Nr. 7. Grscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Big. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Auslands Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Poft Rettungs- Preisliste für 1898 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochen: tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. fernfred- Anschlus 3mt 1, Mr. 4186. Berliner Bolksblatt. 直線 Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Quittung. 5. Kreis 250,-, 6. Kreis( Moabit) 100 m. . Sonntag, den 8. Januar 1893. o 8O6 423357 Was ist da einfacher als Nothstand zu simuliren und unter diefer Maske Lohnkürzungen vorzunehmen? Wie immer, Jm Monat Dezember gingen bei dem Unterzeichneten ein: soll der Arbeiter Prügelknabe der Sünden unserer Unter nehmer- Spekulanten sein. a) Freiwillige Beiträge: Wir geben im Nachfolgenden eine vergleichende ZuAltona, Sparklub Tante 5,60 M. Berlin, Beiträge der fammenstellung derjenigen Dividenden, welche die an der Wabltreise: 2. Kreis 280,-, 3. Kreis 200,- 3. Kreis( Alt) Berliner Börse gehandelten Kohlenbergwerks- Gesellschaften 41,75, 4. Kreis( Often) 479,35, 4. Kreis( Südosten) 190,-, 4. Kreis( Südosten) 190,-für das mit dem Kalenderjahr abgelaufene Geschäftsjahr Berlin diverse Beiträge: Konsum- Revision R. R. 1,-. Durch vertheilen werden, mit den Dividenden der beiden letzt M. 17,-. Luther- Worms 300,-. Dr. 2. A. 20,-. Bau Halen vergangenen Jahre. fee 12,-. A. R. 30,-. Proletarier Köpnickerstraße 6,-. Bigarren- Es ergaben resp. ergeben an Ausbeute in Prozenten pro fabritant R. Schulze und Arbeiter 7,05. Bierprozente durch K. 10,-. auf AktienRothe Tindtaufe, Schönleinstr. 4,65. W. Holzbearbeitungsmaschinen1892 1891 1890 tapital in Arbeiter I 15,- M. Wahrer Jakob", Ritterstr. 110,55 m. Mill. Mart. Rauchklub Eldorado 5,- M. Bon einem Friedensfäbel 3, M. Anhaltische Kohlenwerke 4, G. Sch., Kottbufer Plaz 20,-- M. Geburtstagsfeier in der Aplerbecker( Marg.). Hochmeisterstr. 2. Rauchtlub Lassalle" 10,-. Bau Pots Arenberger damerstr. 13 ges. v. R. 8,65. Moritz durch Schulz 2, 2. P. 2,-..- 30. Jensel und Genossen 4,65. Stammtisch Münchener Hofbr. 1,75. S. R. W. 6,25. Konferenz m. R.-A. R. 1, R. W. 15,- R. 3.( intl. 50 Pf. b. R.) 1,75. A. E. 3, Zwei neue Schürzen Frau H. 5,- 2. G. Geburtstagsfeier 3,65. Männerchor Süd- Ost 10,-. Braunschweig 200,-. Deeß a. H. 25, Dresden, von einigen Borzellinern 5,-. Dortmund freie Sänger 4,80. Döbeln, S. 10,-. Effen, Genossen aus dem Streife 200, Elberfeld 400,-. Effen, rothe Stucateure 25,-. burg i. 28. 80,- Fürstenwalde a. G. 20,-. Finsterwalde, amerif. Aukt. b. d. 3. 7,60. Grafenstade 2, Gefau 10, Gottartowis, rothe Brüder 2,-. Hannover 500,-. Hamburg, Gelsenkirchener.. v. b. Zigarrenarb. u. Sort. d. Tabakarb. Genossensch. 100,- Güefauf conv. Hochstraß b. Moers 0,90. Höfingen 2, Hameln, 9. Hannov. Hibernia Wahltr. 10,-. Hamburg, E. M. 2,60. Ingolstadt, Handwerks- Hugo- Bergwert bursche A. 2. 20,-. Merane 10,-. Mann im Mond 500,- Kölner Bergwerk München, Spengler 20,-. München, H. A. 4- König Wilhelm Nürnberg 200,-. Neustadt( Herz. Rob.) 5,-. Ohligs b. Solingen St.- Aktien 90,- Pegau i. Sachsen 6,-. Pieschen b. Dresden, Bretzel König Wilhelm St.-Pr. 10-11 lotterie 3,05. Ratzeburg, rothe Weihnachtsgef. 3,25. Solingen Leopold- Kohlen- Bergw.. 21/ 2-3 100,-( Darunter von Burscheid 28,-), Stettin, Rommers einiger Magdeburger Stuckateure 3,60. Sorau 20,-. Steglitz, Jn. 20, Schottland, Massen- Bergwerk deutsche Bergarbeiter 30,60. Schmölln, luftige Perlmutter Mechernicher drechsler 2,16. Wadelsdorf, Dr. R. 30,-. Wiesbaden, rothe Niederl. Kohlen Maulwürfe 4,-. Wurzen i. S. 10,-. Zwickau, gesammelt in Nordstern, SteinkohlenOttiger's Restaurant 2,40. Frei Berzelius Bochumer Lit. C Bonifacius Braunschweiger Kohlen. do. St.-Pr. Brüyer Kohlenwerke. Caroline bei Offleben. Concordia Bergb. Consolidation. Court Bergw.. Durer Kohlen conv.. • . 51/2 6-7 10 conv. 5-6 * 855-55 . 7 7-8 40-50 131/3 6 25 2,4 80 12 3, 3, 0 6 6 131/3 131/3 7,5 5 6 4,6 8 10, 5 7 2,6 5 14 6,5 12 21 • 16, 0 12 6, 10 10 2,2 8-10 12 38,9 5 -, 6 19 22,4 10 4, 20 5,4 25 3, 30 881/3 831/3 9 9,6 15 1,2 5 4,2 21/2 6 3,6 Pluto 10 15 25 do. St.- Prioritäten. Sächs. Thür. A.-G. für Braunkohlen. 5,1 10 15 25 10 10 9 3,9 Sächs.- Thür.A.- G.St.Pr. 10 10 9 A. Gerisch, Ratzbachstr. 9, I. Schles. Zinthütten und Kohlen. 12-13 18 18 23,5 • Schles. St.-Pr. u. Rohlen 12-13 Dannenbaum 18 18 10 12 11, 20 25 30, • 6 12 12 11,8 25 30 30 11 11 2,4 12, b) Für Maifeftzeichen: Achim b. Bremen 13,-. Parchim 5,-. Berlin, den 6. Januar 1893. Für den Parteivorstand Die„ Mothlage" Bergwerk. Harpener. Eschweiler. • der Kohlen- Anduftrie. Märkisch- Weſtf. Bergw. Wurmrevier. 055 099 99 1102028 53/4 3, 231/3 Die Lohnherabsetzungen, welche seit vielen Monaten Summa 269 400 000 von fast allen Bergwerksunternehmern vorgenommen werden Wir bemerken hierzu, daß die Dividende pro 1892 nur und welche die Veranlassung der im Saarrevier eingeleiteten Kämpfe zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sind, für die legtgenannten fünf Aktiengesellschaften definitiv festwerden von den Grubenbesitzern mit ihrer angeblichen steht, da deren Geschäftsjahr mit dem Monat Juni ab" Nothlage" motivirt. schließt, während die Dividendenzahl der erstgenannten 28 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Sarpener Dividende Rapital 30 000 000 3 000 000 . D Gelsenkirchen. 39 000 000 Hibernia Schlesische Zink Konsolidation 3 900 000 . 22 400 000 1 232 000 23 529 000 3 058 000 16 000 000 1 920 000 M. 130 929 000 13 110 000 In diesem Fall erhalten wir gar einen Dividenden- Durch schnitt von mehr als 10 p& t. Diese Statistik, die ohne Tendenzfärbung an der Hand der Zahlen der Betriebsresultate unseres Kohlenbergbaues aufgemacht ist, läßt an Deutlichkeit, meinen wir, nichts zu wünschen. Sie bringt zu finnfälligem Ausdruck, daß der Rohlenbergbau sich auch heute noch in einer Lage befindet, um die ihn manche andere Industrien beneiden können; denn eine Verzinsung von 9 bis 10 pt. ist immerhin bei dem landläufigen Zinssage von 3 pCt. eine glänzende zu nennen. D Allein die zur Ausschüttung gelangenden Dividenden illustriren noch nicht einmal die volle Gunft der Kohlentonjunktur, da die Verwaltungen vieler Zechen nur einen befcheidenen Theil des Netto- Ertrages als Dividende zur Ausschüttung brachten, wie beispielsweise die Harpener Gesellschaft, und ganz gewaltige Summen nebenher in die verschiedenen Reservefonds legten. Man hat dabei den doppelten Zwed, nach außen hin sich als nothleidend" aufspielen zu können und dabei gleichzeitig Stetigkeit in der Gewinnziffer zu schaffen, indem die solcherioeise zurückgelegten Summen in mageren Jahren wiederum als Dividende zur Vertheiligung an die Aktionäre gelangen. Ist also dadurch, daß der Ertrag der Kapitalisten ein mög lichst gleichbleibender wird, für Zeiten schlechten Geschäftsgangs vorgesorgt, so wird anderseits in solchen Zeiten immer wieder der Arbeiter zuerst die Nackenschläge erhalten. Hier nur zwei Beispiele aus dieser Praxis. Im Jahre 1890 zahlte die Gesellschaft Pluto 20 resp. 25 pCt. Dividende für ihre beiden Attienarten, wozu 975 000 Mark erforderlich waren, während der Nettovers dienſt ca. 2 Millionen betrug. Sie hat also eigentlich nicht 20 pCt., sondern 42% pet. verdient. Die Grube König Wilhelm zu Essen zahlte in derselben Zeit 1860 000 Mart als Dividende, während der Gewinnüberschuß ca. 2½ Millionen Mark betrug. Die Arbeiter, welche diese Schäße im Schweiße ihres Angesichts unter Hintansetzung ihrer Gesundheit herausholen, nehmen nicht nur keinen Theil an einem Aufschwung des Bergbaus, sie, deren Existenz- Minimum( Niedrigststand der Lebensbedingungen) niemals überschritten wird, müssen sich auch von dem unzulänglichen Lohn das Sündengeld für die Ausschreitungen der Unternehmerflique abhungern. Auf der einen Seite hohe Gewinne einheimsen, auf der anderen den niedrigen Lohn noch tiefer drücken, das ist die Hauptarbeit unserer Bourgeoisie. Politische Lebersicht. -O Wenn wir im Nachstehenden zeigen, welch ein unerhörter Gesellschaften noch keine endgiltig festgesetzte, sondern zuBerlin, den 7. Januar. Mißbrauch mit dem Wort„ Nothlage" getrieben wird, so nächst eine schätzungsweise ist. Indessen tann es sich, wenn tommt das Verwerfliche der Handlungsweise unserer gewinn- überhaupt, so doch nur um ganz geringfügige Abweichungen Eine Frage an die Welfenfonds- Quittungs- Leute. süchtigen Zechenbefizer in ihrer ganzen häßlichen Nacktheit gegen die endgiltige Festsetzung der Erträgnisse handeln, zu schärfstem Ausdrud. Die Zahlen selbst werden jeden da die Dividendenschätzungen, wie sie jetzt in der Fachpresse ist es ehrenhaft oder unehrenhaft, aus dem Stommentar überflüssig machen. vorliegen, unter Mitwirkung der betreffenden Verwaltungen Welfenfonds Gelder bezogen zu haben? Sagt hr: es ist Auf Eines nur möchten wir noch hinweisen. Der fixirt werden, und da ferner jede Gesellschaft mit Rücksicht ehrenhaft", weshalb ereifert Ihr Euch so sehr über Siedehiyekonjunktur der Jahre 1889/1890 ist allerdings ein auf das Attiengesetz bestrebt ist, die Schätzung eng der unseren Quittungsartikel? Sagt Ihr dagegen: es ist Rückschlag gefolgt. Die Kohlenpreise sind nicht unwesentlich Wirklichkeit anzupassen. Für die Börsenspekulation haben un ehrenhaft", wie könnt Ihr über uns schimpfen, daß gewichen, obfchon fie heute immer noch einen mehr als die schägungsweisen Ertragsziffern den Werth feststehen wir das Unehrenhafte gebrandmarkt und die Unehrenhaften normalen Unternehmergewinn lassen. Haben denn aber der Größen, und die Erfahrung lehrt, daß diese am Kragen gepackt haben? Oder wollt Ihr leugnen, daß die Bechenbesitzer jemals ernstlich geglaubt, daß vorsichtig ermittelten Zahlen nur in äußerst seltenen Fällen noch weit weit größere Summen an noch weit weit mehr die schwindelhaften, durch künstlich- spekulative Machen eine Abweichung gegen die endgiltige Dividendenfestsetzung Menschen, als wir vorläufig kennzeichneten, aus dem Welfenschaften hochgetriebenen Preise von Bestand sein erfahren, die erst nach Fertigstellung der Geschäftsberichte in fonds gezahlt worden sind? fonnten? Und weiter, sind denn die profitgierigen Gruben- drei bis vier Monaten erfolgen kann. Die Richtigkeit der befizer nicht selber schuld an dem Rückschlag? Eine ge- Tabelle ist also nahezu eine absolute. sunde Aufwärtsentwickelung des Kohlen Bergbaues haben fie durch spekulative Ausschreitungen, besonders durch Anwendung eines organisirten Raubsystems gegenüber den fohlenverbrauchenden Industrien und durch wahnwißige Produktionserhöhung in das Gegentheil verkehrt. Dieser Diese 33 Gesellschaften vertheilen in dem angeblich so plögliche Wechsel von Aufschwung und Niedergang mußte allerdings für kleinere Unternehmungen mit schwindelhaftem ungünstigen Geschäftsjahr 1892 305 p Ct. Dividenden Unterbau zu Krisen führen, bei denen es sich für die Be- oder im Durchschnitt 9,24 pet. Und auf das Attien troffenen um Sein oder Nichtsein handelt. Das giebt jedoch tapital von 270 Millionen Mark berechnet, bei insgesammt und den kaiserlichen Gesandten in Bern und Paris über ben Kohlenindustriellen noch lange nicht das Recht, eine Noth 25 Millionen Mark an Dividenden, 9,03 pCt. Ertrag. lage zu heucheln, denn wie wir ziffernmäßig belegen, sind auch Sehen wir zu, was uns dieselbe lehrt. Zum Vergleich stehen die 33 an der Berliner Börse gehandelten Kohlenwerthe, welche insgesammt mit einem Attienkapital von 270 Millionen Mark arbeiten. Noch einmal: Ist es ehrenhaft oder ist es unehrenhaft, Stipendiat des Welfenfonds gewesen zu sein? Wie die Antwort ausfallen möge, die sittliche Entrüftung der Welfenfonds Quittungs- Leute und ihrer Gehilfen ist der Ungereimtheit überführt und der Lächerlichkeit preisgegeben. Die Hundert Quittungen zum Welfenfonds. Der Reichs- Anzeiger" widmet den angeblich verbrannten Belegen und Quittungen zum Welfenfonds eine ausführliche Darlegung, indem er die zwischen dem Auswärtigen Amt die Quittungen geführte Korrespondenz veröffentlicht. Mag man die Sache wenden wie man wolle, immer Diese Veröffentlichung liefert den überzeugenden Beweis für die Thatsache, daß Quittungen über Zahlungen aus dem Welfenfonds in den Händen des württembergischen Hauptmanns a. D. Miller sich befanden und daß diese Quittungen unter anderem von Abgeordneten und von tommandirenden Generalen unterzeichnet sind. gegenwärtig die Unternehmergewinne der Zechenbefizer recht kommen die 9 pCt. Dividende zum Vorschein. hohe. Allein die schwindelhaft geschaffenen Profite der Jahre Noch günstiger stellt sich die Rechnung für die Unter1890/89 waren noch höher und haben den übermüthigen nehmer, wenn wir die 4 großen Gesellschaften, je mit mehr Rohlenmagnaten so gut gefallen, daß sie fortgesetzt auf als 15 Millionen Mark arbeitend, herausschälen. Es Mittel und Wege finnen, diesen Zustand wiederherzustellen. I sind dies: Wir behottr» tmg vor, auf die Darlegungen deS „Reichs-Nnzeigers' weiter einzugehen und lassen uns für heute daran genügen, festzustellen, daß die amtlichen Echrytstücke der unanfechtbare Beweis für die Echtheit der von uns inhaltlich veröffentlichten Quittungen sind. Tie Zhatsache, daß die im Besitz« des Hauptmanns Miller befindlichen Papiere mit„einer dünnen grün-weißen Schnur' zusammengehalten waren, ist interessant genug, um -veilaiifig erwähnt zu werden. Auch davon nehmen wir gebührend Dermer!, daß die Relchsregierung dem Botschafter in Paris mittheilt, daß .„sie alle Beranlaffung habe, die Angelegenheit für einen Schwindel der schlimmsten Art zu halten," nachdem ihr durch den deutschen Gesandten die Meldung zugegangen war, daß Hauptmann Ahller auf Ehre und Gewissen erklärt hat, die ihm als Originalquittungen übergebenen Belege zum Welfenfonds seien verbrannt. Nun noch ein Wort zu unserer Veröffentlichung: Gleich Herrn Miller nennen auch wir selbstverständlich unseren Gewährsmann nicht, dagegen werden wir uns das Ver- gnügen nicht versagen, zu gegebener Zeit weitere Mit- theilungen über die Angelegenheit zu machen und die Empfänger des Welfengeldes dabei sicher nicht schonen. Uebrigens sind die Herren ja heut schon mit Händen zu greifen, und die Körperschaften, die es angeht, müßten mit unheilbarer Blindheit geschlagen sein, wenn sie nicht ganz genau wüßten, welch«hrenwerthe Kollegen aus der Krippe des Welfenfonds gespeist worden sind. Es giebt Leute, die früher aufgestanden sind als die Welfenfondsstipendiaten und ihr Beschützer, und die weiteren Beweise für die schamlose Korruption der Bismarck'schen Aera werden der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten bleiben. Die schneidige Rittmeister- Rede König Stumm's Zur Ahlitärvorlage ist von seinem freikonservativen Fraklions- genossen Gehlert in gemüthlich-sächstschen Dialekt übersetzt und in der„Post' veröffentlicht worden. Sie hat zwar in der Uebersetzung etwas an strammer Schneidigkeit verloren, aber sie liest sich auch so„sehre schcene". Herr Gehlert macht sich ebenso wenig wie König Stumm aus Geld und Blut, wenn es nur nicht aus der Kapitalistentasche geht, aber er eifert mannhaft gegen die große Volksmasse, die zu bluten und zu zahlen hat, wegen der„niederträchtigen Liebe zum Gelde", und will, daß die„freie deutsche Mannesbrust" lieber den„letzten schnöden Groschen" opfere und sich unter den Trümmern von tütten und Palästen begraben lasse, ehe sie die eutsche Ehre preisgebe. Das ist sehr schön von Herrn »Gehlert gesagt, der um so stolzer auf seine Rede sein kann, t'.ls er sich selbst im Reichstags-Handbuch als„Autodidakt" bezeichnet und alles„aus sich selbst' hat. Herr Gehlert ru'nnt sich auch Staatssozialist; ob er seinen kapitalistischen Freunden gegenüber auch von der„niederträchtigen Liebe Sim Gelde' reden würde, wenn es sich darum handelte, m Loha ihrer Arbeiter auch nur um einen„schnöden" Groschen zu erhöhen? Die deutsche Mannesbrust des Herrn Gehlert ist da sofort bereit, nach Gendarm und Polizei zu rufen, um dieselben Arbeiter niederzuhalten, von denen er verlangt, daß sie Gilt und Blut für die„Ehre' des deutschen Volles opfern.— �tizeilicher SittNchkeitSschutz schulpflichtiger Kinder. Der Polizeipräsident von Dosen hat angeordnet, daß zur Verwendung von schulpflichtigen Kindern bei Theateraufführungen für jeden einzelnen Fall und für sedes einzelne Kind die Erlaubniß des Polizeipräsidenten emzu- holen ist, die jedoch erst nach Anhörung des zuständigen Kreis-Schnlinspekiors ertheilt werden soll. Die Thätigkeit von schulpflichtigen Kindern bei derartigen Aufführungen darf indeß nur bis spätestens 11 Uhr Nacht? ausgedehnt werden. Die„Pofener Zeitung", welche diese Verordnung «ittheilt, fügt ihr folgende Bemerkung hinzu: „Diese Verfügung ist angesichts der sittlichen Schäden, welche die Heranziehung von Kindern zu öffentlichen Schaustellungen nach stch ziehen kann, zu billigen. Fortan werden, bevor die Erlaubnis! erlheilt wird, die Schulorgane ihr Gutachten dahin abgeben können, ob die Kenntnisse oder sittliche Reise deS Kindes eine Mitwirkung bei öffentlichen Aufführungen ohne Nachtheil gestalten." Ob stch diese polizeiliche Fürsorge auch wirksam geltend «acht bei den B a l l e t s der verschiedenen Hoftheater? An königlichen und sonstigen sürstlichen BalletS und Ballet Ifeuilleko»». PS B e 1• A m i. Roman von Guy de Maupassant. DlleS Mögliche hätte er ruhig hingenommen, aber dies e Unwahrheit brachte ihn außer sich. Die Wahrheiten, die sie ihm ins Gesicht geschrien, hatten wohl Wuthschauer über sein Herz gejagt, aber die Lüge über das junge Mädchen, das seine Frau werden sollte, ließ in seinen Händen das wilde Verlangen zucken sie zu schlagen. „Schweig!" wiederholte er,„nimm Dich in Acht!... Schweig!" Und dabei schüttelte er sie, wie man von einem Ast Früchte abschüttelt. Mit verwirrtem Haar, wahnsinnigen Augen, weit- geöffnetem Munde heulte sie:„Du hast sie verführt!..." Er ließ sie fahren und schlug sie dabei mit solcher Kraft ins Gesicht, daß sie gegen die Wand taumelte. Aber sie wendete sich wieder zu ihm um und schrie noch einmal: „Du hast sie verführt!" Er stürzte sich aus sie, warf sie zu Boden und schlug wie aus einen Mann auf sie ein. Sie war plötzlich still geworden und seufzte nur unter seinen Schlägen. Sie hatte ihr Gesicht in den Winkel zwischen Parket und Wand gedrückt und stieß klagende Schreie aus. Er hörte ans sie z» schlagen und richtete sich wieder empor. Dann machte er einige Schritte durchs Zimmer, um seine Kaltblütigkeit wieder zu erlangen. Es fiel ihm etwas ein, er ging ins Nebenzimmer, füllte das Wasch- decken mit kaltem Wasser und kühlte seme Schläfe darin. Daun wusch ex sich die Hände, und während er sich sorg- |äl:ig die Finger abtrocknete, ging er nachsehen, was sie mache. Sie hatte sich nicht gerührt. Sie lag immer aus dem Boden und weinte leise. „Bist Tu bald fertig mit Flennen fragte er. Sie erwiderte nicht. Ein wenig beklommen nnd be- schuken nimmt kein Stöcker tmd kein Eiferer Anstoß. Das Ballet ist eben ein kratischer Genuß, und voll gilt erst der Geburts- wie der Finanz-Kavalier, wenn er neben einem Rennpferd auch eine Ballerine unterhält.— „Umstürzler" sitzen fetzt in dem Stadtverordneten- Kollegium der guten sächsischen Stadt Würzen— und zwar blas„Umstürzler". Das nationalliberale Nest ist nämlich dort vollständig ausgenommen worden— ein gründlicher Kehraus. O diese„Umstürzler"! jammert die national- liberale Presse. Und warum„Umstürzler"? Weil sie den „Ordnungsbrei" weggefegt, der von der Bevölkerung aufs schärfste verurtheilten Wirthschaft des bisherigen„Hono- ratioren- Ringes" ein Ende gemacht, und Ordnung und Sparsamkeit eingeführt haben. Dank diesen„Um- stürzlern" wird das schwer überschuldete Würzen mit der Zeit wieder gesunde Finanzverhältniffe bekommen.— Die„Finanz-Juden"-Or.qane,„Börsen- Zeitung", „Bank- und Handels-Ztg." u. a. treten mit aller„christlich- germanischen" Begeisterung für die Militärvorlage ein. Warum sollen sie nickt in„Patriotismus" machen, wenn sie damit ein Geschäftchen machen und vor allem die Be- drohung der„Börse" abwenden können? Um diesen Preis machen die Finanzjuden, beschnittene wie unbeschnittene, selbst in Antisemitisinus.— Die Moral der Stadt Leipzig. Fran Hurtig preist Sir John Falstaff das Dorchen Lakenreißer als höchst acht- bares Mädchen an, das der Huld des ehrsamen Ritters Falstaff ganz würdig sei, Dorchen Lakenreißer erklärt Frau Hurtig als ehrbarste Wirthin und Falstaff die Schenke von Eastcheap für das auserlesenste Lokal für Ehrenmänner. Das„Leipziger Tageblatt" wirft sich zum Ritter Falstaff für die Ehre der Leipziger Bourgeoisie, der„Hochburg des Nationalliberalismus" auf. Das„Leipziger Tageblatt" ist furchtbar entrüstet über unsere Notiz betreffs der großen Skandalaffäre, welche die große Fäulniß innerhalb der Leipziger nationalliberalen Hochburg aufdeckt. Wenn das tugendsame Blatt über die Skandalvorgänge nichts Näheres berichtete, so geschah es, um mit Falstaff zu reden, nur aus„Tugend", denn das„Leipziger Tageblatt" dringt auch in die Familien. Nur aus„Tugend" hat das Haupt- organ der Hochburg sich in Schweigen gehüllt, und es kann also nur der höchste Grad der Lasterhaftigkeit sein, welcher den„Vorwärts" antrieb, das Ding„beim rechten Namen" zu nennen. Das„Leipziger Tageblatt" läßt das was geschehen, wohl geeignet sein, Leipzig in üblen Geruch und entehrenden Verdacht zu bringen,, tröstet sich aber mit dem Gedanken, wie viel versumpfter die Leipziger Bourgeoisie und deren jounvgs« doröe sein würde, wenn sie Bebel's berüchtigtes" Buch„Die Frau" läse. Der„Vorwärts" und die„Sozialdemokratie" wären somit abgefertigt. Aber auch die„Germania" und andere ultramontane Blätter sehen in den Vorgängen in Leipzig ein„niedliches national- liberales Sittenbild" und— was das Schlimmste ist— auch das sächsische Regierungsblatt, die„Leipziger Zeitung", statt mit dem„Leipziger Tageblatt" gemeine Sache zu machen zur Rettung der Ehre der Leipziger Bourgeoisie, scheint mit„Vorwärts" und„Germania" übereinzustimmen. as ist des Schmerzes zu viel I Was bleibt da dem ehr- samen Organ der ehrsamen nationalliberalen Bourgeoisie übrig, als zu schimpfen. Möge es dqmst fortfahren, wenn dies ihm eine Erleichterung giebt.— sonstiger frommer NmtdSkkisterne Gesellschaft der modernen R vorwiegend aristo- sich unter das Banner der alten „Keine Partei Bismarck" betheuern die marck'schen Reptilien—„wir denken nicht dran". Damit lügen sie. Seit Bismarck abgesetzt ist, setzt er mit seinen Kreaturen Himmel und Hölle in Bewegung, um eine „Partei Bismarck" zu bilden, mit deren Hilfe er wieder auf den Hausmeierthron gelangen und den Kaiser sich unterthan machen kann. Das ist ihm freilich mißlungen, weil die ungeheuere Mehrheit des deutschen Volkes froh ist, ihn los zu sein, und weil jeder senkende und ehrliebende Mensch das Bismarck'sche Regiment für das volksfeindlichste und schmachvollste hält, unter dem Deutschland jemals ge- standen hat. Wie gesagt, an Anstrengungen, eine„Partei Bismarck" zu gründen, hat's nicht gefehlt, und fehlt es auch jetzt nicht, allein die Erinnerung an die Bismarck'schen Thaten und Werke genügt, jede Aussicht auf Erfolg für immer abzuschneiden. Bios die schienenflickende, reptil- schämt war ihm doch zu Muthe, als er so mitten im Zimmer vor dem liegenden Körper stand. Dann faßte er mit einem Male ei»en Entschluß, nahm seinen Hut vom Kamin und sagte:„Guten Abend! Wenn Du soweit bist, kannst Du den Schlüssel beim Portier ab- geben. Ich habe keine Lust, auf bessere Laune bei Dir zu warten." Er ging, machte die Thür zu und begab stch zum Portier.„Meine Frau ist noch oben geblieben," sagte er. „Sie wird aber gleich gehen. Sie können dem Wirth sagen, daß ich zum 1. Oktober kündige. Heut ist der 16. August, ich kann also noch kündigen." Mit großen Schritten eille er fort, denn er hatte noch eilige Gänge vor, um Brautgeschenke zu kaufen.'! Die Hochzeit war aus den 20. Oktober nach Wieder- zusammentritt der Kammern festgesetzt. Die Trauung sollte in der Kirche de la Madeleine erfolgen. Viel war über die Heirath geschwatzt worden, die Wahrheit wußte aber niemand. Verschiedene Geschichten waren im Umlauf. Man zischelte von einer Entführung, war aber der Sache nicht sicher. fllach den Angaben der Dienerschaft hatte sich Frau Walter, die mit ihrem zukünftigen Schwiegersohn kein Wort wechselte, an dem Abend,- wo die Verbindung entschieden war, aus Zorn darüber vergiftet, nachdem sie noch um Mitternacht ihre Tochter hatte ins Kloster bringen lassen. Sie war vom Tode gerettet worden, aber jeder sah, daß sie sich nicht mehr erholen würde. Sie machte jetzt den Eindruck einer alten Frau: ihre Haare waren völlig er- graut. Sehr fromm war sie jetzt geivorden; alle Souutage ging sie zum Abendmahle. In den ersten Septembertagen theilte die„Vie ran?aise" mit, daß der Baron Du Roy de Cautel ihr Hefredakteur würde, daß aber Herr Walter den Titel Direktor behalten würde. Nun wurde ein Bataillon bekannter Chronisten, poli- tischer Redakteure, Berichterstatter, Kunst- und Theater- kritiker angeworben und kraft deS Geldes den großen, mächtigen und lange bestehenden Blättern entführt. Die alten, angesehenen und ernst zu nehmenden Jour- Raubritte, hat Raketenkist« geschaart— doch diese ist nur eine erbärmliche Kliqu«, die obendrein, lichtscheu wie st, ihrer Natur nach sein muß, nicht den Muth hat, Farbe zu bekennen. Inzwischen schwindelt der„Chef" stch und seinen Ge« treuen in den„Hamburger Nachrichten" vor, daS Jahr 1892, sonst so trüb, habe„nur einen Lichtblick" gehabt: die be- geisterten Kundgebungen des deutschen Volkes bei Gelegen- heil der famosen Schnaps-, Bier- und Weinreise! Daß der Herr Reisende die paar Hurrahpatrioten, die ihn damals anhochten, für das„deutsche Volk" hielt, ist beiläufig nicht zu verwundern. Der Zustand der.Doppel« sichtigkeit" ist bekannt, und warum sollte er nicht so ge- steigert werden können, daß der— Patient nicht blas doppelt sieht, sondern hundert- und tausendfach? An „Stoff" hat's ja bei jenem„Lichtblick" nicht gefehlt.— Die sprichwörtliche Weisheit der österreichische« Staatsmanner(sie soll dem schwedsschen Kanzler Öxen- stierna den ersten Anlaß zu seinem berühmten Wort« ge- geben haben) hat sich wieder einmal glänzend bethätigt. Offenbar um ihre Meisterschaft im Ueberwinden von Schwierigkeiten aller Welt zeigen zu können, haben sie den ahllosen Steinen nnd Felsblöcken ides Anstoßes, über die ie seit Menschengedenken fortwährend stolpern— so daß ie nie zum richtigen Stehen geschweige denn Gehen kommen können— einen neuen gewaltigen Klotz hinzugefügt— nämlich einen gesunden Kulturkamps in Ungarn. Der Schlaumeier, der diese staatsmännische That— allerdings im Einverständniß mit seinen Kollegen— vollbracht hat, heißt Weckerle, ist seines Zeichens Kultusminister„und Doktor gar"— und kann eS noch recht weit bringen. Nicht, daß wir verlangten, die Regie- rung solle sich dem katholischen Klerus auf Gnade und Ungnade überliefern— das liegt uns natürlich fern —, aber wenn man den Kampf mit dem Pfaffenthum auf- nimmt, dann darf es auch nicht in der brutal tölpelhaften Weise geschehen, wie es der„geniale" Fürst Bismarck in seinem„Kulturkampf" gethan hat— dann hat matt vor allen Dingen das katholische Volk zu gewinnen; und nicht es vor den Kopf zu stoßen, wodurch die Macht der Pfaffen nur vermehrt wird. Der biedere Dr. Weckerle handelt ganz nach dem Bismarck'schen Muster, nur daß er noch weit weniger Aussicht auf Erfolg hat, denn die katholische Bevölkerung, die in Deutschland nur etwa ein Viertel ausmacht, bildet in Ungarn die Mehrheit— 52 pCt. der Gcsammtbevölkerung,— während sich zur protestantischen Religion nur 20 pCt. bekennen, und die übrigen LS pCt. Juden und griechische Katholiken sind.— Frankreich. Man schreibt uns auS P a r i S, den S. Januar 1892: Die große sozialistische Versammlung im„Volkshause" (Maison du Peuple), über welche wir vor ein« Woche einen kurzen Bericht erstatteten, liefert noch immer der Bourgeoispresse Stoff zu heftigen Angriffen auf die Sozialdemokratt«; die Ver- dächtigungen und Entstellungen sind so groß, daß wir uns ge- nöthigt sehen, noch einmal aus zene Ansammlung zurück- zukommen. Weil im„Volkshause", wie daS fast inj ev« größeren tranzösischen Volksversammlung der Fall ist, auch einige Anarchisten das Wort«griffen hatten, schreit sofort die ganze kapitalistische Vreffe, die Sonalisten haben mit den Anarchisten einen Bund geschloffen; beide bilden fortan nur ein Ganzes; folglich sind von jetzt an die Soziali'ien mit Recht für die Dynamitpolittk der Anarchisten verantwortlich zu machen. Hiergegen habe» natürlich uns«e französischen Genoffen, �> e s G u es d e an der Spitze, sofort auf's entschiedenste protestirt, worauf ihnen die Bourgeoispresse den Vorwurf des„Kneisens", um einen deutschen Studemenausdruck zu gebrauchen.«ntgegenschleud«te. Ueberhaupt theilteu die kapitalistischen Organe am Tage nach der Versammlung ihren Lesern alle möglichen Schauermären mit über die schrecklichen Beschlüsse, welche man im„Volkshause" ge- saßt hätte. An den folgenden Tagen, als die Sozialisten erklärt hatten, die Hauptsache der in den betreffenden Blättern enl- haltenen Berichte sei nur überspannten oder unehrlichen Reporter- Hirnen entsprossene Flunkerei, hieß eS dann triumphirend:„Ah, ihr habt Mos Angst, eure Worte in Thaten umzusetzen; ihr seid nur Maulhelden!" Es ist der allbekannte Kniff; erst erfindet man sozialistische„Pläne"; und wenn dann die Sozialisten nicht daran gehen, Pläne, welche ihnen absolut fremd sind, aus zuführen, so trompetet man in alle Welt hinaus: Die Sozial- demokratie hat eine schwere Niederlage erlitten. So verhält es sich zum Beispiel mit dem„Plane", am 10. Januar, wenn die nalisten zuckten nicht mehr die Achsel, wenn von der „Vie Franqaise" die Rede war. Ihr durchschlagender, rascher Erfolg hatte die Verachtung beseitigt, mit der die ernsthasten Schriftsteller daS Blatt bei seinem ersten Er- scheinen ausgenommen hatten. Die Hcirath seines Chefredakteurs war das, waS man ein„Ereigniß für Paris" nennt, denn Georges Du Roy und die Familie Walter waren seit einiger Zeit Gegenstand allgemeiner Neugier geworden. All die Leute, deren Namen die Zeitungen in ihren Berichten„aus der Gesell- schaft" nennen, nahmen sich vor, an der Hochzeit theilzu« nehmen. DieS Ereigniß fand an einem klaren Herbsttage statt. Seit acht Uhr Morgens waren alle Kirchendiener der Magdalenenkirche in Thätigkeit. Ueber die Stufen der hohen Freitreppe dieses Gebäudes, Idas die Rue Royale be- herrscht, wurde ein breiter rother Teppich gebreitet. Er ließ die Vorübergehenden Halt machen und sagte dem Volk von Paris, daß eine große, feierliche Zeremonie statt« haben sollte. Beamte, die inZ Bureau gingen, Arbeiterinnen, KommiS machten einen Augenblick Halt, sahen die Vorbereitungen an und dachten unbestimmt an die reichen Leute, die soviel Geld ausgäben, um sich zu paaren. Um zehn Uhr fingen Neugierige an stehen zu bleiben. Sie blieben einige Minuten stehen, hofften, daß es vielleicht bald ansangen würde und gingen dann wieder weiter. Um elf Uhr rückten einige Abtheilungen Schutzleute an lind suchten den Verkehr ausrecht zu erhallen, denn kleine Menschentrupps bildeten sich jeden Augenblick. Bald erschienen auch die ersten Gäste. Es waren die- jenigen, die etilen guten Platz haben wollten, von dem aus sie alles sehen konnten. Sie besetzten alle Seitenstühle längs des Mittelganges im Zeutralschiff der Kirche. Pllmälig kamen mehr: Frauen erschienen in von Seide knisternden Kleidern und ernste, fast ausnahmslos kahlköpfige Herren, die in vornehmer, an diesem Orte noch würdigerer Haltung einherschrltten. Langsam füllte sich die Kirche. Durch das gewaltig», offene Portal strömte das Sonnenlicht und drang bis zur «mnmtt* nilrt« zufammentriw,. mtf dnn Kim?or«aMtz etne große Demonstration zu veranstalten. Ein solcher Vorschlag wurde allerdings in jener Versammlung von dem boulangistischen Anarchisten Pemjean. den man seitdem zur Abbüßung einer früheren Gesängnißstrafe verhaftet hat, gemacht; aber als es gegen Mitternacht zur Abstimmung kam, hatten schon viele das Lokal verlassen, und es herrschte eine solche Unruhe, daß kaum«in Dutzend Personen wußten, worüber ab- ?«stimmt wurde; es hoben sich fünf oder sechs Lände, und o war die Demonstration beschlossen." In ähnlicher Weise wählte man die in allen Bourgeoisblätlern als Wauwau paradirende Elferkommisston, welch« die Demonstration organisiren sollte. Die Mehrzahl der Mitglieder dieser Kommisston erfuhr erst durch die Zeitungen, welche Rolle man ihnen zugedacht hatte; ste erklärten alsbald öffentlich, daß sie, die ohne ihr Wisten und Wollen ge» wählt worden seien, mit dem Unternehmen nichts zu thun hätten, zumal sie erfuhren, daß sie in der Elferkommission mehrere be- kannte anarchistische Wortführer zu Kollegen haben würden. Die vrganisirte Pariser Arbeiterschaft steht dem Plane einer De- monstration am lll. Januar durchaus fern; ste ist nicht für die Bravourstücke einiger Lärmmacher beim Schluß einer Versamm- lung, wo allgemeiner Aufbruch stattfand, verantwortlich zu machen. Di« Regierung kündigt an. sie würde alle Maßregeln treffen, um die geplante Demonstration zu unterdrücken; das ist einfach ver- lorene Mühe. Wollten die Pariser Sozialiften eine Massen- demonstration veranstalten, so würden sie nicht die Lächerlichkeil begehen, der Polizei vierzehn Tage vorher davon Anzeige zu machen. Wer am 10. Januar eine„llliederlage" erleidet, das ist nicht die Sozialdemokratie, sondern das Luftgebilde der Bourgeois- Phantasie. Um die„Resolutionen" kümmerte'man sich in jener hochwichtigen Versammlung im„Volkshanse" kaum; diese waren nur„Schall und Rauch"; was ihr e»ne hervorragende Stelle und eine bleibende Bedeutung in der Geschichte des französtschen Proletariats sichert, das ist die sich dort zum ersten Mal seit langer Zeit vor aller Welt bekundende Einigkeit sämmllicher sozialistischen Gruppen.— Neben der politischen Konzentration aller Krä�e der französischen Arbeiterbewegung soll auch eine solche aus ge- werkschastlichem Gebiete erfolgen. Nachdem in den vergangenen Jahren verschiedene gewerkschaftliche Verbände sich gegenseitig Konkurrenz gemacht und einander vielfach im gedeih- lichen Arbeiten gestört hatten,— es fanden beispielsweise rm Jahre 1592 drei verschiedene Gewerkschaftskongresse statt, zu Tours, zu Marseille und zu St. Quenti»,— geht man jetzt mit dem Plane um, einen großen allgemeinen Ge- werkschaftskongreß für ganz Frankreich einzuberusen und alle Korporationen in eine umfassenden Verband der Arbeitsbörsen zu vereinigen. Der Kongreß soll Mitte Juli zusammentreten; als Tagesordnung schlagt man vor: 1. Einigung aller Gewerkschaften zu einem Verband der Arbeitsbörsen. 2. Jnter- nationale Föderation der Fachverbändr vermittelst des nationalen ArbeitssekretanatK.— Um dem Kongreß ein volles Gelingen zu sichern, baden bereits die voriges Jahr in St. Quenttn ver- tretenen Gruppen beschloffen, für 1833 keinen Conderkongreß ein- zuberufen.— Zur Unterstützung der Kandidatur I a u r ä s ist der Ab- geordnete M t l l e r a n d Anfang dieser Woche nach C a r m a u x abgereist. Auch Genosse Baillant hat im Namen des Pariser revolutionären Zentralkomitee'» den Arbeitern von Earmaux Hilfe zugesagt. Demgegenüber arbeitet die Regierung mit Hoch- druck, um die Wahl des sozialistischen Kandidaten zu verhindern. Dem Ergebnisse, das zeigen wird, wie weit die ländliche Bevöl- kerung für die sozialistischen Ideen«mpjänglich ist, sieht man mit großer Spannung entgegen.— Die Ausarbeitung der Homerule- Bill ist keine Kleinigkeit, und zwar hauptsächlich deshalb, weil ein radikales Vorgehen von vornherein ausgeschlossen ist. Das Problem, welches jetzt von Gladstone gelöst werden soll, geht dahin: das britische Parlament zu belassen, Irland ein eigenes Parlament zu geben, und doch die Jrlänoer im britischen Parlament zu behalten. Nähme man sich Deutsch land insofern zum Muster, als wir neben der allgemeinen Vertretung(Reichstag) auch noch die besonderen Einzelstaats Vertretungen(Landtage) haben, so wäre die Sache ja ziem lich einfach. Man hätte sich in England blas darüber zu einigen, was Sache der Einzelstaaten und was Sache der Allgemeinheit ist, und dann den vier einzelnen Theilen, aus denen das„Vereinigte Königreich" besteht: England, Schottland, Irland und Wales je eine Sonder- Vertretung neben dem britischen Reichsparlament zu geben. Allein hieran denkt Gladstone nicht, und denkt überhaupt kein regierungsfähiger Politiker in England. Ein vernünftiger Grund dagegen liegt freilich nickt vor, wie andererseits kein vernünftiger Grund ersichtlich ist, warum Schottland und Wales ein minderes Recht auf Homerule haben als Irland; und wie ferner kein vernünftiger Grund sich geltend machen läßt, daß England nur in dem gemein- ersten Sitzreihe der Gäste vor. Düsterer war es um den Altarchor herum, und die vielen Kerzen, die auf dem Altar brannten, leuchteten gelb und niedrig und blaß gegen das Lichtloch des hohen Portals. Man erkannte sich, man rief sich durch Zeichen heran, man trat in Gruppen zusammen. Die Schriftsteller, die nicht so ehrfürchtig wie die Salonlöwen hier waren, sprachen halblaut mit einander. Frauen wurden gemustert. Norbert von Barenne suchte nach einem Bekannten und bemerkte Jaques Rival mitten in den Stuhlreihen. Er drängte sich zu ihm durch. „Nicht wahr?" sagte er,„die Zukunft gehört den Schlauen!" Der Angeredete erwiderte ohne Neid:„Um so besser für ihn. Sein Leben ist gemacht". Und sie begannen sich die Namen der Personen, die sie bemerkten, zu nennen. „Was ist denn eigentlich aus seiner Frau geworden?" fragte Rival. Der Dichter lächelte:„Ganz genaue Auskunft kann ich nicht geben. Sie soll im Quartier Montmartre ganz zurück- gezogen leben. Aber... es ist nämlich ein Aber dabei... aber seit einiger Zeit lese ich in der„Plume" Leitartikel, die«ne schreckliche Achnlichkeit mit denen Foresticrs und Du Roys haben. Sie sind von einem gewissen Jean le Dol unterzeichnet, einem jungen, hübschen und klugen Burschen, der der Rasse unseres lieben Bel-Ami's gehört und dessen rühere Frau kennen gelernt hat. Daraus habe ich ge- chlossen, daß sie nun einmal die Anfänger liebt und ewig lieben wird. Sie ist übrigens reich. Vaudree und Laroche-Mathieu sind nicht umsonst Stammgäste des Hauses gewesen." „Sie ist doch nicht übel," meinte Rival,„die kleine Madeleine. Ein ganz seines, gewandtes Frauenzimmer. Aber sagen Sie mir doch, wie kommt es denn, daß sich Du Roy nach einer Ehescheidung noch in der Kirche trauen lassen kann."* „Er wird in der Kirche getraut," erwiderte Norbert de Varenne,„weil er für die Kirche überhaupt noch nicht verheirathet war." „Me das?" samen Reichsparlament vertreten fein soll. Aber die„ge- schichtliche Entwickelung", die„Ueberlieferung"!„Weh dir, daß du ein Enkel bist". DaS zeigt sich hier wieder. Das Einfachste und Natürliche ist unmöglich, weil ihm die Ver« gangenheit im Weg steht. Und so wird die Homerule-Bill >u einer jämmerlichen Flickarbeit werden, die günstigsten- falls— d. h. wenn das Ministerium Gladstone lang genug auf. den wackeligen Beinen bleibt, waS kaum zu erwarten— auf«in paar Jahre vorhält, dann zu neuer und wieder zu neuer Flickarbelt führt, bis endlich einmal all der Vergangen- heitsplunder bei Seite geworfen und reiner Tisch gemacht wird. Die neue Bill, welche dem Parlament kurz nach seinem Zusammentritt, der Ende des Monats erfolgt,— wie es heißt am 8. Februar— vorgelegt werden soll, wird Zeitungsmittheilungen nach die Zahl der irischen Abgeordneten im englischen Par- lament vermindern. Wenn dies wirklich beabsichtigt sein sollte, so werden die irischen Abgeordneten sicher lebhaften Protest erheben. Andere Jrländer freilich wollen gar keine Vertretung im britischen Parlament, weil sie ganz von England getrennt sein wollen. Gewiß ist in jedem Fall, daß die Frage der Vertretung im Reichsparlament und deren Verhältniß zu der Vertretung im irischen Sonder- Parlament heftige Debatten hervorrufen, und nicht die ge- ringst« der Schwierigkeiten bilden wird, von denen die gesetz- geberische Lösung der Homerule umringt ist.— Afrikanisches. Wir erwähnten dieser Tage der Gährung im nördlichen Zentral- Afrika, insbesondere im Sudan. Inzwischen haben die ungünstigen Nachrichten vött dort nicht blos ihre Bestätigung erhalten, sondern es sind auch seitdem noch viel schlimmere Nachrichten eingetroffen. Die engtisch-egyptischen Truppen haben nämlich im Kampfe mit den Muhamedanern(den Truppen des„Mahdi") eine unzweifelhafte Niederlage erlitten, die militärisch zwar nicht sehr bedeutend sein mag, aber, weil die Sieger ermuthigend, voraussichtlich sehr weitgehende Folgen haben wird.— Protestversammlungen gegen die Militärvorlage sind noch abgehallen worden in Freiburg in Schlesien (Referent A. Kühn), in Schenefeld(Ref. Schultz Hamburg). Mit den Berliner ParteitagSbeschliissen erklärten sich einverstanden die Gcnoffen in Schleswig. Der Boykott, welchen die'W i e n« r Genossen kürzlich über mehrere Lokale verhingen, hat bereits einen Erfolg gezeitigt. Die Direktion von Schwender's Kolosseum erklärt«»hre Lokalitäten zur Abhaltung von Brbeiterversammlungen überlassen zu wollen. Die belreffs dieses Lokals ergangene Boykotterklärung ist daher ausgehoben. Fortschritte der Orgastisation in Oesterreich. In der Zeit vom l.— 31. Dezember sind, wie die„Arbeiter-Zeitung" mit lheilt, in Oesterreich folgende neue Organisationen gegründet worden: In Wien: Politischer Verein Neubau-Josefstadl; Verein der Bauarbeiter für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder; Arbeiler-Gesangvcrein„Morgenröthe" im XVlI. Bezirk; Sängerbund der Metallarbeiter. Im übrigen Ni eder-Oesterreich: BolkS-Bilduiigsverein in Stpckerau; Arbeiler-Bildungsverein in P i e st i n g. In Böhmen: Lese- verein„Freundschaftsquelle" in Katharinberg; Fachveretn der Elbschiffverlader in Aussig: Arbeiter- Bildungsverein für beiderlei Geschlechter in Rotkosteleh; Arbeiter-Bildungs- verein„Lidumil" in Nachvd. In Kärnten: Fachverein der Eisen- und Metallarbeiter Kärntens und Bildungs und Rechtsschutz-Verein m Klaaenfurt. In Mähren: Verein der Buchdruckerei- und Schriftgießerei-Hilfsarbeiter in Brünn.— Im abgelaufenen Jahre wurden in Wien 22 all- gemeine Arbeilervereine und 14 Gewerkschaften, in der Provinz 3 allgemeine Arbeitervereine und 37 Gewerkschaften, zusammen also 131 Organisationen gegründet. In derselben Zeit hielten die Wiener Sozialdemokraten 1102 öffentliche Versammlungen ab, wobei Vereins- und Aorlragzabende u. f. w. nicht inbegriffen sind. Nach den statistischen Zusammenstellungen des Unterrichts- Verbandes der Arbeitervereine Niederösterreichs wurden im Jahre 1832 von IIb Vortragskräften in den verbandsangehörigen Ver- einen 1363 Vorträge gehalten. Wie die Vorlragsthätigkeit im Verbände sich aus wenige Personen vertheilt, gehl daraus her vor, daß von den llö Rednern 18 nur je 1 Mal, hingegen ein „Unser Bel-Ami hielt, als er Madeleine Forestier heirathete, aus Sparsamkeit oder Gleichgiltigkeit das Standes amt für genügend. Der kirchliche Segen fehlte ihm also, und seine erste Ehe war demnach in den Augen unserer heiligen Mutter Kirche nur ein Konkubinat. Folglich er- scheint er heute als Junggeselle vor ihr und sie leiht ihm all ihren Pomp, der dem alten Walter übrigens heidem mäßig viel Geld kosten wird." DaS Geräusch der gewaltig angewachsenen Menge klang immer mächtiger zu der Wölbung der Kirche empor. Man vernahm Stimmen, die fast laut mit einander redeten. Man deutete auf berühmte Männer, die, zufrieden gesehen zu werden, die imponirende Haltung einzunehmen suchten, unter der sie öffentlich bekannt waren; sie waren eben ge wohnt, sich so bei allen Festen zu zeigen, deren unausblelt licher Schmuck, deren künstlerisches Ornament sie zu sein schienen. „Sagen Sie doch mal, lieber Norbert," fuhr Rival fort,„Sie verkehren doch viel beim Direktor, istjes denn wahr, daß Frau Walter und Du Roy nicht mehr mit ein- ander reden?" „Ja. Sie wollte ihm die Kleine nicht geben. Er hatte aber den Vater in den Händen. Er wußte zuviel von bleichenden Gebeinen— in Marokko. Er drohte dem Alten also mit gefährlichen Enthüllungen, mit Geisterbeschwörungen. Walter dachte an das Schicksal Laroche-Mathieu's und gab nach. Die Mutter aber, eigensinnig wie alle Weiber, schwor doch und heilig. daß sie mit ihrem Schwiegersohn kein Wort mehr wechseln wolle. Wenn sie sich Beide gegenübersitzen, machen sie einen außerordeut« lich komischeu Eindruck. Sie sieht wie«ine Bildsaule, wie eine Rachegöttin aus Stein aus, und er fühlt sich äußerst unbehaglich, er, der sich doch sonst so vortrefflich zu be- nehmen weiß, denn er versteht sich zu beherrschen, der Bursche!" Kollegen traten an sie heran und schüttelten ihnen die Hand. Die letzten Worte politischer Unterhaltungen tönten herüber. Und so unbestimmt, wie die Brandung eines fernen Meeres, drang mit der Sonn« das Geräusch der l Massen hinein, die draußen vor der Kirche harrten, und. Genosse SS Mal, einer SS Mal,«wer«0 Mal«. s. w. gesprochen haben. � � Polizeiliche», öierichtliche» ic. — Die Schlacht von Spenge hatte am Donnerstag ein gerichtliches Nachspiel, in welchem der Redakteur der Viele- selber„Volksmacht", Genosse G r o t h zu 180 M.— Geld- strafe verurtheilt wurde, weil er den Amtmann Heidelbach und den Oberwachtmeister Töpfer, die bei der bekannten Affäre zu- gegen wä»rn, durch die Presse beleidigt hatte. Bemerkenswerth »st, daß der Gerichtshof i» seinen Urtheil aussprach, daß die Be- amten bei dem ruchlosen Uebersall nicht in vollem' Uinfange ihre Pflicht gethan haben. Sie hätten, wie im Urtheil weiter aus- geführt wurde, energischer bei Trennung der Parteien vorgehen müssen, bei energischem Vorgehen hätten ste vielfach Gewalt- thätigkeiten verhindern können. Dennoch Hab« man nicht sagen können, daß sie bewußt ihre Pflicht verletzt hätten, sie hätten eben im gegebenen Moment nicht besser zu handeln verstanden. Wegen der gerechtfertigter Weise gereizten Stimmung, in welcher sich der Redakteur bei Abfassung des beleidigenden Artikels befunden Hab«, sei von einer Gesängnißstrafe abgesehen und nur aus Geld- straf« erkannt worden. — Wegen Verbreitung von Flugblättern ohne polizeiliche Erlaubniß wurden in Elmshorn 3 Genoffen zu 20 M. Geldstrafe eventuell 7 Tagen Haft verurtheilt.— Wegen des gleichen Vergehens standen in Wüster 4 Genoffen vor den Schranken des Gerichts. Zivei derselben wurden zu 30 M. Geldstrafe eventuell 6 Tagen Haft, und zwei zu 15 M. Geldstrafe event. 3 Tagen Haft verurtheilt. — Genosse Thiel in Breslau, Redakteur der„Volks- wacht", wurde am Freitag wegen Schutzmannsveleidigung zu 4 Wochen Gefängniß verurtheilt. Erwähnt zu werden verdient, daß während der Verhandlung der Staatsanwalt an die Ent- lastungszeugen die Frage richtete, ob sie die„Volksmacht" läsen, Abonnenten derselben seien und der sozialdemolratischen Partei angehörten. Trotz glänzender Vertheioigung ersolgle, wie oben erwähnt, die Verurtheilnng unseres Genossen. — Wegen Gotteslästerung verurtheilre das Chemnitzer Landgericht den Genoffen Bernhard G er l a ch aus Wittgensdorf zu eimem Monat Gefängniß. Soziale Ilebevstckz� Berliner Arbeitervertreter- Verein. Zu dem in Nr. 306 des„Vorwärts" vom 29. Dezember ver» öffentlichten Aufruf des Vorstandes der oben genannten Ver- einigung wird unS aus Dortmund geschrieb.a; Der in dem Ausruf zur Wahl empfohlene Herr„WilhelK Frede, Knappschaftsältester, Dortmund", war in diesem Amte nur bis zum ll. Januar thätig. Er wurde sowohl in der Haupt- ivie in der Nachwahl nicht wieder gewählt, und zwar weil er eine der angeseindetften Personen unter den Bergleuten ist. Das hat darin fem« Ursache, daß er als rechte Hand unserer Gruben- barone im Knappschaftskollegium wirkt. In Anerkennung dessen hat man ihn wohl auch jetzt zum Ob er ältesten gemacht. Alle Müller und Mühlenarbeiter werden dringend auf- iiesordert, die heute, Sonntag, in Lange's Salon, Elromstr. 28, tattfindende Versammlung zu besuchen. Keiner darf fehlen l I. A.: Robert Helmrich, Jagoivstr: 12. Der viert« ordentliche BerbandStag der Buchbinder- Organisation wird am 20. und 21. Februar i» Frank« j u r t a. M. stattfinden. Verkürzung der Arbeitszeit von lv auf v Etimven be« willigte die Melallivaareu-Fabrik von I. S ch w e tz in Wien V., Ziegelofengaffe 27, ihren Arbeitern, nachdem dies« darum nach- gesucht halten. Streik» und«nSsperrnngen tu Oesterreich." Die Schmiede der Pateut-Hufnägelfabrik von Karl Neufeld in. P« g a a u kündigten die Arbeit wegen S0prozenlig«r Lohr-- Herabsetzung, woraus sie sofort ausgesperrt wurden. Zuzug ist fernzuhalten. Unterstützungen sind an die Redattion„Arbeite» wille", Graz, Josefigasse 18, zu senden.— Bei S t r n a d t in Turn wurde dem Malerpersonalt Lohndifferenzen wegen gekündigt. Zuzug ist ser»izuhalten.— Die Glasfabrik Wetter- h ü s e n hat ihren Arbeitern eine„Weihnachtsbescheerung" in Form einer starken Lohnherabsetzung zugedacht. Zuzug ist fern» zuHallen, damit die arge Schmälerung des Lohnes abgewiesen werven kann.— In dem Glashüttenwerk« Gernsheim wurden eine Anzahl Genossen gemaßregelt. Agenten sollen auf Reisen sein, um ein« Anzahl Glasarbeiter für die dortigen Werke an- zuwerden. Es ist daher jeder Zuzug fernzuhalten. Getverkschaftspresse. Non Neujahr ab erscheint zwei Mal monatlich die„A l l g e»n e i n e S t« i n s e tz e r- Z e i t u n g" als obligatorisches Organ des Zentralverbandes der vereinigten Siein- setzer(Pflasterer) und Berufsgenossen Deutschlands. W»r bringen dem neuen Kampsblatt hiermit unseren Glück, vuNsch dar. übertönte die zurückgehaltenere Unruhe des feinen Volkes im Jnnenraume des Tempels. Plötzlich stieß der Schweizer an der Pforte seine Helle- barde dreimal auf den Boden. Alle Aiuveseuden drehten sich um, seidene Kleider rauschten, Stühle wurden gerückt. Und am Arme ihres Vaters erschien die junge Braut im hellen Lichte des Portals. Sie sah noch immer wie ein Spielzeug auS, wie ein reizendes, weißes Spielzeug mit Orangenblüthen im Haar. Einige Augenblicke blieb sie aus der Schwelle stehen, und als sie dann ihre ersten Schritte in das Schiff der Kirche hinein machte, erbrauste.die Orgel und begrüßte ihren Eintritt mit ihrer mächtigen, metallenen Stimine. Gesenkten Kopses schrill sie ein wenig furchtsam, ein wenig erregt dahin, die hübsche, reizende Miniaturbrant. Die Frauen lächelten und flüsterten, als ste sie vorüber- gehen sahen. Die Männer zischelten:„Reizend! Wunder- bar!" Herr Walter aber wandelte mit übertriebener Würde und etwas bleichem Gesicht, die Brille stolz auf der Nase, neben ihr hin. Vier Ehrenjungfrauen folgten; alle vier in Rosa und alle vier hübsch, ein Hof für die schöne Königin. Die Ehrenherren waren gleichfalls sorgfältig ausgesucht, sie stimmten im Typus überein und gingen in gleichmäßigem Schritt, der von einem Balletmeister einstudirt zu sein schien. Ihnen schloß sich Frau Walter am Arm des zwei- undsiebzigjährigen Marquis von Latour-Avelin an, des Vaters ihres anderen Schwiegersohnes. Sie ging nicht, sie ließ sich ziehen. Bei jedem Schritt vorwärts war sie einer Ohn- mackt näher. Man merkte, daß ihre Füße sich an den Fliesen festzuheften suchten, daß ihre Bein« nicht weiter wollten, daß ihr das Herz in der Brust wie ein wildes, entspringendes Thier schlug. Sie war mager geworden. Ihre weißen Haare schienen noch bleicher, ihr Gesicht noch runzliger als sonst zu fem. Sie blickte starr vor sich hin, um niemanden sehen zu müssen, um vielleicht auch nur an ihre Qual denken zu können. (Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Circus Renz, ( Karlstraße.) Sonntag, den 8. Januar 1893: Mittwoch, 11. Januar: Letzte Vorstellung. gegenüber keinerlei Verantwortung Zwei große Fest- Vorstellungen Circus Corty- Althoff. Theater. Sonntag, 8. Januar. Opernhaus. Tannhäuser. Montag: Cavalleria rusticana. Der Barbier von Sevilla. Schauspielhaus. Fauft. Montag: Uriel Acosta. Leng- Theater. Heimath. Montag: Heimath. Freie Volksbühne. I.' Abtheilung. ( Leffing- Theater.) Die arme Löwin. Wallner- Theater. Der Stolz der Familie. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner Theater. Esther. Der Geizige. -HO Montag: Die Journalisten. Kroll's Theater. Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Frißchen und Lieschen. Oberst Lumpus. Deutsches Theater. Zwei glückliche Zage. Montag: Pfarrer Kirchfeld. um 4 und 71/2 Uhr. In beiden Vorstellungen Auftreten der sämmtlichen Künstler- Spezialitäten 1. Ranges, sowie Reiten u. Vorführen der bestdressirten Schul- u. Freiheitspferde. Zum Schluß in beiden Vorstellungen: Auf Helgoland. Ballet von 82 Damen. Neue Einlagen: 1. a. 1. Garde- Regt. z. F., Aufzug der Leib- Garde- Artillerie. Großes Brillant- Feuerwerk. Zu der Nachmittagsvorstellung tann jeder Besucher ein Kind unter 10 Jahren frei einführen. Um 7/2 Uhr: Mr. James Fillis mit dem Schulpferd Markir. Agat, Feuerpferd, vorgef. v. Direktor Fr. Renz. Konkurrenzschule, ger. v. Frl. Clotilde Hager u. Oceana Renz. Montag, Abends 7/4 Uhr: Große Vorstellung. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Börſe. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstraße. Sonntag, den 8. Januar 1893: Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 12. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Wilhelm Gründel, Dresdenerstraße Nr. 116: General- Versammlung Zages Ordnung: 1. Bericht des Raffirers. 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vorstands2 große Ertravorstellungen. wahl. 4. Bortrag. 5. Discussion. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind frei). Aus d. reichh. Progr. dieser Vorstell. hervorzuh.: Vorf. d. 5 dressirten Elephanten durch Mr. Thompson. Ein Elephant als Pianist. Ab. 71/2 Uhr: Der irische Wall, ausgeführt von 6 Hengsten, sowie 55 Hengste, vorgef. v. Direktor Althoff. Auftr. d. Schulreiterin Baronesse de Walberg, des Mr. Thompson mit seinen dressirten Elephanten. Außerd. Auftreten fämmtl. Spezialitäten.- Montag 71/2 Uhr: Gala- Paradevorstellung z. Ehrenabend des Dir. Althoff. Gänzl. neues Programm.[ Nur Original- Pferdedressur. Unser 2. Stiftungsfest findet am Sonntag, den 15. Januar 374/4 in der ,, Berliner Resource statt. haben. Billets find beim Vorstand, sowie auf den bekannten Zahlstellen zu Der Vorstand. General- Versammlung der Maler, Lackirer, Anstreicher und verwandten Berufsgenossen( Filiale I Süd) am Dienstag, den 10. Januar 1893, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Gründel, Dresdenerstraße Nr. 116. Tages- Ordnung: 1. Raffenbericht. 2. Medizinischer Vortrag. 3. Diskussion. 4. Filial angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 211/7 Achtung! Rixdorf. Achtung! Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr: Der foresen Siebten Burgaftraße, neben der Marie Welt- Restaurant Große öffentliche Volksversammlung Viktoria Theater. Die Reise um Welt- Lokal Berlins, 5000 Pers. faffend. die Welt in achtzig Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz Theater. Familie PontBiquet. Montag: Diefelbe Vorstellung. Neues Theater. Die liebe Familie. Kleine Hände. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der Prozenbauer von Tegernfee. Montag: Das Märchen der blauen Grotte. National- Theater. Der Mann mit der eifernen Maste. Montag: Voltsvorstellung. Alexanderplatz- Theater. polnische Jude. Montag: Boltsvorstellung. Apollo Theater. Borstellung. Der Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezia litäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor ftellung. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung mit großem Programm. Anf. Wochent. 7½ hr, Sonnt. 6 Uhr. Raffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Concordia- Festsäle C. Säger Andreasstr. 64 und Krautstr. 38. Jeden Sonntag: Gr. Instrumental- Konzert. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Grosser Ball, ausgeführt von 2 stark besetzten Orchestern. Meine auf das komfortabelste eingerichteten großen und kleinen Säle, fowie 5 neue Regelbahnen, Billard und Vereinszimmer, stehen den geehrten Vereinen zur gefl. Benuzung unter toulantesten Bedingungen. S. Dresdenerstr. 97. Norddeutsche Sänger, 7 Pers. 2. Saal: Hr. Schauss, Frls. Fiori, Melanie, Sternau. Anf. in der Woche 7 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Albrecht's Ball- Saal, früher Herzog, Memelerstr. 67. Empfehle meinen Saal zu Versammlungen und Festlichkeiten; auch einige Sonnabende find noch frei. 841b C. Albrecht. W. Noack's Concert- u. Gesellschaftsfäle, Brunnenstr. 18/19. Gr. Streich- Concert unter Leitung des Musik- Direktors Herrn Friz Marschall. Nach dem Concert 33632 Grosser Ball. Anfang 6 Uhr. Entree 30 Pf. Avis. Empfehle meine hocheleganten u. f. w. unter toulantesten Bedingungen. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Gratweil's Bierhallen Säle zu Privatfestlichkeiten, Hochzeiten Borstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 15. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson Gr. und W. Mannstädt. Couplets theilweise Don G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Diefelbe Vorstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksmund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Geschwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bauchredners Blank und der Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Vorgang. im Reller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. Castan's Panoptikum. Nene Illusion: Lotosblume. Fantoche- Theater. Borstellungen v. 11-1 u. v. 4-92 Uhr Stündlich. Ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. Wer ist Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Frühstücks- u. Mittagstisch. Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. fowie 6 Billards und 3 Regelbahnen, F. Sodtke. Morit Play. Etablissement Moritz Play. Buggenhagen. Täglich: Juftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstifdh. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Das anerkannt großartigste Programm der Residenz. Jeden Abend 9 Uhr: Auftreten des G. Braselli, der equilibristische Kaminfeger, gen.: Das Wunder auf der freistehenden Leiter. Um 10 Uhr:' Vorführung der grossartig dressirten Riesendoggen des Mr. Barnum, sowie Auftreten sämmtl. anderer Spezialitäten. 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Ritter: Der Kulturfortschritt in der Sozialbemokratie". 2. Diskussion. 8. Ber fchiedenes.[ 110/6] Der Vorstand. Stockarbeiter. Dienstag, den 10. d. M., Abends 81/2 Uhr, bei Bolze, Alte Jakobstr. 75, Bersammlung. Vortrag des Genossen Wa ch über: Der Borstand. Prostitution. Diskussion. Berschiedenes. 288/5 Achtung, Bildhauer! Der Vortrag in der Urania 116/13 773b geben O. Baat, Fruchtſtr. 31. 838b findet Buntt 10 Uhr statt. im Lokale des Herrn Niesegk, Bergstraße Nr. 129. Zagesordnung: 1. Die neue Militärvorlage. Referent: Reichstags- Abgeordneter p. Singer. 2. Diskussion. 3. Bericht der Wahlkommission. 4. Bericht der Revisoren für die Vertrauensleute. 5. Bericht der Lokalkommission und Neuwahl derselben. 6. Verschiedenes. 340/7 Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Achtung! Wegen obiger Versammlung fällt die Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Vereins ,, Vorwärts" aus. Buchdruckerei von M. Schrinner 124 Brunnen Straße 124 3371L empfiehlt sich zur Anfertigung von Drucksachen jeder Art. Verlag des Vorwärts" Berliner Boltsblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Verlage erschien: Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Groß- Ottav 64 Seiten. Zweite durchgesehene Auflage. Preis geheftet: 10 Pf., in Parthieen zum Massenvertrieb Rabatt. Im ersten Theil ift die Prinzipien Erklärung des Programms behandelt. In den Kapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Rapitalist und Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus- find die grundlegenden sozialdemokratischen Lehrfäße populär- wissenschaftlich niedergelegt; während im zweiten Theil unfere Programm- Forderunger, die von dem klaffenbewußten Proletariat als Mittel aufgefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu er reichen, erläutert sind. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenoffen, die sich in den Dienst der Partei- Organisation gestellt haben, den Massen- Vertrieb" besonders zu empfehlen, da mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig gestellt worden. " Ferner empfehlen wir folgende Erscheinungen unseres Berlages als zur Massenverbreitung besonders geeignet: Bur Tandagitation. 16 Seiten. Preis 10 Pf. In Partien: 100 Exemplare 3 Mart. Nieder mit den Sozialdemokraten!" 26 Seiten. Von Wilhelm Bracke. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 7,50 M. Die Soldaten- Mißhandlungen vor dem Deutschen Reichstage. Rede Bebel's in der Sigung vom 13. März 1891. ( Stenographischer Bericht.) 26 Seiten. Preis 15 Pf. 100 Gremplare 10 Mart. Freiherr von Stumm und die Sozialdemokratic. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags am 10. und 12. Mai 1892, betreffend die Maßregelung der fozialdemokratischen Arbeiter in den Staatsbetrieben. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 5 Mark. 32 Seiten. Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands befchloffen auf dem Parteitage zu Erfurt 1891. 4 Seiten. Preis 5 Pf. Jn Partien: 100 Gremplare 50 Pf. Organisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands beschloffen auf dem Parteitag zu Halle 1890 ( mit den auf dem Berliner Parteitag 1892 angenommenen Abänderungen). 4 Seiten. Preis 5 Pf. Jn Partien: 100 Exemplare 50 Pf. Wir ersuchen alle Freunde unserer Sache, da wo es gilt, weitere bisher unzugängliche Kreise für unsere Grundsäge zu gewinnen, die oben angeführten Agitationsschriften zunächst berücksichtigen zu wollen. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Auswärtige Befteller werden gebeten, ihren Aufträgen gleichzeitig den Betrag( Porto extra) beizufügen. Merantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 400/4 Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 7. Sonntag, den 8. Jannar 1893. 19. Jahrg. Dom KergardeiterstveiK. Mit ganz besonderer Wuth verlästerte die nationalliberale Berliner�„National-Zeitung" die streikenden Bergarbeiter des Saarre�iers. Ihr Zorn hatte zweifellos in der Erwägung seine Ursache, daß, falls die Arbeiter des fiskalischen Saarreviers Er- folg haben würden, die Bewegung sich aus die anderen Reviere Rheinlands-Westfalens und damit auch auf die Privatbergwerke, die sich zum Theil wenigstens in nationalliberaleu Händen be- finden, fortpflanzen müsse. Einen ähnlichen Gedankengang wird die Börsianerpreffe-„Berliner Tageblatt",„Kleines Journal»— gehegt haben, deshalb wohl ließ sie es diesmal durchaus des Honigs ermangeln, welchen sie sonst gern den Arbeitern um den lviuno streicht. Die Bewegung hat nun thatsäcblich in den übrigen Revieren Wellen geschlagen. Die Versammlungen, welche in Esten, Dortmund, Gelsenkirchen stattfanden. haben sämmtlich keinen Zweifel darüber gelassen, daß die dortigen Bergleute ihren Kameraden von der Saar, wenn irgend möglich, durch Erklärung des Streiks helfen wollen. Ein allgemeiner Bergarbeiterstreik ist aber eine so große öffentliche Kalamität, daß, um ihn zu vermeiden, nothwendigerweise alle Rücksichten auf die Empfindelei der Bureaukratie(der Berg- behörden ec.) und auf die Spekulanten in Montanwerthen schweigen müssen. Kurz, es muß mit den Bergleuten verhandelt werden, und man muß ihren Beschwerden wohlwollend Rechnung tragen. Einen andern Weg giebt es nicht, um den Frieden zu schaffen, und wer die Hand zum Frieden verweigert, dem allein gebührt die Verantwortung für all das Elend, was sich aus dem Berg- arbeiter-Streik bereits entwickelt hat und noch weiter entwickeln wird. Unserer Ansicht nach trägt die Schuld einzig und allein das private und fiskalische Unternehmerlhum. Beiden Arten des Kapitalismus ist das Wort„Leben und leben lasten» längst zum Ammenmärchen geworden. In der Bergbevölkerung pulsirt aber noch das Bewußtsein, daß der Arbeiter nicht eine Waare sei, die im Kalkül des Buchhalters genau so viel bedeutet wie Schmieröl oder Kohlenstaub, sondern daß der Arbeiter ein Mensch ist, der ein Recht hat auf den Boden, den er bearbeitet. Es wird nicht zum Schaden der Sozialdemokratie sein, wenn es dem Fiskus gelingt, die Bergleute davon zu überzeugen, daß auch der Bergarbeiter heutzutage eben doch weiter nichts ist als eine Waare und zwar als eine sehr lästige Waare, und daß eine Gesellschaftsordnung, die auch den Menschen als Waare be- handelt, naturnothwendig ersetzt werden muß durch den Sozia- lisnius. Die„Frankfurter Zeitung» bemerkt zu der neulich vom sogenannten„Bergmannsfreund», dem Organ der Gruben- Verwaltungen, gebrachten Lohntabelle:„Die Löhne sind verhältniß- mäßig nicht schlecht, wird man zugeben, und da auch die Preise für die nothwendigen Konsumptabilien nicht sehr hoch sind(frei- lich nicht so billig als in der benachbarten Pfalz), so wird mancher vrelleicht überhaupt jede Berechtigung zur Klage be- streiten. Run ist aber Thatsache, daß zwar im Oktober jene offiziell angegebenen Sätze gezahlt wurden, daß aber im November eine nicht unerhebliche Lohnreduktion erfolgte." Wir bemerkten schon in einer früheren Nummer des.Vorwärts», daß die Lohn angabt für eine Monatsperiode selbstverständlich keinen richtigen Schluß auf das Einkommen der Bergleute gestattet. Dazu ist der Jahresdurchschnitt erforderlich. Die„Kölnische Zeitung» schreibt:„Nach unserem Be- richte ist in der Versammlung zu Bildstock milgetheilt worden, der Oberpräsident der Rheinprovinz habe Bescheid dahin ertheilt, daß er einer Abordnung der Bergarbeiter die erbetene Audienz gewähre, wenn nicht persönliche, sondern nur allgemeine Be- fchwrrden und Borschläge, zum Beispiel zur Arbeitsordnung, vor- gebracht würden. Ter Oberpräsident hat jedoch wörtlich folgen- den Bescheid ertheilt:„Falls in der erbetenen Audienz Be schwerden fiskalischer Bergleute über Maßnahmen ihrer vor- gesetzten Behörden vorgebracht werden sollen, lehne ich den Einpsang der Abordnung wegen Unzuständigkeit ab.» Die offiziöse„Norddeutsche A l l g. Ztg.» meint: In der Bildstocker Versammlung scheint es überhaupt sonderbar zu gegangen zu sein; die früheren Berichte über die dort von dem Rechtsanwalt Heyder aus Metz gehaltene Hetz» und Verleuindungs- rede werden durch folgende Details seitens des rheinischen Blattes ergänzt:„Im Gedränge stehend und von mißtrauischen Leuten hier und da belästigt, habe ich versucht, die Rede Heyder's steno- graphisch aufzunehmen. Der Herr hatte den Mnlh, in Gegen- wart der Leute, die diesen frivolen Ausstand allen Warnungen zum Trotz angezettelt haben, mit folgender ungeheuerlicher Fälschung des Thatbestandes aufzuwarten:„Liebe Freunde und Genossen, Glück aus!(Glück auf!) Mir ist schon lange Sonukagspliurdcvet. E. C. Unsere Leser wissen, daß der Kampf zwischen den Meiern im Rothen Hause siegreich ausgefallen ist. Siegreich endet jeder Kampf, wenn er nicht unentschieden bleibt wie zwischen berühmten Ringkämpfern, aber gewöhn- lich eilt der Eine geschlagen vom Schlachtfeld, während der Andere triumphirend sein Banner schwingt. Man hat es, namentlich in unserer sturmbewegten Zeit, nicht für einen besonderen Vorzug gehalten, den edlen Namen„Meier» zu tragen, aber bisweilen ist es sogar ein Unglück, wenn man nicht Meier heißt.-- Auf einer Station hält ein voll- besetzter Zug. Ein Spaßvogel eilt den Perron oder Bahnsteig hinab, indem er fortgesetzt den Namen .Meier» vor sich hin brüllt. Ein Passagier ist unvor- sichtig genug, nach dem Begehr des Rufenden zu fragen, und statt aller Antwort erhält er eine wohl- gezielte Ohrfeige. Heulend ruft nun der Geschlagene nach dem Stationsvorsteher, um diesem sein Leid zu klagen und eine Bestrafung des Schuldigen herbeizuführen. Schließlich fragt der Rothbemützte:.Ja, heißen Sie denn Meier?» „Nein», replizirt der Mann mit der geschwollenen Backe. Und ein richtig erlösendes Wort ertönt von den Lippen des Stationsvorstehers:.Na, dann geht Sie ja die ganze Sache nichts an!» Im Rothen Hause war es anders. Der Betroffene hieß Meier oder etwa gar Meyer, denn trotz der Putt- kamerschen Orthographie ist gerade bei der Schreibweise dieses Namens der denkbar weiteste Spielraum gelassen worden. Alexander heißt unser Meyer, der nunmehr im Rothen Hause das Szepter schwingen wird, und mit seinem Namensvetter aus Macedonien hat er das Eine gemein, daß Letzterer die Tonnenbcwohner besonders auszeichnete, wäh- rend„unser Meyer" die Tonnen insofern sehr liebt, als sie ihm den populären Namen„Biermeyer» verschafft haben. Der gordische Knoten bleibt ihm allerdings noch zu lösen, und die Zeiten müssen es lehren, ob die mehr oder weniger gelungenen Witze allein genügen, um das städtische Par- bekannt, daß der Streik von langer Hand vorbereitet war, aber nicht von Euch. Der Streik ist vorbereitet worden von denen, die bereut haben, daß 1889 humane Ansichten an höchster Stelle zum Durchbruch gekommen sind. Man hat geglaubt. Euch den Kulturfortschritt wieder abringen zu können. Euch wieder herabzudrängen zu Heloten, zu weißen Sklaven, die jedem Vor- gesetzten gehorchen, wie die Sklaven in den Plantagen der Peitsche des Aufsehers. Man hat geglaubt, daß Ihr Euch diesen Älngriff auf Eure Würde gefallen ließet. Es ist ganz eigenthüm- lich in Deutschland. Früher haben Beamte, die als Beamte sich fühlten, immer«ine gewisse Selbständigkeit gezeigt in der Be- Handlung der Geschäfte sowohl, wie im Verkehr mit Personen. Das hat sich in neuerer Zeit geändert. Es ist jetzt so, daß alles von oben und nur von oben kommt. Se. Majestät Kaiser Wilhelm II. hat in einer Rede in Breslau sich dahin aus- gesprochen, und gewünscht, daß man überall an jeder Stelle arbeiten und Hand anlegen solle. Aber was geschieht?(Stürmische Rufe: Gar nichts!) Man giebt Knappschastsorganisationen. Die Knappschaftsältesten kommen zusammen und wollen gehört werden. Aber das will nian nicht.(Heiterkeit und höhnische Rufe.) Man getraut sich nicht. Euch die menschenwürdige Stellung zu geben, die Euch nach dem Berggesetz zukommt. Deswegen zwingt man Euch dazu, sie zu erkämpfen. Man zwingt Euch dazu, weil man denkt, Ihr hättet nicht jenen Kulturmuth dazu, eine nienschen- würdige Stellung Euch zu erwerben. Wer soll denn nicht un- zufrieden sein?... Ihr müßt eine Audienz in Berlin erlangen, und wenn sie Euch verweigert wird, was ich nicht glaube, dann müßte unsere ganze arische Rasse in Europa— die Semiten können draußen bleiben— Protest einlegen gegen diesen Kultur- kämpf... Es sollen Schreckschüsse gefallen sein. Schreckschüsse hin, Schreckschüsse her!(Lebhaste Bravorufe!) Wenn es nur Blut gäbe?(Höhnisches Lachem) Aber da fangen sie Euch nicht.» Weiter liegen folgende Nachrichten vor: T r i e r, 6. Januar.(Franksurter Zeitung.) Ein vor die Expedition der„Neunkirchener Saar- und Blieszeitung» gestellter Krug mit Sprengpulver explodirte und demolirte die Fenster.— Den Bergleuten nützen derartige Mätzchen nicht; demnach wird, wenn die Nachricht überhaupt wahr ist. ein fanatischer Gegner der Bergarbeiter das„Altentat" verübt haben, um gegen die Streikenden Ausnahmemaßregeln herauf zu beschwören. Saarbrücken, 7. Januar.(W. T. B.) Heute sind 8734 Mann angefahren. Auch diese Zahl giebt kein ausreichendes Bild von der Gesammtlage, weil gestern Feiertag war, heute die Löhnung ausgezahlt wird und morgen wieder Feiertag ist. Die angeordnete Verhaftung Berwangers konnte gestern Morgen nicht vollzogen werden, weil Berwanger sich derselben durch Flucht entzogen hatte. Der„Saarbrücker Zeitung" zufolge ständen der Haft- befehl gegen Berwanger und die Verhaftungen Warkens, Bachmanns und Krons in keiner Beziehung zum Ausstand. Die Verfolgung der- selben sei vielmehr wegen Unterschlagung von Vereinsgeldern eingetreten. Berwanger solle 224S M., Warken 411 M., Krön 1926 M. und Bachmann 131 M. unterschlagen haben. Die Vor- Untersuchung sei in vollem Gange. Aus Bildstock wird gemeldet: Gestern Nachmittag fand hier eine Versammlung von Streikenden statt, welche von etwa 3000 Personen besucht war und von 2 bis 3'/, Uhr dauerte. Lambett(Wustweiler), Mohr(Schiffweiler), Schummer(Elvers- berg), Rechtsanwalt Heyder(Metz), Fox(Eppelborn), Wilhelm (Spiesen), Speicher, Engel und Backes(Dudweiler) hielten in derselben Ansprachen. Die Deputation, welche sich zum Ober- Präsidenten nach Koblenz begeben soll, besteht dem Vernehmen nach aus dem Rechtsanwalt Heyder(Metz), Fox(Eppelborn). Andre(Schwalbach) und Schäfer(Hirzweiler). Saarbrücken, 7. Januar.(H. T. B.) Die Lage des Streiks ist dieselbe wie gestern. Eine kleine Zunahme der an- fahrenden Bergleute ist bemerkbar. Eine Deputation von drei Bergleuten und dein Rechtsanwalt Heyder reist heute zum Ober- Präsidenten nach Koblenz. Einige Mitglieder des Vorstandes des Rechtsschutz-Vereins sind wegen Unterschlagung von Vereins- geldern verhaftet. Ueber die vorgestrige Versammlung der Bergarbeiter Essens wird der Berliner„Volks-Zeitung» unterm 6. Januar von dort berichtet: Heute Mittag fand hier im Kratz'schen Saale eine ungewöhn lich stark besuchte Bergarbeiter-Versammlung statt. Schon lange vor Eröffnung der Versammlung erwies sich das Lokal als viel zu klein und Ihr Berichterstatter konnte nur noch mit Mühe ein sicheres Plätzchen erober», während Hunderte von Besuchern um- kehren oder auf der Straße harren mußten. Ballmann- Essen, ein bekannter Führer aus dem 69er Ausstand, eröffnete die Ver- sanunlung und ivurde zum ersten Vorsitzenden des Bureaus ge- lament im Zügel zu halten. Seinem Vorgänger sind die Witze meist mißlungen und der einzige, wirkliche Scherz, den er sich leistete, fand leider nicht den ungetheilten Beifall der Bevölkerung. Es war die Sache mit dem Kloset, und als eine besondere Gnade der Vorsehung muß es gepriesen werden, daß damals wenigstens keine Cholera herrschte. Das neue Jahr ließ sich also für Herrn Alexander Meyer glücklich an. Es brachte ihm die hohe Ehre, die er so sehnlich erstrebte, und vielleicht ist nunmehr der tobende Streit zwischen Lotterie-Kollektenren und Bezirksvereinlern oder zwischen Wasserstiefeln und Waden- strümpfen für eine Zeitlang wenigstens beigelegt. Der brüllende See, dem Herr Stryck zum Opfer fiel, zeigt wieder jene an- genehme, spiegelglatte Fläche, die den kampfesunlustigen Philister so sehr entzückt, die aber den Kundigen nicht über die unheimlichen Strömungen täuscht, die tief unten ihr Wesen treiben. So kann man nur wünschen, daß das Boot Biermeyer's sanft und leise durch die Wellen streichen, und daß es nicht gleich beim ersten Sturm an verborgenen Klippen zerschellen möge. Aber das neue Jahr! Das alte ging unter den theoretischen Dissonanzen über die Judenflinten zu Grabe— dem neuen blieb es vorbehalten, diese Mordinstrumente in ihrer praktischen Anwendung zu zeigen. Es war ein Glück, daß sich der eine der Soldaten, die bekanntlich auf einen Flüchtling schoflen, nur einen Latcrnenpfahl als Ziclobjekt ausgesucht hatte, sonst wäre man wohl heute nicht mehr darüber im Zweifel, daß eine Judenflinte doch wohl als ein gefährliches Werkzeug im Sinne des Gesetzes zu be- trachten ist und daß die Verordnungen des Polizeipräsidiums, die das Schießen in der Neujahrsnacht betreffen, nur für die Bürger berechnet sind, die ihren eigenen Rock tragen. Heiter ist das Leben, namentlich in der Sylvesternacht, aber unangenehm sind doch die militärischen Bestimmungen, die das abergläubische Bleigießen in etwas seltsamer Weise illusttiren.Z Viel erquicklicher sind die angenehmen Vorkommniffe in der hiesigen jüdischen Gemeinde. Herrn Ahlwardt's Arm reicht weit, und sein Einfluß muß geradezu l wählt, während der BerbandSvorsitzende Schröder und der bekannte Kaiserdelegirte B u n t e- Dortmund die Stelle des zweiten Vorsitzenden bezw. Schriftführers einnahmen. Ball- mann theilte zunächst mit, daß eine im benachbarten Altendorf angesetzt« Versammlung nicht stattfinden werde, weil die Behörde über den Saaleigenthümer die Schanksperre verhängt habe. Zur Tagesordnung„Lohnfrage» und„Stellung- nähme zum Streik im Saarrevier» nimmt zunächst Schröder(stürmisch begrüßt) das Wort. Er führte u. a. aus: Mit den Kameraden im Saarrevier könne man nur Mit- leid haben, dieselben hätten den Ausstand wahrhaftig nicht vom Zaune gebrochen. Dort, wie überall im Kohlenbergbau, feien Feierschichten, schlechte Löhne, rücksichtslose Behandlung an der Tagesordnung, und wenn irgendwo im Kohlenrevier eine Ver- sammlung von Arbeitslosen stattfinde, dann stellten die ehemals so gesuchten Bergleute dazu das größte Kontingent. Was die Zeitungsberichte über einen Durchschnittslohn von 4 M. und einigen Pfennigen für die Bergleute des Saarreviers bettesse, so könne dergleichen nur der größte Esel des neunzehnten Jahr- Hunderts glauben. Richtig sei ja, daß nach dem Streik von 1339 im Saarrevier besonders hohe Löhne gezahlt worden seien, aber inzwischen seien sie dort wie überall schwer beschnitten worden, und noch sei man nicht zu Ende. Die Arbeiterausschüsse im Saarrevier seien ganz und gar unfähig, für die Interessen der Bergleute irgend etwas zu thun; brächten sie Klagen vor, dann heiße es:„das gehört nicht zur Tagesordnung, sagt den Leuten lieber, sie sollten froh sein, daß sie überhaupt noch Brot haben.» Die Verwaltung der Eaar- bergwerke berufe sich immer darauf, daß sie weniger Ausbeute mache, als die Rührwerke, sie vergesse aber, daß nirgendwo die Beamten so mit Gratifikationen bedacht würden, als eben dort. Redner fährt fort: Was uns im Ruhrrevier betrifft, so habe ich bereits am 15. Dezember vorigen Jahres dem Herrn Minister von Berlepsch schriftlich die Bitte vorgelegt, die geplanten Ober- ältesten für den allgemeinen Knappschaftsverein nicht zu sanktio- niren, die Erregung im diesseittgen Revier habe bereits einen bedrohlichen Grad erreicht. Trotzdem sind diese zwölf Apostel gekommen. Was wir erreicht haben, ist, daß das neue Knapp- schaftsstatut vorläufig noch nicht genehmigt worden ist. Ich have Herrn v. Berlepsch weiter unterbreitet, daß namentlich die Kohlen- Verkaufsvereine die Bergleute schwer schädigten und auch die Eisenindustrie- Arbeiter in Mitleidenschaft zögen. Soweit ist es schon gekommen, daß ein Mann, der 24 Schichten im Monat gearbeitet hat, mit 43 Mark seine Familie ernähren soll. Bunte: Es handelt sich zunächst darum, festzustellen, ob wir den Streik im Saarrevier als berechtigt anerkennen, oder ob die„Rhein.-Westf. Ztg." und andere kapitalistische Blätter Recht haben, wenn sie behaupten, der Streik. dort fei vom Zaun ge- brachen. Ueber die angeblich großen Löhne dort brauchen wir kein Wort zu verlieren. Derartige Durchschnittslöhne lassen sich leicht herausrechnen, wenn man die Direktorengehälter und die Abzüge, die allein für die Knappschaft heute schon 6 M. betragen, einbezieht. Die„Rhein.-Westf. Ztg.» schrieb in diesen Tagen, im Ruhrrevier sei Alles ruhig und fügte hinzu, es möchten also hier die Bergleute wohl zufrieden sein.(Lachen. Pfui!) Früher hat man bekanntlich öfters behauptet, nach dem Stteik vom Jahre 1389 seien die Bergleute träger geworden und leisteten weniger; jetzt kommt die Harpener Bergwerksgesellschaft und schreibt in ihrem Jahresbericht, die Minderleistung der Arbeiter sei auf die neuerdin.' mehr in Aufnahme gekommene Abbaumethode mit Bergev-rnsatz zurück- zuführen. An derselben Stelle heißt es, bei sinkenden Löhnen stiegen nmncrhin die Leistungen; man scheint also in dieser Beziehung zu spekuliren. Richtig ist ja, daß ein ordentlicher Mwan eher vor der Pritsche liegen bleibt, bevor er seine Familie verhungern läßt. Die Harpener Herren ttöstcn die Bergleute endlich mit der guten Ernte und den billigen Kartoffeln. Herr Dr. Reis- mann hat einmal gesagt, der englische Bergmann leiste mehr als der deutsche. Ich bestreite das nicht, weil ich weiß, daß derselbe doppelt so viel verdient, als wir, und sich besser nähren kann. Doch es bedarf nicht vieler Worte; haben die Saar-Bergleute recht, dann stehen wir zu ihnen, niag die„Rh.-Westf. Ztg.» schreiben, was sie will. Wir haben im letzten Jahre zusammen etwa sechs Wochen unfreiwillig feiern müssen, und die Löhne sind dabei fortgesetzt gedrückt worden. Da können wir ja auch einmal die 6 Wochen hintereinander freiwillig feiern, schlechter kann es ja doch nicht werden.(Stürmischer Beifall.) Dem Kapital muß endlich beigebracht werden, daß der Arbeiter auch noch auf etwas mehr Anrecht hat, als auf Kar- toffeln(Bravo!). M ü h l e n b e ck- Essen: In den Zeitungen werden die Arbeiter ermahnt, sich nicht beirren zu lassen, die Führer machten die Bewegung, um sie dann für sich auszunutzen. unheimlich genannt werden. Uns ist nur eine Person bekannt, die, wenn auch auf anderem Gebiete, in ähnlicher Weise allmächtig ist, aber der Name Ahlwardt scheint auf die geheimen und öffentlichen Kommerzienräthe einen ähnlichen Eindruck zu machen, als wenn man den römischen Säuglingen, wenn sie nicht ohne Widerstreben die Flasche annehmen wollten, drohte, daß Hannibal vor den Thoren stände. Die schwerwiegendsten Millionäre suchten Schutz, obgleich sie nicht Schutzjuden, sondern Staatsbürger sein wollen. Man sieht bereits Ahlwardt's gierige, christlich- germanische Krallen in den wohlverwahrten Geldschränken und da ertönt denn ein viel- hundertstimmiges:„Saniiel, hilf!»— Der Vorstand der jüdischen Gemeinde befand sich in einer prekären Lage, und auch für ihn galt das alte Wort:„Wie man es macht, ist es falsch." Herr Justizrath Meyer schüttelte den Staub von seinen Pantoffeln, indem er aus dem Vorstand der jüdischen Gemeinde ausschied, er fand leider keine Gegenliebe in der Berliner Stadtverordneten-Ver- sammlung, er unterlag hier, wie wir schon sagten, dem evangelischen Meyer, und nun geht es ihm„nach dem Spruch der Alten: Wer Alles will, wird Nichts er- halten!» So rast denn der wilde Streit zwischen Semiten und Ariern auch im neuen Jähre rüstig weiter. Herr Ahlwardt sitzt in Plötzensce, und neuerdings soll man sich sogar dazu entschlossen haben, sein ehrwürdiges Antlitz auf einer Me- daille zu verewigen. Das ist ein genialer Gedanke, wie er lange nicht in der antisemitischen Bewegung aufgeblüht ist. Jeder, der einen Juden auf dem Gewissen hat, erhält eine solche Medaille, und unter ihr schlägt das deutsche Herz noch einmal so tapfer. Natürlich dürften die« selben nicht umsonst verliehen werden, entweder fließt ein angenehmer Beitrag in die unergründlichen Taschen des Rektors aller Deutschen, oder aber es muß nundestens der Versuch gemacht werden, ihn anzudichten. Auf die Zu» stimmungsadressen von Primanern aller Lehranstalten wird dagegen in Gnaden verzichtet, weil ein Schulrektor schon ganz von selbst des Beifalls aller Jungen sicher ist..., Ich weist das MÜS. Dir Hetzen nicht und wir schüren nicht. noch haben wir Nutzen von der Bewegung. Die heutige Ver> jamm lnng ist aus Drängen der Arbeiter zusammenberufen worden. Wir machen nicht die Bewegung, sondern der Zinappschafts- vorstand macht sie, die niedrigen Löhne, die Arbeitsordnung u. s. w. Die Gewerken haben seit 1889 nichts gelernt, Riictsichten aus uns kennen sie nicht. Wie wir den Kameraden im Snarrevier helfen wollen, muß die Bersammlung entscheiden. S ch ö t t k e r- Haar- zops bedauert, daß die Gewerken das Kaiserwort so wenig ver- standen: Haltet Fühlung mit den Arbeitern. Tie Arbeiter, deren Frauen sich nicht einmal mehr zum sonntaglichen Kirchgange ordentlich kleiden können, untergrüben nicht die staatliche und kirchliche Autorität. Prangenberg bezeichnet die Notblage im ganzen Kohlenbergbau als gleich groß überall. die Frage sei nur, wie den armen Kameraden im Saarrevier zu Helsen sei.(Stürmische Rufe: Streiken!) Bei einem allgemeinen Streik in Rheinland und Westfalen würden auch wohl bald in Belgien, Frankreich und Oesterreich die Würfel fallen. Die Sache sei also zu überlegen.(Stürmisches Bravo.) Margraf-Essen: Im Saarrevier sind es gerade die gut ck, ristlichen Bergleute, die im Kampfe st e h e n. Ich frage: Kann uns damit gedient sein, wenn sie unterliegen s Diese Frage müssen wir Alle, seien wir Ultra- montane, Nationalliderale oder Sozialdemokralen, verneinen. (Stürmisches Bravo.) Aber was wir heute beschließen, muß morgen geHallen werden. Alle müssen wir uns bereit erklären, Freud und Leid mit den dortigen Kameraden zu tragen (Stürmische Bravos.)— Prangenberg: Es finden heute im Kohlenrevier noch mehrere Versammlungen statt, von diesen wird es abhängen, ob wir die Kameraden an der Saar mit Geld oder anders unterstützen.(Stürmische Rufe: Streiken!)— Ballmann ist dagegen, daß heute schon der Streik prvklamirt werde. Ter richtige Weg sei, erst die An- ficht der übrigen Reviere zu hören nnd dann für den nächsten Sonntag eine Versammlung aus dem ganzen Ruhrrevier zum Stadtgarlen hier einzuberufen.(Beifall.) Er schlägt eine Resolution vor, nach welcher die Versammlung anerkennt, die Eanrbergleute hätten allen Grund zum Streiken gehabt, und sie erkennen ihnen in dieser Beziehung trotz der gegeutheiligen Be- ha ptungen der Berwaltungen und der kapitalistischen Presse volle Berechtigung zu. Diese Resolution wird später einstimmig angenommen. Buschhaus- Rellinghausen steht auf dem Standpunkt der Vorredner, warnt aber" vor übereilten Schritten. Bei früheren Streiks habe man eingesehen, daß die schönsten Be- schlüsie nicht gehalten worden seien. Roth und Elend würden die Folgen eines verunglückten Streiks sein. Es fehle vor allem an Delegirten. Die Blasse rufe: Hosianna, morgen: Kreuzige ihn. Nach seiner Meinung würde" den Saarbergleuten auch mit Geld gedient sein.(Lachen. Rufe: Haben ja selbst keins!) Margraf erkennt an, daß ein Ausstand Opser kosten werde, aber ohne Opfer sei nichts zu erreichen, nnd die Opfer, die jetzt gebracht werden müßten, seien auch nicht gering. Feit sei auch nicht zu verlieren; gebe man nur eine 14tagige Frist, dann sei alles verloren. S p ö r k« l erklärt sich gegen einen Ausstand, weil die Organisation zu schwach sei. B a l l m a n n schlägt vor, den Bergleuten des Saarrevicrs von dem Verlause der heutigen Versammlung Mittheilung zu machen, damit dieselben aushcu rlen. Ter Vorschlag, aus Sonntag eine allgemeine Ver- treter-Bersammlung nach hier einzuberufen, wird angenommen und ein Komitee von 10 Mitgliedern mit den Vorarbeiten betraut. Ja einer zweiten Resolution wird gegen die Anstellung der Oberälteften und Annahme des neuen Knappschastsstatuts pro- testirt, bis allen Wünschen der Bergleute lltechnung getragen sei. Aus Dortmund wird uns geschrieben: Die am Freitag Nachmittag im Plaas'schen Lokale stattgehabte öffentliche Berg- arbeiter-Versammlung war von mindestens 1000 Mann besucht. Das Lokal erwies sich als zu klein. In das Bureau werden ge- wählt Bunte, Siebeck und L. Kirschner-Oespel. Bunte referirle über das Ergebniß der Versammlungen in Essen und Gelsenkirchen; in Gelsenkirchen tagten zwei Versammlungen. Essen., wo Ballmann, L. Schröder und Bunte die Versammlung leiteten, wurde beschloffen, die Beschlüsse der Versammlungen in Gel- senkirchen und Dortmund abzuwarten und sich mit diesen solidarisch zu erklären, sosern sie gleiches Ergebniß haben. Die Essener Ver- sammlung zählte über 1200 Köpfe. In Gelsenkirchen, wo am Morgen sowohl als am Nachmittag eine Versammlung von je SW) Man n tagte, wurde der Streik beschlossen. Am Montag soll er beginnen. Bunte verweist auf den Kontraktbruch- Paragraphen, erörtert die Lage in, Saarrevier und kommt zu dem Schluß: die Kameraden im Saarrevier hatten das Recht zum Streiken, weil sie sich nicht nach allen Seiten hin knebeln lassen wollten, wie es die neue Ar- beitsordnung zum Fweck hat.(Stürmisches Bravo.) Er geißelt sodann die kapitalistischen Blätter, die aar keinen Begriff von den Dingen haben, die den Arbeiter zum Streik»reiben, die da protzig genug sind zu sagen, wenn die Arbeiter Kartoffeln genug haben, so giebt es für sie keinen Grund zum Streiken (Rufe: Psui! Pfui!). Redner kennzeichnet sodann die neue Arbeitsordnung für das Rnhrreoier und hebt den Paragraphen betreffs des ortsübliche» Tagelohns, der 2,10 M. beträgt und den die Bergarbeiter sich unter Umständen, wenn sie nicht so wollen wie die Grubenbeamten, gefallen lassen sollen, hervor.„Kameraden", schließt Redner,„wir können nur abstimmen, ob Ihr die Kameraden im Saarrevier unterstützen wollt und wie, ob eventuell durch den Streik, lieber- legt alles wohl, bedenkt aber vor allem, daß der Beschluß, den Ihr saßt, nicht nur für Euch, sondern für alle, auch für die Nicht- anwesenden maßgebend ist. Ihr müßt wissen, was Ihr wollt." (Brausender Ruf: Streik! Streik!) Ewald Siebeck: Wenn wir heute sagen, wir wollen streiken, so ist damit noch nicht gesagt, daß wir alle streiken und alle streiken können. Bedenkl, daß es viele Kameraden giebt, die in den Wohnhäusern der Zechen eingemielhet sind. Sie werden, wenn sie in den Streik eintreten, nach 4 bis 5 Tagen auf der Straße liegen. Ich fordere jeden auf, zu bedenken, was er beschließt. Ich werde wissen, was ich zu thun habe, wenn etwas, sei es was es wolle, beschloffcn wird. Marggraf- Altendorf: In Altendorf hat man unS heute eine Versammlung durch die Schanksperre vereitelt. Man will uns eben bei jeder Gelegenheit die freie Rede unterbinden. Wenn im Saarrevier unsere Genossen nicht siegen, dann wissen wir in Rheinland- Westfalen unser Laos schon von selbst. Was wir 1889 durch den Streik verdienten, das ist uns längst genommen. Handeln wir jetzt nicht, dann wird die vielgenannte Solidarität ein Hohn sein. Wollt Ihr Fahr und Leid m>t dm Kameraden im Saarrevicr theilen oder wollt Ihr so zu Grunde gehen? Wir wissen, wenn wir etwa? erringen wollen, daß wir's dem Geld sack abtrotzen müffm; wir wissen, daß nichts durch Güte zu erlangen ist. Mir ist es nicht gleich, was ihr beschließt, aber thut, was Ihr unter der heutigm Lage thun könnt. Ä ö ck e l- Rotthausen: Wir sagen, hier handelt sich'S nicht NM Politik, hier handelt sich's um Brot, um Weib und Kind. Ihr Kameraden wißt, wie es steht; wir, die wir seit L'/j Jahren nicht mehr anfahren durften, wir wissen es nicht.(Viele Rufe: Wir wissen seS!) Man hat wohl gesagt, mau solle ein Komilee wählen und den Versuch machen, ob man nicht auf gütlichem Wege zum Ziel kommen könne(höhnisches Gelächter der Versammlung). Ja, Kameraden, ich weiß nicht, was diese Leute wollen. Aber wir werden uns denn doch fragen, ob wir nicht jetzt wissen, was am nächstm Montag geschehen soll. Bunte: Wir haben keine Zeit, noch einmal am Sonntag zu tagen. Wir müssen heute entscheideu. Dückers hoff-(Swing: Die Erfahrung hat gelehrt, daß der Streik ein zweischneidiges Schwert ist. Die Erfahrung hat auch gelehrt, daß wir mit unserr. Kamerade» solidarisch sein müssen. Redner weist aus den Bergarbeitertag zu Hall« vom Jahr« 1890 und aaj die internationalen Kongresse hin. Die Jnternationalität muß vor allem im Kleinen gewahrt werden. Das muß heute bewiesen werden. Materiell können wir unsere Brüder an der Saar n«l')t unterstützen. Wenn Ihr wollt, daß es geschieht, dann aber auch energisch gesagt: Bis hierher und nicht weiter! Macht Euch darauf gefaßt, daß Eure Führer gepackt und eingelocht werden Sinnen. Sorgt, daß Ihr auch dann noch weiter zu kämpfen nvißt. S ch ö lt g en- Mülheim a. R.: Durch Einigkeit wächst zum Großen d»s Kleine, aber Uneinigkeit zerstört auch die groß- ten Vereine. Die Halbheit langt in keinem Stück, sie tritt noch hiuter's Nichts zurück. Diese Worte sollen uns leiten. Der die ganze Bergarbeiterschaft in Aufruhr gebracht hat, das ist die Bourgeoisie gewesen. Jetzt fragt es sich, mit welchem Beien sollen wir kehren? Sollen wir streiken oder nicht? Das Volk gleicht einem Tbier, einem Pferd, das sich drücken läßt, weil es seine Macht nicht kennt. Wenn es sie konnte, würde es sagen: Ich nxrde mich nicht maßregeln lassen. Was ist es, wenn ich in der Grube liegen muß volle 8, ja 10 Stunden und erhalte dafür 3 M.?(Rase: Oho! Weniger! Weniger!) Es ist die letzte Stunde, in der wir zu reden haben. Ich will mich nicht wie die Katze um den heißen Brei herumdrücken, aber ich will mich auch vor dem Gefängniß so'n bischen hüten. Ich sage einfach: wenn ich nicht für das und das ar- beiten und mir das und das nicht gefallen lassen will, dann bleibe ich einfach zu Hause. Wenn wir streiken, so heißt das nicht, daß wir überhaupt nicht arbeiten wollen. Das ist gerade so albern und dumm, als wenn jemand den sozialistischen Zu- kunftsstaat erklären will und sagt, dort solle nicht gearbeitet werden. Hier macht der Vorsitzende Siebeck den Redner darauf aufmcrksam, er' möge sich kurz fassen. Redner meint: Er lasse sich nicht unterbrechen. Bei diesen Morien erhebt sich der über- wachende Polizeikoininissar Merzer und erklärt die Ver- sammlung für a u f g e l ö st. Ein Schrei der Entrüstung durchgellt den Saal. Rufe ertönen: Warum? Warum? Bunte iheilt mit, daß am Sonntag Vormittag 11 Uhr eine neue Versammlung tagen werde. Darauf verlassen die Bergleute, die Marsecklaise und andere Arbeiterlieder singend, langsam den Saal. Unser Korrespondent fügt diesem Bericht noch hinzu: Die Aufregung über die Auslösung der Versammlung war eine un- gemeine. Man hat dadurch die Erregung nur noch mehr ge- steigert. Die Signatur der Versammlung lautete: Streik. Man braucht nicht mehr daran zu zweifeln, daß mit Beginu der neuen Woche das Ruhrrcvier ausständig ist. Dortmund, 7. Januar.(W.T.B.) Wie die„Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet. wurde der Bergmann Schötlker, welcher in der gestrigen Bergarbeiter-Vers amiulung eine zum Streik aufreizende Rede hielt, sofort verhaftet.— Die Warken'sche Verhaftung hat bekanntlich die Streikenden erst recht zum Zusammenhalt angefeuert. Auf die Dortmunder Bergleute wird die Verhaftung Schöttker's keine andere Wir» lnng üben. LoKoles: Partei-Organisation. Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der Vrrtraucnspersonen der sozialdemokratischen Partei aus den sechs Berliner Reichstags- Wahitreisen und daran anschließend die Adressen der Prehkommissions-Mitglieder. Es wird sich für die Parteigenossen empsehlen, daß sie diese Adressen sich aufbewahren, damit sie dieselben zur Hand haben, im Falle sie gelegentlich davon Gebrauch machen müssen. Die Adressen lauten: I. Wahlkreis. Aug. Täterow, Manevstr. 9,\ Joh. Timm, Friedrichstr. 39, b. Buhki./ Vertranensperfonen. Felge ntreff, Ritterstr. 45, v. pari., Preßkommisston. II. Wahlkreis. Herm. Werner, Bülowstr. 59, VertranenSperson. Grau, Weudenstr. 2, Preßkonimission. ni. Wahlkreis. AN nj SBi ö r�e r�ttterstr.�os. park.,| �Aonen�' Mathilde Hofstetten, Dresdenerstr. 127, H. I, J Peilonen- Robert H a s ch e ck, Muskauerstr. 37, v. 3 Tr., Preßkonimission IV. Wahlkreis(Ost). RobertWengels, Koppenstr. 41. BertrauenSverkonen B a» m g a r l e n. Posenersir. 4. v. III. I-verrrauenspersonen. . F. B e r n d t, Lebuserstr. 10, III, Preßkommission. IV. Wahlkreis(Südost). W. Erbe, Görlitzerstr. 57, III, I MertrauenSverkonen F. Zubeil, Naunynstr. 88, j Bertrauensxersonen. Hetnrich Seidel, Wrangelstr. 87, H. III, Prehkommission. V. Wahlkreis. L. Möller, Sophienstr. 12, v. III, i m,rtr.„.r,s„.Y.r.n.n Fr. Krüger. Hirtenstr. 10. p�t..! Alst. Battke, Greisswalderftr. 8, Preßkommisston. VI. Wahlkreis. G. Wi he l. Elisabethkirchstr. 18, I S.Ä'.W.'ÄMS®' p"1-«»«w!»«.. C. W. Joh. P s a r r. Wilsnackerstr. 49, J M. Zachau, Bergstr. 59, III, 1 snr.ßr�mmirp,«« Alb?© chaof. Höchste. 33. II,/ Pr�ommission. Wie die Proletarier nächtigen müssen. Die bürgerlichen Blätter drucken jetzt sammt und sonders«ine Notiz ab, zu warnendem Exempel für die, welche„nicht arbeiten wollen" und deshalb naturgemäß„tiefer und tiefer sinken". Dieser Stand- punkt erschöpft bei den Bourgeoisblättern das Verftändniß für unsere wirthschaftlicken Verhältnisse und zugleich für die soziale Frage überhaupt. Die Notiz lautet: "Aus dem Garnison-Kirchhof« in der Hasenhaide ent- deckte am Sylvestertage ein Gendarm in einem hallenartig an- gelegten Denkmal eine auS Stroh und Lumpen her- gerichtete Hütte, die augenscheinlich noch kürzlich zu mensch- lichem Aufenthalte gedient hatte. Es fand sich auch bald der ehemalige Portier F. ans Berlin dort ein, der zugestand, diese Hütte seit Monaten und gemeinsam mit einem polnischen Schuh- wacher benutzt zu haben. F. war von Angehörigen in Berlin infolge seines Verschwinbens im Herbste v. I. bisher vergebens gesucht worden; man glaubte, daß ihm ein Unglück zugenoßen und er nickt mehr am Leben sei. Die beiden Hütten- beivohner, welche nur mangelhaft bekleidet waren. gaben an, ihren Lebensunkerhalt durch Betteln gefristet zu haben. Sie wurden einstweilen in polizeiliches Gewahrsam ge- nommen. Wir haben kein bürgerliches Blatt in die Finger bekommen, welches diese Notiz nicht in dem vorstehenden Wortlaut und ohne jeden Kommentar wiedergegeben hätte. Es geschieht ja diesem ehemaligen Portier und dem polnischen Schuster ganz recht, baß sie sich bei 12 Grad in einer Strohhütte auf einem Kirchhof ein- miethen mußten, weshalb waren sie nicht vorsichtiger in der Wahl ihrer Eltern und weshalb arbeiteten sie nicht mehr. Dann hätten sie mehr verdient, sie hätten der berühmten„Spar-Agnes" nacheifern können und am Ende wären sie auch noch ans Gummi- rädern„mang die Linden" gefahren! Also: die Leute sind an ihrem Unglück selbst schuld, was sie sich eingebrockt haben, müssen sie jetzt ausessen. Das ist die Logik der Satten. Diese überzeugen zu wollen. daß sie Unrecht haben, fällt uns im Traum nicht ein So lange sie im Vollen sitzen, lassen sie sich nicht übeizeugen und wenn's ihnen mal trübselig geht, dann besorgen frfpn die Verhältnisse das Uebrige. Es hieße Wasser in die Spree sckütten. wollte man der Art Leuten plausibel zu machen versuchen, daß unter dem Regime des Kapitals der Nichtbesitzende weniger denn eine Null bedeutet. Den Nichtbesitzenden wird natürlich gnädig- lichst gestattet, sich ihres Daseins zu erfreuen, aber sie müssen arbeiten und zwar für— andere arbeiten. Wenn sie nebenbei sonst noch in aller Demuth einherwandeln, ist gegen ihre Enstenz nichts einzuwenden. Wenn sie freilich meinen, als Nicklbesisende ein Recht aus Leben zu haben, so sind sie sehr im Jrrthum. So lange sie nicht erwischt werden, können sie sich in einem Grabgewö'cbe einbuddeln,— wenn aber jemand dieses Verbrechen entdeckt, tiani folgt das„polizeiliche Gewahrsam." Nun behaupte noch einer,«s ginge bei uns nicht„human" zu! Nach Weihnachten besteht in vielen Familien der Brauch, die Tanne oder Fichte als sehr erwünschtes Breunmaterial dem Ösen oder dem Herd zu übergeben. Oft wandert der ganze Baum in zerkleinertem Zustande auf einmal in die Feuerstätte hinein— es ist das im höchsten Grade gefährlich, denn es können Explosionen von einer Stärke entstehen, daß der Ofen oder der Herd auseinandergesprengt wird. Solche Unglücksfälle sind denn auch regelmäßig nach Weihnachten zu verzeichnen. In der Sitzung der polytechnischen Gesellschaft wurde am Donners- tag für diese Erplosionen beim Verbrennen von Tannen und Fichten eine Erklärung gegeben, di» von allgemeinem Interesse ist. Tanne und Fichte sind bekanntlich in Stamm, Zweigen und Nadeln sehr harzreich. Das Harz enthält Kohlenwasserstoff. Wird der Baum verbrannt, so entströmt der Kohlenwasserstoff in großer Menge. Geschieht das Verbrennen in einem Ofen oder Herd mit starkem Zug, so verbindet der Kohlenwasserstoss sich mit dem Sauerstoff der atmosphärischen Luft und es entstehen Gase sehr explosibler Natur, denen der Kachelosen nicht Stand hält. Wie bedeutend der in den Nadeln des Baumes enthaltene Kohlen- ivasserstofs ist und wie kräftig derselbe unter der Einwirkung der Hitze ausströmt, läßt sich erkennen, wenn man einen mit Nadeln besetzten Zweig einer Kerzenstamme nähert— die Ausströmung des Kohlenwasserstoffes aus den Nadeln, welche im Jnnern eine Röhes besitzen und porös sind, ist so stark, daß die Flamm« der Kerze meist ausgelöscht oder ausgeblasen wird. Es mag also beim Verbrennen der Weihnachtsbäume Vorsicht geübt und in den Ofen oder Herd nur immer eine kleine Quantität dieses ge- jährlichen Brennmaterials hineingebracht werden. DaS Salzstreue» der Pferdebahnen. Der Magdeburger Pferdebahn- Gesellschaft war durch Verfügung des Polizei- Präsidiums aus Verkehrs- und sanitätspolizeilrchen Gründen das Salzstreuen in den Straßen mit dem Bemerken untersagt worden, daß, ivenn bei besonders starkem Schneefall die Anwendung dieses Mittels unvermeidlich erscheine, dazu jedesmal vorher die Polizei- liche Genehmigung einzuholen sei. Die Gesellschaft beantragte klagend die Aushebung der Verfügung, welche ihr den ununter- brochenen Betrieb unmöglich mache. Daß das Salzstreuen eine Verkehrserschiverung bedeute, sei zuzugeben; aber sie sei weder geiährlich noch verkehrhindernd nnd für die Straßenbahnen un- entbehrlich. Dem müsse sich der übrige Verkehr fügen, zumal ja doch die Straßenbahn lediglich im Interesse des Verkehrs be- trieben werde und für eine Großstadt unbedingt nothwendig sei. Das Polizeipräsidium rechlfertigre seine Verfügung damit, daß dieselbe verhüten solle, daß sofort bei jedem noch so geringfügigen Schneefall die Straßen mit Salz überschüttet würden. Das sei diirchans nicht nothwendig und eine nicht zu duldende Belästigung des regelmäßigen Straßenverkehrs; für Ausnahmefälle sei eben die Möglichkeit des Dispenses offen- gelassen. Der Bezirksausschuß zu Magdeburg wies die Klage ab, und der erste Senat des Ober-Verwalliingsgerichts bestätigte am 17. September d. I. diese Entscheidung mit folgender Begründung: Es sei Aufgabe der Polizei, von dem Straßenverkehr alle Belästigungen und Ersaiwerungen fern zu halten. Daß das Salzüreuen solche Belästigungen herbeiführe, indem es Kälte und Schmutz erzeuge, namentlich auch das Schuhwerk der Passaulen angreise, sei notorisch. Deshalb könne der Polizei an sich die Befugniß, hiergegen einzuschreiten, nicht bestritten werden. Ob sie dabei auch die gebotene Rücksicht auf den Straßenbahn- betrieb genommen, die entgegenstehenden Interessen richtig ab- gewogen habe, sei eine Frage nicht der Rechtmäßigkeit, sondern der Zweckmäßigkeit der Verfügung, welche nicht von dem Ver- waltungsrichter, sondern nur von der Aufsichtsbehörde nachzu- prüfen sei. Auf der Pferdebahnstrecke Weidendammer Brücke— Deaeler Chaussee, welche ivohl die meisten Avonnements auf- weist, sind, wie die„Berl. Ztg." mittheilt, am Mittwoch Abend Unzuträglichkeiten ärgster Art vorgekomnien. Obwohl zu ge- nannter Zeit der Verkehr am stärksten und auch Thauwetter eingetreten war, beliebte es der Direktion, lauter kleine Wagen fahrvlanmäßig abgehen zu lassen, so daß aus allen Haltestellen bei ledem Wagen Personen zurückbleiben mußten. Der Direktion ist zwar bekannt, in wie großem Umfange die Wagen um diese Zeil stets benutzt werden, dennoch waren keine Ertrawagen ein- aestelll. Auf der ganzen Linie hörte man nur Eiitrüstungöruse über diese Rücksichtslosigkeit und in sarkastischer Weise beschlossen einige Personen, die Aktiengesellschaft um Wiedereinführung der vor langen Jahren in vielen Wagen angebrachten Büchsen zu ersuchen, welche die Aufschrift„Für die Armen" trugen, nur müsse die Umschrift diesmal heißen:„Für die armen— Aktionäre". Gesuchte Persilnlichfeite». Nach einer vorgenommenen Zählung werden gegenwärtig von deutschen Behörden 25 831 Personen steckbrieflich verfolgt. Unter den Gesuchten befinden sich 1 Marquis, 3 Freiherren, 4 Grasen, 10 Professoren, 18 Rechts- anwälte, 16 Aerzle, 5 Pastoren, 5 Dr. phil., 8 Gemeindevorstände. 130 Lehrer. 84 Studenten, 26 Redakteure, 45 Schriftsteller bezw. Journalisten, 26 Architekten, 68 Ingenieure, 22 Postasststenten, 23 Bankbeamten, 53 Kassirer, 23 Bankiers. 110 Buchhalier, 108 Fadritbesitzer, 5 Ritterguisbesitzer, 52 Inspektoren, 67 Bauunter- nehmer, 173 Agenten, 103 Schauspieler, 260 Musiker, 844 dem Militärstande Angehörende(darunter 1 Major, 2 Kapitäne, 3 Premier- und 10 Sekoude-Lieutenants, sowie 1 Roßarzt), ferner 1260 Kauf- und Handelsleute, 6600 Handwerker, 5000 Fabrik- und Bergarbeiter, 3460 landwirtbschastlicke Arbeiter, 630 Kellner, 182 Zuhälter, 140 Zigeuuer, 440 Dienstmädchen» 310 Kellnerinnen. 816 Prostituirte uuo 162 Kinder. Eine eigenartige NenjahrSgrainkatio» erhielt der Schankwirth T., Langepraße. in einer Scrafversügung des Polizei- Präsidiums, weil er am 20. November über die Polizeistunde hinaus Gäste in seinem Lokal geduldet haben sollte. Die Denunziation rührt von dem Kohlenhändler Otto, Lebuserstr. 6 und dem Butterhändler Arnhold, Lebuserstr. 14 her, welche sich den Spuß gemacht hatten, sich in die Vereinsräume des Gesang- Vereins Unverzagt einzuschleichen und, da dort selbstverständlich nicht Feierabend geboten wurde, sich bis l2 Uhr amüsirten, um nachher der Polizei ihre Erleonisse mitzutheilen. Oft wird von den GeschäftSsenten das Gefrieren ibrer Schaufenster sehr bedauert: um aber dem Gefrieren der Schau- feuster vorzubeugen, wird folgendes Mittel empfohlen: 55 Gramm Glycerin werden in 1 Liter 63 prozeutigem Spiritus aufgelöst, dem man, um einen angenehmen Geruch zu erzielen, etwas Bern- steinöl zufügt. Sobald die Mischung wasserklar erscheint, wird die innere Fläche des Schaufensters inillels eines Fensterleders oder LeinwandlappenS abgerieben, wodurch nicht nur das Ge- frieren, sondern auch das Beschlagen und Schwitzen der Fenster vermieden werden kann. und Das abfchenliche Handwerk der Bogelfänger wird jetzt,| Weise von ihr Abschied und gab als Grund feines unfeligen| Renntniß der Behörde, und nun wurde gegen Schäffer Auflage wo der Schnee den Vögeln das Finden der Nahrung erschwert, Borhabens an, daß er die fortgefehten Mißhandlungen seines wegen Amtsvergebens und gegen Frau H. wegen Bestechung er mit befonderem Erfolge betrieben. Zwei am 5. d. M. auf den Unteroffiziers eczered nicht länger ertragen fönne. An diese hoben. Lettere vertheidigte fich durchaus logisch, indem sie sagte: Köllnischen Wiesen gefaßten Vogelfängern wurden auf dem Amts: Mittheilungen fnüpfte der Verfasser des Artikels Bemerkungen," Wenn ein Beamter zu mir kommt und sagt, ich soll das und hause in Rigdorf fünf Bögel abgenommen, die über und über worin das Verhalten Des Weczcred in schärffter das zu Gunsten meines Mannes thun, dann muß ich annehmen, mit Bogelleim befudelt waren, so daß bie armen Thiere fich Weise gegeißelt wurde. Unterm 5. Auguft fandte die das ist erlaubt!" Ungefchickter vertheidigte fich Schäffer, er er nicht bewegen konnten und mübfam gesäubert werden mußten, Gerichtskommission der 5. Devision zu Frankfurt a. D. eine flärte, daß solche Dinge in Plößenfee alle Tage ehe man sie wieder in Freiheit sehen konnte. Gegen die Vogel- Berichtigung ein, welche auch im Vorwärts" zum Abdruck vielfach vortámen und er die zwei Mark zwar behalten, fänger wurde Strafanzeige wegen unerlaubten Vogelfangens und gelangte. Es heißt darin, daß gegen Weczered das aber nicht geglaubt habe, daß sie für ihn bestimmt wären, worauf außerdem wegen Thierquälerei erstattet. Das sollte man möglichst friegsgerichtliche Verfahren eingeleitet derfelbe zu ihm der Präsident erwiderte, daß ihn das häufige allerdings immer thun, damit solche rohen Burschen recht empfindlich be- vierzehn Tagen Mittelarrest verurtheilt worden sei. Erwiefen bedauerliche Vorkommen folcher Unregelmäßigkeiten nicht ftraft werden. sei, daß Wuczereck den Schwengber am Nachmittage des 16. Juli schüßen könne, und fich in bezug auf den zweiten Einwand die bei einer Schießübung dreimal mit der Hand in's Geficht ge- Sache noch viel schlimmer gestalten würde, denn dann liege Zur Verhaftung des Redaktenes Martin Sildebrandt schlagen. Schwengber, der sonst ein brauchbarer, pflichttreuer Unterschlagung vor. Das Urtheil lautete für Frau H. auf Freiizu berichten, daß diefe Zwangsmaßregel die Folge von einer und gewissenhafter Soldat gewesen sei, habe den Unteroffizier fprechung, für Schäffer auf fechs Monate Gefängniß. eigenartigen Verkettung von Umständen war. Die Staatsager durch unberechtigtes Widersprechen dazu gereizt, auch sei die anwaltschaft hatte das Gesuch Hildebrandt's um Strafaufschub fragliche Mißhant lung nur eine leichte gewesen. Da weitere Wegen wiederholter Diebstähle im Hotel Raiserhof unter dem 5. d. M. genehmigt, ohne daß die Gefängnißverwal- Dienstliche Uebergriffe des Wuczered nicht vorlagen, so sei wegen hatte sich gestern der Hotelpage Paul Karl Alfred gente vor tung in Rummeleburg davon Kenntniß hatte. Infolge beffen dieses einen Falles der Vorwurf der Brutalität und Soldaten- der IV. Straftammer des Landgerichts 1 zu verantworten. Dem wurde Hildebrandt am 6. d. M. früh aus feinem Bett heraus schinderei meder zutreffend, noch berechtigt. Uebrigens fei trop Direktor Arras vom Raiserhof" war es schon seit einiger Zeit festgenommen und zur Strafverbüßung abgeführt. Nachdem sich des Briefes teineswegs anzunehmen, daß Schwengber fich aufgefallen, daß der im Hotel angestellte 16jährige Angeklagte der Frrthum inzwischen aufgeklärt hat, ist er am 7. d. M., Vor- wegen dieser Mißhandlung zwei Tage später den Tod gegeben. Ausgaben machte, die selbst mit den besten Trinkgeldern nicht zu mittags um 9/4 Uhr, nachdem er vierundzwanzig Stunden von Es sei vielmehr erwiesen, daß er sich die scharfe Patrone schou bestreiten waren. Derselbe faufte sich feine Anzüge, verkehrte mit feiner Strafzeit verbüßt hatte, wieder vorläufig entlaffen worden vor der Mißhandlung verschafft hatte. Schon längere Zeit vor Damen", fuhr fleißig Droschte 1. Klaffe und war eines Tages und zu seiner Familie bereits zurückgekehrt. seinem Ende sei seinen Kameraden eine bochgradige Verstimmung mit einem anderen Hotelpagen zusammen auf gemietheten Pferden und Gedrücktheit an ihm aufgefallen und dieser Zustand sowie ausgeritten. Da zu derselben Zeit häufig Hotelgäste in unerklär Eine Entführungsgeschichte beschäftigt gegenwärtig die bie That selbst wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die licher Weise auf ihren Zimmern bestohlen wurden, war es dem Direktor Berliner und Charlottenburger Kriminalpolizei. In einer benach- Cousine Schwengbers sich mit einem Sergeanten verloben wollte. klar, daß der Bursche mit diesen Diebstählen in Zusammenhang barten Stadt lernte ein siebzehnjähriges Mädchen, Tochter einer Gine Goldkapsel mit dem Bildniß und der Haarlocke dieser stehen müsse. Es wurden deshalb zwei Schußleute mit der Durchfehr angefehenen Familie, einen jungen Mann kennen, der sich Cousine sei in dem Nachlasse des Verstorbenen gefunden worden. fuchung der Sachen des Angeklagten betraut. Letzterer hatte, als für einen Photographen ausgab und der jungen Dame ehrerbietig Der Vorwärts" nannte diese Berichtigung eine ,, Beschönigung", er merkte, daß der Direktor auf ihn aufmerksam war, ein in eine näherte. Da aber ihre Eltern ein Verhältniß nicht billigten, so bielt den früher mitgetheilten Thatbestand mit der Begründung Serviette gepacktes Bündel auf den Boden des Hotels gebracht hatte der Bräutigam erfahren, und eines Tages lief bei den Leben scheiben werde. Der genannte Vorwurf wurde gegen Weczereck ein beschloß man, das Fräulein in Berlin unterzubringen. Hiervon aufrecht, daß ein Mensch nicht mit einer Unwahrheit aus dem und als man dort nachfah, fand man eine kostbare goldene Uhr, Paar goldene Manschettenknöpfe, eine Diamanten und ein Brillantknopf im Werthe von Eltern des jungen Mädchens zur allgemeinen Verwunderung ein wiederholt. Zu diesem Punkt der Anklage wurde der Unteroffizier Schlipsnadel 400 M. Brief aus Berlin ein, worin der Tochter eine annehmbare Weczereck vernommen. Am 16. Juli habe er nach beendeter Schießübung Die Uhr war einer 1. 3. Dame aus Stellung zugesichert wurde. Die nichtsahnenden Eltern willigten ein einen Truppentheil nach Kottbus zurückzuführen gehabt. Als Chicago, die Manschettenknöpfe einem Kaufmann in Newund das junge Mädchen reifte nach Berlin ab. Hier auf einem Bahnhofe Schwengber bei dem Reinigen des Gewehrs zu lange gezögert Vort, die Schlipsnadel einem Herrn aus Philadelphia und der des Nordwestens angekommen, sah es den Bräutigam plötzlich auf habe, habe er ihn zur Gile aufgefordert und darauf in un- Brillantknopf einer Dame aus London gestohlen worden. Die Schuld tauchen, der es in ein Haus der Schumannstraße führte, wo zunächst gehörigem Tone die Antwort erhalten:„ Erst muß ich mein Ge des Angeklagten lag so flar zu Tage, daß selbst sein Vertheidiger feine Stellung war, aber drei Mark für den täglichen Unterhalt wehr rein haben." Nun habe er ihm mit der Rückseite der Hand Dr. Leop. Friedmann ihm rieth, ein reumüthiges Geständniß abgezahlt werden mußten. Als die vorhandenen Mittel verbraucht drei Schläge gegen das Kinn verseßt. Da Schwengber nicht zu zulegen. Statt deffen legte sich der Angeklagte auf das unsinnigste waren, entpuppte sich der Bräutigam in seiner wahren Gestalt. feiner Kompagnie gehörte, sei er meder früher noch später mit Leugnen. Er behauptete, die Uhr gefunden und die übrigen Es ergab sich, daß er das Verhältniß nur gesucht hatte, um das ihm in Berührung gekommen. Sachen getauft zu haben, während die Brillantnadel ihm Jemand genommen. " " " 1 Versammlungen. Mädchen auf Abwege zu führen. Es wurde gezwungen, sich Am 10. Juli war im Vorwärts" ein zweiter Fall von aus Niedertracht zwischen seine Sachen gelegt haben müsse. Trotz einem leichten Lebenswandel hinzugeben, wandte sich aber Soldatenselbstmord berichtet worden. Der in Rudolstadt in ernſteſter Vorhaltungen verblieb er Junge bei diesen Märchen schließlich in der Noth an einen Kriminalisten Charlottenburgs, Garnison stehende Musketier Reboullion habe am 5. Juli und dem Gerichtshof blieb nichts übrig, als zu beschließen, die ber ben angeblichen Photographen fofort verhaften und das eine Felddienstübung mitmachen müssen, wobei die Soldaten sich Bestohlenen in London, New York und Philadelphia zu verMädchen den Eltern zuführen ließ. Als Belaftungszeuge wird wiederholt platt auf die Erde haben legen müssen. Reboullion nehmen. Bis dahin wird der Junge, der sicher auch verschiedene der am 17. November 1853 in Röthen geborene Kaufmann sei so von Magenschmerzen gepeinigt worden, daß er sich faum Gelddiebstähle auf dem Gewissen hat, noch manchen Monat in Alfred Reichenbach gesucht. Angaben werden auf jeder Dienst vom Erdboden erheben konnte. Als ein Offizier ihn zur Rede Untersuchungshaft bleiben müſſen. stelle der Berliner und Charlottenburger Polizei entgegengestellt, habe Reboullion demselben gesagt, daß er frant sei. Gr sei aber trotzdem gezwungen worden, die lebnng bis zum Schluß Das Wetter im verfloffenen Jahre zeigt für Berlin und mitzumachen. In fein Quartier zurückgekehrt, habe Reboullion sich Umgegend nach den meteorologischen Zusammenstellungen folgende Durch die Beweisaufnahme ergab sich folgender Daten: Die mittlere Jahrestemperatur betrug in der Luft Sachverhalt dieses Falles: Reboullion, der fich häufig Daten: Die mittlere Jahrestemperatur betrug in der Zuft etwas lässig bei den Uebungen zeigte, that dies auch gelegentlich 8,10 Grad Celsius, an der Erdoberfläche auf 9 Grad Celsius. Der Fachverein der Tapezirer batte am 2. Januar eine Das abfolute Maximum wurde am 21. August mit 35 Grab beshalb einem Gefreiten zur Einzelübung. Als Resoullion Mitgliederversammlung, in welcher Kollege allein über einer Gyerzierübung am 5. Juli. Lieutenant Göße übergab ihn Celsius, das absolute Jahresminimum mit 17 Grad Celsius, immer bei der Läffigkeit seiner Bewegung beharrte, fragte ihn freidenkerische Geschichtsauffassung eine Vorlesung hielt. Des am 12. Januar beobachtet, wie denn der August mit einem Mittel von 18 Grad Celsius und der Januar mit einem der Lieutenant, warum er sich nicht zusammennehme und erhielt ferneren wurde beschlossen, sich beschwerdeführend an die PreßMittel von 4 Grad Celsius der heißeste und fälteste Monat darauf von Reboullion die Antwort, daß er lagenfchmerzen tommiffion in Glberfeld zu wenden, weil die Tapezirer- Beitung" waren. Die relatio geringste Feuchtigkeit wies der Mai, die habe. Der Lieutenant erwiderte, daß er dies früher hätte fagen versäumt hat, eine Annonce des Arbeitsnachweises aufzunehmen. höchste der November auf. Geregnet hat es an 192 Tagen, Einzelubung sofort aufhören und steckte ihn wieder in die KomGeregnet hat es an 192 Tagen, müiffen, da man es ihm doch nicht ansehen könne, er ließ die Hierauf wurden einige Vereinsangelegenheiten besprochen. Schnee war an 51 Tagen, Hagel an 4 und Reifan pagnie, die gleich darauf den Seimweg antrat. Im Quartier geftrigen Gingesandt erthümlich die Namen verwechselt habe. Herr Karl König theilt uns mit, daß er in dem vor. 53 Tagen gefallen, Mit Donner und Blitz grüßte das verfloffene Jahr uns, 38 Mal. Bon diesen angelangt, hat Reboullion fich bald darauf erschossen. Die Aeußerung beir. des Telephons babe Herr Lindemann gedaß ihnen der Sachverhalt than, wogegen das auf das Auftreten in den Versammlungen waren 13 Nachtgewitter, die sich auf die Monate Mai, Juli und Die Angeklagten erklärten, wie sie ihn veröffentlicht, von den beiden Brüdern Bezügliche von einem Herrn Meyer gesagt worden sei. September vertheilten, das stärkste derselben war zugleich das so, wie sie ihn veröffentlicht, von Die als Zeugen legte, das Ende September niederging. Ferngewitter, b. b. solche, des Verstorbenen mitgetheilt worden sei. d. h. Berichtigung. bei denen die zwischen Blitz und Donner verstrichene Zeit niemals vernommenen Gebrüder Reboullion bekundeten, daß sie von den Zu dem in der Sonnabend- Nummer des Vorwärts" bes weniger als 10 Sekunden betrug, wurden 25 beobachtet, Wetter- Quartiergebern ihres Bruders unterrichtet worden seien. Im dritten Falle war der Bürgermeister Reinhardt zu findlichen Versammlungsbericht betr. die Dissidentenfrage erklärt Leuchten 24 Mal. Sturmtage brachte das vergangene Jahr acht, Staßfurt der Strafantragsteller. Im Vorwärts" wurden ber Unterzeichnete, daß er mit dem im Bericht erwähnten und die fich auf Januar, Februar, März und Dezember vertheilten. eine Anzahl amtlicher Schriftstücke veröffentlicht, woraus hervor von der Redaktion abgefertigten Herrn Schröder nicht identisch ist. Die größte Niederschlagshöhe hatte Juli und September, die geH. Schröder, Zigarrenfabritant, ringfte Februar, Oftober und Januar. Ein ganz wolfenloser ging ,, daß Bürgermeister Reinhardt in der zwischen den InSW., Kreuzbergstr. 15. Himmel lachte den Berlinern nur 18 Mal, dagegen erlebten sie bujiriellen Staßjurts und den dortigen Arbeitern ausgebrochenen 132 trübe Tage", davon die Mehrzahl im März und im No- namentlich solche Arbeiter, welche fich in sozialdemokratischen Berben 8. b. W., abends& uhr, im Brandenburger Garten, Brandenburgftr. 60, ohnstreitigkeiten zu gunsten der Grieren thätig gewesen, indem er Privat- Theater- Gesellschaft und Artiftenklub umor". Sonntag, 6 fammlungen hervorthaten, den Arbeitgebern namhaft machte. Im Gefeßschaftsstunde, Borträge. Freier Diskutirverein, Sonntag, den 8. Januar, Nachmittags 4 Uhr, Marktpreise in Berlin am 6. Januar, nach Ermitte. Borwärts" wurde dies Verfahren als ein Weißbrauch der Amtsgewalt, fordert die Beit? fungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von der Bürgermeister als ein Lafai der Industriellen bezeichnet, und im Restaurant Leopold, Markgrafenftr. 88, Sizung. Tagesordnung: Was 15,60-15,20., mittlerer von 15,10-14,70 W., geringer von hieran noch manche Aeußerung geknüpft, die der Staatsanwalt 14,60-14,20. Roggen per 100 Rg. guter von 18,40-18,10 m., als schwere Beleidigungen fennzeichnete. mittlerer von 18,00-12,80., geringerer von 12,70-12,50 M. Der letzte Fall betraf den Ersten Staatsanwalt Maizier Gerste per 100 kg. gute von 16,50-15,50 m, mittlere von zu Magdeburg, der in einem Mordprozeß den Angeklagten 15,40-14,50., geringe von 14,40-13,50 M. Safer per 100 g als zu derjenigen Partei gehörend bezeichnet hatte, von der ein guter von 15,80-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,30 m, Mitglied sich nicht gescheut habe, eine Schrotladung gegen das geringer von 14,20-13,50 M., Stroh, Nichts per 100 g. von geheiligte Haupt des Kaisers zu senden. Der inkriminirte Artikel Allgemeiner Arbeiterinnenverein, Filiale Friedrichsberg und 4,65 M. Heu per 100 Rilog. von 4,-. Erbsen im Vorwärts" verurtheilte dies Verhalten des Ersten StaatsUmgegend. Bersammlung am Montag, den 9. Januar, Abends 8 Uhr, im per 100 kg. von 40,00-25,00 Mt. Speifebohnen, weiße per anwalts in beleidigender Form. Saale des Herrn Spizig, Frankfurter Allee. Bortrag des Herrn Sparfeld 100 g. von 50,00-20,00 m infen per 100 Rg. von 80,00 Staatsanwalt Dieß hielt die Anklage in allen Fällen auf- über: Bom Rechte, was mit uns geboren. Freie Vereinigung der Graveure, Biseleure und verwandten bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 g. von 6,00-4,00 M. Rind- recht, er beantragte gegen Enders, der in 4 Fällen die Verant fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,10 m. Bauchfleisch wortung übernommen, eine Gesammtstrafe von 9 Monaten Ge- Gerufsgenoffen Berlins und Umgegend. Montag, den 9. Januar, Abends 8% Uhr: Generalversammlung im Vereinstotal, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Entgegennahme der Halbjahrsberichte. 2. Borstands- u. Revisorenper 1 Kg. von 1,40-0,90 9. Schweinefleisch per 1 Kg. von fängniß, gegen Heldt wegen eines Falles 200 M. Geldstrafe. 1,50-1,10 m. Kalbfleisch per 1 Rg. von 1,60-0,90 M. Hammel wahl. 3. Anträge auf Statutenänderung. Allgemeiner Deutscher Tapeziter- Verein. Versammlung am Montag fletsch per 1 Kg. von 1,50-0,90 t. Butter per 1 Kg. von 2,80 bis 1,80 M. Gier per 60 Stück von 6,00-3,00 M. Fische per 1 Rg.: Karpfen von 2,40-1,00. ale von 2,80-1,20. Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des Staatsanwalts. Banber von 2,40-0,80. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche Das Urtheil lautete gegen Enders auf 1050 M., gegen Heldt auf Don 1,80-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 m. Bleie von 1,40 200 M. Geldstrafe. bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 8,00-2,00 M. vember. " Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Morris nahm in allen Fällen für die Angeflagten den Schuß des§ 193 des Strafgesetzbuchs in Anspruch und plaiditte deshalb auf Freisprechung. D Musikverein ,, Allegra". Seute, Sonntag, den 8. Januar cr., Abends 8 Uhr, in Koch's Restaurant, Beughofstr. 8, Fidelitas. Damen herzlich will tommen. Vergnügungsverein Boruffia", Sonntag, den 8. Januar, Abends 5 Uhr, Gigung mit Damen bei Wollschläger, Blumenftr. 78. Befeprobe zur Theatervorstellung. Privat- Theater- Gesellschaft Walhalla". Jeden Sonntag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats Sigung im Englischen Hof, Neue Noßstr. 3, Brobe, Fibelttas. Anfang 8% Uhr. den 9. Januar, im Zotal des Herrn Bols, Alte Jakobstraße Str. 75. Stehe Inferat. Verein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Montag Abend s uhr, bei Gründel, Dresdenerstr. 116, Bersammlung. Tagesordnung flehe Sonntagsnummer. Privat- Theatergesellschaft, offnung". Sigung Montags bet Sauermann, Adalbertstr. 8. Ortsverein der Porzellan- und Glasmaler Berlin 2. Versammlung am Montag, den 9. Januar, Abends 8% Uhr, in Schulthets' Braueret- Ausfchant, Neue Jatobite, 24-25. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. Montag, den 9. b. M., Bersammlung bei Boly, Alte Jakobstr. 75. Arbeiter Gefangverein Nord". Montag, den 9. Januar, Abends o uhr, Monatssigung bet Keller, Bergstr. 68. Große Proteftversammlung der Buchbinder, Album-, Leder-, Papier- etc. Arbeiter und Arbeiterinnen gegen die Errichtung eines Innungs- Schiedsgerichts am Wiontag, den 9. Januar, Abends 8% Uhr, Alte Satobstr. 75. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Ortsverwaltung Wegen Majestätsbeleidigung angeklagt stand der Schuh Polizeibericht. Am 6. d. M. Morgens versuchte ein ma cher Karl Joseph Gers aus Charlottenburg heute vor Mädchen in der Wohnung seiner Mutter, in der Kurfürstenstraße, der ersten Straffanmer am Landgericht II. Wie aus der Versich mittels verdünnter Starbolsäure zu vergiften. Es wurde, lesung des Eröffnungsbeschlusses und der Motivirung des Urschwer ertrantt, nach dem Elisabeth Krankenhause gebracht. theils hervorging, die Verhandlung fand unter Ausschluß der Auf dem Neubau Flensburgerstr. 46/47 stürzte Vormittags ein Deffentlichkeit statt hat der Angeklagte am 7. November in Dachdeckerlehrling beim Abfegen des Schnees vom Dache des vier- einer Schuhmacherversammlung in Charlottenburg, in welcher stöckigen Quergebäudes auf den Hof binab und erlitt einen über eine Arbeitseinstellung berathen wurde, eine lebe gehalten, Schädelbruch, so daß seine Ueberführung nach dem Krankenhause in welcher behanptet war, daß der jetzige Kaiser den Arbeitern Moabit erforderlich wurde. Nachmittags versuchte ein Arbeiter sehr wenig Wohlwollen entgegen bringe und in welcher Berlin 1. Mitgliederversammlung am Montag, ben 9. Januar, Ab. 8% Uhr, im Keller des Hauses Rüdersdorferstr. 40 fich zu erhängen. Er er dem Kaifer eine Aeußerung der Bergarbeiter- Deputation Grüner Weg 29. Tagesordnung: Vortrag bes Herrn Alfons Borchardt wurde jedoch noch rechtzeitig aus seiner Lage befreit und ins Schröder und Genossen gegenüber in den Mund legte, welche als über: Ein Streifzug durch die Berliner Stadtverwaltung". Leben zurückgerufen. Arbeiter Bildungsschule. Sonntag Vormittag 10-12 Uhr: Süd: Beim Berlassen des Schantlokals schwere Beleidigung des Kaisers aufgefaßt wurde. Schule, Hagelsbergerir. 483: Unterricht in: Rechnen( unt.); O ft- Schule, Adalbertstr. 84 fiel ein obdachloser Arbeiter in der Trunkenheit anwalt beantragte ein Jahr Gefängniß, der Gerichtshof nahm Martusftr. 31: Unterricht in Buchführung und oberes Rechnen. Arminhallen, Montag von der Treppe und erlitt einen Bruch der Kniescheibe, so daß auf die ersichtlich gering entwickelte geistige Befähigung des An- Kommandantenstr. 20: Unterricht in der Nationalökonomie. 10% Uhr: Süd- Schule, Hagelsbergerstr. 48, Unterricht in er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. geflagten Rücksicht und erkannte auf sechs Monate Ge- Physiologie. Güb. Oft fchule, Reichenbergerfir. 138: Unterricht in BuchIm Laufe des Tages und in der darauffolgenden Nacht fanden fängniß. führung und oberes Rechnen. Oft Schule, Marfusstr. 31: Deutsch( oberes Logit. Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Rechnen( unt.); Deutsch( oberes zehn Brände statt. tönnen no alle Lehrfächern, mit Ausnahme der Buchführung, Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesteré, eintreten. Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs. Sonntags. Max kayfer, Bormittags 10% hr im Restaurant Schömann, Heimstr. 16. Gerichts- Beitung. Der StaatsDurchftechereien im Zentral- Gefängnisse am Plöhen fee beschäftigten am Sonnabend die erste Strafkammer am Landgericht II. Der Mufiter Paul Richard Wilhelm Schäffer war früher in der Ludwig Löwe'schen Gewehrfabrik beschäftigt gewesen, aber wegen Geschäftsstockung entlassen worden. Er fand bald darauf eine Anstellung als Hilfsaufseher in Eine ganze Serie von Beleidigungs- Anklagen wurde gestern Plößenfee" mit 75 M. Monatsgehalt. Auf der seiner Wachvor der ersten Straftammer des Landgerichts I gegen die famkeit anvertrauten Station faß unter vielen Anderen auch ein Redakteure des Vorwärts" August Enders und Georg Arbeiter H. aus Berlin, der ihm den Auftrag gab, zu Frau H. Heldt verhandelt. In zwei Fallen bewegten sich die den An zu gehen und dieser zu bestellen, daß fie ihm etwas Wurst und flagen zu Grunde liegenden Thatsachen auf dem Gebiete der etwas Kleingeld schicken möge. Der Aufseher führte diesen AufSoldaten- Mißhandlungen. Unterm 26. Juli v. J. brachte der trag aus, Frau H. gab nicht allein Wurst her, sondern auch Borwärts" unter der Spigmarke„ Ein neues Opfer des 6 M. und 2 M. für die Bemühung des Aufsehers, die dieser Militarismus" die Mittheilung, daß ein Soldat des 7. Branden in seine Tasche steckte. Der Gefangene wollte fich aber auch erburgischen Infanterie- Regiments Nr. 52, namens Schwengber, sich fenntlich zeigen und gab dem Beamten von den sechs Mark brei am 18. Juli in Cottbus erschossen habe. Es wurde dann der Mark ab, fodaß die Frau zwar acht Mark geopfert, der Mann Brief abgedruckt, den der Verstorbene unmittelbar vor seinem aber nur drei Mark davon profitirt hatte. Später kam diefer Zobe an feine Mutter gerichtet hatte. Er nahm in rührender Borfall auf eine in der Berhandlung nicht erörterte Weise zur Abends 86 bet Naumann. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends 9 Uhr: Nebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Norddentfche Schleife, Naunynſtr. 86 bei gubeit. Stebertafel der Maler und verro. Berufsgen. Annenstr. 14 bei Ehrenberg. Harmonie 2 Bands: - Zonblü the, Görligerstraße 58 bei Tollsbergerstraße 81 bei Musehold. dorf. Blüthe, Prenzlauer- Allee 26 bet Riedel. Gängerchor ber Chirurgischen Branche, Alte Schönhauserstr. 42 bei Neimann. Froh Soffnung Berlin West, Kalmstr. Gleichbett, Bappel- Allee 3-4 bet ftrufe. Sängerbain, ReichenKrüger. Myrthenblätter, Belforterstraße 15, bei Schneider. bergerjtr. 16 bei Baghold. tebesfreiheit, Straußberg, im Restaurant Brüderfchaft( Hausbiener), StallFelsenburg, Roppenstraße 48c. Schreiberstraße 29, zum Gichenen Stab. Güd- Ost, Naunynftr. 48 bei Friz Fröhlich. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht, Gefangverein Bieberzweig, Sermsdorf, bet Gastwirth Sievert in Weid Gefangverein Berliner Bildhauer, Ornament", Wrang mannsluft. Treu und geft", 8-10 Uhr Weidenweg 1 ftraße 141 bet Schmidt. bet Wölbide Straße 44. Sund der geselligen Arbeitervereine Berline me maegend. ( ane Buschriften, ben Bund der gelelligen 1437 richten an B. Senter, Bergmannftr. Nr. 21, Sof s Treppen.) Sonntag: Lehmann, Alexandrinenstraße 32, Abends 6 Uhr. bet Schubordt, Königsbergerstr. 24. Privat Theater- und -W -Rauchflub Blaue Luft bei Bredlow, Theaterverein Nora, Martischer Hof, Admiralstr. 18c, Abends 9 Uhr. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Privat- TheaterNach der Behauptung des Herrn Scholz foll es scheinen, bie Sozialisten die Majorität, voraussichtlich gefchteht dies au Brivat- Theatergeſellſchaft und Artiſtentlub Belle- Ittance bet Serrn als wenn Bäder von der Genossenschaft deswegen entlassen seien, in Stockholm, wo indeß die Zählung der Stimmen noch nidjt Bergnügungsverein& Imenhorst bei Herrn Serrath, Boechstraße 7, Nach- weil sie organisirt waren. Wenn wirklich von Bäckern die Rede beendet ist. mittags 4 Uhr. Freundschaftlicher Bartverein bet Herrn Kyschty, Nostia- fein kann, welche nicht organisirt, in der Genossenschaft beschäftigt ( Depeschen des Burean Herold.) ftraße 12, Borm. 8-10 Uhr. Zurnverein Fichte in Schößel's Geefchlößchen sind, so handelt es sich hier um eine Person, die nachträglich vom in Lichtenberg. Tambourverein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1.- Geselliger Köln, 7. Januar. Die Kölnische Boltszeitung" meldet al13 Berein Italia bei Bohrsdorf, Pantstraße 4. Nordflub Geselligteit Vorstande des Verbandes der Bäcker Deutschlands" aus diesem Gelsenkirchen: Heute ift alles angefahren und ruhig. Die bei Schneider, Belforterftr. 15, jeden Sonntag den 1. d. M. Theaterverein ausgeschlossen ist wegen Handlungen, die dieselbe vor der Zeit Gendarmerie ist verstärkt. Morgen finden drei Bersamuis Thalia bei Schellenberg, in Stralau, Nachm. 3-4 Uhr. Geselliger Verein Freundschaft bei Rotiter, Schönhauser Allee 135. ihrer Beschäftigung in der Genossenschaft begangen haben lungen statt. Geselliger Verein Fret und Luftig bei Schönfelder i. Rest, Oranienstr. 153. Montag: soll. Troß dieser Handlungen ist der Bäcker jedoch seinerzeit Budapest, 7. Januar. Der Rongreß der ungarischen Sozial Rauchklub Anita bei Lorens, Koppenstr. 43c. Pfeifentlub Felsenfest vom Sprechboten des Verbandes der Genossenschaft warm demokraten wurde gestern eröffnet. Auf der Tribune ist eine Steinmegstr. 36a. Bergnügungs- Verein Alpenvetiden, Straußberger empfohlen worden und ist derselbe sogar bis zu seinem Ausschluß rothe Fahne mit der Aufschrift Proletarier aller Länder verStraße 3 bet Birts. Sumorist. Verein„ Pip ifar" bet trösche, Fichteftr. 29. aus dem Verbande Mitglied des Hauptvorstandes des„ Verbandes einigt Euch" angebracht. Die ungarischen Nationalfahnen wurden der Bäcker 2c." gewesen. Es lag für uns also fein Grund vor, entfernt, weil die Anhänger des internationalen Sozialismus den Bäcker deshalb arbeitslos zu machen, weil sein Ausschluß deren Entfernung verlangten. Es sind 33 Provinz- und 60 hauptaus dem Verband dies zu fordern schien. Die demnächst statt städtische Delegirte anwesend. Bei der Verhandlung über den Befindende Generalversammlung der Genossenschaftsbäckerei wird richt der Parteileitung entstanden tumultuöfe Szenen, die mit dem genügend Gelegenheit haben, sich mit den Handlungen ihrer Austritt der oppositionellen Partei endigten. Zum ersten Male waren früheren Mitglieder zu beschäftigen und dürfte das Urtheil hierüber auch einige Bauern aus Unterungarn anwesend. Vei den Verhand= jedenfalls nicht nach dem Wunsche derselben ausfallen. Wir lungen über die Forderungen der Sozialdemokraten betonten die hoffen, daß bis dahin, allen Verleumdungen zum Troy, alle Redner die Nothwendigkeit der Organisation auf internationaler Interessenten und Gönner der Genossenschaft fest zu derfelben Grundlage; sie forderten Arbeiterschuß, allgemeines Stimmrecht stehen, selbst wenn sich die Feinde derselben darüber ärgern und vollständige Trennung der Kirche vom Staate. Schließlich sollten. wurde eine Resolution angenommen, welche das Partei- Programm Der Vorstand. von 1890 aufrecht erhält und jeden Anhänger verpflichtet, demAdolph Scholtz. Hugo Lazarus. selben neue Anhänger zuzuführen. Die nächste Sigung des Kongresses findet Sonntag statt. gesellschaft Walhalla, jeden Sonntag Nachmittag 5 Uhr Restaurant Lautenbach, Guornstraße 77. Theater- und Bergnügungsverein Sartetin, heute Nachmittag 5 Uhr Beughofstraße 8. Theaterverein Concordia Beughofftraße 8 bet koch. Theaterverein Othello jeden Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerstr. 191. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 5 bei Krüger. ftraße 150. Dranienftr. 121. Bon 4 Uhr an. 1 Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Versammlung Linten Tambour- und Bergnügungsverein Gut Heil, alle 14 Tage bei Senffert, Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag., Gefelliger Berein firaße 120.-Bergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bei Möring, Admiralstr. 18c. Geselliger Klub Namenlos, jeden Montag im Reftaurant zum Zukunftsstaat, Kastanien- Allee 35. Klub Reimer tagt jeben Montag Abend 10 Uhr bei Zahn. 8wiebelfische, Nixdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Lotal, BerlinerBergnügungsverein Auf Helgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Linke, Bergftr. 54, Fidelitas. Bergnügungsverein Einigkeit 1890. Jeben Montag Sigung bei Roll, Adalbertstr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. Bergnügungsverein„ Eulalia" bei Herrn Reggentin, Barnimstr. 4-5 Sigung 6 Uhr. Bergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. Artiftentlub Humor, Sigung Sonntag, den 27. Nov., Nachm. 5 Uhr, im Restaurant Wendrich, Brandenburgstr. 60. Nach derselben Tanz und Fidelitas. Theater Verein Luftige Seelen, Sonntag Uhr bet Stehmann, Melchiorftr. 15. Sigung, Tanz, Fidelitas. Bergnügungsverein& uftig, Sonntag, Staligerftr. 54( 8. Gente), 5% Uhr: Theaterverein„ oncordia", Gigung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, beit Brivat- Theatergesellschaft und Art iftentiub„ umor". Gigung Sonntag, den 11. Dezember, Nachmittags 5 Uhr, im Restaurant Wendrich, Brandenburg ftraße 60. Wichtige Tagesordnung. Nach derselben Fidelitas. Krebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigu ng Fidelitas. Pfeifentlub elfen fest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt. Rauchtlub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelderftraße 27.- Kartentlub,& uftige Brüder" Krautstr. 48, Abends 8% Uhr bei Ernst Radtte. Sprechfaal. Die Redaktion ftellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. " Vermischtes. Todesfälle. In Wien ist der Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften Professor Stefan gestorben. Großfener. In Liverpool brach in einem sechsstöckigen Speicher in der Jumperstreet, der hauptsächlich mit Baumwolle angefüllt war, Feuer aus, welches erst heute Mittag bewältigt wurde. Nahezu 11 000 Ballen Baumwolle sind verbrannt. Der Schaden wird auf 200 000 Pfund Sterling geschäßt. 3 wei Feuerwehrleute fanden in den Flammen den Tod. Große Heuschreckenschwärme verwüsten den Norden der Provinz Algier. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Kopenhagen, 7. Januar. Der sozialdemokratische Rongreß der landwirthschaftlichen Arbeiter, der morgen in Aarhus er öffnet werden sollte, ist wegen der gestörten Kommunikationsverhältnisse bis zum zweiten Pfingstfeiertage verschaben worden. London, 7. Januar. Der Bergarbeiter- Rongreß, welcher am Montag in Birmingham zusammentritt, vertritt 250 000 Bergleute. Derselbe fordert obligatorischen gesetzlichen Achtstundentag und bedroht Gladstone mit der Opposition der Arbeiter- Abgeordneten im Parlament, falls er das Achtstundentag- Gesetz nicht einbringt. Briefkaffen der Redaktion. Oskar Regli. Der Stempel muß auch bei Verlängerung des Vertrages so wie vertraglich vereinbart getragen werden, d. i. den Hauptstempel trägt der Miether, den Nebenstempel der Vermiether. Der Steuerbehörde gegenüber find Miether und Vermiether verantwortlich. A. B. Nach Ihrer Mittheilung aus den Statuten ist die Kasse nur dann zu weiteren Leistungen verbunden, wenn entweder ein Arzt Ihre völlige Genesung tonftatirt hatte, oder wenn Sie nachweisen können, daß Ihre Krankheit zwar gleichartig aber nicht dieselbe ist, wie die frühere. Dieser Nachweis ist insbesondere bei Lungenkranken leider fehr schwierig; die Klage wäre beim Amtsgericht anzuftrengen. Auch für das kommende Köln, 7. Januar. Der„ Kölnischen Zeitung" wird aus Koblenz von heute gemeldet: Die aus dem Rechtsanwalt Heyder sowie den Bergleuten Fox, Schäfer und André bestehende Abordnung aus dem Saarrevier wurde heute im Auftrage des OberIn einer am 6. d. M. stattgehabten Arbeitslosen- Verfamm- präsidenten Naffe zunächst von dem Regierungsrath zu Nedden fung der Bäcker, Schlächter 2c. stellte laut Versammlungsbericht empfangen. Nachdem der Oberpräsident von der Zusammenfeßung Jahr hat aber die Kaffe unter allen Umständen drei in der Nr. 6 des Vorwärts" ein Herr Scholz die Behauptung der Abordnung und von dem Zweck ihres Kommens fich hatte zehn Wochen lang für den Erkrankten zu sorgen. Weigert auf, daß sämmtliche organisirten Bäcker aus der Genossenschafts- Bericht erstatten lassen, ließ er derselben nachfolgende Erklärung fie sich dessen, so wenden Sie sich zunächst an den Magistrat als bäckerei bis auf einen entlassen seien. Die Behauptung ist genau vorlesen:„ Der Oberpräsident lehnt die Annahme der Aufsichtsbehörde und weifen auf§§ 6, 6a, 7, 75, 75a des so wahr wie alle anderen, die mit bezug auf die Genossenschafts- Deputation ab, 1. weil dieselbe nicht ausschließlich aus fistali- Krantenversicherungs- Gefeßes hin. bäckerei in mißgünstiger Absicht gemacht werden. 2. S. 34. Sie können sich an die Armendirektion wenden. schen Bergleuten besteht, wie er nach der Anmeldung annehmen Wir weisen diese Behauptung um so energischer zurück, als mußte, und 2. weil die Deputation, nach den dem Regierungs- Ihr Ehemann hat für Ihre von ihm nicht erzeugten vorehelichen fie aus dem Munde einer Person fommt, die genau wissen mußte, rath zu Nedden gemachten Angaben kommt, um Beschwerden und Stinder nicht zu sorgen. Für die Pflicht der Armendirektion ist daß Bäcker für die Genossenschaft nur engagirt werden unter Anträge der ausständigen Bergleute vorzutragen, hinsichtlich deren es aber egal, ob die Kinder legal oder illegal find. der Bedingung, daß fie Mitglieder ihrer Gewerkschafts- allein die vorgesetzten Bergbehörden zuständig sind. Der Oberorganisation find. Wer mit den Ereignissen, die sich in der letzten präsident räth den ansständigen Bergleuten des Saarreviers Zeit in der Genossenschaftsbäderei" abgespielt haben, vertraut bringend, die Arbeit sofort wieder aufzunehmen, und warnt vor ist, dürfte daraus erkennen, daß von gewisser Seite mit Unwahr- Ausschreitungen jeder Art, insbesondere gegen die arbeitswilligen heiten und Verleumdungen versucht wird, die Genossenschaft zu Bergleute." schädigen. Wir haben bisher in diese Diskussionen nicht einariffen, weil die Berliner Streit- Kontrollkommission die Angeyenheit erledigen sollte; da jedoch Herr Scholz diese Zeit nicht erwarten tann, so sehen wir uns genöthigt, ihn öffentlich der böswilligen Verdächtigung zu zeihen. IF Kurhaus- Friedenau. Paegel. Nur innerhalb eines Jahres ist ein Dienstmädchen verbunden, sich das Weihnachtsgeschent anrechnen zu lassen. F. C. in Berlin. Sie meinen, dadurch daß wir im Weihnachtsgedicht sagten: Rein Heiland ist noch je erschienen", hätten wir das Erfurter Programm verlegt, das die Religion Stockholm, 7. Januar. Gestern fanden im ganzen Lande für Privatsache erklärt. Aber in jenen Worten liegt doch keine unter großer Theilnahme die Wahlen zu einer von den Liberalen Verhöhnung des Christenthums; fie sprechen nur die Thatsache und Sozialisten zu Gunsten der Einführung des allgemeinen aus, daß für das menschliche Elend, so weit es Erzeugniß der Stimmrechts organisirten und als Voltsreichstag" bezeichneten Verhältnisse ist, sich fein Erlöser gefunden hat, was Sie doch Boltsversammlung statt. In Gothenburg und Malmö erlangten wohl nicht bestreiten werden. Am Montag, den 9. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr: Große Arbeitslosen- Bersammlung. Zages Ordnung: 1. Die Arbeitslosigkeit und ihre Ursachen. Refer. Genoffe F. JubeilBerlin. 2. Diskussion. We Tellersammlung findet nicht statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufer. Fachschule Bekanntmachung. In der am 31. Dezember v. J. ftattgehabten Sigung des Waaren- Verkaufs Vereins, Berlin S., Oranienstr. 50, ist beschloffen worden, als Dividende pro Monat Dezember 1892 zu verkaufen: 5000 Stck. best. kerntr. Oberschaalseife 341/6 5000 " 93 53 9 91 Wachskernseife Scheuerseife 5000 und zwar in Mengen von 2 Stck. Oberschaalseife) alfo zusammen Wachskernseife 6 Stück für Scheuerseife 75 Pfennige. 2 33 2 " oder: der Vereinig. der Maler sämmtl. Filialen Berlins. 1 Stck. Oberschaalseife also zusammen Vom 4. Januar eröffnen wir einen zweimonatlichen Rurfus im praktischen Ornamentmalen und Beichnen, sowie in der Holz- und MarmorMalerei. Anmeldungen werden während des Unterrichts in der Aula der 37. Gemeindeschule Mariannen- Ufer la, entgegengenommen. Die Fachschul- Kommission. 211/6 1 33 1 99 Wachskernseife 3 Stück für 371/2 Pfennig. Scheuerseife Jedes Stück vorstehender Seife wiegt in frischen Zustande 1/2 Pfund und liegt zur vorherigen Besichtigung aus. Der Verkauf findet am Sonnabend, den 7., Montag, den 9. und Dienstag, den 10. Januar, Treptow, Park. Jeden Sonntag im neu renov. Parquet statt. strasse. Gaal: Gr. Ball. Berlin, den 1. Januar 1893. Bade's Volksgarten. Ausschank v. Weiss- u. Bairisch- Bier. asten- Theater- Garderobe Abonnement für Tanz 1 M.[ 3505L Oranienstr. 50. Maste 47/9 Maskengarderobe. Neu, f. Herren u. Damien, preiswerth. Hochzeitskleider, Don Otto Runge, jetzt Gesellschafts-, Ballkleider. NeanderGr. Frankfurterstr. 75, empfiehlt straße 34. eine Auswahl von 2000 Kostümen. Große Auswahl von Aufzügen. Lebende Bilder. Vereinen 15 Prozent Preis 753b ermäßigung. Materialwaaren- und Vorkoft. geschäft mit Rolle und Genossenschaftsbrot- Verkauf wegen Verzug nach außerhalb preiswerth gegen Baar zu ver faufen. Näheres bei B. Bod, Adalbertstr. 75, part. 8476 Klinik Neue Rossstrasse 3, 1. Vollständig schmerzlos Zahnziehen von M. 1, Zahnfüllen v. M. 2, Zahnersatz v. M. 3.[ 35382 Albert Cohn, prakt. Zahn- Arzt. 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(Von einen, Schweizer, Karl Biirkli in Zürich.) .Der heutige Staat ist der Herrgott des Kapitals und der Teufel der Arbeit; er soll werde» der Herrgott der Arbeit und der Teufel des Kapitals. Der Staat(an sich) ist die soziale Intervention zwischen mir und dir, zwischen Mein und Dein. Alles kommt nur darauf an. wer Jnterpretator (Ausleger, Gesetzgeber) ist, oo, wie heute, der Kapitalist, oder in Zulu, st der Sozialist. Tin Spitzel oder ein Esel ist d'rnm der Anarchist!" (Meine Antwort an B a k u n i n, der mich vor zwanzig Jahren als„der kleine Aristokrat von Zürich" seinen Nihilisten und Anarchisten vorstellte.) I. Vorerst etwas Geschichtliches. Die Volksgesetzgebung, die alte wie die neue, beide stammen ans— Preußen. Die alte kommt sogar— Spaß bei Seite— aus der Berliner Gegend her. Der Berliner kann also mit Recht sagen:„Alles schon da gewesen!"— Ach! leider ja!! gewesen!!! denn, daß sie noch dort wäre, dieser Beweis ist„unerbringbar". Aber vor alten Zeiten war sie doch dort, denn das Landsgemeiudc-Systeni, wie es seit mehr als tausend Jahren in den Urkantonen der Schweiz gehandhabt wird, kommt direkte— von der Spree, ja! ja!! von da, wo heute Berlin steht, wo die„Kreuz-Zeilung" gedruckt, und der„Vorwärts" gedrückt wird. Dort herum saßen einst, vor und zu Christus Zeiten bis gegen l30 Jahre nach Chr., die Vorfahren der Schweizer, die A l a m a n» e n oder Semnonen, ein Zweig des großen Stammes der Sneven oder Sueben, d. h. Schwaben, die zwischen Elbe und Oder und der Enden hausten. Alamannen soll bedeute» „Männer des Alah"(gothisch: albs= Tempel) d. h. des Götter- Hains. Semnonen hat denselben Sinn und soll bedeuten„Ge- fesselte"(altsächsisch: k>!mo= Strick, Fessel), nicht etwa durch ein Sozialistengesetz Gefesselte, sondern, die bei Betretnng des Götterhains, als Symbol oder Zeichen der Unterwerfung sich selbst Fesseln anlegten. Sie waren, wie uns Tacitus berichtet, als ältester und edelster Stamm, die Bewahrer de? großen Hciligthums aller suebischen Stämme, das damals an den Usern der Spree lag,(Berlin! auf einem Götterhain!! Oh! du grund- gütiger Himmel!!) allwohin die Gesandtschaften ans dem Bereich der. Götterfurcht und frommen Sitte" wallfahrteten, an Arm und Bein mit Weidenstricken umwunden und gebunden, in Heiliger- Scheu und Ehrfurcht den Götterhain betretend, ähnlich wie heute die„im Herrn der Heerschaaren" Gefesselten, den„Zorn Gottes" fürchtend die Kaiserstätte des Borussenrcichs„allerunterthänigst und gnadehoffendst" betreten. Diese germanischen Stämme bekannte» sich damals schon zur „Dreieinigkei t", nicht zwar zur christlichen„Ein- und Dreifaltigkeit: Gott— V at er, Sohn und heiliger Geist", denn sie wurden erst ein halbes Jahrtausend später Christen, als sie schon längst von der Spree über'm Rhein drüben in Elsaß-Lothringen und den Schweizerberge» sich haushäblich niedergelassen hatten,— wohl aber bekannten sie sich zur g e r- manischen Dreieinigkeit:„Gesetzgeber, Rich ter und Wehrmann soll jeder freie'Mann sein. Sonderbarer Weise konnten die gesetz es-, rechts- und kri egs kundigen Römer alle Völker der damals bekannten Welt unterjochen, nur gerade dieses, staatlich doch so zersplitterte Volk der Germanen nicht; warum? eben weil Volksgesetz- gebung, Volksgericht und Volkswehr in ihm zu Fleisch und Blut geworden und Männer erzeugt hatte, an deren Urkraft Roms Allmacht zerschellte. Die alte Demokratie, welche durch monarchischen U n- o e r st a n d und Pfaffenglauben dem Volk entrissen worden. muß durch Vernunft und W i s s e u s ch a s t wieder zurück� erobert und zeitgemäß entwickelt werden. Die uralten Volks- rechte und Freiheiten, vor Zeiten an der Spree und der Enden ansässig, müssen dort wieder heimisch werden, der heutige Preuße muß wieder Gesetzgeber, Richter und Wehnnann wer- den, dann wird es den Franko-Russen nicht besser ergehen, als es einst den Römern ergangen Dazu b-aucht's gar keinen Schnapsbruder-Militarismus, der alles v-rweg versaust, durch immer mehr Ausguß sich zu stärken wähnt, bis er im Graben liegt. Jedermann muß diese Rechte und Pflichten zeitweise ausüben und zwar i n eigener Person. Hier ist keine Arbeitstheilung, keine Uebertragung an andere möglich, ohne der Knechtschaft zu ver- fallen. Verzichtet das Volk aus das Recht über Gesetze end giltig zu endscheiden, überläßt er dieses Recht, diese Pflicht einem Einzigen oder nur Wenigen, so werden diese bald sich das Recht herausnehmen, die Gesetze nur für sich und gegen daS allgemeine Wohl zu machen, lleberläßt das Volk die Pflicht „Recht zu sprechen" ständigen Beamten. statt Volks- gerichlen von Seinesgleichen, so läuft es Gefahr, daß sich ein Bureaukratismus und eine Juristerei einnistet und entwickelt, die es weiß der Teufel! nach welch fremdländischem, römischem„Recht" richtet, nur nicht uach dem in den Rechtsanschauungen des Volkes de- gründeten. Ueberlaßt das Volk die Vertheidigung seiner Rechte und seines Vaterlandes einer Anzahl ausschließ- lich hierzu Abgerichteter und Abgesonderter, so schafft es ein stehendes Heer, das furchtbarste Werkzeug in den Händen der Staotslenker, das jedes Mal gegen sein Recht und seine Freiheit gebraucht wird, wenn die Unterthanenschafe etwa 'mal unter der monarchischen Scheere widerspenstig werden. Das stehende Heer, diese„wunderbare Kollektiv-Maschine", ist wohl das beste Werkzeug für den Mammon, fürs Kapital, für Thron und Altar, für„Gott und König", aber das untauglichste für die Arbeit, für Volk und Vaterland. Weil die Nachkommen der Alamannen, die Schweizer, obschon einst eifrige Söldner fremder Monarchen, doch daheim Herren im Hause sein und daher von einem stehenden Heere nie etwas wissen wollten, darum hat sich ihre Republik bis heute erhalten, darum konnte sich der envachende Volksgeist leichter Bahn brechen, denn der schweizer Wehrmann hatte immer Wehr und Waffen zu Hanse, d. h. das bewaffnete Stimmrecht, und sein politisches AVE ist allemal noch:„Ent- weder frißt das stehende Heer die Republik, oder die Republik frißt das stehende Heer!" Doch wieder zurück zu unseren alten Spree-Schwaben oder Sueven. Kein Geringerer als der große Cäsar beschreibt uns diese, denn sie waren die ersten Germanen, mit denen Cäsar im Jahr 58 vor Ehr. zu thun und zwar mehr als ihm lieb war. d. h. genug zu thun bekam. Er schildert uns diese ge- fürchteten, tapferen und stämmigen Preußen-Sckwaben— was uns besonders interessiren mag— als eine Art Sozial- oemokraten,(aber nicht etwa, daß sie deswegen aus Preußen ausgewiesen worden wären, ko blsmärckjick ging's damals noch nicht zu), die von dem römischen Privateigenthum an Grund und Boden absolut nichts wissen wollten, stramm an dem Grundsatz festhielten:„Der Boden gehört Allen, ist Sozial- oder V o l k s e i g e n t h u m." _ Casar sagt wörtlich:„privat! ac sepavati agri apnd eos nihil est, b. H. Privatäcker und Sondereigenthum giebt's bei ihnen nicht... Niemand besitzt bei ihnen ein bestimmt abgemessenes Feld; niemand hat eigene Grundstücke; mir Geschlechter und Blutsverwandtschaften, welche zusammen- halten(gentibus cognationibusque horninum, qui una coierunt) bekommen zur Bebauung Feld angewiesen". Sie bebauten also nicht wie heute die Kleinbauern ihre Landvarzellen einzeln, sondern genösse nschafts weise in landwirthschaftlichem Großbetrieb,„damit", wie Cäsar scharfsinnig beifügt,„sie nicht nach ausgedehntem Landbesitze trachten und die Schwächern nicht von den Mächtigeren ans ihrem Besitze verdrängt werden, um die Geldbegierde nicht aufkommen zu lassen, woraus nur Par- teiung und Zwistigkeiten entstehen und um den gemeinen Mann zufrieden zu erhalten, wenn er sieht, daß auch der Mächtigste nicht mehr Besitz hat, als e r"ck) Es war dies von Cäsar, dem heinilichen Anhänger der Gracchen und einstigen stillen Verbündeten Catilina's, ein„Merk- Marx" für Rom, wo das Patriziat dem Proletariat das gemeinsam eroberte Staatsland vor'm Maul wegnahm und, zum Untergang Roms selbst, auffraß. Die Sueben, wie die heutigen Schwaben, krankten nicht am französischen Zweikindcr-System, im Gegentheil, ihre Kinderfabri- kation litt an chronischer Ueberprvduktion. So ein Dutzend blondlockiger, blauäugiger„Schmutz-Engel und Bengel" war das Gewöhnliche, sogar ihr„prinoeps" that's nicht unter einem Halbdutzend.— Diese Uebervölkerung und ein„preußischer" Hunger— es erhielt sich das Getriebe, durch Hunger und durch Liebe— zwang große Abtheilungen der Sueben schon frühe zur Auswanderung, und zwar geschah diese öfters in freiwilligen Gefolgschaften unter waghalsigen Heerführern und Abenteurern. und damals schon nach des alten Jeldmnrschall Wrangel's Vorschrift:„Mit das Schwert in die Hand, komm ick sicher am Ziele." Solch' ein suebischer Freischaarengeneral, ein gewisser Herr„Ehrenfest", den die Römer in„Arwvistus" sich mund- gerecht machten, brach an der Spitze eines mächtigen Sueben- Schwarmes schon 72 Jahre v.Chr. in Gallien ein und wollte da das Land, wie der Bourgeois heute sagt,„theilen". Da„Ehren- fest" eine Bismarck-Natur war. so wurde da im Elsaß und bis tief in's Burgund hinein geschaltet und gewaltet, daß Cäsar den Galliern als ein wahrer Erlöser vorkam. Wie„Eifenstirn" seinen kaiserlichen Meister gefunden, so fand auch„Ehrenfest" einen meisterlichen Cäsar, der, imnierhin erst nach gewaltiger Krastanslrenzung und eine fuebische Religions-Eseler oder Neu- mond-Schrulle klug benutzend, den brutalen„Ehrenfest" abtrieb und, wenn auch nicht nach Pommern hinein, so doch über den Rhein jagte. Beiläufig bemerkt hat denn guch diese germanische Ueber- Produktion und„unmanierliche Manier", ihre„Waare" abzusetzen, die Römer über alle Maßen erschreckt und der romanischen Politik bis heute die Wege gewiesen.-- Seit die Cimbern und Teutonen ein volles Jahrhundert vor Christi sich Rom so furchtbar gemacht, war die Politik des alten Roms,»ach der Völkerwanderung die der mittelalterlichen Päpste, die des alten und neuen Frankreichs stets darauf bedacht, wie man dieses menschen„übcrflüssige", hungrige Germanien, das nun gar noch ein Denker- und Reformationsvolk geworden(auch das noch!), unschädlich machen, ihm die Lebensader unterbinden könne, denn Rom und Frank- reich waren nur dan« groß, wenn Deutschland auf den Knieen lag. Da im Westen und Süden der Brotkorb meistens zu hoch hing, so wurde der deutsche Menschenüberfluß und Hunger gezwungen im Osten, von der Elbe bis nach Rußland hinein, den einst verlassenen Sandboden wiederum anzufressen; aber statt seinschmeckende Romanen zu verspeisen, galt es nun un- appetitliche Wilzen, Sorben, Polake», Kaßuben, Pommern und Preußen oder Pruzzen hinunter zu würgen und sich damit den germanischen Freiheitsmagen gründlich— preußisch zu verderben, und dazu,„für das Glück und die Kultur", die man den Slaven gebracht, diese„Undankbaren", auch noch, wie die Romanen, als Todfeinde aus den Hals zu bekommen. Böse Zungen behaupten zwar, die Eroberer hätten die Slaven unmenschlich traktirt, sie so massenhast zu Sklaven gemacht und verkaust, daß in Deutsch- land das Wort„Sklave" aus„Slave" entstanden sei, und zu guter letzt— als Lohn für diese Landeseroberung— sei dann das deutschpreußische Volk selber„verslavt" und„versklavt" worden. Auch wir Deutsch-Schweizer, die wir nebst den Nachkommen der Angelsachsen Englands und Nordamerikas von den Germanen noch am meisten bewahrt, den germanischen Freiheits-Adam noch nicht so gründlich wie die Preußen ausgezogen haben, und eigent- lich deutscher sind, als die Herren Deutschländer, wir sind in „ewigen Aengsten", von dem freiheitslosen verslavten Preußen „entgcrmanisirt" und aufgefressen zu werden. Die Schweiz hat nämlich den unverzeihlichen Nalurfehler begangen, von Belfort bis an den Bodensee ins Deutsche Reich hineinzulangen und so die südliche Flanke, wie die Niederlande die nördliche Deutschlands unsicher zu machen.„Flanken sichern, natürliche Grenzen haben, an Italien und England grenzen, nur aus Nothwehr so handeln müssen!"— wird eines schönen Morgens eine gefälschte Infinitiv- Depesche lauten„im Südwesten bis an die Alpen, im Nordwesten ans Meer," mein Liebchen was willst Du noch mehr? Würde uns die„republiklanische" Francia annexiren, ich glaube, unsere Bourgeois-Fabrikanten, denen der Zollkrieg das Leben allzu sauer und den Prosit auch gar so klein macht, würden dazu ins Fäustchen lachen, sie würden'? dann machen, wie die Elsässer gethan, d. h. das reiche Frankreich ausbeuten und in floribus leben;— aber im armen Deutsch-Borussenland giebt's für uns nichts zu holen als Prügel und„Unterthanentreue", zudem sind uns die Deutschen bald in allem„über" und würden uns aus- beute», denn die Schwaben und Sachsen haben bereits bessere Schulen als wir, sagte letzthin ein Pädagoge im Zürcher Rath- faal. Es ist nicht zu verkennen, daß dermalen der deutsche Riesenbaum wieder„im Saft" ist, sehr im Saft, wie seit der Reformation noch nie, so daß er nächstens„ausschlagen" wird. Und dieses von allen so gefürchtete Preußen- Deutschland will immer mehr und immer noch mehr Militär!! Nur immer zu! nieine Herrschaften, denn Ihr seid ja die Revolutionäre par exoellenae— nur forsch darauf los. Nur immer zu, forsch darauf los getrommelt und Tusch geblasen, bis ver Michel erwacht und seine Glieder reckt, dann kracht die Bettstatt zu- samnien; Proletar-Michel wird dann auferstehen und Bourgeois- „Stiefel muß sterben", dann giebt's wieder mal eine Reformation, aber keine von Luther-Potenz, sonder» eine von lauter Potenz! Gerrch»ks-IZetku»rgt Neichöaerichtö-Entscheidnngen. Sozialdemokratische Re- dakteure. Bor dem Erfurter Landgericht hatte sich am 26. April *) Cäsar's Gallischer Krieg(äo bello ga,Uico; Lib. IV. Cap. 1; Lib, VI. Cap. 22), v. I. der Redakteur der„Thüringer Tribüne" und der„Reuß. Tribüne", Gustav Hülle, wegen Beleidigung zu verantworten. Er wurde schließlich in 2 Fällen verurtheilt, in einem weiteren aber freigesprochen. Rur der letztere Fall kam zur Kenntnis» des Reichsgerichtes, da der Staatsanwalt Revision eingelegt hatte. Es handelte sich um einen Artikel, der im November 1691 in den genannten Blättern erschienen war und die in Thüringen ab- gehaltenen Kaisermanöver betraf. Es war darin gesagt, daß während der Manöver sehr viele Soldaten erkrankt und sogar gestorben seien. Als beschwichtigend war der Schlußsatz anzusehen, daß die an- gegebenen Zahlen hoffentlich übertrieben seien. Hierdurch sollten die Militärbehörden beleidigt worden sein. Das Landgericht erblickte indessen in dem Artikel nichts Beleidigendes, weil die behauptete Thatsache, daß Gerüchte des erwähnten Inhaltes in der Erfurter Gegend zirkulirt haben, nach jeder Richtung hin als voll erwiesen anzusehen sei, andererseits auch die Form, in ivelcher das Gerücht mitgetheilt worden fei, auf eine Belcidigungs- absicht in keiner Weise schließen lasse. Wenn von großen Ver- lusten an Todte und Maroden gesprochen worden, so liege darin keine Beleidigung irgend eines Truppentheiles.— Die Revision des Staatsanwaltes behauptete Verletzung des§ 260 der Str.- Pr.-O., da die Wahrheit der fraglichen Thatsachen als erwiesen angesehen fei, ohne daß Beiveise in dieser Richtung erhoben worden seien; das Gericht habe also seine Ueberzeugung nicht aus dem Inbegriff der mündlichen Verhandlung geschöpft. In der Verhandlung der Sache vor dem 3. Strafsenate des Reichs- gerichts erkannte dasselbe auf Verwerfung der staatsanwaltlichen Revision. Derselbe Strafsenat hatte die Revision des Redakteurs der „Halberstädter Sonntagszeitung", Wilhelm Osterburg, zn befinden. Derselbe ist am IS. Juni d. I. wegen Beleidigung der deutschen Kriegervereine zu einer Geldstrafe verurtheilt worden. Er hatte in einem Artikel über die Einziehung der Reservisten von den Mitgliedern der Kriegervereine als von„Älählämmern" ge- sprachen, von denen leider ein männliches Auftreten nicht bekannt geworden sei. Das Reichsgericht verwarf das Rechtsmittel als unbegründet. Endlich haben wir noch von dem Redakteur der„Volksmacht". Karl Thiel in Breslau zu berichten. Derselbe ist am 11. Juni vom Breslauer Landgerichte»vegen Beleidigung eines Fabrikbesitzers zu 500 M. Geldstrafe verurtheilt worden. In Anknüpfung an die Thatsache, daß unter den Arbeitern des Fabrikbesitzers eine Geldsammlung stattgefunden hatte, war er gegen die„prahlerischen Feste" aufgetreten, die von den Arbeitgebern veranstaltet würden, wobei die Thränen Hungernder Arbeiterkinder nicht berücksichtigt würden. Das Landgericht war iiberzeugt, daß die Absicht des Angeklagten dahin ging, die Bevölkerung gegen die Arbeitgeber aufzuhetzen und dadurch dem Blatte unter den Arbeitern neue Abonnenten zuzuführen. Das Reichsgericht erkannte auch in diesem Falle auf Verwerfung der Revision. Der sozialdemokratische Arbeiterverein in Salza hatte zu Anfang des Jahres 1891 seine Statuten dem Amtsvorsteher S. eingereicht und um Genehmigung des Vereins gebeten. Der Amtsvorsteher machte aber die Genehmigung davon abhängig, daß der Verein ein Vereinslokal besitze. Die Vorstands- Mitglieder glaubten auch, diesen Nachweis erbringen zu können, da der Restaurateur Max Schmidt dem Vereine sein Lokal zu überlassen geneigt war. Als nun aber die direkte Zusage von ihm gefordert wurde, sagte er, er dürfe den Sozialdemokraten sein Lokal nicht überlassen, weil er sich dein Ainte gegenüber schriftlich habe verpflichten müssen, dies nicht zu thun, widrigen- falls ihm die Konzession zum Schankbetriebe wieder genommen würde. Arn 27. Juli 1891 fand dann in einem anderen Lokale eine sozialdemokratische Versammlung zur Besprechung der Getreidezölle statt, und es kamen in derselben auch die Schwierig- keilen zur Sprache, niit ivelchen die Gründung eines sozial- demokratischen Arbeitervereines verknüpft sei. Der Tabakspinner Hermann Schniidt ans Salza theilte hierauf mit, der Amts- Vorsteher habe den Restaurateur Max Schmidt veranlaßt, sich schriftlich zu verpflichten, die Sozialdemokraten nicht anfzunehmen, »vidrigenfalls ihm die Konzession werde entzogen werden: er habe dies« Nachricht aus dem eigenen Munde des Restaurateurs Max Schmidt. Der anwesende Redakteur Karl Schulze aus Erfurt be- merkte hierauf, der Amtsvorsteher S. müsse nach dem eben ge- hörten den Tabakspinner Hermann Schniidt wegen Verleumdung belangen, da das, was von ihm behauptet werde, die Verletzung einer Amtspflicht in sich schließe und nicht angeuomlnen werden könne, daß der Beamte so gröblich seine Pflicht verletzt habe. Herr Schulze forderte dann ausdrücklich die anwesenden Polizei- beaniten auf, die fraglichen Behauptungen dem Herrn Amtsvorsteher mitzutheilen. Dies wird denn auch wohl ge- schehen sein, denn einige Zeit darauf hatte sich der Tabak- spinner Hermann Schmidt vor dem Landgerichte Nordhausen wegen Beleidigung zu verantworten. Das ihn verurtheilende Er« kennlniß wurde vom Reichsgerichte auf seine Revision aufgehoben. Sodann hatte sich das Landgericht Nordhausen am 27. Juni d. I. abermals mit der Sache zu beschäftigen. Hermann Schmidt wurde zu einer Geldstrafe von 20 M. verurtheilt. Das Gericht erkannte an, daß die dem Anitevorsteher unter- stellten Motive in der That den Vorwurf einer schweren Amts- Verletzung in sich schließen würden. Es wurde aber auf Grund der getroffenen Feststellungen als erwiesen angesehen, daß der Amtsvorsteher S. sich gar nicht das erwähnte Versprechen von dem Restaurateur Max Schmidt habe geben lassen, daß dies viel- mehr der Privatsekretär des Amtsvorstehers S., Herr Oester- selb, gethan habe, und zwar auf eigene Faust, wie ausdrücklich hervorgehoben wurde. Der Amtsvorsteher war sonach entlastet und der gegen ihn erhobene Vorwurf unbegründet. Die Revision des Angeklagte» verwarf das Reichsgericht. Soziale Tkclrevlickxl. An alle in Buchbindereien und verwandten Betriebe» beschäftigten Slrbeiter nnd Arbeiterinnen! Am Montag, den 9. Januar, 9 Uhr Abends, findet im Lokale Alte Jakob- straße 7S eine öffentliche Versammlung statt, die sich insbesondere mit dem von der Innung ins Leben gerufenen Schiedsgericht befassen soll und außerdem noch einige Ersatzkandidaten zum Gewerbegericht aufzustellen hat. In Anbetracht, daß die Buch- binder-Jnnung ohne allen Grund und ohne daß das geringste Bedürfniß hierzu vorhanden ist, uns ein besonderes Schiedsgericht aufoktroyirt, hoffen wir, daß unsere Mitarbeiter und-Arbeiterinnen zahlreich und pünktlich erscheinen, um gemeinsam zu berathen, welche Maßnahmen hiergegen zu treffen sind. Das Recht, an den Wahlen zum Gewerbegericht theilznnehmen, ist leider für alle Arbeiter, die bei Jnnungsmeistern arbeiten, verloren. Es sind dadurch also unsere bürgerlichen Rechte stark bedroht, und Hieraegen wollen wir uns nach Kräften wehren. Alle weiteren Ausschlüsse werden in der betreffenden Versammlung gegeben werden.(Siehe Annonce.) Im Auftrage: B e r n h. I o st. hlL. Der Vorstand der Innung ist schriftlich zu dieser Ver- sammlunq eingeladen worden. An die Maler und Auftreicher von Berlin. Rontinental Kautschuk und Gutiapercha, Hannover 27 pet.( 27pt.)- 1 bis 400 Pfund Sterf. Für außerordentliche Ausgaben hat der Kollegen! Die Innung der Maler von Berlin hat durch Dresdener Baugesellschaft wenigftens 9 pet.( 9 pet.) Löbauer Präsident die Summe von 1800 Pfd. Sterl. des Jahres zu seiner ela Birkular ihre Mitglieder aufgefordert, daß diefelben ihre Brauerei 10 pet.( 10 pet)- Sulmbacher Beh 71/2 pet.( 7/2 pet.) Verfügung. Die Nation zahlt daher dem Haupte der Republik 3xerlässigen Gehilfen, vor allem die Meisterföhne- Maschinenfabrik Eeidel u. Blaumann( Eachsen) mindestens während seiner vierjährigen Amtszeit 75 360 Pfd. Sterl.( ungefähr Beranlai en, in der am Montag, den 9. d. W. stattfindenden 18 pet.( 18 pet.)- Vereinsfabriken photogr. Bapiere 18 bis anderthalb Millionen Mart). Diese Summe ist viel geringer als M. Bersammlung zu erscheinen, um die Wahl eines Gehilien- Aus- 19 pet.( 20 pCt.)- Geraer Jutespinnerei mindestens 14 bis 16 p& t. die, welche dem Monarchen eines großen europäischen Staates fchufes zur Errichtung eines Jnnungs- Schiedsgerichts zu voll wie im Vorjahre- Sächische Glasfabrik 10-12 vet.( 12 pet.) zur Verfügung steht. Nichtstestoweniger repräsentirt der Präaiehen. Stollegen! 1888 haben die Berliner Kollegen im eigenen Aftiengesellschaft für Glasfabrikation, vormals Geb. Hoffmannfident die 65 000 000 Einwohner feines Landes in ausgezeichneter Intereffe mit Mannesmuth ein folche ganz einseitige Vertreter( Sachfen) 8 pet.( 9 pt.)- Deutsche Kognakbrennerei in Siegmar Weise und ist gewöhnlich noch im Stande, während seiner Amtswahl abgelehnt. Beigt aufs Neue, daß wir nicht gewillt find, mindestens 8 pet.( 8 pбt.)- Porzellanfabrik Rahla 11-12 pet. dauer Ersparnisse zu machen. Das Stuttgarter Neue Tageeine solche Wahl vorzunehmen, von der unsere Kollegen in der( 12 pGt.)- Borzellanfabrik Kloster Beilsdorf 11 pet.( 11 pSt.) blatt", welchem wir Obiges entnehmen, scheint unter die Repu großen Mehrzahl ausgeschlossen sind. Unsere Interessen werden Meißener Dienfabrit Karl Zeichert 12 pet.( 13 pet.) blikaner gegangen zu sein! Surch die Gewerbegerichte, welche im Februar durch die Sächsische Ofenfabrik Ernst Teichert 15 pt.( 15 pet.) Lederallgemeinen Wahlen errichtet werden, am besten gewahrt. Wir fabrik Thiele in Dresden 15-18 pGt.( 18 pet.)- Vereinigte erfuchen die Kollegen daber, soweit sie bei Innungsmeistern in Fabriken englischer Sicherheitszünder Wieißen 10 bis 12 pet. Arbeit stehen, Mann für Mann zu erscheinen, um gegen ein( 12 pt.) solches Borgehen der Innung entschieden Proteft zu erheben und die Wahl eines Ausschusses abzulehnen. Zum Befuche der Verfammlung, die am Montag, den 9. d. M., Abends 7 Uhr, Niederwallstr. 11, stattfindet, ist es nöthig, eine Bescheinigung des Arbeitgebers mitzubringen. Die Agitation@ fommission der Maler und Anstreicher Berlins. J. A.: H. Kube. An die Mitglieder der Zentral Kranken- und Begräbniß Zentral- KrankenKajse der Buchbinder und verw. Geschäftszweige. ( Eingeschriebene Hilfefasse 83.) Wie vor kurzem bereits von unserer Seite aus im Vorwärts" mitgetheilt wurde, konnte das auf der letzten General Versammlung( abgehalten am 26.- 29. Jumi in Dresden) abgeänderte Statut, welches sich der Novelle zum KrankenversicherungsGesetz vom 10. April 1892 anpaßte, mit dem 1. Januar cr. noch nicht in Straft treten, weil die Genehmigung seitens der Behörde nicht erfolgte. Der Zentralvorstand der Kaffe hat nun beschlossen, das bisherige Statut bis zum 1. Juli 1893 bestehen zu lassen; es bleiben also bis dahin Beiträge und Unterstützungen wie bisher. tönnen. A Vermischtes. " " -Magdeburg, den 24. Dezember 1892. Auf Ihre Anzeige vom 29. November d. J. gegen den Amtsvorsteher Jahn daselbst wegen versuchter Nothzucht werden Sie benachrichtigt, daß nach der eidlichen Aussage der... der Beschuldigte niemals fie mit Gemalt zur Duldung des außerehelichen Beischlafes an nöthigen versucht hat, so daß ich teine Veranlassung habe, strafrechtlich gegen Jahn einzuschreiten. Maiziet. Briefkaffen der Redaktion. Aus Niederndodeleben berichtet man der Magdeburger Voltsstimme":" Ein Hüter von Recht und Familie ist der Amtsvorsteher Jahn in Niederndodeleben, denn weil die Sozialdemo fratie die Familie und die staatliche Ordnung untergraben will, so bekämpft er sie auf das eisrigste. Für seine eigene Person hat er jedoch eine ganz eigenthümliche Auffassung von der heilig feit der Familie, indem er, obwohl verheirathet, auch anderen Mädchen und Frauen nachstellt. Im vergangenen Herbst verfolgte er sein bei ihm in Dienst stehendes Dienstmädchen mit Die Pumpenfchlange. Einem Feuilleton der Kölnischen Unterhose bekleidet, zog ihr die Bettdecke weg und versuchte den imjittlichen Anträgen, begab sich bei Nacht an ihr Bett, war mit Volkszig." über amerikanische Merkwürdigkeiten der Gegenwart" Beischlaf mit ihr zu vollziehen. Von einigen Bewohnern Niedern entnehmen wir solgendes; Die größte Anzahl der Merkwürdig dodelebens wurde deshalb bei der Staatsanwaltschaft Straffeiten" liefert die Thierwelt in den Wäldern und auf den anzeige wegen versuchter Nothzucht erstattet. Auf die StrafSteppen des fernen Westens, die den unermeßlichen Spalten der großen Zeitungen eine unerschöpfliche Quelle fenfationelliten Füll- anzeige erhielten die Unterzeichner folgende Antwort: Der Kgl. Erite Staatsanwalt. offes bietet. Manche, so die bedeutende Sun" in New York, Aft.- 3. III J. N. 947/92 besitzen feit Jahren stehende Rubrifen, welche ausschließlich den natürlich aus bester Quelle stammenden und streng ver Z.-B.-N. 14565 bürgten Naturmerkwürdigkeiten gewidmet sind. Eine der lebten und interessantesten ist unstreitig die sogenannte„ PumpenGelehrten viel Kopfserbrechen machen wird. Der Bericht über Schlange", die, so versichert wenigstens die Sun", den dieses seltsame Thier lautet in Kürze folgendermaßen:„ In Zentral- Dakota, in der Region der Miñouri- Bottoms, existirt ein Für den Fall, daß irgend ein Mitglied durch seine Zu- wunderbares Geschöpf, welches die Farmer Bumpenfchlange" gehörigkeit zu unserer Kaffe als nicht vom Raffenzwang befreit nennen. Im Frühling des Jahres 1886 hat man es zuerst beerachtet werden sollte, d. b. deshalb zum Beitritt in eine Drts, merft; woher es gekommen ist, hat noch nicht festgestellt werden Innungs- oder sonstige Zwangskaffe gezwungen werde, wolle das können. Eine ausgewachsene Pumpenschlange fieht graugelb Da der Begriff mit Gewalt" nicht so leicht zu definiren Mitglied auf das im Dezember v. J. erlassene Gesez verweisen, aus und erreicht eine Länge von sechszehn Fuß bei einem Um- it, fo war die Abweisung der Strafanzeige zu erwarten, nach welchem diejenigen freien Hilistassen, welche ihre Statuten fang von nur drei Zoll. Die Thiere leben in großen Heerden jedenfalls aber beweist die Antwort des Herrn Ersten Staatsrechtzeitig eingereicht, aber noch nicht genehmigt erhalten haben, von dreihundert und mehr Exemplaren. Das Merkwürdigste anwaltes, daß Herr Jahn in bezug auf das sechste Gebot gerade bis zum 1. Juli d. J. mit ihrem bisherigen Statut weiter arbeiten an ihnen aber ist ihre Beschaffenheit. Sie sind nämlich denjenigen Ansichten huldigt, die er der Sozialdemokratie in die hohl, ihr Körper hat die Gestalt eines Rohres, und das Schuhe schiebt. Das ist ja eine alte Erfahrung, daß man nieDaß unsere Raffe rechtzeitig die Abänderung beziv. An offene Schwanzende ist mit einem gummiartigen, zufammen manden hinter einem Busche sucht, hinter dem man nicht selbst paffung an das Krankenversicherungs- Gesetz beschloffen, daher ein ziehbaren Ring versehen. Ein Farmer in Cat Tail- Greet hat gesteckt hat; und Herr Jahn, der selbst im Glashause sist, hat Recht auf diese Ausnahmebestimmung bat, bat sich der Zentral- vorzüglich ausgefallene Zähmungsversuche mit diesen Slangen am wenigften Urfache, andere mit Steinen zu bewerfen.- Im vorstand von der Aufsichtsbehörde bescheinigen lassen; follten unternommen. Er sing dreihundert Stück ein und hielt sie auf Interesse der Einwohnerschaft Niederndodelebens wäre es nun, also einem Mitgliede Schwierigteiten entstehen, so wolle es auf feinem Hofe, bis sie auf einen Piiff, genau wie Hunde, zu ihm daß das Dienstmädchen Beleidigungsklage gegen den Amtsvors diese Bescheinigung veru eisen; dieselbe lautet: famen. Nun faßte der Farmer einen großartigen, wahrlich eines steher anhängig machte." Bescheinigung: Amerikaners würdigen Plan, der es wieder ein Mal gezeigt hat, Dem Vorftande der Bentral- Kranken- und Begräbniß- Kaffe daß unsere Landleute die praktischsten der Welt sind. Er beder Buchbinder und verw. Geschäftszweige( e. H.) in Leipzig schloß, die Schlangen zur Bewässerung feiner Felder zu benutzen. wird auf Anfuchen bescheinigt, daß das in einer fringemäß ein Eine lange, mühevolle Dressur folgte: dann aber rief Mr. Hiram berujenen Generalversammlung auf Grund der Novelle zum Sawyer eines Tages feine Nachbarn zufammen und zeigte ihnen Krankenversicherungs Gefes vom 10. April 1892 umgearbeitete ein Bild, wie es die Phantasie wundervarer nicht ersiunen kann. Statut der Kasse im August dieses Jahres bei unterzeichneter Seine 300 Schlangen tamen anf einen Pfiff aus den Feldern Alter Genosse. Schöffe und Geschworene werden beeidet. Behörde eingereicht und der Antrag auf Ertheilung der We- herbeigestürmt und gruppirten sich am Rande eines Wasser Bei beiden sind dieselben Voraussetzungen für ihre Wählbarkeit: scheinigung nach§ 75a des Gesetzes vom 15. Juni 1888 in der grabens. Auf einen zweiten Pfiff bildeten fie ein langes Rohr die Line, aus der die Einberufung zu dem Amt eines Schöffen Fassung der Novelle vom 10. April 1892 gestellt worden ist. die erste Schlange steckte den Kopf ins Wasser des Grabens, oder Geschworenen stattfindet, ist dieselbe. Unfähig sind zu dem Leipzig, am 28. 12. 1892. die zweite nahm das Ende der ersten in den Rachen, die dritte Amt eines Schöffen oder Geschworenen: Nichtdeutsche und Per dasjenige der zweiten, und so fort, bis es wie ein langer Wasser- fonen, denen durch gerichtliches Urtheil die Ehrenrechte infolge ( 2.) Krankenversicherungs- Amt. J. A.: Ass. Rothe. Schlauch weithin über die Wecker zog. Nun begab die erstaunte ftra gerichtlicher Verurtheilung abertaunt sind, sowie Personen, Die Mitglieder werden hieraus ersehen, daß seitens der Gesellschaft sich an das Ende des Rohres und der Farmer stieß gegen die ein Verfahren schwebt, das die Aberkennung der Raffe alles zur Wahrung ihrer Rechte geschehen ist. Für die einen dritten Pfiff aus. Sofort begann die erite Schlange bürgerlichen Ehrenrechte zur Folge haben kann. Es sollen jenigen Kollegen, die der Kaffe noch beitreten wollen, seien hier affer aufzufangen, das alle anderen durch sich bindurch ferner nicht berufen werden: 1. Personen unter 30 Jahren, fit die Stellen bekannt gegeben, wo sie sich zur Aufnahme melden leiteten; die legte aber stellte sich auf den Kopf, erhob den 2. folche, die noch nicht 2 Jahre in einer Gemeinde tönnen: Veim Vorsitzenden P. Schneider, Blumenstr. 29, beim Schwanz und sprigte das Wasser im weiten Bogen über die wohnen, 8. solche, die Armenunterstügung innerhalb 8 Jahren 1. Kassirer 2. Woller, Alexandrinenftr. 116, Hof Quergeb. 4 Tr., Felder. Dabei bewegte sie sich, die ganze Rette mit sich ziehend, vor Aufstellung der Linie erhalten haben, 4. Personen, beim 2. Kafficer Otto Schneider, Staligerstr. 48, beim Kontroleur leitwärts davon, bis der Graben erreicht war, und dann, etwas die wegen geistiger oder törperlicher Gebrechen ungeeignet sind, H. Fritsch, Naunynitr. 67, Quergeb. part., sowie des Sounabends mehr zufammen geschoben, im Hilbireis wieder zurück- turz, 5. Dienstboten, 6. Minister, 7. Mitglieder der Senate von HamAbends von 812-10 Uhr in folgenden Zahlstellen: Beuth Minnten waren alle Aecker des Mr. Sawyer burg, Bremen und Lübeck, 8. gewisse Staatsbeamte und Reichsftraße 21( früher Norbert's Hestaurant), Friedrichstr. 34, bewässert. Natürlich erutete der praktische Farmer das Lob aller beamte, 9. Richter, 10. Polizeibeamte, 11. Staatsanwälte, 12. Re Destillation, Oranienplag bei Sperling, Testillation, Blumen- Anwesenden, die inzwischen schon zum Theil seinem Beispiele ligionsdiener, 18. Boltsschullebrer, 14. attive Militärfiraße 88, Restauration und Weinmeisterstr. 19, Deitillation. gefolgt und mit der Abrichtung von Pumpenschlagen beschäftigt personen. Ablehnen dürfen die Berufung zum Amt eines Ferner fei noch auf die am Sonntag, den 22. d. M. Vor- find. Den Gelehrten ist es vorbehalten uns mehr und Ge- Schöffen oder Geschworenen nur 1. Mitglieder einer gefeßgebenden mittags 10 Uhr, im Restaurant Beuthstr. 21, 1 Tr. stattfindende naueres über dieses neue merkwürdige Thier unseres Kontinentes Versammlung 2. Personen, welche im vergangenen Jahre die Hauptversammlung aufmerksam gemacht; in derselben erfolgi mitzutheilen." Verpflichtung eines Geschworenen oder an wenigstens 5 Sigungsdie Wahl des Borstandes. Aue Mitglieder werden ersucht, ihr mit der ern eften Miene von der Welt auch die Urtheile der thefer, die feinen Gehilfen haben, 5. über 65 Jahr alte PerSo weit die New- Yorker Sun, die nächstens ohne Zweifel tagen das Amt eines Schöffen bekleidet haben, 3. Aerzte, 4. ApoMahlrecht auszuüben. Die Ortsverwaltung. Gelehrten" bringen wird. Es ist zwar nicht rathfam, diesen sonen, 6. Personen, welche glaubhaft machen, daß sie den mit der Urtheilen vorzugreifen; der Vollständigkeit des Verichtes Ausübung des Amtes verbundenen Aufwand zu tragen nicht verBum Dividendenunfuge schreibt man der Münchener wegen muß aber doch noch eines fleinen Geschichtchens mögen. Um sich noch genauer informiren zu können, werden Sie Poft": Erwähnung gethan werden, welches ein anderes Blatt, gut thun, sich durch den Verlag des Borwärts" ein Gerichts Die Hypotheken- und Wechselbank ist die Be- nämlich der Agrikulturist", seinen Lesern auftischt. Dieses verfassungs- Gefeß und eine Strafprozeß- Ordnung anzuschaffen. herrscherin des tayerischen Immobilienkredites, und was ihr ent- Blatt weist nach, daß die Pumpeuschlangen mit hoher R. G., Charlottenburg. Da Ihre Angelegenheit rechtsgeht, fällt der Bodenkreditbank in die Hände. Diesen Instituten Intelligenz begabt feien, und zwar zeige dies ein Vorfall, für fräftig zu Ihren Ungunsten erledigt ist, so läßt sich leider nichts frohnden und steuern Hunderttausende von Bandwithen und den es selbstredend die Verantwortung übernimmt. Die Scheune Weiteres veraulaffen. Fälle wie der Jbrige, in denen eine Be Anwesensbefizern unter Aufbietung ihrer legten Krait und dabei des Farmers Sawyer gerieth nämlich eines Tages in Brand und hörde wie der schäbigste Unternehmer einen in ihrem Dienst inin steter Angst, wie lange die allmächtige Gebieterin sie auf stand im Nu in bellen Flammen. Natürlich eilte der Farmer valide Gewordenen auf das Pflaster jett, giebt's leider hunderte. ihrem Eigenthum" weiter figen laffen werde. Die Geldherrscher spornstreichs von den Feldern herbei, ftand aber bald rathlos auf Die einzige Vergeltung besteht, wie fie fehr richtig hervorheben, aber stecken für diese ihre fegenereiche Arbeit in Gnaden eine feinem Hofe, da kein einziges menschliches Wesen zur Hilfeleistung darin, daß durch solche Fälle neue Rekruten für die sozialdemo jährliche Kapitalverzinsung von 7 bis 12% pet. in die Tasche. in der Nähe weilte. Da, in der höchsten Noth, hörte der Farmer fratische Armee geworben werden, ohne deren Sieg die BerwirtDie Oberbayrische Bergwerfs Gesellschaft in auf einmal einen Pfiff, und ehe er mußte, was ihm geschah, flog lichung der Gerechtigkeitsidee unmöglich ist. eine wahre Munterarbeitgeberin, nämlich im Sinne der Herren ein dicker Wasserstrahl über ihn hinweg in das brennende Ges v. Stumm und Gesinnungsgenossen. Die Gesellschaft beschäftigt zum bäude. Die Pumpenfchlangen hatten den Brand und die Vere allergrößten Theil Böhmen, Ungarn und andere ausländische Ar- legenheit ihres Wohlthäters, der sie zu zivilisirten Schlangen ge- der beiter, die ihr infolge deffen mit Haut und Haaren verschrieben macht hatte, bemerkt, und warteten nun nicht erst auf Befehl, find, sich jeden noch so niedrigen Lohn und jede Behandlung ge- fondern begannen aus eigener Initiative die Arbeit, so daß das fallen lassen müssen, wenn sie nicht zugleich von der Arbeit und Feuer nach zehn Minuten gelöscht war. Heil! Heil den wunderzum Land hinausfliegen wollen. Die wenigen deutschen Arbeiter baren intelligenten Pump- Genies! werden durch diese Konkurrenz vollkommen im Baume gehalten und Dürfen nicht einmal von ihren politischen Rechten Gebrauch machen. Diese Herrschaftsstell..ng läßt sich die Gesellschaft mit einer Dividende von 9 pet. bezahlen. Der Rath der Stadt Leipzig. in 20 " 1 Diamanten im Meteoren. So dunkel uns immer der Urs 9. 2. 18. Nur wenn fein Affordlohn vereinbart ist. D. K. Der Ehemann, nicht die Eltern haften für die von Ehefrau zwecks ihrer Ernährung gemachten Schulden. M. E. Das Kind führt den Namen des Mannes. 2. Y. Melden Sie den Unfall schriftlich der Berufsgenossenfchaft, sowie mit dem Antrage, Ihre Dienjitauglichkeit unterjuchen lafen zu wollen, schriftlich oder mündlich( unter Beifügung des Militärpanes) Ihrem Bezirks- Feldwebel. 2. R. 100. Des Wirthes Sache ist es, für Heizbarkeit des Dfens Gorge zu tragen. Kommt er Ihrer dahin gehenden Aufforderung nicht nach, so haben Sie die Wahl, eine Klage auf rjüllung feiner Pflicht anzujirengen, oder den Ofen heizbar machen zu fassen und dann auf Erstattung der hierzu verwendeten Kosten zu flagen. Die Textilarbeiter in Hof gehören mit zu den elendesten, ausgemergeliften Arbeitern Bayerns; es herrschen dort schon ganz fächsische Verhältnisse. Dafür haben diese Stieffinder der Gesellschaft aber den beneidenswerthen Trost, zu sehen, wie fich ihr Schweiß in eine filbertlingende 15 prozentige in dem Meteoreifen von Arva fleine Rörnchen, die den Rubin bekannt. Rente für ihre Arbeitsherrn umwandelt. nießen. W. B., Pallijadeustraße. Uns ist von Ihrer Anfrage nichts unerhebliche Echreib- und Stempelgebühren erhoben werden. Sp. in Fulda. Für Ausstellung des Scheins können nuc Benteuert werden fann aber der Verkauf, wenn er als Gewerbebetrieb aufgefaßt wird, mit 48 Mart jabrlich. Dank für Gruß. fprung der Diamanten gewesen ist, heute kennen wir ihn auf einmal: fie fallen vom Himmel berab! In Meteoriten eingeschlossen, kommen Diamanten in Pulverform oder als kleine schwarze Körnchen zu uns. Jerofejeff und Batch in off fanden in einem Meteoriten, der in Nowo- Urer( Gouvernement Bensa in Rußland) gefallen war, ein grobes schwarzes Pulver, daß die Härte des Diamanten besaß. Weinschen entdeckte rigten, und König machte diefelbe Beobachtung an einer Brobe Die Arbeit in den Steinbrüchen der Granit- Aktien von Meteoreifen, das in der Nähe von Canon- Diablo in MittelGesellschaft wird zweifellos auch eine recht angenehme sein. Aber Amerita aufgefunden worden war. Friedel endlich gewann dafür ist sie auch recht lohnend, wenigstens für die Aktionäre, aus einem Meteoritenstück soviel von diesem schwarzen Pulver, welche, wahrend ihre Arbeiter das Gestein sprengen und hauen daß er es einer genauen Analyse unterwerfen fonnte. Das Er der Landeskirche findet nur auf Preußen Anwendung. Damit Andreasstraße 63. Das Gesetz über den Austritt aus und sich für wenige Groschen täglicher Leibes und Lebenegejahr gebniß der Untersuchung aber bestätigte die Annahme der übrigen Sie als Sachfe austreten tönnten, müßten Sie erst den umständ= ausfegen, in aller Gemüthsruhe eine Lividende von 12 pet. ge- Gelehrten vollständig; es war Diamant, der nur der schwarzen, lichen, schwierigen und wenig aussichtsvollen Weg beschreiten, nicht fryftallifirten Varietät angehörte. Diese Diamantenförnchen, aus dem Unterthanenverband" des Bliemchenkaffeelandes zu Und so fort. Unsere fapitalistische Welt, Ordnung" ist doch die in Gesellschaft von Schwefeleifen und Phosphorverbindungen scheiden und in den Unterthanenverband" des fäbelraffelnden hübsch eingerichtet nicht wahr? Und diese nieberträchtigen in fleine Höhlen eingefügt find, tönnen sich aber wohl nur Breußens einzutreten oder aber: erst Muhamedaner oder Sozialisten haben die Birnverbranntheit, fie ändern zu wollen!" während der Konfolibirung der Meteormaffe gebildet haben. Jude werden und dann austreten. Die Kirche läßt 8abler Teshalb ist es vielleicht auch möglich, in einem elektrischen Kapitalistische ,, Entbehrungslöhne". Anhaltische Kohlen Schmelzofen, der eine Wärme von 2000-2500 Gr. hervor nicht aus ihrer Umarmung. merte 7 pt.( 1891 7 pet.) Aplerbecker Attienverein für zubringen vermag, die gewünschten Bedingungen zu vereinigen, Bergbau 7 bis 8 pet.( 13%, pet.) Arenbergische Aktiengesell um, wenn auch noch nicht krystallisirte Diamanten, doch vorerst fchat für Bergbau und Hüttenbetrieb 40 bis 30 pet.( 80 pet.) wenigstens diese schwarze Varietät zu fabriziren. -Lergwerts Attiengesellschaft Konsolidation 12 pt.( 20 p6t.) -Magdeburger Bergwerksverein 38 s pst.( 331/ s p6t.) Eisen- Der Präsident der Vereinigten Staaten erhält 10 000 gießerei Reyling und Thomas 6 pet.( 6 pt.) Stettiner Pfund Sterling( 200 000 Mart) Jabresgehalt. Außerdem Maschinenbau- ftiengesellschaft 8 p6t.( 9 pt.) Chemische gewährt ihm der Staat jährlich 1000 Pfund Sterling für einen Fabrit auf Attien, vormals E. Schering 19 pt.( 18 pt.)- Brivatsekretär und 500 Piund Sterling für einen Hilfssekretär. Berliner Cichorienfabrit vorin... Boigt 9 pet.( 9 pt.) Als jum Haushalte des Präsidenten gehörig find engagirt: fecha Nordhaufener Tapetenjabrit 6 pet.( 7 pt.) Egestorff'iche Salz Schreiber, ein Bahlmeister, ein Ginführer" oder Beremonien merte 8 pet.( 7 pt.)- Bellpofffabrit Waldhof 10 pet.( 10 pGt.)- meister, ein Verwalter, fünf Thürsteher, ein Ingenieur und ein Terraingesellschaft Groß- Lichterfelde mindestens 22 pet.( 22 pet.)- mächter. Diese Beamten haben einen jährlichen Gehalt von 80 Berkauf nicht freihändig, sondern im Wege der ZwangsvollWilhelm Jäger. Das Manuskript ist bereits vernichtet. P. G. 100, Der Miethsvertrag ist aufgehoben, weil der firedung ftattgefunden hat. 2. A. 50. Rönnen Sie beweisen, daß Ihre Angabe richtig ist, müssen Sie reigefprochen werben; andernfalls läßt sich der Verlauf der Sache absolut nicht übersehen. D. 9. T. Leider ja. ein W. W. 22. Sie müssen an das Vormundschaftsgericht Besuch um Genehmigung zur Verheirathung richten. Mag. Wir fönnen Ihnen nur rathen, sich an die betreffende Arbeiterorganisation zu wenden. Sozialdemokratischer Wahlverein Gewerbegerichts- Wahlen! Arbeitgeber!] Verband aller in der Dienstag, den 10. Januar Abends 82 Uhr, He bei Joël, Anderasstr. 21: Metall- Industrie des 3. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Oeffentl. Versammlg.von Arbeitgebern.befäftigten ebeiter Sonntag, den 15. Januar 2. Stiftungsfest in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Liedesfreiheit"( Mitglied d. A.-G.-B.), geboten. und des humoristischen Vereins..Vipifar"( Mitglied des B. d. gesell. A.-V.) Sierauf: Grosser Ball. Dirigent R. Tietz, Anfang 4 Uhr. Entree 30 Pf. Billets find zu haben bei den Vorstandsmitgliedern und auf den Zahlstellen bei A. Schweitzer, Citypassage, Dresdenerstraße, W. Gründel, Dresdener: ftraße 116, A. Kehr, Röpenickerstr. 126, Börner, Ritterstr. 108, Schönike, Wafferthorstr. 20, G. Schulz, Admiralstr. 40. Um recht rege Betheiligung der Genossen ersucht Das Komitee. 874,3 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 10. Jannar, Abends 8 Uhr, im Schultheiss( früher Ciskeller), Chauffee- Straße Nr. 88: Versammlung. Zagesordnung: reinsang 1. Bortrag über" Spiritismus". Referent: Karl Hoffmann. 2. Rorreferent: Reichstage Abgeordneter E. Wurm. 3. Vereinsangelegen heiten. 4. Fragetasten. Gätte haben Zutritt. 239/13 Der Vorstand. Um allen Anforderungen, die von den Genossen der Proving an uns gestellt werden, zu genügen, ersuchen wir die Genossen unseres Kreises, alle gelesenen Arbeiterzeitungen und Broschüren an den Genossen Franz Gleinert abzuliefern. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 8. Januar, finden zwei Versammlungen ftatt. Die erste Nadm. 5 Uhr Kommandantenkr. 20( Arminhallen). Letter Vortrag des Hrn. Peus( vor seiner unfreiwilligen Abreise nach Plößensee) über:„ Bilder aus dem amerikanischen Sklavenleben". Zages Ordnung: 1. Die Betheiligung der Arbeitgeber an den Gewerbegerichts- Wahlen. 2. Aufstellung von geeigneten Kandidaten. 3. Verschiedenes. 273/18 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist zahlreiches Erscheinen dringend Der Einberufer: J. A.: Herm. Faber, SO., Grünauerstr. 4. Unterſtügungsverein der Maurer im Westen Berlins. Montag, den 9. Jannar er., Abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale ,, Königshof", Bülowstraße 37. Tages Ordnung: 246/2 1. Vortrag des Genossen Antria. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. J. 2.: Der Vorstand. Berlins und Umgegend. Ten Mitgliedern des Nordwestens bringen wir hierdurch zur Kenntniß, daß die III. Bibliothef, welche der Ver band im Restaurant Nos, Rathenowund Treyfestraße- Ecfe errichtet hat, am Montag, den 9. Januar, eröffnet wird. Die Ausgabe der Bücher erfolgt Montag und Tonnerstag Abends von 81/ 2-10 Uhr. Eine rege Benutzung empfiehlt Der Vorstand. 228/9 Berein deutscher Schuhmacher. ( Filiale Berlin.) Versammlung Montag, den 9. Jan., Abds. 82 Uhr, bei Gründel, Dresdenerstr. 116. Tagesordnung: Verband deutscher Schneider und Schneiderinnen und verw.perfamulung zu Frankfurt a. M. 2. Dis Berufsgenossen( Filiale Berlin). 1. Berichterstattung über die General tuffion. 3. Verschiedenes u. Fragetaften. Bahlreiches Erscheinen ist Pflicht der Am Montag, den 9. b. M., Abends 82 hr, im Lokal des Herrn Mitglieder. Gäste willkommen. Hensel, Invalidenstraße 1, Ecke Brunnenstr.: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: ・ 1. Bortrag der Kollegin Frau Reimann( Mantelnäherin), über:„ Die Verhältnisse in der Berliner Mäntelbranche", hieran anknüpfend werden die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Weltfirma Oppenheim, Collin& Comp., Jerufalemerstr. 31, flargelegt. 2. Diskussion. 3. Wichtige Verbandsangelegen beiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Lokalverwaltung. 275/7 Der Bevollmächtigte. Allg. deutscher Filiale Berlin. Versammlung 270/8 Maskenball der Berliner Schneider und Schneiderinnen in der Berliner bei Bolt, Alte Jakobstr. 75. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der diesjährige Wiener Montag, den 9. Januar, Abds. 9 Uhr, Ressource", Kommandantenstraße 57, stattfindet. Billets sind in der Versammlung, sowie in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. D. O. Maler, Austreicher, Ladirer. General- Versammlung der Filiale V( Norden) Die zweite Abends 72 Uhr Kommandantenstr. 79( Gratweil's Bierhallen). Vortrag der Frau Emma Jhrer über: 32 Monate Fabrikarbeiterin". Nach den Vorträgen: Gemüthliches Beisammensein u. Tanz. Dr. Herren und Damen als Gäste stets willkommen. 140/20 Die Generalversammlung findet am Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, Kommandante. str. 20( Arminhallen), oberer Saal, ftatt. Mitgliedskarte legitimirt. Achtung! Achtung! 215/8 am Montag, den 9. Januar, Abends 84 Uhr, bei Nikoley, Elisabethkirch- Straße Nr. 14. Tages Ordnung: W Lütgenau. 2. Bierteljährlicher Kaffenbericht. 3. Filialangelegenheiten. 1. Fortsetzung des Themas:„ Der Urmensch u. die Urgesellschaft". Ref.: Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Maler und Anstreicher Berlins! Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. Montag, den 9. Jan., Abds 7 Uhr, Niederwallstr. 11( großer Saal): Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 8. Jannar, Abends 6 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße Nr. 37-38. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Julius Türk über: Hervorbringung und Vertheilung der Werthe in der sozialistischen Gesellschaft". 2. Diskussion. Entree 10 Pg. Nach der Versammlung findet ein geselliges Beisammensein statt. Achtung! Moabit. Achtung! 825b Gr. Wiener Maskenball am Sonnabend, 14. Januar 1893, in der Moabiter Kronen- Brauerei, veranstaltet von den Parteigenossen Moabits, 883b unter gütiger Mitwirkung des Gefangvereins Vereinte Sangesbrüder Moabits. Zur Aufführung gelangen: Die Ausgewiesenen im Jahre 1879, E und: Die Agitationstour nach Gransee im Herbst 1892. Billets find in allen mit Plakaten belegten Lokalen zu haben. Entree 50 Pfennig. E Um zahlreichen Besuch bittet Anfang 8 Uhr. Das Komitee. Versammlung W Tagesordnung: 1. Gewerkschaftliches. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen bittet 842b Die Ortsverwaltung. Verb. d. in Holzbearbeitungsfabriken und auf Holzplägen beschäft. Arb. u. Arbeiterinnen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin I Mitgliederversammlung Montag, den 9. Januar, Abends 81/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Alfons Bor chardt über: Gin Streifzug durch die Berliner Stadtverwaltung." 2. Abe der bei Jnnungsmeistern arbeitenden Gehilfen behufs Wahl eines Gehilfen- rechnung vom 4. Quartal, 3. Abrechnung und von Ausschulfes zur Errichtung eines Innungs- Schiedsgerichts. vom Sommementshaftliches. 5. grageLegitimation vom Arbeitgeber ist mitzubringen. Siehe heutigen Aufruf unter„ Soziales". Die Agitations- Kommission der Maler und Außtreicher Berlins. J. A.: H. Kube. 284/5 ( Zahlstelle Berlin). Deutscher Tischler- Verband aftelle Brauche der Musikinstrumenten- Arbeiter. Versammlung am Sonntag, den 8. Januar, Vorm. 10 Uhr, in Feuerstein's Salon", Alte Jakobftraße Nr. 75, Tages Ordnung: Der Abing in der Pianofortefabrik von Kuhla. Es ist Pflicht der Kollegen zu erscheinen. Achtung! 816/15 Die Ortsverwaltung. Textil- Arbeiter Filiale Berlin. Dienstag, den 10. Januar, Abends S% Uhr, bei Joël, Andreastraße Nr. 21( oberer Saal): Achtung! Grosse Versammlung. Tages Ordnung: fasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 173/15 Der Vorstand, Central- Kr.- und Sterbekasse der Maler. ( Filiale IV. e ft.) Versammlung Montag, den 9. Januar 1898, Abends 8 Uhr, im Restaurant Appelt, Lützows straße 7. Tagesordnung: 1. Raffenbericht. 2. Wahl d. örtlichen Verwaltung. 2. Diss fuffion über die neuen Krankenkassen. verhältnisse. 2204 Die örtliche Verwaltung. Lackirer. Montag, 9. Januar, Abends 81/2 Uhr: Generalversammlung 1. Vortrag des Herrn Dr. Joël über: Das Waffer im Haushalte der im Lokale des Herrn E. Wienecke, 38, Rosenthaler- Philipp's Salon, 38, Rosenthaler Natur; it permenten", 2, Disfufion. 3." Raffenbericht. 4. Verschiedenes. Strasse 38. Hackescher Markt. Sonnabend, den 14. Januar 1893: Strasse 38. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. NB. Der Arbeitsnachweis befindet sich in Feindt's Restaurant, Weinstr. 11, und ist geöffnet von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr. 8536 Der Bevollmächtigte: E. Liebers. Alte Jakobftraße 83. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Quartals, abrechnung. 8. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand. 214/4 Grosser Wiener Masken- Ball, Arbeiter- Bildungsschule( Ost- Bezirk) Graveure und Ciseleure. veranstaltet vom Bauarbeiter- Verein der Rosenthaler Vorstadt. Um 12 Uhr: Demaskirung. Um 2 Uhr: Gr. Fest- Polonaise. Die Ballmusik wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt. EF Ende? Sonntag, den 8. Januar, Abends pray. 6 Uhr, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee No. 11-131 Versammlung. Tages Ordnung: General- Versammlung am Montag, den 9. Januar, Ab. 81/2 Uhr, Dresdenerstr. 40. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Berichte. Vortrag des Herrn Roland über: Die Lösung des sozialen Problema". Nach ber geselliges Beisammensein und Tanz. Damen und Herren als Gäste 3. Wahl des Vorstandes. 4. Antrag 8086 Bommer: Falls der Fachgenoffe eingeht, den Beitrag aur wöchentlich 10 B. zu ermäßigen. 5. Verschiedenes. 167/10 Der Vorstand. Anfang 8 Uhr. Billets à 50 Pfg. sind bei folgenden Komitee- Mitgliedern zu haben: willkommen. W. Kersten, Wollinerstraße 14; W. Saarmann, Stralsunderftr. 80; W. Genz, Bernauerstr. 114c; R. Alter, Putbuserstr. 38; E. Krietsch, Brunnenstr. 45; A. Kleinert, Bernaueritraße 49; P. Deich, Günthalerstraße 66; 0. Wiesner, Schwedterstr. 49; C. Schulz, Gartenstr. 43. Freunde und Gönner ladet hierzu ergebenst ein Das Komitee. Große öffentliche Versammlung 123/8 der Töpfer Berlins und Umgegend am Mittwody, den 11. Januar, Abends 5% hr, in Joël's Salon, Andreas- Straße Nr. 21. Zages Ordnung: 8. Bericht des Vertrauensmannes. = 1. Die Gewerkschaftspreise und ihre Aufgabe, 2. Die Roatsforbfrage. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht der Kollegen, alle Mann für Mann zu erscheinen. Die Versammlung beginnt präzise 6 Uhr. Carl Thieme. 826/3 Zahnarzt Rob. Wolf, Brunnenstr.4( Rofenth Th.). Künstl. Zähne v.2 M. an Plomb. v. 1,50 M. an. Schmerzl. Bahns. u. Reinig. d. Bähne 1 W. Sprechft. 8-7 Arbeiter- Bildungsschule Am Sonntag, den 8. Januar, Abends 5/2 Uhr, Versammlung des [ 102/20 im gr. Saale der Berliner Bockbrauerei( Tempelhofer Berg): Allg. Arbeiterinnen- Vereins, Derlammlung. Tagesordnung: Vortrag über: Schlestens Land und Leute." Referent Herr Vogtherr. Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein und Tanz. Damen und Herren als Gäste willkommen. 1986 Verein Berliner Hausdiener. in den armin- Gallen, Rommandanten- Straße Nr. 20: Dienstag, den 10. Januar, Abends 9 Uhr, 2. ordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Mittheilungen. 2 Vierteljahresbericht. 8. Abrechnung vom Stiftungsfeit. 4. u nahme neuer Mitglieder und Ausgabe der Billets zu dem am 14. Januar staifindenden Maskenball. 5. Berschiedenes und Fragekasten. Der Vorstand. 8505 Filiale Friedrichsberg u. Umg. am Montag, den 9. Januar 1898, Abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Spizig, Frankfurter Allee. 1. Bortrag des Herrn Sparfeld über:" Vom Rechte, was mit uns geboren". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Tellersammlung findet statt. Herren Der Vorstand. als Bäfte willkommen. Um zahlreichen Besuch bittet Damen- Masken- Garderobe von M. Roussel, Skalitzerstr. 43. Rein Feilschen fein Handeln, sondern streng feste, sehr billige Preise Geschäfts- Häuser Gestrickte Westen 5,75-4,-2,50Feste Preise. 2 M. Sohn BaRLIN. 1. Geschäfts- Haus: 24a. Chausseestrasse 24a. 2. Geschäfts- Haus: 8. Brückenstrasse 8. 3. Geschäfts- Haus: 16. Grosse Frankfurterstrasse 16. Winter- Ansverkauf zu erstaunlich billigen Preisen, so lange der Vorrath reicht. Winter- Paletots, auch für sehr bel. Knaben- Paletots, entzück. Muster, Herren, 20,- 16,50- 12,- 10.8,- 6,- 5,-... 4 M. 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Januar 1893, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Bolk( früher Feuerstein), Alte Jakobßraße 75. Tagesordnung: 1. Mittheilungen und Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Jahresberichte und Abrechnung von den Festen( 18. September vom Stiftungsfest), Bekanntgabe der Billetrestanten. 3. Wahl des Arbeitsvermittlers, des Gesammtvorstandes und der Revisoren. 4. Anträge. Unterstützungsfrage. Bibliothek. 5. Geschäftliches. Ausgabe der Billets zum Maskenball am 21. Januar. Fragetasten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Kollegen, welche sich aufnehmen lassen wollen, müssen dies am Eingange thun. Die Wichtigkeit der Tagesordnung verlangt unbedingtes Erscheinen aller Mitglieder. Der Vorstand. Am Sonnabend, den 21. Januar 1893: Grosser Wiener Masken- Ball Andreasstr. 64. in den Gesammträumen der Concordia- Festsäle. Krautstr. 38. Großer historischer Festzug: Interessant! Bilder aus dem 19. Jahrhundert Interessant! ausgeführt vom„ Verein für volksthümliche Kunst". Ballmusik( 3 Orchester) ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker". Einlasskarte 50 Pfennig. Der Vorstand. Anfang 82 Uhr. 170/5 Lese- und Diskutir- Klub„ Süd- Ost": اوو Sonntag, den 15. Januar 1893: Zweites Stiftungs- Fest in Joël's Festsälen, Andreasstrasse No. 21. 198/4 Marx, Karl, Kritik der politischen Grosses Vokal- und Instrumental- Konzert, Oekonomie.( 1859.) Die neue Zeit( Dieh, Stuttgart), ältere Jahrgänge von 1883 an. Protokolle der Parteitage, alle dieausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Berliner Buchdrucker( Mitgl. d. A.-S.-B.), Dirigent: Herr Hoppe. jenigen vor dem Wydener Kongress. Festrede des Reichstags- Abg. Paul Singer. Engels, Fr, Bauernkrieg. " Bakunisten an der Arbeit. Soziales aus Rußland. Po und Rhein. 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