Nr. 278. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatt. 1,10 M., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolone geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere ort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Zur Kohlenpreisinterpellation im Reichstage. Die Debatte ist so ausgelaufen, wie voraus zu sehen: Donnerstag, den 28. November 1907. = Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wir sind den Monopolisten ausgeliefert. Der Minister in den Nebenbetrieben erzeugten Mengen Am hat es gar nicht einmal gewagt, die Preisfestsetzung des moniak, Zeer und Benzo I repräsentierten 1896 Sohlensyndikats zu bemängeln. Die Monopolisten einen Wert von vier, 1906 von 40 Millionen Mark! Diese triumphieren, das Volk muß bluten. folossale Vermehrung der Nebenbetriebe entzog nicht nur dem eigentlichen Grubenbetriebe eine Unmaſſe Arbeiter, sondern Der erste Appell zum Wahlrechtskampf. auch dem Markte viele Millionen Tonnen Kohlen!!! Hierfür einige sprechende Beispiele: erkennen. Eine Regierung, die am Montag das enorme Steigen der Nahrungsmittelpreise als eine„ borübergehende Erscheinung" Das letztere iſt doppelt zu unterstreichen, da in der unentschuldigt und bestimmt erklärt, sie werde an ihrer, die geheuren Vermehrung des Selbstverbrauches zum Zweck der haben sich die preußischen Provinzen würdig angeschlossen. Der Tag. Der großartigen, eindrucksvollen Demonstration der Hauptstadt Nahrungsmittelverteuerung stark beeinflussenden Wirtschafts- Gewinnung von hochwertigen Nebenprodukten wohl Da Dreillaffenhaus und Herrenhaus zusammentraten, hat Breußens politik festhalten, fann am Dienstag nicht Front machen die Hauptursache der Kohlenknappheit und der hierdurch auch klassenbewußtes Proletariat in allen Zeilen des Proletariats zur gegen die industriellen Nu znießer ihrer Politik. Daher begünstigten Preisschrauberei zu erblicken ist. ist es kein Wunder, daß sich Regierung und bürgerliche ernsten, wuchtigen Kundgebung vereinigt gesehen. Soweit die Fahne Parteien an der Kernfrage: Sind die jeßigen der Sozialdemokratie in Preußen weht, gab sich Dienstag abend Zeche Dorst feld hatte Kohlenförderung 1905: überall dieselbe heiße Empörung wider die Dreillaffen619 000, 1906: 545 000 Tonnen, aber Kokserzeugung 1905: Kohlenpreise normal?" vorbeidrückten. können, daran halten, daß die Gestehungskosten der Koble förderte 1906 zirka 200 000 Tonnen mehr als 1905, blieb aber kommenden Einzelberichte zeigt uns, daß überall derselbe Man muß sich, um diese Frage richtig beantworten zu 133 000, 1906: 149 000 Tonnen.- Zeche König Ludwig schmach, überall derselbe feste Wille, fie abzuschütteln, zu Ein flüchtiger Durchblid der massenhaft herein aus ganz natürlichen Gründen nicht billiger werden, sondern doch mit 59 616 Tonnen Lieferung an das Syndikat im starke Andrang der Arbeitermassen zu den Bersammlungen war, daß daß, auch wenn die Arbeiterlöhne heute noch auf dem Stande Rückstande, weil sie von der Gesamtförderung nahezu 50 Proz. überall dieselbe Kampfbegierde die Versammelten beseelte. Der von 1896 ständen, die Selbstfosten pro Tonne doch gestiegen ihren Nebenbetrieben zuführte!! Die Deutsche Bergwerks- erste Appell im Wahlrechtskampf hat ein Heer entschlossener Kämpfer wären. Die mit verhältnismäßig geringen Anlagekosten Beitung" vom 4. Juli 1907 schrieb selbst, die vielfachen Er- erste Appell im Wahlrechtskampf hat ein Heer entschlossener Kämpfer zu gewinnenden Flöge nämlich sind so gut wie alle längst ab- zeugnisse der Koksindustrie, als Teer, Ammoniak, Benzol, der Indifferenten, der Stumpfen, das das Feuer der Empörung gemustert, ein Heer, das werbend hinausziehen wird in die Reihen gebaut. Der Bergbau muß in größerer Tiefe betrieben Toluol, Bylol, Naphtha, Naphthalin, Anthrazenöl, Streofotöl, schüren und wachhalten wird, das bestrebt sein wird, sich zu ber der Indifferenten, der Stumpfen, das das Feuer der Empörung werden das erfordert bedeutend größere Ausgaben für die Teerpech, Salpetersäure usw., bringen den Zechen einen doppeln und zu verdreifachen, das den Willen in sich hat, zur unSchachtanlagen, Maschinen, unterirdischen Betriebe usw. Das höheren Gewinn als die alleinige Kohlen- und Koks- widerstehlichen Macht zu werden, zum reißenden Strom, dem die doppeln und zu verdreifachen, das den Willen in fich hat, zur undrückt auch die Arbeiterleistung der Gesamtbelegschaft gewinnung". herab, weil immer mehr Mannschaften zu nur indirekt Damit ist der Kohlenmangel", der nach Herrn Delbrüd Mauern der preußischen Junterswingburg weichen müssen. Glück auf! zu dieser Arbeit. produktiven Arbeiten verwandt werden müssen. Wenn auch naturgemäß" die Preise wegen geringen Angebots auf vielen Gruben feine Leistungsverminderung pro Ar- steigern muß, schon wesentlich erklärt. Wenn große Zechen müssen uns mit einem summarischen Ueberblick über die einzelnen Schier unmöglich ist es, alle die Berichte zu veröffentlichen. Bir beiter eintrat, so trifft doch das Gefagte auf den Ge- bis fast 50 Proz. ihrer Kohlenförderung zur Gewinnung Landesteile begnügen. samtbergbau zu. chemischer Roh- und Halbfabrikate verbrauchen, dann muß Es kann selbstverständlich keine Rede von einer Gaul- allerdings Kohlenmangel eintreten, und neben den hoch- Bersammlungen in Bornstedt- Bornim, Finsterwalbe, Frankfurt a. 5. D. Aus Brandenburg liegen uns bis jetzt Berichte vor über heit der Arbeiter" sein, auch wenn gewiffe Blätter diese Be- wertigen Nebenprodukten erzielen die Werksherren dabei auch( awei Versammlungen mit über 1000 Besuchern), Guben( drei sehr hauptung immer wiederholen. Der eigentliche Bergarbeiter, noch die profitablen Angstpreise für Kohlen. d. h. der direkt an der Kohlengewinnung beteiligte, hat im Bill man nun unter den derzeitigen Umständen die Frage Landsberg, Lindow i. M., Ludenwalde( 2000 Männer und Frauen start besuchte Versammlungen), Hennigsdorf a. Habel, Kirchhain, allgemeinen eine Leistungs steigerung aufzuweisen. Wie nach den normalen Stohlenpreisen erörtern, so steht man vor in zwei Versammlungen),' Neu- Ruppin, Rathenow( 1300 Personen), falsch es ist, nach der üblichen Methode die ganze Beleg- unenthüllten Geheimnissen.. Wieviel die einzelnen Zechen von Senftenberg, Sommerfeld, Welten und Werder a. d. Havel. schaft auf die Förderung zu berechnen, statt der direkt Be- ihrer Förderung nicht an den Markt bringen, welche Preise Senftenberg, Sommerfeld, Belten und Werber a. d. Havel. teiligten, ergeben folgende Zahlen aus dem Ruhrbergbau: sie sich für den enormen Selbstverbrauch anrechnen, ob die fammlungen mit über 4000 Besuchern; aus dem benachbarten WahlIn Pommern sahen Stettin und Vororte fünf große Ver Arbeitsleistung angegebenen Selbstkosten sich nur auf die Kohlenförderung treis Randow Greifenhagen werden brei Versammlungen berechnet auf die oder auch auf die Koferei, chemische Fabrik usw. beziehen, mit 2000 Besuchern gemeldet; außerdem melben uns die Berichte eigentlichen Bergleute welche Sorten selbst berbraucht oder verkauft werden 551 Tonnen usw. usw., alles das ist heute verschleiert. Eine Zeche rechnet start besuchte Versammlungen in Anflam, Barth a. d. Oftsee, Greifs569 Das Leistungsbild ändert sich also wesentlich, wenn man usw. lediglich auf die Kohlenförderung an; kein Wunder, daß über alles Erwarten großartiger Verlauf. Von 40 Versammlungen fämtliche Betriebskosten inklusive Roferei, chemische Fabrik wald, Stolberg, Stolp, Stralsund, Torgelow und Wolgast. In der Hauptstadt Schlesiens, in Breslau, ein die eigentlichen Bergleute( im Ruhrgebiet 50 Proz. der Ge- da enorme„ Selbstkosten" pro Tonne herauskommen, aber die in und um Breslau waren, soweit Meldungen beim Abgang des famtheit) speziell berücksichtigt. Natürlich können die eigent- Rechnung ist total falsch. Zum Beispiel hatte die Zeche lichen Bergleute ohne die sonstigen unterirdischen und die Eintracht Tiefbau 1906 an Ueberschuß pro Tonne Berichts vorlagen, über 20 polizeilich abgefperrt, teiloberirdischen Hülfsmannschaften nicht bestehen; es liegt in Noble 0,83 m., Kots nur 0,54 W.; sehr mäßig. nicht wahr? weise schon stundenlang vor Beginn der Versammlung. In Breslau der Natur des Bergbaues, daß er mit fortschreitender Teufe Aber dieselbe Zeche erübrigte pro Zonne Ammoniak 177 m. tagten 11 Versammlungen, die insgesamt 13 500 Demonstranten verund Ausdehnung immer mehr nur indirekt produktive Nach außen hin kann man da mit hohen Selbstkosten und einigten. Weitere Kungebungen fanden statt in Lieguit, Haynau, Arbeiter braucht, was natürlich die Selbstkosten auch erhöht. mäßigem Gewinn für Kohlen und Koks paradieren, aber daß Dswig, Leipe, Mariahöfchen, Gräbschen, Tschausch, Gottesberg, Aber es ist ein Gebot der Gerechtigkeit, nicht den Arbeitern die von der Deffentlichkeit nicht kontrollierten Neben- Striegau, Muskau, Altwasser, Weißwasser, Fellhammer, Landeshut, ein Nachlassen des Fleißes anzudichten, wo ganz andere, anlagen solche Gewinne abwerfen, das bleibt den meisten Neusalz, Langenbielau, Oberlangenbielau, Reichenbach, Petersnatürliche Gründe den Leistungseffekt pro Kopf der unbekannt. Zeche König Ludwig bezog aus der Kokerei waldau( dem Schauplatz von Gerhard Hauptmanns Weber"), Gesamtbelegschaft herabdrücken. Im Jahresbericht nur 69 135 M. Ueberschuß, auch sehr mäßig. Aber die Lauban, Görlitz( 1800 Personen), Benzig, Martlissa, Langenöts, Neudes Bergbaulichen Vereins für das Ruhrgebiet für 1905 Benzol- und Ammoniak fabrik brachte 1 321 335. falzbrunn, Kosel, Klettendorf, Neumarkt, Goldberg, Barchwiz, Ohlau, heißt es übrigens: Gewinn!!! Neisse, Schwiebus und Ziegenhals. 1887 • 1906 Arbeitsleistung berechnet auf die Gesamtbelegschaft 303 Tonnen 275,6 " 1887 1906 " Seit 1901 bezw. 1902 zeigt die Hauerleistung in der Schicht in allen drei Bezirken( Ruhrgebiet, Oberschlesien, Saarbezirt) wieder ein Aufsteigen, das im Ruhrgebiet mit fast/ Tonne am beträchtlichsten ist." Das hätte Herr Minister Delbrüd sagen sollen! Statt dessen sprach er bon einer Verminderung der Leistungen"! 1906 ist in allen Hauptrevieren die Leistung, auch wenn man die Gesamtbelegschaft aufrechnet, weiter gestiegen! Herr Delbrück hätte auch mitteilen sollen, daß im fiskalischen Saarbergbau die Leistung pro Kopf betrug bei den eigentlichen Berglenten 1896 1905 • 307,4 Tonnen 314,4 1896. 1905 • der Gesamtbelegschaft 234,7 Tonnen 234,4 Sieben Riesenbersammlungen tagten in Hannover, deren Besucher auf 15 000 zu schäßen sind. Aus der Brovinz werden Kundgebungen aus Emden( 600 Personen), Göttingen, Harburg und Wilhelmsburg( je zwei Versammlungen mit 4000 Besuchern), Limmer, Münden, Osnabrück( 600 Demonstranten), Seelze gemeldet. In Anbetracht dieser Verhältnisse wird jedermann zugeben müssen, daß es nachgerade unzulässig geworden ist, die Finanzlage der Zechen nach den" Selbst kosten pro Tonne" zu beurteilen. Es kann Zechen geben, die pro Tonne Kohlen 3ubuße leisten infolge der beliebten Selbstfostenberechnung und doch sehr gute Ueberschüsse machen im In der Provinz Sachsen geht Magdeburg mit fechs Gesamtbetrieb. Solange diese Art Selbstkostenberech glänzend besuchten, zum Teil polizeilich abgesperrten Bersammlungen nung nicht grundfäßlich geändert ist, muß es die Oeffentlich- boran; 10 000 Menschen sind unter Einrechnung derer, die nicht keit entschieden ablehnen, die Kohlen- und Kokspreisgestaltung Ginlaß fanden, auf den Beinen gewesen. Auch die Versammlungen auf Grund der zechenseitigen Selbstkostenrechnung zu beur- in den ländlichen Wahlkreisen des Regierungsbezirks Magdeburg teilen. Unter den jeßigen Umständen ist es einfach unmöglich, waren ebenfalls alle gut, zum Teil sogar glänzend besucht. Nur die Frage nach den normalen Kohlenpreisen auf Grund ein- im Kreise Salzwedel- Gardelegen, der Residenz des wandsfeier Unterlagen zu beantworten. Die ganze Zechen- Rufers nach dem starken Mann", des Präsidenten des Dreillaffenwirtschaft hat sich verschoben. Aber die Selbstkostenberechnung parlaments, Junker v. Kröcher, konnte das Proletariat keinen Protest Wir sehen hier dieselbe Erscheinung wie im Ruhrgebiet: aus der Zeit der reinen" Kohlengruben ist vielfach beibe- erheben, weil ihm nicht ein einziges Lokal zu Versamm Die Leistung der Gesamtbelegschaft ging zurück, aber die halten worden! Nur wer im Kalfulationsbureau der Zechen- lungen zur Verfügung steht. Im Wahlkreise Wangleben fanden eigentlichen Bergleute leisten mehr! Die Arbeiter und die gesellschaft sitt, weiß, was der Zeche die Tonne Kohle wirklich in den Orten Diesdorf, Egeln, Fermersleben, Groß- DtterslebenBolksvertreter dürfen von dem Ressortminister verlangen, fostet. Die Revolutionierung der Grubenwirtschaft hat vor- Bennedenbed, Klein- Dttersleben, Langenweddingen, Lemsdorf und daß er dem Parlament feine ungenaue oder gar unrichtige nehmlich 1900 eingesetzt. Aber trotz tagelanger Erörterung Salble- Westerhüsen Versammlungen statt. Für den Wahlkreis Wolmit. Darstellung der Grubenverhältnisse gibt. Der Minister hat über die Kohlenpreisfragen hat selbst die reichsamtliche Rar- stedt Neuhaldensleben waren in Barleben, Ebendorf, Dlven sich die Argumente der Werkspresse zu eigen gemacht, tellfommission feine Aufklärung schaffen können. Auf die stedt, Rothensee, Neuhaldensleben und Althaldensleben Versammlungen er hat durch seine nackte Behauptung, die Leistung ginge entscheidenden Fragen verweigerten die Interessenten die veranstaltet. Im Wahlkreise Jerichow I und II zu Burg, zurück, den Arbeitern sehr unrecht getan. Antwort. Wenn das dem Herrn Minister Delbrück bekannt( 800 Personen) Gommern und Cracau; für den Wahlkreis Stendal. In einer objettiven Darstellung der fraglichen Ver- ist, so hätte er den Reichstag mit seiner Rede über die sagen- Osterburg zu Tagermünde; für den Wahlkreis Calbe. hältnisse muß außerdem auch hingewiesen werden auf die haften Selbst to sten" verschonen sollen. Aschersleben zu Aschersleben, Schönebeck, Quedlinburg, enorme Vermehrung der Arbeiterkategorien, die gar nichts mit der Kohlenförderung zu tun haben, trotzdem aber zur ,, Gesamtbelegschaft" gerechnet zu werden pflegen. Die Zahl der obertags beschäftigten, erwachsenen Arbeiter( Klasse C) zuließen. Aber das Publikum muß wahrhafte Notstands= In Halle a. S. tagten vier imposante Versammlungen, bie in der Ruhrkohlenindustrie ist von 21 438 im Jahre 1890 preise zahlen: 30 Proz. mehr als vor wenigen Jahren! in der Umgegend waren ebenfalls außerordentlich stark besucht. auf 50 838 im Jahre 1906 gestiegen, d. h. weit mehr als Die Händler sind gebunden an feste Preise seitens der Zechen- In Eilenburg waren 600 Personen versammelt. verdoppelt worden; dagegen vermehrte sich die Zahl der befizer, fönnen nicht einen beliebigen Aufschlag nehmen. Aus Schleswig- Holstein werden Versammlungen ge eigentlichen Bergleute( Klasse A) nur von 78 226 Dabei sind auch in unmittelbarer Nähe der Zechen die meldet in Altona( 4000 Personen), Wandsbek( 1200 Besucher), auf 135 128, um knapp 72 Broz. Unter der Klasse C befinden Hausbrandkohlen brauchbarer Qualität mit 90-100 Bf. pro Ottensen, Lockstedt, Lüneburg, Soltau, Schiffbed( 1000 Demon sich in stark steigendem Maße solche Arbeiter, die nur in den Rentner zu zahlen! Billiger als 60 Bf. gibt's feine, das ist stranten), Schleswig, Izehoe( 700 Besucher) und Segeberg. Stokereien, Nebenproduktenfabriken, Ziegeleien usw. tätig schlechtes Beug; der billigste Preis pro Tonne wäre demnach In der Rheinprovinz hatte Köln und Vororte nenn find. Die Kofsfabrikation im Ruhrgebiet stieg 1903 12 M. Aber in der Selbstkostenrechnung" der betreffenden Waffenversammlungen, die alle lange vor Beginn schon überfüllt bis 1906 von 10,1 auf 15,5 Millionen Tonnen gleich über Bechen erscheinen die" Erlöse" viel geringer, eben wegen der waren. Aus der oberen Rheinproving werden startbesuchte Ver. 50 Proz., die Kohlenförderung stieg nur um 19 Proz.! Die besprochenen Umwälzung der Grubenwirtschaft fammlungen und begeisterte Stimmung gemeldet. In Mülheim. Man beachte doch bloß: Die Zechenbesitzer erklären, fie Röderburg und Staßfurt; für den Wahlkreis Halberstadt. hätten die Preise nur mäßig gesteigert, und sie verweisen Wernigerode in Halberstadt, Wernigerode, Schlanstedt, Osterdabei auf die Selbstkosten", die nur mäßigen Gewinn" wied, Hornhausen und Kroppenstedt. " am Rhein waren 1000 Personen versammelt, die vis auf die Straße standen, weitere Kundgebungen sind zu vermerken in Nachen (000 Besucher), Andernach, Dellbrück, Düren, Sonnborn. Aus vielen großen Orten sind noch keine Berichte eingelaufen. Ebenso großartig ist der Verlauf der Kundgebung in den übrigen Provinzen gewesen, aus denen uns bisher nur knappe sum- marische Meldungen zugingen. In D a n z i g waren 800 Personen versammelt, in Wiesbaden desgleichen. Im Wahlkreis Essen haben die Versammlungen besonderer Umstände halber schon am Sonntag getagt. Dort und in nächster Umgebung tagten sechs Massenversammlungen, die insgesamt an 3500 Besucher um- faßten. Außerdem fanden Kundgebungen in Kettwig, Caternberg und Kray statt. Die noch ausstehenden Berichte werden nach den uns zuge- gangenen vorläufigen Meldungen das glänzende Bild der großen Demonstration vervollständigen. Sie neueste Sensation. Zwischen den beiden Harden-Prozessen bedurfte unsere Bourgeois- presse dringend einer neuen Sensation. Die Berliner Polizei hat ihr diese ersehnte Sensation geliefert durch die Entdeckung des „Geheimlagers der Terroristen in Berlin". Das ist für die biirger- liche Presse wieder einmal ein gefundenes Fressen, wie es seit der Affäre des Hauptmanns von Köpenick nicht mehr da war. Auti- semitische und jüdisch- liberale Blätter, Scharfmacherorgane vom Schlage der„Post" und der„Tägl. Rundschau" wetteifern mit frei« sinnig-demokratischen Blättern darin, dem braven Philistertum die gruseligsten Schauergeschichten aufzutischen. Von Parabellumpistolen, Dum-Dum-Geschossen, Höllenmaschinen usw. wimmelt eS nur so in den Spalten des edlen Zeitungsgeschwisters. lind ein sich als linksfrcisinnig aufspielendes Blatt hat in der Aufregung so sehr, wie wir bereits gestern zur Erheiterung unserer Leser mitteilten, den Blick für die Grenzlinie zwischen dem Erhabenen und Lächerlichen verloren, daß es die deutsche Sozialdemokratie davor warnen zu müssen glaubte, sich nur ja nicht am Ende gar im Reiche der Gottesfurcht und frommen Sitte zu einer terroristischen Taktik verleiten zn lassen! Dieser„freisinnige" Witz hat die Oertel, Rippler und Konsorten nicht schlafen lassen. Sie„stellen fest", daß nunmehr die Ver- biudung zwischen der deutschen Sozialdemokratie und den russischen Terroristen erwiesen sei. Der Parteivorstand selbst habe durch die Vermittelung des Genossen Ernst, wir wissen nicht ob den Waffen- schmuggel oder gar die Herstellung von Höllenmaschinen betrieben. Wir sind wirklich neugierig, zu welchem skurrilen Aberwitz eS die polizeioffiziös genährte Reporterphantasie noch bringen wird. Jedenfalls haben wir nicht die geringste Ursache, diesen tollen Fabeleien ernsthaft entgegenzutreten. Daß die deutsche Sozial- demokratie ihrem ganzen Wesen, nicht nur ihrem Programm nach Gegnerin des Terrorismus ist, weiß nachgerade jede? Kind. Und jeder Politiker, der Anspruch darauf erhebt, ernst genommen zu werden, sollte auch wissen, daß die geeinte russische Sozialdemokratie sich gegen den Terror erklärt hat, aus politischen Prinzipien, nicht mit Rücksicht auf die Polizei Väterchens oder russischer Satrapien. Deshalb, weil die deutsche sozialdemokratische Presse terroristische Taten aus den trostlosen russischen Verhältnissen erklärt hat, kann man sie etwa mit demselben Recht für diese Taten verantwortlich machen, wie man für einen Krater- ausbruch die Geologen verantwortlich machen kann. Aber wie gesagt: Wir wollen den Karneval unserer bürgerlichen Presse beileibe nicht stören. Interessant ist nur, wie die Polizei nichts Dringlicheres zu tun hat, als alle ihr amtlich bekannt gewordenen Dinge brühwarm in die Presse zu lancieren. Sie hat es so eilig, daß sie nicht einmal dem von ihr sonst so bevorzugten Rippler-Blatt oder der„Post" einen Vorzug einräumt, sondern sich auch der„B. Z. am Mittag", dieses angeblich linksfreisinnigen Blattes bedient. So brachte dies Blatt heute wieder einen Bericht über die Vernehmung des Genossen Ernst, die kaum 1—2 Stunden vor der Ausgabe dieses Sensations- blatteS stattgefunden hatte! Doch geben wir zum Schluß das Neueste nach der polizeioffiziösen Darstellung wieder: „Der Berliner Vertreter der Deutschen Waffen- und Munitions- fabrikcn in Karlsruhe, von der die 15 Parabellum- Pistolen und 3000 Hohlspitzgeschosse stammeu, hat der Polizei mitgeteilt, daß die- ganze Sendung auf die Bestellung eines gewissen Turcaö w in L ü t t i ch nach Belgien gegangen sei. Dieser TurcaSw, der, wie heute mitgeteilt, in Verkehr mit dem Mieter des Zinnners Fritz W a s ch o w s k i stand, ist identisch mit einem Russen Wallach, der vor sechs Tagen mit den 29 russischen Anarchisten ausgewiesen wurde. Weiter ist ormittelt worden, daß in den letzten Wochen auf dem Hamburger Güterbahnhof zwei Kisten mit Waffen u.it d Munition aus Herbesthal an der deutsch-belgischen Grenze angekommen find. Sie wurden von einer Berliner Speditionsfirma an eine» Schlosiernieister im Norden Berlins expediert. Ihr Gewicht 24 und 30 Kilogramm ist dasselbe, das die beiden im Geheimlagcr beschlagnahmte» Kisten besitzen. Die Ermittelungen der Polizei gehen jetzt dahin, festzustellen, ob dieser dem Namen nach bekannte Schlossermeistcr selbst Empfänger der Waffcnsendung war oder vielleicht ein bei ihm wohnender Russe. Daö Papier mit den Wasserstreifen ist zur Begutachtung durch Sachverständige der Börse, der Reichsdruckerei und einer hiesigen Papiergroßhandlnng vorgelegt worden. Das Urteil ging dahin, daß das Papier deutschen Fabrikats sei, aber a u S- schließlich in Rußland zur Herstellung von Obligo- tionen, Aktien und Staatspapieren gebraucht werde. Die Fabrik, in der das Papier hergestellt ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Das Papier wird auch nach Rußland zur Begutachtung gesandt werden. Heute vormittag wurde in dieser Sache der Spediteur des „Vorioärts", Eugen Ernst, vernommen. Er bekundete, nichts zu wissen. Das ihm vorgelegte Pavier kenne er nicht, es stamme auch, soviel ihm bekannt sei, nicht aus der„Borwärts"-Drnckerei. Auf die Vernehmung des Reichstags-Abgeordneten Fischer ist ver» zichter worden, dagegen soll das Personal deS„Vorwärts" über das Papier vernommen werden." Zm neuen yiotten-lflilliarde. In der Absicht, Volk und Regierung zu immer größeren Auf« Wendungen für die Flotte anzuspornen, versteigt sich Generalmajor Keim in der letzten Nummer der Zeitschrift„Die Flotte" zu der folgenden bewußten Unwahrheit: „Es steht fest, daß die deutsche Flotte, welche im Jahre 1905 noch den dritten Rang unter den Flotten der Großmächte ein» nahm, jetzt den vierten einnimmt und im Jahre 1909 infolge der rastlosen Vergrößerungen der japanischen Flotte den fünften Platz einnehmen wird. Diesen Tatsachen gegenüber wäre es Selbst- betrug, zu behaupten, daß Deutschland eine starke Flotte besitzt oder sie in absehbarer Zeil erhält." Herr Keim muß ganz genau wissen, daß die japanische Flotte der deutschen Marine zurzeit ganz erheblich unterlegen ist und daß Japan selbst bei den riesenhaftesten Anstrengungen bis zum Jahre 1909 nie und nimmer die Flottenstärke Deutschlands erreichen kann. Um zu zeigen, in wie leichtfertiger Weise der Leiter des Flottenvereins mit den Tatsachen umspringt, bringen wir die folgende Tabelle, die den Schiffsbestand der fünf größten Seemächte am 1. Januar 1911 zeigt. Sie enthält alle Linienschiffe(über 10 000 Tonnen), die 1387 und später vom Stapel liefen, und alle Panzer- kreuzer(über 5000 Tonnen), deren Stapellauf 1892 und später stattfand. Linienschiffe Panzerkreuzer Zahl Deplacement Zahl Deplacement Die Tabelle zeigt also, daß von einer Ueberlegenheit Japans in den nächsten Jahren nicht die Rede sein kann; sie zeigt ferner, daß Deutschland in bczug auf Linienschiffe über 10 000 Tonnen an dritter Stelle steht. Frankreich hat zwar 9 Panzerkreuzer mehr als Deutschland; vergleicht man aber die Schiffsbestände dieser beiden Staaten miteinander, so kommt man zu dem Resultat, daß Deutschlands Flotte schon jetzt der französischen durchaus ebenbürlig ist. Bedenkt man weiter, daß ja Amerikas Flotte in zwei Geschwader geteilt ist, deren Vereinigung nur nach einer Fahrt von mehreren Monaten möglich ist, so ersieht man, daß nächst England Frankreich und Deutschland die gewaltigste Seemacht in die Wagschale zu werfen haben. Was kümmert uns übrigens die Seestärke Frankreichs? Ein Krieg gegen dieses würde auf dem Lande ausgefochten werden, und selbst die glänzendsten Siege der ftanzösischen Marine könnten etwaige Niederlagen der französischeu Armee nicht paralysieren. Ja wahr- scheinlich würde sich Frankreich auch heute genötigt sehen, das Mittel anzuwenden, das es 1870 in Anwendung brachte. Es würde seine Marinetruppen ins Landheer st ecken müssen, nur um den Vormarsch der deutschen Heeressäulen zu bannen. Und Amerika?— Wo in aller Welt kollidieren unsere Interessen mit denen der Amerikaner?— Dazu liegt Amerikas Interessensphäre in Ostasien und eS hat jedem Kriege mit einer anderen Macht sorg- sani aus dem Wege zu gehen, bannt es seinem Gegner Japan, mit dem eS über kurz oder lang den Kampf aufnehmen muß. gewachsen bleibt. Also einen Krieg mit Amerika haben wir nicht zu be- fürchten. Herzlich wenig sollte uns eigentlich auch' die Verstärkung der japanischen Marine in Aufregung versetzen. Man sollte nur Kiautschou aufgeben, was selbst einige der verbohrtesten Chauvinisten fordern, weil eben unser Platz an der Sonne in wirtschaftlicher und mili- tärischer Beziehung ein verlorener Posten ist. Bleibt also nur England. Dieses aber befindet sich in einer eigentümlichen Lage. Es hat nicht nur ausgedehnte Kolonien in allen Teilen der Welt zu schützen, es hat sich selbst auch die Zufuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen im Falle eines Krieges zu sichern, und es muß ferner einen Einfall feindlicher Truppen unter allen Umständen verhindern, was ihm ohne eine gewaltige Marine bei der großen Ausdehnung der Küsten und bei dem Fehlen ent- sprechender Landstreitkräfte durchaus unmöglich wäre. Es kann diesen Aufgaben nur gerecht werden, wenn seine Flotte auf alle Eventualitäten gerüstet ist. Deshalb hat England schon seit langen Zeiten den Tvo Fower Standard behauptet; das heißt, seine Flotte ist stets den vereinigten Flotten der beiden nächsten Seemächte überlegen gewesen. Deshalb sind die Argumente unserer Flotten- treiber nach jeder Richtung hin lächerlich I Sie„mittlere" Steuerlinie. lieber die Borsengesetzreform und das Reichsvereinsgesctz sind allem Anschein nach die konservativen und freisinnigen Flügel des Blocks zu einer Verständigung gelangt. Die Konservativen werden nach einigem Sträuben so viele Stimmen für die Börsengesetznovelle stellen, daß diese mit knapper Mehrheit zur Annahme gelangt, ebenso das neue Reichsvereinsgesetz. Dafür übernehmen es die Freisinnigen, die reaktionären Bestimmungen des neuen Vereins- gesetzcntivurfs, speziell den gegen die Polen und Dänen gerichteten § 7, für unbedenklich und nebensächlich zu halten, den Konservativen den ungestörten Genuß der ihnen aus den Zoll- und Lebensmittel- Preissteigerungen zufliehenden materiellen Vorteile zu garantieren und die Frage der Aenderung des preußischen Wahlrechts vorläufig aus dem Spiel zu lassen. Bis so weit ist also das Fortbestehen de» reifinnig-konservativen Konkubinats vorläufig gesichert. Dagegen ürchten die gewiegteren Blockpolitiker ernstlich, daß es über die Frage der Steuerbeschaffung zu gefährlichen Konflikten und schließ- lich zu einer Sprengung des Blocks kommen könnte. Sie suchen deswegen vorzubeugen, indem sie beiden Seiten Nachgiebigkeit predigen. Besonders fühlt sich Freiherr V. Zedlitz und Neukirch zu der Rolle des staatsmännischen Vermittlers berufen. Im„Tag" mhrt er aus, daß das Spiritusmonopol und die Zigarren-Bande- rolensteuer doch immer nur insgesamt 130 Millionen Mark bringen würden, und dieser Ertrag reiche nicht aus, den Fehlbetrag der Reichseinnahmcn, den Herr v. Zedlitz auf 200 Millionen Mark ver- ansihlagt, zu decken. Dazu aber käme, daß diese Steuerpläne des Reichsschatzamtes kaum Aussicht auf Verwirklichung hätten. Ihre Chancen hätten sich durch die Art, wie Herr von Stengel sie in die Oeffentlichkeit spediert hätte, beträchtlich verschlechtert. Es sei ver- kehrt, den ganzen Mehrbedarf an Reichseinnahmen durch die Be- steuerung des Verbrauchs der Masse decken zu wollen; aus Rück- ächten der Klugheit hätten in das neue Steuer- Programm auch einige direkte, die Wohlhabenden belastende Steuern mit aufgenommen werden müssen— sei es auch nur, wie Freiherr von Zedlitz sich ausdrückt, als„Sicherheitsventil" für die Entrüstung der Masse. Wörtlich ägt er: „Man mutet damit(mit der weiteren Belastung deS Massen» Verbrauchs) einer aus allgemeinen und gleichen Wahlen hervor- gegangenen Volksvertretung mehr zu, als sie ihrer Natur nach tragen kann, und schwächt so den vorhandenen guten Willen, in den sauren Apfel der Bewilligung neuer Steuern zu beißen, emvfindlich. Wäre es bei geschickter Führung der Verhandlungen wohl möglich gewesen, die nationale Mehrheit zu einer be- trächtlichcn Bewilligung indirekter Steuern zu bewegen, wenn damit von Anfang an die Zusicherung der Uebernahme eines nennenswerten Teils des Mehrbedarfs auf nach der Leistungsfähigkeit auf die Bundesstaaten um- zulegende und in diesen von den steuerkräftigsten Schultern zu tragende Matrikularbeiträge verbunden worden wäre, so wird man jetzt schwerlich mebr so leichten Kaufes davonkommen. Die Geschichte der sibyllinischcn Bücher dürfte eine neue Auflage erleben. Ich fürchte sehr, man wird sich an den Gedanken ge- wöhnen müssen, daß im Reichstage auch bei seiner jetzigen Zu- sammensetzung die Zustimmung zur Deckung eines beträchtlichen Teils deS Mehrbedarfs durch indirekte Steuern nur um den Preis der direkten Belastung der wohl- Habenderen Minderheit durch Reichssteuern zu erreichen sein wird.... Es wird schon nichts helfen: man wird sich damit abfinden müssen, daß die jetzt anscheinend gründlich festgefahrene Reichs- finanzrcform sich nur wieder in Gang und zu einem besriedi- gcnden Abschluß bringen läßt, wenn man eine das Ver- mögen direkt belastende Reichs st euer Vorspann t. Als solche kommen in Betrad, t eine Reick, Svermögen- steuer und die Ausdehnung der Erbschaftsteuer auf Abkömmlinge und Ehegatten. Prüft man. welche von beiden Steuern das kleinere Ilebel ist, so wird man Wohl sich für die allgemeine Durchführung der Erbschaft st euer entscheiden müsse n." Herr von Zedlitz empfiehlt daher eine Verständigung auf fol« gender Basis: die Liberalen verstehen sich zu neuen Steuern auf den Massenverbrauch und die Konservativen konzedieren dafür ihren liberalen Blockgefährten eine Erhöhung der Erbschaftssteuer bezw. ihre Ausdehnung auf direkte Abkömmlinge und Ehegatten. Ein recht gut gemeinter Vorschlag. Fraglich ist nur, ob die beiden Seiten des Blocks sich auf diese eigenartige»mittlere Steuer- link" einlassen werden. poUtifebe ücbcrlicbt. Berlin, den 27. November 1907. Versichernng und Sicherung. Aus dem Reichstage. Tas Gesetz über den Versicherungsvertrag, das dem Reichstage vorgelegt und dazu bestimint ist, das Verhältnis zwischen Versicherten und Versicherungsgesellschaften zu regeln, hat den Reichstag im Vorjahre schon einmal beschäftigt. Die plötzliche Auflösung des Reichstags ließ den Entwurf in der von der Kommission bereits ausgearbeiteten Fassung unter den Tisch fallen. Die jetzige Vorlage entspricht im wesentlichen dieser Kommissionsfassung. Nur in einem wesentlichen Punkte weicht die Vorlage ab. Die Rc» gierung will grundsätzlich die Hinterbliebenen von Selbst- Mördern vom Anspruch auf die Lebensversicherungssummc ausschließen.— In der kurzen Debatte wurde unsererseits vom Genossen Stadthagen nachdrücklich betont, daß diese Ungerechtigkeit wieder beseitigt werden müsse. Die Erörterung der versicherungstechnischen Mängel behielt er sich für die Kommissionsberatung vor, betonte aber, daß wir uns nicht— wie die Vertreter bürgerlicher Parteien— mit den bloßen Erklärungen einzelner Regierungsvertreter über die etwaige Abstellung von Mängeln in der Zukunft zufrieden geben könnten. In der Hauptsache stehen wir auf dem Standpunkt, daß das gesamte Versicherungswesen v erstaat- licht werden muß, da nur so die Versicherten vor den viel- fach schikanösen Auslegungen der Gesellschaften hinreichend gesichert werden können und es an sich widersinnig ist, daß aus der Versicherung Kapitalgewinn gezogen wird. Die Ver- treter der übrigen Parteien standen durchweg dem Entwurf sympathisch gegenüber. Gegen Kommissionsberatung wurde kein Widerspruch erhoben. Lebhaftere Anteilnahme erregte die erste Lesung des Gesetzentwurfes über die Sicherung der Baufordernnge«. Man könnte die Vorlage auch nennen: Versuch zur Bekämpfung des Bauschwindels. Der Zweck des Gesetzes ist zweifellos ein guter. Seit Jahren werden bei Neubauten, besonders in den größeren Städten, durch gewissenlose Spekulanten die Bauhandwerkcr, aber auch die Bauarbeiter und die Lieferanten von Baumaterial, planmäßig beschwindelt. Eine allgemein verbreitete Methode ist die, daß ein Grundstücks- spckulant sich einen möglichst vermögenslosen Bauunternehmer sucht. Dem Strohmann wird das Grundstück ftir einen weit übertriebenen Preis„verkaust" und dann die jkaufsumme als erste Hypothek auf das Grundstück eingetragen. Der Bau wird begonnen und etwa bis zur Fertigstellung des Roh- baueS fortgeführt. Dann kündigt der Grundstücksspekulant — als Hypothekengläubigcr— seine Hypothek! In der Sub- bastation kauft er das Grundstück mit dem Bau zu einem Preise zurück, der noch unter seiner Hypothek bleibt, und die Handwerker, die noch Geld an dem Bau zu stehen haben, sind um ihre Forderung geprellt, mit ihnen womöglich die Arbeiter und Lieferanten. So ging das jahrzehntelang. Millionen sind verloren gegangen Alle in Mitleidenschaft gezogenen Kreise, Bauhandwerksmeister wie Bauarbeiter, haben Abhülfe verlangt. Am schlimmsten machten sich die Bauschwindlerpraktikcu fühlbar in den Zeiten der Krisis, besonders zu Anfang der neunziger Jahre. Weniger traten ihre bedenklichen Wirkungen in Erscheinung in den letzten Jahren wegen der günsttgen Konjunktur. Damit nun gegen diese Ucbclstände Vorkehrungen getroffen werden können, hat die Regierung endlich den Gesetz- cntwurf vorgelegt, der heute zur Beratung kam. Die Ver- treter der bürgerlichen Parteien standen dem Entwurf sym- pathisch gegenüber, indem sie gleichzeitig um die Wette ihr warmes Herz für das Handwerk und den Mittelstand an- priesen. Einzelheiten wurden indes als ungenügend oder verkehrt mannigfach bekämpft. Der kapitalisttsche Stand- Punkt kam am unverfälschtesten in den Ausführungen des frei- sinnigen Herrn K ä in p f zur Geltung. Genosse Bömclburg sprach sich gleichfalls für die Grundidee des Gesetzes aus, wie wir ja jederzeit bereit sind. berechtigten Beschwerden der Handwerker gegenüber illoyaler Ausbeutungspraktiken des Kapitals Rechnung zu tragen. Ein» gehend behandelte Bömelburg das Interesse, das die Bau- arbeiter an dem Gesetzentwurf haben. Wie stark Bauarbeiter durch die Schwindelmanöver betroffen werden, zeigte er an Zahlen, die in diesem Jahre ermittelt wurden: In der Zeit vom 1. Januar bis 1. November haben unter 58 Orten, an denen Nachforschungen angestellt wurden, in 40 Orten allein die Maurer infolge der Bauschwindlerpraktiken 86000 Mark eingebüßt, von denen nachträglich etwa 40000 M. eingeklagt werden konnten. Gegen die Besttinmungen des Gesetzes machte Bömelburg hauptsächlich geltend, daß die Arbeiter bei einem Krach nicht schnell genug zu ihrem Geldc kommen würden, da sie häufig bis zur Beendigung des Baues— ein halbes Jahr oder länger— auf die Aus- zahlung würden warten müssen! In der Kommiision, die schließlich einmütig beichlofsen wurde, muß auf eine größere Sicherstellung der Arbeiterforderungen hingearbeitet werden Der badische Black. Die badischen Natioualliberalen haben ihre Rache für die Nichtuntcrzcichuiing der Beileidsadresse der dadischen Kammer an den neuen Grotzherzog beim Tode Friedrichs I. durch den Genossen Geck genommen. Der badische Block ist gesprengt. Wie unS ein Telegramnt aus Karlsruhe meldet, wurde heute von der zweiten badifchen Kammer der Zentrumsabgeordnete Fahrcnbach-Freiburg zum Präsidenten sowie der National- liberale Wilckens und der Demokrat Haimburger zu Vize» Präsidenten erwählt._ Klarheit. Die freisinnigen Parteien haben ihren Wahl« rechtsantrag aus der vergangenen Session jetzt wieder ein- gebracht. Ter Antrag verlangt für die Wahlen zum Ab- geordnetcnhause das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe und eine Neueinteilung der Wahlbezirke auf Grund der Eraebnisse der Vollszählung vom 1. Dezember 1905. Bekanntlich haben die Freisinnigen und das Zentrum! Diefe Forderungen der Steiger find so weitgehend wie fie auch scheinen mögen durchaus berechtigt. Die Steiger find für die genaue Junehaltung der bergpolizeilichen Verordnungen ver antwortlich und müſſen daher den Zechenverwaltungen gegenüber möglichst unabhängig sein. Solange der Steiger der abhängige Sklave der Zechenverwaltung ist, muß er, um nicht deren Mißfallen zu erregen, nur auf eine möglichst hohe Kohlenförderung aus seinem Freiherr Dr. ,, bon" Rösicke. der Blockpolitik zuliebe auf die Besprechung ihres Antrages In einer Rede des Abgeordneten Korfanth bei der vorgestrigen in der vorigen Session verzichtet. Wie unverzeihlich das war, Kohleninterpellation im Reichstage befand sich eine Anspielung auf zeigt sich jetzt, wo die Regierung es nicht einmal der Mühe den Abgeordneten Dr. Röside, über deren Entstehungsgeschichte in wert gefunden hat, in der Thronrede vom Wahlrecht auch Foyer folgende niedliche Erzählung kursierte: nur ein Wort zu sagen. Um so energischer muß jezt ver- Die Deutsche Tageszeitung", das Organ des Bundes der langt werden, daß der Freifinn dafür sorgt, daß sein Antrag Landwirte, hatte arge Beklemmungen wegen der neuen Ansiede- Revier erpicht fein und kann daher nicht genügend für die nötige möglichst rasch zur Beratung gelange. Zu- lungsvorlage, welche die Regierung zum Schuße des Deutschtums Betriebssicherheit sorgen. Namentlich durch das gerügte Prämien gleich möchten wir fragen, was das Zentrum in der in der Provinz Posen dem Landtag vorgelegt hat. Man fürchtet system, das besonders auf den Stinnes Zechen auss auch auf ausreichenden preußischen Wahlrechtsfrage. unternehmen will. In der in den agrarischen Kreisen, daß das böse Beispiel der Enteignung gebaut ist, kann ein Steiger, der und daher eine geringere Fördermenge vorigen Session hat es ebenso wie der Freisinn seinen Wahl- das heilige Eigentum" erschüttern und revolutionierend wirken Arbeiterschutz achtet und daher rechtsantrag unter den Tisch fallen lassen. könne. In jener für die Regierung qualvollen Zen des Zweifels es gehört denn doch eine gehörige Portion Naivität dazu, von dem erzielt, bis zu 100 M. und mehr monatlich geschädigt werden. Aber Es ist um so dringender, daß endlich Aufklärung ge- ob fich nicht etwa Ansiedelungsrebellen bei den Konservativen preußischen Geldjacksparlament zu erwarten, daß es, den Interessen schaffen wird, als eine oft offiziöse Sorrespondenz über die finden und das ganze Ansiedelungsprojekt, wie früher den RheinStellungnahme der Regierung eine Mitteilung macht, Elbefanal, begraben würden, traf es sich, daß der Vorsitzende des die, wenn sie wahr ist, fich als stärkste Pro- Bundes der Landwirte, der Abg. Dr. Röfice, eine Unterredung mit bokation der entrechteten Massen erweisen dem Reichskanzler hatte. Fürst v. Bülow teilte seinem Besucher würde. Danach will die Regierung erklären, daß an eine Re- mit, daß der Kaiser sich entschlossen habe, Herrn Dr. Röside wegen form des Wahlrechts für die laufende Session nicht zu seiner hohen Verdienste um die deutsche Landwirtschaft in den denken sei, daß aber im Laufe der neuen Legislatur. Freiherrnstand zu erheben. Im weiteren Verlauf der Unterperiode dem Landtage Wahlrechtsvorschläge nament haltung wurde von dem Fürsten geäußert, daß man die patriolich in bezug auf die Neueinteilung der Wahl- tische Unterstützung für die Regierungspläne in der Probing Posen freise vorgelegt werden würden. brauchen könne und daß die Ansiedelungsvorlage dringend notwendig wäre, um die Nation vor Schaden zu bewahren. Wie weiter erzählt wird, ist das Heroldsamt jetzt beschäftigt, das Wappen des Freiherrn Dr. Röside zu entwerfen. Vielleicht wird es zugleich mit dem Gesetz über die Ansiedelungsvorlage publiziert. Danach scheint es sich bei der Mitteilung des Abg. Korfanth Ist das richtig, so würde das die Absicht der Regierung bedeuten, einmal die Wahlreform zu ber schleppen, dann aber auch dem neuen Landtage keine gründliche Reform vorzulegen, sondern sich mit irgend einem elenden Flickwerk, das vielleicht nicht einmal die Abschaffung des Dreiflassensystems bringt, zu begnügen. um kein Märchen zu handeln. Dadurch würde allerdings auch verständlich gemacht, warum Fürst Bülow dem Freifinn nicht einmal erlaubt hat, den Antrag auf Einführung des geheimen Wahlrechts zu stellen. Andererseits würde es auch zeigen, daß selbst das unverhüllte Bekenntnis der Aufrechterhaltung der preußischen Reaktion den Freifinn nicht daran hindert, dem Fürsten Bülow dienst bar zu sein. Die Augen gehen ihnen über! Ein überflüssiger Vorschlag. Im letzten Heft der Sozialistischen Monatshefte" macht Genoffe Wolfgang eine einen Vorschlag zur Konzentration der Reichstagsarbeit". Er geht davon aus, daß die Beratung des Etats zu sehr in den Vordergrund tritt und darüber die Initiativanträge der Parteien, also ein besonders wichtiger Teil der parlamenta rischen Arbeit, zu kurz kämen. Da die Materie, die in den Initias tibanträgen beraten werde, unbedingt besprochen werden müsse, so müßten all diese Gegenstände bei der Etatberatung untergebracht werden, wodurch sich der Raum für Initiativanträge noch mehr verenge. Um diesen Uebelstand zu vermeiden, schlägt Heine vor, die Etatberatung auf einen gewiffen Raum zu beschränken. Diese einer scharfen Kritif. Es schreibt unter anderem: Wie liegen heute die Dinge? Der Abgeordnete Nau- Kontingentierung soll durch Abmachungen der Fraktionen unter mann stellt in der Lib. Korresp." folgendes zusammen: einander erfolgen. Ferner macht Heine Vorschläge über Aenderung Zusage der Erhöhung der Beamtengehälter, der Kommissionsberatungen, die nur parlamentarisch- technisches Ankündigung neuen Flottenbedarfes, Interesse haben. " Das„ Berliner Tageblatt" ist über den Anfang der Blockpolitik geradezu entsetzt. In einem Leitartikel Gin schöner Anfang" unterzieht es die ungeheuerlichen Mehrforderungen der Regierung und die ganze zerrüttete Finanzlage Erhöhung der regelmäßigen Reichsausgaben durch allgemeine Verteuerung, Uns will es scheinen, daß Genosse Heine einige wesentliche Momente bei seinem Vorschlag übersehen hat. Gewiß ist es ein techVersagen der neuen schlechten Steuerreform, wie zum Bei- nischer Uebelstand, daß das deutsche Parlament feine Gtatberatung spiel der Fahrkartensteuer, so lange ausdehnt. Die Hauptschuld daran trägt aber in erster Ein Defizit des Reichshaushaltes. Das find, wohlgemerkt! die dauernden Ausgaben. Sie Linie die Regierung, die systematisch die Zeit der Parla: kehren Jahr für Jahr wieder. Sie laften auf dem mentstagungen möglichst einschränkt, was auch Heine selbst an Staats- und Reichsbürger, ob es regnet und schneit, oder ob die deutet. Dann aber trägt die Schuld die Mehrheit des Reichstags, Sonne scheint. Sie werden ihm nach menschlichem Ermessen die die Veratung der Initiativanträge ebenso wie die Regierung nie wieder abgenommen werden. Daneben aber stets zu verhindern trachtet, begreiflicherweise, da naturgemäß die häufen sich auch die einmaligen Ausgaben immer mehr. Initiativanträge für die Opposition ein größeres Bedürfnis sind, Vorläufig fordert Freiherr v. Stengel einen Anleihekredit als für die Regierungsparteien, deren Wünsche ohnehin in Gestalt bon 260 Millionen, wobei von den Kolonialeisenbahnen noch nicht die Rede ist. Die vierte Milliarde Reichsschulden ist bekanntlich bereits überschritten; jetzt geht es auf die fünfte Milliarde im Geschwindschritt Ios. Naumann schließt daraus, daß wenigstens 250 Millionen Mart im Jahre aufgebracht werden sollen. So schnell verbleicht der blaffe Ruhm des Herrn v. Stengel." Wir sind gerecht genug, um hinzuzufügen: So schnell verbleicht der Optimismus des Fürsten Bülow. Aus dem Zustande der Sättigung, wie ihn Fürst Bülow noch vor wenigen Monaten in Norderney erkennen ließ, ist ein Wolfshunger geworden, der sich nur mit einer Viertelmilliarde neuer Reichssteuern begnügt. Alles in allem kommen wir, wenn wir Preußen und das Reich zusammenfassen, zu einem dauernden Bedarf von etwa 400 Millionen und zu einer einmaligen Forderung von etwa 750 bis 800 millionen. Das ist der Beginn der Blodara; ein schöner Anfang!" des Grubenkapitals zuwiderhandelnd, solch weitgehende Forderungen zu bindendem Gesetz erheben werde. Wollen die Grubensteiger des Rubrreviers fich aus einem unwürdigen und für sie doppelt gefährlichen Abhängigkeitsverhältnis befreien, dann müssen sie einmütig mit der gesamten organisierten Bergarbeiterschaft den Ruf erheben: er mit einem Reichsberggesek! Eine Illustration zum sächsischen Gemeindewahlrecht. vollkommen ebenbürtig" und noch um einige Rüancen schlechter Das sächsische Gemeindewahlrecht ist dem Landtagswahlunrecht wie selbst das preußische. Durch die Veſtimmung, daß bis zur Hälfte der zu wählenden Gemeindevertreter Haus oder Grundstücksbefizer fein müssen, ist den Vergewaltigungen der Nichtgrundstücksbefizer Tür und Tor geöffnet. In vielen Gemeinden ist nicht einmal der dritte Teil Vertreter der Unanfäffigen; sehr oft find sie nur im Besiz des Fünftels der Mandate. Und dann diese Klaffeneinteilung. So hat man in dem Lausitzer Dorfe Oberneukirch z. B. fünf Wählerflaffen; sie wählen insgesamt 15 Vertreter, davon nur drei Unansässige. In Niederneukirch gibt es gar nur" sechs Klassen. Jede von den sechs Klassen hat zwei Vertreter zu stellen. Die Arbeiter haben ganze zwei Vertreter, denen mit dem Gemeindevorstand und dem Gemeindeältesten zwölf Grundstidsbefizer gegenüber stehen. In Niederneukirch gab es 898 Steuerzahler. Bon diesen waren 530 Unanfäffige. In der Klasse der Großbauern waren nur 29 Steuerzahler. Sie haben aber eben soviel Wahlrecht wie die 530 Unansässigen. Dabei weiß jedermann, daß es feinen Stand gibt, der rückständiger auf kommunalem Gebiete wäre wie die Großbauern. die Gemeinden nach dem Hohenthalschen Wahlrechtsentwurf den Was übrigens die Sache doppelt interessant macht, ist, daß ja größten Einfluß auf die Zusammenfegung der fünftigen Landtage haben sollen; denn sie stellen ja neben den Höchstbesteuerten die Mitglieder der Bezirksversammlungen, denen die Wahl von vierzig Landtagsabgeordneten überlassen werden soll. H Man kann sich also einen Begriff machen von der Schönheit des Hohenthalschen Wahlgesetzes. Hochverratsprozeß gegen Dr. Friedeberg. Der Oberreichsanwalt sendet uns folgendes Schreiben zu: Mit Bezug auf die in dem Hauptblatt der Nr. 273 des„ Vorwärts" vom 22. d. M.( S. 2) unter der Ueberschrift Hochverratsprozeß gegen Dr. Friedeberg" enthaltene Mitteilung, daß das Reichsgericht Die Erhebung der Anklage abgelehnt habe, ersuche ich, dies gefälligst bahin richtig zu stellen, daß eine Anflage gegen Dr. Friedeberg gar nicht erhoben, dieser vielmehr dem von mir gestellten Antrage völlig entsprechend außer Verfolgung gesetzt ist. Der Haftbefehl war übrigens seitens der Reichsanwaltschaft nicht beantragt worden. Olshausen." Dazu ist zu bemerken: Die Voruntersuchung war vom Herrn Oberreichsanwalt beantragt und ist eröffnet worden. Dr. Friedeberg ist etwa ein halbes Dugend Mal in derselben vernommen, außerdem eine Anzahl Zeugen. Nach der Strafprozeßordnung hat, wvem eine Vortersuchung stattgefunden hat, das Gericht zu entscheiden, ob das Hauptverfahren zu eröffnen, oder der Angefchuldigte außer Das Reichsgericht hat, wie wir in Nr. 273 mitteilten, dahin entVerfolgung zu sezen, oder das Verfahren vorläufig einzustellen ist. „ daß Dr. Friedeberg außer Verfolgung gesetzt von Regierungsvorlagen vor den Reichstag kommen. Außerdem ist der deutsche Reichstag das einzige Parlament, in dem von jeher die Majorität Angst gehabt hat, die Machtbefugnisse des Parlaments zu bergrößern, da in ihr das Mißtrauen gegen das gleiche Wahl. recht stets lebendig war. Daher hat der deutsche Reichstag auch eine Geschäftsordnung, die wie die keines anderen Parlamentes die Opposition rechtlos macht. In allen anderen Parlamenten kann schieben: die Opposition Angelegenheiten, die ihr wichtig sind, sofort zur und der Haftbefehl vom 18. September aufBesprechung und zur Abstimmung bringen. Wir erinnern an das gehoben wird". Aus der Zuschrift des Oberreichsanwalts Interpellationsrecht in England und Frankreich, an die Dringlich entnehmen wir, daß der Oberreichsanwalt selbst nach Abschluß der von feitsanträge in Desterreich. In Deutschland ist dies unmöglich. ihm beantragten Boruntersuchung die Außerverfolgfezung beantragt. Hier kann die Opposition die Angelegenheiten, die ihr wichtig sind, hat. Noch mehr spräche zugunsten des Reichsanwalts, wenn er die nur bei der Etatberatung zum Ausdruck bringen. Die Etatberatung Einleitung der Voruntersuchung nicht beantragt hätte, welche verkürzen heißt deshalb nach den in Deutschland herrschenden Ber- polizeilichen Hinterleuten provozierten Beschuldigung der Hochverrats die völlige Haltlosigkeit der bon ber Post" und ihren hältnissen, der Regierung die Möglichkeit geben, die Zeit der Par- beschuldigung ergeben hat. Daß die Reichsanwaltschaft Iamentstagung noch weiter zu verkürzen. den Erlaß eines Haftbefehls beantragt habe, hatten wir nicht behauptet. Erlassen war jedoch ein Haftbefehl, sonst hätte ihn das Reichsgericht nicht aufheben brauchen oder fönnen. Gewiß ist die Ausdehnung der Etatberatungen vom rein parlamentarischen Standpunkt ein technischer Uebelstand. Aber das Heilmittel, das Heine vorschlägt, würde zwar den technischen " Das weimarische Versammlungsrecht Das Berl. Tageblatt" hält auch nichts davon, wenn etiva Herr von Mendelssohn als Zwillingsbruder Dern burgs in die Regierung eintrete. Ein solcher Eintritt werde von der Reaktion nur zu neuen Konzessionen ausgenußt werden, ohne daß an den Finanzen, dem lawinenartigen Anschwellen Uebelstand beseitigen, aber den politischen Notstand der oppositioder Steuern und Schulden irgend etwas geändert werde. Wenn nellen Parteien, besonders der Sozialdemokratie, noch verschärfen. ist wieder einmal arg malträtiert worden. Der Bürgermeister in die Blockpolitik so anfängt, so sind wir neugierig, wie fie enden Wollen Parteien und Regierung eine fürzere Etatdebatte, so liegt weilar im Rhöngebirge hat geradezu gottvolles Material zu dem wird." Der Anfang sei in Preußen wie im Reich, so illiberal das in ihrer Hand. Sie brauchen bloß die sozialdemokratischen Stapitel: Rechtlosigkeit der Sozialdemokratie im Goethe- Ländchen gewie nur möglich". Trotzdem wird der Freifinn diese illiberale Blodpolitik„ un- Initiativanträge zur Beratung kommen lassen. Gerade gestern hat liefert. Am Sonntage sollte dort eine Versammlung stattfinden, in entwegt" mitmachen. Der Blodpolitit, die nichts ist als die poten- das sich wieder darin gezeigt, daß der Initiativantrag über die der der Landtagsabgeordnete Baudert Weimar über den zierteste agrarisch- kapitalistische Voltsausplünderung, wird nur Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrechts in allen Bundes- Reichsverband und die Sozialdemokratie sprechen sollte. dadurch der Boden entzogen werden, daß der Freisinn selbst staaten, gewiß die dringendste politische Angelegenheit, von der mußte von vornherein auf höheren Befehl verhindert werden. dezimiert und vernichtet wird! Reichstagsmehrheit nicht zur Beratung zugelassen wurde. Erst Wie das geschah, das beweist der bürgermeisterliche Ukas, der der wenn eine Reform der Geschäftsordnung der Oppo- Berfammlungsanmeldung angefügt wurde. Das Geschreibsel lautet fition die Macht gibt, die sie in anderen Parlamenten längst besitzt, ihre Anträge auch gegen den Willen der Majorität zur Beratung zu bringen, erst dann wäre eine Verkürzung der Etatberatungen diskutabel. Eine Doppelfeele. In der gestrigen Sitzung des Reichstages erklärte Minister Delbrück u. a.: Bei unseren staatlichen Bergtverken in Saarbrücken follte der Profit etatsmäßig 1,53 M. pro Tonne betragen. In Wahrheit haben wir noch nicht 1 M. verdient. Allerdings haben wir a tonto des Unglücks in Reeden außerordentlich hohe Extraaufwendungen für die Betriebssicherheit gemacht; aber im allgemeinen steigen eben die Betriebskosten im deutschen Bergbau stärker als die Erträge, und damit müssen die Preise im ganzen deutschen Produktionsgebiete zunehmen." " Die Deutsche Tageszeitung", die einen Teil der Heineschen Ausführungen zustimmend abdruckt, irrt, wenn sie meint, daß die sozialdemokratische Fraktion ohne die von uns angeführte Gewähr einer gründlichen Reform der Geschäftsordnung die Hand dazu bieten könnte, sich die einzige Möglichkeit der politischen Kritik noch weiter verkümmern zu lassen. Weltfremde Optimisten Zu seinem Glück wurde die Besprechung vertagt, ehe noch ein fozialdemokratischer Redner die ministerielle Flaufenmacherei aufdeden konnte. Im Abgeordnetenhause hätte er jedenfalls nicht so scheinen in dem nengegründeten Steigerberband des Rubr. prechen können, denn als preußischer Minister weiß er amt- reviers organisiert zu sein. Hofft der Steigerverband doch nach lich“ von anderen Rechnungsergebnissen. Der Verein für die den vielen bösen Erfahrungen, die er in der kurzen Zeit seines Bes bergbaulichen Interessen im Oberbergamtsbezirk Dortmund hat stehens schon sammeln mußte, nun gar noch, daß das preußische nämlich aus Anlaß der letzten Bergnovelle eine Eingabe an das Dreillassenparlament seinen Wünschen ein willfähriges Ohr schenke. Abgeordnetenhaus gerichtet, in der folgende Gewinnresultate aus Effen den Beschluß, eine Bittichrift an das preußische Eine zahlreich befuchte Steigerversammlung faßte in gerechnet sind. Bei den Saarwerken ergeben sich pro Tonne Abgeordnetenhaus zu senden in der u. a. verlangt wird: Förderung Ueberschuß: 1900 1901 2,69 1902 1,96 1903 1,44 1904 1,61 " wörtlich: Vorstehende Anmeldung verbiete ich. Das 1. Nach hoch verehrl. Verfügung vom 11. 3. 07 A. 417 1, welche ich dem Anmelder bekannt gegeben habe. 2. Weil ich stark befürchte das fie eine große Aergernis in der allgemeinheit er egen wird und sogar auf den Son tag woh das Lodenfest gefeiert wird, ist so eine Versammlung erst recht nicht zuläffig. Wilhelm Roded." Der gute Mann hatte die Versammlung mit der Anmeldung berivechfelt. Er verbietet einfach die Anmeldung, obwohl dazu eine Verpflichtung besteht. Die hoch verehrliche Verfügung" geht ihm über alles. Nun wurde an diesem Tage fofort eine Versammlung vom Abg. Baudert für den Montagabend arrangiert. Derselbe beabsichtigte über das Thema:„ Deutschland, Deutschland über alles", zu sprechen. Wieder setzte sich der Bürgermeister hin und verbrach gleich auf die schriftliche Anmeldung folgenden wunderschönen Utas: " Vorstehende Anmeldung zu einer Versammlung berbiede ich auf grund Verehrlicher Verfügung vom 11. 3. 07. A. 417. ab. 2. welche ich dem überbringer als an melder Christian Hopf bekannt gegeben habe. Sowie Gefahr für die öffentliche Ordnung befürchte. Als ihm dann bedeutet wurde, daß man Das Abgeordnetenhaus möge eine Aenderung der Bestimmungen des Allgemeinen preußischen Berggefeßes vom 24. Juni 1865 über Mart 2,71 die technischen Grubenbeamten beschließen. Beit Titel 3 Abschnitt 3 Weiter heißt es dann in der Eingabe: find Bestimmungen zu treffen, die den nach§ 73 für den unters Wieder war's die Verehrliche Verfügung", die dem " In Wirklichkeit wird die fiskalische Ueberschußwirtschaft durch irdischen Grubenbetrieb verantwortlichen Beamten in die Lage Bürgermeister zur Nichtschnur seines Handelns diente. Vom Ueberdie vorstehenden Zahlen noch nicht in ihrem vollen Umfange perfezen, den Bestimmungen der Bergpolizei genügen zu bringer der Anmeldung darauf aufmerksam gemacht, daß er doch die illustriert. Die sämtlichen Kosten für Neuanlagen und Erweiterungs- tönnen. Bu a: Dirette und indirekte Geldstrafen sind durch bauten entnimmt der Saarfistus dem Betriebe, während der das Verbot des Prämiensystem& aufzuheben. Zu b: Ministerialberordnung von 1874 lefsen möge, erwiderte er, die ginge Ruhrbergbau die zu solchen Zweden erforderlichen Mittel in der Strafarbeiten bezw. Ueber, Neben- und Sonntagsschichten ihn gar nicht an". Hanptfache auf dem Wege der Kapitalbeschaffung aufbringen sind zu verbieten; die Bechen müssen verpflichtet werden, Dienste dagegen Beschwerde erheben werde, obwohl man ihm doch durfte. Der tatsächliche Ueberschuß des staatlichen Saarbergbaues ordnungen mit genauer Angabe der Dienstzeit der Bergbehörde zur feine Unannehmlichkeiten bereiten wolle, äußerte wolle, äußerte er selbststellt sich daher wesentlich höher als der vorstehend nachgewiesene Genehmigung einzureichen. Die Ueberschreitung der vorgeschriebenen bewußt: " No, da geschieht mer gar nicht!" rechnungsmäßige Gewinn." Dienstzeit ist nur für Notarbeit gestattet. Hierüber sind Allerdings hat es den Anschein, als wenn dem schreibDie Richtigkeit der Berechnung und der vorstehenden Behauptung genaue Listen mit Namen der Beamten, Tag, Stunde, Dauer und Grund gewandten Bürgermeister gar nicht geschicht", denn int ist nicht bestritten worden. Wenn ein Sozialdemokrat eine ähnliche der Arbeit zu führen. Zu d: Die Entlassung bezw. Kündider bon ihm benannten, Hoch verehrlichen VerRechnung aufmachen wollte wie der Herr Minister Delbrück, würde ung eines verantwortlichen Untertagsbeamten bedarf der fügung", die von„ Oben" an ihn gekommen und für die zunächst Zustimmung durch die Bergbehörde. Hat der Beamte die anständige" Presse über frivole Fälschungen zetern. Doch viel in bergpolizeilicher Hinsicht seine Pflicht getan und ist kein unter der Bezirksdirektor in Dermbach verantwortlich ist, soll nach der leicht wird Herr Dellbrüd sagen, was ihn amtlich als Preußen§ 138 der Gewerbeordnung fallender Grund zur Entlassung bezw. Mitteilung dieses Bürgermeisters der Hinweis stehen, daß, iozialminister bekannt sei, davon brauche er nichts im Reichstage au Kündigung vorhanden, so ist die Zustimmung zu ver- demokratische Versammlungen von vornherein wiffen. fagen." au berhindern find. Da maa es begreiflich erscheinen, 群 wenn so ein Bürgermeister erklZrt, wenn er auch die allerdilmmsten Versmnmlungsverbote erläßt, daß„ihm gar nischt geschieht". Die Affäre Steinbach vor Gericht. Vor dem Schwurgericht zu Meiningen hat heute die Ver- Handlung des Landfriedensbruch-ProzesseS begonnen, der sich ans dem bekannten Kirmes-Krawall im Dorfe S t e i n b a ch entwickelt hat, den die verlogene Reichsverbandspresse zu einer Art lokaler sozialdemokratischer Revolution ausbanschte. Wir haben die faustdicken Lügen, Entstellungen und Uebertreibungen seinerzeit hier in ihrer ganzen Gemeinheit entlarvt. Vor den Geschworenen erschienen 11 Angeklagte, von denen sich 7 in Untersuchungshaft befinden. Die Verhandlungen werden wahr- scheinlich zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Parlamentswahlen in der Oranien-Kolonie. Anr 20. d. M. wurden in der Oranien-Kolonie, dem früheren Oranien-Freistaat, die ersten Parlamentswahlen unter der neuen Verfassung vorgenommen. Diese Kolonie hat eine viel einheitlichere Bevölkerung als Transvaal, und sie hat auch mit weniger inner- politischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Oranien hat keine Gold- niinen und keine an Zahl nennenswerte ausländische Bevölkerung. Das Land war seit vielen Jahren gut und ehrlich regiert! die Oranien-Regierung war geradezu musterhaft, sodaß sich unter der Bevölkerung ein gesunder politischer Sinn entwickeln konnte. Sogar die britischen Elemente, die sich dort niederließen, hielten treu zur alten Flagge und noch jetzt, trotz aller Bitterkeiten, die der Krieg erzeugte, ist eine tiefe Kluft zlvischen den verschiedenen Bevölkerungsschichten nicht zu entdecken. Das extremste Blatt der Burenelemente der Kolonie ist der Bloem- fontainer„Friend", dessen Redatteur ein Brite uamens Drew ist. Die demokratische Verfassung, die die liberale Regierung Eng- lands der Kolonie gewährte, sowie das Beispiel der Loyalität Trans- vaals haben die Buren mit ihrem Schicksal einigermaßen ausgesöhnt. Es bestehen dort zwar zwei politische Parteien, aber der Unterschied zwischen ihnen ist weder rassenartig noch absolut gegensätzlich. Die politischen Parteien der Kolonie sind: die Orangia- U n i e, der die Bure» und die meisten aus dem Lande wohnenden Briten angehören, dann die K o n st i t u t i o n e l l e P a r t e i, die durchaus britisch ist und sich auf die Hauptstadt sBloemfontain) be- schränkt. Der Unterschied zwischen beiden ist kulturell, Die Orangia-Unie will die alten Zustände fortbilden, während die Konstitutionellen eine größere Beeinflussniig des Landes durch die britische Kultur verlangen. DaS Oranien-Parlament besteht aus zwei Häusern. DaZ Oberhaus setzt sich aus elf von der Krone ernannten Mitgliedern zu- famme»: davon gehören sechs zur Orangia-Unie. Das Unterhaus wird auf Grund des allgemeinen s. männlichen") Wahlrechts gewählt und besteht aus 38 Mitgliedern. Die Wahlen vom 20. November brachten der Orangia-Unie eine erdrückende Mehrheit: sie erhielt 30 Abgeordnete, während die Kon- stitutionellen nur 4 und die Unabhängigen gleichfalls 4 Abgeordnete durchbrachten. Die Regierung der Kolonie wird also in den Händen der Buren liegen. Mit Ausnahme des früheren Präsidenten Steyn werden die alten Führer der Oranien-Buren auch fernerhin das Land regieren. Fischer wird Premierminister, und Kolonial- sekretär General Christian D e w e t erhält das Ministerium des Ackerbaus, Wessels das Ministerium der öffentliche» Arbeiten und der Landesminen, General H e r tz o g wird Direktor des Erziehungswesens und Dr. Ramslottom Schatzminister. Zum Präsidenten des Unterhauses soll Mr. Ramsbotton, ein Brite, von der Burenmehrheit gewählt werden.— Scfowecleii. „Die Maäft des Gesetzes endet bei SundSwall", so sagt ein nordländischcs Sprüchwort: das heißt: bis qn die Hafenstadt von Västernorrland mutz sich jeder den schwedischen Gesetzen fügen, dort aber beginnt das Reich der Forst- und Sägewcrkskapitalisten, und diese Leute pfeifen auf das Gesetz, oder sie wissen es von vornherein so einzurichten, daß es für sie nicht gilt. Als im Jahre 1881 das erste Mal in Schweden die Arbeit der Minderjährigen in Industrie und Handwerk etwas eingeschränkt wurde, brachten rs jene 5rapitalisten binnen kurzer Zeit dahin, daß diese Verordnung für die nordländischen Sägewerke, die gefährlichsten Betriebe über- Haupt, gänzlich autzer Kraft gesetzt wurde. Jminerjnehr Kinder und junge Leute wurden Tag und Nacht an den tsägemaschinen beschäftigt, und in demselben Matze wuchs die Zahl der Unfälle und Verstümmelungen. Das ging so weit, daß in einem Säge- wcrksdistrikt 50 Proz. der Militärpflichtigen für dienstuntauglich erklärt werden mutzten. Im Jahre 1900 trat das jetzt noch geltende Gesetz über die Arbeit der Minderjährigen und Frauen in Kraft, das für diese Personen die Nachtarbeit verbietet, jedoch mit Aus- »ahme der in den Sägewerken und einigen anderen Betrieben tätigen jungen Burschen, die vom 14. Lebensjahr ab, ob Tag oder Nacht, 13 Stunden lang beschäftigt werden können, mit der Ein- schränkung, daß ein und dieselbe Kolonne nicht zweimal nach- einander nachts arbeiten darf, solange dies Gesetz besteht, wird es von den Sägewerksbesitzern gebrochen oder in der Weise um- gangen, daß sie abwechselnd eine Kolonne Minderjähriger in einer Schicht 16 Stunden, die andere 8 Stunden arbeiten lassen und oann behaupten, daß jene Ibstündige Arbeitszeit sich ja auf zwei Tage verteile, somit nicht gegen das Gesetz verstoße, das sich nur auf die Arbeitszeit an ein und demselben Tage beziehe! Obwohl fiese Auslegung von den matzgebenden Behörden als dem Geiste und Wortlaut des Gesetzes widersprechend erklärt wurde, hielten die Unternehmer an ihrer Einteilung der Arbeitszeit fest. Die Ver- stötze gegen das Gesetz, die— ebenso wie die Unfälle Minderjähriger — immer zahlreicher wurden, vcranlatzten im Sommer dieses Jahres den Regierungsbcamten von Västernorrland, von deni ihm ,ustchenden Recht Gebrauch zu machen und die Beschäftigung Minderjähriger an den Sägemaschinen überhaupt zu verbieten! 15 Sägewerksgesellschaften richteten gegen dieses Verbot eine Pe- tition an die Regierung, nachdem man auf einem Sägewerk eine .'lnzahl Arbeiter genötigt hatte, die Petition zuerst zu unter- schreiben. Das führte dazu, datz von 3000 anderen Sägewerks- ardeitern eine Gegenpestition für das Verbot abgesandt wurde. Die Regierung überwies beide Petitionen dem Beamten von Västernorrland. Dieser aber, ebenso der Gcwcrbeinspektor des Distrikts, hat sich unbedingt für Aufrechterhaltnng des Verbotes erklärt. Diese Aeutzcrungcn werden nun der Regierung über- wiesen, und man darf wohl annehmen, datz, schon im Interesse der Militärtauglichkeit der Bevölkerung von Nordland, das Verbot nicht ohne weiteres beseitigt wird.— Rußland. Am Dienstag nahm die Duma-Mehrheit folgende Ergeben- Hcits-Adresse siir Nicolaus an: „Eurer Majestät hat es gefallen, die Abgeordneten der dritten Duma zusammenzuberufen, sie willkommen zu heißen und Gottes Segen auf ihre bevorstehende gesetzgeberische Arbeit herabzuflehen. Wir halten uns für verpflichtet, Eurer Majestät unsere Ergeben- hcitsgesühle und unsere Dankbarkeit für die Rußland verliehene Voltsvertretung, die durch die Grundgesetze befestigt ist, aus- zudrücken. Wir werden alle unsere Kräfte, alle unsere Er- fahrung und Kenntnisse anwenden, um die durch das Manifest vom 30. Oktober dank Eurer Majestät Willen erneute Staats- ordnung zu befestigen, um das Vaterland zu beruhigen, die ge- schliche Ordnung zu befestigen, die Volksaufklärung zu ent- derantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: wickeln, den allgemeinen Wohlstand zu heben, die Größe und die Macht des unteilbaren Rußlands zu festigen und damit das Ver- trauen des Monarchen und des Volkes zu rechtfertigen." Die dritte Duma ist ihrer Zusammensetzung wegen als „Herren duma" bezeichnet worden. Nach dieser Schweifwedel- Leistung könnte man sie getrost„Hunde duma" taufen.—< Marokko. Die Kämpfe an der algerischen Grenze. Aus Paris wird vom 27. November gemeldet: Wie aus Marnia telegraphiert wird, konnte die Kolonne des Obersten Felinemi, welche vorgestern den schweren Kampf mit den Beni Snassen zu bestehen hatte, gestern den Rückweg nach Udjida antreten, ohne ernstlich von den Marokkanern belästigt zu werden. Einige Trupps derselben, die sich in den Flanken der französischen Truppen zeigten, wurden durch Artillerie zurück- getrieben. Dem Pariser„Matin" wird auS Nemours in Algerien gemeldet. datz fünf marokkanische Stämme, die sich bisher neutral verhalten haben, sich den Beni Snassen angeschlossen hätten. Die Lage sei kritisch. Falls nicht sofort Verstärkungen gesandt würden, laufe die französische Truppenabteilung Gefahr, den an Zahl überlegenen Gegnern zu unterliegen. Unter der europäischen und eingeborenen Grenzbevölkerung Algeriens herrsche lebhafte Beunruhigung. Amerika. Die Prohibitionisten, eine alte politische Partei in den Ver- einigten Staaten, deren oberster Grundsatz die Einführung von Gesetzen gegen den Alkoholgenutz ist, haben in den letzten Jahren in vielen Staaten stark an Einfluß gewonnen. In Chicago hat der Stadtrat jüngst eine Verordnung erlassen, nach welcher „saloons"(Kneipen) in einem großen Teil der Stadt nicht mehr geduldet werden. In ländlichen Gegenden unterstützen viele kleine Geschäftsleute die Bewegung gegen den Alkohol. In den kleinen Gemeinden hat die Partei häufig die Majorität in den Verwal- tungskörperschaften und erlätzt Verordnungen in ihrem Sinne. In den Staaten Maine, Vermont, New Hampshire und einigen anderen ist der Einfluß der Partei in der Gesetzgebung ausschlaggebend. Der Staat Kentucky, seines Whiskys wegen allgemein bekannt, ist durch die Wahlen Anfang dieses Mo- nats zum großen Teil den Prohibitionisten in die Hände gefallen. In den 96 Distrikten des Staates Tennessee dulden nur fünf den Verkauf alkoholischer Getränke, in Alabama 41 von 67 Distrikten, in Nord Carolina 62 von 97. In den Süd- staaten wird der Verkauf insgesamt nur in 275 Distrikten ge- duldet, während er in 981 Distrikten verboten ist. Die Partei stellt bei allen Wahlen, auch bei den Präsidentenwahlen, ihre eigenen Kandidaten auf; ihre Hauptstärke ruht aber in den Gemeinde- raten und kleinen Verwaltungskörperschaften.— GcwerkrcbaftUcbees Berlin und Umgegend. Abenteuer bei den„Gelben". In der Halleschen Straße zu Berlin besteht ein Arbeits- Nachweis, dessen Eigenart einen arbeitslosen Metallarbeiter reizte, ihn einmal auf seine Wirksamkeit zu studieren. Er machte also— Probieren geht ja bekanntlich noch übers Studieren— den Versuch, durch Vermittelung dieses Nach- weises Arbeit zu bekommen. Im Nachweis, der ans drei Zimmern bestand, wurde er von einem Herrn namens Beiersdorf einem weitgehenden Verhör unterworfen; dann erhielt er Arbeit nach Ober-Schöneweide, Auto-Bau der A. E.-G., wo sich die Dreher wegen fortgesetzter Abzüge im Aus st and befinden, nachgewiesen. Einer der Anwesenden erlaubte sich die Frage, ob er auch Arbeit erhalten könne, wenn er nicht Mitglied der gelben Vereine werde; derselbe wurde glatt hinausgeworfen. Dann wurde von Herrn Beiersdorf eine Ansprache gehalten. Der Sinn der Rede war: Terrorismus in den freien Gewerk- schaften— die großen Beamtengehälter— die freien Gewerkschaften haben ihren Höhepunkt überschritten— Aufgang der gelben Sonne usw. Ein gewisser Lux, ein Arbeitswilliger aus einer bekannten Berliner Fabrik, sollte die Gesellschaft vom Bahnhof Ober- Schvneweide abholen. Natürlich weigerte sich der in Frage kommende Metallarbeiter zum Streikbrecher zu werden. Er ging am Nachmittag wiederum zum Nachweis und bat um andere Arbeit, weil an der nachgeivicsenen.Arbeitsstelle gestreikt werde. Man stritt ihm dies wiederholt glattweg ab und stellte ihm die kategorische Frage:„Wollen Sie nun Arbeit nehmen oder nicht'•? Andere Arbeit haben wir nicht I" Nachdem er erklärte, daß er selbstverständlich gerne arbeiten möchte, wurde ihm das Anerbieten gemacht, nochmals i n Begleitung eines Kriminalschutzmannes nach dem Werke hinauszugehen. Hierauf wurde er in ein anderes Zimmer geführt, wo die internen Angelegenheiten dieser gelben Gesellschaft erledigt wurden. Hier fand er einen Herrn, den bekannten L e b i u s, in einer Lage vor, die ihm immer in der Erinnerung bleiben wird: Ein Liegestuhl, niedrig gestellt, ausgelegt mit Betten. In diesen vergraben ruhte der Ober-Gelbe. Am Fußende war ein Stuhl umgekehrt auf den Liegestuhl festgebunden und ebenfalls mit Kissen belegt. Er trug die Füße des Herrn, weit auseinandergespreizt. Der ganze Körper war in den Betten vergraben. Eine brennende Zigarre sah man unter der Nase hervorleuchten. Außerdem ivar Herr L e b i u s mit dem Lesen eines Buches beschäftigt. So ruhend, besorgte er seine Geschäfte unter Benutzung des Telephons, welches sich neben ihm auf der Erde befand- Ter Herr versuchte nun, dem Neuling die Weltanschauung der Gelben in größeren und kleineren Dosen beizubringen. Alle möglichen Versprechungen wurden ihm gemacht, als da sind, Fahrgeld nach der Arbeits- statte, Uiuzugskosten und verschiedenes andere mehr. Eine hervorragende Stellung wurde ihm versprochen, nur— keine ehrliche Arbeit. Schon wollte er das Zimmer verlassen, da kam der Arbeitswilligenagent Lux vom Vormittag herein, und nun fand ein frohes Wiedersehen statt. Unter dem Wutgeheul der Gelben verließ der vergeblich ehrlich Arbeitsuchende den Nachweis. Aber eins ist ihm geblieben: der Anblick der gesicherten Existenz des Herrn Lebius, den Körper in den Kissen, die Beine gespreizt in der Luft, in demselben Zimmer, in dem sich eine Maschinenschreibcrin befand. Veutfebes Reich. Die gesamte Arbeiterschaft der chemischen Fabrik„List", Inhaber E. de Haön in Seelze bei Ha wn oder haben am Dienstag, den 26. d. M., mittags, wegen Differenzen ans Mietsverträgen in den zum Betriebe gehörenden Wohnungen die Arbeit niedergelegt, nach- dem mehrfach gepflogene Verhandlungen zu einem annehmbaren Resultat fiir die Arbeiter nicht geführt haben. In Betracht kommen zirka 500 Arbeiter und Arbeiterinnen. Fabrikaibciter, Schlosser. Klempner, Schiniede, Böttcher, Maurer, Zinimerleute, Maler und Heizer.__ lH.Gloike, Berlin. Druck Vorwärts Vuchdr. u. Verlagsanstalt> Die Gelben schäme» sich ihres Namen?. Die Arbeitswilligen der Firma Seidel u. Naumann gründeten seinerzeit nach Beendigung des Kampfes eine sogenannte„freie Vereinigung" deutscher Metallarbeiter, die natürlich weiter nichts war wie eine gelbe Arbeitswi'ligenvereinigung. Ihr Statut war den Unternehmern aus den Leib zugeschnitten. Ter Syndikus der Metallindustriellen der Kreishauptmannschafd Dresden nahm sich huldvollst der Unternehmerschutzgarde an und gab in- jeder Versammlung den Ton an. Er hat zwar offiziell den Posten als Anwalt der Scharfmacher niedergelegt, aber im Grunde ist er natürlich weiter nichts als der Vertreter der Unternehmer- intereffcn, der ängstlich bemüht ist, deren Interessen in der Arbeits. willigenvereinigung zu wahren. Früher akzeptierten nun diese Leute mit Stolz— wie sie sagten— den Namen„Gelb e">. Nach- dem aber der christlich-nationale Arbeiterkongretz und neuerdings sogar der sogenannte Vaterländische Arbeiterbund die„Gelben" verachtungsvoll von ihren Rockschötzen geschüttelt haben, schämen sich jetzt die Mitglieder der freien Vereinigung der Metallarbeiter dieses Namens. Sie wollen deshalb ihre Statuten einer Revision unterwerfen und die absolute Arbeitswilligkeit hinausändern. Der Syndikus der Gelben bringt in dem Leibblatt der Dresdener Gelben, der„Freien deutschen Presse"— so wagt sich dieses Organ für Arbeitersclimach zu nennen— einen langen Sermon, dessen kurzer Inhalt ist: Die Bezeichnung hat durch die Bosheit der freien Gewerkschaften einen solch schlechten und verächtlichen Klang, erhalten, wird so mit Strcikbrechcrtnm identifiziert, datz der Wunsch entstanden ist, den„geschmähten" Namen abzulegen. Das wird den Leuten wenig nützen. Sie bleiben in den Augen jedes klassenbewußten Arbeiters, was sie vordem waren: Die Schutzgarde der Unternehmer, die Feinde der eigenen Klassen- genossen, Heloten und Verräter! Immerhin ist die Tatsache, daß diesen Leuten noch die Empfin» dung der Scham möglich ist. bezeichnend dafür, datz sich das Ge- wissen bei ihnen anfängt zu regen. Der Kampf um den Arbeitsnachweis, der seit dem 1. Oktober im Bremer Holzgewerbe ausgefochten wird, ist jetzt in ein ver» schärftes Stadium eingetreten. Der Holzarbeitcrverband hatte die Absicht, den paritätischen Arbeitsnachweis, dessen Regulativ für die beiderseitigen Organisationen bis zum 30. September bindende Kraft hatte, in der bisherigen Weise fortzuführen. Die Unter- nebmer dagegen knüpften an die Aufrcchterhaltung eines paritätischen Arbeitsnachweises eine Reihe Bedingungen, die für die Arbeiter eine wesentliche Verschlechterung des früheren Zu- standes zur Folge haben werden. Aus diesem Grunde ist seitens des Holzarbeiterverbandes am 1. Oktober ein provisorischer Ar- beitsnachweis errichtet worden. Die Einigungsversuche, die im Lause der letzten Wochen stattgefunden haben, endeten mit einem negativen Erfolg. Die Bremer Unternehmer des HolzgewerbeS versuchen nun in auswärtigen Zeitungen durch Inserate Holz- arbeiter nach Bremen zu locken, um künstlich ein Ucberangebot von Arbeitskräften zu erzeugen, denn von einem Arbcitermangel kann in Bremen keineswegs die Rede sein. Daher kommt es denn auch, datz viele Holzarbeiter, die auf diesen Trick der Unternehmer hereingefallen sind, in Bremen arg enttäuscht wurden und nicht die gewünschte Arbeitsgelegenheit fanden. Wer solchen Ent- täuschungen entgehen und den Bremer Holzarbeitern den Kampf nicht erschweren will, der durchkreuze die Taktik des Arbeitgeber- schutzverbandes, indem er dessen Lockrufe ignoriert. Die Glasschleifer, Glasarbeiter und Belegerinne» der Firma Hang u. Co. in Leipzig legten heute die Arbeit nieder, nachdem die Firma jedes Verhandeln zur Beilegung der Differenzen abgelehnt hatte. Es handelt sich dabei um keine neuen Forderungen, sondern um die strikte Einhaltung des im vergangenen Frühjahr mit der Firma vereinbarten Tarifs. Zuzug ist also streng fernzuhalten. Die Sattler Leipzig? beschlossen in einer starkbesuchten Ver- sammlung eine Eingabe an den Reichstag und an den Bundesrat, worin sie um Annahme des von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Heimarbeiterschutzes ersuchen. Begründet wird das Er- suchen mit der sich immer mehr ausbreitenden Heimarbeit im Sattlergewerbe, wozu die Vergebungen der Militärlieferungcn noch obendrem sehr viel beitrügen. Husland. 634 Lohnkämpfe in der Schweiz kamen in den ersten nenn Monaten des laufenden Jahres vor gegen 520 in der gleichen Zeit 1906. Davon waren 160(1906: 136) Streiks. 372(291) Lohn- bewegungen. 90(37)' Sperren und 12(10) Aussperrungen. Die meisten Kämpfe endeten mit dem ganzen oder teiln>eisen Erfolg der Arbeiter._ Letzte JVachnchten und Depefchcn. Der Protest des Volkes. Bielefeld. 27. November.(Privatdepesche des„Vor- wärts".) Ueber 7l)l)() Wahlrcchtsdemonsirantrn durchzogen heute abend die Hauptstraßen Bielefelds. Im Anschluß an die wohlgelungenc Temoiistratlon fanden zwei Ricscnvrrsamm- lungcn statt, in denen unter großer Begeisterung die Beseitl» gung des Treiklassenwahlrechts verlangt wurde. � Der letzte Sieg i« Kiel. Kiel, 27. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der letzte Tag der Stadtverordnetenwahle» brachte uns noch eine» glänzenden Sieg. Unser Genosse M a e h l wurde mit einer Majorität von 630 Stimmen gewählt. Bei den nnumehr abgeschlossenen Wahlen haben wir von sieben Mandate» fünf erobert. Wahlsieg in der 2. Klaffe. Dresden, 27. November.(Privatdepcfche des„Vorwärts".) Bei den heutigen Stadtverordnetcuwahlen wurden in der 2. Klasse zwei Sozialdemokraten neu gewählt. Stadtverordnetenwahlen. Cronenberg, 27. November,(Privatdepesche de?„Vorwärts".) Bei der Stadtverordnetenwahl in der dritten Abteilung siegten bei der Stichwahl zwischen zwei Sozialdemokraten und zwei Kandidaten der vereinigten bürgerlichen Parteien ein Sozialdemokrat und ein bürgerlicher Kandidat, Bon der dritten Abteilung sind somit drei Sozialdemokraten und ein Bürgerlicher gewählt. Ausgebrochen. Mailand, 27. November.(B. H.) AuS dem Gefängnisse in Nobiligere entsprangen neun schwere Verbrecher, nachdem sie den Kerkermeister schwer vertvundeten und demselben die Waffen ab- genommen hatten._ Tie Kämpfe in Marokko. Casablanea, 27. November,(W. T, B.) Nachrichten meldeten infolge des Einmarsches der Mahalla Mulay Hafids in Mogador hätte Mulay Raschid Sidi Aissa verlassen. Ein aufgelassener Ballon entdeckte in der Richtung von Sidi Aissa ein Feld mit 800 Zelten. Eine RekognoSzierungstruppe entdeckte heute, daß die rebellische» Stämme mit der Mahalla Lruhta den Bagdadi in Verbindung ge- treten sei. Tanger, 27. November.(W. T. B.) Ein in Manesscb am Kiss für Beobachtungen zurückgelassener Leutnant stieß auf 2000 Marokkaner und wurde mi» seiner Abteilung von ihnen zurück» gedrängt. Die Marokkaner überschritten den Kiss, gingen aber nicht über Manesscb hinaus. Später gingen sie nach Aghal zurück. Auf Grund dieses Ereignisses sind strenge Maßnahmen getroffen wor, den, um auf alle Fälle gerüstet zu sein,_ zul SingerLcCo„Berlin 2W. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungSblatt Doilmstag. 28. Novembtt 1907. Reichstag SS. Sitzung vom Mittwoch, den 27. November 1907, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratStische: Dr. N i e b e r d i n g. Zunächst wird in dritter Beratung das Gesetz betreffend die Errichtung zweier Stiftungen aus dem Nachlaß des MalerS Prof. Tmr. Müller genehmigt. Es folgt die erste Beratung der. Gesehentwürfe über den Versicherungsvertrag. Die Vorlage regelt die privatrechtliche Seite des Ber- sicherungswesens. Ein weiteres Gesetz verändert die entsprechenden Vorschriften des Handelsgesetzbuchs über die Seeversicherung. Abg. Wcllstein(Z.): Durch die Auffösuug des Reichstags ist die Verabschiedung dieses Gesetzes leider auf ein Jahr verschoben worden. Ich glaube nickt, daß wir uns jetzt noch lange mit dieser Vorlage zu be- schäftigen haben werden. Die Versicherungsgesellschaften sind durch den ausführlichen Bericht über die Stimmung des Reichstags orientiert, und im wesentlichen entspricht die Vorlage den vorjährigen Kommiisionsbeschlüssen; wur sind— entgegen dem Beschlüsse der .Kommission— auch diesmal die öffentlichen Anstalten nicht dem Gesetz unterstellt. Trotzdem bitte ich Sie, mit Rücksicht auf die wefentliche Veränderung in der Zusammensetzung des Reichstags eine neue Kommission von 21 Mitgliedern einzusetzen. Abg. Dr. Heinz«(natl.): Auch wir begrüßen den Entwurf mit Freuden. Er ist juristisch gut ausgearbeitet und bedeutet sozial die richtige Vermittelung zivischen den Interessen der Versicherungsgesellschaften und der Verficherungsuehmer. Mit der Komniissions» bcratung sind wir einverstanden. »va. Dr. Wegner(l.): Seit 60 Jahren schon haben die l'regrcrungen dieser Materie ihre Sorge zugewendet. Jetzt, denke ich, lönnen wir das Kind in den Sattel heben; reiten wird es schon können.(Heiterkeit.) Abg. Kaempf(frs. Vp.): Ohne die Auflösung des Reichstages iväre das Gesetz bereits verabschiedet. Trotzdem ist jetzt von neuem eine Kommissionsberalung notwendig, sind doch eine Reihe neuer Petitionen eingegangen, welche in der Kommission beraten werden müssen. Außerdem hat sich anläßlich der Erdbeben- und Feuer« katastrophe in San Francisco gezeigt, daß amerikanische Gerichte deutsche Versicherungsgesellschaften zur Entschädigung für Erdbebcnschäden verurteilt und versucht haben, die Urteile in Deutschland vollstrecken zu lassen. Inwieweit das zulässig ist, wird, zu prüfen sein. Ueber- , dies wird zu prüfen sein, ob nicht einheitliche Versicherungsbedingungen gegen Erdbebenschäden in den verschiedenen Staaten eingeführt werden können. Abg. Schultz(Rp.): Für ihre Versicherung haben die Deutschen in jedem Jahre erheblich mehr ausgegeben als für das Heer und die Marine; die Rechte der Versicherungsnehmer standen aber vielfach nur auf dem Papier. Wir begrüßen deshalb daS Gesetz, welches diese Rechte sicherstellen will, mit besonderer Freude. Abg. StadtHagea(Soz.): Der Borredner sprach von der Verstaatlichung der VersicherungZ- gesellschaften. Es handelt sich hier aber nicht darum und kann auch nicht Aufgabe der Kommission sein, bei dieser Gelegenheit eine Ver- siaatlichung der Versicherung zugunsten der Versicherten, insbesondere der Minderbemittelten, herbeizuführen, sondern es kann sich nur darum handeln, daß wir innerhalb des Rahmens des Gesetzes darauf sehen, daß die großen Nachteile, die jetzt zuungunsten der Versicherten, insbesondere der Minderbemittelten, bestehen, beseitigt loerden. Und da bedaure ich, daß der Entwurf den Anregungen, welche die vorjährige Kommission zugunsten der Versicherten gegeben hat, fast gar nicht nachgekommen ist. In bezug auf den Selbstmord standen sich in der Kommission zwei Ansichten gegenüber. Die einen meinten, eS sei unbillig, bei denjenigen, welche durch soziale Umstände in den Selbstmord getrieben werden, eine Ersckwerung der Versicherung vorzunehmen, diese Opfer des Selbstmordes verdienien weit mehr Mitleid als Strafe. Die andere Richtung wollte die Fälle von Selbstmord von der Per- sicherung überhaupt ausgeschlossen wissen. Wir sind erfreut, daß jetzt auch die Konservativen und die Nationalliberalen sich unserer Anficht über die Behandlung der Selbstmordfälle angeschlossen haben. Jedenfalls muß. wenn der Selbstmord die Versicherung aufhebt, die« auch beim Tode durch Zweikampf der Fall sein. Es liegt kein Grund vor, diejenigen, die sich freiwillig einer Verbindung an- schließen, die sie dem Zwange unterwirft, sich bei Gelegenheit durch cinen Zweikamps gegen die Gesetze zu vergehen, anders zu be- bandeln als diejemgen, die sich verbinden, um einen Diebstahl zu begehen. Im übrigen will ich nur noch kurz erwähnen, daß ivir nach wie vor nicht einverstanden sind mit den Ausnahmen, die der Gesetzentwurf zuungunsten von Treu und Glauben in den 190—192 trifft. Ich begreife nicht, wie Herr Kaempf. der sich im vorigen Jahre selbst so schars gegen die Verletzung von Treu und Glauben durch die Provinzialfeuersozietät in Preußen erklärt hat. jetzt der Versicherung der preußischen Re- gicrung ohne weiteres Glauben schenken kann, daß sie Nonnativ- bestimmungen schaffen werde, um ihren Versicherungsnehmern die Borteile, welche das neue Gesetz den privaten Versicherungsnehmern gewährt, zugute kommen zu lassen. Meine Freunde haben gar leinen Grnnd. einer solchen Erklärung der preußischen Regierung Glauben zu schenken. Die preußische Regierung hat schon wiederholt feierliche Versprechungen, z. B. in bezug aus das Wahlrecht, in bezug auf das Gesindcrccht usw. abgegeben, die nie gehalten worden sind. ES muß auch vorgegangen werden gegen die der Gerechtigkeit widersprechenden preußischen berggesetzlichen Vorschriften in bezug auf die Kuappschastskassen. Auch hier gilt es, reichsgesetzlich einen Riegel vorzuschieben gegen die fortgesetzte Verletzung von Treu und Glauben, die in den Statuten dieser Knappschaftskassen und in deren Auslegung stattfindet.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Mit der KomnsissionSberatung sind wir einverstanden. Abg. v. Damm(Wirtsch. Vg.): Die Vorlage hat fast alle An- regungen der vorjährigen Kommission berücksichtigt und kann daher ivohl auf einstimmige Annahme rechnen. Trotzdem schließen wir uns dem Antrage ans erneute Kommissionsberatung aus denselben Gründen an wie der Abg. Kaempf. Abg. Dave sfrf. Vg.): Im Gegensatze zu Herrn Stadthagen, in Ilebercinstimmung mit den übrige» Rednern freue ich mich, daß der Entwurf die Anregungen der vorjährigen Kommission berücksichtigt hat. Im Gegensatze zu Herrn Sladthagen halte ich die Vertrags- freiheit für die Grundlage der Versickerung, doch darf sie nicht dahin führen, daß zuungunsten der Versickerten die Prämien überspannt ivcrden. Die Duelle kann man, wie Stadthagen es tut, dem Selbst- niord und Mord gleichsetzen— ich tue es nicht. Aber selbst wenn inan es täte, sollte man bei diesem Gesetzentwurf moralisierende Betrachtungen fortlassen. Man kann eS nihig den Versicherungsgesellschaften überlassen, sich gegen Selbstmord zu schützen, her nur zu dem Zwecke begangen wird, den Hinterbliebenen die Police zu verschaffen. Auch ich freue mich, daß jetzt die Konservativen und Nationalliberalen mit uns— entgegen vem Entwurf— den Selbstmord nicht als Ausschließungsgrund für die Entschädigung betrachten wollen, �ch hoffe, daß in der Kommission eine Einigung diesmal sich rasch wird erreichen lassen.(Bravo I bei der Freisinnigen Bereinigung.) Das Gesetz geht an eine Kommission von 21 Mitgliedern. ES folgt die erste Bcratung des Gesetzentwurfs betreffend die Sicherung der Baufordcrungett. Staatssekretär Nieberding: Es handelt sich hier um eine Wirt- lchajUich und juristisch gleich schwierige Materie. Es handelt sich darum, den Bauhandwerkern Sicherung zu gewähren für ihre For- derungen gegenüber gewissenlosen Baunuternehmern. Das Verdienst des Versuches, diese Frage zu regeln, gebührt dem Reichstage. Seinem Drängen haben die verbündeten Regierungen nur sehr zögernd nachgegeben mit Rücksicht auf die großen Schwierigkeiten, die der Lösung dieser Frage entgegenstehen. Wir sind daher nur mit halbem Herzen an diese Lösung gegangen(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), und wir wissen nicht, ob das hohe Haus mit den Wegen. die wir zur Lösung vorschlagen, einverstanden sein wird. Der Entwurf will den Bau- Handwerkern dadurch Sicherheit gewähren. daß sie in dem Grundbuckblatt des betreffenden bebauten Grundstückes einen Platz erhalten unmittelbar hinter dem Wert, den das Grundstück vor der Bebauung hatte, um dort Befriedigung aus dem Mehrwert des Grundstücks zu erbalten. Wir erkennen an, daß diese Regelung eine zweischneidige Waffe ist; wir glauben aber, daß die Schwierigkeiten sich überwinden lassen durch die Kautelen, die der Entwurf vorsieht. So sollen seine Bestimmungen nur Platz greifen bei Neubauten. nicht aber bei Ergänzungs- und Reparaturbauten. Auch soll das Gefetz dann nicht Anwendung finden, wenn der Bauunternehmer sich bereit erklärt, ein Viertel der voraussichtlichen Baukosten zu depo- nieren. Es fall dadurch wirklich kapitalkräftigen Bauunternehmern, die bereit sind, die Verpflichtungen gegen die Bauhandwerker ohne weiteres zu erfüllen, die Möglichkeit gegeben werden, sich den ein- engenden Bestimmungen des Gesetzes zu entziehen. Ich hoffe, daß der Reichstag sich wohlwollend zu dem Gesetze stellen wird. (Bravo I) Abg. Dr. Junck(natl.): Die beteisigten Handwerker haben sich mit dem Entwurf im großen und ganzen einverstanden erklärt und wünschen seine baldige Verabschiedung. Vom Standpunkte des formalen Rechtes ist das Gesetz gangbar; es ist, wie die Begriindung sagt, auch„tunlichst" einfach und verständlich ausgefallen. Vor allem enthält es sich jeden Eingriffs in die voreingetragenen dringlichen Reckte. Wie das Gesetz sich praktisch bewähren wird, läßt sich allerdings heute nicht übersehen. Der Grundgedanke ist jedenfalls ein gesunder, so daß sich die beteiligten Kreise bald hinein- finden werden. Die Vestnnmung, daß kapitalkräftige Unternehmer den Beengungen des Gesetzes entzogen sein sollen, hat freilich ihr Bedenkliches bei einem Gesetze, das gerade zum Schutze des Mittel- standeS geschaffen ist. Ausgeschlossen ist auch nicht, daß das Gesetz die Bautätigkeit überhaupt lähmt. Doch ist die Möglichkeit, bei der Bautätigkeit Gewinn zu erzielen, groß genug, so daß sich das Kapital nicht vollständig vom Baumarkte zurückziehen wird. Gegen eine eveMuelle Erhöhung der Unternehmergarantie von 25 auf 33 Proz. des Baugeldes hätten wir nichts einzuwenden. Mit der Annahme des Gesetzes wollen wir zum Ausdruck bringen, daß wir auch weiter bereit sind, für die Interessen des Mittelstandes einzutreten. Redner beantragt die Ueberweisung deS Entwurfs an eine Kommission von 21 Mitgliedern. Abg. Maycr-Kaufbeuren(Z.): Der Bauschwindel hat seinerzeit geradezu Orgien gefeiert. In den drei Jahren 1891/93 verloren die Handwerker allein in Berlin 74 Millionen Mark an Bauforderungen. Wenn der Bauschwiudel hauptsächlich auch in den 90er Jahren blühte, so grassiert er doch auch jetzt noch. Bon 1904 bis zur Jetzt- zeit haben dir Berliner Handwerker wieder über 6 Millionen verloren! Eine Kontrolle der Suszahlungen als Mittel gegen den Schwindel genügt nicht, da eine solche Kontrolle nur schwer durchführbar und auch leicht zu umgehen sein würde. Ausdehnen wollen wir den Schutz aus Lieferanten- und Arbeitersorderungen sowie auf Ersatz« und Umbauten. Die Bestimmung hinsichtlich der Hinterlegung von einem Viertel der Bausumme wirkt direkt wie ein Anreiz zur Umgehung des Gesetzes. Am besten wäre es, den dies- bezüglichen§ 4 emfach zu streichen. Bedenklich ist eS auch, daß nur solche Lieferungen geschützt sind, die bereits in den Bau eingefügt sind. Für den Handwerker kommt eS doch nur darauf an, daß er feine Lieferungen abgeliefert hat. Man hat die Handwerker auf den Weg der Selbsthülfe verwiesen. Ich hoffe da, daß als Folge des Gesetzes bald, namentlich in den kleineren Städten Handwerker- organisattonen entstehen werden. Wir wünschen, daß das Gesetz im Interesse der Handwerker bald verabschiedet wird. Abg. Pauli-Potsdam(k.): Ich teile den Optimismus, mit dem die Herren Vorredner das Gesetz begrüßt haben, nicht. Ich habe einen Juristen gesprochen, der das Gesetz heruntergerissen hat, also ganz anderer Meinung war als die beiden Juristen, die vorher hier gesprochen haben. Das soll bei Juristen aber öster vorkommen. (Heiterkeit.) Die Handwerker sollen sich aber ja nicht einbilden, daß sie durch die Annahme deS Entwurfes eine unbedingte Sicherheit erhalten; denn eine solche gibt eS nicht. Aber die Bestimmung. daß dem Gesetz ein Bauunternehmer nicht unterworfen ist, wenn er 25 Proz. der voraussichtlichen Bausumme hinterlegt, öffnet dem Betrug Tür und Tor; diese Bestimmung muß unbedingt au? dem Gesetze heraus. Ebenso muß die Kommission noch eine Reihe anderer Punkte besier regeln, wenn die Handwerker wirklich von dem Gesetze Vorteile haben sollen.(Bravo! bei den Konservativen.) Abg. v. Dirkscn(Rp.): Der Gesetzentwurf muß als eine ganz besonders fleißige Arbeit anerkannt werden. Der Grundgedanke des Entwurfes, den Handwerker vor Betrug durch frivole Bauunternehmer zu schützen, mutz jedem Freunde des Handwerkers sympathisch sein. Ob aber die Mißstände aus diesem Gebiete wirklick fo groß sind, wie vielfach angegeben wird, das erscheint doch zweifelhaft. Wenn wir trotzdem die Frage nach der Notwendigkeit eines Vor- gehen« aus diesem Gebiete bejahen, so kann nur ein gesetzgeberisches Vorgehen in Frage kommen. Abg. Kaciiips(frs. Vp.): Auch wir treten an das Gesetz mit einer gewissen Skepsis heran, die begründet ist auf einem ernsthaften Studium der Materie. Wir müssen vermeiden, daß der Bauhand- werker durch Bestimmungen, die ihn schützen sollen, in seiner Selb- iländigkeit behindert wird. Das Hauptbedenken liegt darin, daß der Entwurf dahin wirken wird, daß daS Baugeschäft im wesentlichen in die Hände großer Kapitalisten übergehen wird. Alles aber, was dazu drängt, das Baugeschäft zu einem Monopol zu machen, muß von uns bekämpft werden,(Bravo l bei den Freisinnigen.) Abg. Biimelburg(Soz.): Die Mißstände im Baugewerbe erschöpfen sich nicht in den Ver- liisten der Bauhandwerker und Bauarbeiter durch schwindelhafte Unternehmer, sondern sie bestehen auch in dem Mangel a» gciiügrndrm Bauarbeiterschnh. Es ist dringend notwendig, daß dieser Schutz ver- mehrt und die Kontrolle verbessert wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Was das vorliegende Gesetz anbetrifft, so hat ein Teil der Unternehmer im Baugewerbe sich auf der Tagung in Frankstlrt a. M. gegen eine gesetzliche Regelung der Materie erklärt mit der Motivierung, die Verhältnisse hätten sich wesentlich ver- bessert. Richtig ist, daß in den letzten Jahren die Mißstände weniger charf in die Erscheinung getreten sind. Das sagt aber an sich noch gar nichts. Die Konjunktur geht auch im Baugewerbe auf und ab, und während der Krise sind auch die Mißslände größer. Das nächste Jahr wird voraussichtlich ein starkes Abflauen der Bautätigkeil mit sich bringen und damit eine Vergrößerung der Mißstände. Wir haben es im Baugewerbe mit einer sehr großen Zahl von Unternehmern zu tun. Nach der letzten Betriebszählung vom Jahr» 1896 wurden'm Baugewerbe in den hier in Betracht kommenden Kategorien 177 000 Unternehmer festgestellt, und ivenn man nur diejenigen rechnet, die mit mehr als zwei Angesteßten arbeiten, so kommen noch immer rund ßv 000 Unternehmer in Frage I Die Zahl der wirklich kapitalkräftige» unter diesen Unter- nehmern ist sehr gering, die große Masse hat garnichts. und der übrige Teil. der in>merhin etwas hat, hat sein Ver- mögen in einem Geschäft oder in Grundstücken festgelegt. Diejenigen Unternehmer, die gar nichts haben, sind natürlich gezivungen, tändig zu bauen, wenn sie nicht in das Proletariat zurücksinken wollen. Dabei verstehen es diese Leute, die eigentlich nichts haben, sehr gut zu leben. Ebenso sind diejenigen Unternehmer, die etwas haben, gezwungen, fortgesetzt zu bauen, nicht nur um zu leben, sondern um vielleicht das Vermögen, das sie anderweitig festgelegt haben, zu retten. Daraus ergibt sich, daß in dem Augenblick, liio die Ärisis einsetzt und die Arbeit geringer wird, eine gewaltige wilde Jagd nach Arbeit entstehl und die Arbeit zu Preisen übernommen wird, zu denen sie gar nicht herzustellen ist. Die Folge in gar vielen Fällen ist der Zusammenbruch und schließlich Verluste der Bauhaudwerker. Es muß also damit gerechnet werden, daß sich die Verhältnisse in der Krisis wesentlich verschlimmern. Zur Rechtfertigung eines gesetz- lichen Eingreifens ist es aber gar nicht einmal notwendig, auf die schlimmen Vorkommnisse während der Krisis hinzuweisen, es findet seine Begründung in genügendem Maße bereits in den Perhällnissen in normaler Zeit. Eine Stallslik, welche die Lohiiverlustr der Bauarbeiter feststellt, bezieht sich auf 68 Orte und auf die Zeit vom 1. Januar 1906 bis zum 1. Noveniber 1907. An 13 von diesen Orten traten Lohnausfälle von kolossalem Umfange ein. In 254 Fällen kam die gesamte Lohnsunmie mit 86 000 M.' in Frage!(Hört! Hört I. bei den Sozialdemokraten.) Von dieser Suinme sind 39 000 M. durch Prozesse und das Konkursverfahren allerdings später eingebracht worden, aber 47 000 M. sind doch vollständig verloren. Ich will nun nicht sagen, daß diese Summe im Vergleich zu der überhaupt in, Baugewerbe ausgezahlten Lohnsumme riesig ist. Aber für den Arbeiter bedeutet sie doch sehr viel, und außerdem ist es für den Arbeiter sehr wichtig, daß er bereits am Sonnabendabend nach der Arbeit den Lohn erhält.(Sehr wahr! bei den Sozial- dcmokraten.) Auch bandelt es sich hierbei einzig und allein um Maurer. Es kommen noch hinzu die Lohnausfälle der Bau- hülfsarbeiter, der Zimmerer, Stukkateure, Dachdecker usw. usw. Rechnet man weiter dazu, wieviel Unkosten und Zeitverluste für die Arbeiter entstanden sind, um ihre Forderungen geltend zu niachen, so muß man sagen, daß selbst in besseren Zeiten den Arbeitern ganz bedeutende Verluste durch Zahlungsunfähigkeit der Unternehmer entstanden sind. Mit dem Anführen von weiteren Zahlen über Ver- luste der Bauhandwerker will ich Sie verschonen. Es kommen übrigens auch noch andere Jntereffentcn in Frage. So werden in sehr hohem Maße die Krankenkassen geschädigt. Das Ver- zeichnis der vereinigten Ortskrankenkassen zu Köln weist im Jahre 1906 nicht weniger als 211 Personen auf, welche 14103 M. Beiträge schuldig blieben! Davon gehörten 116 mit 12194 M. der Berufsgruppe der Baugewerbe an. Von diesen tragen 114 in dem Verzeichnis den Vermerk„fruchtlos", d. h. also, daß' von ihnen nichts zu erhalten ist. Das Bedürsiiis nach einer Schutzgesetzgebung war also vorhanden und ist vorhanden. Das in Aussicht genommene Gesetz soll die Mißstände beseitigen oder mildern. Geschützt sollen werden die an der Herstellung des Gebäudes beteiligten Bauhand- werker und Lieferanten sowie Personen, die infolge eines Vertrages an der Herstellung des Gebäudes beteiligt waren. Ob dazu auch die Unternehmer, Handwerker und Fuhrleute ge- hören, welche den Grund ausgenommen haben, geht aus der Vorlage nicht klar hervor. Der Schutz soll erreicht werden Ein- tragung der Forderungen in das Grundbuch, die sich dann für alle Gläubiger in eine Bauhypothek verwandeln soll. Außerdem soll der Bauunternehmer 25 Proz. des Baugeldes in bar hinterlegen. Dieser Art der Sicherung kann man nur ztistimmen. Sie ist meines Er- achtens die einzig mögliche. So aber wie sie in der Vorlage durch- geführt werden soll, ist sie jetzt doch von sehr zweifelhaftem Werte. Die Bauhypothek soll erst an d r r t t e r Stelle stehen! Der Wert der Sicherheit einer Hypothek hängt aber von der Höhe der davor- stehenden Hypotheken ab. Nun soll durch§ 7 des Gesetzes dafür gesorgt werden, daß der Wert des Bauplatzes nicht zu hoch eingesetzt wird. Wie daS aber geschehen soll, davon schweigt des Sängers Höflichkeit. Bei der Verschiedenartigkeit der VerhälMisse kann man nicht damit rechnen, daß durch eine landesherrliche Verordnung der richtige Maßstab gefunden wird. Würde es sich nur darum handeln, den Wert eines Bauplatzes in einer bestimmten Gegend festzusetzen, so könnte das Verfahren einige Bedeutung haben. Darauf allein aber kommt es nicht an, sondern auch auf die zweckmäßige Bebauung. auf die Einrichtung des Gebäudes und seinen Zweck. Auf alle diese Dinge kann die Behörde einen Einfluß nicht gewinnen, sie kann es auch nicht vermeiden, daß die Baukosten für Grundstücke von gleicher Größe und Einrichtung verschieden sind. Die Großspekulation wird auch in der Folgezeit den Grundstückpreis bestimmen. Je höher schließlich der BanplatzpreiS ist, desto mehr verliert die Bauhypothek. Für den Wert der Bauhypothek kommt schließlich auch in Betracht. zu welcher Zeit das Bauwerk errichtet worden ist. Angebot und Nachfrage werden da eine Rolle spielen. Eine Hypothek, die zurzeit der Nachfrage noch eine Sicherheit bildet, kann zurzeit des Angebots zur vollen Bedeutungslosigkeit herabsinken. Für den Wert der Bauhypothek kommt noch in' Frage, ob die Baugläubiger imstande sind, die Hypothek für sich nutzbar zu Macken. Können sie daS nicht, so kommen sie auch bei dem Gesetz nicht zu ihrem Rechte, sie werden neben dem Verlust nur noch Kosten haben. Deshalb möchte ich zu dem Schluß kommen. daß e« wünschenswert wäre, die Bauhypothek in der Rangordnung an eine andere Stelle zu setzen. Ob es möglich ist, ist aller- dings eine Frage, über die man leichten Herzens nicht hinwegkommen kann.* Für die Arbeiter ist aber selbst dann, wenn jene Hypothek eine beffere Sicherheit gewährte, durch das Gesetz doch nicht viel erreicht. Wenn ein Maurer z. B. an einem Neubau seinen Lohn nicht bekommen kann und nun warten soll, bis der Neubau fertig ist. bis sich das ganze Verfahren abgewickelt hat, dann loird eS vorkommen, daß er auf sein Geld mitimter über ein Jahr warten muß. In vielen Fällen lvird der Arbeiter, der seine Arbeit nicht immer an einem und demselben Orte findet, um seine Reckte kommen. Der Entwurf bietet aber noch einen großen Mangel. Dieser besteht darin, daß mau den Geltungsbereich des Gesetzes sehr eng ge- zogen hat. Nach der Vorlage soll das Gesetz nur gelten bei Neubauten für Mohn- und gewerbliche Zwecke, die durch landesherrliche Verordnung festgestellt sind. Von dieser Bestimmung gibt eS ober viele Ausnahmen. Es fallen nicht unter das Gesetz alle Umbauten, alle Gebäude, die an Stelle von abgebrochenen errichtet werden oder an Stelle von solchen, die durch elementare Ereignisse zerstört sind. Nach§ 2 des Gesetzes finden die Vorschriften des Gesetzes keine Anwendung auf Grundstücke des Fiskus, der Bundesstaaten, der Kommunen, der Landesfürsten! Wenn alle diese Gebäude ausgeschieden werde», dann bleibt nicht viel übrig, und dann stehen trotz des gesetzlichen Schutzes die meisten Handwerker außerhalb des Rahmens des Gesetzes.— Wer die Verhältnisse kennt, der loeiß, daß besonders in den älteren großen Städten jährlich eine sehr große Anzahl von Bauten ab- gerissen und durch neue ersetzt wird. In Berlin handelt es sich dabei jährlich um Hunderte und Aberhunderte von Baute». Das Berliner Baugewerbe stützt sich in ganz erheblichem Maße auf solche Arbeiten, und ebenso ist es in fast allen Großstädten. Ich erinnere Sie an die bedeutenden Durchbrüche im Scheunenviertel, in Eharlottenburg, an die Sanierungsarbeitcn in Slraßburg und in Hamburg, wo ganz alte Stadtteile von A bis Z niedergerissen wurden, um später durch neue Gebäude ersetzt zu werden. Bei diesen Bauten bestehen genau dieselben Gefahren für die Hand- werker wie bei den Neubauten. Ebenso bei öffentlichen Bauten. Sie wissen ja, wie die Unternehmer sich in solchen Fallen gegenseitig unterbieten; es werden da Preise gefordert, von denen die Uniernchmcr selbst von vornherein wissen, daß die Arbeit dafür nicht fertig zu stellen ist.(Hört! hört!) Auch gibt es Bauschluindcl in großen wie in kleinen Orten, ja in den kleinen ist er manchinal noch stärker. Nur in den Dörfern wird nicht gebaut,>vo eigentlich gebaut werden müßte, um für die Arbeiter gute Wohnungen zu be- schaffen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Daher sind die Beschränkungen in der Vorloge nicht angebracht. ES liegt auch nicht im Jiitcrcsse der Rechtssicherheit und Einheitlichkeit des Nccht-Z, wenn in Berlin erlaubt ist, was auf einem Bau in einem Äororte von Berlin verboten ist. Das kann das Gefühl für die Rechtsgleichheit im Volke nicht vermehren.(Sehr wahr! bei den Tozialdeniokraten.) Die Bestimmung, daß nur Bauten auf vorher unbebautem Terrain unter das Gesetz fallen, ist auch deshalb unhaltbar, weil Fälle vorkommen— ich kenne einen solchen in der Bismarckstraße in Charlottenburg—, wo ein Neubau zur Hälfte auf vorher un- bebautem Terrain, zur Hälfte auf einem Platz, wo vorher ein Haus abgerissen ist, vorgenommen wird. Dieser Bau würde also zur Hälfte unter das Gesetz fallen und zur Hälfte nicht I! Ebenso wenig entspricht die Bestimmung, daß nur Bauten, die au einem während der letzten drei Jahre unbebauten Terrain aufgeführt werden, als Neubauten gelten, den tatsächlichen Verhältnissen. Wir wissen aus Erfahrung, daß es instbesondere bei Nenanlage von Straßen gar nicht möglich ist, die ganzen vorhandenen Plätze'innerhalb drei Jahren zu bebauen. Es find also wesentliche Aenderungen an dem Gesetze unbedingt notwendig. Zum Schluß möchte ich nur noch darauf hinweisen, daß die Folge des Gesetzes auch eine gewisse Belastung der Gesamt- bevölkerung sein wird. Durch die Verteuerung des Bauens, die die Folge des Gesetzes sein wird, werden die Mieten sich erhöhen. Trotz- dem halte ich einen gesetzlichen Eingriff für notwendig. Eine Er- höhung der Mieten wird auch ohne das Gesetz kommen. Will man dies llebel beseitigen, so muß man dem G r u n d ü b e l, das auch die Grundursache des Bauschwindels ist. nämlich dem Grund- und Bodenwucher erst einmal ernstlich zu Leibe gehen. Erst mit seiner Beseitigung wird es möglich sein, die Aufgaben auf dem Gebiete des Wohnungswesens zu lösen, die dringend der Lösung im Interesse des gesamten deutschen Volkes harren.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dove(frs. Vg.): Auch meine Freunds sind bereit, in der Kommission an der Ausgestaltung des Gesetzentwurfes mitzuarbeiten. Daß aber der Entwurf das von ihm behandelte Problem nicht löst, geht aus der sehr bedingten Verteidigung der Vorlage durch den Herrn Staatssekretär hervor sowie aus der gezwungenen Unterscheidung zwischen Neubau und Reparaturbau. Eine nicht unbedenkliche Folge dieses Entwurfes würde ein Zurückdrängeil der kleinen Bauunternehmer zugunsten der Baugesellschaften sein. Gegenüber den angeführten Statistiken über Verluste der Haitdwerker muß man doch fragen, ob die Handwerker mit diesent Risiko nicht von vornherein rechnen. Eine Folge des Gesetzes wird eine kolossale Verteuerung und Verzögerung der Bauten sein; man kann den Gesetzentwurf geradezu etnen solchen zur Verzögerung und Verhinderung der Bauten Hennen.(Wider- spruch rechts.) Jedenfalls bedarf er in der Kommission einer gründ- lichen Umgestaltung.(Bravo! bei der Freisinnigen Vereinigung.) Abg. Herz(wirtsch. Vg.) erklärt sich mit den Zielen und Grund- lagen des Gesetzentwurfes einverstanden, doch reiche seine Wirkung nicht weit genug, da die Umbauten und Reparaturbauten dem Gesetz entzogen fem sollen. Auch eine Reihe anderer Bedenken drängen sich auf; in der Kommission werden alle Bedenken gründlich zu erwägen, sein, damit das Gesetz den beabsichtigten Schutz der Bauhandwerker auch wirklich erreicht. Abg. Werner(Antis.): Nicht Herr Baffennann, sondern ich habe diese Frage zuerst im Reichstage angeregt.(Lautes Lachen auf allen Seite» des Hauses.) Man muß der Regierung dankbar sein, daß sie den gliten Willen wenigstens zeigt, für die Bauhandwerker etwas zu tun. Abg. Sehda(Pole): Dem Grundgedanken des Gesetzes, die ehr- liche Arbeit vor Äusbeutuüg durch Spekulanten und Kapitalisten zu schützen, stehen wir sympathisch gegenüber, doch zweifeln wir sehr. daß der Gesetzentwurf diesen Zweck erreicht. Für uns hat das Gesetz auch einen politischen Beigeschmack, denn es erteilt den Behörden neue Machtbefugnisse, die in unserer Heimat stets benutzt iverden, um uns Polen das Fortkommen ini Wirtschaftsleben zu er- schweren. Jedoch behalten wir unS unsere endgültige Stellungnahme zu dem Entwurf für die späteren Lesungen vor. Abg. Wirland(südd. Vp.) steht Maßnahmen gegen den Bau- schwinde! sympathisch gegenüber und ist mit der Beratung deS Entwurfs in einer Kommission einverstanden. Damit schließt die Debatte. Der Gesetzentwurf wird an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Darauf vertagt sich das HauS. Nächste Sitzung: DoimerStag 1 Uhr. Tagesordnung: 1. Schleuniger Antrag betreffend Genehmigung eines Strafverfahrens gegen den Abg. Pfeifer(Z.). 2. Erste Lesung des Etats. Schluß 7 Uhr._ parlamentarilckes. In der Kommission zur Borberatung des Vertrages mit den Niederlanden über Unfallversicherung wurde dem Vertrag gestern zugestimmt. Die Vertreter der Negierung gaben zu, daß zwar die Beseitigung der Doppeloersicherung zugunsten der Unter- nehmer die Verhandlungen zu dem Vertrag angeregt.hätten, auch fielen zuungunsten einer Reihe deutscher Arbeiter nach dem Ver- trage einige Vorteile, die Vorschriften der niederländischen Gesetz- gebung(70 Proz. Rente, Zivilrcchtsanspruch, Aeliltenrente für uneheliche Kinder und Schwiegereltern) in Wegfall. Aber auch Arbeiter hätten einen Vorteil. Denn nach Auffassung der deutschen und holländischen Regierung würden nunmehr auch in Deutsch- land tätige Belader und Entlader HMändischer Schiffe, die von dein Holländer Unternehmer angenommen werden, versicherungspflichtig. Die Ausführungsvorschriften würden in diesem Sinne geregelt werden. Auf Antrag der Abgeordneten Dove, Erzberger und Stadthagen soll diese Erklärung zu Protokoll erklärt werden. Tie bürgerlichen Abgeordneten gaben ihre Bedenken gegen den Ver- trag hierauf auf. Zum Berichterstatter wurde Abg. Erzberger gc- wählt. Stadthagen erklärte, wenn die beabsichtigten Folgen in der Tat einträten und keine bisher versicherte Arbeiterkategoric der Versichcrungspflicht entzogen würde, wäre ein wesentlicher Teil seiner Bodenken beseitigt. Aber daß diese Folge in Wahryeil ein- treten würde, möchte er nach wie vor bezweifeln, da ohne ein be- sonderes Gesetz die Katastoiermöglichteit der bislang unversicherten Teile niederländischer Betriebe infolge der berufsgenossenschast- lichen Organisation kaum möglich sei. Em der Partei. Gemcindcwahlen. Bei der Gemeindevertreterwahl in Bant, die am Montag stattfand, kam es zu einem großen Ringen zwischen der sozialdemo- kratischen Partei und den Anhängern des Reichslügenverbandes. Nach dem Ergebnis kamen von den von den Bürgervereincn auf- gestellten Kandidaten, meist Sozialdemokraten, 6 Vertreter mit 1730 bis 1789 Stimmen durch, aber auch die ReichSverbändler kamen niil der gleichen Stimnienzahl zu 4 Sitzen. Von den Ersatzmännern er- hielten die Bürgervereine 5, die Gegner durch das Los 1 Sitz. Die große Stimmenzahl der Gegner erklärt sich durch die über 1000 Stimmen des Grundbesitzes, von denen allein die kais. Werft etwa 300 abgab, die fast ausschließlich den Gegnern zufielen. So be- dauerlich dieser Ausgang der Wahl ist, wird er doch den Partei- genossen Beranlassung sein, jeden einzelnen bei späteren Wahlen zur ilrne zu bringen. Betrug bei der vorigen Wahl die Beteiligung 84 Proz,, so stieg sie diesmal auf etwa 99 Proz. In Zeitz trug die Sozialdemokratie bei den Stadtverordneten- wählen mit 1353— lS6ö gegen 1105 Stimmen den Sieg davon. ES ziehen vier Genossen z u in e r st e n ni a l ins StaMparlainent ein. Die Gegner hatten sich zu einem Block zusammengeschlossen und ficbcr- Haft geschleppt, aber vergebens. In den Bereinigten Staaten ist die Sozialdemokratie schon mit Vorbereitungen zu den Arbeiten für die P r ä f i d c n t e n- wabl beschäftigt, die im nächsten Jahre stattfindet. Ter National- sekrctär berechnet die Kosten für den Parteitag(Konvention), der die Kampagne einleiten wird, auf 7350 Dollar. Es werden voraus. sichtlich 175 Delegierte daran teilnehmen. Der Sekretär verlang! die Erhebung eines Extrabeitrages zur Bestreitung der Kosten. Die letzten Wahlen haben, wie schon berichtet, eine Zunahme der sozio listischen Stimmen gebracht. In Philadelphia wurden 4351 Stimmen für unsere Partei gezählt, mehr als je zuvor. In Groß- New Dork wurden zusammen 17 811 Stimmen gegen 13 477 im Jahre 1900 abgegeben. Die sozialistische Arbeiterpartei(De Leon- Richtung) hat 2700 Stimmen gegen 2530 im Jahre 1906 erhalten. polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine Staatsaktion in Altenburg. Weil er die Altenburger Lehrerschaft beleidigt haben sollte, mußte sich der Genosse Dickreiter von der„Altenburger V o lls- z e i t u n g" am 22. d. M. vor der Strafkammer in Alten- bürg verantioortc». In der„Altenburger Bolkszeitnng" erschienen aus sachkundiger Feder Ende September, kurz vor dem Zusammentrili der Generalversammlung des Altenburger Landeslehrervereins in Schmölln, vier Artikel unter dcr Ucberi'chrift„Der Herr Lehrer", in denen die Haltung der Altenburger Lehrerschaft zu den modernen Ideen aus politischem, wirtschaftlichem und religiösem Gebiete einer scharfen Kritik umerzogen wurden. Die Lehrer schrien Weh und Ach und ans dem Altenburger Lehrertag in Schmölln am 1. und 2. Oktober nahm der altenburgische Staatsminister von Borries Veranlassung, de» versammelten Lehrern eine feierliche Ehrenerklärung zu geben und die stärksten Register wider die„Altenburger Volks zeitung" zu ziehen. Er sprach von„planmäßig erfolgten Verleumdungen", von„ge- hässtgen Angriffen" und betonte, daß er gerne der Einladung zum Besuche beS LehrerrageS entsprochen habe, um„in der breiteste» Oeffentlichkeit zu erklären, daß die herzogliche Staatsregierung die i» der„Altenburger Volkszeitung" erschienenen gehässigen Artikel gegen den Lehrersiand in größtem Maße mißbillige. Der deutsche und, als Glied derselben, der altenburgische Lehrerstand sei hoch er- haben über derartige. Angriffe" usw.. was den Herrn Minister aber nicht hinderte, nach seiner Rückkehr vom Lehrertage Strafantrag wider den Verantlvortlichen der„VolkSzeitnng" zu stellen. Für ge- wöhnlich pflegt man keinen Strafantrag zu stellen, wenn man sich „hoch erhaben über derartige Angriffe" fühlt. I» der am Freitag voriger Woche durchgeführten Verhandlung lehnte Genosse Dickceiier zunächst drei Beisitzer ab wegen Be- f ü r ch t u n g d e r B e s a ii g e n h e i t. Die Herren sind Mitglieder des Reichsverbandes zur Bekämpfung derSozialdemokratie und Gen. Dick- reiter erklärte, daß er es nach derKampfesweise, die dieser Verband gegen die Sozialdemokratie beliebe, für ausgeschlossen halten müsse, daß ein Reichsverbandsmitglied einem Sozialdemokraten objektiv und nnbefangen gegenüber stehen könne. Schließlich zog Dikreiter seinen Einspruch gegen zwei der abgelehnten Richter zurück, nachdem der Vorsitzende der Straskammcr die Erklärung abgab, daß die Tätigkeit der beiden Herren im Reichsverband sich nach ihrer eigenen Angabe lediglich auf die Zahlung de« Mitgliederbeitrages erstrecke, Den dritten Einspruch, der sich gegen den Landrichter Krause richtete, hielt Genosse Dickreiter aufrecht mit dem Ergebnis, daß er abgelehnt wurde. Der auf Grund seiner Betätigung im Reichsverbande zur Bekämpfutig der Sozialdemokralie abgelehnte Richter erklärte sich für unbefangen. Im Laufe der Verhandlung gab es denn noch einige weitere Ueberraschungen. Der Staatsanwalt ließ zunächst die Anklage aus K 180 fallen und zog sich auf den§ 185, auf den formalen Beleidigungsparagraphen, zurück. Die vom Angeklagten gestellten sehr umfangreichen Beweis- a n t r ä g e ivurden daraufhin abgelehnt. Der Angeklagte hatte sich unter andenn erboten, den Nachweis zu führen, daß die„Alten- burger Volkszeitung" das einzige Blatt im Herzogtum sei, das sich ernsthaft um die Hebung der Schule und der Ausbildung der Lehrer bemühe. Er hatte sich Iveiter erboten den Nachweis zu erbringen, daß ein Teil der kritischen Bemerkungen der unter Anklage stehenden Artikel— der staatserhaltenden konservativ- agrarlsch-antisemitischen„Altenburger Landeszeitung" entstamme, lind daß dieses Blatt darum nicht angeklagt worden sei. Durch Ablehnung sämtlicher Beweisanträge ist es leider zu diesen Fest- stelliingen vor Gericht nicht gekommen. Das Urteil lautete auf eine» Monat Gefängnis. In der Urteils- begriindung wurde anerlannt. daß einige Mißstände vorhanden seien und daß der Angeklagte, getrieben von seiner Ucberzeugung, sie an die Oeffentlichleit gebracht habe, um ihre Abstellung zu erzielen. Er habe aber verallgemeinert, und daher sei er zu bestrafen. Anerkannt wurde weiter, daß der Angeklagte ohne weiteres für den unbekannten Verfasser eingetreten und die volle Verantwortung übernommen habe ohne durch Ausreden oder unwahrscheinliche Angaben seine Verantwortung mindern zu wollen. Dieses Verhalten zeige von ManneSmut, könne ihn aber nicht straffrei machen. In Anbetracht seiner Vorstrafen sei eine GesäiigniSstrafe am Platze und sei ein Monat als entsprechende Sühne angesehen worden. Im Gegensätze zu dem Staatsminister von BorricS hat die Urteilsbegründung mit keinem Wort erwähnt, daß„planmäßige Verleumdungen" und„gehässige Angriffe" gegen die Altenburger Lehrerschaft erfolgt sind. Ob der Herr Staatsminister jetzt wohl die Gelegenheit wahrnehmen wird, zu erklären, daß er sich in der Be- urteilung der Artikel geirrt hat? Die„hochverräterische" Broschüre. Dein Genossen Lcopoldt in Zeitz ist jetzt von der Oberreichsanivaltichafl auch das zweite Exemplar der diesem beschlagnahmten Broschüre Dr. Karl Lieb- knechts„Militarismus und Antimilitarismus" zurückgesendet worden, aber nicht als Buch, auch nicht geschwärzt, sondern zerschnitten in wohlgezählte 024 Streifen von 1 bis l'/z Zentimeter Breite. Es müßte Vergnügen machen, die Streifen wieder zusammenzusnche» und zu kleben, das„unbrauchbar" gemachte Exemplar wäre dam, eine Rarität. Etraftonto der Presse. Vor dem Schöffengericht in Frank- fürt a. M. stand am Dienstag der Genosse W. Zander von der ,. B o l k s st i m m e" wegen Beleidigung der„Frankfurter Zeitung". Die„Volksstimme" hatte die Haltung det„Frankfurter Zeitung" in der Angelegenheit der Bayrischen Bodenlredtt-Anstalt zu Wiirzbnrg angegriffen; die„Frankfurter Zeitung" habe die Mißstände bei diesem Institute gekannt, aber sie nicht aufgedeckt, habe über Vor- gänge in der Generalversammlung der Bank falsch berichtet. Ihre Gewährsmänner seien die Direktoren der Bank. Genosse Zander verwahrte sich zu Eingang der Verhandlung dagegen, daß der „Frankfurter Zeitung" in den Artikeln der Vorwurf der Be- stechlichleit und der Korruption gemacht worden, es sei ihr nur falsche Berichterstattung über ihr richtig bekannte Vorgänge vorgeworfen. Der Vorsitzende gab indes seiner Meinung Ausdruck, daß der„Franks. Ztg." der Vorwurf der Bestechlichkeit, Fälschung und Korruption gemacht worden sei. Die Verhand- ( iiiig dauerte von 9 Uhr morgens bis nachts 1 Uhr und endete mit der Verurteilung des Genossen Zander zu 500 Mark Geldstrafe. Das Gericht war der Ansicht des Vorsitzenden über den Inhalt der Artikel beigetreten und hielt den Wahrheitsbeweis dafür nicht erbracht._______ Hus Industrie und Kandel. Zur Geschäftslage in der Textilindustrie. Die Wirkungen der amerikanischen FinanzkrifiS machen sich auch» in der deutschen Textilindustrie fühlbar. Tie Situation wird als ,. Hochernst" bezeichnet. In der T u ch i n d u st r i e hat die Beschäftigung sehr nackqclaffen. In Aachen stehen schon seit Monaten Hunderte von Webstühlen still. Seit einigen Wochen ist dasselbe auch in den Tuchstädten der Lausitz, in F o r st, S p r e in- b e r g usw. der Fall. Tie Arbeitszeit ist in vielen Betrieben auf 8 Stunden pro Tag reduziert. Bis zu 3 Tagen in der Woche müssen die Weber feiern. In Forst wird die Zahl der stillstehenden Web- stuhle auf mindestens 500 geschätzt. In anderen Städten, wie K o t t b u s, ist von einem schlechten Geschäftsgang zunächst noey wenig zu merken. Das Angebot von Arbeitskräften ist jedoch in- ftlge Zuzugs aus den von der Krise betroffenen Städten groß. So sind ans Spremberg in den letzten Wochen zirka 200 Textilarbeiter abgereist. Sie ziehen selbstverständlich in die Städte, wo noch Aussicht ist, Arbeit zu bekomnicii und verschärfen dort die Kon- kurrenz der Arbeiter untereinander. Auch die W i r k e r b /a u ch e scheint schweren Zeiten entgegen zu gehen. Amerika ist�sür die Wirkerei ein außerordentlich wichtiges Absatzgebiet. Jede Stockung in den Vereinigten Staaten wirkt aus Deutschland zurück. Seit dem Finanzkrach hat sich die Lage für die Wirkerei außerordentlich verschlechtert. Wohl ist die Branche noch voll beschäftigt. Die Handschuhbranche hat sogar sehr flott zu tun. Man zehrt noch von den Aufträgen, welche vor langer Zeit eingegangen sind. Trotz- dem dürfte es nicht lange dauern und die„stille Zeit" setzt ein. In der sächsischen Strumpfbranche gehen neue Aufträge überhaupt nicht mehr ein. Jede, auch die kleinste Ucberschrcitiing des Liefer- termins führt zur Aiinullierung der Austräge. Geringe Diffe- rcnzen zwischen der gelieferten Ware und den Mustern zieht Rück- stndung der Waren nach sich. Mit der Nachsicht der Besteller kann nicht mehr gerechnet werden. Auch die Fachpreye der Unternehmer rechnet im Frühjahr aus„stille Zeit". Die„Deutsche Wirker- zeitung" schreibt:„Die Zeit ist also nicht mehr fern, zu welcher alle Uebelständc. Sünden und Ucbergrisfe, die die Hochkonjunktur mit sich bringen mußte, von selbst verschwinde» werden und zu welcher nicht mehr die Arbeit Hände sucht, son- der» die Hände Arbeit gebrauchen." Die Unternehmer glauben denn auch bereits ihre gesteigerte Macht den Arbeitern ungestört fühlen lassen zu können Im sächsischen Erzgebirge sind Lohnrrduktiouen bis zu 20 Pro;, angekündigt. Aehnlich hat die amerikanische Finanzkrisis auf die vogtländische Stickerei ge- wirkt. Die amerikanischen Aufträge sind zum großen Teil aus- geblieben. Die amerikanischen Käufer, welche sonst mindestens 3 Wochen in Plauen zum Zwecke des Einkaufs verweilten, sind, als ihnen der Krach in ihrer Heimat ins Ohr drang, schleunigst abgereist. Die Unsicherheit der amerikanischen Verhältnisse verbot ihnen, Einkäufe zu machen,»so zeigt sich im Vogtlande. trotz der zahlreichen Ordres vom Inlandsmarkt, schleppender Geschäftsgang. Auch in denjenigen Zweigen der Textilindustrie, welche fast aus- schließlich für den Inlandsmarkt arbeiten, wie in der schlesischcn L c i n w a n d i n d u st r i e, fängt es an zu kriseln. Die gewaltige Steigerung der Lebensmittelpreise in den letzten Monaten hat die Kaufkraft der Bevölkerung geschwächt. Tos kann nicht ohne Rück- Wirkung auf die Industrie bleiben. Tie Baumwollspinnereien, welche in den letzten Jahren ihre Spindelzahl um Millionen ver- mehrt haben, sind noch voll beschäftigt. Ihre Aufträge reichen bis ins 4. Quartal 1908. Aber auch für sie gehen schon seit Wochen Aufträge nicht mehr ein. Die gesichertsten Aussichten können auch hier durch weitere Erschütterungen des Marktes über den Hansen geworfen werden. Alles in allem zeigen sich in der Textilindustrie deutlich die Vorboten der Krisis. Die Arbeiter tun gut, sich recht- zeitig zu rüsten durch Stärkung der Organisation. Die Ankündi- gung der Lohnreduktion in der sächsischen Wirkerei zeigt, was die Arbeiter zu erwarten haben, wenn erst die Krisis scharf eingesetzt hat. Der Textilarbeiterverband wird seine ganze Kraft anwenden, um eine Senkung der Löhne zu verhindern. Gegen Nahrungsmittelzölle und Kohlenteueruug. In einer am 20. November stattgefundenen Ausschußsitzung des HandelsvcrtragS-Vercins gelangte nach einem Referat des Abg. Gothein folgende Erklärung einstimmig zur Annahme: „Der Sandelsvertrags-Beretn erblickt in der außerordentlichen Höhe der Getreidepreisc, wie sie sich im laufenden Jahre gestaltet hat und aller Voraussicht nach für längere Zeit anhalten wird, eine schwere Schädigung des deutschen Wirtschaftslebens. Durch die hohen Nahrungsmittelzölle werden die Produktionskosten der deutschen Industrie gegenüber denen der ausländischen sehr erheb- lich verteuert. Das muß umso nachteiliger wirken, als wir äugen- blicklich im Beginn einer wirtschaftlichen Depression stehen, bei der der innere wie der äußere Markt weniger aufnahmefähig sein wird. Die Höhe der Getreidepreise schränkt aber den Verbrauch der hei- mischen Bevölkerung für alle anderen Bedarfsartikel ein und ver- schärft damit die Notlage, während infolge der dadurch bedingten Verteuerung der Produktionskosten die Wettbewerbefähigkeit auf dem ausländischen Markt empfindlich geschwächt wird. Eine Ab- hülfe ist nur durch eine wesentliche Herabminderung bczw. die Aufhebung der Getreidezölle möglich." Sodann wurde über die Frage der Kohlenteuerung verhandelt. Nach längerer Erörterung gelangte folgender Beschluß einstimmig zur Annahme: „Die außerordentliche Höhe der Kohlenprcise, verbunden mit einem stellenweisen Mangel an Kohlen, schädigt die heimische Bolls- Wirtschaft so schwer, daß schleunige Abhülfe geboten ist; zu diesem Zweck erweist sich als erforderlich: 1. Erleichterung der Einfuhr durch Herabsetzung der Einfuhrtarife, allermindestens Einführung des Rohstofstarifes als allgemeinem, statt als Ausnahmetarif; 2. Herabsetzung der Kohlcnpreise von feiten der fiskalischen Gruben; 3. Beseitigung des Wagenmangels und Einführung von Wagen höheren Ladegewichts für den Großverkehr." Weltgetrcideernte und Getreidepreise. Zwischen Januar und September Pflegt in normalen Jahren der Getreidepreis zurückzugehen. Das laufende Jahr hat dagegen eine ungewöhnliche Erhöhung gebracht. ES betrug dir Preis- spannung nach Berliner Rotierung pro Tonne in Mark: Weizen Roggen im September gegen Januar 1905...— 0.95+ 11,72 1906...— 7,63— 11,69 1907...+ 45,35+ 42,06 „Diese ungewöhnliche Preissteigerung Iväre zu verstehen", be- merkt dazu die„ArbeitSmarkt-Korrespondenz",„wenn die Getreide- ernte ganz besonders ungünstig ausgefallen wäre. Vielfach wird dies auch in de» interessierten»kreisen angenommen. Aber diese Auffassung ist aller Wahrscheinlichkeit nach un- richtig. Denn selbst die Schätzung deö ungarischen Ackerbau- Ministers, die soeben in aller Ausführlichkeit veröffentlicht wurde. komnit zu den, Schluß, daß der Bedarf unter Berücksichtigmig der Vorräte gedeckt werden kann. Wenn schon dieser Bericht, der im Interesse des exportierenden Ungarns die Ernte im Verhältnis zum Bedarf ganz naturgemäß und regelmäßig zu niedrig schätzt, die Welweriorgung für das Jahr 1907/08 als ausreichend angibt, so sind die Befürchkiiigen wegen ungenügender Deckung des Gctreidebedarss nicht nur stark übertrieben, sondern teil- weise sogar hinfällig. Nach dem ungarischen Bericht stellen sich Bedarf und Versorgung in der Weise, daß bei Weizen der Ernte- ertrag zuzüglich der Vorräte den Bedarf hinreichend deckt, während bei Roggen die Deckung knapp ist, doch keineswegs so knapp wie im Jahre 1905, wo das Defizit auf 10— IS Millionen Doppelzentner geschätzt wurde gegen 4—5 im laufenden Jahre.... Mögen auch besondere Umstände wie Verspätung der Ernte, ungünstige Transportverhältnisie, Exporlverzögerungen in Rußland lind Amerika eine Situation iin laufenden Jahre geschaffen habe», die das Emporschnellen der Preise für nahe Sichten einigermaßen begreiflich erscheinen läßt, so ist eS doch keineswegs gerechtfertigt, eine Grundtendenz für die Gestaltung der Getreidepreisc festzulegen, die von der Voraussetzung ausgeht, daß 1907/1903 die Gctrerde- Versorgung hinter dem Bedarf zurückbleibe. Das ist zweifellos nicht der Fall, wie sich immer mehr herausstellen wird, je zahlreicher die offiziellen E r n t e s ch ä tz u n g c n der einzelnen Länder be- kannt werden. Noch immer haben die definitiven Resultate die vorläufigen Annahmen und Schätzungen nicht unwesentlich ausgebessert. Und diese Korrekturen sind um so wichtiger, als die definitiven Re- sultate meist auch noch hinter der Wirklichkeit zurückzubleiben pflegen. m Jahre 1891 lagen die Berhältnisse wesentlich ungünstiger. ie Roggenwelternte, die 1890 330 Millionen Doppelzentner bc- tragen hatte, sank auf 27L Millionen im Jahre 1391: es trat also ein Ausfall von 60 Millionen Doppelzentner ein, der in den Haupt- daß der Rückgang eingetreten ist bei steigender wirtschaftlicher Kon-[ straße 7 werden an unbemittelte Mütter, die ihr noch nicht ein Jahr fächlich Roggen fonfumierenden Ländern eine nachhaltige Wirkung junttur." auf die Preise ausüben mußte. " Krisenfolgen. Lakonisch wird gemeldet: New York, 27. November. In Zusammenhang mit der amerikanischen Finanzkrise haben insgesamt 18 Perfonen Selbst mord begangen oder sind infolge der Konsequenzen gestorben. Eine weitere Folge der Krise ist eine überraschend große Abwanderung. Die" Frankf. 3tg." berichtet: Obwohl die Zwischendeckspassagierpreise um 10 Dollar erhöht wurden, ist die Rüdwanderung nach Europa diesen Herbst um 100 000 Perfonen stärker als im Vorjahre. Eine weitere Statenerhöhung wird erwartet. Die Ursachen der Rückwanderung sind vornehmlich Betriebseinschränkungen in der Industrie. Diese amtliche Feststellung und Meinungsäußerung beweist auch von dieser Seite her, daß das Mißverhältnis von Löhnen und Lebenshaltungskosten Einschränkungen erzwungen hat und dies bei günstiger Allgemeinlage des Wirtschaftsmarktes. Was aber soll nun werden? Gegen die Gesindeordnung. Wenden Sie sich an altes Kind felbft stillen, wöchentlich Unterstützungen auch in bar gegebent, damit die Mütter sich selbst träftigen tönnen, um stillen zu können. Diese Annahme, daß nach einem Jahre solche gezahlt werden, ist irrig. Ihre Unterstüßungen werden als die sogenannten Stillprämien bezeichnet. Ihre Frau soll sich an die Säuglingsfürsorgestelle in der Bankstraße wenden, wenn der Säugling noch kein Jahr alt ist. Die Unterstützungen gelten nicht als Armenunterstügung. Hermann W. 61. 1. Ja. 2. Nein. D. 2. 100. Ein zwingbares Recht auf Ausstellung des Anstellungsscheines steht Ihnen nicht zu, indessen kann noch jetzt ein von Ihnen zu stellendes Gesuch berücksichtigt werden. 9. 44. Für den Fall der Klage Eine gutbesuchte Dienstbotenversammlung fand am Sonntag in würden Sie verurteilt werden. R. S. 74. 1. und 3. Ja, Sie würden Dräsels Festsälen statt. Frau Agnes Fahrenwald sprach eine Brivatflage anstellen können, der Anstellung würde ein Sühneverjuch über das Thema:" Unser Kampf gegen die Gesindeordnung". Man beim Schiedsmann vorauszugehen haben, wenn Sie und der Angeklagte in rechnet auf Berlin, so führte sie aus, 80 000-100 000 Dienstboten; derselben Gemeinde wohnen. 2. Ja. A. G. 27. das ist eine Masse, die, gut organisiert, ihre Lage bedeutend ver- die Stiftungsdeputation, Poſtſtr. 16. K. 2. 210. Ihr Anspruch auf R. 33. Sie fönner bessern könnte, umsomehr, als man so viel von der Dienstbotennot Rückforderung ist nach dem Gesez nicht berechtigt. um Erlaß der Steuer ausdrüdlich un bei der Steuerdeputation einDer Grad der industriellen Entwickelung in Deutschland und aller Arbeiterinnen, sie unterstehen der veralteten Gesindeordnung, Unterschrift für Sie verpflichtend sein. redet. Statt dessen gehören die Dienstboten zu den unfreiesten tommen. 3. 3. 100. Wenn Sie großjährig sind, so dürfte Ihre Defterreich- Ungarn. In einer Industriellenversammlung zu Wien Ob sie definitiv verpflichtend wurden fürzlich Vergleiche zwischen Deutschland und Desterreich- und nur ein kleiner Teil der großen Masse der Berliner Dienst ist, läßt sich ohne Stenntnis des Wortlautes dessen, was Sie unter schrieben haben, nicht beantworten. M. M. 1000. 1. Ja. 2. Nein Ungarn angestellt, die troß ihrer Unvollständigkeit von Interesse mädchen hat sich bis jetzt dagegen aufgelehnt. Die Rednerin schildert die Lage der Mädchen als Haus2. B. 19. 1. Ein bestimmter Satz ist im Gefeß nicht ausgeworfen. find. Danach stellt sich das Bild wie folgt in fflaven, die eine unbegrenzte Arbeitszeit haben und sich etwa 15 M. monatlich werden für angemessen erachtet werden. 2. Ja. Defterreich- Ung. oft fchlechte Behandlung gefallen lassen müssen. Wie gering der 5. 99. 1. Der Verlag ist Wilhelmſtr. 32. 2. Uns nicht bekannt. Sie 3.6 Milliarden Lohn ist, tann jeder erst richtig erkennen, wenn er den Stundenlohn fönnen sämtliche Bücher durch die Buchhandlung Vorwärts erhalten. Borwärts" hieß bis zum 1. Oftober 1890 mur ausrechnet. Wenn ein Mädchen 80 Taler wie es immer noch Berliner Volksblatt". 2. G. 100. 100 Yards sind etwa 91 Meter. heißt pro Jahr erhält, so tommen auf den Monat 20 Mart, auf 3. E. 15. Erkundigen Sie sich bei irgend einer Loshandlung. Wir sind eine Stunde Arbeit etwa vier oder fünf Pfennige. Als Essen er über Lotteriebedingungen nicht informiert. An. 17. Unseres Wissens 10,7 Broz. hält das Mädchen gewöhnlich, was übrig bleibt. Selten darf ein nein. Das Wetterbureau der Sternwarte gibt Ihnen eventuell genauere Mädchen am Tische der Herrschaft miteffen. Selten hat ein Mädchen Auskunft.- s. S. 1. Sie teilen dem Gericht mit, daß sie aus der Kirche ein Zimmer für sich oder einen anständigen Schlafraum! Nachdem ausscheiden wollen und erklären dann Ihren Austritt aus der Kirche mündlich zum gerichtlichen Protokoll innerhalb des 29. bis 42. Tages nach Eindie Vortragende die verschiedenen Gesindeordnungen im allgemeinen gang Ihres Antrages. Auf dem Gericht müffen Sie, ohne Vorladung zu besprochen hatte, empfahl sie warm en unge- 117. Die uns nicht befannten Mietsvertrag bas Gegenteil folgt, find Sie Außenhandel Handelsflotte Eisenbahnen Deutschland 13.5 Millarden M. 4200 Schiffszahl Reg.- Tonnen 2 300 000 Betriebslänge Mehrgeleif. Streden Personen- per Güterfilometer) 1 m. Lokomotiven per Bersonen 100 Güterwagen Km. 57 000 Km. 35 Proz. 487 esis19 1721 290 000 36 000 ИI erbas 222 452 707 39 24 er 79 800 negillidsed 49 535 15 000 M. 47 000 Betriebsüberschuß per km. Postanstalten Brieffendungen Telephondrähte gespräche " Telegraphenanstalten Telegramme niblem 4.7 Milliarden 248 000 m. OBR 779 Millionen 28 000 9 000 M. 8 600 1.1 Milld. 21 000 m. 133 Mia. 6 000 R. G. 100. Der D. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand memet, unt Mädchen sollten sich nicht fürchten, ihre Rechte geltend zu zum Ersatz der Scheibe nicht verpflichtet. D. 2. 27. Nein. machen, denn ehe die Herrschaften selbst einen Topf aus waschen oder ihren Schmuz wegfegen würden, erfüllten sie lieber die Bedingungen, aber man müsse den Mut haben, diese geltend zu machen. Zu warnen sei vor den christlichen Organisationen, die immer gern die Zufriedenheit predigen, anstatt für Verbesserungen 46 Millionen se 16 Mill. einzutreten. Die Hausaugestellten müssen danach streben, freie Dabei hat Defterreich- Ungarn bei fast gleichem Flächeninhalt Arbeiterinnen zu werden, die ihre Arbeitsfraft unter eigenen Vernicht viel mehr als die Hälfte der Einwohner, die das Deutsche trägen verkaufen und damit die Gefindeordnung ausschalten. Dazu so müßte ſein Außenhandel 10 Milliarden, die Zahl der Register- Diskussionsrednerinnen nahmen Bezug auf die Frauenkonferenz und tonnen feiner Handelsflotte eine Million, feine Poſtanſtalten kritisierten, daß der vom Verein aufgefezte Arbeitsvertrag von 12 000 betragen usw. Aber bekanntlich kommt es auch auf die einigen Genoffinnen, wie es in der Konferenz laut wurde, noch nicht geographischen Verhältnisse an, und die weisen Desterreich- Ungarn anerkannt worden ist. Der Der Erfolg der Versammlung zeigte sich einen zweiten Rang schon wegen seiner geringen Rüftenentwickelung in 20 Neuaufnahmen, die der Verein für die Interessen der Hauszu, indes die verhältnismäßig geringere Bevölkerungsdichte sowie angestellten zu verzeichnen hatte. die Rückständigkeit des Schulwesens die industrielle Entwickelung Hemmen. 09 Hus der Frauenbewegung. Lebensmittelpreise und Hausfrauensorgen. Die fetten Jahre der Hochkonjunktur sind zu Ende. Aus den Hochburgen der Industrie, von der Börse und den Zentren des Handels steigen die Notsignale empor. Immer drohender entfalten fich die Wolken unserer famosen Handelspolitik am Horizonte des Wirtschaftslebens. Jenige Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmacher. Gehülfen, Berlin. Heute abend 10 Uhr: Mitgliederversammlung im Lokal Dirdsenstr. 46( Restaurant Wegner). Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Donnerstag, den 28. d. M., abends 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58: Deffentliche Versammlung. Berliner Marktpreife. Aus dem amtlichen Bericht der städttichen Markthallen- Direttion.( Großhandel.) Ochsenfleisch) la 70 72 br. 100 Bfd., la 64 69, la 58-61. Bullenfleisch Ia 69-74, IIa 58-68, Stübe, fett 52-60, do. mager 40-48, Greffer 54-62, Bullen, dänische 54-67. Mafttalber la 85-95 ila 75-85, Kälber ger. gen. 52-68, do. boll. 48-54. Hammelfleisch Mait Schweinefleisch 52-60. Stebwild Ia per Bfund 0,60-0,72. IIa Tilfit Pregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor roffen Frankfurt + 1+ 11 11+ 1+ 8 2522012223028 am feit am feit 26.11. 25.11. Wafferstand 26.11. 25.11 em cm ¹) cm cm) Saale, Grochlik -98) Havel, Spandau 66 80 -23)+ Rathenow) 107+ 72 Spree, Spremberg 110 78 Beeskow 129 94 -100 04) <-26 Landsberg 155) -54 179 Nedar, Heilbronn 15 57 Main, Wertheim 96 2 79 +8 Mofel, Trier 46+23 1)+ bedeutet Wuchs, Grundeisgang.) Treibeis. Fall. *) Unterpegel. Grundeis. Barthe, Schrimm Neze, Bordamm Elbe, Leitmeriz Dresden Barby Magdeburg Beser, Münden Minden 4 Rhein, Marimiliansau 278 Nanb Köln 0230436208 76 60 Auf der Oder bei Schwedt schwaches Grundeis; auf dem unteren feit gestern Eisstand. Begel Steflonen Berlin Witterungsübersicht vom 27. November 1907. Barometer. stand mm Bind 754 SW Bun Bindftarle Better 8° 6.- 4° Я. Temp. n. Stationen Barometer. fland mm Binb richtung Bindstärke Better 2 bebedt Temp. n. 6. FAIDA 3 bededt 6 bedeckt 7 Haparanda 755 D 11 Petersburg 759 SD 10 Scilly 741 SW 10 Aberdeen 740 S 4 Baris 752 SS 2 2 Schnee 5 wolfig 1 heiter 5, bebedt 11 926 In greifbare Nähe rüden die unvermeidbaren Folgen der bes Stalbfleisch, Doppellender 110-125, Leibbaren golgen vorstehenden Wirtschaftskrise: Verminderung oder Aufhören der Arbeitsgelegenheit, Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, Serab- immer 76-78, Hammel la 68-72. Ila 62-67, ungar. 0,00, Schafe fegung der Löhne und in ihrem Gefolge Hunger und Not. 0,50-0,55. Rotwild la per Bfumb 0,45-0,53, bo. Ila 0,00, bo. Stälber Denn unerschütterlich fest stehen die Preise der Lebensmittel. 0,50. Damwild 0,37-0,55, do. Kälber 0,50-0,70. Wildschweine per Bid. Sminembe. 751 23 Die Teuerung, die man von manchen Seiten als eine vorüber- 0,45. Frischlinge per Pfd. 0,65-0,75. Staninchen, groß pr. Stüd 0,70-1,00, gehende Erscheinung ansprechen wollte, ist in Permanenz erklärt do. flein 0,00. Hafen, groß per Stüd 3,50-8,80, do. mittel u. Klein Damburg 750 SSW 2 bedeckt worden. Ja, auf das Gesetz der Gewöhnung bauend, das beim Stüd 1,50-3,30. Wildenten per Stud 1,50-1,75. Rebhühner, junge Franti.a M. 755 SD 2 Nebel Falanenhähne Ia, junge guten deutschen Michel doppelt anwendbar scheint, schickt man sich an, per Stud 0,90-1,25, do. alte 0,60-0,90. München 760S 2 balb bb. neue Lasten auf die druckgewöhnten Schultern zu türmen. Die Waldschnepfen per Stüd 2,00-2,25, 2,25-3,00, do. IIa und alte 1,50--2,00. Fasanenhennen 1,00-2,00. Bien 764 GSO 2 Nebel bo. Ila 1,00-1,50. Hübner, Sohlenpreise übertreffen die des Jahres der sogenannten Koblennot alte, per Stüd 1,00-1,50, do. IIa 0,60-1,00, bito junge 0,40-0,80. Wetter Prognose für Donnerstag, den 28. November 1907. und die Grubenbarone wollen die Zeit der Mußfeuerung noch ge- Tauben 0,15-0,35, do. italienische 0.65. Enten 1,30-2,40, dito per Ziemlich warm, zeitweise heiter, aber vornehmlich mit Regenfällen und hörig ausnuzen und erst zum Frühjahr mit den Preisen herunter Bfb. 0,00, bito Hamburger 3,20. Sanse Berliner Wetterbureau per Pfund lebhaften südwestlichen Winden. geheit. Trotz der guten Ernte haben die Getreidepreise eine un- 0,40-0,55, dito per Stüd 0,00, do. Hamburger 0,00, do. Oderbrucher heimliche Höhe erreicht. Die Preise für Brot und Mehl p. Pfund 0,48-0,56. Boulets p. Stüd 0,70-1,00. Buten p. Bfb. 0,75-0,80. find ihnen auf dem auf dem Fuße gefolgt und, bechte per 100 Bid. 70-73, do. matt 0,00, do. groß 0,00, do. flein 76-80, den Angaben bon kundiger do. groß- mittel 70-73. Bander 87, do. Klein 0,00, do. Klein- mittel 0,00. Schleie, uns. 126-132, bo. groß 0,00, do. mittel fie wenn man Seite trauen tann, haben per noch keineswegs ihren Höchststand erreicht. Auch die flein und mittel 0,00, bito mittel 0,00, Miter 0,00. Male, groß 0,00, do. I ' Wels 0,00. Plögen Startoffeln stehen trotz guter Grute unverhältnismäßig hoch im 0,00. Roddow 0,00. Karpfen 15er 0,00, dito 30-40er 0,00, bito 45er 0,00, Preise. Die Butter loftet selbst auf ländlichen Märkten 1,40 M. dito 70er 0,00. Bunte Fische 25-32. Quappen 47-55. Barse 55. pro Pfund und die Eier werden mit Augus- und Liebhaberpreisen Starauschen 0,00. Bleie 0,00, do. lein 0,00. Aland 0,00. Raap Winter Rheinlachs 0,00. bezahlt. Der Milchpreis ist allenthalben erhöht worden und weitere 83-35. Bleifische 0,00. Amerit. Lachs la bo. Ila neuer 90-100. Seelachs Erhöhungen werden geplant. Das Obst ist nicht zu bezahlen. Selbst neuer, ber 100 f. 110-130 die Heringe find teurer als noch vor wenigen Jahren und die per 100 Pid. 10-20. Flunder, Kieler, Stiege Ia 2-6, mittel Stifte Fleischer denken nicht daran, von der einmal erreichten Höhe der 0,00. Büdlinge, Stieler ver Wall 2-3,00, Stralfunder 0,00, engl. per Wall 1-2, Hamb. Stiege 4-6, balbe Stifte 2-3, pomm. Ia Schod 0,00, ITa So schaut's aus. Und der Arbeiter, der Handwerker, der kleine 2.00-2,50. Sprotten, Danziger, Rifte 0,70-0,80, bo. Rügenwalder, Stiſte 0,70-0,80. Alale, grog per fund 1,10-1.40, mittelgroß 0,80-1,10. und mittlere Kaufmann, der Beamte, der eine magere Teuerungs- lein 0.60-0,80. Heringe per Schod 5,00-9,00. Schellfische, Stifte Sardellen, 1902 er per Anter zulage erhalten hat und oft nicht einmal die: was sollen die alle 8,00-4,50, Stifte 1,75-2,50. 98, 1904cr 98, 1905er 98, 1906er 90-95. Schottische Vollberinge anfangen? 1905 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-12, deutsche 37-44. In dem Buche„ Ein mittelbürgerliches Budget" von Henriette Fürth Beringe, neue Matjes, per 20. 50-120. ist der Nachweis erbracht, daß selbst die Einkommen bis zu 10 000 m. 1,50-1,60. Bratheringe Fab 1,20-1,40, do. Büchle( 4 Liter) 1,40-1,70. 120. Sarbinen, ruff., Fak empfindlich unter den Teuerungszuständen zu leiden haben, und Reunaugen, Schodjaj 11, do. fleine 5-6, do. Niejen 14. Krebse per Schock daß beim Arbeiter die Lohnsteigerung durch die Preiserhöhung aller 0,00, große 0.00, bo. mittelgroße 0,00, dito fleine 0,00 cm 0,00, lebensnotwendigen Unterhaltsmittel weitaus übertroffen wird. do. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00, bo. unsortiert 0,00. Eier. Butter per Die Barteilichkeit und die unausweichlichen Folgeerscheinungen Land, unsortiert per Schod 5,20-5,80, bo. große 6,00-0,50. dieses Mizverhältnisses von Lohn und Lebenshaltungskosten erhellen 100 Bid. Ia 124--127, Ila 118-122, IIIa 110-116, abiallende 90-95. Bieffergurten Schock 4,00. Kartoffeln nur allzu deutlich aus verschiedenen Symptomen des Handels- Sanre Gurten Schod 4,00. per 100 Biund Dabersche 2,75-3,25, weiße runde 2,50-2,75, verkehrs. Das Jahr 1905 zeigt bereits eine nicht unbeträchtliche mag. bon. 2,75--3,25. Borree, per Shod 0,75-1,50. Meerrettich, Schod Verminderung des Verbrauches verschiedener wichtiger Artikel des 4-12. Spinat per 100 Pfund 15-25. Sellerie, per Schod 3-6, Massenkonsums. Es standen in Tonnen zur Verfügung*) Kaffee. Reis Südfrüchte Heringe 1904 178 932 155 564 · 167 839 219 313 го 1905 178 941 146 016 153 808 213 205 Bei Kaffee ist fein absoluter Rüdgang zu verzeichnen, aber ein relativer, da die Bevölkerung 1905 größer war als 1904. Bei Reis, Südfrüchten und Heringen ist ein absoluter Rückgang eingetreten. In Kilogramm famen auf den Kopf der Bevölkerung: Raffee Reis Südfrüchte Heringe 1904 1905 mad 8,00 X 2,96 4 2,61 2,82 3,68 2,42 2,55 3,53 Die übereinstimmende rückgängige Tendenz zeigt, daß es fich hier nicht um zufällige Verschiebungen im Verbrauch handelt, sondern um einen ziemlich starken tatsächlichen Konsumrüdgang, dessen Ursache in der allgemeinen Steigerung der Haushaltskosten, vor allem aber in der Fleischteuerung zu suchen ist." do. pomm. 6-8. 8wiebeln per 100 fd. 2,00-3,00. Beterfilie, grün, Schodbund 1,00-1,25 Koblrabi Schod 0,75-1,25. Rettich, bayrischer, Stüd 0,01-0,10, hiesiger Schod 2,50-3,50. Woburüben, 100 Bfd. 2,00 bis 2.50. Starotten, hiesige, Schockbund 3,00-4,00. Siriingtobl b. Schod 4-6. Rotkohl, Schod 3-7. Weipfohl p. 100 Bid. 1,75-2,00. Blumenkohl, hiesiger 100 Stüd 0,00, do. Erfurter 0,00. Rosenkohl, per 100 Pfund 10-20. Grünkohl 3,00-5,00. Stohlrüben, Schod 2,00-3,00. Petersilienwurzelu, per 100 Pfd. 6-7, Schockbund 4-5. Schnittlauch, Töpfe Dutzend 4,00 Rote Rüben, bis 4,50. Tomaten, italienische, per 100 Bfund 25-30. per 100 fund 2,50-3,00. Rübchen, Beeliger, per 100 Pfd. 4-8, do. Teltower 16-18. Rürbis p. 100 Bfd. 8-10. Estarol per Schod 5-6. Endivien per Schod 3-6. Birnen per 100 Pfd. Tiroler 20-26, Kochbirnen 5-8, Tafelbirnen Ia 18-25, do. Ila 10-17. Alepfel, per 100 fund, Tiroler Ia 18-40, bo. Ila 12-18, Tiroler, lofe, per 100 Pfund 10-14, do. in Seisten 120 Pfund 30-70, Most, hiesige, 3-5, Stoch 5-10. Zajeläpfel Ia 15-25, do. Ila 10-12, Amerikaner, per Faß 24-35, Staliener, lose, 100 Bfd. 8-12. allnüsse, per 100 Bfd. französische 36 bis 60, rumänische 27-30. Paranüffe 52-60. Haselnüsse, lange, 100 Pfund 45-48, do. runde 34-37. Weintrauben, italienische, per 100 Bfund 30-40, almeria per Faß 10-20. Ananas I, per Pfb. 0,70-0,90, do. II 0,40-0,50. Bananen, gelb, per 100 Bjund 18-22. Rofosnüjfe per 100 Stüd 20-30. Strachmandeln per 100 fb. 70-100. Maronen, ital., per 100 Bid. 15-20. Feigen, Kranz per 100 Pfd. 21-25, do. Trommel per 100 Pfd. 40, do. in Kisten 28-60. Traubenrosinen per 100 Pfund 80-120. Zitronen, Diese Fleischteuerung, für die wir uns in erster Linie bei unserer effina, 300 Std 8.75-13.00, bo. 360 Stüd 8,00-12,00, do. 200 Stud Apfelfinen, 300 Stüd 8,00-12,00, do. Murcia famosen Zollpolitik bedanken können, derzufolge wir beispielsweise 0,00, do. 150 Stüd 0,00. für 1 Pfund Rindfleisch Ende September 1906 mehr als doppelt so 200 Stück 8,50-9,00, do. Balencia 300 Stud 8,50-10,50, bo. 420 Stüd viel zu zahlen hatten, als in Skandinavien, Rußland und Amerika dafür verausgabt werden mußte und immer noch 25 bis 80 Proz. mehr als in allen übrigen Kulturländern. Die Antwort ist auch hier ein Rückgang des Konsums, der vom 1. Juli 1904 bis 1. Juli 1906 Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter um etwas über 21, Kilogramm pro Kopf der Bevölkerung beträgt. Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Das„ Reichsarbeitsblatt", bemerkt dazu in seiner Nr. 2 vom wochentäglich von 7 bis 9% ihr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Februar 1907: Es ist ferner darauf hinzuweisen, daß eine Ein- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein schränkung im Fleischverbrauch jedenfalls hauptsächlich bei der minder- Buchstabe und eine Zahl als Weekzeichen beizufügen. Briefliche Antwort bemittelten Bevölkerung eingetreten ist, in Wirklichkeit bei diesen wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. R. G. 26. 1. Zagt bei Grapentin, Staligerstr. 102, und bei Josef Klassen der Bevölkerung die Einschränkung des Berbrauchs also jeden- Schmidt, Bellealliancestr. 74 a. 2. Wenn Sie einmal Mittel ausgeben, tun falls nicht unerheblich größer ist als die einfache Kopfziffer erkennen läßt, Sie gut, sich andere Berte zu laufen; empfehlen tönnen wir das von die auch sämtliche Lebensalter umfaßt. Beachtenswert ist ferner, Ihnen genannte nicht. Vielleicht verlangen Sie von der Buchhandlung Borwärts das Schriftenverzeichnis, das Ihnen unentgeltlich zugesandt ) nos a. a. D. G. 105. wird. J. M. In den Säuglingsfürsorgestellen auch in der Pant 16-19. -U Briefkaften der Redaktion. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 25. d. M. verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Julius Darge Adolfstr. 5. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 29. November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer hause aus nach dem neuen Nazareth- Friedhof in Reinidendorf- Weft, Berlinerstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 268/10 Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bezirk 10. Allen Kameraden hiermit zur Nochricht, daß unser langjähriges Mitglied Julius Darge am Dienstag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 29. November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer hause Adolfstr. 5 aus statt.. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. 255/5 Um Montag, den 25. November, nachmittags 3 Uhr, verfchied nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein innig geliebter Mann und unser guter Water, der Tischler Wilhelm Mosel. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Frau Mosel nebst Kindern. Die Beerdigung findet Freitag, den 29. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kirchhof Mariendorfer Weg, statt. 16276 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes 1616b Paul Kirchner sage ich allen Beteiligten meinen besten Dank. Witwe Luise Kirchner nebst Sohn. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 25. November starb nach langjährigem Leiden im Alter von 54 Jahren unser Mitglied, der Bimmerer Wilhelm Bluck. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 29. November, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Friedbofes, Hermann straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 16285 Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Nachruf. Unseren Mitgliedern hiermit aur Nachricht, daß am 24. November unser Stollege, der Heizer Gustav Sommer ( Brauerei Bow) an den Folgen eines Schlaganfalls verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 43/5 Danksagung. Für die vlelen Beweise herzlicher Zeilnahme fowie die Strangipenden bei der Beerdigung unseres einzigen Sohnes, Bruders und Schwagers Johann Mende fagen tvir allen Freunden und Be. kannten sowie den Kollegen der A. E.-G. Huttenstraße( Turbinenbau, Saal Kerber) auf diesem Wege 8842 unseren innigsten Dant. Ernst Mende und Frau. Danksagung. Für die Teilnahme und Kranzspende bei der Beerdigung unseres einzigen lieben Sohnes sagen wir auf diesem Wege unseren besten Dank. 16155 Gaertig und Frau, Aderftr. 165. A.WERTHEIM Besonders vorteilhafter Verkauf in der LEBENSMITTEL- ABTEILUNG GEMÜSE KONSERVEN Wachsbohnen Kaiserschoten 1 Dose 40 Pf. 1/ Dose 1.05 Mk. Junge Schoten II 1 Dose 50 Pf. Schoten u. Karotten 1 Dose 55 Pf. Gemischt. Gemüse II 1 Dose 60 Pf. Delikatess- Heringe Dose 50, 80 Pf. Stangenspargel extrastark 1 Dose 1.40 Mk. Stangenspargel I 1 Dose 1.15 Mk Bruchspargel I 1/ Dose 85 Pf. Bruchspargel II ¼ Dose 68 Pf. Spinat 1/ Dose 38 Pf. Pfefferlinge 40 1/1 Dose Bismarck- Heringe d FRÜCHTE KONSERVEN Saure Kirschen ohne Steine/ Dose 90 Pf. mit Steinen 1/, Dose 62 Pf. Reineclauden 1/ Dose 80 Pt. Erdbeeren naturell Dose 85 Pf WEIN Preise inkl. Flasche 1905er Oberbilliger 1904 Wormeldinger 1905er Crettnacher 1904. Bretzenheimer 1904. Oppenheim. Schloss 1904. Rüdesheimer 1902 Montferrand 1902er Crû Ferrière Pf. 1902er Chât. Talbaut d'Aux Dose 45 Pf. 1/1 Dose 58 Pf. Apfelmus Preisselbeeren 1/ Dose 65 Pf. 5 Pfund 1.65 StachelbeerenGlas24 Pf. Kirschen ohne Steine ohne Steine 38 Pf. Rote Rüben KOLONIALWAREN Türkische Pflaumen Pfund 27, 32 Pf. Glas 1/1 Dose 32 Pf. Viktoria Erbsen Gemischt. Backobst Pfund 32, 48 Pf. Amerikan. Ringäpfel Pfund 60 Pf. Italienische Birnen Pfund 60 Pf. Zapfenbirnen Pfund 17 Pf. Glasierte Erbsen Pfund 19 Pf. Grosse Linsen Pfund 38 Pf. Mittel Linsen Pfund 30 Pf. Kleine Bohnen Pfund 28 Pf. Pfund 15 Pf. Kaliforn. Pflaumen Pfund 42, 48, 55 Pf. Lange Bohnen Deutscher Kakao gute Qual., Pfund Pfund 19 Pf. 1.25 Mk. % FL 75 Pf. ½ Fl. 85 Pf. FL. 1.05 % Fl. 85 Pf. FL 1 Mk. FL. 1.10 % F1. 80 Pf. Margaux( Médoc), FL. 90 PL sb a St. Julien( Médoc), FL. 1 Mk. FLEISCHWAREN Zervelat- u. Salamiwurst In Rinddarm Pfund 1.20 Plockwurst in Rinddarm, Pfund 1.10 Rotwurst Pfund 45, 75 Pf. Zwiebelwurst Pfund 45 Pf. Landleberwurst Pfund 90 Pf. Feine Leberwurst Pfd 95 Pf. Jagdwurst Pfund 90 Pf. Gänsebrust( Spickgans) Pfd. 1.45 Schinkenspeck Pfund 95 Pf. Delikatess- Schinken 2 bis 3 Pfund schwer, Pfund Kasseler Pfund 1.10 Rippespeer 70 PL. Junge Gänse Pfund 58 und 65 Pf. Feigen Körbchen 35 pt. Pf. Tafeläpfel Pd. 55 Pf. PFEFFERKUCHEN on F. G. Metager, Nürnberg von Hermann Thomas, Thorn u. a. Liegnitzer Bomben. Aachener Printen. Weihnachtsbaum- Behang. . Rand gesetzl. geschützt Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ut. 278. 24. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 28. Bovember 1907. Nr. Zum Prozeß der fozialdemokratifchen fuchen zu laffen. Der neuerlichen Aufforderung, zum Kreisarzt zu Anders in Striegszeiten, wenn es schon einen„ Strach" oder mehrere Duma- Fraktion. Den Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion der zweiten Duma ist endlich die Anklagealte eingehändigt worden, und zwar in Form eines 17 Seiten starken Heftes in Folio; aber so groß der Umfang des Heftes ist, so dürftig ist der Inhalt. ntals aufzufordern, sich zum zweiten Male vom Kreisarzt unter- gut miteinander vertragen, wird's so streng nicht genommen. gehen, fam Kläger nach. Der Arzt blieb aber im wesentlichen bei gegeben hat; da fann ein Tropfen um mit Wippchen zu reden feinem Gutachten und meinte, dem C. würden trok seines ner- als der Funke wirken, der das Pulverfaß zum Ueberlaufen bringt. vösen Herzleidens Freiübungen fogar nüßlich sein, wenn er me- Gin Kriegszustand dieser Art bestand nun schon an 14 Tage thodisch daran gewöhnt würde. Auf die Frage, ob er jekt Frei- ewischen dem Buchdruderanleger Schmidt und seinem Borgesezten, übungen mitmachen würde, lehnte Clever dies wieder ab. dem Wertmeister der„ Baterländischen Verlags- und Kunstanstalt". Der Oberbürgermeister verhängte dann als Disziplinar Schmidt war gekündigt worden. Da fommt's noch im letzten Ordnungsstrafe zwei Tage Arrest über ihn. Der Regierungs- Augenblid zum offenen Ausbruch der Feindseligkeiten. Schmidt Auf 22 Seiten versucher die Regierungsjuristen vor allem präsident wies die Beschwerde dagegen zurúd. Hierauf flagte C. ist, wie feine Arbeitskollegen bestätigen und wie auch der Werteinen Zusammenhang zwischen der Dumafrattion und der Peters- im Verwaltungsstreitverfahren. Der 44jährige Stläger hatte in- meister zugeben muß, ein guter und fleißiger Arbeiter. Dabei burger sozialdemokratischen Militärorganisation herzustellen. Um pischen Atteste von zwei Krankenhaus- Oberärzten beigebracht, fand niemand etwas Arges, daß Schmidt zuweilen auch außerhalb wonach er an Herzneurose leidet und das Mitturnen, auch nur der Gßpausen in sich geht und dentt, wo man einen guten Tropfen diesen Zusammenhang zu beweisen, wird in der Anklageschrift gel bei Freiübungen, direkt schädlich wirken würde. In der Klage- fchentt". Auch an dem kritischen Tage also will sich Sch. in aller tend gemacht, daß der Deputierte Gerus eine Sigung der Militär- begründung wurde auch geltend gemacht, daß die Anordnung des Harmlosigkeit einen fleinen Stärkungsschoppen leisten. Aber das organisation besucht und andererseits die Fraktion den sogenannten Turnunterrichtes für die Polizeibeamten überhaupt nicht zulässig Maß seiner Sünden ist wenigstens in den Augen des Werk,, Nalas"( d. i. eine Denkschrift, die von verschiedenen Gruppen wäre. Diesen, meist in einem fortgeschrittenerem Alter befind- meisters voll. Sch. wird sozusagen 5 Minuten vor seiner der Bevölkerung ausgeht und ihre Wünsche nebst Vorschlägen der lichen Beuten müffe man es felbst überlassen, ob sie mitturnen ordnungsmäßigen Entlassung ohne Einhaltung des Restes der einzunehmenden Taftit enthält) von Soldaten der Petersburger wollten. Der Turmunterricht sei in diesem Jahre auch eingestellt Sündigungsfrist entlaffen. Nun Hagt er vor dem Berliner Geworden, nachdem vier Unglüdsfälle vorgekommen seien. werbegericht um rückständigen Lohn in Höhe von 7,40 M. In der Garnison angenommen hatte. In Wahrheit ist der erwähnte Besuch Das preußische Oberverwaltungsgericht änderte dieser Tage Verhandlung wird festgestellt, daß früher in der Arbeitsordnung des Genossen Gerus von der Polizei aus der Luft gegriffen, die Strafverfügung dahin ab, daß an Stelle der Arreststrafe eine auf die Uebertretung dieses Verbotes Entlassung angedroht war, und die Geschichte mit dem Soldaten-, Ratas" überführt nicht die Geldstrafe von 5 Mart zu treten habe. Das Gericht habe aus den daß aber in der lezten Arbeiterausschußsizung diese drafonische Fraktion, denn wer sollte den Deputierten das Recht streitig ärztlichen Attesten die Ueberzeugung gewonnen, daß C. nicht fähig und ungefeßliche Bestimmung gestrichen worden ist, so daß es auch machen, die Wünsche der Bevölkerung anzuhören? wohl aber die gewesen fei, irgendwie mitzuturnen. In seiner Nichtteilnahme nach der Arbeitsordnung jezt bei dem bloßen Werbot sein BeGeheimpolizei, die, als es galt, eine Verschwörung zu inszenieren, habe das Gericht eine dienstlich zu rügende Verfehlung nicht ge- wenden hat. Da dem Kläger ein wiederholtes Hebertreten des Zuflucht zu ihrem gewohnten Mittel: zur Propolation nahm. funden. Es sei aber ein Dienstvergehen, daß er dem ersten Befehle, Verbotes nicht nachgewiesen werden kann, demnach eine„ beharr= Und in der Tat: in der Wohnung des Genossen Osol wurde am fich zum zweiten Male vom Streisarzt unterfuchen zu laffen, nicht liche Weigerung" im Sinne der Gewerbeordnung nicht vorlag, so tam das Gericht zu dem Ergebnis, daß ein Grund zur fofortigen 18. Mai nachts eine Haussuchung vorgenommen, wobei der er gefolgt fei. Dafür genüge eine Strafe von 5 Mart, wähnte„ Ratas" nicht vorgefunden wurde, aber schon am fol- Polizeibeamten mit dem schweren Geschütz des Disziplinarvers antrages fostenpflichtig verurteilt. Wunderliche Staatsordnung: Hier wird gegen einen 44jährigen Entlassung nicht vorlag; die Firma wurde in Höhe des Klagegenden Lage, den 19. Mai", wie der Untersuchungsrichter fahrens vorgegangen, weil er sich für zu herzleidend zum Turnen ungeschickt selbst verriet. ftellte die Geheim polizei dem hält, und anderwärts hindert der föniglich preußische Staat den Staatsanwalt des Petersburger Appellationsgerichts offiziell Turnunterricht, alldieweil der Turnlehrer das Herz auf dem rechten eine Kopie diefes Natas" zu, die am 18. Mai von einer Depu- Fled hat. tation von Soldaten der Petersburger Garnison den Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion in der Wohnung Osols eingehändigt worden war." Auf welchen übernatürlichen Wegen fam denn diese Kopie in die Hände der Geheimpolizei?! Es gibt nur einen natürlichen Weg: die unmittelbare Beteiligung der Lodspitel an der Organisierung der Deputation. Weiter stellt die Anklageatte auf Grund der bei der Haussuchung in Gerus' Wohnung beschlagnahmten Dokumente" feft, baß bie Fraktion in der Duma, als offizielles Organ der sozialdemokratischen Partei, in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der Parteikongreffe und unter beständiger Leitung und Kontrolle des Bentrallomitees handelt", und sie flärt wiederum auf Grund beschlagnahmter Dokumente die Aufgaben und Ziele der fozialdemokratischen Partei auf. Es wäre nun, um solche Entbedungen zu machen, absolut nicht mehr nötig gewesen, die Spione und Staatsanwälte mit der Vornahme von Haussuchungen und der Konfistation von„ Dokumenten" zu belästigen; denn den Busammenhang der sozialdemokratischen Fraktion mit der Partei erklärte die Fraktion selbst in allen legaien Zeitungen schon in ben ersten Tagen der zweiten Duma, und das ftaatsberräterische" Programm der sozialdemokratischen Arbeiter. partei Rußlands, dies geheime Dokument", war schon, abgesehen nada Ein Submissionsring unfittlich? -www Der Maurermeister Bade in der Stadt Wunstorf hatte mit den übrigen Maurermeistern der Stadt anläßlich der submissions. weisen Bergebung des Neubaues eines städtischen Sparkassen- und Berwaltungsgebäudes vereinbart, daß teiner weniger als 125 000 Mark fordern solle und daß der Bauausführende 6000 m. an die anderen zu zahlen habe. Babe war Stadtverordneter und wurde am 29. November 1906 aufs neue in die Stadtverordnetenverfamm lung gewählt. Nun bestimmt§ 84 der hannoverschen Städte. ordnung, daß Personen, die sich durch unfittliche Handlung der öffentlichen Achtung verluftig gemacht haben, das Stimmrecht ent 30gen werden fann. Die Stadtverordnetenverfammlung erklärte mit Rücksicht hierauf und auf jene Vereinbarung die Wahl Babe für ungültig. Das Oberverwaltungsgericht erklärte jedoch Dienstag für gültig, da nach der zitierten Städteordnung die Folge des§ 8 gleich dem Bezirksausschuß die Wahl aus dem formellen Grunde nicht von selbst, fondern erst durch gemeinschaftlichen Beschluß von Magistrat und Stadtverordnetenversammlung einträte. Ein solcher lag nicht vor. B. war daher bei der Wahl und der demnächstigen Beschlußfaffung der Stadtverordneten wahlfähig. Ob seine Handlung eine unfittliche im Sinne des§ 84 war, entschied deshalb der Senat leider noch nicht. Zum Kampf gegen die Heerbter Ortskrankenkasse. von anderen Ausgaben, anderthalb Jahre vor dem Zusammentritt Dem Bürgermeister Snopp in Heerdt bei Düsseldorf sind die der zweiten Dima in der Druckerei des Regierungsorgans Roffija" freien Gewerkschaften ein Dorn im Auge und tut er fein gebrudt worden( in dem Buche Plattformen aller russischen möglichstes, um denselben, besonders den Führern der genannten Barteien", welches heute noch überall als legal berkauft wird)! Organisationen, das Leben schwer zu machen. Manch harten Nicht besser ist es mit den anderen Beweisen" bestellt. Eine Strauß haben unsere Genossen in dem dortigen Bezirk mit dem Reihe der ungeheueren Seiten der Anklagealte ist der Darstellung Manne fchon ausgefochten, der Arbeiterbewegung hat der Bürger Der„ Natas", die die Frattion erhalten hat, gewidmet. Ausführlich meister feinen Abbruch tun können, trotz der gewagten Mittel, die wird der Inhalt von Zirkularen wiedergegeben, mit denen die er mitunter onwandte. So führte der Bürgermeister seit längerer Fraktion sich an die Parteiorganisationen wandte und in denen Beit einen heftigen Stampf gegen den Vorstand der Dristranten faffe für Geerdt- Oberkassel. In dieser Kasse ging es früher fehr nichts anderes steht als das, was die Fraktion beständig sowohl idyllisch zu, die Unternehmer spielten die erste Geige in der Vervon der Tribüne der Duma herab wie auch in ihren Berichten waltung und arbeiteten mit dem Bürgermeister als Aufsichtsund all ihren Erklärungen offen heraussagte:- daß die Duma behörde hübsch Hand in Hand. Der Zustand änderte sich, als die zur politischen Erziehung und Organisierung des Boltes dienen befannte Firma Brend'amour eine große Fabrit in Oberkassel an follte, daß sie ohne die Unterstübung des organisierten Voltes legte. Die in dem Betriebe beschäftigten Arbeiter, welche den machtlos ift. Und das wird zum Beweis der Eristenz einer„ Verschwörung" angeführt! Gerichts- Zeitung. Hinter den Kulissen des Warenhaufes für die deutsche Armee und Marine. In einer bis zum Abend währenden Verhandlung erledigke am Dienstag die Hülfsstraftammer des Landgerichts I eine Unflage gegen zwei ehemalige Angestellte des Warenhauses für die beutsche Armee and Marine, den Kaufmann Wilhelm Beefe und den Kaufmann Hermann Zabel. Der erste Angeklagte war der Interschlagung, der zweite der Beihülfe befchuldigt. Der Angeklagte Beefe war lange Jahre hindurch Bureauchef im Direktionsbureau des Deutschen Offiziersvereins und galt bei den zahlreichen Angestellten als der allmächtige Gebieter, der fast mehr zu sagen hatte, als der damalige Direttor Hauptmann a. D. v. Webel. Der zweite ngeklagte war der Vertreter des Hauptkassierers im Warenhause übernommen und Beese mußte sich einen monatlichen Abzug von und bersah den Schalterdienst an der Kaffe. Beese hatte über 38 000 M. Schulden. Diese Schuldenlaft wurde von der Direktion 100 M. an feinem Gehalt gefallen laffen. Als Sicherheit nahm die Direktion des Offiziersvereins für ihn eine Lebensversicherungspolice in Höhe von 30 000 M. Der Angeklagte hat nun sein Anzahlreichen Fällen auf bloße Anweisungen hin, die instruktions. sehen und seine Machtvollkommenheit dazu benutzt, um sich in widrig nicht zwei Unterschriften, sondern nur diejenige des Beese trugen, Geldbetrge auäs der Staffe zahlen zu lassen. Der Angeklagte Borgesehten irgendwelchen Einspruch zu erheben, er behauptet, daß Zabel wagte nicht, gegen die Anordnungen seines einflußreichen die Richtbeachtung der Instruktion im Geschäftsbetriebe eigentlich 15. Juli d. 3. eine Fehlsumme von 45 453 M. Beese hat darüber gang und gäbe war. So ergab sich nach einer Aufstellung bom einen Schulbschein ausgestellt und darin anerkannt, daß er das einen Schulbschein ausgestellt und darin anerkannt, daß er bas Warenhaus für die Armee und Marine um diese Summe geschädigt und diese Gelder sich zugeeignet habe durch Unterschlagung, Mißbrauch seiner Dienstgewalt und Betrug. Daß diese Ünregelmäßigkeiten in so ausgedehntem Maße und so viele Jahre hindurch Plak greifen und unentdeckt bleiben konnten, ist darauf zurüdauführen, daß die Geschäftsführung und die Kontrolle eine eigenartige und lare war. Wenn Kaffenrevifionen stattfinden sollten, hatte die Möglichkeit, Vorsorge zu treffen, daß die Revisoren das so war der Termin schon zwei Tage vorher bekannt und die Kasse hatte die Möglichkeit, Vorsorge zu treffen, daß die Revisoren das freien Gewerkschaften angehörten, befümmerten sich um die Zu- Geld, welches nach dem Kassabuche vorhanden sein mußte, auch stände in der Kaffe, die ihnen gar nicht gefielen. Bei der nächsten wirklich vorfanden. Der Kassierer buchte die Eingänge von den Auf Grund dieser Daten werden die Mitglieder der sozial. Bertreterwahl wählten diese Arbeiter ihre Kollegen, und so fam beiden letzten Tagen vor der Kaffenrevision noch nicht, sondern bedemokratischen Fraktion der zweiten Duma angeklagt, sie hätten im Arbeiterschaft. Zum Besten der Berficherten wurden dann eine bem benachbarten Warenhaus für deutsche Beamte herum und ließ die Verwaltung der Staffe in die Hände der freiorganisierten hielt sich diese Buchung vor und dann schidte man noch schnell zu Jahre 1907 in Petersburg unter dem Namen der sozialdemokra Menge Neuerungen eingeführt, welche aber dem Bürgermeister fich dort auf furze Zeit leibweise die Gelder geben, die zur Komfischen Dumafraftion" einen staatsverräterischen Geheimbund ge- von Seerdt sehr mißfielen. Da der Herr keinen anderen Weg jah, taufmännisch so wenig burchgebildet, daß sie die vorgenommenen plettierung ber Staffe notwendig waren. Die Neviforen waren bildet, der den gewaltsamen Umstura der durch die Grundgefeße die bösen Gozis aus der Kaffe herauszubringendiefelben hatten Manipulationen nicht bemerkten. Die Beweisaufnahme über die bestimmten Regierungsform, die Entziehung der souveränen Ge- fich das Bertrauen der Mitglieder im höchsten Grade erworben Luderwirtschaft war eine sehr ausgedehnte. Der Gerichtshof berwalt des Kaifers und die Einrichtung einer demokratischen Re verfügte er einfach, daß die Firma Brenb'amour eine Betriebstaffe urteilte Beefe zu 1 Jahr Gefängnis und 1 Jahr Ehrverlust und publit in Rußland bezweckte, wobei die Angeklagten zur Verwirt zu gründen habe. Trok aller Proteste seitens der Firma, feitens lichung ihrer Biele... in unmittelbare Verbindungen mit strats. Der Arbeiter und des Vorstandes der Ortstasse sette der Bürger. berfügte auch dessen sofortige Inhaftnahme. Babel wurde unter berräterischen lokalen Geheimbünden eintraten. an diese meister vorläufig feinen Willen durch. Die Betriebskaffe mußte Bubilligung mildernder Umstände zu 900 M. Geldstrafe verurteilt. errichtet werden, indessen ist die Angelegenheit noch nicht endGeheimkomitees Rundschreiben schieten die Abfassung der gültig entschieden. „ Nakas" durch die lokalen Geheimkomitees leiteten..., die De- Der Bürgermeister war nun ber Meinung, daß die Verputation von Soldaten der Petersburger Garnison empfingen... waltung der Staffe wieder sozialistenrein würde und setzte er große cinen Mittelpunkt bildeten, in dem fich die revolutionären Forde Hoffnungen auf die Vertreterwahl. Um nichts verabsäumt su rungen der Einberufung einer konstituierenden Versammlung und haben, wurden an der Kirche christliche Flugblätter verteilt, ben der gewaltsamen Einrichtung einer demokratischen Republif in freien Gewerkschaften alle Lofale abgetrieben, Bolizeibeamte beRußland vereinigten..., die Mitglieder des von ihnen gebildeten forgten die Stimmzettel. Und der Erfolg? Mit einer großen Geheimbundes( lies: Dumafraktion) beauftragten, an gesetz- Majorität siegten unsere Genoffen. Die Verwaltung der Ortswidrigen Zusammenrottungen von Arbeitern teilzunehmen und das frankenkasse bleibt also in den Händen der Sozialdemokraten. felbft aufreizende Reden zu halten usw. usw. Soziales. " Gehülfinnen in Seitungs- Korrespondenzbureaus. Zur Duellmanie. Der Student der Chemie Rau erschoß den Studenten der Me bizin Lipsth im Zweikampf. Das Hallenfer Schwurgericht vere urteilte den Täter gestern zu 2 Jahren Festungshaft. Polizeiverordnungen gegen Regeln. Kaplan und Haushälterin. Eine Polizeiverordnung vom 29. August 1902 verbietet bas Segeln nach 11 1hr abends. Das Landgericht Köln sprach den Gastroirt Droullier frei, welcher die Verordnung übertreten haben sollte. Das Kammergericht verwarf die Revision der Staatsanwaltschaft, weil die Verordnung, die nächtlichen rubeftörenden Lärm verhindern Der Prozeß wird im Senat unter Ausschluß der Die Frage, ob die in den Zeitungs- Korrespondenzbureaus mit wolle, ungültig sei. Sie verstoße gegen den§ 360 3iffer 11 bes Deffentlichkeit verhandelt werden. Selbst die Anklagealte mechanischen Arbeiten beschäftigten Gehülfinnen dem Gewerbe- Reichs- Strafgesehbuchs, der die Materie des ruheſtörenden Lärms fann feiner öffentlichen Kritik unterzogen werden, da die russische gericht unterstehen, kam vor der achten Kammer des Berliner erschöpfend regele. Ein Ginschreiten auf Grund des Strafgeset legale Breffe sie nicht abbrucken darf. Mit dieser Furcht vor der Gewerbegerichts zur Entscheidung. Frl. Marin ist bei Herrn buchs tomme hier gegen den Gastwirt nicht in Frage, da er das Deffentlichkeit bekundet die Regierung selbst die juristische Unzu- Budermann, dem Herausgeber einer politischen Korrespondenz, späte Siegeln nur geduldet, sich aber nicht daran beteiligt habe, also Tänglichkeit der gegen die sozialdemokratische Dumafraftion ge- als Gehülfin angestellt. Sie glaubt Anspruch auf den Titel felber auch keinen ruheftörenden Lärm erregt haben tönne. richteten Anklage. Stontoristin" zu haben, muß aber zugeben, daß sie in der Hauptfache mit rein mechanischen Arbeiten, wie Anfertigung von Liften und Verzeichnissen, Schreiben von Adressen usto. beschäftigt ge- Vor dem Schöffengericht in Köln war die 36jährige Saus. wesen ist; zur Aufnahme von Diftaten oder zur Herstellung der hälterin G. angeflagt, bei dem Kaplan is in Bonn und bei dem Manuftripte die Korrespondenz erscheint in hektographischer Staplan Busch in Köln eine Anzahl geringwertiger fremder Sachen Turnunterricht für städtische Polizeibeamte. Schrift ist sie nicht herangezogen worden. Das Kaufmanns- fich rechtswidrig angeeignet zu haben. Ferner sollte sie den Kaplan Zur Erhaltung und Stärkung der Körperkraft und zur Er- gericht, an das sich die Klägerin mit einem Alagcanfpruch wegen Busch, der damals an der katholischen Kirche St. Alban in Stölit höhung der Leistungsfähigkeit und Gewandtheit der städtischen ungefeßlicher Entlassung zunächst gewandt hatte, hat sich für ungu tätig war, fortgefeßt beleidigt haben durch die auch durch Briefe Bolizeibeamten war in Barmen für diese ein Turnunterricht ein- ftändig erklärt. Die Sache tam nunmehr an das Gewerbegericht. verbreitete Behauptung, der Kaplan habe sich gewundert, daß sie geführt worden. Borgesehen war wöchentlich zweimal je eine Die achte Kammer unter dem Vorsitz des Magistratsassessors damals noch unschuldig gewefen fei; er habe sie gefüßt, fchließlich Stunde. Der Bolizeifergeant Clewer, der seit 20 Jahren im Dienste Schulz erklärte fich für auständig. Im Laufe der Verhandlung geschlechtlichen Verkehr mit ihr gepflogen, ihr gesagt, er müsse alle der Stadt steht, weigerte sich, daran teilzunehmen, weil er herz- tam noch zur Sprache, daß sich das Gewerbegericht auch schon in fieben bis zehn Tage etwas haben, und zur Verhütung der leidend sei. Der Streisarzt, der ihn auf Veranlassung der städti- einer gegen die Inhaber der befannten Zeitungs- Korrespondeng Schwangerschaft habe er fie nach Ehrenfeld zu einer Hebamme fchen Bolizeiverwaltung untersuchte, ließ sich in seinem Gutachten G. u.. schwebenden Lohnklage als zuständig erklärt hat. Die schicken wollen. dahin aus: C. flage über Herzklopfen und Schwindel. In der Tat vom Beklagten aufgeworfene Frage, ob unter Umständen die Art Diese Sache wurde einmal vertagt, weil die Angeklagte auf fei seine Berstätigkeit erregt. Er wäre aber nur bom Geräteturnen der technischen Herstellung einer Storrespondenz heftographisch ihren Geistesaustand" untersucht werden sollte. Der Verteidiger zu dispensieren. E. wurde davon dispensiert. Er verweigerte aber oder in Buchdrud- auf die Entscheidung der Buftändigkeitsfrage stellte darauf den Antrag, die frühere Haushälterin des Staplans auch die Teilnahme an den Freiübungen, indem er erklärte, seine von Einfluß sein fönnte, wurde vom Vorsitzenden verneint. Der als Zeugin zu laden, um die Angaben der Angeklagten zu beträfHerstätigkeit sei so groß, daß er auch daran nicht teilnehmen Fall selbst es handelte fich um die Frage, ob ein Probe tigen. Der überraschende Erfolg dieses Antrags war, daß der fönne. Er habe es zu Hause versucht, Freiübungen zu machen, es Engagement oder feste Anstellung vorliege wurde im Vergleichs- Kaplan die Beleidigungsklage auf der ganzen Linie zurüdzog. sei ihm aber schlecht bekommen. Der Aufforderung, fich noch einmal wege erledigt. Das Gericht sprach die Haushälterin von der Anklage des bom Sereisarzt untersuchen zu lassen, leistete er feine Folge. NunDiebstahls in den meisten Puntten frei; nur wegen der Aneignung mehr beantragte der Oberbürgermeister gegen ihn beim Regierungseines wertlofen Deckchens und eines Paradehandtuchs bei dem präsidenten das Disziplinarverfahren auf Dienstentlassung. Der Bierholen und Biertrinfen ist außerhalb der Ghpausen ver- Bonner Staplan erhielt fie drei Tage Gefängnis. Sie war wegen Regierungspräsident folgte nicht bem Antrage, fondern stellte dem boten", so heißt es in der Arbeitsordnung des Vaterländischen Diebstahls schon vorbestraft. Die durch den Beleidigungsstrafantrag Oberbürgermeister anheim, dem widerspenstigen Beamten eine Verlags, Attiengesellschaft". Freilich, wie's so oft geht: in bes Raplans Busch entstandenen Kosten wurden diefem sämtlich Ordnungsitrafe in Form von Arrest aufguerlegen und ihn noch Briebenszeiten, das heißt, solange Prinzipal und Angeftelte fich I aur 2nf gelegt, Der lehte Tropfen. Urania. Für den Jubalt der Juferate Wissenschaftliches Theater. übernimmt die Medaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Berantwortung. Theater. Donnerstag, 28. November. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Bajazzi. Kgl. Schauspielhaus. Die Braut bon Messina. Dentiches. Was ihr wollt. Rammerspiele. wachen.( Anfang 8 Uhr.) Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Invalidenstr. 57-62: Sternwarte. Zur Beobachtung: Mars, Saturn. Doppelsterne, Nebelflecke. Luisen- Theater. Anfang 8 Uhr. Hoffmanns Erzählungen Frühlings Er Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend Uhr: Klein- Däumling. Abends: Der Leiermann und sein Pflegefind. Anfang 8 Uhr. Nenes. Das Ungeheuer. Leffing. Der Biberpelz. Berliner. Baubart.( Anf. 7%, Uhr.) Neues Schauspielhaus. Bar Peter. ( Anfang 7 Uhr.) Schiller 0. Sonntag nachm.: Hoffmanns Erzähl. Abends: Das Heiratsnest. Montag: Das Heiratsneft. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- beater). Donnerstag, abends8uhr: Das vierte Gebot. Bollsstud in vier Alten von Ludwig Anzengruber. Freitag, abends 8 Ubr: Gebildete Menschen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Bnburg. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Rosmersholm. Schauspiel in 4 Aufz. v. Henrik Ibsen. Deutsch von Wilhelm Lange. Freitag, abends 8 Uhr: Reiterattacke. Sonnabend, abends 8 Uhr: Heimat. Schiller- Saal( Schiller- Theater Donnerstag 8, Uhr: Richard Wagner- Abend, Freitag 9 Uhr: Dr. M. Burkhardt: Edvard Grieg. Erläutert burch Instrumentalmufit und Gesang. Neunter Bortrag vom 8yflus: Komponisten der Neuzeit. Castan's Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Das brütende Ungeheuer mit 5 Jungen und 75 Eiern. aner- beater Theater an der Spree Der kleinste Mann der Welt! Das vierte Gebot. Schiller Charlottenburg. Rosmers. holm. D Friedrich Wilhelmstädt. Schaus spielhaus. Winterschlaf. Kleines. Die Getreuen. Beutral. Frau Barrens Gewerbe. Theater an der Spree. grünen Weg. Am Lorking. Die Entführung aus dem Serail. Residenz. Ganz der Papa. Komische Oper. Tiefland. Westen. Die luftige Witwe Lustspielhaus. Dntel Bernide. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Die gelbe Gefahr. Luisen. Hoffmanns Erzählungen. Bernhard Rose. Die Frau Kommerzienrat. Metropol. Das muß man seh'n. Röpenickerstraße 68. Heute 8 Uhr: Am grünen Weg. Freit.: Die Puppe. Sonnab.: Geisha. Gastspiel des Zentral- Theaters: Sonnabend 4 Uhr: Dornröschen. DERNHARD ROSE THEATED Br. Frankfurterftr. 132 Premiere: Die Frau Kommerzienrat Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Freitag: Die Frau Kommerzienrat. Kindervorstellung: Hänsel u. Gretel. Sonnabend: Spree- Athener. 4 Uhr: Apollo. Sylvefter Shaffer. Spe- Metropol- Theater Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Rabbi Meferitsch. Bunter Teil. Geteilte Liebe. Kasino. Biederleute. Gebr. Herrnfeld. Madame BigWag. 3 lebe das Nachtleben. Passage. Paula Wirth. Speziali täten. Brater. Zwischen zwei Herzen. Balajt. Spezialitäten. Parodie. Das Ungeheuer. Borher: Anfang präzise 8 Uhr. Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor, Richard Schultz. G. Thielscher, F. Massary, Der Zapfenstreich. Monna Banna. B. Darmand, Bender, Giampietro, Carl- Haverland. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen, Stettiner Sänger. Iranta. Taubenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Gastsp. des Neuen Operett.- Theaters. Donnerstag, den 28. November: Blaubart. Josephi Freie Volksbühne Charlottenburg. Sonntag, 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, im Schiller- Theater Charlottenburg: Maria Stuart. Trauerspiel von Friedr. v. Schiller. Sonnabend, 7. Dezember, abends 8 Uhr, im großen Saale des Volksbaules, Charlottenburg: Kunstabend. Rezitation. Gesang. Violine. Klavier. Nach Schluß der Vorträge: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Gastkarten zum Kunstabend à 60 Pf. In allen Zahlstellen. Eintritt für Mitglieder frel. Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Donnerstag, 28. November, abends präzise 7, Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. Sonntag, den 1. Dezember, U. a.: Wirklich sensationelle Rauchen überall gestattet. nachmittags 3 Uhr: Novität! Die Herren von Maxim. fliegende Opollo Theater Romische Oper in 3 Atten v. Offenbach. Letzte Woche! Die Attraktionen des gr. November- Programms Anfang 7, Uhr. 9 Uhr: Neues Theater. Sylvester Schäffer jr. Anfang 8 11hr. Das Ungeheuer. Freitag: Die Agrarier. Sonnabend: Das Ungeheuer. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Agnes Sorma. Die Getreuen. Freitag: Vater und Sohn. Sonnabend: Ein Puppenheim.( Nora: Agnes Sorma.) Sonntag 3 Uhr: Nachtasyl. 8 Uhr: Maria Magdalene.( Klara: Agnes Sorma.) Theater des Westens. 8 Uhr: Die Instige Witwe. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Frühlingsluft. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. 6 Banvards. Frl. Dora Schumann auf dem Lippizaner Canicha". Pépé Gerome und Roberto mit ihrem neuesten Alt. Mr. Joe Sodgini, ausgezeich. neter Jongleur zu Pferde. Chester H. Dieck, der Universal- Artift. Sämtliche Spezialitäten und Direktor A. Schumanns neueste Monster. Dreffuren. Um 9%, Uhr: Die diesjährige große Wasserpantomime der berühmte Universalkünstler. Sonntag, 1. Dezemb., nachm. 3%, Uhr: Erste Familien- Vorstellung mit Sylv. Ein Schäffer jr. Ermäßigte Preise! Passage- Theater. FOR Auf dem Neckar Palast- Theater Burgstraße 24. Heute 8 Uhr. Entree 20 Pf. Paula Wirth Neuer Spielplan! und das glänzende November- Programm Winterschlaf. WINTERGARTEN Anfang 8 Uhr. Freitag: Waterkant. Sonnabend: Nachtafhl. Anfang 8 Uhr. Lortzing Theater Glänzendes Anjang 8 Uhr. Die Entführung aus dem Serail. Freitag: Hans Heiling. Sonnabend nachmittag 3%, Uhr: Rumpelstilzchen. Abends 8 Uhr: Bar und Zimmermann. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Ganz der Papa. ( Schwant in 3 Alten von Mars und Desvaillières. Deutsch b. M. Schönau. Baron des Aubrais: Rich. Alexander. Sonntag, den 1. Dezember, nach, mittags 3 Uhr: Der Prinzgemahi, Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Onfel Bernice. Bolkstümliche Preise. Morgen: Husarenfieber. Zentral- Theater. Gastspiel des Hebbel Theaters. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 aften von Bernh. Shaw. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Fräulein Josette- meine Frau. Programm. Neu, interessant, aktuell: Diabolospieler. Walhalla Variele- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr: Nur noch wenige Tage! Das neue November- Programm. Die urkomische Hundepantomime ,, Aus einer kleinen Garnison", dargestellt von 30 Hunden. 7 japan. Hofkünstler? u. a. Der Schwertersprung. Berzinas Affeu, Papageien 2c. 12 großartige Spezialitäten 12 Tunnel: 4 Kapellen Theaterbefuchern fraier Eintritt. Wallini n. Maja, indische Gautler. Les 3 Sanowas, Equilibriften. Zirkus bon Mr. Herwood. Bellermanns Brautschau, Schwant. Usw. usw. usto. Folies Bergère Variété Intime Heute abend präzise 7%, Uhr: Große Vorstellung. 1. a.: Auftreten des Schulreiters Moni. François aus Baris! Geschw. Amato. Mons. Gustave Harris, Kanonenkönig. Driginal japan. Fechtfünftler Ono und Ota. Frl. Estelle Brevál, Schulreiterin. m 10 Uhr: Auf der Hallig. Diesj. gr.Ausft. Bant. d.Birt, Busch Die Wunder der Tiefsee. Das Geheimnis d. tauchenden Sirenen. Sonntag: 2 gr. Galavorstellungen. Borher: Das große Programm. Stadt- Theater Moabit. lt- Moabit 47-49. Donnerstag, den 28. November 1907: Der Jesuit und sein Zögling. Luftspiel in 4 Aufz. von A. Schreiber. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Anf. 8 Uhr. Kaffeneröffnung 7 Uhr. W.Noacks Theater Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16 Das Rätsel seiner She. Freie Volksbühne Sonntag, den 1. Dezember, nachm. 3 Uhr: Neues Schauspielhaus Berliner Theater Abteilung 8./9. Abteilung Judith. Das Tal des Lebens. Freitag, den 6. Dezember, 8, Uhr: Lortzing- Theater: 22.( II.) Abendabteilung im Hans Heiling. Freitag, den 13. Dezember: 21.( 1) Abendabteilung im Erziehung zur Ehe. Luisen- Theater: 227/3 Komödie in 3 Aufzügen von Otto Erich Hartleben. Gastkarten a 1 Mark belm Obmann an der Theaterkasse ( 7 bis 8 Uhr). Werbet Mitglieder für die Abendabteilungen! Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Rixdorfer Theater Spar- u. Produktiv- Genossenschaft Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Groß= Lichterfelde Sonntag, 1. Dezember, Anf. 7, Uhr: 5. Gaftspiel des Opern Ensembles ( Theater des Beftens) unter Zeitung bon Artur Below: Zar und Zimmermann. Stomische Oper in 3 Alten v. Lorking. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Ordentl. General- Versammlung abends 8 ühr, im Lofal KaiserFreitag, den 6. Dezember, hof am Kranoldplak. Zages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und AufParodie- Theater. fightsrates. 2. Borlage ber Bilang und Dresdenerftr. 97. Anfang 8, Uhr. 3. Bahlen zum Borstand. Das Ungeheuer. Borber: Zapfenstreich. Bum Schluß: Monna Vanna. Preise: 3, 2, 1,50, 1 und 0,50 Mart. Theater Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. * Rabbi Meseritsch.* Bunter Teil. Geteilte Liebe. Anfang 8 Uhr. Rasino- Theater. Lothringerstr. 87. Täglich 8 Uhr: Biederleute. Komödie in 4 Akten v. Rob. Misch. Borher das glänz. bunte Programm. Sonntag 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes Reichshallen- Theater. Stettiner Sanger. Anfang Bochent. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Billetts stets 8 Tage vorher! Reichshallen Restaurant: Großes MilitärKonzert. Schauspiel n. b. Morgenp. Roman. Sanssouci KottbuserAnfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Extra Vorstellung: Am Rande des Abgrunds, oder: Sherlod Holmes in Berlin. Gebr. HerrnfeldTheater. 57 Rommandantenstraße Nr. 57. Anf. 8 Uhr. Borbert. 11-2 Uhr. 8um 116. Male: Madame W., Jägerstraße 63 a. Wig Wag ( Telephon I, 4739.) Abends 8 Uhr: Mila Barry mit ihrem Repertoir. ? Trilby& Svengali? nur noch bis Sonnabend. Und das glänzende Eröffnungs- Programm. Vorverkauf an der Theaterkasse von 11 Uhr an. Operetten- Burl. Mufit v. 2. Ital. Bum 141. Male: Es lebe das Nachtleben! Separee- Affäre in 2 Aften. Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld. Sonntag 8 Uhr( halbe Preise): Die Meyerhains mit Anton und Donat Herrnfeld. Haben Sie schon die Deutschen Konzerthallen, An der Spandanerbrücke 3, besucht??? Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Großer Erfolg! Dentsche Kriegskameraden. Eine Episode von 1870/71. ( Durchweg neues, aktuelles Programm.) Sonut. Beg. 5, Wochent.8 Ú. Morgen Freitag: Wegen Vereins: feftlichkeit geschlossen. Buggenhagen Moritzplatz im Theatersaal täglich Das neue November- Programm. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bj. Sonntags 7 Uhr.( Sonntags referviert 1 M., Entree 50 Pf.) Familienbilletts a 40 f. Unten Militär- Konzert. täglich Beder, Przywarsti, Görisch, Neumann, Offenen und Lüttich. Soeben erschienen: Entlastung des Borstandes. Butritt nur gegen Borzeigung bes Mitgliedsbuches. 146/ 18* Der Vorstand. Der Aufsichtsrat. Fr. Harring. G. Platz. Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Nene Königstr. 21. ( Ordonnanzhaus.) Kein Laden II. Etage Einzelverkauf wie alljährlich nach beendeter Engros- Saison. Pelz- Stelas, Muffen etc. zu fabelhaft billigen Preisen. Reparaturen billigst. Sonntags geöffnet. BERLINER ARBEITSSTÄTTENLOTTERIE. Ziehung am 14.Dezember in Berila, Gesamtbetrag d.Gew.i.W.v.Mk. 10000 erster Hauptgew. i W. v Mark 5000 zweiter Hauptgew.i.W.v. Mark 1000 kleinster Gew. 1. W v. Mk 5.Loss à 50 Pig, 11 Stück& Mk., Porto and Gewinnliste 20 Pig. extra, z. haben b.General- Debit Paul Steinberg& Co., G.m.b.H. Bankgeschäft, Berlin C., Rosenthalerstr. 11/12, and b. all. durch Plakate kenntl Lotterie- a. Cigarr.- Geschäften. Buchhandlung Vorwärts Berlin, SW. 68. Lindenstr. 69. Bur Agitation, namentlich aus dem Lande, empfehlen toir angelegentlichst Das verbotene Blatt. Preis für 100 Egemplare 1 M. Porto 10 Pf. 225/4 Der Hochverratsprozeß gegen Liebknecht vor dem Reichsgericht. Berhandlungsbericht mit einem Nachwort. Ferner gelangte fest zur Ausgabe: Preis 1 Mart. fübrer durch das Mietsrecht. Gemeinverständliche Erläuterungen des gefeßlichen und vertraglichen Rechts von Arbeiterfefretär M. Güldenberg. Preis 40 Pf. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW., Lindenstr. 69( Laden). Sozialdemokratischer Wahlverein Handwerker, Maschinisten und Heizer sämtlicher Brauereien Berlins und Umgegend. Orts Krankenkasse für das des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. effentliche Versammlung Freitag, den 29. November 1907, abends 8 Uhr: Cöpfer- Gewerbe Freitag, den 29. November 1907, abends 8 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstraße 6: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Rezitation des Gen. Walkotte über das Drama ,, Bartel Turaser", Bahlreichen Besuch erwartet 264/ 11* Der Vorstand. o sämtlicher Handwerker, Maschinisten und Heizer der Brauereien Berlins und Umgegend " im Gewerkschaftshause", Saal 8, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Franz Scheffel über: Die tulturelle Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung. 2. Berichte. 151/6 Der Einberufer. H. Schwittau. Produktenhändler u.-Händlerinnen! Donnerstag, den 28. November, abends 9%, Uhr: Deuticher Metallarbeiter- Verband. Oeffentliche Versammlung Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Hof I. Amt III. 1239. Charitéstraße 3. Hot III. Amt III. 1987. Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide 108-114: General- Versammlung. Tages Drdnung: Staffenbericht vom 3. Quartal und Bericht der Revisoren. Antrag auf Aenderung der Art der Bet. tragsleistung. Antrag auf Aenderung der Zusammensehung der Generalversammlung. Wahl der Bezirkskommiffion für den dritten Bezirk(§ 31 Abs. 3 des Verbandsstatuts). An die Verwaltung gelangte Anträge Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. 160/14 Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 29. November 1907, abends pünktlich 29 Uhr, im ,, Englischen Hot", Neue Roßstraße 3: Andreasftr. 26. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Rechtsanwalts Mattersdorff. 2. Distuffion und Verschiebenes. Da die Versammlung sehr lehrreich und interessant, erwartet zahlreichen Besuch Der Vorstand. NB. Bur Dedung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 15965* Achtung! Schmiede Achtung! Donnerstag, den 28. November und Freitag, den 29. November, abends 8%, Uhr: Zwei öffentliche Versammlungen für alle in Berlin und seinen Vororten beschäftigten Schmiede. Donnerstag, den 28. November, abends 8, Uhr, für den Südosten, Weften, Südwesten mit ihren Vororten in Goßmanns Festfälen, 176/19 I agebattung: Oeffentliche Versammlungen, Streuzbergerier. 48. Zages Ordnung: 1. Unsere Aufgaben im Kampfe gegen den Alkohol. Referenten die Genuffen Dr. Zadek und Simon Katzenstein. 2. Diskussion. 299/17 Möbelfabrik Julius Apelt 6 Adalbert- Straße 6 Hochbahnhof Kottbuser Tor ( früber: Stalizer- Straße 6). Der Vorstand. Zentralverein der Bildhauer. Verwaltung Berlin. Donnerstag, 28. Novbr., abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshanse: Verfammlung. 1. Geschäftliches. 13. Verschiedenes. 18. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss, Lotterie, Ziehung vom 27. November 1907, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 37 322 59 837[ 500] 1133 242 79 373 464 67 2119 364 411 46 84 54 976 3418 90 537 642 67 903 35[ 3000] 4076 101 421 516 852 5162 230 92[ 500] 438 653 735 862[ 500] 919 6031 68 451 61 967 7020 80 111[ 3000] 535 69 627 965 68 8090 137 216[ 500] 17 80 418 521[ 500] 41 49 887 903 29 33[ 500] 42 82 9023 167 379[ 1000] 97 664 727 [ 500] 891 10510 741[ 3000] 893 11034 49 99 207 40 446 526 809 12287[ 3000] 303 548 646 47 780 831[ 3000] 991 13535 782 904[ 1000] 14110 259 332 37 481 628 751 87 816 902[ 3000] 15154 443 686 92 757 884 16223 336 88 600 859 83 17166 74 360 80 462[ s000] 521 26 764 988 18007 307 448 74 555 867 19167 512 32[ 500] 613[ 1000] 869 966[ 500] 20182 84 852[ 500] 602 703 82 21276 325 42 655 833 953 22185 875 616 829 23161 407 50 804 94 24089 161 [ 3000] 353 566 25088 79 319 469 668[ 500] 69 81 742 972 26036 189[ 15 000] 95 807 427 529 68 638 42 46 98 27081 91 145 205 79 478 515 619 58 749 852 938, 28010 179 409 574 618 702 25 904 29045 848[ 3000] 30002 124 3852 696 748 810 972 31082 168 273 454 55 95 657 813 59 954 32028 142 335 441 582 97 683 818 45 965 33448 845 34148 332 45 56 74 98[ 500] 437 699 824 956 85 35046 265 492 709 999 36028 236 345 406 564 745 821[ 500] 49 93 37282 458 557 95 620 734 70 [ 300] 830[ 500] 58 73 945 38029[ 1000] 264 855 39018 19 [ 1000] 102 250[ 500] 449 543[ 1000] 602 780 967 40105 479 864 88 970 41069 253 345 440 724 988 42041 146 269[ 1000] 386 669 741[ 500] 892 965 43017 321 78 407 618 38 821 75 85 93 909[ 500] 44053 133 491 617[ 1000] 91[ 1000] 747 974 45046 262 383 597 717 20 967 46148[ 500] 284 81 356 458[ 500] 945 47006 25 68 125 27 213[ 500] 403 76 600 65 820 61 951 76[ 3000] 48825 51 49027 69 114 375 560 602 754 81[ 500] 811 50186 296[ 500] s02 594[ 500] 607 64 778 51011 437 605 18 52031 47 60 218 22 37 691 854 941 53071 169 [ 3000] 234 370 92 964 54085 173 84 270 74 324 495 509 10 60[ 1000] 606 91 874[ 1000] 55010 39 60 101 204 [ 500] 88 44 641 56288 728[ 500] 97 918[ 500] 51 57306 414 665 739[ 1000] 81 955 58559 90 678 708[ 1000] 926 59278 336 77 408 62 750[ 1000] 991 60424 85 716 61020[ 500] 30 53 351 485 502 9 660 719 38 62188 856 74 508 627 797 805 959 63085 87 122 90 408 50 87 720 935 64011 283 349 70 426 77 78[ 3000] 574[ 500] 723 65116 44[ 300] 289 390 692 66172 229 33 349 74 471 81 531 83 623 63 801 99 67131 426 47 646 894 68135 50 67 206 34 316 35 451 522 668 700[ 500] 7 807 69255 407 38 938 70263 80 316 462 729 65 866 76 71006[ 3000] 32 294 380[ 1000] 627 39 44 745 90 826 42 80 85 980[ 1000] 72293[ 500] 313 48[ 500] 96 720 803 33 54 73112 375 [ 500] 416 594 651 709 16[ S000] 859 74064 169 81[ 300] 540 75 929 84 65 75325 48 64[ 500] 98 601[ 500] 18 700 90[ 500] 76056 346 456[ 500] 783 821 77008[ 3000] 81 257 85 86 332[ 500] 50 55 601 42 814 911 84 78137[ 300] 290[ 1000] 399 403 23 81 836 954 79082 109 228 428 634 720 80316 993 81017 235[ 500] 325 39[ 3000] 67 892 82065 170 356 590 654 717[ 500] 882 928 29 83084 248 326_651 783 84000 155 85 351 510 40 658 721[ 500] 920 85 85056 131 307 671 86426 540 59 712 27 868 87174 264[ 500] 665 75 827 979 88334 512 18 632[ 500] 89165 205 464 98 551 76 799 90052 76 182 566 82 830 995 92164 211 683 782 852 79 90 93254 65 359 813 921 94025 209 61 438 807 978 95107 31 891 92 499 586 877 96455 612 776 971 97149[ 3000] 216 439 527 600[ 500] 13 742 98120 324 477 667 99191 [ 1000] 804 924 100031 816[ 8000] 444 678 793 101225 457 784 805 67 948 102026 103026 60 95 117 252 301 84 409 58 510 20[ 500] 33 785[ 500] 956[ 1000] 104003 52 298 [ 500] 487 550 95 105001 163 494 510 47[ 3000] 625 106080[ 1000] 150 72 232 349 97 559 91 92 743 823 107147 247 321 56 468 562 605 108108 12 23 268, 331 [ 500] 461 574 868 109200 78 548 75 606 110079 98 1500] 148 500 799 111392[ 500] 511 81 [ 1000] 609 43 55 S1 848 112279 320 428 534 689 753 857 72 925 113011 202 17 61 557 787 114334 72[ 500] 890 904 115022 103 85 317 116017 447 570[ 500] 648 797 826 941 117044 237 42 342 446 548 66 635 780 812 909 118320[ 1000] 433 49 50 86 522 786 823 98 119224 878 120106 206[ 10 000] 428 87 96 648[ 1000] 710 24 841 70 121272 85[ 3000] 406 59 509 1000] 631 88 122038 52 493 547 743 82 825 83 90 123248 368 433 774 813 38 124885 661 95 741 125064 121 266 769 984 126103 349 628 814 915 20 28 127053[ 500] 285 565 736 55 [ 1000] 78 79 99 128115 17 23 673 129654 884 948 130637 810 131374 441 67 615 781 816 958 132122 40 857 509 80 852 133437 39 519 604 837 975 134240 73[ 1000] 400 45[ 1000] 84 730 835 56 135027 89 875 1500] 596 735 813 49 136267 89 305 18 411 73 [ 500] 501 42 59[ 500] 653 714 137584 676 751 805 42 92 138274 82 94 631 99[ 500] 799 840 81 139001 168 815 556 72 91 824[ 1000] 959 140108 92 93[ 3000] 275 481 510 37 696 871 141235 510 624 58 85 769 845 55 62 142063 247 1500] 844 58 780[ 1000] 143147 58 614 779 144008 165 73 [ 500] 282 899 477 566 648 145038 103 343 558[ 300] PR 958[ 30 000] 146037 316 34 457 545 62 635[ 500] 86 828 Zages Drbnung: 21/1 2. Die Arbeitsvermittelung in der Holzbranche. Der Vorstand. 947[ 1000] 57 147048 202 32 381 483 616 805 65 148124 67 489 578 612 962 149024 37 50[ 500] 116 67 240 87 390 150177 87 151222 411 28 64 521 879 152013 33 102 305 830 21[ 1000] 153232 93 303 94 524 804 154044 175 675 972[ 1000] 155355 402 554 75 668 156027 55[ 500] 175 511 974 82 157037 251 325 74[ 1000] 85 92 583[ 1000] 662 821' 50 67 158119 225 459[ 1000] 713 16 37 814 159079 244 80[ 500] 358 690 730 91 872 160273 84 440 587 964 161103 51 289 621 72 [ 1000] 742 162160 500 11000] 10 16 671 728 949 163081 262 413 18[ 1000] 45 51 11000] 75 164023 252 355 408 532 882 165215 72( 1000] 500 11 801 918 96 166036. 283 551 727 880[ 3000] 167094 597 738 993 168008 287 442 67[ 1000] 842 169053 183 357 93 25 478[ 500] 633 704 851[ 1000] 904 10 303 170015 216 456 171006 22 38 252 449 514[ 500] 88 59 665[ 1000] 732 172003 178 209 87 505 535 71 630 40 173055 347 629 819 966 174041 93 203 75 505[ 1000] 87 805 68 939 50 175006 848 176002 104 89 446 655 90 782 177175 214 366 527 631 734 55[ 500] 83 859 928 89 178027-39 139[ 500] 48 288 698 179052 146 [ 1000] 240 671 857 74 180009 97 128 89 251 71 802 567 655 181187, 810 406 749[ 3000] 833 72 96 182005[ 500] 61 150 51 889 518[ 500] 60 74 799[ 1000] 183422 527 673 792 184175 90 206 89 546 185602 804 42 63 910[ 3000] 186022 54[ 3000] 63 257 60 515 69 966 71[ 1000] 187017 148 239 333 49 726 956 188174 240 446 51 589[ 3000] 731 994 189276 307 26 697 862 81[ 500] 83[ 500] 974 190076 134 354 424 623 83 763 70 960 191037 359 450 795 862 916[ 1000] 192187 1500] 370 922[ 500] 193090 245 394 99 704 15 841 993 194250 97 636 63 957 195328 46 666 895( 500] 981 196016 138[ 500] 247 88 416 537 613 713 197346 71 72[ 500] 429 90 655[ 300] 765 965 75 198117 411 759 199077 95[ 500] 172 576 764 97478 200105 20 26 439 52 827 930 76 201032 204 12 42 202234 407 22 720 45 51 895[ 1000] 932 203223 829 885 919 31 72 204088[ 3000] 301 611 764 902 205310[ 8000] 459 699 825 98[ 500] 924 206029[ 500] 102 340 90 483 823 207178 282 492 525 613 865 967 208180 227 868 440 49 542 607 720 22 84 829[ 500] 934 209239 391[ 3000] 680 82 796[ 1000] 820[ 500] 69 916 210358 542 707 17 806 48 211034 440 608 76 799 876 212028 82 188[ 3000] 296 470[ 500] 778 79 213260 85 820 452 656[ 300] 816 63 214019 118[ 500] 83 88 545 955 215131 331 511 767[ 1000] 890 216169 269 70 413 65 542 671 775 916 217047 56 157[ 3000] 288 576[ 500] 93 893 987 218039 103 13 91 515 719 83 851 944 219082 215 21 493 594 671[ 1000] 98 700 6 809 78[ 1000] 220042 84[ 500] 168 208 24 343[ 1000] 405 830 64 83 221284 411 519 83 673 222017 97[ 500] 105 293 845 415 539[ 500] 740 850[ 1000] 223007, 177 229 304 5 47 574 87 761 901 57 59 64 224328 746 818 903 225016 32 171 250 70 412[ 1000] 820 933 226176 369 483 89 623 49 702 877 227115 87 693 702 81 970[ 3000] 228018 135 70 200 3 442[ 3000] 83[ 500] 504 741 229141[ 1000] 51 76 367 477 83 507 12[ 3000] 613 806 83 97 23094 415 38 231192 373 430 741 870 911[ 3000] 27 82 232115 829 918 233935 906 82 234095 203 47 79 927 30 235091 155[ 1000] 74 88[ 1000] 203 53 484 88 551 90 965 236242[ 500] 339 667 89 237182 390 409 57 983 238114 22 236 485 615 979 239006 94 163 419 774 885 240166 209[ 3000] 16 478 715 877 984 241069 271 [ 500] 338 97 604 920[ 1000] 68 77 242019 204 503[ 500] 629[ 300] 243344 441 61 588 699 723 56 826 921 244061 [ 1000] 110[ 300] 349 629 858[ 3000] 245067 127 415 [ 500] 28 555 663 922 246126 517 646 865 247242 330 539 86 90 642 926 35 248212. 346 422 71 629 54 76 840 249148 243 411 57 786 95[ 1000] 960 85 250282 365 918[ 1000] 27 251439 95 547 663 712 [ 1000] 887 905[ 500] 28 252385 455 80 648 722 989 253089 158[ 300] 81 250 72 91 835 459 92 824 254041 209 71 301 914 255091 310 518 873 256067 87 343 619.733[ 3000] 960 257123[ 500] 44 677[ 500] 706 258280 81 89 367 678 [ 500] 742 877 988 259132 83 229 70 334 428 51 725 808 934[ 500] 88 283 13000] 478 574 677 260064 71[ 500] 189 283[ 3000] 472 574 677 84 [ 500] 710 59 261037 123 36 319 418 501 91 778 838 262030 67 111 203 444 54 555 1500] 674 720 857[ 500] 945 263014 40 390 539 264232 832 43 606 734 56 66 88 832 88 918 265193 240 657 705 20 874 266000 143 419 565 67 611 802 22 267184 534 613 29 982 268122 222[ 500] 510 72 678 99 806 49 82 269065[ 1000] 196 214 303 517 20 608 27 63 824 S 270599 638 271100 208[ 500] 342 51 52 451 611 68 873 272015 144 235 304 18 67 519 684 772 813 81 46 89 966 73143 387 486 532 606 3000] 52 792 93 274115 286[ 1000] 963[ 500] 478 648[ 500] 54 719 47 1500] 91 821 275034 190 485 557 61 692 765 847 276063 507 27 277 098 187 213 504 93 639 94 766 278158 558 607 901 279142 48 240 367 511 31 611 280019 20[ 3000] 154 200 14 53 396 769[ 500] 868 [ 1000] 281019 94 590 598 700 15 30 282168 257 76 406 98 521 615( 500) 749 55 839 971 283141 299 470 622 284197 327 1500] 410 605[ 5000] 716 987 285219 286044 583 704 8 12 91 354 576 85 627 739 947 58 287092 472 587 603 914 95 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämte zu 300 000 M., 1 Gewinn à 150 000, 1 à 100 000, 3 à 50 000, 4 à 30 000, 8 à 13 000, 23 à 10 000, 45 à 5000, 588 à 3000, 919 à 1000, 1343 à 500. Berichtigung: In der Liste vom 24, November, Tormittags lies 41 823 statt 51823 1. Die Lage der Berliner Schmiedegesellen und wie ist dieselbe zu verbeffern? Referent: Nollege A. Schlinsky. 2. Distuffion. Freitag, den 29. November, abends 8%, Uhr, für den Norden mit feinen Vororten im Marienbad", Badftr. 35/36. Tages Ordnung: 1. Arbeit und Kapital". Referent: Kollege Fr. Weiß. 2. Diskuffion. Alexanderstr. Englischer Garten, err: 10628; Tel.: mt VII, Nr. Säle zu Beihnachten zu vergeben, ebenfalls im Januar Februar, März zum Maskenball. Sonnabends: Saal mit Einrichtung für Lichtbildervortrag unter fulanten Bedingungen. Säle( 300-500) täglich zu Vers fammlungen zu vergeben. 8832* Karl Hoffmann. 18. Ziehung 5. Kl. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 27. November 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.j 46 246 574 925 1125 28 64 811 20. 22[ 500] 460 542 676 701 865 922 43 2309 409 19 522 613 746 922 55 3046 563 668 709 803 63 4358 601 31[ 3000] 730 847 76 83 949 5094 498[ 3000] 95 589[ 500] 86 701 6119 284 847 68 422 506 32 33 47 650 830 56[ 10 000] 934 7126 301 19 27 62 87 89 8046[ 1000] 171 226 31 522 84 693 751 61[ 500] 803 957 9004 134[ 1000] 60 64[ 500] 461[ 500] 86 550[ 1000] 623 705[ 500] 837 990 10181 266 820 83 585 710 42 816 922 76 11012 97 380 TOT 28 876 961 12011 73 126 478 523 74[ 500] 680 845 13015[ 1000] 117 44 268 801 528 675 782 844 14003 70 189229[ 10 000] 68 569[ 1000] 782 947 15064 77 211 389 414 [ 300] 569 751 16028[ 500] 52 63 119 77. 228 494 565 622 842 925 85 17068 74 885 448 77 703 41[ 1000] 42 836 18078 173[ 15 000] 259 812 33 582 614 53 737 841 91 19424 46 66 809 96 20001 31 524 874 09 996 21066 395 487 545 726 967 88 22056 62 257 846 507 72 780[ 500] 810 23006[ 3000] 280 83 831 445 75 551 848 60 84 971 24117 89[ 300] 414[ 500] 44 601 27 36 819 25197[ 1000] 648[ 3000] 707 26350 418 718 962[ 500] 27227 60 881 448 740 890 28000 37 54 97 104 217 491 575 765 29025 118 644 715 39 851 80 912[ 500] 94[ 500] 30031 52 214 20 336 634 43 930 31349 415 35 58 622 779 80[ 500] 841 942 32211 808 55 467[ 3000] 70 538 681 33093 154 276 338[ 1000] 848 945[ 3000] 34034 487 751 810 35083 832 76 421 894 36139 42 216 340 432 605 78 789 851 67 37101 20 72[ 500] 382 437 40 559 660 889[ 500] 933 34 38005 63 501 39139 415 513 40 56 624 857 $ 40192 255[ 1000] 544 912 93 41065 185 265 439 507 621 94 727 810[ 1000] 14 42109 40 74 231 820 21 43019 105 874[ 1000] 653 44022 166[ 1000] 387 444 516 654 881 71 45004 939 70 46029 282 834 418 519 22 76 721 64 72 944 60 47046 281 326 466 532 35 650 720 808 48100 44 [ 1000] 226 858 89 575 715 814 971 49268 83 345 511 729 34 879 914 50115 70 338 65[ 1000] 588 631 888 82[ 1000] 51117 864 423 42 751 96 873 94 941 52329 469 588 625 989 53311 88 604 26 783 60 63 831 54283 575 634 940 55530 56033 104 274[ 3000] 464 522 631 47 66 800 996 57042 44 245 47[ 500] 92[ 1000] 717 25 896 58170 360 525 866 59073 98 100[ 500] 344 60035 54 148 259 574 758 964 78 61107 95$ 61[ 500] 473[ 1000] 95 588 654 62043 237 55 563 83[ 500] 841 69 923 63114 233[ 3000] 84 597[ 500] 797$ 42 900 64096 894 65792 987 66134[ 500] 313 546 72 67129 57 855 77 599 692[ 1000] 830 86 979 68038 81 230 38 589 737 831[ 500] 69007 571 673[ 3000] 774 823 911 70189[ 500] 227 42 328 698 745 816 903 71109 257 76 451 00 524 697 749 832 992 72163 660 96 945[ 8000] 73016 98 125 200 822 33 80 586 665 986 74067 78 85 128 93 203 48 55 873 75007 41 223[ 500] 602 740[ 3000] 800[ 3000] 97 76001 55 65 241 51 55 304[ 1000] 510 738 99 886 77340 487 543 675[ 300] 793 829 906 48[ 3000] 74 79188 345 59 [ 3000] 434 62 329[ 1000] 675 99 700 78280 91[ 500] 304 523( 500) 679-71900) 441 657 80216 335[ 300] 441 657 735[ 1000] 55 832 57 81073 122 31 201 76 301 81 639 45 82024 94 231 468 924 76 83037 295 448 658 759 982 84057 275 820 36 950 85006 60 186 470 567 728 61 86018 146 86 252 892 468 529 783 951 [ 3000] 87103 418 637 729 828[ 1000] 59 911 37 88026 125 683 768 869 75 89002 181 818 71 93 459 527 90042 121 66 221[ 500] 72 469 744 809 87 913 91287 [ 1000] 317 43 569 715 874 92052 145 58 236 354 445 930 93171 78 91 225 703 827 94327 726 892 95279 614 66 81 712 96086[ 500] 108 306 403 47[ 1000] 505 58 704 80 97146 232 55 409 508[ 500] 677[ 1000] 722 937 98829 486 707 948 54 52 99001 35 15001 34 184 221 58 928 770[ 500] 101287 448 [ 1000] 85 93 584 602 31 80 727[ 500] 853 68 102.69 225 430 81 584 607 62 782 96 103161 331 464[ 1000] 81 689 753 883 104082 302 92 423 789 871 963 105024 219 303 25 483 93 529 634 106042 443 571 624 740 107500 8[ 3000] 53 786 94 898 108137 47 320 457 503 696 714 69 77 109087 800 64[ 3000] 110187 325 720 825 96 960 111000 74 83 161 213 25 425 52 76 555 77 614 26 84 716 908 112006 75 209 462 113168 339 850 114118 426 583 813 910 115366 518 89 722 32 55 116038 640 823 117010 507 97 118543 52 70 74 1500] 978 119066 116 45 82 226 75 578 683 804 57 $ 9[ 10001 920 62[ 3000] 89 120085 315 78[ 3000] 83 526 690 999 121150 511 75 830 122064 98 161 238 123005[ 500] 33 163 527 29 [ 500] 57[ 3000] 609 27[ 1000] 790 800 124086 154 80 264 362 524 56 787 871 125 202 24 312 25 1500] 32 43 412795 126008 806 433 542 701 867 127224 81 [ 15 000] 356 440 74 730 128011 202 536 41 47 91 655 734 [ 500] 129134 224 546 705 82 89 978 224 546 705 82 0131102 251 406 690 132048 329 423[ 3000] 4 634 52 756[ 500] 74[ 1000] 864 89 133041 180 223 320 518 826 81 134044 50 170 67 602 706[ 500] 53 135139 13000) 264 82 11000] 835 48 461[ 500] 5975 88 737[ 1000) 136236 70 363 549 679 [ 1000] 774 869 304 137159[ 1000] 93 298 371 526 59[ 300] 621 744 138007$ 5 165 339 437 56 529 654 815 39 50 139046 103 92[ 1000] 271$ 76 84 519 879 932 87 zu Berlin. Freitag, den 6. Dezember 1907, abends von 7 bis 8 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, EngelUfer 15, Saal I, cine Wahlversammlung sämtlicher großjähriger Kaffenmitglieder statt. Tagesordnung: Wahl von 37 Bertretern und 37 Ersatvertretern der Arbeitnehmer zur Generalversammlung. Als Legitimation dient eine Bescheinigung des Arbeitgebers über eine die Versicherungspflicht zur Kasse begründende Beschäftigung. Freitag, den 6. Dezember 1907, abends von 7 bis 8 Uhr, findet im Königstadt- Kasino", Holzmarktstraße 72, eine Wahlversammlung der Arbeitgeber statt. Tagesordnung: Wahl von 18 Arbeitgeber- Bertretern zur Generalversammlung. Freitag, den 13. Dezember 1907, abends 7, Uhr, im KönigstadtKasino, Holzmarktstr. 72: Ordentliche General- Versammlung der Bertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Tagesordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl des Vorstandes( 5 Arbeitnehmer, 2 Arbeitgeber). 3. Wahl des Rechnungsausschussee pro 1907. 4. Statutenänderung(§ 48 Abs. I. 5. Beschlußfassung des Tarifvertrages mit den Angestellten. 9. Verschiedenes. 279/16 Delegiertenkarte legitimiert. Der Vorftand. H. John, erster Vorsitzender. ulius Julius Meyer Restaurant, Oranienstr. 103 JH Jeden Sonntag: Gemütl. Beisammensein und Tanz. o 234[ 3000] 808[ 1000] 798 912[ 3000] 48 141896 417 523 65 70 142020 127[ 500] 470 511 88 795 913 64 143050 91 268 88[ 1000] 450 520[ 500] 625 717 861 88[ 5000] 144037 166 234 314[ 500] 487 547 705 145053 77 314( 3000] 455 88 648 726 63 78 858 983 146041 120 87 766[ 500] 847 147195 341 479[ 3000] 608 9 20 784 858[ 5000] 70 945 86 148175[ 3000] 544 70 149263 318 429 718 800 150597 821 151096 293 520 889 152203 578 600 [ 3000] 59 768 898[ 3000] 912 153407 24 634 810 154383 451 69 588 741 94 836 913 21 61 155276 385 427 893 97[ 500] 954 156602 839 T1 907 157053 87 164 95[ 500 400 5 96 564 689 820 946 158152 291 376 738 58 159220 95 815 46 75 912 160053 60 891 452 996 161300 9 68 98 487 94 529 642 865 162065 137 456 58 79 522 61 983 163124[ 500] 231 509 644 751 95 164077[ 1000] 279 302[ 1000] 165018 200 838 474 542 733 53 166044 58 95 109 17 246 849 499 167091 132 273 353 62 85 478 555 638 925 82 168074 197[ 500] 205 58 69 367 416 641 980[ 3000] 169170 567 78 898 170143 244 51[ 500] 632 769 839 052 171878 483 653 747 50 94 965 172002 103 30 839 400 718 75 173058 [ 500] 341 95 634 49 960 174032 154 307[ 3000] 595 641 763 175127 620 806 176408 49 767 984 177452[ 500] 506 830 178294 538 88 605 7 179157 250 547 65 622 854 69 75 180747 913 44 50 91 181040 109 272 91 322 61 97 429 891 924 182109 273 378 424 31[ 500] 75 94 552 764 76 95 824 25 28 991 183041 165 490[ 1000] 574 701 35 86 87[ 500] 908 184026 141 225 855 65 990 185017 52[ 500] 120 247 406 27 554 775 186110 45 440 53 578 97[ 1000] 654 792 916 187071 340 188004 268 99 336 89 619 707[ 500] 95 895 189010[ 3000] 55 93 147 427 592 838 190065 236 75 378 529 191051 410 49 94 514 25 35 708 812 192019 238 810 659 757 832[ 3000] 908 52 [ 3000] 193020 492 576 632 83 716 949 194075 96 388 [ 500] 452 548 84 774 195356 67 596 927 196045 365 [ 3000] 472 99 667 710 197392 455 198242 53 309 869 939 46 199c85 150 435 520 89 604 798 839 949 200006 31 66 195 934 85 201263 585 636 765 930 [ 1000] 202201 13 47 335 90 527 917[ 3000] 203105 74 287 843 703 51 71 872 940 204098 130 255 355 534 72 909 205145 258 312 85 417[ 3000] 40 42 658 928 206192 615 207007 548 606 67[ 1000] 95 943 208083 102 345 209048 272 370 83[ 500] 695 995 210015 696 807 913 211015[ 3000] 93 253 304 661 997 212098[ 500] 140 340 44S 772 96 897 213019 54 334 438 552 674 817 910 97 214348 431 658[ 500] 94[ 500] 738 72 951 215039[ 1000] 111 50 930 43 390 529 753 901 216025 196[ 500] 348 509 745 217045[ 500] 78 211 21 416 564[ 1000] 718 092 218061 118 650 781 802 219203 10 332 473[ 5000] 743 801[ 500] 4 55 220525 37[ 500] 64 615 709 53 99 823[ 500] 221101 41 422 578 834 57 979 222121 259 625 731 881 933 223136 267 97[ 500] 322 401 557[ 1000] 73 606 224047 156 313 541 666 853 70 967 225109 582 951 226105 580 93 809 78[ 1000] 997 227566 752 867 228166 210 17 408 683 735 839 229155 349 669 825 939 91[ 1000] 230108 322 858 705 957 60 231308 650 732 232101 410 59 678[ 1000] 703[ 500] 53 87 233067 204 554 801 234439 676 235083 225 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Bitte, dieselben bis Donnerstag nachmittag 5 Uhr in unserer Haupt- Expedition aufzugeben. Verlag des ,, Vorwärts". 881L Macmacolad ist infolge ihres Gehaltes an chemisch reinem, nativem Haemoglobin ohne jede Ausnahme das gesundeste Frühstücksgetränk für Erwachsene u. Kinder, Gesunde u. Kranke. Haemacolade ist eine den Bedürfnissen des menschlichen Organismus angepaßte Kombination von Pleisch und Pflanzennahrung. Die Fleischnahrung Zusammensetzung: repräsentiert das chemisch reine, native Haemoglobin, die Pflanzennahrung Kakao sowie die Kohlehydrate Zucker und Stärkemeh. Haemacolade bessert in kurzer Zeit die Blutbeschaffenheit, wirkt mächtig appetitanregend, regt die Nerventätigkeit an und bewirkt eine reichliche Anbildung der KörperWirkung: web, Fett und Muskulatur. Bei geistiger Abspannung leistet Haemacolade ganz hervorragende Dienste. Geschmack: Haemacolade schmeckt wie versüßter Kakao, ohne jeglichen Nebengeschmack. Personen, die an den bitteren Geschmack des Kaffees oder eines unversüßten Kakaos gewöhnt sind, mag der süße Geschmack antangs ungewohnt vorkommen. Doch dürfen dieselben versichert sein, daß sie sich bereits nach einigen Tagen so daran gewöhnt haben, daß er ihnen durchaus nicht mehr auffällt und sie alsdann Haemacolade ebensogern wie früher den Kaffee etc. trinken. Wasser oder heißer Milch vollgefüllt. Das Getränk ist ohne jeden welteren Zusatz trinkfertig. Bereitungsweise: Was warms Frericksgeriges needed his Blöffel voll Haematolade wird mit ebensoviel kaltem Wasser glatt gerührt und die Tasse mit heißem 2. Als kaltes Kräftigungs- und Erfrischungsgetränk: Ein EBlöffel voll Haemacolade und Liter kaltes Wasser werden zum einmaligen Aufkochen erhitzt und nach dem Abkühlen auf Plaschen gefüllt und diese verkorkt. Diese kalte Haemacolade schmeckt einfach großartig und eignet sich ebenso gut als Getränk an Stelle von Bler, Brause etc. zum Frühstück, Mittagoder Abendessen, wie zum Mitnehmen in die Schule oder ins Geschäft. Man kann stets für zwei Tage Vorrat kochen, 3. Für schwer Kranke und an Durchfall Leidende empfiehlt es sich, die Haemacolade mit Rotwein zu kochen( ein EBlöffel voll Haemacolade auf einen Tassenkopf voll 3 Minuten lang kochen). 4. Durch Kochen von Haemacolade mit Milch und Zusatz von Gelatine erhält man eine ebenso angenehm schmeckende wie nahrhalte und gesunde Speise. Haemacolade + Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrass 91/92. Kölner Lotterie. Ziehung 30. November in Berlin. Gesamtgew. W.: 80000 M. Hauptgew. W.: 10 000 M. 80% bar Geld für jeden Gewinn werden sofort bei mir ausgezahlt. Lose à 1 M., Porto u. Liste 80 Pf. Berliner Vogel- Lose 11 Stck. 5 M, à Stck. 50 Pf., Porto u. Liste 30 Pf. Gustav Haase Berlin, Neue Königstr. 86. Gegründet 1878. Wann trinkt man Haemacolade? Es ist eine weitverbreitete Annahme, daß das Mittagessen die Hauptmahlzeit sei und sein müsse. Das ist grundverkehrt! Allein aus dem wenig stichhaltigen Grunde: man wolle sich seinen schönen Appetit zu Mittag nicht verderben, hat schon so mancher seinen Magen schwer geschädigt und gehungert! Wenn auch ein richtiger Hunger tür manche Naturen zeitweise( nur nicht regelmäßig 1) ganz angebracht ist, der regelmäßige Hunger aber und dazu noch bei schwächlichen oder nicht ganz sattelfesten Naturen, ist sehr schädlich und ruiniert den Körper! Des Morgens ist der Magen leer und ausgeruht. Er ist am empfänglichsten für jede Speise, aber auch am empfindlichsten. Was geschieht aber in den meisten Fällen? Man trinkt eine Tasse Kaffee oder Tee und ist eine Schrippe dazu! Hiernach fühlt man sich wohl 1 Ja, aber auf wie lange? Daß Kaffee nicht sättigt und keine nahrhaften Wirkungen hat, ist ja bekannt, ebenso, daß er anregend wirkt, um nachher desto mehr matt und nervös zu machen! Man betrügt sich also nur selbst mit diesem gewohnten Morgenfrühstück, es gibt eben auch schlechte Angewohnheiten. Wozu hat man nach einem kräftigenden Schlaf denn nur gerade noch ein Anregungsmittel wie Kaffee oder Tee nötig? Gerade des Morgens ist die beste Zeit zum Haemacolade- Trinken? Wer nur einmal die Wohltat einer Tasse Haemacolade des Morgens gespürt hat, wird mit vielen sagen: Eine Tasse Haemacolade des Morgens getrunken, ist die Orundlage für das Wohlbefinden des ganzen Tages! Nach dem Mittagessen oder zum sogenannten Vesper können Gesunde gern ihre gewohnte Tasse Kaffee trinken, bel vollem Magen schadet derselbe nicht, im Gegenteil: er hilft verdauen, aber des Morgens sollen sie den Kaffee lassen, da Ist Haemacolade das beste und gesundeste Frühstücksgetränk für jedermann: für Erwachsene und Kinder, für Gesunde und Kranke. Erwachsene trinken Haematolade gern mit Wasser, Kinder mit Milch. 1 Pfd. 2.- Mk. 1/2 Pfd. 1.10 Mk. 1 Pfd. 0.60 Mk. Ueberall erhältlich. Wann und wieviel Haemacolade sollen Kranke trinken? Magen- und Carm- Leidende sowie an Appetitlosigkelt Leidende: Früh zwei Tassen, abends vor dem Schlafengehen eine Tasse mit Wasser gebrüht. Nervöse: Morgens, zum zweiten Frühstück und vor dem Schlafengehen je eine Tasse mit Wasser gebrüht. Magere: Früh zwei Tassen. zum zweiten Frühstück eine Tasse, vor dem Schlafengehen eine Tasse mit Milch gebrant. Blutarme, Bleichelchtige, Wöchnerinnen, stillende Frauen morgens, nach dem Mittagessen und vor dem Schlafengeben je eine Tasse mit Wasser gebrüht. Schwächliche Kinder und Rekonvaleszenten: regelmäßig alle drei Stunden eine Tasse mit Milch gebrüht. FRITZ SAUER, Berlin W. 30, Barbarossastraße 20. Möbelgeschäft Gottschalk& Co. Laden und erste Etage, Alvensleben- Straße 6, dicht an der Potsdamer Straße, 718L gibt an solide Leute ganze Wohnungs- Einrichtungen oder einzelne Möbelstücke gegen monatliche Teilzahlung unter sehr kulanten Bedingungen. 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Es wog im September 1905 durchschnittlich Gesangverein" Immergrün", wurde die von über 2000 Personen noch etwas über 4 Pfund, im September 1906 durchschnittlich besuchte Versammlung in Trapps Festsälen eröffnet. Reichstags- etwas weniger als 3% Pfund, im September 1907 etwas abgeordneter Genosse Stolle- Gesau geißelte in scharfen Worten über 3 Pfund. Eine Familie, die im Herbst 1905 das elendeſte aller Wahlrechte: das Dreiklassenwahlrecht von noch mit täglich einem Brot austam, einem Brot austam, also wöchentPreußen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen und in lich sieben Brote brauchte, mußte im Herbst Herbst 1907 der lebhaften Diskussion aufgefordert, sich dem Sozialdemokratischen Wahlberein anzuschließen, damit die Resolution schon bei den wöchentlich 9½ Brote verzehren, wenn sie dasselbe Quantum nächsten Wahlen zur Wirklichkeit wird. Mit einem Freiheitslied wie früher zu sich nehmen wollte. Der Mehrverbrauch bes wurde die von großem Kampfesmut beseelte Versammlung ge- trägt nun bereits 2 Brote, die Mehrausgabe 1,10 M. pro Woche. Nieder- Schönhausen. Die Demonstrationsversammlung im Für die Wohlhabenden macht diese Verteuerung des Schwarzen Adler" war von über 250 Männern und Frauen be- Brotes nichts aus; denn ihnen ist das Brot kein wichtiges sucht. Die vortrefflichen Ausführungen des Genossen Vesper Nahrungsmittel. Aber die Unbemittelten, bei denen dem Ein anwesender wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Brot im Haushalt die Rolle eines Hauptnahrungsfanden am Dienstag noch in einer Reihe Vororte statt, über die in der gestrigen Nummer nicht berichtet werden konnte, weil wir bis in die späte Nachtstunde noch keine Nachricht über deren Verlauf hatten. Wir geben nachstehend in Kürze den Verlauf der Versammlungen bekannt. Schöneberg. Die Versammlung im Obstschen Lokal war abgesperrt. Mit einigen packenden Arbeiterliedern wurde eingangs derselben die Kopf an Kopf gedrängte Masse der Versammelten zu stürmischer Begeisterung hingerissen. Das Referat hielt Genosse schlossen. Pötzsch, dessen padenden Ausführungen seitens der Versammelten mit wachsenden Ausbrüchen erregter Zustimmung gefolgt wurde. In begeisterter Stimmung, unter Absingen der Marseillaise schloß die imposante Kundgebung, an der hunderte nicht teilnehmen fonnten, weil sie keinen Ginlaß mehr fanden. Polizeileutnant veranlaßte durch sein äußerst schneidiges Auftreten den Vorsitzenden, die erschienenen Wahlvereinsmitglieder zu erſuchen, zugunsten der einlaßbegehrenden Besucher den Saal zu verlassen und in den unteren Räumen Blaz zu nehmen. Unter aligemeiner Heiterkeit kam man dem gern nach. Lankwik. Die Protestversammlung war von zirka 300 Perfonen besucht. Die temperamentvollen Ausführungen des Genoffen Gehl fanden begeisterte Zustimmung. Groß- Lichterfelde. Die Protestversammlung im Kaiserhof" war von zirka 400 Personen besucht. Nach dem mit großem Beifall aufgenommenen Referat des Genossen Borchardt wurde die Versammlung wegen Eintritts der Polizeistunde aufgelöst. Wahrscheinlich wollte die Polizei in Groß- Lichterfelde auch ihr Teil dazu beitragen, um die Notwendigkeit der Beseitigung preußischer Mizwirtschaft zu beweisen. Steglit. Die Proteftversammlung im„ Birkenwäldchen" war trob der ungünstigen Lage des Versammlungslokals von zirka 700 Personen besucht. Das Referat des Arbeiterfekretärs Bauer wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt und zum Schluß mit fräftigem Beifall belohnt. Treptow- Baumschulenweg. In Speers Festsälen referierte vor 500 Personen Genosse Walded Manasse, dessen zündende Ausführungen wiederholt von Beifall unterbrochen wurden. Genoise Groger referierte im überfüllten Saale der Rennbahn. Rummelsburg. Die Versammlung war so zahlreich befucht, daß schon vor 8 Uhr die Tische und ein Teil der Stühle aus dem Saale entfernt werden mußten. Referent war Genosse Silber stein. Anhaltender Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen des Redners. In der Diskussion forderte Frau Buchmann die Frauen in energischer Weise auf, sich an der Bewegung zu beteiligen. Ober- Schöneweibe. Die im Wilhelminenhof" tagende Versammlung war von über 1000 Personen besucht. Die Lische mußten entfernt werden, um den fortlaufend zuströmenden Massen Plaz zu machen. Kopf an Kopf gedrängt, lauschten die Anwesenden dem Referat des Genossen Dr. We hl. Unter dem Gesang der Marseillaise wurde die. Versammlung geschlossen. Köpenid. Der große Saal des Kaiserhofs war überfüllt. Die Versammelten nahmen das Referat Mez les mit Begeisterung ent gegen. Trotz der Aufforderung des Borfizzenden, Genossen Woid, meldeten sich Gegner nicht. Adlershof. Die Versammlung war überfüllt; zirka 700 Berfonen waren anwesend. Referent Genoffe Hoffmann schilderte in farkastischer Weise die Schönheiten des jezigen Dreiflassenwahlunrechts. In Mariendorf wurde die überfüllte Versammlung mit einem stimmungsvollen Gesang eröffnet. Genosse Rössel ging scharf mit der Preußenschmach ins Gericht. Johannesthal. Die Versammlung im Ritterheim erfreute sich eines guten Besuches. Der Genosse Gebert- Charlottenburg geißelte in scharfen Worten das bestehende Landtagswahlrecht und forderte zum Schlusse die Anwesenden auf, rege für die Agitation gegen dasselbe einzutreten. besuchte Versammlung nahm das vom Genossen Sonnenburg vorNieder- Schöneweide. Die im Wirtshaus„ Loreley" sehr gut züglich gehaltene Referat mit Begeisterung auf. Brik: Die Versammlung war von zirka 500 Teilnehmern besucht. Genoffe Reichstagsabgeordneter Emmel- Mülhausen hielt unter stürmischem Beifall das Referat. In Tempelhof war die Versammlung von 250 Personen befucht. Genosse Bied Bremen fennzeichnete in trefflicher Weise die Widersinnigkeit und Ungleichheit des preußischen Dreiflassenwahlrechts und schilderte die Bedeutung des Landtages für die Arbeiterklasse. Nach einer kurzen Diskussion fand die Resolution cinstimmige Annahme. In Grünau referierte vor gut besuchter Versammlung unter großen Beifallskundgebungen Genosse Paul Litfin- Berlin. Eine gleichfalls imposante Versammlung tagte in Ertner. Hier hatte Genosse Artur Schmit- Berlin das Referat übernommen. Die treffliche Charakteristik des elenden Wahlsystems löste am Schlufse bei den Versammelten lebhaften Beifall aus. In Strausberg nahm eine gut besuchte Protestversammlung ein vorzügliches Referat des Genoffen Paul Göhre mit großem Beifall entgegen. In Alt- Glicnide war die Demonstrationsversammlung in Kusches Festsälen von mehr als 500 Personen besucht, darunter fehr viel Frauen. Referent war Genosse Wilh. Schenk, dessen Ausführungen mit großem Beifall aufgenommen wurden. Eine Dis tuſſion konnte nicht stattfinden, da der Polizeiſtunde wegen die Versammlung um 10 Uhr geschlossen werden mußte. Berzweiflungsszenen von Arbeitslosen Potsdam. Die Demonstrationsversammlung, in welcher Ge. mittels zufällt, leiden schwer unter der fortschreitenden noffe Dr. C. Rosenfeld- Berlin sprach, nahm einen glänzenden Verteuerung des Brotes. Nur noch drei Pfund Brot für fünf Berlauf. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Nach Groschen, ja, welche Arbeiterfamilie kann denn das auf die einem fast zweistündigen, mit reichem Beifall aufgenommenen Dauer aushalten! Die Bucherzölle sind es, die das Referat meldeten sich zwei von den zahlreich anwesenden Gegnern Brot immer weiter verteuern. Das Brot verzum Wort. Als erster der Vorsitzende des neuen Wahlvereins und teuern sie der unbemittelten Bevölkerung, den Junkern aber zu gleicher Zeit Reichsverbändler, Major v. Stössel, welcher zunächst füllen sie das Portemonnaie. seine Arbeiterfreundlichkeit versicherte und bedauerte, daß er nicht öfter Gelegenheit habe, mit den Genossen zu plaudern. Man müsse aber nicht etwa annehmen, daß er heuchele, nein, so etwas sei fern von ihm. Er erzählte dann weiter von unseren guten Schul- spielen sich fast Tag für Tag vor den Ausgabestellen des„ Arbeitsverhältnissen, von der sozialen Gesetzgebung, wogegen die bösen marktes" der sogenannten„ unparteiischen" Blätter ab. Die Zahl derSozialdemokraten im Reichstag immer gewesen wären usw. Das jenigen, die sich vor diesen Ausgabestellen täglich einfinden, wächst Dreiflassenwahlrecht gefiel ihm natürlich auch nicht recht. Hierauf in erschreckender Weise. Sobald die Blätter ausgegeben werden, bemeldete sich der Antisemit Herr Froelich, früherer Reichstags: ginnt ein Wettlauf um die inferierten Stellen. Wir sahen gestern in abgeordneter, zum Wort, welcher genau wie sein Vorredner vor Arbeiterfreundlichkeit überfloß und bis auf einen Bunkt sich mit den der Jerusalemerstraße, wie ein Dutzend Leute um die Wette rannten, Besonders schlimm Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte, und dies war um ja zuerst an das Ziel zu kommen. das Wahlalter von 20 Jahren. Genosse Rosenfeld entlarbte natür- war es gestern abend vor dem Berliner Theater. Es wurden drei lich in der trefflichsten Weise diese beiden Diskussionsredner und Logenschließer verlangt, die sich um 6 Uhr melden sollten. Aber legte an der Hand von Beweisen das Gegenteil des von ihnen Ge- schon vorher war der ganze Borgarten so gedrängt voll, daß die sagten dar. Zahl der auf die Stelle Reflektierenden auf mehrere Tausend geIn Nowawes sprach für den verhinderten Genossen Moltenbuhr schäßt wird. Der Portier wurde so umdrängt, daß er um Hülfe Abg. Dr. Ed. David vor einer gut besuchten Versammlung. Die schrie, und Augenzeugen erzählen uns, daß er erdrückt worden wäre, girta 700 Genossen und Genoffinnen nahmen die Ausführungen wenn sich feiner nicht die Polizei angenommen und etwas Luft gemacht hätte. des Referenten mit stürmischem Beifall entgegen. Und dabei sind wir noch im Anfang der Krise. Eine schöne In Spandau fanden zwei gut besuchte Versammlungen statt, in welchen die Genossen Borgmann und Kabenstein re- Gesellschaftsordnung, in der Hunderttausende aufs Pflaster geworfen ferierten. Begeisterungsvoll stimmten die Versammlungsbesucher, werden, während andere über die Maßen fronden müssen. Es wird unter welchen sich auch viele Frauen befanden, den Ausführungen die höchste Zeit, daß der Staat und die Kommune sich ihrer Pflicht der beiden Referenten zu. Unter begeisternden Hochs auf die all- erinnern und helfend eingreifen; aber nicht mit Militär und Polizei, gemeine, gleiche, geheime Wahl für den Landtag fanden die impo. sondern durch Schaffung von Arbeitsgelegenheit. fanten Bersammlungen unter Absingen der Arbeiter- Marseillaise ihren Schluß. Entmündigung des Grafen Pückler. Die Resolution fand in allen Versammlungen einstimmige Annahme, mit Ausnahme von Potsdam, woselbst sich merkwürdiger weise trotz der anwesenden Gegner nur eine Stimme dagegen erklärte. Partei- Angelegenheiten. Staaten. Die Versammlung war von zirka 150 Männern Der Dreschgraf befindet sich in der Dalldorfer Jrrenund Frauen besucht. Das Referat des Genossen and ke- Berlin anstalt den Umständen nach wohl. Jedenfalls ist ihm der von wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Seine Aufforderung, einflußreicher Stelle vermittelte Luftwechsel besser bekommen, sich der politischen und gewerkschaftlichen Organisation anzu- als unlängst die Visite in der Tegeler Staatspension. Bei schließen, fand allseitige Zustimmung. der Einlieferung protestierte er zwar, wie nicht anders zu erwarten war, laut gegen feine Vergewaltigung", wurde aber bald ruhiger und ergab sich in das vorläufig Unabänderliche. Man läßt ihm gewisse kleine Standesrücksichten zuteil werden, behandelt ihn aber sonst wie jeden anderen Anstaltsinsassen, eben lediglich als franken Menschen. Mit anderen Patienten kommt der Graf, der sich hier ziemlich reserviert hält und von seiner früheren Mundstärke schon bedeutend einSchmargendorf. Am Freitag, den 29. November, abends 7 Uhr, gebüßt zu haben scheint, nur wenig zusammen. Seitens der findet vom Wirtshause Schmargendorf, Warnemünderstr. 6, aus eine Gefängnisärzte ist der Dreschgraf bekanntlich schon für geistesFlugblattverbreitung statt. Die Genossen sind ersucht, sich recht zahl- frant erklärt. Es bedarf jetzt jedoch einer gründlicheren reich dazu einzufinden, damit die Arbeit in einer halben Stunde er- Nachprüfung seines Geisteszustandes durch namhafte Psychiater, Der Vorstand. ledigt ist. da gegen ihn eventuell von Amtswegen das EntmündigungsTrebbin. Am Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, verfahren eingeleitet werden soll. Mit dem Ausspruch der öffentliche Volksversammlung im Schüßenhause( Juh. W. Tromm). Entmündigung hat Graf Pückler seine politische Ultrolle endTagesordnung: 1. Der Wahlrechtskampf. 2. Freie Diskussion. und protestiert gegen das beſtehende preußische Dreiklassenwahlrecht. dieser ärgste Radau- Antisemit ja schon längst abgetan. Diese Männer und Frauen, erscheint in Maffen zu dieser Beriammlung gültig ausgespielt. 3 Uhr, findet eine Protestversammlung in Benders Lokal mit kaum mehr Interesse. Aber ein anderes Moment ist interAm Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags ernsten Streise hatten an seiner Abschiebung ins Irrenhaus folgender Tagesordnung statt. 1. Das Wahlrecht zum preußischen efsant. So lange Pückler bloß gegen die Juden hetzte und in Landtag. 2. Diskussion. Früh 28 Uhr findet Handzettelverbreitung gemeinster Weise den Klaffenhaß predigte, durfte er seinen statt, wozu sich jedes Mitglied des Wahlvereins einfinden muß. Gefühlen fast ungehindert jahrelang freien Lauf lassen. Nach Sorgt für Wassenbesuch dieser Versammlung. dem aber die höchste Person im Lande angegriffen worden ist, im Restaurant„ Elysium" eine öffentliche Protestversammlung gegen Bernau. Am Sonntag, den 1. Dezember, mittags 12 Uhr, findet wird der längst Verrückte im Handumdrehen kaltgestellt. das Dreitlassenwahlgesetz zum preußischen Landtag statt. Pflicht der Genossen ist es, rege für den Besuch der Versammlung zu folgt. Während Dienstag früh um 8 1hr das Thermometer agitieren. Der Vorstand. Woltersdorf. Der Einberufer. Berliner Nachrichten. Für den ernst zu nehmenden Teil der Deffentlichkeit war Ein überraschender Witterungsumschlag ist über Nacht er11 Grad Celsius, am Montag 0 Grad zeigte, war die Temperatur gestern vormittag um dieselbe Stunde auf 12 Grad gestiegen. Die Folgen dieses verspäteten, Mailüfterls" machen fich in einer großen Schneeschmelze bemerkbar. Auch an den geschüßteren Stellen ist nichts mehr von der weißen Decke zu Drei Pfund Brot für fünf Groschen! sehen, allenthalben gibt es große Pfüßen und auch die HoffDie Verteuerung des Brotes ist in diesem Jahre nungen der Eispächter auf einen frühen Beginn der Eislaufim Laufe des Sommers und des Herbstes unaufhaltsam fort- saison sind vorläufig zu Wasser geworden. geschritten, und sie dauert noch immer an. In Berlin, wo das Brot nicht bei bestimmtem Gewicht zu wechselndem Preis, Arbeiter Bildungsschule, Berlin. Die Rednerschule sondern zu festem Preis bei wechselndem Gewicht verfauft muß am Donnerstag, den 28. d. M., wegen der Erkrankung des wird, fällt die Verteuerung nicht jedem sofort auf. Ganz all- Genossen Grunwald ausfallen. mählich wird das Brot kleiner und immer fleiner, und wer Endlich. Die Wiedereröffnung des Hochbahnbahnhofes Warnicht genau darauf achtet, der merkt es kaum. Wenigstens dann schauer Brücke ist soeben zum nächsten Sonntag, den 1. Dezember, merkt er es kaum, wenn er nur mit dem Auge mißt. Aber der von der Betriebsverwaltung der Hochbahn in Aussicht genommen Königs- Wusterhausen. Die von über 600 Personen besuchte Magen versteht sich besser aufs Messen; er läßt nicht so leicht, worden. Termin für die landespolizeiliche Abnahme ist zum Demonstrationsversammlung nahm nach einem bortrefflichen Refe- wie das Auge, sich betrügen. Wenn das Brot immer nächsten Freitag nachmittag 3% Uhr angefeßt. Unter der Vorausrat des Genossen Basner die Resolution des Parteivorstandes ein fleiner und immer leichter wird, dann merkt er es nur Often vom Stralauer Tor zum neuen Bahnhof wieder ausgedehnt. segung der Genehmigung wird dann der Betrieb Sonntag früh im ftimmig an. Der eingeladene Vorstand des entschieden liberalen" Vereins war nicht erschienen, jo dokumentierend, daß für ihn der zu bald, daß er das ihm zukommende Quantum nicht mehr Die Straßenbahn vom Zentralvichhof, die während des Umbaues liberale Programmpunkt, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht, friegt. Hausfrauen, die die Gewohnheit haben, all' ihre bis zum Stralauer Tor ging, wird gleichzeitig wieder bis zur nur auf dem Papier steht. Backware regelmäßig vor dem Verbrauch zu wiegen, wundern Warschauer Brüde verkürzt. Der Hochbahnbahnhof hat inzwischen Friedrichsfelde. Die Versammlung, welche in Bubes Bolts. sich nicht, warum sie die hungrigen Mäuler ihrer eine Vergrößerung um mehr als das Doppelte erfahren. Statt garten stattfand, erfreute sich eines regen Besuches, insbesondere Kinder schon lange nicht mehr satt machen 2500 Quadratmeter umfaßt er jest 5300. Die Anlage ist verlän waren viele Frauen anwesend. Der Referent, Arbeiterfekretär tönnen. Mit wachsender Sorge verfolgen sie die stetige gert und berbreitert worden. Statt 3 stehen jezt 4 Gleise zur VerGenosse Lint, schildert in kräftigen Worten unter großem Bei- Verringerung des Brotgewichtes und seufzend berechnen sie fügung. Mit Rücksicht auf die Verlängerung der Untergrundbahn in das Innere der Stadt ist eine neue Wagenhalle fur 100 Wagen fall die ungeheuerliche Rückständigkeit des preußischen Landtages. sich die immer fühlbarer werdende Mehrausgabe, die sie für errichtet. Sie geht vom Warschauer Plaz bis zur Ehrenbergstraße. Diese gesetzgebende Körperschaft stelle wohl eine Vertretung des Brot aufwenden müssen, um ungefähr dasselbe Quantum wie Gerade die neuen Wagen für die Linie zum Spittelmarkt werden Geldsads dar, nicht aber eine Voltsvertretung. früher verbrauchen zu können. dort aufgestellt. Die Erweiterung hat ein neues elektrisches StellKarlshorst. Die Versammlung im Bartelsschen Lokale war Das Statistische Amt der Stadt Berlin er- mert notwendig gemacht. Auch die eigentliche Bahnhofshalle ist in überfüllt. Der Genosse Mähr verstand es, in fernigen Worten mittelt allmonatlich zweimal die Veränderung des Brot- ansprechenden Formen neu errichtet worden. den Anwesenden den Widersinn und die Unhaltbarkeit des preu- gewichtes, indem es in 34 über die ganze Stadt verteilten Der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Erweiterung des Bifchen Dreiflaffenwahlrechts vor Augen zu führen. In der Debatte Bäckereien Gebäck ankauft das Gewicht feststeйt. Die Resultate Landespolizeibezirks Berlin ist dem Herrenhause zugegangen. Er be sprachen Umbreit, Blum und Stühmer. Die Resolution wurde ein- dieser Ermittelungen sind vom Statistischen Amt jetzt erst bis stimmt, daß dem Landespolizeibezirk Berlin die neue Stadtgemeinde stimmig angenommen. Der Schluß der Versammlung brachte den Lichtenberg und die Landgemeinde Boy hagen RummelsAnwesenden eine fleine praktische Lektion von den Herrlichkeiten zum September dieses Jahres bekannt gegeben. Wir sehen da, burg vom 1. April 1908 ab hinzutreten. Die Rorichriften des des preußischen Polizeistaates. Der Ueberwachende erinnerte daß im September das Durchschnittsgewicht des Gesetzes vom 13. Juni 1900 finden auch für diese Gemeinden Andaran, daß für das Bartelssche Lokal die Polizeistunde auf 11 Uhr fünfgroschenbrotes nur noch wenig über drei wendung, hinsichtlich Borhagen- Rummelsburg mit der Maßgabe, festgesetzt sei. Dies gab dem Referenten Gelegenheit, die Ver- fund betrug. In manchen Bäckereien war das Brot etwas daß auch die Zuständigkeit des Landrats und des Kreisausschusses jammlung in treffenden Ausführungen auf die Pflicht hinzuweisen, schwerer als dieser Durchschnitt, in anderen war es dafür noch des Streifes Niederbarnim in polizeilichen Angelegenheiten auf den Verbindungsstrecke Treptow- Niederschöneweide foll bis Ende März nächsten Jahres fertiggestellt und am 1. April 1908 eröffnet werden. Die Gleisstrede, von Berlin aus gerechnet, gehört sechs verschiedenen Straßenbahngesellschaften, wobei auch drei hiesige Gesellschaften, nämlich die Große Berliner Straßenbahn, die städtische Straßenbahn und die Berliner Ostbahn in Betracht fommen. Natürlich würde durch den selbständigen Betrieb der Gesamtstrecke durch jede einzelne Gesellschaft der Straßenbahnverkehr sehr erschwert werden, da die Fahrgäste, die von Berlin nach Friedrichshagen wollten, an jeder Grenzstelle umsteigen müßten, wodurch nicht nur eine wesentliche Verlängerung der Fahrzeit, sondern auch eine erhebliche Berteuerung des Tarifes erfolgen würde. Um diesen Uebelstand zu vermeiden, ist die Einrichtung eines Gemeinschaftsbetriebes in Anregung gebracht in der Weise, daß die beteiligten Straßenbahngesellschaften neben ihrem eigenen Betrieb auch einen durchgehenden Betrieb einrichten, sodaß beispielsweise die Berliner Straßenbahnwagen bis nach Friedrichs. hagen und die Köpenicker Straßenbahnwagen bis nach Berlin fahren. Sollte dieses Projekt zur Ausführung gelangen, so würde im nächsten Jahr die Möglichkeit geboten werden, mittels der Straßenbahn von der Friedrichstraße, Ede Behrenstraße, oder von Wilmersdorf ohne Umsteigen bis nach den Gestaden des Müggelsees zu fahren. Die Länge einer solchen Straßenbahnstrecke würde annähernd fünf deutsche Meilen betragen. Die Kutscher werden ihren Augen nicht trauen, von einem Mangel an Rutschern zu lesen. Die Fuhrherren verfolgen mit etwaiger Einstellung weiblicher Kutscher auch nicht den Zwed, dem Mangel an Kutschern abzuhelfen, sondern sie wollen über willige und billige Arbeitskräfte verfügen. " 1 ent Polizeipräsidenten und auf den Bezirksausschuß in Berlin übergeht. Große Aufregung verursachte ein Eisenbahnunfall, welcher sich| strittige Tätigkeit überhaupt nichts zu liquidieren gehabt, er habe Be Am 1. April 1908 erhält Lichtenberg bei seinem Ausscheiden aus dem gestern auf Bahnhof Friedrichstraße" zutrug und der aufs wußt Gebühren überhoben. Sofort, nachdem das Erkenntnis vom Kreise Niederbarnim eine eigene ſtaatliche Polizeiverwaltung neue zeigt, welche unheilvollen Folgen das leichtsinnige Befteigen 17. November 1892 Stadthagen zugestellt war, beantragte e ( Polizeidirektion), der auch der Bezirk der Landgemeinde Boghagens bereits in Fahrt befindlicher Züge nach sich ziehen kann. Dort selbst unter dem 22. Dezember 1892 bei der Staatse Rummelsburg unterstellt wird wegen ihres engen Zusammenhanges versuchte ein junger Mann einen eben anfahrenden Stadtbahn- anwaltschaft, auf Grund der freilich univahren Behauptung mit Lichtenberg. zug zu besteigen. Bei dem hastigen Aufreißen der Tür wurde er des Ehrengerichtshofs Anklage gegen ihn wegen angebliche nicht rechtzeitig gewahr, daß ein vierjähriges Kind im Gebührenüberhebung zu erheben und das Aftenmaterial Von einer Automobilbroschke überfahren wurde gestern abend Innern des Abteils an der Tür stand. Beim Oeffnen der vom Ehrengerichtshof und Ehrengericht, bei dem es noch lagerte km Tiergarten der 48jährige Schuhmacher Karl Naffin, Schles- iir verlor das Kind das Gleichgewicht und stürzte einzufordern. Die Staatsanwaltschaft, Ober wiger Ufer 13 wohnhaft. N. fuhr gegen 8 Uhr abends mit einem auf den Bahnsteig heraus. Der Zug wurde sofort st a atsanwaltschaft und der Justizminister lehnten Handwagen, von Charlottenburg kommend, die Berlinerstraße ent- zum Halten gebracht. Der Augenzeugen des Vorfalles es ab, die Genehmigung zur Verfolgung Stadthagens einzuholen lang, als ihm in der Nähe der Station Tiergarten eine Automobil- hatte sich große Aufregung bemächtigt. Glücklicherweise hatte das Munmehr beantragte Stadthagen, der bereits am 30. Dezember 1892 droichte entgegentam. Der Führer der letzteren bog nach der herausgestürzte Kind, von einigen Hautabschürfungen abgefehen, im Vorwärts" den gesamten Sachverhalt largelegt und das Urteil linten Seite des Fahrweges hinüber, und zwar so kurz vor dem feinen ernstlichen Schaden genommen, auch der vorwizige Mann, in feinem vollen Umfange zur Kenntnis der Deffentlichkeit gebracht Handwagen, daß Naffin nicht in der Lage war, auszuweichen, um der den Unfall herbeigeführt hatte, war mit dem bloßen Schrecken hatte( auch in der„ Jur. Wochenschrift" vom 15. Dezember 1892 ist so weniger, als das Automobil eine übermäßige Geschwindigkeit davongekommen. Der Vorfall mag aber zur Warnung dienen und es wörtlich abgedruckt), von der Fraktion unterstützt, unter dem entwickelte. N. wurde niedergerissen und überfahren. Er erlitt zugleich auch als Mahnung für Eltern, bei Fahrten auf der 18. April 1893 beim Reichstag, die Genehmigung zur Straf cinen schweren Oberschenkelbruch und wurde, nachdem ihm auf der Eisenbahn ihre Kinder nicht unbeaufsichtigt an den verfolgung zu erteilen. Der Reichstagsfommission übergab Stadi Unfallstation in der Berlinerstraße 48a ein Notverband angelegt Abteiltüren stehen zu lassen. hagen das Urteil. Die Redner aller Parteien sprachen im Reichs worden war, nach dem Moabiter Krankenhaus gebracht. Milch in Strömen floß gestern auf dem Königsplay. Dort war tag ihr Befremden über das Vorgehen der Staats Ein Straßenbahn- Gemeinschaftsbetrieb für die im Bau be- gegen 3/41 Uhr an der Ecke der Alsen- und Bismarckstraße ein anwaltschaft usw. aus. Es sei verwunderlich, daß der Ehrenfindliche Straßenbahnstrecke Berlin- Friedrichshagen ist von be- Straßenbahnwagen der Linie 15 mit einem Milchwagen zusammen- gerichtshof, wenn er annehme, eine bewußte GebührenüberDie auf dem Milchwagen stehenden gefüllten Fässer Strafverfolgung der Staatsanwaltschaft übermittelt habe, befremde Fässerhebung liege vor, nicht von Amts wegen selbst die Aften zus rollten auf die Straße und die Milch ergoß sich auf den Fahrdamm. lich ferner die Ablehnung des Stadthagenichen Antrages, die Ge Schade darum, wird mancher Vorübergehende gerufen haben. nehmigung zur Strafverfolgung beim Reichstag einzuholen. Nach Arme Waisenkinder, welche in Privatpflege untergebracht sind Verhandlung im Reichstage am 21. und 26. April 1893 wurde der und die sich durch einen Ausweis ihres Vormunds legitimieren Antrag Stadthagen einstimmig vom Reichstage Nunmehr mußte endlich Stadthagen vor dem können, erhalten am Sonntag, den 1. Dezember, freien Gintritt angenommen. in die Treptow- Sternwarte in der Zeit von 2 bis 6 Uhr abends. Untersuchungsrichter vernommen werden. Stadthagen lehnte es ab, Nachmittags 5 Uhr spricht Direktor Dr. Archenhold über: Unser sich zu seiner Verteidigung auf etwas anderes als die Aktenz Planetensystem" und wird der Vortrag dem Verständnis der Kinder des ehrengerichtlichen Verfahrens zu beziehen. Die Staats. angepaßt sein. Bei flarem Wetter ist auch die Beobachtung mit dem anwaltschaft beschied Stadthagen unter dem 25. Auguſt 1894 wegen Gebührenüberhebung ftraf großen Fernrohr für die Waisenkinder freigegeben. Abends 7 Uhr daß sie es ablehnt, spricht Direktor Dr. Archenhold über: Sternhaufen und Nebel- rechtlich einzuschreiten. Daß Stadthagen Gebührenüberhebung flede" und Montag, abends 9 Uhr, über:" Astronomische Instru- begangen habe, wird sich, heißt es in dem staatsanwaltlichen Be mente", besonders die Leistungen moderner" Riesenfernrohre. Mit fcheide, gegenüber der von Ihnen zur tatsächlichen und rechtlichen dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche am Tage die Begründung Ihrer Liquidation aufgestellten Behauptungen umfo " Sonne", abends" Mars"," Saturn" und ein„ Sternhaufen" beob weniger nachweisen lassen, als die Geschäftsbücher und Stripturen des Lindner von diesem nachträglich vernichtet worden sind". Gegen achtet. Be Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am Sonn- diesen Bescheid legte Stadthagen mit dem Antrage schwerde ein, den Staatsanwalt anzuweisen, gegen ihuz abend, den 30. November, und Sonntag, den 1. Dezember, die Anklage zu erheben, ferner aber strafrechtlich gegen dia englische Bergsteigerin, Frau Bullod- Worfmann, über ihre fühnen Beamten vorzugehen, die zur Bernichtung der Aftenstüde Berg- und Gletscherfahrten im Gebiete des Nordwest- Himalaja beigetragen haben. Der Oberstaatsanwalt lehnte die unter Vorführung von Lichtbildern nach eigenen Aufnahmen Beschwerde ab. In einer weiteren ausführlichen Beschwerde sprechen. Die Vorträge finden in deutscher Sprache statt. Billetts an den Justizminister, forderte Stadthagen nochmals energisch find von heute ab an der Kasse der Urania, Taubenstr. 48/49, er gegen ihn einzuschreiten; was ausgereicht habe, in ge hältlich. Weibliche Droschtenkutscher. Die Berliner Personenlohnfuhrwerksheimer Sigung ihn zu verurteilen, müsse doch wohl auch ause Inmung beschäftigte sich in ihrer gestrigen Versammlung im„ Prälaten" Feuerwehrbericht. Gestern früh tam ein großes Feuer in der reichen, in öffentlicher Sigung ihn zum mindesten anzuflagen, mit der Frage der Einführung weiblicher Droschkentutscher in Berlin. Großen Frankfurter Straße 13 aus unbekannter Ursache zum Aus- Sei das nicht möglich, so erhebe er den Vorwurf bewußter Von mehreren Rednern wurde ausgeführt, der Kutschermangel sei bruch. Als der Brand bemerkt wurde, standen auf dem Hofe Rechtsbeugung gegen die richterlichen Mitglieder des durch die Heraufsetzung des Mindeſtalters derartig gestiegen, daß Lagerräume der Firma Winterfeld in großer Ausdehnung in Ehrengerichtshofes und gegen die staatsanwaltlichen in Betracht man allen Ernstes an die Heranziehung der weiblichen Arbeitskraft Flammen, die an den Vorräten von Wollabfällen reiche Nahrung fommenden Beamten. Diese seien anzuflagen. Ferner verlange er, zum Kutscherberuf denken müsse. Zur Führung einer Pferdedroschke gefunden hatten. Die Qualmentwickelung war ganz enorm, so daß daß gegen die Privatpersonen und Beamte vorgegangen werde, dia wären Frauen noch eher befähigt als zum Lenten eines Automobils. es schwer hielt, an den Brandherd, der im Keller lag, borzubringen. nach der Darlegung des Staatsanwalts des unerhörten Ver Von anderer Seite wurde dem entgegengehalten, man sollte erst ab- Um den Brand zu löschen, mußte der 7. Löschzug mit drei Schlauch- brechens fich schuldig gemacht haben, Aftenbestandteile beiseits Die in warten, welche Erfahrungen mit der ersten weiblichen Chauffeuse ge- leitungen stundenlang tüchtig Wasser geben. Da die Lumpen gebracht, vernichtet, verbrannt zu haben. macht werden. Die Versammlung beauftragte den Vorstand, beim immer aufs neue Feuer fingen, mußten sie aus dem Keller heraus- fchiedenster Sprache gehaltene Beschwerde an den Justizminister Verkehrskommissariat anzufragen, ob von dieser Behörde die Ein- geholt und auf dem Hofe abgelöscht werden, was viel Arbeit ver- wurde in dem von Stadthagen gezeichneten Vorwärts" bom ursachte. Erst nach siebenstündiger Arbeit konnte die Wehr wieder 14. Ottober 1894 ivortgetreu veröffentlicht. Trotzdem stellung weiblicher Kutscher genehmigt wird. abrücken. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der Matternftr. 8 Lehnte der Justizminister ab, gegen Stadthagen, aber zu tun, wo Möbel und Holzwände brannten. Durch Umfallen auch, gegen die Beamten einzufchreiten. Eine Anklage wegen des einer Petroleumlampe kam in der Oderbergerstr. 40 Feuer aus. öffentlichen Vorwurfs bewußter Rechtsbeugung und Beiseiteschaffung In der Lippehnerstr. 29 brannten Möbel, Fußböden u. a., und in von Aftenstücken ist gegen St., den die Staatsanwaltschaft mit übes der Dunderstr. 80a eine Wohnung. Heute früh um 10 Uhr hatte 40 anderen Anklagen verfolgt hatte, nicht erhoben. Kein einziges die Wehr in der Joachimstr. 11 zu tun, wo in einem Keller Blatt irgend welcher politischen Richtung hat in den Jahren 1892 Wie langsam und umständlich unsere Behörde arbeitet, wenn ein Späne usw. in Brand geraten waren. Es gelang, diesen Brand bis 1894 das Vorgehen der Behörden zu rechtfertigen, teines St. in Staatsbürger fie in Anspruch zu nehmen gezwungen ist, das hat mit einer Schlauchleitung zu löschen. der jetzt beliebten Art zu verunglimpfen gesucht. Der angeblich be schon mancher zu seinem Schaden oder großen Verdruß erfahren. nachteiligte Fabrikant hat nie geflagt. Ein Mann, führte St. aus, Reiste da jüngst eine Berlinerin, Frau H. V., nach der Schweiz, um der im politischen Leben steht, eine Zeitung redigiert, muß diese sich dort niederzulassen. Dazu braucht man nun allerlei Papiere, Tatsachen, die sich in breitester Deffentlichkeit abgespielt haben, zuerst den Heimatschein, der 4,60 Fr. fostet, dann ein Leumundstennen. Verschweigt er fie, fo macht er fich dae zeugnis von der Polizei. Wie schwer dies gengnis von der Berliner durch, daß er die verleumderische Behauptung des Ehren Polizei zu erlangen war, darüber flagt sie in einem Briefe an einen gerichtsurteils wiederholt, felbst der Verleumdung schuldig Freund: Im Kreisbureau in Zürich, wo sich jeder persönlich an- Ueber Hochverrat und Militarismus" referierte Genoffe Kennt ber Redakteur des Tegeler Anzeiger" den Sach melden muß, bewilligte man mir 20 Tage Zeit, und ein Leumunds- Stadthagen in Tegel am Montag in einer von etwa 1500 Ber- verhalt und schreibt wie er geschrieben, so ist er ein gewerbs zeugnis zu beschaffen. Da ich Berlin nie verlassen hatte, schien mir die sonen besuchten Versammlung in Trapps Festfälen. Der Vor- mäßiger Berleumder. Statt Auge in Auge ihm gegen Sache recht einfach zu sein. Ich reichte am 4. Oktober das Gesuch ein, tragende legte bar, wie Hochverratsaktionen feit je gegen die vor über zu treten, hinterhaltig vorzugehen, ist eines Mannes, der ernst hatte aber nach 12 Tagen noch feine Antwort, und in der Frist wärts, aufwärts strebende Klasse angewendet sind, flizzierte den genommen werden will, unwürdig. Gegen die" Post" habe er bei von 20 Tagen hatte ich auch noch die Bestätigung von der deutschen Liebknechtschen Hochverratsprozeß und geißelte die vergeblichen Ver- der Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt, sie hat erflärt, ein Gesandtschaft in Bern zu besorgen. Ich schrieb eine Postkarte, dann fuche, durch Prozesse, insbesondere Hochverratsprozesse zu hindern, öffentliches Interesse gegen die" Post"-Leute vorzugehen, liege nicht einen eingeschriebenen Brief. Endlich, am 30. Oftober, tam von daß die schädlichen Folgen des Militarismus verhüllt blieben. Der vor. Wie die höheren Instanzen entscheiden werden, bleibt ab Berlin ein Brief, für den ich erst noch einen halben Frank Borto zu Hochverratsprozeß habe nach dieser Richtung aufklärender als zuwarten. Gebracht werden die persönlichen Verdächtigungen, un zahlen hatte. Dieser Brief enthielt die Aufforderung, vor allen Hunderte von Broschüren über den Militarismus gewirkt. von dem Ernst der politischen und wirtschaftlichen Sachlage die Auf Dingen die Gebühren von 1,63 M. und 30 Pf. Porto einzusenden. Im Sinne des mit reichem Beifall begleiteten Bor- merksamkeit der Arbeiter abzulenten. Noch eigenartiger ist der Vor Sofort schickte ich das verlangte Geld. Auf dem Kreisbureau war trages äußerten sich mehrere Diskussionsredner. Unter wurf, ich habe Getreidespekulation getrieben. Herr Müller muß meine Frist inzwischen bis zum 10. November verlängert worden, ich verschiedenem wurden die Anwürfe des„ Tegeler aus den Reichstagsverhandlungen wissen, daß die Börsenvorlage mußte aber noch um eine weitere Verlängerung, bis zum 24. November, Anzeiger" gegen Genoffen Stadthagen behandelt. u. a. deshalb von der Sozialdemokratie abgelehnt wurde, weil das nachsuchen. Ich schrieb noch eine Starte an das Polizeipräsidium Dies amtliche Publikationsorgan für den Amts- und Gemeinde- Verbot des Terminhandels die Preise erhöhe. Wenn ein Agraries in Berlin und erhielt am 12. November endlich die vom 7. No- bezirk Tegel" hatte die von der„ Post" und von Blättern, die mit oder Konservativer, wie Herr von Ploeg, dem wie im Reichstag vember datierte Mitteilung, daß das verlangte Attest dem„ Deutschen Reichsverbands- Speise genährt werden, aufgewärmten Behauptungen nachgewiesen ist, für ein Verbot des Terminhandels eintritt, General- Konsulat" überfandt sei. Für diesen Brief hatte ich wieder seinen Lesern vorgesetzt, Stadthagen sei wegen bewußter Gebühren- aber felbst Terminhandel treibt, so mag mant bas als einen halben Frank Porto zu zahlen. Am anderen Tage holte ich überhebung aus dem Anwaltsstande entfernt, er schimpfe gegen Doppelzüngigkeit annageln. Der Vorwurf ihm gegenüber werde ja mir das Zeugnis, worin mir bestätigt wurde, daß ich von meiner Terminhandel, habe aber selbst spekuliert usw. Der Redakteur des auch von einigen Blättern mit dem Mäntelchen bekleidet, an sich sei Geburt an bis zum 29. August d. J. in Berlin gewohnt habe und noch" Tegeler Anzeiger" war zur Versammlung eingeladen, hatte aber ja dagegen vom Standpunkt der Sozialdemokratie nichts einzu nicht bestraft bin. Dafür mußte ich noch einmal 1,90 Fr. Ronfulats abgelehnt, Stadthagen gegenüber persönlich die Anwürfe zu wenden. Der„ Tegeler" macht's anders, er imputiert ihm, für das fosten zahlen. So, und nun gehen die Papiere nach Bern zur wiederholen. Stadthagen legte an der Hand des fattsam be- Verbot des Terminhandels eingetreten zu ſein eine durch die Bestätigung. Und wenn sie wieder kommen und im Streisbureau fannten Altenmaterials den Tatbestand dar. Aus dem Anwalts- Reichstagsaften nachweisbare luwahrheit. Wie er bereits in seiner abgeliefert sind, feiere ich ein Freudenfest!-" stande ist er wegen seiner politischen Betätigung, insbesondere wegen Entgegnung hervorgehoben, müsse er das Verdienst von sich abWas aber dann, wenn man eine solche lange Zeit nicht ab- feiner Rede über„ Laienrecht und Juristenunrecht" entfernt, in der lehnen, durch Terminhandel nach unten die Preise für Brotgetreide warten und wenn man nicht gleich bezahlen kann? der Ehrengerichtshof eine Herabsetzung der höchsten Richter erblickte, gedrückt zu haben. Ein Kommis der Firma, mit der er zu tun die eine fernere gedeihliche Tätigkeit Stadthagens als Auwalt hatte, hat offenbar irgend einen Brief eingesehen, hat was läuten Bei dem Brande des Kohlenlagers der Firma H. Friedländer unmöglich machten. In dem Ehrengerichtshofurteil ist auch Stadt- hören und gilt nun als Gewährsmann des" Tegeler". Stadthagen und No. in der Trebbinerstr. 7 ist der Arbeiter Berger zu hagen der Vorwurf bewußter Gebührenüberhebung und Verschleierung ging dann noch einige" Post"-Anwürfe durch und endete mit einer Schaden gekommen. Er wurde bewußtlos aus einem brennenden eines Rechtsverhältnisses nachgeworfen. Die Auflage hat nie auf Charakteristik der niedrigen Kampfesweise der Gegner. In der Schuppen von seinen Kollegen herausgeholt und nach seiner Woh- bewußte Gebührenüberhebung gelautet, den Vorwurf erhob erst der Diskussion wurde durchweg gegen den Tegeler Anzeiger" nung geschafft, wo er sich in ärztlicher Behandlung befindet. Ehrengerichtshof. In beiden Instanzen hatte Stadthagen nach scharf Stellung genommen. Ein von seiner Würde ganz eingenommener Herr scheint auf dem gewiesen, daß er in dem Schreiben an den damaligen Klienten, Philipp Apostel- Kirchhofe seines Amtes zu walten. Hatte da dieser könne, wie zu liquidieren fei, er fönne ohne Rückgabe der Allen einem Fabrikanten Lindner, hervorgehoben, daß man zweifelhaft sein Rigdorf. Tage auf dem genannten Kirchhofe ein Gesangverein einen Sanges nicht spezialisiert liquidieren, er nehme an, für etwa 1500 Ronten wandlungsprozeß, soweit die Organisationsform in Frage fonimt Das Feuerlöschwesen Rigdorfs befindet sich in einem Um bruder zur letzten Ruhe geleitet und ihm am Grabe einige übrigens mit je 400 W. fie zu 3/10 Gebühr anzuführen. Er stellte dem Klienten Der überwiegende Teil der Feuerwehr beruht bis heute auf dem vom Prediger genehmigte Trauerlieder gesungen, als zum Schlusse anheim, durch drei von ihm zu wählende Vorstandsmitglieder Sätze Brinzip der Freiwilligkeit des Feuerlöschwesens. Die Mehrzahl der der Vorsitzende des Vereins an die Gruft trai und als legtes Liebeszeichen einen Kranz mit den Worten niederlegte: Ruhe fanft, festiegen zu lassen, die diese für richtig hielten. Was die festsetzten, Feuerwehrmänner gehen über Tag ihrem Verufe im bürgerlichen Liebeszeichen einen Kranz mit den Worten niederlegte: Ruhe fanft, sollte für Beklagten bindend sein. Darauf erklärte Lindner, wie er Leben nach und werden bei einem ausbrechenden Brande mittels Sangesbruder! Diese Worte veranlaßten einen Herrn, an den Letzteren heranzutreten und nach Namen und Wohnung zu fragen, er zeugeneiblich zugegeben hat: es fällt mir gar nicht ein, den Weg zu einer Läutevorrichtung, welche ihre Wohnung mit der Feuerwache sei der Inspektor des Kirchhofs und bilde die Polizei, ihm habe gehen, ich weiß, daß Sie bei der Oberstaatsanwaltschaft schlecht verbindet, herbeigerufen. Nun soll gewiß nicht verkannt werden, nämlich die Widmungs- angeschrieben sind, an die werde ich mich wenden. Wegen daß die freiwillige Feuerwehr unter diesen Umständen geleistet hat, sich hier jeder zu fügen. Diesen Vorfall- nämlich die Widmungs- angeschrieben find, müsse er seiner vorgesetzten Behörde melden. dieses Erpressungsversuches ersuchte Stadthagen Stadthagen den Fabri- was möglich war. Bei aller Opferwilligkeit der Mitglieder dieser fanten, fein Bureau au verlassen. tragenden wunderten fich ob des brüsten Benehmens des Herrn Bindners Seite Anrufung des Vorstandes. Die erste Instanz Einrichtung in einer modernen Großstadt so vollkommen als möglich Darauf erfolgte von Institution darf aber nicht ungefagt bleiben, daß eine solche Juipettors, das ganz und gar nicht angebracht war. Dieser Herr Inspektor- Little ist sein Name- befleidet übrigens eine fonder( Ehrengericht der Anwälte) lehnte sämtliche Anträge, die Aften ein ausgestaltet wird, um ihre Schlagfertigkeit aufs äußerste zu steigern. bare Stellung; er ist zur einen Hälfte kirchlicher, zur anderen zusehen, ab, nahm an, es hätte Stadthagen nicht für 1500 Sachen Mehr denn irgendwo ist hier das wort am Blaze: Schnelle Hülfe städtischer Beamter. In seiner letzteren Eigenschaft ist er Verwalter mit je 400 M. Objekt, sondern so liquidieren sollen, als ob er ein- ist doppelte Hülfe! Seit einiger Zeit hat sich denn auch in der des städtischen Kirchhofes in der Müllerstraße und wird zum Teil mal für ein Gesamtobjekt von 60 000 M. zu liquidieren hätte, denn städtischen Verwaltung mehr und mehr der Gedanke auf Umgestaltung von der Stadt befoldet. Das ist ein Verhältnis, das schon wieder- 60000 m. fei wohl das Gesamtobjekt gewesen. Bon bewußter der Feuerwehr zu einer berufsmäßigen durchgesezt, wozu in erheb holt zu manchen Unzuträglichkeiten geführt hat. Herr Lüttke kann Gebührenüberhebung war weder in der Anklage, noch im Erkenntnis lichem Maße die unermüdliche Kritik der sozialdemokratischen Ver des Ehrengerichts die Rede. In der Berufungsschrift an den Ehren- treter im Stadthause den Anstoß gegeben haben dürfte. Bei der von sich sagen:" Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust." gerichtshof legte Stadthagen aus den bei dem Ehrengericht lagernden Etatsberatung anfangs dieses Jahres wurde der Anfang mit der Einbruchsdiebstahl in eine Kirche. Das Gotteshaus der Stephanus- Atten unter Bezeichnung der Seiten usw. dar: wenn die Grundsätze, Umwandlung gemacht, indem zwölf Feuerwehrmänner sowohl Gemeinde in der Prinzenallee 39/40 ist in der gestrigen Nacht von die das Ehrengericht für zutreffend hielt, stimmten, so hätte er ettva als auch der Oberführer auf Privatdienstvertrag fest gegen Einbrechern heimgesucht worden. Die Diebe verschafften sich mit das Doppelte von dem, was er liquidiert hatte, zu liquidieren. Gehalt angestellt wurden. Ein Ausbau der Wehr erfolgte dann im Hülfe von Dietrichen und Nachschlüsseln Eingang in die Safristei, Denn inhaltlich der Atten betrug das Gesamtobjekt nicht 60 000 m., Oftober durch Einrichtung der zweiten Feuerwache in der Emser und von hier aus gelangten fie in das Kirchenschiff. Vom Altar fondern überſtieg bei weitem 400 000 M. Der Ehrengerichtsstraße. Die ungeheure Entwickelung Rigdorfs drängt mm auf dem stahlen sie die wertvolle Altardede. Sie ist blau und hat in der 5 of lehnte sämtliche Anträge auf Beweiserhebung ab, erklärte, die Wege vorwärts, so daß die gänzliche Umgestaltung der freiwilligen Mitte ein mächtiges, in Gold gesticktes Kreuz. Außerdem fielen den Beiatten habe er in Berlin gelassen und behauptete dann ohne Feuerwehr in eine Berufswehr nur noch die Frage einer ganz Einbrechern drei Sammelbecher und zwei Kelche in die Hände. leine Spur eines Beweises, Stadthagen hätte für die kurzen Spanne Reit sein tann und wie wir hinzufügen worte Die Leids Vorort- Nachrichten. Gebrandmarkte Berleumder. " vollen fördert wird. sein darf. Diese Auffassung scheint auch der Ober- Schöneweide. Charlottenburg. zu rühren und sofort sein ganzes Hab und Gut herauszugeben. In wählt. Magistrat jest zu teilen, denn er beantragt in der Gemeindevertretersitzung. Nachdem der in einer der letzten Anbetracht der mißlichen Situation kam der Ueberfallene der Ausgeute nachmittag stattfindenden Sigung der Stadtverordneten Sitzungen festgestellte Vertrag mit der Terraingesellschaft Ober- forderung nach und händigte den Wegelagerern seine Geldbörse die Einsetzung einer besonderen Berwaltungs- Deputation, Schöneweide betreffs Straßenherstellung von der letzteren wegen und seine Taschenuhr aus. Aber hiermit schienen die Burschen velcher das Feuerlöschwesen übertragen werden soll. Daneben einiger Bestimmungen nicht gutgeheißen wurde, ist unter Hinzu- noch nicht zufriedengestellt zu sein, denn einer von ihnen stürzte Jeabsichtigt man dieser Deputation auch das städtische zichung der Direktion genannter Gesellschaft in vertraulicher sich über Sch. her und brachte ihm mit einem stumpfen Instrument Fuhrwesen, die Straßenreinigung und die Mülbeseitigung zuzuweisen. Sigung erneut verhandelt worden. Vergebens wurde vom Ge- einen Schlag gegen die Stien bei, sodaß eine tiefe, stark blutende es ist dies ein Tätigkeitsgebiet, das genug der Arbeit in Rigdorf noffen Grunow darauf hingewiesen, daß die Gemeinde keinen An- Verlegung entstand. Sch. rief nun um Hülfe, worauf die Räuber vietet, um so mehr, als die Münbeseitigung immer noch in privaten laß habe, die Angelegenheit zu beschleunigen, vielmehr müsse sie die Flucht ergriffen. Sie eilten in den Forst hinein und waren Händen ruht. Hoffentlich trifft die Stadtverordnetenversammlung bei diesem Millionenobjekt, das der Gemeinde ohnehin nur Lasten hald verschwunden. Blutüberströmt langte der Ueberfallene in so die Wahl bei Besetzung der Deputation, daß der Fortschritt auf bringt, eine abwartende und diktierende Stellung einnehmen. Der Tegel an, wo er ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte. Die cen der letteren zugewiesenen Gebieten nicht gehemmt, sondern ge- Vertrag in seiner neuen Fassung wurde schließlich mit 7 gegen benachrichtigte Polizei hat die Verfolgung der Täter aufgenommen. 7 Stimmen angenommen. Hierdurch sind der Gesellschaft wiederum Potsdam. 166 000 M. Kanalisationskostenbeiträge nachgelaffen worden, wofür als Kompensation der Gemeinde ein minderwertiges Schulgrund- wurden im 1. Wahlbezirk zwei Bürgerliche mit 957 Stimmmen ge Bei der vorgestrigen Stadtverordnetenwahl der dritten Abteilung Ueber den Sieg des Geldsacks bei den Stadtverordnetenwahlen stück überlassen wird. sind die Liberalen aus dem Häuschen. Die liberale Fraktion, der Zwei andere mit 706 und 684 Stimmen kommen mit Eine weitere Vergünstigung, die zu den größten Weiterungen neben einigen wirklich liberalen Männern auch Nationalliberale an- führen kann, ist die Bestimmung, daß die Gesellschaft ermächtigt Genossen Staab mit 547 und Genossen Jwan mit 538 in die Stichwahl. Jm 2. Wahlbezirk erhielten wir 324 Stimmen gehören, deren Hauptkontingent aber der berüchtigte Kommunal- wird, die ihr zustehende fünfjährige Unterhaltungspflicht der Die Soginl freifinn stellt, haben es auf 44 von den 72 Mandaten gebracht, die Straßen auf die ausführende Firma übertragen zu können. Das gegen 622-837 der Gegner, die gewählt wurden. demokratie war bisher im Stadtparlament noch nicht vertreten; jozialdemokratische Fraktion zählt 12, die Freie Bereinigung 9 und Bestreben der Gesellschaft wird sein, diefe Arbeiten zu möglichst unsere Stimmen haben aber gegen die Wahl vor zwei Jahren zudie Fraktion Allt- Charlottenburg 7 Mandate. Die Sozialdemokratie niedrigen Preisen au vergeben, wobei die Gemeinde absolut keinen genommen. Die Wahlbeteiligung war den Potsdamer Verhältnissen hat ein Mandat verloren, während ihre Stimmenzahl um ein Be- Einfluß hat. entsprechend ziemlich gut( zirka 30 Proz.), da außer den Beamten trächtliches gewachsen ist, sie hat in der dritten Abteilung Brit. sehr wenig Arbeiter und Handwerker wählen gehen. Sie scheuen allein mehr Stimmen auf sich vereinigt, als die Liberalen in allen drei Abteilungen zusammen. Das Opfer einer Gasvergiftung wäre beinahe in der vor sich noch immer vor ihren Arbeitgebern, den zahlreichen HofTrotzdem wagt es das Charlottenburger Binkelblättchen, das gestrigen Nacht die Familie des Beamten Berger in der Chauffee- lieferanten usw. Alle Genossen müssen aber bis zur Stichwahl eifrig im Solde der Liberalen steht und nach dem Muster des straße geworden. Als B. frühmorgens erwachte, machte er die bemüht sein, auch die Säumigen noch aufzuklären. Reichslügenverbandes ständig in Sozialistentöterei Wahrnehmung, daß das Schlafzimmer vollständig mit Gas angevon einer ,, empfindlichen Niederlage" der Sozialdemokratie füllt war. Er stand schleunig auf und öffnete die Fenster. Als er zu fafeln und es so darzustellen, als sei die dritte wählerabteilung sich nun nach seinen Angehörigen umjah, vernahm er ein starkes cine Hochburg der Sozialdemokratie. Das mag für Städte mit Röcheln. Das älteste Sind lag in starkem Röcheln in seinem großer Arbeiterbevölkerung zutreffen, aber die dritte Abteilung Ghefrau hatte eine große Menge der ausgeströmten giftigen Gase geftrigen Tage gemeldet: Vier mit Braunkohle beladene Wagen Ein Eisenbahnunfall. Amtlich wird aus Braunschweig vom Bettchen, während das jüngere bereits bewußtlos war. Auch die einer Bourgeoiss und Beamtenstadt wie Charlottenburg eine Hochburg der Sozialdemokratie zu nennen, das be- eingeatmet. Wie der Beamte feststellte, war in der Küche der eines von Helmstedt kommenden Güterzuges entgleisten heute morgen fommt nur Unwissenheit oder Niederträchtigkeit fertig. Eine Schlauch zum Kochgas nachts in der Mitte durchgebrochen und infolge vorzeitigen Umwerfens der Weiche zwischen dem hiesigen freche Lüge ist es, wenn das Blättchen behauptet, die Sozial- durch die entstandene Oeffnung strömten die Gase heraus. Glück- Hauptbahnhofe und dem Ostbahnhofe. Zwei der entgleisten Wagen demokratie hätte die Wähler durch die unlautersten Machenschaften licherweise gelang es den ärztlichen Bemühungen, die Erkrankten stürzten um. Ein Bremser wurde bei dem linfall leicht verlegt. Nachmittags war das Gleis wieder frei. Verkehrsstörungen sind nicht irrezuführen versucht und einen Terrorismus der schlimmsten Art wieder ins Leben zurüdzurufen. ausgeübt. Wir fordern das, soweit es überhaupt befannt ist, als entstanden. Der angerichtete Schaden ist nicht bedeutend. Lügner- und Verleumderblatt bekannte Blättchen auf, den Beweis der Wahrheit für diese Behauptung anzutreten. Wir sind von vorn herein überzeugt, daß es den Beweis ebenso schuldig bleiben wird wie feine Gesinnungsgenossen von der liberalen Fraktion des Stadtparlaments bisher den Beweis für die Angriffe in den von ihnen unterzeichneten Flugblättern schuldig geblieben sind. Aus dem ficheren Bort eines Redaktionszimmers giftige Pfeile auf politische Gegner zu entfenden, ist keine Kunst, das ist ein elendes Gewerbe, das nur allzusehr an das Gewerbe von Strauchrittern und Busch Kleppern erinnert, das sich aber für anständige Menschen nicht ziemt. Lichtenberg. Seht die Wählerlisten nach! arbeitet, Arbeiter, Parteigenossen! Nur noch drei Tage, also bis zum Sonnabend, den 30. November, liegen die Wählerlisten zur Einsicht aus. Wer sich bis jetzt noch nicht davon überzeugt hat, ob er in der Liste steht, der komme dieser Pflicht noch nach. Die Einsichtnahme kann erfolgen von 8 1hr morgens bis 3 1hr nachmittags. Verlasse sich niemand darauf, daß er schon in der Liste stehen werde, sondern überzeuge fich jeder davon; denn wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen. Erfülle also jeder feine. Pflicht! Teltow. Bei der gestrigen Stadtverordnetenwahl wurden die Genossen . Nöder und H. Keßler mit 136 Stimmen wiedergewählt. Gegner waren nicht aufgestellt. Weißensee. Der Ankauf des Schlosses Weißensee mit seinen prachtvollen Gartenanlagen und großem Baumbestand seitens der Gemeinde ist jetzt ganz fallen gelassen, da die Besizer die horrende Forderung auf 3 Millionen Mark erhöht haben. Um aber für Weißensee trobdem eine„ Lunge" zu schaffen, ist man willens, ein freies Gelände von 51 Morgen an der Hohenschönhausener Straße zu kaufen und dasselbe in eine Partanlage umzugestalten. Das Gelände ist noch verhältnismäßig billig, der Morgen fojtet 6300 M. Die alte Kirchengemeinde handelte ebenfalls um die Ländereien und zwar zur Errichtung eines Friedhofes. Jetzt hat sich die Gemeinde das Borkaufsrecht bis zum 1. Januar 1908 von den Besitzern gesichert. Tegel. Ein schwerer Raubanfall ist in der Nacht im Tegeler Forst verübt worden. Der Buchhalter Scholz von hier hatte in der Nähe des Heiligensees soeben den Wald betreten, als im Dunkel der Nacht vier Männergestalten auftauchten und ihn umringten. In drohendem Tone forderten sie Sch. auf, sich nicht von der Stelle Die Mischung der Josetti Vera Cigaretten vereint alle Eigenschaften feinster Türkischer Tabake in vollkommener Weise. Aromatisch, rein im Geschmack, gehaltvoll und doch milde. JOSETTI VERA CIGARETTEN bieten zu mässigem Preis die Qualitäten, welche für Cigaretten zu doppelten Preisen als deren hervorragende Eigenschaften in Anspruch genommen werden, Josetti 10 ST. FÜR 30 PFENNIG. Vermischtes. Nach der Katastrophe. Einer Meldung aus Madrid zufolge sind die Opfer der vorgeftrigen Eisenbahnkatastrophe noch nicht alle geborgen. Der Zustand einiger Verletzter ist besorgniserregend. Die Beitungen bringen geharnischte Artikel gegen die Gesellschaft, welche ungenügend und zu spät Hülfe fandte und fordern die Bevölkerung auf, die unsicheren Brücken mit Dynamit in die Luft zu sprengen. Die Behörden haben zwei Franzosen, die sich in hervorragender Weise an den Rettungsarbeiten beteiligten, öffentlich belobt. In der Grube. Wie aus London gemeldet wird, wurden gestern nachmittag auf dem Schachte William" der Kohlengrube Whitehaven( Grafschaft Cumberland) durch Explosion schlagender Wetter sieben Arbeiter getötet und viele schwer verlegt, darunter fünf tödlich. 35 Mann konnten unversehrt geborgen werden. Der Sicherheitsbeamte. Der Gendarmeriewachtmeister Faller int Tarnow, welcher fürzlich einen Einwohner und dessen 23jährige Tochter, welche feinen Werbungen Widerstand entgegengejezt hatte, mit Bajonetistichen ermordet hatte, erschoß sich bei seiner Vers haftung. Der befreiende Herzschlag. In Debreczin wurde nach einer Meldung von dort der Modewarenhändler Licht wegen betrügerischen Bankerotts verhaftet. Angeblich sollen auch Berliner Firmen beteiligt sein. Sein Kompagnon Stern wurde von einem Herzschlage getroffen, als er von der Verhaftung Lichts Kunde erhielt. Die unhaltbaren sozialen Zustände in Staat und Kirche beleuchtet in geistvoller, treffender und packender Weise die hochinteressante soeben erschienene Broschüre: „ Sittliches Faustrecht"!!! von Felix Weichbrodt. Preis 1,60 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt vom Verlage Alfred Pulvermacher u. Co., Berlin W. 30, Nollendorfstr. 33. Know Hafermeh Reismehl Grünkernmehl Tapioka- Julienne Suppen- Würstchen Hahn- Maccaroni. 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