Kr. 270. BbonnfmfntS'Btdingungen: WominnentS> PreiZ prünumerimdo, Lierteljährl. 3,30 SKI., monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 Pfg. frei WS Haus. Ewjewe Nummer B Pfg. Sonntags. immmer oiit illustrierter Sonntags- Vellage»Die Neue Well" 10 Pfo. Post- Slbonnement: 1.10 Mar! pro Monat. Ewaetragen w die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich• Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mar! pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dünemart, d. Italien. Luxemburg. Portugal, tien, Schweden und die Schweiz. 24. Jahrg. täglich loSc! nootig*. Verlinev Volksblcrkk. Die fnfertionS'Gebabr beträgt für die sechsgespaltenc Uolonel- geile oder deren Raum w Pfg., für politische und gcwcrtschaftliche Vereins- und BersammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Aleine Snreigen", das erste lsctt- gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- ftcllcn-Anzcigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort S Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis Ii Uhr nachmittags in der Expedition »bgegebcn werden. Die ExpedMon ist biS 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: „SozIaMtmsknt Rtrll#". Zentralorgan der Ibzialdem okrati fchen Parte! Dcutfchlands. Redaktion: SM. 68, Lindenstraase 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zmiter preoWlhn partkitlig. Am DouuerStag, de« 21. November, früh 9 Uhr, tritt der Parteitag im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel User 13, zusammen. Das Empfangskomitee wird am Mittwoch, de« 29. No vcmber, von 19 Uhr morgens bis 12 Uhr uachtS ununter brachen im GewerkschaftShause, Eugel-Ufer 15, Quergebäudc 1 Treppe, Zimmer 2, anwesend sein und sind dort die Logis karte« in Empfang zu nehmen.— Für ausreichende und preiswerte Unterkunft ist Sorge ge tragen. Die Ei«ber«fer. Aachsencke not. Als sich kurz nach Inkrafttreten der neuen Handels . Verträge die Getreidepreise in Teutschland nur wenig über dem Weltmarktpreis hielten, da glaubten die Agrarier über die Freihandelstheoretiker höhnen zu dürfen. Nun zeige sich, behaupteten die Junker, daß nicht das Inland, sondern das Ausland den Zoll trage. Und dann wies man auf die enorm gestiegenen Löhne der Arbeiter hin, denen gegenüber die landwirtschaftlichen Produkte nur minimal verteuert seien. Tie Regierung hatte Verständnis für die Schmerzen der Junker: sie sorgte durch Erschwerung der Einsuhr von Vieh und Fleisch dafür, daß die Preise in Deutschland rasend in die Höhe gingen. Der Erfolg war dieser: In der Zeit einer noch nie erlebten Prodilktionssteigerung, der tollsten Ucbcr zeitarheit, der glänzendsten Konjunktur ging der Fleisch lonsum in Teutschland zurück. Damit war den Junkern aber noch nicht Genüge getan. Mit natioualliberaler Hülfe brachten Preußens Feudale es auch fertig, die Steuerschraube für den Proletarier schärfer anzuziehen. Und die erhöhte Stcuerleistung fällt zusammen mit der Verschlechterung des Arbeitsmarktes, mit Lohnrückgang und ganz gewaltiger Ver teuerung der Brotpreise. Ten agrarischen Beutejägcrn gegenüber wiesen wir schon damals darauf hin, daß in der Hauptsache die vorjährige außerordentliche gute Wclterntc an Getreide die Zollwirkung abschwäche. Und noch etwas kam hinzu: die Händler hatten vor Inkrafttreten der neuen Handelsverträge die Einsuhr von Getreide außerordentlich gesteigert: andererseits hielten die deutschen Getreideproduzentcn mit dem Verkauf zurück, man wollte die nach Inkrafttreten der neuen Handelsverträge zu erwartenden höheren Preise einsacken. Die schlaue Politik der Händler und Agrarier hatte jedoch solche Mengen Getreide in Teutschland angehäuft, daß das später hervortretende An gebot in Verbindung mit der scharfen Auslandskonkurrenz die Preise nicht in der erwarteten Weise in die Höhe gehen ließ. Dies schloß aber nicht aus, was wir damals schon hervorhoben, daß bei einer schlechten Ernte die Wucherzölle voll zur Wirkung kommen würden. Leider viel zu schnell, geben uns die Verhältnisse recht. Der Ertrag der letzten Weltcrnte bleibt hinter dem vorjährigen Ergebnis weit zurück, und obwohl Deutschland eine ziemlich gute Mittclernte hatte, ist nicht nur der Gctreideprcis absolut ganz enorm ge stiegen, in Deutschland steht er auch um den vollen Zollbctrag über dem Weltmarktpreis! In Deutschland ist der Preis für Weizen seit einem Jahre um 5K Mark pro Tonne gestiegen und für Roggen ging er um 37 Mark hinauf. Und die jetzt in Deutschland erreichten Preise von zirka 239 Mark für Weizen und 217 Mark für Roggen erheben sich um zirka 55 und 59 Mark, das sind die Zollbeträgc, über den Weltinarkipreis. Da liegt die Wucherwirkung der von den Junkern mit Hülfe des Zentrums erpreßten Zölle sonnenklar zutage. Tie Fleisch- preise haben jetzt wieder etwas nachgelassen. Aber den schlecht gelohnten Arbeitern nutzt das verteufelt wenig, und bei »vcitercr Abschwächung der Konjunktur wird die Schar der- fenigen, die höchstens an Sonn- und Feiertagen Fleisch zu sehen bekommen, immer größer. Besonders für sie, aber auch für alle anderen Lohnarbeiter, wird die ungeheuerliche Preis- stcigcrung zu einem gefährlichen Feind der Lebenshaltung. Und nicht allein Mehl und Brot erlangen einen unheimlichen Preisstand, auch alle anderen Nahrungsmittel sind bereits enorm im Preise gestiegen. Einige Angaben mögen das illustrieren. Nach amtlichen Ermittelungen kostete in Berlin ein Toppclzentner: Rindfleisch im 2. Quartal 1997:151,2 M. gegen 117,9 M. in der gleichen Zeit des Vorjahres und 121,5 M. im 2. Quartal 1999. Schweinefleisch kostete 1996: 129,3 M., 1999: 99,8 M. und 1997: 191,7 M. Das sind im letzten Jahre gegenüber 1999 Steigerungen von 39,3 M. oder 24,3 Proz. bei Rindfleisch und 19,9 M. oder 12 Proz. bei Schweinefleisch. Weizen notierte an der Berliner Börse pro Tonne im Durchschnitt 1999/91: 139,19 M.. 1995/96: 179,99 M.. im September 1997: 225— 239 M. und am 16. November 1997: 239— 235 M. Der jetzige Preis steht um rund 7v R. gleich U Proz. über dem des Jahres 1999/911 Roggen notierte 1999/91: 139,61 M.. 1993/96: 162,19 M.. im September 1997x299— 295 M. und am 16. November 1997: 217 M. Rund 87 M. oder 67 Proz. ist Roggen jetzt teurer als im Durchschnitt vor 7 Jahren! Roggenmehl 9/1 kostete in Berlin im Großhandel(1 Doppcl- zentner) im September 1996: 29,19 M., im September 1997: 26,58 M. und am 16. November 1997: 28,39 bis 29,99 M. Die Steigerung seit September 1996 stellt sich auf zirka 8,59 M. oder 42 Proz. Weizenmehl 99 kostete im September 1996: 23,75 M-, im September 1997: 39,25 M., am 16. November 1997: 39,5—32,25 M. Die Erhöhung für die angegebene Zeit beträgt zirka 8 M. oder 35 Proz. Rüböl kostete in Berlin im Juli 1996: 54,96 M., am 16. November 1997: 74,59 M. pro Doppclzentner. Das ist eine Steigerung um 19,54 M. oder 35� Proz. Nach den Zusammenstellungen der„Statistischen Kor- respondenz" über Preise an 13 Marktorten ergeben sich folgende Durchschnittspreise für 1999 Kilogramm: Oktober 1906 Oktober 1907 Mark Mark Steigerung Weizen.... 172,0 222 29 Proz. Roggen.... 159 201 26,4„ Erbsen.... 243 259 6,6„ Kartoffeln... 52,4 58,9 12,4„ Das sind die Preissteigerungen im Laufe eines Jahres! Wo soll das hinaus? Dazu verschärfter Steuerdruck, Mictspreiserhöhungen, ungeheuerliche Verteuerung der Brennmaterialien! In Berlin gingen beispielsweise die Preise im Jahre 1997 gegenüber 1996 im Kleinhandel hinauf für: Steinkohlen von 1,43 M. auf 1,49 M. pro Zentner. Die Verteuertina beträgt 4,2 Proz. Koks von 1,49 M. auf 1,57 M. pro Hektoliter. Das ist eine Preiserhöhung von 12 Proz. Braunkohlenbriketts von 9,89 M. auf 1,95 M. für 199 Stück. Ter Aufschlag stellt sich auf 18 Proz. Auch das Bier ist teurer geworden. Die Regierung plant ein Branntweinmonopol, das den Ärannt- wcinkonsumcnten eine weitere Last von zirka 79 Millionen Mark auferlegen soll. Gemüse, Eier. Butter, Milch, kurzum alles ist viel teurer geworden! So ziehen die Preise überall an und machen cS den Arbeitern imnter schwerer, ihr Haushaltungsbudget ins Gleichgewicht zu halten. So lange reichliche Arbeitsgelegen- heit relativ günstige Erwerbsvcrhältnissc schuf, fand sich in höheren Löhnen immerhin ein Ausgleich für die Ver- teuerung. Was aber wird werden, wenn die Einkommen sich vermindern? Und viele Arbeiter müssen schon in diesem Jahre mit einer verminderten Einnahme rechnen: die Verteuerung der Lebenshaltung wird also erst jetzt recht wirksam. Wahrlich, keine rosigen Aussichten, die sich da der arbeiten den Bevölkerung eröffnen! Wem hat sie das zu danken? Den Junkern und Jndustricschutzzöllnern. Jedoch darf dabei nicht vergessen werden, daß ohne die Verratspolitik des Zcntrnnts die Zöllner ihre Wucherpolitik nicht hätten durchsetzen können. Und nun veranstalten Freisinnige und Zcntrümlcr ein wahres Wettrennen um die Gunst der Regierung, ein Weit- rennen, das dem Volke neue Riesenlasten für Militarismus und Marinismus auferlegt. Derweil Blockpolitiker und Antiblockpolttikcr sich um die Regicrungsgunst balgen, schmiedet das Trio: Regierung, Scharfmacher und Junker neue Attentatspläne gegen die Arbeiterschaft! Rafft das Volk sich nicht zu energischem Ansturm gegen die Reaktion auf, so wird es für solche Unterlassung in den nächsten Jahren schwer zu büßen haben! Ganz entschieden ist zunächst die sofortige Suspendierung der Getreidezölle zu verlangen. Aber das nicht allein. Das Volk muß den unheilvollen Einfluß der Junker und Scharf- macher brechen! Die Arbeiterschaft in Preußen kann manchem weiteren Uebel vorbeugen, die Hauptmacht der Reaktion erschüttern, wenn sie in unablässigem Kampfe gegen das Drei- klassenwahlrecht, dieses reaktionäre Bollwerk, an dem sich alle Kulturwellen brechen, erstürmt. Wer in diesem Kampfe ver- sagt, nicht mit ungestümer Kraft die Zögernden und nur Lauwarmen vorwärts treibt, macht sich zum Mitschuldigen für weitere Verbrechen wider Freiheit und Volkswohlfahrt! IHIocKnöte. Dem armen Freisinn wird immer ängstlicher gumulc. Je weniger Widerstandskraft er den Junkern gezeigt hat. desto mehr lvachscn die Anforderungen der Konservativen. Nun ist der Frei- inn zwar bereit, alles zu tun, um im Block bleiben zu dürfen, aber er verlangt wenigstens eines: ein wenig Zeit, um seinen Wählern nicht allzu viel auf einmal zuzumuten. Zuerst die Preis- gäbe seiner Stellung zu den uferlosen Marine- und Kolonial- Plänen, dann die Preisgabe in den Fragen der Demokratie, des gleichen Wahlrechts und der uneingeschränkten Vcrsammlungsfrci- heit, zuletzt die Preisgabe seiner Steuerpolitik, das ist die Reihenfolge, die er einzuhalten wünscht. Die Konserva- tivcn verlangen aber das alles auf einmal. Daher gewisse„11»- timmigkeiten" im Block. Das wichtigste ist dabei dem Freisinn. einen Ausschub in de« Sieuersragen zu erhalten, denn darin sind feine Wähler am empfindlichsten. Daher die verhältnismäßige Expedition: SM. 68» Qlnclenstrass« 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Entschiedenheit, mit der Herr W i e m e r in Frankfurt seine Gegnerschaft gegen die Zigarrcnbandcrolesteuer betonte. Zü- gleich scheinen die neuen Steuerprojckte der Regierung gegen ge- wisse Abmachungen oder Versprechungen zu verstoßen, die zwischen dem Fürsten Bülow und den freisinnigen Politikern ausgetauscht worden waren. Die Regierung ist aber in einer schwierigen Situation. Die Steuerreform hat ein klägliches Fiasko erlitten. Die Fahrkartcnstcucr z. B. hat so jämmerlich versagt, daß Herr Pansche in einer Wählerversammlung neulich meinte, sie sei„in der düinmstmöglichstcn Weise" eingeführt worden. Man kann Herrn Paaschs dabei eine gewisse Selbsterkenntnis nicht absprechen. Ist doch die Gestalt d ieser Steuer wesentlich das„Verdienst" der Nationalliberalen, und Paaschs selbst hat dafür ge- stimmt. Selbsterkenntnis ist allerdings der erste Schritt zur Besserung, aber bei Paaschc wird er auch der einzige bleiben. Paaschs will nämlich die Steuer in der Weise reformieren, daß alle Klassen, und zwar auch die 4. Klasse, besteuert werden! Zu- gleich soll die Steuer für alle Klaffen gleich gemacht werden. � Es ist das die Gleichheit, wie sie die Nationalliberalcn meinen. Aber mit solchen Mittelchen ist der Finanznot nicht gedient. Der Freisinn will aber in diesem Jahr verschont bleiben. Es soll also die Pumpwirtschaft fortgesetzt werden. Nun gestaltet sich aber die Unterbringung unserer Anleihen immer schwieriger. Schon die letzte Anleihe konnte nicht mehr zu SM Proz. abgeschlossen werden, sondern mußte als Reichsschatzanleihe mit 4 Proz. verzinst werden, wobei die Banken noch besonders günstige Uebcrnahmebedingungcn er- zielten. Seitdem hat sich aber die Geldknappheit außer» ordentlich verschärft und der Zinsfuß erhöht. Wann aber der Geldmarkt wieder normale Verhältnisse zeigen wird, ist nicht abzusehen. Zudem leiden wir ohnehin an einer Ueberprodut- tion von Staatsschulden. Der Kurs der 81-iprozentigen Reichs- anlcihe ist ohnehin bereits auf 93,30 gesunken. Zudem ist eine neue Anleihe für den Bau von Kolonialbahnen in dev' Höhe von mindestens 100 Millionen fast sicher. Das; eine geordnete Finanz- Wirtschaft sich nicht wieder auf eine Deckung des Defizits durch neuen Pump einlassen will, ist daher natürlich. Andererseits aber wollen die besitzenden Klassen von direkten Steuern nichts wissen. Herr Stengel und Herr Rheinbabcn, der eigentlich Bestimmende, haben daher durch die Rechnung des Freisinns einen dicken Strich gemacht und heischen neue indirekte Steuern. Das stört nun die Zirkel der Blockpolitik, und gegen diese Mini st er wird nun Sturm ge- laufe»! Aber nicht nur von freisinniger Seite. Die Angriffe finden sich auch in h a l b 0 f f i z i ö s c n Blättern, wie z. B. in den „M ünchcncr Neuesten Nachrichtc n". Gerade dieses Blatt wendet sich mit besonderer Energie gegen Herrn v. Rhein- babcn, der offenbar kein Freund der Blockpolitik sei und dieser Politik Steine in den Weg legen möchte. Wir heben dies deshalb hervor, weil cS wieder einmal zeigt, daß zwischen dem Fürsten Bülow und Herrn v. Rheinbabcn ein Gegensatz b e st c h t, der nur eine Zeitlang verhüllt war und jetzt wieder zum Ausbruch kommt. Bei der letzten Ministerkrise ist Bülow nur der Sturz eines Gegners und Konkurrenten, des Grafen Posadowskh, gelungen; der andere, eben Rheinbabesi, ist geblieben. Jetzt läßt Bülow versuchen, ob er den unbequemen Mann, einen möglichen Nachfolger, nicht beseitigen lasse» kann! Die Opposition, die jetzt der Freisinn den beiden Ministcrn macht, ist also nichts anderes, als die bewußte oder— bei der Einfalt der freisinnigen Führer«st auch das möglich— unbewußte Unter st ütznng einer Intrige der Büloiv Politik, sich von allen mög» lichcn Konkurrenten zu befreien. Die Massen der Bevölkerung haben von diesem Zwischenspiel nicht das Geringste zu erwarten. Gerade die Blockära, in der sich die nackten Bcsihinteresscn am ungehemmtesten austoben wollen, lvird am wenigsten eine Steuerpolitik machen, die Rücksichten auf die Besitzlosen nimmt. In nationalliberalen Blättern ertönt auch bereits der Ruf nach dem starken Mann für unsere Rcichsfinanzen. Er soll, wie die„Magdcb. Ztg." meint, einträgliche Reichs monoPole schaffen, die eine Lebensfrage für das Reich feien. Das Branntweinmonopol soll demnach nicht das einzige bleiben? Die ganze Prcßfehde zeigt zunächst, daß die Tage des Reichs- schatzsetrctärs v. Stengel gezählt sein dürften. Vielleicht gelingt cS auch, Rheinbabcn zu stürzen. Daß der Freisinn als Lohn für seinen Dienst einen Aufschub für die Bewilligung der Mono- pole oder der indirekten Steuern erhält, ist möglich, aber durchaus nicht wahrscheinlich. Die Finanzlage wird das kaum gestatten. Viel wahrscheinlicher ist. daß die Freisinnigen auch in dieser Frage schließlich die„Gemeierten" sein werden. Daran haben sie sich aber in der Zeit der Blockpolitik ja auch schon gewöhnt! Sie koloniale fata Morgans. Wir gaben gestern einige Zahlen über unseren Handels» berkehr mit den englischen Kolonien. Danach.führten wir 1996 für 115 Millionen Mark Waren nach Britisch» Indien aus. d. h. 1.6 Proz. der gesamten deutschen Aus- fuhr. Unsere Ausfuhr nach den deutschen Kolonien bezifferte sich nach derselben Quelle, dem„Statistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich" im Jahre 1906 auf ZF'/z Millionen Mark, also ungefähr ein halbes Prozent.'/-<>» unserer deutschen Ausfuhr I Die Ausfuhr wäre aber noch minimaler. wenn nicht darunter Südwestafrika allein mit 22,3 Mil- lionen figurierte. Diese Ausfuhr ift aber fast ausschließlich dem Krieg zuziischreiben, denn im Jahre 19t)3 betrug sie nur 4,3 Millionen! Und wenn man trotz der völligen Unter- werfung und Entwaffnung der Reste der siidwestafrikanischen Eingeborenen dort nicht mehr als öOOO Mann Schutztruppen und wciffe Polizcisoldaten unterhielte, so würde die Einfuhr im Jahre 1907 noch beträchtlich unter die Höhe des Jahres 19l)3 zurückgegangen sein. da ja zurzeit die ganze Kolonie nur von der Ve- satzungstruppe lebt"und das ganze koloniale Schwindel- gebäude ohne sie völlig zusammenbrechen würde. Nicht allzuviel anders steht es übrigens auch mit unseren anderen Kolonien! Für eine Ausfuhr von noch n i ch t 4O Millionen aber muff Deutschland für seine herrlichen Kolonien nach dem Reichshauöhaltsetat für 1908 einen Reichsznschuff für die Kolonien von nicht weniger als Millionen Mark zahlen! Bis zum. Ausbruch des Aufstandes in Südwestafrika betrug der Zuschuß jährlich nur zirka 30 Millionen Mark. Er hat sich also mehr als verdoppelt! Obendrein hat nns aber der Aufstand selb st bekanntlich in den drei Jahren mehr als SOV Millionen Mark gekostet! Hinzu kommt aber noch, daß in den 63'/z Millionen Reichszuschuff für 1908 noch gar nicht die Forde- r u n g e n enthalten sind, die D e r n b u r g als Ergebnis seiner Reise nach Ostafrika und Herr L i n d e g u i st für Süd- tvcstafrika haben ankündigen lassen! Die Dcrnburgschcn, allerdings auf mehrere Raten zu erwartende» Forderungen allein sollen sich auf 430 Millionen Mark belaufen! Und diese ungeheueren Summen sollen für unsere Kolonien vergeudet werden, weil möglicherweise in Ostafrika Baumwolle gebaut werden kann. Mit dcni vielleicht, wenn auch erst nach den kostspieligsten Bewässerungsanlagen möglicheil Baumwollbau wird man die unsinnige Geld- Verschleuderung zu rechtfertigen suchen. Die„Deutsche Kolonialzeitung" faselt ja bereits in ihrer neuesten Nummer davon, daß Deutsch-Ostafrika einmal„ein deutsches Acgppten" werden könne. Namentlich das Hinterland von S a a d a n i sei vielversprechend für den Baumwollbau. Schade � nur, daß die„Deutsch- Ostafrikanische Zeitung" in der Nummer vom 23. Oktober 1907 mehrere Zuschriften gerade aus Saadani veröffentlicht, die sänitlich über die schlechte Ernte klagen. Eine dieser Zuschriften schließt mit den Worten: „Wollen Sie etwas wirklich Wahres über die Baum- wollpflanzer S a a d a n i S hören? So sage ich Ihnen mit Erlaubnis auch anderer Pflanzer: Wir stehen alle vor dem Rni», weil wir alle auf den Köder angebissen haben, welcher das Land um Saadani ohne Berechtig nng als das ain besten für Banmwollbau geeignete hinstellte. Bekanntlich sind schon mehrere Schamben aufgegeben worden und die paar anderen werden vom kolonial- wirtschaftlichen Komitee unterstützt. So ficht die Wahrheit n»S." Herr Dcrnburg und seine Eideshclfer werden natürlich dem Reichstage trotzdem wieder die märchenhaftesten Dinge erzählen. Ist es mit Saadani, das bisher amtlich für das g e e i g n e t st e Land zum Baumwollbau erklärt wurde, nichts, so wird man andere LandeLtcile anpreisen. Und der Reichstag des Hottcntottenblocks wird ja natürlich gleichfalls„auf den Köder anbeißen" und neue Hunderte von Millionen verpulvern l_ Die Kammerdebatte über liiarokho. Paris, 14. November.(Ctg. 23er.) Die Deputiertenkammer hat sich in zwei Sitzungen mit der Marokkofrage beschäftigt, aber cS zeigte sich deutlich, daß das Interesse an dem ganzen Handel stark erkaltet ist. Wenn man von dem Marokkosyndikat absieht, ist der Wunsch, ihn nicht mehr akut werden zu sehen, allgemein. Natürlich hat die Regierung für ihre Politik die Zustimmung einer ungeheueren Mehrheit bc- kommen, immerhin hörte man in der Kammer von den verschiedensten Seiten Aeußerungen einer Kritik, die der von den S o z i a l i st e n geübten und ihnen so gern als Baterlandsverrat vorgeworfenen recht nahe kommen. Besonders interessant war die Rede des Gemäßigten R i b o t. der iMit mit dem Borwurf hintcnn Berge hielt, daß das Bombardement von Eafablanca durch eine grobe Ungeschicklichkeit, ja durch eine Bcr- letzung der gegebenen Befehle provoziert worden sei. Noch weiter ging der Abgeordnete C h a b e r t. der geradezu verlangte, Frank- reich solle auf seine besondere Position verzichten, sich darauf be- Kriegers ehre. Fünf Dialoge. 1. Bei de» heidnischen Griechen. Anno 500 v. Chr. in Sparta. Der Feldherr(zu einer Schaar von Jünglingen, die einen der Ihrigen gefesselt vor ihn bringen): Wen bringt Ihr? Einer: Dieser erschlug den Menmon, unfern Führer. Der Feldherr(zu dem Gefesselten): Warum erschlugst Du ihn? Der Gefesselte: Er schlug mich mit dem Schafte der Lanze. Der Feldherr: Er schlug Dich?— Er war ein großer Krieger und Dein Führer. Aber er schlug einen Krieger, wie man einen Sklaven schlägt.— Gebt diesen frei I 2. Bei den heidnischen Germanen. Anno 1 ant Rhein. Der Fü rst(zu einem jungen Krieger): Klage ergeht wider Dich. Du hast mit dem Schwerte den Childerich erschlagen. Er ist tot. Der junge Krieger: Ich erschlug ihn. Der Fürst: Du hast Deinen Anführer erschlagen. Darauf steht der Tod. Der junge Krieger: Er drohte mir, er wolle mich schlagen. Züchtigen wolle er mich wie einen Hund. Da erschlug ich ihn. Der Fürst: Züchtigen wollte er Dich? Er wollte Dich schlagen?— Du tatest gut. Du rächtest Schande und Schmach. So schlage den Feind, wie Du diesen schlugst. 8. Bei den heidnischen Indianern. Anno 1800 am Mississippi. Der Häuptling„Große Wolke": Mein Bruder hat die„Scharfe Zunge" getötet. Die„Scharfe Zunge" war ein großer Krieger. Mein Bruder muß sterben, da er sich auflehnte gcgen�den großen Krieger, der sein Unterhäuptling war. Rüste Dich zum Tode. Der junge Krieger„Der z u ck e n d c B l i tz Mein Bater höre mich! Der Häuptling: Was sagt tnein Sohn? „Der zuckende Blitz": Die„Scharfe Zunge" schmähte den „Zuckenden Blitz". Unauslöschlich war die Schmach ihrer Worte. Blut nur konnte sie auslöschen. schränken, seine algerische Grenze zu verteidigen und den Schutz der Europäer in Marokko international organisieren, da sonst der Krieg gegen dieses Land und weiterhin ein internationaler Konflikt un- bcrmeidlich seien. Ten bekannten Standpunkt der Sozialisten präzisierte Vaillant nochmals in einer energischen Rede. Heute zieht Jan res in der „Hnmamie" die Schlußfolgerungen aus der Debatte. Er sagt, daß nunmehr, da die in Algcciras beschlossene Organisation der ein- geborenen Polizei unter französischen und spanischen Jnstruktoren unmöglich geworden sei, die besonderen Verpflichtungen Frankreichs erloschen seien. Tie französische Regierung solle demgemäß alle Regierungen benachrichtigen, daß sie den Schutz ihrer Angehörigen selbst besorgen. JauröS hält diesen durch die Ereignisse geforderten Rückzug für um so notwendiger, als sonst Frankreich in Gefahr gerate, in die inneren Wirren Marokkos hineingezogen zu werden. So lange diese Gefahr nicht beseitigt sei, bleibe trotz aller Reden voll Klugheit und Mäßigung die Kriegsgefahr bestehen. Line Standarte des Klaffenkampfes. Paris, 15. November.(Eig. Ber.) Morgen erscheint die erste Nummer des von den Parteigenossen mit Spannung erwarteten, von Jules GueSde herausgegebenen Wochenblattes„Oo Sooislisms". Das Programm deS Blattes wird vom Herausgeber in einem Leitartikel dargelegt. Jules GueSde schreibt da in seiner klaren Sprache, die die Gedanken mit epigrammatischer Schärfe herausarbeitet: „Der Name dieses Blattes ist ein ganzes Programm— unser ganzes Programm. Hier wird nur Sozialismus betrieben werden und nichts als Sozialismus. Das heißt, daß wir, indem wir ohne Unterlaß auf die Grundbedingungen der proletarischen und sozialen Befreiung hinweisen werden, die Arbeiter für die notwendige doppelte Klassenopcration mobilisieren und konzentrieren werden: die Eroberung der politischen Gewalt und die Wiedercrgreifung des kapitalistischen Eigentums sind seine R ü ck st e l l u n g an die Volksgemeinschaft. Alles, was unter irgend einem Vor- wand, das Proletariat von diesem Ziel abzulenken geeignet ist, werden wir bekämpfen, wie einen Feind oder em Werkzeug des Feindes. In diesem direkten Marsch auf den Staat und auf das Kapital — oder genauer auf das Kapital über den Staat hinüber— gibt es keinen Platz für eine irgendwie geartete Zu- s a m m e n a r b e i t oder Kooperation mit der Klasse, die Kapital wie Staat in den Händen hält und die es politisch und ökonomisch zu expropriieren gilt. Zwischen den Bourgeois, die die Regierung in Händen haben und uns, die sie ihnen entreißen müssen, kann eS, mögen jene noch so demokratisch und republikanisch sein, keine andere Gemeinsamkeit geben, als d i e d e S Kampffeldes und die des K a m p f o b j e k t s. Und keine Allianz, keine Disziplin, die die kämpfenden Parteien bindet, ist ohne Verrat auch nur denkbar." „Aber ebensowenig Platz ist da für das anarchistische Trugbild oder Manöver, das die Arbeiterklasse vermittels einer Desertion vom politischen und militärischen Terrain, von der nur die neuen Herren vom Kapital Nutzen ziehen können, spaltet und entwaffnet." „Ebenso antianarchistlerisch wie antiministerialistisch, kann ein Blatt, das sich zum Sozialismus bekennt, nur revolutionär sein. Und revolutionär sind wir und müssen e-Z sein, so wie es zu ihrer Zeit alle Klassen sein mußten. Aber das will nicht besagen, daß die Sozialisten— bevor sie die Legalität des Feindes zerbrechen und u m sie zu zerbrechen— sich nicht ihrer b e- dienen können und sollen, in der Absicht, sie ihren Be- dürfnissen der Propaganda, des Unterrichts und der Werbung gemäß zu reformieren. Wir sind int Gegenteil für die Reformen, für so viel Reformen, als wir dem bürgerlichen Staat entreißen können. Aber selbst auf diesem beschränkten und zeitweiligen Terrain der Reformen ist kein Einvernehmen, keine„gemeinsame Küche" mit den bürgerlichen Parteien— auch mit den in Wort und Tat reformfreundlichen— möglich. Denn s i e sehen in den Reformen nur ein Mittel, das Pro- letariat einzuschüchtern, durch teilweise Befriedigung zu ent- waffnen. Wir aber sehen darin neue Waffen für den Klassenkampf." JuleS GueSde vcrlvcist schließlich noch auf die Uebereinstimmung dieses Programms mit den Llussassungen der Internationale, die immer den Anarchisten den Zutritt zu ihren Kongressen untersagt und in A m st e r d a m gleichzeitig die an- archistische Geucralstreikpropaganda, wie den sich auf die Verbesserung Der Häuptling: WaS sagte die„Scharfe Zunge?" „Der zuckende Blitz": Feige nannte sie und träge zum Kampf den„Zuckenden Blitz". Da erschlug ich die„Scharfe Zunge" und rächte die Schmach. Der Häuptling: So schmähte die„Scharfe Zunge" meine» jungen Bruder? So rächte mein junger Bruder die Schmach?— Von nun an ist der„Zuckende Blitz" Ünterhäuptling I Schlage den Feind, wie Du die„Scharfe Zunge" schlugst. Nie schlage mein junger Bruder seine Krieger. 4. Bei den christlichen Germanen. Anno 1003. Der Verhandlung sführer(verkündet das Urteil): Der Slitgeklagte, Grenadier Nnschke, wird unter Aufhebung deS Urteils erster Instanz der tätlichen Beleidigung eitieZ Vorgesetzten sowie der Verweigerung des Gehorsams für nicht schuldig erkannt. Der An- geklagte hat sich erst zur Wehr gesetzt, nachdem ihn der Unteroffizier Picfk'e anderthalb Jahre hindurch schwer mißhandelt und ihn zuletzt durch Zerbrechen eineS Armes und mehrerer Rippen sowie durch Ausstoßen eines AugeS dauernd dieiistuntauglich gemacht hatte. Slngcklagter befand sich mithin in Notwehr, um noch schwerere Folgen fernerer Mißhandlungen abzuwehren. DaS Urteil erster Instanz, das auf 5 Jahre GesangniS erkannt hatte, ist mit seiner Annahme im Unrecht, daß das Militärsirafgesetzbuch Notwehr nicht kenne. S. Bei den germanischen Christen. Anno 1025. Zeuge Unteroffizier Piefke: Ich hatte das Seiten- gewehr gezogen und dein Angeklagten ein paar flache Hiebe auf die Kniescheibe versetzt, damit er die Knie besser durchdrückt. Als das nicht half, versetzte ich ihm mit der Schneide einen tüchtigen Hieb gegen daS Schienbein. Der Angeklagte stürzte zusammen, weinte vor- schriftswidrig und streckte die Arme auS. Ich mußte mich seiner mit der scharfen Waffe erwehren. Hierbei hielt er mit bloßen Händen das Seitengewehr fest, schnitt sich beide Hände halb ab, verletzte aber arich mich in einer Weise, daß ich die Wunde mit Heftpflaster verbinden mußte. Der Verhandlungsführer: Genug! Angeklagter, im Interesse der militärischen Disziplin haben Sie hierauf gar nichts zu erwidern. Ich verurteile Sie wegen bewaffneten Ausruhrs vor versammelter Mannschaft, wegen Hochverrats und ehrloser Ge- sinnung zum Tode. Das Urteil ist sofort durch Erschießen zu voll- strecken. der bürgerlichen Gesellschaft beschränkenden Reformismus verworfen habe:„Der Internationale, die in Stuttgart die demokratische Organisation der Volks iv ehr gefordert hat. zur Verteidigung des Vaterlandes, das die Proletarier zu erobern und zu befreien haben, und die die k o m b i- nierte Aktion der Gewerkschaften und der Partei als notwendig zur vollständigen Befreiung der Arbeit erklärt hat." Gestützt auf diesen einhellige» Willen des Proletariats beider Welten, ruft GueSde den stanzösischen Genossen zu: Helfet unS l Von dem weiteren Inhalt der Nummer ist vor allem der redaktionelle Artikel zu erwähnen, der den prinzipiellen Erklärungen auf der ersten Seite einige auf die Taktik des netien Organs bezügliche folgen läßt. ES heißt darin, naca einer Zurückweisung des Geträtsches der Bourgeoispresse, als ob das Erscheinen des„SocialiSine" eine neue Spaltung ankündige: „Innerhalb der Partei, so wie sie ist und so wie wir sie aufrechterhalten wollen, wollen wir allen Genossen ei» neues K a in p f o r g a n geben. Neben dem offiziellen Organ der Partei, dem„Socialiste", dem Tageblatt„Humanits" und den regionalen Blättern der Föderationen ist noch Platz für eine Publikation, die den Parteigenossen ein Arsenal von Ideen und Tat- fachen für die Propaganda liefert." Der Artikel führt weiter aus, daß die Artikel des„SocialiZme", von einer gemeinsamen Idee inspiriert, dazu dienen werden, die sozialistischen Auffassungen zu klären:„Man wird sagen, daß diese Idee der Marxismus fei. DaS wird wahr sein, wen» man auS dem Marxismus nicht ein System, geschweige denn ein Dogma und nicht einmal eine Doktrin, sondern eine Methode macht, die Tatsachen von: Gesichtspunkte des kämpfenden Proletariats zu interpretieren." Zum Schluß heißt cS:„Wir werden wohl Meinungen zu diskuiiren haben. Niemals aber werden wir Personen an- greifen, niemals werden wir die Fraktionen der Partei gegen einander ausspielen, geschweige denn die Individuen. Klassenkampf, Klassenkanipf, Klassenkampf! DaS ist die Idee, die unS gegen die Bourgeosie und einzig gegen sie führen wird." Bon den weiteren Artikeln der interessanten Nummer nennen wir den deS Genosse» B Sacke, der die neueste„Kooperation" kritisiert, wie sie sich in dem Eintritt der Brousse, Breton und Genossen in eine parlamentarische„Gruppe für Sozialreform" darstellt. Coniperc-Morel schreibt über Methoden und Aus- sichten der Landagitatiou. Dem neuen Kämpfer für sozialistische Aufklärung wünschen wir herzlich Glück. Möge er bei der Ausführung seines Programms. daS französische Proletariat zur klaren Erfassung seiner Aufgaben im Klassenkampf zu erziehen, die verdiente Uitterslützung finde»! poUtilcbe Qeberlicht. Berlin, den 16. November 1907,• Rechtsverweigerung in der Verfassungsbruchsfrage? Tic Verfügung der Potsdamer Regierung, die sich gegen das Abhalten von Untcrrichtskursen über Staatsrecht wendete, zeitigt imnier neue staatsrechtliche Eigentümlich- ketten der Behörden, die sich durch ihr Borgehen so stark ins Unrecht gesetzt haben. Der Polizeipräsident von Potsdam hat entgegen den klaren Bestimmungen der 88 1�7 und folgende des Gesetzes über die allgemeine Landesvcrwaltung vom 30. Juli 1883 es abgelehnt, dem wiederholten Antrage des Sachwalters des Genossen Äatzenstein auf Abgabe der Beschwerde im Berwaltungsstreitverfahren an die für das Bc-' waltungsstreitverfabrcn zuständige Instanz stattzugeben. Es ist hiergegen natürlich Beschwerde an das Ministerium ein- gelegt. Recht eigenartig ist die Art und Weise, wie die in Betracht kommenden Behörden bei diesem Kampf gegen Aufklärung eifrigst zu vermeiden suchen, eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen. Ein vergebliches Bemühen, das freilich anzudeuten scheint, daß allmählich auch diesen Behörden durch die Beschäftigung mit den Schritten gegen das Verbot, über Staatsrecht zu unter- richten, die staatsrechtliche Einsicht gekommen zu sein scheint, daß das von der Potsdamer Regierung eingeschlagene Verfahren der Verfassung widersprach.— Tas Urteil zugestellt. Das Urteil an Genossen Liebknecht ist nun endlich zugestellt. Wir sind auf die schriftlichen Entschuldigungs- gründe für das mündliche Urteil gespannt.— TJutike und moderne Melt. (Von Aristoteles zu Reuleaus-)] Von Leopold Jacoby. Hört, lvas mit göttlichem Humor Der weise Grieche führet vor: „Ja, wenn in einer Welt wir lebten. Wo die Webeschifschen von selber webten, Das Werkzeug wie mit einer Seele Begabt, ausführte die Befehle Des Herrn mit allem Schick und Fug. Ter ihm die Arbeit übertrug. Dann wär' der 5lncchtschaft Qual vorbei Und alle Sklaven würden freil" Hört, wie der kluge Mann von heute In seinem Buch belehrt die Leute: „Das Werkzeug, das ihr Menschen habt. Ist heute fast vernunftbegabt; Es führt belebt wie mit Verstand Gedanken aus mit cig'ncr Hand. Jedoch der Mensch, der damit schafft, Verliert deS Menschen Eigenschaft. Wird umgewandelt und zerstückt Zum Werkzeug selbst herabgedrückt. So blüht— o grausige Ironie!— Für ihn die Welt der Industrie. Daß er als Knecht, als Sklave diene Dem Werkzeug heute, der Maschine!' Hier schaut ihr klärlich hingestellt Antike und moderne Welt. Und die Moral? Nun wählet sie: Humor— und grausige Ironie I Seht, wie so menschenfreundlich groß In uns'res Arbcitsmanncs Los Sich heute, nach zweitausend Jahren, DeS Fortschritts Wunder offenbaren. Unfallversicherungsvorlage. Dem RcickMag ist ein Vertrag zwischen dem Deutschen Reich tind den Niederlanden vom 27. Nugust zur Genehmigung zu- gegangen. Der Vertrag sucht d i c Folgen der Vcrschiedenartigkeit der deutschen von der niederländischen Unfallversiä�erung zu be- scitigcn, das; Doppclvcrsichcrungen und mangelnde Versicherungen eintreten lönnen._ Liberale Charakterlosigkeit. Wer sich noch nicht völlig klar darüber war. daß es keine schlechteren Hüter und Förderer der liberalen Grundsätze gibt als die sogenannten Liberalen, dem muß es angesichts der Vorgänge bei den gegenwärtigen Stadtvcrordnctcnwablen in Köln werden. Um nicht durch eine Niederlage in der zweiten Klasse die Mehrheit an das Zentrum zu verlieren, verraten und verkaufen die Führer der„Vereinigten liberalen Parteien" ihre„Ideale" an allen Ecken und Enden. Hier nur ein Beispiel! Zu den vor- uchmsten liberalen Forderungen gehört bekanntlich die konfcssions- lose, die Simultanschule; wirkliche Liberale fordern sogar mit der Sozialdemokratie die Wcltlichkeit der schule. Tie Kölner Liberalen klagen zurzeit lebhaft über den Zwiespalt, der das Staats-, Gemeinde-, Volks- und Familienleben zerklüftet. Ohne Zweifel ist die Sinrultanschule ein geeignetes Mittel, den kon- sessionellcn Hader im Volke herabzumindern, weil in ihr die Kinder aller" Bekenntnisse mit Ausnahme der Rcligionsstundcn gemeinsam unterrichtet werden. In einer Polemik mit dem Zcntrumswortführer Kausen erklärt nun der Führer der Kölner vereinigten Liberalen, Dr. Ncven-Du Moni, daß er„allerdings(I) die paritätische Schule im Prinzip(1) für das beste" halte; er habe„aber(!) oft gesagt, daß der Zeitpunkt zu ihrer Einführung erst kommen könne, wenn die konfessionellen Gegen- sätze sich nicht mehr wie bisher stets vergrößern, sondern einer ruhigen Auffassung Platz gemacht hätten". Er habe-das wiederholt so ausgedrückt, daß er„wohl de» Versuch(I) zur Einführung der konfessionslosen Schule in Köln nicht mehr er- leben würde". Tiefe Logik ist Haarstränbend: Weil die konfessionellen Gegen- sätze so groß sind, ist der Zeitpunkt zu ihrer Bekämpfung noch nicht gekommen! Im übrigen wissen wir ja, daß ein National- liberaler eine Forderung im nämlichen Augenblick verrät, wo er sie„im Prinzip" anerkennt. Tr. Ncvcn-Tu Mont ist ein äußerst rüstiger Herr und hat noch einige Jahrzehnte zu leben. Wenn er sagt, daß er den Wunsch(I) zur Einführung der konfessionslosen Schule nicht mehr erlebe, so gibt er damit die Simultan- schule in einer Weise preis, die nicht überboten werdenkann. Zlber diese Preisgabe genügt ihm nicht; er macht sich in der nämlichen Rede des kompletten Verrats an ihr schuldig. Die beiden Parteiführer streiten nachträglich über die Besetzung dcL Kölner Obcrbürgernicistcrpostcns. Und dabei sagt Tr. Neven- Du Mont, gerade der von der liberalen Mehrheit vorgeschlagene, vom Zentrum aber abgelehnte Magdeburger Oberbürgermeister Lentzc sei für den Kölner Posten geeignet gewesen, weil er„eine politisch neutrale Persönlichkeit" sei,„da er sich in einer Herren- hausrcde, also ganz öffentlich, für die konfessionelle(!!) Schule ausgesprochen hat". So vertritt ein„liberaler" Führer liberale Forderungen! Und statt daß die liberale Mehrheit an die Spitze der ihr anvertrauten Kommune einen Mann setzt, der die Gewähr dafür bietet, daß er das Gemeinwesen in liberalem Geiste leiten werde, sucht sie zu dem wichtigen Amt einen„politisch- neutralen" Reaktionär!_ Bulow- Liberalismus. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung' bestätigt heute in dankenswerter Weise unsere Kritik der Frankfurter Komödie, indem sie die Herren inNusive Naumann lobt. Die Herren haben sich ja dieses Lob, wenn auch nicht gerade redlich, verdient.— „Ausnutzung der Verwaltung zu politischen Zwecken." „Tie Uebertragung des Vorsitzes in der Krankenkasse an einen Beamten wird endlich auch aus dem Grunde für notwendig gehalten, um die Ausnutzung der Verwaltung zu sozialdemokratischen oder sonstigen politischen Zwecken unmöglich zu machen. Daß hier im weiten Umfang ein Mißbrauch getrieben wird, darüber kann füglich ein Zweifel nicht mehr bestehen... Tic Sozialdemokraten halten es als selbstverständlich, daß die Stellen im Vorstand und in der Ge- neralvcrsammlung nur mit Genossen besetzt tverden und daß die meist absichtlich hochbezahlten Verwaltungspostcn mit verdienten Agitatoren besetzt werden, die dadurch die Partcikasse entlasten und für die Bearbeitung der Massen eine wertvolle Stütze bilden." So stand dieser Tage in der„Kölnischen Zeitung" zu lesen. Wir wollen unS mit dem Blatt in keinen Disput ein- lassen, um ihm zu beweisen, daß es sich hier nicht von dem Interesse zur Krankenkasse, sondern nur vom Interesse des Unter- nehmertums leiten läßt, das den Arbeitern die Selbst- Verwaltung in den Krankenkassen nicht gönnt. Dafür wollen wir das nationalliberale Blatt an etwas anderes erinnern: In Köln finden gegenwärtig die Stadtvcrordnctcnwahlen statt. Ultramontane und Nationalliberalc streiten um die Mehr- hcit im Rathaus. In einer ZentrumSwählcrvcrsammlung berief sich der Führer der Kölner Klerikalen dieser Tage auf ein schon früher von ihm gebrauchtes Wort:„Der Liberalismus hat in den Jahren feiner Blüte und Alleinherrschaft alle, die nicht zu seiner Fahne schworen, von Acmtern und Ehrenstcllcn ferngehalten." Und er fügte jetzt hinzu:„Die liberale Partei hat w dreißig Jahren niemals einen der Zentrumspartri angehörigen besoldeten Bei- geordneten mit Wissen und Willen gewählt." Die.Trierische Landeszeitung" schreibt hierzu: „DasBerhalten dcrKölncrLibcralcn ist thpisch; in mehr oder weniger veränderter Form machen sie es überall so, wo sie die Macht haben oder zu haben glauben. Genau so liegen die Verhältnisse in Trier. In den siebziger, achtziger und noch anfangs der neunziger Jahre haben die Trierer Liberalen ihre damalige Uebcr in acht in schnöder Weise mißbraucht zum Nachteil dcS Zentrums." Aus Dortmund wird der„Kölnischen Volks- zeitung" geschrieben:„Wir in der Westfälischen Mark, in der die nationalliberale Partei mindestens ebenso unduldsam ist wie in Köln, wissen ein Lied davon zu singen, wessen die Liberalen sähig sind, wo sie das Heft unbeschränkt in Händen haben wie in Dortmund. Hier sind sämtliche besoldete Magistratsmitglieder, säint- liche Obcrbeamten der Stadt, sämtliche Leiter der Polizeivcrwaltung, sämtliche Direktoren an städtischen höheren Schulanstalten evan- gelisch, d. h. liberal. Unter den unbesoldeten Magistrats- Mitgliedern gehören nur zwei der Zentrumspartci an, während zehn evangelisch sind.... Wie in Dortmund, so ist es fast über- all im westfälischen Kohlenrevier: der ganze katholische Bevölkerungstcil soll ausgeschaltet werden auS der Kommunalverwaltung, wo die liberale Mehrheit herrscht." Hat die„Kölnische Zeitung" jetzt noch Lust, das Thema von der „Ausnützung der öffentlichen Einrichtungen zu parteipolitischen Zwecken" zu erörtern? Nationales Zcitungsgcschtvister. Die„Kölnische Zeitung"»nd die„R h e i ni sch-W e st- fälische Zeitung" sind, obgleich sie sich beide eins wissen in der Verteidigung der Uniernehmerinteressen, in der Scharf- macherei und der Sozialistcnhatz, dennoch einander nicht grün, weil sie sich als Konkurrenten im Westen iin Wege stehen. Gelegentlich macht sich das Kölner Blatt daS Vergnügen, im Nachrichtenteil der Essener Schwester nach Nachrichten zu fahnden, die der„Kölnischen Zeitung" entnommen sind, aber, mit eigenem Zeiche» versehen, nun in dem Essener Blatt als Original- Meldung glänzen. So etwas soll jüngst wieder in zwei Fällen passiert sein. Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" wehrt sich, spricht von„gewiZssen loser Verdächtigung",„Hoden- loser Feigheit" und erinnert an Bismarck, der die„Kölnische Zeitung" einst das„niederträchtig st e Blatt von ganz Deutschland" genannt habe. Zum Schluß schreibt das Essener Blatt: „Warum gibt sich nun die„Köln. Ztg."»sit solchen lächerlichen Nachforschungen ab? Etwa um die Ehre der deutschen Presse? Sicker nicht; denn die wird i n kaum einem großen Blatte so verletzt, wie in dem rheinischen offiziösen Waschzettel. Reine Reklame« Notizen, die unter Berufung auf Anzeigen- auftrüge eingesandt werden, die nichr'das geringste allgemeine Jnteresie haben und von uns abgelehnt' werden müssen, prangen sehr oft in den Spalten deö jncrvösen Blattes. Also diese Ehre der Presse ist es nicht, die die„Köln. Ztg." ver- anlaßt, mit solchem l ä ch e r l i ck e n E l st e r n g e s ch w ü tz ihre Spalten zu siille». Ein nicht sehr rühmliches Tierchen ist vielmehr ihr Vorbild. Die„Köln. Ztg." ist in der peinliche» Lage des bekamiten feistenNeidlingS, der eine Zeitlang eine Wiese allein abgeweidet hat, von einem jüngeren lind kräftig heranwachsenden Genossen aber immer mehr verdrängt wird und jetzt voll Zorn auf den unliebsamen Konkurrenten blickt: des riihinlickst angesehenen, viel gefeierten Neidhammels. Unter Bismarck ließ sich der gebildete Deutsche eine offiziöse Kost noch schmecken, aber unter Caprivi und seiiien Nachfolgern wird dem Zuhörer einer"o f f i z i ö s'c n Wetterfahne, welche sich dreimal oder z iv ö lfmal im Jahre umdrehen muß, doch zu oft zugemutet, heute zu verbreimeu, tvaS er gestern au- betete. Wer solchen GcsinnmigSwecksel nicht ebepso leicktund schnell vollziehen kann Wie die Geschäftsleitüng der Kölnischen, der springt eben ab. den macht die W e t t e r s a h n e n m u s i k keinen erlesenen Genuß. Die Folge ist seit IS Jahren bei der„Kölnischen Zeitung" erst S t i l l st a n d und dann Rückgang gewesen, was in Fachkreisen längst bekannt, in Köln neurasthenisch wirkt." Dieser Austausch nationaler Liebenswürdigkeiten wird nicht hindern, daß sich das holde Zeitungsgeschwister am Rhein und an der Ruhr brüderlich zusammenfindet, wenn es gilt, über den„Sau- herdeuton" der sozialdemokratischen Presse loszuziehen.— Eine Polizeiaktion gegen Leipziger Anarchisten. Die Leipziger Polizei löste am Donnerstag den Verein„Freie Sozialisten" auf, weil er gegen den§ 20 des sächsischen Vereins- gesetzcs(Verfolgung ungesetzlicher und unsittlicher Zwecke) vor- stoßen haben soll. Tie Vorstandsmitglieder wurden darauf unter Anwendung von Gewalt photographicrt und gemessen, ein Vorgehen, zu dem die Polizei durchaus kein Recht hat. Freitag wurden auch die Vorstandsmitglieder des anarchistischen„Vereins junger Ar- beiter und Arbeiterinnen" vorgeladen. Ocrtcrmcb-Cliigarii. Obstruktion. Budapest, 16. November. Die kroatische Obstruktion wurde auch auf die Spczialdebatte der autonomen Zoll- tarisvorlage ausgedehnt, so daß die Verhandlungen über den Ausgleich im ungarischen Reichstag ernstlich ge- f ä h r d c t sind. Die Regierung beschloß, falls die Kroaten durch ihre Obstruktion die Erledigung der Staatsnotwendigkeiten noch weiter verhindern, eine außerordentliche Verschärfung der Ge- schäftsordnung eintreten zu lassen. Serbische Forderungen in Bosnien.. Wien, 15. November. In Serajewo wurde heute eine Versammlung der nationale» serbischen O r a a n i- s a t i o n abgehalten, die ein Parteiprogramm mit folgenden Forderungen beschloß: vollepolitische Autonomie, Ein- berufung einer Volksvertretung auf Grund des allgemeinen Wahl- rechts, Errichtung eines selbständigen Zollgebietes und Einführung ausgedehnter Reformen. Die Versammlung nahm einen ruhigen Verlauf.(„Berliner Tageblatt".) Dänemark. Ein Opfer Polizeilicher Verfolgung. Am Mittwoch hat der Redakteur des kleine» Aiiarchistenblattes „Skorpionen", Sophus RaSmussen, in Kopenhagen ei neu P o l i z e i- beanlten und dann s ich s e l b st e r s ch o s s e n. An diesem Ereignis trägt offenbar die dänische Justiz und Polizei ein gut Teil der Schuld. Vor ungefähr zwei Jahren wurde SophiiS RaSmussen zu acht Monaten Zuchthaus wegen eincS„aufrührerischen" Artikels verurteilt. Nach Verbsißung der Strafe wurde sein Name in das Protokoll der Verdächtigen aufgenommen, und damit wurde er gezwungen, sich wie ein ganz gefährlicher Verbrecher jede Woche einmal im Polizeibureau vorzustellen. Als er dies einmal unter» lassen hatte, wurde er aus dem RnthauSplatze, Ivo er stand und sein Blatt verkaufte, verhaftet, 16 Tage in Untersuchungshaft ge- halten und dann zu 12 Tagen Zwangsarbeit verurteilt. Kürzlich hatte er sich inS Ausland, nach Helsingborg begeben, wurde lange von der Polizei gesucht, kehrte heimlich nach Kopenhagen zurück, wo er dann, von der Polizei aufgespürt, seine unglückliche Tat voll- führte. Man hatte ihn offenbar zur Verzweiflung getrieben. Wie üblich in solchen Fällen, suchen reaktionäre Blätter die Sozialdemokratie für die Tat verantwortlich z» machen. Merkwürdig ist eS nun, daß der Expedient jenes AnarchistcnblatteS, ein Agent Jensen, von den antisozialistischen großen Herren mit Geldmitteln unterstützt wird. Cnglancl. Die englischen Sozialisten und der kaiserliche Besuch. London, 14. November.(Eig. Bcr.) Von unseren englischen Genossen wurden zwei Versuche gemacht, gegen den Besuch des deutschen Kaisers in England zu protestieren. Am Dienstag beriet der Londoner Grafschaftsrat über eine WillkommenSadrcsse an den deutschen Kaiser. Genossen Sanders, welcher Alderman des Rates ist, hatte einige Tage vorher dem Vorsitzenden vorschrifts- mäßig angekündigt, daß er zu diesem Antrage sprechen und gegen die Willtommcnsadresse protestieren möchte. Die Grafschaftsräte haben deshalb die Verhandlungen so manipuliert, daß die Will- kommensadrcsse zur Abstimmung gelangte, als Genosse Sanders sich auf einige Minuten entfernen mußte! Als er zurückkam, war die Sache bereits erledigt und angenommen!! Sanders beantragte hierauf die Vertagung der Sitzung, und zur Begründung feines Antrages sagte er alles das, was zu sagen ihm die Feigheit des Grafschaftsrates vorher verhindert hatte.... Zu bemerken ist hier noch, daß Sanders einer der wenigen Engländer ist, die Deutschland wirklich kennen und verstehen. Ter andere Versuch wurde von einigen Genossen der Sozial- demokratischen Federation gemacht, die das zu Ehren Wilhelms II. gegebene City-Bankett durch eine Prozession von Arbeitslosen illustrieren wollten! Tie Genossen Williams und Grecnwood hielten vorher eine Versammlung in Tower-Hill ab, wo den Ver. sammelten mitgeteilt wurde, daß die Polizei die Demonstration in den vom kaiserlichen Zug zu nehmenden Straßen verboten habe. Etwa 566 Genossen handelten indes dem Verbot zuwider und be« gaben sich nachmittags nach der Gegend des Mansion-House und der Ouecn Victoria Street, die vom Kaiser zur Rückfahrt vom Bankett benutzt wurde. Hier kam es zu antimonarchischen Kund- gedungen, wobei die Enthüllungen des Moltke-Hardcn-Prozesscs manche Schlagworte lieferten! Tie Polizei schritt ein, und es kam zu Tätlichkeiten. Gefährliche Verletzungen sind nicht vorgekommen. Vier Personen wurden verhaftet.— Mien. Die Union und China. New Uork, 16. November.„New Hork Herald" berichtet ans Schanghai, daß vier amerikanische Kanonenboote dort eingetroffen sind, da in der Provinz Sikiang die Lage infolge der Boykottierung amerikanischer Waren kritisch ist und man den Ausbruch von Un ruh en befürchtet. Sie russische Revolulion. Ter Dumatag. Petersburg, 14. November.(Eig. Ver.) Große Plakate des Polizeiobersten von Petersburg aA Straßenecken und Zäunen verkünden, daß der heutige Tag für den Petersburger ein Ausnahttetag ist. Es wird ihm besonders streng ans Herz gelegt, an diesem Tage jede Zlnsammlung zu vermeiden. Der Petersburger kennt die Sprache der Polizei, er weiß also, was dies da zu be- deuten hat, und so beschloß er denn, noch stiller zu sein alL gewöhnlich. Verrauscht sind die Tage der ersten beiden Dumas, sie sind nur als liebe Erinnerung geblieben. Damals, ja— damals hatte das russische Leben noch wuchtige Akzente I Das waren die Tage, wenn nicht der Revolution selbst, so doch eines innigen kraftvollen N a ch z i t t e r n s der Revolution. Damals herrschte Klarheit in Gedanken und Hoffnungen. Das gab dem Leben des Landes einen kräftigen Pulsschlag: man strebte zum Taurischcn Palais als zu einem Hort der Freiheit. In den Straßen um den alten Bau wogte das Leben. Wie stark und verlangend klang am Tage der Zweiten Duma der Ruf „ A m n e st i e l" Das war kein Bitten, das war eine Forde- r u n g. Die Menschenmengen auf den Häusern, Zäunen, innlitten dcr Dragoncrabteilnngen auf der Straße streckten den neugewählten Gesandten des Volkes jauchzend die Hände entgegen. Das war in den ersten Tagen des März"dieses Jahres. Jetzt wuchtet in den Straßen der bittere Peters- burger Nebel, alle und alles umfassend und bcdräncnd wie eine graue schwere Unendlichkeit. Nichts scheint mehr so fest, so bestimmt wie noch wenige Monate zuvor. Andere Menschen wandern ins Tanrische Palais, andere Parteien, andere Ziele, andere Hoffnungen. Die dritte Duma ist nicht mehr eine Duma der Volkshoffuung, sie ist eine Duma der Volks Verzweiflung. Als Sieger halten ihren Einzug nicht jene jungen Kräfte, die jetzt, am Tage der dritten Duma, in ihren Gefängniszellen an der Anklageschrift grübeln, sondern Jhro Ehrwürdigkeit der Zopf und das Knutenregtment. Die dritte Duma ist die Hoffnung auf Wuchcrrente. die Hoffnung der Gurkos an der Staats- krippc. Die russischen und baltischen Jnnkcrkanibaleii. die sich feige verkrochen, als sich der Arm des Volkes hob, sie stürmen jetzt daher, um aus dem blutleeren Organismus des leidenden Volkes die letzten Lebenstropfen zu saugen. A g r a r i e r t u m und Bourgeoisie haben zum Sammeln geblasen— wie es heißt: gegen die Revolution. in Wahrheit aber zum Beutezug. Drohend und gewaltig er- heben sich mit jedem Tag deutlicher aus dem Glau der absolutistischen Lügen die Klassengegensätze Rußlands. selbst die noch so rafffniert drapierten, die am sorgfältigsten be- schölligten. Die Wahlen und Vorbereitungen zur dritten Duma waren ein Vorspiel zn dem kommenden Hauptschauspiel, das heute beginnt. Noch waren die Akteure und die Autoren nicht fest in ihren Rollen, der Beutezug mußte sich erst orgauisiercn. Und in dieser Hinsicht boten die letzten Tage einen besonders interessanten Beitrag zur Psychologie der zur Herrschaft strebenden Klassen. War das ein Feilschen und Sichprostituieren! Posierende Waschlappigkcit, Hochstaplerdünkcl, Abentenrerkniffigkeit in einem Ozean von lügnerischen Phrasen. Da ist z. B.'die ehr- würdige Loge der Pogrombrüdcr. Selbst diese entdeckte in den letzten Tagen plötzlich ihr„konstitutionelles" Herz, wie Purischkewitsch auf den Eselshäuten der„Nowoje Wremja" so schön log. Und doch weiß jedes Kind, daß diese Brüderschaft der Pogromstandarte die Ausgeburt der niedrigsten Instinkte ist. Kein Gedanke kann so gemein sein, daß er nicht die Anerkennung dieser Gesellschaft fände. Prügelstrafe vor dem Galgen. Entehrung der Frauen, die das Blutgerüst besteigen, durch die Henkersknechte— das sind so einige„Kulturwünsche" der Guten aus de» letzten Tagen. Das alles läßt sich bei ihnen mit„Konstitutionalismns" assoziieren, jenem„Konstitutionalismuö". der bei Hofe bc- klatscht und gehätschelt wird. „Konstttiitionalismus" Nr. 2: Oktobrismus I Auch der will nur„Volkswohlfnhct" und„Kultur". In Strömen floß zu Ehren des Sieges der Champagner, dieses„KonstitiitionaliS- nius". Plcwako und Gutschkoff wurden, als die aiiszichenden Helden, mit Heiligenbildern begleitet, und sie schworen für die „Freiheit" zu kämpfen und zu sterben! So spricht der andere Bolksauswuchcrer, der mit den industriellen Prohibitiv- zöllen dem Bauern das letzte Hemd auszieht. Moskaus Großbourgeoisie, jenes dunkle Reich, das Ostrowski so meister- hast zu schildern weiß, will nun ebenfalls ein Licht der Welt sein. Man weiß aber, daß ihr allein der Mehrwert am Herzen liegt, um dessen willen sie jauchzte, als das Arbeiter- blnt in den Dczcmberkämpfcn zu Moskau in Strömen floß. Zu glauben, daß diese Welt des unbeschränkten Herrschafts- Prinzips, an den, sie groß geworden ist, von gestern auf heute wirkliches Verständnis für ein Recht auch der ansgebenteten Klassen finden werde, hieße die Macht der Tradition und des Interesses der herrschenden Klassen verkennen. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß trotz der Phrasen von„Reformen" und ähnlichen schönen Dingen des Oktoberkonstitutionalismns dieser auf Grund seiner Psychologie nnd seiner Klasscilintcrcssen eins sein wird mit dem„Konstitutionallsmus" vom Schlage PurischkeNntsch's. Das zeigte sich ja so überraschend deutlich gerade vorgestern und gestern, wo die beiden Auch- Konstitutionallsten die Präsidiumsfrage behandelten. Zuerst natürlich gab's recht viele Worte, zum Schluß reichten sich die beiden die Hand in heißer Liebe zum vergötterten Monarchen. Diese Sprache kennen wir. Der vergötterte Monarch, das ist der Pro it! Ekel erfaßt einen über diesen Haufen von Lüge. Verstellung, Schmutz und Gewalt. Er jubelt heute früh in allen Zeittingsspaltcn über den gestrigen ersten Bruderkuß des Puri chkewitsch und des Gutschkoff. Diese beiden be- stimmten das Präsidium, und beim Geschäft werden sie sich auch später finden. Das wird ja die cigent- liche Aufgabe des von der Regierung so sehnsüchtig erwarteten„gemäßigten Zentrums" sein. Geschäft der Agrarier, Geschäft der Industriellen, Geschäft des Zarismus— das ist die Losung des Tages. Eine sentimentale Flöte will in diesem Höllenkonzert der Kadettisnius spielen; er will reden, recht nett, recht artig, und den ehrlichen Seemännern auf der Rechten wird das Herz auftauen. So hoffen die Kadetten. Sie haben stets gehofft, naiv und blind, träumerisch und phantastisch, ohne Kraft und Uebcrzeugung. Gnädig wollen die Oktobristen denn auch einen Vizepräsidenten aus den Reihen der Kadetten nehmen, aber den, der nach ihrem Sinne ist! Die Kadetten ließen sich diese Ohrfeige gefallen. Wenn das nicht politische Männerschwäche ist! Wären alle Straßen zum Taurischen Palais heute früh auch nicht von der Polizei besetzt gewesen, wer weiß, ob selbst dann ein Mensch mehr dort hingegangen wäre. Nur die Neugierde des Straßenbummlers würde etwas mehr auf ihre Kosten gekommen sein. Das g e i st i g e Interesse an dieser Duma fehlt. Darüber kann nach den letzten Er- fahrnngen und nach den Eindrücken vom heutigen Tage kein Zweifel mehr sein. Tie sozialdemokratische Fraktion der dritten Duma. In letzter Zeit wurden noch 8 Sozialdemokraten in die Duma gewählt: Kondratjcw, ein Bauer(Gouv. Perm), Dr. P r e d- k a l n, Arzt, 34 Jahre alt lRiga), Dr. Pokrowsky(Kuban- und Tersk-Gebiet sowie Tschernomorskisches Gouv.), K u s j m a, ein Bauer, 30 Jahre alt, P o s h e l l o, Bauer, 28 Jahre alt. K e i n i s, Bauer, 37 Jahre alt(alle drei vom Gouv. Kowno, crstcrer von der Baucrnkuric), T s ch i l i k i n(Amurgebict) und S ch i l o(Primorskisches Gebiet). Die Zahl der sozialdemokratischen Deputierten in der Duma belauft sich also auf 22. Ein Teil dieser Deputierten ging aus der zweiten städtischen Kurie hervor, ein anderer aus den Wahlver- sammlungen bei Unterstützung hauptsächlich durch die Bauern. Und wenn die Wahlen in der Arbeitcrkuric, die durch die Bank Sozialdemokraten ergaben, noch einmal bestätigt haben, daß der Jdecnemfluß der russischen Sozialdemokratie auf die Arbeiter- Massen ungeheuer stark ist, so zeigte die Unterstützung der Sozial- dcmokraten durch die Bauern, daß der Anhängcrkreis der Sozial- demokratcn sich nicht nur auf die Arbeiterklasse beschränkt, sondern daß auch ein Teil der Bauern, deren oppositionelle Stimmung der Regierung selbst Sorge macht, gelernt hat, in den Sozialdemo- traten die folgerichtigsten und standhaftesten Verteidiger der Volks- interesscn im Kampfe mit dem alten Regime zu sehen. Wie klein auch die Anzahl der sozialdemokratischen Mgeord- neten an sich ist, so übertrifft sie doch die kühnsten Erwartungen, wenn man die unglaublichen Schwierigkeiten in Betracht zieht, die die Regierung ihrer Wahl entgegensetzte. Kinder verhaftet. Aus TifliS wird, wie dem„Tag" aus Petersburg mitgeteilt wird, gemeldet, daß in einem Hause 13 Bomben und verschiedene ExplosionSstoffc sowie Waffen aufgefunden worden sind. Die ge- sanite Bewohnerschaft des Hauses, sogar Kinder, wurden darauf ver- haftet._ Soziales* Wie tarifuntreue Unternehmer vorgehen. Was ist ein Kupfcrdrucker? Muh ein dreistigjährigcr Lehrling «och 25 Jahre warten, bis er ausgelernt hat? Diese Fragen bildeten das Grundthema eines eigenartigen Prozesses, der am Sonnabend vor der Kammer 8 des Berliner Gewerbegerichts ver- handelt wurde und im letzten Grund auf Tarisstreitigkeitcn b'e- ruhte. Vor dem Eintritt in die eigentliche Verhandlung dieser Sache Hinze kontra Villain lFirma Angerer) erhob der Beklagte Einspruch gegen die Vertretung des Klägers durch den Gcwerk- schaftSsekretär Obirr vom Verband der Steindrucker und Litho- graphen. Dieser wäre besoldeter Gewcrksckmftsbcamter und habe als solcher die Pflicht, Arbeitnehmern hülfrcich zur Seite zu stehen. Daraus ergäbe sich, daß die Vertrctuiig eine berufsmäßige und daruin Obiers Zulassung unzulässig sei. Die Kammer lieft je- doch O. als Vertreter zu. Der Vorsitzende bemerkte, in der Regel weifte es beim Gcwerbegericht so gchandhabt, daß gegen das Auf- treten eines Gewcrkschaftsbeamten als Vertreters dairn nichts erinnert werde, wenn es vereinzelt geschehe. Das wäre bezüglich Obiers der Fall.(O. vertrat zum ersten Male vor dem Gewerbe- gcricht.) In der Sache selbst lagen Sachverhalt und Vorgeschichte so: Die Firma Angercr war seinerzeit dem Tarif der Chemigrgphen und Kupferdrucker nicht beigetreten. Die Folge war, daß 1002 ihre gelcrulcn Kupserd rucker sie im Wege der ordnungsmäßigen Lösung de? Arbeitsverhältnisses verließen. Es entsprach das den Ver- pflichtungen, welche die Organisation der Kupferdruckcr und Chemigraphen und die Tarissirmen gegenseitig eingegangen waren. Die Firma Angerer hals sia? nun damit, daß sie ein«ystem drr Anlernung bisheriger Hülfsarbeiter zu Kupserdruckern einführte. Unter denen, die darauf eingingen, befand sich auch der jetzige Kläger Hilsc, der damals als Hülfsarbeiter bei Angercr tätig war. Tie Leute mußten sich verpflichten, daß sie innerhalb drei Jahren nach der Anlernung in einem Umfange von fünf Meilen um Berlin in keiner anderen Kupferdruckcrci arbeiten würden. Doch diese Klausel spielte im vorliegenden Streitfalle keine Rolle, son- Kern sei nur zur Illustration angeführt.— Vor einiger Zeit wurde nun dem Firmaninhabcr bekannt, daß sich ihre angelernten Kupfer- druckcr orgauisierten. Darauf wurde ihnen einen Revers zur Unterschrift unterbreitet, der etwa so lautete:„Unterzeichneter erklärt hiermit durch eigenhändige Unterschrift, daß er aus dem Verband der Chemigraphen und Kupferdrucker ausgetreten ist und demselben nicht mehr angehört. Ferner vervflichtct sich derselbe, solange er in der Firma L. Angercr tötig ist, für den Verband nicht zu agitieren. Anderenfalls wir es vom Angestellten als Kündigung auffassen." Das Arbeitsverhältnis von acht Leuten, worunter Kläger sich �befand, wurde seitens der Firma nach vier- zehn Tagen als gelöst behandelt, weil sie auf den beabsichtigten Streich gegen ihr KoalitionSrccht gar nicht reagierten und den Revers nicht unterschrieben. Der Kläger Hilfe verlangt durch die Klage ei» Zeugnis, daß er gelernter Kupfcrdrucker sei, also sozusagen ein Lehrzeugnis. Das Anlernen begann beim Kläger 1002, als er 25 Jahre alt war. Jetzt ist er 30 Jahre.— Die Firma will das Zeugnis nicht geben, weil H.— kein Kupferdrucker sei. Zuvor hätte er die Be- dicnung der Kupferdruckpresse ganz gut gelernt, aber nur ein- seitig. Vom Buntdruck verstände er überhaupt nichts und vom Stich- und Radierungsdruck sehr wenig. Letztcrc beide Arten könne er nur unter scdeömaliger Anleitung machen. Perfekt sei er nur im Gravurendruck(Heliogravüre). Ter Faktor beziebungsw.eise Cberdrnckcr der Firma lieft sich als Zeuge im gleichen Sinne auS und meinte, im übrigen habe sich Klager„ganz gut remgewöhnt" und sei ein ganz tüchtiger Drucker geworden, aber eben einseitig. Eine andere als eine einseitige Ausbildung sei nach Lage der Sache gar nickt möglich gewesen. Hinsichtlich der Frage, was ein Dnrchschnittskupferdrucker könne, äußerte ein sachkundiger Beisitzer, es gebe auch in diesem Beruf Spezialisten. Es gebe Kupferdruckcr. die nur Radierungen drucken könnten.— Der Vertreter des Klägers hob dazu unter anderem hervor, daß Stich und Radierungen am ivcnigstcn gedruckt würden. Am meisten werden heute Gravuren gedruckt. Herr Obier brachte ferner das Zeugnis einer Firma bei, bei der jetzt der Kläger arbeitet. Es lautet dahin, daß sich H. als tüchtiger Kupserdrucker hewiesen habe.— Demgegenüber versteifen sich Be klagter und der Oberdrucker darauf, daß Kläger nur ein tüchtiger Gravurendrucker geworden sei, damit aber noch nicht ein Kupfer- drucker im eigentlichen Sinne.— Der Kläger stellt unter Beweis, daß er selbst große Stiche gedruckt habe.— Zeuge Th., auch ehe- maliger Hülfsarbeiter und Angelernter, nennt sich jetzt Kupfer- brucker und fühlt sich nicht zurückstehend hinter anderen Durch- schnittskupfcrdruckern, wenngleich er bekundet, daß er und Hilfe vom Buntdruck keine Ahnung hätten und Stiche und Radierungen in seiner Praxis vereinzelt vorgekommen seien.— Der Zeuge L., ein gelernter Kupferdrucker, hat zu seiner Zeit gesehen, daß H. auch Stiche und Radierungen druckte. Vorsitzender Magistrats- assessor Schultz:„Aber doch nach Anleitung?" Zeuge:„Ein Kupfer- druckcr lernt bei dem ständigen Wechsel der Methoden in 30 Jahren nicht aus." Tie Kammer erkennt dahin: Dem Kläger ist diiincn drei Tagen ein Zeugnis auszustellen, dnft er ordnungSmäftig als Kupferdrucker, insbesondere in der Heliogravüre, ausgebildet fei. Das Gericht sei auf Grund der Verhandlung und der Beweis- erhebung zu dieser Ueberzeugung gekommen. Es sei allerdings zuzugeben, daß Kläger einzelne Spezialkenntnisse nicht besitze. Es möge sein, daß er vom Buntdruck nichts verstehe und daß es bei Stichdruck und Radierung vielleicht mal hapern möge. Was ihm fehle, seien aber spezielle Fähigkeiten, die ein Durchschnitts- Kupferdruckgehülfc nicht unbedingt zu besitzen brauche./— Andere Prozesse gleicher Art dürften folgen. Im Prinzip ist die Angelegenheit mit diesem Prozeß entschieden. GewerhlchaftUcbes. Berlin und Omzegenä» „Gelber" Terror! Die Delegiertentvahlen zur Ortskrankcnkasse des Schlächter- gewerbcs, die heute nachmittag zwischen 2 und 5 Uhr in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstr. 75, stattfinden, haben im letzten Augenblick noch ein D e n u n z i a t i o n s st ü ck der „gelben" sogenannten meistertrencn Gesellen gezeitigt, wie es verwerflicher nicht denkbar ist. Diese Gesellen erließen einen Aufruf an sämtliche Meister und Gesellen, in dem es unter anderem heißt: „Mit aller Macht versucht der sozialdemokratische Zentral- verband unter den Flcischergesellcn für sich Stimmung zu machen. Es hat sich in diesem Jahre kein Gesellenvercin ge- funden, unter dessen Schutz der Zentralverband segeln könnte. Die diesjährige Delegierte nli sie dieses Ver- bandes ist als eine rein sozialdemokratische anzusehen, und empfehlen wir dieselbe der weiteren Beachtung der Herren Meister, damit dieselben sehen, wcs Geistes Kind sie be- s ch ä f t i g c n...." Unterzeichnet ist dieser Aufruf, der nebenbei auch noch eine ungeheuerliche Wahlbecinflussung darstellt, von folgenden Vereinen: Verein der Berliner Engros-Schlächtergesellen, Berliner Fleischergesellen-„Briiderschaft", Freie Vereinigung der Fleischergesellen zu Berlin, Verein der katholischen Fleischergesellen, Gesellenverein„Frohsinn". Nicht allein also, daß man versucht, die organisierten Gesellen aus der 5lrankenkassenvertretung hinauszudrängen. ohne berechtigten Grund zu haben, empfiehlt diese„gelbe" Gesellschaft den Arbeitgebern die Liste der Freiorganisierten zur„weiteren B e a ch t u n g", das heißt nichts weiter als: Werft die organisierten Gesellen aufs Straßcnpslaster! Das ist auch bereits mit einem großen Teil von solchen ge- schehen, die im vorigen Jahr auf der Seite der organisierten Gesellen standen. Tie betreffenden Meister wurden„dringend ersucht", die betreffenden Gesellen zu entlassen, weil es So- zialdemokraten seien. Wie nun, wenn die organisierten Fleischer an die Solidarität der übrigen Arbeiterschaft appellieren: und jeden Flcischermeistcr, der einen organisierten Gesellen maßregelt, auch„zur weiteren Beachtung" empfehlen. Wir möchten das Terrorisierungsgeschrei hören; gerade bei denen, welche das Vorgehen gegen die organisierte Gesellenschaft durchaus für berechtigt halten! unter Berufung auf die stattgehabten Tarifverhandlungen im Schncidergcwcrbe zur Entscheidung gestellt waren, nachstehenden Schiedsspruch gefällt: 1. Das Einigungsamt ist der Auffassung, daß nach dem Tarifverträge vom 12. April 1007 die Arbeitgeber nicht ver« pflichtet sind, die Feiertage zu bezahlen. Mit Rücksicht auf vielfach bestehende Gebräuche hält daS Einigungsamt es indes aus BilligkeitSgründcn für Wünschens- wert, daß Feiertage in gleicher Weise dort, wo sie bisher gezahlt worden, weiter gezahlt werden. 2. Was die' Furnituren anlangt, so ist weder im Tarif« vertrage darüber etwas bestimmt, noch sind etwa gepflogene Ver- Handlungen zwischen den Parteien protokollarisch festgelegt worden. Das Einigungsamt lehnt es daher ab» über diese Frage eine Entscheidung zu fällen. V. g. u. gez. v. Schulz. gez. Brandt. Dr. G. M i e l e n z. Ad. Ritter. Stusche. Die Vertrauensleute haben zu diesem Schiedsspruch Stellung genommen und denselben einstimmig abgelehnt. Achtung, Metallarbeiter? Im Automobilbau A. E.-G., Ober-Schönewcidc, haben die Dreher wegen fortgesetzter Abzüge die Arbeit niedergelegt. Wir ersuchen den Zuzug von Drehern unbedingt fernzuhalten. Die Orisverwaltung des Deutschen MctallarbeiterverbandcS. Achtung Metallarbeiter! � Es macht sich notwendig, wiederholt darauf hinzuweisen, daß die gegenwärtige Arbeitslosigkeit von verschiedenen Seiten in ge- wissenloscr Weise benutzt wird, um aus der durch Arbeitslosigkeit hervorgerufenen Notlage der Arbeiter Kapital zu schlagen. In verschiedenen Zeitungen inserieren sogenannte Arbeits- nachweise und auch sonst werden diese zweifelhaften Institute den Arbeitslosen empfohlen. Arbeit gibt es aber meistens nicht, wenn sich jemand meldet. Es werden nur die Adressen notiert und der Arbeiter kann dann zunächst wieder gehen. Mit dem Inserieren in den Zeitungen geht dann auch ein Zirkular an die Arbeitgeber, daß man billige, tüchtige und willige Ar- beitskräfte jeder Branche zur Verfügung habe. Meldet sich nun ein Arbeitgeber, dann erhält einer von den eingetragenen Ar- bcitern die Nachricht, sich zu melden. Daß diese Vcrmittelung nie- mals dem Arbeitgeber gerade die Kräfte zuführt, die im Augen- blick gebraucht werden, ist klar. Doch das mögen die Arbeitgeber mit sich allein abmachen. Uns interessiert bei der Sache nur der Schaden, den die Arbeiter dabei haben. Da werden Fahrgelder, Zeit usw. unnötig ausgegeben und Arbeit ist entweder nur. wenn ein Arbeitgeber einmal versucht, „billige" Arbeitskräfte zu bekommen, oder wenn bei irgendeinem Unternehmer ein Streik oder sonstige Differenzen bestehen. Wir ersuchen unsere Kollegen dringend, sich an die Inserate nicht zu kehren. Es stecken gewöhnlich dunkle Existenzen in diesen Instituten, die sich auf bequeme Art ernähren und zwar zum Schaden der Arbeiter. Niemand darf so unvorsichtig sein, einem fremden Menschen seine Papiere auszuhändigen. Wer es doch tut. läuft Gefahr, daß auf seinem Namen Vergehen und Verbrechen verübt werden. Kollegen! Meidet alle diese Nachweise, damit diese Sumpfpflanzen, die sich auf dem Arbeitsmarkt breitmachen, wieder verschwinden. Deutscher Mctallarbciter-Verband. Ortsverwaltung Berlin Ortskrankenkasse der Schneider. Die Genossen, die Mitglieder der Ortskrankenkasse der Schneider sind, werden nochmals dringend ersucht, sich an der heute(Sonntag, den 17. November er.) in den alten„Armin- Hallen"(Restaurant„Lebensquelle", Kommandantenstr. 20), stattfindenden Wahl der Delegierten zur Ortskrankenkasse zu beteiligen und auch dafür zu sorgen, daß ihre wähl- berechtigten Frauen und Töchter von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Die Gegner— Reichsverbändler— haben noch in letzter Stunde die Herausgabe einer Liste beschlossen, um die Wähler z» überrumpeln. Genaue Beachtung der Liste ist er- forderlich. Nur die mit dem Namen Albrecht beginnende und mit Zühlke schließende Liste ist abzugeben. Genau zu beachten! Die Wahl findet statt in der Zeit von morgens 10 Uhr bis mittags 3 Uhr. Niemand versäume seine Pflicht! Vom Verband der Schneider wird uns mitgeteilt: Das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin hat in der Sitzung vom 7. November er. bezüglich einiger Streitfragen, die Wegen grösserer Lohnabzüge sind bei der Nutzholzhandlung Felix S ch ö n f e l d. Treptow, Kiefholzstraße, Differenzen aus- gebrochen. Sämtliche Brctterträger legten deshalb die Arbeit nieder. Es wird versucht, den Platz bis auf weiteres zu meiden. Verband der Hafenarbeiter. I. A.: Albert M r o w k a. veurkcbes Reich, Zur Lohnbewegung der Hamburger Buchbinder. Mit der Buchbindcr-Jnnung und den Kartonnogenfabrikanten ist eine Einigung erzielt worden auf der schon mitgeteilten Grund- läge, während die Buchdrucker-Jnnung sich hinsichtlich der Arbeite- rinnenlöhne ablehnend verhielt. Gefordert werden 16,50 M. als Höchstlohn für Hülfsarbciterinncn; die Buchdrucker-Jnnung glaubt nur 15,50 M. bewilligen zu können. In der am Freitagabend stattgehabten Versammlung der Buchbindergchülfen und Arbeite- rinnen wurde der Vorschlag der Buchdrucker-Jnnung abgelehnt und die Lohnkommission beauftragt, die nötigen Schritte zwecks Durch« führung der Forderungen zu ergreifen. In den Buchdruckcreicn arbeiten etwa 400 Buchbinder und Hülfsarbcitcrinnen, in Buch- bindcreien und Kartonnagenfabrikcn etwa 800 männliche und weibliche Arbeiter. Zu den neuen Bedingungen arbeiten in 60 Betrieben 166 Ge- hülfen und 281 Arbeiterinnen. Wie uns mitgeteilt wird, hat auch schon eine Reihe Buchdruckcrprinzipale den neuen Tarif anerkannt. Ausständig sind zurzeit nur 50 Gehülfcn und Arbeiterinnen. Allem Anschein nach wird die Arbeitseinstellung nur einen geringen Umfang annehmen. Eine genaue Uebersicht über den Stand der Lohnbewegung kann erst in den nächsten Tagen gegeben werden, da mit den noch widerstrebenden Prinzipalen einzeln verhandelt werden soll und ein nicht unbeträchtlicher Teil Arbeitgeber keiner Korporation angehört._ Aussperrung der Leipziger Maler in Sicht. Tie Leipziger Maler- und Lackierer-Jnnung glaubt die jetzige schlechte Jahreszeit benutzen zu können, um einen Tarifvertrag durchzusetzen. Da sich dagegen die Gehülfen energisch wehren, be- schlössen die Meister in einer am Donnerstag abgehaltenen General- Versammlung, zum letzten Mittel, der Aussperrung, zu greifen. Alle die Gchülfen, die nicht nachweisen können, daß sie während des letzten Streiks bei einem Jniiungsmeister gearbeitet haben, sollen an einem vom Jnnungsvorstand zu bestimmenden Tage aufs Pflaster geworfen werden. Auch diese Drohung hat den gewünschten Erfolg nicht gehabt, denn die Malergehülfen be- schloffen am Freitag, daß keiner den Tarif anerkennen dqrs. Der Ncunstundcntag. Die Arbeiter des Betriebes 11 der Bereinigten Fränkischen Schuhfabriken in Nürnberg baden durch eine nur wenige Tage während? Bewegung einen schönen Erfolg errungen. Es wurde ihnen die neunstündig? Arbeitszeit und eine entsprechende Lohn» regulierung. die gegen früher auch eine Lohnerhöhung bringt, zu- gestanden. Zugleich wurde ein auf zwei Jahre gültiger Tarif ab- geschlossen._ Letzte JVacbnchten und Depefcben, Hinausbugfiert. Köln, 16. November.(Privatdepesche des„Vorwärts.") Durch den Sieg der Zentrumöpartei bei den heute stattgehabten Stadt- ratswahlcn der 2. Wählcrklasse verloren die Liberalen die bisher vorhandene Stadtratsmchrhrit. Das Zentrum eroberte drei Sitze. 25 Zcntrumsmitglicdern stehen jetzt 20 Liberale gegenüber. Stadtvcrordnetenwahl. Dortmund, 16. November.(Privatdcpcschc des„Vorwärts".) Die heute stattgehabten Wahlen zum Stadtvcrordnctcnparlameut brachten eine starke Zunahme der sozialdemokratischen Stimmen Drei Genossen kommen mit Zcntrumskandidatcn in die Stichwahl. Militärjustiz. Düsseldorf, 16. November.(Privatdcpesche des„Vorwärts".) Das Kriegsgericht verurteilte in seiner heutigen Sitzung den früheren Musketier Emil Thomas von der 5. Kompagnie des Infanterieregiments 137 wegen Körperverletzung, mehrfacher Ge- horsamsvcrwcigcrungen und tätlichen Angriffs auf Vorgesetzte zu zwei Jahre» sechs Monaten Gefängnis. Tie abgeurteilten Delikte beging der Angeklagte im Zustand der Trunkenheit an seinem Eni- lassungstage. Die reparierte Ehre. Budapest, 16.Noveinber.(B. H.) Wegen einer parlamentarischen Ehrenaffäre fand heute nachmittag 4 Uhr zwischen den Ab- geordneten Sandor und Szilnssy ein Säbrlduell statt. Letztrrrr erhielt eine schwere Kopfwunde�_ Ter bewaffnete Friede. Paris, 16. November.(SS. T. B.) Ein vom Ministerrat ge. nehmigter Entwurf über den Effektivbestand des Heeres sieht die Verstärkung drr Artillerie durch Vermehrung der Batterien vor. Ter Rotterdamer Tockarbeiterstreik beendet. Rotcrdam, 16. November.(W. T. B.) Die Arbeitgeber er- nannten eine Kommission, die mit der Kommission der Dockarbeiter unter dem Vorsitz des Präsidenten der Handelskammer, der von dem Bürgermeister als Vermittler über die Forderungen der Dock- arbciter bestimmt ist, verhandeln soll. Die Arbeit wird am DicnS- tag morgens wieder aufgenommen werden, die Kommissionen werden ebenfalls Dienstag zusammentreten. Hafenarbeiteransstand. Belfast, 16. November.(W. T. B.) Eine Anzahl von Kran- arbciter» schloß sich einem auf dem hiesigen Kohlenquai ousge» brochcncn Streit an und stellte heute nachmittag die Ausladearbeiten ein. Man erwartet, daß die Arbeitgeber in der nächsten Woche eine GeneralauSsperrvng vornehmen werde«. Aerantw. Redakteur: Hans Web», Berlin. Inseratenteil verantw.; Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: PorlvärtSBuchdr.u.Berlagsanstalt PaulSinLerLeLo..BerlinL�V. "Hierzu 7 Beilage», Ar. 270. 24. Jahrgang. 1. KnlM des Jonuitte" Krlim NolksdlM Sonntag. t7. Uovenlbtr 1907. Tlus der Partei. Gemeindcwahlen. Ueber den schon telcgraphisch gemeldeten Sieg in Linden (Ruhrrevier) wird uns noch geschrieben: Unsere Genossen eroberten neben einem bisher schon in unserem Befitz befindlichen Mandat noch drei Mandate, so daß sie jetzt über vier Mandate in der Hl. Abteilung verfügen. Der Kampf lvurde mit großer Hartnävigkeit geführt. Die Zechen- und Werks- Partei hatte sich mit den Christlichen zu einem Mischmasch verbündet. In den Flugblättern und in den Versammlungsreden wurden unsere Genossen von den Gegnern in der gehässigsten und persönlichsten Weise angegriffen. Sogar der Austritt aus der Landeskirche, den zwei Kandidaten vollzogen hatten, mußte herhalten. In Remscheid— das Resultat wurde auch schon in Kürze telegraphisch gemeldet— erzielten die fünf Kandidaten der Sozial- demokratie 3882— 3906 Stimmen. Die vereinigten Gegner brachten es auf 1842—2677 Stimmen. Sämtliche fünf Sozial- demokraten sind gewählt. In Pölitz bei Stettin erhielten die beiden sozialdcmo- kratischeir Kandidaten von 56 Stimmen 39 bezw. 37. Sie sind also gewählt. In Chemnitz, wo ein Berufswahlrecht besteht, siegte in der Klasse B, Arbeiter usw. die Sozialdemokratie mit 5421 bis 5429 Stimmen, gegen die Wahl im Jahre 1995 ein Zuwachs von 1590. Die Gegner erhielten 735 Stimmen. Ein Bürgerverein für einen sozialdemokratischen Stadtverordneten- kandidaten! In der alten Ordensstadt des Johaimiterordens, in Sonnenburg i. d. Mark ist gegemvärtig Revolution. Handelt c-Z sich doch darum, daß unser Parteigenoffe Albert Schmidt als ötandidat für die Stadtverordnetenwahlen aufgestellt ist. Nicht nur durch unsere Genossen, sondern auch durch den Bürgerverein, der im„Anzeiger" Schmidt als Kandidaten der dritten Abteilung öffentlich proklamierte. Die Zustände im Gemeindeparlament müssen ganz eigenartige sein, wenn die Bürgervereinler sich in die Arme unserer Genoffen flüchten. Zwischen dem Wählen und der Aufforderung des Bürgervereins liegt allerdings noch ein weiter Weg, auf dem die Bürgerlichen noch abschwenken können. Dafür sorgt auch die geistige Nahrung der Sonnenburger Bürger, der dortige„Anzeiger", der als Ab- leger des Rcichsverbandes täglich Kübel voll Unrat aus die Sozialdemo- kcatie ausgießt und jetzt durch Sprechsaalnotizen den Bürger gruselig zu machen sucht ob der Freveltat, die geschehen soll. Schließt doch eine derartige Notiz mit den Worten:„In der alten Ordensresidenzstadt Sonnenburg hat sich kein Sozialdemokrat auf einem Stadtverordneten- stuhl niederzulassen." Unsere Genossen müffen sich natürlich auf ihre eigene Kraft verlassen. Wenn sie alle ihr Wahlrecht ausüben, so muß der Sieg ihnen zufallen. Bon den Organisationen. Das Parteisekretariat des Wahl« kreises Darmstadt-Groß-Gerau hat seinen Tätigkeits- bericht für 1996/97 herausgegeben. Die Parteiorganisation weist 37 Mitgliedschaften mit 3945 Mitgliedern auf; 5 Filialen wurden im Laufe der Berichtszeit gegründet. Die Parteipressc zählh 4967 Abonnenten; die Mainzer„Volkszeitung" ist noch in 637 Exemplaren verbreitet. Das neue Darmstädter Organ weist 4118 Leser auf. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Ar- bester beträgt 9156. Jugendorganisationen bestehen an 9 Orten. 52 sozialdemokratische Gemeinderäte sind im Kreise vorhanden. Indes tadelt der Bericht, daß vielfach rein persönliche Gründe bei der Aufftellung der Kandidaten entscheiden und daß Kompromisse ohne Zustimmung der zuständigen Parteiinstanzcn geschlossen wurden._ Parteiliteratur. Di« Prozesse gegen Liebknecht und Horden betitelt sich eine Broschüre, die soeben in, Verlage der„ V o l k s sti m m e" in Mannheim erschienen ist. Die Broschüre bildet die stenographische Wiedergabe einer Rede, welche Land- und Reichstagsabgeordneter Genosse Dr. Frank- Mannheim in einer Karlsruher Versammlung gehalten hat. Der Preis der Broschüre beträgt 19 Pf. Ei» Sozialdemokrat als Mitglied des bayerischen StaatSgerichtshofrS vorgeschlagen. Der pfälzische Landrat hat dieser Tage die Wahl von 59 Ge- schworenen für den bayerischen StaatSgerichtshof vollzogen. Zum ersten Male befindet sich darunter ein Sozialdemokrat, der Genosse Binder. Adjunkt zu L u d w i g s h a f e n.'...... Der bayerische Staatsgerichtshos ist die Instanz, die für Minister- anklagen geschaffen ist. Beschließen die beiden Kammern Bayerns, einen Minister anzuklagen, so tritt der StaatSgerichtshof in Funktion. Die Verhandlungen des Staatsgerichtshofes sind mündlich und öffentlich. Die Einreichung und Vertretung der Anklage geschieht durch Bevollmächtigte der Stände, die jede Kammer durch absolute Stimmenmehrheit zu wählen hat. Ueber die Tatfrage der Anklage haben Geschworene, über die Rechtsfrage rechtskundige Richter zu entscheiden. Der StaatSgerichtshof ist beim obersten Gerichtshofe aus dem Präsidenten, sechs Räten, einem Gerichtsschreiber und zwölf Gc- schworenen zu bilden. Diese Geschworenen werden auS den Ge- schworenen ausgelost, die der Landrat jedes KreiscS aus der Gc- schworenenliste in der Zahl von je 59 auswählt. poUzeUicbcs, Oerichtltdico ufw« Wenn ein Parteiblatt recherchieren läßt. Vom Chemnitzer Schöffengericht wurde unser Genosse Robert Zeißig wegen Nötigung zu drei Wochen Ge- fängniS verurteilt. Der Redaktion unseres Chemnitzer Partei- blattcs wurde während der letzten Reichstagswahlbewcgung aus dem Vorort Altendorf mitgeteilt, daß eine Knabenklasse der dortigen Schule einige Stunden lang dem Klassenersten überlassen war, weil der Lehrer Berndt Schlepperdienste für die bürgerlichen Parteien leistete. Die „Volksstinime" berichtete darüber und fügte hinzu, daß die Schüler allerhand Allotria getrieben hatten, während der Lehrer weg war. Das hatte nun arg verschnupft und man suchte nach dem llebel- täter, der die„Volksstimme" informiert hatte. Im Verdacht hatte man den Klassenersteu, der denn auch zur Strafe von seinem Platze zurückversetzt wurde. Außerdem mußte der Knabe noch eine Strafarbeit machen. Die Meldung war aber der„Volks- stimme" von verschiedenen Vätern zugegangen, der Knabe war also zu Unrecht bestraft worden. Die Redaktion unseres Parteiblattes beauftragte nun den Genossen Zeißig in seiner Eigenschaft als Stadt- verordneten, Ermittelungen in dieser Sache anzustellen und der Rc daktion resp. dem Stadtrat Mitteilung von dem Ergebnisse zu machen. Zeißig entsprach diesem Wunsche und hat die in der oben erwähnten Notiz aufgestellten Behauptungen bestätigt gefunden. Der Lehrer Berndt hatte seine Klasse verlassen und mit deren Beaufsichtigung einen anderen Lehrer betraut, der aber seine eigene Klasse noch zu unterrichten hatte. Genosse Zeißig ging zu dem Lehrer B. und ersuchte diesen, die ungerechte Bestrafung des Schulknaben zurückzunehmen. Der Lehrer verwies Z. an den Direktor Schulze, der die Bestrafung angeordnet habe. Daraufhin ging Z. zu dem Direktor Schulze, der aber auf nichts einging und erklärte:„Es bleibt bei der Strafe." Der Dezernent des Schulwesens, Dr. Hübschmann, zu dem sich Genosse Zeißig nun begab, versprach die Sache zu unter- suchen. II. a. sagte der Dezernent noch zu Z.. er möge die„Volks- stimme" darauf aufmerksam machen, daß sie in dieier Sache vor- sichtig sein solle. Dies deshalb, weil Genosse Z. daraus hingewiesen hatte, daß er von der„V." beauftragt sei, die Angelegenheit zu untersuchen. Später teilte Dr. Hübschmami dem Genossen Zeißig mit, daß die Untersuchung nichts ergeben habe, was darauf hindeute, daß die Klaffe vom Lehrer allein ge- lassen worden wäre. Ueberhaupt seien Lehrer nicht zu Wahlschleppcrn verwendet worden. Die„Volksstimme" berichtete nun über die An- gelegenheit und im Sradtverordnetenkollegium kam es zu einer Aus- cinandersetzung mit dem Stadtrat Oübschmann. Gegen Genossen Zeißig wurde»tage erhoben, weil er gegen- über dem Direktor gedroht habe soll, er(Z.) werde die Sache der „Volksstimme" übergeben, die dann noch mehr aufdecken werde. Der als Zeuge vernommene Direktor Schulze erklärte, daß die Aeußerung so gefallen sei. Der Herr hatte sich die Unterredung mit Z.„genau" notiert. Herr Zeißig sei keineswegs in ruhigem Tone verfahren. Dasselbe sagte natürlich der als Zeuge vernommene Lehrer Berndt. Stadtrat Hübschmann erklärte dagegen, daß Zeißig sehr ruhig und höflich gewesen sei. Rcichstagsabgeordneter Genosse N o s k e be- kündete noch, daß Z. tatsächlich den Auftrag von der„V." hatte, zu recherchieren. Das sei auch bei anderen Fällen so geübt worden, daß man erst Erkundigungen eingezogen habe, wenn derartige oder ähnliche Beschwerden bei der Redaktion eingingen. Zeißig stehe aber dem Bericht der„V." vollständig fern. Der Amtsanwalt beantragte Bestrafung des Genossen Zeißig wegen Nötigung und Bedrohung; der Angeklagte habe Beamte zu einer Amtshandlung nötigen wollen, dafür sei der Beweis erbracht. Die Zubilligung mildernder Umstände über- ließ er dem Gericht. Rechtsanwalt Dr. H ü b l e r- Leipzig hielt eine glänzende Ver« teidigungsrede, in der er die Anklage arg zerzauste. Von einer Drohung oder Nötigung könne keine Rede sein, jeder Beweis fehle dafür, dashalb sei der Angeklagte freizusprechen. Der Angeklagte bestritt jede Schuld und betonte noch einmal, daß er dem Direüor nur gesagt habe, er müsse die Sache nun der„Volksstimme" zurück geben. Nach kurzer Beratung fällte das Gericht das Urteil. Also weil die Redaltion der„Volksstimme" erst In- formationen durch einen Stadtverordnelen einholen lassen wollte und weil dieser Beauftragte sich Mühe gibt, die Sache zu regeln. gibtS drei Wochen Gefängnis. Hätte die„V." ohne weiteres losgeschlagen, welch ein Geschrei wäre entstanden. Wir können es eben unseren Gegnern nie recht machen. Entweder der Redakteur kommt hinter schwedische Gardinen, oder wie in diesem Falle, der von einer Redaktion mit Recherchen Beauftragte, trotzdem der als Stadtverordneter geradezu verpflichtet war, sich um Schul- angelegenheiten zu kümmern, und zwar im Interesse der Gemeinde und dem der Schule._ Polizei und Bürger. Auch dem ungesetzlich handelnden Polizei- beamten ist der deutsche Bürger Gehorsam schuldig. So entscheiden die Richter Preußens. Wegen Aufforderung zum Ungehorsam lvaren die Genossen Dr. L a u f e n b e r g in Düsseldorf, Wolters in Krefeld und Hofsmann in Elberfeld von der Straf- kammer zu Geldstrafe verurteilt worden. Die Auflösung einer Ver« sammlung lag zugrunde. Die Polizei hatte, wie das Gericht an-. erkennt, in offenbar ungesetzlicher Weise die Auflösung ausgesprochen; die genannten Genossen forderten die Versammelteü auf, sie sollten der polizeilichen Aufforderung zum Auseinandergehen nicht folgen, sollten vielmehr ruhig weiter als Versammlung tagen, denn das Versammlungsrecht offenbar zu vergewaltigen, dazu habe die Polizei kein Recht.— Gegen ihre Verurteilung legten die drei Genossen Revision beim Reichsgericht ein, die jedoch am Freitag verworfen wurde. Begründung: Das Reichsgericht nahm an, daß eS sich hier um die Aufforderung zu einer strafbaren Handlung handele und daß die Feststellung des Bewußtseins von der Straf- barkeit dieser Handlung nicht erforderlich sei. Der das Gesetz ver- letzende Polizeibeamte geht straffrei aus, aber der Staatsbürger, der gegen die Gesetzesverletzung protestiert, wird bestraft.— Deutsches Recht.— Hus Industrie und FtandeU Ein Braunkohlensyndikat. Den Besitzern der Braunkohlengruben der Lausitz, die auch ohne Syndikat die Konsumenten schon ganz anständig gerupft haben, scheinen eine noch stärkere Apdrehung der Preisschraube für nol- wendig zu halten. Wie das„B. T." erfährt, ist ein Ring in Bildung begriffen, der im allgemeinen nach dem Muster des „Rh.-Wcstf." Kohlensyndikats, den Verkauf der Produktion der Lausitzer Brikettfabriken zentralisieren will. Die in Frage kommenden Fabriken produzieren nahezu 19 Millionen Tonnen Briketts gleich 299 Millionen Doppelzentner, die fast zur Hälfte in Groß-Berlin zur Verwendung kommen. Der Kohlenreichtum in der Lausitz ist kein allzu mächtiger, die Gründung neuer Brikettwerke infolgedessen ausgeschlossen, zwei Momente, durch die den Brikettfabriken die Möglichkeit, einen Ring zu schließen, erleichtert wird. Daß die Not die Brikettfabriken zum Zusammenschluß zwingt, kann nicht be- hauptet werden. Die in Bettacht kommenden großen Aktien- gesellschaften haben in den letzten Jahren sehr hohe Dividenden ver- teilen können. Da können die Konsumenten in Berlin ja noch was erleben.__ Insolvenz. Nach dem vorläufigen StawS der insolventen Metallgroßhandlung Heinrich Zentner stellen sich die Passiven auf 1859 999 M.. dagegen sind die Aktiven gering. Ruhig Blut empfahl der Vorstand der Bismarckhütte in der General- Versammlung, die am Freitag stattfand. Wenn auch der Geschäfts- gang auf dem Eisenmarkt sich abgeschwächt habe, sei dennoch kein Grund zu den hier und da vorkommenden Uebertreibungen bisher vor- Händen, ttotzdcm die allgemeine wirtschaftliche Lage eine rück- läufige geworden sei, die namentlich durch die KrisiS auf dem Geld- markte verschärft werde. Der Vorstand sprach indessen in dem Be- richt nach den bisher in dem laufenden Jahre erzielten Resultaten und nach den vorliegenden Aufträgen die Hoffnung aus, daß auch das neue Geschäftsjahr für die Bismarckhütte sich vcrhälttnsmäßig günstig gestalten werde. Die Gcflügclcinfuhr Deutschlands hat in den ersten neun Mo- naten des laufenden Jahres einen Rückgang erfahren; ganz be- sonders war der Gänseimport bedeutend geringer als 1996. Auch die Einfuhr von Hühnern, Eilten und Tauben hat abgenommen. ES bettug nämlich in den ersten drei Quartalen die Einfuhr von 1996 1997 Gänsen...... Stck. 5 649 898 3 987 279 Hühnem aller Art.. Dtzd. 87 946 81 543 Enten.......- 18 986 17 754 Tauben......„ 2 746 2 657 Es wurden demnach 1 653 529 Stück Gänse oder über 23 Proz. weniger eingeführt als 1996. Auf die wichtigeren Länder verteilte sich die Gänseeinfuhr wie folgt: 1993 1996 1997 Italien.... 68969 95856 84263 Oesterreich-Ungarn 592 149 538 259 482 939 Rußland.... 3 814 826 4 963 495 3 382 893 Demnach ist in den Zufuhren von Rußland ein ganz auffälliger Rückgang eingetreten, so daß der Import sogar noch niedriger ist als 1995. Tie Gänsezufuhr von Oesterreich-Ungarn zeigt schon seit 1995 eine rückläufige Bewegung; 1996 war die Abnahme sogar noch größer als 1997. Bei Hühnern, die zumeist aus Oesterreich-Ungarn eingeführt werden, entfällt der Rückgang sowohl auf Oesterreich- Ungarn als auf Rußland. Statistik der Flrischprcise. Im Landwirtschaftsministcrium fand eine Sitzung statt, die sich>nit der Frage der Ermittelimg der Fleischprcise beschäftigte. Es wurde beschlossen, das LandwirtschastL- ininisteritim zu ersuchen, die Polizeiverwaltungcn in den größeren Städten anzuweisen, allwöchentlich eine genaue Erhebung über die gezahlten Fleischpreise anzustellen. Auf Grnnd dieser Erhebungen sollen sowohl die Preise deö Großhandels für Fleisch und Vieh, als auch die Detailfleischpreise im Interesse der Konsumenten veröffent- licht werden. Hus der Frauenbewegung. Ter Dienstbote in Amerika— ein dentsches Zukunftsbild?. Dieses Thema wurde in einer von bürgerlichen Frauen ein- berufenen, am Freitag in der Viktoria-Brauerei stattgcfun denen Versammlung verhandehic. Unter den zahlreichen Besuchern waren viele Dienstmädc�n vertreten, die mit Interesse den Aus- führungen der Redentin, Dr. Else Conrad, folgten. Sie begrüßte die aufstrebende Dienstbotenbcwcgung in Deutschland als eine erfreuliche, Erscheinung. Die Rcdncrin erklärte, wie die moderne Hauswirtschaft die Stellung der Dienstboten berändert habe. Eine große Zahl der Hausangestellten wurde durch eine ganze Reihe von Erfindungen, dnrcb Maschinenarbeit usw., frei gemacht uud viele zogen es vor, in die Fabriken zu gehe». Unter den Dien, enden erwachte ein Standesbcwußtsein, und eine neue Bcweguug setzte ein, die das frühere mehr persönliche Ver- hältnis zur Herrschaft zu einem rein geschäftlichen machen will. Dies komme besonders stark in Amerika zum Ausdruck. Die Redncrin schildert die Verhältnisse in Nordamerika aus eigener Anschauung. In der Ansicdclungsperiode wurden Dienstboten von England zwangsweise herübergeschickt, sie wurden auf bestimmte Zeit verkauft und mußten eine 5° bis 7jährige Dienstzeit durchmachen. Oft wurden sie noch schlimmer als die Neger behandelt. Im Jahre 1666 wurden 19 999 Dienstboten von England«ach Amerika verkauft. Ende des 17. Jahrhunderts führte man Gesetze zum Schutze der Dienstgeber und der Dienenden ein. Ein ausgeschlagener Zahn oder ein verletztes Auge gab den: Dienstboten das Recht auf seine Freiheit. Das Entlaufen wurde aber hart bestrast. In der zweiten Periode, vom Beginn des Unabhängigkeits- krieges(1776) bis zum Beginn der großen Einwanderung(1859) begann eine bessere Zeit für die Dienenden. Die Dienstboten waren stei, wurden als zur Familie gehörig betrachtet und dem- gemäß behandelt.(Das galt aber nur für die Dienstboten mit weißer Hautfarbe.) Die dritte Periode zeigt uns ganz neue Verhältnisse. Die Hungersnot in Irland 1846 brachte allein 199 999 Personen nach den Vereinigten Staaten. 1848 kamen große Massen von Deutsch- land, und sehr zahlreich waren die Frauen unter den Ein- Wanderern vertreten. Sie gingen meist„in Dienst". Die Fremden wurden mit großer Geringschätzung behandelt, sie galten den Amerikanern als Barbaren. Kein amerikanisches Mädchen wollte mehr dienen, dazu hatte man die Fremden, die sich willig anboten. Die Abneigung gegen den Hausdienst hat sich in Amerika er- halten. Das demokratische Gefühl jeder Amerläncrin sträubte sich gegen die Abhängigkeit, in welche sie als Dienstbote gerät. Die Hälfte aller freien Stellen fft nicht besetzt, trotzdem hob« Löhne bezahlt werden. Man hört bei uns oft sagen, daß Chinesen in Amerika viel als Dienstboten angestellt werden, al>cr das ist ver- hältnismätzig nur wenig der Fall, meistens in Kalifornien. In den Oststaatcn stellt man häufig ein armenisches Ehepaar an, das alle Hausarbeiten verrichten muß. Auch nimmt man Dienstboten als Mütter, also mit einem Kind, ins Haus. Dann helfen arme College Girls(Studentinnen) zuweilen aus und übernehmen 4 bis 5 Stunden Hausarbeit pro Tag. Der niedrigste Lohn für ein Dienstmädchen pro Woche ist 3 bis 4 Dollar, auch werden 6 bis 8 Dollar bezahlt. Köchinnen erhalten bis 12 und manchmal 15 Dollar pro Woche. Die Mädchen haben je ein Zimmer für sich, können Gäste empfangen, essen dasselbe wie die Dienstgeber und haben das gleiche Recht auf alle vorhandenen Bequemlichkeiten in der Wohnung. Bei den Mahlzeiten werden ihnen nicht die Bissen zugeteilt, sondern sie nehmen sich nach Belieben. Hausschlüssel erhalten die Mädchen überall. Hier in Deutschland kennt man wohl alle großartigen neuen Erfindungen in der Hauswirtschast, aber man führt sie selten ein, während mau in Amerika sie längst praktisch zur Anwendung gebracht hat.— Die Mädchen sind stets frei, Kündigung gibt es nicht, und ebensowenig sind die Dienstgeber verpflichtet, auch nicht in Krankheitsfällen, für die Mädchen zu sorgen.— Ein dunkler Punkt ist die Dienst- botcnvermittelung. Die Rednerin schilderte, wie Rädchen, die unerfahren ins Land kommen, an Bordelle ausgeliefert werden. Das Familienleben ist in den Vereinigten Staaten ein ganz anderes als bei uns. und die Dicnstbotennot soll eine Ursache davon sein. Man lebt zum Teil in großen Kosthäuscrn, in Familienhotels, man ißt auswärts, man lebt auswärts und hat ein eigentliches Heim nach deutschen Begriffen nicht. Darunter leiden die Kinder schwer. In den düstersten Farben malt die Vor- tragende das amerikanische Familienleben, immer mit dem Hin- weis auf die schreckliche Dienstbotennot. und sie fragte dann: Ist das unser Zukunftsbild, gehen wir hier denselben Weg? Sie kritisiert dann die deutschen Verhältnisse und fordert, daß man den Wünschen der Mädchen entgegenkomme und den Beruf anziehender mache. Man sollte die Mädchen mehr achten und sie mit„Fräu- lein" anreden. Die Gcsindeordnung müsse fallen. Hausfrauen- vereine müßten sich der Mädchen annehmen. Sie schloß mit dem Wunsche, daß das soziale Gewissen der deutschen Hausfrauen er- wachen möge, um die Klassengegensätze zu überbrücken. In der Diskussion traten einige Damen auf, die anerkannten, daß die Zeiten anders geworden seien; man könne es den Mädchen nicht verdenken, daß sie nach Abschaffung der Gefindeordnung rufen und daß sie sich organisieren. Ein liberaler Herr versprach sich viel von Petitionen an den Landtag. Ein Professor meinte bedächtig, die Gesetze tun es nicht immer, sondern in der Haupt- fache komme es auf die rechte Gesinnung der Herrschaften an. Ihm trat ein Dienstmädchen entgegen, das alles Vertrauen zu der„rechten Gesinnung" verloren zu haben schien, und sie hatte guten Grund dazu. Sie erzählte von einem Mädchen, das zum Abendbrot ein Stück unappetitlich aussehende Wurst erhielt. während zu gleicher Zeit für den Hund der Herrschaft einige Kotelettes bereitet wurden. Das Mädchen wollte gern mit dem Hunde tauschen, aber die gnädige Frau lehnte diesen Wunsch cni- schieden ab.— Mit tiefem Schweigen hörten die Damen diese kleine, in aller Natürlichkeit vorgetragene Geschichte an.— Dr. Else Conrad betonte zum Schluß noch einmal die Notwendig- kcit, den Dienstboten mehr entgegenzukommen, ihre Arbeit zu er- leichtern und ihnen mehr freie Zeit zu gewähren, wenn man diesem Berufe die notwendigen neuen Kräfte zuführen wolle._ Genossinnen? Die herrschende Klasse hat ein großes Interesse daran, den Volkßschülcrn viel religiösen Memorierstoff cinzu- trichtern. Mindestens 4 Stunden in der Woche wird den Kindern Religion gelehrt resp. eingebläut. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß Bibelsprüche, der Katechismus und auch die biblische Geschichte auswendig gelernt werden. Durch Auswendiglernen der Gebote und Gesangbuchverse wird die Denkfähigkeit gelähmt, die Arbeiter nicht für den Kampf ums Dasein gerüstet. Der Mütter Pflicht ist es, ihren Kindern genügend Aufklärung beizu- bringen. Um dieses zu können, muß allerdings erst die Frau sich ausbilden, denn auch sie wurde konfessionell dogmatisch erzogen, Darum, Ihr Frauen, um Eure Kinder selbst unterrichten zu können, dürft Ihr keine Gelegenheit versäumen, Euch weiter fort- zubilden. Es findet nun am DienStag. den 19. November, im „Swinemündcr GesellschaftshmiS", Ewinemündcrstr. 42, eine Versammlung statt, in der Genosse Adolf Hoffmann über:„Kirche, Schule und Familie" sprechen wird. In dieser Versammlung darf keine Genossin fehle«., Soziatdemokratiseher Wahlvereitt für den 6. Berliner fteiehstagswahlkreis. Dienstag, den 19. November, abends 8V2 Uhr, im Moabiter Gcsellschaftshaus, Wiclefstrafte Lt: UP- Versammlung; im Tages. Ordnung: 1. schast«. 2. Diskussiorr Gäste— auch Damen— willkommen. 268/3» ortrag deZ Genossen St«rn>vi> über:»Tchnle, Kirche, Arveiter- Zu zahlreichem Besuch ladet ein Me»! 3. Wahlkreis. Dienstag, den 19. November er., abends 8 Uhr: Volks-�enssmmZung im„Swinemnnder Gescllschaftshans", Swinemünderstr. 42. Tagesordnung: 1. Kirche, Schule und Familie. Rcscrent: Genosse Adolf HofTtnanii. 2. DiSkussiom» _ Zahlreiches Erscheinen, besonders der Frauen, erwartet_ Die Einbcruferin. 6. Wahlkreis! Sonntag, den 17. November, abends 6 Uhr, im Kolbcrger Salon, Kolbcrgerstr. 23: Oeffentl. Versammlung M««> Mi>n«.r ß Allgemeine Orts- Krankenkasse sür VtxÄorr. ?lm Montag, den Xö. November. abends präzise 8 Uhr, findet tn Hoppes Festsälen hierselbft, Herrnannstratze 49(kleiner Saal), die Ms diesjährige ordentliche Generalversamnilung statt, zu welcher sänUIiche Delegierte der Kasse hierdurch ergebenst ein- geladen werden. Tagesordnung: 4.-Zraänzungswahl«um Borstande (l Arbeilgeber u. 2 Arbeiwehmer). 2. Wahl der RechnungSprüsungs» Kommission. 3. Unser Neubau. 4. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der TageS» Ordnung ist vollzähliges und pünkt- lichcS Erscheinen Pflicht. Rixdors, den 12. November 1907. 278,10 Der vorstand. Tages« Dt&nung: 268/2* Vortrag des Genossen Adolf Stürmer über:„Kirche, Schnle und Arbeiterschaft". Zu zahlreichem Besuch laden ein DI« AbtellnugHttiliror. Nach der Versammlung t Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Am Montag, den 18. November, abends 8 Uhr, bei Freyer, früher Kellers Festsäle, Koppenstraße 29: Nollts-Urrsamminng! TageS. Ordnung: 1. Die Eingriffe der Behörden in das Jugendturnen der Arbeiter-Turnvereine. Referent: KsrK Frey, Leipzig (Borfitzender des Arbeiter-Tnrnerbundes). 2. Diskussion. Eltern, waks et Euer Erziehuiigsrecht l Arbeiter-Durner, wahret Euer VercinSrecht k 1332b Zu dieser Versammlung sind die Mitglieder der bürgerlichen Turnvereine freundlichst eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einbcrufrr. Verhüll der Sehneider und Sehneiderinnen. Achtung! Kerren-JlffaJlsehneider«iSlaJ des Westens und Schöneberg. Montag, den 18. November 1907, abends S'/a Uhr, im„KönigShof", Bülow-Straße 37: MM- 0eLLentIicke tnsKsckneiUer-VersamnAluux."WE TageS-Ordnung: Die wirtschaftliche Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation. Referent: Kollege Kunze. Um die Hebung der wirtschastlichen Verhältmsse zu ermöglichen, ist daS Erscheinen sämtlicher Kollegen erforderlich. 166/20__ Der Einberufer. Zentral-Verband der Kaurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. Achtung! PlliZCI* t Achtung! Am Mittwoch, den SO. November(Busttag), vormittags 10 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die UM" Bezirks-Sitzungen"Mk für Berlin und Umgegend 135/5 statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir pünktliches und vollzähliges Erscheinen aller Kollegen._ Tie Obleute. Verband der Ilaler, £aokierer, Anstreicher 7iUale Serlin. Mtlchiorstraße 28. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Wir machen unsere Kallegen darauf aufmerksam, dnst die Arbtitszeit vom 16. November 1967 bis 31. Jnnnar 1008 7 Stunde« beträgt. Jede weitere Ausdehnung der Arbeitszeit mnst als Ueberstunde bezahlt werden._ DI« OrtaverwaUany. Am Donnerstag, den 21. November ISO?, findet in rrv�vr» Feftfälen(srüher stelise), Koppenstr. 2S, ein 126/6 ===: LichtbildepsVortrag== statt. Thema:»Die Entstehung des Menschen-. Vortragender: ZI. II. Dn«s«. Die Kollegen werden ersucht, sich recht rege mit ihren Frauen an dieser Versammlung zu beteMgen. Gleichzeitig ersuchen wir unsere Mitglieder, welche auch der OrtS-Krankelikasse an- gehören, sich an der Dclegiertenwahl zu beteiligen. Die Versammlung findet am Montag, den 18. November, abends S'/a Uhr, in den„Arminhallen", Kommandantenstr. 68/59, statt._ v o. Muster an jedermann franko! Weihnachts-Ausverkaufii Samt■.Seide. Morgen Fortsetzung des diesjährigen Weihnachts-Ausverkaufs im Seiden-Engros-Haus Hermami Herzog, nur Leipzigerstr. 79, 1 Treppe, Derselbe bietet Privaten Gelegenheit, die wundervollsten Samte und Seiden joder Art zu beispiellos niedrigen Proisen einzukaufen. Eein- seidono schwarze Damaste, Mervoilleux etc. jetzt 1,50 bis 4,60. Neueste Seiden für Ball- und Gesellschaitskloider in allen Liohtfarben 1,00, 1,50, 2,25 etc. Streifen, Schotten, Chines, hell und dunkel 1,50, 2,00, 2,50 etc. Vornehme Brautseiden, glatt und gemustert, 1,50, 2,00, 2,60 etc. Samte für Kleider und Blusen in großer Auswahl 1,00, 1,25, 1,75 etc. 1 Kestsortiment reinseidener Damaste in wundervoller Ausmusterung anstatt 3,00 jetzt 1.85. Reinseidene schwarze Damast- Roben 15, 20, 25, 30 pei Robe. Rest-Koupons für Krawatten, Pompadours etc. durchschnittlich 76 Pt Futter-Seidon 0,75, 1,00, 1,25. Adresse genau beachten: Seiden-Herzog, nurLeipzigersirJ�amoliÄffpL Orts- Krankenkasse der Craveure usv. Berlins. Freitag, den 29. November cr., abends 6>/, Uhr, im„Dresdener Garten«, DrcSdenerstr. 45: General-Versammlung, Tagesordnung: 1. Geich ästliche Mitteilungen. Sc» richte: Krankenkasientag; Kurbäder: Wiesbaden und Frcienwalde usw. 2. Wahl von zwei Arbeitgeber-Ver- treten, und zwei Arbciwehmer-Ler- tretcrn für das Jahr 1308. 3. Verschiedenes. 278/13 Der Vorstand. Orts-Kraukeukaffe der Gastwirte und verwandten Gewerbe mu Berlin. Bekanntmachung. iuDerordentlGeneralversaiiiiiiifliq (Wahlversammlung) der Kassenmitglieder am Mittwoch. den 27. November 1907, nachmittags 3 Uhr. in den Räumen des Vertandthauses der GastwIrtsgehQlfen. Gr. Ham- burgerftrasie 13/19, zur Vornahme der Eifahwahl von ausgeschiedenen Kaflenmitgl oder. vertreten, für die Zeit biS zum 31. Dezember 1908. Zur Teilnahme an der Wahl ist jedes grogjährige Kasienmitalied be- rechligt, welches sich als solches beim Eintritt tn das Wahllokal durch das in Ordnung befindliche Mitgliedsbuch oder eine vom derzeitigen Arbeit. geber ausgestellte und beglaubigte ArbettSbeicheinigung legitimieren kann und sich im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Die Wahl findet in der Zeit von 3—4 Uhr statt. Die Wahl ist geheim und findet in der Weise statt, daß jeder Wahl- berechtigte so viel Namen aus einen Stimnizcttel schreibt, wie Mitglieder zu wählen sind. Geschriebene, gedruckte oder aus anderem mechanischen Wege her- gestellt« Sttmmzeitel find zulässig. Hieran anschließend: N. der gewählten Kafienvertreter. TageS-Ordnung: 1. Wahl des AuSschufleS zur Prüfung der JahreSrechnung pro 1907. 2. Vorstandswahlen. 3. Ab- änderung des§ 62 des KafienstatutS. 4. Bericht des Vorstände» über den Berbandstag der Krankenkassen im Dcutichcn Reiche in Mannheim. h Mitteilungen des lorftandeS über VertragSabschlüfie mit Kranken- anstaltcn und Erholungshelmen sowie mtt Lieseranten und BadeansiaUen und Allgemeines. Berlin, 5. November 1907. 278/5 Der vorstand. Poppe, Vorfitzender. Braun, Schriitsührer. Orts- Krankenkasse für das Kierbrinkrgrmnbk zu Berlin. Montag, den 23. November er.. abeudS 8 Uhr, im Gewerkschafts- Hause, Engel-User lb, Saal 8 l. S. Iii Ordentl. General-Versammlung der Delegierten. Tages-Ordn ung: 1. Bericht des Vorstandes über den augenblicklichen Stand der Kasse. 2. Ersatzwahlen zum Vorstände (3 Arbeitgeber und 6 Arbeitnehmer, sowie 2 Arbeitgeber, und 4 Arbeit- nehmer-Stellverireterl. 3. Wahl der Revisionskommission zur Prüfung bei JahreSrechnung pro 190? Pf. Dl« OrtuvcrwaUans. Zentraiverband der Maschinisten und Heizer suwit fierufsgenossen Deutschlands. TerwaltonBttstelle Berlin and dmgeeend. Montag, den 18. November 1007, adendS 8'/: Uhr. bei Bcrcht, Rtttcrstr. 75: Versammlung. TageS-Ordnung: Erledigung deS zurückgesetzten Antrages von der letzte» General- Versammlung und Beratung der Anträge zur Generalversammlung tn Köln am Rhein. 151/5 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die OrtSverwalrnug. Achtung! Achtung! Kürsehner! jüfifzenmacher! DieuStag, den 19. November, abends 8 Uhr, im„Alten Schützenhaus e", Linicnstraste Nr. 6: Oestentlidie Versammlung aüer in der Pel).«. Mützenbranche deschäftigttu Ardeittr und Ardritkriuueu. TageS-Ordnung: 1. WeShalb mäsie» die Arbeiter und Arbeiterinnen der Pelz« und Mühenbrauche Betriebswerkstätten fördern? Referent: Kolleg« A. Beggc. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 102/16 ZM- Um zahlreiches Erschein«: ersucht Der Einbernfer: K. Fritze. -Kr nn zu Berlin. DienStag» den 19. November 1997, abends 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 13. Saal g, General-Versammlung der Lertreter der Aassenmitglieder und der Arbeitgeber statt. TageS-Ordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit deS Vorstandes. 2. ErgänzungSwahl des Vorstandes für die Jahre 1908 und 1909 für die ausscheidende» Vorstands. Mitglieder a) von den Arbeitgebern die Herren Bäiell und Stengeri, d) von den Kasieninitgliedern die Herren Linde, SimanowSki. Vogel und Lehnig. 3. Wad! des RechnunaS-PrülungsauSlchusseS. 4. Verschiedenes. Berlin, 7. November 1307. Der Verstand. 1170b» A Daehno. E. Simanowakl. Zahlstelle Berlin. Achtung, Kiichenmöbel-Branche! Montag, den 18. November, abends 8 Uhr, bei 01i>r«vla», Alexanderstraße 8: Vertrauensmänner- Versammlung sür die in der Köchtumöbtl' Krauche beschastigtru Bschler und Maler Berlins«nd Bororte. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht jedes im Betrieb he» schäs, igten Kollegen dolür zu sorgen, daß der Betrieb vertreten ist. A/M* VttA SS/S Die Komnüsalon. I Typographia Gesangverein Berliner Bucbdrncker and Schriftgießer. Gegr. 1879.— Chonneister Alexander Weinbauin.— M. d. A.-S. Sonntag, den 24. Jfovembep(Totensonntag) im Festsaale der„Jionen Welt", Hasenheide: KONZERT. Mitwirkende: Frau Sophie Hcymann-Engel(Sopran); Herr Altred Wittenberg(Violine). Anfhng 6 Uhr.— Eintritt SO Pf. einschließlich Liedertext; Kinder 20 Pt— Kinder unter ö Jahren haben keinen Zutritt. Eintrittsharten für Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins sind zu haben in den mit Plakat belegten Zahlstellen des Vereins; P a r s k e, Büschingstr. 2; ff o r s c h, Gewerkschaftshaus; Gottfr. Schulz, Kottbus. Tor; Böttger, Sfcalitzerstr. 107; W.Otto, Stallschreiberstr. 20; Emil Schulz, Mittenwalderstr. 2; Otto Richter, Alt-Boxhagen 30: Franz Mühlsteph, Rixdorf, Kirchhofstr. 48; Meyer, Schiinebero, Colonnenstroße, Ecke Siegfrieds traße. AM- Offene Kasse findet nicht statt."MEZ KEoabiter GeseUaftsbans. 24 Wiclef» Straße 24 Sonntag, den 17. UfoTcmber 1007: Apollo- Sänger. 1330b Anfang 7 Chr. Im großen Saale: BALL. Anfang 4 Uhr. :: Restaurant*:: Kegelbahnen.:t Billard.,:: Vergebe auch Sonntags meine S&le an Vereine. r MMMMMMMMMMM* Gewerkschaftshaus (groBer Saal). Sonntag, den I. Dezember 1907, abends 7 Uhr: XVI. volkstümlicher Vortragsabend von Maria Holgers. Neue und alte Märchen mit Lichtbildern. Erwachsene 40 Pf., Kinder die Hälfte.[299/12* Karten bei Horsch, Engel-Ufer 15, und abends an der Kasse. iMl» zu Berlin. Mittwoch, beu 20. November 1007(Busitag), abends 7 Uhr, hi Feuersteins Festsälen, Alle Jakobsir. 73: Emil Walkottes Vortrags»Abend. 1391b—- Nachdem: Tanx-KrfinKchon.— Karlen a 30 Pj. im Reslalirant Klmmel, Scbastlanstrabe 13. MR Miltwoch, 27. JIoDrmb., abends 9 Uhr: Vereins-Sitzung, Alle Jalob- IiD.(irnec 75. Kableelcken Besuch erwartet Der ztorstand. (ri ES Gesangverein„Freiheit-Nord". M. d. A.- S.- R.-- Dirigent; H. Wendt. "Vi Sountng, den 17 Bfovember 1007: II □ Ii □ □ KOfIXCRC □ □ □ in den Pharun-Saicn, MUllerstraBe 149. Frl. Ellriede Ulrich. Berliner Ulk- Trio. Neues TonkQnstler- Orchester. Dirigent: Franz Hollfelder. Anfang 5'/, Uhr.—— Programm 40 Ff. Nach dem Konzert: OfOßCf Ball. Herren, dio daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Das Komitee Mitwirkende ■I II naen. :zJ) r~ Schloßbrauerei Sehöneberg. Heute Sonntag: Große Soiree der berohmten Leipziger Sänger 7 Herren.— Dir. Knappe und Dir. Springer— 2 Damen. Anfang des Konzerts 5 Uhr, der Vorntellung 7 Uhr. ——— Während der Solree im Nebensaalo TANZ.■■ Nach der Vorstellung im � jg, p£lj|]j(jjj hei vollbesetztem �jrroßenJ�artetCjjaal: Orchester� � 8orttssia-7estsäleÄsSsÄSi7 _. Jeden Sonntag u. Toiinerstaj»: GroBer Hall. Bfer 2 öle 100 btS 800 Personen für Vereine. Hochzeiten, Versammlungen unter kulanlestcn Bedingungen.* Isglich Musikerdürse! 3 Vereinszimmer Amt III, 2674.! einige Tage srei. KM Hlttsvocb nnd Sonntag Tanamtonde. Stablissement fharws-Sälc ============== Müllerstr. 142.===== Sonntag, den 17. XoTembcr 1007: Kunst-Konzert und Kabarett-Abend. ES ladet freundlichst ein Saal 1 Treppe: Großer Tanz. Julius Wernau. Wirtshaus„Schloß Woltersdorf". Tllttwoch(Bnßtag), den ÄO. Movember 1007. Zu dem bei mir am genannten Tage statlsiiidenden Schlachtefest mit BSnrst.„nd GiSbeinesseu lade hiermit alle Freunde und Befannte ein. Jede, benutze die wunderbare virkenpromenade von Bahnhos Erfner UnfS abgehend nach.Schloh Wollersdorf". ___ Hechachtungsvoll Fried. Jnavert. Restaurant..Zur Mühle" ?? ====> 15 Minuten vom Bahnhof Zeuthen— hält sich allen Freunden, Bekannten. Parteigenossen u. Vereinen Tel.: Zeuthen Nr. 44. bestens empfohlen I Erniit Lior. grumden und Bekannten zur Nachricht, daß ich in LsumsokulonwUSg Kötzenicker LiMdstratze, Elfe Trojanstraße, ein GOSlOßfOßl eröffnet habe. öuktag: irische Wurst.-------- Otto Suhr,"W'.ä"1"1"" F ►♦♦♦4 Gesangverein Nordwacht M. d. A.-S.-B. Dirigent: R. Riedel. Hittwoch, den 20. BioTCmbcr 1907(BuBtag): III. Künstler-Konzert im großen Saale der Germania-Fesisäle, Chaussee-Straße 110. Mitwirkende: Sinfonie• Orchester des Herrn G. Vogel. Violine: Direktor Alexander Altmann. Margarete Watkotte. Anfang prSzise V«? Uhr. Programme a 50 Pf. I I lern Blitipteii Ober-SchSneweide a. d. Oberfpree. Jnh.: Alb. Hoerner (Neues KonzerthauS). 1402L� Heute: . 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Wahl des Vorstandes, bestehend aus: a) vier Vorstandsmitgliedern aus den Reihen d« Herren Arbeit» geber, b) acht Vorstandsmitgliedern aus den Reihe» der Herren Arbeitnehmer, für den Zettabschnitt vom I.Januar 1908 bis 31. Dezember 1909(Zz 40 und 41 der Kassensatzungen). 2. Ersatzwahl für daS ausgeschiedene Vorstandsmitglied Herrn Gras(Arbeit- nchmer) für die Amtsperiode bis 3t. Dezember 1907. 3. Wahl einer Kommiffion von drei Mitgliedern zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1907. 4 Vorlegung deS vom Vorstände bcfchloflenen Dienstvertrages für die Kafsenbeamten und Genehmigung dcstelbcn durch die Generalvevfamm- lung. 5. Abänderung deS§ 31 der Kassen- sa�ungen. 6. Abänderung deS Titelblattes der Kassensatzungen. Her Torstand. Moritz Hentsohef, Karl Schulz, Vorsitzender. Schriftführer. Grtshranhenkasse für Friedenau. Einladung zur General-Yersammlung am Mittwoch, den 27.Nvvbr. 1907, abends 7'/, Uhr. im Lokal GeaelUebattahan». Rhcinftr. 14. TaaeS-Ordnuna: l. Verlesung des Protokolls der letzten Gencralversainmlung. 2. Bericht deS Vorstandes. 3. Ersatzwahl zun: Vorstand(1 Arbelt» geber, 2 Arbeitnehmer). 4. Wahl deS AuSfchuffes zur Prüfung der JahreSrechnung(1 Arbeit- geber, 2 Arbeitiiehnicr). S. Antrag des Vorstandes auf Aendc- rung der tzß 2, 10, l3, 14, 15, 18. 20. 22. 23. 24. 25. 27. 32. 41. 42, 46. 56. 59. 6t. 66 des Statut». 6. Antrag deS Vorstandes auf Ein- führung eines Anhangs zum Statut über KrankcnvcrhaltungS- matzregel« und einer Gebühren» ordnung für Mahngebühren. VcrfchiedeneS. 278/19 Friedenau, den 17. November 1907. Der Vorstand. Alb. Kraa»e, Vorsitzender. H. Helder, Schriftführer. 7. Orts- Kraukenkasse der SchulMlllher. General- Versammlungen am Montag. 18. November 1907, in den Musiker- Säle», Kaiser- WUHelmstratz« 18m. 1. Abends 3 Uhr: Gcneralverfamm- lung der Arbeitgeber. Tagesordnung: Ersatzwahl der Vertreter.(13146 2. Abends 81/, Uhr: Genera wer- fammlung der Vertreter der Arbeit- geber. Tagesordnung: VorstandS- wahl. 3. AbendS 8 Uhr: Gencralverfamm- lung der vollfährigen Kaflcnmit- glieder. Tagesordnung: Erfatzwahl der Vertreter. 4. Abends 81/, Uhr: Generafvcr- fanunlung der Vertreter der Kaffen- Mitglieder. Tagesordnung: Vorstands- wähl. 5. Abends 9 Uhr: General» ersamm- lung der Vertreter der Arbeitgeber und Kasfeiimttgliedcr. Tagesordnung: 1. Wahl der Kommiffion zur Vor- Prüfung der Jahresrechnung. 2. Sta- wtenänderungcn(Beitragserhöhung). 3. Stellungnahme zum SchiedSfpruch deS TartfamteS. 4. Berichterstattung vom Kongresi für Hngiene und mographie. 5. Verschiedene Kasiri» angeleacnheitcn. Berlin, den 15. November 1907. A. Bendfg. Vorsitzender. gi. Valerius, Schriftführer. Rixdorf. Ztutral-Kravken-«.Sterbe- der Zimmerer Mir am Tienötag, den 19. November. bei Geliert, Sfelnmetzftr. 93(alle Nr. 113). Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Wahl eines Revisors. 3. Verschiedenes in Kaffenfachen. 259(14 vor Tontmuä* 2&SC zmc ZXMZ jjac ZcfSC □22C �2C IML ram n na o /i M o ßvö Grosse Gelegenheits-Posten SEIDENSTOFFE .25 Mk, aus den ersten Fabriken des In- und Auslandes zu besonders billigen Preisen. f Gestreifte Seidenstoffe u. Seidenfoulards früherer Wert 1.75 bis 2.25, Mtr. Gestreifte u. karierte Taffete früherer Wert 2.40 bis 2.75, Mtr. X» /D Mk. Hellfarbig. Chines, rtS T affet-Chiffons 0 früherer Wert 2.85 bis 3.30, Mtr. �J*ZU Mk. Fagonierte Seidenstoffe u. elegant. Chines 0 7n 5.50 bis 4 Mk., Mtr. Zj* /U Mk. 1 1 früherer Wert 3. Reinseidene Brokate u. Damaste früherer Wert 4.25 bis 5.50, Mtr. 3 .20 Mk. BESONDERS PREISWERTE PELZWAREN Im it. Hermelin-Krawatte<--. 1.20 3.60 Ner2:-I\/Iurme!-Krawatte 9.75 Irnitweiss. Fuchs-Kollier Tibet-Stola l!80aMtp.CIang 1 3 MK., ca. 2 Mtr. lang 1 6.50 Nutria-Stola mit Lck�vlssn, ca. I.so Mtr. lang 14.75 Grenburger Murmel-Stola 29.75 mit Köpfen unci Sciiwaifcn, ca. 2,10 Mtr. lang Skunks-Stola mit Schwelfon, ca. 1.9B Mtr. lang 54 MK. Skunks-Stola mit Schweifen, ca. 2,25 Mtr, lang 72 Mk, (Japan. Nerz-Kollier früherer Wert 36Mk. 21 Mk. mit Köpfen und Schweifen, ea. 1,70 Mtr. lang REGENSCHIRME Halbseid. Damenschirme m. farbiger Kante 3. 90 namPnQr»hirm) ch bedeutet Wuchs,— Fall.—") Unterpegel. Eingegangene Druchrdmftcn. Die Flotte Nr. 11. MonatsvlaU des Deutschen Flottenvereins. JahreSpreis 2 M. Schvistleiwng vrrlin W. 9. Tie Prozesse gegen Lirvknrcht und H-rden von Ludwig Frank. 10 Pi. Verlag:„Volksftiimnc" In Mannheim B. 3, Ii. Maler-Kalender 1008. Herausgegeben vom Borstand des Verbandes der Maler, Lackierer, Tüncher und Weihbtndcr Deutschlands. Verlag: Toblcr, Hamburg 23. An unsere Inserenten, welche Inserate größeren Umfanges für die nächste Sonntags»Nummer aufzugeben beabsichtigen, richten wir die höfliche Bitte, dieselben bis Donnerstag nachmittag 5 Uhr in unserer Haupt-Expedition aufzugeben. Verlag des„Vorwärts". Sii5iS»5SSiSi>S5SS5SS.SSSSSSSSU5SSSSi »»*»»«»»»»»»»»»», ■■■■■■•■SS - � e■■■■ e g äimii *■■■■■ "'W»»»»-»»,■■-■■» QRÖöSTtS• SlEtlAL- �AüS'IN DEUTSCH LAND« BERLIN S., Am Oranienplatz. rÜR® DAMSM-MflOCHCN 1 SPORT- PELZ- rtOMr-eKTlON0 �"•59. st**''5)U& BERLIN S., Am Oranienplatz. Wegen vorgerücHter Saison»-> Preisermäßigung in allen Lägern. Ständiges Saisonlager zirka 30000 Piecenl Selten günstige Kanfgelegenheit ffir gediegene Samen-Konfektion. lvleine Fabrikate Modell-Kostüme und Abend-Mäntel z. T. für den halben Preis, j sind erstklassig! v.M. 14."" y. M. 24.— v.m. 22.— Pelr Astrachan- JacHen"TA aus eigener Kürsehnerei v. M./ V. Abend-Mäntel. Theater-Mäntel Plösch-Boleros. 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Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Neuen Theater: Heber den Wassern. Nachmittag? 3 Uhr: Extra-Dor stellung im Schiller-Theater O: Heimat. 22. Abteilung: nachmittags 3 Uhr: im Friedrich- Wilhelmstädtischen Schauspielüause: Winterschlaf. 3 /4. Abteil.;(3. voll. 4. 3001-3500) nachmittags 3 Uhr: im Schiller Theater Charlottenburg: Monna Vanna. Atontag, 18. Nov.. abends 8 Uhr: 8. Abteilung im Lortzing-Theater: Die lustigen Weiber von Windsor. Ansaug VI, Uhr. Kgl. LpernhanS. Der Posttllon von Lonjumeau. Montag: Salome. Ansang 8 Uhr. �gl. Schauspielhaus. Die Jour- nalisten. Montag: Die Rabensteinerin. Deutsches. Was ihr wollt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kammer spiele. Marguis von Keith.(Anfang 8 Uhr.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Lessing. Die närrische Welt. Die sittliche Forderung. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Montag: Der Bund der Jugend. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Der Widerspenstigen Zähmung. Theater an der Spree. Am grünen Weg. Nachmittags 3 Uhr: Der Aktien- budiker. Montag: Am grünen Weg. Neues Schauspielhaus. Judith. Montag: Dieselbe Vorstellung. Sililllee(>.(Wallner- Tdealer.) Reiterattacke. Nachmittag 3 Uhr: Heimat. Montag: Das vierte Gebot. Schiller Charlottenburg. Gebildete Menschen. Nachmittags 3 Uhr: Der Herr Se- nator. Montag: Die Reiterattacke. Friedrich- Tvilhelnistädt. Schau- spielhanS. Die Nibelungen. Der gehörnte Siegsried. Sieg- srieds Tod. Nachmittags 3 Uhr: Winterschllls. Montag: Kriemhilds Rache. Neues. DaS Ungeheuer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kleines. Die Getreuen. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Die Getreuen. Zentral. Frau Marrens Gewerbe. Nachmittags 3 Uhr: Die Puppe. Montag: Frau WarrenS Gewerbe. Lorhing. Rigoletto. Nachmittags 3 Uhr: DerTroubadour. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Residenz. Ganz der Papa. Nachmittags 3 Uhr: Der Prinz- gemahl. Montag: Ganz der Papa. Komische Oper. Die verlauste Braut. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Tiefland. Westen. Die lustige Witwe. Nachm. 3'/, Uhr: Frühlingsluft. Montag: Die Instige Witwe. LnstlvtelliaiiS. Onkel Börnicke. Nachmittags 3 Uhr: Sein Alibi. Montag: Husarensieber. Triano». Fräulein Jofette— meine Frau. Nachmittags 3 Uhr: Gastons Frauen. Montag: Fräulein Josette— meine Frau. Thalia. Die gelbe Gefahr. Nachmittags 3 Uhr: Staatsanwalt ZIlerander. Montag: Die gelbe Gesahr. Luisen. Der Leiermann und sein Kind. Nachmittags 3 Uhr: HoffmaiinZ Cr. zählungeu SNontag: Berlin wie es weint und lacht. Bernbard Rose. Spree-Aihener. Nachmittags 3 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Montag: Carmen. Nteirovol. DaS muß man seh'n. Nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxini. Montag: Das must man seh'n. Slpollo. Sylvester Schässer. Spe- Mlitäten. MMtag: Dieselbe Vorstellung. WflWialla. Spezialitäten. Montag; Dieselbe Vorstellung. Folie? Capriee. Geteilte Liebe. Montag: Dieselbe Vorstellung. Casino. Biederleute. Nachmittags 3 Uhr: Die wilde Jagd. Montag: Biederleule. Gebr. Herrnfeld. Madame Wig- Wag. Er lebe das Nachtleben. Nachmittags 3 Uhr: Die Meyerhains. Montag: Madame Wig-Wag. Es lebe daS Nachtleben. Passage. Paula Wirth. Spezia- litäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. P rater. Das Kätchen von Seilbronn. Nachmittags 3 Uhr: Hamlet. Montag: Das Kätchen von Heil- bronn. Palast. BellermaimS Braulschait. Spezialitäten. Rontag: Dieselbe Vorstellung. Parodie. Monna Vanna. Zapfen- streich. Der Troubadour.?ln- sang S'l, Uhr. Nachmittags 3'i, Uhr: Alt-Heidel- berg. Troubadour. Montag: Monna Vanna. Zapfen- streich.?e> Troubadour.(Anfang 81/- Uhr.) Wintergarten. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Carl Haberland. Spezialitäten. Steichshalleii. Stettiner Sänger. Ilniuin. Taubeiistroste lN/4i(. Abends 8 Uhr: lieber den Brenner nach Venedig. Montag 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Hörsaal 8 Uhr: Professor Dr. " Rathgen: Der Schwefel. Sterinrnme, JnvalideiiNr. 57/62. Zur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppeislerne, Nebelflecke. Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Shcrlocfc Holmes Montag: Der Diderspenst. Zähmung. Dienstag: Die tanzenden Männchen. Heues Thealer. Ansang 8 Uhr. Das Uttgehener. Montag, DienStag, Donnerstag: Das Ungeheuer. Schiller-Tlieatei*. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeater). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Schauspiel in 4 Alt. v. H. Sudermann. Sonntag, abends 8 Uhr: IT»lici-at«acke. Schwaul in 3 Zlusz. von Stob tzer und Fritz Friedman». Frederich. Montag, abends 8 Uhr: va» vierte Gebot. Dienstag, abends 8 Uhr: Rcltcrattackc. Schiller-Theater Charlottenhurg. Sonntag, nachm. S Uhr: Der Herr Senator. Lustspiel in 3 Auszügen von Franz v. Schönthan u. Gustav Kadelburg. So» ii lag. abendS 3 Uhr: Gebildete Tlonsehen. Boiksstück in 3 Aufzügen von Viktor Lson. Montag, abends 8 Uhr: Rcltcrattackc. Dienstag, abends 8 Uhr: Gebildete Renschen. Sclilller-Saal(SülKSK«) Sonntag abends 8 Uhr: Adalbert v. Chamtffo-Abend. Montag abends Vt*—8lt, Uhr: Vortrag Dr. M. Osborn: Friedrich der Graste«IS Bauherr. Siebenter Vorwag des Zyklus: Alt- und Neu-Berli». Montag abends 9—10 Uhr: Vortrag von Eduard Bernstein: Am Vorabend der grasten französischen Revolution. Siebenter Vortrag des Zyklus: Staats- und GcseUschaftSideale im Laufe der Jahr- hunderte. Kleines Thealer. Nachm. 3 Uhr: Xachtasyl. illbends 3 Uhr: Agnes Sonna. IM© Getreuen. Montag: Die Getreuen.(Agnes Sorma.) Dienstag: Ein Puppen- heim(Nora). Nora: Agnes Sorma. Tliester des Westens. Sonntag nachm. 3'/, Uhr halbe Preise: kvabllagslnrt. 8 Uhr: Die lästige Witwe. ----- Resirtaler.----- Direktion: Richard Alexander. Ganz der Papa. Schwank in 3 Akten von MarS und DesoailliöreS. Deutsch o. M. Schönau. Lustspielhaus. Nachmittag? 3 Uhr: Sein Alibi. Abends 8 Uhr: Onkel Bernicke. Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Montag: Dieselbe Vorstellung. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Bathgen: Der Schwefel Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsteme, Nebelflecke. OatOCISCHER GARTEN Heute CA Dt Kinder Sonntag!||| r| unt.lOJahr. Eintritt""II- die Hälft«. Ab nachm. 4 Uhr: Militär-Konzert. Morgen sowie täglich: Grolles Konzert. Rixdorfer Theater BürgersSle. Bergstraste Nr. 147. Sonntag, den 17. November: 4. Gastspiel des Opern- Ensembles (Theater deS Westens) unter Leitung des Herrn Dir. Artur Bclow: Der» Freischütz. amr- Ansang?-/. Uhr. Montag, 18. Rov halbe Kassenprcise: I 2. VollS verst., Zapfenstreich. 1 Keue freie Volksbühne. Die Kunst dem Volke! Sonder-Veranstaltungen für November und Dezemhur. Mittwoch, den 20. November(Bußtag), nachm. 2-/, Uhr und abends l'/s Uhr: Sonder- Vorstellung im Dentschen Theater: iUtn die Zukunft.: Sonntag, den 24. November, nachmittags 3 Uhr: Extra-Vorstcllang Im liesslng-Tbeatcr; Die Weber. Drama ki 3 Akten von Wilhelm Holzamer. 1 Schauspiel in4 Aufzügen von Gerhard Hauptmann. Billetts(nur für Mitglieder) a 1,80 M. an allen Zahlstellen. Kunstabende im Schillersaal Charlottenburg. 21. November; 8. Richard Wagner-Abend. Einleitender Vortrag, Rezitationen, Solo- und Ensemblestücke aus„Lohengrin",„Tristan und Isolde",-Die Meistersinger von Nürnberg". 28. November: 8. Richard Wagner Abend. Einleitender Vortrag, Bezitationen, Solo- und Ensemblestücke aus„Bheingold",-Die Walküre",-Siegfried",„Parsifal". , Bheingold",„.. Billetts a SO Pf. sind au allen Zahlstellen zu haben. Sonntag, 24. November, f., 8. und 15. Dezember in den Kammcrsplelen des DentschcnTbcatcrs: Frühlings Erwachen. Ein« Kinder-Tragödie von Frank Wedokind. Billetts für Mitglieder a 1,60 M.(inkl. Zottel und Garderobe. Gttste strengstens aasgcschlosscn. Sonntag, 15. und 29. Dezember, nachmittags i Uhr, in den ülnslkersaien, Kaiser-Wilhelmstr. 18ia: KindersNachmittage (Hiirchen-ErziUiIangen m. lAcbtblldern) für Kinder der Mitglieder frei. Sonnabend, den 7. Dezember, abends S'/a Uhr, In der Rranerel Kit nlgstadt: OTintcr-fFcft. ehester Renzert, Operetton-Abou Maximilian Fischer) mit eingeschalteten AnffUhrungen von lebenden liiedorn"unter Mit- 3t«r künstlerischer Kräfte. Leitung; Herr Direktor Max Garrison. Das Programm umfaßt ein Orchester-Konzert, Operetten- Abend(Dirigent: Herr Kapellmeister -------—•-""'J ,-'ii ngen——'--- J—'* J---—" Leitung: nd an allen Zahlstellen z Feiertag) •Wirkung erster' Billetts für Mitglieder ä 60 Pf., für Gäste ä 60 Pf. sind an allen Zahlstellen zu haben. ÜUttwoch, den 85. Dez.(1. Feiertag) Donnerstag, den 86. Dez.(8. ÜBT ExtrasVorstellungen."WW Nachmittags 2'/, Uhr im Deutschea Theater: I Nachmittags 3 Uhr im Neaeu Theater: „Prinz Friedrich von Homburg44.|„Oer Dieb44. Billetts ä 1,— 71. inklusive Zettet und Garderobe vom 1. Dezember ab an allen Zahlstellen.-H» Sämlliete 22 Mmgeii sind gestissen."""SlSf 150/1 Der Vorstand. I.A.: Heinrich Neft, Bremerstr. 54/33. Anfang 8 Uhr. Neues glänzendes Programm. Heu, inleressant, aktuell: Diabolospieler. Heute nachmittag 3 Uhr: Populäres Konzert von Johann Strauß � Wien. 50 Mann Drehest. 2. Walzorrevue. Preise: 0,50, 1,00, 1,50 M. ZentralaThe afer. Gastspiel beS Hebbel-Theaters. 3 Uhr: Die Poppe.— 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Akten von Shaw.> >V.7tosek87kester Direklivii: liob. Dill. Lriumenstr. 16. Grifeldis oder: Die i-Iebo ist der klebe Preis. Grestes«chanspiel von Fr. Halm. Ansang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz. Dienstag: Das Rätsel seiner Ehe. Gebr, Herrnfeld-! Theater. 57 Kommaiidantenstrage Nr. 57. Ansang 8 Uhr. Vorverkauf ab 1t ununterbrochen. Zum 167. Male: MmeNg-Vsg Opcrettcn-Burl. Mnsil v. L. Jtal Zum 138. Male: Es lebe das Nachtleben I Separee-Assäre in 2 Akten. Beide Stücke mit den Autoren Zluton und Donat Hcrrnfeld. Nachmittag? 3 Uhr(halbe Preise), Einlast S'l, Uhr: Die Meyerhains mit Anton und Dona« Herrnseld. Montag: Madame INig-Vkag.— Es lebe das Nachtleben!_ Zirkus Scltumann Heute Sonntag, den 17. Novbr., nachm. 3'/, Uhr und abends?>/, Ubr- � 0t aoßerordeiitliele � Nachm. aus allen Plätze» ohne Aus- nähme»stU ItlUH 11 Wl» Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise(auster Galerie). In beiden Vorstellungen. nachmittags n. abends t Amerifas größte Sensation? 6 BaiiYards. 2 Damen, 4 Herren. Der grö6le aller existierend. Luft- Akte. In der Vollendung noch nie gesehen. In beiden Vorstell., nachm. u. abends: In beid. Vorst: Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm, sämtliche Spezialitäten, Clown« und Auguste sowie Dir. Alb. Schumanns neueste Originaldressuren. Um 91/- Uhr allabendlich: � Auf dem Neckar Restaurant ewerksehafts- � haus.% Engel-Ufer 15. Nlenu 75 Pf. Heute Sonntag: Kraftbrühe mit Einlage. Frischer Rheinlachs m. brauner Butter oder Gemischtes Gemüse in. Schnitzel. Frischer Schweinerüden od.KalbSbinst. Kompott oder SakaL X Reichhaltige Abendkarte. X Wochcntäglich: Groster bürgerlicher MiltagstischconGOpf. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen kieb. Augustin. Theater des Zentrums. Sophien- Säle. Sophienstrastc 17/18. gis stiih«m Fiiust o.Kren n. Lippschütz, Musik v. P.Lincke. Ansang 8 Uhr. Kleine Preise. ffigllftolt-�Illtöltttzizlltkeltss 8o!tzit8p!öIliZtt8. Nachm. 3 Uhr: Winterschlaf, Abends 8 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Montag: Kriemhilds Rache. Dienstag: Nachtasyl._ LortzingTheater. Nachm. 3 Ubr: Der Dronbadour. Abends 8 Uhr: Ri�elette. Montag 8 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag: Rigoletto. Donnerstag: Die Entführung aus dem Serail. I.tti8ött-Iltealöf Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends 8 Uhr zum ersten Male: Montag: Berlin wie eö weint und lacht. Dienstag: HoffmannS Erzählungen. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Bartel Turaser._ Köpenickerstraste 68. Nachm. 3 Uhr: Der Aktienbudiker mit Josestne Dorn. Abends 8 Uhr: Am grünen Weg. sin Stück heiteres Berlin in 4 Akten von Heinrich Lee. mmuAinm Gr. Franklnrlcrltr.>32. vlprce-Athener. Anfang 8 Uhr. SonnlagSprcise. Nachmittags 3 Uhr: Die zärtlichen Berwandtcu. Montag: Sprec-Alhcncr._ Metropol-Theater Nachmittags 3 Uhr: UmM». Abends 8 Uhr: Gr. Revue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szeno gesetzt von Direktor Bichard Schultz. C. Thlelseher, F. Massary, B. DannaDii, BeGtler, Giampietro, Josephi. Anfang prü/.ise S Uhr, Bauchen überall gestattet. Theater Folies Caiprice Linianstr. 132. Ecke Friedrichstralle K Rabbi Meseritscb. O Bunter Teil. Sieteiaee Nielse. Anfang 8 Uhr._ XIU. Saison irkus Duselt Bahnhof Börse. Sonntag, den 17. November: 2 große außerordentliche 2 Nachmittags 4 Uhr und abends! T'/ä Uhr.— Nachm. 4 Uhr zahlen I Kinder unicr 10 Jahren ans allen 1 Sitzplätzen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Herr Alfred Rarscball. I GEinKotnbardemeiltGj O int Kritgshaftn! O In beiden Vorstellungen: Drlgin. lapanlsche FechtkQnstler Ouo nnd Ota I« beiden Vorstellungen: Geschw. Amata t Los Basllens! In beiden Vorstellungen t Gescbw. Plsaintl, In beiden Vorstellungen: Vortvliren und gellen der besten Schul-, Freihsits- und Springpferde. J» beibeu Borstrllnngrn; Auftreten s&mtlicher Clowns mit den neuesten Witzen und SpäBen sowie des neueng. Clowns Thaler. Abcnbs 7'/, Uhr: N M Hallig!| Gr. AnöstattullgS• Pantomime| bcS ZirknS Busch in 4 Bildern. I Ab S Uhr- vie lEvrapto ÄttraktionnD. 9'/j Uhr: Der Clou der Saison: 8s!mles Zchsfsöi jr. der beriihnite Universaikünstier. ' Passage-Theater.• Beate zwei Vorstellangen. J Xaohm. 3-7(ermäßigte Preise).\ Abends 8—11 llhr.\ Paula Wirlh; die Diva' rideviva u. d. groBartigo Novemberprogr. j alhallä- Variefe-Theafer Weinbergsweg tS 20, Rosonth.Tor. Heute: 2 Vorstellungen. Nachmittags 3lls Uhr: Kleine Preise." Jeder Erwachsene ein Kind frei. Abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen daS vollständige Programm. Die nrkom..Hundepantomime „Aus einer kleinen Garnison". Dobranow, Flammentänze. 7 Kitafuku, jap. Künstler. Perznlasdrcss. AITenusm. 12 pnilißse Spezialitäten 12 Im Duunel: Musikkapellen. Theaterbesuchern freier Eintritt. Brimnen-Theater Vadstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. Sonntag, den 17. November 1907, nachmitlag-Z 3 Uhr: Ser Veilehenfresser. Lustspiel in t?lkteii von&. v. Moser. Abends 7 Uhr: Vom Tkron �um Zedssott. Drama in 5 Aufzügen von Fr. Tietz. Nach der Vorstellung: Groster Ball. Montag, den 18. November: Ter Müller und sei» Kind. Vari�ts Intime �»Kerstrake No. 63 a in einigen Tagen! -Theater Palast Burgstraste 34. Heute V38«hr. tiiitrec 50 Pf. Neuer Spielplan! Wallini n.?lnja, indische Gaukler. Les 3 Sanowas« Equilibnsten. Zirkns MP.«o�ood. is Schwank. Usw. usw. usw. PARODIE ■ Dresdenerstr. 1 -THEATER Dresdenerstr. 97 a.d.Prinzcnsf. Troubadour. Monna Uhr. Sonntag Zapfenstreich. Vanna. Ansang 8 1. nachmittag 3>/, Uhr: Halbe Preise. Zaptenstreicli. Troubadour. Dienstag, Das Ungeheuer. Kasino-Theater. Lothringcrstr. 37. Täglich 8 Uhr: Bicderkute. Komöiiie in 4 Akten?. Hob. Miseb. Vorher das glänz, bunte Programm. Sonntag 4 Uhr: Die wilde Jagd. OW»W»OOOOOOOOOO««OOO l Neue Welt Ii Hascnheide 108—114. Jeden Sonntag:-ML --- UiroLo»— iilUHoiizeil. Nach dem Konzert: Famillen-Rränzchen. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. l i L» den Hinteren A.«�11 t> Sälen o. 4 Uhr an:»"lU. ««»»»«»»««»»««»«»«« Sozialdemokraliselier Wahlverein für den 4« Berliner Jteicbstagsivahlkreis. Sonntag, den 17. November 1907; :: Stiftungsfest:: in folgenden Lokalen: Cewerkschaflshaus, KflL ls. Kellers Festsäle Koppenstr.29. Avllvl k# 4 Vk#4k#MiaVj Cicscllschaft Uesvandowsky. Elysium, Landsberger Allee 40a. Boekers Festsäle, Gcscllsch. StrEelewlcz. 264/7*' Mitwirkung der beliebten Vortragskünstlerin Kran _ alkotte. Herr Emil Richard, bedeutendster Dialekthumorist der Gegenwart, Riknnerchor 1005 und Gesangverein„Norddeutsche Schleife". Ueigen fahren. In sämtlichen Lokalen: Konzert und Tanz. Erttlfnang 4 Uhr. Anfang 5 Uhr. Billetts: Vorverkauf S5 Pf., an d. Kasse 30 Pf. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Komitee. «zMzggggzzzzzxzzggxzxgxxxxzxzigggretxxmmumsgxxgir Freie Volksbühne. Veranstaltungen der nächsten Woche: n »» Freitag, Sflttsvoch(Bußtag), 20. November: 8.|8. Abteilung, nachm. 3 Uhr Judith. „„„ 4./S.„ abends 8„ Judith. „„„ 11./ 13. r nachm. 3„ Tal des Lebens. „„„ 13.14.„ abends 8„ Tal des Lebens. 22. SiTovember: 31.(1.) Abendahteilung, 8'/, Uhr, Hans Helling. „„ 34.(4.)„ S'l,„ Bartel T urascr. Sonnabend, 23. November, Winterfest(Brauerei Friedi-ichshain). Sonntag, 24. November: 6-/7. Abteilung, nachmittags 3 Uhr, J n d 1 1 h. „ 24.„ IS.flG.„„ 3„ Dal de» Ecbcns. Hlontag, 25. November: 3 5. Knnstabend Im Rathans, abends S'/a Uhr: Der fliegende Holländer. Die Vorstellungen sind im IVenen Schansplclhansc, Berliner-, Enisen- und Eortzlng-Theatcr. für die Abendabteilungen können sich hoch in allen Zahlstellen melden. n Vorstellung werden Gastkarten an der Abend- zur lernen Karxei iwraser- kags6 aus„.cgebcn a i Mark; Nene Mitglieder ersten Vorstellung von Hans Helling im Lortzing-Theater. 230/19 Der Vorstand ebenso zur I. V.: G. W i n k 1 e r, Schwarzer Friedrichsberg Stadtbahnslation 8 rankt. Allee. Iflh. Udler Frankfurter Chaussee 5 (früher 130). Qebr. JlVttltOW« fornsor�Priodrlo� Jeden Sonntag Im Ktfnlgsaale: OmßGV* SisBI Anfang 4 Uhr. unter Leitung des Herrn O. Bürger. Anfang 4 Uhr. 232L« Jeden Montag: Soiree der Apollo»Sänger. »SA Anfang 8 Uhr.€««• Nach der Vorstellung: Tanz= Kränzchen. Mittwoch, den ßr0ßes MlUlär-Slreiehkoiizert, auss-führt 37. November: vom II. Garde* Dragoner-Regiment. z.l z s: Trianon-Theater. Fräoleiö Josette- oieiDe Fraa. Ansang 8 Uhr. Reiclishallen-Theater. Täglich: Britton alS Ante im Familien- bnd Wannsee. onntagS 7 Uhr. Ans. Docheni. 8. Ssnssouvl l'ZTs Sirellfon: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Verl. grau". u. Tanskrünxchen Der Cufcl nur Reise«. Posse. Äonnt.Vcg.ö. wochent.RU. Morg.: Elito-Solree, Tanz. Dienstag: Gatlspiel der olksbühne:.Die Schuld einer .Dämmerung". Volkst. Pr. Beriinerillk-Trio. Felix Soheoer U Strilngltntr.l. ____ Moritz-piatz. imlhGatewaal Das neue r-Prir, Ansang 8 Uhr. Enlree 50 Ps. Sonntags 7 Uhr.(Sonntags reserviert 1 M., Enlree 50 Ps.) Familicnbillctts a 40 Ps. Mich NUlilär-Nouierl. Becker, PrzywarZli, Görisch, Neumann, Osseney und Lüttich. decken Sonntag: Zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr. 1 ist der beste TreflTpnnkt die RcNtun- ratlon von Köpentkker Landstraste 51. Ecke Karpscnlcichstraße. 3 Minuten von der Sternwarfe um den Karpscntcich._ amm Vorzügfiche billige»» Speisen u. Qetfünks. Fernsprecher Ami IV. 10012. Germania-Pracht-Säle CHausseostr. 110. Karl Richter. Jeden Sonntag: Otto Steiders Hamburger Sänger. Vollständig neues Programm. Ansang 6 Uhr. Eintritt 50 Ps. mit anschlich. Familien- Kränzchen.— Von 5 Uhr ab im weihen Saal: Großer Ball. Jeden Mittwoch: Otto Steldol's Hamburger Sänger und Freitanz. Karl Kellers Neue Philharmonie KOpenlckerstr. 06/07. Jeden Sonntag: MiHtäT rKonzert Ansang 5 Uhr. Jeden Dienstag: Ollginal-HgriHisgöl Sänger Ansang 8 Uhr. 4:62* Empschle meine Säle zu Vcr« sammlungen und Festlichkeiten. Julius JWkycr j Restaurant, Opanienstr. 10? Jeden Sonntag;[♦ GemOtl. Bcisammensela und Tanz. (Dirigent: Dr. E. Zander) Dienstag, den 19. November, abends 81;, Uhr und in Wiederholung am j Mittwoch(BuBtag), den 20. November, abends 7 Uhr pünktlich in der„Neuen Welt", Hasenheide 108—114: VI. Chor- Konzert. Die Schöpfung Oratorium für Soli, Chor und Orchester von Josel Heydn. Soli: Frau Seyff-Kafzmayr(Wien). Herr kgl. Hofopemsänger Rudolf Jäger(Dresden). Herr kgl. Hofopernsänger Friedrich Ptaschke(Dresden). Das auf 50 Musiker verstärkte Neue Tonkünstler- Orchester und] der Berliner Volks-Chor(zirka 250 Mitwirkende). ;1 (einschl. Garderobe und Programm- Einlaßkarten 3 70 fl. Zettel) sind in folgenden Verkaufsstellen zu haben: If.: E. Beyer, Voteranenstr. 11: H. Fischer, Veteranen- i straße 6; R. Tiiomas, Gartenstr. 71; H. Vogel, Lortzingstr. 37. MO.: Parteispedition, Immanuelkirchstr. 12. O. s P. Horsoh, Gawerkschaftsbaus, Engelufer 15. SO.: A. Böttgor, Skalitzor- straße 107; P. Ibra, Wrangelstr. 58; L. Tolksdorf, Görlitzer- straßo 58. S.: Erbe. Hasenheide 9; Bühle, Musikalienhdlg., Moritzplatz; G. Schulz, Admiralstr. 40a, SW.: A. Böttgor, Zosseuerstr. 30; Fr. Brinkmeyer, Alexnndrinenstr. 25.\ W.: P. Horsch, Veibandshaus der Metallarbeiter, Charitästr. 3. C.: Philipp& Sohn, Rosenthalorstr. 51. Blxdorf: Bickardt, Bergstr. 13; F. Henning, Ziethenstr. 69; C. Heinrich, Mün-' chonerstraße 19; Tabakarbeitor-Genossonschaften, Hermann-, straße 10 und 110; sowie in allen mit Plakaten belegten| Handlungen. An der Abendkasse erhöhter Preis!: Zn der Wiederholnng am Mittwoch (Bnßtng) sind die Einlaßkarten bereits vergriffen!*�0 Damen und Herren— auch ohne Notenkenntnisse—, welche I dem Chor beitreten wollen, können sich Freitags von 8 bis | 10 Uhr abends in der Aula, Steinstr. 31— 34(Nähe Bahnhof] Börse) Beiden. Bor Vorstand. t 299/2* I. A.: Tb. Mond, N. 4, Wöhlerts Garten. (To cf fB rs'c Panoptiku W Ä l fit s 165 FrieUi'ichslr.] m 165 Mr. Leu, der künstliche Mensch. nPracbtsäle des Ostens Inh. Owkar Cranz. Frankfurter Allee 151-152. Jeden Sonntag und jeden Mittwoch im Theater-Saat: Humorislische Soiree der Spree'Atbener Berliner Sänger-Gesellschaft(Direktion Max Zerner). Nach der Soiree: TatlZ�KrällZCheil. Anfang Sonntags O'/o Uhr. Entrco SO Pf. Anfang Mittwochs 8 Uhr. Entree SO Pf. Vorzugskarlen haben nur Mittwochs Gültigkeit."Mg Im weiBen Saale jeden Sonntag: Tanz s Reunion bei stark besetztem Orchester._ ! Anfang 4 Uhr. Im Restaurant täglich: Großes Rinstler-Frei-Konzert Vorzügliche Küche. Ausschank von Paizenhoter, Pilsener und echt = MUnchener Bürgerbräu.— Galerle für alte und neue Kunst, G. m. d. H. Wilholrastraße 43. Ansstellnng jüdischer Künstler, veranstaltet vom„Verein zur Förderung jüdischer Kunst". Josef iNrncl. Oelbildor, Aquarelle, Radierungen. Camllle Pizzaro, Mark Antokolskl, Moritz Gottliob, David Monies, Henry Levy, Solomon J. Solomon, Lesaer Ury, Samuel Hirszenberg, Leopold Horowltz, Leopold Bernstamm, Leonid Pasternak, Israel Rachumowski und 60 andere Künstler. Synagonale Altertümer aus den jüdischen Museen von Wien und Hamburg sowie aus den Berliner Synagogen. Modernes jüdisches Kunstgewerbe. Eröffnung: Sonntag, den 17. November, 12 Uhr mittags. Entree 1 Mark. 87/17* Geöffnet Sontags von 12— 6 Uhr. 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Plättbretter 95 Pf 1.95 Plättbretter b"0«Lton 2.25, 2.45, 2.65 Aermel-Plättbretter Kohlenkasten Ascheimer Kohlenlöffel bezogen 95, 1.15, 45, 75, 15, 20, Wärmflaschen Tcrzmnt, starke Qualität Leibwärmer Verdichtungsstränge S'/Ä Paket Petroleumkannen Laternen Brotdosen,». ucviert 48, 38, 48, 1.10, 42 pt 1.35 95 pt 2 5 pt 1.55 1.45 42 pt 6 5 pt 60 pt 1.45 Küchenstühle, gestrich«, Küchenrahmen, bestriche. 2.95, Presskohlenschränke Kohlenkasten mit Deckel 1.95,2.45, Bestecks V- vernickelt Datrend Paar BeSt€CkS mit sehvarzem Holzheft Dutzend Paar Einzelne Messer 18, ESSlÖffel Britanla 12pt Alpacca Teelöffel Britanla 7 Pf. 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Teller 5, 8, 10 pt Ascheimer te»buu oder r«« 1.05, 1.25, 1.45 Wannen oval,»euhla» oder grau 1.25» 1.45, 1.65 �!msr.-,.-65"- d7.°.ss».. � 9S»."'S 1.75, 1.95 EllTIBr«f- 6skor!srt mit Deckel, Messingbagel und Kaopf 2.75� 3.50 Petrolmm-Oefen 9.50, 15.50 95?. 1.95, 2.50 Porzellan KaffeetaSSen mit Untertassen Kaffeekannen komsohe Form Kaffee- und Tafelgeschirre mit Goldrand Terrinen, Feston Kartoffelschüsseln, Festen Saucieren, Festen 23 Pf. 48, 85,1.35, Milchtöpfe kÄe 15, 20, 25, 30, 42 pt Zuckerdosen konische rom 55, 68 tu Speiseteller, Festen, flach oder tief 28 Pf. Dessertteller, Feston, ca. IS cm 25 Pf. Kompotteiler, Feston, e». 15 cm 13 Pf, 3.25, 4.75 1.95 98 Pf. Bratenplatten, Festen, ovat 1.10,1.75 Gemüseschüsseln, Feston, md 1.95 Kompottieren, Festen, viereckig 85, 1.45 Salz- und Pfeffergefässe, reston 43 Pf. 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Schulstr. 1, Liemtz. Treptow. Elsenstr. 108, Kalbitz. Die Bewilligung seit der letzten Liste zurückgezogen resp. durchbrochen haben: Ehodowicckistr. 25, Sentschd, Tunckcrstr. 75, Hanke. Elbingcrsir. 27, Fiedler. „ 90, Trapp. Glogaucrstr. 26, Schlvarzer. Greiseiihagencrstr. l5, Miekasch. Jablonskistr. 39. Hellbig. Lippehnerstr. 8, Ziebell. Pappel-Allce, Ecke Gneistfiraße, Hanke. Schliemannstr. 31, Hank?. Sprengclstr. 4/5, Wageiiknecht. Stargarderstr. 2/3, Hanke. Stcttinerstr. 88, Hubert. Stolpilchestr. 2/3, Hanke. Adlerghof. Bismarckstr. 21, Rämilch. Radickestr. 37, Raak. Baumschulenweg. Kiesholzstr. 254, Leupold. Charlottenburg. Spreestr. 11. Pelka Rachs. Rieder.Schönhauseu. Blankenselberftr. 1, Zugwurft. Rummelsburg. Türrschmidtstr. 31. Pfennig. Hausfrauen! Arbeiter! Unterstützt die um Ihre Utensehenreehte kämpfenden 3äcker gesellen! 18/4 Ächtuug! Die Lohukommissiou der Bäcker. Bureau: Auguststr. 3«. F.-A. IIT. KS4». Achtung! Ardeiter, Parteigenossen Berlins und Umgebung! Die Bestrebungen unserer Organisation, auch in den Detailgeschäften der Herrenkonfektion BetriebSwerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter Ausflüchten, die wir als stichhaltig nicht anerkennen können, Widerstand gefunden. Wir sehen unS deshalb genötigt, die Solidarität der Arbeiterschaft zu Hülfe zu rufen. Die Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission haben einem dementsprechenden Antrage einsiimmig ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß-Berlin sind diesem Beschlüsse beigetreten. Dank der Solidarität der Berliner Arbeiterschaft sahen sich eine Anzahl Berliner Konfektionäre veranlaßt. Betriebswerkstätten einzurichten und tariflich festgesetzte Zeitlöhne an die Arbeiterschaft zu zahlen. Wir ersuchen daher mit Gegenwärtigem die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins und Umgebung, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren- und Knabcngarderobe in Zulunft nur die nachstehenden Geschäfte bernckfichtigen zn wollen. Nordens Hoffnung". Produktiv- Genossenschaft der Schneider, Brunnenstr. 185. All- von dieser Firma In den Handel gebrachten Waren werden zu den von der Organisation fest» gesetzten Bedingungen hergestellt. Wir empfehle« dieselbe daher ganz besonder». Baer Sohn, Chausseestr. 29/30. Diese Finna unterhält«ine Betr-ieiswerlstätte sur T4 Arbeiter und hat die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. T. Perleberg. Chausseestr. 63; 20. Blitz", Rosenthalerstr. 9. „Blitz", Chausseestr. 85. Diese Firma stellt einen grohen Teil ihre« Ilm, satzes zu den geforderten Bedingungen her. Amerikanische Berkaufshallen. Rofenthalcr- straße 53. Ostens Baer Sohn, Gr. Frankfurterstr. Haake» LandSbergerstr. 91. „Blitz". Gr. Frankfurterstr. 187. „Blitz". 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Im Gewinnrad« verblieben: 1 Prämie in 300 000 II-, 1 Gewinn li 500 000. 1 il 200 000. 1 ä 150 000 1 4 106 000, .1 A 50 000, 1 4 40 OOO. 11 4 30 000. IT 4 15 OOÖ, 51 4 10 00» 87 ä MOO, 1341* 3000, 2108 i 1000, 3229 a 500. [xoooj� 10. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehnnfr vom 16. November 1907. u»ehmilt»K«. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Obne Gewähr.)(Nacfadruck verboten.) 128 241 371 407 09 75 581 711 44[500]»92 1831 441 61» 759 861[500] 900 5 2180 217 537 71.1 65 883 911 8071 814 783 041 47 49 4185 215 98 334 432 46 518 62« 707 897 5 219 325 406 52 721 52 805 6152 381 68 4.17 55 677 759 Ol 82 706« 187»76 607 13 717 S64 909 8009 195 3.16 89[1000) 710 73 803 90[3000) 0189 363 659[500) 741 10165 1.1000) 563 88 818 71[lOOO] 11055 65 144 72 428[lOOOl 451 612»0 1 226 1 437 558 98»43 939 13608 6X9 42 765 1 4001 4 5 56 59 201 8 353 78 61 612 10 26 90 9.11 917 31 15184[500] 236 76 92 762 SOS 912 16162 285 405 582 13000) 632 85 100[500] OS 800 1 7-30 62 72 80 318 flOOO]«6 466 9.15 1 8053 100 201 335 41 73 618 718 87 896 959 1 9040 13000) 98 330[500] 49 472[500] 745 850 82[500) 2O00« 143[ 500] 467 544 1.1000) 47 641[500] 73» 865 [500] 90 21100[UIOO] 201 39 llOOO) 356 415(10001 71 456 03 864 990 2 2111 281 351 571 805 920 65 l.'.Ooj 23105 246[10001 312 1 lOOOl 500 739 75[ 3000] 98 24215 338 46.1 560 651 737 924 2 5388( 5001 569 772 820 2617 8 356 049 27121 538 655 700 904 28411 51 991 29066 124 "1«52 13000) 373 503 56[IOOO]«57 65 024 30128 91 428 52 698 639 990 llOOO] 31579 145 47 [500]»82[500] 305 531 661 3 2066 432 79[500] OS 5.12 78 015 817 ,500) 5.1 3 3 472 509 662[500) 34811 35071 646 814 1300) 3 6228 457 503[ 5001»-> 46 609 70 797 883 950 llOOO) 37069 130 99 1600) 271 601 64 770 3 8011 233 803 3 9016 62 83[500) 118 227 33 793 011 40061 79 11» 58 71 620 59(.10001 715 965 92 4 X 010 69 155 60 61»55 1X000) 329 486 656 66 701 4 2015 200 385 483 633 753»57 43(01 328[500] 551 666 91(IOOO) 920 99 44110 537 4 3042 104 425 777 90 907[lOOO] 46054 82 153 209[500) 59 359 528 095 4 8077 126 242 395 46 1 529 600 7 80.1 48 4 0098 124 71 271 81.191[1000] 472 5.14 922 97 501.12 52 131 33 721 63 79 89:! 5 1 049 llOOO) 71 671 716 2,1[19001 818 4 4 924 52 170 30 litOUO] 266»7 301 516 (.1000] 21 53144 58 79 90 560 748 71 870 916 9.1 54081 104 69 316 99 502.95 698 735 812 49 991 55.158 799 5 6111 46 74 341 520[5001 717 72 888 911 57135 261 333 92 407 77 82 608 75« 58020 159 235 49 415«Ol 50047 70 84 07 [500) 211 59 30» 410 511 66 31 627 703 6O069 211 11[500] 310 1t 62 75 85[5000] 9« 528 S5 6., 896 765 8(8 941 61X68 86 281(500) 362 55 161 5X0 62007 X93 207 37 X 526 88 631 1500) 66 90 llOOOl 718 63011 IM 351 125 008 6 4 368 767 33 92,1[IOOO] 65910 573'3000I 53 SU 72 658 8« 66038 1500) 87 391 687 95 702 6 7 211 339 523 859 80 1500) 968 6 8051 1U5[oOO] 225 (500) 13,1«91 725(500) 60 147 168 75 518 52 701 906 .. 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Das Fiasko der preukiichen IPoIenpolitik. So hätte der Kieler Professor Ludwig Bernhard seine eben erschienene Schrift über das polnische Gemeinwesen im preußischen Staat*) nennen können, eine Schrift, die auch für den, der nicht in allen Punkten mit dem Verfasser übereinstimmt, eine treffliche Einführung in das Studium der Polenfrage bietet. Aus der ge- schichtlichen Tarpellung von Bernhard erhellt deutlich, daß wenn die Polen heute von dem Gedanken beherrscht sind, daß sie sich in Preußen ein neues Gemeinwesen zu schaffen haben, hieran in erster Linie die Maßnahmen einer Regierung schuld sind, die es nicht verstanden hat, unseren polnischen Mitbürgern den Aufenthalt in Preußen heimisch zu gestalten, sondern deren Polcnpolitük eine fortgesetzte Kette von Mißgriffen bildet. Der erste Mißgriff war die Beseitigung der Selbst- Verwaltung in Posen in der Zeit von 1833 bis 1833. Diese Bevormundung und gewollte Ausschaltung der polnischen Kräfte verstärkte das Bedürfnis des polnischen Großgrundbesitzes, sich auf andere Weise zur Geltung zu bringen, und es entstand daraus der erste Versuch der Polen, sich in Preußen eigene gesellschaftliche und ökonomische Anstalten zu schaffen. 40 Jahre später beging die Rc- gicrung einen neuen verhängnisvollen Fehler, der sich schwer rächen sollte. Bis- 1873 erhielt in den polnischen Landschulen jedes Kind den Unterricht in seiner Muttersprache. Plötzlich ordnet die Regierung an, daß in den Volksschulen die deutsche Unterrichtssprache eingeführt wird; hiermit griff sie in die Volksgcwohnheiten, in die Sprache ein, und die polnischen Bauern, die die polnische Schlachta vier Jahrzehnte lang vergebens versucht hatte, zu Gegnern der preußischen Verwaltung zu machen, wurden nun mit einem Schlage gegen das preußische System aufgebracht, sie erwachten zu politischem Denken. Von nun an folgte Fehler auf Fehler. 1886 erließ die Re- gierung auf Betreiben der hakatistischcn Heißsporne das famose Ansiedclungsgesetz. Die Polen antworteten mit der Gründung der„Verbandsbank der Erwerbsgenossenschaftcn". Was die polnischen Genossenschaftsmänncr 13 Jahre vergebens erstrebt hatten, gelang jetzt in der Begeisterung und Erregung des Tages: Posens Industrielle und Kaufleutc brachten etwa 200 000 M. für das Aktienkapital auf, und die Genossenschaften insgesamt etwa 300 000 M., so daß ein Grundkapital von einer halben Million schnell eingezahlt war. Von 1890 bis 1804 setzte eine kurze Aera der Ver- s ö h n u n g ein, in der Hauptsache wohl dadurch hervorgerufen, daß die Regierung die polnische Fraktion im Reichstage gegen das Zentrum ausspielen wollte. Die Regierung brauchte die polnischen Stimmen für ihre Militär- und Marinevorlage, und die Polen als gute Geschäftsleute ließen sich ihre Mitwirkung an der Politik teuer bezahlen; sie setzten 1801 eine Aenderung der Ausweisungspraxis durch, sie erlangten einen Ministerialerlaß, der es gestattete, in den Schulräumen polnischen Privatsprachunterricht zu erteilen, sie erwirkten, daß die königliche Generalkommission den jungen, in Geldverlegenheiten befindlichen polnischen Wirtschaftsorganisa- tionen zu Hülfe kam, sie erhielten für ihre Genossenschaften das Revisionsrecht, das noch heute deren feste rechtliche Grundlage bildet, und schließlich erreichten sie, daß wieder ein Pole Erz- bischof von önefen und' Posen wurde. *) Ludwig Bernhard. Das polnische Gemeinwesen im preußi- schen Staat." Die Polenfrage. Leipzig, Dunckcr u. Humblot. Preis 6 M. Es war ein regelrechtes Schachcrgeschäft zwischen polnischer Fraktion und Regierung. Nach der Reichstagsauflösung des Jahres 1803 lag in dem neu gewählten Reichstage die Entscheidung über die Militärvorlage in den Händen der Polen; stimmten sie für die Regierungsvorlage, so ergab sich eine Mehrheit von 202 gegen 19S, stimmten sie dagegen, so ergab sich eine Opposition von 214 gegen 183. Was tat die polnische Fraktion? Als reelle Geschäftsleute, die bereits eine hohe An- zahlung in der Tasche hatten, übten die polnischen Reichstags- abgeordneten Volksvcrrat, sie schlugen sich auf die Seite der Re- gierung und kämpften Schulter an Schulter mit den Nationallibe- ralen und den Konservativen in einer Frage, die zu einer natio- nalen erklärt war. Lange hielt dieses edle Bündnis nicht an. Man darf nicht vergessen, daß die polnische Fraktion nicht die Vertretung des Willensausdruckcs des polnischen Volkes war, daß zwischen diesen Hofgängern und dem eigentlichen Volke ein klaffender Widerspruch bestand, und als nun in demselben Jahre Herr von K o s c i e l s k i sich etwas zu eifrig um das Zustandekommen der großen Flottenvorlage bemühte, brachen die Differenzen zwischen dem polnischen Volk und der Hofpartei offen aus. Da anderer- seitS die Regierung nun nichts mehr von den Polen zu erwarten hatte, schlug sie wieder ihren alten Kurs ein, das Bündnis war in die Brüche gegangen. Zunächst richtete die Regierung, die nun mit einer Politik der Schikanierung einsetzte, ihre Angriffe gegen das polnische Finanz- wescn. 1004 erging eine Verfügung des Finanzministers, die Beamten aller Behörden sollten für sich und ihre Familienmit- glicdar aus den polnischen Banken austreten und ihre Spargelder zurückziehen. Was war die Folge? Die Polen zogen ihre Gelder aus den Kreissparkassen und den deutschen Genossenschaften heraus, und die polnischen Banken, die bis dahin Jahr für Jahr um etwa S— 7 Millionen Mark ihre Depositen wachsen sahen, zeigten plötzlich eine Erhöhung der Spargclder um 12 Millionen. Einen eben- solchen Aufschwung nahm die Kreditpolitik der Polen; sie wurde ihnen am meisten dadurch erleichtert, daß sie für eine Organisation des hypothekarischen Kredits nicht zu sorgen brauchten. Die Güterpreise in der Provinz Posen haben sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten verdoppelt, in einigen Gegenden sogar der- drcifacht, aber diese Preissteigerung beruht nur zum Teil auf Ver- kehrsvcrbesserungcn, auf Meliorationen und auf dem Zollschutz, zum anderen Teil ist sie hervorgerufen durch den nationalen Kampf, durch die Konkurrcnzkäufe der Ansicdelungskommission und der Polenbankcn. In den Städten stiegen die Grundstückspreise zum Teil sogar auf das Zehnfache. Es ist also nur natürlich, daß große deutsche Hypothekenbanken, besonders außerprcußischc Banken und Lebensversicherungsgescllschaftcn, polnische Grund- stücke beliehen und daß im Wettbewerb mit ihnen das deutsche Ka- pital sich dorthin drängte. Die deutschen Kapitalisten kümmern sich bekanntlich den Teufel darum, was national ist, wenn sie nur recht hohe Zinsen für ihre Kapitalien bekommen. So kam es denn, daß die preußische Pole«Politik auf dem Kredit markte eine glänzende Emission Pol- nischcr Hypotheken bewirkte. Ebenso schlecht hat die preußische Regierung in dem Kampf um den Boden abgeschnitten: die Polen suchen ihr Bauernland zu befestigen und nach Möglichkeit den Vorteil auszugleichen, den das Gesetz der preußischen Ansicdelungskommission gewährt, die polnischen Kampfinstitute— die Bank Ziemski und ihre Töchter- Institute sowie die großen polnischen Parzellierungsgenossenschaftcn in der Provinz Posen, die bäuerlichen Parzcllicrungsgcnossen- schaften in der Provinz Posen und Westpreußen— haben ihr Kapital gewaltig vergrößert, sie arbeiten heute mit 16 Millionen Mark, die„gewisscrniaßen direkt im Feuer des Kampfes stehen". Neben ihnen rangiert das Privatkapital der Spekulanten und hinter ihnen das Kapital der polnischen Banken, die bei Güter- käufen bedeutende Summen zur Verfügung stellen. Auch das Gesetz von 1004, das den Polen vollends den Garaus machen sollte, hat die entgegengesetzte Wirkung gehabt und die Nachfrage der Polen nach deutschen Bauernbcsitzen nur noch gesteigert. Die Konkurrenz der Ansiedelungskommission brauchen die Polen nicht zu befürchten, in vielen Fällen brauchen sie nicht einmal so hohe Preise zu zahlen wie diese, und trotzdem beherrschen sie die Situa- tion; sie haben genug Kräfte» den Kampf um den Boden erfolgreich durchzuführen. Tie gegenwärtige Verfassung der preußischen Polenpolitik ist also unwirksam. Dies ist der Schluß, zu dem Bernhard auf Grund seiner sorgfältigen und fleißigen Untersuchungen gelangt, und worin ihm jeder unbefangene Beobachter beipflichten muß. Treffend betont er, daß der Glaube, als könne der Fiskus den Bodenkampk durch seine Finanzmacht entscheiden, sich als Irrtum erwiesen habe, da die Geldkraft der Staatskasse durch die Krcditkühnheit der Privatspckulation überboten und von Jahr zu Jahr höher über- ragt wurde, während umgekehrt den Polen der Kampf um den Boden eine soziale und wirtschaftliche Reorganisation brachte. Gerade dieser Kampf hat die Polen zu einer Neuordnung ihrer ungesunden Bodenverteilung und zu Reformen gezwungen, die die alte Schlachta in Friedcnszeiten nie geduldet hätte, er hat auf dem neuen Boden das Gemeinwesen entwickelt, das den Polen heute als Verkörperung der slawischen Kultur in Preußen erscheint, und es ist nur begreiflich, daß die Polen sicgcsprahlend auf ihre Er- folge blicken. Wie die EntWickelung weitergeht, das wird wesentlich von dek Politik abhängen, die die Regierung in Zukunft einschlagen wird. Der Verfasser verspricht sich nichts von einer Versöhnungspolitik, die in drei oder vier Jähren doch wieder in Scherben ginge— angeblich weil die polnische Bevölkerung dann in einem Ilcberschwang nationalen Triumphes geraten und ihre Sicdelungcn immer weiter ausdehnen würde. Andererseits ist Bernhard offen genug, zuzu- geben, daß Preußen die Kräfte und Schwächen des Polentums oft falsch bewertet und infolgedessen falsch gelenkt habe, daß die Rc- gierung heute an den Polen vorbei verwaltet, daß sie Maßnahmen, die das Polcntum nur reizen oder ärgern können, mit über- windenden Taten verwechselt. Bernhard verlangt, daß die Rc- gicrung sich zu der Erkenntnis aufschwingt, daß das polnische Gc- meinwcsen nicht einfach als staatsfeindlich registriert werden kann, sondern daß es wider eigenen Willen den preußischen Staat in gewissen Punkten unterstützt, staatliche Aufgaben übernimmt und erleichtert. Mit anderen Worten, er will, daß die Regierung die kulturellen Bestrebungen des Ostens der Gesamtheit nutzbar macht. Wird die preußische Regierung der Kritik von Bernhard zu- gänglich sein oder predigt er tauben Ohren? Wir fürchten das letztere. Schon ist ja wieder eine neue Polenvorlage an- gekündigt, die unsere polnischen Staatsbürger zu weiterer Erbitte- rung reizen muß und die dem Volke neue Opfer auferlegt. Rc- gierung und Landtag werden weitere Millionen, vielleicht auch Milliarden zum Fenster hinauswerfen um einer GcrmanisierungS- Politik willen, die schließlich nur zu einer weiteren Stärkung und einem-weiteren Vordringen deö polnischen Elements führen wird. Die preußische Regierung hat aus der Geschichte nichts gelernt, sie wird auch fernerhin auf Kosten der Steuerzahler die Politik betreiben, die ein so jämmerliches Fiasko erlitten hat. mil kleinster Anzahlung. B. Makowsky ÜM Prinzenstraße 81(Ecke StallscMerstraBe). Staatspreise. Goldene Medaillen. Ehrenpreise. 274L* BERLIN SO. CARL ZOBEL BERLIN SO. KSpenickerstr. 121, Eckhaus. HB a» w o-s h«.&. KSpenickerstr. 121, Eckhaus. Beste Herren= und KnabensGarderoben der Gegenwart. Alle Größen, auch für korpulontu Herren, in reichster Auswahl vorrätig. 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Druck u.Bcrlag: Vorwärt» Buchdruckcrci u. Vcrlaasanflalt Paul Sinaer& Co. Berlin SW Hr. 270. 24. Jahrgang. 5. KeilM ks Jütiiiätlo" fiftliatt Spuntoü, 17. ÜODtirtrt 1907. Zur Candfiucl)t. Unser Rostocker Bruderorgan veröffentlicht folgenden Vertrag. der für die Tagelöhner des Fr ei Hern von Rodde auf D r e e tz bei B ü tz o iv gilt: „Der Mieter bezieht die ihm angewiesene Wohnung auf den Höfen Zibiihl. Dreetz oder Peetsch, für die 50 Mark(wöchent- lich abzuzahlen) zu entrichte» sind. Er erhält dazu 70 Quadratrntcn Gartenland, welches selbst zu bestellen ist. 60 Ouadratrute» Kartoffelland im Felde. 1 Fuder Dung und 4 Bund Siroh pro Jahr. An Feuerung: 4000 Soden Torf, den er selbst zubereiten hat, 2 Fuder Wadelholz gegen 50 Pf. Haulohn und auf Wunsch noch 1 Fuder gegen Zahlung von 5 M. Auf Verlangen alle 14 Tage einen Scheffel Roggen zu Kauf für 4 M.. Fütterung einer Kuh gegen Zahlung von 60 M. Gedroschen wird mit d c r H a n d um den 17. Scheffel, mit der Maschine(mit Pferden und auch mit Dampf) im T a g e l o h n. An Tagelohn wird bezahlt: I. An den Mann: Vom 1. Novbr. bis 1. März 1 M. 25 Pf. ., 1. März„ 1. Mai 1 2)7. 50 Pf. „ 1. Mai, 1. Septbr. 2 M.— ,. 1. Septbr.„ 1. Novbr. 1 M. 50 Pf. Für 120 Onadratruten in Akkord zu mähen: Wiesen und Sommerkoni......... 1 Winterkorn aufs Schwad......... 1 Winterkorn, mähen, binden und aufhocken 2 M. bis 2 Erbsen und Bohnen mähen..... 1 M. bis 1 M. 25 Pf. II. An die Frau, wenn dieselbe mit zur Arbeit geht: Vom 1. Mai bis 1. Oktober...IM. .. 1. Okt. 1. Mai..... 80 Pf. für den ganzen Tag. In der Heu- und Kornernte für die Zeit von morgens 8 Uhr bis abends Melkezeit 75 Pf. Die Frauen müssen zum Waschen und Schafscheren auf Ver- langen kommen und erhalten für ein Lamm 5 Pf., für ein Schaf 6 Pf., für einen Jährling und Hammel 8 Pf. und für einen Bock 20 Pf. Auf Verlangen nrüffen sie Hofkühe melken für 8 M. den Monat. M. M. 25 Pf. M. 25 Pf. HI. An den Hofgänger, wenn ein solcher überall gestellt wird, nach Bestiinmung der Gutsherrschast 50 bis 75 P f. Für Viehfüttern am Alltag 20 Pf., am Sonntag 60 Pf. Das Schulgeld(3 M. pro Kind), Steuern und Abgaben hat der Mieter selbst zu zahlen. In Krankheitsfällen wird für Arzt und Apotheker von der Gntsherrschafr gesorgt. Nach Vorstehendem verpflichtet sich der unterzeichnete Arbeiter, das ganze Jahr auf den Höfen Zibühl, Dreetz und Peetsch der Zeit und Ordnung gemäß, wie solche in dem Zibühler Guts- regulativ vom 26. Januar 1849 festgestellt sind, ruhig, fleißig und ohne Widersetzlich kerl zu arbeiten. Dieser Kontrakt ist gültig vom 24. Oktober eines bis zum 24. Oktober des nächsten Jahres. Eine Kündigung kann nur um Ostern geschehen, so daß am 24. Oktober desselben Jahres der Ab- zug stattfindet. Erfolgt zu Ostern keine Kündigung, so bleibt der Kontrakt von Bestand." Es ergibt sich also, daß der Tagelöhner des Freiherrn v. Rodde für seine Mühe und Last als Barlohn erhält: Im November für 25 Arbeitstage a 1,23--- Dezember Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober 24 26 25 25 25 25 25 27 27 25 27 1,25— 1,25=- 1,25= 1,50--- 1,50= 2.00= 2,00= 2,00— 2,00---- 1,50= 1,50= 31,25 M. 30,00„ 32,50„ 31,25„ 37,50„ 37,50„ 50,00„ 50,00„' 54,00„ 54,00„ 37,50.. 40,50„ Im ganz. Jahre für 306 Arbeitstage— 486,00 M. Uitd diese Summe erhält der freiherrliche Tagelöhner nicht mal ganz, denn neben den Steuern und sonstigen Abgaben muß er davon auch noch Schulgeld und Wohnungsmiete bezahlen! Dem Tage- löhner bleibt zur Erhaltung seiner Familie ein Barlohn von kam» 8 M. pro Woche. Der oben mitgeteilte Vertrag ist nicht etwa ein außergewöhn- sicher. Er ist typisch für die erbärmliche Löhnung der Landarbeiter. Und dann schreien die Junker und ihre Soldschrciber Zetermordio, wenn die Landarbeiter sich danach sehnen, endlich die junkerlichen Paradiese verlassen zu können. Möchten doch mal die Junker unter ähnlichen Verhältnissen leben wie ihre Tagelöhner— wie würden sie dann schreien und kontraktbrüchig werden! Singegangene Druckfcbriftcn. Moderne Geisterbeschwörer und Wahrhcitssucher von H. Freimarkl Band 36 der Großstadt-Dokumente. 1 M. Verlag: H. Seemann Nchflg. Berlin, NW. 87. Das Schmerzenskind der Provinzopcr. 16 Seiten. Herausgegeben vom Zlllacmelnen„Deutschen Chorsänger-Berband" in Mannbeim. Tie Flächen- und Körperberechunngen von A. Kctt. 66 Ps.— Zlnflösnnge« für die Trigonomeirle von A. Kctt. 6C Ps. Verlag: Hcydcniann u. Kett in Neustrelitz. Der wirtschaftliche Ausgleich von E. W. Gaßner. 2 M. Verlag: F. Rvihbarth in Leipzig. Bullo. der Kanzler, Pott, der Berater, und andere große Tiere. Von Erich Cudell. Uinschlagzeichnung von Aich. Scholz. Dresden, E. Piersons Verlag. Preis 1 M. Die Lage der deutschen Schisfözimmerer nach den statistischen Erhebungen von dem Jabrc 1899 bis zum Jahre 1906. Bearbeitet von H. Auers. 50 Seiten. 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Jahrgang. KeilM Ks LswUs" Kerlim MWIsT Zonntag, 17. November IM. Partei- 5Zngelegenkeiten. Biertcr Wahlkreis. Das Stiftungsfest des Wahlvereins findet heute Sonntag in den Lokalen: GcwerkfchaftShaus, Keller, Koppen- strafie 29. Elysium und bei Boeker swlt. In allen Lokalen ist dem Unterhaltungsbedürwis der Mitglieder aufs beste Rechnung getragen. BortragSkiinstler wechseln mit Rezitatoren ab. neben Gesangs- Vorträgen ist auch für gutes Konzert Sorge getragen. Treptow-Baumschulenweg. Die Parteigenossen werden er- sucht, sich heute früh 9 Uhr in den Bezirkslokalen zu einer Hand- zetlclvcrbrcitung für die am Dienstag stattfindende öffentliche Versammlung recht zahlreich einzufinden. Der Vorstand. Friedenau. Dienstag, den 19. November. Mitglicdcrverfamm- lung des Wahlvcrcins bei Grube. Kaiser-Allee. Tagesordnung: Bortrag:..Unsere herrschende Klaffe." Bericht von der General- Versammlung von Grost-Berlin. Vcrcinsangclcgcnheiten. Vcr- schicdenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Zehlcndarf. Am Dienstag, den 19. November, abends S'/a Uhr, findet im Lokale von Benno Micklcy, Potsdamcrstr. 25, die Mit- gliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen M. K i c s c l- Berlin über: „Friedrich Schiller, ein deutscher Dichter." Parteigenossen, agitiert für einen vollen Besuch dieser Versammlung. Der Vorstand. Bris-Buckow. Am Dienstag, den 19. November, abends 149 Uhr. findet im..Landhaus". Chausseestr. 97(Wosinski), die Wahlvereinsversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Hirsch über„Die politische Lage in Preußen." 2. DiS- kussiou. 3. Verschiedenes. Heute Sonntag früh S Uhr findet eine Handzettelverbreitung von den bekannten Stellen aus statt. Rege Beteiligung der Ge- nossen erwartet Der Vorstand. Teltow. Den Mtgliedern zur Kenntnis, daß unsere nächste Mitgliederversammlung am Dienstag, den 19. d. Mts., abends 8 Uhr, im Lokal des Genossen W. Bonow, stattfindet. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist das Erscheinen aller Genossen not- wendig. Auch Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Mariendorf. Am Dienstag, den 19. November, abends 814 Uhr. findet die Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Lokale von Borgfeld, Kurfurstenstr. 44, statt. Tagesordnung: 1, Vortrag des Genossen Redakteur Düwell über:„Krach, Krise und Sozial- demokratie." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Zu dieser interessanten Versammlung haben Gäste und Frauen Zutritt. Tegel. Montag, den 18. November, abends 814 Uhr, findet in Trapps Festsälen, Bahnhofstr. 1, eine Volksversammlung statt. 1. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Artur Stadt- Hagen über das Thema:„Hochverrat und Militarismus". L. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Die Mitgliederversammlung fällt diesen Monat aus; am Bug- tag findet eine Herrenpartie statt. Treffpunkt früh 8 Uhr bei Götz, für Nachzügler Spandau bei Kumke, Schänwalderstraßc. Nieder-Schöahausrn. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß die geplante Partie am Bußtag ausfällt; desgleichen die am 26. November fällige Wahlvercinsversammlung und die für den 2. Dezember geplante öffentliche Versammlung. Lichtenberg. Heute früh findet von den bekannten Bezirks- lokalen aus eine Flugblattverbreitung und Montag, den 18. November, bei Gürsch, Frankfurter Chaussee 128, eine öffent- liche Versammlung statt. Keiner darf fehlen. Der Vorstand. Berliner JVaebnebten. Die Unfallstatistik des StraßenbahnverkehrS zeigt dicSmal eine auffallende Erscheinung. Wie gemeldet, find im 3. Quartal dieses Jahres 147, in demselben Abschnitte des Vor- jahres 144 Personen durch Straßenbahnwagen umgestoßen oder überfahren worden und 576 bezw. 496 Personen beim Auf- oder Absteigen verunglückt. Während nun aber im vorigen Jahre von diesen beiden Kategorien 5 bezw. 7 Personen getötet wurden, fanden im letzten Quartal dieses Jahres 16 bezw. 29 Per- soncn ihren Tod; es ist also in dem einen Falle die doppelte, in dem anderen fast die dreifache Zahl tödlich verlaufener Un- fälle zu verzeichnen. Die einzige Ertlärung, welche sich für diese auffallende Erscheinung anführen läßt, ist die Tatsache, daß tvährend des größeren Teiles des Quartals pic Straßcnbahnschienen durch Regen und Schmutz schlüpfrig waren; infolgedessen die Wagen sich nicht immer mit der wünschenswerten Präzision zum Stillstand bringen ließen, tvährend andererseits die Schlüpfrigkeit� des Pflasters auch die Unfälle beim Auf- und Absteigen ungünstig beeinflußte. An sich hat die Zahl der Straßcnbahn-Unfälle nicht in dem Maße zugenommen, wie die Zahl der beförderten Personen, und dies trifft namentlich auch auf die Unfälle zu, von denen die Straße npassanten betroffen wurden, denn diese ist fast krnstant geblieben. Es ivird dies auf die Belehrung der Schuljugend durch ein„R crkblatt" zurückgeführt, welches die Große Berliner Straßenbahn in einer Auflage von einer Million Exemplaren hat herstellen lassen. Da in jedem Halbjahr eine große Zahl neuer Schüler eintritt, wäre es wünschenswert, daß das„Merkblatt" halbjährlich in den untersten Klassen der Lehr- anstalten aufs neue verteilt würde. Berliner Asylverrin für Obdachlose. Mit der Niederlegung des dunkelsten Teiles von Berlin, des sogenannten Scheunenviertels, ist auch das dort befindliche alte Frauenasyl vom Erdboden vcr- schivunden. Rund 6 Millionen Obdachlosen hat der seit 38 Jahren bestehende Berliner Asylverein kostenlos Unterkunft, Abend- und Morgenimbiß, Bäder usw. gewährt und daS in engen Skäumen untergebrachte alte Frauenasyl hat allein im letzten Jahre 54666 Frauen, darunte» 266 Säuglinge und 966 Greisinnen über 76 Jahre be- herbergt. Der rührige Verein hat nun im Norden von Berlin ein neues Frauenasyl errichtet, daö bei aller Einfachheit mit den neuesten Er- rungenschasten der Technik und Hygiene derartig ausgestattet ist, daß die Panier Hygieniker. die kürzlich zum Kongreß in Berlin weilten und dabei auch das Asyl in Augensckein nahmen, dasselbe in einem ailSführlichen Bericht in der Pariser Zeitung„Le Radikal" in hygienischer Beziehung als einfach vollkommen»md unnbcrtressbar be- zeichnen. Der Bau hat die flüssigen Mittel des VeremS aber derartig erschöpft, daß derselbe an die Mildtätigkeit und Opferfrcudigkeit unserer Berliner Mtbürger appellieren muß und zu diesem Zwecke eben einen Aufruf versendet. Wir können die Beachtung dieses Auf- rufs und die tatkräftige Unterstützung des Vereins und seines Liebeswerkes nur wärmstenS empfehlen. Einmalige Beiträge und Anmeldungen zu Jahresbeiträgen van 1,56 M. an nimmt der Schatzmeister dcS Vereins, Herr Alfred Hirschfeld. Klciststr. S. gen, entgegen._ Manschenhandcl im städtischen Obdach. Eine Aufsehen erregende Angelegenheit kam in der letzten Sitzung deS�Kuratoriums für das städtische Obdach zur weiteren Kenntnis. Tie im Obdach angestellte Pflegerin Frau Groß und die Hebamme Owen haben die ihnen übertragenen Acmtcr dazu benutzt, noch Privatgeschäfte zu machen. Mit den Unglücklichsten der Unglücklichen trieben sie einen schivuughaftcn Handel, indem sie Mädchen gegen Bezahlung an Gesindevermictungsbuocaus zur Vermietung auf dem Lande oder die Entbundenen als Ammen abgaben. Frau Groß forderte von den Bureaus pro Mädchen 16 M., während der Frau Owen zwar nicht direkt nachgewiesen werden konnte, daß sie Forderungen gestellt habe, aber nicht be- stritten werden konnte, daß sie„nur Geschenke" angenommen habe. Frau O. war sogar so vorsichtig, ein in ihrer Abwesenheit eines Tages für ihre Mühewaltung abgegebenes„Geschenk" in Höhe von zwanzig Mark zurückzusenden. Frau G. hatte feste Preise; sie be- ging die Unvorsichtigkeit, schriftlich zu erklären:„Entweder 16 M. oder die Vermietungspapicre wieder zurück"; billiger könne sie cS nicht machen. Schließlich kam durch Konkurrenzneid die Sache ans Tageslicht. Obwohl beide Damen sich im städtischen Dienst als tüchtig und brauchbar erwiesen hatten und besonders die Tätig- kcit der Frau Groß lobend anerkannt werden kann, so konnte die Verwaltung in diesem Falle nicht anders handeln, als Frau Groß zu entlassen, während Frau Owen mit einem Verweis davon kam, weil ihr nicht nachgewiesen werden konnte, daß sie„Forderungen" gestellt hätte, auch wurde der letzteren die für nächstes Jahr fällige Zulage gestrichen. Nicht uninteressant war die Mitteilung, daß an allen städtischen und staatlichen Krankenhäusern von den Heb- ammen ein gleicher Handel mit Ammen getrieben werde. Ist das letztere zutreffend, so ist alle Ursache vorhanden, gegen einen der- artigen Zustand entschieden Front zu machen. Wir sind gewiß dafür, daß den in diesen Anstalten beschäftigten Angestellten eine anständige und auskömmliche Bezahlung gewährt wird, müssen aber unter allen Umständen auf der anderen Seite gewissenhafte Pflichterfüllung und Unbestechlichkeit verlangen. Die Leitung der Berliner städtischen Fach- und FortbilduugS- schulen soll einein Direktor übertragen werden. Zu diesem Zwecke wird ein besonderes Ortsstatnt geschaffen. AuS den verschiedensten Gründen ist von der Ucbertraguug dieses Zweiges dcS Schulwesens an einen besonderen Stadtrat Abstand genommen worden. Die Wahl des Direktors soll durch den Magistrat und die Stadtverordnetenversammlung in gemeinschaftlicher Sitzung unter dem Vorsitz des ObcrbürgenncisierS K i r s ch n e r erfolge«. Die Anstellung erfolgt dann durch einen sogenannten Privatdienstvertrag. Die Perjonenschiffahrt auf dem Tegeler See wird in der nächsten Saison endgültig von der Stern-Dampfer-Gesellschaft übernommen werden. In der gestern stattgefundenen Generalversammlung der genannten Gesellschaft wurde die Ucbernahmc des GesamtbetricbeS der Spandauer DampsschiffahrtS-Gesellschaft beschlossen, die bisher den Verkehr van Spandau nach Tegelort und Tegel sowie den Ver- kehr auf der Oberhavel und Heilrgensee vermittelte. Durch diese Umwandlung des SchiffahrtSverkehrL dürfte auf den genannten Ge- wässern ein strengerer geregelter Betrieb als bisher Platz greifen. Bequemlichkeiten für Tiergartenrriter. Wir lesen in der „Kreuzztg.": Holzmodclle für die Rampen, die aus Anordnung des Kaisers an den Eingängen der Reitwege deS Tiergartens aufgestellt werden sollen, um das Besteigen der Pferde zu erleichtern, sind am Kempcrplatz und vor dem Brandenburger Tor angebracht worden. Sie sind reichlich 314 Meter lang, 14 Meter breit und in der Mitte 14 Meter hoch, während sie von beiden Seiten langsam ansteigen. Auf der Oberfläche haben sie eine gerippte Schicht aus Zement. Sie haben Achnlichkcit mit dem„Kaiserstein", der noch jetzt aus dem Tempclhofer Felde nahe dem Stcuerhause vorhandenen und aus Mauersteinen bestehenden Rampe, mit deren Hülfe der alte Kaiser Wilhelm in seinen letzten Lebensjahren sein Pferd zu be- steigen pflegte._ Am Rathaus-Pranger. Unseren Lesern wird noch erinnerlich sein, daß wir vor einiger Zeit rügten, daß Häuslingc aus dem städtischen Arbeitshause nicht nur zu ReinigungSarbciten innerhalb des Rathauses verwendet werden, sondern auch Arbeiten verrichten müssen, die eigentlich Arbeiten der Straßcnreinigung sind, nämlich das Säubern der 5tellcrschächte an den äußeren Fronten des Rathauses. Wir gaben der Meinung Ausdruck, daß diese Art der Verwendung der Häus- linge als ein am Prangerstchcn bezeichnet werden müsse, weil so mancher arme Teufel nur zu häufig durch mißliche soziale Wer- Hältnisse ins Arbeitshaus gerät. In der letzten Kuratoriumssitzung der Verwaltung des Arbeit?- Hauses stand die Vorbcratung des Etats aus der Tagesordnung. Bei der Position der Einnahme für Außcnarbeiten brachte Genosse Hofsmann die Sache zur Sprache und bcantragtc Abschaffung dieser vielleicht noch für Schöppcnstädt, nicht aber mehr für Berlin sich eignenden Maßregel. Da kam er aber schön an bei dein Berliner Freisinn unter der glorreichen Führung dcS Herrn Fischbcck. Ter will sich auch nicht durch Schöppcnstädt von der Spitze der Reaktion verdrängen lassen. Tie sechs Mann, die regelmäßig an jedem Freitag am Rathause am Pranger stehen und unter Führung eines Beamten von Rummclsburg nach Berlin marschieren, sollen auch ferner diese Tätigkeit als Belohnung für gute Führung verrichten. Herr Stadtverordneter Rcttig� hält das im«Interesse der Abschrcckungstheorie für dringend erforderlich, damit alle die Berliner Nichtstuer sich ein Beispiel daran nehmen können, wie es ihnen ergeht, wenn sie arbeitslos herumbummeln und anderen ein schlechtes Beispiel geben". Ob damit auch die „Vagabunden" mit dem Gcldc anderer Leute in den Taschen, oder die„Nichtstuer" aus der Adlcrvilla in Poisdam und der ihnen verwandten Seelen gemeint sind, darüber>zab der„Auchsrcisinnige" Rettig keine Auskunft. Da aber Herr Fischbcck in dasselbe Horn blies, wurde selbst die Stimme des bürgerlichen Stadtverordneten übertönt, der dem Genossen Hoffmann wenigstens mit Bezug auf die Außenarbcitcn am Rathause recht gab. Ein interessantes Pröbchen echt Fischbcckscher Logik gab der Herr zum besten, indem er meinte, der Verkehr weder im noch am Rathause sei so erheblich, daß jemand daraus achte, wenn die Leute zum Rathausc geführt würden und sich dort betätigten. Als aber bei der Position für den Geistlichen, der den Häuslingen auf den Rieselfeldern in Buch den himmlischen Trost spendet, unsere Ge- Nossen die Streichung derselben beantragten, einmal aus prin- zipicllen Gründen, dann aber auch, weil ja eine Kirche in Buch vorhanden sei, bekämpfte Herr Fischbcck diesen Antrag mit dem Argument, man könne die Häuslingc bei dem ge- wältigen Verkehr in Buch nicht durch die Straßen des Ortes zur Kirche führen. Genosse Hoffmann rückte natürlich den„gewaltigen Lcrtehr in Buch" gegenüber der„Ocde" im und am Berliner Rathause in das notige Licht. Was tut's! Herr Fischbcck kann„reden links, kann reden rechts", wie's paßt._ Zur Zersplitterung des Berliner Gerichtswesens. Mittels An- schrcibcns des Justizministeriums ist den Justizbehörden ein StraßcnvcrzcichniS für Berlin und Umgegend zugegangen. Hier- durch sollen die Justizbehörden in die Lage versetzt werden, bei dem Erlasse von Ersuchen, insbesondere von Rcchtsbülfccrsuchcu die in Berlin und Umgebung für die Erledigung des Ersuchens zuständige Justizbehörde zu bestimmen. Es wird in dem Rundschreiben empfohlen, für den Fall, daß gleichzeitig um die Vernehmung mehrerer Personen ersucht wird, die in den Bezirken v er- schiedencr Amtsgerichte von Berlin und Umgegend sich auf� halten, zur Ersparung von Mühe und Zeit nur e i n Amtsgericht um die Vernehmung aller Personen zu ersuchen. Hierzu machen die„Blätter für RcchtSpfl." folgende charakteristischen Be- mertüngcn:„Man staune! Das Justizministerium hat erst vor wenigen Jahren die Gesetzgebung des Staates in Anspruch ge- nommcn, um Groß-Bcrlin in 7 AmtSgcrlchtsbezirke und 3 Landgcrichtsbezirkc zu teilen mit der Begründung, daß man den VorortSbcwohncrn nicht zumuten könne, ihre RechtSangc- legcnheiten bei einem in Berlin gelegenen Gerichte zu erledigen» weil die Entfernung der Gerichtseingescsscnen zu diesen Berliner Gerichten zu groß wäre! TaS Justizministerium hat noch am 15. Juli 1967 es abgelehnt, die von der Anwaltschaft beantragte räumliche Vereinigung der Zivilabtcilungcn der Berliner Landgerichte anzuordnen, weil dadurch„Einrichtungen geschaffen würden, die mit den Zwecken des Organisationsgcsetzcs vom 16. September 1899 und der daraufhin erfolgten Herstellung besonderer Geschäfts- gebäudc für die einzelnen Gerichte nicht vereinbar sein würden." Dasselbe Justizministerium hält nunmehr die Vernehmung meh- rcrcr Personen, die in den Bezirken verschiedener Amtsgerichte von Berlin und der Umgebung wohnen, durch ein und dasselbe der verschiedenen Berliner Amtsgerichte nicht bloß für zulässig, son- dem auch für empfehlenswert, weil dadurch, daß c i n Richter unt der Vernehmung befaßt und daß e i n Termin bestimmt wird, den Gerichten und den zur Teilnahme an den Terminen befugten Par- tcien und Partcivcrtrctern Zeit und Mühe erspart und die Er- lcdigung des Ersuchens beschleunigt wird, ohne daß bei der be- qucmen und billigen Verbindung zwischen Berlin und den Vor- orten den zu vernehmenden Personen erheblich größere Bclästi- gungen und höhere Kosten erwachsen! vilücilc est, satirsn» non scribere!" Ter Lcichenfund auf dem Tempelhofer Felde, über den wir vor einigen Tagen berichteten, ist jetzt vollständig aufgeklärt. Tie Dakthloskopie hat die Frau mit aller Bestimmtheit als die obdach- lose Auguste Kleist festgestellt. Sie war früher einmal als Trinkerin aufgegriffen und gemessen worden. Tie Kleist ist nach dem Ergebnis der Obduktion an einer Gehirnerschütterung ge- storben. Tie Verletzung an der Stirn und die Gehirnerschütterung rühren von einem Fall auf einen harten Gegenstand her. Vom Bau abgestürzt. Das Opfer eines schwere» Bauunfalles ist gestern Nachynttag der 31 Jahre alte Arbeiter Albert Kettclhaut, Nckerstraße 78 wohühaft, geworden. K. war auf dem Neubau Olivaerplatz 2 beschäftigt. AIS er im zweiten Stockwerk am Rande der Mauer entlang schritt, machte er einen Fehltritt und stürzte, das Gleichgewicht verlierend, in die Tiefe hinab. In bewußtlosem Zu- stand brachten Kameraden den Verunglückten nach der Unfallstation, wo der Arzt schwere innere und äußere Verletzungen feststellte. In fast hoffnungslosem Zustand fand K. im LazaruS-Krankcnhaus Auf- nähme. Der Zcntralvercin für Arbeitsnachweis teilt mit. daß die neue Mtciluug für weibliches Hauspersonal sLinkstr. 11) gleich im ersten Monat ihres Bestehens sich eines überraschend regen Zu- spruches von Hausfrauen und Stcllcnsuchendcn zu erfreuen hatte. Es hatten sich 666 Hausfrauen und 446 Stcllcnsuchcnde gemeldet, immerhin ein sehr günstiger Anfang. Gestohlene Haltestellen. Ein etwa» unaewöhillichcr Diebstahl ist in der verflossenen Nacht in der Friedrichstraße verübt worden. Bekanntlich hat die Allgemeine Berliner Oimiibusgesellschast für ihre Krastomnibiifse bestimmte Haltestellen errichtet, die durch an Stangen befestigte Tafeln für das Publikum kenntlich gemacht find. Diese Tafeln bestehen aus Emaillcschildern, die in eine Doppelgabel auS- laufen und an die Stange» angeschraubt sind. Die Spitzbuben haben nun die Schrauben au verschiedenen Schildern abgedreht, wobei sie sich zweifellos eines Schlüssels bedient haben müssen, und die Tafeln gestohlen. Die gemachte Beute ist allerdings unbedeutend, da der Mctallwcrt der gestohlenen Haltestellentafeln nur wenige Mark beträgt._ Eine neue Brandkatastrophe. In der I ä g c r st r a ß c 1 1 kam in letzter Nacht ein gewaltiges Feuer zum Ausbruch, bei dem zwei Personen schwer und verschiedene leicht verletzt wurden. Kurz nach 1 Uhr wurde von der Straße aus bemerkt, wie aus den Dachluken des fünfstöckigen Hauses Flammen hcrvorschossen. Durch Feucrrufe wurden die Hausbewohner aus dem Schlafe geschreckt und wenige Sekunden später gellten vom Hofe her laute Hülfcrufe. Als das HauStor geöffnet war, wurde versucht, noch vor Eintreffen des ersten Löschzugcs den gefährdeten Personen Hülfe zu bringen. Ein R e s c r v c o f fi z i c r. dessen Namen nicht hat festgestellt werden können, drang über die Treppe bis zum Dache empor und wurde hierbei von Stichflammen im Gesicht und au den Händen start verbrannt, so daß er schleunigst den Rückzug antreten mußte. Das Feuer wütete im Tachboven, an den zwei M a n s a r d c n lv o hu u n g c u grenzten. Einem alleinstehenden Fräulein Schröder, dessen Wohnung schon Feuer gefangen hatte, gelang cL, nur notdürftig bekleidet, noch die Treppe hinab- zueilen, dagegen wurde dem daneben wohnenden Ehepaare Krant der Ausweg durch Flammen und Rauch vollständig abgeschnitten. In diesem kritischen Augenblicke erschien der 19. Löschzug aus der Maucrstraße. Obgleich die Treppen fast unpassierbar waren, stürmten doch einige Feuerwehrleute unter Anwendung von Rauch- schutzapparatcn nach oben und brachten die von Rauch schon stark mitgenommenen Eheleute Krant noch rechtzeitig ins Freie. Tie Ablöschung war bei der enormen Hitze sehr schwierig, lieber vier mechanische Leitern hinweg mußte mit achtRohrcn vorgegangen werden und die hierbei tätigen Mannschaften konnten immer nur wenige Minuten arbeiten, um dann abgelöst zu werden. DaS Feuer hatte in kurzer Zeit nicht nur den großen Boden vollständig ersaßt, sondern auch zwei Scitcukorridorc. Erst nach dreistündiger angestrengter Tätigkeit konnte die Gefahr beseitigt werden. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis in die achte Morgenstunde hinein hin. Obcrfeucrmann August Richter vom 19. Löschzuge hat sich bei den Rcttungsarbciten eine so schwere Rauchver- g i f t u n g zugezogen, daß er später auf der Wache ohnmächtig zusammenbrach und nach der Charite geschafft werden mußte. Mehrere andere Fcuwchrlcute erlitten leichtere Brandwunden und auch Rauchbcschädigungcn. Branddirektor Reichel war selbst längere Zeit mn Brandplatz. Schwer geschädigt sind die Eheleute Krant und das Fräulein Schröder. Da ihre Wohnungen Polizei- widrig im Dachgeschoß lagen, so wurden sie zu keiner Versicherung zugelassen. Fräulein Schröder hat ihre ganze Habe verloren und steht nun mittellos da. Ter gesamte Tachstuhl ist zerstört. Tie Freie Bolkebühnc veranstaltet für ihre Abcndabtcilungcn im Lortzing-Theatcr, vom 22. November, Freitag abend 814 Uhr ab, vier Aufführungen von„Hans Heiling" romantischer Oper vor. Heinrich August Marschner(Dichtung Eduard DevrientS) unter der iünstlcrisch-musiralischcn Leitung von I. Grcvenberg und M. Grimms und der Opernsänger Dr. Rudolf Pröll und Wilhelm von Haxt- bausen. In diesen Opern haben die Mitglieder der Nach- mittagsabteilungen, soweit Raum vorhanden, Zutritt gegen Lösung einer©oft karte zum Preise von 1 Mark an der Abendkasse beim Obmann. Desgleichen zu der am 22. November im Luisen-Theater stattfindenden letzten Auf- führung von„Barkel T u r a s c r". Am 13. Dezember beginnt die 3. Abendserie im Luisen- Theater mit Otto Erich HartlcbenS Komödie:„Erziehung zur Ehe".(Artistische Leitung: Adolf Steinert.) Gäste: Frl. Frida Brock vom Hebbel-Thcatcr, Herr Friedrich Heyse vom Wiener Burgthcatcr. Am Bußtag. Nachmittag und Abend, sind vier Auf- führungen ftir die Nachmittags-Abtcilungcn im Neuen Schau- s p i c l h a u s e und im Berliner Theater.„Judith", von Hebbel,„Tal des Lebens", von M. Drcyer.(Geschlossene Vereins- Vorstellungen.) Eonnabcnd, den 23. November. 8�4 Uhr, beim dies- jährigen Winterfest im F r i e d r i ch s h a i n s a a l. wird ein heiterer Konzertabend veranstaltet unter Mitwirkung des Einfonic-Orchcstcrs unter Leitung des Dirigenten Karl Zimmer. ?lls Gcsangssolistin ist die Konzcrtsängerin Frl. Hildegard Stolle(Dresden) verpflichtet worden. Festmarken a 60 Pf.. Gastkarten 75 Pf. inkl. Programm, sind in ollen Zahlstellen bei schleuniger Bestellung zu haben. Am M o n t a g, den 25. November, 8V3 Uhr, erläutert Herr Dr. Leopold Hirschberg Richard Wagners Oper:„Der fliegende Holländer" pianistisch und gesanglich am Klavier im Ber- lincr Rathaussaale. Einlaßkarten a 30 Pf. sind in den Zahlstellen zu haben. Der Gesangverein„Nordwacht"(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet am Mittwoch, den 20. November(Bußtag), sein drittes Künstlcrkonzert im großen Saale der Germania-Prachtsäle, Ehaussecstr. 110. Es wirken u. a. mit: das Sinfonie-Orchcster des Herrn G. Vogel, Violinsolist Herr A. Altmann und Frau Margarete Walkotte. Das ausgewählte Programm garantiert den Besuchern einen genutz- reichen Abend. Der Anfang ocs Konzerts ist präzise Vü? Uhr. Der Männer-Gesangverein„Freiheit-Nord"(M. d. A.-S.-B.) veranstaltet heute, Sonntag, in den Pharus-Sälen in der Müller- straße 140 ein Vokal- und Jnftrumental-Konzert. Mitwirkende: Konzertsängerin Frl. Ulrich, Bsvliner Ulk-Trio und das Neue Ton- künstler-Orchestcr, Dirigent Franz Hollfeldcr. Der Anfang des Konzertes ist auf SMs Uhr festgesetzt. Auf der Treptow-Sternwartc spricht Direktor Dr. Archen- hold am Sonntag, den 17. d. M., nachmittags 5 Uhr. über:„Dev Mond im Treptower Riesenfernrohr", abends 7 Uhr über:„Das Geheimnis des Wcltenraumcs". Das Thema für den Vortrag am Montag, abend 0 Uhr, lautet:„Nebelflecke und Sternhaufen". Alle drei Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet.— Mit dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche von 2 bis 3M Uhr die„Sonne", dann ein„Fixstern" und später der„Mond" beobachtet. � Vermißt. Der Milchhändlcr Ferdinand Mettke, am 22. Juni 1859 in Groß-Kienitz, Kreis Teltow geboren, Britz. Karlstr. 22 wohnhaft gewesen, wird seit dem 29. Oktober d. I. vermißt. Er ist 1,75 Meter groß, von schlanker Gestalt, hat blondes(meliert) Haar, blaugraue Augen, lückenhafte Zähne, blonden Schnurrbart, gesunde Gesichtsfarbe, doppelten Leistenbruch und schielt etwas. Bei seinem tortgang war er bekleidet mit brauner Schirmmütze, brauner trickjackc. schwarzer Weste und Hose, braunen wollenen Strümpfen, weißem Barchendhemd, blauer Schürze und Holzpantinen; er trägt Gummibruchband. Es wird Unglücksfall oder infolge seines krank- hasten Zustandes Selbstmord vermutet.— Nachrichten über den Vermißten werden in jedem Polizeirevier und bei der Kriminal- Polizei, Alexanderstr. 3/6, 2 Treppen, Zimmer 334, schriftlich oder mündlich zu Tagebuchnummcr 7589. IV. 29. 07 entgegengenommen. Zeugen» welche über den Unfall des Arbeiters Blende «n>» Montag, den 4. d. M., 1410 Uhr abends, auf der Stadtbahn (Ringbahnhos Schönhauser Allee) Auskunft geben können, werden dringend gebeten, ihre Adresse an Böhnke, Scelowerstr. 8, einzu- senden. Arveiter-Samariter-Kolonne. Montag, abend 9 Uhr, 1. Llb- teilung, Dresdcnerstr. 45. Vortrag über Knochenbrüche, Ver- rcnkuugen und Verstauchungen. Daran anschließend: praktische Uebungcn. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Donnerstag: Ucbungsstundc der g. und 4. Abteilung._ Vorort- JVacbncbten. Nixdorf. Ein wirksames Lockmittel» Abonnenten rinzufangen» glaubt dqS„Rixdorfer Tageblatt" gefunden zu haben. War man bisher nur gewöhnt, das Rabattsparwcscn in den Warenhäusern und Gc- schäftslädcn anzutreffen, so dürfte mit demselben auch jetzt im Zeitungsbetrieb der Anfang gemacht sein. Der Firma Micr u. Glascmann, Inhaber des„Rixdorfer Tageblatt", gebührt der Ruhm, auf diesem Gebiet bahnbrechend vorgegangen zu sein. Da- nach erhalten alle diejenigen, welche dem„Rixdorfer Tageblatt" einen neuen Abonnenten auf die Dauer von drei Monaten zu- führen, eine Weltmarke ausgehändigt; für 10 solcher Wertmarken wird eine Prämie von 3 M. gezahlt. Die für diesen Zweck not- wendigen Abonncmentskarten sind bereits fertiggestellt und der Prospekt wird in allernächster Zeit mit Rabattsparbüchern zur Ausgabe gelangen. Daß das Blatt zu dieser Art Geschäftsreklame greift, ist für uns das beste Zeichen dafür, daß es in den vielen Arbeiterfamilien Rixdorfs zu dämmern beginnt. Gerade das im „Lykal-Anzeiger"-Stil gehaltene„Rixdorfer Tageblatt" hat pie Interessen der Arbeiterklasse bei den verschiedensten Gelegenheiten schnöde verraten, so daß es überhaupt zu bewundern ist, daß dieses Blatt in der Arbeiterstadt Rixdorf noch Verbreitung findet. Viel- leicht hat die letzte„Vorwärts"-Agitation dazu beigetragen, daß das Blatt, veranlaßt durch merklichen Abonnentenschwund, ein solches Mittel der Geschäftsreklame anwendet. Wir wagen indes zu bezweifeln, daß die Rixdorfer Arbeiterschaft auf diesen Leim kriechen wird. Sie wird vielmehr bestrebt sein, für den„Vor- wärtö", für ihren Berater im wirtschaftlichen und politischen Kamps mehr als je zu agitieren. In cmer Zeit des wirtschaftlichen Nieder- ganges und der unerträglichen Lebensmittelverteuerung die Arbeiterschaft für ein äußerlich„unparteiisches", im Grunde aber arbeiterfeindliches Blatt einfangen zu wollen, ist etwas stark. Diese Geschäftsreklame wird sich als eine gänzlich falsche Spekulation erweisen. Ein großer Juw.elendiebstahl, wobei den Tätern für 5000 M. Schmucksachen in die Hände fielen, ist in der vorgestrigen Nacht bei dem Goldwarenhändlcr Goldstein in der Hcrmannstr. 55 ver- übt worden. Die Einbrecher nahmen ihren Weg durch ein neben dem Laden befindliches Klosett. Sie brachen aus demselben in Manneshöhe eine Wand heraus und gelangten durch die Oeffnung in das an das Geschäft angrenzende Nebenzimmer. Die Ver- bindungstür öffneten sie mittels Dietrichs. Unter den Wert- fachen trafen die dreisten Einbrecher eine sorgfältige Auswahl. Außer Schmuckgegcnständen stahlen sie auch eine Anzahl goldener Herren- und Tamcnuhren. Am Tatort ließen sie ein Brecheisen von einem Meter Länge zurück. Auch einen großen Brustbohrcr ließen sie im Stich. Schöneberg. Die Polizei hat kürzlich, wie wir dieser Tage berichteten, bei dem Schlächtermeister Schäfer in der Frankfurter Allee 61a ver- schiedene Waren beschlagnahmt. Wie uns Herr Schäfer mitteilt, soll es sich um altes Fett und Talg gehandelt haben, das zum Se,fekochcn verwendet werden sollte. Die beschlagnahmte Wurst habe die Polizei für gut befunden und ihm bezahlt. Cliarlottenvnrg. Der Ueberfall auf den Kaufmann Tal» Walbo ist jetzt auf- geklärt. Ter Mann, der Waldo in seiner Wohnung aussuchte, ihn durch zwei Rcvoloerfchüsie nach einem heftigen Austritt schwer ver- letzte und dann sich selbst erschoß, weil er den Weg zur Flucht ab- geschnitten sah, war bis jetzt unbekannt geblieben. Auch die Photo- graphierung der Leiche führte nicht zum Ziel. Nun ließ man Fingerabdrucke machen und sandte sie dem Erkennungsdienst der Berliner Kriminalpolizei ein. Diese stellte gestern mit Hülfe der daichleskopischeil Karten die Persönlichkeit des Toten fest. In wenigen Minuten war unter den 48000 Karten die richtige gc- funden. Der Selbstmörder ist ein 24 Jahre alter früherer Haus- diencr Karl Herzog, der eine ganze Reihe von Strafen erlitten hatte. In Berlin betrieb Herzog früher gewerbsmäßig den Fahr- raddicbstahl.. Er wurde dafür fünfmal bestraft. In Hamburg er- hielt er zuletzt im Jahre 1904 wegen schweren Diebstahls eine mehrjährige Gefängnisstrafe. Nach deren Verbüßung kam er wohl deshalb jetzt nach Berlin zurück, weil er hier Angehörige hatte. Diese wollten aber nichts von ihm wissen. Lichtenberg. Die Schröpfung der Kommunen durch Unternchmerverbäude wurde in der letzten Stadtverordnetensitzung der jungen Stadt Lichtenberg an der Hand eines Spezialfalles von unseren Genossen in grelle Beleuchtung gerückt. Die Gemeinden Lichtenberg, Boxhagen und Rummelsburg sind zu einem Kanaliiationszweckverband ver- einigt. Diesem Verband gehört das Riltcrgnt Tasdorf, das zu Rieselzwecken hergerichtet werden soll. Die hierzu nötigen Arbeiten werden auf Grund der vom Bauamt des Verbandes festgesetzten Bedinaunge» vergeben und zwar im Wege der beschränkten Sub- Mission. Zur Abgabe von Offerten für die AptierungS-Drainage- sowie Dnickrohrarbeitcn wurden eine Reihe Tiefbauunternehmer auf- gefordert, welcher Aufforderung 12 oder 13 Firmen nachkamen. Der Zuschlag wurde der Firma Paul Fiebig-Bcrlin zu einem Preise von rund 500 000 M. erteilt, weil diese Firma mit ihrem Gebot um etwa 40 000 M. hinter den übrigen Angeboten zurückblieb. Es wurde nun von unseren Genossen festgestellt, daß die Gc- samtarbeiten bei einem Preis von 400 000 M. bereits einen Unternehmergewinn von 100 000 M. abwerfen. Es bleiben also noch weitere 100 000 M. übrig, die nicht fiir den bauausführcnden Unter- nehmer, sondern für die übrigen sich zu einem Kartell zur Ans- beutung der Kommunen zusamniengeschlossenen Tief Bauunternehmer bestimmt sind und unter diesen zur Verteilung gelangen. Die Unternehmer haben einen Raubzug auf die Taschen der Steuer- zahler förmlich organisiert. In gemeinschaftlicher Beratung setzten diese gutgesinnten, fürs Gemeinwohl„arbeitenden" Leutchen 100000 M. Gewinn für sich fest, bestimmten auch von vornherein die Verteilimg der Beute. 10 Proz. der Gesamtbente müssen an die Mitsubmittenden d. h. an die Firmen gezahlt werden, die überhaupt keine Arbeiten ausführen. Unsere Genossen interpellierten in der letzten Sitznrg den Bürgermeister deswegen. Dem Bürgermeister war von der Sachlage nichts bekannt und die bürgerlichen Vertreter waren von der Wucht des vorgetragenen Materials konsterniert. Sie versuchten die Ausführungen unserer Genoffen abzuschwächen, indem sie Zweifel in die Richtigkeit des Vorgetragenen setzten. Doch nach der Erklärung deS Genossen Grauer, dem Bürgermeister das Material zur Verfügung stellen zu wollen, verstummten die Rufer im Streit. Aus diesem Einzelfall geht wiederum zur Evidenz hervor, wie notwendig die von den sozialdemokratischen Vertretern aufgestellte Forderung ist. die Gemeindearbeiten in eigener Regie auszuführen. Würden die Gemeinden in diesem Sinne verfahren, so würde der ge- samte Unternehmergcwinn ausgeschaltet und den Gemeinden zugute kommen. Der Schröpfung der Kommunen durch die kartellierten Unternehmer wäre ein Riegel vorgeschoben. Das wollen aber unsere Gegner nicht. Durch die jetzt beliebte Art der Vergebung tädtischcr Arbeiten an Privatunternehmer leiden die Gemeinde- interessen. Dem nmß endlich ein Ende gemacht werden. Die Agitation für den Achtuhr-Ladrnschluß soll am heutigen Sonntag begonnen werden. Von 8 Uhr an wird öas einschlägige Material durch die Mitglieder des Zentralverbandcs der Hand- lungsgehülfen im„Schwarzen Adler", Frankfurter Chaussee 5. zur Ausgabe gelangen. Die Parteigenossen werden um zahlreiche Bc- teiligung ersucht. „Einen bösen Neinfall"» unter dieser Spitzmarke berichteten wir vor längerer Zeit über das Schicksal des Bäckermeisters R e i n i ck e. Frankfurter Chaussee 83, der während der Zeit des Bäckerstreiks beim Austragen der Backware einem„Vorwärts"- Abonnenten einigemal den„Vorwärts" wegnahm, um sich über den Stand der Bewegung zu informieren. R. drohte damals mit Beleidigungsklage gegen den ,.Borwärts"-?lbol!nentcn. weil die Sache in der Nachbarschaft besprochen ivurdc. Dos ging unserem Leser über die Hutschnur, er ühergab die Angelegerihett der Staats- anwaltschaft und R. wurde vom Schöffengericht, nachdem fest- gestellt morden war, daß er den„Vorwärts" mehrere Male„an sich genommen" hatte, zu einem Tag Gefängnis und Tragung der Kosten verurteilt. Hiergegen legte Reinickc Berufung ein. In der Verhandlung zog er jedoch, als abermals von drei Zeugen fest- gestellt worden war, daß er ohne Erlaubnis des Abonnenten den „Vorwärts" genommen hatte, die Berufung unter Tragung der Kosten zurück. Weihensee. Bei einem ciitscßlichen Unglücksfall hat vorgestern der Wäscherciarbeitcr Franz Krusius, der in der Waschanstalt„Tip- Top" in der Lehderstr. 16-18 angestellt war, den rechten Arm ver- lorcn. K. hatte für die Entladung eines sogenannten Wäschc- driesels zu sorgen. Als er den Apparat vorgestern reinigte, setzte sich dieser plötzlich von selbst in Bewegung und der rechte Arm )cs noch jungen Mannes geriet unglücklicherweise in das Getriebe des Räderwerks. Zwischen Ellenbogen und Kugelgelenk wurde er bollständig zermalmt und nur noch an einem dünnen Stückcbcn Haut hing er an der Schulter fest. Im Auguste Viktoria�ranken- haus, wo der Schwerverletzte Aufnahme fand, wurde sofort die Amputation vorgenommen. Friedrichshagen. Die Leiche eines unbekannten Selbstmörders wurde vorgestern vormittag im Kurpark in Friedrichshagen an einem Baume hängend aufgefunden. Der Tote, ein etwa 35- bis 40 jähriger Mann, trug einen goldenen Trauring. Er war bekleidet mit einem grauen Anzug und Schaftstiefeln. Bei ihm wurde eine silberne Taschenuhr und ein Portemonnaie mit 64 Pfennig Inhalt aufgefunden, lieber die Personalien des Verstorbenen, vermutlich eines Berliners, konnte nichts ermittelt werden. Potsdam. Ein Ladenbrand verursachte vorgestern abend eine große Auf- regung in der Kaiscrstraße. In der Eisenwarcnhandlung von Schneider gerieten in der Nähe deS Ofens lagernde in Papier gc- schlagene Waren in Brand. Das Feuer, das schnell um sich griff, erreichte auch bald das Schaufenster,, und die darin enthaltenen Kohlengasdämpfc explodierten mit lautem Knall, die Fensterscheibe und die Rolljalousie zertrümmernd. Von der schnell herbeigee-�en Feuerwehr wurde der Brand nach kurzer Zeit gelöscht. 6mcbt9- Zeitung. Der Vater Staat als Gläubiger. Mit einer Verhandlung, die das größte Mitgefühl der Gc- ,ch>vorenen in Anspruch nahm, schloß gestern die laufende Tagung des Schwurgerichts am Landgericht Berlin I. Unter der Anklage des Meineides hatte sich die Arbeiterin Ida Teuchner zu verantworten, eine armselige Frauensperson, die sich mühevoll durch die Welt schlägt. Sie hat früher als Dienst- mädchen sich ihren Lebensunterhalt erworben und ist Mutter eines Kindes, für welches sie die paar Groschen, die sie zu erübrigen vermag, auf die Sparkasse trägt. Von diesem Gclde beansprucht sie nichts, es soll vielmehr ihrem Kinde dereinst einmal zugute kommen. lind wie gelangte die arme Frau zur Anklage? Aus einem Rechtsstreite schuldete sie der Gcrichtskasse die Gcrichtskostcn. vermochte diese aber nicht aufzutreiben. Tic Gerichtskasse ließ bei ihr Pfänden» die Pfändung fiel aber fruchtlos aus und die Angeklagte mußte den Offen barungScid leisten. Bei dieser Gelegen« heit soll sie es unterlassen haben— einen Korb und jenes für ihr Kind bestimmte Sparkassenbuch unter den ihr zugehörigen Ver- mögcnsobjekten mit aufzuführen. Eine ihr wohlgesinnte „Freundin" hat die Sache zur Anzeige gebracht. Tie Staats- anwaltschaft erhob darauf die schwere Anklage des Meineides. Die Beweisaufnahme fiel dermaßen zugunsten der Angeklagten au?» daß eine glatte Freisprechung erfolgte. Die Geschworenen ließen sich hiermit aber nicht genügen sie veranstalteten vielmehr unter sich noch eine Sammlung» deren nicht unerheblichen Be- trag die Angeklagte als Schmerzensgeld mit nach Hause nehmen konnte. War die Anklage wirklich erforderlich? Konnte die Staats- anwaltschaft und das gelehrte Gericht ihre völlige Hinfälligkeit nicht sofort erkennen? Abermals das kirchenanStritts-Plakat. Das bekannte Plakat der Berliner Freireligiösen Gemeinde über die Abgabe von Formularen zum Kirchcnauötritt beschäftigte am Donnerstag wieder das Kammergericht. Der Auktionator und Reckst skonsilleut Fiedler hatte ein solches Plakat seinerzeit im Fenster seiner im Parterre des Hauses Lettestr. 1 belegenen Gc- schäfts- bczw. Wohnräume so aufgehängt, daß es von der Straße ans zu sehen war. Er wurde deshalb im zweiten Rechisgange, nachdem die Sache bereits vor dem Fericnstrafsenat des Kammer- crichts gelangt war, vom Landgericht wegen Uebertretung der 8 9 und 41 des preußischen Pretzgesetzes zu einer Geldstrafe ver- urteilt. Das Gericht erachtete für„festgestellt", daß F., entgegen dem Verbot des 8 9, ein Plakat öffentlich ausgestellt habe, das einen anderen Inhalt hatte als Ankündigungen über gesetzlich nicht ver- botene Versammlungen, über össemliche Vergnügungen, gestohlene, verlorene oder gefundene Sachen, sowie über Verkäufe oder andere Nachrichten für den gewerblichen Verkehr. In dem Urteil wurde unter anderem gesagt: Das Plakat, das allerdings auch die Sonn- tagsvorträge der Freireligiösen Gemeinde ankündigte, besage in der Hauptsache, daß hier gerichtliche Anmeldeformulare für den Austritt aus der Kirche gegen 1 Pfennig ausgegeben würden. Die Druckbuchstaben seien von verschiedenen Größen und Stärken. Das „Hier" und„Austritt aus der Kirche" seien besonders groß ge- druckt. Die Mitteilung, wann und wo die Sonntagsvcrsammlungcn stattfänden, stehe außerhalb des eigentlichen Textes. Das„gegen 1 Pfennig" sei ausgeklebt und das gedruckte Wort„unentgeltlich" sei verdeckt. Nach dem Beschlüsse des Aktionsausschusses der Frei- religiösen Gemeinde hätten die Formulare erst unentgeltlich ab- gegeben werden sollen. Das sei auf Veranlassung des Angeklagten geändert worden. Aus dem allen gehe hervor, daß es sich darum handelte, durch die Plakate zum Austritt aus der Landes- kirche anzuregen und Propaganda für die Freireligiöse Ge- meinde zu machen. Tic Angabc des Vcrcinslokals und der Vortragsabende solle auch diesem zweiten Zwecke dienen. Aus jeden Fall hätten die Plakate nicht lediglich einen Inhalt, wie ihn§ 9 des preußischen Prcßgesetzes für die Plakate bestimme, die für das öffciiilickc Anschlagen, Anheften und Ausstellen an sich(vorbehaltlich der Erlaubnis gemäß§ 10) zugelassen seien. Wenn auch Angeklagter 1 Pf. für das Formular erhob und für das eventuell von ihm gewünschte Ausfüllen 25 Pf.» so betreffe das ausgehängte Plakat doch nicht Nachrichten für den gewerblichen Verkehr. Fiedler legte Revision ein und rügte vor allem Vcrkcnnung deS Begriffs der Nachrichten für den gewerblichen Verkehr. Das Kammcrgcricht verwarf das Rechtsmittel mit folgender Begründung: Das Landgericht sei den Weisungen, die ihm das Urteil des Fcrienstrafsenats gegeben hatte, gefolgt. Bedenken gegen die Feststellungen liegen nicht vor. Das Plakat sei in seinem ge- samten Inhalt berücksichtigt und ohne Rcchtsirrtum sei der Schluß gezogen, daß daß Plakat nicht lediglich einen Inhalt habe, wie ihn 8 9 aufführe. Die Aufschrift:„... gegen 1 Pfennig" sei nur hin- zugefügt, um das Gesetz zu umgehen. Mit Recht sei die Erbebnng des einen Pfennigs als unerheblich angesehen worden. Gilt der Buchstabe oder der Sinn der Instruktion? Vom Landgerichte G l o g a u sind am 6. Juni die L o k o, motivfsthrcr Lindner und Fechner von der Antrags der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Am 22. De- zember v. I. ereignete sich abends auf dem Bahnhose Glogau ein Eisenbahnunglück. Es handelte sich um den Zusammenstoß zweier Lokomotiven mit einem Personenzuge. Nur durch rasches Bremsen wurde der Unfall abgeschwächt. Drei Personen wurden verletzt» eine starb an den erlittenen Verletzungen. Alle Züge trafen an dem fraglichen Tage infolge des starken Weihnachtöverkehrs mit Verspätung ein. Ter Zug der Angeklagten battc zwei Lokomotiven; Lindner führte die erste. Tie beiden Lokomotiven wurden ab- gekuppelt und fuhren über Weiche 66. Plötzlich haben Lindncr und sein Heizer den Personenzug gewahrt. Ter Angeklagte fuhr sofort rückwärts, aber der Zusammenstoß erfolgte doch. Der Angeklagte hat allerdings, so heißt es üli Urteile, seine Dienstvorschrift über» schritten, indem er ohne Anweisung des Fahrdienstleiters abkuhr. Aber das ist in Glogau so Brauch, da die Fahr- dienstleiter stark beschäftigt sind. Der Angeklagte bat gegen de n Buchstaben, aber im Sinne seiner Instruktion gehandelt, auch sonst hat er nicht fahrlässig gehandelt. TaS freisprechende Urteil gegen Fechner ist reckitSkräftig geworden, da» gegen hat die Staatsanwaltschaft gegen die Freisprechung Lindncrs Revision eingelegt. Ter R e i ch s a n w a I t er- klärte das Rechtsmittel in der heutigen Verhandlung vor dem IV. Strafsenate des Reichsgerichts für begründet. Das Urteil enthalte Widersprüche und unvollständige Erörterungen, jedenfalls sei es subjektiv nicht genügend begründet.— Das Reichsgericht erkannte aus Aufhebung des Urteils gegen Lindner und ver- wies die Sache insoweit an das Landgericht zurück. Gegen den armen Lokomotivführer wird also nochmals in» quiriert werden, ob er den Sinn höher als den Buchstaben zu schätzen hatte. Wäre es nicht dem Rechtsempfinden entsprechender, den höheren Beamten zur Verantwortung zu ziehen, dessen In- struktion zu so peniblen Auslegungen Anlaß gegeben hat? Verein der Lebrlinge. tngendlickien Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Rummelsburg-Llchtenberg. Sonntag, den 17. November, nachmittags 3 Uhr: Versammlung bei Pflug, ZimnmelS- bürg. Zllt-Boxhagcn 50._ Mocken-Spielplan der ßerluicr Cbcatcr. Königl. Overntiaus. Sonnlag: Aida. Montag: Salome. sAnf. 8 Uhr.) DienStag: Tristan und Isolde.(Ans. 7 Udr.) Mittwoch: Konzert des tgl. OpernchorcS. Donnerstag: Atda. Freitag: Das Rhcmgold. Sonn- abend: Madama Butterfly. Sonntag: Die Walküre.(Ans. 7 Uhr.) Montag: Aida. Konigl. SchansvIclhauS. Sonntag: Die Jonrnalisten. Montag: Die Rabcnstcinerin. Dienstag: Der letzte Funke. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Braut von Messtna. Freitag: Die Rabcnstcinerin. Sonnabend: Viel Lärm um nichts. Sonntag: Die Braut von Mcssrna. Montag: Die Rabenslcincri». Rcueö tönigl. Oper». Theater. Sonntag: Margarete. Montag: Lo Demi Monde. Dienstag: La Ilnfale. Donnerstag: Le Duel. Freitag: Sapho. Sonntag: Kabale und Liebe.(Ansang 7'/, Uhr) Tcnisches Theater. Sonntag, Morrtag und Dienstag: WaS ihr wollt. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag. Freitag und Sonnäbcird: WaS ihr wollt. Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Was ihr wollt. Deutsche» Theater(K a m m e rs p i e I c). Sonntag und Montag: Margui» von Keith. Dienstag: Frühlings Erwachen. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Marquis von Keith. Sonnabend, soimtag und Montag: Frühlings Erioachcn. Berliner Theater. Somriag: Sbcrlock Holmes. Montag: Der Didcvfpänstiaeii Zähmung. DienStag: Die tanzenden Männchen. Mitt- rooch: Geschlossen. Donnerstag: Der PaslorSsohn. Freitag: Die Jimgsrau von Orleans. Sonnabend: Die tanzenden ffiäruichai. Somitag: Die Börse. Monlaa: Andalossa. Lcssina-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rofenmontag. Abends: Närrische Welt. Sittliche Forderung. Montag: Der Bund der Jugend. Dienstag: Närrisch c Scli. Sittliche Sortierung. Mittwoch: Elias. Donnerstag: Närrische Welt. Sittliche Forderung. Freitag: Vom andern User. Sonnabend; Närrische Welt. Sittliche Forderung. Sonntagabend: Nora. Montag: Klein Epolf. Neues Theater. Sonntag bis Dienstag: Das Ungeheuer. Mit!- wach: Geschlossen. Donnerstag bis Sonnabend: Das Ungeheuer. Sonn- tag: Die Agrarier. Montag: Das Ungeheuer. NeueS Schauspielhaus. Sonntag und Montag: Judith. Dienstag: Ein Glas Wasser. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Judith. Freitag: Die große Gemeinde. Sonnabend bis Montag: Zar Peter.(Ansang VI, Uhr.) Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends und Montag: Die Getreuen. Dienstag: Puppenheim. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Getreuen. Freitag: Ein idealer Gatte. Sonn- abcns bis Montag: Die Getreuen. Trianon-Theatrr. Sonntagnachtnittag 3 Uhr: GastonS Frauen. Sonntag bis Dienstag: Fräulein Josette— meine Frau. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag bis Sonnabend: Fräulein Joscrte— meine Frau. Sonntag: Geschlossen. Montag: Fräulein Josette— meine Frau. Komische Cpcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Die verlauste Braut. Montag: Tiesland. Dienstag: Die verlauste Braut. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die verlauste Braut. Freitag: Ties- land. Sonnabend: Die verlauste Braut. Sonntag: Tiefland. Montag: Die verlauste Braut. Theater deS Westens. Sonntagnachinittag 3'/, Uhr: FrählingSlust. Allabendlich: Die lustige Witwe. Mittwoch(Bußtag):�Elias.(Ans. 8 Uhr.) LnstsPiclhmiS. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sein Alibi. Abends: Onlei Berniele. Montag: Husarensieber. Dienstag: Onkel Bernille. Mitt- wach: Geschlossen. Donnerstag: Onlel Berniele. Freitag: Husarensieber. Sonnabend: Onkel Berniele. Sonntag: Jahrmarkt in Pulsnitz. Montag: Husarenfieber. t Schiller- Theater<». Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. Abends: Nciterattackc. Montag: Das vierte Gebot. Dienstag: Reiterattacke. Mitt. ivoch: Geschlossen. Donnerstag: RosmerSholm. Freitag: Götz von Ber- lichingeu. Sonnabend: Die Schmuggler. Sonntag: RoSmerSholm. Mon- lag: Rciterattackc.— Schiller- Theater Charlottenburq. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Herr Senator. Abends: Gebildete Menschen. Montag: Reiterattacke. Dienstag: Gebildete Menschen. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Gebildete Menschen. Freitag: Reiterattacke. Sonnabend: Gebildete Menschen. Sonntag: Die Hermannschlacht. Montag: Gebildete Menschen. Friedrieli-WilhelmstäMisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Winterschlas. Abends: Nibelungen. Gehörnter Sicgsricd. Sieg- srieds Tod. Montag: KriembildS Rache. Dienstag: Nachtaiyl. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Watcrkant. Freitag: Kriemhilds Rache. Sonn- abend: Der blinde Passagier. Sonntag und Montag: Kriemhilds Rache. gicsidenz-Thcatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Sonntäg bis Dienstag: Ganz der Papa. Mittwoch: Geschlossen. Donners. tag bis Sonnabend: Ganz der Papa. Sonntag: Odette. Montag: Ganz der Papa. Zeutral-Theater. Sonntaguachmitlag 3 Uhr: Die Puppe. All- abendliaK Frau Warrens Gewerbe. Mittwoch(Buhtag): Geschtosjen. Thalia-Thoater. Sonntagnachniittag 3 Uhr: Staatsanwalt Alexander. ?lllo.bendlich; Die gelbe Gefahr. Mittwoch(Bußtag): Geschloffen, ssonn- »bendnachmittag t Uhr: Sneewittchcn. Sonntag, den 24. November: Der Hüttenbeiipcr. Lorttiug-Thcatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Nigoletto. Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Dienstag: Rigoletto. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Die Entsührung aus dem Serail. Freitag: Undine. Sonnabend: Rigoletto. Sonntag:©»schloffen. Montag: Die lustigen Weiber van Windsor. Lnisen-Thcater. Sanniagnachmittag 3 Uhr: Hossmanns Erzählungen. AbendS: Der Leiermann und sein Pstcgekind. Montag: BcAiii wie eS weint und lacht. Dienstag: HoffmannS Erzählungen. Mittwoch: Ge- schloffen. Donnerstag und Freitag: Bartcl Turaser. Somiabeillbiiachmillag 4 Uhr: Klein-Däumling. Abends: Am Tage des Gerichts. Sonntag: Der Lciermami und sein Pffegclind. Montag: Am Tage des Gerichts. Bernhard Rose- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die zärt- rchcn Verwandten. Abends: Spree-Athener. Montag: Carmen. Dienstag: Wohltätigkeits-Vorftellung. Mittwoch: Geschloffen. Donnerstag: Othello. Freitag:' Spree-Athener. Sonnabendmichmittag 4 Uhr: Sncewilrchen. Abends: Ein ehrlicher Maller. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello. Abends: Ein ehrlicher Malter. Theater au der Spree. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Aktien- budikcr. Allabendlich: Am grünen Weg. Mittwoch(Bußtag): Geschloffen. Sonntag, den 24. November: Der Alttcnbudiker. Ntctropol-Thcatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Allabendlich: Da? muß man schm! Apollo-Theatcr. Allabendlich: Sylvester Schäffer. Spezialitäten. Walhalln-Theater. Spezialitäten. Paffagc-Theater. Allabendlich: Paula Wirth. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Diabolospielcr Spczialilätcn. Easino-Tbrater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Die wilde Jagd. Allabendlich: Bicdcrlcute. Sonnlag, den 24. November: Nick Cai-ter. Gebr. Herrnfcld- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Meyer- Hains. Allabendlich: Madame Wig-Wag. ES lebe daS Nachtleben. Jigaro-Thearer. Allabendlich: Paris. Die Klaue. Unterm Bett. JolieS Eaprice. Geteilte Liebe. Pratcr-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hamlet. McndS und Montag: DaS Kätchcn von Hcildronu. Dienstag: Zwischen zwei Herzen. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Die Räuber. Freitag: Schuldbeladen. Sonnabend: Der Veilchensreffer. Sonntag: Schuldbeladen. Montag: Der Freischütz. Parodic-Theater. Sonnlagnachmittag 3'/. Uhr: Mt-Heidelberg. Der Troubadour. Allabendlich: Zapsenstreich. Der Troubadour. Monna Vaima. Carl Haverland-Theatcr. Spezialitäten. Ans. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. NcichShalle»- Theater. Allabendlich: Stcliiner Sänger. Uraiiia-Thcatcr. Taubenslraße 48/49. Allabendlich: Ucber den Brem, er nach Venedig. Donnerstag: Im Ballon zum Pol. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: � Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit uuscrer Heimat. Sternwarte, Jnvasidcnslr. 57—82. Zur Beobachtung: MarS, Saturn, Doppclstcrne, Nebelflecke._ Berliner Marktpreise. Ans dem amtlichen Bericht der flädtilchen Marklballen-Direktion.(Großhandel.) Ochscnsieilch la 68 70 tu- 100 Pfd., IIa 62 67, lila 56-59, Bullcnflcisch II. 65-70. IIa 53-62, Kühe, fett 50—58, da, mager 40—48, Fresser 54— 62, Bullen, dänische 54—67, Kalbfleisch, Doppelleuder 110—125, Mastkälber la 85 95, IIa 75—82, Kälber gcr. gen. 56—71, da. boll. 43—54, dän. 0,00. Haiilmcllleiiib Mastlämmer 76— 78, Hammel la 68— 72. IIa 62-67, ungar. 0,00. Schafe 47—60. Schwcilicficijch 53-61. Rehwild la ver Pfund 0,60—0,75. IIa 0,45—0,58. Rotwild la per Pfund 0,40—0,50, do. IIa 0,00, do. Kälber 0,45—0,50. Damwild 0,-10—0,50, Kälber 0,00. Wildichweine per Pfd. 0,30— 0,45. Frischlinge 0,60—0,80. Kaninchen, groß per Stück 0,70—1,00, do. klein 0,00. Hasen, groß per Stück 3,50—3,90, do. mittel u. klein Stück 1,50—3,30. Wildenten per Stück 1,50—1,75. Rebhühner, junge per Stück 0,S0--1,2S, do, alte 0,60—0,90. Fasaneiihähne la. Junge 2,25—2,75, do, IIa tl»d alte 1,00—2,10. Fasancnhemicn 1,00—1,90. Bekassinen 0,00. Waldschnepfen per Stück 2,00- 2,50, do. IIa 1,50. Hobuer, alte, per Stück 1,30—2,20, do. IIa 0,80-4,25, dito junge 0,50—1,25. Tauben 0.30—0,50, do. ital. 0,60—0,85. Enten 1,50—2,50, dito per Psd. 0,70—0,75, dito Hamburger per Stück 2,50—3,10, Gänie ver Psund 0,50—0 58, dito per Stück 0,00, do, Hamburger 0,00, do. Oder« brucher per Psd. 0,55—0,60. Poulets per Stück 0,80—1,10. Puten per Psd. 0,65—0,75. Hechte per t00 Psd. 70—80, do. matt 0,00, do, groß 0,00, do, klein 0,00, do mittel 0,00. Zander 104. do. klein 92—95, matt 0,00. Schleie, unsortiert 99— Hl, do, groß 94—113, do. klein 0,00. Aale, groß 0,00, do. klein und mittel 80—88, do. mittel 0,00, do. klein 0,00. do. groß-mittcl 0,00. WclS 40. Piöpc» 35—55 Roddow 0,00, Karpfen, 60 er 0,00, do. 50 er 63—67, do. 4öer 65—70, do. Spiegel» 25 er 0,00. Bunte Fische 28—43, do. klein 0,00. Barse 54—66. Karaulchen 0,00. Bleie, matt 0,00, do. klein 22—37. Aland 42-44. Raap 0,00. Quappen 0,00. Bleisische 10—16. Winter-RhelnlachS 0,00. Auicrik. Lachs la neuer, per 100 Pfd. 110—130, do. IIa neuer 90—100. Seelachs 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, mittel Kitte t— 2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, poimn. la Schock 0,00, II» 0,09. Bücklinge. Kieler Per Wall 2—3,00, Strallunder 0,00, engl, per Wall 2,00—2,50. Sprotten, Danziger, Kiste 0,60—0,70, do. Rügenwalder, Kiste 0,70. Aale, grog ver Piniid 1,10—1,40, mittelgroß 0.80—1,10, (lein 0,60—0,80. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellfische, Kiite 3.00—4,00, ll, Kiste 1,73—2,50. Sardellen, 1902 er per Anker 98. 1904« 98. 1905« 93. 1906« 90-95. Scholtilche Vollberinge 1905 0,00, large 40—44, füll. 38—40, med, 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjcS, ver'I, To. 60—120. Sardinen, ruff.. Faß 1,50—1,60. Bralberinge Faß 1,20—1,40, da. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen. Sckocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Niesen- 14. Krebse per Schock 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, do. llcine 10—11 cm 0,00, do. unsorliert 0,00, Galizicr, groß 0,00, do. unsorckicrt 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 5,20—5.80, do. große 6,00—6,50. Butter v« >00 Psd. la 126—130, IIa 113-122. lila 110-116, abfallende 00—95. Saure Gurken, neue. Schock 4,00. Pfeffergurken 4.00. Kartoffeln ver 100 Psund Dabersche 2,75—3,25, weiße runde 2,50—2,75, mag', bon. 2,75—3,25. Porree, per Schock 0,75—1,50, Meer» retiiifu Schock 4—12. Spinal per 100 Psund 4—10. Sellerie, per schock 5—6, do, pomm. 6—8. Zwiebeln ver 100 Psd, 2,00—2,50, do. Perl- 40,00—100,00, Ebalotten 40,00—100,00. Petersilie, grün, Schockbuud 1,00—1,25, Kohlrabi Schock 0,50—1,00. Rettich, bavrischer, Stück 0,03—0,10, hiesiger Schock 2,50—3,50. Mohrrüben, 100 Pfd. 2,00 bis 1.50. Karotten, hiesige, Schock'bund 2,00—3,00, Dirünglohl p. Schock 3—7. Rotkohl, Schock 3— 8. Weißkohl p, l00 Psd. 1,00—1,75, Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 0,00, do, Erfurter 0,00. Rosenkohl, per 100 Psund 18—20. Grünkohl 3,00—5,00. Kohlrüben, Schock 2,00—3,00. Pctcrsilicmvurzcln, per 100 Pfd. 5—6, Schockbund 3— 4. Schnittlauch, Töpfe Dutzend 4,00 bis 4,50. Pscfferlinge per 100 Psund 0,00. Radieschen per Schock» bnnd 1,25—1,50. Salat per Schock 2,50—3.00, Bohnen, grüne, 100 Pfd. 0,00. Tomaten, italienische, ver 100 Psund 18—25. Rate Rüben, vor 100 Psund 2,50—3,00. Rübchcn, Beelitzer, per 100 Psd. 4—8, do. Tel» tower 16—18. Kürbis p. 100 Psd. 4—8. ESkarol per Schock 5—0. Endivien per. Schock 3—6. Birnen per 100 Psd. Tiroler 0,00. hiesige Most- 0,00, Koch» birncn 5—8, Tnsellnrneu la t8— 25, do, IIa 10—17, Aepfcl, per 100 Psund, Tirol« la 18— 40, do, IIa 12—18, Most-, hiesige, 3—5, Koch- 5—10. Tafel» äpsclla 15— 25, do, IIa 10—12, Amerikaner, perFab 27— 30, Italic»«, lose, 100 Psd, 9—12. Wallnüsic, per Schock 0,00, fco. klein 0,00, do, frauzösifche 0,00/' rinnünische 27—30. Paranüsse 52—60, Haselnüsse, lange. 100 Psinid 43—50, do, runde 35, Bezirk 106. Allen Genossen dcS 106. Bezirks zur Nachricht, daß die Fra» unseres Genoffen köinluill! Böhmehen Kreuzbergstr. 12, | nach langem schweren Leiden ver- Istorben ist. Die Beerdigung findet am I Dienstag, den 19, November, nach- I mittags 4 Uhr, von der Leichen- I balle des Christus- Kirchhofes I Mariendorj, Lichtcnradcr Chaussee, ]a«3 starr. 13965 Um zahlreiche Beteiligung«sucht Der Bezirksführcr. �stgllzsdöitLs-Vösdglil! Verwaltungsstelle Berlin. Den Kollegen zur Nachricht. daß unser Mitglied, der Rohrleger Reimer am 13. d. M. an Lungeulciden gestorben ist. Ehre seinem Aiidcnken. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 17, November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Lazarus- Kirchhofes in WilhclmSberg aus statt. Rege Beteiligung«wartet 161/1 vis Ortsverwaliung. Allen seinen lieben Freunden I und Bekannten die traurige Nach- Frücht, daß der Maschinenschlosser krilz Anders I(bei der Firma Köllig u, Bauer täiig gcioesen) am Freitag, den 15. No- -vember, früh 3 Uhr, gestorben ist und Montag nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Kirch- hoseS der Sankt Simons- Gc- »iciude(Britz, Tcmpelhoser Weg) an» beerdigt wird. 1330b Seine trauernde Braut und lieben Freunde. 'soäeL-�n�eige. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß unser Kollege Inders am 15. d, M. im Urban-Zkrankcn- Hause verstorben ist. 1371b Die Beerdigung findet Montag, den 18, Novbr,, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Simon- BcgräbnisplatzeS in Britz statt. 0»8 Personal der Pinna König& Bauer. Allen Verwandten, Freunden und Genossen die traurlge Nach- richt, daß meine liebe Frau und »inscre gute Mutter kZökmcken geb. k�nscli nach langem schwerem Leiden im 39. Lebensjahre uns durch den Tod ciittiffen wurde. Um stilles Beileid bitten kelnliolrl llUkiiuckcu nebst Kindern, Kreuzbergstraße 12. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 19, d. M,, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des Christus- Kirchhofes, Mariendorj, Lichtenrader Chauffee, aus statt, 1370b Für die überaus herzliche( I nähme bei dem Hinscheiden meines I inniggeliebten, guten_ Mannes, I Vaters, Bruders, Schwagers, I Onkels nnd Großonkels, desl früheren Zimmerpoliers 237! 1 j Eduanj Nittritz sage ich allen Verwandten, I Freunden und Bekannten, dem> Herr» RatSziminernieister Winckel- mann, seinen Kollegen so>vie dem I Beerdigiingsverein der Zimmer-! teilte meinen licsgesühllcslcn Dank. I /m Namen der Hinterbliebenen: ra::» i-!<- X i t t»> l t. Lliiinku- und Kranzdiuderei vou Aug, Krause Wienerstraße 7. VcreiilSkränzc.Palmen-Arlangemculs, Guirlaiidenujw. liefere zudenbilligstcn Preisen. 3869L* LOTTERIE. Ziehung am 14. Dezember in Berlin. 771L*| Gesamtbetrag d. Gew. im Werte von Mark 10000 erster Hauptgew. i. Werte von Mark 5000 zweiter Hauptgewinn im j Werte von Mark 1000 kleinster Gew. i. Werte v. Mk. 5.—. I.ose a 50 Pf., 1 1 Stück 5 Mk.. 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M, nachmittags 4'/- Ii Hr. sondern um tt'/a Uhr von derLeichenballe dcS PhiliPpuS-Avostel- tirchhoss, Müllcijtr. 44/45, ans statt. Ter trauernde Gatte nebst Kinder». Eteftkold Lausch, Stcphanslr. 31._ Danksagung. Sage hiermit allen Teilnehmern bei der Beerdigung meines lieben Maimcä. iusbesouderc der Direktion der Aiiitiusabrit sowie seinen Kollegen und dem Sparvercin»KrösuS" incinc» herzlichsten Dank, Wiv, lVelkermsmi nebst Kinder. Lpczial-.�rzt kür Nkilit- vnü kkornlelücn. 4!, 10—2. 5— 7. Sonntags 10—12, 2—1. Dr. Schünemann Svezinl-Arzl jnr 1492* llant- nnd llni'iilcldcn, Fi'UUciiUrnnUhcltcn. Frlcdrichslr. 203, Ecke Schiihenstr, UgjjjJ 1» l'dr KaccMüliaP jeder Art. Augusta-Bad, firtjjtUliullCi Köpciiickerstraße 69. I i'rthris verkehrsreich. Straße I ZHUl»« Zukunstsgegend mit � geollee Vkobnung, worin seit 7 Jahren Restauration betrieben. ist billig zu vermieten. 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Nicht nur das Augenmaß sür Bühnenwirkungen, auch das für psycho- logische Zusammenhänge und Bedeutsamkeiten ließ ihn völlig im Stich, der Dialog des Hauptmann-Jüngers klotz farblos-trübe und geschwätzig wie in des Meisters letzter verunglückter Komödie„Die Jungfern von Mschossberg" dahin, und wurde, wo er pathetisch wirken wollte, wie in dem ersten Stück»Das tote Leben", vollends unerträglich. Der wundervolle dekorative Hintergrund einer feierlich stillen Waldlandschaft in Leistikowschem Stil ließ durch den Kontrast seiner Stimmungsfülle die Armut dieser Szenen noch schärfer hervortreten. Keine Spur von Entwickclung, ja nicht einmal An- sätze zu einer planvoll wechselnden Reihenfolge seelischer Nuancen, um die Aufmerksamkeit zu fesseln. Ein Künstler, der Frau und Kind an einem Tag verloren, reagiert aus dieses Unglück, indem er. in ein ländliches Sanatorium flüchtend, dort unter Leitung eines buddhistisch gesinnten Professors sich in der Verneinung des Lebens übt. Ter Versuch eines Freundes, ihn zu neuem Schaffen aufzurütteln, erregt den geistig Abgestorbenen derart, daß er end- lich auch physisch stirbt. Die prätentiös drapierte Melancholie der fortwährend dasselbe wiederholenden Personen, rief in den Zu- schauern eine wirkliche Melancholie der Langeweile wach und ließ den Tod des Unglücksmannes in Wahrheit als Erlösung empfinden. Nicht weniger seltsam berührte die Zumutung ans Publikum, tn dem naturalistisch angestrichenen Mi ttelstiick„D i e A u f r c ch t e", den ganz unmotivierten Selbstmord zweier Schwestern tragisch zu nehmen. Gewiß liest man unter den lokalen Nachrichten sehr oft von Fällen, wo Madchen aus nichtigem Anlaß>das Leben weg- werfen. Aber wenn ein Dichter ein solches«chicksal aufgreift, muß dock seine nachschaffende Phantasie ein Empfinden und Ver- stehen dafür erwecken, weshalb und wie der scheinbar unzureichende Grund bei dem gegebenen Temperament und Charakter, dem Kompler der einwirkenden Umstände in Wahrheit doch die Kraft zwingender Notwendigkeit erhalten konnte. Hirschseld dagegen macht die Geschichte dieses Selbstmords gerade umgekehrt, noch un- glaubwürdiger, als sie sich in einer kahlen Reportcrnotiz aus- nehmen würde. Seine Anna tritt einem als evenbogenstarkes, frisch energisches Geschöpf entgegen; ihr Bräutigam, ein Subaltern- dcamter, der sozialistisch wählt, weiß, daß sie selbst einst drauf und dran war. sich zu verkaufen, doch seine Liebe blieb durch das alles unbeirrt. Und nun passiert nichts weiter, als daß Annas ver- kommcner Vater nach verbüßter Strafe gewaltsam in ihr Zimmer dringt, daß er droht, sich bei ihr einzunisten, und daß der Bräuti- gam einen kleinen Krakeel vom Zaune bricht— das genügt. darum»nutz sie samt der Schwester auf einem Ruck an Liebe und Leben verzweifeln I Das prächtige Spiel der Sorma, die in der Gestalt Annas den Glanz'der eigenen munteren Frische durch- schimmern ließ, machte den fadenscheinigen Vergiftungscoup nur noch unmöglicher. Die kleine Schwester fand in der jungen Paula So mary eine sympathische Darstellerin, mit scharfer Charakteristik brachte KIein°R Hoden den Zuchthäusler heraus; indes, die Sprödigkeit des Ganzen ließ sich nicht über- winden. �.. Wenn das letzte Glied des Zyklus.„Gewißheit, einen verhältnismäßig starken Applaus erzielte, so war das in der am Schlüsse stark hervorbrechenden Tendenz, dem Appell an die moralische Bewunderung begründet. Die Sorma gab der Nord- polfahrer-Witwe, die sich entschließt, im Angedenken an den Helden- hasten Gatten allein zu bleiben, nach seinem Vorbilde die Söhne zu erziehen, in dieser letzten Szene eine Innigkeit und Größe, die tief bewegte. Aber der Weg zu dem erregenden Momente hatte durch Sandstrecken voll öder Monotonie geführt. dt. LustspielhauS.„Onkel Bernicke". Schwank von Gustav Kadelburg. Jeder Dramatiker hat'das Publikum, das er verdient— und umgekehrt. Torheit wär's, zu leugnen, daß Herr Kadelburg im Lustspielhause sein„Publikum" nicht hätte. Wer verstünde sich denn aus das Mittel, im Zuschauerraum eine taumelnde„Äempiitsky-Stimmung" zu erzeugen, auch noch besser als eben Herr Kadelburg I Die Anwesenheit einiger Uniformen und Hoflivreen, die Geschästsleitung im vorschriftsmäßigen Habit— gestärkte Hemdbrust und dito Krawatte nebst tadellos scharwenzeln- dem Frack mit seinen ordenbungrigen Knopflöchern— erhöhten die Taufseierlichkeit um ein erkleckliches. Was nun den Täufling an- geht, so zeigt er verschiedene Gesichter, die selbst dem oberflächlichsten Kenner der älteren Lustspiel- und Possenliteratur vertraut sind und welche daher immer von den um„Stoff" verleaeuen Schwank- fabrikantcn aus der Rumpelkammer hervorgeholt ah werden pflegen. Der schwerreiche Erbonkel, der. todkrank auf Reisen geht und zum nicht geringen Schrecken seiner erdlustigen Verwandten pudelgesund wiederkehrt, blickt in der Theaterliteratur auf ein respektables Alter zurück. Die sich daraus ergebende Situations- komik verträgt leicht einige Variationen, um„neu" zu erscheinen und ist der Wirkung sicher. Wenn in die vom Schwankfabrikanten auf die Mrhne gestellten männlichen und weiblichen Garderoben- stücke passende Schauspieler schlüpfen, deren Metier es sein muß. Hanswurstiaden zu treiben, so ist der Kassenerfolg der Novität ge- gemacht. Unter den zahlreichen anwesenden und durch ihre speck- glänzend gewordenen Smokings ziemlich leicht erkennbaren Holz- .Husarenfiebers Spaß! Kempinsky freut sich. Kadelburgs breite, schön glänz- gebügelte Hemdenbrust dienerte bewegt nach der Loge hin, wo die Herren vom Hofe saßen. c. k. Friedrich Wilhelmstädtische« Schauspielhaus.„KriemhildS Rache" von Hebbel. Solange ein solches Wagestück nicht zur Karikatur ausartet, bleibt es immer noch ein löbliches Untmangen, wenn eine mittlere Bühne sich einmal ins Bereich der Großen wagt. Auch Hebbels Nibelungen gehören zu den Schätzen, die noch in geringwertiger Fassung hellen Glanz ausstrahlen; und so ver- mochten Störungen und Entgleisungen einzelner, an denen es bei der Ausführung von„Kriemhilds Rache" in der Chausseestraße ge- tniß nicht fehlte, uns nur selten die Freude zu verderben. Der Dichter in seinem Riesenwerk steht zu groß da, als daß ihm das zuckersüße Schivaben einer Götelinde dritten Ranges oder das allzu gewaltige Schwerterrasseln eines verunglückten Recken viel anhaben könnte; in diesem Falle aber traf es sich glücklich, daß eine verständige Regie den bunten Bildern Stimmung gab und in den Massenszenen einzelne Schwächen mit gutem Geschick vertuschte. Was aber die Hauptsache war: für die drei Hauptrollen hatte man hier Kräfte ausgesucht, die— immer den Ort in Betracht ge- zogen, wo man sich befand— ihrer schweren Aufgabe gerecht wurden. Fräulein Gertrud Korn war als Kricmhild eine tapfere Künstlerin, desgleichen gab Herr L e t t i n g e r«inen Etzel aus einem Guß. und wenn der Hagen des Herrn Holthaus im ersten Akt auch lvohl mehr gemütlich als dämonisch war, so wuchs er später sichtlich im Wirbel der Handlung. Alles in allem klang es auch an dieser Stätte noch gewaltig, das eisern wilde Kämpen- lied, das Lied vom Untergang der Nibelungen. Vermischtes. Ueberfall im Eisenbahnwagen. Einer Meldung aus Münster lWcstfalen) zufolge wurde Freitag mittag auf der Eisenbahnstrecke Münster— Hamm in dem Schnellzug, der 11 Uhr 48 Minuten vo» Hamm abfährt, der Getrcidehändler Kohn aus Wanne, der i» Hamm in den Zug eingestiegen war. überfallen und beraubt. Der Räuber hatte den Hut mit einer Dienstmütze vertauscht und ver- langte die Fahrkarte �u sehen. Als Kohn sein Portemonnaie hervorzog, hielt der Räuber ihm einen Revolver entgegen und forderte Geld. Kohn schlug den Revolver mit seinem Schirm zur Seite, wurde aber so heftig gegen das Fenster geschleudert, daß er bewußtlos wurde. Der Räuber ist entkommen. Als Kohn aus seiner Betäubung erwachte, zog er die Notleine. Eine Untersuchung ,ft eingeleitet. Kohn liegt krank darnieder. Zu dem Brückeneinsturz in Diedenhofcn wird weiter berichtet, daß gestern morgen die Leiche des einen von den zwei gestern als tot gemeldeten Arvcitcrn geborgen ist. Der zweite Arbeiter, der sich von der Unfallstelle entfernt hatte, hat sich wieder ein- gefunden. Alle Verletzten, bis auf einen Schwerverletzten, haben das Krankenhaus bereits verlassen. Eingestürzt ist der mittlere Brückenbogen des südlichen Brückenteils, welcher bereits fertig- gestellt worden war. Die genaue Ursache der Katastrophe ist bis jetzt noch nicht ermittelt. BergmannsloS. Wie uns aus Wattenscheid gemeldet wird, sind vorgestern abend auf der Zeche Zentrum zwei Hauer durch Kohlenmasscn verschüttet worden. Beide erstickten. Seilbruch. In Dortmund ereignete sich gestern abend f> Uhr bei der Montage einer Eisenbabnbrücke im Nordosten der Stadt ein schweres Unglück. Bei Fackelbelcuchtung waren Arbeiter mit dem Hochziehen eines schweren Eiscnblockes beschäftigt, als plötzlich die hierzu benutzten Taue rissen und der eiserne Körper hinuntersauste. Dabei wurde ein Kind getroffen und erschlagen. Ein anderes Kind trug schwere Verletzungen davon, einige Arbeiter wurden leichter verletzt, lieber die Ursache konnte bisher nichts Be» stlmmtes ermittelt werden. Auf der Landstraße erfroren. Nach einer Meldung aus Mi?» kolcz(Böhmen) ist auf der Landstraße nach Sarajadi der Spinner- meister Oesenas erfroren aufgefunden worden. Seit zwei Tagen herrscht in der dortigen Gegend Frost von acht bis zehn Grad. Ter FSrderkorb. In der Grube Warsborough bei Barnslccy in Nord-England stürzten nach einer Meldung aus London sieben Grubenarbeiter in einem Fördcrkorbe infolge OeffncnS des GitterS in die Tiefe. Sämtliche sieben Arbeiter waren sofort tot. Durch das Aufschlagen des Korbes wurden drei weitere Bergleute er- heblich verletzt. Strandung. Einer Meldung aus Lissabon zufolge ist bei stür- Mischer See gestern eine Fischerbarkc gestrandet, wobei 17 Menschen ihre» Tod gefunden haben. Bisher sind 12 Leichen in der Nähe von Leiria an den Strand getrieben worden« Eingegangene Drucklcknften. Protokoll der Internationalen Holzarbctterkonareffe zu Amster- dam 1904 und Stuttgart 1907. Mit einem Vorwort. Deutsche Ausgab«. Preis 40 Pf. pro Exemplar. Zu beziehen von der Internationalen Union der Holzarbeiter, Stuttgart, Adlerstr. 43. Häßliche Rase» und ihre Verbesserung. Die neuen Methoden und Erfolge der Nasenumsormung. Von Dr. med. Frib Koch. Vorwort von Prosefsor Gustav Ebcrlein. Verlag von HanZ Vaake Nacht.(L. Well, Berlin S. 14. Preis 00 PI. H. Grelfenliasen Hachf. Besonders preiswert: Em greser Denzen> Klüsen Brunnenstr. 17-18 Veteranenstr. 1-2 Wir haben uns entschlossen, änsefer Werten Kundschaft auch noch In dieser Woche die Extra-Vergünstigung zukommen zu lassen und verabfolgen noch bis zum 23. November au» modernen H&IbflancH- und Velourstotfen Serie I 2.95 Serie II 3.85 Doppelte Rahafg-Harhen ) Wir gewähren hierdurch 10 Grosse Spielwaren- und Puppen- Ausstellung Allerhand Belustigungen. Abgabe von p? sj Pf. 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