Nr. 261. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Brets pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1.10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen att: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Numänien, Schweden und die Schrocia. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte), Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengefuche und Schlaf ftellen- Elnzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das Branntweinmonopol. ( Schluß.) Donnerstag, den 7. November 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " würde und ihr im Interesse der Brenner ja daran liegt, die einem Kölner Bezirkspräsiden strikte untersagt worden. Diese wären Produktion hochzuhalten oder gar noch zu vergrößern. Aber dem Kardinal offenbar weit lieber, als die felbständigen interzuzutrauen ist der Habgier schon, daß sie auch den konfeffionellen Gewerkschaften. Auch seine Stellung zu der selbdenaturierten Spiritus verteuert, wo feine Konkurrenz oder ständigen Leitung des katholischen Boltsvereins in Gladbach ist nicht Vergebens fuchten die Junker durch alle möglichen Reichs- Einschränkung des Verbrauchs zu befürchten ist. gerade allzu freundschaftlich. Die Die Germania" hat noch fürzlich gefeße diese Jagd nach der Liebesgabe für ihre Kon- In welcher Weise diese Pläne verwirklicht werden sollen, ausgeplaudert, daß er einem vom Boltsverein veranstalteten sozialfurrenten einzuschränken. Die Branntweinproduktion schwoll ob der Staat die Rektifikation des Spiritus zu Sprit über- politischen Unterrichtsfurfus einen„ bischöflichen Vertreter" als Aufderart an, daß durch das Leberangebot der Preis sant und nimmt und die bestehenden Spritfabriten auftauft oder nicht, passer auf die Nafe gesezt habe. der Profit der Liebesgabe zum Teil verloren ging. darüber gehen die Nachrichten noch auseinander. Wie dies Umso mehr Verehrung hat der Kardinal für die In dieser Not taten sich die Edelsten der Nation und bei Regierungsvorlagen im Deutschen Reiche so üblich, bekommt Mächtigen dieser Welt. Er hat die Interessensolidarität zwischen größten Schnapsbrenner zusammen und gründeten die die Deffentlichkeit nur über Hintertreppen Nachrichten über Kirche und Polizeistaat deutlich erkannt. Sorgt er dafür, daß die " Zentrale für Spiritusverwertung", selbst- die wichtigsten Vorgänge, bis die Regierung sich mit ihren Untertanen zufrieden, gehorsam und dumm bleiben, so braucht er verständlich mit dem Deckmantel wissenschaftlicher, technischer Interessenten, für die sie arbeitet und deren Stimmen sie wieder den Staat zur Aufrechterhaltung feines Kirchenregiments. Förderung des Brennereigewerbes, in Wirklichkeit ein braucht, geeinigt hat. Daher Unterwürfigfeit gegenüber den Vertretern der Kartell zur Verteuerung der Preise. Wie alle So viel steht fest: mehr als bisher muß das Monopol Staats gewalt, zumal gegenüber dem Kaiser, in Startelle schrieb es seinen Mitgliedern die Höhe der Produktion oder Staatskartell bringen, sowohl den Brennern als dem jedem Falle 8nd um jeden Preis! Das Zentrum fonnte nach seiner vor, suchte diese unterhalb des Verbrauchs zu halten, und Staat. Denn das ist ja der ganze Zweck der Uebung. Das Ansicht nichts Törichteres tun, als durch Ablehnung der Kanalversprach ihnen dafür hohe Preise. Den großen Brennerei- Reich braucht für die Flotte neue Hunderte von Millionen, forderungen den Kaiser, den er den herrlichen Raiser" nennt, au besitzern wäre auch durch dieses Kartell geholfen gewesen, den und das Defizit ist jetzt schon riesengroß. Stommt erst die erzürnen und dadurch dessen Wohlwollen gegenüber der Kirche zu fleinen aber fiel die ihnen vom Syndifat diftierte Produktions- Krisis und damit der Rückgang der Zölle für Lebensmittel, verfcherzen. Nur sich gut stellen mit dem Kaiser! beschränkung auf die Nerven. Die höheren Preise konnten dann wird das Loch im Staatsfädel noch größer werden. Daher auch die gewiffenhafte Registrierung jedes freudigen Familiens ihnen teine Entschädigung dafür bieten, daß bei vermehrter Aber siehe da eine weise, ihr Volt treu bewachende ereignisses am faiserlichen Hofe durch den„ Kirchlichen Anzeiger" Produktion größere Einnahmen möglich waren. Regierung weiß Rat: steigt die Not, steigt der Hunger, um und die Anordnung, dies von allen Kanzeln belannt zu geben. " So fam es zu kämpfen innerhalb der Produzentenkreise; so mehr steigt ja auch der Schnapsverbrauch. Und während und nicht nur im Lande betätigt er diesen Fürstenkult. Als er vor ein ganzes Sammelsurium von gesetzlichen Vorschriften ent- sonst eine Regierung wenigstens aus Rücksicht auf ihre Staats- einigen Jahren in Ostende weilte, machte er auch dem belgischen stand. Jeder neue Reichsschapsekretär mußte seinen Be- einnahmen vor Geschäftskrisen bangt, kann sie beim Branntwein- önig seine aufwartung, was ihm von den belgischen fähigungsnachweis vor den Schnapsbrennern dadurch ablegen, monopol ihnen mit Ruhe entgegensehen: wird auch der Fleisch- Bischöfen sehr übel vermerkt wurde. Wie vor Fürstlichkeiten so ist daß er einen neuen Paragraphen ausflügelte, durch den die und Brotverbrauch sinken, der Schnapsverbrauch wird das auch Fischers Respekt vor dem Abel ungemein groß. Startellierung durchführbarer und dabei ein neuer Extraprofit Defizit der Wucherzölle decken betrinke dich, Volt, und Dessen Einfluß auf den Kardinal ist daher bedeutend. Die Benamentlich für die kleineren Brenner aus den Branntwein- rette damit das Reich und die preußischen Junker! schwerde eines Adligen oder einer Adligen gegen einen den hohen trinfern herausgeschunden wurde, damit die große Zahl Wird doch vier Fünftel des gesamten Kartoffel- Herrschaften mißliebigen Geistlichen genügt vollauf, um den Geistder fleinen nicht etiva gegen die fleine Zahl der branntwveins, der im Reiche produziert wird, in den sechs lichen fliegen zu lassen. Kardinal Fischers staatsbürgerliche Angroßen Brenner Stimmung im Lande mache, oder gar osteibischen Provinzen erzeugt, aus denen die schaming deckt sich tatsächlich mit der des von ihm in das Konvift in der Verärgerung Geschäftsgeheimnisse ausplaudere. Junter ihre Straft ziehen. Sind doch von den 45 Millionen eingeführten Lehrbuches. Eine starke absolute Regierung mit adliger Und solcher Profitgeheimnisse gibt es in der Brannt- Mart der jährlichen Liebesgaben allein 31 Millionen Mart Ständevertretung wäre ihm weit fieber als unser fonftitutionellweinsteuergesetzgebung eine ganze Menge. Sie besteht über- auf die landwirtschaftlichen Kartoffelbrennereien in Ost- und parlamentarisches System, bei dem das Bolt allzu viel zu sagen hat. haupt aus einem Paragraphengewimmel, das für jeden Nicht- Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Proving Es ist daher erklärlich, wenn der Kardinal beständig ben Fachmann unverständliche Bestimmungen enthält, mit Hülfe Sachsen gefallen! Raiferumfameichelt. So hat er jetzt wieder bei der Grundderer allein z. B. bei der Maischraumsteuer seit deren Bestehen Der Destillierhelm der preußischen Junker wird neu ber- steinlegung zweier neuer Kirchen in Ehrenfels eine Rede gehalten, 80 Millionen Mark den Brennern vom Staate mehr zurück- goldet ihr Wappenhelm fann in neuem Glange erstrahlen: worin er hinwies auf die Notwendigkeit bes fonfefsionellen Friedens vergütet wurden als sie bezahlt hatten. Nur die Brenner die ärmsten arbeitenden Massen aber follen für ihre Not, in und ermahnte zur Liebe für imfer großes herrliches Baterland und fennen alle verborgenen Schönheiten des Systems. die sie die kapitalistische Ausbeutung givingt, nun noch mehr unseren Kaiser und König, der noch in jüngster Zeit die Und als im Winter des vorigen Jahres der noch amtierende büßen wie früher! So will es der Block- und sein Wille schönen Worte gesprochen hat, daß es für ihn feinen Unterschied Reichsschatzsekretär v. Stengel, getrieben von der Finanznot wird geschehen! zwischen Evangelischen und Katholischen gebe, sondern daß ihm alle des Reichs, seine Finger nach dem Extraprofit der Brenner Untertanen gleich nahe stehen." Uebrigens ist es bei dieser Maischraumsteuer ausstreckte, erhob sich bei diesen bekannt, daß der Kaiser diesem Kardinal sehr jenes Zorngebrüll, das die Raubtiere stets anstimmen, wenn gewogen ist. Manche Anschauungen des Kardinals berühren ihnen ein Bissen weggenommen werden soll. Sie streckten Es wird unsere Leser interessieren, einmal zu erfahren, wie fich eben beim Staiser verwandte Saiten. auch schon drohend ihre Pranfen nach dem Reichsschaksekretär im Kopfe eines Kardinals die Welt malt. Ueber den Erzbischof und er mag nicht wenig froh gewesen sein, von Köln, Fischer, schreibt ein katholischer Geistlicher der Franff. als Bülow sich durch die Reichstagsauflösung vor Eulen Beitung": burg und seiner Stumpane flüchtete. Auch Herr v. Stengel entwischte dadurch der Nache der gefränkten Schnapsbrenner. Und jetzt, da der Liberalismus durch die Blockpolitik die Macht der Junker noch vergrößert hat, bringt Herr v. Stengel ihnen, was sie brauchen, um das gefährdete Privileg der Bereicherung auf Kosten der Armut zu sichern: das Monopol. aus Das Monopol foll erfüllen, was das Kartell nur bersprach und nur versprechen fonnte: Begrenzung der Produktion zu dem Zweck, die Preise so hoch zu halten, daß das Brennereifapital Wucher. zinsen trägt. Was bis jetzt über das geplante Monopol bekannt wurde, läßt erkennen, daß es in rücksichtslosester, sogar im Deutschen Reich bisher unerhörtester Weise die Branntiveinbrenner bereichern will auf Kosten der Aermsten der Armen. Daß dabei außerdem das Reich sich die Taschen vollstopfen wird, noch mehr als dies ohnehin geschieht, seitdem die Schnapspest von Staatswegen großgezogen wurde, ist ja selbstverständlich. Eine klerikale Staatsſtütze. 4 Es ist daher auch sehr töricht, zu ertvarten, der Polizeistaat werde so eine vortreffliche Staatsstige, wie es Kardinal Fischer ist wegen des bißchen Terrorismus gegen den simplen Theologieprofessor Schroers ernsthaft zu Leibe gehen. Ist doch Kardinal Fischer in den schlechten Zeiten zunehmenden Unglaubens und schwindender Unter tanentreue für gefchorene wie gescheitelte Volfsausbeuter in gleicher Weise eine erbauliche Erscheinung. Des Reichskanzlers trauriger Sieg. - Nach wie vor müssen unsere katholischen Lehrer im Religionsunterricht sämtliche alttestamentlichen Erzählungen, das Spazieren gehen Gottes durch das Paradies, das Apfelessen und die redende Schlange, die Sündflut, die die ganze Erde bis fiber die höchsten Berge bedeckte, den von einem Walfisch verschlungenen und wieder ausgespuckten Jonas usw. usw. als tatsäch lich geschichtliche Begebenheiten und Glaubens wahrheiten darstellen. Jm Katechismus Unterricht müssen ebenso die Geistlichen den Kindern flar machen, daß Gott in sechs Tagen( oder Zeiträumen) die Welt„ Politisch' Lied, ein garstig Lied" politischer Prozeß. geschaffen und sich danach einen Tag ausgeruht habe, daß der ein garstiger Prozeß" unter diesem Zeichen tänipfte Leib des Adam aus Erde" und die Eva tatsächlich aus und siegte der Staatsanwalt draußen in Moabit gegen den einer Rippe des schlafenden Adams hergestellt Schriftsteller Brand, der da gestern wegen Beleidigung des worden sei u. a. m. Die Kinder lernen aus ihrem Diözesans Reichskanzlers vor den Schranken stand. Und Und der Herr fatechismus tortwörtlich: Wie lange dauerte es noch bis der verheißene Erlöser erschien?( Gemeint ist die Zeit vom Verhandlungsleiter legte sich von vornherein auf die MarschAuftreten des ersten Menschen bis Christus.) Es dauerte noch route der Staatsanwaltschaft fest, unter vollster Zustimmung ungefähr 4000 Jahre! des Verteidigers, ja sogar des Angeklagten selber. Kardinal Fischer hat in den Klöstern und geistlichen Ge- Nun handelte es sich ja, will man die Dinge und diese noffenschaften auch der frankenpflegenden Schwestern das delikaten Dinge speziell so grob wie nur möglich anpadent, Baden untersagt, die Einrichtung von Badezimmern in in der Tat nicht um politische Fragen. Hatte doch der SchriftPfarr und andern geistlichen Wohnhäusern steller Brand dem Fürsten Bülow in unverhüllter Form nichts berboten, in den Klöstern das Lesen politischer und aller nicht anderes vorgeworfen als jene Hinneigung zum eigenen, rein religiösen Zeitungen, Zeitschriften und Bücher untersagt u. a. m. In einem Nonnent lofter mußte zwischen dem Altar und um männlichen Geschlecht, die unter den Sammelbegriff der Also - nichts wie gesagt dem Play, wo die Nonnen figen, ein Vorhang ge- Homosexualität" fällt. spannt werden, damit die Nonnen den am Altar amtierenden Politisches. Priester nicht mehr sehen und dadurch etwa in Versuchung Man hätte demnach mit den Jntentionen, die Politik von geführt werden könnten! der Prozeßverhandlung fernzuhalten, einverstanden sein können, Interessanter noch sind die sozialen Auffassungen des Kirchen- wenn der Vorsitzende die Verhandlung so durchführte, fürsten. In einem Hirtenfchreiben nannte er die Arbeiter bie daß er seine eigene Richtlinie im Verlaufe des ganzen Geringen, die durch Gottes weife Vorsehung ein Leben der Armut, Prozesses ohne Ansehen der Person und in jeder Das Monopol soll nicht nur all diese auf der Armut der Niedrigkeit, der Entsagung und der demütigen Arbeit führen!" Phase im Auge behielt. Das aber war nicht der Fall. ruhenden Lasten beibehalten, sondern noch steigern! In demselben Geiste dankte er bei einer Ansprache in Düsseldorf, Sonst hätte der Reichstanzler am Schlusse seiner deklamatorischen Den Brennern aber will es die Sorge abnehmen, daß nachdem er die sonstigen Herren" erwähnte, auch dem braven und ganz zuletzt gar ins Pathetische umschlagenden Zeugender Preis des Spiritus finfen könne. Der Staat bearbeiter und dem guten Handwerksmann." Von dem aussage nicht die in jedem Worte offenbar genau abgewogene stimmt den Preis. Nicht die Brennereien übernimmt Streben der Arbeiterschaft nach sozialer und gesellschaftlicher Gleich- Erklärung abgeben dürfen: Ungünstige Gerüchte über den er und macht sie zu Staatsbetrieben, sondern den Spiritus. berechtigung ist der Kardinal eben durchaus nicht erbaut, und Fürsten Eulenburg seien ihm( dem Kanzler) erst in den allerEs ist also eigentlich gar kein Monopol, das da geplant ist, wiederholt hat er den geistlichen Präsiden von Arbeitervereinen die letzten Jahren zu Ohren gekommen, aber auch da noch nicht sondern die Schuhherrschaft des Staates als Anweisung gegeben, den Arbeitern nicht so viel von ihren in faßbarer Gestalt! Wer mit Gewalt an den Untertönen solcher Er. Aufseher über ein Kartell felbständiger Pro- Rechten, sondern mehr von ihren Pflichten zu sprechen. duzenten: ein Kartell mit Staatsaufsicht Gleich nach seinem Amtsantritt hat er alle fozialen Organisationen tlärungen vorbeihören will, der mag diese hier getrost zum Nugen des Kartells zur unbegrenzten Aus der Diözese unter die Oberaufsicht eines von ihm eingefegten auffaffen als dem Bestreben entsprungen, nur den homo. plünderung der schnapstrinfenden Bevölkerung. und von seinem Geiste erfüllten Diözesanausschusses ge- sexuellen Gulenburg von den reichskanzlerischen Rock Bis jetzt schluckte das Reich fährlich mehr als 150 Millionen Mart Branntweinsteuer; dazu fommen noch an 45 Millionen Mart Liebesgabe, die die Brenner infolge des Steuersystems cinstecken, so daß im ganzen an 200 Millionen Mart jährlich von der armen Bvölkerung getragen werden. Seit Bestehen des neuen Systems( 1887) bis jetzt find von den Branntweintrinfern mehr als 3000 Millionen Mart, das sind drei Milliarden, an das Reich und etwa 1000 Millionen Mart, also eine Milliarde, an die Schnapsbrenner gezahlt worden! Nur um diese, nur um die är msten arbeitenden stellt, der es allerdings bis jest glücklicherweise zu feinem erheb- schößen zu schütteln. Wer feinere Ohren hat, der wird unschwer Massen handelt es sich bauptsächlich bei diesem Beutezug! lichen Einflußfe hat bringen fönnen. Daher ist auch die Stellung die politischen Zwischentöne herausfühlen. Mit der Industrie, die denaturierten Spiritus für technische des Kardinals zu den immerhin einigermaßen selbständig vor- Will man diese interessante- bielleicht die interessanZwecke verbraucht, wird sich die Regierung nicht überwerfen gehenden christlichen Gewerkschaften nur aus Not leidlich. Die Be teste- Episode der sonst wenig erbaulichen Verhandlung -schon deshalb, weil sich sonst deren Verbrauch einschränken tämpfung der katholischen Fachabteilungen" ist jedoch seinerzeit in ihrer ganzen Bedeutung erfassen, so muß man die Aussage des Fürsten Eulenburg ebenso sorgfältig be-] Denen, die es angeht, nämlich den Berufsvereinen der Journa-] schweigen kann die Freifinnige Volkspartei au diefer ErHorchen, wie die des Kanzlers: Nachdem Fürst Philipp zu listen, teilen wir mit, daß sich unter den Ausgewiesenen vier Korre- flärung nicht. Verletzt oder verärgert der Freisinu iezt aber, Eulenburg und Hertefeld die homoseruelle Betätigung fpondenten großer Petersburger und Moskauer Zeitungen und wo die Aufstellung der Stadtverordnetenkandidaten von den tveit von sich gewiesen und seine Psyche mit der Goethes mehrere sonstige Journalisten befinden. G3 wäre sonst ja tein Baricien erfolgt, feine Blockbrüder, dann stellen möglicherweise und Richard Wagners in eine Linie gestellt hatte, erzwvang er vollständiges Bild preußischer Kultur! Wollen sich aber auch die die Konservativen und Nationalliberalen eigene Kandidaten fich sozusagen einen kleinen Exkurs ins Politische". Berufsvereine solche schmachvolle Behandlung ihrer Berufsgenossen auf und die bisherigen freisinnigen Stadtverordneten fliegen Und das kam fo: Brands Verteidiger wünschte, Eulenburg wort- und tatenlos gefallen lassen? am Ende aus dem Königsberger Stadtparlament hinaus. Armer Freifinn! Saal.... " Politische Ueberlicht. Berlin, den 6. November 1907. fehlt noch! ,, Gute Führung". solle die Frage beantworten, ob er einen Anhalt dafür habe, daß Hardens Bukunft"-Artikel durch Bülow irgendwie beeinflußt seien. Der Herr Staatsanwalt widersprach dieser Fragestellung mit aller ihm zu Gebote stehenden Energie. Vor dem Kriegsgericht in Jnsterburg hatte sich am 1. November Fürchtete er etwa, Gulenburg könnte mit" Ja" antworten? Das schriftliche Urteil im Hochverratsprozeß Liebknecht artillerieregiments Nr. 37 zu verantworten. Es wurden dem Ander Sergeant Hermann Baron von der dritten Batterie des FeldDer gewandte Fürst wußte in dieser Situation einen geflagten mehrere Fälle schwerer Mißhandlungen und vorschriftsfeinen Ausweg zu finden. Er sagte: Nie habe er( mit deutAm 10. Oftober wurde die Verhandlung im Prozeß Liebknecht widriger Behandlungen eines Untergebenen, sowie Trunkenheit im licher Hervorhebung) gegen Bülow an allerhöchster Stelle oder zu Freunden und Bekannten etivas Nachteiliges über den auf den 12. Oftober vertagt. Am 11. Oftober berieten die Dienst zur Last gelegt. Bei der Mihhandlung des Untergebenen oder zu Freunden und Bekannten etwas Nachteiliges über den 15 Reichsgerichtsherren über das Urteil. Am 12. Oktober holte sich ben Tag gelegt, daß gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe Reichstanzler gefagt. Die Antithese zu dieser These, mit der 15 Reichsgerichtsherren über das Urteil. Am 12. Oftober holte fich hatte der Sergeant nach Ansicht des Gerichts derartige Noheit an Reichstanzter gefagt. Die Antithese zu dieser These, mit der der Oberreichsanwalt nochmals eine Abfuhr durch den Angeklagten. von 5 Monaten erkannt wurde. Diese Roheit, die vorschriftsdie Existenz der„ Samarilla" gelenguet werden sollte, sprad) Darauf verkündete das Gericht das Urteil nach etwa halb widrige Behandlung und die Trunkenheit dieses Vorgesetzten Gulenburg nicht aus, doch sie zitterte leise durch den schwülen stündiger Beratung. Die mündlichen Urteilsgrinde sind von reichten aber nicht aus, um das Gericht zu überzeugen, uns nach einer stenographischen Niederschrift am 18. Oftober wieder- daß der Mann sich zur Ausbildung von Vaterlandsverteidigern Zur Charakterisierung des Angeklagten wies der Staat 3. gegeben. Am 16. Oktober bereits wies der Oberreichsanwalt burchaus nicht eignet! Seiner guten Führung" wegen wurde von, anwalt im Laufe der Verhandlungen darauf hin, daß dieser 24. Oktober auf 18 Monate nach der Festung Glas zu verlegen. unferem Genossen Liebknecht an, feinen Aufenthaltsort spätestens am der Degradation Abstand genommen. vor einiger Zeit aus dem Gefängnis zivet Bittgefuche an den Im schärfsten Widerspruch zu dieser eiligsten Strafvollstreckung stebt Die Breslauer Polizei vor Gericht. Staiser gerichtet habe, in denen er betonte: wohl sei er einst die Tatsache, daß die Gritude bis heute noch nicht schriftlich formuliert Der Breslauer Handabhacker ist bekanntlich noch immer Anarchist( Edel"-Anarchist selbstverständlich) gewesen, des vorliegen. Die Strafvollstredung erfolgt auf Grund des Urteils nicht gefunden. Aber der Breslauer Polizeipräsident gleichen Atheist, aber seine Gesinnung habe sich gewandelt tenors, der stets in das Protokoll aufzunehmen ist. Auch ist nach Dr. Biento ist nicht untätig. Stann er den Haniabhacker er fei nunmehr Monarchist und Gottesgläubiger. ber herrschenden Ansicht eine Vollstreckung vor Niederschrift der unter seinen Schuhleuten nicht ermitteln, fo fann er doch Auch sonst war das Verhalten Brands, an dem Gebaren ge- Urteils gründe zulässig. Aber§ 275 der Strafprozeßordnung be- Strafanträge stellen gegen sozialdemokratische Redakteure, die ineffen, das Männer in solchen Situationen zu befunden stimmt flipp und flar: die Heldentaten der Breslauer Polizei in der Schlacht am pflegen, nicht dazu angetan, große Sympathien für diesen Das Urteil mit den Gründen ist binnen drei Tagen nach der Striegauer Blah kritisiert haben. Auch das sozialdemokratische Phantasten" so nannte ihn sein eigener Berteidiger zu Verkündigung zu den Akten zu bringen, falls es nicht bereits voll- Partei- Wigblatt, der Wahre Jakob", ist dem aufmerf erweden. Und doch muß es gesagt werden: Das Geständig in das Protokoll aufgenommen ist. famen Auge des Herrn Dr. Bienko nicht entgangen. Er richt hat ihm eine furchtbare, eine barbarische Strafe Wie kommt es, daß das Urteil des Reichsgerichts jetzt nach mehr brachte am 15. Mai 1906 ein Bild„ Das Pfingstwunder bon auferlegt. 18 Monate Gefängnis für die Verbreitung von als drei Wochen noch nicht zu den Aften gebracht, noch nicht dem Breslau", das dem Polizeipräsidenten von Breslau nicht ge Behauptungen, die nach Ansicht der Anklagebehörde so un- Angeklagten zugegangen ist? Sind zwischen der mündlichen Ver- fallen hat. Am Montag ftand Genosse Heymann, der geheuerlich sein sollen, daß sie eigentlich von Anfang an in fündigung des Urteils und dem Versuch seiner schriftlichen Begründung Redakteur des Wahren Jakob", wegen dieses Bildes vor den fich felber zusammenfielen wer möchte diese Strafe als Instimmigkeiten", Zweifel eingetreten? Stellte sich bei der Ab- Landgericht zu Stuttgart, der Beleidigung der braven Breslauer wer möchte diese Strafe als dem Vergehen angemessen, als gerecht empfinden? Dem Reichskanzler kann man es allenfalls nachfühlen, daß faffung heraus, daß zwei Drittel der Richter zwar darin einig Schuyleute angeklagt. Die Verhandlung endete mit Verer die Strafverfolgung beantragte. Vielleicht glaubte er, waren: daß, aber nicht toeshalb verurteilt werden müsse? Ist tagung. Das Gericht hat beschlossen, umfangreiche Beweisdiesen Schritt schon seiner Gattin, der Principessa Bülow, nachträglich der Mehrheit des Reichsgerichts etwa offenbar geworden, anträge der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft über fchuldig zu fein. Er bewirkte die Strafverfolgung nad) seiner daß die mündlich verkündeten Gründe vor feiner ernsthaften Stritit die Tätigkeit der Breslauer Polizei in der Affäre anit eigenen Angabe aus Gründen der Reinlich feit". ftandhalten können? Die schriftlichen Entscheidungsgründe nennt Striegauer Plat erheben zu lassen. Das Amtsgericht Breslau Nun war er durch die Verhandlungsergebnisse gereinigt" man hier und da Entschuldigungsgründe für fehlsame soll eine ganze Reihe von Zeugen, darunter auch viele Schut der Angeklagte felbst hatte in aller Form eine Ehrenerklärung Urteile. Die Richter waren sich natürlich bei der Verurteilung über leute, tommiffarisch vernehmen. Die Heldentaten der Bresfür Bülow abgegeben lag's da nicht nahe, jolange es die Gründe, die dazu führten, flar. Sonst hätten sie nicht ver- lauer Polizei werden also nochmals festgestellt werden. Der prozefinal möglich war, das heißt bis vor Verkündigung des urteilen, der Borsigende nicht mündlich die Gründe ausführen Prozeß verspricht demnach interessant zu werden. harten Urteils, den Strafantrag zurückzuziehen? Mit dem fönnen. Also müssen späterhin den Richtern Bedenken aufgroßmächtigen Bülow mit der Bernichtung des armen Schächers gestoßen sein, wenn sie die breitägige Frist des§ 275 nicht inneAbgeordnete von Geldsacksgnaden! gedient? Sah er, sahen seine Freunde und Berater nicht ein, hielten. Die gestrige Wahlmännereriaswahl zum preußischen daß hier wieder einmal auf die billigste Weise„ Popularität" Was geschieht, wenn die Richter etwa nach der Urteils- Landtag für den Wahlkreis Geest emünde ehe ergab fajt an erfaufen war? Nun, die Gelegenheit ist verpaßt. Auf verkündigung zu der lleberzeugung von der Unschuld des ausschließlich Wahlmanner für den nationalliberalen Geheimrat 1% Jahre soll der Beleidiger" des Stanzlers, der Verehrer Angeklagten gelangt find? Das Gesetz gibt in solchem Fall tein Witting aus Berlin. Wittings Wahl darf als gesichert und Bewunderer. August Scherls, hinter Gefängnismauern Mittel zur Aufhebung des irrtümlich gefällten Urteils. Und das angesehen werden. Bei der heutigen Landtagserfagwat im Wahlkreise Torgau- Liebenwerda wurde Rittergutebüijzen, weil ihm nicht von vornherein klar war, daß die Bertrifft auch auf ein Urteil zu, für das nur eine, die erste und letzte befizer Gruft od v. ülflingen auf llebigan( freitons.) breiter von Gerüchten und Mitteilungen über Somoserualia Instanz besteht! Die Notwendigkeit einer Berufung in Hochverratsgewählt. bei uns zu Lande härter bestraft werden als gewiffe Be- prozessen erweist die auffällige Tatsache, daß das Urteil noch nicht tätiger", die einst den vornehmsten Rock auf den Schultern dem Angeklagten hat zugestellt werden können. In schreiendstem hatten. Gegensatz hierzu steht die automobilrasende Geschwindigkeit der StrafbolIstredung. M Der Reichsfanzler Bülow hat gesiegt: sein Beleidiger ist aur Strede gebracht. Der Mensch Bülow, der Stabalier Bülow, der Philosoph" Bülow hat eine Schlappe erlitten, die nicht gerade im goldenen Buche derer von Bülow prangen wird. Ruffliches Freiwild. Das Dreiklaffenparlament. berufen. Das preußische Volksparlament, unser Parteitas Der preußische Landtag ist auf den 26, November ein tritt bekanntlid) am 21. November zusammen. Reutabler Patriotismus. getreten ist. " Majestätsbeleidigungsverfahren gegen die Köln. Bolksztg.". " Rüger kontra Hohenthal. Der fächsische Finanzminister Dr. Nüger setzt die Duertreibereien gegen seinen Stoflegen Graf Hohenthal, den Minister des Junern munter fort. In der Zweiten sächsischen Stammer erklärt: Dr. Rüger als dienstältester Minister zu den Behauptungen über eine Rebenregierung in Sachsen: er müsse fonstatieren, daß er niemals wahrgenommen habe, daß von Mitgliedern des Landtages der Verfuch gemacht worden sei, die Regierung von fich abhängig zu machen, ihre Rechte zu vermehren und jene gu beschränken. Bekanntlich hat der Legationsrat b. Nostiz, der Vertraute ohenthals, die Behauptung von der konservativen Nebenregierung aufgestellt. Eine Abschüttelung des Reichslügenverbandes. Im Herzogtum Sachsen- Altenburg steht für den WahlSchweiz. Wir brachten unlängst die Mitteilung, welch gutes Geschäft die Die Jagd ist wieder eröffnet. In der Nummer vom 31. Oktober Terraingesellschaft Peter Bigleben", deren Hauptbeteiligter Abg. haben wir von Ausweisungen, Verhaftungen, Haussuchungen be- se a empf ist, mit dem Verkauf eines Grundstückes für Errichtung richtet, die sich an den Vortrag eines russischen Gelehrten an- eines Reichsmilitärgerichtes gemacht. Die Freis. 8tg." stellt das geschlossen haben. Nuz haben wir beschämt müssen wir Eatsächliche nicht in Abrebe, bemerkt aber, daß die ea einräumen die Polizeimaßregeln unterschätzt, der freifinnige Boltspartei in der Budgetkommisfion des treis Eisenberg eine Landtagserfakwahl bevor. Die Bürgerpolitischen Abteilung des Bolizeipräsidiums, trotz aller unferereichstages gegen den Anlauf des betreffenden Grundstückes ein lichen, Liberalen und Reichsvereinler haben sich auf einen Erfahrungen, noch etwas mehr Einsicht zugetraut, als sie in diesem Gegenteil wäre ja samutigste Storruption! Wir haben stellt, daß sich der Kandidat jede Mitarbeit des Das ist aber doch selbstverständlich, das Kandidaten geeinigt. Die Liberalen haben dabei die Bedingung gea Falle bewiesen hat. Nicht ein halbes Dutzend, sondern mehr nur behauptet, daß der Patriotismus für manche Leute noch die AnReichsligenberbandes verbitten müsse. Diese Bebingung als zwei Dugend Ausweisungen sind das Ergebnis nehmlichkeit hat, ein gutes Geschäft zu sein, während andere wieder ist afzeptiert worden. des Gifers, den die politische Polizei entfaltet hat, um das durch die Kosten dieses Geschäftes zahlen müssen. jenen Vortrag bedrohte Vaterland zu retten. Giwa breißig Berfonen, meift Russen, tommen in einem Rokal in der Großen Ham burgerstraße zusammen, um einen Bortrag zu hören, der rein theoretisch und streng wissenschaftlich wichtige staatsrechtliche Fragen Einem Berliner Blatt wird durch ein Privattelegramm aus behandelt. In den Kreisen der hier lebenden Nusjen ist tagelang 5 In gemeldet: vorher von diesem Bortrage allgemein im Gespräch die Nebe: Tut Gegen die„ Kölnische Bolkszeitung" ist ein Verfahren wegen nichts, es ist eine geheime Versammlung. Im Versammlungs" Majestätsbeleidigung eingeleitet worden. Die Staats Rotal fragt niemand die Ankommenden nach einer Legitimation, anwaltschaft findet die Beleidigung des Kaisers in einem Artifel, ungehindert darf eintreten, wer eine Einladung vorzeigen kann der überschrieben ist Grfag Eulenburg", und in dem eine und wer keine hat: Tut nichts, es ist eine geheime Bersamm Meldung der Berliner Neuen Gesellschaftlichen Korrespondenz tomLung. Auf dem Hofe des Lotals ist eine große Tafel an- mentiert wurde. Gestern fand in der Nedaktion eine aus gebracht, worauf in großer Schrift der Vortrag angekündigt fuchung nach dem Manuskript des Artikels statt, die jedoch il; die Ankommenden werden von Angestellten des Lofalinhabers ergebnislos verlief. Die Angelegenheit wird, wie die in den richtigen Saal gewiesen: Es ist und bleibt eine geheime St. B.- 3." mitteilt, sehr dringend betrieben. Bersammlung! So geheim, wie die Klugheit der neuen Staatsretter! Kutscher Wiemer. Was nun folgt, ist felbft für unsere gehärtete Erfahrung unWir finden in der Germania" folgende nicht üble Notiz: gewöhnlich. Is ob es fich um die Aushebung einer Stafchemme oder Der freifinnige Abgeordnete Dr. Wiemer hielt am Sonntag der Villa des Grafen Synar handelte, werden der Vortragende und in Köln eine Stede, worin er die Zustimmung der Frei feine Zuhörer im gefchloffenen 8uge aur Polizei- finnigen an der Marineborlage, höchst überflüffiger toa de geführt. Die meisten werden nach einem unfreiwilligen weise, anfündigte und u. a. bemerfte: Das Zentrum mache unter Aufenthalt von mehreren Stunden entlassen, sechs dagegen ge- Beschimpfung der Blockparteien, indem es neben dem Wagen der shungen, die Nacht zusammen mit Betrunkenen und Prostituierten Reichspolitik Herlaufe, die erdenklich größten Anstrengungen, den Rutherfi wieder zu erflettern." Bolitische Barbenus, wie die auf ber Polizeiwache zu verbringen. Am nächsten Vormittag Freifinnigen, die sich in ihrer nationalen" Montur gar nicht genug werben diese sechs im grünen Wagen, wieder zusammen mit Bro- bewundern können, bilden sich natürlich ein, der" Pöbel da unten" stituierten, sum Polizeipräsidium gefahren. Dort erhalten sie die beneide ste um ihre hohe" Stellung. Schade nur, daß der Böbel Ausweisungsberfügung mit einer Frist bon zu genau weiß, wie wenig der stolze Herr da oben in der Livree 48 Stunden. Die übrigen Buhörer und der Vortragende werden zu bestimmen hat, wohin die Fahrt geben foll, und daß feines in den nächsten Tagen nach dem Alexanderplat beschieden und mites nur ist, mit der Sand an der Sutkrempe die hören dort ebenfalls die Ausweisungsverfügung. Befehle feines Herrn entgegenzunehmen." Wie sagen: hören. Denn der neueste Kurs gegenüber Ausländern streift sogar die geheiligten Formen der Bureaukratie ab: Man Nationalliberale Wahlreform. Die Militärvorlage, die am Sonntag angenommen wurde, legt den Schweizer Bürgern neben einigen Erleichterungen größere persönliche Opfer auf. So wird die Dauer der Rekrutenschule bon 47 auf 67 Tage für den Infanteristen verlängert. Bisher hatte der Wehrmann alle zwei Jahre einen Wiederholungskurs ( im gangen fünf) von 18tägiger Dauer zu absolvieren, was zusammen 90 Tage ausmachte. In Zukunft sollten 7 jährliche Wiederholung turfe bon je 13tägiger Dauer mitgemacht werden, was 91 Tage er gibt. Die Landwehr, in die der Mann nach wie vor mit dem 32. Altersjahre tritt, hatte bisher zwei Wiederholungskurse von je 7tägiger Dauer zu leisten, in Zufunft foll nur einer von 18 Tagen stattfinden. Die Gesamtzahl der Diensttage beträgt heute 179, nach der Vorlage wird fie in Zukunft 191 betragen. Bei der Kavallerie erfährt die Gesamtzahl der Diensttage eine Reduktion von 210 auf 198, bei der Artillerie hingegen eine Bermehrung von 185 auf 204, ebenso beim Genie von 168 auf 173. Artikel 202 lautet nämlich: Die Borlage enthält vor allem wie wir bereits betonten ein starkes Stud Realtion gegen das Berfonal der Verkehrsanstalten, dem es im Handumdrehen das Streifrecht raubt. Der Im Falle eines Aufgebotes zum aktiven Dienst kann der Bundesrat die Beamten, Angestellten und Arbeiter der Militärberwaltung mit Einschluß der Militäranstalten und Militärwerkstätten sowie diejenigen der öffentlichen Verkehrsanstalten den Militärgefeßen unterstellen." dem Aufgebot der Eisenbahner usw. zu aktivem Dienst beantwortet Jeder Streitbeschluß fann demnach vom Bundesrat sofort mit und ihnen so die wirksame Durchführung ihres Stampfes vereitelt werden. Dabei sind noch immer die Arbeits- und Lohnverhältnisse der Eisenbahner so unbefriedigend, daß man sagen fann, fie stehen das ganze Jahr in der Lohnbewegung. Die Kosten der vorgeschlagenen Militärreform werben auf girla 6 Millionen Frank berechnet, bielleicht steigen sie allmählich auf 10 Millionen. Das derzeitige Militärgejes datiert von 1874. Damals betrugen bie jährlichen Militärausgaben 6,84 Mill. Frank. Im Jahre 1875 beliefen fie fich schon auf 15 Millionen, 1895 auf 23, 1905 auf 30, 1906 auf 35 und für 1907 find fie mit 39,56 Millionen ins Budget eingestellt. Nach Annahme der neuen Vorlage dauert es wohl nicht lange, bis sie 60 Millionen betragen. frankreich. penfionen. nimmt fich nicht einmal mehr die Mühe, ein gedrucktes Aus- Auf dem in Königsberg am 4. November abgehaltenen weifungsformular auszufüllen und zu unterzeichnen, sondern Parteitag der nationalliberalen Partei für Ost- und West. irgendein Schuhmann liest den der deutschen Sprache kaum preußen sprad) der Abgeordnete Justizrat Dr. Krause auch Mächtigen cilight etwas vor, zwingt ihnen eine Feder in die Hand unter anderem über die preußische Wahlreform. Er erklärte und läßt sie ein Protokoll unterschreiben. offen, daß die Nationalliberalen die Ein. Jedes Wort der Kriti von unserer Seite türde die idealen führung des Reichstagswahlrechts für den Rüge dieser Schönheitsbilder preußischer Polizeifultur abschwächen. preußischen Staat nicht als das richtige er. Die Deputiertendiäten, die Beamtengehälter und die ArbeiterOb unfere reisinnigen" ein Wort finden werachteten, ein jog. Pluralwahlrecht mit Abden? Ist ihnen noch immer nicht die Notwendigkeit eines it u fungen nach Alter, Bildung und Besit für remdenrechtes flar geworden, das die Rechtlosigkeit des gerechtfertigter. Pasis, 6. November. In der Kammer wurde gestern ein An trag eingebracht, der die herabfegung der Diäten auf Ausländers in einer eines Stulturstaates würdigen Weise be- Diese Erklärung hat die dortigen freifinnigen Blod 9000& rants fordert, sowie ein anderer, das Maximum der feitigt? Oder gehört es zu ihren Werpflichtungen gegenüber den brüder, die mit den Nationalliberalen zusammen den jetzt Beamtengehälter auf 9000 Frants zu bestimmen, mit AusBlodgenoffen, auch diese neueste Leiftung der Polizei fumm stattfindenden Stadtverordnetenwahlfampf gegen die Sozial- nahme desjenigen für den Bräfidenten der Republit, für die Minister, Hinunterzufchladen 3 demokratie führen müssen, in arge Verlegenheit gefeßt. Denn Generäle und die Generolgouverneure in den Kolonien. Die hier durch erzielten Ersparnisse sollen in die Arbeiterpensions 1 auf die Erringung von Mandaten vorhanden sei. Nachdem der Vortaffe fließen. Der Antrag stügt sich darauf, daß die Mehr- figende auf den Beschluß des Hamburger Parteitages hingewiesen zahl der Wähler Gegner einer Erhöhung ber batte, wonach die Genossen sich an den Landtagswahlen zu be Diäten sind. Der Antrag ist einem Ausschuß über- teiligen haben, und in der Diskussion sich mehrere Redner gegen wiesen worden. diefe Forderungen ausgesprochen hatten, wurde der Antrag und das Amendement abgelehnt. England. Städtische Wahlen. London, 4. November.( Eig. Ber.) Letzten Freitag fanden in zahlreichen Städten von England und Wales Munizipalwahlen statt. Ein genaues Rejultat der Arbeiter und sozialistischen Kandidaturen werden wir erst Ende dieser Woche haben. Die Arbeiterpartei eroberte 22 neue Mandate, die Sozialisten 5, wovon 1 in Burnley ( in Hyndmans Wahlkreis), Die Frauen stellten 11 Kandidatinnen auf, wovon 5 gewählt Italien. wurden. Prozeß Nasi. Rom, 5. November. Nafi wird einem Berhör unterzogen. Er erklärt, er werde nachweisen, daß er die ihm zugeschriebenen Berorechen nicht begangen habe, Er habe niemals fich zu verteidigen gesucht, indem er andere anflagte. Es sei nicht seine Absicht, Staatsgeheimniffe zu enthüllen, es gebe aber Tatsachen, von denen jeder Staatsmann wünsche, daß sie nicht bekannt werden. Er habe eine umfangreiche Reform der Mittelschulen geplant; er brauchte Geld, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Ein Teil der Gelder sei auch für Reisen verausgabt worden. Er habe sich auch biel mit den Fragen betreffend Nordafrika beschäftigt, geleitet von dem Wunsche, daß Italien nach Tunis nicht eine zweite Schlappe in Tripolis erleide. Er habe eine archäologische Expedition vorbereitet, welche Tripolis bereifen sollte; die Expedition fand nicht statt, aber die Vorbereitung war mit Ausgaben verbunden. Die Sigung wurde dann geschlossen. Rußland. Bolizeigeschichten. Petersburg, 6. November. Gerüchtweise verlautet, die Polizei sei in Peterhof einem neuen Komplott gegen den Baren auf die Spur gefommen. Zahlreiche Berhaftungen feien vorgenommen worden. Die Angelegenheit wird vorläufig noch streng geheim gehalten. Ueberfüllte Gefängnisse. Warschau, 6. November. In den letzten Tagen find mehr als 600 Personen in Barschau verhaftet worden. Jufolge dessen ist die Ueberfüllung in den hiesigen Gefängnissen so groß, daß die Regierung in Petersburg von den Warschauer Behörden telegraphiich ersucht worden ist, alle bereits zu 3wangsarbeiten verurteilten Säfte linge sofort nach Sibirien abzuichieben. Heute fam aber eine telegraphische Antwort, daß es unmöglich jei, diefem Ersuchen nachzugeben, weil auch alle Gefänguiffe in Sibiricu überfüllt sind. Vorläufig foll also ein Teil der Gefangenen nach der Stadt Kielce gebracht werden. Diese Stadt ist nämlich in ganz Nuffisch- Polen die einzige, in welcher das Gefängnis noch nicht überfüllt ist. Cürkei. Brotfrawalle in Aleppo. Konftantinopel, 6. November.( Meldung des Wiener K. R. Tel.Korresp- Bureaus.) Borgestern tam es in Aleppo infolge der Brotteuerung zu einer Demonstration. Eine Volksmenge wollte die Geschäfte plündern. Der Wali und die Gendarmerie, welche intervenierten, wurden mit Steinen empfangen. Es gab einige Verwundete. Da Aleppo von Truppen ent blößt ist, hat der Wali die Entfendung von Truppen Nach Angabe der Pforte ist die verstärkungen verlangt. Ruhe später wiederhergestellt. Amerika. Wahlen. Sozialdemokratische Gesinnung ein Grund zum Rücktritt vom Bertrage. Unserem Genoffen Eckardt in Salzungen ging folgender Brief zu: Herrn Zigarrenfabrikant Eckardt Kieselbach, den 23. Ditober 07. Salzungen. Erst heute erfahre ich, daß meine Tochter Katharine Wenig bei ihnen in Dienst treten will. Da Sie als Sozialdemokrat ein Gegner der staatlichen Ordnung u. jedenfalls auch der Religion find, mache ich von dem mir nach§ 113, Absatz 2 des Bürgerlichen Gefeßbuches zustehenden Rechte Gebrauch u. ziebe meine Ermächtigung für meine minderjährige Tochter, Dienftverhältnisse einzugehn, hiermit zurück, um dieselbe vor Gefahren zu schügen, die sich aus ihrer Un erfahrenheit ergeben. Ich Geftatte deshalb nicht, daß dieselbe bei ihnen in Dienst tritt u. sende anbei das Dinggeld im Betrage bon 3 Mark zurüd. Johannes Wenig III. Ein strammer Drdnungsmann, der Herr Wenig III. Ob ihm die Gerichte des Klassenftaates recht geben würden, falls Genosse Eckardt klagen würde? Es ist nichts unmöglich! Unsere Toten. In Leipzig starben in diefen Tagen die Ges noffen Louis Jacob und Alfred Heister, beibes alte ver diente Kämpfer, die viele Jahre auch unter dem Sozialistengesetz unermüdet ihre Schulbigkeit getan haben. Roosevelt verklagt eine sozialistische Zeitung. Das in der Stadt Girard, des nordamerikanischen Bundes staates Kansas herausgegebene sozialistische Wochenblatt ,, Appeal to Reason"(" Appell an die Vernunft") ist von dem Präfidenten Roosevelt verklagt worden. Durch einen Artikel, von Eugen Debs geschrieben, und durch eine Karrifatur fühlt sich Roosevelt beleidigt. Der Artikel behandelte die Einmischung Roosevelts in den Moyer- Haywood- Prozeß in Idaho. Die Klage einer Behörde gegen die Bresse ist ein sehr seltener all. Die Auflage unterstellt, es sei ein Bundesgeiet verlegt, welches es strafbar macht, auf Deckeln und Umichlägen"( covers and wrappers) Artitel schmähenden oder drohenden Jubalts zu drucken oder Zeichnungen und Abbildungen folcher Art. Fünf Jahre Haft oder 5000 Dollar Strafe stehen auf ein solches Bergehen. In diesem Falle müßte erst bewiesen werden, daß die erste Seite der Zeitung der Dedel oder Umschlag" ist. Appeal to Reason" ist die verbreitetste sozialistische Zeitung in ben Vereinigten Staaten. ," Sozialismus in Judien. In Calcutta wurde eine Sozial bemokratisce 2iga gegründet, die erste in Judien. Berlin hat gewählt! 10. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum II. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: 8ubeil( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 7795( 7740) Abgegebene Stimmen: 4033( 3896) Sozialdemokratie. 3241( 2917) Liberalismus 791( 975) Bersplittert Gewählt: Genosse Schulz. 1( 4) 11. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum III. und IV. Seidstags- ahItreis.) Bisheriger Vertreter: Boigt( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 4570( 5008) Abgegebene Stimmen: 2881( 2438) Sozialdemokratie. 1779( 1673) Liberalismus, Bersplittert . Gewählt: Genosse Boigt. 602( 759) ( 1) 12. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum III. und IV. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Schulz( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 6109( 6575) Abgegebene Stimmen: 8306( 3081) Sozialdemokratie. 8019( 2949) Liberalismus 286( 124) Bersplittert Gewählt: Genosse Zubeil. 1( 8) 22. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum IV. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Bertreter: engels(@oz.). Eingeschriebene Wähler: 5141( 5548) 2236( 2225) Abgegebene Stimmen: Sozialdemokratie. 1667( 1644) Liberalismus Koniervative Beriplittert 565( 530) 9 Gewählt: Genosse Wengels. ( 45) 4( 6) 23. Kommunal- Wahlbezirk. ( 8um IV. Reichstags- Wahlkreis) Bisheriger Vertreter: Basner( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 5094( 5732) Abgegebene Stimmen: 2279( 2191) Sozialdemokratie. 2070( 1968) Liberalismus 207( 199) Konservative Zersplittert Gewählt: Genosse Basner. ( 20) 2( 4) 29. Kommunal- Wahlbezirt. ( Bum V. und VI. Reichstags Wahlkreis.) Bisheriger Bertreter: It( Lib.). Eingeschriebene Wähler: 4658( 5874) Abgegebene Stimmen: 2037( 2209) Sozialdemokratie. 894( 929) Liberalismus Konservative Zentrumspartei Bersplittert Gewählt: Alt( Lib.). · O 1097( 1176) ( 108) 40 6 ( 2) 981 32. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum VI. Seichstags- Wahlfreis.) Bisheriger Vertreter: Leid( Soz.). Der Kampf ums rote Haus, der in Berlin am Mittwoch ausgefochten wurde, hat geendet, wie er enden mußte. Das Ergebnis der Stadtverordnetenwahlen dritter Abteilung ist eine 3urüdwerfung des Freisinns, der in den meisten der an den diesjährigen. Wahlen beteiligten Bezirke einen heftigen Ansturm gegen die SozialDemokratie unternommen und sich hiervon einen guten Erfolg versprochen hatte. Die Hoffnungen des Berliner Stadtfreisinns find schmählich aufchanden geworden. Es ist den Freifinnigen gelungen, ihre drei alten Bezirke noch einmal zu behaupten; aber nicht einen ein- sas zigen unserer dreizehn Bezirke haben sie uns ftreitig zu machen Dermocht, nicht in einem einziaen davon haben jie es zu einer Stimmenzahl gebracht, die ernsthaft in Betracht kommen New York, 6. November. In verschiedenen Staaten finden augenblidlich wichtige Wahlen fowohl für den Staat als für die fönnte. Die Konservativen haben noch weniger ausgerichtet. Gemeinden statt. Der Wahlkampf ist befonders in New York In den Moabiter Bezirken, wo sie die verzweifeltsten Anstrengheftig und richtet sich gegen die Tammany Partei( die ungen gemacht hatten, ihr längst an die Sozialdemokratie Organisation forrupter bürgerlicher Geschäftspolitiker). Die Sozialisten verlorenes Terrain wieder zu erobern, sind sie unterlegen. machen mit den Demokraten gemeinsame Sache gegen Tammany. Unterlegen find sie vor allem auch in ihrem Stampfe gegen Im Zusammenhang mit den Wahlen wurden mehrere Ber- Hochberräter" Liebknecht; all die Schmähungen, mit denen haftungen vorgenommen, die Verhafteten wurden jedoch gegen fie unseren Genoffen überhäuften, haben ihnen nichts genußt. Stellung von Kaution wieder auf freien Fuß gesetzt. Der gefunde Sinn der Wählerschaft dritter Abteilung hat sich New York, 6. November. Bei der geftrigen New Yorker Stadt nicht irre machen lassen. Die Sozialdemokratie wahl fiegte die Tammany Partei und zwar mit 60 000 Berlins hat in ihrer ersten größeren Aktion nach den Stimmen Mehrheit. Reichstagswahlen die Belastungsprobe glänzend bestanden, unter der die Blockparteien sie zusammenbrechen zu sehen hofften. New York, 6. November. Die Wahlen find in ganzen Lande ruhig verlaufen. In Kentuch ist ein Republikaner zum Gouverneur gewählt und in New Jersey ein demokratischer Kandidat. In dem Wahlkampfe um das Amt des Bürgermeisters von Cleveland( Ohio) siegte der Demokrat Johnson über den Republikaner Burton, der von Moosevelt und Taft unterstützt wurde. Die Tammany- Hall hat in der Grafschaft New York Hearst fowie fämtliche Kandidaten der republikanischen Partei geschlagen. Aus der Partei. Gemeinderatswahlen. Wiesbaden, 6. November. ( rivatdepesche des Vorwärts".) Gewählt find dreizehn Sozialdemo= fra ten: Bernstein( 9. Bezirf), Schulz( 10. Bezirk), Voint ( 11. Bezirf), Zubeil( 12. Bezirk), Wengels( 22. Bezirf) Basner( 23. Bezirk), Weyl( 32. Bezirk), Fischer( 34. Bezirk), Pfannfach( 35, Bezirk), Leid( 36. Bezirk), Glode( 44. Bezirk), Liebknecht( 45. Bezirk), Wurm( 48. Bezirk); außerdem in ihren alten Bezirfen drei reifinnige: Stollokowsky ( 4. Bezirk), Alt( 29. Bezirk), Bitterhoff( 41. Bezirk). Die richtige Wertung des Zahlenergebnisses der einzelnen Bezirke wird dadurch erschwert, daß diesmal in manchen Bezirken die Konservativen noch mehr als bisher die Kandidaten des von Bei den Stadtverordnetentvahlen wurden ein Sosial. ihnen sonst so sehr gehaßten Freisinns ohne weiteres unterstützt demokrat und vier Mischmaschfandidaten gewählt. haben. Das gilt namentlich für Bezirk 9 und zweifellos ebenso sehr für Bezirk 45, in geringerem Maße für mehrere In Eisenberg( Sachsen- Altenburg) wurden am Sonntag bei andere Bezirke. Dadurch ist die Stimmenzahl, die vom Freifinn erzielt wurde, fünstlich geden Stadtverordnetenwahlen der dritten Selasie die brei sozialfteigert worden- ähnlich wie auch bei den Reichstagsdemokratischen Kandidaten mit je 241 Stimmen gewahlen in einigen Wahlfreifen Berlins die Stonservativen in wählt. Die von den vereinigten Hausbesiger, Bürger- und ihrer unverwüstlichen Einfalt dazu beigetragen hatten, den liberalen Vereinen aufgestellten Blockandidaten brachten es auf Freisinn noch einmal zu scheinbarem Leben zu erwecken. In der ganze 98 Stimmen! unten folgenden Zusammenstellung fönnte man getrost bei den meisten Bezirken die Parteibezeichnung, Liberalismus" durch den treffenderen Namen„ Blodparteien" ersetzen. Das Einzelergebnis. In Sulzbach( mt Weinheim), Baden, fiegte am Sonnabend bei den Bürgerausichußwahlen in der britten Wählerklaffe der Vor schlag der sozialistischen Arbeiter mit einer einzigen Ausnahme. unberücksichtigt geblieben.) Zum preußischen Parteitag delegierte der Breslauer fozial( n Klammern ist beigefügt das Ergebnis der Wahlen von 1901; demokratische Verein die Genossen Bernstein, Tupauer( Berlin) Die Ergebnisse der Nachwablen, die seitdem stattgefunden haben, find und Löbe und Neukirch( Breslau). In seinem Referat trat Genosse Löbe für energische Beteiligung an der nächsten Landtagswahl ein. Sollte es im Zeichen des Blocks nicht möglich sein, das Reichstagswahlrecht für Breußen zu erhalten, fo müßten weitgehende außerparlamentarische Aktionen inszeniert werben, die mit der Aufklärung der Steuerzahler durch Wort und Schrift beginnen und mit Straßen Demonstrationen und Maisenstreitbewegungen aufhören müßten. Bebauerlich sei, daß die vor zwei Jahren be gonnene fräftige Agitation gegen das Junkerparlament nicht ebenso fräftig fortgesetzt worden sei. Wäre das geschehen, so wären wir heute weiter. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. In Kiel wurde in der Parteiversammlung, die sich mit dem Parteitag beschäftigte, ein Antrag eingebracht, der den Parteitag aufforderte, zu beschließen, daß die Sozialdemokratie sich an den im Herbst 1908 stattfindenden Landtagswahlen nicht beteilige, wenn das bestehende Wahlgesetz bis dahin noch Geltung hat. Statt der Wah! beteiligung fei von neuemt eine energische Protestbewegung gegen das bestehende Wahlgefeß einzuleiten. Ferner wurde ein Amendement zu diesem Antrag gestellt, in dem gesagt wurde, daß die Beteiligung nicht mehr auf der ganzen Linie, sondern nur in den Wahlkreisen erfolgen folle, wo die bisherige Erfahrung lehre, daß dort Aussicht 4. Kommunal Wah! bezirk. ( 3um II. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Bertreter: Rollotow sfy( Lib.). Eingeschriebene Bädier: 4207( 4417) Abgegebene Stimmen: 1292( 1158) Sozialdemokratie. 841( 834) Liberalismus. 951( 821) Bersplittert Gewählt: Kollotowsky( Lib.). ( 3) 9. Kommunal Wahlbezirk. ( Bum II. Neichstags- Wahlfreis.) Bisheriger Bertreter: Bernstein( Soz.). Eingeichriebene Wähler: 7825( 7249) 8286( 8074) Abgegebene Stimmen: Sozialdemokratie. 2135( 2145) Liberalismus Konservative Bersplittert 9 1148( 287) 0 ( 638) 3 ( 4) Gewählt: Genosse Bernstein. 983 Eingeschriebene Wähler: 6030( 6515) 2816( 2567) Abgegebene Stimmen: Sozialdemokratie. 2640( 2825) Siberalismus Konservative Zentrumspartei Bersplittert Gewählt: Genosse Weyl. 3 103( 241) 5 60 2 ( 1) 34. Kommunal- Wahlbezirk. ( 8um VI. Seichstags Wahlfreis.) Bisheriger Vertreter: Fischer( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 10004( 8469) Abgegebene Stimmen: 4347( 8805) Sozialdemokratie. 3940( 3184) Liberalismus ( 156) Bersplittert 18( 15) Gewählt: Genosse Fischer. . 394 35. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum VI. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Wurm( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 15226( 7419) Abgegebene Stimmen: 7231( 3151). Sozialdemokratie. 6531( 8183) Liberalismus 686( Zersplittert Gewählt: Genosse Pfannkuch. • 19 14( 18) 36. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum VI. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Wehl( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 7778( 7836) Abgegebene Stimmen: 4038( 3741) Sozialdemokratie. 4007( 3711). 10 Beriplittert.. ( 80) Liberalismus 21(-) Gewählt: Genosse Leid. 41. Kommunal- Wahlbezirk. ( 8um I., V., VI. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Bitterhoff( Lib.). Eingeschriebene Wähler: 5488( 5499) Abgegebene Stimmen: 2008( 1627) Sozialdemokratie. 687( 346) Liberalismus Konfervative Zersplittert B 1321( 1094) 9 ( 184) ( 3) Gewählt: Bitterhoff( Lib.) 44. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum VI. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Glode( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 10678( 8042) Abgegebene Stimmen: 4429( 3854) Sozialdemokratie. 3133( 2299) Liberalismus Bodenreformer Stonservative Sentrumspartei Bersplittert 198 • ( 108) ( 1136) 1082 ( 809) 16( 2) Gewählt: Genosse Glode. 45. Rommunal- Wahlbezirk. ( Bum VL. Reichstags- Wahitreis.) Bisheriger Vertreter: Liebknecht( Soz.). Eingeschriebene Wähler: 6190( 6384) Abgegebene Stimmen: 2506( 2605) Sozialdemokratie. 1865( 1882) Liberalismus Konservative 509 ( 110) 624( 1091) 8( 22) Zentrumspartei Bersplittert Gewählt: Genosse Liebknecht. 48. Kommunal- Wahlbezirk. ( Bum VI. Reichstags- Wahlkreis.) Bisheriger Vertreter: Pfannkuch( Soz). Eingeschriebene Wähler: 8514( 6489) Abgegebene Stimmen: 4092( 2731) Sozialdemokratie. 4075( 2711) Zersplittert Liberalismus Gewählt: Genosse Wurm. gewohnt sind. 8( 20) 9(-) 0 115 Aus der Frauenbewegung. Spott und Hohn für Dienstboten. Als schen Geldmarktes. All das, um schließlich als Facit die Verstärkung der industriellen und finanziellen Macht der kleinen Gruppe von Geldmännern zu ergeben, die in der Persönlichkeit des Morgan fulminieren! Der bürgerlichen Gesellschaft erscheint die Aschenbrödelrolle det Die amerikanische Volkswirtschaft wird nachgerade zu einem Dienstboten als etwas fo Selbstverständliches, daß sie in dem verhältnismäßig einfachen Problem. Sie gravitiert um diesen feimenden Menschenbewußtsein dieser Arbeiterfategorie geradezu ein Morgan, dessen Goldmacht Krisen besänftigt, der dem Markt mit Verbrechen erblickt. Daß Dienstboten sich als Menschen fühlen, als seinen Millionen wieder auf die Beine hilft, und dem all das in solche behandelt werden wollen, ist der Gesellschaft mit der Portes sinkenden Werten angelegte Geld zehnfach verzinst durch die ers monnaiemoral unfaßbar. Bunächst faßte man die Aussprüche Der Wahlkampf vollzog sich in den ruhigen, unauf- langte industrielle Suprematie wieder zurückkehrt. Man muß die einzelner Dienstboten, die mit ihrer Arbeitskraft nicht fälligen Formen, die wir in Berlin bei Kommunalwahlen symptomatische Bewertung der Tenessee Coal- Iron and Railroad Co. auch das Recht verkaufen wollten, Mensch zu sein, als Kurioſa auf. Man machte darüber Wize, wie über eine ultige Abnormität. Sein hervorstechendstes Merkmal war im industriellen Leben der Vereinigten Staaten als erfolgreicher im industriellen Leben der Vereinigten Staaten als erfolgreicher man aber merkte, daß unter den Dienstboten das Klassengefüht diesmal der Eifer, mit dem die Freifinnigen wie die Cutsider des Stabltrusts gekannt haben, um die Nachricht von der unwiderstehlich sich durchzuringen und zu betätigen begann, versuchte Konservativen schon zu frühester Stunde, zum Teil schon vor Einverleibung derselben zu würdigen. Ohne Schwertstreich, ohne man die bisher willen und wehrlos Ausgebeuteten mit giftigen 12 Uhr, ihre Wähler aufsuchten und heranzuschleppen suchten. eine verlustreiche industrielle Fehde, nur zu einem Uebernahmsturs Geifer zu bespritzen. Wenn das Männer tun, ist es schon ekelhaft, Jm 9. Bezirk besorgte in den Abendstunden der Freisinns der Effetten, der, wie es verlautet, gegenüber dem Marktwert er empörend. Aber noch widerlicher ist es, wenn auch Geschlechtss kandidat Huff persönlich den Schlepperdienst, indem er im heblich zurücksteht, bemächtigt sich der Stahltruft eines un- genoijinnen sich an solchem Tun beteiligen. Da schreibt z. B. eine Automobil von Haus zu Haus fuhr. Er erzielte eine beangenehmen Störenfriedes seiner Alleinherrschaft. Während er gewisse Rema: deutende Steigerung der Stimmenzahl, wobei allerdings zu in der Hochtonjunktur faum dem Bedarf folgen konnte und das Die finderlose Frau ist in der biblischen Geschichte ein Geschöpf, dem Gott seinen Segen bersagte, im modernen Mietsberücksichtigen ist, daß diesem gemeinsamen Schüßling des gleichzeitige Bestehen einer erstartenden Konkurrenz faum verReichslügenverbandes und des ,, entschiedenen" Stommunalfreisinns spürte, bringt ihm das erste Wehen der Krise sofort die denkbar fontor jedoch feiert sie Triumphe, sie ist in den Augen der Hauss beamtinnen" eine Dame, mit welcher Verhandlungen anzufnüpfen auch alle fonservativen Wähler zujubelten. Im Südosten und einfachste Entledigung derselben. Aus dem Schoße der Krise ent- sich lohnt, und die ihre Mitbewerberinnen um die Gunst der im Often fielen besonders der 11. Bezirk und der 22. Bezirk springen für ihn neue Profitquellen, neue Kapitalstonzentration. Holdinnen immer um mehrere Naienlängen schlägt. Ea durch die fieberhafte Agitation auf, die von den Kaufleuten Die Erscheinungen der heutigen amerikanischen Krise und der kommt übrigens nicht selten vor, daß eine Dienstsuchende auf für die dort aufgestellten Kandidaten entfaltet wurde. Mit Depression auf allen übrigen Märkten werden die Legende von die Ansprache einer Dame keine Antwort erteilt; Fräulein Hauswelchem Mißerfolg das geschehen ist, lehren die oben mit dem Gindämmen und Zurückschrauben der konzentrierten Kapitals- gehülfin" läßt einen Blick über die Sprechende gleiten, der an geteilten Zahlen. Heiß war der Kampf in den Moabiter Be- mächte durch das Mittel der bürgerlichen Gesetzgebung wohl end- Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig läßt, um ihr dann den zirfen. Dort wurde von den Konservativen durch Bearbeitung gültig zerstören. Rücken zu wenden, zum Zeichen, daß Unterhandlungen nicht erwünscht der fleinen Gewerbetreibenden und durch Mobilmachung der find. Früher fragten die Hausfrauen die Dienstboten nach ihren Fähigkeiten Unterbeamten das Menschenmögliche geleistet, um uns diese heutzutage find die Rollen vertauscht, die„ Hausbeatin" stellt ihre Fragen nach den Qualitäten der Herrschaft. Bezirke zu entreißen. Aber unsere Moabiter Genoffen schlugen ehe sie das Dienstbuch zwischen den Knöpfen des Jacketts den Ansturm siegreich ab. langsam hervorzieht. Die Köchin vergewissert sich, daß abends nicht zu spät und möglichst selten warm gegessen wird, das Hauss mädchen fragt nach der Zahl der Zimmer und das Kindermädchen nach der Zahl der Kinder wenn es überhaupt folch seltenes Wefen gibt, das geneigt ist, die Fürsorge für Kinder zu übernehmen. Die Vororte erfreuen sich feiner Beliebtheit, weil die fonntäglichen Vergnügungen schwerer zu erreichen sind; begehrt find dagegen die Hausschlüssel, denn man wünicht ungeniert spät die heimischen Penaten aufzusuchen, und geradezu gefürchtet ift die große Wäsche". Amerita ist heute in einer bisher noch nie gekannten Weise das Land der ausgeprägten tapitalistischen Oligarchie. Das ganze Bolt arbeitet für einen engsten Kreis von Leuten, die eine märchenhafte Macht in ihren Händen halten. Es ist eine Fronde Eine nähere Erörterung der Wahlziffern ist in diesem eines ganzen Voltes in geschichtlich einzig dastehenden Formen, Augenblid nicht möglich. Wir müssen uns heute daran ge die nichts von ihrer Unterdrüdung und Sklaverei verliert, weil nügen lassen, die Tatsache festzustellen, daß in einer ganzen fie nicht gleichzeitig vom Elend und Hunger begleitet ist. Es hat Reihe von Bezirken der Prozentanteil der für die Oligarchien und Diftaturen gegeben, welche von ähnlichem Glanze Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen und dem Wohlergehen der breiten Massen begleitet waren, wie es an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen noch gegenüber vorläufig und zum Teil wenigstens noch dem amerikanischen Arder Wahl von 1901 gestiegen ist. Das ist zu danken der beiter nachgesagt wird, und sie wurden gestürzt. Weil der Drang treuen Arbeit der Genossen, die in den einzelnen Bezirken tätia nach freier Selbstbestimmung seiner Geschide endlich so mächtig gewesen sind und den Wahlkampf so vorbereitet haben, daß er wurde, um auch der glänzendsten Tyrannis ein Ende zu bereiten. uns den gewohnten Sieg bringen mußte. Der Berliner Wahl- Auch die Trustherrschaft wird und muß einmal ihr Waterloo fieg vom 6. November soll uns gelten als ein gutes or finden, wenn das amerikanische Bolt selbst endlich müde geworden zeichen für die größeren Kämpfe, die von der Sozialdemo- fein wird, stets geführt und gegängelt zu werden, und seine fratie im nächsten Jahre durchgefochten werden müssen. Das politische Macht im demokratischen Staate herstellt. Die Ers Brolcta.iat des Königreichs Preußen rüstet zum entschloffenen scheinungen dieser Krise werden zum heilsamen Erkennen des NotStampf gegen das Dreitlassenwahlrecht des wendigen sicher mitwirken. preußischen Landtags. Dieses Dreiklassenwahlrecht an Fall zu bringen, ist unsere nächste Aufgabe. Fallen miß aber mit ihm endlich auch das Dreiklassenwahlrecht der Ge= meinden, fallen die Dreiklassenschmach, auf der in Berlin die Herrschaft des Kommunalfreisinns beruht. Die Ergebniſſe der Charlottenburger Wahlen find folgende: Sozialdemokrat Freifinnig Unpolitisch. 1. Bezirk. 973 Stimmen 583 491 Stichwahl zwischen Sozialdemokrat und Freifinn. 2. Bezirk. Sozialdemokrat. Freifinnig. Unpolitisch 1102 Stimmen 1123 656 " Stichwahl zwischen Sozialdemokrat und Freifinn. 3. Bezirk. Sozialdemokrat. 1632 Stimmen Freifinnig 785 Unpolitisch 261 Bersplittert 1 Gewählt Gebert( Soz.). 4. Bezirk. Sozialdemokrat Freifinnig 1017 Stimmen. 510 " Impolitisch 460 " Bersplittert 4 19 5. Bezirk. Sozialdemokrat • Freifinnig 844 Stimmen 536 Unpolitisch 300 12 Gewählt Zietsch( Soz.). Beriplittert. ". Stichwahl zwischen Sozialdemokrat und Freifinn. 6. Bezirk. Sozialdemokrat Freisiunig Unpolitisch. B · Gewählt: Unpolitisch. 729 Stimmen 985 7. Bezirk. Sozialdemokrat. Freifinnig. 533 Stimmen. 587 Unpolitisch. 298 war. er Naufifaa spilte mit ihren Gefährtimmen das schneeige Linnen, als Odysseus dem Meere entstieg, Königinnen und Prinzessinnen hielten es nicht unter ihrer Würde, Schleier und andere Gewebe zu waschen, und die Geschichte erzählt, daß der Waschtag" für Frauen ohne Unterschied des Standes ein Tag der lebendigsten Geschäftigkeit" Die Werte" Ilmwertung aller ftreat fich aber auch auf dieses häusliche Gebiet, denn die modernen Dienstboten lieben diese ehedem fönigliche Beschäftigung nicht, sie entschließen sich nur schwer zum Dienst in einem Hause, wo noch solch altertümlich- poetische Bräuche herrschen." In welcher Weise Großbanken zuweilen ihre Macht ausnuten, Gott, welche Schmerzen! Die Dienstboten haben wirklich nichts das wird in den nächsten Tagen in Stuttgart vor Gericht zur Er- dagegen, wenn hohe und höhere Herrschaften ihre Wäsche selbst örterung fommen. Ein Kaufmann Mayer hat die Bank wegen Be- waichen. Aber wenn es wirklich so steht mit der bevorzugten wucherung verklagt. Das„ B. T." berichtet über die Vorgeschichte Stellung der Dienstboten, warum fommen die Damen nicht auf den des Prozesses folgendes: Beleihungsgeschäft und Gründungspraktiken. Jm April 1904 war M. an die Direktion der Darmstädter Bant gescheiten Gedanken, die Plagen der gnädigen Frau an den Nagel in Darmstadt herangetreten, ihm ein Darlehen zu gewähren. Das zu hängen und sich des Lebens als Haus-, Simmer, Küchen-, Kammer und Waschmädchen zu erfreuen? Es wird so viel geflagt Institut bewilligte ihm 590 000 m. gegen 6 Proz. Zinsen und über Unsicherheit der Eristenz unverheirateter Damen aus dem 1½ Proz. Provision. Außerdem übernahm M. die Verpflichtung Bürgerſtande. Fräulein Rema zeigt ihnen den Weg, der zum Glüde der Bank das Optionsrecht auf zwei Millionen Mark Aftien eines führt. Mögen sie doch um die berlockenden Stellen als Dienstboten bis dahin im Besize des M. befindlichen und als Aftiengesellschaft zu sich bewerben, da dürfen sie ja fogar ehemalig fönigliche Beschäfti gründenden Elektrizitätswerkes einzuräumen. Dieses Optionsrecht gung ausüben. follte der Bank zu einem Kurse zustehen, der sich um 350 000 m. unter dem Buchwerte hielt. Im Frühjahr 1905 wollte M. den Ver- Wilhelmsruh. Donnerstag, den 7. November, bei Barth: Bortrag. trag mit der Darmstädter Bank gelöst sehen. Dazu verstand sich die Groß- Lichterfelde und Umgegend. Montag, den 18. November, Darmstädter Bank unter der Bedingung, daß M. das Darlehen nebst 8 Uhr, im Restaurant Raiserhof am Kranoldplay: Bortrag. Binfen und Provision zurückzahlte und außerdem der Bank eine Genosse Kurt Heinig: Bildungsfragen". Abstandsfumme von 350 000 m. gewährte. Ferner sollte der Bank ein Optionsrecht für 1 Will. Mark des oben erwähnten Elektrizitätswerkes verbleiben. M. zahlte die verlangte Summe, forderte aber Letzte Nachrichten und Depeschen. spätet 350.000. im Prozeßwege zurüd, weil angeblich seine NotTage ausgebeutet worden sei. Die Bank bestreitet dies mit Entschiedenheit, indem sie erklärt, von einer wirklichen Notlage fönne nicht die Rede gewesen sein. Ob Notlage vorlag oder nicht, auf jeden Fall handelt es sich um einen ungeheuerlichen Zinssaß, der sich auf annähernd 70 Broz. stellt, gang abgesehen von dem Gewinn, der aus der Uebernahme von 1 Mill. Mark Aktien der neuen Gesellschaft zu erwarten war. Geschäftsgang im Holzgewerbe. Ober Zur Keffelexplosion auf dem Schulschiff„ Blücher". Flensburg, 6. November.( W. T. B.) Amtliche Meldung. Bei der heute erfolgten Explosion auf dem Schulschiffe Blücher" sind, fo. weit jest festgestellt, getötet: Dbermaschinist Baeder, maschinistenmaat Wilhelm Hildt, Maschinistenmaat Johann Saul, Oberbootsmannsmaat Karl Heyn, Torpedoheizer Oswald Teller, Heizer Edmund Schmig, Johann Keller, Obermatrose Baul Riedan, Matrose Wilhelm Leu und Heizer Wilhelm Kellner. Schwer verwundet sind: Jm vorigen Jahre war die winterliche Abschwächung nach Torpedoobermaschinist Voß, Torpedomaschinistenmaat Karl Rißeiner äußerst flotten, anhaltenden Tätigkeit während der Sommer- müller, Torpedoobermaschinistenanwärter Max Dedermann, Willi und Herbstmonate sehr minimal, da vielfach im Hinblick auf den Benner, Richard Ballhause, Nase, Torpedomaschinistenanwärter drohenden Konflikt zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern Richard Frisiche, Kurt Randig, Heinrich Cordes, Johannes Schridel möglichst auf Vorrat gearbeitet wurde. Die sonst übliche Winter- Louis Didmann, Torpedoheizer Willi Kerzler, Oberheizer Adolf ruhe wurde kaum empfunden. Sehr viel anders sieht es in diesem Weber, Paul Rogadi, Heizer Heinrich Peters, Torpedoheizer Wilhelm Jahre beim Herannahen des Winters aus. Schon Nuelle, Oberbootsmannsmaat Walter Burath, Obermatrose Richard an und für sich ist die Stimmung infolge des unbefriedigenden Schwabe, Matrosen Tönfing, Peter Thiel, Paul Migga, OberGeschäftsganges in der Hauptgeschäftszeit des Jahres ziemlich ge botteliergast Heinrich Schrader. drückt. Mit der Holzarbeiteraussperrung zu Anfang des Jahres begann eine Zeit stodender Arbeitstätigkeit. Nach Aufhebung der Zum österreichisch- ungarischen Ausgleich. Aussperrung trat keineswegs die erwartete kräftige Belebung ein: Wien, 6. November.( W. T. B.) Abgeordnetenhaus. Der der Beschäftigungsgrad war vielmehr anhaltend niedriger als im Ausgleichsausschuß wählte die Abgeordneten Dr. Lecher, Professor Ichten Jahre. Einen Beweis dafür bieten die Arbeitslosen- Dr. Glabinski und Dr. Ploj zu Bizeobmännern und begann die zählungen des Holzarbeiterverbandes, der für Generaldebatte über die Ausgleichsvorlagen. Lecher erblickt in denselben einen entschiedenen Schritt vorwärts auf der Bahn der jedes Quartal des laufenden Jahres einen höheren Prozentsab politischen Trennung Desterreichs von Ungarn und bittet den Miarbeitsloser Mitglieder feststellt als im Jahre 1906. Unter diesen nisterpräsidenten, die Politik nicht nur als eine Personen, sondern Umständen eröffnet sich denn für alle Teile des Holzgewerbes, so- als eine Programmfrage aufzufassen und den Abgeordneten einen wohl für Arbeitgeber als auch für Arbeiter, fein sehr erfreuliches Weg zu zeigen, den nicht nur ehrgeizige Personen, sondern auch Zukunftsbild für den kommenden Winter. Wenn wenigstens der unabhängige Männer von Ueberzeugung gehen könnten. Dr. Schlegel Sommer hohe Umsätze gebracht hätte wie 1906, so würde eine inten- fragt die Regierung, ob außer den Ausgleichsvorlagen noch geheime sivere Arbeitsruhe nicht so unangenehm empfunden werden. So Vereinbarungen mit der ungarischen Regierung eriſtierten. aber erwartet das Holzgewerbe nach einem unbefriedigenderen Nachdem noch Fürsi Auersperg gesprochen, wurde die Weiter Sommergeschäft eine größere winterliche Arbeitsruhe als 1906. beratung auf morgen vertagt. Ein sehr ungünstiges Licht wirft die Bewegung der Roh= stoffeinfuhr auf den Geschäftsgang im Holzgewerbe. In den letzten Jahren wurde fast unausgefeßt darüber Klage geführt, daß der erforderliche Rohstoff für das Holzgewerbe nicht beschafft werden tönnte, sondern fühlbarer Rohstoffmangel bestehe, der die Breise auf eine bedeutende Höhe trieb. Wenn angesichts dieses Umstandes die Holzeinfuhr nach Deutschland in diesem Jahre einen Rüdgang aufweist, so läßt das zweifellos den Schluß zu, daß der Bedarf an Holz in Deutschland schon merklich zurückAuf den Brettern des amerikanischen Finanztheaters ist die gegangen sein muß. Ist doch keinesfalls diese Abnahme auf ein Lösung des Knotens auf eine verblüffend einfache Weise erfolgt. geringeres Exportbedürfnis bei Rußland, Amerika oder bei anderen Gleich dem Vogel Phönig steigt der Morgantrust verjüngt aus der für die Holzeinfuhr nach Deutschland wichtigen Ländern veranlaßt. Asche des zusammengebrochenen Bant- und Induſtriekapitals her Insgesamt betrug die Einfuhr von Bau- und Nußholz nach Deutsch vor, befreit von einem drohenden Konkurrenten, im Glorienschein land 46 841 459 Doppelzentner in den ersten neun Monaten 1906 cines Retters des deroutierten, vor der gänzlichen Auflösung und ging auf 46 222 146 Doppelzentner im laufenden Jahre zurüd. stehenden Marktes. Wenn je ein Kapitel aus der Geschichte des Sie war also um 619 313 Doppelzentner niedriger als im Vorjahre. Kapitalismus mit der vollen Tragit der Krise ein gehäuftes Maß wüfter Komik vereinte, so ist es dieses gewesen, welches sich in den Die Krisis. Das Roßlinger Balzwert in Lothri gen lezten Wochen abspielte. Das also war des Pudels Kern! Des- sieht sich infolge Mangels an Aufträgen genötigt, für den Rest der halb die deklamatorische Inszenierung der Kampagne", der Dollar Woche drei Walzstraßen außer Betrieb zu setzen. Soften nicht frieg gegen Rodefeller, die Schwindelhausse in Kupfer, die wahns größere Bestellungen einlaufen, will die Verwaltung der Hütte jede finnige Deroute der Trustbanken und industriellen Weltfirmen und Woche Feierschichten einlegen. last but not least die Pose Morgans als bie Stüße des amerikanie Stichwahl zwischen Sozialdemokrat und Freisin. 8. Bezirk. Sozialdemokrat 279 Stimmen Freisinnig. 559 Unpolitisch. 388 Stichwahl zwischen Freisium und Unpolitisch. Aus Induftrie und Handel. Der Clou der Krise. Bom Pleitegeier ergriffen. Budapest, 5. November.( W. T. V.) Die hiesige Belzwaren engrosfirma Josef Lusthaus hat sich für zahlungsunfähig erklärt. Beteiligt sollen Leipziger Firmen mit 250 000 M. und Wiener und Budapester Firmen mit 300 000 kronen sein. Die Ueberschwemmungen in Süd- Frankreich. Perpignan, 6. November.( W. T. B.) Heftige Regengüsse riefen hier Ueberschwemmungen hervor, durch welche die Bevölke rung überrascht wurde. Das Wasser drang auch in das Heim der Greise ein, welche auf das Dach flüchteten. Die Nationalgestüte find ebenfalls überschwemmt worden. Eine Sülfsaktion ist im Gange. Zum Konflitt im britischen Eisenbahndienst. London, 6. November.( W. T. B.) Handelsminister Lloyd tretern der Gisenbahnangestellten, die nunmehr dabei sind, die ihnen gemachten Vorschläge zu prüfen. Lloyd George erklärte, er hoffe, daß eine Verständigung erzielt werden würde, könne jedoch, nichts Bestimmtes sagen, solange eine Einigung über die Einzelheiten nicht erfolgt sei. Heute abend wird Lloyd George noch eine Unterredung mit dem Ausschuß der Vertreter der Eisenbahngesellschaften haben. George hatte heute nachmittag eine Unterredung mit den Vers Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblats Nr. 261. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 7. November 1907. Der Boykott gegen Tandorf und das Warenhaus des Weitens. Dhättest Du geschwiegen! Wir haben vorgestern festgestellt, daß die bürgerliche Presse von dem Boykott über die Firma Jandorf und das ihr gehörige„ Warenhaus des Westens" teine Notiz genommen hat und diesem doch wahrlich nicht unbedeutenden wirtschaftlichen Kampfe gegenüber die Tattit des Lotschweigens übt. Als die große Mehrheit der Blätter vor einiger Zeit im Inferatenteil eine falsche Darstellung der Angelegenheit von seiten des Arbeitgeberverbandes brachte, sandten die beteiligten Organisationen den Redaktionen der in Frage kommenden Blätter das Material mit einem Anschreiben zu, in dem sie baten, gegenüber der falschen Darstellung der Internehmer im redaktionellen Teile eine objektive Würdigung der Angelegenheit zu bringen. Die Blätter schwiegen weiter! Wir nagelten darauf mehrere derselben fest, die sich sonst immer als besonders arbeiterfreundlich zu geben pflegen: die„ Volfs- Zeitung" und die Morgenpost". Die„ Morgenpost" ist dickfellig geblieben. Die„ Volts. Zeitung"" brachte endlich in großer Schrift folgende Ausflüchte: " " Jandorfs letter Rest!" mürbe geworden, dann werden sie wieder in die tenere Heimat abgeschoben! Diesen alten Lohnsflaven wird man aber gewij Schallendes Gelächter verbunden mit nicht gerade die empfohlene Prämie" nicht anbieten! Sie sind die Schrecken schmeichelhaften Stofenamen für die noble Firma war die der Gemeinde geworden die sie in voller manneskraft einft verAntwort auf das sich hier Abspielende. Immer neues laffen haben, um in fremden Lande ihr Brot zu verdienen. Als Bublikum strömte herbei, um Zeuge dieser ,, Attraktion" zu sein. Greise kehren sie zurück, um im der ihnen oft so fremd gewordenen Das am Baum Liegende mußte weggeschafft werden, da sonst Seimat" zu- sterben! eine Verkehrsstörung eingetreten wäre. Soziales. Landflucht. Eine alte Klage der Großgrundbesiger und Junker ist es fa, daß die feither so billigen Arbeitskräfte immer mehr von der Industrie angezogen werden. Die Städte wachsen riesig an, das platte Land wird entvölkert. werden." händigen. Wichtiger Grund. Handlungsagenten fönnen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist fündigen und gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund" vorliegt. Ueber die Frage, ob in einem bestimmten Fall ein wichtiger Grund" vorliege, hat sich dieser Tage das Reichsgericht geäußert. Der wichtige Grund follte darin liegen, daj; die Tätigkeit des Handlungsagenten nach Ansicht des Chefs weget des geringen Umfangs der Geschäfte auf eine Zäfigkeit schließen laffe, daß er ferner selbständig Geschäftsabschlüsse vorgenommen Nach weiteren Ausnahmegefeßen gegen die schon völlig macht hatte und daß über Inhalt und Tragweite des Verlosen Landarbeiter brüllt der Chor der Junker. Daß man das trages erhebliche Differenzen zwischen beiden Parteien obwalteten. Gegenteil von dem erreicht, was man bezweden möchte, sehen diese Emaillierwerken vom 10. Mai 1903 an auf ein Jahr als Der Kaufmann Karl H. war von den Frankfurter blaublütigen", degenerierten Toren gar nicht ein! Auch die viel maillierwerken vom 10. Mai 1903 an auf ein Jahr als gerühmte und ach, so teuere Ostmarkenpolitik versagt hier gründlich. Handlungsagent angestellt worden. Bei unterbleibender Kündigung follte der Anstellungsvertrag jeweils jeweils auf drei Die Landflucht nimmt immer größeren Umfang an. Am 19. Difober 1904 time Auch Bülows Leiborgan die Frankfurter 8tg." läßt über diese Jahre verlängert werden. digte die Frankfurter Gesellschaft das Dienstverhältnis Frage in ihrer Nummer vom 31. Oftober 1907 einen früheren ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Ats S. Grundbesitzer in der Ostmark" zum Worte fommen, der zum Schlusse gegen feine Dienstherrin flagbar wurde, machte sie geltend, daß ein feiner Ausführungen folgenden praktischen" Vorschlag hat: „ Es gilt die Arbeiterbevölkerung in den Ostprovinzen, die wichtiger Grund zur Entlaffung in den oben dargelegten Punkten liege. Bon der Differenz der Bader usw. der Firma Jandorf und den sich zwar start vermehrt, jedoch in die Industriebezirke abwandert, furt a. m. verurteilten die Firma jedoch auf Antrag des Das Landgericht und Oberlandesgericht Franfweiteren Folgen dieser Differenz haben wir, wie immer bei derdort fogar schon polonisierend, feßhaft zu machen. Diese M. artigen Geschehnissen, in unserem Blatte eine objektive Darstellung Seßhaftigkeit würde sich unschwer erreichen lassen, wenn in irgend den Agenturvertrag bis 10. Mai 1907 auszuhalten und dem gegeben. Juzwischen hat die Arbeitgeberpartei eine Befannteiner Form Prämien für die Heimatständigkeit für die bis dahin eingegangenen Nettobeträge hinsichtlich der von Kläger nach Schluß eines jeden Vierteljahres Provisionsaufstellung machung im Inferatenteil erlassen, der ihre Auffassung über den geboten würden, die lockend genug wären, die Abwanderung zu ihm in feinem Wirkungsfreise abgeschloffenen Geschäfte zu be Streitfall wiedergibt. Die Arbeitnehmerpartei hat uns daraufhin hindern. Gleichzeitig müßte auch ein Anreiz zu einer Erlernung ersucht, im redaktionellen Teil ihre Anschauung zu verund späterem Gebrauch der deutschen Sprache gegeben werden. treten. Das haben wir abgelehnt, weil die Redaktion Bei der Anspruchslosigkeit der polnischen ArAuch das Reichsgericht bestätigte anläßlich der Res nicht in der Lage ist, die Angaben der einen oder der vision der Beklagten die zugunsten des Klägers ergangene Entbeitertlaffe hätten derartige Maßnahmen bei weit gefcheidung anderen Partei nachzuprüfen, wir also teine Verantwortung ringeren Aufwendungen in den zwanzig Jahren, die durch das scheidung und legt bezüglich des wichtigen Grundes folgendes dar: für den einen oder den anderen Teil übernehmen können. Anfiebelungserperiment muglos vergeudet sind, weit größere Er Einmal sei in der behaupteten Intätigkeit des Klägers ein Wollte die Arbeitnehmerpartei der Erklärung der Arbeitgeber folge erzielt, und die polnische Arbeiterbevölkerung würde ihre den regen schriftlichen Verkehr von dem Umfang der Tätigkeit des wichtiger Grund nicht zu finden gewesen, weil die Beklagte durch unter ihrer eigenen Verantwortlichkeit eine Gegenerklärung Interessen bei der preußischen Regierung besser gewahrt schen entgegensetzen, so stand ihr derselbe Weg offen, wie der Arbeits geberpartei. Der Vorwärts" rempelt uns in bekannter Weise und so dem Einflusse der großpolnischen Agitation entzogen Klägers Kenntnis gehabt und dieselbe erst nach lageerhebung beanstandet habe. Aus dem Stillschweigen vor der Klageerhebung deswegen an, weil wir den Streit, der von der Arbeitgeberseite Also Prämien für die Heimatständigkeit" ist das Neueste feitens des Klägers sei aber eine Billigung der Tätigkeit des Klägers in den Inseratenteil verlegt worden ist, nicht den Arbeitnehmern D teure Heimatsliebe, die erst bezahlt werden muß! Von einer feitens der Beklagten auch hinsichtlich des Umfanges erfolgt. Auch zuliebe in den redaktionellen Teil verpflanzt haben. Dazu aber Berbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen fei vom Berufungsgericht mit Recht angenommen worden, daß cs die Schiedsrichter in diefem Kampf. Wir müssen also den beiden befizer" wird bei der Anspruchslosigkeit der polnischen Arbeiter Bellagte erst nach der Stlageerhebung init, feinem Berbot. haben wir nicht die geringste Beranlassung. Denn wir sind nicht der armen Landarbeiter ist natürlich keine Rede! Der frühere Grund- nicht erheblich sei, wenn der Kläger sich zu selbständigen Arbeiter- flüssen für befugt gehalten habe, zudem die Teilen die Verantwortung überlassen, wie wir sie für ihre öffent- laffe" fein Schäfchen im Trocknen haben und macht billige" lichen Angaben der Arbeitgeber partei überlassen haben. liberale Vorschläge"! Bülow wird sich diese fiberlegen! Nach den Eine bloge Meinungsverschiedenheit der Beklagten und selbständige Geschäftsabschlüsse zu unterlassen, hervorgetreten fei. Wir machen es dabei nicht um einen Deut anders bekannten Unteroffiziersprämien als der Vorwärts" felbst, der an der Spige feines Seimatständigkeit"! kommen die„ Prämien für die des Klägers, der als Agent gleich ihr selbständiger Kaufmann sei, Inferatenteiles täglich den wörtlichen Bermert veröffent- Wie sehr die Zahl der Wanderer in den Ostprovinzen zunimmt, ber daraus entspringenden Rechte und Pflichten über Inhalt und Tragweite des Vertrages und ficht: Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Reerfieht man auch aus den Jahresberichten der Landesversicherungs- tönne aber unter feinen Umständen für die Beklagte ein wichtiger daktion dem Publikum gegenüber feine Berantwortung." anstalten, die sicher in der Erwartung der Prämien" diesen Beitrag Kündigungsgrund sein, sondern höchstens ein Anlaß, die betreffende Und weil die Redaktion der Bolts Zeitung" es in dieser Bes gar nicht in diefer Absicht geliefert haben. Und doch sind diese Streitfrage im Prozeßwege anszutragen. Daß sich Kläger aber zu ziehung genau so macht wie die Redaktion des Vorwärts", fo Bahlen fehr wertvoll und interessant. Es handelt sich um die Zahl felbständigen Geschäftsabschlüssen befugt gehalten habe, tönne ihm hat der Vorwärts" nicht das geringste Recht, uns vorzu der abgegebenen und eingegangenen Quittungstarten bei werfen, daß wir auf die Angaben der einen Partei, die diese einer Bersicherungsanftalt. Im§ 138 des Invalidengefezzes heißt verschiedenheit rechtfertige also die Kündigung nicht und müsse die nicht zum Vorwurf gemacht werden. Die bloße Meinungsim Inseratenteil macht, im redaktionellen Teil es:„ Die abgegebenen Quittungstarten find an die Bersicherungsauf Grund eines einseitigen Materials nicht replizieren. anstalt des Bezirkes zu übersenden und von dieser an die Revision der Beklagten deshalb zurückgewiesen werden. Zunächst möchten wir feststellen, daß der Vorwärts" es jenige Versicherungsanstalt, deren Namen fie denn doch anders mit seiner redaktionellen Pflicht hält, als tragen, zu überweisen!" Gehälter für untere Beamte. hier die Volts- Zeitung". Er läßt sich troß der Aufgabe von In den Motiven zum Gefeß heißt es darüber: nur dadurch, Die Königliche Eisenbahndirettion in Königsberg Inseraten von einer Seite in feiner Weise abhalten, flipp daß fämtliche Starten eines Berficherten bei der ersten Verbraucht Anwärter für den Bahnwärterdienst. Der Jahreslohn be mud flar redaktionell Stellung zu nehmen. Der Bolts- ficherungsanstalt gesammelt und dort sorgfältig geordnet trägt 800 m. und steigt bis 1000. werden, ist die Berücksichtigung der für den Versicherten geleisteten Der Magistrat in Guttstadt sucht drei HülfspolizeiZeitung" ist auch gar nicht die Darstellung einer Partei" Beiträge über die aus dem Versicherungsverhälmis entstehenden sergeanten für den Nachtdienst mit den Funktionen als sugegangen, sondern eine gedruckte Zusammen- Ansprüche sichergestellt!! Der polnische Arbeiter erhält also feine Laternenwärter und Amtsboten. Das Gehalt beträgt 700 m. stellung gewechselter Aftenstücke(), aus der erite Quittungsfarte mit dem Bermert Landes- Bersicherungsanftalt steigend von drei zu drei Jahren um 50 M. bis 910 M. die Redaktion sich durchaus selbständig ein Bild selbständig ein Bild vom Bofen" ausgestellt. Er wandert später in die Provinz Brandenburg Die Oberpostdirektion Königsberg stellt 2 and briefRecht oder Unrecht der einen oder anderen Seite oder Westfalen aus und muß diese Starte an die erste Versicherungsträger ein auf dreimonatliche Kündigung mit 800 M. Jahres11tachen fonnte und auch selbst malen malen follte! anstalt", also Posen zurückgesandt werden. Aus den Jahres gehalt und 108-270 W. Wohnungsgeldzuschuß. Das Gehalt fann weiter, findet Trozdem schweigt die Redaktion weiter, findet nicht berichten der Landes- Bersicherungsanstalt Pofen" ersehen wir nun bis auf 1000 m. steigen. den Mut, der mächtigen Millionenfirma die Wahrheit zu ziemlich deutlich die große Zahl der Auswanderer". jagen, und fann den Arbeitern nicht unrecht geben, denen 30 Versicherungsanstalten Deutschlands übersandt: Im Jahre 1905 hatte diese Verchfierungsanstalt an die übrigen in der übelsten Weise mitgespielt ist." Denn wir sind richt die Schiedsrichter in diesem Kampfe", sagt die ,, Volks- Zeitung", die wir gelegentlich einmal daran erinnern werden, wenn sie in einem Falle, wo der Inseratenteil weniger in Frage tommt als im bor. liegenden, wieder einmal ihr ,, arbeiterfreundliches" Herz entdeckt. 0 " Die Arbeiterschaft hat alle Ursache, sich die Blätter zu 1906. D " 29 766 Starten 28 112 4 19 94 769 Karten 102 213 11 " Dem Glöckner an der Kirche zu Neuhausen, Kreis Königsberg, wird ein festes Jahres einkommen von 400 Mart und schwankende Einnahmen im Höchstbetrage von 300 M. in Aussicht gestellt. Dagegen fann die evangelifche Kirchengemeinde Ortelsburg ihrem Glöckner und Kirchendiener nur 600 M. Jahresgehalt geben. Und die unter gräflichem Patronat stehende Eingegangen sind dagegen bei dieser Versicherungsanstalt: Stirche in Groß- Swansfeld, Sereis Friedland, zahlt ihrem Glödner und Kirchendiener, der zu sämtlichen firchund lichen Amtshandlungen tätig sein auch die KirchenGreifen wir aus der Aufstellung einzelne Versicherungsanstalten steuern aus dem ganzen Kirchspiel zufammenholen muß, ein jähr heraus, so ergibt sich folgendes Bild: liches Gehalt von 360 Mart neben freier Wohnung im Werte von 120 Mart, im ganzen also 480 Mart. Diesem Glöckner ist es freigestellt, durch landwirtschaftliche Arbeiten in der etwa noch übrig bleibenden freien Zeit bei den Befigern des Kirchdorfes sciit Einkommen zu vergrößern. 1905. 1906. merken, die ihren Angelegenheiten eine derartige Lauheit ent- Es find Karten überfandt an die| Es find Karten eingegangen gegenbringen. Sie spricht mit Johannis: Ich weiß Deine Werke, daß Du weder falt noch warm bist. Ach, daß Du falt oder warm wäreft! Weil Du aber lau bist, und weder falt noch warm, werde ich Dich ausspeten aus meinem Munde. 1905 1904 Zu diesen in den Provinzzeitungen ausgeschriebenen Stellen melden sich trotz der erbärmlichen Gehälter eine große Bahl von Bewerbern. Das läßt einen Rückschluß auf die schlechte Eriverbs 892 897 950 gelegenheit im allgemeinen zu. der Versicherungsanstalt 1906 1905 1904 1906 1811 1823 1161 1000 1164 1287 8949 4299 4404 2577 2596 2897 1016 1010 887 861 891 890 553 579 589 574 568 520 Ditpreußen Berlin Brandenburg Sachsen- Anhalt Hannover 16 642 16 193 23 151 20 387 11 867 16 565 7759 7589 8845 5.795 5 698 5 314 Westfalen 9 266 8484 8128 Rheinproving 9 892 9045 8242 Gewerkschaftlichen. " Selbstverständlich läßt sich die Polizei in ihrem Kampf gegen die Flugblattverbreiterinnen nicht stören. Frauen, die anders nichts tun, als dem Bublifum eine wissenswerte EatGelbe" auf dem Chriftlichnationalen Arbeiterkongreß! sache zu übermitteln, zu verhaften, scheint zurzeit die Hauptaufgabe aller Staatsretterei zu sein. Uebrigens kommt es Die ,, christlichnationalen" Arbeiter haben auf ihrem Berbei diesen Staatsaktionen auch zu von der Polizei nicht geKönigreich Sachsen 2 128 2114 2123 liner Stongreß eine sehr scharfe Grenzlinie zwischen sich und Als cin wünschten heiteren Situationen. Am Dienstag war eine ganze Den größten Strom der Zuwanderer aus der Provinz Bosen nimmt den gelben" Gewerkschaften zu ziehen gesucht. Anzahl bewaffneter und unbewaffneter Jäger am Spittelmarft alio die Provinz Brandenburg, dann Berlin, Rhein- Merkmal für die Gelbheit" einer Arbeitervereinigung wurde auf der Jagd nach Boyfottflugblättern. Man gab sich die proving usw. auf! in der angenommenen Resolution die Gründung bezw. die Schwächer ist der Zuzug nach Mecklenburg, Hanfastädte, Braun- Albhängigkeit derselben von den Unternehmern angeführt. redlichste Wühe, den Verbreiter der verpönten Blätter schweig, die aber alle 4-5 mal mehr Starten abgeben, als fie für Der Kongreß lehnte jede Gemeinschaft mit derartigen Gewerkabzufangen. Ein ganzer Trupp von Zivilisten wand ihre Landsleute" aus Bofen erhalten. Nur die Provinz Westpreußen" allen Spitelspürsinn auf, um die Schußleute auf die richtige erhielt mehr starten zurück: 7429 gegen 4885, die sie nach Bosen schaften ab. Spur zu bringen. Es wollte nicht glücken. Schließlich ver- fandte. Wir fönnen im Nachfolgenden belweisen, daß zu mindestens ließ sich der Schuhmann auf sein eigenes Geschick und siehe Die Zahl der Karten würde sich noch erhöhen, wenn die eine bestimmte Kategorie der am Kongreß beteiligten Verbände da, bald hatte er einen Sünder am Kragen. Aber weld gefeßesunkundigen Landarbeiter diese sorgfältiger aufbewahren als gelb bezeichnet werden muß, und gerade um diese beDer Gefaßte entpuppte sich als Malheur! fönnten und auch mehr Anträge auf Beitragserstattung stellen würden. mühen sich die Macher der christlichnationalen Bewegung gar PolizeiAn fremde Versicherungsanstalten hatte" Bosen" an Erjazz- sehr. Wir meinen die verschiedenen So ch- und KellnerIn diesem Augenblick sprang der berruchte leistungen abzuführen: 1905 40 710,74 9., 1906 45 713,24 M., er hülfsmann. Zettelverbreiter auf eine Elektrische und gab in feiner Bosheit hielt dagegen nur vergütet: 1905 30 933,17 m., 1906 29 579,17 m. bereine, die angeblich mit über 25 000 Mitgliedern am auch noch Freude fund über den von ihm geschickt Da ist zuerst der Deutsche So zahlte die Versicherungsanstalt Westfalen" an„ Bosen" in- Stongreß beteiligt waren. Die Mitglieder des Bundes haben inszenierten Trick, der den Spürmann in die Fänge des folge von Heirat 270 m. und 746 M." infolge von Tod der Ver- Sellnerbund. wiederholt und Um solche Vlißgriffe für die Zukunft sicherten. Schußmanns brachte. zwar auf Anordnung ihrer Hauptals " Bofen" mußte aber an Westfalen 6186 2. infolge von verwaltung Streitbred) er gedient. As in zu verhindern, schlagen wir vor, die Porträts aller Polizeifpurh- elden öffentlich anzuschlagen. Heirat und mur 91 m. infolge von Tod zahlen. Die Versicherungs- einem Falle( Apollo- Theater zu Mannheim) einige Mitanstalt„ Westfalen" bemerkte auch dazu:" Bei Erstattungen der Bei- glieder des Bundes mitgestreift hatten, wandte sich träge an Verheiratete ist die Entlastung um mehr als das Doppelte der Direktor dieses Etablissements beschwerdeführend an die Wer am Dienstagnachmittag die Ritterstraße im Suge größer als die Belastung, während der umgekehrte Fall bei den Er- Hauptverwaltung des Bundes und erhielt daraufhin von dieser der Brandenburgstraße freuzte, konnte Beuge eines großen ftattungen an Hinterbliebene vorliegt. Dies dürfte sich zum Suflaufes sein. An einem der dort stehenden Bäume war an Teil daraus erklären, daß einerseits viele nach Bestfalen eine Antwort, in der es heißt, daß das Verhalten der beeinem Schutzgitter desselben ein aufgespannter weißer Schirm ziehenden Versicherten fich Frauen aus ber alten treffenden Bundesmitglieder entschiedene Mißbilligung" vermit einem Baar ausrangierter alter Pantoffeln aufgehängt. Beimat wählen, auf der anderen Seite aber von den alt diene. Und weiter hieß es in dem Schreiben: Unter demselben stand ein alter, sehr defekter Koffer. Neben gewordenen fremden Arbeitern ein erheblicher demselben lagen ein paar Scherben von einstmal gewesenen Teil wieder in die frühere Heimat zurädzieht!" So wird es sein! Die armen Landarbeiter aus Bofen holen Flaschen nebst einem durchlöcherten Stochtopf. Aber was dem sich ihre Bräute aus der lieben Heimat" nach, laffen ihre Familie Ganzen erst das richtige Gepräge gab, war das: oben auf nachfommen, bilden ganze, sprachlich abgeschlossene Gruppen, ja ganze sem Stoffer lag ein Zettel mit folgenden Worten: Dörfer für sich in fremden Landesteilen. Sind fie alt, grau und " „ Salten wir schon einen Streit an sich im Gastwirtsgewerbe für unangebracht und verwerflich, fo grenzt der Kontrakt der dortigen, anscheinend von sozialdemokratischen Elementen verhetzten Kollegen fast an Erpressung. Wir haben eine Unterfuchung des Falles angeordnet und werden unsere Mitglieder zur Rechenschaft ziehen." Nachdem nun die Needer durch Vermittelung eines Stauerei Falls die Herren Wertebertreter dem bekannten, am 12. Dftober gemachten Vermittlungsvorschlag des Herrn Regierungsvertreters, unternehmers Arbeitsfräfte zu den erhöhten Lohnsägen erhalten Geheimen Oberbergrat Steinbrint, zustimmen, würden wir uns tönnen, scheinen fie feine große Luft mehr zu haben, für die Streilerlauben, den ebenfalls am 12. Ditober seitens der Aeltesten brecher den noch weit höheren Satz von 7 Gulden pro Tag zu bchinzugefügten Vermittlungsvorschlag( den Mitgliedern mit 5 bis 22 Beitragsjahren noch eine un jährlich sirka 40 W. höhere Rente zu gewähren) nun in beiliegender Stala zu fleiden. Wir schlagen vor, die Rentenberechnung und Steigerung nach beigefügter Tabelle zu regeln. Ferner bitten wir uns mitzuteilen, ob die Herren Berfsbertreter geneigt sind, auf Grund dieser entgegenkommenden Stala in eine neue Verhandlung einzutreten. Man darf darauf gespannt sein, was die Herren zu diefer gewiß befcheidenen Forderung fagen. Christlicher" Terrorismusschwindel. zahlen. Auf mehreren Schiffen sind denn auch die Streifbrecher schon entlassen worden. Die Mafler und Stauereiunternehmer, dic bisher an jedem Streifbrecher 4 Gulden verdienten und damit die Unkosten des Kampfes gegen die Streifenden deckten, fahen sich nun genötigt, mit ihren Preisen herunterzugehen. Sie werden nun wohl versuchen, den Unternehmer, der die Arbeiterforderungen anerkannt hat, durch Schnupfonkurrenz zu vernichten. Der Ausstand, der nun in die siebente Woche dauert, kann dadurch für die Unternehmer zu einem Konkurrenzfampf ausarten. Db aber das organisierte Unternehmertum imftande und gewillt ist, auch noch die Opfer eines solchen Der verantwortliche Redakteur des ,, Gastwirts.1 gehülfen", des Drgans der gewerkschaftlich organisierten gastwirtschaftlichen Angestellten hatte diefes Gebaren in scharfer Weise gerügt und wurde deswegen berklagt. Er wurde vor furzem vom Schöffengericht Leipgig wegen for maler Beleidigung wohl zu einer geringen Geldstrafe verurteilt, in der Begründung des Urteils aber mußte sich jener famose Gehülsenverband sagen lassen, daß er durch den Brief dem Geguer( dem Unternehmer) die Waffe gegen die eigenen Mitglieder in die Hand gedrückt" habe. Dieser Standpunkt braucht nicht wunder zu nehmen, wenn man bedenkt, daß in dem genannten Bund eine ganze Menge Unternehmer als„ EhrenSie mitglieder", passive" Mitglieder ihr Wesen treiben. spielen in den Zweigvereinen die erste Geige, haben selbst Vorstandsposten inne und leiten so den Verein nach ihrem Durch die gesamte deutsche Zentrums-, Scharfmacher- und Kampfes auf sich zu nehmen, das ist noch sehr fraglich. Geschmack. Bei den letzten Reichstagswahlen verschrieb sich dieser Auchgehülfenverein dem Reichslügenverbande. verwandte Presse geht wieder ein Terrorismusfall, der an Der Konflikt im britischen Eisenbahndienst. In dem offiziellen Bericht, den das Bundesorgan über den gräßlicher Ausmalung nichts zu wünschen übrig läßt: An London, 5. November. soeben in Hamburg beendeten Bundestag gibt, heißt es einem Fabritneubau. am Hafen in se öln sollen sozialdemoDie gestrige Versammlung in der Albert- Halle gestaltete sich zu fratisch organisierte Bauhülssarbeiter mehrere christliche" Die Halle, die einer Massendemonstration von großer Bucht. Auch davon konnten sich die zahlreich anwesenden Maurer überfallen und fürchterlich mißhandelt haben. Ein 12 000 Personen umfaßt, war dicht gedrängt. Kopf an Kopf standen Bringipale überzeugen, daß feine unüberbrüdbare Kluft Arbeit- sozialdemokratischer Bauarbeiter habe von einem chriftlichen die Eisenbahner, und viele Tausende von ihnen fanden feinen Raum Maurer 10 Pf. für Schnaps gefordert und als diese vermehr und mußten umfehren. In einer längeren Rede faßte Richard geber und Arbeitnehmer trennt." Aehnlich steht es mit dem sogenannten„ Genfer Verweigert wurden, dem Christlichen sofort Fauftschläge ins Ge- Bell die Geschichte und das Weien des Konflittes zusammen. band" der Hotelangestellten. Dieser rühmt sich sicht bersetzt haben. Nach Feierabend hätten dann eine An Ergebnis der Urabstimmung war folgendes: fogar, daß ein Drittel feiner Mitglieder Prin zahl sozialdemokratisch organisierter Bauarbeiter die chriftlichen zipale feien. Der Streit wird auch von diesem Verein Maurer überfallen, furchtbar mißhandelt, zu Boden geschlagen, prinzipiell verworfen, die Verbesserung der Lage der An- gewürgt usw. und einen sogar versucht in den Rheinhafen zu gestellten soll hier„ Hand in Hand mit der werfen. Prinzipalität" erreicht werden. Einzelne Verwaltungsstellen dieses Verbandes haben sich sogar gegen das bißchen Arbeiterschutz im Gastwirtsgewerbe gewandt. unter anderem: 17 " " Gesamtzahl der Mitglieder. Bahl der Abstimmenden. Für den Streit. Gegen den Streit Ungültige Bettel 97 631 88 184 9 76 925 8773 2436 Wochenlöhne. 7210 Personen 16 210 unter 12 M. bon 12 bis 15 " " 40 100 16 18 " " " " 37410 19 20 " " 17 87.900 21 25 " " " 49 900 26 30 9 " " 11 270 育 n Das Die Leitung des Bauhülfsarbeiterverbandes hat die AnWie der Redner weiter erzählte, kamen die Delegierten der gelegenheit genau untersucht und folgendes festgestellt: Der betreffende Hülfsarbeiter, der erst wenige Wochen gewerkschaft. Gifenbahner aus allen Teilen des Vereinigten Königreiches nach Der Internationale riftliche Rellner- lich organisiert ist, hat die 10 Bj. nur auf Grund eines all London und hielten am 1. November eine Sigung ab, in der beschlossen wurde, die Kündigungen einzureichen. Am 2. November bund"" ist ein von evangelischen Pfaffen aufgepäppelter gemein herrschenden alten Brauchs, des sogenannten Groschen ging der Beschlug der Delegierten dem Verbandsvorstande zu. Aber Wechselbalg. Von zusammengebettelten Geldern wurden über einsammelns der Hülfsarbeiter bei den Maurern, gefordert. gleichzeitig erhielt der Verbandsvorstand eine Einladung vom all Stellnerheims" gegründet, wo stellungslose Sellner bei 8u Tätlichkeiten ist es auf der Baustelle über Handelsminister, sich bei ihm am Mittwoch( 6. November) zu einer Die sofort berabfolgten Besprechung einzufinden. bielem Gebet und großer Frömmigkeit für ihr foscheres Geld haupt nicht gekommen. Bell fagte nicht, ob die Kündigungen eingereicht wurden. Er Unterkunft finden fönnen. An der Spitze dieses Bundes stehen Fauftschläge sind erlogen, genau so wie der UeberPastoren, Beute von der sogenannten inneuen Mission, und fall" nach Feierabend. Auf dem Heimwege fam es in- will offenbar auf das Ergebnis der Besprechung mit dem Handelsfogar einige Ministerfrauen interessieren sich für dieses Ge- folge der Stichelreden der sich in der Mehr- minifter warten. Es ist nicht anzunehmen, daß die Massen der Eisenbahner die schöpf. Diese frommen Herren haben die Zersplitterung unter 3 a b befindenden„ Christlichen" zu Lätlichkeiten Entscheidung über die laufende Woche hinaus werden verschieben Den gastwirtschaftlichen Angestellten, die leider so schon groß zwischen einem christlichen" Maurer und einem Hülfsarbeiter. laffen. Die Streifstimmung wächst von Stunde zu Stunde. genug war, noch vermehrt und erschweren durch ihre Stellen. Ein zweiter Christlicher mischte sich hinein und schlug den bermittelung, die unter allen Bedingungen Leute plaziert, Hülfsarbeiter mit einem Eßgeschirr. Darauf versuchte ein Eine Statistik über Sohn und Arbeitszeit. das Vorwärtsstreben der organisierten Gastwirtsgehülfen. anderer freigewerkschaftlich organisierter Hülfsarbeiter dem Gleichzeitig mit der Abhaltung der gestrigen Versammlung berDer Internationale Verband der Köche" Christen" das Geschirr zu entwinden, wobei beide zu Boden öffentlichte der Verband eine von den Beamten der Eisenbahner und der Verband deutscher Röche" sind ähnliche fielen. Nun mengten sich die anderen hinein, und die Gebilde wie die obigen. Hier führen die Stadttöche", Balgerei war fertig. Den Anlaß dazu haben die bahnangestellten. Stadtköche", Balgerei war fertig. Den Anlaß dazu haben die veranstaltete Statistik über Lohn und Arbeitszeit von 250 000 Eisendie ,, Traiteurs" und die Küchenchefs die Herrschaft. Es Christlichen gegeben, die sich wie gesagt in der MehrAls schauder haft erlogen bezeichnet die find bestenfalls Unterstügungsvereinigungen, eigentliche gewertheit befanden. schaftliche Aufgaben liegen ihnen fern, ja diese werden von Verbandsleitung die Behauptung von dem Versuch, einen Christlichen ins Wasser zu werfen. Im übrigen stellt die ihnen verabscheut. die Christlichen umgekehrt Alle die obengenannten Verbände sind nach der eigenen Verbandsleitung fest, daß 100 sie die Macht haben, Terrorismus Interpretation des Referenten den gelben Gewerkschaften überall dort, zuzurechnen, denn sie sind von Unternehmern gegründet, werden gegen die Mitglieder freier Gewerkschaften üben. Sie werden von diesen zum großen Teil durch Geschenke erhalten und find vom Unternehmertum nach Möglichkeit begünstigt und drohen deswegen von denselben abhängig. Und doch bemühen sich, bei ihrer Agitation denjenigen, die nicht zu dem christlichen wie schon oben angeführt, die Führer der chriftlichnationalen Verband übertreten wollen, mit Entlassung. Gerade an dem Arbeiterbewegung gerabe um diese Kategorie der gastwirt- hier in Betracht kommenden Fabrifueubau haben sie auf diese schaftlichen Berufsvereine. So war der Herr Reichstags- Art zwei bis dahin frei Drganisierte in den Zentrumsverband abgeordnete Schiffer Düsseldorf noch fürzlich auf der hineingepreßt. Generalversammlung einer dieser Vereinigungen anwesend und warb um den Anschluß derselben an die christlichen Während man sonst in bürgerlichen Blättern häufig den polizeiGewerkschaften. Und nach Schluß des christlichnationalen lichen Schuß der arbeitswilligen Lohnillaven gegenüber Streifenden Arbeiterfongreffes fand eine Zusammenfunft von Vertretern der verlangt, tönnen wir heute ausnahmsweise auch einmal das Gegenoben genannten Vereine statt und man schloß dort, ebenfalls wieder teil berichten. In Nr. 263 vom 29. Oktober schreibt der„ Bocholter unter Mitwirkung des Herrn Schiffer, ein, Nationales Bolto freund"( Zentrum): Kartell der deutschen Gasthausangestellten". Dieses Kartell lehnt den prinzipiellen Stlassenkampf ab, schließt sich dem christlichnationalen Arbeiterfongreß an und wendet sich seiner Tendenz nach vor allem gegen den Verband deutscher Gastwirtsgehülfen, den die Macher aller jeder reaktionären Gebilde zu fürchten haben, weil sie sehen, daß dieser den Geist der Aufklärung und der Unzufriedenheit mehr und mehr auch in die Reihen ihrer Mit glieder trägt. Die Herren fürchten für ihre Schäfchen und für ihre Stellungen, sie sind bewußt oder unbewußt die Werf zeuge der Unternehmer. Bir gönnen den Christlichnationalen diese Aquisition, durch die wohl der Abgang aufgeklärter Industriearbeiter ersetzt werden soll. Mögen fie in puncto Aufflärung die Vorarbeiten für die flaffenbewußte Arbeiterschaft leiften. Deutfches Reich. Der Dank vom Hause Kirdorf. Drei Streifbrecher erlaffen in der hier erscheinenden, Bochumer Beitung" nachfolgende Erklärung: Polizeilicher Schuh für Streikende. 8um Streif bei der Herdfabrik J. B. Elfinghorst wird uns bon glaubwürdiger Seite mitgeteilt, daß die im Ausstand befind lichen christlich organisierten Arbeiter sich des öfteren auf offener Straße uiw. der unverschämtesten Anrempelungen feitens einiger Arbeitswilligen zu erfreuen" haben. Vielleicht nimmt die Polizei einmal etwas näher darauf Bedacht, daß derartigen Szenen einfür allemal von vornherein gründlich vorgebeugt wird. Hier wird also flipp und flar polizeilicher Schutz der Streitenden verlangt. Selbstverständlich handelt es sich nicht um freiorganisierte, fondern um christliche Arbeiter. Bon diefen haben 26 die Arbeit niedergelegt und bisher die Annahme ihrer Forderungen nicht er reichen können. Nun soll die Polizei helfen. Hiernach muß den Chriftlichen von Gesinnungsgenossen übel mitgespielt fein. Wenn es fich um freiorganisierte Streifende handelte, dann wäre es freilich etwas anderes, bann würde kein Zentrumsorgan so etwas schreiben. und 80 und darüber Der Wochenlohn schließt die Belohnung für Sonntagsarbeit und Leberstunden nicht ein. Arbeitszeit. 17 520 arbeiten 8 Stunden täglich. 163 900 61550 10 12 Diefe Arbeitszeit ist indes nur die tonventionelle. In Wirklich teit wird viel länger gearbeitet. Sympathiekundgebungen. Die General Railway Workers Union, eine fleine Eisenbahner getvertschaft von 4138 Mitgliedern, beschloß gestern, mit dem Verbande zufammenzugehen. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Federation nahm eine Resolution an, in der dem Verbande die vollste Sympathie für seinen Stampf ausgedrückt wird; aber die wirkliche Verbesserung der Lage der Eisenbahner könne nur durch die sozialistische Politit erzielt werden. Die Independent Labour Barth versichert den Verband, daß sic alles tun werde, um ihm in seinem Stampfe beizustehen. Die Fabian Society fordert in einem Manifefte den Handelsminister auf, von feinen ihm zustehenden Befugniffen Gebrauch zu machen und die Kürzung der Arbeitszeit für alle Eisenbahner, die länger als 48 Stunden in der Woche arbeiten, zu verlangen sowie die Einführung der verbesserten Bremse zu defretieren. In einer Arbeiterversammlung in New Croß( Südost- London) fprach gestern abend Sidney Web b in diesem Sinne. Das Parlamentarische Komitee des Trade Unionsfongresses und der Vorstand der Arbeiterpartei verschoben ihre gemeinschaftlichen Bells mit dem Handelsminister abzuwarten. Beratimgen bis nach Mittwoch, um das Resultat der Besprechung Rieberknittelung der Gewerkschaften. Der Liberalismus in Theorie und Pragis zeigt sich gelegentlich des Streits der Lederarbeiter der Firma Adler u. Oppenheimer in Lingolsheim bei Straßburg. Während der Reichstagswahl präsidierte Herr slemens Oppenheimer einer liberalen Versammlung in Lingolsheim und legte sich mächtig für das Koalitionsrecht Petersburg, 5. November. Mitteilungen aus dem Publikum. Es ist noch nicht eine Woche her, als die Regierung durch die " In ganz eigenartiger Weise scheint dieses Jahr wiederum der der Arbeiter ins Beng. Dies war bekanntlich ein Stedenpferd Leiter der Bergschule zu Bochum gehandelt zu haben. Als im Jahre der Liberalen. Jegt arbeitet der liberale Unternehmer mit schwarzen Moskauer Administration einen Schlag gegen die Gewerkschafts1904 im Ruhrrevier der allgenieine Bergarbeiterstreit ausbrach, Listen, um die Streifenden anderwärts an freiwilliger Arbeit zu bewegung zu führen glaubte, indem fie 20 Vertreter der örtlichen erließ der Bergschuldirektor Profeffor Seife an sämtliche Bergbors hindern zwingt die Arbeitswilligen ungefeßlicherweise Berufsvereine, die nach Moskau zu einer Besprechung der russischen schulen ein Schreiben, daß feiner der Schüler sich an dem Streit einen Rebers zu unterschreiben, worin fie fich verpflichten, nun die Wetersburger Polizei ihre Schneidigkeit beweisen wollen: Gewerkschaftsbewegung gekommen waren, verhaftete. Gestern hat beteiligen dürfe, sonst feine sofortige Entlassung bevorstehe und an niemals dem Lederarbeiterverbande beigu fie hat furzer Hand die legal bestehende Petersburger Organisation eine Aufnahme auf die Bergschule nicht mehr zu denken sei. Aus So versteht man beim liberalen linternehmertum das der Buchdruder aufgelöft. Das geschah nicht ohne Farce. Der Furcht und in der Hoffnung, ein späterer Beamter zu werden, setzte Vorstand des Buchdruckerverbandes in Petersburg hatte zu der ein folcher Aspirant sein Leben in der damaligen gefährlichen Periode Um schöne Worte und um Hoffnung sind die Regierungen nie geftrigen Sißung des sogenannten Polizeifomitees für Vereinsaufs Spiel und ließ sich nicht selten von Schuyleuten zur Arbeit bringen. Da wir die volle lleberzeugung haben, daß die Vor- verlegen, wenn Stulturaufgaben Erfüllung erheischen. Als es fich angelegenheiten, dem die Genehmigung und Auflösung eines Verschüler des Kurfus 1904 bis 1906 in den Aufnahmeprüfungen auf aber darum handelte, feinerzeit Hunderttausende für die oh- eins obliegt, eine Borladung erhalten und da wurden ihm die Die Bergschule gerade so gute Arbeiten abgeliefert haben, wie die fönigsburg zu beschaffen, für den Statthalter eine nach fibrigen Schüler, so wurden fie teilweise dennoch zurückgelegt. Tausenden zählende Bension zu bewilligen, da wußte die reichs Also ein flarer Beweis, daß solche Vergleute sich wegen ihrer ländische Regierung sofort Rat, da wurde nicht gehofft, da wurde Arbeitswilligkeit bei den Menschen Hohn und Spott, bei ihren gehandelt. Aber trozdem, im Deutschen Reiche und seinen BundesArbeitskollegen Verachtung erworben haben und an ihrem ferneren staaten leiden die Kulturaufgaben nicht. Fortkommen gehindert find. Selbst der vor furzem in Bochum getagte Marineappell scheint bei der diesjährigen Aufnahmeprüfung treten. Stoalitionsrecht. Die Damenschneider der Firma Reicherdt in Frankfurt a. M. Verband auf vollständig legalem Boden gestanden habe. Dic einen Einfluß gehabt zu haben. Alfo, werte Witschüler, geht die sind ausständig. Buzug ist fern zu halten. Mahnung an Euch, werdet in Zukunft feine Streifbrecher; denn Ihr sind ausständig. Zuzug ist fern zu halten. feht hieraus, daß Ihr nicht nur anderen, sondern auch Euch selbst schadet." Mehrere frühere Bergfchüler: Kaspar St.; Karl H.; Wilhelm Th. Ausland. großen Verbrechen des Verbandes aufgezählt. Der Verband habe weiter ein Schiedsgericht eingerichtet, ein Organ herausgegeben, ungefehlicherweise Delegiertenversammlungen einberufen, er habe von den Mitgliedern außer den regelmäßigen Mitgliedsbeiträgen auch Gelder für Arbeitslofe gesammelt. Und dann das furchtbaiste: der Verband belege die Typographenbesitzer mit Rontributionen". Darauf erklärte der Vorstand der Buchdrucker, daß der Delegiertenversammlungen sind immer mit der Erlaubnis der Behörden abgehalten worben. Die Schiedsgerichte sind nach dem Statut ebenfalls erlaubt. Das Verbandsorgan wurde aber von Der Streit im Rotterdamer Hafen. Privaten herausgegeben. Was endlich die Stontributionen" an Wenn auch jene englischen Reeder, deren Vertreter mit dem belangt, so sind diese lediglich Lohngelder, die von den Druderei Niederländischen Schiffs- und Bootsarbeiterverband ein leberein- befibern bei Streits auf Feststellung durch ein Schiedsgericht gefomumen getroffen hatten, sich auf Drängen des vereinigten Unter- zahlt werden. Der Buchdruckerverband spielt dabei nur die Rolle eines Vermittlers zwischen den Besitzern und den Streifenden. nehmertums in Rotterdam zurückzogen, so haben doch die Streikenden Der Vorstand verwies am Ende seiner Erklärung noch einmal jetzt den Erfolg erzielt, daß bei der Rotterdamer Stauereifirma darauf, daß der Verband stets bestrebt gewesen ist, in den Grenzen Cornelsen u. Co. zu den neuen Bedingungen gearbeitet wird. Die der Gefeßlichkeit zu bleiben und es strengstens vermieden hat, auch Nachdem in den letzten Tagen in verschiedenen bürgerlichen organisierten Getreideträger haben bereits auf drei großen Dampf nur Anlaß zu Reibungen mit den Behörden zu geben. Es half Zeitungen der Wunsch auf Verständigung über das Stnappichafts- fchiffen mit der Arbeit begonnen und sie beweisen eine solch muster- aber alles nichts, die Sache war schon bereits vor dieser Komödic statut geäußert und auch die Rheinisch- Westfälische Zeitung" in ihrer Morgenausgabe vom 2. November einer Verständigung haste Solidarität, daß sie ihren ganzen Arbeitsverdienst an die der Polizei abgemacht, die Organisation mußte abgemurist werden. das Wort redet und dabei auch ein Entgegenkommen der Werts Streilfasse abgeben, um mit den fireifenden Kollegen nichts als die Die Buchdruckergewerkschaften bilden den am besten ausgebildeten Stamm der Gewerkschaften Rußlands. Es kann natürlich keine befizer in Aussicht stellt, fragen wir hiermit bei den Herren Werks- Streifunterſtügung zu empfangen. Es wird feiner irgendwie ge- Rede sein, daß nun die Buchdrucker mundtot gemacht sind; fie vertretern an, ob fie geneigt find, auf Grund folgender Bor zwungen, auf diesen Schiffen zu arbeiten, aber alle zeigen fich werden es verstehen, auch in der neuen Lage die alten Positionen fchläge in neue Verhandlungen mit der in der Generalversammlung bereit, freiwillig die Arbeit im Interesse der Gesamtheit zu ber zu halten und der Anüttel wird wohl auch in diefem Ralle wohl am 28. September gewählten besonderen Kommission einzutreten. I richten. weniger den Gefnüttelten schaden. Eine Probe aufs Exempel. Die Bermittelungskommiffion der Aeltesten des Allgem. Snapp schaftsvereins in Bochum hat an den Vorsitzenden des Vereins folgendes Schreiben gerichtet: Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltung 2. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser treues Mitglider Rollkutscher Paul Puhl 5. d. Mts. im Alter bon Jahren an einem schweren heutingenleiden gestorben ist. Br Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 35 Freitag, den& d. Mts., nachbf mittags 3, Ust, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes, Briz, Chauffeeftr. 44, aus statt. 76/7 Die Ortsverwaltung. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Auguste Eichholz geb. Eckenhoff, nach furzem Leiden gestorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen August Eichholz nebst Tochter. Die Beerdigung findet am Freinachtag, den 8. November, mittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Emmaus- Stirchhofs in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. BrunnenStr. 17-18. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und-Arheiterinnen Deutschlands. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 2. Nos vember, verstarb unser Mitglied Joseph Anders im Alter von 38 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 7. November, nachmittags 3, Uhr von der Halle des Heilandskirchhofes, Plößensee, aus ftatt. 64/17 Die Ortsverwaltung. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 4. November verstorbenen Steinbruders Samuel Schulz findet statt am Freitag, den 8. November, nachmittags 34, Uhr, von der Leichenhalle des Sophienkirchhofes, Bergstr. 29. 11736 Das Komitee. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Vater und Schwiegervater, ber Schneider Wilhelm Gerecke am 4. November verstorben ist. Die Hinterbliebenen Paul Gerecke. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich allen Freunden und Betannten sowie den Kollegen und Ge nossen meinen innigsten Dant. 6302 Minna Voigt nebst Tochter. Die Beerdigung findet am Frei- Dr. Simmel tag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der St. Andreas- und Markus Gemeinde in Hohen11756 Schönhausen aus statt. Allen Verwandten und Bekannten bie traurige Mitteilung, baß meine liebe Frau, unsere liebe Schroester und herzensgute Mutter, Schwäs gerin und Tante Emma Deckert geb. Frenzel am Montag nach, furzem schweren Lelden verstorben ist. Hermann Deckert nebst Kindern. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des GeorgenKirchhofes, Landsberger Allee, aus itatt. 1174b Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-1. BERLINER AusstellungsOSE à Mk. Ziehung unwiderruflich 5. 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Leipzigerstr. 130. Sprechstunden 8-7 Uhr H. Greifenhagen Nachf. Donnerstag Hervorragend Freitag Sonnabend VeteranenStr. 1-2. Donnerstag Hervorragend bill. Angebote in allen Abtheilungen Freitag Doppelte *) ausschliesslich einiger Artikel. 1. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 6. November 1907, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) Ohne Gewähr.j 168 75 203 1000] 26 89 317 94 402 625 44 713 1075 [ 1000] 133 1000] 293 367 435[ 3000] 93 97 547 642 820 79 18000 950[ 500] 2611 40 70 3117 68 393 632 837 [ 00] 88 4117 299 335 523 48 738 75[ 500] 5119 736 48 971 6060 131 327 634 710 76 899 7499 3000] 563 653 725 26 087 8449 757 823 9002 55 652[ 2000] 897 10129 es 260 321 631 717 973[ 1000] 11095 96[ 500] 255 388 41 680 752 949 12049 410 33 35 627[ 1000] 907 13075[ 3000] 247 442[ 5000] 648 827[ 500] 918 40 91 14058 159 492 302 17 15091 145 206 615 761 16002[ 500] 357 [ 3000] 99[ 1000] 17014 63 73 193 370 556 766 887 18045 68[ 500] 267 873 417 539 61 670 882 057 19326 673 921 20033 196[ 500] 220 92 051 783 93 969[ 5000] 98 21013 80 191 881 474 22131 820 94 429 89 90[ 500] 91 501 717 856 23070 89 212 92 343 668 76 24089 205 316 83 401 539 610 723 28[ 300] 810 25050 291 425 618 729 818 83 26212 319 761 27194[ 500] 228 304 6 615 37 777 915 28127 822[ 300] 688 61 29101 219[ 3000] 73 867 721 935 3003? 212 54 63[ 500] 303 793 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Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 6. November 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 809 16 67 406 512 41 48 872[ 1000] 1033 217 699 794 2332 541 657 951 3034[ 3000] 158[ 1000] 661 822 901 83 4293[ 500] 851 76 576 609 712 829 66[ 1000] 5107 56 [ 1000] 58 482 99 635 792 901 28 33 6248 474 89 683 744 [ 600] 62 800 7012 85 182 296 538 592[ 500] 8305 523 894 9016 74 811 94[ 3000] 58 500 42 713 936 10217 301 414 513 680 887 980[ 500] 11107 58 240 92[ 600] 318 50[ 3000] 582 675 92 782 80 127[ 1000] 12022 28 53[ 500] 74 116 99 230 301 56 611 74 88[ 500] 797 13:43 652 716 831 60 66 902 14152 273 522 673 840 933 15019 [ 600] 171 415 505 650 708 14 893 991 16165 541 717 023 24 17054 314 566[ 500] 72 628 710 74 18190 278 423 90 719 25 991 19033 229 82 33 39[ 1000] 20146 636 21003 87 1C8 245[ 1000] 18 488 625 788 846 80 961 98 22019 51[ 500] 959 23073 215 449[ 1000] 567 670 853 71 910[ 1000] 49 50 87 24008 126 476 85 512 44 70 25017 61 151 260 305 653 857 910 26421 65 550 84 996 27914[ 500] 28186 268 86 99 579 630 40[ 500] 64 934 [ 3000] 78 29061 433 538 903 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265235 409 74[ 3000] 639 738 84 97 978 26633 472 501 51 972 267019 148 78 303 57 88[ 3000] 268141 86 498 451 547 711 26 901 27 269016 176 317 50 580[ 1000] 765 862[ 500] 913[ 1000] 270039 570 851 271013 134 541 63 739 52 510 90% 272031 160 218 73 338 417 56 273073 323 448 637 70 97 773 808[ 1000] 65 66 995 27433 449 664 808 15 28 275104 225 364[ 1000] 480 782 872 27603![ 500] 310 489 631 91[ 1000] 778 825 31 919 277131 ts 417 25 764 980 278057 183 235[ 500] 411 44 99 544 611 81 852 931 279323 401 666 77 280118 470 281278[ 300] 341 512 57 71 633 908 282000 412 88 91 538 653 887[ 100] 283149 235 320 409 284206 59 689 805 11 85 001 285211 03 430 TO 544 [ 3000] 54 657 919 280080 205 301 412 28 649 287102 27[ 3000] 410 823 977 L500) A.WERTHEIM Besonders vorteilhaftes Angebot in der LEBENSMITTEL- ABTEILUNG GEMÜSE- KONSERVEN Junge Schoten IV Junge Schoten I Schoten u. Karotten Karotten geschnitten 1 Dose 36 Pf. 1 Dose 78 Pf. Dose 55 P Pf. 1/2 Dose 28 Pf. FRÜCHTE- KONSERVEN Kaiserkirschen ohne Steine D.1.05 Mk. Stangenspargel I Stangenspargel II Bruchspargel I Kohlrabi % Dose 1.15 Mk. / Dose 1.05 Mk. 1 Dose 85 Pf. ¾ Dose 24 Pf. Reineclauden ¼ Dose 80 Pf. Erdbeeren naturell 1 Dose 85 Pf. Mirabellen ¼ Dose 65 Pf. Stachelbeeren Kirschen ohne Steine Stachelbeeren Rote Rüben Glas 24 Pf. Glas 38 Pf. ¼ Dose 65 Pf. Dose 32 Pf. Bismarck- Heringe Dose 45 Pf. Pt. Bratheringe Dose 45 Pf. FISCH- KONSERVEN Sardinen In Oel% Dose 43,% Dose 70 PT. Delikatessheringe Dose 50 u. 80 P KOLONIAL- WAREN fledistorens T Victoria- Erbsen Kleine Erbsen Glasierte Erbsen Gelbe Spalterbsen Grosse Linsen Mittel Linsen Pfund 17 Pt. Pfund 16 P Kleine Bohnen Pfund 15 Pf. Pf. Lange Bohnen Pfund 19 Pt. Pfund 19 pt. Rangoon- Reis Pfand 16 Pt Pfund 17 Pt. Java- Reis Pfund 19.24 Pt. Pfund 38 Pt. Pfund 30 Pt. Türkische Pflaumen Pf. 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Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderci u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW. kl«»- 2. litilojt des Dmiilts" Jicrliiitt yollislilalt.----w , 7. Nsvtlilber 1907, Prozeß BiiloW'Brand. Bor der 2. Strafkanimer des Landgerichts Berlin II stand deute Termin an in der Strafsache wider den Schriftsteller Adolf B t a n d j der wegen Beleidigung deS Reichslanzlers Fürsten V. Pulow angeklagt ist. Um 9% Uhr eröffnet der Vorsitzende die Sitzung und ruft die Zeugei. auf. Erschienen sind von den geladenen Zeugen Wirkl. Geh. Rat Fritz v. Holstein, Dr. H i r s ch f e I d. Ziegelcibesitzer Dr. Karl Schmidt, Rentier Schulz aus Berlin, Geh. Ncgieruiigsrat Schees er, Kriminalkoiuinisiar v. Tresckow. Der Reichstanzler Fürst B ü l o w hat sein Erscheinen für 19 Uhr zugesagt. B e r. spötet erscheint Fürst Philipp zu Eulenburg, von zwei Führern in den Saal geleitet. Beim Aufruf des Zeugen Kammerherrn Graf v. Wedel er- klärt Kriminalkonimisiar v. TreSckow, der nicht erschienene Zeuge sei aus seinem Gut Rehfeld. Der als Zeuge geladene Graf Günther v. d. S ch u l e n b u r g ist gleichfalls nicht erschienen, er hat dem Ersten Staatsanwalt eine Depesche zugesandt, die dieser zu den Akten gibt. Gras Wilhelm v. Hohenau, telegraphisch ge- laden, ist nicht erschienen, Gras v. L h n a r desgleichen. Der Erste Staatsanwalt Dr. P r e u st verliest hierzu folgendes Telegramm, das als Antwort auf die Zcugenladung eingegangen ist:..Graf v. Lynar seit längerer Zeit verzogen(jevigrr Auf- enthaltsort unbekannt)." Nicht erschienen sind ferner die Zeugen Klenhammcr und Redakteur Paul B r u h n. Erster Staatsanwalt Dr. P r c u st: Gestern früh sind von dem Angeklagten noch eine grotze Zahl von Zeugen vorgeschlagen worden, die meist in Rom wohnen. Dah eS mir nicht möglich war, diese Zeugen zu laden, versteht sich von selbst. Ich habe mich an den Polizeipräsidenten von Rom gewandt und von ihm ist eine telegraphische Antwort eingegangen, die ich zu den Akten gebe. Für die Uebersctzung habe ich einen italienischen Dolmetscher geladen. Bor Eintritt in die Verhandlung erklärt Rechtsanwalt Dr. Barn au: Es erscheint zweifelhaft, ob der Angeklagte im- stände ist, der Verhandlung körperlich zu folgen. Er hat wieder- holt OhnmachrSanfälle gehabt und zwar nach ärztlichem Attest noch gestern früh. Er hat erklärt, datz er unter allen Um. ständen vor Gericht erscheinen wolle, eS erscheint mir aber zwcifel- Haft, ob er einer mehrstündigen und vielleicht den ganzen Tag währenden Verhandlung gewachsen sei. Erster Staatsanwalt Dr. P reust: Mir liegt ungemein diel daran, dast heute verhandelt wird, damit nach autzen hin schon festgestellt wird, wie wenig haltbar sämtliche Angaben deS An- geklagten sind. Ich beantrage, dast irgendein Arzt zugezogen wird, der hier assistiert und eventuell Hülfe leisten kann. Uebermästig anstrengen wird die Sache ja kaum. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Dr. Pusch: Ich möchte den Angeklagten in seinem eigenen Interesse ersuchen, sich möglichst zusammen zu nehmen. Dast Sie nervös sind, will ich glauben, aber ich bitte,?!hre Nervosität möglichst zu bezwingen. Der Ge- richtShof ist schlussig geworden, den Medizinalrat Dr. S l ö r m e r tclephonisch herbeizurufen. Der Angeklagte kann auch neben dem Vcrtcidigcrtische Platz nehmen. Rechtsanwalt Dr. Barn au: Ich gebe zur Erwägung an- heim, ob cL Zweck bat. angesichts der Tatsache, dast selbst ein Te,l der inländischen Zeugen fehlt, in die Verhandlung einzutreten. Es fehlt namentlich der Graf Günther v. d. Schulen bürg. Alles, was der Angeklagte behauptet, hat er natürlich nicht aus sich heraus, eS beruht auf Mitteilungen, die ihm aus unterrichteten Kreisen geworden sind und dazu gehört gerade der Graf Günther I». d. Schulenborg. Auf diesen kann ich unmöglich verzichten. Was die in letzter Stunde vorgeschlagenen Zeugen betrifft, die über Vorgänge während der Botschastrrzelt des Fürsten in Rom Bekundungen machen sollen, so kann ich daraus auch nicht verzichten. ES handelt sich da um etwa einDutzendZeugen. Staatsanwalt: Der Angeklagte wird sich bald selbst überzeugen, wie leichtsinnig er aufs Glatteis gegangen ist. Der Angeklagte ist. wie der Vorsitzende durch Befragen fest stellt, jetzt 33 Jahre alt. Er ist mehrfach vorbestraft: so wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu zwei Monaten Gefängnis, 130« in Tilsit wegen Beleidigung zu zwei Monaten Gefängnis. dann wegen öffentlicher Beleidigung(Affäre mit dem Abg. Lieber) zu einem Jahr Gefängnis, nochmals wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften zu 299 M. Geldstrafe und lvcgen Vergehens gegen die öffentliche Ordnung zu drei Monaten Gefängnis. Auf weiteres Befragen erklärt der Angeklagte zu seinen persönlichen Verhältnissen, dast er seinerzeit Seminarist gewesen, dann Buchhändler geworden sei und sich der freidenkerischen Be- wcgung angeschlossen habe. Er sei Mitarbeiter der»Lichtstrahlen" geworden, und da er selbst homosexuell veranlagt sei. in die Be- wegung zur Abschaffung de?§ 175 eingetreten. Er verstehe unter Homosexualität nicht die Betätigung irgend einer homosexuellen Handlung, sondern die groste, ideale, seelische Zuneigung deS Freundes zu dem Freunde. Staat Sa n w.: Es handelt sich hier um mancherlei delikate Fragen, die erörtert werden müssen. Ich will jetzt nicht den An- trag auf AuSfchlust der Oeffentlichkeit stellen, behalte mir aber einen solchen vor, sobald es notwendig erscheint. Zu den persön- lichen Verhältnissen deS Angeklagten b�be ich noch folgendes her- vor: AlS der Angeklagte nach seiner Verurteilung in der Lieber- Affäre im Gefängnis fast, hat er von dort auS zwei Gnadengesuche Maiepa» gerichtet und darin auch Angaben über seinen und in weiteren Kreisen ! Reichskanzler seine Pflicht an Se. Werde.� und Im währ gottglLi ht. Er sagte darin, dast er ursprünglich Anarchist A t h c i st gewesen sei. Durch Nachdenken ~>ft sei er aber dazu gekommen, wieder und sich auf den Bodku der Monarchie zu stellen, ttmstsicht gibi uns der Angeklagte Auskunft, wie es jetzt in dieser Beziehung mit ihm steht? Der Angeklagte gtbl hierauf eine kurze Darstellung seines Denkens und Fuhlens. Der individuelle Anarchismus fei sein Standpunkt, da ihm daS Recht der Persönlichkeit höher stehe als daS Recht deS Staates. Er sei der Meinung, dast> n der Monarchie die persönliche Freiheit am besten gewahrt sei. Als er für den Dr. Sternberg eingetreten und infolgedessen den Abg. Dr. Lieber vor dem ReichsiagSgebäude mit der Hundepeitsche bedrohte, habe er schon auf dem Boden deS Monarchismus gestanden. Hierauf erscheint der herbeigerufene Störmer, um gleich darauf den Angekl zimmer auf seinen Gesundheitszustand zu Der Vorsitzende läßt eine Pause von eintr treten. Nach Wiederaufnahme der Sitzung teilt anwalt Dr. P r e u st mit. von dem Grafen v. W e d e Telegramm eingegangen:.Depesche gestern abend erhalten. Erscheinen unmöglich." Unter Anklage gestellt ist. wie belannt. ein Flugblatt .Gemeinschaft der Eigenen", tn welchem nach der Anklage Angeklagte den Fürsten Bülow beleidigt haben soll, weil darin t Dr. Reben- nicht unbekannt gewesen vernachlässigt hätte, weil er über diese Dinge nicht ausgeklärt habe. Es sind dann in dem Flugblatt deutliche Anspielungen auf angebliche homosexueUe Neigungen des Reichskanzlers enlhaltrn, es wird von seiner Vor liebe für seinen unzertrennlichen Begleiter, den Geh. Rat S ch e e f e r gcsproäien, mit dem er in Norderney„S ch e e f e r- Stunden" verlebt habe, dieser wird als des Kanzlers„bessere Hälfte" bezeichnet, es wird angedeutet, dast der Kanzler selbst schon Zielpunkt für Erpressungsversuche gewesen sei und jchliestlich aus, geführt, datz gerade Fürst Bülow moralisch verpflichtet wäre, für die Aufhebung des§ 175 nachdrücklich einzutreten. Wörtlich heistt eS weiter in dem Flugblatt:„In den Kreisen deS Wissenschaftlich, Humanitären Komitees war eS seil langem ein öffentliches Ge, heimniS schon, dast der Geheimrat Schees« der unzertrennliche tägliche Begleiter deS Fürsten ist. Dort kannte man auch die Tat, fache, dast er im engeren Freundeskreise sogar als des Kanzlers „bessere Hälfte" gilt..." Das Flugblatt wird verlesen. Der Angeklagte äuhert sich dazu auf Befragen in folgender Weise: Ick habe in meinem Artikel den Reichskanzler als homosexuell bezeichnet. Damit habe ich ihm keineswegs einen Vorwurf machen wollen. Am aller, wenigsten wollte ich, der ich für die Abschaffung deS§ 175 und für die soziale Wiedergeburt der Freundesliebe wirke, den Fürsten Bülow mit der Feststellung seiner homosexuellen Veranlagung be, leidigen. ES lag mir daran, eine Tatsache zu konslatieren, eine Veranlagung, die allgemein verbreitet und so natürlich ist, dast sie bei allen Völkern vorkommt und auch bei den Tieren. Staatsanwalt einfallend: Wenn der Angeklagte fort fährt, in dieser Weise vorzutragen, mühte ich den AuSschlutz der Oeffentlichkeit beantragen, obwohl ich dicS nicht gern tun würde. Vorsitzender: Angeklagter, drücken Sie sich allgemeiner aus. Die meinen, die Feststellung der bomosexuellcn Veranlagung seien, der? gesetzter. Ich bin als Mensch frei von jedem Hochmut. Aber von den Kaiser' Familiarität mit meinen Beamten und ganz besonders mit dem sie selbst so veranlagt sind. Ihre denn daS Flugblatt geht tn die betrachtet die homosexuelle Ver, könne keine Beleidigung sein, da Ansicht ist aber nicht mastgebend. allgmeine Bevölkerung und diese aitlaaung als verächtlich. Angeklagter Brand: Das kommt daher, dah mit dem Wort Homosexualität unerhörter Mistbrauch getrieben wird. Ich ver, stehe darunter gerade die seelische Zuneigung zwischen Freunden, d Te natürlich auch erotisch gefärbt ist. Mein ganzer Kampf gehl dahin, die öffentliche Meinung in dieser Beziehung umzustimmen, zu zeigen, datz die politische AuS. schlachtung solcher Dinge eme Torheit ist. Vorsitzender: Das konnten Sie doch aber hin, ohne den Reichskanzler zu beleidigen. Brand: Zu dem Zwecke muhte ich BülowS Veranlagung feststellen, um den Wahrheitsbeweis zu erbringen, dast alle die angegriffenen Herrschaften zu Unrecht angegriffen sind. ES ist in keiner Weise bewiesen worden, dast Fürst Eulenburg Homo sexuelle Neigungen in grobsinnlicher Beziehung betätigt hat. Vorsitzender: Die wollen damit sagen, dast Sie im Interesse Ihrer Gleichgesinnten die Kampagne gegen Fürst Bülow unternommen haben. Brand: Im Interesse meines Kampfe» gegen den ß 175. Ich halte die Behauptung aufrecht, dast Fürst Bülow homosexuell ver- anlagt ist, will aber keine grobe Betätigung dieser V«. anlagung nachsagen. Das habe ich auch in dem Flugblatt nicht getan. Vorsitzender: AuS dem Flugblatt kann man aber alles mögliche herauslesen. Mit dieser Wirkung mutzten Sie rechnen. Auf weiteres Befragen erklärt der Angeklagte, dast nach seiner Ansicht der Fürst Bülow der Anstifter der gegen die Liebrnbergrr unternommenen Intrigen sei. dast er hinter Horden und Hirschfeld stehe, datz er die ganze Sache eingeleitet habe und sein Ziel gewesen sei, die Tafelrunde zu stürzen. Er bestreite aber, dast er persönliche Rache an dem Manne habe nehmen wollen, der die Leute der Tafelrunde gestürzt habe. Er wollte andeuten, dast der Fürst Bülow seiner, seitS persönliche Rache an dem Fürsten Eulcnburg habe nehmen wollen. Er, der Angeklagte, habe diesen Artikel geschrieben, um zu zeigen, dah ein Homosexueller die Homosexualität auS geschlachtet habe. Er wisse, dast Dr. Moll seinerzeit in der„Zu, lunft" den Standpunkt vertreten habe, dast man zur Abschaffung deS Z 175 des Strafgesetzbuches eventuell über Leichen gehen müsse. Erster Staatsanwalt Dr. P reu st bestreitet, dah sich der An, geklagte auf den Dr. Moll berufen könne, denn dieser habe keine» loegs das gesagt, was der Angeklagte behaupte.— An, geklagter: Er habe den Vorwurf gegen den Fürsten nur er- hoben, weil er selbst als Homosexueller die Homosexualität politisch ausgenutzt habe. Er habe die Ansicht, datz Fürst Bülow ebenso behandelt werden müsse wie der Fürst Eulenburg und dah, wenn der Reichskanzler geschont wird, dies auch bezüglich des Fürsten Eulenburg der Fall sein müsse. Ich erkläre, dah ich eS grund sätzlich ablehne, über undelikate Dinge oder ge Heimnisse einen Wahrheitsbeweis zutreten.— Hierauf wird in die Beweisaufnahme eingetreten. Der als Zeuge aufgerufene Reichskanzler Fürst». Bülow, 53 Jahre alt, lutherisch, erklärt: Ich erkläre unter meinem Eide» daß homosexu- elle, perverse, normwidrige Neigungen und Gelüste mir seit jeher nicht nur im höchsten Grade widerwärtig, sondern auch vollkommen unbe» greiflich gewesen und erschienen sind. Diese meine eidliche Erklärung bezieht sich nicht nur auf Zuwiderhandlungen gegen§>75 des StrasgcsetzbuchcS. sondern aus alle und jede Homosexuelle Neigung. Anlage und Empfin- düngen in jeder Form und in jedem Grade. Die gegen mich erhobene Anklage ist unwahr und sinnlos. Ich habe folgendes auszusagen: Der eigentliche Burcaudienst in der Zentralstelle wird von zwei Beamten der Reichskanzlei wahr- genommen, von dem Geh. Reg.-Rat Schees« und dem Geh. Hofrat Seeband. Sie haben die Eingänge zu eröffnen und zu sortieren, Telegramme zu chiffrieren und zu dechiffrieren. Abschriften anzu- fertigen, Diktate zu schreiben— ich diktiere alle» Erlasse. Briefe, Depeschen; ich spare dadurch Zeit—, die sehr umfangreiche Re- gistratur in Ordnung zu halten, auch die Einladungen für die Empfänge zu besorgen, den Telephondienst zu versehen. Be- sorgungen zu machen usw. Diese Leute haben einen sehr an- strengenden Dienst; sie müssen von 9 Uhr morgen? bis zum späten Abend zur Verfügung stehen. ES wird von diesen Beamten ein hoheS Mast von Fleist, Ausdauer und Püiiktlichkeit und natürlich auch von Gewissenhaftigkeit. Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit verlangt. ES gehen wichtige Sachen durch ihre Hände, Schrift- stücke, deren sorgsame Aufbewahrung, exakte Erledigung und sekrete Behandlung daö Interesse des Landes gebietet. DaS gilt namentlich von allem, waS Bezug hat auf die Geschäfte deS Landes. Ich halte eS dah« für meine Pflicht, dafür zu sorgen, dast diese Beamten durch Gebalt und Avancement ein Acauivalent für ihren anstrengenden Dienst erhalten, soweit dies im Rahmen der dienst. lichen Interessen und Tradiiionen zulässig ist. Schees«, der bereit? seit mehreren Jahren eine eUitSmastige Stellung als HülfSnrbeiter lnne hat. erhielt im vorigen Jahre den Charakter als Geheimer RegierungSrat. Der Chef der Reichskanzlei, Unterstaatssekretär B ett an- mir diesen Vorschlag ähnlichen Fällen schon unter Hinweis geschehen sei— nicht eriveiskich wabre Talsachcn behauptet seien, welche den Fürsten � v. Loebell, unterbreitete in der vffeiiilichen Meinung herabzusetzen zceignct seien. In dem � darauf, dah dies amti ir.—----------_-----.-.B Flugblaii wird der Vorwurf erbeben, dast. wenn wirklich seit! zum Beispiel bei den Herren Bureaudirektoren der Parlamente—, langer Zeit die in derLiebenbergerAffSre bebauplcien geschlechtlichen und ich habe zugestimmt. Und nun mutz ich noch einS sagen: Ich Beziehungen zwischen Männern von hohen, Range bestanden haben 1 bin für meine Untergebenen ein wohlwollender und gerechter Vor- Geheimen RegierungSrat Schees« oder dem Geheimen Hofrat Seeband ist natürlich nie, weder hier, noch in Rom, jemals die Rede gewesen. Seeband, der verheiratet ist, wohnt austcr dem Hause, Scheefer hat eine Wohnung in einem Flügel des Reichs- kanzlcrpalais, und zwar lediglich deshalb, damit er rascher zu erreichen ist, wenn etwa? sehr Eiliges zu chiffrieren und zu de» chiffrieren oder zu diktieren gibt. Scheefer hat vielleicht drei oder vier Mal im Jahr an meinem Tisch gesessen, bei besonderen Ge- legenheiten, an dem Geburtstag Sr. Majestät des Kaisers und am Geburtstage meiner Frau. Ich bin nie mit ihm spazieren gegangen oder geritten oder gefahren, weder hier noch in Norderney, noch in Rom, noch irgendwo ander» Der Angeklagte hat ferner behauptet, ich wäre der Gegenstand von Erpressungen geworden. Niemals ist mir gegenüber eine Erpressung mit Bezug auf homosexuelle Dinge ausgeübt oder auch nur versucht worden. Endlich ist auch in der Flugschrift noch behauptet worden, ich stünde hinter den Angriffen, welche die„Zukunft" gegen eine Reihe bekannter Persönlichkeiten mit Bezug auf Homosexualität und Kamarilla gerichtet hat. Ich stehe diesen Angriffen ganz fern, habe sie weder veranlasst noch beeinflustt.� Als Reichskanzler und als Mensch habe ich eS für meine Pflicht gehalten, den gegen mich erhobenen unerhörten Be- schuldigungen sofort und öffentlich entgegenzutreten. Und wie jeder Staatsbürger habe ich das Recht, gegenüber derartigen Angriffen zu appellieren an den Schutz der Gerichte und den Ernst der Gesetze.__ Auf weitere Fragen erklärt Reichskanzler Fürst Bulow: Er fei im Dezember 1893 Borschafter in Rom gewesen und dort bis zum Herbst 1897 geblieben. Tic ihm vom Vorsitzenden vorgehaltenen Namen der Zeugen, die der Angeklagte noch in letzter Stunde über Vorgänge in Rom genannt hat, seien ihm zum grösttcn Teil unbe- kannt. Den französischen Botschafter Maurice Barrere kenne er, er sei aber nicht mit ihm zusammen in Rom gewesen. Herrn Scheefer habe er in Rom als Kanzlisten kennen gelernt, seines Wissens fei dieser vorher im Eisenbahndienst angestellt gewesen. Er habe ihn als einen ordentlichen und pflichttreuen Beamten kennen gelernt und ihn später nach Berlin übernommen.— Präs.: Gerade der Umstand, dah ein Beamter aus der Snbalternkarricre zu einer so hohen Stellung, wie Herr Geheimrat Schees« gelangt ist, mag vielleicht dem Angeklagten befremdlich erschienen sein. Solche Hcraushebung pflichttreuer Beamten über das gewöhnliche Niveau ist doch wohl nicht so etwas ganz Ungewöhnliches. Ich er- innere an den Geheimrat Mlestner und den Geheimrat Krüger aus der BiSmarckschen Zeit.— Fürst Bülow: Das kann ich bc- stätigen.— Präs.: ES ist auch auf daS Zeugnis ander« Per» sonen rekurriert worden. Dazu gehört Se. Durchlaucht Fürst zu Eulenburg. ES wird behauptet, dast Ew. Durchlaucht mit Herren, die beim Fürsten Eulenburg verkehrten und homosexueller Nei- gungen verdächtigt worden sind, sehr freundlich verkehrte, Herr Geheimrat Scheefer soll dabei mit erschienen sein und es sollen zwischen Fhnen Händedrücke, Umarmungen und Küsse getauscht worden sein. Fürst v. Bülow: Ich habe nie mit dem Geheimrat Scheefer zusammen meines Wissens irgend eine Gesellschaft besucht. Auf die Behauptung, dast ich Umarmungen usw. mit ihm ausgetauscht habe, brauche ich wohl nicht zurückzukommen. Was die hier er» wähnten Herrcri betrifft, so kenne ich den Grafen Lynar meines Wissens gar nicht. Von seinen Verfehlungen habe ich erst nach feiner Verabschiedung gehört. Die beiden Grafen Hohenau und den Fürsten Eulenburg kenne ich dagegen seit sehr lauge und den letzteren sehr genau. Ungünstige Gerüchte über sie sind erst in den letzten Jahren zu mir gedrungen. Ich habe aber kein BeweiSmaterial und keinerlei Tatsachen oder tatsächliche Unter- lagen erhalten, die mich berechtigt hätten, offizielle Schritte gegen die Herren zu unternehmen. Vors.: Der Angeklagte behauptet, Sie hätten mit dem Fürsten Eulenburg oft über Homosexualität gesprochen. Fürst Bülow: Ich habe niemals meines Wissens mit dem Fürsten Etilenburg über homosexuelle Dinge oder irgend etwas, was damit zusammenhängt, gesprochen. Ich habe keine Neigung normwidrig« Natur zum männlichen Geschlecht an den Tag gelegt und noch viel weniger irgendwelche Abneigung zum weiblichen Geschlecht. Ich kann mich nicht entsinnen, datz solche Fragen zwischen mir und dem Fürsten Eulenburg berührt worden sind. Vors.: Ist vielleicht die Frage der Zlbschaffung deS§ 176 zwischen Ihnen erörtert worden? Fürst Bülow: Ich kann unter meinem Eide erklären, das; ich mit dem Fürsten Eulenburg niemals über die Abschafsung des § 175 gesprockwn habe. Ich habe bisher amtlich keine Stellung zur Frage des§ 175 genommen. Ich glaube mich zu erinnern, dast Eingaben an mich gerichtet worden sind wegen Abschaffung dieses Paragraphen. ES muh daS vor sechs Wer sieben Jahren ge- wesen sein. Der Vorsitzende befragt den Fürsten Bülow noch über seine Beziehungen zu den vom Angeklagten vorgeschlagenen römischen Zeugen. Fürst Bülow erklärt, dast er die meisten dieser Zeugen gar nicht oder doch nur dem Namen nach kenne. Der Reichskanzler wird sodann auf seinen Wunsch vorläufig entlassen, rnuhdcm er erklärt hat, er könne in jedem Augenbltck, wenn es nötig sein sollte, wieder zur Verhandlung erscheinen. Fürst Philipp zu Eulenburg, der darauf als Zeuge vernommen werden soll, wird von zwei Führern in den Saal geleitet. Vors.: Ter Angeklagte behauptet, Fürst Bülow sei Homo- feruell veranlagt und habe mit dem Fürsten E.ilcnburg viel ver- kehrt. Im Gespräch seien öfter homosexuelle Dinge berührt wor- den und der Kanzler habe bei diesen Gelegenheiten eine Hinneigung zum männlichen und eine Abneigung zum weiblichen Geschlecht an den Tag gelegt. Fürst zu Eulenburg: Mir ist absolut nichts davon bekannt. Ich bin mit dem Fürsten Bülow befreundet seit meiner Jugend her und mühte so etwas vollständig genau und sicher wissen. Wir haben niemals in dem Sinne, wie eS von dem Angeklagten behauptet wird, miteinander gesprochen. Es ist eine vollständige Unwahrheit, die damit der Angeklagte behauptet. Ich bitte den Herrn Vor- sitzenden bei dieser Gelegenheit, wo ich doch wahrscheinlich als Zeuge geladen bin, weil ich für homosexuell veranlagt ausgegeben werde, üb« mich ein Wort sagen zu dürfen. Vorsitzender: Ich möchte nicht gern da., Gebiet anschneiden, ohne dast ein Anlast vorhanden ist. Mein Bestreben ist, die Verhandlung auf den Gegenstand der Anklage zu beschränken. Vielleicht wird dem Zeugen Gelegenheit zu seinen Ausführungeii noch durch Fragen des Angeklagten geboten. Zeuge: Ich werde mich in meiner Llussage sehr knapp fassen und wäre sehr dankbar, wenn bei dieser Gelegenheit mir ein Wort darüber gestattet würde, da ich bei dem letzten Prozetz durch cjne schwere Erkrankung am Erscheinen verhindert war und der Ge- richtshof mir keine andere Gelegenheit zur Aussage gab. Ich er» kläre hiermit auf das bestimmteste, dast ich mir in meinem Leben nie strafbare Handlungen in bezug auf 8 176 habe zuschulden kommen lassen. Was daö übrige betrifft in bezug auf die Ausführungen, die wir gehört haben von Dr. Hirschfeld, so lasse ich mich daraus nicht ein. Denn alle die feinen Nuancen, die er konstruiert hat. um sein System zu vertreten, kommen doch schliestlich darauf hinaus, dast sich enthusiastischer Freund fein Mensch mehr sicher fühlt, ob er nicht als Homoferueller an- und sich dem wissenschaftlichen Standpunkte und der Kampfesart Auf die Anfrage der deutschen Gesandtschaft erwidere ich, gesehen wird. Ich bin in meiner Jugend ein des Komitees feindlich gegenüber gestellt. Er habe sehr wenig daß in den Registern und Atten des Polizeipräsidiums zu Rom Fühlung mit dem Angeklagten gehabt und mit ihm über den Fürsten nicht figurieren und nicht figuriert haben die an Gehlsen angehe, so weise er darauf hin, daß sehr häufig Homosexuelle, Bülow gar nicht gesprochen. Was die angeblichen Mitteilungen Namen des Fürsten v Bülow und des Geheimrats Scheefer als Beute von der Presse zu ihm tommen, er wüßte aber nicht, baß er Rinaldi." Der Generalinspektor des Polizeipräsidiums mit Gehlsen über Geheimrat Scheefer gesprochen habe. Er bestreite auch, daß er Herrn Gehlsen die Anregung dazu gegeben habe, übernahme, soweit sie sich auf die Behauptungen des Angeflagten über Auf fämtliche übrigen Zeugen und alle weitere Beweisauf. Herrn Scheefer zu schreiben. den Fürsten v. Bulow bezieht, wird seitens des Verteidigers ver. zichtet. gewesen. Ich bin ftolz darauf, daß ich gute Freunde gehabt habe. Wenn ich aber gewußt hätte, daß nach 25, 30 Jahren ein Mann auftritt, der in dieser Weise ein System entwickelt, wonach in jeder Freundschaft Schmus liegt, dann hätte ich es wahrhaftig aufgegeben, Freunde zu suchen. Das Beste, was wir Deutsche haben, ist die Freundschaft, und treue Freundschaft hat immer in Ansehen gestanden. Ich habe enthusiastische Freundschaft gehalten, ich habe Briefe geschrieben, die überschwellen in freundschaftlichen Empfindungen und ich mache mir absolut teinen Vorwurf daraus, denn wir kennen doch die Briefe unserer großen Heroen wie Goethe usw., die überschwenglich geschrieben sind. Ich habe wohl solche Briefe auch geschrieben, etwas Böses, Schlechtes, Schmußiges hat doch aber nicht darin gelegen. Ein ganz infam ich mußiges System ist aufgestellt worden durch die Serren Harden und Konsorten, und bloß deshalb bin ich hineingebracht worden in diese Angelegenheit. Borsigender: Es wird behauptet, daß bei Ew. Durch laucht gesellige Abende abgehalten wurden und da soll auch Geheimrat Scheefer in Begleitung des Fürsten Bülow erschienen sein, Bärtlichkeiten, Küsse und Ümarmungen sollen aus. getauscht worden sein. Beuge: Das ist die vollkommene unwahrheit. Borsigender: 3ft er überhaupt bei Ihnen erschienen? 3euge: Niemals. Borf.: Kennen Sie Geheimrat Scheefer? Beuge: Ja. Als ich bei Majestät war, war Scheefer ala Sekretär da. Infolgedessen habe ich ihn öfter gesehen, aber anders kenne ich ihn nicht. Rechtsanwalt Dr. Barnau: Haben Ew. Durchlaucht irgend. wie die Meinung, daß die Ihnen ja bekannten Artifel in der " Butunft" durch Bülow inspiriert find? Bors.: Diese Frage laffe ich nicht zu. Ich möchte die Politit aus der Verhandlung durchaus ausgeschieden wiffen, soweit das sich irgend ermöglichen läßt. Staatsanwalt: Der Strafantrag geht ausdrücklich nur dahin, soweit dem Reichskanzler durch die Artikel seitens des Angeklagten der Vorwurf der Homosexualität gemacht ist. Aus diesem Grunde werde ich jede Frage, die auf das politische Gebiet hinüberspielt, als unzulässig ablehnen. Dr. Barnau: Der Angeflagte hat das Bedürfnis, dem Fürsten Gulenburg zu sagen, daß er ihm nie homoferuelle Betätigung vorgeworfen hat. " in seiner Stadt- Laterne" nie etwas publiziert, ohne vorher mit Beuge Gehlsen erklärt hierzu: Er habe über dieses Thema Herrn Dr. Hirschfeld Nüdsprache gehalten zu haben. Angefl. Brond: Er habe alles, was ihm über Geheimrat Scheefer bekannt geworden, von Gehlsen erfahren und diefer habe es wieder bon Dr. Hirschfeld. Angeklagte verweist nochmals auf den Brief, den der Reichsgraf Dr. Hirschfeld tritt diefer Darstellung entgegen. Der v. b. Schulenburg an Gehljen gerichtet habe. Darin stehe, daß Fürst v. Bülow ebenso zu beurteilen sei wie Fürst zu Gulenburg und es wäre gut, das Material eventuell Herrn Harden zu übergeben; wenn Fürst Gulenburg feine Schonung finde, so brauche Fürst Bülow auch nicht geschont werden. 308 Der Verteidiger gibt namens des Angeklagten folgende Erklärung aok sled ab: Auf Grund der Ergebnisse dieser Verhandlung hat der A. geflagte die volle Ueberzeugung gewonnen, daß die schweren Be schuldigungen, die er gegen den Fürsten Bülow erhoben hat der Wahrheit nicht entsprechen. Er steht nicht an hier Bebauerns, daß er auf Grund der ihm von verschiedenen rückhaltlos dies zu erflären mit dem Ausdruck des tieten Seiten gewordenen Mitteilungen sich zu diesen Angriffen hat hin reißen lassen. Er würde Se. Durchlaucht, wenn der Fürst noch onwefend wäre, um Berzeihung bitten wegen dieser Angriffe. Jezt fann es ihm nur noch darauf ankommen, daß er in der Tat Hirschfeld wiederholt, daß ihm der Name Scheefer ab Bernehmung des Schriftstellers Morris in London, der dem In der weiteren Diskussion über diesen Punkt erklärt Dr. Mitteilungen hatte, die ihm den Glauben an die Richtigkeit dieser Mitteilungen beibringen mußten. Ich beantrage deshalb die folut unbefannt gewesen sei. Herr Gehlsen sei zu ihm Angeschuldigten in einem Briefe das gesamte Beweismaterial über gekommen in derselben Art wie viele andere Journalisten, aber die Vorgänge in Rom angeboten hat. Ich beantrage ferner die Informationen oder Direktiven habe er ihm nicht erteilt. Gehlsen bleibt dabei, daß er viele Informationen von darüber, daß dieser dem Angeklagten Mitteilung von der HomoVernehmung des Grafen Günther von der Schulenburg Dr. Hirschfeld erhalten habe. nicht aggreffib wirken. Nun geht uns aber viel Material zu, Gigenen" den Angeklagten beauftragt hat, auf Grund des ihm zu Dr. Hirschfeld: Wir wollen nur wissenschaftlich und sexualität des Reichskanzlers gemacht hat, ferner die Vernehmung zweier Zeugen, die bekunden sollen, daß die Gemeinschaft der welches wir statistisch berarbeiten. Dabei haben wir aber den Grundsatz, nur dasjenige der Presse au geben, was schon im all. Gebote stehenden Materials das Flugblatt zu verfassen. Endlich gemeinen der Preffe bekannt ist, wobei aber eine richtige Infor- beantrage ich, den Redakteur Schneidt als Beugen darüber zu mation wünschenswert erscheint. vernehmen, daß er das Material zu den Veröffentlichungen, von denen der Zeuge v. Tresdow gesprochen, nicht von dem Angeflagten erhalten hat. Der Angetlagte verweist auf einen von Dr. S. an Gehlsen gerichteten Brief, welcher beweisen soll, daß Dr. H. darin noch nicht bekanntes Material gerade zum Zwede der Veröffentlichung gegeben habe. 0 Erster Staatsanwalt Dr. Preuß: Nachdem die Erklärung des Angeklagten abgegeben ist, halte ich es nicht für notwendig, Hierauf tritt eine Mittagspause ein. weitere Beweise zu erheben. Zur Beleuchtung der Person des Nach der Mittagspause wird Kriminalkommissar v. Tresdow Grafen von der Schulenburg lege ich hier ein Telegramm vernommen. Er erklärt, daß er die Erlaubnis zur Aussage vom des Polizeipräsidiums von Köln vor. Danach war der Graf unter Polizeipräsidenten erhalten habe, jedoch nur insoweit, als dienst der Beschuldigung der Vornahme unfittlicher liche Intereffen durch seine Aussage nicht verlegt werden können. Sandlungen an einem Knaben polizeilich fiftiert Dies zu beurteilen, habe der Präsident ihm überlassen. Auf Be- worden. Der Knabe war über 14 Jahre alt, es fonnte nur tätfragen befundet der Beuge: Mir sind Tatsachen, daß der Reichs- liche Beleidigung Konstatiert werden, hierzu gehört ein Straftanzler homosexuelle Neigungen hat oder diese betätigt hat, nicht au antrag und bei Fehlen eines solchen mußte der Staatsanwalt die Ohren gekommen. Ich habe das Dezernat über Erpressungen und Untersuchung einstellen. Die übrigen Anträge halte ich für Beuge: In der Breffe habe ich die Behauptung gefunden, bei Erpressungen handelt es sich vielfach um homosexuelle Dinge. unerheblich, da es nicht zweifelhaft erscheint, daß der Andaß ich hinter Herrn Brandt und seinen Artikeln stände, daß ich- Präs.: Ist Ihnen etwas von einer Erpressung bekannt, die geklagte von seinen Gesinnungsgenossen den erwähnten Auftrag die Sache gewissermaßen inszeniert hätte. Darauf möchte ich auf gegen den Herrn Reichstanzler versucht worden sein soll? erhalten hat. das entschiedenste erklären, daß ich niemals, solange ich lebe, gegen 8euge: Es ist mir einmal gesagt worden, daß irgend ein Mann Das Gericht lehnt die Anträge ab. Das Gericht nahm an, daß den Fürsten Bülow, fei es an allerhöchster Stelle oder zu Freunden versucht habe, zu dem Herrn Reichstanzler zu gelangen, um diesen der Angeklagte geglaubt hat, die ihm aus homosexuellen Kreisen und Bekannten etwas gesagt habe. Ich habe daran festgehalten. zu expreffen oder zu belästigen, aber von dem im Reichskanzler- gemachten Mitteilungen beruhten auf Wahrheit. Die Vernehmung daß Fürst Bülow mein Freund ist und gewesen ist von Anbeginn. palais stationierten Beamten sofort entfernt worden ist. Die Sache des Herrn Schneidt erübrige fich, denn der Angeklagte brauche nicht Ich habe nie eine Andeutung getan, die auf das leisefte erkennen ist schon einige Jahre her, ich weiß auch nicht, auf welcher Grund- au befürchten, daß der Gerichtshof der subjektiven Ansicht des ließ, daß ich eine Intrige gegen ihn spänne. Die ganze lage dieser Erpressungsversuch beruhte, ich weiß nicht, ob dabei Herrn v. Tresdow über einer Zusammenhang des Diebstahls mit Samarillageschichte fällt damit zusammen.( Der überhaupt von homosexuellen Dingen die Rede war. Der An dem einige Tage vorher erfolgten Besuch des Angeklagten sich Vorsitzende mahnt den Beugen, bei der Sache au bleiben.) getlagte behauptet, daß er mit dem Zeugen einmal eine Unter- anschließt. Zusammenfällt auch die Behauptung, ich stände hinter solchen un- redung in Sachen des Abg. Das bach gehabt habe. Bei dieser Nachdem nunmehr die Beweisaufnahme endgültig geschlossen erhörten Angriffen. Gelegenheit hat ihn der Herr b. Tresdom gewarnt, Material, worden, ergreift das Wort Rechtsanwalt Dr. Barnau: Der Angeklagte hat nicht be. welches er, der Angeklagte, über eine hochgestellte Persönlichkeit zu Erster Staatsanwalt Dr. Preuß: Der Herr Reichs= haupten wollen, daß er irgendwelche Mitteilungen von Ew. Durch haben scheine, zu benußen. Darauf habe er geantwortet, daß er fanzler hat sich durch das Flugblatt vom 10. September 1907 bclaucht bekommen habe. infolge der Tätigkeit in der Dasbach- Angelegenheit noch nicht Ge- leidigt gefühlt und den Strafantrag gestellt. Der Angeflagte hat Beuge: Dann ist das eben in der Bresse behauptet worden. legenheit gehabt habe, das ihm zugefloffene Material nachzuprüfen. nach vorhergegangenem Beispiel versucht, in Abrede zu stellen, day Ich war auf das äußerste befrembet, von Herrn Brandt einen Bei dieser Gelegenheit sei die Rede auf den Reichskanzler er den Vorwurf der Perversität erhoben habe, sondern er habe Brief zu erhalten, da mir Herr Brandt völlig unbekannt ist und gekommen. 8euge v. Tres dow: Der Unterredung mit dem nur den Vorwurf des anormalen Empfindens erhoben. Aber der ich weder direft noch indirekt jemals zu ihm in Beziehungen ge. Angeklagten über die Dasbach- Angelegenheit entsimme ich mich, aber Angeklagte ist nicht formgewandt und geschult genug gewesen, die stander habe. Ich hielt es für meine Pflicht, diesen Brief der ich weiß nicht, daß dabei vom Herrn Reichskanzler die Rede war, böfen Folgen von sich abzuwenden. Wenn der Angeklagte zu feiner Staatsanwaltschaft einzureichen. Angel.: Ich bitte den Herrn Beugen, sich auf folgendes zu Entschuldigung anführt, daß der Beuge Gehlsen einen ähn befinnen: Sie fagten mir: Jch habe gehört, daß Sie wichtiges lichen Wortlaut, wie er, in einem Artikel gebraucht hat, ohne Material bekommen haben über eine hoch gestellte Perfön- daß gegen ihn eingeschritten worden ist, so kann dies zu feiner lidh feit in der Wilhelmstraße." Darauf antwortete ich: Rechtfertigung nicht dienen; außerdem hat Herr Gehlsen nicht denIn der Wilhelmstraße wohnen viele Homosexuelle; men meinen felben Wortlaut angewendet, sondern er ist vorsichtiger und schlauer Sie? Sie sprachen von einem Verwandten des Reichskanzlers, gewesen. Es kann nun feinem Zweifel unterliegen, daß auch der darauf fagte ich: Sie meinen wohl den Reichskanzler selbst? bloße Vorwurf eines anormalen Empfindens schwer beleidigend Darauf saviegen Sie. Beuge b. Tresdow: Niemand im ist und der Herr Reichskanzler hat ihn mit tiefster Entrüstung Saale wird wohl glauben, daß ich mit Herrn Brand in dieser zurückgewiefen. Der Angeflagte bestreitet, daß von seinem StandWeise gesprochen habe. Meine lange Dienstzeit bürgt wohl dafür, punkt aus die Behauptung der Perversität beleidigend sei. Er muß daß ich solche Taftlosigkeit nicht begehe. Richtig ist, daß der An- sich aber auch bewußt sein, daß ein solcher Vorwurf gegen einen geflagte mit einer Anzeige wegen Diebstahls zu mir gekommen ist. anständigen Mann geeignet ist, diesen zu beleidigen, denn es kann Herr Brand sah sich dabei überall um, und auf meinem Tisch uns nicht zugemutet werden, daß wir das Empfinden einiger lagen viele Papiere und eine verschlossene Aktenmappe. Die Unter- Hundert und Tausender Anormaler für uns als bindend ansehen. rebung fand furz vor einem Sonntag statt und am nächsten Mon- Ge fragt sich nun: Sind die Tatsachen erwiesen? Nachdem Seine tag wurden diese sämtlichen Sachen und die Altenmappe auf einem Durchlaucht hier als Beuge aufgetreten und unter seinem Gide ausPolizeibureau abgegeben. Die verschlossene Mappe war gesagt hat, sind die Tatsachen als vollkommen und unwiderleglich geöffnet und unwahr festgestellt. Der Herr Fürst v. Bülow hat hier mit voller Bestimmtheit und dem Ton felfenfefter Sicherheit erklärt, daß er Herr Schneidt hatte die Stirn, in feinem Montagsblatte zu nicht anormal veranlagt sei, daß er niemals homosexuellen Gebehaupten, ihm wären diefe mir gestohlenen Aften von einem danten sich zugeneigt habe. Damit ist die Strafbarkeit unbetannten überbracht worden, und Schneidt hat des Angeklagten festgestellt. Es fragt sich nur noch, Der nächste Zeuge ist Schriftsteller Joachim Gehlsen. Er von dem Material es war übrigens nicht erheblich Gebrauch ob er zur Wahrung berechtigter Intereffen gehandelt hat und ihm Der nächste Zeuge ist Schriftsteller Joachim Gehifen. Er ist geladen worden, weil in dem Flugblatt auch darauf hingewiesen gemacht und sich dessen gerühmt. Die Atten waren mir aus der Schutz des§ 193 auzubilligen ist. Man fönnte von der Bahist geladen worden, weil in dem Flugblatt auch darauf hingewiesen meinem Amtsbureau gestohlen und dann in einem Polizeirevierung berechtigter Interessen sprechen, wenn ein wissenschaft. worden ist, daß schon Gehlsen in feiner„ Stadtlaterne" einmal wieder abgegeben worden. Das war zwei oder drei Tage liches Komitee auf gefeblichem Wege auf Aufhebung des darauf hingewiesen habe, daß Fürst Bülow. nach der Unterredung mit Brand. Weiter sage ich$ 175 hinarbeitet. Wenn aber die Gemeinschaft der Eigenen nicht Brand: Das ist die Fürst Eulenburg wird hierauf entlassen. Der nächste Beuge ist Geh. Rat Scheefer. Er macht über feine Stellung im Dienste des Reichskanzlers und feine amtliche Tätigkeit dieselben Angaben wie Fürst Bülow. Es folgt als Beuge der Neffe des Reichsfanglers Cand. jur. Bernhard b. Bülow. Er erklärt auf Befragen des Vorsitzenden: Mir find feinerlei Tatsachen bekannt, die darauf schließen lassen, daß mein Onkel, der Fürst Bülow, homosexuell ift. Staatsanwalt: Der Angeflagte hat behauptet, daß dieser Zeuge homosexuell sei und daß daraus gewisse Schluß felgerungen auf den Fürsten Bülow zu ziehen nicht allzu fern liege. Ich frage nun den Beugen, ob er selbst homosexuell veranlagt ist? Beuge b. Bülow: Ich bin in teiner Weise bomo feruell beranlagt. Ich habe für Männer feine ähnlichen Empfindungen wie für Frauen und besonders habe ich nie für einen Mann erotische Empfindungen gehabt. 0 Zeuge Haushofmeister Schrader: Jch bin seit 14 Jahren im Dienste des Herrn Reichsfanglers, auch schon zur Zeit seines Aufenthalts in Rom. Mir ist niemals auch nur die geringste Tatsache bekannt geworden, die darauf hindeutete, daß Fürst Bülow homosexuell veranlagt sei. Objekt eines Erpressungsverfuches gewefen fei. Beuge Gehlsen, der im Saale faft gar nicht zu berstehen ist, erklärt u. a., er habe einmal vom Dr. Hirsch. feld etwas Derartiges gehört und in gewissem Sinne in seiner Stadtlaterne" verwertet. Er sei seit mehreren Jahren bemüht, der männlichen Brostitution entgegenzutreten und habe dabei mit dem Leiter des wissenschaftlich humanitären Komitees über mancherlei Dinge gesprochen. Rechtsanwalt Dr. Barnau hält dem Zeugen vor, daß nach der Behauptung des Angeklagten er gerade den Ausdruck Scheeferstunden" aus der„ Stadilaterne" übernommen habe. Der Beuge glaubt nicht, daß dies der Fall sei. Auf weiteres Befragen des Berteidigers erklärt es der Zeuge für feine Ueberzeugung, daß der Angeflagte in gutem Glauben und im Vertrauen auf Mitteilungen, die nach seiner Meinung auf Dr. Hirschfeld zurüdzuführen feien, gehandelt habe. Gänzlich ausgeschloffen fei es, daß er felbft( Beuge) an den in friminierten Artikeln mitgeholfen habe. Beuge Gehlsen wird hierauf vereidigt. Beuge " Dr. Magnus Hirschfeld: er babe während der Beit, wo er Leiter des wissenschaftlich- humanitären Stomitees jei, nie etwas Authentisches gehört. woraus er die Homosexualität des Fürsten Bülow folgern fönate. Borf: Sind aber derartige Gerüchte Ihnen zu Ohren gekommen? Diegt es nicht auch in dem femininen Wesen der Homoseruellen, daß viel Klatsch gezüchtet wird? Beuge Dr. Hirschfeld: Es ist in homosexuellen Kreisen allerdings außerordentlich berbreitet und gewöhnlich, über bie Somosexualität aller möglichen Personen zu sprechen und Bermutungen anzustellen. Man muß unterscheiden zwischen einfachen, vagen Gerüchten und Konjetturen und Gerüchten mit fester Unterlage. Lehtere find bezüglich des Fürsten Bülow nicht vorhanden. nichts. alle Bapiere waren durchwühlt worden. ungeheuerlichfte Beschuldigung, bie es je gegeben hat. Borf.: Der Zeuge hat Sie ja nicht direkt beschuldigt.( Der Angeklagte geht im Anflageraum fehr erregt auf und ab.) Es ist Ihnen fein Vorwurf gemacht worden. Beuge: Ich behaupte gar nichts, ich erzähle nur den Vorgang, wie er mir vorschebt. Als nächster Beuge wird Biegeleibefizer Dr. Schmidt bernommen, von dem der Angeklagte die Mitteilung erhalten haben will, daß der Reichetangler von Expreffern verfolgt wurde. haben. bloß eine Duldung ihrer Empfindungen verlangt, sondern mit Gewalt eine Aufhebung des§ 175 fordert und mit Gewalt ihre Ideen zum Durchbruch bringen will, so fann von berechtigten Intereffen nicht die Rede sein. Der Angeklagte hat sich unerlaubter Mittel bedient. Er hat absichtlich den Reichskanzler beleidigt, um Aufsehen zu erregen und Sensation zu machen. Wenn man die Vorstrafen des Angeklagten berücksichtigt, ferner, daß de schon einmal erlittene Strafe bon 1 Jahr ihn nicht abgehalten hat, leichtfertig mit Beleidigungen der schwersten Art borzugehen gegen den höchsten Beamten des Reiches, daß er sich vom RahaefÜHI und Sensationsbedürfnis hat leiten laffen, jo, türde ich kein Bedenken tragen, das höchste Strainab Gean ragen, wenn nicht seine heutige Erklärung vorläge Der Angeflagte fagt, Der Beuge bestreitet, folche Mitteilungen gemacht zu er habe sich zu gewalttätigem Vorgehen genötigt gesehen, weil es Der Angeklagte gibt die Möglichkeit eines Jrrtums züchtenden§ 175 beizutragen. Das Errefertum wird aver durch die einzige Möglichkeit fei, zur Beseitigung des das Erpressertum in der Person des Beugen zu. Beuge v. Tresdow: Soeben fagt mir der hier anwesende die allgemeine Auffassung die Homofeguellen als anormal und folches Vorgehen nicht beseitigt, es weede folange blühen, solange Kriminalwachtmeister Tieke, er habe meiner Unterredung mit bloßzustellende Personen auffagt. Wenn man den Erpresser Brand beigewohnt. Ich bitte, ihn zu vernehmen. Kriminalwachtmeister Tieße wird darauf bereidigt und be- Börse wendet. Gemeiner und gefährlicher ist der, der seine Gemeidet, so muß man ihm doch zugestehen, daß er sich nur an die turbet, er habe bei der fraglichen Unterredung nicht gehört, finnungsgenoffen in das unglüd stürzen und über Leichen feinen daß Berr b. Tresdow oder Brand vom Reichskanzler gesprochen Bielen entgegen gehen will. Am gefährlichsten aber ist der, der Angeklagter Brand: Der Beuge befindet sich in einem beantrage gegen den Angeklagten ohne Wahl gegen beliebige Personen solche Vorwürfe erhebt. Ich Irrtum. Bei der Unterredung, die ich meine, war er nicht an. wesend. hätten. Der nächste Zeuge ist der achtzigjährige Rentner Sch to u I ft. Auch er gibt auf Befragen an, daß er nicht, wie der Angeflagte behauptet, diesem Witteilungen über Erpressungsversuche an den Reichstanzler gemacht habe. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Barnau, erklärt, auf eine weitere Beweisaufnahme über die Frage der Homosexualität des Reichsfanglers su verzichten. Der Bertreter der StaatsAuf weiteres Befragen erklärt der Beuge, er bekomme Material anwaltschaft schließt sich dieser Erflärung feinerseits an. aus allen möglichen Gesellschaftskreisen, aber vom Fürsten Bülow Bur Verlefung gelangt fodann die Auskunft des Bolizeis sei ihm nie etwas Bestimmtes zugegangen. Borj.: Kommt es präfidiums Rom auf die Anfrage der Staatsanwaltschaft, ob tatnicht vielfach vor, daß Homosexuelle hohe Personen als Gesinnungsfächlich, wie es der Angeflagte behauptet, genossen in Anspruch nehmen und daß beispielsweise männliche Prostituierte, ebenso wie die weiblichen, mit ihren angeblich hohen in den Alten der römischen Polizei Verbindungen prahlen?- Der Beuge bestätigt dies. Was den Fürst Bülow und Geheimrat Scheefer als Somoseguelle Angeklagten betrifft, so fennt er diesen seit Jahren. Derselbe habe figurieren. Diese Auskunft lautet nach der vom Dolmetscher aur homosexuellen Frage bald eine andere Stellung eingenommen Stelter gegebenen Ueberseßung folgendermaßen: 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und sofortige Berhaftung. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Barnau: bin ich berieben Meinung wie der Herr Staatsanwalt. Im Inter. In Bezug auf die vom Angeklagten erhobenen Beschuldigungen effe Benfebens unseres Vaterlandes freue ich mich, daß die heutige Berhandlung festgestellt hat, daß an dem Ruf Sr. Durch laucht des Reichsfanglers, an feiner Ehrenhaftigkeit, auch nicht der geringste Mate! haftet. Der Angeklagte hat zweifellos gefehlt. damit, daß er auf Grund bloßer Mitteilungen, die ihm zugingen, gegen den höchsten Beamten des Reiches den von der Allgemeinheit als schwere Beleidigung empfundenen Vorwurf erhob, daß er homosexuell veranlagt sei und sich betätigt habe. Ich stehe aber nicht auf dem Standpunkt des Staatsanwalts, der Angeklagte habe dem Reichsfangler Berfehlungen gegen§ 175 borgeworfen. Immerbin wird der Angeklagte die Konsequenzen seiner Veröffentlichungen tragen müssen und feine Beitrafung erwarten. Wenn ich diese mir bis in die liefste Seele widrige Berteidigung übernommen| weib als eble Männlichkeit anspricht, ist das Gegenteil von dem, Sur Berantwortlichkeit für Autoraferet. habe, so ist es geschchen, weil ich zu dem Angeklagten das Bus was der Homosexuelle betätigt. Die Beleidigung richtet sich gegen Ein Automobil, das der Chauffeur Weidemann führte, rempelte trauen, die feste Ueberzeugung habe, daß er nicht ein gewiffenloser den höchsten Beamten des Reiches. Sie ist öffentlich in der Gegend von Hoppegarten das Rennpferd des Herrn v. Richt Berleumber ist. Der Angeklagte ist ein Mann, der als Bhanta ft durch die Bresse geschehen. Das mußte bei der Strafzumeffung hofen an, auf dem der Reitbursche Wegberg saß. Werberg fiel über und Fanatiker feiner Ueberzeugung den unwider- berücksichtigt werden. Wenn erwogen wird, daß augenscheinlich den Kopf des Pferdes hinweg zur Erde und erlitt einige Ver stehlichen Drang in sich gefühlt hat, das vorzubringen, was seiner der Schritt des Angeklagten mit der Ansicht mancher Homosexuellen letzungen, die ihn vorübergehend im Beruf störten. In dem offenen Ueberzeugung nach der Wahrheit entsprach, weil er glaubte, damit in Berbindung zu bringen ist, daß man Leichen schaffen straftwagen faß damals fein Besiger, der Kaufmann für die Aufhebung des§ 175 au wirken. Wir werden dem An- muß, um in den gesetzgebenden Gewalten eine Aenderung der und wegen verbotswidrig Molio bei seinem Vorgehen hat leiten laffen. Zu verstehen ist ja rüdfichtigen. Bei der Abmessung der Strafe tam weiter in Be- schnellen Fahrens angeklagt. Das Landgericht verurteilte geklagten glauben dürfen, daß er sich nur von diesem reinen Grundfäße herbeizuführen, so ist das auch für die Strafe zu be- Dederich aus Rigdorf. Weidemann und Dederich wurden das ganze Berhalten des Angeklagten nur aus dem Zuge unserer tracht, daß der Angeklagte schon erhebliche Strafen wegen eBeit heraus, aus der unglaublichen Entwidelung, welche die homo- leidigung erlitten hat. Deshalb erschien das vom Ersten Staats- aber nur den Chauffeur als Wagenführer. Das Kammergericht als Revisionsinstanz hob feruelle Bewegung genommen hat und aus der Stellung, die der anwalt beantragte Strafmaß als durchaus angebracht und das, diefer Lage das Urteil auf, soweit die Freisprechung Angeklagte in dieser Bewegung einnimmt. Er glaubt die Inter- was für den Angeklagten als mildernd berücksichtigt werden könnte, und handlung Entscheidung an effen seiner Gemeinschaft durch sein Vorgehen zu vertreten. Er war bei der beantragten Strafe schon vollauf berücksichtigt worden. Dederichs in Frage kam. Die Sache wurde zu nochmaliger Verdas Landgericht zurüdDer verwiesen. Senat führte aus: Es wären hat glaubhaft behauptet, daß er von diefer Gemeinschaft den Auf- Es ist deshalb im Namen des Königs erkannt: Der AngeFälle denkbar, woo trag erhalten habe, das Beweismaterial gegen den Fürsten Bülow flagte ist der Beleidigung durch die Presse der Eigentümer des Kraftwagens, des Kraftwagens, der neben au veröffentlichen, ihm ist also der Schutz des§ 193 an und für schuldig und wird zu einer dem Führer size, fich fahrläffig vergehe, wenn er es unterlaffe, sich zuzubilligen. Andererseits aber geht die Gesamtfassung des Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten den Führer vom verbotswidrigen Fahren abzuhalten. Er dürfe nicht Artikels über den Rahmen des§ 193 hinaus. Der Angeklagte ist sowie zur Tragung der Kosten des Verfahrens verurteilt. Alle ohne weiteres zulaffen, daß sein Chauffeur andere gefährbe. Wenn beleidigend geworden, deshalb muß er verurteilt werden. werden ihm aber nicht den guten Glauben absprechen und Exemplare der Druckschrift sowie die zu ihrer Herstellung benutten der Herr fehe, daß der Chauffeur leichtsinnig handle, dann sei es Sie werden ihm auch glauben, daß er der Meinung war, er ver- Blatten und Formen find zu vernichten. Dem Beleidigten, Reichs feine Pflicht, einzugreifen, wolle er sich nicht der Gefahr ausseßen, fangler Fürst v. Bülow, wird die Befugnis zugesprochen, den wegen Fahrlässigkeit mit strafrechtlich haftbar gemacht zu werden. trete berechtigte Interessen. Ich bitte, dies bei der Strafabmessung Urteilstenor in der„ Neuen Preußischen( Streus)-Beitung" im Das Landgericht müsse nunmehr untersuchen, ob und inwiefern au berücksichtigen. „ Berliner Tageblatt", in der Kölnischen Zeitung", den Mün- dem Angeklagten D. ein derartiges Mitverschulden zur Last falle. Bum letzten Wort verstattet, erklärt der chener Neuesten Nachrichten" und der Frankfurter Beitung" au Angeklagte Brand beröffentlichen. Der Gerichtshof hat ferner dem Antrage des Ersten Staatsanwalts entsprechend die folgendes: Meine Herren Richter! Als ich den Artikel gegen den Fürften Bülow schrieb, da wurde ich vor allem von der Absicht getrieben, vor Gericht festzustellen, was Wahres ist an der politischen Ausschlachtung von Männern, die dem Kaiser nahe standen. Es lag mir daran festzustellen, daß ein moralisches Recht zu dieser Ausschlachtung nicht bestanden hat. Meiner Ueberzeugung nach gab es dazu fein anderes Mittel, als das von mir angewandte, nämlich auf Grund der vielen Mitteilungen, die mir von allen Seiten gemacht wurden, die Behauptung aufzustellen, daß der Reichskanzler selbst homosexuell beranlagt ist. Alle Beugen, die ich benannte, sollten nach meinem Wunsche vor Gericht erklären, daß fie an der Homosexualität nur soweit beteiligt sind, als es sich um reine Freundesliebe handelt. Die einzige Freude, die ich bei diesem Prozesse erlebte, war, daß Fürst Eulenburg den Mut hatte, hier zu erklären: Gewiß, er habe stets seine fofortige Verhaftung " des Angeklagten beschlossen. Es ist dabei berücksichtigt worden, daß der Angeklagte ohne Familie und daher leicht in der Lage ist, seinen Wohrsiz zu wechseln, daß ferner dem Bund der Homoferuellen notorisch große Mittel zu Gebote stehen, die es dem Angeflagten ermöglichen könnten, sich der Strafverbüßung durch die Flucht zu entziehen. Der Angellagte wird hierauf sofort abgeführt.b vizibs Gerichts- Zeitung. Zum preußischen Versammlungsrecht. und D Ein Amtsvorsteher über das preußische Bereins- und Bersammlungsrecht. Am Dienstagnachmittag fand vor der Straflammer IV au Hamburg eine Berhandlung statt, die einen tiefen Einblid gewährte in die in den östlichen Gefilden Preußens beliebte„ Auslegung" des Vereins- und Versammlungsrechts. Die Verhandlung trug zeitweise einen heiteren Charakter. Als Angeklagter war Genoffe A. Töpfer, berantwortlicher Redakteur des„ Bauhülfsarbeiter", erschienen, der in der Nr. 14 bom 6. April 1907 eine Notiz brachte, durch die sich der Amtsvorsteher Freiherr von Reißenstein des Amtes Beilau im Kreise Neumarkt( Schlesien) furchtbar getränkt fühlte. In der Notiz wird die Versammlungsfeindlichkeit dieses Amtsgewaltigen humoristisch beleuchtet, es wird ausgeführt, wie dieser Streifversammlungen und Streiffontrollen berboten und die Ausstellung von Versammlungsbescheinigungen berweigert hat. Eine Bauhülfsarbeiterversammlung verbot er mit dieser klassischen Begründung: Beilau, 28. März 1907. Betreffs der Maul- und Klauenseu che, laut Kreisblattverfügung vom 27. 3. in Nr. 27, S. 105, die Benachrichtigung, daß der Unterzeichnete die Bescheinigung zu der angemeldeten Versammlung am 2. April 1907 nicht ausstellen kann. gea. Freiherr von Reißenstein. Der Bauhülfsarbeiter" bemerkte zu dieser Amtshandlung": Am 22. März fand in Gudensburg bei Staffel beim Gastwirt Freunde schwärmerisch geliebt, aber diese Freundschaft habe nichts Gonnermann eine Versammlung statt, in der Frau Steinbach über mit den schmutzigen Angelegenheiten zu tun, die sonst allgemein die Angelegenheiten des in der Gründung begriffenen untergeschoben wurden. Sonst haben leider meine säm tKonsumvereins sprechen wollte. Nach einigen Einleitungslichen Zeugen versagt. Es war für mich entfehlich! Ich worten erklärte ein Polizeibeamter die Berfammlung für aufgelöst. bereue es fehr, auf derartige Aussagen etwas gegeben zu haben. Wenn trotzdem meine Verurteilung not- Seiner Aufforderung, den Saal zu verlaffen, wurde jedoch nicht Folge geleistet, da man sich dazu nicht für verpflichtet wendig werden sollte, so bitte ich mir zugute zu halten, daß ich hielt. Erst einer späteren neuen Aufforderung folgte man. zehn Jahre lang mein Blut geopfert habe für die Abschaffung des Eine größere Anzahl Teilnehmer( Bauer, Steinbach 175. Ich habe mich jetzt nur in der Wahl der Mittel vergriffen. Genossen) wurden, nachdem sich das Kammergericht bereits" Ob die Maul- und Klauenseuche unter den Menschen oder Tieren Ich hoffte, daß hier der Beweis erbracht würde, Bülow liebe einmal mit der Sache befaßt hatte, vom Landgericht Kaffel ausgebrochen ist, das ist nicht angegeben und wir wissen es auch seine Freunde ebenso schwärmerisch wie Eulenburg und er sei beshalb nach der allgemeinen Auffassung homosexuell veranlagt. 8u Geldstrafen verurteilt, weil sie nach der Auflösung nicht. Wir nehmen aber an, daß die Maul- und Klauenfeuche Von einer Betätigung habe ich nicht gesprochen. Ich nicht sofort den Saal berlaffen hätten, außerdem Frau Steinbach als nur als Vorwand gilt, um den dortigen Arbeitern das VersammRednerin, Gonnermann als der Saalinhaber und Bauer als Unter- lungsrecht nach Möglichkeit zu beschneiden." Dann werden die pollte den Beweis erbringen, daß wir nicht Mitleid fordern, der Auslegung des Vereins- und Versammlungsrechtes aufge sondern unser Recht, unser Recht darauf, daß unser Gefühlsleben nehmer, Leiter und Redner. Das Gericht ging davon aus, daß die Amtshandlungen" des freiherrlichen Amtsvorstehers hinsichtlich sondern unser Recht, unser Recht darauf, daß unser Gefühlsleben nicht angemeldete Versammlung hätte angemeldet werden müſſen, führt und am Schluß bemerkt: Hoffentlich wird ihn jetzt auch mit der sogenannten normalen Liebe gleichgewertet wird und daß weil sie zur Erörterung öffentlicher Angelegen eine Beschwerde überzeugen, daß die Maul- und Klauenfeuche der§ 175 nicht weiter bestehen bleibt. Erwägen Sie bei der heiten bestimmt gewesen sei. Es wurde ausgeführt: Bum selben Strafabmessung, daß ich alte Eltern habe, denen das sehr nahe Tage habe Bauer einige Tage vorher nach demselben Lokal nicht dazu taugt, den Arbeitern das Versammlungsrecht zu geht. estomotieren Der kommissarisch vernommene Amtsvorsteher Bolksversammlung eine öffentliche Die mit dem Thema:" Das Gericht zicht sich hierauf um 4% Uhr zur Beratung will sich zu seinem Vorgehen mit Rüdsicht auf die Maul- und russische Revolution" einberufen gehabt. Diese sei berzurüd. boten worden, weil der Raum nicht den Anforderungen Klauenseuche und auf den Streit" befugt gehalten haben. Nach einstündiger Beratung verkündet der Vorsitzende Landentsprach. bie an öffentliche Bersammlungsräume gestellt Der Staatsanwalt billigt dem Angeklagten zwar Wahrnehmung gerichtsdirektor Dr. Pusch: Der Angeklagte hat selbst zugestanden, daß er in seiner Flug- würden. Es sei anzunehmen, daß die als Rednerin herumreifende berechtigter Interessen zu, hält aber die Absicht der Beleidigung schrift den Fürsten Bülow der Homosexualität beschuldigt hat. Es Frau Steinbach schon damals gewonnen gewesen sei und daß B. für erwiesen, weshalb er eine Geldstrafe von 50 m. beantragt. ift ja erörtert worden, daß man unter homosexueller Veranlagung die Bersammlung auf jeden Fall habe möglich machen wollen. In längeren Ausführungen geht der Berteidiger Dr. Herzfunft in solchen Dingen ein und beantragt die Freisprechung verschiedene Regungen verstehen kann, die teilweise vom Geses als Schon aus dem erst gewählten Thema gehe die Absicht der Er- Altona auf die im Machtbereiche der Junter beliebte Auslegungsstrafbar angesehen werden und die auch, soweit sie straflos find, örterung öffentlicher Angelegenheiten hervor. Das ergebe sich feines Klienten. Das Gericht erkennt auf Freisprechung, weil der immerhin einen erotischen Charakter tragen. Es ist in der Flug- aber auch ferner aus der Art, wie Frau Steinbach das neue feines Klienten. Das Gericht erkennt auf Freisprechung, weil der Thema zu behandeln versucht habe, indem sie Arme und Angeklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt bersucht habe, indem sie Arme und und Ursache gehabt habe, das Verhalten des Amtsvorstehers zu schrift in dieser Beziehung nicht unterschieden worden, sondern und Schwache gegenüber- tritifieren. es ist nur von Homosexualität die Rede. Einige Ausdrüde Reiche und wirtschaftlich Starke Das sei eine Erörterung fozialer öffentlicher des Artikels laffen darauf schließen, daß der Angeklagte viel gestellt hätte. leicht auch eine Betätigung in strafbarem Sinne Angelegenheiten; feinesfalls gehöre es zu den internen Angemeint hat, indessen will der Gerichtshof nicht soweit gehen gelegenheiten eines Konsumvereins. Die Versammlung hätte zweifelund dem Angeklagten diesen Sinn unterschieben. Das aber hält los angemeldet werden müssen. Da dies nicht geschehen sei, wären der Gerichtshof für unzweifelhaft, daß der Leser alle Arten der Unternehmer, Leiter, Redner und Saalinhaber nach§ 12 des an Homosexualität darunter verstehen konnte, und der Angeklagte hat gewendeten Gesezes strafbar. Gonnermann als Gastwirt handelte das nach seiner ganzen Persönlichkeit und Erfahrung gewußt mindestens fahrlässig, wenn er sich nicht darum fümmerte, ob die und mit dieser Wirkung auf das lesende Publikum ge- Versammlung angemeldet sei, und sie in seinem Raume stattfinden rechnet. Er muß das also auch verantworten. Der Angeklagte ließ. Die Verurteilung aller Angeklagten aus§ 15 rechtfertige hat von einem Interesse gesprochen, welches ihn geleitet habe. Das fich, weil nach dem preußischen Vereinsgefeß alle Teilnehmer nach Interesse besteht darin, der Bewegung auf Abschaffung des§ 175 Auflösung einer Versammlung sofort sich zu entfernen hätten. Das Kammergericht als lezte Instanz verwarf in der Borschub zu leisten. Aber nicht jede Betätigung eines Interesses ist straffrei im Sinne des Strafgesetzbuches. Es ist rundweg zu Hauptsache die Revisionen der Angeklagten. Es forrigierte das Urteil leugnen, daß solche Interessen, die der Bestrafung von Bergehen des Landgerichts nur insoweit, als dies als Eventualstrafe Gefängnis gegen Bucht und Sitte ein Ziel sehen wollen, als berechtigt anges statt Haftstrafe ausgeworfen hatte. Hinsichtlich Bauers, der einmal sehen werden und dem Angeklagten Straffreiheit verschaffen als Unternehmer und dann gefondert als Reiter verurteilt war, fönnen. Der Schuß des§ 193 ist deshalb dem Ange wurde das Urteil dahin geändert, daß er als Unternehmer und flagten nicht zugebilligt worden. Daß der Vorwurf Leiter nur einmal gemäß§ 12 zu bestrafen sei. Der Unternicht zu Unrecht von ihm der Homosexualität beleidigend ist, bedarf weiter, teiner Be- nehmer" einer gründung. In der Allgemeinheit wird der Vorwurf nach dieser gemeldeten Versammlung, der ihre Leitung übernehme, begehe Richtung hin als verlegend angesehen, denn das, was das Normal- bamit nicht eine neue zweite Uebertretung. Geteilte Liebe. Für den Inhalt der Zuerate| Folies Caprice. übernimmt die Medaktion dem Casino. Biederleute. Publikum gegenüber feinerlei Gebr. Herrnfeld. Madame Big Berantwortung. Wag. Es lebe das Nachtleben. Pasage. Paula Wirth. SpeziaIitäten. Prater. Die zärtlichen Verwandten. Parodie. Zapfenstreich. Monna Vanna. Der Troubadour. Epezialitäten. Wintergarten. Palast. Tante Malchen. Spezialtäten. Theater. Donnerstag, den 7. November. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Madama Butterfly. Kgl. Schauspielhaus. Der letzte Funke. Deutiches. Was ihr wollt. Kammerspiele. Frühlings Er ( Anjang 8 Uhr.) Anjang 8 Uhr. wachen. Lessing. Vom andern User. Neues Schauspielhaus. Judith. Saller 0. Wallner peuter.) Monna Banna. Carl Haverland. Spezialitäten. Seichshallen. Stettiner Sänger. 11ania. Taubenuraße 18/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Stermorte, Invalidenft. 57/62. Bur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Nebelflede. Ferdinand Bonns e- eat Berliner Theater. Schiller Charlottenburg. Die Schmuggler. Friedrich Wilhelmstädt. Schans # spielhaus. Brüderchen. Berliner. Die tanzenden Männchen. Neues. Der Dieb. Zentral. Robert und Bertram. Kleines. Ein Buppenheim. Lortzing. Undine. Theater au der Spree. Aktienbudiker. Residenz. der Der Anfang 8 Uhr. Die tanzenden Männchen. Sonnabend, Sonntag, Montag: Die Börse. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Komische Over. Die verlaufte Braut. Ein Puppenheim. 23eften. Die luftige Witwe. uitivielhaus. Husarenfieber. Trianon. Fräulein Josette meine Frau. Thalia. Die gelbe Gefahr.( An fang 7, Ubr.) Nora: Agnes Sorma. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Ein Puppenheim. Sonntag nagm. 8 Uhr: Nachtashl Abends 8 Uhr: Ein Puppenheim. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Donnerstag, abends8Uhr: Monna Vanna. Schauspiel in 8 Auszügen von Maurice Maeterlind. Deutsch von F. v. Oppel Bronikowski. Freitag, abends 8 lbt: Reiterattacke. Sonnabend, abends 8ubr: Götz von Berlichingen. ans Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8ubr: Die Schmuggler. Komödie in 4 Aften v. Artur Dinter Freitag, abends 8 br: Die Hermannschlacht. Sonnabend, abends 8 Ubr: Reiterattacke. ( Schiller- Theater) Schiller- Saal Donnerstag abends 8%, Uhr: Michard Wagner- Abend. Freitag abends 9 Uhr: Dr. Georg Münzer: Franz Liszt. Erläutert durch Instrumentalmufit. 6. Vortrag des Bytlus: Komponisten der Neuzeit. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Der Dieb. Freitag: Die Baffen wieder t Sonnabend: Die Waffen wieder! Theater des Westens. 8 Uhr: Die lustige Witwe. Frühlingsluft. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Brüderchen. Anfang 8 Uhr. Freitag: Waterfant. Sonnabend: Die Nibelungen. Sonntag nach. 3 Uhr: Winter ( chlaf. Abends 8 Uhr: Der blinde Baffagter. Sonntag nachin. 3% lr halbe Preife: 8 Uhr DERNHARD ROSE THEATED Br. Frankfurterstr. 132. Spree- Athener. Berl Boltsstud mit Gefang von Schwarz- Reiflingen. Luifen. Die beiden Reichenmüller Lustspielhaus.asp Bernhard Spree- Athen. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Sylvefter Schäffer. Spe gialitäten. Balhalla. Spezialitäten Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Bollstümliche Preise Wochentagspreise. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr Ganz der Papa. Schwant in 3 Atten von Mars and Desvaillières. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: N. Alexander. Sonntag, den 10. November, nach mittags 3 Uhr: Die 300 Tage." Zentral- Theater. Freitag: Spree- Athener. Sonnabend nachm. 3 Uhr Kinderborstellung: Mag u. Morig. Abends: Abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Maria Stuart. Gaftspiel Zaloba Boffe mit Gefang u. Zanz in 4 Aften Hansler, früher tgl. Schauspielhaus. bon G. Baeder. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferstand Memel, Tilfit Weichsel, Thorn Bregel, Insterburg Ober, Ratibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nebe, Bordamm 16e, Leitmeriz Dresden Barby Magdeburg 22015 am feit am feit 5. 11. 4. 11. Wafferstand 5. 11. 4. 11 cm cm³) cm cm ¹) 104 +1 Saale, Grochlit 70 6 6 6 Havel, Spandau) 24 0 80 2 Rathenow³) Spree. Spremberg) 86+-2 119 110 69 Beeskow 145 76 0 Beser, Münden 104 15 +1 Minden -30+3 15 296 8 16 Staub 102 2 -59 +5 Köln 80 4 -181 Redar, Heilbronn 17 8 56+3 Main, Wertheim Mosel, Trier 27 1)+ bedeutet Wuchs, 75+ Fall. Lortzing- Theater Anjang 8 Uhr. Undine. Freitag: Undine. Sonnabend: Die Entführung aus dem Serail. Sonntag nachm. 3 Uhr: Martha Der Markt zu Richmond. oder: Abends 8 Uhr: Die Entführung aus dem Serail. Luisen- Theater Reichenbergeritr. 34. Abends 8 Uhr: Die beiden Reichenmüller. Freitag: 4. Opern Gastspiel: Freischüß. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Sneewittchen. Abends: Berlin wie es weint und lacht. Sonntag nachm.: Das Leben ein Traum. Abends zum erstenmal: Am Tage des Gerichts. Montag: Mutterſegen. Prater Theater Bürgerliches Schauspielhaus. Staftanien- Allee 7-9. Die zärtlichen Verwandten. Lustspiel in 3 Aften v. Rod. Benedig. Anfang 8 Uhr. Freitag zum erstenmal: Kätchen von Heilbronn. Rhein, Marimiliansau 3) Unterpegel. Urania. 11+ 1111 Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. Theater an der Spree Köpenickerstraße 68. Täglich stürmische Heiterkeit! Alt- Berliner Bosse. Abends 8 Uhr: Der Afticubudiker. Im Stil der 50er Jahre. Josefine Dora als Starline! Rixdorfer Theater Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Sonntag, den 10. November: Bum 2. Male: Traumulus. Tragische Komödie in 5 Aften von Arno Holz und Oskar Jerschke. Anfang 7% Uhr. Theater des Zentrums. Sophien Säle, Sophienstraße 17/18. 9 Bis früh um Fünfe v. Stren u. Lippschütz, Musik v. B. Linde. Anfang 8 Uhr. Kleine Breise. Montag, den 11. November 1907: Berliner 2. Opernabend. Die Zauberflöte. Fellx Scheuer Ik- Trio. U Stralsunderstr.1. Orts- Krankenkasse QGC090000010001 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Strafenkaſſe Freie Volksbühne 8. November, 8%, Uhr: Lortzing- Theater 24.( IV.) Abend- Abteilung. Undine. 15. November, 8, Uhr: Luisen- Theater 23.( 111.) Abend- Abteilung. Bartel Turaser. Mitglieder werden noch in allen Zahlstellen aufgenommen. Werbet Freitag: Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. für den Gewerbebetrieb Kaufleute, Handelsleute und Apotheker zu Berlin. freitag, den 8. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15 Brettag, den 15. November 1907, großer Saal: General- Versammlung. Zages Ordnung: 210/ 3+ Werbet 1. Abrechnung vom britten Quartal 1907. 2. Abrechnung von der Lohnbewegung. 8. Verbands. angelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert, ohue dasselbe kein Butritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Sektionsvorstand. Mitglieder Gastkarten Mitglieder für die Abendabteilungen a 1 Mark auch an der Theaterkasse abends 7-8 Uhr. Winterfest für die Abendabteilungen Sonnabend, 23. November, Brauerei Friedrichshain. Der Humor in der Musik. Festmarken a 60 Pf. inkl. Programm in allen Zahlstellen. Sonntag, den 10. November, nachm. 8 Uhr: Neues Schauspielhaus 20. Abteilung Berliner Theater 7./8. Abteilung Fuhrmann Henschel. Das Tal des Lebens. Montag, 25. November, abds. 8, Uhr, im Rathaus: 25. Kunst- Abend. 230/15 Dr. Leopold Hirschberg über: Richard Wagner. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. NB. Die Gruppenversammlungen fallen im Monat Rovember aus. D. O. Passage- Theater. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Paula Wirth ! die Diva rediviva u. d. großartige Novemberprogr W. Noacks Theater Dtreftion Rob. Dill. Orumenit. 16. Große Extra- Vorstellung! Bum erftenmal: Verlorene Ehre. Soz. Schaufp. v. Bohrmann- Riegen. Anfang 8 Uhr. Entree 30 1. Nach der Vorstellung: Tanz. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sanssouci Sonntag, den 10. November 1907, im großen Saale des Gewerkschaftshanses, Engel- Ufer 15: Eichendorff- Abend. Mitwirkende: Fest- Vortrag: Herr Or. Franz Diederich- Dresden. Gesang: Frau Klossegk- Müller. Rezitation: Fräulein Jeanne Robert. Am Flügel: Herr Leo Kestenberg. Eintritt 50 Pf. Nach dem Konzert: Ball. 5/4 Garderobe frei. Eröffnung 6 Uhr. Beginn 7 Uhr. Billetts an den bekannten Stellen und an der Kasse. Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Donnerstag, 7. November, abends präzise 71, Uhr: Elite-Abend. Gala- Programm. 1. a.: Mathilde Renz. Dora Schumann. Ernst Schumann. Berlins gegenwärtige größte Sensation: fliegende 2 Damen Donnerstag, den 7. November, abends präz. 7%, Uhr: U. a.: Orig. japanische Fechtkünstler Ono and Ota. 1. Busihdov( Stockfechten). 2. Findow( Demonstrationen d. japan. Selbstverteidigung. 3. Demonstrationen der japan. Verteidigung gegen griechisch- römisch. Ringkampf. Um 10 Uhr: Banyards 4 Herren Auf der Hallig. der beste und größte Luftakt der Welt. Alles boppelt und dreifache Saltomortale, balbe, ganze und boppelte Birouetten. Chester H. Dieck in seinen ausgezeichneten Leistungen.. Um 9% Uhr: Die Perle aller Pantomimen: Eine Fortseßung Riesen Illusions Akte unter Wasser. Metropol- Theater Anfang präzise 8 Uhr. Der Instigen Heidelberger. Das muß man seh'n!! Ein Fun Auf dem Neckar Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) biesjährige große Wasserpantomime. von J. Freund. Musik von Viktor WINTER GARTEN Neues glänzendes Hollaender. In Szene gesetze von Direktor Richard Schultz. G.Thielscher a.D., F. Massary KottbuserStraße 6 Direktion: Wilhelm Reimer. Beute sowie jed. Sonntag und Montag: Hoffmanns Nordd. Sänger B u. Tanzkränzchen. Großer Lacherfolg! Rekruten Aushebung. Sonnt. Beg. 5, wochent. 8 Ü. Morg. Freitag weg. großer Feftlichkeit geschlossen. Reichshallen Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Britton als Aute im Familien bad Wannsee. Anf. Wochent. 8. Sonntags 7 Uhr. alhallaWA Vate Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang& Ubr. Das neue November- Programm. Die urkomische Hundepantomime. ,, Aus einer kleinen Garnison", dargestellt von 30 Hunden. 12 erstklass. Spezialitäten 12 Tunnel: Dreibund- Konzert. Theaterbefuchern freler Eintritt. palast- Theater Burgstraße 24. Heute 8 Uhr. Entree 20 Pf. B. Darmand a. D. E. Whithney, Gisella und Max musikalischer Aft. Bender, Giampietro, Josephi Die 4 Theodors Rauchen überall gestattet. Sonntag, 10. November, nachmittags 3 Uhr: ?? Omer Sait- Trio Die Herren von Maxim. Novelty Cascadeure Theater Unsere Käte Luftspiel Folies Caprice n. 9 erftklaffige Nummern. Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Programm. Rabbi Meseritsch. Bunter Teil. Geteilte Liebe. Anfang 8 Uhr. Haben Sie schon die Deutschen Konzerthallen, An der Spandauerbrücke 3, besucht??? Gebr. HerrnfeldTheater. 57 Stommandantenstraße Nr. 57. Anfang 8 Ubr. Vorverkauf 11-2 Die erfolgreichsten Lach. Komödien seit 17 Jahren: Madame Wig- Wag Operetten Burt. Mufif o 2. Ital Zahlstelle Berlin. abends 81, Uhr, in Meyers Festsälen ( früher Grante), Sebastianstr. 39: Ordentliche General- Versammlung Tages Ordnung: 1. Bahl der Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung für 1907. 2. Genehmigung verschiedener Vers träge. 8. Berschiedene Mitteilungen. 4. Bahl von 11725 a) vier Borstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitnehmer bis Ende 1910, b) zwei Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitgeber bis Ende 1910. Der Vorstand. R. Nürnberg, Borsigender. H. Philipsohn, Schriftführer. Gemeinsame Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Orts Krankenkasse Montag, den 11. Rovember, abends 81, hr, in den Andreas. Feitsälen, Andreasstr. 21: Lichtbilder- Vortrag fülr Köpenick Zu der und Umgegend. veranstaltet vom Genoffen J. M. Grempe über das Thema:" Bilder Freitag, den 15. November cr., aus den russischen Freiheitskämpfen". OF Eintrittsgeld wird nicht erhoben. haben auch deren Angehörige freien Butritt. Nächst den Mitgliedern 97/14 Mitglieds buch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Die Branchenkommission. Arbeiter- Sängerbund Berlins u. Umgegend Sonntag, den 17. November 1907, vormittags 11 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: abends 7 Uhr im Restaurant Franz Rähne zu Adlershof am Bahnhof ftattfindenden Ordentlichen General- Versammlung laben wir hiermit die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeit. geber ein. Tages- Ordnung: Uebungs- Stunde.rbeitgeber. Geübt werden folgende Lieder: Sängermarsch"( Uthmann), Herbstfeler" ,,, Weihe des Gesanges", " Untreue"," Schwäbisches Volkslied",( ,, Jetzt gang i ans Brünnele"). Im Nebensaale pünktlich Ausschuß- Sitzung 10 Uhr vormittags: Tages- Ordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Bundes- Angelegenheiten ( u. a. Abrechnung vom Sängerfest). Der Vorstand. Know Hafermeh Reismehl Grünkernmehl Tapioka- Julienne Suppen- Würstchen Hahn- Maccaroni. 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Beschlußfaffung zu. dem Ausscheidungsantrage aus dem bisherigen gemeinsamen Raffenverbande feitens der Stadt Köpenid. 4. Berschiedenes. 277/14 Der Vorstand. R. Sanfen, Borfizender. Adlershof, den 4. Rovember 1907. Achtung, Zossen! Die ehemaligen Sänger bes Gefangvereins Freie Sänger werden hiermit au unserer am Sonnabend, den 16. Novbr., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Schimte stattfindenben Feier des 5. Gründungsfestes eingeladen. 66/ 12* 8. A.: F. Saupe, Stubenrauchstr. 4. Händler und Hausierer verlangt Preislifte üb.Kurz, Band, Leber u. Stahlwaren, Seifen und alle einfchlägigen Artikel von Wilhelm Sonnenberg( Inh. 8. Rosenstein), Hamburg 49, Großneumarkt 24, Spesial Engros Geschäft nur für Handler, Hausterer und Warttreifende. Berland überallhin gegen Nachnahme. 4421 Extrapreis! Eine Partie große Divan decken auf beiden Seiten benutzbar Wert Pelzstolas Mk. 4,85( 6,75 vorteilhafte Gelegenhelt In neuen Formen offeriert sehr billig O. 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Berliner Reichstagswahlkreis. Am Sonnabend, 9. November, abends 8 Uhr, findet im Hofjäger Palast", Hasenheide 52/53, ein Unterhaltungsabend statt, bestehend aus Konzert, humoristischen Vor: trägen und Ball usw. Billetts, intl Tanz 30 Bt., sind bei den Abteilungs- und Bezirksführern, Parteispeditionen und den mit Blakaten belegten Handlungen zu haben. Um recht rege Beteiligung Das Vergnügungskomitee. Ober- Schöneweide. Am Freitag, den 8. November, abends 7 Uhr findet von den Bezirkslokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden zu zahlreicher Beteiligung aufgefordert. Der Vorstand. bittet Berliner Nachrichten. Die elende Bezahlung der Heimarbeit ist aus Anlaß der im Vorjahre stattgefundenen HeimarbeitAusstellung auch weiteren Kreisen augenfällig demonstriert worden. Einen Beitrag zu diesem Kapitel liefert uns eine Leserin durch folgende Zuschrift: " In der vorigen Woche stand im Arbeitsmarkt des„ Lokal, Anzeigers" folgendes Inserat: Hundert Garnhäflerinnen, Stickerinnen, auf Wäsche spindstreifen geübte, verlangt. Kaution 2 Mark. Proben Jon Häkelarbeit vorzeigen. Außerhalb sende Arbeit. Die Adresse befand sich im hohen Norden. Nachdem ich mit Hülfe der Elektrischen das Ziel erreicht und die vorgezeigte Brobearbeit, eine Häfelei und Kreuzstickerei, den Beifall der Arbeitgeberin gefunden hatte, legte diefe mir ihrerseits eine Kollektion von diversen Häkelproben und Stickereistreifen bor, und nannte mir die Preise, die sie dafür bewilligte, deren exorbitante preises gedeckt, und die sonstigen Erhöhungen der Geschäftsuntosten Berlin geführten Güter eine Verminderung der Zahl der nach bleiben ganz unberücksichtigt. Die Versammlung beschloß, daß die Berlin durchgeschleusten Schiffe festgestellt wurde, wird die dies Milchhändler vom Montag, den 11. November, ab den Preis pro jährige Statistit eine erhebliche Zunahme der Zahl der Fahrzeuge -aufzuweisen haben. An den Hauptladestellen für die Spree- Elbe iter auf 22 Pf., ins Haus gefandt auf 24 Pf. erhöhen. In einer angenommenen Resolution erflärte die Versamm Schiffahrt am Kronprinzen- und Friedrich Karl- Ulfer, sowie dem lung, daß fie nur unter dem Zwange der Verhältnisse sich Humboldt- Hafen, herrscht zurzeit ein ungewöhnlich reger Verkehr. zu der Preiserhöhung genötigt sehe, und daß die Preiserhöhung Die ganzen Bollwerklinien sind mit doppelten bis dreifachen Reihen geboten sei durch die Steigerung der Produktionskosten und des von Last- und Kauffahrteidampfern belegt und auf den Quais Einkaufspreises. Ursprünglich stand in der Resolution, die Boll häufen sich große Stapel von Stiften, Fässern und Ballen, die entgesetzgebung sei die Ursache der Preissteigerung. Obwohl niemand laden oder verstaut werden. Die für den Frachtwagenverkehr am die Richtigkeit dieses Sages bestritt, wurde er doch gestrichen und Bollwerk frei bleibende Straße genügt bei dem ununterbrochenen zwar auf Veranlassung eines Herrn vom Verein Berliner Milch- 8u- und Anfahren der Fuhrwerke nicht, und so tommt es vielfach pächter, der jeden politischen Anflang vermieden sehen wollte. zu Verkehrsstodungen. Um diese zu vermeiden, dürfen die Wagen Die Furcht, eine anerkannte politische Wahrheit offen aus am Bollwerk nicht wenden, sondern müssen die Abfahrt in der zufprechen, weil man damit irgendwo anstoßen fönnte, ist recht bes entgegengeseßten Richtung von der Anfahrt bewirken. zeichnend. Die Milchproduzenten haben ja doch die Preiserhöhung Der neue Zollhafen in Tempelhof am Teltowfanal ist nun mit der Preissteigerung der Futtermittel begründet. Daß mehr ebenfalls in Benußung genommen worden. Allerdings diese in letzter Linie durch die agrarische Zollpolitik verursacht wird, findet vorläufig noch keine Verladung von Zollgütern statt, weil tann tein einsichtiger Mensch bestreiten. Den Kleinhändlern ist zu der Warenschuppen noch nicht fertiggestellt ist. Dagegen sind in glauben, daß sie mur ungern die Preise erhöhen, denn sie sind es fa, den letzten Tagen eine Anzahl Steinzillen in den Hafen einges gegen die sich der Unwille des Publikums, welches höhere Preise laufen, welche dort Baumaterialien zur Verladung bringen. Der zahlen soll, zunächst wendet. Die wahrhaft Schuldigen an der Vervierstödige Bollschuppen wird zurzeit abgeputzt und dürfte vorausteuerung der notwendigsten Lebensmittel find jene Leute, welche auf sichtlich im Frühjahr nächsten Jahres seiner Bestimmung politischem und wirtschaftlichem Gebiete die Raub und Ausbeutungsübergeben werden können. Zum Zwecke des Transportes sucht der Agrarier begünstigen. Durch diese Raubpoliti! werden der durch die Schiffe heranzubringenden Zollgüter nach den nicht nur die Massen der Arbeiter, sondern auch die Kleinhändler, Ortschaften in der Umgebung Berlins wird gegenwärtig ein Anüberhaupt das Kleinbürgertum schwer geschädigt. Trozdem geben noch schlußgleis an die Rigdorf- Mittenwalder Bahnstrecke hergestellt. große Schichten fleiner Geschäftsleute bei den Wahlen ihre Stimmen für die Vertreter diefer reaktionären Bolitik ab, oder doch für die Freifinnigen, welche ja im Blod mit den ärgsten Reaktionären und Lebensmittelverteurern verbrüdert sind. Wenn die Kleingewerbetreibenden immer noch nicht zu der Einsicht kommen, daß fie gegen über den Bollwucherern und politischen Reaktionären dieselbe Stellung einzunehmen haben wie die Arbeiterklasse, dann werden die Arbeiter, wenn sie den Händlern die erhöhten Preise zahlen, auch für die nötige Aufklärung dieser Leute sorgen. Aus der städtischea Heimstättenverwaltung. Der wärmste Oktobermonat in der Berliner Witterungschronik bleibt der diesjährige Oktober, wie nunmehr faſt ſicher feststeht. 13,6 Grad Celsius auf, und wenn auch dieser Wert in den lezten Bis zum Montag abend wies er eine Mitteltemperatur von Monatstagen burch fühleres Wetter noch erniedrigt wird, so ist Monatstagen burch fühleres Wetter noch erniedrigt wird, so ist doch schon heute sicher, daß der Oktober 1907 in bezug auf warme Witterung voraussichtlich unerreicht daftehen wird. Seit dem Be ginn der regelmäßigen amtlichen Beobachtungen( 1848), also in 60 Jahren, betrug das bisher höchfte Oktobermittel nur 12,2 Grad ( normal 9,5 Grad), und auch in der langen, älteren, bis 1719 Niedrigkeit verdiente niedriger gehängt zu zurückgehenden Beobachtungsreihe ist nur ein Oftober gewesen, werden. Für einen Meter aus feinem Garn gehäkelter, verwaltung innerhalb der nächsten fünf Jahre Ausgaben erwartet Celsius vielleicht doch noch den Vorrang streitig zu machen vermag. Auf die Anfrage des Magistrats, ob im Bereiche der Heimstätten 1795, der dem diesjährigen mit einem Mittel von 13,15 Grad mindestens sechs Zentimeter breiter Spike, die bei einer gewerben, welche aus Anleihemitteln zu decken sind, hat das Kuratorium Der zweitwärmste Oftober, im Jahre 1802, mit 12,75 Grad Celsius übten Säfletin einen ganzen Arbeitstag in der städtischen Heimstätten in seiner jüngsten Sigung befchloffen, daß Mitteltemperatur, wird vom diesjährigen jedoch zweifellos überAnspruch genommen hätte, wurden 50 Pfennige geboten, für der Bau zweier neuer Heimstätten, einer für 100 getroffen werden; der drittwärmste war bereits der genannte des cinen Meter etwas schmälerer Spite aus gröberem Garn nefende Männer, einer für 100 brufttrante Frauen Jahres 1863 mit 12,2 Grad Celsius. Es ist bemerkenswert, daß 20 Pfennig. Lettere hätte auch bei großem Fleiß einen halben in Aussicht genommen werden müsse. Die Höhe der Kosten wird der Oktober 1907 ein Monatsmittel hat, wie es ungefähr für den Tag angestrengter, anhaltender Arbeit erfordert. Auf meinen voraussichtlich 1 Million Marf erreichen. Der Berechnung ist hier. Mai normal ist( 13,4 Grad Celsius), und das nur etwa 3 Grad Einwand, daß die Bezahlung dafür viel zu gering, geradezu bei der Preis für ein Bett zugrunde gelegt, der für das zurzeit im unter dem diesjährigen Julimittel lag, während normalerweise der lächerlich sei, meinte die Auftraggeberin, daß einige, natürlich Bau befindliche Upstall- Heimstätte für genelende Frauen- bes Oftober 9% Grad fälter als der Juli fein soll. Bezeichnend für schr perfefte Säflerinnen es schon auf drei Meter an einem willigt ist, rund 5000 M., mithin für 200 Betten= 1 Million Mart. Die auffallende Gleichmäßigkeit der diesjährigen Herbstwärme ist Tage gebracht hätten, selbstverständlich, wenn sie von morgens Im legten Verwaltungsjahr 1906 fonnte die vom Arzt verordnete die Tatsache, daß trok der extremen Höhe der MonatsmittelTage gebracht hätten, selbstverständlich, wenn sie von morgens Heimstättenpflege lungentranter Frauen und Mädchen erst auteil temperatur fein einziger Tag dieses Monats ein höchstes Tagesfrüh bis abends spät dabei fizen. Eine glänzende Eristenz allerdings- 60 Pfennige Tagesverdienst bei ununterbrochener mittel der Temperatur seit 1848 gebracht hat! Das hohe Monats62 Personen Tätigkeit von früh bis in die sinkende Nacht, und das nicht Boche, 208 Personen 16,09 Bros. nach zwei Wochen, 89 Ber worden, sondern durch das lange Anhalten gleichmäßig warmer = 4,80 Broz. nach einer Wartezeit bis zu einer mittel ist also nicht durch einzelne abnorm warme Tage bedingt zu vergessen bei einer sehr eingearbeiteten, routinierten fonen 6,88 Broz. nach drei Wochen, 183 Berfonen= 10,29 und sonniger Witterung, die ihrerseits durch die nahezu ununter Säflerin! Die allermiserabelite Bezahlung wurde indeffen Broz nach vier Wochen, 113 Berfonen= 8,74 Broa brochen wehenden, schwachen Winde aus Süd bis Ost bedingt für einige Wäschespinditreifen geboten, die nahezu meterlang, nach fünf Wochen, 192 Personen 14,85 Pro 3. nach wurde. mit einem Spruch in Kreuzsticerei verziert waren, außerdem sechs Wochen, 150 Berfonen 11,60 Broa. nach fieben Der angebliche Eisenbahnfrevel bei Karlshorst hat seine Aufeiner gehäkelten Kante an beiden Seiten, von denen jede mehr- ochen, 269 Personen 20,80 Proz. nach einer Wartes ftündige Arbeit verlangte. Fünfzehn Pfennige wurden an Ar- eit bis zu acht Wochen, 35 Personen= 2,71 Bros. flärung gefunden. Wie gemeldet wird, hat ihn der Hülfsstreden wärter Gelling erfunden und schon ein umfassendes Geständnis abbeitslohn geboten, so daß ich kaum meinen Ohren zu trauen nach einer Wartezeit bis zu neun Wochen Also nur ein ganz geringer Bruchteil, 4,80 Brog., gelangte gelegt. Seine Darstellung litt an Unflarheiten, die Zweifel tach plaubte. Sämtliche Sachen hätten in der stattgefundenen innerhalb einer Woche in die Anstalt. Wehnlich liegen die Berhält riefen. Gelling blieb auch dem Kriminalfommissar Gennat und den Seimarbeit- Elends- Ausstellung, die auch durch allerhöchften" nisse bei den genesenden Männern. Unter diefen Umständen ist der Mitgliedern der Eisenbahndirektion gegenüber bei seiner Behauptung. Besuch beehrt wurde und in den Kreisen der nicht arbeitenden schleunige Bau der beiden in Aussicht genommenen Heimstätten Der Kommiffar nahm ihn deshalb gestern abend mit nach Berlin und pteren Behntausend Intereffe erregte, einen hervorragenden dringend erforderlich, um schnelle Hülfe gewähren zu können. hielt Gelling noch lange seine Behauptungen aufrecht, obgleich ihm fetzte auf dem Polizeipräsidium seine Vernehmung fort. Auch hier Blat verdient. Während unserer Unterhandlung, die natürlich bei der oben erwähnten elenden Lohnzahlung zu feinem Ergebnis führte, fam eine ärmlich gekleidete Arbeiterfrau mit fummer. Bollen, abgebärmten Gesichtszügen dazu, um sich auf die in der Pinnonce dargebotene Arbeit zu melden. Tränen der bittersten Enttäuschung schimmerten in ihren Augen, als sie von dem übergroßen Tiefstand der dargebotenen Entlohnung Kenntnis erhielt.„ Ehe man sich bei der Bezahlung die Augen ruiniert, schläft man sich doch lieber aus", bemerkte fie sehr richtig. Darauf erzählte sie, daß ihr Sohn, von dessen Verdienst sie beide bisher gelebt hätten, durch einen Unfall in seiner Arbeitskraft so sehr beeinträchtigt sei, daß er anstatt 25 bis 30 Marf, wie früher, gegenwärtig nur noch höchstens 12 W. bie Woche verdienen könne, und sie davon unmöglich existieren Fönnten, wenn sie nicht auch mitarbeite: aber mit solchem Verdienst, wie der durch diese lumpige Häfelei, sei ihr nicht geholfen. Ich würde ihnen gewiß gern mehr zahlen, aber wir berdienen selbst nichts dabei. Diese Arbeit wird einmal nicht beffer bezahlt", meinte die Befiterin derselben. Es beteiligen fich aber daran Damen aus den besten Streifen, ich habe sogar mehrere adlige darunter"." werden: Zur Durchführung der Boßstraße. In der legten Sigung der immer mehr Widersprüche nachgewiesen wurden. Das Zureden des städtischen Tiefbaudeputation teilte Stadtbaurat Krause den Be- Kommissars bewog ihn endlich, zu gestehen, daß er das Attentat Daß er es icheid des Polizeipräsidenten wegen der Durchlegung der Bokund den Ueberfall auf ihn felbst erfunden habe. Straße nach der Lennéstraße bezw. dem Stemperplaze mit. Der auf eine Belohnung für Entdeckung des Frevels abgefehen habe, Seine Erfindung sei nur aus seiner AengstlichBellevuestraße unter Umgebung des Kemperplatzes und eine feit hervorgegangen. Präsident empfiehlt die Durchlegung der Voßstraße nach der bestreitet er. Gelling war bisher Stredenarbeiter gradlinige Weiterführung nach der Matthäifirchstraße. Nach und bekam borgestern von dem Bahnmeister Bläsing den einer Berechnung der Kosten würden sich dieselben für dieses neue Auftrag, bie Strecke mit zu überwachen, weil Schwellen und Projekt auf mindestens 21 Millionen Markt einmalige und anderes Material zum Umbau auf dem Bahulörper liegen. Bon 5 Millionen Mark dauernde Ausgaben stellen. Stadtbaurat abends bis morgens 6 Uhr sollte er die Strede begehen. Der nicht Krause legte dann ein neues Projekt zur Lösung dieser Frage fehr fräftige Mann bekam es aber nachts mit der Angst. Nachdem vor. Nach diesen Entwürfen des Stadtbaurats würde die Voßstraße er sich bis 10 Uhr auf dem Bahnhof Sadowva aufgehalten hatte, jah auch über die Bellevuestraße hinweggeführt werden und die Matthäi- er mit dem Arbeiter Thieme angeblich Licht im Walde und hörte firchstraße treffen, indes nicht in einer geraden Linie, sondern unter Stimmen. Er ging nach Bude 9, um dort den Streckenwärter Bahn Berücksichtigung der Lage der Grundstücke in einer den Verhältnissen an zu treffen, fand ihn aber nicht. Auf dem Rückwege nach dem Bahngepaßten Strümmung. Die Kosten dieses Projektes find auf 10 Millionen hofe fah er nun bei dem Kilometerstein 8,4 zwei Schwellen dichter als einmalige und 5 Millionen dauernde Ausgaben berechnet. Die die anderen an den Schienen liegen. Sie lagen nicht so dicht daran, Deputation lehnte nunmehr alle anderen Pläne ab und nahm das daß fie einen Zug hätten gefährden können, aber Gelling malte fich legztere vom Stadtbaurat Krause vorgelegte Projekt in Verbindung die Lage so aus, als ob fie fehr gefährlich gewesen wäre, wurde bei mit einer Verbreiterung der Bellevuestraße an. Für diese wurden dieser Vorstellung immer ängstlicher, lief zur Bude 9 zurück und neue Fluchtlinien festgefeßt. Der alte Baufluchtlinienplan ist bereits erzählte Bahn, den er jest traf, feine Erdichtung. Bahn und Gelling früher an der Ecke des Kemperplages infolge von Konsensen Kaiser machten nach beiden Seiten Meldung. Von Sadowa und Karlshorst Wilhelms I. durchbrochen. Der Knid der Straße bei ihrer Ein- tamen bald je zwei Mann zur Hülfe, und nun war die Angst des Für uns hatte die„ adlige Konkurrenz" jedoch nichts Ver- mündung in den Kemperplaz wird auch in Zukunft bestehen bleiben. mündung in den Kemperplay wird auch in Zukunft bestehen bleiben. Stredenwärters beieitigt. als bald auch der Bahnmeister Bläsing Tedendes. Wer darauf angewiesen ist, von seinem Arbeits. Der jegt nur 9 Meter breite Straßendamm wird auf 15 Meter erichien, gab Gelling das zu Protokoll, was er Zahn und den anderen berdienst zu existieren, zieht eine beffer entlohnte Brole Rastanienbäume müssen leider befeitigt werden. Die Bürgersteige verbreitert. Die alten, zum größten Teile tranfen und hohlen schon erzählt hatte. Todessturz von der Treppe. Bon einem traurigen Geschid ist tarierarbeit vor. Wenn diese nur stets besser ent- follen auf 5 Meter verbreitert und die Vorgärten auf 6,70 Wieter gestern der 55 Jahre alte Norbmacher Max Hellmuth aus der lohnt würde?! eingeschränkt werden. Natürlich kann noch geraume Zeit vergehen, Wendenstr. 4 betroffen worden. H. war im Begriffe gewesen, nach bevor diese im Prinzip festgelegte Aenderung vollendet ist. seiner im Quergebäude belegenen Wohnung hinaufzusteigen. Im Die Deputation beschäftigte sich dann noch mit einem Entwurfe " Preissteigerung der Milch. Die großen Berliner Molkereien haben feit einigen Wochen den des Stadtbaurats Krause für einen Tunnel unter der Görliger zweiten Stockwert machte er auf der Treppe, die sich angeblich in Aleinverkaufspreis der Milch von 20 auf 22 Pf. pro Liter und Eisenbahn zur Verbindung der Wiener mit der Görligerstraße. Der schlechtem Zustande befinden soll, einen Fehltritt und stürzte rücklings 24 Vf. für Zusendung ins Haus erhöht. Die fleinen Milchhändler Entwurf wurde mit dem in Höhe von 165 000 m. abschließenden ab. Er zog sich bei dem Sturze so fchivere innere Verlegungen zu, haben sich noch nicht insgesamt der Preiserhöhung angefchloffen. Stoftenanschlag angenommen. Ferner wurde beschlossen, zwei unter- daß er kurz darauf starb. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt Micht etwa, daß fie fein Verlangen nach höheren Verkaufspreisen irdische Bedürfnisanstalten, eine an der Schloßbrücke und eine am worden. hätten, sondern weil feiner von ihnen den Anfang machen wollte. Starleplay zu errichten. Leştere, die auch für Damen eingerichtet Das Apollo- Theater hat sich für den November ein neues Proa Beder Kleinhändler mußte befürchten, daß wenn er den Preis werden soll, wird etwa 36 000 M. und erstere rund 15 000 M. Kosten gramm zugelegt, das eine ganze Reihe zugträftiger Piecen cuts erhöht, sein Konfurrent aber nicht, ihm die Kundschaft weg verursachen. hält. Das Anziehungsstück der Novitäten aber bilden sicherlich läuft. Aus dieser Erkenntnis Heraus hatte die Freie Der Tunneldurchstich in der Mohrenstraße wird, nachdem die für jeden Besucher die Darbietungen Sylvester Schäffers, Vereinigung der Milchhändler am Dienstag eine öffent liche Mitchhändler- Versammlung einberufen, um die allgemeine vor den Häusern Mohrenſtr. 54 bis 56 liegt nur noch ein zirka vollsten Beifall errang. Es ist denn auch in Wirklichkeit staunens. Kanonierstraße bereits unterminiert ist, Ende dieser Woche erfolgen. der den Berlinern ja kein Unbekannter ist und auch diesmal ihren Festießung der erhöhten Verkaufspreise zu bewirken. Weiker sowie der Vorsitzende der Freien Vereinigung. Huth, führten weil hier ebenfalls der mehrfach erwähnte steinerne abzugstanal ab- fünstler zu produzieren vermag. Wir bewundern ihn als Schnellaus, daß die Kleinhändler bei dem bisherigen Preise von 20 f: gebrochen werden muß. In der Voßstraße ist der Tunnel schon so maler und als Geigenvirtuofen. Seine Karten- und Münzenpro Liter nicht bestehen tönnten. Der Einkaufspreis der Milch fei weit eingedeckt, daß voraussichtlich in nächster Woche mit den Pflaster- funststücke halten unsere Aufmerksamkeit ebenso in Atem, wie seine in den letzten zehn Jahren von 11 auf 16 Pf. gestiegen, der Berkaufs- arbeiten begonnen werden kann. In der Wallstraße sind diese Leistungen als Jongleur, als stunstschüße und Dreſſeur. Gine preis sei aber während dieser Zeit gleichmäßig auf 20 Bf. stehen ge- fchon im Gange, und zwar zwischen Grünstraßen- Brücke und der Fertigkeit, wie diejenige Schäffers, auf einem dieser Gebiete, blieben. Aber nicht nur der Einkaufspreis fei gestiegen, sondern östlichen Treppe zum Bahnhof" Spittelmarkt", welche sich dem Hause nügen. Hier aber vereinigt ein geschickter Artist in einer Person würde meist schon für einen ausgesprochenen Variétéerfolg ge= auch die Ladenmiete und infolge des Verbotes der Kinder- Wallstr. 13( Spindlershof) gegenüber befindet. Die westliche Treppe, ein ganzes Ensemble von Artisten, arbeit auch der Lohn für das Austragen der Milch an gegenüber dem Spindlers- Brunnen am Spittelmarkt, ist, nachdem der eine Leistung, die wohl einzig die Kundschaft. leber den Ertrag eines mittleren Geschäfte mit ujelperron und der vorliegende Fahrdamm gepflastert worden ist. und unerreicht dasteht. einem täglichen Ablaß von 100 Litern stellte Herr Huth folgende Be- mit einem Bohlenbelag abgedeckt worden. Nach der Roßstraße zu über den üblichen Durchschnitt hinaus. Die Newsomes hatten Auch die übrigen Darbietungen des Programms ragten meist rechnung auf: Von den 100 Litern werden beispielsweise 70 Liter ist der Tunnel zum großen Teil zugeschüttet, io daß auch hier dem in Laden verkauft. Am Liter werden 4 Bf. verdient, macht 2,80 W. nächst die Pflasterarbeiten, welche bis Weihnachten vollendet mit ihren akrobatischen Neuheiten vielen Erfolg. Die amerikaniDafür bekommt die Austrägerin durchschnittlich 70 Pf. Lohn, wofür Straßen- Brücke wird gegenwärtig noch ein großes Gasrohr umgelegt. brecherischen Produktionen auf dem Drahtseil reichen Beifall. Tie Die übrigen 30 Liter( Verdienst 1,20 M.) werden ausgetragen. werden sollen, in Angriff genommen werden können. An der Grün- schen Niggertänze von Rudy und Fredy Walker wirkten echt und originell. The four Harweys fanden mit ihren halsfie ingefähr 3 Stunden zu arbeiten hat. Demnach bleibt dem Händler an den 30 Litern, welche ausgetragen werden, ein Verdienst von nur Der Großschiffahrtsverkehr nach Berlin hat in diesem Jahre, Schnadahüpfln und Duettgefänge von Gusti und Georg Edler 50 Bf. Das ergibt einen gesamten Tagesverdienst von 3,80 m., besonders in den letzten Wochen, einen ungewöhnlich großen Um- waren, bei aller Derbheit der vorgetragenen Terte, fünstlerisch wovon noch die Ladenmiete, sowie die Kosten für Beleuchtung, fang angenommen. Am stärksten ist die Zunahme in dem kauf- vorzügliche Leistungen; besonders verdient das reiche Stimmaterial Snstandhaltung der Betriebsmittel usw. zu decken sind. Unter diesen männischen Güterverkehr, während in der Zufuhr an Bau des weiblichen Bariners hervorgehoben zu werden. Am meisten Inständen werde man es den Händlern nicht verdenken können, materialien gegen das Vorjahr eine wenn auch geringe Ab- belacht wurde schließlich Goberi Belling mit seinen vier. wenn sie den Milchpreis um 2 beziehungsweise 4 Bf. erhöhen. schwächung zu verzeichnen ist. Nachdem in den letzten Jahren in beinigen Stomitern, deren Dressur eine geradezu vollendete ge Damit werde ja noch nicht einmal die Steigerung des Einlaufs folge Berivendung größerer Fahrzeuge trotz Vermehrung der nach nannt werden muß. " Vermischtes. Im wissenschaftlichen Theater der Urania, in welchem bis auf Wilmersdorf. weiteres, also am Donnerstag, Freitag, Sonnabend und Sonntag Nachdem der Wahlverein bereits mit dem im vorigen Jahre ber Bortrag lleber den Brenner nach Venedig" zur Darstellung ge- veranstalteten Beethoven- Abend" bewiesen hat, wie ernst auch Die Lokomotive im Stationsbureau. langt, ist neuerdings die Einrichtung getroffen worden, daß jeder ihm die gerade in letzter Zeit so erfolgreich propagierten Bildungs. Besucher eine Eintrittsberechtigung zum freien Besuch der Sternwarte bestrebungen sind, versucht er jegt, seinen Mitgliedern die Be- wird, der von Brüggen kommende Zug bei der Einfahrt in den Gestern früh 64 Uhr geriet in Dülfen, wie von dort berichtet in der Invalidenstraße erhält. Am Sonnabend, nachmittags 4 Uhr ziehungen von Kunst und Revolution" burch einen Vor- wird, der von Brüggen kommende Zug bei der Einfahrt in den findet noch einmal eine Wiederholung des Vortrags Von der Zug tragsabend zu veranschaulichen, welcher am 9. November, abends Bahnhof auf ein Nebengleise und fuhr in das Stationsgebäude. fpige zum Bagmann" zu fleinen Breifen statt. 9 Uhr, im Quisenpark", Wilhelmsaue 112, stattfinden wird. Die Lokomotive steht vollständig in dem Zimmer der FahrkartenFeuerbericht. In der letzten Nacht hatte die Berliner Feuer- Durch Richard Wagners bedeutsame, wohl erst in Bufunft gans ausgabe und der Stationstelegraphie. Von dem Zuge sind zwei wehr ununterbrochen zu tun. Um Mitternacht in der Rosenthaler zu würdigende Broschüre Kunst und Revolution" ist in eminent Berfonenwagen gänzlich zertrümmert. Die anderen Wagen straße 33, wo das Zwischengebält brannte. Gleich darauf erfolgte flarer und unwiderleglicher Weise der Zusammenhang dieser beiden find Start belabene Güterwagen. Ueber die Ursache ist ein Alarm nach der Uferstraße( Gesundbrunnen). Dort stand auf Begriffe bewiesen worden, und es ist nun an den heute wirkenden Bestimmtes noch nicht zu erfahren. Es scheint, daß der dem Gartenlande des Grundstücks Uferstr. 9 eine große Laube mit Vertretern dieser beiden Mächte, zu zeigen, wie befruchtend und Bug bei bem starken Nebel, der bie Schienen sehr Möbeln, Hausrat usw., ein Zaun, ein Kaninchenſtall und anderes anregend ihre Berbindung sich gestalten kann. Während der schlüpfrig machte, nicht rechtzeitig hat bremsen können, daß die Güterin Flammen. Um diese zu löschen, mußte der 16. Bug fräftig Künstler unbewußt und unfreiwillig Revolutionär wird ge= Basser geben. Zwei Wachhunde und eine Menge Kaninchen find trieben durch die Verhältnisse in seinem Beruf, und zwar sowohl wagen mit voller Bucht nachdrängten, und den Zug weitertriebess dabei verbrannt. Man vermutet vorfägliche Brandstiftung. Gleich die ökonomischen als auch die rein ästhetischen, fehen wir in der Verlegt find acht Personen, darunter einige sehr schwer. Unter zeitig hatte der 18. Bug in der Krausnidstr. 17 au tun, wo im Erd- flaffenbewußten Arbeiterschaft immer mehr und mehr die eigent- ben Verlegten befinden sich einige Schüler, die hier die Schule geschoß der Fußboden und anderes in Brand geraten war. Um lichen, felbstlosen, borurteilsfreien und begeisterten Empfänger besuchen. 2 Uhr nachts rückte die Wehr nach der Soldinerstraße( auf dem Ge- und Förderer von Kunst und Wissenschaft sich entwickeln. Bevor Die amtliche Meldung aus Dülfen besagt: Heute früh um brunnen aus. Grober Unfug war die Ursache. Aus demfelben aber das Proletariat ganz zu dem Genuß der hohen und höchsten 613 Uhr fuhr der Güterzug mit Perfonenbeförderung Nr. 598 von BurgAuleo war der 16. Bug schon vorher nach der Schulstr. 1 gerufen. Stunstwerte herangezogen ist, hat es ein Recht, diejenige Kunstwaldniehl in das Stumpfgleis 13 über den Prellbock in das StationsIn beiden Fällen sind die Täter entlommen. Nachts um 8 Uhr fennen zu lernen, welche fich mit seinen Kämpfen und Siegen. entstand in der Freieuwvalderstr. 19 auf dem Gesundbrunnen Feuer. feinen Leiden und Freuden eins gefühlt hat, diejenigen Kunst gebäude hinein. Neun Personen wurden verlegt, darunter eine In einer Wohnung brannten Strohfäde und Betten uim. Ferner werte, welche von den aus dem Bolte stammenden oder dem Bolte schwer. Drei Personenwagen sind beschädigt. Die Telegraphenhatte die Wehr in der Oldenburgerstr. 35 zu tun. Dort wurden geweihten Künstlern geschaffen wurden. Viele stolge Namen lassen leitung ist geftört. Soweit bis jetzt feststeht, ist die Ursache des ebenfalls Betten, Gardinen und Möbel ein Raub der Flammen. fich da anführen: Ein Heine, Freiligrath, Herwegh, Turgenjem, Eisenbahnunglücks tatsächlich darin zu suchen, daß die Schienen Gorki haben ihr bestes Herzblut der Sache der Revolution ge- infolge der Feuchtigkeit so schlüpfrig waren, daß die Bremsen und Arbeiter- Samariterkolonne. Heute abend 9 Uhr: 3. Abteilung widmet, und selbst die abstrakten, allem Weltlichen meist ab der durch den Maschinisten gegebene Gegendampf nicht fruchteten. In Schöneberg bei Wieloch, Grunwaldstr. 110 und 4. Abteilung in gewandten Musiker, ein Beethoven oder Liszt, haben mit dem Die schweren Güterwagen drängten mit Wucht nach und schoben Lichtenberg- Rummelsburg bei Lindner, Grünbergerstr. 10. ringenden Bolte gefühlt. Alle diese großen Geister treffen fich die beiden Bersonenwagen nahezu ineinander. In beiden Abteilungen: Vortrag über Berlepungen, Wund- in dem Programm des oben erwähnten Abends, welcher außerdem Lokomotive fahrende Postwagen wurde nur schwach beschädigt. Die Der hinter der behandlung und Blutstillung. Daran anschließend praktische auch in fünstlerischen Bearbeitungen die bedeutendsten historisch geUebungen. Bortragende Herren: Dr. Schwab und 3. Hirschfeld. wordenen Revolutionslieder, unter anderem L'Internationale, Feuerwehr war fofort zur Stelle und hat fich um die schnelle Neue Mitglieder können noch jederzeit eintreten. Carmagnole, Marseillaise, in feiner Vortragsordnung enthält. Bergung der Verwundeten sehr verdient gemacht. Sie wurden in Außerdem wird auch die ernste Musik burch eine Biolinsonate von das Krankenhaus gebracht. Mozart, Air" bon Bach, Werke pon Beethoven und Brahms vertreten fein. Da zur Ausführung nur bedeutende, im Stonzertleben bekannte Sünstler( Frau Johanna Meher: Rezitation, Frau Amalie Birnbaum; Bioline, Frau Klossegt- Müller: Gesang. Berr Leo Restenberg: Klavier) berufen sind, wird der Vortragsabend ficher in der beabsichtigten, fünstlerisch vornehmen Weise verlaufen und hoffentlich sein höheres Biel, für Revolution und Kunst die Herzen zu begeistern und zu entflammen, erreichen. beiterschaft recht zahlreich diesen Kunstabend" besucht. Der Ein Es wird nun bestimmt erwartet, daß die Wilmersdorfer Artrittspreis beträgt nur 60 Pf. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten, damit um die festgefekte Beit mit dem Programm begonnen werben kann. Vorort- Nachrichten. Rigdorf. Die Berkehrsverhältnisse in Rigdorf. Im Anschluß an unsere gefrige Notiz werden wir von zuverläffiger Seite noch um Veröffentlichung folgenden Uebelstandes ersucht: Wer gezwungen ist, die Stadtbahn zu benutzen, wirb fich wohl oft gewundert haben, daß fich unmittelbar am Ausgang des Bahnhofes ein Rangier bahnhof der Großen Berliner befindet, der wohl erst verschwinden wird, nachdem ein Unglüd passiert ist. Daß dort die Endhaltestelle und Abfahrtstelle von drei ständigen Linien, zurzeit auch noch anderer Ginfegwagen ist, mag noch hingehen. Ein Friedrichshagen. anderer Umstand fordert aber aber zum größten Brotest heraus. In einer zu Sonnabend, den 9. November, abends 8% Uhr, An der Bergstraße werden nämlich häufig Anhänger ab vom Gewerkschaftsfartell einberufenen öffentlichen Bersammlung gehängt, bie mit Schwung von ber bier etwas abfchiffigen in Conrads Festfälen wird Genosse Eugen Brückner über" Die Haltestelle im Bogen in den Rangierbahnhof hineinlaufen, Häufig letten großen wirtschaftlichen Stämpfe und was lehren uns die befindet sich vorn ein Stondufteur, zuweilen läuft auch ein Wann felben?" referieren. Es wird ein reger Besuch der Versammlung mit einer Klingel nebenher, boch ist dieses nicht die Segel. Meift erwartet. führerlos rofft der Wagen eben bergab in bie gerade den Bahn hofsausgang verlassenden Menschenmassen hinein. Daß bei dem sich hier so fieigernben Verkehr noch feine Benderung eingetreten ist, liegt auch wohl daran, daß es ja Profeten sind, die von Arbeit fommen und die sich eben in acht nehmen müffen; im feinen Weften dürften fich derartige Zustände erst gar nicht entwickeln. So ist es ja nur Nixdorf. Schöneberg. Der Termin für die Stichwahlen in der dritten Abteilung ist auf Montag, den 25. November, festgefeßt. In Betracht fommen bez 1., 2. und 10. Begirl. In jedem dieser drei Bezirke steht die Sozialdemokratie mit den 2beralen in Stichwahl. Mögen unsere Parteigenossen die furze Zeit gehörig ausnutzen, um den Sieg der Sozialdemokratie zu einem vollständigen zu machen. Gewerbegerichtswahlen finden im Januar nächsten Jahres in Schöneberg statt. Die Wahlperiode der jezigen Beisiger läuft am 31. März 1908 ab. 8u wählen find 13 Arbeitnehmer und 13 Arbeit geber. Die Wahlen find festgelegt für die Arbeitgeber auf Donnerstag, den 23. Januar, vormittags bon 9-1 Uhr und für die Arbeitnehmer auf Sonnabend, den 25. Januar, nachmittags von 4-8 115r. Die Arbeitgeber wählen in einem Bezirke, der das gesamte Stadtgebiet umfaßt, während die Wahlen für die Arbeitnehmer bezirksweise ftattfinden. Charlottenburg. Die pfarrherrliche Jugendfürforge. Die schnelle Ausbreitung ber Organisation der jugendlichen Arbeiter auch in Charlotten burg veranlaßt die Ordnungsstüßen der Stadt, durch eine Gegen organisation der weiteren Vergiftung der Jugend durch die Sozial Demokratie eiligit entgegenzutreten. Der Pfarrer Dr. Luther an der Trinitatisfirche wird das ausführen und hat zu diesem Zweck mit Hülfe des Stadtrats Samter einen Jugendflub in einem Lehrlingsheim ins Leben gerufen, wo junge Männer im Alter von 14 bis 18 Jahren für einen monatlichen Beitrag von 10 Bf. in„ behaglichen, mit fünstlerischem Wandschmuck" versehenen Räumen eine große Bahl von Gesellschaftsspielen finden, auch Vorträge, gehalten werden, ferner unter Leitung des Herrn Pfarrer Dr. Luther gemeinsame Leftüre und gemeinsame Beranstaltungen aller Art" getrieben sowie fleine Theaterstücke einstudiert werden sollen. Für das erste Vierteljahr sind folgende Beranstaltungen in Aussicht genommen: 3. November: Eröffnung, 10. November: Märchenvorlesung, 17. November: Spiel- und Unterhaltungsabend, 24. November: Vortrag über Erlebnisse in Persien, 1. Dezember: Lichtbildervortrag Rings um Berlin", & Dezember: Lichtbildervortrag Aus dem alten Rom", 15. De zember: Borträge und Regitationen von Mitgliedern, 22. De Zember: Weihnachtsfeier, alles unter Leitung des Herrn Pfarrer Dr. Luther. Da man mit einem 10 Pfennig- Monatsbeitrag, abgesehen von allen anderen Unfosten, nicht imftande sein wird, ben gesehen von allen anderen Unkosten, nicht imftande fein wird, den Mietsbetrag für die etwa 50 bis 60 Personen faffenden Räume aufzubringen, so wird der Vorstand es voraussichtlich bald wie die Veranstalter ähnlicher Wohltätigkeitseinrichtungen" machen, d. h. den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung um einen nicht zu tnappen Beitrag aus dem Stadtfädel angehen, und es ist nicht zu bezweifeln, daß die liberale und unpolitische Majorität den Betrag einmütig bewilligen wird. Freilich wird deshalb die Charlottenburger Jugend doch nicht von dem sozialdemokratischen Gift verschont bleiben. " Lichtenberg. Weiterer amtlicher Meldung zufolge find die Namen der bei dem Eisenbahnmglüd bei Dülfen Verlegten folgende: 1. Martin Wiring, Brustquetschung und Nippenbruch, 2. Martin Melcop, Obers fchenfel- und Bedenbruch, 8. Hane Quad, tomplizierter Unterschenkelbruch, 4. Wilhelm Napphaufen, Lendenwirbelverlegung, 5. Karl Hirsch, Beckenbruch, 6. Anna Lankes, Wirbelfontufion, 7. Adam Ruenker, Oberarmbruch, 8. Math. Lankes, 9. Wilhelm Tebas leicht verlegt. 8 Toten und 22 teilweise schwer Berlegten erklärt fich den bisherigen Gine spätere amtliche Meldung befagt: Die große Zahl von Nachrichten zufolge aus dem Umftande, daß der Sessel die über ihm liegenden Decks durchschlagen hat, wodurch auch zahlreiche un beteiligte Leute getroffen wurden, 27 Durch Steinfall aus dem Hängenden wurde auf der Zeche Voll Opfer der Arbeit im rheinisch- westfälischen Industriegebiet, mond" bei Langendreer der Bergmann Anton Ludwig aus Laer in Ausübung feines Berufes getötet. Auf derfelben edhe fam ein Sauer unter herabftirgende Kohlen, wodurch er so schwere Ver legungen erlitt, daß er nach Anlegung eines Rotverbandes ins Krankenhaus geschafft werden mußte. Auf dem Bahns hofe Speldorf wurde ein Arbeiter bein bei Duisburg wurde Noch einmal Gartenkünstler" heraus! Wie zur Beschaffung Ueberschreiten eines Gleises von eines Projeftes für den neu anzulegenden Stadtpark foll auch der fahren, einem Güterwagen übers Er starb nach einigen Stunden. Der Sohn neue Gemeindefriedhof auf Grund eines im Wege des Preisaus bes Bimmermeisters Schuhmacher aus Bergheim bei Siegburg, fchreibens zu beschaffenden Gartenprojektes zur Anlegung fommen, der an der Siegburger neuerbauten Kirche arbeitete, wurde von einer Die Gemeindebehörden haben zu Kirchhofszwecken in ber Gemarfung herabfallenden Gabel derart am Kopfe verlegt, daß er kurz darauf Starlshorst ein Gelände von etwa 80 Morgen angekauft. Der Friedhof starb. Auf der Zeche Preußen 2" in Horfimar stürzte dem Berg liegt öftlich der Treskowallee an der Ditbahnstrede und ist vom Mittelmann Julius Neuhoff bei der Arbeit eine schwere Stohle in ben punkt der Gemeinde Lichtenberg in 4 Stunden zu Fuß zu erreichen. Rüden. Die jest bis zur Friedrichsfelder Stirche gebenden Linien der Suerhold vom Hörber Verein" geriet in bas Bahnradgetriebe Er starb an den Verlegungen. Der Kranführer Straßenbahn, deren Verlängerung über Karlshorst in nächster Aus- bes Lauffrans an der Eifengießerei. Er wurde schwer verstümmelt ficht steht, bildet neben der Stadtbahn eine bequeme Verbindung. in das Strankenhaus gefchafft. Auf der Zeche Margarete" Der Baumbestand soll, so weit als tunlich, in den Anlagen erhalten bei Schwerte geriet ein Bergmann mit dem Kopfe zwischen bleiben. Auch der Strankenhausbau rückt mun endlich seiner Verwirk Schachtgerlift und Förderkorb. Der Kopf wurde ihm vollständig lichung entgegen. Die Gemeindevertretung wird in der nächsten zerfchmettert. Der Badmeister Degener fiel beim Umsteigen aus Sizung fich mit bem aur Ausführung vorzuschlagendem einem Wagen in einen anderen auf der Station Hohenlimbug aus Brojetzt zu befaffen haben. Das Lestesche Grundstick in bem Siegener Schnellzug, wurde überfahren und fofort getötet. der berlängerten Leffingstraße, das mit feinen Teichen bislang In einer Fabril an St. Katharinen geriet ein Arbeiter in eine der Eisbereitung gebient hat, ist von der Gemeinde angekauft. Die Bentrifuge und erlitt fo schwere Berlegungen, daß er sofort verwandelt und werden jegt der Gemeiube die Gelegenheit geben, aus Nippes auf dem Gleise mit erdrüdtem Brustkorb tot bisherigen Wassertümpel haben sich in. Goldwaffer für den Befizer ftarb. Auf dem Gereons Bahnhofe murde ein Schaffner bem Straßenlehricht als Lagerstätte dienen zu fönnen, um fpäter aufgefunden. als Baugründe das Goldwasser fristallistert zugunsten der Ge- wurde ein Bergmann von einem beladenen Koblenzug fiber Auf Schacht 2 der Zeche Stonsolidation" meinde in Erscheinung treten zu lassen. Die Schwarze Bride" fahren und schwer verletzt. Auf dem Neubau der 1. mechanischen im Zuge der Thaerstraße foll umgebaut werden. Die Kosten Werkstatt der Struppfchen Werte in Effen war der Dreher Start verteilung ist seit längerem Gegenstand ber Verhandlung Schumacher mit Aufipannen einer Kurbelare beschäftigt, als diese der beteiligten Gemeinden Berlin und Lichtenberg. Nunmehr hat plößlich umschlug und dem S. ein Bein buchstäblich zerschmetterte. der Bolizeipräsident von Berlin bie beiden Stadtgemeinden zu Der Bergmann Arnold stürzte auf Schacht 1 und 2 von einer 7 Meter einer Einigungsverhandlung geladen. Die Anwohner des Biehhofs hohen Bräde auf die Gleise der Rechenbahn und verlegte fich fchwer. werden ersucht, sich die Tage der Wohlgerüche, die den dortigen auf Reche Vereinigte Bonifazius fiel dem Bergmann Hoffmanns gewerblichen Anlagen in so freigebiger Weise entströmen, zu notieren Gelsenkirchen ein Stohlenblod auf den Kopf und tötete ihn. Auf und dem Rechtsanwalt Brennert, Frankfurter Allee 119, mitzuteilen. der Eisenhütte au Oberhausen explodierte ein mit heißer Luft ges Bekanntlich hat sich jetzt das Kammergericht mit den dortigen Bufüllter Cowpen Apparat; durch den Luftdruck wurden fünf in der ständen zu beschäftigen. Weißenfee. Nähe befindliche Arbeiter fortgeschleudert und einer von ihnen ge tötet. Auf einem Schacht der Zeche Zollverein" bei Katernberg Schacht und starb fofort. Bon einer Flamme auf dein Walzwerk ftürzte der 84jährige Schachthauer Schäfer in den 70 Meter tiefent Neu- Oberhausen wurde der Arbeiter Schnefatoro schiver verlegt. Das Automobilunglück bei Köftiz, Das Elektrizitätswerk Weißensee G. nt. b. H. ist durch Befchluß m. der letzten Gemeindevertreterfibung in das Eigentum der Gemeinde übergegangen. Diefer Befchluß ist einer der wichtigsten, ben die Vertretung wohl überhaupt gefaßt hat. Vor ungefähr drei Jahren, als der Unternehmer Ruthenberg an die Ges meinde herantrat, ein Elektrizitätswert au errichten, traten unfere wobei ein 31% jähriges Kind, Anna Schröter, getötet, mtb ihre neuns Genoffen mit aller Energie dafür ein, daß ein solches Werk nus jährige Schwester Klara verlegt wurde, beschäftigte jetzt das Reichs. von der Gemeinde zu errichten sei. Die Kurzfichtigkeit und gericht. der zünftlerische Zopf der Vertretung hatte kein Verständnis für Der Rechtsanwalt Dr. Abrahamson aus Berlin unternahm im folche Unternehmungen, troydem die üblen Erfahrungen mit der April 1905 mit feiner Frau, Schwager und Schwägerin, eine Tour Gasanstalt und sonstigen privaten Internehmungen ihnen abschredend per Automobil durch Thüringen. Als Chauffeur leitete der Schlosser leuchteten. Erst nach dem Tode des Gemeindevorstehers Feldmann Nowaczet aus Charlottenburg den Wagen. Um zweiten Dfterfeiertag änderte sich die Sache als die jetzige Leitung durch fachgemäße Bewaren die Reifenden von Ilmenau fortgefahren, in der Nähe von ratung die früher gegenteilige Meinung eines befferen belehrte. So Bäßned, bei dem Chauffeehause in Röstiz, wurden 2 Kinder, die die auch jetzt. Nachdem durch Sachverständige das Wert auf seine Straße passierten, und fich vor dem sehr schnell fahrenden Gefährt Leistung und Güte geprüft und die Rentabilität in Zukunft nach nicht retten konnten, überfahren und das flingste Mädchen getötet, mehr zurückzuweisen. Nach langen und schwierigen Verhandlungen des glück durch die Beitigen bekannt wurde, meldete sich Dr. Abrahamson, gewiesen wurde, wurde man sich einig; den angebotenen Stauf nicht Das Automobil feste unbelünimert feinen Weg fort. Als bas Uns Gemeindevorstandes mit der Finanzkommission wurde im Plenum in der ingwifchen in Berlin angelangt war, als Eigentümer und Ins namentlicher Abstimmung gegen zwei Stimmen obiger Befchluß gefaßt. faffe des Autos und stellte sich der Staatsanwaltschaft zur Vers Der Preis beträgt 1 990 000 M. Hierzu gehören das Fabrifgrundftid fügung. Det Chauffeur ist, als er erfuhr, daß ein gerichtliches Jere mit fämtlichen Gebäuden, Waschinen, Stabeln und sonstigen Zubehör fahren eingeleitet, nach Rumänien, feiner Heimat gereift, aber dann teilen, Inventar, Vorräten, Betriebsmaterialien und einschließlich ausgeliefert worden. aller zum Betriebe dienenden außerhalb des Kaufgrundstücks befind Das Landgericht Gera, vor dem am 5. März d. J. die Sache Mitgefchleift. Ein entfeglicher Borfall hat sich vorgestern abend lichen Anlagen, wie Leitungen, Bähler, fura alles, was nach den verhandelt wurde, hat den Chauffeur Nowaczet wegen fahrläffiger am Savignyplatz abgespielt. Der Droschfenfutscher Anton Beier, der Büchern und Belegen des Weißenfeer Elektrizitätswertes hergestellt ist. Tötung zu fechs Monaten Gefängnis, Dr. Abrahamson zu zwei bei dem Fuhrherrn Bohlmann, Rostoderstr. 3, angestellt ist, war mit In dem ausgedehnten Vertrage ist folgende Klausel von Bedeutung: Monaten Gefängnis verurteilt, indem das Gericht festgestellt, daß der mit zwei Pferden bespannten Droschte Nr. 10551 die nefebed- Die Verkäuferin übernimmt der Gemeinde Weißenfee gegenüber die das Automobil in einem außergewöhnlichen Tempo gefahren und nefebed- Garantie, bas das Wert einen Nettoertrag von mindestens Dr. A. fich fchuldig gemacht hat, daß er diefe Geschwindigkeit gee traße entlang gefahren. In der Nähe der Goethestraße scheuten die 43% Bros. fährlich von demjenigen Stapital erbringt, welches die bulbet. Während der Chauffeur sich bei dem Urteil beruhigte, er Tiere vor einem vorüberfahrenden Lastenautomobil und gingen Gemeinde zum Anlauf des Werkes jeweilig aufgewendet hat. Sollte griff Dr. A. das Rechtsmittel der Revision beim Reichsgericht, burch. B. entglitten die Zügel und führerlos raften die Ausreißer die garantierte Verzinsung von 4% Proz. nicht erreicht werden, fo bie fich darauf stigte, daß der Angeklagte in feiner Verteidigung dahin. Am Savignyplatz wurde B. vom Bod heruntergeschleudert leistet die Verkäuferin Buschuß bis zur garantierten Höhe und zwar befchränkt worden fei, durch die Ablehnung eines anderen Sache und stürzte unter den Wagen. Seine Beine hatten sich in den innerhalb drei Monaten nach Abschluß der Bücher. verständigen, welcher über die Geschwindigkeit des Autos vernommen Zügeln berfangen und so wurde der Hermfte mitgefchleift. Erst als werden follte. Auch wurden verschiedene prozessuale Rügen erhoben. ein beherat hinzufpringender Paffant die Pferde zum Stehen gebracht Der Angeklagte war zur Verhandlung felbft erschienen., hatte, konnte B. aus seiner furchtbaren Lage befreit werden. In be Todessturz von der Treppe. Ein tragischer Tod hat den im Das Reichsgericht hat aber die Revision als unbegründet ante fimmungslofem Zustande wurde er davongetragen. Er hatte eine Sause Junkerstr. 7 wohnhaften Bigarrenfabrikanten Emil Siebert gefehen, erachtete vielmehr bie getroffenen Feststellungen als eine fchivere Gehirnerschütterung fowie stark blutende Berlegungen am Siebert begab sich um 10 Uhr in Begleitung seiner Gattin wandsfrei, in Uebereinstimmung mit dem Antrage des Reichsanwalts Kopf, im Geficht und an den Händen erlitten. Stellenweise war dem bon einem Besuche nach Hause und war eben im Begriff die Treppe wurde die Revision verworfen. empor zu steigen, als er von einer Ohnmacht befallen wurde und Berunglückten die Haut förmlich vom Körper durch Abschürfen gelöst die Treppe herabstürzte. Der Verunglidte wurde in seine Wohnung Ein Schiff gescheitert. Der Dampfer Legouet mit einer worden. In einem Krankenwagen wurde der Schwerverlegte in das gebracht. Ein eilig herbeigeholter Arzt stellte eine Gehirnerschütterung Ladung von St. Briene nach Bordeaug unterwegs, scheiterte, nach trankenhaus am Urban gebracht. feft, an deren Folge Siebert am Morgen starb. einer Meldung aus Rochefort- fur- mer, in der Nähe der Insel Oléron Potsdam. ereilt. Der Kapitän und sechs Matrosen, bie fich in einem Boote retten wollten, ertranfen. Ein Standalprozeß erster Güte hat in Essen nach dreitägiger Verhandlung endlich sein Ende gefunden. Die Besizerin des bekannten Variété- Theaters Kolosseum, Grau Wolf und ihr Oberfellner Leo Sauer hatten sich wegen Kuppelei zu verantworten und erhielt erstere 14 Tage Gefängnis und der Oberfellner wurde freigesprochen. Da die ganzen Verhandlungen unter Ausschluß der Deffentlich feit stattgefunden haben, so kann bis jetzt nur furz erwähnt werden, daß in den oberen Weinfalons des Kolosseums, in denen die Creme Effens verkehrte, dieſe ingestört mit Chansonetten und Damen der Demimonde die tollsten Sachen machten. Die ganze Sache wurde von dem früheren Geschäftsführer aus Nache, weil er entlassen war, aufgedeckt. Es waren Beugen aus allen Gesellschaftsklassen vertreten. Briefkaften der Redaktion. Па neuer brucher per Bfd. 0,50-0,64. Boulets per Stud 0,00. Deutsche Boularden pr. Pid. 0,00. echte per 100 Bfd. 70-81, do. matt 0,00, do. groß 0,00, Die juristische Sprechstunde finder Lindenstraße Nr. 3, zweiter do. flein 80-85, do. groß- mittel, 66-70. Bander 120, do. flein 74, do. groß Hof, britter Eingang, vier Treppen, ahrstuhl 88. Schleie, unfortiert 0,00, bo. groß 0,00, do. Klein 129-135. Geöffnet 7 ihr. Wels 0,00. wochentäglich von 7 bis 9% ihr abends statt. Blögen 40-48. Roddom 0,00. Starpfen, stumps 0,00, do. do. 25er 0,00, bo. 50er 67-70. Bunte Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage in ein Spiegel-, 50-60er 65-68, Buchstabe und eine Zahl als Mertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort iiche 45-52, do. matt 0,00. Barfe, flein 0,00. Sarautchen 0,00. Bleie 46-48, do. flein, mait 0,00. Alland, Klein 0,00. Quappen 0,00. Hale, groß 104-111, wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. do. Zukunft 32. Benden Sie sich mündlich an das Patentamt, nehmen bo. flein und mittel 0,00, bo. mittel 0,00, do. unfortiert 0,00, Bleifisch 0,00. Winter- Rheinlachs 0,00. dort mit einem Dezernenten über die eventuelle Patentfähigkeit Nädsprache. groß- mittel 0,00, flein 0,00. Amerit. Lachs la neuter, per 100 Bfd. 110-130, bo. G. P. 4. Nein. G. 47. 1. Der Bertrag geht feineswegs auf den 90-100. Seelachs 10-20. Flundern, Stieler, Stiege la 2-6, mittel Stifte mann über. 2. Ja. 3. Verlangen Sie Rüdkehr beziv. Rüdgabe des Kindes. 1-2, Hamb. Stiege 4-6, balbe Stifte 2-3, bomm. Ia Schod 0,00, Ha C. B. 39. Strafanzeige ist an die Staatsanwaltschaft zu richten, für zivilflagen ist das Amtsgericht bei Objekten bis 300 M. zuständig. Bas in 0,00. Büdlinge, Stieler per Wall 2-3,00, Strali. 0,00, engl. per Wall do. Rügenwalder, Stifte Shrem Falle zwedmäßig ist, läßt sich ohne genaue Stenninis des Sach- 2,75-3,00. Sprotten, Danziger, Stifte 0,80, 0,80-0,90. verhalts nicht sagen. J. 144. Aale, grog per Bfund 1,10-1.40, mittelgroß 0,80-1,10, Die Klage auf Herausgabe des flein 0,60-0,80. Muttererbteils wäre noch nicht verjährt, aber Heringe per Sajod 5,00-9,00. Schellfische, Siste Sie können nutr Stifte 1,75-2,00. 2,00-3,00, 1/2 Sardellen, 1902 er was wirflich zum Nachlaß gehört hat. 98, 1904er 98, Teilung in das verlangen, per Anter 1905er 98, 1906er 90-95. Explosion auf einem deutschen Schulfchiff. R. N. Eine Klage auf Aufhebung des Bertrages beim Amtsgericht 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-12, deutsche 37-14. Schottische Bollheringe Nach einer Meldung aus Flensburg ist gestern früh furz nach anzustellen und auf Schadenersatz hat Aussicht auf folg. Odo. Aus Heringe, neue Matjes, ver/, To. 50-120. Sardinen, ruff., Faz 9 Uhr auf dem bei Mürwid liegenden Schulschiff„ Blücher" der dem seinerzeit gebrachten ausführlichen Bericht konnten Sie ersehen, daß 1,50-1.60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse( 4 Liter) 1,40-1.11. Liebknecht die Landwehrdienstauszeichnung zweiter Stlasse hat. R.. 18. Hülfsdampfkessel explodiert. Bisher find 8 Tote aufgefunden worden. Ob Bürgergeld zu zahlen ist, hängt von den Statuten der betreffenden Neuaugen, Schockfaz 11, 5o. fleine 5-6, do. Miejen 14. Streble per Scho 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, do. fleine 10-11 cm 0,00, Die Zahl der Verwundeten beträgt, soweit bisher feststeht, 22. Alle Stadt ab, die Sie beim dortigen Magifirat einsehen können. A. R. 24. do. unsortiert 3,70, Galizier, groß 0,00, bo. unfortiert 0,00. Fier, verfügbaren Aerzte aus Flensburg haben fich nach der Unglücksstätten der Regel ja. – G.. 6. Leider ist polizeiliche Genehmigung er- and, unsortiert per Schod 4,00-4,75, bo. große 0,00. Butter per begeben. Der„ Blücher" ist dem Torpedoschulschiff„ Württemberg" forderlich. Ein Umgehen derselben wäre zwedios.- Pößnecker 3. Der 100 fb. la 126--130. Ila 118-122, la 110-116, abiallende 90-95. Ontel erbt. Alice 85. Sühnetermin muß bei einer Beleidigungflage Saure Gurten, neue, als Hulk für Wohn- und Unterrichtszwede zugeteilt. Die Liste der stattfinden, wenn die beiden Bartelen in derselben Gemeinde wohnen. Die Schod 4,00. Pfeffergurten 4.00. Kartoffeln per 100 Biund Dabersche 2,75-3,25, tpeiße runde 2,50-2,75, Toten. Den Kieler Neuesten Nachrichten" zufolge wurden getötet: Stlage ist innerhalb drei Monate nach Kenntnis der Beleidigung anzustellen. Borree, per Schod 0,75-1,50. Meer Obermaschinistenmaat Hild, Obermaschinist Becker, Maschiniftenmaat Saul, Oberbootsmannsmaat Hein, Obermaat Niekau, Torpedoheizer die Wagschale gelegt werden kann, was eine Mutter in der Erregung schreibt. fchuldigungen auch ohne eine solche unwahr bleiben und nicht jedes Wort auf 6. S. 31. 1., 2. u. 3. Die Kündigungsfrist für Darlehne richtet sich Soeller und Keller und der Heizer Schmidt. nach der vereinbarten Zeit. Soweit ersichtlich ist in Shrem Fall Ihnen das Darlehn bis zum September des nächsten Jahres gegeben. Eine frühere Rüderstattung fann der Gläubiger nicht verlangen, wenn nicht in Shren auf Bermögensverhältnissen eine wesentliche Verschlechterung eingetreten ift. Sft das Darlehn ohne eine bestimmte Zeit und ohne eine bestimmte Kündigungsfrist hingegeben, so hat der Gläubiger bei Darlehn von mehr als 3 M. diei Monate Kündigungsfrist, bei Darlehn von geringerer Größe eine ein monatliche Kündigungsfrist einzuhalten. 4. Nur auf Grund eines Urteils. M. 3. 100, E. F., J. B. 80, O. 8. 888. Ja. P. 23. 29. Caffen Sie durch einen Arzt die Gesundheitsgefährdung der Wohnung fest ftellen und flagen Sie dann beim Amtsgericht auf Aufhebung des Ver trages und auf Schadenersah. Zu Ih en ungunsten fällt bei der Stlage ins Gewicht, daß Sie drei Jahre in der Wohnung ausgehalten haben. G. G. Benden Sie sich an die Offenbacher Krankenkaffe für Frauen und 5. M. 1000. Eine Klage Mädchen, Vorfizender Hinz, Prinzenstr. 66. auf Aufhebung des Vertrages würde in Ihrem Falle nicht völlig aussichtslos fein. Leider läßt sich der herrschenden Rechtsprechung gegenüber ein Erfolg zu Ihren Gunsten nicht mit Sicherheit voraussagen. Deshalb erscheint eine Ginigung mit dem Wirt das geratendste. F. B. 113. Sie fönnen wählen. R. R. 100. Wenden Sie sich an einen Arzt. F. G. 52. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistit. Heft 2. Heraus. Nein, Sie können nur auf Rückgabe und event. Schadenersaz beim Amtsgericht flagen. fegeben von Prof. Dr. Fr. Umlauft. A. Hartlebens Berlag in Wien. Jährlich 12 Hefte. 1,15 M. Ein 13jähriger Batermörder die Mutter als Auftifterin! In Kaposvar hat der 13jährige Grundbesitzerssohn Kovacs Anstiften seiner Mutter feinen eigenen Vater meuchlings erstochen. Mutter und Sohn wurden verhaftet. Sozialdemokratischer Lefe: und Diskutierklub Johann Jacoby". Heute abend 8, Uhr bei Bugge, Kaftanien- Allee 95: Sigung. Verband der Friseurgebütfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Donnerstag, den 7. d. M., abends 9%, Uhr, Rosenthaler, ftraße 11/12: Bersammlung. Bortrag. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands. Bezirt NO. Heute abend bei Deutschmann, Am Friedrichs. Bezirk Beißensee. Sonnabend, den 9. Nobember, abends 9 1hr, bei Mars, Langhansstr. 18: Bersammlung hain 6: Sigung. Eingegangene Druckfchriften. Gicht, Rheumatismus, Hüftweh( Ischias), Verhütung und natur. gemäge Behandlung. Von Dr. E. Kollegg. 1 M. Berlag von E. Demme, Leipzig. Migräne und sonstige Kopfschmerzen, deren Ursachen, naturgemäße Behandlung und sicherste Borbeugung. Bon Dr. med. Paczkomati. Preis 50 Pf. Berlag von Edmund Demme, Leipzig, d Reformblat für Arbeiterversicherung. Oftoberheft. Herausgegeben von Prof. Dr. Stier Somlo. 30 Pf. Brelag: Dr. E. Schnapper, Frankfurt a. M. " Morgen." Bochenschrift für deutsche Kultur. Nr. 21. 50 1. Berlag: Marquardt u. Co., Berlin W. 50. Das Bloubuch, Bochenschrift für öffentliches Leben, Literatur und Kunst. Herausgegeben von. Ilgenftein und H. Kienzl( Concordia Deustche Beilagsanstalt, Hermann Esbod in Berlin W. 50.) Ginzelpreis 30 Bf. " März“, Halbmonatsschrift für deutsche Kultuur. Herausgeber: L. Thoma. H. Heffe, 2. Langen, S. Aram. Erstes Novemberheft. Preis 1,20 M. Verlag von Albert Langen in München. Das polnische Gemeinwefen im preußischen Staat. Von 2. Bern hard. 6 M. Berlag: Dunder u. Humblot in Leipzig. Eine Klage würde in Ihrem Fall wohl lieber unterbleiben, da die Be- mag bon. 2,75-3,25. rettich, Schod 4-12. Spinal per 100 Biund 5-12. Sellerie, 5o. Berl 40,00-100,00. pet Schod 5-6, do. pomm. 7-8. 8miebeln per 100 fb. 2,00-2,50, Chalotten 40,00-100,00. Schodbund 1,00-1.25. Beterfilie; grün, Stüd 0,03-0,10, hiesiger Schod 2,50-3,50. Wobrriben, 100 fb. 2,00 bis Robirabi Schod 0,70-1,00. Rettich, bayrischer, 3.00. Karotten, hiesige, Schodbund 2,00-3,00. Birfingtohl v. Schod 3-7. Rottobl, Schod 4-8. Weipfohl p. 100 Bfd. 1,00-2,00. Blumenkohl, hiesiger 100 Stüd 7-15, do. Erfurter 22-30. Rosenfohl, per 100 Pfund 20-22. Grünfohl 4,00-6,00. Stohlrüben, Schock 3,00-4,00. Petersilien wurzelit, Schodbund 3,00-4,00. Schnittlauch, Töpfe Dußend 4,00 bis 4,50. Pfefferlinge per 100 Pfund 12-14. Radieschen per Schockbund 1,00-1,25. Salat per Schod 2,00-2.50. Bohnen, grüne, 100 Bfb. 0,00. Tomaten, italienische, per 100 Bfund 18-20. Rote Rüben, per 100 Bfund 2,50-3,00. Rübchen, Beelizer, per 100 Bfd. 4-8, do. Teltower 18-20. Kürbis per 100 Pid. 6-7. Estarol per Schod 5-6. Endivien per Schock 3-6. Birnen per 100 Bid. Tiroler 0,00, hiesige Most- 0,00, Stoch birnen 3-8, Tafelbirnen la 10-25, bo. Ila 4-10. lepfel, per 100 Pfund, Tiroler Ia 18-26, do. Ila 12-18, Moft, biefige, 3-5, Stoch 5-12. Zajelapfel la 10-25, bo. Ila 7-12, Amerifaner, per Faz 25-30, Italiener, lose, do. franzöfifche 0,00, rumänische 26-28. Wallnüsse, per Schod 0,00, do. flein 0,40-0,50, 100 Bid. 18-25, Almeria per Fag 13-17, türkische per 100 Bfd. 14-20. Weintrauben, italienische, per Ananas I, per Pfd 0,70-0,75, bo. II 0,40--0,50. Bananen, gelb, ber 100 Bid. 20-25. Stofosnüffe per 100 Std. 17-22. Maronen, ital, 100 fb. 10-20. Feigen, Stranz-, per 100 Bfb 20-25, bo. Trommel per 100 Bfb. 40. 100 Bfb. 10-11. Bitronen, Messina, 300 Stud 11.50-20.00, bo. 360 Stüd 7,00-16,00, do. 200 Stud 12,00-16,00, do. 150 Stüd 7,00-10,00. Stationen Witterungsübersicht vom 6. November 1907. Barometer. fland mm ind cloning Windstarke Better 771 SSD 5 wollent Temp. n.& 16.9 Staftenen Barometer ftand mm Gunig QUI Windstärke Belter Temp. n. 2 Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marftballen- Direktion.( Großhandel.) Ochsenfleisch la 68 70 pr 100 Bid., Ila 62 67. Ila 57 60. Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 53-62, Stühe, fett 50-58, bo. mager 40-48, Freffer 54-62, Bullen, dän. 54-67, do. hod. 0.00. Stalbfleisch, Doppellender 105-120, Maftfälber la 85-95, Ila 75 82 Stälber ger. gen. 56-71, bo. Goll. 48-54, dän. 0,00. Hammelfleisch Maftlammer 74--76, Hammel la 66 70, la 60 65, ungar. 0,00, Schafe 45-58. Schwemeileilch 50 58 Rehwild Ia per Bjund 0,60-0,72. IIa 0,50-0,58. Rotwild la per Pfund 0,40-0,50, bo. Ila 0,00, bo. Stalber 0,30-0,50. Damwild 0,40-0,45, Stälber 0,45-0,65. Wildschweine per Swinembe Bfd. 0.30-0,85. Frischlinge 0.45-75. Staninchen, groß ber Stüd 0,70-0,95, do. flein 0,20-0,50. balen, groß p. Std. 3,60-4,00, bo. mittel u. llein pamburg 768 DGD Berlin 770 D Wildenten Stüd 1,50-3,00. 0,00. Rebbühner, junge Franti.a M. 767 D per Stud 0,75--1,30, bo. alte 0.60--0,85. Falanenbähne Ia, junge München 768D 2,00-2,75, bo. Ila und alte 1,00-2,00. Fasanenhennen 1,00-2,00. ien 1772 Still- wollen!-4 Belaffinen 0,00. Waldschnepfen per Stüd 2,00-3,00, do. Ila 0,00. ubner, alte, per Stid 1.50-2,40, bo. IIa 1,00-1,40, dito junge Wetter Prognose für Donnerstag, den 7. November 1907. 0,70-1,20. Tauben ital. 0,85-0,90. Enten Ia 1,60-2,60, IIa 0,00. Beitweise nebelig, vorwiegend heiter und trocken, nachts leichter Frost dito Hamburger ber Stüd 2,60-3,00. Gänse per Biund 0,53-0,63, dito auch am Tage rauh bei ziemlich scharfen östlichen Winden Hamburger per Pfund 0,00, bo. Odere Berliner Wetterbureau per Stüd 2,25-4,50, bo. per Stüd 5 bedeckt 2 wollenl 4 wolfig 3 Nebel 2 Haparanda 762 S -1 Petersburg -1 Scilly -0 Aberdeen -2 Baris 4bebedt 4 bebedt www 767 DND 771 NO 765 DND 2 bededt 11 2 halb bb. 4 6 Sozialdemokratifcher Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreifes. 1., 2., 3. Abteilung: Schönhauser Vorstadt. Sonnabend, den 9. November 1907, in den Gefamträumen der " Brauerei Königftadt", Schönbaufer Allee 10: Kunft- Abend unter Mitwirkung des Berliner Sinfonie= Orchesters( Dirigent: Herr M. Fischer). Herrn Konzertmeisters Sens. Gesang: Frl. Anni Jagdmann, Herrn Otto Kowalski. Rezitation: Herrn Max Laurence. Nach dem Konzert: Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 9 Uhr. Kassenverkauf findet nicht statt. Stadt- Theater Moabit. Allt- Moabit 47-49. Donnerstag, den 7. November 1907: pollo Theater Ab 8 Uhr: Der Veilchenfresser. Das kolossale neue Programm. Luftspiel in 4 Alften von G. v. Moser. Anf. 8 Uhr. Staffeneröffnung 7 Uhr. 9%, Uhr: Die Sensation Berlins: Sylvester Schäffer jr. der berühmte Universalkünstler. Eintritt 50 Pf. Das Komitee. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Biederleute. Komödie in 4 Akten v. Rob. Misch. Borber das gläng, bunte Brogramm Sonntag 4 Uhr: Die wilde Jagd. Trianon- Theater. Fräulein Josette- meine Frau. Anfang 8 Uhr. Charlottenburg. Sonnabend, den 9. November, abends 8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3: Stiftungsfest des Wahlvereins. Konzert und Gesangsvorträge unter gütiger Mitwirkung des hiesigen Gesangvereins ,, Vorwärts"( Mitgl. d. A.-S.-B.) und des Berliner ,, Ulktrios", ferner großes Preiskegeln und Preisschießen. BALL 251/ 7* Entree 25 Pf. Herren die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Blusen- Anzüge für Knaben Moderne Cheviots Fesche Formen 15.- 12-9.Mk. 7.- 5.- 4.50 Kieler- Anzüge für Knaben Goter blauer Cheviot Echte Kieler Art Grösse I Mk. Jede weltere Größe 50 Pl, mehr. Loden- Pelerinen für Knaben 9.- 7.50 Mk, 50 Norfolk- Anzüge für Jünglinge Schicke Falten- JoppenAnzüge. Moderne Loden 24.- 21.- 18.15.- 12.- 10.8 Mk. Jackett- Anzüge für Jünglinge Heuzeitige Stoffe u. Fassons. 15.- 12.- 11.- 10 Mk. Loden- Pelerinen für Jünglinge 13 50 129 Mk Moderne Paletots u. Ulster für Knaben. Reizende kleidsame Fassons 20.- 18.- 16.- 14.12,-10.- 8.- 6.5 Mk. für Jünglinge. Schönste Formen und Stoffe 36.- 30.- 27.- 24- Mk. 21-18.- 15.- 12, nur eigene Erzeugnisse in tausendfältiger Auswahl! Baer Sohn Spezialhaus größten Maßstabes. Chausseestraße 29 30 。 11 Brückenstraße 11. Gr. Frankfurter Straße 20. 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