Nr. 254. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando? Bierteljährl. 8,80 m., monatl. 1,10 r., toöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 fg. Sonntags nummer mit Wustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. PoſtAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. B Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Retter des Vaterlandes. Mittwoch, den 30. Oftober 1907. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. den geharnischten Einspruch von deutscher Seite erfuhren. Am war nichts zu spüren von jener unleidlichen Herablassung, die 13. April interpellierte der verstorbene Agrarierhäuptling Graf moderne Arbeiter noch abscheulicher berührt als selbst offene Feind. Reventlow den Fürsten Bülow überaus schneidig ob dieses seligkeit. Da war keine Rede von den„ bier Grundpfeilern", Fleiß, Abkommens und der Passivität der deutschen Regierung. Aber Gottesfurcht, Nüchternheit und Zufriedenheit, obwohl diese EmpDie Tragikomödie in Moabit hat gestern ihren Abschluß Fürst Bülow trumpfte den säbelrasselnden Raugrafen mit fehlung bei den Reichen und Mächtigen vielleicht an gefunden. Herr Harden ist freigesprochen worden und hat als fühlem Humor ab: Reventlow meint, wir dürften nicht gemessener gewesen wäre, als bei den Enterbten, wenn auch Sieger, umjubelt von einem Troß politisch Unmündiger und dulden, daß sich andere Mächte in Marokko größeren das Anhören von Predigten, wie wir ja in den letzten Tagen bePerverser, die Gerichtsstätte verlassen. Herr Liman aber, der Einfluß als wir sichern".... Ich glaube, meine Herren, obachten konnten, überhaupt keine besondere Wirkung hat. Herr Gegenseitigkeitsschwurzeuge von Hardens politischer Integrität daß es von meiner Seite Leichtsinn sein würde und Bethmann sprach vielmehr kurz und bescheiden, verwies auf seine und patriotischem Ethos, wird ihn als Retter des Vaterlandes zu meiner Befriedigung haben die Führer aller Parteien mit inhaltslose Rede vor den christlichen Arbeitern und versprach,„ dem preisen. Ausnahme des Herrn Grafen Reventlow in diesem Sinne ge- Unternehmertum und der Arbeiterschaft mit der gleichen Offenheit Wir haben bereits die soziale und politische Bilanz dieses sprochen wenn ich ohne Not aus solchem Grunde und Unbefangenheit gegenüberzutreten und die Auffassungen Sensationsprozesses gezogen. Aufgedeckt wurde ein stinkender das Land in Abenteuer stürzen wollte." So Fürst beider Seiten gleichmäßig zu würdigen, um in möglichst enger Sumpf physischer und psychischer Degeneration, entlarvt das Trei- Bülow am 14. April 1904 nach dem amtlichen Stenogramm! Fühlung mit dem wirklichen Leben das richtige Augenmaß für ben einer höfifchen Stamarilla. Aber es wäre der Gipfel verlogener Ein Jahr später vertrat Bülow freilich gerade das Gegen das Mögliche sowohl wie für das Notwendige zu gewinnen und zu Heuchelei, diesen Prozeß ein„ reinigendes Gewitter" zu nennen. teil! Welch eine Politik unberechenbarer Plöglichkeiten! behalten." Es war nur ein greller Blitz, der die von Miasmen erfüllte und dafür macht Herr Harden, der Vaterlandsretter, den Leben" und dem„ Augenmaß für das mögliche" aus dem Sprach Man kennt diese Phrasen von der Fühlung mit dem wirklichen Atmosphäre jener Kreise durchleuchtete, zu denen unsere Päderastenring der Eulenburge verantwortlich! Byzantiner die Masse voll staunender Ehrfurcht aufzublicken Aber mehr noch: die Wetterwolfe zog vorüber, die schaze unserer Scharfmacher, die ja allein den Anspruch erheben, gelehrt haben. Nun lagert wieder stickige Finsternis über dem Maroffofrage wandelte sich wieder zu dem, als was sie das richtige Augenmaß zu befizen. Wir werden ja bald sehen, wie Sumpfe. Es war nur ein Blitz, wie jener, der durch den Tausch- Bülow 1904 betrachtet hatte, als eine Bagatelle, um die es weit das Augenmaß des Staatssekretärs mit dem der Industriellen prozeß in die gleiche Korruption hineinleuchtete. Schon damals sich nicht lohne, sich in Abenteuer" zu stürzen. Fürst übereinstimmt. pfiffen die Spaßen den Namen Phili Eulenburg von den Dächern. Bülow zwar konnte sich nach Herrn Harden( Zukunft" Zum Schluß ristierte der Staatssekretär doch noch eine Er. Nun, nach elf Jahren, hat den Harfner, den Autor des Sangs an vom 12. Oftober 1907)-nur schwer dazu verstehen, seine Fan- mahnung. Er warnte vor Ueberspannung der Kon. Aegir, die Nemesis erreicht. Aber die Eulenburg- Clique ist faren wieder in Schalmeien abzudämpfen. Ats aber fein zentrations tendenz, die gerade jest in Amerika zu vernur eine von vielen. Die Höflingswirtschaft bleibt wie Gesinnungsgenosse v. Ho I stein fiel, weil er dem Kaiser hängnisvollen Folgen geführt hätte. Die paar Kundigen unter den wäre das auch bei einem autokratischen System anders mög- nicht mehr. paßte", d. h. weil dem Kaiser via Paris- Versammelten werden sich wohl eines Lächelns kaum enthalten lich, das den einflußreichen Schichten des Junkertums und der Liebenberg Herr v. Holstein als der Vater alles Unheils haben, daß der Herr Staatssekretär die amerikanische Finanzkrise, Großbourgeoisie die Möglichkeit so verführerisch nahelegt, denunziert worden war", revidierte der Kangler seine Auf die zum Teil, soweit die Organisationsfrage in Betracht kommt, durch Höflings, Scheiterhaufen- und Ringpolitit ihre Interessen fassung zum zweiten Male. Herr Harden aber, dent doch gerade durch die 3ersplitterung des amerikanischen Bank. durchzusetzen. Maroffo ursprünglich selbst nur ein Quark war, runzelte nun wesens ihre große Schärfe erlangt hat, auf die Konzentration Und ist denn der Retter des Vaterlandes, Herr Harden, als in seinem Ehrgefühl gekränkter Patriot zornig die Branen zurückführt. Herr Bethmann- Hollweg aber hat gehört, daß Amerika der betriebsame Verschleißer höfifchen Klatsches und bureau- und betrieb nunmehr in boldem Einklang mit tobsüchtigen das Land der fortgeschrittensten Konzentration ist, weiß nicht, daß kratischer Intrigen, etwas anderes als das Werkzeug Alteutschen und ſtrupellosen Samarillisten, denen die Zeit des industrielle und Vermögenstonzentration etwas anderes ist als eines verrotteten Cliquen und Samarillenwesens? As Harrens zu lang wurde- seinerseits die standalöseste Stricgshehe! Banktonzentration und plaudert eben darauf los. Der Mann ist Träger literarischen Klatsches und Tugendhüter einer Und da er seinem teutschen Berserkerzorn nicht eine als Nationalöfonom ebenso bedeutend wie etwa als Philosoph. Nachdem die JIndustriellen die Rede angehört hatten, formu Dame die sich bald darauf als Kreatur zarischer Nation zum Opfer bringen konnte, brachte er wenigstens die Polizeifreaturen entpuppte, begann Herr Harden seine Eulenburge zur Strecke. Und zwar nicht durch das Mittel terten sie ihrerseits ihre Wünsche, von denen sich zeigen wird, ob publizistische Laufbahn. Und nachdem er eben noch anderen politischer Enthüllungen das, was er über die sie für die Regierung auch Befehle find. Die Herren sind mit „ an ist für die Regierung die Zufriedenheit von Leuten sehr cinzureden versucht hatte, daß er mit der Sozialdemokratie Königsmacher"- und Miniſterſtürzertätigkeit Philis und die der Regierung jedenfalls sehr zufrieden, und wir fürchten, ,, an einem Strang" ziehe und beteuert hatte, daß er sogar Maroffoaffäre in Moabit vorbrachte, waren längst verschossene daß die guten Rechner dazu alle Bercanlassung haben. Jedenfalls gratis für den Vorwärts" schreiben würde, zogen ihn fein Platzpatronen!-, sondern durch die Enthüllung privater ist für die Regierung die Zufriedenheit von Leuten sehr artistisch feminines Anlehnungsbedürfnis an eine derbe Junter- Intimitäten und sexueller Standalosa! Und dieses Mittels ompromittierend, die die heftigsten und mäd). natur und die Richtung seiner ihn zur Kabale aller Art prä- bediente sich derselbe Mann, der bei der Kruppaffäre ge Sozialpolitit sind, und dieser Feindschaft wieder unver tigsten Gegner der Arbeiterbewegung und ber destinierenden spezifischen Begabung nach dem Sachsenwalde, schrieben hatte, daß der Beklagenswerte dem Stich einer hüllten Ausdruck in ihren Neden und Beschlüssen gegeben haben. wo er sich jahrelang das Gift für die publizistischen Pfeile Papierwespe" zum Opfer gefallen sei! holte, die er auf die Widersacher seines Idols abschnellte. Herr Bach hielt ein eingehendes Referat. Die Herren nennen Und derselbe Mann, der Bismard feierte, weil er bekanntlich ihren bornierten Kampf gegen die dringendsten und Seitdem ist sein Blatt die Ablagerungsstelle für alle in Un- sich vor dem Selbstherrschertum des jungen Thronfolgers unumgänglichsten Ansprüche, die der Arbeiter erheben muß, Kampf gnade gefallenen oder vergeblich nach Gnade und Einfluß stolz ins Eril zurückgezogen habe, der den Byzantinis gegen die Sozialdemokratie insofern mit Recht, als die Sozial lechzenden Unzufriedenen gewesen, die ihm die tausend mus liberaler Mannen in deren. erste Reihe auch demokratie die entschiedenste und rücksichtsloseste Vorkämpferin höfischen und diplomatischen Heimlichkeiten zurauten sein Bruder Witting, damaliger Oberbürgermeister von dieser Forderungen ist. Erstes Verlangen an die Regierung ist und zutuschelten, durch deren pifante Lüftung er seine Posen, gehörte so schonungslos geißelte, derselbe Mann daher Kampf gegen den Umsturz. So heißt es offiziell, wöchentlichen Ragouts würzte. Und dieser Mann, dieser arbeitete in seiner Verteidigungsrede mit byzantinischen und in Wirklichkeit ist es weitere gesetzliche Einschränkung Verfallstyp literarischer Entartung, spielte sich in Moabit als Schlagern, wie sie schöner auch keine Berliner Magistrats- er wenigen Rechte, die die Arbeiter in Deutsch. Retter des Vaterlandes auf, als Preisfechter gegen höfische adresse zustande, gebracht hätte. Just zur selben Zeit, and sich erkämpft haben! Deshalb soll den Arbeitern Cliquen und Ramarillen, von deren Existenz er doch selbst seine als Anno 1902 Herr Witting- Wittkowski als Bürger- vor allem bei der Reform" des Versicherungswesens die Ver. literarische Existenz gefristet hat! meister von Posen seine bon Patriotismus“ über- waltung ihrer Krantentassen genommen, sollen Harden der Vaterlandsretter wirkt grotest, von welcher quellende Ansprache an den Kaiser mit den Worten schloß die Gelder der Arbeiter den Unternehmern ausgeliefert werden. Seite aus man auch seine rettende Tat betrachten mag. Des Königs Ruf dringt tief ins Herz hinein Ich bin ein Wie die Verwaltung dieser Kassen dann aussehen würde, zeigt Wissen Sie, deklamierte er in Moabit, daß wir unmittelbar Preuße, will ein Preuße sein!" donnerte Herr Harden- deutlicher als alles andere die Bereitwilligkeit der Scharfmacher, vor einem Kriege standen mit zwei Nationen? Und dann Wittkowski in in der Zukunft":„ Noch ist Lagardes ihre Beiträge, die bisher zu einem Drittel von dem Unternehmer erzählt er, daß es die Eulenburg- Clique war, die mit grimmiger Wunsch nicht erfüllt, den von irgend getragen werden, auf die Hälfte zu erhöhen. Man weiß, wenn man Hülfe Lecomtes, des französischen Botschaftsrates, den welchem großsprecherischen Eigennut genasführten Philistern die Krankenkassen auf das Niveau der Fabriks-, Betriebs- und der Kaiser in jene Versöhnungsillusionen einlullen ließ, der Bürgerkollegien das Verbrechen noch nicht abgewöhnt, das Knappschaftskrankenkassen heruntergebracht hat, wenn man aus den " " to deren jähe Enttäuschung dann die Reden von Tanger Geld ihrer Mitbürger zu vergeuden, und mehr als je wäre Kassen für franke Arbeiter solche gegen die Kranken gemacht und den bitter ernsten Maroffofonflift heraufbeschworen habe. heute, da die ärmsten Kommunen Unsummen in Firlefanzerei haben wird, daß dann die erhöhten Auslagen sich für das Unter Selbst wenn dem so gewesen wäre, welches Licht würde dann verzetteln, die Bestimmung nötig, die Lagarde schon 1881 nehmertum glänzend verzinsen werden! Gibt es aber etwas Be nicht auf die Eulenburg- Clique, sondern auf die verhängnis- empfahl, die Stadtverordneten oder Bürgervorsteher müßten zeichnenderes für den Uebermut der Scharfmacher, als daß sie die volle Art fallen, wie eine einzelne Person politische für allen Schnickschnack, зи dem fte das Geld Beit für gekommen erachten, immer wieder neue Attentate Explosionen zu entzünden vermag! Aber diese angeblich anderer betvilligten, regreßpflichtig gemacht werden." auf die wohlerworbenen Rechte der Arbeiter zu unternehmen?! politische Seite der staatsretterischen Aktion des Herrn Und derselbe Harden, der am 6. April 1901 Die Herren haben Vertrauen zu unserer Regierung. Sollen Harden ist obendrein mehr als zweifelhafter Natur. Die Ver- schrieb:" Und die an den Hof geladenen Herren Hüten sich aber die bestehenden sozialpolitischen Gesetze verschlech citelung der vom Kaiser angeblich erhofften Zusammenkunft ängstlich, durch eine unbeqemene Enthüllung Aergernis zu ertert werden, so dürfen neue selbstverständlich erst recht mit Loubet in Neapel Ende März 1904 soll Wilhelm II. zu regen; von ihnen hört der Monarch sicher stets, das Volk nicht gemacht werden. Die Scharfmacher fordern die Gr. seiner aggressiven Marokkopolitik bestimmt haben. Nun, bereits werde in seinem Glück nur von argen Hezern gestört. Zu haltung der Heimarbeit. Nur in eingelnen Zweigen während der Fahrt nach Neapel hat Wilhelm II. mit Hause aber jammern sie: Wie schade, daß kein Mensch dem wollen sie eine gefeßliche Regelung gütigst gestatten, natürlich unter dem König von Spanien vereinbart, daß in Maroffo feiner Staiser die Wahrheit sagt!", dieser Harden schloß seine heroische sorgfältiger Abwägung der Bedingungen" der einzelnen Zweige, Macht territoriale Vorteile zufallen dürften und die Tat gegen die" anhimmelnden" Kamarillisten mit einer An- namentlich der Exportbeziehungen. Man kennt das alte Spiel: wirtschaftliche Gleichberechtigung erhalten werden müsse. Und himmelung der Person, der nach seinen eigenen Worten nichts 3m allgemeinen stimmt man zu, wenn aber im einzelnen die Rege. da soll die Enttäuschung über das Nichtzustandekommen der nötiger sei, als die bittere, ungeschminkte Wahrheit! lung erfolgen soll, dann sind natürlich die Bedingungen nicht erZusammenkunft mit Loubet den Keim des Marokkokonflikts Aber wenn eine Kamarilla die andere stürzt, pflegt sie fich füllt, dann verbieten gerade in diesem Zweige die Exportverhältnisse gebildet haben? Ganz davon abgesehen, daß Wilhelm II. drei eben der Mittel der Gestürzten, des sehr himmelnden Wesens" oder sonstigen Umstände die Regelung. Monate später noch wegen des französischen Sieges bei dem zu bedienen. Und wenn Harden auch nur das letzte und Aber die Herren haben Vertrauen zu der Regierung. Höchstens Gordon- Bennetrennen in Homburg dem franzöfifchen Prä- vielleicht sogar unbewußte Werkzeug einer anderen Kamarilla will der Verband eine Witwen- und Waisenversorgung gestatten, sidenten ein liebenswürdiges Glückwunschtelegramm zufandte, ist: wer anderthalbjahrzehntelang mit Höflingsklatsch zungen- wenn die Grundzüge, die ihm vorher vorzulegen sind, seine Billigung in dem der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, daß solch schnalzend hausieren gegangen, eignet sich schließlich selbst finden. Die Verschlechterung der Krankenkassen, die bedingungsindustrieller Wettbewerb ,, Gefühle, frei von Rivalität" aus Höflingsmanieren an. lose Erlaubnis zu den Almosen für die Witwen und Waisen und lösen werde. Harden hat die eine Ramarilla zur Strecke gebracht, da zur eventuellen Regelung der Heimarbeit die Regierung will Richtig ist allerdings, und das ist das Bezeichnende mit die andere Samarilla sich zur Tafel fett. Und das ist bekanntlich die Heimarbeit in der Tabatindustrie„ regeln", offenbar weniger für das Kamarillawesen, wie für das per gut für ihn, denn womit wollte er sonst sein Publikum füttern? um das Tabatmonopol borzubereiten das sind die großsönliche Regiment, daß der verantwortliche Leiter mütigen Zugeständnisse der Scharfmacher an die gesunde, kräftige, der deutschen Politik, daß Fürst Bülow zu jener borurteilslose, vernünftige Sozialpolitik".( Die Gänsefüßchen Zeit, als Wilhelm II. in Spanien den Stnoten des Marottokonflikts schürzte, die ganze Marokkofrage noch als völlig gleichgültige Bagatellsache behandelte. Am Am Montag hat eine Sibung der Delegierten des 8. April 1904 war das englisch- französische Ma- 3entralverbandes deutscher Industrieller statt rotto Abkommen beröffentlicht worden, das Frankreich gefunden. Die Scharfmacherorganisation wurde von Herrn ausdrücklich all die Sonderrechte zusprach, die ein Jahr später v. Bethmann- Hollweg feierlich begrüßt. In dieser Rede erften Die Scharfmacher und ihre Regierung. ftehen im offiziellen Bericht und find eine offene Verhöhnung der Regierungsphrasen.) So viel darf die Regierung tun, um die Arbeiter zufriedent, fönigstreu usw. zu erhalten. Mehr aber nicht! Denn gegen alle weitergestedten sozialpolitischen Ziele erheben die Industriellen entschiedenen Einspruch". Keine Verkürzung der Arbeitszeit weder für Jugendliche, noch für Frauen, schon gar nicht für Männer? Keine Verkürzung der Arbeitszeit in den Industriezweigen mit un- unterbrochener Tag- und Nachtarbeit! Die qualvollen, mör- derischcn Zustände in der Eisenindustrie müssen bestehen bleiben. Eine gesetzliche Verkürzung der Arbeitszeit auch nur für F r a u e n ist— gefährlich, es ist der Industrie zu überlassen, ob sie„freiwillig auf eine kürzere Arbeitszeit übergehen will". Sollte aber aus Gründen, die vielleicht politischer Natur sind, doch an eine gesetzliche Verkürzung der Frauenarbeit gedacht werden, so verlangen die Herrn in aller Bescheidenheit eine UebergangSfrist von nicht weniger als vier Jahren! Von einer Erweiterung der Sonntagsruhe «vollen die Scharfmacher natürlich ebensowenig wissen. Verbieten so die Herren, die Vertrauen zur Regierung haben, jede positive Arbeit zugunsten der Arbeiterklasse, so verlangen sie dafür neue Unterdrückung, neue Zuchthausgesetzc. „Der Zcntralverband hegt das Vertrauen zu den der- kündeten Regierungen, daß sie allen Bestrebungen, die a u t o r i» tative Stellung des Unternehmers und Arbeit- gcbers in seinem Betriebe anzutasten» ent- schieden cntgege»treten werde n." Die Erweiterung des Koalitionsrechtes und dessen Ausdehnung auf weitere Klassen von Arbeitern. Angestellten und Beamten ist „mit den Interessen des Staats- und Gemeinwohls(wie diese Leute ihre Profi tintercssen taufen) unvereinbar"! Dagegen ist eS erforderlich, „dasi die verbündeten Regierungen tunlichst bald und energisch besorgt sind, durch gesetzliche M ahnahme n die Freiheit der Arbeit wirkungsvoller, als es bisher geschehen ist, zu schützen und damit die der S o z i a I d e m o- ! r a t i e und ihren Gewerkschaften noch nicht verfallenen Arbeiter von der Schreckensherrschaft dieser Partei und ihrer Organisationen zu befreie n. Und der Zentralvcrband hat Vertrauen zu der„der- kündeten Regierung". In dem Bcgrühungstelegramm an den Fürsten Bülow. den Schutzhcrrn aller Arbciterseindschaft, betont er das nochmals ausdrücklich! War es da noch notwendig, dah bei dem Festmahl, zu dem die Spitzen der Reichsregierung und der preußischen Regierung er- schienen waren, der Herr aller Scharfmacher, Kirdorf, der Herr des Kohlen- und Kokssyndikats, der einfluhreichste Herrscher in« Gebiet der schweren Industrie, demonstrativ den„g c s ch l o s s c n c n Kampf gegen den Um stürz proklamierte" und er- klärte, dah es Arbeiterorganisationen, ganz gleich ob sie sozialdemokratisch oder christlich sich nennen, gegen. über nur einen Standpunkt gebe, den Herren st andpunkt. Hatte ja schon Herr Bueck in seinem Referat erklärt, dah die Scharfmacher mit den Gewerkschaften nicht verhandeln, von Tarif- Verträgen nichts wissen wollen. Herr Kirdorf war selbst dem preußischen Handels- minister zu offenherzig. Diese Offenheit patzt dem neuen Kurs nicht in sein Konzept und so versuchte Herr Delbrück vorsichtig und bescheiden, wie es sonst gar nicht die Act preußischer Bureaukraten ist, wie sie sie auch nur gegen Mächtigere anwenden, einige Einschränkungen: Glücklich war Herr Delbrück, daß sich Scharfmacher und Regierung«wieder z u- sammen gefunden hätten auf einer Brücke, die nicht ab- gebrochen war, die man aber zu betreten vermied". Weil nämlich die Scharmacher mit P o s a d o w S k y, der Minister f ü r und nicht gegen die Sozialpolitik zu sein versuchte, nicht mehr ver- handeln wollten! Posadowsky mußte ja deshalb gehen. Mit Bethmann-Hollweg ist das anders, zu dem haben die Herren Vertrauen! Aber so glücklich Herr Delbrück ist, die Rücksicht»- losigkeit der Scharsmacher erschreckt ihn. Und so fleht er die Scharf- macher an, doch etwas milder sich— auszudrücken! Die Unternehmer verlangen ja mehr, als die Staatsregierung zu- gestehen kann. Aber der Zentralverband wolle ja auch Sozial- Politik. Streit ist nur über das Matz. Aber auch darüber sind wir einiger, als eS scheint. Und deshalb sollen die Herren doch nicht immer erklären, wir wollen Herren im Hause bleiben. Das schadet ihnen mehr in der öffentlichen Meinung, als manche bittere Tat. Und daher verleiht Herr Delbrück ihnen einen anderen Titel. Sie sollen sich„erste Arbeiter" oder„erste Kameraden" nennen. Denn in der Erhaltung der Stärke unserer Industrie, in deren Konkurrenzfähigkeit gegenüber dem Auslande sind wir einig und — über Einzelheiten werden wir uns einigen. Ein prächtiges Bild! Die Scharfmacher halten einen Kongreß ab, um gegen jeden wirklich irgend ins Gewicht fallenden sozial- politischen Fortschritt ihr Verbot einzulegen. Den Geist der Be- ratungen faßt Herr Kirdorf in das alte Scharfmacherwort zu- sammen: Wir wollen Herren sein im eigenen Hause! Und der Vertreter der Regierung betont feierlich die U e b e r- e i n st i m m u n g mit den Verwüstern der deutschen Volkskraft, mit den unerbittlichsten Feinden jeder selbständigen Regung der Arbeiterklasse, mit den Vernichtern jeder Organisation?- bcstrebungen? Der Sieg der Garde vom Flügelrad. Wien, 28. Oktober. Am Freitag wurde in später Nachtstunde bekannt, daß auch die Eisenbahn Wien— Aspang zun: normalen Betriebe zurückgeführt werden kann, so daß die große Bewegung auf den österreichischen Privatbahnen völlig abgeschlossen ist. In der Nacht vom 30. September zum 1. Oktober begann der Kampf,„das instruktionsgemäße Arbeiten nach langem Warten und völliger Erschöpfung des Ver- traucus des Personals in die hinhaltenden Versprechungen der Direktionen. DaS Ergebnis dieses verhältnißmäßig kurzen, wenn auch aufregenden Kampfes, der die ganze Volkswirtschaft und die internationalen Verkehrsbeziehungen in Mitleidenschaft zog, Ivar eine ununterbrochene Reihe von Erfolgen, wie sie kauni jemals vorher ein gewerkschaftlicher Kampf gezeitigt hat. Sicherlich war kein Riesenkampf vorher mit dem Aufwände von so geringen Mitteln geführt worden. Wie diese Belvegung planmäßig vorbereitet, wie sie durchgeführt und zum Siege auf allen Linien geführt wurde, ist nicht bloß für Oesterreich von großer Bedeutung, sie wird in jeder Geschichte der allgemeinen Gewerkschaftsbewegung eine ehrenvolle Stelle einnehmen. Selbstverständlich war der große Gewinn, der für die Eisenbahner— und für die gesamte Arbeiterbelvegung erzielt wurde, nicht bloß da» Ergebnis der eigenartigen GeWerk- schaftSstrategie und Taktik in den Tagen seit der Mitternacht zwischen dem 30. September und dem 1. Oktober, der Erfolg wurde gefördert durch die Ungeschicklichkeit der Privateisenbahn-Leitungen, durch das gesliukene Ansehen deS Privatbahnsystems und durch die Berstaat- lichungsabsichten der Regierung. Aber alle diese günstigen Umstände erklären nicht den gewaltigen Gewinn der nun abgeschlossenen Bewegung. Die Ivichtigste Voraussetzung deS Gelingens lag in der jahrelangen Schulung durch die Organisation, in ihrer unübertrefflichen Disziplin, in der geistigen Schulung, in der Hebung des gesamten Personals, in dem Ansehen, das sich die Gewerkschaftsorganisation im allge- meinen, die Eisenbahnerbeweguug im besonderen in Oesterreich er- rungen und erobert hat. Der enge Zusammenhang der politischen und gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung Oesterreichs hat ebenso im Wahlrechtskampf reiche Früchte getragen wie auch in der Eisenbahner« belvegung, die nach dem ganzen Charakter der Eisenbahnen eine öffentliche Angelegenheit war. Es unterliegt keinem Zweifel, daß vor 10 Jahren der Erfolg, dessen Ivir uns freuen können, nicht zu erringen gewesen wäre, weil das Material der Organisation nicht befähigt gewesen wäre, zielklar, selbstbewußt, über alles Lob diszipliniert wie in diesen Wochen einen großen Kampf durchzuführen. Die EntWickelung der Eisenbahner als Arbeiter, als Menschen durch die Organisation ist nicht weniger erfreulich als ihr großer materieller Erfolg. Vor einem Dutzend Jahren gehörte die übermäßig große Zahl der Eisen- bahner Oesterreichs Veteranen-(Krieger-), kirchlichen Vereinen und Geselligkeitsvereinen an, die auf der denkbar niedrigsten Stufe standen, sie loaren von Kastengeist erfüllt und dabei bis zur Be- lästigung des Publikums trinkgeldhungrig, der Alkoholismus grassierte unter ihnen bedenklich, so daß wegen Krankheit viele disziplinarisch entlassen wurden, geistige Bedürfnisse fehlten ihnen vollkommen. Die erzieherische Arbeit der Gewerkschaft hat die österreichischen Eisenbahner zu völlig neuen Menschen gemacht. Das ist eine Gegenwartsarbeit, die sich die Adolf Wagner und Ge- nossen merken sollten, die die Durchführung unserer letzten Forde- rungen wegen der Mängel der menschlichen Natur für unmöglich halten. Wenn das spröde, stets den Wohnort wechselnde Eisenbahn- personal im Laufe weniger Jahre moralisch und intellektuell stark gehoben werden kann trotz aller Gegenwirkungen der bürgerlichen Gesellschaft, wie groß werden erst die Möglichkeiten sein zur Zeit, wo wir in die sozialdemokratische Gesellschaftsordnung hineinwachsen werden. Als der frühere Eisenbahnminister General v. Gnttenberg die Eisenbahnerorganisation auslöste, sah er sich um den Erfolg genarrt, die Mitglieder hielten weiter fest zusammen, zahlten ruhig ihre Beiträge weiter, die Organisation blieb bestehe», wenn mich das äußere Band zeitweise zerrissen war. Früher süllten sich bei Ankunft der Züge die Wirtshäuser in der Umgebung der Bahn- Höfe, heute stehen sie leer, nun kommt eine disziplinarische Be- Handlung oder Entlassling wegen Trunkenheit im Dienste fast nie vor. Heute werden von den Eisenbahnern die früher allgemein üblichen Trinkgelder für die kleinen Dienste, die von den Passagieren gefordert werden, zurückgewiesen. Heute kann man oft Eisenbahner auf ihren BremSböcken oder auf den Bahnhöfen ein Buch oder eine Zeitung lesen sehen, die Bibliotheken der Organisation werden sehr eifrig benutzt und alljährlich werden große Aufwendungen für sie gemacht. Besonders erhebend war der Eifer der Eisenbahner bei der Wahlagitation und am Wahltage. Wenn die österreichische Sozialdemokratie auch in den entferntesten, von der eigentlichen Agitation unberührten Gebieten Stimmen und oft viele Stimmen erhielt, so ist dies in erster Linie den Eisenbahnern zu danken; viele haben zehnstündige und längere Eisenbahnfahrten unter- nommen, um am Wahltage ihre Stimme abzugeben. So hat die österreichische Arbeiterbewegung an den Eisenbahnern eine Elite- truppe, auf die sie mit vollein Rechte stolz sein kann. Die Durchführung der großen, aufregenden, an die geistige und körperliche Spannkraft des Personals hohe Anforderungen stellende Bewegung wurde durchgeführt ohne den mindesten Exzeß, ohne irgend einen Zusammenstoß, ohne eine Verhaftung. DaS Ergebnis der Bewegung ist wegen der vielen Bahnen und wegen der zahlreichen Beamten-, Bediensteten- und Arbeiter- kategorien, auf die sie sich erstreckte, in Kürze nicht darzustellen, was man schon daraus ersehen kann, daß„Der Eisenbahner", das Zentralorgan deS österreichischen EisenbahnerpersonalS 10 Seiten des „VorwärtS"-Formates benötigte, um bei vielfacher Benutzung von Tabellen die Resultate des Kampfes darzustellen. Wir müssen uns mit der Hervorhebung der besonders in die Augen springenden Erfolgs begnügen. Die Direktionen der Privateisenbahnen haben dem österreichischen Eisenbahnministerium Aufstellungen übern, ittelt. wonach die Zugeständnisse ihre Ausgabenetats um elf Millionen Kronen belasten werden. Den niedrigen Angestellten erwachsen im Jahre Einkommenerhöhungen von 72— 144 Kronen, den Beamten solche von niehreren hundert Kronen. Für Kategorien von Bediensteten, für die es keine Alters- Versorgung gab, wurde sie eingeführt, für die anderen verbessert. Es wurde festgelegt, wann die Invalidenversicherung in Kraft zu treten hat. Wo eS der Dienst nur irgendwie zuläßt, ist der freie Sonnabcndnachmittag durchgesetzt. Ueberall werden offiziell anerkannte Personalkommissionen gewählt, die über alle das Personal be- treffende Verhältnisse gehört werden müssen und selbst Vorschläge zu machen haben, die also das autokratische System der Eisenbahnverwaltungen durchbrechen und in den Grundsatz des Herrn im eigenen Hause ein Loch reißen. Auch Arbeitszeit- Verkürzungen sind neben dem freien Sonnabendnachmittag zum Teil durchgesetzt worden. Endlich mußten die Direktionen„volle Amnestie" erteilen, daß kein Opfer für die großen Erfolge fallen wird. Noch größer wie der Erfolg deS Personals ist die Niederlage der Eisenbahndirektionen, denn die nun abgeschlossene Bewegung hat die Privatbahnen reif gemacht für die Verstaatlichung. Der Staat hätte bei der Uebernahine des Betriebes das gewähren müssen, was das Personal sich nun errungen hat. In der Festsetzung der Ablösungssumme» werden die Erfolge der Eisenbahner dem Staats- schätze zugute kommen, sodaß ein Stück Eisenbahnpolitik von dem Personale geleistet wurde. Aber auch parteipolitisch ist der Sieg der Eisenbahner sehr wichtig. Die niehr oder minder gelben Eisenbahnerorganisationen, christlichsoziale und nationale(das Kartell), suchten das Wasser von unseren Miihkei, auf ihre Räder abzulenken. Abgeordnete aller bürgerlichen Parteien mit einer leibhaftigen Durchlaucht und einem frühere» Eisenbahnmiuister an der Spitze suchten sich als die wahren Vertreter der Eisenbahner aufzuwcrfei,. Sie haben viele Worte ge- macht, habe» als»»gerufene Anwälte mit dem Eisenbahnministcr, mit den Direktoren der Privatbahnen konferiert und wurden schon ihres großen parlamentarischen Einflusses wegen sehr entgegenkommend behandelt. Aber die ganze Bewegung und, in die Augen springend, ihr Abschluß bewiesen schlagend, daß nur die sozialdemokratischen Organisationen auf die Eisenbahner Einfluß haben— diese hinter sich haben. So kann man mit vollster Genugwung auf diese in jeder Hin- ficht durchaus gelungene, in ihren Erfolgen alle Erwartungen über- treffende und in glänzender Weise durchgeführte Bewegung zurück- blicken. Die errungenen Erfolge werden nicht bloß den Eisenbahnern, sondern der ganzen Arbeiterbewegung selbst über Oesterreichs Grenzen hinaus zugute kommen. politische(leberlicht. Berlin, den 29. Oktober 1307. Die liberalen Wahlrechtsfeinde. Die freisinnigen Wahlrechisfeinde suchen alles aufzubieten, um die Wahlrechtsfreunde im eigenen Lager einzuschüchtern'und zu terrorisieren. Nachdem die F r s. Ztg." weder mit dem Tot- schweigen noch mit dem Drohen etwas ausgerichtet hat, werden jetzt eine Reihe reaktionärer Blätter mobil gemacht. Herr P a ch n i ck e hat im„Tag" angefangen. Die Fortsetzung findet sich in der -Leipg. Ztg." und in den„Münch. Neuest. Nachr.". Namentlich in dem lctzicren Blatt werden von einer Seite, die der Leitung der freisinnigen Volkspartei sehr nahe zu stehen scheint, Herr Barth und seine Freunde in der gehässigsten Weise bcschimpst, weil sie vom Freisinn verlangen, er müsse noch in dieser Session eine Wahlreform durchsetzen. Die freisinnige Führung aber will überhaupt nichts'als eine leere' Rederei veranstalten, denn mehr erlauben die Konservativen nicht. Die„DcutscheTagcsztg." hat bereits geschrieben: „Die Frage der Aenderung des Preußischen Landtagswahl- rechts wird sicherem Vernehmen nach während der nächsten Tagung nicht akut werden; man wird vielleicht darüber reden, die Taten aber einer späteren Zeit vorbehalten. Das ist vernünftig und zweckmäßig; jeder Versuch einer tatsächlichen Lösung der Frage würde den Block aufs stärkste gefährden." Dieser Befehl Herrn OertelS muß von dem Freisinn, wenn es nach den Fischbecks gehen soll, erfüllt werden, und die „Franks. Ztg." verkündet bereits demgemäß: „Wenn es in dieser Session bei einer Aussprache sein Bewenden haben wird, so geschieht das nicht wegen des Blocks, sondern wegen der Zusammensetzung des Abgeordneten- Hauses und in der Hoffnung, daß die Neuwahlen unter den, Zeichen der Wahlreform eine Besserung und damit günstigere Aussichten für eine ernstliche Reform bringen werden." Damit bestätigt das Blatt, was es sonst immer bestritten hat, daß die Liberalen nichts, aber auch gar nichts tun wollen! Es ist natürlich eine elende Ausrede, daß die neue Zusammensetzung des Landtags abgewartet werden muß. Wird nicht wenigstens eine Tcilreform jetzt vorgenommen, so ist es fast ganz ausge- schlössen, daß der neue Landtag anders aussehen wird als der alte. Gerade deswegen suchen ja die Konservativen jede Reform zu verhindern. Es ist aber einfach ein Skandal, der seinesgleichen in der politischen Geschichte nicht kennt, daß die Liberalen sie dabei unterstützen wollen! Auf diese Leute hat nicht einmal die beispiellose Enthüllung der letzten Tage über das Wesen absolutistischer Regierungen einen Eindruck gemacht. Sie bleiben die gehorsamen Junkerknechte. Es ist auch eine Unwahrheit, daß in dieser Session nichts erreicht werden könnte. Für geheime und direkte Wahlen haben sich außer den Konservativen f a st alle anderen Parteien ausgesprochen. Das Gesetz kann in kürzester Frist erledigt sein. Wenn in der prcn- ßischen Wahlrcchtsfrage kein Fortschritt erzielt wird, so tragen die Liberalen, vor allein die freisinnige Bolkspartei, die ja nach eigener Angabe im Block den Ausschlag gibt, die Verantwortung. Daß sie zur Verantwortung gezogen werden, darauf können sie sich ver- lassen!_ Vo» der Kamarilla. Die«Voss. Ztg." weist aus Hohenlohes Memoiren nach, daß der spätere Todfeind der Eulcnburgclique ehedem ein Verbündeter dieser Ncbenrcgierung war. Es könne nach Hohenlohe noch zweifelhaft sein, ob nicht H o I st e i n noch in höherem Grade als Eulenburg„Königsmacher" gewesen sei und speziell den Fürsten Bülow zuin Staatssekretär gemacht habe. Weiter erzählt das Blatt: „Ein:s Tages aber zerriß das schöne Band. Vielleicht haben wir selbst daran mitgewirkt. Fürst Philipp Eulcnburg, damals Botschafter in Wien, war einen große» Teil des Jahres außer- halb Wiens, auch zu Zeiten, wo ein deutscher Botschafter dort sehr am Platze gewesen wäre. Wir hatten darauf schon am 12. November 18Sö und am 12. Juni 1901 hingewiesen und tatrn es abermals eingehend am 31. August 1901 in einem Leitartikel unter der Ueborfchrift„Der Botschafter auf Reifen"., Dieser Artikel versetzte den Fürsten' Eulenbürg in große Aufregung.'Er ließ in einem Wiener Blatt erklären, diese„Machenschaften" stammten von«intt in einflußreichster Stelle bebenden Perfön- lichkeit, die Proben ihrer Leistungsfähigkeit auf diesem Gebiet schon gegeben habe, und dann wurde in einem hiesigen Blatt geschrieben:„Es ist immer derselbe Herr, der bereits die Hand beim Sturze Bismarcks im Spiele hatte, der Kerl mit den Hyänenaugen, wie ihn der Altreichskanzler nannte; es ist der- selbe, der beim Falle Caprivis mitgewirkt hat____ Ter Hcrr und seine zahlreichen Freunde bilden seit Jahren eine Neben- regicrung in der Regierung. Mittels einer geheimen Chiffre verkehrt er über den Kopf der Botschafter hinweg mit ihren Unterorganen, über den Kopf hiesiger Vorgesetzter mit Sub- altcrnbeamtcn.... Zivar hat Herr v. Richthofen die Stelle als Staatssekretär erhalten, die jener wohl für sich selbst in Anspruch genommen hätte; aber trotz alledem versteht er es nach wie vor, über bei« Kopf seiner Vorgesetzten hinweg eine eigene Politik zu treiben." Zum Uebersluß wurde»och ausdrücklich hinzugefügt, die„Intrige" gegen den Fürsten Eulenburg sei„im Auswärtige» Amt gesponnen" worden. Uns tonnte diese Darstellung nur erheitern, da unser Artikel von niemand beeinflußt und der„Kerl mit den Hyänenaugen" uns völlig fremd war. Aber Fürst Philipp Eulenburg scheint keinen anderen als seinen guten, lieben alten Freund v. Holstein für den Verfasser oder Inspirator gkl>altcn zu haben. Denn der„Kerl mit den Hyännenaugen" sollte offenbar„Austern- freund" sein. Und als der„Troubadour" von ehedem alsdann aus Wien scheiden mußte, hat er vermutlich seine Kvltstellung Herrn v. Holstein in Slechimng gebracht. Wie hinwieder allem Anschein nach Herr v. Holstein seine eigene, im vorigen Jahr erfolgte Kaltstellung auf den„Licbenberger", den„Harfner" zurückführt. Der frühere Freund des Fürsten Eulenbürg steht heute mit dessen Ankläger auf gutem Fuße." Die„Voss. Ztg." schließt mit der Hoffnung, daß die ver- fassungsmäßig Verantwortlichen der deutschen Politik„kraft- voll die Zügel zn führen und allen unberechtigten Neben- einslüssen für die Zukunft energisch und wirksam vor- zubeugen" vermöchten. Die gute, naive Tante Voß versucht sich also einzureden, daß sich das absolutistische System bei einem tcmperament- vollen, selbstbewußten Monarchen mit der kraftvollen Zügel- führung eines verfassungsmäßig verantwortlichen Kanzlers vertrage I>—_ Berufung im Moltke-Prozetz. Das Mosse-Blatt meldet: „Der Anwalt des Grafen Kuno Moltke, Justizrat Dr. v. G o r d o n erklärte auf die Anfrage eines unserer Mitarbeiter, ob er Berufung einlegen werde:„Ich kann jetzt eine bestimmte Erklärung darüber noch nicht abgeben. Wie wir von anderer zuverlässiger Seite hören, wird zurzeit die Frage erwogen, ob die Klage gegen Harden nunmehr von der Staatsanwaltschaft im öffentlichen Interesse weiter verfolgt werden soll, nachdem dee Staatsanwalt in einem früheren Stadium bekanntlich eine solche Verfolgung abgelehnt hatte. Nach§ 417 der Strafprozeßordnung ist der Staatsanwalt aber berechtigt, in jeder Lage der Sache bis zur Rechtskraft des Urteils die Verfolgung zu übernehmen. Tie Möglichkeit, daß die Staatsanwaltschaft Berufung gegen das Urteil des Schöffengerichts einlegt, ist also vorhanden, doch ist ein dahingehender Entschluß bisher noch nickt gefaßt worden."—_ Das alte gute Treiklassenwahlrccht. In einer öffentlichen Volksversammlung. die von den Nationallibcralen am Sonntag im ReichStagSwahlkreise Bochum abgehalten wurde, sprach der nationalliberale Landtags- abgeordnete Professor Dr. Berendt über:»Die Aufgaben der nZchsten Landtagssession� Hierbei kam der Herr Professor auch auf die preußische Wahlrechtsfrage zu sprechen. Der Professor möchte nichts geändert sehen. Bevor man an eine Aenderung des Bestehenden herangehe, müsse man sich zunächst darüber vergewissern, wie sich denn das alte Wahlrecht bewährt habe. Und da müsse man sagen, daß daS alte gute Dreiklasscnwahlrccht seine Probe glänzend bestanden habe. Nirgends, in keinem Staate sei solch eine muster- hafte Rechtspflege sl), nirgends sei die Sicherheit der Person und des Eigentums so geschützt, wie in Preußen. Preußen habe die muster- Hasteste Schulverwaltung(!), die vorbildlich für alle Kullurstaaten gewesen sei. Dem müsse man entgegenstellen, wie denn das Reichs- tagswahlrecht gewirkt habe! Das Reichstagswahlrecht habe die Mehrheit des Zentrums gebracht, die jetzt nur durch den Block niedergehalten werde. Würde' das Reichstagswahlrecht auf den Landtag übertragen, dann schicke Berlin anstatt g freisinnige Volksparteiler S Sozialdemokraten und Bochum-Dortmund anstatt 6 Nationalliberale 6 Sozialdemokraten in den Landtag. Wenn man dies bedenke, würde man sich den Schritt erst wohlweislich über- legen. Von den anwesenden I u n g l i b e r a l e n, die die Versammlung einberufen hatten, wurde kein Protest gegen die Ausführungen er- hoben. Diskussion wurde übrigens nicht gewährt, es wurde nur Fragestellung erlaubt._ Ein Offizier als Ankläger Trothas. Schwere Anklagen über die südwestafrikanische Kriegsführung hat Leutnant v. Wecch aus München in einem Vortrage in Göppingen(Württemberg) erhoben; der Redner war im Kriege Ordonnanzoffizier und führte»ach der „Frankfurter Zeitung" aus: v. Weech hielt es für einen großen Fehler, allzu optimistisch über die Kolonien nach dem Heimatland zu berichten. So habe unter anderem auch das deutsche Kolonialamt eine bildliche Darstellung von der Lüderiubucht(Anga Pequena) herausgegeben, die direkt falsch sei. Das Bild zeige eine blühende Farm mit großen Dattel bäumen und wenn man tatsächlich nach der Lüderitzbucht komme, so sei sie nichts anderes als eine öde Sand- wüste. Er kam dann auf den Aufstand in Deutsch-Südwcstafrita zu sprechen. Eingehend besprach er den Brief des Generals Trotha an die Hereros und zeigte ein Exemplar dieses Briefes, der hekto- graphiert an die Hererohäuptlinge gesandt wurde. Dieser Erlaß, worin Trotha u. a. befahl, auf Weiber und Kinder der Hereros zu schießen, habe selbst unter den deutschen O f f i- zieren, die in Südwcstafrita in der Linie standen, großen Unwillen erregt, und sei von den deutschen Offizieren auch nicht ausgeführt worden. Tatsache sei es aber, daß dieser Brief eine kolossale Erbitterung unter den Hercros hervorgerufen und so eine bedeutende Verlängerung des Feldzug es bewirkt habe. Tatsache sei ferner, daß durch diesen Erlaß der Witboiaufstand ins Leben gerufen sei. Durch den Erlaß Trothas, die Hereros in den Sandwüsten und wasserarmen Gegenden festzuhalten— also infolge dieses Berhungerungsstistems— seien die Hercro direkt z u Räuberbanden gezüchtet die.Hereros direkt zu Räuberbanden gezüchtet nötigt gesehen, deutsche Transporte zu überfallen und zu plündern. Mißtrauisch gemacht seien die Eingeborenen auch dadurch, daß, als ein Stationskommandant, der mit den Eingeborenen in Friedensverhandlungen in seinem Lager eingetreten sei, dort, trotzdem die Eingeborenen volle Sicherheit zu- gebilligt erhielten, plötzlich eine wüste Schießerei begonnen habe. Ein großer Fehler von Trotha sei auch gewesen, daß er die Ver- Handlungen, die ein deutscher Abteilungsführer(Major Estorff) mit einem Hererostamme wegen Waffenniederlegung angebahnt und fast zum friedlichen Ziele geführt hätte, plötzlich abbrechen ließ."_ Tas Hochvcrratsurteil. In auffallendem Gegensatz zu der Eile, mit der die Straf- bollstreckung gegxn um'eren Genossen Karl Li e b kn e ch t betrieben ist, steht die Tatsache, daß das schriftliche Urteil bislang dem Vermteilteüuwch»tchT zugegangen Ist.— Schiffahrtsabgaben und Unstimmigkeiten. Dresden, 28. Oktober. In der Zweiten Kammer des sächsischen Landtages wurde am Montag über- eine freisiuuige Interpellation, die Schiff- fahrtSabgaben betreffend. verhandelt. Finaiizminister Dr. Rüger erklärte, daß die Staatsregiernng nach wie vor Schiffahrtsabgaben entschieden ablehne. Die Industrie Sachsens habe ihren Aufschwung zum Teil den Vorteilen des billige» Wasser- wegcs, der Elbe zu verdanken. Die Regierung kann die Ver- antlvortung für eine Belastung der Schissahrt nicht übernehmen, so sehr sie es auch bedauere, in dieser Frage nicht mit der ihr sonst fo befreundeten preußischen Regierung gehen zu können. Die Er- klärnng Ivnrde beifällig aufgenommen. Die Besprechung der Interpellation brachte zur Sache selbst nichts Außerordentliches, dagegen zeitigte sie ein interessantes Zwischenspiel, dessen Held der Legationsrat v. Nostitz- Wallwitz ivar, der gegen die konservative LandtagSftalrion den Vorwurf erhoben hat, dag sie eine N eb en r eg ier nng bilde. Seit dieser Zeit wird der Mann, der Beamter im Ministerium des Innern ist, vom Haß der Konservativen verfolgt. Herr v. Nostitz-Wallivitz hat in derselben Sitzung de? konfer- pativcn Vereins zu Dresden, wo er seine Anklagen gegen die Neben- regierung richtete, auch eine Erklärung über die Stellung der sächsischen Regierung zu den Sckiffahrtsabgaben abgegeben. Auf diese verwiesen einige Redner. Das gab dem Fi n a n z m i n i st e r D r. R ii g e r Veranlassung zu erklären, jener Herr habe nicht in seinem Auftrage gehandelt: hätte er die Absicht gehabt, eine solche Erklärung abgeben zu lassen, so würde er sich dazu ei»eil andern Herrn ausgesucht haben. Große Bewegung im Hause und Befriedigung bei den Konservativen. Schon hielt man den LegationSrat für einen toten Man», da erhob sich der Minister des Innern, Graf v. Hohenthal, um zu erklären, Herr v. Nostitz habe jene Er- klärnng in seine in Auftrage und mit seiner vollen Z n st i m in u n g abgegeben. Nun war daS Staunen natürlich noch größer und die Sensation vollendet. So etwas war im sächsischen Landtage noch nicht dagewesen. Auf die Bemerkung de? Freisinnigen Günther, ivaS man im Lande denken solle, wenn die Minister ihren häuslichen Streit in dieser Weise austrügen, schwieg der Finanzminister, obwohl er noch mehr- mals das Wort nahm, Herr v. Hohenthal aber versuchte, den un- angenehmen Eindruck abzuschwächen, indem er versicherte, von einem häuslichen Streite zwischen ihm und dem Finanzminister könne keine Rede sein. Er stimme in der Frage der Schiffahrtsabgaben jetzt völlig mit dem Finaiizminister nberein. DaS überzeugt natürlich keine» Menschen. Das Verhältnis zwischen dem Finanzminister und Herrn v. Hohenthal ist offenbar nicht» weniger als sreundfchastlich. Das brachte auch Genosse Gold- stein zum AuSpruck. indem er bemerkte, daß da manches nicht zu stimmen scheine oder nicht gestimmt habe. Zwei Monate Gefängnis für ein rniniertes Menschenleben. Vor dem OberkriegSgericht des achten Armeekorps in Koblenz stand der Sergeant F l a S d i e ck von der fünften Kompagnie des FußartillerieregimentS Nr. 0. Dieser Vorgesetzte ließ am 12. August dieses JahreS, nachdem schon vorher scharf exerziert worden war. einen Kanonier eine halbe Stunde lang um die Abteilung herum» laufen. Als der Soldat ihm meldete, daß er nicht imstande sei zu laufen, gebot ihm das Scheusal: er müsse so lange laufen, bis er uuisällt. Bald nachher fiel denn auch der Soldat hin und mußte ohnmächtig weggetragen werden. Von dieser Malträtierung hat der Mann ein Herzleiden davongetragen. Er kann nach der Bekundung des Oberstabsarztes sein Gewerbe al» Schlosser nicht mehr ausüben. Trotzdem also der Soldat durch die Schuld seines Pcinigers sich dauerndes Siech- t u m zugezogen hat, erkannte das Kriegsgericht der 15. Division nur ouf zwei Monate Gefängnis. Zum Ueberfluß hatte der Sergeant noch die Schamlosigkeit.' gegen dieses mehr als zarte Urteil Berufung einzulegen; sie lvurde selbstverständlich vom Ober- kriegsgericht verworfen.—_ Oeftcrrncb. Der Sternberg klagt?— Die„Alldeutsche Korrespondenz" meldet: Abgeordneter Graf Sternberg hat gegen die Abgeordneten Eldersch, Perner st orfer und Seliger wegen der ihm bei dem Zwischenfall Schuhmcier-Sternberg zugerufenen und nach dessen Entfernung wiederholten„beleidigenden Worte" die Ehren- beleidigungsklage beim Bezirksgericht Josefstadt überreicht und gegen den Abgeordneten Seliger lvegen dessen Aeußerung:„Der muß wie ein Hund erschlagen werden!" die Anzeige an die Staats- anlvaltschaft wegen gefährlicher Drohung erstattet. Außerdem hat Graf Sternberg die„Arbeitcr-Zeitung" wegen eines Artikels, in dem ihm vorgeworfen wird, daß er wegen nicht bezahlter Spiel- schulden als Offizier kassiert wurde, die Ehrenbeleidigungsklage eingebracht. Dazu sagt unser Wiener Brudcrblatt, die„Arbeiter-Zeitung" trocken: Zu welcher Mitteilung wir bemerken, daß wir von der„Ein- bringung" dieser 5Aage, von der wir doch auch etwas erfahren müßten, nichts vernommen haben und daß wir dem Herrn Grafen Sternberg die Tatsache vor dem Schwurgericht bereits ausreichend bewiesen haben. Vielleicht erzählen wir aus der Geschichte dieser Spielschuld samt dem angebotenen„Ausgleich" der Familie Sternberg und des Testaments des verstorbene» Theresienritters einmal mehr. frankmcb. Militaristische Sensationen. Paris, 23. Oktober.(Eig. Ber.) Während die innere Politik einen dem bürgerlichen Gemüte Wohltuenden Schneckengang einschlägt, führt der Militarismus lärmende Tänze auf:„Sind wir verteidigt?" so lautet die Frage, zu deren erregter Diskussion sich die patriotischen Leidenschaften vereinigt zu haben scheinen, die Frage, die jedoch für den aufmerksameren Blick sichtbar, Wirtschaft- liche und politische Klassenintcressen in Bewcgniig setzt. Wohl stehen als unheilverlündende Propheten Personen im Vordergründe, die sich ihrer Rolle als Agenten sozialer Gruppen schwerlich voll bewußt sind. Aber wie General Lang loiS. der das Hauptgewicht auf den wachsenden„schlechten Geist" in der Armee legt und die moderne Erziehung der Soldaten als Quelle unpatriotischcr und unsoldatischer Gesinnung hinstellt, den Interessen des reaktionären und finanzkapitaliftischen FendaliSmns dient, so besorgt der reklainelustige radikale Deputierte H u m b e r t mit seinen Klagen über das minderwertige Waffenmaterial und über die schlechte Beschaffenheit der Festungen tatsächlich die Geschäfte der auf den Militarismus angewiesenen Großindustrie, wobei denn Enthüllungen über den mangelnden Patriotismus hoher Offiziere dem allzeit nach der Brandmarkung der„Großen" lüsternen Kleinbürgertum de- magogische Genugtuung bieten. In der parlamentarischen Debatte hat die Regierung mit ihren beruhigenden Erklärungen den Sieg davongetragen, aber man darf darum nicht erwarten, daß die agitatorisch so dankbare reaktionäre und radikale Alarmbläserei auf- hören wird. Augenblicklich kommt ihr der erneuerte Spionageschrecken zugute. Inwieweit der Schiffsfähnrich llllrno und der Landwehroffizier B e r t o u wichtige militärische Geheimnisse ausgeliefert habe», und insbesondere, ob der Erstgenante nur einen unsäg- lich- einfältigen Erpressungsversuch an der KriegSverwaltung verübt hat, ist noch unbekannt. ES ist auch vollkommen begreiflich, daß die Armeeleitung, die das Netz der Konterspionage nicht zerreißen lassen will, alle möglichen romantischen und moralischen Geschichten über die Entlarvung der Spione in die Presse lanciert. Der Zufall hat ihr aber zweifellos, wenigstens bei der ersten Affäre, boshaft mitgespielt. Daß gerade unter einem Ministerium Clemenceau-Picquart ein un- zweifelhaft jüdischer Spion, ein„DreyfuS der Marine", wie die nationalistische Presse ihn rasch benannt hat, erwischt werden mußte, das ist sicher ein Haupttreffer für die nationalistische Clique, die übrigens auch den anderen Spion schon als„Anti- klerikalen" agnosziert hat. Wen» auch die Zeit für einen anti- semitischen Rummel anscheinend vorbei ist, so ist die Regierung doch gegenüber den reaktionären Elementen im Heere moralisch ge- schwächt, und sie hat sich durch ihr Vorgehen gegen die Arbeiter- klaffe des Rückhalts in der Demokratie zum großen Teil beraubt. Mitten im Lärm der Enthüllungen, Ilnheilrufe. Entlarvungen und Entrüstungen bereitet das Großkapital still einen Riesenraubzug im Namen des Vaterlandes vor. Der Marinernt hat eine Vorlage ausgearbeitet, die die Herstellung von sechs neuen Schlacht- schiffen zum Gegenstand hat, welche den„Dreadnought", den Niesen der englischen Flotte, an Größe übertreffen sollen. Man will die Schiffe bis ISOS fertig stellen.— Sicher ist es kein Zufall, daß der., Matin" gerade jetzt aus der Feder des sauberen Ex- antimilitaristen Urbain Gohier—„Enthüllungen" über die Zustände in den Mariuewerlstätten veröffentlicht, die die Arbeiter der Disziplinlosigkeit und Gewissenlosigkeit anklagen und der Kapitalistenclique Material liefern, die seit langem die Ver- gebung der Schiffsbanten an die P r i v a t i n d u st r i e betreibt. Die„Lanterne" spricht heute von der Marincvorlage als von einem „S I a n d a I". Nun. man wird ja sehen, wie sich der Bourgeois- radikaliSmils gegen den„Skandal" wehren wird. Norwegen. Das Kabinett Mithelft» ist zurückgetreten. Der König nahm am Montag die Demissionsgesuche des Ministerpräsidenten Michclsen, des Verteidigungsministers Olssön. des Kultusministers Dr. Jensen und des JustizministerS Bothner an. Der bisherige Minister des Aeutzern L ö v l a n d ist unter Beibehaltung dcS Portefeuilles als Minister des Aeußcrcn zum Ministerpräsidenten, Rechtsanwalt Bredal zum Justizministcr, Kapitän zur See Daweö zum Verteidigungsminister, das Mitglied des Storthings Bankdircktor H a l v o r s e n zum Finanzminister und der bisherige Finanzminister Berge zum Kultusminister ernannt worden. ftonland. Gewitterwolken. Die Grundgcsetzkommission des finnländischeu Landtages hat ihren Bericht über die von der Reichsregierung geforderten 20 Millionen Mark als Ersatz für die persönliche Ableistung der Militärpflicht abgeschlossen, und die Vorlegung des Berichts im Landtag stebt in kurzer Zeit bevor.— Die Zeitung„Karjala" bc- urteilt die Chancen sowohl für als Wider die Genehmigung der 20 Millionen und kommt auf die Möglichkeit einer Ablehnung der Forderung durch den Landtag. „Die sozialdemckratischcn Deputierten", sagt die Zeitung, „werden bedingungslos für die Llblehnuug sein. Tie alt- finnische Landtagsfraktion, die anfangs nicht Farbe bekennen wollte, erklärt jetzt offen, daß sie für die B e w i l l i g u n g stimmen werde, da sie die geforderte Summe für eine Ehrenpflicht des Landtages halte. Di« Mehrheit der Deputierten der Wvedischen Bolksxartei steht ebenfalls für Bewilligung. In der jungfinnischen Land- iagsfraktion gehen die Meinungen auseinander: Die Mehrheit spricht sich für Bewilligung aus. die Minderheit für Ablehnung. Die Deputierten der Partei der Kleinbauernschaft schließen sich fast sämtlich in dieser Frage den Sozialdemokraten an. Als Resultat dieser Gruppierung kann für diese oder jene Entscheidung der Frage eine Majorität nur mit einigen Stimmen erlangt werden, so daß der Ausgang unter Umständen vom«inen Zufall abhängt." Die Ablehnung der Forderung der Reichsregierung kann für Finnland schwierige Verwickelungen zur Folge haben und gegen- wärtig ist wieder das Gerücht von der Verabschiedung des General- gouvcrneurS Gerard aufgetaucht, an dessen Stelle der den Finn- ländern wegen seiner„echt russischen" Manieren wohlbekannte General Neinbot treten soll.— Finnisches Geld fürs russische„Väterchen". Helsingfors, 29. Oktober.(W. T. B.) Der Landtag nahm den Antrag des Verfassungsausschusscs betreffend die Bewilligung von 29 Millionen Mark aus finnischen Staats- mittein an die russische Staatskasse an. Die Sozialdemokratel? nahmen an der endgültigen Abstimmung nicht teil. Bulgarien. Sofia, 28. Oktober.(W. T. B.) Anläßlich der heutigen Er- öffnung der Sobranje hatten die hiesigen Sozialisten rcgicrungS- feindliche Demonstrationen geplant. Trotz des Polizeiverbots ver- suchten sie sich zu Kundgebungen zu versammeln. Infolgedessen kam es zu einem Zusammenstoße mit der Polizei. Mehrere Sozia- listen wurden verwundet. Ein starkes Polizeiaufgebot und Militär halten jetzt alle Straßen der inneren Stadt abgesperrt. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Sie russische Revolution. Resultate. Petersburg, 29. Oktober. Bisher(12 Uhr 49 Minuten nachts) liegen Meldungen über 827 Abgeordnetenwahlen vor, darunter 166 Rechte und Monarchisten, 98Okto- bristen und Gemästigte. 3„friedliche Erneuerung". 25 Kadetten. 1 polnischer Nationalist, 6 Mohammedaner. 9 Sozialdemokraten, 19 Linke. Stolypsnscher„KonstttuttonalismnS". Petersburg, 2S. Oktober.(Eig. Ber.) Die Stolhpinsche Wahlpraxis ist schon von den Wahlen zur zweiten Duma her bekannt. Man müßte nun aber denken, daß gegenwärtig, wo durch das im Interesse der Agrarier zurechtgestutzte Wahlgesetz die Wahlen reaktionär ausfallen, die Regierung ohne Repressalien würde auskommen können. Dem ist aber nicht so. Die Polizei macht die Wahlen wie stüher ganz nach ihrem Sinne. Für sie sind allein die Zirkulare des Mini- steriumS des Innern ausschlaggebend, nicht die Gesetze. Die Polizei hat nach den zwei ersten Wahlen in der Bekämpfung progressiver Kandidaturen eine phänomenale Gewandtheit erlangt: Der Regierung unbequeme Kandidaten wurden aus irgend einem Grunde in Anklagezustand versetzt, sie verlieren damit auch das Wahlrecht. Besonders eifrig war die Polizei diesmal in der An- Wendung der Wahlbestimmungen über Verlust des Wahlrechts bei den Wählern mit Wohnungszensus. Zu welchen Spitzfindigkeiten sie da griff, um einen unerwünschten Kandidaten unschädlich zu macheu, darüber ließe sich eine ganze Chronik schreiben. Der Kadett W. Hessen z. B. wurde aus der Liste der städtischen Kreiswähler im Kreise Petersburg entfernt, weil er diesen Sonnner im Ausland gewesen war I Läßt sich der Kandidat nicht auf diese und sonstige heimtückische Art beseitigen, dann tritt die nackte Knute in ihr Recht. Unzählige progressive Kandidaten mußten i» Arrest wandern, weil sie sich„mit Wahlpropaganda befaßt' hätten. Noch heute, wo die Regierung ihrer Majorität sicher ist, kommt aus Odessa die Kunde, daß dort der Kandidat der Kadetten, der Tierarzt Nikolski, in Haft genommen worden ist. Grund: Wahlagitatton l Gleichzeitig mit der Verhaftung natürlich die übliche Haussuchung mit Gendarmen und Dragonern als Statisten im weiten Umkreise des Hauses. Dasselbe Telegrannn meldet, daß in Riga der sozialdemokratische Kandidat in der zweiten Kurie, Dr. Predkaln, verhaftet lvorde» ist. In Odessa sind drei Zeitungen mit je 1000 Rubel Buße belegt worden, weil sie sich erdreistet hatten--»— die Namen der Kandidaten der Kadettenpartei abzu- drucken I DaS ist kein Einzelfall, sondern nur ein Stückchen eines blödsinnigen Systems. Wenn dergleichen aber schon der Kadetteil- Partei passiert, so kann man daraus schließen, mit welchen Hinder- nissen die mehr links stehenden Parteien in den Wahlen zu kämpfen haben. Nehmen wir z. B. Petersburg. Die Polizei hat es da ver- standen, die bekannteren Volkssozialisten und Arbeitsgruppler, die sich an der Wahlagitation zur zweiten Duma beteiligten, von den Wahlversammlungen vollständig fcn«znhalten. Ein ein- ziger war noch geblieben, der bekannte Publizist Wodowosoff, der mit Erfolg gegen den KadettiLmuS auftrat. Nachdem er aber in zwei oder drei Versammlungen gesprochen hatte, wurde er durch einen ordinären Polizeikniff als Wähler kassiert, und so hatte er nicht mehr Zutritt zu den Wählcrversammlungen I Unsere Genossen hier in Petersburg haben in der zweiten Kurie die Kandidatur dcS Rechtsanwalts Ssokoloff aufgestellt. Bisher ist es der Polizei noch nicht gelungen, ihn zu streichen, die PolizeipristalvS haben aber von dem Gradonatschalnik die Vorschrift erhalten, in den Wähler- Versammlungen besondere Acht auf Ssokoloff zu geben. ES kommt wohl auch für ihn die Stunde.... Wcnu solche Mittel in den Städten angewandt werden, so kann man denke», was die„Wahl- freiheit" erst für ein Ding auf dem flachen Lande ist, tvo seine Hoheit der Herr Urjadnik thront! Darüber liest man, wie z. B. heute, nur lakonische Notizen folgender Art: Auf Verfügung deS Ministers des Innern wurden 22 Bauern des Dorfes Schurawlinki wegen Zugehörigkeit zum Bauernverband auf zwei Jahre nach dem Gouvernement Wologda verbannt. Zur Abwechselung ist es ein andermal das Gouvernement Wjatka oder ein noch weiter nach Sibirien zu gelegenes. Der nördliche Teil dcS Gouvernements Tobolsk allein zählt gegenwärtig in seinen „gastlichen Gefilden" 13 000 Verschickte, die dort an Hunger und Kälte langsam zugrunde gehen. DaS ist Stolypinischer„Konstitutio- naliSmuS."— Mysteriöser„Aufstand". Wladiwostok, 20. Oktober.(W. T. B.) Heute früh nahm ein Teil der Gemeinen eines MineurbataillonS, die von bei Nacht an- gekommenen Agitatoren und einer Gruppe Zivilpersonen geleitet wurden, in ihren Kasernen die Gewehrpyramiden auseinander und eröffneten ein Feuer gegen die Kaserne, ii» der zwei Kompagnien deS zehnten Schützenregiments standen. Als die Aufständischen gegen die Kaserne des Schützcnrcgiments vorgingen, wurde auf sie mit Maschinengewehren gefeuert. Die Aufständischen liefen auseinander und lieferten nachher die Waffen ab. Bon dem Mineurbataillon wurden zivei Offiziere und zwei Feldwebel ver- wundet und ein Wachtsoldat getötet. Von der Kompagnie deS Schützcnrcgiments wurde ein Soldat getötet. Unter den Aufständi« scheu wurden zwei Mann getötet und fünf verwundet, außerdem wurde ein Zivilagitator getötet. 6ewerkrcbaftUcbc9« Berlin und Umgegend. Der Jandorf-Boykott. Im Vordergrunde des Interesses steht zurzeit der von der politisch wie gewerkschastlichorganisierten Arbeiterschaft ein- stimmig gefaßte Beschluß, der Firma A. Jandorf u. Co. den Boykott zu erklären. Die Gründe, welche zu diesem Vorgehen Veranlassung gaben, sind bekannt. Eigenartig muß es im An- gesichte dieses Kampfes berühren, wenn von feiten des Warenhauses Jandorf wiederholt der Versuch ge- macht wurde, sich den Mantel des sozialen Verstand- nisscs für die im Betriebe Beschäftigten umzuhängen. Wie weit es damit her ist, illustriert vollauf der Umstand, daß der Inhaber der Firma bei der von der bürgerlichen Presse der- anstalteten und veröffentlichten Umfrage wegen Einführung des Achtuhr-Ladenschlusses ganz bestimmt erklärte, seine Filialen vor 9 Uhr nicht schließen zu wollen, andernfalls er von seinen einigen Tausend Angestellten ein Drittel entlassen müßte. Daß man es jedoch ferttg brachte, den Hausdienern einen Revers vorzulegen, der geradezu einen Raub des ge- schlich gewährleisteten Koalittonsrechts bedeutete, sollte man kaum für möglich halten. Als alle Verhandlungen endgültig gescheitert waren, der- suchte die Firma ihren Arbeitern dieses Monstrum von Ver- trag einzeln aufzuzwingen. Die Hausdiener besaßen Rück- grat genug, kategorisch die Unterschrift zu verweigern. Jetzt zeigte dann auch Herr I a n d o r f sein soziales Empfinden: wer nicht unterschrieb, wurde entlassen. 164 Familienväter, welche jahrelang ehrlich und recht- schaffen die gewiß nicht leichte Arbeit zur Zufriedenheit ausgeführt hatten, wurden einfach aufs Straßenpfiaster geworfen! Daß die organisierte Arbeiterschaft sich eine solche Behandlimg ihrer Arbeitsbrüder unter keinen Umständen gefallen lassen konnte, mußte eigentlich Herrn Jandorf klar sein. Die Firma scheint auch schon die Wirkung des Boykotts zu verspüren. Alle möglichen Versuche werden unternommen, um die Kundschaft zu ködern. Neuerdings schickt man mit der Post an das kaufende Publikum Zirkulare mit Rabattkarten, in die, obgleich gar nichts eingekauft, im Voraus 10 Rabatt- niarken eingeklebt sind. Doppelte Rabattmarken, Ausnahme- tage und ähnliche Reklamen werden gemacht; alles natürlich nur, um die von der Arbeiterschaft nicht gewünschte Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. Das alles wird natürlich keine Arbeiterfrau veranlassen, ihre Einkäufe in diesen Hänsern zu machen. Die Polizei steht— wie gewohnt— auf feiten der mit der Arbeiterschaft in Stteit liegenden Firma. Zum Schutze der gemaßregelten Arbeiter fehlt ihr die Macht und die Be- fugnis, natürlich auch die Absicht. Dagegen greift sie in unserem angeblich„mittelstandsfreundlichen" Staate kräftig zum Schutze des bedrohten großkapitalistischen Warenhaus- besitzers ein und arbeitet so wenigstens an der Aufklärung des Kleinbürgertums über das Wesen des kapitalistischen Klassenstaates mit. Am Sonnabend begann der Kampf auf feiten der Arbeiter. 32 000 Flugblätter wurden vor den Filialen der Firma I a n d o r f und dem Kaufhaus des Westens verbreitet. Bei den Bewohnern des Westens(zumeist ebenfalls„wohl- wollenden Mittelstandsfreunden") blieb die Wirkung zumeist aus. In den Proletariergegenden haben die Flugblätter gut gewirkt. Dort wirkten sie auch am meisten auf die Polizei. Vor dem Kaufhaus des Westens und am Spittelmarkt kamen keine Verhaftungen vor, merk- würdigcriveise anch nicht am Kottbuser Damm. In der Frankfurterstraße wurde eine Verhaftung vor- genommen, in der Belle-Alliancestraße zwei, in der Brunnen- sttaße nicht weniger als elf! Daß das die Situation der Firma zu bessern vermag, möchten wir nicht behaupten. Stachelten die Maßregelungen der Firma die Arbeiterschaft bis zur Verhängung des Boykotts auf, so dürften die neuen Opfer, welche die Polizei dem Kapitalismus zu Füßen legt, die Durchführung des Boykotts nur verschärfen Helsen. Un- gestrast läßt sich die Berliner Arbeiterschaft wahrhafttg nicht brüskieren 1 Die Elektroinonteure und Hülfsmonteure nahmen am Montag in einer Versammlung, die im Gewerkschafthaus tagte, den Bericht über den Stand ihrer Lohnbewegung entgegen. Handle erstattete den Bericht. Er legte zunächst dar, weshalb nicht der Kampf auf der ganzen Linie eröffnet worden sei. Nachdem die Forderungen den Unternehmern unterbreitet waren, wehte ein günstiger Wind der Agitationskommission das Protokoll einer Versammlung zu, die die Jnstallationsfirmen von Berlin und Umgegend abhielten. Es wurde da einstimmig beschlossen, dem Deutschen Metallarbeiter- verband auf sein Anschreiben nicht zu antworten und einen Tarif- vertrag weder mit dem Verband noch mit seinen Angehörigen ab- zuschließen. Für den Fall eines Streiks sollten die Arbeitsnach- weise der Kühnemänner in bekannter Weise in Aktion treten. Eine Anzahl Firmen, darunter gerade die, von denen man ein Eingehen auf Tarifbestrebungen glaubte erwarten zu können, antworteten zwar, aber ablehnend. Zum Teil mit der Matzgabe, ihre Monteure sollten, wenn sie etwas wünschten, selbst an sie herantreten. An- gesichts dieses ablehnenden Verhaltens war die Frage: Liegen die sonstigen Verhältnisse so, daß ein allgemeines Vorgehen angebracht ist? In Betracht kam der Niedergang der allgemeinen Wirtschaft- lichen Konjunktur, das Abflauen der Baukonjunktur und das Or- ganisationsverhältnis. Den Vertrauensmännern wurde die Eni- scheidung überlassen. Sie beschlossen den Kleinkrieg. Redner ließ sich eingehend über die Einzelheiten der Bewegung aus und stellte sest, daß es gelang, bei 17 Firmen für 350 bis 380 Monteure eine Verkürzung der Arbeitszeit von Vj bis 1 Stunde täglich zu erringen, sowie Lohnerhöhungen von 5 bis 20 Proz., namentlich aber von 10 bis 15 Proz. Bei fünf Firmen schweben noch Verhandlungen. Die Mehrheit einiger Firmen ließ die Kommission in Stich. Redner betonte noch: Eine Reihe von Arbeitgebern, die mit be- schloffen hatten, nicht mit Organisationsvertretern zu verhandeln, hätten dennoch mit dem Vertreter der Organisation verhandelt. Und zum Teil hätten solche Arbeitgeber, die keinen Tarif wollten, in Form von Arbeitsordnungen und Protokollen zumeist verein- bart, was die— Tarifsvorlage forderte. Man sehe, daß ein größerer Teil der Arbeitgeber sich nur gegen die Form sträubte. Redner hofft, daß der Ausgang dieser Bewegung die Morgenröte sei vor einem schönen Sonnenaufgang, den eine spätere, erfolgreichere Bewegung bringen möge. Dazu sei aber vonnöten, daß unter den Kollegen tüchtig in jeder Werkstatt für den Verband gewirkt werde. ES entspann sich eine lebhafte Debatte über Fragen, die sich aus der Bewegung ergaben._ Achtung! Elektromonteure! Die Firma Zimmer, Weißenbur�erstr. 20, ist bis auf weiteres gesperrt. Der Inhaber dieser Firma hat jede VerHand- lung über die Forderung der Kollegen, Verbefferung der bestehenden Arbeitsverhältnisse, abgelehnt. Wir ersuchen die Kollegen, den Betrieb zu nieiden. Deutscher Mctallarbeitcrvcrband, Ortsverwaltung Berlin. Herantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ächtung, Rohrleger uud Helfer! Wegen Nichtanerkennung des Tarifs haben die Kollegen bei der Firma Oswald. Turmstr. 44. die Arbeit niederlegen müssen. Die Firma ist bis auf weiteres gesperrt; ebenso folgende Bauten: Bau Gebbert, Witzleben- straße 18/19; Bau Bode. Pfalzburger-, Ecke Düffeldorferstratze; Bau Opitz, Bleibtreustraße und Levetzowstr. 12a. Wir ersuchen die Kollegen, bei der Firma Oswald keine Arbeit anzunehmen. Deutscher Metallarbeiter-Verband. OrtSverwalwng Berlin. Friedensschluß im Töpfergewerbe. Eine sehr stark besuchte Töpferversammlung beschäftigte sich in Kellers großem Saal am Dienstag, den 29. d. M., vormittags 11 Uhr, mit den Friedensbedingungen im Töpfergewerbe. Se- gawe rekapitulierte kurz die bekannten Vorgänge bei den Ver- Handlungen mit der Meisterorganisation. In der am Montag ab- gehaltenen Sitzung sei endlich eine Einigung zwischen den beider- seitigen Kommissionen erzielt worden.. Redner empfahl das Er- gebnis zur einmütigen Annahme. Wohl könne bei dem Friedens- schlusse von keinem großen Siege die Rede sein, jedoch wäre nach seiner Ansicht dasjenige erreicht, was unter den gegebenen Ver- Hältnissen zu erreichen möglich war. Die Töpfer Berlins haben bewiesen, daß sie auch in der Defensive zu kämpsen verstehen; eine Verschlechterung der Arbeits- und Lohnbedingungen sei gebührend zurückgewiesen. In demselben Sinne äußerten sich dann noch einige Mitglieder des Verbandes. Ein Mitglied des Vereins der Töpfer Berlins hatte an den getroffenen Vereinbarungen dies und das auszusetzen. Hätten die Lokalisten sich an den Verhandlungen beteiligt, dann wäre es nach seiner Ansicht ganz anders und besser geworden. D r u n s e l war es ein leichtes, die Möglichkeit, daß Zwiespalt und Mißmut in die Reihen der Töpfer getragen werde, gründlich zu vereiteln. Fast einstimmig nahm die Versammlung die getroffenen Vereinbarungen der Lohnkommission an. Am Mittwoch, den 30. d. M., wird die Redaktion des neuen Tarifes vorgenommen und einer am Freitag noch näher bekannt zu gebenden Versammlung zur endgültigen Annahme vorgelegt werden. Am Montag, den 4. November, könne dann die Arbeit aufgenommen werden. Alle Töpfer haben bis dahin immer noch die tägliche Kon- trolle zu passieren. Desgleichen sind die Streikposten— mit Ausnahme derer an den Bahnhöfen— nach wie vor zu besetzen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Verband der deutschen Töpfer wurde die Versammlung geschlossen. Der Tarifvertrag der Nahmenvergolber. Die Vergolder hatten sich am Montagabend außergewöhnlich zahlreich zu einer Branchenversammlung eingefunden, die in den neuerbauten'„Arminhallen" stattfand. Es wurde über die Lohn- bewegung der Rahmenvergolder berichtet, die bekanntlich zu einem zweijährigen Tarifvertrag führte, der schätzenswerte Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen bietet. Die Löhne werden im allgemeinen um 7 Proz. erhöht und der Mindestlohn, der bisher 58 Pf. war, ist auf 65 Pf. festgesetzt. Tüchtigere Arbeiter sollen Höheron Lohn erhalten, was ja selbstverständlich erscheint, aber nun ausdrücklich im Tarif festgelegt ist. Die wöchentliche Arbeitszeit ist von 52 auf 51 Stunden herabgesetzt und Ueberstunden sind, wie der Tarif weiter sagt, zu vermeiden. Bei schlechtem Geschäftsgang sollen Entlassungen möglichst vermieden werden und es soll statt dessen lieber kürzere Zeit gearbeitet werden. Bei Einstellung von Arbeitskräften ist der Arbeitsnachweis der Vergoldcr(Holzarbeiter- verband), Engelufer 15, zu benutzen. Tarifdifferenzen sollen durch eine aus drei Meistern und drei Gesellen bestehende Tarif- kommission entschieden werden. Der Tarifvertrag ist bereits am 19. Oktober in Kraft getreten und er gilt bis zum 30. September 1909. Wird er nicht bis zum 31. August deS Ablaufsjahres ge- kündigt, so gilt er ein weiteres Jahr. In der Versammlung wurde sowohl von den Branchen- Vertretern Oehlert und Späth e wie von Leopold, dem Vertreter der Verwaltung des Holzarbeiterverbandes, vor allem darauf aufmerksam gemacht, daß nun mit allem Eifer über die Durchführung und Jnnehaltung des Tarifes gewacht werden muß Weigert sich eine Firma, den Vertrag durchzuführen, so ist dies unverzüglich dem Bureau zu melden. Der Tarifvertrag ist am Sonnabend auf dem Gewerbegcricht festgelegt worden, sodaß also den Rahmenvergoldern nun ein klagbares Recht auf die festgesetzten Löhne zusteht._ Üeutfdiea Reich. Gelbe Fleischergeselle». Der Mitteldeutsche Schlachte rgesellen-Bund lud die verschiedenen zünftlerischen Bundesvereine der Fleischer zu einer Versammlung nach Gießen ein, die am letzten Sonntag tagte. 18 Vereine, darunter auch aus Berlin, hatten dem Rufe Folge geleistet, und die Vertreter dieser berieten in Gemeinschaft ihrer biederen Jnnungsmeister über die Gründung einer Or- ganisation über ganz Deutschland gegenüber dem Zcntralverbande. Ein Herr Horn ig- Mannheim referierte zu diesem Punkte. Ter Mannheimer Fleischerstreik— der den guten Leuten schwer im Magen liegen muß(die Freisprechung der Genossen F l i s ch k o w s k i und Nagel durch das Mann- heimer Schwurgericht findet bei den Bündlern keine Gegenliebe)—, meint er, habe den Beioeis geliefert, daß der Zentralverband energischer als bisher bekämpft werden müsse. Der ersteSchlag gegen den so tief gehaßten Zentralverband soll in Mannheim gefuhrt werden. In 4— 5 Wochen solle der Kampf losgehen. Dann „wehe", Zentralverband! Wo der zweite„Schlag" geführt werden solle, wurde nicht verraten. Die Leutchen werden auch gut tun, die Folgen des ersten Schlages abzuwarten. Vielleicht sind dann nicht die zentralorganisierten Fleischcrgescllcn, sondern sie die Ge- schlagenen. Die Berliner stimmten den Vorschlägen zu. Es soll nun zunächst ein Norddeutscher Bund und daran anschließend eine Zentralverbindung über ganz Deutschland ge- gründet werden. Dann kann der Tanz gegen den Zentralverband der Fleischer losgehen!— Um dem Beschlutz des Zentralverbandes auf seiner kürzlich stattgefundenen Generalversammlung, die Ar- beitslosen- neben der Krankenunterstützung einzuführen, etwas ent- gegenzusetzen, erhöhten die Bundesvereine die Reiscunterstützung für ihre Mitglieder von 50 Pf. auf 1 M. pro Tag. Die Innungen l e i st e n hierzu Zuschüsse, wie sie auch zu anderen Ver- anstaltungen des Bundes ihr„Scherflein" beitragen.— Arm in Arm mit ihren Meistern wollen also die zünftlerischen Fleischer- gesellen gegen ihre freiorganisierten Arbeitskollegen kämpfen. Der Zentralverband wird diesem Ansturm gewappnet gegenüberstehen. Er wird trotzdem weiter wachsen und gedeihen. Er wird versuchen, die christlich-bündlerischen Gesellen zu überzeugen, daß die er- öärmlichen Zustände im Fleischergewerbe nicht m i t den Meistern abgeschafft werden, sondern nur, wenn alle Ge- sellen einig sind und sich in einer Organisation zusammen- schließen, und dies ist der Zentralverband der Fleischer und Be- rufsgcnossen Deutschlands._ Der Zollhafen und die städtische Werfthalle in Köln a. Rh. sind von dem Deutschen Hafenarbciterverband gesperrt worden, nachdem Unterhandlungen zwischen den ausgesperrten Getreide- Akkordarbeitern und der städtischen Hafenverwaltung ergebnislos verlaufen sind._ Der Streik der Fischbampfer-Maschinisten in Hamburg-Altona. Die Bewegung nimmt ständig an Umfang zu. indem immer mehr Dampfer im Hafen ankommen, deren Maschinisten abmustern. Von den Maschinisten der 11 Dampfer, die am Sonntag ange- kommen sind, ist der weitaus größte Teil von Bord gegangen. Die Reeder und ihre Helfeshelfer sind krampfhaft bemüht, das Kün- digen zu hintertreiben und auch arbeitswillige Maschinisten heran- TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstals zuziehen. Glücklicherweise stehen die dabei aufgebotenen Kosten, di« Mühe und Arbeit zu dem Erfolg in argem Mißverhältnis. Man hat für erste Maschinisten 300 M. und für zweite 200 M. gebotcr und man hat auch eine Anzahl von Heizern zu Maschinisten avancieren lassen. Aber die Maschinisten in ihrer großen Mehrheil verstehen das unfreiwillige freundliche Verhalten recht gut und be- danken sich bestens, gegen solche Versprechungen und vorübergehendes Wohlwollen ihre Ehre zu beflecken und Verrat an ihren eigenen Interessen und Kollegen zu begehen. Alle Mittel werden in An- Wendung gebracht, um die Streikenden irre zu führen und mutlos zu machen. Mit Mühe und Not werden die Dampfer aus dem Hafen gebracht, um den Glauben zu erwecken, die Plätze der Kämpfenden seien besetzt und für die Reeder sei alles in schönster Ordnung. Aber alle Arbeitswilligkeit vermag Fähigkeit und Kennt- nisse nicht zu ersetzen und trotz allen Entgegenkommens scheinen die Herren Reeder wenig Freude an ihren Schützlingen zu erleben. So ist der Dampfer„Nordsee" nach 3 Tagen wieder zurückgekehrt tvegen„schlechten Kohlen". Der„St. Georg" ist bei Helgoland auf Grund geraten und der„Wappen von Hamburg" ist ebenfalls nach zweitägiger Reise wieder in den Hafen zurück, wahrscheinlich auch wegen Widerspenstigkeit der Maschine. Der„Falke" liegt in Holtenau und wartet auf einen zweiten Maschinisten. Weiter ist der„Sperber" ohne Heizer und die„Bunte Kuh" ohne zweiten Maschinisten in See gegangen, worauf wir die zuständige Behörde aufmerksam machen wollen. Auch die Versuche der Reeder, ihre Dampfer nach fremden Häfen zu dirigieren, sind gescheitert. Die Streikleitung hatte schon bei Ausbruch des Streikes alle in Betracht kommenden Plätze besetzt, sodaß man auch diese Versuche wieder auf- geben mutzte. Einige Dampfer, welche in Geestemünde einliefen, konnten nur mit Hülfe der Polizei wieder in See gehen. Es wurde den Maschinisten unmöglich gemacht zu kündigen, und zwei derselben, welche ein Billett nach Hamburg gelöst hatten und eben im Begriff wären, in den Zug einzusteigen, wurden auf Veranlassung der Polizei wieder per Droschke nach dem Dampfer zurückgebracht. Die Reeder haben es allem Anschein nach aufgegeben, ihre Dampfer nach fremden Häfen zu beordern, da es nichts nützt. Auch die Altonaer Polizei vertritt mit Energie und Fleiß die Interessen der Reeder. Die Streikposten werden weggewiesen und mit Verhaftung bedroht. Andere Leute und auch die bekannten Bassermannschen Gestalten können sich den ganzen Tag am Bollwerk herumtreiben und kein Polizeigewaltiger verbietet ihnen den Aufenthalt. Nur wenn einer der gefährlichen Streikbrüder still und ruhig auf seinen Posten steht, schreitet man ein, und Ruhe und Ordnung sind her- gestellt und Reedertum und Profit gerettet. Die Herren Reeder müssen doch gewaltig in der Klemme stecken, wenn solche Mittel in Anwendung gebracht werden. Aber trotz polizeilicher und anderer Hülfe, trotz Versprechungen und Drohungen lassen sich die Kämpfenden nicht irreführen oder einschüchtern. Die Reeder werden sich in den nächsten Tagen entschließen müssen, ob sie ihren halsstarrigen Standpunkt aufgeben und verhandeln wollen oder ob sie einen langen Kampf und damit den Stillstand der Fisch- dampfer vorziehen. Die Streikenden stehen einig und geschlossen hinter ihrem Verband und den von diesen vertretenen Forderungen. Es wird sich bald zeigen, daß die Hülfsmittel der Reeder und ihrer Freunde die Macht und das Solidaritätsgefühl der Maschinisten nicht erschüttern können._ Huotand. Ein Erfolg des GetreibeträgerstreikS in Rotterdam. Durch Vermittelung des Stauereiunternehmers Corn eisen ist eö dem Schiffs- und Bootsarbeiterverband gelungen, einen Kontrakt mit einer Anzahl englischer Reeder abzuschließen, die jene besseren Lohn- und Arbeitsbedingungen zugestanden, denen die Rotterdamschen Reeder und Stauerciunternehmer so hartnäckigen Widerstand entgegensetzen. Die Schiffe, deren Führer keine Streikbrecher an Bord haben wollen, werden teils durch den. Staucreiunternehmer Cornelsen gelöscht, teils direkt durch den Schiffs- und Bootsarbcitcrverband, der über eigene Gerätschaften verfügt und somit selbständig Arbeiten Ubernehmen kann. Welchen Einfluß dieser Erfolg der Streikenden auf die Haltung des Unternehmertums ausüben wird, läßt sich noch nicht voraus- sehen; jedenfalls muß er dazu beitragen, daß der Kampf eine für die Arbeiter günstige Wendung nimmt. Straßenbahnerstreik. Brünn, 29. Oktober. Die Bediensteten der Elektrischen Straßen» bahngesellschaft sind wegen Lohndifferenzen in den Ausstand ge- treten; der Straßenbahnverlehr ruht vollständig. ßrlcfltartcii der Redafctfon. Protest gegen die Wahl de? Dr. Wladyslaw Dulemba in den Sstee- relchischen ReichSrat. 66 Seilen. Druck von R. Thimms Erben, Wlcu II, Darwingasse 4. „Ter Kampf»'. Heft 2. Sozialdemokratische MonatZschrist. Pro Jahr 6 Kronen, Vierteljahr 3 Kronen. Einzelheit 60 Heller. Verlag: Wien Vl, Mariahilsersir. 89. Grundbestliverteilung und Bauernsrage in Rumänien. Von Dr. G. D. Crcainpa. I. Teil. Hesl 129 der slaats- und sozialwissenschastlichen Forschungen von G. Schmoller und M. Sering. Verlag: Duucker u. Humblot in Leipzig. „Bodenreform". Heinrich Freese. Verlag: Friedrich Emil PerlheZ, Gotha. Preis geh. 4 M. „Es werde Licht", Blätter für Ausklärung, Fortschritt und Ver- söhnung. Verlag: O. Th. Scholl, München. Jährlich 12 tzeste a 40 Ps. Wahlrecht nnd Berufsslände. Von Dr. E. Leo. 60 Pf. Verlag: H. Walther, Berlin W. 30. „Morgen". Wocheiischrist für deutsche Kultur. Nr. 20. 50 Pf. Verlag: Marquardt u. Co., Berlin W. 50. Deutscher Armee-Kalender 1908. 50 Ps. Verlag: I. E. E. BrunS, Minden i. W. Das Zchulzimmer. VIerteljahrSfchau über die Fortschritte auf dem Gebiete der Ausstattung, und Einrichtung der Schulräume. Herausgegeben von H. Th. Matth. Meyer. Jährlich 4 Heste. Jahrgang 4 M., das einzelne Heft 1 M. Verlag von P. Johannes Müller, Charlotttuburg. Das jüngste Deutschland von Eduard Engel. Preis 1,20 M. Verlag von G. Freytag in Leipzig. Jahresbericht der OrtZverwallung des Verbandes der Schneider, Schneiderinnen und verwandten BerusSgenossen. Berlin 1906/7. 73 Seite» Selbstverlag. Berlin, Michaelkirchplatz 1. Letzte JSacbricbtcn und Depe leben» Ein Haus eingestürzt. Leipzig. 29. Oktober.(Privatdepesche des„Vorwärts"). Heute abend gegen 7 Uhr erfolgte in dem Vororte Lindenau, Hebclstr. 17. eine Gasexplosion. Die Gewalt der Explosion war derartig stark, daß das ganze HauS in Trümmer ging. Auch die umliegenden Häuser hatten durch die Explosion mehr oder weniger zu leiden« Eine Anzahl Personen wurde» in schwerverletztem Znstand« unter den Trümmern hervorgezogen und nach dem Hospital übergeführt. Ob bei dem Unglück Tote zu beklagen sind, ist bisher noch nicht fest- zustellen. Wie eine spätere Meldung berichtet, hatte die Feuerwehr bis 9 Uhr abends acht mehr oder weniger schwer verletzte Personen aus den Trümmern hervorgeholt. Ein% Jahr altes Kind wurde olS Leiche geborgen. Die Explosion ist vermutlich dadurch hervorgerufen worden, daß eine Frau mit dem offenen Licht im Keller der neu eingerichteten Gasleitung zu nahe kam. Ob noch mehr Personen unter den Trümmern liegen, ist bis jetzt noch nicht bekannt. Regierungshlllfe für notleidende Banken. Budapest, 29. Oktober.(W. T. B.) Die Regierung hat bei den hiesigen Banken eine Einlage von Ig'/fr Millionen gemacht. ßaulSingerSiCo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Miterbaltunaöblatt Ar. 254. 24. Zahrgasg. l. Icilngt ilts Dmiirts" Sctlinet ppIMIiitt. Mittwoch. 80. Oktober 1907. Geschlechts sehr dem weiblichen aber der An ' gegen diese Aus- dag daS Sinnen prozek v. IftoUKe-Hzrden. Das Urteil. Die Neugierigen und Sensationshungrigen fehlten am Dienstag trotz des empfindlichen Regens nicht. Immerhin waren eS weniger als an den früheren Tagen. Die Polizei ist dagegen stetig nervöser geworden. Immer größer wurden die Scharen der Schutzleute, die das Gerichtsgebäude absperrten. Natürlich konnten sie nicht hindern, daß die beiden Prozeßgegner von der ehrenwerten Sensationsmeute auf ihre Weise begrüßt wurden. Der Andrang zum Zuhörerraum war gewaltig. Unter den Zu- Hörern befanden sich mehrere höhere Richter, ferner Staatsanwälte, Rechtsanwälte und Referendare. Punkt tO'/s Uhr erschien Amtsrichter Dr. Kern mit den beiden Schöffen im Saal. Eine Erklärung. Justizrat Dr. von G o r d o n erhebt sich und erklärt: Ich habe gestern ermitteln können, daß der Zeuge Bollhardt, der große Phtzsiognomiker, der in dem 27jährigen Offizier den bOjährigen Botschafter erkannte, und sagte,»es wäre eine fgewiffe Aehnlichkeit zwischen einem Beteiligten und dem Grafen Atoll ke vorhanden, daß diese Persönlichkeit schwer bestraft ist und zwar durch Urteil des Kriegsgerichts der Garde-Kavalleriedivision vom No- vember 1903, wegen Unterschlagung in mehreren Fällen. Miß- brauchs der Dienstgewalt und wegen anderer Vergehen. Er ist deshalb degradiert und in die zweite Klaffe des Soldatenstandes versetzt, was mit dem Verlust des Rechtes, die Nationalkokarde zu tragen, verbunden ist, und auf die Festung Spandau geschickt worden. Dies ist der einzige Mann, der es gewagt hat, meinen Mandanten mit den Schmutzereien in Verbindung zu bringen und es kommt nur daraus an. hier vor der Oeffentlrchkeit dies festzustellen, daniit die Welt erfährt, was für ein Mann dieser Zeuge ist. Herr Haiden tvird mir wohl auch dankbar dafür sein, daß ich ihn über die Qualität mtd den Wert dieses Zeugen aufgeklärt habe, damit er sich im weiteren Verfahren nicht mehr auf diesen Zeugen beruft. Borsitzender Amtsrichter Dr. Kern: Herr Justizrat I Der Zeuge Bollhardt war dafür benannt, daß in einem Kreise, in welchem der Privatkläger verkehrte, sexuelle Ausschreitungen vorgekommen seien, dann waren zwei andere Zeugen benannt, die bekunden sollten, daß der Privatlläger Kennwis davon gehabt hat. Dieser zweite Beweis ist mißlungen und eS liegt deshalb wohl keine Veranlaffung vor, auf daS Zeugnis des Herrn Bollhardt zurück zu kommen. Justizrat Dr. v. G o r d o n: Dann habe ich nichts weiter zu bemerken. Hierauf wird das Urteil verkündet. Amtsrichter Dr. K e r n: DaS Gericht hatte allein zu prüfen. lvas der Angeklagte in diesen acht Artikeln, die der Anklage bei gefügt sind, gesagt hat. Es ist unerheblich, wie er später seine Ausdrücke gedeutet hat. Es ist auch ganz unerheblich, was er hierzu in der jetzigen Hauptverhandlung behauptet hat. Es kommt also zunächst der Artikel vom 27. September 1906 in Frage. Da sagt der Angeklagte:.zwei Aestheten von sehr verschiedener Sinnesrichtung" mit Bezug auf den Privat klüger und einen Hohenzollernprinzen. Der Angeklagte deutet das so. daß der eine dem weiblichen zugeneigt sei. während der Privatkläger Geschlecht abgeneigt sei. DaS Gericht ist ficht, daß der Ausdruck„SinneSrichtung" legung spricht, denn daraus ist zu entnehmen, empfinden des Privatklägers eine bestimmte Richtung gehabt hat. Und daß sie, wenn auch selbstverständlich eine Abneigung dem weib- lichen Geschlecht vorlag, mit einer Zuneigung zum männlichen Ge- schlecht verbunden war. ES wird dem Kläger also der Vorwurf gemacht, er sei sexuell anormal. Dann kommt der zweite Artikel vom 17. November 1907. Es heißt darin: „lauter gute Menschen, musikalisch, poetisch, spiritistisch, so fromm, daß sie vom Gebet mehr Heillvirkung erhoffen, als von dein iveisesten Arzt. Das alles wäre ihre Privatangelegenheit, wenn sie nicht zur Umgebung des Kaisers gehörten." Hier wird die erwähnte Freundschaftlichkeit offenbar zum Vorwurf gemacht. denn der'Angeklagte selbst sagt, er ließe diese Freund schastlichkeit als Privatangelegenheit gelten, aber da er. der Privatkläger, sich in politische Dinge mischte, müsse er diese Privatangelegenheit zur Sprache bringen. Es muß also eine Freundschaft sein, die von der Norm abweicht und faßt man die beiden ersten Artikel zusammen, so wird man daraus den Schluß ziehen, daß der Angeklagte dem Privatkläger Homo- s e x u a I i t ä t vorwirft. Die Nnmmer vom 8. Dezember enthält denselben Gedankengang. Hier heißt eS,.ich würde es mir dreimal überlegen, ehe ich von einein Manne behaupte, er unterhalte intime Beziehungen zu Eulenburg." Daß er dies dem Kläger vorwirft, geht ans einem vorhergehenden Satze hervor. Hier ist die Behauptung der Homosexualität noch deutlicher. Er spricht ans der anderen Seite auch wieder von dem.Grüppchen", dem er jedes Privatvergnügen gönne. Es kommt die Nummer vom 30. April 1907. Das Gericht hält hier nicht für nachgewiesen, daß der vom Angeklagten gebrauchte Ausdruck den ihm vom Privatkläger untergelegten beleidigenden Sinn haben sollte, sondern nur eine normwidrige Annäherung an Männer angedeutet werden sollte. Ausgeschieden sind sämtliche andere Artikel. Da ist das be kaimte Nachtgespräch des.Süßen" mit dem �„Harfner". Der Vrivatkläger hat selbst angegeben, daß er zunächst nicht gewußt habe, wer mit dem Süßen gemeint sei. Zum Tatbestand der Bc- leidigung gehörtabernach einem Reichsgerichtsurteil, daßmindestens eine für den Beleidigten verständliche Andeutung bei ber Beleidigung vor- Händen ist. Auf diesen Artikel stützte sich die Anklage aus§ 185, sie ist damit also gefallen. Ausgeschieden hat das Gericht ferner die Artikel vom 2. Februar und vom 6. April 1907. In dem ersten Artikel ist überhaupt nicht zu ersehen, wo eine Beleidigung stecken soll. Im zweiten Artikel ist nur von Lecomte die Rede und eS nicht erficht sich, wodurch hier der Privatkläger beleidigt sein soll. Nun kommt der letzte Artikel vom 20. April, wo von der„vita sexualis" die Rede ist. Dies ist aber nur eine Anspielung auf den Fürsten Eulenburg. Was hat der Angeklagte in den vier Artikeln behauptet? Offen- bar behauptet er damit':.Ter Kläger hat ein anormales S e x i» a l e m p f i n d e n. er ist homosexuell! An sich niag diese Behauptung noch nicht beleidigend sein, aber andererseits wird doch damit weiter behauptet, dieser Trieb würde seinen Freunden gegenüber erkennbar, der Privatklägcr habe also diesen Trieb ificht unterdrückt. Für die Frage. ob diese Behauptung ge- eignet ist, den Kläger verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, hat daS Gericht die Ansicht vertreten. daß hier tatsächlich ei ne H e r a b w ü r d i- g u n g vorliegt. Denn von einem Manne in der Stellung des Privatklägers erwartet man, solange das Gesetz den§175 kennt, also die Homosexualität, wenn auch nur in der schärfsten Form ihrer Ausführung, verbietet, daß er dann einen solchen sexuellen Trieb derart unterdrückt, daß er keinem anderen erkennbar wird. Es ist nun vom Angeklagten die Frage der Verjähr»ing angeregt worden. Das Gericht hat angenommen, daß sämtliche Artikel einem einheitlichen Entschluß entsprungen sind. Der An- geklagte wollte offenbar den Privatkläger so lange herabwürdigen, vis seine vermeintliche politische Tätigkeit aufgehört hätte. Das Gericht nimmt femer an, daß in jedem einzelnen Artikel die Merk- male der Beleidigung gegeben sind und hält ein fortgesetztes Delikt für vorliegend. Nu» ist eine Beleidigung nur dann strafbar, wenn die Tatsache, die behauptet war. nicht erweislich wahr ig, Das Gericht hat angenommen, daß dex Beweis der Wahrheit dem Angeklagten geglückt ist. Zunächst: ist der Privatkläger homosexuell? Dafür kommt in erster Linie in Betracht die Aussage der Frau von Elbe. Diese Aussage ist dem Gericht an sich glaub- würdig erschienen; aber sie wird noch wesentlich verstärkt durch das Auftreten des Privatklägers selbst. Das Gericht will durchaus nicht denselben Weg gehen wie die Verteidigung und etlva hier dem Grafen Moltke bewußte Unwahrheit vorwerfen. Dieser Vorwurf basierte auf Beweisen, die überhaupt gar nicht erhoben worden sind. Es waren also nur Unterstellungen. Das Gericht nimmt sogar an, daß der Privatkläger einen großen Zug von Wahr- haftigkeit an den Tag gelegt hat. Als hier gefragt wurde nach der Vernehmung der Frau von Elbe: Herr Graf, sind die und die Behauptungen Ihrer früheren Gattin falsch, hat diese Frau einen Meineid geleistet? da hat der Herr Graf geschwiegen. Er loußte, er muß, um seine Sache günstig zu gestalten, sagen: Die Aussage ist falsch. Er hat aber als Ehrenmann geschwiegen, und hieraus entnimmt das Gericht, daß auch er die Aussage für wahr gehalten hat. Wenn er auch später wirklich entgegengesetzte Bc- loeisanträge gestellt hat, so ändert das doch nichts daran. Auf die Einzelheiten der Aussagen der Frau von Elbe und ihres Sohnes wollen wir nicht eingehen. Bringen wir hiermit das durchaus zuverlässige GutachtendesHerrnDr. MagnusHirsch- feld in Zusammenhang, so sind wir zu dem Schluß gekommen, daß tatsächlich der Privatkläger homosexuell veranlagt ist. Die Voraussetzung trifft zu: er ist dem weiblichen Geschlecht abgeneigt, hat eine Zuneigung zu dem männlichen Geschlecht und hat gewisse feminine Eigenschaften, Alles Merkmale der Homo- sexualität. Es ist nicht etwa ein Beweis dagegen, daß der Graf eine Ehe eingegangen ist, denn der Sach- verständige Dr. Hirschfeld hat selbst gesagt, daß solche Ehen Homo- sexueller entweder auf Anraten von Vcrloandtcn oder um die sexuelle Veranlagung zu kaschieren, öfter eingegangen werden. Der Kläger ist homosexuell veranlagt. Es fragt sich nun: Ist diese Homosexualität anderen gegenüber er- kennbar geworden? Die Zeugen, die hier unter AusschlußderOeffentlich- keit vernommen wurden, sollten bekunden, daß in den Kreisen des Privatklägers Ausschreitungen vorgekommen sind. ES waren dann Zeugen dafür benannt worden, daß der Privat- kläger diese Ausschreitungen gekannt hat. Die letztgenannten Zeugen haben vollkommen versagt, darüber ist gar kein Beweis erbracht. Also kommt die Aussage namentlich des Zeugen Bollhardt gar nicht in Frage. Nach Abgabe des Gutachtens des Sachverständigen Dr. Hirsch- feld konnte auch von weiterer Beweisaufnahme Ab- st and genommen werden, da durch die innige Freundschaft des Herrn Grafen zum Fürsten Eulenburg, die fast liebkosenden Anreden und auch durch die vielerörterte Taschentuchepisode, ein Anzeichen der Tatsache der Homosexualität gegeben ist. Diese Tab fache ist den Zeugen Frau von Elbe und deren Sohn Wölfs von Kruse deutlich erkennbar gewesen. Das geht aus ihren Aussagen hervor. Der Kläger hat sie nicht bestreiten können. DasGericht nimmtalso an. daß der Beweis der Wahrheit erbracht ist. Es mutz hier ausdrücklich darauf hingewiesen werden daß nicht etwa hier festgestellt ist, der Graf Moltke habe strafbare Betätigung der Homosexualität an den Tag ge- legt. Es ist lediglich als festgestellt erachtet: er ist homosexuell und hat diesen Trieb anderen gegenüber nicht unterdrücken können. Es erübrigt sich ein weiteres Eingehen auf die politischen Ausführungen des Angeklagten. Diese sollen nur nachweisen, daß er in Wahrnehmung berechtigter Interessen ge- handelt habe. Es liegt eine strafbare Handlung nach§ 186 nicht vor, ebenso- wenig ist§ 185 anwendbar, da aus der Form die beleidigende Ab- ficht nicht zu schließen ist. Das Urteil lautet dahin: Der Angeklagte ist der fortgesetzten Beleidigung nicht schuldig, er wird freigesprochen; die Kosten werden dem Privatkläger Grafen von Moltke auferlegt. Hiermit schließt die Sitzung. Das Urteil wurde von einem kleinen Teil des Publikums mit nicht sehr lebhaften Hochrufen begleitet. Draußen ging es etwas lebhafter zu. Herr Maximilian Horden hatte den guten Geschmack, bor der Menge am Löwendenkmal Höf- lich den Hut zu ziehen. DaS zog; die Geschmeichelten brachen in laute Hochrufe aus, in die sich Pfeifen und Zischen, angeblich von Homosexuellen mischten. Herr Horden hatte nicht Lust, die Stätte seines Triumphes sofort zu Verlaffen. Er ließ sich durch berittene und unberittene Schutzleute einen Weg nach einer nahegelegenen Weinwirtschaft bahnen. Vor der Tür bemühten sich sodann einige 10 Sicherheitsmänner, den Ansturm der„Begeisterten" und„Em- pörten abzuhalten._ Hud der Partei. Die fünfte Konferenz deS AgitationsbczirkS Frankfurt a. M. dem 12 Rcichstagswahlkreise angeschlossen sind, fand am Sonntag in Höchst a. W. statt. Es waren insgesamt 84 Delegierte und son- stige Vertreter anwesend. Zu dem Geschäftsbericht, der gedruckt vorliegt, gibt Parteisekretär Rudolf einige Erläuterungen. Von allgemeinem Interesse ist eine Uebersicht über das Stärkevcrhältnis der einzelnen Parteien im Agitationsbezirk Frankfurt a. M. An erster Stelle steht immer noch das Zentrum mit 92 296 Stimmen, dann kommt die Sozialdemokratie mit 91260 Stimmen. Die Nationalliberalen haben 69157, die Antisemitisch-Christlich- Sozialen 29 352, die Deutsche Volkspartei 17 692 Stimmen auf- gebracht, die Rcichspartei hatte 16 637, die Freisinnige Volköpartei 15 278 und die.Konservativen 14 230 Stimmen. Gegen 1903 hat die Sozialdemokratie von allen Parteien den bedeutendsten Stimmenzuwachs mit 163 73 Stimmen zu verzeichnen. Von den 12 Wahlkreisen des Bezirkes befinden sich im Besitz des Zentrums 4, der Sozialdemokratie 3, der Nationalliberalen 1. der Anti- semiten 3 und der Deutschen Volkspartei 1. Die Kosten für die Rcichstagswahlen betrugen rund 20 000 M. Der Partcivorstand leistete einen Zuschuß von 18000 M. Die Zahl der organisierten Genossen stieg von 6 1 2 0 im Juli 1904 auf 10 945 im Juli 1906 und auf 14 615 am 1. Juli 1907. Das Mehr an Mitgliedern gegen das Vorjahr beträgt also 36 7 0. Das Verhältnis der Mitgliederzahl zu den abgegebenen Stimmen an der letzten Reichstagswahl beträgt 16,05 Proz. Auch die Zahl der organisierten Genossinnen ist gewachsen. Sie beträgt jctz� zirka 850 in sämtlichen Kreisen. Die Einnahmen und Ausgaben der Provinzialkasse balanzieren bei einem Kassenbcstande von 3002.12 Mk. mit 13099.6 3 M. Die Diskussion über den Geschäftsbericht ist sehr lebhaft und ausgedehnt. Es wird im besonderen geklagt, daß in vielen ländlichen Orten gewerkschaftlich organisierte Arbeiter bei der letzten Reichstagswahl nicht für uns, sondern für die Gegner gestimmt haben. Mehrcrc Redner verlangen, daß die G c- werkschaf tsführer in ihren Versammlungen mehr auf die Partei hinweisen und für diese agitieren sollen. Auch sollten die Parteiführer öfters in Gewerkschaftsversammlungen gehen und dort für die Partei arbeiten.� Ucbcr die Presse referierte D o r s ch u- Frankfurt a. M. Die fortwährenden Erweiterungen und Neueinrichtungen in der „Volksstimme", insbesondere die Vergrößerung des Umfangs und die Anstellung von 3 Berichterstattern für einzelne Wahlkreise machen eine Erhöhung des Abonnementspreiscs der„Volksstimme" nötig. Die Neueinrichtungen bedingten eine Mehrausgabe von zirka 20 000 M. Die Mehrausgabe für Papier allein betrug im letzten Jahre etwa 31 000 M. Dies alles hatte zur Folge, daß die Zeitung im Vorjahre einen Zuschuß von 13 000 M. benötigte, den die Union-Druckerei leistete. Aus diesen Gründen schlägt die Preßkommission eine Erhöhung des Abonnementspreiscs von 6 0 auf 7 0 Pf. vor. Die Erhöhung soll am 1. Januar 1908 in Kraft treten. Die Delegierten von Hanau sind gegen die Abonnements- erhöhung, sie beantragen, sie bis auf weiteres zurückzustellen. Die Genossen des Wahlkreises Höchst wollen die Erhöhung erst am 1. Juli 1903 in Kraft treten lassen. An Stelle der geplanten Ein- führung einer Frauenbeilage solle die„Neue Welt" beigelegt werden. Nach langer Diskussion wurde schließlich die Erhöhung des Abonnemcntsprcises von 6 0 auf 7 0 Pf. für den 1. April 1908 beschlossen. Die Preßkommission soll erwägen, ob die Einführung der„Neuen Welt" möglich ist. Angenommen wurde ein Antrag der Genossen des Wahlkreises Sicgen-Wittgcnstein-Biedenkopf, diesen Kreis dem Agitationsbezirk Frankfurt a. M. einzuverleiben. Ein Antrag Höchst, die Delegiertenwahlen zu Parteitagen und internationalen Kongressen durch Urwahlen vorzunehmen, wird abgelehnt; es soll die Regelung den einzelnen Wahlkreisen überlassen werden. Das bisherige Agitationskomitee wird per Akklamation wieder- gewählt. Die nächste Konferenz findet in Wiesbaden statt. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Vorsitzender Dittmann schließt die Konferenz mit einer Sympathieerklärung für den Genossen Karl Liebknecht, der die Konferenz zustimmt. Partei und Gewerkschaft. Paris, 24. Oktober.(Eig. Ber.)'' Vaillants Erklärung auf dem Kongreß der Scine-Föde» ratio» oder genauer gesagt, der Bericht der„Humanite" darüber — daß die Internationale in Stuttgart in der Gewerkschaftsfrage „für die Franzosen eine Ausnahme gemacht" habe, hat begreif- licherweise ein großes Aufsehen und recht energischen Widerspruch hervorgerufen. Im Brüsseler„Peuple" protestierte Genosse Vandervelde gegen diesen Kommentar der Stuttgarter Rcso- lution, den Vaillant selbst in einer Erklärung in der„Humanite" abzuschwächen gestrebt hat. Vaillant bezeichnete allerdings den Bericht der„Humanite" als sehr genau, fügte aber,„um ein Mißverständnis zu vermeiden, eine Darstellung seiner Verhand- lungen mit dem Berichterstatter Beer hinzu, die einen wesent- lichen Teil des Berichts der„Humanite" entkräftet. Er habe, so führt er aus. dem Kongreß keine Entscheidung bezüglich der Frau- zosen zugeschrieben, die dieser nicht gefaßt habe(gemeint ist hier offenbar die den Franzosen angeblich gewährte„Ausnahme"), viel- mehr habe er Beer erklärt, daß seine Freunde kein Gewicht darauf legten, daß ihre Erklärung durch einen Beschluß zur Kenntnis ge- nommen werde. Ihnen genüge eine einfache Mitteilung an den Kongreß und ihre Verzeichnung im Protokoll. Auf dem Kongreß am Sonntag habe er nur aus dem Vorbehalt der französischen Majorität den Schluß gezogen, daß für die französische Partei die Beschlüsse von Limoges und Nancy auch weiter die Richtschnur in der Frage: Partei und Gewerkschaft blieben.— 'Dieser Auffassung tritt nun Genosse Delory in einer von der„Humanitö" heute veröffentlichten Zuschrift scharf entgegen. Auch er gibt eine Darstellung der Stuttgarter Kommissionsverhand- lungen, die aber von der Vaillants beträchtlich abweicht. Die Vcr. treter der französischen Mehrheit hätten«wohl eine Ausnahme für ihr Land verlangt, aber sie wären mit der Begründung abgewiesen worden, daß die Zulassung von Ausnahmen die internationalen Kongresse zwecklos machen würde. Beer habe nun allerdings zu» gesagt, in seinem Bericht im Plenum von der französischen Er» klärung Kenntnis zu geben. Aber infolge eines Einspruchs der franzöjischen Minoritätsvertreter, die sich dagegen wendeten, daß man Frankreich außerhalb der Internationale stelle, habe nicht nur Beer die Erwähnung der Erklärung abgelehnt, sondern das Kon- grcßbureau habe Vaillant und seinen Freunden auch mitgeteilt, daß die Erklärung dem Kongreß nicht zur Beschlußfassung unter- breitet werden könne. Alles was man tun könne, sei, daß einem Delegierten das Wort erteilt werden würde, der dann die Er- klärung abgeben könne, die dann wie die anderen Teile der Dis- kussion ins Protokoll käme. Daraus gehe hervor, daß die Stutt- zarter Resolution auch auf Frankreich Anwendung finde. So wie der Amsterdamer Kongreß den sozialistischen Parteien zur Pflicht gemacht hätte, das Zusammenwirken mit den bürgerlichen Parteien aufzugeben, so habe der Stuttgarter die Herstellung immer engerer Beziehungen mit den Gewerkschaften vorgeschrieben. So wie da- mals der Beschluß respektiert worden und die Grundlage der Eini- guiig geworden sei, so fordere auch der von 1907 die allgemeine Be- folgung. Daß sich die Anschauung Delorys in der Partei durchsetzt, ist allerdings vorläufig ausgeschlossen, da in den Gewerkschaften die Syndikalisten und die Neutralisten— vor allem auch die der sozialistischen Partei angehörenden vereint mit allen Kräften dagegen arbeiten. Hiiö Industrie und ftandel Finanzkrifis. Erhöhung des Bankdiskonts auf S'/z Proz. In der gestern früh stattgefundenen ZentralausschußsitzUNg Ivurde der Reichsbankdiskont auf e'/a Proz. festgesetzt. Präsident Koch verwies in der Sitzung auf die Veränderung der allgemeinen Lage, welche seit der letzten Sitzung infolge des Ausbruches der KrisiS in Amerika erfolgt fei. Sodann machte er auf die dadurch eingetretene Bewegung am internationalen Geldmarkte, insbesondere auf die Bewegung der Wechselkurse auf- merksam, die den Anstoß zu einer GoldauSfnhr gegeben habe. Zwar feien erst einige Millionen Gold ausgegangen, aber der Gold» export halte an. namentlich nach Holland; aber auch für einen Export nach Amerika seien die Wechselkurse günstig. Aus Gründen der Vorsicht sei also ein Schutz für unseren Goldbestand ge- boten. Auch die inneren Verhältnisse hätten sich, wenn sie auch vielleicht sonst keine Veranlassung zu einer Diskonterhöhung gegeben hätten, doch nicht so gebessert, und der Status bleibe noch hinter dem Vorjahre zurück. Der Zentralausschuß war mit der Erhöhung gleich um ein volles Prozent einverstanden, da, wenn man sich jetzt mit der Erhöhung um Va Prozent begnügt hätte, wahrscheinlich schon in der nächsten Woche eine abermalige Heraufsetzung notwendig geworden wäre. Dresden. 29. Oktober. Die Sächsische Bank hat den Bank- diskont auf S'/a Proz., den Lombardzinsfuß auf 71/a Proz. erhöht. München, 29. Oktober. Die Bayerische Notenbank hat den Wechseldiskont auf O'/aProz. und den Lombardzinsfuß auf 7l/aProz. erhöht. Die Bank von England hat ihre Rate nicht erhöht, sie bis- kontiert Wechsel aber nur mit Aufschlägen von Va Proz. und mehr. �».* Die Nachrichten aus den Vereinigten Staaten melden ver- schiedene Goldverschiffungen nach New Jork. Angeblich sollen zirka 30 Millionen Dollar auf dem Wege nach dort sein. In New Dork stockt daS geschäftliche Leben aus Mangel an Geld, daS sich ängstlich versteckt. Die Bath Trust Company mit einem Depositenbestand von zirka Va Million Dollar hat ihre Schalter geschloffen. Ans Pittsburg wird gemeldet, daß die Direltorcn Keschsossen haben, die Börse nicht zu eröffnen� Wann die Börse die Geschäfte wieder aufnehmen soll, wird nicht niitgcteilt. Der Gouverneur von Oklahoma proklamierte einen achttägigen Bankfeiertag.— Die Bankers Trust Company in Cansas City ist geschlossen; ein Direktor ist verschwunden. Auch die Getreidebörse in Dliluth ist vorläufig geschlossen.— Das New Dorkcr Clearing- hoiise setzte den Zinsfuß für Zertifikate auf 6 Proz. fest. Von heute liegen noch folgende Meldungen vor: New Aork, 28. Oktober. Die scharf hervortretende Geld- knappheit beherrschte heute das gesamte geschäftliche Leben. Die Maßnahmen der Ausgabe von Clearinghouse-Zertifikaten ist in vielen großen Städten aufgenommen worden und die hervorragenden Finanz- lcute schließen sich überall zusammen zu dem Zwecke, die Geldknapp- heit zu erleichtern. Der Tag verlief im ganzen ruhig ohne neuen Ausbruch von Aufregung. Die Bath Trust Company von Bath sMaine), welche Depositen im Betrage von einer halben Million Dollar hat, schlössen ihre Schalter. Der Gesamtbetrag deS Goldes, für dessen Einfuhr Vorbereitungen getroffen sind, beläuft sich auf 27 500 000 Dollars. New Jork, 28. Oktober. Alle Banken der Stadt O k l a- h o in a wurden durch eine Bekanntmachung des Gouverneurs wegen des Mangels an Geld zeitweilig geschlossen. Viele Bankiers des Territoriums Oklahoma, von Arkansas und des nördlichen Texas ziehen eine ähnliche Maßnahme in Erwägung, weil die Banken von Kansas City und Saint Louis sich weigern, Bargeld zu senden. Ein optimistisches Urteil. Beim Festmahl, das sich jeder Generalversammlung des Bochumer Vereins anschließt, bemerkte Generaldirektor Baare, daß er für die Zukunft kein ungünstiges Bild aufrollen könne und daß zu be- sonderen Beunruhigungen keine Veranlassung vorliege. Wenn auch der Bedarf im allgemeinen etwas nachgelassen habe, so dürfte man daraus nicht einen derart kolossalen Zurückgang erwarten, daß ein tvenig hoffnungsvoller Blick in die Zukunft gerechtfertigt fei. Der Stahlwerksverband regele genau wie das Kohlensyndikai die Preise nach oben und unten." In der weiterverarbeitenden Industrie seien Bestrebungen auf einen Zusammenschluß im Gange, und man werde dort wohl allmählich einsehen, daß ein Zusammenschluß unter Be- seitigung gewisser Sonderiutcressen besser sei, als gar kein Zu- sammenschluß. Der Minderverbrauch an Formeisen treffe den Bochumer Verein weniger, da seine Beteiligung im Stahlwerks- verband hierin verhältnismäßig gering sei. Auf der anderen Seite wäre staaker Bedarf an rollendem Material vorhanden. Alle diese Tatsachen rechtfertigten seine Auffassung, daß man mit einem gewissen Vertrauen in die Zukunft blickcm dürfe. Der Leiter des Bochumer Vereons galt bisher als ein vor- sichtiger Beurteiler der Wirtschaftslage. Ob die Zukunft das vor- stehende, immerhin sehr optimistische Urteil rechtfertigen wird, erscheint uns aber doch noch fraglich. Heringe sind billiger geworden. Während 1906 eine Tonne Heringe noch 45,00 M. kostete, kostet sie in diesem Jahre nur 83.00 Mark. Diese erhebliche Verbilligung ist auf die starke Zunahme des Angebotes und auf die Zurückhaltung des Verbrauches zurückzuführen. Sowohl die einheimische Heringsfischerei als die Einfuhr hat dazu beigetragen, das Angebot von Heringen am deutschen Markt zu er- höhen. In den Monaten März bis September 1907, für welche Zeit die Ergebnisse des Heringsfanges sich mit den vorjährigen dergleichen vergleichen lassen, wurden im Word- und Ostseegebiet zusammen Heringe im Werte von 490 165 M. gefangen gegen 316 999 M. in der Parallelzeit 1906. ES fand demnach allein beim deutschen Heringsfange eine Wertzunahme von 173 166 M. oder 55 Proz. statt. Dazu kommt nun noch das PluS, das durch die forzierte Jmporttätigkeit dem deutschen Verbrauch zugeftihrt wurde. In den ersten neun Monaten wurden 807,073 Faß gesalzene Heringe nach Deutschland eingeführt gegen 744 961 Faß in der Vergleichszeit 1906. Die Einsuhr hat also um 62 112 Faß oder um zirka 8 Proz. zu- genommen. Die Herkunftsländer der in Deutschland konsumierten Heringe sind Großbritannien, die Niederlande und endlich auch Norwegen._ In der Strafsache gegen den Redakteur Hans Weber zu Berlin, Greifenhagenerstraße 52, geboren am 3. Juni 1874 zu Berlin, Dissident, wegen Beleidigung, hat die 4. Strafkammer des Königlichen Landgerichts I Berlin am 27. April 1907 für Recht erkannt: Der Angeklagte wird wegen öffentlicher Beleidigung durch die Presse zu einer Geldstrafe von 600 M., an deren Stelle im Nicht- beitreibungsfalle für je 15 M. 1 Tag Gefängnis tritt» und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Von dem in der ersten Beilage des„Vorwärts" vom 5. Januar 1907 befindlichen Artikel„Die Eisenbahner und die Rcichstagswahlen" ist derjenige Abschnitt, welcher mit den Worten beginnt:„Zum selben Thema wird uns aus Dortmund aus Eiscnbahnerkreisen geschrieben", sowie derjenige Teil der Platten und Formen unbrauchbar zu machen, auf welchen sich jener Ab- schnitt befindet. l�em Beteiligten, Eisenbahndirektions-Präsidenten Kieschke in Essen, wird die Befugnis zugesprochen, den verfugenden Teil dcS Urteils binnen Monatsfrist seit der an ihn erfolgten Zustellung des rechtskräftigen Urteils öffentlich bekannt zu machen. Die Bekanntmachung hat zu erfolgen durch den„Vorwärts" in der ersten Beilage, und zwar mit derselben Schrift wie der Abdruck des beanstandeten Artikels, und ferner durch die ..Nhciuisch-Wcstfälische Zeitung" in Essen, und zwar durch jede dieser Zeitungen je einmal. Die Nichtigkeit der Abschrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit des Urteils bescheinigt. Berlin, den 14. Oktober 1907. gez. Hofrichtcr, Landgerichts-Sekreiär, Gerichtsschrciber des Königlichen Landgerichts I Strafkammer 1. Soziales* Wie das Boll lebt. In der letzteii Sitzung des Gemeinderatcs in Weimar über- aschte der Herr Stadtrat Heller die Stadtväter mit einer Ausstellung, die, als sie in Weimar öffentlich bekannt wurde, zu lebhaften Diskussionen Veranlassung gab. Die städtischen Arbeiter sollen nämlich eine„mähige" Lohnaufbesserung erhalten. Damit nun die Herren Stadtväter die Sache etwas wohlwollend beurteilen, setzte sich der Herr Stadtrat hin und rechnete aus, w i e eine Arbeiter- samilie zu leben hat. Er brachte das Resultat seiner Forschungen auf Papier und ließ es vervielfältigen, damit— nach seiner Meinung— gar kein Irrtum unterlaufen konnte. Die Aufstellung ist nun so wunderschön geraten, daß sie wert ist, auch weiteren Kreisen vor Augen geführt zu werden. Hier ist sie: Budget einer Arbeiterfamilie in Weimar, die aus Mann, Frau und drei Kindern besteht. ES wird an- genommen, daß der Mann das ganze Jahr hindurch Arbeit hat und dafür 3 M. pro Tag, bezüglich 18 M. pro Woche Lohn er- hält. Die Frau beschäftigt sich mit Aufwartungen und bezieht dafür 12 M. pro Monat.— Der Verdienst der Familie beläuft sich also auf 52 mal 13-=- 936 M. und 12 mal 12— 144 M., in Summa 1030 Mark. Der Aufwand wird sich pro Tag folgendermaßen stellen: Frühkaffee: 5 mal 2 Pf. Semmeln 10 Pf.. 100 Gramm Kaffee 10 Pf., Milch 5 Pf. Zusammen 25 Pf. Frühstück: 5 mal 5 Pf. Brot 25 Pf.. 5 mal 5 Pf. Butter oder Fett 25 Pf. Zusammen 50 Pf. Mitragvrot: 2 Suppen mit Fleisch a 18 Pf.--- 36 Pf.. 3 Huppe» ohne Fleisch a 9 Pf.-=- 27 Pf.. Brot 10 Pf. Zu- fmnmeu 73 Pf. Im Selbstbereitungsfalle des Mittagsbrotes /a Pfund Fleisch mit Reis, Graupen oder Gemüse. N a ch m i t t a g s- K a f f e e(Vesper ausgeschlossen): 10 Pf. l Abendbrot:? mal 5 Pf. Brot---- 25 Pf., 5 mal 5 Pf. Zutat in Butter. Käse, Wurst oder Suppe und Kartoffeln bestehend ---- 25 Pf. Zusammen 50 Pf. Miete: 120 Wl pro Jahr; täglich 33 Pf. Schulgeld: für zwei Kinder einschließlich der Bücher: 14,60 M. pro Jahr; täglich 4 Pf. Wäsche. Kleider, Schuhe: 90 M. pro Jahr; täglich 25 Pf. Kranken- und Jnvalidenbeiträge: 9 M. die Frau und 12,90 M. der Mann: täglich 6 Pf. Licht und Heizung in fünf Monaten: 20 M.; täglich: 3 Pf. EinGlasBierproTag: 47,25 SM,; täglich 13 Pf. Steuern und Tageblatt: 3,25 M. pro Jahr; täglich: 1 Pf. AufwandproTag: 2,96 M. X 365: 1980 M. und 40 Pf." Also, der Herr Stadtrat rechnet noch ein Defizit von 4VPf. heraus! Abgesehen davon, daß eine ganze Anzahl notwendiger Ausgaben gar nicht berücksichtigt worden sind, stimmt die ganze Auf- machung auch bezüglich der angegebenen Summen nicht. Z, B. ein Pfund Kaffee für 50 Pf.? 1 Ferner: nach dem Steuerfuße sind in der Stadt Weimar für Gemeinde und Staat allein schon 13 M. Ab- gaben zu zahlen. Dabei rechnet der Herr Stadtrat für Steuern und Tageblatt zusammen 3,25 M. pro Jahr. Für fünf Menschen pro Jahr 90 M. für Wäsche. Schuhe und Kleidung? I Das ist ein Kunststück, das einer Prämie wert ist, die aber der Herr Stadtrat sicher nicht verdienen würde. Erklärend sagt der Herr nun noch dazu, daß eS kein Notschrei sein solle, die Aufstellung solle vielmehr nur den Zweck haben. eine wohlwollende Beurteilung der An- träge auf Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter zu er- zielen. Eine große Anzahl der Arbeiterfamilien können aber noch nicht einmal mit einem Jahresverdienste von 1080 M. rechnen. Umsomchr ist deshalb diese Aufftellnug beachtenswert. Der Mann hat sich die größte gegeben, zu berechnen, wie es eine Familie mit solchen geringen Löhnen fertig bringen muß. auszukommen. Daß dabei dem Herrn das Malheur passiert ist, sich noch stark verrechnet zu haben, und zwar in dem Sinne, daß die Lage der Arbeiter- familien noch viel trauriger liegt, als wie es an diesem Budget ge- schildert wird, liegt an dem Umstände, daß die bürgerlichen Kreise gar kein Verständnis von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Arbeiterklasse haben. Freilich hält diese Unkenntnis sie nicht ab, desto mehr von dem„sorgenfreien Leben eines Arbeiters" zu fabeln. Eine Familie auch nur notdürftig mit 1500 M. zu ernähren, selbst wenn die Frau tüchtig mitschnftet und außerordentliche Ausgaben wegen Entbindungen, Krankheit usw. nicht sinlreten, ist ein Kunst- stück, das die Fähigkeit der Arbeiterinnen zum Beruf eines Finanz- Ministers klärlich erweist. Wie in Weimar sieht eS allenthalben. Und doch hat es der freisinnig- konservative Block in Preußen fertig gebracht, auch die direkten Steuern des Arbeiters durch eine Denunziationspflicht der Hauseigentümer und Arbeitgeber enorm zu erhöhen. Aus besseren Kreisen. Vor der Strafkammer des Landgerichts Nürnberg spielte sich ein interessanter Prozeß ab. Angeklagt war ein ehemaliges Kammermädchen namens Lina Hcrter, der Held deS Prozesses da- gegen war der Sohn Fridolf des millionenreichen Generalstabs- obersten Rieter ans der Schweiz. Der Herr Sohn hat im Jahre 1903 das im Hanse des Obersten bcdienstete Mädchen zur Berede- lung der Rasse der niederen Klasse verwendet. Als sich die Folgen in der Schwangerschaft des Mädchens zeigten, tat die Frau Oberst alles, um ihren Herrn Sohn„vor einem Makel zu bewahren". Das junge unerfahrene Mädchen wurde mit der Summe von— 1000 Frank abgefunden: weitere 4000 Frank sollte es ratenweise, je nach der Lebensdauer des zu erwartenden Kindes, erhalten, aber nur unter ganz sonderbaren Bedingungen. U. a. sollte das Mädchen niemals die Herkunft des Kindes verraten und das Mädchen selbst ihr Leben lang die Schweiz nicht mehr betreten dürfen. In dem schriftlichen Abfindungsvertrag war die andere Vertragspartei mit „Frau X. und ihr Sohn D." bezeichnet. Dem Mädchen wurde nicht einmal dieser Vertrag erfüllt. Es strengte darauf Vatcrschafts- klage gegen den Herrn Sohn an. Das Bezirksgericht in Winter- thur wies die Klage ab mit der Begründung, die Klägerin sei durch Vergleich bereits befriedigt. Das Obergericht in Zürich erklärte aber die Klage für zulässig, weil ein Vergleich, der vor der Ein- reichung einer Vaterschaftsklage abgeschlossen werde, nicht rechts- gültig sei. Um nun die Verhandlung vor dem Appellationsgerichts- Hof in Zürich zu vermeiden, suchte die Frau Oberst— der Herr Oberst weiß heute von der ganzen Sache noch nichts— wiederum zu vergleichen. Die Verhandlungen mit dem Mädchen begannen schon auf der Fahrt nach Zürich. Der Anwalt der Frau Oberst brachte durch allerhand Drohungen mit Verlesung von das Mädchen eventuell kompromittierenden Briefen seiner Mutter es zu einem Vergleich. Das Mädchen zog die Rcvisionsklage zurück. Sie erhielt 5000 Frank(4000 M.i. Hierbei wurde ihr erklärt, falls es ihr mal schlecht gehen sollte, könne sie sich immer wieder an die Frau Oberst wenden. Das Mädchen gründete sich mit dem Gelde in Zürich dann ein Geschäft. Bald mußte es aber wegen eines Unterleibsleidens sich zweimal operieren lassen und lange im Krankenhause zubringen. DaS Geschäft ging zugrunde. In der bittersten Not wandte sie sich dann an den Vater ihres lebenden Kindes bezw. an die Frau Oberst um Unterstützung nicht für sich selbst, sondern für da? arme Kind. Sie erhielt nicht einmal eine Antwort. Eines Tages fuhr die Kindsmutter nach Nürnberg, um eine dort erhaltene Stellung an- zutreten. In Lindau i. B. erblickte sie gelegentlich der Zollrevision den Bater ihres Kindes unter den Fahrgästen des gleichen ZugeS, in dem sie fuhr. Zwischen St. Margareten und Kempten suchte sie dann den Herrn in seinem Abteil 1. Klasse auf, um mit ihm eine gütliche Unterredung anzubahnen. Er hielt es aber unter seiner Würde, ihr Slntwort zu geben. Da ging das Mädchen zurück in ihren Abteil 3. Klasse, holte ihr dort fitzendes Kind und stellte eS dem Vater mit der Bitte vor, er möge sein Kind ansehen. Skun war der Teufel los. Der Herr Vater wollte„kein Kind" und„keine Mutter" sehen und kennen, drohte mit dem Ziehen der Notleine und warf schließlich die Mutter samt dem Kinde zum Abteil hinaus. Zufällig traf die Mutter den Vater ihres KindcS später nochmals in Nürnberg, wo der Herr als Praktikant in einem Industrie- etablisseinent tätig war. Sie bat ihn um Sicherstellung eines Geld- betrags für das Kind. Der hochwohlgeborene Vater wies der ver- zweifelten Mutter die Türe. Als eines Tages die Mutter in höchster Verzweiflung ihr Kind dem Vater auf die Türschwelle ge- setzt hatte, in einem Moment, wo der Herr die Treppe heraufkam, da stieg der Mensch herzlos über das weinende Kind hinweg in fein Zimmer, kam gleich wieder heraus, um— einen Schutzmann zu holen. Nicht genug damit, ließ der Herr Vater das Mädchen ein andermal wegen Bettelns und Landstreicherei verhaften. Ohne Erfolg. Die Polizei konnte selbst mit dem besten Willen keine recht- lichen Gründe zur Aufrechthaltung der Haft finden. Schließlich glaubte sich der Herr seiner Vatcrpflicht endgültig entziehen zu können, wenn er die Mutter seines KindeS wegen Erpressungsver- fuchs anzeigte. Das Gericht sprach das arme Mädchen nach vier» stündiger Verhandlung und nach einer vernichtenden Kritik deS Ver- teidigers an dem Verhalten der Oberstenfamilie bezw. an dem Obsrstensohn frei. So wurde der Herr Sohn des Herrn millionenrcichen General- stabsobersten„vor einem Makel bewahrt". Schulärzte in Lübeck. Die Lübecker Bürgerschaft nahm die Senatsvorlage auf An- stellung von 10 Schulärzten an. Zur Auslegung des Arbeitsvertrages. DaS Reichsgericht, das selten über Arbeitsverträge zu ent- scheiden hat. hat dieser Tage über das Recht des Prinzipals auf Einspruch gegen Verwertung der Arbeitskraft dcS noch nicht ent- lasscnen Angestellten in einem anderen Geschäft eine Entscheidung getroffen. Der Konfektionär K. zu Berlin befand sich seit dem 1. Januar 1905 bei der Firma lahmer u. Locweiihcim. die eine Tamenmäntclfabrik betreibt, als Konfektionär und Verkäufer gegen ein Jahresgehalt von 10000 M. und 2 Proz. Provision von den von ihm abgeschlossenen Geschäften, in Stellung. Nach dem Anstellungsvertrage sollte das Dienstverhältnis vom I. Januar 1906 ab von beiden Seiten vom ersten eines jeden Kalcndervicrtcl� jahres unter Einhaltung einer vierteljährlichen Kündigungsfrist kündbar sein. Im Mai 1906 nahm K. aber eine Stellung bei der Firma Isenburg u. Lewin, einer Konkurrentin seines Dienst- Herrn, für den 1. Juli 1906 als �konfektionär an. Er erklärte dem Inhaber seiner Dienstsirma, daß er jetzt eine Stellung gefunden habe, Ivo er jährlich 5000 M. mehr verdiene und bat um feine Entlassung bis zum 1. Juli 1906. Diese wurde ihm ver- weigert mit Rücksicht auf die bevorstehende Saison. Da K. nun nicht mehr arbeitete, erhob die Firma Sahmer u. Loewcnheim Klage aus Verurteilung des K. zur Nnterlassung jeder geschäftlichen Tätigkeit für die Firma Isenburg n. Levin für die Kündigungs- frist vom 1. Juli bis 30. September 1906. Am 4. Juli 1906 stellte K. die Arbeit bei der Klägerin ein und trat in den Dienst der Firma Isenburg u. Levin. Er meinte, daß er das Dienstverhältnis ohne Einhaltung der Kündigungsfrist habe verlassen können, weil er nicht angemessen behandelt und beschäftigt worden sei. Nachdem das Landgericht Berlin die Klägerin abgewiesen hatte. stellte diese vor dem Kammergericht den Antrag, das erste Urteil abzuändern und festzustellen, daß der Beklagte verpflichtet gewesen sei, während der Kündigungsfrist eine geschäftliche Tätigkeit b:i der Konkurrentin zu unterlassen. Diesem Antrage gemäß ent- sprach das Kammergericht unter Verurteilung des Beklagten, indem es sich hauptsächlich auf den ß 611 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bezog. Gegen die Entscheidung des Kammergerichtes hatte der Beklagte das Reichsgericht angerufen. Der III. Zivilsenat desselben erkannte jedoch ebenso wie das Kammergericht auf Verurteilung des Be- klagten unter Zurückweisung seiner Revision. Er führt hierzu in der Urteilsbegründung aus, daß der Anspruch im vorliegenden Falle allerdings nicht auf den Z 60 des Handelsgesetzbuchs gestützt werden könne, weil der Beklagte bei Isenburg u. Levin als blosser Konfektionär weder für eigene noch für fremde Rechnung„Ge- schäfte machte". Wohl aber folge er aus§ 611 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, weil der Handlungsgehülfe danach während der Dauer des Vertragsverhältnisses zur„Leistung der versprochenen Dienste" verpflichtet ist. Denn hierin liege, daß der Gchülfe während der Vertragsdauer verbunden ist, seine Arbeitskraft während der Ge- schäftSzeit zur Verfügung des Prinzipals zu halten. Er dürfe daher, solange er aus irgendeinem Grunde diesem die versprochenen Dienste nicht wirklich leistet, insbesondere, wenn er sie infolge un- befugten Verlassens seiner Stellung zu leisten unterläßt, nicht einem anderen Dienste leisten. Er verletzte damit daS dem Prinzipal zustehende ausschließliche Recht auf seine, des Handlungs- gehülfen, Arbeitslraft._ Wie man Arbeiter fesselt. Am 27. Oktober hatten wir mitgeteilt, daß der Entwurf zu der Wohlfahrtseinrichtung mit dem raffiniert ausgeklügeltem Prämien- system der Firma Bestchorn in Aschersleben infolge des Protestes der Arbeiter von der Firma zurückgezogen ist. Gestern hatten wir die Mitteilung über den Plan zu dieser Wohlfahrtseinrichtung wiederholt, weil sie nur in einem Teil der Auslage unseres Blattes enthalten war. Hierbei ist übersehen, auf die Zurückziehung dieses„Wohlfahrtseinrichtungs'-Entwurfs nochmals hinzuweisen. Wir holen das versäumte hiermit nach. ßcrichtQ- Zeitung. Polizei auf der Anklagebank. Die dreisten Gesetzwidrigkeiten der Polizei bei Streik- bewegungen sind endlich einmal in Osnabrück als solche vom Ge- richt gekennzeichnet. Dort streiken schon seit Monaten die Ar- beiter der Gasuhrenfabrik Kromschrödcr. Die Anteilnahme der Behörden an dem Wohl und Wehe der um ihr Brot kämpfenden Armut beschränkt sich, wie gewöhnlich, auf Razzia» gegen Streik- Posten und Anzettelung von Massenprozesseu gegen die streikenden Arbeiter. So wurde am Sonnabend vor dem OLnabrücker Schöffengericht gegen eine ganze Anzahl Streikposten verhandelt; zuerst gegen den Klempner Kohler und den Arbeiter Steffen. Sie waren beschuldigt, am 21. September„groben Unfug" verübt und einen Streikbrecher namens Klaus durch körperlichen Zwang zu bestimmen versucht zu haben, sich dem Streik anzuschließen. Der Polizeisergeant H. stellt den Vorgang wie folgt dar: Er habe bei der GaSuhrfabrik„Posten gehabt". Der Arbeiter Klaus habe ihn nach der Fabrik gefragt. Er habe dann gesehen, wie Köhler auf Klaus zutrat und mit ihm verhandelte. Als ihm, dem Polizei- sergcantcn, diese Verhandlungen zu lange dauerten, sei er auf die beiden zugegangen und habe Köhler aufgefordert, den Mann„unbehelligt" gehen zu lassen. Auf den erstaunten Vorhalt deS Ge- richtSvorsitzcnden, daß zu einem solchen Einschreiten der Polizei doch absolut kein Grund vorgelegen hätte, erklärte der Polizist. es sei den Beamten von ihren Vorgesetzten eine dahingehende Vorschrift erteilt. Köhler habe ihm erwidert, er wolle den Mann über die Lage der Dinge aufklären. daS fei fein gutes Recht. Er, der Beamte, habe dem Köhler dann bedeutet. daS fei jetzt in ge- niigendem Masse geschehen, er müsse ihm jetzt«ach der Wache folgen... Als er darauf Köhler„abgeführt" habe, sei Steffen zu dem Klaus getreten und habe die Verhandlungen mit diesem fortgesetzt. DrShalb sei er, der Herr Sergeant, mit Köhler umgekehrt und habe Steffen auch gleich mitgenommen! Ein Menschenauflauf sei nicht entstanden. Er habe auch in der Nähe andere Leute nicht gesehen; etwa 40 Meter entfernt hätten nur einige Frauen gestanden. Trotz dieser für die polizeiliche Wirt- schaft so bezeichnenden Bekundungen des einzigen Zeugen bc- antragte der Amtsanwalt(ebenfalls ein Polizist: Polizeisergeant Lemke) drei Monate Gefängnis und 15 M. Geldstrafe gegen beide Angeklagte. Steffen erwiderte auf die Frage, was er zu feiner Verteidigung sagen wolle, es sei kein Wunder, wenn die Polizei so gegen Streikposten vorgehe, sie werde ja vom Kontor der Gas- Uhrenfabrik auS kommandiert.— Das Urteil lautete auf kosten- lose Freisprechung. Das Gericht führte auS: Ten Arbeitern ist nach§ 152 der Reichs-Gewerbcordnung das Koalitionsrecht ge- währleistet und damit auch daS Streikpostenstchen erlaubt. Nach einer Reichsgcrichtsentscheidung bleibt auch die Einwirkung auf den Willen anderer straflos, vorbehaltlich der in§ 153 vor- gesehenen Fälle. Es liegt keine Spur von grobem Unfug oder körperlichem Zwang vor. Sodann kamen fünf Klempner an die Reihe, die ebenfalls vor der Fabrik Posten gestanden und auf eine„im Interesse eines ge- ordneten Verkehrs" ergangene polizeiliche Aufforderung den Fahr- dämm nicht geräumt hatten. Hierzu erzählten zwei Polizei- sergeanten, sie hätten von der Polizeidirektion Befehl gehabt» die vor der Krvmschröderschcn Fabrik auf dem Fahrdamm patrouillierende» Streikposten fortzuweisen. Das sei geschehen. und die Namen der„Leute" seien zur Anzeige notiert worden. Daß jemals ein Krawall oder auch nur eine Belästigung von Per- soncn stattgefunden, konnten die Polizisten nicht bekunden. Ter AmtSanwalt meinte, die Polizeidireltion fei zu einem solchen Bor- gehen berechtigt gewesen, da sie die Möglichkeit einer Störung des öffentlichen Verkehrs habe befürchten können. Das Urteil lautete auch in diesen Fällen auf Freisprechung. Die Anweisung der Polizeidirektion sei nicht dahin ergangen, jegliche Passanten fort- zuweisen, sondern nur die Streikposten. Eine solche Anweisung sei aber ungesetzlich.— Die„Hüter des Gesetzes" in Osnabrück sind nicht schlimmer wie irgend sonst im Rechtsstaate Preußen, bloß finden sie nicht überall und stets so gerechte Richter! Wann wird endlich gegen die Polizeibeamten strafrechtlich In dem Polizeibeleidigungsprozeß gegen Schneidt ist gestern abend in später Stunde das Urteil gesprochen. Das Gericht hielt den Wahrheitsbeweis nicht für gelungen, gab den drei Bolizeibeamten, die nach dem Urteil des Gerichts beleidigt find, in aller Form eine Ehrenerflärung und verurteilte den Angeflagten zu zwei Monaten Gefängnis. Dieselbe Strafe war durch bas frühere Urteil zudiktiert. Zur preußischen Versammlungsfreiheit. borgegangen werden, die die Anordnung erteilt haben, zur Be- der Strafantrag nicht rechtswirksam erscheine. Das Reichs über den Zusammenschluß der Arbeitgeberberbände im Maler. einträchtigung des Streikpostenstehrechts entgegen dem Gefeß bor- gericht hielt jedoch jene Beziehung für erwiesen und verwarf gewerbe. Der Redner verwies darauf, daß sich fürzlich die in zugehen. Stehen die gegen mißbräuchliche Anwendung der Amts- am Montag die Revision. Deutschland bestehenden Arbeitgeberverbände im Malergewerbe zu gewalt gegebenen strafrechtlichen Vorschriften nur auf dem Papier? Troß dieses Urteils, das ja nach des Reichsgerichts Ansicht teine einem gemeinsamen Verband zusammengeschlossen haben. Diesen Gilt die Verfassung, gilt das Gefeß nur soweit, als die herrschende wird an der durch eigene Erfahrung des Angeklagten gebildeten eine bekannte Erfahrung, daß die Arbeitgeber ihre Organisationen wissenschaftliche Leistung ist, und trog reichetanglerischer Strafanträge Zusammenschluß hätten die Arbeiter vorausgesehen, denn es sei Unternehmerklasse das erlaubt? Ueberzeugung schwerlich etwas geändert werden. Eine Ueberzeugung ausbreiten, nachdem fie die Macht der Arbeiterorganisationen läßt sich durch Gerichtsurteile nicht totschlagen; je mehr ihr Träger tennen gelernt hätten, wie es auch im Malergewerbe der Fall sei. dem Reichsgerichtsurteil nicht entgangen, wenn das Reichsgericht sich vor allem das Biel, auf den Abschluß von Tarifverträgen hinzuverfolgt wird, desto mehr verbreitet sie sich selbst: das wäre auch Der Zusammenschluß der Arbeitgeber des Malergewerbes habe nicht grundsäglich auf den falschen Standpunkt stellte: richterliche wirken, die den Anforderungen der Arbeitgeber, aber nicht denen Urteile sind feine wissenschaftlichen Leistungen. der Arbeiter entsprechen. In diefen Erwartungen würden sich die Arbeitgeber jedoch täuschen, denn auch die Arbeiter im Malergewerbe würden sich die Stärkung und den Ausbau ihrer Organis Am 24. Juli teilten wir mit, daß Genosse Eugen Bridner jation angelegen sein laffen, um für die Kämpfe der Zukunft ges Beleidigung der Schuttruppe? wegen bermeintlichen Verstoßes gegen das Vereinsgefeß mit 5 m. rüstet zu sein. Wegen Beleidigung der Schutztruppe für Südwestafrika ist am durch das Landsberger Landgericht bestraft ist. Er sollte dadurch Die vorgelegte Abrechnung von 3. Quartal wurde ohne Debatte 1. Juni vom Landgericht Altona der Genosse Tischler Emil eine nicht angemeldete Versammlung abgehalten haben, in der öffent entgegengenommen. Hierauf erstatteten Iob und Mich Reinde in Lockstedt zu zwei Monaten Gefängnis ver- liche Angelegenheiten erörtert wurden, daß er in Gegenwart von Bericht als Delegierte der Gewerkschaftskommission. Dann wurden urteilt worden. Auf der freifinnigen Reichstagswähler- Berfamm- etwa 20 Berfonen beim Mittagessen auf Fragen über Beteranen- Iob, Mieß, Wagner und Elsner als Delegierte lung, welche am 14. Januar 1907 in Langenfelde stattfand, meldete beihilfe und Invalidenversicherung Auskunft gab. Dies Dokument gewählt. Unter Berschiedenes" besprach Mieb den gewerkschaftfich der Angeklagte zum Worte und äußerte u. a.: Er fei auch Soldat preußischer Vereinsrechtsrückständigkeit ist vom Kammergericht für lichen Konflikt der Hausdiener mit der Firma Jandorf. Da zur gewesen und wisse, wie es gemacht werde. Bon Freiwilligkeit sei rechtsirrtumsfrei erachtet, weil die Frage, ob eine Versammlung selben Zeit, wo die Versammlung tagte, von den organisierten feine Rede, wenn es sich darum handele, Soldaten für die Schutz- oder nur eine Privatgesellschaft kleineren Umfanges vorliegt, im Parteigenossen über den Boykott der Firma Jandorf entschieden truppe zu bekommen. Sie würden zusammengefucht und es feien... wesentlichen eine Tatfrage" fei. Die Entbehrlichkeit gelehrter wurde, so beschloß die Versammlung, dem Beschluß der Parteinun folgten einige abfällige Charakteristiken von Leuten, die sich Richter" zu demonstrieren, ist die gute Folge solcher Urteile. freiwillig gemeldet hatten. In dieser Charakteristik hat das Gericht Verfammlungen. eine Beleidigung der Angehörigen der Schutztruppe erblidt. Der Reichskanzler hat Strafantrag gestellt. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsanwalt für begründet erklärt, weil die Beziehung der Beleidigung noch zur militärischen Tätigkeit Berband der Maler, Ladierer, Anstreicher. In der am der Beleidigten nicht genügend festgestellt sei und deshalb| Donnerstag abgehaltenen Mitgliederversammlung sprach Jakobeit Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Mebattion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 30. Ditober. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Madame Butterfly. Königl. Schauspielhaus.. legte Funte. Der Deutsches. Was ihr wollt. Kammerspiele. Frühlings Er. wachen.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Die große Gemeinde. Neues fönigl. Operntheater. Amerikasepp'l. Leffing. Der Bund der Jugend. Siller 0.( Wallner Theater.) Das vierte Gebot. Schiller Charlottenburg. Rosmersholm. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Waterlant. Berliner. Die tanzenden Männchen. Die wieder! Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: 1. Vortrag des wissenschaftlichen Vereins. Prof. Dr. Lecher, Prag. Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. Theater des Westens. 8 Uhr: Die lustige Witwe. Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise: Frühlingsluft. Lortzing Theater Mittwoch, den 30. Oftober: Abends 8 Uhr: Hans Heiling. Donnerstag: Erft- Aufführung: Die Entführung aus dem Serail. Lustspielhaus. 8 Uhr Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Das vierte Gebot. Bollsstüd in vier Aften von Ludwig Anzengruber. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Schauspiel in 4 Aufz. v. Henrik Ibsen Deutsch von Wilhelm Lange. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Mittwoch abend 9 Uhr: Vortrag Prof. Dr. Paul Schubring: Jean Maler der Neuzeit. rançois willet. Mit Lichtbildern. Fünfter Vortrag des Syllus: Haben Sie schon die Deutschen Konzerthallen, An der Spandauerbrücke 3, besucht??? Meines. Kaplián Brasbounds ve Ganz der Papa. Zirkus Schumann tehrung. Bentral. Unfere blauen Jungens. Lorking. Hans Heiling. Theater an der Spree. Aktienbudiler. Residenz. Ganz der Papa. Komische Oper. Carmen. Der Westen. Die luftige Witwe. Lustspielhaus. Husarenfieber. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Ihr Sechs- Uhr- Dntel. Luisen. Berlin wie es weint und lacht. Bernhard Rose. Die luftigen Weiber von Windsor. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Sylvester Schäffer. Spe. aialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Geteilte Liebe. Cafino. Die wilde Jagd. Gebr. Herrufeld. Madame Big Bag. Es lebe das Nachtleben. Schwan! in 3 Aften von Mars und Desvaillières. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: N. Alexander. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Berlin wie es weint und lacht. Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Gastspiel Adalb. Matkowsky. Das Leven ein Traum. Heute, Mittwoch, 30. Oftober, g abends präz. 742 Uhr: Grande soirée equestre. Elite Programm, u. a.: Mathilde Renz. Dora Schumann. Ernst Schumann. Herr Bono mit seinen Bollblut- Arabern. Reiterfamilie Humel. Frères Albano. Mlle. Toreau. Frères Plattiers. Miß Florence. Mr. James Henry. XIII. Saison. Zirkus Busch Zirkus Busch Mittwoch, den 30. Oktober, abends präz. 7, Uhr: Große Vorstellung! U. a.: Mons. Gus. Harris! Kanonenkönig. 20 Ferner: Geschw. Amato. Vermette Carpati Truppe. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter auf dem ,, Sixtus" von Haintrelles a. d. Sicilly. Herrn E. Schumanns Neu- Dress. Um 10 Uhr: Sämtliche Spezialitäten und Dir. Ab Schumanns neueſte Monftre. Auf der Hallig. Dreſsuren. Um 9, Uhr: Einzig dastehender Sonnabend, 4 Uhr: Aschenbrödel. Erfolg! Die diesjährige große WasserAbends: Hoffmanns Erzählungen. pantomime. Eine Fortsezung der Sonntag, 3 Uhr: Das Leben ein Traum. berühmtesten und populärsten Abds.: Berlin wie es weint und lacht. Bantomimen Die lustigen Heidelberger: Montag: Berlin wie es weint und lacht. Die Pallage. Danny Gürtler. Spegia DERNHARD ROSE THEATED litäten. Prater. Hamlet. Wintergarten. Ruth St. Denis. Spezialitäten. Palast. Tante Malchen. Speziali täten. Carl Haberland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Jm Hörsaal: Abends 8 Uhr: 1. Bortrag des wissenschaftlichen Vereins. Prof. Dr. Lecher, Prag. Sternwarte, Invalidenftr. 67/62. Zur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Rebelflede. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Die tanzenden Männchen. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Die Börse. Gr. Frankfurterftr. 132. 7. Opernabend; Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Donnerstag: Othello. Metropol- Theater Anfang präzise 8 Uhr. Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. G. Thielscher a.D., F. Massary B. Darmand a. D. E. Whithney, Bender, Giampietro, Josephi Neues Theater. Sonntag, den 3. November, 3 Uhr: Ein Fest auf dem Neckar. Humoristische Bilder aus dem modernen Stubentenleben von Ballettmeister A. Siems. Passage- Theater. Heute zum letzten Male: Abends 8-11 Uhr. Danny Gürtler der König der Bohème und das kolossale Oktober- Programm. Riesen- Illusions- Akte BO unter Wasser. genoffen beizutreten. Eine Resolution wurde angenommen, welche den Filialvorstand beauftragt, mit der Preßkommission des Vorwärts" in Verbindung zu treten, um zu veranlassen, daß Inserate der Firma Jandorf während des Streits und Boykotts der Firma im Borwärts" nicht aufgenommen werden. Soeben erschienen: Protokoll über die Verhandlungen des Parteitages der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands abgehalten zu Essen a/ Ruhr vom 15. bis 21. September 1907. Preis 1,- M.kart. 1,25 M., gebunden 1,50 M. Expedition des„ ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Theater des Zentrums. Sophien Säle, Sophienstraße 17/18. Bis früh um Fünfe Trianon- Theater. Fräulein Josette- meine Fran. Anfang 8 Uhr. v. Stren u. Lippschütz, Mufit v. 3. Linde. Reichshallen-Theater. Anfang 8 Uhr. Kleine Preife. Walhalla Varieté-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Nur noch wenige Tage. Das grandiose Dftober- Programm Anfang 8 Uhr. Theater an der Spree 16 arabische Köpenickerstraße 68. Anf. 8 Uhr. Tägl. stürmische Heitertett. Der Alt- Berliner Poffe: Aktienbudiker. Im Stil der fünfziger Jahre. Josefine Dora als„ Starline". Springer 16 12 erstklass. Spezialitäten 12 Freitag, den 1. November: Vollständig neues Programm. Tunnel: Doppel- Stonzert. Theaterbesuchern freier Eintritt. Täglich: Stettiner Sänger. Britton als Aute im Familien bad Wannsee. Anj. Bochent. 8, Sonntags 7 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz Im Theatersaal täglich Das Rixdorfer Theater palast- Theater neue Oktober- Programm Bürgerfäle, Bergstraße 147. Mittwoch, den 30. Oftober 1907: Zum 2. Male: Flachsmann als Erzieher. Eine Komödie in 3 Aften v. D. Ernst. Anfang 8 Uhr. Kottbuser Sanssouci Straße 6. Dir.: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger Entree 20 Pf. Heute 8 Uhr. Der glänzende Oktober- Spielplan. Paula Duval, Dreffur Dicky and Polly, Erzentriks. Die 5 Rammoneurs und 8 Attraktionen. Neu! Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Sonntags 7 Uhr.( Sonntags referviert 1 M., Entree 50 P.) Familienbilletts a 40 Pj. Unter Militär- Konzert. täglich Beder, Przywarsti, Görisch, Neumann, Dffeneh und Lüttich. Elysium Landsberger Allee 40-41. Jeben Mittwoch a u. Tanzkränzchen. Tante Malchen Frick Sonnt. Beg. 5, wochent. 811. Freitag: Theater- Abend: Schwant. Theater KrauseSänger. Nachdem: Freitanz. Folies Caprice anfang 8 r. Borzugskarten 10 Pf. Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Die Waffen wieder! Die Herren von Maxim. WINTERGARTEN Gebr. Herrnfeld- Geiger Hohen- Neuendorf( Wordb) Donnerstag: Die Waffen wieder! Freitag: Die Baffen wieder! Kleines Theater. a pollo Theater Abends 8 Uhr: Agnes Sorma. Lekte Woche! Letzte Woche! A5 8 Uhr: Kapitän Braßbounds Bekehrung as fotoffale Ottoverprogramm. Donnerstag: Maria Magdalene. 9 Uhr. Täglich: 9%, Uhr. Agnes Sorma. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend z. 1. Male: Ein Puppenheim. Nora: Agnes Sorma. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Anfang 8 Uhr. Zum 1. Male: Waterkant. Schauspiel in 3 Aufz. v. N. Stowronnet. Donnerstag: Waterkant. Freitag: Brüderchen. Sonnabend: Waterlant Anfang 8 Uhr. Theater. Letzte Vorstellungen 57 Stommanbantenstraße Nr. 57. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 11-2. Die erfolgreichsten Lach Komödien seit 17 Jahren:: Antiduellanten Bunter Teil. Anfang 8 Uhr. Sonnabend, den 2. November: Premiere Rabbi Meseritsch. Ruth St. Denis Prater der weltberühmte Universalkünstler. Glänzendes Programm. W. Noacks Theater Kasino- Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Das Rätsel seiner Ehe. Nur noch bis 30. Oftober: feiner Ehe. Schauſp. n. d. Roman d.„ D. Morgen. Die wilde Jagd. Anjang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren- und Borzugskarten gültig! Sonnabend, den 2./11.: 8um 1. Male: Marie, die Tochter des Regiments. Lustspiel in 4 Aften v. Ludwig Fulda. Am 31. Oftober zum erstenmal: Bieberleute. Sonntag 4 Uhr: Die wilde Jagd. Madame Wig- Wag Operetten- Burleste, Mufit von 2. Jtal. Es lebe das Nachtleben! Separee- Affäre in 2 Aften. Beide Stücke mit den Antoren Anton und Donat Herrnfeld. Sonntag nachmittag 3 1hr: Ein verrücktes Hotel und Hayfisch geht zur Jagd mit Anton und Donat Herrnfeld. Prater- Theater Naftanien- Allee 7-9. Hamlet. Trauerspiel in 6 sitt. v. Shakespeare. 5 Anfang 8 Uhr. Donnerstag:' Lorle oder: Dorf und Stadt. Anfang Parodie- Theater. 8 Uhr. ( am Schühenhaus) HochwaldLandbaustellen, direkt am königl. Forst u. fließendem Waffer be legen, Arzt, Gas, Wafferleitung, Angelsport, 4612 Rute 10 Mark an Wollenberg, Neue Königstraße 82. 15 Waggonladungen Romme 6. Dezember mit ( 60 000 Stück) Weihnachtsbäumen nach Berlin( Anhalter Bahnhof). Karl Wedekind Ilmenau i. Th. Wiederverkäufer haben große Ber Dresdenerstr. 97, a. d. Brinzenstraße. günstigungen und bitte diefelben, fich Die Ehre. Mt Heidelberg. im voraus an mich zu wenden. - Der Troubabour.- 9015 Breife brieflich 8055* Gard 5617L ardinenSpezialhaus Emil Lefèvre Berlin, Oranienstr. 158 Riesen- Auswahl! 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Wir fordern hiermit die Kollegen auf, Arbeit in genannter Brauerei nicht anzunehmen. 42/ 19* Die Verwaltung. !! Viel Licht!! m. gering. Gasverbrauch, ca. 125 Kerzenstärke, erwirken unsere Prima [! Seidengarn- Glühkörper! Unerreicht in Haltbarkeit Dutzend Mark 2,00 3,00 4,00 frei Haus. Sämtliche Artikel der Beleuchtungsbranche. Gasglühlicht- Industrie Berlin C. 25, Landsbergerstr. 83. Zahnärztliche Klinik 106 Belle- Alliancestraße 106, gegenüber Warenhaus Jandort. Zahnziehen unentgeltlich. Bei künstl. Zähnen u. Plomben w. d. Ausfagen berechnet. Geöffnet von 9-6 Uhr. Sonntags 9-12 Uhr. 882* Goldblondchen alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Zu beziehen durch die meisten Bierverleger und Mineralwasserfabrikanten Generalvertrieb: Ernst Krüger, G. m. b. g., NO., Höchstestr. 28. 5699L* PhänomenTagesordnung: Vortrag Eduard Bernstein über Bernhard Shaw. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes vom 1. Quartal. Bericht der Revisoren, Diskussion. Antrag der Ordner: Für Kartenduplikate sollen die Verlierer kleine Entschädigung an die Vereinskasse zahlen. Verschiedenes. Der Eintritt ist Mitgliedern nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. 230/13 ohne Arbeit Wäsche leine Baschfrau Nicht zu verwechseln mit ,, Persil" oder ähnlichen Bedeutende Ersparnis Ueberall erhältlich Dosen a M. 0,55 u. 1, Ding an sich Tel.: Ch. 10230 Gen. Dep. Werrmann& Co. Giesebrechte ftraße 17 Charlottenburg, an Zeit und Geld Soda enthaltenden Waschmitteln. Kein Berfezen der Wäsche garant. unschädlich und chlorfrei Achtung! Bitte ausschneiden! Achtung! Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Südost. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 26. Ott., verstarb unser treuer Stollege Hermann Schmid. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittag 3%, Uhr von der Leichenhalle des EmmausKirchhofes aus statt. 48/3 Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereinsvorstand. Nach schwerem, aber nur furzem Krantenlager entschlief am 27. d. M. unser inniggeliebter Sohn und Bruder, der Maurerlehrling Hermann Liebenow Putbuserstr. 12 10165 im Alter von 17 Jahren. Dies zeigt mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Familie Fritz Liebenow. Die Beerdigung findet Donners tag, den 31. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedens- Kirchhofes in NiederSchönhausen, Nordend, aus statt. Todes- Anzeige. Freunden, Bekannten und Berwandten die schmerzliche Nach richt, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Wilhelmine Krumm im Alter von 47 Jahren ber storben ist. Um stille Teilnahme bitten Heinrich Krumm und Kinder. Lichtenberg, Dorfstraße, den 28. Ditober 1907. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. Ottober, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des GemeindeFriedhofes, Bornihstraße, aus 5062 ſtatt. Am 26. d. M. berschied nach furzem, schwerem Leiden meine inniggeliebte Frau, unsere gute Mutter Frau Martha Adam geb. 8inte im 81. Lebensjahre. 10105 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. d. M., nachmitags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen Kirchhofes zu Westend, Fürstenbrunner Weg, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Karl Adam, Charlottenburg. Dantjagung. Für die herzliche Teilnahme bei ber Beerdigung meines Mannes sage ich allen Stollegen, Freunden und Be fannten meinen innigsten Dant. 23tte Luise Käsemann. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Neue Promenade8, II.( Stdtb.Börse). 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Möbel- Kredithans 3 Alte Schönhauserstr. 3 am Schönhauser Tor. 417L* 8 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Landsberger Viertel.) Stadtbezirk 391. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Genosse, der Tischler Hermann Kuhnwald gestorben ist. ant Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, dem 31. Oftober, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 264/1 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Hermann Kuhnwald am Montag, den 28. Oftober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des städtischen Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 96/19 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer Viertel. Bezirk Nr. 219, Teil I.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genoffe, der Tischler' Rudolf Harwarth gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. Oftober, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Brit aus statt. 264/2 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Köpenider Viertel). ( Bezirk 107a.) Den Mitgliedern hiermit aur Kenntnis, daß unser Genosse, ber Metallarbeiter Robert Jander, wohnhaft Brangelstraße 55, gestorben ist. 263/20 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des MichaelisKirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Robert Jander am 27. d. M. an Leberleiden ge storben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. Oftober, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des neuen Michaelis Kirchhofes in Rigdorf, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet 159/1 Die Ortsverwaltung Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Vergolder Alexander Schultz am Sonntag, den 27. Oftober, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. Oktober, nachmittags 31, Uhr, von der Halle des Brizer GemeindeKirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Gustav Brademann Sischler am 25. Oftober verstorden ist und am Dienstag, den 29. Dr. tober zur legten Ruhe gebettet wurde. 97/1 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: Sans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. . 254. 24. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. two, 30. Oktober 1907. Partei- und Gewerkschaftsgenossen! Flugblatt- Verbreitung statt. Haltet Euch hierzu bereit! -Mittwoch, Die Tätigkeit der sozialdemokratischen verhältnisse der städtiſchen Arbeiter Berlins" vorgelegt. Neben all- dem Hinweis, daß hier die Stundenlöhne von 87 auf 40 Pf. erhöht Fraktion in der Berliner Stadtverordnetenversammlung ( 1. September 1905 bis 30. September 1907). VI. Arbeiterfrage. Belebung des sozialpolitischen Verständnisses beabsichtigen unsere Jahre 1906 dagegen schon 15 200, das heißt, es war eine Steigerung Vertreter im Rathause jezt dadurch herbeizuführen, daß sie nach dem um 900 Köpfe eingetreten zwischen 800 und 900 Köpfe beträgt in Vorgange in anderen Städten die Einsetzung einer ständigen Kom- den lezten Jahren überhaupt die jährliche Zunahme. Nimmt man mission für soziale Angelegenheiten beantragen. Ueber das Schicksal aber selbst an, daß die 460 000 m. nur auf Lohnerhöhungen der des Antrages werden wir in zwei Jahren zu berichten haben. bisher beschäftigten Arbeiter entfielen eine Rechnung, die schwer Am Sonntag, den 3. November, findet eine höchst Arbeitgeber in den eigenen Betrieben. Vor zwei Jahren be- klassen berücksichtigt werden müßte Nicht besser steht es mit der Berliner Gemeindeverwaltung als aufzustellen sein dürfte, da hierbei das Aufrücken in höhere Altersso entfielen auf den Kopf im wichtige richteten wir( ,, Vorw." Nr. 253, 1905), daß sich die sozialdemokratische Durchschnitt nur rund 30 m., also die Hälfte dessen, was man um Fraktion im Rathause mit der Organisation der städtischen Arbeiter die Jahreswende 1905/6 in Erwartung der Lohnerhöhung an ein in Verbindung seßen wolle, um mit ihr über die Forderungen der maliger Gratifikation bewilligt hatte. Freilich waren einige Lohnstädtischen Arbeiter zu verhandeln und das Erreichbare in aufbesserungen wirklich zu verzeichnen; so hatte man in der Parkeinem umfassenden Antrage vor die Stadtverordnetenversammlung zu verwaltung endlich den Mindestlohn auf 3,50 M. festgesezt, was nach bringen. Nach ausgedehnten, ernsten Beratungen wurde im Früh- einem im Jahre 1901 in Kraft getretenen städtischen Beschlusse schon jahr 1906 ein Antrag auf Einführung einer allgemeinen Arbeits- seit Jahren hätte geschehen müssen. Bei dem Etat der Wasserwerke ordnung von unseren Genossen eingebracht und ein sorgfältig aus- protestierten wir auf Wunsch der Arbeiter vergeblich gegen die gearbeitetes Statut Bestimmungen über die Arbeits- und Lohn Stundenlöhne zugunsten der Tage- resp. Wochenlöhne. Gegenüber gemeinen Dienstbestimmungen(§ 1 bis 8) behandelte es in sechs feien, fonnten wir feststellen, daß der Knüppel beim Hunde gelegen Abschnitten die Arbeitszeit(§ 9 bis 10), den Arbeitslohn(§ 11 bis 17), habe; denn die Verwaltung hatte berichten müssen, daß für 37 Pf. die Beendigung des Dienstverhältnisses(§ 18 bis 19), den Urlaub feine Arbeiter mehr zu finden waren! Wir müssen zu unserem (§ 20), die Arbeiterausschüsse(§ 21 bis 25) und den Arbeitsnachweis Bedauern feststellen, daß die städtische Verwaltung Berlins in bezug (§ 26). Wir heben nur einige wichtige Bestimmungen heraus. Ver- auf die Lohnerhöhung viel weniger soziales Verständnis gezeigt hat langt wurde die achtstündige Arbeitszeit unser Redner wies dar- als eine ganze Reihe von Nachbargemeinden und als vielfach sogar In seinen ersten Regierungsjahren hat der jezige deutsche Kaiser auf hin, daß zurzeit in der Parfverwaltung noch die elfstündige die Privatindustrie in Berlin selbst! wiederholt den Wunsch ausgesprochen, daß die staatlichen Betriebe Arbeitszeit bestand, in den Markthallen sei sie soeben auf 9 bis Nur furz erwähnen wollen wir den Versuch, die schon an sich Musterbetriebe sein sollten. Die Macht der Verhältnisse unserer 92 Stunden herabgesezt, in den Krankenhäusern betrage sie 14 bis färgliche Urlaubsgewährung an Arbeiter noch einzuengen. Vom kapitalistischen Wirtschaftsordnung haben diese schönen Blütenträume 16 Stunden. Für die Lohnhöhe sollten die einzelnen Betriebs- 17. August 1906 datierte eine Magistratsverfügung, worin angeordnet zerstört wir wüßten nicht, daß der Kaiser auf seine damaligen direktionen Lohnskalen feststellen und zivar in Gemeinschaft mit den war, daß kein Arbeiter einen Urlaub erhalten solle, wenn er in der Wünsche je wieder zurückgekommen. Bei der nüchternen Verwaltung Arbeiterausschüssen und unter Berücksichtigung der von den Arbeiter- laufenden Periode bereits längere Zeit wegen Erkrankung beurlaubt der Stadt Berlin haben sich derartige„ phantastische" Wünsche nie- organisationen allgemein festgelegten Lohnfäßen. Unser Redner war, sofern die Art der Krankheit eine Schwächung des förperlichen mals geltend gemacht unter Hinweis auf die allgemeine Preissteigerung und doch könnte die Stadt, für die viele forderte eine Gesamtbefindens nicht zur Folge hatte, sondern... noch eine Erholung Tausende von Arbeitern im Hoch- und Tiefbau, in der Schneiderei, Erhöhung des im Jahre 1901 beschlossenen Mindestlohnfaßes von 3,50 M. gestattete". Diese an sich lächerliche Verfügung wird in ihrer Kraßheit erst ja fast in allen Handwerken unter kapitalistischen Unternehmern be- auf vier Mart. Urlaub wurde schon nach einjähriger Anstellung mit richtig beleuchtet, wenn man bedenkt, daß die Berliner Verwaltungen schäftigt sind, und die selbst 15 200 Arbeiter in eigenen Betrieben sieben Tagen gefordert; nach fünfjährigem Dienste sollten jährlich einen Urlaub überhaupt erst nach fünfjährigem städtischen Dienst gebeschäftigt, durch ihr Beispiel hervorragendes für die Hebung der 14 Tage Sommerurlaub gewährt werden unser Redner fonnte währen! Als unser Vertreter die Sache zur Sprache brachte, wurde Arbeiterklasse leisten. Aber Verwaltung und Majorität der Stadt zur Begründung dieser Forderung das Beispiel zahlreicher anderer die Verfügung denn auch von allen Seiten gemißbilligt. Im Ausverordnetenversammlung lehnen jede Beeinflussung bezüglich der Arbeits- Städte und von Privatbetrieben in Berlin anführen. Der Arbeitsschuß fanden die Mehrheitsparteien einen Weg, die Sache rüdgängig bedingungen ab, die unsere Vertreter mit Recht gegenüber den Arbeitgebern nachweis ist schon heute dem von der Stadt unterstützten angegliedert, zu machen, ohne den Magistrat allzu sehr bloßzustellen. Man beverlangen, die sich an städtischen Aufträgen bereichern. Als Beispiel wir fordern( 1. o.) bekanntlich die Ueberführung desselben in gnügte sich damit, daß der Magistrat in einer neuen Verfügung führten wir im legten Bericht(„ Vorwärts" Nr. 253 von 1905) unter städtische Verwaltung-; jedenfalls sollte zunächst der bestehende erklärte, der frühere Erlaß fei vielfach mißverstanden worden; in anderen die Kutscher der städtischen Aktenwagen an, die bei über- stets in Anspruch genommen werden müssen; heute wird er von Fällen, wo es zweifelhaft fein tönne, ob nicht ein doppelter Urlaub Tanger Arbeitszeit von dem Unternehmer 18 M. Wochenlohn erhielten, den Verwaltungen vielfach umgangen, wodurch sich der erhebliche in Frage komme, sei die Entscheidung des Magistrats selbst anwährend feine Konkurrenten 24-27 M. in Anrechnung brachten. Rückgang dieses Zweiges erklärt. Unser Redner schloß mit dem zurufen. Wir haben mit den Arbeitern gar nichts zu tun!" lautete und lautet Antrag auf Ausschußberatung. Aber faum hatte er feine Ausführungen Wir haben in diesem Abschnitt noch weniger als in den anderen Die Antwort der Majorität gegenüber unseren Anträgen. Bei Er- beendet, als der Vorsteher mitteilte, es sei folgender Antrag eiu- die Fülle dessen erschöpfen können, was von unseren Vertretern im neuerung des Vertrages verlangte der Unternehmer pro Jahr und gegangen:" In Erwägung, daß der Antrag Antrick und Genossen Rathause teils erreicht, teils angestrebt und damit auch angebahnt Wagen 50 M. mehr, die er den Stutschern als Zulage zum Lohn zu- in einem großen Teil seiner Paragraphen Forderungen enthält, die worden ist. Wir glauben, daß schon das Angeführte jedem Sozialgute fommen laffen wolle durchschnittlich 1 M. pro Woche bei bereits bei unseren Werken eingeführt sind, andererseits aber Forde gesinnten, geschweige denn jedem Arbeiter die Notwendigkeit zeigt, den oben erwähnten unerhört niedrigen Löhnen! Daß die Forderung rungen, die vollständig unausführbar erscheinen, beantragen die am 6. November für die Kandidaten der Sozialdemokratie ein unseres Redners, in Zukunft solle eine vertragliche Festsetzung des Unterzeichneten(- es waren die Führer der drei großen liberalen zutreten. Lohnes stattfinden, Erfolg haben wird, darf bezweifelt werden. Fraktionen-) Wir haben mit den Arbeitern gar nichts zu tun!" die Versammlung wolle beschließen, über den Antrag zur Tagesordnung überzugehen." " Zur Kommunalwahlbewegung. Immer freilich steht Magistrat und Majorität der Einmischung in private Arbeitsverhältnisse nicht feindlich gegenüber. Nur ein freisinniger" Redner durfte noch diesen Antrag auf Während der großen Aussperrung in der Elektroindustrie im Uebergang zur Tagesordnung begründen; dann beschloß die Für die Kommunalwahlen in den Wahlbezirken dritter Abs Herbst 1905 wurden städtische Feuerwehrleute zur Majorität Schluß der Diskussion und sang- und langlos wurde teilung heften des Stadtfreisinns letzte Hoffnungen sich an dieDienstleistung in den Betrieben der Berliner eine mühevolle Arbeit begraben fie wird auferstehen! Beachtens jenigen Bezirke, die im Innern der Stadt oder nach dem wohl= Elektrizitätswerte abfommandiert; sofort stellten wir den wert ist, daß der freisinnige" Redner ausführte: Sie( die drei habenden Westen hin liegen. Im Verteidigungskampf gegen die Antrag, diese Angelegenheit in der Stadtverordnetenversammlung großen liberalen Fraktionen) erblicken in diesem( unserem) Antrage vorrüdende Sozialdemokratie erwarten die Freisinnigen wenigstens zu behandeln; da inzwischen Verhandlungen zwischen den streitenden nicht nur eine Schädigung der städtischen Verwaltungsinteressen, fie für diese nicht allzureichlich mit Arbeitern bevölkerten Wahlbezirke, Parteien eingeleitet waren, veranlaßten wir eine Bertagung dieser erblicken darin auch eine Gefahr für die gesamte induſtrielle Welt daß in ihnen sie selber sich immer noch wieder werden behaupten Behandlung. Die Verhandlungen führten zum Friedensschluß und Berlins" 111 Die Arbeitsstätten der Berliner Stadtverwaltung follen fönnen. Die Rathausclique, die von dem Brüderpaar Cassel und so gaben wir denn unserem Antrage folgende Fassung:" Die Ver- eben feine" Musteranstalten" werden, nach deren Vorgang sich doch Jacobi regiert wird, muß diesmal in zweien dieser Schlupfwinkel, sammlung ersucht den Magistrat, Mittel zu ergreifen, um in Zukunft die Privatbetriebe mehr und mehr richten müßten Gegenüber dieser in den Kommunalwahlbezirken 29 und 41, sich gegen die Beschäftigung von Feuerwehrleuten in der Privatindustrie aus Solidarität zwischen der überwältigenden Majorität der bürgerlichen uns wehren. Der Wahlbezirk 29 umfaßt einen Teil des Spandauer Anlaß von Streits oder Aussperrungen zu verhindern." Unsere Stadtverordneten mit dem gesamten Ausbeutertum müssen die Arbeiter Biertels, namentlich das Scheunenviertel" mit Umgebung, samt Redner führten aus, daß eine Einrichtung, die aus den Taschen der bei den Wahlen um so fester zusammenstehen; namentlich wird es einem Zipfel der Rosenthaler Borstadt. Der Wahlbezirk 41 erSteuerzahler bezahlt würde, nicht zugunsten einer Partei mißbraucht auch Aufgabe der Gewerkschaften sein alles zu tun, was in ihren streckt sich von der südlichen Umgebung des Oranienburger Tores werden dürfe. Der Polizeipräsident um dem die von der Stadt be- Kräften steht, am 6. November den sozialdemokratischen über das Charitéviertel bis in den Nordrand des Tiergartens und zahlte Feuerwehr unterſtellt ist habe diesen Standpuntt ver- Kandidaten zum Siege zu verhelfen." in Moabit hinein. Beide Bezirke sind im Rathause noch vertreten Tafien, obgleich sich zahlenmäßig nachweisen lasse, daß die Der Mißerfolg bei dem Hauptvorstoß zur Verbesserung der Lage durch waschechteste Kommunalfreisinnige, durch die Herren Alt und Mannschaften der Feuerwehr kaum für den eigentlichen Dienst aus der städtischen Arbeiter entmutigte unsere Vertreter feineswegs. Wo Bitterhoff. Der Freifinn vertraut darauf, daß diese„ bewährten" reichten. Wir verlangten vom Magistrat erstens einen Protest gegen den es irgend anging, wurde wie bisher der Versuch gemacht, sei es Mitglieder der erwähnten Clique auch diesmal wieder dem StadtZustand, daß die Stadt die Feuerwehr bezahle, während andere fie einzelne Arbeiterkategorien zu heben, sei es Sonderfragen für alle parlament noch erhalten bleiben werden, wenn für die Wahlen mißbrauchen könnten, zweitens, daß der Magistrat in diesem be- Arbeiter zu lösen. Schon am 29. November 1905 hatte eine Ver- Jacobi das Geld heranschafft und Cassel die Reden deklamiert. Die sonderen Falle Aufklärung schaffe und im Beschwerdewege gegen den sammlung der städtischen Arbeiter beschlossen, 1. eine generelle Lohn- Sozialdemokratie hat als ihre Kandidaten aufgestellt Polizeipräsidenten durch alle Instanzen vorgehe. Der Herr Ober- erhöhung zu fordern, 2. um eine Teuerungszulage in Form für den 29. Bezirk den Kaufmann Jonas Stahl und für bürgermeister erklärte, davon tönne teine Rede sein. Die Bürger- einer Gratifikation zu ersuchen. Im Dezember wurde ein Antrag den 41. Bezirk den Töpfer Richard Babiel. Für beide schaft hat mur Veranlassung, dem Herrn Polizeipräsidenten dankbar Deutsch und Genossen, Teuerungszulagen an städtische Unterbeamte Bezirke war von unseren Genossen am Montag eine gemeinschaftzu sein." Nochmals ergriff einer unferer Vertreter das Wort:„ Der und Arbeiter in Erwägung zu ziehen einem Ausschuß überwiesen liche Wählerversammlung in den Musikersälen"( Kaiser Herr Oberbürgermeister hat ausgeführt, im Interesse der öffentlichen und nach längeren Verhandlungen zunächst eine sofortige Gratis Wilhelmstraße) veranstaltet worden. Sicherheit wäre es notwendig gewesen, daß die Werke nicht still fifation von 25 M. an alle mit Einkommen unter 2000 m. Das Referat, das der Stadtverordnete Genosse Schubert standen. Das kann man zugeben; dann hätte aber der Herr Polizei- von der Stadt beschäftigte Perfonen angenommen, der im Laufe übernommen hatte, gab ein Bild davon, wie die Gemeindepräsident das Interesse der öffentlichen Sicherheit dadurch wahren des Februar 1906 eine weitere von 35 M. folgte. Während der verwaltung Berlins unter der Herrschaft des sollen, daß er seinen Einfluß dahin ausgeübt hätte, daß die Aus- ganzen Verhandlungen war von unserer Seite beständig darauf hin- freisinns ist und wie sie nach den Wünschen der Selbstverständlich wurde unser Antrag gewiesen worden, daß die Hauptfache eine allgemeine Lohnerhöhung Sozialdemokratie sein sollte. Schubert behandelte in namentlicher Abstimmung abgelehnt für ihn stimmte niemand bleiben müsse und die Notwendigkeit einer solchen wurde sowohl von drei Hauptgebiete: die Aufgaben, die der Gemeinde gestellt werden außer unseren Genossen! der Majorität wie vom Magistrat zugegeben. Da eine Lohn- durch die Notwendigkeit leiblicher und geistiger Förderung des Auch in allgemeineren Fragen der Arbeiterpolitik finden unsere erhöhung aber ausblieb, stellten wir im Oktober 1906 von neuem heranwachsenden Geschlechts; die Fürsorge, die sie zu verwenden Vertreter wenig Verständnis bei Magistrat und Stadtverordneten- den Antrag, in gemischter Deputation eine allgemeine Lohnerhöhung hat auf die Sicherung und Mehrung des Wohlbefindens der Ges bersammlung. So hatte der Zentralverein für Arbeits- für die städtischen Arbeiter zu beraten, gleichzeitig aber, um der meindemitglieder; die Wege, die sie einschlagen kann und soll, um nachweis darum nachgesucht, daß die ihm gewährte Subvention dauernden Notlage sofort zu begegnen, jedem mit weniger als die hierzu erforderlichen Mittel aufzubringen. In diesem Rahmen von 40 000 M. auf 60 000 M. erhöht werde; der Magistrat wollte 2000 m. jährlichem Einkommen bei der Stadt Bediensteten eine ein- erörterte der Referent besonders unsere Schulzustände mit ihren nur 45 000 M. bewilligen, aber ein Antrag aus der Beriammlung, malige Bulage von 75 M., zahlbar in drei Naten von 25 M., zu be- viclfachen Mängeln, die von den Familien der minderbemittelten die erbetenen 60 000 M. zuzugestehen, wurde mit großer Majorität willigen. Der Oberbürgermeister lehnte die Zulage ab, da erst im Bevölkerung bitter genug empfunden werden, die öffentliche Geangenommen. Selbstverständlich gehörten dieser Majorität auch vorigen Jahre eine solche bewilligt worden sei und eine solche teine sundheitspflege in all ihrer Unzulänglichkeit, die wiederum nur unsere Vertreter an. Der Arbeitsnachweis ist eine Einrichtung, die ständige Einrichtung werden dürfe; eine Lohnaufbesserung aber sei den minderbemittelten Bevölkerungsschichten Schaden bringt, die vor allen anderen eine Unterstützung der städtischen Behörden ver- nicht nötig, da eine solche bereits durch den Etat herbeigeführt sei, Finanzpolitik in ihrer ganzen Abhängigkeit von Sonderinteressen, dient" führte unser Redner aus; gleichzeitig aber stellten wir den freilich vorwiegend nicht beim Minimalgehalt, sondern durch die ein bevorzugter Teil der Bürgerschaft geltend machen darf. Antrag, den Arbeitsnachweis des Zentralvereins für Arbeits- Abkürzung der Perioden für das Steigen der Löhne meist Genosse Schubert schilderte die Bemühungen der sozialdemokra= nachweis in städtische Verwaltung zu übernehmen. von vier auf drei Jahre" was es damit für eine Be- tischen Stadtverordneten, die Unterrichtserfolge der GemeindeNur auf diese Weise würde er mit der Zeit seinen Aufgaben gerecht wandtnis hat, haben wir am Beispiel der Pfleger in den städtischen schulen zu steigern, z. B. durch Herabseßung der Klassenfrequenzen, werden können; die Erfahrungen anderer Gemeinden bewiesen die Jrrenanstalten gesehen. Unser Redner betonte dem gegenüber, den Kindern die Teilnahme am Unterricht zu erleichtern z. B. Nüßlichkeit und Notwendigkeit kommunaler Arbeitsnachweise. Jm daß die sogenannten Lohnerhöhungen in gar feinem Verhältnis zu durch allgemeine Gewährung unentgeltlicher Lernmittel, durch Königreich Bayern besteheu solche bereits in mehr als fünfzig der Bewertung der Arbeit anderer Angestellter ständen. Wie ernst Darreichung von Frühstück usw. Er zeigte, welchen Anteil unsere Gemeinden. Aber soweit vermochten die bürgerlichen Parteien nicht es unseren Genossen mit dieser Feststellung war, bewies der Umstand, Genoffen im Stadtparlament gehabt haben an den Versuchen zur zu gehen unser Antrag wurde abgelehnt. daß sie zwar für die Gehaltsaufbesserung der unteren Beamten Ausgestaltung der Gesundheitspflege, an der Mehrung der Ebensowenig macht die Stadtgemeinde Berlin von der Möglich- fategorien, aber gegen die von freisinniger Seite beantragte Er Krankenhäuser und Genesungsheime, an der Einführung einer feit ausgiebigen Gebrauch, die Sonntagsruhe im Handelshöhung der Magistratsgehälter stimmten. Dieselben betrugen für Säuglingsfürsorge. Und er geißelte schließlich das Gebaren der gewerbe durch Ortsstatut weiterzuführen. Es ist bisher bei den die nicht technischen Mitglieder, die ein höheres Gehalt beziehen, freisinnig- hausagrarischen Stadtverordnetenmehrheit, die die im vorigen Bericht gekennzeichneten mangelhaften Vorschriften ge- bisher 8000 m., in 24 Jahren auf 12 000 m. steigend, während schärfere Heranziehung der Minderbemittelten zum Steuernzahlen blieben, wonach es in allen offenen Geschäften sowie in den Engros- beantragt wurde, sie von jest an mit 8500 m. beginnen und schon mit Beifall begrüßt, aber nicht zu haben war für eine wirksame geschäften der Nahrungsmittelbranche bei den allgemeinen Be- in 14 Jahren auf 12 000 m. steigen zu laffen. Unser Redner er- Besteuerung des mühelosen Gewinnes von Grundstückspekulanten, timmungen des Gesezes sein Bewenden hat, die Sonntagsarbeit tannte das Wünschenswerte des Antrages an; solange aber nicht wie die Sozialdemokratie fie forderte und der Magistrat sie in der ist fünf Stunden lang zulässig-; nur in den übrigen Engros die Aufbesserungen der am schlechtest Gestellten bewerkstelligt seien, Wertzuwachssteuer plante. Gewiß müsse man, so führte der Refegeschäften, den Bant usw. Kontoren ist die Sonntagsarbeit auf die würden wir gegen den Antrag stimmen. So wurden denn die rent aus, die Rückständigkeit der Berliner Gemeindeverwaltung Stunden von 8-10 Uhr früh beschränkt. Um eine beffere Regelung neuen Magistratsgehälter gegen unsere Stimmen bewilligt. Auf der daraus erklären, daß das Dreiklassensystem des Gemeindewahlder Sonntagsruhe im Handelsgewerbe in die Wege zu leiten, ist der anderen Seite nahmen wir uns der Assistenz- und Volontärärzte an rechts samt dem Hausbesiperprivileg den Freifinn in seinem WiderMagistrat nur mit einer Anfrage an die Kirchengemeinden heran- den Krankenhäusern an, die durch Nichtbewilligung ihrer bescheidenen stand gegen die Reformforderungen der Sozialdemokratie stärkt. getreten, ob sie den Anfang des Gottesdienstes auf 11 Uhr zu ver- Forderungen beinahe zum Ausstand getrieben worden wären. Nach Aber gerade deshalb habe die Wählerschaft dritter Ab Tegen bereit feien. Von den befragten 62 evangelischen und drücklich bekämpften wir alle Einwendungen, die zum Teil erhoben teilung bei jeder neuen Wahl dafür zu sorgen, daß die Zahl katholischen Kirchengemeinden hat sich nur eine unbedingt, drei haben wurden, um die Autorität des Magistrats zu schützen". Namentlich der sozialdemokratischen Stadtverordneten sich bedingt bereit erklärt; fünf wollten teils bedingt, teils un- wendete sich unser Redner auch gegen die geschmacklose Bemerkung des möglichst noch vermehrt und ihr Einfluß weiter bedingt zum Anfang um 10 Uhr übergehen; 40 lehnten rund- Oberbürgermeisters, es sei eine traurige Erscheinung, daß gerade aus gesteigert werde. veg ab, 4 lehnten eine Aeußerung ab; 2 äußerten sich uns ärztlichen Kreisen heraus um solche Lappalien in eine solche Agitation Auf den Vortrag folgten Ansprachen der Kandidaten. Genosse bestimmt, eine aufschiebend; 6 gaben gar keine Antwort!! eingetreten wurde". Jonas Stahl tennzeichnete den klaffenden Gegensatz zwischen Inser Vertreter wies darauf hin, daß das ganze Fragen unnüß Auch beim Etat für 1907 war feine Lohnerhöhung oder mur den Liberalen als den Schüßern der Geldsadsbejizer und den ei, wenn man nur dem Beispiel anderer Städte folgen wolle, die eine solche im vorher geschilderten Sinne vorgesehen. Zwar führte Sozialdemokraten als den Verfechtern berechtigter Ansprüche der bereits erfolgreich den allgemeinen Ladenschluß an Sonntagen durch der Kämmerer gegenüber unseren Angriffen aus, die Arbeitslöhne werktätigen Bevölkerung. Genosse Richard Babiel schilderte jeführt hätten. Mindestens müsse die Beschränkung auf die Zeit seien um 460 000 M. gestiegen- im Vorjahre hatte der Ober- die Folgen der Unterlassungssünden städtischer Verkehrspolitit, die on 8-10 Uhr früh ganz allgemein durchgeführt werden; die Frage bürgermeister gar von 600 000 M. gesprochen. Nun betrug aber die wachsende Verkehrskalamität, unter der die werftätige Bevölkerung beschäftigt zurzeit eine Subfommission der Gewerbedeputation.. Eine Zahl der städtischen Arbeiter im Jahre 1905 nur 14 300 Stöpfe, im zu leiden hat. Der Versammlungsleiter Genosse Friedländer MeuiJjtefe die„Verdienste" der bisherigen Verireier der beiden Bezirke, der vom Freisinn lviederaufgestellten Herren Sllt und Bitterhoff, speziell der erstere, der in einem Flugblatt dreist von sich rühmen läßt, er vertrete— keine Sonderinterefsen. Friedländer schloß die Versammlung mit einer eindringlichen Mahnung, am H. November Mann für Mann einzutreten für die Kandidaten der Sozialdemokratie, für Kaufmann Jonas Stahl im 2 9. Be- z i r k und für Töpfer Richard Babiel im 41. Bezirk. Für den 35. Kommimalwahlbezirk fand am Montag in Groterjans Saal in der Schönhauser Allee eine Versammlung statt. Der Referent, Genosse V o r g m a n n, trat zu Beginn seines Vor- träges der von gegnerischer Seite verbreiteten Ansicht entgegen, daß die Politik in Gemeindeangelegcnheitcn gar keine Nolle spiele und die Stadtverordnetenwahlen deshalb nicht von politischen Gesichts- punkten aus betrachtet werden dürften. Wie falsch diese Ansicht ist, das zeigte der Redner an der Tatsache, daß e» ja politische Mittel sind, durch welche sich die besitzenden Klassen auch in der Gemeinde an der Herrschaft erhalten und die Arbeiterklasse von der Mitbestimmung möglichst ausschließen. AitS politischen Gründen haben wir das Dreiklassenwahlrecht und das Privileg der Hausbesitzer. Politische Gründe sind es, welche die Mehrheit der Stadtverordneten seinerzeit veranlaßten, unseren Antrag abzulehnen, welcher verlangte, daß für die dritte Wählerabteilung statt 48 Wahl- bezirke deren 16 gebildet werden, von denen jeder drei Stadt- verordnete zu wählen hat, ivie es in der ersten und zweiten Ab- teilnng der Fall ist. Politische Gründe veranlaßten die Mehrheit, den gegenwärtigen Zustand aufrecht zu erhalten, der es ermöglicht, die Wahlbezirke so einzuteilen, daß auch in der dritten Abteilung noch einige bürgerliche Stadtverordnete gewählt werden können und nicht etwa die ganze dritte Abteilung den Sozialdemokraten zufällt. Es ist auch nicht wahr, daß es in der Stadwerordneten- Bersammlnng keine Klasseninteressen zu vertreten gibt. Wozu hätten wir denn ein Klassenwahlrecht, wenn nicht deshalb, daß die Be- sitzenden mit Hülfe desselben ihre Klasseninteressen vertreten wollen. Uns aber macht man zum Borwurf, daß wir ausschließlich die Interessen der Besitzlosen vertreten. Allerdings ist es unsere Aufgabe, die Interessen der Besitzlosen wahrzunehmen, aber die dritte Abteilung hat die große Masse der Wähler und indem wir die Interessen dieser zahl- reichen Wähler wahrnehmen, sorgen wir für das Wohl der Allgemeinheit, während die Vertteter der ersten und zweiten Abteilung nur ein winziges Häuflein von Wählern hinter sich haben und deshalb nur die Interessen eines Bruchteils der Einwohnerschaft wahrnehmen. In seinen weiteren Ausführungen zeigte der Redner an einigen Bei- spielen, wie es die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung stets verstanden hat. im Interesse der Besitzenden zu wirke» zum Nachteil der großen Klasse der Arbeiter und der kleinen Leute. Unter leb- hastem Beifall der Zuhörer forderte der Redner zur regen Agitation für die Wahl unseres Kandidaten auf. Partei- Angelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Zu der Vorstellung in der Urania am Sonntag. den 3. November, sind noch Billetts zu haben beim Genossen Dobrohlaw, Schliemannstr. 39. Der Vorstand. Charlottenburg. Donnerstag, den 31. dS. Mts., abends 8 Uhr findet bei Schulz, Kaiser Friedrichstraße 24 eine öffentliche Ver- sammlung des II. Kommunalwahlbezirks statt. Referent: Gewerk- schaftsbeamter Kandidat Emil Lehmann. Zahlreichen Besuch er- wartet Der Vorstand des Wahlvereins. Spandau. Die Genoffen werden ersucht, umgehend die Panorama- billetts abzurechnen resp. die nicht verkauften Billetts sofort abzu- liefer», da das Panoraina in den nächsten Tagen geschlossen werden soll. Der Vorstand. Berliner JVacfmcbten. Zum Achtnhrladenschlnß. An ihren Taten sollt Ihr sie erkennen— die bürger- lichen Handlungsgehlllfenverbände. Es ärgert die Herren aller Richtungen zu sehr, daß der Zentralverband der Handlungsgehiilfen nicht ebenso geschlafen hat wie sie, sondern es fertig brachte. in wenigen Tagen durch die Unterstützung der Arbeiterschaft zirka 20000 Unterschriften für den Achtuhr-Ladenschluß zu sainmeln. In ihrer ohnmächtigen Wut darüber treiben diese Verbände Vogelstraußpolitik; für sie existieren die 20 000 Unterschriften nicht und sie fingen an, noch einmal Unterschriften für den Achtuhr-Ladenschluß zu sammeln. Da aber ein großer Teil der Ladeninhaber sich weigerte, zweimal zu unterschreiben, verfielen die Herren auf ein ganz unanständiges Mittel, womit sie allerdings ihrer sonstigen Kampfesweise treu bleiben. Die Abgesandten der bürgerlichen Handlungsgehülfen- verbände lügen den Geschäftsinhabern vor, der Polizeipräsident hätte die Abstimmung, die der Zentralverband vorgenommen, für ungültig erklärt und sie versuchen dadurch, die Geschäfts- inhaber zu bewcaeu, noch einmal ihre Unterschrift ihnen zu geben. Ja im Nordosten Berlins sagte ein solcher Abgesandter sogar, er käme im Auftrage des Polizeipräsidiums. So ist den Leuten jedes Mittel recht, um Unterschriften zu erhalten. Es nutzt ihnen allerdings nichts, denn der Polizeipräsident prüft bereits die Richtigkeit der eingereichten 20000 Unterschriften. Aber es ist wieder der Beweis erbracht, daß es diesen Leuten gar nicht auf die Erringung des Acht- uhr-Ladenschlusses ankommt, daß sie im Gegenteil immer die Interessen der Handlungsgehülfen schädigen. Wann werden die Handlungsgehülfen klug werden? Neue Straßendahn«ach Nieder- Schönhaiisen. Eine neue Straßenbahnverbindung nach Nieder-Schönhausen wird von der Großen Berliner Straßenbahn am nächsten Freitag, den 1. No- vember eröffnet. Die neue Verbindung kommt dadurch zustande, daß die Linie 49 Rixdorf—Jannowitzbrücke— Alexanderplatz— Pankow durch die Schloß» und Kaiser Wilhelmstraße bis zur Kirche in Nieder-Schönhaufen verlängert wird. Nach Unterschlagung von 42 069 Mark flüchtig. Einen schnöden Vertrauensbruch beging der Kassierer Julius Michels des Weinrestaurants„Rheingold" am Potsdamerplatz. Er ist nach Unterschlagung von 42000 M. flüchtig geworden. Michels, der im 22. Lebensjahre steht und aus München stammt, hatte seit drei Jahren bei der Aschingcr-Gescllschaft einen Vertrauensposten inne und war seit der Eröffnung des Weinhauses„Rheingold" als erster Kassierer angestellt. Als solcher hatte er die Aufgabe, die Einnahme des Tages zu kontrollieren, den Betrag abends mit nach seiner Wohnung zu nehmen und morgens das Geld in der Zentrale Friedrichstraße 11 abzuliefern. Gestern morgen, als Michels nicht in,„Rheingold" erschien, schöpfte man Verdacht. Bei einer Nach- Zählung des am Montag früh abgelieferten Geldes stellte es sich heraus, daß der Kassierer orei Säcke mit Silbergeld in den Geld- schrank gestellt hatte, dagegen fehlte das Papiergeld und Gold. Michels hatte das Silbergeld allem Anschein nach deshalb in den Geldschrank gestellt, um den Verdacht nicht aufkommen zu lassen, daß er das Geld nicht abgeliefert habe oder gar geflüchtet sei. Die Kriminalpolizei hat bereits die Verfolgung des ungetreuen Kassierers aufgenommen. Todessprung aus dem Fenster. Vor einigen Tagen stürzte sich in einem Anfall von Verfolgungswahn die 39jährige Rentiere Anna Meyer aus ihrer im zwetten Stock des Hauses Alexander- straße 63 belegenen Wohnung auf die Straße hinab, wo sie tot liegen blieb. Ihre um zehn Jahre jüngere Schwester Olga, die mit ihr zusammenwohnte, nahm sich dieses traurige Ende so zu Herzen, daß sie schwermütig wurde. Gestern früh kurz vor 7 Uhr sprang sie gleichfalls aus den, Fenster auf die Straße und zog sich neben Knochenbrüchcn schwere innere Verletzungen zu. Die Aermste wurde zwar noch lebend nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht, doch ist ihr Zustand so bedenklich, daß jede Hoffnung auf Erhaltung des Lebens ausgeschloffen erscheint. Tie beiden Schwestern lebten in guten Verhältnissen. Ein schwerer Aiikoinobilunfall hat sich auf dem Fuhrhof der Bedag-Gesellschaft in der Chansseestraße zugetragen. Der Chauffeur Paul Mund, Waldstr. 47 wohnhaft, hatte seinen Nachtdienst antrelen wollen. Als er noch einmal an seinem Kraftwagen nachsehen wollte, ob alles in Ordnung sei. drehte er versehentlich an der Anfahrt- kurbel und im nächsten Moment setzte sich der Wagen in Bewegung, Mund, der davor gestanden hatte, wurde mm überfahren und blieb schwerverletzt liegen, währenddes fuhr der Bedagwagen weiter. Durch nachlaufende Chauffeure wurde er schließlich zum Halten ge- bracht, ivkund hatte schwere Oberschenkelbrüche und anscheinend innere Verletzungen erlitten und wurde in das LazaruS-Krankenhaus eingeliefert. Ein aufregender Unglücksfall hat sich gestern abend am Stettiner Bahnhofe abgespielt. Eine Greisin, die 66 Jahre alte Anna Mohr aus der Hochstr. 44 hatte einen kleinen Handwagen hinter sich her- gezogen, der mit Wäsche beladen war. Vor dem Stcttiner Bahnhose geriet die alte Frau bei», Einbiegen in die Eichendorffstraße mit ihren, Wagen zwischen zwei Lastfuhrwerke. wurde mitsamt ihrem Gefährt umgerissen und unter einen der Wagen geschlendert. Die Räder ginge» der Bedaueriiswerten über die Brust hinweg. In be- sinniiiigslosem Zustande fand sie im LazaruS-Krankeiihause Aufnahme. Wahrscheinlich sind bei dem Unfall schwere innere Zerreißungen herbeigeführt worden. Liebesdrama in einer Bierstube. Eine Eifersuchtstragödie hat sich gestern mittag in dem Restaurant der Frau Lisette Procaskh, Lothringcrstraße 70, abgespielt. Tort gab der stellungslose Gast- wirtsgehülfe Pcrger aus die Kellnerin Himmelpfort einen Re- volverschuß ab und tötete sich dann selbst. Das Mädchen hat einen Streifschuß am Halse erhalten. P. soll mit der H. in Beziehungen gestanden haben, die letztere kürzlich löste. Ein Automobilunfall ereignete sich gestern abend 7 Uhr vor den, Hause Brunnenstraße 33, Dort wurde ein etiva 17jähriges Mädchen von einer Autodroschke überfahre!, und erheblich verletzt. Die Ber- unglückte wurde nach der Unfallstation in der Kastanien-Allee gebracht. Die Freie Volksbühne bringt für die Mitglieder ihrer Abend- abteilungen zunächst nußer LangniannS„Bartel Turas er" lein Drama aus dem Arbeiterleben) Lortzin gS romantische Oper„Undine" unter Mitwirkung des Herrn W, v. Haxthausen und Herrn Dr. Rudolf Pröll und musikalischer Leitung des Herrn Kapellmeisters Grimm. Die dritte Abcndserie bringt Otto Erich Hart- l e b e ii s Komödie„Die Erziehung zur Ehe". In der vierten Abendserie folgt Marschners Oper„Hans H e i l i n g". Die dritte NachmittagSserie beginnt am 10. November mit Max DrcyerS historischem Schwank„Das Tal des Lebens" und die vierte NachmittagSserie am 17. November mit Hebbels Tragödie„Judith" mit Frau Gertrud Arnold-Schönau in der Titelrolle im Neuen Schauspielhause. Am 25. Kunst abend im Nathause Montag, den 25. November, 8>/g Uhr: Herr Dr. Leopold Hirschberg über Richard Wagner mit besonderer Berücksichtigung seiner Opern (und pianistischer Erläuterung). Das diesjährige Winter- f e st am Sonnabend, den 23. November, trägt als Programm die Losung:„Der Humor in der Musik". Festmarken und Einlaßkarten hu diesen Veranstaltungen können von heilte ab bestellt werden in allen Zahlstellen des Vereins. Vermißt wird seit Sonnabend, den 26. d. M., die Frau deZ Formers Karl Nönicke, Berlin 14., Seestr. 690 wohnhaft. D» dieselbe nervenkrank ist, wird angenommen, daß sie umherirrte Sie war bekleidet mit gemustertem blauen Rock, blauer Cheviotbluse und roten Filzpantoffeln. Es wird herzlichst gebeten, etwaige Nach- richten nach dem nächsten Polizeirevier oder nach der Wohnung des Mannes zu richten. Vermißt. Aus ber elterlichen Wohnung, Wörtherstr. 40, hat sich am 3. Juli die unverehelichte Gertrud Hammerstein, geboren am 23. Januar 1891 zu Bertin, entfernt und ist noch nicht zurückgekehrt. Sie ist 1,65 Meter groß, schlank, hat schwarzes Haar und schwarze Augen, ziemlich starke, etwas zusammengewachsene Augenbrauen, ge- sunde Zähne und große schlanke Hände. Die Gesichtsfarbe ist frisch, zart, brünett. Bekleidet war sie bei ihrem Fortgänge mit einem Matrosenhnt aus dnnkelrotem Strohgeflecht mit römischem Bande, blauem Cheviotrock in Falten ge- steppt, marineblauer Bluse mit weißen Pünktchen, schwarzen Schnürstiefeln, schwarz und rot geringelten Strümpfen und dunlelgraumelicrtem Sakko. Trotz der eifrigsten und umfang- reichsten polizeilichen Nachforschungen konnte bisher nicht die geringste Spur von den, Verbleib der Vermißten ermittelt werden. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß sie sich ein Leid an- getan hat oder an ihr eine strafbare Handlung begangen worden ist. Personen, welche zur Sache irgend welche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einein Polizeirevier mündlich oder schriftlich zu den Akten 5216. IV. 14. 07 mitzuteilen. Fcuerwehrbericht. Die Berliner Feuerwehr ist in diesem Monat schon 310-nlal alarmiert worden. Auch in den letzten Stunden liefen zahlreiche Alarme ein. ll. a. wurde die Wehr nach der Gollnowstraße 10 gerufen, Ivo Stroh, Papier u. a. brannten, nach der Brunnenstraße 26, wo in einem Keller Packmaterialien in Brand geraten waren, und nach der Klopstockstraße 54, wo Möbel, Gar- dinen usw. in Flammen standen. Auf der alten Brandstelle in der Langestraße 15/16 mußte ein Sparrenkopf, der aufs neue entflammt war, abgelöscht werden. Betten, Kiichenmöbel usw. wurden in der Wöhlertstraße 10 ein Raub der Flammen. Am Tempelhofer Ufer 21 mußte der 11. Zug einen Schaldeckenbrand löschen. Ferner liefen noch Feuermeldungen aus der Stralsunderstraße 10, Pillauerstraße 4, Swineinünderstraße 83, Seydelstcaße 27 und anderen Stellen ein. Preßkohlen, Schornsteine usw. brannten dort. Arieiter-Samariter-Kolonne. Donnerstagabend 9 Uhr. Monats- sitzung der diensttuenden Abteilung im Lokal DreSdenerstt. 45, wozu alle Mitglieder zu erscheinen haben. Ein größerer Dachstuhlbrand kam gestern(Dienstag) abend in dem Eckhause Braunsbergcr straße 27, Hufelandstraße zum Ausbruch. Die erste Kompagnie der Feuerwehr mutzte mit drei Dampfspritzenrohren eingreifen, um die Flammen zu ersticken. Der Dachstuhl ist zu einem erheblichen Teil vernichtet. Uebcr die Entstchungsursache des Feuers konnte noch nichts fest- gestellt werden. Die AufräumungSarbeiten zogen sich bis gegen 10 Uhr hin. Vorort- JVadmcbten. Chnrlottenbnrg. DaS Blaue vom Himmel herunter versprechen die Freisinnigen den Wählern, um sie für sich einzufangem Den Gipfel der Ber- logenheit und Schamlosigkeit erreicht ein Flugblatt, das im ersten Bezirk der dritten Wählerklasse verbreitet wird und auch die Unter- fchriften einiger Stadtverordneten trägt. ES heißt darin, die frei- siiinigei, Kandidaten werden im Falle ihrer Wahl„in demselben Sinne wirken, in dein bisher die Liberalen so segensreich gewirkt haben" und nach Kräften dafür eintreten, daß u. a. die L ö h n e der städtischen Arbeiter festgelegt, erhöht und die Stunden» löhne, so weit sie noch bestehen, abgeschafft werden. Dabei haben gerade die Liberalen den sozialdemokratischen Antrag auf Einführung eines Mindestlohnes von 1 M. pro Tag für städtische Arbeiter zu Fall gebracht. Weiter wird eine Heraufsetzung der Steuer» f r e i h e i t von 990 auf 1200 M. verheißen. Wenn das nicht zieht, zieht gar nichts mehr, aber die Wähler, so weit sie eine eigene Meinung haben, werden auf diesen Leim nicht kriechen, die Freisinnigen werden sich hüten, einen dahingehenden Antrag zu stellen oder wenn sie es tun, so nur, nachdem sie sich vorher ver- gewissert haben, daß der Magisttat ihm die Zustimmung versagt. Der städtische Grundbesitz soll vermehrt iverden! Auf welche Weise? Etwa durch Enteignung der Grundstücksspekulanten, die sich im Lager des Freisinns besonders zahlreich finden? Auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion beraten die städtischen Körper- schaften augenblicklich über die Frage der Erhaltung und Nutzbar- machnng des städtischen Grundbesitzes für Genieindezwecke. Ob aus den Verhandlungen etwas herauskommt, läßt sich heute noch nicht sagen. Ist das aber der Fall, dann gebührt das Verdienst den Anttagstellern. und da» sind, wie gesagt, die Sozialdcmolratcn und nicht die Freisinnigen. ES ist furchtbar leicht, Versprechungen zu machen. Aber Ver- sprechen und Halten ist bekanntlich zweierlei. Was schadet es dem Freisinn, wenn er ferner Reformen auf dem Gebiet des Wohnungswesens in Aussicht stellt? Daß in dieser Be- ziehung nicht-? erreicht wird, dafür wird er schon selbst durch die Unicrstützuiig der HauSagrarier sorgen, um deren Stimmen er in der ersten und zweiten Wählerklasse buhlt. Unerhört aber ist es, daß die Freisinnigen sich in den, Flugblatt sogar für die Einführung der W e r t z u w a ch s st e u e r und für die Lieferung u n e n t ge I t- l i ch e r Lernmittel für Gemeindeschüler aussprachen. Zum mindesten sollten doch die Herren Stadtverordneten, deren Namen unter de», Flugblatt stehen, wissen, daß gerade ihre Freunde es gewelen sind, die die Wertzuwachssteuer abgelehnt und was die freien Lernmittel betrifft, mit dem Magistrat ein Abkommen getroffen haben, wonach diese Frage iunerhalb der nächsten vier Jahre nicht wieder angeschnitten werden soll. Wir begnügen uns damit, diese faustdicken Lügen der Freist n nsklique festzunageln und die Namen der Stadt- verordneten zu veröffentlichen, die den traurigen Mut hatten, durch die Unterzeichnung dieses Flugblattes sich zu Mitschuldigen an der Verbreitung erweislich unwahrer Behauptungen zu machen. Es find dies die Herren Bollmann, Otto. Dr. Rotholz und Dr. Spiegel. Handlungsgehülfen t Heute Mittwoch von 12—6 Uhr finden in Charlottenburg die Wahlen der Beisitzer zum Kaufmannsgericht statt. Wahlberechtigt find alle Handlungsgehülfen über 25 Jahre, die in Charlottenburg beschäftigt sind. Die Wähler haben eine Be- scheinigung des Prinzipals oder der Polizeibehörde darüber vorzu- legen, daß sie als Handlungsgehülfen tätig sind. Formulare sind i», Wahlbureau des Zenttalverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfiiincn Deutschlands, Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 24, zu haben. Jeder HandlungSgehülfe muß eS als feine Pflicht vettachten, von dem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Sollen doch die zu wählenden Beisitzer drei Jahre lang m Streitfällen über die Handlungsgehülfen Recht sprechen. Die Wahl, welcher Kandidatenliste die Handlungsgehülfen ihre Stimme geben müssen, ist nicht schwer zu tteffen. Da erfahrungsgemäß nur die vom Zenttalverband der Handlungsgehülfen Deutschlands aufgestellten Kandidaien die Interessen der Handlungsgehülfen ver- treten haben, mutz es jedes Angestellten Pflicht sein, seine Stimme nur der Liste V des Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gchsilfiutzz» lands, Bezirk Charlottenburg, zu geben.- Tchoneberg. Der letzten Stadtverordnetenversammlung lag wiederum ein Antrag der liberalen Fraktion bor: „Die bestehende Deputation für den Arbeitsnachweis ist bald- möglichst in ein städtisches Arbeitsamt zu verwandeln. In das Arbeitsamt sind neben Vertretern der städtischen Körper- schaften Arbeiter und Arbeitgeber als stimmberechtigte Mitglieder zu wählen. Das Arbeitsamt soll u. a.: a) Den Arbeitsnachweis, die geplante Rechtsauskunftsstelle und ein zu schaffendes Wohnungsamt verwalten; b) alle im Interesse der städtischen Arbeiter getroffenen Ein., richtungen überwachen und nötigenfalls verwalten: c) den Arbeiterschutz im Submissionswesen überwachen; cl) die bestehenden Arbeiterschutz- und Arbeiterversicherungs- gesetze ausführen bezw. ihre Ausführung überwachen, soweit sie durch andere Organe erfolgt; c) alle Vorlagen begutachten, welche das Interesse der ar» beitenden Bevölkerung in erheblichem Maße berühren; k) Initiativanträge zur Hebung der Lage der arbeitenden Bevölkerung stellen; g) Erhebungen über die Lage der arbeitenden Bevölkerung veranlassen oder veranstalten. Stadlb. Dr. Voßberg(Lib.) begründet in eingehender Weise den Antrag, der seiner Ansicht nach nichts neues bietet. Er er- wähnt, daß bereits in einer Reihe von Städten ähnliche Einrich- tungen bestehen. Stadtv. Seele erklärt, daß vieles in dem Antrage seine Billigung findet, aber andererseits habe er doch gegen verschiedene Punkte Bedenken. Die Einrichtung eines derartigen Arbeitsamtes würde den heute bestehenden Deputationen, die sich mit den be- treffenden Aufgaben zu beschäftigen haben, die Arbeit wegnehmen. und das wäre nicht gut. Redner beantragte Ausschußbcratung. Stadtv. O b st(«oz.) wünscht namens seiner Fraktkonsgenossen eine Erweiterung des Antrages in einzelnen Punkten, deshalb stimme er dem Antrage auf Ausschußberatung zu. Die Ein- Wendungen des Herrn Seele seien hinfällig. Es müsse eine Ein- richtung geschaffen werden, um diese speziellen Aufgaben, die in dem Antrage niedergelegt sind, zu erledigen. In den heute be- stehenden Deputationen würde das nur so nebenher erledigt. Auch betreffs des Submissionswesens sei eine Regelung unbedingt nötig. Heute werde niemals bei Vergebung von Arbeiten danach gefragt, ob der Unternehmer auch menschenwürdige Löhne zahlt und wo er seine Arbeitskräfte hernimmt. Es muß darauf gesehen werde». zunächst hiesigen Arbeitern Beschäftigung zu geben, und nicht be, jeder Gelegenheit Arbeitskräfte aus dem Ausland heranzuziehen. Solange das Drciklasfenwahlrecht bei Kommunalwahlen weiter- besteht, würde auch diese Einrichtung für die Arbeiterschaft nichts ganzes werden. Trotzdem wünsche er, daß es auch bald mit der Er- richtung des Arbeitsamtes ernst wird. Der Antrag auf Ausschußberatung wird darauf angenommen. Ein weiterer Antrag der„Liberalen" verlangt, daß vom 1. April 1910 ab das A b f u hr w ese n in städtische Regie übernommen werden soll. Zu dem Zweck soll eine gemischte De. putation eingesetzt werden, die dann auch zu prüfen hat, ob die Müllabfuhr in städtische Regie übernommen werden kann. Stadtv. Rheinbacher lLib.) hält es in seiner Begründung für notwendig, daß eine besondere Deputation eingesetzt wird, da die Verkehrsdeputation überlastet ist. Stadtv. B a r t e l t ist nur für städtische Regie, wenn die Sache dadurch billiger würde, sonst überlaste man cS lieber einem Privatunternehmer. Redner bezweifelt, daß die Stadt die Abfuhr billiger herstellen kann. Stadtv. Küter(Soz.) weist darauf hin. daß die sozialdemo. kratische Fraktion bereits im Juni 1906 denselben Antrag gestellt habe. Er sei aber damals abgelehnt worden. Woher komme es Senn, Meint Redner, daß Privatunternehmer billiger arbeiten tonnen, doch nur dadurch, daß sie i h r e n A r b c i t c r n j ä m m e r- liche Löhne zahlen. Redner bedauert, daß der sozialdcmo- kratische Antrag seinerzeit nicht angenommen worden ist. Wir ioären heute in dieser Beziehung schon weiter. Die Stadtverordneten Seele und L i n i c u S erklären, daß der sozialdemokratische Antrag im vorigen Jahre nur abgelchnr wurde, lveil die Zeit zu kurz war, denn in einem Zeitraum von Jahren könne ein derartiges Projekt nicht verwirklicht werden. Stadtv. Küter weist aber nach, daß die sozialdemokratische Frak- tion auch schon vor 5 Jahren denselben Antrag gestellt habe. Dieser Zeitraum hätte doch sicherlich genügt. Stadtbaurat G c r lach gibt namens des Magistrats die Er- klärung ab, daß von seiner Seite die Arbeiten behufs Uebernahme des Abfuhrwesens in städtische Regie gefördert werden. Die Per- Hältnisse seien aber stärker wie der- gute Wille. Nach Ablehnung des liberalen Antrages betr. Einsetzung einer besonderen Deputation wird gemäß einem Antrage L e s s i g be- schlössen, den Magistrat zu ersuchen, die Arbeiten betr. Uebernahme des Abfuhrwesens und der Müllabsuhr in städtische Regie zu bc- schleunigen. Angenommen wird weiter ein Antrag des Stadtverordneten M a r r c, bei der jedesmaligen Reinigung der Straßendämme die Bürgersteige mitzureinigen und zu diesem Ztveck jede Straßen- rcinigungskolonne um einen Mann zu verstärken. Sodann wird einem Antrage zugestimmt, in dem Etat der städtischen Verwaltung einen Posten von 3000 M. einzustellen, welcher zur Unterstützung bedürftiger und begabter einheimischer Schüler und Schülerinnen verwendet werden soll, um ihnen den Besuch einer der hiesigen höheren Lehranstalten zu ermöglichen. Vor Eintritt in die Tagesordnung nahm die Versammlung bon der Amtsniederlegung des Stadtrats E r l e r Kenntnis. friede»«». Das Opfer eines tödlichen Automobilunfalles ist der 14jährige Schüler Wilhelm Wille aus der Kaiser-Allee 86 geworden. Der Knabe hatte an der Ecke der Schmargendorfer- und Rheinstraße den fs-ahrdainm überschreiten wollen, als er von einem heransausenden Privatautomobil umgerissen und überfahren wurde. W. erlitt mehrere Rippenbrüche sowie schwere Lungenquetschungen und starb bald nach seiner Einlieferung im Krankeichause. Gegen den Chauffeur ist eine Untersuchung eingeleitet worden. Steglitz. Rotscheu des liberalen Bürgertums. Die„Stegh Ztg.", das Organ des Mietervereins, teilt mit, daß am Mittwoch im„Albrechts- Hof" der RcichStagSabgeordnete W i e m e r über:„Die politischen Aufgaben des liberalen Bürgertums" sprechen wird. Welch wunder liche Ansichten daS Blättchen vom Liberalismus hat, mögen unsere Leser auS folgender Kannegießerei ersehen: .... Die Situation hat sich für den deutschen Liberalismus erheblich geändert, und die maßgebenden Kreise tragen den, Rechnung, indem sie eifrig danach streben, die einzelnen liberalen Gruppen auf einer gemeinsamen Basis zu gemeinsamem Wirken zu vereinigen. Soll dieses aber Früchte zeitigen, so muß das liberale Bürgertum eifriger als bisher auf dem Plane erscheinen. und nicht nur das liberale, sondern das Bürgertum überhaupt. gleichgültig welcher Parteirichtung, gilt es doch das der Sozialdemokratie abgenommene Terrain zu behaupten und neue Eroberungen zu machen. Wir hoffen, daß sich in diesem Sinne die Mittwochversammlung zu einer eindrucksvollen Kund- gcbung nicht nur unserer freisinnigen, sondern der ganzen Steglitzer Bürgerschaft, soweit sie nicht der Sozialdemokratie anhängt, gestaltet." Die„St. Z." scheint dem Reichsverbande„anzuhängen", denn einen derartigen Unsinn kann nur ein Reichsverbändler pro duziercn. Zu diesen„politischen Aufgaben deS liberalen Bürger tnms" unser herzlichstes— Beileid. Nummelsburg. Die Gemeindevertretung vollzog in ihrer letzten Sitzung vorerst die Wahl eines unbesoldeten Gemcindeschöffcn. Mit 11 von 21 abgegebenen gültigen Stimmen wurde der bisherige Schöffe Bosch auf weitere 6 Jahre gewählt. Unser Genosse Tempel erhielt 7 Stimmen. Die vom Gemeindevorstand beantragte sofortige Vor- nähme von Ersatzwahlen für die durch Verzug ausgeschiedenen Gcmeinbevertreter Direktor Arendt l. Klasse und Maurermeister Ocrtcl II. Klasse wird dahin erledigt, diese Wahlen noch aus- zusetzen und erst mit den im März nächsten Jahres stattfindenden Gcmeindevertreterwahlen zusammen vorzunehmen. Als im vorigen Jahre die Gemeindevertretung die Uebernahme der bis herigcn privaten höheren Mädchenschule als öffentliche Gemeinde anstalt genehmigt, wurde auch zugleich von der Mehrheit die An glicdcrung eines Lehrerinnenseminars beschlossen. Der Gemeinde Vorsteher hatte seinerzeit der Mehrheit die Sache dadurch mund gerecht gemacht, daß er behauptete, ein solches Lchrcrinncnseminar bringe der Gemeinde viel Geld ein. In Ausführung dieses Bc- schluffes muß nun heute nicht nur die unterste Seminarklaffe, sondern auch das notwendige Zwischenglied zwischen höherer Mädchenschule und Seminar, die Selektaklasse, gegründet werden. Tie Gemeindevertretung erklärt sich mit der Gründung beider Klassen zum 1. April 1908 einverstanden und bewilligt die hierfür benötigten Geldmittel. Auf eine Anfrage, wie hoch die Frequenz dieser Klaffen sein wird, konnte eine Auskunst nicht gegeben werden. — Der Autrag des Gemeindevorstandes um Enteignung des den Deutschen Kabelwerken gehörigen nach dem Bebauungsplan zur Wescrstraßc fallenden Geländes, wird nach kurzer Debatte in die nicht öffentliche Sitzung vertagt.— Beim Punkt 6 der Tagesordnung, Wahl von 3 Mitgliedern zum Kuratorium des Gemeinde- krankenhauses„Kaiserin Auguste Viktoria", welches bisher nur den cinfachen Namen Krankenhaus„Boxhagen-Rummelsburg" führte, entspann sich über die Zusammensetzung dieses Kuratoriums eine sehr rege Debatte. Die Gemeinde Rummelsburg hat seinerzeit für dieses Krankenhaus eine unkündbare und unverzinsliche Hypo- thek von 120 000 M. sowie einen Zuschuß zu den Betriebskosten von jährlich 6— 7000 M. unter der Bedingung bewilligt, daß der politischen Gemeinde Rummelsburg auch ein entsprechender Ein- fluß i», Kuratorium gewährt wird. Wie dieser von unseren Vcr- treten, mit recht kritisierte und als Komödie bezeichnete Einfluß der Gemeinde Rummelsburg— die wohl die Kosten trägt— beschaffen ist, kann man so recht aus der borgesehenen Zusammen- fctzung dieses Kuratoriums ermessen. Der erste Borsitzende wird von der Kaiserin ernannt, der zweite Vorsitzende ist der erste Geistliche von Rummelsburg. Ferner kommen hinzu der Landrat, der Pastor des Diakonissen-Mutterhauses, je ein vom Gemeinde- kirchenrat und der kirchlichen Gemeindevertretung zu wählendes Mitglied, der Chefarzt, die leitende Schwester, drei von der Kaiserin zu ernennende Mitglieder, und drei vom Kuratorium zu kooptierende Mitglieder und zu guter Letzt als verstärkter Einfluß der die Kosten tragenden Gemeinde Rummelsburg kommen dann der Gemeindevorsteher und drei von der politischen Gemeinde zu wählende Mitglieder hinzu. Auch von den bürgerlichen Vertretern wurde allseitig zugegeben, daß bei einer solchen Zusammensetzung das Mitbestimmungsrecht der Gemeinde vollständig illusorisch ist, und daß es sehr bedauerlich sei. daß die Gemeinde, welche die höchsten Kosten zu tragen hat, ohne den geringsten Einfluß in der Verwaltung dieses Krankenhauses bleibt. Als Mitglieder für dieses Kuratorium werden hierauf die Herren Beigeordneter Köhler, Schöffe Lange und Gemeindcvcrtreter Bernhardt bestimmt. Der Gemeindevorsteher gibt hierauf noch bekannt, daß der seiner- zeit von der Gemeindevertretung bei der Regierung eingereichte Antrag um Eingemeindung nach Berlin abgelehnt worden ist. Als Grund für die Ablehnung ist unter anderem auch mit angegeben worden, daß durch die Stadtwcrdung der Gemeinde Lichtenberg auch Rummelsburg vom 1. April 1908 ab königliche Polizei(Schutz- leute) erhalten wird. Hierbei wird festgestellt, daß die in Berliner Zeitungen vor kurzem erschienene Notiz:„Der StadtwerdungS- aiitrag der Gemeinde Rummelsburq sei von der Regierung end- gültig abgelehnt", jeder Begründung entbehrt. Da ein dicsbezüg lichcr Autrag bis jetzt der Regierung noch gar nicht eingereicht worden ist.— Ferner wird noch mitgeteilt, daß der Wahl des Herrn Lehrer Leppclt zum unbesoldeten Gemeindeschöffcn die Bestätigung seitens des Kreisausschusses ohne Angabe von Gründen versagt worden sei. Lcppelt hat hiergegen beim Bezirksausschuß Beschwerde eingereicht. Ober-Schöneweide. Gemeindevertretung. Vom Gemeindevorsteher ist beantragt, die Mittel bereitzustellen für die Drucklegung cincS von ihm bc arbeiteten Werkes, welches anläßlich des lOjährigen Bestehens der Genien, de herausgegeben werden soll, und die außergewöhnliche Entwickcluug des Ortes darstellt. Die geplanten Festlichkeiten lehnte die Vertretung ab und beschloß Einsetzung einer Kommission Der Abänderung des Bauplanes für das Terrain hinter der Edisonstraße wurde zugestimmt. Danach fallen dort die Hinter- Häuser fort, es wird eine Passage durch das Königsche Haus nach der Tresckowbrücke geschaffen. Seitens unserer Genossen wurd> Beschwerde geführt, daß diejenigen Kinder, welche dem Kochuntcr richt in der 3. Gemeindeschulc beiwohnen, ohne Unterbrechung von 8 bis VA Uhr in der Schule bleiben müssen. Die Mittel für Be- leuchtungsanlagc in 4 Klassen der Fortbildungsschule wurden be- willigt. Die Beratung des Projekts betreffend Herstellung der Wilhelms,, cnhofstraße wurde vertagt. Alt-Glienicke. In der Gemeindcvertretcrslhung wurde der für die dritte Zlb- teilnug neu gewählte Genosse Max Win kelmann als bestätigt in sein Amt eingeführt. Die dritte Abteilung ist somit wieder in den Händen der Sozialdemokratie. Bei der Beschlußfassimg darüber, die Gemeindekassen- und Rechnungsreviston durch Provinzialbeamte vollziehen zu lassen, trat der Gemeindevorsteher für dieselbe ein Er betonte, die Revision durch Provinzialbeamte würde sich billiger stellen, außerdem sei auch nicht zu befürchten, daß jede Kleinigkeit bcanstandel würde. Unsere Genossen wandten sich dagegen und meinten, die Selbständigkeit an, Orte müsse gewahrt werden. Im übrigen könne de», Manne, der bisher gewinenhaft revidiert habe, kein Vorwurf erteilt, sondern nur ein Lob ausgestellt werden. Der Antrag unserer Genossen wurde jedoch mit 6 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die Auflassung der SeparationSwege und Gewässer an die Teltolv-Kanalverwalluiig wurde beanstandet. Unsere Genossen stellten den Antrag, daS Land nicht eher an die Verwaltung abzu- treten, bis die Verwaltung bezüglich des schon lange geplanten BaneS der Korkendammbrücke ein annehmbares Entgegenkommen zeige. Diesem Antrage wurde einmütig zugestimmt. Nach Erleb, g, mg einiger anderer Angelegenheiten folgte eine nichtöffentliche Sitzung.___ Vermilcktes. Zu Hördens Freispruch! Ein poetisch veranlagter Leser schreibt unS folgende Verse: „Hardcn wurde freigesprochen!" lins das Extrablatt besagt. Harden. der von Kuno Moltke Ganz„privatim" war verklagt. Harden wird ja nun frohlocken Und posieren ganz brillant, Daß er durch sein„Heldeustückchen� Rettete das Vaterland. Doch eS steht die Heldenmaske Hardcn gar nicht zu Gesicht, Weil er, wie so oft, auch diesmal Mit gar schlechten Waffen ficht! „Ja, fünf lange, lange Jahre Hattest Du den Schuldbeweis:— Warum gabst Du denn nicht längst schon Ihn den, Vaterlande preis?!" „Doch dies paßte nicht der Clique, Deren Waffen Du geführt, lind die nun an„Philis" Stelle Munter weiter intrigiert!" „Ist sie besser als die andre, D,e stark homosexuell, Oder hat sie auch'neu Fehler, Vielleicht an'ner andern Stell'?" „Du wirst ja sehr bald ergründen, Ob dabei ein Päderast, Weil Du selbst, wie Du ja sagtest, Deine„Hintermänner" hast." WaS ist nun fürs Volk gebessert?— Einer fiel, der and're stieg!-- So bleibt'S stets bei dem Systeme: Ew'gerKamarillenkriegl Ein Unglückstag auf der Dresdener Rennbahn. Das große Oktoberrennen wurde am Sonntag in Dresden durch schlvere Unglücksfälle unterbrochen. Es hatten sich die bedeutendsten Rennfahrer eingefunden, um an dem Schlußrennen der Saison teil- zu nehmen. Verbist. Robl. Guignard, Walthour kämpften um den großen Oktoberpreis. Gleich nach Fallen des Startschusses ging Verbist in so scharfen» Tempo vor, daß ihn sein Motor erst beim 350. Meterstrich erreichte. Der eigentlich auch stets schnell in Schwung kommende Walthour lag bereits„ach der ersten Runde eine halbe Runde zurück, Guignard. der als Letzter An- schluß erhielt, griff Walthour mit Erfolg an und lag sofort an zweiter Stelle, Robl bildete bis zur 30. Runde den Schwanz. Verbist blieb jedoch bald hinter Guignard zurück. Letzterer konnte bereits in der 65. und noch einmal in der 93. Runde bei Verbist vorbeifliegen, während Walthour in der 74. Runde infolge eines Schwächeanfalls seine Führung verlor. Mit einem Male entwickelte Robl einen erfolgreichen Vorstoß, so daß er in der 82. Runde eine von Verbist zurückerobern kann. Da Plötzlich gibt CeurremanS. der Schiitzling VerbistS. ein mörderisches Tempo. Verbist kommt bis auf 40 Meter an Robl heran, als beide in die Zielkurve schießen. Beim Ausgang der Kurve schießt mit einem Male der etwas schnellerfahrende Ceurre- manS direkt auf Robl loS und Verbist und Robl werden meterweit geschleudert. CeurremanS liegt stöhnend unter seinem Motor. Am schlimmsten waren aber Wolf, Guignards jetziger Manager(früher in Diensten DickentmanS), und Devilly, Guignards Reservcschritt- macher, weggekommen. Die beiden bedauernswerten Menschen hatten ihrem Schützling Signalarbeit geleistet und sich dabei zu nahe an den Zement gestellt. Während die Beiden ihr Augen- merk auf den heranziehenden Robl gerichtet hatten, kam nun plötzlich der in Robl hineingefahrene Motor von CeurremanS, an der Innenseite von Robl vorbeischießend, auf sie zugeflogen. Wolf dürfte direkt von vorn von dem Motor getroffen„nd nieder- geschmettert, Devilly dagegen mehr an der Seite getroffen worden sein. Während CeurremanS, scheinbar weniger schwer verletzt, sowie Devilly, dem Anscheine nach innerlich sowohl als auch durch Schenkel- und Beinbruch verletzt, ihre Besinnnung bald wieder gewannen. wurde Wolf, dem ein Bein abgefahren und der Brustkorb zer- schmettert worden war, ohne die Besinnung wiedererlangt zu haben. ins Krankenhaus transportiert, wo er bald darauf an Verblutung verstarb. Nachdem in der allgemeinen Kopflosigkeit Guignard und Walthour noch einige Runden gefahren waren, wurde endlich auf die allgemeinen Protestrufe des Publikums hin abgestoppt. SchiffSzusammenstosj. Einer Meldung auS Bremen zufolge trieb der Dampfer»Cap Canoptz" der White-Star-Linie gestern morgen im Hafen von Neapel bei Sturm gegen den deutschen Dampfer„Prinzregent Luitpold", wobei beide Dampfer geringfügige Beschädigungen erlitten. Der Dampfer„Prinzregent Luitpold" be- absichtigt seine Reise nach Ostindien heute fortzusetzen. Eine heftige FcucrSvrimst zerstörte gestern„acht in An t« Werpe,, die Bureaus der Telephonzentrale bollständig und griff auch auf ein großes in demselben Gebäude befindliches Waren- geschäst über. Der Telephonverkehr wird für einige Tage unter- brochei, sein. Fnlschmiinzer. Gestern nacht wurden in Innsbruck in einem Gasthause zwei Männer wegen der Ausgabe falschen Silbergeldcs verhaftet. Bei der Leibesuntersuchung und einer in Hall in ihrer Wohnung vorgenommenen Haussuchung wurden eine große Menge falschen Geldes sowie Geräte zur Herstellung von solchem gc- fuuden. Immer neue Erdstöße. Nach einer Meldung aus Brancaleone ereignete sich Montag gegen 5 Uhr abends ein starker Erdstoß, von dem die Gemeinden Monteleone, Santeufamia, Pagnaro und Sino- poli betroffen wurden. Der Bevölkerung hatZs sich eine Panik be- mächtigt. Große Wasserschäden werden aus Welschtirol gemeldet, Brücken und Straßen sind vielfach zerstört. In Borgo ist eine Kaserne eingestürzt, im Suganertal ist der Bahnverkehr unterbrochen. Viel Ackerland ist überschwemmt. Die elektrische Zentrale in Trient ist beschädigt. Ter Vesuv arbeitet. Die Lavaausbrüche des Vesuv haben, wie ein Telegramm aus Neapel besagt, einen derartigen Umfang, daß die Bevölkerung in großer Aufregung ist. Lese- und Diskutierklub„Heinrich Heine". Heute abend 8l/3 Uhr Sitzung bei Bolze, Rodenberostr, 8. Gäste herzlich willkommen, Lese- und DiStntierklub„Südost". Heute abend 8'/. Uhr bei Toirsdorf, Gorlitze, str. 58: Sitzung, Gäste willkommen. Berliner Marktpreise. Aus vem amtliche» Bericht der stäMiichcn Markthallei,-Direkiion.(Großhandel.) Ochsenfleisch Ja 68—70 vr, 100 Pfd., Qa 62- 67, Oka 57-60, Bullenfleisch la 65-70, IIa 53-62, Kühe, seit 50—58, do, mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen, dän, 54—67, do. Holl. 0,00. Kalbfleiich, Doppellendcr 105—120, Mastkäwer ka 85—95, IIa 75—82, Kälber gcr. gen. 56— 7l, do. Holl. 48—54, dän. 0,00. Hainmclflcisch Mastlämmer 74—76, Hammel la 66— 70, IIa 60— 65, tingav. 0,00, Schafe 45-58. Schwcniefleiich 53-61, Rchbock la per Pfund 0,60-0,95. n» 0,00. Nolwild la per Pfd. 0,30—0,47, do. Aa 0,20—0,25, do. Kälber 0,30—0.50. Damwild 0,38—0,55, do. Kälber 0,60—0,80. Wildichweme per Psi>. 0,17—0,35. Frischlinge 0,50—0,60. Kaninchen per Stück 0,30—0,85. Haien, groß, p. Sick. 3.00-4,00. do.. mittel u. klein. Stck. 1.50-2.50. Wild- enlen per Stück l,25— 1,60. Rebhühner, junge große, per Stück 1,00— l, 40, do. mittel und kleine 0,40—0,90, alte 0,60—0,85. Fasancn- hähne la 1,50—2,75, do. IIa 1,00—1,40. Fasanenhennen 1,00—1,75. Bc- kassinen 0,50— 0,90. Waldschnepfen 2,00— 2, 7o, do. IIa 1,00—1,75. Krammcts- vögel 0,00. Hühner, alle, per Stück 1,00—1,75, Aa 0,60—0,90, do. junge 0,45—1,25. Tauben 0,30—0,58. Enten vcr Stück 1,00—2,30. dito Hamburger per Stqck 3,00—3,10. Gänse per Psund 0,50— 0,60, dito per Stück 2,05—3,00, do. Hamburger per Psund 0,75, do. Oder- brucher per Psd. 0,40—0,60. Poulets per stück 0,60—1,25. Deutsche Poularden IIa St. 0,30. Hechte per 100 Psd. 70—78, do. matt 67—70, do. klein 0,00, do. mittel 0,00, do. groß-mittel 67—70. Zander, groß, matt 0,00, dito klein, matt 0,00. Schleie, klein 0,00, do. unsort. 116, do. groß 124, do. Holl. 0,00. Aale, groß 100—104, do. klein und mittel 0,00, do. mittel 97, do. unsortiert 75—76, do. groß-mittel 0,00, klein 0,00. Bleifisch 0,00, Plöhen 44—48. Roddow 0,00, Karpsen 69—70, do. 30— 40cr 0,00, do. 70er 65—70, do. 50er 0,00. Bunte Fische 0,00, do. matt 0,00. Barse 0,00. Karauschen 84. Bleie, groß 54—56, do. klein 33—36. Aland 48—50. Quappen 0,00. Amerik. Lachs la neuer, per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100. Seelachs 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, mittel Ktste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 2—3, IIa 1,00. Bücklinge, Kieler per Wall 3—3,50, Strals. 0,00, engl, per Wall 2,75—3,00. Sprotten, Danzigcr, Kiste 0,70, do. Rügenwaldcr, Kiste 0,50—0,70. Aale, groß per Piund 1,10—1,40, mittelgroß 0,80—1,10, Nein 0.60—0,80. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellfische, Kiste 3,00-4,50, Kiste 1,75-2,50. Sardellen. 1902 et per Anker 98. 1904er 98, 1905er 98, 1906er 90—95. Schottische Bollheringe 1905 0,00, larxs 40—44, füll. 38-40, med. 36-40, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per•/, To. 50—120. Sardinen, russ., Faß 1,50-1,60, Bratheringe Faß 4,20-1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40-1,70. Neunaugen, Schocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Niesen- 14. Krebse per Schock 0,00, große 0,00, do. mittelgroße 0,00, do. kleine 10—11 cm 0,00, do. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00, Eier, Land-, u» sortiert per Schock 3,75—4,20, do. große 0,00.' Butter per 100 Psd. la 126-130, Da 118-122, lila 110-116, absallende 90-95, Saure Gurken, neue. Schock 4,00, Pjessergurken 4,00. Kartoffeln per 100 Psund Daversche 2,75—3,25, weiße runde 2,50—3,00, mag. bon. 2,75—3,23. Porree, per Schock 0,50—1,00. Meerrettich, Schock 4—10. Spinat per 100 Psund 4—10. Sellerie, per Schock 5,00-8.00. Zwiebeln per 100 Psd. 2,00-2,50, do. Perl- 40,00—100,00. Chalotten 40,00—100,00. Petersilie, grün, Schockbund 1,00—1,25. Kohlrabi Schock 0,50—1,00. Rettich, bayrischer, Stück 0,00, hiesiger Schock 2,50—3,50. Mohrrüben, 100 Psund 2,00 bis 3,25. Karotte», hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl v. Schock 3—6. Rotkohl, Schock 4—8, Weißkohl p. 100 Psd. 1,50—2,50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 8—10, do. Hamburger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 100 Stück 10-16. Rosenkohl, per 100 Psd. 20-22. Grünkohl 4-6. Kohlrüben, Schock 3,00—6,00. Peterfilieiiwurzelu, Schockbund 3,00—4,00. Schnittlauch 1,25 bis 1,50. Psefscrlinge p. 100 Psd. 15—20. Radieschen per Schockbund 0,75—1,00. Salat per Schock 1,50—2,00. Gurken, Einmache-, Schock 0,00. Bohnen, grüne, 100 Psund 25—35, Tomaten per 100 Psund 6—13. Rote Rüben, per 100 Psund 2,50—3,00. Rübchen, Beelitzer, per 100 Psd. 6—8, do. Tel- tvwer 18—20. Kürbis per 100 Psd. 4—6. ESkarol per Schock 5—6. Endivieii per Schock 3— 6. Birnen per 100 Psd. Tiroler 0,00, hiesige Most- 0,00, Koch- birnen 3—8, Tnselbirnen la 10—25, do. IIa 4—10. Aepsel, per 100 Psund, Tiroler In 20—30, do. IIa 12—18, Most-, hiesige, 3—5, Koch- 5—12. Tafel« äpsel la 10—25, do. IIa 7—12, Amerikaner, per Faß 15—30. Wallnüsse, Per Schock 0,00, do. klein 0,40—0,50, do. französische 0,00. Weintraube», ital. Per 100 Psd. 10—24. Almerts per Faß 13—15, türkische per 100 Psd. 14—18. AnanaS I, per Psd 0,75—0,80, do. II 0,40—0,50. Banancir, gelb, per 100 Psd. 20-25. Kokosnüsse per 100 Sick. 15-22. Maronen, ital., 100 Psd. 10-20. eigen, Kranz, per 100 Psd. 21—25, do. Trommel- per 100 Psd. 0,00. i trone», Messma. 300 Stück 11,50-20,00, do. 360 Stück 7,50—16.00, d». 206 Ztück, 12,00-16.00. do. 150 Stück 7,00-10.00. Witterungsübersicht vom L». Oktober 1907. SlalUncn LS 753 NO 753 ONO 753 NW Swwemde. Hamburg Berlin Franks. aM/ 752 SW München 754 SO Wien!7ö4W Vetter 2 bedeckt 3 bedeckt 2 Regen 5 bedeckt 3heiter t halb bd| ue » II S» w s> Slattonen SS Sll 55 a a Havaranda 758 PcierSburg!76t Scillh ilberdeen Paris OSO SO 741 OSO 750 NNW 747S Vetter 2bedeckt llbedeckt 2wolkig 1 bedeckt 3Regei» toch l-L. e- s HS. -1 0 11 7 10 Wetter- Prognose für Mittwoch, den ZV. Oktober 1907. Zeitweise ausklareud, vorwiegend trübe mit Regensällen, mäßigen süd» östlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berti u er Wetterbureall. WafferftandS-Nachrichten her LandeSanstalt ssir Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e l. Tilsit P r e g e 1, Inste, bürg Weichsel. Thorn Oder, Ratibor , Krosten Frankfurt a r t h e, Schrnnm , Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitnieritz , Barby , Magdeburg Saale, Grochlitz Wasserstand Havel, Spandau . Rathenow') Spree, Spremberg » Beeskow Weser, Münden » Minden Rhein, Waldshut , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn M a i n, Werthein, Mosel, Trier 'I-t- bedeutet Wuchs,— Fall,— 0 Unterpegeb, Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! Achtung! das 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Arbeiter, Parteigenossen Mittwoch, den 30. Oktober, abends 8, Uhr: Kommunalwähler- Versammlung für den 45. Bezirk im ,, Artus- Hof", Perlebergerstr. 36. Lages- Ordnung: 267/12 Politisches u. Sozialpolitisches aus dem Roten Hause. Referent: Stadtverordneter Bernhard Bruns. 2. Diskussion. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Berlins und Umgebung! Die Bestrebungen unserer Organisation, auch in den Detailgeschäften der Herrenkonfektion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stichhaltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen uns deshalb genötigt, die Solidarität der Arbeiterschaft zu Hülfe zu rufen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage einstimmig ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß- Berlin sind diesem Beschlusse beigetreten. Dank der Solidarität der Berliner Arbeiterschaft fahen sich eine Anzahl Berliner Konfektionäre veranlaßt, Betriebswerkstätten einzurichten und tariflich festgesetzte Beitlöhne an die Arbeiterschaft zu zahlen. Wir ersuchen daher mit Gegenwärtigem die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgebung, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabengarderobe in Zukunft nur die nachstehenden Geschäfte berücksichtigen zu wollen. # Norden: " Hoffnung", Produktiv Genossenschaft der| Blitz", Rosenthalerstr. 9. " Blik", Chausseestr. 85. Schneider, Brunnenstr. 185. Alle von dieser Firma in den Handel gebrachten Waren werden zu den von der Organisation jest gesezten Bedingungen hergestellt. Wir empfehlen dieselbe daher ganz besonders. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, Koppenstraße 29 Amerikanische Verkaufshallen, Rosenthaler( früher Keller): Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. 96/17 Tagesordnung: 1. Festsetzung der vom 1. Januar ab zu zahlenden Kranken- und ArbeitsTofen- Unterstützungsfähe. 2. Streits und Differenzen. 3. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimieren. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Donnerstag, den 31. Oftober 1907, abends 8, 1hr, im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße Nr. 11/12: Branchen- Versammlung der Stellmacher. Zages Drdnung: 1. Bericht der Branchenkommiffion vom zweiten Quartal. 2. Wie stellen sich die Kollegen zur Aufhebung der Versammlungskontrolle. 3. Bericht der Zentralkommission. 4. Neuwahl ber Zentralkommiffion. 5. Branchenangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Die Branchenkommission. Maschinenarbeiter! straße 53. Diese Firma stellt den größten Teil ihres Um fatzes zu den geforderten Bedingungen her. Baer Sohn, Chausseestr. 29/30. Diese Firma unterhält eine Betriebswerkstätte für 24 Arbeiter und hat die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. Osten: Amerikanische Verkaufshallen, Frankfurter Allee 186. Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 141, ,, Blik", Gr. Frankfurterstr. 187. " Blik", Frankfurter Chauffee 19, Lichtenberg. Haake, Landsbergerstr. 91. Süden: Baer Sohn, Gr. Frankfurterstr. 20. " Blitz", Rottbuser Damm 29/30. Heitinger, Deutsche Comp., Dranienstr. 40/41, ftellen einen großen Teil ihres Umjages zu den geforderten Bedingungen her. Blik", Schöneberg, Hauptstr. 10. hat versuchsweise eine Werkstätte eingerichtet. Leske u. Lehrer, Rottbuser Damm 78. Wormann, Kottbuser Damm 77. Baer Sohn, Brückenstr. 11. Esders u. Dychoff, Dranienſtr. 48. Westen: | Esders u. Dyckhoff, Am Dönhoffplak. Nachstehende Firmen haben die Errichtung von Betriebswerkstätten zugesagt: S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Fabisch u. Co., Rosenthalerstr. 3. Philipp Fabisch, Rosenthalerstr. 1. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Donnerstag, den 31. Oktober 1907, abends 6%, Uhr, im Ost- Kasino", Frankfurter Allee 106: Sachs, Gr. Frankfurterstr. 132. Versammlung der in den Tischlereien der Bezirke Often I und II, Nordost und öftliche Vororte beschäftigten Maschinenarbeiter. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Der Obmann. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bureau: Linienstraße 215. Geöffnet von 8-1 und 4-8 Uhr. Amt 938. Mar Schendel, Rosenthalerstr. 8. D. Perleberg, Chausseestr. 57; hatte eine Werkstätte eröffnet, dieselbe aber wieder gefchloffen, nachdem das Kammergericht ein für uns ungünstiges Urteil gefällt hatte. Alex Bohne, Landsbergerstr. 79. Kommandithaus Schendel, Dranienftr. 38. | Verkaufshalle ,, Vulkan", Frankfurterstr. 5, Frankfurter Allee 134. Behrend, Grüner Weg 84. Ringel, Chausseestr. 31, Brunnenstr. 47. Lewy u. Co., Brunnenstr. 50, Wilmers dorferstr. 47. Bendit, Brunnenstr. 68. Littmann, Dranienstr. 2. Schweriner, Chausseestr. 113. Joseph Wandt, Chausseestr. 80 a. Th. Juras, Chausseestr. 79. Da diesen Firmen anscheinend unter dem Eindrud des Kammergerichtsurteils die Beschaffung von Betriebsräumen sehr schwer fällt, ersuchen wir, diefelben nicht allzusehr mit dem Einkauj bon Waren zu beläftigen, damit ihnen mehr Beit zur Verfügung steht, um ihr gegebenes Wort ein zulösen. 166/ 15* Verband der Schneider u. Schneiderinnen. Die Ortsverwaltung. Telephen: Want II 8 Oris- Krankenkaffe Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sonntag, den 3. November cr., vormittags 9½ Uhr: General- Versammlung ber Vergolder und Berufsgenossen. Donnerstag, den 7. November 1907, abends 8-9 Uhr, im Gewerkschafts haufe, Engel- Ufer 15, Saal 3: im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal). Wahlversammlung Tages Drdnung: der Arbeitnehmer, wozu sämtliche 1. Bericht des Vorstandes: a) des Vorsitzenden, b) des Staffierers. 2. Ergänzungswahlen zur Berwaltung. Staffenmitglieder über 21 Jahre ein3. Anträge. geladen sind. NB. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und wird zahlreicher Besuch erwartet.! Das Buch legitimiert. 64/15 Die Ortsverwaltung. Verband der haugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Tagesordnung: Charlottenburg. Donnerstag, den 31. Oftober, abends 8, Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, fl. Saal: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1907. 2. Die Sugeständnisse der Unternehmer in der Bautischlerei. 3. Diskussion und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. 1. Wahl von 104 Vertretern 97/2 für das Jahr 1908.( Mitgliedsbuch legitimiert.) 2. Vortrag des Arbeitersekretärs Herrn G. Bauer über die Bedeutung der ortsüblichen Tagelöhne. 3. Diskussion. Mittwoch, den 13. November 1907, abends 8, Uhr, im Restaurant M. Hommel( früher Haffte), Oranienstraße, 126, gegenüber d. Waldedpart, Wahlversammlung Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 31. Oftober 1907, abends 8%, Uhr, im groken Saal der Mujiterfäle, Kaiser Wilhelmstr. 18m: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Duartal 1907. 2. Berichterstattung über die Freitag, den 1. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, der Arbeitgeber, wozu fämtlige 13. Generalversammlung in Bielefeld. 3. Diskussion. 4. Dertliche Verbandsgroßer Saal: General- Versammlung. Zages Drdnung: Arbeitgeber, welche Beiträge aus 187/15 eigenen Mitteln leisten, eingeladen find. angelegenheiten. Tages Ordnung: Bahl von 49 Vertretern für das Jahr 1908. Donnerstag, den 21. November 1907, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftss hause, Saal 3, parterre: Die Bevollmächtigten. J. A.: S. Rosenthal. Deutscher Glasarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1907. 2. Abrechnung vom Streit. 3. Bekanntgabe des Wahl Ordentl. General- Versammlung Donnerstag, den 31. Oktober 1907, abends 8 Uhr, in Bookers resultats. 4. Berbandsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Mitgliedsbuch legitimiert, ohue dasselbe kein Eintritt. Der Zweigvereinsvorstand. 48/2 der Vertreter der Arbeitgeber Arbeiter- Bildungsschule Berlin Steppdecken 1907, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: und Arbeitnehmer. Tages- Ordnung: Festsälen, Weberstr. 17: Versammlung fämtlicher Branchen 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bor legung und Beschlußfassung des Vers trages mit den Angestellten. 3. An derweitige Festlegung der Tagelöhne. In 4. Wahl des Vorstandes( 3 Arbeitgeber, 6 Arbeitnehmer). 5. Wahl von 73/9 3 Ausschußmitgliedern zur Prüfung fauft man am preiswertesten der Jahresrechnung 1908. 6. Erfazwahl von Krantenbesuchern. 7. Berschiedenes. Delegiertenkarte legitimiert. Zahlreichen Besuch, erwartet 277/8 Berlin N., Prenzlauerstr. 11a. Eichendorff- Abend. Alte Steppdecken werden aufgearbeitet. Mitwirkende: Fest- Vortrag: Herr Dr. Franz Diederich- Dresden. Gesang: Frau Klossegk- Müller. Rezitation: Fräulein Jeanne Robert. Am Flügel: Herr Leo Kestenberg. Eintritt 50 Pf. Nach dem Konzert: Ball. 5/ 3* Garderobe frei. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Billetts an den bekannten Stellen und an der Kasse. Der Vorstand. Spottbillig!! Erste leistungsfähige Land- u. Waldparzellen, Zigarren- Engros- Firma wundervoll gelegen, nahe Bahnhof Fredersdorf( Oftbahn) Kapital fachgemäß Geſchäft ein. richtet achtboren Leuten mit geringem R von 7 Mart an. Nieschalke& Nitsche, Neue Königstr. 16. Provisionsweise Vertreter stets gesucht. Offerten nnter D. 4 Erpe * bition des Vorwärts". 10085* Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Girbig über: Die Produktivgenossenschaften Italien. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1907. Die Mitglieder werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Möbel Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. 4982L* Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 254. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 30. Oktober 1907. Aus der Frauenbewegung. In Sachen der außerordentlichen Frauenkonferenz, Der Artikel in Nr. 248 des" Vorwärts" erfordert folgende Die Genoffin Baader schreibt... Erwiderung: " Jeder Unbefangene wird zugeben, daß ihr die Erleuchtung ebenso plöblich als spät gekommen sein muß, oder aber, daß sie es unterließ, sich in der Zwischenzeit zunächst durch eine Anfrage aufzuflären, und, wie es unter Genofsinnen sonst üblich ist, über eine strittige Frage Verständigung zu suchen." Demgegenüber stelle ich fest, daß ich, bevor die öffentliche Erflärung erschien, Genoffin Baader ersucht habe, im Interesse der Dienstbotenbewegung die provisorische Tagesordnung zurüdzuziehen. Darauf erhielt ich folgende Antwort: Von der Absage Ihres Referates habe ich sofort Genossin Bettin in Kenntnis gefeßt. Ihr Name wird bei der nächsten Veröffentlichung fehlen. Sonst etwas an der Bekanntmachung für die geplante Konferenz zu ändern, habe ich gar keine Veranlassung. Unsere politisch tätigen Frauen sind die eifrigsten und erfolgreichsten Förderer der Gewerkschaften usw... Aus Angeführtem geht flar hervor, daß Verhandlungen erst stattgefunden haben, es ergibt sich aber ferner daraus, wie leicht man mit der Wahrheit umgeht. Daß ich ein Referat auf der außerordentlichen Frauenkonferenz halten soli, wurde mir erst durch die Gleichheit" bekannt. Die Aufforderung Dienstbotenvereine sollten Vertreterinnen zur außerordentlichen Frauentonferenz entfenden, lehnte die Nürnberger Verwaltung des Dienstbotenvereins mit folgender Be gründung ab, die der Vorwärts" seinen Lesern bisher vorenthalten hat. Der Nürnberger Dienstbotenverein sieht seine Vertretung in der Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands, und wird, wenn von dieser Seite eine Dienstboten- Konferenz einberufen wird, Delegierte entsenden und dort auch dann den Antrag stellen, einen Zentralverband der Hausgehülfinnen Deutschlands zu gründen. Der Nürnberger Dienstbotenverein hält die Zurückziehung der provisorischen Tagesordnung der außerordentlichen Frauen Konferenz für das beste, ebenso auch die Aufforderung, daß Vertreterinnen der Dienstbotenvereine zur Frauen- Konferenz entsandt werden. Sollte indes dieses nicht geschehen, so werden die Dienstbotenvereine aufgefordert, teine Vertreterinnen zu entfenden. Die Dienstbotenvereine sind durch die Gewerkschaftsfartelle gegründet und diese haben ihre oberste Vertretung in der Generalfommission. Der Generalfommission der Gewerf schaften Deutschlands steht somit das Recht zu, eine DienstbotenKonferenz einzuberufen, und feiner anderen Körperschaft. Diese Erklärung mußten sämtliche Dienstbotenvereine algeptieren, wollten sie auch fernerhin der Subvention der Kartelle sowie der Generalkommission sicher sein. Aus diesem Grunde wurde auch Genossin Baader anläglich der bayerischen Frauenkonferenz, die am vergangenen Sonntag in Nürnberg tagte, beauftragt, mit der Generalfommission Rüdsprache zu nehmen, damit diese in der Angelegenheit entscheide, Die Kon womit sich Genoffin Baader einverstanden erklärte. ferenz fab ferner nicht die richtige Lösung der Sache darin, daß man einfach eine andere Referentin bestimmte. Der Vorwärts"= bericht bringt leider von alledem kein Wort. Genossin Baader ist nun nicht zur Generalfommission gegangen, sondern hat Lieber ihre Streitschrift gegen mich beröffentlicht. Wenn Genoffin Baader von der Mitarbeit unserer Genoffinnen schreibt, so meine ich, ist das einfach unsere Pflicht und dürfte ich deshalb wohl nichts weiter anführen. Nürnberg, den 25. Oktober. Helene Grünberg. * 營 wedlo3. Ich begnüge mich mit der Konstatierung der nadten Mit der Genossin Grünberg zu polemisieren, halte ich für Tatsachen; sie geben zu der von der Genoffin Grünberg für erforderlich gehaltenen Erwiderung die richtige Farbe. 1. Am 30. September veröffentlichte die" Gleichheit" die Tagesordnung der Dienstbotenkonferenz. 2. Am 14. Oktober ging bei mir der vom 12. Oktober datierte Brief der Genossin Grünberg ein, in dem sie das zuerst übernommene Referat ablehnt. 3. In diesem Brief bemerkt sie weiter: es wäre am besten, wenn ich die Tagesordnung der Konferenz zurückzöge. 4. Ich schrieb der Genossin Grünberg unterm 15. Oktober, daß ich keine Veranlassung empfände, auf ihr Geheiß die Konferenz wieder abzubeftellen. Genoffin Grünberg scheint pitiert darüber zu sein, daß der " Vorwärts" ihre Aufforderung nicht veröffentlicht hat. Dazu haben wir folgendes zu bemerken: Daß die Nürnberger Organisation die Konferenz nicht beschicken will, erschien uns gerade nicht als eine werden mußte. Und mitzuteilen, daß Genoffin Grünberg sich als so wichtige Mitteilung, daß fie der Welt tund und zu wissen getan Generalvormund fühlt, das glaubten wir sogar in ihrem eigenen Interesse mit Stillschweigen übergehen zu müssen. Die Redaktion. 11 Versammlungen Veranstaltungen. Verein für die Interessen der Hausangestellten." Donnerstag den 31. Oktober, 8% Uhr, bei Mare- Mürich, Stegliger. straße 35 Vortrag. Herr Georg Davidsohn:„ Die Prole tarierin im Gedicht." Briefkaften der Redaktion. Junger R. G. 71. Die turistische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl 5. Bereits in der am 16. Oktober gedruckten Nummer des wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends ftatt. Geöffnet ihr. Correspondenzblattes" veröffentlichte Genossin Grünberg Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein die Aufforderung, die Konferenz nicht zu beschicken. Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort 6. Am 20. Oktober fand in Nürnberg eine Frauenkonferenz wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. W. 36. Ledig. statt. Bossin Grünberg wußte, daß ich dort anwesend mit jeder richterlichen Handlung, die gegen den Täter gerichtet ist, beginnt 2. K. 33. Nein. B. 2. 1. In fünf Jahren war, und durfte ich annehmen eine mündliche Aussprache die Verjährungsfrist von neuem. 2. Rein. 3. 30 Jahre. würde Verständigung herbeiführen. Das wäre ja auch noch Varteigenosse. Wenn Sie damals großjaguig waren und wenn nicht leicht möglich gewesen, weil der Vorwärts" vernunftigers| etwa zwischen den Spielern vereinbart ist, derjenige habe auszuscheiden, der weise die Eigenmächtigkeit der Genoffin Grünberg einfach die Rate nicht zahle, so haben Sie Anspruch auf den Gewinn. Die Ausstillschweigend bei Seite gelegt hatte. Genoffin Grünberg ficht des Prozesses aber würde dadurch minder günstig, daß Sie, wie es hielt es aber auch für geraten, die Veröffentlichung im scheint, fünf Jahre gewartet haben, ohne irgend einen Anspruch zu erheben. Correspondenzblatt" zu verschweigen. Andernfalls wäre K. S. 14. Wenn der Arbeitgeber nachweist, daß die Meldung erfolgt ihr wohl noch deutlicher, wie geschehen, gesagt worden, daß ist, so ist der Anspruch der Kaffe ungerechtfertigt. Er soll mit dem Antrag, ihr Hans- Dampf in allen Gassen spielen nichts weniger als die Staffe zu verurteilen, daß ihr ein Recht nicht zusteht, sich an Wohlgefallen erwecke. Das mag zu diesem Punkte genügen. den Landrat unter Mitteilung der Beweismittel für seine Weldung wenden. Moabit. Ihre Auffassung ist zutreffend. Wegen der Veranlagung der Aus den konstatierten nachweisbaren Tatsachen geht unzweifel- St. Sebastiangemeinde tun Sie gut, zu reflamieren. M. 61. Wenden haft hervor, daß der Genoffin Grünberg genau nach 12 Tagen Sie sich an die Städtische Stiftungsdeputation, Boststr. 16. 2. 11. plöblich der Einfall gekommen ist, sie könne das zugesagte Referat 1. Ihre Rechte auf Invaliden- und Altersrente halten Sie durch Weiter nicht übernehmen, und daß sie mir den guten Rat geben müsse, versicherung aufrecht. Zu diesem Zwed müssen Sie innerhalb zweier Jahre die einberufene Konferenz wieder abzubestellen. Und ehe sie noch mindestens 40 Marken irgend einer Klaffe fleben. 2. Nein. 5. K. 7. Seit 1875. Die Legitimation hängt meine Antwort in Händen hatte, hat sie bereits die Aufforderung Etwa vier Millionen. von dem Ermessen des Standesbeamten ab. J. K. 76. Eine einfache losgelassen, die Konferenz nicht zu beschicken. Das nennt Genoffin Quittung, vom Vorstand ausgestellt, genügt. Else W. Eine Grenze Grünberg Verständigung suchen! Wirklich reizend. Sie gibt weise für die Aufbewahrungsfrist gibt es nicht. Sie tönnten lediglich auf AnLehren und verlangt sofortige Akzeptierung, und ehe sie noch weiß, nahme der Reparaturen gegen 8ahlung des Geldes flagen. 2. Keineswegs. cb ihre Erleuchtung mir das von ihr gewünschte Verständnis ge- Sie hätten überhaupt das erste Quartal 1907 nicht bezahlen sollen. VerBaurat. Leider ja. bracht hat, veröffentlicht sie die mindestens eigenartige Auf- langen Sie Rückzahlung von der Kirche. F. D. O. Wenn Sie ein Arbeitsverhältnis eingehen, würde für Sie zu forderung, die Konferenz nicht zu beschiden! Auf der Konferenz in Nürnberg verschweigt sie das, läßt alle fleben sein. Wenn mindestens 100 Marten auf Grund dieser Bwangsver in dem Glauben, es könne mit der Generalfommission ein Arrange- ficherung geklebt sind, dann hätte eine Weiterversicherung einen 3wed. R. R. 110. Sie sind zur Zahlung nicht verpflichtet. ment getroffen werden. Ich übernehme ahnungslos die Aufgabe, F. R. 100. 1. Der Gläubiger ist berechtigt, die ganze Summe auf mit der Generalfommission zu verhandeln. Nach Berlin zurüd- einmal zu verlangen. Bersuchen Sie es mit einer Einigung über Natengekehrt, erfahre ich, daß die Aufforderung der Genoffin Grünberg zahlung. 2. Geldstrafe ist auläffig, in der Regel würde aber Gefängnis er 5. R. 100. 1. und 2. Eine Erbteilung seitens des im" Correspondenzblatt" veröffentlicht worden ist. Daraufhin folgen. 3. Ja. schreibe ich an die Generalkommission, daß ich unter diesen Um- Gerichts soll von Amtswegen erfolgen, wenn ummündige Kinder vorhanden ständen weitere Verhandlungen für zwedlos betrachte, denn ich find. Sie fönnen die Erbteilung beim Gericht beantragen. 3. Nein. 4. und 5. Lagergeld fann nicht beansprucht werden. Die Aften find stand ja vor einer vollendeten Tatsache. Und die anscheinend doch nur herauszugeben, wenn die Stoſten gezahlt find. Hm. 2. Ja. sehr gut unterrichtete Genoſſin Grünberg, die mitzuteilen weiß,.. 29. Der Frau gehört, was Sie vor der Ehe beseffen hat und daß ich mit der Generalkommission nicht mündlich verhandelt habe, was sie während der Ehe durch eigene Arbeit verdient hat. hält es für zweckentsprechend, bon meinem Briefe nichts zu er- Die Naturalisation eines Ausländers( Nichtdeutschen) loftet 20 m. und ist von der Willfür der Behörde abhängig. 5. G. 60. Sie find im wähnen. Ich glaube mit diesen Feststellungen genügend bewiesen zu Irrtum. Von 1200 M. an besteht die Pflicht. 2. Die Hälfte. Modell. haben, daß Genoffin Grünberg ausgezeichnet dazu berufen er- 1. Schreiben Sie das Eigentum Ihrer Frau auf, begeben Sie sich dann zu einem Notar, anerkennen Sie dort das Eigentum Ihrer Ehefrau und scheint, vom Umgang mit der Wahrheit zu reden. berzichten Sie auf das Verwaltungsrecht. 2. Ja. C. M. 30. Nach dem Ottilie Baader. Bertrage würde allerdings anzunehmen sein, daß Sie selbständiger Unternehmer find. Klagen Sie jetzt bei dem Amtsgericht, in dessen Bezirk der Beklagte wohnt A. 2. 83. Ja. R. D. 80. HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDER- PLATZ FRANKFURTER ALLEE 109-111 Kurzwaren und Schneiderei- Artikel Armblätter Tricotm.braun. Gummiplatte Armblätter Tricot m. hell. Gummiplatte Battist m. hellArmblätter Gummil Blusenschutz Armblätter dopp. Battist Armblätter waschbar Tricot II Tricot I Armblätter doppelseitig 2 6 Dtz. 220 260 310 540 Paar 19 22 27 48 PL Dtz. 200 270 360 Paar 18 23 32 Pt. Dts. 275 325 Paar 25 30 Pt. Dta. 275 330 390 Paar 25 30 35 Pt. Dtz. 100 130 9 12 PL Paar Dtz. 275 350 450 Paar 25 30 40 Pt. Naturfischbein Gros 90 135 blond poliert Nahtband Seide, geköpert Länge 16 18 20 22 cm 150 170 Nahtband la Halbseide. 13 250 15 PL 300 Dizd. 8 12 Naturfischbein Gros 150 200 weiss Dtzd. 13 18 23 27 PL. 6 Pl. Druckknöpfe Extra mit Feder... Gross 65 Pt. Dizd. Druckknöpfe la mit Feder, rostfrei, klein 100 Dtzd. 9 Pt. Druckknöpfe la mit Feder, rostfrel, gross Dtzd. 10 Pt. und mittel Kragenstützen schmal, Celluloid Kragenstützen breit, Celluloid. 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Schmargendorf: Gustav Saminsty, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Miller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonftr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Hasselwerderstr. 8. Johannisthal: Franz Hünold, Kaiser Wilhelmstr. 18 III, Eingang Barkstraße. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Rudenwalder straße 4b. Köpenick: Friedrich Woid, Riekerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende: 5. Bernfee, Schloßftr. 119, Hof I, in Steglig. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: 5. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellhase, Ahornstr. 15 a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeeftr. 27. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: Rob. Gramenz, Riefholzstraße 412, Laden. Neu- Weißensee: Sturt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gursch, Provinzstraße- Ede Grünerweg( Eingang Grünerweg). 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