Kr. 269* ItoanaMatS'Brfloftiingeii: Aiennement»• Pret» prüxwnrrand» r SifrttliUtl 830 SRI, momtl Lio IW, »Schenmch MW wich einzeln» ei wi Haus. lg. EonntagS- nmnmer mit illuWertee EonntagZ- Beilage»Die Reu» Well* 10 Pfg, Post- Abonnement: 140 Marl pro Monat. eingetragen w die Post-Zeitungs- eisltste. Unter Kreuzband und Oesterreich. Ungarn ' übrige«uSIand Preisliste. Deutschland 2 Marl, für das 8 Marl pro Monat. nehmen an: Beigten. «tob» flilift um Boitaat- 24. Jahrg. Vevttnev VolkSblcltk. 2�entralorgan cter so�ialclemokratiscken Partei Veutscklanäg. VI«!nfertlons*G(bOfir Betragt ISt die sechSgespallene Rolonrt» geile oder deren Raum BO Pfg, für polistlche und gewerlschasMche Lereins« und BersammlungS-Anzeigen 80 Pfg. „KUsnc Hnztlgcn", das erste(fett- gedruckte) SBort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengefuche und Schlaf- stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 18 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition »�gegeben werden. Die Expedition ist bis? Uhr abends geöffnet, Telegramm-Adresse: „S«ztaliUn9lint RtrliiiM. Redahrtoni SM. 68, Undenstraooc 69. Ger» spreche»: Amt IT. Str. 1983. 6xped!rtom SM. 68, Llndcnatraosc 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Zur neuen Flottenvorlage. Imperialismus und Marinismus stehen im innigsten Zusammenhang: denn jede Kolonialmacht hält es für ihre dringendste Pflicht, für die Verteidigung ihrer Schutzgebiete Sorge zu tragen. Das kolonisierende Land ist auch dann noch nicht von dieser Verpflichtung entbunden, wenn die Kolonien eine gewisse Reife erlangt haben, daS heißt, wenn sie wirtschaftlich unabhängig geworden sind: denn die Zugehörigkeit zum Mutterlande würde für jede Kolonie völlig wertlos sein, wenn sie selbst die Kosten für ihre Verteidigung übernehmen müßte. Die mit vollen Segeln im Fahrwasser des Jmperia lismus treibende deutsche Regierung hat aus dem Ringen in Asiens Gewässern den Schluß gezogen, daß zwecks Durch- führung ihrer mehr als gefährlichen Politik eine abermalige gewaltige Verstärkung der Marine nötwendig sei. Sie wird die Expansionslüsternheit und die Hurrastimmung der bürgerlichen Parteien ausnützen und schon in nächster Zeit eine Novelle zum Flottengesetz von 1900 einbringen. Zwar wissen wir noch nicht genau, welcher Art die Forderungen der Regierung find und in welcher Weise man die notwendig werdende Schröpfung der Massen vorzunehmen gedenkt, doch sicher ist, daß die Lebensdauer der Linienschiffe von 25 Jahren auf 20 Jahre herabgesetzt werdensoll. Begründet wird diese Forderung, deren Bedeutung viel fach unterschätzt wird, mit der Behauptung, daß die deutsche Flotte eine große Anzahl völlig veralteter und un- brauchbarer Schiffe aufzuweisen habe. Man spricht von „wertlosem Gerümpel" und von„schwimmenden Särgen", die im Falle eines Krieges durch die feindlichen Schiffs geschütze gar bald dem Meeresgrunde übergeben würden. Nun ist es wohl ohne weiteres klar, daß ein vor 25 Jahren erbautes Linienschiff einem in diesem Jahr- hundert erbauten Schiff derselben Gattung in jeder Be ziehung unterlegen ist, und daß demgemäß eine Flotte, die viel alte Schiffe in ihrem Bestände aufzuweisen hat, die Leistungsfähigkeit eines nur aus modetnen- Schiffen zm sammengesetzten Geschwaders— die gleiche Anzahl Voraus gesetzt— nicht erreicht. Diese Erwägung kann uns Sozial Demokraten, selbst wenn obige Behauptung zuträfe, natürlich noch lange nicht einer Herabsetzung der Ersatzpflicht geneigt machen, weil wir eben die Notwendigkeit einer Schlachtflotte für Deutschland überhaupt in Abrede stellen: aber will man die Beweisführung der Flottenagitatoren auf ihren wahren Wert zurückführen, dann hat man zunächst die Schiffsbestände der hervorragendsten Seemächte in bezug auf das Alter ihrer Glieder zu prüfen. Wir betrachten zu diesem Zweck die folgende Tabelle: �gestalten. Bedenkt man nun, daß sich alle größeren See- I n.ächte beim Bau ihrer Schiffe vom Ebenbürtigkeitsprinzip * leiten lassen, daß also das Alter eines Schiffes ausschlag- I gebend für seine Leistungsfähigkeit ist, und zieht man weiter den hohen militärischen Wert der Homogenität der deutschen Linienschiffsverbände in Betracht, so kommt man zu folgendem Schlüsse: Die Argumente der Flottentreiber sind aus der Luft gegriffen, und gerade das geringe Durchschnittsalter der deutschen Linienschiffe beweist schlagend, daß eine Ver- jiingung des Schiffsmaterials unserer Marine nicht er- forderlich ist. Doch suchen wir uns weiter über Bedeutung und Folgen einer Herabsetzung der Lebensdauer unserer Linienschiffe um fünf Jahre klar zu werden. Oesterreich- Ungarn Amerika.... Deutschland... Rußland.... Japan..... England.... Frankreich... Italien.... ES liefen Linienschiffe vom Stapel lS7S/1SW� 1891/1899 1 1 1 2 8 10 L S 10 8 5 82 10 8 1900/1906 6 16 16 3 7 20 6 6 Durchschnitts alter der Linienschiffe 6,9 Jahre 7,0. 7,6. 7,8. 8,9. 10,4. 18,9. 15,1. Bei dieser Tabelle ist zu beachten, daß weder Rußland noch Japan mit einem so geringen Durchschnittsalter ihrer Schiffe aufwarten könnten, wenn nicht der Krieg die gleich- mäßige Entwickelung der Flotten beider Mächte unterbrochen hätte. Japan nämlich hat infolge seiner Seesiege mehrere neue Schiffe gewonnen, während Rußland sämtliche älteren Schiffe mit Ausnahme eines einzigen verlor. Jedenfalls zeigt aber die Zusammenstellung, daß nächst Oesterreich und Amerika, die ja eigentlich erst in den letzten zehn Jahren den Bau von Linienschiffen aufgenommen haben, Deutsch- land in bezug auf das Alter seiner Linienschiffe am günstigsten dasteht. Zwar hat auch Deutschland Schiffe, die mit den modernsten Typen nicht konkurrieren können, das trifft aber für die anderen Seemächte, ausgenommen Amerika, in noch weit höherem Maße zu. Man vergleiche nur einmal Frankreich, das ja auch immer zur Begründung deutscher Flottenvorlagen herangezogen wird, mit Deutsch- land. Da, wo für Deutschland die Periode des Linienschiff- baues erst recht beginnt, ist in Frankreich der Höhepunkt bereits überschritten, und so hat denn gerade die französische Marine— um im Jargon der Flottenfexe zu sprechen � eine große Anzahl„schwimmender Särge" aufzuweisen. Das wird schon durch die Zahl der unter 10 000 Tonnen großen Linienschiffe bewiesen. Während Deutschland nur noch ein Schiff dieser Größenklasse besitzt, hat Frankreich deren neun. Diese neun alten Schlachtschiffe dürften unseren Küstenpanzer- schiffen, die in obiger Tabelle nicht mit aufgeführt sind, nur wenig oder gar nicht überlegen sein. In bezug auf Linien- schiffe über 10000 Tonnen hat Deutschland die französische Marine bereits überholt, und das Verhältnis beider Flotten zueinander wird sich schon bei Jnnehaltung des deutschen Flottengesetzes von 1900 immer günstiger für Deutschland Also selbst wenn man das völlig Unwahrscheinliche am nimmt, daß nämlich das Flottengesetz von 19Ü0 bis zum Jahre 1916 in Geltung bleiben werde, sind bis zum Jahre 1935 17 Ersatzbauten mehr vom Stapel zu lassen, was eine Mehrausgabe von weit über 1000 Millionen Mark bedeutet! Tie folgenschwere Wirkung dieser Herabsetzung der Ersatz� Pflicht tritt natürlich um so deutlicher in die Erscheinung, je größer die Anzahl der Linienschiffe wird! Doch was soll nun mit den ausrangierten zwanzigjährigen Schlachtschiffen geschehen? Sollen sie etwa meistbietend versteigert oder als Zielobjekte für Schiffs kanonen und Torpedoboote verwendet werden? Durchaus nicht: man wird sie weder verkaufen noch zerstören, man wird sie einfach zur Disposition stellen. Das denken wir uns nicht nur so: denn auch Graf R e v e n t l 0 w schreibt in einer der letzten Nümern der Zeitschrift„U eberall", daß bei unseren„vollwertigen" Linienschiffen eine wirk l i ch e(nicht zu verwechseln mit der ge s e tz l i ch e n) Lebens dauer von 20 Jahren etwas zu kurz bemessen wäre. Als„vollwertige" Kampfeinheiten können nach der Ansicht der Herren vom Flottenverein nur die jetzt auf Stapel liegenden vier Linienschiffe von der Größe der„Ä r e a d- n 0 u g h t" angesehen werden. Natürlich werden! die jetzt erbauten 20 000 Tonnenschiffe nach zwanzig Jahren auch nicht mehr vor der Kritik des Flottenvereins bestehen können, und deshalb ersieht man, daß der Herabsetzung der gesetz lichen Ersatzpflicht ein. ver dämmt schlauer Plan zugrunde liegt. Es ist den interessierten Kreisen nur darum zu tun, auf Umwegen so rasch als mög lich zu dem ersehnten dritten Doppel geschwader zu gelangen! Man stelle doch nur folgende einfache Ueberlegung an. Nach dem Flottengesetz von 1900 soll die Flotte bis zum Jahre 1920 auf 38 Linienschiffe gebracht werden. Wird die Lebensdauer auf 20 Jahre herabgesetzt, dann sind innerhalb einer zwanzigjährigen Bauperiode 38 Schiffe zu ersetzen, in einem Jahre also durchschnittlich 2. Soviel müssen aber auch laut Gesetz aus den Listen gestrichen werden. Mithin stehen der Marineverwaltung stets 9 bis 10 Schiffe zur Verfügung, die das Alter von 25 Jahren noch nicht erreicht haben. Die Regierung braucht nun nur noch zu einem ihr genehmens Zeitpunkt die Materialreserven der gesamten Schlachtflotte um 4 bis 8 Schiffe zu vermehren, und bei Ausbruch eines Krieges kann sofort das dritte Dpp.pel.geschwader von 17 Schiffen formiert werden! Die Herren des Flottenvereins, können denn auch dieses hehre Ziel nicht rasch genug erreichen, und deshalb sind sie auch mit der geplanten Herabsetzung der Ersatzpflicht um fünif Jahre noch lange nicht zufrieden. Sie verlangen— man könnte ob des Wahnsinns, der aus diesen Wünschen spricht, beinahe lachen—, daß die gesamte deutsche Flotte unverzüglich durch neue Riesenbauten ersetzt wird. Man lese nur, was Graf Reventlow schreibt: »Für die im Jahre 1906 auf Stapel gelegten Schlachtschiffe und Panzerkreuzer ist ein gesetzliches Alter bezw. Eintritt der Ersatzpflicht von 20 Jahren zulässig und nötig. Alle übrigen Schiffe, welche wir jetzt haben, müssen ersetzt werden, u n- abhängig von jeder Altersgrenze. Das wäre sinn- gemäß und würde seine Grenzen nur finden in den Kosten und der Leistungsfähigkeit von Werften und einschlägigen Industrien." Wir wissen, daß sich die Leistungsfähigkeit der Werften und aller in Frage kommenden Industrien bis inis riefen- hafte steigern läßt, wenn nur die Rentabilität der not- wendig werdenden Neuanlagen durch langfristige Aufträge gesichert wird. Dafür würden unsere von Vaterlandsliebe überschwellenden Werftaktionäre und Panzerplattenpatrioten schon Sorge tragen. Eine Grenze ist dem Wahnsinn derer vom Flottenverein nur in der f i n a n z i e l l e n L e i st u n gs- fährgkeit des Volkes gegeben. Diese Kostengrenze liegt aber für die auf dem Geldsack sitzenden Marine- Übermenschen da, wo für die breiten Massen des Proletariats der Hungertyphus beginnt. Denn neue Rüstungen so ge- waltiger Natur bedeuten eine geradezu wahnwitzige An- spannung der Steuerschraube! nie Unwissenheit Im Dienste des Kapitals. Unsere Untersuchung der Gewinne einiger der größten Werke der deutschen Eisenindustrie ist der bürgerlichen Presse sehr un- bequem. Das Ergebnis, daß in diesen Werken 100090 Arbeiter 64'/i Millionen Mark Reingewinn geliefert haben, läßt sich nun allerdings nicht ableugnen. Die Feststellung ist auch deswegen un- bequem, weil gegenüber der Steuer von 644 M., die hier dem Arbeiter vom Kapital abgenommen wird, das Gerede von den hohen Gewerkschaftsbeiträgen denn doch verstummen mutz. Die „Deutsche Tageszeitung" verlor allerdings deswegen keinen Moment lang ihren Uebermut. Da die Arbeiter, wie sie meint, ja ziemlich das Doppelte als Arbeitslohn bekommen, sei dieser Betrag für die Aktionäre eigentlich � noch sehr gering, ein Witz, der bei den, wie Herr Liman festgestellt hat, minder intelli- gentcn Lesern dieses Blattes gewiß mit wieherndem Gelächter be- antwortet wird. Auf Arbeiter allerdings wird dieses Argument gerade keinen besonderen Eindruck machen. Die Bekämpfung unserer Feststellungen muß also den kapitalistischenJnter- essen sehr willkommen sein. Eine solche„Widerlegung" hat alle Aussicht, durch die gesamte bürgerliche Presse zu wandern und damit für das Blatt, das sie Veröffentlicht hat, kostenlos Reklame zu machen. Und eine solche Widerlegung wird um so lieber genommen von einer Seite, die als sozialdemokratisch oder wenigstens ehemals sozialdemokratisch vorgeführt werden kann. Denn auch darin kommt die Autorität, die sich die Sozialdemokratie weit über die eigenen Kreise hinaus erworben hat, zur Geltung, daß, was ein angeblicher Sozialdemokrat sagt, mit viel größerem Interesse und größerer Aufmerk- samkeit aufgenommen wird. Alle diese Eigenschaften sind also in dem ehemaligen Sozialdemokraten Georg Bernhard ge- geben. Er gibt ein wöchentlich erscheinendes Blättchen heraus, in dem er die stilistischen Künste, die er seinerzeit als Mitarbeiter der „Zukunft" bei Herrn Horden gelernt hat. in den Börsenjargon übersetzt. Dieser angenehmen Form entspricht ein gleichwertiger Inhalt. Herr Bernhard belustigt allwöchentlich die Borsenbesuchcr mit allerhand Mätzchen und hat in neuerer Zeit in seinem litc- rarischen Tingeltangel auch eine besonders zugkräftige Nummer, die Beschimpfung des„Vorwärts". Geschäft ist Geschäft und Herr Bernhard glaubt, leben zu müssen. Nachdem er vor kurzem den. Vorwärts" wegen des Pflicht- gemäßen Eintretens für den Jandorf-Bohkott überfallen hat, pöbelt er ihn jetzt wegen unseres Nachweises der Renta- bilität der Großindustrie an. Nun passiert dem Bernhard dabei das Malheur, daß er über ökonomische Erscheinungen sprechen mutz, von denen er wirklich nichts versteht. Bernhard ist allerdings eine ökonomische Spezialität. Er hat einmal Marx gelesen und ist dabei auf den sublimen Gedanken verfallen, Marx kapitalistisch zu exploitieren. Das ist aber eine Sache, die auch originelleren Leuten mißglücken müßte. Bei Bernhard ist daher der Marxismus sehr rasch verflogen und nur der kapitalistische Tintenkuli geblieben. Das fortwährende Herumlaufen an der Börse und die auSschließ- liche Lektüre von Geschäftsabschlüssen und Bankbilanzen hat die spärlichen Ansätze systematischen Wissens längst verlöscht. Uebrig geblieben ist nur eine greuliche Konfusion.� die um so komischer wirkt, als sie mit einer grotesken Einbildung und Selbst- Überhebung einhergeht. Wie manche Makler auf der Börse sucht auch Bernhard seine Geschäfte durch das Ueberschreien der anderen zu machen. Nur schade, daß dieses Geschrei höchstens seinen Kol- legen in der Unwissenheit imponieren kann. Wie oberflächlich dieser Bernhard auf einem Gebiete verfährt, wo er sich als be- sonderer Kenner aufspielt, dafür ein kleines Beispiel. Der Mann veröffentlicht alljährlich im März eine Besprechung der Bilanzen der Großbanken. Dabei berechnet er die Rentabilität des Kapitals. Er zieht nicht nur das Aktienkapital in Betracht. Denn dann ergäbe sich z. B. aus der Bilanz der Deutschen Bank für 1906, daß sie einen Bruttogewinn von 24,45 Proz. und einen Reingewinn von 14,05 Proz. auf das Aktienkapital gemacht und ihren Aktio- nären 11 Proz. gezahlt hat. Er macht eine andere Rechnung auf, indem er als werbendes Kapital die Depositen, Kre- ditoren, Akzepte und Reserven hinzurechnet und nun findet, daß, auf dieses„werbende Kapital" berechnet, der Brutto- gewinn 2 Proz. und der Reingewinn gar nur 0,9 Proz. ausmacht. Und erstaunt legt der gute Bernhard den Finger an die lange Nase und ruft aus: Da sieht man, wie gering sich diese großen Kapitalien verzinsen, und sofort konstatiert er ein ökonomisches Gesetz, wonach mit dem zunehmenden Kapital das Erträgnis zu sinken pflegt. In seiner Gedankenlosigkeit hat der Mann nur ein paar Kleinigkeiten vergessen. Zunächst das eine und wichtigste. Aus den Erträgnissen der Bank werden bekanntlich die Zinsen auf die Depositen gezahlt. Dem Bankier freilich erscheint das als Ausgabe. Rechnet man aber die Depositen dem Kapital der Bank zu, so mutz man natürlich auch die Z i n s e n. die dieses Kapital den Eingcntümern bringt, als G e w in n dieses Kapitals buchen, nicht aber als U n k 0 st e n der Bank. Bernhards Ver- fahren ist offenkundiger Blödsinn, der sich allerdings daraus erklärt, daß der Mann einfach die Bankierbuchhaltung als der Oekonomie letzter Schluß betrachtet. Er ist so befangen in den Bankiervorstcllungen, daß er überhaupt zu jeder Kritik unfähig ist. Daher nennt er auch alles Kapital, was dem Bankier so erscheint, und rechnet den Kredit des Bankiers einfach zum Kapital. Während ex aber die Kreditoren zum werbenden Kapital hillzuschlägt, vergißt er. was nach seiner Methode unerläßlich wäre, die D c b i t o r e n abzuziehen! In der Tat ist es aber ganz lächerlich, aus der Bewegung des Bankkapitals irgendwelche Schlüsse für das Kapital überhaupt zu ziehen. Aber dem Bernhard ist alles Kapital gleich. Geld, Kredit, Wechsel, alles ist Kapital. Das Bankkapital hat aber seine eigenen Gesetze. Der Gewinn aus dem Bankkapital ist Zinsgewinn, ein Teil des G e» samtprofitS. der der Arbeiterklasse von der Ka- pitalistenklasse abgenommen wird. Die Gesetze dieser ZinSvertcilung haben mit der Erzeugung des Profits und seinen Gesetzen, die in der Industrie vor sich geht, nicht das geringste zu tun. Es gehört eben die ganze Unwissenheit, die ganze Unfähigkeit zum systematischen Denken und wissenschaftlichen Unterscheiden dazu, die verschiedenen Arten von Kapital durcheinander zu werfen' Sind die Rechnungsmethoden des Bernhard schon lächerlich. wenn es sich um das Bankkapital handelt, so werden sie ganz toll. wenn es sich um das industrielle Kapital bandelt. Um solche Rechenkunststücke handelt eS sich bei der Widerlegung unserer Auf- stellungen durch den Bernhard. Wir hatten zunächst mitgeteilt, daß im Jahre ISOS 2llXZ Aktiengesellschaften mit 6786'/« Millionen Mark Aktienkapstal nicht weniger als 821 466 666 Mark Reingewinn erzielt haben. Demnach stellt sich die Durchschnittverzinsung auf 11,6 Prozent. DaS ist nichts anderes als die genaue Wieder- gäbe der Zusammenstellungen deS Preußischen Statistischen Amts. Wir haben nun dieselbe Methode, die daL Amt anwendet, nicht aus„Böswilligkeit", Ignoranz„oder Perfidie" angewendet, wie dieser Bernhard uns vorwirft, sondern weil diese Methode die e i n z ig sachgemäße ist. Sie ist die einzige, die die uns allein interessierende Frage nach der Rentabilität für die Besitzer, die Aktionäre beantwortet. Wir haben sie daher auf ewige große Werke, die die deutsche Gußeisenindustie repräsentieren, angewandt und als Resultat einen Reingewinn von 22 Proz. des Aktienkapitals er- mittclt. Daran läßt sich nun nicht rütteln, ebensowenig daran, daß diese Werke rund 166066 Arbeiter beschäftigen, und somit auf den Kopf der Arbeiter 644 M. Reingewinn kommeir. Bernhard meint, wir hätten die Zahl der Tech- niker und HandlungSgehülfen vergessen. Seit wann Handlnngs- gehülfen Eisen produzieren, ist uns nicht bekannt. Die Zahl der Techniker verschwindet jedenfalls gegenüber der Zahl der Arbeiter. Den auf sie entfallenden Teil brauchen wir so wenig zu berücksichtigen, wie auf der anderen Seite die enormen Gehälter mancher leitenden Personen, in denen zum Teil neben der Bezahlung ihrer oft, wenn auch nicht immer, hochqualifizierten Arbeitskraft sicher ein Anteil am Gewinn steckt. Wenn wir schließlich den„Nordstern" neben dem„Phönix" aufgeführt haben, s o ändert das nicht das gering st e am Resultat; denn wir haben nicht nur dos Aktienkapital, sondern auch die Arbeiter- zahl des„Nordstern" doppelt gerechnet. Aber das alles sind Nebensächlichkeiten. Den Haupteffekt erzielt der Bernhard damit, daß er die uns schon sattsam bekannte Methode seiner Bankberechnung auf die Industrie an- wendet und dabei die ganze Frage, um die«S sich handelt, einfach eskamotiert. Wir ftagcn, was erarbeiten die Arbeiter den Aktionären, also den Parasiten der Produktion, die mit ihr nicht daS geringste zu dm haben, nachdem die produktiven Arbeiter vom Handlanger bis zum Direktor bezahlt worden find. ' Für uns handelt cS sich um die Verteilung des vom Ar- b e i t e r geschaffenen Produkts. Bernhard unterschiebt dafür eine Frage, die gar nichts damitzu tun hat. die Frage näm- lieh, welches„Kapital" den Arbeiter beschäftigt hat. Aber wie immer eS mit dieser zweiten Frage steht— wir kommen sofort darauf—, dieses Kapital haben jedenfalls nichtdie Aktionäre aufgebracht, denen die 64', h Millionen zufallen. Aber auch die � Frage, die der Bernhard stellen will, beantwortet er falsch. Zu- nächst das eine: Was heißt es denn, die Alttengescllschaftcn ar- betten mit Kredit? Das heißt nichts anderes, als die Aktionäre machen außer mit ihrem eigenen Kapital auch noch Profit mit fremdem Kapital. Sie verfügen nicht nur über das eigene, sondern auch über das Kapital anderer. Sie zahlen dafür Zinsen und machen damit Unternehmergewinn, die Differenz zwischen beiden stecken sie ein. Die Arbeiter müssen natürlich diesen Profit, der sich dann in ZinS und Unternehmergewinn teilt, vorher erarbeitet haben, und eS ist ihnen verdammt gleichgültig, wem dieses Kapital gehört. Daß dabei der Bernhard dicDebitorenvomKapitalwiederabzuziehenver- g i ß t. ist selbstverständlich! UebrigenS bringt auch Bernhard trotz aller seiner Künste gegen unsere 22 Proz. immer noch 18.1 Proz. mit den Abschreibungen und 11, S Proz. ohne diese heraus. Aber seine Berechnung ist ganz lächerlich! Wenn ich 166666 M. besitze und dafür 22 666 M. bekomme, so hat sich mein Kapital mit 22 Proz. rentiert. Daß ich als Besitzer von 166 666 M. auch noch über 56666 M. geborgter Gelder verfüge, ist eine angenehme Zu- gäbe. Da ich diese meinetwegen mit 2566 M. verzinsen mußte. mir aber die 156 666 M. 24 560 M. eingetragen haben, so bleiben immer noch 22 666 M. und ich habe dabei ein sehr gutes Geschäft gemacht. Aber um die 22 666 M. den Arbeitern abzuknöpfen. habe ich nur 166666 M. eigenes Kapital gebraucht, und auf das eigene Kapital der Aktionäre kommt es an, um zu sehen, welche Steuer das flajjital der Arbeit auferlegt! Aber der Reingewinn ist sa nicht das einzige. In unserem Artikel wurde darauf verwiesen, daß ein Teil des Gewinns nicht den Aktioimren ausbezahlt, sondern akkumuliert wird. Die Ar- bciter produzieren den Kapitalisten nicht nur Einkommen, das von ihnen für ihre persönlichen Zwecke verbraucht wird, sondern in immer wachsendem Maße neue Kapitalmassen, neue Ausbeu» tungsmittel. Das haben wir am Beispiel der Harpcner Bcrgbau- gesellschaft gezeigt, wo in sechs Jahren rund 56 Millionen Mark außer den Dividenden von den Arbeitern erarbeitet wurden. Dabei hat die Gesellschaft große Abschreibungen gc- � macht. Daß wir diese Tatsache hervorgehoben haben, verübelt uns der Bernhard ganz besonders. Aber es bleibt richtig, daß diese Abschreibungen, die über die wirklichen Wcrtverminderungcn hinausgehen, nichts als eine besondere Form sind, in der in Wirklichkeit ein Teil des Profits in Kapital verwande.t wird. Daß Bernhard daS nicht begreift, ist eigentlich merkwürdig. da es durchaus nicht das übliche kapitalistische Begriffsvermögen übersteigt. Unser Kritikaster hat schließlich noch einen Schmerz. Man dürfe die Berechnung nicht so machen, wie wir. weil ja der Aktionär nicht die Aktie zu Pari, sondern zum Kurswert gekauft habe. Aber woher kommt denn dieKurssteigerung? Eine Aktie, deren Dividende 6 Proz. beträgt, notiere meinetwegen 166. Damit sie auf 266 steige, muß der Arbeiter einen Profit liefern, der die Verteilung von 12 Proz. Dividende erlaubt. ES ist der Profit, der aub den Arbeitern herausgeholt wird, der unter sonst gleichen Um- ständen den Kurs der Aktie bestimmt. Dieser Kursgewinn ist aber eine Tatsache, die auch Bernhard nicht wegleugnen kann. Er wird von den Aktionären gemacht, die die Aktie zum Nominalwert über- nommen haben. Dos find aber gerade die Großaktionäre, die Gründer und Gründerbanken, die den Gewinn zum Teil bei der Emission, zum Teil während der späteren Enttoickelung einstreichen. Es ist die Form, in der die steigende Produktivität der Arbeit vom Kapital beschlagnahmt wird. Daß die paar kleinen Aktionäre auS den bürgerlichen Mittelschichten auch dabei oft zu kucz kommen und nur eine Verzinsung ihrer Spargekder erhalten, wo die Großen reiche Gewinne einheimsen, zeigt nur, daß das Aktien- Wesen nicht nur nicht die Demokratisierung des Kapitals, sondern eine Vergrößerung seiner Ex- propriationskraft bedeutet, Zusammenhänge, die natürlich einem Bernhard unbekannt sind, wie dieser Schmock mit der doppelten Buchführung überhaupt nichts kennt, als den oberflächlich st en Schein der kapitalistischen Wirtschaft. Nicht mehr Unwissenheit, sondern Unwahrheit ist es aber, wenn Bernhard uns unterschiebt, wir hätten den hohen Ge- Winnen für 1966 die Schichtlöhne der Jahre 1966 und 1963 gegen- übergestellt. Das ist eine Fälschung. Wir haben auseinander- gesetzt, daß die K r i s e für da? Großkapital verhältnismäßig wenig Schrecken hat. Die Ansammlung großer offener und versteckter Reserven sichert den Aktionären dieser Gesellschaften auch in Krisen- zeiten noch immer hohe Dividenden. Ganz anders trifft die Krise die Arbeiter. Ihnen bringt sie nicht nur Arbeitslosig- keit, sondern auch Lohnsenkung. Und das zeigten wir an den, Beispiel der letzten Krise. Wir haben daraus den Schluß ge- zogen, daß auch die jetzige Krise den Arbeitern Lohnsenkungen bringen wird. Auf die Lohnsteigcrung während der Hochkonjunktur brauchten wir in diesem Zusammenhang nicht einzugehen, den haben wir gründlich und ausführlich oft genug erörtert. Von einer Gegen- übcrstellung von kapitalistischen Gcwinnsteigcrungen und Lohnkürzungen war überhaupt nicht d»e Rede. Wir wollen dem Bernhard gegenüber aber deswegen durchaus nickt den Vorwurf einer bewußten Fälschung erheben. Wir glauben. Bernhard hat in seinem kapitalistischen Eifer und im Haß gegen den„Vorwärts" sich überhaupt nicht die Mühe genommen, unseren Artikel genau zu lesen. Er hat sich hingesetzt und rasch etwas zusammcngcschmiert, in der sicheren Voraussicht, daß unseren Gegnern lein Argument zu schlecht ist, wenn es sich nur gegen die Sozialdemokratie vcr- wenden läßt. Das Zeug beginnt auch schon seine Runde durch die bürgerliche Presse. Mit Behagen druckt sie alle Schimpfworte ab. die der Bernhard über den„Vorwärts" ausschüttet. Der anti- semitische Oertel kann zwar keinen Juden leiden, aber seine Lügen druckt er gern. Damit nehmen wir Abschied von dem angenehmen Gesellen. Wir gestehen, wir haben diese Antwort nicht gern geschrieben. Wissen wir doch, daß der Bernhard damit einen Teil seines Zweckes erfüllt sieht. Von seinem Blatt ist wieder einmal die Rede, die Reklame ist gelungen. Aber wir hielten es doch einmal für not- wendig, zu zeigen, wie es um daS Wissen dieses Menschen bestellt ist. der sich so gern als Lehrmeister auffpielen möchte. Spotten Ihrer ielbit!... Die„Rh.-Westf. Ztg.". nebst der«Tägk. Rund- schau" die fanatischste Flottentreiberin unter der ganzen bürgerlichen Presse, druckt eine Notiz der Zentralstelle für Vor- berätung von Handelsverträgen über den deutsch-cng- lischen Handelswettbewerb ab» der ihre ganze Flottenagitation acl absurdum führt. Denn die B e- gründung des Wettrüstens mit England besteht doch einzig in der Darstellung, als ob England Ursache hätte, auf Deutsch- lands Handelsentwickelung eifersüchtig zu werden. Zum Schutz des deutschen Handels soll angeblich unser Marine- Wettrüsten dienen. Dieser Handel bedarf aber keines Schutzes gegen England, weil England dabei selbst pro» f i t i e r t l Das weist die„Rh.-Westf. Ztg." ivie folgt selbst nach: Auf die großartige Entwickelung der englischen Ausfuhr gerade in letzter Zeit ist bereits öfter Bezug genommen worden, um zu . beweisen, daß der wirtschaftliche Aufschwung Deuts ch- lands sich keineswegs, wie drüben befürchtet wird, auf Kosten Englands vollzieht. Bemerkenswertes neues BewciSmaterial hierfür liefert ein kürzlich veröffentlichtes indisches Blaubuch über den indischen Außenhandel im Jahre 1966/67. Bon allen englischen Kolonien hat Britisch-Judlen heute die größte Bedeutung für die deutsche Ausfuhr. Unsere Ausfuhr nach dort belief sich im Jahre 1966 aus 161,6 Millionen Mark und ist seit 1906 um 31 Proz. gestiegen. Der indische Markt nahm 1966 1,2, 1966 dagegen 1,6 Proz. der deutschen Gesamtausfuhr auf... Die amtlichen Berechnungen deS vorerwähnten Blau- buche? kommen jedoch zu einen, Ergebnis, mit dem sich England vollständig zusticden erklären kann. England hattrotz deS deutschen Wettbewerbes seine überragende Stellung auf dem indischen Markt nicht nur be- hauptet, sondern wesentlich verstärkt. Bon der indischen Gesamteinfuhr entfielen auf die Einfuhr aus England im Jahre 1963/4: 64,9, 1964/5: 65.2. 1965/6: 66.7. 1906/7: 66,8 Proz. Die Ausfuhr eines Landes kann zwar seinen ab- solutcn Zahlen nach wachsen und doch relativ, was feine pro- zentuale Beteiligung am Gesamtverkehr anbelangt, zurückgehen.... Um so mehr Beachtung verdienen die amtlichen Zahlen des indischen BlaubucheS, die dartun. daß der deutsche Erfolg die überragende Stellung Englands auf seinem bedeutendsten kolonialen Markte völlig unberührt gelassey hat." Wir wollen die Ziffern noch vervollständigen durch andere, nicht minder interessante Zahlen. Denn es kommt nicht nur die trotz Deutschlands Wettbewerb gesteigerte Einfuhr Englands nach Britisch-Jndien in Betracht, sondern auch Britisch-Jndiens Ausfuhr nach Deutschland. Diese aber hob sich von 330 Millionen im Jahre 1899 auf 357 Millionen im Jahre 19061 Ferner wuchs die Ausfuhr der anderen eng- lischen Kolonien nach Deutschland folgendermaßen: 1896 1966 Australien..... 121 186 Aegypten...... 82 65 Bntisch-Westafrika.. 26 66 „ Südafrika.. 39 36 Kanada...... 5 6 223 346 Millionen Mark. Also auch hier steigerte sich die Einfuhr der englischen Kolonien um 123 Millionen Mark! Man sieht: England würde sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn es Deutschland aus handelspolitischen Gründen bekriegen wollte l Wenn dies Argument aber wegfällt, welcher Grund bleibt dann für den Argwohn bestehen, daß England Deutschland übelwolle? Kein anderer als Deutschlands Flottenrüsten! Dies Flottenrüsten in geradezu aberwitzigem Tempo fordert aber gerade die„Rh.-Westf. Ztg."! Politiftbe dcberltcbt Berlin, den 15. November 1907. Aus dem Haushaltsetat für 1908 teilt die„Nordd. Alla. Ztg." u. a. folgende Zahlen mit: Der Etat für den Reichskanzler und die Reichs- kanzlei erfordert bei einer Einnahme von 13l3 M. an fort- dauernden Ausgaben 366 366 R.(gegen das Vorjahr-f- 3630 M). Das Auswärtige Amt erfordert bei einer Einnahme von 1 379 766 M.(-f- 198 030 M.) an fortdauernden ordentlichen Aus- gaben 17 563 632 M.<4- 694 550 M.), an einmaligen Ausgaben 300 950 M(- 409 400 9«.). Im Etat für die Reichs-Justizverwaltung belanfcn sich die hanptsäcklich aus den Gerichtskosten beim Reichsgerichte bc- stehenden Einnahmen auf 863 755 66 666 M.), die fortdauernden Ausgaben aus 2 463 936 M.(+ 46 240 M.) Hervorzuheben ist die beabsichtigte Erhöhung des DiensteinkommcnS dcS Präfidenten deS ReichSgenchtS von 30 666 auf 36 666 M. und die Forderung einer fünften NeichöanwaltSstelle. An einmaligen AuS- gaben werden 35 666 M. zu größeren InstandsetzungSarbciten im ReichSgerichtSgebände gefordert. Der Etat für das R e i ch S- K o l o n i a l a m t führt an ordent- licken Einnahmen 266 665 M.(— 2670 M.) auf, darunter 256 585 M.(— 6670 M.) an Zinsen von dem ReichSdarlehn au Togo, als außerordentliche Einnahme 168 666 M.(4- 6666 M.) als vierte Tilgungsrate dieses DarlehnS. Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich auf 1899147 M.(4- 250119 M.) Im Etat der Reichsdruckcrci tverden die Einnahmen auf 16 929 866 M.(4- 1197 800 M.), die fortdauernden Ansgaben auf 7 434 565 M.(4- 1 141 250 M.) veranschlagt, bei den einmaligen Ausgaben werden wiederum 87 634 M. als neunte Rate für die Kosten der GrundstiickSerweiternng gefordert. ES verbleibt ein Ueberschuß von 3 468 151 M., gegen das Borjahr ein Mehr von 56 556 M. Die Etatsausstellung ist der inzwischen geänderten Buchführung der Reichsdruckerei angepaßt worden. Bei der Berwalmng der Reichseisenbahnen stellen sich die Ein- nahmen im ordentlichen Etat ans 125 532 666 M.(4- 7 657 500 M.), im außerordentlichen Etat auf 376 916 M.(4- 12 540 M.). Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich auf 95 148 966 M. (4; 6 181 210 M.). die einmaligen auf 6 832 876 M.(4- 448 756 M.). bei einer Gesamtausgabe dcS ordentlich en Etats von 161986876 Mark verbleibt also ein Ueberschuß von 23 55t 136 M.(47 1 027 040 Marsi. Im außerordentlichen Etat werden 19<36 566 M. (— 17 902 660 M.) verlangt. Der HauShaltSetat der Schubgebiete schließt in Einnahme und Ausgabe mit 84 622 647 M.(— 20 222 362 M.) ab. ES entfallen auf Oftafrika 11477 600 M.(4- 157226 M.). Kamerun 6 616 239 M. (4- 452 185 M.). Togo 2 070 000 M.(— 8280 2».), Südwestafrika 48 751357 M.(— 19 936 024 M.), Neu- Guinea 1 523 469 M. (4- 8244 M.). Karolinen usw. 558 546 M.(4- 81 699 M). Samoa 764 582 M.(- 31 612 M). Kiaulschon 12 327 400 M.(—050 800 M.). Der RcichSznschuß für die Schntzgrbiete beläuft sich auf insgesamt 63 443 733 M(— 23 801 962 M.). Davon kommen auf Ostafrika 4 729 363 M.<— 1 131 541 M.>. Kamerun 2 780139 M.(— 124 215 Mark). Togo nicht«. Südlvestastika 43 663 271 M.(— 21 407 660 M.!. Neu-Guinea 1 141 569 M.(— 12 300 3».), Karolinen usw. 333 360 Mark(4- 43 069 M.). Samoa 144 482 M.(— 35 359 M.;. Kiautschou 10 601 600 2».(— 1 133 900 M.). Freifinnstaktte. Daß der„Freisinn" in der Wahlrcchtsfrage nichts anderes als leere Worte machen will, wird jetzt von der Bülow- und block- offiziösen„Frankfurter Zeitung" mit größter Offenheit zugegeben. Die eigentliche liberale Wahlrechtsbcwcaung soll erst bei den Wahlen zum preußischen Landtag einsetzen; die Wahlparole wird dann die Hauptparole sein und von dem ilusfall dieser Wahlen(der Wahlen unter dem Drciklasscnwahlrechtl!» wird cS abhängen, in welchem Umfange eine Reform durchzuführen ist. Für jetzt aber„bleibt nur übrig— eine allgemeine AuSfpracke über den die Gcsamtfordcrungcn enthaltenden freisinnigen Wahl- reformantrag herbeizuführen". Mit anderen Worten: der Freisinn wird genau die Taktik befolgen, die ihm Herr v. Zedlitz unter Zustimmung der„Deutschen Tageszeitung" anbc- sohlen hat. Die Nützlickkcit dieser Taktik für die Konservativen ist ja quch.klax. Uqd von dieser Taktik hat ja auch Naumann mit Recht gesagt, sie lasse sich nicht in Volksversammlungen feststellen, denn diese Taktik deS Prinzipienverrats ist auch der freisinnigen Wählerschaft nicht gerade angenehm. Die läßt sich nur in Konvcn- tikeln und sorgsam arrangierten Festvorstellungcn durchführen. Die Schraube ohne Ende. Auf dem Fe st mahl der Londoner Handels- k a m m e r kam am Mittwoch ein B r i e f des Sekretärs der Admiralität, Robertson, zur Verlesung, iu welchem angekündigt wird, daß die Admiralität infolge des Ergebnisses der Haager Konferenz und der Enttäuschung der Hoffnungen, die sich an sie knüpften, b e- schlössen habe, mit dem Bau von Schlacht- schiffen fortzufahren. Die„Freis. Ztg." meint, daß dieser Brief einen „kleinen Mißklang in den Festtrubel" gebracht habe. Als ob die Dissonanz nicht vielmehr aus der deutschen Flotten presse iu den Festtrubel hinein- geschrillt sei I Wenn Deutschland immer stärker rüstet und dabei immer Vergleiche mit der englischen Flotte anstellt, ver- steht es sich ganz von selbst, daß England ebenfalls neue Schlachtschiffe baut. Das betrübt unsere Panzerplatten- Patrioten auch ganz und gar nicht! Im Gegenteil: je mehr England durch Deutschlands Flottenverstärkmig zum Weiter- rüsten veranlaßt wird, desto besser für sie,'denn sie können ja dann von neuem den Tantum für eine abermalige deutsche Flottcnverstärkung schlagen!_ Scharfmacherpolitik des preußischen Eisenhahnministers. Der preußische Eisenbahnmmister hat vor kurzem an die mittleren Eisenbahntcchnikcr eine Verfügung erlassen, in der er bestimmt, daß alle Urlaubsanträge zum Zwecke dcS Besuches einer Beamtenversammlung außerhalb des Direktion--- bezirkeS erst der Genehmigung des DirektionSpräsidenten bedürfen. In diesem Gesuche müssen der Zweck derReiseund die Beratungsgegenstände genannt werden. � Diese Verfügung bedeutet geradezu einen Hohn auf daS sozial- politische Wohlwollen, von dem solange geredet wird, als man die Stimmen der Beamten für die politische Wahlmache braucht. Nack- her zeigt sich erst der wahre Eharakter dieses Wohlwollen?. Es werden sich unter den gegebenen Verhältnissen die Beamten schwer hüten, ein solches Urlaubsgesuch einzureichen, sollte z. B. eine Vcr- sammlung zur Besprechung einer Beschwerde oder einer Petition an den Landtag stattfinden. ZVenn auch die Koalitionsfreiheit rein äußerlich gewahrt ist. so hat man sie in Wirklichkeit auf eine ganz raffinierte Weise ausgeschaltet. Welches sind nun die Folgen eines solchen Vorgehens? Der Verbitterung der Geister wird dadurch nicht Einhalt getan, das gerade Gegenteil vielmehr erreicht. Auf der anderen Seite erzieht man damit nur Heuchler und Streber, Angeber und GesinnungSschnüfflerl Ziusgarantie und Hüttensteuer. Einem Berliner Blatte wird von„unterrichteter Seite" mit- geteilt, daß Dernburgs Bahnprojekte für Ostafriia zwar infolge lhrer Ausdehnung bis zum Bictoria-Ryanza und Tanganjika-See sehr kostspielig sein würden, allein sie hätten dafür auch großen strategischen Wert. Falls es nämlich in dem überaus dicht bevölkerten westlichen Gebiet der Wanjamwesi einmal zu einen, A u f st a n d kommen sollte, wären dessen Folgen für die Kolonie überhaupt nicht ab- zusehen, wenn nicht eine schnelle Truppenkonzentratio» durch eine Bahn möglich ist. Da ferner in diesem Gebiet überhaupt noch keine Hütten st euer bisher erhoben ist. nehme man an. daß bei der Dichtigkeit der Bevölkerung allein durch diese Steuer eine Zinsgarantie für die Bahn zu erreichen fei. . Da» ist ja eine echt Demburgsche Kalkulation 1 Weil matt einen Sufstand der Wanjntnmesi fürchtet,.dessen Folgen... nicht ab» zusehen" wären, will man die Bahn bauen. Und um die Bahn verzinsen zu können, will inan es darauf ankommen lassen, die Wanjamwesi durch die Einführung der Hütten st euer in den A u f st a n d z u t r e i b e n! Da könnte unS die Verzinsung der Bahn teurer zu stehen kommen als die ganze Bahn- anlagel Dieser Aberwitz liegt aber im Wesen unserer ganzen Kolonial- Politik!—_ Krach im frommen Trier. Der Führer der christlichen Arbeiter in Trier, Peter M o I z, der auch Stadtverordneter war, ist vom Wahlkomitee der Zentrums» Partei nicht wieder aufgestellt worden. Bei der vorigen Stadtvcr- crdnctcnwahl haben nämlich die katholischen Arbeiter in Trier die Aufstellung einer weiteren Arbciterkandidatur verlangt und. als das Zentrum diesem Verlangen nicht nachkam, einen Gcgenkandi- baten aufgestellt. Für diesen war auch Herr Molz eingetreten, seine Partei ,ah das als eine Disziplinlosigkeit an, für die er zu bestrafen sei und deshalb wurde Herr Molz. besten AmtSperiode als. Stadtverordneter abläuft, nicht wieder aufgestellt; an seine Stelle hat das Wahlkomitee der Zentrumspartci einen Bäcker und Wirt aufgestellt, dessen Kandidatur dann von einer Wählerversammlung, allerdings unter erheblichem Widerspruch. genehmigt wurde. Die katholischen Arbeiter in Trier haben aber an Herrn Molz festgehalten und ihn wieder a u f g e st e l l t. Molz hat eine beträchtliche Anzahl Stimmen erhalten, ist aber nicht durchgekommen. In einer Zentrumsvcrsammlung am Dienstag hat nun der Stadtverordnete Dr. Piro, der für die Wiederaufstellung des Herrn Molz war, die Angelegenheit noch- mal» zur Sprache gebracht. Er sagte, daß im Falle Molz die Zcn- trumspartei einen großen Fehler gemacht habe. Das Wahlkomitee habe die Bedeutung des ManneS nicht erkannt, weil es aus jungen unerfahrenen Leuten bestehe. Stets habe das Zentrum den Ar- bettern und Handwerkern eine Vertretung eingeräumt und dieser Grundsatz habe die Partei groß gemacht. Herr Molz fei ein Stein. ein Fels im Zentrumsturm, wenn man jetzt neben diesem„Turm" ein„Türmchen" errichten wolle, werde die Partei es er- leben, daß das„Türmche tt" in Trümmer gehe. Dann plauderte Dr. Piro eine Begebenheit aus, die so recht geeignet ist, das Zentrum in seiner ganzen Hinterhältig- ! e i t zu zeigen. Danach hat ein Mitglied de« WahlkomitceS der ZrntrnmSpartei vor kurzem den Borsitzenden des liberalen Wahl- tomitees aufgesucht, um die Hülfe der Liberalen zur Beseitigung dcv Herrn Molz auö dem Gemeinderat zu erbitten; als Preis for- derte der ultramontane Unterhändler für seine Partei einen Sitz in der zweiten Abteilung: an dieser Forderung zerschlugen sich die Verhandlungen. Diese Mitteilung brachte die Versammlung in einen wahren Aufruhr— aber nicht gegen daS Zentrumswahlkomitee, sondern gegen Dr. Piro, der, als er sich weigerte, Kamen zu nennen, gezwungen wurde, die Versammlung zu verlassen. Nun sprang Peter Molz für Dr. Piro ein. Er erklärte, daß der Vorsitzende des Wahlkomitees, Herr Hartwath, das Manöver gemacht und die Unterhandlungen mit den Liberalen gepflogen habe. Der also Beschuldigte wußte nichts zu erwidern, als daß er nie„offiziell" mit den Liberalen verhandelt, sondern sich mit der Gegenseite nur privat über die Wahlen unterhalten habe. Das genügte der Versammlung, um auf den Vorsitzenden des Wahl- tomitees ein Hoch auszubringen und begeistert Beifall zu klatschen. als der Herr Vorsitzende verkündete:„Die Herren Molz und Dr. Piro gehören nicht mehr zur Zentrumdpartei, ich werde so- -gleich nach Köln der Provinzialleiwng berichten und wir werde» die Herren aus der Zentrumspartci hinauswrisen." Die nationalliberale„Trierer Zeitung" schreibt: „Den 12. November wird die hiesige Zentrumspartei rot im Kalender anstreichen, einen solchen Tag hat sie selbst in der stürmischen Wahlzeit von 18W nicht erlebt. Ter Funke, der so lange unter der Asche glimmte, hat sich zur Flamme entwickelt, die, um mit Dr. Piro zu reden, dem„Trierer Zentrums- türmchen" mit Vernichtung droht. Gewiß, in den turbulenten Szenen von gestern abend hat die Parteileitung den Sieg davon» getragen, aber es war ein Pyrrhussieg. Zufällig fehlten gestern abend die Arbeiter fast gänzlich— auf dem Programm stand ja nur„Aufstellung der Kandidaten für die zweite Klaste"— wären sie anwesend gewesen, dann wäre die Entscheidung vielleicht anders ausgefallen." Wir meinen nun zwar, daß die Hoffnung des liberalen Blattes auf die Wirkungen des Trierer Zentrumsskandals zu weit geht; immerhin sind die Vorgänge nicht ohne Bedeutung. Sie zeigen die Interessengegensätze im Zentrum auch da, wo die Partei gefestigter und unbesiegbarer als irgendwo erscheint. Fielen doch in Trier bei der letzten ReichstagSwahl von 21343 Stimmen 13734 auf das Zentrum!— Ein zeitgemäßes Gesetz. In �er Sitzung der Hamburger Bürgerschaft vom Mittwoch- obcnd stand ein Initiativantrag der Vereinigten Liberalen zur De- ratung, der den Ersatz des bei dem Betriebe von Eisenbahnen oder Kraftfahrzeugen entstandenen Schadens verlangt. Der Antrag lautet: 1. Wird bei dem Betriebe eines Kraftfahrzeuges eine Mensch getötet oder körperlich verletzt, so haftet der Betriebs- unrcrnchmer für den dadurch entstandenen� Schaden ebenso wie der Betriebsunternehmer einer Eisenbahn gemäß dem ReichSgcsetze vom 7. Juni 1871 hastet. 2. Wird bei dem Betriebe� einer Eisenbahn oder eines Kraftfahrzeuges eine fremde Sache beschädigt, so haftet der Betrieböunternehmer dem Eigentümer der Sache für den Schaden, wenn nicht der Unfall durch höhere Gewalt oder durch Verschulden des Eigentümers oder des Inhabers der Sache der» ursacht ist. Die weiteren Bestimmungen desagen, daß eine Haftung des Betriebsunternehmers gemäß der Vorschriften 1 und 2 nicht eintritt, wenn die getötete oder verletzte Person als Fahr- gast oder BetriebSangestelltcr von dem Unfall betroffen ist, und wenn die beschädigten Sachen Frachtgüter oder von Fahrgästen oder Betriebsangestcllten mitgcführt werden. Ein Redner wünschte zwar die reichögesetzliche Automobilhaftpflichtregelung, aber ihm wurde erwidert, daß diese noch in weiter Ferne stehe. Bis dahin könne ein hamburgisches Gesetz noch recht segensreich wirken. Der Gesetzentwurf wurde an einen Ausschutz verwiese«. Militärjustiz. Milde Richter fand der Hauptmann des 20. Infanterie- rcgiments Eduard I a m i n von Augsburg beim Kriegsgericht der 2. bayerischen Division. Ter Herr Hauptmann war vom Kriegs- gericht in Augsburg wegen Mifibrauchs der Dienftgewalt, wegen by Vergehen der Belcidiaung. sowie wegen erschwerter Achtun gsverlctzung vor versammelter Mann- s ch a f t zu-- 24 Tagen Stubenarrest verurteilt worden. Gegen dieses Urteil legte er Berufung ein. Der Sachverhalt ist folgender: Im Sommer 6. I. lief beim Kommandeur des 20. Infanterie- regimentS in Lindau ein anonymes Schreiben ein. das mit „Mehrere Unteroffiziere� unterzeichnet war. Auf Grund dieses Schreibens wurde nich» etwa gegen den Hauptmann Jamln, sondern das„Verfahren gegen Unbekannt" eingeleitet. Diese? er- gab gegen den Hauptmann eine Reihe von schweren militärischen Vergehen, die die MilitärbelHrdc veranlassten, gegen den Hauptmann Anklage zu erheben. Ihm wurde zur Last gelegt, wahreno der letzten />wci Iah« seine Untergebenen mit Ausdrücken wie Lump, Dteb, Sauhund, Dreckkerl usw. belegt zu haben. Weiter ist er beschuldigt, einem Soldaten, der bat. austreten zu dürfen, da er sieb einen Finger verletzt hatte und dem deshalb übel wurde, erwidert zu haben: Bleib drin, bib Tu verreckst I Anderen Soldaten, die austreten wollten, gab er die Antwort: Schon wieder so ein versoffener Kerl, drin bleib st, lieber verreckst, alö Du austrittst! Einem um Urlaub nachsuchenden Soldaten erwiderte der Hauptmann: Für solche Lumpen gibt es keinen Urlaub usw. Ein andermal warf Hauptmann Jamin feinen blanken Säbel i« die auf dem Kaserncubvf aufgestellte Kompagnie hinein, wodurch ein Soldat getroffen wurde und eine blutende Ver- lrvung erlitt. Gelegentlich einer Uebung auf dem Lechfelb gab der B a t a i l l o n s k o m m a n d e u r den Befehl, die Kompagnie durch eine Schonung hindurch mit der Richtung auf das rote Kreuz vor- znrücken. Ueber diesen Befehl war der Hauptmann ungehalten und erlviderte den Befehl des Majors auf gut bayerische Art mit einer Einladung a la Götz von Berlichingen. Tarin erblickte die Anklage eine Beleidigung und ein Vergehen des Ungehorsams vor versaminelter Mannschaft. In der Verhandlung vor dem Ober» krtegsgericht gab Hauptmann Jamin die ihm zur Last ge° legten Rente im allgemeinen zu. doch bestritt er die gegen den BataillonSkommandeur gemachte Bemerkung. Hauptmann Jamin ist wegen Mißbrauchs der Dienftgewalt schon dreimal diSziplinär vorbestraft. Das Kriegs- gericht hob daS erstinstanzliche Urteil ans rechtlichen Gründen auf. sprach den Angeklagten wegen erschwerten Ungehorsams vor versammelter Mannschaft unter Gewehr schuldig und ver- warf im übrigen die Berufung. 24 Tage Stubenarrest für all diese Dinge hielt auch das OberkriegSgcricht für„angemessen". Wie man den Arbeitern das Wählen unmöglich mach«. Der liberale Gemeinderat in BodcrSweier bei Kehl lBaden) hat für die GcmeindcratSiwhl die Wahlzelt der dritten Klasse auf 8— 0 Uhr früh festgesetzt. Infolgedessen mußten die in Kehl und Straßburg arbeitenden Wähler, wenn sie abstimmen wollten, einen halben Taglohn opfern. Diese Wahlzeit ist un- gesetzlich, aber--— liberal._ Der Staatsanwalt kann auch anders. Fälle, in denen ein preußischer Staatsanwalt die Interessen eines— Angeklagten mit Eifer vertritt, sind so selten, daß sie aufsehenerregend genannt werden dürfen. In Breslau hat soeben die Anklagcbehörde diese Fälle um einen vermehrt, und zwar einen, der einen pikanten Beigeschmack hat. Wie wir mitgeteilt, hat Genosse Albert von der„Volks- wacht" den Breslauer Polizeipräsidenten Dr. B i e n k o wegen Beleidigung verklagt. Stuf Befehl der Regierung, die prompt den Konflikt erhob, hat jedoch das Amtsgericht das Verfahren vorläufig eingestellt, s�ctzt schwebt es beim Dbervcrwaltungs- gericht.) Erst lange nach diesem Beschluß wurde dem Verteidiger Alberts, Rechtsanwalt Genossen Simon, ein Schreiben des Ersten Staatsanwalts übermittelt, das sich lebhaft für den Angeklagten ins Zeug legt und vom Amtsgericht die völlig« Nieder- schlagung der unangenehmen Affäre fordert. Aber damit noch rncht genug! Der Staateanwalt leistet sich ein UebrigeS und weist in scharfsinnig sein sollenden Deduktionen nach, daß des Angeklagten beleidigende Aeußerungen gegen Albert unter§ 193 Str.-G.-B., Wahrnehmung berechtigter Interessen, fallen. Un- willkürlich erinnert das an die sonstige Gepflogenheit des» selben Staatsanwalts, Sozialdemokraten mit den genau entgegengesetzten Argumenten von den Wohltaten des§ 103 auszuschließen! Damit ist aber der Eifer des Staatsanwalts noch nicht er« scböpft. Er versucht weiter, dem Gericht klarzumachen, daß die ganze Geschichte längst— verjährt sei. Bienko habe die Aeußerungen am 1. Mai 1906 getan, und es sei„nicht anzu- nehmen", daß der„gerichtönotorisch als Soz,aldemokrat bekannte Verteidiger Alberts" diesem damals keine Kenntnis davon gegeben habe. Nun hat aber gerade mit diesem schwersten Trumpf der Beschützer des hochstehenden Angeklagten Pech: Genosse Albert hat tatsächlich erst im Juli 1007, nämlich als er sich von seinem Verteidiger die Akten aushändigen ließ, das beleidigende Schriftstück entdeckt. Da dies auch der Verteidiger in seinem Antwortschreiben an den Staatsanwalt bestätigt hat. so wird sich der Herr mit der Tatsache abzufinden haben, so peinlich ihm das auch sein mag. Jedenfalls ist es hochinteressant, zu beobachten, mit welchem Eifer und Scharfsinn sich ein Vertreter einer preußischen Anklagebchörde auch einmal eines Angeklagten annimmt. Daß dieser Angeklagte königlich preußischer Polizeipräsident der Haupt- und Residenzstadt Breslau ist, ist natürlich purer Zu- fall. Aber er treibt oft ein neckisches Spiel» dieser Zufall..., frankreidy. Spionendienste hat der französische Fähnrich Ullmo dem deutschen Marine-Attach6, Konteradmiral Siegel, angeboten. Ullmos Geständnis liegt jetzt vor— an der Tatsache selber kann also kein Zweifel mehr sein. Dagegen läßt sich gar viel einwenden gegen die einseitige pharisäische Bewertung, die — ihrer Eigenart getreu— die reaktionäre Presse, Dr. Oertels liebliche„Deutsche Tageszeitung" an der Spitze, der„Affäre" zuteil werden läßt. Gewitzlick kann einen Spion vom Schlage Ullmoö auch der.'-'mstand, daß er ein armer Teufel ist und durch scitten Verrat z» Geld kommen wollte, nicht gerade sympathisch machen. Wer aber— wie die„Deutsche Tageszeitung" und Konsorten— den Juden Ullmo begeifert, der sollte mindestens Nicht achtlos an der Tatsache vorübersehen, datz auch die Staaten, deren Vertreter, im gegebenen Falle Admiral Siegel, auf Spionage-Angebote mit freundlichster Bereit- Willigkeit eingehen, nicht im bengalischen Lichte unschuldiger Engelreinheit dastehen. Herr Siegel wies den Ullmo an eine Mittelsperson, und es fand auch bald eine Zusammen- kunft mit einem deutschen Unterhändler in Brüssel statt l Ter habgierige Fähnrich verlangte als Preis für die militärischen Geheimnisse, die er an Deutschland verschachern ivolltc, nicht weniger als 950lKX) Fr., beinahe eine Million I An der Höhe der Forderung scheiterte das Geschäft, und die Beziehungen wurden abgebrochen. Wenn Ullmo bescheidener gewesen wäre, so läge, was er zu verkaufen hatte vermutlich längst in bester Verwahrung beim deutschen Generalstab. Und gäb's dann eines Tages etwa Krieg mit Frankreich, so würde Ullmos Verrat gerade der Klasse bestens zum Wohle gediehen sein, deren jounalistische Klopffechter st la Oertel, ftronsbein usw. heute die Schale ihrer Verachtung über den täppischen Fähnrich ergießen. Vielleicht nur deswillen, w e i l er so täppisch war, sich fassen zu lassen, weil an seiner hohen Forderung der Verrat scheiterte, aus dem Preußens Junkerschaft unter Um- ständen gegen den„Erbfeind" so wacker hätte Kapital schlagen können?—- Schon verlautet. daS Verfahren gegen Ullmo solle mit möglichster Schonung Teutschlands betrieben werden. Das heißt: man will es vermeiden, die-Oeffentlichkcit allzu tief in die schmierigen Karten der internationalen Spionage chauen zu lassen. Denn fürwahr! Tie guten Leutchen, die eben erst die unsäglich komische Haager Posse aufführten, sie alle. alle, baden ja Treck am Stecken. Während sie in ihren Parlamenten, auf ihren Banketten, bei ihren gegenseitigen Besuchen einander Honig ums Man! schmieren und Weihrauch um den Kopf wirbeln, rüsten sie ihre Heere, ihre Flotten, unterhandeln sie mit verächtlichen Spionen, denen doch— gerade nach den Auffassungen der„Kavaliers"-Ehri:— ein Fußtritt gebührte und nicht der Vorzug, mit hohen Herren uin den Preis eines schurkischen Verrats feilschen zu dürfen. Dem Volke wird die Mitwirkung an der äußeren Politik nicht verstattet: es versteht ja doch nichts von der „hohen" Diplomatie! Tie Völker können stolz darauf sein, daß ihnen die„Diplomatie", zu deren Rüstzeug Bestechung und Spionage gehören, daß Urnen dieie nirdcrc Diplomatie zu— hoch ist.— Schweix. Einführnng der unentgeltlichen Beerdigung. Aarau, 13. November.(Tig. Bcr.) Unsere KantonSregi'erung hat dem Großen Rat den Entwurf zu einem Gesetz, betreffend die unentgeltliche Beerdigung, vorgelegt. Danach soll alles, waß die Leichenbehandlung erfordert, ebenso wie in den anderen Kantonen, die diese demokratische Einrichtung bereits eingeführt haben, un- entgeltlich geleistet werden, also: die amtliche Leichenschau, die amt- liche Bekanntmachung in der Presse oder durch Anschlag, die Liefe- rung des Sarges, die Einsaraung der Leiche, die Verbringung der Leiche ins Grab, das Glockengeläute, die Aushebung und Bc- Pflanzung des Grabes, die Anbringung eines GrabzeichenS mit den Personalien, der Unterhakt dcS Grabe? während 10 Jahren. In IS Gemeinden unseres Kantons desteht die unentgeltliche Beerdigung bereits. Weitere 7S von den 237 Gemeinden inSgefaint liefern das eine oder das andere für die Beerdigung unentgeltlich. Der Entwurf will denn auch ohne jede Inanspruchnahme der Staatskasse die Kosten der unentgeltlichen Beerdigung auSschlicß- lich den Gemeinden auferlegen, im Gegensatze zu anderen Kantonen, die bis zur Hälfte der Gesamtausgaben Staats- beitrage leisten. Qänemark. Ter Justizminister lügt nicht. Daß er nicht lügt, will der dänische Justizminisier nun durch Gerichtsurteil feststellen lassen. Unter den vielen Artikeln, in denen „Socialdemokraten" die groben Amtsmißbräuche des Justizministers aufdeckte und seine AbleugnungSversuche widerlegte, war auch einer, mit dem Namen des Verfassers Simon Koch unter- zeichnet, der die Ueberschrift trug:„Herr Alberti lügt!" Gegen den Verfasser erhebt nun der Justizminister Anklage wegen Beleidigung. In dem inkriminierten Artikel wurde dem Justiz- minister vorgeworfen, daß er gelogen Hobe, als er im ffolkcthing erklärte, er habe an den Tischlermeister Adolphscn keinen einzigen Mauerstein verkauft. Diesem Tischlermeister hat der Minister nämlich eigenmächtig die Erlaubnis erteilt, auf seinen Bauten Klosetts ohne direktes Tageslicht anzubringen, obwohl die hierfür allein maßgebende GesundHritSkom Mission— wie stets in solchen Fällen ihre Zustimmung verweigerte, einem Grundsatz entsprechend, den der Jnstizmmister selbst im Jahre 1092 als maßgebend anerkannt hatte! Diesen Streit mit Alberti loollten schon vier Mitglieder der Gesundheitskommission gerichtlich cnt- scheiden lassen, aber das fünfte Mitglied, der Polizeidirektor, also ein dem Justizminister untergeordneter Beamter, war dagegen, und so unterblieb der Schritt..... Die Mauersteine, aus denen jene, vom Minister gesetzwidrig kvnzessionierten Bauten ausgeführt wurden, stammten größtenteils aus dem Ziegelwerk eben dwseS Ministers. Alberti war allerdings wohl vorsichtig genug, sie nicht auf direktem Wege an den Vau- Herrn Adolphscn zu verkaufe». Entscheidet nun das Gericht die Frage, ob Alberti gelogen hat, ganz formell, so wird er ivohl Recht behalten mit der Behauptung, an Adolphsen keinen Stein verkaust zu haben, womit selbstverständlich nicht- bewiesen ist, datz er die lautere Wahrheit sagt.•— Eine zweite Anklage hat Alberti gegen den Redakteur Eav- ltng von„Politiken. der größten radikak-liberalen Zeitung Dänemarks, erhoben wegen«ines Artikels, in welchem dem Mi- nister„positive Unwahrheit" vorgeworfen wird. ES yandclt sich hier um Aeußerungen Alberti« im Folkething über fein Verhältnis zu„Middagsposten", dem Blatt, dessen Redakteur feine vier Monat Gefängnis nicht abzusitzen braucht, solange er nicht durch unliebsame Artikel oder Notizen das Wohlwollen des Justiz- gewaltigen einbüßt. Uebrigens häufen sich die Beschuldigungen gegen Alberti von Tag zu Tag. In der Sitzung deS Folkethiags am 8. d. M. warf der radikale Dr. med. Rördam dem Justizminister vor, daß er mit Umgehung älterer und anerkannt tüchtigerer Reflektanten die Distriktsarztstellen sowie den Titel„Professor" mit Vorliebe an Hausärzte der Minister vergibt! So hat er seinen eigenen Zahn- arzt entgegen allem Brauch zum„Professor" gemacht. WaS Alberti an tatsachlichen Behauptungen gegen diese Vorwürfe vorbrachte. stempelte Rördam wiederholt mit den Worten:»Das ist nicht wahr!"»» Hrnerika. Hungerudr Indianer. Die Indianer, die der Obhut der Re- gierung unterstellt sind, haben unter der Willkür und Habsucht der sogenannten Jndianer-Agenten viel zu leiden. Diese Agenten sind Bunbesbeamte. die in bestimmten Distrikten die Indianer mit Subsistenzmitteln zu versehen und über die Wohlfahrt der Jndianerfamilien, insbesondere ocr Kinder, zu wachen haben. An- statt nun aber den Indianern ein freundlicher Berater zu sein, ist der Agent meist ihr T y r a n n. Häusig bereichern sich die Agenten und lassen die Indianer leiden. So beklagen sich gegenwärtig die Ute-Jndianer in Süd-Dakotah, daß man ihnen, entgegen ven kontraktlichen Abmachungen, nur halbe Rationen verabreiche und sie mit Frauen und Kindern hungern lasse. Der Acltestenrat deS Stammes ist ferner aufgebracht über die Behandtung, die den Kindern zuteil wird; diese sollen nämlich eine Schule befiichen, die viele Meilen weit von der Niederlassung ihrer Eltern entfernt ist, so daß die Eltern gezwungen wären, sich von ihren Kindern'zu trennen,— Die Regierung hat eine Untersuchung eingelotet. IZnftcaUen. In Neuseelan!» hat der ArbeitSminister dem Parlamnit ekn Gesetz vorgelegt, durch das die Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Unternehmern aus dem Wege neuer Schiedsgerichte und durch' „VersöhnungSkommissionen" beigelegt werden sollen. Tie Arbeiter sind von der Tätigkeit der Schiedsgerichte durchaus nicht erbaut, und die Gewerkschaften haben auch dem neuen Gesetze die schärfste Opposition angekündigt. Die Landarbeiter von Neuseeland haben sich organi- siert und einen Verband gegründet, dem 1560 Mitglieder an- gehören. Ein Verband der Farmer von Neuseeland, der die Zwischenhändler ausschalten will, macht gute Fortschritte. Tie so verbundenen Farmer haben im letzten Jahre 26 000 Pfund Steriing, die sonst den Zwischenhändlern zugeflossen wären, in die eigene Tasche gesteckt! Sie nissilche Revolaflon. Der Dumnprasident bei Nikolaus. ZarSkoje-Vselo, IS. November. Der Kaiser hat heuke bsn Präsidenten der Rcicksduma Ehomjakoff in Audienz empfangen. Diese Nachricht ist um deswillen von Belang, weil naa, den Bestimmungen über die Funktionen deS russischen Parlaments die RcichSduma die Verhandlungen nicht aufnehmen darf, ehe fhr Prä» sident vor dem Zaren seine Dienerchen gemacht hat. Repressalien gegen die sozialdemokratische Fraktion der dritten Duma? Petersburg, 13. November.(Eig. Ber.) Tas Schicksal der sozialdemokratischen Fraktion der zweiten Duma ist bekannt: sie mußte in die Kasematten wandern, in denen die größte Zahl sich jetzt noch befindet. Gegenwärtig ist ihnen die Anklageschrift zugegangen, in der die früheren Abgeordneten beschuldigt werden, unter dein Namen„sozialdemokratische Fraktion" eine„verbrecherische Vereinigung" gegründet zu haben mit dein Zweck: die bc- stehende„Ordnung" in Rußland durch einen bewaffneten Aufstand zu stürzen und an ihre Stelle die demokratische Republik zu fetzen. Zur Erreichung dieses Zieles hat, so heißt es in der Anklageschrift, die verbrecherische Vereinigung „sozialdemokratische Fraktion" Aufrufe erlassen und RuiV>- schreiben an die Wähler gerichtet, in denen die Bevölkerung gegen die Regierung, gegen die Beamten und Großgrund- befitzer aufgereizt wird.... Die Einhändigung der Anklageschrift an die ve» hafteten sozialdemokratischen Abgeordneten der zweiten Duina am Vorabend des Zusammentritts der dritten! Duma, die ebenfalls eine„sozialdemo- kratische Fraktion" haben wird, scheint nicht ganz Sache des Zufalls zu fein! Man neigt allgemein der Anschauung zu, daß die Regierung mit der Veröffentlichung der Anklage- schrift im gegenwärtigen Moment der sozialdemokratischen Fraktion der dritten Duma drohen will. ES ist jeden- falls kein Zufall, daß zur selbigen Zeit die Reptilpresse, wie die„Nowoje Wremja", gegen die sozialdemokratische Fraktion der dritten Duma eine heftige Kampagne beginnt. In einem längeren Leitartikel bereitet sie gewissermaßen die Polizeiaktion vor. Die Anwesenheit sozialdemokratischer Ab- geordneter in einem Staatsinstitut wie die Duma verstoße, fo sagt das reaktionäre Blatt, gegen die Grundlagen des Staates überhaupt. Wie das Zentralkomitee der sozial- demokratischen Partei in seiner Mitte einen Kruschewan nicht dulden würde, ebensowenig könne der Staat es dulden, daß in der gesetzgebenden Körperschaft ein Sozialdemokrat sitze! Die„Moral" von der Geschichte ist klar: Entweder sollen die Sozialdemokraten freiwillig gehen, oder sie werden wieder polizeilich entfernt! Auf der rechten Seite, wo Purifchkewitsch„thront,,, will man ebenfalls die Frage bald gelöst wissen, und es braucht wohl nicht gesagt zu werden, in welchem Sinne. Sollte die Regierung gegen die sozial- demokratische Fraktion nicht vorgehen, dann will die Rechte mit einer Interpellation eingreifen uillt> bei der Regierung„anfragen", ob sie es verantworten rönne, daß auf den Bänken der Gesetzgeber Revolutionäre sitzen, besonders, da die Untersuchung gegen die sozialdemokratische Fraktion der zweiten Duma doch bewiesen hätte, daß die Sozialdemo- kraten sich auch gegen die Perfon des Monarchen verschworen haben. Daran ist natürlich kein wahres Wort, was tut's aber? Die„Echtrussen" haben jetzt die Duma in ihrer Hand, und es ist deshalb nur eine Frage der Zeit, wann die sozialdemokratische Fraktion auch der dritten Duma in die Keller der Petcr-Paul-Festung gesteckt wird. Auch sonst sind die sozialdemokratischen Abgeordneten tagtäglich Ueberraschungen ausgesetzt. So hat die Polizei sich von dem in Riga gewählten sozialdemokratischen Ab- geordneten Dr. Preedkalns einen Revers unterzeichnen lassen, daß er Riga nicht verlassen werde!! Nun sollte aber der Abgeordnete am 14. November, zur Duma-Eröffnung, doch in Petersburg sein! Das kümmert aber die Polizei wenig. Ist es bei solchen Verhältnissen denkbar, daß die dritte Duma das Land auch nur um eine Fingerbreite geordneten Zuständen näher bringen kann?-» Sozialca. l Siehe auch 1. Beilage.) Ben den Gas- und Wasserwerke«. Im Jahre tSOS sind 181 neue Gas- und Wasserwerke in Betrieb genommen worden, so daß nach dem Bericht der Berufsgenossenschast jetzt insgesamt 2420 Betriebe dieser Art versichert sind. Die Zahl der versicherten Arbeiter ist um 3436 aus 63 628 gestiegen. Interessant ist eö. daß die Stadt Leipzig ihr von einer Aktiengesellschaft über- nommenes Elektrizirätsivcrk als einen Nebenbetrieb ihrer Gaswerke betrachten lvollte und bei der Berufsgenossenschaft der Feinmechanik Antrag auf lleberweisung an die Berufsgenossenschaft für Gas- und Wasserwerke stellte. Dieler Antrag wurde jedoch abgelehnt, da das Elektrizitälsiocrk kein Nebenbelrieb der städtischen Gasanstalten sei. Wichtig ist auch eine im Bericht erwähnte Entscheidung betreffs der BersicherungSpflicht„der zur Beschäftigung in Gas- und Wasserwerken kommandierten Soldaten". Um den Streiks der GaZarbeiter zu begegnen—„kommandiert" man ja heute schon massenhaft Soldaten in diese Werke, die dann„im Borbereitungsdienste für Beamtenstellen informatorisch oder probe- weise beschäftigt werden" und trotzdem noch dem.Militärverbande" angehören. Die Versicherungspflicht dieser Leute wurde vom Reichs- versicherungSamte bejaht! Der Bersicherungsbestand zeigt uns: 1133 SteinkohlengaSwerke, 18 Oelgaswerke, 94 Acetylengaswerke. 26 Luflgaswerke, 6 Waffer- gaSwerke, 1069 Wasserwerke, 80 Kanalisalionslverke. Bon diesen Betrieben wurden im Berichtsjahre 23? durch die Vertrauensmänner der Berufsgenoffen'chast revidiert.„In Ordnung beftinden wurden davon 60, in 187 wurden Mängel und B e r st ö ß e gegen die Uiifallverhütungsvorschriften festgestellt," heißt es im Bericht. Da ist es kein Wunder, wenn die Zahl der Unfälle sich wiederum vermehrt hat. Bei einer Steigerung der Gesamtzahl der Versicherten um 6,72 P r o z. gegen das Borjahr„ist die Ge- samtzahl aller gemeldeten Unfälle von 3984 auf 4436 im Berichts- jähre, also um 12.60 Proz. gestiegen" l l Aus 1000 Versicherte entfielen durchschinttlich 70,6 Unfälle gegen 66,3 im Jahre 1905. Entschädigungspflichtig wurden 396 Unfälle. Für die Fürsorge der Verletzten innerhalb der Wartezeit, der ersten 13 Wochen des Unfalls, hat die Berufsgenossenschaft ganze 110 M. »geopfert". Sparsamer kann man doch gewiß nicht sein I Als Folge der entschädigten Unfälle bezeichnet der Bericht: 29 Todesfälle, in 6 Fällen völlige. 114 teilweise und 247 Fälle vorübergehende Erwerbsunfähigkeit. Diese Verletzten waren sämtlich Erlvachseue männlichen Geschlechts. Frauen und Kinder sind also nicht verletzt oder entschädigt worden. Es erhielten im Jahre 1906 Renten ausgezahlt: 2046 Verletzte, 369 Witwen, 367 Kinder und 3 Verwandte. Im Berichtsjahre hatte die Berufsgenossenschaft 1224 Renten- bescheide erlassen, von denen die Mehrzahl die Herabsetzung oder Ein- stellung der Renten betrafen. Trotzdem wagten es nur 271 Ver- letzte. Berufung an die Schiedsgerichte einzulegen. Diese Benlfungeu hatten nur in 62 Fällen Erfolg! 197 Berufungen wurden zurückgewiesen! 66 Verletzte wagten noch den Rekurs an das ReichSverstcherungS- amt und halten nur 11 Erfolge zu verzeichnen. Der Untlagebeitrag betrug im Jahre 1906 für je 1000 M. Löhne »ur 11,83 M. und ist gegen das Jahr 1906 um 34 Pfennige zurückgegangen! Berechnet man die Zahl der Versicherten rn die gezahlten Arbeitslöhne von 73'/z Millionen Mark, so ergibt sich, daß der Durchschnittslohn eines Arbeiters pro Jahr 1167,00 M. betrug! Die ganze Ausgabe der Unternehmer an Unfallbeiträgen betrug also pro Arbeiter im Jahre kaum 13 M. Und da schreit man über die»hohen und schweren" Lasten, die unsere Unternehmer »ganz allein" zu tragen haben! Gewcrhlcbaftliches* Berlin und vlmgegend. Wer verschuldet die Gewerkschaftszersplitterung? In einer öffentlichen Versammlung der Graveure Berlins, die am Donnerstag in den ehemaligen„Armin- hallen", Kommandantenstraße 20, tagte, haben— Vertreter des christlich-nationalen Metallarbeiterverbandes diese Frage aufgeworfen und sie auch beantwortet. Schuld daran, daß es in Deutschland eine einige Gewerkschaftsbewegung noch nicht gibt, sind nach ihrer Meinung natürlich die freien Ge� werkschaften, und wenn diese Behauptung von einem Chrisb lich-Nationalen aufgestellt wird, dann mutz sie wahr sein, obwohl doch gerade die Entstehungsgeschichte der christlichen Gewerkschaften beweist, wie diese zu dem ausschließlichen Zweck der Zersplitterung der wirtschaftlichen Arbeiter� bewegung ins Leben gerufen wurden. Die Tatsache, daß diese Versammlung, anknüpfend an die jüngst erfolgte Ver s ch m e l z u n g des Verbandes der Graveure mit dem Metallarbeiterverband, über den Wert des Zusammen s ch l u s s e s der Kräfte beraten sollte, hält die Herren vom christlich-nationalen Metallarbeiterverband natürlich nicht davon ab, selbst das zu tun, was sie den freien Gewerk fchasten in echt christlich-nationaler Verdrehungskunst zum Vorwurf machen. Im Augenblick, wo der Gedanke des ge werkschaftlichen Zusammenschlusses so lebendig und mächtig die Mitglieder der freien Gewerkschaften beseelt, charakteri siert sich das Vorgehen der christlich-nationalen Herren Mintcr. Neumann und Kluge von selbst: sie be mühten sich daher ganz vergeblich, ihre Verdrehungen an den Mann zu bringen. Zweck der Versammlung war, die Einigkeit der Graveur gehülfen in der neuen Organisation zu festigen, die Organl sationsarbeit und Agitation zu beleben, um auf diesem Wege zu einer stärkeren und erfolgreicheren Wahrung der all gemeinen Arbeiterinteressen und der Berufsinteressen im besonderen zu gelangen. Die Erreichung dieses Zweckes zu vereiteln, war der allerdings vergeblich beabsichtigte Versuch der Christlich-Nationalen. Genosse Eduard Bernstein zeigte in seinem Re� ferat über den Wert des Zusammenschlusses, wie sich analog der wirtschaftlichen und der Entwickelung der Industrie auch der engere Zusammenschluß des um seine Lebensbedingungen kämpfenden Proletariats gebieterisch notwendig macht. Im Jahre 1882 zählte man 6179 verschiedene Berufsbenennungen, 13 Jahre später deren über 10 000 und bis 1905 hat sich diese Zahl auf mindestens 15 000 erhöht. Damit ist eine Ver- ringerung der gewerblichen Grenzen verbunden. Die ge- werblichen Grenzen fallen zwar nicht vollständig, aber die Beruf von Beruf trennenden Mauern werden dünner. Dieses industrielle Aneinanderkommen stellt an die Arbeiter ebenfalls die Forderung des Zusammenschlusses ihrer Kräfte, so sehr auch ursprünglich die Gewerkschaft Sache der Spezialisierung war, dem das Verlangen nach einer Ver- tretung der besonderen Fachinteressen entsprach. Bei den in England urwüchsig mit der Industrie ent- standenen Gewerkschaften war das Bestreben nach der Zu- sammenfassung der Kräfte nicht merkbar. Nach der Er- Hebung vom Jahre 1904 gab es damals in England noch 11 048 selbständige Gewerkvereine mit— nach oben ab- gerundet— 1 900 000 Mitgliedern. Seit Jahren macht sich bei den Gewerkschaften Englands eine Stagnation be- merkbar. Sie, die früher auch von uns weit überschätzt wurden, umfassen kaum 25 Proz. aller Arbeiter: sie bleiben auf diesem Prozentsatz stehen und sind von den Gewerk- fchasten anderer Länder überholt. Zurückzuführen ist diese Stagnation zum großen Teil auf die Zersplitterung der Kräfte. Wie sich die Unternehmer in den Kartellen und Trusts große Versicherungseinrichtungen schaffen, haben sich eben- falls die Gewerkschaften enger aneinander zu schließen. Da- her ist auch der Anschluß der Graveure an den sehr leistungs- fähigen Metallarbeiterverband zu begrüßen. In seinem Schlußwort widerlegte Ber ir st ein die Einwürfe der Christlich-Nationalen. Nicht um die christliche Weltanschauung handelt es sich im gewerkschaftlichen Kampfe, sondern um die Wahrung der Arbeiter- und Klassen- interessen. Rastlos müsse in der neuen Organisation ge- arbeitet werden, nicht Zersplitterung, sondern Zusammen- fassung ist das Ziel!_ Der letzte Streik der TSpfertrSger verursachte dem Verbände eine Ausgabe von 6011,80 M.. wie Kribow in einer Versammlung am Donnerstagabend bei Wohlfahrt, Rosenthalerstraße, berichtete. An Unterstützungen sind 4907.30 M. ausgezahlt worden. Für Saalmiete wurden 25 M. und an Sitzungsgeldern 29,60 M. ausgegeben. Am 9. November waren noch 19 Mitglieder ohne Arbeit, die aber zum größten Teil seitdem in Stellung getreten sind. — Die neuen Lohntarife lagen gedruckt vor und gelangten zur Ver- teilmrg an die Mitglieder Gelegentlich deS Jandorf-BoykottS fand bekanntlich eine Ver- fammlung der Warenhausbesitzer statt, in der �sich diese mit der Frage eines GegenfchtagS in Form eines.Vorwärts"-Boykotts be- faßten. Unter den Rednern, die in jener Bersaminlung sprachen. zählten wir in unserem Bericht auch Herrn Joseph- Rixdorf auf. DieS ist mehrfach in Rixdorfer Arbeiterversammlungen zur Sprache gebracht worden. Die Firma Joseph ersucht unS deshalb um die Mitteilung, daß unser Berichterstatter offenbar daS Opfer eines Miß- Verständnisses geworden sei. Die Firma war in jener Versammlung nur durch ihren Prokuristen vertreten und hat auch einem»Vor- wärts"-Bohkott nicht daS Wort geredet. oevtzkcbeo Reick», Die Leipziger BuchhandlungSgehülfe« werden nächstens, nachdem die BuchhandlungSmarkthelfer sich durch den neuen Tarif ihre Lage gebessert haben, in eine Lohnbewegung unter Führung deS Zentral- Verbandes der Handlungsgehülfen eintreten. Die Bewegung im Frühjahr 1906 war durch die Quertreiberei der bürgerlichen Verbände in den Sumpf geführt worden. In einer Resolution erkannten die Buchhandlungsgehülsen mit zirka 260 gegen 7 Stimmen die Not- wendigkeit einer strammen, energischen Organisation an. Susland. Konferenz der Zentralvorstände der schweizerische« Gewerkschafts- verbände. In Ölten fand am Sonntag eine vom Bundeskomitee deS Schweizer Gewerkschaftsbundes einberufene Konferenz statt, zu der sich 40 Vertreter von 18 Verbänden eingefunden hatten. Es handelte sich dabei in der Hauptsache um die Stellungnahme der Gewerkschaften gegenüber der vom sozialdemokratischen Parteitag in St. Gallen beschlossenen Forderung nach Errichtung von staat- lichen Einigungsämtern durch die Bundesgesetzgebung. Die Kon- fercnz lehnte nach stundenlanger Debatte dem Antrag des Bundes- komitees gemäß die staatlichen Einigungsämter ab, um dagegen folgende Forderungen aufzustellen: Anerkennung der Gewerk- schaftsorganisationen durch die Unternehmcrorganisationen, AB- schluß von Tarifverträgen mit paritätischen Einigungsämtern und Schiedsgerichten, Sicherung des Vereins- und Versammlungs- rechtes der Arbeiter. Abgelehnt wurde auch die projektierte Schaffung von Arbeiterkommissionen durch die Gesetzgebunng und schließlich wurde protestiert gegen die perfid-demagogische Ver- quickung von Antistreikgesetzen mit Einigungsämtern, wie eS die Vorlage der Berner Regierung tut. Als wirksames Mittel zur Einschränkung des Streiks erklärte die Konferenz die Ausdehnung des Arbeiterschutzes und der Arbeiterversicherung. Weiter behandelte die Konferenz die Frage der Eintragung der Verbände ins Handesregister, wovon jedoch abgeraten wurde. Die Grenzstreitigkeiten zwischen den verschiedenen Verbänden sollen nach dem Grundsatze erledigt werden, daß für den Verbands- anschlutz die Berufsart der Mehrzahl der Arbeiter matzgebend sein soll. Für das Friseurgewcrbe wird eine Kontrollkarte eingeführt. Kohlengräberstreik in Australien. In Neu-Südwale« liegen 26 Kohlenbergwerke still. Die KohISngräber<12 000 Mann) find im ganzen Staate in den Streik getreten, sie verlangen höhere Löhne. Die Bergwerksbefitzer haben eine Lohnerhöhung zugestanden, die mit Anfang nächsten Jahres in Kraft treten soll, aber darauf wollen die Streikenden nicht eingehen. Der Hafen von Newcastle liegt voller Schiffe, die alle ans Kohlen- ladungen warten. Das Staatsministerium beschäftigt stch mit der Strei klage und versucht, zwischen den Parteien zu vermitteln, aber die Bergwerksbesitzer verhalten sich ablehnend. Letzte IVacbncbtcn und Depefcben« Der internationale Kapitalismus. Düsseldorf, 15. November. richtigt nun das Blatt diese Bemerkung, die nur:„infolge Unleser� lichkeit einer Stelle des Manuskripts", zu diesem„sinnstörenden Druckfehler" führte. Heute wünscht man wieder:„daß unter Bei beHaltung der jetzigen, für die Bildung des BorstandeS maßgebenden Normen, diesem das Recht zur Bestellung der Beamten der Rech nungs- und Kassenführung genommen und der Gemeinde über- tragen wird". Wenn sich diesmal kein„sinnstörender Druckfehler� wieder eingeschlichen hat, so ist der Sinn dieses Geschreibsels, daß die Zweidrittelmehrheit der Versicherten bestehen bleiben, dagegen den selben das wichtige Recht der Anstellung der Kassen- und Rechnung? führer entrissen werden soll. Die Begründung dieses Vorschlags ist noch konfuser, doch nicht originell. Man will„ja nur", daß „die Rechnungs- und Kassenführung durch einen von der Gemeinde zu bestellenden Beamten wahrzunehmen ist, und zwar unter Ber antwortlichkeit der Gemeinde, aber auf Kosten der an der OrtS' krankenkasse beteiligten Arbeitgeber". Die Hundstage sind vorüber und trotzdem diese„Vorschläge"! Während„Vater Kirdorfs" die Halbierung der Kassenbeiträge emp> fohlen hatte, will Reiswitzchen diese Belastung der Unternehmer nicht, sondern„die Beitragsleistung der Arbeitgeber unverändert" lassen,„dafür ihnen aber die ganzen Kosten der Rechnungs- und Kassenführung aufladen"! Also, eine„Extraumlage" für Deckung der Verwaltungskosten! Und warum? Es sei vorauszusehen. „daß die behördliche Verwaltung der Ortökrankenkassen sich immer- hin um ein bedeutendes kostspieliger gestalten dürste als die bis- herigc Verwaltung." Aha! Des„schnöden Mammons" wegen sei dieser blödsinnige Vorschlag nicht gemacht, sondern weil„einer Mehrung deS feindseligen Gegensatzes zwischen Arbeitern und den Arbeitgebern vorzubeugen sei! Die reinsten„Friedenöengel"! Sehr interessant ist nun folgende Bemerkung:„Wir möchten jeden Anlaß zu der Behauptung aus dem Wege räumen, es sei dem Unter- nehmertum nicht darum zu tun, die offenkundigen Mißstände inner- halst der Ortskrankenkassen zu beseitigen, sondern sie wollten die Mißstände in den Ortskrankenkassen dazu benutzen, um die Arbeiter in den Betriebskrankenkassen mundtot zn machen." Natürlich! was wollen denn die Scharfmacher sonst? Heute wird doch jede Be- triebskrankenkassc„gegründet", um Beiträge für den Unternehmer auf Kosten der armen Kranken zu sparen, die Versicherten tatsächlich mundtot zu machen. Die Vorschläge der Kirdorfs und Konsorten würden diesen unheilvollen Zustand nur noch vermehren, da die Halbierung der Beiträge sofort eine riesige Anzahl solcher neuen Wucherkassen erstehen lasse, eine größere Zersplitterung des ganzen kkasscnwcsens zur Folge habe. Daß dies unsere Regierungsfach- leute nicht einsehen können, ist auch nicht verwunderlich. Reiswitzchen gibt das offen zu und meint:„denn wenn der Betriebsuntcr- nehmcr nicht allein die Rechnungs- und Kassenführung durch einen von ihm zu bestellenden Beamten wahrzunehmen hat, sondern wen» er auch noch über die Hälfte der Stimmen im Vorstände seiner Be- triebokrankenkasse verfügt, so kann er mit dieser so ziemlich machen was er will." Sehr gut! Ein gutes Geständnis, da ja heute die Herren der Betricbskrankenkasscn so„ziemlich machen können, was sie wollen". Deshalb empfiehlt das Blatt mich,„daß die derzeitig zu Recht bestehenden Verhältnisse bei den Betriebskrankenkassen er- halten bleiben und daß sie unter entsprechender Modifikation bei den OrtSkrankcnkassen zur Einführung gelangen." Punktum! Weil die scharfe Kritik der sozialdemokratischen Presse bereits eingesetzt habe, glaubt das Blatt, daß es mit seinen Vorschlägen auf dem rcckstcn Wege sei, zumal es der Sozialdemokratie„eben nur darauf ankommt, ihren Kreaturen die Vcrwalterposten der Ortskranken- kassen offen zu halten" und sie aus den Betricbskassen„nichts zu ihren Gunsten herausschlagen konnte". Deshalb diese konfusen Vorschläge, die jetzt mit besonderer Energie vertreten werden sollen. Im zweiten Artikel des Blattes schreibt der„fachmännische Mit- arbeiter", ein langjähriger Kassenarzt, über das krause Thema: «Kassenärzte, freie Arztwahl und allerlei Anderes." EL ist auch „allerlei Anderes". Festgestellt sei. daß„Kasseumitgliedcr„für jeden Treck", wie der landläufige Ausdruck in nicht eben klassischem Deutsch lautet, zum Arzt laufen". Dieses müsse verhindert werden. Deshalb sind die Vorschläge deS„langjährigen Kassenarztes" auch „klassisch". Uebertricbene Inanspruchnahme des Arztes sei die Wurzel alles Uebels. Nur dann, wenn ein Kassenmitglied„ernstlich umoohl" sei, soll es ohne Scheu den Arzt requirieren können. „Aber der Umstand, daß jemand gegen Krankheit versichert ist, soll ihm doch ebensowenig ein Anlaß werden, krank und hülsöbedürstig zu sein, wie der Feuervcrsicherte nun unbedingt Feuer und der Unfallversicherte einen Unfall haben muß." Der Arzt, der sich rühmt,„vielfältige Erfahrung" zu haben, erlaubt sich zu schreiben: „Heute ist es, und es ist ganz unnütz so. daß vom Standpunkte der Versorgung mit ärztlicher Hülfe es geradezu ein Privileg ist, Ar- heiter mit einem Einkommen von unter 2000 M. zu sein."„Privileg" ist gut l Nicht einmal das Gesetz selbst kennt der„vielfältig er- fahrcne" Arzt, wenn er die Versicherungspflicht der Arbeiter mit einem Einkommen von unter 2000 M. annimmt. Viele Kassen- vntglieder, meint er, laufen heute wegen Beschwerden zum Arzt, „welche Leute zehnfache» Besitzes ruhig ertragen würden". Ja. die Besitzenden„ertragen" alles,„sie lernen leiden, ohne zu klagen" und machen eS nicht wie die vielen Kasscnsimulanten, die„wie der Abonnent einer Leihbibliothek oder eines«onzertgartens, der am Ende seines Subfkriptionsjahrcs die frohe Genugtuung haben will. sein Abonnement gründlich ausgenutzt zu haben"! Von der freien Arztwahl will der Edle ebenso wenig wissen, als seine Kollegen im Bezirk Essen. Von dort wird bekanntlich gemeldet: Der Verein der Bahn- und Kassenärzte im Bezirk der Eiscnbahndircktion Essen hat durch Rundschreiben seine Mitglieder um Beantwortung der Frage ersucht, ob sie für gesetzliche Einführung der freie» Aerzte- wähl seien. Wie der Verband rheinisch-westfälischer Betriebs krankenkasscn mitteilt, haben sich von den eingegangenen 137 Ant Worten 104 gegen und nur 33 für die Einführung erklärt. Ter Hunger nach Medizin würde ja nur gesteigert werden, die „ewige Medizinerei die Leute mager und nervenkrank" machen. Die „meisten Schmerzen" könnten dagegen„bei etwas Enthaltsamkeit im Essen und Trinken" beseitigt werden! Die Arbeiter essen daher heute zu viel und Fleischgenuß— macht nervenkrank, sagten auch die Agrarier, als sie das Fleisch auch noch verteuert haben. DeS- halb der„klassische" Vorschlag:„um es kurz zu sagen: Es müssen Mittel und Wege gefunden werden, daß die Kassenmitglieder nicht mehr den Arzt in Anspruch nehmen als die finanziell besser situierten Privatpatienten. Und ein solches, sicher effektvolles Mittel würde es sein, daß der Patient selbst immer noch einen Teil der Kosten der ärztlichen Hülfe zu tragen hat." Donner weiter! Heute zahlt die Krankenkasse statt 1 M. Minimalsatz der Tage nur 40 Pf. und sollte zum Ausgleich„verordnet werben", daß jeder Patient die Differenz, nämlich 00 Pf., persönlich und jedes mal dem Arzt zu entrichten habe". Das könnte den Herren passen! Der Versicherte ist natürlich nicht geschädigt, denn er hat ja„immer noch freie Medizin und Krankengeld im Falle der Erwerbsunfähig- keit." Er habe auch dann eine„Ermäßigung der Aerztekosten", die Krankenkassen würden entlastet, die Aerzte höhere Einnahmen er- zielen! Letzteres ist sicher der Fall. Und die Arbeiter könnten mehr zahlen! Als„langjähriger Mitarbeiter" eines Scharfmacherorgans orakelt der Arzt wie folgt:„Oder will etwa jemand sagen, der Ar- beiter verdiene nur eben soviel, daß er zu leben habe, er verdiene nur das Existenzminimum und könne davon keine Rücklagen machen? Für die große Masse der heute in die Krankenversicherung Eingeschlossenen gilt das sicherlich nicht und für die Minderzahl, nämlich diejenigen, welche nicht imstande gewesen sind, sich der Hungerlöhne zu erwehren, müßte eben im Falle der Not die Ge- meinde, also die Armenbehörde, ebenso eintreten, wie für die jenigen, welche durch Unglück verarmt oder verhindert worden sind. Rücklagen zu machen." Die große Masse hat also„Rücklagen" ge- macht. Deshalb heraus mit diesen Spargroschen, damit sie auf dem Altar der Aerzte geopfert werden können. Ein Lump, der keine„Rücklagen" in diesen teuren Zeiten machen kann. Konnte er es trotzdem nicht, so soll er Armenunterstützung beziehen! Liebe voll sorgt auch der„Arzt" für diese Armen, denn„die Jnanspruch nähme deS Armenrechts(!) aber sollte mit dem Verlust gewisser bürgerlicher Rechte verknüpft sein, nicht so sehr, um die Armen zu „strafen", für welche diese Rechte ohnedies wenig zu bedeuten haben, als bielmehr, um die Arbeitenden anzuspornen, ihr Recht zu erhalten oder vielmehr es sich täglich neu zu erwerben!" Deutz licher kann man doch wahrlich nicht werden, mehr wahrlich nicht verlangen! Das Selbstverwaltungsrecht soll den Arbeitern in den Krankenkassen geraubt werden, die Beiträge erhöht, und noch Extra- zahlung für die Aerzte, oder eventuell Verlust„gewisser bürger- licher Rechte", die für die Aermsten doch„ohnedies wenig zu be- deuten haben". Fürwahr,„herrlichen Zeiten" gehen wir entgegen, wenn sich das arbeitende Volk nicht aufrafft!! Die Scharfmacher wollen zunächst den Hülfskassen durch die Hülfskassennovclle die Selbstverwaltung rauben, sodann soll eS an die Vernichtung des letzten Restes der Selbstverwaltung der Orts- krankenkassen gehen. Daß das Ziel auf Vernichtung der Selbst- Verwaltung geht, hat Mugdan ja im Reichstag durch seine be. kannten oleden klargemacht. Noch unvcrhüllter tun das eine Reihe Scharfmacherorganc. Es sei folgende Stelle aus der„Täglichen Rundschau" vom Donnerstag zitiert: „Wer eine Reform der Arbeitcrversicherung verlangt und gleichzeitig die Forderung erhebt, daß an der bisherigen Selbst- Verwaltung der Träger der Versicherung nicht gerüttelt werde, widerspricht sich selbst und verlangt etwas von der Regierung. was überhaupt unausführbar ist,— UebrigcnS wird dieser Standpunkt auch von einem so weit linksstehenden Sozialpoli- tiker, wie Dr. Freund, geteilt!" Der libcral-konservativc Block zielt darauf ab. die Selbstver- waltung den Arbeitern zu nehmen. Und daß das Zentrum gewillt ist, den Block in diesem Streben zu unterstützen, läßt leider das lebhafte Eintreten seiner Vertreter für die Hülfskassennovelle, den ersten Schritt zu diesem Ziele, außer Zweifel» Vielleicht schon die kommende Session wird statt einer Reform der Krankenversicherung durch Ausdehnung des Kreises der Versicherten und Erhöhung der Leistungen eine Krankenkassennovelle bringen, die die Arbeiter in ähnlicher Weise wie in Betriebskrankenkassen entrechtet. ?Zus cler Partei. in Bielefeld, wobei infolge verstümmelter Depesche ein Teil der Meldung irrtümlich nach Essen verlegt wurde, ist nachzutragen. daß die Sozialdemokratie 9 Sitze der 3. Abteilung innehatte. Zwei davon waren bei diesen Wahlen zu verteidigen und wurden be» h a u p t e t, außerdem noch die übrigen vier zur Wahl stehenden erobert, so daß die Sozialdemokratie jetzt alle Mandate der 3. Abteilung besitzt._ Marx beim Tode Robert Blum?. Der„Rheinischen Zeitung", unserem Parteiorgan zu Köln hat Genosse Friedrich Leßner zu London folgende Erinnerung mit- geteilt: Am Abend des 9. November 1848 fand im Eißerschcn Saale zu Köln eine demokratische Versammlung statt. Mitten in den Verhandlungen be�ab sich K a r l Marx mit einer tele- graphischen Depesche auf die Tribüne und gab die schreckenerregende Nachricht von der Hinmordung Robert Blums in Wien bekannt. Die ungeheure Aufregung� die sich der Versammlung bc> mächtigte, kann hier unmöglich geschildert werden.,, Unsere Toten. In Leipzig starb der Genosse Schneider» meister Friedrich Krüger. Er war einer von den Alten und hat mehr als zwei Jahrzehnte für die Partetbewegung gewirkt. Noch in den letzten Tagen vor seinem Tode war er in der Agitation tätig. Zeugnisse der Internationale. Der lothringischen Partei- konfcrenz, die am Sonntag in Metz die Gründung eines gemein- samen Partciblattes für Lothringen und Eaarrevier beschloß. wohnten auch Delegierte der französischen Sozial» demokratie aus Nancy bei. Die Organisation des Departe- ments Meurthe-et-Mosclle hatte diese Delegation gleichzeitig be» auftragt, am Grabe des verstorbenen Genossen Schleicher einen mit roten Schleifen geschmückten Kranz niederzulegai. Während der Mittagspause erfüllten die französischen Genossen den Auftrag. Sämtliche Delegierte begleiteten sie. An der letzten Ruhestätte Antoine Schleichers widmete ihm Genosse L e j u i n noch einen warm empfundenen Nachruf. Personalien. Das Bochumer„Volköblatt� schreibt� Eine Aenderung in unseren Rcdaktionsverhältnissen wird dem» nächst eintreten. Genosse Lcimpcters geht auf dringenden Wunsch der Genossen des Saarreviers wieder nach Saarbrücken, um die Redaktion der„ S a a r w a ch t" zu übernehmen. An seiner Stelle tritt der bisherige Arbcitersekretär Genosse Paul Wolf in die Redaktion ein, für den die Aufsichtßkommission des Arbeitersekretariatö infolgedessen Ersatz zu beschaffen sucht durch Ausschreiben der Stelle. Der Wechsel in unserer Redaktion dürfte sich voraussichtlich am 1. Dezember vollziehen. Die Kreispreßkommission des Duisburg-Mül heimer Wahlkreises wählte an Stelle des ausgeschiedenen Genossen Heise den Genossen August Schoch, Obcrhausen, zum Lokalredakteur der„Niederrheinischcn Arbeiter» z e i t u n g". Vom Herrenpalast zum Arbeiterhcim. Unser Präger Partei. blatt, das„Pravo Lidu", teilt mit, daß am 2. d. M. der Kaufvertrag abgeschlossen wurde, durch den das Palais des Grafen KinSky in der Hybernergassc in Prag in den Besitz der sozial- demokratischen Partei übergeht. Als Käufer fungiert die Arbeiter« eitungs- und Baugenossenschaft in Prag. Das Haus, das iin cntrum von Prag steht, hat einen Umfang von 6020,97 Quadrat» meiern. Seine Stirnseite in der Hyberncrgassc ist 71,67 Meter lang; nach rückwärts dehnt es sich über 100 Meter lang. Zu ihm gehören drei Höfe und zwei Gärten. Der Kaufpreis betrug 1 071 392 Kronen, wovon ein Teil sofort gezahlt Ivurde und ein Teil als Hypothek auf dem Hause verbleibt. In dem neuen Arbeiterpalast werden außer dem„Pravo Lidu" auch die größten Parteiorganisationen ihren Sitz haben. Sozialdemokratische Wahlsiege in ber Schweiz. In dem In- dustrieorte Arbon am Bodcnsee sind am Sonntag bei den Ge» meindewahlen zwei Sozialdemokraten, unsere Genossen Rorschach und Senn in die Ortsbchörde(Magistrat) gewählt worden. pollzeUtesieo»©mditllchea tifw. Strafkonto der Presse. Aus Halle a. S. berichtet man uns unterm 14. November: Schon wieder beschäftigte man sich heute in der Strafkammer mit dem Halleschcn„Volksblatt". Der Genosse Fröhlich, der gegenwärtig drei Monate Gefängnis ver- büßt und die ungastlichen Hallen am 19. November verläßt, soll durch Veröffentlichung eines Artikels die Kalbcncr Polizei beleidigt haben. Die Mitteilung beruhte auf einem Irrtum des Kalbencr Gewährsmannes. Das Schöffengericht hatte dafür eine G e» ängnis strafe von nicht weniger als zwei Monaten aus» ;cworfcn. Der Staatsanwalt verlangte aber in der BerusungS- instanz die Strafe ans fünf Monate zu erhöhen. Das Gericht ver- warf jedoch die Berufung. Gemeitideratswahlen. In Elberfeld erzielte die sozialdemokratische Liste bei den Stadwcrordnetcnwahlen der 3. Klasse 4508— 4622 Stimmen, die des ultramvntan-konservativ-nationallibcral-freisinnigcn Kartells 6209—6316 Stimmen. Gegen die Hauptwahl von 1905 hat die Sozialdemokratie eine Zunahme der Stimmen um bvl, gegen die damalige Stichwahl eine Zunahme von 184 Stimmen zu verzeichnen. Die Gegner erlangten 949 Stimme» mehr als 1905 in der Hauptwahl und 816 mehr als in der dainaligcn Stichwahl. Eine Stichwahl haben sie diesmal durch völliges Aufgehen in einen Brei vermiede». Im Bezirk Altstadt-Eppenhaufen der Stadt Hagen gelangte der Kandidat der Sozialdemokratie mit dem 5randidaten der vereinigten Christlichsozialcn und Ultramontancn in die Stichwahl; er erhielt 716, der Gegner 824, ein freisinniger Kandidat 506 und ein dritter bürgerlicher Kandidat 42 Stimmen. In Gevelsberg(Kreis Hagen) siegten die drei Kandi- baten der Sozialdemokratie über die des bürgerlichen Mischmaschs mit 467— 479 gegen 317—354 Stimmen. In Hanau wurden die sozialdemokratischen Kandidaten in die Stichwahl gedrängt. Das Resultat lautete: Sozialdemo- kraten: 1873(1905: 1838 Stimmen). Bürgerliche: 1895(1905: 1718 Stimmen. Eine zweite bürgerliche Liste erhielt 105 Stimmen. Unsere Genossen hatten bisher sämtliche Sitze der 3. Abteilung innc. Im Fürstentum Schwarzburg-SonderShauscn sind einige besonders gute Erfolge zu verzeichnen. In Arnstadt errangeii unsere Genossen einen Sitz. In A l t e n f e l d erhielt unser Genosse 58 von 63 Stimmen. In Langewiesen wurde der Sozialdemokrat in der 3. Abteilung gewählt. In G r o ß- breitenbach erhielt unser Genosse 129 von 173 Stimmen. In Geschwenda besteht der Gcmeindcrat aus 7 Sozialdemo- kraten und 5 Bürgerlichen. In der 2. und 3. Abteilung siegten bei den diesjährigen Wahlen unsere Genossen. In der w e i m a r i s ch e n Gemeinde Bürgel wurde c i u Sitz verloren. In Lichtenhain wurden zwei Genossen in der 3. Abteilung zum ersten Mal gewählt. In Jndcnbach(Sachscn-Meiningen) errang die sozialdemokratische Liste einen vollen Sieg. Zu unserer telegraphischen Meldung über den Sieg der Sozialdcmolratie bei den Stadtvcrordnetenwahlen der 3. Abteilung� Etos Induftric und FtandeL Die Virhversorgung Deutschlands. Im Mai d. I. hat die preußische Regierung an die Agrarier Aufrufe versendet, in welchen sie den Züchtern und Mästern nahe, legte, alle Kräfte anzuspannen, damit die Produktion an Schweinen nicht zurückgehe, weil nur auf diese Weise einer Kalamität vor» gebeugt werden könne. Wie toenig sich die Agrarier die Mahnung zu Herzen nahmen, zeigt die Erfahrung. Auf viclcn Märkten fehlt es an Schweinen, namentlich solchen von 1— IV2 Jahren, die um so weniger entbehrt werden tönncii, als sie das Material zur Dauer» Ware(Schinken, Wurst usw.) liefern. Höchstwahrscheinlich halten Mäster und Züchter ihre Ware zurück, um sie später zu hohen Preisen, auf den Markt zu bringen. j Die Folsge dieser Politik, die ja seit langem von den Agrariern zum System erhoben und befolgt wird, dürfte die Schweincprcise bald wieder kräftig anziehen lassen. Und einen Vorwand für die TcuerungSpolitik haben die Agrarier immer parat: im Sommei: muß die Schweinemast wegen der ungünstigen Futtcrverhältnifsc. insbesondere wegen des Mangels an Kartoffeln und des durch die Hitze erhöhten Risikos einschränken; im Herbst und Winter aber ists wieder die gesteigerte Nachfrage, die die Preise in die Höhe treibt. Was von den Schweinen gilt, gilt auch von den Rmdern, Kälbern, Hammeln: das Angebot wird künstlich eingeschränkt. Das ist auch der Grund, weshalb man nicht die Kartoffeln ausgiebiger zur Viehmast benutzt. Zwar hat der Verein der Spiritusfabrikmitcn jeinerzeit unter den Landwirten eine lebhafte Agitation für die Errichtung von KartoffcltiocknuligSanlagcn entfaltet, und in den verschiedenen Teilen des Reiches sollen schon über 80 solcher An» lagen bestehen. Auch hat sich im Borjahre ein Verband der Kar» toffeltrockner gebildet, der einen eigenen Markt für Trockenkartoffcl schaffen will. Bis jetzt ist aber ein Einfluß auf die Schweine» Haltung nicht wahrzunehmen. Wie wenig der Auftrieb von Vieh zum Wachstum der Bevölkerung im Verhältnis stand, das zeigt ein Blick auf den Berliner Vichmarkt, der der größte des RmcheS und deshalb der Hauptrcgulator für den gesamten ocutschcn Vieh» markt ist. Es wurden in Berlin aufgetrieben: Rinder Slblveiiie Kälber Schafe 1902... 227 874 837 787 178 587 573 472 1903... 210 093 1069 052 181099 542 024 1904... 225 990 1 207 591 193 689 543 802 1905... 233 904 1168 676 194 575 572 392 1906... 247797 1157320 192517 586 61» Also intr bei Rindern und Schafen eine kleine Zunahme, bei Schweinen und Kälbern eine enorme Abnahme des Auftriebs. Bei crsteren fällt der Minderauftrieb besonders schwer ins Gewicht und da ist er auch am größten: um 11 Mb gegenüber dem Jahre IltOb, um 60 000 gegenüber dem Jahre 1904! Am deutlichsten wird der Viehmangel angesichts der Ergeb- Nisse der Schlachtvieh, und Fleischbeschaustatistll. Danach betrug die Zahl der Schlachtungen Ochsen.».»«» Bullen««««»» Kühe««».»» Jungrinder(über drei Monate).... Kälber(bis zu drei Monate).... Schweine..... Schafe...... Ziegen...... Hunde...... Nur bei Ochsen, Ziegen und— Hunden hat also eine Zunahme der Schlachtungen stattgefunden, bei allen übrigen Viehgattungen da- gegen ein erheblicher Rückgang und zwar wurden um 12 000 weniger Rinder, um 143 000 weniger Schafe, um 186 000 weniger� Kälber und um 235 000 weniger Schweine geschlachtet! Da die Bevölkerung um 800 000 Köpfe zugenommen hat, kann man jjich von der Fürsorge der herrschenden Klassen für die Vollsernährung eine Vor- stellung machen.— Deutlich zeigt sich hier, daß die Viehproduktion eine Sache der Preispolitik der Mäster und Züchter ist und daß deren Interesse an der Viehproduktion nur so weit geht, als eS ihre Preisspekulation erlaubt. Der Hauptübelstanb ist die Beschränkung der Einfuhr, wozu in den letzten Jahren noch die Viehnot in Oesterreich-IIngarn kam, das sonst ein Hauptkontingent an Vieh liefert. 1900 betrug her ganze Rinderimport nur 268 238 Stück gegen 320 688 im Jahre 1906, also gleich um 02 270 Stück weniger! Und daß gerade die hohen EingangSzölle die Einfuhr beschränkten, erhellt aus der Tatsache, daß in den zwei Monaten vor dem Inkrafttreten der neuen Handelsverträge(Januar und Februar 1900) allein 08 309 Rinder, also mehr als ein VierteldeS Gesamtimports, über die Grenze gebracht wurden! Trotz oiescr enormen Beschleunigung und Forcierung der Viehcinsuhr war der Ausfall infolge des vorwiegend durch die hohen Zölle er- zwungenen Rückganges ein großer und konnte während des ganzen Jahres nicht wieder eingebracht werden. 1904 betrug der Fleisch. verbrauch pro Kopf 81,44 Pfund, 1906 sank er auf 70,04, 1900 auf 74.08 Pfund. Und da wagt man es noch zu behaupten, daß die industrielle Hochkonjunktur mit ihren besseren Erwerbsverhältnifsen die Bevölkerung zu größerem Fleischgenuß verleitet und befähigt habe, und daß deshalb, infolge der gesteigerte« Nachfrage, die Flcischpreise gestiegen seien!... Die Vorteile des wirtschaftlichen Aufschwung» kommen fast ausschließlich der Kapital! st en kl ass« zu. gut«._ Faßt de» Dieb! Der Stahlverband kann die Fiktion, als ob auf dem Halbzeug- markt noch rosige Verhältnisse herrschen, nicht aufrecht erhalten. Um aber nicht eingestehen zu müssen, daß er sich geirrt hat. macht er der Presse den Vorwurf, sie habe durch Bekanntgabe der den reinen Werken letzthin eingeräumten Ermäßigungen ein starke« Nachlassen de« BegehrS veranlaßt. So, nun ist der Stahlverband von aller Verantwortung für die Schäden seiner Preispolitik befreit. Kleine Stammkapitalien mit hoher RentabUitit finden flch in der Maschinenindustrie zienilich häufig, während die großen Kapitalien nicht immer eine entsprechend hohe Rente abwerfen, wie dies z. B im Bergbau der Fall ist Unter 37 Aktiengesellschaften der Maschineniudustrie, die ihr Geschäftsjahr mit dem 30. Juni ab- schließen, zahlt die höchste Dividende mit 26 Proz. eine Gesellschaft. deren Aktienkapital nur 210000 M. beträgt. Danach folgt eine Maschinenfabrik mit 24 Proz. Dividende 1900/07. die mit einem Betriebskapital von 1860 000 M. arbeitet Diese» Kapital er- scheint relativ auch nur niedrig, wenn man erwägt, daß von den 37 Gesellschaften 16 mit einein weit höheren arbeiten. Die höchste Dividende wird nach den bisherigen Abschlüssen in der Maschinen- industrie von folgenden Gesellschaften gezahlt: Aktienkapital Dividende in Proz. in 1000 Mark 1905/00 1900/07 Maschinen« Fabrik Georg Dorst Oberlind 210 21 26 » Kappel. Themnitz 1360 10 24 Werkzeugmasch.- Fabrik Vulkan 608 0 18 Nähmaschinen-Fabrik Karlsruhe 1060 17 17 Bei den Gesellschaften mit dem größten Aktienkapital stellte sich die Dividende wie folgt: Aktienkapital Dividende in Pro in 1000 Mark 1905/06 1900/0 Chemnitzer Werkzeugmaschinen» fabrik Zimmermann... 5400 l'/j 0 Maschinenbau- A.» G vorm. Gebr. Klein...... 4000 6 6 Märkische Maschinenbauanstalt Ludw. Stuckenholz... 3600 0 8 Wilhelmshütte, A.-G. f. Maschinenbau- u. Eisengieß.. Eula 3300 4V, 5 Stillegung von Drahtwerke». Der Walzdrahtverband, der jüngst auf neuer BafiS auf fünf Jahre verlängert worden ist. wird der.Rheinisch- Westfäl. Zeitung" zufolge die Drahtwalzensträßen von fünf ihm angehörigen Werken stillegen. ES sind dies: Menden u. Schwerte mit ll 250 Tonnen Jahresproduktion, das Meggener Walzwerk mit 8600 Tonnen, Funke u. Elbers mit 22 000 Tonnen, die Eschweiler-Köln Eisenwerke mit 0000 Tonnen und die Düsseldorfer Röhren- und Eisenwalzwerke mit 1000 Tonnen. Die Vergütungen für die Stillegungen werden von sämtlichen Mitgliedern des Verbandes durch eine gleichmäßige Um- läge auf den Gesamtabsatz aufgebracht werden. Die Gesamtbeteiligung des Verbandes, dem 29 Werke angehören, beträgt 1 061 782 Tonne» Fertiggewicht(beim alten Verbände 880 927 Tonnen) und erhöht sich vom 1. Mai 1903 auf 1062 095 Tonnen. Jndustriekrise. Vom amerikanischen Eisen- und Stahlmarkt schreibt der .Jronmonger" nach einer Londoner Privatdepesche: Die Nachfrage hat vollständig aufgehört. Hochöfen werven aus- geblasen. Preise sind matt und 50 Cents bis l'/, Dollar niedriger. Es find keine Anzeichen vorhanden, daß die Nachfrage sich be« leben wird, die finanzielle Rotlage verdammt die Industrie zur Untätigkeit. Soziales« Zum Achtstundentag. In einer Neinen Schrift von G. F r o m o n t:.kkne«xpörience industrielle de reduction de la journee de travail*(Eine in. duftriclle Erfahrung über die Verkürzung des Arbeitstages) finden sich interessante Mitteilungen über die Wirkungen, die eine Ver. kürzuiig der Arbeitszeit in einer mit Gewinnbeteiligung arbeitenden chemischen Fabrik in Engis r hatte Woog anscheinend nur gewartet; flugs war er bei der Hand, au irgend einer anderen Stelle in Berlin wiederum ein Geschäft mit billigem Geschoßmaterial usw. und einigen Mustern einzurichtr.t, seine wertlosen Musterschutz« als unbezahlbar wertvoll hinzustellen, und schon wieder gelang eS ihm unter goldigen Versprechnngen. einen Käufer zu finden, der denn auch bald, aber leider zu spät, bemerken mußte, daß er das Opfer eines Be- truges geworden. Der Staatsanwalt bezeichnete das Treiben deS Kriegsinvaliden Woog als von recht niederer Gesinnung zeugend und beantragte gegen den mehrfach vorbestraften sanch wegen Betrugs mit zwei Jahren Gefängnis) eine Gefängnis st rase von 1'/, Jahren und drei Jahre Ehrverlust. Das Gericht erkannte auf neun Monate Gefängnis. Wegen Beleidigung der Berliner Schutzmannschaft mußte sich gestern der Hauseigentümer und Rentier Paul Schneider vor dem Schöffengericht Bcrlin-Miite verantworten. Eine in der Erregung gemawte unvorsichtige Aeußerung führte den Angeklagten vor den Strafrichier. Der Angeklagte ist Besitzer eines größere» Mietshauses im Südwesten der Siadt. Durch vericbiedene Anzeigen und Beschwerden, die bei der Polizeibehörde eingingen. wurde diese veranlaßt, das Haus zu observieren. In dem Hause deS Aiigekiagleu wohnten einige Mädchen. die des Nachts in der Friedrichstraße spazieren gingen und selten ohne Begleiter nach Hause kamen. Ueber die Obserdalio» des Hauses beschwerte sich eins der Mädchen bei dem HonS- Wirt. Als eines Nachts wieder ein Schutzmann in der Nähe des Hauies auf und ab patrouillierte, äußerte der Angeklogte zu einer Mieterin:.Wen» Sie dem eine Mark geben, ist es gut und er drückt beide Augen zu!" Diese Aeußerung wurde weilerkolportiert und gelangte schließlich zur KeuiilmS der Polizei. Für den An- gellagten hatte diese unvorstchijge Aeußerung ein sehr unangenehmes Nachspiel. Den» seitens des Polizeipräsidenten wurde gegen ihn Strafantrag wegen Beleidigung der Berliner Dchutzmännschaft ge- stellt. Das Schöffengericht erkaniite dem Aiurage dcS Staatsanwalts gemäß auf die hohe Strafe von drei Wochen Ge- fängnis._ „Aufruhr!" Die Revision in dem bekannten Zwickauer Aufruhrprozeß ist am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen worden. Ein Polizei- skandal war es wieder einmal, der die Veranlassung zu der Staats- oktion gab. die acht unserer Genossen ins Gefängnis brachte. Im Juli vorigen JahrcS war der Maurer Spitzner mit dem Trans- porteur einer Truppe Streikbrecher, dem Schutzmanne Geipel, in Konflikt gekommen und hatte von dem Polizisten..aus Versehen" eine Ohrfeige bekommen. Das„Sächsische Volksblatt" in Zwickau hatte die Behörde zum Einschreiten aufgefordert, doch wurde das Verfahren gegen Geipel„mangels Beweises" eingestellt. Zehn Tage darauf hatten nunmehr mehrere Former einen Ausflug ge- macht und waren auf dem Rückwege im„Feldschlößchen" in Pöhlau eingekehrt, wo Maurer Spitzner den Tanzordner machte. Später kam der Schutzmann Geipel als SchankhauSdienst dorthin, und nun soll Spitzner von Tisch zu Tisch gegangen sein und gesagt haben, das sei der, der ihm die Ohrfeige gegeben habe. Das sei das Signal zum Skandal gewesen. Die Angeklagten hätten Geipel ?«schubst, beleidigt und so eingeschlossen, daß er sich„nicht rühren" onnte und ganz wehrlos gewesen sei. DaS habe sich dann fort- gesetzt, als Wachtmeister Rumpelt gekommen sei. Besonders wird den Angeklagten noch zur Last gelegt, daß Brückner den Geipel vor die Brust gestoßen, Salbach ihn mit dem Stocke über den Kopf ge- schlagen haben soll; Geigner hätte ihm das Seitengewehr entreißen wollen, während Mai dem Wachtmeister den Rock zerrissen hätte, und anderes mehr. Diese angeblichen Tätlichkeiten sind indessen nur Mut- maßungen, Kombinationen der beiden Beamten, Beweise sind nicht zu erbringen gewesen. Wohl habe man den Schutzmann gestichelt, auch sei am Büffet Gedränge gewesen, aber nicht mehr als gewöhn- lich. Die Beamten hatten früher ganz abweichende Angaben ge- macht und erst nach und nach hatte sich die Anklage bis zum Aufruhr entwickelt._ Die veschSftigung der jugendlichen Arbeiterinnen in der Wäscherei und PlSttrrei. Wegen Gewerbevergehen» ist am 10. Juni vom Landgerichte Hagen der Wäscherei besitzcr Wilhelm Wortmann zu einer Geld- strafe verurteilt worden, weil er seine jugendlichen Arbeiterinnen Sonnabends noch nach Uhr in der Plätterei beschäftigt hat. Das Gericht hat den Wäscherei- und Plättcreibetricb als einen einzigen Fabrikbetrieb angesehen, obwohl nur in der Wäscherei ein Motor verwendet wird, die Plätterei aber für sich einen reinen Handwerksbetrieb bildet.— In seiner Revision verwies der An« geklagte darauf, daß beide Betriebe insofern ganz unabhängig von einander seien, als manche Leute bereits gewaschene Kleidungsstücke nur zum Plätten bringen. Der ReichLanwalt erklärte die Fest. stellung. daß es sich um einen einheitlichen Betrieb handle, für um so mehr zutreffend, als die im vorigen Jahre erhobene Statistik ergeben habe, daß von sämtlichen Wäschereien nur Ü'ch Proz. nicht zugleich Plättereien sind. Trotzdem müsse das Urteil aufgehoben werden, weil die AuSsührungSbestimmungen deS Bundesrats über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter nicht berücksichtigt worden sind. Darin werde bestimmt, daß in Werkstätten mit weniger als 10 Arbeiterinnen über 16 Jahre— um eine solche handele es sich hier— an 40 Tagen im Jahre bis 10 Uhr abends beschäftigt werden dürfe. Die Gewerbetreibenden sind derpflichtet. Verzeichnisse an- zulegen und die betr. Tage in diese einzutragen, und sie sind ver- pflichtet, diese Verzeichnisse der Polizei vorzulegen. Ueber alles dies sagt aber das Urteil nichts.— Das Reichsgericht hob am Dienstag da? Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurück._ Versammlungen. Holzarbeiterverband. Der am Donnerstag abgehaltenen Ge- neralverfammlung der Zahlstelle Berlin lag der Kassenbericht für das 3. Quartal vor. Derselbe zeigt für die Hauptkasse eine Ein- nähme von 137 572.60 M.. eine Ausgabe von 157 710.02 M. Davon kommen auf Unterstützungen an Arbeitslose auf der Reise 3064 Mk.. am Orte 37 679 M., an Streikende 0335 M., an Kranke 5122 M.» an Eemaßrcgelte 2111 M., in Sterbefällen 1040 M., bei Umzügen 1489 M.« bei Notfällen 35 M.. für Rechtsschutz 2157 M. Die Lokalkasse verzeichnet eine Einnahme von 317 451.52 M., eine Ausgabe von 218,111.68 M.. davon entfallen auf Unterstützungen für Maiausgesperrte 99 M., für Streikende 7225 M., für Gemäß- regelte 802 M.. für Arbeitslose 18 626 M., für Kranke 38 449 M., für Rechtsschutz und Geldstrafen 3042 M., Extraunterstützung 393 M.— Ter Kassierer Miele führte aus. das 3. Quartal gebe kein befriedigendes Bild. Die Beiträge seien nicht so zahlreich ein- gegangen wie sonst und die Arbeitslosenunterstützung habe erheblich größere Ausgaben verursacht, als in derselben Zeit dcS Vorjahres erforderlich waren. Während sonst im 3. Quartal immer reichlich Arbeitsgelegenheit vorhanden war, machte sich im 3. Quartal dieses Jahres eine starke Arbeitslosigkeit bemerkbar. Die Aussperrung erforderte eine Gesamtausgabe von 2 212879 M. Glocke erstattete den Borstandübericht. Im S. Quartal wurden abgehalten 1 Generalversammlung, 2 Gcsamtvertrauens- männerversammlungen. 106 Bezirks- und Branchenvertrauens- männerversammlungen. 13 Verwaltungssitzungen, 1 Sitzung mit den Obmännern.' Die Verwaltung beschäftigte sich in den Sitzungen 62mal mit Streiks und Differenzen.' 35 Kollegen wurden als gemaßregelt anerkannt, 40 erhielten Darlehen und Unterstützungen, 75 Kollegen erhielten Rechtsschutz, davon betrafen 31 Fälle Streik- vergehen.— Die Zeichen der plötzlich hereingebrochenen Krise machen sich in verschiedener Weise bemerkbar. Unter anderem auch darin, daß eine große Zahl von Differenzen zu erledigen waren wegen der vertragsmäßig zu gewährende,, Lohnerhöhung von 5 Proz. Viele Kleinmcister erklärten, es sei ihnen nicht möglich, die 5 Proz. zu zahlen. Es bedurfte oft langer Verhandlungen und Untersuchungen, ehe die Differenzen dieser Art beseitigt werden konnten. Auch in Werkstellen« die nicht unter den Vertrag fallen, lagen eine Reihe von Differenzen vor. Mit den Fräserclbesitzertt wurde ein Vertrag abgeschlossen.— Die Arbeitslosigkeit in der Holzindustrie ist gegenwärtig außerordentlich groß. Das gebe jedoch keinen Grund zu pessimistischen Anschauungen. Immerhin sei in der Zeit der Krise eine gewisse Vorsicht bei Differenzen und Konflikten geboten. Natürlich dürfe nieniand in der Agitation für den Verband erlahmen, damit die Organisation auch während der Krise stark und leistungsfähig bleibe. Güth erstattet den Bericht über den paritätischen Arbeits« nachweiS. Wie immer ini 3. Quartal, so war auch diesmal die Nachfrage nach Arbeitskräften ziemlich lebhaft, aber doch erheblich geringer wie sonst um diese Zeit. Die Zahl der Arbeitslosen war um 2— 300 höher wie im 3. Quartal des Vorjahres. Trotzdem konnten nicht alle eingelaufenen Adressen besetzt werden. Nament» lich in der Baubranche herrscht eine recht schlechte Konjunktur. Hier ist die Arbeitslosigkeit etwa dreimal so stark wie im vorigen Jahre. Im ganzen waren auf dem Arbeitsnachweis 10 69? Arbeit» suchende eingeschrieben. 7990 Adressen gingen ein. davon wurden 5924 besetzt. Die höchste Zahl der Arbeitslosen, 1328, war am 2. Juni, die niedrigste Zahl, 821. am 6. September zu verzeichnen. Seit Anfang Oktober steigt die Zahl der Arbeitslosen von Woche zu Woche. In dieser Woche betrug sie 2034. S p ä t h e gab den Bericht vom Arbeitsnachweis des Der- bandeS. 578 Adressen gingen ein, 311 Stellen wurden besetzt. M a a ß gab den Bericht über Streiks und Differenzen. Ge- streikt wurde in 21 Betrieben mit 384 Arbeitern. 19 Streiks hatten Erfolg, 2 verliefen erfolglos. In 38 Betrieben mit 705 Arbeitern wurden Forderungen ohne Streik durchgesetzt.— In der Scblichtungskommission sind ll5 Anträge eingegangen. Ein Teil derselben betraf die bprozentige Lohnerhöhung. In 8 Sitzungen wurden Werkstattdiffercnzcn erledigt, eine Sitzung beschäftigte sich mit der Angelegenheit der Bautischler, 4 Sitzungen mit dem Tarif der Bautischler und Einsetzer und 5 Sitzungen verhandelten über den Tarif der Stockarbeiter. Mit der Ängelegenheit der Bautischler beschäftigte sich auch das Einigungsamt. Die endgültige Entscheidung steht noch bevor. Wegen dcS von einigen Unternehmern verlangten WochcnscklusseS am Freitag ist das EinigungS- amt angerufen worden, es hat den Parteien empfohlen, sich über diesen Punkt zu verständigen, im übrigen ober erklärt, daß die Arbeitgeber nach dem Vertrage nicht berechtigt sind, mit derartigen neuen Wünschen hervorzutreten. Die Kontrollkommission zählte im 3. Quartal 450 Mitglieder und hielt 252 geschäftliche und 1917 Werkstattsitzungen ab. 2329 Werkstellen mit 35 636 Kollegen, von denen 21 682 erschienen. nahmen an diesen Sitzungen teil. Deutscher Transportarbeiterverband. Die Verwaltungsstelle II hielt am 14. November im großen Saale des Gewerkschaftshauses ihre Generalversammlung ab. Nachdem der Vorsitzende Werner einige Mitteilungen über Angelegenheiten der Organisation ge- macht hatte, wurde der Kassenbericht vom 3. Quartal vorgelegt. Die Einnahmen samt dem alten Kassenbestande belicfen sich auf 113 677,39 M., die Ausgaben, darunter 60 406,75 M., die an die Hauptkasse abgeliefert wurden, auf 87 992,22 M., so daß der Kassenbestand am Quartalsschluß 25 685,17 M. betrug. Mitglieder hatte die Verwaltungsstelle zur selben Zeit 2l 601.— Die General. Versammlung erteilte dem Kassierer S t e i n i ck e einstimmig Dccharge. Bei dem nächsten Punkt der Tagesordnung, Geschäft» lichcS, wurden u. a. einige Beschwerden über den Arbeitsnachweis laut, die aber, wie die Debatte ergab, wohl ihre eigentliche Ursache darin hatten, daß bei der außergewöhnlich großen Zahl von über 300 Arbeitslosen sich leicht einmal ein Kollege bei der Arbeits- vermittelung benachteiligt glaubt, obwohl gewissenhaft verfahren wird.— Zum Schluß der Versammlung bemerkte der Vorsitzende, daß die kürzlich beschlossene Beitragserhöhung von 40 auf 50 Pf. keineswegs einen Rückgang der Mitgliederzahl zur Folge gehabt hat, man vielmehr für die Zukunft mit einer Steigerung der Mit- gliederzahl rechnen kann. Man müsse auch, sagte der Redner, jetzt. wo die Verhältnisse auf dem ArbeitSmarkt ungünstig liegen, um so mehr dafür sorgen, daß die Organisation stark dasteht, die Einigkeit hochgehalten wird. So werde man am besten die Zeit der Krise überwinden._ Berliner Marttvretse. Nu» dem amtlichen Bericht der Nidttlchen Markiballen-Dilektion.(Großhandel.) OchsenNeilch I» SS 70 vr 100 Pld., II» 62 67, lll» 56 59, Bullenfleisch l» 65-70, IIa 53-62. Kühe, seit 50—68, do. mager 40—48, Flesser 54—62, Bullen, dänische 54—67. Kalbfleisch, Dopv-ileilder 110-125, Mastkälber l» 85 95, ll» 75-82, Kälber ger. gen. 56—71, do. Holl. 48—54, dän. 0,00. Haminelfleilch Mastlämmer 76— 78. Hammel l» 68-72. Na 62 67. ungar. 0,00. Schas« 47—60. Schweinefleisch 53-01. Rehwild la per Psund 0,60—0,75. n» 0,45—0,58. Roiwild la per Psund 0.40—0,55, do. IIa 0,00, do. Kälber 0,45-0,50. Damwild 0,40-0.50, Kälber 0,55-0,70.«iidschweine per Pfd. 0,35—0,50. Frischlinge 0,60—0,80. Kaninchen, groß per Stück 0,70—1,00, do. klein 0,00. Hasen, groß per Stück 3,50—3,90, do. mittel u. Kein Stück 1,50—3,80. Wiloenlen per Stück 1,50—1,75. Rebhühner, junge per Stück 0,90—1,35, do. alte 0.60—0.90. Falanenhähne l». junge 2,50—2.75, do. IIa und alte 1,00—2,10. Fasancnbennen 1,00—1,90. Bekassinen 0,00. Waldfchnepsen per Stück 2,00—2,50, do. IT» 0.50—1,50. Hübner. alle, per Stück 1,50—2,10, do. IIa 0,65—1,25, dito junge 0,50-1,25. Tauben 0,30-0,50, do. ital. 0,86—0,90. Eulen 1,20-2,50, dito Hamburger per Stück 2,60—3,10. Gänt« per Psund 0,50—0.62, dito per Stück 2,50—4.00, do. Hamburger per Psund 0,65—0,75, do. Odclbrucher per Pfd. 0,55—0,63. PouIetS per Stück 0,80— t.iO. Deutsche Poularden per Psd. 0,00, hechte per 100 Psd. 74—85, do. matt 0,00, do. groß 0,55 do. klein 0,00, do. mittel 0,00. Zander 0,00, do. klein 109, matt 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, do. gro» 112—120, do. klein 103—110. fiale, groß 0,00, do. klein und mittel 75, do. mittel 83—94, do. klein 70. do. glus. mittel 0,00. Wels 0,00. Plötze» 50. Roddow 0,00, Karpscn, 60 er 64—66, do. 50 er 63—65, do. Spiegel- 25« 0,00, do. 50 er 0/10. Bunt« Fische 0,00, do. Kein 0.00. Barle 61—75 Karauichen 78. Bleie, matt 25—33, do. 47. Aland 42-50. Naap 0,00. Quappen 0,00. Bleisische 0,00. Winter-RheuiIachS 0,00. Arne rik. Lachs la neuer, per 100 Psd. 110—130, do. IIa»euer 90—100. Seelachs 10—20. Flundern. Kieler, Stiege la 2—6. mittel Kiste >—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. In Schock 0,00, IIa 0,0i). Bücklinge. Kieler per Wall 2—3.00, Strallund« 0,00, engl, per Wall 2,00—2,50. Sprotteii, Danzlger, Kiste 0,80, do. Rügenwalder, Kiste 0,80. Aale, groy per Piund 1,10—1,40. mittelgroß 0.80—1,10, klein 0.60—0,80. Heringe per Schock 5.00—9,00. Schellfische� Kiste 3,00-4,00.% Kille 1,75-2,50. Sardellen. 1902 et per Anker 98, 1904« 98, 1905et 98, 1906er 90—95. Scholtilche Vollbcrtnge 1905 0,00, largo 40-14, fall. 38—40, med, 83—42, deutsche 87—14. Heringe, neue Maises, per•/, To. 60—120. Sardinen, eufl., Faß 1,50—1.60.»tatberinge Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen. Schocksaß 11, do. kleine 5—6. do. Riesen- 14. Kreise per Schock 0,00, große 0 00, do. mittelgroße 0,00, do. Keine 10—11 cm 0,00, do. llnsortiert 0,00, Galizl«, groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 5,20—5,80, do. große 6,00—6,60. Butter per 100 Psd.(a ,28-130. IIa 118-122, 111» 110-116, absallende 90-95. Saure Gurken, neue. Schock 4,00. Pseflergurken 4.00. Kartofteln per 100 Psund Dabersche 2,75—3,25, weiße runde 2,50—2,75, mag. bon. 2,75—3.25. Porree, per Schock 0.75—1,50. Meer- retlich. Schock 4—12. Spinat per iOO Psund 4—10. Sellerie, per Schock 5—6, do. pomm. 6—8. Zwiebeln per 100 Psd. 2.00—250. do. Perl- 40,00—100,00. Cbaloiten 40.00—100.00. Pelcrfilie. grün. Schockbund>.00—1,25. Kohlrabi Schock 0,50—1,00. Rettich, damischer Stück 0,03-0,10, hiesiger Schock 2,50—3,50. Mohrrüben, 100 Psb. 2.00 bi» 3.00. Karoiten. hiesige, Schockbund 2,00—3,00. Wirsingkohl o. Schock 3—7. Rotkohl, Schock 4-8. Weißkohl p. 100 Psd. 1,00-2,00. Blumenkohl, hlestger 100 Stück 0,00, do. Ersurter 0,00. Rosenkohl, per 100 Psund 18—20. Grünkohl 3,00-5,00. Kohlrüben, Schock 3.00—4,00. Peterstlienwurzelii, per 100 Psd. 5-6, Schockbund 3—4. Schnittlauch, Töpje Dutzend 4,00 RS 4,50. PsefferlliW per 100 Psund 0,00. Radieschen per Schock- bund1.2Z-1.50.«alat per Schock 2,50-3.00. Bohnen, grüne, 100 Pfd. 0.00. Tomate», italienische, per 100 Psund 18-25. Rote Rüben, per 100 Psund 2.5O-3.00. Rübchen. Beelitzer, per 100 Psd. 4—8, do. Tel- tomer 16-18. Kürbis p. 100 Psd. 4-3. Eskarol per Schock 5-6. Endwien per Schock 3-6 Birnen p« 100 Psd. Tirol« 0,00, hiesige Most. 0.00. Koch. birnen 5-8, Tasclbirnen la 18-25. do. IIa 10-17.«epsel. p« 100 Psund, Tiroler la 13-40. do. IIa 12-18, Most., hlesige, 3-5, Koch. 5-10. Tascl. äpsel la 15— 25. do. IIa 10—12, Amerikaner, per Faß 27—30, Italiener, lose, 100 Psd. 9-12. Wallnüsse, per Schock 0,00. do. klein 0,40-0,50, do. sranzvsische 0,00, rumänische 27—80. Paranüsse 52-60. Haselnüsse, lange,. 100 Psund 43—50, do. runde 85. Preißelbeere», schwedische, 100 Psund 0,00. Weintrauben, itallenlsche, per 100 Pfund S»—tc>, Almeria per Faß 13-17, türkische per 100 Psund 0,00. Altana« 1) p« Psd. 0,70—1,00, do. n 0,40—0,50. Bananen, gelb, per 100 Psund 13-22. Kokosnüsse p« 100 Stck. 20-25. Mar»»«. ÜoL, 100 Psd. 16-20. AJANDORF&D ßplttelmarW Belle Alliancesfrasse Grosse Frankfurterstrasse Brunnenstrasse Sonnabend, soweit Vorrat, Lebensmittel Kottbuser Dam» Verkauf nicht an Wlederverkäufer. Cervelatwurst 1.20 Salamiwurst in Rinddarm Pfund 1.20 Schinkenwurst pf°nd 1.20 Landleberwurst piund 85 Pf. ff. Leberwurst Pfund 95pt Zwiebelleberwurst Pfund 45 pt Rotwurst I pftmd 7 5 pt Rotwurst II Pfund 45 pt Mettwurst nach 90 pt Knoblauchwurst p�d 1.10 Schinkenspeck pamd 95 pt Mauss-Schinken Pfund 1.20 '/, Dose Dos. Stangenspargel extra pH®. 1.45 78 pf. Stangenspargel I 1.15 63 pf. Stangenspargel II 1.05 53 p, Bruchspargel pnn.. 90 50 pt. Bruchspargel»im.«pf» 55 33 pr. 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Soweit die Mitteilungen bezüglich der Anfhebung des über die Firma L. I a n d o r f u. Co. beschlossenen Boykotts vorliegen, hat fich der überwiegende Teil der Parteigenossen Groß-BerlinS für Aufhebung des Boykotts entschieden. Wenn auch von den verschiedensten Seiten das Verlangen ge- äußert wurde, die Firma Jandorf möge für schnellste Eilsstellung der noch außer Arbeit befindlichen Hausdiener Sorge tragen, damit die Wunden, welche der Kampf geschlagen, recht rasch vernarben, so haben doch zirka 30(XX) Genossen sich für Aufhebung deö Boykotts erklärt, während zirka 3700 Stimmen dagegen abgegeben wurden. Der Boykott über das Warenhaus?l. I a n d o r f u. Co. sowie über dessen Filialen ist somit sriteuS der Partei gleichfalls auf- gehoben. Der Aktionsausschuß. 0er Klocli i» Aktion! Ueber das Ergebnis der diesjährigen Stadt- oerordnetenwahlen frohlockte die„Freisinnige Zeitung", in den Wahlbezirken dritter Abteilung sei„die Zahl der freisinnigen Stimmen zum Teil ganz enorm ge- wachsen". Ter„Vorwärts" hatte gleich am Tage nach der Wahl hervorgehoben, daß die vom Freisinn er- zielte Stimmenzahl künstlich gesteigert worden sei durch die Hülfe, die der Freisinn diesmal noch mehr als bisher von den Konservativen erhalten habe. Die „Freisinnige Zeitung" schimpfte, das sei„dummdreiste Aus- rederei", und stritt ab, daß„der Block in Aktion gewesen" sei. Inzwischen ist im„Vorwärts" nachgewiesen worden, daß das„enorme" Wachstum der Stimmenzahl des Freisinns auf ein sehr viel bescheideneres Maß zusammenschrumpft, lvenn man es bei Lichte besieht. Dieselben 16 Bezirke, die jetzt in 1967 an der Wahl teilnahmen, hatten das letzte Mal in 1961 gewählt. Wenn man nicht einzelne Bezirke heraus- greift, sondern diese 16 Bezirke zusammennimmt, dann er» gibt sich, daß in ihnen von 1961 zu 1967 die Stimmenzahl stieg bezw. fiel: für die Kandidaten des Freisinns von 6586 auf 8888, für die Kandidaten der Konservativen von L526 aus jetzt nur 1711, für andere bürgerliche Kandidaten von 143 aus 194(„zersplitterte" Stimmen, diesmal auch Zentrumsstiminen), für alle bürgerlichen Kandidaten zu- sammen von 16 249 auf 16 793, nur um 544, dagegen für die Sozialdemokratie von 33 599 auf 41 524, um 7925.(Für 1961 haben wir die 1136 Stimmen, die damals ein„Boden- reformer" größtenteils aus den Reihen der konservativen Wähler herausholte, gebührenderweise den konservativen Stimmen zugezählt.) Wir haben diese Zahlen bereits am Freitag nach der Wahl mitgeteilt, aber die„Freisinnige Zeitung" hat bisher dazu geschwiegen. Es liegt auf der Hand, daß der diesmalige Verlust der Kon- fervativen zu einem großen Teil in dem diesmaligen Gewinn der Freifinnigen wieder auftritt. In den 16 Bezirken zusammen haben die Konservativen 1815 Stimmen eingebüßt, die Freisinnigen 2368 gewonnen. Man sieht, was von dem„enormen" Ge- wirtn des Freisinns übrig bleibt. Am„enormsten" erscheint sein Gewinn im 9. Wahl» bezirk, der zur Tempelhofer Vorstadt gehört. Dort ist von 1961 zu 1967 die Zahl der Frcisinnsstimmen von 287 auf 1148, also um 861, gestiegen. Dagegen ist die Stimmenzahl der Konservativen zurückgegangen von 638 auf 6, aus dem sehr einfachen Grunde, weil die Konservativen diesmal in diesem Bezirk ebenso wie in den meisten anderen sich den Luxus einer eigenen Kandidatur versagt haben. Kein Mensch, der seine fünf Sinne beisammen hat, wird glauben wollen, daß der Freisinn dort aus eigener Kraft einen solchen Gewinn erzielt habe. Unsere Genossen im 9. Bezirk haben sich der Mühe unterzogen, aus den Wählerlisten festzustellen, was den das für Leute waren, die für den Freisinnskandidaten gestimmt haben. Das Ergebnis dieser Feststellungen ist uns jetzt zugegangen. Wir wollen vorweg bemerken, daß nur 149 Freisinnswähler her- ausgezählt worden sind, die man zur Arbeiterbevölkerung rechnen kann. Trotz weitester Ausdehnung dieses Begriffes— alle Handwerker, deren Berussbezeichnung nicht erkennen ließ, ob sie selbständig sind oder sich in abhängiger Stellung be- finden, wurden der Arbeiterbevölkervng zugezählt— sind's nicht mehr als 149 von überhauvt 1148 Frcisinnswählern. Von den anderen 999, die für den Freisinn stimmten, müssen wir im Hinblick auf ihre Berufsbezeichnung annehmen, daß sie sich selber sehr entschieden dagegen wehren würden, der Arbeiterbevölkerung zugezählt zu werden. Nun ist es inter- essant, zu sehen, daß unter diesen 999 nicht weniger als 525 öffentliche Beamte sind: das ganze Heer der Po st- und Eisenbahnbeamten, der Gerichts- beamten, der P o l ize i b ea m t e n, der Steuer- e r h e b e r usw. usw. Das sind dieselben Leute, die sonst aus öffentlichen Wahlen al» konservative Wähler bekannt sind. Sie hatten diesmal keinen eigenen Kandidaten, darum mußten sie den ihnen sonst so verhaßten Kommunalfreisinn unterstützen. Auszählungen der Freisinnswähler dürften in anderen Wahlbezirken ein ähnliches Ergebnis bringen. Wenn die Konservativen auf Aufstellung eigener Kandidaten verzichten, richten die Schlepper des Freisinns ihr Augenmerk gerade auf >i-ssenigen Wähler, die sonst konservativ wählen müssen glauben, auf die kleinen und mittleren Beamten, die cS nicht wagen, einem Freisinnigen ihre Hülfe gegen die Sozialdemo- kratie zu weigern. Vom Freisinn werden dann die kon- fervativen Elemente der Wählerschaft sogar noch vollzähliger herangeschleppt, als das sonst den Konservativen selber ge- lingt. So kommt der„enorme" Stimmengewinn zustande, für den hinterher der Freisinn den Konserva- tiven mit einem Fußtritt dankt. Partei- �lngelegenbeiten. ?ur Lokallifie. In Gr.- Lichtcrfelde steht das Lokal von A u a. en, Familien-Restaurant, Chausseestr. 104, der Arbeiterschaft nicht mehr zur Verfügung. Herr Reisen verweigert der politischen Partei die Hergabe seiner Räume zu Versammlungen, infolge dessen ist über das Lokal die S p e r r e verhängt. Folgende Lokale stehen unö zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Neu-Dabendorf sT.-B.): Wiese, Restaurant, und W. H a a k e r, Wald« und Seeschloß. Die Lolatkomnüsston. Wahlverein Reinickendorf-West. Am Dienstag, den 19. No- vembcr, abends 8� Uhr, findet im Lokale des Herrn I. Gördes („Waldschlößchen"), Eichborn- und Waldstraßcn-Ecke, die Mitglieder- Versammlung statt. Ilm zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Tegel. Montag, den 18. November, abends 8(4 Uhr, findet in TrappS Festsälen(Inhaber: F. Trebesch), Bahnhofstr. 1, eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung: Vortrag dcS Reichstagsabgeordnctcn Genossen Artur S t a d t h a g c» über: ...Hochverrat und Militarismus". 2. Diskussion und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Einberufcr. Spandau. Der für den 7. und S. Bezirk für Montag in AuS- ficht genommene Extra-Zahlabend kann der Krankenkassenversammümg wegen erst am Dienstag stattfinden und zwar für den 7. Bezirk in seinem BczirkSlokal, für den 8. Bezirk gemeinschaftlich bei Schwabe, Seegefelderstraße. Dies den betreffenden Genossen zur Beachnmg. Der Vorstand. Treptow-Baumschulenweg. Die Parteigenossen werden er- sucht, sich Sountag früh 9 Uhr in den Bezirkslokalen zu einer Handzettelverbreitung für die am DienStag stattfindende öffentliche Versammlung recht zahlreich einzufinden. Der Vorstand. Lichtenberg. Sonntag früh findet von den bekannten Bezirks- lokalen aus eine Flugblattverbreitung und Montag, den 18. November, bei Gürsch, Frankfurter Ch'aussce 123, eine offent- liche Versammlung statt. Keiner darf fehlen. Der Vorstand. Krausnick. Sonntag, den 17. November, nachmittags 2 Uhr, findet die Mitgliederversammlung des Wahlbereins statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Rudow. Die Mitgliederversammlung findet am morgigen Sonntag, nachmittags 4 Uhr, bei Palm statt. Tagesordnung: 1. Bericht von der Verbandsversammlung Grotz-Berlin. 2. Tüd- kussion. 3. Vereinsangclcgcnheiten und Verschiedenes. Um zahl- reiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Mohlsdorf a. Ostbahn. Heute abend 8(4 Uhr findet im Lokale von Heinrichs, vormals Linke, in der Kolonie Gmnowstraße eine Versammlung des WahlvereinS statt. Der Genosse U ck o referiert über:„Politische Zcitfragen." Am Sonntag Kalendcrvcrbreitung. Die Genossen werden ersucht, sich an den bekannten Stellen recht pünktlich einzufinden. Der Vorstand. Weißens«. Heute, Sonnabend, feiert der Wahlvcrein im Schloß Weißens« bei einem auSerwähltcn Programm fein Stif- tungSfest. Um rege Beteiligung wird ersucht. Entree 24 Pf. Des Stiftungsfestes wegen findet die Kalendervcrbreituna über Land erst am nächsten Sonntag, den 24. November, früh 3(4 Uhr, von Gen. Rößhoff, Königschaussee 38, aus statt. Der Vorstand. NowaweS. Am morgigen Sonntag, abends 6 Uhr, findet im Lokal des Herrn Schmidt ein vom Wahlverein arrangierter Licht- bildcrvortag über„Vulkanische Erscheinungen und deren Ursachen" statt. Nachdem Tanzkränzchen. Entree 25 Pf. Tanz 50 Pf. Recht zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Bezirk WaidmannSlust. Der Wahlvercin feiert am heutigen Sonnabend in den neu erbauten Borsigwaldcr Festfälcn fein Stif» tungsfest. Billetts sind bei den Abtcilungsführern zu haben. Nicht verkaufte Billetts sind am Tage des Festes zurückzugeben. Trc Festrede hält Reichstagsabgeordneter Stadthagen. Genossen, agitiert für guten Besuch des Festes. Der Vorstand. berliner JVadmebten, Die Massenflucht aus der Kirche wird voraussichtlich weiter zunehmen. Wir erfahren, daß an den Stellen, wo Formulare für die AustrittLerklärungcn vcrab- folgt werden, die Nachfrage nach diesen Formularen sich in letzter Zeit wieder sehr gesteigert hat. Es wird das damit in Verbindung gebracht, daß viele Steuerzahler, die bisher mit Einkommen von weniger als 1500 M. zur Steuer veranlagt waren, für das nächste Steuerjahr eine höhere Einschätzung befürchten. Sie würden dann auch zur Kirchensteuer herangezogen, die ja nur von Einkommen über 1500 M. erhoben wird. Man sagt uns, daß jetzt auch die Frauen eher bereit seien, in aller Form aus der Kirchengemeinschaft auszuscheiden. Wenn nämlich, wie das vielfach vorkommt, nur der Mann ausscheidet und die Frau aus Gleichgültigkeit bei der Kirche bleibt, so ist das nur eine halbe Maßregel zur Abwehr der Kirchensteuer. In solchem Fall riskiert die Frau, daß wenigstens s i e noch mit der Hälfte des Steuerbetrages zur Zahlung der Kirchensteuer angehalten wiro. Wie außerordentlich die Zahl der AustrittSerklärungen schon im vorigen Jahre zugenommen hat, das lehren die fol- genden Zahlen. Aus dem Jahre 1905 sind für alle Kirchen- gemeinden Berlins, die zur Stadtshnode gehören, 053 Austritte bekannt geworden. AuS dem Jahre 1900 liegt uns eine Zahl vor, die den ganzen Synodalkreis, d. h. Berlin, auch Charlottenburg, Schöneberg und Stralau-Rummelsburg, betrifft. Sie ergibt, daß aus allen Kirchengemeindcn dieses Gebietes im letzten Jahre nicht weniger als 3706 Austritte bekannt geworden sind. Selbst wenn man auf Charlottenburg, Schöneberg und Stralau-Rummelsburg ein volles Fünftel dieser Zahl in Abrechnung bringen will, so bleiben für Berlin allein immer noch reichlich 8000 AuS- trittSerklärungcn in einem einzigen Jahre. Man wird ja bald erfahren, wie viele Personen in diesem nun zu Ende gehenden Jahre 1907 ihren Austritt aus der Kirchcngemein- fchaft bollzogen haben und um wieviel ihre Zahl über diejenige von 1906 hinausgeht. Die Zeiten sind vorbei, wo eine formelle LoS- lösung von der Kirche noch als seltene Ausnahme galt und Auf- sehen erregte. ES gibt in Berlin Kirchengemeinden, in denen die Austrittserklärungen so zahlreich geworden sind, daß sogar die Pastoren aufgehört haben, sich darüber zu wundern. UebrigenS wurde, wenn wir uns recht erinnern, auf einer der letzten Tagungen einer Synode des Berliner Synodalgebietes aus Pastoren- m u n d die Aeußerung laut, schließlich könne man sich nur damit einverstanden erklären, daß diejenigen, die längst sich innerlich von der Kirche losgelöst haben, auch formell aus der Kirchengemeinschaft ausscheiden. Die Kirche werde um>o fester dastehen, wenn die anderen, die bei ihr bleiben, überzeugte Christen seien. Daran ist etwas Wahres. Aber es fragt sich, wie viel überhaupt noch bei der Kirche bleiben würden, wenn alle, die sich innerlich von ihr losgelöst haben, konsequent genug sein wollten, auch äußerlich den Bruch zu vollziehen. Umlenkung bei der Straßenbahn. Die Straßenbahn muß wieder die Umlenkung einer Linie vornehmen. An der Residenz- straße und der Pankower Allee in Reinickendorf muß die Gleis- abzweigung ausgewechselt werden. Die Arbeiten sollen in den Nächten vom 18. zum 19. und vom 22. zum 23. November erfolgen. Zur Ausführung dieser Bauarbeiten ist eine Verlängerung der BetricbSpause von 12 Uhr 30 Minuten an notwendig. Es ist des- halb vorgesehen, in den bezeichneten Nächten den Betrieb der Linie SS(Reinickendorf— Krcuzberg) von den Fahrten ab Kreuz- bcrg 11 Uhr 19 Minuten nachts an von der Badstraße nicht durch die Schwcdenstraße zu führen, sondern durch die Excrzierstraße, die Reinickendorfer- und die Marlstraße umzuleiten. 8669 Einwohner und kein Postamt. Abgelehnt hat dis Oberpostdirektion Berlin eine Petition des Grundbesitzer- Vereins Lankwitzer Villcnbezirk, in der die Errichtung eines eigenen Postamtes für Lankwitz gewünscht wurde. Ein solches ist in Lankwitz noch immer nicht vorhanden, obwohl der aufblühende Ort bereits 8666 Einwohner zählt. Die Obcrpostdirektiow begründete ihre ablehnende Haltung hu den Wünschen der Einwohner damit, daß der Postverkehr in Lankwitz die Kosten einer besonderen Postanstalt nicht decken würde. Die Lankwitzcr Einwohner wollen sich nunmehr mit einer neuen Petition direkt an daS Reichspostamt wenden. Untersagter Vabcanftaltsbetrieb. Der Betrieb der Badeanstalten kann nach§ 35 der Gewerbe- ordnung untersagt werden, wenn Tatsachen vorliegen, welche die Unzuvcrlässigkeit deS Gewerbetreibenden mit Bezug auf diesen Gewerbebetrieb dartun. Der Badeanstaltsbesitzer Münsel hatte den Betrieb einer Badeanstalt in der Schönhauser Allee 166 zu Berlin begonnen. Der Polizeipräsident klagte auf Uutcrsagung deS Betriebes, weil die Voraussetzung deS H 35 vorliege. Der Bezirksausschuß entschied auch nach dem Antrage und das OberverwaltnngS- gericht bestätigte das Urteil. Der Beklagte ist mit 100 M. wegen Verletzung des Warcnschutzgesetzes und mit 300 M. eventuell 60 Tagen Gefängnis wegen unlauteren Wettbewerbs früher vor- bestraft. Außerdem hatte er eine Strafe erlitten, weil er ohne Genehmigung im Zusammenhang mit seiner früheren Badeanstalt den Betrieb einer Privat- krankenanstalt geführt habe. Die Straftat des unlauteren Wettbewerbs hatte man in einer Reklamebroschüre gefunden, in der er seine früheren Badeeinrichtunacn angepriesen und behauptet hatte, daß man fich bei allen möglichen Leiden durch seine Bäder Gesundheit, Kraft und Lebensmut wieder holen könne. Das Oberverwaltungsgericht war mit dem Bezirksausschuß der Meinung, c? sei zu befürchten, M. werde beim Betriebe der Badeanstalt sich ähnlich vergehen wie früher. Jedenfalls ermangele er der Zuverlässigkeit mit Bezug auf den Gewerbebetrieb einer Badeanstalt._ Der liebe Gott als BercinSvorsitzenber. Die„Märkische Volks-Zeitung", bekanntlich heute ein von dem verstorbenen Kaplan und ReichstagSabgcordneten Dasbach ge- gründeter Ableger der«Germania", bringt in ihrer Nr. 263 von: 14. November d. I. einen spaltenlangen Vcreinsbericht, der an Stil- bluten das Menschenmögliche leistet und sich nebenbei eine niedliche Blasphemie auf den Namen Gottes gestattet. Selbst in katholischen Kreisen hat dieser sonderbare Jahresbericht über den im Berliner Norden verbreiteten Geselligen Sebastianverein starkes Kopffchüttcln erregt. Wir würden von der Sache keine Notiz nehmen, lvenn nicht der Vorsitzende jenes Vereins und zugleich der Verfasser des Jahres- bcrichts ein städtischer Lehrer wäre. Von einem Jugcndcrziehcr könnte man doch eigentlich erwarten, daß er die deutsche Mutter- spräche nicht gar so sehr malträtiert. In der Einleitung deS„der Oeffentlichkcit übergcbcuen" Jahresberichts heißt es:„DaS Ver- einsjahr brachte großen Zuwachs. Siebzehn Männer traten in unsere Reihen ein. um mit uns zu bilden ein einig Volk von Brüdern. Und an einer anderen Stelle:„Vier bewährten treuen Mitgliedern mußten wir das letzte Geleit geben. Sie wurden abberufen in den großen Verein der Ewigkeit. Sie nehmen nun teil an den ewigen Sitzungen unter dem Vorsitz des barm- herzigen und allmächtigen Gottes!" Auch der Abgeordnete Erz- bcrgcr bekommt einen Lorbeerkranz mit den Worten:„Ein Ehren- tag, ein ehernes Denkmal in der VcreinSgeschichtc war der Vortrag dcS Herrn Abg. Erzberger." Na, wir bedauern die genannte Zeitung, daß sie für solchen stilistischen Unsinn eine ganze Spalte opfert. Zu bedauern stnd auch die Schüler des betreffenden Deutschverderbers. Nicht jeder Vercinsvorsitzende kann die Weisheit mit Löffeln gegessen haben. aber ein Berliner städtischer Lehrer sollte doch die Oeffentlichkcit mit etwas besserem Deutsch beglücken. Für die Ernennung zum katholischen WeltvcrcinSvorsttzenden wird ihm der liebe Gott hoffentlich mal dankbar fein. Verordnung betreffend VefchäftigungSzeit im HandelSgewerbe. Auf Grund der ß§ 105b Absatz 2, 105e und 41a der ReichSgewerbe- ordnung und in Gemäßhcit der Ziffern 133, 134, 136 und 187 der AusführungSanweisung zur Reichsgcwerbeordnung vom 1. Mai 1904 wird für den Landespolizeibezirk Berlin folgendes bestimmt: 1. Im HandelSgewerbe, jedoch mit Ausschluß der Bank-. Wechsel- und Lottericgeschäfte, dürfen, abweichend von der allgemein festgestellten sonntäglichen DeschäftigungSzeit, Gehülfen. Lehrling- und Arbeiter an den beiden letzten Sonntagen vor Weihnachten, nämlich am 15. und 22. Dezember 1907, A. in Berlm, Charlottenburg, Deutfch-Wilmersdorf und Rixdorf von 8 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 8 Uhr nach- mittags, B. in Schöneberg von 8 bis 9(4 Uhr vormittags und von 11(4 bis 8 Uhr nachmittags beschäftigt werden. Der Verkauf von Back- und Konditorwaren, von Fleisch und Wurst, der Milchhandel und der Betrieb der Vorkosthandlungen ist an den genannten beiden Sonntagen schon vor Beginn der allgc- meinen Verkaufszeit, und zwar von 5 Uhr morgens an. desgleichen der Handel mit Roheis von 6 Uhr morgens an zulässig. Der Handel mit Brennmaterialien(Holz, Kohlen, KokS, Briketts, Torf und Kohlenanzündern) ist an den obigen zwei Sonn- tagen, abweichend von der obigen Bestimmung, nur während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags gestattet. 2. Von dem allgemeinen Verbot der Beschäftigung von Ge- hülfen, Lehrlingen und Arbeitern im HandelSgewerbe am 25. De- zcmber 1907, dem ersten Weihnachtstage, werden, soweit der Ge- wcrbebctrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, ausgenommen: a) der Handel mit Milch: A. in Berlin, Charlottenburg, Deutsch-Wilmersdorf und Rixdorf während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 5 bis 9(4 Uhr vormittags und von 11(4 bis 2 Uhr nachmittags; b) der Handel mit Back- und Konditorwaren einschließlich Konfitüren und mit Fleischwaren: A. in Berlin, Charlottenburg. Deutsch-WilmerSdorf und Ripdorf während der Zeit von 5 bis 10 Uhr vormittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 5 bis 9(4 Uhr vormittags; c) der Handel mit Kolonialwaren, mit Vorkoftwaren, mit Bier und Wein, mit Tabak und Zigarren: A. in Berlin, Char- lottcnburg, Deutsch-WilmerSdorf und Rixdorf während der Zeit von S bis 10 Uhr vormittags, B. in Echöncberg während de? Zeit von 7(4 bis 9(4 Uhr vormittags; ck) der Handel mit RoheiS: A. in Berlin, Charlottenburg, Deutsch-WilmerSdorf und Rixdorf während der Zeit von 6 bis 10 Uhr vormittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 6 bis 9(4 Uhr vormittags; e) die Zeitungsspeditionen: in Berlin, Charloitcnburg. Rixdorf, Deutsch-Wilmersdorf und Schoneberg während der Zeit von 4 bis 9 Uhr vormittag?. Für den Handel mit Blumen bleiben dis Bestimmungen bcy. Verordnungen vom 19. Dezember 1996(Amtsblatt S. 535) bezw. Bom 1. März 1607(Amtsblatt S. 102) und vom 7, Juni 1907 (Amtsblatt S. 286) in Geltung. Demnach ist die Veschästigung von Gehülfen. Lehrlingen und Arbeitern im Betriebe des Handels mit Blumen am ersten Weih- nachtstage A. in Berlin, Charlottenburg, Deutsch-WilmerSdorf und Rixdorf während der Zeit von 9 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nachmittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 8V2 bis 9% Uhr vormittags und von 12 bis 2 Uhr nach- mittags xestattct. Bemerkt wird, daß am ersten WcihnachtStage in dem Gewerbe- betriebe der Molkereien und Bierbrauereien die Versorgung der Kundschaft mit Milch bezw. Bier während derselben Stunden gc- stattet ist, während der ein Handel mit diesen Produkten in offenen Verkaufsstellen zugelassen ist. Für die Versorgung der Kundschaft mit Roheis gelten an den, genannten Tage die Bestimmungen der 88 2 bis 4 der Verordnung vom 18. Mai 1905(Amtsblatt S. 175) und de?§ 1 Ziffer 2 der Verordnung vom 7. Juni 1907(Amtsblatt S. 286). 3. Am 26. Dezember, dem zweiten Weihnachtstage, gelten die allgemeinen Vorschriften über die Beschäftigung von Gchülfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handclsgcwcrbe an Sonn- und Festtagen. 4. Am 29. Dezember 1907 dürfen im Papicrhandel Gehülfen, Lehrlinge und Arbeiter A. in Berlin, Charlottenburg, Deutsch-WilmerSdorf und Rixdorf während der Zeit von 7 bis 10 Uhr vormittags und von 12 bis 7 Uhr nachmittags, B. in Schöneberg während der Zeit von 7 bis 2% Uhr vormittags und von UVj bis 7 Uhr nachmittags beschäftigt werden._ Neber den schweren Beruf der Kutscher erzählt uns der Polizei- bericht: Zwischen einem Arbeitswagen und einem Straßenbahn. wagen der Linie B erfolgte nachmittags auf der Kreuzung der Schill- und Wichmannstraße ein Zusammenstoß. Vor dem Hause Schillstr. 3 war das Handpfcrd scheu geworden, als ihm der Zug- sträng zwischen die Hinterbeine geriet. Der Kutscher verlor die Gewalt über die Pferde und beide gingen durch. Auf der genannten Straßenkreuzung wurde der Arbeitswagen mit so furchtbarer Ge° walt gegen den Anhänger geschleudert, daß dieser aus den Schienen gehoben und seine linke Seite zertrümmert wurde. An dem Ar- beitswagen wurde der Langbaum zerbrochen, das Handpferd trug Verletzungen an beiden Hinterbeinen davon. Der 20 Jahre alte Kutscher Georg Sump aus Treptow stürzte vom Bock und zog sich eine Quetschung dcS rechten Unterschenkels zu.— Vor dem Hause Dresdenerstr. 3 wurde, morgens der 37 Jahre alte Arbeiter Richard Simon aus Ripdorf von einem Kohlenwagen überfahren. S. wollte den Wagen, welchem er als Abträger beigegeben war, während der Fahrt besteigen, glitt dabei aus und geriet mit dem linken Fuß unter das rechte Vorderrad. In einer Droschke schaffte man den Verunglückten nach dem Krankenhause am Urban, wo der Arzt eine schwere Quetschung des linken Fußes konstatierte und ihn auf- nahm._ Niedergebrannt sind in vergangener Nacht die WirtschaftS- gcväude des vielen Berliner Ausflüglern bekannten Restaurants „Spreeterrasse" in Hangelsberg. Das Restaurant ist Eigentum dcS Bauunternehmers Becker in Berlin und an den Gastwirt Kirchberg verpachtet, der die Wirtschaft schon seit einigen Jahren betrieb. In der Nacht entstand im Aussichtsturm ein Brand, der sich mit unheimlicher Geschwindigkeit ausdehnte und, als er ent- deckt wurde, bereits das fiir Sommergäste bestimmte Wohnhaus er- griffen hatte. Da Hangelsberg keine Spritze besitzt, verging einige Zeit, bevor mit den Löscharbeiten begonnen werden konnte. In d?: Zwischenzeit brach der Aussichtsturm zusammen und die Trümmer stürzten zum Teil auf das Restaurationsgebäude, welches ebenfalls von den Flammen ergriffen wurde. Obwohl die Spritzen das Wasser aus der dicht vorbeifließenden Spree genommen und ge° waltige Wassergarben in die Gluten gegossen werden konnten, ge- lang es nicht, die Wirtschaftsgebäude zu retten. Sie brannten sämtlich bis aus den Grund nieder. Nur der Tanzsaal ist er- halten geblieben, in welchem ein Teil der geretteten Gegenstände untergebracht werden konnte. Eine in dem RestaurationSgebäude wohnende Familie Brünning konnte nur mit Mühe gerettet werden. Sie sowohl als auch der Restaurateur Kirchberg sind durch den Brand empfindlich geschädigt worden, weil das Mobiliar und die Wäsche nicht versichert war. Die Entstehung des Feuers dürfte auf Brandstiftung zurückzuführen sein, denn der Turm, in welchem der Brand entstand, ist schon seit drei Wochen geschlossen und seit dieser Zeit ist niemand in denselben hineingekommen. Ein widerrufenes Geständnis. Der Buchdrucker Paul Minow, der durch seine Selbstbezichtigung, die Kindermorde begangen zu haben, die traurige Affäre vor einigen Tagen wieder wachgerufen hat, hat sein Geständnis widerrufen. Dadurch ist er aber keineswegs von dem Verdachte, der Täter zu fein, entlastet. Die Untersuchung wird weitergeführt. In Sachen des Opernsängers Frank, der beschuldigt ist, gegen den Generalintendanten der königlichen Schauspiele, v. Hülsen mit einem Erpressungsversuch vorgegangen zu sein, ist die Vor- Untersuchung nunmehr geschlossen. Der Untersuchungsrichter, LandgerichtSrat G r u n 0 w, hat die Akten dem Ersten EtaatS- anwalt übersandt, welcher sich jetzt über die Erhebung der Anklage schlüssig zu machen hat. In der Voruntcrsuuchng sind auf Antrag des Verteidigers Rechtsanwalt Bahn viele Zeugen, darunter Frau Götze, Baptist Hosfmann, Direktor Berg und Medizinalrat Dr. S t ö r ni e r, die Aerzte Dr. Munter und Dr. Mammroth darüber vernommen worden, ob Frank infolge seiner Nervosität durch seine Entlassung aus dem Verbände des königlichen Opern- Hauses derartig aufgeregt war, daß er bei Begehung der Tat sich der Konsequenzen derselben nicht bewußt war. Frank selbst hat stets entschieden bestritten, geisteskrank zu sein, er füllt auch jetzt noch mehrere Stellungen als Sänger aus. Ein Zusammenstosi eines GeschäftsautomodilS mit einem Ar- beitswagen fand gestern morgen auf der Grünauer Chaussee in der Nähe von Glienicke statt. Der von Berlin kommende Kraftwagen fuhr gegen �7 Uhr mit ziemlich bedeutender Fahrgeschwindigkeit die Chaussee entlang, als ihm der Lastwagen entgegenkam. Der Chauffeur bemerkte den letzteren erst, als sich das Automobil kaum einen Meter bor dem schnell fahrenden Wagen befand, und ver- mochte infolgedessen nicht mehr auszuweichen. Das Gespann des Arbeitswagens wurde niedergerissen, der Kutscher von dem Bock geschleudert, während das Automobil in Trümmer ging. Der Kutscher des Arbcitsfuhrwerks hatte so erhebliche Verletzungen er- litten, daß er nach einem Berliner Krankenhause geschafft werden muhte. Auch das eine Pferd war bei dem Zusammenprall ver- wundet worden. Die Delegiertenwahle» zur Ortskrankenkasse der Schneider und Schneiderinnen finden morgen, Sonntag, den 17. November, von vormittags 10 Uhr bis nachmittags 3 Uhr im Restaurant „Lebensquelle"(alte„Arminhallen"), Kommandantenstraße 20, statt. An die wahlberechtigten Mitglieder, vor allem aber an die Frauen und Töchter der Parteigenossen, die Mitglieder der Kasse sind, er- geht die dringende Aufforderung, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und die Liste des Verbandes der Schneider und Schneide- rinnen abzugeben. Diese Liste fängt an mit dem Namen A l b r e ch t und endigt mit dem Namen Z ü h l k e. Nur diese eine Liste ist abzugeben. Mitgliedsbuch und Lcgitimationskarte sind mitzu- bringen. Personen unter 21 Jahren sind nicht wahlberechtigt. Ueber die Wichtigkeit dieser Wahlen kann kein Mitglied im Zweifel sein. Wer es unterläßt, sein Wahlrecht im Sinne der Verbandsliste auszuüben, macht sich mitschuldig, wenn die früheren skandalösen Zustände wiederkehren, wie sie unter der Herrschaft der Epigonen des Reichslügcnvervandes, der Herren Broda und Ge- nossen, im Schwungs waren. Noch ist unvergessen die Luderwirt- schaft der ReichSverbändler, die zuletzt sogar die Aufsichtsbehörde veranlasste, den damaligen Vorstand der Ortskrankeukasse seines Amtes zu entheben. Unvergessen sind auch die Wahlfälschungen. die diese Leute sich zuschulden kommen ließen. Diese Zeit darf nicht wiederkehren. Sie wird aber nur dann nicht wiederkehren, wenn die Mitglieder bei der morgigen Wahl auf dem Posten sind und die Liste des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen abgeben. Der Gesangverein„Nordwest"(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet am Mittwoch, den 20. November(Bußtag), sein drittes Künstlerkonzcrt im grossen Saale der Germania-Prachtsäle, Chausseestr. 110. Es wirken u. a. mit: das Sinfonie-Orchester des Herrn G. Vogel, Violinsolist Herr A. Altmann und Frau Margarete Walkotte. Das ausgewählte Programm garantiert den Besuchern einen genuss- reichen Abend. Der Anfang des Konzerts ist präzise Vsl Uhr. Feuerwchrbericht. Vorgestern abend entstand im Lortzing- Theater in der Bclleallianccstrasse Feuer. Auf der Bühne war plötzlich durch Einschalten eines zweiten Belcuchtungsständers und dadurch bewirkte Ueberlastung des elektrischen Stromkreises ein Widerstand innerhalb der Kabelleitung entstanden. Der Bc- leuchtungsständer wurde glühend, wodurch der auf dem Widerstand lagernde Staub verbrannte. Der Brandgeruch machte sich auf der Bühne bemerkbar. Noch bevor das Publikum die Gefahr gewahr wurde, war sie von der anwesenden SichcrheitSwachc beseitigt. In der Leipzigerstrahe 5, im Kriegsministcrium, brannten mif einem Korridor Preßkohlen, ein Holzvcrschlag, Fenster und Schal- decken. Die Flammen konnten schnell gelöscht werden.— Zur Vermeidung einer Gasexplosion wurde die Feuerwehr nach dem Hinter- hause Friedrichstraße 32 alarmiert. Dort war Gas aus einer un- dichten Leitung ausgeströmt. Die Feuerwehr lüftete und sperrte dann die Gasleitung ab.— Der Brand eines Wollwarcngeschäftcs beschäftigte die Wehr am Grünen Weg 2. Die Wehr mußte dort das Gebälk aufreißen» um an den Brand zu gelangen.— Ferner hatte die Wehr in der Prenzlauer Allee, Putbuscrstraße 19, Winsstraße 7 und anderen Stellen zu tun. Vorort- ftacbrlcbtem Eharlottenbnrg. Ein Eifersuchtsdrama, dessen blutiger Ausgang ein Menschen- leben in schwere Gefahr gebracht hat, spielte sich Donnerstagabend in der Kaiser Friedrichstraße in Charlottenburg ab. Die in der Weingroßhandlung von Heinrich Eggers angestellte Verkäuferin Mathilde Mika wurde von ihrem Bräutigam, dem Kaufmann Anton Achtznick, der bei seinen Eltern in der Kanonierstr. 9 wohnt, durch einen Rcvolverschuß schwer verletzt. Achtznick unterhielt mit Fräulein Mika schon seit längerer Zeit Beziehungen, die zur Hei- rat führen sollten. In den letzten Tagen glaubte er Grund zur Eifersucht zu haben. Er kaufte sich einen Revolver und kam Don- nerstag, um sich mit seiner Braut auseinanderzusetzen, in die Weinhandlung. Als die beiden allein waren, überschüttete er das Mädchen mit Vorwürfen, und gab, durch ihren Widerspruch maß- los zur Wut gebracht, mehrere Schüsse auf sie ab, deren einer über dem Auge in den Schädel eindrang. Blutüberströmt lief die Schwerverletzte in die Wohnung ihres Chefs, wo ihr ärztliche Hülfe zuteil wurde. Später brachte man sie nach dem Krankenhause Westend: hier wurde eine schwere Zertrümmerung der Schädel- knochen konstatiert. Das Befinden des Mädchens war gestern vor- mittag noch sehr besorgniserregend, wenn auch momentan leine direkte Lebensgefahr besteht. Achtznick flüchtete gleich nach der Tat. Gestern ftüh wurde er von Kriminalbeamten aus dem Bette heraus verhaftet und nach dem Polizeipräsidium gebracht, von wo aus er dem Untersuchungsrichter zugeführt werden wird. Ober-Schöneweide. Gcmeindcvertrctcrsitzung. An Stelle des Herrn H e g e w a l d t, dessen Mandat durch Beschluß der Vertretung für ungültig erklärt wurde, haben die 2 W ä h l e r der 1. Klasse' den Fabrikdirektor Engel gewählt.— Die von verschiedenen Seiten erhobenen Ein« spräche gegen die Erbauung de? K r a n k e n h a u s e S in der Wühl- Heide sind für nichtig erklärt und soll mit den Arbeiten nun begonnen werden.— Auf daS von der Gemeinde an die Regierung gerichtete Ersuchen, sich zu dem Ausbau der höheren Schule in eine Vollanstalt zu äußern, ist ein autoritattver Bescheid abgelehnt. — Die Vorlage betr. Umgestaltung derWilhelminenhofstraße zeitigte eine ausgedehnte Debatte. Hindernd für eine würdige Gesial- tung dieser Hauptverkehrsstraße ist eine grundbuchamtliche Eintragung. nach welcher die Gesellschaft Berliner Ostbahnen Eigentümerin das in der Straße liegenden GlciSplanums ist, sich aber weigert, des- selbe zu befestigen. Beschlossen wurde im Interesse eines geregelten Verkehrs beide Baumrcihen zu beseitigen und sowohl den Fahrdamm wie den nördlichen Bürgersteig je'/s Meter zu verbreitern. Der Vertrag mit den Berliner Elektrizitätswerken betreffs Straßen- beleuchtung wurde auf 10 Jahre verlängert. Die Hauptstraßen sollen hinfort Bogenlicht erhalten.— Die Anzahl der Gemcindevertreler soll ab 1. April 1908 erhöht werden. Der Antrag unserer Genossen, die fjahl von 12 auf 24 zu erhöhen, wurde abgelehnt, nachdem wie schon rüher, die nichtigsten Einwände geltend gemacht wurden. Beschlossen wurde, daß die Vertretung aus 18 Vertretern und 4 Schöffen bestehen solle, von denen einer besoldet werden kann. Letztere Maß- nähme macht sich im Hinblick auf das demnächst in 3 Leben tretende Kaufmanns- und Gewerbegericht notwendig, für dessen Leitung ein von der Gemeinde anzustellender Jurist ausersehen ist, welcher eventuell auch als besoldeter Schöffe fungiert.— Seiten? der Rechnungsprüfungskommisston wurde die Art der Vergebung von Gemeindearbeiten durch das Bauamt und die Bevorzugung einer dem Baurat verwandten Firma einer kräftigen Kritik unterzogen. Ein gleiches erfuhr die Angelegenheit deS Neu- baue? der 3. Gemeindeschule. Daß die dabei beteiligten orts- ansässigen Handwerker mit beträchtlichen Forderungen dem Unter- nehmer gegenüber ausfallen konnten, ist lediglich der Bauverwaltung zuzuschreiben. Beschlossen wurde, diese Forderungen in Höhe von 13 800 M. aus der hinterlegten Kaution zu begleichen. Unsere Genossen und einige bürgerliche Vertreter vertraten den Standpunkt, daß, so lange nicht Forderungen deS Unternehmers an die Gemeinde vorhanden sind— die Vertretung im Jnter- esse der übrigen Steuerzahler diesen Schritt nicht tun dürfe. Die Anschaffung eines zweiten Gemeindekrankenwagens wurde be- schloffen. Ueber Preis und Zweckmäßigkeit eines AutomobilwagenS sollen Erkundigungen eingezogen werden. Die Niederschlagung von 2500 M. Steuerresten wurde gutgeheißen und die festgesetzten Etats- Überschreitungen bewilligt.— Die folgenden Punkte der Tagesordnung wurden wegen vorgerückter Zeit vertagt. Rixdorf. Erhängt hat sich der Gastwirt JafchinSky, Hermannstr. 232. Gerüchtweise verlautete, daß I. vergiftet worden sei. Dieses Ge- rücht hat sich nach der erfolgten ftaatsanwaltlichen Untersuchung als gänzlich haltlos erwiesen. Weiftensee. Hurra!— Die Kurrende ist da. Die Herren Pastoren Krätschel und Burgwitz beabsichtigen die Bildung einer Kurrende nach Berliner Muster, die vorläufig nur während der Adventszeit in Funktion treten soll. Vaterländische und Volksweisen, sowie Lieder der Adventszeit sollen zum Vortrag kommen. Allem Anschein nach will man die Kirchenkasse, in der ja immer Ebbe herrscht, etwas heben nnd da mutz eben die Jugend helfen. Auch glaubt man mit dieser Einführung wahrscheinlich der Kirchenflucht Einhalt gebieten zu können, ein Bestreben, das sicher keinen Erfolg haben wird. Im übrigen ist den Proletarierfrauen jedenfalls bekannt, daß der Löwen- anteil der zufließenden Spenden nicht den Kurrendesängern zugute kommt, sondern in den Nimmersatten Magen der Kirche fließt. Wilhelmsruh. Kein zugeknöpfter, unnahbarer Durcaukrat! In Nr. 257 meldeten wir eine Affäre, in die der hiesige Amtsvorsteher Schmid verwickelt war. Am Abend des 24. Oktober habe im Restaurant von Wendt, Hauptflr. 43, ein? Herrengesellschaft geweilt. Auf Wunsch eines Teilnehmers der Tafelrunde habe der Restaurateur, dem auch das Haus gehör!, aus der Wohnung eines Mieters B. dessen Nichte heruntergeholt. B. und seine Frau waren zu einer Versammlung gegangen, sodass die Nichte allein war. Unten sei, erzählten wir weiter, den! Mädchen der Gast, der nach ihr verlangt habe, als„Herr aus Pankow" vorgestellt worden, das Mädchen habe aber in ihm den Herrn Amtsvorsteher Schmid von Wilhelmsruh zu erkennen ge- glaubt. Von einem der Herren seien einige Ancrbietungen gemacht worden, doch das Mädchen habe sich dem in Aussicht gestellten Amüsement durch die Flucht entzogen. Inzwischen war aber B. mit seiner Frau nach Hause zurückgekehrt und hatte die Nichte nicht vorgefunden. Als diese wieder hinaufkam und ihr Abenteuer bc- richtete, ging B. hinunter, um die Gesellschaft zur Rede zu stellen. Auf der Treppe habe er dann, so fügten wir hinzu, zwei der Herren bemerkt, die seiner Meinung nach im Begriff waren, nach oben zu kommen. Einen der beiden habe er als Herrn Schmid er- kannt. Wir mußten jene Mitteilungen hier im wesentlichen wieder- holen, damit die folgenden Ausführungen verstanden werden. Herr Schmid kam schleunigst zu uns in unsere Redaktionsräume und hielt uns einen cinstündigen Vortrag. Er leugnete nicht, zu jener Gesellschaft heiterer Zecher gehört zu haben, aber er bestritt alles ihn Belastende. Wir veröffentlichten in Nr. 258 auch seine Darstellung, die den Vorgang harmloser erscheinen ließ. Das bat aber Herrn Schmid wohl nicht genügt. Des Amtsvorstehers Ehre zu retten, unternimmt jetzt ein Wilhclmsruher Blättchen, das von dem Journalisten Volker herausgegeben wird und Herrn Schmid dient. Darin wird dem Herrn Ämtsvorstehcr nachgerühmt, daß er anders sei als jene Vertreter des„Bureau- kratismus", die sich„zugeknöpft und unnahbar" zeigen, und kräftig wird geschimpft auf die schlechten Menschen, die diesen nicht„zugeknöpften", nicht„unnahbaren" Ämtsvorstehcr verderben wollen. Herr Schmid habe am 24. Oktober mit Herrn Büschcr aus Wilhelmsruh und Herrn Maurermeister Lubig ans Pankow den neuen Wasserturm besichtigt, und alle drei seien danii auf dem Heimwege noch bei Wendt eingekehrt. Das muß, nebenbei gesagt, etwa 4 Stunden nach Sonnenuntergang gewesen sein. Auf eine Bemerkung Büschers, daß er kürzlich aus der Straße von einem Mädchen unsittlich angesprochen worden sei, habe der Amts- Vorsteher erwähnt, ihm sei aus Berlin Nachricht zugegangen, daß in Mendts Hause ein Mädchen wohne, das in Berlin„in einem bc- rüchtigtcn Absteigequartier bei Ausübung gewerbsmäßiger Unzuckit (so schreibt das Blättchcn) von der Polizei ertappt worden sei", viel- leicht habe dieses Mädchen Bnscher angesprochen. Als dann Wendt sagte, das Mädchen sei öfter in seinem Lokal gewesen, hätten einige Herren(das Blättchen sagt hier nicht, wer) vorgeschlagen, er solle es herunterholen. Büscher habe sehen wollen, ob es dieselbe Per- son sei, die ihn angesprochen hatte. Das Mädchen sei gekommen, habe etwas getrunken(das Blättchcn sagt nicht, auf wessen Kosten) und sei dann wieder verschwunden,„woyl weil sie(fügt das Blätt- chcn hinzu) der Geschichte nicht traute und aus den Andentungeu entnommen hatte, daß man ihren Lebenswandel kannte".� Keiner der drei habe Anträge gemacht und nach oben gewollt. Büscher und Schmid seien nur ausgetreten und hätten dabei an der Treppe vor- beigehen müssen. Zu dieser Darstellung können wir heute in Ergänzung unserer ersten Angaben mitteilen, daß das Mädchen ein Verhältnis mit einem Herrn hat und von ihm in ein Absteigequartier mit- genommen worden war, wo die zufällig revidierende Polizei beide antraf und aufschrieb. Von„gewerbsmäßiger Unzucht" kann keine Rede sein, und inzwischen soll auch der„angesprochene" Herr Büscher erklärt baden, daß nicht dieses Mädchen ihn angc- sprachen habe. Tic ganze Sache geht eigentlich keinen Menschen etwas an. Wir müssen sie aber wiedergeben, weil wir an den Amtsvorsteher Sckimid nunmehr die Frage zu richten haben, auf welchem Wege er Kenntnis von der Fe st» nähme im Absteigequartier erhalten hat. Ver- mutlich hat bei ihm die Berliner Polizei angefragt, ob das Mädchen ihr die richtige Adresse genannt hatte. Dann hätte det Herr Amts- Vorsteher nach der eigenen Schilderung jenes Blättchens, das ihm dient und von ihm bedient wird, durch Preisgabe eine? Amtsgeheimnisses es einer fidelen Herrenges ellschaft möglich gemacht, das in die Kneipe zitierte Mädchen durch„An- deutungen" wieder hinauLzuschcuchcn. Dem Blättchcn, das durch ihn Gelegenheit erhalten hat. ein wehrloses Mädchen zu brandmarken, glauben wir's gern, daß er kein zugeknöpfter, unnahbarer Bureau- krat ist. Indes, ein solches UebermaßvonAufgeknöpft. h e i t geht uns denn dock zu weit. Aber vielleicht wird der Herr Amtsvorstcher in einem nächsten Besuch, dem wir mit Vergnügen entgegensehen, uns dahin belehren, daß sein Kucipgcspräch über das Mädchen samt allem, was darauf folgte, eine amtliche Hand- lung gewesen sei._ Trebbin(Kreis Teltow). Auf zur Stadtvcrordneter.wahl! Nur noch wenige Tage trennen uns von der Stadtverordnetenwahl. Am 22. November von 9 bis 10>/z Uhr sollen die Wähler der dritten Abteilung sich entscheiden. Bis jetzt haben die gegnerischen Parteien noch nichts in die Oeffentlichkcit dringen lassen. Dic Kandi- daten find auch noch nicht bekannt gegeben. In aller Stille ent- wickeln unsere Gegner, nach bekanntem Reichslügenverbandsmustcr. eine fieberhafte Tätigkeit. Die Gegner gedenken uns vielleicht mit diesen im geheiinen betriebenen Vorbereitungen einen unvcrhofflcn Schlag versetzen zu können. Es gilt deshalb auf dem Posten zu sein. Alle Genossen, welche mit Wählern unseres Ortes znsanimcnarbeiteu, werden gebeten, daraus zu achten, daß diese Wähler auch von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Unsere Kandidaten sind der Zimmerer Heinrich Schönsce, Lagerhalter Konrad Morgenroth und Zigarren- fabrikant Paul Hiebsch._ NowaweS. Den Tod in den Wellen sucht? in einem Anfall von Geistes- störung der Arbeiter K. K. laborierte seit einem Monat an den Folgen eines Unfalles und äußerte oft Selbstmordgedanken. Vor- gestern wollte er nun durch Ertränken seinem Leben ein Ende machen. Er stürzte sich an der Eisenbahn in die Ruthe, wurde aber von drei Männern gerettet. K. wurde bewußtlos ins Oberlin- kcankenhaus eingeliefert, wo er sich bald erholte, so daß seine Wiederherstellung zu erwarten ist. Potsdam. Bon einer Einbrecherzunft ist in letzter Zeit Potsdam heim» gesucht worden. Gestern nacht verübten die Gauner im Herzen der Stadt einen Einbruch, bei dem sie sich durch große Geschicklichkeit auszeichneten. Ohne irgend ein Geräusch zu verursachen, drangen die Spezialisten im Hause Waisenstr. 51, Ecke der Brandenburger- ftraße, mittels Nachschlüssels in daS dort befindliche Konfektion- und Manufakturwarengcschäft S. Fleißner ein und stahlen Gold- und Silbcrwarcn, dann statteten sie dem Nachbargeschäft, Herren- garderobengeschäft S. Rothe, einen Besuch ab und ließen dort zwei Winterpaletots mitgehen. Vermischtes. Eine Rufsehen erregende Nachricht kommt aus Essen. Wenige Augenblicke vor der Hinrichtung des zum Tode verurteilten Bergmanns Kurschuß ist diese telegraphisch inhibiert worden. Ueber die Gründe zu diesem aufsehenerregenden Vorfall läßt sich der„Lokal-Anzeiger" telegraphieren: Essen, 14. November. Der Verteidiger des Bergmann« Kurschuß hatte beim Landgericht Dortmund die Wiederaufnahme des Verfahrens beantragt. Dieser Antrag war vom Landgericht abgelehnt worden. Daraufhin hatte der Verteidiger gestern am späten Abend telegraphisch ßehn OberlandeSgericht in Hamm und beim Justizminister Beschwerde eingelegt. Das Oberlaudesgericht hat dann in einer in der letzten Nacht abgehaltenen Sitzung die Entscheidung des Landgerichts Dortmund ausgehoben und die Wiederaufnahme de» Verfahrens an- geordnet. Diese Entscheidung ging der SlaatSauwaltschaft erst heute früh kurz vor dem festgesetzten Zeitpunkt der Hinrichtung telcgraphisch zu. Kurschub war schon vom Gefängnisgeistlichen auf seinen Tod vorbereitet worden." Ist diese Darstellung richtig, so ist eS ganz unverständlich, wie die Vollstreckung des Urteils in Aussicht genommen werden konnte, bevor die vom Verteidiger des Verurteilten ergriffenen Rechtsmittel auch formell vollkonimen erschöpft waren. Dazu kommt, dab das Urteil unserer Meinung nach ein Fehlurteil ist. Kurschub ist zum Tode verurteilt worden, weil er einen Vorgesetzrcn, der ihn auf das heftigste gereizt hatte, indem er ihn aus der Arbeit brachte und sonst schikaniert hatte, erschoß. UnS scheinen die Bcgleit- umstände bei Fällung des Urteils überhaupt nicht genügeud berück- sichtigt worden zu sein, sonst hätte unter keinen Umständen ein Todesurteil gefällt werden können. Eine Wiederaufnahme des Ver- fahrenS ist schon deshalb dringend am Platze. Eine weitere Nachricht von gestern besagt: »Dortmund, 15. November. Der Antrag auf Wiederaufnahme deS Verfahrens gegen den Bergmann Kurfchuß, der seinerzeit den Bczirksfiihrer Hahne wegen einer Lohndiffercnz erschossen hatte, gründet sich auf ein Gutachten eines medizinischen Sachverständigen, wonach Kurschuß bei Begehung der Tat nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen ist. In der Verhandlung gingen die Gutachten in dieser Frage weit auseinander, so daß die Behauptungen der Verteidigung bei den Geschworenen nicht durch- drangen. Am Mittwochabend war die Bestätigung des Urteils beim Gericht eingelaufen und der Staatsanwalt hatte daraufhin die Hin- richtung für Donnerstag früh angeordnet. Alle Vorbereitungen ivarcn bereits geiroffen. Zu dem Alt waren die üblichen Ein- ladungen ergangen; an dreißig Herren: Richter, Geschworene. Ver- trcter der Staatsanwaltschaft sowie der Bruder deS Erschossenen hatten sich eingefunden. Da kam plötzlich die überraschende Meldung: »Die Hinrichtung findet nicht statt." Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Brackmann, hatte in letzter Stunde eine ärztliche Autorität ins Feld geführt, die sich dahin ausgesprochen, daß Kurschuß tatsäckilich nicht geistig gesund ist, somit auf Grund deS§ 51 des Strafgesetz- bnches nicht verurteilt werden könne. Ein unglücklicher Zufall wollte es nun. daß der Verteidiger erst um sieben Uhr abends von der be- vorstehenden Exekution Kenntnis erhielt. Um sechs Uhr hatte er beim hiesigen Landgericht einen erneuten Antrag aus Wieder- aufnähme des Verfahrens gestellt unter Nennung des neuen Sach- verständigen. Um die neunte Abendstunde wurde ihm mitgeteilt, daß die Strafkammer den Wiederaufnahmeantrag abgelehnt habe. Gegen diesen Beschluß legte Dr. Brackinann sofort telegraphisch Beschwerde beim OberlandeSgericht in Hamm ein, und zwar beim Vorsitzenden des Strafsenats, der noch in der- selben Nacht durch eine dringende Depesche die Hinrichtung inhibierte. Um ll'/z Uhr sollte da? Urteil vollstreckt werden. Die Exekutton wurde auf Grund des Telegramms von der Staatsanwaltschaft auf- gehoben und auf unbestimmte Zeit verschoben. Es ist nicht aus- geschlossen, daß der ärztliche Sachverständige schon gestern in Hamm vernommen worden ist. Gestern nachmittag hat in dieser An- gelegenheit bereits eine Sitzung beim Oberlandesgericht in Hamm stattgefunden, über deren Ergebnis jedoch noch nichts verlautet." Eine Hinrichtung. Gestern früh 6 Uhr ist in E s sie n der vom hiesigen Schwurgericht wegen Ermordung und Beraubung der 13 jährigen Wilhelmine Bleckmann zum Tode verurteilte Arbeiter Muckel auf dem Gefängnishof hingerichtet worden. Eisenbahn-Nnfälle. Lübbcn, 14. November. Der Güterzug 7837, von Nieder- Schöneioeide nach Lübbenau, ist bei der Einfahrt in den Bahnhof Halbe um 6 Uhr 20 Minuten nachmittags infolge falschen Signal- austrags auf den in Gleis 3 bereits haltenden Güterzug 7803 aufgefahren. Zehn Wagen entgleisten, von diesen sind vier Wagen vom Güterzuge 7897 sowie die Lokomotrve stark beschädigt. Merischen sind nicht verletzt. Vis zur Wiederaufnehme deS zweigleisigen Betriebes um 11 Uhr 20 Minuten nachts wurde zwischen den Stationen Großbcstcn und Halbe der eingleisige Betrieb durch- geführt. Stendal, 15. November. Amtliche Meldung. Heute nach- mittag gegen 12 Uhr 15 Minuten ist der Zug 7047 von Uelzen bei seiner Einfahrt infolge falscher Weichcnstellung im Gleis 10 mit einem Packwagen zusammengestoßen, wodurch die Zuglokomotive so- wie eine andere Zuglokomotive und insgesamt 25 Wagen entgleist und zum Teil erheblich beschädigt worden sind� Ein Lokomotivführer und drei Bremser sind anscheinend leicht verletzt worden. Der Materialschaden ist bedeutend. Ob und in wieweit vertret- bares Verschulden von Bediensteten vorliegt, muß die einaeleitete Untersuchung ergeben._ Unter den Rädern. Peine. 15. November. Gestern abend liefen aus unaufgeklärter Ursache im benachbarten Groß-Bülten vier Grubenarbeiter in einen in Bewegung befindlichen Erdzug hinein. Drei Mann wurden sofort getötet, der vierte schwer verletzt. Wirkungen des Nebels. Aus Hamburg wird unterm 15. No- vember berichtet: Der tagsüber herrschende Nebel legte den Ver- kehr auf der Elbe und im Hafen völlig lahm. Seit gestc.rn abend um 10 Uhr bis heute mittag ist weder ein Seeschiff angekommen noch abgegangen. Die Alsterdampfer stellten heute morgen den Verkehr gleichfalls ein. Die Passagier- und Frachtdampfer von der Unterere, denen vielfach die Versorgung der Stadt mit Milch, Gemüse usw. obliegt, sind sämtlich ausgeblieben. Die Nordsee ist ebenfalls in Nebel eingehüllt; der Straßenverkehr ist sehr er- schwert. Verbrannte Kanoncnboote. Gestern früh brach, wie ernS Petersburg gemeldet wird, in der Baltischen Werft auf der Helling, wo sich eine Anzahl Kanonenboote im Bau befand, Feuer aus. Der größte Teil der Helling ist zerstört; zwei Kanoncnboote sind ver- brannt. zwei stark beschädigt, die übrigen sind gerettet. Die Ur- fache deS Brandes ist noch nicht ermittelt. Der Schaden wird auf mehr als eine halbe Million Rubel geschätzt. ceffentltche Vibltotbek«ud Leieballe zu unentgeltlicher Be- Nutzung für jedermann, SW., Sllexandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von 51/_10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von g— 1 und 3—6 Uhr. In den LesclSIen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeiffchrijtcn jeder Art und Nichtung auS. Fretreliglöle Gemeinde öonntag _________ den 17. November, vormittag» 8'/, Uhr, im"Rathaus(Saal 109): Versammlung mit sreireliglöser Vorlesung.— Vormittags 10'/, Uhr in der Schulaula, KI. Franlsurtersir. 106- Vortrag von Herrn Dr. Bruno Wille:»Die wahre Bedeutung des Kreuzes". Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Allgemeine Krankel» und Strrbekasie der Metallarbeiter (G. H. 29, Hamburg.) Sitzung haben heute abend S'/j Uhr die Filialen: Berlin 3 bei Äahscr, Neichenbcrgerstr. 157.— Berlin 4 bei McrloivSki, SlndrcaSftr. 26.— Berlin 6 bei Eieukc. Benwuerstr. 82.— Berlin 9 bei Gundlach, Waldcmarstr. 24.— Charlottenburg ini Vollshaus, Rosinen« stratzc 3._ ßnefkaften der Redaktion. Tie Ilirlftliche SurcchftilUdc find-« Linden kl raste Rr. 3, zweiter Hof, dritter Eingang, vier Treppen, 8W£~ Fahrstuhl"Wß wvchentägliih vo» I'/j bis!)'/>»hr abends statt. Oieöil»«» 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde NM 0 Uhr. Feder Slnirag»>st ein -vnchstabr lind eine:lahl alS Slerkzcichen beiznfiigen. Brlclliche Antwort wird»ichl erteil». Eilige Fragen»rage man in der Sprechstunde vor. H. T. 12. Sic könnlen es mit einer Beschwerde gegen den Beschlag» nahmebeschluh versuchen und beantragen, die be chlagnaijmle«nmme aus etwa die Häffte herabzusetzen. Die Aussicht aus Erfolg ist aber eine sehr geringe.— E. M. 13. t. Sie könnten Neue Fricdrichstr. 10 und in der Versicherungsanstalt, Am Köllnischen Park, den Antrag zu Protokoll geben. 2. Sic müplen beide Kassen angeben.— Saldo. Ein Pag Ist für eine Reisc nach Amerika nicht crsordcrlich, aber als eventuelles Legitiinations» papier zweckmägig.— H. 27. Leider steht Jhucii ein Anspruch nicht zu. — K. NS. Wenn die Reklamefläche so liegt, dag ihre Rsickenflüche einen Teil der Wand Ihres Ladens ausmacht, so tölincii Sie mit Aussicht aus Ersolg die Beseitigung im Wege der Klage beim Amtsgericht verlangen.— WasserstandS-Nachrichten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterburcau. Wasserstand M e m e l. Tilsit P r e g e l, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor » Krassen » Frankfurt Warthe, Schrimm , Landsbcrg Netze, Vordamm Elbe, Leitmeritz , Dresden » Barby , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau>) , Rathenow') Spree, Spremberg«) , Bceskow Weser, Münden , Minden Rhein, MazimllianSau , Kaub , Köln Neckar, Heilbronn Main, Wcrlhcim Mosel, Trier ')+ bedeutet WuchS,— Fall.—•) Unterpegel. WitterungSüberficht vom IS. November 40V7. am 14.11 cm 6f 83 III 106 135 -107 —36 286 85 60 18 seit 13.11. cm') 0 0 — 1 0 — 1 — 1 + 2 0 + 1 0 + 1 kielt»neu Swtnemde Hamburg Berlin L E Ii Sa S»- II 766 NNO I 769 WSW 767 NW ■tun Frankl.a M 77» WSW München>770SW Kien i765W 2 heller 2 Nebel 1 Regen 2 wolkig 4 bedeckt 3 Regen w« Slalloan» L- - E §2 II a i varanda 770 N aerSburg 771 SO Scilly 'lberdeen Pari» 77 l NNW 769 WNW 769 sSW Gell« 2vcdeckt 2 wolkig 4 wolkig Iwolkciil 2 bedeckt c � S> C lg £ 1 I —3 0 11 2 9 Wetter. Prognose für Sonnabend, den IV. November(907. Kühler, teils heiter, teils nebelig bei mätzigcn nordöstlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterdur«» a Für Den Fniiail der Znierate übernii» uit die Nedakiion dem Publitui» gegenüber tetuevlei Beraillwortiing. m Cbcarcr. Sonnabend, 16. N o v b r. Ansang 7-/, Uhr. Kgl. Opernhaus. Aida. Kgl. Schauspielhaus. Die Braut vcn Messina. Truiichrs. Was ihr wollt. K a nimerspicle. MarquiS von Kcith. iAnsang 8 Uhr.) Lcssing. Die närrische Welt. Die sittliche Forderung. Berliner. Faust. Ausaug 8 Ubr. Theater a» der Spree. Am grünen Weg. Neues Schauspielhaus. Judith. Nachmittag 3 Uhr: Stein. Sü»»e-«. i&itQiici. idealer.) Nclleratlacke. Schiller Eharlottenbnrg. Die Hcnnaimsschlacht. Friedrich< Wilhelmstädt. Schau- spielhans. KricmhildS Rache. Neues. DaS Ungeheuer. Kleines. Die»betreuen. Ze» trat. Die Geisha. Lortzing. Rigolcllo. Residenz. Ganz der Papa. Komische Oper. Tieflnnd. Westen. Die lustige Ailwe. L»stspielli»»S. Onkel Bcrnicke. Triano». Fräulein Joscite— meine Frau. Thalia. D!e gelbe Gesahr. Nachniiltags 4 Uhr: Sneewillchen. Liliien. Am Tage des Gerichts. NachmilagS 4 Ühr: Sneewillchen. Bernliard Rase. Tprec-Athencr. Nachmittags 4 Uhr: Dornröschen. Mrirapol. Das muh man sch'n. »lpollo. Sylvester Schäffer. Spe- zialitäten. Walhalla. Svezialiläten. FolicS Eapricr. Gclellte LIeve. Eaiiiio. Bicderleute. Gebr. Herrnfeld. Madame Wlg. Wag. ES lebe daS Nachtleben. Paffage. Paula Witth. Spczia- lilätcn. Brater. Zwischen zwei Herren. Parodie. Monna Vanna. Zapfen. streich. Der Troubadour. An- sang 8'/, Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Palast. Unsere Käte. Spezialitäten. Earl Haverland. Spezialiläten. Reictishallen. Sleltwcr Sänger. ll,»»!«. T»ilb>-»nr,>ste 1*1 10. Nachmittags 4 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeil unserer Heimat. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. B. Donath: Die Gleichstrom. motoren. Sternwarle, Jnvalidenftr. 57/62. Zur Beobachtung: MarS, Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. Fcrüiimnrt Bonns Berliner Theater. Abends VI, Uhr: Faust. Sonntag 8 Uhr: S herlock Holme». Montag: Der Widerfpenst. Zähmung. Heues Thealer. Anfang 8 Uhr. Das ltttgehener. Morgen und folgende Tage: Das Ungeheuer. Kleines Thealer. Ansang 3 Uhr. VIS<*StrStASIK (Agnes Sorma.) Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Die Gclreuen.(Agnes �iorma.) flieilsieti-�illisImMIselieB ZeliBiuiiikIliBliB. Anfang 8 Uhr. Kriemhilds Rache. Sonntag nachm. 3 Uhr: Winter. schlaf. Abends 8 Uhr: Der gehörnte Siegfried, Siegfrieds Tod. Montag: Kriemhilds Rache. Utttting-Itegter Ansang 8 Uhr. Ri�oletto. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Ab. 8 Uhr: Riaoletto. Montag 8 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor._ ScIiiller-TheatePo ScMtler-Theater 0.(Wallner-Tbealer). S.nnabend. abends 8 Uhr: ReUsuatkncIte. Schwant in 3 Ausz. von Slob'tzcr und Fritz Fricdmann-Frederich. Sonnlag. n u di m. 3 Uhr: Heimat. Sonntag, ade»d»8Uhr: Reiterattacke. Montag, abends 8 Uhr: Ida» vierte t-leldet, Schlllar. Theater Charlottenburg. Sonnabend, abend« 8 U b r» Hie llerinannHScIilacht. Ein Drama in 5 Auszügen von Heinrich v. Kleist. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Her Herr Senator. So»»lag, abenbSN Uhr» Gebildete Henschcn. Montag, abend« 8 Uhr: Heiterattacke. Schlller-Haal CA'ÄÄKT) Sonntag abends 8 Uhr: Adalbert v. Ehanitsso-Abend. Montag abends 7'/,— ß'/a Uhr: Vortrag Dr, M. Osborn: Potsdam und Sanssouci. Siebenter Vortrag deS Zyklus: Alt- und Reu-Berltn. Montag abends 9—10 Uhr: Vortrag von Eduard Beruftein: Am Boradend der grotzeu frauzösischen Revolution. Siebenter Vortrag des Zyklus: StaatS- und Gescllschaftöideale im Laufe der Jahr- hundert.__ Thealer des Weslens. 8 Uhr: Hie limtlee Witwe. Sonntag nachm. 3'/. Uhr halbe Preise: tzl'rültltnjpslnft. � � Direktlon: Richard Alexander. Ganz der Papa. Schwank in 3 Akten von MarS und DcSvailliörcS. Dculsch v. M. Schönau. Baron deS Aubiais: R. Alexander. Sonntag, den l7. November, nach- mittags 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Onkel Bernicke. r*#5 cf fl n Panoptikum W 21 9 l ai»165 Fricdrichstr. 165 Mr. Leu, der künstliche Mensch. Zirkus Sctiumann Heute Sonnabend, den 10. Novbr., abends präzise 7st, Uhr: IX. Grande Soirie High- Life• Gala- Programm und neue DebDts. U. a,: Zum 1. Male Pdps GerAma u. llodute. Ferner: Zuml.Malein Europa 6 fliegende Banvards. Frl. 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Fräulein Josetie- meine Frau, Ansang 8 Uhr. Luisen-Tlieater Nachmittags 4 Uhr: Sneewittchen. Abends 8 Uhr: Am Tlige des Gerichts. Sonntag nachm. 3 Uhr: HoffmannS Erzählungen. Abends zum ersten- mal: Der Leiermann und sein Pstcgckiiid. Montag: Berlin wie eS weint und lädst. Rixdorfer Theater Bürgersäle,«crgsiraste Nr. 147. Sonntag, den l7. November: 4. Gastspiel des Opern. Ensembles (Thealer des Westens) unter Lciiung des Herrn Dir. Arinr Bclow: I»ec FreiMchiitz. SV Ansang 7'/, Uhr.-DWtl Monlag, 18 Nov.: 2. Vollsoorst., halbe Kasscnpreise: Zapseiiftrcich. kMMMIM I.Är. FrnilttnrieriN. Iit2 Spi-QQ-�.tlicnor. AAl Ansang 8 Ubr. —1 WocheniagSpreise. Nachm. 4 Uhr: Kindel Vorstellung: Hocni-itackcn. Sonntag 3 Uhr: Die zärll. Verwandt. XIII.«alwaa. Itnsivll Sonnabend, den 16. November, abends prlz. 71/, Uhr: Grolle TorstcllDne! Dehnt! Dehnt! Herr Allred Marschall. Ein Bombardement im Kriegshafen. Origin. japanisch. Fcchtkfinstler Ono nnd Ota. Geschw. Amata. Vermette-Carpatli- Truppe. Herr Ernst Schumann Auf der Hallig« Die Wunder der Tiefsee.— Das Geheimnis d. tauchenden Sirenen. iL alhallä- Variele-Theater Köpeiiickcrstrastc 68. Täglich 8 Uhr:• Am grünen Weg. Ein Stück heiteres Berlin in 4 Akten von Heimich Lee. Sonntag nachm. 3 Uhr bei zirka halben Preisen: Der Aktienbudiker. Weinbergsweg 19/20. Rosenth. Tor. Ansang 8 Uhr. Oes grandiose Novemb.-Programm Die nrkoniiMeho ■Inndepantomiine „Aus einer kleinen Garnison'', dargestellt von 30 Hunden. 7 japaniselie flolnstler 7 u. a.: Oer Schwortersprung. Perzuiaö Affen. Papageie» zc. IL greßarligs Sperialitülen IL Tunnel: 3 Kapellen-Konzerl. Theuterbcslichcrn freier Emttitt. Palast Bitri Ab 8 Uhr: Die lierTorrageuilefl Ättratilionen. 9'/, Uhr: Ter(5 lau der Saison: Sflmlei Schäffer jr. der berünfe üuiversalkiinsller. •Theater Bnrgsirasfe 24. Heute Sonnabend: Megen PrivMstlichlikit kkiilt Vorsttllung. Sonntag, den 17. November: VoUstänäig neuer Spielplan! Kasino-Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: tMederleiite. KöinöfliE in 4 Men?. Roll. Med. Vorher das glänz, bunte Programm. Sonntag 4 Uhr: Die wilde Jagd. PARODIE-THEATER " Oresdenerstr.97 a.d.Prlnzcnst. Zapfenstrelch. Troubadour. Monna Vanna. Ansang 81;, Uhr. Sonntag- nachmittag 3>/, Uhr: Halbe Preise. Zapiensiroieh. Troubadour. Dienstag, �»remie«�' Das Ungeheuer. Theater Polles Capric© Llnicnstr. 132, Ceko FriedrlchstraBe. � Rabbi Meseritsch. G Bnuter Teil. ----- Orcheater- Fanteall»__ Parquot-Fanteall.. J Jeder Plate JSjj Pfennige. 1. Rang-Bulkon.../"* Billetts eu diesem ermäßigten Preise worden nur gegen Abgabe dieser Bekannt» machung an der Theaterkasse ausgegeben. Auf jede vorgelegte Kammer des «Vorwärts" werden 1—4 Billetts verabfolgt. Theater an der Spree: K ö p e n i c k e r s t r a 0 c 68. Tageskasse 10—2 und 6—8 Uhr. 86/19* L n m c direkt aus der Fabrik. Kein Laden! Nach beendeter Engroe-Saison Capes Abendmäntel Kostüme Kostüm-Röcke Mädchen- Paletots Pelz-Stolas Robert Baumgarten Hausvogtel-Platz II, I. 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Eine Diskussion über dieses Referat findet nicht statt. Fol- gende Resolution E tz k o r n fand hierauf einstimmige Annahme, nachdem der Referent seine Resolution zurückgezogen hatte: „Der Vcrbandstag beschließt, der Lehrlingsfrage besonders Aufmerksamkeit zu widmen und alles hierauf bezügliche Material der Vcrbandsleitung zu überweisen, welche dasselbe zu be- arbeiten und dem nächsten Vcrbandstage geeignete Vorschläge zu unterbreiten hat. Ferner ist möglichst darauf hinzuwirken, die Zahl der im Barbier- und Friseurgewerbe beschäftigten Lehr- linge einzuschränken und ein Verbot zur Beschäftigung von Lehr- lingen in Kasernen, Krankenhäusern und Strafanstalten zu erwirken." Hiermit sind die übrigen Anträge erledigt. Mit den Beschlüssen des Jsiternationalen Sozia- l i st e n k o n g r e s s c s und der Internationalen Kon- f e r e n z erklärt sich der Verbandstag ohne Debatte einverstanden, nachdem der Referent, Vorsitzender E tz k o r n, mit Rücksicht auf die zur Verfügung stehende Zeit auf weitere Ausführungen verzichtet hatte und im übrigen auf die diesbezüglichen Protokolle verwiesen hatte.— Bei der Aenderung deS Statuts wird u. a. beschlossen, daß in jedem Bezirk alljährlich eine Kon- fcrenz stattfindet, die beim Vorstand zu beantragen ist. Der Vor- stand besteht in Zukunft aus einem Vorsitzenden, dessen Stell- Vertreter, einem Kassierer, einem Protokollführer und einem Bei- sitzer. Ferner sind drei Revisoren zu wählen, die außerhalb des Vorstandes stehen. Ein anderer Beschluß lautet: „Selbständige Mitglieder des Verbandes dürfen nicht Mit- glieder einer bestehenden Arbeitgebcrorganisation— ausgenommen einer Zwangsinnung— sein." Eine ziemlich lebhafte und ausgedehnte Debatte wird durch den Antrag hervorgerufen, nach dem der Verbandsbeitrag vom 1. Juli 1398 ab auf 59 Pf. erhöht werden soll. Der Antrag wird angenommen. Nach Inkrafttreten dieses Beschlusses haben die örtlichen Verwaltungen 79 Proz. der Beiträge an die Hauptkasse abzuführen. In der Nachniittagssitzung beantragt- W i t t m a a ck- Magde- bürg, den bisherigen§ 19 in folgender Weise zu ändern:„Die bc» soldeten Beamten des Vorstandes und der Vorsitzende des Aus- schuffcs sind vom Vcrbandstage zu wählen. Die übrigen Mit- glieder des Vorstandes und Ausschusses von den Zweigvercinen, wo die beiden Körperschaften ihren Sitz haben. Die Wahlen er- folgen für den Zeitraum bis zur nächsten Generalversammlung. Durch einen gemeinsamen Beschluß des Vorstandes und Aus- schusses kann mit% Stimmen Majorität jedes Mitglied des Vor- standcs und Ausschusses von seinem Posten entfernt werden." Dieser Aenderung stimmt der Verbandstag zu. Damit ist Z 22 überflüssig geworden. Nach weiteren Beschlüssen ist den Delc- gierten der Vorstandsbericht vier Wochen vor dem Verbandstage zuzustellen. Die Streikunterstützung beträgt für Sonnabends und Sonntags zusammen 6 M., an den übrigen Tagen 1 M. Der Vorstand wird beauftragt, dem nächsten Verbandstage den Entwurf eines neuen Statuts vorzulegen. Beschlüsse des Per- bandstages können nur durch% Majorität einer Urabstimmung aufgehoben werden. Mitgliedern, welche mindestens 26 Verbands- beitrüge ununterbrochen geleistet haben, muß auf der Reise von den Zweigvereinen, die sie berühren, 1 M. Reiseuntorstützung ge- zahlt werden, und zwar an höchstens sechs Orten, im Gesamt- betrage von 6 M. In§ 9, Absatz a, heißt es anstatt„bei gänzlicher Arbeitslosigkeit" in Zukunft„bei gänzlicher Erwerbslos ig- k e i t". Karenzzeiten und Unterstützungssätze sind unverändert geblieben. Als Sitz des Verbandes wird Berlin gewählt; der Sitz des Ausschusses wird nach Hamburg verlegt. Die Ver- legung des Vcrbandssitzcs erfolgt am 1. April 1998. Der nächste Verbandstag findet in Nürnberg statt. Es wird ferner be- schlössen, L a n g n e r- Berlin als besoldeten Kassierer anzustellen. Als Vorsitzender des Verbandes wird Etz k o r n- Hamburg wieder- gewählt, auf Rehm-Hamburg fällt die Wahl als Obmann des AuS- schuffcs. Dem Vorstand wird noch ein Antrag zur Berücksichtigung über- wiesen, der verlangt,„ein einheitliches ArbeitsnachweiS-Reglement für alle Arbeitsnachweise des Verbandes zu schaffen". Sodann wird einem Antrage zugestimmt, wonach arbeitsuchende Gehülfcn, weyn sie den Arbeitsnachweis der Zweigvereine nicht frequentieren, aus- geschlossen werden. Gutsltrsnils Mett-iozilge in dunklen melxerten Jfl cn 1 Cheviots undKamm- I Ii v" garnstoSen... It-sl. Anrablg. v. S M. an. Rate I M. Bei Barzahlung 17.50 M. Elegante Jackett-Anzüge in prima Kammgarn- nr NN Stoffen oder engl. /5|-UU i Fantasiestoffen.."UM. Anzahlg.*. S M. an. Rate 1 M Bei Barzahlung 22.50 M. 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November, abends präzise 8 Uhr, im Lokale Merkolvski, SlndreaSstraxe 26: er- inm n Jede Werkstatt mutz vertreten sein. MI Der Branchenleiter. DaS diesjährige HsrbstVsst findet am Toonabend, den »3. November er., in der„Alhambra- statt Anjang 8'/, Uhr. Billetts a 25 Pf. bei den Werkflattvcrtrauensleuten erhältlich. Si Stock- u. Zelluloidarbeiter!| Sonntag, den 17. November er., vormittags S'f. Uhr, bei L.lt0n, Memelerftraste 67; Branchen- Bersainmlnng. Tages-Ordnung: t. Bericht der VerhandlmigSkommiision. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. JOV Mitgliedsbuch legitimiert."961 DaS Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen ist dringend not- aendig. Der Obmann. Sonntag, den 17. November,«. Mittwoch, den 20. November: Ursula- Vorstellungen. Zum Vortrag gelangt: Tleher den Brenner nach Venedig. Billetts sind auf dem Berbandsburea«, Engel-User lS I. Zimmer 11. «u haben._ Die OrtSvertoaltnng. in • i• j er Rreiner Zweigverein Berlin, Sektion I. SefchästSstelle Berlin 0. 54, Muia-kstr. 10, L- Fcrnspr. Slmt 3 a, 4518. Sonntag, den 17. Novbr., nachmittags 2 Uhr: Versammluns im kolverksokaftskans, Engelufer 15, Saal 1. Tages-Ordnung: 43/2 1. Vortrag des Genosse» Jlnn Grnnwald flder daS Thema: »Was ist materialistische Geschichtsauffassung?« 2. Bericht und Ab- rechnung vom 3. Quartal 1S07. 3. VereinSangelegeiihetten. 4. VertchtedeneS. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Borstand. Aus auSdrülklichc Vcrcinbaning mit dem Herrn Referenten beginnt der Vortrag präzise halb 3 Uhr. Keißzeuue für Fachschüler in aiien Preislagen. Ecbt Ratbcnower Brillen 1,00 PlDcenez(ecbtNickel)M. 1.50 „ Vooblö.., 5,00 „ Gold.... 12,00 .. Schildpatt.. 4,50 Opern- u. Reisegläser v. 6,00 an laiDBter,«'.?K,CI.IIIU A. Krün, Optiker Brunnen-Straße 4 rm— am Eosenthaler Thor• Lieferant der KrankenkasMin. Brenner nebst Ersatz- u. Zubehör-Teilen zu unseren Listenpreisen w. sind erhältlich bei Karl Haupt, Tanenzienstr. 14. P. Raddatz& Co., O. m. b. 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H. ------ Ausstellungs- und Verkaufslokal:-------- F(i9dricli8tr,96 BERUH NW?.. lÄS" Verband der Sehneidet* und Sehneiderinnen. Achtung!-MG Mff" Achtung! Mitglieder der Ortskasse der Schneider. Am Sonntag, den 17. November, von vormittags 10 bis nachmittags 3 Uhr. finden im Restaurant„Lcbcnsquelle"(alte„Arminhallen"), Kommandantenstraße 20, die Delegiertenwahlen zur Ortsknffe der Schneider statt. Da die Gegner Mieder auf dem Plan erscheinen, ersuchen wir unsere Mitglieder, sich alle an der Wahl zu beteiligen. Nur die vom„Verband der Schneider und Schneiderinnen" herausgegebene Liste ist abzugeben. Diese sängt an mit dem Namen A!ßrelht und endigt mit dem Namen Nur diese eine Liste ist abzugeben! Mitgliedsbuch oder LcgitimationSkarte legitimiert. ———— Personen unter 21 Jahren find nicht wahlberechtigt.—— 1W/1S__________ Die Ortsverwaltung. (E. G, m. 1». H.) Sonntag, den 1. Dezember 1907, nachmittags pünktlich Ä'/s Uhr: General-Versammlung in Franz Kahnes Saal,„Adlershofer Garten", �Uloeshor, Ecke der BiSmarckftraste und Adlergestell. TageS» Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes für daS G-IchästSjahr 1306/07. 2. Bericht dcS Aulsichtsrates. 3. Genehmigung der Bilanz und Entlastung deS Vorstandes. 4. Verteilung des ZIeingewinncs. 5. Neu- und ErgänzungSwablen deS AusjtchlSraleS und Vorstandes. 6. DiStussion beicessend Erhöhung des GeschSstSanlellcS. 7. Statutenänderung: a) Erhöhung der Geschäftsanteile aus 30 Mark. b) Verlegung der Beendigung des Geschäftsjahres aus den 30. Juni ieden Jahres. 8. Beschlubsassung über Erwerbung eines Grundstücks. 3. Ausnahme von Darlehen bis zu 30 000 Mark. 10. Unlere Agitation bezw. BezirlSeinIeilung. 11..Anschlujz an die Arbeiter-Baugenossenschaft.ParadleS'. 12. Abänderung der Sterbe-UnterstühungSordnung. 13. Sonstige Anträge. Nach dem Turnus scheiden vom AutsichtSrate au»: Friedrich Hösel- barlh, Ober- Schöneweide; Julius Poranski, Grünau; Wilhelm DDrre, Alt- Glienicke; Adoll Sladlderg, AdlerShos. Freiwillig scheiden auS- Emil ste/en, Grünau: Erleb Steuer, AdlerShos. Vom Vorstände scheidet aus: Hermann Hildebrand«, Adlershof. 146/11« Die Genoffen find wieder wählbar. Mitgliedsbuch oder Legitimationskarte legitimiert. Der Vorstand. Hermann Hildebrandt. Wilhelm«ohl. Paul Baumann. Korivkrts Restaurant, Spandau, Schönwalderft. 80. ElnzigstcSPnrtcilokal u. BmideSeinkehr stelle aus dem Wege zum Sportpark. Joden Senntag gr. Ball. Paul Kumkc Konsum-, Produktiv-*'• Sparverein Zehlendorf und Umgegend.(E. G. m. b. H.) Sonntag, 24. Nov., nachm. 4 Uhr, bei Mieck. Kartstr. 12: Ontsntl. General-Versammlung T ages-Ordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes und AussichtSrateS. 146/13 2. Beschluhsajsung über Verteilung des Reingewinns.' 3. Ergänzungswahlen deS Vor- standeS und AufsichtsraleS. Der Aufsichtsrat. Otto Jäkel. Rudolf Weber. Kölner Lotterie. Ziehung 30. Hovemder In Berlin. Hauptgew. W.: 10 000 m 80O!p bar Geld Lose ä 1 M.. Porto n. Liste 80 Pf. Volilfahrt-Lose Zlehnnp: ÄS.— 86.> ovbr. Baup(|;civ. bar 7 5 000 si. Lose a 3,30, Porto u. Liste 30 Pf. Berliner Vogel-Lose II Stck. 5 M-, a Stck. 50 Pf., Porto u. Liste 80 PL Gustav Haase Berlin, Neue KSnlgatr. 88. = Gegründet 1878.------- I S <9 > 3 O M I n 3 8 *o Z Es ist erwiesen daß es im Interesse eines jeden Käufers von Herren- und Knabengarderobe liegt, sich von der Leistungsfähigkeit meiner seit dem Jahre 1879 im Osten Berlins bestehenden Firma zu überzeugen. Ich führe nur gute und reelle fertige Bekleidung vom einfachsten bis zu dem elegantesten Genre. Eine Spezialität meiner Firma ist Anfertigung nach Maß von besten deutschen und englischen Stoffen in eigenen Betriebs-Werkstätten. 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Rege Beteiligung erwartet Bor Vorstand der Zahlstelle II. ticrmit die traurig« Nachricht, mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwicger« und Großvater, der Rohrleger Karl Kenner am 13. d. M. sanst entschlafen ist. Dies zeigen mit der Bitte um still« Teilnahme an Die trauernden Hlnlerbliedenen. Die Beerdigung findet am Sonntag, 17., nachmittags 3 Uhr, aus dem ilirchhot der Lazarus- Gemeinde in WilhelmSberg statt. a— B— n HiUiiieiiM— n—— Allen Verwandten, fticnnden und Genossen die traurige Nach- richt, daß meine liebe Frau und unsere gute Mutter Luise Lausch geb. Dcdcpko nach langen schweren Leiden unS durch den Tod entrissen wurde. Um stilles Beileid bitten Der trauernde Gatte Berti, old Lausch nebst Kindern, Stephamtraße Nr. 31. Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. M., nach- mittags 4>/, Uhr, von der Leichen- Halle des St. PhllippuS-Apostei- KirchhosS, Müllerstraße 44/45, aus statt. 768L Vefbsnlt ltei lfeien Gast-| D.Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kennwis, daß die Frau des Kollege» Lausvh, Kiulso geb. Dederke nach schweren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag. den 18. November, nachmittags 4>/, Uhr, von der Leichenhall« dcS Sanft Philippus Apoltel-Kirchhoses, Müllerstr. 44/45 au» statt. Um rege Beteiligung ersucht 61/4 Die Ortsver.valtung. der Meiterldasse. TVaclirnf. Am 12. November starb.'unser treues Mitglied, Frau Marie Fischer. Ehre ihrem Andeukeu k 56/5 Ber Vorstand. Danksagung. Meinen herzlichsten Dant sage allen, die so zahlreich au» Freundes- und Bekanntenkreise» meinen mir so lieben, so jäh entrissenen Mann da» letzte Geleit gaben. Diese lebhaste Teilnahme, die Kranzspenden und der Gelang am Grabe, schaffen mir Er- Icichterung, es sind mir Beweise, daß mein Mann Freunde hatte, die mit mir um ihn trauern. Nochmals viele» Dank! _ Berta Kreye. Danksagung. Bei der Bcerdignng meiner leider zu früh dahingeschiedenen innig- gellebten Frau und unierer guten Mutier 13225 Alwine Böhme wurden unS von Verwandten, Freun- den und Bekannten, sowie von meinen geehrten Kollegen eine große Fülle von Beweisen herzlicher Teilnahme gelicsert, daß wir aus diesem Wege unseren herzlichsten Dank auS'prcchen müis-n. �uxust Köllme und Kinder. Dr. Svhllnvmsnn Spezial-Arzt für 1432' Bant-»ii«t Haruleideii, Franciikrankheitcn. Friedrlchstr. 203, Ecke Schfftzenstr. 10—*. 5-7. Sonnt. 10— IL Ubr. KM-kiottiveiv fiit KIulBNNA u. firsnks. sittlich empfehle» ' 51.1.50 u.m uberall Kauflldl In Apotheken, Drogen- u. Delikat. Gesch., steht unt. ständ. Kontrolle des ehern, Laborat. Dr. C. 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(Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten� 5 8 109 81 271 75»44 70 77 408 702 1302 557 675 tlO 826 67 955 5? 89 2087 92 284 668 3 624 806 4012 255 339 73 441 549(500] 032[1000] 720 5133 93 649 829 49 [500] 907 6101 7 10 262 882»26 7212 433 530 932[501)1 8250 364 74 715 821 70 9052 113 40 71[3000] 82 84 297 520[500] 767 967[1009] 86 lOlll 18 203 335 57 496 551 80 627 747 83 9!1 11645 67 115 17 22 310 54 86 447 524 077 738 43 861 12035 422 530[1000] 844 930 59 1 3150 207 307 52 807 1 4029 213 82 445 637 96 770 90 820 96 15032 72 165 233[500] 411 519 56 59 926[500] 16991 266 377 536 530[1000] 763 17000 231 94 136 655 702 1 8136 389 553 697 890 911 19267 335[3000] 4SI 509 30019 157 396[1000] 610 716 891 2 1 026 129 55 217 75 577[1000] 622[500] 33 949 2 2070 539 69 898 929 23399 452[1000] 2 4039 54[500] 144 66 346 454 56 891 [500] 911[500] 62 2 0122 23[500] 96[500] 313 29[1000] 557 73[3000] 603 66 735 897[3000] 990[1000] 26202 33 813 74 947 27163 565 28118 314 44 861 29039 82 123 68 63 73 49 1 845 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Ziehung 5. KI. 217. Kgl. Preuss. Lotterie." Ziehung vom 15. November 1907, nacbmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den beireffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 124 26« 314 525 54 84«73 765 813 44 027 93 1 062 251 62 607 718 830 45 921 2059 115 74 300 525 696 730 84 804 [1000] 22 3062 221 47 314 589«18 937 4173 SU 48 532 613 827 5074 150 236 71 33-8 449[500] 50 617 789 832 937 6017 133 72 233 403 670 88 7147 213 683 714 55 8183 25« 304 463 514 71 730 826[300] 82 9304 433[3000] 58 346 639[500] 1O010[500] 204 591 613 185 969 11011 511 639 68 781 84 824 12120 63 239 47 83 742 89[1000] 13095 15000] 521 636[3000] 88 781 843 68 1 4018 33 238 f.moo] 410 897 921 53 15210 43 54 319 402 388 067 74[300] 99 728 36 969 74 16015[ 500] 29 79 115 69 543 753[3000] 997 18 1 7190 460 501 796 962 1 8061 173 76 232 321 39 802 1 9113 635[5001 775 983 20268 83 893 21134 540 53 903 62 2 2610 827 932 23 216 7 2 366 612 700 54 2 4179[500] 314 59 907 80[500] 2 5227 95 401 520 22 609 12 43 878 2 6937 4 4 56 154 90 615 828 955 2 7054 773 SOI 915( 300] 2 8 013 380 642 985 29083 2lZ[3000] 60[300] 80 97[500] 311 493 521 763 821 946[500] 30179[500] 222 654 766 906 3 1 237 306 90« 96 32219 69 95 305 66 480 85 556[1000] 723 83 3 3 034»11 551 813 II 77 963 3 4060 200 33 602 19 24 32 811[300] 35975 296 98 450 672 861[1000] 975'590] 36029 166[1000] 95 311 95 450 675 751 957[1000] 37235 66 345 133 68 567 [500] 703 842 48[ 500] 965 3 8036 III 218 409 703 55 [500] 39380 459 flOOfl] 519 25 95 656 86 838 40008 719 41 66 77 41178 200 95 623[SCO] 979 42)69 141 638 94 774 869 4 3022 130 50 88 94 273 612 41 44951 142 71[500] 353 419 92 560 636 70Z 7[3000] 52 921 4 5031 67 75 166 221 323 410 14[500]'68 610[509] 752 69 930 4 601 1 79[560] 162 283 358 67 75 611 62 858 98 47020 185 287[500] 473 50« 61 649 4 8041 253 90[500] 333 [10001 692 56 84.8 89 4 9 227 599[Z000] 770 96 801 97 95 915 50054[500] 321 574 60« 75 717 863 986[500] 51023 66 217 62 92 105 78 729[3001 5 2027 66 128[ 500] 81 213 315 94 496 661 89 99 870 5 3 041 6« 150 256 90 98 754 078 81 54066 155»1» 405 839 926[1006] 5 5957 332 418 174 81[500] 817 919 52 5 6223 599 612 32 759 818 57070 100 863 5 8060 237 317 453 66 531 743 875 5 9074 [1000] 279 427 653 87 892[500] 6O007 192 612 91 711[500] 831 82 61163 436 45 5« 643 837 6 2100 243 312 125 537 635 895 955 6 3 313 35 778 64136[500] 246 383[1000] 781 65119 229 509 983 6 6013 170 163 407 12[500] 690 719 819 6 7065 86 169[ 3000] 213 31« 52 107 81 97[1000] 52« 836[1000] 902 68578[500] «33 951 69 292 953 70376 99 589 931 71023 167 79»16 48[500] 665 [500].789 7 2169 40» 17[500] 524[500] 35[1000] 86 663 706 834 73261 583 679 970 7 4001 209 92 99 344 56 641 98 667 857 7 5061 373 855 951 76291 773 865]500] 91 77143 278 371 513 66« 713 78318 69 496 79002 10[500] 16 2-12 393 656 676 734 80685 90 806 909«6[3000] 8 1 076 355[lOOOl 453 635 88 889 92« 8 2 008 350 556 96 756 8 3 023 220 621 83 92 702 63 837 4 9 988 8 4013 75[3000] 203 330 92 415 521 62 706 807 33 945 62 SRC«« 134[1000]»55 8 1 315!Vi [10001 511 813 45«5 66 8 6051 531 64[1000] 648 743 68 865 90 87225 416 530 39 68[500] 88007 65[500] 336 69 92 89)28 41 290 310 450 01 603 25 29 666[1000] 90039 96 136 95 462 91 676 821 69 997 9 1 015 9 2 218 517 651 71 858 966 90 9 3022 147 73 259 71 650 784 976 94422 529 73 610 736 45 9 5040 430 82 94 896 9 6119 297 483 695 738 894 9 7022 78 85 100 23 348[500] 96 60» 704 9 44[5001 98)79 210[1000] 83 348 439 603 80 99107 82 »22 49[30001 440 697 872 931 10O037 23» 423 47 58 682 780[ 3000] 81.8 101237 436 665 1 02066 96 277 393'403 547 63 901 103 011[1000] 115 292 406 32 771 873 1 0 4362 452 55 610 82 647 958 105)30»15 417 520 925 1 0 8021 41 709 63 935 1 07074 707 1 0 8053 416 65 587 613 60 780 946 59 1 09413 610 67 742 4 9 52 834 78 955[1000] 84 110074 224 504 23 67» 722 832 94 97 111136[500] 201 61 758 112.524 99(500] 724 40 81 998 113098 430 63 513 763[1000] 114308 73 77 459 528 891[3000] 115203 324 56 445 62 990 116044 103 241 57 335 43(> 83 833 910 81 117001 IIS 99 29»[SOOO] 819 118004 54 219 70 330 497 589 619 42 712 28 965 119205 634 74[500] 729[500] 84 826 953 120 100 62 64 611 762 847[1000] 953 121012»27 725 929 78 1 22)22 221 91 438 679 863 1 2 3 243 850 124148 210 15 49 67[500] 649 604 96 840 60 55[1000] 125086 357 540 648 768 961 126»"9 13000] 431 904 isonl 90 39 1 27169 74 388 547 701[500] 62 841[500] 007 24 12 8301 545 696 906 9 1 29030 243 90 306 1t 44 639 904 29 73[500] VO,,130'"5 � l'aoo] 469«96 97 864 91 904[600] 41 13 1 013 158 216 30 46 93 392«51 733 987 95 1 3 2036 120 23 33 308 45» 76» 820 1 33003 216 590 845 1 34)48 [300] 402[1000] 3« 77 659 799 853 1 3 5013 49 159 6,4 448 538 650 725 812 57 1500] 970 1 3 6086 103 201 60 [500] 357[500] 423 760 1 37148[ 500] 353 434 530 S'S 714 £2 tt/.. 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