Mr. S. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage, Neue Welt" 10 Pig. Boft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Mustand 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Breistifte für 1898 unter Nr. 6708. Vorwürts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlug Amt L, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Bentrums- Köder für den„ kleinen" Mann. Dienstag, den 10. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. M. besonders fühlbar der jüdische Geschäftsmann. Gegen diesen schäfts- und Rechnungsergebnisse der Ins fehrt sich besonders der Groll und der Neid in Verbindung validitäts- und Altersversicherungs- An mit berechtigter und unberechtigter Abneigung. Aus dieser st alten für das erste Rechnungsjahr 1891 umfaßt die zieht vor allem der Antisemitismus Nahrung. Um diesen sämmtlichen 31 Versicherungsanstalten. Die Bahl der be Der wirthschaftliche Prozeß der Aufsaugung der kleinen auf eigenem Gebiete nicht Boden gewinnen zu lassen, hielt willigten Altersrenten betrug 130 774, die der Invalidenbürgerlichen Existenzen durch den kapitalistischen Groß- das Zentrum für gut, dem Antisemitismus zuvorzukommen, renten 27. Die Entschädigungsbeträge beliefen sich auf betrieb nimmt unaufhaltsam seinen Fortgang. Mehr und indem es sich selbst als Schüßer und Fürsorger des„ kleinen 9 049 086,39 M. An Verwaltungskosten find aufgewendet mehr wird die große Masse des Volkes sich dieses Prozesses Mannes" aufwirft. 3 722 882,40 M., an den Reservefonds sind abgeführt bewußt, und in der Erkenntniß desselben erstarkt ihr Klassen- In dieser Fürsorge aber wenden sich die Zentrumsanträge 3 440 427,83 M. Die Gesammt- Einnahme belief sich auf bewußtsein, sowie die Ueberzeugung, daß nur in der Beseiti- selbst gegen den kleinen" Mann. Die Beschränkungen des 89 647 293,26. Der am Schluß des Rechnungsjahres gung der anarchischen privatkapitalistischen Produktionsweise Hausirhandels und des Aufsuchens von Privatkunden und nachgewiesene Bestand beträgt 73 036 757,13 M. und ihrer Ersetzung durch ein Wirthschaftssystem, das die Bestellungen durch Reisende treffen nicht blos Juden, wenn Arbeitsmittel zum Kollektiveigenthum macht, Abhilfe gegen auch diese am ehesten ihren Vortheil dabei finden, sondern Der erwartete Wahlgefehentwurf für das preußische Das Dreis die Verelendung des Volkes zu gunsten einer kleinen Anzahl zahlenmäßig eine bei weitem größere Anzahl Nicht Juden. Abgeordnetenhaus ist letterem vorgelegt. Rapitalisten zu suchen sei. Die herrschenden Klassen merken Das stehende Kleingewerbe wird feinen Schuß finden, denn Klassen- Wahlsystem bleibt und nur folgende Aenderung wird mehr und mehr, daß sie diesen Prozeß nicht auf der Gegner, der durch dieses Gesetz beseitigt werden soll, getroffen: halten können, daß die Reihen der Sozialdemokratie findet, so weit er tapitalmächtig ist oder sich in den Dienst immer stärker werden und daß sie dem An- des kapitalistischen Betriebs stellt, mit Leichtigkeit Mittel fturm derselben kaum werden Widerstand Konkurrenz gegen entgegen- und Wege, seine überwältigende Konkurrenz fegen können. Sie suchen also nach einem Schuhwall über dem stehenden Kleingewerbe geltend zu machen. und möchten als solchen den schwerbedrängten Kleinbesig, Aber Hunderttausenden, die in den bekämpften den kleinen Bauer, den Handwerker und die kleineren Ge- Betrieben einen letzten Halt finden, an den sie sich gegenüber werbetreibenden benutzen. Da sie aber in's eigene Fleisch dem drohenden Fall ins Proletariat flammerten, verlieren schneiden müßten, wenn sie den kapitalistischen Ent- durch die neuen Beschränkungen diesen Halt. Die Sozialwidlungsprozeß aufhielten, begnügen sie sich damit, ihn zu demokratie als solche tann zwar mit den Opfern Mitleid verschleiern und den sogenannten kleinen Mann seinen haben, prinzipiell aber sieht sie in den Zentrums- Entwürfen Gegner überall suchen zu lassen, außer dort, wo er wirklich nur eine Beschleunigung des wirthschaftlichen Prozesses, steckt. Während der kapitalistische Großbetrieb die ganze indem mehr und mehr die Bwischenstufen zwischen Arbeiter die Bismarck'sche Kritik über das elendeste" aller WahlIndustrie faft vollständig aufgesaugt hat, sucht man den und Kapitalisten fortgeräumt werden. Die Kleinbürger, Handwerker glauben zu machen, er könne seinen Schuh in welche das Zentrum schützen will, unterliegen nach wie der Einengung seiner Ronkurrenz finden; man giebt ihm vor, dem unaufhaltsamen wirthschaftlichen EntwickelungsPrivilegien, die er nur gegen sich und seines Gleichen oder gange, durch den kapitalistischen Betrieb aufgesaugt zu wernach unten zu benutzen kann; man läßt ihn den den, zu gleicher Zeit aber wird ihnen durch die Zentrums Kampf gegen die das Kapital bedrohende Arbeiterschaft anträge das letzte Ankertau entrissen, an dem sie sich noch eine führen, ohne ihm selbst auch nur den geringsten Schutz Weile hätten über Wasser halten können. gegen die zunehmende Macht des Kapitals zu gewähren. Gegenwärtig beschäftigt sich sehr sorgsam auch das Zentrum mit dem kleinen Mann". Es will den Kleingewerbetreibenden beweisen, daß ihm ihr Heil insbesondere am Herzen liegt. Die umfassenden Bestimmungen seiner Gesezanträge wenden sich aber kaum in einem Punkte gegen die Gefahr, welche dem Kleinbetriebe durch den großkapitalistischen Betrieb droht, sondern nur gegen die Erscheinungen, welche im unmittelbaren Gefolge desselben zu Tage treten. Der Der schwankende Thurmi des Zentrums wird durch seine angebliche Fürsorge für den kleinen Mann" ebenso wenig einen Halt gewinnen, als die konservativen Junker durch die Anlehnung an den Antisemitismus. § 1. Für die Wahlen zum Hause der Abgeordneten werden die Urwähler nach Maßgabe der von ihnen zu ent richtenden direkten Staats, Gemeindes, Kreis-, Bezirks- und Provinzialsteuern in drei Abtheilungen getheilt, und zwar in der Art, daß von der Gesammtsumme der Steuerbeträge aller Urwähler fünf Zwölftel auf die erste Abtheilung, vier Zwölftel auf die zweite Abtheilung und drei Zwölftel auf die dritte Abtheilung entfallen. § 2. Wo dirette Gemeindesteuern nicht erhoben werden, treten an deren Stelle die vom Staat veranlagte Grund-, Ge bäude- und Gewerbesteuer. Die Aenderungen sind, wie man sieht, derartig, daß gefeße nicht durch dieselben alterirt wird. Für die Militärvorlage. Die offiziöse Presse, obenan seit ihrer neuesten Wandlung die Kölnische Allerweltsvettel, scheint das deutsche Volk für die reinsten Idioten zu halten. Nach der„ Berechnung" der„ Kölnischen Zeitung" wäre das deutsche Volk so ungeheuer gering an Steuern überhaupt, und insbesondere an Ausgaben für das Militär belastet, daß die Militärvorlage schon deshalb von nöthen sei, damit das Volk nicht im Ueberfluß erstice. Nach dem Jammergeschrei der Rölnischen" über die Selbstabschätzung der Wohlhabenden und Reichen und die geplante Vermögenssteuer, scheint der Nothstand nur unter den reichen und reichsten Leuten in Deutschland zu herrschen. Sonst möchten wir vorschlagen, den ganzen Militäretat und die gesammten Reichsschulden auf die Vermögen über ja allein 80 000 Millionen betragen. Der Patriotismus“ der organe, der sich auf Kosten der nothleidenden Volksmasse breit macht und die eigene Tasche zuhält, ist keinen Schüß Pulver werth. tapitaliſtiſche Betrieb hat unzählige ſelbſtändige Kleine Politische Lebersicht. 6000. au schlagen, bie is in Breußen af enrgeoisExistenzen vernichtet oder der Vernichtung nahe gebracht, und die Konkurrenz ist dadurch im Kleinbetriebe um so Berlin, den 9. Januar. intensiver geworden. Eine große Anzahl Gewerbetreibender Der 10. Januar 1893 muß roth angestrichen wersuchen ihre Existenz als Zwischenhändler von Kapitalisten den in der Geschichte des Parlamentarismus. Nicht weniger zu fristen und helfen so das Geschäftsfeld des als drei Parlamente treten morgen zusammen: Der deutsche fleinen Mannes verengern. Gegen diesen Theil Reichstag, das preußische Abgeordnetenhaus und die frander Gewerbetreibenden wendet sich nun das Zentrum zösische Kammer. angeblich zum Schutz des kleinen stehenden Gewerbetriebes. " ftimmt Artikel 25 der Reichsverfassung müssen innerIm Fall der Auflösung des Reichstags", so bes halb eines Zeitraums von 60 Tagen nach derselben die Dann aber wird es noch von anderen Gründen geleitet Die dem Reichstage soeben vorgelegte, im Reichs Wähler, und innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen Dem kleinen Gewerbetreibenden macht sich als Konkurrenz Versicherungsamt aufgestellte Nachweisung der Ge- nach der Auflösung der Reichstag versammelt werden." Nagbrua verboten.) Feuilleton. Bel- Ami. [ 59 Roman von Guy de Maupassant. Dann erschien Georges Du Roy mit einer alten, unbekannten Dame. Er trug den Kopf hoch und wendete seine Augen unter den etwas frausen Augenbrauen gleichfalls nicht zur Seite. Sein Schnurrbart über der Lippe sah gleichsam erregt aus. Jeder fand ihn sehr hübsch. Seine Haltung war stolz, feine Taille fein, seine Beine gerade. Der Frack stand ihm gut, den wie ein Blutstropfen das rothe Bändchen der Ehrenlegion befleckte. Dann tamen die Verwandten, Rose am Arm des Senators Riffolin, die seit sechs Wochen verheirathet war. Der Graf von Latour- Yvelin führte die Gräfin von Percemur. und die Herzogin von Ferracina und die schöne nicht an, denn ich antivorte Ihnen nie," seit diesem Tage Marquise des Dunes. Einige Verwandte der Frau litt fie unter ewiger, unerträglicher Marter. Sie haßte Walter nahmen sich wie Provinzialen in diesem Susanne mit dem scharfen Haß maßloser Leidenschaft und Buge aus. fressender Eifersucht, bei der sich die Eifersucht der Mutter Und immer noch Klang die Orgel, ließ das gewaltige und der Geliebten vereinte, die in ihr wüthete, wie eine Instrument seine schwellenden Rhythmen und Leuchtenden frische Wunde brannte und die sie doch nicht gestehen Stimmen erbrausen, die Wonne und Schmerz der Menschen durfte. zum Himmel rufen. Und nun stand hier ein Bischof und gab in der Kirche Die großen Thürflügel des Portals wurden geschlossen in Gegenwart von zweitausend Menschen und vor ihrem und plötzlich wurde es düster in der Kirche, als wenn man Angesichte ihre Tochter ihrem Liebhaber zur Frau. Und sie die Sonne eben hinausgeworfen hätte. tonnte nichts sagen, konnte nichts hindern, durfte nicht schreien: Mir gehört dieser Mann! Mein Geliebter ist er. Die Ehe, die Sie einſegnen, ist verrucht!" Georges war jetzt an der Seite seiner Braut vor dem erleuchteten Altar niedergekniet. Der neue Bischof von Tanger schritt, den Krummstab in der Hand, die Mitra auf dem Haupte, aus der Satristei, um sie im Namen des Ewigen zu vereinen. Er stellte die gebräuchlichen Fragen an sie, wechselte die Ringe und sprach die Worte aus, die wie Ketten binden. Dann richtete er eine christliche Ansprache an die Neuvermählten. Lange sprach er in pomphaften Ausdrücken von der ehelichen Treue. Ein dicker Mann war es, dieser Bischof, mit breiter Taille, einer jener schönen Prälaten, bei denen die majestätische Würde auf dem Bauche beruht. Mehrere Frauen flüsterten gerührt: Wie nahe es der armen Mutter geht!" Der Bischof deklamirte:" Sie gehören zu den Glück lichen dieser Erde, zu den Reichsten und Angesehenften der Welt. Ihr Talent hebt sie über die Andern heraus, Sie schreiben für das Volt, Sie lehren, richten, lenten das Volk fürwahr eine schöne Aufgabe haben Sie zu erfüllen, ein schönes Beispiel zu geben Nun folgte ein sonderbarer Zug von Verbündeten oder Trunken vor Stolz hörte Du Roy diese Worte. So Freunden Du Roy's, die er in seine neue Familie eingeführt sprach ein Prälat der römischen Kirche zu ihm. Und hinter hatte, ein Zug von Herren aus jener bekannten Pariser Ein lautes Schluchzen veranlaßte einige Köpfe sich um seinem Rücken fühlte er die Menge, die Menge berühmter Eine gewaltige Zwischenwelt, die sofort die besten Freunde sind und sich zudrehen. Frau Walter weinte, das Gesicht mit den Händen Leute, die seinetwegen gekommen waren. bei Gelegenheit als entfernte Vettern reicher Emporkömm- bedeckt. Kraft trug ihn empor, stieß ihn weiter, so wollte es ihm Tinge ausgeben; deklassirte Barone, ruinirte Grafen, an Sie hatte nachgeben müssen. Was hätte sie sonst thun erscheinen. Er wurde zu einem Herrn der Erde, er, der rüchige Fürsten, zum theil verheirathet und dann um so sollen? Aber seit dem Tage, wo sie ihre zurückgekehrte Sohn armer Bauersleute in Cantelen. schlimmer, zum theil nicht. Da waren der Herr von Bel- Tochter aus ihrem Zimmer gejagt und sich geweigert hatte Und plöglich sah er sie in ihrer niedrigen Hütte auf vigne, der Baron von Banjolin, der Graf und die Gräfin sie zu füffen, seit dem Tage, wo sie zu Georges Du Roy, dem Gipfel der Anhöhe über dem großen Thal von Rouen, von Ravenel, der Herzog von Ramorano, der Prinz von der sie beim ersten Busammentreffen nach der Entführung sah er Vater und Mutter, wie sie den Landleuten einKravalow, der Chevalier Balreali, ferner auf Einladung zeremoniell gegrüßt, mit leiser Stimme gesagt hatte:" Sie schenkten. Als er den Grafen von Vaudrec beerbt, hatte er des alten Walter der Brinz von Guerche, der Herzog sind der gemeinste Schuft, den ich kenne. Reden Sie mich ihnen fünftausend Franks geschickt; jest wollte er ihren Also spätestens 60 Tage nach der Auflösung die Neuwahlen. " Gine traurige Rolle spielt in dem Ausstand die Verbrüderung im Wirthshause und die Unterhaltung der Zentrumspresse. Ihre Feindseligkeit gegen die Arbeiter, sozialistischen Inspiratoren" aufgegangen. Daß ein Organ denen sie sonst zu schmeicheln liebte, dürfte sich aus dem der Börsenjobber so über die Arbeiter zu schreiben sich ererger erklären, den sie darüber empfindet, daß sich ihr dreistet, darf nicht Wunder nehmen; den Interessen und Anhang unter den Bergarbeitern von Tag zu Tag ver- den Anschauungen der Börse und der Börsenfinanz ist natürmindert. lich jede Arbeiterbewegung ein Greuel. Wann frühestens, das ist in der Reichsverfassung nicht gefagt. Eine indirekte Bestimmung findet sich aber im Reichstags- Wahlgeseh, das in seinem§ 8 festsetzt, daß die Wählerlisten spätestens 4 Wochen vor dem zur Wahl bestimmten Tage zu jedermanns Einsicht auszulegen sind, was zuvor unter Hinweis auf Der Ex- Welfenfonds- Chef hat in seinen Hamdie Einsprachefrist öffentlich bekannt zu machen" ist. Die Leipziger Sittlichkeit ist gerettet. Damen burger Nachrichten" die Dreiftigkeit, in bezug auf unseren aus den feinsten Kreisen" sind in die bekannte Zu dieser Frist von 4 Wochen ist blos die für diese Artikel über die Welfenfonds- Quittungen von Revolver- leidige Sache nicht verwickelt"; und daß Frauen und Bekanntmachung und die für die Anfertigung der Wähler Journalistik" zu sprechen. Nun, der Fälscher der Emser Töchter aus wirklich geachteten Bürgertreisen" dabei liften nöthige Zeit hinzuzurechnendie bei Be- Depesche tann nicht beleidigen. Fragen wollen wir ihn betheiligt seien, ist mindestens eine Uebertreibung"-verschleunigung der nöthigen Vorbereitungen auf 8 bis aber, ob er alle Quittungen verbrannt hat? Und wie er, sichert beschwichtigend das Leipziger Tageblatt". Schade 10 Tage zusammen gedrängt werden kann. Nach falle er sie verbrannt zu haben behauptet, den Nachweis nur, daß es vergißt, anzugeben, wo die feinsten Kreise" der letzten Auflösung des Reichstags im Jahr 1887, liefern will, daß er die 22 verausgabten Millionen des und die wirklich geachteten Bürgerkreise" anfangen und wo Fürst Bismarck es sehr eilig hatte, fand die Wahl Welfenfonds nicht zu persönlichen Zwecken verwandt hat? wo die Uebertreibung" beginnt. Leidig" ist die Geschichte 38 Tage später statt, und zwar war das Tempo folgendes: Uebrigens könnte er sehr wohl in die Lage kommen, diese allerdings für die diret und indirekt Betroffenen; fund daß Auflösung am 14. Januar 1887, Auslegung der Wähler- und andere Fragen auf Zeugeneid zu beantworten. Jest sie geeignet ist, ganz Leipzig in üblen Geruch und entlisten nach 10 Tagen am 24. Januar, und Neuwahl wird er sich ja wohl nicht so leicht drücken können, wie ehrenden Verdacht zu bringen, das wurde von dem„ Leipam 21. Februar. früher.ziger Tageblatt" selbst, dessen rechte Hand nicht weiß, was Diesmal tritt die Militärkommission am 11. Januar Der Fortfall der Schutzbestimmungen für jugend- die linke thut, in dem vorgestrigen Schimpfartikel auf uns, einlaffen will, so kann schon im Laufe der Woche in der und Württemberg beim Bundesrath betreffs der Edelzugegeben. zusammen. Wenn die Regierung sich auf Kompromisse nicht liche und weibliche Arbeiter, den die Regierung von Baden in rührendem, wenn auch unfreiwilligem Wahrheitsdrana Kommission eine Entscheidung herbeigeführt und nach Fest metallwaaren- Fabriten beantragt haben, scheint stellung eines kurzen Kommissionsberichts, die zweite Lesung Aussicht zu haben, im Bundesrath angenommen zu werden. ber seit gestern in Budapest tagt, wurde die Feier des Auf dem Kongreß der ungarischen Sozialisten, auf nächste Woche anberaumt und das Plenum vor die Sierauf läßt wenigstens ein längerer offiziöser Artikel der 1. Mai und eine fräftige Agitation für den Achtstundentag Entscheidung gestellt werden, worauf die Auflösung un- Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" schließen, welcher den beschlossen. mittelbar erfolgen könnte. E3 wäre dann möglich, Fortfall der Schutzbestimmungen aus der Eigenart" des die Neuwahlen schon Ende Februar stattfinden und betreffenden Fabritationszweiges begründet. Die verlangten den Reichstag Anfangs März zusammentreten zu Ausnahme- Bestimmungen berühren in Württemberg 83 laffen, so daß noch Zeit zur Feststellung des Budgets wäre. Fabriken mit 5265 Arbeitern, darunter 1022 weibliche über Das ist nicht wahrscheinlich, aber es ist möglich, 16 Jahre. Jm badischen Bezirk Pforzheim kommen 575 und die Möglichkeit haben wir ins Auge zu Betriebe in Betracht mit 12 200 Arbeitern, darunter 3100 faffen. weibliche über 16 Jahre. Es scheint leider zu befürchten, Wahrscheinlich werden noch Rompromisse ver daß der Bundesrath nur zu geneigt sein wird, den unterfucht und falls diese, was keineswegs sicher, ernehmerfreundlichen Anträgen der Regierungen von Baden gebnißlos fein sollten, würde die Regierung vermuthlich erst und Württemberg nachzugeben. So bröckelt von den färgSen Reichshaushalt für 1893/94 feststellen lassen und die lichen Arbeiterschutzbestimmungen der Gewerbe- Ordnung noch Auflösung etwa um Mitte Februar aussprechen, so daß die ein Stück nach dem andern ab. Wahlen dann Ende März erfolgen würden. Der Termin der Auflösung und der Neuwahlen könnte dann aber um einige Tage früher oder später anberaumt werden. Unter allen Umständen müssen wir vorbereitet sein. Die Auflösung, wenn sie tommt, kann sehr schnell tommen. Der Bergarbeiter- Ausstand soll nach der gesammten Bourgeoispresse, die ultramontane nicht ausgeschlossen, ein Werk sozialdemokratischer Heßer sein. Es ist das ein Manöver, das gerade das Gegentheil von dem bewirkt, was beabsichtigt wird. Die Arbeiter werden förmlich mit Gewalt ins Lager der Sozialdemokratie getrieben. Die An schuldigungen der Bourgeoispresse haben nur einen Zweck, den sie leider auch erreichen: die Behörden von jedem Entgegenkommen abzuschrecken. Daß der Rechtsschutzverein der Bergleute kein sozialdemokratischer ist, geht schon aus der Stellung feines Anwalts, Rechtsanwalt Heyder, hervor. Wir berichteten bereits über dessen Rede in der Bildstocker Versammlung. Wir geben den Schluß derselben nach der " Rölnischen Zeitung" wieder: Durch die Blätter geht folgende Notiz: Die internationale kriegtöbtende Wissenschaft. Bei der neulichen Feier des 70. Geburtstages Pasteur's hielt der französische Gelehrte eine Ansprache an die Studirenden, die zeigt, daß Pasteur von den chauvinistischen Neigungen, die er früher vielfach zeigte, im Alter weit abgekommen ist. Die Abgesandten der fremden Nationen( so führte Pasteur nach einer in der ,, Berliner Klinischen Wochenschrift" mitgetheilten Uebertragung aus) so weit hergereist, um Frankreich ihre Sypathien zu bezeigen, machen mir die tiefinnigste Freude, die ein Mensch empfinden fann, der unerschütterlich glaubt, daß Wissenschaft und Friede über Unwissenheit und Krieg siegen werden, daß fich die ölter verständigen müssen, nicht um zu zerstören, sondern um aufzubauen, und daß die Zukunft denen angehört, die das meiste für die leidende Menschheit thun werden. Junge Männer, vertraut auf die sicheren und wirksamen Methoden der Arbeit, flieht unfruchtbaren Steptismus und laßt Euch nicht entmuthigen, wenn Euer Baterland schwere Stunden durchzumachen hat." Das gleiche Recht findet wieder eine schöne Beleuchtung in folgendem Bericht der Frankfurter Zeitung": Gladbach, 6. Januar. Jm legten Sommer wurden die Sozialdemokraten nach Beendigung einer Verfammlung bei hellem Tage und auf offener Straße von einer gegrerischen Schaar angefallen und übel augerichtet. Als Waffen dienten Eisenstäbe, Knüttel, Messer und Steine. Ein Sozialdemokrat aus Rheydt suchte mit blutüberströmtem Kopfe Sehr schön! Vorläufig sind aber neun Zehntel Vere Schuß in einem Hause, wurde aber aus demselben hinaus treter der Wissenschaft noch im Dienste der alten kapitagewiesen, als seine Verfolger drohten, das Haus zu demoliren. listischen reaktionären Gesellschaft und schüren nach Kräften Undere Sozialdemokraten erhielten Messerstiche oder wurden jämmerlich zugerichtet. Dieser Tage wurde gegen die Haupt- den Haß, wie zwischen den Klassen, so zwischen den Völkern, helden dieses Ueberfalls, Haufirer Hurtmann, Dachdecker und wetteifern miteinander, dem Kriegsmoloch die tödtlichsten Wilms und Fuhrmann Did, vor dem hiesigen Schöffen Mordwerkzeuge zu liefern. Die Wissenschaft muß erst aus gericht verhandelt und diesen auch ihre Gewaltthätigkeiten den Banden des Kapitalismus befreit werden, ehe sie ihre nachgewiesen. Das Urtheil lautete auf Geldstrafen von menschheitbeglückende Mission erfüllen kann. 30 Mart bei den beiden Erftgenannten und auf 15 Mark bei Dick. Wilms führte seinen Patriotismus und feinen Frankreich. Ein Telegramm aus Paris meldet fatholischen Glauben als mildernde Umstände ins Feld. In uns das Ergebniß der gestrigen Erfahwahl in Carmaux. der Begründung des Urtheils heißt es, wie die sozialdemokra Hiernach hat Jaurès, der Kandidat der vereinigten tische Niederrh. Boltstribüne" mittheilt, es sei Pflicht jedes Sozialisten 4320, Héral( Bourgeoisrepublikaner) 3923 und Gläubigen und der Anhänger aller Parteien, für Aufrecht Soulié, ein zweiter sozialistischer Kandidat 1075 Stimmen erbaltung der Ordnung u. f. w. Sorge zu tragen, die Angeklagten seien indessen zu weit gegangen. Durch solche erhalten. Infolge der bedauerlichen Bersplitterung der Knüppelheldenthaten und derartige sonderbare Richtersprüche Arbeiterstimmen muß also eine Stichwahl( Ballotage) wird man der Sozialdemokratie schwerlich den Garaus am nächsten Sonntag stattfinden. Da von vornherein ausgemacht war, daß die Stimmen Souliés' bei einer Stichwahl sich auf Jaurès zu vereinigen haben, so ist an dem Siege des Letzteren nicht zu zweifeln. Verständiger aber wäre es gewesen, man hätte eine Stichwahl vermieden. machen. Als unser Nickel( Warten) eingesteckt wurde, war das erste, was man in der Preffe schrieb, die Behörden sollten nur nicht mit dem fozialdemokratischen Vorstand des Rechtsschutzvereins verhandeln, sondern nur mit den Grubenausschüssen. Man fah, wie sie Angst hatten vor der öffentlicher Meinung. Man hat eben das Bewußtsein oben, daß man, wenn wir unsere Die Thatsachen sind so augenfällig und schlagend, daß Lohnlisten vorlegten, in Berlin erstaunt sein würde. Die jeder Kommentar ihre Wirkung nur abschwächen könnte. Entrüftung in ganz Europa über diese Sache würde eine große sein. Seit beinahe einem Jahre bin ich Anwalt des Wir suchen vergebens in der Rechtsprechung einen Fall, in Rechtsschutzvereins. Ich war Anfangs gegen den Streit. welchem einem Arbeiter bei einem Angriff gegen einen Aus Paris schreibt man uns d. d. 7. Januar: Aber solche Dinge kommen von selber aus ihrer Natur heran. Streitbrecher als Milderungsgrund die sittliche Das Unrecht ist soweit gediehen, daß es endlich selber aufging Entrüftung angerechnet wird, die er ob der Verlegung des Das Gesetz vom 2. November 1892, welches den zehns wie ein Geschwür. Was der Oberpräsident als nicht zu seiner genossenschaftlichen Vertrauens empfinden mußte. stundentag für Frauenarbeit einführte, ist mit dem Die unmittelbare Kompetenz gehörig zurückweisen will, das könnt ihr außer 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten. Acht lassen. Was wir vor allem brauchen, ist eine baldige Die Beschäftigung italienischer Arbeiter bei den Folge der praktischen Durchführung dieser Zehnstundenbill beBeendigung des Streits.( Lebhafte Bustimmung: Erdarbeiten an dem Dortmund Ems- Kanal wird ſteht fn einer Anzahl heftiger Konflikte zwischen Unternehmern vereinzelter Widerspruch.) Dadurch, daß ihr bereit seid, sofort von den offiziösen Berliner Politischen Nachrichten" zu vingen Frankreichs, besonders und Arbeitern bez. Arbeiterinnen; von den verschiedensten Prowieder zur Arbeit zurückzukehren, zeigt Ihr die Noblesse Eurer gestanden. Die Kanalbauverwaltung habe bei den Ver- tommen Nachrichten von Streitausbrüchen; die Arbeiterinnen aus dem Nord- Departement, Gesinnung. Möge eine Deputation nach Koblenz gehen und bingungsverträgen allerdings den Unternehmern als Regel felbst, heißt es, widersetzen fich der Verminderung der Arbeitsmögen die Beschwerden, die der Oberpräsident zu entscheiden die Beschäftigung deutscher Arbeiter vorgeschrieben. Unbauer. Die opportunistisch- manchesterlichen Blätter bemächtigen fich nicht für kompetent hält, dem Ministerium zu Füßen gelegt werden. Dann wird sich zeigen, daß all' das dumme bedingt dieselbe zu gebieten, würde aber die Baukosten erheb- sich mit Behagen und selbst mit Jubel dieser Meldungen und Geschrei von Sozialisten und Anarchisten, die hinter dem lich steigern und anderen Industrien die Arbeitskräfte ent- rufen: Das also find die Folgen des Eingreifens des Staats Rechtsschutzverein ständen, bodenlose Erfindung war.( Anziehen. Das heißt eben nichts weiter als: die italienischen in die Arbeitsbedingungen, dahin führt die Arbeiterschutzdie Arbeiter und Arbeiterinnen felbft haltender Beifall.) Die Bersammlung brachte brausende Hoch- Arbeiter werden bevorzugt, weil sie billiger arbeiten, und Gesetzgebung; wollen gar rufe auf Heyder aus. Heyder dankte und forderte auf zu auch andere Unternehmer nicht durch die Befürchtung von ihrer Freiheit, nichts davon man wiffen, daß fie in nach Belieben Arbeitskontratte abzu einem Hoch auf die kulturfreundlichen Genossenschaften der Lohnsteigerungen schädigen. schließen, beschränkt; die wirklichen Arbeiter stehen arischen Nationen Europas und auf die Freundschaft zwischen den Bergleuten ganz Europas. Die Bertheuerung des Lebens durch die Sozial Darauf ist zu erwidern, daß die ausständischen Arbeiterinnen nicht sozialistischen Chimären wie dem Achtstundentag ganz fern. Ueber seine Parteistellung, ein eigenes Gemisch von demokratie wird von der Börsen- Zeitung" als Grund des gegen die Verkürzung der Arbeitszeit, sondern gegen die von Antisemitismus und Bodenreformer, hat Herr Heyder selbst Ausstandes der Bergarbeiter im Saarrevier angegeben. Die den Unternehmern dainit verbundene Schmälerung des Lohnes, eine Erklärung veröffentlicht, die jede Bugehörigkeit zur Arbeiter hätten von den hohen Löhnen nur wenige Groschen welche man als selbstverständlich hinstellte, Widerspruch erheben. Sozialdemokratie ausschließt. für den Haushalt abgeliefert, und das übrige wäre für die Dazu wird gemeldet, daß die Unternehmer vielfach eine derartige fünfzigtausend schicken. Dafür konnten sie sich ein Gütchen faufen und vergnügt und zufrieden leben. Der Bischof hatte seine feierliche Ansprache beendet. Ein Priester stieg in gestickter Stola zum Altar hinauf. Und die Orgel erbraufte wieder und verkündete den Ruhm der Neuvermählten. " wandte, kam ein Dankgebet für seinen Erfolg über seine Lippe. den Andere drängten sich heran. Wie ein Strom floß die Menge an ihm vorüber. Endlich wurde fie lichter. Die legten Theilnehmer gingen. 9 Als das Meßamt beendigt war, erhob er sich, reichte seiner Frau den Arm und schritt in die Sakristei. Nun Georges nahm wieder Susannens Arm und schritt begann das endlose Defilée der Theilnehmer an der Feier. durch die Kirche. Wie ein König tam sich Georges in seiner Freude vor, den ein Sie war noch voll, denn jeder hatte sich wieder auf Bald schwoll ihre Stimme zu gewaltigem Klang an, wie Bolk eben begrüßte. Er drückte Hände, stammelte nichtssagende seinen Platz begeben, um fie zusammen vorüber Bogen stürmten ihre Töne so tief und mächtig dahin, als Worte, grüßte und dankte mit einem„ Sie sind sehr liebens- gehen zu sehen. Langsam, ruhigen Fußes schritt er dahin; sollten sie scheinbar das Dach fortreißen und sprengen, um würdig", für die Schmeicheleien. stolz trug er sein Haupt, und seine Augen hefteten sich auf bis zum blauen Himmel zu bringen. Die schwingenden Blöglich bemerkte er Frau von Marelle, und das Ge- die große Sonnenbucht vor dem Portal. Leichte Schauer Tonmellen füllten die ganze Kirche und ließen die Hörer dächtniß an all die Küsse, die er ihr gegeben, bie fie er- fühlte er über seinen Körper rieseln, die Schaner maßlosen bis ins innerste Mark erbeben. Dann aber verebbten sie widert hatte, das Gedächtniß an ihre brollige Bärtlichkeit, Glückes. Er sah keinen andern mehr. Er dachte nur plöglich, und feine, zarte Stimmen flogen durch die Luft an den Ton ihrer Stimme, den Geschmack ihrer Lippen ließ an sich. und umschmeichelten wie Zephyr das Ohr; Bögelchen gleich plötzlich den Wunsch in ihm erwachen, ihr Verhältniß weiter Als er auf der Schwelle angelangt war, blidte er auf hüpften und flatterten die lieblichen, durchfichtigen Tönchen fortzusehen. Wie hübsch und elegant sab sie aus mit ihrem die schwarze brausende, dicht gedrängte Menschenmasse umber. Plötzlich aber weitete sich die tokette Musik von Jungengesicht und ihren lebhaften Augen. Als Geliebte herab, die seinetwegen, Georges Du Ron's wegen, gekommen neuem aus und schwoll wieder zu erschütternder Fülle und ist sie trotz alledem doch reizend!" dachte Georges. war. Das Bolf von Paris beneidete und bewunderte ihn. Stärke an, wie ein Sandkorn, das sich in eine Welt ver- Sie näherte sich ihm ein wenig furchtsam, ein wenig Dann hob er seine Augen auf und entdeckte unten Menschenstimmen erhoben sich nun und glitten über unruhig, und bot ihm die Hand. Er nahm sie in seine hinter dem Platz de la Concorde die Kammer der die gebeugten Häupter. Die Opernsänger Vauri und Landeck und behielt sie. Da merkte er den leisen Druck dieser Deputirten. Und es tam ihm vor, als sollte er gleich Frauenfinger, in dem Verzeihung und Wiederaufnahme lag. einen Sprung machen von der Säulenhalle der Madeleinefangen. Der Weihrauch verbreitete zarten Benzoëgeruch und und auch er drückte die kleine Hand, als wollte er sagen: firche bis zum Portifus des Palais- Bourbon. auf dem Altar vollendete sich das göttliche Sakrament. Auf Ich liebe Dich nach wie vor und gehöre Dir!" Geheiß seiner Briefter stieg der Gottmensch selber zur Erde herab, um den Triumph des Baron Georges Du Roy Ihre Augen trafen sich, sie tächelten und glänzten die Stufen der hohen Freitreppe hinab. Aber er sah die wandelt. zu weihen. voller Liebe. Bel Ami lag neben Susanne auf den Knieen und hatte Auf baldiges Wiedersehen, mein Herr," flüsterte sie die Stirn gesenkt. In diesem Augenblid glaubte er mit fhrer holden Stimme. faft, er fühlte es, war er fromm und dankbar gegen die Auf baldiges Wiedersehen, gnädige Frau," erwiderte Gottheit, die ihn begünstigte und mit solcher Rüdficht be- er heiter. handelte. und ohne recht zu wissen, an men er fich Und sie entfernte sich. Zwischen zwei Hecken von Zuschauern stieg er langfam Menschen nicht mehr; seine Gedanken gingen zurück, und vor seinen vom Sonnenlicht geblendeten Augen tauchte das Bild der Frau von Marelle auf, wie sie vor dem Spiegel stand und sich die kleinen Ponylöckchen ordnete, die so leicht Ende. unordentlich wurden. " " Arbeitseintheilung geschaffen haben, daß die Pausen fast wegfallen| Eulenspiegel, sondern nur ein etwas zu blant geputter, golbum- jam Rhein, in Alamanien, im Franken und Sachsen land und kaum Zeit zum Einnehmen der nöthigsten Mahlzeiten bleibt. rahmter, republikanisch- tugendhafter Germanenspiegel, den er letzteres im heutigen Hannover, zwischen Holland und NiederFerner wollte man an einer Stelle die Angestellten zwingen, der seinen verlüderlichten, vercäsar- oder vertaiserlichten" Römern Elbe) der direkten Gesetzgebung den Garaus, vornehmlich durch Beitersparniß halber in einer vom Unternehmer eingerichteten vorhielt. Will man der germanischen Wahrheit nahekommen, Niederschlagung der durch ihre triegerische Organisation den Speisehalle zu effen, wofür ein Theil des Lohnes einbehalten muß man sich natürlich den Goldrahmen wegdenken, der Spiegel fränkischen Königen gefährlichen Martgenossenschaften, durch An werden sollte. Das sind die wahren Gründe des ausgebrochenen felbit wird auch nicht so tugendrein ausgesehen haben, denn da- neftirung weiter Landstrecken, die sie in Lehengüter zerstückelten Streits, nicht aber der unwiderstehliche Drang der Arbeiter und mals pugten diese republikanischen Alamannen an der Spree und an ihre Kreaturen, sowie auch an die fränkisch gesinnten neuArbeiterinnen, mehr als zehn Stunden in den Räumen kapita- wohl faum so blant, wie heute, bei die kaiserliche Jarde jepugt" gegründeten Klöster verschenkten. Nicht zu vergessen ist nämlich, liftischer Ausbeutung zuzubringen. Der wahre Schuldige," sagt werden muß. Genoffe Henri Brissac in der Petite Republique fran daß das Christenthum der getreue Helfershelfer des neugebackenen Aber frappant ift es doch, wie heute noch des Tacitus Er König- und Kaiserthums war; die christlichen Missionäre der çaise", ist das Unternehmerthum. Gefeßlich haben die Unter- zählung auf das Landsgemeinde- Eystem der schweizerischen Ge- Merovinger und Karolinger predigten den widerspenstigen Ger nehmer zwar das Recht, den Hungerlohn der Arbeiterinnen noch birgskantone paßt; natürlich mutatis mutandis( Beit- und Orte manen in Deutschland das König- und Kaiserthum von Gottesmehr zu schmälern; aber die Gebote der Menschlichkeit sollten sie veränderungen in Anschlag genommen), aber das Bild ist doch gnaden" und impften ihnen die christliche Unterthanen- Demuth davon abhalten." noch genau zu erkennen, denn es giebt ja nichts Langlebigeres, leider nur allzu tief ein. Die Alamannen und Sachsen waren Eine große, von den Antisemiten einberufene Volksverfamm- Konservativeres auf der Welt, sogar im Krautjunkerland nicht, ja nur Heiden, die man so oder anders bekehren müsse, sogar Lung, welche gestern in Paris stattfand, wurde von der Polizei als die radikale Volksgesetzgebung. aufgelöst. Dieses Vorkommniß, das an die Zeiten des Kaiserdurch Wegnahme ihres Rollettiv eigenthums, ihrer Gemein Die principes des Tacitus waren natürlich keine Fürsten mark( Markgenossenschaft) um daraus Privat, Adels: und reichs erinnert und den republikanischen Sitten durchaus zuwider- oder gar Könige, oder überhaupt Adlige im heutigen Sinne des Klostergut zu machen. Lange Zeit galt daher bei den läuft, wurde vom Polizeikommissar damit gerechtfertigt, daß er Wortes, wie so viele deutsche Soldlateiner uns vormachen wollen, heidnischen Alamannen und Sachsen: Franke, Unterdrücker der eine Dynamitkartusche mit halbverkohltem Docht vorzeigte, die sondern die Vornehmen, wörtlich die Vorwegnehmen, die Freiheit, Räuber an der Gemeinmark und Christ, als ein und dasmitten im Saale gefunden worden sei.„ Wir haben teine Ah- 3u er st nehmen, so weit man sie damals überhaupt„ nehmen" ließ. felbe, und darum fand auch das Christenthum, als Religion des nung", bemerkt dazu ein radikales Blatt," für wen es von Inter- Es waren dies die vom Volke Auserkorenen die heutigen Raths- fremden Unterdrückers, so schwer Eingang bei den urwüchfigen effe fein tönnte, ein solches Ding in die öffentlichen Versamm mitglieder in den Urkantonen der Schweiz, die vom Volfe ge- Alamannen und Sachsen, die zäh an ihrem Bodenkommunis Iungen mitzubringen. Vielleicht ist es der Rest von dem wählten Landammänner, die regierenden und die stillsitzenden", die mus festhielten. famosen Paquet, das man neulich auf der Polizeipräfeftur ge- nur wenig oder gar nicht befoldet waren, daher zu den Wohlhabenden Freilich dauerte dieser Vernichtungsprozeß bei den freiheit brauchte." oder Vornehmen gehörten; die erwählten Vorsitzenden des Land- oder liebenden Deutschen Jahrhunderte lang; am längsten erhielt sich Ueber die Ergebnisse der letzten am 5. Januar stattgehabten Boltsgerichtes, die Thalrichter; in Glarus djudi( von judex, die Volksgesetzgebung in Norddeutschland in den„ Sümpfen" Zusammenkunft zur Gründung der sozialistischen Attions: Richter) genannt, woraus dann der Geschlechtsname Tschudi" Hollands und Dithmarschens, und im Süden findet man sie bei liga wird der Presse folgendes mitgetheilt: Nach mehreren entstand. der zähen Raffe der Alamannen in den Schweizerbergen noch vorbereitenden Versammlungen haben die verschiedenen Fraktionen Diese Auserwählten des Volkes hatten aber fein besonderes, heute am Leben; immer noch gesund, aber in hohem Greifenalter, der sozialistischen Partei definitiv eine Liga gegründet, welche befferes Recht, wie der spätere Adel, sondern waren Angehörige das sich in die heutigen großstaatlichen Verhältnisse nicht mehr beauftragt ist, in den verschiedenen Pariser Arrondissements alter vornehmer" Geschlechter, stammten meistens von Männern fchicken will, gleichsam als erratische Blöcke vom einstigen altGeftionen zu gründen. Der endgiltige Titel dieser Liga lautet ab, die einst im Krieg und Frieden dem Gemeinwesen mit Aus- germanischen Urgebirge, wo der Naturgott die dreieinige AlpenRevolutionäre Aktionsliga zur Eroberung der sozialen Republik" zeichnung vorgestanden, mit Aufopferung gedient hatten und deren rose: Voltsgefeßgebung, Voltsgericht und Volts. ( Ligue d'action révolutionaire pour la conquête de la ré- Mamen daher dem Bolle theuer waren, gerade so wie heute noch mehr wild wachsen ließ. publique sociale). An der Bildung dieser Liga, von der schon in den Urfantonen, wo z. B. ein Konrad ab Jberg Landammann Es versteht sich wohl von selbst, daß die direkte Gefeßgebung mehrere Sektionen fonstituirt sind, haben alle Frattionen der von Schwyz vor 600 Jahren war zur Zeit der Gründung der in größeren Staaten nicht auf dieselbe Weise ausgeübt werden sozialistischen Partei, die beiden possibilistischen, die blanquistische, Eidgenossenschaft( 1291). Das war ein solcher princeps, der fann, wie sie vormals auf öffentlichem Plage zu Athen, in den die marristische und die unabhängige theilgenommen. Wir be Erste im Staate, wie ihn Tacitus uns beschreibt, dieser„ ritterlich" Eichenhainen des alten Germaniens und noch heute in den merken unter den einflußreichsten Bertretern der verschiedenen dreinschauende Landammann war aber nicht einmal ein Ritter, Landsgemeinde- Kantonen der Schweiz gehandhabt wird. Das sozialistischen Schattirungen, welche ihre Zustimmung erklärt sondern nur ein altfreier Landmann, wie die Mehrzahl seiner Volts Wesen, d. h. die Theilnahme an der Geseh haben, die Stadträthe Longuet, Vaillant und und Markgenossen; und sein stattlicher Nachkomme Ab Jberg war im gebung muß fortbestehen, nur die Form, in welcher Prudent- Dervillers, die Abgeordneten Baudin und Sonderbund 1847 ebenfalls Landammann, aber ein besseres Recht, die Theilnahme vollzogen wird, muß schwinden, muß eine 2afargue, ferner II emane, Guesde u. s. w. als die gewöhnlichen Schwyzer Landleute haben die Ab Jberge", ganz andere werden, weil auch die Verhältnisse andere, Zur Ergänzung unserer Mittheilungen, die wir als Augen- die Stauffacher", die Redinge" in Schwyz, wie auch die größere geworden sind, welche nicht mehr gestatten, daß das zeuge über die Versammlung im Voltshause" und den Plan Fürsten" in Uri nie besessen, sie waren nur in der Achtung der ganze Volt sich auf einem Punkte zur Berathung versammelt. einer Demonstration vor der Abgeordnetenkammer machten, ver- Landleute hochstehende Persönlichkeiten. Unser Jahrhundert hat jedoch mit seinen großartigen Erfindungen öffentlichen wir noch folgende Erklärung, die der Schriftführer Der für uns wichtigste, weil die damalige( wie die heute die reine Demokratie auch im Großen vorbereitete und erjener Bersammlung, Genosse Joindy, auf die Anzapfungen noch bestehende) Boltsgesetzgebung treffend tennzeichnende Aus- möglicht, dadurch daß sie weite Entfernungen beinahe aufgehoben, der Gegner hin in dem Parti Duvrier" abgegeben hat: Ge- spruch von Tacitus in seiner Germania" ist im Rapitel XI: so daß ein großer Bolfskörper durch Dampf, Telegraphie und wiß, es ist beschlossen worden- von einem halben Dugend" De minoribus rebus principes consultant, de majoribus Telephonie so zusammenhängt, daß die Aeußerungen und Buckungen Bürgern zum mindesten, das Heer aufzufordern, gemeinsam omnes, ita tamen, ut ea quoque, quorum penes plebem arbi- der einzelnen Glieder sofort überall verspürt werden und zum mit dem Wolfe zum Sturm aufs Palais Bourbon loszuziehen, trium est, apud principes pertractentur"; ins heutige Lands- Bewußtsein gelangen. Die alte ehrwürdige Form muß daher, und dabei hat man uns selbst 5 oder 6 Namen zugerufen zur gemeinde- Deutsch übersetzt, würde der Sah etwa so lauten: weil zu eng, ganz und gar verlassen werden. Bildung eines Komitees, das sich an die Spike der Bewegung Die minderwichtigen Geschäfte werden von den Mitglie Das Handmehr der Landgemeinde, d. b. die offene Ab stellen sollte. Ich erinnere mich sehr gut, daß von den bedern des Landrathes berathen und endgiltig beschlossen, die ftimmung muß, da ja jest jeder schreiben tann, ersetzt werden zeichneten Bürgern Allemane protestirte, da er die Sache ein wichtigeren( Sachen: Gesetzes- und Finanzvorlagen) werden durch die geheime Abstimmung über die Geseze( Referendum) dumm fand; andere zwar, wie Guesde, von Allen, d. h. von der Landsgemeinde besprochen und end- in den Gemeinden vermittelst der Wahlurne, welche mehrere protestirten nicht; allerdings waren sie schon fortgegangen!"- giltig beschlossen, jedoch so daß auch diese( Gesetze und Volts Stunden am Stimmsonntage bereit steht, so daß jeder Bürger Initiative) über welche das Bolt endgiltig zu entscheiden hat, seinen mit Ja oder Nein beschriebenen Stimmzettel zu der ihm Russische Finanzen. Ein offiziöses Telegramm aus vom Landrathe vor berathen werden." Gratt so wie es noch gelegenen Beit einwerfen fann. Petersburg besagt: heute in Uri und Glarus von Altersher Uebung ist. Tacitus Die Berathung an der Landsgemeinde wird jetzt, da Am 1. Oktober a. St. v. J. betrugen die ordentlichen fährt dann fort:" Sie( die Landsgemeinde) tommt zusammen an ja jeder lesen kann, ersetzt durch die gedruckten Erläuterungen Reichseinnahmen des laufenden Finanzjahres 615 400 000 Stubel gewissen Tagen, wenn nicht etwas Unvermuthetes und Plögliches zu den Gesegesvorschlägen. Durch die Diskussion in den Beis gegen 609 300 000 Rubel im vergangenen Finanzjahr; die vorfällt Wenn die Menge hinreichend beisammen ist, sezen tungen, durch freie Versammlungen, wenn die Wichtigkeit außerordentlichen 167 900 000 Rubel gegen 34 800 000 Rubel sie sich bewaffnet nieder; Stillschweigen wird durch die Priester, der Gesetzesvorlagen solche öffentliche Besprechungen hervorruft. im Vorjahre. Die gewöhnlichen Reichsausgaben betrugen denen zu diesem Behufe ein Zwangsrecht zusteht, anbefohlen. Die Antragstellung in den Landsgemeinde Kantonen 636 900 000 Rubel gegen 587 600 000 Rubel; die außerordent- Mox rex vel princeps, das heißt: Sodann wird der König findet in größeren Staatsverbänden durch eine anders organisirte lichen 99 300 000 Rubel gegen 83 100 000 im Vorjahr. oder der Vornehmste, nach eines jeden Alter oder vor- Voltsinitiative( Vorschlagsrecht des Boltes) Am 1. November a. St. betrug der Werth der Ausfuhr nehmes Geburt oder im Kriege erlangtem Ruhm oder Beredsamkeit ihren Ausdruck. Diese besteht darin, daß ein durch die Veraus Rußland 377 200 000 Rubel, derjenige der Einfuhr nach angehört. Auctoritate suadendi magis quam jubendi potestate, b. h. faffung bestimmter Bruchtheil( etwa 1/20 bis 1/80) der Stimme Rußland 308 Millionen Rubel. Die Handelsbilanz zu Gunsten doch haben sie mehr das Ansehen, einen Rath zu geben, berechtigten einen Vorschlag machen und denselben sowohl in Rußlands stellt sich daher auf über 69 Millionen Rubel, als die Gewalt zu befehlen. Wenn Rede und Antrag In richtigem Deutsch heißt dies: die Regierung ihnen( der Mehrheit des Volkes) mißfällt, so verwerfen fie bies Väterchens hat im Jahre 1893 ein noch weit um etwa Waffen aneinander; das halten sie für die größte Ehre, wenn sie durch ein Geräusch; gefällt es ihnen aber, so schlagen fie die 66 Millionen Rubel größeres Defizit gemacht als im mit den Waffen ihren Beifall bezeugen." Jahre 1891. Was die günstige Handelsbilanz" betrifft, so hat ein Land, welches sich gegen die Produkte anderer Länder absperrt, wie Rußland dies thut, stets eine günstige Handelsbilanz", auch wenn es auf dem lezten Loch pfeift. bischen Ein Organ sozialistischer Studenten erscheint in Gent, Belgien, unter dem Titel L'Etudiant Socia Liste"" Der sozialistische Student" und zwar zwei mal monatlich. Das Blatt, welches schon Ende 1891 durch den damaligen Studentenkongreß gegründet wurde, ver breitet sich mehr und mehr. Für Belgien toftet es 2 Frcs., für das Ausland 2,75 Frts. das Jahr. Näheres zu er fahren vom Setretär des Cercle des Etudiants", Boruit, Gent, Belgien. " Fast alle diese von Tacitus erwähnten Gebräuche Tommen heute noch vor in dem einen oder andern Landsgemeinde- Ranton; wie vor 1800 Jahren in Germanien, so giebt es heute noch einen Landrath, der bei der direkten Gesezgebung mit wirkt, wichtige Angelegenheiten auch die eingereichten Bolts- Initiativen wohl vorberathet, aber nicht von sich aus entscheidet. In Appenzell tommen heute noch die Landleute mit der Waffe, als Zeichen des freien Mannes", die zugleich als Stimmberechtigungs- Ausweis Bilt; fogar die vorne ſizenden Pfaffen und Kapuziner, die gemeinden. Ein solcher Landsgemeinde- Staat durfte natürlich geistliche Polizei, spielt noch eine Rolle an den katholischen Lands nicht groß sein; die vom Landsgemeinde- Plag am weitesten weg Wohnenden mußten den gleichen Tag hin und zurückfommen und doch noch der Landsgemeinde oder dem Landsgericht einige Stunden bewohnen können. der Form einer grundsäglichen Frage als eines ausgearbeiteten Gesetzes zur Volts abstimmung bringen fann, ohne daß der berechtigt find) an dem Wortlaut der Initiative das Geringfte Rath( da Barlament und Initianten gleichwerthig, gleich ändern darf. namentlich aus zwei Elementen, einem anregenden und einem Somit besteht die direkte Gesetzgebung durch das Volk beschließenden: 1. aus dem Vorschlagsrecht des Boltes, auch Boltsinitiative genannt, 2. aus der Volts abstimmung über die Gefeße, auch Referendum geheißen. Zwischen beiden funktionirt als regelmäßiges Organ der Rath, welcher zwar nicht mehr ein gefeßgebender, sondern nur geber ist, beffen Rath befolgt werden kann, oder auch nicht. noch ein gesetzes vorschlagender, b. h. ein bloßer RathDer Rath ist auf diese Weise zwischen zwei Feuer gefeßt, die ihn beständig warm erhalten. Schlägt der Rath schlechte Gefeße vor( macht er Begebungs sünden), so werden sie durch die Bolts abstimmung( Neferendum) verworfen. Will der Rath feine guten Gesetze vorschlagen( begeht er Unterlaffungsfünden), so tommt die Voltsinitiative und macht ihre Borschläge. Hätte Deutschland ein solches Boltsinitiativrecht, so tönnten beispielsweise 800 000 Sozialdemokraten dem Bolte die Frage zum Entscheid vorlegen: Soll der milliardenfressende freiheitsfeindliche Militarismus abgeschafft und dafür die billige, freiheitbringende Volkswehr eingeführt werden? ( Bemerkung. Wer für Abschaffung des stehenden Heeres ist, schreibt: I a.- Wer nicht dafür ist: Nein.) Der von Taxitus zitirte rex, König, muß nach heutigen Begriffen ein furioser Rönig gewesen sein, wenn er nur einen In Schweden haben die Wahlen zum sogenannten Rath zu geben, aber keine Gewalt zu befehlen hatte, das muß schon Voltsreichstag" stattgefunden. Derselbe ist bekanntlich von mehr so eine Art Landammann, der vom Volfe gewählte Vorben Sozialdemokraten und den radifalen Liberalen, welche fißende der Landsgemeinde gewesen sein, feineswegs aber ein für das allgemeine gleiche Stimmrecht eintreten, ins Leben König im heutigen Sinne des Wortes; Rönig, alt Künine heißt denn auch ursprünglich„ Geschlechts- Vorsteher" von Künne, sprach gerufen. Bei den Wahlen in Stockholm haben sämmtliche lich verwandt mit dem lateinischen gens und dem griechischen von den Sozialisten aufgestellten 14 Randidaten, nämlich genos, d. h. Geschlecht der Blutsverwandtschaft; die ursprüng2 Liberale und 12 Sozialisten, darunter eine Frau, mit lichen Könige waren die von den Geschlechtsgenossen erwählten insgesammt 12 000 von 21 000 abgegebenen Stimmen Häuptlinge; natürlich wählte man solche Vorsteher oder Häupt gefiegt.linge auch oft an die Spiße größerer Geschlechtsverbände und Kriegsschaaren und so wurden sie zu Voltstönigen, deren es und d in Germanien die schwere Menge gab. Die Benennung König ist mithin ähnlich enthanden, wie aus Schulze, oder schweizerisch Schultheß, Schuldenheisther oder Schuldheißer der Schultheiß, der oberste Staatsmann von Bern und Luzern, entstanden ist. Rönige aus vornehmen Geschlechtern erloren wurden und feine liegt hier nicht vor. Der Absender, nicht Sie, foll gegen die Uebrigens sagt ja Tacitus felbft( im Kap. VII), daß die$. P. in Korby. Der frühere Brief, von dem Sie fprachen, unbeschränkte oder freie Gewalt hatten.( Nec regibus infinita Direttion klagen und sich auf Sie als Zeugen berufen. aut libera potestas.) Nicht einmal strafen, in Bande legen A. B. 95. Ist die Sache zu Ungunsten Ihres Sohnes rechtsoder schlagen dürfen die Könige", wovon des guten, lieben, alten fräftig entschieden, so ist nichts mehr zu machen. Sollte Frigens Krückstock etliches zu erzählen wüßte. aber erst eine Instanz gesprochen haben, so müßte Ihr Briefkaffen der Redaktion. Mr. Champion, einer der fähigsten aber auch zweifelhaftesten unter den neueren Arbeiterführern Englands ist wieder aufgetaucht. Bei der letzten Wahl machte er er folglos große Anstrengungen, um ein Mandat zu erringen, und der alte Verdacht, daß er im Dienste der Tories stehe, fand neue Nahrung und kam zu neuem Ausdruck. Seitdem verschwand Champion vorübergehend aus der Deffentlichkeit, bis er vorige Woche plötzlich ein frisches Lebenszeichen gab, indem er eine neue Nummer seines vor Jahren eingegangenen Labor Elector"( der Arbeiter- Wähler) erscheinen Auch die principes fönnen feine Fürsten in modernem Sinne Sohn durch einen Anwalt Berufung beim Landgericht einlegen ließ und das Forterscheinen ankündigte. Das vor uns gewesen sein; das Wort bedeutet die Ersten, im Englischen laffen. Bei den Berufsrichtern würde er aber schwerlich ein liegende Blatt ist mit dem, Champion eigenen Geschick und the first, im Deutschen bedeutet First das Oberste, z. B. Dach- anderes Resultat erzielen. Fehlen die Mittel zur Annahme eines Scharfsinn redigirt- aber fann man dem Manne trauen? first, woraus die Deutschen schließlich„ Fürsten" machten, während Anwalts, so müßte Ihr Sohn sich das Armenrecht bewilligen Unser Londoner Rorrespondent, der sich schon einmal mit Landrichter waren. Auch aus dem germanischen Worte Adal, es ursprünglich nur die vom Volte erwählten Landräthe und lassen. K. M., Maurer, Oppelnerstraße. Um Ihren Zeugenihm zu beschäftigen hatte, wird wohl Näheres mittheilen das eigentlich allgemein Geschlecht, Abkunft, Art bezeichnet, aufruf zu veröffentlichen, müssen Sie uns noch einige nähere Antounen.entitand später ein bevorrechteter del mit ausgedehntem Grund- gaben machen. Am besten ist es, Sie tommen mit dem Straf besih, während noch zu Tacitus Beiten( 100 Jahre nach Chr.) mandat zu uns. Aber versäumen Sie dann die Zeit nicht. es bei den Deutschen noch kein Privateigenthum an Grund und A. G. Wenn im Vertrage nicht das Gegentheil vereinbart Boden gab", sagt der gelehrteste Germanist der Büricher Hoch- ift, ja. Schule. $. R. 26. Sie haben leider zu spät gekündigt; Thre Kündigung mußte spätestens am 31. Dezember in Händen des Wirths sein. Alte und neue Arten und Abarten der direkten Gesetzgebung. Diese altgermanische Freiheit, die direkte Gesetzgebung durch das Bolf, ging dann allmalig zu Grunde, hauptsächlich durch die germanische Eroberung der weströmischen Welt, Frankreich, Italien, Spanien, Nordafrika. Aus den germanischen Heer II. führern und Boltstönigen wurden dann wirkliche Könige, die Nur die Knechtschaft ist jung, alsbald die Allüren der römischen Gäfaren und Imperatoren Briefkaffen der Expedition. Die Freiheit ist alt.' nachahmten. Die deutsch- fränkischen, aber in Frankreich resi An unfere Post- Abonnenten. Infolge verschiedener Re. ( Frau von Staal.) direnden Könige und deren Bismarcke oder Hausmeier", be flamationen ersuchen wir unsere auswärtigen Post- Abonnenten, Tacitus, etwa anderthalb Jahrhundert später als Gäfar, besonders der Sachsenfeind Kaiser Karl der Große, machten mit sich in Fällen mangelhaiter bezw. Nichtlieferung unseres Blattes Schreibt uns ebenfalls die Sitten und Gebräuche der Germanen. ihren Romanen und deutschen Söldner- und Lebensträger- Gefolg- durch das betr. Postamt beschwerdeführend au die bezüglichen Etwas über die Schnur gehauen, hat er schon, doch war es tein fchaften nach und nach auch in ihren deutschen Landestheilen, Postbehörden zu wenden, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, 10. Januar. Opernhaus. Bastien und Bastienne. Bajazzi. Slavische Brautwerbung. Schauspielhaus. Die gelehrten Frauen. Herrn Kaudel's Gardinen predigten. Circus Renz. ( Karlstraße.) Dienstag, den 10. Januar 1893, Abends 71,4 Uhr: Grosse Vorstellung. Aus dem Progr. besonders hervor zuheben: Mr. James Fillis mit dem Schulpferd Germinal. Solon, in der hohen Schule ger. v. Fräulein Clotilde Hager. 8 arab. Schimmelhengste, in Freih. vorgef. von Herrn Oscar Renz. Königs- Quadrille, ger. von 8 Damen und 8 Herren. Zum Schluß: F Auf Helgoland. E Ballet von 82 Damen. Aufzug der Leib- Garde- Artillerie. Gr. BrillantZestng- Cheater. Heimath. Wallner- Theater. Der Stolz der Feuerwerk. Familie. Berliner Theater. Othello. Kroll's Theater. Norma. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz- Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Die liebe Familie. Kleine Hände. Morgen, Mittwoch, Abend3 71/4 Uhr: Große Vorstellung mit neuem Progr. u. Auf Helgoland. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskasse und beim Inva lidendant, Markgrafenstraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Burgstraße, neben der Börse. Das vewunschene Schloß. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Das Märchen der blauen Grotte. Vorher: Othello's Erfolg" und„ Das Ver fprechen hinter'm Heerd". National- Theater. Der Mann mit der eifernen Maste. Alexanderplatz- Theater. polnische Jude. Apollo Theater. Vorstellung. Der SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kanfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 17. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksmund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Geschwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bauchredners Blank und der Trockenwohner oder: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. Castan's Welt- Lokal Berlins, 5000 Pers. fassend. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung mit großem Programm. Anf. Wochent. 71/2 hr, Sonnt. 6 Uhr. Kasseneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Das anerkannt großartigste Programm der Residenz. Jeden Abend 9 Uhr: Auftreten des G. Braselli, der equilibristische Kaminfeger, gen.: Das Wunder auf der freistehenden Leiter. Um 10 Uhr: Vorführung der grossartig dressirten Riesendoggen des Mr. Barnum, sowie Auftreten sämmtl. anderer Spezialitäten. Jeden Abend stürmischer Erfolg. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstraße. Dienstag, den 10. Januar 1893, Abends 71/2 Uhr: Gala- Benefiz- Borstellung für die beliebte Schul- Reiterin Baronesse de Walberg. Zweimaliges Auftr. der Benefiziantin m. d. Schulpf. Szabadka und Norfolk. Der irische Wall, ausgeführt von 6 Hengsten, sowie d. Feuerpf. Lucia, vorgef. vom Direktor Althoff. Mr. Thompson mit seinen 5 Elephanten. Gin Elephant als Pianist. Auftreten sämmtl. Spezialitäten.- Morgen, Mittwoch: Gala= Abschiedsvorstellung. Gratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Frühstücks- u. Mittagstisch. Gr. 3wei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Moriz Blah. Moriz Etablissement Buggenhagen. Play. Achtung! Arbeitslose. Achtung! Große öffentliche Versammlung der arbeitslosen Bauhandwerker Berlins am Mittwoch, den 11. Januar, Vorm. 10 Uhr, im Saale des Herrn Joël, Andreas- Straße Nr. 21. Zages Ordnung: 1. Warum sind wir arbeitslos und wird es in Zukunft so bleiben? ( Der Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer E. Gröppler. 245/6 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 10. Januar, Abends 8 Uhr, im Schultheiss( früher Giskeller), Chauffee- Straße Nr. 88: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über„ Spiritismus". Referent: Karl Hoffmann. 2. Korreferent: Reichstags Abgeordneter E. Wurm. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Fragekasten. Gäßte haben Zutritt. E 239/13 Der Vorstand. Um allen Anforderungen, die von den Genossen der Provinz an uns gestellt werden, zu genügen, ersuchen wir die Genossen unseres Kreises, alle geleſenen Arbeiterzeitungen und Broschüren an den Genossen Franz Gleinert abzuliefern. Große Versammlung des Sozialdemokrat. Agitations- Vereins für die Kreise Wittenberg, Schweinitz, Torgau und Liebenwerda am Mittwoch, den 11. Jannar 1893, Abends 8%, Uhr, im Lokale des Herrn Lehmann, Neue Grünstraße 14. Tages Ordnung: Täglich: Instrumental- Konsert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Paken- 3. hofer Lagerbier, hell und dunkel. O Berschiedenes und Stellung von Anträgen zur Generalversammlung. 1. Vortrag des Genoffen Lohse über die bessere Gesellschaft. 2. Diskussion. Laut Statut müssen Anträge zur Generalversammlung in dieser [ 388/4] Der Vorstand. An Sonn- und Feßttagen Versammlung gestellt werden. findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Rommerse, Festlichkeiten 2c. Saal täglich frei Wörtherstr. 45.[ 860b Regelbahn und Vereinszimmer noch einige Tage frei Neue Grünstraße 14. Vereinig. der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Sonnabend, den 28. Januar, im neuerbauten Sanl der ,, UnionsBrauerei", Hafenhaide Nr. 22-31: Grosser Wiener MaskenAnfang 9 Uhr. 186/10 Entree 50 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Das Comité. Verband der Bäcker und verw. Berufsgenossen. Mitgliedschaft Berlin. Dienstag, den 10. Januar 1893, Nachmittags 4 Uhr, im Lokale des Herrn Seefeldt, Grenadierstr. 33: Versammlung. Tagesordnung: 1. Regelmäßige Monatsgeschäfte. 2. Ergänzungswahl eines Hauptvorstands- Mitgliedes. 3. Stellungnahme zum internationalen Bäcker- Kongreß. Referent: Kretschmer. 4. Verschiedenes. 128/3 Der Vorstand. Panoptikum. Verein der Plätterinnen Neue Illusion: Lotosblume. Fantoche- Theater. Borstellungen v. 11-1 u. v. 4-9 Uhr stündlich. Ohne Extra- Entree. und verw. Berufsg. Berlins. Dienstag, den 10. Januar 1893, Abends 8% Uhr, in Nieft's Salon, Weberstraße 17: General- Derlammlung. Zages Ordnung: 250/2 1. Abrechnung vom Vergnügen( Todtenfeier). 2. Vierteljahresbericht. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. 3. Jahresbericht. 4. Geschäftsbericht des Vorstandes. 5. Wahl des gesammten 桶 Wer ist der Vater? Antwort um 9 Uhr im PassageVorstandes. 6. Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Mitgliedes in dieser Versammlung zu erscheinen. Mit Gruß Versammlung Der Vorstand. des Vereins sämmtlicher Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche- und Kravattenbranche Berlins Panopticum.bes gesammten Borstandes. 4. Verschiedenes. am Mittwoch, den 11. Jannar, Abends 82 Uhr, in Paster's Salon, Neue Königstraße Nr. 7. Tagesordnung: 1. Bierteljahresbericht. 2. Jahresbericht. 3. Wahl 384/5 Mitglieder, welche noch im Besitz von Billets sind, werden gebeten in dieser Versammlung abzurechnen. Der Vorstand. Concordia- Festsäle C. Säger Andreasstr. 64 und Krautstr. 38. Jeden Sonntag: Gr. Instrumental- Konzert. Achtung! Korbmacher. Achtung! Dienstag, den 10. Januar 1893, Abends 8 Uhr: Anfang 5 Uhr. Entree 30 P. Oeffentl. Versammlung aller Branchen. Nach dem Konzert: Grosser Ball, ausgeführt von 2 stark besetzten Orchestern. Meine auf das komfortabelste eingerichteten großen und fleinen Säle, sowie 5 neue Regelbahnen, Billard und Vereinszimmer, stehen den geehrten Vereinen zur gefl. Benugung unter toulantesten Bedingungen. 194/9 Es sind sämmtliche Lieferungs- Meifter hierzu eingeladen. Das Streik- Komitee. Achtung! Töpfer Berlins und Umgegend. Bom Sonnabend, den 31. d. M. an werden die Karten und Quittungsmarken zum Generalfonds für das Jahr 1893 im Arbeitsnachweis durch Unterzeichneten, sowie von den Beitragssammlern in den bekannten Lokalen laut Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 23. November cr. verausgabt. Gleichzeitig mache die Kollegen noch darauf aufmerksam, daß am Sonnabend vor Neujahr die Kollegen, welche Beiträge abzuführen haben, sich von Mit tollegialem Gruß Damen- Masken- Garderobe 2-5 Uhr in den betreffenden Lokalen einfinden mögen. bon M. Roussel, Skalitzerstr. 43. Carl Thieme. 326/2 Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Berlage erschien: Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm Don Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Groß- Ottav 64 Seiten. Bweite durchgesehene Auflage. Preis geheftet: 10 Pf., in Parthieen zum Massenvertrieb Nabatt. Im ersten Theil ist die Prinzipien Erklärung des Programms behandelt. In den Kapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Rapitalist und Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus sind die grundlegenden sozialdemokratischen Lehrfäße populär- wissenschaftlich niedergelegt; während im zweiten Theil unsere Programm- Forderungen, die von dem klassenbewußten Proletariat als Mittel aufgefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu erreichen, erläutert sind. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenossen, die sich in den Dienst der Partei- Organisation gestellt haben, den Massen Vertrieb" besonders zu empfehlen, da mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig gestellt worden. Ferner empfehlen wir folgende Erscheinungen unseres Berlages als zur Massenverbreitung besonders geeignet: Bur Tandagitation. 16 Seiten. Preis 10 Pf. In Partien: 100 Exemplare 3 Mart. Nieder mit den Sozialdemokraten!" 26 Seiten. Von Wilhelm Bracke. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 7,50 m. Die Soldaten- Mißhandlungen vor dem Deutschen Reichstage. Rede Bebel's in der Sigung vom 13. März 1891. ( Stenographischer Bericht.) 26 Seiten. Preis 15 Pf. 100 Exemplare 10 Mart. Freiherr von Stumm und die Sozialdemokratie. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags am 10. und 12. Mai 1892, betreffend die Maßregelung der Sozialdemokratischen Arbeiter in den Staatsbetrieben. 32 Seiten. Preis| 10 Pf. 100 Exemplare 5 Mark. Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands befchloffen auf dem Parteitage zu Erfurt 1891. 4 Seiten. Preis 5 Pf. Preis 5 Pf. In Partien: 100 Exemplare 50 Pf. Organisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands beschloßen auf dem Parteitag zu Halle 1890 ( mit den auf dem Berliner Parteitag 1892 angenommenen Abänderungen). 4 Seiten. Preis 5 Pf.- In Partien: 100 Exemplare 50 Pf. Wir ersuchen alle Freunde unserer Sache, da wo es gilt, weitere bisher unzugängliche Kreise für unsere Grundsäge zu gewinnen, die oben angeführten Agitationsschriften zunächst berücksichtigen zu wollen. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Auswärtige Besteller werden gebeten, ihren Aufträgen gleichzeitig den Betrag( Porto extra) beizufügen. 400/4 Zahnarzt Rob. Wolf, Brunnenstr. 4( Rosenth. Th.). Künstl. Zähne v. 2 M. an Plomb. v. 1,50 M. an. Schmerzl. Zahnz. u. Reinig. d. Zähne 1 M. Sprechst. 8-7 Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen t Beilage zum„Vomiirts" Berliner Volksblatt Kr. 8. Dienstag, den 10. Jannar 1893. 10. Jahrg. Dom KergarbeiterstveiK. Einer Reporternachricht zufolge soll sich das preußische Staats Ministerium unter Vorsitz des Grafen Eulenburg am Sonnabend mit dem Bergarbeiterausstand beschäftigt haben. Der Reichskanzler soll der Sitzung gleichfalls beigewohnt haben. Ueber die am Sonntag in den nördlichen Kohlenrevieren stattgehabten Bergarbeiterversammlungen wird berichtet: Essen a. d. Ruhr, 8. Januar.(H. T. B.) Die hiesige über- aus zahlreich besuchte Bergarbeiter-Versammlung entschied sich dahin, von einer definitiven Beschlußfassung abzusehen und die Nachmittags in Bochum stattfindende Versammlung abzuwarten und deren Beschlüsse anzuerkennen. Die Versammlung wählte ge- heim aus jeder Ortschaft drei Delegirte für die Bochumer Ver- sammlung und forderte achtstündige Schicht, Selbstverwaltung der Knappschaftskasse oder Gleichberechtigung der Arbeiter in der Ver- waltung derselben und Arbeiterschiedsgerichte. Bochum, 8. Januar, Abends 7 Uhr.(W.T. B.) Die heutige Bergarbeiter-Versammlung im hiesigen Schützenho° war von etwa 4000 Personen besucht. Das Bureau bildeten die sozialdemo- kratischen Führer Bunte, Schröder und Meyer, welche selbst nicht mehr als Bergleute thätig sind. Die Berichterstatter aus allen Bezirken erklärten, daß die in der heutigen Versammlung ver- tretenen Bergleute den von derselben gefaßten Beschlüssen bei- treten würden. Auf die von Bunte gestellten Fragen, ob die Bergleute im Saarrevier ein Recht gehabt hätten, zu streiken, ob man die Verpflichtung habe, sie zu unter- stützen und ob die Unterstützung durch einen Streik geschehen solle, antwortete die Versammlung mit„Ja". Die Frage, ob am Montag oder erst am nächsten Mittwoch gekündigt werden solle, wurde verneint, ebenso die Frage bezüg- lich der Geldunterftützung der Bergleute des Saargebietes. Vor dem Schluß der Versammlung fand ein anonym eingegangener Antrag, die Bergleute des Saarreviers durch Niederlegung der Arbeit am morgigen Tage zu unterstützen, Annahme. Die Wahl eines Streikkomitees und eines Zentralortcs soll nach Ausbruch des Streikes erfolgen. Die Versammlung war auch von Sozial demorralen und Nichtbergleutcn stark besucht. Gelsenkirchen, Sonntag 3. Januar, Abends. Die hie figen Bergarbeiter-Versanlmlungen traten dem Streikbeschlüsse einstimmig bei; die Straßen sind sehr belebt, es ist bisher zu keinerlei Ruhestörungen gekommen. Aus Dortmund wird uns geschrieben: Die am Freitag der Auslösung verfallene öffentliche Bergarbeiter-Versammlung, in welcher der Schlußredner Schöttchen- Haarzopf verhaftet wurde, fand am Sonntag Morgen ihre Fortsetzung. Das Ver- sammlungslokal von Plaas ivar überfüllt, hunderte standen noch vor den Thüre». S i e b e ck eröffnet 1 We Uhr die Versammlung. tns Bureau gewählt werden Bunte, Siebeck und . Schröder. Zuerst nimmt das Wort Bunte. Er geht auf den von der„Rheinisch-Westsälischen Arbeiter- Z e i t u n g" an den Pranger gestellten und ans Licht gezogenen Bericht der„Harpener Bergbau-Gesellschaft" ein, dessen Winzeln- heiteu auführlich behandelnd. Scharf geißelt er den Versuch der Gegner, die Bewegung im Ruhrrevier als„Mache" hinzustellen und den Agitatoren zu unterschieben, diese brauchten die Un- zufricdenheit, weil sie„davon lebten".„Kann man denn von der Unzufriedenheit leben, wenn der Unzufriedene nichts zu essen hat? Wer von den Arbeitergroschen lebt, das sind andere Leute. Den neuesten Nachrichten vom Saarrevier nach streiken noch 20 000 Mann. Wenn nach acht Tagen Streik noch soviele den Ausstand ausrecht erhalten, so lehrt das, daß sie volle Ursache zum Streik hatten, und mögen noch soviel Zeilungsredakteure rn ihren warmen Redaktionszimmern das Gegentheil niederschreiben. Fragen wir, wie sollen wir die Kamerade» im Saarrevier unter stützen, so wird mancher denken: ich würde gern eine Mark her geben, aber ich habe sie selbst für meine Familie nöthig. Die Löhne schwanken hier zwischen 50. und 85 Mark." Redner fragt die Versammlung:„Halten die Kameraden ini Saarrevier ein Recht zum Streik oder nicht?" Die Versammlung antwortet mit brausendem Zuruf: Jawohl! Recht!„Sollen die Bergleute im Saarrevier unterstützt werden?" Wird einstimmig bejaht. „Sollen wir sie materiell unterstützen?" Wird gegen 2 Stimmen verneint.„Sollen am Mittwoch sämmtliche Bergleute dieses Reviers kündigen?" Bewegung. Einstunmig verneint!„Wollt Ihr am Montag die Arbeit kündigen?" Nein! Nein l„Dann müßt Ihr wissen, was Ihr am Montag zu thun habt!" Brau- send« Zuruf: Jawohl! Streik! Streik! Sodann geht Bunte auf die Anstellung der Oberältesten ein; die Zechenbefitzer würden nach der Wahl der Knappschafts- ältesten im letzten März, als eine ganze Reihe ihnen genehmer Aeltester nicht wiedergewählt war, wohl gedacht haben: „Gut, wenn ihr sie nicht mehr haben wollt, dann nehmen wir sie und stellen sie als Oberälteste mit 15—1800 M. Gehalt an.' Wir sind, fährt Redner fort, noch nicht am Ende aller Ober ältesten, sondern wenn nach 5 oder 6 Jahren bei der Neuwahl der Altesten abermals so und so viel Alteste aus der Knappschaft Herausftiegen, dann wird man eher 24 als keine weitere Ober- älteste aus diesen machen. Sollen wir für diese Leute unser Geld bezahlen, das schon 0 M. und darüber an die Knappschasts kasse beträgt? Darauf gelangte die Resolution der Essener Freitags-Ver- sammlung, die sich gegen die Anstellung der Oberältesten und gegen das Knappschaftsstatut richtet, zur Abstimmung. Sie wird einstimmig angenommen. B r ü ß l e r: Wenn uns nach der neuen Arbeitsordnung bei Einstellung der Arbeit 6 Tage Lohn abgezogen werden sollen, so ist das vielen neu. Die Arbeitsordnung ist durchaus nicht allen bekannt geworden. Ich habe weder Statutenbuch noch Anschlag gelesen. Die Zeche„Tremonia" hat dieselben in Besitz und andere Zechen scheinen sie überhaupt nicht zu haben. Bunte: Die Arbeitsordnung ist trotzdem giltig. Die rheinisch-westsälischen Bergarbeiter haben zu der Arbeitsordnung nichts zu sagen gehabt. Die Zechenbesitzer veröffentlichten sie mög- lichst früh, da sie sich sagten, daß sie dann keine Arbeiter darüber zu hören brauchten.(Pfui! Pfui!) Was in der Arbeitsordnung steht, wird auch gehandhabt, ob ihr sie gelesen habt oder nicht. Schönwald: Es ist am besten, heute Personen zu wählen, welche die Organisation hier in die Hand nehmen. Um die Streikenden gewissenhaft zu unterrichten, soll man die„Rheinisch. Westfälische Arbeiterzeitung" zum Publikationsorgan wählen. Den nach Bochum geschickten Delegirten soll aufgetragen werden, dafür zu wirken, daß das Streikkomitee nach Dortmund, dem Eitz der Redaktion der„Rheinisch-Westsälischen Arbeiterzeitung" verlegt wird. Wienecke: Laßt uns Leute ins Komitee wählen, die schon auf dem Straßenpflaster liegen, damit nicht noch mehr außer Arbeit kommen. Es wurden darauf zur Versammlung in Bochum gewählt: Bunte, Schönwald und Dückershoff. Die weitere Ab- Simmung über den Antrag Schönwald ergiebt einstimmige I n n a h m e. Bunte ermahnt zur Ruhe, warnt davor, sich provoziren zu lassen und schließt mit dem Ruf:„Die Arbeit werde frei.' mit dreifachem Hoch die musterhaste imposante Versammlung, die unter Abfingen der Marseillaise auseinandergeht. Die nächste Versammlung ist Dienstag Nachmittags 5 Uhr. Aus Bochum empfangen wir folgenden Bericht: Die am Sonntag Nachmittag hier stattgehabte entscheidende Bersammlung der Delegirten und Bergarbeiter des Ruhr reviers war von über 10 000 Mann besucht. Das große Lokal im Schützenhof, in dem 1391 Bebel sprach, war überfüllt Joh. M eyer-Gelfenkirchen eröffnet gegen 4 Uhr die Ver sammlung. Ins Bureau werden gewählt Joh. Meyer Bunte und Schröder. Zunächst spricht Bunte. Derselbe geht auf die Entwickelung der Bewegung ein, theilt mit, daß gegen den in Dortmund verhafteten Schöttchen Anklage au' Grund von§ 130 des Str.-G.-B. erhoben werde, und welche Beschlüsse in Dortmund gefallen sind.„Beschließt und berathet nun sachlich und ruhig! Erkennt Ihr die Berechtigung des Streiks im Saarrevier an, so müßt Ihr die Streikenden unterstützen, entweder durch Geld oder, wenn Ihr das nicht habt, auf andere Weise."(Bravo.) Meyer kennzeichnet zunächst die unwahre Berichterstattung der„Kölnischen Zeitung" und führt im weiteren aus: Die Käme- raden im Saarrevier verlangen achtstündige Schicht, einen Lohn von 4,50 und eine Aenderung der Arbeitsordnung. Sie fordern Verkürzung der Schicht, der Arbeiislosen wegen, deren Be- schäftigung die allgemeine Nothlaße lindern, den Konsum heben und dadurch die Krise abkürzen würde. Der„Bergmannsfreuud" verdient die schärfste Geißelung für seine Fälschung der die Lage der Bergarbeiter betreffenden Thatsachen. Sodann schildert Redner die Saarbrückener Arbeitsordnung. B a l l m a n n- Essen stellt die Haltung der Essener Ver sammlung vom Freitag und Sonntag Morgen dar. Man hat heschlossen, die Bochumer Beschlüsse unbedingt anzuerkennen. Folgende Forderungen seien bei einem eventuellen Ausstand auf- zustellen: Selbstverwaltung der Knappschastskasse, Schiedsgerichte mit zwei Drittel Arbeiterbeisitzern, achtstündige Schicht einschließ- lich Ein- und Ausfahrt, Aenderung der Arbeitsordnung. Wenn ein Ausstand beschlossen wird, so muß Mann an Mann ge standen werden, die politische und religiöse Stellung darf nicht entzweien.(Bravo! Bravo! Streik! Streik!) Di« Versammlungen sind auf Drängen der Belegschaften einberufen und keineswegs von den Führern vorbereitet. Dieckmann- Gelsenkirchen: Die Versprechungen, die man uns 1839 bei Beendigung des Streiks gegeben hat, sind nicht ge- halten worden. Dieselben schauderhaften Zustände sind wieder eingetreten, ja, es ist schlimmer als zuvor. Die heutige Morgen- Versammlung in Gelsenkirchen war sehr stark, zu stark besucht. Sie beschloß die thatkrästigste Unterstützung der Kameraden an der Saar, aber nicht durch Geld, denn das hat man auch hier nicht, sondern auf andere Weise. Die ultramontane„Gelfen kirchenerZeitung" bezeichnet den Saarstreik als unmoralisch, obgleich die Arbeiter dort durch die Drangsalirung zum Streik gezwungen wurden. Die Solidarität darf keine Phrase werden, wir müssen sie energisch bethätigen. Bei der guten Kartoffel- ernte können wir einen Ausstand schon einige Zeit aushalten. Bunte stellt daraus die aus den Versammlungen in Essen, Dortmund u. s. w. bekannten Fragen. Nachdem die Frage bejaht ist, ob durch Arbeitsniederlegung den Kameraden an der Saar Hilfe gebracht werden solle, meint Bunte, Ihr habt dann zu kündigen.(Laute Zurufe: Thun wir nicht, niemals!) Soll am Mittwoch oder Montag die Arbeit gekündigt werden?(Nein, keine Kündigung! Große Erregung!) Dann verfallt ihr dem Kontraklbruch! Keine einzige Hand erhebt sich auf die Frage, ob am Montag gekündigt werden solle. Bunte: Dann muß ich fragen, was Ihr wollt.(Brausende Zurufe: Streik! Streik! Am Montag!) Ich darf nicht fragen, ob Ihr streiken ivollt.(Jawohl, Streik! Streik!) Das bedeutet einen Kontraktbruch.(Schadet nichts! Schadet nichts!) Ihr müßt jetzt wissen, was Ihr zu thun habt! Ich darf es, um das Gefängniß zu vermeiden, nicht sagen. M a t t e r n- Gelsenkirchen: Die Grubenproletarier in Gelsenkirchen, über deren Versammlungen ich zu berichten habe, sind dort so erregt, daß ein allgemeiner Kladderadatsch nicht un- möglich ist. Wenn ich recht berichtet bin, ist das Militär aus Münster schon auf dem Wege nach hier. Man darf mir vom Vorstandstische nicht Mäßigung anbefehlen: ich habe die Pflicht, hier feurig zu reden. Eine laue Sprache nutzt nichts. Wir können ebenso gut nicht arbeiten und hungern als hungern und arbeiten. Wir haben nichts zu verlieren, sondern viel zu gewinnen. Einig müssen wir sein, politische und religiöse Unterschiede dürfen uns nicht trennen. Nicht die Sozial- demokratie hat uns aufgehetzt, sondern der profitwüthige Kapitalismus. Der billige Preis der Kartoffeln bildet jetzt de» Vorwand für die schamlosen Lohndrückereien. Verlaßt Eure darbenden Brüder nicht! Hungert ohne zu arbeiten!(Bravo I Bravo! Bravo!) Meyer: Ich ziehe mir die Mattern'schen Ausführungen betreffs lauer Sprache nicht an. Ich thue, stets meine Pflicht! (Bravo! Bravo I Vravo!) Es geht folgende Resolution ein:„In Erwägung, daß infolge der Unzuverlässigkeit der bürgerlichen Blätter euie Form geschaffen werden muß, um eine schnelle und wahrheitsgetreue Berichterstattung für die Bewegung im Ruhrrevier zu schaffen; in Erwägung, daß im Ruhrrevier nur ein täglich erscheinendes Arbeiterblatt existirt, dessen Berichte für die Bergleute außer dem Verbandsorgan allein maßgebend fein können; in fernerer Erwägung, daß Redaktion und Verlag dieses Arbeirerblattes sich in Dortmund befindet, beschließt die Versammlung, das gewählte Streikkomitee hat seinen Zentralsitz in Dortmund und steht mit den übrigen Lokalkomilee's in direkter Verbindung. Schön- w a l d- Dortmund." Sp örkel- Rotthausen:„Ich habe in Essen gegen den Ausstand gesprochen, bin aber niedergeschrieen worden. Die heutige Versammlung beweist, daß ich mich geirrt und daß der Ausstand nicht von der Sozialdemokratie gemacht, sondern der Will« der Arbeiter ist. Gebt auf die Zeitungsnachrichten nichts, sondern hört auf die Delegirten". Er verliest sodann den(unten auszugsweise veröffentlichten) Artikel„Entlarvt", aus der Sonnabendsnunnner der„Rhein.-Westfälischen Arbeiter-Zeitung", und knüpft daran eine scharfe Kritik. Bestimmt, was ihr wollt; das Volk hat jetzt das Wort. S ch ö n w a l d- Dortmund: Die Arbeitsniederlegung ist be- chlossen, aber nicht der Tag, an dem sie stattfinden soll. Doch meine ich, morgen.... ist Montag, wo man eine ganze Woche vor sich hat. Er ermahnte zur Einigkeit und größter Ruhe. (Bravo! Bravo!) Meyer» Gelfenkirchen liest in Anknüpfung an die Worte Schönwald's eine Notiz der„Kölnischen Zeitung" vor, welche lautet:„Heute ist Feiertag, morgen wird blau gemacht und wenn am Sonntag gut geredet wird, so gehen am Montag Blaumacher und Streikende in einander über."(Pfui! Pfui!) Ballmann: Es ist Zeit Beschluß zu fassen. Mehrere müssen abreisen. Es scheint, man hat Angst, eine gewisse Frage an die Versammlung zu richten. Aber die Bersammlung muß beschließen. Bunte: Ich denke, der definitive Beschluß ist gefaßt, eine Abstimmung nicht mehr nöthig.(Zustimmung und Widerspruch.) V ö ck e r- Rotthawsen: Man nennt die Gemaßregelten „Aufhetzer", weil sie ihre im Elend schmachtenden Kameraden nicht im Stiche lassen. Betrachten Sie den morgenden MonlagSonntag als einen heiligen Tag.(Brausendes Jawohl!), dann müssen Sie wissen, wie Sie ihn begehen.(Brauseudes Jawohl! Streiken!) Bauer- Weitmar: Man sollte die wichtige Frage des Aus- standes reiflicher überlegen. Die Kameraden meines Bezirks fühlen sich zwar solidarisch mit den übrigen Bergarbeitern, aber nicht, wenn die nördlichen Zechen sie wie 1891 im Stich lasse«. Wir sichern euch thatkräitige Hilfe zu, aber nur, wenn Aussicht auf Erfolg da ist. B r i n g e iv a l d- Wattenscheid: Die Wattenscheider werde» in den Streik eintreten, wenn die übrigen Zechen vorangehen, weil man sie 1391 im Stich gelassen hat. Vraugenberg- Steele mahnt begeistert zur Einigkeit. Folgender Antrag ist eingegangen:„Beantrage, daß man die Saarbrücker Kameraden durch Arbeitsniederlegung am Montag unterstütze."(Ohne Namensunterschrift.) Es wird einstimmig beschlossen, diesen Antrag zu debattiren.(Brausender Beifall.) L. Schröder dankt für die den Brüdern im Saarreiii«? dargebrachte Sympathie. Möge kommen, was da will, wir werden unsere Schuldigkeit thun. Bunte weist auf die Resolution„Schönwald" hin. Er stimmt derselben zu. Das solle nicht heißen, daß die Dort- munder die Zentrale haben wollten, es komme ihm nur auf schnelle Berichterstattung an. Dieckmann: Es müssen in allen Bezirken Kommissionen gewählt werden. Dann muß der Zentralpunkt bestimmt werden. Meyer: Erst muß der Montag abgewartet werden, ob gestreikt wird, und dann sind möglichst wenig Personen zu wählen, damit nicht zu viele verhaftet werden. Es ist ein An- trag eingelaufen, das Verbandsorgan während des Streiks täglich erscheinen zu lassen. Ich halte die Abstimmung für überflüssig. Wir müssen erst abwarten.(Schluß- rufe.) Es wird mir vorgeworfen, es sei nicht abgestimmt worden, wie die Saar-Kameraden unterstützt werden sollen. Das ist doch ein großer Jrrthum.(Sehr richtig! Streik! Streik!) Es j ist ein Antrag von V ö ck e r- Rotthausen eingelaufen, das Verbandsorgan während des Streiks täglich herauszugeben. Die Versammlung beschließt, über diesen und die übrigen An- träge erst nach Ausbruch des Streiks zu beschließen. Nach mehr- maliger Ermahnung Schröders zu festester Einigkeit wird die Versammlung mit einem brausenden Hoch aus die Bergarbeiter« bewegung geschlossen. Die Redaktion der in Dortmund erscheinenden „Rheinisch-Westsälischen Arbeiter»Zeitung" hatte das Glück, eine Druckschrift aufzufischen, die jedenfalls nicht für die Oeffentlichkeit und ganz gewiß nicht für die Redaktion einer sozialdemokratischen Zeitung bestimmt war, sondern deren Wirkungskreis nicht über die Grenze der „Harpener Bergbau-Aktiengesellseb � ft" hinaus- griff. Die Druckschrist trägt auf der ersten Textseite(von dem Titelblatt fehlt die obere Hälfte) die Ueberschrift: Bericht des Aussichtsrathes zur ordentlichen General- Versammlung am 29. Oktobe-- 1892. Dieser Bericht enthält die Abrechnung pro 1391—�,2 und außerdem Vorschläge, deren einer ein Zugeständniß von großem Werlhe ist. Auf Seite 4 des Berichts ist zu lesen: „Das Sinken der Arbeitsleistung ist weniger der ver- minderten Leistung der Kohlenhauer, als der ver- minderten Abbaumethode mit Bergeversatz auf vielen Zechen zu- zuschreiben, und muß damit auf die Dauer gerechnet werden Immerhin hat die Erfahrung gezeigt, daß eine Erhöhung Leistung bei sinkenden Löhnen eintritt, und eine Ermäßigung oer Löhne ist die nothwendige Folge der veränderten Lage der Kohlern- Industrie, da die Löhne allern-/» der Selbstkosten ausmachen. Die Herabsetzung der Löhne kann selbstverständlich nur allmälig ge- schehen, und wird durch den Preisrückgang der Nahrungsmittel, rnfolge der reichen Ernte, diese Maßregel den Arbeiter weniger hart treffen."— Unser Bruderorgan meint zu diesem netten Pröbchen von Arbeiterfreundlichkeit der Zechenbarone:„Jeder Arbeiter, der nach dem großen Streik von 1339 einen Blick in grubenkapitalistische Blätter warf, hat zu hunderteil von Malen lesen müssen, daß der Streik die Bergarbeiter störrig und ar- beitsunwillig gemacht habe, daß das Sinken der Arbeitsleistung nichts als den geschwundenen, durch Hetzer ge- störten Frieden zwischen Kapital und Arbeit zur Ursache habe. Und nun? Was lesen wir hier schwarz auf weiß? In der Hauptsache ist die M e t h o d e des Abbaus» die eine Aenderung erfuhr, Schuld daran. Und weiter, wie nennt m"- es, wenn, als die gute Ernte winkte, kapitalistische Blätter dar. einen Lobgesang anstimmten und den Arbeiter auf die nahend Erträglichergestaltung seiner Lebenshaltung hinwiesen, und wem- nun, nachdem die Theuerung in etwas nachgelassen, das Kapital sich dieser Thatsache bemächtigt und seine Schritte, aus dem armen ausgemergelten Proletarier immer noch mehr Mehrwerth herauszupressen, danach einrichtet? Wie nennt man das? DaS nennt man brutal, nein,'schlimmer als brutal, der Ausdruck da« für muß erst noch gesunden werden." Vom Montag liegen folgende Nachrichten des W o l f f'js ch e« Telegraphenbureaus vor: Saarbrücken, 9. Januar. Nach der„Saarbrücker Zeitung" sind heute 1039 Mann mehr angefahren. Die Löhnung am Sonnabend verlief ohne Störung. Viele der Streikenden haben ihren Lohn nicht in Empfang genommen. Größere Ab- legungen stehen bevor. Gelsenkirchen, 9. Januar. Viele Arbeiter der um- liegenden Zechen wollen die heute und morgen stattfindende Ab- schlagszahlung abwarten und am Mittwoch bezüglich ihres Ein- trilts�in den Streik ihre Entschlüsse fassen. "'elsenkirchen, 9. Januar. Im Herner, Bochumer und *~............... jfl__ sind angefahren. E s s r n a. d. Ruhr, 9. Januar. Der„Rheinisch-Westsälischen Zeitung" zufolge sind die Belegschaften der im Landkreise Essen gelegenen Zechen„König Wilhelm" und„Carolus Magnuö" theilweise ansständig. Angefahren sind ans„Neu-Köln" von 33 Arbeitern über Tage 40, von 322 unter Tage 39, auf„Wölfs- dank" von 580 Arbeitern 130 über und 35 unter Tage, aus „Carolus" von 55 über Tage 50 und von 209 unter Tage 100. Dortmund, 9. Januar. Hier ist heute alles ruhig am Arbeiten. Erst nach der morgenden Lohnabschlagszahlung dürfte is sich, wie die„Rheinisch-Westfälische Zeitung" meint, ent- cheiden, ob der Bochumer Streikproklamation Folge geleistet wird. Unter Tage wird die Agitation für den Ausstand lebhast betrieben. Bochum, 9. Januar. Aus den benachbarten Zechen Präsident",„Konstantin",„Karolinenglück",„Herminenglück", iborius" und„Dannenbaum" sind sämmtliche Arbeiter zur sfaiihsdncM anacfabrcn, 5k ö l n, 9, Januar. Der„Konischen Zeitung" zufolge sind auf Zeche„Wilhelmin« Viktoria" von der Bergwerksäeseklschast Hibernia" bei der heutigen Morgenschicht von 1604 Mann Be» legschaft 435 Mann angefahren. Nach dem„Berliner Tageblatt" beginnt es auch unter den lothringischen Bergarbeitern zu gähren. Am sollte in Allglashütte»iue Massenversammlung statt« ndent. Infolge Eingreifens der Kreisdirektion zu Forbach terblieb jedoch die Versammlung." " " = Ueber den Rechtsanwalt Heyder, der jetzt im Saargebiet die des Artikels bestätigten. Infolge dessen bemerkte Staats Bergleute vertritt, wird der Köln. 8tg." aus Meß mitgetheilt: anwalt 28ie, Schlägel und Gisen" mittheilt, wollen die Berg Bei der Anwaltskammer fei das Disziplinarverfahren gegen sprechen, daß alle die Perfonen, welche in dem Benehmen des Dr. Keil: Ichfchene mich nicht auszus ite eine Deputation mit einer Gingabe nach Berlin schicken, die ihn eingeleitet, weil er in einer Prozeßfache vor der Straf- Polizeibeamten Inforrettes erblicken, mehr oder minder, bewußt i der Regierung und dem Kaiser vorstellig werden soll. Dort fammer, in der nur Revision beim Reichsgericht einzulegen war, sich oder unbewußt den ganzen Vorfall durch die sozialdemokratische inte und würde diese den Beweis siegreich durchführen, daß die einen erheblichen Roftenbetrag für Vertretung beim Oberlandes Parteibrille ansehen. Diesen Personen ist bekannt, wer auf der chtfertigkeit, mit welcher der Ausstand provozirt worden sein gericht in Köln habe bezahlen lassen. Die Quittung bierüber sei Anklagebank siht; ihnen ist der Artikel bekannt; ihnen ist offenfoll, nicht auf Seite der Bergleute zu suchen ist. Die Eingabe in den Händen der Gerichtsbehörden. Als ihm vom Richter vor bar eine gewisse Animosität gegen Staatsbeamte zur zweiten schließt mit der Bitte an den Minister, diese dem Kaiser vorzu- versammeltem Kriegsvolk" die Quittung vor Augen gehalten und Natur geworden. Ich kann also aus diesen Gründen diesen zum legen, ferner die fompetenten Behörden anzuweisen, daß sie über Rechenschaft über diese unverzeihliche Handlung gefordert wurde, Theil befchworenen Aussagen nicht vollen Glauben beimessen." eine entsprechende Abänderung des Arbeitslohns- und der Ver- erblakte Heyder und schob die Schuld auf sein Bureaupersonal. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Marcuse, bemerkte dem gegen tretunge bedingungen mit dem Vorstand des Rechtsschutzvereins Die Quittung trägt aber die richtige Unterschrift Heyder's." über: Die Parteistellung der Zeugen begründet nicht eine auch verhandeln und die Weisung geben, daß jedenfalls bie an: Der genannte Rechtsanwalt hat bezüglich seines Eintretens für die nur um ein Atom geringere Glaubwürdigkeit. Daß heute eine ftößigsten Bestimmungen fallen und den allerdrückendsten Be Bergleute folgende Erklärung veröffentlicht: 1. Vom Borstand solche Verdächtigung nicht mit derselben Schroffheit ausgesprochen schwerden abgeholfen werde, endlich dem gewerkschaftlichen Rechts des Rechtsschutzvereins des Saarbergreviers berufen, um zur worden ist, wie vor einigen Wochen an dieser Stelle, schreibe ich fchutzverein die ihm längst gebührende juristische Persönlichkeit Beendigung des Ausstandes behilflich zu sein, habe ich in Bild: dem wohlthätigen Einfluß jener Verhandlung zu, in welcher der Landund die Errichtung der Gewerbegerichte nicht länger vorzu. ftock den auch angenommenen Vorschlag gemacht, sich an Se. gerichs- Direktor Schmidt als Zeuge gegen Thiel auftrat. Aber auch in enthalten." Majestät und die königlich preußische Regierung zu wenden. Dieser abgeschwächten Form ist die Verdächtigung verwerflich. Unter Nach einer Mittheilung des Weftf. Mert." aus St. Johann Meine Rede in der Morgenversammlung schloß mit einem Hoch allen Umständen ist zu berücksichtigen, daß die Beugen hier unter dem hat die Handelstammer eine Tepesche an den Minister auf die Uebereinstimmung der Forderung der Bergleute mit den Eide aussagen, und es ist ein fubnes Unterfangen, das Gewicht Thielen gerichtet, in der um Gewährung des sogenannten vor drei Jahren gegebenen höchsten und allerhöchsten Erklärungen. des Eides derart herunterzudrücken, daß man annimmt, es falle Rothstandstarifs für den Eisenbahnbezug von Kohlen und 2. Wie mir die Sozialdemokratie ftets bezeugen wird, und mir schon durch die Parteistellung weg. Wie würde es dem Herrn Roats von der Ruhr, vom Efchweiler Revier und womöglich aus bei der letzten Bildstock- Versammlung, in der ich sprach, der Vor- Staatsanwalt gefallen, wenn ich den als Beugen aufgetretenen Belgien für die Dauer des Streits geteten wird. Bei Nichtigende Sozialdemokrat Emmel mit Zustimmung des anwesenden Beamten( Belaftungszeugen gegen Thiel) nachfagen wollte, daß bewilligung feien umfassende Betriebseinschränkungen unver Hauptredners Bebel ohne mein Verlangen sofort bezeugt hat, ihnen die Animosität gegen die Sozialdemokraten zur andern meidlich. habe ich innerhalb der Sozialdemokratie bisher niemals irgend Natur geworden und deshalb ihre Glaubwürdigkeit verringert Das Bochumer Landrathsamt giebt, wie die Nat.- 8tg." welche Stellung eingenommen. Richtig ist nur Richtig ist nur, daß ich sei. Mir scheint der Eid zu hoch, als daß ich die Aussagen der meldet, die Bestimmungen des Berggefeßes, der Gewerbe- Ordning, ebenso, wie ich der deutsch sozialen Richtung gegenüber gethan, Beugen in Zweifel ziehen könnte. Es steht hier Aussage gegen des Preßgefehes und des Strafgefeßes über Streits bekannt. Wo mir Mühe gegeben habe, der sozialdemokratischen Richtung Aussage, beiderseits unter dem Eide abgegeben, und ich glaube ftreitende Bechen liegen, wurde die Polizeiftunde auf 8 Uhr feft- in Meg eine gefeßliche Vereinsbafis zu schaffen, wie sie die deshalb, daß der hohe Gerichtshof zu einem Non liquet wird gefeßt und alle Festlichkeiten verboten. ultramontane und die( chauvinistische) neu- deutsche Partei bereits gelangen müssen." Nach einer Verwahrung des Staatsanwalts, Aus dem Saarrevier wird uns geschrieben: Die vom lange befizen. Ich habe dies aus Rechtsgefühl und als Freund daß seine Auffassung über den Eid der Sozialdemokraten durch die Bergmannsfreund" am 7. Januar auf 8784 Mann angegebene dieser Parteien gethan. Mein von vielen getheilter arisch- sozialer frühere Verhandlung gegen Thiel oder durch die Einwirkung ber Zahl der Nicht streifenden und mit 20 000 Mann be Friedensstandpunkt hat noch keine politische Partei gezeitigt und Bolkswacht" irgendwie beeinflußt sei, führte der Vertheidiger weiter zeichnete Zahl der Streifenden ist falsch. Die Bergleute er habe ich mich deswegen einstweilen seit zehn Jahren der Friedens aus:„ Ich habe auf die viel ventilirte Meineidstheorieber sozialdemo tlären, daß die Zahl der Streifenden größer sei, als die Presse liga und vor kurzem dem deutschen Bund für Bodenbesigreform fratischen Partei heute zurückkommen müssen, weil der Staatsangiebt. Ich schäße sie auch immer noch auf nahezu 24 000 Mann. angeschlossen, um mit an der Abschaffung der römischen Privat- anwalt die Zengen gefragt hat, ob sie Anhänger der sozialIm Streifgebiet ist Alles ruhig. Die Echauergeschichten sind eigenthums- Grundsäge bezüglich unserer Mutter Erde zu arbeiten, demokratischen Partei seien. Das legte mir nach meiner Ansicht durchweg erlogen; ebenso ein großer Theil der gewöhnlichen welche von allen großen Dentern zurückgewiesen worden sind, die Verpflichtung auf, so zu sprechen, wie ich gefprochen habe. Allarmnachrichten.( Thätlichkeiten gegen einzelne Nichtstreifer 2c.) und mit dem arischen, germanischen, fanonischen und dem Zu Ich selbst stehe dem politischen Parteitreiben völlig fern. Ich Die Versammlungen sind stets gut besucht; zum Weiterftreifen ist funftsrecht des Sozialismus in innerlichem unversöhnlichen Zwie bin hier ganz objektiv und ich betrachte mich hier als gleich Alles entschloffen. Betreffs des Unfugs, der hier und da mit spalt stehen als wirthschaftlicher und juristisch- logischer Frrsinn, berechtigter Faktor neben Staatsanwaltschaft und Gerichtshof, dem Schießen getrieben wird, das am Rhein zu den Volks: welche Grundfäße übrigens auch auf dem Gebiete der Mobiliar und als solcher bin ich, wie diese, verpflichtet, zur Findung des beluftigungen" gehört, schreibt unser Parteiorgan, der Bote von werthe verschwinden müffen, auf welchem die wirklichen Kapitals Rechtes beizutragen." Der Gerichtshof billigte Thiel den Schutz der Saar": Wir haben nicht so zarte Nerven, daß wir bei werthe durch Konturfe u. s. w. zerstört werden von den falschen des§ 193( Wahrnehmung berechtigter Interessen) zu, verurtheilte jedem Revolverschuß in Dhnmacht fallen, es ist aber doch Rapitalien, welchen in geradezu unerhörter Weise auch noch die ihn aber wegen der beleidigenden Form- er hatte den betreffenin puncto Revolverknallerei des Guten zu viel geschehen. Wir Unzerstörbarkeit durch ewige Verzinsung und die Vergrößerung den Polizeibeamten mit einem wilden Thiere verglichen glauben nicht daran, daß nach Leuten geschossen wurde, sondern durch Zeitablauf durch das Zaubermittel des Goldes vermittelt lich zu einem Monat Gefängniß. zusätz es handelte sich wohl lediglich um Demonstrationen. Nun ist die wird, so daß denen, welche 1824 v. Chr. das Gold aus Egypten Gefahr, jemanden zu verlegen, immer groß, dazu kommt noch die weggeholt haben, eigentlich jetzt schon alle Güterquellen der Bestrafung, wenn einer beim Schießen oder Waffentragen erwischt Mutter Erde gehören müßten. Hochachtungsvoll Heyder, wird; wir meinen, soviel wäre das Vergnügen der Knallerei nicht Gemeinderath." werth. Wir möchten überhaupt an die Streifenden die Mahnung richten, sich ruhig innerhalb des Rahmens des Gesetzes zu halten, durch etwas anderes schaden sie sich nur selbst. Es ist anzu erkennen, daß die Gendarmerie bis jetzt in verhältnißmäßig ruhiger Weise ihre Obliegenheiten erfüllte, hoffentlich bleibt das 10." " " " " G Genosse Thiel also doch weg und zwar weil er die Form" verSeine Strafe, und zwar eine recht empfindliche, hat unser legt hat. Daß aber von autoritativer Stelle aus Millionen deutscher Staatsbürger und Steuerzahler als grundfäßliche Meineidschwörer verleumdet werden, das ist keine Formverlegung und tann wiederholt geschehen, ohne daß von zuständiger Stelle diesem Treiben Einhalt geboten wird. Ist denn gegen Sozial demokraten Alles erlaubt? Wenn ja, dann erlauben wir uns nur daran zu erinnern, daß solche Dinge auch ihre Rebrseite haben. " Die Germania" macht in einer Erörterung über die Berbitterung der Bergleute die vielfagende Mittheilung, daß als Hauptursache dieser Berbitterung der Mangel an Wertrauen gegen die vorgefeßten Behörden zu gelten habe; die Bergleute trauten und vertrauten nur auf sich selbst.- Sie werden dazu ihre Gründe haben. Die Germania" giebt weiter zu, daß im BergDer St. Johanner Berichterstatter der Frankfurter baubetriebe noch Mißstände herrschen, vermag sich aber nicht zu 3 eitung" schreibt dieser, in der am 6. Januar auf dem Bild- einem fernigen Wörtlein gegen die Grubenverwaltungen aufzu hock abgehaltenen Versammlung wurde lebhafte Klage darüber schwingen, sondern bringt es nur zu folgender freundschaftlicher Aussig( Böhmen) am 1., 2. und 3. Freitag jedes Monats ers Sozialdemokratische Preise. Seit Neujahr wird der in geführt, daß die Arbeiter ausschüsse eine bloße Mahnung, die man recht wohl für einen jefuitischen Rath scheinende Gesellschafter, Zeitschrift für die wirklichen Detoration seien; man höre fie, aber man fümmere fich nicht halten fann: Wöge den maßgebenden Behörden eindringlichst Intereffen der Arbeiter, Bauern und Kleingewerbetreibenden" in um fie. Rohheiten einzelner Berglente feien scharf gemißbilligt der wohlmeinende Wunsch vorgetragen werden, daß sie, wenn sie, vergrößerter Gestalt herausgegeben. worden. Nicht ein Mal, nein zehn Mal hat man heute von den wie voraussichtlich bald der Fall sein wird, in die Lage kommen, Rednern der Bildstocker Versammlung den Mahuruf gehört: die Ausständigen zu bestrafen, noch einmal Gnade Niemand laffe fich zu Thätlichkeiten hinreißen, niemand belästige vor Recht ergehen lassen wollen. Mögen sie dann bedenken, daß Aschersleben hat eine am 25. Dezember dort stattgehabte Reichstagskandidatur. Für den Wahlkreis Galbe die nichtstreitenden Arbeiter, niemand trete den Gendarmen zu die weitaus große Mehrzahl verführte oder sogar gewaltsam ge- Vertrauenspersonen- Konferenz den Genoffen Gustav Reßler, nahe! Weiter meint der Korrespondent: Wenn man sich mit preßte Theilnehmer des Ausstandes waren, daß zu große Strenge Regierungs- Baumeister a. D. in Berlin, als Kandidaten aufder Frage beschäftigt, wie denn die politischen Parteien zum Die Berbitterung nur erhalten und vergrößern tann; daß endlich Streit sich verhalten und ob und in welchem Grade sie die Hand alle die jetzt infolge des Streits abgelegten Berglente von ihren im Spiel haben, so ist nach meinen Beobachtungen die einzig Stameraden oder doch vielen derselben als„ Märtyrer für die richtige Antwort die, daß die Bergarbeiter ganz felbständig vor gute Sache" angesehen und in Zukunft als gefährliche Agitatoren nach Mannheim transportirt und im dortigen UntersuchungsDer Durchbrenner Wilhelm Händler ist von Chikago gehen und weder vom Zentrum noch von der Sozial- des Umsturzes eine Gesundung der Verhältnisse erschweren gefängniß internirt worden. Demokratie eine Weisung empfangen haben. Das Zentrum werden. Wag man die Haupträdelsführer auch hat seinen früheren Einfluß hier eingebüßt; die Geistlichkeit für immer ablegen, die übrige an sich schon so nimmt zum Theil Stellung gegen den Ausstand 1ofchwer gestrafte Belegschaft würde mit Geld findet dieser Tage eine Ronferenz von Geistlichen statt, die sich oder zeitweiser Ablegung Strafe genug er mit der Frage beschäftigen soll, wie man die irregeleiteten Berg- leiden." Die Bergleute werden sich dieser feigen Haltung des leute dazu bewegen fönne, von ihrem Beginnen abzulassen. Bentrums hoffentlich bei den Wahlen erinnern. Anderseits wollen die Arbeiter auch von der Sozialdemokratie wenig mehr wiffen und in der heutigen Bildstocker Bersammlung wurde von mehreren Rednern unter stürmischem Beifall der Anwesenden erklärt: wir sind teine Sozialdemokraten, wir stehen fest zum Kaiser und Reich, aber wir wollen auch für uns und unsere Familie sorgen." der That nicht übel! gestellt. Tokales: Wie immer ist es auch hier wieder einzig und allein die fozialdemokratische Arbeiterschaft, welche den Schlechte Zeiten werden abermals- zum wievielten Male! Streifenden werkthätige Solidarität widmet, obwohl sie durch ihre durch den Berliner Magistrat von Amtswegen konstatirt. Das Organe, deren Erklärungen ihrerseits unwidersprochen blieben, feinen geschieht aber wieder nicht zu dem Zwecke, um zu beweisen, daß Zweifel darüber gelaffen hat, daß sie unter jetzigen Umständen ein Nothstand unter der Arbeiterbevölkerung Berlins herrscht, den Bergleuten den Streit nicht empfehlen fonnte. Aber nachdem sondern nur, um die geringere Zunahme der Erträge eines inDie Frankfurter Zeitung" bringt noch folgende angeblich der Streit begonnen, übt sie die Pflichten, Alles zu thun, damit das Ende dustriellen Betriebes der städtischen Verwaltung zu begründen. authentische Mittheilung: Die Regierung wird sich ein gutes werde. Dazu ist in erster Linie nöthig, daß die Streifenden Der Verwaltungsbericht über die städtischen Gasanstalten beginnt Sem Streit gegenüber abwartend verhalten und ihre Aufgabe materielle Unterstützung bekommen. Aus diesem Gedankengange heraus mit den Worten: Das Betriebsjahr 1891/92 fann für fast alle darin erblicken, nur die Ordnung aufrecht au erhalten, ohne hat die Erfurter Filiale des Vereins deutscher Schuh Bweige der Industrie, des Handels und der Gewerbe als ein Heranziehung von Militär. Die Regierung verlangt die Auf- ma cher beschlossen, in Anbetracht der Lage der streifenden günstiges nicht bezeichnet werden. Der Rückgang in der Genahme der Arbeit und will dann erst die Grubenausschüsse über Bergleute im Saarrevier, den Haupvorstand zu ersuchen, in ge- fchäftsthätigkeit, welcher sich zum Theil bereits gegen das Ende die Wünsche der Arbeiter hören, doch ohne Behandlung der eigneter Weise mit den übrigen Filialen in Verbindung zu treten, des Borjahres 1890/91 bemerklich gemacht hatte, steigerte sich in gegenwärtigen Forderungen. Die Regierung hofft durch um deren Zustimmung dazu zu erhalten, daß den ftreifenden dem jest abgelaufenen Jahre in erheblichem Maße, und nur persönliches Nähertreten gegenüber den Wünschen unt Bergleuten sofort aus der Hauptkaffe 1000 M. zur Griämpfung wenige Sweige der Industrie und der Gewerbe dürften durch Bedürfnissen der Bergleute auf nachhaltige Beruhi befferer Arbeitsbedingungen überwiesen werden. Die übrigen diese ungünstigen Berhältnisse unberührt geblieben sein." Das gung. Auf die Streifforderungen will sie nicht eingehen. Es Gewerkschaften Deutschlands werden, deß sind wir sicher, diesem Ende des Vorjahres 1890 91 ist das Quartal vom Januar bis werden Kontraktbruchstrafen, sowie zeitweise und dauernde Ab- löblichen Beispiel der Schuhmacher folgen. Wenn auch feine März 1891, in welchem die großen Arbeitslosen- Versammlungen legung verhängt werden. Die Meldung von Ablegung von Rede davon sein kann, daß bei der jetzigen troftlosen Geschäfts- stattfanden, die Arbeitslosen- Betitionen abgesandt und die Noth Ablegung von 4000 Arbeitern ist unbegründet. Diese Mit- lage die organisirten Arbeiter derartige Summen aufzubringen stands- Debatten im Rothen Hause gehalten wurden. In der theilung wird weder die Bourgeoisie, welche von der Regierung vermöchten, daß es auch nur entfernt möglich wäre, aus diesen Antwort, welche den Arbeitslosen vom Magistratstische aus ertheilt schneidigstes Vorgehen" beansprucht, noch die Bergleute be die streifenden Massen drüben in Rheinland- Westfalen über Wasser wurde, war von ungünstigen Berhältnissen" in Industrie und Gefriedigen, welche Beachtung ihrer Beschwerden verlangen. Dazu halten, so ist andererseits die aufbringbare fleine Unterstützung werbe keine Rede; es hieß vielmehr:„ Es giebt feinen Nothstand!" die Regierung sich ferner dem Streit gegenüber abwartend ver- immer besser, als gar nichts, aber jedenfalls wird die Unter- Der jezige Bericht des Magistrats antwortet darauf etwas aushalten will, so bleibt vorläufig alles beim Alten. Für einen stügung der Bergleute ein vortreffliches Mittel sein, um diese führlid, er, indem er des Weiteren sagt:" Bei der überwiegend Staat, der einst die Eozialreform" auf sein Programm feßte, in in ihrer Gesammtheit mehr und mehr davon zu überzeugen, daß größeren Zahl der hiesigen Fabriten sowohl, wie in allen fie, wie in wirthschaftlicher, so auch in politischer Beziehung nur weigen des Handwerks, trat insbesondere in der zweiten Hälfte Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: auf sich und die organisirte Arbeiterschaft rechnen tönnen. des Jahres eine Stockung in den Aufträgen ein, welche vielfach Das Protokoll über eine in der Bergwerisdirektion Sa ar unterstübungen für die Streifenden werden zu einer Entlassung von Arbeitern oder, wo diese vermieden brüden am Freitag gepflogene Besprechung besagt:„ Nach An von der Expedition des Boten von der Saar" werden sollten, doch zu einer unfreiwilligen Verminderung der hörung des Auftrages der bergmännischen Deputation erklärte angenommen. Die Sendungen find zu adreffiren an: Arbeitszeit Veranlassung gab, während früher bei günstigeren Herr Geheimrath von Velsen: 1. er weigere sich aufs be 2. Emmel, St. Johann a. d. Saar, Blumen: Berhältnissen in den Wintermonaten in fast allen Fabriken ftimmteste, mit dem Vorstand des Rechtsschutzvereins oder straße 4. Auch die Expedition des Auch die Expedition des Vorwärts", Ueberstunden gearbeitet werden mußten." Aber zum Zugeben dem von demselben bestellten Streiffomitee in irgend welche Berlin SW., Beuthitr. 8, ist bereit, Gelder für die Streifenden eines ungewöhnlich hohen Grades von Arbeitslosigkeit in Berlin Verhandlungen einzutreten; 2. er verlange zunächst überhaupt, in Empfang zu nehmen. ließ sich ein hochwohllöblicher Magistratus trotzdem nicht be= daß die Belegschaften die Arbeiten wieder aufnehmen. Sodann wegen, vor zwei Jahren nicht, im vorigen Jahre nicht und beauftragte der Herr Geheimrath von Velsen den Bergassessor auch in diesem Winter nicht. Trotzdem erzählt er ganz gemüthHilger, die von For und Andre in ihrer Eigenschaft als Mits lich in dem Eingangs erwähnten Berichte, daß das vergangene glied der Belegschaft der königlichen Gruben vorzubringenden Jahr sogar ein extraschlechtes gewesen sei. Es sei zu der Forderungen zu Protokoll zu nehmen. Darauf erklärten Fox und allgemeinen Stockung in Handel und Industrie noch hinzuAndre folgendes: Die Belegschaften verlangen Abänderung der gekommen, daß die Bauthätigkeit, die sonst in den Sommer neuen Arbeitsordnung, sowie das Knappschaftsstatut auf Grund monaten und bis zum Eintritt stärkeren Frostes einer sehr großen der Bölklinger Beschlüsse und der Unteranträge der Grubenaus Meineidsbezichtigung und kein Ende! Aus Breslau Bahl von Arbeitern und Handwerkern lohnende Beschäftigung schüsse, daß Ablegungen während des jebigen Ausstandes nicht wird bürgerlichen Berliner Blättern, was ausdrücklich gewährt habe, sich sehr erheblich vermindert hätte. Also auch im eintreten sollen. Darauf erklärte der Vorsitzende des Bergwerks, hervorgehoben sei, geschrieben: Die vor Wochen an hiesiger Sommer und Herbst nicht einmal der volle Verdienst! daß er es ablehnen müsse, über derartige Forderungen in Ver- Gerichtsstätte aufgerollte Frage der Stellung der Go und zum Schluß es wäre amüsant, wenn die Sache nicht handlungen mit der Belegschaft einzutreten. v. Belfen. Joh. aialdemokratie zum Meineid bildete gestern wiederum leider traurig genug wäre, gesteht der magistratliche Bericht: Fox. Jakob Andre. Hilger, tönigl. Bergaffessor.( Beglaubigt) an derfelben Stelle den Gegenstand einer sehr lebhaften Ausein- Ginen ganz besonderen Einfluß auf die ungünstigen Verhältnisse Schnee, tönigl. Kanzleirath." andersetzung zwischen Staatsanwalt und Bertheidiger. Der Re- in Berlin übte außerdem die Steigerung der Preise der noth Die National Beitung" meldet: Was den oft an dafteur der sozialdemokratischen Volkswacht", Thiel, welcher wendigsten Lebensmittel, welche infolge der schlechten Ernte in geführten Namen„ Mauschbacher" betrifft, so bat diefes neue jüngst wegen beleidigender Abwehr der vom Landgerichts- fast allen Ländern Europas eingetreten war und bis zum Ende Wort in der Ausstandsliteratur folgende Bewendung. Bei Direktor Schmidt gegen die sozialdemokratische Partei gerichteten des Betriebsjahres unverändert anhielt." Leider hat diese ganze St. Wendel liegt ein Ort Mauschbach und, was für Bergleute Meineidsbeschuldigung zu einer Gefängnißstrafe von sechs Jeremiade, wie bereits bemerkt, nur den Zweck, zu beweisen, daß im Saarrevier ein feltenes Vorkommniß ist, in diesem Orte wohnt Monaten verurtheilt worden ist, hatte sich wegen Beleid is ouch die städtischen Gasanstalten zum Theil unter diesen Einnicht ein einziger Bergmann. Der Spottname Mauschbacher" gung eines hiesigen Schuhmanns, dem er in seiner wirtungen zu leiden hatten", indem sich eine verminderte ist gleichbedeutend mit: Du bist fein braver Bergmann", Du Beitung Trunkenheit vorgeworfen hatte, zu verantworten. Thiel Steigerung der Geschäftsthätigkeit der Anstalten bemerkbar bist überhaupt kein Bergmann"," Du bist kein ordentlicher trat den Wahrheitsbeweis an und führte eine Reihe von machte". Eine Nuganwendung wird daraus nicht gezogen, oder Wiensch". Beugen vor, welche unter ihrem Gide den Inhalt wenigstens nicht die richtige. Die, welche daraus gezogen wird, " " Parteinachrichten. Auf die Anfrage theile ich Ihnen ergebenst mit, daß eine Bestimmung, wonach der hiesige Sanitätsverein einer behördlichen Genehmigung bedarf, nicht besteht. Die Polizeiverwaltung. Der Oberbürgermeister. Wegener." zeigt sich in der den Arbeitslosen, welche um Arbeit bitten, ge- Ifälle zu bearbeiten hat, hat in kurzer Zeit bereits ca. 30 solcher I genehmigt", die ja noch nicht stattfinden konnte, weil der Bereis gebenen Antwort: Sud euch selber Arbeit!" Wenn nämlich Nepper festnehmen lassen. Gewöhnlich spielt sich der Vorgang, nicht seitens der Regierung genehmigt ist. Das Protokoll der der Magiftrat Arbeitsgelegenheit beschaffte, dann würden die bei welchem diese Schwindler handelnd auftreten, in folgender tonstituirenden Versammlung ist jedoch längst in den Händen der Ausgaben mehrerer städtischer Verwaltungen im nächsten Bericht Weise ab. Irgend ein Straßenpassant, welcher den Typus des Düsseldorfer Regierungsbehörde. Die Angelegenheit hat übrigens im Verhältniß zu den Einnahmen noch ungünstiger als sonst Provinzialen zeigt, wird von einem Manne angesprochen und auch erscheinen. Das kann aber der Magistrat nicht riskiren; denn nach dem nächsten Lethamt gefragt. Daraus entwickelt sich dann und noch ihre heitere Seite. Witten in dem Hindas vergäbe ihm der freifinnige" Berliner Spießbürger nie. ein freundschaftliches Gespräch, in welchem der Fragefteller ein- als man vergebens von Pontius nach Pilatus gelaufen war, Herschreiben um die Genehmigung der Statuten. Darum wird bis auf Weiteres fortgefroren und fortgehungert. gefteht, daß er wegen augenblicklicher Geldverlegenheit seine wurde man gewahr, daß in der großen Nachbarstadt Barmen Kein Nothstand! Ein Bild großstädtischen Elends gewährte eine Uhr vor, welche auf der goldenen Platte einen Sagungen des„ Sanitätsvereins Barmen" ist eine behördliche goldene Uhr zu versehen gezwungen sei. Er zeigt dann bereits ein Ganltätsverein besteht. In den uns vorliegenden ein verhungerter, zerlumpter und vor Kälte zitter.der Greis, der Stein trägt und der Fremde erklärt weiter, daß es ihm gerade Genehmigung nicht enthalten, weshalb man sich an den Herrn am Sonnabend Morgen die Wärmehalle in den Stadtbahnbögen dieses Steines wegen sehr unangenehm sei, sich der Uhr zu ent- Oberbürgermeister von Barmen um Auskunft wandte, worauf am Alexander- Play betrat. Nachdem er einen Teller voll Suppe äußern zu müssen, da derselbe ein werthvolles Andenken sei. folgende Antwort einlief: gierig verschlungen hatte, schlief er auf seinem Plage ein. Als Während sich der Provinziale die Uhr befieht und nicht übel Luft er um 3 Uhr Nachmittags noch nicht erwacht war, trat der zeigt, sie anzukaufen, tritt gewöhnlich ein zweiter Mann hinzu, Inspektor Kehrwieder an ihn heran, um ihn aufzurütteln, und welcher sich als Uhrmacher ausgiebt, die Uhr mit Kennermine bemerkte nun, daß er eine Leiche vor sich hatte. prüft und dann feiner Bewunderung über die gute Konstruktion In der Nr. 303 des vorigen Jahrganges befindet sich berselben Ausdruck in der ersten Beilage eine Besprechung der Nothlage der Kellne- das Urtheil dieses Sachverständigen" bethören und dazu Oberbürgermeister von Barmen ist selbstverständlich Jurist. Wer dann gewöhnlich daß der biedere Landmann sich durch Barmen liegt ebenfalls im Regierungsbezirk Düsseldorf, und der rinnen. In der Auseinanderseßung sind einige Angriffe gegen verführen läßt, die anscheinend so foftbare Uhr anzukaufen. befindet sich nun im Rechte? Die Rechtsgelehrten der DüffelFrau Bieber- Böhm, die bekannte Leiterin des Vereins Jugend- Gs handelt sich aber bei diesen Geschäften um einen dreiften Dorfer Regierung, der Oberpräsident der Rheinproving in Koblenz Schuh", gemacht worden. Dieselben sind ungerechtfertigt, da die Schwindel. Der Herr Uhrmacher" ist ein Genosse des Uhren- oder der Oberbürgermeister von Barmen? Die Antwort der Thatsachen, von denen sie ausgehen, der Wahrheit nicht ent- neppers und die guten Provinzialen sehen zu spät ein, daß ihnen maßgebenden Behörde wird wohl noch etwas auf sich warten fprechen. Wie festgestellt ist, hat Frau Bieber Böhm sich be- eine werthlose Ubr au theuerem Preise angedreht worden ist. laffen. Nach den hier geschilderten Vorgängen zu urtheilen, wird müht, älteren arbeitslosen Kellnerinnen einen Broterwerb zu Der Kriminalpolizei gehen jegt, wie gesagt, recht häufig Anzeigen die Regierung wohl niemals durch eine ernstliche Inangriffnahme verschaffen, ohne daß hierbei innere Mission" betrieben über Schwindeleien Dieser Art zu. Die Gerichte treten diesen der Sozialreform der Sozialdemokratie den Wind aus den Segeln Betrügern mit dankenswerthem Nachdruck entgegen, so verurtheilte nehmen! gestern die 131. Abtheilung des hiesigen Amtsgerichts den Handelsmann Griem und den Schlächter Eifert, welche gemeinschaftlich einen solchen Uhrenschwindel ausgeführt hatten, zu 6 Monaten, bezw. 1 Jahr Gefängniß. worden ist. # valde." Ju einer geharnischten Erklärung fordert und Herr Georg Petermann, Pferdehändler in Neu- Weißensee auf, davon Notiz zu nehmen, daß er mit dem in unserer Nummer vom 7. Januar erwähnten Zigeuner Petermann nicht identisch ist. Der Kohlenhändler Herr Otto, Lebuferstr. 6, den wir in Nr. 7 unseres Blattes erwähnten, bestreitet entschieden, daß er sich der ihm vorgeworfenen Denunziation des Gastwirths 2. fchuldig gemacht habe. flüchten. verleiht. Das Ende vom Liede ist Ju sehr verschlagener Weise ist der Diebstahl ans mit den von Soziale teberlicht. ge= Versammlungen) Von dem Prediger Herrn O. Furian zu Arnswalde erhalten wir folgendes Schreiben: Die Redaktion des Vorw." ersuche ich ergebenit auf Grund von§ 11 des Gesetzes über die efje folgende Berichtigung aufzunehmen: In der Beilage zum Vorwärts Berliner Volksblatt" vom Sonnabend, den 7. Ja nutar 1893, Nr. 6, findet sich der Satz unter Kirchliches ausgeführt worden, dessentwegen sich der Handlungsdiener Weißenfee": Ungefähr 14 Tage nach dem Eintritt in den Stand do if Bredt und der Kaufmann Otto Große vor der Der heiligen the wurde befagter Pastor nach Arnswalde versezt, II. Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten hatten. Die der Bau- und gewerblichen Hilfs- Arbeiter Berlins hielt Der Kranken- Unterstützungs- und Begräbniß- Berein wo ihm die Luft wohl schlecht bekommen ist, denn sein Weibchen in der F- Straße wohnende Kellnerin Marie Pirsing war am Sonntag seine Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt fehrte eines schönen Tages zurück und der Herr Pfarrer hatte sich schon längere Zeit in einem hiesigen Restaurant thätig, in wel hörte die Bersammlung die Abrechnung des Rendanten vom in Begleitung eines anderen weiblichen Wesens verflüchtigt." Ich bin nicht 14 Tage nach meiner Berheirathung verfest, angeborenen Sparfamteit zu einer ganz behaglichen Haus und beträgt 2382,68 M. Nach Berichterstattung der Kontrolleure cher ihr so reichliche Trinkgelder zuflossen, daß sie sich bei der ihr 4. Quartal 1892. Das gesammte Baarvermögen des Vereins sondern die Versehung ist zwischen dem Königlichen Konsistorium Lebenshaltung herauszuarbeiten vermochte. Sie hat im Laufe wurde dem Rendanten Decharge ertheilt. Hierauf schritt die und mir vereinbart für den 1. Auguft, aber mit Rücksicht auf der Gespräche meine Berheirathung, die am 9. Auguft stattfand, bis zum wohl manchmal von ihrer behaglichen Situation und den folgende Kollegen gewählt: Auguſt Gadegast als 1. und Gästen unvorsichtiger Weise Versammlung zur Wahl des gesammten Vorstandes. Es wurden 15. August verschoben. Ich bin nicht verflüchtigt", sondern hübschen Goldsachen gesprochen, welche sie ihr Gigen nannte. Wilhelm Noad als 2. Borsitzender. Karl Derebber als 1. und wirte als Geistlicher in Arnswalde. Meine Ehe ist in feiner Die beiden Angeklagten, welche auch bisweilen Gäste in dem be- Louis Steinberg als zweiter Schriftführer, Julius Feldhahn als Weife getrübt. Hochachtungsvoll D. Furian, Prediger zu Urns treffenden Restaurant waren, hatte diese Grzählung ganz beson- erster und Karl Schölzel als zweiter Rendant. Gottlieb Hampel, -Wir bedauern fehr, von unserem Gewährsmann, den ders intereffirt, denn ohne sich etwas dabei zu denken, hatte das Karl Randale und Oskar Sprenger als Kontrolleure. Ferner wir für zuverlässig hielten, in diefer groben Weise getäuscht wor: hübsche Mädchen in der Unterhaltung mit den Beiden alles mög- wurde nach einer lebhaften Debatte ein Antrag angenommen, den zu sein. Wir haben bereits Maßnahmen getroffen, um dem liche ausgeplaudert, was auf die Lage ihrer Wohnung, die Wer welcher besagt, daß sich die Mitglieder in Krankheitsfällen zum Herrn das Handwerk zu legen. hältnisse ihrer Wirthsleute zc. bezug hatte. Eines Tages, als Fri. Sweck der Untersuchung an einen Arzt des freien Aerzteverbandes Birsing ihren Ruhetag hatte und zu Hause verweilte, erhielt sie einen zu wenden haben. Nach Erledigung mehrerer interner Angelegen Rohrpostbrief, welcher mit dem Namen des Restaurateurs, bei welchem heiten wurde die Versammlung geschlossen. fie fervirte, unterzeichnet war. In dem Briefe wurde sie aufgefordert, ungefäumt ins Geschäft zu kommen, da eine Kollegin hiesigen Bahlstelle des deutschen Tischlerverbandes hielt ar Die Branche der Musikinstrumenten Arbeiter der frant geworden und ihre Anwesenheit dringend erforderlich sei. Fräulein P. schüttelte zwar den Kopf, thr Pflichtgefühl gebot ihr Sonntag eine öffentliche Versammlung ab, um gegen die Lohn aber, sich so schnell wie möglich zurecht zu machen und nach abzüge in der Pianofortefabrik von Kuhla Stellung zu nehmen. ihrer ziemlich weit von ihrer Wohnung entfernten Arbeitsstätte feiner Arbeiter von 56 auf 17 reduzirt und den Uebrigbleibenden Wie der Referent Meier mittheilte, hat Herr Ruhla die Zahl zu begeben. Als sie dort ankam, wurde nunmehr dort der Kopf bedeutende Abzüge gemacht. Dieselben betragen bei den Bodengeschüttelt, denn man fonnte gar nicht begreifen, was die junge In einem plöhlichen Anfall von Tobsucht hat der in Dame veranlaßt haben konnte, ihren freien Tag nicht ausmachern 16 pet., bei den Rastenmachern 17 pet., bei den Umder Danzigerstraße wohnende Arbeiter R. Frau und Kinder zu zunuzen. Sie holte Den ermorden gesucht. R. begann die Möbel der Wohnung zu de: aber, Brief hervor, leimern 14 pet., bei den Zusammensetzern 11 pet. ihres biserfuhr nun daß fie das das Opfer einer Mystifikation moliren und als die Frau ihn daran verhindern wollte, ergriff worden herigen Akkordlohnes. Obgleich die bei Kuhla arbeitenden fei, da man im Geschäit der Tobsüchtige ein Messer und stach damit nach seiner Frau. Briefe abfolut nichts wußte. einem folchen Kollegen zu dieser Versammlung eingeladen waren, jo glänzten einem folchen fie bis auf einige durch Abwesenheit, welchen Indifferentismus Nur durch einen gefchickten Seitensprung vermochte sich die R. eilte Frl. P. nach Hause, kam aber doch zu spät, denn die Diebe, Lohnabzüge gemeldet waren, so hielt der Redner es für 1 Bon bösen Ahnungen getrieben Rebner gebührend kennzeichnete. Da auch aus anderen Fabriker zu retten, und es gelang ihr, sich nach dem Korridor hinaus zu welche sie durch jenen Brief aus ihrer Wohnung gelockt, hatten Pflicht der Kollegen, rege für einen zahlreichen Besuch der nächst Während fie dort laut um Hilfe rief, fette ihr in ihrer Abwesenheit einen unliebsamen Besuch abgestattet Branchenversammlung, die am 23. Januar bei Deigmüller ftat der Kranke sein Zerstörungswerk fort. Als nun mehrere und nicht nur ein Sparkassenbuch über 400 M., sondern auch findet, zu agitiren. Dafelbft soll über die etwa erforderliche Nachbaren in das Zimmer eindrangen, bot sich ihnen ein ent- Goldfachen im Gesammtwerthe von etwa 1000. gestohlen. findet, zu agitiren. Daselbst soll über die etwa erforderliche seglicher Anblick dar. Töchterchen, das im Bettchen schlummerte, an den Beinen gefaßt Angeklagten als die Diebe feitzustellen, so daß die Bestohlene Ruhla die Betheiligung der Kollegen an der Organisation und Der Rafende hatte ſein zweijähriges Den Bemühungen der Kriminalpolizei gelang es bald, bie beiden Schritte berathen werden. Es wurde noch ausgeführt, daß bei und warf das Kind, ehe Jemand ihn daran hindern fonnte, einen großen Theil ihres Eigenthums wieder erhalten hat. Der herein aussichtslos erscheinen lasse. Nach reger Diskussion, in gegen die Zimmerwand! Als die Nachbarn nun Miene machten, Gerichtshof verurtheilte Bredt zu 2 Jahren 6 Monaten, der die geringe Indifferens der Koliegen lebhaft getadelt wurde, fand die miserable Geschäftslage eine Arbeitsniederlegung von vorne fich des Totenden zu bemächtigen, ergriff dieser brüllend das Große zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängniß. Messer und jagte so dieselben auf den Korridor zurück. Ineine Resolution Annahme, in der die Versammlung gegen die zwischen traf ein Schuhmann R. ein, welcher allein zu dem von dem Fabrikanten beliebten Lohnabzüge proteftirte und die Zobenden hineinging, und es gelang dem Beamten anscheinend Kollegen aufforderte, sich dem Tischlerverband anzuschließen. durch gütliches Zureden, den Kranten zu beruhigen; plöglich aber Nachdem hierauf die Kollegen Blum, Dasse und Sparfeld in die ergriff der Tobsüchtige die linke Hand des Schußinanns und Werkstatt- Kontrollkommission gewählt worden waren, beauftragte durchbiß diefelbe bis auf den Knochen. Troz der schweren Verdie Versammlung diese Kommission, mit Herrn Kuhla Rücksprache legung hielt R. den Frrsinnigen fest, und es gelang ihm mit Hilfe zu nehmen. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. von Hausbewohnern, den R. zu fesseln, worauf die Ueberführung des Zobsüchtigen nach der neuen Charitee erfolgte. Das Kind Die Zahlstelle des Zentralverbandes der Maurer hat wunderbarer Weise teine Verlegung erlitten. Genossen! Jhr wißt, daß die Bergarbeiter des Saargebietes Deutschlands hielt am Sonntag eine Mitglieder- Versammlung durch die Noth und durch die ihnen unterbreiteten Arbeitsordnungen ab, welche durch einige vom Gesangverein der Zahlstelle ge Ein Selbstmordverfuch wurde vorgestern Nachmittag in der Musterbetriebe zu dem jest stattfindenden Streit gezwungen haltene Borträge eingeleitet wurde. Sodann verlas der Kassirer einem hiesigen Hotel verübt. Bormittags stieg dort ein junger, worden sind. Ihr wißt auch, daß die Bergarbeiter infolge ihres die Abrechnung vom 2. Quartal, nach welcher ein Bestand von elegant gekleideter Mann ab, der sich als Kaufmann in bas schlechten Berdienstes Ersparnisse nicht machen tonnten, von 209 M. 76 Pf. vorhanden ist. Die Abrechnung wurde von den Fremdenbuch eintrug. Mittags dinirte er anscheinend mit gutem welchen sie jetzt zusehen können; die Noth, das Glend werden Revisoren bestätigt, worauf dem Kassirer Decharge ertheilt wurde. Appetit, begab sich dann in sein im zweiten Stock gelegenes deshalb bald genug in ihre Hütten eintreten, wenn es noch nicht Die Berathung des Lohntarifs, welche hierauf von der Bersamm Bimmer und schrieb mehrere Briefe, die man später auf dem der Fall ist. Unsere Menschenpflicht ist es nun, unfern Arbeits- lung vorgenommen wurde, fonnte der vorgerüdten Zeit halber Lische fand und die an verschiedene Personen in Berlin gerichtet brüdern helfend unter die Arme zu greifen. Deshalb sieht sich nicht zu Ende geführt werden und soll daher am 22. Januar ihre find. Gegen 8 Uhr Abends wurden die Kellner des Hotels durch felben schon Gelder zur Uebermittelung an die streitenden gelegenheiten wurde die Versammlung geschlossen. der Unterzeichnete veranlaßt da auch mehrfach an den Erledigung finden. Nach Grörterung einiger unerheblichen An vier furz nach einander fallende Schüffe erschreckt. Als fle a Bergarbeiter abgegeben find, Gaben in Empfang zu nehmen. das Bimmer eilten, in dem der Vormittags eingekehrte Gast Ebenso erklärt sich R. Millarg, Lehrterstr. 22, zur Annahme von wohnte, fanden sie es fest verschlossen. Gin herbeigerufener Geldern bereit. Ueber die freie Arztwahl referirte Herr Dr. med. Schloffer öffnete die Thür, und man fand den jungen Mann Mugdan am Sonntag in einer öffentlichen Bersammlung, welche über und über mit Blut besudelt auf dem Teppich liegen. Den die Mitglieder der Allg. Ortskaffe abhielten. Der Redner wußte Revolver hielt er trampshaft in der rechten Hand. Man rief überzeugend darzulegen, daß die Befürchtungen, welche im Janmar fofort einen Arzt herbei, der fonstatirte, daß zwei Schüsse in die vorigen Jahres beim ersten Verfuch der freien Arstwahl geltend Schläfen getroffen hatten, und der den Schwerverwundeten nach gemacht wurden, nicht eingetro en find. Im Laufe des Jahres der Charitee bringen ließ. Der junge Mann hatte Vormittags Hermann Faber, SO., Grünauerstr. 4, H. I. feien 14 Ruffen dem ersten Beispiele gefolgt. Das bisherige Ver eine lange Unterredung mit einer jungen Dame, und es hältniß der Zwangsärzte habe zu Folge gehabt, daß die Kaffenscheint, daß der Selbstmordverfuch auf eine Liebesaffäre zurüd- Immer langsam voran, so scheint, nach dem, was unten lung in Krankheitsfällen geworden seien. Der Arzt habe eben bei Aus Solingen wird uns unterm 8. Januar geschrieben: mitglieder in hohem Grade mißtrauisch gegenüber ihrer Behande zuführen ist. folgt, die Devise der Düsseldorfer Regierung zu lauten, wenn es der Masse von Arbeit, die ihm seitens der Kaffe zugemuthet wor Marktpreise in Berlin am 7. Januar, nach Ermitte- fich um selbständige Regungen der Arbeiter handelt, vermittelst den, nicht nach Gebühr seine Pflicht erfüllen tönnen. Bisher hätten lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von deren sie sich den harten Kampf um's Dasein in etwas erleichtern 160 Rassenärzte, unter denen 40 Spezialisten gewesen, 360 000 15,60-15,20., mittlerer von 15,10-14,70 M., geringer von der hiesigen und der Bahlstellen freier Hilfskaffen zusammen, um wie von ihm ausgeführt fei, flar vor Augen. Im ferneren Ber wollen. Im Laufe des Jahres 1890 traten nämlich Delegirte Kassenmitglieder zu behandeln gehabt. Die Folgen davon liegen, 14,60-14,20 M. Roggen per 100 g. guter von 18,50-13,20 20., über die Gründung eines Sanitätsvereins, der durch Verträge lauf feines Rejerats wußte der Redner eingehend die Vortheile mittlerer von 18,10-12,90 M., geringerer von 12,80-12,50 m. mit Aerzten und Apothekern seinen Mitgliedern billigere ärzt- der freien Arztwahl zu schildern und die Bedenken beziehungs Gerste per 100 kg. gute von 16,80-15,70 M., mittlere von liche Hilfe und Meditamente gewähren sou, zu berathen. Nachweise der Kosten zu zerstreuen, sodaß nach der Diskussion, an 15,60-14,60., geringe von 14,50-13,50. Hafer per 100 Kg guter von 15,80-15,10 M., mittlerer von 15,00-14,30 eine tonftit irende dem Die Borarbeiten beendet, beendet, wurde im März 1891 der sich mehrfach weibliche Mitglieder betheiligten, folgende Re geringer von 14,20-18,50 M., Stroh, Richt per 100 g. von längerer Diskussion sich mit Versammlung einberufen, die nach solution Annahme fand: 4,70-4,00 M. Heu per 100 Rilog. von 8,00-5,30 M. Erbsen einverstanden erflärte, fowie einen provisorischen Vorstand Referenten bezüglich der freien Arztwahl einverstanden und ver ben vorgelegten Sabungen Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des per 100 Rg. von 40,00-25,00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Rg. von 50,00-20,00 m. Linsen per 100 g. von 80,00 wählte, der die Anmeldung und Genehmigung des Vereins bei spricht dahin zu wirken, daß nur Delegirte gewählt werden, die bis 80,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 6,00-4,00 M. Rind- der Behörde erwirken sollte. Obschon die einzelnen Baragraphen auf dem Boden der freien Arztwahl stehen und diese einzuführen bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 6,00-4,00 M. Rindfleisch von der Steule per 1 Rg. von 1,60-1,10 M. Bauchfleisch dem Sinn und fast dem Wortlaut nach einem Hamburger und bestrebt sind. Mit den hierzu nöthigen Maßnahmen beauftragt die per 1 Kg. von 1,40-0,90. Schweinefleisch per 1 Kg. von Mannheimer Statut angepakt waren, ist die Genehmigung bis Versammlung die bestehende Kommission. 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 m. Sammel- heute, nach Verlauf von 21 Monaten, noch nicht erfolgt. Nicht Unter Verschiedenem wurde vielfach energisch gerügt, wie im fleisch per 1 Sg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 weniger wie fechsmal ist das Statut zurüdgetom- legten Wahlgang die Delegirten fabrizirt" wurden. Dieses Mal bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 6,00-3,00 M. Fische per men und jedesmal nach der Angabe der Regie- will man ein besonders wachsames Auge auf die Delegirtenwahl 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,00 M. Wale von 2,80-1,20.ungsbeamten geändert worden. Ginmal hatte man an richten, welche am Sonntag, den 5. Februar 1898, in fünf Bander von 2,40-0,80 M. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche Neues entdeckt, was nicht paßte. Endlich wurde das Statut vom foll. Ferner wurde gerügt, daß den Arbeitern bereits die erhöhten diesem, das andere al an jenem Paragraphen wieder etwas gleichzeitig stattfindenden Bersammlungen vorgenommen werden Don 1,80-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 Mt. Bleie von 1,40 Herrn Regierungspräsidenten als annahmefähig befunden und so Beiträge abgezogen wurden, ehe das neue Statut genehmigt und bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 8,00-2,00 m. an den Oberpräsidenten in Koblenz zur endgültigen Annahme ein eine diesbezügliche Bekanntmachung( Säulenanschlag) erfolgt ist. G3 geschickt, wo man an den§§ 4 und 5 wiederum etwas auszu wurde ausgeführt, daß, wenn seit dem 1. Januar die erhöhten Beifetzen hatte. Durch nochmalige Aenderung glaubte man nun träge erhoben würden, auch von da ab die erhöhten Unterstützungen doch aller Plackereien überhoben zu sein und änderte abermals. gewährt werden müßten, und nicht wie irrthümlich angenommen Aber diejenigen, welche die redliche Absicht haben, ihren Mitwird, erst mit dem 1. April. Nachdem Frau Schulz noch ver gliedern in den Stunden der Krankheit in etwas Erleichterung schiedene Beschwerden über Aerzte vorgebracht, wurde folgender Die Uhrennepper" treiben augenblicklich in Berlin ihr zu schaffen, hatten wiederum die Rechnung ohne die Regierungs- Antrag einstimmig angenommen: Unwesen in ausgedehntem Maße und der Kriminalfommissarius behörde gemacht. Nunmehr verlangt man ein Protokoll der v. Kracht, welcher die auf diesem Gebiete liegenden Riminal- Generalversammlung des Sanitätsvereins, welche die Statuten auftragen, an die Arbeitgeber foniel neue Statuten au verab Unterzeichnete ftellen den Antrag, den Borsigenden zu be Gerichts- Beifung. An die Arbeiter Berlins! Mit sozialdemokratischem Gruße Der gefchäftsführende Ausschuß der Berliner Streit- kontroll Rommission. Im Auftrage: folgen, wie Mitglieder bei ihnen beschäftigt sind, und darauf hinzuwirken, daß die Arbeiter die Statuten sofort vertheilen. Jahn. Rüdiger. Polih." Wegen Beginn des Konzerts mußte der Saal geräumt werden. Es verzichteten somit die noch eingezeichneten Redner aufs Wort. Sprecisaal. Die Redaktion ftellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifizirt zu werden. " an den Ausbau des Sanitätsvereins verwandt worden, fo Breslau, 9. Januar. Die„ Breslauer Zeitung" meldet ans würde dieser jetzt in der Lage sein, nicht allein für sämmt- Schwientochlowitz: Auf der Deutschlandgrube ist heute ein Theil liche freie Hilfskaffen von Berlin für Zahlstellen von Zentralfassen, sondern auch für die nach und Umgegend, sowie der Belegschaft nicht angefahren. Bewegungsfreiheit sich sehnenden Ortstassen freie ärztliche Be- Unser Friz"," Hibernia"," Wilhelmine", theilweise„ Consoli Köln, 9. Januar. Bollständig streifen die Zechen Pluto", handlung, Medikamente, Brillen, Bruchbänder und ähnliche Heil- dation". Der Aufruf zum Streit ist allgemein verbreitet. mittel zu beschaffen. Eine solche Vereinigung würde den Ber- Morgen findet in Gelsenkirchen die Wahl eines Zentral- Streitliner Arbeitern den ihnen gebührenden Einfluß verschaffen und komitees statt. allen an sie gestellten Forderungen gerecht werden können. Der Vorstand des Sanitäts- Vereins. Mr. J. A.: Saarbrücken, 9. Januar. Heute sind 9873 Mann an gefahren, 1089 mehr gegen Sonnabend. Eine Deputation von drei abgelegten Bergleuten wurde vom anwesenden Ober- BergP. Hundt. F. Luh. W. Haspel. hauptmann Freund nicht angehört, weil sie nicht als Vertreter Zur Erividerung auf die von der Aerzte Kommission in der Bergleute betrachtet werden. Gestern wurden viele Berstellung erlauben wir uns der Kommission gegenüber zu be- allenthalben wurde der Beschluß gefaßt, weiter zu streiten. 307 des Vorwärts" erschienene sogenannte Richtig- sammlungen abgehalten, in Bildstock eine Frauenversammlung. merken, daß es derselben in keiner Weise gelungen ist, die von Saarlouis, 9. Januar. Die an das Oberbergamt Bonn uns aufgestellten Thatsachen in Nr. 304 des Vorwärts" zu abgesandte Bergarbeiter- Deputation erhielt den Bescheid: Erst entfräften. anfahren, dann verhandeln! In Inspektion I. ist heute eine Unserer aufgeworfenen Frage, ob die Kommission die Aerzte größere Anzahl angefahren, trotz der gestrigen Beschlüsse weiter oder die Mitglieder damit irreführen wollten, glauben die zu streiten. den Kopf stellen, und sagen, wir hätten das Publikum irre meldet, ist man dort der Ansicht, der Kongreß werde eine die London, 9. Januar. Wie die Zimes" aus Washington geführt; haben denn nicht die Herrn Aerzte in Nr. 303 des Vor- Einwanderung einschränkende, strenge Quarantäne auferlegende wärts" und in den Berliner Anzeigen" Nr. 52 erklärt, daß sie Maßregel annehmen, den vorliegenden Gesezentwurf, der die ihre Thätigkeit einstellt haben? Soll nun das Publikum sich Einwanderung nahezu eingestellt wissen will, aber verwerfen. aufs Räthsellösen legen und die Meinung der Kommission Dublin, 9. Januar. In Bodyk in der Grafschaft Limerick errathen? Wie sehr wir in Recht waren, beweist, daß in der erhoben sich die Bächter und besetzten bewaffnet die LandThat einige Aerzte ihre Thätigkeit einstellen wollten, und nur straßen; sie verhinderten die Gerichtsvollzieher, Ermiffionen vornach Aufforderung seitens des Vorstandes ihrer Verpflichtung nach zunehmen. Herbeigeholtes Militär war unfähig, den Widerstand famen. zu brechen. Vermischtes: ( Wolff's Telegrapheu- Bureau.) A Intereffes zur Verfügung: ſie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem In einem Sprechsaal- Artikes des„ Vorwärts", Nr. 307 vom 31. Dezember 1892 über Aerzte und Krankenkassen, unterzeichnet: ,, Ein Arzt ist der Sanitätsverein in unmotivirter Weise angegriffen und sieht sich deshalb der Vorstand veranlaßt, eine Erwiderung zu bringen. Bemerken müssen wir von vorne weg, daß der Schreiber verpflichtet gewesen wäre, diese Angriffe durch Unterzeichnung seines Namens zu vertreten. Die falsche Darstellung beginnt gleich bei der Gründung des Sanitätsvereins. Derselbe ist 1885 in's Leben gerufen, um die Mitglieder der freien Hilfskaffen vor Ausbeutung durch die Aerzte zu schützen, weil damals häufig bis 2 M. für die Ausfüllung eines Krankenscheines verlangt wurden; er ist so für versicherungspflichtige Personen und deren nichtversicherungspflichtige Angehörige gegründet und besteht auch heute noch aus denselben Elementen, und wenn einzelne inzwischen selbständig geworden sind, so werden sie deshalb nicht ausgeschlossen, denn größtentheils haben diese Leute schwer um ihre Existenz zu fämpfen. Da dem Vorstand bekannt ist, daß ein Theil der bisGelsenkirchen, 9. Januar. Heute Abend explodirten vor herigen Werzte in den Ortstassen für 17 Pf., in dem Verein der zwei hiesigen Hotels Dynamitpatronen. Durch die Explosion freigewählten Raffenärzte für 33 bis 39 Pf. fonfultirt, sie aber im wurde materieller Schaden angerichtet; Personen wurden nicht Sanitätsverein durchschnittlich 42 Pf. für die Konsultation erhalten verlegt. haben, so ist nicht ersichtlich, wo da die ,, schlimmeren Mißstände" auf Effen a. Ruhr, 9. Januar. Der Rheinisch- Westfälischen Eisenbahn- Attentat. Dortmund, 8. Januar. Das Eisen- Zeitung" zufolge fand heute Nachmittag eine Sigung des Vorgedeckt sind. Es wird dadurch allerdings klar, daß es den H. Aerzten nicht bahn- Betriebsamt Dortmund meldet: darauf antommt, wie viel die einzelne Konsultation beträgt, sie Abends 8 Uhr, wurde der Schnellzug 4, Berlin Köln, auf dem Sigung desselben anschloß. In beiden Sigungen sei bezüglich Gestern, Sonnabend, standes des Bergbauvereins statt, an welche sich eine allgemeine wollen vielmehr die Beute von 3 M. pro Mitglied und Jahr Bahnhof Rauyel( Caftrop) dadurch gefährdet, daß kurz vor seiner des Bergarbeiter Ausstandes beschlossen worden, den Zechen zu mit ihren Klaffengenossen theilen. Sie glauben allen Ernstes, Durchfahrt die linke Schiene des Fahrgeleises durch Explosion empfehlen, gemäß dem§ 8 der Arbeitsordnung alle mehr als die Kaffen müssen die Honorare so bemessen, daß sie den Lugus einer Dynamitpatrone auf 11/2 Meter Länge zerstört wurde. Der drei Tage ohne Grund von der Arbeit fortbleibenden Bergund die Behaglichkeit als Bourgeois" auch sorgenfrei genießen bald nach Paffiren der Unfallstelle zum Halten gebrachte Bug leute abzulegen. In der Versammlung sei die Befürchtung zum tönnen. Daran haben aber die Kaffen, wie sie auch heißen blieb zwar im Geleise, doch wurden die Maschine und sämmt- Ausdruck gekommen, daß der Ausstand bald weiter um sich mögen, gar kein Interesse. Die Arbeiter fönnen diejenigen, liche Wagen beschädigt und zum größten Theil laufunfähig. Die greifen werde. welche für sie thätig sind, nur in dem Verhältniß bezahlen als Reisenden, von denen niemand verlegt ist, wurden mit dem fol= fie selbst bezahlt werden, Wollen die Herren Aerzte überhaupt genden Personenzuge 11 weiter befördert. Nachts gegen 1 Uhr Sympathie für Erhöhung ihres Honorars bei den Arbeitern war das Geleise wieder fahrbar und bis dahin von Herne bis erwecken, so müssen sie die Forderung zu einer Zeit nnd unter Raurel der Betrieb eingeleifig. Verhältnissen stellen, wo es möglich ist, dieselbe zu bewilligen. Reine Arbeitervereinigung hätte in so unvernünftiger Weise einen Streit vom Zaune gebrochen, wie es die Herren Aerzte vom Sanitätsverein gethan haben. Wer indessen noch 5-10 m. in der Stunde verdienen kann, der sollte nicht von Hungerlöhnen und Quarkschnitten sprechen, und giebt es unter den Aerzten folche, die nicht genügend zu thun haben, so mögen fie fich mit den Hunderttausenden von Krankenkassen- Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' Mitgliedern trösten, die gar nichts zu thun thun haben; Berlag) ist soeben das 15. Heft des 11. Jahrgangs erschienen. fie mögen dann aber auch mit ihren Arbeitgebern Aus dem Inhalt heben wir hervor: Preußische Justiz. zufammen für Herbeiführung einer Gesellschafts Ordnung Der Sozialismus in Frankreich vor der großen Revolution. Arbeiten Barhaut ist heute Abend 612 Uhr beim Heraustreten jorgen, in der niemand zu hungern braucht. Wenn Das nahende Ende des landwirthschaftlichen Großbetriebes. Von dann der eine Arzt( der allerdings mit einem Herrn von der Dr. Rudolf Meyer.( Schluß.) Wie heute Romane gemacht Merztekommission identisch zu sein scheint) an die Mitglieder des werden. Von Otto Berdrow.- Feuilleton: Kunde von Nirgendwo. Sanitätsvereins appellirt, um ihrerseits gegen die ungeheuerliche Ginige Rapitel aus einem utopischen Roman von William Lohndrückerei zu protestiren, so haben diese aus den oben an Morris.( Fortsetzung.) egebenen Gründen gar keine Veranlassung dazu. Ob die Devise reie Aerztewahl von den Kassen, wegen Verschlechterung der festspiele von Franz Diederich. Leipzig, Verlag der Volks. Wintersonnenwende.- Zum Gipfel auf! Zwei Boltsärztlichen Thätigkeit, oder von den Aerzten selbst aus- buchhandlung( Gustav Heinisch). Preis 25 Pf. Die beiden gegangen ist, mag dahin gestellt bleiben. Thatsache aber Dichtungen schildern das Leiden und Ringen der Arbeiterschaft Briefkaffen der Redaktion. ift, daß die Aerate unter dieser Devise in eine in schwungvollen Versen und werden sich bald zahlreiche Freunde W. Siegert. Schriftlichkeit ist nicht erforderlich. Lohnbewegung eingetreten sind und zwar aus dem sehr erworben haben. Die Aufführung erfordert wenig Rosten. A. B. 33. Die Rücknahme des Testaments ist nicht naheliegenden Grunde: nicht ein Theil der Aerzte soll an dem erforderlich. nach Tausenden betragenden Honorar von den Kassen theil- Die zehn Gebote und die befizende Klasse. Von nehmen, sondern möglichst der ganze Stand, um dessen Proleta Adolf Hoffmann. G. R. 1000. Sie können lediglich den Klageweg be V. Auflage. Berlag des Bolts- schreiten; bei der Schwierigkeit Ihrerseits zu beweisen erscheint rifirung aufzuhalten. Ob es ihnen gelingen wird? boten", Beiß. er aber wenig aussichtslos. = " Literarisches. Bier und Branntwein und ihre Bedeutung für die Volksgesundheit. Von Dr. J. Rosenthal. Berlin. Berlag Rob. Oppenheim. Wenn die freien Hilfstassen sich keine andere Organisation zu schaffen verstehen, als dieses topflose, philisterhafte 3witter bing, als welches sich die Bereinigung freier Hilfskaffen für Berlin und Umgegend darstellt, so kann es allerdings nicht schaden, wenn sie bei dem Kampfe mit den Aerzten der Teufel holt. Jeder Arbeitervereinigung, ob sie politische, gewerkschaftliche oder Krankentassen Vereinigung ist, muß die Solidarität als Leitstern dienen. Bei Gründung der Kommission freier eingeschriebener Hilfskaffen ist dieser Grundsay mit Füßen getreten, und die Folgen bleiben nicht aus; als die raffinirtesten Ausbeuter müssen sie sich hinstellen lassen, blos um der philisterhaften Form halber, die sie gewählt haben. Wäre die Zeit und Mühe, welche an die Gründung der Kommission und jetzt an die Bereinigung freier Hilfskaffen verschwendet worden ist, fonstatiren. Depeschen: mittagsschicht Alles angefahren. Bochum, 9. Januar. In dem hiesigen Revier ist zur Nach Bochum, 9. Januar. Ein heute Abend verbreitetes Extrablatt der Bergarbeiter- Zeitung" sagt, es werde auf fünfzehn Gruben gestreift, und giebt die Parole aus: Entweder weiter arbeiten unter stetigem Glend oder Generalstreit und Sieg!" 3ugleich werden mehrere Versammlungen der streifenden Bergleute einberufen. Breslau, 9. Januar. Nach einer Meldung der Breslauer Morgenzeitung" find auf der Grube ,, Deutschland" zur Nachtschicht 137 Mann, also etwa ein Drittel der Belegschaft, angefahren. Man hoffe, daß morgen mehr Bergleute anfahren würden. Sonst sei im hiesigen Bezirke alles ruhig. Paris, 9. Januar. Der ehemalige Minister der öffentlichen aus dem Zimmer des Untersuchungsrichters verhaftet und nach dem Gefangenendepot abgeführt worden. dem Gefängniß in Marzas übergeführt worden. Paris, 9. Januar. Baihaut ist heute Abend 9 Uhr nach Gustav Zpmsi. Der Eintritt der Geschlechtsreife ist außerordentlich verschieden, weil er von der verschiedenartigen Entwicklung der einzelnen Persönlichkeiten abhängt. Der Gesetzgeber nimmt an, daß vor dem vollendeten 16. Lebensjahre bei Mädchen in Deutschland die Reife nicht eintritt, läßt deshalb vorzeitige Heirathen nicht zu, und bedroht die Beischlafs vollziehung mit Mädchen unter 14 Jahren mit Zuchthaus, die Verführung unbescholtener 14 bis 16 Jahre alter Mädchen mit Gefängnißstrafe. 2., Schweden. Auch nach dem Ausland hin kann der Gläubiger verfolgen. Das macht aber so viel Umstände und Rosten( er müßte die schwedischen Behörden requiriren lassen), Hamburg, 9. Januar. Heute ist wieder ein Cholerafall zu daß er es bei einem Betrage von unter 20 W. wohl bleiben Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Gauverein Berlin. Heute, Dienstag, den 10. Januar, Abends 81/2 Uhr, Annenstr. 16: General- Versammlung. ( Depeschen des Bureau Herold.) Maurer! Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer lassen wird. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß am 8. Januar, 53/4 Uhr Morgens, meine liebe Frau, unsere gute Mama Bekanntmachung. glieder nachzukommen, find folgende Den vielseitigen Wünschen der Mit Bahlstellen eingerichtet: Berlins und Umgegend zur Nachricht nach 11/ 4jährigem schwerem Leiden im 2. Johanna Pieper, geb. Busch Friedrich Graffow Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Entgegennahme der Rechen: schaftsberichte 2c. 3. Wahl des Vorstandes, der Revisoren, des Verwalters daß das Mitglied und der Kommissionen. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet 116/14 Der Vorstand. Arbeiter- Stenographenverein ,, Eintracht 380/7 Alter von 30 Jahren sanft entschlafen 856b ift. Die Beerdigung findet am Mittam 6. Januar verstorben ist. Die woch, den 11. Januar, Nachm. 3 Uhr, 3. Beerdigung findet am Dienstag, den vom Trauerhause, Urbanstr. 25, aus 10. Januar, Nachm. Punkt 8 Uhr, vom nach dem Heiligen Kreuz- Kirchhof in 4. 3 Nene Lehrkurse in der ganz vereinfachten Arends'schen Volks- Kurz- Krankenhause am Friedrichshain aus Mariendorf, Feldstraße, statt. schrift Lehrmittel 1 k. 50 Pf., Unterricht frei! beginnen für nach Weißenfee statt. Um rege BetheiHerren, Damen und Schüler: am Dienstag, den 10. Januar, Abends ligung bittet 81/2 Uhr, und am Sonntag, den 15. Jannar, Nachmittags 3 Uhr, im Restaurant Herschleb, Adalbertstraße 4. Zu reger Betheiligung ladet ein Jamaica- Rum, Der Vorstand. 861b 96 M echt Berschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Mimbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Der Vorstand. Am Sonnabend, den 7. Januar, ent schlief nach achttägigem Krantenlager infolge eines Herz- und Nierenleidens mein heißgeliebter Mann, unser Vater Ludwig Staegemann im 59. Lebensjahre, nach einem Leben, das Mühe und Arbeit war von Jugend Der trauernde Gatte Rudolf Pieper und Kinder. SophastoffMittwoch Abends 742-8%, Ahr ontag Abends 8 bis 9 Uhr Lebuserstr. 5, Schwerin- u. Biethenstr.- Ecke, Sonnabend Abends 7-9 hr Skaliberstr. 11, Sonnabend Abends 7-9 Uhr Gipsstr. 3. 327/2 Reste Sonnabend von 4½- 51/ 2 Uhr bei in Rips, Damast, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Mocquets Spottbillig! Proben franko! 8557L Berlin S, Die Zahlstellen 1, 2, 3 sind nur nach dem 1. und 15. jeden Monats vertreten event. am selben Tage. Die Auszahlung des Krankengeldes geschieht jeden Schayer, Brunnenstr. 40. Central- Kranken- und Sterbekasse der Töpfer. Die Ortsverwaltung Berlin. Säle z. Bersamlg. u. Gesellschft. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1,20, 5 Str. 5,50, 10 2tr. 10 auf. Um stilles Beileid bitten die mill Lefèvre, Oranienstraße unentgeltlich[ 8066] Oranienstr. 180. Cognac fine Champagne, 3/4 Literfl. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Glühwein- Extract, Literfl. M. 1,60. Punsch- Extract, Literft. M. 1,60. Eugen Neumann& Co., Hinterbliebenen. Pauline Staegemann geb. Schuck und vier Kinder. Die Beerdigung findet am Mittwoch, von der Leichenhalle des St. GeorgenKirchhofes in der Landsberger Adee aus statt. 6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Dranienſtr. 8. den 11. Januar, Nachmittags 3 Uhr, Bettfedern, breifach gereinigte Schmiedel's Festsäle, neue, vorzüglich Alte Jakobstr. 32, füllend, Pfund 50, 70, 90 f. Halbdaunen Pfo. 1,10. Halbdaunen, filber- neben dem Thomas- heater. Empfehle meine elegant ausgestatte hell, Bid. 1,60. Daunen von vorzügl. ten Säle, elektrisch beleuchtet, Theater Füllkraft( 3 Pfd. genügen zum größten bühne zc. zur Abhaltung jeder Art FestOberbett) Pfd. 2,75, empfiehlt das als ftreng reell bekannte, 1870 begründete lichkeit unter toulanten Bedingungen. G. Schmiedel Wwe. Spezial- Geschäft von S. Pollack, Dranienstraße 61, am Morigplay. Kinderwagen. 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