rübchen mit Schnitzel. 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Paul Müller schilderte eingehend das Verhalten des profitfüchtigen Reedertums gegenüber allen berechtigten Anforderungen der seemännischen Arbeiter, das sich gegen jeden Fortschritt stemme und dessen Bestreben auf die Unterdrückung jeder Regung der Seeleute und deren Organisation gerichtet sei. Redner hat seine Anfichten in einer längeren Resolution niedergelegt, deren Schluß " Der Verbandstag macht es den organisierten Seeleuten im Interesse ihrer selbst zur Pflicht, an den bisherigen Forderungen festzuhalten und zu versuchen, ihnen durch friedliche VerhandLungen Anerkennung zu verschaffen. Werden diese nach wie vor reederseits zurückgewiesen, müssen nach wie vor die äußersten Mittel unserseits angewandt werden, die den seemännischen Arbeitern in solchen Fällen verbleiben. Um diese Mittel Streit und Sperre- aber mit Erfolg anivenden zu können, ist es Vorbedingung und Pflicht der Seeleute Deutschlands, daß sie den Seemannsverband auf der ganzen Linie noch mehr als bisher stärken, durch prompte Zahlung entsprechender Beiträge seinen Kampffonds vergrößern und in der Organisation und im Kampfe selbst die strengste Disziplin und Unterordnung unter die gefaßten Beschlüsse bewahren. Besonders müssen sie ihr Augenmerk auf das Bestreben der Reeder richten, Streitbrecherorganisationen zu gründen und müssen diesen Organisationen und ihrer Ausbreitung mit allen erlaubten Mitteln auf das nachhaltigste allerorts entgegenwirken, denn der Erfolg unserer gewerkschaftlichen Organisation hängt nicht nur von der Stärte unserer Organisation, sondern auch von der Verhütung der Zersplitterung unserer Kräfte ab." Die Resolution wird einstimmig angenommen. Hamburg, 25. Oftober. leber Die Seemannsbewegung in der nationalen und internationalen Arbeiterbewegung" referiert der Vorsitzende des Verbandes, Paul Müller. Hierzu liegt folgender Antrag des Zentralvorstandes vor: " Das Verhältnis des Seemannsverbandes zur GeneralTommission der Gewerkschaften Deutschlands und zur Internationalen Transportarbeiter- Föderation bleibt in der Form der weiteren Zugehörigkeit bestehen. Mit den Beschlüssen der Kongreffe in Köln, Mailand und Stuttgart erklärt sich der 5. Berbandstag einverstanden." Stolas Wallen Kolliers, Krawatten Muffen, schick garnierte Damenhute, Baretts Herren- Mützen und Pelzkragen, Knaben- und Mädchen- Garnituren, Fußsäcke, Jagdtaschen, Wagendecken, Pelzteppiche und Bettvorleger. Nur eig. Fabrikat. Große Auswahl. Bestes Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Sämtliche gangb. Pelzarten am Lager. F.Kalman, Kürschnermeister. Jetzt Kommandantenstraße 15 I. nur: ( gegenüber Beuthstraße). Verkauf auch Sonntags. Wochentags bis 9 Uhr abends. 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Redner rekapituliert die Beschlüsse der Kongresse und erklärt sich zu ihnen zustimmend. Bezüglich der Maifeier betont er, daß zwar von einer Arbeitsruhe im Seemannsberufe keine Rede sein könne, daß aber die Seeleute bemüht sein würden, nach besten Wie gestalten wir unsere Zukunft?" Eine brennende Zeit und Kräften die Demonstration auszubauen und an den Abendversamm Streitfrage. Bon A. Sommerfeld( Selbstverlag). Preis 10 Pf. Dicz lungen und, falls nicht an Bord befindlich, an den Tagesveranstal- a. d. Zahn tungen teilzunehmen. Bezüglich des Massenstreits genüge der Mannheimer Beschluß vollständig; im Moment, wo energische Abwehr nötig sein werde, würden sich auch die Seeleute in den Dienst der großen und gerechten Sache stellen. Nach wie vor werde der Verband seine Neutralität auf politischem und religiösem Gebiete den Gintretenden gegenüber wahren und wahren müssen, aber bestrebt sein, die Mitglieder mit sozialistischem Geiste zu erfüllen. An den internationalen Verbindungen müsse troß der bei steingasse 7. ben lezten Kämpfen gemachten trüben Erfahrungen festgehalten werden, dazu zwinge schon der Ausbau der internationalen Reederorganisation. Von den Beschlüssen des Stuttgarter Kongresses sei bezüglich der Ein- und Auswanderung gewerkschaftlich besonders bedeutsam. Redner schlägt vor, den nächsten, voraussichtlich in Stationen Samburg stattfindenden Gewerkschaftskongreß mit zwei, den in Wien stattfindenden Internationalen Transportarbeiterkongreß mit einem Delegierten zu beschicken. Den Vorschlägen wurde zugestimmt. Die Statistischen Unterlagen der österreichischen Wahlreform. Bon Profeffor Dr. H. Rauchberg. 1,50 Str. Berlag F. Irrgang, Brünn, Liechtens Witterungsübersicht vom 26. Oktober 1907. Barometer stand mm Bind. elchtung Binbftarle Beller Temp. n. G. 5° G.= 4° R. Stationen Barometer. tand mm Bind. 760 N Bunipa Windstarle Beller Temp. n. T. 15°.. -2 2216 Swinembe. 763 Still Nebel 2 Nebel 5 Haparanda 764 N 5 Betersburg 760 SD 9 Scilly 5 bedeckt 1.Nebel 5 moltig 11 9 Aberdeen 8 Baris 6 759 NW 757 SSD 2 bedeďt 6 1Regen 7 2000-2500 M., pro Jahr um 100 M. steigend, Kassierer 1800-2200, In der Gehaltsfrage wurde u. a. beschlossen: Zentralborfißender Hamburg 762 D Berlin 761 NO 4 bedeckt Franfj.a.M. 756 N 5 Regen desgleichen Sekretär und Ortsverwaltungsvorsitzende, weitere Be- München 754 MD 2 Nebel 762 SSD 1 wolfig amte 1800-2100 M. Die Beiträge zur Unterstüßungsvereinigung Bien des Vereins Arbeiterpresse zahlt der Verband voll. Wetter Prognose für Sonntag, den 27. Oftober 1907. Die Festseßung des Ortes der nächsten Generalversammlung Borwiegend trübe, am Tage etwas fühler mit Regenfällen und frischen wurde in Rüdsicht auf den geplanten Industrieverband dem Vor- nördlichen Binden. Berliner etterbureau. stande überlassen. mü II er und Waad- Hamburg einstimmig wiedergewählt. Als Zentralvorsißender bezw. Kassierer wurden Paul Als Siz des Ausschusses wurde Bremerhaben, als Vorfibender Drescher Bremerhaven bestimmt, als Obmann der Revisionskommission Münch- Hamburg. Als Delegierte zum Gewerkschaftskongreß wurden Paul Müller und Lünher- Stettin, als Delegierter zum Internationalen Transportarbeiterkongreß Paul Müller gewählt. Damit find die Arbeiten des Verbandstages, der in den 4% Tagen bedeutsame Beschlüsse gefaßt hat, erledigt. Mit einem dreifachen Hoch auf den Verband der seemännischen Arbeiter" wird der Verbandstag um 11% Uhr geschlossen. Der Vertreter der Maschinisten und Heizer ersucht, festzustellen, daß er nur den Zusammenschluß der vier Organisationen( Transportarbeiter, Hafenarbeiter, Seeleute, Eisenbahner) als zweckmäßig und notwendig bezeichnet habe, und daß sein Verband mit dem neuen Industrieverband Hand in and arbeiten werde. Der eminente Wert der Nährsalze für eine zweckmäßige Ernährung der Kinder ist bekannt. Ohne Nährsalze tann fein Drganismus bestehen. Leider sind viele Nahrungsmittel der Kinder recht arm an Nähr- besonders an Kalksalzen. Der Kalt spielt aber bei dem Aufbau des Knochengerüftes eine große Rolle. Rhachitis( englische Krankheit), Strofulose, Blutarmut sind häufig nichts anderes als die Folge nährsalz, speziell kalfarmer Nahrung. Daher sollten alle Kinder Bio- Malz genießen. Denn Bio- Malz ist reich an Kalknährsalzen. Bio- Malz verschafft starken Knochenbau, träftig entwickelte Zähne und normales Blut. Seines Wohlgeschmacks wegen wird Bio- Malz von Kindern gern genommen. Bio- Malz ist völlig alkoholfrei und kann der Milch, dem Kakao oder Suppen zugesetzt werden, wenn man es nicht so genießen will. Natürlichste Kraftnahrung für Rekonvaleszenten, angestrengt Arbeitende, Nervöse, Blutarme, Bleichsüchtige, stillende Mütter, Kinder jeden Alters. 1/1 Dose 1,90 m, 1/2 Dose 1 M. Zu haben in den Apotheken und Drogenhandlungen. 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Ansprache der Kandidaten Dr. Alfred Bernstein und Gottfried Schulz. Männer und Frauen! Auf in die Versammlungen! Es gilt Protest einzulegen gegen das elende Wahlsystem, gegen Ausbeutung und Unterdrückung! Der Vorstand. VI. Wahlkreis! Sonntag, den 27. Oktober, abends 6% Uhr, bei Wilke, Brunnenstraße Nr. 188: Oeffentliche Versammlung. Vortrag des Gen. Joh. Haß über: Die Kulturbestrebungen der Sozialdemokratie. Nachher: Gemütliches Beisammensein u. Tanz. 267/ 11* am Dienstag, den 29. Oktober, abends 8, Uhr für den 11. und 12. Bezirk bei Graumann, Naunynstraße 27, für den 22. und 23. Bezirk bei Böker, Weberstraße 17. Zages Ordnung: Die Kommunalwahlen." Referenten sind die Stadtverordnaten: Borgmann, Basner, Wengels. Bu zahlreichem Besuch laden eint Die Boritände. 29. und 41. Kommunal- Wahlbezirk. Montag, den 28. Oktober, abends 81 Uhr: Versammlung in den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelmstraße 18m. Tages- Ordnung: 1. Der Freifinn im roten Hause. Referent Stadtverordneter Hermann Schubert. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 237/ 9* Die Genossen des 1., 5. und 6. Wahlkreises haben die Pflicht zu erscheinen und für regen Besuch zu sorgen. Das Wahlkomitee. Sozialdemokratischer Wahlverein Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Ortsverein Berlin. Mittwoch, den 30. Oftober 1907, abends 8 Uhr, in den Vorussia- Sälen", Aderstraße Nr. 6/7: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 130/ 12* 1. Kassenbericht des ersten Kassierers über die Streitabrechnung. Bericht vom zweiten and dritten Quartal. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Nevisors. 4. Antrag des Ausschusses. 5. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Der Vorstand. Den Kollegen der Zahlstelle Westen und Schöneberg zur Kenntnisnahme, das vom 29. Oktober ab sich die Zahlstelle in der Elẞholzstraße 16 bei Sander befindet. D. 0. Achtung! Achtung! Hausfrauen! Arbeiter! Bürger! Boykottfreie Bäckereien! 8 öffentliche Kommunalwählerversammlungen. Tages Ordnung: 267/ 9* Politisches u. Sozialpolitisches aus dem Roten Hause. Montag, den 28. Oktober, abends 8% Uhr: für den 35. Wahlbezirk bei Groterjan, Schönhauser Allee 130, und in Obiglos Festsälen, Schwedterstr. 23/24; Dienstag, den 29. Oktober, abends 8% Uhr: für den 32. Bezirk bei Dase, Brunnenstr. 154, für den 34. Bezirk: Berolina Festsäle, Schönhauser Allee 28, In die letzte Liste sind folgende Bäckereien als bewilligt nachzutragen: für den 36. Bezirk: Swinemünder Gesellschaftshaus, SwinemünderBugenhagenstr. 3, Mehls. Buttmannstr. 5, Fr. Hanke. Embenerstr. 49, Bernau, Friedrichsfelderstr. 17, Schön. Graunstr. 37, Miller. Grünthalerstr. 61, Bar. Gubenerstr. 49, Sehrberg. Hennigsdorferstr. 13, Paulijat. Höchstr. 47, Bunzel. Kopenhagenerfir, 49, Kurth. Korförerftr. 2, Suret. Linienftr. 156/157, Stemmnig. Lynarstr. 27, Rappmann. Memelerstr. 77, Stachowski. Noftizstr. 2, Nöppe. 9, Berger. Schwedenstr. 11, Fr. Hanke, Swinemünderstr. 80, Bruß. Soldinerstr. 71, Fr. Hante. Bionskirchstr. 2, Henze. Charlottenburg. Kanalftr. 15, Heine. Reinickendorf West. Berlinerstr. 104, Reiß. Nixdorf. Bodeftr. 25, Haböd. Holländisches Cafe, Beuthstr. 19, ist jetzt boykottfrei. Harzerstr. 119, Stiritädter. Lenaustr. 14/15, Dhlhoff. Nummelsburg. Prinz Albertstr. 3, Just. Steglik. Martsteinstr. 1, Anna Fischer( nur irrtümlich nicht in der Lifte vom 6. Oftober 1907). Tegel, Schulstr. 1, Lienig. Treptow. Elfenftr. 108, Roldig. Die Bewilligung seit der letzten Liste zurückgezogen resp. Durchbrochen haben: Dunderstr. 75, gante. 90, Graunstr. 5, Schent. Greifenhagenerstr. 15, Mielasch. Müllerstr. 152, Huschte( Eingang Luxemburgstraße). Bappel- Allee, Ede Gneiststraße, Hanke. Schliemannstr. 31, Hante. Stargarderstr. 2/3, ante. Stolpifcheftr. 2/3, Sante. Tegelerstr. 23, Dahlte( drobte, unseren Stontrolleur, einen fünfzigjährigen Mann, in brutaler Weise hinaus: zuwerfen). Adlershof. Bismardstr. 21, Rämisch Nadideftr. 37, Noat. Achtung! Charlottenburg. Spreeftr. 11, Bella Nacht. Rummelsburg. Neue Bahnhofstr. 27, Hanisch. Steglit. Schützenstr. 1, Hackbarth. Milchhändler Tomalla, Putbuserstr. 33, täuscht das Publikum seit langem dadurch, daß er alles Brot aus boykottierter Bäckerei, von Kirmis, Brunnenstr. 82, selbst im Kinderwagen holen läßt und nur weiße Ware aus bewilligtem Geschäft verkauft. Hausfrauen! Arbeiter! Unterstützt die um ihre Menschenrechte kämpfenden Bäckergesellen! 46/2 Die Lohnkommission der Bäcker. Bureau: Auguftftr. 36. F.-A. III, 1243. Genoffen uns freunden Arendssche Stenographie. zur gefälligen Mitteilung, daß ich Borhagen Rummelsburg. Gärtner: 1 strafte 11, wieder ein Restaurant eröffnet habe. Achtungsvoll Karl Strauß, früher Bödilerstraße 6. Der Deutsche Arbeiter- Stenographen- Bund eröffnet wieder einige Kurse für Damen und Herren in der ganz vereinfachten Arendsschen Stenographie. Beginn des Unterrichts ant 31. Oftober, abends 8 Uhr, Unterrichtsdauer 10 Stunden. Der Unterricht ist unentgeltlich. Lehr Blücherplay 1 bei Lewandowski und Grenadierstr. 35 bei Liehr. Imittel 2 Mart 8816 straße 42, für den 44. Bezirk: Patzenhofer Brauerei, Turmstr. 26, für den 48. Bezirk: Bernhard Rose- Theater, Badftr. 58; Mittwoch, den 30. Oktober, abends 8% Uhr: für den 45. Bezirk: Artas- Hof, Berlebergerstr. 36. Referenten sind die Stadtverordneten: Borgmann, Bruns, Dupont, Fischer, Glocke, Leid, Pfannkuch, Ritter. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Dienstag, den 29. Oftober 1907, vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Freyer( früher Keller), Koppenstraße 29. Zages.Ordnung: Bericht der Sohnkommission.' Bahlreichen Besuch erwartet [ 201/9"] Die Streifleitung. Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestr. 70/71. Die Rest- Bestände der während des Umbaues von Staub gelittenen Herren- Anzüge und Ueberzieher werden bis zur Hälfte des regulären Wertes verkauft. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verein für frauen u. Mädchen Zahlstelle Berlin. Neue Zahlstellen sind eröffnet worden: in Tempelhof- Marienfelde Berlinerstr. 41/42; in Friedrichsberg bei Günther, Rummelsburgerstr. 20; in Baumschulenweg bei Joseph Schäfer, Baumschulenin Treptow bei Mohlan, Stiefholzſtr. 35; straße 14; in Reinickendorf- West bei Schulze, Sharnweberſtr. 22; in Berlin- Often bei Hannemann, Barschauerstr. 22. Den Mitgliedern wird ferner bekanntgegeben, daß die Jahrbücher des Holzarbeiter- Verbandes eingetroffen find. Dieselben köunen zum Selbstkostenpreise von 75 Bf. bom Bureau, Engel- Ufer 15, bezogen werden. Auch nehmen die Beitragsammler Bestellungen entgegen. Die Ortsverwaltung. Bautischler. Sonntag, den 27. Oktober, vormittags 10 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Branchen- Versammlung. Vergolder. Montag, den 28. Oftober, abends präz. 8 Uhr, in den neuerbauten ,, Armin- Hallen", Kommandantenstr. 58/59: Branchen- Verfammlung. Tages Dronnng: 1. Bericht über die Lohnbewegung der Rahmenbergolder. 2. Wie gedenken wir in Zukunft unsere Agitation zu gestalten?" 3. Gründung eines Lokalfonds und Anstellung eines Beamten für unsere Branche. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert! 4. Verschiedenes. Die Matineebilletts müssen vor Beginn der Versammlung abDer Branchenleiter. gerechnet werden Bodenleger. Montag, den 28. Oktober, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Besprechung der Pabeitsvermittelung und des Arbeitsnachweises. 2. Ausgabe der Quittngen unseres Fonds. 3. Brauchenangelegenbeiten. 4. Berschiedenes, Korbmacher. Montag, den 28. Oktober, abends 8%, llhr: Versammlung im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- llfer 15. Sages Ordnung: 1. Bericht der Kommission dom 3. Quartal. 2. Werkstattstreils und Differenzen. 8. Branchenangelegeiheiten. 4. Verschiedenes. Kistenmacher. Montag, den 28. Oftober, abeids 8, Uhr, in den ,, AndreasFestsälen", Andrasstr. 21( fleiner Saal): Branchen- Versammlung. Tages Ddnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Aufstellung der Delegiertentandidaten ur Generalversammlung der Allgemenen Dristasse". 3. Verschiedenes. Bilderrahmenmacher der Arbeiterklasse. Montag, den 28. Oktober, abends 8%, Uhr, im Nenen Klubhause, Kommandantenstraße 72 56/3 Referent: „ Unsere Kenntnis von der Sonne." Dr. Bruno Borchardt. Mittwoch, den 30. Oftober: Besichtigung des Erziehungsheims in Gäste willkommen. Der Vorstand. Montag, den 28. Oktober, abends 8%, Uhr, im Gewerkschafts- Zehlendorf. Treffpunkt 12 Uhr pünktlich Bahnhof Zehlendorf. hans, Engel- llfer 15( Saal VIII): Branchen- Versammlung. Verband der Sattler. Zages- Ordnung: 1. Bortrag des Stollegen Nitschke. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. Ortsverwaltung Berlin. Donnerstag, den 31. Oktober, abends 8 1hr, in den Zentral- Festfäleu, Alte Jakobstraße 32: Bürstenmacher. General- Versammlung. Montag, den 28. Oftober cr., abends 8, 1hr, bei Wohlfahrt, Nosenthalerstr. 57: Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag über:" Der Wert der Arbeitszeitverkürzung". Referent: Kollege Wiese. 8. Diskussion. 3. Bericht der Kommission. Klavierarbeiter. Montag, den 28. Dftober, abends 81% Uhr: Branchen- Versammlung im ,, Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15( Saal 1). Zages Drdnung: 1. Der Verlauf der diesjährigen Herbstbewegung unter besonderer Berücksichtigung des Streits bei der Firma Menzel. Referent: Kollege F. Leopold. 2. Die bevorstehenden Delegiertenwahlen zur Ortskrankenkasse der Tischler und Pianofortearbeiter. 3. Sonstige Branchen- und Verbandsangelegenheiten. der Stadtverordnetenwahlen wegen ausfällt, haben die Vertrauens: Iente sämtlich in der Branchenversammlung zu erscheinen, wo auch eine Kontrolle der Vertrauensmännerkarten vorgenommen wird. Mitgliedsbuch legitimiert! Da die Vertrauensmänner- Versammlung am 6. November Bahlreichen Besuch erwartet Die Branchenkommission. Dienstag, den 29. Oktober cr., abends 8 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Branchen- Versammlung für die in der Küchenmöbelbranche beschäftigten Tischler und Maler Berlins und der Vororte. Zages Ordnung: 4. Bortrag des Kollegen A. Schreiber: Die Gewerkschaften im Kampfe mit dem koalierten Unternehmertum". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten; es erfolgt hierbei die Ausgabe der Fragebogen. für die Branche. Pflicht jedes in der Branche beschäftigten Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kommission. Mittwoch, den 30. Oftober 1907, pünktlich abends 6 Uhr, im " Gewerkschaftshaus"( Saal 5), Engel- Ulfer 15: Branchen- Versammlung der Perlmutter-, Horn-, Steinnuẞ- Knopfarbeiter und-Arbeiterinnen. Tages Ordnung: Gewerkschaftliche und 4. Ber: 96/16 1. Vortrag des Genossen Franz Schneider: politische Fragen". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. fchiedenes. Verbandsbuch legitimiert. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen der Kollegen und Kolleginnen Die Kommission. wird erwartet. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Verband der Capezierer. Zahlstelle terlin. Filiale Berlin. Bureau: Waßmannstr. 32a, Hof pari Telephon: Amt 7 Nr. 6920 Am Mittwoch, den 30. Oktober, abends 8½ Uhr, Mittwoch, den 30. Oftober, abends 8 1hr, im Lokal von Wilke, Brunnenstr.188: General- Versammlung. Tages- Ordnung: Beuthstraße 21: Näherinnen- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Vortrag der Genossin Frau Jeetze über: Die Stellung 1. Geschäfts- und Rassenbericht pro 3. artal. 2. Der Boykott der der Frau im gewerblichen Leben." 2. Berufsangelegenheiten. Firma Jandorf. 3. Berschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, die Kolleginnen auf diese Versammlung 170/6 Die Ortsverwaltung. aufmerksam zu machen. 179/1 Die Ortverwaltung. Am Sonnabend, den 9. Novembe findet im Schweizergarten das Stiftungsfest statt. Billetts ei den Bertrauensmännern und im Bureau z habeu. Rummelsburg. Dienstag, den 29. Oktober, abends 8 thr, im Saale der Witwe Weigel, Türrschmidistaje 45: Wahlvereins- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Klaffenjuftiz und Stlassengefeßgebung. Referet: Rebatteur Panl John. 2. Disfuffion. 3. Wahl eines Borstandsmgliedes. 4. Vereinsangelegenheiten. 8/10 Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Maschinister und Heizer Verwaungsstelle sowie Berufsgenossen Deutschlands. Berlin ur Umgegend. Montag, den 28. Oftober 1907, abends 8 Uhrbet Bercht, Nitterstraße 75: General- Versammling. Tages- Ordnung: Staffenbericht. Bericht der Revisoren. Bericht von derdampferpartie. Bericht der Delegierten zur Gewerkschaftskommiffion. Ankge und Wahl pon zehn Mitgliedern, welche als Vertreter zur Allgemeinen rts- Stranten taffe zu Berlin aufgestellt werden sollen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Orts- waltung. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands Berlin II. Dienstag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, großer Saal: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Mitgliedsbuch legitimiert. Bollzähliges Erscheinen erwartet 181/17 Sofort verwendbar Für Zimmeröfen. und Kochherde Ges.gesch Ertel Platte 4023 Heize Tarnis Paa M.1.25 Überall vorrätig Der Vorstand. ohne Aenderung der Oefen. 151/3 Für Schüttöfen und klein. Herde Platten 17X17 cm pro Stück 0,75. Ertel's Patentsparheiz- Platten Verwertungs- Ges. m. b. A., Berlin W. 10. 3. Verschiedenes. Zages Ordnung: 158/3 1. Geschäftliches. 2. Bericht und Abrechnung vom 3. Quartal 1907. Ohne. Mitgliedsbuch kein Zutritt. erscheinen. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu Die Ortsverwaltung. Hochbaugelände. We a 4 Etagen, geschlossene Bauordnung direkt anschliessend an den unweit der eritzer Bahnhof Seegefeld zer OR. von 8Mk. an. handen. Ort in grösster und am Bahnhof Gasanstalt, Güterbahnh. vou schnellst. 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Wahlkreis. Heute- Sonntag- früh findet von den bekannten Stellen aus Flugblattverteilung zur Stadtverordneten wahl statt. Der Vorstand. Sonntag, Achtung! 29. und 41. Wahlbezirk. Heute Sonntag, den Migflang nie rastender Arbeit die Nerven zerrattert, ist solch 27. d. M., früh von 8 Uhr an Flugblattverbreitung. ein traumstilles Genießen in der Natur draußen eine unbeAlle Genoffen des 5. Kreises werden dringend ersucht, dingte Notwendigkeit, und eine weihevollere Sonntagsfeier, fich an den folgenden Stellen einzufinden: 1., 2. und 4. Abteilung bei Wohlfarth, Rosenthalerstr. 57. 5., 6. und 7. Abteilung als etwa in überfüllten Kirchen oder gar in rauch bei Kürbis, Luisenstr. 26. Wir ersuchen, Mann für Mann zu geschwängerten Kaffee- und Bierhäusern. erscheinen. Ebenso ersuchen wir die am Montag, den 28. d. M. in den Musikersälen, Kaiser Wilhelmstr. 18m, stattfindende Kommunalwahlerversammlung zahlreich zu besuchen. Das Wahlkomitee.. Der Vorstand. Der Vorstand. Arme Großstadtkinder, wenn eure Eltern euch nicht einmal an Sonntagen diese reinsten Kindheitsfreuden verschaffen fönnen. Aber dazu gehören vor allem billige Sonntagsfahrkarten nach den herrlichen Waldorten, an denen unsere Mart so reich ist. Was wissen wir armen Großstädter überhaupt vom Herbst? Wir kennen nur seine trübsinnigen Regentage, deren Abende schon immer länger werden. Aber ein feiner, geistreicher Geselle ist er, der Herbst. jedem Sträuchlein. Im Sommer grün fein, das kann Jezt zeige, was Du kannst," spricht er zu jedem Baum, zu ieder; bist Du aber ein ganzer Sterl, so halte Dein Laub, halte es fest, all meinen Stürmen, all meinen Regengüssen zum zuvor alle Regenbogenfarben durchlaufen, alle Farben der Troß. Und wenn ich ihm sein frisches Grün raube, so laß es Angst, der Sehnsucht, der Liebe, aber halte es, balte es fest!" Und wie jauchzen die Kleinen, die wirklich Eltern haben, die nicht bei Gouvernanten und Dienstboten bleiben Das wahre Gesicht des Berliner Kommunal- Freisinns. müssen, sondern die Vater auf den Arm und Mutter an die Den Kampf ums rote Haus wollen die Freisinnigen diesmal Hand nimmt; wie jauchzen sie draußen im freigebigen Herbstwieder in allen Wahlbezirken dritter Abteilung gegen die Sozial- aus, dafür finden am Freitag, den 1. November, drei Volks Schöneberg. Die Wahlvereinsversammlung fällt am Dienstag wald. demokratie aufnehmen. Die Aufstellung der Freisinns. Was wirft er nicht alles in die bittend geöffneten Händ kandidaten für die Bezirke geht aber nicht immer ganz glatt bersammlungen statt. Die Genoffen und Genofsinnen werden er chen und die empfangsbereit gehaltenen Schürzchen: Kastanien, bonstatten, weil dabei noch allerlei Spezialwünsche zu berück- lucht, schon jetzt darauf hinzuweisen und zu agitieren. Der Reichs die fich zu so prächtigen Ketten aufziehen lassen; aus denen Zu den Wählern dritter Abteilung gehören die verband und die Liberalen versuchen im Trüben zu fifchen, um die der große Bruder Körbchen und Schiffchen schnitt; Eicheln, Sausagrarier nicht; sie befinden sich wohl ausnahmslos in Arbeiterschaft von diesen Versammlungen, die nur in E. Obsta so guten Verhältnissen, daß sie in der zweiten Abteilung oder wohl Festsälen"," Lindenpark" und" Wilhelmshof" stattfinden- abzulenten. mit denen man gleichwie mit Murmeln fullern fann, und Es ist Pflicht eines jeden Genoffen, sich an den Wahlarbeiten die noch so allerliebste Zwergennäpfchen und Schüsselchen bevorzugten Mitbürger den Anspruch, mit darüber zu entscheiden, zu beteiligen und so weit wie möglich am Tage der Wahl, Sonn- tragen. Was spendet er nicht alles der Herbst, sogar Haselwelche Kandidaten der Freifinn in den Wahlbezirken dritter Ab, abend, den 2. November, mitzuarbeiten. Der Vorstand. nüsse zum Knabbern. teilung aufstellen soll. Die Führer des Hausagrariertums dringen Wilmersdorf. Am Dienstag, den 29. d. M., abends 8% Uhr. darauf, daß der Freifinn nicht für die erste und die zweite findet im Luisenpark, Wilhelmsaue 112, die regelmäßige MonatsAbteilung bewährte" Mitglieder der Grundbefizervereine zu bersammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Die Gefeinen Wahlkandidaten macht, sondern möglichst auch den Wählern noffen werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. britter Abteilung nur Kandidaten präsentiert, die die Sicherheit Der Vorstand. bieten, daß sie den Hausagrariern nicht zu nahe treten werden. Groß- Lichterfelde. Morgen Montag 8% Uhr bei Reisen: BorDer Anspruch wird in der Regel auch bewilligt. Es sind ja zumeist trag des Genossen Pagels über Gemeindepolitik". Bericht von der dieselben Personen, die in den Grundbesitzervereinen das große Generalversammlung von Groß- Berlin. Vereinsangelegenheiten. Wort führen und in den freisinnigen Bezirksvereinen und Wahl- Verschiedenes. vereinen mit zu entscheiden haben. Auch diesmal erleben wirs Friedenau. Dienstag: Außerordentliche Mitgliederversammlung wieder, daß der Freifinn bei der Aufstellung seiner Kandidaten bei Grube. für die dritte Abteilung den Wünschen des Haus Jandorf. Vereinsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Tagesordnung: Die Boykottangelegenheit der Firma agrariertums weitestgehende Beachtung schenkt. Dafür versprechen dann die Herren Hauswirte, daß sie die Agitation des Freisinns unterstüßen werden, indem fie in ihren 8 Uhr, findet im Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünder Schmargendorf. Am Dienstag, den 29. Oftober, abends Häusern Stimmen für die Freisinnskandidaten zu werben oder straße 6, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Um mindestens die Gesinnung ihrer Mieter zu erschnüffeln suchen. Im 10. Kommunal- Wahlbezirk, dem öftlichsten Teile pünktliches Erscheinen aller Genossen ersucht Der Vorstand. Und der Baum zittert im Sturm und bebt in Regenber Tempelhofer Vorstadt, ist als Kandidat des Freisinns ein Friedrichsfelde. Dienstag, den 29. Oftober, abends 8½ Uhr, schauern, und die niederen Sträuchlein schmiegen sich ängstlich Maurermeister Linke aufgestellt worden, für den ein hervor findet im Lotal des Herrn Bausdorf, Berlinerstraße 18, die Ber- an einander. Scheu neigt das liebliche Heidekraut sein rotes ragender" Führer des Freisinns, der Gemeindeschulrettor Kopfd), sammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Das Ver- Seidenköpfchen zu Boden und flüstert: Jeßt, jetzt kommt er, der da draußen haust, ausdrücklich die Grundbefiber auf halten der Blockparteien. Referent Genoffe Schneider- Berlin. jetzt rührt er auch Dich an Dich auch und jetzt, bie Schanzen ruft. Auch für diesen Herrn Linte hat man 2. Diskussion. 3. Abrechnung und Verschiedenes. Das Erscheinen jezt auch mich!" Alle, alle tragen sie die Spuren seiner sich erst die Zustimmung der Grundbefizer sichern müssen, ehe man aller Mitglieder erwartet dringend Hände davon. es wagen durfte, ihn den Wählern dritter Abteilung anzubieten. Pankow. Am Dienstag, den 29. Dftober cr., abends 1/29 Uhr In einer Versammlung liberaler Wähler, die am Freitag im findet im Feldschlößchen", Berlinerstraße die Mitgliederversammlung Bangigkeit, und noch einmal läßt er die Sonne scheinen durch Aber dann lächelt er wieder, der Herbst, ob all ihrer 10. Kommunalwahlbezirk stattfand, konnte er endlich als Kandidat des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen der Freisinnigen aufgestellt werden. Herr Kopsch, der die Ver- Haß- Berlin über: 2. Die Kulturaufgaben der Sozialdemokratie." das lichtere Laubdach, und jedes, jedes trinkt davon mit letzter fammlung mit einem Vortrag über die Gemeindeverivaltung unter 2. Distuffion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Am Gier. halten hatte, fügte seinem Aufruf zum Kampfe noch eine be Sonnabend, den 9. November cr., findet im Gesellschaftshause", sondere Ermahnung an die Hausbefizer hinzu. Die Sozialreuzstr. 3-4, bas 17. Stiftungsfest des Wahlvereins statt. Billetts bemotratie fei ja, fo rief er, die ärgfte Feindin der hierzu find beim Vorsitzenden des Bergnügungskomitees Genoffen Grundbesißer. Was Herr Kopfch da gesagt hat, ist wahr.. Danziger, Brehmerstr. 48 und bei den Bezirksführern zu haben. Die Gonderbestrebungen der Hausagrarier werden im Rathause Der Vorstand. von keiner Gruppe so entschloffen und rückhaltlos bekämpft, wie von den Sozialdemokraten. Uns fanns nur recht sein, wenn in 81 Uhr, findet im Restaurant Sadau, Residenzstr. 124, die MitReinidendorf Oft. Am Dienstag, den 29. Oftober, abends Herrn Kopfchens mutigem Eintreten für die Hausagrarier gliederversammlung des Alle Sehnsucht, aller Werdenswille, noch einmal brechen Wahlvereins Berliner Kommunalfreifinn statt. fein 1. Vortrag des Genoffen Sloth: Politik und Wirtschaft. 2. Dis Säften. Ein Farbenprunken ringsum von südlichster Glut. wahres Gesicht unverhüllt aller Welt geigt. fuffion. 8. Bereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Tagesordnung fie mit ganzer, verzweifelter Macht aus den erstarrenden Die Wähler der dritten Abteilung werden hierüber dankend quittieren, indem sie am 6. November die Kandidaten des zahlreich und pünktlich zu erscheinen. In dieser Versammlung find Gelb und Rostbraun, bis zum weichen, zarten Lila. Parteigenoffen! Es ist Eure Pflicht, zu dieser Versammlung Vom tiefsten, fatten Rot, durch alle Töne von leuchtendem freifinnigen Hausagrarieriums alle miteinander zum Teufel Serbstluft! tiefe, trunkene, ein legter Lebensrausch geht jagen. Die Mandate der dritten Abteilung gehören der Sozial- auch noch Uraniabilletts zu haben, die verkauften sind abzurechnen und die unverkauften zurüdzugeben. demokratie! Im 10. Kommunal- Wahlbezirt, wo als Kandidat der Der Vorstand. durch die Natur. Und da wolltet ihr euch schon fröstelnd berSozialdemokratie diesmal der Stadtverordnete Genoffe Gottfried Nieberschönhausen, Am Dienstag, den 29. Oftober, steden in dumpfen Stuben, ihr Menschenkinder? abends 8% Schulz aufgestellt ist, scheuen sich die Freisinnigen nicht, schon jetzt Uhr, findet in ,, Neu Carlshof", Beuth, Und all das Köstliche dort draußen sollte sich begehen um die Stimmen der Konserbatiben zu betteln. Gde Charlottenstraße, die Mitgliederversammlung des ohne Euch? Auf! auf!, der Herbst lodt im Land; noch einmal Das tat in der Versammlung ein Herr Utech, der ja gleichfalls in Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des feinen Streifen als Leuchte gilt. Auch hierin zeigte sich das wahre noffen Vesper über„ Der wirtschaftliche und politische Kampf ber hinaus, denn bald bald wird es Winter sein! Gesicht des Berliner Kommunalfreisinns. Amüsant war es Arbeiterklasse". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Berübrigens, Herrn Kopsch flagen zu hören, er bedauere sehr, daß er schiedenes. Sammellisten und Billetts sind in dieser Versamm. eine Deflamationen gegen bie Gozialdemokratie nicht bor lung abzurechnen. Um recht zahlreiches Erscheinen ber Mitglied Bevölkerung seit Jahren seufzen, soll noch weiter um sich greifen. Die Lebensmittelteuerung, unter der die breiten Massen der Hunderten von Arbeitern" vortragen dürfe. Das läßt sich benten. ersucht Tatsächlich waren nur seine paar Getreuen gekommen; Arbeiter Bezirk Waibmannsluft. Der Wahlberein feiert am Sonn- Die Fleischpreise sind noch lange nicht wieder auf einen normalen tennen ihn samt dem Freifinn zur Genüge. abend, den 16. November in den Borsigwalder Festsälen in Borsig. Stand heruntergegangen, die Brotpreise sind nach und nach auf walde sein Stiftungsfest. Billetts sind von heute ab bei den Ab- eine unerhörte Höhe emporgeftiegen und nun berteuert man uns auch noch die Milch. Die Milchzentrale, die von Festes zu agitieren. Der Vorstand. Junkern der Mark eigens zu dem Zwed gegründet worden war, ferbativen und Antisemiten ist durchaus darauf versessen, uns Spandau. Heute, Sonntag, den 27. Oftober, früh 8 Uhr, findet den Preis der Milch hinaufschrauben zu können, scheiterte an dem Sozialdemokraten die beiden Bezirke der 3. Abteilung in Moabit für den 2., 3., 5., 6., 7. und 8. Wahlbezirk von den Bezirkslokalen festen Zusammenhalt der Vereinigungen der Milchhändler. Aber abzunehmen. Zu diesem Zwecke hat der Wahlausschuß ein Flug- aus eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen vom 1. und jetzt bescheren die Milchhändler selber uns die Preisblatt:„ An die Moabiter Bürgerschaft!" verbrochen, in dem es 4. Bezirk find verpflichtet, sich in den ihnen zugeteilten Bezirken steigerung, vor der wir hatten bewahrt werden wollen. in hochfahrendem Tone heißt, daß es gälte, aus dem 44. Bezirk pünktlich einzufinden. Am Dienstag, den 29. Oktober, abends 8%, Uhr, in Borchardts Eine Anzahl von Milchhändlervereinen Berlins und der Umden Genossen Glode,„ ben getreuen Trabanten des Parteipapstes Einger", und aus dem 45. Bezirk den Genossen Liebknecht, der Bestfälen große öffentliche Demonstrationsversammlung für Männer gegenb hat in Uebereinstimmung mit etlichen Großmeiereien den erst kürzlich durch ein gerechtes Urteil des höchsten deutschen Ge- und Frauen. Tagesordnung: Der Leipziger Hochverratsprozeß Beschluß gefaßt, vom 27. Oktober ab den Milchpreis zu erhöhen. richtshofes als Hochberräter gebrandmarkt worden sei, aus der Start Liebknechts. Referent Dr. Kurt Rosenfeld- Berlin. Es hich, sie würden von ihren Verteuerungsplänen zunächst noch Es ist Pflicht eines jeden Genoffen, zu erscheinen. Berliner Stadtverordnetenversammlung herauszubringen". Der n " Vorstand. Die sogenannte Bürgerpartei- ein Gemengsel von Ston- teilungsführern zu haben. Die Genossen werden ersucht, rege für Berliner Nachrichten. Herbstwanderung. Der Wahlausschuß ist so unvorsichtig, sich einige Forderungen der so berhaßten Sozialdemokratie anzueignen. Er fordert nämlich, daß bei Lieferungen für die Stadt Stadtverorbnete davon ausgeschlossen werden sollen. Wenn die Verfasser des Aufrufs nur die geringste Kenntnis von den Vorgängen im kommunalen Leben hätten, müßten sie wissen, daß seit Jahren die Sozial- Wer jetzt an einem sonnigen Oktobertage noch einmal demokraten diese Forderung stellen, sie müßten aber auch wiffen, hinauspilgert, der wundert sich, wie verlassen sie daliegen, daß zur Zeit, als die Bürgerpartei einige Vertreter im Rathause all die Lieblingsstätten der Berliner Ausflügler, auf denen hatte, diese fein Wort zugunsten dieser Forderung eingelegt im Hochsommer die Kaffeeschlachten geschlagen werden, haben. Aehnlich steht es auch mit anderen Forderungen. Soweit Und doch ist gerade der Herbst, wie keine andere Jahrescs fich um die Interessen, der erwerbstätigen Bevölkerung handelt, zeit, geeignet zu genußreichen Wanderungen durch Wald und find diese immer noch bei der Sozialdemokratie am besten gewahrt gewesen. Die Interessen der Haus- und Grundbefizer vertreten unsere Kandidaten allerdings nicht, wollen es auch gar nicht. Wer diese vertritt, muß gegen die Interessen der arbeitenden Klasse verstoßen; aus der Haut der letteren werden für die Haus- und Grundbefiber die Riemen geschnitten. Unsere Genossen in Moabit werden hoffentlich dafür sorgen, daß bei der Wahl am 6. November wiederum die Vertreter der Sozialdemokratic, für den 44. Bezirk Genosse Glode und für den 45. Bezirk der Hochberräter" Genosse iebknecht als Sieger hervorgehen.. Partei- Angelegenheiten. Feld. All die leidigen Plagen, die einem im Hochsommer die Freude auch an der schönsten Gegend vergällen können, hat der frische Herbststurm weggefegt. Reinerlei Infekten fummen uns mehr um die Nase. Weder vor Müden, noch vor Stechfliegen brauchen wir unsere Haut zu schützen. Wohl scheint die Sonne noch vergoldend durch die letzten Blätter, aber fie treibt uns nicht mehr die Schweißtropfen aus allen Boren; mir wohltuend empfinden wir nun ihre Wärme. Auch der Staub, der in der heißen Jahreszeit aufwirbelnd den Lungen das Atmen erschwert und die Zunge am Gaumen flebend macht, wird jetzt von dem durchfeuchteten Erdboden gierig aufgespeichert. fuchen. Trotzdem ist dieser Boden von der langen Sommerzeit noch genügend durchtvärmt, daß man es weit eher, als etwa im Frühjahr, wagen darf, ohne gesundheitsschädliche Folgen, Bur Lokalfifie. Am heutigen Tage veranstaltet die Berauf ihm auszuruhen; natürlich muß man sich dazu ein recht liner Fleischergesellen Brüderschaft" in Räumen det Philharmonie" ihr 17. Stiftungsfeft. Wir eronniges Plätchen im dichten Moos- oder Nadelgrund ausinnern hierbei an den seinerzeit gefaßten Beschluß, wonach die Aber dann den Blick hinaufsenden zu den noch belaubten Bhilharmonie" auch für den persönlichen Verkehr als ge- Serbstkronen der Bäume, durch die der blaßblaue Oftober sperrt gilt. Erster Wahlkreis. Heute Sonntag, den 27. Oftober, in Drajels himmel lacht. Wie die ganze Luft voll ist vom rieselnden Erster Wahlkreis. Heute Sonntag, den 27. Oftober, in Dräjels Goldregen des Blätterfalles! Wie sie langsam und lautlos, Festfälen, Nene Friedrichstr. 35: erbstfest zur Feier des mit dem Lufthauch tändelnd, gleichsam im Traumi, zur Erde 18jährigen Bestehens des Wahlvereins. Huserlesenes Brogramm. taumeln, Blatt um Blatt. Die Festrede wird gehalten vom Genossen Heinrich Schulz. Die Lokalkommission. Billetts a 30 Pf. sind bei den Kassierern Bittner und Weihnacht Der Laubwald im Herbst! Es gibt weniges, was föst fowie bei den Bezirksführern zu haben. Anfang präzise 6 1hr. licher wäre. Uns Großstädtern zumal, denen Tag und Nacht Zahlreichen Besuch erwartet dos Getöse der Automobile, der Babnen. der tausendfältige Das Komitee Sonne! noch einmal ihr Streicheln spüren, noch einmal warm werden in ihrem Arm; eine letzte Blüte gib uns, ein legtes Glühn. Und was da drunten tief im Pflanzenherzen geschlafen, unbewußt eine lange Sommerschwüle hindurch, das haucht noch einmal mit vergehendem Atem in die betäubende Herbstluft. Auch bie Milch wird teurer! einmal Abstand nehmen, aber ganz plöblich haben sie sich eines anderen besonnen. Milch, die der Käufer selber sich aus dem Laden oder vom Wagen holt, foll fortan 22 f. pro Liter toften; für Milch, die dem Käufer ins Haus gebracht werden muß, sollen 24 Pf. pro Liter bezahlt werden. In einer an die Bevölkerung gerichteten Erklärung, die von den beteiligten Vereinen und Großfirmen unterzeichnet ist, wird versichert, man sei zu dieser Maßregel leiber genötigt". Die Preiserhöhung wird begründet mit dem sich vielfach schon jetzt fühlbar machenden Futtermange!" sowie mit den stetig steigenden Löhnen auf dem Lande" und der dadurch bedingten Steigerung der Milcheinkaufspreise, welche in diesem Jahre eine bisher noch nicht dagewesene Höhe erreicht haben". Hinzugefügt wird, daß auch in Berlin die Unkosten, Löhne, Futtermittel, Mieten usw., wie hinlänglich bekannt, eine bemerkenswerte Steigerung erfahren haben". Die Preise aller Lebensmittel feien in den letzten Jahren start erhöht worden, nur der Milchpreis sei seit fünfzehn Jahren unverändert geblieben. Es fei nicht möglich, zu dem bisherigen billigen Preise ein reelles Erzeugnis auf den Markt zu bringen, da der Verkauf zu den bisherigen Preisen mit direttem Verlust für den reellen Zwischenhandel unbedingt verbunden sein muß". Man sieht, daß die Wirkungen, die die Milchhändler uns von ihrem Kampf gegen die Milchzentrale versprachen, ausgeblieben find. Wird die jeßige Erhöhung des Milchpreises durch die obige Begründung den Milchproduzenten akzeptabler gemacht werden? Wohl kaum! Daß in der Reihe der Gründe, die da angeführt werden, auch der Hinweis auf die angeblich so sehr gestiegenen ohne nicht fehlt, das sind wir bei all solchen Preissteigerungen gewöhnt. Wenn man uns doch mal vorrechnen wollte, welcher Anteil an den gesamten Produktionskosten auf die Löhne bezw. auf deren Steigerung" entfällt. Die beteiligten Vereine und Firmen versichern, daß sie ihrem Grundsatz, nur durchaus einwandfreie und gute Erzeugnisse auf den Berliner Markt zu bringen", treu bleiben möchten. Sie bitten, sie au unterstützen in ihren Bestrebungen, die Volksgesundheit zu fördern und die Sterblichkeit der Kinder cinzuschränken". In der Theorie ist cs gewiß richtig, daß das bei billiger und dafür schlechter Ware nicht erreicht werden kann. Aber in der Pragis erleben wir's immer wieder, daß die breiten Massen der Bevölkerung " J entweder die gute und dafür teure überhaupt nicht kaufen können oder aum mindesten ihren Verbrauch einschränken müssen. So oder fo, von Förderung der Volksgesundheit" fann in dem einen wie dem anderen Fall nicht die Rede sein. are Schlüsse auf die geistige und moralische Entwidelung der Kleiner ziehen könne. Aber es scheint nur so. Es gehört zu den Erfahrungen jedes Lehrers, daß diese Anzeichen nur zu häufig täuschen. Der Musterknabe, das Wunderkind der letzten Klasse, verläßt oftmals die Schule als ein ganz anderer, und umgekehrt entwickelt sich ein jest mittelmäßiges oder gar schwaches Kerlchen oft in über raschender Weise. Die sozialen Verhältnisse, unter denen auch schon die Kinder zu Hause zu leiben haben, tragen viel zur weiteren geistigen Entwidelung bei. Die Schule aber mag eins aus diesen Erfahrungen ersehen und ihre Methode darnach einrichten und verbessern: daß jede Schablone, jede gewaltsame Einschnürung, jebe Rubrizierung auf dem Gebiete der Jugendbildung am aller wenigften am Blake ist. Die Erklärung der Vereine usw. schließt mit einem Hinweis darauf, daß Berlin auch nach dieser Preissteigerung noch er heblich billigere Milchpreise hat als andere Großstädte". Das ist ein magerer Trost. Uebrigens wird dem Publikum in der Erflärung empfohlen,„ billiger angebotene Ware mit Vorsicht aufzunehmen". Es find nämlich noch nicht alle Milchhändler den Verteuerungsbeschlüssen beigetreten. Aber auch die anderen werben nicht lange mehr zurüdbleiben wollen;„ warte nur balbe steigern auch die". Mit dem Gros der Milchhändler marschiert vor allem die Meierei C. Bolle. Diese Firma hat in dem Milchstreit der letzten Jahre ihre Haltung mehrfach gewechselt: mal hielt sie zur Milchzentrale, mal stand sie auf seiten der fleineren Milchhändler, mal gab sie sich als neutral. Aber treu blieb dabei die millionengesegnete Firma C. Bolle immer nur dem einen Prinzip, einen möglichst hohen Profit herauszuholen. tommen! Schülertypen. in der Ziegelstraße fand der Selbstmörder Aufnahme. Ueber seine Bersönlichkeit konnte er feine Angaben machen." Doppelfelbstmord. Gemeinsam in den Tod gegangen sind zwei junge Mädchen, deren Verschwinden seit voriger Woche bemerkt wurde. Es handelt sich um die 16 Jahre alte Heimarbeiterin Ella Biebell, Admiralstraße 23, und die im gleichen Alter stehende Marie Selzer, Horsterstraße 39. Gestern sind die Leichen der beiden jungen Mädchen bei Grünau aus der Dahme gelandet worden. Die beiden Mädchen hatten, bevor sie sich in die Fluten stürzten, Lysol getrunken, um auch ja recht sicher zu gehen. Gestern wurden dann die Leichen aus dem Wasser gezogen. Die Toten hielten sich feft umschlungen. Von den benachrichtigten Angehörigen wurden die Leichen res fogno8ziert. Eine Liebesaffäre foll zu dem Entschluß der Mädchen die Vers anlassung gegeben haben. Die wesentlichsten Aenderungen der neuen Ruhegelbordnung. Eine anderweitige Faffung des seinerzeit gefaßten Gemeinde beschlusses betreffend die Bewilligung von Ruhegeld und Hintera Zehn Tage als Leiche in der Wohnung gelegen hat ein älteres bliebenen Versorgung für die ohne Bensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Berfonen hat der Magistrat in Fräulein, das Bionsfirchstr. 54 in einem Seitenflügel eine fleine seiner legten Sigung auf Grund von Vorschlägen einer Magistrats- Wohnung inne hatte. Seit mehreren Tagen fiel den Nachbarbewohnern tommission angenommen. auf, daß die Zeitungen von der Tür nicht weggenommen wurden, Dieſe angenommenen Wenderungen des bestehenden Gemeinde- worauf am Freitag der Hauswirt aufmerksam gemacht wurde. beschlusses sind, wie aus dem Rathause berichtet wird, in der Haupt- Diefer ließ die Wohnung öffnen, wobei sich ergab, daß die Inhaberin fache folgende:„ Das Ruhegeld beträgt für die im Dienste der Stadt der Wohnung schon lange tot war; es wird angenommen, daß der Personen nach 10jähriger Dauer in Zukunft/ des bis- wurde, soll die Leiche noch am Sonnabend in der Wohnung gelegen stehenden Arbeiter und die ohne Pensionsberechtigung beschäftigten Tod schon vor etwa zehn Tagen eingetreten fei. Wie uns mitgeteilt gegen bisher 15 haben. 15/60 herigen Durchschnitts- Arbeitsverdienstes Das Ruhegeld steigt mit mit jedem weiter zurückgelegten Dienstjahr bis zum vollendeten dreißigsten Dienstjahre um rinnen wollen den Hörern, besonders älteren Arbeitern, die nicht Die studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Arbeite 1/80 und von da ab um 1/12 bis zum Höchstbetrage von 50 des mehr die Fortbildungsschule besuchen können, zu einer gründlichen Arbeitsverdienstes. Während bisher die Arbeitszeit vor Vollendung Ausbildung in den elementaren Unterrichtsfächern, in Deutsch, rücksichtigt wurde, soll in Zukunft schon die Arbeitszeit vom bieten. Der Unterricht wird von Studenten der Berliner Universität des 21. Lebensjahres bei der Festsetzung des Nuhegeldes nicht be- Rechnen, Geometrie, Geographie und Schönschreiben Gelegenheit 18. Lebensjahre ab berücksichtigt werden. Weiter hat der Magistrat erteilt. Das Unternehmen wird geleitet durch eine aus ihrer beschlossen, daß solchen Personen, die wegen Mangel an Be- Mitte gebildete Kommission unter Mitwirkung von Vertrauens schäftigung entlaffen werden mußten, bei der einstellung in den Dienst der Stadt die bisherige Arbeits- desselben Unterrichtsfaches nur diejenigen Hörer aufgenommen, Wieder- leuten der Hörer. Im allgemeinen werden in eine höhere Stufe zeit in Anrechnung gebracht gebracht werden foll ohne Rück welche die vorhergehende besucht haben. Neu eintretende Hörer sicht darauf, daß die betreffenden Berfonen städtischen Betrieben usw. oder in anderen beschäftigt werden. Die den Studenten genau zu besprechen, welche Stufe für sie geeignet ist. in gleichen werden dringend gebeten, sich mit den bei der Anmeldung anwesenBestimmungen über die Bezüge von Reliften find zugunsten der Es ist den Hörern in ihrem eigenen Interesse zu raten, in jedem Witwen und Waisen geändert worden. darin, daß in Zukunft ein Abzug von aus sonstigen öffentlichen die Leistungsfähigkeit leicht überschätzt. Der Stundenplan wird Die Verbesserung besteht Halbjahr nicht mehr als zwei Sturfe zu belegen. Im voraus wird Mitteln gewährten Bezügen nur dann stattfinden soll, wenn bei der Anmeldung bekannt gemacht. Nähere Mitteilungen über diese Bezüge ebenfalls als Neliftengeld gewährt tverden. die Art des Unterrichts und die Organisation des Unternehmens, tvar allgemein bestimmt, daß alle auf Grund Unterrichtslokale usw. erhalten die Teilnehmer auf einer allBisher Bestimmungen des Invalidenversicherungs- Gefeßes und gemeinen Hörerversammlung, die am Donnerstag, den 31. Oftober, des Unfallversicherungs- Gesetzes oder sonst aus Mitteln des abends 8 Uhr, im großen Saal des Zentralarbeitsnachweises, Eina Reiches oder der einzelnen Staaten, öffentlicher Verbände usw. ge- gang Gormannstr. 13, stattfindet, wo noch Anmeldungen entgegen. währten Relikten gelber in Abzug zu bringen waren. Weiter genommen werden. enthält der neue angenommene Entwurf eine Reihe von redaktionellen Alenderungen, die fich aus dem Gemeindebeschluß ergeben haben. Den Stadtverordneten wird auf Grund dieser Beschlüsse eine befondere Borlage zugehen. Für einen Maler kann man sich kein günstigeres Geld für fünstlerische Intuitionen denken als eine Klasse Neueingeschulter. Mit dem Stift die verschiedenen Typen von Kinderphysiognomien und Kindercharakteren, bie jest alle unter dem Banne des Neuen, Großen, Bichtigen, das für sie das Schulleben bedeutet, stehen wiederzugeben welch' föstliche Genrebildchen würden da zustande Alles wiederholt sich nur im Leben," sagt der Dichter. Bu den immer wiederkehrenden Kindertypen gehören die Aengstlichen, die Furchtsamen, denen die Schule zunächst nur Qual, aber feine Freude bereitet, wie es doch eigentlich sein sollte. Diese Gruppe wird solange in den A- b- c- klaffen zu finden sein, wie die beliebte Abschreckungsmethode in der häuslichen Erziehung angewendet werden wird, deren Stärke in den bekannten Warnungsworten gipfelt: Na warte nur, wenn Du erst zur Schule kommst, der Lehrer wird Dir schon! Gine entsprechende Handbewegung besagt alles Nähere mit blendender Deutlichkeit. Eine der wichtigsten Aufgaben des Lehrers der Kleinen ist es daher, diese Aengstlichen, Ein geschüchterten zu einer herzhafteren Auffassung der Situation zu erziehen und sich ihr Bertrauen zu erwerben. Das ist nicht immer Teicht. Da fist Waldemar Bille. Ein niedliches, sehr zartes und fleines Jüngelchen, dessen besonderes Kennzeichen" ein paar sehr bon gähnt. groß geratene Augenzähne bilden, zwischen denen eine große Lüde Waldemar schlägt, was Aengstlichkeit anbelangt, den Reford. Seine hübschen, braunen Augen schwimmen beständig in einem Meer von Tränen. In der ersten Zeit bemerkte der Lehrer sogar häufig ein förmliches Zittern des fleinen Körpers. Natürlich fuchte er durch gütliches Zureden und Freundlichkeit, Späße usw. den armen Jungen auf die Grundlosigkeit seiner Angst hinzuweisen leider bergeblich. Er weinte weiter und blieb ftill, unzugänglich. Doch einmal nach langem, langem Einreden erzählte er ihm etwas. Aber nicht froh und frei, wie Kinder sonst es zu tun pflegen. Unter Weinen und Schluchzen erzählte er eine fleine Geschichte aus seinem jungen Dasein, eine Leidensgeschichte. Dich deren zu erwehren? Diese Beschlüsse bedürfen nach verschiedener Richtung hin noch mancher Werbefferung und Aenderung; wenn die Vorlage des Magistrats vorliegt, gedenken wir auf die Sache zurückzukommen. Im Rudolf Virchow- Krankenhause find die II. chirurgische Abteilung mit 88 Betten( 44 Männer und 44 Frauen), die II. innere Abteilung mit vorläufig 47 Männer- Betten am 16. Oftober eröffnet worden. Zur II. inneren Abteilung gehören ferner: a) die Station für Unruhige, b) die Station füs innerlich frante Kinder mit je 20 Betten. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montagabend 9 Uhr: Fortsetzung des Kursus in der 2. Abteilung bei Dafe, Brunnenstr. 154. Vore trag über Physiologie( Lebenstätigkeit des menschlichen Körpers). maligen freien Zutritt. Neue Mitglieder werden noch aufgenommen. Gäste haben ein Lichtenberg. Vorort- Nachrichten. Da es beabsichtigt zu Der Gemeindevertretung wurde vom Bauamt ein genereller Bebauungsplan für das gesamte Gemeindegebiet vorgelegt. Die Regierung hat es abgelehnt, die teilweise Festsetzung ohne UnterHalbring beim Omnibus. Die Allgemeine Omnibusgesellschaft lage eines generellen Blanes zuzustimmen. Die Gemeindever wird am nächsten Donnerstag, den 31. Oktober, zwei ihrer Pferde- kommissarischen Verhandlung als Unterlage dienen. Die Wagnerhieß den vorgelegten Plan gut, derselbe wird bei der linien zum Teil verlegen. Linie 32 geht jetzt vom Rosenthaler Tor Straße, in dem Zeile zwischen Magdalenen- und Bürgerheimstraße, durch die Lothringer, Prenzlauer, Linien-, Gollnow, Weber ist seitens der Terraingesellschaft Frankfurter Chaussee, ohne Zu Große Frankfurter, Andreasstraße, Schillingsbrücke, Mariannen- ftimmung der Gemeindeorgane, gepflastert. Es wurde nun die ufer und Stöpenickerstraße bis zum Schlesischen Tor. Die Linia Erteilung einer ausnahmsweisen Bauerlaubnis für ein bereits wird fünftig in der Köpeniderstraße nur bis zur Manteuffelstraße fertiggestelltes Edgrundstück nachgesucht. geführt und geht durch diefe, die Waldemarstraße, Laufiber Play, fein schien, die Gemeindeorgane indirekt zu zwingen, die Straße Wendenstraße, Spreewaldplay, Grünauerstraße bis zur Ede der fein schien, die Gemeindeorgane indirekt zu zwingen, die Straße Reichenbergerstraße. Es wird so ein Salbring Rosenthaler Torals anbaufähig hergestellt au erachten, wurde wohl die BauStrausberger Play- Görlizer Bahnhof hergestellt. Neue Teil- erlaubnis erteilt, aber nur unter der Bedingung, daß die Herstreden werden Strausberger Blak- Köpeniderstraße, Ede Man- ftellungstoften des beregten Straßenzuges, in Gemäßheit des Orts teuffelstraße, Andreasplak- Laufiber Blaß und Mariannenufer- statuts über die Unternehmer, hinterlegt werden. Reichenbergerstraße. Da so die Köpenickerstraße von der Manteuffel- Die Rechnungen der Gemeindewerke für das Jahr 1905 wurden Straße bis zum Schlesischen Tor den Omnibus verlieren würbe, fo aur Entlastung vorgelegt. Der Gesamtüberschuß beträgt danach wird dafür die Linie 31 durch die ganze Köpeniderstraße bis zum rund 210 000 Mark. Schlesischen Tor führt. Diese Linie kommt vom Hausvogteiplat und geht planmäßig durch die Niederwalls, Wall, Neue Roß-, Neue Jakob- und Köpeniderstraße. Wegen des Baues der Untergrundbahn wird sie zurzeit durch die Leipzigerstraße geleitet. Von der Köpes niderbrüde ging diefe Linie bisher durch die Wrangelstraße weiter. Neue Teilstrecken werden Neue Noßstraße, Ede Wallstraße- EisenI wa uff de Straße. Und meine Mutta wa in de Salle. Da is' n Radfahra jetomm'n und hat mir umjestoß'n." Erneutes Meinen, trampfhaftes Schluchzen. Und' n andern Dach is denn der Jeorch Müller jetomm'n und hat mir uff meine Schulta jebufft, wo id ieberfahren bin. Und da mußte mir mein Vata jleich cinreib'n!" Armer Waldemar, arme, sartbesaitete Stinderfeele! Wie lange wird es dauern, bis Du die vielen Knüffe und Büffe, die uns das Leben gibt, wirst ertragen lernen? Wird es Dir überhaupt gelingen, Mit Waldemar Bille im Punkt Schulpessimismus verwandt ist ein anderer Knirps. Auch er weinte am ersten Schultage fort. während. Mutta, meine liebe Mutta! Jd will bei meine Mutta!" so wimmerte er beständig. Als er endlich sah, daß seine Sehnsucht nach der Heimat nicht geftillt wurde, raffte er sich zur entschlossenen Tat auf. Er nahm seinen Schulranzen, fletterte über seine Kameraden hinweg, ging zur Tür, machte sie auf, holte sich seine Müße und war 1, 2, 3 zur Pforte hinaus. Das gerade Gegenteil von diesen Berächtern der Wissenschaft ist Ernst Richter. Mit krampfhaft gefalteten Händen, in forretter Saltung, steif und gravitätisch, fit er am Ende der zweiten Bant. Seine großen blauen Augen find starr auf den Herrn Lehrer gerichtet, und fein ganzes Wesen scheint die stumme Frage aus aubrüden:„ Bin ich nicht ein tüchtiger Junge?" Bei jeber Frage bes Lehrers meldet er sich mit tadelloser Graktheit, antwortet mit fast ohrenbetäubender Wirkung, laut, deutlich, wohlartikuliert.bahnstraße und Brüdenstraße- Schlesisches Tor. Gin Musterknabe, einer von den zu Hause Präparierten, den Wohlerzogenen, den Anwärtern auf die Nummer I. Etwas ganz besonderes, gewissermaßen ein Philosoph, is Serbert Wiedemann. Der Lehrer hat versucht, die Kleinen in die Mysterien des ersten Religionsunterrichts einzuführen. Das heißt: er hat sich mit ihnen darüber unterhalten, wie alles, was sie draußen sehen, entstanden sei, wer das alles gemacht habe. Biele Kinder geben darauf die Antwort:" Das hat der liebe Gott geschaffen." Der Lehrer ist aber sehr neugierig. Wo wohnt denn der liebe Gott?" egaminiert er die kleinen -b- c- schüßen weiter. Ra, im Himmel!" antworten einige schnell. Gs tritt eine fleine Pause ein. Da meldet sich der Kleine Serbert Wiedemann, ein hübscher Knabe, mit flugen Augen. Nun, Herbert, was willst Du fagen?" " Berr Lehrer, der liebe Gott wohnt ja gar nicht im Himmel!" Soo? Wo wohnt er denn?" fragt der Lehrer ganz erstaunt. Rain mein'n Kopf, Serr Lehrer!" 27 In Deinen Kopf?" " Na ja," fährt Serbert fort, indem er mit seinen fleinen Fingern auf die Stirne tippt, mit mein'n Stopf denke ich es mir doch!" Anders als sonst in Kinderköpfen malt sich in diesem Kleinen Sirn die Welt. Werfen wir nun noch einen Blick auf das ethische Gebiet: Betragen, Aufmerksamkeit, Fleiß!" Da ist Friß Oertel. Der angehende Rüpel, der Aspirant auf alle Noten unter 3 im Betragen mit ellenlangen Bemerkungen. Fromm, wie ein Lamm, fist er jetzt noch unter den Augen des Lehrers da. Wenn nicht seine liftigen Heuglein zum Verräter würden, fönkte man ihn für eine Schlafmüße halten. Das ganze Leben, das er während des Unterrichts ausschaltet, explodiert jedoch in dem Augenblid, ba ber Lehrer die Tür hinter fich schließt, um sich auf dem Korridor ein wenig von der nicht leichten Arbeit in der Grundklasse zu erholen. Wupp, fliegt das Lineal aus der Scheibe, b. b. der Schulmappe. Und nun läßt es der fleine Berwandlungstünstler heidi, heida, auf den Rüden und auf den Stöpfen seiner Nachbarn tanzen, daß die " Funken fliegen". Alle Ermahnungen und Drohungen des Auf paffers" find fruchtlos, der angehende Egoist will sich schrankenlos ausleben. Und wenn dann der Herr Lehrer wieder dem Ratheber zuschreitet, dann ist Friß Oertel wieder das fanfte, unschuldige Lamm, das nichts gemacht hat- gar nichts!" so Zum Zwede einer Berbreiterung der Savel auf Oranienburger geländes aufgetauft. Der bort ziemlich schmale Fluß muß um 15 Gebiet hat die preußische Regierung bedeutende Streifen des Ufer bis 20 Meter verbreitert werden, um eine genügende Fahrstraße für den Großschiffahrtskanal Berlin- Stettin zu schaffen. Die Verbreiterungsarbeiten werden jedenfalls im nächsten Jahre in Angriff genommen. Der Betriebsfonds für die Gemeindewerke wurde, cinem Antrage gemäß, auf 250 000 Mart erhöht. Bereits beschlossene Anleihen sollen in der Dauer der Tilgung Veränderungen erfahren. Die Vertretung stimmt nach längeren Beratungen den Anträgen des Gemeindeborstandes zu. Die Bedingungen, unter denen eine Zwischenanleihe in Höhe von einer Million Mark auf die Dauer eines Jahres aufgenommen Die werden soll, spiegelt die Lage des Geldmarktes wider. Dresdner Bant als Darleiherin fordert 4% Proz. Zinsen, ein vom Tage des Abschlusses, obwohl im laufenden Jahre nur Brozent Abschlußprovision und Berzinsung des Gesamtkapitals 400 000 Mart zur Auszahlung kommen sollen. Für die restliche Summe will die Dank der Gemeinde 4 Proz. Zinsen rücvergüten! Die Vorlage fand im besonderen durch unsere Genossen heftigen Widerstand, um so mehr, als die teilweise Verwendung Sigung folgenden geheimen Gigung vorbehalten war. Mehrheit" betvilligte aber die Vorlage, mit der Motivierung: andere Anerbieten wären für die Gemeindekaffe noch ungünstiger. Auch der Hinweis, daß die Verwendung der Gelder durch Gemeindebeschlüsse ja noch gar nicht vorgesehen, hielt die Vertretung von der Zustimmung nicht ab. Nixdorf. In der nächsten Woche findet eine Sigung der Berliner Stadt- diefer Summe noch der Beschlußfassung der auf die öffentliche verordneten- Versammlung nicht statt. Abgestürzt. Freitagnachmittag find fast gleichzeitig in der Büdlerstraße 34 und in der Oranienstraße 51 2 Personen vom Dach abgestürzt. In der Büdlerstraße 34 stürzte der Schlosser Otto Florett vom Dach der Markthalle auf ein Nebenbach. Die Feuer wehr holte den Schlosser, der Verlegungen am Stopf erlitten hatte, herunter und brachte ihn nach dem Krankenhause Bethanien, wo man auch noch innere Berlegungen feststellte. Der zweite, in der Oranienstraße 51 Abgestürzte war mit leichteren Verlegungen davongekommen. Er war durch ein Glasdach gestürzt und hatte Schnittwunden an der rechten Sand erlitten. Samariter der Wehr legten ihm Rotverbände an. Außer diesen beiden Hülfeleistungen hatte die Feuerwehr gestern abend mehrere Kleine Brände zu löschen. Die Hermannsplatz. Ein Mainzerstr. 11 wohnhafter Mieter namens Ein Straßenbahnunfall ereignete sich gestern nachmittag am Angermann wollte den Straßendamm überschreiten, als er plöblich vor einem daherkommenden Straßenbahnwagen zu Falle kam, von Der Wagen diesem erfaßt und ein Stüd mitgeschleift wurde. wurde zum Stehen gebracht und der Verunglüdte aus feiner Lage befreit. Er hatte erhebliche Verlegungen davongetragen. Beim Sanitätsrat Hoffmann erhielt der Verletzte die erste Hülfe und wurde alsdann nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Charlottenburg. Ein Leichenfund ist vorgestern im Landwehrkanal gemacht worden. Schiffer sahen auf der Oberfläche den Leichnam eines Mannes treiben und brachten ihn ans Ufer. Man stellte nun feft. daß die Stirn eine flaffende. tiefe Wunde aufwies. Ueber die Ur- Der Stärkung der Jugendbewegung dient eine öffentliche Vers fache der Berlegung fonnie vorläufig noch nichts erinittelt werden. fammlung, die morgen Montag abend 8 Uhr im Boltshause, Die Leiche ist zur Obduktion polizeilich beschlagnahmt und nach dem Rosinenſtr. 8, stattfindet. Frig Maschte wird in derselben über:„ Die Schauhause gebracht worden. Erst nach beendeter Obduktion wird freie Jugendbewegung und ihre Feinde" referieren. Es wird erfich herausstellen, ob hier ein Verbrechen borliegt oder ob die Wunde wartet, daß die Versammlung zahlreich besucht wird. unbekannte Tote ist etwa 40 Jahre alt gewesen. Er trug einen bielleicht durch einen Bootshaten herbeigeführt worden ist. Der Weißensee. dunklen Anzug, der von einer Amsterdamer Firma stammt. Man fand nicht iveniger als brei geldene Kneifer in dem Befihe des Toten. Nachwahl zur Gemeindevertretung. Für den ausgeschiedenen Genoffen Frentz ist die Nachwahl auf den 5. November 1907, abends von 5-8 Uhr, festgesetzt. Es wählt der 1. Bezirk der 3. Abteilung. Köpenick. Einen unheimlichen Badegast hatte gestern das AdmiralsgartenBad in der Friedrichstraße aufzuweisen. Ein etwa 30 Jahre alter Mann hatte fich ein recht warmes Bad bestellt. Es wurde ihm auch verabreicht, doch vergeblich wartete der Bademeister darauf, daß der In der lebten Stadtverordnetenversammlung berlas der VorFremde die Badekabine verließ. Er flopfte dann, und als er drinnen steher zunächst die von den Beamten, Lehrern und Lehrerinnen ein Stöhnen vernahm, öffnete er eigenmächtig die Stabine. Es bot eingegangenen Dankschreiben für die in der vorigen Sitzung bea Sodann wurde für Den Das sind nur einige Typen aus der Schar der Neuen. Sie fich ihm nun ein schredlicher Anblid. In der Badewanne lag der willigten Gehaltsaufbesserungen. fönnten mit Leichtigkeit um ein beträchtliches bermehrt werden. Badegast in seinem Blute schwimmend. Der Unselige hatte sich an Strantenhaus- Neubau eine Stommission gewählt, welcher u. a. auch Wenn sich der Lehrer die neue Klasse ansicht, dann scheint der rechten Halsseite, am linken Unterschenkel und am rechten Arm die Genossen Herbst, Lier und Woid angehören. Der Rechnungsembryonisch die Zukunft der verschiedenen Charaktere und Indi- tiefe Schnittwunden mit einem scharfen Taschenmesser beigebracht. abschluß der städtischen Gaswerte für 1906/1907, welcher eine Eins bidualitäten vor ihm zu liegen. Es will sich fast so ausnehmen, Die Blutverluste waren bei dem Lebensmiden so start gewesen, daß nahme von 290 439,83 M. und eine Ausgabe von 243 296,22 m. als ob man aus den sich schon jett offenbarenden Anzeichen sichere an ein Aufkommen nicht zu denken ist. In der föniglichen Klinit aufweist, wurde genehmigt. Desgleichen der Voranschlag der Realjaule für 1909 bis 1911 mit 91 000. in Einnahme und Ausgabe. Dem Buffetier Prinz wurde für sein von der Stadtgemeinde am Müggelsee gepachtetes Land die Erlaubnis zum Bau eines Restaurationslokales nach den vorglegten Zeichnungen erteilt. In geheimer Situng wurde noch der Ankauf der auf dem Heuplah stehenden Naukeschen Scheune beschlossen. Teltow. Zu den bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen nahm die lette gutbesuchte Mitgliederversammlung des Wahlvereins Stellung. Genosse Kalisti hielt zunächst einen Vortrag über Kommunalund Wohnungspolitit". Die Versammlung folgte den packenden Ausführungen des Referenten sehr aufmerksam. Im Anschluß daran folgte die Aufstellung der bisherigen Stadtverordneten: Genossen Röder und Keßler für die diesjährigen Stadtverordnetenwahlen der dritten Abteilung. In einer öffentlichen Ver= sammlung sollen diese Genossen den Wählern als Kandidaten Zur Generalversammlung Groß- Berlins empfohlen werden. wurden die Genossen Haupt und Marg delegiert. Zum Schluß wurde den Genossen zur Pflicht gemacht, für die im November d. J. stattfindenden Stadtverordnetenwahlen zu agitieren. Wohin kommt das Armenhaus? Das war die Frage, die in der letzten Stadtverordneten- Versammlung Gegenstand lebhafter Erörterung wurde. Es zeigte sich auch hier wieder einmal mit aller Deutlichkeit, wie weit die soziale Einsicht in den Köpfen der bürgerlichen Stadtverordneten gereift ist. Infolge der zu erbauenden Industriebahn muß das übrigens sich in recht schlechtem Zustand befindliche Armenhaus abgebrochen werden. Für Ersatz wurde bisher noch gar nicht gesorgt. Der Bürgermeister Liebig erklärte, daß von den Hausbesitzern niemand ein Armenhaus in seiner Nähe haben wolle. Die radikalste Lösung der Frage fand der Stadtv. Johl; er meinte, wenn die Stadt kein Armenhaus habe, so würde es auch keine Armen mehr geben. Dieser Einwand hat dem bürgerlichen Manne sicher nicht viel Kopfzerbrechen verursacht. Unsere Genossen Söder und Frank wiesen darauf hin, daß eine Gemeinde mit 4000 Einwohnern doch nicht ohne Armenhaus sein könne. Das hinderte indes die Versammlung nicht, den Abbruch zu beschließen, ohne Vorkehrungen für ein anderes Armenhaus zu treffen. Für die im November stattfindenden Stadtverordnetenwahlen wurden als Beifizer Stadtverordneter Bastian und Genosse Franke gewählt. Oranienburg. do. Oder. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Taffinen 0,00. Walbschnepfen 2,00-2,50, do. IIa 1,00-1,50. Krammets vögel 0,30-0,40. Hübner, alte, per Stüd 1,00-2,00, IIa 0,70-0,90, Königl. Opernhaus. Sonntag: Lucia von Lammermoor. Montag: do. junge 0,60-1,30. Tauben 0,35-0,60. Enten per Stüd 1,20-2,40, Madame Butterfly. Dienstag: Aida. Mittwoch: Madame Butterfly. dito Hamburger per Stüd 2,90-3,10. Gänse per Pfund 0,48-0,60, dito Donnerstag: Der Evangelimann. Freitag: Madame Butterfly. Sonne per Stück 1,50-3,25, do. Hamburger per Pfund 0,70, abend: Lohengrin.( Anf. 7 Uhr.) Sonntag: La Traviata. Montag: Aida. brucher per Pfb. 0,50-0,62. Poulets per Stud 0,90-1,25. Deutsche Poularde Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Der lette Funke. Montag: bo. mittel 0,00, 50. groß 0,00. Bander 121, do. flein 0,81, dito nittel per Bib. 1-1,30. Hechte per 100 Pfd. 70-79, do. matt 66-70, do. flein 0,00, Biel Lärm um nichts. Dienstag: Die Rabensteinerin. Mittwoch: Der 0,00. Schleie, flein 0,00, do. unfort. 125-126, do. mittel 0,00, groß legte Funfe. Donneristag: Hamlet. Freitag: Biel Lärm um nichts. 115. Aale, groß 0,00, do. flein und mittel 80-86, do. mi'del 0,00, Sonnabend: Prinz Fredrich von Homburg. Sonntagnachmittag 3: Bleich 0,00, Die Rabensteinerin. Abends: Der letzte Funfe. Montag: Die Rabenfteinerin. bo. unfortiert 0,00, do. groß- mittel 0,00, flein 1,00, 0,00 " Blöken 50-61. Roddow 57-59. Starpfen 20er 0,00, do. 30-40er 0,00, do. 70-74, do. 50er 68-71. Bunte Fische 46-63, do. matt 41-45. Barse 0,00. Neues tönigl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Säger- Karauschen 69-86. Bleie, 0,00, do. flein 0,32. Alland 0,00. Duappen blut. Abends: Almenrausch und Edelweiß. Montag: Der Dorfpfarrer. 0,00. Amerit. Lachs la neuer, per 100 Bid. 110-130, bo. IIa neuer Dienstag: Der Herrgottschniger von Ammergau. Mittwoch: Amerika 90-100. Seelachs 10-20. Flundern, Kieler, Stiege Ia 2-6, mittel Stifte feppl. Donnerstag: Der schwarze Domino. Freitag und Sonnabend ge- 1-2, Hamb. Stiege 4-6, halbe Stifte 2-3, pom.m. Ia Schod 3-4, IIa fchloffen. Sonntag: Mignon.( Anfang 7%, ühr.) Montag geschlossen. 1-3. Büdlinge, Kieler per Wall 3-4, Stroli. 0,00, engl. per Ball Deutsches Theater. Sonntag: Was ihr toollt. Montag: Prins 2,75-3,25. proften, Danziger, Stifte 0,50-0,70, bo. Rügenwalder, Friedrich von Homburg. Dienstag und Mittwoch: Was ihr wollt Stifte 0,50-0,70. ale, groß per Pfund 1,10-1,40, mittelgroß 0,80-1,10, Donnerstag: Romeo und Julia. Bon Freitag bis Montag: Was ihr wollt. flein 0,60-0,80. Heringe per Schod 5, CO- 9,00. Schellfische, Stifte 3,00-4,50 4 Stifte 1,75-2,50. Sardellen, 1902 er pcr Anter Deutsches Theater( Kammerspiele). Sonntag: Esther. Der 98, 1904 98, 1905er 98, 1906cr 90-95. Schottische Bolgeringe Diener zweier Herren. Montag: Liebelei. Dienstag: Esther. Der Diener zweier Herren. Mittwoch: Frühlings Erwachen. Donnerstag: Liebelei. 1905 0,08, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 37-44. Freitag: Esther. Der Diener zweier Herren. Sonnabend: Frühlings Gr 1,50-4,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. Heringe, neue Matjes, ber 1, 20. 50-120. Sardinen, russ., Faß wachen. Sonntag: Esther. Der Diener zweier Herren. Montag: Früh- Neuraugen, Schocfaj 11, do. fleine 5-6, do. tiefen- 14. Streble per Schoo lings Erwachen. große 0,00, do. mittelgroße 0,00, do. fleine 10-11 cm 0,00, Berliner Theater. Sonntag: Der Parasit. Der Präsident. Ab- do. ujortiert 0,00, Galizier, groß 0,00, do. unfortiert 0,00 Eier, schied vom Regiment. Montag bis Mittwoch: Die tanzenden Männchen. and, unsortiert per Schod 3,72-4,20,' do. große 0,00. Batter per Bon Donnerstag ab: Die Börse. 1.00 fb. Ia 126--130, IIa 118-122. IIIa 110-116, abfallende 90-95. Leffing- Theater. Sonntagyachmittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Saure Gurfen, neue Schod 4,00. Pfeffergurfen 4,00. Startoffeln Bom andern Ujer. Montag: Rosmersholm.( Anfang 7, Uhr.) Dienstag: per 100 Pfund Dabersche 2,75-3,25, weiße runde 2,50-3,00, Vom andern Ufer. Mittwoch: Der Bund der Jugend. Donnerstag: mag. bon. 2,75--3,25. Borree, per Schock 0,50-1,00. Meer Schock 4-12. Spinat per 100 Pjund 5-10. Sellerie, om andern Ufer. Freitag: Die Stüßen der Gesellschaft. Sonnabend: rettich, Schock Klein Eyolf.( Anfang 7 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die ver- per 5,00-8,00. Zwiebeln per 100 Bfd. 2,00-3,00, funkene Glode. Abends: Klein Eyolf. Montag: Stolle Crampton. do. Berl. 40,00-100,00. Chalotten 40,00-100,00. Petersilie, grün, Schodbund 1,00-1,25. Stohlrabi Schod 0,50-1,00. Rettich, bayr., neuer Neues Theater. Allabendlich: Die Waffen wieder. Stüd 0,03-0,10, hiesiger Schock 2,50-3,50. Mobrrüben, 100 Pfund 2,00 bis Neues Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Die große Gemeinde. 3,00. Starotten, hiesige, Schockbund 2,00-3,00. Wirfingfohl b. Sched 3-7. Dienstag: Judith. Mittwoch und Donnerstag: Die große Gemeinde. Rotohl, Schod 4-8. 23cipfohl p. 100 Bfb. 1,50-2,50. Blumenkohl, hiesiger Freitag: Judith. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Stein. Abends sowie 100 Abends sowie 100 Stück 5-10, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stüc Sonntag und Montag: Die große Gemeinde. 12-16. Stojenkohl, per 100 Pib. 20-22. Grünkohl 4-6. Stohlrüben, Schock Abends und Montag: Kapitän Braßbounds Belehrung. Dienstag: Maria 1,50. Pfefferlinge p. 100 Bfb. 10-16. Nadieschen per Schockbund 0,75-1,00. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vater und Sohn. 3,00-6,00. Petersilienwurzeln, Schodbund 3,00-4,00. Schnittlauch 1,25 bis Magdalene. Mittwoch und Donnerstag: Kapitän Braßbounds Belehrung. Salat per Schod 1,50-2,50. Gurten, Einmache-, Schod 0,00. Bohnen, Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Kapitän Braßbounds Belehrung. grüne, 100 Pfund 15-30. Tomaten per 100 Pfund 10-16. Note Rüben, Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bater und Sohn. Abends: Kapitän Braß- per 100 Pfund 2,50-3,00. Rübchen, Beeliber, per 100 Pfd. 6-8, do. Teltower 18-20. Stürbis per 100 pfb. 4-6. Estarol per Schod 5-6. Endivien bounds Befehrung. Montag: Unbestimmt. Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Madame X. An. per Schod 3-6. Preiselbeeren per 100 Pfd. schwedische 29-33. Birnen abendlich: Fräulein Josette meine Frau. Sonntag, den 3. Robbr., ber 100 Pjd. Tiroler 0,00, biefige Most- 0,00, Stochbirnen 3-8, Tafelbirnen Ia 10-25, do. IIa 4-10. Do. Pfirsiche, hiesige per 100 pfd. 0,00, nachmittags 3 Uhr: Gastons Frauen. Die Generalversammlung des Wahlvereins ehrte vor Eintritt in abends: Stefland. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Lief: Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Andenken des verstorbenen Genossen land. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Tiefland. Freitag: Tosca. Sonndie Tagesordnung das Motteler in üblicher Weise. Alsdann wurde Genoffe Schuabend: Tiefland. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen., Abends: Tiefland. mann zum ersten Vorsitzenden, als Kassierer Genosse Lehmann Montag: Hoffmanns Erzählungen. und als Schriftführer Genosse Lug gewählt. Nachdem der Vorsigende die Verurteilung und die musterhafte Haltung des Genossen Starl Liebknecht erwähnt, forderte er die Genossen auf, für die im 3 November stattfindende Stadtverordnetenwahl zu agitieren, damit auch in der Oranienburger Stadtverordneten- Versammlung Sozialdemokraten vertreten seien. Gerichts- Zeitung. Ein Magistratsassistent vor Gericht. Die Anklage gegen den Magistratsbureauassistenten Emil Hardt, über deren Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts I wir am Dienstag berichteten, endete mit einer Freisprechung des Angeklagten, nachdem die Geschworenen die Schuldfrage berneint hatten. Arbeitswilligenehre. Vom Schöffengericht zu Leipzig wurde ein Stürschner aus Wahren, der zu einem Arbeitswilligen am Biertisch auf dem Tanzboben gesagt hatte:" Du weißt doch, daß Du ein Streifbrecher bist; heute fannst Du noch einmal ungeschoren nach Hause gehen; wenn Du Dich aber wieder hier bliden läßt, bekommst Du den Frad boll", zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt. Vermischtes. Nach dem Erdbeben. Aus der von dem Erdbeben heimgesuchten Gegend wird weiter gemeldet, daß die Dörfer Pioppo, Chiesa und Roparto vollständig in Trümmern liegen. Die Hälfte von Brancaleone, einige Häuser von Bovelino, der Turm und mehrere öffentliche Gebäude von Gerace und der Turm von Portigliola sind eingestürzt. Durch ein auf die Landstraße geschleudertes Felsstüd wurden 2 Personen verletzt. In Bianconovo zählt man 2 Tote, 8 schwer und 16 leichter Verletzte. Außerdem werden Verlegungen aus einer Reihe anderer Ortschaften gemeldet. Eine Meldung aus Rom besagt: Infolge des wolkenbruchartigen Regens ist der Verkehr in dem vom Erdbeben heimgesuchten Gebiet sehr schwierig. Minister Lacava und Kardinal Portanovo, die sich nach Ferruzzano begeben wollten, konnten wegen des Sturmes und der Ueberschwemmungen nicht an ihr Ziel gelangen. Der Zug, in dem sich der Minister befand, mußte 7 Stunden lang halten. In Brancaleone leitet General Alijerindi die Rettungsarbeiten. In ganz Kalabrien dauern die Regengüsse an und der durch das Erdbeben angerichtete Schaden wird dadurch immer mehr vergrößert. Gestern wurden in Ferruzzano drei Personen lebend unter den Trümmern hervorgeholt; zwei Personen wurden, als sie das Tageslicht wieder erblidten, wahnsinnig. Reffelexplosion. Einer Meldung aus Brünn zufolge, erfolgte in der Spiritusfabrik von Goldmann in Jarmig eine große Stesselerplosion. Ein Finanzbeamter, ein Wirtschaftsadjunkt und ein Heizer wurden lebensgefährlich verlegt. Ein Lokomotivführer ermordet. Nach einer Meldung aus Schaffhausen ist gestern der Lokomotivführer Sailer von einem Italiener ermordet worden. Dynamiterplosion im Tauerntunnel. Bei einer Dynamiterplosion tm Tauerntunnel wurde nach Salzburger Meldung ein Arbeiter getötet, brei lebensgefährlich und mehrere leichter verletzt. Secräuber, die fich als Passagiere ausgaben, haben nach einer Meldung aus Hongkong, das zwischen Canton und Shang- chin vers fehrende englische Dampfschiff Tung- fang" angehalten und die Paffagiere beraubt. Eisenbahnzusammenstöße. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Frühlingsluft. Allabendlich: Die lustige Witwe. Sonntag, den 3. November, nachmittags Uhr: Frühlingsluft. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Stäte. Abends bis auf weiteres: Sufarenfieber. Sonntag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr: Pension Schöller. Schiller Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das vierte Gebot. Abends: Reiterattacke. Montag: Die Schmuggler. Dienstag: Reiterattade. Mittwoch: Das vierte Gebot. Donnerstag und Freitag: Reiterattade. Sonnabend: Das vierte Gebot. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das vierte Gebot. Abends: Gök von Berlichingen. Montag: Reiterattade. Schiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Banna. Abends sowie Montag und Dienstag: Die Hermannchlacht. Mittwoch: Rosmersholm. Donnerstag und Freitag: Die Hermannschlacht. Sonnabend; Stetterattade. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Monna Banna. Abends: Reiterattade. Montag: Die Hermannschlacht. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Winterschlaf. Abends: Der blinde Passagier. Montag: Brüderchen. Dienstag: Nachtafyl. Mittwoch und Donnerstag: Waterkant. Freitag: Brüderchen. Sonnabend: Waterkant. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Winterschlaf bends: Die Nibelungen. Montag: Baterkant. tontrolleur. Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen Allabendlich: Ganz der Papa. Sonntag, den 3. Novbr., nachmittags 3 Uhr: Im Pavillon. Zentral- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nobert und Bertram. allabendlich: Unsere blauen Jungens. Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Veilchenfresser. Allabendlich: Ihr Sechs- Uhr- Dnfel. Sonntag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr: Stam'rad Lehmann. Lorking- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Iuftigen Weiber von Windsor. Abends: Hans Heiling. Montag: Die lustigen Beiber von Windsor. Dienstag: Der Waffenschmied. Mittwoch: Hans Heiling. Donnerstag: Die Entführung aus dem Serail. Freitag: Undine. Sonnabend: Hans Heiling. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: Die Entführung aus dem Serail. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Muttersegen. Abends: Soffmanns Erzählungen. Montag: Mutterſegen. Dienstag: Die Zauberflöte Mittwoch: Berlin wie es weint und lacht. Donnerstag: Hoffmanns Sonnabendnachmittag Erzählungen. Freitag: Das Leben ein Traum. 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das Leben ein Traum. Abends und Montag: Berlin wie es weint und lacht. Bernhard Rose Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Mittwoch: Die 1 Abends sowie Montag und Dienstag: Spree- Athener. luftigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Othello. Freitag und folgende Tage: Spree- Athener. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Rotkäppchen. Sonntag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. budiler. Abends: Telephongeheimnisse. Ab Montag: Der Aftienbudiker. Theater an der Spree. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Attien: Sonntag, den 3. November, nachmittags 3 Uhr: Der Altenbubiker. Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Allabendlich: Das muß man seh'n! Sonntag, den 3. Novbr., nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Magim. Apollo- Theater. Allabendlich: Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalla- Theater. Spezialitäten. Basiage- Theater. Allabendlich: Danny Gürtler. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Ruth St. Denis. Spezialitäten. Casino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Nick Carter. abendlich: Die wilde Jagd. Sonntag, den 3. Novbr., nachmittags 4 1hr: Die wilde Jagd. AlGebr. Herrnfeld Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein ver rücktes Hotel. Borher: Hayfisch geht zur Sagb. Aüabendlich: Madame Big- Bag. Es lebe das Nachtleben. Sonntag, den 3. Novbr., nachmittags 3 Uhr: Gin verrücktes Hotel. Borber: Haysisch geht zur Sagd. Figaro Theater. Allabendlich: Paris. Die Stlaue. Ünterm Bett. Folies Caprice. Geteilte Liebe. Prater Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: 3' Lorle. Abends und Montag: Hamlet. Dienstag: Die zärtlichen Verwandten. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Der Beilchenfresser. Freitag: Die Cameriendame. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Die zärtlichen Vers wandten. Montag: Der Troubadour. Parodie- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Faust. Wilhelm Tell. Allabendlich: Die Ehre. Alt- Heidelberg. Der Troubaur. 7 Uhr. Carl Haverland- Theater. Spezialitäten. Anf. 8 1hr. Sonntags Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Brenner nach Benedig, Montag, abends 8 Uhr( im Hörsaal): Prof. Dr. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. llabendlich leber ben Rathgen: Der Chlor. Sternwarte, Suvalidenstr. 57-62. Zur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Nebelflede. 0,00. In London ist ein elektrischer Zug der London- Metropolitan Martthallen- Direttion.( Großhandel.) Ochsenfleisch) Ia 68-70 br. 100 id., Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Railway gestern früh furz nach 8 Uhr bei dichtem Rebel in einen la 62 67, IIIa 57-60. Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 53-62, Stübe, fett auf dem Westchampchead- Bahnhof stehenden Zug hineingefahren. Es 50-58, do. mager 40-48, Greifer 54-62, Bullen, dän. 56-69, do. Holl. sollen drei Personen getötet und mehrere verlegt sein. Stalbfleisch, Doppellender 105-120, Mastfälber Ia 85-95, IIa Amtlich wird aus London bekannt gegeben, daß bei dem 75 82. Stälber ger, gen. 56-71, bo. 6oll. 48-54, dan. 0,00. Hammelfleisch Eisenbahnzusammenstoß auf dem Westchampchead- Bahnhof zwölf Maftlämmer 74-76, Hammel la 66-70, a 60-65, ungar. 0,00, Schaje Heisende verletzt worden sind, drei von ihnen so schwer, daß an ihrem 0,00. Rotwilb la per Pfd. 0,30-0,45, bo. Ila 0,20-0,25, do. Stälber 45-58. Schweinefleisch 52-60. Nebbod Ia per Bjund 0,60-0,95. IIa Aufkommen gezweifelt wird. 0,30-0.50. Damwild 0,38-0,52, do. Stälber 0,00. Bilbichweine per Pfd. Wie aus Szegedin gemeldet wird, stieß auf dem hiesigen 0,40. Frischlinge 0,00. Staninchen per Stüd 0,30 bis 0,90. Hasen, Bahnhof ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Mehrere groß, p. Std. 3,00-4,00, do., mittel u. flein, Std. 1,50-2,50. Wild Baggons wurden zertrümmert, zwei Passagiere verlegt. enten per Stüd 1,25-1,50. Nebhühner, junge große, per Stüd 1,00-1,40, do. mittel und leine 0,40-0,90, alte 0,60-0,90. Fajanen bähne Ia 1,50-2,50, bo. IIa 0,50-1,25. Fafanenhennen 0,80-1,75. c a 15-18, Moft, biefige, 3-5, Stoch 5-12. Zafeläpfel Ia 10-25, italienische, per 100 fund 0,00. Slepfel, per 100 Pfund, Tiroler Ia 22-30, 1,00-2,00, do. flein 0,40-0,50, do. franz. 100 Pfd. 0,00. bo, IIa 7-12, Amerifaner, per Faß 15-30. Walnüsse, per Schod pr. 100 Pfd. hiesige 8-18, ferbische 0,00. Pflaumen, Weintrauben, italienische per 100 Bjd. 10-22, Almeria per Faß 13-15, türkische per 100 Pfd. 14-18. manas I. per Bid 0,70-0,80, bo. II 0,40--0,50. Bananen, gelb, per 100 Pfd. 20-25. Stofosnüsse per 100 Std. 17-22. Maronen, ital., 100 Bfd. 10-22. Feigen, Kranz, per 100 pfb. 20-25, do. Trommel per 100 Bid. 50-55. Bitronen, Messina, 300 Stüd 11,50-20,00, bo. 360 Stüd 7,50-16,00, bo. 200 Stüd, 12,00-16,00, do. 150 Stüď 7,00-10,00. und Schriftführer 87/6 Unserem lieben Vereinskollegen Franz Virgenskapenick in zu seinem heutigen silbernen Hochzeitstage senden die herzlichsten Glückwünsche die Vorstandsmitglieder seines Vereins in Berlin. Anläßlich unserer silbernen Hochzeit sind uns so viele Glückwünsche zugegangen, daß wir uns veranlagt lehen, auf diesem Wege allen Betannten, insonderheit den Mitgliedern des 521. Bezirks des 6. Wahlkreises unsern herzlichsten Dank auszusprechen. A. Meyer und Frau, 4862 Oberbergerstraße 39. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Schlosser Ernst Albrecht wohnhaft Reichenbergerstraße 129, Stadtbezirk 111, gestorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr von der Leichen halle des Emmaus- Kirchhofes aus ftatt. 263/19 lim zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am 24. Dktober starb nach schwerem Leiden unser Sollege, der Schuhmacher Bronislaus Bronsel im Alter von 34 Jahren. Möge ihm die Erde leicht sein! Die Beerdigung findet Montag, den 28. Oftober, von der Leichen halle des Pius- Kirchhofes in Wil helmsberg aus statf. 170/5 Ilm recht zahlreiche Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung. Kassenbäder feber et. auguſta Bad, Köpenickerstraße 60. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel Aerzte u.Prof. grat. u. H. Ungor, Gammiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. 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( Eingeschriebene Hülfskaffe Nr. 35.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Frau Anna Wischke am Mittwoch, den 23. d. M., verstorben ist. am Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Markus. Kirchhofes aus statt. 8795 Im rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin IV. fermit fage allen Stollegen meines verstorbenen Mannes, dem Vereir und der Driskrankenkasse der Berliner Buchdrucker für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meinen herzlichsten Dant. 880b Wwe. Hedwig Scholle. Danksagung. Für die uns erwiesene Teilnahme bei der Beerdigung meines Sohnes und Bruders Herrmann Geffros sagen wir allen Freunden, Bekannten und Kollegen für die großen Kranz spenden unsern besten Dank.[ 9466 Witwe Rosa Geffroy, Pappel- Allee 10. Emil Geffroy, Chodowidiste. 1. Kleber. Sonntag, den 27. Oftober 1907: Morgensprache bci Stephan, Bienerstraße 31. 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Aus Induftrie und Handel. Anarchie im Handel. Sonntag, Dollar. Ebenso stellte die Williamsburg Trust Die Union Der zweite Simplontunnel. Beim Durchstich des Simplon hatte 4 200 000 iman von vornherein darauf Rücksicht genommen, später zwei voll Company of Brooklyn mit 700 000 Doll. Sapital und 7 500 000 Dol. lausgebaute Tunnels anzulegen. Der zweite, durch Quergänge mit Depofitengelder die Zahlungen ein. Die New England Trustdem Haupttunnel verbundene Stollen ist zunächst nur im Robbau Company in Providence( Rhode Island) hat aus Besorgnis vor Große Preisdifferenzen selbst innerhalb lokaler Marktgebiete hergestellt und dient zugleich zur Lüftung. Da sich nun in den nicht einem Run ihren Depofitengläubigern mitgeteilt, fie fordere eine find im Detailhandel zu konstatieren. Besonders deutlich nachweis ausgemauerten Teilen dieses Parallelstollens an verschiedenen Stellen Kündigungsfrist von 90 Tagen für Burüdziebungen. Ear sind z. B. die Preisunterschiede in Berlin, wo für die nämliche Gestein von den Mänden und von der Decke abgelöst und sich die Dime Savings Bank, eins der bedeutendsten Institute ihrer Art is Ware in der nämlichen Qualität selbst in den städtischen Markthallen Sohle stellenweise gehoben hat, wodurch der Wasserablauf behindert New York, welche zu den bestfundierten Banken Amerikas geBerlin wurde, so ist man zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Parallel- zählt wurde, verlangt als Vorsichtsmaßregel eine fechzigtägige wesentlich verschiedene Preise verlangt und bezahlt werden. Zurückziehungen bon Depositen. Die hat 14 Markthallen, aber für fast feine einzige Ware find die Preis- stollen nicht länger in diesem Zustande belassen werden kann. Da Kündigungsfrist für notierungen im Detailhandel gleich. Bergleichen wir für die näm- bie einstweilige Sicherung durch weitere Ausmauerungen, die später Summe der Einlagen beträgt 27 450 000 Dollar. Die Jenkins Trust liche Ware die niedrigsten Notierungen, so ergibt sich, daß z. B. der größtenteils wieder entfernt werden müßten, zu teuer ist, beabsichtigt Company in Brooklyn schloß ihre Schalter. Die Depositen betragen Preis für Rindfleisch( Bruststück) zwischen 70 und 90 Pf. pro Pfund man, bereits jetzt den zweiten Tunnel auszubauen, zumal des zu etwa 2,5 Millionen Dollar. Die gleiche Maßnahme trafen die Home schwankt. Stalbfleisch, ebenfalls Bruststück, tann von 80 Bf. das nehmenden Verkehrs wegen ein demnächstiger Ausbau sowieso ins Bank in Baltimore und einige andere Banten. Auch die Harlan Pfund gekauft werden bis zu 1 M. Es sind außer diesen beiden Auge gefaßt werden mußte. Die Gesamtkosten hierfür sind von der Savings Bank fündigte an, sie werde wegen des Runs eine der schweizerischen Bundesbahnen auf rund sechzigtägige Kündigungsfrist bon den großen Depositen renzwerten noch folgende Breise bertreten: 80, 85 und 90 Bf. Bei Generaldirektion Schweine( Schulter, Bauch) erhält man das Pfund von 60 f. 34 Millionen Frant( 27,2 Millionen Mart) berechnet worden. gläubigern verlangen, aber fleine Beträge auf Erfordern bezahlen. Wie prefär die Lage ist, geht daraus hervor, daß es schon als an aufwärts für 65, 70, 75, 80 und 85 Pf. Der Preis für geGlück betrachtet werden mußte, daß die Vereinigung der Bankiers räucherte Schinken schwankt zwischen 1,00 und 1,40 M.; die DiffeDie Krise in den Vereinigten Staaten. an der Fondsbörse zirka 12 Millionen Dollars zu 50 Prozent ausrenz beträgt nicht weniger als 40 Prozent. Kartoffeln toften das Silogramm 5-8, Eier pro Stück 5-7 Pf. Wenn so schon in den Daß die schon diverse Male gemeldete Beruhigung am Freitag liehen. Rockefeller erklärte sich bereit, eine weitere Summe von städtischen Markthallen Preisdifferenzen im gekennzeichneten Grade noch nicht eingetreten war, beweist die eine Meldung aus Washington, 10 Millionen Dollars zu 20 Proz. zur Verfügung zu stellen. Bevor vorkommen, wie viel mehr muß dies erst in der großen Zahl von nach der das gesamte Stabinett zu einer Beratung über die diefes Angebot bekannt wurde, wurde Geld mit 60 bis 70 Proz Detailgeschäften der Fall sein, die einer öffentlichen Kontrolle nicht finanzielle Lage zusammengetreten ist. Was beschlossen wurde, aufgenommen. unterstehen? Daß aber derartige Preisunterschiede für die Ge- darüber liegen bis zur Stunde Nachrichten noch nicht vor. Verstaltung der Haushaltskosten feineswegs nebensächlich sind, kann man schiebene Banken hatten wiederum Anstürme der Einleger zu überKrisis in Chile? Aus New York geht per Stabel folgende schon daraus entnehmen, daß die bestehenden Spannungen oft sogar winden. Einige bekamen dabei Atemnot. Die First National Bank Meldung der„ Affociated Pres" ein: Nach einem Telegramm aus relativ erheblicher find, als die Spannungen zwischen Großhandels- of Brooklyn stellte ihre Zahlungen ein; the Kapital be- Santiago( Chile) ist dort eine größere Finanz- und Handelstrife trägt 300 000 Dollar, und Detailpreis an einem und dem nämlichen Plaze. die Depositen belaufen sich auf ausgebrochen. Das Goldagio beträgt 70 Proz. 1. und 2. Weihnachtsfeiertag ( olvie Silvester und Neujahr noch frei. Klubhaus 3832* ' s Aerztl. Lichtheil- und Dr. Schünemann Dr. Simmel Dr. med. Guttmannss elektr. med. Institut. Unterleibs-, Nerven-, Innere 1492* Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Kommandantenstraße 72 Haut-, Harn-, Geschlechts-, Leiden bei Männern u. Frauen. 10-2, 5-7, Comnt. 10-12 Prinzenstr. 41, Moritzplatz Volksgarten- Theater. Alexanderplatz, gegenüber d. Bahnhof. 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Laut Beschluß der Aerzteschaft von Groß- Berlin ist vom Jahre 1907 ab eine 82/12 Honorar Erhöhung H festgesetzt worden in der Weise, daß Beratungen in der Sprechstunde des Arztes und ärztliche Besuche, sowie hausärztliche Tätigkeit ca. 33, Proz. höher honoriert werden sollen als bisher. Dem Beschluß dieser Honorarerhöhung haben sich die Aerzte von Berlin N. angeschlossen. Speziell wird auf Folgendes aufmerksam gemacht: 1. Eine besondere Erhöhung tritt ein für Besuche, die nach der Vormittags- Sprechstunde bestellt oder sofort verlangt werden und für Besuche in der Zeit von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens. 2. Atteste und Nachtbesuche müssen sofort bezahlt werden, desgleichen alle ärztlichen Leistungen an dem Arzte unbekannten Personen. 3. Die Rechnungen werden nach Schluß der Behandlung zugestellt, falls nicht anderweitige Vereinbarung getroffen ist. Die vereinigten Aerzte von Berlin N. 12 von Visites 1,80 M. Kabinetts 4,80 M. in guter Ansführung liefert an 39 W. 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