Ur. 377. nvenntmentS'ßedlnguna««: HBonnemcnlä> PreiZ vränulneilmdo» Lierleljähr� Z.Z0 Ml, monatl. l.lv Ml, wöchentlich 2S Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer b Psg. SonnlagS- »ummer mit illustrierter Sonntags- BeUage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post, ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband sür Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland i) Marl pro Monat. PostabonnemeMS nehmen an: Belgien. Dänemarl, toHund. Italien. Luxemburg. Portugal, umänien. Schweden und die Schweiz. 24* Jahrg. CrldKlat täglich außer Clontagi. Berliner VolKsblntk. Di« TnferttonS'Mflftr beträgt für die sechsgespaltene Kolon» geile oder deren Raum 50 Psg, für politische und gewerkschaftliche LeretnS- und BersammlungS-Anzeigen SO Pfg. „Alelne Snreigen", das erst«(fett- gedruckte) Wort 20 Pfg, jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- ftellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort b Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen sür zwei Worte. Inserate sür die nächste Nummer müfien bis Ii Uhr nachmittags in der Expedttion abgegeben werden. Die Expedition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adreffe: „SozialdtDiekrat«MI»". Zentralorgan der fozialdemokratircben parte» Deutfchlands. Redaktion: 8Al. 68, Lindcnstraaac 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sxpedition: SM. 68, Lindenstrasec 69. Fernsprecher: Amt IT» Nr. 1984. Unerträgliche Schmach. Feinde ringsum! Das ist die Empfindung, die in dem preußischen Volk der Zusammentritt des Landtages aus� löst. Nicht einen zuverlässigen Freund, nicht einen Veo treter seiner Interessen unter den 433 Gesellen, den Nutz' nicßern des Geldsacksprivilegs, in diesem Parlament der Volksfeindschaft und des Wahlunrechts. Ist das noch länger erträglich? Dem Fürsten Bülow will's so scheinen! In der Thronrede, mit der er heute an Stelle des im Auslande tveilenden Monarchen die Session eröffnet hat, wird kein Wort gesagt über die dringend st e Sorge unserer politischen Ent- Wickelung, das stürmische Verlangen der entrechteten Mafien. Ueber die Wahlreform enthält die Thronrede kein Wort! Wir haben nicht erwartet, daß der Kanzler des Blocks, der Geschäftsführer der Junker, einen Gesetzentwurf zur Aenderung des Wahlrechts ankündigen wird. Dazu ist der Druck der Volksbewegung noch nicht groß genug. Bülow ist kein weitsichtiger Staatsniann, der die Be- dürfnisse der Zeit erkennt. Er sieht nicht, daß in einem der entwickelfften Industriestaaten der Welt die gänz- lichc Entrechtung der Arbeiter ein unhaltbarer, erbittemder die sozialen Gegensätze aufs äußerste treibender Zustand ist. Wäre es wahr, daß für die deutsche Negierung das„Wohl der Allgemeinheit", das„Interesse des Staates und der Ge- samtheir" und wie all die schönen Phrasen, von denen Bülows Mund so gern überfließt, auch nur das geringste Gewicht haben, die preußische Regierung müßte den Kampf um dasWahlrccht als eine unabänder- liche Stotwcndigkeit erkennen, die sich durch- setzt, weil sie sich durchsetzen mutz. Denn wenn das preußische Proletariat die Erkämpftlng des Wahlrechts als nnen unbedingtenDurchgangspunlt seines Emanzipationskampfs einntal begriffen hat, wen» es entschlossen ist, dieses Ziel zu erringen, weil die Reaktion in Preußen, der Alpdruck, der auf Deutschland lastet, für die politische und soziale Weiter- entlvickelung ein Hemmnis und eine Gefahr bedeiitct— welche Macht sollte imstailde sein, die Erringung dieses Zieles zu vereiteln? Da wäre es die Aufgabe einer weitausschauenden Politik, die Notwendigkeit der Zeit einzusehen und ihre Er- füllung zu erleichtern. Fast 60 Jahre sind es, seit die Dreiklaffcnschmach dem preußischen Volke angetan wurde. Die Welt hat sich seitdem neu gestaltet. Das Deutsche Reich ist entstanden und ist zu einem Staate geworden, in deni der Kapitalismus die ge- tvaltigsten Umwälzungen vollbracht hat! Aber in diesem neuen Deutschen Reich steckt wie ein Fremdkörper Preußen. Preußen ist nicht in Deutschland aufgegangen. Im Gegen- teil, der Widerspruch zwischen Preußen und dem übrigen Deutschland wächst immer weiter, und genau so der Wider- spruch zwischen dem preußischen Volk und seinen Beherrschern. Wie könnte es auch anders sein? Fast im ganzen übrigen Deutschland herrscht das gleiche Recht. Der deutsche Reichs- ag geht aus gleichen Wahlen hervor. Aus dem gleichen Recht wird der Staatswille geboren. Anders wird aber der Staatswille für den größten, wichtigsten, ausschlag- gebenden Teil Deutschlands gebildet. Bei der Bildung dessen, was in Preußen geschehen soll, haben 85 Prozent des Volkes, die im Reiche vollberechtigt sind, überhaupt nicht mitzureden I Reichswille und der Wille der Beherrscher Preußens mutz somit immer in Widerspruch geraten. Preußens König ist aber deutscher Kaiser, Preußens Regierung beherrscht den Bundesrat. In dem Kampfe zwischen Deutschland und Preußen unterliegt das Deutschland des gleichen Rechts dem Preußen der Wahlentrcchtung. Der deutsche Reichstag erliegt dem preußischen Landtag. Landes- un-�cht bricht Rcichsrecht. Nicht eher können sich deutsche Arbeiter als gleichberechtigt in ihrem Vaterlande fühlen, nicht eher ist eine ruhige politische und soziale Ent- Wickelung möglich, als bis Preußen auf die gleiche Rechtsbasis gestellt ist wie Deutschland. Wäre dieser Bülow nicht ein kleingcisttger Diplomat, der froh ist. wenn ihm die Gunst seines Herrn den Triumph über seine höfischen Gegner vergönnt, tväre der Mann von etwas größerem Schnitt, gäbe es eine wichtigere, lohnendere, historisch bedeutungsvollere Aufgabe f ü r einen Staatsmann, alles zu tun, was die historische Stunde erheischt: die lleberwindung des prcußi- schen Partikularisnius der Reaktion, die Schaffung des Deutschen Reiches eines und des gleichen Rechts? Aber der Kanzler der Hohen- z 0 l l e r n reicht nicht heran an die Berater der Habs- bürg er. Nicht mit der Regierung, sondern gegen die preußische Regierung, die nichts weiß und nichts sieht als die borniertesten Junkerinteressen, wird das Wahlrecht erkänipst werden, aus der Kraft des Volkes allein gegen die Welt der Privilegierten I Wenn aber Bülow über das wichtigste Interesse des Volkes mit Schweigen hinweggehen konnte, so tragen daran die Hauptschuld jene bürgerlichen Parteien, die das Wahlrecht im Programm haben, sich aber so sehr hüten, von den Worten zur Tat überzugehen. Wenn Freisinn und Zentrum ihre Pflicht getan hätten, dann wäre auch die Regierung wohl gezwungen gewesen, ihre Meinung zu sagen, ob Preußen noch länger wie ein Gutsbezirk verwaltet werden soll. Die Untätigkeit des Freisinns gestattete dem Zentrum, sich um die Wahlrechtsfrage herum- zudrücken. Programmforderungen der bürgerlichen Par- teien schätzt Fürst Bülow ja nur richtig ein, wenn er mit Schweigen über sie hinweggeht. Wie die Regierung, so werden auch die bürgerlichen Parteien nur zur Stellung- nähme gezwungen werden können durch die energische und unermüdliche Wahlrechtsaktion des Proto tariats. In dem Hause der Privilegierten hat man vom Recht des Volkes heute geschwiegen. In Hunderten von Ver- sammlungen aber ertönt heute überall in Preußen der Ruf nach dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahl- recht. Den Ruf wird das Privilegienparlament hören und es wird wissen, was er bedeutet. Der Thronrede antwortet die Volksredc: Das Privilegienparlamntt muß sterben. 3« fluznshmegeiet? gegen die Polen. Die Regierung des Dreiklassenparlaments ist am Ende ihres Latein. Nachdem sie Millionen und Abermillionen auf Kosten der Steuerzahler verpulvert hat, um den polnischen Mitbürgern durch kleinliche Schikanierungen den Aufenthalt im preußischen Vaterlande zu verekeln, ohne indessen ihr Ziel, die Germanisierung der Ost- marken, zu erreichen, greift sie jetzt in ihrer Verzweiflung zu einem Mittel, zu dem nur ein politischer Bankrotteur greifen kann: sie will die polnischen Staatsbürger unter ein Ausnahmegesetz stellen. Nach der Thronrede, mit der Fürst Bülow den Landtag eröffnete, sind die gesetzlichen Befugnisse der Regierung nicht ausreichend, um die deutsche Bevölkerung in den östlichen Provinzen wirksam zu schützen und zu stärken. Die Regierung sieht sich deshalb gezwungen, eine Er- Weiterung ihrer Vollmachten in Anspruch zu nehmen. Und sie hat es eilig. Wie der Dieb, der, um seine Beute in Sicher- heit zu bringen, noch vor Tagesanbruch seinen Schlupfwinkel auf- sucht, so bringt die preußische Staatsregiening, noch bevor das Abgeordnetenhaus sich konstituiert hat. ihre Polcnvorlage ein. Ein ganz ungewöhnlicher Vorgang I Sonst gestattete man dem Hause, wenigstens erst sein Präsidium zu wählen, diesmal aber ergriff Fürst Bülow, umgeben von den preußischen Ministern der alten und der neuen Aera, unmittelbar nach dem obligaten Kaiserhoch das Wort, um eine Kampfrede gegen die Polen zu verlesen. Der Ministerpräsident gab sich die größte Mühe, ein Loblied-auf die bis« herige Polenpolitil zu singen, aber in Wirklichkeit gestaltete sich seine Rede zu einer furchtbaren Anklage gegen die Regierung. Er konnte den erfolgreichen Wettbewerb der Polen mit der Ansiedlungskommission nicht in Abrede stellen, er konnte die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß 1()t100l) Hektar mehr aus deutscher Hand in die polnische übergegangen sind als umgekehrt, er mußte offen zugeben, daß die bisherige Polenpolitik der Regierung nur dem Großgrundbesitz zugute ge- kommen ist und eine nie dagewesene Spekulakion in Grund und Boden zur Folge gehabt hat. Aber anstatt daraus den logischen Schluß zu ziehen und den falschen Weg zu verlassen, will Fürst Bülow weiter die bisherigen Bahnen wandeln, er scheint förmlich nach neuen Niederlagen zu brennen. Würde die Regierung ihren Widerstand aufgeben, nieint der Ministerpräsident, so würde sie auf den stärksten Widerspruch des größten Teiles des Volkes stoßen. Mit Verlaub, wer ist denn das preußische Volk? Etwa die paar Bevorrechtigte, die dank dem elenden Dreiklassenwahlsystem ihre Vertreter, die Vertreter ihrer Standes- und ihrer Sonderinteressen in das Junkerparlament ent- senden können? Oder gar die geborenen Gesetzgeber des preußischen Herreuhauses? Nein, das Volk bilden die Millionen von E n't r e ch t e t e n, die das Geldsackswahlrecht von der Teilnahme an der Landesgesetzgebung ausschließt, vor allem die 18.79 Prozent sozialdemokratischer Urwähler, die, obwohl sie beinahe ebenso groß an Zahl sind wie die Konservativen, doch keinen einzigen Vertreter ins Dreiklassen Parlament entsenden konnten. Befürivorter der Polenpolitik sind im Grunde genommen nur die Nationalliberalen, die Frei- konservativen und, soweit ihre Interessen dadurch nicht verletzt werden, auch die Konservativen. Grundsätzlitbe Gegner sind neben den Sozialdemokraten das Zentrum und die Polen. Diese Parteien aber machen weit über die Hälfte des preußischen Volkes ans. Dazu kommen die Freisinnigen, die vor der Jnaugurierung der Blockpolitik zum größten Teil gleichfalls heftige Opposition gegen die Polen- Politik gemacht haben. Wie kann Bülow angesichts dieser Tatsachen sich anmaßen, im Namen der Mehrheit des preußischen Volkes zu reden? Welches find nun die Maßnahmen, mit denen die Regierung das Deutschtum in Westprcußen und Posen stärken will? Zu den 350 Millionen, die ihr bisher für die Ansiedelung deutscher Bauern und Arbeiter in den genannten Provinzen zur Verfügung gestellt sind und die sie bis auf den letzten Pfennig ausgegeben hat, fordert sie weitere dreihundert Millionen, und das trotz der in der Thronrede betonten wenig günstigen Finanzlage des Staates. Während das Geld bislang nur zum Ankauf von Grundstücken diente, sollen in Zukunft polnische Besitzer auch enteignet werden dürfen, ein Gewaltakt sonder gleichen, ein brutaler Mißbrauch der Macht, die der Regierung durch das Enteignungsgesetz vom 11. Juni 1874 eingeräumt ist. Dies Gesetz besagt ausdrücklich, daß das Grundeigentum nur.aus Gründen des öffentlichen Wohles" ent- zogen oder beschränkt werden kann. Wem will die Regierung weiß machen, daß die Enteignung der Polen im Interesse des öffentlichen Wohles liegt? Das. was heute als nationales Interesse angepriesen zu werden pflegt, hat mit dem öffentlichen Wohl auch nicht das ge« ringste zu tun, und mag Bülow auch noch so oft das Wort „national" in den Mund nehmen, in Wirklichkeit ist sein Vorgehen antinational, es schädigt das Ansehen der Nation, eS steht in direktem Gegensatz zum öffentlichen Wohl. Außer den 300 Millionen fordert die Regierung weitere 30 Millionen, um größere Güter mit der Bestimmung zu erwerben, sie im ganzen als Rentengüter gegen vollständige Schadlos- Haltung des Staates zu veräußern, und fernere 30 Millionen zum Ankauf von Gütern in Westpreußen und Posen, die als Domänen oder Grundstücke zu den Forsten verwendet werden sollen, insgesamt also 406 Millionen. Aber nicht diese gewaltige Summe, so hoch sie auch ist, ist das Entscheidende, sondern das durch die Vorlage aufgestellte Prinzip der Ungleichheit vor dem Gesetz. Daß trotz deS klaren Wortlauts der Verfassung auch bisher schon von einer Gleichheit aller Preußen vor dem Gesetz nicht die Rede war, das zu beweisen, erübrigt sich. Daß aber in so nackter Weise dieser Grundsatz der Verfassung über den Haufen geworfen wird, das ist das Beschämende— beschämend nicht für das p r euß is ch e B olk, das in seiner überwiegenden Mehrzahl eine solche Ge- toaltpolitik bekämpft, sondern für die Regierung deS Fürsten Bülow. die sich nicht anders a l S durch Ausnahmegesetze zu helfen weiß. Nicht einen Angriff plant die Regierung nach den Worten deS Ministerpräsidenten, sondern sie ist zur Verteidigung gezwungen. AuS diesen Worten des Fürsten Bülow spricht das böse Gewissen, er ist sich seiner Schuld bewußt und er sucht nach bekannter Manier sich als das Unschuldslamm hinzustellen, das von anderer Seite an- gegriffen wird. Aber das wird ihm nichts nützen, die Maske wird ihm vom Gesicht gerissen werden, er und seine Politik werden in ihrer ganzen Ermbärmlichkeit mitleidlos geschildert werden. Dafür wird die Sozialdemokratie sorgen, die zwar im Dreiklassenparlanient ihre Stimme nicht erheben kann, der aber außerhalb des Parlaments Mittel genug zu Gebote stehen, um die Dinge beim richtigen Namen zu nennen und das Volk aufzuklären über die kulturwidrige Politik der Herrschenden, die dem preußischen Namen nicht zur Ehre gereicht. Am Freitag werden die Parteien deS Abgeordnetenhauses zu der Vorlage Stellung nehmen. Wie verlautet, legt Bülow Wert darauf, daß die Vorlage noch vor Weihnachten durchgepeitscht wird. Die Aera der Blockpolitik fängt gut an.— phsittsiiedliiten. Einige bürgerliche Blätter bringen heute wieder allerlei sensationelle„Enthüllungen" über das sogen,„russisch- terroristische Schriften- und Waffenlager" in der Pankstraffe 32b — Enthüllungen, die offensichtlich aus Polizeikreisen staminen und schon dieserhalb, wie wegen ihrer ausgesprochenen Stimmungsmache mit gröffter Vorsicht aufzunehmen sind. So schreibt beispielsweise das„Verl. Tagebl.": In den zwei Wagen füllenden Beständen des Lager« fielen unter der Unmasse von Schriften mehrere durch Eisenbänder und Holzleisten wohlverpackte schwere Ballen auf. Als man die Ver- Packung löste, bot sich den untersnchenden Beainten ein überraschender Anblick: der Inhalt bestand aus reinem weißen Büttenpapier läng- lichen Formats, das von gewellten Wasserlinien durchzogen wird. Nach dem Urteil eines Papierfachmannes ähnelt dies Papier. dem, das zur Herstellung von Staatspapierrn und Obligatiancu verwendet wird. ES ist aber auch niLglich, daß dieses Hand« gestrichene Büttenpapier zur Herstellung von falschen Pässen dienen sollte. Eine genaue Vergleichung deS beschlagnahmten PapicrS mit Staatspapieren und russischen Pässen wird in dieser Hinsicht Gewißheit verschaffen. Einen zweiten wichtigen Fund außer den schon gemeldeten bildet eine starke Holzkiste, die bis an den Rand mit sauber verpackten Schrauben gefüllt ist. Diese Schrauben sind von einer Konstruktion, wie sie nach dem Gutachten von Sach« verständigen von den russischen Anarchisten mit Vorliebe zur Fabrikation von Höllenmaschinen und Sprengapparaten benutzt werden. Das ganze Material von Schriften, Papier und Waffen ist in einem Keller des Polizei- Präsidiums untergebracht worden. Die Untersuchung durch die Berliner Polizei erstreckt sich auch auf die kürzlich gemeldeten Fälle des verhafteten armenischen Terroristen Mirski und des Russen Troffimow, der mit 29 anderen Russen ausgewiesen wurde. Die Polizei überraschte, wie seinerzeit berichtet, eine geheime Versammlung von russischen Sozialrevolutionären in der Sophienstraße. Die Teilnehmer der Versammlung zerrissen, alS sie von den Kriminalbeamten überrascht wnrden, mehrere Papiere und warfen die Schnitzel unter den Tisch. Die Prüfung dieser Papiere führte die Polizei auch auf daS Lager in der Pankstraße. Welche Personen jedoch dieses Lager errichtet und benutzt haben, konnte noch nicht ermittelt werden. ES steht aber bis jetzt schon fest, daß cS eine Gründung der russischen Sozialdemokratie ist, und zwar ihrer„Majorität". Diese„Majorität— so lautet bei den Russen der Titel— wird aber von Terroristen gebildet. Die Polizei hat gestern den Besitzer des Hauses Pankstraße 32b, Restaurateur Emil Kerfin vernommen. Er hat dabei angegeben, daß er den Raum im Hintergebäude seit fast vier Jahren an den Spediteur Fritz Warschawski vermietet habe, der lediglich ihm zu« geschickte Sachen auf Lager nehme und sie weiter expediere. Welcher Art diese Gegenstände seiett, habe er nicht gewußt. Die Polizei bat auch MirZki, der in Tegel in Untersuchungöhaft sitzt, und War-- schawZli, der iin Norden Berlins wohnt, gestern und heute vernommen. Dabei ergaben sich auffallende Widerspruche. Warschawski be- kündete, daß er den Raum, in dem die Waffenkisten und Schriften- Vorräte entdeckt wurden, schon seit anderthalb Jahren nicht mehr benutzt und für diese Zeit auch keine Miete gezahlt habe._ Demgegenüber steht aber, wie von uns schon hervorgehoben wurde, fest, daß die Waffen voll- kommen neu sind. Die 3lKXZ sauber in neuen Pappschachteln verpackten Hohlspitzgeschosse tragen den Datumstempel der Fabrik vom 80. September 1907. Schon diese Tatsache beweist, das; die Waffen und Geschosse erst in den allerletzten Wochen ge- kauft und in das Geheimlager in der Panlstrasje transportiert worden sind. Das Lager mutz also in jüngster Zeit von mehreren Personen besucht und ergänzt worden sein. Unter den zerrissenen Papieren, die in der Anarchisten Versammlung in der S o pH ie n- st r a tz e aufgefunden wurden, wurde übrigens ein Brief War- schawskis gefunden, der an einen der vor kurzem ausgewiesenen 2g Russen gesandt worden war. Der datumlose Brief lautet: Lieber Genossel Sie können mich heute mittag HVe bis 12'/? auf dem „Vorwärts", bei dem Genossen Eugen Ernst, Lindenstratze, III. Hof, parterre oder 2. Etage treffen, sonst abends bei mir zuhause. Morgen bin ich erst von 7 Uhr ab zu Hause. Mit bestem Grutz Ihr F. Warschawski. Die Untersuchung der Polizei dauert noch an. An den Minister des Innern wird nach Abschlutz der heutigen Vernehmungen ein amtlicher Bericht über die Affäre gesandt werden, die wahrschein- sich noch grössere Kreise ziehen dürfte. Der Polizeicharakter, wie die eigenartige Mache der Notiz erhellt schon daraus, daß erstens zur Erhöhung des be- absichtigten Effekts von Büttenpapier zur„Herstellung von Staatspapieren und Obligationen" gesprochen und hinterher von einem Briefe erzählt wird, der vor langem in einer Anarchistenversammlung in der Sophienstraße gefunden sein soll. Was hat denn dieser nichtssagende Privatbrief des Fuhrmanns Warschawski mit den angeblich gefundenen Sprengapparaten und Höllenmaschinenschrauben zu tun? Eine noch überhitztere Phantasie beweist die„Tägl. Rundschau", die bereits von einem„Falschmnnzerlager beim Genossen Kerfin" faselt und ganz genau weiß, daß die„g e- fundenen 13 Zentner Papier" zur Nachahmung russischer Wertpapiere dienen sollten. Fünfzehn Zentner Staatsschuldscheine und Kreditbillette I Eine ganz anständige Leistung! Den Vogel schießt jedoch die„B. Z. am Mittag" ab. Nach ihrer Meldung sind sogar in dem Zimmer die berüchtigten Dumdumgeschosse, Sprengapparate und schließlich noch ein elektrischer Motor entdeckt ivorden. Der Schreck darüber hat das Blatt dermaßen erregt, daß es nicht bloß die energische Vernichtung des russischen Terrorismus in Deutschland fordert, sondern sich auch folgende perfide Insinuation gegen die deutsche Sozialdemokratie leistet: Nun gewinnt es den Anschein, als ob einzelne Genossen nicht davor zurückschrecken, sich an den terroristischen Ver- brechen mit der Tat zu beteiligen. Wer Bomben auf- belvahrt, der kommt auch leicht in die Versuchung, sie im eigenen Lande anzuwenden und gegen diese Form der politischen Propaganda müssen wir unS doch sehr energisch verwahren. In Rntzland flotz daS Blut in Strömen und wir be- danken uns bestens für die Aussicht, datz vielleicht auch deutsches Blut flietzen soll, weil eS einigen hirnverbrannten Utopisten so gefällt. Die Attentate dieser Art sind nur Hemmnisse auf dem Wege der Freiheit, und jeder, dem der liberale Gedanke etwas bedeutet, mutz dafür eintreten, datz daS politische Verbrechen sin Keim unterdrückt werde. Eine Unverschämtheit, wie sie nur ein liberales deutsches Blatt fertig bringt. lilaroKko. An der nördlichen marokkanisch-algerischen Grenze, nahe dem französischen Fort La Mornia in Algier, bar eS erbilterteKämpfe zwischen rekognoszierenden— d. h. wohl vorrückenden— französische» Truppen und dem Bergstamm der Beni Snassen gegeben. Die Franzosen haben einen schweren Stand gehabt und haben anscheinend nur ihrer Artillerie zu verdanken, datz sie den, wilden, todesverachtenden Angriff der in der Ueberzahl befindlichen Marokkaner nicht unterlegen find. Am Sonntag fand das erste Gefecht statt. Eine von Port Say abgegangene Rekognoszierunasableilung wurde in den Schluchten am Flusse Kitz von einer grossen Zahl Marokkaner angegriffen. Der Kampf dauerte von 8 Uhr morgens bis mittags. Auf Seite der Franzosen wurden sechs Mann verwundet. Die Marokkaner zogen sich schliehlich zurück. Die französische» Truppen besetzten den Platz und nahmen viel Vieh weg. In nachträglichen Meldungen heitzt es, datz der Feind 10 OOO, ja 12000 Mann stark gewesen sei, was sehr stark aufgetragen erscheint. Ueber die Stärke der französiiche» Ab- leilung wird nichts mitgeteilt, sie hatte Artillerie und Kavallerie bei sich. Die französische Infanterie stand in Gefahr, von den Marokkanern umgangen zu werden. Um dies zu verhindern, ritten die SpahiS eine Attacke, wobei ein Leutnant und vier SpahiS fielen und der Militärarzr sowie zwölf SpahiS verwundet wurden. Artillerie warf ununterbrochen Granaten auf die Beni Snassen. Die Beni Snassen hatten angeblich 1200 Tote und Ver- wundete. Die Gesamtzahl der Toten auf französischer Seite be- trug acht Mann. Am Montag begann der Kampf aufs neue und zog sich bis zum Tale Uled um Zarah hin, von wo aus die Beni Snassen nach der Höhe des Djebel Zeruh abzogen. Erst in letzter Stunde bekamen sie Zuzug von einigen Leuten der Bessara und Beni Manguh. Die letzten Nachrichten besagen, datz inan nach dem Geschützdonner, der aus der Gegend von Nesareb-Kitz vernehmbar war, annahm, datz die Nekognoszierungsabteilung von Port Sah von neuem mit dem Feind zusainmen geslotzen ist. Die Pariser Blätter malen die Bedeutung dieser durch die französischen Rekognoszierungen, d. h. Vorstötze, jedenfalls provo- zierten Angriffe der Marokkaner sehr schwierig: die Lage an der algerisch-inarokkanischen Grenze soll sehr ernst und wahrscheinlich ein „Aufstand" zu befürchten sein! Die Stämme, gegen welche die fran- zösischen Truppen vorzugehen hoben, feien Viel wilder und kriege- rischer als die im Gebiet von Casablanca. Die Regierung werde olles aufbieten müssen, um den Aufstand im Keime zu ersticken. Wenn man eine Katastrophe vermeiden wolle, müsse man gegen die Beni Snassen mit schrankenloser Energie vorgehen. Diese Darstellungen schmecken sehr nach einer Suche für einen guten Vorwand zur Offensive und weiterem kriegerischen Vordringen tn Marokko. In Casablanca richten sich die Franzosen und Spanier häuslich ein. Aus einer Pariser Meldung geht hervor, datz General Drude Verteidigungswerke um die Stadt ziehen lätzt. Diese Föns sollen einen vollständigen Ring um Casablanca bilden und die Stadt und das Lager vor den Angriffen der Eingeborenen schützen. Die Spanier beginnen mit dem Bau von Wiutervaracken. Verschiedene kleine Kämpfe haben zwischen den Truppen der beiden Sultane stattgefunden. Die Nachrichten darüber sind sehr nichtssagend, angeblich befindet sich Mulay-Hafid im Nachteil, so daß daS Ansehen Abd-ek-Aziz im Süden wieder im Steigen begriffen sei. Die Stadt Mazagan, wo Mulap Hafid Beamte eingesetzt hatte, ist ohne Zwischenfall von Truppen Abd-el-Aziz' besetzt worden. politiscbe(leberfobt. Berlin, den 26. November 1907. Kohlennot. Aus dem Reichstage. Wie die Nahrungsmittel für das Volk sich zu bedenklicher Höhe verteuert haben, so ist es auch mit dem Nahrungsinittel für die Industrie, niit der Kohle, gegangen. Die gemeinschädliche Wirkung dieser Preissteigerung ist kaum minder nachteilig für das Volkswohl als die Korn- und Fleischverteuerung. Auch im privaten Haushalt ist Kohle, sei es nun die Stein- oder die Braunkohle, ein unentbehrlicher Bedarfsartikel. Aber weit darüber hinaus wirkt die Verteuerung der Kohle nachteilig ein auf die Gescmitwirtschast, weil kein Fabrikschlot, kein Hüttenwerk, keine Lokomotive, kein Dampfer rauchen kann ohne Kohle, ja unsere Gasbeleuchtung, das ganze Elektrizitätswesen entnehmen schließlich ihre motorischen Kräfte der Kohle. Eine Verteuerung dieses un- entbehrlichen Kraftspenders verteuert direkt unsere Ge- samtproduktion, unseren gesamten Verkehr. lind dabei sind die Kohlenpreise noch im Steigen begriffen trotz der weichenden Konjunktur in der Weltwirtschaft. Ja, die Reichsregierung wie die preußische Regierung müssen des Glaubens sein, daß noch auf Jahre hinaus an ein Sinken der Kohlenpreise nicht zu denken ist; denn der preu- fiische Eiseubahnminister hat zu den teure» Äohlenprcisen der Gegenwart Lieferungskontrakte auf drei Jahre hinaus abge- schlössen! Das ist unter allen Umständen ein höchst auffälliger Schritt. Welche enormen Beträge bei jeder Steigerung der Kohlen- preise der gesamten Volkswirtschaft abgezapft werden, das geht aus folgenden Zahlen hervor: Deutschland verbrauchte im Jahre 1905 an Kohle 112 Millionen Tannen(die Tonne zu 2000 Pfund). Am 1. April dieses Jahres hat das Kohlen- syndikat den Preis der Tonne Kohle abermals um eine Mark erhöht. Das allein bürdet der Bevölkerung Deutschlands also eine Mehrausgabe von jährlich 112 Millionen Mark auf, ganz abgesehen davon, daß auch die entsprechende Verteuerung der Braunkohle die Mehrbelastung um etliche zehn Millionen steigert. Auch diese Kohlenteuerung wurde naturgemäß von unserer Fraktion zum Gegenstand einer Interpellation gemacht, die heute auf der Tagesordnung stand. Genosse Molkenbuh-r unterzog bei deren Begründung zunächst das stereotype Märchen von der Lohnsteigerung der Arbeiter als Ursache der Steigerung der Preise einer eingehenden Kritik, da er ganz richtig voraussetzte, daß der zur Beantwortung der Anfrage erschienene preußische Handelsminister Delbrück, genau so wie gestern sein Kollege v. Bethmann-Hollweg, mit diesem fadenscheinigen Argument nach Beifall bei den Unternehmervertretern im Hause fischen würde. Molken- buhr konnte besonders wirkungsvoll die Tatsache ver- werten, daß nach den amtlichen Ausweisen die Arbeiter der Reichseisenbahnverwaltung im Jahre 1906 durch- schnittlich keinerlei Lohnaufbesserungen, von den 64 Berufs- kategorien sogar 16 eine Lohnreduktion aufwiesen. Dann ging er auf die Preissteigerung durch das Zusammen- wirken des Kohlensyndikats und des preußischen FiskuS ein. Die Syndikatsgruben haben es glücklich auf Dividenden von durchschnittlich 11 Proz. im Jahre gebracht. Das allein ist ein Beweis dafür, daß die Preise unberechtigt hoch sind. Dennoch verwarf Molkenbuhr nicht die Syndikatsbildung an sich, da auf solche Weise die Produktion in geordneteren Bahnen gehalten werden könne. DaS errungene Monopol werde aber von den Machihabern mißbraucht zur Schröpsung des Volks- körpers. Schließlich werde das Volk daran gehen müssen, diese rücksichtslosen Expropriateure zu expropriieren. Scharf nahm Molkenbuhr dann noch den Fiskus ins Gericht, der in der Schröpsung der Konsumenten ebenso wie in der Aus- beutung und Unterdrückung der Arbeiter die Pridatunter- nehmer noch übertreffe. Als Mittel zur Milderung der Kohlennot führte Molkenbuhr den Bau von Kanälen, besonders des Mittellandkanals vom Rhein zur Elbe, Er- höhung der Kohlenförderung in den fiskalischen Gruben mit gleichzeitiger Herabsetzung der Preise und in letzter Linie als Hauptziel die V e r st a a t l i ch u n g der gesamten Kohlengryben an. Als Vertreter einer gleichzeitigen Interpellation der Konservativen kam dann Graf K a n i tz zum Wort. Er ver- teidigte sich zunächst gegen Molkenbnhrs Himveis darauf: welche entgegengesetzte Stellung die Agrarier zur Brot- und zur Kohlenteuerung einnehmen. Gestern waren sie— als Verkäufer— für, heute sind sie— als Käufer— gegen die Teuerung. Ja. sagte Kanitz, unsere Profite sind eben nicht entfernt so groß wie die der Kohlenproduzenten l Er vergaß aber zu erwähnen, daß die Brotverteuerung schon in kleineren Beträgen vom Volke noch weit drückender empfunden wird und daß die Brotverteuerung obendrein durch künstliche Maßregeln wie Zölle u. dergl. von Reichs- wegen betrieben wird. Sonst blieb ihm nichts übrig, als bei der Kritik in die nämliche Kerbe zu hauen wie der Sozial- demokrat. Nur in bezug auf die Mittel wich er natürlich ab. Von Kanälen will er gar nichts wissen, er empfahl dafür aber Ausfuhrzölle auf Kohle, die Molkenduhr schon im voraus als unbrauchbares Mittel verworfen hatte. Um die Erörterung der Frage der Grubenverstaatlichung drückte Graf Kanitz sich vorsichtig herum.— Der Herr Minister Delbrück machte sich die Beantwortung sehr leicht. Er erging sich in einigen Betrachtungen über die Wirkung von Angebot und Nachfrage, die Elemente der Preisbildung und andere Dinge, die er ans einem Handbuch der Volkswirtschaftslehre für Anfänger abgeschrieben haben könnte. Der Erörterung der Lage der fiskalischen Arbeiter entzog er sich durch den bekannten Kompetenz- k o n f l i k t: DaS sei„preußische Angelegenheit".— Von Maßregeln versprach er sich keine Wirkung; er sagte nur zu, daß es möglicherweise zu einer Beseitigung der Ausnahmetarife für Kohlen. wodurch die Ausfuhr erleichtert wird, kommen könne. Be- merkenswert war seine emphattsche Versicherung, daß er nie- mals versuchen werde, die ihm nnterstellten fiskalischen Arbeiter in ihren staatsbürgerlichen Rechten zn beschränken. Wir wollen uns diese Versicherung merken. Hoffentlich lassen sich auch die Herrn Delbrück nachgeordneten Beamten dieses Versprechen zur Richtschnur dienen. In der Debatte fand die Klage über die Kohlen- tcuerung Nachhall bei allen Parteien. Selbst die National- liberalen ließen durch Herrn Stresemann(Herr Held, der Freund des Äohleusyndikats, trauert in seiner Zelle) die Beschwerden dev sächsischen Industriellen laut werden. Auffäkligerwcise sang nur der Redner der Zentrums- Partei, Herr Giesberts, dem Kohlensyndikat ein Loblied, obgleich er natürlich mit der Kohlenteuerung nicht einverstanden war. Unseren zweiten Redner, Hue, ließ die Mehrheit auch heute nicht zum Wort. Wider früherer Abrede wurde zum Schluß der Mittwoch als Schwerinstag nicht bestimmt, so daß wir unseren Wahl- rechtsantrag nicht auf die Tagesordnung bringen konnten, Singer rügte in einigen kräftigen Worten den Unfug, daß durch solche Praktiken die Erörterung der Jnitivanträgc aus dem Haufe fortgesetzt vereitelt würde, und er nahm den Prä- sidenten beim Wort,' daß das künftig besser werden solle. Blockschacher. Das Schachcrgeschäst ist perfekt. Die Regierung hat als erste Ratenzahlung auf die politischen Handelsförderungen des linken BlockfliigclS dem Reichstag die langverhettzene Börsengesetznovclle nebst Neichsvereinsgesetz vorgelegt— und die konservativen Fraktionen scheinen bereit zu seiu, zur höheren Ehre des Blocks die Bvrsengcsetz- reform schlucken zn wollen, so wenig es ihnen auch gerade jetzt in ihrer Bauernagitation patzt, die Deklamationen gegen die verjudete Börse zurückstellen zu müssen. Die„Deutsche Tageszeitung" hal zwar noch am Sonnabend die Börscngesetznovelle für„un- annehmbar" erklärt; aber diese Aentzerung ist nicht allzu ernst zu nehmen. Sie ist nichts als ein taktisckcs Manöver. Allem Anscheine nach rechnet daS Blatt damit, datz die Sozialdemokratie trotz der ganz unzulänglichen Zugeständnisse der Novelle in bezug auf den Getreideterminhandcl im Reichstag für die Vorlage eintreten und dadurch den Land- büudlern die Möglichkeit bieten wird, ohne Gefährdung der Börsen- gesctzreiorm gegen sie zu stimmen. Die grosse Mehrheit der deutschkonservativen Fraktion scheint da- gegen gewillt zu sein, für das Börsengesetz ein- zutreten, denn nicht nur vermeidet die offizielle„Konserv. Korr.* ängstlich jede Andeutung über die Stellungnahme der konservativen Reichstagssraktion zur Novelle, sondern die„Kreuz-Zeitung" bespricht auch im Leitartikel ihrer heutigen Morgennummer die Vorlage in einer Weise, die man nur als eine halbversteckte ZustimmungS- erllärung auffassen kann. Sie schreibt.: „Hat man in der Börsengesetznovelle somit die erste jener Vorlagen zu erblicke», die den ausgesprochenen Zweck haben, durch Entgegenkommen an den Liberalismus dessen positive Mitarbeit in der konservativ-liberalen RcichSlagSmehrheit zu erleichtern. so wird man geneigt sein, diese erste„PaarungSnovelle" auf das Matz der Zugeständnisse zu prüfen. daS der rechten Block- Hälfte zugemutet werden soll, dem Liberalismus entgegenzubringen. Und dieses Matz ist, wie nicht geleugnet werden kann, ein voll- gerütteltes. Zu einer den Grundlagen und Zielen des Börsengesetzes entsprechenden Abänderung desselben, namentlich soweit eS sich um Hinwegräumiina und Milderung von Bestimmungen Handel!. die— was der Gesetzgeber nicht beadsichligte— den legitimen Börsenhandel zu schädigen geeignet sein könnten, haben die rechts st ehendenParteren sich im wesentlichen bereiterklärt. Den extremen Wünschen der Börsenintcrissentcn entgegenzukommen, lag jedoch nicht der geringste Anlatz vor. Man wird zugeben müssen, datz der Entwurf, soweit sich das aus den bisherigen Mitteilungen ftines Inhalts beutteilen lätzt, ini allgemeinen sich von jenen übertriebenen An- forderungen fern hält; eS lätzt sich aber doch auch nicht verkennen, datz die Regierung bemüht war, ein mögllchst weites Entgegenkommen zu zeigen. lieber die Verantwortung der Konservativen für die endgültige Fassung der Börsengcsetznovelle braucht die„Germania" den Kopf sich nicht zu zerbrechen. DaS VerantworllichkeitS- bewutztsein unserer Partei ist stets ein sehr ausgeprägtes gewesen und wird eS auch innner bleiben. Wenn das Fentrumsorgan ettva darauf rechnen sollte, in dem Entwürfe ein zugkräftiges Agitationsobjekt zu erhalten, so wird eS sich täuschen. Die Konservativen werden jedenfalls eine sehr gewissenhafte Prüfung des Entwurfs vornehmen und sich bei den Beratungen in, Reichs- tage so verhalten, datz sie vor ihren Wählern, wie überhaupt vor der Bevölkerung bestehen körnien." Als Entgelt für diese Bereitwilligkeit scheinen die Freisinnigen entschlossen zu sein, auch jene Bestimmung des ReichSvereinSgesetzcs zu akzeptieren, die für öffentliche Versammlungen den Gebrauch der deutschen Sprache vorschreibt. Die Einwendungen der freisinnigen Blätter gegen diese Bestimmung sind höchst matt. So meint z. B. die„Voss. Ztg.": Zentrum und Polen sehen im§ 7, der für öffentliche Ver- sammlungcn die deutsche Sprache als Regel vorschreibt, ein Aus- nahmegeietz, das, wie sich die„Germania" ausdrückt,„Millionen Reichsbürger der Vereins- und Versaminlungsfreiheit beraubt". Da die„Germania" nur von ReichSbiirgeru spricht, scheint sie nichts dagegen zu haben, datz in öffentlichen Versammlungen von Ausländern, beispielsweise von italienischen oder tschechischen oder ruthcnischen Arbeitern oder von russischen Studenten, in deutscher Sprache geredet werden soll. Aber auch in der Be- schränknng ihres Urteils aus die Folgen für die Reichsbürger macht sich die„Germania" einer Uebertreibung schuldig. D i e Bereinsfreiheit bleibt vom 8 7 unberührt. Für VereinSveriammlungen wird die deutsche Sprache nicht gefordert, sondern nur sür öffentliche Versammlungen. Die Regierung beruft sich für ihren Borschlag einmal auf die„internationale Ucberwanderung", sodann aus daS nationale Jnieresse, zumal da die ftemde Sprache vielfach zmn Deckmantel deutschfcind- sicher AbsonderungSgelüste diene. Sichtlich empfindet sie in ehrfach einen M a»gel an Ueberioachungs- beamlen, die die fremden Sprachen beherrschen, und glaubt, datz das Deutschtum des Verla naten Schutzes gegen vordringende Gegner nicht langer eutbebren könne. Datz ß 7 von weittragender Wirkung fein werde, ist nicht anzunehmen. AnSschlaggebead für daS Schicksal deS Gesetzes wird er taam werden. Ein weiteres Schacherobjekt besteht, wie die gestrige Reichstag!- sitzung beiveist, darin, datz die Freisinnigen den Agrariern den ungestörten Genug ihrer Extraprofile aus der handelspolitische!: Gesetzgebung garantieren. Der Beginn einer allgemeinen Schachermachei auf Volks- kosten.—_ Nnö Baden wird lins geschrieben: Die badische Kammer wird am Mittivoch in ihrer ersten Sitzung die Präsidentenwahl vornehnien. Am Montag fand unter Leitung deS Ministers v. Dusch eine vertrauliche Vorbesprechung statt. Die Sozialdemokraten trafen, von Mannheim lommend, wegen der Zug- ver'pätuug erst nach der beendeten, kurzen Tagung ein. Infolge- dessc» erhielten sie leinen Sitz in dem provisorischen Präsidium, das aus dein AlierSpräsideulen und den Jugendsekretären gebildet ivird. Zur„Jugend" der Kammermitglieder gehören die Genossen Frank und Kolb. Darauf wurde eine Verlosung vorgenommen, um noch sechs weitere Abgeordnete zu bezeichnen, welche zusammen mit dem provisottschen Kammervornand die Empfangskommission des Grotzherzogs beim feierlichen EröffinuigSatt am Dienstag zn bilden hat. Zu den Ausgelosten gehören die Parteigcnosien Eichhorn und Kramer, welche auf die ihnen zugedächte Ehre verzichten werden. Die Fraktion bttngt eine Interpellation ein wegen des Verfassungsbruches beim Fall Schäuffele; ferner Anträge behufs Ein- führung des Achtstundentages in den dadischen Betrieben und Ver- hmlhmgcn; die Verstaatlichung der Mobiliar-Feuerversichcrung, der tzagelversicheruiig usw._ Liberale Spiegelfechtereien! �er„Wahlvcrein der Liberalen", die Organisation der Freisinnigen Vercinigung. hielt am Sonnabend und Sonntag eine erweiterte Vorstandssitzung ab. Neben zahlreichen Vor- standsmitgliedcrn a»S allen Teilen Deutschlands waren auch die Fraktionen des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses vertreten. Wie das.Verl. Tagebl." meldet, herrschte in der Konferenz: „volle Uebercinstimmung darüber, daß die jetzige Finanzmisere nur durch Einführung rationeller direkter vi e i ch s st e u e r n, durch vernünftigen Ausbau einzelner indirekter Stcuerarten bei gleichzeitiger Ermäßigung der Abgaben auf notwendige Lebensmittel und durch eine weise Sparsamkeit bei den Ausgaben beseitigt werden könne." Die gestrige Debatte über die sozialdemokratische Brotwucher- interpellation beweist ja schlagend genug, was von dem freisinnigen Gerede von der„Ermäßigung der Abgaben auf notwendige Lebensmittel" zu erwarten ist. Herr Naumann, der doch der Freisiningen Vereinigung angehört, ging zwar nicht, tvie der Redner der freisinnigen Volkspartei, Herr G y ß l i n g, der Kritik des Brot- Wuchers völlig aus dem Wege, aber auch seine Rede bewies, daß auch die Herren der Freisinnigen Vereinigung mit der ihrer Partei angehörenden„Weser-Zeitung" der Meinung sind, daß der Freisinn als Verbündeter des Blocks die Fragen der agrarischen PolksauSwucherung nur mit Glacehandschuhen anfassen darf I Keine geringere Spiegelfechterei ist eS, von einer„weisen Sparsamkeit bei den Ausgaben" zu reden I Will die Liberale Vercinigung etwa die neue Flottenvorlage ab- lehnen, gegen die Mehrkosten des Flottenbaues eintreten, die jähr- lich allein mindestens hundert Millionen mehr er- fordern? Will sie die 63 Millionen ReichSzuschuß für die Kolonien ablehnen, oder die Dernburgschen Kolonial- bahnen?! Wo sonst aber könnte überhaupt gespart werden, wenn *icht beiin Militarismus und MariniSmuS! Das ganze Gerede ist also nichts als Schaumschlägerei! Mcht anders steht cS um den Beschluß der Liberalen Vereinigung, der„ein praktisches Vorgehen größeren StilS" in Sachen der Wahlrechtsfrage vorsieht. Warum hat man vor der Frankfurter E i n i g u n g S k u n d g e b u n g nicht das geringste getan? Warum haben da die Herren zugunsten des Trifoliums Fischbeck, Kopsch und Wiemcr feierlichst abgedankt?! Man will jetzt wohl, um den Massen Sand in die Augen zu streuen. ein paar Paradevcrsammlungen abhalten, um zu tun, als ob man etwas getan habe! So leicht wird den Herren die Täuschung der Wähler nicht Iverden! Sie werden Farbe bekennen müssen! Man wird den Herren, die nach den Grundsätzen des Herrn P a ch n i ck e handeln und nebenbei Herrn Barth posieren wollen, klar machen, daß das bloße Mundspitzen nichts hilft, sondern Ms gepfiffen werden muß! Blockprobcn des Freisinns. Auch die freisinnig-demokratische„ V o l k 3- Z e i t u n g" ist von den gestern im Reichstag abgelegtcit Blockproben nicht erbaut. Die Blockpolitik habe dem Freisinn zwei Gesinnungs- Proben auferlegt und er habe sie nicht b e st a n d e n! Zu- nächst haben die beiden Fraktionsredner der Freisinnigen BollSPartet und der Freisinnigen Vereinigung, die Herren G y ß l i n g und Naumann, bei der Erörterung der Zoll Wucherinterpellation versagt. Das freisinnig- demokratische Blatt meint: „Die Regierung und die Konservativen können mit dieser ersten Bloclprobe der freisumige» Volkspartei zu- frieden sein, das Volk weniger.... Wir glauben nicht, daß das gestrige Auftreten der freisinnigen Redner ihre W ü n s ch e aus dem Stadium der frommen in das der realisierbaren befördern ivird. Dazu waren die Herren zu befcheid e n." Auch den anderen vom Freisinn der Zollwucherreaktion geleisteten Blockliebesdienst, die S t r a n g u l i e r u n g der Debatte, durch die der Sozialdemokratie die Antwort auf die jämmerlichen Ausflüchte der Zollwncherer und ihrer liberalen Helfershelfer vereitelt wurde, geißelt das freisinnig- demokratische Blatt: „Noch eine zweite Blockprobe konnte man gestern erleben: Als der Präsident für die heutige Tagesordnung die eingegangeneu Interpellationen über die Kohlenteuerung vorschlug, beantragte der Abgeordnete Singer die Fortsetzung der gestrigen Debatte als ersten Gegenstand auf die Tagesordnung zu setzen, da seine Partei sich gegen die gestrigen Angriffe verteidigen müsse. Außer dem Interpellanten war kein Sozial- demokrat zum Worte gekommen. Aber von der Rechten erscholl der liebenswürdige Zuruf:„DaS kann ja der„Vorwärts" besorgen", und die Mehrheir stimmte gegen die Stimmen der Sozialdemokraten dem Vorschlage des Präsidenten zu. Die Lcbeusmittcltcuerimg ist damit für den Block„erledigt"!" So machte sich der Freisinn nicht nur zunt Handlanger und Hehler der Brotwucherer, sondern sein böses Gewissen trieb ihn auch dazu, eine energische parlamentarische Kritik durch die Sozialdemokratie zu vereiteln. Er fürchtete, daß eben auch seine eigene Jämmerlichkeit ins rechte Licht gerückt werden würde l Man darf gespannt darauf sein, wie der Freisinn solche Würdctosigkeitcil noch zu überbieten vermag!— Welche ungeheuren Profite durch die agrarische Zollpoliti! den Großgrundbesitzern mühelos in den Schoß fallen, ist aus Fol- gendem ersichtlich: Im Kreise Wehlau verkaufte dieser Tage ein Herr Kroll sein 1466 Morgen großes Gut um den Preis von 623 000 M. Vor noch nicht ganz drei Jahren hatte K. das Gu für 250 000 M. erstanden. Das ist in dem kurzen Zeitraum ein Gewinn von 273 000 M.! Das alles hindert unsere Krautjunker nicht, vom Staate immer neue Liebesdienste zu verlangen!— Zenrrumshoffnnngen. DaS Zentrum kann seine Sehnsucht, Regierungspartei zu werden, nicht verbergen. In einer Zenrrumsversammlung in Hagen führte der Referent Justizrat Krüsemann aus, daß es über kurz oder lang hauptsächlich wegen der finanziellen An- gclegenheitcn zwischen der Regierung und der jetzigen Reichs- tagsmehrheit zu einem Bruche kommen werde, und daß sich sodann ein neues Band zwischen der Regierung und den Parteien der Rechten einerseits und dem Zentrum andererseits knüpfen werde. ES will fast scheine», daß ebenso wie bei den Flotten- forderungen das Zentrum den Freisinn auch in den: B e- willigungseifcr für neue Steuern zu überbieten versuchen wird. Was rvohl die ZentrumSa r b e i t e r zu dieser Politik zu sagen haben?—__ Oertcrrdcb-Cl?igai*n. Aniucstie. Budapest, 25. November. Das Verordnungsblatt für die Honvedtruppen veröfferilicht eine königliche Verordnung, durch die für gelotste militärische Vergehen, nmneiulich für Nichtgeftellung. t-auftie gewährt wird. Dieie Amnestie hat namentlich große Be-' dentung für diejenigen, die während der letzten politischen Unruhen,\ bei denen der Reichstag keine Rekruten bewilligte, als Reservisten dein Einberufungsbefehl keine Folge leisteten. Wien, 26. November. Die„Wiener Zeitimg" veröffentlicht einen kaiserlichen Erlaß, welcher Amnestie gewährt für Nichtgeftellung und Aerabsäumung der Wehrpflicht. Der Erlaß wird am 2. Dezember ISO? in Kraft treten.— franbvcidb. „Der gute Magen". Paris, 16. November. Der Justizminister hat infolge der von dem konservativen Senator Riou eingebrachten Interpellation: wohin die sogen. Milliarde» der Kongregationen gekommen seien, einen Bericht über die Liquidationen der KongregationSgüter ausarbeiten lassen, in welchem unter anderen angeführt wird, daß die Liegen- schaftcn der aufgelösten Kongregationen sehr schwer zu veräußer» waren. Mit Ausnahme der Gemeinden und der Departements hätte es nur sehr wenig Kauflustige gegeben, da die Geistlichen den Erslehern von Kongregationsgütern mit Erkommunikation ge- droht hätten. Der Schätzungswert der gesamten KongregationS- guter betrage 1071777 000 Frank, wovon 782 000 000 auf die behördlich genehmigten und 267 060 000 auf die nicht genehmigten Kongregationen entfielen. Die Kongregationen hätten übrigens fast ihr gesamtes Vermöge» iuS Ausland geschafft, auf ihre Liegenschafte» Hypotheken aufgenommen und die Aktiven durch alle möglichen Mittel verringert. Die durch die Liquidationen notwendig gewordenen Gerichtsverfahren haben an Advokatenhonoraren allein über eine Million Frank verschlungen.— Portugal. Die Situation spitzt sich immer mehr zu, und die Diktatur FraucoS tritt immer brutaler und zynischer auf. Dieser Tage noch hat daS„Journal osficiel" zwei neue Verordnungen erlassen. Die erste verlängert das Dekret vom 20. Juni bis zum Wiederzusammen- tritt dcS Parlaments. Dieses Dekret enthielt die Oktroyierung des Ausnahmegesetzes gegen die Presse. Auf Grund desselben sind in den letzten 6 Tagen wiederum acht Zeitungen unterdrückt worden. Sechs davon sind monarchisch und zwei republikanisch. Durch den zweiten Erlaß wird in Lissabon ein Ausnahme- g e r i ch t S h o f eingesetzt, der alle politischen„Verbrechen" abzuurteilen hat: Anarchistische Anschläge, Komplotte, Attentate, Aufreizung löffentlich oder geheim) gegen die„gesellschaftliche Ordnung und die Sicherheit des Staates" sowie gegen Leben und Eigentum. Dieses vom Diktator eingesetzte Tribunal entscheidet ohne Geschworene. lieber Disziplinbruch und Revolten innerhalb der Armee und Marine zirkulieren eine Menge unkontrollierbare Gerüchte; sicher ist »nr daS eine, daß eine starke antimonarchische Strömung vorhanden ist, die sich über kurz oder lang in Aktionen umsetzen dürfte. Lissadon, 26. November.(Meldung der„Agence HavaS'.) Die unter den Oppositionsparteien herrschende Uneinigkeit beeinträchtigt den gegen Franca begonnenen Kampf. Mehrere Gruppen»eigen der Republik zu, andere wünschen die Abdankung des Königs Carlos zugunsten des Kronprinzen Louis Philipp. Zahlreiche Persönlich- keilen aus verschiedenen Parteien denken daran, sich zurückzuziehen, andere wünschen, daß der König sie zur Macht berufe, aiiderc sprechen von Dom Miguel, aber es liegt nichts Positives über die Haltung der eiiizelnen Gruppen der Opposition vor.— Rußland. Petersburg, 26. November.(Privatdcpesche des„Vorwärts") Die sozialdemokratische Dumafraktion konstituierte sich heute. Sie besieht auS 17 Mitgliedern, von denen fünf den Fraktioils- vorstand bilden.—_ GcwcrkrcbaftUcbce. Berlin und Umhegend. Porzellanarbciterverband. Zahlstelle Pankow. Bei der Firma Krüger. Tonwarcnfabrik in Pankow, sind Differenzen aus- gebrochen und ist der Zuzug streng fernzuhalten. Es liegt Maß- regclung vor. Die Ortsvcrwaltung. oendlcsies Keicb. Die Buchdruckcreihülföarbeiter und-Arbeiterinnen in Königsberg i. P r., die Ende September den Prinzipalen ihren Tarifantrag unterbreiteten, stehen im Augenblick auf der Grenze zwischen Krieg und Frieden. Der Bezirk Ostpreußen im Verein deutscher Buchdrucker(Prinzipalvercir.igung) will nicht ver- handeln. Am Freitag vergangener Woche ivar zwar die Kom» Mission der Hülsstirbeiter zu einer Sitzung mit den Buchdruckcrei- prinzipalen und-Leitern eingeladen, doch kam es zu keiner Ver- ftändigung. An dieser Sitzung nahm auch die Vorsitzende des Hauplvorstäudes der Hülssarbciterorganisotiou, Frau Thiede- Berlin, teil. Ter Kommission wurde bekanntgegeben, daß zunächst nur die fünf größten Druckereien Königsbergs gesonnen wären, in Verhandlungen einzutreten. Da die Kommission hierzu kein Mandat hatte, wurde Vertagung beantragt. Am Sonntag fand nun im„Felscnkrng" eine Versammlung der Arbeiter und Ar- bciterinnen statt, die sich mit dem gegenwärtigen Stand der Lohnbewegung beschäftigte. Nach dem Situationsbericht der Genossin Thiede, und nachdem der Vertreter des Gewcrkschaftskartclls, Genosse See m a n n, gesprochen, nahmen die Versammelten eine Resolution an, nach der die Kommission ermächtigt ivird, mit den fünf großen Druckfirmen«inen Tarifvertrag abzuschließen, aber nur dann, wenn auch die dem Tarif angegliederte» allgemeinen Bestimmungen Annahme finden. Bereits am Montagvormiltag suchten Frau Thiede und Genosse Axen, der Begründer der hiesigen Zahlstelle, abermals eine Verbiilduiig mit den Prinzipalen herzustellen, was auch schließlich gelang. Der Vertreter der Buch- druckercibcsitzcr erklärte, unter allen Umständen dafür Sorge tragen zu wollen, daß es spätestens im Laufe der nächsten Woche zur Ver» Handlung kommt; bis Mittwoch soll die Kommission der Hülfs- arbciter Nachricht erhalten, welcher Tag zur ersten Sitzung in Aussicht genommen ist. Der Prinzipalsvcrtreter gab auch im Namen seiner Kollegen die Erklärung ab, daß seitens der Buch- druckcreibcsitzer nichts mehr dagegen eingewendet werde, wenn die Kommission der Hülssarbcitcr sich bei den Verhandlungen eines Beistandes bediente, cntiveder Frau Thiede oder sonst jemand. Nur hpn Genossen Axen müsse man ablehnen, da dessen öffcnt- iiche Tätigkeit in der sozialdemolratischen Partei von dem Direktor der„Ostpreuhischcn Zeitung", das Organ der feudalen Junker, nicht vergessen luerdcn tonnte. Genosse Axen ist zurückgetreten, nm die Sache nicht scheitern zu lassen. Es ist aber dafür Sorge getragen, daß der Konimission der Hülfsarbciter bei den Vcrhand- hinge» ein anderer Beistand zur Seite stehen wird. Die junge Mitgliedschaft Königsberg im Verband der Buchdruckereibülfs- arbeiter steht kampfesfrendig und gerüstet da, sind doch 07 Proz. aller Beriifsgenossen organisiert, deren Führung in guten Händen liegt Tie Maschinisten«nd Heizer Leipzigs ließen unter dem heutigen Datum durcd ihre Tarifkommission etiva 700 Firmen ihre Forde- � rungen zugeben. Diese sind: Einführung eiueS zehnstündigen Normalarbeitstages, ein s Minimalwochenlohncs von 26 M. für Heizer, 28 M. für Maschinisten; wo diese beiden Aufgaben von einer Person erfüllt werden müsien. soll der Lohn der des Maschinisten sein; serner Entschädigung für Sonntags-, Nacht- und Uobcrstuuden- arbeit. Wo die Löhne heute schon über dem geforderten Mininial- lohn stehen, sollen sie um 20 Proz. erhöht werden. Diese Forde- rungen zu stellen, ist in einer gemeinschaftlichen Versammlung der Mitglieder des Zentralvcrbandcs der Maschinisten und Heizer, der Lokalorganisierten und der Mitglieder deS Sächsischen Bunde? beschlossen und auch eine dcmentfprechende gemischte Tarifloininission eingesetzt worden. HnsUncll Die Krise überall! Auch die holländische Arbeiterschaft hat schlver unter der all« gemeinen Krise zu leiden. Nach einer Untersuchung, die» der Vor- ständevcrband der Arbeiterorganisationen von Amsterdam ausgeführt hat, sind in dieser Stadt allein in den verschiedenen Bernsen nn- gcfähr 8000 Arbeitslose vorhanden, die größtenteils schon monate- lang keine, oder nur gelegentlich ein wenig Arbeit finden konnten. Der Gemeindevertretung von Amsterdam liegt seit Oktober ein Antrag zu einer ArbcitSlosenzähluug vor. Ende voriger Woche hat nun der Vorständeverband an die Gemeiiidevertrctimg das Ersuchen gerichtet, diese Zählung schleunigst auszuführen, und ferner für die Eiiiketzung einer Kommission von Gemeindcvertretern, Privatleuten und Gewerkschaftsvertretern zu sorgen, ihr als Grundfonds eine Summe Geldes zur Verfügung zu stellen und so der Arbeitslosigkeit und der Not nach Möglichkeit abzuhelfen. Die holländische Gewerkschaftsorganisation macht trotz der Krise gute Fortschritte. Der Verband der niederländischen Gewerlschaften, dem am 1. Juli d. I. 20 040 Mitglieder angehörten, hatte am 1. Oktober bereits 30 208 Mitglieder in 21 Gewerkschaften mit 340 OrlSabteilungen. In den noch abseits stehenden, gut geleiteten Gewerkschaften befestigt sich immer mehr die Erkenntnis, daß der Anschluß an die Zentrale zweckmäßig und notwendig ist. In dieser Richtung wird wohl auch der neunwöchige Streik im Rotter- d a m e r Hafen auf den Schiffs- und BootSarbeiterverband wirken, der diesen Kampf zwar nicht ohne Erfolg geführt hat, aber doch wohl eher und besser hätte zu Ende führen können, wenn die Zentrale der Gewerkschaften dahinter gestanden hätte. Daß dieser schwere Kämpf nicht, wie die bürgerliche Presse behauptet, zum Schader der Arbeiter ausgegangen ist, zeigt sich, abgesehen von den erzielten Lohnerhöhungen, auch darin, daß am Sonnabend 300 von dem Verein der Stauereiunternehmer angestellte Streikbrecher entlassen wurden. Sie sollten sich nun bei den einzelnen Unternehmern Arbeit suchen. Nach den Be- dingimgen, unter denen der Friede mit den Streikenden ge- schlössen wurde, sollen jene Leute, die die Streikbrecher- kolonne deS UuternehmervereinS bildeten, nun als feste Arbeiter bei den einzelnen Unternehmern angestellt werden. Sie ziehen eS jedoch fast alle vor, aus die Anstellung zu verzichten, weil sie nicht Lust haben, mit den Leuten, die gestreikt haben, zusammen- zuarbeiten. Zu' lvelchcn Torheiten die Hineinzerrung religiöser An- schauungcn in die GewerlschaftSbewegung führt, zeigt sich jetzt recht deutlich an der größten christlichen Gewerkschaft Hollands, dem Textilarbeiterverbaud„UnitaS". Die Geistlichen der verschiedenen Bekenntnisse sind nun bemüht, die„UnitaS" zu spalten. Die katho- li scheu Bischöfe begannen damit und verlangten von den katholischen Mitgliedern, daß sie sich gesondert und nach den Bistümern organi- sieren sollten. Die calvinistischen Seelenhirten und ihr politischer Führer, der frühere Ministerpräsident Kuyper, finden das nicht nur recht und billig, sondern wollen auch noch ihre Schäflein von den anders gläubigen protestantischen Textilarbeitern gesondert ivissen. Wenn so die„UnitaS" in drei Orgamsationen gespalten ist, jede unter der treuen Hut ihrer Kirchengemeinschaft steht, werden die Unternehmer gewiß keinen Streik der Christlichen zu fürchten haben. ver Bshlrechtzlismpf. Die Versammlung betrachtet daS preußische Abgeordnetenhaus als ein »lassen- und Privilegicnparlament, das entsprechend seinem Klassen- harakter nur Klassengesetzgcbung machen .änn. Die Versammlung betrachtet daS Drciklasscnwahlrecht, das der Wahl des preußischen Klaffenparlaments zu- gründe liegt, als den bittersten Hohn auf Recht und Gerechtigkeit und dessen Existenz als eine Schmach für Preußen.... In unendlichen Variationen wurde gestern abend die preußische Dreiklassenschmach nicht nur in Berlin, sondern in ganz Preußen in überfüllten Versammlungen erörtert und überall kam inan zu dem Schluß, den in ihren oben wieder- gegebenen Eingangsworten die überall vorgelegte Resolution des Partcivorstandes zieht. Eine matte Thronrede, mit der an demselben Tage der preußische Landtag eröffnet wurde, bildete gewissermaßen die Illustration zu dieser Resolution und gab den Rednern Ge- legenheit, nicht nur die der Geschichte angehörenden Taten dieses Klassenparlamentes zu geißeln, sondern auch einen Blick auf seine nächste Zukunft zu werfen. Nicht weniger als fünfzig Versammlungen waren allein in Groß- Berlin einberufen und alle überfüllt I Tausende drängten sich in den Sälen und Tausende und Abertausende füllten die Straßen vor und nach den Versammlungslokalen— eine Nichtorganisierte, aber darum desto wirkungsvollere Straßcndcmonstration, die an den 21. Januar 1ö06 erinnerte. Ganz naturgemäß konzentrierte sich die Bewegung na» mentlich in den Außenbezirken, wo sie allein durch die Fülle der Besucher einen demonstrativen Charakter annehmen mußte. In der Gegend vom Tempel hofer Berg konnte man gestern abend schon lange vor 7 Uhr merken, daß dort etwas Besonderes bevorstand. Nicht daS gewöhnliche Straßenbild war es von Menschen, die mehr oder minder gleichgültig von des Tages Last und Mühen nach Hause wandern, um Ruhe zu suchen, oder gehen, um noch irgendeinen persönlichen Zweck zu verfolgen. Nein, vielmehr sah man es den Männern und Frauen, die dort hinauf wanderten, an, daß es größere Zwecke, daß es das Interesse des ganzen Volkes war, was die Massen in Bewegung setzte, sie zur Eile antrieb, je naher die Versammlungsstunde anrückte. Auch am Kottbufcr Tor herrschte regeS Leben. Einzeln, zu zweien und in Trupps kamen sie anmarschiert, die Massen, die ihr wichtigstes Staaisbürgerrccht forderten. Die organisierten Genossen traten absichtlich nicht allzu früh an, mn anderen Leuten genügend Raum in dem großen Saal zu sichern. Sie taten gut daran. Denn bald waren alle Plätze besetzt, und die Polizei, scheinbar allzu besorgt um das Wohlsein der Versammelten, sperrte ab. Wohl mehr denn tausend waren es. die keinen Einlaß mehr fanden und nun eine Zeitlang aus und ab wandernd die Straße stillten. Noch lange nach Beginn der Versammlung konnte man es draußen gewahr werden, daß hier Massen in ernstem, ein- mutigem Wollen zusamengcströmt waren. Ein Massenaufgebot im vierten Kreise?— Tie Genossen sahen mit Freuden die reiche Fruckt ihrer Agitation. DaS Flugblatt vom Sonntag, die eifrige Propaganda für eine Massenbeteiligung an dem Protest gegen das verHatzte Wahlrecht, die Tag für Tag wiederholten Rufe der Partei- presse, Mann für Mann in Reih und Glied zu treten, mutzten in den Arbeitervierteln eine mächtige Wirkung ausüben. Und nicht nur„Mann für Mann"— auch di» Frauen kamen ig Massen herbei, um mitzuwirken und mitzufordern, unl mitzuhelfen, ein Wahlrecht für MännerundFrauen zn erobern. Ueberall sah man Arbeiterfrauen am Arme ihrer Männer dahinschreiten, den Versammlungslokalen zu, wo sich die Menge der Einlatzbegehrenden staute. Teils kamen die Männer von der Arbeit, denn viele waren lange vor der angesetzten Zeit am Platze: sie taten gut daran, die Lokale waren überall zu klein, um die anströmenden Massen auf- zunehmen. Freyers Festsäle in der Koppenstratze(früher Keller), die so manche Riefenversammlung von Berliner Ar- beitern schon gesehen haben, waren schon um 7 Uhr wegen Ueberfüllung abgesperrt, und von 7 Uhr ab begann erst der stärkste Zustrom, denn die meisten glaubten, autzer- gewöhnlich pünktlich zu sein, wenn sie vor 8 Uhr sich ein- finden. Viele kamen schon von anderen Lokalen, die sie auch überfüllt fanden. Natürlich verweilten die meisten ein wenig unÄ so bildeten sich bald dichte Reihen auf beiden Seiten der Koppen st ratze, eine eigene Massenversammlung, die den Redner erwartete, um ihn zu begrüßen und ihm Gelegenheit zu geben, den Versammelten ini Saale zu bekunden, daß mepr Leute noch umkehren mutzten als in dem überfüllten Saale Platz finden konnten. Die Schutzmannschaft war außerordentlich stark vertreten, aber sie bewahrte eine gewisse Reserve und zeigte nicht die ge- wohnte Schroffheit. Im sechsten Kreise war ein nicht minder reges Treiben schon srühzeitig zu bemerken. Die Massen waren in Bewe- gung geraten dank der regen Agitation unserer Genossen I Der feine Regen, der um 7 Uhr einsetzte und immer unan- genehmer wurde, der starke Stratzenmorast, der einem jeden den Weg zu einer Versammlung verleiden konnte, wäre unter anderen Umständen für den Besuch großer Veranstaltungen verhängnisvoll geworden, aber hier verlor er seine Wirkung. Die Massen hatten ein Ziel im Auge, welches sie verfolgten, unbekümmert um kleine Widerwärtigkeiten. Lange vor 8 Uhr waren auch die Versammlungen im sechsten Kreise ab- gesperrt. Auf den Straßen vor den Lokalen oder in ihrer Nähe wurden aber meistens alle Ansammlungen untersagt und ein zahlreiches Polizeiaufgebot sorgte dafür, daß der zahlreiche Zustrom von Menschen in steter Bewegung blieb. Sechs Versqmmlungen waren veranstaltet, aber überall zeigte sich dasselbe Bild, andrängende Massen, blinkende SchutzmannshelNie. frühe Absperrung. In vielen Haustoren in der Nähe der Versammlungslokale sah man uniformierte Schutzleute vertreten, um schnell bei der Hand zu sein, wenn „Eventualitäten" eintreten sollten. Unseren Genossen fiel es überall schwer, umzukehren, wenn ihnen der Eintritt verwehrt war und sie promenierten auf der Straße trotz Regen und Morast und freuten sich des Erfolges. m Die Massenbewegung gegen das schmähliche Wahlunrecht füllte in R i x d o r f nicht nur den Riesensaal in der Hasen- Heide, sie füllte die Straßen mit unübersehbaren Massen von Menschen, die nicht mehr hinein konnten und nun in dichtem Gedränge auf- und abwogten. Das Zuvorkonimen. das die Genossen den noch nicht überzeugten Leuten ettviesen. indem sie erst nach 8 Uhr aus den verschiedenen Bezirken herbei- kamen, um vor allem erst einmal jenen, die der Aufklärung bedürfen, den Saal frei zu halten, hat sich gut bewährt. Wohl mochte es nicht jedem, der nach 8 Uhr kam und den Saal ab- gesperrt fand, erwünscht sein, nicht an der Versammlung teil- nehmen zu können, aber dock! war es auch gut, einmal auf der Straße durch das Massenaufgebot zu deinonstrieren, daß die Schmach des Dreiklassenwahlrechts endlich ein Ende nehmen niutz. Wohl selten haben die Rixdorfer Bürger so ungeheure Menschenmasien auf den Straßen gesehen, wie gestern abend. Alle belvegten sich mit der Würde und dem Ernst, der dem Streben, das die nach Z e h n t a u s e n d e n zählende Menge beseelte, entspricht. Die Hasenheide, die Berliner Straße hinauf» waren gedrängt voll von Männern und Frauen. Aus der einen Straßenseite zog man in dieser Rich- tuug, auf der anderen in jener. Wer vorwärts wollte, mußte mit dem Menschenstrom wandern. Nur langsam konnten sich die Wagen und Straßenbahnen vorwärts bewegen: die Bürgersteige reichten nicht aus. um den Massen genügend Raum zu gewähren. Wohl eineStunde lang währte das dichte Gedränge und Gewoge, bis sich ein Teil der Massen nach Hause begeben hatte. Als aber die Versammlung zu Ende war, füllten wieder neue Massen die Straßen. Die eifrige Agitation, die die Genossen für die Bewegung entfaltet hatten, chat also guten Erfolg gehabt: der größte Saal Berlins und der Um- gegend überfüllt von Menschen und Zehntausend auf der Straße, so gibt das Volk, soweit es die preußische Unfreiheit gestattet, seinen unerschütterlichen Willen kund. Solange die Versammlung dauerte, war alles ruhig verlaufen. Schutzleute in Uniform sah man nicht allzuviel auf der Straße, und die da waren, hatten keine Veran- lassung, sich einzumischen. Als aber die Versammlung be- endet war, die größten Menschenmassen die Berliner Straße hinaufzogen und es nicht zu vermeiden lvar, daß zeitweilig eine Stauung im Menschenstrom eintrat, da tauchte die Polizei am Rixdorfer Rathaus in größerer Zahl auf und be- mühte sich, offenbar ganz unnötig, in altbekannter Polizei- weise die Massen auseinander zu treiben. Nun war natür- lich die Ruhe gestört. Verhaftungen wurden vorgenommen, Leute wurden nach der Wache gebracht, die offenbar nichts anderes verbrochen hatten, als daß sie im dichten Gedränge nicht so schnell von bannen konnten, wie die Polizei es haben wollte. Ruhe und Ordnung selbst unter den größten Menschenmassen aufrecht zu erhalten, dazu ist ja die sozial- demokratische Arbeiterschaft selbst imstande, und sie hat es oft genug bewiesen. Erster Wahlkreis?' Der große Saal bei Dräsel war bereits kurz nach 8 Uhr poli- zcilich abgesperrt. Der Referent Genosse S ü o c k u m schilderte mit kräftigen Worten die ganze Rückständigkeit des preußischen Landtages, der lediglich eine Vertretung des Geldsacks darstellt. Das Ehr- und Rcchtsgefühl der Herrschenden müßte sie zur Be- seitigung des Unrechtes bestimmen, wenn sie Ehr- und Rechts- gefühl besitzen würden. Die Zeit ist jedoch vorbei, in der die Be- sitzenden, wie in der denkwürdigen Auguftnacht 178S, freiwillig auf ihre Vorrechte verzichten. Aufgabe der Besitzlosen ist es daher, mit aller Kraft die Be- seitigung des bestehenden Unrechtes anzustreben. Diese Aufgabe 'Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: werde von der Arbeiterschaft erfüllt werden. Lebhafter Beifall unterbrach häufig die Ausführungen des Referenten. Ein frei- sinniger Herr F r ä n k e l behauptete die Freundschaft der Liberalen fürs allgemeine Wahlrecht. Genosse W o l d e r s k i betonte, daß wir auch die dem Freisinn noch folgenden Arbeiter gewinnen müssen. Unser Kampf wird erst enden mit der Eroberung des allgemeinen Wahlrechts für den Landtag.— Die vorgelegte Resolution wurde einstimmig an- genommen. Ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die Sozial- dcmokratie schloß die Versammlung. Zweiter Kreis. Der ssroße Saal der Berliner Bock-Brauerei war von-lOOO Männern und Frauen bis auf den letzten Platz besetzt. Der Referent, Genosse Wurm, beschäftigte sich mit dem jetzigen Landtage und seiner Zusammensetzung, mit dem elenden Wahl- gesetze und den bürgerlichen Parteien. Ost von Beifall- und Pfui- rufen unterbrochen, schilderte er die jetzigen Zustände und for- derte die Anwesenden auf, mitzuarbeiten, bis wir unser Ziel, das gleiche, allgemeine, geheime und direkte Wahlrecht, erreicht haben. Die Resolution wurde einstimmig mit Begeisterung angenommen. Dritter Wahlkreis. Im Gewerkschastshaus waren annähernd 1S0V Personen versammelt. Nachdem sämtliche Tische aus dem Saale ent- fernt, hatte man einigermaßen Platz geschaffen für die nach- drängenden Massen, unter denen sich auch viele Frauen befanden. Der Referent, Genosse Rechtsanwalt Dr. H e r z f e l d, hielt eine zündende, oft von stürmischem, demonstrativem Beifall unter- brochene Rede. In der Diskussion forderte Frau P l u m- Essen die Frauen auf, die Männer in diesem Kampf energisch zu unter- stützen. Ein Redner forderte die Jugend zum Anschluß an die Jugendorganisation auf. Der„Märkische Hof" war schon längst vor Beginn der Versammlung abgesperrt. Hier referierte der Genosse Schippe! unter großem Beifall. In der Diskussion sprach der Genosse Gottfried Schulz ebenfalls unter Beifall. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Im Luisen st ädtis che» Konzerthaus referierte Abgeordneter Stückten. Die Versammlung war sehr gut besucht, 600 Personen hatten sich eingesunden. Mit einem kräftigen Appell an die Versammlung, fortgesetzt im Wahlrechtskampf ihre Schuldigkeit zu tun, schloß der Referent unter stürmischem Beifall. Die Resolution fand einstinmüge Annahme. Vierter Kreis. Das Lokal von K e l l e r in der Koppenstraße wurde um 7'ch Uhr bereits polizeilich abgesperrt. Saal und Gallerie waren drückend gefüllt. Man zählte über 3000 Personen. Pünktlich um 8 Uhr wurde die Versammlung eröffnet. Genosse Singer, von jubelndem Beifall begrüßt, forderte auf, nicht eher zu ruhen als bis auf den öden Ruinen des Landtages die rote Fahne der Sozial- demokratie flattere. Die Resolution wurde einstimmig ange- nommen. Nach einem begeisternden Schlußwort des Vorsitzenden, Ernst Baader, wurde mit stürmischen Hochrufen auf die Sozial- demokratie, auf das allgemeine Wahlrecht, auf den Genossen Singer und unter den Klängen der Marseillaise die Versammlung ge- schlössen. Das Landsberger- Viertel hielt seine Versammlung im E l h s i u in, Landsberger Allee, ab. Der große Saal wurde bis auf den letzten Platz gefüllt; mindestens 1500 Personen waren anwesend. Bereits um Uhr wurde das Lokal abgesperrt und viele der Erschienenen fanden keinen Einlaß. Das Referat hielt Genosse Ströbel. Langanhaltender Beifall lohnte den Vor- tragenden. Die vorgelegte Resolution wurde einstimmig an- genoinmen. Aus der Mitte der Versammelten wurde gleichfalls lebhaft zur Aufnahme des Wahlkampfes aufgefordert. In den Markgrafensälen demonstrierte eine imposante und überfüllte, von sehr vielen Frauen besuchte Versammlung gegen das elendeste aller Wahlshsteme. Referent war Genosse K u b i g. Er lourde oft durch Beifall unterbrochen. An der Dis- kussion beteiligte sich Frau F ö r st e r und crmahnte die an- wesenden Frauen dringend, den Männern und sich selbst den Kampf nicht schwer zu niachen. Weiler sprachen die Genossen Rcumann, Bruno Liske, Turner, Carl Lier und Emil Girbig. Schutzleute füllten den Tunnel. Man zählte ihrer nicht weniger als 32, ferner einen Leutnant, einen Hauptmann und zwei Kriminalbeamte. Das Lokal„Sanssouci" war von 2(X>l) Personen besucht, 3l)ilo für die Braunkohle. Bei solcher Verbrauchssteigerung muß eine Preis- steigerung sich um so fühlbarer machen. Bei den Kohlenpreiscn kommen nicht nur die deutschen Verhältnisse, sondern auch d i e allgemeinen Weltmarktsverhältnisse in Betracht. Wir haben keinen Zoll auf die Kohle, aber wenn es in Deutschland gelingt, die allgemeinen Kohlenpreife zu steigern, so kann diese Steigerung nicht ohne Einfluß auf den Wcltmarktspreis bleiben; denn auf Deutschland entfallen von der Weltmarktsproduktion 20 Proz., also annähernd der fünfte Teil. Bei uns ist ausschlag- gebend das Rheinisch-Wcstfälische Kohlensyndikat, welches eine Förderung von 77 Millionen Tonnen hat. Daneben kommt noch das Oberschlesische Kohlensyndikat mit 20 Millionen Tonnen Förderung, das Niederscklesische mit 4 Millionen Tonnen in Betracht, sowie der preussische Fiskus mit einer Förderung von 8 Millionen Tonnen.— Dre Lage der Bergarbeiter war schon in den siebziger Jahren sehr gedrückt, sie verschlechterte sich in den achtziger Jahren immer mehr. Endlich ist auch einmal den geduldigsten Bergarbeitern der Geduldsfaden gerissen: 1889 legten sie mit einem Schlage die Arbeit nieder. Das war in Wahrheit für die Zechenbesitzer eine„rettende Tat". Sie gingen sehr bald daran, ihre Einnahmen zu verdoppeln und zu verdreifachen, die Kurse stiegen ruckweise empor, rapide, unglaublich rasch, und die Vermögen der Kohlenbarone wuchsen ins Ungemessene. Die Arbeiter hatten vielleicht auch eine kleine Lohnerhöhung durch- gesetzt, aber sehr bald nach dem Streik verschlechterte sich ihre Lage erheblich. Die Kohlenherren hatten nämlich das Geheimnis ent- deckt, daß man einen grossen Profit nicht erzielt, indem man viel, sondern indem man wenig produziert, und so begannen sie gleich nach dem Streik mit Produktionscinsckränkungen, die 1893 am schärfsten wurden, als die Preise zurückgingen und das Rhein.- westfälische Kohlensyndikat gegründet wurde. Das Kohlensyndikat sagt nun von sich durch den Mund des Herrn Kirdorf, daß eS gleich den Landwirthündlern nur eine mäßige Verzinsung und auskömmliche feste Preise haben will. Es will seine Politik danach einrichten, daß auch die kleineren Zechen bestehen können, während die grösseren natürlich einen etwas grösseren Ertrag abwerfen. Vor allem aber sollen die Preisschwankungen und Konjunktur- gewinne möglichst verschwinden. Wie sieht es nun mit den festen Preisen des Kohlensyndikates aus? Im Jahre 1892 betrug der Stcinkohlenpreis pro Tonne 8 M., 1893 8,50 M., 1894/96 9 M., 1897 9,25 M., 1900 10,75 M. 1902 wichen die Preise wieder ein wenig zurück auf 10,25 M.. 1906 standen sie wieder auf 10,75 M., und jetzt stehen sie auf 11,75 M.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Im Jahre 1900 hatten wir also schon einmal eine Kohlenteuerung und haben darüber bicr im Hause ebenfalls ver- handelt. Damals aber schob das Syndikat die Schuld auf die Händler und behauptete, daß es selbst die Preise festgehalten hatte, so fest, dass die„Kuxenzeitung" sogar über Herrn Kirdorf schrieb, er sei ein„M ä ss i g k e i t s a po st e l", aber ein höchst unwirtschaftlicher und unpraktischer Mensch.(Heiterkeit.) Seit- dem aber hat das Syndikat die Händlerklausel eingeführt. Alle Abnehmer des Syndikats müssen sich verpflichten, ungebührlich pohe Gewinne nicht zu erzielen. Im llebertretungsfalle werden sie mit 10 M. Strase belegt, und gleichzeitig wird der Vertrag seitens des Syndikats gelöst. Darüber, ob ein ungebührlich hoher Gewinn vorliegt, entscheidet die Handelskammer zu Essen, gegen deren Entscheidung es eine Berufung nicht gibt. Infolgedessen ist heute das Syndikat in der Tat für alle Kohlenhändler verantwortlich; denn jeder seiner Abnehmer muß seine Abnehmer auf die gleiche Klausel verpflichten, und ausserdem hat es den ganzen Kohlen- grosshandel in allen deutschen Grossstädten organisiert. Ein Zweck des Syndikats soll auch der Schutz der kleinen Zechen sein. Wie steht es aber damit? Der Vertrag von 1903 ist kein Schutz, sondern geradezu der Ausgangspunkt für das Stillegen der Zechen. Man könnte allenfalls auf Besserung hoffen, wenn die grossen Werke von den Höheren Preisen mit betroffen würden. Aber diese Leute hat der Syndikatsvertrag ausser Schußweite ge- bracht. Dadurch, daß den grossen Werken der Verbrauch auf eigene Rechnung mit angerechnet wird, ist den grossen Werken der Anreiz zu Fusionen gegeben. Wenn die Kohlenpreise steigen, haben die Werke noch den Gewinn aus den Kohlen, die sie dem Syndikat zur Verfügung stellen, und sie haben ausserdem die Genugtuung, daß der kleine Konkurrent die Kohlen bei weitem teurer bezahlen muß. Ich frage, ob das im Interesse der All- gemeinhcit liegt. Nun hat das Syndikat noch das Mittel der B e t r i e b s e i n st c l l u u g. Die Hütten können wohl fördern, aber das Syndikat ist nicht verpflichtet, über eine bestimmte An- zahl abzunehmen. Da liegt die Gefahr vor, daß man Streiks provoziert als Mittel zur Betriebseinschränkung. Ich habe seiner- zeit vor dem Streik hier im Reichstage die Vermutung aus- gesprochen, dass das Syndikat Grund hätte, einen Streik zu provozieren. Ich gründete meine Vermutung darauf, daß die Preise 1904 zurückgingen. Das Syndikat hatte 1904 eine Nachfrage von 57 Millionen Tonnen festgestellt, gefördert wurden aber 67,3 Millionen Tonnen, so dass bei Schluß des Jahres 1904 auf den Zechen ein Bestand von 10% Millionen Tonnen vorhanden war. Da laßt es sich denken, dass damals der Streik provoziert wurde. Aber das war den Herren noch nicht genug! Nach dem Streik wurde sofort eine Einschränkung beschlossen, als man sah, daß zu viel gefördert worden war. So ist damals die Preistreiberei eingeleitet worden. Wie stellt sich nun der Fiskus zu der Frage? Er macht die Preistreiberei einfach mit, er ist eben fiskalisch! Nun wird von feiten der Regierung eingewendet, es seien ja auch Lohn- steigcrungen eingetreten. Wahrscheinlich wird der Herr Handels- minister, wenn er mir antwortet, mir sagen: es hat doch von 1894 bis jetzt eine Lohnsteigerung von 921 auf über 1100 M. statt- gefunden. Dafür sind aber den Bergleuten von 1891 bis 1894 jährlich 216 M. vom Lohne abgezogen worden, weil, wie es hieß, damals die Kohlenpreise zurückgegangen waren. Ja gewiß, die fiskalischen Werke waren mit ihren Preisen für Flammkohle von 10,40 auf 9,70 M. zurückgegangen, also um 70 Pf. pro Tonne. Da die Bergleute jährlich etwa 200 Tonnen fördern und der Fiskus den Arbeitern pro Tonne 1 M. vom Lohn abzog, hatte er dadurch einen Gewinn von 30 Pf. pro Tonne. Der Fiskus ist mit seinen Löhnen nie auf d i e Höhe gegangen, die das Syndikat zahlt. Die Bergwerksbetriebe sollen ja nach den Februarerlassen„Muster- betriebe" sein. Aber in den Löhnen kömmt das nicht zum Ausdruck. Die Syndikatshcrren sind natürlich mit diesem Zu- stände ganz zufrieden. Als wir die Erhebungen über die ober- schlesische Kohlenkonvention hier im Hause hatten, sagten die ober- schlesischen Herren: Mit dem Fiskus kommen wir ganz gut aus! Dasselbe würden die Herren im Westen wahrscheinlich auch sagcu; denn wenn der Fiskus für seine Produktion höhere Preise nimmt, kann man dem Syndikat doch nicht Wucher vorwerfen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Alles in allem mutz man sagen, der Fiskus nach seinen Handlungen ist ein guter Freund der Kartelle. Wenn den Arbeitern einmal der Geduldsfaden reisst, wenn sie sagen, wir wollen eine Verstaatlichung der Bergwerke, dann werden die Herren vom Kartell nicht nur auf die Lohnverhältnisse, sondern auch auf die sonstigen Zustände in den fiskalischen Gruben, z. B. im Saarrevier, hinweisen und den Bergleuten sagen: Bei einer Verstaatlichung kommt Ihr aus der bisherigen Freiheit in das Zuchthaus des Staates, und damit haben sie nicht so ganz unrecht. Man sieht ja. daß der Fiskus in bezug auf Lohnpolitik schlimmer ist als die Herren Kirdorf und Thyssen. Der Herr Minister unterstützt den Herrenstandpunkt der llnternehiner, weil er selbst Unternehmer ist und Interesse an der Ausbeutung der Arbeiter hat. Daran hat ihn die preussische Gesetzgebung nicht gehindert, weil im Abgeordnetenhause und im Herrenhause Leute sitzen, die an einer schärferen Ausbeutung der Arbeiter durch den Staat Interesse haben, damit sie selbst als humane Herreu gelten können. Wir sehen, dass der Staat sich au allen Organisationen der Unternehmer beteiligt, daß seine Ver- treter an den Festen und Versammlungen des Zentralverbaudcs teilnehmen. Sehen wir nun einmal zu, was die Herren von dem Zustande- kommen des Syndikats profitiert haben. Die Schalter Gruben zahlten im Jahre 1893 30 Proz. Die Dividende stieg in den folgenden Jahren Jahren auf 35, 40, 50, 60 und 75 Proz. und der Kurs auf 1050. Da glaubten die Herren, das sähe zu un- verschämt aus. Sie gaben daher 3 Millionen neue Aktien aus, so daß die Dividende sich auf 6 Millionen Aktienkapital verteilte und auf 50 Proz. zurückging. Bei einer weiteren Vermehrung des Aktienkapitals auf 7 200 000 M. sank der Kurs aus 576, ist aber am Schluß des Jahres 1906 wieder auf 806 gestiegen. Kon- solidation stiegen in der gleichen Zeit von 163 auf 477, Gelsen- kirchcn auf 228, Hibernia stand zuletzt auf 88. Was sie heute gelten, kann uns vielleicht der Herr Haudclsminister sagen— zu seinen Verhandlungen muß er ja wissen, wie sehr die Aktien gestiegen sind. Ein Beispiel, wie die Preissteigerung der Kohlen auf die Dividende einwirkt: Bei einem Werke, das eine Förderung von 1 872 000 Tonnen hat, bewirkt jede Mark Preiserhöhung pro Kohlentonne eine Erhöhung der Dividende um 26 Proz.! Da ist selbstverständlich die Neigung vorhanden, die Preise zu stcigeru, zumal wenn neue Besitzer in Frage kommen. Es wird nun von den Verteidigern des Syndikats bemerkt, durch das Syndikat werde die Produktion geregelt, die ruckweise Nachfrage werde beseitigt und es können durch gemeinsamen Bezug und Versand auf den Trausportwegen Ersparnisse gemacht werden. Das geben wir zu. Wir sehen deshalb auch in dem Vor- handensein der Organisation an sich durchaus keinen Schaden, viel- mehr müssen wir es vom sozialdemokratischen Standpunkte aus begrüßen, weil dadurch der Nachweis erbracht wird, dass auch unter kapitalistischen Verhältnissen sozialdemokratische Anschauungen geltend sind; denn ob an die Stelle lebender Personen für den Gewinn der Staat tritt, das ist für die ganze Verwaltung gleichgültig. Jeder Bergmann wird begreifen, dass der Bergbau ebenso gut vor sich geht, wenn das Geld, das jetzt die Aktionäre in die Tasche stecken, der Allgemeinheit zugute kommt. Als Mittel zur Abhülfe gegen die Preissteigerung sind Aus- fuhrzölle vorgeschlagen worden. Ich möchte dieses Mittel nicht empfehlen. 1900/01 hat man es in Grossbritannien gehabt, hat es aber bereits am 1. November vorigen Jahres wieder aufgehoben. Will man Abhülfe schaffen, so muß mau den Ursachen ent- gegentreten. Es müßten zunächst die Tarifvergünstigungen auf- hören, und dann müßte der Staat die Einführung des Maximal- arbeitstagcs in die Hand nehmen.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Der Fiskus sollte bei seinen Betrieben höhere Gesichtspunkte haben als den der Plusmacherei.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Dauernd helfen kann man nur, wenn einmal der Bergbau aus dem Privatbesitz in Gemeinbesitz übergeführt würde, das heißt aus Privatbesitz in den des Reiches. Der preussische Staat hat bewiesen, dass er noch weit rückständiger ist als viele Privatbesitzer; der preußische Staat gehört zu denen, die auch expropriiert werden müssen.(Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Um so mehr ist das nötig, als annähernd 94 Proz. aller Kohlen, die in Deutschland gefördert werden, auf Preußen entfallen. Nur wenn das Reich den gesamten Bergbau über- nimmt, kann er so betrieben werden, wie es im gemeinsamen Interesse notwendig ist. sScbr richtig? bei den Sozialdemokraten.) Tas Reich mit seinem Kohlenvcrbrauch für die Marine, die Staaten mit ihren Eisenbahnen, die Gemeinden mit ihren Gas- anstaltcn sind alle daran interessiert, datz in dieser Richtung ein- gcgrifscn wird. Es ist das um so mehr nötig, als das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat der eigentliche Ausgangspunkt für die Monopolisierung ganzer Industriezweige ist. In der Eisenindustrie vernichtet der«tahlwerksverband Hundertc und Taufende kleiner Betriebe. Ich glaube, die Zeit ist nahegerürkt, wo dieser deutsche Stahlwerksverband sich mit dem amerikanischen koalieren wird, und dann wird die Aufsaugung in immer rascherem Maße er- folgen. Uns kann diese Expropriation der Expropriateure schon recht sein. Fragen wir einmal nach der Wirkung der Preissteigerungen der Kohlen. Ta finden wir überall ein beträchtliches Steigen der Ueber- schüssc, die auch in diesem Jahre wieder weiter gestiegen sind. Nicht das gleiche ist dagegen der Fall bei den Löhne». Sind sie hier und da auch gestiegen, so haben doch die Arbeiter keinerlei Ursache, mit den Zustünden zufrieden zu sein. Das beweift schon der Um- stand, das; nicht nur die Arbeiter sich in ihren Verbänden organi- sieren und dort ihrer Unzufriedenheit Ausdruck geben, sondern dast auch die technischen und höher entlohnten Beamten sich organisieren: denn auch sie können mit de» Zuständen keineswegs so zufrieden sein wie die Herren Aktionäre. sSehr wahr! bei den Sozialdemo- traten.) So lange diese Organisation des Syndikats besteht, und so lange der preußische Fiskus in seinen Bergwerken an seiner gegenwärtigen Politik festhält, so lange— glaube ich— werden wir mit steigenden Kohlcnpreisen rechnen müssen. Diese Preis- steigerung der Kohlen ist also nicht etwa als eine vorübergehende Erscheinung zu bezeichnen, wie es gestern der Herr Staatssekretär von den Getreidepreisen glaubte: nein, diese Erscheinung ist eine dauernde; denn die.Herren Kirdorf und Genossen wollen auf die großen Verdienste nicht verzichten, sie fühlen sich vielmehr als Vorkämpfer des Kapitalismus und wollen von ihren Gewinnen auch nicht das Kleinste abschneiden lassen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Deshalb werden sie in allernächster Zeit so- gar noch weitere Preissteigerungen eintreten lassen. Wirksam� und dauernde Abhülfe kann nur die Enteignung dieser Herren gewähren.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Zur Begründung der Interpellation Arendt-Labiau und Ge- Bossen(k.) erhält das Wort Abg. Graf Kamt?(t): Tie Getreidepreise können neben den hohen Kohlcnpreisen gar Nicht genannt werden; denn das in der Landwirtschast investierte Kapital bringt nicht entfernt derartig hohe Gewinne wie das iin Bergwerk investierte. Der Abgeordnete Molkenbuhr verlangte einen Ausbau des Kanalsvstcms im Interesse des Kohlenbaus. Ich glaube nicht, daß dadurch die Kohlenprcise vermindert würden Auch der Einfluß der fiskalischen Kohlenförderung wird von Molkenbuhr überschätzt. Unter den hohen Kohlenpreisen leidet jede Industrie, aber auch die Landwirtschaft. Die hohen Kohlenpreise und der Kohlenmangel sind eine ganz allgemeine Kalamität. War nun die Steigerung der Äohlenpreise notwendig und durch die wirt schaftliche Lage geboten? Da muß man antworten: Nein!(Sehr richtig! rechts.) Fast% der gesamten Kohlenförderung in Deutsch- land fallen auf 20 den Kohlensyndikaten angeschlossene Zechen, die über 11 Proz. Dividende verteilt haben. Im Jahre ISVO weigerte sich der preußische Eisenbahnminister, die billigen Ausfuhrtarife für Kohle aufzuheben, weil die Preise rückläufig seien. Heute kann dieser Grund nicht mehr maßgebend sein. Aber der Fiskus tut nichts gegen das Kohlensyndikat. Wir führen 10 Millionen Tonnen Kohlen aus; nur darum müssen wir so hohe Kohlenpreise zahlen und nur deshalb werden die polnischen Arbeiter zu taufenden und zchntausenden nach unserem deutschen Westfalen geschleppt. Eben- solvenig wie Herr Molkenbuhr habe ich gegen die bloße Existenz des Kohlensyndikats etwas einzuwenden, aber gegen die Aus- schreitungen und Auswüchse des Kohlensyndikats mujz der Staat seine Machtmittel anwenden. Und ein Mißbrauch ,st es. toenn das Kohlensyndikat dem Auslände die Kohlen billiger liefert als uns. wie es das tatsächlich tut, und dadurch die deutsche Industrie konkurrenzunfähig macht. In Amerika sind die Trusts bereits dem Staate über den Kopf gewachsen. Die bloße Ankündigung von Maßnahmen gegen sie ruft schon eine schwere Erschütterung des Wirtschaftslebens hervor. So weit wollen wir es nicht kommen lassen. Möge darum der Staat bald seiner Macht sich bewußt werden.(Lebhafter Beifall rechts.) Handelsminister Dr. Delbrück: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß die Kohlenprcise augenblicklich sehr hoch und unbequem sind.(Heiterkeit.) Ja sie sind unbequem für die Industrie, die Landwirtschaft, besonders aber für die kleinen Hausbrandkonsumenten. Immerhin haben unsere Kohlenpreise noch nicht die Höhe ereicht wie in der Hoch tonjunktur der neunziger Jahre und auch noch nicht die Höhe der Kohlenpreise jetzt im Auslände, insbesondere der Preise der eng l i s ch e n Kohle. Im Gegenteil, die englische Kohle ist heute in Berlin und an den Ostseeplätzen, Ivo sie sonst billiger ist, teurer als die Stuhrkohle. Selbstverständlich muß gleichwohl die Frage aufgeworfen werden, ob und in welcher Weise der übermäßigen Höhe der Kohlenpreise begegnet werden könnte. Es ist aber leichter, diese Frage aufzuwerfen als sie zu lösen.(Lachen bei den Sozial. demokraten.) Allein an der Profitwut des Kapitals und dem Geiz des preußischen Fiskus liegt es doch nicht.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Allein?) Der Preis der Kohle hangt ab: erstens von den Produktionskosten und zweitens von dem Verhält nis von Angebot und Nachfrage. Diesen gesetzmäßig wirkenden Faktoren können sich auch die Produzenten nicht entziehen, die durch ihre Shndizierung eine gewisse Monopolstellung in einzelnen Ge» bieten haben. Wie steht es nun mit den Produktionskosten? Sie sind im Laufe der letzten Jahrzehnte dauernd gestiegen, und das Steigen der Betriebslöhne macht von der Steigerung den erheb- lichsten Bestandteil aus. Die Bctriebslöhne betrugen im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts 40 bis 45 Proz. der Produk- tionskosten, heute 00 Proz. und mehr. Abgesehen davon sind fast alle Materialien teurer geworden, und dazu kommen die wachsenden Kosten der sozialen Fürsorge für die Arbeiter und die Lasten, die die soziale Gesetzgebung den Betrieben auferlegt.(Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Bei unseren staatlichen Bergwerken in Saarbrücken sollte der Profit ctatsmäßig 1,53 M. pro Tonne betragen. In Wahrheit haben wir noch nicht 1 Mk. verdient. Allerdings haben wir s conto des Unglücks in Reeden außerordent- lich hohe Extraaufwendungen für die Betriebssicherheit gemacht; aber im allgemeinen steigen eben die Betriebskosten im deutschen Bergbau stärker als die Erträge, und damit müssen die Preise im ganzen deutschen Produktionspcbietc zunehmen. Was den zweiten Preisfaktor, die Nachfrage, anbetrifft, so ist sie durch das Wachstum der Bevölkerung, die gesteigerten Verkehrs- bcdürfnisse und die Einführung der Elektrizität als Transport- und Beleuchtungsmittel ganz erheblich gestiegen. Jeder Komfort, der uns zufließt, bedingt vermehrten Gebrauch von Kohle; denn unser ganzes Leben beruht auf Kohle und Eisen.(Heiterkeit.) In normalen Zeiten ist unsere Kohlcnproduktion auf den Export nach dem Auslande angewiesen, daher haben wir zum Teil noch mit dem Auslände langfristige Verträge mit niedrigen Preisen, und das ist der Grund, aus dem heute dos Kohlensyndikat noch teilweise billiger nach England liefert als nach dem Jnlandc.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber mit der Zeit verschwindet daü immer mehr. Allgemein brauchen wir aber den Export, weil nur dadurch der deutsche Bergbau auf die Stufe der Leistungsfähigkeit kam. auf der er den Anforderungen der Hock>konjunktur genügen konnte. Trotz der ungeheuren Steigerung der bergbaulichen Produktion ist sie aber der Nachfrage nicht ganz gefolgt. Augenblicklich und vor- übergehend leiden wir a» einer Kohlen Unterproduktion. Wir können aber im Augenblick nicht mehr produzieren, weil in- folge der Hochkonjunkwr eine gewisse Erschöpfung aller Betriebe eingetreten ist und weil die Leistung der Arbeiter pro Schicht heruntergeht.(Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Von einer xigentlichen Kohlenausfuhr kann gar nicht die Rede sein- sondern höchstens von einer Verschiebung des Kohlcuabsatzes; denn die eng- l lesen. Ich muß aber doch betonen, daß bei nicht vermehrbaren lische Kohle konkurriert iu. Ostseegebiet erfolgreich mit unserer—""h f"'h die Bodenschätze— von einem Monovol heimischen. Wir führen Kohle aus im Norden nach England, im Südosteil nach Oesterreich, im Westen nach B-lgien, im Süden nach Italien und der Schweiz. Belgien bringt einen Teil seiner Kohle nach Elsaß-Lothringen, Oesterreich Braunkohle nach Bayern. Würden wir nun ein� Ausfuhrverbot erlassen, so würden auch die ausländischen Swaten sich bemühen, ihre Kohle bei sich zu behalten. Es wäre aber irranonell. die österreichische Braunkohle in Bayern etwa durch die Ruhrsteinkohle ersetzen zu wollen, statt daß— wie heute— jeder Kohlenkonsument sich auf die leichteste und verkehrstechnisch bequemste Art versorgt. Die Wirtschasts- gebiete fallen eben nicht mit den staatlichen Grenzen zusammen, insbesondere nicht bei Kohle. Gold oder dergleichen. Der Arbeits- inarkt jedes einzelne» Landes wird von jedem anderen tief deein- slutzt. Theoretisch würde ein Einfuhrzoll ebenso ungünstig wirken »oie ein Ausfuhrverbot. Praktisch liegt es aber natürlich anders: Tie Gruben, die eS bisher für rentabel hielten, Kohle auszuführe», würden es auch weiterhin tun und den Zoll natürlich nicht selbst trogen, sondern auf die heimischen Konsumenten überwälzen. In dieser Zeit der Kohlenknappheit müssen sie das ja leicht können. Der Einführung eines Kohlenausfuhrzolls könnte ich persönlich nicht zustimmen, und ich kann sie auch von den verbündeten Regierungen nicht in Aussicht stellen. Ob wir Angebot und Nachfrage durch eine Aenderung der Eisenbahntarife in ein günstigeres Verhältnis brin- gen, darüber schlveben zurzeit Erwägungen. Unter Umständen wäre es möglich, auf diesem Gebiete vorzugehen, doch ich will der Entscheidung der königlich preußischen Eisenbahnverwaltung nicht vorgreifen. Eine weitere Frage war die, ob wir der Willkür der syndizierten Unternehmer bei der Festsetzung der Preise einen Tamm entgegensetzen können. Ich unterlasse es, auf die Frage einzugehen, in welchem Umfange das Kohlensyndikat bei Festsetzung der Preise die verständige Grenze überschritten hat. Die Probe auf das Excmpel, ob das Syndikat nach wirtschaftlich richtigen Gründen seine Preise fest- setzt, kann erst gemacht werden, wenn wir wissen, wie die Syndikatspolitik sich bei einem weiteren Abflaue» der Konjunktur einrichten würde. Vorläufig sind wir zweifellos nicht in der Laye, einen Einfluß auf die Preisfestsetzung des Syndikats aus- zuüben. Erst im Rahmen einer allgemeinen Kartellgesetzgebung, über die bekanntlich die Erhebungen noch nicht abgeschlossen sind, wäre es uns möglich, einen solchen Einfluß zu gewinnen. Bei dieser Sachlage wäre es verfrüht, wollte ich schon heute zu dieser Frage Stellung nehmen. Ter Abg. Molkenbuhr hat ungefähr alle Fragen unseres Kulturlebens und unsere sozialen Verhältnisse in den Bereich der Erörterungen gezogen. Bei der hohen Bedeutung der Kohle für unsere Kultur batte er ja das Recht dazu. Aber mich würde das Eingehen darauf doch zu weit von der augenblicklichen Kohlennot abziehen. Aus grundsätzlichen Erwägungen muß ich es mir auch versagen, hier Rechenschaft abzulegen über Matznahmen, die die königlich preußische bergbauliche Verwaltung innerhalb der ihr zustehenden gesetzlichen Kompetenz trifft. In einem Punkte aber kann ich die Ausführungen des Herrn Molkenbuhr nicht unwidersprochen lassen: Es ist unrichtig, wenn Herr Molkenbuhr be- hauptet, daß der königlich preußische Fiskus die Verwaltung der Bergwerke lediglich unter fiskalischen Gesichtspunkten leitet. Es ist unrichtig, wenn er behauptet hat, datz der königlich preußische Fiskus schlimmer in der Ausdeutung und Ausnutzung seiner Ar- beiter sei als irgend ein anderer Arbeitgeber.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Gegen diese Behauptung muß ich mich mit aller Energie verwahren.(BravonI rechts.) Wir sind ernstlich bemüht, den berechtigten Forderungen der Arbeiter entgegen zukommen, und weit davon entfernt, sie in ihren bürgerlichen Freiheiten zu beschränken.(Stürmisches Lachen bei den Sozial- demokraten. Zuruf: Hilger!) Ich kann nur von der Zeit sprechen, in der ich an der Spitze der Verwaltung stehe, und wenn Sie mir nachweisen, Herr Hue, daß ich gegen die Grundsätze ver- stoßen habe, die ich soeben ausgesprochen habe, werde ich Ihnen dankbar sein.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Verwahren mutz ich mich auch dagegen, daß die herrschenden Klassen und die Reicbsregierung geneigt wären. Bestrebungen irgend einer Klasse der Bevölkerung auf Slusbeutung einer anderen Vorschub zu leisten. Das tun wir nicht, und ein solches Bestreben ist auch gar nicht vorhanden.(Beifall rechts und bei den NationaNiberalen.) Vizepräsident Dr. Paasch« bittet die Abgeordneten wiederholt, den Platz vor der Tribüne freizulassen. Aus Antrag des Abg. Singer(Soz.) wird die Besprechung der Interpellationen beschlossen. 'Abg. GiesbertS(Z.): Wenn da? Syndikat gute Preise für Kohlen erzielt und dadurch die Möglichkeit guter Löhne für die Arbeiter schafft, so fallen die Interessen der Arbeiter mit denen des Syndikats zusammen. Es ist aber fraglich, ob die Preispolitik des Syndikats genügend auf die allgemeinen Interessen Rücksicht nimmt. Gegenwärtig wäre der Eisenindustrie jedenfalls geholfen, wenn das Syndikat die Preise ermäßigte, statt sie zu halten. Einen Kohlenausfuhrzoll, wie Graf Kanitz ihn fordert, können wir nicht befürworten, wohl aber sollten die ermäßigten Ausfuhr- tarife für Kohle aufgehoben werden.— Ter Handelsminister behauptete. datz die Arbeitsleistung des einzelnen Arbeiters nicht ge- stiegen, sondern gesunken sei. Das beruht sicher nicht darauf, daß etwa die Arbeiter weniger angestrengt und angespannt arbeiten, im Bergbau ist die Antreibcrei nach wie vor die gleiche geblieben. Den Arbeitern wird keineswegs von den Werks- bcsitzern in einer deren hohen Gewinnen entsprechenden Weise entgegengekommen. Sie alle kennen ja den Vertreter des Systems: „Wir verhandeln nicht!" Daß der� Handelsminister ihm in höflicher und selbstverständlich den Verhältnissen angemessener Form sofort entgegengetreten ist, erkenne ich als ein Zeichen dafür an, daß diese Oberscharfmacher im Ruhrrcvier abzuwirtschaften beginnen. Aber ivie wenig die Wcrksbesitzer noch geneigt sind, den berechtigten Wünschen der Arbeiter entgegenzukommen, be- weist die Bewegung der S t e i g e r, die sich ebenfalls organisiert haben.— Hohe Preise, das wiederhole ich, sind die Vorbedingung für daS Gedeihen der Industrie; nur künstlich darf das Syndikat die Preise nicht halten bei sinkender Koniunktur. Sonst muß der Reichstag und die Regierung andere Mittel ergreifen. (Bravo! im Zentrum.) Abg. Karmpf(freif. Vp.): Der hohe Kohlenpreis ist nur ein Glied in der Kette der Steigerung der Preise aller Bedarfsartikel, die eine Folge der verkehrten Wirtschaftspolitik des Reiches ist. Wenn wir auch nicht die Illusion haben, sie jetzt grundsätzlich zu ändern, so muß doch allcS angewendet werden, um zu erreichen. daß sie nicht noch verschärft wird. Als Grund für die hohen Äohlenpreise wird allseitig die große Nachfrage zur Zeit der Hoch- konjunktur angegeben. Aber in einer solchen Zeit sollte man nicht noch Kohlen nach dem Auslände ausführen. Bedauern würde ich, wenn auch bei dieser Gelegenheit der hohen Kohlenpreise die Aus- nahn'etarife nicht abgeschafft würden. Der preußische FiSkus sollte bei Preissteigerungen seitens des Syndikats nicht folgen, er sollte die Kohlen billiger abgeben als das Syndikat, dadurch ivürde er machtvoll auf die Preise auch des Syndikats einwirken. Durch die Macht des Syndikats ist das Gesetz der Preisbildung durch Angebot und Nachfrage aufgehoben; um so mehr muß man dem Syndikat zurufen: Haltet Maß, sonst verliert ihr den An- spruch, einen berechtigten Faktor im Wirtschaftsleben darzustellen. (Bravo! bei den Freisinnigen.) Abg. Stresemann lnatl.): Die im rheinisch-westfälischen Syn- dikat herrschenden Anschauungen sind keineswegs die matzgebenden in der deutschen Industrie überhaupt, wie man vielfach annimmt. (Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Die Kartelle spielen eine Rolle nur in der Kohlen- und Eisenindustrie. In den Aus« sührungen des Staatssekretärs war das einzig Positive der HiMveis auf eine Kartellgesctzgebung. lieber Kartelle hat Herr Molkenbuhr ziemlich freundlich gesprochen, und Herr Kirdorf wird seine Ausführungen darüber- wohl mit behaglichem Schmunzeln Gütern— und'das sind die Bodenschätze— von einem Monopol nicht ein Gebrauch gemacht werden darf, der sich mit den allge- n Interessen nicht verträgt. DaS ist die einstimmige Anficht - nniiiii-i,--,, ftivimv.'.(Hört, hört! bei den Sozialdemo- meinen »iciner politijchcu Freunde. traten.) Der Herr Handelsminisier hat sich dagegen verwahrt, daß in den preußischen Bergwerksdetrieben nur der Fiskalismus maß- gebend sei. Aber auch der Gedanke der Verzinsung der»Staats- betriebe hat einmal zurückzutreten gegenüber den Anforderungen der Allgemeinheit. Schon jetzt jedoch hat der preußische Staat Liefcriingsverträgc auf drei Jahre zu den gcgenioärtigen Preisen abgeschlossen, er rechnet also nichr mit einer Herabsetzung der Preise.(Hört, hört!) Den Grafen Kanitz möchte ich bitten, dafür einzutreten, datz der Rumpfkanal bis zur Elbe w c i t e r g e b o u t wird, dann würde er sich den Dank der sächsischen Industrie er- werben. Pon den vorgeschlagenen Maßregeln kann ich die Ausfuhrzölle nicht billigen, gegen sie erheben sich prinzipielle Bedenken. Aber die Ausnahmelarise sollten schnellstens abgeschafft werden. Weiter ist auf eine Verstaatlichung der Bergwerke hingewiesen: sie würde aber doch nur dann volkswirtschaftlich einen Borteil darstelle», wenn wir die Gewißheit hätten, daß der Staat dann aucki billiger und rationeller lieferte. Jetzt aber beruft sich das Syndikat dar- auf, daß die Staatsbetriebe mit ihren Preisen noch über die des Syndikats hinausgehen! Unser Beamtenkörper ist auch für die Lei- tung taufmännischcr Betriebe nicht geeignet. Die Verträge aber, in ivelchen das Kohlensyndikat seinen Abnehmern verbietet, ihren Bedarf auch anderwärts als beim Syndikat zu decken, verstoßen direkt gegen die guten Sitten. Ich schließe mit der Aufforderung an die Regierung, Maßregeln zu ergreifen, um der Kohlcnnot ein Ende zu niachen.(Bravo! bei den Nationallibcralen.) Abg. Behrens(wirtsch.Vgg.): Das Syndikat bat es nicht ver- standen, den Absatz und den Verbrauch in richtiger Weise zu rezcln. Der Vorwurf, daß die Arbeiter heute weniger leisten als ftuhcr, ist ungerechtfertigt: im Gegenteil wird pro Kops und Schicht h-utc mehr gefördert als früher. UebrigenS ist auch zu beachten, daß der Bergbau immer schwieriger wird, weil er in immer größere Tiefen geht. Das zeigt sich auch darin, daß auf den Stinneszcchen, wo die größte Menge gefördert wird, die Zahl der Unfälle und Krankheiten am größten ist. Hingewiesen ist darauf, daß die Lohn- höhe im Ruhrrevier gestiegen ist. Aber dir Lihn steigerung ist erkauft mit einer zehnjährige» Lerkürznug der Lebensdauer. Der Ruhrkohlenbergbau ist geradezu ein LerbrauchSappara» der gesunden deutschen BollSkraft. Im Ruhrbergbau sind 7,42 Proz. Ausländer, 20 000 Menschen, beschäftigt. 40 000 Menschen waren nötig, um den Ueberschuß an Kohlen fürs Ausland zu fördern. Das Syndikat handelt also keineswegs national, wenn es Kohlen mit ausländischen Arbeitern für das Ausland fördert. Hierzu kommt noch, daß das Ausland durch das Syndikat die Kohlen billiger erhält als die heimische Industrie, so daß die auSlän- bische Industrie konkurrenzfähiger wird! Tie Unzuftiedenheit der Ruhrbcrgarbeiter wird in neuester Zeit besonders genährt durch die Haltung der Ruhrbergwerks- bcsitzer in Sachen der Knappschaftstaffen....(Als Redner sich ausführlich über das Knappschastswefen zu verbreiten beginnt, wird er von dem Präsidenten Grasen Stolberg zur Sache gc- rufen.) Die Trustierung unserer Industrie macht immer weitere Fortschritte; es fehlt nicht mehr viel, dann sind wir im ZukunftS- slaat drin.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Unser Ziel muß die Berstaatlichung de« Bergbaues sein! Der erste Schritt muß sein, daß für jede Preisregulierung seitens der Syndikate die Genehmigung der Regierung erforderlich ist. Abg. Dr. Höffel(Rp.): Daß das Kohlensyndikat gewisse Auk- wüchse zeigt, muß zugegeben werden. Aber andererseits find auch die Löhne der Bergarbeiter gestiegen, daü sollte dock, auch der Abg. Molkenbuhr nicht leugnen.— Ausnahmetarife für Kohlen waren früher einmal berechtigt; gegenwärtig aber, wo der in- ländische Bedarf nicht gedeckt werden kann, entbehren sie jeder Berechtigung. Abg..«»rfanty(Pole, auf der Tribüne bei der großen Unruhe des Hauses fast unverständlich) geht auf die Arbeiterverhältnisse in den Bergwerksbezirken näher ein. Die Arbeiter hätten von den großen Gewinnen gar nichts; diese sind lediglich in die Taschen der Grubenbesitzer geflossen. Slbg. Gothe»n(fts. Vg.): Der Kohlenmangel ist nach meinen Erfahrungen hervorgerufen zu einem Teil durch Kohlen angst, die bewirkt, daß die Nachfrage kolossal steigt. Durch die Ausfuhr der Kohle kann der Kohlenmangel nicht Herborgerufen fein, wir sind aber prinzipielle Gegner der AuSfuhrtarifvergünftigungen. Daü ganze Haus hat heute diese Tarifpolitik gemißbilliyt— ich hoffe, datz diese Tatsache die Regierung zu schleunigen Maßnahmen veranlassen wird. Die Preissteigerung hängt natürlich auch mit der Steigerung der Löhne zusammen, aber diese sind nicht in demselben Verhältnis gestiegen wie die Teuerung der Lebens- mittel. Wie aber Herr Molkenbuhr die Steigerung der Löhne überhaupt abstreiten konnte, verstehe ich nicht; denn sie ist statistisch nachzuweisen. Das Verhalten des Herrn Ministers er- innert mich an jene Kindsfrau, die kein Thermometer für die Bäder der Kinder brauchte; denn sie hatte ein untrügliches Zeichen: wurde das Kind blau, so war das Waffer zu kalt, wurde es rot, so war das Wasser zu warm.(Heiterkeit.) Ob das«er- fahren dem Kinde bekam, lvar eine andere Frage.— Am besten hat mir noch daS Wort des Herrn Ministers gefallen, er sei weit entfernt, die staatsbürgerlichen Rechte der Arbeiter zu beschränken. Das war nicht immer so. Ich hoffe, daß der Herr Minister diese Auffassung auch seinem Kollege», dem Reichspostsekretär, mitteilen wird, damit dieser künftig nicht wieder Poftärzte danach fragt, wie sie in geheimer Abstimmung gestimmt haben.(Sehr gut! links.) Hierauf wird ein V er t a g u n g S a n t r a g angenommen. Abg. Hue(Soz.. persönlich): Der Herr Minister hat mich auf- gefordert, ihm nachzuweisen, daß unter seiner Verwaltung die staatsbürgerlichen Rechte der Etaatsarbeiter nicht gewahrt würden. Ich bedauere, daß mir durch die Vertagung das Wort abgeschnitten worden ist, ich wäre sonst in der Lage gemesen. ihm zu beweisen, daß Saarabien nocl,� heute so dcstehr wie zu der Zeit, als Herr Hilger dort war.(Sehr lvahr! bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Stolberg: Ich schlage Ihnen vor. morgen keinen Schwerinstag zu halten, sondern folgende Tagesordnung: 1. Dritte Beratung des Gesetzentwurfs betr. Errichtung zweier Stiftungen aus dem Vermögen des Herrn Müller. 2. Erste Be- ratuiig des Gesetzes betr. den Versicherungsvertrag, g. Erste Be- ratung des Entwurfs über die Sicherung der Bauforderungen. 4. Erste Beratung des Entwurfs betr. Erleichterung des Wechsel- Protestes. Abg. Singer(Soz.. zur Geschäftsordnung): Ich werde der vorgeschlagenen Tagesordnung nicht ividerfprechen. Ich möchte aber betonen, daß dringend noiwcndig ist, daß jetzt wieder regcl- mäßig Schwerinstage abgehalten werden. Das ist um so not- wendiger, als sich im Lande bereits der Verdacht geltend macht, als ob durch die neue Form der Diätenzahlung die Neigung ver- stärkt wird, das Haus nur möglichst kurze Zeit beieinander zu halten.(Oho! rechts.) Ich habe nur gesagt, daß dieser Verdacht iin Lande besteht. Ich richte daher iviederholt die Bitte an den Präsidenten, den alten Brauch, jeden Mittwoch einen Schwerinötog abzuhalten, wieder cinzuführen.(Bravo! bei den Sozialdcmo- kraten.) Nächste Sitzung: Mittwoch, 1 Uhr, mit der obigen Tage»« ordnung. Schluß: 6% Uhr._ Huö der Partei. Ein Denkstein für den Kämpfer DreeSbach. Mannheim, 25. November. Heute, an dem Tage, da Genosse August DreeSbach vor einem Jahre plötzlich verschied, wurde auf dem hiesigen Zentralfriedhof ein Denkmal enthüllt. daS ihm die Parteigenossen von Baden, ins- fcfcmberc von Mannheim gewidmet haben. In Gegenwart bieler Deputationen der Mannheimer und auswärtiger sozialdemokratischer Vereine, von Gewerkschaften und Deputalionen der sozial- demokratischen Reichs- und LandtagSfraklion, der Parteileitungen von Baden und Elsaß- Lothringen sowie zahlreicher anderer Genossen und Genossinnen wurde das von dem Mannheimer Bildhauer Taglang geschaffene lvürdige Denkmal enthüllt. Nach einleitendem Geiange hielt der jetzige Mannheimer Abgeordnete Genosse Dr. Frank die Weiherede. Mit dem Pfeilschen Liede:.Ein Sohn des Volkes", dessen Schlich- verS sich am Kopfe des Denkmals befindet, schloß die Feier, bei der sich auch der Mannheimer Stadtrat offiziell durch zwei seiner Mit- glieder vertreten ließ. Das vom Bildhauer T a g l a n g- Mannheim gefertigte Mo- uument ist eil? modernes, in edlen Formen gehaltenes Kunstwerk, die nackte Kraftgestalt eines jugendlichen Arbeiters versinnbildlicht die proletarische Arbeiterbewegung. Auf der Seite ist Dreesbachs Bild in einem kleinen Medaillon; im Sturz des Baues prangt die Inschrift:.Ein Sohn des Volkes wollt' er sein". Das Denknrnl befindet sich nicht auf der Grabstätte, sondern in dem zu Anlagen angepflanzten Teil des Kirchhofes. Die Mannheimer Parteibuchhandlung, RS, 14, hat eine sehr gut gelungene Aufnahme des Denkmals als A n- sichtspo st karte herstellen lassen. Der Preis beträgt 10 Pf., für 100 Stück 6,— M._ Gcmeindewahlen. In Flensburg steigerten unsere Genoffen bei den Stadt- berordnetenwahlen ain 22. November von 260 Stimmen der Vorwahl ihre Wählerschaft auf 748 Stimmen. Mandate waren indessen noch nicht zu erreichen, die Gegner erzielten 1084 und 1202 Stimmen. Bei der Gemeinderatswahl im Vorort Pforten bei Gera, die am Sonnabendabend stattfand, errangen unsere Genossen einen glänzenden Sieg. Weiter wurden sämtliche Sozialdemokraten bei den in den letzten Tagen stattgefundenen Wahlen der Orte Debschwitz, Z w o tzen und Langenberg geivählt. In den erstgenannten drei Ortschaften haben die Gegner das Feld voll- ständig geräumt und unseren Genoffen gar keine Kandidaten gegen- über gestellt, weil eine nennenswerte Stimmenzahl für die Bürgerlichen nicht mehr zu erreichen ist. Zum Wahlresultat in Jena wird uns von dort noch ge- schrieben: Diese Wahl ist insofern von Interesse, weil eS der Partei im März dieses Jahres das erste Mal gelungen war. bei einer Ersatz- wähl für den OberlandesgerichtSrat Porzig den von ihr aufgestellten Kandidaten, Genosien Leber, durchzubringen. Genoffe Leber wurde mit 627 Stimmen gewählt und zwar deshalb, weil die bürgerlichen Parteien uneinig ivaren und mehrere Kandidaten aufstellten. Bei der ain Montag stattgefundenen Reuwahl, bei welcher die Hälfte der Gemeinderäte neu gewählt wurde, und Genosse Leber ebenfalls ausschied, sollte das Jenaer Stadlparlament wieder „seuchenfrei" werden. Die bürgerlichen Parteien— nicht weniger wie acht Korporationen— hatten sich zu einem Block gegen die Sozialdemokraten zusammengeschlossen. Selbstverständlich fehlten auch bei diesem Block die Jenaer Demokraten nicht. Das von dem verstorbenen Profeffor Abbe gegründete demokratische„Jenaer Volks- blatt" eröffnete zuerst den Kampf in der unglaublichsten Weise gegen die Sozialdemokratie. In einem„Eingesandt" wurde der Bürger- schast erzählt, daß die Sozialdemokratie bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl einen furchtbaren TerroriSinus auszuüben be- obsichttgc. Sie wolle die Stimmzettel ihrer An- Hänger in den Wohnungen kontrollieren, damit ja nicht ein Genoffe einen bürgerlichen Kandidaten auf die Lifte setze. Die.Jenaische Zeitung"— da« Blatt des RcichSverbandcS— druckte diese perfide Gemeinheit sofort nach. Und als unser Partei- blatt, die.Weimarische Volkszeitung", diese gemeine Lüge in der richtige» Weise kennzeichnete und die hiesige Parteileitung diese beiden Blätter zwang, eine Berichtigung zu bringen, so log die .Jenaische Zeitung" die ganze Angelegenheit um und versicherte ihren Lesern, nicht in den Wohnungen, sondern im Partei- lolal müßten sich die Genossen einfinden, und dort würden— ihre Stimmzettel kontrolliert. Das Resultat ain Montag war, daß der Genosse Leber mit erhöhter Stimmenzahl, mit 928 Stimmen, wiedergewählt wurde. Ferner wurde noch gewählt der Genosse ThebuS mit 788 Stimmen. Da? vekannte Schweineglück, so berichtet man uns von Halle an der Saale, stellt sich dort nach den Stadtverordneten- wählen ein. Nachdem inan in der Altstadt unseren Genoffen nach allen Regeln der Blockkunst die Stadtverordnetenmandate ab- gejagt hat, stellt sich heraus, daß zwei neugewählte bürgerliche „Stadtverordnete" der dritten Abteilung, darunter ein Privatdozent, die Mandate nicht annehmen können. ES geht das Gerücht, sie feien voul Steuermann vergessen worden. Da nur zwei Parteien zur Wahl standen, muß unsere Partei die zwei Mandate erhallen. Ob nun noch eine Stichwahl zwischen Sozialdemokraten stattfindet, darüber zerbricht ,nan sich vorläufig noch die Köpfe. Zum Bericht über den preußischen Parteitag teilt der Vorsitzende de? Wablvcreins Stettin berichtigend n>it, daß sich in den Bericht der Mandatsprüfungskommission ein Irrsinn ein- geschlichen habe. Es ist darin gesagt, daß ein Mandat für den Genossen Sommer deshalb nicht von dem Bureau der wählenden Versammlung ausgestellt worden sei, weil der Vorsitzende dies infolge eines Tumults in der Versammlung vergessen habe. Dazu schreibt der Wahlvereinsvorsitzende: Die Stettiner Genossen legen Wert daraus, festgestellt zu sehen, daß die Versammlung äußerst ruhig und würdig verlaufen ist. lieber das Mandat abzustimmen, war nicht beabsichtigt, vielmehr hatte der Vorstand des Wahlvercins die Absicht, falls Genosse Sommer nach Berlin gehen wollte, das Mandat selbständig auszufertigen." Wozu linseres ErachtenS der Vorstand ohne vorhergegangene Wahl aber nicht befugt ist l Genoffe Karl Haak» Lokalbeamter des Holzarbeiter- Verbandes in Köln, früher Bevollmächtigter desselben Verbandes in Hannover, ersucht unS, da schon einige Anfragen au ihn gerichtet worden. festzustellen. daß er mit dem Metallarbeiter Karl Haack zu Hannover, dem zum Reichslügenverband Heber- gelaufenen, deffen Hinaus tvurf auS dem Sozialdemokratischen Verein zu Hannover wir dieser Tage unter der Ueberschrift„Die Exekution eines Renegateir" mitteilten, nicht identisch ist uild auch in keinerlei v c r Iv a u d t s ch a s t- l i ch e m Verhältnis zu ihm steht. Soziales. (Siehe auch 2. Beilage.) Schwarz-blau-rot. Der Malergehülfe Schwarz sollte ein Wirtshavsschild blau anstreichen, vergriff sich aber in der Farbe und nahm rot. Diese schwarze oder vielmehr rote Tat sollte er nach dem Willen seines Meisters>nit sofortiger Entlassung büßen. Daraus klagte er bei dem Berliner Gewerbcgcricht auf 14tägige Lohnentschädigung. Sein bisheriger Meister wandte ein, er sei an dem Tage und auch schon vorher des Ocftcrcn„total betrunken" gewesen. Bei der Zeugenvernehmung kam nicht viel heraus. Ein tu der Nähe wohnender Wirt, bei dem Kläger„Stammgast" gewesen fern soll, sagte aus, er sei ein recht„minderwertiger" Gast gewesen, denn er habe höchstens mal eine„kleine Weiße" mit einem kleinen Rum getrunken. Dagegen will ein anderer Zeuge ihn öfter mit einer „großen Pulle" gesehen haben. Das Gericht erkannte den Klage- anspruch als gerechtfertigt an. Zwar liege die Möglichkeit vor, daß er an dem kritischen Tage nicht ganz nüchtern gewesen sei. Ader zweifellos sei ein Beweis, daß er wiederholt betrunken und infolgedessen arbeitsunfähig gewesen sei oder die Arbeitsleistung beharrlich verweigert habe, nicht erbracht werden. Daher sei die Entlassung nicht gerechtfertigt._ Ergebnisse der Invalidenversicherung. Nach der im Novembcrhcft der„Amtlichen Nachrichten des Neichsversicherungsamts" veröffentlichen Abrechnung über die im Jahre 1906 aus Grund des Jnvalideiiversicheruiigsgesetzes geleisteten Zahlungen sind auf Grund des Rcichsgescyrs im Jahre 1906 gezahlt: Gegen das Vorjahr haben die rcichs gesetzlichen Zahlungen aus Invalidenrenten um S,0 Proz., aus Krantenrenten um 1b, 6 Proz., aus Beitragserstattungen um 3,2 Proz. zugenommen, dagegen bei Altersrenten um b,8 Proz, abgenomme». Insgesamt betrugen die Zahlnnge» auS reichSgefetzliche» Renten und Bcitragserstattnnge» im Jahre 1996 1S1bb9 682,42 M. gegen 14ö 229 000,32 M. im Jahre 1905, sie haben sich also um 6 330 682,10 M. oder um 4.4 Proz. vermehrt. Ortskrankenkasienwahl in Flensburg. Bei der Ortskrankenkassemvahl erhielt die Liste dcS Gewcrk- schaftskartells 899, die der Blauen— 36 Stimmen. Bravo l Die Stadtverorbnetenwahlen der dritten Abteilung in Krefeld brachten unseren dortigen Genossen einen schönen Stimmen- zuwachs. Unsere Stimmcnzahl stieg von 1S24 im Jahre 1905 auf 2161, und daö trotz deö ungeheueren wirtschaftlichen Druckes, der von feiten des Zentrunis und der Nationalliberalen ausgeübt wurde. DaL Zentrum erhielt 4558 Stimmen gegen 3433 im Jahre 1905. Es war allseitig eine viel höhere Stimmenzahl für das Zentrum erwartet worden, weil durch die Eingemeindung dreier crzultramontaner Ortschaften die Zahl der Wahlberechtigten um etwa 2�3 Tausend gestiegen tvar. Mit dem Wahlresultat können unsere Genossen zufrieden sein. unsere Inserenten, welche Inserate größeren Umfanges für die nächste Sonntags-Nummer aufzugeben beabsichtigen, richten wir die höfliche Bitte, dieselben bis Donnerstag: nachmittag: 5 Uhr in unserer Haupt-Expedition aufzugeben. Verlag; des„Vorwärts". Aiüi! Schmiede UM Produktenliändler u.-Händlerinnen! Donnerstag, den«8. November, abends S'/- Uhr: OeffentUehe Versammlung DonnerStag. den 28. November und Freitag, den 2». November, abends S'/a Uhr: Zwei öffentliche Versammlungen fnr alle in Ssrlw und seinen Vororten beschäftigten Schmiede. Donnerstag, den L8. November, abends 8'/,, Uhr. für den Tüdoftc». ZSestcn, Südwesten mit ihren Vororten in Gostmanns Feftsäleu, Rreuzbergerftr. 48. 176/10* Tagcs-Ordiiung: 1. Die Lage der Berliner Schmiedegcsellcn und wie ist dieselbe zu vcr- bessern? Rcserciit: Kollege Zl. Schlinskü. 2, Diskilfiion. Freitag, den 29. November, abends 8'/. ttbr. für den Norden mit seinen Bororten im„Marienbad", Badstr. 33/36. TagcS- Ordnung: 1.„Arbeit und Kapital-, Rcscrcnt: Kollege Kr. Wetft. 2. DlSkussion, Deutscher Holzarbeiter-Verband. ZahlKtelle Charlottvnbarg. Tonnerstag, den 38. November, abends 8'/- Uhr- im BolkShausc, Rosinenftr. 3: Ailßerariiclltlilht Gellcral-Nerslimilllmig. TagcS- Ordnung: 1. Unsere Unlerstützimgsläic und die gcgcgenwärlige Lage. 2, Bericht ver Delegierten der GcwcrkjchastSlominissto». ll. EcwcrlschasllichcS und Verschiedenes. Pflicht cincS jeden Kollegen ist cS zu erfchemen. 98/1-1 Die Ort«»verwaltnng. �crbandllcMPortefeuillcr. Bureau: Sebastianstrane Nr, 4, 1,— Telephon: Amt IV, Nr. 5837. Mittwoch, den 27. November 1907, abend» 8l/a Uhr: Cef f entliehe Versammlung aller portefeialler und Lcdergalantcne-Hrbeiter Berlins und Umgegend im Lokale von Grauman». Naunynstraste Nr. 27. Tages. Ordnung: Borirag de-Z Tcwerkschastslekeetäis Genossen Adolf Ritter.— Perbandsaiigelegeiihelten und Verschiedenes. 109/17 In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung werden die Kollegen sowie deren sirauen ersucht, zahlreich und pünttlich zu erscheinen. I»le Ortsverwaltung. Sonnlaq, den 1. Dezember, von 10—2 Uhr, finden im„GewerlschaslS- baule"(Saal 3) die Wahlen der Delegierten zur Ortskrankcnkafie statt. Die Kollegen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beleiligew D. B. bei ZIerUdwUi, Andrcasltr. 26. T a g c S- O r d n u n g: 1 Vortrag des RechlsanwaltS Nattern» dorlf. 2. Diskussion und Verschicdiiics, Da die Beilaminlung sehr lehrreich und interessant, erwartet zahlreichen Besuch Der Vorstand. KB. Zur Deckung der Uiikostcn findet Tellersamnilung statt. ISSSb» cuipseblen wir: Zu Geschenkzwecken Sie 7ranzöiifcl)e Revolution von 1789. PolkStiluiliche Darstellung der Ercignisse in Frankreich von 1783—1804. Von tVlIhelm Klos. Reich illustriert. Geb. Preis 4 M,—— Die Deutsche Revolution. Geschichte der deutschen Bewegung von 1848/49. Von tvilhclm Bios. Illustriert von 0. E. Lau. Geb. Preis 4 M, fieschichfe der Jranzösischen Revolution von 1848 und der zweiten Republik. Von lionis Herltior. .. JVht einem Nachtrag:■ Vom zweiten Kaiserreich bis zur dritten Republik. Von Ed. Bernstein. Geb. Preis 4 R. Dr. Zimmermanns Pf t$(ll)f Herausgegeben von IVUIielni Bios. 225/3* Billige Vollsausgabe, illustriert. Preis brosch. 3 M,, geb. 4 M. Sxpedltion des„Vorwärts� Berlin SM. 68, Lindenftr. 69, Laden. V orzugs- Preise. MnM"� in grau, weist, wolf- Win und braunbSrtarbln a 10, 8.50, 6.75 und M. Nur so lange Porrat reicht. edri chinesische Ziegenfeile 3: Angora-Lammleile tchneeweist, besonders(PÄ lockig und langhaarig, Qh 80X175 grata, 10,50 u. M». Echt sibirische Wölfe 41*50 r'ÄÄ.MlÄ«. Dlngolelltepplchb mit Futter, wattiert, a 15, 12, 10 and M Echt englische Angorefelle besondtrs langhaarig, MW»» mitSeidanplanz, in allen exlttierrndon Farben. hCÜ„ a 15, 12.50, 10, ö und U» K Ämter große Auswahl in echten Fellen m« Kopf u.«ebih, wie Braunbär, Tiger, Panther. Eisbär and Pnina-Löwe, sowie alle Arten echter Fell-Teppiche, Wagen- n.- chlitteu- decken, Pelz-Fußsäcke, Pclzssiuhc, Jagd- Bluffen, Pelz-Diwa»decken und Pelz-Vorlagen mit Fußtafche Teppich-Haus iL ilurwitz Rotes Schloss Tls-ä-Tls dem Aiatlonal-Uentt Parterre«ad L Etage, mz »SS| ienlcmal«■ mMgmmnmsam r«M Zahlstelle Berlin. iEHünai Kammacher!«°!üM! DonucrStag, den Ä8. November 1007, odendS prozise S'/i Uhr, In Vockers Keftsälen. Weberstr. 17: Krauchen- Kersammlung der Kammacher tind aller in der Kellnloid- Haarschmuckbranche beschäftigte» Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Robert AhreuS. 2. DiZkusflon. S. Werkstatt- angelegenheilen. 4. Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tuges-Ordnung wegen ist eS Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. _ Die Kommission. Maschinenarbeiter. Doimerötag, den 28. November, abends S'/s Uhr, in Brauers Festsalcn(„RönigSdant"), Große Franisurtcrstraße 117: Vf aneken»Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zu einer Konserenz der Maschinenarbeit«? Deutschlands? Reserent: Kollege Jack. 2. Diskussion. 3. Branchen- angelegenheiten. 4. Verschiedenes. ———» Mitgliedsbuch legitimiert. Die Branchen-Kommission. Bodenleger. Mittwoch, den 27. November, abends 8 Uhr: Außerordcntl. Branchen-Bersammlung im Gewerkschaftshanse, Engelufcr 15, Saal 1. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Arbeitsnachweis. 2. Branchen- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist dringend notwendig. _ Die Kommission. MoüsN- u. fahrlk- Tischler. __ Donnerstag, de» 28. November, abends S'/a Uhr:__ üa Branchen-Versammlung= Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Xltschhe über 2. Branchen-AngelegenHeiten. 3. Verschiedenes. Die Branchen-Konilnisiion »Genofienschafteu«. dalousiearbeiter. Donnerstag, 28. Novbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshanse, Engeluser 15,«aal 8: Branchen-Bersammlung TageS-Ordnung: 1. Bericht der Tariskomnussion. 2. Branchen-AngelegenHeiten. 3. Der» schiedeneS. Die Branchen-Kommtssto». UnlmntH Kmi- und Stcinimßlirbtitcr. Donnerstag, de« 28. November, abends 6 Uhr _(gleich nach Feierabend):_ üü Branchen-Versammlung= im Gewerkschaftshanse, Engelufer 15, Saal 5. TageS-Ordnung: 1. Vortrag deS Kollegen Leopold über:»Tie wirtschaftliche Lage der Knopforbeiter und unsere zukünftige» Rufgaben«. 2. Branchen-AngelegenHeiten. 3. Berbands-Angclcgenheiten. Die Branchen-Kommission. Stellmacher! Donnerstag. den SS. November 1007. abends 9'/, Uhr, im Rosenthaler Hof, Roscnthalcrstr. 11—12: Branchen- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Dr. Niajr Schütte über:»Bürgerliche uud proletarische Moral im Lichte des Moltke< Horden-Prozesses«. 2. Diskussion. 3. Branchen-Angelegenheilcli. 4. Verschiedenes. Da die VersammlungSkontrolle nunmehr sortsällt, erwarten wir die An- Wesenheit aller Kollegen. Nichtmitglicder haben bereitwilligst Zutritt. 38/13_ Die Kommission. Möbelpolierer. Donnerstag, den S8. November, abends 8'/, Uhr, bei Stecher!, Andreasslraße 2t: Branchen- Versammlung der JRöbel- und Stuhlpolierer sowie Seizer. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Adolf Bitter über: »Die gegenwärtige wirtschaftliche Krtsis". 2. Diskussion. S.Verbands- und BranchenangetegenHeite». HD. Die Kontrollscheine über den Besuch der Versammlungen gelangen zur Ausgabe.— Die Wohnung des Kollegen K n o l l, Obmann sür den Norden, befindet sich Brunneustr. 93, _ Die Brnnchenleltnng. r". Verwaltungsstelle Berlin II. Mitglieder d. Jlllgem. Ortskranhenkasse zu Berlin, als Fräsekutscher und Hülfsarbeiter. Schaffner und Kutscher der Wirtschaftssienoffenschaft, Miueralwasserabzieher, Flaschenspüler mib' Kutscher, Fensterputzer. Packer» Lagerarbeiter usw. Donnerstag, den 28. November, abends 8% Nhr: Versammlung tu dt«„Musiker-Sälen". Kaiser Wilhelmstr. 18m. Tages-Ordnung: 1. Vortrag de? Genossen Alhert Kohn über:„Dlk Allffiabftt maderner Kranbenbalsen". 2. Diskussion. 3. Diebevorstrhende Wahl der Delegierten zur Rstgemetnen Lrtskrankenkasse uud unsere Ttelluiiguahme dazu. Kollegen! In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß Ihr alle Mann erscheint. Frauen und Gäste haben Zutritt: 76/15 l>le Verwaltune II DonnerStag, de» 28. November 1907, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Eugel-User IS, gros/er Saal: General- V ersammluni?. Tages-Ordnung: 1. Ouartalsbericht des Gesamtvorstandes. 2. Abrechnung vom Streik. 3. Verschiedene?. Mitgliedsbuch legitimiert.> Zahlreichen Besuch erwartet 201/13 Oer Vorstand. Deutscher Ketallarbeiter- Verband. Arbeltsnachweis: Hof 1. Amt Hl. 1««». Verwaltungsstelle Berlin. Oharitestraße 3. Hanpt-Bnrean: Hot Ul. Amt UI. 1087. Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108—111: S tireiieral-Versamiiilang;. Tages-Ordnung: Kassenbericht vom 3. Quartal und Bericht der Revisoren. Antrag auf Arnderung der Art der Bei- tragsleistung. Antrag auf Aendrrung der Zusammensciiung der Generalversammlung. Wahl der Bezirks lommijsion sür den dritten Bezirk(K 31 Abs. 3 des Verbandsstatuts). An die Verwaltung gelangte Antrage 160/14—— Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.' Die Ortsverwaltong. Deulseber Holzarbeiter-Mand. Mittwoch, den 27. November, abends S'/a Uhr, in„Freyers Festsälen", Koppenstr. 29: ■ Vertrauensmänner-Versammlung■ sämtlicher Bezirke und Branchen. TageS-Ordnung: 1. Beschlnhfafsung über die vom 1. Januar ab zu zahlenden Unterstützungssätze. 2.„Das Fachblatt der Holzarbeiter" und seine Einfiihmng in Kollegenkreisen. Referent: Kollege Kn.vser» Stuttgart. 3. Werkstattstreiks und Differenzen. Vcrtraucnsmännerkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. 98/12' Jede Werkstatt mutz vertreten sein. vle Ortsverwaltong. Achtung! Achtung! Arbeiter, Parteigenossen Berlins und Umgebung! Die Bestrebungen unserer Organisation, auch in den DewUgeschästen der Herrenkonfektion Betriebswerkstätten und feste tarifmäßige Löhne zu erringen, haben bei den Firmeninhabern, welche um Bewilligung dieser Forderungen angegangen wurden, unter SuSflüchten, die wir als stichhaltig nicht anerkennen können, Widerstand gesunden. Wir sehen unS deshalb genötigt, die Solidarität der Arbeiterschaft zu Hülfe zu rufen. Die Delegierte» zur Berliner GewerkschastSkommission haben einem dementsprechenden Antrage einstimmig ihre Zustimmung erteilt und die Parteigenossen von Groß-Berlin find diesem Beschlüsse beigetreten. Dank der Solidarität der Berliner Arbeiterschaft sahen fich eine Anzahl Berliner Konfektionäre veranlaßt, Betriebswerkstätten einzurichten und tariflich festgesetzte Zeitlöhne an die Arbeiterschaft zu zahlen. Wir ersuchen daher mit Gegenwärtigem die Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder Berlin? U mgebuilg, bei ihren Einkäufen und Bestellungen von Herren» und Knabengarderobe in Zukunft nur die nachstehende« Geschäfte berücksichtigen zn wolle«. Hopdens „Hoffnung", Produktiv- Genossenschast der Schneider, Brunnenstr. 185. Alle von dieser Firma in den Handel gebrachten Waren werden zu den von der Organisation festgesetzten Bedingungen hergestellt. Wir empfehlen dieselbe daher ganz besonders. Baer Sohn, Chausseestr. 29/30. Diese Firma unterhält eine BetrlebSwerkstätte für St Ardeiter und hat die neunstündige Arbeitszeit eingeführt. D. Perleberg, Chausseestr. 63/ „Blitz", Turmstr. 19. Vsivn: „Blitz", Rosenthalerstr. 9. „Blitz", Chausseestr. 85. Diese Firma stellt einen gross«» Teil ihres Umsatzes zu de» geforderten Bedingungen her. Amerikanische Verkaufshallen, Rosenthaler- straße 53. Baer Sohn, Gr. Frankfurterstr. 20. Haake, Landsbergerstr. 91. „Blitz", Gr. Frankfurterstr. 187. Amerikanische Verkanfshallen, Frankfurter Allee 186. Lindenbaum, Gr. Frankfurterstr. 141, hat versuchsweise eine Werkstatt« sür einen geringen Teil Matzschneider eingerichtet. Baer Sohn, Brückenstr. 11. Esders u. Dyckhoff, Oranienstr. 48. Heitinger, Deutsche Comp., Oramenstr. stellen einen grotzen Teil ihres Umsatzes gesordertcn Bedingungen her. „Blitz", Schmieberg, Hauptstr. 10. Nachstehende Firmen Werkstätten zugesagt: S. Adam, Leipzigerstr. 27/28. Fabisch«. Co., Rosenthalerstr. 3. Philipp Fabisch, Roscnthalcrstr. 1. Bernhard Baer, Rosenthalerstr. 5. Sachs» Gr. Frankfurterstr. 132. Max Schendel, Rosenthalerstr. 8. Alex Bohne, Landsbergerstr. 79. Behrend, Grüner Weg 84. TLdvns 40/41, zu den Leske u. Lehrer, Kottbuser Damm 73. Wormann, Kottbuser Damm 77. „Blitz", Kottbuser Damm 29/30. esten: I Esders u. Dyckhoff, Am Dönhoffplatz. haben die Errirfitung von Betriebs- Ringel, Chausseestr. 31, Brunnenstr. 47. Lewy u. Co.. Brunnenstr. 50, WilmerS- dorferstr. 47. Bendit» Brunnenstr. 63. Littmann, Oranienstr. 2. Joseph Wandt, Chausseestr. 80s. Th. Juras, Chausseestr. 79. Verband der Schneider u. Schneiderinnen. Tie Ortsvcrwaltung. Spar- o.ProMtiv-Geiiosseiiselian Groß- Lichterfelde Eingetragene Genossenschaft mit tieschränkier Haftpflicht. Onientl, Gensral-Versammlung Freitag, den 6. Dezember, abends 8 Uhr, im Loknl Kalse?» hof am Kranoldplatz. TageS-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Auf- sichtsratee. 2. Vorlage der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 3. Wahlen zum Vorstand. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. 146/18« Ter Barftaud. Der Anffichtsrat. Er. Harring. G. Platz. Auf Telizahlang elegant» fertige iKerren-Garterota Anzüge Paletots Damen� und iKindergarderolie Aosvahl kolossal! Wochenrate nur V... rä;.;- .'.;, f �ALLE�I TAGE ANDERS 1 Srleetee Haie ta lettelkeskelate,} Srleetee Haie tm lettelkeeketate, Pank-, ßerlcht- und Keinickendorlerstr.-Seke Verablolgunc von � Norden-Marken.. Wer eine Existenz durch lohnende Fabrikation sucht oder einen angenehmen Nebenerwerb wünscht, oder für hochlohnende Fabriirate und Massenverbrauobs- Artikel• Generalvertrieb übernehmen wilhverlange gratis unseren 48 seitigen illustrierten Hauptkatalog. Fallnichte Laboratorium, G. m. b. H., Eidelstedt 187 bei Hamburg. Meine Existenz verdanke ich Ihnen. G. M. inA.— Bedaure,lhre werte Adresse nicht schon froher gewußt zu haben. P. 1* in\V.— Aehnliche Kundgebungen viele. Haben Si« Stoff? /cA ftrüse Uaron Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, . Neue Promenade f.//.(Stdtb. Börse j. t] y Kölner Lotterie. Ziehung 30. November in Berlin. Gesamtgew. W.: 80000» Hanptgew. W.: 10000» 80o|o bar Geld für jeden Gewinn werden sofort bei mir ausgezahlt. Lose ä 1 M., Porto n. Liste 30 Pf. Berliner Vogel I ns« 11 Stck. 5 M., ä Stck. SO Pf., Porto u. liste 80 Pt Gustav Haase Berlin, Neue Königstr. 86. = Gegründet 1878.= Berantwortlicher Redaltenr: Hans Weber, Berlin. Für de» Inseratenteil veraniw.: TH. Glocke, Berlin. Druck u.Berlag: Borwärt» Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. 9r.277. 24. nt«. 2. Ktilllgt jles„Uorililirts" Kerlitter NolltsblM. Mm».27.«°°mbtt.M. Partei- Angelegenheiten. Ripdorf. Achtung I Den Parteigenossen zur Nachricht, dah der nächste Bortragsabend des Genossen Bruno Borchardt(„Ueber den Bau des Weliensysterns") am Donnerslag. den 28. November, abends 8>/z Uhr, bei Hoppe staltfindet. Genosse Julian Borchardt hält seinen nälbsten Vortrag Freitag, den 29. November, bei Heikhaus(Karls- garren) ab. Die Parteigenossen werden aufgefordert, diese Vorträge zahlreich zu besuchen. Zu der Urania-Vorstellnng am 1. Dezember, nachmittags 4 Uhr(„Ueber den Brenner nach Venedig") sind in der Spedition Neckarstr. 2 noch Billetts zu haben. Der Borstand. Rummelsburg. Den Parteigenossen zur Kennwisnahme, daß der heutige vierte ZykluSvorttag wegen Krankheit des Referenten Genossen Max Grunwald ausfallen muß. Der nächste Zyllusvortrag über den theoretischen(ersten) Teil des Erfurter Programms findet dann bestimmt am Mttwoch, den 4. Dezember, statt. Der Vorstand Berliner J�acbncbten. Vom Ergebnis der diesjährigen Stadtverordnetenwahlen werden jetzt im„Gemeindebiatt" die Stimmeilzahien mit- geteilt, mit denen die Wahlkandidaten gewählt worden bezw. unterlegen sind. Es ist seit längerer Zeit wieder das erste- inal, daß diese Zahlen nach amtlicher Fe st- st e l l u n g veröffentlicht werden. Vor vierzehn Tagen war im„Vorwärts" bemängelt worden, daß der Magistrat das seit einer Reihe von Jahren unterlassen hat. Diesmal sind nun, wie wir es vorschlugen, sogar auch die Stinnnen�ahlen hinzugefügt worden, die für die unterlegenen Kandidaten abgegeben wurden. Die Zahlen nach amtlicher Feststellung decken sich in einigen Wahlbezirken dritter Abteilung genau, in anderen wenigstens annähernd mit denen, die im„Vorwärts" am Tage nach der Wahl aus Grund privater Feststellungen mit- geteilt wurden. Nennenswerte Abweichungen finden sich eigentlich nur in drei Bezirken; nur für diese wollen wir die amtlichen Zahlen hersetzen. Im Wahlbezirk 23 wurden 2380 Stinimen abgegeben, davon erhielt die Sozialdemo- kratie 2153 und der Freisinn 225. Im Wahlbezirk 35, wo 7125 Stimmen abgegeben wurden, erhielt die Sozialdemo- kratie 6479 und der Freisinn 633. Im Wahlbezirk 41 sielen von 1902 abgegebenen Stimmen 584 auf die Sozialdenwkratie und 1316 auf den Freisinn.(Dazu kommen überall noch etliche„zersplitterte" Stimmeir.) Für die sechzehn Wahlbezirke dritter Abteilung, die diesmal zu wählen hatten, berechnet sich nunmehr die Zahl aller abgegebenen Stimmen auf 52 238. Hier- von zählen wir heraus für die Sozialdemokratie 41 4 2 7, für den Freisinn nur 8863, für die Konservativen nur 1710.(Der Rest sind ein paar Stimmen für das Zentrum und„zersplitterte".) Der Anteil der Sozialdemo- kratie an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen beträgt hiernach 79,3 Proz. Die Stimmenzahl für Freisinn. Kon- servative nnd Zentrum(einschließlich„zersplitterte") stellt sich auf zusammen nur 10 811, das sind nur 20,7 Proz. aller abgegebenen Stimmen. Seit 1901, wo dieselbe» sechzehn Bezirke zu wählen hatten, stieg in ihnen die Stimmenzahl der Sozialdemokratie um 7828, die Stimmenzahl aller übrigen Parteien(einschließlich„zersplitterte") um nur 562. Der Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen stieg für die Sozialdeniokratie von damals 76,6 Proz. auf jetzt 79,3 Proz., fiel aber für alle übrigen Parteien zu- so nt me» von damals 23,4 Proz. auf jetzt 20.7 Proz. Wir haben— großmütig, wie wir nun einmal sind— überall die„zersplitterten" Stimmen voll den bürgerlichen Parteien zugerechnet. Aber wir wissen, daß auch sohialdemo- kratische Stimmen darunter sind. Zur„Zersplitterung" sozialdemokratischer Stimmen hat diesmal unter anderem der Umstand beigetragen, daß in dreimal je zwei Bezirken ein Tausch zwischen den bisherigen Vertretern hatte vor- genommen werden müssen. Wir wollen bei dieser Gelegen- heit daran erinnern, daß wenige Tage vor den Wahlen das „Berliner Tageblatt" und die„Volks-Zeitung" eine Auf- zählung der Kandidaten aller Parteien brachten, in der für vier Tauschbezirke fälschlich noch die bisherigen Vertreter als Kandidaten der Sozialdeniokratie angegeben wurden. Im „Vorwärts" wurde das sofort festgenagelt. Es ist uns nicht gelungen, im„Berliner Tageblatt" oder in der„Volks- Zeitung" eine Berichtigung jener die Wähler irreführenden Angaben zu finden. Die Wahlbeteiligung stellte sich diesmal auf 45,44 Proz., von 114 965 eingeschriebenen Wählern(ein- schließlich nachträglich aufgenommenen) waren 52 238 ge- konimcn. Für Kommunalwahlen darf das schon als viel gelten: die Beteiligung war 1901 nur 41,84 Proz., bei den Wahlen von 1903 und 1905 �ar nur 34,07 Proz. und 37,15 Proz. In den einzelnen Bezirken ist der Prozentsatz natür- lich verschieden. Diesmal war die Beteiligung am schwächsten in Bezirk 4 mit nur 30,73 Proz. und in Bezirk 41 mit nur 34,68 Proz., das sind ein paar Bezirke, die der Freisinn noch behauptete. Mäßig war die Beteiligung auch in den Moabitcr Bezirken;, in Bezirk 45 mit 40,45 Proz. und in Bezirk 44 mit 41,42 Proz. Die vier Bezirke mit stärkster Beteiligung sind Bezirk 10 mit 51,69 Proz., Bezirk 36 mit 51,72 Proz., Bezirk 11 mit 52,36 Proz., Bezirk 12 mit 53,97 Proz. Der Anteil der Sozialdemokratie an der Zahl aller Wahlberechtigten stellte sich diesmal auf 36,0 Proz., während Freisinn, Konservative und Zentrum zusammen nur noch 9,4 Proz. aller Wahlberechtigten auf ihrer Seite hatten. Seit 1901 ist der Anteil an der Ge- samtzahl der Wahlberechtigten bei der Sozialdemokratie von 32,1 Proz. auf 36,0 Proz. gestiegen, bei allen übrigen Parteien zusammen von 9, 8 a u f 9, 4 P r o z. gefallen. Aber das war für die Freisinnspresse Berlins kein Hinderinsgrund, nach den Wahlen von einem„Miß- erfolg" der Sozialdemokratie zu schwatzen. Ueber die HeimstStten der Stadt Berlin ist vom Heimstättenkuratorium der Verwaltungsbericht für das Jahr 1906/97 erstattet worden. Im Berichtsjahr sind im Be- trieb der Heimstätten für Lungenkranke zwei Erscheinungen hervor- getreten, die bei der Durchsicht des Berichtes sofort ausfallen. Die Heimstätten für lungenkranke Männer in Gütergotz und Buch haben sehr viel mehr Personen als bisher aufnehmen können, während gleichzeitig die Wartezeit sich beträchtlich ermäßigt hat. Dagegen ist den Heimstätten für lungenkranke Frauen in Blankenfelde und Malchow eine nur mäßige Mehrung der Aufnahmen möglich ge- Wesen, und gleichzeitig hat dort die Wartezeit sich bedeutend er- höht. Den lungenkranken Männern ist die Möglichkeit einer zeitigeren Aufnahme geschaffen worden durch die Eröffnung der neuen Heimstätte Buch(Sommer 1995); Gütergotz und Buch haben jetzt zusammen 248 Betten. Die lungenkranken Frauen warten noch darauf, daß auch für sie durch die in Aussicht gestellte Er- richtung einer neuen Heimstätte dem Bedürfnis mehr als bisher genügt werde; Blankenfelde und Malchow haben zusammen immer erst 182 Betten. Im Jahre 1996/97(in Klammern die Zahlen für 1996/96) wurden in Gütergotz und Buch zusammen 1894(1273) lungen- kranke Männer verpflegt und 87 819(53 941) Verpflegungstage ge- leistet. Von den Aufgenommenen hatten im vorletzten Jahre noch 49 Proz. länger als 14 Tage warten müssen, im letzten Jahre aber dauerte die Wartezeit nur noch bei 22 Proz. länger als 14 Tage. Im vorletzten Jahre standen einmal gleichzeitig 296 Aufnahme- suchende auf der Liste der Vorgemeldeten, im letzten Jahre war die Höchstzahl nur noch 83. Zu beachten ist, daß für die Anstalt Buch das vorletzte Jahr noch nicht voll in Betracht kommt; auch nach ihrer Eröffnung konnte sie noch Monate hindurch nur erst zum Teil belegt werden. Die Heimstätten Blankenfelde und Malchow haben in 1996/97(bezw. 1995/96) zusammen nur 1476 (1399) lungenkranke Frauen verpflegt und 63 989(61 949) Ver- pflegungstage geleistet. Länger als 14 Tage dauerte die Wartezeit schon im vorletzten Jahre bei 72 Proz., im letzten Jahre sogar bei 79 Proz. der Aufgenommenen. Die Höchstzahl der Vorgemeldeten, die auf Aufnahme warteten, betrug im vorletzten Jahre 147, im letzten aber 261. Man sieht, wieviel für die lungenkranken Männer durch die endliche Eröffnung der Heimstätte Buch erreicht worden ist— und wieviel für die lungenkranken Frauen noch fehlt. Eine weitere Verkürzung der Wartezeit bleibt den Heimstätten für lungenkranke Männer auch jetzt noch zu wünschen, aber im Augenblick liegen freilich die Dinge sehr viel schlimmer in den Heimstätten für lungenkranke Frauen, sodaß die nächste Aufgabe die sein muß, hier Abhülfe zu schaffen. Zu bedauern ist, daß noch bei vielen Kranken große Abneigung dagegen besteht, auch mal im Winter eine Heimstätte aufzusuchen. Namentlich die Frauen-Heimstätten sind im Winter nicht annähernd so stark besetzt wie im Sommer. Lang ist die Wartezeit besonders in den Sommer- monaten. Sie könnte auch da kürzer sein, wenn die Aufnahme- gesuche sich mehr über das ganze Jahr verteilten. Die Heimstätten für Genesende haben nicht mit so hohen Betriebsziffern zu rechnen, wie die Heimstätten für Lungenkranke. Im Jahre 1996/97(bezw. 1995/96) wurden in Heinersdorf 925(874) genesende Männer verpflegt und 24 817(23 692) Ver- pflegungstage geleistet, in Blankenburg 793(734) genesende Frauen verpflegt und 21 932(29 693) Verpflegungstage geleistet. Länger als 14 Tage dauerte die Wartezeit im letzten(bezw. vor- letzten) Jahre in Heinersdorf bei 49 Proz.(35 Proz.), in Blanken- bürg bei 49 Proz.(46 Proz.) der Aufgenommenen. Die Höchstzahl der Vormeldungen war in Heinersdorf 77(82), in Blankenburg 198(195). Ueber die Winterkuren ist hier dasselbe zu sagen, wie oben bei den Heimstätten für Lungenkranke. Verwahrung müssen wir aber einlegen gegen die übertreibende Darstellung einer Notiz, die kürzlich vom Rathause aus an die Zeitungen versandt wurde. Darin wurde schlankweg behauptet, die Kranken und auch die über- weisenden Aerzte sähen in einer Heimstätte mehr eine Gelegen- heit zu„angenehmem S o m m e r a u f e n t h a l t" als eine Anstalt zur Wiedererlangung der Gesundheit und Arbeitsfähigkeit. Aus dieser Notiz sprach laut und vernehmlich der Widerwille, mit dem der Magistrat wie die freisinnige Stadtverordnetenmehrheit an die Vermehrung der Heimstätten herangehen. Im Berliner Lehrerverein referierte am letzten Freitag Herr O. Schmidt über„Notlo endig kcit und Wirkunas- kreis einer Reichsschulbchörde für Volks- bildung und Volksschulwesc»." Daö Thema wird übrigens auch die nächste deutsche Lehrerversammlung zu Dort- mund beschäftigen. Der Referent wies darauf hin, daß wir noch immer eine Volksschule als Standesschulc, eine Schule des vierten Standes hätten, nicht aber eine Nationalschule, die den xuoßen Kulturzusammenhängen unserer Zeit Genüge tun könne. Ooschon die Zahl der Analphabeten in Deutschland ständig gesunken sei, zeigt sich in der Volksschule ein Kulturnotstand an allen Ecken und Enden. Die Ursachen sind bekannt. Existenz und Tätigkeit der bestehenden Reichsämter bewiesen vielfach, daß die Verwirklichung der Forderung eines Reichsschulamtes keine Unmöglichkeit sein könne. Eine Zentrale für die Statistik des deutschen Schulwesens sei eine dringende Notwendigkeit. Bis jetzt sind gleichzeitige und gleichwertige Erhebungen über die Fragen des Bildungswesens im ga n z e n Reiche nicht vorgenommen worden. Wichtig sei auch, daß das Volksschulwcsen vor das Forum des Reichstages gezogen werde und nicht ausschließlich der Behandlung durch die Einzel- landtage unterliege, wo Luft und Licht für die Förderung von Kulturfragcn meist nicht ausreichend vorhanden sei. In der Debatte wurde beantragt, eine Behörde mit exekutiver Gewalt zu fordern. Gegen diese Forderung wurden Kompetenz- bedenken geltend gemacht. Folgende Leitsätze wurden ange- nommen: 1. Die wirtschaftliche, soziale und nationale EntWickelung unseres Volkes fordert einen tätigen Anteil des Reiches an den Bestrebungen der Volksbildung. Deshalb ist eine Rcichsbehörde für Volksbildung und Volksschulwesen wünschenswert, die vermittelnd und beratend zu wirken hat. 2. Als Vermittelungsstelle soll das Reichsschulamt durch Ver- einheitlichung der Bestimmungen über Schulpflicht, Schulorganisa- tion, über Schulrecht für Volks- und Fortbildungsschulwesen, Lehrerbildung, amtliche und staatsbürgerliche Stellung der Lehrer einen gleichmäßigen Stand der Volksbildung anstreben. 3. Als Beobachtungs- und Beratungsstelle ist das Reichsschul- amt die Zentrale für schulstatistische Untersuchungen; es macht die Erfahrungen des Auslandes für unsere Verhältnisse nutzbar und unterstützt wissenschaftlich-pädagogische Arbeit und die Lehrerfort- bildung durch die Einrichtung eines ReichSschulmuseumS. Aus der städtischen Erlcuchtungskommisfio». In der letzten Sitzung der Deputatton der städtischen Gas- werke wurde beschlossen, die Brennzeit der elektrischen Lampen für die öffentliche Beleuchtung auszudehnen. Abweichend von dem ausgearbeiteten Brennkalender sollen die elektrischen Lampen nunmehr nach Bedarf, besonder« an trüben Tagen und vor allem des Morgens länger als sonst brennen. Bei der öffentlichen Gas- beleuchtung ist diese im Verkchrsinteresse liegende Einrichtung schon früher gettoffen worden. Ferner wurden die Anträge auf Neuein« richtung von Gasglühlichtbeleuchtung in der Christiania- und Turiner- straße genehmigt._ Die BerlSngerung der beiden Aulomobil-OmnibuSlinicn der Straßenbahn ist jetzt vom Polizeipräsidium genehmigt, aber der Tag der Einführung bis jetzt noch nicht festgesetzt. Sie Linie A geht künftig, vom Stettiner Bahnhof kommend, durch die Blücher» straße bis zum Kaiser Friedrichplatz an der Hasenheide. Die Linie L geht vom Alexaicherplatz und dem Halleschcn Tor weiter durch die Belle-Alliance- und Norkstraße bis zur Ecke der Horn- und Dorkstratze. Die ganze Strecke kostet nach wie vor 15 Pf. Teilstrecken zu 19 Pf. werden bei Linie A: Kaiser Friedrichplatz—• Lcipzigerstratze, Schleiermacherstraße— Unter den Linden, HallescheS Tor— Ebertsbrücke, Markthalle— Oranienburger Tor und Leipziger Straße— Stettiner Bahnhof; bei Linie B: Hornstraße-— Dresdener Straße, Hallesches Torl— Blumenstraße, Markgrafenstraße— Alexanderplatz vorgesehen. Berliner Postverkehr 1306. 68� Millionen Mark hat der Berliner im Jahre 1906 an die Post bezahlt. Der Ein- wohner gibt also täglich ungefähr 10 Pf. für Porto, Tele- graph und Telephon aus. Dafür gab auch Berlin 675!& Millionen Briefpostsendungen und 28 Millionen Pakete auf, während er nur 512 Millionen Briefe, Postkarten. Druck- fachen usw. und 13 Millionen Pakete erhielt. Postanweisungen wurden in Berlin 1240 Millionen aus- und 77� Millionen Mark einbezahlt. Das Postzeitungsamt setzte 427 Millionen fieitungsnummern ab. Der Telegrammverkehr hält sich mit y* Millionen eingegangenen und 5M> Millionen aufgegebenen Telegrammen ungefähr die Wage. Die Zahl der Fern- gespräche hat 262 Millionen überschritten, so daß der Berliner durchschnittlich 131 mal im Jahre anklingelt. Städtische Bauten. Der Magistrat hat am Sonnabend beschlossen, die Hochbau- deputation zu beauftragen, daß diese einen Entwurf für einen Neu- bau der BaugewerkSsckmle in der Kurfürstenstr. 141 ausarbeitet.— In der letzten Magistratssitzung legte Geh. Baurat Dr. Ludwig Hoffmann die Entwürfe für den Bau von zwei Pflicht- fiwtbildungsschulen in der Linienstt. 162(alte städtische Gemeinde- fchnle) und Langestraße(altes AndreaS-Realgymnasium) vor. Für die neue Schule in der Linienstr. 162 sind außer einigen Werkstätten und Wohnungen 13 Zeichensäle usw. vorgesehen. Die Kosten sind mit rund 423 999 M. veranschlagt. Der Magistrat hat die Entwürfe und Kostenanschläge genehmigt. Den Dank der Berliner Hausbesitzer hat sich der freisinnige Abgeordnete Dr. Müller-Sagan aus Anlaß eines Vortrages über die Baugenossenschaftsfrage verdient, den er kürzlich im Hausbesitzerverein im Norden von Berlin gehalten hat. In seinem Vortrage hat er Ansichten entwickelt, die so sehr den Beifall der Hausagrarier gefunden haben, daß sich die Zeitschrift für Hausbesitzer„Das Grundeigentum" veranlaßt sieht," Herrn Dr. Müller im Namen der Hausbesitzer öffentlich zu danken. Die Hausbesitzer haben allen Grund zu diesem Dank, denn an einer Stelle seines Borttages sagt Herr Müller: „Ich sage offen und frei heraus, daß ich mich gefreut habe, daß die Berliner Stadtverordnetenversammlung unter den obwaltenden Verhältnissen— pro hio et nunc— die W e r t- zu wachs st euer abgelehnt hat. Schon jetzt sind die Hausbesitzer zur Genüge belastet. Die Wertzuwachssteuer ist mit den jetzt hier bestehenden Verhältnissen nicht zu vereinbaren, durch ihre Annahme wäre den Hausbesitzern schweres Unrecht zugeftigt worden." Das ist deutlich. Und daS sagt Herr Müller in einer Zeit, in der die arbeitende Klasse durch den§ 23 des Einkommensteuergesetzes mit jedem Pfennig ihres Einkommens zur Steuer herangezogen wird. Aber auch die Freifinnigen bctäligen die Wahrheit der Worte: den Besitzenden wird gegeben, dem arbeitenden Volke wird das wenige noch genommen._ Brand auf der Hochbahn. Eine größere Verkehrsstörung im Hoch- und Untergrundbahnbetriebe wurde gestern nachmittag durch einen Brand auf der Kraststation in der Trebbinerstraße herbei- geführt. Ein auf diesem Grundstück lagernder Äohleiistapel am Gleisdreieck hatte neben dem Hauptstrang für elektrische Züge Feuer gefangen und die Flammen- und Rauchentwickelung war eine der- ärttg intensive, daß die Züge der Hochbahn gefährdet wurden. ES mußte deshalb der Verkehr der direkten Züge von 4 Uhr ab eis- gestellt werden. Die sofort alarmierte Feuerwehr sah sich ge- zwungen, den Verkehr nach dem Potsdamer Platz nach beiden Richtungen zu inhibieren, weil die Löschmannschaften die Strecke zu passieren hatten. Infolgedessen ruhte der gesamte Verkehr für die Dauer einer halben Stunde. Um Vz5 Uhr, nachdem die ersten Ab- teilungen der Löschmannschaften abrücken konnten, wurde der Betrieb nach dem Potsdamer Platz wieder freigegeben. Die weiteren Lösch- arbeiten waren um 5 Uhr beendet und konnte um diese Zeit der volle Betrieb auf der Hochbahn wieder aufgenommen werden. Eine unliebsame Störnng bei der Abteilung 36 des Amtsgerichts Mitte erregte heute früh großen Unwillen unter dem harrenden Publikum. Als die Verhandlungen um 9'/„ Uhr beginnen sollten, waren gar keine Akten zur Stelle. Ehe diese nun herbeigeschafft wurden, verging mehr als eine Stunde, so daß um 19� die Ver- bandlungen endlich begannen. ES wurden sogleich die Termins- fachen 9>/z. 19, iOll3. etwa 35 Parteien mit der dazu gehörigen Zeugenschar, aufgerufen, so daß ein regelrechter Sturm auf den Richter erfolgte, der Mühe hatte, die Sachen der Reihe nach vor- zunehmen: denn nun machten auch die Herren Anwälte von ihrer üblichen„Bevorzugung" vor den Parteien ohne Anwalt Gebrauch. Mit Recht wurde darüber gemurrt und räsonniert, daß so etwas bei einem Berliner Gericht überhaupt vorkomme» kann. Der Liebesroman des JugendwehrschülerS. In der Uniform der hiesigen Jugendwehrabteilung unternahm vorgestern abend der 16 Jahre alte Kaufmannslehrling Bernhard Schröder, dessen Eltern in der Spandanerstr. 58 wohnen, einen Selbstmordversuch. Der junge Mensch hatte sich in eine noch jugendlichere Nachbars- tochtcr verliebt, fand aber keine„Gegenliebe". Auch wurde dem jungen Mädchen von den Eltern streng verboten, irgendwelchen Verkehr mit Sch. einzugehen. Echan ans diesem Grunde gelang es dem Lehrling nicht, sich dem Mädchen zu nähern. In seinem Gram griff er zur Waffe. In der Uniform der Jugcndwehr, der er schon längere Zeit angehört, machte sich Sch. gestern auf den Weg nach dem Pankower Bürgerpari. Ein Freund, den er unter- Wegs traf und der nichts Gutes ahnte, begleitete ihn. Im Bürger- park angelangt, zog Sch. plötzlich den Revolver hervor und feuerte vor den Augen des entsetzten Freundes eine Kugel gegen sich ab. Bevor er die Waffe zum zweiten Male abdrücken konnte, hatte sie ihm sein Begleiter entrissen. Die erste Kugel hatte den jugend- lichen Selbstmordkandidaten an der Stirn gestreift. Bei einem Arzt in der Nachbarschaft erhielt Sch. einen Notverband. Vom Bau abgestürzt. Entsetzlich zugerichtet wurde vorgestern nachmittag der Maurer Paul Jeschtc, Margaretenstr. 22, bei einem schweren Bauunfall in der Koloniest�iße. I. hatte im dritten Stockwerk eines im Bau befindlichen Wohnhauses Maurerarbeiten ausgeführt. Am äußersten Rand der Mauer stehend verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in die Tiefe. Mit zerschmetterten Gliedern blieb der Abgestürzte auf dem Bürger- steig liegen. Arbeitskollegen riefen einen Arzt herbei, der bei I. schwere Rippenbrüche und ftirchtbare Verletzungen im Gesicht und am Kopf feststellte. Nach Anlegung von Notverbänden fand der Verunglückte in der königlichen Klinik Aufnahme. Im Straßenbahnwagen gestorben ist gestern abend der Kauf» mann Brandenburg, Charlottenftr. 28 wohnhaft. Er bestieg am Bcllc-Ällianceplatz einen Etraßenbahnwagcn der Linie 73, hatte jedoch kaum in Innern Platz genommen, als er auf seinem Sitze zusammenbrach. Ein Schutzmann brachte den Erkrankten nach der Unfallstation am Tempclhofer Ufer, wo der anwesende Slr�t den infolge Herzschlages eingetretenen Tod fefrstellte.— I m D i c n st vom Tod überrascht wurde gestern der Vorsteher des fünften Polizeireviers Albrcchtstr.' 22, Polizeileutnant Metz. Er wurde von einem Gehirnschlag heimgesucht und verschied wenige Minuten darauf._ Zwei Personen bei einer Pnlvcrexplosion verunglückt. Gestern mittag erfolgte in der Kronenstr. 7 in dem Waffen-- und JagdgerätegeschSft von Otto Bock eine Pulvercxplofion, bei der ein Arbeiter schwer und ein Förster leichter verletzt wurde. Wir erfahren über den Vorgang folgende Einzelheiten: Die Firma Otto vock hat in dein genannten Hause eine JagdauSstellung. In den Kellerräumen befinden sich Arbeitsstätten. Gestern mittag waren nun mehrere Gchülfen in dem Keller damit beschäftigt, Patronen anzufertigen. Hierbei fiel auS Versehen ein Paket Pulver gegen den heißen Ofen. Da-Z Pulver explodierte* unter lautem Knall und der Lustdruck pflanzte sich nach dem darüberlicgenden Gcschäftsladen fort, wo zwei Schaufenster- scheiben in Trümmer gingen. Die bei der Explosion entwickelte Stichflamme traf den im Keller tätigen 22 jährigen Büchsenmacher Otto I a b i n aus der Teltowerstraße 34. Mit schweren Brandwunden in Gesicht und an den Händen wurde der Unglückliche nach der nahen Unfallstation XIII geschafft, wo er die ersten Verbände erhielt. Die Verletzungen erwiesen sich aber als derart schwer, daß der Arzt die Ueberführung des Patienten nach dem Krankeuhause Moabit anordnete. Mit leichteren Verletzungen kam ein Förster davon, der in dem Augenblick der Explosion vor den Schaufenstern stand und von umherfliegenden Glassplittern an den Händen getroffen wurde. Nachdem er auf der Unfallstation verbunden worden war, konnte er in seine Wohnung entlassen werden. Inzwischen war auch die Feuerwehr eingetroffen. Da aber das Feuer schon erstickt war, wurde die Unfallstelle durch Brand- direktor Reichel nur besichtigt und dann vom 19. Löschzuge aus- geräumt._ Mit einem Rasiermesser die Schlagader durchschnitten hat sich gestern der Gardesiisilier Kutke von der 6. Kompagnie. Hinzu- lommendc Kameraden brachten Ä. nach den« Lazarett. Bcrmisit wird seit dem 28. Oktober 1807 der Arbeiter Wilhelm Grundmann, am 21.Oktober 1846 in Niemberg, Kreis Wohlau, geboren, Blüchcrstr. 37s wohnhaft gewesen. Er ist 1,55 Meter groß, von saflanker Gestalt, hat schivarzmclicrtcs Haar— Glatze—, graue Augen, lückenhafte Zähne, grauen Schnurrbari, gesunde Gesichtsfarbe und gebeugte Körperhaltung. Der rechte Zeige- singer ist halb-, der rechte Mittelfinger dreiviertellang und der linke Daumen ist steif. Bei seinem Fortgang war Grundmann bekleidet mit schwarzem Schlapphut, abgetragenem blauen Jackett, brauner Hose und zwei wollenen bunten Hemden. Es wird Selbst- inord vermutet. Nachrichten über den Vermißten werden in jedem Polizeirevier und bei der Kriminalpolizei, Alexanderstr. 3-— 8, 2 Treppen. Zimmer 334, schriftlich oder mündlich zu Tagebuch- uummer 8688 IV 1307 entgegengenommen. Ueberfahren wurde am 23. Oktober er., vormittags gegen 11% Uhr, das 7 Jahre alte Mädchen Erna Gallert, Reinickcir- dorserstr. 72, bei den Eltern wohnhaft, vor dem Hause Reinicken- dorferstr. 72 beim Ucberschreiten des Fahrdammes von einem Ge- schäftswagen(Schmalzwagen). Der Wagen soll die Firma E. Ra- mann, Reimann odep Ricmann, Schmalzsiedcrei, Rixdorf, getragen haben. Der Straßenname soll mit Ri angefangen, die Nr. 34 oder 38 gelautet haben. Die Firma sowie der Führer des Fuhrwerks, welches mir einem braunen Pferde bespannt war. ist bis jetzt nicht ermittelt worden. Sachdienliche Mitteilungen nimmt jedes Polizeirevier sowie die Kriminalpolizei, Zimmer 331, zu Nr. 8327 yi/12. 07 entgegen. Zeugen gesucht. Personen, die am Soimabend, den 14. Sep- tember, abends s/49 Uhr Zeugen des Zusammenstoßes der Straßen- bahnwagen Linie 10 init der Linie Q Alt-Moabit an der Heilauds- kircbe waren und gesehen haben, wie ein im Einsteigen begriffener Arbeiter dabei veniuglückte, werden um Abgabe ihrer Adressen an Joh. Zydowiez, Waldenserstr. 40, Quergeb. Part., gebeten; inS- besondere ist der Name deZ jungen ManucS erwünscht, der auf dem Vorderperron stand. Im Nordringzuge zwischen Jungkernheide und Schönhauser Allee ist am 13. November abends'/fl llhr eine Glanztasche liegen geblieben, die zwei Notizbücher mit Adrefienverzeichnis enthielt. Der Finder wird um Abgabe gebeten an Warncke, Wichertstr. 154. Feucrwehrbcricht. Der 11. Zug wurde gestern früh um 3 Uhr nach der Blücherstr. 54 gerufen. Dort war in einer Küche Feuer ausgekommen. Die Flammen hatten bereits Möbel. Kohlen. Gar- dinen, den Fußboden und das Zwischengebälk erfaßt. Es gelang indes, eine weitere Ausdehimiig des Brandes zu verhüten. Der 9. Zug mußte einen ähnlichen Brand in der Hagelbergerstr. 26 löschen. Stoffe u. a. wurden bei einem Brande in der Poststr. 21/22 cm Raub der Flammen. Ferner hatte die Wehr in der Thaerstr. 46 zu tun, wo i» einem Wohulcller das Zwischeugebälk brannte. Blinder Alarm lag einer Feuermeldung nach dem Warenhausc von Jandorf in der Blumenstr. 42 zugrunde. Rauch aus einem Kessel- Hause war die Ursache gewesen. Am Elisabeth- Ufer 29 mußte die Wehr ein Pferd auS einem Keller herausholen, in welchen eS gestürzt war. Außerdem hatte die Wehr in der Chausseestr. 98 u. a. Stellen zu tun. Vorort- JVadmcbtem Charlottendurg. Bei den gestrigen Stadtverordnetcnstichwahlen gelang eS uns durch den brüderlichen Zusammenschluß der feindlichen bürgerlichen Parteien nicht, Mandate für uns zu erobern. Im 1. Bezirk erhielt unser Kandidat 1125, der gegnerische 1369 Stimmen; im 2. Bezirk Sozialdemokratie 1556, Gegner 2446 Stimmen; im 6. Bezirk Sozialdemokratie 720. Gegner 1208 Stimmen; im 7. Bezirk Sozial- dcmokratie 519, der Gegner 1022 Stimmen. Wilmersdorf. Eine Verdoppelung der Steuer nach dem gen, einen Wert für unbebaute Grundstücke hat die Stadt Wilmersdorf beschloffen. In Betracht kommen 456 Besitzer unbebauter Grundstücke. Der gemeine Wert der unbebauten Grundstücke stellt sich auf rund 195 Millionen Mark. Das gesamte Jahressteuer-Mehr auS allen unbebauten Grundstücken beläuft sich bei dieser Erhöhung auf etwas über 429 000 M. Trebbin(Kreis Teltow). Die vom Gewerkschaftskartell veranstalteten Zhkluövorträge des Genossen Hermann Müller- Berlin sind min zu Ende. Die Be- teiligung an denselben Ivar nicht gerade befriedigend. Von 500 dem Gelverkschaftt-kartell angeschlossenen Arbeitern haben nur 80 an den Vorträgen teilgenommen. Es ist zu wünschen und auch dahin zu agitieren, daß derartige Veranstaltungen sich für das nächste Mal eines besseren Besuchs erfreuen. Zu dem Ausfall der Stadwerordnetenwahlen in der dritten Ab- teilung ist mitzuteilen, daß von den sechs Sitzen der dritten Ab- teilung nun vier im Besitz der Sozialdemokratie sind. Vor zwei Jahren entfielen in der Hauptwahl auf unsere Kandidaten 72 bezw. 74 Stimmen, während diesmal auf unsere Genoffen 94 Stimmen entfielen. Jetzt gilt eS weiter zu agitieren, damit in zwei Jahren den Bürgerlichen auch die beiden letzten Sitze der dritten Abteilung abgenommen werden könne». Kalkberge- Rüdersdorf. Ein Leichensund, der im hiesigen Forst gemacht wurde, bedar der Ausklärung. Mit einer Schutzwunde im Kopf lag unter einem Gebüsch versteckt der Leichnam eines unbekannten, etwa 40 Jahre alten Mannes. Der Tote hat jedenfalls schon mehrere Tage am Fundort gelegen. Im Besitz desselben wurde ein Portemonnaie mit 85 M. vorgefunden, dagegen fehlte die Taschenuhr. Nachforschungen darüber, ob der Unbekannte Selbstmord verübt hat, oder ob er das Opfer eines Verbrechens geworden ist, sind in die Wege geleitet. Nieder-Schönhaufen. Aus der Gemeindevertretung. Ein Antrag der Schulkommission, die neuen Lehrstellen durch zwei junge Lehrer und eine Lehrerin zu besetzen, wurde augenomnien. Sollte die Regierung die Gc- nehmigung hierzu nicht erteilen, so sollen zwei Lehrerinnen und ein Lehrer angestellt werden. Für den Nachtragsetat der Amtsverwaltung für 1307, der der Gemeindevertretung vorlag, sind 10428 M. nachzubewilligen. Gemeindevertreter Havemann hält den Betrag, de» die Gemeinde zu den Amtskosten zu leisten hat, gegen- über den Leistungen der Amtsverwaltung für zu hoch; unter all- gemeiner Heiterkeit erwähnte er einen Fall, wonach ihm einnml eine Strafe bis zu 150 M. angedroht worden sei, weil sein Hund einen anderen gebissen hatte; der in dieser Verfügung angezogene Para- graph bezog sich aber auf Gotteslästerung. Hierauf wurde der Etat bewilligt. Nach längerer stürmischer Debatte wurde der Antrag der Bau- komnussion mir 8 gegen 8 Stimmen angenommen, wobei der Bürger- meister Abraham als Vorsitzender den Ausschlag gab. Die Nieder- Schönhausener Arbeiterschaft kann sich nun von neuem ergötzen an dem lustigen Rathauskamps der bürgerlichen Vertreter. Der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz wurde zum Zwecke der Einrichtung einer Unfallstation für die Sonntage im Gemeindehaus ein Bureaüraum zur Verfügung gestellt. Beschlossen wurde, die Blankenburgerstraße bis zur Jdastraße und die Buchholzerstraße bis zum Friedhofe zu asphaltieren. Die Gleise sollen auf Beton ein- gebaut werden. Die Rathausangelegenheit wurde in dieser Sitzung wieder von neuem ausgerollt, zur Verhandlung standen folgende Anträge der Baukommission: 1. Beschlußfassung über den Antrag der Baukommission zwecks Beschaffung von Bureauräumen nach Ab- lauf de« Mietsvertrages mit Herrn Hoppe.(1. April 1910.) 2. Zur Erlangung von Entwürfen für ein eigenes Gebäude der Gemeinde ein Preisausschreiben zu erlassen, zu diesem Zweck 5000 M. zu bewilligen und die nähere Ausführung deL PreisauSscbreibcnS einer Kommissiou zu übertragen. 3. Gleichzeitig eine öffentliche Auk- forderung zu erlassen zur Erlangung von Angeboten von MietL- räumen, bemessen für oen Bedarf von 6, 8 und 10 Jahren. Potsdam. Großfeuer beim Krougut Bornstedt. Die an der Viktoriastr. 13 zu Dornstedt liegende„Schäferei", ein zirka 50 Meter langes Ge- väude, das zum Krongut Bornstedt gehört und als Erntespeichcr dient, stand gestern um 5 llhr abends in Flammen. Von allen Seiten kamen Neugierige herbei, um dem großen Brande zuzusehen. Von Potsdam, Geltop,. Bornstedt und Bornim erschienen die Feuer- wehren am Brandplatze, doch konnten sie vom Gebäude nichts mehr retten. Große Erittevorräte und Sckerwerkzeuge wurden nebst Oekonomicgcrätschasten ein Raub der Flammen. Nur die nackten Mauer» blieben stehen. Um 7 Uhr war daS Feuer unterdrückt. An der Brandstätte blieb eine Brandwache zurück. Man vermutet Brandstistung._ Sozialee. Ersatz der Umzugskosten bei unberechtigter Entlastung. Die wichtige Frage, ob der mit Kost und Logis Angestellte bei unbegründeter sofortiger Entlassung außer dem Ersatz für die Wohnungsmiete auch die UmzugStoflen ersetzt verlangen kann, entschied gestern die zweite Kammer des Kaufmannsgerichts. Der Butterhändler F. Rector erteilte der Filialleitcrin Anna N. am 26. September die sofortige Entlassung. Sie hatte bei ihm freie Wohnung, die mit ihren eigenen Möbeln ausgestattet war. Zum Fortschaffen ihres Mobiliars agb er ihr am Entlassungstage drei Stunden Frist. Es gelang ihr auch mit vieler Mühe, den Umzug innerhalb dieser Zeit mit einem Kostcnauswaiid von 25 M. zu bewerkstelligen. Diesen Betrag verlangte die Klägerin neben 32 M. Wohnungsmiete vom Beklagten ersetzt. Als Eni- laffungsgrund gab der Beklagte an, daß üte Klägerin ihm ein gefälschtes Zeugnis aus ihrer vorigen Stellung vorgelegt hätte, daß sie trotz seines ausdrücklichen Verbotes ihre beiden Kinder— die Klägerin ist verheiratet— in den Berkaufsraum öfter hinein- gelassen habe, und daß er schließlich von ihr beleidigt worden sei. Der Vernehmung eines Schutzmannes des zuständigen Reviers und eines Hausnachbars ergab, daß der Beklagte die Klägerin am Entlassungstage aller möglichen Vergehen bezichtigte, und daß die Klägerin die Beschuldigungen energisch zurückwies. Der Beklagte wollte für die Beleidigungen, die ihm seitens der Klägerin zugefügt wurden, noch eine Anzahl Zeugen ver- nommcn wissen. Das Kaufmannsgericht lehnte indessen die Ber- nehmung ab, indem es erklärte, i» dicseme Falle von der freien richterlichen Beweisführung Gebrauch zu machen, auf Grund deren eS die Behauptung des Beklagten bezüglich der Beleidigung als unwahr ansehe. Alle Behauptungen des Beklagte» sind entweder im Laufe oeS Prozesses zurückgenommen worden oder sie haben sich als unwahr erwiesen. Das von der Klägerin vorgelegte Zeugnis ihrer früheren Stellung sei vom Gericht als echt angesehen worden. Auch daß Klägerin ihre Kinder dann und wann in den Laden hineinließ, ist kein Entlassungsgrund. Ihre Entlassung ist zu unrecht erfolgt, dir Klägerin konnte somit auch Erlab der Um- zugdtosten verlangen. Beklagter wird verurteilt, 57 M. als Ersatz für Wohnungsmiete und Transportkosten zu zahlen. Ein Amtsvorsteher im Kampfe mit dem s 153 der Gewerbeordnung. Der Kampf der Arbeiter in Sachfen-Altenburg um das Recht. sich ungestört versammeln und vereinigen zu können, ist ein unauS- gefetzter Konflikt mit der altenburgischen Regierung und deren Be- amtcn. Der Geist der altenburgischen Regierung, der den Teil- nehmern am Jenaer Parteitag die Leuchtenburg versperrte, erfüllt die ganze Peamtenstusenleiter dieses kleinen Ländchens. Abgesehen von den unzähligen Fällen kleinlichster Engherzigkeit, durch die man Minderjährige aus den Gewerkschaftsversammlungen weist, wenn irgend ein belehrender Vortrag gehalten werden soll, danach der Vermutung eines Landrats oder sonstigen Beamten einen politischen Anstrich bekommen könnte, und abgesehen von mancher anderen Liebenswürdigkeit, die den Regierenden gegen die Arbeiter auf Grund des vormärzlichcn Vereins- und Versammlungsrechts in Altcnburg erlaubt»st, varsucht sich jener oben bezeichnete alten. burgischc Regierungs- und Polizcigeist auch noch auf anderen Ge- bieten. In Rcichenbach bei Sermsdorf sind in der Porzellan sabrik von Schwabe u. Co. die Arbeiter ausständig geworden. Mit Argus- äugen belvacht und begleitet nun die Gendarmerie die lieben Ar- beitswilligen, Kroaten und andere Elemente, die durch die Arbeits- Willigen-Vermittelungsfirma Riebenstahl-Bcrlin aus allen Ecken zusammengesucht und nach Rcichenbach gesandt wurden. Aber nicht minder scharf paßt auch die Polizei den Ausständige» auf. Ein Strafmandat folgt dem anderen und immer wird der K 153 der Gewerbeordnung zur Begründung herangezogen. Eins dieser Mandate weist nun folgende Begründung aus: „Sie sind von dem Gend.-Wachtmeister Renz hier angezeigt worden, daß Sie am 12. Oktober 1807. bei Gelegenheit der Arbeitseinstellung der Arbeiter der Porzellanfabrik in Reichen- dach S. A. den arbeitswilligen Arbeiter Otto Müller in Neichen- dach zur Kündigung seiner Arbeit unter Vorlegung eines an- gefertigten KündigungSzettelS und Abverlangen der Unterschrift von selbigem, veranlasi« haben. Beweis: ein KündigungSzettcl. Es wird deshalb hiermit gegen Sie auf Grund des§ 153 der Gewerbeordnung vom 26. 6. 1800 f. d. T. Reich eine Geldstrafe von fünf Mark festgesetzt. Hermsdorf. 18. Novcmher 07.". Dieser Strafbefehl ging aus von dem Amtsvorstcher des Amts- bczirks Hermsdorf. Der Strasbefehl wegen einer durchaus gesetzlich zulässigen Handlung und die Beziehung auf§ 153 ist eine seltsame Ber» fchlung. Gorade dieser Paragraph ist doch ein so viel besprochener, daß jeder, zumindest jeder Beamte, der sich mit dem Ausstellen von Scrafbefchlen zu befassen hat, wissen sollte, daß sich nur derjenige strafbar macht, der einen anderen durch„Anwendung körperlichen- Zwangs, durch Drohungen, durch Ehrverletzung oder durch Per- rufserklärung bestimmt oder zu bestimmen versucht, an solchen(iin § 152 der Gewerbeordnung besprochenen) Verabredungen tcilzu- nehmen".— Ist nun schon daö Vorlegen eines Kündigungszettels und die Aufforderung, denselben zu unterschreiben, an sich eine Ehrvcrlctzung, ein körperlicher Zwang, eine Drohung oder eine Verrufserklärung? Wir glauben, der Amtsvorstcher hat den§ 153 entweder absolut mißverstanden oder ihn gar nicht durchgelesen. Denn wenn man den Paragraphen nur flüchtig durchliest, findet man, daß derselbe im Uebertretungsfalle nur eine Gefängnisstrafe bis zu drei Monate» Vorsicht. Ter Amtsvorstcher von Hermsdorf begnügt sich jedoch mit einer Geldstrafe! Wahrscheinlich war er der Meinung, wenn man auf der einen Seite den§ 153 so erweitert. daß dadurch der 8 152 vollständig aufgehoben wird, müßte man schon als ausgleichendes Korrektiv eine Strafmilderung ermög- lichen.— Nun, die Gerichte werden sich ja mit diesem Fall und den Acnderungsocmühungen des Amtsvorstehers zu bcschäfligen haben. Das hindert natürlich nicht, daß in der Zwischenzeit die Arbeiter unter diesem Kampf des Amtsvorstehers mit dem§ 153 zu leiden haben. Es ist wenigstens nicht anzunehmen, daß die Altenburger Regierung aus eigenem Antrieb bessernd cingrcist. Öerlcbte- Zeitung. Ein Nachspiel zur Holzarbeitcr-Aussperrung. Am Sonnabend gelangte eine Anklage gegen den Tischler Emil S i e b e r t i» der Berufiingsinstanz zur Nbliricilimg, die wegen der eigenartigen Auslegung des§ 153 der Gewerbeordnung ein besonderes Interesse beansprucht. Siebert stand am 27. April 1307 vor der Tischlerei von Brandt, von der er als Zugehöriger des Holzarbeiter-Bcrbandes ausgesperrt war, Streilpoften. AlS an diesem Tage der Tischler Günther, der gleichfalls wegen seiner Zugehörigkeit zum Holzarbeiter-Verband ausgesperrt gewesen war, die Arbeitsstelle von Brandt, bei dem er Ivieder eingestellt war, verließ, machte ihm der Angeklagte darüber Borhaltungen, daß er gegen die Verbandsstatuten verstoßen habe, die de» Verbands- mitgliedem die Wiederaufnahme der Arbeit bei einem Arbeitgeber, der Arbeiter ausgesperrt hat, so lange verbieten, bis dieser sämtliche Ausgesperrte wieder eingestellt hat. Er werde dem Verbände Mit- teilung machen und dam, würde Günthers Verhalten in der Ver- smnmlimg bekannt gegeben. Hierbei soll auch ein Vergleich mit einem Streikbrecher gefallen sein. Das Schöffengericht nahm an, der Vergleich enthalte eine Beleidigung und die Mit- teilung, daß daS Verhalten Günthers in der Ver- sammlung bekannt gemacht werde, eine Drohung, und beswaste den AngeNagten mit vierzehn Tagen Ge- fängniS. In der Berufungsinstanz legte der Verteidiger Rechtsanwalt Theodor Liebknecht dar, daß von der Anwendung des§ 153 doch nicht die Rede sein könne, da die AuS- s p e r r u n g lediglich zu dem Zwecke erfolgt war, den Holzarbeiter- Verband zum Abschlüsse eine? neuen Tarifvertrages zu zwingen. Eine Vereinigung zur Verabredung günstiger Arbeitsbedingungen. wie sie der ß 153.voraussetzt, war also nicht vorhanden. Das Arbeiten ohne Tarifvertrag sei ja eine Folge, die mit Ablauf des Vertrages selbst eingetreten sei. Auch ein Versuch, den Zeugen zum Anschluß an den Holzarbeiterverband zu nöttgen. sei ausgeschlossen, da ja der Zeuge selb st Mitglied des Verbandes war. DaS Landgericht ermäßigte zwar die Strafe auf eine Woche Gefängnis, verwarf aber im übrigen die Berufung. Zur Begründung wurde ausgeführt: Der Holzarbeiter-Verband habe bezweckt, dadurch günstigere Be- dingungen für einen neu abzuschließenden Vertrag zu erreichen, daß er den alten Bertrag nicht verlängerte. Damit sei aber die Ver- abredung zur Erlangung günstiger Arbeitsbedingungen gegeben. Die Mitgliedschaft Günthers sei unerheblich, da er ja der Bestimmung als Verbandsmitglied, in einem gesperrten Betriebe nicht zu arbeiten, fich nicht unterwerfen wollte. Gegen dies eigeiiartige Urteil, das unseres Erachtens vollkommen die Voraussetzungen deS§ 163 verkennt und den Arbeitern die Ver- pflichtung zumutet, die Bedingungeii des ArbeitgeberverbandeS ohne weiteres zu akzeptieren, ist Revision eingelegt. Ein RiesenbetrugSprozeß, der voraussichtlich mehrere Wochen daneni wird, begann gestern vor der 4. Strafkammer des Landgerichts L Es handelt sich um eine Strafsache gegen den Ingenieur und Kaufmann Karl R o h l m a n n, welcher deö fortgesetzten Betruges beschuldigt wird. Für die Verhandlung, welche wegen ihres kolossalen Umfange« in dem kleinen Schwurgerichtssaal stattfinden muß, ist ein ncfiger Zeugenapparat aufgeboten worden. ES sind nicht weniger als 256 Zeugen geladen worden, von denen bei Beginn der Verhandlung 81 zur Slelle waren, während die übrigen erst zu den späteren VerhandlungStagen geladen worden sind. Eine große Anzahl Zeugen sind in dieser Sache wegen allzu weiter Enlsermmg ihres Wohnsitzes von der Gerichtsstelle kommissarisch vernommen worden.— Der An- geklagte R o h l m a n n betrieb in der Kochstraße und später in der Pragerstraße unter der hochtönenden Finna„Hypotheken- und DarlehnSda» kKarlR o h l m a n n" ein DarlehnsvermittelungS- geschäft. Wie die Anklage behauptet, soll Rohlmaim. der bisher»och unbestraft ist, sich nach der bekannten Art der DarlehnSschwindlcr de« Betruges dadurch schuldig gemacht haben, daß er eine Verhältnis- mäßig hohe vorher zu zahlende Gebühr für Auskünfte und Spesen verlangte und damit das Geschäft als erledigt betrachtete. Die Auskünfte, die von Sinem kleinen Winkel- Ans- kunftSbureau. der Deutsch- Amerikanischen Auskunslei, deren Inhaber zurzeit flüchtig ist, herrührten, waren zumeist ungünstig, obwohl die betreffenden Darlehnssucher sich nur m einer vorüber- gehciideil Geldnot befanden, sonst aber zahlungSiähig waren. DaS Geschäft deS Angeklagten soll, wie ihnr die Anklage vorwirft, lediglich darin bestanden haben, daß er von de» Darlehnssuchern Gebühren in Höhe von 5—6 M., 10 ivl. und sogar 20 M. für die Auskünfte verlangte, für welche er selbst nur 1—1.20 M. bezahllc. Wenn eS einmal nicht möglich war, eine Auskunft ungünstig zu gestalten, so soll der Angeklagte weitere Bedingungen gestellt haben, aus welche der betreffende Darlehnssucher keinesfalls eingehen konnte. Der Geschäftsbetrieb des Angeklagten war ein sehr umfangreicher, da er in vielen bürgerlichen und„parteilosen" Zeitimgen im Deutschen Reiche Inserate erließ, nach welchen er an- geblich an jedermann gegen mäßige Verzinsung und ratenweise Rück- zahlung Darlehen vergebe. Von der Verteidigung wird zur Eni- lastung der Beweis angetreten, daß der Angeklagie in einer großen Anzahl von Fällen in durchaus reeller Weise Tarlehen vergeben und seine Austraggeber in jeder Weise zufriedengestellt habe. Wir werden über daS Ergebnis deS Prozesses, welcher sich vor- auSsichtlich längere Zeit hinziehen wird, berichten. WaS ein Staatsanwalt für ein Schnäpschen verlangte. Der mehrfach vorbestrafte Arbeiter VenuS in Halle hatte in einer Kneipe einen GroschenschnapS getrunken, diesen nicht bezahlt, dafür sein Taschentuch als Pfand angeboten und war dann, nachdem er gebeten und gebettelt halte, verschwunden. Der Mann wurde verhaftet, kam wegen„RückfallbettiigS" vor die Hallesche Straf- kammer. Der Staaisaiiwalt beanlrcigle drei Monate Gefängnis, einen Monat Hafc und— U e b e r w e i s u n g an die LandeSpolizei- behörde. Das Gericht lehnte den schneidigen Strafantrag ab und sprach den Mann frei, da das Vewußtsem von der Swafbarkeit der Handlungen unter den obwaltenden Umständen dem Manne ge» fehlt, er auch die Absicht zu betrügen schwerlich gehabt habe. Versammlungen. Ter„Vorwärts" und die Genossenschaftsbewegunfl. Ter„Vor- wärts" lMte in seiner 3fr. 245 den Bericht von einer Versammlung der Gelverkschaftskommission gebracht, die sich mit der Förderung des Genosscnschastswcscns beschäftigte. Genosse Brückner fmtte in dieser Versammlung Acußcrungcn über die Haltung des„Vor- wärtS" getan, die wir als itritik der Zlblehnung mehrerer Zlrtikcl auffaßten, was uns zu einer Erklärung veranlaßte. Genosse Brückner will aber seine Slusführungcn anders aufgefaßt wissen und schreibt uns: „Ich hatte bei meinen Ausführungen nicht einzelne Fälle der ?lblehnung von Artikeln, die das Genossenschaftswesen betrafen, im ?lugc, sondern habe dem Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß der„Vorwärts" über das Genossenscbaftswcsen im a l l g c- meinen so wenig an aufklärenden Artikeln bringt, für diese an- scheinend keinen lliaum zur Verfügung hat. Daher mußte es pcin- lich berühren, dag der„Vorwärts" in zwei langen Llrtikcln zu der Düsseldorfer Streitsache Stellung nahm, und zwar deswegen Pein- lich, weil hierdurch der Anschein erweckt wurde, als stände der „Vorwärts" der Genossenschaftssrage„kühl bis ans Herz hinan" gegenüber und nehme nur Stellung gegen die Genossenschaften. Daß die in der Propaganda-5lommission sitzenden Zliitglieder der Uhr: Versammlung bei A. Boeker, Wcberftr. 17. Spärverein für Freidenker zur'Ausführung der Feuer- deftatiung. Mittwoch, den 27. d. M., abends 6'U Uhr: Versammlung bei Schmidt, Alexanderstr. 28a. Vermilebtes. Die eingestürzte Eiscnbahnbrücke. lieber den Unfall deS Expreß- zuges Valencia-Barcelona wird noch berichtet: Der ganze Zug mit RuSnahine der Lokomotive, des Gepäckwagen? und des Speisewagens ist zwischen den Stationen Hospitalet und Cambrils beim Einsturz der Brücke in den Rio de CanaS gestürzt. Die erste Hülfe traf aus Barcelona ein. In dem Zuge befanden sich 70 bis 80 Personen, von denen nach Mitteilungen eines ArzteS vom Roten Kreuz nur zwei unverletzt sind. Nebrr 20 Personen sind bei dem Unfall getötet »vorden. Stach amtlicher Mitteilung aus Madrid sind bis jetzt ans dem Rio de CanaS IL Leichen geborgen; man befürchtet, daß sich noch »lehr Tote unter den Trümmern befinden. Die Zahl der Verletzten beträgt 40. Ein Eisenbahnzug mit Verwundeten traf um Mitter- nacht in Barcelona ein. Eiscnbahminfall. Einer Meldung onS Wien zufolge entgleiste gestern nacht, wahrscheinlich infolge falscher Weichenstellung, in der Nähe■ der Station Böhmisch- Trübau ein Gütereilzug der Staats- eisenbahngesellschaft. Ein Eisenbahnbediensteter wurde getötet, drei andere leicht verletzt. Mehrere Wagen wurden umgeworfen und zertrümmert. Die aus Böhmen eintreffenden Züge hatten eine mehrstündige Verspätung. Die Thimmitpatrone. Grazer Meldung zufolge erfolgte in der Villa der Gräfin Hayna» eine Explosion, hervorgerufen durch eine Dynamitpairone, die sich unter den Kohlen befand. Drei Personen wurden schwer verletzt. Unter den Trümmern. Bei dem gestrigen Brande deS von italienischen Familien bewohnten HanseS in New Jork sind, wie von dort berichtet wird, unter den dreizehn Toten meist Frauen und Kinder. Einige Leichen wurden engumschlungen unter den Trümmern hervorgeholt. Ei» starker Erdstoß wurde gestern gegen mittag in Bruzzano sCalabrien) verspürt. Die Bevölkerung ist beunruhigt. Schaden ist nicht angerichtet worden._ Bncfkafteii der Redaktion. Tie flirifttsihe Svrcih stunde Nudel Lindcnstrastc 9!r. 3, zweiter Hof, dritter Eingnilg, vier Treppen, BCF* Fahrstuhl-ME wochentäglich von?>/z b»? 9'/» Udr abend? statt. hicöisnct 7 nyr. Lonnabendö beginnt die Sprechstunde»inst ei» Buchstabe und eine Zahl als tvlcrkzcichen bcizniiige». Brieflich«'Autwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. G. M. 100. Wenden Sie sich an Genossen Simanowski, Engel- User 15.—<£. H. 14. Sie müssen zunächst beim'.Umtsgericht einen Sühncocrsuch vornehme». Fällt er sruchtlos aus, so erwirke» Sie sich das Armcnrccht und stellen dann die Ehescheidungstlage an.— S. 84. Falls Ihr Vertrag, das ist die Ziegel in den schristltche» Vertrügen, Ihnen nicht ausdrücklich gestattet vorzeitig zu ziehen, so müssen Tie de» Vertrag aus- wohnen, wenn eine Einigung mit dem Wirt nicht erfolgt.— li>. Junger Abonneut. Die Höhe der Kircheiistcuenl in den verschiedcnc» Gemeinden und Kirchen ist verschieden. Sie schwankt zwischen tO und 20 Proz. der Staatssteuer.— Z. 50. Lehnen Sie die Zahlung ab und lassen es aus eine Klage ankommen. Anders liegt die sache. wenn Sie etwa früher schriftlich zur Rückzahlung sich verpslicktet haben.— R. 10. Der Antrag aus Rückerstattung wäre an den Magistrat, Abteilung sür Invalidenversicherung, am Köllnischen Park, zu stellen. Bortellhaster ist eine Wcitcrvcrsichenulg. — TS. 0. l. Ja, aber Vorsicht ist geboten. 2. Grundsätzlich lehnen wir die Empfehlung bestimmter Anwälte, Patentanwälte, Acrzte, Firmen usw. ab. Aus dem Patentamt erhalten Sie uiiculgeltlichc sachgemäße Auskunft. — P. L. 14. In der Regel genügt der Geburtsschein und die Darlegung, daß der Vater bereits Sachse war.— R. H. 58. Sic müssen bei Gericht beantragen, Sie als Nebenkläger zuzulassen. Eine Klage aus Aufhebung des Vertrages aus dem angesührten Grunde wäre nicht ohne Aussicht aus Erfolg.— 2 011 270. Keineswegs.— 31. S. 23. Wenden Sic sich an einen Arzt.— Max Müller. Legen Sie Rekurs ein, suche» Sie dabei die Hülse des Arbeitcrlekretariats, Engcl-llser 15, nach.— Streit 30. Ja. Es muß aber bewiesen werden, daß und weshalb die Gegen- stände der Tochter gehören.— Sagan 73. 1. bis 3. Die Voll« macht würde genügen, muß aber notariell oder gerichtlich beglaubigt sein. DaS Amtsgericht Ihres Wohnortes ist zuständig. 4. Ja. Beritner Marktpreise. AuS vem nmllichcn Berich! der städtilchcn Illarklballcu-Dircltion. kGroßbandel.j Ochscusteiich In 70 72 vr. 100 Psd., IIa 64 69. 11 In 53 61. Bullenfleisch In 69-74, IIa 58-68, Kühe, seit 52— 60, do. mager 40—48, Fresser 54—62, Bulle», dänische 54—07. Kaibftcisch, Dopvcllender 110—125, Mastkälber In 85 95, IIa 75—85. Kälber gcr. gen. 52-68, do. Holl. 48—54. Haiimielsteiich Mast- lömlncr 76—78, Hammel In 68—72, IIa 62-67, ungar. 0,00, Schafe 47—60. Schweiueüetich 52- 60 Rehwild la per Pstlllb 0,60—0,72 llo 0,50—0.55. Rotwild la per Pfund 0,40—0,53, do. IIa 0,00, do. Kälber 0,00. Damwild 0,40—0,55, do. Kälber 0,55—0,65. Wildschweine per Psd. 0,00. Frischlinge per Psd. 0,00. Kaiitiicheu, groß pr. Stück 0,70—1,00, do. klein 0,00. Hasen, groß per Stück 3,50—3,80, do. mittel u. klein Stück 1,50-3,30. Wildenten per Stück 0,00. Rebhühner, junge per Stück 0,90—1,25, do. alte 0.60—0,90. Fataneuhähne In. junge 2,25-3,00, do. IIa und alte 1,50-2.00. Fasancnhenncn 1,00-2,00. Waldschnepfen per Stück 2,00—2,25, do. IIa 0,00. Hübiier alle, per Stück 1,20-1.80, do. Na 0,70-1,00, dito smige 0,40-1,50. Taube» 0,25—0,50, do. italienische 0,70—0.80. Eulen 1,30—2,40, dito per Psd. 0,60, dito Hamburger per Stück 2,50—3,20. Gäule ver Pfund 0,48—0,58, dito per Stück 0,00, do. Hamburger 0,00, do. Oderirucher per Psund 0,50—0,60. Poulets per Stück 0,00. Puten per Pfund 0,00. Hechte ver lOO Psd. 73-60, do. matt 0,00, do. groß 46-61, do. Uciu-nlittel 46—61. Zander 0,00, do. Hein 0,00, ttcui-mittcl 0,00. Schleie, uns. 0,00, do. groß 91, do. mittel 0,00. Aale, groß 0,00, do. klein und mittet 0,09, dito mittel 0,00, dito 0,00. Weis 0,00. Plötzen 0,00. Zioddow 0,00. Karpfen l5er 0,00, dito 30—40«: 0,00, dito 45er 0,00, dito 70er 0,00. Bunte Fische 30—50, diio matt 0,00. Barse 75. Karauschen 0,00. Bleie 0,00, do. klein 0,00. Aland 37—40. Raup 0,00. Bleisische 0.00. Biintcr- Rhemlachs 0,00. Amerik. Lachs la neuer, per 100 Psd. IlO— 130, do. Ha»euer 90—100. Seelachs per 100 Psd. 10—20. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6. mlttel Kiste l— 2, Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pornm. la Schock 0,00, II» 0,09. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3,00, Straliunder 0,00, engl, per Wall 2,00—3,00. Sprotten, Danziger, Kiste 0,60—0,70, do. Rügenwalder,.Kiste 0,60—0,70. Aale, gross per Psund 1,10—1,40. mittel groß 0.80—1,10, tiein 0.60— 0,80. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellsischc, Kiste 3,00-4,50, Kiste 1,75—2,50. Sardellen. 1902 er per Anker 98, 1904er 98, 1905ct 98, 1906er 90—93. Scholtiiche Vollhcringe 1905 0,00, large 40— 14, füll. 38— 40, med. 36—42. deutsche 37— 44. Heringe, neue MatjcS, ver'/, To. 50—120. Sardinen, rnsi., Faß 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchs«(4 Liters 1,40-1.70. 'Reimaugen. Schocksaß ll, do. kleine 5—6. do. Riesen- 14. Krebse per Schock 0,00, große 0,00, do. mittelgroße 0,00, dito kleine 0,00 cm 0,00, do. unsortiert 0,00, G alizier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 5,20—5,80, do. große 6,00—6,50. Butter per 100 Psd. la 124—127, IIa 118—122. IHa 110—116. abfallende 90-95. Saure Gurken Schock 4,00. Picsfergurlcn Schock 4.00. Kartoffeln per 100 Pfund Dabersche 2,75—3,25. Weiße runde 2,50—2,75, mag. von. 2,75—3,25. Porree, per Schock 0,75—1,50. Meerrettich, Schock 4—12. spinal per 100 Psund 20—25, Sellerie, per Schock 3—6, do. pomm. 6—8. Zwiebeln per 100 Pfd. 2,00—3.00. Pclersilie, grün, Schockbund 1.00—1,25. Koblrabi Schock 0,75—1,25. Rcltich. bahrucher, Stück 0.04—0,10, hiesiger Schock 2,50—3,50. Mohrrüben, 100 Psd. 2,00 bis 2.50. Karotten, hiesige, Schockbund 3,00—4,00. Wirsingkohl v. Schock 4—6. Rotkohl, Schock 3-7. Weißkohl p. tOO Pfd. 1,75-2,00. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 0,00. Rosenkohl, per 100 Pfund 10—20. Grünkohl 3,00-5,00. Kohlrüben, Schock 2,00—3,00. Petersilienwurzeln. Ver 100 Psd. 6—7, Schockbund 4—5. Schnittlauch, Töpfe Dutzend 4,00 bis 4,50, Radieschen per Schockbund 0,00. Salat per Schock 0.00. Tomaten, italienische, per 100 Psund 23—30. Rote Rüben, per 100 Psund 2,50—3,00. Rübchen, Beelitzer, per 100 Psd. 4—8, do. Tel- towcr 16—18. Kürbis p. 100 Psd. 8—10. Eskarol per Schock 5—6. Endivien per Schock 3—6. Birnen per 100 Pfd. Tiroler 20—26, Kochbirncn 5—8, Tasclbinien la 18-25, do. IIa 10-17. Aepsel, per tOO Psund, Tiroler la 18—40, do. IIa 12— 18, Most-, hiesige, 3— 5, Koch- 5—10. Tasel- apscl la 15—25, do. IIa 10—12. Amerikaner, per Faß 24—35, Italiener, lose, 100 Psd. 8—12. Wallnüsi«, per Ivo Psd. sranzosischc 33 bis 60, rumänische 27—30. Paranüsse 52—60. Wafierstands-Nachrichte« der LandcSanstalt für Kcwüsserlunde, mitgelellt vom Berliner Weticrbureau. Wasserstand M e m e I. Tilsit P r e g c l, Jnsterbnrg Weichsel, Thon, Oder, Ratibor » Krosien „ Frankfurt Warthe, Schrimm . LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Lcistneritz , Dresden „ Barby . Magdeburg Wasierstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau , Rathenow') Spree, Spremberg , Beeskow Weser, Münde» , Minden Rhein, MaximilianSau » Kaub , Köln Neckar,.Heilbrom, Main, Wertheim Mosel, Trier am 25.11. cm 68 83 105 112 129 —99 —24 78 63 25 94 seit 24.11. cm1) _ 2 +10 — 2 0 _ 2 + i 0 — 3 -I- 7 — 1 ')+ bedeutet Wuchs,— Fall.— a) Unlerpegel.—•) Gründels.— ') GrundciSgang. Seit gestern ist auch an der Oder unterhalb der Warthemündung Grundeis treiben eingetreten. Für»c» JiilnUi oer Juiccntc uberniinm» die Medaklion drin Publikum gegenüber keiuerlei Vrrannvortnng. Chcatcr. Mittwoch, 27. November. Ansang 7'/j Uhr. Kgl. Opernhans. Salome.(Ans. 8 Uhr.) !igl. Schauspielhaus. Die Naben- steinerin. Deutsches. Ein SommcrnachtStraum. Kammerspiele. Gespenster. (Ansang 8 Uhr.) Slusalig 8 Uhr. Neues. Die Agrarier. Lesstng. Vom andern User. Berliner. Geschlossen. 'Neues SchaufpielhauS. Judith. Sanne-«t.'.'raUiiei. Tticuici.) Gebildete Menschen. SchiUcr Eharlottcnburg. Reiter- altacke. Friedrich- Wilhelmstädt. Schau- fpirlhaus. jlriemhildS Rache. .Kleines. Maria Magdalena. „Zentral. Frau Barrens Gewerbe. Thealer an der Spree. Der Altienbudiker. Lorüing. Rigoletto. Nächmiltags 3'/, Uhr: Rumpcl- stilzche». Ncfidenz. Ganz der Papa. kitoinilche Oper. Die verkaustc Braut. Weste». Die lustige Witwe. Lnstipirltinn«. Hnsarenfieber. Trianou. Fräulein Josclte— meine Frau. Tliatia. Die gelbe Gefahr. Rachmittags 1 Uhr: Rolkäppchcn. Luifc». Das HciralSnell. Bernhard Note. Die Puppe. Meirovol. Das muß mau seh'n. Avolio. Sylvester Schässer. Spe- zialitälen. Walhalla. Svezinlitälen. FolieS Eapricc. Rabbi Meleritsch. Bunter Teil. Geleilte Liebe. Kasino. Blederlcnlc. Gebr. Herrnseld. Madame Dig- Wag. Es lebe das Nachtleben. Paula Birth. Epeziali« Ferdinand Kunnt» Berliner Theater. Gastsp des Neuen Operelt.-Theaters. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag abend 7'/, Uhr, Blaubart. Komische Oper in 3 Akten v. Lsicnbach DaS Käthchen von Heil- Pasiage. täten. Prater. bron». Palast. Spezialflätcil. Parodie. Das Ungeheuer. Vorher: Der Zapfenstreich. Monna Vanna. E arl-Hnverland. Spezialitäten. LÄtntcrgarten. Spczialilälcn. Netchsballeu. Steltiuer Sänger. tlraiiiii. T»n>>rnnr»sic In isi. Abends 8 Uhr: 2. Vortragsabend des Wissenfchastlichc» Vereins. Pros. Dr. Görgcs, Dresden. Tternwaric, Ji-oalideiinr. 57/02, Theater des Westens. 8 Uhr: Ol« luntlcc-Witwe. Sonntag nachm. 3'/. Uhr halbe Preise: FrUlitttiLulukt. Heues Theater. Anfang 8 Uhr. Sie Agrarier. Donnerstag: DaS Ungeheuer. _ Freitag: Die Agrarier._ Kleiiies Theater. Abends 8 Uhr: Acnes Vorma. Maria Magdaleiie. Donnerstag: Die Getreuen.(Agnes Sorma.) Freitag: Vater und Sohn. Sonnabend: Ein Puppenhcim.(Nora: 'Agnes Sorma.)__ Friedrich-WüliGÜstädtisches Sciiauspieitiaus. Kriemhilds Rache. Ansang 8 Uhr. Donnerstag: Winterschlaf. Freitag: Walcrkant._ Lortzing-Theater. Nachm. a1/, Uhr:»inuipelsttlzchen. Abends 8 Uhr: III«olet to. Donnersiag: Die EMsühnmg aus dem Serail. Freitag: HanS Helling._ Hell II ler-T heater, Schllior- Theator Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: KeUcrattnokc. Schwank in 3 Aufz. von Stobitzer und Fritz Friedmann-Frederich. D o n n e r s l a g. a b c» v s 8 U h r: Itz<>«n»ri'«I>«lni. Freilag, abends 8 Uhr, Re-Itcrattnok«. Schiller-Theator 0. t'Wallner-Tbealer). Mittwoch, abendS 8 Udr: <4oI»II«k«tv Ilc-ni-ioliOn. Volksstück in 3 Auszügen von Viktor Leon. Donnerstag, abendS8Uhr: Ons vierte Ciebot. Freiing, abends H Übt: Ciebildctc Renschen. Hehiiler-Maal("ÄlilÄ') Mittwoch 9 Ubr: Vortrag: Prof. P. Sctnibring: Max Klinger. Mit Lichtbildern.'Achler Vortrag des Zgktus Maler der Neuzeit. Donnerstag 8'/, Uhr: Richard BSagncr-'Abcnd. Zirkus Schumaiiii Heute Mittwoch, den 27. November, abend« präzise?>/, Uhr: llrando Soir«« Sgucslre. lllits-pro- gramm und liier noeb nie gesehene Tricks s LustspieShaus. Abends 8 Uhr: Hnsarenfieber. VolkSlüinIiche Preise. Morgen: Ontei Bcrnicke. pssssge-Iiittiet. ! psul» WM ! i « nnck cka, glänzende | HoYeniber-Prograimn t fliegende 2 Damen Banvards 4 Herren phänome�TodtSspriiNgGe°?ge Hohe Schule geritten von Frl. Oer» lüchimmnn. Chester H. Dieck, in seinen ausgezeichneten Leistungen. Die großalt. neuen Spezialitäten und Dir. Alb. Schumanns neue und moderne Tresiuren. Um 0'/, Uhr: Die diesjährige große Mlk� Wasserpanloiniinc. Eine Forlsetzung der„bustizen Heideldergsr": Ein Inf f{am 6)IaaI/qo Fest • IVIUVIIUGI tyCI» luldemKeckar ZenfralaTheater. Gastspiel deS Hebbel-Theaters. AbendS 8 Uhr: �rau Warrens tvetverbe. Drama in 4 Akten von Beruh. Shaw. XIII.«uisoh. ZlrkiiH lliiscli Heute abend präzise 7'/, Uhr: <»r«»Ue Vorstellung;. Erstes Austreten des SchutreiterS Möns. Franvois aus Paris I Ferner: Gnstnve Harris, Kanonenkönig. Gejchw. Amata O> ig. javan.F-echtkünstl. 0no u.OIa. Hr. Burtzkardt-Foollit, Schulleiter. Frl. Estelle Prcvül. Schulreiterin. MSZt»fderS»>ig. Diesj. gr.Ansst.-Pant. d.Zirk.Bnlch. Hio Munder der Tietsoo.— Oas Geheimnis d. tauchenden Sirenen. Vorher: Das große Programm UlK'»I»l». �issensctinMiolies Isisatsr. Aboncks 8 lllir: 2. Vortragsabend des Wissen- scbaktlichen Vereins. Professor Dr. Gfirges, Dresden, Invalidenstr. 57— 62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars, Saturn. Doppelsteme, NoboMecko. Luisen-Theater. Zum erstenmal: Das Heiratsttest. Ansang 8 Uhr. DonnerSt.: Hoffmannö Erzählungen. Freitag: HossmannS Erzählungen. Sonnabend 4 Uhr: Klctn-Däumling. Abends: Der Leicnnann und sein Pflegekind. Sonntag nachm.: Hoffmanns Erzähl. Abends: Das Heiratsnest. Montag: Das Heiratsnest. EtWIWROSETtlMT Gr. Frantturlerftr. 132. Ensemblc-Olastspicl deS Zenlral-Theaters; Die Pnppe. Zwfang 8 Uhr.— Wochentagspreise. Letzte Lvoche! Die Zittraklionen des gr. November- Programms k 9'/, Ubr: Schö8ist SoiiMt jl. lleT heTtiliiulö öniversalkünsller. Sonntag. 1. Dezemb., nachm. 3'/, Uhr: Erste Famliien-Vorstollung mit Syl*. Schäffer]r. Ermäßigte Preise I TfieaJezajiSaSikeQ Köpcnickcrstrahe G8. Heute 8 Uhr: Der Aktienbndiker mit Joscftne Dora. Donnerstag: Am grünen Weg. Freitag: Die Puppe.(Gastspiel des Zentral-TheaterS.) fi Anfang 8 Uhr. Glänzendes Programm. Heu, interessant, aktuell; Diabolospieler. Rixdorfer Theater Bürgcrsüle, Bergstrasie Nr. 147. Mittwoch, den 27. November: Kraft. Schauspiel in 4 Akten von Jnl. Türk. Anfang 8 Uhr. sisroliiö-Thekter. DrcSdenerstr. 97. Ansang Uhr. Las Ungeheuer. Vorher; Zaiifenstreich. Zum Schluß: Manna Vanna. Preise: 3, 2, 1,50, 1 und 0,50 Mark. Theater Folies Capriee Unionstr. 132, Ecke FriedrichstraBo. H Rabbi Meseritscb. O Bunter Teil. �Tetvllt« _ Anfang 8 Ilhr._ Kasitto-Theater. Lothringcrstr. 37. Täglich 8 Uhr: Biederleute. Komödie in 4 Akten v. Roll, iliscii. Vorher das glänz, bunte Programm. Sonntag 4 Uhr: Ein Sostn lies Volkes. W.Koacks Theater DNelliou: Rob. Olli. Brilllllenstr. 16 Ferdinand 9Uu":, der Leichenräuber. Ansang 8 Uhr. Entree 30 Ps. Donnerstag: Das Rätsel seiner Ehe. Sonnabend: Slm Rande des'Ab- grunds. Shcrlod Holmes in Berlin. Variete intime W,, Jäg-erstraßc 63 a» (Tolephon I, 4739.) Abends 8'/- Uhr: Udel-i pei Prof. Karl Fr. Udel, Sennorita Lola Montez» Mila Barry und das phiinomonale ErUiriiinigs-Projgrauiitl. Vorverkauf an der Theaterkasse von 11 Uiir an. Betropol-Thealer Anfang präzise 8 Chr. Gr. Kevue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. G. Töielsclier, F. B. Daiml fieniler, Giampietro, Jaseplii. Rauchen überall gestattet. Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Palast-Theater Burgstrafte 34. Heute 8 Nhr. Entree 20 Pf. Neuer Spielplan! Wallini n. Maya, wdifche Gaukler. Les 3 Sanowas, Equilibristen. SirkUS Mr. Herwood. Bteaif Schwank. Usw. usw usw. Montiplatz,. . imlhcateriaal TäQlICrVi• Das neue r- ! Ansang 8 Uhr. Enlree 50 Ps. Sonntags 7 Uhr.(Sonntags s reserviert 1 M., Enlree 50 Ps.) Faniilienbilletts a 40 Pf. ISiw, Mllilär-Konzert. Becker, Przvwarski, Görisch, ! Neuman», Ofsenev und Lüttich. Gedr. Herrnfeld- Theater. 57 Kornmandantenstratze Nr. 57. Ans. 8 Uhr. Vorverk. 11-2 Uhr. Zum 115. Male: Madame WlgWag Operetten-Äwt. Musik v. L. Jtat. Zum 140. Male: IBs lebe das Nachtleben! Separee-Affäre in 2 Alten. Beide Stücke mit de« Autoren Anton und Donat Herrnfeld. Sonntag 3 Uhr(halbe Preise): Die Meyerhains mit Anton und Donat Hennseld. Reidttkallen-Tdeslei'. Stettiner Sänger. Ansang Wochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Billetts stets 8 Tage vorher! Reichshatlen Restaurant: Militär- Konzert. Weinbergsweg 19,20, Rosenth. Tor. Ansang 8 Uhr: Sur noch wenige Tage! Das neueNovemherProgramm. Die arkomische Hundepantonriine „Aus einer kleinen Garnison'', dargestellt von SO Hunden. 7 Japan. Hofkrtnstle.r 7 u. a.: Der Schwertersprung. Perzinas Affen, Papageien ze. 13 groHartlge Spezialitäten 13 VAU- Tunnel: 4 Kapelle»"MR Theaterbesuchern ireier Einti itt. Trianon-Thealer. Ansang 8 Uhr. Fräuleio Josette- rneine Frau. Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, dajj ich die Nestau- ration des Genossen Kolimann, Gartenstrasie 85 käuflich übernommen habe. Ich bitte, das meinem Vorgänger geschenkte Vertrauen auch aus mich übertragen zu wollen und bitte um geneigten Zuspruch. fl597b G arten str. 83. Bereinszimmer zu vergeben. Taufende schönster Tnulen- Herbstpaletots. KostUmröcke, Kostüme, jetzt spottbill. Einzelverkauf. Mäntel- fabrik Lietfevre, Mohrenstr. 41.(•) »bei Bürgerliche Wohnungs- Einrichtungen Residenz-Theater. — Direktion: Richard Alexander.— Ansang 8 Uhr. Ganz der Papa. Schwank in 3 Akten von MarS und DeSvaillisres. Deutsch v. M. Schönau. Baron des Aubrais: Rich. Alexander. Sonntag, den t. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Ssnssauvi ÄT Direktion: Wilhelm Reimer. Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: und Xanzkräiizchen. Sonnt. Beg. 5, Wochent.8U. Morgen: Gr.Elite-Söiree, Tanz. (Dentsche Kriegskameraden.) ovootzuöll auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel-Fabrik Berlin SW., I-indenstraße 105. 4982L*| In vielen Kreisen ob reich oder arm, spricht man van „Hasemaims Möbel-Speicher". Ein Beweis, daß jeder Käufer aufs höchste befriedigt ist, und daß die Zahl meiner Kundsedski immer größer wird. Durch gediegene Verarbeitung der Möbel und die Verwendung von nur gutem NnterisI und Zutaten ist es mir möglich, einen so großen Msz\i zu machenk Darum versäume niemand mein reichhaltiges Lager zu besichsigen I Ständig 50 Musterzimmer zur Ansicht in Speisezimmern, Herrenzimmern, Salons, Schlafzimmern. modernen Küchen I 90/7» Täglich Gelegenheitskäufe in herrschaftlichen Möbeln. Darunter steht eine Einrichtung vorn Major a. D. zum billigsten Berkaus. Und viele andere Kausgelegenhesten I Einzelne Möbel selten billig! Klubsessel, Anlleideschränke, Gaskronen, Garnituren, Lederstühle Schreibtische, Bücherschränke, Büsette, Bettstellen, Säulentrumeaus Transport frei I Aufbewahrung und Aufstellung kostenlos I Geöffnet 3—8. Sonntags 8—2. Lothringer Straße 26, Hasemanns Speichereien. Steppdecken .M billigst direkt in der Fabrik» 73. Wallstr. 73 wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. Bernhard Itrohmundel- Berlin S 14. Jll>-jtr. Katalog gratis. VteusnaHstmis nicht-, Gliederreissen, Nervenschmerzen, Hiittwehicrcrlchnjlnoen bald durch äuberlichr» Eebrauch von 1 „Slectricum" («echei illdes Kiesernadet- Waldwoll öl). Einlaches und unichädNches I Aaturprodutt v. staiter durch..relsen> I der solort ichmeritlillender Wirlung. I lausende«erdenken„Electrlcum" I ihroGesundnelt.FI.I— U.2.—. EitüBir. I tunj wirb noch ervötn v den inneren\ webranch von Reichel's Wacholder- Extrakt„"edico",*1 75 Pt, M. 1.50, u. 2.50. In den Orooerlen u. Apotheken I eil! ältlich und zu belieben urch OUo Reichel. KÄI: Wer in teuren Zeiten sparen will, mache seine WelhllSchtL- Einkäufe bei Kfareus$ Kammesfabr Wald-Solingen 328 Stahlw.-Fabr. u. Versand-Haus. Vorzügliche u. billige Bedienung. ZÄeihnachts-Katalog, enth. tauf. Geschenke gratis.— Prachtvolle Ehriftbaumgetäute. vernickelt 1.25 M., vergoldet 1.50 M., mit Reflex-Blumen 35 Pf. mehr. ----- Großartiges Sortiment---- Glasschmuck nur 5 M. ülodelle für 90/6 Damen- Konfektion. Einkäufer aus Dänemark sucht Modelle von Mänteln. Kostümen, Koslümröckeii it. Blusen. Off. an C, Cortsen, Hotel Mohrenhos, Ecke Mohrenstr. u. Friedrichstr.. spätestens Idittwoch. 17. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 26. November 1907, vormittags. Sur die Gewinne Uber 240 Mark sind den betreuenden Nnminern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 83[500] 2?7 36 588 77T!)« 1013 147 97 470 813 2113 23 63 70[3000] 93 218 320[500] 449 61[8000] 318 820 37 [300] 3001 III 44 823 823 43 S73 972 1300] 4030 133 59[ 3000] 204 440 517«54[ 500] 84[500] 5201 333 411 632 7!2-02[1000] 56 983 6039 174 391 523 711[300| 809 23 907 7139 231[500] 395 505 65 841 79 8313 741 892 935 3309 431 778 828 903 10432 694 902[500]«0[1000] 11098 333 95 742 845 12110 223 322 408 83 617 49[1000] 91 603 44 733 45 852 811 61 13000 302 86 403 572 690 788[500] 928 1 4131 [1000] 211 711 818 15040 261 653 708 832 33 39[1000] 80 [1000] 85 959 16113 226 803 8 400 570 750[1000] 17187 205 22 338 518 863 917 18010 173 94 336 85[ 3000] 483 620 030[3000] 839 97[1000] 19079 271 423 917 ZO203 51 439 553 811 21118 32 39 269 92 359 50« 42 66- 32 702 919 2 2011 810 13 613[ 3000] 79 760 79 912 08 2 3 011 83 354 98[ 3000] 469[500] 691 24061 134 87 232>1000] 811 62 2 5027 326[1000] 27 424 56 63[500] 647[560] 715 916 2 6122 230 36 71[1000] 413 551 727 831 977 2 7035 127 83[3000] 288 350 431 82[1000] 535 47 613 SU 2 8035 231 331 456 727 805 2 9012 92 189 287 433 611 833 30011 15[1000] 109[1000] 97 232 439 631 33 71 866 68 3 1 226 36« 619 978 94 32177 208 9 819 56 472 722 938 33021 62 311 462 689 3 4073 84 100 27[3000] 32 361 433 507 12 61 614 803 30 70 3 5 299[ 3000] 700 862 973 3 6019 [3000] 112 61 222 508 603 736 813 89 3 7170 237 401 52 70[300] 573[300] 79 733 810 903 3 8 226 327 443[1000] 62 817 958 3 9174[500]£31[500] 435 58 97 532 888 904 40 010 510 90 740 811 942 66 41017[1000] 285 330 671 555 42008 59 166 218 SSO 904 43102 10 71 224 70 317 440 60 369 674 873 953 4 4006 32 340 632 906 4 5021 185 497 572 92 46173[500] 313 15 90 443[500] 510 638 715[3000] 973 47201 406[3000] 49 873 4 8031 163[500] 707 53 878 967 4 9023 246 52 420 70 79[1000] 987 5001? 55 81 124 27 98 245 43 73 604«1 743 817 70 7 2 99 5 1 039[lOOO] 355 436 503 669[500] 853 61 5 2030 99 219 383[500] 671 53013 127 64[ 3000] 246 403 745 963 98 54539 811 55139[500] 251 831 437 543 742 77 06[EOOO] 807 32 53 5 6030 180 372 637 701 SOS 931 57213 663 616 710 22 972 81 5 8211 338«5 69 419[300] 677 948 53[1000] 59023 42 104 63 432[500] 745 914 69024[ 500] 141 297 419[1000] 82 544 51 651 735 [3000] 066 6 1 473 824 54 912 46 82 94 6 2022 40 138 40 413 93 591£47 6 3132 203[500] 87 384[1000] 684 88 723 972 6 4135[3000] 303 429 643 789 919 6 5007 295 516 63 61 6 6000 14 76 103[1000] 213 24 418 722 868 911 29 80 67015[100] 16[5001 41 370 423 93 798 6 8035 106 313 524 37[1000] 857 6 9 008 201 90 66 1 732 47 7 7 86 934 7O091 222 691 855 7 1 077 241 364 578 603 75 820 72610[300] 203 801 72[500] 408 506 7 3030 128 455 93 510 929 48 7 4007 129 87 276 473 609 15[3000] 945 75015 82 257[ 3000] 367 446 553 603 50 733 889 993 7 6069[ 3000] 114 76 J!8 72 782 883 907 7 7050 414 567 83[1000] 773 804 914 20 78311 29 54 89[1000]«51 772[500] 79155 94 219 471 710 8 0011 87 211 49 553 628 900[8000] 6 8 1 294 874 465 91 533 31 756 82027[ 3000] 407[500] 539[1000] 770 806 89 83179 SU 439 624 33 760 929 8 4061 188 89 249 739 64 [500] 63 829 8 5 252 91 93 497 669 772 96 867 8 6164 218 Eil 453 9 7 703 8 7093 857 702 99 8 8 443 604 10 63 808 [1000] 89221 43 83« 920 90040 767 878 9 1 089 95 425 524 43[500] 637 68 93 885 9 2301[1000] 67 457 540 709 82 975 9 3157 795 811 9 4405 830 9 5670 799 826 9 6458[500] 511 606[500] 11 717 91 871 9 7071 107 420 592 879 980 9 8237 575«25 864 961 66 99171[3000] 865 511 79«68 777 100216 919[1000] 95 622 828 943 1.600] 101049 204 405 618 1 02 067 139 73 224 472 75[1000] 839 947 83 103 921 62 617 718 36 990 1 04024 44[1000] 131 45 278 381 94 715[500] 855 1 05168 339 499 860 726[ 500] 8?S[5001 106131 548 621 1500] 804 30 39 924 1 07124 204 383 623 45 69 1 3000] 108 266 356 86 464 700 32 7* 82 9(17 1 09062 336 401 64 606 18 29 52 766 11O016 347 351 601 65 747 63 111269 393 458 621 916 112017 331[500] 488 678 83 11000] 682 769 75 828 62 113050 238 74 75 593 822 38[8000] 910 114066 173[1000] 417[500] 25 76 680 730 115144[1000] 253 81 342 155 579 730 53 808 33 50 78 116031 117013 1> 23 133 271 487 685 97 767 118216 301 439 689 -42 1 19017 269 86 300 453 547[1090] 66[5000]«80 714 129209 338 7 7 602 21 35 680 788 917 29 1 2 1 571 721 SSI 86 122185 331 tlOOO] 674 64 783[500] 947 123165 239 56 70 301 38 528[ 3000] 669 843 124119 443 637 47 761 982 125016 159 390 649 777 123001 5? 430 843 82 977 1 2733 t 53 495 509 77 1 2 8297 337 525 2 6 642 793 881 927 1 2 9033 239 61 92 93 303[3000] 471 531 93 664 359 73[500] 934 130"U 329 433 550 726 37 131159[1000] 347 420 81 627[500] 132017 155[500] 45 268 799 381 025 59 133192 95 332 462 550 672 702 890 942 64 1 3 4007 20 70 .-?0 437 679 736 1 3 5019 214 180001 30 386 425 61 601 749 835 660 1 3 6256 814 448 flOOC] 974 1 3 7014 13000] 179 239[3000] 368 612 650 51 758 906 1 3 8260 320"8 1700] 409 566 923 65 68 1 39062 122[3000] 96 278[3000] 11[500] 375[ 600] 460 617 988 llOOC) r, 140171 282 464 614 55 64 606 66 702[500] 814 141043 1500] 200[100-1 405 44 81 607 91[500 1 142175 " � �192 �7° Cf»? OSf 144wm 51[500] 279[500] 46-j 581 655 852 69 1 4 j081 98 267 490 686 97 919 38 45 54 1 4 6043 246 636 4 6 652 62 714 59 814 1 4 7000 81 236 372 590 699 797 815 917 71 14 8085 186 229 304 63 455 744 1 49209 385 572 780 829 912 15O011 381 49 592[500] 748 865 1 51146 437 633 847 970 1 5 2047 612 611 153106 28[ 500] 204 312[1000] 677 93 769 862 948 1 54310 428 89[1000] 579[500] 91 607 799 870 976 155075 287[1000] 692 890 945 1 5 6040 211 93'807 59 942 1 57175 358 84[ 500] 499 671 654 813 42 63[500] 938[1000] 158066 452 69 95 623 724[500] 65 846 71 159191 275 421 95 510 728 48 62 86 834 956 160327 507 11 16[ 3000] 64 752 843 51 917 161039 [1000] 231 313 484 540 72 601 801 23 30 830 94 1 62200 [1000] 317 32 677[500] 79[1000] 800 14 163156[lOÜO] 252 85[1000] 330 89 885[1000] 97 164046 47 283 629 911 56 1 6 5015 59 225[1000] 389 440 665[1000] 16611« 816 930 1 67175 317 688 714 71 80[500] 845 90 1 68024 [3000] 52 60 294 399 421 507[500] 601 913 67 93 1 69036 171 441[500] 55 528 41 96 170096 190 248 92 371 928 1 71171 220 594 876 92 909[500] 46 172070[1000] 481 692 1 73004 71 120 252 333 609 1 74065 161 465 624 76 777 1 7 5097 379 627[500] 980[10001 176003 19 51[N'O] 207 608 768 841 61 17 7 011 153 270 316 633 719 881 927 67 1 7 8007 25t 345[500] 408 773 91 11000] 927 1 29362 457 761 84[500] 180022 240 319 45 696 715 91[3000] 847 98 1 81165 247 338[500] 82 98 450 68 98 912 98[500] 182276 892 183075 262 61 452 99 628 88 864 73[ 500] 985 1 84156 243 4SI[1000] 65 82 805 59 903 1 8 5 375 425 714 1 8 6072 207 325 476 508 998 1 87252 67 395 757[500] 300 31 935 188142[1000] 98 274 669 733 1 89104 83 395 729 190152[500] 60 373 489 574 723 949[500] 191173 794[1000] 833 1 92108 295 93 807 964 83 1 9 3 341[500] 98 413 679 630 84 194134 213 314 425 540[500] 85 613 21 924 53 1 9 5007[ 3000] 311 437 580 644 81 717 987[ 3000] 196145 254 64 331 64 441[500] 978 197186 263 349 836[500] 61 912 33 1 98143 342 656 1 99 288[500] 466 97 563. 200012 337[3000] 412 66[500] 91 612[1000] 764 201124[1000] 388 591 942 2 0 2636[500] 171 492 507 8 30 684 853[500] 981 2 03129 281 400 1 62 611 79 2 04115 574 94 805 63 2 0 3 079 291 395 441 718[500] 395 206186 214 34 332 472[3000] 625 207094 114 63 297[1000] 337 72 539 639 712[600] 76 2 0 8215 315 56 448 593 864 95 209150 498 569[ 500] 634[1000] 63 399 21O204 306 29[500] 729 912 211197 358[ 3000] 459 689 638 70 7 7 817 939 81 89 2 1 2568 71 736 92 933 213296 8c3 2 1 4026 477 719 35 973 2 1 5000 174[1000] 239 57 885 2 1 6119 362 898[3000] 217096 112 68 266 339 732 911 2 1 8016 74 190 447[500] 586 219170[3000] 451 52 624 36 718[1000] 2 2 0065 99 206 403 651 64 942 22 1 088 234 432 54? «29[500] 918[1000] 94[3000] 22215« 34 352 78 472 700 53 808 2 2 3120 226[10 000] 92 307 446[500] 63[500] 575 848 2 2 4053 307[500] 43 76 407 44 534 648 96 797 877 96 911 13 2 2 5045 141[500] 481[500] 22S029 210 31 39 65 351 645 51 751 82 2 2 7035 324 7 7 489 707 817 43 907 2 2 8 289 690 914 32 82 2 2 9021 452 578 850 969 230016 275[500] 361 436 508 653 901 23 1 007 197 285 464 9« 601[500] 82 925 29 2 3 2140 479[3000] 723 889 909[1000] 2 3 3046 136 226 328[3000] 421 91 594 669 901[1000] 9 2 3 4 018 376 406 648 55 776 854 910 2 3 5403 573 656 857 2 3 6179 910 13[500] 47 237036 256 62 66 [3000] 327[1000] 66 601 724 807 912 32[1000] 238218 26 770[1000] 239072[ 500] 79 232 323 28 55 463 636 44 747 631[lOOOl 53 929 73 240019[1006] 61 149[3000] 301 38 570 647 785 831 24 1 063 201 402 5« 60 242034 80 102 378[1000] 963 243003 03 41?[1000] 513 630 82 2 4 4012 423 520 33 821 947 2 4 5062 247 93 663[1000] 67 920 52 2 4 0153 71[500] 344 57 734 963 2 4 7100 2 452[10 000] 89[3000] 522 623 907 43 2 4 8085 175 329 91 417 3? 727 24925? 415 504 8 63«45 752 884 2 5 0067 211 430 53«50 848 971 251107 38 4« 80 301 65 583 723 98 835 51 2 5 2 42? 580 677 874 2 5 3180 [3000] 34«[4000] 452 532 39«30 862 2 5 4033 268[500] 320 542 640 894 2 5 5190 318 66[3000] 479«12 40 800 250029[500] 152 387 96«46 757 856 257060[ 500] 775 81 84 4 925 2 5 8232 986[500] 259085 312 15 88 494[500] 784 832 976 200 05 120 39 304[500] 29 44 592 715 22 903 26 1 264 730 39 89 2 6 2019 29 38 153 265[1000] 409 41 42 747 839 45 91 976[1000] 26 3080 150 337 472[500] 658 75 771 881 951 2 64170 563 709 25 901 2 6 5062 263 355 499[3000] 978 89 2 6 6407 92 866 2 6 7 053 179 Sil 52 72 419 509 72 62» 268236 830 929 79 269010 101 409 761 818[500] 950 27 0223 817 80 824 78 2 71175 87 323 53 812 [3000] 57 992 2 7 2052 97[500] 363 603 718 24 2 7 3074 265 88 95 565 85 819 941 82 87 2 7 4146 440 94 874 79 2 7 5052 330 437 63 61 600 713 SSO[500] 929[1000] 276249 382 94« 27 7096 270 328 97 455 68 555 622 32 2 7 8112 283 13000] 525 764 2 7 9037 149 80 391 478 627 904 75 2 3 0065 339 429 633 749 826 4 5 28 1 044 581 315 902 282027 165[500] 302 574 871 73 908 2 8 3091 115 289 329 [500] 444 654[1000] 672 935 3 84154 356 57 425 743 66 874 2 8 5547 69 772 88 868 2 8 6385 563 820 24 2 8 7 034 23 252 507 705 851 64 97 90» 26[ 500] Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie su 300 000 M., 1 Gewinn 4 150 000, 1 ä 100 000. 3 ä 50 OOO. 7 4 30 000, 9 4 15 000, 29 4 10 000, 53 4 5000. 681 4 3000, 1058 4 1000, 1571 4 500. Ilcricbliguni;; In der Liste vom 23. November, nnchmiiiag?. lies 36 771 statt 36711 und 240 299 rtatt HO 299. 17. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie, Ziehung vom 26. November 1907, nachmittags. Rur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. (Ohne Gewähr.)(Nachdruck verboten.) 112 490 534 46 632[5000] 791[30 000] 821[500] 908 15 34 63 1245 97[3000] 479 555[500] 614 714 2030 67 83 469 70 564 80 3036 72 108 397 444 93[500] 608 809 65 900 4107 210 398 993 5159 321 544 89 639 6014 6 7 288 372 513 641[500] 763 827 71 965[1000] 70 7201 73 553 90 [1000] 665 710[500] 19 8 160 490 664 809 9165 228 78 371 499 921 10184 339 657 892 11140 312 704 882 1 2099 268 [3000] 327 468 714 815 63 70 903 53 1 3018 56 128 36 235 342 434 536 702 17 862 921 73 14026 442 614[ 500] 74 873 15122 58 248 338 597 791 16018 288 463 502 49 1 7087 251 401 649 1 8158 620 31 805 1 9421 584[500] 657 705 993 2 0013 230 373 623 58 2 1 007 78[3000] 107 23[ 3900] 90 210 51 366 636 819 2 2029 225(3000) 50 309 623 38 [3000] 841 70[10 000] 23034 48 99 226 417[ 3000] 76 722 895 921 95 2 4273 411[1000] 633 951 25174 214 407 54 59? 763 826 2 6080 91 315 557«05[ 3000] 23 720 49 867[3000] 911 40 59 2 7192 264 77 312 532 651 28104 597 29 411 565 80 741 86 968 3005« 58 86 294 526 73 738[1000] 882 996 31138 57 [1000] 248 403 713[500] 73 947 3 2055 75 239 315[500] 527 99 975 99 33192 234 343 42« 43 521 608 9 736 58 977 3 4000 133 53 91 337 736[ 500] 872 919 35319 444 545 689 767 884 3 6638 53[1000] 818[1000] 924 3 7 275 307 410 42[500] 925 86 3 8092 132[3000] 293 44?«25 76 88 737 996 3 9851 63 923 40906[500] 26 150 209[500] 309 527 663 73[10 000] 90 840 59 4 1 019 53[5000] 320 403 541 615 707 56[500] 42023 464 95 514 609 732 65 819[500] 931 43005 121 457 69 520 4 3 373 905 4 4 083 360 62 94 592 639 72 796 945 93 4 5 239 87 373[500] 485 822 69 987 4 6092 HO 87 350[500] 73 494 513 720 967[ 500] 86 4 7289 374 427 63 505 928 37 69 97 4 8055 388 443 511 82 643 4 9357 83 481 763 871 20053 82 315 446 647 723 72 947 93[1000] 5 1 096 126 247 465 574 812 5 2197 393 407 527 52 961 5 3427 49[500] 95 615 767 5 4229 352 571 83 724 5 5036 43 143 96 229 380 729 60 72 899 5 6153 371 471 llOOOi 79 662 57133 240 391[500] 728 5 8019 84 269 335 48 407«58 859 59050 355 685 903 00037 66 155 90 354 505 604 8 9 885 6 1 022 28 44 454 863 944 61 62170 224 521 683 864[500] 90 1 46[älHl) 63 205 39 64[1000] 617 958 64189[ 500] 253 621 782 999 05126 54 56[ 3000] 216 384 421 536«26 73 871 933 6 6 636 892 918 67161[1000] 218[500] 365 81 431[1000] 539 87 685 820 900 6 8199 242 315 79 415 743 6 9012 49 112 348 [500] 411 584 824 61 985[500] 70065 172 337 57 70 494 514 731 52 7 1 348 560[ 3000] 911 53 72312 21[500] 435 509 730 807 21 930[1000] 36 78 73936 94 319 410 542 902 74121 370 486 679 7 5011 12 185 338 624 708[ 3000] 385 914 7 6142 40«[3000] 81 682 718 851[500] 917 7 7002 208 64 314 508«53 739 823 31 68 900 35 7812? 80 88 202 439 628[590] 890 65 71 933 79110 40 540 53 793[500] 95 888 80035 366 456 504 83 81249[1000] 353 429 513 613 803»3[ 500] 82951[500] 100 287 315 499 697 83162 684 «14[1000] 84058 76 337 45 470 661 99 848 64 949 llOOO] 85005 70 279 4S3[500] 519[ 500] 698 717 862 980 8 6176 242 48 425 33 525[ 500] 871 967 82 8 7045 151 52 214 308 403 84 540[ 500] 649 765 849 905 8 8(93 591 945 63 8 9 291 336 439[1000] 608 46 81 95 760[ 500] 888 904 90197 443 514 810 9 1 019 65 99( 3000) ISO 81[500] 360 409 33 83 534 83 839 987 9 2190 22 i 510 544.5? 62 73 85 713 844 961 93002 363 628[500] 836 80 998 9-V)62 163 483 690[1000] 885 9509.1[30001 495 756 963 9 6142 89 86 243 365 419 545 646[500] 58 712 97117[ 3000] 22? 415 38[1000] 550 852 963[500] 98225 66[1000] 412 700 74 90 874 99169 404 15 785 907 100786 816 29 918 161031 453 64 512 980 1 62051 62 l 1000] 162 93 200 628 59 1 6tjI02 13000] 30 73 221 580 613 1 64157 205 429 61 700 1 63126[ 5001 321 72 411 35 684 947 75 1 66054 138 62 370 520 694 878[500] 85 905 65 66 1 67191 210 4 6 756[ 500] 877 945 1 68178 92 254 794 169017[ 500] 127 339 44 485 001 758] 3000l 110193[ 500] 273«05 70 744 111905 297 572 616 [1000] 99 714 824 70 75 84 112318 607 898 90« 22 43 84 113020 71 363[ 3000] 478 542 55 64 713 4 9 75 114179 91 862 851 947[500] 115301 578 607 762[500] 945 11—189 339 410 845 903 86 117016 50 llOOO] 262 374 [500] 483 619 760 118012 IbOO] 05 123 601 6« 725 944 119151 61 726 844 51 60 12ÖOOO 170 522 642 890 942 89 1 2 1 040 648 774 811 122.114[1000] 73 404 95 734 48 087 1 23 081 115[1000] 203 35 328 482 613' 998[ 3000] 12 4022 160 314 33 460 642 1 2 5094[3000] 143[ 500] 235 44 53 87 338 445 97 586 063[ 500] 92 896 906 1 26130 91 299 463 1 27185 08 365 03 519 876 81 12 8237 312 440 516 31 32 619 82 [IOUO] 792 842 915 4.29254 315 560 725 954 13 0248 63 13000] 588 619 921 13 1 087 211 353[1000] 81 484 655 819 89 1 3� 100 343 85 947 1500] 13318« 88 555 60 647 906 1 34098 103 202 7 612 llOOO] 45 954 13 5051 465 547 975 1 3 6084 254 386 403 28 38 570 674 137242[ 3900] 96 390 451 99 525 781 I lOOOl 875 15000] 99 1 3 8237 369 527 820 95 958 1 39587 670[3000] 729 80 802[ 3000] 964 140008 235 77 97 422 568 725 844[500] 980 141014 187 317[3000] 734 839 1 42 760 1 43 053 230 602 786 9" [500] 37 1 44201 469 778 888 988[1000] 145176 614[3000] 772 840 910 50 1 46068 154 311 717 19 913[3000] 147035 94 269 467 96 582 621 87 826[1000] 91 146810 149 556 618 80 726 879 951 79 150167 303 416 523 763 92 1 51132 215 41 68 372 485 998 1 5 2 217 41 797 849 95[500] 999 153058[ 500] 84 173 220 370 495 539 81 795 812 951[500] 154603 31 69(lOOOl 264 616 933[ 3000] 155057 136[1000] 97 258 386[1000] 50« 600 715 92 854 61 15 6013 92 125 49.1 92 694 730 991 157145[ 500] 414 808 927 1 58103 5.-14 84 465 510 40 612 8« 92 859 962 1 59432 513[500] 14 32 98 876 160140 206 484 528 695 712 34 1 6 1 074 182 423 72[1000] 99 635 65 953 1 62 21 169|5O0j 236 373 600 2! 748 844 78 1 63011 246 537 68[500] 968[1000] 82 164012 28 59 207 405 557 652 1 6 5 216 69 388 571 892 16 6323 428 30 672[ 500] 943 167167 68 446 566 600 863[ 5000] 163010 301 11 648 1 69 062 163 322 77(500] 449 505 76 643 763 871[3000] 95 903 170181[500] 419 548 970[1000] 171041[500] 8« [3000] 135 82 691 633 874 1 7 2047 73 151 345 402 29 594[1000] 742 809 53 924 27 55 1 7 3 056 324 503 79 835 174090 206 13[10 000) 352 664 976 1 7 5099 351 512 24 723 893 914 1 7 6386 460 566 93 614 11000] 724 177059 174 288 363 409 45 34 863 907 1500] 178103 16 28[ 3000] 277[ 500] 303 587 719 55 866 1 79045[1000] 140 341 455 545[500] 607[ 3000] 75 836 08 180934 86[ 500] 181313 423 923 83 182039 37« 416 644 710 901 183504 39 780 911 184036 58[30001 279 469 671 720 1 8 5244 79 344 646 71 708 814 1 8 6381 616| 500] 803 84 910 12 llOOO] 19 87 1 87155 375 539 650 765 75 861 72 992 1 88061 73 144 49 210 325 806 63 189109 83 301[500] 36[ 500] 51 390 041[500] 92 709 61 860 951 190056 197 206 29 440 1 91101 4 284 326 480 550 [500] 82 84 709 859 70[30001 969 1 9 2016 146 69 331 418 673 816 78[500] 945[ 3000] 65[ 500] 193151 525 53 [1000] 915 1 94 275 87 SM 700 73 1 9 5012 89 105 277 507 59 631 729[ 500] 32 1 9 6399 774 922 96 1 9 7581 810 91? 99 1 98103 31 206 88 472 87 523 97 689 892 989 93[500] 199315 CO 555 677|S«IO] 741 904 2 0 0069 102 202 136 41 304 436 603 79 85 777 843 74 904 35 4 7 55 201152 411 578 888 93 966 2 02.104 71 420 67 559 855 2 0 3195 81 13000] 415 590 793 937 2 0 4020 197 258 467 517[1000] 42 51 800 32 65 2 0 5302 480 584 3.1 2 0 6 247 505 17 61 810 2 0 7078 227 7 6 377[ 3000] 90 42« 13000] 505 642 717|50ü) 930 40 208067 191 273 317 75 97 455 9 4 567 2 09(24 202 1500] 74 353 82[ 500] 453 210151 52[1000] 383[1000] 464[ 500] 77 545 625 89 890 21 1013 114 89 414 831.85 920 28 2 1 2111[1000] 59 749 97 952 2 1 3100[1000] 33 382[ 500] 463 567 99[ 3000] 719 20 90 850 2 1 4424 128 256 30 321 669 713 833 943 2151115 250(lOOOl 322[ 500] 425 666 922 2 1 6182 201 llOOO] 9 502 770 2 1 7003 274 312 820[ 500] 85 218007 81 297 13000] 342«80 752 830 63 2 1 9>15 61 428| 1000] 609 88.1 220114 527 52«82 712 78 221077 329 445 737 22 2273 397 414[ 3000] 581 631 79 800 59 2 2 3127 III 77 726 813 21[500]»09 2 2 4243 740[500] 905 225205 56 487 532 653[ 500] 90 886 997 llüOO] 2 26117 448 591 744 83 850 981 2 2 7022 87 156 200 64 82 357 09> 500] 228,53 437[ 500] 33 516 750 872 77 913 2 2 9220 314 1500] 570 830 230128 255 40« 506 621 913 52 231158[500] 76 433 517 617 2 3 2123 Ol 332 75 93 411«03 49 755 06 991 2 3 3(23 252 601 84 702 816 974 2 3 4(173 135 71 llOOO] 91 467 718[1000] 85| 500| 805 25 2351)68 139 1500] 77 237 401[500] 74 90 791 2 3 6046 334 447 53 581 683 818 237(90 656[500] 712 903 2 3 8021 128 209 33 300 97 51>) 52 76 797 2 3 9 030 47 105 380 483 673 950 2400(2 1(4)01 80 III 26 294 333 54 707 909[lOOo] 241(140 107 23« 358 421 560 680 707 881 2 4 2313 431 (lOOOl 705 9 34 24318« r,no 57 752 9(1 2 4 4075 104 36 1 97 184[ 500] 98 739 8(7 68[1000] 925 71 243235«3 73 348 522 828 978 2 4 6008 206 90 315 740 901 2 4 7(81 388 622 62 974 2 4 821« 383[ 3000] 46« 84 638 7«8 249092 407 608 72« 64 989 259(61 24« 355 419 50«16 20 879(1000] 251.505 77 636 49[ 3000] 927 2 5 2018 32 87 122 26 223 82 365 545 608 312 9)11 25 3 7 5 601 785[liw] 254025 Itt 276 423 591 841 2 5 5011 343 677 704 2 5 6013 9.8[10(8)] 110 253 833[ 500] 3« 77 447 75[ 500] 874 257130«II 701 981 258091 ItOOfl] 18.3 325 618 23- 500] 250' 1 3000] 168 212 377 462[1000] 86 029 714 42 912 14 67 72 2 60107 68 427 29[500] 690 707 976 83 26 1 004 190 1,4 506 911 94 2 6 2319] 1000] 57 515 618 2 6 3 297 321 540 629 35 918 S8 53 264(05 56«[lOOO] 639 815 1173 1500] 265488«3? 721 891(0001 266(4)4| 3000] 96 llOOO] 101 241 394 776 Sil 2 6 7107 273 720 80[1001.1 »87 268746 269361 715 95 2 7 0504 9 002 2 7 1 059 360 477 594 789 804 2 7 2020 25 69 151 328 53 549 924 73 1500] 83 273200 37 583 616 63 956|SOOO) 83] 30001 2 7 4063 226[500] 44 021 46 868 275'((i| 665 7 7 704 32 81 27 6241 83 386 412 510 50 804! 500] 929 62 2 7 7055 60 127 234[ 3000] 83 317 462 278(!>2 l(000| 398 15000] 418 785 850 02 279090 116 llOOO) 366 436] 104)0] 592 981 2 8 0280 1500] 310 954 2 8 1 0(2 270 75 SO SSI[500] 458«0« 51 60 90.8|r4)(l] 84 2 8 2032 128 36 89| 500] 231 035 737«3] 10001 283(38 23« 31)0 557 2 8 4039 51 27 86 770 858 918 1 118)01 56[ 500] 2 8 5062 204 436 99 521 130 000] 27 49 130001 62« 980 9» 286(05 31 99|100((| 225 49 419 705 95 897 944 2 8 7027 431 47 96 678«93 975 4jW(','>»> I«jp-�>)>t)> �11 1 iWJJ-• j(.JUtlJ-SU J ricill-ww. Verantwortlicher�Redalteur:$änä_23c6er, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Tff. Glocke, �rliu. Truck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckcrei u. Verlagsanstalt PuusSinger& to., Lcrlin S\V, Ar. 277. 24. Jahrgang. 3. KilGk In Jirsiris" Kaliin iltlbiliit. Wiwoch. 27. Navember 1907. Hud Induftrie und Handel Äohleouot. ES besteht tatsächlich eine Kohlennot I MerdingS nicht in dem Sinne, wie die organisierten Prcistreiber zur Verteidigung ihrer Berteuerungspolitik behaupten. Für den armen Teufel besteht eine Kohlennot. weil die im Kleinhandel zu zahlenden Preise zu un- erschwinglicher Höhe hinaufschnellen. Aus den Zusammenstellungen der.Nachrichten für Handel und Industrie' geben wir folgenden Auszug über Preise für die hervorragend als Hausbrand in Betracht kommenden Braunkohlenbriketts. Es kosteten 100 Stück im Oktober Ausschlag 1904 1905 1906 1907 seit 1904 M. M. 27. M. Prozent Berlin.... 0,85 0.95 0.98 1,18 zy Königsberg.. 0.90 1.10 1,10 1.30 44'/, Danzig... 1,00 1,00 1,00 1,15 IS Stettin.... 0.85 0.95 0.95 1,27 50 Halle.... 0.70 0,70 0,75 0,85 21 Hannover... 0,73 0,75 0,80 1,10 59 Bei solcher Kohlenteuerung und den unerhörten Getreidepreisen steht manche Familie einem Winter entgegen, der ihr kalte Zimmer und Hungerbrotpreise beschert. Trotzdem leben wir in der göttlichen Weltordnung, denn der agrarische Schlund kann ja Wucherpreise schlucken, und die Dividenden steigen hinauf. Hier Häufung des Reichtums, dort Not und Elend— und das Volk duckt sich. Ein gelber Volkswirtschaftler. Einen kompletten volkswirtschaftlichen Blödsinn verzapft das von eincin gewissen LebiuS herausgegebene Blatt für gelbe Eewerk- schaster. Dieser Herr, der für Bezahlung schon zentrümisch, national- liberal, sozialdemokratisch, antisemitisch, demokratisch usw. geschriebe» hat, wie's gerade trifft, glaubt nun Geschäfte machen zu können, indem er die Gelben mit seiner neuesten Weisheit und— Uebcr- zcugung be— schenkt, jedenfalls auf Anweisung von gewisser Seite unternimmt es der vielseitige Mann, der gestern kronprinzesiliche Bettgeheimnisse auszuschnüffeln suchte, heute scharfmacherische Sozial- Politik befruchtet, unsere Angaben über Reingewinne in der Groß- industrie zu— widerlege». Es handelt sich um den Artilel .100 000 Arbeiter 64'/, Mill. Mark Reingewinn' in Nr. 202 des „Vorwärts'. Daß der Lebius von Volkswirtschaft beinahe so viel versteht, wie der Ochse vom Somitag. beweist er sofort durch folgende Bemerkung: „Der Artikel des„Vorwärts' befasit sich mit einer Anzahl besonders gut gestellter Aktiengesellschaften, von denen er behauptet, dag ihr Kapital sich mit durchschnittlich 22 Proz. verzinst, obgleich er zugeben muh, dag daS„Preußische Statistische Amt" nur 11,6 Proz. ausrechnen konnte.' Wie die gelbe Wissenschast aussieht, kann man daran ermessen, daß ivir tatsächlich ge'-vrieben haben,»ach der Znsammenstellung des Preußischen Statistischen AmlS hätten im Jahre 1903 insgesamt 2106 Aktiengesellschaften 821'/, Millionen Marl Reingewinn erzielt. Im Jahre 1906 respektive 1906/07 sei der Neingewinn noch größer gewesen. DaS bewiesen wir dann an den Geslbästsergebnissen einer Reihe Großunternehmen. TaS kann der wandlnngsfähige Wissen- schaftler der Gelben nicht kapieren, er würfelt alles zusammen und findet sich nicht heraus. Dann hat er einem anderen Schlaumeier die ulkige Idee abgelernt, der Reingewinn müsse nach den Kurs- werten berechnet werden. Für ernsthafte Leute sind solche albernen Ansichten überhaupt nicht diskuticrbar. Wenn jemandem 300 M. gestohlen find, sagt er nicht: die Diebe haben mir 100 M. genianst, tvcil drei sich die Beute teilten. Wenn ein Arbeiter 1000 M. Rein- gewinn erarbeitet hat, dann werden das nicht 500 M., weil sich einige Leute um die Beute balgen. Der gelbe Wissenschastler ist aber so geistreich, wie folgt zu argumentieren: wenn jemand eine Aktie, die nominell 1000 M. wert ist, für 2000 M. kaust, und die Gesellschaft zahlt 10 Proz., dann erhält der Aktionär tatsächlich nur 5 Proz. Ueberwältigend schlau 1 Daß die 1000 M., die der Vor- besitzer der Aktie als Kursgewinn eingesteckt hat, nicht vom Himmel gefallen sind, daß sie den anderen Teil der Dividende darstellen. das darf ein gelber Redakteur nicht wissen. Dem Schlaumeier scheint der Vorgang des AkncnkauseS ein undurchdringliches Ge- heimniS zu sein. Sorglos, heiter mit der ganzen Wurschtigkeit eines Scharlatans schreibt er weiter: „Der Geldgeber der Aktiengesellschaft ist der Aktionär.' Das ist, in dem Zusammenhang mit dem vorigen, kompletter Unsinn. Kursdifferenzen, die bei Bewegungen der Aktien gezahlt werden, fließen nicht der Gesellschaft zu. sondern dem jeweiligen Vorbesitzer. Ein Mann, der das nicht weiß und versteht, ist allerdings der richtige Lehrmeister für gelbe Gewerkschafter. Der LebiuS scheint aber noch unwissender zu sein, als selbst die blödesten Gelben, denn er schließt sein Sammelsurium von Blödsinn niit der Mahnung an die Gelben, sie sollten fleißig sparen und ihr erspartes Geld in — Aktien anlegen. Heiliger Biinbam! Der Mann hat jedenfalls etwas von Lohnabzügen und Lebensmittelverteuerung gehört und glaubt, das feien Extragewinne für die Arbeiter, von denen sie sich zum Aktionär hinaussparen könnten. Der Lebius muß prämiert werden. Niedrige Auslandspreise des deutschen StahlwerkSverbandeS. Obgleich der englische Konsum gegenwärtig noch viel Iveniger aufnahincsähig ist als der deutsche, tritt doch m allerjüngster Zeit der StahlwerkSverband an den englischen Eiseumarkt mit stcigendcin Angebot heran. ES ist nicht so sehr die Tatsache, daß der Stahl- lvertsverband sich überhaupt um Verkäufe in England bemüht, auch nicht der Umfang seiner Verkäufe, was auffällt, sondern vielmehr der Umstand, daß der Stahlwerksverband am englischen Markt so- wohl die französischen als die belgischen Verkäufer, die schon zu niedrigeren Preisen ihr Halbzeug in England abzusetzen suchen, neuerdings unterbietet. Dadurch war cL ihm möglich, in der letzten Woche von einem der größten englischen Konsumenten einen Auftrag von 25 000 Tonnen Stahlbarren für Liefe- rung Januar bis März 1908 zu erhalten. Wie von Deutschland aus, so ist auch von den Vereinigten Staaten von Amerika her ein Wachsen des Angebotes am englischen Markt zu bemerken; der amerikanische Stahltrust hat allerdings mit seinen Offerten trotz merklicher Preisrednktioncn noch keinen solchen Erfolg ankzuweiscn gehabt wie der deutsche Stahlwerksverband. Diesem Wettbewerb des Auslandes sucht das englische Eiicngcwerbc dadurch zu begegnen, daß es seinerseits wieder die Ausfuhr forciert; die Verschiffungen von Middlesbrough stellten sich vom 1. bis zum 20. November dieses Jahres auf 99 060 Tonnen gegen 98 758 im Oktober, 88 437 und 66 572 Tonnen im November 1906 und 1905. Oeffentliche Bibltotbel und Lcselmlle zu unentgeltlicher Benutzung für jedermann, SW., Alcxandrwenstr. 26. Geöffnet täglich van 5'/,,— tO Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von S— 1 und 3—6 Uhr In den Lcscfäteu liegen zurzeit 515 Zettungen und Zeitschriften jeder Ar, und Nichtimg auS._ WitterungSitberflcht vom 86. November 1907. eunntn SUHmkn v e ff »•= £= es Setter t* s C � A i i« iL Haparanda 759 SSO Petersburg 770 SöD Sctlly Aberdeeu Pari! 739 SSW 749 WNW 750 SW Lwwemde Hamburg Herlin Fyantf.a M München> Wien I Wetter. Prognose für Mittwoch, den 87. November 1907. Zunächst ziemlich heiter, etwas kälter bei lebhaften südlichen Winden: später neue Erwärmung, Trübung und Niederschläge. Berliner Wette l 4 bedeckt 2 bedeckt 6 Rege» 1 bedeckt-! 3 halb bd. I-« 9 10 11 LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ FRANKFURTER ALLEE 109-111 vi»»» Woche, soweit Vorrat Glas, Porzellan«. Wirtschaftsartikel Emaille Eimer» cm, gian uns vi»»................... 65 Lt, Eimer dekoriert, mit Decke)..................... I75 Eimer dekoriert, mit Messlngbagel................. 27S Toilette-Eimer treies mit Korbbcokel............. 350 Wannen m bis«»«m, ovei.......... I25 I 55 200 350 Schmortöpfe eGrösee«.... 35 40 50 75 kt. I25 Maschinentöpfe vreim»tgetoat..... I20 I60 I90 220 Ringtöpfe bnan abgetönt........... I30 I55 I80 2'° Wasserkessel« arosaen.... 45 55 65 90 v'- I40 Kasserollen« Grossen......... 25 30 40 50 R. Schüsseln«b tu« em............ 28 35 70 N Schüsseln tw* Kommen........ 20 30 40 60 Pf- Wand-KonSOle UnscbeUorm, mit>/, Liter-Maas.... 35 kt. Kaffeekannen» Grössen.............. 25 bis 70 et Pfannen mit s Grillen, u Grössen 10 15 20 die 60 pl Waschgarnituren««*uic..................... 500 Waschgarnituren« wii«..................... 8S0 Gr. moderne Formen Waschgarnituren Waschgarnitur„Lonise* stellig Drnekmaster........ 265 Waschgarnitur»Gertmd'»teUIg. Dmckrnnster....... 350 Waschgarnitur.Hertlu* stellig, Bandmster........ 4 25 Waschgarnitur.Honblon" s teUIg, Druckmuster....... 500 Waschgarnitur.Bremen" ateillg, Kitendeln mit Gold... 67S Wirtschafts- Artikel Ofenvorsetzer„Li60». 500 iÄ 1 026>». 19°° 0 1 ÖDSCiilllDÖ in leln.r L.cWeriB, and mit Ihl.lri,>> 4°° bl. 10 Gas-Oefen.................... 626 82ä 3° 10° Kamine».......................... 14" 16" 21° Gaskocher.»».............».»»v» 8 Petrolenm-Oefen..tl". 926 12° 14" 2500 Wringmaschinen«. i»,» 10 Waschmaschinen........ 2000.«.». 22° .(Ult 13.75 ZOO Weisses Porzellan Teller«ach............................................ 9 12 pi. Teller tief............................................... 14 Pt Dessert-Teller......................................... 6 14 p« Tassen mit Untertassen.................................. 9 rt Terrinen............................................. I'5 Kartoffelschüsseln mit Deckel.............................. 68 pl Beleuchtungs- Artikel Salonkronen ssemmi».......................... eo.oo 48°° Salonkronen sflammig............ 1950 24°° 30°° 3300 Speisezimmerkronen tflammig....... 39°° 4400 7000 Tischlarapen"j:;;:;;; 2« 3» 3" 4« Gas-Zugampeln.............. 1360 1900 Gas-Zugampeln»tcüig................. 15°° 23°° 2800 Perl-Ampeln.................... 1350 13°° 24°° 27°° mit blauer Vase....... 95 Pt dek. Vase 1'° mit dek. Vase n. Spiegel....... 12° I50 2S° Küchenlampen 1 Gasselbstzünder 40 50 rt Gümmer-Zylinder-teuig...... 30 Pt Glimmer-Zylinder stenij..... 35 pt Schleifglas besonders preiswert Kompotteller........................ 18 20 et Kompottschalen.ouren" 30 40 50 65 80 Pt Kompottschalen.Hibing" 50 65 85 Pt I20 l60 Kompottschalen»Martha* 90 Pt I20 l65 220 300 Käseglocken.................... 48 95 Pt I45 Zuckerschalen...................... 35 55 Pt Sturzflaschen mit oiae..................... 55 Pt Bier- oder Bowlenkanne........ 45 55 85 Pt Dekoriertes Porzellan Tassen In apart, Dekor............... 13 23 25 Pt Dessertteller tt dekoriert................ 13 25 Pt Kuchenteller»u Henkel.................... 45 Pt Butterglocken c». pwnd............... 33 65« Salatschalen tief, Goiddekor................. 45 Pf Satz Milchtöpfe Goiddek., s stet............. 95 Pf Kinder-Essservice«eu. n. rase.............. 90 Pt Marmeladedosen mod. dekoriert.............. 35 Pt Kaffeeservice Meeservice«teaigiar« Personen 245 345 166 >76 Küchengarnituren Küchengarnitur„Hertha" Ellcnbeiufarbig, blau Dcllt Gemüsetonne.......................... 55 rt Gewürztönnchen....................... 23«. Salz- od. Mehlmeste................... I45 Essig- od. Oelflasche................... 55 Pt Satz Milchtöpfe qsb Sitz=« Stack.........................* 5€€€€€<»»»SSSH- Unfcrcm Zahlabendwlrt I Hermanii Dambeck neb« Gemalilm Danzigerftrahe 71 zu ihrem 1588B SSjlrigeD Elte-Jubiläum ein dreifach donnerndes Hoch I Tic(Scuosseu d. Bezirks ä«8. V <» «v I Deutscher Tabakarbeiter-Verband. (Zahlstelle Berlin.) Tod«8- Anzeige. De» Mitgliedern zur Nachricht, j dab unser jdollcgc, der Zigaretten- niacher 187/16 Girnou kaslovskv verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 27. November, nachmittags 1 Uhr, in Weißensee (Jüdischer Kirchhos) statt. Uut zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltnng. Zentral-Verband der Töpter Deutschlands. Filiale Berlin. TodesaAnzeige. Den Kollegen zur Nachricht, das> unser Mitglied, der Kollege >Vck>lk Klein am 22. November, im Alter von 13 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andentcnl Die Beerdigung findet am Mittwoch, de» 27. November er., nachmittags i Uhr, von der Leichenballe des St. Georgen- KirchhoseS in Weihensse aus statt. 201/11 Der Borstand. Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzensir. 41,„'X™, 10— 2,5— 7. Soimtafre 10— 12. 2— 1, Todes=Anzeige. Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Gastwirt Karl Bublitz am 24. November, abends 9'/, Uhr. nach schwerem Leiden im Alter von 62 Jahren gestorben ist. Im Hamen der Hinferbliehenen: Bertis Bublitz. Die Beerdigung findet Donners. tag nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Städt. Zentral- Friedhofs(Friedi ichsselde) auS statt. Danksagung. Für die zahlreiche und ausrichtige r.efli'--- Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Großvaters und Urgroßvaters »tos. Bitter sagen wir allen Bekannten und Ver- wandten, gleichzeitig de» Kollegen deS Verbandes der Zuschneider und Zuschneiderinnen, Filiale II, unseren besten Dank. 160gb Witwe Bitter geb. HOckel und Kinder. ChrGlllM- Getliute, wirn. gut gearbeitet, Qual. A vernick. Engel 1.25 Mark, C.ua(. B vergold. Engel 1,50 Mark, mit Lametta-Reflexblumen 25 Ps. mehr. «ei 10 Stück 2 Stück gratis. Grosiartiges Sortiment* «latsdimA S Sachen. BV WeihnachtS-Katlg. über taus. Gegenst. gratis.-ME � Wald-Solingen 328 Stahlw.-Fabrik u. Versand-Haus. �öbel- und feistemeren. Solide Preise, Teilzahluiig gestattet. Fr. F. BiirgeiuelMter. Berlin O,, Fruchtstrasie 28. WK » Vorwärts" Wählt Wahlspruch. ifauplL'OSchäft; W., Mohren- straSe 37a, an den Kolonnaden. Filiale: O., Gr. Frank- furterstrallc Wo. 115, 2tes Haus an d. AndreasstraOe. zum Einkauf von 31ilutelii,riüsclikoufektion, Kostümen in gediegener, einfacher, aber auch elegantester Ausführung! selbst für die stärksten Figuren vorrätig in 5 Abteilungen. Abteilung 1 3 3 4 5 früher bis M. 10 bis 51. 90 bis 51. 180 bis BT. 275 bis M. 350 jetzt nurM. lö'/j nur 51. 146 nur 51. 60 nur M. 76'/. nur 51. 00 ca 800 Uebergangsmäntel, moderne Stoße, neueste Mode; früher Pelzkonfektion, Stolen, Jacketts, einzelne Röcke und Blusen ■ bedeutend unter Preis.'—~- Separat-Abteilung:«UlcklM Traueilägazifl für Damcii B und Bädcben. :;: Verkauf zu konkurrenzlosen Preisen.::; Arbeiter! Handwerker! Bürger! Unterstützt mein Spezialgeschäft. solkeiudfreic*&ifrnchiMt&g€4rank. Zu beziehen durch die meisten Kiefverleger unl! �insrsiwsssefksdriksntea Generalvertrieb: EnZZ! KFÜgDF, G. m. b. H., ÜD., ÜCChCköCtl'. 23. 3 ardinen- Spezialhaus Emil Lefevre Berlin, Oranienstr. 158 Riesen» Auswahl! Gardinen, Portieren, Stores, Vitragen, Tüll- Bettdecken etc. Einzelne Fenster spottbillig! gratis und franko. Spottbillig!! Land- u. Waldparzellen, wundervoll gelegen, nahe Bahnhos Fredersdorf sOstbnhn) s�sB von 7 Mark an. Kieschalkc«St Kitsche, «cnc Königftr. 16.• Soeben erschienen: 225/1* 9» HchmrsIsvMk geg,« ficliliiifiljt vor dem Reichsgericht. Derhandlmigsbericht mit einem Rachwort. Preis 1 Mark. Ferner gelangte jetzt zur Ausgabe: f ührcr durch das Metsrecht. Gemeinverständliche Erläuterungen deS gesetzlichen und vertraglichen Rechts von Arbeiterjekretär M. Güldenberg. PreiS 40 Ps. Ezpkdition des„Norwärts", Zerlia 8W., Lindenstr. 60(Laden). Zahnärztliche Klinik S5V., Belle-AIIiancestraße 106 F, 6 N., Brunnenstraße 185 1, gegenüber Warenhaus Jandors, am Rvsenthaler Tor. Zahnziehen unentgeltlich. Bei künstl. Zähnen u. Plomben w. d. Un- tosten berechnet.— Geöffnet von 9—6 Uhr. Sonntags 9—12 Uhr. 88L* «Jsdss Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen S Pfg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit m ehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen( ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahme* steilen für Berlin bis I Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis S Uhr angenommen. Restauration, 1000 Marf, vertäust Manteuffelstraße 11>._ f2 Bücher taust, Kochstrage 56, Verkaitfe. Totalausverkaus meines EngroS- und Filialenlagers: Gardinen, Stores, Tüllbettdecken 10 bis 20 Prozent Ztabalt. E. Weißenbergs Teppich- da us, Große Franksurferstraße 125.* Teppiche mit" Farbensehietm" zum vollständigen Ausvertaus jetzt mit 10 Prozent Extrarabatt. Große Franlsurlerstraße 125, 2962ti', Dotalausverkaus meines Engrös� und FilialenlogerS: Tuch- und Plüsch- decken, Velvetine- und Plüschportieren in allen Preislagen durchweg mit 10 Prozent Extrarubalt. Große Frank- surtorftraße 125.____ 296aSVj Steppdecken, Fabrikmnster. Stück 3,25, 3,85, 4,85, 5.50, 0,50, 8,50 usw. E. WeißenbergS Teppichhaus, Große Franlsurlerslraße 125. 2964.)� La« ferro st cT 4biS 6 Meter lang, jetzt spottbillig. Große Franlsurter. slraße 125. 2965K* Reste sür Sofabezüge ausreichend, Wolle und Plüsch, mit 10 Prozent Rabatt. E. Weißenbergs Teppich bans. Große Franlsurlerstraße 125.* Tevvidie»in Fardeint vier» find rit. Niederlage Grone fiiniifiuviei ili nße 9, parterre kein Lade». Mauerhoff.+1 Gordliieiivniio Grogefiiankiurler flinfet 9. Mauerhoff. parterre. Kein �aden. Steppdecken billigst Febril Groß« Frankiiirlerftratze 9. parlerre. FI Steppdecken spottbillig, Fabrik Große Frantiurterstraße 60. 2167K* Herreiiiahrra»� Dameniabrrad, ivie neu. 45,00. Holz, Blumen straße 36 d,' Gaskronen, Petroleumkronen ohne Anzahlung, Woche l, 00. LouisBöttcher (jelbst): Boxhagenerstraße 32(Bahn verbiuduiig Warschauerstraße), Rei- nickendorserstraß« 116, Schönhauser Allee 80. Potsdainerstraße LI, Rix- dors, Kaiser Friedrichslraße 247. Sprechmaschine», Musikwerk, Teilzahlungen, Jnvalidenstraße 20, Skalitzerstraße 40. 2898S{* Rälnnaschfneit. Vergüte bis 20,00 wer Teilzahlung kaust oder nachweist. Sämtliche Systeme. Postkarie genügt. Brauser, Franlsurter Allee 101, Laden._ 2970a* Nähmaschinen. Zahle hohe Ver- giitung. Großes Fabriklager aller Frister u. Roßmann-Systeme Hrnda, Roscnthalerftraße 19, Filiale Ehöeiner- straße 20 fi64* Möbela.isstattung, 6 Zimmer, Küche, viel� Plüschteppiche, Trümean, Oel>",»tüldc, Uhren, Bronzekronen, S-songarnitur, Gelegenheit. SlnktionS- annähme Rasch, Grüncrwcg 3.+ TeppiNie!(jeviciunfie) in allen Größen sür die Häisle bei Wertes tni Teppickilager Brünn, Hackeicher Markt 4, Babubos Bärie. 261/1* Metallbetten, prachtvolle, um- ständehalbcr spottbillig, Ritter- straße 112 II. 83/15» Hochvornehme Herrenanzüge, HerrcilpaletotS, seinsten Maßstosten herrührend. 13—38,00. Täglich, Sonn- tagsverkans. DeulscheS VersaiidhauS, gägerftraße 63, I. 2778K* tteberzählige Herrenpaletois, Herrenanzüge, nur hochfeinste Ans- suhrung, nnSverlaust Engrosjabrik einzeln zu Engrospreisen, Enorme GeldcrsparnIS. 2—4 geschlossen. Neue Friedrich straße 37, IIb_ 289/16» Bettfeder», prima, laust man am besten Rixdors, Hcrmannstratzc 34, Eingang Wanzlikstraßc._ 2S28K,-' Federbette«. 18,00. Neumau», hochsein, Stand Hornstraße 2. ithren, Gold- und Silbersachen kaust mau gut und billig bei Adalbert Schütz, Bensselstraße 26._ 284 lK Linoleumlänfer, Teppiche, Reste spottbillig, Müller, Große Franksurter- straße 41-42.___ 2959K* 10,00, Deckbett, Unterbcll. Kisjcii, rotrosa Inlett. Pjandleihe Andreas- straße 38. 2001K» Laudbett. Zwei Deckbetten, zwei Kissen, zwcischtüsrig, 18.00. große Laben 1,00, Älusftcuer, Damastbczügc. Psandlcihe rllnvr-asstraße 38. � Baiierndcckbett, Unterbett, zwei Kisten 27,00. Große Freischivingcr, Regulatore 9.00. Psandleihc AndreaS- straße 38. Fabrgetd wird vergütet.* Riesenposten Teppiche, Sosa- und Salviigrößc, 4,35, 6,75, 10, 15 Mark. Eine Partie mit kleinen Webeschlern spottbillig. TeppichhauS Emil Lesvvre, Oranienstraße 158.'_ 53361t* rsiuterpaletots, MvnaiSanzüge, wenig getragene, von 5 Markau, grope Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe auS erster Be- zngsauellc, 20 Prozent billiger wie im Laden, dirctt vom Schneider- meister Paul Fürstenzelt, nur Rosen- thalerstraßc 10. 263/12* Wirtschaft verkaust billig Markus, Wtesenftraßc 36._______ r87 Krautstrafie 50 Möbel, Spiegel Polsterwarcn spottbillig. Möbclipeicher Saalsetd.______ 1604b* Gchankgeschäft Reinickendorf, in nächster Zeit wird nebenan gebaut, wegen Aller und Krankheit verkäuflich coent. Tausch mit Seijengeschäjt, Vollrath Eo., Elsasser straß e 21. Restaurant für Genossen passend, Wege» Krankheit billig vcrkäuslich. Auskunft LandSbergcrslraße 116, Lokal. Parteilokal. Osten, gutgehend ver- kaust unier kulanten Bedingungen Voigtstraße 19.)+132 Gelegentteitskäiifr: Paletots. Anzüge, Hosen, Köster, Revolver, TeschingS, Uhren. Goldsachcn, Kessel, spottbillig. Lücke, Oranienstraße 131. Relsegläser, Operngläser, Reiß- zeuge, Regulatoren, Freischwingcr, arnionifaS, Geigen, Ziiher», Bilder, eppiche. spottbillig. Lucke.Oranicn- straße l3l. löZöb* WinterpalrtotS! Gehrockanzllgc, Jackeltanzüge, Herrenhosen, Staunend Psandleihhaus,------- IM billig. sechs. Hennannplatz SÄinterpaletotS! Jackcttanzüge, Gehrockanzügc. Maßarbeit! Hoch- modern, ipoitbillig. Psandleihhaus, Hcrmannplaß sechs._* Winterpaletots! Bettcnvertans, Brautbetten, VermieliingSbetf, Bett- stücken, crtrabilliger Gardinenverkaui, Steppdecken, Tischdecken, Uhrcnverlaus, Kctteiiverfaus, Ringeverkaus, Näh- Maschinen, Teppichoerkauf. Psand- leih ha US, Herrn an nplaß sechs.__* Schankgeschäft, Boxhagenerstr. 26 gelegenes, gut eingerichtet, flott gehend, wegen Ucbcrnahme eines VerbandShauscS sofort verkäuflich. Kollegen, Genossen, die über ein Kapital von 2500 Mark versügen, können eS sofort übeniehme». Drei- zimmerige Wohnung. Paul KobuS. Gastwirt._.f44 Monatsaiizüge und Winler paielols sowie Joppen von 5,00, Hvien oon 1.50, Geyrockaiiznge von >2,00, Fracks oon 2,50, sowie sür kor- pnienle Figuren. Rene Garderobe zu ilannenv billige» Breilen, aus Piandleibcn verfallene Sachen taujl ina» am billigsten bei Naß, Wulack- straße 14. 159sb* Littaucr- Nähmaschinen ohne An zabinng, wöchentlich 1,00, gebrauchte 12,00, Wienerstraße 1—6, Warschauer. straße 67, Ztckcrstraße III. 1509b Verschiedenes. Pfandscheine, Gold, Uhren, Plattna. kaust Brillanten. Silber, Perlen, um Kurs Juwelen- Leihhaus. iriedrichstraßc 40. Fernsprecher IV 9.__ 2932K� Pateiiraiiivalt Wessel. Gittänner- stralie 94 ir. 2555K* Kunststopjerei von Fra» KotoSkv Cbarlotlenbnrg, Goetbeüraße 84. I.* L e rn t di e Ät u t i erfp räch c b cbcrri ch en! Ersolgreichcn, leicht faßlichen Unterricht in Wort unö Schrift der deutschen Sprache erteilt Damen und Herren (separat) auch abends ein tüchtiger und gewistenhastcr Privatlebrcr. Tie Stunde tostet eine Mark. Eine Unter- richlsitunde wöchentlich genügt. Gc- fällige Angebote find unter G. 4 an Expedition dcS„Vorwärts- zu richten. Bolkssänqer- Gesellschaft.Anke" zweiten WeihnachtSscierlag frei. Sivmemünderstraße 17._(61* Platinabfällr, Gold, Silber, Ge- bisse, Kehrgold, sowie sämtliche gold- und filbcrhaltig-n Rückstände laust Goldschmelze Köpenickerftraßc 29. Telephon IV. 6958._ 80,20* Wer Stoff hat it Fertige Herren- anznge 15,00. Wagner, Schneider- Meister, Lichtenbergerstraße 9. 90/8* beleiht t'lnliquariat 2840K* Handwäscherei jeder Art, Haus- Wäsche wird sauber und schonend ge- waschen zu ganz soliden Prellen und reeller Liderung, Frau Kutzmcr. Köpenick, Elisabethstraße 10. 1603b Wäschc wird sauber gewaschen öchröder, Kuglcrftraße 4t._-;-49 Berlore» wurde am Montag- nachmittag 3 Uhr ein Portemonnaie mit 125—130 Mark im Wagen der Nivcaubahn aus der Strecke Balten- platz— Stralauer Tor. Wicderbringcr erhalt Belohnung. Böhme, Mattern- 3, vorn IV. f30 straße Vermietungen. Laden, Stube, Küche, 700,00, ver- mietet Eichbaum, Scheneberg,' straße 10. �Voluiimge». Prächtige Baltonwvhnuiige» so- sort zu vermieten Soldinerstraße 32. Zimmer, Möbliertes Zimmer, 1-2 Herren, herrliche Aussicht, Bauniichutenweg, Trosanstraßc 6 II, Bahnhos. 1894b "Möbliertes Zimmer, einen bis zwei Herren, Warm, Büschingslraße 31, vorn 2 Trct'pc!i.______ yS9 Möbliertes separates Zimmer sür zwei Herren. Richter, Kolberger- straße 23, Vorderhaus II._+17 Möblierieo Zimmer für Herren a 14,— mit Kajtee. Kühlhorn, Dresdenerstraßc 19._ f28 Möbliertes Lalfonziinmer 14,—. Gas, Badebcnubung. Sachse, Weichsel- straße 5, Ziixdors. j'48 Möbliertes Zimmer zu vermieten, Bartitowski, Wilmersdorf, Prinz- regentenslraße 61.____ löOsb Zmeifeustriges. sein möbliertes Zimmer, mit Kassee und Badbenutzung 2t Mark, Weserftraße 215, vorn IV linlS(unweit Hermannplatz). fi48 Detlnehmer zum freundlich möblierten Zimmer, separat. 15 Mar! inklusive. Ehlert, Koltdnserdamm 102 vorn II.>2 Seklnkstellen. Möblierte Schlasstellc vennictet Fran Jacoben. Widenslraße 10, III.* Möblierte Schlafstelle Heinrich, Kleine Andreasstraße 15 vorn II. ZlnständigerMann lann einwohnen Müller, Rigacrftraße 2. jSO Genosse lann mit cinwobnen, möblierte Schlajstclle, bei Theil, Esten- bahnstraße 6, vorn 2 Kreppen rechts. Ire»»bliche Schlafstelle, separat, vermietet Kottbuierdamm 100, Quer- gebäudc III, Birk� 1600b t Freundliche Schlasslelle sür Herren, I Boxhagcn, Weserftraße 46 bei Stadler. Möblierte Schlaiilelle für Heim vermietet Witwe LuchS, Puckler- straße 2, vorn 1 Treppe._ f2 Möblierte Schlafstelle vermietet Lausitzerstratze 38, vorn IV, Host- mann. t2 Möblierte Schlafstelle oder Zinr mer, zwei Herren, MarkuSstraße 5. vorn I, Schröder. f40 Möblierte Schlafstelle, Herren, Moch, Fruchislraße 3>, vorn II.-f40 Möblierte Schlasitelle, Prinzen» straße 47, Seitenflügel III links. Möblierte Schlafstelle, Flurein- gang, Prinzesfinnenstraße 3, III rechts. t28 Schlafstelle vermictet Witwe Evert, Oppclnerstraße 32, Hos 2 Treppen. Zchlafstelle vermietet Witwe Rawengel, Wittstockerstraße 7. j-VO Möblierte Schlafstelle, Herrn, vermietet Witwe Baermann, Schlie- mannstraße 4. 149 Möblierte Schlasslelle, ein Herrn, Albrecht. separat, inklusive 13,00. Franseckistraßc 7. Hos. 1-49 Alietsgesuede. (liegend Landsbergerplatz bis zu vicrtelstüiidiger Entfernung sucht Handiverker cinsachc iniettensreie ßtlleinwohmmg, nicht höher wie 3 Treppen. Osserten mit Preis- angabe imter I). Ir. Spedition dieses Blattes Rüdersdorserslraßc.>30 Junges Mädchen sucht möbliertes Zimmer. Offerten mit Preisangabe unter ,100" Postamt 27. 1605b Arheitsmarkt. Stellengesuche. Schlosser. Mechaniker, auch kaui- mämiische Arbeiten könnend, sucht Arbeit. E., Postamt Friedrichshagen. Mädchen sucht Stellung in Air- dorf. Ausfunst erteilt Platt, Donau- straße 119.' 1-48 Blinder Sliivtsteaucr biilc: um Arbeit. Stühle iiierveii abgeholl und zurückgelieiert. A. Glä>er, Miiiack- Nraße 27. 1468b Stellenangebote. Bultauisenr sucht Sltmpelsabrik Rttlerstraße 11. 89/16* Rahmenmacher, tüchtigen, aus schnmle Holzrahme» verlangt Grosz, Rittcrstraße 27.___ 1503b Barock-Bergolder. Persilbercr üer� langt Loltumsl raffe 5._ y4ü Barockvergolderiii verlangt KöD nickerstraffe 2t. f2 Kostümrockarbeiteriil sucht Bc schästigung außerni Hause. Reiche.'i» bergerstraß« l23, Becker. HS J.) ostiiiiirockarde itcrin sucht!'e schästigung außer dem Hause. Köpe- nickerstraße 34, Nowacki. s 2 Äeltere Frau tagsüber bei Kin- der» gesucht. Kann auch mit Bcit eventuell einwohnen. Waller, Forster- straße 39. Melden nachnuttaas»lach 6 Uhr.+2 Im Arbeitsmarkt durch besondere» Druck hervorgehobene Anzeigen kosten SV Pf. die Zeile. Erfahrener K u n st s ch m i e d, selbständig, sofort gesucht. 90/9 Sonimler<& BIcybers A. G. Charlorienburg, Habsburger User 7. Hnnabme-btelUn für„Kleine Hnzetgen" Zentruni: itzrih Zinke. Mauerslr. 89. A. Hahnisch, Augnststr, 50. tzH'esten: G. Schmidt, Kirchbachstr. 14. Gstcn: LÜ. Manu, Peter-Sburgerplatz 4. St. BSengels. RüderSdorferstr. 3. Gustav Bogel, Koppenstr. 83. A'ardastcn: S. Zucht, Jmmanuelkirchstr. 12. I. Rcnl, Barnimilr. 42. Aorden: H. Raschle, Ackerstr. 36. F. Trapp, Stettiuerstr. 10. Karl Mars. Lychcncrstr. 123. Karl BSeiste, Nazarcthkirchstr. 49. L. Techand, Ruhcplatzstr. 24. H. Bogel, Lortzingslr. 37. A. Tien. Jiivalidcnslr. 124. �'«rdivcsten: Karl Anders, Salzwcdeierstr. 8. BS. Schrulle, Gotzlowsfystr. 29. f�itdneste»: H. Werner, Gneisenaustr. 72. H. Schröder, tzagclbergerstr. 27. lbiiden: Sf. Jirib. Prinzenstr. 31. F. Gutschmidf, Kottbuscr Damm 3 d»Ud«sten: Paul Böhm, Lausttzer Platz 14/15. P. Horsch, Sugel-User 15. GI»:»rl«ttcnd»rtx: Ä. Scharnberg. Sescnheimersfr. l Frlcdrlchsbcrg: C. Scifcl, Kronprinzeustr. 50. Rixdorf: M. Heinrich, Reckarstr. 7. Conrad, Hermamistr. 50. B»»»ll»cIsi»irA: A. Rosenkranz, Vllt-Borhage» 5ö. djckänckerg: Wilh.Bäiiinler. Marlin Lutherstr. 51 4VeIItensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Iul. Schillert. König-Chaustee 32» Rcinickcndark: P. Gurich, Provinzstraße, Ecke Grünerweg. Treptow: R.-Gramenz. Kiesbolzstr. 412. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag.-BorwärtS Buchdruckerei u. Verlagsaiistali Paul Singer& Co., Berlin SWi