Nr. STA. ItoonnementS'ftdingunjien: «Sonnnnentä. Preis pränumerando, Bierteljährl. Z,M Mt, monotL 1,10 Ml,, wöchcnUich 28 Pig, frei WS HauS. Einzewe Nummer 8 Pfg. SonnlagZ» nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Well" 10 Big. Post- WonnemeiU: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen w die Post- ZeitungS. PretSIiste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 3 Marl, für daS übrige Ausland Z Marl pro Monat, PostabonnementS nehmen an: Belgien, DSnemarl. Holland, Italien,"uxcmburg. Portugal, Rmnänien, Echwraen und die Schireiz. ci1««I»l iZglich nttr montan. Derlinev Volksblelkk. 24* Jahrg. OK TnlerHons-Gtböftf BehSgt für die scchSgespallene Koloned zeile oder deren Raum 80 Pfg. für politische und gewerlschaftliche BereinS- und BcrsammlnngS.Anzeigen 80 Pfg. „Nietn« Snretgen", daS erste(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg,, jedes weiter« Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schlaf- stellen-Slnzeigen das erste Wort 10 Pfg. jedes weitere Dort 5 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Wort«. Inserate für die nächste Nummer müssen bis fj Uhr nachmittags in der Expedition �gegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. relegramm. Adresse: „Soasainniolnat Stilln". Zcntralorgan der rozialdemokratifchen parte! Deutfcblands. Redaktion: 8CQ. 68, Lindenatrasac 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Expedition: SM. 68» Lindcnetraeoe 69* Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1081. Den CClahlrechtekampf ern! Kein Fürst, kein Landesherr hat Euch geladen Und kein Mnister ist im Saal zu sehn: Ihr seid ein Parlament von Volkes Gnaden Und jeder einzelne ist souverän! Wenn Euch ein Wahlrecht auch, feig und verkommen, Des Landesparlamentes Tür verschließt: Hier seid Ihr uns. seid Ihr dem Volk willkommen! Du rotes Parlament sei uns gegrüßt! Ihr seid berufen, uns den Weg zu zeigen, Der uns zum Licht aus Preußens Dunkel führt. Genug der Ouall Wir wollen nicht mehr schweigen! Wir fordern Recht, das uns schon lang' gebührt l Man fürchtet uns: ein Heer von Schergenknechten Umspitzelt unser Denken, unser Tun; Sie möchten, daß sie gänzlich uns entrechten, In ihrem schwarzen Freiheitshaß nicht ruhn! Wohin wir schaun: es grinst auf allen Wegen Mit seinem blödverzerrten Angesicht Uns das Gespenst der Reaktion entgegen, Das. nachtgesängt, des Tages Blüten bricht. Und wie es Haß und Finsternis geboren, So mag es Sonne nicht und Schönheit sehn, Der Wahrheit Wort taugt nicht für seine Ohren Und, was von Freiheit träumt, mutz untergehn! Der Büttel herrscht! Ihn darf man nicht ergrimmen, Denn sein Geschmack ist oberste Instanz: Die Wissenschaft muß ihren Rücken krümmen, Begehrt sie nach der Anerkennung Kranz,— Die nackte Schönheit hüllen heute Schleier, Denn nur bedeckt erfreut sie sich der Gunst Verbrauchter Lebegreise, geiler Schreier, Die wiehern:„Nieder mit der freien Kunst!" Datz nur die Lebenskräfte früh erschlaffen. Damit kein eigner Wille Funken sprüht, Ist sorgsam zu umnebeln, zu verpfaffen Der Kinder Hirne eifrig man bemüht! Sie rufen's laut mit schmatzendem Behagen: „Viel Wissen tut dem Arbeiter nicht gut, Soll er geduldig-still sein Schicksal tragen! Viel Wissen macht rebellisch ihm das Blut!" Schwül ist eS rings. Und Nacht. Kein Hauch, kein freier, Durchweht den Sumpf, in dem der Karren steckt. DaS Heer der Kriecher und der Hurraschrcier Hat sich zum Schlaf behaglich ausgestreckt. Wir aber, die des Tages Mühn und Lasten Zu Boden drücken, wollen Sonne sehn! Sind wir auch müd', wir denken nicht ans Rasten Und Sturmwind soll uns Haupt und Brust umwehn! Euch aber haben wir hierher beschieden, Daß Ihr die Mittel und die Wege wägt, W i e unser Kampf— ein Kampf geführt im Frieden Am besten und am reichsten Früchte trägt! Auf Euch schaut eine Welt! Und Eure Worte In dieser Tagung wichtigem Verlauf, Sie schließen uns die lang verschloss'ne Pforte Von Preußens neuer, freier Zukunft auf! Ernst ist die Arbeit, die Euch aufgetragen; Was hier Ihr aussteut, ist die junge Saat, Die anfgehn soll und reiche Ernte tragen Für Preußens ringend Proletariat! Das große Ziel, das hell uns winkt, mög leiten Gleich einem Stern Gedanken Euch und Wort! Und möchten sie auch gern uns nieder reiten, Umsonst l— w i r reiten über s i e hinfort l Her mit dem Wahlrecht, dem geheimen, gleichen, Das keine Klassen, keine Schichten kennt! Ist dieser Kampf ums Wahlrecht ist doch Zeichen» In dem du tagst, du rotes Parlament! Und lauern um un3 Ränke auch und Lügen— Die Reaktion führt stets den alten Krieg!— Wir stürmen vor: die roten Banner fliegen,. Und aus dem Kampfgetümmel steigt der Sieg! Ludwig Leffe«. 2um Parteitag des Wahlrechts- Kampfes. Der zweite Parteitag der preußischen Sozialdemokratie, der am Donnerstag in Berlin zusammentritt, steht im Zeichen des Kampfes um das gleiche Wahlrecht für den größten Bundesstaat des Reiches, für die Hochburg der Reaktion. Nicht nur Fragen der Organisation hat der preußische Parteitag zu lösen— er soll auch die Losung für den proletarischen Wahl- rechtskampf ausgeben, er soll den Ausgangepunkt bilden für die nachdrücklichste und nachhaltigste Volksbewegung für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht! Jahrzehntelang galten für die Partei die Fragen der spezifisch preußischen Politik als eine Angelegenheit von minderer Bedeutung. Daran trug nicht eine Verkennung der Bedeutung Preußens für die gesamte Reichspolitik die Schuld, sondern das lag in der Natur der Bewegung, die übergenug der Tätigkeit in der vorhandenen agitatorischen Arbeit fand und ihre volle Stoßkraft zunächst im Rahmen der Reichs- Politik entfaltete. Wenn die Genossen in den kleineren Bundesstaaten sich schon früher auch lebhaft auf dem Gebiete der Landespolitik betätigten, so lag das zur Hauptsache an dem anders gearteten Wahlrecht dieser Bundesstaaten, das dem Proletariat die Möglichkeit eines Wahlerfolges gab. Wenn die Partei schließlich dennoch beschloß, sich trotz des in Preußen geltenden Dreiklassenwahlsystems auch in diesem Bundesstaat an der Wahlkampagne energisch zu beteiligen, so geschah das seinerzeit weniger in Erwartung unmittelbarer praktischer Erfolge, als vielmehr aus der Ueberzengung heraus, daß es notwendig sei, die massenaufrüttelnde Propa- ganda für die Ideen des sozialistischen Klassenkampfes auf allen Gebieten, mit allen Mitteln zu führen. So sagte in Hamburg 1897 unter stünnischem Bei- fall die Genossin Zetkin:„Wann haben wir den Schlverpunkt unserer Beteiligung an den politischen Wahlen allein auf die Eroberung von Mandaten gelegt? Bei aller Wertschätzung der Mandate haben wir doch allezeit betont. daß wir den Schwerpunkt unserer Wahlbeteiligung in ihrer agitatorischen Wirkung auf die Massen erblicken. Bedeutsam sicher ist die positive Arbeit in den Parlamenten, aber als positivste aller Arbeiten haben wir noch stets erachtet, das Denken, die Auffassung der Massen zu revolutionieren...- Die Landtagvwahlen bieten uns reichliche Gelegenheit dazu. denn die Agitation muß dann an eine Reihe von Fragen an- knüpfen, die von unmittelbarem Lebensinteresse für die Massen sind.... Mit dem neuen Agitationsstoff packen wir neue Mafien."— Aber die Genossin Zetkin wies auch auf eine andere wichtige Konsequenz der Beteiligung an den preußischen LandtagSwahlen hin: auf die Beseitigung des Dreiklassensystems durch den proletarischen Wahl- rechtskampf l Darauf hatte auch Genosse Auer mit besonderein Nachdruck verwiesen;„Nach solchen Erfahrungen(daß mit bloßen Protesten nichts getan sei) wollen wir zum Angriff übergehen. Zweifellos wird in dem Augenblick, wo wir unsere aktive Beteiligung an der Wahl beschließen, der nächste Wahl- kämpf in Preußen von der Frage beherrscht werden: w i e stellen sich die einzelnen Parteien zum all- gemeinen Wahlrecht und zur Beseitigung der Dreiklassenwahl. Das ist der springende Punkt."... Im Jahre 1903 beteiligte sich das preußische Proletariat zum ersten Male an der Landtagsivahl. Es gewann zwar kein einziges Mandat, wohl aber 314000 Stimmen! Und gerade daß wir bei einer Stimmenzahl, die sich mit der der Konservativen beinahe deckte, kein einziges Mandat eroberten, zeigte den Massen das elendeste aller Wahlsysteme praktisch in seiner ganzen Verrottung, schuf maßlose Er- bitterung. Wie gewaltig daS politische Interesse am prenßi- scheu Wahlrecht gestiegen war, bewies ja der 21. Januar 1906, jene Riesendemonstration des preußisches Volkes, über die zwar die Ordnungssippe scheinbar spottete, gegen die sie aber ganze Armeekorps feldmarschmäßig aufmarschieren ließ! Das Dreiklassenwahlrecht war gerichtet, war geächtet für jeden halbwegs anständigen Menschen. Man sah sich zu Konzessionen genötigt. Natürlich wollte man sich nur zu jämmerlichsten Flickrcformen verstehen. So gewährte man zunächst die geringfügige Vermehrung der Wahlbezirke. indem man die größten Wahlbezirke zerlegte und zehn neue herausschnitt. Aber diese lächerliche„Reform" mußte natürlich selbst der Bourgeoisie als ein Hohn auf die Wahlrechts- sorderungen der nichtbesitzendcn Klasse erscheinen. So kam es, daß die Regierung die Gelegenheit ergriff, das wider- natürliche Bündnis zwischen Junkern und bürgerlichen„Demo- kratcn" durch ein neues Zugeständnis, das Versprechen einer wirklichen Wahlreform, fester zusammenzuschweißen. Aber wenn auch die verheißene Wahlreform als Judaslohn für die wirtschafts- und sozialpolitischen Verrätereien des Frei- sinns erscheint— die treibende Kraft der Wahlrcform>oar die Proletarische Wahlrechtsb e w e g u n a, war die erste Generalprobe vom Jahre 1903, die den Massen daS skandalöse Wahlunrecht so eindkücklich ad oculus demonstrierte. Aber auch der zweite Reformansatz wird nichts anderes all die jämmerlichste F l i ck r e f 0 r m bleiben, wenn sich das preußische Proletariat nicht auch weiterhin und gerade jetzt erst recht rührt I Man weiß, daß der Freisinn sich mit einem bloßen Versprechen, mit allgemeinen RedenS- arten abspeisen lassen will. Er will im Block bleiben, will sich auch für den preußischen Wahlkamps das Protektorat der Regierung. die Unterstützung der Junker, Antisemiten, die schmachvollen Handlangerdienste des Reichsverbandes sichern. Daneben aber wird er sich natürlich auch nicht gegen die Unterstützung der proletarischen Wähler sperren, auf die er sogar Anspruch erhebt unter dem Vorgeben, daß ja doch die Forderung des Reichstagswahlrechts für Preußen einen freisinnigen Programm Punkt bilde. Nur kämpfen will der Freisinn nicht für seine Programm- sorderung, sondern zuguterletzt nehmen, was die Regierung. was die Junker gnädigst zugestehen wollen l Sache der Sozialdemokratie ist es deshalb, den Wahl- rechtskampf zu organisieren! Diese Aufgabe fällt der Sozialdemokrasie umsomehr zu. als ja auch das Z e n- trum an keine Wahlrechtsbewegung denkt, sondern gleich dem Freisinn die Rechte deS Volkes des Buhlens um die Regierungs- und Junkergunst wegen verraten will l Die Sozial- demokratie hat den Volkssturm zu enffeffeln, sie hat die breiten Massen aufzupeitschen, sie hat dem freisinnig-ultra- montanen W a h l r e ch t s s ch a ch e r den Wahlrechts« k a nt p f entgegenzusetzen I Eine gewaltige, aber auch eine überaus dankbare Auf- gäbe erwächst der Sozialdemokratie aus dieser Situation. Niemals noch standen für die nichtbesitzende Klasse in Preußen so elementare Lebcnsintrressen auf dem Spiele, wie heute! Es handelt sich um nichts Geringeres, als um die Eroberung der Bürgerrechte! Nur das Reichstags Wahlrecht erlöst die besitzlosen Klassen aus ihrer Helotenrolle— jedeS mindere Wahlrecht prellt sie abermals um ihre politischen Rechte. Das gilt es den Massen klarzumachen! Es gilt, den Millionen Irregeführten der bürgerlichen Parteien die Augen zu öffnen! Es gilt, diese Mafien von bürgerlichen Mitläufern in den WahlrechtSkampf mit hineinzureißen, sie mobil zu machen gegen die reaktionären Wahlrechtsverweigcrer und die freisinnigen und ultramontanen Wahlrechtsverräter! Eine enorme Arbeit, aber auch eine Arbeit, die den prole- tarischen Klasseiikampf ungeheuer zu stärken vermag! Die Verhandlungen des preußischen Parteitages werden den einmütigen Willen, die unerschütterliche Energie bekunden, den Kampf mit dem Aufgebot aller Kräfte zu führen. Sie werden die wichtigsten Fingerzeige dafür geben, wie der Kampf mit vollem Erfolge geführt werden kann, wie man in die festverwahrtesten Verschanzungen der Gegner hineindringt l Und dem wohlerwogenen Rat wird dann auf der ganzen Linie die kraftvolle Tat folgen! Die Verhandlungen über die Punkte 3 und 4 der TageS- ordnung:«Die LandtagSwahlen 1908" und„Die Lage der Staatsarbciter in Preußen" bilden wertvolle Erläuterungen des 2. Punktes, der die„Wahlrechtsfragc im Reiche" be» handelt. Auch das Referat über„Selbstverwaltung und Ge« meinde" wird wuchtige Beiträge für die Notwendigkeit liefern, durch Beseitigung deS DreiklafienwahlrechtS auch die Gemeinden von der Vergewaltigung durch ein erzreaktionäres und bigottes Junkerregiment zu befreien. Die Frage der Organisasion wird sicherlich im Sinne des Entwurfes gelöst werden, den der Parteivorstand in Gemein- schaft mit Groß-Berlin entworfen hat. Es handelt sich darum, eine Organisation zu schaffen, die einerseits in innigster Fühlung mit der Vertretung der Gesamtpartei steht und andererseits befähigt ist, sich allen Aufgaben gewachsen zu zeigen, die Agitation und Organisation an di- Landes- kommiffion stellen. Und beiden Aufgaben scheint unserer Auffassung nach diese Organisationsform vollauf gerecht werden zu können. Die Sozialdemokratie nicht nur Preußens, sondern ganz Deutschlands wird mit lebhaftester Anteilnahme die Tagung des zweiten preußischen Parteitages verfolgen. Ist doch Preußen die Vormacht aller Reaktion in ganz Deutschland. Der Sieg des Volkes in Preußen ist der Triumph der Demo» kratie im ganzen Reichel Auf der Seite der Reaktion stehen alle Mächte der Ver- gangenheit; um das Banner des Wahlrechtskampfes werden sich alle Kräfte der Zukunft scharen I Vorwärts l Candtags- und Relcbstagswai)! 1903. Von besonderem Interesse auch für die kommenden Landtags- Wahlen ist ein Vergleich zwischen der Beteiligung der Sozial- demokratio Preußens an den Wahlen zum Landtag und zum Reichs- tag im Jahre 190S,— beide Wahlen fanden innerhalb eines Zeit- raumes von noch nicht einem halben Jahre statt. In Preußen wurden bei der Reichstagswahl 1903 für die sozialdemokratischen Kandidaten 1(549 908 Stimmen abgegeben, bei der Landtagswahl stimmten 314 149 Urwähler sozialdemokratisch, d. h. auf 1999 sozialdemokratische Reichstagswähler entfielen nur 199 sozialdemokratische Urwähler zum Landtag. Für die verschiede- nen Provinzen ist dieses Verhältnis sehr verschieden, wie die folgende Tabelle zeigt. Sie enthält in der ersten Spalte die Bezeichnung der Provinz, in der zweiten die Zahl der sozialdmo.kratischen Urwähler, in der dritten die der sozialdemokratischen Reichstagswähler. Die vierte Spalte gibt die Zahl der sozialdemokratischen Urwähler, die aus 1999 sozialdemokratische Reichstagswähler entfallen. Die Spalten S bis 8 berichten über die allgemeine Wahl- beteiligung be» den Landtagswahlen in Prozenten der Wahl- berechtigten, und zwar b bis 7 in den einzelnen Abteilungen, 8 in allen Abteilungen zusammen. Demgegenüber enthält die Spalte 9 die prozentische Wahlbeteiligung bei den ReichStagSwahlcn. 1. Provinzen a ii 2» §■=. a'l Sä ilT a g 5®� s s 53 £ ES 3 S�z-sB o®5 'S Q 4, §l bS »Z (§§ Ostpreußen.. Westpreutzen.. Stadt Berlin. Brandenburg. Pommern.. Polen.... Schlesien... Sacbsen... SchleSwig-Holst Hannover.. Westfalen... Hessen-Nassau. Rheinland.. Hohenzollern. Königr. Preußen Königr. Preußen ohne Berlin 7 949 1 12S 122 199 62 938 7 829 4L 14 767 21 316 23 896 IS 909 8 849 8 876 29 333 SS 331 29 279 218 238 127 SS S64 243 589, 258 56 353 8 951 175 583 194 461 199 819 139 082 139 612 93 546 204 697 366 139 5 84 110 217 115 63 95 99 0 314 149 1 649 998' 190 191 999 1 431 760[ 134 5. 1 6. j 7, 1 8. Wahlbeteil.(Landtgw.) 5S SS 50,8 68,5 64,3 J 33,3 58,4 46,2 48,6 35,7 40,0, 22,9 73,8 65,7 50,9 48,9 55,4 43,9 46,3 40,6 434 26,4 33,1 81,9 40,0 28,9 27,5 26,4 29,2 17,1 49,2 48,8 34,3 33,6 17,7 36,1 38,4 23,2 11,1 50,7 18,0 16,5 22,5 12,8 14,9 15,7 17,3 7.7 c W 9. sS'S. 1�1 20.3 39,5 89,6 25,4 13,0 53,4 21,0 19,2 25,5 15,8 17,8 18,4 20,0 10,8 70,2 79,3 73,7 75,1 74,6 81,7 74,1 77,9 76,2 74,9 78.5 70.5 75,5 64,5 21,1123,6 19, 8! 22,5 75,5 75,6 Die Tabelle zeigt einmal, wie weit die Wahlbeteiligung bei den Landtagswahlen überhaupt gegenüber derjenigen bei den Reichstags- wählen zurückbleibt, insbesondere in der dritten Abteilung trotz der erstmaligen Beteiligung der Sozialdemokratie— hier kann noch viel gebessert werden, auch wenn die nächsten Wahlen noch unter dem Dreiklassenwahlrecht vor sich gehen. Sie zeigt weiter, daß die Zahl der sozialdemokratischen Reichötagswähler, die sich zur Be- teiligung an der LandtagSwahl entschlossen, außerordentlich gering ist. Sie betrug zwar in Berlin mehr als die Hälfte, in der Provinz Brandenburg wenigstens noch mehr als ein Viertel, in Schleswig- Holstein mehr als ein Fünftel; dann aber geht es schnell bergab: weniger als ein Zehntel der sozialdemokralischen Wählerschaft zum Reichstag beteiligte sich an der Landtagswahl in Westpreuhen, Posen sein Zweihundertstel l!). Schlesien. Westfalen, Hessen-Rassau und Rheinland. Gehen wir in der Spezialisierung weiter zu den 37 Regierungs- bezirken, so finden sich 7. die keinen einzigen sozialdemokratischen Urwähler aufbrachten, nämlich Allcnstein. Marienwerdcr. Brombcrg, Oppeln, Münster, Trier, Sigmaringen. Weniger als 199 hatten Stralsund, Posen, Aurich, Koblenz, Aachen— also fünf. Vier weitere wiesen zwischen 190 und 890 sozialdemokratische Urwähler auf: Gumbinnen, KöSlin, HildeShcim, Osnabrück. In den übrigen 29 Regierungsbezirken— Berlin scheidet hier — untersuchen wir die einzelnen Wahlkreise. Es hat Königsberg 7 LandlagSwahlkreise. davon 4 ohne sozialdemokra- tische Urwähler; 2 mit weniger als 190; über 199 nur Königs- berg selbst mit mehr als 6999. Tanzig hat 4 Landtagswahlkreise; davon 3 ohne sozialdemokratische Urwähler; nur Elbing hat mehr als 1999. Potsdam hat nach der neuen Einteilung 11 Wahlkreise; davon in einem leinen sozialdemokratischen Urwähler, in einem weniger als 199, in 7 mehr als 1399. Sie Stadt IMn und die Selbst- Verwaltung. ES gibt wohl keine preußische Großstadt, der gegenüber die Regierung sich so ungeheure Eingriffe in das SelbslverwaltungS- recht erlaubt hätte, wie gegenüber der ReichShanptstadt. Nicht nur auf Grund der reaktionären Bestimmiinaen der Städteordnung, sondern auch auf Gnmd von allerhand anfechtbaren Ministerialerlaffen ist sie gegen Berlin vorgegangen und fast könnte man. wenn man die Ereignisse der letzten Jahre Revue passieren läßt, zu der Ansicht gelangen, als sei eS der Regierung darum zu tun, vor aller Welt den Beweis dafür zu erbringen, wie wahr das einst von Singer geprägte Wort vom Märchen von der Selbstver« w a l t u n g ist. Vor allem ist es das wichtige G e b i e t d e r S ch u l e, auf dem die Bevormundungsversuche der Regierung eingesetzt haben. Nach einem fehlgeschlagenen Versuch in den SOer Jahren erließ der Kultiis» minister Möhler in der Konflikiszeit, im Jahre 1864 eine Verfügung. durch welche er das Bestätigungsrecht für die Mit- glieder der Schuldeputation als Ausfluß des AufsichtS- rechts des Staate? über die Schulen in Anspruch nahm. Die Stadt- verordnetenversammluiig leistete diesem Verlangen energisch Wider- stand, sie beschloß am 16. November 1866: In Erwägung, daß die Schuldeputation zu Berlin als selb- ständige, rein städtische Deputation durch Verordnung vom 20. Juni 1829 eingesetzt ist und bisher unverändert bestanden hat; in Erwägung. baß kein praktisches Bedürfnis zu einer Aenderung vorliegt, da erst seit der Bildung jener Deputation daS städtische Schulwesen durchgreifend reformiert und aus einen zufriedenstellenderen Fuß gebracht ist als die Mehrzahl der unter amtlicher Verwaltung stehenden Schulen; in Erwägung, daß eine Aenderung dieser Verfassung durch neue Einführung des Bestätigungsrechts nur die Gefahr des konfessionellen und politischen Haders in die Schulverwaltung ein- führen würde; in Erwägung, daß der vom Herrn Minister geltend gemachte Grund, daß die Schuldepntation zugleich ein Organ de« Staates sei, auch auf andere Deputationen passen und zu einer völligen Umwandlung der städtischen Verfasiinig durch neue Jnterpretationei, führen würde; in Erwägung, daß die Gründe gegen die Gesetzmäßigkeit der beabsichtigten Maßregel in den Berichten des Magistrat« von 1854, 1855 und 1856 ausführlich erörtert sind und die Jmmediat- beschwcrde vom Magistrat schon am 13. Juli 1853 beschlossen worden ist. Frankfurt hat 9 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 2, weitere 2 mit weniger als 10(!), 3 mit über 1090. Stettin hat 6 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 3. einen mit einem(!), 2 mit mehr als 1900. Breslau hat 11 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 7, 2 mit mehr als 1000. Liegniy hat 9 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 3. dazu 2 mit weniger als 100, einen mit mehr als 1900. Magdeburg hat 8 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Ur- Wähler 2, 3 mit mehr als 1009. Merseburg hat 8 Wahlkreise; 3 mit weniger als 100, 2 mit mehr als 1000. Erfurt hat 5 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 1, dazu einen mit weniger als 100, über 1000 keinen. Schleswig hat 19 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Ur- wävler 2, dazu 6 mit weniger als 199, über 1999 6. Hannover hat 7 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 2, dazu einen mit 2 Stimmen(!), über 1999 2. Lüneburg hat 7 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 4, über.1999 einen. Stade hat 6 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 5, über 1999 einen. Minden hat 4 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 2. über 1999 einen. Arnsberg hat jetzt 12 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Ur- Wähler 5, über 1999 eine», der jetzt in 6 geteilte frühere Riesen- Wahlkreis Tortmund-Bochum hatte im ganzen 2349 sozialdemo- kratische Urwähler gestellt; auf keinem der jetzt selbständigen Teile entfielen auch nur 699 sozialdemokratische Urwähler. Kassel hat 14 Wahlkreise; davon ohne sozialdemokratische Ur- Wähler 7, dazu 2 mit weniger 7(!), einen mit mehr als 1999. Wiesbaden hat 11 Wahlkreise; davon ohne sozialdemokratische Ur- Wähler 7, dazu 2 mit mit weniger als 15, einen über 1999. Düsseldorf hat jetzt 15 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Ur- Wähler 7, mit über 1999 drei; der jetzt in 4 geteilte Riescnwahl- kreis Essen-Müblheim-Duisburg hatte im ganzen 1937 sozial- demokratische Urwähler aufgebracht. Köln hat 5 Wahlkreise; ohne sozialdemokratische Urwähler 2, einen über 1999. Landtagswahlkreis KönigSberg-Fisäihausen... Elbing-Marienburg.... Nieder- u. Obcrbarnim... Charlottenburg..... Schöneberg-Rixdorf.... Teltow-BceSkaw- Storkow.. Jüterbog-Luckeiiivalde... Brandenburg- Zauch- Belzig- Westhavelland..... Spandali'Osthavelland... Frankfurt-LebuS..... kettin........ Randow-Greifenhagen... ~ ladt Breslau...... Görlitz-Lauban..... Kalbe-AscherSleben- Quedlinburg........ Wanzleben....... Magdeburg...... Halle-Saalkreis...... Naumburg- WeißenfelS- Zeitz Kiel-Neumünsler..... WandSbeck-Stormarn... Aliona........ Stadt Hannover..... Hagen-Schwclrn..... Hanau....... Stabt Frankfurt 0. M. Düsseldorf....... Elberfeld Barmen.... Stadt Köln...... •) In, ReichStagswahlkreise Mona wurden bei der Reichstags- Wahl 15 859 Stimmen abgegeben; hierzu sind— ob mit Recht, ist zweifelhaft— 6173 gerechnet, die in, ReichstagSwahlkreise Piniieberg- Segeberg vom zugehörigen Stadtteil« Altona abgegeben wurden. ersucht die Versammlung den Magistrat, weitere Gegenvarstelluiigen eventuell Jmmediatbeschwerden gegen die beabsichtigte Maßregel zu erheben. Der Urheber dieses Antrages war der Stadtverordnete v. Gneist, ein Mitglied der nationalliberalen Partei, also der- jenigen Partei, die genau 49 Jahre später der Regierung da? Schnlnnterhaltungsgesetz mit seilten weiteren Beichräulimgen de« SelbstverwaltungSrechteS apportiert hat. Die feste Haltung der Berliner Stadtverordnetenversamiiilung und des Magistrats vom Jahre 1866 veranlaßte das Ministerium nachzugeben. Zwar behielt es sich die endgüliige Elitscheidung vor, aber in Wirklichkeit ver- langte eS die Einholmig der staatlichen Bestätignng nicht mehr. Mit größerem Erfolg ging ein Menschenalter späler der Minister Bosse gegen daS SelbstverlvaltungSrecht vor. Als 1898 unser Genosse Singer in die Schuldrputaston gelvählt war, erließ der Minister eine Verfügung, worin die Unvereinbarkeit der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei und der Mitgliedschaft in städtischen Schul- deputationen und Schulvorständen betont wurde. Die Stadtverordneten- Versammlung erkamlle auch jetzt ein BesläligiingSrecht nicht an uiid lehnte die Vornahme einer a»der«r Wahl ab. In den N»schan»»gen des Magistrats dagegen war eine merkwürdige Wandlung nach der reaktiv- nären Seite hin vorgegangen. Früher hatte der Magistrat die Ansicht vertreten, daß da? städtische Schulwesen eine Angelegen- heit sei, welche die Kominnne nach de» Vorschriften der Städte- ordnung und nach den da« Schnlivesen betreffenden gesetzlichen Be- stimmungen unter Oberaufsicht des Staates zu verwalte» habe, daß daher eine Bestätigung der Mitglieder der Schuldepulation seitens des Staates onsgeschloffen sei. J»i schroffste» Gegensatz hierzu stellte er sich anläßlich des Falles Ginger auf den Slandpuiikt. daß die Schuldeputation nicht nur eine städtische VenvaltungS- deputation. sondern gleichzeitig eine staatliche SchulaufsichlS- behörde sei. und daß er daS.BestätigungSrecht hinsichtlich der in dieselbe gewählte» Mitglieder nicht ans Grand der städiischen Verfassung, sondern auf Grund deS ihn, durch die Verordnimg von, 20. Juni 1329 seitens der Staatsbehörde erteilten Auftrages anszu- üben habe. Ein selbständiges, aus der Städteordnmig herzuleitendes Recht einer städtischen VerwaltiingSdeputation existierte nach Auf- faffnng des Berliner Magistrats für die Schuldeputation nicht, da er sie als ein Organ des Staates betrachtete. Der Berliner Magistrat halte also einen vollständigen Rückzug angetreten. Ist eS ein Wunder, wenn die Regierung durch dies Verhalten ermutigt Schritt für Schritt weiter auf ihrem reaktionären, Wege vorging und ivenn sie sich nicht bannt begnügte, daß in bezng auf die umertN Angelegenheiten der Schule die Selbstverwaltung beseitigt war. sondern daß sie auch die äußeren Sckiul- angele gen Heiken an sich zu ziehen suchte und der städtischen In den 20 Regierungsbezirken mit beachtenswerten Erfolgen gibt es also noch 67 Wahlkreise ohne auch nur einen sozialdemokra- tischen Urwähler; dazu 36 weitere mit weniger als 100 sozialdemokratischen Urwählern, während nur 40 mehr als 1090 hatten— Bcrhin ist hierbei nicht mitgezählt. Wir wollen jetzt in den einzelnen Kreisen mit mehr als 1900 sozialdemokratischen Urwählern das Verhältnis zu den sozialdemo- kratischen Reichstagswählern des gleichen Jahres bestimmen. Hierbei ergeben sich Schwierigkeiten, da sich nicht überall die Reichstags- Wahlkreise mit den Landtagswahlkreiscn decken und aus den ver- öffentlichtcn amtlichen Wahlergebnissen für einige LandtagSwahl- kreise die Zahl der Rcichstagswähler nicht ermittelt werden kann; aus diesem Grunde scheiden folgende 11 Landtagswahlkreise mit mehr alS 100<1 sozialdemokratischen Urwählern aus: Guben-Sorau- Forst, Kottbus-Spreniberg-Kalau, Reichenbach-Waldenburg, Flens- bürg, Steinburg, Pinineberg, Linden(Stadt und Kreis), Lehe- Geestemünde, Harburg, Bielefeld-Herford-Hallc, Rcmscheid-Lcnncp- Solingen. Die beiden LandtagSwahlkreise Jüterbog-Luckenwalde- und Brandenburg-Zauch-Belzig-Wcsthavelland, die beide je mehr als 1000 sozialdemokratische Urwähler gestellt haben, können dadurch mitherangezogen werden, daß sie zwei Reichstagswahlkreisen nur in anderer Kombination entsprechen. Das Resultat ergibt die in von stehender Spalte stehende Tabelle. Für die jetzigen 12 Berliner Landtagswahlkreise, für die ein ins einzelne gehendes Bild nicht gegeben werden kann, haben wir zusammenfassend die Vcrhältniszahl 564 schon in der ersten Tabelle gesunde». Sie ist höher als sämtliche der umfassenden Tabelle; für einzelne Kreise würde sie vermutlich noch bedeutend in die Höhe gehen; sehr klein dürfte sie in keinem der 12 Kreise sein; das geht schon daraus hervor, daß selbst in dem ungünstigsten Bezirk von 185 in der dritten Abteilung gewühlten Wahlmännern 73 Sozialdemo- kratcn waren» d. h. 39,5 Proz., während diese Ziffer im günstigsten Bezirk auf 95,5 Proz. stieg. Die Vcrhältnisziffcr 564 für das ge- samte Berlin wird nur von zwei Arbeiterstädten übcrtroffen, die aber für sich keinen besonderen Wahlkreis bilden; in Rixdorf wählten bei 17 563 sozialdemokratischen Stimmen für die Reichs- tagSwahl 10 892 Urwähler sozialdemokratisch; auf 1999 sozialdemo- kratische Rcichstagswähler entfielen hier 615 sozialdemokratische Ur- Wähler; noch günstiger steht die Stadt Linden da; die entsprechenden. Zahlen für Reichstags- und LandtagSwahl 1993 sind 6729 und 4472. so daß auf 1999 sozialdemokratische Rcichstagswähler 660 sozial- demokratische Urwähler kamen. Sehen wir von Berlin ab, so zeig: unsere Tabelle, daß nur der Landtagswahlkreis Schöneberg-Rixdorf mehr als die Hälfte feiner sozialdemokratischen Reichswgswähler bei den Landtagswahlcn wiederzählen konnte— und zwar dank dem Verhalten der Rixdorfer Arbeiterschaft. Mehr als ein Viertel der sozialdemokratischen Rcichstagswähler stimmte bei der Landtags- wähl sozialdemokratisch in weiteren 11 Kreisen; aber in 5 der in der Tabelle aufgeführten, relativ günstigsten Kreisen von ganz Preußen blieb die Zahl der sozialdemokratischen Urwähler unter ein Zehntel der sozialdemokratischen Rcichstagswähler. Hoffen wir, daß auch unsere Verglcichszahlcn dazu dienen, den Wettstrett der einzelnen Bezirke um eine möglichst starke Beteiligung bei den nächsten Landtagöwahlen im Jahre 1903 anzufeuern. Gerade wenn die öffentliche Abstimmung erhalten bleiben sollte, wird eine hohe Stimmenzahl der Sozialdemokratie die denkbar schärffte Demonstration sein gegen das»elendeste aller Wahl- systeme" i Die ßilduugsfrage— eine Sahirechtzfrage! In den letzten Tagen wurde eine Auslassung der Korrespondenz des Lehrervereins von einigen Parteiblättern wohl- wollend zitiert und abgedruckt, in dem die Wahlrcchtsfrage als eine Bildungsfrage dargestellt wurde. Der Artikel wandte sich mit bescheidenen Worten gegen das bekannte reaktionäre Gekrächz, daß die Arbeiter zu dumm seien, als daß man ihnen durch ein allgemeines und gleiches Wahlrecht dieselben Rechte wie den Männern von„Bildung", wie gar einem Professor der Staatswissenschaft und ähnlichen er- leuchteten Geistern einräumen dürfe. Die Korrespondenz des Lehrervereins, folgerte daraus im Sinne der ihr gc- läufigen liberalen Gedankengänge, daß im Interesse des Wahlrechts die Volksbildung erweitert und vertieft und die Volksschule einer durchgreifenden Reform unterzogen werden müsse. Bei der Bescheidenheit, an die wir unS gegcniiber liberalen und bürgerlichen Forderungen gewöhnt haben, ist es begreif- Verwaltung die freie Verfügung über die von der Gemeinde erbauten Schulräume verbot! Genau so wie sie ans dem Gebiete de? Schulwesens ein Recht nach dem andern an sich riß, weigerte sich die Regierung, auf dem Gebiete des Polizei wcsenS irgend welche Zugeständnisse zn machen. Ohne Angabe der Gründe lehnte sie die Forderung der llebertragung wichtiger polizeilicher Befugnisse ab. obivohl wieder- holt, namentlich auch bei der Beratung de« Polizeikosten- gesetzeS die Uebertragnng der polizeilichen Funktionen in den Fragen, deren sonstige Verwaltung der Stadtgcmeinde ob- liegt, in Aussicht gestellt mar. So sind wir denn glück- Ii» dahin gekommen, daß die S'adt Berlin zwar die Kosten der Polrzeiverwaltimg zu tragen, daß sie aber in Angelegen- hcitrn der Polizei nicklS hineinzureden hat. ja sie hat nicht einmal ein freies PerfügungSrecht über die von ihr erbauten und unter- haltenen Straßen. Wie ohnmächtig � die städtischen Behörden der Polizei gegenüber sind, lehrt die Tatsache, daß die Polizei die Er- laubnis zur Errichtung einer Ui»f»si>i»gSi!>auer und eine« Ein- gangStoreS zum Friedhof der Märzgefallenen im Fnedrichshai» verweigern konnte, und daß in dein hiergegen be- schritte»?» Klagewcge das OberverwaltungSgericht der Polizei Recht gab; es stellte sich auf den Standpunkt, die Polizei könne nicht dulden. daß die Stadtverordnetenversammlting durch Ebrmig der März- gefallenen revolutionäre Gedanken nähre und stärke; da-? würde sie aber tun. wenn sie da? Portal baute, zu dessen Bau die Polizei die Erlaubnis verweigert habe. . Welchen Gebrauch oder bester gesagt Mißbrauch die Regierung mit ihrem Bestätigungsrecht treibt, das hat die Stadt Berlin wiederholt erfahre»»tllssen. Die Fälle Kirlchner und Kaust- mami legen Zeugnis ab, wie wenig die Regierintg sich um die Wünlche der Vertreter der Bürgerschaft lümmert, und die Vcr- haiidlmigen des Abgeordnetenhauses über diese beiden Fälle zeigen. daß die Regienuig und die ihr nahe stehende» Parteien gar kein Gefühl haben, weder für die unwürdige Behandlung, die sie der Stadt Berlin zu Teil werde» lasse»,»och für den Schaden, den sie durch die Handhabung des Beslätigmigsrcchls der Selbstverwaltung antun. Hatte die Regienmg in der Besläiigungöfrage wenigstens den Schein de? Rechts auf ihrer Seite, so befolgte sie bei anderen Gelegenheiten den Grundsatz, daß Gewalt vor Recht geht, sie erlaubte sich, in die eigenen Angelegenheiien der Genieindc hineinzureden und den Stadtverordneten Lorschrifien darüber zu ,»achen, über welche Fragen sie verhandeln oder vtelmehr nicht ver- handeln dürften. Nainentlich hatte sie es auf das Petitions» recht der Stadtverordneten versa n» in lnng abgesehen. Zwar hatte sich das preußische AbgeordnetcilhauS bereits im Jahre 1804 dahin ausgesprochen, daß Ministerlalreslripte. welche den Ma- gistraten und Stadwerordueten das PetttionS- und Bcichwerderecht lich, daß einige Parteiblätter in dieser Bemerkung der Lehrer- vereinskorrcspondenz mehr gesehen haben als in Wirklichkeil darin steckt. Die Wahlrechtsfragcistniemalseine Bildungsfrage. Erst in allerletzter Zeit haben zwei Gelehrte mit klingenden Namen, von denen einer in aller Form Professor der Staatswissenschaften ist, vor allem Volke feierlich und mit bewußter Absicht bekundet, daß sie trotz aller Gelehrsamkeit nicht so viel Bildung im politischen Sinne— und nur auf solche Bildung kommt es in diesem Zusammenhange an— besitzen, wie irgend ein organisierter Arbeiter in einem abseits gelegenen.�eidedorfe, der seinen organisatorischen und agitatorischen Pflichten nachkommt. Hat sich doch der andere von den beiden mit blasiertem Lächeln gebrüstet, daß er trotz seiner 74 Jahre erst einmal, und das nur des Ulkes halber, sein Wahlrecht ausaeiibt babe! Anderer � seits haben wir aber erst wieder in der russischen Revolution erleben können, daß große Volksmassen sofort zu bewundern?- werter politischer Einsicht erwachen, sobald bedeutungsvolle politische Rechte in ihre Hände gegeben oder von ihnen er- obert werden. Wohl aber ist umgekehrt die Bildungsfrage eine Wahlrechtsfrage. Dieselben Gründe, die die herrschenden Klassen davor zurückscheuen lassen, der Arbeiter- fchaft das ihr zukommende Wahlrecht zu geben, dieselben Gründe stehen auch der Erweiterung und Vertiefung der Volksbildung im Wege. Für die Zwecke der kapitalistischen Ausbeutung ist ein freies Wahlrecht nur von Ucbcl. Die rücksichtslose Kritik einer wirklichen Volksvertretung hindert nur die schrankenlose Gier nach dem Profit. Ebenso bat eine wirkliche und allgemeine Volksbildung keinen Wert für den Kapitalisten. Sie ist wirtschaftlich nicht notwendig, denn das Kapital braucht keine gescheiteren Arbeiter als sie die heutige krüppelhafte Volksschule liefert: wohl aber würde eine gute Volksbildung viel'Geld kosten. Wie kann man ober erwarten, daß die herrschende Gesellschaft Geld, noch dazu viel Geld für Zwecke ausgeben soll, die unprofitabel sind und höchstens den Arbcitermassen von Vorteil wären! Aus Klasscnegoisinus ist die herrschende Klasse gegen jede Wahlrechtserweitcrung und gegen jede wirkliche Hebung der Volks- schule. Beides ist also nur im Kampf gegen diesen E g o i s ni u s, also nur durch den bewußten und ent- schiedcncn Klassenkampf von den herrschenden Macht- laktoren zu ertrotzen. In diesem politischen Kampfe sind aber Wahlrecht und Volksbildung nicht von gleicher Bedeutung. Eine Vcr- besserung des Wahlrechtes ist möglich, ohne daß eine Vcr- besserung der Volksbildung vorherzugehen braucht. Es hängt nur von der Kraft und Entschlossenheit der prole- tarischen Wahlrechtsaktion in Verbindung mit den übrigen politischen Umständen, nicht von einer vorgehenden Ver- besserung der Volksschule ab, ob das Wahlrecht erweitert wird, insbesondere auch, ob das schreiende Unrecht des Drei- klassenwahlsystems in Preußen beseitigt wird. Nicht aber ist es umgekehrt möglich, eine wirkliche Reform der Volksschule und damit eine Hebung der Volksbildung herbeizuführen, ohnedaßzuvoreincErweiterung des Wahlrechts erfolgt. Nur das Volk in seiner breiten Masse hat ein wirkliches Interesse daran, die Schule in öffentlichen Angelegenheilen untersogen oder beschränken und die darauf gerichteten Exekutivinatzregeln dem Artikel 32 der Verfassung widersprechen, Aber was braucht sich die Reaktion, wenn sie zu einem Schlage ausholen will, um einen so weit zurilckliegende» Beschliih zu kümmern! Gleichsam als ob der Artikel 32 der Brrlasfuna nicht existierte, verbot im Jahre 1884 der Oberpräsident, einen Antrag Singer ans die TageSordnmig zu setzen, der die Versammlung vcr- anlassen wollte, gemeinsam niii dem Magistrat dahin zu petitionieren. daß die Stadt Berlin für die Folge diejenige Zahl von Abgcoi dneten zum Reichstage und zum Abgeorduetenhame zu wählen hat, welche nach den gegebene» verfassungsmäßigen Vorschriften ihrer Einivohncr- zahl entspricht. Nicht genug, daß der Oberpräsidcnt auf Grund des § 85 der Städteordnnng den Antrag ans die Tagesordnung zu setzen verbot, drohte er auch im Falle der Nichibcfolgung seines Verbotes dein Borsicher eine Geldstrafe von 300 M. an, ja er stellte sogar. gestützt auf einen Ministerialerlaß über den ÄeschäslskreiS der Stadtverordnetenversammlung aus dein Jahre 1863 die Vor» n a h in e unmittelbaren Zwange« in Aussicht. Die Beschwerde der Versammlung über dies Vorgehen de« Oberpräsidenten hatte keinen Erfolg, der Minister erachtete die Beschwerde für unbegründet, da die Siadtvcrordnetenvcrsammlimg nicht im Besitze eines unbeschränkten PethionSrechteS sei. sondern die? Recht nur imierholb ihrer durch das Gesetz beslinmite» Rechtssphäre asiS- üben dürfe. Dabei sagl Ariikel 32 der Verfassung klipp u»d klar: .Da« PetilionSrecht sieh» allen Preußen zu. Petitionen unter einen, Gisamtnanien sind»nr Behörden und Korporationen gestattet.� Ein ähnlicher Vorfall spielte sich i,„ Joh» 1805 ab. An, 26. April stand auf der Tagesordnung eine Vorlage des Magistrats betreffend ein von den städtischen Behörden an den Reichstag zu richtendes Gesuch gegen die Umsturzvorlage. Der Oberpräsidcnt wies den Oberbürgenneistcr an. etwaige Beschlüsse in dieser Frage auf Grund des ZuständigkeiiSgesetze» z„ beanstanden und für die Zurück sirhuiig der Vorlage Sorge z» tragen, sowie die Absetzung de« GegeiistandeS von der Tagesordnung'Herbeizuführen, Der Oberbürgenneister leistete diesem Ersuchen Folge er führte also, wie chm se'tens unseres Genossen Singer mi,' Recht vorgeworfen wurde, emen Auftrag aus, den er nach Lage der Gesetze aar nicht attSznfiihre»"»stände war. Auch der Vorsteher Dr L a» a e r h a n S bestritt dem Oberbürgermeister daö Recht, in der Weise in die Ge- schäslSordnung einzugreifen, wie-S in dem Erlaß des Ober- Präsidenten angedeutet war. er bat um die Vollmacht im Name» der Versammlung die Petition an den Reichstag abzusenden Die vollmacht wurde ihm erteilt. Der Oberpräsideiit untersagte dem Vorsteher uuicr Androhung einer Strafe von 300 Mark die Ab- sendmig der Petition, aber da? Verbot kam po«t kssvim Langer- Hans hatte den Beschluß bereits anSgefttbrt. Darob große Ent- nlstung im konservativen Blätterwalde. Die.Post" beschuldigte in von Gcldsacks Gnaden die Möglichkeit in die Hand gegeben, ein stolzes Schulgebäude in Preußen zu errichten. Aus dem Klasseninstinkt des Bourgeois heraus hat man sich damit begnügt, die Volksschule zu einem Abrichtungsinstitut, zu einer Dressuranstalt für die zukünftigen Lohnsklaven des Kapitals notdürftig zurechtzuflicken. Solange„Besitz und Bildung", solange das hochmütige Junkertum, die aufge- blasenen Vertreter des Gcldsacks und die bezahlten wissen- schaftlichcn Handlanger der Grundrente und des Kapital- Profits im preußischen Landtage zu sagen haben, solange ist dort an eine Umgestaltung der Volksschule nicht zu denken, Erst muß das Trciklassenwahlunrecht zertrümmert worden sein, erst muß in Preußen der Wille des Volkes zur Geltung kommen, ehe an die Beseitigung der preußischen Schulschmach zu denken ist. Auf die Schanzen für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht in Preußen, wer es ehrlich meint mit der Hebung der preußischen Volksschule! Tie BildungSfrage ist eine Wahl- rrchtsfrage! ver preußische Staat als Arbeitgeber. Die staatlichen Betriebe sollen Musterbetriebe werden! Ties Wort, das vor nun bald 20 Jahren geprägt ist, ist immer noch nicht zur Wahrheit geworden, und es wird auch nicht zur Wahrheit werden, solange der preußische Landtag in holder Eintracht mit der Regierung die nackteste Vertretung der Unternehmerintereffcn bildet und selbst die spärlichsten Ansätze eines Arbeiterschutzes in einen Arbeitertruh umzumodeln sich bemüht. Die gesetzgebenden Körperschaften Preußens wollen nicht, daß der Staat als größter Arbeitgeber den privaten Arbeitgebern mit gutem Beispiel voran- geht, im Gegenteil, sie betrachten den Staat als den obersten Scharfmacher, besten Pflicht es ist, seinen Angestellten klar zu machen, daß für sie die Grundrechte eines jeden Arbeiters nur auf dem Papier stehen, aber niemals in die Praxis umgesetzt werden dürfen. Wie kann man auch von einem Parlament, wie kann man von einer Regierung, die Tag und Nacht darauf sinnen, wie man die Arbeiterklasse knebeln und noch weiter entrechten kann, verlangen, daß sie den Staatsarbeitern und Beamten die Ausübung ihrer vcrfastungsmäßigen Rechte gestatten! Tatsächlich ist es heute dahin gekommen, daß die im Dienste des Staates frondenden Arbeiter— nicht nur die Arbeiter der schwieligen Faust, sondern auch die des Geistes— Staatsbürger zweiter Klaste sind; man nimmt ihnen das KoalitionSrccht, man verbietet ihnen, sich petitionierend an den Landtag zu wenden, ja, man schreibt ihnen sogar voe, für welche Kandidaten sie bei den Wahlen zu stimmen haben. Eine größere sozialpolitische Rückständigkeit, als sie sich im preußischen Landtage offenbart, ist schlechterdings unmöglich. Die Regierung wird zu arbeiterfeindlichen Maßnahmen geradezu auf- gefordert, und wenn sie es sich einmal, gezwungen durch die Er- folge der modernen Arbeiterbewegung, einfallen läßt, wenigstens einigen bescheidenen Wünschen der Arbeiter Rechnung zu tragen, dann muß sie sich auf scharfe Opposition im Landtage gefaßt machen. Man erinnere sich der Novelle zum Berggesetz, die vor zwei Jahren verabschiedet wurde, und die doch nur zum ganz ge- ringen Teile die Forderungen der Arbeiter berücksichtigte. Aber selbst daö ging den preußischen Gesetzcsfabrikanten, vor allem den geborenen Gesetzgebern des Herrenhauses, zu weit. Freiherr v. Manteuffel bezeichnete die Porlage alö ein durchaus gefahr- bringendes Vorgehen der Regierung.„Bevor die Regierung in die Sache irgendwie eingriff," meinte er,„hätte sie die Arbeiter zwingen müssen, zu erklären, sie wollten die Arbeit wieder auf- nehmen und sie erkennten an, daß sie sich durch das Vorgehen ihrerseits dem Arbeitgeber gegenüber ins Unrecht gesetzt hätten." Tie Olcgierung habe damit einen Schritt getan, der der re» volutionärcn Bewegung in gefahrbringender Weise Vorschub leiste. Also, die Arbeiter haben sich auf Gnade und Ungnade zu ergeben. und wenn sie hübsch artig sind, dann soll die Regierung sich gnädigst herbeilassen, ihnen das einzuräumen, was sie für gut befindet! Kann cS eine krassere Betonung des Herren ftandpunkteS geben, als er in diesen Worten zum Ausdruck kommt? Bei derselben Gelegenheit war eS, wo Graf v. T i e l e- W i n ck l e r gegen die ArbeitcrauSschüsse wetterte.„In demselben Moment, in dem sie den 300 000 streikenden Bergleuten dies Privileg bewilligen, gewähren Sie den drei Millionen in- dustrieller Arbeiter einen unanfechtbaren Anspruch auf Erlangung des gleichen Privilegs." Kein Recht auf Arbeiterausschüffel Und einem Artikel„Der Konvent im roten Hause" die Stadtverordneten- Versammlung deS Souveränitätsdünkels, der Großmannssucht, des Größenwahns, und kündigte eine Aenderung der Städteordnung an. Auch von dem ihr zustehenden Beonstandungsrecht von Beschlüssen der Sladiverordnetcn-Versammlung hat die Slegicrung wiederholt einen Gebrauch gemacht, der uicht gerade geeignet'ist, ihr Ansehen in den Augen der Länder mit wirklicher Selbstverwaltung zu erhöhen. Es sei nur die Beanstandung des BesiliiusseS vom Jahre 1898 erwähnt, durch eine auö Mitglieder» der Versantmluna bestehende Abordnung eine» Kranz auf die Grab statte der Vi ärz gefallenen niederlegen zu lassen. Der Oberpräsident erblickte hierin eine Neberschreitung der Befug- »isse der Bersmnmlinig, eine politische Demonstration zur Ver- herrlichnng der Revolution, und er wies de» Magistrat schon im voraus an, in derselben Sitzung, in der der Beschluß gefaßt werden würde, die Beanstandung auszusprechen. Dies geschah denn auch Aus Antrag Singer beschloß die Versammlung, gegen die Verfügung Klage beim OberverwaltnugSgericht zu erHeven. Daß sich der An- tragsteller von einer solchen Klage selbst keinen Erfolg versprach. bedarf wohl kaum der besondere» Erwähnimg; eS kam ihm nur darauf an, diesen neuen Angriff der Behörde auf das Selbst- verwaltungsrccht abzuwehren und die Rechte der Versammlung zu wahren. Erinnern wir unS weiter der Verlängerung der Kon- z e s s i o n s d a n e r an die Große Berliner Straßenbahngescüschaft über den Kops der Gemeindebehörde» hinweg, so haben wir ein Bild davon, auf einem wie niedrige» Niveau die Selbstverwaltung heute— 100 Jahre nach Erlaß der Steinschcn Siädleordnuna— »och steht. Nach außen inag eS ja einen schönen Eindruck machen. iven» man in Festreden da» hohe Lied von der Selbstverwaltung anstimmt, aber wer mit offenen Augen durchs Leben geht und die Dinge nüchtern betrachtet, der muß eingestehen, daß wir von einer freien Selbstverwaltung der Gemeinden noch himmelweit ent- fernt sind. Vorläufig haben die preußischen Gemeinden noch kein Selbstverwaltungörecht, dies Recht muß erst er- kämpft werde». Aber der Kampf«m das Selbstver- waltuiigSrccht kann nicht für sich allein, sondern nur gemeinsam mit den, Kampf„m die Demokratisierung der pr ußlschcn Staats- vcrsussnng überhaupt geführt werden! Erst wenn wir das allgemeine gleiche direkte und geheime LaudtagSwahlrecht errungen haben, ist die Bahn frei für die Erringung de» allgemeinen gleichen direkten und geheimen GcmriiidcwahlrrchtS,. lind erst wenn auf Grund eines solchen Wahlgesetzes die Gemeliidevertretimgen gewählt werden. wird auch die Selbstverwaltung in Preußen sich durchsetzen können! F, H. das, obwohl sogar der König von Preußen in seiner Ansprache an den Staatsrat vom 14. Februar 1890 die Notwendigkeit betont hatte, den Arbeitern die Gewähr dafür zu bieten, daß sie durch Vertreter, die ihr Vertrauen besitzen, an der Regelung ihrer ge- mcinsamen Tätigkeit beteiligt und zur Wahrnehmung ihrer Jnter- essen in Verhandlung mit den Arbeitgebern befähigt werden. Ganz besonders die Arbeiterorganisationen sind der Junkcrclique, den Krautjunkern nicht minder als den Schlot- junkcrn, ein Dorn im Auge. Organisierte Arbeiter, ausgenommen die organisierten Streikbrecher, sind in ihren Augen die schwersten Verbrecher, die mit dem Hungertodc bestraft werden müssen. Vor wenigen Monaten erst, am 13. Februar dieses JahrcS, hat der konservative Abg. v. Arnim im Abgcord�etenhause an den Land- wirtschaftsminister die Aufforderung gerichtet, als Holzschlägcr in den königlichen Forsten keine Arbeiter mehr zu beschäftige», die den freien Gewerkschaften angehören. Ausdrücklich erklärte er, daß es ihm nicht genüge, wenn Agitatoren nicht beschäftigt werden, sondern überhaupt„sozialdemokratisch" organisierte Ar- beitcr dürften nicht zu Saisonarbeiten verwendet werden. Und die Herren, die das unwidersprochen verlangen dürfen, wagen eS, über sozialdemokratischen Terrorismus zu reden. Fürwahr, die größten Terroristen sitzen im preußischen Landtag. Seine tollsten Orgien feiert das Scharfmachertum in der Eiscnbahnverwaltung. Der Ruhm der Budde und Thielen läßt den neuen Minister Breitcnbach nicht schlafen; dem antisozialen Werk, das sie begonnen haben, hat er die Krone aufgesetzt. Während jene nur den direkt im Dienste der Vcr- waltung stehenden Arbeitern und Beamten sich zu koalieren vcr- boten haben, hat der neue Herr dies Verbot wider Gesetz und Vcr- fassung ausgedehnt auf die Angestellten der bahnamtlichen Spedi- teure; er hat die Unternehmer kurzerhand angewiesen, keine organisierten Arbeiter und Kutscher mehr zu beschäftigen. Das ist nicht nur eine Anmaßung sondergleichen, nicht nur das Zeichen einer sozialpolitischen Rückständigkeit, wie man sie im 20. Jahr- hundert nicht für möglich halten sollte, sondern es zeugt auch von einer sehr geringen Achtung vor dem Gesetz. Hätten wir in Preußen eine wirkliche Volksvertretung und hätten wir ein Ministerverantwortlichkeits-Gesetz, dann wären solche Ucbergriffe ein Ding der Unmöglichkeit, dann würde ein Minister, der sich das herausnimmt, auch nicht eine Stunde mehr im Amte bleiben können. Unter den heutigen Verhältnissen aber unter dem Schein- konstitutionalismus in Preußen und bei einem auf Grund deS elendesten aller Wahlsysteme zusammengetretenen Parlament ist tausend gegen eins zu wetten, daß Herr Breitenbach ob seiner Ucbergriffe sogar noch öffentlich' belobigt wird. Daß der Minister derartige Anweisungen erlassen konnte, dafür mögen sich die Arbeiter bei den Mitgliedern des Landtags bedanken, sie von jeher den scharfmacherischen Maßnahmen der Regierung zu- gestimmt haben und die— von einzelnen Ausnahmen abgesehen— darüber einig sind, daß den Eisenbahnern kein Koalitionsrecht zu- steht. Selbst die Vertreter des Zentrums, die sich so gern als Ar- beiterframde ausspielen, haben mehr als einmal den Standpunkt vertreten, daß die Verwaltung sozialdemokratisch organisierte Eisen- bahncr ohne weiteres zu entlassen habe und daß das Koalitionsrecht der Eisenbahner anders geregelt werden müsse als das der ge- werblichen Arbeiter. Man glaube nicht, daß die Beamten besser behandelt Iverden als die Arbeiter; auch ihnen tritt die Regierung in genau fo brutaler Weise entgegen� auch ihnen verbietet sie die Zugehörigkeit zu bestimmten Vereinen, auch ihnen wagt sie Vorschriften über ihr außerdienstliches Verhalten zu machen. Hat doch erst kürzlich der Landwirtscksaftsminister den dem Verein preußischer Forstbcamtcn angehörigen staatlichen Forstbeamten befohlen, aus dem Verein auszuscheiden, falls sie sich nicht straffällig machen wollten. Und loarum? Das Vereinsblatt hatte einen Artikel gebracht, der vor den Augen des gestrengen Ministers keine Gnade fand. Die geistigen Arbeiter sind genau solche Staatssklaven wie die Handarbeiter; der Unterschied ist nur der. daß die letzteren sich mit Hülfe der hinter ihnen stehenden Organisationen ihrer Haut zu wehren suchen, während die crstcren, die noch nicht zum Klassen- bcwutztsein erwacht sind und sich als etwas Höheres dünken, wenn auch zähneknirschend den Befehlen ihrer Vorgesetzten Folge leisten. WaS sollen die StaatSangcftellten eigentlich tun. um ihre Lage zu verbessern? Die Selbsthülfe untersagt ihnen die Regierung, und sich mit Petitionen an den Landtag zu wenden, verbietet sie ihnen gleichfalls. Zahlreich sind die Erlasse von Ministcrn, in denen den Beamten Mißbilligung darüber ausgesprochen wird, daß sie eS gewagt haben, demütigst um eine Gehaltserhöhung zu bitten. Kollektiveingaben von Beamten an den Landtag sind untersagt. Nur eine Kategorie von Beamten hat sich die» Recht vorbehalten, die Herren Staatsminister. Sie haben vor kurzem vom Landtag zu ihrem Gehalt von 36 000 M. eine Zulage von 14 000 M. pro Mann erbeten und bewilligt erhalten. Auf die GehaltSverhöktnisse der Beamten und Ar» bciter brauchen wir an dieser Stelle nicht einzugehen. Nur soviel sei gesagt, daß die Beamten vielfach noch mit Hungerlöhnen abgespeist werden und daß von den Arbeitern eine große Zahl schlechter entlohnt ist als ihre Kollegen in der Privatindustrie. Auch die Arbeitszeit ist oft ungewöhnlich lang. Je weniger aber die Regierung geneigt ist, ihre Angestellten auskömmlich zu besolden, um so mehr ist sie darauf bedacht, durch allerhand WohlfahrtS» einrichtungen sie über ihre wahre Lage hinwegzutäuschen. Am meisten ist dieser WohlfahrtS schwinde! in der Eisen- bahn- und Bcrgbauverwaltung ausgebildet. Die Tendenz der- artiger Einrichtungen tritt ganz deutlich zutage: man sucht die Arbeiter und die Unterbeamtcn an die Scholle zu fesseln, um sich für alle Fälle einen gefügigen Stamm von Arbeitskräften zu sichern» statt freier Arbeiter sucht man abhängige Existenzen heranzuziehen, die sich, wenn eS sein muß, auch gegen ihre eigenen Klasscngenossen ausspielen lassen. Immer deutlicher tritt das Streben zutage, sich einen will» fahrigen Stamm von Arbeitern zu schaffen, die ein Gegengewicht gegen die moderne Arbeiterbewegung bilden sollen, die auS Furcht vor Entlassung freiwillig auf ihr KoalitionSrccht verzichten und ihr Wahlrecht, soweit Wahlen mit offener Stimmabgabe in Betracht komnien. nicht so benutzen, wie es ihrer Uebcrzeugung entspricht. Immer mehr sucht die preußische Regierung, angefeuert durch da» Dreiklassenporlament. ihren Arbeitern und Beamten gegenüber die Rolle des Scharfmachers, des rücksichtslosen Ausbeuters, des schlimmsten ArbeiterfeindeS zu spielen. Hier Wandel zu schaffen, diese Politik zu durchkreuzen, der preußischen Regierung ihre Pflichten als Arbcitgeberin vor Augen zu führen, das ist eine Auf. gäbe, deren Lösung der Sozialdemokratie vorbehalten ist. Die herrschenden Klassen haben völlig versagt, sie haben teils müßig die Hände in den Schoß gelegt, teil» haben sie die Regierung in ihrem arbeiterfeindlichen, kulturwidrigen Streben noch gestärkt. Ist erst einmal das Treiklassenwahlsystem gefallen, dann wird auch der Regierung und den herrschenden Klassen, die sich jetzt als Arbeiterfreunde ausspielen, die MaSie heruntergerissen werden, damit sie erscheinen als das, was sie sind: alsFeindcderAr» beitcr, al» GeschäftShubcr der Unternehmer» Hasse. zu einem Kultur- und Volksbildungsinstitut zn machen. Je niehr deshalb der Wille des Volkes durch das Wahlrecht zur Geltung kommt, um so mehr wird auch die Volksschule in einer dem Willen und den Interessen des Volkes entsprechenden Weise umgestaltet werden. Der Kampf um das Wahlrecht ist deshalb auch ein Kamps um die Schule, um die Volksbildung. Nicht darf sich das Proletariat von der bequemen liberalen Ausrede betören lassen, daß im Interesse der Erweiterung des Wahlrechts erst eine Hebung der Schule bewirkt werden müsse. Ganz besonders auffällig tritt in Preußen die Tatsache zutage, daß der Kampf um das Wahlrecht erst zum guten Ende geführt werden muß, ehe auch nur die geringste Ver- besserung des darniederliegcnden VolksschulwescnS zu erwarten ist. Seit Jahrhunderten hatte das preußische Junkertum, mit dem Königtum an der Spitze die Möglichkeit in der Hand, ein gutes Schulwesen zu schassen. Aus dem richtigen Klasseuiustinkt des Junkers heraus hat man die Volksschule wie ein räudiges Schaf in der Ecke verkommen lassen. Seit Jahrzehnten war dem Liberalismus durch das Parlament politifche Qeberlicbt Ltirliii. d«ii 19. Noveniber 1997. Prcuftische Wahlkreiseinteilung. Im„Bcrl. Tgbl." veröffentlicht Rechtsanwalt Rich. Otto Wölfs- Stettin einen Artikel, worin er das völlig Unsinnige der Wahlkreis- cinteilung für den preußischen Landtag darlegt. Die Wahlkreis- cintcilung ist im Wesentlichen durch das Gesetz vom 27. Juni 1860 getroffen. Ihr„lag die Norm zugrunde, daß auf jeden Abgeord- ncten eine Einhcitözahl von bO 500 Einwohnern entfallen sollte, cutsprechend dem statistischen Durchschnitt der Bevölkerung des ganzen Staates nach der Volkszählung von 1858 mit der Matz- gäbe, datz das Zuviel und das Zuwenig für den einzelnen Wahl- kreis nie die Hälfte dieser Normalzahl über- schreiten sollte. Gegenwärtig würde die Einheitszahl der Bevölkerung, die auf je einen von nunmehr 413 Abgeordneten entfallen mühte, nach der Volkszählung von 1005 84 160 Einwohner betragen. Unter den jetzigen 276 Wahlkreisen befinden sich aber 188, in denen weniger als 84 160 Einwohner auf einen Abgeordneten entfallen(zu leichte Wahlkreises, während in den übrigen 93 Wahlkreisen mehr als 84 160 Einwohner auf einen Abgeordneten entfallen(zu schwere Wahlkreise). So ist es zu dem Zustande gekommen, datz die Ge- samtbevölkerung der 183 zu leichten Wahlkreise 19 Millionen und 158 003 beträgt, während die Gesamtbevölkerung der 93 zu schweren Wahlkreise 18 Millionen und 124 931 beträgt." Die Bevölkerung Preutzens ist somit durch die Wahlkreis- einteilung in zwei fast gleiche Teile zerlegt,„von denen die eine, privilegierte, Hälfte in 180% Wahlkreisen 304 Abgeordnete wählt, während die zweite, deklas- sicrte, Hälfte der Bevölkerung in 08% Wahlkreisen nicht mehr als 139 Abgeordnete wählen dar f." Dieses Resultat ist die Folge der wirtschaftlichen Umwälzung. „Im Jahre 1849 bildete die städtische Bevölkerung Preußens nur 2 8, 0 7 P r o z., dagegen die ländliche Be- völkerung 7 1, 9 3 P r o z. der Gesamibevölkerung. Im Jahre 1871 stellte sich das Verhältnis bereits auf 32,43 zu 67,57 Proz. Nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 dagegen betrug die in den Städten lebende Bevölkerung 45,22 Proz., die auf dem Lande lebende Bevölkerung dagegen nur noch 54,78 Proz. der Gesamtbevölkerung. Lebten im Jahre 1871 in den Städten nur 7 Millionen und 978 870 und auf dem Lande 16 Millionen und 625 481 Personen, so lebten 1905 in den Städten 16 W i l l i o n en und 860 421, auf dem Laude 2 0 Millionen und 422 514 Personen. Die städtische Bevölkerung hat sich also seit 1871 mehr als verdoppelt, während die ländliche Bevölkerung nur sehr langsam wächst und nach zehn Jahren von der städtischen überflügelt sein dürfte." So ist es gekommen, datz das Wahlrecht der rein ländlichen Kreise immer wirksamer, dos der städtischen immer u n- wirksamer geworden ist. Die Städte sind entrechtet zugunsten der Landkreise. Während z. B. in Hohen- zollern 1 Abgeordneter aus 34 049 Einwohner, in Ostpreußen auf 63 304 Einwohner entfällt, entfällt in Berlin 1 Abgeordneter auf 170 018 Einwohner! Das Treiklassenwahlrecht entrechtet eben nicht nur die Besitzlosen vollständig sondern auch innerhalb der Besitzenden die städtischen und in- dustriellen Schichten zugunsten der ländlichen und agrarischen. Neben der Feigheit des Bürgertums ist gerade diese veraltete und längst überholte Wahlkreiseinteilung die Er- klärung für die Herrschaft der Konservativen. Das wissen die Konservativen natürlich sehr genau und ebenso, datz jede Aenderung des Wahlrechts zugleich eine Aenderung dieser Einteilung enthalten mutz. Daher ihr Widerstand gegen jede Reform. Gerade desivegen aber ist es eine Illusion zu glauben, datz der Kampf um das Wahlrecht danki besonderen Erfolg verspricht, wenn er sich gegen irgend ein einzelnes Stück des Dreiklassenwahlrechts richtet. Für hie Konservativen ist das Drei- klassenwahlrecht ein untrennbares Ganzes und sie wehren sich gegen auch jede Teilreform mit aller Kraft. Das Dreiklassenwahlrecht mitsamt der dazu gehörigen Wahlkreiseinteikung mutz als Ganzes bekämpft und als Ganzes beseitigt werdenl Flottenvorlage und Flottenkapital. Es gibt doch noch bürgerliche Blätter, die unentwegt und offenherzig für die Interessen der bei dein Flottenban am nieisten interessierten Schichten eintreten. Unter diesen Schichten sind freilich nicht die Steuerzahler, die ohnehin durch die hereinbrechende Krise der Arbeitslosigkeit ustd dein Hunger preisgegebenen Schichten des Volkes zu verstehen, sondern die Dividendenschlucker von W e r f t a k t i o n ä r e n, die bei jedem neu zu baneilden Kriegsschiffe Millionen in ihre Tasche stecken! Die Interessen dieser nützlichen Glieder der Gesell- schaff sollen nach den„ B e r l i n e r N e u e st. Nach r." bei der neuen Flotteuvorlage zu kurz komme». Das Blatt der Werft- und Panzerplatten-Äktiouäre ist natürlich durchaus da- mit einverstanden, datz von 1998— l911 fünf Riesen- Panzer mehr geballt iverden, nur ist es besorgt, daß vom Jahre 1911 ab für die Werften dann weniger zu tun wäre: „Nacb der neuen Borlage tritt aber vom Jahre 1911 ab— wie aus der Anlage B hervorgeht— eine erhebliche Verringerung in der Vergebung der großen Schiffe, für die es in erster Linie bei dem Arbeitspensum der Werften ankommt, ein; denn autzer den in der Vorlage zu», Bau fälligen Ersatzbauten sind für die Jahre>908 bis 1917 nur noch an Vermehrnngs- bauten ein Linienschiff und vier Panzenkrenzer nach dein Flotten- gesetz vom Jahre>900 und nach der Ärenzer-Novelle vom Jahre>906 fällig. In den Jahren l9l2 bis t9I7 werden mithin, wenn nicht eine weitere Verinehrung zum Ausbau unserer Schlacht- flotte an Linienschiffen und Panzerkreuzern eintreten würde, in jedem Jahre iin Durchschnitt nur zwei große Schiffe den Werften zum Bau in Austrag gegeben werden können, zumal an diesen Bauaufträgen dann auch noch die Staatswersten beteiligt sein m ii s s e n. Auch aus diesen Gründen muh die neue Marinevorlage als unzureichend bezeichne! werden." Eine geradezu klassische Unverfrorenheit, die neue Flotten- Vorlage vom Standpunkt des Flottenkapitals aus für „unzureichend" zu erklären! Das weiland Krupp sche Blatt entblödet sich nicht, die galize deutsche Flottenpolitik unter den Gesichtsivinkel des Profitinteresses der Werft- und Panzerplattenaktionäre zu rücken! Aber die Herren dürfen unbesorgt sein. Bis ihre mageren Jahre anbrechen, wird die Regierung den notleide il den Aktionären läng st eine neue Flottenvorlage beschert haben!— Die Vorbereitung der neuen Steuern. Das offiziöse Spiel, das der Einbringung neuer Steuern ovrauszugehen pflegt, wird munter fortgesetzt. Bald heißt es, sie kommen sicher, bald wieder, sie seien nicht nötig. Im Neichsschatzamt wird die Lage nach offiziöser Mit- teilung folgendermaßen dargestellt: Es Handels sich um die Beseitigung eines chronischen Defizits von 80 Millionen Mark, hervorgerufen einer- scits dadurch, datz der Reichstag bei der Bewilligung der Reichs- fteuerrcsorm die Anforderungen der Regierung um 40 Millionen verkürzt habe, und andererseits dadurch, datz die neue» Reichs- steuern in der Form, in der sie der Reichstag genehmigt bezw. Bcrantw. Redakteur: Hans Weber. Berlin. Inseratenteil verantw. borgeschlagen, in ihrem Erträgnis um etwa 40 Mil- lioucn hinter dem Voranschlag zurückgeblieben seien. Da nun die Erhöhung der Gehälter der Rcichsbeamtcn etwa 50 bis 60 Millionen Mark, die Mehrforderungen für Heer und Flotte zirka 100 Millionen Mark ausmachen, so braucht man neue Steuern. Das Neichsschatzamt habe dafür das Branntweinmonopol und die Zigarre nb anderole- st e u e r in Vorschlag gebracht. Früher werde die Tabakindustric doch nicht zur Ruhe kommen, als bis die Banderole- st c u c r eingeführt sei. Indessen haben vertrauliche Verhandlungen über Steuerfragen zwischen dem Staatssekrctariat des Reichsschatzamrs und Führern der Blockparteien stattgefunden. Eine Einigung über vorzu- schlagende indirekte Steuern ist aber nicht erzielt worden, da die Freisinnigen die Vermehrung der indirekten Steuern ab- gelehnt haben. Andererseits aber habe man auch«ingesehen, datz eine weitere Verschiebung nicht durchführbar sei. Tie Regierung hofft offenbar durch Bearbeitung des Freisinns noch zu einer Einigung zu gelangen. Einzelne Blätter, wie die„Rhein.- Wests. Ztg.", drohen den Freisinnigen bereits mit der Zertrümine- rung des Blocks. Ob sich der Freisinn durch diese Drohungen nicht auch wirklich ins Bockshorn jagen laffen wird?— Tie büffende„Kreuz-Zeitnng". Die preußischen konservativen und christlichen Blätter haben diesmal besonderen Anlaß, zum Bußtag Einkehr zu predigen. Bietet doch der Prozeß Moltke-Harden für sie reichliche Ausbeute. Freilich, ihre Leser werden dadurch kaum sehr gebessert werden. Sind sie doch so sehr an die Ueberzeugung gewöhnt worden, datz sie die Edelsten und Besten der Nation seien. Die ,.K r e u z z e i t u n g" z. B. führt deshalb auch recht grobes Geschütz auf. Feierlich erklärt sie, datz die deutsche Sünde noch größer sei als die der alten, untergegangenen Geschlechter Athens und Roms. Denn„Die Männerwelt deS römischen Reichs war heidnisch, die Männerwelt des Deutschen Reiches ist christlich." Und so zitiert sie drohend Jesu Gerichtswort über Kapernaum (Matth. 11, 23 f.):„So zu S o d o m die Taten geschehen wären, die bei Dir geschehen sind, sie stünde noch heutigen Tages I Doch ich sage Euch: es wird der S o d o m e r Lande erträglicher gehen am jüngsten Gerichte denn Dir!" Wirtlich schrecklich, und das alles wegen dieser verdammten paar Grafen, die bis zum jüngsten Gericht sich allerdings vor keinem anderen zu verantworten haben. Wenn aber die„Kreuzzeitung" meint, datz in dem Prozeß „Gottes Hand ein Menetekel unserem Volke geschrieben" hat, so irrt sie. Nach unseren Informationen waren die Artikel, die zu dem Prozeß führten, aus der Hand des Herrn Hardcn, und der diese Hand geführt hat, war durchaus kein Göttlicher. Arbeiterentlassung. Die Krise beginnt sich bereits auch in Deutschland in Arbeiter- entlassungen zu äußern. Der Sckalker. Gruben- und H ü t t e>i v e r e i n bat. wie uns ein Telegramm'meldet, hundert kroatiscken Hochofenarbeilern gekündigt. Da es den Eisenindustriellen nicht in das Geschäft patzt, die Abflaunng der Kon- junktiir offen zuzugeben, verbinden sie das Geschän mit nationaler Tugend und verkünden, sie bätten die Entlassung der Kroaten vor- genommen uisolge vieler Mordtaten, die in letzter Zeit verübt worden sein sollen. Ja, wenn noch Hochkonjunktur wäre.... Die Arbeiter werden wahrscheinlich ausgewiesen iverden, da sie zur Profiterzeugung ja nicht mehr gebraucht werden. Herr Dernburg. Die kolonialfreundliche Zeitschrift„Der Deutsche" bringt einen Artikel über Dernburgs Ostafrikareise. Sie sagt darin, datz dem Schiff des Staatssekretärs der Kolonien„harte Worte" folgen und fährt dann fort: „Als Persönlichkeit hat Dernburg überall angestoßen, und in nicht wenigen Briefen kann man lesen:„Mit den Formen rennt der Mann sich bald den Schädel ein." Dernburg platzt selbstherrlich mitten unter die alten Afrikaner herein. Sie haben ihre Sache gründlich überlegt und wissen nicht, wie ihnen geschieht, es ist, als säßen sie in einer Aktionärversammlung und Dernburg sei Präsident: ohne auf ihre Staatsaktion einzugehen, schlägt er ihnen, klitsch, klatsch in der Geschwindigkeit von Null Komma Nichts ein paar Dutzend Zahlen um die erstaunten Ohren, addiert, subtrahiert, multipliziert, dividiert Millionen bis auf Mark und Pfennig; es schwirrt von Rentabilität, Boden�ins, Steucrertrag. und in zwei Minuten ist er fertig.„Sehen Sie, datz Sie nichts antworten können?" Und befriedigt zündet der joviale Autokrat sich eine neue Zigarre an. Wozu ist Dernburg nach Afrika gegangen? Die Ansiedler meinten: um sich zu informieren und ihnen zu helfen. Gott be- wahre, denkt der Staatssekretär; ich bin gekommen, um ihnen meine Formel mitzuteilen." Abneigung gegen die Oeffentlichkeit. Der obereliäfsiiche Bezirkstag hatte jüngst bcscblosscn, die Presse zu seinen Sitzungen zuzulassen. Dieser Beschlutz wurde aber vom Ministerium unter Berufung auf ein Gesetz vom 22. Juni 1833 — und eine Perorduung vom 23. Juni 1870, für unzuläffig erklärt und seine Aussührung nicht gestattet.— Oestemich. Brünn, 19. November.(B. H.) Hier fanden gestern abend sozialistische Straßendemonstrationen statt, um gegen die Lebensmittelverteuerung zu protestieren. Ernstere Zlvischensälle ereigneten sich nicht. Schweiz. Referendum. Die sozialdemokratische Partei des Kantons Bern hat gegen das vom großen Rat mit bürgerlichen Stimmen an- genommene Streikgesetz das Referendum ergriffen. Das Gesetz ist ein dnrch und durch reaktionäres Machwerk von immens arbeiterfeindlichem Charakter: Das Postenstehen ist streng verboten und unter schwere Strafe gestellt. Aus- länder, die sich gegen das Streikgesetz verfehlen, werden ohne weiteres ausgewiesen. Das Streik�esetz enthält auch eine Be- stiminung über die Einführung eines Einigiingsamtes, die mit allen Schikanen gegen die organisierten Arbeiter aus- gerüstet ist. Der Spruch des Einigungsamtes muß von den Parteien ohne weiteres anerkannt werden, der Streik ist daher verboten! Die Bestimmungen dieses Streikgesetzes sind selbst einiaen bürgerlichen Zeitungen zu stark, und sie haben ernstlich davor gewarnt, den Bogen allzu straff zu spannen, Es ist darum sicher, daß auch von bürgerlicher Seite dem Entwurf scharfe Opposition erwächst, und es darf erwartet werden, daß das Gesetz mit einer wuchtigen Majorität per- worfen wird. frankreich.. Die Spitzelei in Blüte. Paris, 16. November.(Eig. Ber.) Die„Humcinits" veröffentlicht heute ein Gegenstück zu dem Geheimerlatz an die Polizeikommissare über die„Beobachtung" der : Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstal Anthnilitaristen. Diesmal handelt es sich um eine ähnliche Unter- nehmung in der militärischen Sphäre. Am 1. Oktober hat der Kriegsminister P i c q u a r t einen Erlaß an die Mililärgouvernenre von Paris und Lyon, die Koipskonimaiideure und die Leiter der Mililärwerkstätten gerichtet, der angeblich die„Disziplin" in diesen Werkstätten sichern soll, in Wahrheit aber die Wege zur Gesinnungsverfolgung öffnet. Nach einer formellen Au- erkeiinimg des Rechts der Angestellten der Militäi Werkstätten, ihre wirlschaftlichen Interessen zu verteidigen und ihre politischen An- schauungen kundzugeben, heißt es:„Da die a n t i m i l i t a r i st i s ch e Organisation eüigcstaiidenermatzcn das Ziel des Streiks und der Insurrektion im Kriegs falle hat, kann der Staat nicht obne Gefahr in den Militärwerkstätten Leute anstellen, die dieser Organisation angehören und sich verpflichtet glauben können, die Tätigkeit dieser Werkstätten gerade dann zu unterbrechen, wenn sie am wichtigsten ist."— Die Werlftättenleiter werden aufgefordert, das Rundschreiben dem ganzen Personal zur Kenntnis zu bringen. Man sieht, datz dieses Zirkular geflissentlich der Klarheit ausweicht. Was soll der Ausdruck. a n t i m i l i t a ri sti s ch e Organisation" bedeuten? Will man darunter die Arbeits- konföderation veistehen, die in Amiens den Antimilitarismus bis zu Generalstreik und Insurrektion gutgeheißen hat? Oder vielleicht auch die sozialistische Partei, wegen der Resolutionen von Limoges und Nancy? Nach dieser Jnter- pretalion müßten die Werkstättcnleiter den Arbeiten! ent- weder die Zugehörigkeit ihrer Gewerkschaft zur Konföderation untersagen, oder sie müßten alle gewerkschaftlich oder politisch organisierten Arbeiter entlassen. Da sie aber gar keine gesetz- liche Möglichkeit haben, die Zugebörigkeit zur Organiastion zu er- forschen, so liegt in dem Rundschreiben deS Kriegsminifters vor allem die Aufforderung zur Gefinnungsriecherei! Praktisch ist natürlich der Ansschlntz aller.„antimilitaristischen" Arbeiter un- möglich. Aber das Rundschreiben zeigt, wohin die Bourgeois- republik der Dreyfns-Besreier mit aller„moralischen Wiedergeburt" gelangt ist.— fvetzte J�achrichtcn und Depelchm Es geht vorwärts! Brandenburg a. H., 19. November.(Privatdepesche deS„Bor- wärts".) Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen wurden von unseren Genossen alle fünf zur Wahl stehenden Mandate gewonnen. Ein Bezirk, der ftüher von einem Sozialdemokraten vertreten wurde, uns aber bei zwei Wahlen verloren ging, ist zurückerobert worden. Nuscre Liste erhielt 3192 Stimmen, die gegnerische Blockliste brachte eS nur auf 1313 Stimmen. Gemeinderatswahl. Jena, 19. November.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Bei der Gemeinderatswahl sind 13 Bürgerliche und 2 Sozialdemokraten gewählt. Wir gewannen somit ein Mandat. Ausnutzung der Krise. Hamburg, 19. November.(W. T. B.) Infolge des starken Andranges von Rückwanderern aus den Bereinigten Staaten hat die Hamburg-Ame.rila-Linie die Zwischendeckfahrpreife fllr die Fahrt von New Jork für Schnelldampfer um 60 M. und für langsamere Dampfer um 42 M. erhöht. Der neue Postdampfer der Hamburg- Ainerika-Linie„President Grant" ist mit 3200 Zwischendcckpassa- gieren von New Aork nach Hamburg abgegangen und hat, da auch die anderen Fahrklassen stark besetzt sind, wohl die größte Zahl Personen an Bord, die je auf einem Schiffe zwischen Amerika und Europa befördert wurden. Nationalitätenstreit. Budapest. 19. November.(W. T. B.) In der heutigeu Sitzung des Abgeordnetenhauses kam es zu erregten Zwischenfällen. Einige kroatische Abgeordnete wurden durch heftige Zwischenrufe, „Komödiant",„Wir dulden nicht länger die kroatische Obstruftion", unterbrochen. Der Präsident Justh rief mehrere Abgeordnete zur Ordnung. Dem Abgeordneten Hofsmann, der ebenfalls zur Orb- nung gerufen war, wurden Ovationen dargebracht. Da eine große Majorität die strenge Anwendung der Hausordnung, wie sie die Bizcpräsidenten Ravay und Rakovsky gegen die kroatische Ob- struktion versuchten, billigte, drohte der Ausbruch einer Prä- sidenteiikrise. In einer heutigen Konferenz des Präsidimns wurde jedoch ein Uebereinkommen getroffen, daß jeder der Präsidenten die Hausordnung nach eigener Ueberzeugung anwenden könne, und datz das Vorgehen der Präsidenten für die Vizepräsidenten nicht bestimmend sei. Präsident Justh hat seine Absicht, zu de- missionieren, vorläufig aufgegeben. Kulturträger. Paris, 19. November.(W. T. B.) Deputiertenkammer. In der heutigen Sitzung interpelliert P u e ch über die Vorgänge in Französisch-Guinea, wo ein Leutnant im Jahre 1900 ohne be- rcchtigten Grund ein Eingeborenendorf habe verbrennen und mehrere Häuptlinge ohne Urteil habe hinrichten lassen. Ein- stimmige Protestrufe erheben sich, als der Redner die Untaten zur Verlesung bringt, deren sich die Tirailleurs schuldig gemacht haben sollen, und für die er den Administrator verantwortlich macht, der dir Borkommnisse gekannt, aber nichts zu ihrer Zlbstellnng getan habe. Der Gouverneur Frezouls, der gegen die Greueltaten Maßnahmen ergriffe» habe, sei in Ungnade gefallen. Der Minister für die Kolonien Millies-Lacroir antwortet: Die Ereignisse seien vorgefallen, noch bevor er die Leitung des Ministcxums übernommen habe. Der Minister macht alsdann Mitteilung über die Resultate der Untersuchung, die unter dem Minister Leygues angestellt wurde. Pelletan verlangt eine Untersuchung, damit die Administration der Kolonien von der gegen sie erhobenen Anschuldigung gereinigt würde. Der Minister erklärt, datz er die Tagesordnung des Depu- tierten Puech annehme, welche die Zuversicht ausspricht, daß die Re- gierung in den Kolonien die Achtung vor den Grundsätzen der Humanität und die Würde der Justiz sichern werde und das Per- trauen zum Ausdruck bringt, datz der Minister der Kolonien in dieser Hinsicht alle erforderlichen Maßregeln ergreifen werde. Die Kammer nimmt darauf die Tagesordnung uiit 334 gegen 53 Stimmen an. Mit Ansnahmegesebrn kann jeder Esel regierenk Lissabon, 19. November.(B. H.) Der Ministerrat beschloß, keine Bcrsammlungen zum Zwecke politischer Agitation zu gestatten, feiner den Zeitungen keine politisch-doktrinärcn Erörterungen zn erlauben, noch Mitteilungen zu bringen, die dem Kredit deS Landes schädlich sind.___- Daul Singer LcCo,, Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u.Nntcrhaliungsblatt Hr. 272. 24 f. KtllM iltS„WlMS" Dttlilltl NgldSllllltt. Mitwoih.2v.Nmml>» IM. Zwkitkr pltliUlhkr Nartritllg. Am DonuerStag, de« 21. November, früh S Uhr, tritt der Parteitag im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel Ufer IS, zusammen. Das Empfangskomitee ist heute Mittwoch, de« 20. No. vember, von 10 Uhr morgens biS 12 Uhr nachts ununter brochen im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, Quergebäude 1 Treppe, Zinimer 2, anwesend. Am Donnerstag, den 21. d. M., ist das Lokalkomitee von 8 Uhr morgens an ununterbrochen bis zum Sitzungsschlutz im gleichen Zimmer zur Verfügung. Logiskarten und Material für die Delegierten, die das selbe noch nicht erhalten haben, ist dort ,in Empfang zu nehmen.— Für ausreichende und preiswerte Unterkunft ist Sorge getragen. Alle Delegierte werden gebeten, sich nach Eintreffen beim Empfangskomitee. Zimmer 2, zu melden. Die Einberufer. flußerordentllche Fraucnkonferenz. Die von der Genossin Bvader als Vertrauensperson der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands einberufene auherordent- liche Frauentonserenz trat am Dienstag im Gewerkschaftshause zu- sammen. Einziger Gegenstand der Tagesordnung»st: Die Dienst- bctenbewegung. Gegen lv Uhr eröffnete Ottilie Baader die Konferenz, Tie hieß die Delegierten willkommen. Es handele sich darum, eine der gedrücktesten Schichten der Proletarierinnen zu heben. Die Mannheimer Frauentonserenz habe erklärt, daß wir nicht nur die rechtliche, sondern auch die soziale Lage der Dienstboten zu besiern bestrebt sein wollen. Es sei den im öffentlichen Leben stehenden Genossinnen gelungen, Organisationen der Dienstboten zu schaffen. Verhältnismäßig starke Organisationen von Dienstboten beständen in Hamburg, Frankfurt a. M., Berlin und anderen Orten. Die sozialdemokratischen Frauen habe in dieser Hinsicht ein großes Stück Kulturarbeit geleistet. Um so mehr ist es zu bedauern, daß anläßlich dieser Konferenz eine gewisie Disharmonie entstanden ist. Es ist zu bedauern, daß die Generalkommission den Standpunkt bertritt, die Dienstbotenbewegung sei eine Angelegenheit der Gewerk- schaften, womit die im öffentlichen Leben stehenden Frauen nichts zu tun hätten. Die Agitation unter den Dienstboten ist von den im öffentlichen Leben stehenden Frauen mit großer Aufopferung betrieben worden. Sie haben erst die Organisation der Dienstboten ins Leben gerufen. Es handelt sich hier um den wetteren Ausbau der Bewegung und der Organisation. Wenn erst fertige Organi- sationen da sind, dann ist nichts dagegen einzuwenden, daß sie ge- werkschastlichen Charakter tragen. Bis jetzt aber sind wir noch nicht so weit, daß wir Zentralisationen der Dienstboten bilden können. Daß es dahin kommt, dafür soll diese Konserenz wirken. Die Generalkommission wird sich durch den Verlauf dieser Konfe, renz hoffentlich überzeugen, daß der Standpunkt, den sie in dieser Frage einnimmt, nicht zutreffend ist. Mit der Leitung der Verhandlungen werden die Genossinneu Baader-Derlin. Tesch-Frankfurt und Kähler-Hamburg betraut. Zum ersten Punkt der Verhandlungen: Agitation und Organisation erhält Genossin Kühler-Düsseldorf als Referentin das Wort: Ich will zeigen, wie weit der Resolution der Mannheimer Frauen- konferenz betreffs Agitation unter den Dienstboten Rechnung gc- tragen ist. Die Resolution ist keine papierene geblieben, sie hat. Tank der unermüdlichen Tätigkeit der Genossinnen reiche Früchte getragen. Mit dem Einsetzen unserer Agitation wurden auch die bürgerlichen Kreise wach. Sie hofften, durch Gründung von Vcr- einen, in denen die Damen die Leitung haben, sich ihre Macht und den Sklavengehorsam der Mädchen zu erhalten. Die Zentrums- Partei sprang den bedrängten Herrschaften zur Sclte und der Abg. Trimborn erklärte wiederholt, man müsse der roten Gefahr ent- gegentreten und Dienstbotenvereine auf christlicher Grundlage gründen. Auf dem Katholikentag in Würzburg stieß man in das- selbe Horn. Ob und was aus dieser Gründung geworden ist. können wir noch nicht übersehen, doch scheint man dadurch nicht das Erwachen der Mädchen und ihre Sehnsucht nach Freiheit hindern zu können und so greift man tn neuerer Zeit zu Verspottungen der Dienstbotenvereine. Das alles kann uns nicht hindern, unfern Weg zu gehen und nicht zu ruhen, bis die vormärzlichcn Gesindcord- nungen in die Rumpclkammer wandern und die tn der Hauswirt- schaft beschäftigten Personen den gewerkschaftlichen Arbeitern gleich- gcstellt werden.— Gleich nach der Mannheimer Konferenz wurde die Agitation zum Teil mit Unterstützung der Gewerkschaftskartellc in den einzelnen Orten betrieben.— Unsere Genossinnen mußten meistens die Leitung der neugegründeten Vereine in die Hand nehmen, weil die Mädchen selbst dazu nicht in der Lage waren. D,e Genossinnen leisteten nicht nur die Arbeit, sie trugen zum Teil auch die Kosten der Agitation und der Einrichtung der Vereine. Muster- gültiges haben in dieser Hinficht die Hamburger Genossinnen geleistet.— Bei der ganzen Agitation ist stets der gewerk>chaftliche Charakter in den Vordergrund getreten durch den von uns propa- gierten Arbeitsvertrag. Dieser bezweckt Erhöhung der Löhne, Vcr- türzung der Arbeitszeit und Beseitigung aller sonstigen Bc- stimmungen, durch welche die Mädchen drangsaliert werden. Heute dürfte es an der Zeit sein, sich mit der weiteren Vervollkommnung der Dienstbotenorganisation zu beschäftigen.— Niemand von uns hat daran gedacht, die Dienstbotenbcwegung von den örtlichen Kar- tellen, noch von der Gencralkommission loszulösen. Alle Ge- nossinnen. die bisher die Arbeit in der Dicnstbotenbewegung leisteten, konnten durch die Erklärung in der„Gleichheit", im „Vorwärts" und im„Korrespondenzblatt der Gencralkommission" fast irre werden an ihrer Arbeit. Manche Genossin fragte sich, was das alles zu bedeuten habe. Mir erscheint der Streit, der sich um die Einberufung der Konferenz entsponnen hat, als recht nichtig. Entschieden muß ich dagegen protestieren, daß man den Bcfür- ivortern�der Konferenz sowie der Einberuferin die Absicht unter- schiebt, daß sie von vornherein auf dieser Konferenz einen Zentral- verein der Dienstboten ins Leben rufen wollten. Wie die Sache heute liegt und nachdem die Gcneralkommission die Mitarbeit abgelehnt hat, muß die Konferenz selbst die Gründung vornehmen. Von Anfang an verfolgten wir alle lediglich die Absicht, Gedanken über die Agi- tation und Organisation der Dienstboten auszutauschen und der Zentralisation die Wege zu ebnen.— Die Konferenzbeschlusie allein können nichts nutzen, aber ich denke, die organisierten Frauen haben gerade in der Dienstbotenbewegung zu handeln gewußt. Die Zeit und Mühe, welche wir hier aufwenden, sparen wir später bei der Aufklärungsarbeit unter den Frauen, denn die Dienstmädchen werden Arbeiterfrauen, die den Klassenkampf im Interesse ihrer selbst und ihrer Familie zu führen haben. fBcifall.) Die Refcrentin empfiehlt folgende Resolution: „Die heutige Konferenz konstatiert mit Befriedigung, daß seit der letzten Frauenkonferenz zu Mannheim die Dienstboten- bewegung sehr erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Die Konferenz glaubt nunmehr die Möglichkeit für gekommen. , daß die einzelnen örtlichen Vereine ohne Gefahr für ihren Be- 1 stand, zu einer Zentralorganisation zusammen geschlossen werden können. Mit einer einheitlichen Organisation ist gleichzeitig die Schaffung eines einheitlichen Dienstbotenorgans vonnöten, dessen Aufgabe es ist, nicht nur die Forderungen der Dienstboten zu vertreten und ihre geistige Aufklarung zu fördern, sondern ihnen auch in beruflicher Hinsicht ein Wegweiser und eine Stütze zu sein." Die Diskussion wird eröffnet. Luise Z i e tz- Hamburg: Als die Bewegung in Hamburg ein- setzte, wurden 10 000 Flugblätter verbreitet, welckie auf die Lage der Dienstboten hinwiesen und zu einer Versammlung einluden. Die Flugblätter wurde« auf den Tanzböden an die Dienstmädchen verteilt, sie wurden morgens in die Frühstücksbeutel gesteckt, sowie in die Briefkästen, durch die Fenster usw. Die in den Herrschaft- lichen Wohnungen arbeitenden Maler, Tapezierer und andere Handwerker machten die Mädchen auf die Bewegung aufmerksam. Es ist gelungen, in Hamburg einen Verein der Dienstboten zu schaffen, der bereits 3000 Mitglieder zählt. Das ist gewiß ein er- freulicher Erfolg, aber die Zahl der organisierten Dienstmädchen ist doch im Verhältnis zu ihrer Gesamtzahl, die in Hamburg und Umgegend etwa 65 000 beträgt, noch gering. Doch wird unsere un- ermüdliche Agitation dafür sorgen, daß die Organisation�stärker wird. Als notwendige Ergänzung der Dienstbotcnörganisation müssen auch die Wasch-, Scheuer- und Putzfrauen organisiert werden. In Hamburg haben wir schon erreicht, daß diese Frauen nicht unter 2,50 M. und nicht über 10 Stunden täglich arbeiteil Wenn einmal die Dienstmädchen das Streikrccht bekommen, dann müssen auch die Waschfrauen usw. organisiert sein. Ida Baa r- Berlin: Der in Berlin bestehende Verein ist der älteste, aber einer der schwächsten. Das liegt daran, daß im Verein früher der Harmoniestandpunkt herrschte. Er stand unter gemein- samcr Leitung von Herrschaften und Dienstboten. Seitdem wir die Leitung des Vereins in Händen haben, ist die Mitgliederzahl auf das Doppelte gestiegen. Aber, wie die Verhältnisse hier liegen, ist es schwer, aus dem Dienstbotenverein eine Gewerkschaft zu machen. Genossin Hennig-Leipzig: Der dortige Verein sei von 150 auf 90 Mitglieder zurückgegangen, es sei auch nicht möglich ge- Wesen, weitere Erfolge zu erzielen. Ein großes Hindernis der Be- wegung sei der Umstand, daß in Sachsen nur großjährige Mädchen als Mitglieder aufgenommen werden dürfen. Im Alter der Groß- jährigteit seien die Mädchen meist nicht mehr als Dienstmädchen tätig. Die Leitung des Vereins habe sich an den Transportarbeiter- verband gewandt, um die Bierkutscher zur Verbreitung von Flug. blättern zu bewegen. Der Verband sei damit einverstanden gewesen aber der Vorsitzende des Gewcrkschaftskartclls habe davon a�cratcn, weil die Bierkutscher ihre Kundschaft verlieren könnten, wenn sie bei Ausübung ihres Berufes die Dienstbotenbcwegung unterstützen. Klara Zetkin tritt den pessimistischen Anschauungen der Genossin aus Leipzig entgegen. Die Dienstbotenbewcgung sei da- durch erst möglich und erfolgreich geworden, daß der Gedanke der modernen Arbeiterbewegung das Proletariat der Großstädte ge- Wonnen hat und daß der sozialistische Gedanke auch unter dem Landproletariat mehr und mehr Verbreitung finde. Hierdurch vollziehe sich auch unter den Mädchen auf dem Lande eine Revo- lution, sie würden aufgeklärt, und wenn sie in die Stadt als Dienst- mädchen kommen, ließen sie sich nicht mehr so ohne weiteres vcr- sklaven wie es früher der Fall war. Bei der Agitation sei auch zu berücksichtigen, daß die Dienstmädchen von den Angehörigen des Mittelstandes viel stärker ausgebeutet werden, wie in den Häusern der besser gestellten Herrschaften. Hier nehmen vre Dienstboten zum Teil die Stellung qualifizierter Arbeiter ein. Diese besser gestellten Dienstmädchen müßten zuerst von der Bewegung erfaßt werden. Darauf müsse in der Agitation geachtet werden. Die besser gestellten Dienstmädchen würden die Preisfechte- rinnen für ihre versklavten Schwestern sein. Zur Frage eines Preßorgans für die Dienstboten sagte die Rednerin: Wenn es gelte, nur die beruflichen Interessen der Dienstboten zu der- treten, dann sei ein eigenes Organ am Platze. Aber, der Beruf des Dienstmädchens sei nur ein Durchgangsstadium, an das sich die Tätigkeit der Arbeiterfrau schließe. Es komme deshalb hauptsächlich darauf an. daß die Mädchen«m Hinblick auf ihre künftige Stellung als Arbeiterfrau für den Klassenkampf ge- schult und für die erzieherische Tätigkeit der Mutter vorbereitet werden. Das könne am besten durch eine zweckmäßige Ausgestaltung der„Gleichheit" erreicht werden. Im weiteren Verlauf der Diskussion machten verschiedene Rednerinnen Mitteilungen über den Stand der Dienstboten- bewegung in den von ihnen vertretenen Orten unv tauschten ihre Erfahrungen in der Agitation aus. Außerdem wurde auch die Frage des Organs mehrfach erörtert. Die Ansichten gingen darüber auseinander, ob das in Berlin erscheinende für die Dienstboten bc- stimmte Blatt zum Organ der Zentralisation gemacht, oder ob die „Gleichheit", vielleicht in einer besonderen Beilage, diese Aufgabe erfüllen soll. Im allgemeinen neigte man der letzteren Ansicht zu aus den von der Genossin Zetkin dargelegten Gründen. Hinsicht- lich der Schaffung einer Zentralorganisation der Dienstboten stimmten alle Rednerinnen, die diese Frage berührten, mit- der Refcrentin übercin. Genossin Zieh- Hamburg sprach ihr Bedauern darüber aus, daß die Generalkommission keinen Vertreter zur Kon- fcrenz entsandt habe. Die Frauen würden in der Dienstboten- bewegung gern mit der Generalkommission zusammengearbeitet hoben, wenn es aber sein muß, würden sie auch ohne die General- kommission arbeiten und wenn erst eine Zentralorganisation der Dienstboten besteht, dann habe man die Gencralkmnmission nicht zu bitten, sondern man habe dann den Anschluß an die General- kommission zu fordern. Lehne sie den Anschluß ab, dann werde sich die Leitung der Dicnstbotenorganisation an � den Gewerkschaftskongreß wenden und der werde gewiß dem Anschluß zustimmen. Auf Vorschlag der Refercntin beschloß die Konferenz die Ein- sctzung einer Kommission, welche die Vorarbeiten für die Zentrali« sation zu besorgen hat. Zu dieser Kommission sollen die Dienst- botenvereinc in Hamburg, Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig und Nürnberg je ein Mitglied stellen. Falls Nürnberg sich nicht an der Kommission beteiligen will, soll München an dessen Stelle treten. — Tie zu schaffende Zentralorganisation soll ihren Sitz in Ham- bürg haben. Die Resolution der Referentin wurde einstimmig ange- nommen. NachmittagSsitzung. Der Bericht der Mandatsprüfungskommission wird zu Beginn der Nachmittagssitzung erstattet.. Er ergibt, daß 20 Mandate ver- treten sind und zwar sind anwesend 22 Delegierte, 3 Referentinncn, je ein Vertreter des Parteivorstandes, des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine von Groß-Berlin, Genossin Baader als Vcr- trauensperson und Genossin Zetkin als Redakteurin der„Gleich- heit". Ueber den Stellennachweis referiert Luise Zieh- Hamburg: Wie der Verkauf von jeder Ware in den Händen des Verkäufers liegt, so gehört auch die Vermittelung beim Verkauf der Ware Arheitskraft in die Hände des Arbeiters. Für die Dienst- boten muß ebenfalls gefordert werden, daß die Arbeitsvermittclung durch sie selbst besorgt wird. Wenn die Dienstboten die Stellen- vermittelung in den eigenen Händen haben, bekommen sie dadurch von selbst ein großes Uebergewicht über diejenigen, welche ihre Ar- beitskrast kaufen. Bis jetzt liegt die Stellenvermittelung in den Händen der Herrschaften und vor allem der privaten Vermittler. durch welche die Mädchen furchtbar ausgebeutet werden. Wenn die Arbeitsvermittelung in den Händen der Dienstbotenvereine liegt, so wird dadurch den Mädchen ein bedeutender Rückhalt ge-! währt und der Verein kann den Stellennachweis gleichzeitig als Agitationsmittel benutzen. Ter Erfolg der Dienftbotenbewegung in Hamburg ist zum großen Teile dem Umstände zu danken, daß der Hamburger Verein einen Stellennachweis hat. Als Ergänzung des Stellennachweises sind Einrichtungen nötig, welche den vom Lande kommenden stellensuchenden Mädchen so lange Unterkunft gewähren, bis sie eine Stellung gefunden haben. Unter den heutigen Verhältnissen haben die gewerblichen Stcllenvermittlcr ein Jnter- esse daran, daß die von auswärts kommenden Mädchen möglichst lange stellenlos bleiben, denn die Vermittler nehmen solche Mädchen m Kost und Logis. Die Dicnftbotenvercine müßten, wenn keine andere Gelegenheit für die Unterkunft stellenloser Mädchen vor- handcn ist, dahin wirken, daß die Mädchen bei Parteigenossinnen Unterkunft finden. Je mehr es gelingt, die Stellenvermittelung in die Hände der Dienstbotenvcrcinc zu bekommen, desto mehr wird der Stellennachweis zu einem Kampsmittel für die Interessen der Dienstboten werden. Die Herrschaften müssen varan gewöhnt werden, die Dienstmädchen als gleichberechtigte Menschen anzu, sehen. So weit sind wir leider noch nicht, daß wir unseren Dienst» vertrag in allen Punkten zur Anerkennung bringen können. Aber viele Punkte desselben werden in Hamburg bereits durchgeführt. Insbesondere halten wir bei unserer Stellenvermittelung auf ange- messene Löhne. Das ist das Minimum, was unsere Organisation zurzeit fordert. Wenn wir größer und stärker geworden sind, werden wir den Vertrag in vollem Umfange zur Anerkennung bringen können. Wenn wir heute schon überall die volle Durch- sührung des Vertrages verlangen wollten, würden viel« Herr- schaften, die heute ihr Personal durch unseren Nachweis beziehen, denselben nicht mehr in Anspruch nehmen.— Bei der Stellenvermittelung handelt es sich für uns um drei Punkte: Die Stellen- vermittelung den privaten Vermittlern zu entziehen, den Stellen- uachweis als AgitationSmtttel zu benutzen und ihn weiter als Kampfmittel zu verwenden.— Sehr wesentlich ist, daß das Bestehen einer kostenlose» Stellcnvcrmitteluyg der Dienstbotenvercine sowohl unter den Herrschaften wie unter den Dienstboten allgemein bc- kannt wird. Dafür muß durch geeignete Bekanntmachung. Plakate usw. gesorgt werden. Angesichts der großen Wichtigkeit. welche der Stellennachweis für die Dienstbotenbcwegung hat, wird man von den Gewerkschastskartellcn erwarten können, daß sie. wie es schon in einigen Städten der Fall ist. die Bewegung in dieser Hinsicht unterstützen. Die Kartelle sollen die Mittel zur Ein- richtung von Stellennachweisen zur Verfügung stellen. In zwei bis drei Jahren werden die Dienstbotcnvereine soweit sein, die Stellenvermittelung aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Schließlich wird auch die Stellenvermittelung ihre Kosten selbst aufbringen können. Sie ist zwar kostenlos für die Dienstboten, aber die Herr- schaften werden vom Hamburger Verein veranlaßt, die Selbstkosten der Vermittelung zu tragen, was sie auch ohne Schwierigkeit über- nehmen.— Von der Arbeiterpresse wird erwartet, daß sie auf die Bedeutung der Dienstbotcnorganisation hinweift. Das wird nicht nur im Interesse d«r Dienstmädchen verlangt, sondern im Interesse der gesamten Arbeiterbewegung, der doch die Dienstmädchen später als Arbeiterfrauen angehören.— Für den Anschluß der Dienst- botenvcrmittelung an die städtischen Arbeitsnachweise können lvir nicht eintreten, denn wir würden dadurch unser bestes AgitationS- mittel aus den Händen geben. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Mädchen das Interesse am Verein verlieren, wenn derselbe keinen eigenen Stellennachweis hat. Die Nachfrage nach Dienstmädchen ist größer als das Angebot. Dieser Umstand kommt uns zu gute. Wenn wir den Stellennachweis ausbauen, so werden wir den Er- folg auf unserer Seite haben.(Beifall.) In der Diskussion bemerkte Ida Baar- Berlin, der Ber- lincr Dienstbotenverein werde mit allen Mitteln die Gründung eines Stellennachweises betreiben. Mit der Vermittlung von Dienstboten durch den Zentralvcrcin für Arbeitsnachweis habe man keine guten Erfahrungen gemacht. Der Dienstbotenverein habe sich an Dr. Freund, den Vorsitzenden des Zentralarbeitsnach- weises mit der Frage gewandt, wie sich derselbe zu den Forde- rungcn des Dicnstbotenvcrcins stelle. Drc Antwort habe gelautet, der Zcntralvcrein für Arbeitsnachweis könne nicht einseitige Jnter- essen vertreten. Vor der«inseitigen Vertretung der Interessen der Herrsckmften scheue sich Dr. Freund nicht. Im übrigen stimmten die Diökussionsrednerinnen den von der Refercntin vertretenen Ansichten vollkommen zu. Hierauf folgte ein Referat über den freien Dienst- vertrag. Ida Baar- Berlin referierte. Nach einem kurzen Rückblick auf die Dienst Votenbewegung in Berlin führte die Redncrin aus: Als Genosse Stadthagcn seinerzeit in einer Berliner Dienstboten- Versammlung den Gedanken vertrat, daß ma« durch Abschluß eines freien Arbeitsvertrages von den Fesseln der Gesindeordnung los- kommen könnte, leuchtete ein Hoffnungsstrahl in den Reihen der Dienenden auf. Die Wirkung des Vortrages von Stadthagen war die, daß die Leitung des Dienstbotenvercins in die Hände unserer Genossinnen kam. Dadurch waren die Genossinnen verpflichtet, für die Ausführung der Gedanken StadthagenS zu sargen. Auf Er» suchen der Genossinnen entwarf Stadthagen einen Vertrag, der den Teilnehmerinnen der Mannheimer Frauenkonferenz mit auf den Weg gegeben wurde. Der Vertrag setzt nicht nur den Lohn des Dienstboten fest, sondern er enthält auch Bestimmungen über Ar» beitszcit, Schlafräume und freie Verfügung des Dienenden über seine eigene Person. Das sind sclbswcrständliche Forderungen, aber den Mädchen sind sie fremd. Keine denkt daran, beim Engagement derartige Forderungen zu stellen. Bei den Mitgliedern des Berliner Vereins fand der Vertrag, der im übrigen die Anwendung der Gcsindeordnung ausschließt, großen Anklang. Wenn der Verein einen eigenen Stellennachweis hätte, dann würde er dem Vertrag in vielen Fällen Anerkennung haben verschaffen können. Bei den be» stehenden Arbeitsnachweisen fand der Vertrag keinen Anklang. Nur wenige Herrschasien haben sich jwr Anerkennung des Vertrages bereit gefunden, selbst nianche unserer Genossinnen, die Dienst- boten halten, haben sich nicht zur Anerkennung des Vertrages bereit erklärt. Gerade die Frauen, welche freiheitliche» Bestrebun- gen huldigen, sollten für die Besserstellung der Dienstboten, für die Anerkennung ihrer Menschenrechte wirken.— y Wenn auch der Vertrag mehr und mehr Anerkennung finden sollte, so muß doch für Aufhebung der Gcsindcordnungen nach wie vor agitiert werden. Wir können uns auch mit einer Reform der Gcsindeordnung nicht begnügen, sondern wir verlangen,'daß die Dienstboten unter das Gewerberecht gestellt lvcrden. Von der Regierung haben wir keine Aenderung der Gesetzgebung in dieser Hinsicht zu erwarten. So lange die Gesindeordnung noch besteht, müssen wir für die Durch- sührung des freien Arbeitsvertrages wirken und versuchen, auf diesem Wege das Los der ausgebeuteten, rechtlosen Dienstboten zu verbessern.(Beifall.) Fräulein Heinrich- Berlin, die als erste DiökussionSredncrin sprach, sagte, es gebe hervorragende Genossen, die es ablehnten. mit ihren Dienstmädchen den freien Arbeitsvertrag abzuschließen. Genossin Zietz-Hamburg bemerkte dazu: Wenn es in Berlin Parteigenossen gebe, welche den Vertrag nicht anerkennen wollen. so werde das hier ohne Ausnahme verurteilt, denn solches Verhalten sei dasselbe, als wenn ein Parteigenosse alS Arbeitgeber es ab- lehnen würde, seinen Arbeitern gegenüber die gewerkschaftlichen Bedingungen anzuerkennen. Die Vorrednerin sei im Irrtum, wenn sie glaube, wir würden derartige Genossen nicht ebenso an den Pranger stellen, als ob es bnrgcrlick>e Herrschaften wären.— Eine Rednerin meinte, durch den Vertrag könne die Gesindeordnung nicht außer Kraft gesetzt werden, denn selbst wenn eine Herrschaft den Vertrag unterzeichnet habe, brauche sie ihn nicht zu halten, sie habe nur nötig, sich nach der Gesindcordnung zu richten.— Genossin Z i e tz° Hamburg erwiderte: Das sei ein Irrtum. Sobald Sei: Vertrag unterschrieben ist, sei er rechtsgültig und müsse innegehalten tverden. Wenn trotzdem eine Herrschaft den Vertrag brechen sollte, so sei gegen dieselbe der Weg der öffentlichen Kritik in der Ar- bcitcrBreffe zu beschreiten, auch würde solche Herrschaft keine Mäd- chen durch den Stellennachioeis des Vereins mehr bekommen. Diese Mittel würden schon gegen etwaige Kontraktbrüche helfen. — Im übrigen vertraten verschiedene Rcdiicrinnen den Gedanken, datz man dem freien Arbeitsvertrage zur Durchführung verhelfen müsse, um den Dienstmädchen die drückende Fessel der Gesindeord» nung abzunehmen. Der Mangel an Dienstboten zwinge ja die Herrschaften, den Forderungen der Dienenden entgegenzukommen. — Die Rcferentin betonte in ihrem Schllchwort die Noiwei�>igkeit der Aufklärung und Organisation der Dienstboten. Wenn die organisierte Arbeiterschaft hinter dieser Bewegung steht, dann muß e« dahin kommen, daß den Dienstboten ihr Menschenrecht gL währt tvird. Damit war die Tagesordnung der Konferenz erledigt. Ottilie Baader: Diese Konferenz hat ein gutes Stück Arbeit geleistet. Sie hat den Teilnehmern viel Anregung gegeben und wird ein Ansporn sein zur Förderung der Bewegung. Die Frauen in unseren eigenen Reihen, welche der Einberufung der Konferenz pessimistisch gegenüberstanden, werden jetzt einsehen, daß diese Zu» sammenkunft und diese Aussprache notwendig war. Ich glaube. der Konflikt mit den Gewerkschaften wird ein End« nehmen, wenn der Verlauf dieser Konferenz bekannt wird, denn wir haben ja be. tont, daß wir den gewerkschaftlichen Zusammenschluß noch mehr als bisher fördern wollen. So wollen wir denn hinausgehen, den Unorganisierten den Gedanken der Organisation predigen, dann wird unsere Bewegung den Erfolg haben, den wir alle wünschen. — Die Rcdnerin schloß die Konferenz mit einem Hoch auf die all. gemeine Arbeiterbewegung. Sozialem BergsNaveoloS. Der Kampf um Reformen im Krankenkaslenwesen für die Berg» arbeiter lenkt wieder einmal die Aufmerksamkeit auf die Lage dieser Arbeiterkategorie. Besonders dürfte jetzt der Gesundheitszustand— oder besser der Grad der Erkrankungegefahr für die Bergarbeiter— Interesse erregen. Darüber geben nun die Rechenschaftsberichte der 5bnappschaftskasscn und«Vereine— das find die gesetzlichen Träger der Krauken- und Juvaliditätsversicherung für die Bcrgsklave»— Aufschluß. Einen Aufschluß, der von neue,» die von den Bergarbeitern aufgestellten Forderungen um erhöhten Schutz für Gesundheit und Leben kräftig unterstreicht. In Kuappschaftsvereinen und-Kassen waren im Jahre lSOS versichert 719 318 Personen, darunter 15 724 weibliche. Im Berichtsjahre' ereigneten sich 397 162 entschädigungS» Pflichtige Krankenfälle mit 6 632 923 Kraukentagen. Die die Ge- sundbeit zerrüttende Wirkung der Bergarbeit illustrieren folgende Angaben. Auf je efn gegen Krankheit versicherte« Mitglied entfielen im Jahre 1901 Krankenfälle Krankentage bei sämtlichen reichSgesetzlichen Kranken» kasien im Durchschnltt..... 0,4 7,20 bei den KnappschaflSkassen.... 0,5 8,6 Demnach waren im Jahre 1901 die Krankeuziffern im Bergbau um 20 resp. 25 Pro», größer als im Durchschnitt bei sämtlichen Und seit 1901 hat sich die Klankenziffer für die Aus je ein männliches Mit« Kranken» tage 8.6 6,6 8.6 9.6 9,3 Krankenkassen. Bergurbeiter wesentlich verschlechtert. glied der KnappschaflSkasien entfielen: Kranken« fäll« 1901... 0.5 1902....0.5 1903....0,6 1904..... 0,6 1905..... 0,6 Für 1905 kommt als günstiges Moment, das die.Krankmziffer herabgemindert hat. der große Streik in Betracht. Als weitere» Merkmal der ruinösen Wirkung der Grubenarbeit kann die Abnahme des Durchschnittsalters der Invaliden angeführt werden. Da« durchschnittliche Lebensalter be» Eintritt der Ganzinvalidität betrug 1896 1899 1901 1903 1904 1905 Jahre. 49,2 48,5 48,1 46,6 46,7 46,2 Zunahme der Erkrankungsfälle, Verlängerung der Krankheitsdauer undfrllhererEintrittderJnvalidltät — das ist das traurige Fazit, das auS den amtlichen RechenschaftS- berichten gezogen werden kann._ Brotfatrikanten als Förderer der Brotvertcuerung. Zu den agrarischen Brotwucherern gesellen sich jetzt die industriellen Britverteuerer. In einer Versammlung deiitscher Brolfabrikanten, die in der verflossenen Woche in Hannover tagte und sich mit dem Gespenst der sei» Jahren von den Mitielstandspolitikern geforderten Mühlcnumsatzsteuer beschästigte, sprachen dem„Haunov. Cour." zu» folge die Brotsabrikanten sich zwar im Prinzip gegen diese Steuer aus. praktisch aber redeten sie der Einführung dieser rückschritt. lichen, verbrecherischen Mahnahme daS Wort. Die versammelten Brolfabrikanten waren sich nämlich darüber einig,.daß angesichts des rapiden Verschwinden« der Klein« und Mittelmühlen eine Ring« bildung der übrig bleibenden Großbetriebe zu befürchten sei. die unausbleiblich ein- Verteuerung der Mühlenfabrikete und dadurch auch eine nicht unerhebliche Verteuerung des Brotes z»r Folge haben werde. Dieser für die Ernährung unseres Volke» höchst bedenklichen Entwickelung könne nur durch eine Mühlen-Umsatzsteuer entgegen« gewirkt werden, die von vornherein eine abschäybare, aber nur sehr geringe(?) Verteuern»« der Mehl« und Brotfabrikation garantiere.' Eine saubere gnnst diese brotverteuernde» Herren Brotsabrikantenl Selber zumeist Großindustrielle, möchten sie. wohl wissend, daß da« durch da« Brot noch mehr, al« es bisher geschehen, künstlich ver» teuer» wird, der wirtschaftlichen Enttvickelnng mittelständlerlsche Knüppel zwischen die Beine werfen. Die Furcht vor der Ringbildung in dem Mühlengewerbe treibt sie der verbohrtesten Reaktion in die Arme. Dieser Miihlemimsatzsteuer• Enthusiasmus ist selbst dem in MittelstandSfreundlichkett machenden.Hannov. Cour." zu arg. Folge- richtig führt er an»: „Eine Umsatzsteuer auf Mühlenfabrikate hat z, machst eine Verteuerung de» MehleS zur Folge. Da die Brolfabrikanten»nd Bäcker nicht gewillt sein werden, diese Steuer zu tragen, so werden sie dieselbe auf daS Brot, d. h. die Konsumenten, das Publikum, abzuwälzen suchen. Wenn den Brotfabrikanten»nd Bäckern daran gelegen ist, deni Volke nicht daS Brot zn ver- teuer,,, so werden sie sich nicht für. sondern gegen eine Mühlen« Umsatzsteuer aussprechen müssen." Stimmt. Eine Mühlenumsatzstener ist nicht m,r eine reaktionäre Utopie, über die die Entwickelung zur Tagesordnung übergeht, sie ist auch ein Verbrechen am Volke; sie ist ein um so ärgere» Verbrechen. als dadurch am härtesten jene Volkskreise getroffen werde», die in» folge ihrer ärmlichen EinkommenSverhSllnisie auf Fleischnahrung verzichten müssen, bei denen also Brot»nd Kartoffeln die Hauptnahrung bilden..Jener ArbeiterbevSlierung mit dem Bienenfleiß»nd dem leere» Magen ist"— um mit den Worten der.Franks. Zeitung" zu reden—„selb» e i n Pfennig mehr für das Pfund Brot eine Last. Dieser Pfennig bedeutet für sie eine Entbehrung mehr, was hier zugelegt wird, muß der dürftigen Lebenshaltung an einer anderen Seite wieder gerungen werden." Da« kümmert indes die Brotfabrikauten nicht; Arm m Arm mit den Agrariern treten sie unentwegt für eine Verteuerung de» Brotes ein. vielleicht in der stillen Hoffnung, bei einer durch nichts gerechtfertigten.Verteuerung der Mehlprodukte" noch ein Extrageschäsichen zu machen. Die Redensart von der Verteuerung auch der.Brot- fabrikation" läßt tief blicken. Die verweigerte BorsiellnngSerlanbuis. AuS einer nickt erteilten Erlaubnis, sich zwecks Erlangung einer anderen Stellung vorstellen zu dürfen, entspann sich zwischen dem Lageristen Hermann G. und der Aktiengesellschaft»Archi» medeS" ein Rechtsstreit, der gestern vor der ersten Kammer des KaufmannSgerichtS zum AuLtrag kam. Dem G. war Ende Sep- tember per ultimo Oktober gekündigt worden, er protestierte aber gegen diese Kündigung, da er sich mit gesetzlicher KündiguiigSsrijt engagiert glaubte. Um nicht klagbar werden zu müssen, bemühte er sich aber dennoch gleich um eine andere Stellung. Bei den Versuchen, sich bri anderen Firmen vorzustellen, will er nun auf große Schwierigkeiten gestoßen sein. Der Geschäftsführer habe ihm gesagt, er solle erst die Kündigung anerkennen. Wenn er glaube, zu unrecht gekündigt z» sein, so wäre es widersinnig, wenn er trotzdem VorstcllungSurlaub verlange. Ein andermal gab man ihm zur Antwort:„Was, Sie wollen sckon wieder fortlatschen?" Er habe darauf alle Lust, wieder um Urlaub zu bitten, verloren, wodurch ihm viele gute Stellungen entgangen seien. Der als Zeuge vernommene Geschäftsführer gab zn, die erste Aeußerung getan zu haben, bekundete aber, daß dem Kläger im übrigen hin- reichend Gelegenheit zum Vorstellen gegeben wurde. Der Ver- trcter der Firma weist einen Revers vor. in welchem sich G. durch seine Unterschrift mit vierwöchentlicher Kündigung einverstanden erklärt. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum nian dem Kläger nicht gleich bei seinem Protest den von ihm unterschriebenen Schein vorlegte, dann wäre doch jeder Streit im Keime erstickt worden, vermag der Vertreter der Beklagten keine Erklärung abzugeben. DaS KanfmanSgericht wies den Kläger mit seiner Gehalts- forderung von 125 Mk. ab. Der Revers ist von ihm ordnungs- gemäß unterschrieben, wenn er sich darüber im Zweifel war, so wäre eS seine Sache gewesen, sich Gewißheit zu verschaffen. Er habe erwiesenermaßen öfter Borstcllungsurlaub erhalten; das Ver- halten der Vorgesetzten war kein ausreichender Grund, nicht weiteren Urlaub nachzusuchen._ Haftung für Benutzung von Schutzeinrichtungen. Vom Landgerichte Frankfurt a. Main sind am 19. Juni die Kaufleute Bodenhcimer und Plaut wegen fahrlässiger Tötung ver- urteilt worden. Am 16. November v. I. stürzte der Arbeiter St. vom vierten Stock in den Fahrstuhlschacht hinab. Der Baurat hatte wiederholt daran erinnert, daß das Schutzgitter stets vor- gesetzt werden müsse. Es wurde aber immer weg- gelassen. Wäre das Schutzgitter angebracht gewesen, so hätte St. nicht durch den Sturz in die Tiefe das Leben verloren. Auch ohne die wiederholten Ermahnungen der Behörden mußten die An- geklagten für die Anbringung des Schutzgitters sorgen. St. ist allerdings leichtfertig mit feinem Leben umgegangen. Der Fahr- stuhl war nur für Waren bestimmt, ist aber von St. betreten worden, der auf den daliegenden Getreidekörnern ausglitt und in die Tiefe stürzte. Der Angeklagte Plaut war allerdings nur im Kontor tätig, aber er wußte, daß der Fahrstuhl auch von Per« fönen benutzt wurde und zwar ohne Schutzgitter. Als Mitinhaber war er daher verantwortlich.— In ihrer Revision verwiesen die Angeklagten darauf, daß die an allen vier Stockwerken an- gebrachten Plakate das Detreten des Fahrstuhles verbieten, daß Plaut wiederholt das Betreten in schärfster Form mündlich ver« beten hat und daß sogar ein Lehrling wegen Mißachtung dieses Verbotes sofort entlassen worden ist. Der Getötete habe auf dem Fahrstuhl überhaupt nichts zu tun gehabt, vielmehr hätten zwei Arbeiter ihn durch den Vorwurf des Faulenzen» veranlaßt, auf den Fahrstuhl zu treten.— DaS Reichsgericht orrwarf jedoch am Montag die Revision, da die Fahrlässigkeit genügend festgestellt sei. )Zus Itiduftrie und Handel DaS Warenhaus.*) In der von Martin Buber herausgegebenen Sammlung sozial. psychologischer Monographien„Tie Gesellschaft" ist von unserem Parteigenossen Paul Göhre unter dem obigen Titel ein Bündchen von 148 Seiten erschienen, daS eine anschauliche Schilderung de? Warenhauses bringt. In der Darstellung der Form deS Betriebes hat Göhr« zweifellos eine geschickte und glückliche Hand gehabt. Statt die Masse der Wvrenhauser zu schildern, zog er eS vor. eins gründlich zu veranschaulichen, und er wählte dazu daS von Wert- heim. Jedoch ist dieser Betrieb nicht der allgemeine Typ deS Warenhauses, weil die große Masse der Kaufhäuser in ihrer Organisation bei weitem nicht an den bis ins einzelne und feinste gegliederten Betrieb deS Wertheimschen HauseS heranreichen. Nicht nur der Geschäftsbetrieb macht dieses Kaufhaus zu einer ersten Sehenswürdigkeit der Weltstadt, sondern auch dl« wunderoare architektonische Ausgestaltung sowohl der Außen- wl« der Innen. archrtektur, die wir Alfred Messel verdanken. Welch ein Unter- schied gegen die ossiziell abgestempelte Kunst! ES ist zur Wahr« beit geworden: Wer heut« nach Berlin kommt, um Architektur zu sehen, der geht außer zu den alten schönen Gebäuden der alten Nationalgalerie usw. zu Wertheim. Hier vereinigt sich der künst- lerische Aufbau mit den betriebstechnischen und den hygienischen Be- dürsnisien zu einem Kunstwerk. DieS Bild erfährt allerdings ein starkes Korrektiv, wenn man die knappe Beranschaulichnng der anderen Warenhäuser durchgeht. Die Organisation ist ja im Prinzip derjenigen WcrthelmS nach» ?eahmt, nur weniger vollkommen, entsprechend dem geringeren Um- ange des Betriebe?. Diese Verschiedenheiten sind mehr oder weniger ausschließlich bedingt durch die soziale Schicht, für die das Haus mit seinen Waren bestimmt ist. Erst in zweiter Linie entscheidet über diese verschiedenen Unterschiede daS bei der Gründung eines solchen HauseS zur Verfügung stehende Kapital. Man findet dem- nach selbst in Berlin Warenhäuser der allerverschledcnsten Art. Von Wertheim und dem neuen KaushauS deS Westens bis herunter zu den Parterrewarenhäusern in den Vororten. Diese Typen wiederholen sich auch in der Provinz, wo allerdings Häuser von dem Range des Berliner Wertheim fehlen, daS überhaupt einzig da- steht und in seiner Art auch von allen oft viel größeren Waren- Häusern in Frankreich, England und Nordamerika nicht erreicht wird. In den Oftprovinzen gibt eS aber noch einen untersten Typ deS Warenhauses, daS PofelwarenhauS. daS den allergrötzleu Schund führt, den man in Namschbazaren antrifft. Auf diese trifft natürlich das nicht zu, was man segensreich an den Warenhäusern nennen muß. Denn segensreich sind in der Tat die Wirkungen der Warenhäuser in überwiegendem Maße. In wirtschaftlicher Be- ziehung wirkt der in so großem Maßstabe organisierte Detailhandel allein durch die Tatsache seiner Organisation und finanziellen Macht kraftsparend. Indem es seine Angestellten, auch ohne sie zu überanstrengen, während der Arbeitszeit voll zu beschäftigen ver- mag, nutzt eS ihre Leistungsfähigkeit voll auS und vermeidet, neue. halbbeschaftigte einzustellen. Neben dieser kräftesparenden geht eine kräfteentfaltende Wirkung her, indem der billige Verkauf von Massenartikeln durchschnittlickicr Qualität auf die Industrie eine beschleunigende und erziehende Wirkung ausübt, die zudem viel regelmäßiger erfolgt als seitens der vielen einzelnen Klcingeschäfte, der Industrie also einen gleichmäßigeren Geschäftsgang sichert. Dabei hat die Industrie mit viel zahlungSsähigeren Abnehmern zu arbeiten. — Allerdings liegen die Gefahren der billigen Produktion mit allen ihren unangenehmen Begleiterscheinungen bei der Lieferung für die Warenhäuser besonders nahe, doch scheinen sie auch nicht ?rößer zu sein als sonst.-— Dazu treten die weiteren guten Wir» ungen deS Warenhauses, in den Kleinhandel überhaupt erst in größerem Umfange Reellität und Solidität eingeführt zn haben, sowohl dem Produzenten wie dem Käufer gegenüber. Aber auch damit sind die guten Wirkungen der Warenhäuser noch nicht erschöpft. Sauberkeit im Geschäft. Höslirbkeit in der BeVindlung der Käufer, gescbinackvolle und ordentlicbe Verpackung der gekaukten Waren, kostenlose Zustellimg größerer Posten, die küustlerische Per» bessern»« der Reklamemittel, der Dekoration, der Aufmachung der Waren usw. Der bildende Einfluß auf die Entwickelung guten Ge. schmackS ist ein« nicht zu unterschätzende Wirkung, die in Deutsch. land einzelne Warenhäuser auf weite Bevölkerungsschichten cuS» üben. *) Paul Göhr«,„Dos Warenbau»". Rütte« a, Loenkng. Frankfurt a. M. Wie aller Fortschritt auf feiten der rückständigen und reaktiv« nären Brvölkerungskrcise mit großem Geschrei muheult wird, so finden wir daS auch bei dem Warenhause wieder. Man macht ihm den Vorwurf, daß es den Kleinhandel mit seinen zahlreichen Existenzen vernichte und die ehedem selbständigen kleinen Laden- inhaber zu Angestellten„degradiere". Wir lassen die Frage ganz dahingestellt, was sozialpolitisch besser ist, ob Angestellter in großem Betriebe oder„selbständiger" Ladeninhabcr. Die Statistik be- streitet aber die envahnte Behauptung. Die letzten Jahrzehnte zeigen eine erstaunliche Zunahme der kleinen Dctailgeschäfte aller Art. In Preußen wurden nach!843 auf 10 000 Einwohner nur 97, 1895 aber 240 handeltreibende Personen gezählt. In dem indu- striellen Sachsen sind die entsprechenden Zahlen für dieselben Jahre 256 und 687. Während der gesamte Detailhandel 1904 in Deutsch- land etwa 20 Milliarden Mark umsetzte, betrug der Umsatz der damals bestchciideii zirka 200 Warenhäuser 300 Millionen, also etwa IM Proz. davon. Die Maßregeln gegen die Warenhäuser, wie sie sich in Preußen in der reaktionären Warcnhaussteuer ausdrücken, versehlcn ihren schlechten Zweck gänzlich. Die Warenhäuser sind vermöge ihrer wirtschaftlichen Ueberlcgenheit imstande, die Steuer aus die Industrie abzuwälzen. Damit erlangt die Warenhaussteuer die denkbar übelste Wirkung. Andererseits begünstigt sie die Ent- Wickelung der großen Spezialgeschäfte, die diese Steuer nicht tragen, und gerade diese sind eS, welche dem Kleinhandel die empfindlichstc Konkurrenz machen._ F. 2. Zur Kohlcnteuerung. Die Leitung de? Rheinisch-westfälischen Kohlen- shndikatS hat die Kohlenprcise für da? Jahr>908,09 festgesetzt und zwar in gleicher Höhe wie die diesjährigen. Somit sind die Hoffnungen etwaiger Oplimisten, daß das nächste Jahr ein Ab- flaue» der exorbitant hohen Kohlenpreise bringen werde, zu Wasser geworden. Natürlich setzt daS Syndikat alle Hebel in Bewegung. um gegenüber dein Ansturin der öffentlichen Meinung die Sänild der Kohleiiteuerung von sich abzuwälzen. Immer wieder versucht es, diese den Arbeitern zuzuschieben, teils dem Mangel an Arbeits- kräfte», teils den zurückgegaiigeuen Leistungen der Arbeiter. Was es mit diesem angeblictien Rückgang auf sich hat, haben wir bereils iiiehrfach durch Stalisiiken nachgewiesen. Tätsächlich ist ja auch die Gesainlsörderung der Syiidik.ilszechen gestiegen. Diese betrug in der Zeit vom 1. Januar bis 30. September in Tonnen: 1905 1906 1907 Steinkohlen.. 10 773 932 11 181 542 11 583 956 Braunkohlen.. 4 391997 4 521 871 4 703 865 Koks..... 1 440 176 1 703 805 1 827 001 Preßkohlen.. 1161 119 1 218 476 1 074 752 zufammrii 17 757 224 18 625 754 19 189 574 ES hat also von 1905 auf 1907 eine Steigerung um 7.5 Proz. statlgefiuiden. Freilich entspricht diese Mehrproduktion noch nicht dem Mehrbedarf der industriellen und privaten Kohlenkoiisuineiiten und aiigesichtS der vom Syndikat zilgestaudeiien Kohlentnappheit ist die von ihm betriebene Ausfuhrpolitik entschieden zu ver- urteilen. Im September d. I., dem Monat, in dem diese Knappheit bereils bedrohliche Gestalt angenoilliiien halte, betrug die deutsche Kohlenausfuhr verglichen mit der des Sepiember 1906 1906 1 907 1907 mehr 1706 475 1 881 717 175 242 310 195 338 722 28 527 72 307 79 004 6 697 18 121 32 893 14 772 Steinkohlen... Kols Briketts aus Steiuk. ,» Braunk. gusanim-n 2 107 098 2 332 336 225 238 Dieser Exportpolitik deS Syndikats gegenüber ist neuerdings wiederholt, u. a. auch von agrarischer Seite eine Ausfuhrerschwerung, vor allem die Aushebung der ermäßigten Kohlenansfuhrtarife befürwortet worden. Noch wichtiger als eme solche Maßregel wäre jedoch eine Einfuhrerleichterung. Selbst bei gänzlich unterbundener Ausfuhr, die ja doch nur einen verhnllniSmätzig ge- ringen Bruchteil der Gesamtproduktion ausmacht,(Gesamtproduktion in 1905: 173 3l 1 000 Tonnen, GesaintauSfuhr 18 177 000 Tonnen) wäre daS rheinisch-westfälische Kohlensyndikat infolge seiner Monopol- stellnng doch in der Lage, die Kohlenpreise nach seinem Belieben hochzuhalten. Etwa» anderes ist es, wenn ihm durch billige AuS- landSkohle Konkurrenz gemacht wird. Die Ersetzung der jetzigen hohen Kohleneinsiihrtarife(Spezial- taris lll) durch die billigere» Ausfuhrtarife, wie sie von den sächsiichen Industriellen und verschiedenen Handelskammern bereits gefordert wurde, zum mindesten» ihre Ersetzung durch de» Rohstofflarif. würde die steigende Einfuhr von Kohlen begünstigen und damit die Möglich- keit eines Preisdruckes auf das Syndikat schaffen. Die KrisiS. In allen Wollspinnereien der Stadt und des Kreises Bialystot (Gouvernement Grodno) wird aus Mangel an Bestellinigen fortan mir drei Tage in der Woche gearbeitet, in den Jshorsabrikeu in Petersburg werden zwei Tage gefeiert. Die Krijis ist iin Anzüge.... SevverlfebaMcdcf*. Berlin und CXmgegend.- Eine öffentliche Mahschnriderversamliilung für den Weste», Berlin? und Tchöneberg fand am Montag im„KönigShof" in der Bülolvstraße statt. Sie diente vor allem der Agitation für den Schneiderverband. Der Referent Kunze hielt einen interessanten Vortrag über die wirtschaftliche Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisation und schilderte namentlich auch die Entwickelung und die Leistungen des SchnciderverbandeS. Er führte auS, daß bei der herrschenden Teuerung der Zusammenschluß in der Organi- sation doppelt notwendig ist, und besonders notwendig im Scbncidergcwerbe. In der Konfektion beschränken sich die Unter» nehmer nicht mehr auf die Herstellung billiger Waren, sondern man geht in verschiedenen großen Geschäften dazu über, Kon- fcktionSware zu dem ersten Tarif, ungefähr zu denselben Löhnen, wie sie für Matzarbeit bezahlt werden, herstellen zu lassen. Man sucht den Kundenkreis der kleinen Schneidermeister an sich zu ziehen, das anspruchsvolle Publikum an das Kaufen fertiger Waren zu gewöhnen. Dem Maßschneider in den großen Geschäften, der während der schlechten Geschäftszeit diese bessere Konfektionswarc herstellt, geht dafür selbstverständlich in der Saison ebenso viel Maßarbeit verloren. Es ist klar, daß unter diesen Umständen in Geschäften, wo die Verhältnisse nicht geregelt sind, um so leichter der eine Maßschneider oder Konfektionsschneidcr zum Schmutz- konkurrenten des anderen gemacht werden kann. Der Schneider. verband hat in Berlin bereits an 300 Tarife abgeschlossen. Aber gerade in einem Teil der Geschäfte des Westens herrschen noch un» geregelte Zustände, eine Folge davon, daß die Kollcgenschaft hier den Wert der Organisation noch nicht hinreichend erkannt hat. Darum ist eS hier ganz besonders notwendig, mit unermüdlichem Eifer für weitere Aufklärung zu sorgen.— Der Vortrag fand all- gemeinen Beifall. Die Versammlung schloß mit der Aufforderung an die Anwesenden, unablässig für die Organisatiost«nd ihre Ziele zu wirken._ Hnaland. Ein skandinavischer Arbeitgeberkongreh. Am 12. und 13. November tagte in Kopenhagen ein Kongreß von Delegierten der Arbeittzeuerorganisationcn Dänemarks, Schwedens und Norwegens, um über„gemeinsame Interessen und zukünftiges Zusammenwirken" zu beraten. Selbswcrständlich kam eS hierbei hauptsächlich darauf an, sich zum Widerstand gegen Forde» rungen der organisierten Arbeiterschaft zu rüsten. Die Oeffent. lichleit war bei den Verhandlungen ausgeschlossen. Was von de» Beschlüssen der Presse bekanntgegeben wurde, läuft auf folgendes hinaus: Der Kongreß hält cS für notwendig, daß die Arbeitgeber in jedem Gewerbe für Bestimmung einer Arbeitszeit wirken, die teils durch die Verhältnisse im eigenen Lande, teils durch die aus- ländische Konkurrenz bedingt wird. Die Arbeitszeit soll durch freie Vereinbarung, nicht durch Schiedsspruch, festgesetzt werden. Wo Minimallohn besteht, soll er nicht höher sein, als daß der nötige Spielraum für die Entlohnung der Arbeiter verschiedener Grade und Tüchtigkeit, sowie unter verschiedenen Konsunkturver- Hältnissen verbleibt. Es soll danach gestrebt werden, den Arbeits� verdienst in den Baugewerben einigermaßen auf einer Stufe mit dem in den übrigen Gewerben zu halten. Bei Akkordarbeit soll im allgemeinen der Stundenlohn nicht garantiert werden. Das Recht der Arbeitgeber, die Arbeit zu leiten und zu verteilen, sotvie Arbeiter einzustellen und zu entlassen, gleichviel ob sie organisiert sind oder nicht, zu behaupten und geltend zu machen, sieht der Kongreß als unbedingte Forderung an. Vorgesetzte im Arbeits» Verhältnis dürfen nicht Mitglieder der Gewerkschaften der Arbeiter sein. VcrhandlungSregeln, die bestimmt sind, Arbeitseinstellungen zu verhindern, soll man versuchen, aus freiwilligem Wege ein- zuführen. Gesetzlich, verpflichtendes Schieds- spruchverfahren in Arbeits st reitigketten darf nicht eingeführt»verde n. Der Kongreß beschloß ferner über gemeinsame Bestimmungen für das Verhalten der Arbeitgeber bei Streiks und Aussperrungen in einem der Länder, sowie über Einsetzung eines gemeinsamen permanenten Komitees zur Wahrnehmung der gemeinsamen Jnter- essen. Außerdem sprach sich der Kongreß für die Durchführung einer Lohn» und Arbeitsstatistik aus. Diese Angelegenheit, sowie die Frage, wie weit eine gesetzliche Regelung des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeiter anzustreben ist, dann die Frage der Regelung des Lehrlingswesens in den drei Ländern, wurden dem geineiniamen Komitee zur Erwägung überiviesen.— Wie man aus diesen Beschlüssen ersieht, gaben sich die skandinavischen Arbeit gebcr wohl keiner Täuschumg darüber hin, daß sie mit den Arbeiter organisationen als einigermaßen gleichberechtigten Faktoren rxchncn müssen; sie wollen aber die Macht der Arbeiterorganisationen so viel wie möglich einschränken. Wcrksührern und Meistern soll das freie Vereinigungsrecht überhaupt entzogen»verdcn. Bei schlechter Konjunktur möchte man die Minimallöhne herabsetzen, so daß dann die Kaufkraft der Arbeiter, die noch Beschäftigung haben, herab- gesetzt, die Krise verschärft wird. Im Baugewerbe, wo die Arbeiter wegen der Licht, und Witterungsverhältnisse regelmäßig, selbst bei bester Konjunktur, mit Fcierzeiten zu rechnen haben, soll mcht mehr Lohn für die Arbeit gezahlt werden als in anderen Berufen. Ge- setzliche Einmischung in die Arbeitsstreitigkeiten wünschen die Ar- beitgebcr nicht. Daß in Schweden jetzt zur Vermtttelung in Arbcitsstrcitigkeiten Staatsbeamte angestellt sind, die, lvenn eS nicht zur Einigung kommt, ein Schiedsgerichtsverfahren anbahnen. scheint den Unternehmern offenbar als ein Eingriff in ihre Hoheit? rechte, obwohl in dieser Hinsicht ein Zwang nicht ausgeübt wird. Die Arbeiterschaft der skandinavischen Länder ist bekanntlich schon seit Jahrzehnten darauf bedackst, gemeinsam ihre Interessen zu wahren. Der erste skandinavische Arbciterkongretz fand bereits im Jähre 1886 statt, und der nun Anfang September dieses Jahres abgehaltene war der siebente Kongreß der Arbeiterorganisationen Skandinavien?. Werm nun auch die Unternehmer diese Ver- anstaltungen nachahmen und sich ebenfalls über ganz Skandinavien zusammenschließen, so werden sie damit sicherlich die Macht der Arbeiterorganisation nicht brechen, ihren Fortschritt nicht hemmen können._ Versammlungen. Bildhauer. Die Zahlstelle Berlin des ZentrakverbandeS der Bildhauer hielt am Donnerstag im Saal I des Gewerkschafts- hauseS ihre Generalversammlung ab. H u b e r gab den Bericht aus der Gewerkschaftskommission und speziell vom Jan darf- Boykott. AuS dem Bericht über die Arbeitsvermittelung, den M i h b a ch gab, geht hervor, daß zurzeit 1b3 Holz- und 22 Stein- bildhauer und 78 Modelleure arbeitslos sind. Bon der Wahl einer Festkommission wird Abstand genommen, da keine Stimmung für Abhaltung von Festlichkeiten vorhanden sei. Ueber den mäßigen Besuch der Urania-Vorstellung wurde Klage geführt. An Stelle von Winter wird der jetzige Beisitzer Günther zum 2. Vor- sitzenden gewählt, während Mädje an dessen Stelle Beisitzer wird. Geyer und Hildebrandt werden als Revisoren wiedergewählt. AuS dein hierauf erstatteten Rechenschaftsbericht geht hervor, daß die Lokalkassc eine Einnahme von 12 167,15 M. und eine Ausgabe von 10 561,34 M. hatte, der Bestand somit 1602,81 M. betrögt. Das Sommerfcst schließt mit einem ganz geringen Ueberschuß ab. Die lokale StreikunterstützungSkaffe hat einen Bestand von zirka 7200 M., während die Zcntralkasse bei einer Einnahme von 12 818,50 M. und einer Ausgabe von 12 809,40 M. einen Bestand von 9,01 M. aufweist. Der Mitglieder- bestand beträgt zurzeit 1168. Die Namen der ausgeschlossenen Mitglieder wurden verlesen. Der Bericht von Sanorop über die Tätigkeit des LehrlingS-PrüfungSauSschuffeS bei der Hand- Werkskammer gab Anlaß zu einer eingehenden Diskussion über den Wert oder die Wertlosigkeit der Beteiligung der Arbeiter in dieser Kommission. Während der größere Teil der Redner trotz der anerkannten Bedeutungslosigkeit derselben für Beibehaltung der Kommission eintraten, bekämpften andere die Beteiligung als ganz unnütze Kraftverschwendung. Ein Beschluß wurde nicht ge- faßt, da eine Neuwahl noch nicht auf der Tagesordnung stand. Die Lederarbeiter nahmen in ihrer regelmäßigen Monatsver- sammlung die Abrechnung der Filial- und Lokalkasse vom dritten Quartal sowie den Bericht vom Kuratorium des Arbeitsnachweises entgegen. Tie Abrechnung ergab in der Filialkass« eine Einnahme Ben 5165,43 M.. eine Ausgabe von 5145.43 Mi. In der Lokalkasse betrug die Einnahme samt dem alten Bestand 6355,97 M., die AuS- gäbe 8312, Ol M. Die Abschlüsse der K«ssen ergaben eine außer- ordentliche Uebcrlastung der Ausgaben der Kassen. ES ist dies zurückzuführen auf die überaus große Arbeitslos, gleit im Leder. gewcrbe. Die Mitglicdcrzahl der Filiale Berlin I betrug am Schlüsse des Quartals 582; darunter waren 177 Arbeitslose zu verzeichnen, die mindestens 3 Monate Unterstützung bezogen haben und zum großen Teil noch beziehen. Das Kuratorium des Arbeits- nachweise? nahm etliche Abänderungen desselben vor, die der Ver- sammlung in folgender Form vorgelegt und angenommen wurden: 1. Mitglieder, welche im Berufe arbeiten, werden vom Arbeits» Nachweis gestrichen; jedoch Mitglieder, welche außerhalb im Beruf arbeiten und keine Aussickt aus eine ss-bere Erlstenz haben, werden 6 Wochen lang als.entschuldigt" geführt. 2. Mitglieder, welche in einem anderen Berufe arbeiten, werden nur 6 Wochen alS ent- schuldigt geführt. 3. An Stelle der Arbeitsnachweisscheine werden Karlen verabfolgt, die mindestens jeden dritten Tag am Schalter 5 abgestempelt werden müssen. Auch dort wird die Arbeit vermittelt. — Einer scharfen Kritik wurde das Verhalten der Unternehmer der Organisation gegenüber unterzogen. Ist es doch vorgekommen, daß einzelne Unternehmer die laut Vertrag eingesetzte Schlichtungs- kommission nicht anerkennen wollten, ja sogar die Acußcrungcn laut werden ließen, Mitglieder, welche an dem Ausbau der Orgaui- sation tätig sind,.nicht umsonst" in Arbeit nehmen zu wollen. Die Herren bemerken nicht, daß durch ihr scharfes Entgegentreten der ÖrganisalionSgedauke immer mehr Wurzel faßt. Nach einigen Mitteilungen der Agitationskommission über ihre Tätigkeit wurde die gut besuchte Versammlung geschlossen. Sozialdeinokratisclier Zeniralwalilvereln für den MelchStagS- Wahlkreis Ziillicha»-?ch>l>trh»S- Krassen- Tmi'merfeld tOriSvercin Berlin). Freitag, den 22. November, abendS 8'/« Uhr, bei MerkvivSky. AndreaSllr.'6: Dcffeiitllchc Berfaimiilung. Berbaud der yriseurgehiilfen DeiikfchlandS. Zweigverein Berlin und Vororte. Donnerstag, den 21. d. ZK., abends 9'/, Uhr, Nolenthaler- stratze 11/12: Generawersanwilung. Bericht vom VerbaudSlag. SingegANgene Dnickrchnften. PlntnS. Krilische Wochenschrlsi für VolkSwIitschast und Finanzwesen. Herausgeber: Georg Bernhard. 4(3. Heft. Vierteljährlich vom Verlag 4 il)J Verlag Berlin Charloiteuburg, Goethcitr. LS. Tie Fackel Nr. 28(5. Herausgegeben von K. KrauS. Erschetnl zwei bis dreimal im Monat. Doppelnummer 60 Ps. Verlag: Wien III, Hintere ZollamlSstr. 3. Monatsschrift für chrlstliibe Sozialresorm. Oktobcrhest. Pro Jahr 6.40 M. Verlag: Bägler u. Drcxler. Loltstellen, Amt Waldshut, Baden. ßnefhaften der Redaktion. TU Inrlftlfifte Svrechstnild« finde» Lindenftraste Skr. 9, zweiter Hak, dritter Eingang, vier Treppen. OSf Fahrstuhl~iS wocheiitnglich von?»/, bi»»>/,»irr abends statt.««eöffne«?»he Sonnabends beginnt die Sprectistiiiidc um 6 Uhr. Jeder Zlnkrag->1» ei« Buihstabe»ud ein« Bnhl als Diertzciihen beiznfiigen. briefliche klntwori wird»ich» erteil«. Eilige Fragen träne man in der Sprechstunde vor. F. Tt. 666. Ihre Frau soll mittcllen, daß Sie Ende des Monats verreist, und beantragen, Sie vor der Reise oder in Hambyrg zu ver- nehmen. Für den Fall, daß aui ihr mündliches Erscheinen iu Berlin dennoch nicht verzichtet welchen sollte, wären ihr die Reisekosten zu ersetzen — 81. 3. 8. 1. Nein. Sie leben nicht in Gütergemeiuschast, sondern austerholb der Gütergemeinlchast, aber dem Manne steht das Verwaltungs/ recht zu, da Sie keinen Vertrag geschiofsen haben. 2. Ein solcher Vertrag bedarf des noiarielle» oder gerichtlichen Abschlusses unter Eintragung in das Heiratsregister. Wird der Beitrag abgeschlossen, um Gläubiger zu be» nachieiligen, so ist er ungültig.— A. 17. Diese Leschästigung ist strafbar. - P. F. 50. Dle Polizei ist Im Recht.- 0». M. UnS nicht bek innt.- O. T. 1 2. lieber diese Icchnischen Fragen können wir Ihnen«uSkunst nicht geben. A. H. 72. I. u. 2. Einen bestimmten Satz kennt das Gesetz nicht Sie sind so weit nach dem Gesetz zuin Unterdali Ihrer hülsSbedürstigcn Mutler verpflichtet, als dieS ohne Beeliiträchtigung des standesmätzigen Unterhalts Ihrer sonstigen Verpflichtungen möglich ist. Eine spätere Rück- zahlungSpflicht an die Armendäekiion besteht nicht. 3. Das hängt davon ab, sür wen die Versicherung abgeschlossen ist. Unter allen Umständen mutz eine Klage vorausgehen. 4. Ja.— W. 2. 18. Beantragen Sie unter Schilderung der besonderen Veihällnisse Erlatz bei der Slenerdeputation, Magistrat.— G. R. 75. Ja, es sei denn, Sie find minderjährig, dann ist der gesamte Vertrag ungültig und die snmme Ihnen zurückzuerstatten. — N. 6. Sie haben ofienbar ein altes Jnvalidenverficheruiigsgesetz. Die Zusatzmarke ist seit>900 in Wegfall gekommen. Ihre Frau kann, um ihre Ansprüche ausrechtzuerhallen, in einer Klasse kleben, in welcher sie will, je doch mutz sie innerhalb je zwei Jahren mindeslens 40 Marken geklebt haben. — M. M. S8. Bei der Beschlagnahme mutz Ihnen so viel belassen werden, als zu Ihrem notdürstigen Unterhalt und zum staudesgemätzen Unterhalt Ihrer Fauiilie«r-sorderllch lft. Welcher Betrag das ist, wird vom Gericht im Einzelsall scslgesetzt. Beschwerde ist zuläsfig.— K. L. Nein — K. H. Die Klage würde abgewiesen werden, weil daS Spielen In aus- wältigen Lotterie» gesetzlich verboten ist.— G. K. 166. Nein, gegen eine etwaige Klage mütztcn Sie sich wehren. In der Klage hätten Sic dar zulegen, datz Ihr Vermögen nur zum standeSmätzigen Uulerhalt ausreicht. — 2. O. 88. 1. Ja. 2. Nein.— 2ch. 77. Wenn Sie als Aufseher und dergleichen einen noch so hohen Verdienst haben, so bceinträchligt daS de» Weiterbezug der Jnvalidemente in Ihrem Falle nicht.— E. 2. 166. t. Nein. 2 Ja.— F. M. 32. Wenn Ihnen von der öfter- reichlichen Heimatsbehörde das EhezeugniS abgelehnt wird, so würde auch der von Ihnen w Aussicht genommene Weg nicht zum Ziele führen. — H. M. 134. Sie bedürfen keiner Erlaubnis.— I. 2. 26. DaS Gericht würde voraussichtlich 12 M. monatlich sür beschlagnahme sühig er- klären. Für die Frage, ob Sie zu verurteilen sind oder nicht, ist cS un- erheblich, ob Sic imstande sind zu zahlen.— Arbeitslos. Eine Ver« iähning in diesem Sinne gibt es nicht. ES dürste zweckmätzlg sein, die Wahrheit nicht zu verschweigen. Der von Ihnen angeführte Umstand würde bei richliger Schilderung Ihnen schwerlich schaden.— P. D. 71. Wenn H. nicht einen auSdi-ücklichen ScheiikiingSnkl vorgenommen hat. so würde er über das Geld nach wie vor frei oersügen können.— 2. K. 23. Die Beschwerde Ist an die Gewerbedepiltallon. stralauerslratze 1—3, zu richten. Am zmeckniätzigsten ist«4, aus Anerkennung der Mitgliedschaft und Zahlung der Leistungen, eventuell aber aus Rückzahlung der zu Unrecht erhobenen Beiträge dort zu klagen. Unsere Sprechstunde kann jeder Abonnent «hne Auflorderung beiuchen.— G. W. 1666. Im September>903. — 162. I. Im Klageweae würden Sie wenig erreichen können. Sie könnten zunächst einen Ssihneversuch und dann eine Ehescheidungsklage versuchen. In Ihrem Falle wird aber nach Ihrer Schilderung der Beweis ein schwieriger sein.— A. P. 33. Liebknecht ist, wie in unserem Bericht hervorgehoben ist. Unlerosfizier der Landwehr.— N. R. 7. l. An de» Vertrag sind Sie gebunden. 2. Nach Ihrer Darstellung find Sie nur sür die zurückbehaltene Ware zahlungspflichtig.— 9t. R. 63. Sie sind im Irrtum, der betreffende ist nicht HerrciihnuSmIlglied.—<£. 16. Nein.— fi. O. 25. 1. biS 3. Ja.— M. 91. 1. Nein. Klagen Sie aus ahlung, Sie können auch Bestraiung beantragen. 2 Die WohlsahrtS- emrichtungen Berlins und seiner Vororte, Herausgegeben von der Zentrale sür private Fürsorge. Berlin, Verlag von Springer. DaS Buch können St«, wie jedes ander« auch, durch die VorwäriS-Buchhandlung erhalten. — H. 1886. 1. Etwa ein Anzug und ein Paletot. 2. und 3. DaS ist möglich. 4. ES kann Hast zur Erzwingung des OssenbarungseideS verlang! werden. 6. und 6. Ja. 7. Einigen Sie sich. Sollten sie etwa noch minderlährig sein, so würden Sie mit Erfolg der Klage ividcrsprechen können. Wir haben unendlich häufig davor gewarnt, Bestellzettel zu unterschreiben. ohne sich genau über den Umfang der Berpflichtungen zu insormieren. Hernach ist eine Hülse unmöglich.— K. 34. Wenn nicht etwa auS der Police oder den Persichernngsbedlngimgen— beide find uns unbekannt— daS Gegenteil erhellt, ist vie Gesellichast zur einseitigen Erhöhung der Summe nicht verpflichtet.— A. L. 21. Wenn Sie noch in diesem Jahre auS der Kirche austreten, so haben Sie vom Schtutz deS nächsten Jahres ab Kircheiiflcner nicht mehr zu zahlen. Tie haben Ihre» Austritt beim AmISgeiicht schristlich anzumelden und ohne Borladung nmerhalb des 29, bis 42. Tages nach Eingang JhreS Antrages bei dem AmtSg. richt zu er- icheinen, um Ihren AuSIrilt zu Protokoll zu erklären. Ihre Kinder und Ihre Frau haben durch den AuStriN keine Nachteile. Zweckmätzlg ist-S, datz auch Ihre Frau austritt, well sonst die Holste der Steuern dennoch veilang» würden. Die Kosten für de» r'luSIrttt vetragen pro Kops 3,60 IN >. 2. 546. Haben Sie nicht sür sich bestellt, wie auS Ihrem Briefe hervorzugehen scheint, so sind Sie zur Zahlung nicht verpflichtet. Ein Avlatz, slrasrechliich vorzugehen, liegt nichl vor.—(fi. P. Unserer Antwort haben wir nichts hinzuziilügen.— H. H. 106. Stellen Sie eine schaden- -rsatzsorderung der Stratzenbahngelellschast gegenüber. Eveniuell klagen Sie aus Grund eines Armeimttestes. Ein sicherer Erfolg im vollem Uinsange Ihrer Ansprüche ist zmeiselhast, da nach Ihrer Darstellung Ihre Frau daS Verschulden ttisst, datz sie während deS Fahren« abgestiegen ist. Das Haupt. verschulden scheint allerdings den Schaffner zu treffen.— Ztf). 60. Welche Rechte aus einer Versicherung erfolgen, ergibt die Police und die dazu gehörigen Urkunde», die uns nicht bekannt sind. Sie betommen ibligcns auch von der Gesellschost selbst AuSlunst.— K. T. Nein. — 2trei>fall. 1. Ja. 2. Auch daS ist zulässig. 3. Nur sür eine Person. Nein.— G. 15. An sich besteht ein gesetzliches Hindernis nicht. Unter- breiten Sie aber den Fall der(Seiverkschast oder dem Gewerbeinspektor.— 366 H. Wenn nicht etwa der Wortlant Ihres MictsvcrtraacS den beab- ichiigten Bau zulätzt, so würden Sie der Vornahme deS Baues wider« sprechen und mit Erfolg Klage dagegen erheben können.—(fi. P. 18. Leider ist der Verlrag sür Sic bindend, die Firma läiinte daraus besiehe», daß Sie den Vertrag im vollen Unssange eriüllen, e« würde nur durch eine gütliche Bereinbarung sich-ImaS er, eleu lassen.— P. B. 73. 1. Nach >em Statut ja. Wenden Sie sich aber behufs Niederjchlagung an die » teuer deputnlion. 2..Wcrlmeisterzeittmg". Düsseidori, Wehrstr. 12.— Gcnofte Richter. I. Wenden Sie sich direkt an die.Freie' Scholle". 2. Dort wird Ihne» bereitwilligst NuSttinst gegeben. Wir haben keinen Aulah, von dem Beitritt etwa abzuraten. 3. Darm würde eine Beleidigung nicht erblickt werdcn.— X. U. Z. Natürlich. P. H. 33. Nein. Der Anipruch aus Auszahlung wegen Verheiratung mutz innerhalb spätestens eines Job res nach geschlossencr Heirat geltend ge- macht lein.— H.£2. Ja, dieselbe mutz Ihnen aber erieiii werden. s.rllS nicht sicherheitspoiizeiliche Hindernisse bestehe».— 91. 316. 1. Die MSg- lichtfit ist nicht ausgeschlossen. 2. In der Regel ersolgi erst Androhung. 3. Für Prentzen. 4.«In die st-u-rdevritation. Magistrat.— F. K. 44. Senden sie sich an den Parieworstaud.— 91. 2. 20. 1. Die Kasse ist berechtigt, aber nicht verpflichtet zu der Reparatur. 2. Sie mützten sich an den Vorsitzenden des sozialdcurolratilchen AahloercinS JhreS KreiseS wenden. —(fi. 2. 166. 1. Ja. 2. Nein. In der Regel ist es aber ziveckmätzig. einer Operation(ich zu unterziehen. 3. Die Klage hätte keine Aussicht ans Trsotg.— Entlassung 1667. 1.»nd 2. Nein.— K. 88. Wende» ie sich an den Pvrstnud des betr. Vereins.— G.®. 3. Ja. sie mütztcn aber spätestens am 30 November Ihre Kündigung dem Wirt zugehen lassen. - F. T. H. Leider steht Ihnen ein Anspruch nicht zu.- M. B.>66. 1. DaS von Ihnen entworscne Testament ist vollslöndig gültig, wenn sie eS eigenhändig schreiben und uiltcrschrcihcn. Sie fömicii cS zu Hmlie aus» belvahren. 2 Ob mündliche oder schristliche Amueidurig ersolgt. ist gleich- gültig. 3. Sie sind invalideiiversicherilirgspflichtig.— R. W. 33. Falls nicht etwa aus dem Wortlaut des uns nicht bekannten Vertrages etwas Gegenteiliges zu folgern wäre, ist der Einspruch des Wirtes völlig un- berechtigt.— B. R. 12. Da keine Kündigung ausgemacht war, so würde die sechSwöchentliche Kündigung zum l. des OuartalS geschehen. Di« Herr- Ichajl lörnrle also leider noch Ansprüche gellend machen,«in« Klage aus Herausgabe der Sache können Sie Irotzdem anstrengen.— F. H. Da dl« Aushülse länger als eine Woche besieht, besteht KronkenversichcrungSpsNcht. —(fi. P. Klagen Sie aus slutcrlnssung und aus vollen Schadenersatz gegen den Fnbrikantcn, dessen Borgehen drirchaus unberechtigt ist.— I. G. 116. Der Mictsverlrag ist gültig. Da Sie ihn unterschrieben haben, sind leider Sie und nicht der Wirt zur Reparatur der Jalousie verpflichtet. — 2666. Leider ja.—(fi. B. W. Von Berlin ans vor der Holzbrücke rechte Se-te.— A. O. 23. Eine Witwe und ein Wstiver bat die Pflicht zur AnSeinaiidersetziiiig mit Kindern vor der Wiederverheiratung nur dann, wenn die Kinder noch minderlährig sind. Den grvtzjöhrigcn Kindern bleibt es unbenommen trotz der Heirat ans Teilung zu klagen.— H. F. Ist bei der Vermietung ausdrücklich vereinbart, datz nur am Ersten gekündigt werden kann, so ist diese Vcreinbarnng güllig Eine Kündigung bis am 16. zum I. würde in diesem Falle also ohne Effekt sein.— Til. 30. New. — Ä. 50. Sie könnte» lediglich aus Erleuchtuna klagen.—(fi. St. 10. Ja. — 9)1. 2. 116. Die Pflicht zum Besuch der Berliner PflichtsorlbilduiigS- schule endet»ach dem Statut mit schiutz des Semesters, in dem der Schüler das 17. Lebensjahr vollendet. Ihr söhn mutzte also bis April 1908 in der Pfi ichtforlbilduiigsschuie bleiben.— 91. 2. 12. 1. und 2. Nein. Ein Per» kauf, der zwecks Benachteiligung der Gläubiger geschlossen ist, ist nngültig. Der Vcrkans kann scrncr das Zurückbehaltungsrecht des Hauswirtes nicht ausheben. Ais Form eines ÄausvcrlragcS genügt die Schrijllichkeit und Ucbcrgabe.— O.!)l. 6. Sie können in den letzten Jahrgängen des„Vor- wäris" hie ausführlichen Verhandlungen, die über Schwebe-, Hoch-, Unter» grmid- und Stratzenbahnen stattgcsnndcn.haben, nachlesen. Die Uebcrzcugung, datz zur Entlastunz und Sicherheit des Stratzenverkehrs die Bahnen vom Strntzenniveau entsernt oder erheblich vermindert werden mützten, ist im Wachsen.— W. K. 166. 1. Verjährung liegt nicht vor. Die Verjährung der Vollstreckung rechtskräsiig cikanntcr Strase wegen Uebertretnng dauert zwei Jahre. Drei Monate dauert die Verjährung der Versvlgnng von Uebertrelnng. über die noch nicht erkannt ist. 2. Ja.— O. 16. Nein. - O. P. 66. Wenden sie sich an die Buchhandlung.— G. 26. Sie sind kirchcnsteuerpflichtig. Scheiden Sie aus, ft> kann Ihre Frau zur Hälfte herangezogen werden, wenn nicht auch sie aus der Landeskirche ausscheidet. Berliner Mnrktpretle. Ans vem amtlichen Berich» der ftädtllchen Marklbnllen-Direltion.(Grotzbandcl.) Ochsensteiich I» 08 70 vr 100 Pid., IIa 62 67. lila 56 59. Bullenfleisch la 65-70, Na 53-62, Kühe, seit 50—58, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bullen, dänische 54—67. KalbNeiich. Doppelleuder 110-125, Maftkälber ia 82 92 IIa 72 80. Kälber ger. gen. 52-68, do. Holl. 43—54. Hammelslciich Mast» b-mmer 76—78, Hammel la 68-72, IIa 62-67, Ungar. 0.00, Schafe 47—60. Schwciiieüeiich 51 59 Rehwild la per Psund 0,60-0,75. IIa 0,00. Rotwild la per Psund 0,45-0,52, do. IIa 0,00, do. Kälber 0,45—0,51. Damwild 0,40—0,55, Kälber 0,55—65. Wildichweine per Pfd. 0,35—0,50. Frischlinge 0,00. Kaninchen, grotz per Stück 0,70—1,00, do. klein 0,20. Hasen, grotz per Stück 3,50—4,00, do. mittel u. klein Stück 1,50—3,30/ Wildenten per Stück 0,00. Rebhühner, junge per Stück 0,90—1,25, do. alte 0,60—0,90. Faianenhähne la, junge 2,25—3,00, do. Na und alte 1,00—2,00. Fasaneiihcnnen 1,00—1,90. Waldschnepsen per Stück 2,00—2,50, do. Na 1,00—1,50. Hühner, alle, per Stück 1,20—2,00, do. Na 0,80-1,15, dito limge 0,50—1,00. Dnibcn 0,00, do. italienische 0,80. Ente» 1,50—2,50, dito per Pfd. 0,00, dito Hamburger per Stück 2,50—3,10. Gäuie per Piund 0,50—0,60, dito per Stück 0,00, do. Hamburger 0.00, do. Oder» brucher per Pjd. 0,50-0,63. PonletS per stück 0,50-1,00. Puten per Pfd. 0,60-0,63. Hechte per 100 Pjd. 70-85, do. matt 85, do. grotz 54—61, do. klein 0,00, do. mittel 0,00. Zander 0,00, do. klein 0,00, matt 0,00. Schleie, uns. 95—107, do. groß 91, do. Nein 0,00. Aale, grotz 0,00, dito klein und mittel 0,00, dito mittel 0,00, dito klein 03—98, do. grvtz-mittel 0,00. Wels 0,00. Plöpeu 46—47. Roddow 0,00, Karpsen, 60 er 0,00, dito 50 er 64—68, dito 45er 0,00, dito Spiegel- 25 er 0,00. Bunte Fische 30—44, dito klein 0,00. Barje 0,00. Knrauichcn, klein 50. Bleie 25—38, do. klein 0,00. Aland 43—49. Raap 0,00. Ouappen 0,00. Biciüiche 0.00. Winter- RhetulachS 0,00. Amcrik. Lachs la nciier, per 100 Pfd. 110—130, do. Na neiler 90—100. Seelachs 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6. mittel Kiste 1—2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm la Schock 0,00, Na 0,00. Bückliiige. Kieler per Wall 2—3,00, Stralwnder 0,00, engl, per Wall 2,00—2,50. Sprotten. Danzigcr, Kiste 0,60—0,70, do. Rügenwaider. Kiste 0.70. Aale, gros per Piund 1,10—1.40, nnitelgrotz 0.80-1,10, «ein 0,60—0,80. Hering« per Schock 5,00-9,00. Schellfische, Kiste 3,00— 4.00, llt Kille 1,75—2,50. Sardellen, 1902 er per An ler 1904er 98. 1905er 98, l906er 90—95. Schottische Bollberinge 1905 0,00, largo 40—44, füll. 38-40. med. 36—42, deussche 87—44, Heringe, neue MatjeS, per To. 50—120. Sardinen, russ., Fatz 1.50—1.60. Bratheringe Fatz 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen. Schocksatz 11. do. klein« 5—6, do. Iiiesen» 14. Krebse per Schock 0,00, grotze 0,00, do. mittelgrotze 0,00, dsto klein« 0,00 cm 0,00, do. unsortiert 0,00, Galtzier, grotz 0,00, do. unsorttcrt 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 5,20—5.80, do. grotze 6,00—6,50. Lutter per 100 Pid. ia 124-127. Na 118-123. INa 110-116, abi.illende 90-95. gnitve Kurte», neue, Schock 4,00. Pjessergurken 4.00. Kartoffeln per 100 Piund Dabersche 2,75—3,25, weitz« rund« 2,50—2,75, mag. bon. 2,75—3,25. Porree, per Schock 0,75—!, 50. Meer« reiiich. Schock 4—12. Spinat per 100 Psimd 8—10. Sellerie, per schock 3-6, do. pomm. 4—8. Zwiebeln per 100 Pfd. 2,60—3 50, do. Perl. 40,00-100,00. Chalotten 40,00—100.00. Peterütte. grün, schvckbiind 1.00—1.25. Kohlrabi schock 0,50-1,00. Rettich, bayrischer. Stück 0.03-0,10, hiesiger Schock 2.50-3.50. Mobrrüben, 100 Psd. 2,00 bi» 2.50. Karotte», hiesige, Schockbuud 2,00—3,00. Wtrüngkohl p. Schock 2—7. Rotkohl, Schock 3-7. Weitzkohl p. 100 Dsd. 1,00-1,76. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 0,00. Rosenkohl, per 100 Pfund 10—20. Grünkohl 3,00—5,00. Kohlrüben, Schock 2,0O— 3,00. Peter siliemvurzeln, per 100 Psd. 5—6, Schockbund 3—4. Schnittlauch, Töpfe Dutzend 4,00 bis 4.50. Radieschen per Schockbund 1,25—1,50. Salat per Schock 2,50 3.00. Toinateii, italienssche, per 100 Psund 18—20. Rote Rüben, per 100 Pfund 2,50-3,00. Rübchen. Beelitzer, per 100 Psd. 4—8, do. Tel. lower 16—18. Kürbis p. 100 Psd. 4—8. Eskarol per Schock 5—6. Endlvien zer Schock 3— 6. Birnen per 100 Psd. Tiroler 0,00, Kochbinien 5—8, Tafelbirnen la 18-25, de. IIa 10 17. Aepsel, per 100 Psund, Tu oler Ia 18-40, do. IIa 12— 18, Most», hiesige, 3—5, Koch. 5—10. Tafel« äpfel Ia 15—25, do. IIa 10—12, Amcrifmter, per Fatz 24-30, Italiener, lose, 100 Psd. 9—>2. Wallnüsse, per Schock 0,00, do. klein 0,00, do. sranzösische 0,00, rumänische 27—30. Paranüsse 52— 60. Hasklnüsse, lange. 100 Psund 43—50, do. runde 34—35. Weintrauben, italienische, per l00 Psund 30—40, 'Almeita pei Fatz 13 20. Ananas I, per Psd. 0.70-0,85, do. II 0,40—0,50. Bananen, gelb, per iOO Psund 22—25. Kokosnüsse per 100 Stück 20—26. Krachmandew per 100 Psd. 70—100. Marone», Ital., per 100 Psd. 16—26. Feigen, Kranz», per 100 Psd. 21- 25, do. Trommel- per 100 Psd. 40, do. in Kiste» 28- 60. Traubenrosinen per 100 Pfund 80—120. Zittouen, Meiiina. 300 Stück 11,50-16,00. do. 360 Stück 7,50-16,00, do. 200 Stück 12,00-16,00, do. 160 Stück 7,00-10.00. Apsetsinei,, 300 Stück 10—18, do. Murcia, 200 Stück 9,50—11, do. Valencia, 300 Stück 8,50—10,50. WitternngSiibersichi vom 19. November 1907. L e Ix g filatlmen| e 5 !«— i i fi •S e: 2 I« Bitte, c V S" L» «& > Swwemde'774 SO Hamburg! 772 SO Oeiliti|773 0 Franks.» M 772 SO l'fftniben(778 50 Wien 773 Still Sheller 3 bedeckt 1 wolkig 4 bedeckt 2 Nebel — bedeckt -3 2 -1 4 -1 — 1 StatUnen L8 'l! I| if "Iii Bette, I *£ cv Haparanda 773 Still—Selker Petersburg 784 SSO, L woikeiil—9 scillh(769ä I 2 bedeckt 9 iberveev 767 JsW Zhalb bd. 5 Part»(771 SSO. 2 bedeckt Bretter. Prognose»'S» Mittwoch, Kalt und vorwiegend nebelig aber Winden, keine wesenllichen Niederschläge. verlinerWelterbtttiaa. den 20. November 1667. wollig bei mätzigen südöstlichen WasserstanbS-Nachrichte« der LandcSanilait für Wewässerknnde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e 1. Tilstl P r c g e l, Jniterbnrg Weichsel. Thorn Oder, Ratidor . Krassen » Frankiurt a rt h e, Lchrimm . Sandsberg Netze, Pordamm Elbe, Leittneritz , Dresden , Barby , Magdeburg am 18.11. cm 113 9 28 80 89 91 86 24 80 -46 -174 53 67 lest 17.11. ein') + 1 — 8 + 2 — 1 + 11 + 6 + 4 0 + 6 4-12 + 4 — 1 - 1 Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau1} , Rathenow>) Spree, Svremberg1) BeeSkow Weser, Münden . Minden Rhein, MaxlmilianZau „ Kaub. . Köln Neckar, Heilbronn Rain, Werlheim Mosel, Trier »)+ bedeutet Wuchs.— Fall.—«) Uulerpegel. An unsere Inserenten, welche Inserate größeren Umfanges für die nächste Sonntags-Nummer aufzugeben beabsichtigen, richten wir die höfliche Bitte, dieselben bis Donnerstag nachmittag 5 Uhr in unserer Haupt-Expedition aufzugeben. Verlag des„Vorwärts". Goldene Medaille Berlin 1896. Aufbewahren! Znschrfftfn werrfen nm-ehend beantwortfit la Elm tot etwas fiöttiioncs «nthatten. Ür. Boerhave. Vm Serztsn «erordnet ' Apotheker A. IV. Kumbier's berliner Stahlbrunnen Nur aus gesundem mute entsteh. ein ijreonder Körner!! u Ersatz für Baderelse! Jede Sendone Ist frtseta präpariert. hat vor den«ml den Badeorten versandten Brunnen den Vorzug, dah er das Eisen nicht als Oxyd(Ocker) ausscheidet«ie diese, sondern dasselbe dauernd unverändert als das leicht verdauliche und am leichtesten assimilierbare Eisenoxydul gelöst und wirksam behält, außerdem auch frei ist von den Verunreinigungen der natürlichen Brunnen iGips. Tonerde. Kiesel- säure). Der»BerUner Stahlbnomen" ist besonders allen densenigen Leidenden zu empfehlen, welchen es nicht möglich ist, eine Kur im Badeorte au der Quelle vorzunehmen. Der„Berliner Stahlbrunnen" ist so Prärariert. daß er auf die weitesten Entfernungen versandt werden kann, ohne dem Verderben zu unterliegen oder an Wirkung zu verlieren. Die vielseitg günstige Wirkung des..K r r l i n e r S t a h l b r u n n e n" beruht darauf, datz derselbe besten Appetit erzeugt, den Stoffwechsel, die Verdauung und de» Stuhlgang fördert, die Verwertung der Speisen verbessert, mit seinem reichen Eisengehalte die Blutbildung mehrt, das B seiner steten Zirkulation den leidenden Orgauen gesunde Zufuhr briugt, wodurch dieselben, allmählich regeneriert, gesund werden. u t selbst oerbessert» und dieses bei Aus diesem Grunde bewährt sich derselbe seit über 20 Jahren ganz besonders gegen Blutarmut. SleichfUcht, Nervenleiden aller Art. Schwächt. KopflchMtr», Appetttlofigkeit. Erbreche«, Magen-, Keber-, Galleufteiu-. Uieren-, Darm-« Slalcnleide» selbst allerschwersterArt. Abmagernng. Hals-, Kehlkopf- u. luftröhreu-Uerschieimung, Rhenmatlsmus. Gicht, Aschias, Skrafelu. Drüsenanschwellungen, leichten Kungenkatarrh. Atem- belchwerden«Asthma). Schlaflosigkeit Kähmungen, Nückcnmarksle den. unreines Slut Flechten. Fettleibigkeit, Herzverfettung. Sterilität. Uuterlelbslriden aller Art, �-ide» der Wechseljahre. Hysterie. Epilepsie, Mensiruationsstöruug. Schwächezustände» Verkalkung des Slutes, Zuckerkrankheit. Die Trinkkur kann jederzeit, auch im Winter, ohne Berufsstörung, ohne strenge Diät und ohne besondere Brunnenpromenade vorgenommen werden. Preis für Berlin: Füllung von 30 Fl. M. 10 prän.«abonnementsweise). Fortsetzung im Anschluh M. 8. Für zwei Personen in einer Familie 60 Fl. M. 18. Forsetzung im Anschlutz M. IS. Zustellung der Flaschen einzeln stets frisch präpariert frei HauS, volle Flasche hin. leere zurück. Nach den Vororten(Groß-Berlin) liefere zu demselben Preise frei Haus gleich 30 Fl. zuzüglich 10 Pf. Pfand pro Flasche. Nach auswärts: Kiste mit 30 Flaschen frei zur Bahn M. IS, 2 Kisten zugleich M. 28 gegen«Einsendung oder Nachnahme deS Betrages. Bei Fortsetzung du Anschluß 1 Kiste M. IS. Kiste und Flaschen, frauklert zurückgesandt, werden mit 4 M. angenommen. A* IV. KumRuer, Mineralbrunnenfabrik, Berlin rVlVM Marienstr, 30. Ansljae: Natrinm chlorid 1.202, Natriimuialfat 2.920, Kaliuratulfat 0.172, M&gnesiamsalfafc 1.160. Maagaaiulfat 0.14 Eisonoarbonat. 2.197 in 10.000 Teilen. Atteste nnd Dankschreiben. Sehr geehrter Herr Uumblerl Ich kam» nicht umhw, Ihnen mttzutctlen, daß ich mit Xhrnni Stshlhrnnnen bereit* nsob 14 Tapfen unton Eifolg erzielt haue, alle ärztliche Hilfe war verrebena. loh litt zeit 3 Jahren an Znckerkranfehelt — hatte 7Va Prozent Snoker— seit einem Jahre an aohwersr Mlerensntanndnne. verlor furchtbar Elwelee Als lob 14 Te�s Ihren Brunnen(retranken hatte lalle Tage>. glatche), war allee gehoben nnit Mhito leb mich krattlk nnd Reennd- Ich Hobe vielen Leuten, welche dieselben Leiden Haben. Ihren Brnnnen wann empfoblan; denselben bat er ebenfalls ff nie Dienste geleistet. Heina Pran litt seit Jahren an nervSaen Roptsohmersen. aooh an Xhanmatiamas; sie war so matt, konnte stob nicht mehr erholen. Bl* hatte viele Aerste so Bäte gresoffen: diese beben Ihr Je Llndernnf vorsehafft sie eher nicht gehellt. Nun Hai meint Frau zwei Monate Ihren Brnnnen getrunken und Ist wieder trob nnd munter nnd hat kein* Schmerzen mehr. Das haben wir nnr Ihrem Btahtbrnnnen sn verdanken, der Ja Im VarhAltnis viel btlitger Ist als Arzt nnd Medizin. Derselbe kann allen leidenden Hensoben nnr heilen; denn der Brnnnen Int fflr alles gnt. Wir sagen Ihnen, Herr Knmbler, nnaersn w&rmaten Sank dastü. wir sind wieder IrShlicbe Hensohen geworden. HachachlunaSvoll Msptln Spora and Frau. Berlin 8W., Sroßdeerenstr. 44, den SSi Oktober 1D07. Alls leidenden Manneban kSnnen sieh persBnUeh hat nns er- knndlsen; wir haben alle 6 Wochen den Urin nnteranoben lassen sof Zucker nnd Elwelee, aber nichts Ist mehr vorhanden— ohne Dlht sn halten. So ahm als besten Donk. «»ehrtet Herr! Buf Ihre werte anfrage wegen meiner Krankheil kann Ich Ihnen mitteilen, baß ich den Brunnen gegen Sicht. Bbonmatlsmne. auch körperliche Sohw&oh* trinke. Jefti Onober vor 4 Jahren fing die Krankheit damit an. bah ich eines Morgens steife OUeder halle. Ich habe dann aedoNorl. habe Einrelbnngen und Bäder genommen, wurde aber Immer eehwöeher, so das* loh snletzt bald nicht mehr Imstande war, die Treppen an steigen; loh sah gelb und fahl ans nnd hatte Maehts keinen Sohlet. Weihnachten vor einem Jahre iaien wir dann von Ihrem Brunnen; mein Mann kam zu Ihnen selbst und bestellie Ihn, Woeste auch von metner Schweetsr. daas er dieser vor etwa 13 Jahren gut bekommen war gegen Sehw&ehe nnd Blnfarmnt. Ate lob dann 2 Lleternngan 60 Flaschen) getrunken hatte, fühlte loh mlob schon bedentand wohler mein Anaeebeo wurde besser nnd leb konnte dann Im Sommer schon wieder kleine Spamlerg&nge mit meiner Familie machen. Bin)a nnn wieder soweit, dass loh meine W rtschatt besorgen, nach seitweise meinem Hsnn beim Verdienen etwas bs stehen kann;eS Ist ja nalllrllch solch Leiden, was man wohl nicht wieder ganz WS wird. Anoh In besng auf den StnhUang ist es Jetzt betaer bei mir; während der Brunnen bei anderen vtelletchl mehr zum Abführen dient, war es bei mtr des«egenieil; Ich mustie vordem Immer olel lausen, da die Verdauung wohl«den schlecht war. daher rührt wohl auch viel die Schwäche her. loh kann den Brunnen nnr allen ähaUoh leidenden Personen sehr emplehlen. d�i Derselbe Herr lchrelbi aus die»ttl« um«rUmdnl« dazu, tun 2. Jull 1907: Sehr geehrter Herr! jtstattt Ihnen gern, meinen Kurbertchl zu verdfienillcheu; denn das esagte sind Tataachen. HochachlnukSvoll - O.«elffert. Werter Herr Kumblerl Bitte Sie häflichfi. die 30 leeren Flaschen abholen zu lasten. Ihr Stahl- hmnnen hat mir wr Blasenkatarrh sehr gute Dienste getan, wofür Ich beetene danke. Hochachtungsvoll Berlin O., Schreinersir. UL Carl Ttllala- den 2a August 1907. Sehr geehrter Herr Kumblerl Es drängt mich, Ihnen mtt, Mellen, daß mir Ihr..Berliner Stakl- brnaaea", von dem ich 00 Fl. getrunken habe, anageselobaete Dienste geleistet bat. loh om Jetzt 64 Jahre alt nnd leide eohoa SO Jahr* an einem b6aea Bronchlalkatarrh. so dessen Heilung leh alte Jahre In verschiedenen BÜdern eosar? Winter In«an Rems In Italien wir. DieS hol ja Immer etwas geholfen; Ich wurde dann äst« schwer krank und bekam Immer sehr schwor Luft, wovon Ich mich sehr schwer erholte. Im Herbst tSOn bekam ich nun ein eehweree Aathma. so daß Ich. wenn ich mich nur bückre, keine Lull bekommen konnte. Da hörte Ich oon Ihrem Statalbrnnnen und beschloß, damit einen Versuch zu machen lob kann Ihnen nun nicht genug danken für die Wirkung dem- selben, denn mein Asthma Ist günzllch gehoben, nnd ich tühle mich um 10 Jahre jünger Augenbllchich etwas crföltet, da Ich dehn Aehen sehr leicht schwlye, habe ich Schnupfen und wieder Husten, aber merkwürdig Ist. dass iah debel gar keine Atembeschwerden nnd Angst bekomme, woran ich sonst so tnrobtbar sn leiden hatte, diesmal gar nicht, nnd der Behnupfea verliert sieh bereits wieder. Ich rann daher Ihren Stahlbrunnen allen ähnlich leidenden Menschen nur aus? wärmste empsehlen! mich bat derselbe wieder Jnng gemaeht. Zugleich bMe wieder um eine Sendung. Mit vielem Dank und hochachlungsvollem«ruß Ihr Lchlachlensee, Viklortastr. 71, d. 1. 2. 06. W. Alex, Rentier tt«lgentümer. Berlin. Matternslraße IT den 3. November 1907. Hochachtungsvoll an M. JÜnlcka. Sehr aeehrter Herr! Ich freu» ml». Ihnen mitteilen zu' können, daß fiih Ihr„Barllaer Statalbrnnnen", den Ich bisher In drei Wiederholungen gebrauchte, so wirklich vorteilhaft bei mir bewührte. dass Ich denselben einem Verwandten gegen ein Magenleiden bestens empfehlen konnte, worauf mir eine gleich gute Wirkung anoh In diesem Falls gern bestätigt wird. Ich habe beim andanernden Gebrauch des Brnnnens eine ganz wesentliche nod offenbare Bessernng meines durch„nervöse Magenkrankheit" sehr beeinträchtigten AUgemelnbefindens verspürt Gegen früher anegeprügte Unlust snm Essen empfsnd loh bald einen ünseerat regen Appetit: der Stoffwechsel wurde regal- mösaig nnd In merklich wohltuender Welse wirkte der Brnnnen aooh anf die Hlerentütlgkelt ein nnd seh äffte mir allgemein eine ■either langentbehrte Bube In den Verdanongeorganen. Ihr Stahl brnnnen erscheint für mich also als das Mittel, mein Wohlbeflnden sn schaffen und sn erhalten, nnd leh werde denselben stets gern gebraaohen. Hcchachlungsvell o. Hasenbank, 30. Anglist 1907. Mrdachstr. 48. Sehr geehrter Herr Kmndier! lieber den bisherigen ästfolg der Kur folgendes: Ich bin sehr zufrieden. Das erste, was sich einstellte, war eta kräftiger Appetit. Kam ich sonst aus dem Diensl. veruiochle ich kaum infalge der Ab- spaniuing zu euen. Jetzt habe ich einen wahren Heißhunger. Früher litt loh stets an kalten Händen nnd Füssen; Jetzt sind Hände nnd Füase warm, und die Empflndllctakeit gegen Wltternngselnflüsae hat sehr nachgelassen. Dazu erfreue ich mich jetzt auch einer besseren geistigen Frische, einer allgemeinen Kräftigung und eines besseren Auesehens. Magenbeschwerden habe Ich durch den Brunnen Nichi gehabt; der Stuhlgang wurde mt geregelt. So lann Ich mit gutem Sewifien sagen: Iure Vor- sprechnngen haben sich erlttllt Ich habe auch schau Stiegenhell genommen, den Brunneu weiter zu empfehlen. Sehe geehrter Herr»umhlerl Ich bezeuge hiermit der Wahrheit gemäß, daß Ihr„Bsrllner Stahl- brannon" bei meinem schweren Gallenetetnleiden verbunden mit Vor- danungsbeschworäen nnd nnertr&gllcber Kopfkoila wahrhaft fiberraschende Erfolge hervorgebracht hat. Boe etwa zwei Jadren erfranfle Ich an Gallenstelnkollk derart, daß Ich zeitweise täglich mehrere Male mit den gräsellebsten Sohmersen verbundene Anfälle bekam. Meine Farbe war erdfahl, mit dunklem Schatten unter den Angea. Dazu Hatte Ich zugleich noch inst einem Unterlelbelelden zu kämpfen. Appetit und Stuhlgang fehlten ganz. Die Behandlung eine« Arnes brachte mir kerne Hilf«. Da las ich eine« Tage« die Dankschreiben anderer LeidenSgesähnen Uber die gute Wirkung Ihres„Berliner Stahlbrnnnen" bei Oslienstelnletden und unternahm sofort eine Sur mit demselben. Schon nach der 23. Flasche konnte Ich wieder essen, gut verdauen, der Stuhlgang regelte sich, ich kam wieder zu Kräften, die Kopf kollk Hess nach, die krampfartigen Gallenstein an fälle wurden seltener. nnd nach etwa ÖMooaten blieben dteaolbeo ganz fort Mein Aussehen wurde ein gntes, nnd loh fühle mich seitdem gans wohl. lob habe bis heute keine Anfälle mehr gehabt. Nach»iefem Erfolge kann ich Ihren Siahlbrunnen allen ähnlich Leibenden nm empfehlen mit der Hsffnimg. daß derselbe noch vielen leidenden Menschen zur Wiederherstellimg Ihrer Mesundhett verbellen mäge. Für die wunderbare Wirkung Ihre« siahlbrunnen« bei meinem schwer«, Leiden Ihnen meinen besten Dank aussprechend, empfehle leb Ihnen, diese« Dankschretben zu veröfienlilchen zum Wohle der leidenden Menschhell. Ich war dl« zu meinem 40 Lebensiahre gesund und lebensfroh; naoh I dieser Zelt fing loh sa sn kränkeln. loh nahm In einem Jahre etwa{ 100 Pfand an Körpergewicht ab und mußte den Arzi zu Rate ziehen. welcher Darm, Gallenstelnkollk mit GsUendiasenonlsündnng feststellte Trotz der ärztlichen Behandlung traten meine Schmerzen Immer heftiger anf, ea stellte sich noch Leberanscnwellang and Gelb-{ sacht In erhöhtem Masse ein. so dass alle Aerste, die m'oh be handelten, sn einer Operation rieten, da diese der einzige Ausweg> sn metnerWlederherstellang seL Ich weigerte mich aber, mich einer solchen zu unieewersen, da mir die«ewlßheii war. dass lob bei meinem j «obwäoh es»stand eine solche nicht uberstehen würde. Durch Zufall Härte Ich da von Ihrem Stahlbrnnnen und besten gffa- Stiger Wirkung euch bei Gallensteluleldcn. und Ich beschloß sogleich. auch die« Mittel anzuwenden, da alle anderen sehlschlugen. Nach den ersten Flasche» jedoch zeigte sich wenig Hofimmg, wem Zustand wurde so bedenklich, daß ich jede Stunde meine letzte nennen konnte. Anf Ihr Anraten, den Stahlbrnanea dennoch tu kleinen Fortionen welter sn trinken. ohne andere Mittel sn nehmen, stellte sich denn bald gflnstlgar Er'olg ein, der nach der 9 Flasobe ansehend» bemerkbar wurde. Der Appetit regte sieh, dls Sohmersen Hessen naoh, und naoh 1 et»a 6 Wochen tffhlte loh mich so kräftig, daas leb das Bett für j einige Standen des Tages verlassen konnte. Von Tag sn Tag macht* lob dann be wunderon»»würdige Fort- j sobrltte, so dsss alle meine Bekannten nnd Verwandten in Staunen{ versetzt wurden über meine weitere auhnslle Genesung. Diese i babe ich mir Ihrem Stahlbrnanen zu verdanken und kann denselben allen Leidenden nur aufs wärmste und ausrtchligste empfehlen. Ich werde jetzt 50 Jahre und werde nicht unierlafien. die Brunnenkur mit dem Siahlbrunnen zu wiederholen Ich zeichne mtt vielem Dank und Hochachtung Berlin, Oud«»«b«r S». ist den 9. 2. Ost grau Heia«. Hochachtungsvoll «erst«,«haufieeslr. 2?. den 2. L 08 Fran Fuhrherr L. Bräckar. stich Ihnen'bestens empfehlend, zeichne Ihr erg. ichöneberg. den 30. Juni 1907. Uti «edlerstraße 18 erg. Otto»elffert, Lehrer. Sehr geehrter Herr Kumblerl Ueber die Kur. welche meine Frau mtt Ihrem„Berliner StaUbmnnen" vorgenommen hat. kann ich Ihnen nur Lobendes milleilen. Meine Frau. Mille der 40er. litt Uder 2 Jahre an einem ffberans schweren Hagen-, Darm-, Leber- und Galleastelnleldea, war dabei In hohem Grade blutarm und fühlte sieh stete ungemein matt. Fast andauernd hatte nie einen brennenden, bohrenden, drückenden Bchmers Im Hagen bis zum Bücken doreb Sie war sehr leicht erregbar, und bei dem geringsten Aerger hatte sie das Gefühl des Vollseins mit bässllohem Antstossen. Lnst am Leben hatta eis vollständig verloren nnd war einem Skelett ähnlieb hernalerge- kommen. da sie von Speisen fast nichts mehr bei sieh Behielt, sondern besonders bei Ksltkanfällea galliges Brbreokon hatte. In dieser Zell der schweren Krankheil Härte Ich von Ihrem.Berliner Stablbrnnnea", der io gute Dienste leisten sollte, und riet meiner Frau, doch ewe Kur damtt zu oersuchen. Sie wollte aber nichts davon misten und meinte, Ihr helfe doch nichiS mehr.— Jetzt Ist sie snderer Meinung, denn sie hat durch Ihren Siahlbrunnen Ihre Geeandhelt wieder erlangt, das Leiden Ist beselttst, sie hat wieder Fleisch am Körper, eine gesunde Geslchtzfarbe nnd hat anoh Ihre Lebenalast wieder er langt Auch viele Bekannte die auj unsere stnnpfshlung den Stahlbrunnen getrunken bei ähnlichen Leiden, baden ebenfalls aulen Erfolg erzielt und find darüber erfreut, wie wir selbst, die wir den Tlahibrminen empfohlen hallen.— Ihrem Rate folgend, wird meine Frau die Kur alle 2 Jahre wiederholen. Ml vielem Dank hochachtungsvoll und ergebenst Ferdinand Gennrich. Rohrleger der Städtischen Siarklballen. »erll». Andreasflz 58 ben 20. 2 06 Sehr geehrter Herr Kumblerl Ich kann e« nicht»nieriasten. Ihnen für die Wirkung Ihre«„Berliner Stahlbrnnnen" meinen wärmsten Dank auszusprechen, denn derselbe Hai gegen meM Leiden wakrhatt Wunder getan. Sehr geehrter Herr kumbierl Nachdem ich sett mehreren Jahren oon Ihnen größere Quanttläfen des Berliner Stahlbrnnnen bezogen, wird e« für Sie vielleicht Inlerefianl sein. etwas über die Wirkung desselben zu bören. Für den günstigen Erfolg in unserer Familie spricht wohl der häufige Bezug, so daß e« eioenilich llberstüsstg ist. dem Brunnen hier noch ein Lob zu fingen. Dennoch will ich Ihnen aber lagen, daß uns die Kur. die wir jährlich zweimal. Im Frühjahr und Herbst, ausführen, aneeerordentltoh befriedigt hat Besonders erwies sich bei den Kindern dl* Wirkung als sehr günstig, und kann Ich namenillch bei einem besonders surüokgebllessnen eine wesentlich bessere Entwicklang konstatieren. Ich be�hnn bei diesem eigentlich mit schwerem Herzen die Kur. well ich ftirchlere, daß der Brunnen dem kwde. dessen Magen nnr gans leichte nnd wenig Speise annahm und vor allem keine Medikamente vertrag, von Nachteil sein könne.— Der Gebranoh sollte mich aber eines Bessern belehren, denn sehen nach wenigen Tagen neigte sich bei dem Kleinen ein Appetit, wie lob Ihn vorher noeb nie bei Ihm kennen gelernt hatte, auch sagte Ihm der«enuß des Brunnen« zu.«s fchernl. seil da« Kind den Brunnen irinkl. ein| Umschwung Im Körper eingetreten sn sein, denn das Befinden, welchea früher viel so wünschen übrig Hess. Ist letzt andauernd gut.(Sin anderer Siähriger Knabe, der sonst zwar geiund ist, irtnft auch jedes., mal mit, und ich finde, daß sedeSmal danach die Gesichtsfarbe viel (Macher und der Appetit reger wird. Ich sage mir, da», man da- durch Krankhelten, die»Ich bei Kindern oft am Skrofeln, Eint- armut naw. einstellen, vorbeugt. Auch bei unserem Dienstmädchen, das hochgradig blelchaflobtlg war, bot sich der Siahlbrunnen aneeerordentllch bewährt. Edens» Härte Ich von Bekannien. denen Ich chn empfohlen hatte, gute Erfolge. Mtt Hochachtung Frau Clara Hübner, Fischzächieret. Frankfurt a. D, Ferdinand skr lt b. 13. 2. 08 Sehr geehrter Herr»umbier! Zu meiner großen Freude kann ich Ihnen mttlelken, daß der von Ihnen belogene Siahlbrunnen fich bei mir eo vorzüglich bewährt hat. daß ich nicht unierlassen kann. Ihnen dafür meinen liesgefühllen Tank auszusprechen. 1 Bor 5 Jahren stellte sich bei mir ein Magenleiden ein, das oon heftigen Kopfschmerzen. Debeikelt nnd bäuflgen Schwindelantällon begleitet war. nnd bei dem leb mlob onendMoh elend fühlte, zumal I such meine Nerven dabei sehr gesebwäobt waren. Oer Appetit{ war aekr gering, nad leb konnte nnr cans leichte Speisen vor tragen. Im Juli besuchte mich dann Frau Hübnee aus Frankfurt a. O, die mir Ihren Slablbmnnen empfahl, der In ihrer Familie bei allen, die i Ihn getnmkon so gute Wirkung gebracht Ich deslellle SO Fl und merkte schon nach einer Woche Besserung. Nach Verbrauch I derselben waren alle krankhaften Erscheinungen boaelUrt doch I erbat ich mir weitere 30 Fl. um die Sefundheit noch mehr zu iettstien. und bin letzt von meinem Leiden vollständig befreit, mein ßcaodcn Ist ein| vorzügliches. Neulich Halle Ich(öelegenhett. mtt dem Arne-ulannnenzu. treffen, Oer mich vor einem Jahre behandelte. Dieser drückte seine Ver-| «undernag über mein verändertes Anssahen ans und fragte mich, 1 was Ich gegen mein Leiden argewaodt habe Auch meineBefanntcn. welche mich feit längerer Zeil nicht gesehen hallen, sind erstaunt und sagen, tob sehe um 10 Jahre jünger ans. Nochmals herzlichen Dank sagrtld. zeichne 1 mit.Ooctiacbtuna Ogonken(Ostpreußen), de» 31. t 08 Frau QPOgseH. Sehr geehrter Herr kumbler! Bell vier Jahren litt meine Fran an Hagonachmersea. Blnt- armnt, Gallen- nnd Nierenleiden, verbunden mit einem Nervenleiden, das ihr die Besorgung der Wirtschasl fast unmäglich machie. Der Arzi j oerordneie, lüchlig zu eisen, doch fehlte dazn der Appetit gans Nachdem meine Frau Ihren Siahlbrunnen einige Zell getrunken, stellte slod Appetit ein; nach 30 Fl warst» bedeutend basser und nach Verbrauch von 60 Fl. ist sie gesund, und werden wir alchl Unterlasten. Ihren Stadl. brunnen welier zu empfehien. Indem Ich Ihnen für die Ichäne Wirkung meinen herzlichsten Dank au«. ipreche. zeichne ich Hochachtungsvoll „ � t Hopitiann«pms, Färbermeister. Brandenburg a H, den 14. 2. 06. Hmgewiefen fei noch darauf, daß der„Berliner Stahlbrunnen" fich besonders auch bei Nierenleiden und Lungenleiden bewährt. Viele weitere Originaldantschreiben aus neuerer und neuester Zeit liegen zur Einsicht bereit. verantwortlicher Redakteur: H°aS Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag; vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& So* Berlin SW. ilr. 272. 24. Jahrgang. 2. ScilMt i>ks Joriiiiittö" Sttliu« AIKsdlM Piftwoil), 20. Slrafiiilift 1907. ParteigenoSfen Groß-Ucrlins! Am Sonntag, den 34. d. M., vormittags 8 Uhr, findet über Grofi-Berlin eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werde» ersucht, sich zur Verbreitung voll- zählig in den bekannten Lokalen einzufinden. Der Verbandsvorstand. Sie neue Flottenvorlage. Die bürgerliche Presse streut ihren Lesern geflissentlich Sand in die Augen. Alle diese Blätter ohne einen Unterschied der Partei tun so, als ob in der Tat die neue Flotten vorläge recht bescheiden sei. Selbst die gestrige Abcndpresse schweigt sich über unsere Darlegung geflissentlich aus. Tie „Deutsche Tageszeitung" teilt nur mit, daß wir die Vor läge als plumpes Täuschungsmanöver bc zeichnet haben, erklärt aber dann, daß sich eine Wiedergabc unserer Argumentation erübrige. Natürlich, was man nicht widerlegen kann, betrachtet man als nicht vor Händen! Daß auch die freisinnige und Zentrums presse nicht sehen will, daß die Vorlage nichts anderes ist, als ein Mittel, innerhalb der nächsten vier �ahre fünf Linienschiffe mehr bauen zu können, um dann einfach eine neue Flottenvorlage zu präsentieren, erklärt sich aus ihrer Vosition. Der Freisinn will ja Blockpolitik um jeden Preis treiben, und das Zentrum will dem zur Weltpolitik bekehrten Freisinn um jeden Preis an B e willigungsfreundllchkeitdcnRangablaufenI Deshalb gebärdet man sich so. als sei man blind für die wahren Absichten der Regierung. Alle Lehren von 1898, 1999 und 1996 schlägt man frivol in den Wind. Einzig das„Berliner Tageblatt" deutet an, daß die Forderung der Regierung nur eine Augenblicks forderung sei, und daß unsere Marineverwaltung ihre weitergehenden Pläne für einen günstigeren Augen blick verschiebe. Natürlich: momentan, in der Zeit der Finanzklemme, der Blockpolitik und obendrein der Wirtschaft lichen Krise braucht man ja nur für die nächsten Jahre zu fordern: Anno 1919 oder 1911 wird man dann ja die neue, die eigentliche Marinevorlage lancieren I Immerhin bedeutet, wie wir gestern nachwiesen, auch die jetzige Flottenvorlage für die nächsten vier Jahre gegen über dem Flottengesetz von 1999 eine Mehrbelastung von 33L Millionen Mark! Oberst G a e d k e berechnet im„Berliner Tage b l a t t". daß die neue Flottenvorlage für das Jahr 1998 allein eine Mehrausgabe von mehr als 69 Millionen be- deute. Er schreibt: „Die m der heutigen Morgennummer veröffentlichte neue Anlage E, Verteilung der in den Jahren tövS bis töl? vor- zunehmenden Er sah bauten enthält, wie schon aus der Ueber- tchrift hervorgeht, nickt den ganzen Schiffsbauplan dieser Jahre; es sind vielmehr den Ersatzbauten noch die Neu- bauten hinzuzufügen, so für die Jahre 19V8 bis 1911 noch je ein Panzerkreuzer, ie zwei Torpedobootsdivisionen(12 Hochsee» torpedobootej und außerdem die kleineren Forderungen an Hafen-, Schul, und sonstigen Spezialschiffen. Die tatsächliche Wirkung der neuen Vorlage besteht also darin, daß zunächst in den vier Jahren 1908, 1999, 1919, 1911 an Stelle von je drei großen Schiffen(Linienschiffe und Panzerkreuzer) deren je vier auf Stapel gelegt werden sollen. Während nach dem Flottengcsetz von 1996 im kommenden Etatsjahre für Schiffs- bauten und Armierungen 136 Millionen Mark ausgegeben werden sollten, fordert die Marineverwaltung nunmehr 171 Millionen Mark, also 35 Millionen Mark mehr, als gesetzlich festgelegt wurde. Gegenüber dem Etatsjghrc 1997 aber beträgt die Steigerung sogar 42,5 Millionen Mark. Die gesamten Mehrausgaben, wie sie für 1998 gegenüber dem laufenden Etatöjahre von der Marineverwaltung verlangt werden, beziffern sich nun aber nicht nur auf 42,5, sondern auf mehr als 69 Millionen Mark." Und diese enorme Belastung betrachtet unsere freisinnige klnd Zentrumspresse als eine Bagatelle! Der Freisinn in- sondcrheit wird die neue Flottenvorlage bewilligen, ohne mit der Wimper zu zucken, wenn nur die Einführung von neuen Steuern verschoben und einstweilen immer darauf los gepumpt wird! Sie russische Revolution. Zum Prozeß der sozialdemokratischen Tumafraktion. Wie die Petersburger Zeitungen berichten, ist die Ver- Handlung gegen die sozialdemokratische Fraktion der zweiten Duma auf den 5. Dezember dieses Jahres festgesetzt. Wie sich herausgestellt hat, werden die Verhandlungen im Senat sogar ohne Beteiligung der ständischen Vertreter und unter Ausschluß der Oeffentlichkcstt stattfinden! Unter den Richtern befinden sich u. a. der wegen seiner Henkcrdienste für die Regierung in politischen Prozessen be- rüchtigte Senator Dreier und der ehemalige Direktor des Polizeidepartemcnts Swoljanskn. Eine ganz unparteiische Gesellschaft! Als Verteidiger der Angeklagten funktioniert eine Reihe von bekannten Advokaten, unter denen sich auch der von den Sozialdemokraten als Kandidat in den Wahlen der dritten Duma aufgestellte Peterburger Rechtsanwalt Sokolow befindet Scharfer Wind. Au« Lodz wird uns geschrieben: Seit der Ermordung Silbersteins brachte fast jeder Tag meue Repressalien. Das unglückselige Vorkommnis gab der Reaktion den erwünschten Vorwand, der„Arbeiterkanaille" die starke Faust zu zeigen. Wie seitdem„Ordnung" gemacht wird, wollen wir an Hand der neuen Bestimmungen zeigen. Um diese ganz zu verstehen, ist es nötig, zu wissen, daß die Lodzer ebenso wie die Warschauer Arbeiter sich eine Art Ver° sammlungsrecht erobert hatten. Täglich wurden bisher Ver- sammlungen in Fabriken abgehalten, in denen über Organisation S- und politifcke Fragen diskutiert wurde. Hierdurch war ein be- ständiger, lebendiger Zusammenhang der Organisationsleiter ge- schaffen. Auch war es zu jeder Zeit möglich, in die Fabriken zu kommen, um eventuelle Lohnstrcitigkeitcn zu schltchten. Ebenso hatten die Arbeiter ein anderes eminent wertvolles Recht: Sie konnten Arbeiter einstellen oder entlassen, ohne die Zustimmung des Fabrikanten. Alle diese Dinge warm natürlich den Unter» nehmern ein Dorn im Auge. Und nun— das ist die Ironie an der Sache— lassen sich die Fabrikanten bei soundsoviel Rubel Strafe verbieten, was zu unterdrücken ihr Herzenswunsch ist! So hat denn der Warschauer General-Gouverneur folgende obligatorische Bestimmungen erlassen: Fremden Personen ist das Betreten der Fabriken verboten; die Delegierten jeder Art von Vereinen und Verbänden nicht < ausgeschlossen. Tie Besitzer und die Fabrikadministrationen sind verpflichtet, die Polizei sofort in Kenninis zu sehen: a) von der Anwesenheit fremder Personen in der Fabrik; d) von dem Ausbruch jeglicher Arbeitseinstellung, von Un- ordnungen und irgend welchen Gewalttaten oder Er- Pressungen; c) von ungesetzlichen Versammlungen und Meetings im Be- reich des Fabrikterritoriums. Die der Uebertretung vorstehender obligatorischer Bestimmung schuldigen Besitzer, Repräsentanten der Fabrikadministration. Türhüter und Portiers unterliegen einer Geldstrafe bis zu 3000 Rubel oder einer dreimonatigen Arrestsirafe. gez. S k a l o n. Bezeichnend ist, daß„jegliche Art von Verbänden" auf den Index gesetzt sind; also auch die ursprünglich gelbe Gewerkschaft „Jednosc". Sie hat sich zu sehr nach links entwickelt.— Aber die scharfen Bestimmungen genügten der Reaktion noch nicht. Am 13. November wurden an den Straßenecken neue Bestimmungen angeklebt, denen wir folgende Einzelheiten entnehmen: § 3. Den Arbeitern ist verboten: a) in den Werkstätten sich in Gruppen zu versammeln, Klagen zu führen(!!) und die Arbeit zu verweigern; c)den Vorgesetzten den Gehorsam zu ver weigern oder denselben Nichtachtung ent- gegenzubringen. Die übrigen Bestimmungen beziehen sich auf die Einführung von Lohnbüchern: außerdem wird eine Kündigungsfrist von 14 Tagen festgesetzt, die auch„für die Handels- ange st eilten zu gelten" habe. Das sinö die„Oktoöergarantien"! Irgend ein Schwachkopf von Bureaukrat tilgt mit einem einzigen Federzug alle durch soviel Blut und Kampf errungenen Rechte; denn kuschen lernen sollen diese Hunde von Arbeitern! Und die Herren Unternehmer nutzen schmunzelnd die Situation aus, in der der zarische Büttel ihre Arbeit besorgt. In vielen Fabriken beginnt man schon den Lohn herabzusetzen. Einige Fabrikanten gehen bis zu 19 und 15 Proz. herunter. Die Arbeiter, die als Sozialisten bekannt sind, wirft man überall aus den Fabriken hinaus, oder man gibt sie der Polizei an.„Die Regierung befiehlt eS uns so," sagen die Unternehmer, und lachen sich ins Fäustchen über diese bezahlten Befehle. Darf man sich wundern, wetw unter diesen Umständen terroristische Verzweiflungsakte der Gepeinigten aus dem Gift- bodcn der gewissenlosen zaristischen Reaktion cmporwuchern?— »-» «■ Ms in die letzte Zeit hinein gelang es den Petersburger Ar- beitern trotz aller Verfolgung, in den Fabriken und Werkstätten Versammlungen zu veranstalten, ohne die besondere Genehmigung der Polizei dazu einzuholen. Aber die russischen Stadthaupt- männer sind bekanntlich die treuen Wächter der„Gesetzlichkeit" jedesmal, wenn es sich darum handelt, den Arbeitern ein Schnippchen zu schlagen. Treu dieser ehrwürdigen Tradition be- schloß der Petersburger Stadthauptmann, das Uebcl auszurotten und gab eine neue drakonische Verordnung heraus: Von nun an dürfen Arbeitervcrsammlungen in den Fabriken und Werkstätten nur nach der„vom Gesetz bestimmten Ordnung", wonach jedesmal Erlaubnis einzuholen ist. stattfinden;„ungesctz- liche Versammlungen und Meetings können in keinem Falle zu- gelassen werden und sind»deshalb sofort durch Maßnahmen der Fabrikadministration aufzulösen und unverzüglich der Polizei an- zuzeigcn. Sowohl Unternehmer, die solche ungesetzlichen Ver- sammlungen zulassen, wie auch Arbeiter, die an solchen teilnehmen, werden dafür zur Verantwortung gezogen. Sollten jedoch trotzdem gesetzwidrige Versammlungen stattfinden, so werden die betreffenden Fabriken geschlossen". Die„vom Gesetz bestimmte Ordnung" räumt der Administration die unbeschränkte Macht ein. Versammlungen ganz nach Willkür zu verbieten. Ist sie einmal so gnädig, eine Versammlung zu er- lauben, dann werden Polizeibeamte mit so weiten Befugnissen hineinkommandiert, daß sie in jedem Augenblick die Versammlung auflösen können. So ist die neue Verfügung des Stadthauptmanns fast gleichbedeutend mit dem vollständigen Verbot der Arbeiter- Versammlungen. Der politische KurS ber� schwarzen Duma fängt mit tedem Tage an, sich immer stärker fühlbar zu machen.,,, Huö der parteu Der Willkomm für das Opfer des WahlrechtSkampfeS. Am(Bonntagmittag verließ Genosse v. Lojewski daS Magde- burger Gefängnis. Eine Anzahl Magdeburger Genossen bereitete dem volle elf Monate im Gefängnis lebendig begrabenen Genossen einen begeisterten Empfang. Arn Montagabend fand z» Erfurt dann ein Kommers im Gewerlschastshanfe statt, der Bcwillkomnmungs- und gleichzeitig Abtchiedsfeier für den Genossen v. LojewSki war. Er übernimmt, sobald er sich erholt bat, d'e Redaktion deS Sonne- berger Parteiorgans. Mit großer Begeisterung begrüßte die Er- furter Arbeiterschaft den Znrückgekehrrei,. Sie hat mit diesem von etwa 999 biö 1090 Personen besuchten Kommers bewiesen, daß ie in der Ehrung dieses Opfers des WahlrechtSkampfeS wieder neue Kraft schöpft und sammelt zur neuen Phase dieses Kampfes. Die Erbitterung, die Urteile wie daS gegen Lojewski in den Volks- massen hervorrufen, wird ihren Urhebern noch zu schaffen machen. Gemeindewahleiu Bei der Gtadtverordnetenwahl zu Schkeuditz bei Leipzig siegten am 18. November die Sozialdemokraten mit 194 Stimmen m der dritten Abteilung. Der zweite sozialdemokratische Kandidat und die zwei bürgerlichen Gegenkandidaten erhielten je 193 Stimmen, es'muß also um das zweite Mandat Stichwahl ftattfiuden. Mit 27 Stimmen hat die Sozialdeinokratie vor zwei Jahren den Kampf um die Mandate in der dritten Abteilimg begonnen. Jetzt ist Bresche gelegt, in absehbarer Zeit muß die dritte Klasse der Sozial- demotratte gehören. Zu den Darmstädter Stadtverordetenwahlen hat eme Versammlung deSSozialdemokratischenBereinS es abgelehnt, den Vorschlag der bürgerlichen Parteien sich zu eigen zu machen, und hat dafür eine reine L i st e aufgestellt. � In Dortmund erreichte die Sozialdemokratie bei den am 13. November beendeten Stadtverordnelenwahlen der dritten Klaffe eine Steigerung ihrer Wählerzahl auf ungefähr das Doppelte der Zahl der Vorwahl. In zwei Bezirken mit starker Arbeiter- bevölkerung kommt fie mit dem Zentrum in Stichwahl, in einem anderen Bezirk gibt sie den Ausschlag zwischen Zentrum und Liberalen. Tie sozialdemokratische Partei deS KantonS Zürich hielt am Sonntag in O e r l i k o n bei Zürich ihren ordentlichen Partei- tag ab, der von 155 Delegierten besucht war. Nach der Bericht- erstattung des Kassierers betrugen vom 1. Juli 1996 bis'LI. Ok- tobcr 1997 die Einnahmen 1819,38 Frank, die Ausgaben 1686,29 Frank, das Vermögen 124,18 Frank. Dieser unbefriedigende Stand der Partcifinanzcn führte zu dem Beschlüsse, den Beitrag pro Mitglied und Jahr von 25 auf 35 Cent zu erhöhen. Die Geschäftsleitung erhielt den Auftrag, dem nächsten Parteitag Bericht und Antrag vorzulegen, wie es der Arbeiterschaft möglich sei, auf dem Wege der Sclbsthülfe gegen die regierungsrätlich anerkannten Bürgcrwchrcn vorzugehen und wie sie gegen deren Ausschreitungen vorgehen könne. Gegen jene rednerisch be- fähigten Genossen, die es ablehnten, im Kampfe gegen die Militär- vorläge mitzuwirken— es waren deren zirka 25— wandten sich die Geschäftslcitung und mehrere Delegierte mit entschiedener Mißbilligung ihrer Haltung. Ein Antrag, den vom letzten Partei- tag gefaßten Beschluß, daß bei den Nationalratswahlcn im Herbst 1998 in den vier Wahlkreisen des Kantons Zürich nur sozialdomo- kratische Kandidaten aufgestellt werden sollen, in Wicdererwägung zu ziehen, wurde mit 79 gegen 69 Stimmen abgelehnt, so daß cS bei den reinen sozialdemokratischen Partei- listen sein Bewenden hat. Genosse Pfarrer P f l ü g e r hielt sodann ein sehr instruktives Referat über die Einführung der Alters- und Jnvalidenvcrsichc- rung im Kanton Zürich, in dem er über den gegenwärtigen Stand dieser Versicherung in den verschiedenen Staaten eine Uebersicht gab und hierauf deren Einführung im Kanton Zürich befürwortete, und zwar auf folgender Grundlage: obligatorische Versicherung aller unselbständigen bczw. vermögenslosen Personen und frei- willige Versicherung aller übrigen Kantonseinwohncr, Gewährung einer Rente von nicht unter 299 Frank jährlich bei Arbeits- Unfähigkeit oder nach vollendetem 69. Lebensjahre, Leistung von einem Drittel der Prämien durch die Versicherten und von zwei Dritteln durch den Staat, der auch den Reservefonds aufzubringen hat. Der Bund soll hieran ebenfalls Beiträge leisten. Die Rc- gierung soll eingeladen werden, unvorzüglich die Vorarbeiten in die Hand zu nehmen und insbesondere die Zahl der in Betracht kommenden Personen zu ermitteln und die bersicherungs technischen Berechnungen aufzustellen, sowie ein Gesetz für die Volks- abstimmung vorzubereiten. Ursprünglich bestand die Absicht, die sozialdemokratische Fraktion deS Kantonsrates ßu beauftragen, einen Antrag in dieser Richtung zu stellen. Inzwischen hat nun die Rcchnungsprüfungskommission deS KantonsrateS selbst die Einbringung eines solchen Antrages beschlossen. An das mit lebhaftem Beifall aufgenommene Referat knüpfte sich eine kurze Diskussion in zustimmendem Sinne und schließlich wurde einmütig den Ausführungen Pflügcrs zugestimmt. Damit waren die Geschäfte des Parteitages erledigt. Die„Nene Zeit" im Auslände. Zum Jubiläum der wissenschaftlichen Zeitschrift der deutschen Sozialdemokratie bringt Kopenhagens„Sozialdemokraten" einen Leitartikel von Dr. G n st a v B a n g. dem bekannten Theoretiker unserer dänischen Brnderpartei. Nach einer ausführlichen Schilderung der Entwickelung und Wirksamkeit der„Neuen Zeit" in den ver- flossenen 25 Jahre» schließt der Artikel mit folgenden Worten: „Für die theoretische sozialistische Forschung, und dadurch indirekt für die praktische sozialdemokratische Bewegung ist die„Neue Zeit" eine Rüstkammer, voll von blanken und scharfen Waffen zum Kämpf. Und für den, der deständig die grünen Hefte liest und täglich die vielen Bände, die sich nach und nach auf seinem Bücherbrett au- gesammelt haben, zu Rate zielst, ist diese Zeitschrist eine Quelle der Freude» tiefer Erkenntnis, eine Quelle des GlückSgesühlS, mit- zuwirken in dem weltgeschichtlichen Kampfe der Arbeiterklasse." Sozialistische Selbstbesinnung. Paris, 16. November.(Eig. Ber.) Die in der letzten Versammlung des Nationalrats beschlossene Resolution Renaudcl hat im ganzen Land einen ansgezeichneten Eindruck gemacht. In den Organisationen macht sich immer stärker die Erkenntnis geltend, daß die Zerfahrenheit, die in den letzten Monaten eingerissen war, wieder einer disziplinierten, einheitlichen Aktion auf dem Bodcn des Klassenkampfes weichen muß. soll die Parlci vor argem Sckaden behütet werden. In diesem Sinn hat jetzt die Exetuiivkommission der Föderation Pas-deCalaiS, von der BaSky und Lamendin abhängen, Stellung genommen. Sie hat den Natioualrat zu feiner � Ablehnung jedes AusschlußverfahrenS beglückwünscht, aber gleichzeitig den Willen kundgegeben, die Resolution Nenandel loyal zur Anweuduiig zu bringen. Sie sprach nämlich dem ehemaligen sozialistischen Bürger- meifter von Calais Salcmbier das Bedauern darüber aus, daß er den Minister Biviani eingeladen hat. dem inter- nalionalen Kongreß der Tüllarbeiter zu präsidieren. Sie bedauert diesen Schritt, weil er„geeignet ist. Zwischen- fälle wiedie von Liövin zu provozieren". Sie fordert die Genossen und die Deputierten der Partei dringend auf. sich von dieser regierungsfreundlichen Kund- gebnng fernzuhalten, und verlangt von der Sektion von Calais Aufklärung. Hoffentlich findet dieses Beispiel von Parteidisziplin überall Nachahmung. In den Kreisen der Bourgeoisradikalen, die die neue Spaltung der geeinigtc» Partei fcko» freudevoll austrompetet hatten, wird man natürlich über diese unverkennbare Festigung der Einig- keitsidee sehr entrüstet sein lind nicht verfehlen, zu behaupten, daß die Genoffen vom PaS-de-CalaiS„vor Herve zu Kreuz" gekrochen feien. Briand aber, der ausgezogen ivar, um daS PaS-de-Calais für den MinisterialiSmuS zu erobern und die sozialistische Partei zu sprengen, mag sich sagen, daß sein Bluff nicht lange gewirkt hat. AuS dem russischen Parteileben. Das stetige Anwachsen der Expropriationen und anarchistischen Exzesse in Odessa hat die dortigen Organisationen der sozial- demokratischen Arbeiterpartei Rußlands veranlaßt, eine Spezial- konfcrenz zu organisieren zu dem Zweck, Maßnahmen und Kampf- mittel gegen alle Art des Banditentums, das unter angeblich revolutionären Zielen sein Unwesen treibt, zu erwägen. Die Zionisten-Sozialisten schlugen den Sozialdemokraten vor. die Projektierte Konferenz zusammen mit ihnen zu organisieren, was jedoch die Soziajdemokratcn ablehnten, da sie die Organisation der Zionisten-Sozialisten für nicht genügend stark und einflußreich erachten. Osliietliches, Öenchtliches ukw. Russische Presifreiheit. Am 11. November fand in der Redaktion der sozialdcmo- kratischen Zeitung �„Hoffnung" zu Wilna, dem legalen Organ des jüdischen„Bundes", ein« sechs Stunden andauernde Haussuchung statt. Die Zarenschergen verhafteten den Kontor» und Druckerei- Verwalter, die Schriftstellerin Frumkin und weitere sechs Personen. Zahlreiche Matmskripte und Briefe wurden beschlagnahmt. Die Zeitung wurde geschlossen. Die Zeitung„Hoffnung" erschien an Stelle der„Volks- zeitung". die zwei Monate vorder der„russischen Preßfreiheit" zum Opfer gefallen war- afiit den Judalt der Julerate iiberuimmt die Nedattion dein vublltni» flegeuubcr tciuerlei Bera»tn>orn»i«. Chcatcr. Mittwoch, 20. November. Trete Volksbühne. Nachmittag? 'S Uhr: 2/3. LI b t e i I u ri g: im Neuen Schauipielhaule i Judith. Abteilung, abends 8 Nhr: Judith. It. /IL. ASteilung, nachmittags 3 Uhr: im Berliner Theater: Das Tal de? Lebens. l3./14. Abteilung, abend» 8 Uhr: Das Thal des Lebens. Reue Kreic Volksbühne. Nach- mittags S'/n Uhr; Sonder-Vor- stellung im Deiüschen Theater: lim die Zukunft. Nachmittag? 3 Uhr: 13. Wteil. im Neue:, Theater: Ucber den Waflcru. Nachmittags 3 Uhr: I8.fl9. Nb- t-Uung lvoll. 18001— 18350) im Ichillcr�Theatcr 0: Da» vierte Gebot. Nachmittags 3 Uhr: I./2. Abteilung (von, 1001—1300) im Friedrich- Wilbelmstädtischen Schauspiel- Hause: Nathan der Weise. Nachmittags 3 Uhr: 4. Abteilung (3001-4000), 5.(voll), 6.(SOOl bis 0200) im Schiller-Thcater (kharlottenburg: Monna Banna. Nachmittags 3 Uhr: S. Abteilung im Lortzing-Thcater: Die lustigen Weiber von Windsor. Abends 8 Uhr: Sondcr-Vorftcllung im Deutschen Theater: Um die Zukunst. Donnerstag, abends 8'/, Uhr: 2. Richard A agner- Abend im Schiller-Saal, Charlottenburg. Ansang 7'/.j Uhr. Kgk. Opernhaus. Konzert de» kgl. OpernchorS. Rittags 12 Uhr: Oeffentllche Haupt- probe und Konzert des kgl. Opernchors. Morgen: Aid». jtgl. SchansptelhauS. Geschlossen. Morgen: Die Braut von Mesfina. Deutsches. Geschlossen. Morgen: WaS ihr wollt. Kammerspielc. Geschlossen. Morgen: Frühlings Erwachen.(An- sang 8 Uhr.) Slnsang S Uhr. Kessing. Elias. Morgen: Die närrische Welt. Die sittliche Forderung. Berliner. Geschlossen. Morgen: Der Pastorssobn. Theater au der Spree. Geschlossen. Morgen: Am grünen Weg. Neues Schauspielhaus. Geschlossen. Morgen: Judith. S.niuer«».(Walluer-Thealer.) Geschlosieu. Worgeu: RoömerSholm. Schiller Gharlottenburg. Gefchloss. Mo>-zr,i: Gebildete Menschen. Friedrich> stvilhelmstädt. Schau- spielhaus. Geschlossen. Morgen: Waterkant. Neue». Geschlossen. Morgen: Da» Ungeheuer. Kleines. Geschlossen. Morgen: Die Getreuen. Zentral. Geschlossen. Morgen: Frau WarrenS Gewerbe. Lorhing. Geschlossen. Morgen: Die Sntsührung au» dem Serail. Residenz. Geschlossen. Morgen: Ganz der Papa. Komische Oper. Geschlossen. Morgen: Die verlauste Braut. Westen. Oratorium Elias. Morgen: Die lustize Witwe. LnNspielI,»»s. G�chlossen. Morgen: Onkel iBernicke. Triauon. Geschlossen. Morgen: Fraulein Josette meine grau. Thalia. Geschlvssen. Morgen: Die gelbe Gefahr. Luisen. Geschlossen. Morgen: Äartet Turaser. Beruhard Rose. Geschlossen. Morgen: Othello. VIr»rop«I. Geschloffen. Morgen: Das mutz man ftl)*n. Alvollo. Geichlossen. Morgen: Sylvester Schässer. Spe- ztalitäten. Walhalla. Geschlossen. Niorge»: Spezialitäten. F-lieS Caprtcc. Geschlossen. Morgen: Geteille Liebe. Kasino. Geschlossen. Morgen: Biedcrleute. Gebr. Herrnfeld. Gefchlossen. Morgen: Madame Wig-Wag. Es lebe daS Nachtleben. Bassage. Geschlossen. Morgen: Paula Wirth. Spezialitäten. Prater. Geschlossen. Morgen: Die Räuber. Palast. Geschlossen. Morgen: LellennannS Srautschan. Spezialitäten. Parodie. Geschloffen. Morgen: Monna Vanna. Zapfen- streich. Der Troubadour. An- fang S'L Uhr. Wintergarten. Geschlossen. Morgen: Spezialitäten. Carl Haverland. Geschlossen. Morgen: Spezialitäten. Retchsdallen. Geschlossen. Morgen; Stelliner Sanger. Ilmnin. Tauveuliraste IN/40. Donnerstag: Im Ballon zun, Pol. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Eteniu-am, Invaliden str. 57/62. Zur Beobachtung: Mars, Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. Ferdinand Nonn» Berliner Theater. Heute: Geschloffe«. Donnerstag, Lln/ang 8 Uhr: Der Paftorsfohn. Freitag: Die Jungfrau von Orleaus- Sönnab-t Die tanzenden Männchen. Neues Theater. Donnerstag, Freitag u. Sonnabend: Das Uugehener. Anfang 8 Uhr. Sonntag zum ersten Male i Die Agrarier. Nleines Thealer. Heute: Geschlossen. Morgen Donnerstag 8 Uhr: IMv Getreuen. (AgneS Sorma.) Freitag: Ein idealer Gatte. Sonnabend: Die Getreuen,(sorma.) fllöljsivii-�illisIiüLtSlitisiZliös Schauspielhaus. Heute: Geschlossen. Donnerstag, Ansang 8 Uhr: W aterkant. Freitag: Kriemhilds Rache. Sonnabend: Winterschlaf. l-ortzing-Itiegter' Heute: Geschlossen. Morgen Donnerstag, Anfang 8 Uhr: Die Enllrung aus im Serail. Freitag: Undine. Sonnabend: Rigoletto. Sonntag: Geichlossen. Lusispielhaus. Heute geschlossen. Morgen 8 Uhr: OnKe! Bernicke. Residenz-Theater. — Direktion: Richard Alexander.— Geschlossen. Donnerstag 8 Uhr: Ganz der Papa. Schwank in 3 Alten von MarS und DesvailliSreS. Deutsch v. M. Schönau. Sonntag 8 Uhr(Totensonntag): Einmalige Aufführung von Odette. ZtentralrfKestei-. Gastspiel de« Hcbbel-TheatrrS. Geschlossen._ Luisen-Theater. Heut«: Geschlossen. Donnerstag abends 8 Uhr: ßartel Curafer. Freitag; Barte! Turaser. Sonnabend 4 Uhr: Kletn-Däumling. Abends: Llm Tage des Gerichts. Sonntag nachm.: Geschlossen. AbendS: Der Leiermann und sein Pflegekind. Montag: Llm Tage de? Gericht». tJfaakimdGiSlm Köpenickerftraftc 68. Heute: Geschlossen. Sonst täglich 8 Uhr: Am griinen Weg. Ein Stück heitere» Berlin von H. Lee. MMMklMk Gr. Fraiitlurlerftr.>32. Geschlossen. Donnerstag 8 Uhr: Otiiollo. Freitag: Spree-Athener. Metropol-Thealer Heute geschlossen. Morgen und die folgenden Tage: Gr. Eevue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schnitz. Anfang prUzine 8(Ihr. Toteosoofltao, den 21.(Mer: Efnmaligea Ensemble-Gastspiel Lessing-Theaters: Vis Stützen der Gesellschaft. fi Seil Iller-Tli eater. Hcnte: Geschlossen. Morgen: Anfang 8 ühr. Neoes glänzendes Programm. Reo, interessant, aktuell: Diabolospieler. W.Koachs Theater Dtretitoii: Rod. Olli,«rinineustr. 16. Heute: Geschlosieu. Donnerstag und Freitag: Griseldis oder: 01» Liebe Ist der Liebe Preis. Ansang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Ferdinand Aoellt, der Leichenräuber. Schlllsr.Theaier 0. iWallner-Tbealer). Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag, abcnds8Uhr: Rosniersholm. Schauspiel in 4 Aissz. o. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Freitag, abend» v tlbr: Götz von Berlichingcn. Sonnabend abend» 8 Udr: Die Schiungglcr. Sonntag, abends 8 Uhr: Rosmcrnliolni. Schlller-Theater Charlottcnburg, Mittwoch: Geschlossen. Donneisiag. abendsbUhr: Gedllüete?kensehen. Volksstück in 3 Aufzügen von Viklor LSon. Freitag. abe»o»8Uhr: Relterattacke. Sonnadend. abend» 8 U b r: Gebildete lllcnsehen. s o n n> a g, abend»» Udr: Die Ilei-niannsehlaeht. KevIißlKSi'-�KUI( 8cIiIIIei--'I'l>eatei'V Qh»t-l«ttQnbn»-g) Donnerstag 8'/, Uhr: Richard Wagner-Adcnd. Freitag g Uhr: Vortrag Dr. Georg Müiizcr: Johannes Brahms. Erläutert dmch Instrumentalmusik und Gesang. Zyklus: Komponisten der Neuzeit. Achter Bortrag vom ZirknsScInimaiu Heute Mittwoch(Busstag) geschlossen. Morgen Donnerötag, den ZI. d. MtS.. abends präz. 7>/, Uhr: Fllte» Abend. X Gala- Frogramm. U. o.: SOF" Wirklich sensationelle Novität.-ME V AivgsutZs VSNVKNÄS 2 Damen 4 Herren Alles Orlginal-Trlcks,»reiche in der Tollendang hier noch nie gesehen. Neu und originell: Die Luftsßoxer. ehester H. Dieck, der unübertreffliche Trie.Cyclist. die grotzartlgen neuen Spezialitäten und Direktor Albert Schumanns neueste Monstredressurcu. Um 9'/, Uhr: QV Die diesjährige grosse Wasserpantomime: Eine Forlsetzimg der„I-nstlgen Heidelberger" Ei» Fest Auf dem Neckar. Haemacolade ist in jeder Familie unentbehrlich! Die Nach. besiellangen sprechen am besten dalfir! Ken» nehmen Kinder SMalz, denn Bio-Malz ist von seinem Wohlgeschmack, nährend, kräftigend, Knochen, Blut und Muskeln bildend. 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Donnerstag, den 21. November 1907: ptr Möhtr* iinh sciii Kind. Drama w 11 Bildern von Raupach. Nach der Borstcllung: Gr. Hall. Ans. 8 Uhr. Kasseneröffimng 7 Uhr. DaUst Bur, -Theater Bnrgstrasse 21. Heute geslhlujsctt! Theater Polles Caprice Busstag geschlvssen. Donnerstag, den 2t. November: O Rabbi Meseritscb. K Bunter Teil. TxetviNv Idßvkv. _ Anfang 8 Uhr.__ Theater des Zentrums. Sophien» Säle, Sophienstratze 17/18. Donnerstag: ölS ftilh IHR Fünft v.Zlrcn u. Lippichüh, Musik v P.Lincke. Linfang 8 Uhr. Kleine Preise. Uranä». �ViLSsrisokusrliokss Llisstor. Abends 8 L/br: Detiep Den Bpsier vseti feiietz. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstr. 57—62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars. Saturn, Doppelsterne, Nebelflecke. BerltneT Assusrium Unter den Linden 68a Eingang Schadow-Straße No.14. Heut» BuOtag Eintrittspreis 50 Pf.~ lloichbaltigste Ausstellung der Welt au lebenden Seetioren. Reptilien etc._ 87/15 Gebr. tierrnteld- Tli eater. 37 Kommandanlenstratze Nr. 57. Heute(Bußtag) gcschlosscu. Morgen Donncrölag. 21. Novbr.: Zum 110. Aale: �taUSHlS >Vaz.' Opercttcn-LurL Musik o. L. Jtal. Zum 13S. Äiale: Ps lebe das Nachtleben! Separee-Affäre in 2 Akten. Beide Stücke mit den Autoren Antou und Donat Herrufeld. Ans. 8 Uhr. Lorverl. 11-2 Uhr. h l Kasino-Theater. Lotbrinacrstr. 37. Heute: Geschlossen. Morg. 8Uhr: Kieäerleule. Kouiödie in 4 Akte» von Rod. Misch. Voiher daS glänz, bunte Programm. _ Sonntag 8 Uhr: Nick Carter« Sanssouci Ä"»" Dtrellion: Wilhelm Reimer. Morgen, Donnerstag; Großer Lacherselg I völ viiitel gut ltöissn. Posse. gottaczkäZäiigeT u. Tanzkrilnzchcn. Sonntag» Beginn 6 Uhr, wochentags 8 Uhr. Wegen grosser Vereins- fesiltchkeit geschlossen. Freitag Reicbsballen- Theater. Heute: Keine Soiree. Morgen Tonnerstag: Ans. 8 Uhr. Reiehshallsn Restaurant: GrotzcS n i Ii t U r Konzert. Montzplati. t 1 imlheateriaal TagllCTUS Morgen Donnerstag: Dttz neue r- Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. j Sonntags 7 Uhr.(Sonnlags! reserviert 1 M., Enlrcc 50 Pf.i I FamilicnbillettS a 40 Pf. Nttch«itilär-Ronierl. Becker, PrzywarSki, Görijch, Neumann, Osscuey und Lüttich. ÄiSA AÄÄtÄ AÄ AÄA ÄÄAdSAÄÄA wWwwwwWwWVwWWwWwwlF Soeben erschienen InttinfllioRoIrt SuMlisttR-KliRgrts) Stuttgart 1007 vom 18. bis 2i. August. Preis 50 Ps.. in besserer Ausstalliiiig ILO M. Lxvedition dea.VaroSriB' Herlin SW., LIndcnftrassc 60. Lade«. ••••••*••«••»«•••«•« Restaurant iraerbsebafts- *k bans.\ ■ Engel-Ufer 15.= Heute Mittwoch(Bufttag); Mvnu 73 Pf. Kalbfleischsuppe. Heilbutt mit Champignansauce oder Grünkohl mit Pökelrippchen. Rmderschmorbralen od. Sahnenbraten. Kompott oder Salat. WeWttvoeli W Wir ab; Frische S';" Wurst in Qualität. X Reichhaltige Abendkarte. X Wochcntäglich: Grofler bürgerlicher MiltagslisGlicoiii.BOpf. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen kick.-Auxustiu. Variötö Intime W«, Jägerstraße 63 a. (Telephon l, 4739.) Dmersti/dentUotettr abends 8V, Uhr: Premiere! Vorverkauf an der Theaterkasse von 11 Uhr an. Trianon-Theater. Geschlossen. Donnerstag u. solg.Tage: "ein Josette- mm Fiu Dn-Konl direkt aus der Fabrik. Kein Laden I Nach beendeter Engros-Salson Capes Abcndmäntel Kostüme Kostüm-Röcke Mädchen- Paletots Peli-Stotas Robert Baumgarten Haosvogtei-Platz II. I. Etage (an der JerusalemerstraSe). Bei Vorzeigung dieses Inserates an der Kasse uterden 5 Proz. Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet! Spczial• Kinderwagen- Hans Crustay Linke, Berlin. Frankfurter Allee 67. Charlottcnburg Bismarckst.112 Am Knie. Kinderwagen 7 bis 70 Stork, Puppenwagen 2 bis 20 Mark, Kinderbett- stellen?- bOM. Kindersportwagen. Kindertische und verstellbare Kiiioerstühle. StF" Gewähre 5 Rabatt. Kein Irrtum! Nach wie vor nur Ate Etage. Empfehle meine erstklassigen Kürschnern rboiten wie: il�elz-Stolasi PclAlackett. etc. zu sehr billigen Preisen. 68/15' Dqqp Leipziger StraBe 56 I, DCCI 5anstoß.a.d.KoIonnad. Wed. Schanfcn.ter noch Schunkasten. PARODIE-THEATER i Dresdenerstraße No. 97. Llnsang S'/j Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Der Troubadour.— Monna Vanna.— Zapfenstreich.— Freitag, den Vcmim:1 ÖRS UltgkIlöUKs. Ziehung schon öbermoroen! ßZiehting vom Novemlier Wohlfahrts» eld£otterie H:iii|it{;'ett imic: Tlai'k 75000 150000 25000 Loses 3,30 M, rT?i\£l'° OskarBräuerSCo.Nclir., AndreaoMtr. 40n. ! Theater an der Spree. Köpenickerstraße 68. Oeffentliche Erklärung! Theater an der Spree. Köpenickerstraße 63. Nachdem zwei von mir an den beiden letzten Sonntagnachmittagen für die Berliner Arbeiterschaft veranstaltete Sondervorstellungen zu billigen Einheitspreisen einen ganz überraschenden Erfolg batton, habe ich mich entschlossen, mit dem bisher im Berliner Theaterleben üblichen Prinzip, nach dem die guten Plätze stets nur den besitzenden Klassen zugänglich waren, offiziell zu brechen. Ich werde von jetzt ab von Jedem neuen Stück, das an meinem Theater in Szene geht, eine Anzahl „SoBides�vorsteSEiangen für die BerBmer Arbeiterschaft" zu einem wesentlich ermlißigtcu Preise veranstalten. Hierbei wird der Grundsatz der völligen Gleichheit streng durchgeführt und der Einheitspreis von§,30 AI. für aBie Plätze(ohne jede Ausnahme) in Anwendung gebracht! Ich mache sofort den Beginn mit den nächsten drei Vorstellungen• Täglich 8 Uhr: -„Am grünen Weg"- Ein Stück heileres Berlin in 4 Akten von H. Lee. Hauptrollen: Joseline Dora und Heinz Kordon. Billetts zu dem oben genannten Einheitspreise worden nur an Angehörige des Arbeiterstandes oder deren Angehörige an der Theaterkasse in beliebiger Anzahl ausgegeben. Als Legitimation gilt entweder diese Kckanntuiachung oder ein Ausweispapier, das klar den Arbeiterstand erkennen läfit.— Die Theaterkasse ist täglich(auch am heutigen Bußtag) geöffnet von 1t— 2 und 6-8 Uhr.-- -- Ich richte an die Arbeitersclialt Berlins die Bitte, mich in meinem Vorgehen zu unterstützen. Philipii Spandon-, 88/14� Direktor dos Theaters an der Spree. Donnerstag, den 21. November Freitag,„ 22.„ Sonnabend,„ 23.„ GGOSGOGOOOWOOGHOOOO. IfmeVolksbilbne Heute, Mittwoch:* Neues/ 2. 3. Abt. nachm. 3 Uhr: Judith. Schaaspiclhaas( 4./5.„ abends 8„ Judith. Berliner/ 1 1/12.„ nachm. 3„ Tal des Lebens. Theater( 13.114.„ abends 8„ Tal des Lebens. Freltug, 22. November, 8'/. Uhr: Lortzing-Theater 21.(i.) Abend-Abteilung; Hans Heiling. Luisen-Theater 24.(1V.) Abend Abteilung. 8'/. Uhr: HartcR Tnraser. Mitglieder werden noch In allen Zahlstellen anfgenommen. Werbet Mitglieder für die Abendabteilungen Freitag: Gastkarlen a 1 Mark . auch an der Theaterkasse. abends 7—8 Uhr. Werbet Mitglieder für die Abendabteilungen Sonnabend, den 23. November, 8 Vi Uhr, Brauerei Friedrichshain: JWBnter■ Fest; Heiterer Konzertabend (Operetten— Walzer— Lieder). Mitwirkende: Sinfonie-Orchester. Dirigent: Karl Zimmer. Konzertsängerin Fräulein Hildegard Stolle. Am Flügel: Fräui. Ella Gille. Festmarken und Gastkarten sind In allen Zahlslellen zu haben. I 230/20 Der Vomtaud. In Vertr.: G. Winkler. Wer eine Existenz durch lehnende Fabrikation sucht oder einen angenehmen Nebenerwerb wünscht, oder für hochlohnendo Fabrikate und Massenverbrauchs- Artikel* Generalvertrieb übernehmen will, verlange gratis unseren 48 soitigen illustrierton Hanptkatalog. Fallnichts Laboratorium, 6. m. b. H., Eidelstedt 187 bei Hamburg. Meine Existenz verdanke ich Ihnen. G. M. inA.— Bedaure, Ihre werte Adresse nicht schon früher gewußt zu haben. F. L. in W.— Aehnliche Kundgebungen viele. Zlllon Freunden, Kollegen und Ge- nossen zur gefl. Nachricht, dag ich ein Peterddurgerstr. 7 eröffnet habe; bitte dieselben, mich in meinem Unternehmen tallrästig unter- stützen zu wollen.— Hochachtungsvoll BertMd Wartllj,"ST" Charlottenburg. Sp'al- WM- WM liir ton. Gold- mi Lager von soliden Taschenuhren,. AW" moderne Ketten."HvZ Hnwtorlngcr von jllcgnlatorcn, Fre-isicltwingcni. Kontornliren,"Klichenuhren nnd Wecker. Friedrich Stahenow, ührmaclieF, Charlottenburg, Lützowerstr. 15. Telephon 2970. Berliner Arbeiter- Radfahrer- Verein Mitglied des Llrbeiter-Radsahrer-BundeS„Solidarität". Sonnabend, 23. Nov., in der Neue» Welt, Hasenheide 103/114: »PAP Kiinstaheiul HGOH mit. gütig. Mitwirtling der herzogt. braunschweigischgenHosopernsängerin Fil. Helene Hartwig, des KonzertsängerS Herrn Ernit 8e»orin, der Brettldiva Frau Margarete Wslkotte und des Neuen Tonklinstler- Orchesters, Dirigent Franz Hollleliior. 22/8 Ansang präzise 9 Uhr. eintvilt 50 Pf. Nach dem Tai*y bei doppelt besetztem Orchester. Herren, die daran Konzert: teilnehmen, zahlen 30 Ps. nach._ naesrr:..... iiwi—iiiA relreUgiöse Gemeinde I zu llcrlln. Sonnabend, den 23. November: i zu llcrlln. Sonnabend, den 23. November; Großes Herbstfest in den Fcsträumen von A. Freyer(früher Louis Keller), Koppenstraße 29. Großes Konzert ausgeführt von Mitgliedern des Berliner Sinfonie-Orchesters (Dirigent Maximilian Fischer)._ Vorträge u. Theaterauffähmngen I unter Mitwirkung von Mitgliedern der Lewandowskiscnen m Volkssängor-Gesellschaft. Nachdem: QemütUehes Beisammensein. ——— Anfang 8 Uhr.—— Einlaßkarten a 30 sind bei den Komiteemitgliodom G. Bohne, Wisbyerstr. 2; W.Bohne, Hochmeisterstr. 26, H. IV; Th. Jerwln, Urbanstr. 6, H.IV.; H. Hirsch, Litthauerstr. 22, H. III; H. Soult, Kreutzigerstr. 21, v. II.; C. Christens, Mühlenstr. 49, v. III.; P. Kuhirle, Immanuel-Kirobstraßo 15, H. IV.; Frau Kahlhardt, Aloxandrinenstr. 21, v. IV.; P. Kalbauor, Frankfurter Allee 104, Eingang Friodenstraßo; G. Reichert, Stallschreiber- straße 37, Laden; J. LUtzler, V.'arsch.iuorstr. 45, H. pari; und in den bekannten Zahlstellen zu haben. 62/2 Das Komitee. Deutscher Transportarbeiter-Verband Gewertschaftahaus, Engel-Ufer 15 II, Zimmer 13/17. Arbeitsnachweis: Tel. Amt IV. 3348. Bureau: Tel. Amt IV, 4747. Mittwoch, 20. November 1907(Bußtag), abends 7 Uhr, in Kellers Festsälen(Inh. Freyer), Koppenstr. 29: Hstronomlscher Vortrag mit zahlreichen Licht- und Drehbildorn, von Dr. F. 8. Arcbcnhold, Direktor der Treptow-Sternwarte über „Mars, eine zweite Erde". Entroe mit Programm 50 Pf. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Billetts sind zu haben an den bekannten Stellen und erwarten wir zahlreichen Besuch.) 76/10 Ortsverwaltung Berlin II. lü Sonnabend, den 23. November 1907 in Kellers„Philharmonie", Köpenickerstraße 96: Kunst-Abend arrangiert von den Metallschleifern und Galvaniseuren unter Mitwirkung folgender Künstler und Künstlerinnen; Frau Amalie Binibaum(Violine) Frau Luise KlOSSeck-MÜHcr(Sängerin) Herr Max LaureOCC(Rezitator) Herr Leo Kestenberg(Klavier) Nach dem Konzert 18 A I., IL Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Programme an der Kasse gratis. OmS Billett 40 PI. 150/3 Anfang 8'/2 Uhr. Billetts sind beim Kollegen Thurau, Grefostr. 9, zu haben. (Tl san■Bsrsfe ein'Tn „Berliner Mannercbor 190§- Höchstem n(M. d. A.-2.-B.)—(Chormeister: 0. Luhach.) n Heute(Bußtag), den 30. Xovcmhcr 1007: B£ □ □ KOffSSRC o □ im„Dcntsclicn Hof",('ApoUo-Laal), Luckauerstr. 15. Mitwirkende: ngrau Pankenln-Obderhold. Konzert- und Oratorien-Sängerin Ansang prüjise K Ulir.— Eintritt 30 Pf. Billetts sind zu haben: Restaurant 1. Hiepel, Brcherstratze 22, und Restaurant Bösohe, Wassertorsirastc 47—48. l! » I Billetts l!== II II Ä Bttclierabschluß-WG Einrichtung. Nach tragung, Bilanzen, Revisionen. SlbonnementS pro Monat, Quartal und Iahr.Zlat iu Koiilurlcii:c. HVcIgcit, Auguitstr. 50 a. Möbel- ünd Folsterwaren. Sslide Preise. Teilzahlung gsstattsf Fr. 1 Biirgcmclstor, Berlin O.. Kruchtstrahe 28 Eine vollkommene Mischung der edelsten Eigenschaften feinster türkischer Tabake. Mild, gehaltvoll, aro« matisch und stets gleichbleibend Hat jemand Khenmatisrnns, (Äicht, Glicderrciften. Nervenschmerzen, Hüftweh c>«nm»), Hexenschuft, Geschwulst-c. der gebrauche Paotriniim"(Actber� Sttefemaljcl» nur Reichels nUClillllend»ia.>l nicht beantworten können und dafür hatte er von Mandel Ohrfeigen und Schläge auf den Rücke» bekommen, so daß sich blutunterlaufene Streifen zeigten. Mandel gab an. geglaubt zu haben, der Schüler wolle ihm aus Trotz nicht antworten. Das rechnete das Gericht auch dem An- geklagten zugute: wenn auch der Schüler sehr schwach begabt sei, sei doch das Maß des väterlichen Züchtigungsrechtes, das dem Pfarrberwescr als Lehrer zustand, überschritten worden. Mandel hatte gegen dicS Milde Urteil noch Revision eingelegt, es sei nicht berücksichtigt worden, welches Maß des Trotzes seitens des Schülers der Angeklagte angenommen hätte, und darnach habe man den Maßstab für ein wohlverstandenes Züchtigungörecht anlegen müssen. Die Revision wurde am Montag vom Reichsgericht verworfen. Vermischtes. Ein Vatermörder. Der stellenlose Kausinann und Invalide Lsick aiisChar» lottenbnrg, der sich seit längerer Zeit in Wodelzig(Kreis Lcbus) aufhielt, e r st a ch dort seinen Vater, anscheinend, weil dieser die Herausgabe von Geld verweigerte, und eine Witwe K r e t s ch m e r, Mutter von drei unversorgten Kindern, die dein alten Lück die Wirtschaft führte.. Dann verletzte er die Ehe- f r a u seines Bruders durch zehn Stiche in die Brust lebensgefährlich und eine andere Frau leicht an der Schulter. Hierauf begab sich der Unhold nach dem Kirchhof, wo er sich in die Schläfe schoß._ Eiscnbahminfälle. Wie aus T e t s ch e n berichtet wird, fuhr auf der Lobositzer Eisenbahn ein Personenzug bei dicktem Nebel von hinten ans einen Güterzug. Sechs Reisende wurden bei dem Zusammenstoß verletzt. Nach einer Meldung ans Paris entgleiste in der Nähe des Bahnhofes Mehla» gestern ein Straßenbahnwagen. 17 Passagiere wurde» verletzt, darunter drei tödlich. Der gestern kurz nach 10 Uhr von H e i d e l b e r g abgehende Schnellzug überfuhr bei Neckarclz ein Fuhrwerk mit drei Insassen. Einer derietben. ein Brauereibesitzer wurde gelölet, die beiden anderen ichiver verletzt. Die Schuld an dem Unglück trägt der Bahnwärter, welcher die Schranke zu frühzeitig öffnete. Cholera unter den Mckka-Pilgcrn. Einer Meldung aus Konstantinopel zufolge sind unter den aus Melka eingetroffenen Pilgern zwei Cholerafälle vorgekommen; der Sanitäisrat hat in seiner gestrigen Sitzung außerordentliche Maßnahmen beschloffen. Grubriibrand. Auf der Tiefstollenanlage der Grube Peißen- b e r g einstand Münchencr Meldung zufolge am Rauchkanal der Dainpikessel aus bisher unbekannter Ul fache ein Erdbraud, der so- gleich durch Ausheben der heißen Partien energisch bekämpft und auf den Entstehungsherd beschränkt wurde. Durch Amvendiing chemisch wirkender Stoffe soll er vollends erstickt werde». Für Ausrechterhaltung des Grubenbetriebes und Beschäftigung der Beleg- schaft ist gesorgt. Die Freude der Mütter Das Entzücken der Väter sind die fesch gekleideten lieben Söhnchen Moderne PALETOTS � ULSTER FÜR KNABEN Kozende kleidsame Fassons 20.- 18- 16.- 14,- � 12.-10- 8- 6-Jm. FÜR JONGLINGE Schönste Formen and Stoffe 36- 30- 27- 24- q 21- 18.- 15- 12— J/ M. 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Dank der Solidarität der Berliner Arbeiterschaft sahen sich eine Anzahl Berliner Konfektionäre veranlaßt, BetricbSwerkstätten einzurichten und tariflich festgesetzte Zeitlohne an die Arbeiterschaft zu zahlen.. Wir ersuchen daher mit Gegenwärtigem die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlins nd U mgebung. bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren» und Knabcngarderobe in Zukunft nur die nachstehende» Geschäfte bernckstchtigen zu wollen. Norden: Baer Sohn, Chansseestr. 29,30. Diese Firma unterhält eine BetrlebSwcrkstälte für St Arbeiter und hat die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. D. Pcrleberg, Chausscestr. 63; „Hoffnung", Produktiv- Genossenschaft der Schneider/ Bliuinenstr. 185. Zllle von dieser Finna in den Handel gebrachten Waren werden zu den von der Orgäiilsalton fest« gcjcvteii Bedingungen hergestellt. SLir empfehle« dieselbe daher ganz besonders. „Blitz", Rofenthalerftr. 9. „Blitz", Chauss.estr. 85. Diese Firma stellt einen grossen Teil ihre» Nm. sat?es z» den geforderte« Bedingungen her. Amerikanische Berkaufshallen, Rosenthaler» slraße 58. Osten: Vaer Sohn, Gr. Frankfurterstr. 20.. Haake, Landsbergerstr. 91. „Blitz". Gr. Frankfurterstr.>37. „Blitz", Fratlkfurter Ehaussce 19, Lichtenberg. Amerikanische Vcrkaufshallen, Frankfurt« Allee 186. Lindcnbaum, Gr. Frankfurterstr. 141, Hai verlnchsweise eine Werkstätte für einen geringe» Teil Maßschneider eingcrichiet. Lüden: LeSkc u. Lehrer, Kottbuscr Damm 73. Wormann, Kottbuker Dalum 77. „Blitz", Kottbuser Damm 29/30. Rndreasgarlen AndreaastraDe SO. dmpsehle meine Räume zu Der. sammlungen und Festlichkeiten alle- Art. Gute billige Küche, gut gcpstegtr viere. Fi emdeniogis. Jeden Sonntage Tanz bei freiem Entrce. MUlagsiisch von 60 Ps. an. mit Bier. 891S* 0. Merkow»«. Dräsels Festsäle, v., Bfono Frlcdrlchstr. 35. X Jnh.: Ad. 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Die Ortsvertvaltvno- IS« HSf SS»» Sonntag, den 1. Dezember: AHmdkiiMt iifttiiis- Ilrifmniiiliiii;. 39/1 Wir ersuchen öic Sparten-Vereine, an diesem Tage keinerlei Veranstaltungen oder Versammlungen abzuhalten. Oer Oauvorstand Freitag, den 22, November 1907, abends G Uhr, im Gewerkschastshause, Sngcl-Ufer 15, Saal 8 Kauvertrauensmänner- Versammlung. »Die bevorstehende Krise in der Tages-Ordnung: 1. SSorfran deZ Tenosscn Arbeitersekretär ItUi'-itvi»: Industrie". 2. Bcncht der VerivaucnSmäliner. 3. Derfchiedenes. Da wichtige Sachen zu erledigen find, ist es unbedingte Pflicht, baß jeder Bau vertreten ist. 201/12 Der Vorntand. Orts- Krauteukasse der Leib- u. �inngieker zu Berlin. Am Mittwoch, den S7. November 1907, abendS 8 Uhr, findet im Lokale d. Herrn VkolleedlSzse, Adalbertstr. Zt. die Keiml-VerLammIung statt, wozu die Vertreter für daZ Jahr 1907 hiermit eingeladen sind. Tagesordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Neu- Wahl von 4 VorstondSinitgliedern. 3. Wahl deZ Ausschusses zur Prüfung der Zicchnung des lausenden JahreS. 4. Verschiedenes. Berlin, 19. November 1907. llZ7b Ter vorstand. Orts- Krankeilkasse der Ktldhaiier, Stukkatknrk u. vcrw. Gewerbe. Am Mittwoch, den 37. November d. I.. abendS 8'/. Uhr, findet im Gewerkschaftshanse, Gngel-llfer 15, Saal 7, die Onientl. General•Yersaniiniung statt. Tagesordnung: 1. In getrennter Wahlversammlung: a) Wahl eines Vorstandsmitglieds (Arbritgeber). d) Wohl zweier BorstandSmitglleder (Arbeitnehmer). B. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der AabreSrechnuna pro 1907. g. Geschäftliches. 279/9 Kien Voratnnd. I. B.: Fr. Waldeyer, Vorsihender. Orts- Krankettkasse Wetßensee Bekanntmachung. Mittwoch, den 27. November er., abends 8 Uhr, im Restaurant Zinn I'rUlaten, Wcistcusee, Lehdcr- straße 122: l-eilSsSl-Vöszgillilllilllg der Vertreter. TageS-Ordnung: 1. Die Bestrebungen der Kranken- kasscn und die Angriffe auf die Selbst- Verwaltung. Rcserent: Herr Tfr. Schteiiiuiinger. 2. Wahl der Rech- nungSprüsungSkommisfion(2 Arbeitnehmer, 1 Arbeitgeber). 2. Ergänzung Swahl deS Vorstandes(3 Arbeit» ncbmer. 1 Arbeitgeber). 4. Ver- schiedeneS. Bemerkung: Eventuelle Be- schwcrden gegen die GcschästSsnhrung werden in der Gencraiveiiaiiiiiiliing nur beantwortet, wenn diese miudc- sie»? drei Tage vor derielben im Zlaffenlokai schriftlich abgegeven iverden. Zum Eintriil bcicchligt sind.nnr die mit LegitimalionSkartc versehenen Vertreter. Weißensce, den l6. November t907. It«!»- Vorotanel 27S/S der OrtSkrankeukasse für den Geiueiudebezirk strleistensee.. ff. 21.; Fuhrmann, Vorsitzender. RrbeitSuachwciS: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hos I. Amt 3, 1239. CharlUstriBa 3. Hos UI. Amt S, 1937 Donnerstag, den 21, November, abendS S'/a Uhr: V ersammlung d. SIebtromonteure njülfstnontenre Berlins n.llmgeg. tu de» Kaiser Wtlhelmstr. 18m. Tages-Ordnung: 1.»Aweck und Ziele der Gewerkschasten." Rcserent: Kolleg« Hanifli«. 2. Disknsfion. 3, VcrbaiidSangelegcnheilen. ES ist Pflicht sämtlicher Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Den Mitgliedern znr Nachricht, dast jetzt der lssetsIIsrbelter-IiotiZtkllleliÄei' 190$ im Bnrean Charitestr. Z zu haben ist. Bestellungen könne» auch bei jedem Bezirkskassierer und Vertrauens- mann gemacht lverde». DaS Stück kostet GO Pf. 160/1 Vlc Ortsvem altnns. Orts- Krattkettkasse für das Gewerbe der Yerkertiguug nn Mysikinstruinenten. Zu der am Donnerstag, den 28. November, abends 3'/, Uhr. im Restaurant Wohlfsihrt, Roscn- thalersw. 67, Hof pari., stattfindenden Ordentlichen General-Versainmiung werden die Herren Vertreter der Ar- dcitgcdcr und der Nassenmitglteder hiermit crgebenst eingeladen. Tagesordnung: t. VorstandSwahlen(zivel Arbeit- nehmcr). 2. Wahl einer Kommission zur Prüfung der Rechnungen deS lausenden JahvcS. 3. Wähl deS Rendanteu. 4. verschiedenes. 279/1 Um vollzähliges und pünktliches Er- tchrmen bittet Der Borstand. RM. Donnerstag, den 31. November, abends S'l, llhr, in den neuen Armin-Hallen, Kominandanicnstr. 58/59, Hos 1 Tr.i Versammlung. TageS-Ordnung: 1. klbrechnmig vom 3. Quartal. 2. Wahl der gesamten OrlSveiwaltung sowie Wahl deS KrankriibchlcherS für 1908. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. 112513 Die OrtSderwaltuug. freie Vereimpng der Kanrer Deutschlands Orfsverein Serlin. Freitag, de» 22. ilovemlier, abends 8 Hr, bei Loeker, Ueberstr. 17: Außerordentliche Genernl-Uersnmmlnng. Tages-Ordnung: 130/1i 1. Stellungnahme zu der am 37. und 38. Dezember 1007 stattfindenden Konferenz. 2. Dis. tussion. 3. Wahl von Delegierten zur Konferenz. 4. Verschiedenes. SM- In Anbetracht der wichtigen DageS-Ordnung ist eS Pflicht der Kollegen, bestimmt unt pünktlich zu erscheinen.—= mtgliedsbucb Ifjjirimicrt. a Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband, ZnhlNtelle Rlxdorf. Donnerstag» den 21. November, abends 8'/, Uhr. bei Thiel, Lergstr. 151/152: Mitglieder-Uersammlnng. Tages-Ordnung: Vortrag deS Eenosien �jelscd und VerbaudS-Nngelkgenheiten. 93/1 III« OrtttvcrniiUunjx. Oils-Krankenkasse für die Wäscliefabrikation. Der unterzeichucte Vorstand macht Hb rdnrch bekannt, dag am rroitnjx.«ton«v. Xovonivoc d. ul»«nil» 7'/, Uhr, in SeninnMiMi Pcstnaien, Koscntkalcrstr. 36. die 4L. ovilentltohe Ciöiieral-Vevsatumlung stattfindet. TageS-Ordnung: 1. Verlesung deS Protokolls der i)> ühjahrS-GeneralverfammInng. 2. Neuwahl(ixr drei BorstandSinitglieder(ein Slrbeitaeber und zwei Arbeitnehmer. 3. Sab! deS AuSschlisseS für die Prüfung der Rechnung des Jahres 1907. 4. Verschiedenes.— 2l»sr«aen. zu deren Veantwortung Einsicht in die GeschäslSbücher notwendig ist, sind bis zum 26. d. M. schrisriich bei der Kasse einzureichen. NM- Eintritt zur Genrralvk'.sammlung haben nur die für 1906,1907 gewählle» Vertreter. DicseibSn erhalten besondere Einladungskarten, welche bei der Versammlung atS SluSlveiS dienen. Gäste werden nicht zugelassen. Berlin, den 19 November 1907. 88/16 ver Vorkland der Orls-Krankenkasse für die Wäschefabrikation. Smtl Sternberg, Vorsihendcr, Klostcrstr. 8«. enthalten alle Nähr- und Gcschntack- stoffe einer guten Fieischsuppe. Man braucht nur mit Wasser zu kochen. Ein Würstchen gibt 3 Teller gehaltreiche Suppe. { Koche mit„Knorr" Restaurant„Zllf MÜtliC" Msrl 15 Minuten vom Bahnhof Zeuthen hält sich allen Freunden. Bekannten, Parteigenossen u. Vereinen Tel.: Zeuthen Nr. 44. bestens empfohlen! Urnist Lier. jliesenleaer und Msarkeiter _ Berlins._ Aoniitrstag, dea 21. Novrnidtr, abruds 8 Zlhr, im„Neuen Klnbhsnse"» Koullnandanteustraste 72: Oeffentliehe Versammlung. TageS-Ordnung: Bericht von den letzten Tarif- Verhandlungen mit den Firmenvertretern. Vollzähliges Erscheinen aller ssfliesenleger und HülsSarveitcr erwartet 299/12 Die Tarif-Kommission. I. A.: Hermann Puttlitz. Verdanä äsr Mslsr, Lackierer, Anstreieker-«o. Melchiorstraße 28. Filiale Serlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. 126/7 Tonnerstag, den 21. November 1907, abends 8'/z Uhr: �icktbilder-Vortra� Vortragender: M. H. Baege im Lokale von F r e y e r(früher Keller), Koppcnstr. 29. Wir ersuchen die Kollegen, zu dieser Versammlung ihre Frauen mitzubringen. MtßliedLbucIl legitimiert.- _ DleOrteverwaltnna. Stablissement fharus-Säle lnh JuliusWOTau Fernspr. Amt II, Nr. 645. Berlin 51.05, 143 nuiler-StrnBc 143. Moderna FeslsSle f. Hochzeiten, Vereine a. Gesellschatten 100-2U00 Perf. fassend ---— GroBer scheltiger Naturaarlen und Terrassen.-------- StadtkOche, Dejeuners, Diners und Soupers in und ausser dem Hause. Hittagstlseh von 12—3 Uhr. S Pharus-Kegelbahnen. 8192 Dr. Simmel Spczial-Arzt für Haut- und Harnleiden. PriBzenstr.41,Äauu 10—2,5—7. Sonntags 10— 12,3— 1 I s o 1 m Es ist erwiesen daß es im Interesse eines jeden Käufers von Herren- und Knabengarderobe liegt, sich von der Leistungsfähigkeit meiner seit dem Jahre 1879 im Osten Berlins bestehenden Firma zu überzeugen. Ich führe nur gute und reelle fertige Bekleidung vom einfachsten bis zu dem elegantesten Genre. Eine Spezialität meiner Firma ist Anfertigung nach Maß von besten deutschen und englischen Stoffen In eigenen Betriebs-Werkstätten. Garantie für guten Sitz und tadellose Verarbeitung zu mäßigen Preisen. Der fortdauernd wachsende Zuspruch aus allen Kreisen bietet die beste Gewähr für die Reellität meiner Firma. JULIUS LINDENBAUM « £ ö 53 Sa Herren- und Knabengarderobe Große Frankfurterstraße 141 •• •• Ecke der Fruchtstraße. 7o5L* Meine Werkstätten im Hause sind seit Anfang März ununterbrochen im Betriebe. Arbeitslöhne zahle ich laut Tarifvertrag. Babait-Spar-Voroin voieinigtor Gescbäftsleute _ des ösllicheo Berlins niil Varoflen._ Die Auszabluug der Spargelder ohne Jeden Abzug Endet im großen Saale im Restaurant„Zum Ostbahnhof" am Küstriner Platz(im alten Ostbahnhofs-Gebäude),-und zwar am 9. Dezember die Buchstaben A bis N, am lo. Dezember die Buchstaben O bis Z, in der Zeit von 12 bis G Ulir naclimittags statt Berlin, im November 1907. Der Vorstand. I. A.: Carl Ditlinann, Vorsitzender, Landsberger Allee 28. Das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Schuh- Industrie. Einheitspreis für Damen u. Herren 1250 Luxusaus Führunj M. 16 50 SflLflMRNDER Sdiuh-Ges. ra. b. H. Centrale: W., Friedrich-Strasse 182 C, Konig- Strasse 47 SW., Friedrich-Strasse 221 Fordern Sie Musterbuch! Gegründet 1864. Pelzwaren- Fabrik Heoe Könlgstr.21. (Ordonnanzhaus.) Kein Laden II. Etage Einzelverkaul wie alljährlich nach beendeter Engros-Saison. Pelz-Stoias, Muffen etc. zu labclbalt billigen Preisen. Reparaturen billigst Wonntnga geitrTnet.__ GKstftdcr» liilliü! lief. fvf. ftirl« II.(inuDlr., fchneewelb. biiuiimr., P Pfd. 1.40 M., d!e|. ff. peichliss. 2.40?!.(JKst. grl.) Schneier, '.»»ySluwii, O.lg. 4._ Wohin gehen wir um Viiklaze? Zn ui'kereui Freunde, dem Tilchler Auüolf W&vmv 14455 Ken-Iilc hlcn borg Sophienftr. 11. jetzt Gastwirt. 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November 1907, abends 8'/, Uhr: General- Versammlung der Delegierten in den Arminhallen, Kommandanten- ftraße 58/59. Tages-Lrdnung: 1. Einführung her Tüffelborfer Zarlfgiineinlchast. 2. Ztuhegeöalis- sahungen. 3. Wahl öeS SluSfdjiifftä für die Prüfung der NahreSrechiiung pro 1907. 4. Neuwahl und Er- gänzungSwnhI des Porslaiides. 1420b Der Bdrstand. Jniiiii!gs-5rlil>litiikasse der Tislhltr-Jiliiuiig z» Krrliu. Schmidstr. IS. Ordentl. General-Versammlung der Vertreter derKafseiimitglieder und der IniiungSmitglitder am Erellag, den 29. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Gugel-Ufet 15. TageS-Ordnung: 1. Bericht des Yarllandes 2. Rege- lung der Riistelluiißfbebiiigiingen der Angestellte» nach den Dülfcldorfcr Befchlüssen evenll. Etatutenäuderuiig A 52 Absatz!, 0. Zu getrennter SSatzl sind zu wählen: Zwei BorstandS. Mitglieder von den Vertretern der Kaffenniitglieder und ein Vorstands- Mitglied von den Vertretern der InnungSmitglieder. 4. Wahl von drei Revisoren zur Prüfung der IahreS- rechnung 1907. 5. Wahl ciucSKalsiererS event. zweier HülfSarbciter. ö. Der- IchiedeneS. 219/7 ve? Verstienck. Deutsciier Holzarbeiter-Verband Ben Mitgliedern zur Nachricht, dah der Kollege, Maschinen- arbeiter Paul Förster am IS. November verstorben ist. Gbre seinem Zlndeiiken Z Die veerdigung sindet am Mittwoch, den 20. November, nachmittags 2'/, Uhr, vom Trauer- hause. Nirchvwstra�e 78, aus nach Dem Nazarethkirchhos in Rcinicken. doli statt. Um rege Beteiligung ersucht SS/6 VI« Ortsverwaltung. tiermtl die traurige Nachricht, mein Lieber Mann, unser guter Bruder, der Schlosser Heuirick Meier am 17, November an Lungentuberkulose gestorben ist. Die trauerude Witwe. Die veerdigung sindet am BomierStag, 2t. November, nachm. 'S Udr, von der Leichenhalle des Kethsemane-FriedhosS in Nordend aus statt. 14Z8b »rdinen- Spezialhaus Emil Lefevre Berlin, Oranicnstr. ISS Riesen»Auswahl! Gardinen, Portleren, Store«, Vitragen. 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M orilz Lzhand, i V Krae Ptomenaae�JI(Mdth HSr,ti J "1 ?■) SozialileiüDkratiseblaiilvereii! Rixdorf. Todcn-Azizelere. Den Gcnolsei, zur Nachricht, dasi unser Mitglied, der Tischlei Karl Hamann (15. Bezirk) verstorben ist. Ehre feinem Andenke»: Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rirdorscr Friedhofes aus statt. Um rege Beleiligung ersucht 221/6 Der Borltaud. Sozialdemokratisclier WahlvereiD Rummelsburg. Tode«- Anxelee. Slllen Genossen zur Nachricht. das! unser langjähriges treues Mitglied, der Hausdiener Hermann Schulz nach schweren Leiden verstorben ist Die Beerdigung findet heute Mittwoch(viigtag), nachmittag« 4 Uhr, vom Trauerhause, Neue Prinz Alberlstr. 30, aus statt Um rege Beteiligung ersucht S/t Der Borftaild. Zentralferbanil der Asplialteure D. Piiffldachdecker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. STm Sonntag, den IT. November, starb nach langen Leiden unser Kollege und Mitbegründer des Verbandes Wilhelm Klopp im Sllter von 69 Jahren! Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heut» Mittwoch, 20. November, rtachm 4 Uhr, von der Leichenhalle der Heiland« Gemeinde, Plötzcnsee, -ms statt. 299/14 Rege Betelllaung erwartet Der Norsinnd der Berwnltnng Berlin. Verein Berliner Hausdiener Mitgliedsoha(t I des Deutschen Transpsriarbelter- Verbandes. Todes- Anzeige. Den Miigltedern zur Nachricht, dah der Kollege Hermann Lckuk Neue Prinz Albertstrahe 30 verstorben ist 70/ xl Ehre seinem Andenke« k Die Beerdigung findet heute Buhtag. nachmittags 4'/, Uhr, vom Trauerhause aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Dir OrtSvennaltniig I. veulseber Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, dah der Kollege, Maschtneu- arbeiter Nillielm Reymann am 17. November verstorben Ist. Ehre seinem Andenken! Die Bcerbigmig findet am Donnerstag, den 2t. November. nachmittag« 2 Uhr, von der Leichenhalle deS Zcntral-Fried- hoseS in Friedrtchsselde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht SS/7 Die Ortsverwaltung. Zahn- Klinik ■des ..Wordenv," von Or. med. Joolpowioi. Konsultation n. Zithnziehen gratis. Verkaufszeit 9'/,— l1/, und 2Vt-Vl, Uhr. Aufruf!!! Arbeiter! Handwerker! Bürger! In meinem iir Meäll beendeier Engrossaison direkt au Private OriginalsModelle, Reisemuster und Kopien� selbst für allerstärkste Figuren vorrätig. Prachtvolle Stoffe! Neuestor Schnitt! Aparte Fassons! in Abcndmänfeln, Plfischkonfektlon, Pelzfacketts, Stola», If#" Kostümen, Röcken, Blusen, Kindtrnalctots etc. etc. nach O Abteilungen auaverkauft werdou ElcganteKt modcrncM Tcuoorniagnr.in k t Hnuptge�ch.: Berlin W, Mohren- slraBe 87b, an den Kolonnaden. nilale:| 2!es Haus an der Androasslraßo Verkauf zu konkurrenzlosen Preisen! Beachtung der Firma und Hausnummer liegt Im eigens* Interesse. Hiermit die traurige Nachricht./ dah mein iumggcliebter Mann} und Vater 14406 j Franz Grimm Im 38. LebenZsahre nach schwerem" langen Leiden uerstorben ist. Tie Hinterbliebenen Frau Hlncehn(üriinin u.Kind! Die Bccrdizuiig findet Freitag.! 22. November, nachm. S'l, Uhr, von| der Leichenhalle des Zeutral-Fricd- l hos« in FricdrichSsetdc aus statt, f �il-lli!e>V!tt'cilW!iei' Äohi'/ei'ÄO? des 2. Beri. Reiciislags-WahlRreises. Bezirk 230. Jim DtenStag. den 19. d. M., starb unser Milgbed, der Tischler krsnz Lrirnrn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Frcitagnachmittag 3'/z Uhr von der Leichenhalle des" städtischen Friedhoses in FriedrichSsclde auS statt 231/5 Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. g>ci' Vorstand. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. ?tm Dienslag, den IS. November, verstarb nach langen, schweren Leiden unser Mitglied Frau- GUdmm (Werkstatt Elisabeth Ebert). Ehre feinem Andenken t Die Beerdigung erfolgt Freitag, den 22. November, nachmittags a'i? Uhr, ans dem Fentral- Fried- Hose in FriedrichSsclde. Um rege Beteiligung ersucht 158/6 Di« Ortsverwaltung. Todes- Aniiclac. StWtn Freunden und Bekannten zur Nachricht, dah mein hcrzcnS- guter Mann, der Nestaurateur, Karl kaumann, ZihelnSbergerstt'. 56, Ecke Nuppiner- strahe, nach kurzem Leiden am 17. d. MI«, verschieden ist. DieS zeigt tiesbelrübt an Berta Bauiaann grß. Kratl. Die Beerdigung findet am 26. d. MS., nachmittag«!>/„ Uhr, vom Trauerhause aus und um 3 Uhr auf dem ZionSlirchhoj in Nordend statt. 1419b SoziiddemoMscher Walilvereii! des B. Berliner Walikreises. Todes- An/.cigo. 7t m 17. d. M. verstarben unsere Mitglieder, der Arbeiter liieodor Reimann Etolpischestr. 57, und der Gastwirt 268/5 Karl Baumann NheinSbergerstr. 56. Ehre ihrem Andenken t Di« veerdigung de« Genossen Kelaiaaa sindet heute Milt- woch vsrmittagS U'/g Uhr vom Trauerhause an« nach dem Gcth- semane-Friedhos in Nordend statt. Die Beerdigung deS Genossen Baaaiana jinoct heute Mittwoch nachmittags 2 Uhr vom Trauerhause auS stach dem ZiouS- Friedhos in Nordend statt. Uni zahlreiche Beteiligung ersucht Ter Borftnud. IWBiWMl*. Kf avmirpefismm Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Ten Kollegen zur Nachricht, dah unser Mitglied, der Werkzeug- macher HeinricH Meier gestorben ist. Ehre seinem Andenken. Di« Bccrdigimg sindet am DomierSiag, den 2t. November, nachmittag« 3 Uhr, von der Leichenhalle deS Gethsemane- KirchhoseS in Nordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet 0!« ortsverwaltung. Nsdinjf. Bon Kollegen zur Nachricht, dah j unser Mitglied, der Mechaniker kfieH Grundt am 13. d. N. an Cungcnleiben j oerstorbe» ist. 160/5 Die Ortsverwaltung. Hiermit sage ich allen denen, welch« meinem lieben Ranne die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere dem Dcuilchen Metallarbeiter- Brrdüiitztz herzlichen Dank.» Frau Nenner nnd Kinder. A. 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(Obne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 51 5b:73 375<05 727 85 835 67 OOS 1003 53 ISO 230« 407 25 523 660 811 019 2333 13000] 98 600(500] 715[500] 23 51 818 06 1 3052 13000] 183 236 93 300 66 517 600 753 924[ 3000] 41)72 369 7,38 62 661 747 llOOO] 950 5210 284 869 88 Ol 369 818 6333 71 601 771 Oif 7103 339«013 [1000] 4t 51 133 3000] 275 965 73 406 53 84 87? 9263 [1000] 77 316 1500] 65[1000] 443 515 10 853 930 10(183 171 288 473 523 948 1 1031 107 76[ 300] 279 311 1500] 27 539 637 71 702 74 829 UOOO] 942 1 2273 444 321 693 978 1 3014 135 397 659 801 923 1500] 78 14127 [1000] 246 373 527 757 882 15305 527 77 072 825 977 16188 257 627 73» 383 1 7030 229 56 431 590 643 1 8240 550 1500] 917 1 9057 158[1000] 649 033 842 928 26035 40[1000] 214 60 314 409 560 890 709 98[500] 872 910 21150 361>80«40 792 824 70 2 2021 432 089[lOOO] 716 860 23108 234 386 765 300 37 06 911 24114 92 98 268 966 2 5087 106 512 32 901 88 26103 37 86 433 697 715 814 »12 18 41 2 7030 79 460 94 639 75 685 967 2 8378 475 591 761 888 29195 36103 246 335 43 13000] 623 781 31129 337 65 88 475[500] 642 711 46 95 32137 75 82 292 327 93 445 590 13000] 690 95 759 7 4 809 3 3388 412 680 83 3 4245 13000] 48 78 400 79 82[ 500] 703 848 908 3 5068 161 247[1000] 72 314[1000] 45 433 801 13 81 096 98 3 6 200 302( 3000] 430 510 760 3 7 073 143 252 569 SOS 931 50 3 8089 124[500] 79 357[lOOU] 87[1000] 609 57 39 81 204 163(1000) 92 716 46020 103 400 637 853 41107 94 99 218 322[1000] 454 »12 5 2 58 876 4 2128 34 278 865 428 527 863 79 908 4 3 064 [500] 80 177 228 336 417 668 857 4 4090 224 83 519 771 85 842 4 5013 116 70 76 92 339 4 0056 230 303 621 839 47226 13000] 338 603 81 754 893 4 8003 132 598 678 722 821 37 925 49101 53 59 245 47 363 507 70 655 825[1000] 00 992 50008 279 383 466 508 711 81 5 1 021[1000] 228 375 462 82 524 699 710 5 2 038 126 59 71 327[ 3000] 487 612 789 54131 225 489 1500] 549 81 701 94 899 5 4180 98 310 50 7 7 80 860 5 5 730[500] 86 5 6 6123 410 538 605 858 [1000] 988 57183[1000] 280 431 565 627 82« 943 58184 239 156 620 651 823 901 73 82 5 9007 330 6t[500] 508 606 79 60026 81 340 522 52 718 81« 945 61061[500] 115 85 213 63 387 618 53 981 6 2000 057 81 717 940[ 3000] 63009 236 419 4 2 549 882 6 4073 394 558 796 098[500] 65105 572 357 406[ 500] 45 6 602! 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Ziehung; 5, KI. 217. Kgl. Prenes. Lotterie. Ziehung vom 19. November 1807, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Naehdiuek verboten.) 50 119 232 419 575 1(76'[lOOO] 722[500]»7 214! flOOO] 53 397 579 665 80« 25 8260 77 337 517[500] 823 997[ 1000] 4005[500] 483[590] 599 694 981 5133 70 94 259 331 430 680 784 88 94 834 S024 144 366[ 3000] 725 43 50 53 984 7045 154 30« 15 407 83»8 560 628 721 931 8056 86 211 344 95 712 62 913[lOOOl 19 9098 177 310 612 19 35 763 lOOU 274 427 612 899 11259 369 74[1000] 626 [lOOO] 36 859 998 1 2131 765 805 13381 634[ 500) 708 87 838[500] 930 RS 14101 281 61« 33 48 52 1 5280 303 401 593 920 51 16007 83[500] 145 243 483[500] 719 57 865 17072 247 608 728 63 911 18383 504 23 607 722 85 662 1P200 27 319 447 524[1090] 55 76 728 97« 80[500] 20057 122 65 413 42 655 710 37 96 910 21110 265 594 llOOO] 2 2 338 687 745 830 974 2 3 250 53 692 751 [3000] 9�8 24125 369 401 91 523«03 784 926 2 5185 618 890 963 2S193 90 355 597[1000] 631[500] 900 63[500] 27255 78 SOS 708 28033[1000] 143 348 520 898 2 9027 79 274 4P6 504«40 41 793[1000] 856 89 92 923 30103 31 217 27 469 703 923 3HOO 441 545 685 3 2 487 608 810 95 984 3 3033 129 245 549 523 783 3 4061 [3000] 123 13000] 221 30« 25[500] 72 75 409 704 16 852 3 5 426 60 598 77 691 836 96 947 8 7 3 6115 28 567 669 774 811»93 3 7206 33 45 9 4 462 758 872 3 8051 171[1000] 472 556 693 805 3 9 268 82[500] 85 335 37 448 920 37 40233 457 755 811 72 41147 246 451 87 678 720 982 42048 89[1000] 93 408 518 19 637 4 3070 74 107 60 408 606 54 77 048[10001 44213 806 93 4 5033 fSOO] 121) 43 208[500] 59 546[1000] 051 829 969 4 6000 581[500 j 730 31 870 918 4 7024 515 6.3 952 95 4 3229 97 336 449 72 49170 296 417 731 65 877 50139 89 313 653 7-0 51138«8 71 81 354 500«75 753 895[500] 52034[500] 113 94 298 341 458 540[1000] 837 95 5 3 228 309 57 722 892 944 5 4031 218 635 76.3 895 55157[500] 223 313 488 637 85 031 56055 82 139 75 823 535 73 657 13000] 769 826 916 5 7(91 641 799 802 37 43 968 5 8083 209 416 667 704 936[ 3000] 59 012 59 60 [1000] 128 310 794 60228 53 89[lOOO] 672 871 6 1 074 353[3000] 65 448 872[ 1000] 929 6202« 93 544 Sö 693 800[500] 63029 79 432 75 637 Sil 44[500] 64015 187[300] 218 89 445 552 70[500] 631 739 889 65002 103 27 317 67 414 843 65 66054 213[1000] 70 436 540 59 75 893 6 7280 83 308 404[1000] 536 6 8008 135 380[500] 405 317 84[1000] 843 64 912 6 9076 537 59 70007[ 500] 102 3 53 93 323[ 3000] 537 751 890 929 37 7 1 023[ 3000] 279 345 7 2 227[-00] 30« 03 708 7 3 001 7 177 295 359[1000] 416 992 7 4 211[500]<63[1000] 69 87 700 54 970 7 5233 424 633 725 4 3 835 908 4 2 7 600« 370 457 89 6R1 83 758 7 7019 217 59 390 527[500] 52 97 [500] 768[ 500] 84« 950 99[1000] 7 8333 656 782 881 961 79151 200 26 303 597 920 80062 109 253 303[ 5001 20 470 531 605 724 8 1 028 91 227 42 625 762 90 8-1 8207« 192[lOOfl] 206 85 487 624 8 3 207 493 552 95 727 S9 94 860 975 8 4090 150 82 293 314 90[500] 94 591 675' 3000] SIS 85711 56 86059 71 225 SS2 561 669 71 79! 961 8 7222 404«91 711 30 867 907 32 50 8 8079[3000] 88[500) 129 89 92 496 966 89191[300] 203 59 506 8 0202 301 517 606 95 863 942 9 1 076[500] 301 2 738 855 927 9 2919( 5 9 3 052 286 593 99[3000] 969 94112 242 79 93 34-[-00] 457 367 928 9 5030 13000] 558 7-5 9 6017 747 810[1900] 24 88 922 9 7084 163[1000] 220 96 862[ 3000] 667[ 500] Sil 98080 263 93 729 35 879 9 9002 84 194 377 610 46 769 812 100009 106 330 Ol 90 690 726 76 847 95« 8- 101038 [3000] 473-32[500] 048 976 1 0 2 248 505 790 1 0 3 236 494 503 648[1000] 724 882 920 1 04464 509[ 509] 67 710 811 92 990 105049 310 62 528 79 603 66[1000] 961 10 6092 747 915[ 500] 56[1000] 107003 158[500] 274 365[500] 476 685 787 938 1 0 8033 178 308 757 90 109 237 921 110028 2-8 501 6 647 796[1000] 93.3 58[1000] 111086 105 22 291 612 45 707 815 17 32 112-23 73 6.9 875 97 958 113381 429 51 114052 294 555 610 75 704 925 75 115070 162( 500) 518 61 630 949 36 116041 39 93 486 333 603 747 808 73[ 500) 90 117122 212 67 440 Ml 613[ 500] 87 868 1 18078 366 487 771 87 831 957 119306 487 94 602 813 998,, 120058 121 442 518 784 1 2 1 094 158 82 394[ 500] 683[1000] 718 122154 303 411 558 657 77 741 1�.3134 309 89 476[5000] 612 Ol[500] 841 971 124143 66[3000] 243 92 302 744 841 92 1 25037 144 ÜOOO)»1 290 567 957 [500] 126185 3"2 931[-00] 127145 315 402 llOOO] 31 631 743[1000] 974 1 2 8056 123 46 221 356 87 524 760 80 822[ 3000] 129011 247 479[lOOO] 530«26 TU 139101 46 361 09 98 430 575 620 701 802 84 1 3 1 031 32« 38 4G0 696 894 1 32224 456 746[1000] 87[-00] 816 944 1 3 3 211 310 34 560 810 66 712 48[ 500] ISlOl- (1000) 174 221 64 450[100»] 599|500l 731 135040 120 319 409 96 634 74! 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Berlin. Für den Snserattnteil verantw.; Th. Glilkc, iverlin. Dnick u. Verlag; Vorwärt? Buchdruckerei u. VerlagSanstatt Paul Singer 8c Co.. Berliu SW. |lr, 272. 24. Ichrgaug. 4. Jieiliiit Ks Joniiärts" Inlinet lolUlott. Mitwach, 20. Noomtn 1907. lieber die llntemchtterfolge der Berliner Gemeindefcbule oberen Klassen bewirken, so daß diese auch beim Achtklassen- Isystem„hinreichend voll" würden und vielleicht sogar noch s Vermehrt werden müßten. Billiger würde das allerdings nicht. Für die Freisinnigen des Rathauses ist das Gnmd genug, dieses Verfahren abzulehnen. ist oft gesagt worden, sie seien nicht so, wie man sie wünschen müsse. Sie waren unzulänglich danials, als noch das Sechs- klassensystem bestand, aber befriedigen können sie auch heute noch nicht, wo wir das Achtklassensystem haben. Damals wurde im Sechsklassensystem eine der hemmenden Ursachen erblickt und die Einführung deZ Achtklassensystems gefordert, heute aber gibt man dem Achtklassensystem Schuld und möchte es auf ein Siebenklassensystem zurückschrauben. Es sind die Wortführer der freisinnigen Stadt- verordnetenmehrheit, die an demAchtklassen- system rütteln. Sie warten nicht mit ihrer Kritik, bis es erst'mal seine volle Wirkung hat ausüben können. Ein- geführt wurde cS Michaelis 1902(nachdem uns Michaelis '1990 das Provisorium des Siebenklassensystems beschert worden war), mithin werden Michaelis 1910 die ersten Kinder entlassen, die acht Schuljahre unter dem Achtklassensystem ab- solviert haben. Ein völlig zutreffendes Urteil über seine Wirkung wird selbst 1919 noch nicht gefällt werden können, weil ja in den ersten Jahren nach 1902. in denen die Lehrer- schaft sich erst einarbeiten mußte, begreiflicherweise manches rücht gleich so„geklappt" hat. Doch die Gegner der neuen Organisationsform, denen übrigens auch der jetzige Stadtschul- rat Fischer sehr nahe steht, haben es eilig. Ihnen wird es in den tkram passen, daß die Schuldeputation schon hat feststellen lassen, was denn das Achtklasscnsystem bis- her geleistet hat. Und sie werden versuchen, das Er- acbnis dieser Feststellungen für ihren Sturm aus das Acht- Lassensystein auszunutzen. Das Ergebnis wird veröffentlicht im neuesten Jahres- bericht der Schuldeputation, der das Jahr 1906/07 behandelt. Kurz vor Ostern 1907 war eine Statistik auf- genommen worden, die die Osterversetzungen betraf. In den Osterklassen saßen damals 113964 Kinder. Sieht man ab von den Kindern, die an Nebenklassen abgegeben wurden, in Fürsorgeerziehung überwiesen wurden, wegen langer Krankheit sehr zurückgeblieben waren, vor Erfüllung der Schulpflicht vom Schulbesuch dispensiert wurden, dann bleiben noch III 94ö Kinder, die Ostern hätten versetzt werden müssen. Versetzt wurden aber 93 656 Kinder, das sind 85,4 Prozent. Der Bericht sagt, dieser Prozentsatz sei nicht ungünstig, aber er genüge nicht. Man müsse berücksichtigen, daß auf einen achtjährigen Schulbesuch sieben Versetzungen entfallen, für die immer nur dieser Prozentsatz in Frage komme. Es ist übrigens doch nicht für alle Klassenstufen derselbe, aber die Schwankungen sind allerdings nicht sehr groß. Eine andere Zusammenstellung will zeigen, wie viel Kinder jeder Klassenstufe auf dieser Klassenstufe nicht normal fortsch ritten. Die vor Ostern aufgebaute Statistik ergab, daß in den Osterklassen schon länger als zwei Halbjahre saßen: in den achten Klassen 22,72 Proz., in den siebenten 17,94 Proz., in den sechsten 16,88 Prolin den fünften 16,05 Proz., in den vierten 18,41 Proz., in den dritten 13,16 Proz., in den zweiten 14,15 Proz. In den Michaelisklassen, die ja erst wieder zu Michaelis Versetzung hatten, saßen zu Ostern länger als ein Halbjahr: in den achten Klassen 15,97 Proz., in den siebenten 11,53 Proz., in den sechsten 10,34 Proz., in den fünften 8,23 Proz., in den vierten 7.23 Proz., in den dritten 6,91 Proz., in den zweiten 6,16 Proz. Die Osterklassen hatten zu Michaelis in ihren oberen Abteilungen die meisten derjenigen Kinder mit hinein nehmen müssen, die aus den oberen Abteilungen der Michaelis Lassen nicht versetzt worden waren. Ein hoher Prozentsatz zurückgebliebener 5kinder mußte sich daher im Winterhalbjahr in den Osterklassen finden, während eine im Sommerhalbjahr vorgenommene Zählung dieselbe Erscheinung für die Michaelis Lassen ergeben würde. Der Bericht hebt hervor, daß in den achten Michaelis- bczw. OsterLassen 13.97 Proz, bezw. 22,72 Proz. der Sfänder größtenteils schon nicht mehr die Mög lichkeit hatten, in acht Jahren die erste Klasse zu erreichen. Die Versicherung des Berichtes, daß man zur Erklärung dieser hohen Zahlen nicht die Älassenfrcqueiiz mit heranziehen dürfe, wird in Lehrerkreisen Kopfschütteln hervorrufen. Die Ermittelungen haben sich auch darauf erstreckt, wie viele Halbjahre von den Kindern der einzelnen Klasfenstufen seitBeginn ihrer Schulpflicht gebraucht worden waren, um ihre Klasse zu erreichen. Dabei ergaben sich für diejenigen Kinder, die mehr als die normale Zeit gebraucht hatten, folgende Zahlen(Oster- und Michaelis klassen zusammengenommen): in den siebenten Klassen 23,42 Prozent, in den sechsten 33.54 Prozent, in den fünften 41,69 Prozent, in den vierten 48.22 Prozent, in�den dritten 51,91 Prozent, in den zweite» 49,35 Prozent, in den ersten 39,M9 Prozent. Unberücksichtigt sind hier alle Kinder geblieben, die nicht schon von der untersten Stufe ab eine Berliner Gemeindeschule besucht hatten. Der Bericht hebt hervor, daß das Achtklassen- system höchstens erst auf die Klassen VI bis III einen Einfluß ausgeübt haben kann, während„den jetzigen Klassen II und I noch die Vorteile des sechs- beziv. siebenklassigen Systems zugute kommen, nämlich ein schnelleres Erreichen der oberen Klassen". An diesem Punkte werden die Gegner des Acht- ktasseiisystems einsetzen, um den früheren Zustand als den besseren hinzustellen. Es ist schade, daß nicht auch aus der Zeit des ScchSklasscnsystems Erhebungen von gleicher Gründlichkeit vorliegen. Die einzige Vergleichung, die zwischen damals und heute möglich ist, betrifft die Zahl der Kinder, die nach Vollendung der Schulpflicht aus den einzelnen Klaffenstufen entlassen wurden. Da wird natürlich das Sechs- klassensystem einstweilen noch günstiger als das Achtklassen- system erscheinen müssen, weil damals in ersten Klassen Kinder der drei letzten Schuljahre saßen. Die Gegner des Achtklassensystems machen kein Geheimnis daraus, daß sie bei ihrem Wunsch, unsere Gemeindeschule rückivärts zu„reformieren", vor allem an die Schonung dcs Stadtsäckels denken. Von einem Siebenklassensystem erwarten sie Ersparnisse, weil dabei mindestens zweihundert der jetzt ersten Klaffen eingezogen und die dann ersten Klassen„besser gefüllt" werden könnten. Wir empfehlen ein gegenteiliges Verfahren. Vermehrung der unteren Klassen würde weitere Herabsetzung ihrer Frequenz ermöglichen und durch Steigerung ihres Unterrichts- j ersolges ein schnelleres und zahlreicheres Aufrücken in die! Partei- Angelegenheiten. Achtung! Während der voraussichtlichen Dauer des preußischen Parteitages am 21., 22. und 23. November werden die Geschäfte des Verbandes im Ge- Werkschaftshause, Engel-Ufer 15, Zimmer 2, erledigt. Alle dringlichen Mitteilungen sind, während dieser Zeit, dorthin zu Händen des Unterzeichneten zu richten. Leopold Liepmann. Schriftführer des Verbandes. Rummelsburg. Die Parteigenossen seien darauf hingewiesen. daß morgen Donnerstag, den 21. November, abends pünktlich 8l/s Uhr, im Saale der Wwe. Weigel der dritte Vortragsabend statt- findet. Um recht zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. WuidmannSlust. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet Sonntag, nachmittags 4 Uhr, bei Bergemann in Stolpe statt. Bcvlimv JVachncbten. Des Pastors Sehnsucht nach dem Mammon. Wer die salbungsvollen Worte unserer Pastoren hört, tvenn sie gegen die irdischen Güter wettern und auf die Be lohnung im Himmelreich verweisen, muß manchmal auf den Gedanken kommen, als seien sie selbst Feinde des Besitzes. Eigentlich müßten sie es sein, wenn ihre Worte von der Tugend der Entsagung und der Belohnung im besseren Jen seits auftichtig gemeint und nicht Schein sein sollen. Das ist aber in Wirklichkeit durchaus nicht der Fall. Selbst Pastoren meinen im Herzensgrunde, daß sie von den Annehmlichkeiten dieser Welt auch ihr Teil haben wollen und um sich diese zu verschaffen, greifen sie sogar zu Mitteln, die zwar nicht mehr ungewöhnlich, aber für einen Pastor immerhin bc merkenswert sind. Im„Lokalanzeiger" vom 17. November befindet sich folgendes Inserat: Pastor, 30, evangelisch, wünscht Heirat mit vennögender Dame. Offerten Baumeister Leißling, Leipzig-Gohlis. Zwar werden die Ehen bekanntlich im Himmel geschloffen, aber auch der Pastor hält es mit den Leuten, die auf„diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" eine Frau durch die Zeitung suchen. Schon längst ist die Ehe in. besitzenden Kreisen zum reinem Geldgeschäft geworden, warum soll da der Pastor zurückstehen? Er bietet seine Stellung aus und verlangt als Gegenleistung Geld, Vermögen, die Frau wird mit in Kauf genommen. Das wird natürlich den Pastor nicht hindern, von der Heiligkeit der Ehe und von der Begehrlichkeit der unteren Volksschichten seinen Gläubigen besonders am heutigen Büß tage mit frommem Augenaufschlag Vortrag zu halten. Kann es größere Heuchelei geben? Die Polizei gegen das Glücksspiel. Die als unentbehrliche Bestandteile eines Schützenplatzes angesehenen Würfelbuden sollen verschwinden, wenigstens im Landespolizeibezirk Berlin. TaS Polizeipräsidium hat verfügt, daß auf Rummelplätzen und anderen öffentlichen Stätten nicht mehr um Geld oder Waren gewürfelt werden darf. Die Pächter der Schaubudenplätze sind natürlich mit dieser Verfügung gar nicht einverstanden und wollen ihre Rechts- gültigkeit im Prozeßwege anfechten. Gegen dab Jugendturnen der Arbeiter-Turnvereine. Am Sonntag wurde der„Berliner Turnral", der zur„Deutschen Turnerschaft" hält, aus Anlaß der Jubelfeier seines fünfzigjährigen Bestehens von hohen, höchsten und allerhöchsten Herrschaften mit Ehrungen überhäuft. Am Montag mußte eine Versammlung von Ärbeiter-Turnern sowie von Eltern aus der Arbeiterbevölkerung Einspruch erheben gegen die Ein- griffederBehördenindaSJugendturnenderAr» beiter-Turnvereine. Härter konnten die Gegensätze nicht aufeinanderprallen. Und greller konnte nicht die Scheidung be leuchtet werden, die in den Reihen der Turner sich vollzieht und durch eifrige Nachhülfe von„oben" beschleunigt wird. Die Versammlung war veranstaltet worden vom Berliner Ar beiter-Turnverein„Fichte". Aus allen Teilen Berlins und aus den Vororten waren die Teilnehmer, darunter auch viele Mädchen und Frauen, herbeigeeilt und hatten den großen Saal des Etablisse ments Keller(Koppenstraße) gefüllt. Turngenosse Karl Frey au? Leipzig, der Vorsitzende des Arbeiter-Turnerbundes, hatte das Referat übernommen. Er begann mit einem Hinweis darauf, daß die Drangsalierung der Arbeiter-Turnvereine nunmehr aus einer Jntereffenfrage dieser Vereine selber zu einer Angelegenheit geworden ist, die die gesamte Arbeiterklasse angeht. Die Jugendlichen sollen dem Einfluß der Arbeiter-Turner entzogen werden, lveil diese in ihrer Mehrheit sich zu sozialdemokratischen Anschauungen bekennen! Den Eltern aus der Arbeiterbevölkerung soll das Recht abgesprochen werden, diesen Arbeiter-Turnern ihre Kinder anzuvertrauen! Frey legte die Beweggründe dar, die zu der Hetze gegen die Arbeiter-Turnvereine geführt haben. Von der „Deutschen Turnerschaft" ging sie aus, und die Behörden griffen begierig nach dem„Material", daö ihnen von dort geliefert wurde. Tie„Deutsche Turnerschaft" selber hatte wider ihren Willen den An- stoß zur Gründung besonderer Arbeiter-Turnvereine gegeben, indem sie Arbeiter wegen Zugehörigkeit zur sozialdemo- kratischen Partei hinausdrängte oder hinauswarf. Als dann die Arbeiter-Turnvereine rasch an Größe und Bedeutung ge- wannen, weil viele turnende Arbeiter freiwillig aus der„Deutschen Turnerschaft" zu ihnen übertraten, schrien die„Deutschen" um Hülfe und machten die Behörden mobil. Der Referent zeigte, wie all die Vorwürfe und Schmähungen, die einst gegen„Turnvater" Jahn geschleudert wurden, heute von einem entarteten Geschlecht deutscher Turner gegen die Arbeiter-Turnvereine wiederholt werden. Die Behörden von heute, durch Spitzel und Denunzianten bedient, schicken sich an, ebenso forsch gegen die Arbeiter-Turner vorzugehen, wie die Behörden von damals gegen Jahn und seine Anhänger vor- gegangen sind. Schon genügt eS den„Deutschen" nicht mehr, daß den Arbeiter-Turnern für ihre Schülerabteilungen die Turnhallen entzogen worden sind, und ihnen nun auch für ihre Lehrlings- abteilungen Erschwerungen bereitet werden. Das Bundesorgan der „Deutschen Turnersdhaft" hat gegen die von der„Arbeiter-Turn- zeitung" geäußerte Meinung, daß die turnenden Arbeiter auf die Verordnungen von Ministerien pfeifen werden, die Staatsanwalt- schaft angerufen, und diese hat verständnisinnig bereits Schritte getan, die angebliche„Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Gesetze" zu verfolgen. Der Referent betonte nachdrücklich, es sei mehr als die Sorge um die Pflege vaterländischer Gesinnung unter den Turnern, es sei derSelbsterhaltungstrieb der bürgerlichen Klasse, der die sich„unpolitisch" nennende „Deutsche Turnerschaft" dazu gebracht habe, die alten Ueberliefe- rungen freiheitlichen Turnergeistes schnöde preiszugeben und die Staatsgewalt aufzurufen zum Einschreiten gegen die turnenden Arbeiter, zur Entrechtung der Arbeiter-Turnvereine. Die Arbeiter- Turner seien entschlossen, den Kampf durchzufechten, den man ihnen aufgedrängt habe, und diesen neuen Schlag, die Erschwerung ihres Jugendturnens, unwirksam zu machen. Das Ergebnis des Kampfes werde das sein, daß auch in den Reihen der Turner die durch den Klassengegensatz gebotene Scheidunginhübenunddrüben zu einer vollständigen werde. Der Vortrag wurde mit jubelnder Zustimmung aufgenommen. Ihm folgte eine Diskussion, in der neben Vertretern von Arbeiter-Turnvereinen Berlins und der Vororte auch Gegner sich äußerten. Einer von diesen pries die„Deutsche Turnerschaft" als Stätte des Friedens und beschwor die Arbeiter, ihr nicht den Rücken zu kehren. Ihm wurde mit rückhaltloser Schärfe erwidert, gerade durch die Gegner der Arbeiterklasse sei die„Stätte des Friedens" zu einer Stätte des Hasses gemacht worden. Von besonderem Interesse waren die Ausführungen einiger Väter, die der Ver- sammlung schilderten, welchen Druck die Schule auf ihre Kinder und auf sie selber auszuüben versucht habe, um dem Turnverein „Fichte" die Schüler zu entziehen. Selbst die Verweigerung freier Lehrmittel hat dabei eine Rolle spielen müssen. Mitgeteilt wurde, daß der Verein in seinen Schüler- und seinen Lehrlingsabteilungen selb st ver ständlich das Turnen fortfetze. Eltern, denen die Schule Schwierigkeiten machen will, sollen Beschwerden übermitteln an Turngenossen R. Schröder, Koppenstr. 24. Die Turnwarte haben jetzt die Ausstellung von Unterrichtserlaubnis- scheinen nachgesucht und— warten auf Bescheid; einer hat ohne Er- laubnisschein weiter unterrichtet und will im Fall der Bestrafung die Sache durch alle Instanzen treiben. Die Versammlung endete erst nach Mitternacht mit der widerspruchslosen Annahme einer R e s o- lution, die jenen Eingriff in das Jugendturnen der Arbeiter- Turnvereine zurückweift als einen Verstoß gegen die Verfassung, durch die die Gleichheit vor dem Gesetz garantiert werde. Wintermorgen im Wälde. Ein leiser Winterhauch weht über die dünne Eisdecke. Leicht dringt der geworfene Stein, der aufgestoßene Stock durch den schwachen Panzer. In den offenen Wasserflächen, die der Frost noch nicht bezwungen hat, spiegeln sich die Kiefern. Sie sind jetzt Allein- Herrscher in der stillen Landschaft. Die entblätterten Kronen der eingestreuten Laubhölzer haben aufgehört, das dunkle Massengrün des Nadelwaldes zu durchbrechen. Nur das dürre, braune Laub der Eichen, die schwärzlichen Gesträuche der Erlen im Moor und die schlanken, weißen Birken mit dem rotbräunlich überhauchten Schopf ihres zierlichen Gezweiges stehen hier und dort malerisch gegen das starre Kieferngrün. Die Grashalme um die Seen, im Moor und am Wege, die Nadeln und braunen Blätter aus dem Waldboden und was sonst unser Auge da unten trifft, alles ist mit Reif überzuckert. Auch die aufgeschichteten Stöße frisch geschlagenen Kiefernholzes, die die Luft mit Harzgeruch erfüllen. Zwischen den Släimnen regt es sich. Damwild zieht langsam vorüber, ein ganzes Rudel Schaufler. Bis sie den Wanderer ge- wahren. Mit eins wenden sie ihr breites Geweih dem Eindringling zu, um ihn einen Augenblick starr und unschlüssig anzustarren. Dann macht eins der Tiere einen Satz; der Bann ist gebrochen, und alles jagt davon, um ein paar hundert Meter weiter wieder ruhig zu äsen. Höher steigt die Sonne. Wie es die langen, geraden Schatten der Kiefern zulassen, leckt sie erst mir streifenwciie den Reif von Schilf und Gras. In Wasser verwandelt perlt er herab und w-cli die bcfchcidensten der Pflanzen, Gräser und Kräuter, die auch im Winter ihr Grün nicht gänzlich aufgeben, zu neuem Leben. Das Moos quillt auf im schmelzenden Reif und die grmien Flechten der Baumrinden verlieren ihre Starrheit und färben sich lebhafter. Mit dem Reif, der mehr und mehr zergeht, schwindet mählich auch die Märchenstiinmung aus der Landschaft.— Tagesordnung für die Sitzung der Stabtverorbnctenversamm» hing am Donnerstag, den 21. November d. I.. nachmittags 5 Uhr: Vorlagen, betreffend die unentgeltliche Abtretung von Straßenland an die Gemeinde Boxhagen-Rummelsburg,— den Erlaß eines Lrtsstatutes wegen Anstellung eines Direktors des städtischen Fach- und Fortbildungsschulwesens,— die Einrichtung einer Baracken- schule an der Seestraße,— den Verkauf einer Fläche des Rummels- burger Sees,— die Anschaffung eines Automobils zur Benutzung durch die Magistratsmitglieder und die Beschaffung von Abonne- .nentsfahrkarten der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft für die Mitglieder der städtischen Behörden,— den Beschluß der Ver- sammlung, in gemischter Deputation darüber zu beraten, ob und in welcher Weise Reformen in der inneren Verwaltung der Stadt Berlin eingeführt werden können mit dem Zwecke, der dauernden Vermehrung deS städtischen Beamtenpersonals entgegenzutreten, insbesondere durch Verminderung der Schreibarbeit und besseren Organisation der einzelnen Verwaltungen,— die Neuregelung der Anstellungs- und Besoldungsverhältnijse der Assistenzärzte an den städtischen Krankenhäusern,— die sofortige Ausführung von Prahmarbeiten bei der städtischen Flutzbadeanstalt Moabiter Brücke zu Lasten des SpezialetatS öl, für!9<13,— die B e w i l l i- g'ung von Ruhegeld und Hinterbliedenenvcr» sorgung für die ohne Pensionsberechtigung im Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Per- s o n e n,— die Anlegung der Straßen ba, 10a, zwischen den Straßen 10d und 10e in Abteilung XI deS Bebauungsplanes und des südlichen Dammes der Bornholmerstraße, zwischen Grünthaler Straße und Straße 5b, sowie Erwerb von Straßenland zu den Straßen 5a, 10a und 106 im Wege der Enteignung,— die Ent- schädigung für Entwertung eine? Grundstückes durch den Neubau der Grünstraßenbrücke,— Erbouung zweier Fahrzeugdepots für die Straßenreinigung,— die Stiftung einer Nachtragsbibliothek, — die Versagung der Bewilligung eines Ruhegeldes an einen ehe- maligen Trichinenbeschaner. Außerdem finden in dieser Sitzung, und zwar um Ö Uhr, die Wahlen von neun unbesoldeten Stadt- raten für die Stellen der Herren Buchow, Gehricke, Hübner, Jäcoby, Kalisch, Maas, Marggraff, Dr. Straßmann und Venükv, deren Wahlzeit mit Ende dieses Jahres abläuft, statt. Berliner Postwesen. Die Zahl der Postanstalten in Berlin geht nach einer neuen Zusammenstellung der Oberpostdirektion jetzt bis 113. In dieser Reihe zählen mit das Hofpostamt für Geld, Pakete usw., das Briefpostamt und das Pakctpostamt für die Paketbestellung von ganz Berlin. Dazu kommen die Bahnpost- ämter 1 bis 4 und 18 sowie daö Postfuhramt, daS Kabinettspostamt und die Postämter des Herrenhauses, des Abgeordnetenhauses und des Reichstages, die nur während der Sitzungszeit in Tätigkeit sind. Van den Vororten des Bezirks hat Charlottenburg 6 Post- ämter, Rixdorf 5, Schöneberg und Groß-Lichterfelde 4, Steglitz, Lichtenberg, We'tzensee und Wilmersdorf 2, die übrigen je 1. Telegraphenämter gibt eS in Berlin 2, das Haupttelegraphcnami und das Telcgraphcnamt Börse, Telegraphcnzweigstellcn 3, am Brandenburger Tor, im königlichen Schloß und am Potsdamer Tor. Außerdem gibt es 4 Telegraphcnhülfsstellen in Tegel, Tegelgrund, Tcgelsee und Rehberge. Fernsprechämter 1. Klasse hat der ganze Bezirk 8 und zwar das Hauptfernsprechamt, die Fernsprechämter 2, 3, 4, 6, 7, Charlottenburg und Wilmersdorf. �ihnen sind zum Teil mehrere Vermittelungsanstalten zugeteilt. Dem Telegraphen- und Fernsprechbctricb zugleich dienen das Tclegraphenzweigamt und das Telegraphenbauamt. Ein Hoflieferant. Die Zahl der Hoflieferanten ist keine geringe, Berlin allein kann eine stattliche Zahl davon ausweisen. In der Hanpisache bandelt es sich um einen Titel, dessen Erlangung obendrein noch mil nickt un- erheblichen Kosten verknüpft ist. Es gibt Leute, denen an solchen Titeln viel gelegen ist und denen es dabei auf Kosten nicht an- kommt; ob sie nun wirklich in die Lage kommen, für den oder jene» Hof— denn„Höfe" haben wir im deutschen Vaterlande nicht wenige— zu liefern, ist ihnen gleichgültig. Die Hauptsache ist, da oft der Ehrgeiz befriedigt wird. Dann gibt cS wieder Leute, die da meinen, mil dem Hofliefcrantcntitel die sogenannte bessere Kundschaft anzuziehen und somit ei» besseres Geschäft zu machen, eine Speku- lation, die durchaus nicht unübel ist. ES gibt kaum einen Gebrauchs- artikel, für den nicht ein Hoflieferant vorhanden wäre. Dabei kommt es nicht einmal daraus an, ob der Inhaber des Hof- lieferanteutitels die Ware im eigenen Betriebe herstellt oder fertig bezieht. Wenn daS erstere aber der Fall ist, so ist der Lieferant auch nicht selbst der Verfertiger, sondern seine Arbeiter. Allgemein bekannt ist eS, daß der Hoflieferant auf Preise hält. Nicht immer aber trifft eS zusammen, daß der Hoflieferant auch den eigentlichen Verfcrtigern des Produktes, den Arbeitern, entsprechenden Lohn für ihre Arbeit zahlt, obwohl man der Meinung sein sollte, daß der Inhaber eine? solchen Titels nach dem Grundsatze: , dlobls5ss oblige"(Abel verpflichtet) handeln müßte. Wir kennen Hoflieferanten, die diesen Grundsatz auS ihrem Betriebe aus- geschaltet haben, soweit die Arbeiter in Freme kommen, und mehr olS einmal haben in den Spalten unseres Blattes Mitteilungen ge- standen, aus denen ersichtlich war, daß die Arbeiter ihre Organi- salion gegen schlechte Bezahlung und Behandlung, die ihnen zuteil wurde, in Anspruch nehmen mußten. Nicht immer aber ist das möglich. Es gibt gewisse Hoflieferanten, die mit organisierten Arbeitern nicht gern etwas zu tun haben und wenn möglich, solche Arbeiter am liebsten auS ihrem Betriebe ausschließen möchten. Diese Absicht läßt sich nur nicht immer ausführen. Will der Hoflieferant leistnugs- fähige Kräfte, um besonderen hochgestellten Anforderungen genügen zu könne», so muß er eben organisierte Arbeiter nehmen. Es ist auch diesen Leuten nicht unbekannt, daß gerade die intelligentesten und tüchtigsten Arbeiter organisiert sind. Welche Ansprüche an einen Arbeiter manchmal ein Hoflieferant stellt, dürfte aus einer Fragestellung des Hoflieferanten Theuerkau am Wcinbergsweg an einen Bewerber um eine Stelle hervorgehen. Herr Theuerkauf produziert Handschuhe und hat es mit deit Jahren zu ansehnlichem Vermögen gebracht. Mit seinen Arbeitern hält er es so, daß er mit ArgnSaugen darüber wacht, immer einen großen Prozentsatz Arbeiter zu beschästigen, die keiner Organisation an gehören. Nach außen legt er Wert darauf, als humaner Arbeitgeber zu gelten. In der Praxis trifft er mauchal Maßnahmen, die mit der geruhmteu Humanität sehr oft in Widerspruch stehen. Wer sich seiner Sympathie und seiner Gunst nicht mehr erfreut, tut gut, sich baldigst nach anderer Arbeit umzusehen oder er fliegt, und wenn auch sonst weiter kein Grund vorhanden sein sollte. Neulich suchte der Herr zum Verkaufen der Handschuhe einen Verkäufer. Einem Bewerber um diese Stelle wurden folgende Fragen vorgelegt:„Wie alt sind Sie? Zu welcher Religio» bekennen Sie sich? Welches Körpermaß habe» Sie? Falls Photographie vor- handen, bitte darum. Welches sind Ihre Gehaltsailsprücke? Hierzu bemerke ich, daß dieselben in Anbetracht, daß Sie Anfänger find, wohl erwogen sein müßten." Das interessanteste an dieser Fragestellung ist die Frage nach dem Körpermatz. Es wäre erwünscht zu erfahren, welche Bedingungen Herr Theuerkauf bezüglich des Körpermaßes stellt. Ob er sich mit der Angabe der Körpcrlänge begnügt oder ob er noch weitere Einzelheiten des Körpers anzugeben verlangt. Die Frage nach der Religion läßt darauf schließen, daß auf die christliche Rc- ligion Gewicht gelegt ivird, obwohl wir eS für wenig christlich halten müssen, wenn langjährig im Dienste de? Herrn Theuerkauf gestandene Arbeiter aufs Pflaster flogen, weil sie nicht mehr leistungS- fähig waren, oder andere einige Tage vor Weihnachten den Lauf- paß bekommen. Eins geht aber unzweifelhaft aus dem Autwortschreiben hervor: Die Stellung des Herrn Th. zu der Gehaltsfrage. „Wohl erwogen" müssen die Ansprüche sein, obwohl die Ansprüche des Herrn Th. durchaus nicht bescheiden genannt werden können. „Wohl erwogene" Ansprüche der Arbeiter sind aber die Hauptsache auch bei einem Hoflieferanten._ Die Heizung der Markthallen sollte in diesem Winter nach der vorjährigen Ankündigung der Verwaltung so rechtzeitig er- folgen, daß nicht wieder ähnliche Frostschäden an den Waren- beständen eintreten können, wie sie die letzte Kältcpcriode den Standinhabcrn gebracht hat. Bisher ist aber, wie in einer Ver- sammlung der Markthallcnstandinhabcr hervorgehoben wurde, noch nichts in dieser Richtung erfolgt. Die Ocfcn seien immer noch nicht aufgestellt, obwohl man jetzt jeden Tag mit dem Eintritt strengen Frostes rechnen könne. Tie Standinhaber wollen die Verwaltung um Beschleunigung der diesbezüglichen Vorkehrungen bitten, damit nicht erst wieder die Ocfen aufgestellt werden, wenn die Waren schon erfroren sind. Bebauung dcS Tempelhofer Feldes? Ucbcr den beabsichtigten Verkauf eines Teiles des Tempel- hofcr Feldes und über eine teilweise Bebauung des großer Exerzierfeldes hat ein Berichterstatter in gut informierte» lommunalpolitischen Kreisen TempclhosS folgendes in Erfahrung gebracht: Nach dem vollständigen Ausbau des Döberiher Uebungsplatzcs und nach der Fertigstellung der Döberitzer Heerstraße beabsichtig' der MilitärfiskuS, den westlichen.Teil hes Tempelhofer Feldes (zwischen Dreibundstrahc, Chaussee, Ringbahn und den Kaserne- ments an der General Papcstraße) an ein Finanzkonsortium zu verkaufen, das bereits in der Bildung begriffen sei und später daS gewaltige Gelände zwecks baulicher Erschließung aufteilen wolle. Gleichzeitig mit der Verwirklichung dieses Planes soll auck über die anderweitige Verwendung dcS Aufmarschgeländes am Viktoriapark endgültig entschieden werden. Mit der Durchführung des Projekts hängen ferner, wie es heißt, die umfangreichen Land- ankäufe zusammen, die die Militärverwaltung bei Zossen, Schön- eiche, Kallinchen und Zehlendorf gegenwärtig vorninunt. Dc> östliche Teil dcS Tempelhofer Feldes soll auch fernerhin für Paraden und kleinere Uebungen benutzt werden, während der westliche Teil infolge der Neuanlagen außerhalb Berlins für die Militärbehörde entbehrlich wird. Das„Berliner Tageblatt" hat an zuständiger Stelle im Kriegs Ministerium in Erfahrung gebracht, daß die Absicht einer Ver äußerung militärfiskalischen Geländes bestehe; sie habe aber noc' keine greifbare Gestalt angenommen. Insbesondere seien Unter Handlungen mit einem Konsortium nicht im Gange, da eine Offerte dem Kriegsministerium nicht vorliege. Wir meinen, wenn an eine Veräußerung eines Teiles des Tempelhofer Feldes gedacht wird, kämen die beteiligten Gemeinden in erster Linie als Käufer in Frage und nicht ein Finanzkonsortium daS doch nur Tcrrainfpekulation treiben würde. Der H-chbahnh-f Warschauer Brücke, welcher wegen notwendig gewordener baulicher Verandeninge» längere Zeit geschlossen war, wird, wie wir hören, in den ersten Tagen des Dezember d. J- den, Betriebe wieder übergeben werden. Ein bedauerlicher Unglücksfall ereignete sich gestern früh auf dem Grundstück Lindenstraße 74. Beim Abriß stürzte ein alter Mauerpfeiler ein und begrub den Bauarbeiter Tempel. Schwer verletzt wurde der Bedauernswerte im Krankenwagen fortgeschafft. Wegen unschuldig erlittener Untersuchungshaft Entschädigung zu erhalten, ist durchaus nicht so leicht, wie manche Leute sich das vorstellen. Das muhte ein Arbeiter Albert Wegcner erfahren, der am ll). April in Untersuchungshaft genommen wurde, weil er ver- dächtig sein sollte, an einem Uebekfall auf den Wächter Friedrich Schröter auf dem Golgathafriedhof an der Barfusstraße teil- genommen zu haben. Der Verdacht lenkte sich auf Wegcner, weil er auf dem Friedhos beschäftigt gewesen war, sich aber eine besser lohnende Stelle gesucht hatte. Wegener wurde der Tat beschuldigt mit Leuten, die er gar nicht kannte. Auf dem Polizeipräsidium gab W. seine Entlastungszeugen an, sie wurden aber nicht ver- nommen, sondern W. wurde nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit übergeführt. Als er am anderen Tage dem unrersuchungs- cichter vorgeführt wurde, verlangte er abermals vie Vernehmung leiner Entlastungszeugen, die sein Alibi nachweisen würden. Ver- gebens. W. saß bis zum 12. Mai, wo er zum ersten Male verhört wurde, aber wieder hatte man seine Entlastungszeugen nicht ge- laden. Er beschwerte sich am 13. Mai bei der Oberstaatsanwalt- schaft, welche sofort die Vernehmung seiner Zeugen anordnete. Das geschah am 17. und 18. Mai. Diese Vernehmung hatte die Ent- lassung W.s am 22. Mai zur Folge. Es muß die Frage aufgeworfen werden: Warum kam man nicht gleich dem Ersuchen W.s nach? In diesem Falle wäre die lange Untersuchungshaft doch unnütz ge- Wesen. W. hat auf diese Weise 5 Wochen in Untersuchungshaft zubringen müssen und außer der seelischen Aufregung auch noch er- heblichen Verlust erlitten. Nun besteht allerdings ein Gesetz, nach welchem an Personen, die unschuldig in Untersuchungshaft gesessen haben, Entschädigung gezahlt werden soll. W. stellte deshalb einen entsprechenden Antrag. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt und zwar deswegen, weil das Verfahren gegen W. wegen„mangelnder Beweismittel" eingestellt worden ist, wie sich das Gericht ausdrückte. Wenn der Staat von der Zahlung einer Entschädigung an un- schuldig in Untersuchungshaft Genommene befreit sein will, braucht bloß daS Gericht den Ausdruck„mangelnde Beweismittel" anzu- wenden. In diesem Falle gibts keine Entschädigung. Wegen Ver- dacht einer Tat kann jeder in Untersuchungshaft genommen werden, aber Entschädigung wird nur gewährt, wenn auch das Gericht in seinem Entscheid der Ansicht von der völligen Schuldlosigkeit des Verhafteten Ausdruck gibt. Und das wird nicht so oft vorkommen, es sei denn, daß der zu Unrecht Verdächtigte Polizeidienste verrichtet und dem Staatsanwalt den wahren Täter ermitteln hilft und ihn der Polizei übergibt. Bei dieser Gelegenheit wollen wir»och mit- teilen, daß seinerzeit die„Morgenpost" und das„Deutsche Blatt" umfängliche Notizen über den Raubanfall brachten, in welchen W. als ein Ausbund schlimmster Sorte hingestellt wurde, sich aber ge- weigert hatten, von der Einstellung des Verfahrens gegen W. ihren Lesern Kenntnis zu geben, obwohl den Blattern der amtliche Be- scheid vorgelegt wurde. Bemerkt sei außerdem noch, daß der bei W. seinerzeit hauösuchende Kriminalkommissar Wannowski ein Bild von der Wand riß und mitnahm, ohne es wieder zuzustellen. Auf W.s Verlangen um Rückgabe des Bildes erhielt er vom Prä- sidium den Bescheid, daß Wannowski verreist sei und ihn nach Rück- kehr das Verlangen Wegeners mitgeteilt werden sollte. Aber es ver- ging Woche auf Woche, nichts rührte sich. Auf ein zweites Schreiben in derselben Sache erfolgte überhaupt keine Antwort. Ist denn das auf dem Präsidium Usus, Sachen wegzunehmen und den Rekla- manten ohne jeglichen Bescheid zu lassen? Die Kindcsleiche im Goldfischteich. Ein Leichenfund, der noch der Aufklärung bcdarf, ist vorgestern nachmittag im Tiergarten ge- macht worden. Ein Parkwächter sah auf der Oberfläche des Gold- fischteichcs einen roten Körper treiben und schaffte ihn ans Land. Es war die Leiche eines wenige Tage alten Mädchens. Sie hat anscheinend schon längere Zeit in dem Teiche gelegen. Ob man hier mit einem Kindesmord zu rechnen hat oder ob es sich nur um die Beseitigung der Leiche handelt, wird erst durch die Unter« suchung festgestellt werden. Ein Elendöbild. In den Anlagen des DönhoffsplatzcS wurd» gestern morgen gegen 7 Uhr ein etwa bOjähriger Mann besinnungslos aufgefunden. Ein Schutzmann brachte den Erkrankten nach der Unfallstation in der Kronenstratze, wo der anwesende Arzt den infolge Herzschlages eingetretenen Tod des Mannes feststellte. Bei dem Verstorbenen, der obdachlos war und im Freien genächtigt hat, wurden keinerlei Ausweispapiere vorgefunden. Die Leiche des Unbekannten wurde nach dem Schauhause gebracht. Der Tod im Polizcigewahrsam. In der gestrigen Nacht wurde im Gewahrsam dcS Polizei- Präsidiums eine unbekannte, etwa 30 Jahre alte Frauensperson vom Tode überrascht. Sie war von einem Beamten eingeliefert worden und kurz darauf fand man sie tot in ihrer Zelle auf. Die Todesursache wird erst im Schauhause, wo die Leiche untergebracht worden ist, festgestellt iverden. Die Fremde hat dnnkles Haar und war dunkel gekleidet._ Ein schwerer UiiglückSsoll wurde gestern auf dem Gesundbrunnen durch ein dnrchgcbcndeS Gespann angerichtet. Ein Mörtetfuhrwerk stand einige Zeit in der Pniizeu-Allee unbeaufsichtigt, als plötzlich die Pferde durchgingen. Ein etwa öS Jahre alter Mann wurde von den daherrasendcn Pferden bor dem Hause Prinzen-Allee 36 erfaßt und überfahren: sckwcrvcrletzt wurde er nach der Unfallstation ge- bracht. Außerdem wurde eine Straßenlaterne umgerannt, wobei ein Pferd zu Falle kam und ein Bein brach. Die Generalversammlung der OrtSkrankenkasse der Mäschefadri- katio» findet, wie aus dem Inseratenteil ersichtlich, iu einem Lokal statt, welches nicht aus der Lokalliste steht. Unsere Expedition glaubte ausnahmsweise daS Inserat aufnehmen zu müssen, weil sie von der Vorauösetzimg ausgeht, daß der„Vorlvärls" durch Statut als PublikatiouSorgau dieser Kasse festgelegt ist. Eine telcphouische Anfrage unserer Expedition bezüglich des Lokales im Bureau der Kasse, wurde von dort kurz abgelehnt. Arbciter-Iängerbund Berlins und Umgegend. Ausschuß- sitzung vom 17. November ISO 7. Folgende Vereine Ivurden in den Bund aufgenommen:„Gesangverein der GlaS- crbeiter Berlins" mit 21 Mitgliedern.„Weddinger Licderkranz" mit 37 Mitgliedern, Gesangverein„Freie Sänger"(Königswusterhausen und Umgegend) mit 54 Mitgliedern, Gesangverein„Eichenkranz" (Prenzlau) mit 34 aktiven Mitgliedern.— Mit allgemeiner Lc- fricdigung wurde davon Kenntnis genommen, daß sich die Gesang- vereine„Maiengruß" und„Sängcrgruß" iFricdrichshagcn) zu einem Chor, unter dem Namen„Friedrichshagener Männcrchor" vereinigt haben.— Ter zweite Kassierer gab die Abrechnung vom Sängerfest in Weißensee; hierbei ist zu bemerken, daß einer Er- höbung der Einnahmen ebenso eine Erhöhung der Ausgaben gegen- übersteht, welch letztere zum Teil aus den Truckkosten und vermehrten Arrangements resultiert. Der Bericht der Revisoren er- gab gegen die Abrechnung keine Einwendungen. Getadelt wurde der geringe Billcttabsatz einzelner Vereine.—'Dem Gesangverein in Zehlendorf sind in einer Klagcsache gegen 40 M. Kosten ent- itandcn; der Ausschuß übernimmt in Anbetracht der widrigen Lokalvcrhaltnisse in Zehlendorf einen Teil dieser Kosten auf Rech- nung des Bundes, rügt jedoch das Verhalten deö Vereins, daß c, «ich erst nach Erledigung der Klagesache an den Vorstand gewandt hat; dieses habe vor Anstrengung einer Klage usw. zu geschehen. Ter Ausschuß macht darauf aufmerksam, daß für die Folge, laut eines Beschlusses, jede Rechtsschutz- oder Kostenerstattung abgelehnt wird, wenn sich die Vereine vor Anstrengung einer Klage usw. nickt an den Vorstand wenden.— Ten, Gesangverein in Storkow wird auf seinen Antrag Rechtsschutz gewährt.— Ter Vorstand teilte so- dann mit. daß die Generalversammlung des Bundes am Sonntag, den 19. Januar 1908, vormittags 10 Uhr. in den„Musikersälen". Kaiser Wilhelmstr. 18m, stattfindet.— Seitens des Vorsitzenden wurde ferner mitgeteilt, daß der Statutenentwurf des.Deutschen Arbeiter-SängerbundeS" sämtlichen Vereinen übermittelt ist. Die Vereine werden ersucht, diesen Statutenentwurf einer gründlichen Durchberatung zu unterziehen. Der Ausschutz beschließt, um dieses Statut einer eingehenden Besprechung zu unterziehen, am Sonn- tag, den 15. Dezember. eine.Extra-Ausschußsitzung abzuhalten, mit der alleinigen Tagesordnung:„Beratung des Statutcncntwurfs des Deutschen Arbeiter-Sängerbundes." Vom Vorsitzenden wuvde mitgeteilt, daß sich verschiedene Körperschaften mit der Anfrage an ihn gerichtet hätten, ob bei ihren künstlerischen Veranstaltungen größere leistungsfähige Gc- sangvereine bereit wären, mitzuwirken. Die sich hierfür inter- essierenden Vereine mögen sich an den Vorstand, zwecks weiterer Veranlassung, wenden. Wer ist der Getötete? Am 17. d. M. ist vor dem Hause Fruchtstraße 22 ein dem Arbeiterstande angehörender 45 Jahre alter Mann durch Ueberfahren getötet worden. Der Unbckannrr ist 1,80 Meter groß, hat dunkelblondes volles Haar, starken Schnurr- bart und war bekleidet mit brauner Joppe, schwarzer Hose und Weste, grauwollenem Vorhemd, weiß und blau gestreiftem Hemd, grauer Unterhose, grauen Strümpfen, Schnallschuhen. Per'oncix die über die Persönlichkeit Auskunft geben können, wollen sich in den Dienststunden von 8 bis 2 Uhr im Polizeipräsidium, Zimmer 318, melden. Die Meldung kann auch in jedem Polizeirevier zu 9084. IV. III. 07 gemacht werden. Vermißt wird seit drm 11. d. M. der Tischler August Lehmann, Romintenerstr. 49 wobnhaft. Er hat sich von Hause enlfernt, um Arbeit zu suchen, er ist auck in der Naimyiistraße nachmittags 3'/, Uhr gewesen, aber nicht zurückgekehrt. Bekleidet war er mit dunklem Jackettanzug, steifem Hut, Chemisett und rotem Scklips, rot und blauem Barchentheind, grauen Stiümpfen und trug Zugstiefel. Er ist 1,75 Meter groß, hat dunkles Haar und rötlick laugen Schnurr- bart. Er ist 38 Jahre alt und geht etwas gebückt; er trägt eine» Trauring und einen Siegelring mit lila Siein. Da der Mann nervenleidend ist, irrt er vermmtich noch umher. Mitteilungen über den Verbleib nimmt jedes Polizeirevier sowie Frau Lehmann, deren Wohnung oben angegeben ist. entgegen. Vermißt und zu rekognoszieren. Am 22. Oktober d. I. hat sich Frau Berta Ziebell, geb. Lückow, am 31. 8. 34 zu Berlin ge- boren, aus ihrer Wohnung, Langhansstr. 33 in Weißensee, entfernt und ist bis jetzt nicht wieder zurückgekehrt. Sie ist 1,60 Meter groß, hat graumeliertes Haar, hohe Stirn, braune Augen, weiße, vielleicht schwarzgefärbte Augenbrauen, spitze Nase, keine Zähne. längliches Gesicht, blaßgraue Gesichtsfarbe, gebeugte Gestalt. schleppenden Gang, lange, dünne Finger und spricht unverständlich. Bei ihrem Fortgänge war sie bekleidet mit graugestrcistem Rock schwarzgrün karierter Barchendbluse, kleinem blauem Halstuch, Filz- pantofscln, schwarzen Strümpfen, weißem Barchendhemd, schmalem Trauring,„7. 65." graviert. Da die Vermißte etwas schwachsinnig ist, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß sie sich verirrt oder Selbst- mord verübt hat. Personen, welche über den Verbleib der Ver- mißten irgendwelche Angaben machen können, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen der Kriminalpolizei oder einem Polizeirevier zu den Akten 0069 IV. 50. 07 mitzuteilen. Am 8. d. M., früh 7% Uhr, wurde vor der Königin Augusta- straße 1 aus dem Landwehrkanal eine unbekannte Frauensperson in bewußtlosem Zustande gelandet, welche kurz darauf verstarb und deren Personalien bis jetzt nicht zu ermitteln gewesen sind. Die Unbekannte war etwa 35 bis 40 Jahre alt, 1,58 Meter groß. untersetzt, hatte volles dunkelblondes Haar, länglich-rundeS Gesicht, dunkle Augenbrauen, blaugraue Augen, vollständige Zähne, spitzes Kinn, auf dem Nasenrücken eine kleine Narbe, im Gesicht mehrere Warzen mit Haaren bewachsen. Bekleidet war sie mit dunkel- blauem Sackpalctot, schwarzer Ober- und llntertaille, einem braunen und einem blauen Unterrock, rotblau und weiß gestreiftem Barchend- Hemd, schwarzen Strümpfen, roten Strumpfbändern, ohne Kopf- und Fußbekleidung. Nachricht wird zu den Akten 8853 IV/41. 07 erbeten. Vom Borderperron des Straßenbahnwagen»(Linie 35, Kreuz. berg-Reinickendorf, Rathaus) geschleudert wurde am Sonnabend, den 16. November, zwischen 6 und 7 Uhr ein Arbeiter. Er er» sucht Zeugen dieses Vorfalles, insbesondere die Dame, die den Vorfall gesehen, ihre Adressen abzugeben an Robert Gesscrt, Scheringstr. 8, Ouergeb. I. Im wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt am Bußtag der mit zahlreichen farbigen Bildern und Wandelpanoramen ausgestattete Vortrag:„Ueber den Brenner nach Venedig" zur Dar- stellung und im großen Hörsaal der Urania-Sternwarte in der Jnvalidenstraße spricht, ebenfalls am Bußtag, Herr Dr. Ristenpart über:„Die Wunder der Sterncnwelt". Am Donnerstag hält, wie bereits angekünidgt, Herr Dr. Elias im wissenschaftlichen Theater der Urania einen Bortrag:„Im Ballon zum Pol"(Andres und Welmann), ausgestattet mit zahlreichen Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht wurde die Wehr zwei. mal nach der PeterSburgcrstraße gerufen. In dem Hause Nr. 5 brannten Möbel und Fußböden und Nr. 9 der Tachstuhl des HauseS. In beiden Fällen gelang es der Feuerwehr, die Flammen bald zu löschen. Auch nach der Liebigstraße wurde die Feuerwehr in der letzten Nacht zweimal alarmiert. Zuerst brannten in Nr. 47 Gardinen und dann um 11 Uhr in dem Hause Nr. 30 Kleider u. a. Der 13. Zug batte in der Jnvalidenstr. 153 zu tun, wo durch Un- vcrsichtigkcit Feuer ausgekommen war und Gardinen und Möbel brannten. Im 2. Stock des Vorderhauses Fischerstr. 29 wurden Betten ein Raub der Flammen. Ferner hatte die Wehr in der Quitzowstr. 10 und Bülowstr. 80 zu tun, wo Schaldecken, Fuß- bödcn, Balkenlagen u. a. brannten. Weitere Feuermeldungen liefen aus der Löwestr. 15 und anderen Orten ein. Arbeiter-Samariter-Kolonne. TvnncrStagabend 9 Uhr: 8. Abteilung in Schöneberg bei Wieloch, Gruncwaldstr. 110, und 4. Ab- teilung in Lichtenberg-Rummclsburg bei Lmdner, Grünberger- straße 10: Vortrag über Knochenbrüche. Verrenkungen und Ver- Bauchungen. Daran anschließend praktisckie Uebungen. Vor- tragende Herren Dr. Schwab und Dr. I. Hirschfcld. Am Sonntag(Totensonntag) abends 6 Uhr im„Dresdener Garten". DreSdenerstr. 45. Vortrag der praktischen Aerztin Frl. Dr. Profe über„Die Schönheit des Weibes". Nach dem Bvrtraa gemütliches Beisammensein. Vorort- JHadmehten. Sckiöuebcrg. Stadtverordnetenversammlung. Die in der vorhergehendeck Sitzung einem ZluSschuß überwiesenen sozialdemokra- tischen Anträge(betr. Notstandsarbcitcn, Errichtung einer Wärmchallc und Schaffung von Unterkunftsräumen für städtische Arbeiter) sind vom Ausschuß bereits zum Teil erledigt und werden auf Antrag der sozialdemokratischen Fraktion an die Spitze der Tagesordnung gestellt. Der Ausschuß empfiehlt zunächst: „Der Magistrat wird ersucht, die schleunige Schaffung von etwa 5 heizbaren Unterkunfts st eilen für städtische Arbeiter namentlich während der Mittags- und Frühstückspausen wohl am besten in den Kellern der städtischen Schulen in die Wege zu leiten und der Stadtverordnetenversammlung bezügliche Vor» läge zu machen." Stadtv. F r i tz s ch(Toz.) begründet als Berichterstatter de? ?suSschusseS den Antrag nochmals kurz. Die Ausführung dcS Planes lasse sich ohne große Kosten bewerkstelligen. In Betracht zu ziehen sei aber, daß auch für die Arbeiter der Privatuntcr» nehmer derartige Untcrtnnftsräume zu schaffen sind. Der Antrag wird darauf angenommen. Weiter wird vorn Ausschuß beantragt, in den Vertragen mit den Unternehmern folgende Bestimmung aufzunehmen: „Auf Bauten und Sircckcnarbciten ist ein verschließbarer, mit geschlossener Heizvorrichtung versehener Raum zur Ver» fiZgung zu stellen, ebenso ein groster berschliestbarcr Materialien� räum. In der Zeit vom 15. Oktober bis 1. April ist ein Ofen nebst Heizmaterial zur Vcrsügung zu stellen." Stadtv. K u tz n i tz k y hält den Antrag für völlig überflüssig, ba auf allen Bauten bereits etwas derartiges vorbanden fei. Stadtv. F r i tz s ch(Soz.) weist darauf hin, das? es sich hier nicht nur um Bauten handelt, sondern auch um Arbeiten, die auf der Straße vorgenommen werden. Aus seiner eigenen Praxis könne er aber eine ganze Reihe von Fällen anführen, in denen sich auch die Bauunternehmer dieser Verpflichtung entziehen. Deshalb sei es notwendig, diese Bestimmung in den Verträgen aufzunehmen. Die Mehrheit stimmte darauf dem Antrage zu. Der dritte Antrag des Ausschuffes lautet: „Der Magistrat wird ersucht, den- städtischen Arbeitsnach weis mit einem ausreichenden größeren Untcrkunftsraum zu verbinden, in dem geeignete Zeitungen und Zeitschriften aus zulegen sind. Der Magistrat wolle in Erwägung ziehen, ob und in welcher Weise mit dem Unterkunftsraum eine Getränke- und Speiseausgabestelle zu verbinden ist." Stadtv. Dr. Voßberg fLib.), der den Antrag als Bericht erstattcr des Ausschusses begründet, teilt mit, daß der Ausschuh sich darüber nicht klar geworden ist, ob die Speisen und Getränke unentgeltlich zu verabfolgen sind. Darüber sollte der Magistrat zunächst Erwägungen anstellen. Stadtv. Lohausen lFreie Vereinigung) wendet sich ganz energisch dagegen, daß überhaupt die unentgeltliche Abgabe von Speisen und Getränken auch nur in Erwägung gezogen wird. Die Uncntgeltlichkeit geht zu weit und würde nur auf eine schiefe Ebene führen. Die Arbeitslosen sind derartig gestellt, daß sie es ablehnen würden, ein Almosen anzunehmen. Sind die Arbeiter schlecht gestellt, so ist es besser, wenn sie um eine Armenuntcr stühung einkommcn. Stadtv. Dr. Voßberg(Lib.) weist darauf hin, daß cS sich nicht um Arbeiter handelt, die 1— 2 Tage arbeitslos sind. Die Armcnuntcrstützung sei etwas entwürdigend, da damit der Verlust des Wahlrechts verbunden ist. Stadtv. H e p n e r meint, man könne unmöglich eine Ein richtung schaffen, durch die das ganze Proletariertum Groß-BcrlinS nach Schöneberg gezogen wird. Man müsse die Bestimmung treffen, daß nur Mitglieder der Schöncberger Ortskrankenkassc Zutritt haben. Er halte es für verkehrt, Zeitungen auszulegen. Es sei genügend, wenn der Arbeitsmarkt und die Annoncen ausgelegt werden. Durch die Auslegung von Zeitungen würde gerade ein Anreiz geschaffen, die Auscnthaltsräumc zu besuchen. Stadtv. Fritzsch(Soz.) zerstreut die Bedenken des Vor rcdners, der für eine derartige Einrichtung nicht das nötige Ver siändnis zu haben scheine. In Berlin und Cbarlottcnburg bestehen ja bereits Wärmehallen. Schöncberg könnte höchstens das eine vor aus haben, daß Speisen und Getränke unentgeltlich verabfolgt werden. Stadtv. Obst sSoz.) bezeichnet es als charakteristisch, daß m der vorigen Sitzung dem Antrag einmütig zugestimmt wurde, während man heute denselben totzurcden versucht. Man solle doch erst einmal den Anfang macben und den Erwägungen des Magistrats keinen Riegel vorschieben. Ucbrigens halte er den Magistrat gar nicht für so liberal, daß er ohne weiteres der uncnt- gcltlichen Hergabe von Speisen und Getränken zustimme. Stadtv. H e p n e r wendet sich nochmals gegen den Antrag in der vorliegenden Fassung: hauptsächlich dagegen, daß Zeitungen in den Aufcnthaltsräumen ausgelegt werden. Man wäre ja sonst verpflichtet, auch den„Vorwärts" auszulegen. Unsere Genossen K ü t e r und D ä u m i g suchen nochmals die gemachten Einwendungen zu widerlegen. Stadtv. Lohausen wendet sich in erregter Weise gegen unsere Genossen. Sie verdienen es nicht, daß sich solche Majoritäten für die Interessen der Arbeiter finden. Sie sollten dankbar und zufrieden sein mit dem, was unsererseits gewährt wird. Stadtv. Fritzsch(Soz.) erwidert, daß von Dankbarkeit gar keine Rede sein kann, wenn die Mehrheit einmal sozialpolitisch richtig handelt. Es ist einfach Pflicht der Versammlung, auch etwas für die Arbeiter zu tun. Der Antrag wird darauf mit der beantragten Aenderung dsS Stadtverordneten Lohausen(Speisen und Getränke nur gegen Eni- gelt abzugeben) angenommen. Der Antrag Hepner, Zeitungen nicht auszulegen, wird abgelehnt. Die Petition von 12 Feuerwehrleuten um Ge- Währung der auch den übrigen Feuerwehrleuten zugebilligten Zu- läge ist vom Magistrat abgewiesen. Die Versammlung stimmt den sozialdemokratischen und liberalen Anträgen zu. wonach der Magistrat aufgefordert wird, nochmals über die?lngclcgcnheit mit der Stadtverordnetenversammlung zu verhandeln. Die Instruktion für die Schuldiener wird nach den Bc- schlüssen des Ausschusses angenommen. Die gestellten Ver- bcsserungsanträge werden gegen die sozialdemokratischen und liberalen Stimmen abgelehnt. Ein Antrag des Stadtv. Schneider, den Zinsfuß der städtischen Sparkasse vom 1. Januar IVOS von 3 Proz. auf 3% Proz. zu erhöhen, wird zunächst dem Etatsausschuß über- wiesen, nachdem mehrere Redner die Schwierigkeiten darlegten, die für die Schönebcrger Sparkasse daraus entstehen könnten. Die Liberalen beantragen, die Mahlzeit bei den Stadtvcrordnetcnwahlcn in der ersten und zweiten Ab- tcilung zu verlängern und in der dritten Abteilung vormittags eine Stunde früher beginnen zu lassen. Stadtv. Ocstrcich(lib.) begründet den Antrag hauptsächlich mit der schlechten Wahl betciligung. � Stadtv. Wollermann(Soz.) erklärt, daß es selbstverständlich sei, daß die sozialdemokratische Fraktion den Anträgen zu stimme, soweit es sich um die erste und zweite Abteilung handelt Bezüglich der dritten Abteilung beantrage er namens seiner Fraktion: „Die Stadtvcrordnetcnwahlcn der dritten Abteilung an einem Sonntag oder gesetzlichen Ruhetage vornehmen zu lasse n." Man muß den Wählern möglichst entgegenkommen und die Wahl- zeit so legen, daß es jedem Wähler ohne finanzielle Opfer möglich ist» sein Wahlrecht auszuüben. Dafür ist der Sonntag der ge- cignctste Tag. Wenn eingewendet loerdc, daß dadurch die Sonntags- ruhe gestört wird, so sei das hinfällig, wenn man betrachte, mit welchem Krach die Kirchcnwahlcn des Sonntags vor sich gehen. Auch die Kaufmannsgerichtswahlcn sind vcm Magistrat auf einen Sonntag angesetzt. Was hier möglich sei, lasse sich auch bei anderen Wahlen durchführen. Redner bedauert, daß der Magistrat nicht auch_fcic Gewerbegerichtswahlen auf einen Sonntag verlegt bat. Stadtv. Lulch tritt den Ausführungen entgegen und meint, wenn eine Abstimmung unter den Arbeitern vorgenommen wird, so würde sich die Mchrheit�dafür entscheiden, daß an einem Wochen- rage gewählt wird, rrcr«onntag sei zur Erholung. Die schwere Wahlarbeit lasse sich an einem Sonntag nickt verrichten Stadtv. Dr. V o ß b e r g erklärt sich für den sozialdemokratischen Antrag, der sich sehr leicht verwirklichen lasse. Der Antrag wird darauf mit einer Mehrheit von 3 Stimmen angenommen, ebenso die liberalen Anträge bctr die erste und zweite Abteilung. Vor Eintritt in die Tagesordnung erfolgte die Einführung deS neugcumhltcn liberalen Stadtverordneten K r a a tz. Parteigenossen? Am Montag, den 25. d. Mis., vormittags 11 Uhr bis abends 8 Uhr, finden im 1., 2. und 10. Bezirk die Stich .wählen statt. Eine kurze Spanne Zeit steht uns nur noch zur Ver fügung, und diese mutz ausgenutzt werden. Der Rcichslügcn verband hat, wie wir bereits mitteilten, seine Anhänger auf gefordert, für die Liberalen zu stimmen. Der Entscheidungskamp wird heftig geführt werden. Der Agitation für die Stichwahlen dient eine am Freitag, den 22. d. Mts., abcnS 8 Uhr, nach dem „Milhclmshof", Ebcrsstr. 80, einberufene Volksversammlung, zu der ganz besonders die Straßenbahner eingeladen sind. Der Kollege und Genosse Rathmann behandelt das Thema:„Di Straßenbahner und. die Schöncberger Kom m u n a I w a h l c n". Diese Versammlung ist für uns ganz bc sonders wichtig, darum muß für zahlreichen Besuch agitiert werden Das sozialdemokratische Wahlkomitcc. :Nixdorf. Die vom Freiwilligen Erzichungs-Bcirot für die Jugend mit städtischer Bcihülfe errichtete und am 15. Novcmbcr im Hause Steinmetzsir. 113 eröffnete Kindervolksküche erfreute sich schon in de» ersten Tagen eines ganz imerivarteten Znspruchs. Außer den 7» Kindern, die unenigelllich gespeist wurden, erschienen am erste» Tage etwa 60, die ihr Esten mit den üblichen 5 Pf, bezahlien Außerdem Ivurden 20 Portionen für je 10 Pf. über die Straße verkauft. Am zweiten Tage stieg die Zahl der bezahlenden Kinder auf 126. am dritten auf 18? Infolge dieses großen Andranges, der sich im Laufe der Zeit ivahr fcheinlich noch steigern wird, muß die zlinächst vorgesehene Zahl von 100 Spcisnngc» täglich schon jetzt auf etwa 200 erhöht werden unter entsprechender Vermehrung der Zahl der Freispeisungen. Die C schäftsstelle des ArbeitsanSschusies für Kindervolksküchen befindet sich im Hanse Berlincrstr. 49/50 I, Zimmer Nr. 10/11, woselbst der Schriftführer werktäglich von 2—3 Uhr zu jeder AuSkunftserteilung bereit ist. Der Gesangverein„Rixdorfcr Männerchor" veranstaltet am Totensonntag, abends Punkt 7 Uhr, im„Deutschen Wirtshaus" ein populäres Konzert. Mitwirkende sind: Professor Karl Halter. I. Violine, Kammervirtuosen Gust. Exner, II. Violine, Ad. Müller. Viola, Hugo Dcchert, Cello. Da für ein mäßiges Eintrittsgeld nur Gutes geboten wird, ist zu erwarten, daß das Konzert rege besucht wird. Zwei gefährliche Kinderfreunde sind vorgestern dingfest gemacht worden. In der Rheinstraßc wurde ein elegant gekleideter Mann verhaftet, weil er an cin.gen kleinen Mädchen Sittlichkcitsvei-bi-'chen verübt hatte. Ter Unhold halte seine Opfer nach antr aS gelegenen Bedürfnisanstalt gelockt. Das Treiben ivar jedock von Passanten beobachtet worden, worauf die Verhaftung des Tätcrs crfolgtc. Ein zweiter Wüstling wurde in der Wißmannstraßc von seinem Schicksal ereilt. Ter Bursche hatte ein fünfjähriges Mädchen unter Gcldvcrsprcchungen auf einen Hausbodcn gelockt und" sich an seinem Opfer in schwerer Weise vergangen. Auch in diesem»Wc konnte die Festnahme erfolge». Groft-Lichterfclde. Die Tagesordnung der Gemeindevertretersitzung am Montag hatte eine solch große Anzahl Zuhörer aus der„Bürgerschaft" auf das Rathaus gelockt, daß selbst die langlebigsten Berichterstatter sich eines ähnlichen Besuches bei mindestens ebenso wichtigen Anlässen nicht entsinnen können. Handelte es sich für die Gemeindevertretung doch darum, sich von dem ihr gcmachlen Vorwurf der Leichlfcriigkeit beim Bau der hiesigen Badeanstalt— deren beide Bassins in dein morastigen Grund der Baekeniedermig versunken sind, wie einst die sagenhafte Stadt Vincta auf Usedom— zu reinigen und den Nackiveis wenigstens zu versuchen, daß sie völlig„korrekt" gehandelt habe. Parteigenosse» hatten sich leider nur wenige eingefunden. Es wäre zu wi'mscdc». daß auch sie bei wichtigeren Verhandlungen solchen Sitzungen bei ivohncn lvürden. Denn zu all' den kostspielige» Experimenten. wie zmn Beispiel das neuerliche Flickwcrk an der Badeanstalt. werden auch ihre Steucrgroschen verwendet. Der Sitzung selbst ging ein kleines Vorspiel voraus. Im Sitzungssaal hatte sich nämlich die Frau eines bekannten Parteigenossen eingefunden, nicht etwa»in selbst im Rate der Weisen von Groß-Lichterfelde ihre Meinung zur Geltung zu' bringen— so unbescheiden sind unsere partcigenössi- scheu Frauen hierorts noch nicht— sondern um auf den Rat der Weisen zu hören. Allein selbst dies erschien der verantwortlichen Leitung der Gemeinde so ungeheuerlich, daß der Gr meindcvorstehcr Herr S ck u l z sich bemüßigt sah, unter Berufung auf die Laildgenieiildeordimitg der Genossin das längere ver weilen im Sitznugssaale zu untersage». Wir wollen hier iiimiiter sucht lassen, ob die Bernsnng auf die Landgemeiiideordnung sticht haltig ist: soviel steht fest, daß er die Anlvescnheit einer Frau als ZuHörerin du I den konnte. Hat doch derselbe Genieiiidevorstaiid eine Frau— natürlich auS den bürgerlichen Kreisen, und das ist ja auch ctwaS anderes— seinerzeit in die B a d e a n st a l t s- Kommission gcivählr, ob bloß zn dem Zweck, den geistvollen Reden ihrer männlichen Kollegen zu lausche» oder zur praktischen Mitarbeit, entzieht sich unserer Kenntnis. Nachdem der Stein des Anstoßes beseitigt war, konnten die Verhandlmigen beginne». DaS Referat über die Badeanstalt hielt Schöffe Dr. L e n g ir e r, dem das Portcseuille für verunglückte und verfahrene Gemeinde angelegcnhciten anvertraut ist. Er verlas ein längeres Expo sä, in dem gesagt wird, daß an dem Versinken der Bassins in der Hauptsache die Grundwasserverhälliiisse. die wiederum durch den abnormen regem reichen Sommer beeinflußt morden seien, die Schuld trügen. Die von den Sachverständigen gelieferten Unterlage» hätten zn der Amiahme berechtigt, daß eine einwandfreie Herstellung der Badeanstalt ge währleislet werden konnte. Unter sieben Firmen sei die Tiesbau gcsellschaft„Monier" als die geeignetste mit der Anssührung der Arbeiten betraut worden. Die vorgeschlagenen beiden Projekte differierten um 80 000 M. Die Geiiieindcvcrtretung habe schließlich das billigere Projekt geivählt, um die Gemeindekasse nicht zu sehr zu b e l a st e n. Die ausführende Firma habe, ob wohl mich sie dieses Projekt für gut hielt, eine Garantie wegen des unsicheren Baugrundes abgelehnt. Dasselbe sei auch von den übrigen Firmen geschehen. Nach längcrcn fachrechnischen Alissiilmir.ge» kam der Referent zu der tröstlichen Versicherung, daß die Kosten für die jetzt vorzimehmende Flickarbeit nicht höher würden, als die Mehrkosten für das ursprüngliche teuerere Projekt betragen hätten. An der nötigen Sorgfalt hätte es also die Gemeiiidevertretuiig nicht schlen lassen, mau habe sich eben geirrt. Die Firma„Monier" habe jetzt nach schwierigen Verhandlungen sich bereit erklärt, eine zwei- jährige Garantie für Staiidsesligkeit zu leisten, sofern ihr alle Arbeiten übertragen und allenfallsige Mehrkosten besonders für das Ziehen der Spundwände erstattet würden. Die Gemeindevertrcter. die sich zum Worte meldeten, stiniinten fast in allen Punkten dem Referenten zu und fanden eS schließlich ebenfalls heraus, daß beide Gcmcindekörperschaften ohne Schuld und Fehl seien. Die vorläufig notwendig werdenden Mittel— 3b 000 M.— wurden bewilligt. Treptotv-Bannischnlcntveg. Tie letzte Gemeindevertretung nahm Kenntnis von der Grenzregulicrung einiger Terrains zwischen Treptow uno Rixdorf. Die Eingemeindung erfolgt am 1. April 1908. Nach den vom Gemeindevorsteher und dem Schöffen Dr. Gcnz aus dem Fortbildungsschultage in Hannover gemachten Erfahrungen sollen Vorschläge zur Errichtung einer Fortbildungszchule zur Etatberatung gemacht werden. Die Rektoren und Lehrer haben eine Petition um eine Gehalts- und Teuerungszulage eingereicht; das Material hierüber soll der Vertretung später vorgelegt werden. Tie Ncgenwasscrkanalisation soll außer in neuen Straßen nur ta hergestellt werden, Ivo ein Bedürfnis vorhanden, oder die Vor- flu: hergestellt ist. Ter freiwilligen Feuerwehr, die in ihrem dies- jährigen Etat ein Defizit von 449 M. hatte, wurden 500 M. über- wiesen.— Ter Erlaß einer Arbeitsordnung für die bei der Ge- meinde beschäftigten Arbeiter, welche auf Antrag unserer Gr- »offen eingeführt werden sollte und schon seit einem Jahre die Vertretung und Gehaltökommission beschäftigte, gab unserem Ge- nassen K a r o w zu einer scharfen Kritik Veranlassung. Er betonte. daß sich ein ostpreußischer Krantjunker zwar alle Ehre mit diesem Entwurf machen würde, die Gemeinde als Arbeitgeber aber muffe bessere Arbeitsbedingungen stellen. Müsse doch bei Tag und Nacht, an Sonn- und Festtagen gearbeitet werden, widrigenfalls di,: Hungcrpcitsche geschwungen würde. Der Gemeindevorsteher sowu die Herren Grätz und Moosdorf meinten, daß in dieser Ordnung gegenüber anderen Gemeinden wesentliche Verbesserungen gcschasfen seien. Genosse G r a m e» z stellte noch verschiedene Abänderung?- Vorschläge, welche auch zum Teil angenommen wurden. Die wesentlichsten Bestimmungen der Arbeitsordnung, welche zur?in. nähme gelangten und bis April 1907 rückwirkende Kraft haben. svid folgende: Die tägliche Arbeitszeit beträgt 10 Stunden. An den Vorabenden der Sonn- und Festtage wird die Arbeitszeit unter Fortsall der Nachinittagspausc um eine Stunde ohne Lohn- abzug gekürzt. Jeder Arbeiter ist verpflichtet, auf Erfordern auch außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit, gleichviel ob bei Tag oder Nackt an Sonn- und Feiertagen zu arbeiten, widrigenfalls sofortige Entlassilng eintritt. Der Lohn beträgt während der ersten 2 Jahre 40 Ps. Nach zweijähriger ununterbrochener Beschäftigung 42 Zh Pf. und nach mehr als fünfjähriger Beschäftigung 45 Pf. die Stunde, llebcrstundcn iverdcn wie gewöhnliche Arbeitsstunden vergütet. In Fällen von Krankheit worden die ersten drei Krankheitstage voll bezahlt. Bei militärischen Uebungen wirb der v�lle Lohn unter Abrechnung der rcicksgcsetzlichcn Unterstützung gezahlt, soweit die Arbeiter ein Jahr bei der Gemeinde beschäftigt sind. In anderen Fällen wie Krankheit in der Familie, Sterbcfällc, Kontrollvcr- saiiimluiigcn und dergleichen wird angemessener Urlaub unter Fort- bczug des Lohnes gewährt. Urlaub erhalten die Arbeiter nach zweijähriger Beschäftigung 3 Tage und nach fünfjähriger 7 Tage. Wiederholtes Zuspätkommen, gänzliches Fortbleiben von der Arbeit ohne genügende Entschuldigung, sowie Unzuverlässigkeit uno Trunkenheit im Dienst, Ungehorsam und Widersetzlichkeit gegen die Vorgesetzten haben sofortige Entlassung zur Folge. Hierüber ist Beschwerde an den Gciiicindcvorftand zulässig.— Zum Bau von zwei Schulen und einer Kirche auf dem in der Baiiinschillenstraße gelegenen, 12 500 Ar großen Grundstücke, von welchem 3500 Ar an die Kirchengemcinde zum Selbstkostenpreise abgegeben wurden, wurde die Preisausschreibung eines Wettbewerbes beschlossen, wozu die Kirchengemcinde ein Drittel zahlt.— Der Straße 12 wurde der Name Moosdorfstraße gegeben.— Der Beitritt Treptows zum Vcrkchrsvcrbande für Berlin und seine Vororte wurde zur Beratung der Verkehrsdeputatio» überwiesen.— Die Einteilung Treptows in vier Kommnnalwahlbezirke ist vom Gemcindeborstand beschlossen worden, weil die Wählcrzahl schon in diesem Jahre auf 2400 gestiegen ist. Die vom Genossen Karow befürwortete Vermehrung der Gcmeindeverordneten auf 24 wurde bis zum Brnr des neuen Amishauses, welches vor dem alten errichtet werden soll, zurückgestellt. Ucber die Errichtung eines WochcnmarktcS in Baumschulenweg wurde debattiert, ein Bedürfnis zwar ancr- sannt, die Beschlußfassung aber zurückgestellt, um erst die Meinung der Einwohner zu hören. Lichtenberg. Eine stark besuchte vom sozialdemokratischen Wahlkomitce ei». bernsene Kommunalwäblerversammluug tagte am Montagabend im großen Saale deS„Kronprinzengarten". Etwa 700 Personen, darunter auch Frauen, lauschten dem wirkungsvollen Vortrage des Genossen P a g e l s- Rixdorf. der die Forderungen der Sozial. demokratie an die Kommune und die positive Tätigkeit der sozial- demokratischen Vertreter hervorhob. Genosse Grauer ergänzte den beifällig aufgenommenen Vortrag an der Hand der örtlichen Verhältnisse unter lebhaftem Beifall. Der Vorsitzende Brühl feuerte in beherzigenswerten Worten die Versammelten zur regen Agitationsarbeit an. unter Hinweis auf die Bedeutung dieser ersten Stadtverordnetcnwahl. die im Dezember vor sich gehen wird. Eine Berkehrserleichteriing beschloß die letzte Sitzung der Ge- meindcvertretung. Die Postbehörde hat sich nach längerer Ver- Handlung mit dem Gemeindcvorstande bereit gefunden, ab 1. De- zeniber aus dem hiesigen Fernsprechamt den Nachtdienst einzuführen. Tie entstehenden Kosten in Höhe von 1800 M. soll die Gc- meinde ßaranticren. Die Vertretung gab dem Antrage die Zu- stimmung. Neben der kommissarischen Bestellung des Ersten und Zweiten Bürgermeisters sowie der Gemeindevertrcter zu Stadtverordneten tritt nun ein weiteres städtisches Organ in Funktion. Der.provi» sorische Magistrat wählte vorgestern aus seiner Mitte den in der Städtcordnung vorgesehenen Stadtausschuß. Es sind an diesen Ausschuß, der an Stelle des Kreisausschuncs tritt, nunmehr die Konzcssionsgefuchc usw. zu richten. Weistensee. Einen tragischen Tod hat der in der Schirmschen Möbel- tischlcrci beschäftigte 65 Jahre alte Polier Werner gefunden. Der alte Mann sann beständig über Erfindungen nach und wenn er beim Gehen nachdachte, so hatte er seine Umgebung vollständig ver- gesscn. Unter seinen Kollegen hatte er den Namen„Patent- Werner" erhalten. Am Sonnabendabend wollte er sich aus der Schneidemühle in der König-Chaussec 75 ein für eine Erfindung notiveiidiges Brett abholen. In Gedanken vertieft, war W. an- statt in die Werkstatt in den Keller geraten und abgestürzt. Köpenick. In der letzten Siabtverorbnetenvcrsaminlung gab der Vor- stchcr vor Eintritt in die Tagesordnung bekannt, daß der Stadt. verordnete Karl Seidel(Soz.) sein Mandat niedergelegt hat. Für den Ausbau der Grünauerstraße bis zum Vollkropfgraben fordert der Magistrat die Summe von 209 333 M. Die Gesamtlänge der Straße ist 676 Meter. Die Straße soll eine Breite von 20 ivicter, die Bürgcrstcigc eine solche von 4 Meter erhalten. Die Vorgärten auf der tvcstlichcn Seite werden cntfcriit. Desgleichen fordert der Magistrat für den Ausnau der 5karlstraßc 25 333,30 M. Die Gesamtkosten betragen 70 000 M., davon haben die Anlieger 50 606,77 Mark beizusteuern. Der Ausbau geht von der Müggelheimer- bis zur Charlottenstraße. Die Straßenbrcite soll 12 Meter, 7,50 Meter gahrdamm und je 2,25 Meter Bürgerstcig betragen. Nachdem noch Herr Baurat Kinzer mitgeteilt, daß in ungefähr sechs Wochen 'der Versammlung eine Vorlage über den Umbau der Straßen im ganzen Stadtgebiet in Höhe von 2 Millionen Mark zugeben werde, erfolgte nach kurzer Debatte die Annahme beider Vorlagen. Weiter wurden zur Regulicrung und Höhcrlcgung des Heuplatzcs 10 800 Mark bewilligt. Ein weiterer Antrag des Magistrats, dem cvan. gclischcn Jünglingsverein eine jährliche wicdcrruflichc Bcihülfe von 100 M. zu gewähren, wurde auf Antrag unserer Gcnosseir mit 16 gegen 14 Stimmen abaelchnt. Dagegen wurde der Antrag, den katholischen Krankenschwestern die Beihülfe von 200 auf 300 M. zu erhöhen, gegen die Stimmen unserer Genossen, denen sich noch drei bürgerliche zugesellten, angenommen. Der Fach- und Fort- bildungsschnle der Barbierinnung wurde auch für das nächste Jahr ein Kostenzuschuß von 100 M. bewilligt Ertrunkenes Kind. Vor den Augen der Mutter ist das drei. jährige Töchterchen des Schlossers Puttlitz ans der Gartcnstraßc 22 ertrunken. Während Frau P. kssoer Wohnung beschäftigt war, entfernte sich die Kleine und ging auf die Straße. Sie wagte sich an die nahe belegene Dahme heran und stürzte ms Wasser. Auf das Geschrei des Kindes eilte die Mutter herbei, die vergeblich ver- suchte, ihre Tochter zu retten. Vor ihren Augen sank die Kleine unter und ertrank. Trebbin(Kreis Teltow). Die Stadtvcrordnctcnwahl findet am 22. November statt. Eine am� Montag im Gcsellschaftshause tagende Kommimallvähler» versamniluiig beschäftigte sich mit der bevorstehenden Wahl. Stadt- verordneter Genosse Tr e b u s hob nochmals die Notwendigkeit der Wahl sozialdemokratischer Vertreter hervor. Durch Annahme einer Resolution verpflichtete» sich die Versammelten, bei der Ergänzungswahl für die Kandidaten Zimmerer Heinrich S ch o n f e e und Lagerhalter Konrad Morgenroth und bei der Ersatzwahl fü» den Zigarrenfabrikanten Paul H i e b s ch einzutreten. Fangschleuse. Ans Furcht vor einer Operation hat sich der 74 Jahr- all« Arbeiter Wilhelm Zander aus Fangschlcuse das Leben genommen. Dein Greise sollte eines schweren Leidens wegen am gestrigen Tage � das rechte Bein amputiert werden. Hiervon hatte er Kenntnis er» halten und aus Furcht vor der drohenden Operation erhängte er sich bald daraus in seiner Wohnung. Vollständige Auflösung der Firma Mode-Haus „Krone" Oesellschaft m. b. H. Kronenstraße 58 2S2 Haus von der Friedrichstraße. Der Ausverkauf des großen Warenlagers bestehend aus: Paletots, Abendmänteln,>ac1cetts, fackett-Kleidern, Jupons Kleiderröcken, Morgenröcken, Matin�es, Tuchkleidetn Samt-Iacketts, Woll-Blusen, Seiden-Blusen, Spitzen-Blusen Leinenkleidern. 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