Nr. 4. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg. fret m's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 MT., für das übrige Ausland& Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahra Infertions- Gebühr betrügt für die fünfgespaltene Betttzette oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis Uhr Bormittags geöffnet. Bernsprem- nfching Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Schwarz malen und schön färben. Donnerstag, den 5. Jannar 1893. Dor, Expedition: SW. 19, Beuth- Straße S. daß sie die Neigung gehabt hätten, schwarz Standpunkt, welchen der Kaiser eingenommen hat, mit allem zu färben", so ist es doch ebenso gewiß, daß die Meister die Nachdrucke wenden müssen. Die Neuwahlen, die falls Neigung hatten, schön zu malen", und mit diesen beiden die Mehrheit des Reichstags nicht feiger Kompromißpolitik Extremen operirt also im günstigsten Falle die neue huldigt in Kürze stattfinden müssen, werden den Kaiser Sehr verdächtig ist die offiziöse Reklame, mit welcher amtliche Statistit. Eine schöne Erhebung! Das ist aber belehren, daß das deutsche Volk in der Militärfrage anders soeben die Ergebnisse der ersten Leistung der Reichs- nur der günstige Fall. Sehr viele der ausgetheilten Frage- denkt als er selbst und fürwahr diejenigen sind nicht seine fommission für Arbeitsstatistik auspofaunt werden: Die bogen find sicher an Vorarbeiter, Werkführer, Obergesellen guten Freunde, die ihn persönlich in den Wahlkampf zerren, Feststellungen über die Arbeitszeit in Bäckereien, welche auf und sonstige Kriecher im Geschäft gekommen, die sich gern und dahin arbeiten, die sichere Niederlage der Militärvor Veranlassung der genannten Kommission im September v. J. ein rothes Mäntelchen beim Meister verdienen. Die haben lage zu einer Niederlage des Kaisers zu machen. von Reichswegen vorgenommen wurden. Das Aftenstück gewiß nicht schwarz gefärbt, die haben vielmehr tüchtig schön mit den Ergebnissen selbst ist vor kurzem an die Mit- färben" helfen, und davon sagt natürlich der offiziöse Reklame- Militärvorlage von oppofitioneller Seite ihre starre HalDie arme unschuldige Regierung, der bezüglich der glieder der Kommission versendet worden". Soll das artikel nichts. Daß das Statistische Bureau des Deutschen Daß das Statistische Bureau des Deutschen JURIS heißen, daß es nicht allgemein zu haben, sondern nur eine Ver- Reichs die eingelieferten Antworten sehr sauber und nett tung" und der Mangel an Entgegenkommen" vorgeworfen öffentlichung zum Brivatgebrauche der Kommission sein wird? zahlenmäßig verarbeitet hat, daran zweifeln wir keinen werden, wird von den offiziösen Berliner Politischen NachWie steht es damit? Fürchtet man etwa eine Kritik und Augenblick. Aber durch diese technische Aeußerlichkeit wird richten" in einer Weise vertheidigt, die so klingt, als wenn Kontrolle der Arbeiter? Der reklamenhafte Ton, in welchem der Werth des Urmaterials nicht um einen Pfifferling und die Regierung sich starr ablehnend" verhielte. Die die offiziösen Auszüge gehalten find, läßt es beinahe vermuthen. größer. Da wird bereits behauptet, daß die Ergebnisse Also neben dem Schwarzmalen kommt auch das Schön- Regierung ist freilich zu sehr gewöhnt, alle ihre militärischen " allgemein giltige" seien, daß es durchaus nicht färben vor, das sollte nur einstweilen gegenüber der kritik- Forderungen durchzusehen, und man kann sich danach nicht nöthig" war, fämmtliche Bäckereien zu befragen, daß losen Verhimmlung der„ amtlichen Umfrage" durch die wundern, daß sie jeden Widerstand gegen dieselben als eine es vollkommen genügte", die Verhältniffe in einigen Regierungspreffe recht deutlich hervorgehoben werden. In unerhörte Auflehnung betrachtet. Die Offiziösen können tausend Betrieben festzustellen, daß sich Bebel's bekanntes der Sache selbst und über die festgestellten" Arbeitszeiten, nicht genug die Mäßigung der Regierung bewundern, die Buch als einseitig erweise und daß die amtliche Umfrage die im Vorwärts" schon an anderer Stelle mitgetheilt so bescheiden ist, sich vorläufig mit einer Erhöhung der sowohl hinsichtlich ihrer Beranstaltung als der Verarbeitung wurden, werden die Organisationen der Gehilfen sich zu Präsenzziffer um 80 000 Mann und des Militäretats um alle wünschenswerthen Garantien der Objektivität biete". äußern haben. Dann wird sich ja herausstellen, was es 60-80 Millionen zu begnügen. Das ist mehr des Rühmens, als billig in einem Athem mit der gerühmten Objektivität" der Reichsenquête für verlangt werden könnte, auch von Offiziösen. eine Bewandtniß hat. Wie steht es aber in der Wirklichkeit? Genosse Bebel wird sich bezüglich seiner Schrift, die ja zur ganzenamtlichen Umfrage" erst die Anregung gab und ohne welche man sich im Reichsamt des Innern um die Bäcker überhaupt nicht gefümmert hätte, schon selbst zu vertheidigen wissen. Einstweilen ſei also nur festgestellt, daß Polififie Meberlicht. " Gegen die ,, lex Heinze".*) In München hatte am legten Montag die Gesellschaft für modernes Leben" eine Protestversammlung gegen die Bedrohung der künstlerischen Freiheit durch die lex Heinze" statt. Hauptsächlich weren Künstler und Schriftsteller in der Versammlung vertreten. Die Versammlung beschloß folgende Resolution: Die Versammlung erblickt in den Bestimmungen der lex Heinze, welche sich auf Kunst und Literatur beziehen, eine feindliche und gefährliche Bedrohung der Freiheitsrechte, ohne welche feine Kunst bestehen kann, und sieht namentlich in der gleichartigen Behandlung von Brostitution und Kunft eine das Ansehen der letzteren tief schädigende Demüthigung." Der Gesehentwurf des Zentrums betreffend die die„ amtliche Umfrage" durchaus teine so ideale war, wie man es jetzt glauben machen will. Die Ortschaften, in Berlin, den 4. Januar. denen die Erhebungen stattfanden, sowie die Theile großer Die Ungeschicklichkeit, mit welcher von den Reptilien Städte, auf welche sie dort beschränkt wurden, hat die die Person des Kaisers in den Streit um die MilitärBureaukratie derartig schlecht ausgewählt, daß in vielen vorlage hineingezogen wird, erinnert an die schönsten Zeiten Städten die verrufensten Bäckereien in volfreichen Arbeiter der Bismarck'schen Reptilwirthschaft. Begreifen diese Tölpel Abänderung der Gewerbe- Ordnung für das vierteln gar nicht berücksichtigt find. Die Umfrage geschah denn nicht, daß sie dem Kaiser einen sehr schlechten Dienst Deutsche Reich enthält Bestimmungen I. betreffs der Konsumnicht mündlich und unter Anwendung des Kreuzverhörs, erweisen, indem sie ihn in schroffen Gegensatz zu dem klar Deutsche Reich enthält Bestimmungen I. betreffs der Konsumsondern schriftlich mit einem höchst umständlichen Frage- und deutlich ausgesprochenen Willen der ungeheueren Mehrvereine, wonach die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung bezüglich der Konzessionspflicht für Gaft- und bogen, den der Dritte überhaupt nicht auszufüllen verstand. heit des deutschen Voltes stellen? Oder glauben sie, die Schuhleute und Polizeidiener waren überall die untersten Deutschen seien unmündige Kinder, die sofort auf ihre eigene Schankwirthschaften und den Kleinhandel mit Brannta me in auch auf die Konsum Vereine und ähnliche Ausführungsorgane dieser„ erhebenden" amtlichen Erhebung" Meinung verzichten, wenn man ihnen sagt, der Kaiser will wein auch auf die Konsum- Vereine und ähnliche Genossenschaften Anwendung finden. und mit welcher Sachverständniß diese ihres Amtes es? Wir leben nicht mehr in den Zeiten des väterlichen II. betreffs des Hausirhandels: gewaltet haben mögen, davon wird uns ja noch manche Regiments und der Leibeigenschaft. Jeder halbwegs Ge Bäckerorganisation zu erzählen haben. Sicher ist, daß tausende bildete weiß, daß die privaten Ansichten des Kaisers vor Bäcker noch heute gar nichts davon wissen, daß im September der Verfassung nicht mehr Gewicht haben als die v. J. in ihrer Stadt eine„ amtliche Umfrage" stattfand. Die privaten Ansichten jedes anderen Deutschen. Daß der Behörden wissen das ja alles viel besser! Und nun die Kaiser, der nicht die Gelegenheit hat, mit dem Volke herrliche Anordnung, daß aus den gewählten Geschäften zu verkehren, die Ansichten der Gesellschaftskreise vertritt, immer nur je ein Prinzipal oder je ein Gehilfe, nie in denen er lebt, das ist ebenso natürlich und selbstverständmals beide zugleich, zur schriftlichen Antwort veranlaßt lich, als daß wir, die wir mit dem Volke verkehren und wurde! Wirft die offiziöse Reklame den Arbeitern dessen Anschauungen und Intereffen vertreten, uns gegen den Feuilleton. Bel- Ami. Nadbrud verboten.] " [ 55 Roman von Guy de Maupaffant. Herr Walter fagte kein Wort mehr darüber, aber er sah Du Roy sprachlos an und dachte:" Donnerwetter! Mit dem Burschen ist nicht gut Kirschen essen!" 1. Der Begriff des Haufirhandels ist verschärft, indem alle diejenigen, welche überhaupt auf öffentlichen Wegen, Straßen, Plätzen oder an anderen öffentlichen Orten oder ohne *) Bei der im Deutschen Reich herrschenden Gelegenheits Gesetzmacherei hat man sich an die römische Ausdrucksweise ge= wöhnt, indem man das Gefeß, auf lateinisch: lex, mit dem Zusatz des Namens der Person, von der man den Anlaß zu dem Gefeß holte, verfieht. bedeutet sie Sturz. Das ist Ihnen doch klar. Er ist über Landauers Platz genommen; die Mutter saß zwischen ihren Bord und kann nicht mehr aufgefischt werden. Die Vie beiden Töchtern; die drei Herren saßen rückwärts, Walter Française" hat kein Interesse daran ihn zu schonen." zwischen den beiden Gäften. Der Alte schwankte einige Augenblicke, dann entschloß er sich: Schreiben Sie die Notiz," sagte er. Was läßt sich der Mensch in solche Sachen ein! Ich kann ihm nicht helfen." IX. Drei Monate waren verflossen. Eben hatte Du Roy seine Ehescheidung durchgesetzt, und seine ehemalige Frau hatte wieder den Namen Forestier angenommen. Man fuhr über die Seinebrücke, damn wand sich der Weg um den Mont- Balérien, führte durch Bougival, danu am Flüßchen entlang bis nach Becq. Der Graf von Latour- Ywelin, ein nicht mehr ganz junger Mann mit langem, stäubendem Backenbart, deffen Spigen der kleinste Windhauch bewegte, sah Rose zärtlich an. Seit einem Monat waren sie verlobt. Paris vor. Georges sah sehr bleich aus und tauschte mit Sasanne, " Nun bin ich frei..." fuhr Georges fort.„ Ich Am 15. Juli wollte die Familie Walter nach Trouville die so bleich wie er war, Blicke aus. Ihre Augen bea besize ein gewiffes Vermögen. Bei den Neuwahlen im ins Bad reisen. Vorher sollte noch ein gemeinsamer Tagesgegneten sich, schienen sich zu verständigen, zu verstehen, Ottober laffe ich mich in meiner Heimath, wo ich gut bekannt ausflug aufs Land unternommen werden. einen geheimen Gedanken auszutauschen und flohen sich dann. bin, aufstellen. Mit einer überall anrüchigen Frau konnte Ein Donnerstag war dazu gewählt worden, und früh ich feine Rolle spielen, teine angesehene Stellung behaupten. Morgens um 9 Uhr fuhr man in einem vierspännigen Frau Walter war ruhig und glücklich. Das Dejeuner dauerte lange. Georges schlug einen Ich war noch grün, als ich in ihre Neze gerieth. Aber großen Landauer zu sechs Plätzen ab. sobald ich ihr Spiel durchschaute, sah ich dem gemeinen Im Pavillon Henry IV. in St. Germain sollte gefrüh Spaziergang auf der Terrasse vor der Ridkehr nach Weibe auf die Finger." stückt werden. Bel- Ami hatte darum gebeten, der einzige Er brach in Sachen aus und fügte hinzu:" Der arme Herr bei der Partie fein zu dürfen, denn er konnte die Foreftier... er ließ sich betrügen... ließ sich in aller Gegenwart und das Gesicht des Marquis von Cazolles nicht Gemüthlichkeit vertrauensselig betrügen, ohne eine Ahnung ertragen. Im letzten Augenblick beschloß man aber doch den davon zu haben. Ich habe mich ihrer entledigt, als fie Grafen von Latour- Yvelin aus dem Bett zu entführen. Am mich hinterging. Nun sind meine Hände frei. Jetzt werde Abend vorher wurde er benachrichtigt. ich es weit bringen." Der Wagen fuhr in raschem Trab durch die Avenue Er hatte sich rittlings auf einen Stuhl gesetzt und des Champs- Elysées, dann ging es durch das Boulogner wiederholte träumerisch:" Jezt werde ich es weit bringen." Wäldchen. Und der alte Walter sah ihn immer noch mit un- Es war ein wunderschöner, vielleicht schon ein wenig bewaffneten Augen an, denn die Brille saß nach wie vor zu heißer Sommertag. Die Schwalben zogen große, geauf seiner Stirn und dachte:" Ja, ja, er wird es noch weit schweifte Linien in den blauen Himmel, die man noch bringen, der Schuft." immer zu sehen glaubte, wenn die Bögel schon längst vor Georges erhob sich. Ich will jetzt die Notiz schreiben. über waren. Sie muß vorsichtig abgefaßt sein. Für den Minister aber Die drei Damen hatten auf dem Vordersitz des Zuerst blieb man stehen, um die Aussicht zu bewundern. Die ganze Gesellschaft stand die Mauer entlang und genoß entzückt den weiten Blick, den man von hieraus hatte. Am Fuß einer langen Hügeltette floß die Seine nach Maison- Laffitte zu; einer gewaltigen Schlange gleich, die im Grünen lag. Auf der Höhe des Hügels zeichnete sich rechter Hand die Wasserleitung ( Aquaedukt) von Marly, eine Riesenraupe mit gewaltigen Füßen, scharf vom Himmel ab, und unten verschwand Marly selbst in einem dichten Baumstrauß. Auf der weiten Ebene, die sich gegenüber ausbreitete, wurden hier und da Dörfer fichtbar. Die Teiche von Vésinet lagen wie flare, blanke Flecken in dem mageren Grün des fleinen Waldes. Linker Hand tauchte die Kirchthurmspige von Sartrouville ganz in der Ferne auf. »orgSnyigr Bestellung von Hau? zu Htm? Maaren seilbieten ober Waarenbestelluugen aufsuchen ober Maaren bei anderen Personen als bei Kaufleuten zum Wiederverkauf ankaufen oder gewerbliche Leistungen anbieten." den Beschränkungen für den Hausirhandel unterworfen werden, während diese bisher nur fiir den Hausirhandel über den Bereich der Gemeinde hinaus galten. 2. Vom Hausirhandel sollen ab s olut ausgeschlossen sein: Zigarren und Tabak(soweit nicht ausdrücklich von der Polizei anders bestimmt wird), Putzwaaren und Luxusartikel, Uhren aller Art und alle Schriften, welche in Lieferungen erscheinen; in der Regel sollen ausgeschlossen sein: Kolonial- und Materialwaaren, Manu- saklurwaaren und Maaren, welche handwerksmäßig hergestellt werden, soweit sie nicht vom Verkäufer selbst angefertigt sind. 3. Nicht blos bezüglich der Maaren, sondern auch bezüglich der Personen, welche einen Hausirschein erhalten dürfen, sind ive tere Beschränkungen vorgesehen. Vor dem 2ö. Lebensjahre soll in der Regel Keiner zum Hausirhandel zugelassen werden. Ebenso sollen Frauenspersonen nur ganz ausnahmsweise einen Hausirschein erhalten. Wer für den Unterhalt seiner Frau oder seiner Kinder oder für den Unterricht der letzteren nicht genügend sorgt, soll ebenfalls keinen Hausirschein erhalten. 4. Während bisht. der ausgestellte Hausirschein für das ganze Deutsche Reich Geltung hatte, soll derselbe jetzt nur für den Bezirk der höheren Verwaltungsbehörde gelten, für welchen er ausgestellt respektive ausgedehnt ist. Zudem soll die Ausstellung respektive Ausdehnung von dem Bedürfnisse ab- hängen. S. Dem Hausirer ist es verboten, in Ausübung seines Ge- werbes ohne vorgäugige Erlaubniß in fremde Wohnungen ein- zutreten. 6. Das Aufkaufen oder Aufsuchen von Bestellungen auf Waaren bei Privaten(Detailreisen) gilt dem Hausirhandel gleich. Der Gesetzentwurf will jedoch den hergebrachten Ge- rverbebetrieb im bisherigen Umfange gestatten den An- gehörigen derjenigen Gemeinden, deren Bewohner zur Ge- winnung ihres Lebensunterhalts aus einen Gewerbebetrieb 4m Umherziehen augewiesen sind. Der Bundesrath soll hierüber nähere Bestimmungen treffen. III. Betreffs der Abzahlungsgeschäste wird folgende Bestimmung getroffen: Wer gewerbsmäßig bei der Veräußerung von Waaren gegen ratenweise Bezahlung den Leichtsinn oder die Unerfahren- heit des Erwerbers dadurch ausbeutet, daß er diesen zu An- schasfungen beredet, welche den wirthschaft- lichen Verhältnissen desselben offenbar nicht entsprechen, oder daß er sich oder einem Dritten Gegen- leistungen versprechen oder gewähren läßt, tvelche zu dem Werth der veräußerten Waare in auffälliNem Mißverhältnisse stehen, wird mit Gefängniß bis zu 6 Monaten und zugleich mit Geld- strafe bis zu 2000 M. bestraft. Gegen-lleklame-Anzeigen richtet sich folgender Paragraph: Wer bei seinem Gewerbebetrieb öffentlich, um den Absatz von Waaren oder gewerblichen Leistungen zu fördern, wider besseres Wissen unwahre Thatsachen vorspiegelt oder wissentlich wahre Thatsachen entstellt, insbesondere wer zu diesem Zweck über den Ursprung und Erwerb seiner oder eines anderen Gewerbetreibenden Waaren. über besondere Eigen- schaften oder Auszeichnungen dieser Waaren, über die Menge der Waarenvorräthe, den Anlaß zum Verkauf oder die P r e i s b e m e s s u n g auf Täuschung berechnete falsche An- gaben macht, wird mit Geldstrafe bis zu 1000 Mark und im Unvermögensfall mit Gefängniß bis zu 3 Monaten bestraft.— Die Vorgänge in dem königlichen Saar-Kohlen- rrvier zeigen, wie wenig die Bergbehörden es verstehen, auch nur Fühlung mit den Arbeitern zu halten. Vor drei bis vier Zahren wurden sie geradezu überrascht von der allgemeinen Bergarbeitcr-Bewegung, und die Erfahrungen dieser Zeit haben sie nicht gelehrt, sich in ein besseres Ver- hältniß zu setzen. Sie scheinen das Verhältniß zu den Ar- beitern aufzufassen wie Krupp und König Stumm. Sie sind die Herren und haben die Arbeitsbedingungen den Arbeitern aufzuzwingen. Wie sollten sie auch, bevor sie ihre neue Arbeitsordnung aufstellten, sich mit ihren Arbeitern ins Ein- vernehmen setzen und den Versuch machen, eine beiden Theilen genehme Arbeitsordnung auszustellen? Die unter Leitung der Behörden gewählten Ausschüsse dürften wohl sich selbst kaum als wirkliche Arbeiterverrretung betrachten. Von den Organen der ultramontanen Presse, welche dem Rechtsschutzverein der Bergarbeiter gewiß nicht freundlich gesinnt sind, werden ähnliche Vorwürfe gegen die Behörden erhoben. Sie bezweifeln, daß die Bergbehörden und die Regierung ihre Hände in Unschuld waschen dürfen und führen weiter aus: „Nirgends in der Welt giebt es ein ähnliches Panorama/ meinte Walter.„Selbst in der Schweiz nicht." Nun setzte man sich langsam in Bewegung, um herum- zuspazieren und die Aussicht dabei ein wenig zu genießen. Georges und Susanne blieben zurück. Sobald einige Schritte zwischen ihnen und den anderen lagen, sprach er mit leiser, unterdrückter Stimme zu ihr:„Ich liebe Sie, Gusanne, ich liebe Sie zum wahnsinnig werden!" „Ich Sie auch, Bel-Ami," flüsterte sie. „Wenn ich Sie nicht zur Frau bekomme, verlasse ich Paris, verlasse ich Frankreich," fuhr er fort. „Machen Sie doch einen Versuch," erwiderte sie.„Bitten Sie Papa um meine Hand, vielleicht willigt er ein." Er machte eine etwas ungeduldige Bewegung.„Nein, eS nutzt nichts, ich wiederhole es JKnen zum zehnten Male. Ich darf Ihr Haus dann nicht mehr betreten, �werde aus der Redaktton getrieben, und wir können uns dann nicht mehr sehen. Das wäre das schöne Ergebniß einer sörm- lichen Bewerbung, darauf können Sie sich verlassen. Sie sind für den Marquis von Cazolles bestimmt. Ihre Eltern hoffen, daß Sie schließlich doch„Ja" sagen werden und warten darauf." „Was soll ich thun?" fragte sie. Er zögerte mit der Antwort und sah sie von der Seite an.„Lieben Sie mich so sehr, daß Sie eine Thorheit be- gehen könnten?" „Ja," erwiderte sie fest. „Eine große Thorheit?" -Ja." „Die größte Thorheit, die nur möglich ist?" Ja."' "Hätten Ste Muth genug, Jhrem� Vater und Ihrer Mutter zu trotzen?" � �Wirklich?" „Ja." „Wohlan! Es giebt ein Mittel, aber nur eins! Dte Sache muß von Ihnen herrühren, nicht von mir. Sie sind ein verzogenes Kind, Sie dürfen alles sagen, über einen „Auf die einzelnen Streitpunkte(«inAetretenr«nd drohende Lohnherabsetzungen, unberücksichtigte Wünsche der Arbeiter- ausschüsse zur Arbeilsordnung, Verhaftung eines Führers, Furcht vor Vergewaltigung des Versammlungsrechts rc.) wollen wir an dieser Stelle nicht eingehen; es genügt, die Thatsache festzustellen, daß auf diesen staatlichen„M u st e r a n st a l t e n" die Verwaltung das Vertrauen der Leute nicht zu gewinnen, den Einfluß der sozialistischen„Führer"— trotz der vielen Blößen, die sich dieselben gegeben— nicht zu brechen ver- mocht hat. Wenn die Schuld blos an den Personen läge, so wäre leicht ein Wandel zum Besseren zu erzielen. aber das Nebel liegt in dem System. Die traurige Frucht, die man am Schluß des unglückseligen Jahres erntet, ist aus dem Halm des neuen Berggesetzes erwachsen. Das war ein Rück- schlag in der sozialpolitischen Reformbewegung, der mit'Natur- nothwendigkeit das Mißtrauen der Bergleute und die gefähr- liche„Schneidigkeit" der Arbeitgeber steigern mußte.... Das selbstverständliche Fiasko dieses Theilstreiks während der wirthschaftlichen Ebbe wird keinen Abschluß bedeuten, sondern erst bei Wiederkehr der wirthschaftlichen Fluth wird die ernste Probe darauf gemacht werden, ob es klug war, erfüllbare Wünsche der Arbeiter bei Seite zu schieben und die Berg- gesetzgebung in den Ruf der Einseitigkeit und Parteilichkeit zu bringen." Auch die kapitalistische Presse, allen voran daS Organ der Krupp und Baare, der Eisen» und Kohlenringe, macht der Regierung Vorwürfe, freilich anderer Art. Die Schuld des Streiks liegt nach ihr„in der bedauerlichen Schwäche der obersten Regierungsbehörden, in dem schwankenden, trotz aller in den letzten Jahren gemachten trüben Er- fahrungen noch immer mit dem Mäntelchen der Arbeiter- s r e u n d l i ch keit sich umgebenden sozialpolitischen System". ...„Nicht„Entgegenkommen" ist gegenüber dem grenzenlosen Frevel und Hochmuth, der sich in dem Massenkonttaktbruch der Bergleute des Saarreviers kundgiebt, am Platze, sondern äußerst« Strenge und endliches kraftvolles Durch- greifen, damit nicht durch falsche Nachgiebigkeit die Anschauungen der Streikführer über das, was im wirth- schaftlichen Leben möglich und nicht möglich ist, noch maßloser und wahnwitziger werden, als ste schon sind." Die freche Sprache des Blattes, welches die kolossalen Steuerhinterziehungen eines Baare und Genossen, die Stempel- fälschungen und die Manöver der Ausbeuter-Ringe stets zu beschönigen und zu vertheidigen weiß, ist freilich durch die Schwäche und Nachgiebigkeit der Regierung nur zu sehr gefördert. Die Industrie-Barone betrachten überhaupt die Behörden nur als ihre Jntereffen-Vertreter, und da die Be- Hörden selbst dieser Anschauung nur zu sehr beizutreten scheinen, dürften auch die Bergarbeiter wenig vom Entgegen- kommen der Behörden zu erhoffen haben. Ob aber oas Ansehen der Regierung dadurch gewinnt, wenn sie sich mit der Klique der Schlotjunker identifizirt, ist«ne andere Frage.— Ein schreckliches Verbrechen gegen den Kohlenring stellt die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" an den Pranger. Die drei Dortmunder Zechen„Westfalia",„Westhausen" und „Gneisenau" haben das in den Augen des Baare-Organs entsetzliche Verbrechen begangen, in„beispielloser Preis- schleuderei" Kohlen, nicht etwa nach dem Auslande(dorthin liefern bekanntlich die deutschen Kohlen- und Eisenringe unter dem Selbstkostenpreis), sondern nach den deutschen Rheinhäfen zu liefern.— Tie Nuckrevidirimg der„Sonntagsruhe" ist bereits kräftig im Gange, noch bevor die letztere in Kraft getreten ist. Aussührungsbestininlungen für die Sonntagsruhe in der Industrie und im Handwerk, welche im Bundesrath ausgearbeitet wurden, sind den einzelnen Bundesregierungen zur Begutachtung vorgelegt. Die Ergebnisse dieser Umfrage sollen nun noch mit Sachverständigen der einzelnen Interessen- Gruppen der Unternehmer berathen werden. Was da von der Sonntagsruhe übrig bleiben wird, läßt sich denken.— Der Welfeufondsqnittungs-Tchreck liegt allen nicht sauberen Politikern und Zeitungsschreibern bleischwer in den Gliedern. Mit dem scheintapferen Geschrei„nach den Namen"(Namen! Namen! riefen auch die Panama-Spitz- buben in Paris) hat man das böse Gewissen gar zu klag- lich masktrt, und die Schande ist so offenkundig, die Schul- digen sind so bekannt, daß die Tugendheuchelei auch nicht einmal bei der Hurrahkanaille verfängt. Das Hau- novcr'sche Welfenorgan, das in Sachen des Welfenfonds wohl bewandert ist, schreibt in seiner gestrigen Nummer („Deutsche Volkszeitung" vom 4. Januar): Streich mehr wundert sich keiner bei Ihnen. Hören Sie also! Wenn Sie heut Abend nach Hause kommen, so suchen Sie Ihre Mama allein auf und gestchen ihr, daß Sie mich zum Mann wollen. Sie wird sehr zornig und erregt sein.. „Oh nein!" unterbrach ihn Susanne,„Mama hat Sie ja gern." „Doch!" erwiderte er lebhaft.„Sie kennen das nicht. Sie wird viel böser und zorniger sein als Ihr Vater. Sie wird nichts davon wissen wollen, warten Sie's nur ab! Aber Sie müssen sich tapser halten, nicht nachgeben und immer nur sagen, daß Sie mich, mich allein heirathen wollten und sonst keinen andern. Wollen Sie das thun?" ,Ja." "�Zon Ihrer Mutter gehen Sie dann zu Ihrem Vater und sagen ihm mit ernster und entschiedener Miene das Gleiche." „Ja, ja. Und dann?" „Und dann, ja dann wird's'ernst. Wenn Sie wirk- lich entschlossen, wirklich ganz, ganz fest entschlossen sind, meine Frau zu werden, süßes, geliebtes Suschen... dann, dann... dann entführe ich Sie!" Sie fuhr vor Freude zusammen und hätte beinahe in die Hände geklatscht. O wie schön! Sie wollen mich entführen? Wann denn?" Die ganze alte Romantik nächtlicher Entführungen, jagender Postkutschen, dunkler Herbergen, all die reizenden Abenteuer, die sie in Romanen gelesen hatte, tauchten wie ein herrlicher Traum, der sich verwirklichen soll, mit einem Male in ihrem Geiste auf.„Wann wollen Sie mich denn entführen?" fragte sie noch einmal. „Nun... hent Abend noch.— Heut Nacht," er- widerte er sehr leise. „Und wohin gehen wir?" fragte sie zitternd. „Das ist»nein Gcheimniß. Üeberlegen Sie nur, was Sie zu thun haben. Bedenken Sie wohl, daß Sie na dieser Flucht nnr meine Frau werden können. Es ist da» einzige Mittel, aber es ist... ist sehr gefährlich.!.. für Sie." Di« Mittheil im gen des„Vorwärts" über die MV Quittungen des WelfenfondS sind von den Blättern aller Parteien ziemlich kurz abgethan. Das ist begreiflich, denn mit Ausnahme des Zentrums, der Freisinnigen und der Sozialdemokraten sind Mitglieder aller Parteien verdächtig, daß sie ihren PattiotiS- ums mit welfischem Gelde haben auffrischen lassen. Im allgemeinen wird angenommen, die Mittheilung beruhe auf Erfindung; eS hätten entweder gar keine Quittungen existirt oder sie seien vernichtet. Daß ein Mann, wie Fürst Bismarck, Gelder ohne Quittungen hingab, erscheint ausgeschlossen. Durch die Zu- Wendung des Geldes erwarb er sich die Dankbarkeft deS Em- pfängers für den Augenblick, im Besttze einer Quittung sicherte er dagegen sich sie Heeresfolge für immer. Uno die Gelegenheft dazu sollte sich Fürst Bismarck haben entgehen lassen? Das kann nur glauben, wer ihn nicht kennt. Außer- dem hat er ja selbst die Existenz der Quittungen zugestanden. Daß die Originale verbrannt sind, mag zur Beruhigung der Aussteller dienen, daß vor der Verbrennung getreue Kopien genommen sind, dürfte zweifellos sein. Auch der Einwand, daß eS sich um die in Zürich annon- cirten Quittungen handle, schwächt die Bedeutung der Sache nicht ab, denn nicht darum handelt es sich, wo und auf welchem Wege sie in die Oeffentlichkeit kommen, sondern darum, ob sie echt sind. Und an dieser Echtheit ist u. E. nicht mehr zu zweifeln. nachdem der„Vorwärts" eine ganze Reihe der Empfänger so genau bezeichnet hat, daß ein nur einig-'rmaßen mit den Per- sonen und den Verhältnissen Vertrauter sie auf den ersten Blick erkennt. Haben diese Leute einen blanken Schild, so werden sie u. E. nicht umhin können, Herrn Liebknecht zur Verantwortung zu ziehen. Wenn der„Vorwärts" sagt, daß die von ihm jetzt bei- gebrachten Belege und Zahlen erst einen verschwindenden Bruch theil des Ganzen bildeten, so hat er Recht. Die hier an- gegebenen Summen betragen zusammen noch nicht einmal zwei Millionen M...k; nach Abzug der aus dem Welfenfonds ruhenden Lasten sind aber mehr als 3» Millionen Mark unter die Decke gebracht. Der gegen den„Vorwärts" erhobene Vorwurf, daß er nicht ofort auch die Namen der Empfänger veröffentlicht habe, er- cheint ebenfalls unbegründet. Warum sollte er ein Vergnügen. an dem er lang« zehren kann, auf einmal genießen, und eine so scharfe Waffe mit einem Hiebe abnutzen? Schon aus der Geschichte der Ztriminalistik ist bekannt, daß die schwersten Verbrecher von unten aus gerädert wurden. Der„Reichs-Anzeiger", an den sich die nationalliberale Presse in ihrer Verzweiflung gewandt hat, schweigt; und da der Schmutz des Welfenfonds nicht an der jetzigen Re- gierung haftet, so sehen wir auch keinen Grund, warum er eine Mohrenwäsche an Individuen versuchen sollte, deren— Vasallen, und sonstige Treue der jetzigen Regierung zur Genüge bekannt ist. Während der„Reichs- Anzeiger" schweift, reißt ein norddeutsches Repttl, welches an der nämlichen Stätte haust, wie der �Reichs-Anzeiger", den geifernden Rachen auf: Die„Neue Reichskorrespondenz",. welche in der„Norddeutschen Buchdruckeret" gedruckt wird. Diese Korrespondenz schreibt in ihrer Nummer vom 3. d. Monats: Die vom sozialdemokratischen Partelorgan. dem„Vorwärts". bewirkte Veröffentlichung angeblicher Welfenfonds» Quittungen erscheint dem aufmerksamen Beobachter der Vor» gänge auf und hinter der sozialdemokratischen Theaterbühne als ein gänzlich mißglückter Versuch, das Augenmerk der Genossen und auch urtheilsfähigerer Leute von den Liebknecht'schen Gehalts- quittungen k 600 M. monatlich abzulenken. Das unsaubere Manöver mit den gefälschten Dokumenten ist eine Sache für sich, daß aber die Sozialdemokratie, die von der Reinheit ihrer Hände, ihrer Gesinnungen, ihrer Motive immer so viel Auf- Hebens macht, sich vor Anwendung solcher Kniffe nicht scheut, läßt Schlüsse auf ihren wahren Charakter zu, welche nur be« stätizen, was sich jeder Kenner der Menschen und Verhältnisse schon seit Jahr und Tag selber sagen konnte. Wenn der „Vorwärts" noch zehnmal so viel gefälschte WelfenfondS- Quittungen veröffentlichte, so würde die Handlungsweise Lieb» knechts, als Wortführer deS„ausgebeuteten" Proletarier- thuins sich selber in der Weise eines vorsorglichen pater familias der Bourgeoisie auf eine wohldotirte Pfründe zurück- zuzieben, an befremdlicher Inkonsequenz doch nicht das Mindeste einbüßen. Die schönsten Hetztiradeu lassen ungerührt. sobald der, von dem ste angestimmt werden, notorisch über Einnahmen verfügt, welche ihn im Rahmen des„miserabelsten" aller Wahlsysteme, des preußischen Dreiklassensystems, zum qualifizirten Wähler 1. Klasse erheben. Der Zwillingsbruder des Pindter in der Rolle deS Entsagnngspredigers! Ja, wenn Liebknecht seinerzeit Ge- Haltsquittungen von 600 M. und mehr monatlich als Redarleur der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" aus- gestellt, und sich aus dem Reptiltopf binnen weniger Jahre „Ich bin fest entschlossen," erklärte ste.„Wo treffe ich Sie?" „Können Sie ganz allein aus dem Hause kommen?" „Ja, ich weiß die kleine Pforte aufzumachen." „Wohlan! Um Mitternacht, wenn der Portier schläft, gehen Sie fort und treffen mich auf dem Platz de la Eon- corde. Ich sitze in einer Droschke, die vor dem Marine- inimsterium hält." „Ich komme." „Wirklich?" „Wirklich!" Er ergriff ihre Hand und schüttelte sie.„Oh. wie liebe ich Sie! Wie gut und tapfer sie sind! Den Marquis von Cazolles wollen Sie also nicyt?" „Oh nein!" „Ihr Vater war wohl sehr böse, als Sie„Nein" sagten?" „Ich glaube ja; er wollte mich inS Kloster schicken." „Sie sehen, wie nothwendig es ist. energisch zu sein." „Ich will es sein." Sie blickte nach dem fernen Horizont, und ihr Köpfchen war von dem Gedanken an diese Entführung ganz beherrscht. Viel weiter noch als sie sehen konnte, ging es fort, fort mit ihm!... Er entführte sie!... Wie stolz war sie darauf. An ihren Ruf und an die Schande, der sie sich aussetzte. dachte sie gar nicht. Wußte sie überhaupt etwas davon? Beargwöhnte sie ihn denn? Frau Walter sah sich um.„Komm doch, Kleine!" rief sie.„Was machst Du denn mit Bel-Ami?" Sie schloffen sich wieder den anderen an. Don dem Seebade war die Rede, wo man bald sein würde. Dann ging es, um nicht denselben Weg zu nehmen, über Chatou zurück. Georges betheiligte sich nicht mehr am Gespräche. Er träumte. Ja, wenn die Kleine ein bischen Muth hatte, mußte es am Eude doch glücken. Seit drei Monaten umspann er sie mit den unwiderstehlichen Fäden seiner Zärtlichkeit. Er verführte ste, nahm sie ge- fangen, eroberte sie. Er flößte ihr Liebe ein, so wie er sich efltt halb« MiMon hätte, roh gewisse„Norddeutsche- Leute, d a n» wäre er allerdings ein Schuft— wie gewisse Leute.— Ueber die Toldatenmisshandlungen w Schwerin schreibt dh offiziöse„Meckl. Ztg.-: . maßgebender Stelle«ingezogenen Erkundigungen bestätigen„ch d« in Nr. 607 unserer Zeitung erwähnten Ge- rächte über hier in Schwerin vorgekommene Soldatenmißhand- lungen bedauerlichst in vielen Punkten. Es haben bereits Ver- Härtungen stattgefunden, und wird die Militärbehörde in der sofort eingeleiteten kriegsgerichtlichen Untersuchung die strengste Bestrafung veranlassen. Die Mißhandlungen sollen zum Theil ein derartiges nicht wiederzugebendes Gemisch von Rohheit und kindischer Gesinnung tragen, baß man geneigt sein könnte, an der Zurechnungsfähigkeit des Hauptbetheiligten, damaligen Ge- freiten(Heiden), jetzigen Unteroffiziers, zu zweifeln." Das ist ja eine recht merkwürdige Art der Entschuldi- gung. Nachdem es in diesem Falle nicht angeht, die Miß- Handlungen abzuleugnen, bezweifelt man die Zurechnungs- fähiakeit des rohen Mißhandlers. Dieser ist aber in der Zwischenzeit doch zum Unteroffizier avancirt. Sollte es nun in Mecklenburg möglich sein, daß Unteroffiziersstellen mit Unzurechnungsfähigen besetzt werden? Unter Geschornen und Gescheitelten. Die katholische„Augsburger Post-Zeitung" nennt in einem Leit- artikel die protestantischen Leiter und Mitglieder deS „evangelischen Bundes" Mi st sinken— weil sie eine Schrift gegen das Zölibat verösseutlichen oder neu auflegen wollen. O diese„Christen"!-- «Wir Sachsen sein helle." dachte der Gemeinderath von Potschappel(bn Dresden), und beschloß, um das Dominiren der Sozialdemokratie zu verhindern, daß unter den drei Vertretern der Unansä>figen im Gemeinderath Einer ein Einkommen von mindestens 2800 Mark haben müsse. Unser Bruderorgan in Dresden meint, der Beschluß sei un- gesetzlich. Auf den ersten Blick kam eS uns auch so vor, aber zur rechten Zeit ist uns noch eingefallen, daß in Sachsen nichts ungesetzlich ist, was ein Ordnungsmann im Interesse der Ordnungsmänner thut.— Die parlamentarischen Mühlen werden bald überall wieder an der Arbeit sein. In Portugal trat das Parlament gestern wieder zusammen— was den Anlaß zu republikanischen Kundgebungen gab. Die spanischen Wortes, die italienische Kammer, die öfter- reichisch- ungarischen Gesetzgebungskörper, das englische Parlament und die französische National- versamnilung treten ebenfalls in diesen Tagen zu- sammen— die letztere am selben Tag, wie der deutsche Reichstag— den 10. Januar. Frankreich. Aus Paris schreibt man un» d. d. f. Januar: Das Werk, welches die sozialistischen Gemeinderäthe Frankreichs auf dem Kongresse zu S t. O u e n begonnen haben, wird mit aller Energie weitergeführt werden. Schon jetzt hat die vom St. Ouener Kongresse eingesetzte Kommission de- schlössen, mit den Vorbereitungen für dm zweitenKongre ß sozialistischer Gemeinderäthe, der vom 13. bis zum IS. Juli 1893 in St. Denis tagen soll, zu beginnen. Ein entsprechendes Rundschreiben wird in nächster Zeit versandt werden. Diese zeitige Inangriffnahme der Arbeiten ist sehr zu loden; denn wenn bei irgend einem Kongresse so muß gerade bei einem solchen sozialistischer Gemeinderäthe die Hauptarbeit vor dem Kongresse gethan werden. Hat die erste Zusammenkunft in St. Oven noch nicht zu viel greifbaren Resultaten geführt, so lag dies hauptsächlich daran, daß man nicht die Zeit gehabt hat, stch ordentlich auf die einzelnen Punkte der Tagesordnung vorzubereiten. DaS wird jetzt anders werden: und angesichts der größeren praktischen Erfahrung, welch« die Gemeinderäthe in diesem Jahre mitbringen, wird die Bedeutung des Kongresses von Et. Denis keine geringe sein.— Der Wahlkampf in Carmaux wird mit großer Leb- haftigkeit geführt, auch die Presse bringt demselben, der als ein Vorsprel für die allgemeinen Wahlen aufgefaßt wird, ein hohes Interesse entgegen. Der Arbeiterkandidat Jaurss hat bereits mehrere Aufrufe veröffentlicht, in denen er das ländliche Wahlprogramm von Marseille erläutert und sich gegen die Anschuldigungen der Gegner, er sei ein„Theiler", verlheidigt. Das Ministerium soll entschlossen sein, am 10. Januar, dem Tage des Wiederzusammentritts der Kammer, keine Straßenkundgebungen zu dulden. Abwarten!— verliebt zu stellen wußte. Mühelos hatte er ihre leicht- sinnige Puppenseele gewonnen. Zunächst hatte er durchgesetzt, daß sie die Bewerbung des Herrn von Cazolles ausschlug. Und eben hatte er sie zur Flucht beredet. Denn ein anderes Mittel stand ihm nicht zu Gebote. So wie er �rau Walter kannte, wußte er, daß sie nie in eine Herrath ihrer Tochter mit ihm willigen würde. Sie liebte ihn noch, liebte ihn immer noch mit unbezähmbarer Stärke. Durch seine absichtliche Kälte hielt er sie in der Entfernung, aber er merkte, wie sie sich innerlich an dieser ohnmächtigen, gefräßigen Leidenschaft verzehrte. Nie würde er sie beugen können. Nie würde sie zulassen, daß er Susanne nahm. Hatte er aber erst einmal die Kleine in seinen Händen fern von Paris, dann konnte er mit dem Vater als eben- bürtige Macht verhandeln. An all' das dachte er, und so gab er nur unzusammen hängende Antworten und hörte nicht auf das, was man ihn fragte. Erst als man wieder in Paris war, schien er wieder zu sich zu kommen. Auch Susanne war in Gedanken versunken. D, Schellengeläut der vier Pferde klang in ihrem Kopfe und ließ sie weite unendliche Wege im ewigen Mondlicht sehen, düstere Wälder, durch die sie fuhren, Herbergen an der Heer- straße und Stallknechte, die sich beim Gespannwechsel de- eilten, denn jeder ahnt ja, daß sie verfolgt werden. Als der Landauer im Hof des Palastes angekommen war, wollte man Georges zum Essen dabehalten. Er lehnte aber ab und ging nach Haufe. Nachdem er ein wenig gegessen hatte, brachte er seine Papiere in Ordnung, wie wenn er eine große Reise vor- hätte. Er verbrannte kompromittirende Briefe, versteckte andere und schrieb an einige Bekannte. Von Zeit zu Zeit sah er auf die Uhr und dachte: Jetzt muß eS dort heiß hergehen. Quälende Unruhe saß ihm im Herzen. Wenn die Geschichte nun schief ging? Aber was hatte er denn zu fürchten? Herauszuziehen ver- I» Irland ist mit dem neuen Jahr der Hader zwischen den Parnelliten und Antiparnelliten, der ein paar Wochen lang schlummerte, wieder in hellen Flammen empor- gelodert. Beide Parteien bekämpfen und priigeln einander nach Herzenslust. Ten Veranstaltern des Dubliner Dy- namitstreichs ist dies Wasser auf die Mühle.— Afrikanisches. Aus dem nördlichen Zentralafrika insbesondere dem Sudan kommen Nachrichten, die auf eine allgemeine Bewegung unter den Muhamedanern hindeuten. Diese Bewegung, die sich gegen sämmtliche europäische Kolonisations-Abenteuer und Abenteurer richtet, läuft der gleichzieligen Bewegung unter den Eingebornen des dunklen Welttheils parallel. Durch das brutale und barbarische Vorgehen der angeblichen Zivilisatoren ist die gesammte Bevölkerung Afrikas aufgerüttelt und zum Widerstand heraus- gefordert worden. Und die natürliche Folge ist: die so- genannte Zivilisirung stößt auf weit größere Schwierigkeiten, geht viel langsamer vor sich und erheischt weit größere Opfer, als es ohne die„Kolonialpolitit" der Fall gewesen wäre.— Uever den Vnnnma-Sknndal wird uns aus unserem Leserkreise folgendes geschrieben: Die Entwickehmg der Dinge in Frankreich im Anschluß an den Panama-Krach muß nothwendig in immer steigendem Maße die Aufmerksamkeit der Sozialisten aller Länder auf sich ziehen. Unsere Genossen im Nachbarlande selbst haben, wie es scheint, ihre Pflichr im vollen Umfange erkannt und sind ebm beschäftigt, die in Sektirerei aufgegangene Bewegung zu einen, wie es die große Aufgabe erheischt, dre ihnen, vielleicht sehr bald, zu lösen bevorsteht: die Einrichtung der sozialistischen Gesellschaft in ihrem Vaterlande. Denn man mag noch so sehr nach dem Vorgehen und dem Wunsche kapitalistischer Blätter über die Verworfenheit einzelner Männer wie Reinach, Herz und anderer sich sittlich ent- rüsten: in Wahrheit ist doch das System, das ganze moderne Winhschafts- und Gesellschaftsleben die letzte und wahrste Ursache des furchtbaren Skandals, der mit allen seinen schlimmen Folgen nur dann grundsätzlich zu vernichten ist, wenn die Axt an die Wurzel gelegt wird. Unserer eigensten Auffassuitg von Geschichte und Leben ent spricht es. wenn wir das Thun der einzelnen Menschen im Zu- sammenhange der Ereignisse prüfen; wir haben längst vie philisterhafte Ansicht von uns abgethan, die in jedem ooutra lexvL moresque(gegen die herrschenden Gesetze) Handelnden, einen persönlich freien Uebelthäter erblickt, der nur aus reiner Bosheit so handelt. Und was zeigt u n s da die Panama- Affäre? Nicht? mehr und nichts weniger, als daß die moderne Gesellschaft nicht im Stande ist, ihre produktiven Kräfte für die Gesammthett nutzbar z» machen: daß vielmehr ein jedes ihrer Werke im Sumpfe kapitalistischer Profitwuth und Korruption stecken bleibt. Ein Werl wie der Panama-Kanal mußte seiner Ausdehnung und Bedeutung nach weit über die Grenzen gewöhnlicher Privat- spekulation hinausgehen: die produzirenden Kräfte dazu muhien ungemein groß sein und seine Ergebnisse dursten nicht für die engen Kreise einer Nationalität, eines Staates oder einer be- stimmten Gefellschaftsklasse vorbehalten bleiben. Offenbar war also eine segensreiche Ausführung nur möglich bei zureichender Solidarität aller Vetheiligten, das ist hier in mehr oder minder hohem Maße die gesammte zivilistrte Menschheit. Gerade diese Solidarität fehlt aber! Nicht nur theilt sich die zivilistrte Menschenmasse ein in zahlreiche Nationen und Natiönchen, die einander schroff gegenüber stehen, sondern innerhalb dieser Theile wiederum sind annoch die Menschen durch dos Wirlhschafts- System in zwei gewaltige feindliche Gruppen (oder auch, sozial belrachtet: Klassen) zertrennt: in Ausbeuter und Ausgebeutete. Und wie hier jede Gemeinschaft, jedes Zusammengehen durch die Natur der Sache ausgeschlossen ist, so verhindert die eigennützige Beschränktheit der Regierenden und der Mehrheil der Regierten auch eine vernünftige Einigung zwischen den verschiedenen Völkern. Alles dieses kann und wird erst geschaffen werden durch die Sozialisirung des Volkes und der Völker. Weil nun bis jetzt eine solche Solidarität noch nickt existirte, zum Werke aber unumgänglich nöthig schien, deshalb sollte sie durch eine feile Presse in unserem Nachbarvolke auf irgend eine Weise geschaffen werden: man bestach mit riesigen Mitteln die „öffentliche Meinung", die sich vereitwilligst dem Geld- sack prostituirte. Womit konnte aber"die Bourgeois- presse ihr kapitalistisches Publikum anders zu einem solidarischen Werke loäen, als durch Versprechen von kapitalistischem Gewinn? Daß die Panama-Gesellschaft, die stand er sich ja immer! Indessen war eS doch eine hohe Partie, die er heut Abend spielte. Um 11 Uhr brach er auf, lief einige Zeit ziellos umher, nahm dann eine Droschke und ließ sie auf dem Platz de la Concorde vor den Arkaden des Marineministeriums halten. Von Zeit zu Zeit zündete er ein Streichholz an und sah nach, wie spät es war. Als es bald Mitternacht war, wurde seine Ungeduld fieberhast. Jeden Augenblick steckte er den Kopf zur Thür hinaus und hielt Umschau. In der Ferne schlug eine Thurmuhr zwölf, eine zweite, nähere folgte, dann schlugen zwei zusammen und schließlich noch eine ganz in der Ferne. Als auch sie lzu klingen auf- gehört hatte, dachte er:„Es ist vorbei. Die Geschichte ist fehlgeschlagen. Sie kommt nicht mehr." Dennoch war er entschlossen bis zum Morgen zu warten. In solchen Fällen muß man eben geduldig sein. Er börte es Viertel, Halb, Dreiviertel schlagen; und alle die Uhren schlugen auch Eins, sowie sie zwölf geschlagen hatten. Nun wartete er nicht mehr, sondern blieb nur noch in grübelnde Gedanken versunken sitzen. Was konnte ge- schehen sein? Plötzlich tauchte ein Frauenkopf am Wagenfenster auf und jemand fragte:„Bel-Ami, sind Sie's?" Er schrak zusammen und sein Athem stockte. „Sind Sie's, Susanne?" �Ja, ich bin'»!" Während er nicht rasch genug den Thnrgriff herum- drehen konnte, wiederholte er:„Ach!... Sie sind es... Sit sind es... Steigen Sie ein." Sie stieg ein und sank an seine Brnst. „Vorwärts!" schrie er dem Kutscher zu und die Droschke setzte sich in Bewegung. Sie athmete schwer und sprach kein Wort. „Nun? Wie ist es denn gegangen?" fragte er. ,O! es war schrecklich! Besonders bei Mama," flüsterte sie halb ohnmächttg. Er war unruhig und zitterte. in einem Jahr«(1886) ca. 40 MMemen fit Zinse« mid Oberverwaltung(!) bei nur 78 Millionen für die thatsächlichen Ar- betten ausgeben mußte, diesen auf die Dauer nicht geben konnte, das war der Anlaß zu ihrem Sturze. Und so wie diese Gefell- schaff gestürzt ist, so wäre unter ähnliche» Uniständen jede andere auch gestürzt: denn sie hatte ein Werk unteniomme», das im Rahnien der heutigen Wirthschastsordnung nicht durch- führbar ist. Unsere Bourgeoispresse— voran natürktch die Manchester« lich-freisinnige— will von der symptomatischen Be- deutung. des Panama-Krachs selbstverständlich nichts wissen— sie würde sich selbst damit das Grab graben. Aber deshalb ist dieselbe doch nicht minder thatsächlich. Das Mißglücken des großen interozeanischen Unternehmens würde gar nichts be- Zeuten, wenn es etwa der heutigen Technik nicht gelungen wäre, die natürlichen Schwierigkeiten zu besiegen: darin läge nichts Auffälliges und Bedenkenerregendes. Aber daran hat es gar nicht gelegen. Auf der Straße kann man ja heute die Weisheit hören, daß die Technik der wirthschaftlichen Kraft der Bevölkerung voraus- geeilt sei, wobei leider große Kreise unserer Mitmenschen immer noch vergessen, nach der Ursache dieser auffälligen Erscheinung zu fragen, vie keine andere ist, als die Ausbeutung der großen Masse zu Gunsten einer verhältnißmäßig kleinen Zahl von Kapitalbesiyenden. Nein, die Technik hätte sicherlich auch den Bergzug von Culebra bewältigt, wenn nicht das Unternehmen durch andere Umstände verloren gewesen wäre. Einer sozialistischen Gesellschaft würden auch niemals dauernd die Mittel gefehlt haben, ein Werk zu Ende zu führen« das der Gesammthett erheblichen Nutzen verspräche. Aber die Panama-Gesellschast war eine rem« Speknkations- Unternehmung, die in allererster Linie für den Geldsack einer Schaar von Kapitalisten durchgeführt werden sollte: und als nun der erhoffte Profit ausblieb, da fingen die Bei heiligten an zu schreien und zu klagen. Das Ende— das vorläufig«— ist Selbstmord und Kerker für einig« Hauptspitzbuben, finanzieller Ruin einer sehr großen Zahl kleiner französischer Bourgeois, die nunmehr ein vortreffliches Stimmmaterial für unsere zielbewußten Genossen abgeben können.— S o geht es in Frankreich nicht weiter, da? zeigt die Ge- schichte des TageS; und die Bourgeoisprefle, die immer nur die Oberfläche betrachtet, läßt einen Kronprätendenten nach dem anderen aus der Versenkung emportauchen und wieder ver- schwinden: weil zufälligerweise die ganze Berderdtheit der heutigen Gesellschaft sich zuerst in einer Republik ent- hüllt, soll nun diese Staats form Schuld an allem Uebel sein. Und doch ist die Regierung von Frankreich kaum schlechter als manche andere. In Wahrheit ist der Gesellfchafts- und Wirth- schaftsordnung eine unheilbare Wunde geschlagen, die den durchfaulten Organismus zum Sterben bringt. An ihrer Stelle wird zum ersten Male wohl der geschichtlich nothwendig ge- wordene Sozialismus erblühen. Und was wird die Wirkung dieses Vorganges auf Deutsch- landfein??... A. S. Literarisches. Moderner Musen» Almanach auf daS Jahr 1893, herausgegeben von Otto Julius Bierbaum. Gar so schlecht, wie bürgerliche Blätter ihn zum Theil hingestellt haben, ist der „Moderne" nun doch nicht. Hat das„grüne" Deutschland hier auch manche bedenkliche Blüthe gezeitigt, so ist doch der frische Hauch, der den etwaigen faulen Zauber ltterarischeu Gigerl- thmns überduftet, so kräftig und lebensvoll, daß man wohl seine Freude daran haben und zu dem Schluß kommen kann, auch unsere sturniverkündende Zeit werde schon ihren echten und rechten Ausdruck im Liebe finden. Wir unterlassen es, den einen oder anderen der zum Theil auch in Arbeiterkreisen wohlbekannten Autoren, die sich hier in ihrer mehr oder minder rühmenswerthen Eigenheit der Oeffentlichkeit preisgeben, besonders hervorzuheben. sondern begnügen uns damit, als maßgebend für die Tendenz der verdaulichen Richtung in dem Buche eine Fabel wiederzugebe«, die Otto Ernst uns darbietet. DaS drollige Gedicht lautet: Die beiden Hähne. Ein junges, keckes Hähnchen schrie Hell in die Luft sein Kikriki. Das klang so kräftig-wunderbar, So herzerfrischend-morgenklar, Tausend Nachtmützen, unerhört, Wurden vom Kissen aufgestört. Beschwichtigend rief ein alter Hahu: �Schlaft weiter! Ich Hab' es nicht getha», Nicht ich. der amtliche Wächter im Hos, Der besoldete Dünger-Philosoph. Es war die Stimme des Dilettantismus, Ein frecher Neuling war'S, der schrie. Er hat keine Ahnung, das gut« Bieh, Vom akademischen Kikerikismus. „Bei Ihrer Mama? WaS hat sie denn gesagt? Er« zählen Sie mir." „Oh, es war schrecklich! Ich ging z« ihr und trug meine kleine wohl vorbereitete Ansprache vor. Da wurde sie ganz bleich und schrie:„Nie! Nie!" Ich weinte und wurde böse und schwor, nur Sie zu Heirathen. Da dachte ich schon, sie würde mich schlagen. Sie wurde wie rasend. ens Kloster sollte ich morgen geschickt werden, sagt« sie. o Hab' ich sie noch nie gesehen! Dann kam Papa, der den Lärm gehört hatte. Er wurde nicht so böse wie sie, aber er erklärte, Sie wären keine genügend gute Partie. Nun hatten sie mich auch in Zorn gebracht, und ich schrie viel stärker noch als sie. Da nahm Papa eine dra- mattsche Miene an, die ihm übrigens gar nicht stand, und sagte, ich solle das Zimmer verlassen. Das hat mich nun bestimmt zu Ihnen zu fliehen. Hier bin ich. Wohin fahren wir?" Er hatte sie sanft um die Taille gefaßt und hörte mit klopfendem Herzen und steigendem Zorn gegen die Eltern aufmerksam zu. Aber gleichviel, er hatte sie jetzt, ihre Tochter. Jetzt sollten sie einmal sehen! „Es ist zu spät," erwiderte er,„um heut noch die Bahn zu benutzen. Der Wagen hier bringt uns nach Sövres, wo wir die Nacht über bleiben. Morgen fahren wir dann nach La Roche- Guyon, einem hübschen Dörfchen an der Seine zwischen Mantes und BonniäreS." „Ich habe aber kein Gepäck," flüsterte sie.„Ich habe nichts mitgenommen." „Ach!" lächelte er sorglos,„dafür sorgen wir schon, wenn wir da sind." Die Droschke rollte durch die Straße. George ergriff eine Hand des jungen Mädchens und küßte sie langsam und respektvoll. Er wußte nicht, was er mit ihr reden sollte, an platonische Zärtlichkeiten war er eben gar nicht gewöhnt. Aber plötzlich glaubte er sie weinen zu hören. (Fortsetzung folgt.) Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) Nanking hat nach Sitters geographic flattfischem Lexikon Liffabon, 4. Januar. Die Regierung überfandte dem 450 000 Einwohner. Hiernach dürften Sie Ihre Wette entGeneralprofurator den Bericht der Untersuchungskommission scheiden tönnen. Bei der Versendung von Drucksachen kommen ( Depeschen des Bureau Herold.) Saarbrücken, 4. Januar. Heute sind angefahren 7824 Ar- erwir Saarbrücken, 4. Januar. Heute sind angefahren 7824 Mr- über die Geschäftsgebarung des früheren portugiesischen Ver- eine ganze Reihe von postalischen Bestimmungen zur Geltung, die beiter, 1500 mehr wie gestern. Die gestrigen Versammlungen, in waltungsrathes der königlichen Eisenbahngesellschaft, um zu er- wir Ihnen hier nicht alle auseinandersehen können. M. W. G. 1. 1. Kündigung ist rechtzeitig. 2. Vertrag ist welchen Frauen redeten, haben beschloffen auszuhalten. Bei fahren, ob eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet werden solle. giltig. 3. Vermietherin hat das Recht zu ermittiren, sobald die Büttlingen soll auf Beamte scharf geschossen worden sein. Das Miethe nicht genau an dem im Vertrage bestimmten Tage volt Maschinenpersonal ist vollständig angefahren. bezahlt ist. Dies Recht haben Sie durch Unterschrift unter den Bertrag ihr eingeräumt. Köln, 4. Januar. Der Kölnischen Volks- Zeitung" zufolge beträgt die von den deutschen Flachsspinnern beschlossene Preiserhöhung für Werggarne acht, für Flachsgarne zehn Prozent, eine weitere Steigerung stehe in Aussicht. Warschau, 4. Januar. Der Generalgouverneur Gurto verbot den Beamten in Kongreßpolen mit den Parteien polnisch zu fprechen. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, 5. Januar. Opernhaus. Der Wildschüß, ober: Die Stimme der Natur. Schauspielhaus. Lydia. Der eingebildete Kranke. Leffing- Theater. Nathan der Weise. Berliner Theater. Esther. Der Geizige. Wallner- Theater. Drientreise. Kroll's Theater. Der Schwur. Deutsches Theater. Zwei glückliche Lage. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz- Theater. Familie PontBiquet. Der verlorene Neues Theater. Sohn. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Millionenonkel. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Der Prozenbauer von Tegernsee. National- Theater. Die Quizows. Alexanderplatz- Theater. Mutterfegeu, oder: Die neue Fanchon. Apollo Theater. SpezialitätenBorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 12. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gefekt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksmund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Geschwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bauchredners Blank und der Trodenwohner ober: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. Castan's Panoptikum. Nene lufton: Lotosblume. Fantoche- Theater. Borstellungen v. 11-1 u. v. 4-9 Uhr ftündlich. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. Wer ist der Vater? Antwort um 9 Uhr im PassageBriefkaffen der Redaktion. Krause. Wir bitten um Ihren Befuch in unserer Sprechstunde; den Vertrag müssen Sie mitbringen. D. C., Oderbergerstr. 9. Philadelphia hatte im Jahre 1880 846 984 Ginwohner. Im Jahre 1850 hatte die Stadt H. C. Bis zum vollendeten 24. Lebensjahre ist die 460 000 Einwohner. Neuere authentische Zahlen sind uns augenblicklich nicht zur Hand. Die Schäßungen der Einwohnerzahl Einwilligung erforderlich, tann aber im Wege der Klage ervon Peking schwanken zwischen 500 000 und 1 650 000 Einwohner. stritten werden. Circus Renz. Barl Goffon zu ſeinem heutigen Ge( Karlstraße.) Donnerstag, den 5. Januar 1893: Abends 74 Uhr: Gr. brillante Vorstellung. Aus dem Programm besonders her vorzuheben: Auftreten des Lufttrios Gefchiv. Reisley. Colmar, in der hohen Schule geritten von Frl. Clotilde Hager. Was Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. 4 Orientalen, geritten von Herren Gaberel, Ernst Renz, William und Alfred. Punsch, schwed. Ponyhengst, kom. Original- Dressur vom Clown Misko( August). Zum Schluß: Auf Helgoland. Ballet von 82 Damen. Neue Einlagen: U. a. Aufzug der Leib- Garde- Artillerie. Morgen, Freitag, Abends 74 Uhr: Große Vorstellung mit neuem Pro gramm und Auf Helgoland. Sonntag: 2 große Fest- Vorstellungen um 4 Uhr ( 1 Kind frei) und um 7%, Uhr. BilletVorverkauf an der Zirkuskasse u. beim Invalidendant, Markgrafenstr. 51a. Fr. Renz, Direktor. Mittwoch, 11. Januar: Letzte Vorstellung. Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstraße. Donnerstag, den 5. Januar 1893, Abends 71/2 Uhr: Gala- Benefiz- Vorstellung für die Familie Cooke. U. A.: Mehrmaliges Auftreten der Benefizianten. ,, Incroyable", fowie 55 Hengste, vorgeführt vom Direktor Althoff. Baronesse de Walberg mit dem Schulpferd Norfolk. Vorführen der 5 dress. Elefanten des Mr. Thompson. Ein Elefant als Pianist. Morgen, Freitag: Letzte RomiterVorstellung. Sonntag: 2 Borstellungen, 4 Uhr( 1 Kind frei) und 71/2 Uhr. Feen- Palast Burgstraße, neben der Börse. Welt- Lokal Berlins, 5000 Perf. fassend. Täglich: Spezialitäten Borstellung mit großem Programm. Auf. Wochent. 72 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Mephisto Aft. preisgefr. The Maakwoods, 3 Schweft. Peretti, unit- adfahrerinnen. amerikanische ProBraselli, duttion auf der freistehenden Leiter. Jongleure Mr. Rappos- Jeffy, und Equi libristen. vorzügl. mentalist. Mlle. A. Bollena, InstruThe Lee's, unbewachte Momente Mr. Barnum.. breffirten zweier Negersflaven. Riesen- Doggen. Original Theod. Zierrath, Bannemann Lilly Wellini, Softima Soubrette. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Arbeitsmarkt. Unferem Genossen und Pfeifenbruder burtstage ein dreifach donnerndes Hoch. Die Pfeifenbrüder der Eisernen Pfeife: U. H. M. B. S. W. Rarl, fannst Du schwimme? [ 8136 Achtung! Achtung! Maurer Berlins und Umgegend. Kranken- Unterstützungs- und Große öffentl. Generalversammlung Begräbnißver. der Bau- und gewerbl. Hilfsarbeiter Berl. in den„ Konkordia- Festfälen", Andreas- Straße Nr. 64. am Sonntag, den 8. Jannar, Vorm. 10 Uhr, General- Versammlung am Sonntag, den 8. d., Vorm. 11 Uhr, Zages Ordnung: 1. Rapitalismus und Sozialismus. Referent Genoffe H. Peus. im Lokal d. Hrn. Säger, Grüner Weg 29. 2. Diskussion. 3. Wichtige gewerkschaftliche Angelegenheit, wozu sämmtliche Tagesordnung: Streiffomitee- Mitglieder von 1889 besonders eingeladen sind. Im Interesse der Tagesordnung ersucht um recht zahlreiches Erscheinen Der Einberufer: Vertrauensmann Wilhelm Garbe. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Tellersammlung findet 1. Abrechnung des Kassirers. 2. Vorstandswahl. 3. Anträge v. Mitgliedern. 242/4 4. Innere Vereinsangelegenheiten. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, im Interesse seiner Sache zu erscheinen. 126/3 Der Vorstand. Wilmersdorf. nicht statt. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Arminhallen, Kommandantenstraße Nr. 20: Versammlung. Tagesordnung: Da der Spediteur Voigt, der die Sonntag, den 15. Januar ds. Is., Vormittags 10 Uhr, in den Zeitungen bis jetzt sehr unpünktlich verbreitet hat, seine Abonnenten an uns abgegeben hat, so ersuchen wir die Genossen, direkt bei dem Vertrauensmann Fritz Heinemann, Sigmaringenstraße 32, III, ihre Zeitungen zu bestellen. 2. Fritz Heinemann. Karl Lück. 340/5 Etablissement Morit 1. Vortrag des Genossen Roland über: Wird das Elend fiegen?" Aufnahme neuer Vereine. 3. Bundesangelegenheiten und Fragekasten. Ausgabe der Delegirtenkarten. Der Vorstand. 172/5 Ausserordentliche Generalversammlung Buggenhagen. des Deutschen Tischler- Verbandes Moriz Play. Täglich: Jutrumental- Konzert. Großer Frühstücks- n. Mittagstifd. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. ( Zahlstelle Berlin) am Montag, den 9. Januar 1893, Abends 82 Uhr, im oberen Saale des Herrn Bolk( fr. Feuerstein), Alte Jakobftr. 75. Zages Ordnung: 1. Unsere Organisation nach der Verschmelzung der 3 Vereine( Deutscher Tischler- Verband, Fachverein und Musikinstrumentenarbeiter- Berein). Referent Kollege R. Ahrens. 2. Diskussion. 3. Vortrag des Kollegen R. Schmidt über Holzarbeiter- oder Industrie- Verbände. 4. Verschiedenes.- Um pünft liches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Für Moabit ist eine Beitragfammelstelle errichtet. Dieselbe befindet sich Beuffel- und Thurmstraßen- Ecke bei Hahn. Jeden Sonnabend Uhr. 316/4 Gratweil's Bierhallen on 8-10 br. Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Bwei Säle zu Bersammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Fachschule der Vereinig. der Maler sämmtl. Filialen Berlins. Vom 4. Januar eröffnen wir einen zweimonatlichen Kursus im praktischen Ornamentmalen und Beichnen, sowie in der Holz- und MarmorMalerei. Anmeldungen werden während des Unterrichts in der Aula der 37. Se 211/6 meindeschule Mariannen- Ufer la, entgegengenommen. Die Fachschul- Kommission. General- Versammlung Schmiedel's Festsäle, der Freien Vereinigung der Lohgerber u. Lederzurichter Berlins Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas- Theater. 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Da der etwaige Ueberschuß hiervon zur allgemeinen öffentlichen Agitation verwandt wird, ersuchen wir die Kollegen und Kolleginnen um eine zahlreiche Betheiligung. Dieser Maskenball ist nicht mit den verschiedenen PrivatMaskenbällen zu verwechseln. Dies bitten wir genan zu brachten. Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Die nächste öffentliche Versammlung findet Montag, den 23. d. M., in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, statt. 272/11 Echter Langensalza'er Kantabak 1,50 Mk.81062 zu repariren ( außer Bruch) Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Suche für meinen Sohn, der 2 Jahre Panopticum.eiter zum Weiterlernen. Tischler gelernt hat, einen tüchtigen Uhren, Gold- u. Silberwaaren 81b C. Wunsch, aungnr. 38, C. Fischer, Saal und Zimmer O., Blankenfelderstr. 5, 2.§. I., 1 Kr. 1. für Zahlstellen, Arbeitsnachweis zu Lehrling f. Modelltischlerei verlangt A. Nürnberg, Ackerstr. 35. vergeben Gipsstr. 3. 6856 815b] Fernsprech- Anschluß. 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Januar: Außer Warken ist noch der abgelegte Bergmann Müller 42 wegen Aufreizung zum Klassenhaß" verhaftet worden. Das Wolff'sche Bureau berichtet aus Altentessel unterm Die gestrige hier stattgehabte Bergarbeiter- Bersammlung war bon 2000 bis 3000 Personen besucht, darunter vielen Frauen. Drei der letzteren nahmen das Wort und erklärten, es müsse weiter gestreift werden; es feien unbedingt kürzere Schichten und höhere Löhne nothwendig. Die Theilnehmer zogen unter Gesang und fortwährendem Schießen nach den Ortschaften zurück. Es ist mehrfach auf Beamte scharf(??) geschossen worden. n " Donnerstag, den 5. Januar 1893. und * * * 10. Jahrg. Von der Agitation. Eine Agitationstour nach dem im bremischen Kreise gelegenen Orte Strohm unternahmen die Bremer Parteigenoffen am Neujahrstage. Die Tour war recht erfolgreich. Parteikonferenzen. Die nächste Delegirtenkonferenz für den 11. badischen Wahlkreis findet am 15. Januar in Weinheim statt. Gine Konferenz der Sozialdemokraten des Wahlwird Sonntag, den freises Darmstadt- Großgerau 22. Januar, im Lokale des Genossen Cramer zu Darmstadt abgehalten. Die Tagesordnung u. a.: Agitation für die bevors stehenden Wahlen zum hessischen Landtag. * Neichstags- Kandidaturen. In Breslau Sand Genosse S ch it- Breslau und im Schweidniger Kreise Che nosse Franz Feldmann, Redakteur des Proletariers", AIS Reichstags- Kandidat aufgestellt worden. 59 fammlungen werden von diesen fleißig frequentirt." Von den Gegner bekamen insgesammt 212-256 Stimmen. Unsere Partei feitens der Grubenverwaltungen gegen die Streifenden beliebten wird, wenn die Zahl unserer Stimmen auch ferner fo erfreulich Den formalen Anlaß zur Verhaftung Warken'3, des Vor- Maßregeln bietet dasselbe Blatt folgendes liebliche Bouquett: wächst wie diesmal, wozu beste Aussicht vorhanden, innerhalb telegraphisch angewiesen weniger Jahre eigene Vertreter in der Gemeinde haben. fizenden des Rechtsschutzvereins, soll die von diesem in der Bild-" Sämmtliche Inspektionen sind welche worden, alle Maschinenleute der Gruben, stocker Versammlung angeblich geäußerte Bemerkung abgegeben ftreifen, sofort abzulegen. Unter den übrigen Streifen- Bei der Gewerbegerichts- Wahl in Apolda siegten auch haben, daß 3000 Revolver zum Verkaufe bereit seien." Die ben ist man dabei, eine Auswahl der Haupträdelsführer in der Klasse der Unternehmer die von der Sozialdemokratie aufFrankfurter Zeitung" findet diesen Verhaftungsgrund etwas fonderbar". Hetzer zu treffen, welche abgelegt werden sollen. gestellten Kandidaten. den jetzt streifenden darunter bleibt die Aufnahme in die BergAuch die jungen Bergleute werden aufs Genaueste kontrollirt, schule behuss Ausbildung zum Steiger versagt. Die größte Gefahr droht aber unserm ganzen Kohlenbergbau von Belgien her, wo man sich den hiesigen Nothstand zu Nuze macht und den größeren industriellen Etablissements, welche bisher Saartohle bezogen, die vortheilhaftesten Angebote zu niedrigen Preisen macht. Parteifinanzen. Wedel in Holstein: Ginnahme vom Schon am Tage des Streifausbruchs waren belgische Agenten im 23. August bis 21. Dezember 140,56 M., Ausgabe 106,90 M. hiesigen Revier. Hierdurch dürfte sich das Streifen den Bergleuten am bittersten rächen. Die Geschäftsleute leiden augenblicklich schon sehr. Am letzten Zahltag find fast nirgends von den Bergleuten, wie üblich, die aufgelaufenen Monatsschulden Die heute Vormittag in Köln( Regierungsbezirk Trier) bezahlt worden, sondern man hat das Geld zum Streifen aufstattgehabte Bersammlung hat gleichfalls den Beschluß gefaßt, gespart und versucht fröhlich weiter zu borgen. Ob die Geweiter zu streifen. Die Geistlichkeit soll in dieser Versammlung schäftsleute dabei je zu ihrem Gelde tommen, ist sehr zweifelhaft." arg mitgenommen worden sein. Auch eine Versammlung, welche Aus der Notiz geht hervor, daß die Maschinenleute nur durch gestern Nachmittag in Ensdorf stattfand, und in welcher drakonische Maßregeln vom Streit abzuhalten sind. Das VerFor aus Eppelborn( Luxemburg) sprach, entschied sich dahin, bei fahren der Bergbehörde, welches eine Expatriirung der eindem Ausstand zu verharren. An den in der Versammlung an- gefeffenen Bergbevölkerung im Kleinen darstellt, ist mit der Bewesenden Bürgermeister Kleber von Bous wurde die Bi tte gezeichnung preußisch- fistalisch" am fürzesten charakterisirt. richtet, mit der Bergbehörde zu verhandeln. Das scharfe Der Bergarbeiterfreund" enthält eine Bekanntmachung des Schießen auf Beamte" ist natürlich nur eine Phrase, mit welcher töniglichen Oberbergamits zu Bonn, inhalts deren vom 1. Januar der Preßknecht, der jene Nachricht ins Wolff'sche Bureau lancirte, ab die Wahrnehmung der bergpolizeilichen Aussicht In Liegnitz wurde vom Leiter der letzten Parteiverfa mm Diese zur Freude der Bureaukratie effektvoll abschließen wollte. über die Saarbrücker Staatsbergwerke von der töniglichen Berg- lung angeregt, von nun an teine Gelegenheit vor AberWeiter berichtet das Wolff'sche Bureau aus Saarbrücken werksdirektion auf besondere königliche Bergrevierbeamte über- gehen zu lassen, ohne Gelder für die unvermeidliche unterm 4. Januar:" Bur heutigen Frühschicht find angefahren gegangen ist. Es sind drei Bergreviere gebildet: Westlich- Saar- Reichstags- Erfahwahl zu beschaffen." Die Anregung auf der Berginspektion 1 Emsdorf" 492 von 2000 Arbeitern, brücken, Destlich- Saarbrücken und Neunkirchen, letzteres gleichfalls verdient allerorten Beachtung. auf der Belegschaft 2 Louisenthal" 993 von 3600 Arbeitern, auf mit seinem Size in Saarbrücken, die Berginspektionen König, der Belegschaft 3 von der Heydt" 624 von 3000 Arbeitern, auf Heinig und Reden umfassend. Als Bergrevierbeamte sind Berg- Ans Lübeck wird uns geschrieben: Am 1. Jamuar, Nachh der Belegschaft 4" Dudweiler" 628 von 2500 Arbeitern, auf der rath Abels zu Trier, Bergmeister Raiffeisen, bisher Berginspektor mittags 4 Uhr, wurde hier in der Zentralhalle der Parteis Belegschaft 5, Sulzbach" 570 von 2700 Arbeitern, auf der Be- in Louisenthal, und für Neunkirchen Bergmeister Pommer, bisher tag für Mecklenburg- Schwerin, MecklenburgStrelih und die Hansastadt Lübeck eröffnet. legschaft 6, Reden" 452 von 3500 Arbeitern, auf der Belegschaft 7 Berginspektor in Reden, bestellt. Heiniz" 1062 von 4500 Arbeitern, auf der Belegschaft 8 Neun- Aus Bochum wird uns unterm 4. Januar geschrieben: Jm waren 42 Delegirte aus 37 Orten erschienen. Außerden waren firchen" 1282 von 3200 Arbeitern, auf der Belegschaft 9 Friedrichs- rheinisch- westfälischen Kohlenrevier ist z. 3. noch alles ruhig. anwesend 5 Mitglieder der Agitationskommission, de: Reichss thal" 562 von 2400 Arbeitern, auf der Belegschaft 10 Göttel- Gleichwohl ist aber nicht abzusehen, ob dieser Zustand lange an- tags- Abgeordnete Th. Schwarz, der Herausgeber der:„ Nordborn" 326 von 500 Arbeitern, auf der Belegschaft 11 Fischbach" halten wird. An Zündstoff fehlt es auch hier nicht. Schon Wacht", P. Hug, 3 Gäste aus Ratzeburg und 3 aus Oldesloe. 432 von 1800 Arbeitern, in Summa 7423 Arbeiter von 30 000 während des ganzen vergangenen Sommers haben die Lohn- und Die Agitationsfommission, die in Lübeck ihren Siz hat und seit Mann der Belegschaften. Dazu kommen die Maschinenwärter Gedingereduktionen, die Feierschichten und Massenablegungen eine Oftern 1892 besteht, hatte laut verlesener Abrechnung bis zum und das sonstige Personal auf der Nachtschicht mit rund ganz erhebliche Gährung unter den Bergleuten hervorgerufen. 31. Dezember eine Einnahme von 971,95 M., eine Ausgabe von 400 Arbeitern, so daß im Ganzen 7823 Mann arbeiten. Ruhe- Dazu hat noch der Vorstand des Allgemeinen Knappschafts- Verbandes 498,50 M., somit einen Kassenbestand von 473,45 M. zu vera störungen, die im Einschlagen der Fenster der Wohnungen der zu Bochum durch die verschiedensten bei den Bergleuten wenig zeichnen. Aus ihrem Bericht ist hervorzuheben, daß trotz der ges anfahrenden Bergleute bestanden, find vorgekommen in Pütt- populären Maßnahmen die Erbitterung erheblich gesteigert. Weitere ringen Mittel und der besonderen Schwierigkeiten in 22 Orten lingen und Berbach. In Mittelberbach wurde der katholische Nahrung erfuhr aber die Erregung durch die neue Arbeiterordnung theils öffentliche Gewerkschafts- theils geschlossene politische Vers Geistliche, der zum Frieden mahnte, in stürmischer Versammlung und das Inkrafttreten des, arbeiterfreundlichen" Berggesetzes. Die sammlungen abgehalten worden sind. Im Laufe der Verhandbedroht. Die gestrige Versammlung auf dem Bildstock war von Führer der Bergleute stehen zum Theil einem Streit unsympathisch lungen wurde von den Delegirten fast aller Orte bitter Klage gea etwa 3000 Personen besucht. Es waren wiederum viele Frauen gegenüber; doch fehlt es auch nicht an entgegengesezten An- führt über die Schwierigkeiten, die bei dem Abhalten von Ver anwesend. Der Vorstand des Rechtsschutzvereins wurde ermächfichten. Die Bergarbeiter selbst find aber ihrer Mehrzahl nach fammlungen gemacht werden. Ein Antrag, der den Schwerpunkt tigt, Erfaßmänner für die verhafteten Borstandsmitglieder für einen Streit. Sie glauben nichts mehr verlieren zu fönnen. der Versammlungen in die Gewerkschaften verlegt wiffen wollte, Marken und Müller 42. zu wählen. Zur Verstärkung des Die Lage, so geht die Meinung, fei gerade günstig. Erftens der fand durch Annahme folgender Resolution Erledigung: Die Streitfomitees wurden gewählt: Wilhelm- Spiesen, Schummer- Winter, wo der Kohlenkonsum ein stärkerer ist, zweitens die all- politische Agitation in Mecklenburg ist nach den Wahlkreisen ein Elversberg, Bitzer- Altenwald und Remy- Neunkirchen, welche gemeine Weltlage. Das Saarrevier ist ausständig, in Belgien zurichten; jeder Wahlkreis soll seinen Vorort wählen, dem ein alle schon vor längerer Zeit aus dem Dienst der königlichen stehen die Grubenarbeiter vor einer gleichen Bewegung, in Frant- Bertrauensmann vorsteht; der Borort eines jeden Wahlkreises Gruben entlassen sind. An Stelle Warten's ist Limpert- reich sind die Gemüther nach der Affäre von Carmaux eben hat regelmäßig an die Agitationskommission zu berichten. Die Wuftweiler zum Vorsitzenden des Rechtsschutz Vereins faum wieder in Stillstand gerathen; der kleinste Umstand dürfte Agitationstommission hat für die Einführung aller agitatorischen gewählt worden. Derselbe theilte in der Versammlung fie wieder in Aufregung versetzen. Dazu der schwankende Zu- Maßnahmen, die der Parteitag beschließt, Sorge zu tragen. Die mit, daß ein von dem Rechtsanwalt Heyder in Meh verfaßtes stand der französischen Regierung, die dem wuchtigen Angriff mündliche Agitation foll in Mecklenburg möglichst in Form von Schriftstück über die Lage im Streitgebiet an das Ministerium jugendmuthiger sozialistischer Kraft taum zu widerstehen im gefchloffenen politischen Versammlungen betrieben werden." abgeschickt worden sei. Die Versammlung beschloß, den Streit ftande sein dürfte. England endlich hat mit sich selbst zu thun. Die gegen die Reichstagskandidaten des 1. und 3. mecklenbur fortzusetzen." Streitaussichten find auch dort vorhanden, und die internationale gifchen Wahlkreises vorliegenden Beschwerden fanden dadurch ihre Solidarität würde auch dort entweder vollständige Arbeits- Erledigung, daß beide Kandidaten zurücktraten. An Stelle der einstellung oder wesentliche Einschränkung der Förderung zu Zurücktretenden wurden aufgestellt, im 1. Kreis RIüß- Elmshorn, stande bringen. Ob die Hoffnungen berechtigt sind, mag un- im 3. Kreis Rensch- Rostock. Zur Vororten der einzelnen untersucht bleiben. Sie wären es jedenfalls weit eher, wenn Wahlkreise wurden bestimmt: 1. Kreis Boizenburg; 3. Kreis Deutschlands Bergarbeiter über eine fräftigere Organisation ver- Bar chim; 4. Kreis Malchin; 5. Kreis Rosto d; 6. Streis fügten. Neben dem Mangel dieser Borbedingung, die Güstrow; Strelitzer Kreis Neubrandenburg und für das Die St. Johanner 3eitung erhielt aus dem Saar- bombastische Schönfärberei oder phantastischer Nebereifer als Fürstenthum Razeburg Schönberg. Der 2. Kreis revier folgende Buschrift:" In der gestrigen Nummer Ihrer für den Streit durchaus geschaffen erachtet, ist jedoch auch nicht offen. Hinsichtlich der Mecklenburger Volts- Zeitung" beschloß Beitung fand ich in dem Artifel unter" Lotales" eine Bemerkung, außer Acht zu lassen, daß heute auch der Kohlenmarkt unter man, das Blatt als offizielles Parteiorgan für Mecklenburg welche mir sehr zweifelhaft vorkommt, nämlich" Der Durch einer nie zuvor dagewesenen Krisis steht. Der Absatzmangel, anzuerkennen. Ferner wurde beschlossen, den internationalen schnittslohn für Hauer beträgt 4,55. Die Klage der Mehrheit andererseits das Vorhandensein von Kohlenvorräthen ist augen- Rongreß in Zürich durch den Genossen Th. Schwarz- Lübeck zu läßt nicht zweifeln, daß der Durchschnittslohn ein weit geringerer scheinlich. Die Bergleute sagten sich aber: So gut wie der beschicken; derselbe hat Lübeck und Mecklenburg zu vertreten. ist; denn was nützt mir der Durchschnittslohn, wenn mein Nachbar- Streit günftige Geschäftskonjunkturen verlängert, so gut muß er Zum Siz der Agitationstommission wurde wieder Lübeck bestimmt. arbeiter 5 m. verdient und ich mit 2 bis 3 M. abgeschickt auch ungünstige abkürzen. Er ist dem Arbeiter bei ungünstiger Am Schluß besprach der Reichstags- Abgeordnete Th. Schwarzwerde, dann steht der Durchschnitt höchstens auf 4 M. Denn die Geschäftslage insofern weit erträglicher, als ja derselbe so wie so übeck die Rede, welche der Kaiser beim Neujahrsempfang ges Fälle von 5 M. sind sehr wenige und die von 2 bis 3 M. find an größere Entbehrungen gewöhnt ist. Es kommt nun darauf halten haben soll. Der genannte Genoffe schloß aus derselben, massenhaft, daher die Klage. Der Beschwerdeweg wegen des Lohnes an, welche Ansicht hier die Oberhand gewinnen wird. Schon daß die Auflösung des Reichstages bald bevorstehe und forderte hat bis jetzt bei uns auf friedlichem Wege gar feinen Erfolg, daher am Freitag, den 6. d. M. will eine öffentliche Bergarbeiter- Ber- die Delegirten auf, sofort nach ihrer Heimkehr sich mit allen der Streit." sammlung zu dem Ausstand im Saarrevier Stellung nehmen. Kräften der Wahlagitation zu widmen. Dazu bemerkte das Organ der Grubenverwaltungen, der Gelingt es dort nicht, die erregten Gemüther zu beruhigen, so fogenannte„ Bergmannsfreund" hochfahrend: Wir wollen uns fällt allem Vermuthen nach zunächst der Effener Bezirk Du sollst nicht falsches Bengnis reden wider Deinen ihm wird mit dem unverständigen Sachverständigen über den Durchschnitts- und das übrige Revier dann sofort Nächsten. Dieses Gebot der christlichen Religion wird dem Wie nun auch die Iohn u. f. w. nicht auseinandersehen, der Mann versteht das nachfolgen. Entscheidung fallen ultramontanen Pfarrer Wacker, einem Hauptagitator der nicht. Uns genügt hier festzustellen, daß im Oktober, dem letzten möge, ob zu gunsten des Streits oder nicht, ob falls ersteres Ultramontanen in Baden, von unseren Freiburger Genoffen recht Monat, für welchen die Berechnungen abgeschlossen sind, unsere der Fall- erfolgreich für die Bergleute oder nicht, der Vortheil empfindlich in Grinnerung gebracht. Als neulich der Agent 17.000 Hauer arbeitstäglich zusammen 17 000 x 4,55 Mart bleibt dem im Klaffenkampfe befindlichen Proletariat. Wie der Hofmann wegen eines großen Griffs in fremde Taschen verhaftet = 77 350 M. und unsere gesammten 30 000 Arbeiter täglich Durhamer Kohlengräber- Streit neue Rämpfer in die Reihen der wurde, hing ihn der Pfarrer Wacker in einem ultramontanen 30 000 X 3,90= 117 000 m. verdient haben. Wie die einzelnen Sozialdemokratie gedrängt hat, so wird das auch hierbei ge- Blatte der Sozialdemokratie an die Rockschöße. Demgegenüber hieran betheiligt sind, liegt an ihrem eigenen Fleiße und auch schehen. Der einzige Unterschied ist nur der, daß es in dem veröffentlicht das Freiburger sozialdemokratische Agitationskomitee etwas am„ Bergmannsglück". Wenn der Einfender mit 2 bis oder jenem Falle langsamer oder in beschleunigterer Gangart eine Erklärung, in welcher mitgetheilt wird, daß der Agent 3 M. abgeschickt zu sein vorgiebt, dann ist er teiner von den geschieht. Hofmann noch niemals zu unserer Partei gehörte, auch noch nie Fleißigen. Die Behauptung aber: Die Fälle von 5 M. als Parteigenosse betrachtet worden ist, sondern als er, um Geld sind sehr wenige und die von 2 bis 3 Mark zu verdienen, sich einst an unsere Genossen herandrängte, von find maffenhaft, ist eine grobe unwahrheit! Hier der amtbiefen zurückgewiesen wurde. Hofmann habe vielmehr schon lange. liche Beweis: Es haben im Monat Oftober verdient unter dem katholischen Arbeiterverein angehört, wo er hervorragend 2,60 M. überhaupt kein Hauer. Zwischen 2,60 und 3 M. im thätig gewesen sei und sogar Vertrauensposten bekleidet habe. Diese Historie giebt einen fleinen Begriff davon, mit welcher ganzen 20 Hauer und über 5 M. haben verdient 2229 Hauer. In Prozenten ausgedrückt haben 0,13 p& t. der Hauer zwischen Ungenirtheit die Sozialdemokratie verleumdet wird. 2,60 und 3 M. und 14,09 pt. über 5 m. verdient. 75 pet. oder genau drei viertel sämmtlicher Hauer verdienen zwischen 4 und 5 M. Und da hat der Einsender den traurigen Muth, zu behaupten: die Fälle über 5 M. sind sehr wenige, und die von 2-3 m. find massenhaft. Mit solchen frivolen Lügen muß man den Leuten doch in unsern ernsten Zeiten nicht tommen!" Diesem hochmüthigen Offiziofus ist einfach zu entgegnen, daß die Angabe des Verdiensies, der in einem Monat erreicht wurde, noch gar nichts beweist. Durchschnittslöhnen muß man billigermaßen eine Jahresperiode zu Grunde legen. V Tas Herold'sche Büreau berichtet: In Saarlouis, Ensdorf und Schwalbach fanden sehr start besuchte Versammlungen von Bergarbeitern statt, welche beschlossen, weiter zu streifen. Alles ist ruhig. Die Ingberter Grube streift nicht, die Glashütte Sulzbach hat wegen Rohlenmangels den Betrieb eingestellt. Parteinachrichten. 0 bleibt Protestversammlungen gegen die Militärvorlage haben Die Sozialdemokratie Steiermarks hielt zu Weihnachten ferner stattgefunden in Langelsheim( Referent Calwer- ihre erste Landeskonferenz ab. Auf derselben waren fast alle Braunschweig) und Strohm( Referent Reichstags- Abgeordneter bemerkenswerthen Orte Steiermarts vertreten, die Zahl der Bruhns- Bremen). Delegirten betrug mehr als 60. Die Konferenz beschloß die Eintheilung Steiermarks in 9 Agitationsbezirke und wählte für die Gemeindewahlen. Bei der Bürgerausschuß Wahl in Landesvertretung einen Achterausschuß. Von den einkommenden Bödingen( Württemberg) brachte der sozialdemokratische Parteigeldern werden 15 pet. an die Vertretung der österreichiVerein mehrere Kandidaten durch. schen Sozialdemokratie und 25 pet. an die Landesvertretung abIn Briesnih bei Dresden erhielt der sozialdemokratische geführt, von den übrigen 60 pt. hat die Bezirksvertretung die Wie der„ Reichs- Anzeiger" meldet, ist der Ober- Kandidat 49, der Gegner 39 Stimmen. Der Gemeindevorstand gesammten Agitationskosten ihres Bezirks zu bestreiten. Als Berghauptmann und Ministerialdirektor im Ministerium für erklärte jedoch 46 Stimmzettel der Unseren für ungiltig, da der Organ der Sozialdemokratie Steiermarks wurde das von den Handel und Gewerbe, Freund, nach Saarbrücken abgereift. auf denselben mit verzeichnet gewesene Name des Ersatzmannes Grazer Genossen neu herausgegebene Blatt„ Der Beobachter" Wir haben keine Hoffnung, daß dieser Beamte den verfahrenen unrichtig wiedergegeben war. Gegen die Ungiltigkeitserklärung anerkannt. Mit diesen Beschlüssen haben nunmehr auch die Ges Karren zur Befriedigung der Arbeiter wieder herausbringen hilft. ist Protest erhoben, da sie sich billigermaßen nur auf die für den nossen Steiermarks eine eigene Organisation. Möge sie blühen Bei der Berathung der Bergnovelle im preußischen Abgeordneten- Erfagmann abgegebenen Stimmen hätte beziehen dürfen. und gedeihen zum Nutzen der Gesammtheit des klassenbewußten hause hat sich Herr Freund nicht als Vertreter der Arbeiter- In Gablenz bei Chemnitz fiegten in der Klasse der Un- Proletariats. Die Sozialdemokratie Südböhmens hielt Interessen erwiesen. ansässigen die beiden sozialdemokratischen Kandidaten mit 314 und am 25. und 26. Dezember in Budweis ebenfalls eine Kon390 Stimmen. Die Gegner brachten es auf nur 34 Stimmen. ferenz ab. Auf derselben wurde Südböhmen in OrganisationsAls Ersaßmänner wurden gleichfalls die Genossen gewählt. bezirke eingetheilt und ein Landeskomitee sowie ein KontrollNach einer Privatmittheilung des Berliner Tage blatts" vertreten gerade die Frauen der Bergleute den Gedanten des Streits, weil sie hoffen, von den zu erringenden hohen Löhnen für das Haus am meisten zu profitiren. Auch die BerIn Feuerbach bei Stuttgart erhielten wir bei der Bürger- tomitee gewählt. ausschuß- Wahl 127-179 Stimmen, 30-40 mehr als früher. Die l TodtenNste der Partei Gestorven in Eaalfeldder Schloffer G u sr a v B l e y. feit langen Jahren wohlbeivährt in der Agitation für unsere Parle«. »« Polizeiliches. Gerichtliches er. — Wegen Beleidigung des Schuhfabrikanten Dorndorf nmrde der Redakteur der Breslauer„Volksrcacht". Genosse Thiel, zu SO Mark Geldstrafe event. zehn Tagen Gesängniß verurrheilt. — Genosse Franz Feldmann, der Redakteur des „Proletariers aus dem Eulengebirge", wurde am Sylvester- morgen wegen angeblichen Fluchtverdachts verhaftet. Er veröffentlicht dies in dem genannten Blatt mit dem Bemerken: „Obgleich ich hinlänglich Zeit gehabt hätte, zu entfliehen, würde ich dies doch niemals thun, da ich die Konsequenzen meiner Handlungsweise stets zu tragen bereit bin."— So spricht ein wackerer Sozialdemokrat! Der Grund der Verhaftung ist die neulich gegen Feldmann wegen Majestätsbeleidigung erkannte hohe Strafe von 1 Jahr Gesängniß, die durch Abdruck der Thier- fabel„König Stier" verwirkt wurde. Der Staatsanwalt hatte in der am 8. November zu Schweidnitz stattgehabten Verhandlung keinen Verhaslungsantrag gestellt, sondern erst ca. vier Wochen später. Das Landgericht lehnte jedoch diesen Antrag der Staats- anwaltschaft am 8. Dezember ab, woraus diese beim Breslauer Ober-Landesgericht Beschwerde erhob. Dasselbe beschloß am 23. Dezember die Verhaftung. Begründet wurde dieser Beschluß, wie oben angedeutet, damit, daß Feldmann, weil er in erster Instanz verurthellt worden, dringend verdächtig sei, fich der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht zu haben und bei der Höhe der erkannten Strafe fluchlverdächtig sei. Gegen das Urtheil erster Instanz ist. wie der„Proletarier" mittheilt,„die Revision rechtzeitig angemeldet und auch begründet worden und mehrere Juristen haben die Meinung geäußert, daß die Ver- «ctheilung vom Reichsgericht wohl nicht bestätigt werden dürfte. Da nun aber gegen Beschlüsse und Verfügungen der Ober- t�andesgerichte nach Z 846 der Strafprozeß- Ordnun g Beschwerde nicht zulässig ist. wird Genosse Feldmann voraussichtlich bis zur Entscheidung des Reichsgerichts, welche in etwa 6—8 Wochen erfolgen dürfte, in Haft bleiben müssen, falls nicht«in Kautions- angebot Erfolg hat." — Aus Neubrandenburg wird der„Mecklenburgischen Vollks-Zeitung" unterm 30. Dezember geschrieben: Wegen einer im August d. I. hier abgehaltenen geschlossenen politischen Ver- sammlung, zu der mittelst Karten eingeladen worden, waren auf Veranlassung des Polizeimeisters Krüqer Strafbefehle gegen den Wirth Pritzkow in Höhe von 80 M.. gegen den Zimmerer Röpaie als Einlader und gegen den Referenten Buchdrucker Rensch- Rostock solche von je 20 M. erlassen unter Anziehung der§§ 3 und 8, Abs. 4 der meckl.-strel. Verordnung vom l9. März 1891, nach«velcher die Abhaltung öffentlicher politischer Versammlungen der Genehmigung der Ortspolizeidehörde bedarf. Gegen diesen Strafd>isehl erhoben die Betroffenen Einspruch. Die Angelegen- heit kam am 29. v. Mts. vor dem hiesigen Schöffengericht zur Verhandlung. Obgleich weder nachgewiesen werden konnte, daß die Tagesordnung:„Welche Bedeutung hat die„Mecklenburgische Vollszeiwng" für unsere Partei?" und die„Nenbrandenburger Bürgerrezrasentanten- Wahl", welche letztere auf Grundlage des Dreiklasseu-Wahlsystems erörtert wurde, einen politischen Charakter getragen habe, noch, daß ohne Eintrittskarte irgend eine Person in die Versammlung gelangt sei, glaubte das Gericht, wie aus den Entscheidnngsgründen hervorging, wegen der mit einer ge- schlofsenen politischen Versammlung erzeugten„Umgehung resp. Verdunkelung" des angezogenen Gesetzes die Berufung des Ein- laders und des Referenten verwerfen zu müssen. Der Wirth Pritzkow wurde freigesprochen. Der Herr Amtsrichter fühlte sich noch veranlaßt, den Verurtheilten die Berufung zu empfehlen, welche denn auch sofort erfolgte. — Am 21. Dezember stand Genosse Osterburg» früherer Redakteur der„Sonntags-Zeitung", vor den Schranken des Halber st ädter Landgerichts,«im sich wegen der letzten gegen ihn schwebenden Anklage zu verantworten. Es handelte sich um die Veröffentlichung der Anklageschrift in Sachen Krietsch-Ofter- bürg, worin eine nochmalige Beleidigung des Direktor Krietsch enthalten sein sollte. Der Staatsanwalt beantragte eine Ge- fängnißstrafe von 2 Monaten,„da eine Geldstrafe die sozial- demokratische Partei bezahle". Der Gerichtshof erkannte aus 200 M. Geldstrafe.— Der öffentlichen Beleidigung war auch Genosse Jäger aus Egeln angeklagt. Derselbe hatte in einer Bersanimlung behauptet, der Fleischermeister Felgentreff habe ihm gegenüber geäußert:„Alle Sozialdemokraten müßten verhungern". Die Zeugen Fleischer Felgentreff und Gastwirth Flechtner be- künden erblich, daß dieser Satz nicht in bezug auf die Sozial- dcmokraten geäußert worden sei. Felgentreff habe nur die Bummler gemeint. Der Gerichtshof schenkte den Aussagen der beiden Zeugen Glauben und erkannte aus 1 Woche Gesängniß. Publikatioiisbefugniß des Urtheils im Egelner Wochenblatt, Halberftädter Jntelligenzblatt und SonntagSzeitung. Der Staats- auwalt hatte 100 M. Geldstrafe beantragt. — Die letzte vorjährige Nummer der„E l f a ß- L o t h r i n- gischen Volks-Zeitung" wurde wegen angeblichen Ver- gehenS gegen§ 131(Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen:c. durch wissentlrch erdichtete oder entstellte Thalsachen) konfis- z i r t. In ivelchem Artikel das angebliche Vergehen enthalten sein soll, darüber wurde kein Aufschluß gegeben. Der Polizei fielen in der Mühlhäuser Expedition des genannten Parteiblattes nur 36 Exemnlare in die Hände. Wetter wurden die in den Gastwirthschasten Mühlhausens ausliegenden Exelnplare beschlag- nahmt; ebenso gelang es der Polizei in einigen auswärtigen Orten die Exemplare abzufassen, noch bevor sie zu den Abonnenten ausgetragen waren. — Im Uebereifer.„Auf Grund des Sozialisten- gesetzes" siftirte der Gendarm in L i e b e r o s e in der Woche vor Neujahr»ner Berliner Parteigenossen, ivelche die ihnen aufgezwungene ArbeitSmnße dazu benutzten, in dortiger Gegend Agitationsschriften zu verbreiten. Unsere Genossen wurden. nachdem sie drei Stunden im Amtsverließ zugebracht hatten und ihnen die„gefährlichen" Schriften abgenommen waren, wieder auf freien Fuß gestellt. Natürlich ist Beschwerde beim Landrath ezngereicht. — Genosse Dr. Ellenbogen in W i« n sollte sich in einer Rede gegen das Strafgesetz oergangen haben. Das erste Gericht erkannte aus Freisprechung, der Staatsanwalt legte dagegen Be- rufung ein, das Appellgericht bestätigte jedoch die Freisprechung mit der lobensiverthen Begründung, daß eine Rede m ihrem Zu- fammenhange bcurlheilt werden inüsse und es nicht angehe. einzelne Sätze herauszureißen und als Grundlage für eine Anklage zu denützen. Tuftertes. Die Abonnenten deS„Vorwärts",«velche beabsichtigen, sich den letzten Jahrgang der Sonntagsbeilage«Die Neue Welt" einbinden zu lassen, machen wir daraus aufmerksam, daß Titel und Jnhaltsverzeichniß kostenfrei in unserer Expedition, Beuthstr. 3 verabfolgt wird. DaS zweite Gebot, so da lautet:„Du sollst den Namen deines Gottes nicht unnützlich führen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lasten, der seinen Namen mißbraucht", hat gerade der Psassheit von jeher am wenigsten imponirt, und wenn der Stöcker'sche„Reichsbote", ivie wir genern bereits erwähnten. jetzt seinen Lesern„mit Dank gegen unseren gnädigen Gott" mittheilt, daß es ihm„unter seinem Segen" gelungen ist, eine eigene Druckerei zu erwerben, so kann er sich dabei auf einige Präzedenzfälle berufen. Im November 1888«vurd« die Wahl S t ö ck e r s zum preußischen Landtage im Wahlkreise Herford- Bielefeld von dem Stöckerblalt„Neue Westfälische Volks- Zeitung" verkündet mit den Worten:„Gott hat uns den Sieg gegeben". An den Gewählten telegraphirte dieses Blatt:„Gott ist mit uns, Sie sind gewählt," und Stöcker, der damals noch Hofprediger war, antwortete:„G o t t die Ehre, den treuen Wählern Dank!" Der Bericht des Stöckerblattes schloß mit den Worten:„Ja, es war ein unvergeßlicher Tag! Es ist vom Herrn geschehen und ein Wunder vor unseren Äugen. Psalm 103". Auch auf dem Siegesfeste, welches die kon- servativen Wähler veranstalteten, wurde mit Anrufungen Gottes nicht gespart. Der Choral„Allein Gott in der Höh' sei Ehr" eröffnete die Feier, der Choral„Nun danket alle Gott" schloß sie. Ein Geistlicher, Superintendent Schmalenbach, dankte„dem Herrn, der alles so schön geleitet und uns den Sieg gegeben", in einem inbrünstigen Gebet. Dieses Gebahren stand aber nicht etwa vereinzelt da. Aus Anlaß der- selben Wahl schrieb aus dem Wahlkreise Grünberg-Frey- st a d t der bekannte Hausvater N ü h m e r in Alt-Tschau bei Neusalz:„Der H e r r hat alles wohl gemacht und alles, alles recht gemacht, gebt unserm Gott die Ehre!" Der Sieg der „kaiserlich-königlich-treuen Urwähler", wie der würdige Haus- vater die konservativen Wähler in seinem frommen Blatte nannte, wurde in einem Telegramm nach Potsdam gemeldet, das da lautete:„Nach schwerem Kampfs Sieg der konservativen Sache. Gott war mit uns, ihn, sei die Ehre!" Aehnliche Beispiele ließen sich dutzendweise anführen. Den Pfaffen ist äugen- scheinlich die ursprüngliche Absicht des zweiten Gebotes nicht mehr recht klar. Sie war die, daß der Eindruck, den die An- rufung des Namens Gottes machen sollte, nicht durch zu reich- lichen Gebrauch abgeschwächt würde. Diese Vorsicht gebrauchten die morgenländischen Herrscher— als solchen dachten sich ja die Juden ihren Gott— und gebraucht heute noch der Mikado von Japan. Aber übereifrige Höflinge vereiteln durch zu weil gehende Devotion die weise Absicht ihres Herrn. In der Herberge znr Heimath am Wedding hat es, wie uns nachträglich berichtet wird, auch eine Weihnachtsbescheerung gegeben, die freilich etwas dürftig ausgefallen ist. Ein„armer Teufel", wie er sich selbst nennt, war gezwungen, während der Feiertage die Herberge zur Heimath aufzusuchen und schildert uns nun seine Erlebnisse:„Gleichsam als Vorfeier wurden am Abend vor dem Weihnachtsfest zwei der Uebernachtenden, die sich im Fremdenzimmer ernes geringen Vergehens schuldig gemacht hatten, gewaltsam an die frische Lust befördert, trotzdem sie ihr Schlaf- geld schon bezahlt hatten. Am Weihnachtsabend wurden nur diejenigen eingelassen, welche eine Schlafmarke vom Tage zuvor ausweisen konnten, von auswärts Zureisende fanden also keine Aufnahme mehr. Der Preis der Betten wurde vom Hausvater von 60 aus 75 Pf. erhöhl. Die Feier selbst begann mit einer Andacht, welche noch einmal so lange dauerte wie die Verlheilung der von Berliner Woblthätigkeits-Vereinen gespendeten Liebes- gaben. Von den Angestellten des Hausvaters wurden Hemden, Strümpfe und Pulswärmer vertheilt ganz nach Belieben, ohne jede Kontrolle. Die Bedürfnißfrage fand keinerlei Berücksichtigung, so daß derjenige, dem ein Hemd dringend nothwcndlg war, mit Strümpfen abgespeist wurde. Es schien auch so, als ob bei der Vertheilung nicht mit der größten Unparteilichkeit zu Werke gegangen werde. Den christlich- sozialen„Sonntagsfreund" und eine Predigt gab's in schweren Mengen, davon wurde aber niemand satt. Für den Magen gab's einen sogenannten„Christstollen", kaum größer wie eine Hand, der denn auch sofort verzehrt wurde, und einige Zigarren, über deren Qualität am besten geschwiegen wird. Der Haus- vater beschwichtigte die Hungernden durch das Versprechen, daß es am ersten Feiertage Kaffee und Abendbrot geben werde. Arn anderen Morgen kam denn auch der„Kaffee", eine Tasse höchst eigenthümlich schmeckender gelber Brühe ohne Brot. Viele der Nachlgäste trieb jetzt der Hunger hinaus, selbst aus die Gefahr hin, am ersten Feiertag wegen Bettelns arretirt zu werden. Am Abend stellte sich der größte Theil der„Gäste" wieder ein. Etiva «in halbes Dutzend fehlte: einige haben aus Mangel an Schlaf- teld das Asyl aufgesucht, die übrigen waren arretirt worden. Zas„Abendbrot" wurde wiederum mit der üblichen Andacht eröffnet. Dasselbe bestand aus einem Glas« Bier und einer „Stulle", die mit Schmalz bestrichen war. Das letztere war aber so ranzig, daß es die ganze Stulle ungenießbar machte. Sehr viele kratzten dieses Schmalz ab. tun wenigstens das trockene Brot verzehren zu könne», die anderen gingen lieber mit hungrigein Magen zu Bette und überließen die Stulle dem Hausvater. Damit war das Christfest zu Ende. Es ließen sich eine ganze Menge von Mißständen beseitigen, wenn die Spender der Gaben die Vertheilung derselben nicht dem Hausvater allein überlassen wollte», sondern dieselbe selbst vornähmen. Dann würde mancher Mißbrauch in Wegfall kommen. Soweit unser Gewährsmann. Es wäre wirklich erfreulich, wenn sich der sromme„Reichsbote" einmal über die Ochsenziemer- theorie der christlichen Herbergen zur Heimath auslassen würde, anstatt augenverdreherischer Weise auf den Knieen seinem„Herrn" zu danken, daß es Dumme genug im geliebten Baterlande giebt, die ihm den Ankauf einer neuen Druckerei ermöglichen. Aber die Dickfelligkeit der Frommen im Lande ist bemahe so groß wie ihre Knauserigkeit den Aermsten der Armen gegenüber. Immer gemüthlich. Unter dieser Spitzmarke schreibt man uns von vertrauenswerther Seite: Ich war dieser Tage Augenzeuge einer Szene, die verdient, weiter bekannt zu werden. Bei einem in Moabit wohnenden Schlossermeister arbeitet ein Geselle, der zugleich auch viel mit den Lehrlingen außer dem Hause zu thun hat. Kürzlich schickte er einen Lehrling wieder nach der Werkstatt zurück, um einzelne Theile zu verbessern. Als der Lehrling zurück kam, fand der Geselle, daß die Arbeit nicht sauber ausgefallen war. Er meinte deshalb,«renn der älteste Lehrling es nicht besser machen könnte, dann könnte er überhaupt in der Werkstatt drin bleiben. Der Lehrling entfernte sich hieraus und kehrte nach kurzer Zeit in Begleitung des Meisters wieder zurück. Zwischen diesem und dem Gesellen kam es zu einem kurzen Wort- wechsel, in dessem Berlauf der Meister seinen Spazier- stock nahm und damit den Gesellen mit solcher Wuth über den Kopf schlug, daß ihm sofort das Blut über das Gesicht lief. Damit hatte der rabiate Schtosserineister noch nicht genug, er ergriff eine in der Nähe stehende Pelroleumkanne, welche wohl 3 Liter Petroleum enthielt, und schlug damit noch einige Male auf den Kopf des Gesellen ein. Sehr bald aber hatte sich die erste Hitze gelegt und der Meister spielte sich als barmherziger Samariter auf. Er wischte dem Gesellen das Blut aus dem Gesichte, wobei er allerdings noch ganz gotlsjäminerlich schimpfte. Das Blut wirkte aber noch weiter beruhigend, bald verstummten auch die Schimpfworte uno der Meister wurde zahm wie noch nie. Er verlegte sich sogar aufs Bitten und das übte aus den geprügelten Gesellen eine ganz eigenartige Wirkung aus. Die Wirkung war so großartig, daß etwa 10 Minuten später Meister und Geselle ganz vergnügt in der Kneipe saßen und— Versöhnung feierten! DaS heißt doch noch«ine prompte Er- ledigung von Streitigkeiten. ES ist wiedev nichts— mit den grünen Friesdecken in den Waggons der Großen Berliner Pferdebahn- Gesellschaft! Wie wir erfahren, dürfte die Direktion derselben von der Ein- sührung des schützenden Tuches Abstand nehmen und, wie wir hier gieich vorweg bemerken wollen, nicht mit Unrecht. Nach kaum einer Woche ist bereits in zwei der mit Fries ausge- schlagenen Pserdebahnwagcn der Linie Gesundbrun»en-Kre zberg die schützende Tuchhülle total zerrissen worden. Ob hier böser Wille oder Fahrlässigkeit seitens einzelner Passagiere vorgelegen hat, oder ob Fahrgäste die Friesdecke von den Fenstern herab- zudrücken versuchten, um einen freien Ausblick auf die Straße zu gewinnen, konnte nicht festgestellt«verden. Jedenfalls werden nach den bisherigen Erfahrungen weitere Wagen nicht mit Fries- tuch ausgeschlagen werden, und so wird hoffentNch der Drrrktion nichts weiter übrig bleiben, als Heizvorrichtungen in den Waggons einzuführen.— Auch mit den Heizvorrichtungen w,rd es wahrscheinlich noch gute Weile haben— weil sie Geld kosten. Um des Himmels willen nur nicht an der Dividende rütteln.� Der Musketier Prehm vom 66. Infanterie- Regiment, welcher sich auf der Flucht von seinen Transporteuren am Sylvesterabend zum Fenster hinausgestürzt, hat beide Beine gebrochen. Der junge Deserteur, der vor 14 Tagen heimlich ferne Garnison Magdeburg verließ, hatte sich eines Verbrechens nicht schuldig genracht. vielmehr ist P.. wie er angiebt, wegen einer unüberwindlichen Abneigung gegen den Militärdienst sahnen- flüchtig geworden.— Trefflicher kann die Liebe zum Soldaten-« stände und die Verehrung für des„Königs Rock" wohl kaum illustrirt werden. vom Polizeipräsidenten wird zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß unter den Kühen des Molkereibesitzers Umnuß, Mariendorferstraße 3, und nnter dem Rindviehstanoe der königlichen Strafanstalt Moabit, Lehrterstr. 3, die Maul- und Klauen- seuche ausgebrochen ist. Ei« Vorortzug«ach Potsdam, der am Montag um 8 Uhr Vormiltags vom Potsdamer Bahnhof in Berlin ab- gelassen worden war, wurde in der Nähe von Groß-Lichterfelde durch zwei Herren mittels der Karpenterbremse zum Halten ge- bracht. Schon als die Herren in Berlin eingestiegen waren, machte sich ihnen ein brandiger Geruch bemertvar, der sich während der Fahrt derartig verstärkte, daß bei Gr.-Lichterfelde dichte Rauchwolken den Wagenablheil erfüllten, worauf die Herren die Nothdremse zogen. Es stellte sich dem„Potsd. Corr." zufolge heraus, daß unter einer Bank ein Haufen glühender Kohlen lag. durch welchen die Dielen bereits angebrannt waren. Das Feuer wurde schnell mit Schnee gelöscht. Wie die Kohlen unter die Bank gekommen, ob absichtlich oder aus Versehen, weiß man nicht. Zur Heizung dienten sie nicht, da die Vorortzüge durchweg mit Dampfheizung versehen sind. Verschwundene Kupons. Die Firma Meyer Ball hat vorgestern Nachmittag in einem verschlossenen Konvert adressirt an H. C. Plaut bei dem Kaffenverein eingeliefert: 3 Stück gez. Oesterreichische 1S54er Loose und fällige Kupons 283,50 fl. von der Oesterrcichischen 41/5 pCt. Silberrente, 270,75 fl. der Oesterreichischen pCt. Schuldverschreibungen, 59,58 fl. der Kaschau- Oderberger Aktien, 25 fl. der Oesterreichischen Nordwestbahn- Aktien, 192 fl. der Kaschau-Oderberger Prioritäten. 24 fl. der Reichenberg-Pardubitzer Eisenbahn-Aktien.— Sämmtliche Kupons waren auf der Rückseite mit dem Firma-Stempel Meyer Ball versehen. Bei Eröffnung des Kouverts waren nur die obigen drei Stück Loose vorhanden, dagegen fehlten sämmtliche obigen Kupons. Bor dem Ankauf wird gewarnt. Die Aushebung eines SpielernesteS fand am Montag in der neunten Abendstunde durch die Kriminalpolizei statt. In der Dresdcnerstraße befindet sich ein Restaurant, wo sich all- abendlich eine größere Gesellschaft Rendezvous gab, um dem edlen Je» zu huldigen und„Tempel zu ballen", wobei bedeulende Summen in Umlauf gekommen sein sollen. So harmlos den Herren Spielern dieses Vergnügen airch erschien, so war die Polizei doch anderer Ansicht und gab derselben dadurch Ausdruck, daß sie zur Verhaftung der Spieler schritt. Als die Hazardiers, wie ein Abendblatt meldet, am Montag bei der besten Arbeil warn«, öffnete sich plötzlich die Thür, welche von der vorderen Gaststube nach dem Hinterzimmer, dem„Spielsalon", führte, ein Herr trat ein, schritt schnell auf den Tisch zu und erklärte, nachdem er auf Geld und Karten seine Hand gelegt, die Anwesenden als verhastet. Einm Augenblick herrschte Todesstille, dann aber brach der Tumult los. Alles drang auf den Beamten ein, welcher nun- mehr die Nothpfeife ertönen ließ. Auf das Signal drangen von allen Seiten Schutzleute und Kriininalbeamte in das Ziminer, und die Spieler gaben nun jeden weiteren Widerstand auf. Auf der Straße wurden die Arrestanten, ungefähr 30 an der Zahl, von den dort postirten Schutzleuten in Empfang genommen und nach der ain Louisen-Ufer befindlichen Polizeiwache unter üblichem Ehrengeleit abgeführt. Am NeujahrStage hat sich in Potsdam, wie die„PotS- damer Zeitung" derichtet, ein Akt von Insubordination zu- getragen, der für die betheiligten Soldaten schlimme Folgen haben kann. Vor einer Tanzwirlhschaft wurde Abends ei» Ulanen- gefreiter durch eine Militärpatrouille festgenommen. Da stürzten aus dem Saale wohl 100 Soldaten vom 1. Gardercgimenl zu Fuß und vom Regiment der Gardes du Korps und verlangten unter Drohungen energisch, daß der sestgenommene Kamerad wie- der in Freiheit gesetzt werde. D,e Patrouille mußte noth- gedrungen einstiveilen von der Arretirung ablassen. Erst eine halbe Stunde' später konnte der Gefreite abgeführt werden.— Wenn so etwas in Potsdam, als der„Wiege des preußischen Militarismus", vorkommen kann, was soll dann erst in den Pro- vinzen pasfiren! Ein schwerer Ungliicksfall, der den Tod eines Menschen zur Folge hatte, ereignete sich gestern Morgen gegen 8 Uhr in den, Hause Friedrichstraße 241. Dies Grundstück besitzt zum Theil ein Glasdach, um den Fluren Oberlicht zu verschaffen. Der Hausdiener Robert Steuer war damit beauftragt, das Glas- dach von Schnee zu säubern. Hierbei glitt er aus. brach durch die Scheiben und stürzte aus einer Höhe von acht Metern aus den Flur des ersten Stockwerks hinab. Der Tod erfolgte sofort, da Steuer mehrfache Schädelzertrünimerurgen davongetragen hatte. Die Feuerwehr hat seit vorgestern wieder schwere Arbeit gehabt. Wieder waren 16 Feuer zu bekämpfen. Bei einem Braud, der vorgestern Nachmittag in der Dennewitzstr. 19 auskam, hat das Dienstmädchen Schacht Brandwunden an der rechten Hand erlitten. Abends 10»/2 Uhr entstand Feuer im Reichs- Vcrsicherungsamt am Wilhelmsplatz 2. Die Brandstelle war eine offene Remise unler dem rechten Seitenflügel. Kurz darauf schwebte die Gemeindeschule in der Wafferthorstraße 31 in Feuersgefahr. Im Keller«varen größere Mengen Stullen- papiere in Brand gerathen. Um 1U/s Uhr kam in der Fürbringer- slraße 25 ein Feuer aus, bei dem ein Menschenleben in schwere Gefahr gerieth. Es brannte der im Keller des Hofgebäudes be- legene Vorrathsraum eines Materialgeschäfts. Der dichte Rauch drang in den darüber gelegenen Schlafraum eines Handlungs- dieners, der zum Glück noch rechtzeitig von Hausbewohnern gerettet wurde. Kurz nach Mitternacht brannte eine Wäschefabrik im zweiten Stock vom Quergebäude und linken Seitenflügel der Leipzigerstraße 59. Bei der Löscharbeit erlitt der Feuerwehr- anwarler Hoffmann Verletzungen an der linken Hand durch Glas- splitter. Acht Personen sind wegen Betheiligung an dem empörenden Ueberfall in der Sylvesternacht in der Greifslvalderstraße von der Polizei ermittelt und dingfest gemacht worden. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit wird das etwa 15 jährige Mädchen, das am 24. Dezember v. I., Nachmittags, in der«eibelstraße von einem Manne in pöbelhafter Weise be- lästigt wurde, gebeten, sich im Polizeipräsidium Zimmer 35, zu melden. Der Mann, der sich dieses Vergehen hat zu Schulden kommen lassen, ist ermitlelt worden; es handelt sich um die Fest- stellung seiner Persönlichkeit. Etwaige Versäumnißkosten werden ersetzt. Auf frischer Dhat wurden gestern drei Einbrecher in der Blumenstraße überrascht. Gegen 3 Uhr Morgens bemerkte«in städtischer Wächter, daß auf dem Flur des Hauses Nr. 27» drei Berfonen sich eben anfchichten, mit Packeten bas Haus zu ver- heran mit der im schroffen Tone gegebenen Mahnung, daß er sich zuhelfen." Das Fabrikinspektorat wird die Unternehmer hoffent Tassen. Leider konnte der Wächter nur einen der Burschen er- in Zukunft anständiger und höflicher gegen ihn zu benehmen lich schnellstens veranlassen, besser für die Arbeiter zu sorgen. wischen, die beiden anderen entflohen, mußten aber den größten habe, widrigenfalls er ihm den Zutritt zum Grundstücke ver Theil der Beute im Stiche lassen. Der Festgenommene ist ein weigern würde. Als der Angeklagte auf das Unberechtigte seines Sämmtliche Grubenarbeiterinnen der fiskalischen Königsschon vorbestrafter Schlächter Albert Schwidthaber. Bei den Auftretens aufmerksam gemacht wurde, kam es zwischen den grube sind, wie aus Königshütte O.- Schl. gemeldet wird, am Nachsuchungen stellte sich heraus, daß der in dem erwähnten Parteien zu einem Wortwechsel, wobei der Angeklagte die oben 31. Dezember entlassen und durch männliche Arbeitskräfte ersetzt Sause befindliche Lagerfeller des Schlächtermeisters S. mit einem erwähnten Worte seiner Frau zurief. Die Bedrohten, die den worden. Stemmeifen, das man am Boden liegend vorfand, erbrochen war Angeklagten fannten, befamen Angst, sie zogen es vor, sich Das Mannheimer Poftamt hat, wie die dortige Bolksund daß die Einbrecher Speckt und Würfte im Werthe von 200 m. fchleunigst davon zu machen. Der Angeklagte wollte seiner Ehe- ftimme" mit Befriedigung berichtet, zur Bewältigung des Neudaraus gestohlen hatten. In den zurückgelaffenen Backeten befand frau die Worte zugerufen haben:„ Man sollte sich wirklich einen jahrbriefverkehrs diesmal teine Soldaten angeworben, fich aber bis auf einige Schlackwürfte alles wieder, Revolver anschaffen, um sich vor solchen Burschen zu schützen". Ein Schlafstellendieb, von dem schon mehrfach in den Thatsachen halten, die Berufung wurde verworfen und auch das Der Gerichtshof mußte diese Auslegung für eine Entstellung der sondern das nöthige Hilfspersonal aus den Arbeitslosen Beitungen die Rede war, ist in der Person eines Arbeiters" erste Strafmaß beibehalten. Sämmtliche Raffenarbeiter der Wiener Raffena Ludwig verhaftet worden. Der Dieb arbeitete nach einem besonderen Schema. Unter Angabe falscher Namen miethete er als Das Schwurgericht des Landgerichts I verhandelte fabrik Wiese u. Komp.( Jof. Piga) stehen seit 22. Dezember angeblicher Maschinenheizer oder Postbeamte Schlafftellen und gestern gegen den 26jährigen August Franz, welcher beschuldigt wegen zehnprozentiger Lohnherabsehung im Streik. bat jedesmal die Wirthin, ihm einen ihrer Angehörigen mit- war der schweren Urkundenfälschung, des ver Die Glasarbeiter des Jfergebirges( Böhmen) wollen zugeben, der ihm beim Transport des Koffers von der alten zur suchten Betruges und zweier Diebstähle. Durch am 16. Januar die Arbeit niederlegen, falls bis dahin neuen Schlaffielle behilflich sein sollte. Diefen Begleiter ver- die Beweisaufnahme wurde der Charakter des Angeklagten in die Einführung eines Minimal- Wochenlohnes nicht zugefagt ist. schleppte Ludwig dann in ein Schantlokal, entfernte sich von dort ein recht böses Licht gestellt. Er hatte im August v. J. soeben refrutirt. unter irgend einem Vorwande und kehrte, während der Begleiter eine zweijährige Gefängnißftrafe wegen Diebstahls verbüßt. Er And Stockholm berichtet der Telegraph: Ein Lohnkampf vergeblich auf seine Rückkehr wartete, zu seiner neuen Wirthin lernte dann ein dienendes Mädchen kennen, von dem er erfuhr, wird von den schwedischen Buchdruckern vorbereitet. zurüd, um fie um einen fleinen Vorschuß, gewöhnlich 3 Mart daß es im Befige von Ersparnissen sei. In äußerst raffinirter Die Buchdruckerei- Besitzer in den Städten nördlich von hier haben oder etwas mehr, zur Begleichung einer Restschuld bei der alten Weise versuchte er, sich das Geld anzueignen. Zunächst stellte er alle Forderungen der Sezer vorläufig bewilligt; in diesen Birthin oder zur Bezahlung der Zeche zu bitten. In vierzehn sich unter dem falschen Namen Franz Schmidt vor, schilderte Tagen werden die Seger in Schonen höhere Lohnforderungen Fällen, in denen ihm dieses Manöver gelungen ist, hat Ludwig feine Vermögenslage als eine günstige und versprach stellen. bereits ein Geständniß abgelegt; es besteht aber kein Zweifel, daß er noch erheblich öfter mit Erfolg operirt hat. Der Nothstand! Eine Anzahl Befizer von Equipagen und Reitpferden hat sich vereinigt, um vom Mai d. J. ab im Thiergarten eine tägliche Promenade auf bestimmten Wegen und zu bestimmten Stunden zu erstreben. Am nächsten Freitag wird fich ein Komitee bilden, welches alle Equipagen- und ReitpferdeBefiger auffordern wird, diesen Bestrebungen beizutreten. Nun ift für diese Sorte von Menschen die soziale Frage unfehlbar gelöst. Herr R. Ambrofius, Versicherungsinspektor, Forsterstr. 16 wohnhaft, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem von uns vor einigen Tagen erwähnten Versicherungsbeamten gleichen Namens nicht identisch ist. Genoffen, welche noch Petitionen vom Verein für erfte Hilfe bei Unglücksfällen haben, werden dringend ersucht, die setben an Gustav Dietrich, Willibald- Alexisstr. 40, zu senden. Versammlungen: dem Mädchen die Ehe. Dann ließ er sich durch Einzahlung von zwei Mark ein Sparkassenbuch, ebenfalls auf den falschen Namen Schmidt lautend, ausstellen. Er machte dann selbst eine Anzahl Gintragungen, sodaß es den Anschein gewann, als habe das Buch einen Werth von 1000 m. Eines Tages schickte er seiner Braut das Buch zu. Er knüpfte daran die Bitte, ihm schleunigst die Summe von 300 M. zu verschaffen, die er da- Der sozialdemokratische Wahlverein für den 4. Wahl. zu gebrauchen wolle, mit seiner Braut eine Reise zu seinen in der freis hielt am 3. Januar eine Generalversammlung ab. ZuProving lebenden Eltern zu machen. Er könne das Geld ja selbst nächst ehrten die Bersammelten das Andenken des verstorbenen von der Sparkasse abheben, durch die vorgeschriebene Kündigungs- Gen. Koch durch Erheben von den Plägen. Dann hielt Reichstagsfrist ginge aber zuviel Zeit verloren. Die be- Abgeordneter P. Singer einen Vortrag über die politische glückte Braut schöpfte keinen Verdacht. Durch ein eigenthüm- Lage. Der Redner führte etwa aus: Das neu angebrochene liches Zusammentreffen von Umständen schlug die Spekulation Jahr werde der Sozialdemokratie vollauf Gelegenheit geben, sich des Angeklagten fehl. Das Mädchen hatte feine Ersparnisse zu bethätigen, machtvoll in die Verhältnisse einzugreifen. Kein ebenfalls auf der Sparkasse. Er kannte die Verhältnisse genau Genosse dürfe sich durch die ihm widerfahrenen Unannehmlichund wußte, daß man auf jedes Sparkassenbuch einen Betrag bis teiten der verflossenen Jahre veranlaßt fühlen, vom Kampfplat au 100 M. ohne weiteres abheben tönnte. Sie lieh sich ein fernzubleiben. Die Sozialdemokratie fei eben eine Rampfpartei, Sparkassenbuch von einer dritten Person, nahm ihr eigenes und wo jeder ohne Raft und Ruh das Seine thun müsse, bis der das ihr vom Angeklagten übergebene und wollte nun bei der volle Sieg errungen. Im Vordergrund des öffentlichen Lebens Sparkasse auf jedes Buch 100. abheben. Hierbei wurde das stehe augenblicklich die Militärvorlage. Wer noch im Zweifel Anfforderung. Die in Berlin wohnenden Parteigenoffen gefälschte Buch angehalten. Der Angeklagte hatte ferner feiner gewesen, ob die Regierung alles dran sehen werde, die Borlage aus den märkischen Orten Bernstein, Lippehne, Berlinchen 2c. Braut bei gelegentlichen Besuchen 12 M. baares Geld und ein seidenes wie sie ist, durchzudrücken, der werde belehrt sein durch die Er werden ersucht, dem Verlag des Borwärts" ihre Adressen mit- Tuch entwendet. Diese Strafthaten gab er zu, in betreff der Urkunden- eignisse der letzten Tage. Die nach Preßäußerungen beim Neuzutheilen. fälschung legte er sich aufs Leugnen und schob den großen Un- jahrsempfang der Generalität vom Kaiser gebrauchten Worte bekannten vor, von dem er das Buch für 852 M. getauft haben hätten in dantenswerther Weise die Situation geflärt. Von wollte. seiten desselben sei die Nothwendigkeit der Durchführung der Vorlage, mit diesem oder einem andern Reichstage, betont worden. Es bestehe nur noch die Frage: Die ganze Vorlage oder nichts. Vergegenwärtige man sich, was mit dieser Vorlage dem deutschen Bolle zugemuthet werde. Das Urtheil lautete auf eine Zuchthausstrafe von Der gegenwärtige Militäretat weise an regelmäßigen Ausgaben 3 mei Jahren sechs Monaten, fünfjährigen Ehrverlust 428 Millionen auf. Die Kosten, welche bei Annahme der Vorund Stellung unter Polizei- Aufsicht. Marktpreise in Berlin am 8. Januar, nach Ermittelungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 15,50-15,10 m., mittlerer von 15,00-14,70 M., geringer von 14,60-14,20 M. Roggen per 100 Stg. guter von 18,40-13,10 M., mittlerer von 13,00-12,80 m., geringerer von 12,70-12,50 M. Gerste per 100 Kg. gute von 16,50-15,50 M., mittlere von 15,40-14,50., geringe von 14,40-13,50 M. Hafer per 100 Kg guter von 15,80-15,10., mittlerer von 15,00-14,30 M., geringer von 14,20-13,50., Stroh, Richt per 100 Kg. von 4,60-4,00 2. Seu per 100 Rg. von 7,00-5,40 m. Erbsen per 100 Rg. von 40,00-25,00. Speisebohnen, weiße per 100 Rg. von 50,00-20,00 9. Linfen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 6,00-4,00 M. Mindfleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,10 m. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,40-0,90. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50-1,10 M. Ralbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 M. Hammelfleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 bis 1,80 M. Gier per 60 Stüd von 6,00-3,00 m. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,00. Aale von 2,80-1,20 m. Bander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 m. Barsche von 1,80-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 m. bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 8,00-2,00 M. Die Geschworenen hielten nicht für erwiesen, daß der Angeklagte die Urkundenfälschung selbst begangen, sprachen ihn dagegen schuldig, daß er von einer wissentlich falschen Urkunde Gebrauch gemacht habe. Soziale Uebersicht. lage entstehen würden, seien veranschlagt auf 561/ a Millionen, das ergebe schon 4841/2 Millionen. Dann tämen hinzu die einmaligen Ausgaben, die Ausgaben für Pensionen, für Invaliden, für Marine 2c., so daß eine Summe von 913 Millionen für Militär- und Marinezwecke zusammenkomme. Hierdurch werde das Volk dem Verbluten nahe gebracht und die Befürchtung sei wohl gerechtfertigt, daß dereinst, wenn die von diesen Vorarbeiten erwarteten praktischen Wirkungen eintreten sollen, dieselben ausAn die organisirten Tischler nnd verwandten Berufs bleiben, weil alles Mart dem Bolle entzogen ist. Bei der genannten genoffen Berlins. Kollegen! Am Montag, den 9. Januar, toloffalen Summe sei noch nicht einmal das einbegriffen, was die findet bei Boltz( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße 75, die Anschaffungen, so in Kriegsmaterial, fosten würden, als unausaußerordentliche Generalversammlung des Deutschen Tischler- bleibliche Folge der durch die Vorlage bezweckten Erhöhung der Verbandes, Zahlstelle Berlin, statt, in welcher die Form der Dr Friedenspräsenzstärke. 200 Millionen Mark hierfür sei nicht zu ganiſation nach der Verschmelzung festgestellt werden soll. Damit hoch geschäßt. Und 12 Milliarden Mark hätten Armee und nun die vielen geäußerten Wünsche in der Diskussion Berücksich Marine seit 1872 dem deutschen Volke schon gekostet. Bei der tigung finden und die Beschlüsse von der größten Zahl der Kol Vertheidigung der neuen Gefetvorlage werde immer Polizeibericht. In der Nacht zum 3. d. M. wurde im legen gefaßt werden können, liegt es im Intereffe Aller, die die mit ihrer Annahme angeblich eintretende Berjüngung Polizei- Gefängniß ein wegen wiederholten schweren Diebstahls Uebertragung von der bisherigen in die neue Organisation bis der Armee und wirthschaftliche Entlastung der Boltsverhafteter Schuhmacher, und am darauffolgenden Bormittage in dahin zu bewerkstelligen. In der letzten Sizung der Orts fraft hervorgehoben. Allerdings würden 525 000 Monate in der einem Stift eine Frau erhängt vorgefunden. Am 3. d. m. verwaltung wurde von den Beitragsammlern festgestellt, daß unter ganzen Armee gespart, wenn die zweijährige Dienstzeit für Mittags wurde vor dem Hause Elsasserstr. 37 ein Schlächter ben Kollegen die Ansicht verbreitet ist, wer etwa bis zum 1. De die Fußtruppen eingeführt werde; die Erhöhung der Präsenzdurch einen Geschäftswagen überfahren und erlitt einen Bruch zember 1892 im Fachverein seiner Beitragspflicht genügt habe stärke, wie sie die Vorlage verlange, erlege dagegen dem Volke des Oberarmes. Vor dem Haufe Brückenstr. 1 fiel Nachmittags und am Schluß des Januar 1893 Mitglied des Verbandes wieder 1575 000 Monate Militärzeit mehr auf, also drei Mal ein Kutscher von seinem Möbelwagen, wurde überfahren und werde, für die Zwischenzeit teine Beiträge zu zahlen hätte. fo viel, als die Entlastung betrug. Die Entlastung werde zu erlitt einen Rippenbruch, was seine Ueberführung nach dem Diese Ansicht ist eine irrige. Wenn der Uebertritt mit vollen einer Mehrbelastung, 1 050 000 Monate mehr würden proKrankenhause Bethanien erforderlich machte. In der Friedrich- Rechten erfolgen soll, so sind auch Beiträge für diese 6 bis 8 Wochen duktiver Thätigkeit entzogen. Die Erhöhung der Friedens Wilhelmstraße fand eine Schlägerei statt, bei der ein Bierkutscher nothwendig, an welche Organisation dieselben gezahlt werden, präsenzstärke erjordere aber auch 12 000 Unteroffiziere und einen Bruch des Unterschenfels und ein Stuckateur bedeutende ist gleichgiltig. Den 3. Punkt unserer Tagesordnung bildet ein 2000 Difiziere mehr, wie bis jetzt vorhanden sind. Auch sie Verlegungen am Kopfe erlitt. Beide wurden nach dem Elifabeth Vortrag des Genossen St. Schmidt über die Industrie- Verbände, würden irgend einer zivilen Thätigkeit entzogen. Doch damit sei Krantenhause gebracht. Abends versuchte ein Hausbiener in womit sich der Holzarbeiter- Kongreß im Frühjahr zu beschäftigen das Ende der wirthschaftlichen Belastung noch nicht erreicht. feiner Wohnung in der Brandenburgstraße sich zu erschießen. hat. Zu dieser Versammlung bitten wir eine gute Agitation zu Nicht vergessen dürfe man, was dem gering befoldeten Er verletzte sich jedoch anscheinend nur leicht an der Brust und entfalten. Militär von seinen Angehörigen gegeben werde, gegeben dem wurde nach dem Krankenhause am Urban gebracht. In Folge Unproduktiven als Ergebniß eigener produktiver Arbeit. Der Glätte fielen am 3. b. M. vier Personen und erlitten an scheinend bedeutende Verlegungen.- Im Laufe des Tages fanden 15 tleine Brände statt. Gerichts- Beifung. Die Ortsverwaltung. J. A.: R. Ahrens. Aufruf! In Mittweida sind durch eine Lohnreduktion 29 Stuhl und Sophabauer, 24 Polirer und 7 Bildhauer außer Stelle gefommen, bezw. aufs Pflaster geworfen worden. Es wird bringend um Fernhaltung des Zuzugs gebeten. Näheres durch Gustav Radwis, Mittweida, Heinicherstraße 485. Diese Folgen seien denn auch allen Parteien mehr oder minder zum Bewußtsein gekommen und könne die Regierungs als Einziger sich nett und rund für sie erklärt. Werden auch die vorlage faum auf Annahme rechnen. Nur König Stumm" habe Konservativen im gegebenen Moment wie die Unteroffiziere einschwenken, wenn die Regierung e3 befiehlt, so ändere das an der Ablehnung der Vorlage kein Jota. Und die Herren des Zentrums Knauferei. Die Friedhofs- Arbeiter in Hamburg haben sich tönnten nicht dafür stimmen, um nicht den schon arg ins Wanken an die Cholera- Kommission mit der Bitte gewandt, ihnen für die gerathenen Thurm zu stürzen. Er, Redner, sei der bedaß, wenn der springende Punkt Der Schmiedemeister Friedrich Wilhelm Günther stand Belt, wo die Epidemie herrschte, während welcher an die Ar- stimmten Meinung, gestern unter der Anklage der Erpressung vor der ersten beitskraft, die Treue und den Muth der Arbeiter die weitest die Erhöhung der Friedenspräsenzstärke sei, die Vorlage falle. Straflammer des Landgerichts I. In dem Hause, in welchem gehenden Anforderungen gestellt wurden, eine Gratifikation zu In Aussicht genommen sei hierfür eine Brausteuer, eine BranntWie denke man sich nun die Kosten der geplanten Reform? der Angeklagte wohnte, diente ein Mädchen, dessen Bruder bei gewähren. Dieses Gesuch ist jetzt abschlägig beschieden dem Angeklagten hatte arbeiten lassen und der Berlin verlaffen worden. In einem Gingefandt" an das" Echo" konstatiren wein- und Börsensteuer. Der letzteren könnte man, hätte sie hatte, ohne eine Reftfchuld von 9 M. an den Angeklagten zu mehrere Friedhofsarbeiter" diese Thatsache, zugleich erinnern fie einen anderen Zweck, zustimmen. So jedoch tönne es der begleichen. Der letztere wollte sich an die Schwester halten, ob- aber daran, daß dem Oberarzt Dr. Schebe eine Zulage von Sozialdemokratie nicht einfallen, sich über sie den Kopf zu zergleich diese ertlärte, daß sie durchaus nicht verpflichtet sei, für 4000. ohne Widerspruch bewilligt worden sei. Die Arbeiter brechen. Uebrigens sei die Börse ein so nothwendiges Andie Schuld des Bruders aufzukommen. Wie die Zeugin im stellen folgende Fragen, welche uns nicht nur für die zunächst hängsel der kapitalistischen Gesellschaft, wie die Prostitution, die Schienenflickerei, das Zuhalterthum, wie ber PanamaTermin befundete, hat sie von dieser Zeit viel durch die Ver- Betheiligten recht beherzigenswerth erscheinen: Die Börse werde verfolgungen des Angeklagten zu erdulden gehabt. Bei jeder Be- 1. Wäre es eine Verschwendung gewesen, wenn genannte Standal und der Welsenfonds. gegnung im Hause habe derfelbe sie mit Schimpfworten belegt Rommission den Arbeitern etwa pro Tag 1 M. bis 1,30 M. Schwinden zugleich mit der heutigen Gesellschaft. Unfere Stellung zur Branntweinsteuer sei bekannt. Nun die und die gefährlichsten Drohungen ausgestoßen sodaß sie es zuleht nachbezahlt hätte?( Der Tagelohn beträgt 8,80 M.) vorzog, ihm das Geld zu zahlen, um dadurch Ruhe und Frieden 2. Hätten die Arbeiter nicht beffer gethan, eines Morgens Braufteuer. Es berühre ganz eigenthümlich, daß eine Regierung, die kürzlich ein Trunksuchts- Geses angekündigt, das einzige der zu bekommen. Der Gerichtshof erblickte in biefem Verhalten des die Arbeit ohne Zusage von 6 M. nicht wieder aufzunehmen? Angeklagten die Thatbestands- Merkmale der Erpressung und er- 3. Haben die Arbeiter nicht eben so gut wie Oberarzt Dr. Schnapspest vorbeugende Mittel, das Bier vertheuern wolle. Tannte nach dem Antrage des Staatsanwalts auf eine Gefängniß- Schede, bem boch bereitwilligst eine Gehaltszulage von 4000 m. und vertheuert werde es dadurch zweifellos. Der Brauer trage strafe von 4 Monaten und einjährigem Ehrverluft. dies Mehr nicht, der Ausschänk werde sich davor ebenfalls hüten, bewilligt wurde, ihre Pflicht gethan? und nach dem Sprichwort: Den Lesten beißen die Hunde", müsse der Konsument dann herhalten. An der Qualität oder der Quantität werde er den Unterschied schon merken. Eine Steuer auf ein so nothwendiges Nahrungsmittel sollte das Allerletzte sein und noch dazu für Militärzwecke. An Reichsfteuern und Zöllen tämen schon 14 M. pro Jahr auf den Kopf 4. Wird man den Friedhofsarbeitern, wenn die Cholera im Mutter, bring mir mal den Revolver her, ich werde Frühjahr wiederkehrt, es verdenten, wenn sie mittels Streits ihre dem Burschen es besorgen." Diese Aeußerung hat dem Forderung durchsetzen? Es steht nicht zu befürchten, daß die Portier Johann Miltowert wegen der barin enthaltenen importirten Polacken sich zu dieser gefahrbringenden Arbeit heranschweren Drohung durch schöffengerichtliches Erkenntniß eine ziehen lassen. Berurtheilung zu einer Gefängnißftrafe von 14 Tagen eingetragen. " " Er legte dagegen Berufung ein und behauptete im geftrigen Zera leber eine schier nuglaubliche Rücksichtslosigkeit be- der Bevölkerung, das macht 70 M, für die Familie. Und mit mine, daß er das Opfer eines Mißverständnisses geworden sei. richtet in der Mannheimer Volksstimme" ein Gingefandt aus dieser Belastung des Volkes komme man zu einer Zeit des NothDie erneute Beweisaufnahme fiel nicht zu Gunsten des Ange Ludwigshafen: Seit einer geraumen Beit müssen Ar- standes, wo das ganze wirthschaftliche Leben und Treiben flagten, deffen Borstrafen auf einen gewaltthätigen Charakter beiter der chemischen Fabrik( vormals Hoffmann u. Schötenfact) barnieberliege, wo die Arbeitslosigkeit einen enormen Umfang schließen laffen, aus. Gr führt in dem Hause, welches seiner ihr Mittagsmahl außerhalb der Fabrit einnehmen. Bir Unter- erreicht habe. Ein sicheres Zeichen für den herrschenden Noth Beobachtung anvertraut ist, ein sehr straffes Regiment; wie die zeichneten glauben, daß es bei der jetzigen Witterung kein Verstand sei der amtliche Bericht der Berliner Viehhofsverwaltung, eugen befundeten, ist er bei den Miethern die bestgehaßte gnügen ist, bei einer Temperatur von zehn Grad in dem für 1891/92( bis April 1892) eine Abnahme des FleischPersönlichkeit. In dem Hause wohnt ein Goldarbeiter, der Kälte das Mittagsmahl unter freiem Himmel tonfums von 73,5 Rilogramm auf 70,8 Kilogramm pro Stopf mehrfach den geschäftlichen Besuch eines Kunden erhielt ein zunehmen. Die Ursache ist: es darf kein Kind unter tonstatirt werde. Dabei nehme der Konsum von Pferdesleisch zu. Der Lehtere war dem Angeklagten nicht höflich genug 18 Jahren die Fabrik betreten, um das Mittagsmahl zu bringen. Statt nun das ganze Sinnen und Trachten darauf zu richten, entgegengekommen und hatte sich dadurch dessen Miß Dies wäre sehr angebracht, aber doch läßt man die Arbeiter wie diese Zustände zu bekämpfen seien, bekomme das Volk eine fallen zugezogen. Als der Besucher wieder einmal mit nicht bei grimmiger Kälte im Freien speisen. Wir denken, man Borlage, bie neue größere Opfer von ihm verlangt. Die Sozialdem Goldarbeiter auf dem Hofe sprach, trat der Pförtner an ihn tönnte auch andere Maßregeln treffen, um diesem Mißstande ab- demokraten im Rothen Hause hätten den Antrag auf Ein Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Grenadier- Play 7. Rauchklub Kernipige, Abends Vermischtes. SV = Man fahrung der achtstündigen Arbeitszeit für städtische Arbeiter ge- Staligerftr. 41. Rauchttub albesgrün, bends 8% thr, Restaurant| Friedrich Send und Söhne ist nach einem Bormittags eins ftellt, um Unterkunft wenigstens für einen Theil der industriellen. Gaspar, Reichenbergerftr. 113a.- Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr getroffenen Wolff'schen Telegramm bedroht. Die Barmer FeuerReferve- Armee zu schaffen. Die Herren Bourgeois feien solchem 8% uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferftr. 8. Rauchklub Arcona, Abends wehr ist zur Hilfe herbeigeeilt, aus den benachbarten Ortschaften Der Vorgehen allerdings nicht hold, und doch wäre die industrielle 9 Uhr, bei Siemenlinsti, Reichenbergerstr. 71. Rauchtlub Arabi Bascha, wird ebenfalls Hilfe requirirt. Es herrscht große Kälte. Reserve- Armee fein Hirngespinst trübfeliger Theoretiker, sondern Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brigerſtr. 32. Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub hneftreit, jeden Gesammtschaden beträgt mehrere Millionen. Rauchflub eine furchtbare Realität für die Arbeiter. Der Moloch des Militarismus. Schon öfter sind wohl Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick.. Theaterverein Mai= Kurz zu berühren aus dem politischen Leben sei zunächst noch glöckchen, Englischer Hof, Neue Roßftr. 3. Rauchflub Brüderlich Berechnungen angestellt worden, wie viel ein Kanonenschuß toftet. die gesetzliche Regelung der Prostitution. Wie die dem Reichs- feit, jeben Donnerstag von 9 bis 11 Uhr bei Lehmann, Kaiser Franz- Für ein Marinegeschütz schwersten Kalibers( 120 Zons) toftet tage vorliegende lex Heinze beweise, versuche man mit kleinlichen dem 15. im Monat bei E. Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg. Rauch klub Nordstern, jeben Donnerstag nach eine einzige Patrone 3060 M., nämlich: 450 Kilogramm Mitteln die Prostitution zu bekämpfen oder doch einzudämmen. Rauchtlub Eldorado, Donnerstag, Abends 8% Uhr, Restaurant W. Schulze, Pulver 1400 M., 900 Rilogramm Geschoß 1600 M., Seide Durch Toleranzhäuser und durch die Aechtung ihrer bemitleidens Dftbahnhof 7. für die Kartusche 60 M. Da die Kanone nach 95 Schüssen nicht Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelftr. 84. Stat werthen Angehörigen werde man es nie erreichen. Für die Be- tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenſtr. 47. mehr diensttauglich ist, so müssen die Kosten des Rohrs, feitigung der Prostitution gelte dasselbe wie für die der Börsen- Ruderverein Vorwärts. Sigung am Donnerstag, Abends 8 Uhr, bet 330 000 m., auf die 95 Schüsse vertheilt werden, macht pro Gäste willkommen. Mißwirthschaft: nur mit dem Fall der heutigen Gesellschaft falle auch Bodenburg, Kommandantenstr. 10-11. Schießtlub Schuß 3479 M. Diesen Antheil zu den Kosten der Patrone fte. Sehr in den Vordergrund getreten sei in letzterer Zeit die anti- ell, jeden Donnerstag. Abends 8 Uhr, bet Nitolet, Elisabethkirchstr. 17. hinzugefügt, macht für den Schuß 6539 M. im ganzen. femitische Bewegung. Der Antisemitismus glaube mit der Befieht, der Militarismus verschlingt ungeheure Summen. Tämpfung der Juden im wirthschaftlichen und politischen Leben Explosion. Bern, 4. Januar. In der eidgenöfifchen des Volkes Alles bessern zu können. Die in bedrückter Lage Pulverjabrit zu Worblaufen flog heute ein Gebäude infolge einer lebenden Anhänger des Antisemitismus erkennten nicht, daß der Explosion von Schießbaumwolle in die Luft. Ein Arbeiter wurde Kapitalismus ausbeute und daß es gleichgiltig sei, ob die Träger Verhaftung. Swinemünde, 4. Januar. Die Bergetödtet. Der angerichtete Schaden ist bedeutend; die Ursache der deffelben beschnitten und unbeschnitten seien. Diese Armen sähen haftung des Amtrichtsers Dunter ist auf Anordnung Explosion ist unbekannt. eben nur den jüdischen Ausbeuter und nicht die verheerenden des Staatsanwalts wegen Unterschlagung von Mündelgeldern, Starrkrampf. Kemnath, 2. Januar. Hier verfiel, wie wir Wirkungen der kapitalistischen Wirthschaftsweise überhaupt. Aber deren Höhe mehr als 60 000 m. betragen soll, erfolgt. in der Augsb. Bostatg." lesen, ein 11jähriges Mädchen nach dem indem der Antisemitismus ohne zu wollen revolutionirend wirke, Ein heftiges Schadenfeuer wüthet seit Mittwoch früh in Genusse einer ziemlichen Menge gefrorenen Obstes in einen arbeite er für uns, die von ihm irritirten Massen Elberfeld in dem Manufakturgeschäft von Bueren und Eisfeller. Starrtrampf so schwerer Art, daß man es für todt hielt. Als es würden gur Sozialdemokratie übergehen, sobald sie die Das Geschäft ist total ausgebrannt, ebenso das benachbarte endlich wieder erwachte, hatten die Schulfreundinnen bereits Hohlheit der antisemitischen Bewegung erkannt hätten. Engrosgeschäft von Uhlhorn und Klußmann. Das Geschäft von Kränze zum Sargschmucke angeschafft. Seine, des Redners, Meinung sei, daß die Militärvorlage Grund einer Reichstagsauflösung sein werde, auf die sich die sozialdemokratischen Wähler vorbereiten müßten. Die Auflösung sei nur zu wünschen, sie gebe der Sozialdemokratie Anlaß zu träftiger Machtentfaltung, zu einem Kampfe, aus dem sie mit großen Siegen hervorgehen werde. Diese bedeuteten jedoch nicht mehr, als Vorarbeiten für den großen endgiltigen Sieg. Der Parlamentarismus sei der Sozialdemokratie immer nur Mittel zum Zweck gewesen, weil gelegentlich der Wahlen der noch im Stumpffinn verharrenden großen Masse des Proletariats gezeigt werden könne, welche Aufgaben und Pflichten die Arbeiterklasse zu erfüllen habe. Die sozialdemokratische Partei werde erst dann aufhören zu kämpfen, wenn der Sozialismus seine rothe Fahne siegreich über dem ganzen Erdenrund wehen lasse. Langanhaltender, stürmischer Beifall folgte dem Vortrage. Hierauf wurde seitens desVorftandes die Abrechnung verlesen. Nach dem Bericht des Kassirers 2ock wurden im letzten Vierteljahr 655 M. eingenommen, wozu vom 3. Quartal ein Bestand von 97,90 M. tommt. An Ausgaben find 556,97 M. zu verzeichnen, es bleibt somit ein Bestand von 195,93 M. Der Markenbestand ist 10 816. Zahlende Mitglieder hat der Verein 1800, insgesammt gehören ihm an etwa 2500. Dem Rassirer wurde Entlastung ertheilt. Dann wählte die Versammlung den neuen Vorstand. Er setzt sich folgendermaßen zusammen: Böhm, 1. Vors.; K. Meier, 2. Vors.; W. Lock, 1. Kassirer; F. Schulz, 2. Kassirer; B. Staber. nac, 1. Schriftführer und Petric, 2. Schriftführer. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher, Zweigverein Berlin. Mitgliederversammlung Donnerstag, den 5. Januar, Abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Hilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 5. Januar, Abends 8 Uhr, bet Th. Bolk, Alte Jatobftraße 75, Bortrag des Herrn Dr. Christeller, Nebungsstunde. Theaterverein Vulkania 2". Jeden Donnerstag 9% Uhr Sigung mit daranschließender Fidelitas im Vorstädtischen Kasino, Acterstr. 144. Geselliger Verein„ Universum"( früher" Gemüthlichkeit" und Klub Humor"). Humoristis.he Sigung mit Damen regelmäßig Donnerstags 9 Uhr Sintenstr. 19 bei Neumann. Vorträge, Fidelitas. Lese- und Diskutirklub Süd- on. Donnerstag, den 5. Januar, Abends 8% Uhr, Görliger, tr. 58, Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Be richt des Borstandes. 2. Neuwahl deffelben. Diskutirklub der Bansdiener. Generalversammlung Donnerstag, den 5. Januar, Abends 9 Uhr, bei Sommer, Grünstraße 21. Jahresbericht und Neuwahl des Borstandes. Verein für die Reform der Schule und Erziehung. Donnerstag, ben 6. Januar, Abends 8 Uhr, im großen Saale Rosenthalerstraße 38, öffentliche Bersammlung. Vortrag des Herrn E. Vogtherr über: Die Dissidententinder und der Schulunterricht. Arbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8x- 10% Uhr: SüdSchule: Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( oberes), Logit; Südost= Schule, Reichenbergerstr. 133: Kaufmännisches Rechnen, Wechselrecht, Korrespondenz; Ost- Schule, Martusstr. 31: Unterricht in Physiologie, Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Chemie. In alle Fächer tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt, im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Diengen, Abends 8% Uhr, bei Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Zeit, Abends 8% Uhr, Bonenftr. 40, bei Gieshott. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ede. Herwegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ece Lausigerstraße, bei Schayer. Aug. Geib, Donnerstag bei Zubeil, Naunynstraße 86, Abends 9 Uhr. Hasenclever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulenveg Treptow. Emanzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 Distuttrtlub der Hausdiener, Abends 9 Uhr bet Sommer, Grünftr. 21: Gigung.- Sozialistischer Lese- und Distutirtlub; Abends 8 Uhr, Manteuffelftr. 60. Mai= Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Donnerstag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog.- Kornblume, Blumenstr. 54, bei Buttte. Frühlingsluft, Bülowstr. 59, bet Werner.-Bregelschluß, Annenstr. 16, bet Reßner. Weiße Rose, Neinidendorf, Geefchlößchen bei Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friefecte. Dorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguftstr.- Ecke bei Schulz. Einigteit( gutmacher), Pappel- Allee 3-4, bei Krauſe. Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Butunft 2, Nieder- Schönhausen, Buchholzerstraße bet Hempel. Oft- und Westpreußischer Männer Ge sangveretn, Holzmarttstr. 3, bet Deter.- Edelweiß, Melchiorstraße 15, b. Stehmann. Boray, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. glödchen 2, Süd- Ost, Reichenbergerftr. 16 b. Päzold.- Ginigteit 2, Groß- Lichterfelde, Amaltenstraße, b. Hann. Freie Sänger, Strautstr. 6, bei Rudolf. Butunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuz Nordstern, berger Harmonie, Sindenstraße 106, bei Boppe. Müllerstr. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Steinfeger Sängerchor, Nachmittags, Gipsstraße 3 bei Pyrtec. Liedes Echo, Reichenberger- und Raftanten Allee 28 bei Maiwald. Forsterstraßen Ede, bei Spindler. Liedertafel Westend, Blumenthalftraße 5 bei Behrendt. Borwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 bei Stahl. Gefangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bet Dewald Berliner. Gefangverein Abendroth in Deutsch Wilmersdorf bet Mölter. Gefangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, Gendelftr. 30 bet Preußer. Arbeiter- Gesango. Spanba u Mönchstraße bei Winkler. Gesangverein, Vorwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei KuhlArbeiter- Gesangverein 2yra 2, Charlottenburg, Gaurftr. 23, bet Lange. Gefangverein Fesenfest( Gem. Chor), Badstr. 32, bet Marr. Gefangverein Collegia 2( freie Bereinigung der Zivil- Berufsmusiker), Neue Friedrichstr. 44, bet Röllig. Gefangverein der Kürschner, Neue Friedrichstraße 44 bet Röllig. Gefangverein Proletariat( gem. Chor). Böchstr. 8, bei N. Moewes. Gefangverein Arion in Wittenberge, bei Goring. Gefangverein Glodenrein( gem. Chor) Kaftanien- Allee 95/96. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften den Bund betreffend find zu richten an: R. Sentel, Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Rauchtlub Graue Wolte, Geselliger Krautstr. 48. Mufitverein Osiris, bei Roll, Adalbertstr 21. Berein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), bet Raporte, Solmsftraße 1.- Bergnügungsverein Alpen veilchen 2, Straußbergerstr. 3 bei Birts. Bimmer- Schützenverein Fein Korn bei Klatt, Boechstr. 51. Humoristischer Verein Pautenschwenger, Stallschreiberstraße 58. gnügungsverein Bruderbund, bei Noll, Andreasstr. 8. men. = Ver= MännerGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bet kind, Wrangelftr. 91. Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Sonnabends Abends Weißensee und Umgegend. Donnerstags und Männer Gesangverein bet Müller( Pfeifenmüller), Königs: Chauffee. Zyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Gefangverein Glodenrein, gemischter Chor, jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr bei Knapp, Kastanien- Allee 95/96. Mufitverein Frisch Auf, Annenstr. 14, bei Ehrenberg. Privat- Theaterverein Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Sof, Admiralstr. 18. Theater- Berein uitania 2" jeden Donnerstag 9% Uhr, Vorstädtisches Kasino, Ackerstr. 144. -GRO Turnve ein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantstr. 26. Geselligrer Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwebter Straße 44. Geselliger Klub Blau Veilchen, Abends 9 Uhr, Annenstr. 9 bei 6. Proz. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, puntt 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, bei Busse, Schönhauser Allee 46. Vergnügungs- Verein Renata jeden Donnerstag 9 Uhr Abends im Restaurant Göz, Oranienstr. 153.8ither= Tlub Gleichheit, jeden Donnerstag Abend 9 Uhr, bei Sohn, Zionstirch play 11a. Gefangverein Proletariat( gem. Chor) jeden Donnerstag Geselliger Verein Abends 9 Uhr, Uebungsstunde bet Möwes, Böchstr. 8. Universum, Sigung mit Damen Abends 9% Uhr b. Hagemann, LothringerGeselliger klub der alten Straße 81. Vorträge, Fidelitas. Moabiter, Stephanftr. 23, bei Sittto, jeden Donnerstag um 8% Uhr und Leben Donnerstag nach dem 15 im Monat Sigung mit Damen. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, 2. Ziehung der 1. Klasse 188. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 4. Januar 1893, Vormittags. Nur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 95 96 146 232 455 531 58 772 863 943 1280 81 92 492 802 14 70 [ 150] 911 88 2165 93 337 682 835 3103[ 100] 294 339 402 96 938 4225 447 708 824 74 926 31[ 150] 49 5309 18 405 92 517[ 100] 710 18 839 46 6110 11 200 324 540 71 649 840[ 100] 82 7060 144 448 56 72 510 32 711 28 95 855 78 936 55 8018 156 319 471[ 100] 504 623[ 100] 49 705 7 20 54 99 852 907 73 75 9011 18 32 68 81[ 100] 233 80 93 407 37 95 528 639 886 90 968 99 10006 224 28 32 84 712[ 150] 806 68 87 95 98 468 568 76 836 57 921 22.91 13004 110 86 216 22 63 78 334[ 100] 75 14158 279 468 90 518 611 789 803 935 602 745[ 100] 16072 119 549 71 78 17044 66 177 256 306 13 72 446 508 15 19121 213 94 394 544 717 67 75 819 11068 83 185 247 304 17 68 12286 97 434 61 665 706 885 446 533 633 74 925[ 100] 64 15308 81 89 416 517 71[ 100] 693 708 27 62 813 34 912 32 627 98 18586 95 803 76 956 20117 25 34 349 496 553 679 749 76[ 100] 833 985 21035[ 100] 138 211 75 98[ 150] 316 483 96 516 92 711 22169 73 476 564 646 865 23099 118 58 280 373 95 417 19 574 724 815 42 990 24136 214 348 91 445 98 518 91 616 702 51 25107 15 62[ 1001 305 41 515 800 902 73 26102 97 201 32 87 320 75 83 751 95 812 65 927[ 150] 27032 84 225 37 305 48 49 82 463 528 748 69 813 15 999 28003 109[ 150] 29 273[ 100] 326 442 546 642 753 828 36 72 73 94 981 29106 55 70 234 65 93 310 414 500 10 45 64 618 41 56 98 804[ 150] 75 30004 189 245[ 100] 58 424 38 555 95 643 67 92 31021 282 522 [ 100 49 55 81 731 46 52 32136 312 436 47 541[ 100] 728 33 97 828 33022 32 64 175 273[ 100] 335 73 96 445 53 541 62[ 100] 99 734 800 34036 227 29 73 348 494 667 90 806 94 35071 137 351 71 87 471 73 617 721 97 360+ 1 234 83 478 517 604 747[ 100] 37086 188 598 766 68 82 91 959 38073 74 229 65 398 483 838[ 150) 949 39036 128 84 239 75 80 358 71 454 82 527 92[ 5000] 722 813 89[ 100] 903 40017[ 100] 64 65[ 100] 101[ 100] 222 42[ 100] 572 41069 138 40 283 315 404[ 150] 19 611 13 34 718 79 828 42082 144 234 54 94 531 604 711 838 45 62 43008 10 131 59 67 239 336 76 565 617 44022 34 347 410 20 94 646 82 1100] 759 89[ 150] 832 66 88 92 45344 408 748 881 925 46055 90 95 185 224 350 77 410 43 592 652 727 47021 55 70 171 91 95 277 92 405 13 74 644 759 814 61 69 919 48111 66 206 301 99 500 15 73 686 96[ 150] 776 817 960 49115 19 74 93 300 475 80 634 67 717 23 65 991 50024 50 210 45 335 69 546 63 85 95 617 81 733 937 73 99 51157 [ 100] 73 264 606 59 883 942 49 52188 214 29 31 449 56 537 58 738 [ 1500] 52 56 805 943 53029 46 49 70 130 242 48 78 300 31 413 24 75 574 89 754 77 92 54047 101 238 73 330 509 600 57 718 883 55094 263 307 508 651 56040[ 100] 42 96 390 504 42 705 32 81 805[ 150] 27 31 57041 321 476 513[ 100] 48 770 801 80 58012 164 85 216 315 30 31 421 544 600 748 59010 181 259 62 339 510 633 77 701 77 926 47 60067 119[ 100] 49 85 258 92 371 557 61[ 100] 718[ 100] 872 922 34 44 61030 76 508 22 638 62228 444 592 649 68 712 38 837 68[ 150] 918 63154 55 72 217 84[ 100] 500 41 84 601 744 64242 52 74 87 314 79 444 575 721 848 69 65062 109 224[ 150] 52 89 356 524 43 73 [ 100] 749 961 66147 317 80 606 57 759 858 74 79 93 953 67018[ 200] 383 424 69 637 83 720 864 995 68017 42 80 81 356 439 68[ 100] 524 56 615 31 61 803 8 61 63 69066 197 382 446 526 603 85 826 966 70089 112 242 59 369 457 545 611 71162 206 349 70 584 735 803 41 72085 175 210 13 54 94 337 536 677 730 899 73292 407 696 734 879.967 74086 100 17 82 227 67[ 100] 82 357 452 525 42 780 812 97 930 72 75112 258 337 579 89 697 76029 66 174 393 518 25 609 45[ 100] 724 940 72 86 92 77062 91 94 189 326 443 503 628 51 754 909 37 78119 408 27 11501 627 83[ 100] 643 719[ 300] 814 70 988 79004 226 304 93 400 67 82 724 902 44 80039 214 356 403 98 536 600 85 705 849 908[ 150] 50 81001 258 97 304 48 444 544 56 57 59 602 75 908 82020 35 175 230[ 100] 351 52 400 19 21 596 83201 37 361 409[ 100] 45[ 200] 653 84131 207 16 511 79 83 699[ 150] 716 856 85030 50 107 65 440 500 33 711 29 803 6 927 86 12001 94 86030 168 247 88 356 421 34 91 534 616 45 69 74 713 87012 170 273 98 471 773 819 98 973 88006[ 100] 41 72 437 624 89047 95 139[ 150] 54 213 485 762 82 857[ 200] 90010 240 49 76 435 37 870 920 97 91132 46 285 351 68 443 56 2. Ziehung der 1. Klaffe 188. Königl. Preuß. Lotterie. 8iehung vom 4. Januar 1893, Nachmittags. Nur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 68 83 162 89 224 440 546 767 810 30 964 79 99 1072 394 403 51 81 2016 299 345 414 531 617 714 65 805 12 920 3070 80 309 435 595 615[ 200] 69 924 4053 107 73 232 569 91 822 918 5043 115 54 217 408 26 609 961 88 6239[ 100] 470 537 57 701 814 92 981 7229 523 63 812 31 982[ 100] 8067 73 104 205 60 341 48 81 531 606 70 701 66 76[ 200] 814 72 9071 140 409 519 621 728 823[ 100] 25[ 150] 53 922 10067 331 411 43 47 519 633 869 86 926 53 59[ 100] 11063 262 323 34 92 408 29 39 587 603 6[ 100] 27 870 906 12100 58 213 39 49 [ 100] 54 832 916 42 13074 236 42 322 650 78 782 97 839 14108 36 98 230 55 67 399 705 807 15063 112 60 74 222 80 374[ 150] 91 417 563 723 16044 88 122[ 100] 304 15 627 723 17035 266[ 100] 377 80 421 25 502 57 665 91 744 69 802 18056 96 154 239[ 150] 324[ 100] 95 431 74 522 65 631 707 834 19004 17 82 104 25 279 326 416 24 52 685 873 20209 96 333 41 400[ 300] 590 610 45 92 745 75 82 844 21099 101 11 13 26 285 305 74 454 556 67 88 637 701 887 907 22040 120 26 447 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Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.