Kr. 380. n bonne mcnf s-Bedingungän s fHonnemtiüä■ Preis prünumeranba i SierleljSbrl. 8,30 Mi,, monall. 1,10 Mk,. »öchenllilk 28 Pfg. frei WS HauS. Einzelne Numiner S Pfg. EonniagS- nmnmer mit Muitrierier StmmagS- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Sionnement: 1,10 Marl vro Monat. Ewaetragen w die Post-ZcitunaS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für daS übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PoftabonnementS nehmen an: Belgien, Dünemarl, Holland. Italien. Uuzemburg, Portugal, Bumänien. Schweden und die Schweiz. 24* Jahrg. CrWKlBt tJgllib auB2 Mann starken Fraktion den zweiten Vizepräsidenten. Bekanntlich wurde unser Genosse Geck denn auch zu dem Posten gewählt. Bei Gelegen- heit des Thronwechsels und der damit verbundenen üblichen Kondolenz- und Ergebenheitsadressen der Fraktionen, die zu unter- lchreiben sich unser'Genosse mit Recht weigerte, kam eS zu den be- kannten Differenzen. Die Nationalliberalen erklärten nun, daß sie Geck nicht wiederwählen würden, und daß sie eS uns anheiin- Iiellien, einen anderen ihnen genehmen Fraktionökollegen in Borschlag zu bringen. Natürlich lehnten wir eine solche Zn- mutung ab und ciilhielten uns unter diesen Umständen der Abstimmung überhaupt. Denn man konnte doch nicht verlangen, daß wir für den Kandidaten der Nationalliberalen stiminten. wäh- rend diese ein gleiches für unseren Kandidaten zn tun ablehnten. Auf diese Weise siegte der ZentnnnSmaiin Fehrenbach mit SO gegen 20 Stimmen, die auf den früheren Präsidenten Dr. Gönner fielen. Bei der Wahl des zweiten Vizepräsidenten, welche Stelle wir in der vorigen Session i»ne hatten, stimmten die Demokraten sür uns. Nationalliberale und Zentrum für den Demokraten Heimburger, der dann auch trotzdem die Wahl annahm. Die Sucht der National- liberalen. uns über unser Verhalten dem Hofe gegenüber Vorschriften machen zu wollen, haben sie mit dem Ver- luste des von ihnen gewissermaßen von alters her innegehabten PräsidentcnpostenS in der Kammer zu büßen. Wahrscheinlich rechneten die Nationalliberalen auch damit, daß die sozialdemokratische Fraktion bei dieser Frage auseinanderfallen und ein Teil für den liberalen Kandidaten votieren würde, was dann allerdings desien Sieg schon mit vier Hülfsstimmen gesichert haben wnrde. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, aber immerhin nicht ganz unmöglich, dah der Liberalismus aus diesen Vorgängen lenit, die Sozialdemokratie auch im badischen Landtag als eme Macht zu respektieren. Der Steinbacher„Aufruhrprozeh". Zur Eröffnung der Verhandlungen vor dem Schwurgericht sagt das Parteiblatt des Bezirks, das„Volksblatt" zu Saal- feld: „Noch sind nur die Angeklagten und wenige Zeugen der- Nammen, aber schon jetzt ist der Eindruck allgemein der, dag hier eine unbcdculcr. de Sache zu einer großen Staats- a k t i o n aufgebauscht worden ist und hier die Anklagebchörde das Opfer von Angaben geworden ist, die sich niemals werden beweisen lassen und soweit sie bewiesen werden, wird man es jedenfalls mit Tcllkten zu tun haben, die vielleicht jedes Schöffengericht durch ein paar Mark Geldstrafe hätte sühnen können, wenn es so gehandhabt worden wäre, wie schon viele ähnliche Fälle erledigt wurden. Auf der Anklagebank haben elf Mann Platz genommen. Von allen elf sieht jedenfalls nicht einer wie ein„Verbrecher" aus, zu dem sie ja die Anklage stempelt. Alle sehen mit einer Naivität auf die Geschworenen, die Richter, das Publikum, und antworten auf die vom Vorsitzenden an sie gestellten Fragen mit einer Un- bcfangcnhcit und Natürlichkeit, daß das jedenfalls auf alle Seiten den besten Eindruck macht. Mehr als einmal entschlüpft Zuhörern der Ausrufe„Um solcher Lappalien willen ein solcher Aufwand!" „Unbegreiflich, wie das vor das Schwurgericht kommen konnte!" usw. Sympathisch berührte die Art der Geschworcnenbelchrung durch den Vorsitzcndenc. Landgerichtsdirektor Hartwig, der ausdrück- lich feststellte, daß etwa in Steinbach vor dem 25. August vorgekommene Ereignisse politischer Art mit der jetzigen Sache nicht zu vermengen seien. Politik solle gänzlich ausgeschaltet werden. Was da passiert sei, sei eine Sache für sich. Hier handle es sich lediglich um die Vorgänge am Abend des 25. August, und es gelte festzustellen, inwieweit die einzelnen Angeklagten an diesen Vor- gängen teilgenommen haben. Die Angeklagten sind: 1. Schleifer Ferd. Kehr-Fuckel; 2. Schmiedcgcsclle R»d. Kehr-Fuckel: 3. Schleifer Gustav Eichel- Rotzmann; 4. Masclrinenpolicrcr Chr. Hoßfeld; 5. Schleifer W. Gustav Malsch; b. Schlosser Oskar Malsch-Dreis; 7. Fabrik- arbeit« Otto Bodenstein; 8. Tüncheracselle Mich. Oschmann; 0. Metzaergesclle Ferd. Drusch; 10. Fabrikarbeiter Wilh. Bodcnstcin; 11. Schleifer Wilh. Reum. Angeschuldigt werden die ersten vier Angeklagten, als Rädels- führcr, und alle Angeklagten, au einer Zusammenrottung teil- genommen zu haben. Geladen sind 52 Zeugen. Die Anklage geht dahin, daß am Spätabend des 25. August eine Menge von 50 bis 00 Menschen sich zusammengerottet und den Wirt Bodenstein bedroht haben. Während des Auflaufs sind die Sturmglocken geläutet worden. Wer das war. ist nicht festgestellt, aber die Anklage nimmt an, daß dies der Angeklagte Hoßfeld war. Ferner ninimt die Anklage an, daß bei Bodenstein e i n Fenster cingcloorfen worden sei. Der Täter ist hierbei auch nicht fest- gestellt. Ergänzend sei bemerkt, daß der 25. August der zweite Vogel- schießsonntag war; auf dem Marktplatze ging ein Karussell. Dort ereignete sich ein Rekontre zwischen dem Angeklagten Kehr-Fuckel und dem Rechnungsführer und Vizeschultheißcn Bodenstein. Letzterer schlug Kehr-Fuckel, als dieser ihn mehrmals fragte, ob er denn auch bei sich sin seiner Wirtschaft) Feierabend geboten habe, vor die Brust, daß dieser taumelte. Nun drangen einige Per- soncn auf Bodenstcin ein und-machten ihm dreses Verhaltens wegen Vorivüife. Dieser glaubte, nacktdem er von Kehr-Fuckel einen Schlag als Revanche erhalten, daß auch diese Personen sich an ihm vergreifen würden. Er ergriff deshalb das Hasenpanier, flüchtete nach seinem Hause und rief dem in sein-r Nähe stehenden Orts- dien« zu: Richard, zieh den Säbel! Es folgten dem Flüchtenden eine Anzahl Menschen. Das andere ergibt sich nun aus den Verhandlungen. Nur einer der Angeklagten ist über 30 Jahre alt; sämtliche andere sind jüngere Leute; der Jüngste ist 18 Jahre alt. Die Vernehmung der Angeklagten beginnt mit Ferd. Kehr- Iuckel. Er leugnet nicht, den Bodcnstcin geschlagen zu haben, nach- dem dieser ihn zuerst geschlagen hatte, auch nicht, daß er nach Bodenstein einen Knüttel geworfen, nacksdem dieser ihn beim Hin- fallen nochmals geschlagen habe. Alle weiteren Angeklagten bc- streiten die ihnen zur Last gelegten Vergehen. Alle bestätigen, daß der Auflauf vor Bodensteins Wirtschaft harmloser Natur gewesen sei und es sich lediglich darum gehandelt habe, daß die dort über die Polizeistunde sitzenden Gäste die Wirtschaft verlassen sollten. Das Originelle an dem„Aufruhr" ist ja. daß die Auf. rührer selbst die Gendarmerie herbeiholten! Ein Teil der An- geklagten gibt auch zu, angetrunken gewesen zu sein. Heiterkeit crlvcckte die Aussage des Angeklagten Deutsch,„das- wenn früher eine Festlichkeit im Torfe«etvesen sei. sich gewöhnlich der Bürgermeister mit dem Ortsdicner geprügelt hätte!" FuSangel soll ausgehungert werden. Johannes FuSangel. ehemals Abgeordneter dcS alten Reichenspergersche» ReichStagSwahlkrciseS ArnSberg-Olpe-Meschede, ist den leitenden Zentrumskreisen im Westen ein unangeuehnicr Parteigenosse und den ultromontanen Verlegern im Westen ei» ebenso unangenehmer Konkurrent. Die Parteileitung hat ihn aus dem Provinzialausschuß des westfälischen Zentrums ausgeschlossen und ihn durch einen jungen Arbeitersckretär ans seinem Wahlkreise verdrängt; mit seinen Kollegen, den ZentrumSverlegern der benach- harten Bezirke, kommt er aus den Bcleidigungsprozessen nicht heraus; dazu ist er den ultramontanen Partei- diplomaien nicht grün und fährt hier und da mit Sticheleien und Indiskretionen in die geheiligten Kreise d« offiziellen Zentrumspolitik hinein— kurz: Johannes Fusangcl liegt vielen Leuten seiner Partei im Magen. Bisher hat er sich immer noch z» halten gewußt, jetzt aber scheint man ihm energisch ans Leder zu wollen. Ain Sonntag nachmittag hat das Wahlkreiskomilee der Zentrninspartei in Hagen eine Versammlung abgehalten, an deren Schluß Pfarrer Miinstermann ankündigte, daß das offizielle Zentrumsorgan des Kreises die Hagener Ausgabe der„Tremonia* des Dortmunder Zentrumblattes, fei. Die Empfehlung des Dortmundes Blattes richtet sich gegen die„Westdeutsche Bolkszeilung" FuSangelS, die sich bisher als ossizielleS Zentrumsorgan betrachtete. FuSangel mochte übrigens geahnt haben, was ihm bevorstand. Er hatte nämlich am Tage vorher eine Versammlung einberufen, worin er über die Rechte und Pflichten der katholischen Presse sprach. In dieser Versammlung wurde von den Freunden FuSangelS eine Äommissioir gewählt mit dem Auftrage,„die Mißverständnisse zu be- festigen, die in der letzten Zeit zwischen der Parteileitung und der Partcipresse de» Kreises sich ausgebildet haben". Die Koinmisston hat sich sofort ihre? Auftrages entledigt, aber daS Kreiswahlkomitee hat Verhandlungen abgelehnt, da man schon mit dem Verleger Lensing in Dortmund bindende Abmachungen wegen der Einführung feiner„Tremonia" in Hagen und Umgegend getroffen habe. FuSangel bemerkt in seinem Blatte, daß er sich jeder Kritik eines solchen Vorgehens enthalte und cS der Beurteilung feiner Hagener Parteigenossen überlasse, ob sie„damit zufrieden sind, unter Verzichtleistung auf ein eigenes Organ sich von den politischen Bro- samen zu nähren, die von des Herrn LensingS Tische fallen". Das Zentrum legt es obne Zweifel darauf an, FuSangel wirtschaftlich zu ruinieren und sich auf diese Weise des unbequemen Mannes zu entledigen. ES gab eine Zeit, da war FuSangel dn meistgenannte ZeiitruniSniann im Westen und sein Einfluß unter der Arbeiterschaft im Industriegebiete schien unbegrenzt. Aber er hatte den Fehler, gelegentlich eine andere Meinung zu haben und etwas demokratischer gesinnt zu sein, als es im Zentrum üblich und an- gebracht ist. Dafür hat er büßen müssen, indem man ihm zunächst das Mandat nahm und dann den Brotkorb entzieht.— Ein Polizetsrüchcyen. Aus D r i e s e n. Wahlkreis Friedeberg- ArnSwalbe, wird uns geschrieben: Infolge von Maßnahmen des hiesigen PolizeiwachsineisterS W a l d m a n n wäre hier am verflossenen Wahlrechts-Dienstag um ein Haar eine überaus bedenkliche Situation entstanden. Die von über 200 Personen besuchte DcmonstrationSversammlung nahm nach einem begeistert aufgenommenen Referat des Genossen D i t t m e r- Berlin ohne weitere Diskussion einstiminig die vorgelegte Resolution an. Als nun am Schluß kurz nach 10 llhr die Versammlungsteilnehmer sich aus dem Saal entfernten, ging das dem Herrn Wachtmeister nicht schnell genug. Er drohte mit lauter Stimme, er werde das Lokal räumen lassen und jeden aufschreiben, der sich noch länger auch in der nebenan liegenden Gaststube aufhalte. Der Wirt habe nur bis 10 Uhr Konzession. Der Wirt protestierte energisch dagegen und betonte, daß seine Konzessionsdauer bis 11 Uhr abends gehe. Die schon nahe dem Ausgange Befindlichen waren aber über das barsche Auftreten des Polizei- wachtmeisterS dermaßen erbittert, daß sie allesamt wieder umkehrten und den Raum der Gaststube alsbald füllten. Dem Wachtmeister Waldmann nebst Begleiter, Polizeidiener S o t t k e wurden die Dinge nun doch etwas brenzlich und sie begaben sich in den Wirtshaus- garten. Von dort erscholl der bekannte„Notpfiff" und in kaum fünf Minuten rückten die beiden Nachtwächter Speer und Marx sowie Polizeibeamte B ö l k e und der Vollzichungsbeamte(!) Krüger als Hülfötruppen an. Sie hatten offenkundig hinter den nächsten Büschen bereits gelauert, denn bis ins Innere der Stadt sind 10 bis 13 Minuten. Man hatte also äugen- scheinlich in Triefen die Revolution im„Heugabelsinne" erwartet. Nur mit Mühe gelaug es dem Referenten, die erregten Gemüter zur Ruhe zu ermahnen. Friedlich gingen nun die Versammelten ihrem Heim zu, während die Polizeitruppe ihren Rückzug aus dem Wirtshausgarten erst antrat, als der Wirt drohte, von seinem HauS- recht Gebrauch zu machen. Der Vorgang lehrt wieder einmal, daß wir in einem Polizeistaate leben, wo sich jeder Gendarm als Vor- gesetzter der Bürger fühlt.— Scharfmacherisches aus dem Treiklassenparlament. Das Scharsmacherparlament macht seinem Namen Ehre. Kaum ist die Session eröffnet, da laufen auch schon Interpellationen auf eine weitere Beschränkung der Rechte der Arbeiter ein. Die Konservativen fragen die Regierung an, welche Anordnungen sie zu treffen gedenkt, um den überhandnehmenden Rechts- Verletzungen ausländischer Arbeiter Einhalt z» tun, und welche gesetzlichen Maßregeln sie gegen den Kontrakt- bruch in Arbeitsverhältnissen beabsichtigt. Eine weitere Anfrage der Konservativen geht dahin, ob die Regierung durch schleunige gesetzgeberische und im Verwaltungswege zu treffende Maßregeln das Ueberhandnehmen dcS ÄontraktbrucheS ausländischer landwirtschaftlicher Arbeiter zu verhindern gedenkt. DaS g.nügt fürs erste. Nachdem die Regierung vor einigen Jahren mit dem Entwurf ihres ÄontraktbruchgesetzcS sich vor oller Welt blamiert hatte und durch die scharfe Kritik der sozialdemokratischen ReichstagSfraktion gezwungen wurde, ihre verfassungswidrige Vor- läge zurückzuziehen, wollen ihre Freunde ihr jetzt eine neue Nieder- läge bereiten. ES genügt de» konservativen Scharfmachern nicht mehr, gegen den Kontraktbruch landwirtschaftlicher Arbeiter zu Felde zu ziehen, sie verlangen gesetzliche Maßnahmen gegen den Kontrakt- bruch in Arbeitsverhältnissen überhaupt; der Kontraktbruch soll strafrechtlich verfolgt, das Koalition s- und Streikrecht der Arbeiter soll illusorisch ge- macht werden. Daneben soll noch besonders gegen die ausländischen Arbeiter vorgegangen werden. deren Arbeitskraft die Junker bis zur Erschöpfung ausnutzen, deren Hülfe sie sich zur Niederhaltung der Löhne der heimischen Ar- bester gern gefallen lassen, denen sie aber, wenn sie ihre Schuldig- keit getan haben, den üblichen Fußtritt versetzen. Es geht doch nichts über junkerliche» Anstand und junkerliche Bescheidenheit. Unsere Genossen werden für ihre Wahlrechtsagitation diese Interpellationen ausnutzen, sie werden der Bevölkerung die ganze Jämmerlichkeit der Jnnkerclique vor Äugen führen, die in einem Moment, wo das Volk sich rüstet. endlich den ihm gebührenden Anteil an der Gesetzgebung zu erkämpfen, den traurigen Mut hat. seinen Unterdrückungs- und KnebelungSgelüsten Ausdruck zu geben. Cnglanci. Parlamentarische Nachwahl in Hüll. London, 27. November.(Eig. Ber.) Eine interessante parla- mcntarische Ersatzwahl findet am Freitag in West-Hull statt. Der Wahllreis war bis jetzt durch einen Liberalen vertreten, der stets der Huller Reederfannlie Wilson angehörte. Bei den Wahlen vom Januar 1906 kandidierte C. H. W. Wilson für die Liberalen, Sir I. Sherburn für die Konservativen. Der erstere wurde mit 8052 Stimmen gegen 6405 gewählt. Vor einigen Monaten wurde er zur PairSwürde erhoben und ins Oberhaus berufen, wodurch eine Neuwahl für daS Unterhaus nötig ward. Jetzt kandidieren aber schon drei Kandidaten! Zu den Vertreten: der zwei alten Parteien kam noch ein Vertreter der Arbesterpartei Hinz». Letzterer ist JameS Holmes, einer der Organisatoren der Eisenbahner, der stets gegen Richard Bell, den Generalsekretär deS Verbandes der Eisenbahner, auftrat, da er von der Unfähigkeit BellS über- zeugt war. Holmes' Wahlprogramm ist sozialistisch und gewerkschaftlich, ebenso seine Wahlreden, die besonders gegen den Liberalen gerichtet sind. Es wird wohl schwer sein, der liberalen Familie Wilson den Wahlkreis zu entreißen, nachdem sie ihn seit dem Jahre 1874 inne hatte, aber es wird schon ein bedeutender Erfolg sein, wenn die Arbeiterpartei eine starke Minorität von Stimmen auf ihren Kandidaten vereinigt. Holmes' Eintritt in die sozialistische Politik datiert erst seit dem unrühmlichen Abkommen der Eisenbahner vom 0. November. Er er- klärte, jetzt bliebe den organisierten Eisenbahnern nichts anderes übrig als sozialistische Politik zu treiben!— Dänemark. Der beleidigte Justizmiuister und sein Priigelgeseh. Der Justizminister Albcrti will bekanntlich gerichtlich sesistellen lassen, daß der im„Sozialdemokraten" erschienene Artikel:„Herr Alberti lügt" eine strafbare Beleidigung enthält. Darum schickte er dieser Tage den öffentlichen GcrichtSnotar nebst Zeugen der Amts- Handlung nach„SocialdemokratenS" Redaklio», um sich Gewißheit darüber zu verschaffen, daß der unterzeichnete Verfasser jenes Artikels der Obergerichtsanwalt und Bevollmächtigte in Kopenhagens Magistrat Jen» S i g w a r d Koch ist und sich bestätige» zu lassen. daß die preßgcsetzliche Verantwortung nicht der im allgemeinen ver- antwortliche Redaktionssekretär Lundbeck trägt.„Soclaldemo- kraten" bemerkt zu diesem umständlich-bureaukratischcn Vorgehen, daß Alberti sich offenbar nicht nach einer schnellen Erledigung des interessanten Prozesses sehnt. Was hier festgestellt werden sollte, war dem Minister von Ansang an bekannt und im Zweiselsfalle hätte eine telephonische Anfrage genügt.— Wie das auf Albertis Vorschlag zustande gekommene Prügel- g e s e tz im Klassenstaat gehandhabt wird, daS hat sich in der letzten Zeit recht deutlich in zwei Fällen von Sittlichkeitsvergehen gezeigt: Ein Geistlicher der Staatskirche, Pastor Barthelsen in Garlöv bei Frederikssund hatte sich drei Jahre lang Uusittlichkeiten den seinen Kon- firmationsunterrichtbesiichenden Mädchen gegenüber zuschulden kommen lassen, sich entblößt und sonstige Dinge der Art getrieben. Er ist nun i n Gnaden und mit Peniion aus dein Amt entlassen worden, mit dem Recht, wieder als Geistlicher angestellt zu werden,„sobald sein Gesundheitszustand es zuläßt I" Der Pastor, übrigens ein eifriger Missionsmann, hatte sich nämlich ärztlich attestieren lassen, baß seine Vergehen ein typischer Ausschlag von Irrsinn seien. Darum keine gerichtliche Anklage, kein Gefängnis, leine Prügelstrafe. Schlimmer erging e" einem armen Landarbeiter. Er hatte sich einmal gegen ein Kind vergangen, und seine Tat war nicht schlimmer als die langjährigen Vergehen des Pastors. Der Arbeiter ivurde jedoch zu acht Monat Zwangsarbeit und zu P r ü g e l st r a f c, 10 Schlägen, berurteilt, obwohl er nach arztlicher Erklärung„ein elender. der Trunksucht verfallener Mensch ist, der nicht nachdentt über das. waS er tut."—„Z urechnungsfä h i g" war im d ist natiirlich dieser in Not und Elend verkommene Mensch,„geisteskrank" aber sind nur angesehene, lvohlhabende Leute, wenn sie zu SittlichkeitSverbrechcru werden. Der ganze Auswand sittlicher Entrüstung, mit dem Alberti seinerzeit sein Prügelgesetz durchdrückte, richtete sich denn auch nur gegen die ver- kommenen Subjekte, die über keine angesehene Stellung in der Ge- scllschaft verfügen. Rinrnnieu. DaS Parlament wurde am Donnerstag mit einer vom König verlesenen Thronrede eröffnet, die in erster Linie die berühmten „befriedigenden Beziehungen des Königreichs zum Auslaiide" hervor- hebt. Sodann weist die Thronrede aus die durch die Haag« Konferenz erreichten Verbesserungen der Konvention vom Jahre 1890 und die in der Kriegsmarine gemachten Fortschritte hin, wie auch auf„die durchaus zufriedenstellende Eutwickelung der Armee". Die Thronrede schließt mit einein Appell an die gesetzgebenden Körper- schasten,„sich vom Geiste der Versöhnlichkeit und der Liebe zum Vaterland bei ihren Verhandlungen leiten zu lassen".— Rußland. Pogrom. Odessa, 29. November. In der letzten Nacht wiederholten sich in mehreren Hauptstraßen der Stadt die Ausschreitungen der Mit- glieder de« Verbandes dcS russischen Volkes. Zahlreiche Inden wurden wiederum mißhandelt»md verletzt. In vielen Straßen drangen des Nachts die Banden des Schwarzen Hunderts in die jüdischen Läden und Werkstätten, demolierten Möbel und Waren, mißhandelten in rohester Weise die Besitzer und raubten, ohne daß die Polizei einschritt, was ihnen unter die Hände kam. GewerkfehaftUebeQ. Berlin und Qmgegend. Die Organisation der Landarbeiter. Der Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und-Arbeite- rinnen hielt am Donnerstag eine außerordentliche Geiieralversamin- lung ab mit der Tagesordnung:„Landarbeiter und Fabrikarbeiter- verband." Da in der Frage der Organisatton der Landarbeiter die Ansichten im Verband geteilt sind, war neben dem Referenten R e h b e i n der Korreferent S e w e k o w bestellt, der den negativen Standpunkt vertrat und von einer selbständigen Landarbeiter- Organisation nichts wissen wollte. R e h b e i n erklärte, daß eö sür den Verband unmöglich sei. in der so überaus schwierigen und wichtigen Frage der Organisation der Landarbeiter zu einem be- friedigenden Resultat zu kommen. In den 17 Jahren, seit der Verband besteht, sei nichts für die Landarbeiter geschehen; der Verband habe sich zu einem Industrie- HülfSarbeiterverband entwickelt. Man habe Beschlüsse zugunsten der Landarbeiter auf VerbaudStagen gefaßt. aber der Hauptvorstand war gar nicht in der Lage, diesen Beschlüssen eine entsprechende Altion folgen zu lasse». Wir sehen aber, daß unsere Gegner an der Arbeit sind, die Landarbeiter für sich zu gewinnen, daS Zentrum macht in dieser Richtung Anstrengungen. Sollen die Landarbeiter von uns organisiert werden, so muß die gesamte organisierte Arbeiter- schaft mithelfen. Partei und Gelverkschaften müssen Hand ans Werk legen. Dazu ist in erster Linie notwendig, daß eine selbständige Bereinigung von Landarbeitern geschaffen werde, die nicht als An- hängsei vom Fabrikarbeiterverband besteht, sondern losgelöst von diesem ihr eigenen Wege einschlage» kann. In der General- k o m m i s s i o n habe man diese Notwendigkeit längst erkannt, im Hauptvorstand des Verbandes sei man derselben Ansicht, hervorragende Männer in der Partei hätten sich ebenfalls dahin ausgesprochen, denn die Partei habe das stärkste Jnteresie an der Aufklärung und Organisation der Landarbeiter. Der Redner be- sprach eine Reihe von Einwänden' gegen die LoSlösung dieser Arbeiter vom Verbände und empfahl zum Schluß eine Resolution im Sinne seiner AuSsiihrungen. Der Korreferent S e w e k o w versprach sich von einer eigenen Organisation der Landarbeiter durchaus keinen Nutzen; es gelte vielniehr, die Arbeiter in den Verband zu ziehen, wo sie die beste Aufklärung erhalten könnten. Der Redner schilderte eingehend die Schwierigkeiten, die die Agitation für einen eigenen Verband in den Landgegcnden fast unmöglich machen. Man dürfe die Mochtgelüstc der Junker nicht unterschätzen; Opfer über Opfer würden fallen und der Ver- such einer Organisation müßte dennoch scheitern. Die technische Eni- Wickelung habe die Landarbeiter vielfach zu Saisonarbeitern gemacht, die i» die Fabriken ginge», wenn die Saison zu Ende sei. Dann aber könnten leicht allerlei Streitigkeiten unter den Fabrikarbeitern wegen ihrer Zugehörigkeit zu einem Verbände entstehen. Die Zusendung einer Zeitung, die Erhebung der Beiträge und manches andere noch biete Schwierigkeiten, die nicht zu überwinden seien.— Auch dieser Redner legte der Versammlung eine Resolution bor, die seine An« sichten zum Ausdruck brachte. Nach längerer Diskussion, in der sich die meisten Redner gegen Re Hb eins Resolution aussprachen, ivurde die von Sewekolv eingebrachte mit großer Majorität angenommen. Es heißt darin: Die Versammlung ist nach eingehender Erörterung der Land« arbeiterfrage der Ueberzeugung, daß die Agitation mehr wie bisher betrieben werden müsse, daß aber durch Gründung einer eigenen Organisation die Interessen der Landarbeiter wie der ge- samten Arbeiterbewegung nicht gefördert würden; den Versuchen einer solchen Gründung sei entgegenzutreten. Der erzigcne Erzieher. Der Ingenieur G r a m S von der Maschinenfabrik„Monolinc" fühlte sich sehr gekränkt darüber, daß seine Lehrlinge am Mittwoch die Wcrkstubenvcrsammlung besuchten, um, Ivie er meinte, über ihre Erziehung und Ausbildung selbst mit zu bestimmen. Er hat deswegen vier Lehrlinge, denen er den Vorwurf niachte, für die Juaendorgamsation agitiert zu haben, plötzlich entlassen, ob- wohl der auf vier Jahre abgeschlossene Lehrkonlralt dies keines- wegs zuläßt. Der Verlust der„Lehrstelle" wäre nun wohl leicht zu verschmerzen, doch werden vielleicht die Eltern, und die Lehr- linge selbst, die sich irgend welche Pflichtverletzung nicht haben zu- schulden kommen lassen, nicht damit einverstanden sein, daß man sie ohne weiteres, als hätten sie irgend ein Verbrechen begangen, hinauswirft. Herr GramS hat, wie uns mitgeteilt wird,"bei der Entlassung zum ersten Male keine Ohrfeigen ausgeteilt, sondern merkwürdigerweise eine Rede gehalten, in der er die Lehrlinge als seine»lieben Freunde" bezeichnete, und den Sündern da» Zeugnis ausstellte, daß sie trotz wiederholter Verwarnung ihrer Gesinnung treu geblieben, und auch sonst„tüchtige Kerle" seien. Diese Gesinnung aber, ineinte er, die unter den Lehrlingen festen Fuß gefaßt habe, müsse aus der Fabrik entfernt werden, denn sie vertrage sich nicht mit dem Lehrvertrag noch mit den Pflichten der Lehrlinge. Man sieht an der Form, in der sich Herr Grams jetzt be- wcgt, daß die in der Versammlung begonnene erzieherische Tätig- teit der Jugendlichen an ihrem Erzieher bereits er- freuliche Früchte getragen hat. Noch erfreulicher wäre es, wenn man im Betriebe der„Monolinc", statt Gesinnungsschnüffelei zu treiben, dafür sorgte, daß die Lehrlinge vor den gefährlichen Maschinen hinreichend geschützt, nicht mehr mißharidelt werden und auch etwas Tüchtiges lernen. Wenn sie außerhalb ihrer Ar- beitszeit danach trachten, sidj Bildung und Aufklärung zu ver- schaffen, so ist dies ihre eigene Sache, die den Unternehmer am wenigsten kümmern sollte, der im Betriebe sich so wenig um das Wohl der Lehrlinge kümmert! Der Kellnerverein für Schöneberg bittet uns um Aufnahme einer Erklärung, wonach er mit dem Streikbruchfall im Cafe Braun nichts zu tun habe. Der eine Inhaber des Cafe Braun war, nach Darstellung des Kellnervereins für Schöneberg, in der be- treffenden Nacht auf der Suche nach arbeitswilligen Kellnern und kam auch in das Cafe Pocharzellski, Hohenstaufenstraßc. Dort erkundigte er sich, ob eventuell ein Kellner da sei, welcher Lust hätte, in seinem Cafe zu arbeiten. Der Zufall wollte, daß ein Mit- glied des Schöneberger Vereins fMommsen) dort anwesend war und sich durch Zureden bewegen ließ, mit nach dem betreffenden Cafe zu gehen, um dort zu arbeiten. Der Verein selbst hat mit der Sache absolut nichts zu tun und bedauert, daß eines seiner Mitglieder als Arbeitswilliger fungierte. Der Verein schickt keinen Kollegen ohne Arbeitszettel. In diesem Falle speziell hat er mit der Vermittclung nichts zu tun. Uns will scheinen, daß den Kellnern noch nötiger als anderen Berufsarten eine einheitliche Organisation täte. Wenn der Schöne» berger Verein prinzipiell keine Streikbrecher vermittelt, läge es bielleicht auch in seinem Interesse, sicher im Interesse aller Kellner, wenn er Fühlung mit dem Verband der Gastwirtsgehülfen suchte._ Deutldua Relch. Die Textilarbeiter Leipzigs sind in eine Lohnbewegung einge» kreten, die sie mit sehr großen Versammlungen eröffneten. Im wesentlichen handelt es sich bei den Lohnforderungen um einen zehnprozentigen Aufschlag und um die Bezahlung von Ueber- stunden; sowie um die Regelung der Arbeitszeit und um die Ein- stellung von Andrehern und Aufsteckern in den Spinnereien. Am Sonnabend soll um 4 Uhr nachmittags Geschäftsschluß sein. In Betracht kommen nur große Betriebe mit etwa 12 000 Arbeitern und Arbeiterinnen. Die Textilindustrie Leipzigs hatte in den letzten Jahren einen außerordentlich guten, sehr hohe Dividenden abwerfenden Geschäfts- gang zu verzeichnen; aber auch für die kommende Zeit liegen noch viel Aufträge vor. kluslanck. Unzufriedenheit unter den italienischen Eisenbahnern. Rom, 28. November.(Eig. Ber.) Unter den italieniscken Eisenbahnern greift die Unzufriedenheit immer mehr um sich.&ie Regierung hat sich natürlich nicht damit begnügt, nach dem Abflauen der jüngsten Bewegung, einige bei ihr schlecht angeschriebene Beamte, zu entlassen. Sie hat gegen die HülfSarbeiter, die an dcit Streiks von Mailand, Turin, Bologna und Parma beteiligt waren, gewütet und entläßt noch heute Dutzende und Dutzende armer Teufel, besonders solche, die dicht vor der festen Anstellung stehen. IN Bologna allein sind an einen» Tage 30 Hiilfsnrbeiter entlassen worden. Natürlich erregt dieses Verhalten den Unwillen der organisierten Eisenbahner, die denir doch nicht gewillt sind, alles und alles voi» der Regieriliig einzustecken. Das Zentralkoinitee hat eine drohende Tagesordnung angeuonnnen, in der erklärt wird, daß das Komitee sich als Widerstand gegen die Reaktion eine energische Aktion vorbehält, die ohne Lärn, und ohne vorherige Ankündigung durchgesetzt werden würde, falls die Eisen- bahnverwaltnng bei diesem System der Maßregelungen verharren sollte. Anr 28. d. M., dem Tage der Kanimereröffnung. findet in Ron» im Gewerkschaftshause der Eisenbahner eine Protestversammlung gegen die Regierung statt. Das zu dieser Versaimullnig entladende Manifest ist von der Polizeidirektion verboten worden.— Der Streik der Mailänder Trambahner. Rom. den 28. November. sEig. Ber.) Zwischen den am 22. d. M. in den Ausstand getretenen Mailänder Trambahnern und der Trambahngcsellschaft„E diso n" sind die Verhandlungen abgebrochen worden. Die Trambahner haben schon vor längerer Zeit den Unternehmern ein Memorial vorgelegt, in dem sie Lohnausbesserungen für eine Gesamtsuiilme von 2 Million LireJ jährlich forderten. Die Gesellschaft erklärte, nicht»nehr als 200 000 Lire an Lohnerhöhungeil bewilligen zu können. Sie hat einen Jahresüberschuß— nach Abzug der Spesen— von 3 Millionen Lire; davon werden aber 1800 000 Lire an die Stadtverwaltung ausgezahlt. Die übrigen verrechnet die „Edison" als Kapitalzins; in Wirklichkeil ist aber das in dem Be- triebe angelegte feste Kapital längst amortisiert. Bei den gleich nach dem Streik begonnenen Unterhandlungen haben sowohl die Streikenden als die Unternehmer Zu- gcständnisse gemacht. Die Tramgesellschaft hat sich bereit erklärt, 600 000 Lire im Jahre an Aufbefieningen zu bewilligen. Aber über die Frage der Verteilung der Aufbesserung auf die verschiedenen Kategorien konnte keine Einigung erzielt werden, was zum Abbruch der Verhandlungen führte, Falls der Streik über eine Woche währt, ist der Kontrakt zioischen der„Edison" und der Mailänder Stadt- Verwaltung gelöst. Die Streikenden sind organisiert; es sind in, ganzen gegen 3000. Die Unternehiiter, die bis jetzt den Betrieb ganz ruhen lassen mußten, werben jetzt durch Anschlag neues Personal an. Der Ausstand der indischen Eisenbahner ist�angeblich beendet. Die Forderungen der Arbeiter wurden einem Schiedsgericht über- wiesen. Der Verkehr ist wieder hergestellt. Soziales. Erhebliche Schadenersatzansprüche aus einem Unfall infolg« Kanalisationsbauten. Die Schauspielerin a. D. Rosa Sigmund kam am 12. Juni 1003 in Düsseldorf auf der Bisinarckstratze dadurch zu Unglück, daß sie von einem infolge von Kanalisationsarbeiien gebrauchten Brettübergang stürzte. Die Verunglückte hat dadurch eine Gelenk- entzündung erlitten und will zeitweise völlig erwerbsunfähig ge- Wesen sein. Die ü?. ivar zur Zeit des Unfalles bereits 67 Jahre und bestritt ihren Unterhalt in letzter Zeit durch Unterrichtgebcn in der Schauspiel- und Deklamationslunst. Tie von ihr gegen die Stadtgcnieindc Düsseldorf erhobenen Schadenersatzansprüche ivurden i>n ersten Rechtsgange von allen Instanzen dein Grunde nach für gerechtfertigt erklärt. In den» jetzigen Rechtsstreit, der sich um die Höhe der von der Stadt Düffel- dorf resp. der beteiligten Versicherungsgesellschaft zu zahlenden Bc- träge dreht, erkannte das Landgericht Düsseldorf auf Zahlung einer Entschädigung von 3000 M. für Kurkostci» und Schmerzensgeld, sowie auf eine Jahresrcnte von 1800 M. Auf die Berufung der Beklagten wurde das landcsgerichtliche Urteil dahin abgeändert, daß der Klägerin die 1800 M. nur bis zu>n 78. Lcvcnsjahre zu zalsien seien, von da ab bis zum 7S. Jahre 1200 M. und nach dein Äeraütw. Redakteur; Haas Weber. Berlin. Inseratenteil verantw.: vollendeten 75. Lebensjahre nur noch 600 M. jährlich. Das Ober- landesgericht würdigte die Sachlage dahin, daß es nur möglich sei, eine ungefähre Feststellung anzunehmen und daß bei der bis zu dem Unfall fortbestehenden vollständigen Rüstigkeit und Gesundheit der Klägerin, die aber durch den Unfall jetzt nicht mehr gänzlich er- werbsunfähig sei, die Rente wie festgesetzt zu belassen sei. Die von der Stadtgemeinde gegen das oberlandesgerichtliche Urteil eingelegte Revision hatte keinen Erfolg und wurde zurück- gewiesen, da diese Verteilung der Rente auf der freien Beweis-' Würdigung des Berufungsrichters beruht und letztere vom Re- Visionsgericht nicht nachzuprüfen sei. Zur Angliederung der Ortskrankenkassen an die Gemeinden. Wie eine Gemeinde Kassen Verlvaltet, lehrt ein dieser Tage abgeschlossener Prozeß. Der Rendant der Gcmeindekrankciikasse in Erkrath bei Düsseldorf fühlte sich durch die Aeußcrung eines Untcrnehiners. es stiinme in der Kasse nicht; auch seien die Bücher nicht in Ordnung, beleidigt und strengte eine Klage an. Er er- zielte auch tatsächlich eine Verurteilung des Unternehmers, eines Landwirtes, vor dem Schöffengerickit in Gerresheim und zwar wegen übler Nachrede. Der Verurteilte legte Berufung ein und trat vor der Slrafkainmer in Düsseldorf den Wahrheitsbeweis für seine Behauptung an. Vom Bürgermeister des Ortes erhielt der Kläger ein sehr günstiges Zeugnis ausgestellt; jeden Monat hätte er revidiert, aber nie etwas zu bemängeln gefunden. Ein anderes Bild wurde aufgerollt, als ein Fachmann, der im Auftrage des Kassenvorsitzenden eine Revision vorgenommen, und ein Be- auftragter der Landesvcrsicherung, der Einblick in Bücher und Kasse nahm, ihre Eindrücke»viedergabci». Es habe eine große Schlamperei geherrscht, die Bücher waren so schlecht geführt, daß die Kasse dadurch große Verluste gehabt, durch die Schuld des Rendanten sei die Kasse sehr geschädigt worden. Auf Grund dieser Aussagen»vurdc der Angeklagte freigesprochen und dem Kläger, der mittlerweile Gemeindesekretär in Gerreshciin ge- worden ist, die Kosten auferlegt. Die Herren von Liebert bis Mugdan und deren Preßorgane, die so oft über Mißstände in den von Sozialdemokraten verwalteten Ortskrankenkassen fabeln, haben hier Gelegenheit, über die Treff- lichkeit. der Verwaltung einer Gemeindekrankenkasse zu berichten. Gerickts-Leitung. Ein Betriebsunfall auf der Hochbahn, welcher beinahe unabsehbare Folgen gehabt hätte, lag einer Anklage wegen fahrlässiger Gefährdung eines Eisenbahntransportes zu- gründe, welche gestern den Hülfsweichensteller Hermann Seidel vor die vierte Strafkainmer des Landgerichts II führte. Der An- geklagte ist seit Bestehen der Gesellschaft für Hoch- und Untergrund- bahn bei dieser angestellt und hat sich als ein durchaus zuver- lässiger und nüchterner Beainter erwiesen. Mitte März d. I. wurde er als Weichensteller nach dem Hauptstclllverk in dem Gleis- dreieck am Potsdamer Bahnhof beordert. Die Tätigkeit an dieser Stelle ist eine überaus schwierige und verantwortungsvolle, da das Gleisdreieck stündlich von 50 bis 60 Zügen, mitunter sogar in der Minute von zwei bis drei Zügen passiert wird. Dieser kolossale Verkehr erforoert eine große Umsicht und Aufmerksainkeit des Be- amten, trotzdcin durch einen elektrischen Stellapparat die Bediraung der Weichen sehr vereinfacht ist. Insbesondere wird durch das Er- scheinen einer weißen Scheibe an dem Apparat angezeigt, daß die in Frage kommende Strecke frei ist. Ain 24. März, drei Tage nachdem der Angeklagte seinen Dienst an dem Gleisdreieck ange- treten hatte, ereignete sich ein schivercr Betriebsunfall, bei welchem um ein Haar der ganze Hochbahnzug aus der sehr beträchtlichen Höhe auf die Straße hinuntergestürzt toäre. Der vom Potsdamer Bahnhof kommende Zug entgleiste infolge falscher Weichenstellung und»vurdc nur durch einen Kieshausen, in dein sich die Räder fest- bohrten, vor dem Hinunterstürzen bewahrt. Durch die Entgleisung erlitten glücklicheriveisc nur einige Fahrgäste geringfügige Kon- tufioncn. Für diesen Unfall wurde der Angeklagte verantwortlich geinacht. In der ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht ge- lang es dein Verteidiger, Rechtsanlvalt Margoninsky, den Nach- »veis zu führen, daß die Entgleisung nicht durch eine Fahrlässigkeit des Angeklagten, sondern auf eine»naugelhafte Konstruktion und ein unsicheres Funktionieren des elektrischen Stcllapparates zurück- zuführen ist. Es wurde festgestellt, daß jei»e weiße Scheibe, durch »vclche die Strecke freigegeben»vird, sich schon wiederholt selbsttätig vor der richtigen Zeit gelöst und dadurch eine falsche Wcichenstellung herbeigeführt hatte. Dies war auch der Betriebsverwaltung bc- kannt geworden, die vergeblich versucht hatte, diesen Uebelstand ab- zustellen. Trotzdcin lvar dem Angeklagten in der Instruktion dieser Fehler nickt»nitgeteilt worden. Das Schöffengericht sprach deshalb den Angeklagten frei. Gegen dieses Urteil legte die Staats- anloaltschaft mit der Begründung Berufung ein, daß der Angeklagte nach der Betriebsordnung verpflichtet gcivescn Ivärc, sich nicht allein nach dem Stcllapparat zu- richten, sondern sich durch Augenschein auch überzeugen mußte, ob der Zug die in Frage komincnde Weiche passiert hatte. In der Berufungsinstanz ivurde von dein Verteidiger geltend gemacht, daß dies bei den örtlichen Verhältnissen und der Jnanspruchiiahme des Beamten bei dem großen Verkehr fast gar nicht möglich, bei Regenloetier und iin Winter,»venu die Fensterscheiben des Stelllocrks gefroren sind, absolut unmöglich sei. Das Gericht»»ahm eine Fahrlässigkeit des Angeklagten an. Diese liege aber sehr milde, da das Gericht es als festgestellt annehlnc, daß die in dem Stellwerk beschäftigten Beamten ihre Kräfte und ihre Aufmerksamkeit bis zum äußersten anstrengen und ein Versehen bei der feblerhaften Konstruktion des Stellapparatcs sehr leicht möglich sei. Das Urteil lautete deshalb nur auf 10 Mark Geldstrafe._ Ein Monsterprozeß. Vor den» Schöffengericht Offcnbach spielte sich am Mittwoch eine Verhandlui»g ab, bei der es IIS Angeklagte und 3 Verteidiger gab. Allein die Verlesung der Personalien währte stundenlang. Ui»d woruin drehte sicks? Die 119 Angeklagte»varcn Gastwirte, die in ihren Lokalen einen Automaten stehen hatten, bei dem man durch Emivurf eines„Fünfers" Zigarren oder Bier gcwmnen kann. Ein biederes Bäuerlein statte Peck, er zeigte einen Gastwirt an wegen Vergcstcn gegen§ 286 des Str.-G.-B.«Veranstaltung einer Lotterie ohne Genehmigung). Die Polizei veranstaltete gegen die Automaten eine Razzia; die Folge toar die Anklage gegen IIS Gastwirte. Das Gericht war sich über das Bewußtsein von der RechtSwidrigkeit des Tuns der Gastwirte ctlvas im Zweifel. Strafe muß aber sein. So wurde jeder der Angeklagten zu 3 M. Geldstrafe— im Richtbeitrcibungsfalle 1 Tag Gefängnis— vcr- knurrt. Gegen das Urteil legen alle Verurteilten Berufung ein; die Sache beschäftigt noch Land- und womöglich das Oberlandes- gericht. Und das alles wegen eines Bäucrleins, das dem Automaten mehrere„Fünfer" in den Hals»varf und nichts gewann. Die frommen Plätterinnen. Vom Landgericht Breslau sind am 6. Juni die Plätterinnen Anna und Ernestine D e u t s ch m a»»»» wegen Unterschlagung»n drei Fällen zu 0 bczw. 4 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sic kamen viel in wohlhabende Häuser und gingen viel in die Kirche. Ucberall erzählten sie, daß sie Geld zu milden Ziocckei» für die Franziskaner sammelten. Sie erhielten vielfach Geld und lieferten es ab, in einigen Fällen aber behielten sie es. So ist ein Dienstmädchen durch sie um 1000 M.. ihre ganzen Ersparnisse, gebracht worden.— Die Revision der beiden Angeklagten wurde am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. £[iis der frauenben>egung. Für die Arbeiter»nid Arbeiterinnen der Kostnmbranche hielt der Schnciderverbaiid am Montag eine össeiuliche Versamiiilung in den Ariuinhallen ab. Mi: ungeteilten» Jnieresse folgten die zahlreich xh. Glocke, Verlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt l Versammelten dein Vortrage der Genossin Lilh Braun, welch« über das Thema„Segen und Fluch der Frauenarbeit" sprach. In wirkungsvollen Darlegungen zeigte die Referentin, daß»licht die Arbeit überhaupt, sondern nur die heutige Art der Erwerbsarbei! zu einem Fluch für die Frauen geworden ist. Gearbeitet haben die Frauen seit den ältesten Zeiten, jedoch nicht für den Erwerb, sondern für den Bedarf der Familie. Diese Art der Frauenarbeit wurde mehr und mehr überflüssig, je mehr Handiverk und Industrie sich eutivickelten. Die Folge davon lvar, daß die Frauen der Erwerbsarbeit nachgehen mußten. Hier haben sie Arbeiten zu verrichten, die auf deir Mann zu- geschnitten sind, auf die Eigenart des Weibes aber keine Rücksicht nehmen. Der Segen der Arbeit ist dadurch zum Fluch gelvordcir, daß sie nicht zur Sckaffuug von Menschenglück dient, sondern nur bestimmt ist, denen Kapital aufzuhäufen, für die die Arbeiterinnen tnlig sind. Ferner ist die heurige Art der Frauenarbeit dadurch zum Fluch geivordei», daß sie die Gelundheit des»veiblichen Geschlcchis und dailsit auch die Gesundheit der Kinder untergräbt. Man spricht von der Heiligkeit des Familienlebens und verlangt, daß sich die Mutter ihren Kindern lvidu»e». Aber je zahlreicher die Kinder sind. und je notwendiger die Mutter deshalb den Kindern ist, desto»»ehr ist jie gezivungen, für den Erwerb zu arbeiten und sich und die Kinder den schädlichen Folgen dieser Arbeit auszusetzen. Undurchführbar sind die Be- strebungeil derjenigen, welche durch Verbot der gelverblicheu Frauen- arbeit die Frau»nieder iir den Kreis der häuslichen Arbeilen zurück- führen wollen. Die Frau kam» nicht aiis der Erwerbsarbeit ails- geschieden»verde»», sie will es auch nicht, denn die ErlverbSarbeit macht die Frau wirtschaftlich selbständig ui»d vom Mann unabhängig. Durch unsere Forderungen an die Gesetzgebung kann viel Not und Elend,»velches die Frauenarbeit mit sich bringt, beseitigt werden, aber selbst weirn diese Forderungen erfüllt»Verden, so»vird dadurch nickt der Fluch der Frauenarbeit in Segen verwandelt. Die Frauen müsse» sich selbst den Weg zur Befreiung bahnen. So wird sich der Fluch in Segen verwandeln. Die Einzelne vermag nichts, aber im Zusamnienschluß niit Gleichgesiunten und Gleichstrebenden hat auch die Einzelne einen großen Wert. Der Anschluß an die Orgaiiisatioueu der großen Arbeiterbeivegiuig ist eine Nouvendigkcit für alle erwerbsfähigen Frauen und Mädchen.— Die Ansführungen des Vortragenden fanden lebhaften Beifall. Vorwärts mit der Dienstbotenorganisation! Die von den Genossinnen abgehaltene Dienstbotenkonferenz hat alle männlichen und weiblichen Faulen»nobil gemacht. Natürlich als Schutzengel der bedrohten Harmonie zlvischcn Herrschaften und Dienstboten. Das ideale— AusbeuinngsverhältiliS soll nicht gestört werden»md darum melden sich nii»r ans Nord und Süd, aus West »nd Ost die weisen Leute nrit allerhand Rezepten z>ir Linderung der Not der Herrschaften. Besonders der Klerus fühlt sich als Netter. Er will nun organisiere»». Natürlich! Aber die Herrschaften dürften zu spät kommen. Auf der Konscrcnz wies Genossin Hagen aus Regensburg darauf hin, daß die Geistlichkeit m Süddeutschland schon seit einiger Zeit an der Arbeit sei. ihren Einfluß für die Gründung von christlichen Dienstbotenorganisationen gellend zu machen. Da seien die Mädchen zu ihr gekommen mit der Bitte, sie möge doch die Gründung eürer freien Organisation in die Hand nehmen, der Zweck der christlichen Organisation sei ja nur, die Mädeln kusch zuhalten, derprak- lischeil Arbeit einer freien Organisation entgegenzuarbeiten. D a S»st ein»vertvoller Fingerzeig, man beachte ihn! Weiler führte die Genossin krasie Beispiele dafür au. wie die Damen, die nun ihr wohl- lvolleudes Herz schlagen fühleir, de»» Mädchen d»»rch unwahre Eiir- tragimgen in das Dienstbuch den Stellenwechsel zu erschweren, die rücksichtslose Ausnutzung der Wehrlosen zu ermöglichen suchen. Natürlich will»nau nun auch für noch größere Abschließungen der Mädchen sorgen. Wie dem zu begegnen ist, haben die Genossiilneir Kahler ans Hamburg und die Delegierte ans Hannover demonstriert. Erstere berichtete, wie man durch Vermittelung der Kartells in Ver- bindung niit de» Bauarbeiten» trat, die als Kle»»pner, Tapezierer us»o, in die Häuser kommen. Diese übernahmen es, den Mädchen Flugblätter, VersammlungSanzeigen usw., zlizustecken. Dec Erfolg war großartig. Die Delegierte aus Hannover berichtete, daß man durch Aufsuchung der Spielplätze einen famosen Weg gefunden habe, direkt mit den Mädchen in Verbindung zu treten. Die Mitfühlenden haben»»un auch gefunden, daß durch die Arbeitsverrnitteliiiig Einfluß aiif die Mädchen ausgeübt werden kairn. Deshalb sollen die städtischen Arbeitsuachiveise»n den Dienst der Aiitidieustbotciibeweguug gestellt»verde». Nach dieser Nicklung ist Vorsicht geböte»». Genossin Tesch-Frankfurl berichtete über die Erfahrungeir, die man dort urir dem städtischen Stellennachweis ge- macht habe. Man sah sich bald veranlaßt, die Arbeitsvermittelung selbst in die Hand zu iiehmen. ES muß Sorge eines jede» Vereins sein, die Arstcitsvermittelung als lvichtigen Zweig seiner Tätigkeit zu pflegen. Wie wertvoll es ist, verheiratete Genossinnen für die Werbe- und AgitaliouSarbeit zu gewinnen, das wußte iir anschaulicher Weise Geiiossin Liucheu Vaumann-Hambnrg zu schildern». Die Genossinnen, die selbst das Dienstboteiijoch haben ertragen müssen, die mit dem empörende» Empfinden über die erduldete Miß- hmidlimg nun auch die Einsicht von der Notlvendigkcit des lvirt- schaftlichcu und politische»» Kampfes der Arbeiter verbindei»,»verdcn al-Z verheiratete Frauen ihre» Männern in der prolctarrschen Pflicht- ersülluiig nicht hüldern, sondern sie anspornen. Mit den Waffen, die die Koirferenz geliefert hat, wird die Dieiistbotenbeweguiig nicht nur trotz, sondern sogar auch wegen der Anstrengungen, die die Gegner nun machen, kräftig vorwärts kommen. Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Sonntag, den 1. Dezember: Besuch der Arbciter-WohlfahrtS« Ausstellung in Charlottenburg. Frnuenhoferstraße 11 sdicht am Knie). Trcffpmrlt 2 Uhr daselbst. Nixdorf. Montag, den 2. Dezen, ber, Sl/2 Uhr, findet im Lokal von Heickaus(„KarlSgarten") öffentliche Ver- fammlung statt. Berichterstattung von der Frauenkoilferenz und dem preußischen Parteitag. Bericht der VertrarlenSperson für Rixdorf und Neuwahl derselben. Letzte INacbncbtcü u«d Oepelcden. Vom Kriegsschauplatz der Zlrbeit. Tünkirchci», 29. November.(W. T. B.) Hier platzte in einer Torpedoiverkstatt ein Akkumulator,»vodurch ztvei Personen getötet und sieben schlver verletzt ivurden. Die Liebe. Heilbronn, 29. November.(B. H.) Ein Eifersuchtsdrama har sich heute früh in einem Hause der Äarlstraße Hierselbst abgespielt. Ein bei Professor Braun bcdicnsteteS Mädchen namens Christine Häfele aus Wilsbach hatte mit dem Schinicdcgcsellen Siegele aus Weinberg ein Verhältnis uilterhalten, welches die Häfele zu lösen beabsichtigte. Heute früh schlich sich nun der Siegele in die Kammer des Mädchens und schoß dieser eine Kugel in den Unterleib. Hier- auf schoß sich der Schinicd eine Kugel in die Schläfe. Das Mädchen wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Ein deutscher Gcsandtschastssekretär verhaftet. New Dork, 29. November.(B. H.) Aus Havanna wird ge» meldet: Der Sekretär der deutschen Gesandtschaft, Dühne, wurde verhaftet, angeblich wegen in der Heimat begangener Tefrao- dationen._ Chvleracpidemie. Konstantinovcl, 29. November.(W. T. B.) In S i n o p e am Schwarzen Meer sind unter den russisch. inolxnnedamschen aus Odessa mit einem Dampfer angckomuicneu Pilgern innerhalb 24 Stuiwen mehr als dreißig Cholcrafälle vorgekommen. taulSmgeräiEo., Berlin 2W/Hicräu4Bcilagcnu.Uilterhaltungsblatt� 9i.280. Jahrgang. I Irilijc Ks Jütiuntts" ßftlintt öolblilatt. Sonnilbtild, 80. November 1907. Reichstag* 91. Sitzung: Freitag, den 29. November 1907, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstische: v. Einem, v. Rheinbaben. |& Schön. Bethmann-Hollweg. Sern bürg. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die zweite Beratung des BertrageS mit den Riederlanden über Unfallversicherung. Berichterstatter ist der Abgeordnete Erzberger(Z.). Abg. Molkenbuhr(Soz.): Der Hauptzweck des Vertrages soll sein, die doppelte Verstchc- rung zu hindern. Die Doppclversicherung besitzen nur die Unter nchmcr, die doppelte Umlagen zahlen müssen. Diese Umlagen br tragen 16 M. pro Jahr und Versicherten. Die Beiträge fliesten in die Kassen der Bcrufsgenosscnschaften und entlasten die deutschen Unternehmer. Ich gönne den niederländischen Unternehmern die Ersparnisie, ebenso wie ich sie dem deutschen Unternehmer gönne, wenn er in den Niederlanden Arbeiter beschäftigt. Aber die Vor- aussetzung für unsere Zustimmung zu dem Vertrage ist, dast die Arbeiter keinerlei Schaden erleiden. Nach Artikel 3 des Vertrages bleibt jeder ins Ausland verlegte Betrieb 6 Monate in der Ver- sicherung seines Heimatlandes, soweit er Arbeiter mitbringt. Das hat für Deutschland die Wirkung, dast ein niederländischer Betrieb in Deutschland in den ersten 6 Monaten nicht versichert ist, wenn er nur mit niederländischen Arbeitern arbeitet. In welche Lage kommt aber der deutsche Arbeiter, der in einem niederländischen Betriebe arbeitet? Bleibt denn der Betrieb auch dann unver- sichert, wenn er neben den niederländischen Arbeitern auch deutsche Arbeiter in geringer Anzahl beschäftigt?— Bleibt der Betrieb nur in den Niederlanden versichert, dann würden die deutschen Arbeiter infolge eines Unfalles keine Rente erhalten. Wie soll es auch mit den Arbeitern stehen, die in Deutschland als Handlanger eines niederländischen Monteurs beschäftigt sind? Wie verhält es sich z. B., wenn in einer niederländischen Ziegelei in Deutschland neben 19 niederländischen noch acht deutsche Arbeiter beschäftigt sind? Sind diese Arbeiter dann sämtlich versichert? Wir müssen uns doch fragen, ob eS wahrscheinlich oder denkbar ist, dast deutsche Arbeiter, welche jetzt versichert sind, nach Inkrafttreten des Vertrages aus der Versicherung herausfallen. Auf diese Frage müssen wir eine klare Antwort haben; denn von dem Ausfall dieser Antwort wird es abhängen, ob wir dem Vertrage zustimmen können oder nicht. Wir können und werden keinem Vertrage zustimmen, durch welchen der Wegfall des doppelten Beitragszahlens damit erkauft wird, dast man einen Zustand schafft, in welchem bisher versicherte deutsche Arbeiter aus der Unfallversicherung ausscheiden. (Bravo l bei den Sozialdemokraten.) Geh. Rat LaSpar erklärt, dast zweifellos deutsche Arbeiter, die in niederländischen Betrieben in Deutschland beschäftigt sind, ver- sichert seien. Der Vertrag wird hierauf in allen seinen Paragraphen ein- stimmig angenommen. Tie erste Etatsberatung wird fortgesetzt. Preustischcr Finanzminister v. Rheinbaben: Leiber ist zuzu- geben, daß wir in der Fixigkeit des Schuldenmachens allen anderen Nationen über sind.(Graste Heiterkeit.) Ganz besonders gilt das gegenüber Frankreich und England. In einer Periode, in der die Franzosen keine neue Staatsschuld aufgenommen haben, hat sich die Reichsschuld nahezu verzehnfachtk(Hört! hört!) Un- fraglich dient diese Tatsache nicht zur Stärkung des politischen und wirtschaftlichen Prestiges Deutschlands im Auslande.(Sehr richtig!) Vor einigen Jahren hob ein bedeutender italienischer Finanzmann(Luzzatti) hervor, dast die deutschen Staatspapiere schlechter stehen als die italienischen.— lieber die neue Steuervorlage sollte man mit dem Urteil zurückhalten, bis sie vorliegt. (Sehr richtig! rechts.) Das gepriesene Amerika hat eine Besteue- rung des Tabaks, die ganz unvergleichlich hoher ist als die in Deutschland bestehende. DaS freie Amerika hält unbedingt daran fest, die direkten Steuern den Einzelstaaten zu überlassen und die Aundcsauögabcn auf direkte Steuern zu basieren.(HörtI hörtl rechts.) Tic praktischen Amerikaner haben die Zigarren so hoch besteuert wie die Zigaretten; das ist finanztechmsch das beste, widerspricht aber dem deutschen Gerechtigkeitssinne. Ter Ziga- rettenkonsum ist, wie ich hier bemerken will, in Deutschland seit der neuen Steuer nicht zurückgegangen. l.Hörtl Ichrtl rechts.)— Der Abgeordnete Bassermann, der sich so entschieden gegen die Mehrbelastung des Tabaks wandte, schien sich sehr für eine Wehr- steucr zu erwärmen. Eine Wchrsteucr würde als Kopfsteuer wirken, und die Kopfsteuer— darüber sind wir uns tvohl alle cknig— ist die niedrigste und brutalste Bcsteucrungsart.(Zu- ftimmung.) Andere Staaten haben wenig zur Nachfolge, reizende Ersahrungen mit der Wehrsteuer gemacht. Erstrecken wir die Steuer Ins auf die untersten Stufen, so werden ungezählte und oft genug erfolglose Pfändungen die Folge sein. Beschränken wir sie auf die höheren Einkommensstufen, so ist die Wehrstcuer nichts als eine verkappte Einkommens- oder Vermögenssteuer und unterliegt als solche den reichövcrfassungsmähigen Bedenken, die eine direkte Reichssteucr ausschlicsten.(Widerspruch links.) Gegen die Wehrsteuer sprechen noch andere Bedenken. Soll das zufällige Gutachten eines Arztes einen Menschen lebenslänglich oder für eine längere Lcbcnsperiode mit einer Steuer belasten?(Viel- facher Widerspruch und Zurufe.) Auch darf in der Bevölkerung nicht das Bewusttsein schwinden, dast der Militärdienst eine Ehre tind keine Last isi.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Bassermann sprach zugunsten direkter Reichssteuern: Ver- mögens- und Einkommensteuer. Ich kann im Einklang mit Herrn v. Stengel hier nur wiederholen, daß der Bundesrat unter keinen Umständen in die Einführung direkter Neichsstrnern willigen wird. c Hört I hört! links. Lebhafter Beifall rechts.l Mit direkten Reicks- steuern fällt die föderative Verfassung des Reiches.(Lebhafte Zu- ftimmung rechts. Widerspruch links.) Reichseinkommen- und Vermögenssteuern sind auch rein sinanztechnisch schwer, wenn über- Izaupt durchführbar.(Lebhafte Zustimmung recht. Lachen links.) Das Zentrum war bis vor kurzem aus föderalistischen Prinzipien heraus entschieden gegen direkte Reichssteuern. lRcdner zitiert frühere Ausführungen des Abgeordneten Gröber.) Noch vor kurzem hat sich der nationalliberale Abgeordnete Büsing gegen eine Reichs- cinkommensteuer erklärt.(Lebhaftes Hörtl hörtl recktö.) Ich hoffe.die nationalliberale Partei kebrt bald zu ihrer ersten Liebe lGroste Heiterkeit), ihrem alten Steucrprinzip zurück: direkte Steuern für die Einzelstaaten, indirekte siir das Reich.— Sehr bedauerlich war es, lD; der Abgeordnete Basscrmann sogar mit dem Gedanken einer beweglichen Reichsvermögenssteucr gelicb- äugelt hat. Meine Herren, das führt direkt zum sozialdemokra- tischen Zukunftsstaat.(Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten. Zurufe: En t e i g n n n g s v o r la g e l) Zieht das Reich�ie di- rekten Steuern an sich, so untergräbt es die Wurzeln der einzel- staatlichen Existc�.(Lachen links.) Hervorragende Finanzautori- täten vertreten die Ansicht, dast damit die Einzclstaten zu Reichsprobinzen hcrabgcdrückt würden.(Zustimmung rechts. Lachen links.) Stellen Sie die Finanzen des Reiches auf gesunde Grund- lagen und bewilligen Sie die Mittel, die geeignet sind, das Ansehen des Reiches nach innen und außen zu stärken.(Lebhafter Btifall rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Der Schatzsckrctär hat gestern eine gute Rede gehalten.(Sehr richtig! bei den Nationallibcralcn) das heistt, eine Rede, die mir einen ganzen Teil meiner Etatskritik abgenommen hat. Er war gestern vollkommener Pessimist, Schwarzscher. Hoffentlich schadet ihm diese Schwarzseherci an einer anderen Stelle nicht.(Heiter- kcit.) Ich denke an das Wort:„Schwarzseher dulde ich nicht!" Allerdings ist die Schwarzseherei des Schatzsekretärs durchaus am Platze. Während der Dauer seines Bestandes hat das Reich wohl kaum jemals einen ungünstigeren Etat als den vorliegenden gehabt. Wohl hat das Reich im Laufe der Jahrzehnte immer an grasten Defizits laboriert. Aber dast ein Defizit von solcher Höhe wie heute vorhanden ist nach einer Periode fortgesetzter Steuerbewilligungen, (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) das haben wir noch nicht erlebt. Dazu kommt, dast das Defizit in einer Periode auster- ordentlicher Prosperität entstanden ist, in der die Reichseinnahmen sich ganz besonders günstig gestalteten;(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) denn die Reichseinnahmen beruhen in erster Linie auf den Verbrauchsabgaben, auf den Zöllen, also auf den Konsumartikeln der grosten Masse. Und da dieser Verbrauch in günstigen Geschäftsperiodcn wachsen muh, müssen auch die Steuern wachsen. Wenn wir trotzalledem ein Defizit haben, dann ist die Finanzlage des Reiches allerdings so ungünstig wie möglich. Der Schatzsekretär hat angekündigt, dast dem Bundesrat nächstens neue Steucrpläne zugehen würden. Er hat aber verschwiegen, welcher Art sie sein werden. Er hat sich sogar dagegen verwahrt, dast man Steucrvorschläge, die man noch gar nicht kenne, hier bereits kritisiere. Der Herr Schatzsekrctär mag gewitz berechtigt sein, uns das Wesen seiner Steuervorschläge zu verschweigen, soweit es sich um die innere Einrichtung und Technik dieser Steuervorlagen handelt; aber dast er auch das Recht beansprucht, uns zu ver- schweigen, welche Steuerobjekte er überhaupt in Aussicht nehmen will, das halte ich für eine Herabsetzung des deutschen Reichstags. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Widerspruch rechts.) Wir sind doch keine Kinder, die warten müssen, bis der Weihnachtsmann kommt und ihnen etwas Unerwartetes auf den Tisch legt.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Staatssekretär hat davon gesprochen, daß wir ein großes Defizit von 12t Millionen Mark hätten. Die Hauptschuld hat nach ihm der Reichstag, der nur 192 Millionen bewilligte, während die Regierung 220—230 Millionen neue Steuern verlangte. Aber er mustte hinterdrein sofort zugeben, daß auch diese 192 Millionen nicht voll eingekommen seien, sondern dast auch hier noch ein Defizit von zirka 59 Millionen entstanden wäre. Wir wissen auch, dast eine ganze Reihe Steuerobjekte diese Unterbilanz dauernd zeigen werden. Er führte aus, die Erbschaftssteuer habe nicht den Voranschlag erreicht, weil namentlich große Erbschaften sich der Steuer entzogen hätten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dies Ein- geständniS ist sehr interessant, ich nagele es noch einmal an. Er hat weiter darauf hingewiesen, dast die Fahrkartensteuer hinter dem Boranschlag zurückgeblieben ist. Dasselbe ist mit der Tan- ticmensteuer im hohen Grade der Fall gewesen. Sogar d i e Automobil st euer, so gering sie veranschlagt war(3 Milli- onen Mark), ist nicht voll eingebracht worden. Dem stehen auf der anderen Seite erhebliche Mehrausgaben für Erhöhungen der Beamtcngehälter und für die Flotte gegen- über. Dazu treten noch die Mehrkosten, die die Kolonren erfordern werden und die vorläufig im Etat noch keine Beachtung gefunden haben. Daneben steht der zur Bilanzierung des Etats erforderliche Anleihebetrag von 269 Millionen. ES hat mich nur gewundert, daß Herr v. Stengel nicht nach den Ursachen dieser ungeheuren Ausgabensteigerung geforscht hat. Wo die Ursachen liegen, wissen wir alle, und wir wissen auch, dast gerade dort, wo die Haupt- ausgaben verlangt werden, nicht gespart werden soll. ES wird also nichts anderes übrig bleiben, als für neue Einnahmequellen zu sorgen. Das wird die nächste Aufgabe deS neuen Blocks sein. Es hat mich gefreut, dast, als Herr v. Rheinbaben sich mit solcher Verve yegen die Einführung direkter Steuern für das Reich erklärt hat, hier unter den Blockbrüdern(Graste Heiterkeit) eine sehr geteilte Stimmung herrschte: Während die einen Beifall schrien, war bei dem anderen Teil des Blocks die entgegengesetzte Stimmung, und diese Unzufriedenheit kam in einer Weise zum Ausdruck, wie ich es in diesem Hause von jener Seite lange nicht ?cihört habe. Wenn diese Herren ihre Unzufriedenheit beibehalten, önnen wir rascher als man es vermutet, vor dem Ende des Blocks stehen, und es könnte, da gestern Herr Spahn für das Zentrum sich entschieden gegen direkte Reichssteuern erklärt hat, sich ereignen, dast die Rechte und das Zentrum wieder einmal Arm in Arm gehen. In der Tat passen ja die beiden auch viel besser zu einander. (Graste Heiterkeit.) Wenn die nationalliberalen Führer Basser- mann und Osann und verschiedene Herren von den Linksliberalen im Lande Programmreden halten und dabei erklären: es geht nicht mehr ohne direkte Steuern, wenn weiter bei meiner Etatsrcde im Februar dieses Jahres mir aus der Mitte der Nationalliberalen sehr lebhaft entgegengerufen wurde: Wir sind auch für direkte Steuern!— ich sage, wenn das alles richtig ist— und ich setze dabei doch voraus, dast wir es mit Männern zu tun haben, die eine po- litische Ueberzeugung unter allen Umständen festhalten,(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten)— dann ist meine Prophezeiung über die Tauer des Blocks wohl doch nicht ganz unbegründet. Das Zentrum will, wenn ich Herrn Spahn richtig verstanden habe, allerdings auch nicht weitere indirekte Steuern bewilligen. Ja, was wollen Sie(zum Zentrum) denn dann bewilligen?(Heiterkeit.) Etwa eine Wehrsteuer? Ich habe mich gefreut, dast Herr v. Rbeinbaben sich so energisch gegen eine Wchrsteucr erklärt hat. Wenn Sie aoer die Wehr- steucr einführen wollen, so werden wir sie zwar mit allen Mitteln bekämpfen, wir werden unS aber nicht ärgern, wenn dieser Wider- stand vergebens bleibt; denn wenn Sie uns mit irgendeiner Steuer Wasser auf unsere Mühle liefern, dann mit dieser Wchrsteucr. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wir werden ja immer als der böse Wauwau benutzt. Herr v. Rheinbaben hat Ihnen Angst zu machen gesucht: Wenn man direkte Reichssteuern einführe, dann würde das föderative Ver- hältnis gestört und man arbeite dann der Sozialdemokratie in die Hände. Sogar Herr Naumann läßt sich zeitweilig mit der Angst vor der Sozialdemokratie einschüchtern.(Heiterkeit.) Herr Spahn hat gestern gemeint, der Reichstag habe keine Ursache Steuerprojekte zu suchen. Ich hätte gewünscht, dast das Zentrum diese schöne Theorie vor zwei und drei Jahren befolgt hätte.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten und links.) Damals ist aber gerade vom Zentrum ganz gehörig in die Stcucrprojckte des Herrn v. Stengel eingegriffen worden, da hat man eine ganze Reihe von Steuer», die er wollte, beseitigt und andere Steuern eingeführt. Solange der Reichstag besteht, hat die ssieichstagmehrheit in keiner Frage so sehr ihren Willen durchgesetzt als gerade in den Stcuervorlagen der letzten 6 bis 7 Jahre.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe mich gefreut, dast der Reichstag diese Macht hat, obgleich ich mir sagen mustte: in diesem Falle ist diese Wacht vom Uebel, aber sie kann doch einmal zum Guten ausschlagen, wenn der Reichs- tag will. Was die Situation in der nächsten Zukunft noch ganz besonders verschlechtert, ist die Krise. Sie ist da, das kann nicht mehr bestritten werden, und sie wird mit jedem Tage schlimmer. Ich habe z. B. heute von einem meiner Parteiftcunde gehört, dast der Tischlerverband in Berlin jetzt schon 2599 Mitglieder arbeitslos auf dem Pflaster liegen hat und dast diese Zahl noch wachsen werde! lHört! hört! bei den Sozialdemokraten.> Tie Zabl der arbeitslosen Arbeiter in Berlin beträgt mindestens 39 999 bis 49 999.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn diese Arbeiter, die wie die Tischler— doch immerhin noch vergleichsweise gute Löhne hatten und einen demcntsprechenden Verbrauch, ihren Verbrauch ein- schränken müssen, wie wird das aus die Reichseinnahmen wirken, die doch aus den Steuern auf die Hauptkonsumartikel gewonnen werden, und wie auf die kleinen Gewerbelcute und kleinen Kauf- lcute, überhaupt auf alle Mittelständler, die von den Arbeitern leben? Dast die Fahrkartensteuer, deren Aufhebung wir bcan- tragen, weil wir prinzipielle Gegner solcher Steuern sind, erst nach schlvcrem Widerstand bei der Mehrheit durchgesetzt w.rden konnte, steht ja fest. Herr Paasche hat denn ja auch in Wiesbaden erklärt, die Fahrkartensteuer sei in der möglichst dümmsten Weise durck- geführt worden.(Heiterkeit.) Und doch hat seine Partei gerade für diese Steuer gearbeitet, ja, sie geradezu anger»gt. Damals hat der Vorsitzende der Steuerkommission, der.-ationalliberalc Büsing, das neue Steuerbukett als eine nationale Tat gepriesen. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Alles, was die Herren machen, ist ja nationale Tat. Und nun kommt Herr Paasche mit seiner Kritik an der Fahrkartensteuer. Freilich will er sie nicht abschaffen, fondern nur ändern. Ihn ärgert es, dast die vierte Klasse steuerfrei geblieben ist. Das ist so die neue Blockpolitik. Fahren Sie nur so fort, wir haben nichts dagegen. Ich kann nur das eine sagen, danken Sie den Göttern, dast die Wahlen im Ja- nuar dieses Jahres gewesen sind und nicht im Januar n ä ch st e n Jahres.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Lachen beim Block.) Wir betrachten die direkten Reichssteuern nicht allein vom Standpunkt der Gerechtigkeit als die einzig richtigen, sondern auch noch aus einem besonderen, in den letzten Jahren hervorgetretenen Grunde. In den letzten Jahren sind die Profite der Unternehmer und der Agrarier ganz außerordentlich gewachsen.(Sehr richtig! bei den Sozialdcmo- kratcn.) Unerhörte Vermögen sind aufgehäuft worden. Herr Dernburg schätzte in seinen berühmten Agitationsreden in der Wahlkampagne, dast Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten um 39 999 Millionen Mark reicher geworden ist.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Wo sind die Steuern, die aus diesen 39 999 Millionen Mark geholt werden?(Sehr gut! bei den Sozial- demokraten.) Darin ist bisher nichts geschehen. Die Steuerlast der besitzenden Klassen ist weit, weit hinter ihrem Einkommen, hinter der Steigerung ihres Vermögens zurückgeblieben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Vor allen Dingen wollen die Herren die Landwirtschaft schonen. Nun, alle unsere Gesetze in den letzten 29 Jahren begünstigen das Agrariertum in ganz besonderem Maße. Herr v. Kardorff hat die Erhöhung der Preise der land- wirtschaftlichen Artikel durch den neuen Zolltarif in der letzten Session sehr zufrieden konstatiert, und Herr Paasche hat in Wies- baden gesagt, von einer Not der Landwirtschaft könne nicht mehr geredet werden, eher dürfe man die Frage aufwerfen, ob die Preise nicht zu sehr gestiegen seien!(Hört! hört! bei den Sozialdcmo- kraten.) Als wir vor ein paar Tagen den Antrag auf Aufhebung der Lebensmittelzölle stellten, klang das Liedlein des Herrn Paasche freilich etwas anders. Da gab er ein anderes Rezept: Die Bäcker sollten lieber etwas weniger Teig zum Brot nehmen.(Heiterkeit.) Ja. meine Herren, das geschieht bereits. Sehen Sie sich dieses Brötchen an. (Bebel zeigt ein winziges Frühstücksbrötchcn vor. Große Heiter- keit.) Meine Freunde von auswärts, die vielfach hier im Restaurant essen müssen, sagen mir, daö Brötchen sei noch groß, es gäbe noch viel kleinere.(Heiterkeit.) Wer von derselben Sorte oor zwei oder drei Jahren zwei Brötchen ast, muß heute mindestens drei essen, um dasselbe Quantum im Magen zu haben. Brot ist ein Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung, und gerade daS Brot ist ungeheuer verteuert. DaS S0 Pfennig-Brot in Berlin, das vor Jahren 4 und 4� Pfund wog, wiegt gegenwärtig 3 Pfund. (Hört!) Glauben Sie denn, daß die armen Leute, die Arbeiter, das nicht spürten, bei denen neben Kartoffeln Brot das Haupt- Nahrungsmittel ist? Sie haben ja gar keine Ahnung, was für eine Stimmung in den Massen der Bevölkerung ist. sonst würden Sic gegen die Teuerung etwas crnstafter vorgehen.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich möchte sagen, eine geradezu revolu- tionäre Stimmung ist vorhanden und nicht bloß aus diesem Grunde.(Widerspruch rechts.) Man hat in der Debatte darauf hingewiesen, dast das Schweinefleisch im Preise gesunken sei. Ja. ist das zu verwundern? Es ist ein altes Gesetz: Je teurer das Brot, desto billiger das Fleisch, weil das Brot soviel Geld beansprucht, daß der Fleisch- konsum eingeschränkt wird. Die Statistiken aus dem sächsischen Erzgebirge zeigen, dast das Hauptnahrungsmittel der Einwohner Kartoffel mit Leinöl und Brot ist. Der Verein der VolkSkindcr- küchen hat in Berlin festgestellt, daß die Zahl der Schüler, die kein Mittagrste» bekommen, um 4841 gestiegen ist(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) und dast von den Familien dieser Kinder 3267 gar nicht kochen!!(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Zum Mittag erhielten die Kinder meist nur trockenes Brot und Kaffrr. Im ganzen kommen in Betracht 8900 Kinder in Berlin, die kein Mittagessen bekomme». (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn solche Tatsachen vorliegen, dann haben Sie keinen Grund, sich hier aufs hohe Pferd zu setzen.(Zuruf rechts: Wenn sie auf dem Lande blieben, würden sie es besser haben! Zustimmung rechts, Lachen bei den Sozialdemo- kraten.) Darauf werde ich ein anderes Mal antworten. Heute nur soviel: Wenn die Leute glaubten, daß sie es auf dem Lande soviel besser hätten, dann würden sie gewiß aufs Land zurückgehen. Auch Herr Dr. Schürmann weist in den„Preußischen Jahrbüchern" nach, dast die höheren Löhne nicht die Steigerung der Lebensmittel- preise erreicht haben. Ebenso hat die konservative„Schlesische Zeitung" jüngst eine Statistik des preußische» Bcamtci, Vereins in Breslau gebracht, in der an allen einzelnen Artikeln des Lebens- bedarfs nachgewiesen wurde, wie exorbitant die Preise gestiegen und wie die Einkommen weit dahinter zurückgeblieben sind. Das sind Stimmen von N i ch t s o z i a l d e m o k r a t e n. Sie selber, m. H., erkennen die Notlage ja dadurch an. dast Sie für eine er- hebliche Erhöhung der Gehälter der Beamten eintreten.(Hörti Hört! bei den Sozialdemokraten.) Damit geben Sie zugleich zu, dast es sich nicht nur, wie Sie vor ein paar Tagen behauptet haben, um eine vorübergehende Teuerung handelt; denn dairn hätten die Gehaltserhöhungen für die Dauer keine Berechtigung. Mit den billigen Preisen ist es in Deutschland ein für allemal vorbei. Dafür sorgen auch die Ringe uno Kartelle. Sie(nach rechts) halten an den Zöllen fest, weil die Baden- und Pachtpreise sich bedeutend crböht haben. Die armen Leute, die ein Stückchen Land für ihren Lebensunterhalt pachten, haben 19 bis 15 Prozent mehr zahlen müssen, als sie früher gezahlt haben. Da ist es denn kein Wunder, daß unser Kollege Herr v. Schuckmann, der mittler- weile Gouverneur von Südlvestafrika geworden ist, ein Gut, das er vor drei Jahren für 129 099 M. gekauft, jetzt mit 189999 M. verkauft hat.(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Das sind Preissteigerungen, wie man sie sonst nur in Städten gewöhnt ist. In einem anderen Falle hat ein Herr Kroll im Kreise Wehlau vor drei Jahren ein Grundstück mit 259 999 M. gekauft und es jetzt für 523 909 M. verkauft.(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Wir bestreiten nicht, daß auch anderwärts die Gctreidepreise gestiegen sind, wir bestreiten nur, dast infolge der schlechten Welt- ernten die Preise anderwärts noch mehr gestiegen seien als in Deutschland. Wir bezahlen in Deutschland den Weltmarktpreis plus Zoll und haben damit den höchsten Preis für Getreide über- Haupt. Das Zentrum hat ja seinerzeit bei der Flottenvorlage einen Paragraphen durchgefetzt, wonach neue Steuern nur auf die leistungsfähigen Schultern gelegt werden sollen. Hoffent- lich entsinnen sich die Herren jetzt dieses Paragraphen. Tie leistung-Z- fähigen Schultern sind vorhanden, und wenn der preußische Minister dazu übergeht, den Höchstsatz der Einkommensteuer für die Ein- kommen von 100 OOl) M. von 4 aus 5 Proz. zu erhöhen, dann hat er mit diesem«inen Prozent den..Patriotismus", den gerade diese oberste Klasse bei joder Gelegenheit an den Tag legt, sehr niedrig eingeschätzt. lSchr gutl bei den Sozialdemokraten.) Er müßte da �deutend h ö b e r gehen, ganz ruhig bis auf 10 Proz. (Unruhe rechts.) Man schätzt doch auch den guten Christen tveniger nach seinen Worten als nach seinen Taten, oder man sollte es wenigstens. Also schätzen Sie auch den guten Patrioten mehr n seinen Taten ein.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Das unser Steucrprograuim und das wird in den großen Massen der Bevölkerung ein sehr kräftiges Echo finden. Wir verlangen eine Reichseinkommensteuer, eine ReichsvermögenSsteurr und eine Erhöhung der ErbschaftS- steuer. Nach Herrn v. Rheinbaben und Herrn v. Stengel ist die Erbschaftssteuer kein« direkte St«uer. Tab höre ich im Reichstage zum ersten Male, und wenn die Herren versuchen toostten, auf diese Idee ein Patent zu nehmen, so würde es ihnen rundweg ab- geschlagen werden-(Heiterkeit.) Alle wissenschaftlichen Autori- täten sind darin einig, daß die Erbschaftssteuer eine direkte Steuer ist. Wer das Gegenteil behauptet, wird in größter Verlegenheit sein. Und das sind Sie auch; denn da Sie einmal hier den ersten Schritt getan hoben, müssen Sie auch weiter gehen. Sie berufen sich auf andere Staaten, sogar auf Republiken. Ach, meine Herren, wenn sich jemand auf eine bürgerliche Republik beruft, so macht er bei mir damit gar keinen Eindruck. Ich habe in Stuttgart er- klärt, wenn ich zu wählen hätte, ob wir in Teutschland eine Mon- archie wie die englische oder eine Republik wie die französische haben wollten, so lvüvde ich mich höchstwahrscheinlich für England erklären.(Heiterkeit.) Die Republik ans» ch ist ein leerer Schall. (Hört! Hört! rechts.) Möge der Reichskanzler, der uns immer unsere republikanische Gesinnung vorhält, dafür sorgen, daß wir eine englische Monarchie bekommen, allerdings etwas freisinniger (Heiterkeit), dann wollen wir einmal sehen. In Deutschland haben wir drei»Republiken": Hamburg, Bremen und Lübeck; sie sind aber auch danach, ich d a n k e für die Sorte.(Heiterkeit.) Die Ausgaben für Militär und Flotte betragen mit den Zinsen der Reichsschuld, soweit sie für militärische Zwecke ausgenommen ist, in diesem Jahre eine Summe von 1S17 Millionen. (Hört! hört?) Eine ganz kolossale Summe! Sic wird noch be- deutend verstärkt werden durch die neue Flottcnvorlaae, aus die ich bei der Dpezialdebatte zurückkomnien werde. Wir haben Aus- sicht, daß von 1907 bis 1917 die Ausgaben für die Jlotte, wenn die neue Vorlage— wie wohl selbstverständlich— angenommen wird, sich auf 97» Millionen belaufen werden, d. b. jährlich durchschnittlich auf etwa 90 Millionen.(Hört! hört?) Vielleicht vergehen keine drei oder vier Jahre, und eine dritte Flottenvorlage kommt. Ich möchte jede Wette darauf eingehen.(Heiterkeit.) DaZ liegt in der Natur der Sache: es treibt immer weiter nicht nur bei uns, sondern auch anderwärts. Wir werden auch ein neues Quin- quennat für die Armee bekommen, die Ausgaben werden auch dort gewaltig wachsen. Wie sich in den letzten fünf Jahren vie Schuldenlast des Reiches von 2700 Millionen auf 4009 Millionen gesteigert hat, wird es in den nächsten Jahren weitergehen, so daß Sie nicht imstande sind, aus den, Stcuerwegc alle die gewaltigen Summen aufzubringen. Da entsteht die natürliche Frage: Wenn Sie bereits in Friedenözeiten so wirtschaften, fortgesetzt Schulden auf- nehmen und alle Steuerqucllen aufmachen bis zur letzten, wo sind dann die Mittel im Falle eine? Krieges?—(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten�) Tie Haager Friedenskonferenz hat allerdings einige Beschlüsse herbeigeführt, betreffend die Hu- manisierung des Seekrieges. Ganz nett! Trotzdem find wir uns wohl darüber einig, daß ein künftiger Krieg kostspieliger und furch- terlicher wird als jeder frühere. Und waS geschah mitten in den Tagen der Konferenz? Den Herren Vertretern wurde eS dabei langweilig! Zur selben Zeit fand eine der vielen Zusammenkünfte statt zwischen den Königen, Kaisern und Ministern und Fürsten allerart. Ich weiß mich nicht eines Jahres zu erinnern, wo so viele Fürsten- und Mtnistcrbegegnungen stattgefunden haben wie in diesem Jahre. Die Herren sind durcheinander gehuselt wie ein Ameisenhaufen, in den man hineinsticht. So begann der April mit einer Zusammenkunft des Reichskanzlers in Rapollo mit dem italienischen Minister des Neußeren, Tittoni, und es hat geendigt mit einer Zusammenkunft des deutschen Kaisers und deS Königs von England in Windsor. Stets wurde verkündigt: der Friede ist jetzt der Welt gesicherter als je!(Heiterkeit bei den Sozialdemo- kraten.) Das haben wir freilich schon seit einigen Jahrzehnten gehört, so daß man glauben müßte, wir befänden uns beständig im Zustande der Kriegsgefahr und daß, wenn die hohen Herren nicht zeitweilig zusammenkämen, unrettbar ein großer Krieg aus- brechen würde. Aber, meine Herren, bei manchen dieser Äegeg- „vngcn hat die deutsche offiziöse Presse sehr döse Urteile gefallt. Ich erinnere z. B. an die Begegnung in Gaeta u. a. und an die im Anschluß hieran zustande gekommenen Verträge. Da hieß cS stets »ohne Teutschland". Leider ist diese Tatsache wahr. Man hat ja gehofft, daß Windsor jetzt vielleicht eine Aenderung bringt, daß in Windsor z. B. für die Bogdadbahn allerlei Deutschland günstige Abmachungen ge- troffen wären. Es scheint nicht so, wenigstens wird das Gegenteil behauptet. Ich nehme an, daß der Herr Reichskanzler heute die Gelegenheit wahrnehmen wird, uns darüber aufzuklären. Er hat uns ja erklärt, er sei gern bereit, uns auf diesem Gebiete so weit wie möglich entgegen zu komme». Ich hoffe, daß er den Bchaup. tungen der Presse gegenübertritt, daß nichts geschehen sei. daß Teutschland im Gegenteil abgewiesen sei, daß man guasi zur Be- dingung gemacht habe— so heißt es in den Zeitungen—: man ließe mit sich reden, wenn man in bczug auf Marokko andere Seiten anschlage. ES wird behauptet ich habe von alledem keine Ahnung, ich weiß nickt, was davon wahr ist, möchte cs aber gerne wissen.---(Allseitige große Heiterkeit. Zurufe: Wir auch I) Dann habe ich mich ja nur zum Mundstück Ihrer Wünsche gemacht, dann seien Sic mir doch dantbar!(Erneute Heiterkeit. Rufe: Sind wir ja?) Was ist nun das Resultat der Haagcr Friedenskouserenz? Humaiiiiierung des Seekrieges und eine Rc- solution betreffend die Abrüstungsfrage. Mitten während dieser Tagung kommen der deutsche Kaiser und der König von England in Kassel zusammen. Kaum haben sie sich getrennt, so verkündet die offiziöse englische Presse, daß jetzt ein 4. Schiff vom Typ der „Drcadiiolkhgt" auf Stapel gelegt werde, weil die Verhandlungen über die Abrüstungen kein befriedigendes Resultat gehabt hätten! Und genau an dem Tage, wo der deutsche Kaiser von Windsor abreist, erscheint in Deutschland die neue Flottrnvorlagr.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun frage ich Sie in aller Welt: Ist diese Haagcr FriedenStonferenz nicht eine Komödie, wie sie nie je dagewesen ist?(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten und in der Mitte.) ES freut mich, daß Sie da drüben alle„Sehr richtig!" rufen. Wenn auch Herr d. Tirpitz mit den Zielen deS Flottenvcreinö nicht einverstanden ist, so doch aber mit dessen Vorarbeiten. Zum Flottcnverein gehören nun aber Höchste und Allerhöchste Herr. schaftcn, lauter sehr zahlungsfähige Herren, die ihren Patriotismus einmal bei der Flotte beweisen könnten. Es könnte vielleicht ein Extraflottenbudgct für Leute mit über 10 000 M. Einkommen an, gelegt iverden. Das würde die Herren wohl etwas zur Besinnung bringen. Als Belag für die gegen England gerichtete Spitze möchte ich noch an ein im Jahr« 1905 erschienenes Gedicht erinnern, das augenblicklich durch da« bekannte Kadcttengedicht verdrängt zu sein l-heint. Kenn in letzterem ftlbst schon Kadetten aufgefordert werden, auf die Sozialdemokraten hv schießen, wenn es zum Schießen kommt, so heißt es in jenem,»n einem Zwiegespräch eines Grenadiers und Seekadetten! „Du glaube wohl, wir«vürden die englischen Mucken Behutsam aus sicherer gerne begucken?... Wen» sich der John solch' Wagnis erfrecht, Dann kennt er die deutsche Marine schlecht!... Hinab in die See mit dem Kriegsknechtsgesindel, Dann hätten wir Ruh' vor dem Gentlemanschwindek. Ten dicken Eduard obendrein Heimsten wir uns als Geisel einl" (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten. Unruhe und Zurufe rechts.) Ter Dichter ist ein KreiSschulinspektor mit Namen Albert Kleinsckmidt in Gießen. Auch ein Jugendbildner der Nation! Ich will damit nur beweisen, wie gehetzt wird. DaS ist«S. was ich auf das schärfste verurteile. Ter Reichskanzler hat im vergangenen Frühling Andeutungen gemacht, nach denen man annehmen konnte, daß seiner Meinung nach etwas wie eine Kamarilla auch in Deutschland vorhanden sei. Gestern hat er daS auf dag cnt- schiedenste bestritten. Er hat dazu das gute Recht; wir haben aber auch das gute Recht, sein Bestreiten nicht für richtig zu halten. Die Frage der Kamarilla oder, was ungefähr dasselbe ist. der Hintcrtrepprnpslitik, ist in Teutschland nichts Neues; sie spielt bereits seit der Entstehung des Deutschen Reiches eine Rolle. Fortwährend klagte Fürst Bismarck über Friktionen(Reibungen) mit Kreisen,.die mit der Politik nichts zu tun hätten. Für den Mittelpunkt dieser Art der Hintertreppcnpolitik sah er eine sehr hche Dame an. Später, als die erste nicht mehr am Ruder war, wurde über eine andere sehr hohe Dame ähnliches ge- sagt. Fürst Bismarck äußerte sich: „Die Hintermänner, in doppeltem Sinne, umgeben den Kaiser und schließen ihn ab. Der Kaiser glaubt, daß niemand ihn beeinflußt.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) Für die amtlichen Berater trifft daZ zu. aber diese Menschen haben eine gegenseitige Lebensversicherung unter sich abgeschlossen und lassen nur zu, was ihnen paßt. Das schlimmste ist, daß solckc Leute immer die Meinung des regierenden Herrn haben.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Kaiser etwas sagt und sich umsieht, sieht er immer nur anbetende Gesichter auf sich gerichtet. Sie geben ihm immer recht und geben ihm so ein Gegengewicht gegen die Bergter, die ihm pflichtgemäß opponieren müssen..." Das ist doch die Schilderung einer Kamarilla.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Fürst Bismarck beschuldigt dieser Hintertrcppenpolitik hauptsächlich die Liebcnberger, denselben Eulenburg, der nun abgesägt worden ist und der im Bunde mit Hahnke. dem Chef des Militarkabinettv und der Militärpartei, den Sturz CapriviS Herbeiführte, wie Fürst Hohenlohe in seinen Me- moiercn erzählt. Ebenfalls nach Fürst Hohenlohes Memoicren hat der Fürst Eulenburg bei ihm zu erwirken gesucht, daß an Fürst Hatzfelds Stelle Freiherr v. Marschall Staatssekretär des Aus- wältigen würde. Ist das keine Hintertreppen, und kein« Ka- marillapolitik?— 8(18 Marschall gefallen war, dem man den Tauschprozeß gewaltig übelgenommen hatte,(Tausch, der Ver- traucnsmann des Fürsten Eulenburg, hatte moralisch bekanntlich sehr schlecht in dem Prozeß abgeschnitten) sollte an Marschalls Stell« der jetzige Reichskanzler und damalige Botschafter in Rom treten. Horden erzählte darüber in seinem Prozeß. Zurufe rechts: „Lanatvesligl") Wenn Ihnen die Sacke langweilig ist, gehen Sie doch hinaus!(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Herr v Bülow befand sich in Rom sehr wohl, und seine Frau Gemahlin. die bekanntlich eine Italienerin ist. ebenfalls. Sie war also da- gegen, daß ihr Gemahl Staatssekretär in Berlin wurde. Um nun ihren Willen durchzusetzen reiste sie keineswegs nach Berlin, son- dern nach Wien, nämlich zum Fürsten Eulenburg, und sagt« ihm: „Hören Sie, wir mögen von Rom nicht weg!"„Ja," sagte er. Bernhard muh nach Berlin". (Schallende Heiterkeit.) So kam Bülow nach Berlin.(Heiterkeit.) Nach ein paar Jahren schienen die Liebcnberger mit Herrn von Bülow nicht mehr zufrieden zu sein. E« wird behauptet, daß diese Wühlarbeit dicht daran war, Erfolg zu haben, indem sie dem Fürsten sein Verhältnis zum Zentrum zum Vorwurf machte. Da erfolgte der Krach mit dem Zentrum, da erfolgte die Auflösung des Reichstags, obfchon gestern dieser Zusammenhang hier entschieden bestritten worden ist und man den Bruch mit dem Zentrum anders zu erklären suchte. Aber Streitfragen, wie sie im letzten November gespielt baben, haben früher in noch viel größerem Maß". gespielt und sind schließlich immer noch beglichen worden. Auch diesmal wäre sicher zwischen zweiter und dritter Lesung eine Ver- ständigung erzielt worden. Eigentlich war es ja eine ganz unwichtige Streitfrage. Wegen der lumpigen 9 Millionen löst man doch den Reichstag nicht auf, und der Zusammenstoß mit dem neuen Staatssekretär, dem Herrn von Dernburg(Zurufe bei den Sozial- dcmokraten: DaS„von" kommt noch! Große Heiterkeit.) war auch nicht so schlimm, �m Anfang des ZwisteS stand der Chorus der Freisinnigen auf Seite des Zentrums— siehe die Reden des Herrn Ablaß—, plötzlich aber schwenkte er um und stellte sich auf die Seite der Regierung. Also, meine Herren, das waren alles keine Gründe, aber man mußte um jeden Preis Gründe schaffen.(Sehr richtig! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Da gab denn der Streit der Herren Roeren und Dernburg willkommene Ver» anlassung. den Krieg vom Zaune zu brechen und verschiedene Fliegen mit einem Schlage zu treffen. Ucbcr die Art dcö Wahl- kampfeS will ich mich hier nicht auslassen. DaS habe ich früher getan. Jedenfalls steht es fest, daß ein solcher Zustand der Dinge für Deutschland außerordentlich beschämend ist, daß eine solche Kamarillen- und Hintertrcppenpolitik in einem parlamcnta- r i s ch regierten Lande nicht möglich ist. Der Reichskanzler weiß ja gar nicht, ob er morgen noch auf dem Stuhle»tzt. Er muß seine Augen vor» und hinten haben.(Große Heiterkeit.) Stets und ständig muß er überlegen, ob er irgendwo anstößt. Kurzum, eine höchst unbehagliche Situation! Und nun gar die allerhöchste Person. Der Herr Reichskanzler freilich hat in einem Interview erzählt, an der ganzen Geschichte sei kein wahres Wort. Er wird natürlich das Gegenteil nicht sagen, daS kann man nicht verlangen. (Heiterkeit.) UebrigenS sind uns solche Interviews bedenklich. WaS aber jeder davon halten will, muß er selbst wissen. Tic hohen Herren, die auf solche Weise umsponnen und cingegattert werden, ivisscn gar nicht, daß sie umsponnen und cingegattert werden. Die, die ihn umspinnen und cingattern, bringen ihm den Glauben bei, daß er alles weiß und alles kann und alles will, mit einem Wort, allmächtig ist. ES gibt sehr wenig Menschen, die dem widerstehen können, am allerwenigsten die, die so selbstbewußt glauben, daß sie alles wissen, alles können, allcS wollen.(Sehr richtigl bei den Sozialdemokraten.) Bei den Prozessen sind sehr unangenehme Dinge sexueller Art zutage gekommen und in breitester Weise erörtert worden. Ich habe 1901 bereits in einer ausführlichen Weise auf diese Dinge hin- gewiesen. Zur großen Ucbcrraschung der Mehrheit des Hauscö iihrte ich damals aus, daß, wenn alle hur Verantwortung gezogen würden, die gegen§ 175 verstoßen, zwei neue Gefängnisse Iton der Größe Plötzcnsecs nicht ausreichten, um sie unterzubringen.(Hört! hört! links.) Ich habe ausgeführt, daß sich darunter Personen aus den höchsten Gesellschaftskreisen befinden und daß, wenn die Polizei pflichtgemäß die Herren, die sie kennt, zur Anklage brächte, ein Skandal entstehen würde, gegen den der Panamaskandal, der Drcyfußskandal. der Tauschprozeß und alle anderen ein wahres Kinderspiel wären. Ich habe damals erklärt, daß dabei alle Stände des Reiches beteiligt seien. Tarauf wurde eine Kommission eingesetzt, auf die hier gestern hingewiesen wurde. Die Kommission beschloß, auf meinen?lntrag den Polizcibcamten zu vernehmen, der diesem Ressort vorsteht. An Stelle deS Herrn von Mecrscheidt- Hüllesem kam ein Graf Pücklcr. Ich wiederholte ihm alle meine Angaben, bemerkte ihm übrigens, daß cS sich nicht nur um Männer handelt, sondern auch um Frauen. Nur daß auf die Fraucn der Paragraph nicht zutrifft. Zwei Prozent, wenn nicht mehr, aller Männer sind geborene Homosexuelle.(Hört! hört!» Ter Graf v. Pücklcr erklärte, daß er alles dies bestätigen müsse.(Hört! hört!) Er bestätigte, daß hohe Fremde, wenn sie nach Berlin kommen, sich die Räume als Sehenswürdigkeit ansehen, in denen diese Männerwelt zusammenkommt und verkehrt. Der Nationallibcralc Herr Kruse erklärte ausdrücklich: Kollege Bebel hat nicht übertrieben, er hat noch zu wenig gesagt, das sage ich ihm als Arzt in meiner Stellung in Norderney.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ——. Man hat bestritten, daß ganze Regimenter verseucht seien, warum wurde denn verboten, daß in Potsdam die Mann- schaft fernerhin in weiße» Lederhoscn und Kanonenstiefcln aus- gehe? Und da tritt der Regimentskommandeur der Garde-du-Corps auf und sagt, ihm sei das alle« unbekannt! Mir sind die Dinge gar nicht neu gewesen. Eins nur habe ick mit Schrecken gesehen, daß inittlerweile das Uebcl noch ganz gewaltig schlimmer geworden ist. Es ist dahin gekommen, daß die Subjekte, die sich als männliche Prostituierte verkaufen, nicht etwa die Polizei fürchten, sou- dern vielmehr die Polizei fürchtet sie!(Hort! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bei der Polizei sind die Namen der aktiven und passiven Pädcrastcn eingetragen sowie auch die Namen der Erpresser. Offiziere, Unteroffiziere und Gemeine sind verurteilt worden. Adlige Offiziere in den Tod gegangen, um den Erpressern zu entgehen. Das weiß auch der Kriegsminister. Durch Ver- tuschen verschlimmert man die Sache. Di« männlichen Prostituierten schreien adlige Namen, Namen von Prinzen des Königshauses aus, in der Nahe der Kranzlerccke, Unter den Linden. Die Polizei muß sich sagen: Wenn ich die anklage, dann komme» die Kerle und schwatzen cs aus! WaS soll nun die Welt dazu sagen, wenn eine Reihe der„Edelsten und Besten der Nation", die mit souveräner Verachtung auf uns Sozialdemokraten herabsehen, die das Volk nur ansehen als Mittel zum Zweck, wenn ein« große Reihe dieser Leute an den Pranger gestellt wird? WaS muß das im Volke für einen Eindruck machen? Daher unterbricht die Polizei diese Prozesse mit aller Gewalt. Sic darf die Dinge nicht ans Tageslicht kommen lassen, auch wenn die Gerichtsverhandlung hinter verschlossenen Türen stattfindet. Vielleicht würde nicht alles bekannt, aber doch die Namen der Persönlichkeiten, und das soll um jeden Preis vermieden werden. Ter Reichskanzler meinte gestern, das alles sei noch kein Zeichen der Fäulnis der bürgerlichen Gesellschaft. Ich will daS bis zu einer gewissen Grenze zugeben. WaS wir hier in sehr aus- gedehntem Maße haben uno beklagen, hat einstmals in Griechen- land existiert; spricht man doch von„griechischer Liebe", wie man die entsprechende Erscheinung beim weiblichen Geschlecht ..lcsbische Liebe" nennt. Wir haben griechische und leSbische Liebe im Deutschen Reiche, nur kein perikleisches Zeitalter,(«ehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aber cs ist nötig, darüber zu sprechen. Ich habe mich im höchsten Grade gewundert, daß der Reichskanzler nicht, bevor er gestern seine Erklärung abgab, die Sachverständigen der Polizei zu sich kommen ließ, Herrn v. TreSkow und ähnliche Leute, und sie ersuchte, ihm ihre Dossiers vorzulegen. Er würde erstaunt sein über daS, was er erfahren hätte. Er selbst hat in dem Prozeß, in den er schändlicherweisc gerissen wurde, erklärt ihm sei manches über den Fürsten Eulenburg zu Ohren gekommen, aber nicht so, daß er hätte zufassen können. Auch ich lasse den Fürsten Eulenburg zunächst aus dem Spiel, ober auch andere Herren aus der Hofgesellschaft sind betroffen, ich erinnere an die Grafen v. L y n a r. v. Hohoyau usw. Auch eine ganze Reibe anderer Herren— ich kann gelegentlich mit mehr dienen— ist hier beteiligt. Dem Reichskanzler kann doch nicht unbekannt sein, daß etwas vorlag; denn die Herren sind auf Grund von Anklagen aus dem Militärvcrhältnis entlassen worden, nur hat man sie noch mit Pension entlassen. (Lebhaste Rufe: Hört? hört!) und keine Anklage aus§ 175 erhoben, ja, sie nicht einmal vor ein Ehrengericht gestellt. DaS ist das Charakteristische, wie bei unö mit zweierlei Maß gemessen wird. oben und unten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Zwischenrufe de« Abgeordneten Mugdan.) Herr Mugdan, wenn Arbeiter gefaßt werden, die werden angeklagti(Lebhafte Zu» stimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich will nur sagen, man soll sich hier nicht hinstellen und leugnen, was nicht zu leugnen ist. Hier muß endlich mit dem Eisen, mit dem glühenden Eisen vorgegangen und ausgebrannt werden,(Bravo! bei den Sozial» demokraten) und gezen jeden.(Zuruf links: Sie sind doch gegen§ 175!) Gewiß, der 8 175 ist nach meiner Ansicht auch unhaltbar.(Erneuter Zuruf des Abgeordneten Heckscher.) Herr Kollege Heckscher, an dem Tage, an dem der 8 175 zur Beratung kommt, finden Sie mich auf dem Posten, da werde ich Ihnen ein ganz anderes Material vorlegen. Man muß unterscheiden zwischen den Leuten, die die Anlage von der Natur haben und denen, die sie erworben haben. Das sind eigentlich mehr, und das sind die schlimmeren. Aber Sie haben gar keine Ahnung, wieviel respektable, ehrenwerte und brave Männer in höchsten Stellungen Jahr für Jahr in den Selbstmord getrieben werden, die einen aus Scham, auS Furcht, die anderen aus Angst vor dem Erpresser. Ich verlange nur, daß hier einmal gründlich aufgeräumt wird, daß jeder, der sich schuldig macht, verfolgt wird. Wenn Sie das tun. werden Sie notwendigerweise dazu kommen, sich zu fragen: Kann unter solchen Umständen der 8 175 bestehen bleiben?— Während auf diesem Gebiete mit der größten Schonung gegen hohe und höchste Herren vorgegangen wird, während aus diesen und vielen anderen Gründen der 8 175 des St.-G.-B. unhaltbar gfc. worden ist, hat sich herausgestellt, daß der% 86 eine der festesten Stützen de« Deutschen Reiches ist, ohne den es gar nicht existieren kann.§ 8S bestrast die Borvercitung zum Hochverrat. Mein Parteigenosse Liebknecht hat bekanntlich eine Broschüre geschrieben:„Militarismus und Antimilitarismus", worauf er an» geklagt und verurteilt worden ist. 8 50 handelt nicht von H and» tun gen. sondern von Meinungen: Meinungen sollen be» straft werden können, die»ach Ansicht des Richters vielleicht später einmal zu Taten führen könnten l Mein verstorbener Freund Liebknecht und ich sind vor 35 Jahren auf diesen Paragraphen hin verurteilt worden, weil wir„vorbereitende Hand- tun gen" gegen das Deutsche Reich, auf Hochverrat gerichtet. unternommen haben sollen. Wie Sie sehen, steht das Deutsche Reich heute noch. Nun ist der Sohn deS Alten ebenfalls unter 8ln- klage gekommen wegen einer Broschüre, von der jeder, der sie kennen gelernt hat, sich sagen muß, daß es eigentlich ganz undenkbar fei. wie er wegen einer solchen Broschüre angeklagt werden konnte. Ter 8 50 schafft nur Tcndenzprozessc, nichts anderes. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb ist er so ge- fährlich und bedenklich. Wir wissen freilich, der Militarismus ist ein Kräutlein Rührmichnichtan. Soweit kann man doch aber nicht gehen, daß eine ernsthafte Kritik am Militarismus verboten werden soll! Ter Prozeß Liebknecht war der Prozeß deS allerhöchsten Kricgshcr�.(Sehr richtig? bei den Sozialdemokraten.) Von jener Seite ist der Prozeß verlangt worden.(Erneute lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Von jener Seite hat man gemeint, es müßte auf das schärfste da. gegen vorgegangen werden, daß so ein Buch wie daS Liebknecktsche verbreitet würde; daraus erwüchsen dem Militarismus Gefahren. Es gebt auch die Fama, daß der Obcrreicksanwalt sich g e w c i g e r t habe, die Anklage zu erheben, daß er aber gemußt habe und daß die Anklage hier im Kriegsministerium ausgearbeitet ist. Nur so erklärt es sich auch, wie cö dazu kommen konnte, Lieb» knecht der„Ehrlosigkeit" zu bezichtigen und Zuchthaus gegen ihn zu beantragen. ES war mir sehr angenehm, daß Bassermann gestern dieS aufs schärfste verurteilt bat. Ja, ich habe die moralische Ueberzeugung, daß es nickt die wirkliche Absicht des ReichSanwaltS gewesen ist, daß er Zuchthaus beantragt bat. Er mußte es be- antragen, das wurde von anderer Stelle verlangt gegen die Ueberzeugung des ManneS.(Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Tr. Paasche: Ich möchte bitten, einem der obersten Beamten nicht solche Vorwürfe zu machend flCBfl. Nebel /ftrtfaHrent»): Ich beNaqe das ja mit dem Kollegen Bajsermann. Ein Staatsanwalt mutz seinen Vorgesetzten folgen, er ist V e r wa l t u n g s be a m t c r. Liebknecht ist schlictzlich zu l'/st Jahren Festung verurteilt worden. Wenn das aber geschehen kennte, dann gibt es in Teutschland keinen entschiedenen Opposi- tionsmann, dem man nicht mit demselben Rechte wie Liebknecht den Prozctz wegen„Vorbereitung zun» Hochverrat" machen könnte. sLebhaftc Zustimmung bei den«ozialdemokraten.) Tos ist das Allertraurigste bei der Sache, lind noch ein anderes: Der Singe» klagte, der vor den höchsten deutschen Gerichtshof tommt, ist «nindeven Rechtes als jeder andere. Ein Mörder, der schwerste Ver- breche r. hat zwei Instanzen, kleinere Vergehen möglicherweise drei. Ter des Hochverrats und Landesverrats Slngcklagte hat nur eine Instanz! Tos ist das autzerordentlich Bedenkliche.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ein gehlspruch ivie im Falle Liebknecht kann nicht mehr gut gemacht werden, damit ist das Sln- sehen des höchsten deutschen Gerichtshofes unfehlbar herabgesetzt. tSehr richtig! bei den Sozialdcmoiraten.)— Und dann ein«nderer Punkt: Liebknecht, heute verurteilt, bekommt nach drei Tagen die Slufforderung, seine Haft anzutreten binnen vier Tagen. Wann hat aber Liebknecht das Urteil bekommen? Nicht nach drei Tagen, nicht bis zu seinem Saftantritt, mehr alS drei Wochen hat es. in Widerspruch mit dem Gesetz, gedauert.(Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Was soll man von einem obersten Gerichts- hos sagen, der so verfährt? Und nunmehr ein GegenstM: Der Geheim« Kriegsrat Romen hat die Anklage gemacht. Dieser VZomen hat einen Bruder, der wegen schwerer Verleumdung in einem kleinen Städtchen am Rhein zu einem Jahre Gefängnis ver- urteilt worden ist. Slber die Haft braucht dieser Romen nicht an- zutreten! Nach einiger Zeit wird das eine Jahr Gefängnis, das er wegen schwerer Verleumdung des Bürgermeisters erhalten hatte, in ein Jahr Festung umgewandelt(Hört! Hört! bei den Sozial- demokraten) und dann dauert es ewig, bis er die milde Strafe an- zutreten braucht, da muh erst die Presse darauf aufmerksam machen, daß Herr Romen, der Bruder des Geh. Kriegsrat Romen, als freier Mann herumläuft.— Zweifellos ist hier wieder einmal mit zweierlei Matz gemessen worden.(Sehr richtig! bei den Sozial» demokraten.) Nun noch ein kurzes Wort über die Sozialpolitik. Graf Pofadowsky ist gestürzt worden, weil die Herren Scharf- mchcr ihn nicht mehr wollten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Als er in» Amt trat, warmer gegen die Ar- bcitcrklasse sehr animos. Ich erinnere an den Streikerlatz, an die 12 000 Mark-Afsärc. Aber mit den Jahren bekam Graf Posa» dowsky andere Ansichten. Als er sich in die Materie versenkte, zu deren Bearbeitung er ins Stmt gesetzt war, da ging ihm eine neue Welt auf, da sah er die Verhältnisse der Arbeitcrwelt ganz anders an, und als ehrlicher Mann lieh er sein» alte lloberzeugung im Stich. Als er die Novelle zum Jnvalidcngesetz einbrachte, machten ihm die Scharfmacher, die ihm anfangs zugejubelt hatten, bereits den Vorwurf, er. sei ein Werkzeug der Sozialdemokratie.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nun, meine Herren, Minister und Werkzeug der Sozialdemokratie— eine größere Verrücktheit gibt es nicht«Heiterkeit), aber auch keine grötzere Diskreditierung für einen solchen Mann an der entscheidenden Stelle. Wir haben fast alle Gesetze des Grafen Pofadowsky abgelehnt, weil sie nicht weit genug gingen, wir babcn uns mit ihm in keiner Weife gut gc- standen; aber das eine kann ich sagen: Den ehrlichen Willen hat er gehabt. Ja. wäre er als Minister ein wirklich freier Mann ge. wejen, so wären, glaube ich, alle seine Gesetze besser ausgefallen, als sie ausgefallen sind. War es doch auch Graf Pofadowsky, der hier im Reichstage erklärte: Bei der Sluflösung hätte der Reichskanzler seine politische Existenz riskiert. Ja, so etwas wird nicht vergessen, und so ist denn Graf Pofadowsky im Orkus verschwunden, und an seine Stelle ist Herr v. Bethmann.Hollweg getreten. Ich weih nicht, wie lange er den Herren dort oben genehm sein wird, die ja schon mehr als einen Minister gestürzt haben. Hat doch Herr Bueck, der Generalsekretär des Zentralverbandcs. als Herr v. Berlepsch gefallen war, geschrieben: Nun, daß w i r Herrn v. Berlepsch hinab- «gedrückt haben, das freut mich!— Gleich nach dem Sturze des Grafen Pofadowsky versicherten die Offiziösen, datz jetzt in der Sozialpolitik ein anderer Kurs eingeschlagen werden würde. Graf PosadowSky war in den letzten Jahren bei den Herren vom Zcntralverband in Verruf— ich will den bekannten studentischen Ausdruck hier nicht gebrauchen(Heiter- kcit), und so mutzte ein anderer heran. Nun feiert der Minister Delbrück bereits wieder das Vertrauen, das zwischen Zentralver- band und Regierung herrsche, und eine Hand wäscht wieder die andere. Der Zentralverband hat sich ja auch bei dem Herrn Reichs. kanzler in eine ganz angenehme Stellung zu setzen gewutzt. Die 12 000 M., die Graf PosadowSky nahm, hat er getadelt. Als aber die Börse und die Großindustrie 600 000 M. zum Wahlfond« des Reichskanzler» gaben, da war er mit ihnen ein Herz und eine Seele. Der Reichs- kanzler hat jetzt den Herren telegraphisch geantwortet: er freue sich, daß sie bereit seien, weitere Opfer auf sich zu nehmen bezüglich der SlrbeUcrversicherung. Ja, aber auf Kosten der Arbeiter, auf Kosten der Freiheit, Unabhängigkeit und des Selbstverwaltung«- rechts der Arbeiter. Dies haben selbst die Christlichen eingesehen. Sie haben schärfere Klage geführt, al« sie je von den Sozialdemo- traten erhoben ist. Uno jetzt kommen Sie mit einem Vereinsgesetz. nach dem die fremden Arbeiter in deutscher Sprache reden sollen! Damit ist diesen jegliche Möglichkeit der Organisation entzogen. Organisieren sie sich trotzdem, so kommt die Polizei und weist sie aus. Meine Herren? Ich habe Ihre Geduld so lange schon in Sin- spruch genommen, datz ich auf die AuvwrisungspraTi», die Kolonien, die Drriklaffenfchmach in Preußen, den«utomobilunfug, der immer kcaffere Formen annimmt, sowie auf noch viele andere Mitzstände heute nicht mehr eingehen will. Auf alle diese Dinge werde ich bei den verschiedenen Etats zu sprechen kommen. Sie haben ein gutes Programm aufzuarbeiten. Arbeiten Sie es nicht auf oder in entgegengesetztem Sinne, so arbeiten Sie nur für uns. (Lebhafter, wiederholter Beifall bei den Sozialdemokraten.) KriegSministcr v. Einem: Herr Bebel ist falsch unterrichtet. Nicht vom Krlcgsministerium ist die Anklageschrift gegen Liebknecht verfatzt worden. Herr Romen hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.— In anderer Beziehung hat Herr Bebel allerdings recht. Das, wovon er sprach, ist in den letzten Jahren furchtbar gewachsen.(Hört! hört!) Hier in Berlin erwehren sich die� Soldaten nur mit Mühe der Slngriffe jener Buben.(Hört! hört!) Darauf bezog sich auch wohl, was Horden von der„Verseuchung ganzer Kavallerieregimenter" sprach. Früher habe ich mich nicht mit diesen Dingen beschäftigt, weil sie mir fern lagen und nur ekelhaft waren. Ich habe aber Veranlassung nehmen müssen, mich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Und da habe ich denn z. B. aus Moll erfahren, datz sich die Männer, die mit dieser Leidenschaft begabt sind, mit Vorliebe die kraftvollsten Männer- gestalten. Lastkutschcr, Bierlutscher(Grotze Heiterkeit) und auch Soldaten aussuchen. Es mutz mit eisernem Besen ausgekehrt werden. Ich scheue mich vor keinem Skandal, auch wenn er die Armes betrifft.(Lebhaftes Bravo!) Ich erkenne an. datz Herr Bebel in ruhiger, sachlicher, dezenter Weise das heikle Thema bc- handelt hat. Das bekannte Verbot, mit weißen Hosen auszugehen, ist nicht etwa erst bor kurzem, sondern schon vor längerer Zeit erlassen. Ich komme jetzt speziell »um Moltke-Harden-Prozeß. S Es steht fest, datz die vielgenannte Potsdamer Villa auf keinen 'all ein„Freudenhaus" gewesen ist, datz die Orgien nicht gewöhn- eilsmäßig gefeiert worden sind; wäre das der Fall gewesen, so hatten die Frau d«S Hauses, die Dienstboten usw. davon wiffen muffen, wa» bekanntlich nicht zutrifft. SS steht fest, baß Graf Moltke und Fürst Eulcnburg nicht in der Villa gewesen sind', nicht aber steht fest, datz die Grafen Lynar und Hohenau an den gc- nannten Orgien teilgenommen haben. Zunächst ist nur ein einziger Velastungszeuge vorhanden: Bollhardt. Graf Lynar ist verab- schiedet worden, weil er versucht hat. einen Burschen unzüchtig zu berühren. Weiter ist nichts geschehen: der§ 175 tommt nicht in Frage. Taraufhin ist die Veravschiedung mit Pension erfolgt. Man soll nicht vergessen, datz dem Vergehen eine fünfundzwanzig- jährige gute und, wie man bis jetzt glariben mußte, untadclhafte Führung gegenüberstand. Weiteres festzustellen mutz dem Gerichts- verfahren überlassen bleiben. Nun zu den Fällen Graf Eulenburg und Moltke. Tie Artikel in der„Zukunft" zielten bekanntlich dahin, dem Fürsten Eulcnburg und dein Grafen Moltke Betätigung Homo- sexueller Neigung oder mindestens homosexuelles Empfinden vorzuwerfen. Die Slrtikel veranlätztcn den Chef des Militär- kabinctts zu Nachforschungen. Das Resultat dieser Nachforschungen war, datz nichts vorlag, was bei Sr. Majestät zu einem Vortrage hätte führen können. Also unterblieb der Vortrag. Es wurde von Harden behauptet, datz die beiden MoltkeS, der Generalstads- chcf und der Stadtkommandant, dem Fürsten Eulenburg ihre Stellen verdankten. Fürst Eulenburg hat mit der Besetzung dieser Stellen gerade soviel zu tun wie Herr Harden, nämlich nichts.(Heiterkeit.) Erst>n einem ganz späten Slrtikel der Sache tauchte der Name des Grafen Hohenau auf.— Tie Sleutzc- rung über Moltke war nach meiner Meinung unbedingt beleidigend und konnte diesen Charakter auch nicht durch die harmlose Deutung verlieren, die Harden nachträglich gab.— In einer Unterredung mit dem General v. Plesscn erklärte sich der immer von Harden nur nebenbei erwähnte Graf Hohenau solidarisch mit dem Grafen Kuno Mottle, der bekanntlich jede homosexuelle Betätigung oder auch nur Neigung abgeleugnet hat.— Sc. Majestät bat sich von dem Grafen Kuno Mottle getrennt, um ihm Gelegenheit zu geben, sich durch einen Prozetz zu reinigen— mit der Slbsicht vielleicht, ihn wieder zu verwenden, wenn er sich gc- reinigt hat.— Das ehrengerichtliche Verfahren gegen den Grafen Hohenau ist noch nicht eingeleitet; das läuft aber nicht fort. Ich habe mich erkundigt, ob gegen den Grafen Hohenau etwas vor- läge: es wurde mir erklärt, vor langen Jahren habe einmal ein Verdacht geschwebt, cS fei aber nichts bewiesen und er. Hohenau, stände rein da.— Wie viel wird nicht geklatscht! Wie auch Prozesse solcher Art auszulaufen pflegen, bestehen bleibt immer die Tatsache, datz wieder einmal Menschen die Ehre von Mit- menschen durch die Zähne gezogen haben.— Ich mutz CS ablehnen. meine Kenntnisse aus Berliner Kneipen, aus Getratsch und Gcraune zu ziehen: ich habe aber stets, wen» man mir mit bc- stimmten Behauptungen kam. präzise Untersuchungen angestellt.— Ich habe die genauesten Erkundigungen eingezogen, habe noch beute vormittag mit meinen beiven Sldjutanten konferiert, die lange Zeit in Potsdam gestanden haben, und sie haben mir erklärt: nichts, rein gar nichts ist ihnen von diesen Dingen zu Ohren gc- kommen! So steht es also mit HardenS und anderer Leute Be- hauptung. datz es sich um Dinge handelt, die jedermann kenne, die von den Spatzen von den Dächern gepfiffen seien. Wie will man mich verantwortlich machen dafür, daß Homosexuelle— angc- nommen, daß sie es sind— in die Nähe Seiner Majestät kommen? Krank, verruckt müßte doch der sein, der solche Männer mit Be- w u tz t s e i n in die Skähe Sr. Majestät bringen würde! Ist c» denn den Leuten auf der Stirne zu lesen, ob sie homosexuell oder heterosexuell sind? Es gibt ja Leute, die behaupten, das zu können; ich bekenne, cö nicht zu können. Ich habe jahrelang sehr freundschaftlich mit dem Grafen Moltke verkehrt, ich habe nichts an ihm gemerkt, ich habe ihn als einen sehr liebens- würdigen, vielleicht etwas zu liebenswürdigen(Heiterkeit) Mann kennen gelernt, als einen ausgezeichneten Mufilkenner, beliebt bei seinen Untergebenen. Des Grafen Hohenau glückliches Ehelebcn wird überall gepriesen; Graf Lhnar genoß des besten Rufes» so datz der RcgimentSkommandant den Kronprinzen seiner Sckwadron zuwies.— Angenommen— noch nicht zugegeben— datz die beiden Grafen(Lynar und Hohenau) homosexuell sind: wie kann man daraus einen Schluß auf das gmize Offizierkorps ziehen? Wie kann man es wagen, der Umgebung Sr. Majestät Homosexualität vorzuwerfen? Man hört von weiteren Enthüllungen, die der neue Prozetz bringen würde. Wir fürchten Herrn Harden nicht! Mögen die Vcrsckuldungen Einzelner an den Tag kommen. Die Armee an sich ist gesund. Ungesunde Elemente scheidet sie aus!(Bravo!) ES gibt eine Richtung, die die Gleichberechtigung der Homo- scxualität verlangt und für diese Unglücklichen Anerkennung fordert. Ich mische mich nicht in den wissenschaftlichen Streit ein. Für mich sind die mit dieser Neigung Behafteten ekelhaft.(Zuruf bei den Antisemiten: Schweine!) Daö aber erkläre ich: In der Armee ist für Homosexuelle kein Platz. Möge jeder etwa mit dieser unglücklichen Neigung behaftete Offizier seinen Abschied nehmen, sonst wird er vernichtet.(Lebhaftes Bravo! bei dem Block und bei dem Zentrum.) Abg. Fürst Hatzfeld«(Rpt.)(bei der Unruhe des Hauses auf der Tribüne fast unverständlich) bespricht die Finanzlage dcS Reiches. Reichskanzler Fürst Bülow: Ich mutz mich gegen die persönliche Bemerkung wenden, die der Abgeordnete Spahn am Schlüsse der vorigen Sitzung machte. ES ist ihm nicht gelungen, meinen Vorwurf zu widerlegen, datz er hier das Kamarillagcrede vorgebracht hat. Ueber Kamarillen habe ich gestern das Notivendige gesagt.— Ueber Blockpolitik und über- Haupt innere Politik werde ich. sei eS morgen, sei es am Montag sprechen. Hier nur einige Bemerkungen über auswärtige Politik. In Marokko haben sich Vorgänge ereignet, die Frankreich und Spanien zum Einschreiten bewogen haben. Die beiden Mächte haben Deutsch. land in loyaler Weise Mitteilung von ihrem Vorhaben gemacht. Die Pflichten der Neutralität, die uns die Algeeiras-Note auferlegt, nötigen mich. mit aller Reserve u sprechen. weShalb ich auch an dieser Stelle unterlasse, auf Einzel- eiten des französischen Borgrhens in Eafablanca einzugehen. Ich habe mich entschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung des HauseS, 250 000 M. als erste Rate zur Entschädigung der geschädigten Deutschen zur Verfügung zu stellen.(Bravo I rechts.) Das ist nur provisorisch. Die cndgültiige Regelung wird inter- national sein. Die Borgänge in Eafablanca haben den Gedanken der enro- päischen Polizeitruppe in Marokko wieder in Fluß gebracht. In- zwischen ist dort ein Stillstand eingetreten. Die Grundlage des friedlichen Zustandcs, der sich hoffentlich recht bald wieder herstellen wird, wird die AlgeciraS-Akte bilden. Bei dieser Gelegenheit will ich auf die Behauptung eingehen, die ich in der Presse gefunden habe: Teutschland hätte in den letzten Jahren zweimal am Vorabend eines Kriege? gestanden: im Jahre 1S04 und nach der Reise des Kaisers nach Tanger. Um Marokko wären wir so wenig in den Krieg gegangen wie 1070 wegen der spanischen Thronfolgcfragc. Aber das eine wie das andere konnte zu einem Anlaß werden, der uns zwang, unser Ansehen, unsere Ehre und unsere Stellung in der Welt zu verteidigen. Soweit in der Marokkofrage solch Anlaß liegen konnte, ist er durch die Algcciras-Aktc besectigt worden. Unerfindlich aber ist mir, wie im Jahre 1904 ein Krieg hätte entstehen sollen, weil cS nicht zu einer Begegnung des deutschen Kaisers und des Präsidenten der französisichen Republik gekommen ist. ES ist tendenziös, glauben machen zu wollen, daß ein Krieg zwischen grohen Nationen anders entstehen könnte als wegen einer Frage, die ihre Lebensinteressen berührt. Ueber daS Abkommen zwischen Rußland und England wiederhole ich. waö ich im April gesagt habe: cS richtet keine Spitze gegen uns. Im übrigen halten wir es mit dem tapferen Schwaben: »Der tapfere Schwabe forcht' sich nit, geht seines WcgcS Schritt vor Schritt/''(Heiterkeit.)' Bei dieser Gelegenheit möchte ich dem englischen Volk den herzlichen Dank unseres Volkes sage» für die Aufnahme, die es dem deutschen Kaiscrpaar bereitet hat. (Bravo! rechts und bei den Nationalliberalcn.) Die Spannung zwischen Teutschland und England, die zu lange auf der Welt gelastet bat. beruhte das wird die Geschichte der letzteren Jahre einmal klar zeigen— auf einem gegenseitigen großen Mißver- ständuis.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Um cS zu brsei- tigen, dazu hat die öffentliche Meinung, haben wohlgesinnte Leute in beiden Ländern beigetragen. Datz sie nicht umsonst gcarbcilet haben, zeigte der dem Jrtaiser bereitete Empfang. In der Dcbajte ist auch der Antrag Hompesch berührt worden. Ich habe angeordnet, datz das Material über die auswärtige Politik dein Reichstag vorgelegt werde, soweit es mit dem nationalen Interesse verträglich ist. �(Lebhaftes Bravo!) In den nächsten Tagen wird dem Reichstag auch ein Weißbuch über die Haager Friebenskoiiferen» zugehen.(Lebhafte Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Mit dct dort geleisteten Slrbeit und dem Anteil Deutschlands daran können wir zufrieden sein. Noch ein Wort zu dem, Iva« Herr Bebel über Kamarilleix gesagt hat. Ich will nicht wiederholen, was ich gestern darüber gesagr habe, und ich will auch nicht zurückweisen, was Herr Bebel über die Motive der ReichstagSauflösung gesagt hat; denn ich habe c» gestern bereits wieder zum voraus widerlegt, und ich versiehe es ja auch, datz die nach der Auflösung erfolgte schwere Wahlniederlage dem Abg. Bebel noch schwer im Magen liegt. Slber einige schiefe Auffassungen des Herrn Bebel will ich richtig stellen. Er meinte, Kamarillen und ähnliche betrübende Erscheinungen kommen nur bei uns vor, aber nicht in parlamentarisch regierten Ländern und Republiken. Slch, du lieber Himmel!(Grotze Heiterkeit.) Ich habe lange Zeit in parlamentarisch regierten Ländern und Repu- bliken gelebt, und ich kann versichern, datz Intrigen und Hinter- treppenemslüsse dort mindestens ebenso blühen.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Wie bei unSl Große Heiterkeit.) ES gibt auch eine rote Kamarilla.(Sehr wahr! rechts.) Ueber Byzantinismus habe ich mich mit Herrn Debet schon einmal, ich glaube, vor drei oder vier Jabren, auseinandergesetzt. Gcwitz, eS hat Fürsten gegeben, die von Schmeichlern umgeben Ware». Slber niemals hat cö Schmeichler gegeben, die Fürsten so geschmeichelt haben wie gewisse Demagogen den Massen. Nie ist so viel Weih- rauch vor Königen gestreut worden wie vor dein König Demos. (Volk.)(Sehr wahr! rechts.) Herr Bebel meint, die Schmeichle« suggerieren dem Fürsten ihre eigenen Einfälle. Das ist genau das, was die Höflinge des Königs DeiiwS machen. Die Kamarilla. die den König Demos umgibt, ist ebenso selbstsüchtig und schamlos. wie nur je eine fürstliche Kamarilla war. und wa» die Schmeichelei betrifft, nun— in dieser Beziehung habe ich in der sozialdemokra- tischen Presse schon ganz achtungswerte Leistungen de« Bauch- rutschens und Schweifwedelnö gefunden.(Beifall recht«.) Da sind die Höflinge des Königs Demos den anderen über, daS können Sie mir glaube», der ich beide kenne. Dann hat Herr Bebel noch erzählt, meine Frau wäre nach Wien gefahren, um den Fürsten Eulenburg zu bitten, er möge dafür sorgen, daß der Kelch des Ministerwerdens bei ihr vorübergeh«� Die Erzählung ist ja ganz nett, nur hat sie einen Fehler: sie ist nicht wahr. Im übrigen bestreite ich gar nicht, datz ich sehr ungern aus Rom schied, um Minister zu werden; das aber sollte mir gc» radc Herr Bebel nicht übel nehmen, der seit Jahren alles tut, um mir das Leben schwer zu machen.(Heiterkeit.) Herr Bebel hat mich ferner als einen Mann ohne iede Initiative hingestellt, geradezu als einen Greis, der sich nicht zu helfen weiß.(Grotze Heiterkeit.) Nun, in einigen Zentrumsblätter» habe ick die entgegengesetzte Meinung gefunden. Da heißt eS, Bülow ist zu mächtig, zu selbständig, und es wird mir zum Vor- lourf gemacht, ich hätte zu enge Fühlung mit den Parteien, ich fei zu parlamentarisch.(Zuruf im Zentrum: Wo?) Zum Beispiel in der„Germania". Weiter heitzt es, ein preutzischer Prinz habe ge- sagt:„Was soll aus den Hohenzollern werden, wenn es der Bülow so weiter treibt?"(Schallende Heiterkeit.) Den preutzischcu Prinzen, der das gesagt hat, möchte ich sehen. Die Wahrheit liesst natürlich auch hier in der Mitte. Wir leben in einer Zeit, wo ccn Minister nicht viel zu fürchten hat von der Tyrannei von oben. Er hat ja höchstens seine Entlassung xu riskieren, und das ist nicht viel; denn ein Vergnügen ist das Ministerscin wahrlich nicht. Viel mehr hat er zu fürchten die Tyrannei V«zn unten, die die schlimmste aller Tyranneien ist.(Lebhafter Beifall im Block.) Darauf vertagt das Hau? die Weiterberatung. Nächste Sitzung Sonnabend 11 Uhr. Tagesordnung: F»rt« setznng der Etatsberatung. Schluß öft Uhr._ Soziales» Zur Schulgeld frage in Hamburg. In der letzten Sitzung beschäftigte die Hamburger Bürgerschaft sich mit einem die Aufhebung des Schulgelde« in de» Volksschulen betreffenden Antrag der sozialdemokratischen Fraktion. Der Antrag verlangte ferner die Beseitigung des Schulgeldes in den hamburgischen Städten Bergedorf und Cuxhaven und die un- entgeltliche Lieferung von Schulbüchern und sonstigen Schulutensilien, sowie Ausdehnung der Un- cntgeltlichkeit des Schulunterrichts auf die Landgememoen. DaZ hamburgische Staatsbudget pro 1008 beträgt in Einuahme und Aus- gäbe abgerundet 150 Millionen Mark. Das Unterrichtswesen er- fordert m der Ausgabe rund 17 Millionen Marl, darunter 10 Millionen Mark für daS Volksschnlwefen. In Hamburg wird ein nach Einkoinmenstufen berechnetes Volksschulgeld erhoben, da« aber noch nicht ganz eine Million— zehn Prozent der Kosten— einbringt, denn für 00 Prozent der Schüler wird kein Schulgeld er» hoben. Die Erhebung des Schulgeldes verursacht eine» Kostenpunkt von 140 000 M. In vorzüglicher Siede begründet» Genosse Stalten den Antrag. Die Schulgeldfreiheit sei prinzipiell eine Ergänzung des Schulzwanges; das Minimum an Wisse». daS der Staat liefere, müffe unentgeltlich geboten werden. Voraussetzung der Schulgeld- freihcit für alle Schulen wäre, datz sie allen begabten Schülern zugänglich wären, wäre die organische Verbindung von Volks- und höheren Schulen. wäre der Grundsatz, in die höheren Schulen nur solche Kinder aufzunehmen, von denen man annehmen könne. datz sie das Schulziel erreichten. Für Dummköpfe Hochschulgcld zu zahlen, sei nicht Aufgabe deö Staates. Weil man noch weit von der Einheitsschule entfernt sei. habe die sozialdemokratische Fraktion, wenn auch schweren Herzens, sich entschlossen, ihren Antrag auf die Volksschulen zu beschränken. Nach Aufhebung des Schulgeldes würde der„höhere" Schüler immer noch einen um 80 M. jährlich höheren staatSseitigen Zuschuß er- fordern als der VolkSschüler, loomit der Redner von vornherein die Argumente eiuiger Rückschrittler, die von einer.Annenschule" faselten, entkräftete. Im übrigen fand der Antrag, der namentlich von dem liberalen Lehrer Junge und dein bekannten Juristen Dr. Wolffson lebhaft unterstützt wurde, wohlwollende Aufnahme. Ein Antrag aufAusschutzberatung wurde mit grotzcr Mehrheit angenommen._ Mittelständlerischer Egoismus. Eine Versammlung von Kleingewerbetreibenden in Hof forderte vom dortigen Etadtmagistrat, datz die Unterrichtszeit in den gewerblichen Fortbildungsschulen wieder auf die Abendstunden nach Arbeitsschluß oder auf die Sonntage verlegt werde. Der Stadtmagistrat hat dieses Verlangen vernünftigerweise abgelehnt mit der Begründung, Lehrlinge wie Lehrer bedürften wie andere Menschen ebenfalls der Sonntagsruhe, und schlictzlich seien die Lehrlinge den Meistern nicht lediglich deshalb anvertraut, um für diese„Slrbeiten" zu verrichten, sondern um zu lernen, und dazu gehöre jedenfalls auch die Fortbildungsschule.— Jetzt jammern die Herren wieder über„nicht genügende Berücksichtigung b«» rcchtigter Forderungen des Handwerks". Deutsche!' Uetallarbeiter-Derdauä. Arbeltanachwelfl: Hof I. Amt III. 1X80. Verwaltungsstelle Berlin. Cbarltäatraße 3. Ilanpt-Bareaa: Hol III. Amt III. 1987. Sonntag:, den 1. Dezember, vormittags 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide 108—114: General• V ersammlcing. [: Nicht flüchtige Massen-Arbeit, sondern | peinliche Werkstätten-Arbeit aus unserer eigenen Fabrik sind die Vorzuge unserer preiswerten Angebote TageS-Ordnuvg: Kaflendtricht vom 3. Quartal undst. Dadurch wird die Ansiedelungtkommiision zum Selbstherrscher gemacht über Grund und Bode». Ter Beirat, der ihre Borschläge prüfen soll, ist ganz bedeutungslos, er lvird natürlich ans Männern des OstmarkenvereinS bestehen. Sonst schützt man den„alten befestigten Grundbesitz", hier will man den Polen ihr Land, das sie vielleicht seit Generationen besitzen, einfach nehmen. Weiter wird durch das Gesetz der Artikel der Verfassung verletzt, wonach alle Preusten vor dein Gesetz gleich sind: denn cö richtet sich nur gegen die Polen.(Sehr richtig! links.) In allen Kreisen in Posen, wlbst in konservativen und Bcaintenkreise», habe ich die Aensterung gehört: Ein EnteignlmgSgesetz wäre ein Unglück für die Provinz! DaS Gesetz ist offenbar aufgebaut ans die Berichte lebenS- fremder Beamten, die unter dem Einfluß des OstmarkenvereinS stehen. Ter Erfolg der bisherigen AnfiedelungSpolitik ist nur der fester« Zusammenschlust der Polen gewesen und die Mobilisierung deS Grund und Bodens durch die Preistreiberei. Znr Verhinderung dieser Preistreiberei würde es beitragen, wenn bis Ansiedelungs- konnnission mit ihren Ankäufen ctlvaS langsamer vorgehen würde. Viel besser, als mir EntcignnngSgesetzcn zu kommen, täte die Regierung. loeim sie die Polen nicht in"ihrer ErioerbLtätigkert beschränken wollte, wenn sie ihnen die Anstedlung im Erbbaurkcht ermöglichte und überhaupt für die kulturelle Hebung, insbesondere auch die Verbesserung deS Schulwesens jener Provinzen sorgte. Wir können diesem Gesetz, das ein Ausnahmegesetz ist und in seiner Tendenz nur dem sozialistischen Staat vorarbeitet, nicht zustimmen. (Bravo! links.) LaudlvirtschastSmimster Arnim; Der Herr Ministerpräsident bedauert— wie der Herr Borredner —, dast er dieser Verhandlung nicht beiwohnen kann.— ES ist nicht richtig, dast polnischen Grostgrundbesitzcm ihr Land genommen werden soll, weil sie Polen sind. Träger der grostpolnischen Be- wegung sind ja nicht Großgrundbesitzer, sondern die Masse deS Volkes. Wir müssen expropriieren, iveil wir das AnsiedelungSiverk fördern wollen. Auf die Ausbildung der Arbeitcransiedelung lege auch ich den größten Wert. Tie Gefahr, dast die anSgctanstcn Polen sich in der Nachbarprovinz wieder ankaufen könnten, ist nicht sehr groß. Bisher ist das in noch nicht einem Drittel der Fälle geschehen. Natürlich werden wir aber auch diese Gefahr im Auge behalten. Abg. v. Oldenburg(k.): Wir halten die Polcnpolittk für not- wendig, und zkk ihr gehört die AnsiedclnngSpolitik. Zu dieser Politik müssen der StaatSregierung gewisse Befugnisse gegeben werden. Für unS ist die Hauptsache eine Reorganisanon der AnsiedelungSkommission, (Sehr richtig! rechts) und wir bedauern, dast die Rede des Herrn Ministerpräsidenten nach dieser Richtimg keine Andeutung enthielt. teilte herrscht bei dem Verfahren der Kommission ein furchtbarer cheinatiSmn«: man handelt gegen alle geschäftlichen Grundsätze. Ein solcher Alikauf zieht sich häufig über ein Jahr hin. Ich habe Stöße von Briefen au« Westprelisten bekommen, wo die Leute mir sagen: wir sind ruiniert durch dies Ankaufssvstcm. lLebkaftes hört! hört! werden. Wir Gaben sogar gehört, dast die AiisiedluiigSkommission Anläufe gemacht hat von austerordentlich potenten Leuten, auch von deiltschen Fürsten! Wir glauben, dast den reichen Leuten von der Kommission da? Odin»» zu überlassen ist, ihren Besitz in polnische Hände übergehen zu sehen.(Bravo! rechts.) Auster der Reorganisation der AnsiedelungSkommission hatten wir noch im Auge daS Mitlcl eines BereinSgeietzes, welches geeignet wäre, die Bcrhaiidliingcn in poliiischcr Sprache zurückzuhalten, und ein Gesetz zur Unterdrückniig der polnischen Hctzprcsse. Ein ReichSvereinSgesctz liegt ja uun vor, daS nur die Jnkonsconenz enthält, dast man auf der anderen Seite de» Sozialdemokraten gegenüber dir Zügel nicht angezogen, sondern lahm gclasfc» hat.(Sehr richtig! rechts.)— Was das vorliegende Gesetz anlangt, so erscheint unS zunächst die Sun,»te von 400 Millionen für diesen neuen Versuch zu hoch. Der Enteignung zuzustimmen, ist für einen konservativen Mann sehr hart, nnmeiitlich in der heutigen Zeit, wo radikale Strömlingen auch an Enteignungen unabhängig von nationalen Rücksichten denken. Wir erwarten den Nachweis, dast kein anderer Weg zum Ziele führt und daß dieser Weg zum Ziele führt.(Heiterkeit.) Vorläufig bestreite ich daS. Die Exproprialioir wird zu einer ivesentlichen Bereicherung des PolentumS führen. Wenn ein ausgekaufter Pole sich in der Nähe wieder ankauft und er hat daS Glück, noch einmal exvropriiert zu werden, kann er sich zur Ruhe setzen.(Heiterkeit.) Anßerdem liegt eS sehr nahe, dast die durch Hunderte von Millioneli flottgemachrcn Polen sich in anderen Provinzen ankaufen, auf die dann daS EirteignungSverfahren ans- gedehnt werden müßte. Wenn man auch sagt, in der Diaspora (Zerstreuung) sind die Herren uns angeuehincr als im massierten Znstande iGroste Heiterkeit), so können sie sich doch auch in der Diaspora zusaminenschliesten. Wir müssen die Gcwist- heit haben, dast daö Gesetz alö AnSnahmgesetz wirkt; dazu mnst dem Laienelenieilt ein entscheidender Eiiislust im Gesetz ein- geräumt werden. So wie daS Gesetz vorliegt, können wir«5 nicht annehmen. Wir haben unS aber der Regierung in nationalen Fragen nie versagt und werden das auch jetzt nicht tun können. Wenn die Polen Frieden mit unS wollen, so müssen sie sich als preustifchv Untertanen fühlen. Wenn sie uns ihr Herz nickt geben wollen. so müssen wir ihr Land haben. Die Polen müssen sich daran gc- wohne», daß daS HohenzollernhauS nicht vorübergehend, sondern dauernd in de» annektierten polnischen LandcZtcilen herrscht. Die Weltgeschichte lehrt, daß das Recht des Stärkeren die Staaten ge- schaffen hat.„Der Adler Preußens lvenbet sich zum Lichte, schwer ist sein Flug, er trägt die Weltgeschichte".(Lebhaftes Bravo! rechts. Zischen bei den Polen.) Hierauf lvird die Weiterberatnng auf Sonnabend 11 Uhr vertagt. üiohlenwiicher. Mgeorcknetenkaus. 2. S i tz u n g vom F r e i t a g, d c n 29. N o v e in b e r. 11 U h r. Am Ministertiscke: Freiherr v. R h e i n b a b c n, V. A r n i m. Dr. Beselcr, v. M o I t k e. Präsident v. Kröchcr eröffnet die Sitzung. DaS Andenken der seit der vorigen Session verstorbenen Mitglieder deS Hauses wird durch Erheben von den Sitzen geehrt. Auf der TagcSordliilng sieht zunächst die Wahl der Präfi- deute ii und der Schriftführer. Anf Borschlag deS Abg. Stengel(ff.) werden v. K r ö ch e r(k.) zum P r ä s i d e n t e». Dr. P o r s ch(Z.) zum ersten, Dr. Kranse- KönigSbcrg(natl.) zun, zlocltcn Vizepräsidenten durch Zuruf w i e d e r g e lv ä b l t. Die jGeiDählten nehmen die Wahl mit Dank an. Zu Schriftführern werden wiedergewählt die Mgg. von Bockclberg lk.). H o k t s ch k e(1). Baensch-Schmidtlein(fk.), E i ch st a c d t(fk.), Jürgen scn(natl.), Keruth(frs. Vg.), von Hagen lZ.), Graf P r a s ch m a(Z.). Zu L. n ä st o r e i, ernennt der Präsident die Abgeordneten Henning(k.) und I u n g h a n n(natl.) . ES folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes, betr. Maßnahmen zur Stärkung des Deutschtums in den Provinzen Wcstprrußen und Posen. Abg. v. Jazdzcwski(Pole): Wir haben hier über die AnsiedelnngS- Politik seit Jahren so viel gesprochen, dast ich etwa? Neues nicht sagen kann. Die Vorlage will die Rechte meiner Stammesgenossen anfö empfindlichste einschränken, sie verlangt in erster Linie weitere 400 Millionen zum Ankauf von Güter» und in zweiter Linie die Bcrlrihung dcö EnteignungSrrchtS an die Ansiedelungskommisfion. Beides widerspricht der Verfassung. Eine Folge der AnsiedelungSpolitil ist die Auswanderung der Polen nach Amerika und ihre Uebersiedelung vom Lande in die Städte. In den Städten aber wird den Polen wiederum die Erwcrbsfähigkeit möglichst eingeschränkt.(Sehr richtig! bei den Polen.) Den Polen wird durch schädliche Maßnahmen die Freiheit der Wahlen entzogen. DaS alles wirkt natürlich auf die Stimmung der Polen ungünstig ein; denn man kann darin nicht Aeußeruligeii landesvätcrlicher Fürsorge erblicken. Eine Aneignung von Land durch das EnteignungSvcrfahrcn ist im RecktSsiaate nicht zulässig. ES ist gewist bedauerlich, daß die Verhältnisse zwischen Polen und Deutschen sich so zugespitzt haben, eS ist aber nicht zutreffend, wenn gesagt wird, dast daran die Polen die Schuld tragen. Die Ber- sassung gewährleistet allen Staatsbürgern die Unverletzlichkeit des Eigentums, also auch den Polen; diese aber sollen in dieser Ve- ziehung durch die Vorlage rechtlos werden. Aus den Ausführungen des Ministerpräsidenten geht hervor, dast der Staat den Frieden mit den Polen nicht will. Ich furchte, dast, wenn die Staatsregierung auf dem betretenen Wege weiter geht, sie dieselben Erfahrungen machen wird, wie sie England mir Irland gemacht hat. Wir wollen diese Rechte der Deutschen in keiner Wesic berühren. aber wir verlangen auch, daß unsere Rechte respektiert werden. Wir werden unsere Rationalität und nnsere Sprache aufrecht erhalten, und wir vertrauen anf die Gerechtigkeit Gottes, die zwar langsam, aber sicher arbeitet.(Beifall bei den Polen.) LandwirtschaflSininisier v. Ariliui: Der Behauptung des Vorredners. dast die Vorlage der Vcr- fassung nicht entspricht, muß ich cnischiedcil ividersprechcn. Ebenso nmß ich dem widersprechen, dast die Beamtenschaft Schuld an dem schlechten Verhältnis zwischen Deutschen»nd Polen trage lmd der Staat keine Versöhnung mit den Polen wolle. Der Minister- Präsident hat lediglich erklärt, dast der Staat mit seinem Entgegen- kommen gegen die Polen schlechte Erfahrungen gemacht habe. MS nach dem Wiener Kongreß die polnischeir LanbeSteilc an Preusten fielen, war cS das Bestreben der preustischeii Regierimg. die politischen Bcrhältnisse dort so ailgenehm wie möglich zu gestalten: sie er- nannte Polen zu Beamten und wählte an- dem polnischeir Adel Offiziere. Was aber war der Erfolg? Tie Bestrcbuilgcn auf Wiederherstellung Polens wurden namentlich vom polnischen Adel und von der polnischen Geistlichkeit vertreten. DaS Entgegenkommen in der Sprachenfroge haben die Polen in der rücksichtslosesten Wesse ausgenutzt. Weim cS 1S03 nicht zum Aufstand der Polen gekommen ist. so ist daS nur dem energischen Einschreiten deS damaligen Ministerpräsidenten zu verdanken. Der nationale Kampf muß durchgefochten werden. Die Polen haben die Wurzel ihrer Kraft in der stärkeren Vcnnchruiig den Deutschen gegenüber. Im Interesie der Stärkung des Deutsch- turnS müssen wir unsere Ansiedelungspolitik fortsetzen, lim dies aber tun zu können, bedürfen wir des EnteignnngSrechtS. um Land auch dann laufen zu können, wenn loir cS freihändig nicht erhalten. Die Regierung erbittet Ihre Unterstützung in cinem Kannffe. bei dem große nationale Gesichtspunkle in Bewacht kommen.(Beifall.) Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.): DaS AnsiedelungSgesetz von l 880 war nötwendig, um der Verdrängung der Deutschen in den Ost- niarken durch die Polen entgegenzuivirken. Wir sind auch jetzt bereit, die Bestrebungen der Regierung zur Förderung der AnsiedelnngS- Politik energisch zu unterstützen. Wir mißbilligen es aber, dast die Vorlage nichts von der Heranziehung der deutschen Arbeiter sagt. Diese ist notwendig, damit der deutsche Grobgrundbesitz die nationale Wirlsamlcit auSübeil kann, die er ausüben muß und die jetzt nur oom Bancrnstande ausgeübt wird. Meine Freunde find nach sorg- faltiger Prüfung einhellig zu der Ueberzeugnng gekommen, dast ohne die'Gewährung der Enteignung die gedeihliche Fortsührnng der AnsiedclnngSpolitik in Westpreutzen und Posen einfach unmöglich ist. Wir treten schweren HerzenS dafür ein, die Enteignung mnst aber im Interesse des Staates gewährt werden. Wimu wir gute Arbeit leisten wollen, so müssen wir die Vorlage gründlich prüfen. Ich beantrage daher ihre Verweisung an»ine Kommission,»nid zwar an eine solche von 28 Mitgliedern, damit auch die Polen in derselben vertreten sind.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Porsch(Z.): Meine politischen Freunde beurteilen die Vorlage lediglich vom Ztandpunlt des Recht? und der Gerechtigkeit ans, und wir verhalten uns grundsätzlich ablehnend dagegen, wie wir es auch der ersten Vorlage 1880 gegenüber getan haben. Wir haben damals auch die ungünstigen Folgen der Ansiedelungspolitik vorausgesagt. Ans den Darlegungen de» Ministerpräsidenten geht her- vor, daß während der zwanzigjährigen AnsiedclnngStStigkeit 100 000 Hektar deiltschen Landes in polnische Hände über- gegangen sind. Fürst Aiilow fragte, waS wohl obne diese'Tätigkeil anS dem Deutschtum dort geworden lvürc. ?nm. in den 25 Jahrei» vor 1880 sind anS polnischen Händen in demschen Besitz übergegangen 22 5 000 Hektar, während anS deutschem in polnischen Besitz nur 30000 Hektar übergegangen sind!(Hört! hört! im Zentrum.) Wo aber sind die aufgewendeten 350 Millionen geblieben? Fürst Bismarck hat früher gemeint, wenn man den polnischen Adel auskaufe, so locrde er anSivandern»ach Galizien oder auch nach Paris oder Marokko, er werde das Geld wieder ausgeben und das Polcntum werde geschädigt werden. Zinn, davon ist doch nur ein kleiner Teil Wahrheit geworden. Tatsächlich sind die 350 Millionen in der Hauptsache zur Verdrängung des Deutschtums verwandt worden. Gegenüber dem Plane Bismarcks. die Polen zu expropriieren, hat Windthorst mit Recht betont, daß, wenn man dies tun wolle, Bebel auch die Frage auf- werfen könne, ob nicht auch die Güter Schönhausen und Darzin zu expropriieren seien.(Sehr richtig! im Zentrum.) DaS Eigentum ist»nverletzlich nach der Versasiiiiig. Das Gesetz wird sich gegen diejenigen richten, die der Ansiedelung Widerstand leisten.«Sehr richtig! im Zentrnm.) Was aber wird mit dem Geld«, da- ans GiiNld dieser Vorlage die Polen erhalten? Sielleicht siedeln sie sich wir sind ruiniert durch dies AnkaufSsystcm. lLebdofteS hört! hon! I>> Höchstpreise.-) pro 100 Stück. in anderen Provinzen an. Man sollte doch wirklich diejenigen, die I rechts.) Also die AnsiedlungSkommission muß freier gestaltet' 1000 Stück. s) ab Zeche. DaS Organ der Berliner Kohlenhändler unternimmt den eigen- artigen Versuch, die einfache, nackte, blanle Tatsache der unerhörten Kohlenteuerung verschleiern zu wollen. Das ist das beste Mittel' die Produzentenringe zu entlasten, beim Publikum den Verdacht zu stärken, daß die Kleinhändler ihr vollgerüttelt Mast Schuld tragen an der Plünderung der Konsumenten. Wenn die Händler glauben, dast ihnen damit ein Liebesdienst erwiesen worden ist, mögen sie sich dafür bei ihrem Organ bedanken. Schon im vorigen Jahre hatten die Konsumenten in ganz Teutschland über ganz enorme Preissteigerung zu klagen, die Verteuerung hat jedoch ganz allgemein weiter an- gehalten, wie aus der nachstehenden Zusammenstellung ersichtlich ist. Die Zahlen entsprechen den in den amtlichen„Nachrichten für Handel und Industrie" ausgewiesenen Groß- und Kleinhandelspreisen im Oktober 1006 und 1907. Dabei sind, entsprechend der offiziellcit BezeichnnugSiveise, unter Großhandelspreisen diejenigen Preise vcr- standen, welche für die Kohlenabgabe an Gasanstaltcii, große Fabriken, Behörden, Genossenschaften usw. oder an Zwischenhändler berechnet werden. KleinvcrkaltfSprcise sind die von den kleinsten Konsumenten gezahlten Preise. *) pro Hektoliter. ♦) pro Die Zahlen zeigen deutlich, welch' unerhörte Preistreiberei mit den Schätzen, die der Gesamtheit gehören, getrieben worden ist. Die Preise im Großhandel zogen seit dem Vorjahre schon so kräftig an, daß den anderen Händlern an manchen Plätzen zu tim nicht- mehr übrig blieb. Wo es mir einigermaßen ging, sind natürlich die Detail- und die StleiiiverlaiifSpreise mit einem noch größeren prozentualen Aufschlag gefolgt, an vielen Orten konnten sie nicht so stark erhöht werden, wie die Großhandelspreise in die Höhe gestoßen wurden, sodaß der Zwischenhandel dort sogar darunter zu leiden hat.— Die Preise für Gaskoks sind dabei ausgenommen: sie sind nicht so stark gestiegen, wie die Großhandclskoksprcise, wohl nur deshalb, weil die Gasanstalten den Koks vornehmlich an die kleinen Konsumenten abgeben, die ihn selbst von der Gasanstalt abholen. Der Groß- und Kleinhändler Herr Paul Glutsch läßt unS ein Schreiben zugehen, in dem er sich als den Verfasser der Spott- reimerei in der„Kohlenhändler-Zeitung" bekennt. Der Herr wird wegen der Autorschaft wohl wenig beneidet werden. Ferner glaubt der Herr unS darauf aufmerksam machen zu müssen, uns seien in der Notiz„Kohlenhändler und Kohlenteuerung", in Nr. 276 des »Vorwärts", Unrichtigkeiten unterlaufen. Er schreibt: Bezugnehmend aus den Artikel„Kohlenhändler und Kohlen- teuerung" in Nr. 276 Ihrer geschätzten Zeitung gestatten Sie bitte, einige Unrichtigkeiten, die Ihnen wahrscheinlich bei zu flüchtigem Durchlesen der amtlichen Statistik unterlaufen sind, zu korrigieren. Die Statistik gilt nur für Preise ab Werk und nicht, wie es in Ihrer Zeitung herauszulesen ist, frei Keller oder Platz, so daß ein Wagen, der statistisch 120 M. kostet, mit folgenden Unkosten be- lastet wird: Fracht bis Berlin pro 266 Ztr. zirka 33 Vk.. Abfuhr und Arbeitslohn 24 M., zusammen 57 M., dadurch stellt sich das Hundert Briketts zirka 25 Pf. höher. Durch diese Unkosten, die ich eidlich erhärten kann, werden Sie wohl selbst zugeben müssen, daß von Wucher in Kleinhändlerkreisen keine Rede sein kann. Was das Gedicht anbetrifft, so muß ich, da ich eigentlich den Anlaß dazu gab, Ihnen sagen, daß ich über die in Ihrer Agitationsnummer uns so vernichtende Kritik verblüfft war, mich hinsetzte, eine Glosse darauf schrieb, welche unser Redakteur zweckentsprechend umarbeitete. Was Sie dann noch von unüber- brückbaren Gegensätzen zwischen bürgerlichen und proletarischen Interessen schreiben, ist mir unberständlich. Bereiten Sie sich doch bitte einmal das Vergnügen und sehen Sie sich bitte einige Kohlenkeller, deren Wohnungen und die Lebensweise ihrer In- haber, die sich doch immer nach dem Verdienst richten wird, an, dann würde ich doch sehr neugierig sein, von Ihnen den Unter- schied zwischen den bürgerlichen Kohlenkleinhändlern und dem Proletariat, den Sie herausfinden würden, zu hören. Ich finde keinen. In der Hoffnung, daß dieser Artikel Ihre geneigte Be- rücksichtigung, und da Ihre Artikel uns in falscher Weise bloß- gestellt haben, ebenfalls denselben veröffentlichen werden, zeichne Hochachtungsvoll Paul Glutsch, Mauersir. 2. Wir müssen dem Herrn antworten, daß lediglich er Unrichtig- leiten behauptet hat,. Wir haben nirgendwo erklärt, die angegebenen Großhandelspreise verständen sich frei Lager oder Keller. Daß Großhandelspreise sich frei Bahnhof Berlin verstehen, ist wohl afl gemein bekannt und braucht nicht jedesmal extra auseinandergesetzt zu werden. Rätselhaft ist unS jedoch, wie der Herr Glutsch zu der direkt unwahren Behauptung kommt, die Preise verständen sich ab Werk. Wir wollen nicht annehmen, daß er absichtlich die Unwahrheit sagen wollte: jedenfalls befand er sich, als er das Obige schrieb, in einer GemütSverfaffung, die die volle Verantwortlichkeit ausschließt. AuS seiner Praxis muß er wiffen, daß daS, was er behauptet hat, unwahr ist. Sollte er daS merkwürdigerweise aber doch nicht wissen, dann ist ihm zu empfehlen, sich vorher zu informieren. So kann er B. in Nr. 22 seines FachblatteS—„Der Kohlenhändler"— folgenden Satz lesen: „Unter Großhandelspreise find diejenigen Preise verstanden, welche für die Kohlenabgabe an die Gasanstalten, große Fabriken, Behörden, Genossenschaften nsw. oder an Zwischenhändler berechnet tvcrden, und gelten frei Bahnhof Berlin." Herr Glutsch glaubt die geltenden Kleinhandelspreise verteidigen zu können mit dem Hinweis auf die von ihm berechneten Kosten. Hiervon sind aber ohne weiteres 33 M. Eisenbahnfracht pro Tonne zu streichen. Somit blieben dann— nach der Berechnung des Herrn Glutsch— pro 160 Stück Briketts nur noch zirka 16 Pf. Unkosten. Wenn die jetzigen Preise nur zu rechtfertigen sind unter Annahme von 33 M. Unkosten pro Tonne, die tatsächlich nicht vorhanden sind, zu welchen Schlüssen führt daS? Wer da? Bedürfnis fühlt, sich als Verteidiger der Preistreibcr aufzuspielen, darf sich auch uichr wundern, wenn er mit jenen in einen Topf geworfen wird. Vermifcbtes. Tie sistierte Hinrichtung. Wie wir bereits in unserer Nummer vom 16. November eingehend mitteilten, hat daS Oberlandesgericht in Hamm, kurz bevor der Bergmann Kurschuß hingerichtet werden sollte, auf Antrag des Rechtsanwalts die Hinrichtung des Kurschuß sistiert. Kurschuß wurde bekanntlich zum Tode verurteilt, weil er einen Vorgesetzten, der ihn auf heftigste gereizt hatte, indem er ihn auf alle mögliche Ar! schikanierte und außer Arbeit brachte, erschossen. Das Oberlandes- gericht beschloß, einer Meldung aus Dortmund zufolge, an: Donnerstag die Zulassung des Wiederaufnahmeverfahrens. Bcrschüttet. In einem Steinbruch bei DarmS heim wurden, dem„Schwäb. Merkur" in Stuttgart zufolge, zwei Arbeiter verschüttet. Eine Person wurde getötet, die andere schwer verletzt. Tanipfkcssel-Explofion. Nach Blättermeldungen aus Bilbao sind durch eine Dampfkcsscl-Explosion auf eiiier dortigen Werft zwei Arbeiter getötet und sieben schwer verletzt worden. WitteruugSüberstcht vom 20. November 1907. Wetter-Prognose für Sonnabend, den 30. November 1007. Etwas kühler, zeitweise heiter, aber veränderlich mit geringen Nieder- schlägen und mätzigen nordwestlichen Winden. EEEEE«« ... Unserem Neben Parteigenossen Aagast Btittchcr Ö J»? z. Silber-Hochzeit ein donnerndes Ä Hoch, daß die Rosengasse wackelt.% fj. Der 8, Bezirk Nixdorf.© ■&> i Zentral-VeM der Maurer! Oeutseblands. | Zweigverein Berlin.— Bezirk| Scliöneberg. film 23. November 1907 verstarb s unser Mitglied Ulbert'rteclie 1 im fillter von 32 Jahren an den Folgen eines Ilnsalles. 1 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute I nachmittag uni Z ilhr von der Leichenhalle des allen Schöne- I bcrger Kirchhofes, Schvncberg, ! Hauptstraße, ans statt. 210/1 Der Vorstand. Nach langem, schwerem Leiden enlschlics heute der Rcftaurateur peräinanä Grätz. Die Beerdigung findet am Montag, den 2. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trancrhause, Koltbnscr Damm 22, ans nach dem neuen Thoinaskirchhoj(Her- niannstratzc) statt. 1k43b Oio trauernden Hinterbliebenen. Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, l daß unser Mitglied n. Karbe aus Klub„Hoffnung" am 2S. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet Sonnlag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des WeitzcnsecrKirchhoses in der Rölke- strotze aus statt. film 27. d. M. verstarb unser- Mitglied Adolf Ullrich auS Klub.Zukunst". Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet Sonnlag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Weitzcnsecr KirchhojeS, Röllcstratzc, ans stait. S/4 Der Vorstand. INnch langem, schwerem Leiden vcischied am Mittwoch, den 27. ii M., abends 7 Uhr, mein j bcitzgclicbtcr Mann, der Böttcher Ernst Belim. Dies zeigen tiesbctrnbt an Brnostln« Behm nebst Eltern und Geschwistern. Die Beerdigung findet am Dt o» tag, den 2. Dez.,»ach- mittags 4 Uhr, von der Leichen- Halle des städtischen Friedhofs. Müllerstraste. Ecke Seeftraste. ans statt. 23817 L 1 L 1 Todes-Anzeige. film 27. November, nachmittags 5 Uhr, erlöste der Tod nieinc liebe Frau und unsere gute Mutter und Schwiegermutter Auguste Palis geb. Albrecht von ihrem langen, schwerenLeiden. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. Dezember, nach- mittag 3>/z Uhr, von der Leichen- Halle des Französischen Kirch- hoscs in der Wollnntstratze(ver- längerte Prinzen-filllce) aus statt. Um stilles Beileid bitlen J. Palis und Kinder, 16146 Neue Schönhaujerstr. 11. Banhsasuus. 92011 Für die vielen Beweist herzlicher Teil,, ahme wie für die Kranzjpcndcii bei der Beerdigung meines.lieben Mannes Vonrad BImne sag« ich aus diesem Wege allen Be- tciligieii meinen innigsten Dank. Wwe. Albertine Blume. Verband d. baugewerblichen HQIfsarbeiter Deutschlands. Zwelgrereln Berlin u. Umgegend. Bezirk Wedding. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 26. November, verstarb plötzlich am Herzschlag der Kollege Otto Habeck. Ehre feinem Andenke«! Die Beerdigting findet am Sonntag, den 1. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle deS Pauls-Kirchhofes, Plötzensce, aus statt. 48/11 Um recht rege Beteiligung ersucht Oer Zweigvereinsvorsland. Deutscher {Transportarbeiter-Verband, Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, datz unser Mit- glied, Frau Anna Tietz am 28. d. Mts. im fillter von 39 Jahren gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heule Sonnabend, den 30. d. MtS., mittags 1 Uhr, von der Leichen- halle des Zentral-Fricdhoses in Friedrichsselde auS statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 76/16 Oie Verwaltung 2. x A. B. Koch Kohleii-Groli-Handlung Berlin 0. 34, Brombergerstr. 16. Preise sür nur la Marken ab Platz von 10 Ztr. an: Prima la Halbsteine(bekannte Marken).. pr. Ztr. S7 Ps. „ Pfännerschaft... 1,05 M. . la Diamant pr. 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Rang-Boge.\ Orchester- Fantenll 1 jeder Platz§f g Pfennige. I. Bang-Balkon...f Billetts zu diesem ermäßigten Preise werden nur gegen Abgabe dieser Bekannt- machung an der Theaterkasse ausgegeben. Theater an der Spree: Köpenickcrstraßc 68. Tageskasse 10—2 und 6—8 Uhr. 90/12* Welche Name braucht?? einfache, gediegen./ hocheleg.j .'einfache, Plüschmäntel,. j gediegene, sowie Liftboy u : hoeheleg. Asirachao in 5 Preislagen früher bis Mark 2. 3. 4. S. 59.- 98.- 155.- 270- ietzt nur 18- 30- 48- 82- usw. in 4 Preistagen 1. 2. 3. 4. früher bis Mark 29.— 48.- 85.— 155- jetzt nur 10.— 15'/, 26»/, 45.- usw. > nr letzte Wenhclten! Direkt 11.- «inf., Uebergangs- LS in 3 Preislagen 1. 2. 3. früher bis Mark 29.— 49.— 98.— jetzt nur 7.— 12.- 23.- usw. an Private! Hage; Msnlag. Dienstag, Mittwoch! Verkaufszeit nur 9»/«—!'/, und 3'/,— 8'/, Uhr."SgSg OrlginalrModelle, Reisemuster u. 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Verschiedenes. Berlin, 30. November 1907. Der vorstand. F. A.: Erh. Schlcnker, Vorsitzender. Beschwerden und filnsragen, zu deren Erledigung die Einsicht der Kasscnakicn erforderlich ist, sind bie zum 5. Dezember schrisllich im Staffen lokal einzureichen. 279/17 Spar- und Produktiv-GenvssenschaU GroS-Liichterfeldo Eingetragene Genossenschaft mit beschrSnkter Haftpflicht. Die' ordentl. Gcneralvcrsamm lung findet nicht statt am V., sondern am Montag, den 9. Dezember 1997. abends 8 Uhr. im Lokal Kalscrhok am Kranoldplah. Tagcs-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Auf- sichtsrates. 2. Borlage der Bilanz und Entlastung deS Borstandeo. 3. Wahlen zum Vorstand. 4. filnträge (§ 11 des ElaintS). Zutritt nur gegen Vorzeigung de? Mitgliedsbuches. 146/20* Ter Aorstatid. Ter Aufsichtsrat. Pr. Hcrriag. G. Platz. rArbeiiislMenLosel Ziehung 14. Dezember. | Alle Gewinne zahle sofort! m. 90% in bar. | Lose a 50 Pf., 11 Lose 5 M. j Porto u. Liste 20 PI extra. 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Dezember und DOPPELTE RABATT-MARKEN Wir haben dem Zwecke entsprechend für unseren diesmaligen Serien-Verkauf grosse Warenposten angeschafft, die in Bezug auf Qualität und Preiswürdigkeit sich ganz besonders zu Weihnachts-Geschenken eignen. a 75 Pf. Kinderld eidchen aus Härchen t, 60 bis 60 cm lang Knabeohose aus marine Cheviot Damen-Bluse aus Baumwollflaaell Kinder-Volacthütchen aus Filztuch weisse Lammfellboa, 105 cm lang schwarzes Kanin-Collier graue Krimmer- M&dchengarnitur Ein grosser Posten modemter Kleider- ond Binsen Stoffe«Joppeitbr. Mtr. TbK- Eine grosse Partie ggmusterter Blusen- Sammete Meter 75 PI '/j Dtzd. Staubtücher 1 Kaflee-Decke 2 Stck. Cerstenkorn-Hacdtöcher 1 Kommodendecke 2 Nahtischdecken 1 Rolltuch 1 Wachstuchdecke für Küchentisch 1 gemusterter Bettvorleger 1 besticktes Filztuch-Lambrequin 2 Scheiben-Schleier, weiss oder crem* 1 Kindergarnitur, ecru Leinen mit Spachtclspitze t rund. Kinderkragen m.Spachtelspitze 3 Stck. gestickte Einheftekragen 1 elegantes Batist- Jabot mit Spitze 1 weisser Gummigürtel mit Blumenmuster 1 schwarzer Gummigürtel m. Points 1 Ball-Shawl mit Chenillciranzen 2 gestrickte rosa Korsettschoner 1 Paar gestrickte Knabenbclnkleider lür 4— 14 Jahre 1 Paar lange Trikot- Damenhandschuhe 1 Paar gestrickte Ringel- Kinderstrümpfe für 4— 7 Jahre 3 Paar gestrickte Herren-Soeken 2 Paar gestrickte schwarze Frauenstrümpfe 1 Filztuch-Kinderhäuhchen 1 Velour-Umschlagetuch 1 Normal-Untertrikot tür 2—6 Jahre 1 Paar imlt. Lederpantoffei mit warmem Futter 1 Paar gestickte Sammetpantoflel 1 Paar Plüschpantoffel mit Linoleumsohle 1 Hausschürze mit Volants u. Tasche , Batist-Zierschürze, ecru, ringsum , mit Spitze 1, Zierschürze von türkischen Tüchern 1 Herren-Krawatte in moderner Form 1 Kragenschoner oder Tudi 1 bunte Herren-Chemisetfgarnltur 1 füniblättrige Fäcberpalme 1 Blumen-Arrangement 1 dreileil. elegante Kammgarnitur 1 Brosche oder ein Wachs-Collier 1 Karton Parfüm oder Seife 1 Parfüm-Zerstäuber 1 Kassette Briefpapier 1 Postkarten- od.1 Briefmarkenalbum 1 Damen- od. Herren-Portemonnaie 1 Schreib- oder Musikmappe 1 Onyx-Schreibzeug 1 Zinnbecher mit Ansicht 1 Majolika-Vase 1 Glas- oder Plüach-Wandteller 1 Glas-Schmuckkasten 1 Hirschgruppe aus Zinkgusa *1.75 1 Kinderkleidchen aus schott. Stoff, mit Schärpe garn., 50— 75 cm lang 1 Damen-Bluse in schöner Ausfübr. 1 Damen-Untenock aus Mellon 1 schwarzes Kanin-Collier 1 weisse Lammfell-Boa 1 weisse Pifisch-Kindergarnitur 1 graue oder schwarze Krimmer- Knabengarnitur Schwarte reins. Damass�»tri" Kenheiten in Blusenseide Mtr.l75 Rips-Sammet Mmt75 Moderne hlnsen Sammete Mtr.l75 2 Mtr Ston für eim. Fianell.-Biaae*1.75 2„ StoS für eine Wollbluse* 1.75 5„ StoS für ein Hauskleid*. 1.75 l* in elegantem Cartun verpackt) Vi Dtzd. gesäumte Wischtücher 1 baumw. Bettlaken, weiss od. bunt 1 halbleinenes Tischtuch- 1 Kaffee-Gedeck mit 6 Servietten 1 Engl- Tüll-Stores, weiss od. creme 1 Waffelbettdecke 1 Axminster-Bettvorleger 1 bestickte Filztuchdecke 1 Plüsch, oder Tuch- Lambrequln, bestickt 1 Filztuch-Wandschon., reich bestickt 1 Kopt- Fichu aus Japonseide mit Valcnciennesspitze 1 elegantes Tüll-Jabot mit Spitze 1 Ballfächer aus Gaze mit Meierei und Flitter 1 eleganter Sfraussleder-Fächer 1 weisses seidenes Damen-Cachenez 1 seidener Gummigürtel, 6 cm, mit Stahlpoinia 1 seidener Ball-Shawl 1 Damen- oder Herren-Regenschirm mit Futteral» 1 Paar graue Futterhcsea für Herren 1 Paar Rciorm-Damenbosen 1 Paar lange Damen-Handschuhe, imitiert schwedisch, Mousquetaire, 2 Paar reinwollene Ringel-Damen- Strümpfe 3 Paar reinwollene Herren-Socken 2 Peer Kinder- Ringel• Strümpfe, Grösse 3—7 2 Paar schwarze reinwollene Frautn- strümpfe 1 Fantasie-Kinderhäubchen 1 gestrickte Herren-Weste 1 gestrickte Zuaven|acke 1 unterlegtes Kopf-Fichu • 1 Paar Kerren-Krimmer-Han dschuhe 1 halbhohes Damen-Korsett 1 Frack-Korsett mit Halter 1 reinseidenes Herren-Cachenez Vj Dtzd. Seidenbatist- Taschentücher 1 Damen-Hemd mit Hohlsaivn und Motiven 1 Damen-Beinkleid. Knietorm 1 Damea-Nachtjacke aus Cord 1 reich garnierte Untertaille 1 Aestandsrock aus Reformstoff 1 elagante Zierschürze 1 Paar Filz-Damenschuhe 1 Paar Lacktuch-Ballschuhe 1 Brotkapsel, marmoriert od. Mühlenmuster 1 bunte« PorztUan-Kaffeeservice für 2 Personen 1 Holztablett mit moderner Einlage 1 Satz= eStck.MilchtOpte(Zwiebc'm.) *2.75 1 Kinderkleidchen sus gewebtem Fantasiestoff, 60—55 cm lang 1 Mädchen-Paletot a. blauem Cheviot, lür 2—14 Jahre. 1 Kinder-Cape aus marine Cheviot, mit rotem Capuchoa, 60—75 cm 1 Knaben-Joppe mit warmem Futtsr 1 Damen-Matinee aus Velour 1 Kostümrock mit Falten und Knopi- besatz 1 Damen- Bluse in modernem Stoff und neuer Fasson 1 Damen-Unterrock mit hohem plissierten Volant 1 schwarze Kanin-Stola, 140 cm lang 1 Kindergarnitur, weiss Wirbelplüsch 1 Knaben-Pelzgarnitur 3 Mtr. Stoff für eine eieg.Seidenblose* 2„ Stoff für eine gute Woliblose.* 3„ Stoff für ein warmes Matinee* 2„ Stoff izo embr. f. e.elg.Kostümroek* 7 Meter Pr. Velourbarchent* (* in elcg. Carton verpackt.) /„Dtzd. Wischtücher, Prima Qualität elegante Kaffeedecke Gedeck mit 6 Servietten /2Dtzd. Tisch- Servietten, gesäumt und gebleicht. Füztueb-Tiscbdecke Sofaschoner, 2,50 Meier lang gemusterter Juteteppich Ball-Echarpes mit Tüllvolaal und Spitzen-Einsätzen eleganter Straussfeder-Fächer eleganter Goldgürtel mit schöne: Schnalle Gold-Gummigürtel, stark gerippt, mit farbigem Rand eleganter seidener Ball-Schal Damenschirm mit bunter Kante und mit Futteral Damen- oder Herrenschirm mit halbseidenem Futteral, sehr dünn Paar extra gute Herren-Futterhosea gutes Velour-Plaidtueh Zuavenjäckchen mit Kragen Herren-Normalhemd Paar Herren-Glace mit Futter Paar Damen- Hausschuhe iii Scalskinfutter Paar Leder-Hausschuhe mit Absatz Paar Herren- oder Damen-Filz- Schnallenstiefel Paar schwarze Lacktuch-Spangen- •chuhe elegantes Damen-Hemd elegantes Damen-Beinkleid Frackkorsett, durchweg mit Spiral hellfarb., seidene Zierschürze EiderCanell-Unterrock grosses Wasch-Scrvioe elegante Küchenlampe solide Wirtschattswage bezogenes Plättbrett mit Blech- beschiag ,Dtzd. Alpaccalöffel im Etuis Postkarten-Album ZinkgussQgur mit a Vasen Rauch aerviee, bronziert. Aufsatz oder Fruchtschale Metall-Nippes-Tisch Musikmappe zum Zusammenlegen Aktenmappe oder Schreibmappe Plüsch-Album mit Staffelei ZinkgussQgur(Patina) Vase mit Bronzebeschlag elegantes Reisszeug *4.75 1 Schulkleidchen für 6— 14 Jahre, mit Faltenröckchen, in mod. Block-Karos 1 Mädchen- Paletot, Kieler Fasson, lür 2— 14 Jahre 1 Kinder-Cape, aus bestem marinablauem Cheviot, mitSeiden-Capuchon, 50— 76 cm 1 Knaben- Anzug aus marine Cheviot, lür 2—12 Jahre 1 Damen-Jackett aus englisch ga- mustertem Stoff 1 Damen-Matinee aus Welllnestoff 1 Falten- Kostümrock, reich mit Knöpfen garniert 1 Damen Bluse in Wollstoff oder hell Alpacca, Kimonofasson 1 Damen- Jupon mit Volant und mit Sammet- und Tressendesatz 1 Damer-Hut mit Seiden- u Sammet- Garnitur 1 schwarze Tibet-Stola, 150 cm lang 1 ach warze Kanin-Stola, 190 cm lang 1 Moufflon-Sfola, 150 cm lang 6 Mtr Stoff für ein besa.Kleidm.Besatz* 6„ Stoff für ein elegantes Ballkleid* S'/i,, Stoff für eine mod.Sammetbluae* 6„ Stoff für ein praktisch. Kostüm* (*in elegantem Karton verpackt) 1 Tafeltuch, 2� Meier lang 1 Dtz. Küchen-Handtücher '/, Dtz. Prima Drell• Handtücher, gesäumt 1 Kupon, ca. 10 Meter, Eleasser Hemdentuch 1 Kupon, 10 Meter, Louisiana 1 eleg. Kaffee- Gedeck mit 6 Serv. 5 Meter Wiener Zephyr iür Servier- Kleider 1 graumeliertes Ziegenfell 1 elegante Tischdecke mit Applikation 1 Schlafdecke m. Kante, im. Kameelbaar 1 Porticreagarnlt., 2ShawIs,lLambreq. 1 elegantes Ball- Ecbarpes mit Tüll- voiant und Linsätzen reich garnieit 1 weis«, seid. Gummigürtel, färb. bedr. 1 seiden Gummigürtel in iapan. Dess. 1 Damen-Regenschirm m, bunt. Kante (Satin de chine) 1 elegantes Damen-Plaid 1 gute Jacquard- Herrenweste 1 Zuavenjäckchen aus Perlgarn 1 Paar Mädchen-Knopfstiefel 1 elegantes Damen-Beinkleid 1 elegantes Damtn-Hemd 1 Stickerei-Unterrock mit Volant 1 schwarze seidene Zierschürze 1 Kaffee-Service, 9 teil., Veilchenmust. 1 Tischlampe, neue Ausführung 1 Prcsskohlenschrank 1 Wasch-Serviee, rot Kirschmuster t/j Dtz. gute Solinger Messer u. Gabeln 1 eleg. Lcder-Album ro. Altsilb.-Auflage 1 Schatltd r-Rdeetasche a 1.75 1 eleg. Herren- oder Damen-Tresor 1 PIüsch-Photographle-Album 1 Spiegel-Figur 1 Wecker 1 vernickeltes Schreibzeug 1 Frachtschale mit Met&llluss 1 Wandteller mit Messingrand 1 Musikmappe oder Schrelbmapps 1 Onyx-Schreibzeug 1 Rucksack oder Toraislsr 1 braune Reisetasche *1.75 1 Mädchenkleid aus gutem Wollstoff, in modern Biockkaro, für 6— 14 Jahre 1 Mädchen- Paletot aus englisch- meliertem Stoff, für 2—14 Jahre. 1 Kinder-Cape mit kariertem Seiden- Capuchon, 75— ICO cm lang 1 Knaben-Anzug aus modefarbenen Manchester• Samt, lür 3—12 Jahre 1 Damen-Paletot aus gutem Stoff, 90 cm lang 1 Damen-Matinee aus Eiderflansil, mit farbigem Atlas garniert 1 Falten-Kostümrcck, braun Blockkaro, mit Samtblende 1 Damen-Bluse aus Seidenstoff oder Samt, in moderner Ausführung 1 Damen-Unterrock aus Moiiä odar Cloth, mit Samtvolant 1 Damen- Glockenhut mit Blumtn- und Agraffengarnitur 1 Seal-Kanin-Stola, 180 em lang 1 weiaae Tibet-Stola, 150 cm lang, 6 Mtr. Stoff für ein modern. Tuchkleld* 3V2 Mtr. Stoff f. e.gedleg. Seidenbluse* S'/j Mlr.Sloff f.e.Seidensammet-Bluse* 6 Mir. Stoff für ein elegantes Kostüm* 6 Mtr.Stofl f.e. rein well. Chevlotkleld* (*in elegantem Karton verpackt.) 1 Tisch-Gedeck mit 6 Servietten 1 Dtz. Servietten 1 Garnitur Damast vom Stück,(4 m Bettbreite, Z>/, m Kissenbreite) 1 Garnitur Dimiti vom Stück(4 m Bettbrette, 3'/s m Kissenbreite 1 extra grosses Ziegen feil 1 Moquet-Wandschoner m. Frenzen 1 wölk Schlafdecke m. Jacquardbord. 1 bestickte Plüschtischdecke 1 italienische Schlafdecke In bunt- gestreiller Seide 1 Damenschirm mit bunter Kante(la Gloria-Seide) sehr elegant 1 Damen- oder Herrenschirm, Reine Seide, Garantie, mit Futteral 1 Paar Damen-Schnürstiefel mit oder ohne Lackkappe 1 elegante Frlsierjacke 1 Bettgarnitur aus Dimiti, Deckbett und 2 Kissen 1 Talel-Scrvice, 23 teilig 1 Porzellan-Kaffeeservice für 12 Per». 1 gr. Waseh-Servlcc, rot abgetönt 1 Photographle-Album mit Ständer a 75 pr. 1 Kaffeemühle 2 vernickelte Vorratsdosen, Kaffee und Zucker 12 Stck. Likörgläser 2 bunte Glasvasen 1 Küchenlampe, lOIInig 1 bunte» Waschbecken 1 bunte Wasserkanne 4 bunte Stclnguf-Vorratskannen 6 bunte PorzeUantasecn m Untertass. 1 Wichskasien mit 2 Bürsten 1 Eimer mit Scheuerbürste 6 massive Porzellanteller 6 bunte Dessertteller 1 Petroleumkanne, 2 Liter 2 grosse bemalte Figuren 1 Keekadose 1 Rauchservice mit Tablett 6 Brittania-EsslOffel 1 Quirlgarnitur, Steilig 1 Satz 4 Stck. Glas-Näpfe. *) Unter Aasscblnss einiger Artikel. Ar. 280. 24. Iahryang. 3. jikilM drs JonDirts" Kaliiicr öslliülilatt. Zonnabend. 80. November 1907. Hus der Partei. > Herzogtum dieser Woche ihr Vom Genossen Mehring erhalten wir folgende Zuschrift: Steglitz, 29. November 1907. Geehrte Genossen! Da Sie in der gestrigen Nummer des.Vorwärts' die Notiz der.Breslauer Vollswacht" über meinen Rücktritt von der.Leipziger VollSzeilung" abdrucken, so wollen Sie mir gestatten, diese Notiz dahin zu beriltuigen, dast mein.plötzlickier Weggang' von dem Breslauer Parteiblatt aus freier Faust erfunden worden ist. um seinen Puff an den Mann zu bringen. Einerseits liegt die Annahme meiner Kündigung durch die Leipziger Preß- kommission schon um sechs Wochen zurück, andererseits habe ich. ihrem Wunsch entsprechend, meine Stellung an dem Leipziger Partei- blatt noch bis zum Schlug dieses Lahres inne. Um alle weiteren Klatschereien abzuschneiden, bitte ich zu Ihren allgemeinen Aus- führungen über die Gründe meines Rücktritts noch bemerken zu dürfen, dost mein seit lange gehegter Wunsch, von der Leipziger Tätigkeit ent- bunden zu werden, bisder auf den Widerstand der dortigen Genossen stieß und sich erst verwirklichen ließ, als sich eine unausgleichbare Meinungs- Verschiedenheit zwischen der Leipziger Prcßlommission und mir über rein inlerne, die politisch-prinzipielle Haltuiig des Blattes in keiner Weise berührende Angelegenheiten ergab. Dergleichen Dinge an die Oeffcntlichkeit zu zerren, widerspricht schon allein guter Parteisitte, wenn es der Wahrheit gemäß geschieht, geschweige in der arg ent- stellten Form, die die..Breslauer Vollswacht' beliebt hat. Mit freundlichem Gruß __ F. Mehring. Gemeindewahlen. Die Stadtverordnetenwahlen im Sachsen-Altenburg haben am Mittwoch die Ende erreicht. Beteiligt waren unsere Parteigenossen an den Wahlen in Eisenberg. Schmölln, Meuselwitz-Gößnitz und Kahla, lleberall stand der Reichsverband hinter der Front als Antreiber der bürgerlichen Gruppen und Cliquen. Das Nieder- reiten ist ihm aber herzlich schlecht bekommen. In allen Orten haben unsere Genossen ihre Sitze in der drillen Abteilung glänzend behauptet. In Eisenberg erzielten wir 242 Stimmen, die Gegner 92 1 in Schmölln entfielen auf die sozialdemokrattschen Kandidaten 191, auf die Gegner 67 Stimmen; in Gößnitz bekam der sozialdemokratische Kandidat 117, der Gegner 191 Stimmen; in Meuselwitz war das Ver- hälwis 22S gegen 118, und in Kahla, das den Abschluß bildete. erhielt die sozialdemokratische Liste 292 gegen IIS. In Kahla haben die Genossen vor einem Jahre zum erstenmal einen Stadtverordneten durchgebracht; diesmal hatten sie diesen Sitz, der durch Wegzug feines Inhabers erledigt war, zu verteidigen. Sie haben ihn nicht bloß glänzend behauptet, sondern noch zwei Sitze dazu erobert. Leider gingen der Partei in dem Städtchen Orlamünde zwei Sitze verloren, die Gegner siegten mit rund 7 Stimmen Majorität. Schuld an dem Verlust trägt die flaue Wahlbeteiligung der Arbeiter- Wähler. Bei der Stadtverordnetenstichwahl in Wiesbaden wurde einer unserer Genossen gewählt. Mit ihm sind nun zwei Sozial- dcmokratcn Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums der inter- nationalen Bäderftadt Wiesbaden. Sozialdemokraten als Schöffen. In Frankfurts. M. wurden für das Jahr 1998 mehrere Genossen wiederum als Schöffen aus- gelost. Tie„Tafelrunde" vor einem italienischen Gericht. Rom, 2'>. November.niichlcknfun. Maximilian Harden, der Vaterlandsretter. Von F. Freund. Verlag H. Seemann Nchslg,, Berlin NW. 87. Die Zukunft Teutsch-Ostafrikas. Von Bernh. Pcrrot. 3 M. Verlag H. Walther, Berlin W. 30. «> Pf. Berliner Marktpreise. Slus dem amtlichen Bericht der ftädtiichen viartidallen-Dtrettion, fGroßbandcl.) Lchseiiileilch l» 68 79 dr. 100 V(b., II» 62 67 Ula 56 59 Bullenfleisch 1» 67—72, IIa 56-66, Kühe, seit 50—58, do. mager 38— 46, Fresser 52—60, Bullen, dänische 53—85. ttaldsieilch, Doppellender 110—125, Masttälber l» 80-90 IIa 70-79, Kälber ger. gen 50—66, do. boll. 48—54. Hammelfleisch Mast- Iiimm« 76—78, Hammel!a 68—72, IIa 62-67, ungar. 0,00, Schafe 47—60. Schweinefleisch 50- 58, Rehwild la per Pfund 0,60—0,70, Ha 0,40- 0,55. Rotwild la per Pfund 0,40-0,50. do. Ha 0,00, do, Kälber 45 bis 0,50. Damwild 0,40—0,50, do, Kälber 0,50—0,65. Wildschweine per Psd. 0,25—0,40. Frischlinge p. Psd. 0,60—0,70, Kaninchen, groß pr. St. 0,79—1,00, do, klein 0,00. Hasen, groß per Stück 3,00—3,60, do, mittel und klein Stück 1,50—3,00. Wildenten per Stück 0.00 Rebhühner, junge per Stück 0,90—1,20, do. alte 0.60—0,80. Falanciihäbne la, junge 2,25— 3,00, do. Ha und alte 1,50— 1,90. Fasancnbennen 1,00— 1,90. Waldschnepfen per Stück 2,00—2,25, do. IIa 1,00—1,50. Hiiducr, alte, per Stück 1,00—2,00, do. IIa 0.60—1,00, dito junge 0,50—1,20. Tauben 0,25— 0,40, do. italienische 0,65. Enieu 1,20—2,50, dito per Psd.—0,00, dito Hamburger per Stück 3,20. iKänie per Psund 0,42—0,58, dito per Stück 060, do, Hamburger 0,00, do, Odcrbrucher p. Psund 0,48—0,60. PoutetZ p. Stück 0,70—1,00, Puten p. Psd. 0,50-0,85. Hechle ver 100 Psd. 70—82. do. matt 0,00, do, groß 50—62, do, klein 0,00, do, groß-mittel 61—73, Zander 0,00, do, groß 0,00, do, kicin-miltel 102. Schleie, uns. 109, do. groß 0,00, do. klein 0,00. Aale, klein 68, do. klein und mittel 0,00, dito Nüttel 0,00, dito groß 122. Wels 0,00, Plötzen 45, Roddow 0,00, Karpfen 50er matt 60—64, dito 30— 40er 0,00, dito 25« 70— 73, dito 70er 0,00. Bunte Fische 30— 51, dito matt 20— 30, Larse matt 45— 57, Karanichen, matt 0,00. Bleie 0,00, do, malt 0,00. Aland 50. Raap 0,00. Bleifisch c 0,00. Winter. Rheinlachs 0,00, Amcrik, tlachS la neu«, per 100 Psd. 110— 130, do. Ha neuer 90—100. Seelachs per 100 Psd. 10—29. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6. mittel Kiite 1—2. Hamb. Stiege 4—6, halbe Kiste 2—3, pomm. la Schock 0,00, II» 0,00. Bücklinge, Kieler per Wall 2—3.00, Strallundcr 0,00, engl, per Wall 2,00—2,50. Sprotten, Danziger, Kiste 0,80, do. Rügenwalder, Kiste 0,80—1,00. Aale, grotz per Psund 1,10—1.40, mittelgroß 0,80—1,10, klein 0,60— 0.80. Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellfische, Kifle 3,00— 1,00,'l, Kiste 1,75—2,50. Sardellen, 1902 er per Anker 98. 1904er 98. 1905« 98,>906« 90—95. Schottische Pollbcriuge 1905 0,00, large 40— 44. füll. 38— 40, med. 36— 42, deutsche 37—44. Heringe, neue Maises, per'/, To. 50—120. Sardinen, russ,, Faß 1,50—1,60, Bratberinge Faß 1,20—1,40, do. Büchse(4 Liter) 1,40—1,70. Neunaugen. Schocksaß 11, do. kleine 5—6, do. Riesen- 14. Krebse per Schock 0,00, große 0,00, do. mittelgroße 0,00, dito kleine 0,00 om 060, do, uniortiert 0,00, Galizier, groß 0,00, do. unsortiert 0,00, öier, Land-, unsortiert per Schock 4,50—5.80, do, große 6,00—6,50. 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BSefte». Die lustige Witwe. itiiitipielhans. Husarenfieber. Trianou. Fräulein Josette— meine Frau. Thalia. Die gelbe Gefahr. Nachmittags 4 Uhr: Snecwitichen. Luisen. Der Leiermann und fem - Psleyekind. Nachmittags 4 Uhr: Klem-Däum« ling. Bernhard Rose. Spree-Athener. RachmitagS 4 Uhr: Hänsel und Gretet. WJctropoh DaS muh man seh'n. Rpollo. Sylvester Schässer. Spe- zialitätcn. Walhalla. Spezialitäten. FolicS Eapriec. GeteUte Liebe. Kasino. Biederleute. Gedr. Herrnfeld. Madame W>g. Wag. ES lebe daS Nachtleben. Pas!»ge. Paula Wirth. Epeziali. täten. Praeer. Der Veilchenfresser. Palast. Spezialitäten. Parodie. Das Ungeheuer. Vorher: Der Zapfenstreich. Monna Banna. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiuer Sänger. Urania. Tanbeiiiirahe|t«il«. Nachmittags 4 Uhr: Die Gletscher der Hochgebirge. Abends 8 Uhr: Erstbesteigungen von Gipseln im West-Hymalaya. Hörsaal 3 Uhr: Pros. Dr. Donath: Die phhsitnlischci, Grundlagen der elektrischen iteuchttechnit. Stern»var»c.:z»vaiid«iiNl. 57/62. Sei linefTheslep. Lastsp. de» Neuen Operett.-Theater». Eonnabend, den 30. November: Blaubart. _ Ansang 8 Uhr._ Neues Theater. Ansang 8 Uhr. Das llngeheuer. Tonntag: DaS Ungeheuer. Montag: DaS Ungeheuer�_ Zentral'Theater. Gastspiel des Hebbel-Theaters. Abends 8 Uhr: $ruu WarrenS Gewerbe. Drama in 4 Alten von Beruh. Shaw. daS&ica Köpcniiterftraste 68. Nachm. 4 Uhr: Tornröschcn. ZibendS 8 Uhr: Gastspiel des Zentral-TheaterS: Vtv Sonntag nachm.: Der Aktien- budikcr. Abends: Am grünen Weg. Gr. Frantsnrierstr. l3L. Ei»! ehrlicher Makler. Ansang 8 Uhr.— Wochentagspreise. Nachm. 4 Ubr Kindervorstellung: Hänsel und Grete!. Sonntag nachm. 3 Uhr: Othello. Abends: Ein chrlidicr Makler. Rixdorfer Theater Bürgersiile. Bcrgstraste Rr. X47. Sonntag, t. Dezember. Ans. 7'/, Uhr: 5. Gastst'icl des Opern- Ensembles (Thealer de» Westens) unier Leitung von Artur Bclow: Zar und Zimmermann. Komische Oper in 3 Akte» v. Lortzing. .Aaft»nx prttslse 8 Uhr. 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Montag abends S— 10 Ubr: Dortrag von Gduard Bernstein: Die grostiudustrlelle Gnttvickclung und der GesellschaftSidcaliSmns. ?lcuiitcr Vortrag des Zyklus: TtaatS- und Gcsellschaftsidcale im Laufe der Jahrhunderte._ Fünftel* Wahlkreis. I I und II. Abteilung. Heute Sonnabend, 30. STovcmbcr, abends 9 Uhr: gW- Winterfest ISg im„Alten Schützenhans", L-lnlcnstraßc 5. Konzert, Vorträge und Tanz. Alle Mitglieder des Kreises sind kreundlichst eingeladen. 237/11 Das Komitee. Nach Gleres Riesen-Weit- Kiograph. Theater. Waldemarstr. 75. Montag, Dienstag, Mittwoch, Donners. ag und Freitog: 4ii-oiSe Daner-Vorstellnne. UMS 400 Sitzplätze. Großes Konrert. Vereiusvorstellnngen werden noch angenomiucn. Sonntags Z'l, Uhr: Groste Kinder- Vorstellung. Heute Sonnabend. den 30. d. M.: Groste Extra-Vorstellung. 9393 Wohin? I Montiplafi.. 1 imthcatcnaal Tä�lICjU J Das neue Zirkus Scliumann 6 Heute Sonnabend, den 30. November, abends präzise 7'/, Uhr: XI. 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Xar die Gewinne UbT? 641«0 8« 991 64023 7! 874 407[1000) I 570 603 901 78 65191 349 477«53 741 65 77 901 6609« 392[ 5001 569 672 753 939 76 63 6 7053[500] 171 206 332 90«.•»> s 8000]'88 802 68111 236 420[500] 40 60 535 71 62» 74 6 9091 42« 89 598 751[500] 91 913 42 59[500) 7O009 63 195 98[500) 17«(1000) 4«6 83 57««63 718 [3000) 911«9 71357 ISOOO] 776« 43 908 32 7 2307 511 -93 947 79 73.817 479 547 79 687 701«43 74981 75088 f..00) 190 206 043[300) 799 812 7 6020 43 129 871 440 587 ->°8 7702« 109 91 258 446 540«88 837 967 7 8073 129 [500) 66 9« 204 395 833 7 9081 147»25«29 fSflOO] 75« 871 82 80333 458 576 721[3000) 4« 926 V8 8 1 041 184(500) 92«83 451«70 82069«98[10001 8316« 476 716 41 981 84177 480 5«««5 91 788 867 8 5026 264[500] 491 939 8 6378 93 585 860 8 7006 23 429«II 88050 86 123 420 529 77« 613 8 9022 632.87 821 90049 104 568 612[1000] 23 77« 818 75 91127 SO« 663 750 800 4« 92384 442 701 95[500] 862 910«9 72 9305« 172 42« 42 794 92«[1009] 94037[500] 104« 28« 571 M 934 9512» 65 235«9 15001 319 77«07 715[590) 873 301 64 96130 343«7 909 857[500)«0[8000] 97901 48 '3901 165[500) 339 407 93 900 11 08159 261[8000) 367 400 34[500) 888 63 094[1000] 9 9069 463 562«35 37«3 867 910 100945 5« 495«92 1 0 1 932 89 160 238 370 9« 407 568 779 102158«O 323 45««3 1039X8[3000]*54[500) 73 83 553«77 84 74« 988«4 1 04090 239 444 561 6« 705 820 914 1 05 053 152 259 480«31 47«5 TOS 918 106002 IlOOO) 8[ 50001 95 154 233 63 491 562 653 708 95 891 107449 763 810 10821» SO 77 452 87 570 601 743 55 800 45 52 1 09013 194 241 451 513 23 24 771«70 1 1O 27 304[10001 4« 777 98 819 76 111350 880»2 774 112109 21« 308 54 41« 764[ 5001»««[1090) 999 34 113052 133«5 228 86 390 4 00«49 1500)«61[500) 79 919 1 14027 214 380 430 655 04 740[5090] 84 1 907«1 115,79 479 600«70 813[500] 116821 93 500 8 932 117306 604 «l? 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Ziehiuig 5. KI. 217. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehnnm vom 29. Novrmber 1907, nacbmUtap*. Nur die Gewinn« über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt, (Ohne Gewähr.)[Nachdrurk verboten.) 39 40 256 4(8 863 967 lOO* 23 223 310 450 95 056»43 203« 24.8 89 483 602[30001 85 43 733 56 840 Ol(10001 »97 3105 20 205 69 95 697 930 4 162[1000) 473 511 90 629 914[ 500] 47( 500) 5509 84[500] 605 981 ,2[1000) 60»» 110 3,7»50 679 81 887 7ll» 430 759[500) 831 92 907 814« 636 637 9 040 127 f 1000] 91 253*47 610 75 lOns: 250 329 68 425 ,500) 8,7 731 25 53 11174 [500] 243 309««3 819 924 79 12010 182 270 321 873 1 3067 103 67»91 552 685 833 67[500] 81 093 14(7- 19, 15070 217 317[1000) 440 643 4 4 900 1 6571 650 1 7 238 347 661 729 955 927«8 85[500] 1813« 70 297 350 459[3000] 630 45«SO 723[3000] 979 19077 444 671 840 934 2092, 181 3OT 510 55 711 21039[500] 453 572 2 2284 809<94 506 711 05»18 2 3020 155 273[500] 300 750 964 2 4211 98 540 63 2 5060 487 589 86« 26039 152 75 258 [30 000] 374 70 412 19 524[500] 30 967 2 7877 2 3048 408 (500) 807 997 2 9051 110 211 337»25 42 5, 611 765 99 941 30013 392 518 670 97 959 940[1000] 31,143 205 72 320 603 42 70 072 754 855[50») 927 3 2 713 881 33178 318 96 460 80 782[500] 953 3 4110 96 403[500] 65 617 88« 9-9 050(7-02(1000) 337 44 3 60(2 62 79 89 108 3 7094 338 •410< 55 954 3 8167 73 481 567 655 73 702[1000]»40 3814» 373 77 603 717 84[560] 879 00« 40151 230 329 455 512[3000) 718 886 41 198 264 303 64 55 575 655 701 42179[500] 81 211 487 575 65> 771 43020 79 ISO 636 853 13600) 44131[3000) 76-«([560) 6(3 4-4»24[1600) 782 855 4 5 0(5 64[ 500) 205[500) 41 451[500) 581 830[ 9000) 55»83 46004[500) 120-24 320 8» 6-7 78 703(500) 8-3 38 47-65 7» 323 5Z? 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Dezember er., incL \i preis JPhonographen: Lyra-Phonograph, 4.. stock 2.95 Kasten- Apparat..... stück 6.85 Deckelkasten- Apparat mit Blumentrichter.».,,, Stück 9.(5 Ooldgnsa'"Walzens Gloria............ sifl<± 38 Pf. Edison........... stück 1.00 -ü tri 1 Z k Ä Ä Grosse Hartguss-Scliallplatten Stück do. de. zweiseitig bespielt 95 pi 1.75 Nadeln in Blechdosen 200 stück 25 pt |P|ira i m t Ür WS* tten-Sprech-daschinen Brauner Kasten« Tonarm» Concertschalldose 1 2,00 Imit. Eichenkasten 0 Tonarm• Blumentrichter 25,00 Polysander- Kasten» Tonarm« Ä*«• ÄSSÜ; 35,00 m—fr.-.— tvhjmm Unsere Spielwaren- flasstellang is! eröffnet r und bitten wir um Besichtigung ohne jeden Kanfzwang.——- Um eine sachgemässere Bedienung bewerkstelligen zu können und den Andrang In den letzten Tagen vor dem Feste abzuschwächen, verabfolgen. wir bis Freitag, 6. Dezember er. incl. Doppelte Anzahl Sparmarken' 0 Wir geben sonst bei einem Einkauf von 1 Mark 4 Sparmarken, an diesen Tagen jedoch Sp� 8 Sparmarken * Ausgenormnen sind einige Artikel. 1 Rhclnlttndlsche Arbriler- u. KmissbrKleidinig sind ancrtoniit die Besten. Jeder Arbeiter, jeder Handwerker sollte zur Arbeit obiizc Fabrikale tragen. Grösttc Haltbarkeit, beste Näharbeit, eigene Fabrik. Berkanf zu Fabrikpreisen. Monicur-Facken 95, i.'iO, 2,00,2,10.■ Maurer-Hose» 2,95, 3,50. Monteur-Hosen 95, 1,50, 2,00, 2,35. Mauler-Fackclts 3,50, 4,50. Malerlillcl 2,00, 2,55, 3,00. Mechan!kcr-5UttcI 2,65. Leder-Hosen 1,95, 2,65, 3,50, 4,50. Manchester-Hosen und»Joppen. Konditor-, Fleischer-, Friseur- und Koch-Jackcn. Stosf-Hoscn 1,95, 2.35, 3,50, 4,50. iBerb �_ 1. Vcrkällssstclle Berlin N, I 2. 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Lichtenthai, Oranienstr. 14 a, am Heinrichsplatz, Gnelsenauslr. 17, Ecke Solmsstraße. Das 28jllhr. Bestehen meiner 1 1 Firma bürgt f. reelle preiswerte Warenl Bei Arbeitslosigkeit-WV weitgehendstes Entgegenkommen. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 280. 24. Jahrgang. 4. KeilU des Lmiiets" Kllim MlksdlM Sonnabend, 30. November l907. Nu; den Leheimniiien des Mexsader- plstxez. Das Kapitel der politischen Polizei ist um einen neuen Beitrag dereichert worden. Ein Notizbuch ist es diesmal, das uns einen kleinen Einblick tun läßt in die Tätigkeit von Beamten der Ab- teilung VE, der politischen Abteilung. Anläßlich einer Haussuchung in der Redaktion des„Revolutionär" und in der Wohnung des verantwortlichen Redakteurs des Blattes am Freitag, den IS. November, hat ein Beamter der politischen Polizei sein Notizbuch liegen lasten und da der Inhalt desselben auch sür weitere Kreise nicht uninteressant ist, hat der Finder des Buches cS für angebracht ge- halten, denselben in dem obenerwähnten Blättchen zu veröffentlichen. Ta daS Blättchen aber gewissermaßen unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit erscheint, wollen wir ein übriges tun uild den„Leitfaden dieses Shcrlock Holmes" weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Tie Notizen lauten: „4. Wohnung und Arbeitsstelle. 2. Tage der Beobachtungen und Wahrnehmungen, dabei ob nach A. u. welche Richtung. 3. Besuchte Zusammenkünfte. — Aus Geestemünde. Schuhin. u. Arb. Paul Max Krause. 22. 9. 79. Hermansdorf, Kreis Breslau. 18. 7. 07. Versammlung Alte Jakobstr. 75. Ob bekannte Anarchisten dagewesen sind? — Cahn arbeitet zurzeit bei Nathan, Pfandleihe, Schützenstr. 1ö. 8— 8 llhr. 9. 8. 07. Am„Fr. Arb." K. Krause. Oertcr, Emil Neu- mann, Witte Ernst(Petersen) zur Post. — Nierens am„Rev." 8. 8. Wchner am„Revolutionär" (Tictrich II, Schäfer). — Emil Neumann, S. O- am 10. 9. Ostrowski. — Bei Lange am 10. 9., Älisch, Groll), Ehrenberg, Lax, Janzen, Splictb. — Verf. bei Patt, 16. 0. 07. Cahn. Schiefer, Möller(Radke). Cahn sprach z. Diskussion.(Weidncr.) — Drcsdenerstr. 88/89. 3 Uhr. Großmann. 1,60, dkl. Haar, dkl. Augen. Brille,«dkl. Jackcttanzug mit Sporthemd. Hell. lleberzicher. — Cahn am 26. 9. 07 bei Patt mit Möller, Fraubösc, Zumpc, Schüncmann, Müller Max(Radke). — Cabu will Broschüren verbreiten, streng observieren. — Beschlagnahme der No. 46 der Zeitung„Revolutionär" wegen der Art.„Parasiten",„Syndikalismus u. Anarchismus". „Antimilitaristisches".§8 130 u. 40 Str.G.B., 94 Str.P.O. — Emma Goldmann soll Ansang November nach Deutschland kommen. 1868 Kolvnow i. Rußland. Kräftige Gestalt, dunkle Haare, trägt Kneifer. — 9. 8. 07. Rech. betr. Esperanto. — 20. 4. Vorm. Hermannsdörfer 6.05 von Wohn, nach Arbeits- stelle Friedenau, Kaiser-Allce 98. >— 22. 4. Vorm. Reppin wurde 5Vi— 7% nicht gesehen. — Am 22. 4. nachm. Wicnandt von 6'/) bis 8 nachher Lokal Patt nicht gesehen. >— 19. 0. 07. V. Pawlowitsch mit Dietrich II, N. Pawlowitsch mit Schäfer. — 20. 6. 07. V. Pawlowitsch mit Dietrich II. — 21. 6. 07. V. Pawlowitsch mit D. II. N. Pawlowitsch mit Radke. — 22. 6. 07. V. Pawlowitsch mit D. II. N. Pawlowitsch mit D. II. 29. 6. 07. V. Oestreich um 7 Uhr z. Arbeit. — 24. 7. 07. V. Cahn um 8 Uhr z. Arbeit. � — 12. 8. 07. N. Ebrcnbcrg ging um 8,30 zu Lange. -—16. 8. 07. N. Schiefer zum Kegeln, Koppenstr. 65, Richel, 5 Mann. — 2. 9. 07. V. Nicrcns mit Elvert. — 11. 9. 07. V. Schiefer um 9si Uhr nach seinen Kunden, Borsigstr. 12, 21, 25. — 30. 9. 07. V. Möller Arbeitsstelle, Schönhauser Allee 164, Neubau. — Konf. 6/7. 07. Luftig am 6/6. 07 von Vs3— 3 ausführen. Pawlowitsch, Dietrich II(9',b am Steuerhaus). — 8. 10. 08. N. Cahn. Lesehalle. Alexandrinenstr. 26. — 9. 10. 07. V. Schiefer, 10 Uhr z. seinen Kunden. — Kr.-Wacktm. Winhuisen, Stendalerstr. 3; Kr.-Schßm. Ostrowski, Christburgerstr. 15-, Kr.-Schhm, Sccgcr, Gropius- straßc 3: Kr.-Schtzm. Post. Fidicinstr. 45; Kr.-Schtzm. Radke. Mirbachstr. 4; Kr.-Schtzm. Elvert, Boxhagenerstr. 10; Kr.- Schtzm. Petersen, Schönfließcrstr. 14/15; Kr.-Schtzm. Gcreckc, Elisäbethstr. 30(jetzt wo anders, Straße unleserlich); Kr.- Schtzm. Dietrich I, Ratiborstr. 16; Kr.-Schtzm. Jastrow, Oldenburgerstr. 40; Kr.-Schtzm. Borth, Werneuchenerstr. 4, 7 oder 74; Kr.-Schtzm, Schäfer, Proskaucrstr. 10; Kr.-Schtzm. Weidncr, Friedcbcrgcrstr. 16; Kr.-Tchutzm. Dietrich II, Koch- hannstr. 15; Kr.-Schtzm. Klcinhann, Cadinerstr. 15; Kr.-Kom. Kuntzc, Lchrterstr. 55, Telefon Amt II, No. 3643; Pol.-Leutn. Hermann, Tcmpelhofer Ufer 32; Amtsrichter PodrtvilS, Spcnerstr. 5; St.-A. R. Lindow, Rcgcnsburgcrstr. 5z.—"• — Oertcr, Adalbertstr. 71, Ou. I rechts. — Schriftsetzer Johannes Rcmtinann. II r banst r, 89/189 — Tischler Bruno Lohse, Urbanstr. 86. — Former G. Werner, Mittenlvalderstr. 30, — Gürtler Hcnnig, Norddahnstr. 16. — Friedrich Simon, Mittenlvalderstr. 30.» — Tischler Julius Meyer, Urbanstr. 131. — Heinrich Schröder, Kreuzbcrgstr. 14. — Jakubo, Hasenheide 49. — Mechaniker Karl Bcrgcr, Fricscnstr. 6. März. — 3. 07. Deckadresse 5,00. — 5. 3. L. B. 1,20. — 10. 3. Vorwärts 1,10. — 13. 3. Zahlabcnd 0,80. — 13, 3. Wahlvereinsbeitrag 0,25. — 19. 3. Generalversammlung 0,60. — 28. 3. Für B. Z. A./Juni 1,82. — 26. 3. Gcncralvers. 0,50. — 1. 3. 07. Deckadresse 5,00. — Krause, untersetzt, 1,68, schwarz. Haar, Schnurrbart u. Spitz- bart, trägt Brille. Woche vom 18.— 24./4. 07. — Klub Osten am 20. 6. 07. Wicnandt. — Fr. Arb. am 26. 6. 07. Ernst Witte, Emil Neumann. R. Oestreich. — Große Partei. Föderation der Anarchisten Deutschlands. Dazu die drei Gruppen von Bl. 1.„Revolutionär"(Gruppe d. f. B. B. u. Umg.) 2. Fr. Arb. 3.„Der Anarchist"(Gruppe Nordost!.— Ost. Südwesten.— Moabit,— Ch. — 20. 4. Reppin. 15. 7. 07.. 11/6. 20/6. 23/6. 24/6. 4./7. 6/7. 13/7, 15/7. — 22. 4. Wienandt. 12. 7„ 13/6. 23/6. 27/6. 1/7. 4/7. 9/7. 11/7. — 20. 4. Karfunkclsicin. 23/7. — 29. 1. Walkowiak. 17. 7. 13/6. 26/0. 1/7. 8/7. 13/7. 15/7. — 1. 5. Oestreich Rud. 22. 7. 15/6. 28/6. 29/6. 2/7. 5/7. 6/7. 9./7. 16/7. 20./7. — 15/5. Witte Ernst. 7. 8. 7/8. 24/6. 28/6. 3/7. 8/7, 22/7. — 28/5. Weber Franz. 15. 8. 15/6. 20/6. 7/7, — 5/6. Damm 22. 6. 12/6. abgegeben. — B/5. Robinsohn 22. 6. 11/6. abgegeben. — 15/7. Ehrenbcrg. 5/10. 23/7. 25/7. —„ Körner. 19/7. 20/7. 22/7. 23/7. —.. Wickcr. 16/7. 17./7, — 18. 7. Osten. 22/7, 25/5. — 20. 4. 07. Pudritzki 30. 5. 07. — 1. 5. Unts. Witte, Tieckstr. auf Neubau beschäftigt. — Weinberger Alexander, Tapezier. 31. 7. 77. Int i. Ungarn. 1,66(4 gr. schlk., schwarz, Schnurr., rundl. Gesicht, br. Augen, Oberkiefer fehlt linker Schneidezahn — Vigclanz auf Karl König. 30 Jahre, 1,70 groß, blaß, obales Gesicht. Hellblonden Schnurr., dunkle Haare, schwarze Mctzgcrjacke mit Perlmutterknöpfc, graugrünen Rcisekoffer, Oberarm tätowiert(rechts Herz, links Fraucnbildnis) nervös, kurzsichtig, zeitweilig Kneifer tragend, 8 Jahre Zucht- haus vorbestraft. Biel Geld und Revolver. Potsd. Bahnhof. — Staatsanwalt Graf. Z. 375. V. von Lindow. —?lrb. Karl Müller. 3. 8. 88. Stralsund, 1,71 schl. dklbl., hl. bld. Sch., längl. blasses Gesicht. Termin Neugcbaucr? — Am Fr. Arb. 20/6. 07. Wicnandt, E. Neumann. — Töbcritz am 30/6. 07. Kleinhann, Dietrich II, Ostrowski, Plakat mit folgender Aufschrift: Auf allerhöchsten Befehl usw. mit Adler 12(4. Lehrter Bahnhof. — 2/7. Emil Neumann, Klub Südosten. Anarchistische Broschüre von Pouget„Gewerkschaft"(rotes Heft). — Das Vaterland der Reichen(gelbes Buch mit dem Moloch). — Körner aus Buczacz. Fensterputzer, klein, kl. schw. Bart, schwarzes Haar, dunkelbrauner Taint, trägt Sonntags schw. Gehrock und soll in der Saarbrückcrftr. bei einer Frau Buneivitz, deren Mann Zigarrcnarbeitcr war, wohnen.— Körner. Saarbrückcrftr. 27. — Ernst Witte auf dem Bahnhof Alcxandcrplatz zum Abschied von Luftig. — 15. 7. 07. 2-4—3 Uhr Pawlowitsch. C. A. I. 2652 07. — Wicker. 1,65—1,67, schw. w. Hut, schw. Anzug, schw. Schnurr- bart. Arbeitet 7— 6 Uhr. — Buchhändler Wilh. Ticlking, Luthcrstr. 11. Schönebcrg, z. 9. 8. 07. — Am 17. 7. 07 bei Patt Zusammenkunft mit Wilhelm Weber, Oestreich, Kielmeyer Röhr.(v. Radke.), — Friedrich Weitkus, Arb., Oderbergerstr. 48— 61. — Priese Anna, Näherin, 24. 4. 76. Sartwigshauscn, Kreis Jaucr, 1. 10. a. Ch.. Marburgerstr. 8. — l Radke 1202.— Windhuiscn 833.) — Ernst Witte 6/8. bei Tamm mit Kielmcyer. — Weitkus, 1,60, untersetzt, dunkelblond, dicken starken herunter- hängende» Schnurrbart, rundes volles Gesicht, Augen grau. — Otto Schreiber, Schneider, 20. 1. 68, Langenbogcn, Mans- fclder Kreis, 1,67, schl., dkl. Haar, hellbl. Schnurr, blaß, längl. Gesicht, kl. Stirn, flaches Kinn, rechter Unterarm Bügeleisen mit Scheere. O. Sch. 1888. — Gelb Isaak. Handlungsgehilfe. Oester», — Sternberg Simon, Drechsler. Oestcrr. — Reinhardt Josef, Schneider, Ung. — Meißner Salomon, Glaser, Ung. — Hecht Adolf, Zigarrenarb., Oesterr. — Friedrich Annus, Stcinstr. 5, Töpfer, 6. 9. 79. Königs- berg i. P., cv. Pr. — Maj. vom Schloß nach Bahnh. Friedrichstr. 5% Uhr besehen— Strecke 11, Georgenstr. am Museum.(Ewert 12.) — Am 22. Sicherheitsdienst bei der Kaiserin. — Ehrenbcrg am 26. 9. 07 bei Lange mit Drägcr, Brühl, Alisch.(Dietrich II.) — Zur Vcrsamml. am 29. 9. vorm. 11 Uhr, Köpenickerstr. 170. — Cahn am 30. 9. Referent bei Patt. — Pühringer Johann, 1883 in Rohrbach geb., Statur klein, Haare rötlich, Augen blau, rundes Gesicht, auffallend gehend. Kopf. Rötl. kl. Sch. Will Bomben werfen. Wo betroffen festnehmen. — Martha Guttmann, Schauspielerin. 31. 7. 07. Dessau. Obge». seit 10. 9. 07 wieder zurück. — 130 Str.G.B. Leitartikel„Lehren der Vergangenheit". — Kurt Neumann.(Radke.) — Emil Neumann. Fr. Arb. am 3. 10. 07. — Friedrich Lenz, Hasenhaide 76. — Ernst Krautwald, Bln., Grimmstr., 1,75, Haar dunkelblond, Nase eingedrückt, Gcsichtsbildung oval, Gestalt kräftig. Trägt goldene Brille. — Karfnnkclstein kommt am 12. 10. nachm. 4,15 zur Entlassung. Gefängnis Plötzcnscc. — Am 14. 10. 07 ilin 10 Uhr zum Schießen. — Weidt Otto. Nassaucrstr. 13/14. Eltern Klosterstr. — 2. Arb.= 20— Porto 20— 40 Pf. 1. Arb. 1 Rev.— Porto 5—25 Pf. 1. Arb. I Rev.— 20— 20 Pf. 1. Arb. 1 Rev.— 20= 20 Pf. 83 Pf. — 26. 10. Meldung über den Strafantritt von Möller. — Sicherheitsdienst 8 Uhr. 2 nachm. Bindend nicht am Branden- burgcrtor. Tiergarten wird besetzt. Posten stehen am Schloß. — Etwas über den Polizcihundwettstrcit in Breda. — Broschüren: 1. Flugblatt: Genossen, Proletarier. Die Anarch. Teutschlands. 2. Das Vaterland der Reichen. (Friedeberg.) 3. Die Gottespest.— An die jungen Leute und Soldaten nur mit Nachwort von Senua H. Internationales Rcbellcnlicdcrbuch. Wintermärchcn. Tic Armee und die Streiks. Der soziale Generalstreik. Worte eines Rebellen. — Robert Hillcr, Tischler. Strclitzerstr. 66. — Meyer, Ecbastianstr. 39. 8'4 Uhr. Stukkateure Gencralvers. — Cahn am 15. 10. Klub SO. Vortrag über M. u. Anti- Militarismus. — Körner. 23/7. 2/8. 5/8. 2/9. 16/9. 7/9. auf Reisen ab- fl C 111 c I bc t — 15/7. Ehrenberg. 23/7. 25/7. 31/7. 12/8. 6/9. 10/9. 15/9. 21/9. 28/9. 5/10. — 26/7. Cahn. 27/7. 8/8. 13/8 14/8. 4/9. 9/9. 17/9. 22/9. 29/9. 31/9. 4/10. 8/10. 15/10. — 3/8. Steiner. 8/8. 8/9. — 14/8. Schiefer. 15/8. 6/9. 11/9. 14/9, 18/9. 20/9. 1/10. 9/10. 11/10. 15/10. 2/11. 12/11. — 16/8. Köhn Alfred. 4/9. 10/9. 12/9. 17/9. 28/9. 5/10. 12/10. 21/10. 29/10. 31/10. 11/11. — 3/9. Groth. 5/9. 0/9. 11/9. 16/9. 21/9. 27/9, 2/10. 14/10. 21/10. 29/10. — 6/9. Möller. 7/9. 12/9. 14/9. 20/9. 23/9. 25/9. SO/9, 9/10. 10/10. 25/10. — 19/9. König. 19/9. 26/9. 30/9. 2/10. 7/10. 9/10. — 17/10. Baumert. 23/10. 28/10. 4/11. 10/11, — 19/10. Rückert. 24/10. 0/11. — 19/10. Groß. 23/10. 2/11. 11/11. 14/11. — 24/10. Sommer. 26/10. 8/11. 14/11. — 11/11. Annus. 12/11. — Versammlung b. Patt 1l/ll. 07. Nieren?, Klöpfcr. Hillcr. — Fr. Arb. 14/11. 07. W. Weber, Nierens, Fritz Müller. — Gestellt am 25. 10. 07. Entlassen am 25. 2. 08. Vorm. 10.40. (Diese Notiz gilt unserem Genossen Möller. T'» Red d- Rev.) — Rückert, Trcskowstr. 53. — 7/11. Am Fr. Arb. — Russe, 1,70, untersetzt, russisch-jüdische Nase, Kneifer, hellen Paletot, schw. Anzug. — Anna Büttner, Dstm., 3. 3. 78. Grabow, Kreis Lands- berg a. W. — Valentin Schwarz. Glasschleifer, 18. 6. 82, Löwcnbcrg, Kreis Heilsberg, Frankfurter Allee 61. i— Vorwärts, v. 7. und 12. 4. Droßler. — Polz. Lcutn. Hermann, Tempelhofer Ufer 32. — Wilhelm Scherf W. 40. Robert Täusche 70. — Der Ex. z. Bericht falls inzwischen die Angelegenheit weiter gediehen ist. Nach 4 Wochen 6/4. Veft. vom 10. 11. 06. Betr. Regelung der Frage der Partcispcditioncn für Groß-Berlin. — Bericht über die Besuche am 24. 1. 07. Umfang der Besuche in Wohnungen und wie haben sich die Personen benommen. Resultat.(Kleinhann). — Bericht über die am 24. 2. 07 stattgcfundene Flugblatt- Verbreitung. 1. Umfang der Verbreitung. 2. Ueber den Besuch der Genossen in den Wohnungen. 3. Benehmen der Genossen anzuwerbenden Personen gegenüber. — Russe. Gregor Grushini, 1,70, dkl. H. grbl. Augen, Stirn hoch, Nase l., gr. Ohren, Kinn t'ef, Gano grab fett. Auf Oberfläche l. Hand Narbe.» — Partei 115,000 Mk. Schulden. — Zum 6/4. Bericht über die Partci-Einnahmcn des letzten Vierteljahres-Maifeier. Stimmung unter den Genossen. (Alach Zahlabcnd.) — Wiescnstr. 41/42 Stolzenburg 3— 9 Nachm. Russe Student, unangemeldet. Kl. schmächtig Schnurrbart, gelbe Tasche und Hut, l. Ileberzieher. — Claßen, Reinickendorferstr. 93. — 12/4. Stastitik der Gewerkschaften über die Presse und der Mitglieder.. — Zcitungsspedition Vorwärts a. Hintze u. Co. Panlstr. 81b. — Paul Hoffmann 26377. — Seit 28. November 1906 das Geschäftslokal der Gesellschaft befindet sich Lindenstr. 69. Wert dcL Gegenstandes 20 009 M. — Flugblätter„Junge Garde". — Zum 8. 5. Bericht über Agitation der Partei unter dem Militär. — Sch. Stiefbruder Adam Usdowski zu Nattern g. Kenntnis- nähme u. mit dem Ersuchen um Feststellung ob die den p. Sch. vor der Rcichstagswahl zugegangenen Adressen von Sozi., vielleicht von einem andern dort Bediensteten her- gerührt haben. Usdowski wird als durchaus königstreu an- gesehen. — Hanncbauer. Malplaquetstr. 8. — Pudritzki soll noch keinen Umgang mit A. haben. Soll geistig nicht normal sein. — Reppin. Gruppe Lange; offiziell keine Gruppe.(Anarchist.) — 8. 5. 07. Schriftsteller Georg Herzfcld, Kaiserin Augusta- straße 77, als Mieter. — 8./4. Nachm. Oestreich von 5(4—7 observiert; ist ohne Arbeit. Wohnung nicht verlassen. e— 19./4. Vorm. Neßmann, Fruchtstr. 42. Von 7(4 nach Arbeitsstelle, Fruchtstr. 60. — Möbelpolier Friedrich Wienandt» zum 15/7. zu C. A. II. 347. 07. — Zum 17/5. Karl Paul Krause, Buchbinder, C. A. II. 1376. 07. — Am 23/4. Vorm. Reppin. Von 6—7(4. R. verließ um 6% seine Wohnung und begab sich nach feiner Arbeitsstelle Memclerstr. 40. — Am 24/4. Vorm. Krause 6— 7. Verließ um 6.30 seine Wohnung und ging z. Arbeitsstelle, Waldemarstr. 39. — Bock seit 1. 5. 07, Grcnzstr. 15, Quo I., arbeitet am Nonnen» dämm von 7(4—5(4 Uhr. Nachm. Fahrt von Wcdding bis Jungfernheide. — 15, 7. 07. V. Ernst Witte. Dafür Ruppin. — 22. 7. 07. B. Osten nicht gesehen. N. Körner nicht gesehen. — 13. 8. 07. N. Weber Franz soll bei Willemann in W. arbeiten. — 17. 8. 07. V. WeitkuS 5.30 Uhr nach Puttbuserstr. 30. Fuhr- geschäft. — 12. 9. 07. N. Stripp, Prinzen Allee 17. Soweit der Inhalt der Notizblätter. Dieser Inhalt ist äußerst lehrreich. Er gibt uns eine kleine Borstellung von der Spllrer- tätigkeit der politischen Polizei. Wir erfahren die Namen und Adressen zahlreicher Personen, die unter polizeilicher Observation stehen. Neben Leuten, die als Anarchisten gelten oder nur in diesem Verdachte stehen, befinden sich eine Anzahl als Sozialdemokraten bekannte Genossen. Wir erfahren auch, für welche Vorgänge die Polizei ein ungewöhnliches Interesse an den Tag legt. Nicht un- interessant ist auch, daß die Polizei den„Vorwärts" und die sozial» demokrarische Partei finanziell unterstützt. Der polizeiliche Inhaber des Notizbuches ist Abonnent des„Vorwärts" und bezahlt pünktlich seinen Abonnementsbeitrag von 1,10 Mark, weil er als eifriger Ge- nosse gelten will, er ist Mitglied des Wahlvereins und besucht pünktlich den Zahlabend und die Generalversammlungen des Wahlvereins seines KreiscS. Zehrlosten für den Besuch des Zahl- abends und der Generalversammlungen sowie den Beitrag zum Wahlvercin läßt er sich aus der„großen Kasse" zurückerstatten. Um als eifriger Genosse zu erscheinen, verfehlt unser„Freund" keine Generalversammlung. Weil die am 19. März im zweiten Kreise stattgefundene Generalversammlung nicht zu Ende kam, wurde sie am 26. März fortgesetzt; in beiden ist der„Eifrige" anwesend. ES ist deshalb auch mir zu verständlich, daß unser Sherlock Holmes großes Interesse für in, zweiten Kreise tätige, bekannte Genossen an den Tag legt, und er trägt gewissenhaft die Adresse des Preß- kommissionSmitglicdcS Meyer, die des LokallommissionSmitglicdcS Schröder, die des Schriftführers des Wahlvercinö Rautmann, nicht Remtmann, in sein Buch ein. Auch noch mancher andere Genosse lvird exst aus dieser Veröffentlichung erfahren, welches Interesse die Polizei an seiner Person nimmt. Wir erfahren aus dem Notizbuch auch die Adressen zahlreicher Kriminalbeamten, deren Bekanntschaft wir schon früher gemacht haben. Wer erinnerte sich nicht noch leb- Haft unseres„Freundes" Dietrich II, der im dritten Wahlkreise als Mitglied de? Wahlvereins wirkte und dort selbst Flugblätter ver- breitete, des Dietrich II, den unsere Genossen schließlich entlarvten und im Bilde festhielten! Am meisten aber interessiert, mkt wem die Polizei verkehrte. Da wird auffallend häufig erwähnt: V. Pawlowitsch mit Dietrich II, N. Pawlowitsch mit Radke oder mit Ewert oder Schäfer, also vor« mittags und nachmittags Zusammenkünfte mit Kriminalbeamten. wenn man die Notizen so deuten darf; eine andere Deutung lassen diese aber kaum zu. denn Dietrich II, Schäfer, Radke und Elvert sind Kriminalbeamte. Unwillkürlich taucht in jedem Leser die Frage auf: Wer ist dieser gewisse Pawlotvitsch? Der Inhalt der Tagebuchblättcr läßt noch eine ganze Reihe anderer Fragen zu; wir wollen uns aber für heute an diesen Ivenigen Bemerkungen genügen lassen. Sie zeigen, daß der Staat fortgesetzt ein Heer von Beamten bezahlt, um öffentlich und im geheimen die Arbeiterbewegung zu überwachen. An der öffentlichen lleberwachung läßt»nan sich nicht genügen. Spione und Spürcr werden in die Wahlvereine geschickt. »m zu schnüffeln, obwohl es nichts zu schnüffeln gibt. Zahlreiche Staatsbürger werben, ohne daß sie es wissen, unter Polizd observation gestellt, als wenn sie gemeine Verbrecher wären, die unter Polizeiaufsicht ständen, und elende Subjelte werden gedungen. um der Polizei Verräterdienste zu leisten. ES muß faul um einen Staat bestellt sein, der sich solcher Mittel bedienen muß. Würde nur ein Teil des Scharfsinns, der hier betätigt wird, dazu verwandt, die Berüber der zahlreichen Kapitalverbrechen zu entdecken, die noch frei in der Welt umherlaufe», wäre für Leben und Gesundheit der Staats bürger besser gesorgt._ Partei- Hngelcgenbeitcn« Zur Lokalliste. Am 30. November cr. veranstaltet der„Sparverein Kaulsdorf" im Lokale von Götze in Kaulsdorf ein Fest. Wir weisen darauf hin. dag das genannte Lokal der Arbeiter- schaft nicht zur Verfügung steht. mithin sind alle dortigen Veranstaltungeit streng zu meiden. Folgende Lokale stehen uns in Erkner zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Alfred Finker, Bahnhof strage 11(früher Seidenstücker); Karl Gruhn. Berliner- stragc. Im V. Kreise steht uns das Lokal von Friedrich Heufelder, Dragonerstr. 15(früher Patt) nach wie vor zur Verfügung. Die Lokalkommission. Erster Wahlkreis. Sonntag, den 1. Dezember, abends 6 Uhr, in den„Alten Arminhallen"(„Lebensgnelle"), Kommandantenstr. 20: Vortrag des Genossen Ed. Bernstein über:„Kämpfe aus der englischen Nevolution". Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Eintritt inklusive Garderobe und Tanz 20 Pf. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Lichtenberg! Sonntag früh findet Flugblattverbreitung über den ganzen Ort statt und zwar nach der neuen Bezirks- emteilung. Dienstag, den 3. Dezember: Oeffeniliche Frauen- Versammlung bei Gürsch, Frankfurter Chaussee 128. Referentin: Frau Dr. Wehl über: Die Aufgaben der Frauen in der Kommune. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Eichwalde, Zeuthen, MicrSdorf und Umgegend.� Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags 4 Uhr. in. Witt es Waldschlößchen" in E i ch w a l d e: Oeffeniliche Versammlung für Frauen und Männer. Tagesordnung: Der Wahlrechts- kanipf. Referent: Rcichstagsabgeordneter Gen. Fritz Zub eil- Berlin. Genossen I Agitiert für Massenbesuch dieser Versammlung. Der Vorstand. Borsigwalde und Wittenau. Montag, den 2. Dezember, abends SM Uhr, findet in den Borsigwalder Festsälen eine Protestversamm lr.ng statt. Tagesordnung:„Der Wahlrechtskampf in Preußen" — Flugblattverbreitung: Sonntag früh 8 Uhr, Borsigwalde bei Reuter; Wittenau bei Busse, Triftstraße. Hohcn-Schönhauscn. Am Sonntag, iden 1. Dezember, mittags 1 Uhr, findet im Lokal des Genossen Hcrschleb, Berlinerstr. 93, chic öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung:„Tie bevorstehende Gemcinderatswahl". Referent: Stadtverordneter C. Leid. 2. Diskussion. Die Genossen sind verpflichtet, vollzählig zu cr- scheinen und für guten Besuch der Versammlung zu agitieren. Friedrichöhagen. Morgen. Sonntag, den 1. Dezember, nach- mittags Uhr, findet im Saale der Witwe Lerche, Friedrichstr. 112 sRundteil), eine Volksversammlung statt mit der Tages- oidnung:„Der preußische Wahlrechtskampf". Referent: Genosse Emil Kloth. Diskussion. Die Parteigenossen werden ersucht, zahl- reich zu erscheinen, um Protest einzulegen gegen die Entrechtung und Unterdrückung des arbeitenden Volkes in Preußen. Oranienburg. Am Sonntag, den 1. Dezember, nachmittags 3 Uhr, findet im Lokal„WaldhanS Sandhausen". Schlltzenstr. 34. eine öffentliche Protestversainmlung statt. Tagesordnung:„Der Wahl- rcchtskampf l" Referent Genosse Gustav Zeglin-Berlin. Genossen! Sorgt für Massenbesuch dieser Versammlung. _ Der Einberufer. Berliner J�acbrlcbten. Bei„Onkel Pete«"! Unter diesem Lokalausdruck bezeichnet der Berliner die Pfandleihen,- welche ans die verschiedensten Stadtgegenden verteilt, in großer Anzahl bestehen. Besonders in Anspruch genommen werden dieselben gegen Ende des Monats. Aber auch sonst fehlt es nicht an Kundschaft und speziell am Sonn- abend wickeln sich die Geschäfte in rascher Reihenfolge ab. Personen, jeden Alters und Geschlechts holen und bringen die verschiedensten Gegenstände; solche, welche nicht ein- gelöst werde», fallen der zu bestimmten Zeiten stattfindenden Auktion zu. Treten wir in den engen, unfreundlichen Raum, der mit Wertobjekten jeder Art angefüllt ist. ein. An den Wänden hängen Regulatore, Musikinstrumente, Waffen und anderes mehr. Ein schmaler Tisch trennt den Inhaber von seinen„Kunden". An langen Ständern sind Anzüge und Paletots in dichter Reihenfolge aufgehängt. Auf einem Tisch stehen Glas- kästen, in denen Uhren und Schmucksachen glitzern und funkeln. Ans Regalen liegen Betten, Steppdecken, Wäsche und Bücher. Mit unerschütterlicher Ruhe waltet der Inhaber seines Amtes, während seine bessere und behäbige Ehehälfte die Gegenstände mit Nummern versieht und diese wieder in das Buch einträgt. Ein Bündel gestrickte Jacken und wollene Sporthemden liegen vor ihm ausgebreitet. Bedächtig mustert er Stück für Stück.„25 M. I" sagt er kurz. Der Eigentümer, anscheinend ein kleiner Geschäftsmann ist betroffen:„Ich dachte oO M.?" Der andere stützt beide Hände auf den Tisch und blickt sein Gegenüber starr, fast lauernd an.„25 M.!" wiederholt er jetzt hart und bestimmt. Jener packt seine Ware still- schweigend ein. Eine junge Frau gibt zwei Trauringe hin. Er prüft sie. »18 M. l" Sie nickt zustimmend und legitimiert sich. Ein Arbeiter breitet einen blauen Kammgarnanzug auS. «Den kann ich nicht nehmen, der ist zu fleckig." Ein schlanker, hohlwangiger Jüngling mit langen schwarzen Locken und dunklen, melancholischen Augen entnimmt dem Futteral eine Geige. „Echte Stradivari I" bedeutet er dem Pfandleiher. „Wieviel wollen Sic darauf?" „Soviel Sie geben können I"„70 M.?" Der Gelger willigt ein. Unistündlich und mit heiliger Scheu wickelt ein altes Mütterchen ein kleines goldenes Kruzifix auS der papierneu Umhüllung, ein Meisterwerk alter Goldschmiedckunst. Mit schmerzlichem Ausdruck ruhen ihre Blicke auf dem Gegenstand. den der Inhaber geschäftsmäßig prüfend und wägend in der Hand hält.„ 40 Mark, Mutter?" Sie ist damit ein- verstanden. Ein kleiner Junge gibt ein dünnes Kettchcn hin.„Das ist zu wenig. Junge, Mutter soll noch was zulegen." Jetzt wird die Tür weit aufgerissen und ein forscher Student mit vielen Schmissen im Gesicht und mit fehlenden linken Ohrzipfel tritt herein. Ihm folgt ein Dienstmann keuchend und läßt einen schweren Stoß Bücher in eine grüne Deckegehüllt, auf den Tisch nieder.„Hier", der Student zeigt mit salopper Gebärde auf die Bücher:„Möglichst viel!" Er lacht übermütig und stößt mit seinem dicken Knüppel keck auf den Fußboden. Die Anwesenden lachen belustigt, selbst Onkel Petens strenges Gesicht verzieht sich. Er sieht die Bücher durch.„30 M.?" Bruder Studio überlegt einen Moment. dann ruft er:„Na, meinetwegen!" Eine elegante Dame löst einige Schmucksachen aus. An ihre Stelle tritt jetzt ein gutgekleideter, etwa 25jähriger Mann mit scheuem, stechendem Blick. Er legt eine goldene Uhr hin. Der Inhaber betrachtet dieselbe aufmerksam. Dann fordert.er den Besitzer derselben freundlich auf. Platz zu nehmen, indem er sich ins Nebenzimmer begibt, aber bald wieder erscheint. Nach einer kleinen Weile geht die Eingangstür auf und zwei Männer, denen man von weitem den„Kriminal" ansieht, treten ein. Der Pfandleiher händigt ihnen die Uhr aus. „Wo haben Sie die her?"„Die Uhr ist mein Eigentum!" antwortet der Angesprochene trotzig.„Das wird sich heraus stellen, vorerst müssen Sie mit." Die beiden nehmen den jungen Mann in ihre Mitte. Dieser wirft dem Inhaber noch einen giftigen Blick zu, dann schließt sich die Tür hinter ihm. Den Entwurf für die Statute» des zu bildenden Verkehrs Zweckverbaudes von Groß-Berlin haben bereits die meisten in Betracht kommenden Gemeinden angenommen, sodaß nunmehr an der definitiven Bildung dieses Verbandes nicht mehr ge- zweifelt werden kann._ Rücktritt de» Stadtverordneten-Vorsteher». Au» dem Rathause kommt die Nachricht, daß der Stadt- verordneten-Vorsteher Dr. LangerhanS den Stadlverordneten schriftlich mitgeteilt habe, daß er mit Rücksicht auf seinen GcsundheitSzustano und jm Hinblick auf sein hohes Alter von dem Amte eines Bor- stehers der Stadtverordnetenversammlung zurücktreten müsse. Sein Amt als Stadtverordneter gedenkt der Senior der Versammlung auch fernerhin noch auszuüben. Dr. LangerhanS ist 87 Jahre alt und hat sein Amt seit 14 Jahren versehen. Obwohl unsere Genoffen hin und wieder vollberechtigten Anlaß hatten, über seine Geschäftsführnng zu klagen, wollen wir gern an- erkennen, daß der alte Herr im großen und ganzen doch gewiffen- hast bemüht war, möglichst unparteiisch zu verfahren. Wenn ihm das picht immer gelungen sein mag. so mag sein hohes Alter ent- schuldigend in Betracht gezogen werden. Einstellung eines Dampfomnibusscs. Einen Automobilomnibus mit Dampfbetrieb stellt die Allgemeine Berliner Omnibus-Aktien- Gesellschaft in Betrieb. Der Wagen verkehrt auf der Linie 4 Hallesches Tor— Chausseestraße. Er ist nach dem Automobil- Omnibus-System Stoltz gebaut. Der Wasserdampf wird mit Hülfe einer KorSfeuerung erzeugt. Die Einstellung des Wagens gilt naiür lich als ein Versuch. Erst ein längerer Betrieb kann die Wirtschaft- lichkeit und Brauchbarkeit des Dainpfwagcn» erweisen. Bekannt- lich sind Dampftvagen in anderen Ländern, besonders in Frankreich, vielfach in Betrieb. Der Bau ist soweit fortgeschritten, daß irgend eine Störung oder Beeinträchtigung des übrigen Verkehrs nicht mehr stattfindet. Ter Kineniatograph im Dienste der Reklame. Es war vor- auszusehen, dgß sich-die mächtig entwickelte Geschäftsreklame die Anwendung des Kinematographcn fiir ihre Zwecke nicht entgehen lassen würde. Der erste Berliner Schaufensterkinematograph ist gegenwärtig in einem Geschäft in der J.straße in Tätigkeit. Auf einem weißen Plane im Schaufenster erscheinen abends kinemato graphische Vorführungen, die die Borzüge der Vcrkaufsartikel des Geschäfts bildlich veranschaulichen. „Billige" Kartoffeln verkaust ein.Händler, vor welchem Gast- Wirte und Publikum zu warnen sind. Der Handelsmann zieht mit einem großen Posten Kartoffeln, die cr auf einem zweispännigen Wagen hat, umher und bietet die Ware zu einem so niedrigen Preise an, daß cr leicht Abnehmer findet. Erst wenn der Händler über alle Berge ist, erkennen die Käufer zu ihrem Schaden, daß sie ein erheblich geringeres Quantum erhalten als sie bezahlt haben. Ein Gastwirt, der neun Zentner Kartoffeln kaufte, erhielt nur sieben Zentner, ein Privatmann, der zwei Zentner bezahlt hatte, stellte nachträglich ein Mindergewicht von 60 Pfund fest. Hierzu kommt, daß die Kartoffeln stark sandig sind, wodurch ebenfalls eine erhebliche Gewichtsdifferenz herbeigeführt wird. Die obenauf in den Säcken liegenden Erdfrüchte sind dagegen tadellos. Bedauerliche Folgen hatte ein Zusammenstoß, der in der der- gangenen Nacht in der Prenzlauer Allee zwischen einem Straßen- bahnwagen und einem Arbcitsfuhrwcrk stattfand. Gegen 1 Uhr nachts hielt ein ArbcitSwagcn, der von dem Eigentümer, Fuhrmann Krohl, geführt wurde, in dem unbeleuchteten Teile des Straßen- zugcs auf dem Gleis. Da der Arbcitswagcn keine Laterne mit- geführt haben soll, so konnte der Führer eines herannahenden Stratzenbahnzuges der Linie 61 das Hinternis erst erkennen, als er sich dicht vor dem Wagen befand. Der Motorwagen fuhr auf den Lastwagen auf, wobei K. vom Bock geschleudert wurde. Er erlitt einen komplizierten Splitterbruch des Unterschenkels und wurde nach dem Weißcnsccr Lirankcnhause übergeführt. Die beiden Ge- fährte blieben unbeschädigt. DaS Opfer einer gefährlichen Spielerei ist' der 35 Jahre alte Kellner Alsted T i e l f ch e r ans der Großen Frankfurierstr. 127 geworden. Tielscher besuchte am Montag vor acht Tagen auf dem Heimwege vom Geschäft mit mehreren Berufsgenossen abends um 9 Uhr noch die Schankwirffchaft von Hamann, Langestr. 5. Bald nach ihm kam dorthin ein Dcgenschlucker, der seine Vorstellung ge- geben hatte und auch den Gästen noch einiges von seinen Kunst- tücken zeigte. Trotz der Warnung des Manne» nahm Tielscher im Uebermut einen zweiten Degen, den der.Schlucker" in der Scheide auf einen Stuhl gelegt hatte und wollte es dem Künstler gleichtun. Schon hatte er den Degen ziemlich weit hiniintergesenkt, als Plötz- lich ein Blutstrom seinem Munde entquoll und er besinnungslos zusammenbrach. Man brachte den Verunglückten nach dem Kranken- Hause am Friedrichshain, wo alles aufgeboten wurde, ihn am Leben zu erhalten. Trotzdem erlag er der Verletzung. Seine Leiche wurde beschlagnahmt. In Sechen des OmnibuStarifS hat, wie eine Korrespondenz wissen will, der Polizeipräsident v. Borries der Allgemeinen OmnibuS- gesellschaft einen VermittelungSvorschlag unterbreiten lassen, der so- wohl dem Beschlüsse der städtischen Verkehrsdeputation wie auch den Forderungen der Gesellschaft selbst Rechnung trägt. In einer Kon- erenz, die dieser Tage im Prüsidialgebäude staltfand, ist das umfang- reiche Material, das die Gesellschaft der VerkehrSdepntation unterbreitet hatte, eingehend geprüft und dabei festgestellt worden, daß der Standpunkt der Verkehrsdeputation, die den 6-Pfennigtarif vor- geschlagen hatte, sich sehr lvohl rechtfertigen lasse. Den dabei zutage getretenen Wunsch, den Fahrpreis für die minderbemittelten Leute und regelmäßigen Benutzer der Omnibusse nickst sofort um 50 Prozent zu verteuern, billigt auch der Polizeipräfident, der deshalb im Prinzip an dem 6-Pfennigtarif festhalte» will. Um aber eine Verkehrskalamität, wie sie durch Kündigung nicht rentabler Linien droht, vorzubeugen, will der Präsident der Ge- ellschaft darin entgegenkommen, daß cr die unvermeidliche„Pfennig- wirlschaft", die zmeifellos eine Verkehrserschwernis bedeuten würde, durch folgende Tarifvcreinbarung besettigt: die ganze oder Teilfahrt auf einer Omnibuslinie kostet 10 Pfennig, zwei Fahrten 15 Pfennig, unf Fahrten 30 Pfennig. Der Fahrgast braucht die zwei Fahrten ä 71/„ Pfennig oder die fünf Fahrten a 6 Pfennig nicht auf ein und derselben Linie zmücklcgen. Sobald die Gesellschaft dem Polizei- präfidimn ftrr NlwerfiändniS mitgeteilt haben wird, will der Polizei« Präsident die neuen Vorschläge der städtischen Verkehrsdeputation zur Zustimmung empfehlen. Ei« erschütternder Borfall ereignete sich im Hause Siemens- straße 11. Dort spielte der Kaufmann Pelz in seiner Wohnstube mit seinem 2'/? Jahre alten Töchterchen, einem munteren, lebhaften Kinde. Auf Bitten der Kleinen setzte er sich dann an das Klavier und spielte einige Tänze. Das Kind hüpfte und sprang dazu. Aber siach kurzer Zeit fiel es plötzlich um und starb unter den Händen der Eltern. Ein Arzt machte Wiederbelebungsversuche, die aber keinen Erfolg hatten. Er mußte endlich feststellen, daß die Kleine einem Herzschlag erlegen war. Schülerfclbstmord. Zu einer Disziplinaruntersuchung gegen einen Lehrer gibt der Selbstmord de» Untersckunvaners M. Veranlassung, der ein hiesiges städtisches Rcalgtimnasium besuchte. Der junge Mann, der 17jährige Sohn eines angeschenen Kaufmanns, hatte angeblich während des Unterricht» mit einem Mitschüler ge- sprachen und der Lehrer forderte den M. deswegen auf. die Klasse zu verlassen. Es wird behauptet, daß der Lehrer den Schüler wiederholentlich hereinrief und wieder auf den Korridor hinaus- schickte, sodaß dieser, als cr wieder die Klasse verlassen mußte, sich zu einer ungehörigen Bemerkung hinreißen ließ. Der Lehrer folgte dem Untersekundaner nach dem Korridor und hier soll es zwischen Verden zu einem Konflikt gekommen sein, als dessen Folge der Schüler seine Entlassung befürchten mußte.. Dies ging dem M„ der hoffen durfte, zur Ostervcrsetzung die Reife zum Einjährigen zu erhalten, derartig zu Herzen, daß cr sich gestern in der Wohnung seines Vaters erhängte. Dre Eltern benachrichtigten den Schul- leiter von dem traurigen Vorfall, nachdem sie über die Vorgänge in der Klasse durch Mitschüler ihres Sohnes Kenntnis erhalten haben. Es ist sofort eine Untersuchung darüber eingeleitet worden, ob und inwieweit den Lehrer, der als sehr jähzornig gilt, eine Schuld an dem traurigen Vorgang beizumessen ist. Der Arbeitcr-Sängerbund Berlins und Umgegend ladet im heutigen Inseratenteil zur Feier seines 16. Stiftungsfestes ein. welches am 7. Dezember im«Saale her Brauerei Frieorichshain stattfindet. Außer dem durch seine guten Leistungen bekannten „Berliner Sinfonic-Orchester", welches, wie un» mitgeteilt lvurde, Konzertstücke von Rubinstein, R. Wagner, Mendelssohn, Verdi. Liszt u. c. zum Vortrag bringt, wirken noch drei größere Gesang- vereine mit. Es ist somit allen Teilnehmern, in musikalischer Bc» ziehung, ein äußerst genußreicher Abend in Aussicht gestellt und läßt wohl einen zahlreichen Besuch erhoffen. Ortskrankenkasse für die Wäschefabrikation zu Berlin. De» den am 25. November vollzogenen Delcgiertenwahlcn der Arbeit- nehmer, welche nach einem veralteten Statut in 64 Wahlhandlungen standfanden, siegten die Listen der Gewerkschaft in 26 Abteilungen. Von den zu wählenden 350 Delegierten entfallen 210 auf die Ge» werkschaft. Bisher hatte sie 52 Mandate. Zeugen gesucht. Am 26. Februar 1907, vormittags zwischen 7 und 8 Uhr, hat der Steuererheber Neumann auf der Warschauerbrücke aus seinem Geldbeutel eine Anzahl Hundertmark- und Zwanzig» markscheine, angeblich 1560 M. verloren. Der Zimmermann Ernst Fink hat 960 M. gefunden und abgeliefert. Er ist in den Verdacht gekommen, auch die übrige» 600 M. gefunden, aber für sich behalten zu haben, ist auch verurteilt wovden, da ein Zeuge gesehen haben will, daß die Scheine, als Fink sie aufhob, in 2 Paketen überein- ander lagen, welchenfalls es nicht möglich wäre, daß die fehlenden Scheine anderweitig abhanden gekommen sind. Fink, der hoch und heilig seine Unschuld beteuert, behauptet dagegen, daß die Schein« auf einer Fläche von etwa 1 Quadratmeter auseinander gebreitet lagen. Er hält es für möglich, daß an der sehr belebten Stelle dieser oder jener Passant eine entsprechende Wahrnehmung gemacht hat und bittet, da cr das Wiederaufnahmeverfahren betreiben will. die Betreffenden inständigst, ihre Adressen Herrn Rechtsanwalt Georg Neumann, Wallstr. 18, mitzuteilen. Unkosten und Zeitver- säumnis werden vergütet. Feuerwehrbrncht. Wegen eincS großen DachstuUbranbr» wurde gestern vormittag gegen 9 Uhr die 4. Kompagnie von meherern. Seiten nach der Utrechterstr. 25 alarmiert. Dort stand bei Ankunft der Feuerwehr der Dachstuhl des erst kürzlich voll- endeten Hauses in beträchtlicher Ausdehnung in Flammen. Um diese zu löschen mußten die Züge 13 und 16 mit drei Schlauch. leiwngen längere Zeit tüchtig Wasser geben. Die Entstehung des Brandes ist noch nicht ermittelt. Früh um 5 Uhr hatte der 16. Zug auf dem Gesundbrunnen zu tun. Dort war auf dem Hofe des Grundstückes Wriezencrstr. 24 ein mit Stroh bcladener Wagen in Brand geraten und brannte vollständig. Wohnungsbrände mußte» in der Schivelbeinerstr. 22, Zehdenickerstr. 4, Fruchtstr. 63 und anderen Stellen gelöscht werden. Ferner hatte die Wehr noch aus anderen Ursachen in der Potsdamerstr. 86s, Wallstr. 85. Mendelssohnstr. 9. Czarnikauerstr. 22. Borhaaener Chaussee 22 und anderen Stellen zu tun._ Vorort- JVacbncbten» Charlottenburg. WahlterronSmuS und Wahllügen. Unsere Aufforderung an daS Charlottenburger Winkelblatt, den Beweis fiir seine Behauptung über WahlterrorismuS der Sozialdemokratie bei den Stadtverordneten- wählen anzutreten, ist der Redaktion dieses BlältchcnS höchst un- angenehm. Die Herren wissen, daß sie wieder einmal auf einer frechen Lüge ertappt sind. Auch nicht eine Spur eine» Beweises versuchen sie, sie wiederholen einfach ihre Behauptung, als ob Lügen, wenn man sie auch noch so oft ausspricht, Wahrheit werden. Um aber die Leser über den wahren Tatbestand hinwegzutäuschen. faseln sie etwas von angeblichen schwarzen Listen der Sozial- deinokratie in— Altona. Ob das wahr ist, wissen wir nicht, jeden- falls aber düiffte es auch den SchmockS in der Redaktion der Neuen Zeit" bekannt fein, daß Altona nicht zu Eharlottenburg gehört. Damit sind wir mit dieser Gesellschaft fertig. ES lohnt nicht. sich mit Leuten abzugeben, die jeder Austandsregel dcS Journalismus. selbst des bürgerlichen Journalismus Hohn sprechen und die Preffe nicht zur Belehrung, sondern zur Täuschung der Leser und zur Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen benutzen. Auf derselben Stufe der Wahrheitsliebe steht das Organ de» Berliner KommunalfreisinnS. die„Freisinnige Zeitung", die in einem JubelhymnuS über die Kommunalwahlen in Groß-Berlin sich auch mit den Erfolgen ihrer Eharlottenburger Freunde beschäftigt und mit besonderer Gcnngtuung konstatiert, daß sich in Charlottenburg der Erfolg an das liberale Banner geheftet habe, obwohl die Charlottenburger Liberalen im Gegensatz zu den Schönebcrgcr die Wertzuwachssteuer nicht zu einer Grundlage des liberalen Programms gemacht haben. Tat sächlich ist gerade das Gegenteil richtig. Die Liberalen haben In unzähligen Flugblättern ihre Kandidaten als Anhänger der Wert- zulvachsstener angepriesen und damit einige Gimpel cingesangen. Um die HaüSagrarier zu gewinneil, haben sie sich diesen gegenüber wieder als Feinde der WertzuwachSstener hingestellt. Auf den Erfolg, den ie mit einer so schmutzigen und lvahrhcitSwidrigen Agitation getrieben haben, haben die Liberalen keine Ursache, stolz zu sein. Allerdings haben sie die Mehrheit im Stadtparlamcnt, aber diese Stellung ist teuer erkaust, sie kostet ihnen den letzten Rest ihres polittschen Ansehens. Rixdorf. Stadtverorbneten-Bersammlung. Eingangs der Sitzung wurde der ncugewähltc Stadtrat Paul Rier in jein Amt cmacfuhrtz Der Magistratevorlage, für daS Feuerlöschwesen, die Strafen reinigung und die Müllbeseitigung eine besondere Deputation ein- zusetzen, wurde debattelos zugestimmt. Letztere soll aus 3 Ma- gistratsmitgliedern und ö Stadtverordneten gebildet werden. Die Wahl der letzteren wurde sofort vorgenommen und gingen aus dct selben u. a. auch die Genossen Pagels und Thurow hervor. Ein weiterer Antrag des Magistrats will, dasz den Berliner Elektrizitätswerken im H 8 ihres Vertrages vom lb. Dezember ISOO eine Abweichung widerruflich gestattet wird, indem bei Haus anschlüssen mit kleineren Motoren von etwa � PS. eine Strom garantie auf die Dauer von drei Jahren gefordert werden darf. Diese Garantie soll in Gestalt einer Kaution geleistet werden und zwar beim Selbstkostenpreise des Anschlusses von 150 Mk. eine solche von 50 M., beim Selbstkostenpreise von 300 M. eine solche von 100 M. Diese Maßnahme trifft insbesondere die elektrischen Musikwerke der Schankwirtschaften. Die Versammlung beschloß gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion die Geneh migung. Dem mit der Gemeinde Treptow vereinbarten EntWurfe eines Bebauungsplanes für das Grenzgebiet beider Gemeinden wird zugestimmt. Tie städtische Realschule in der Emserstraße soll mit dem l. April 1908 zu einer Oberrealschule ausgestaltet werden. Zu diesem Zeitpunkte ist die Eröffnung der Ober-Sekunda vorgesehen. Der Magistrat begründet diese Absicht damit, daß den Zögli der Realschule dadurch der wünschenswerte Zugang zur akadeini- schen Laufbahn und zu den praktischen Berufszweigcn, welche eine höhere Schulbildung als die einer sechöstufigen Realanstalt er heischen, möglich wird. Ein Unterkommen dieser Schüler in Ober vealschulen Berlins oder anderer Vororte ist wegen deren Uebcr- füllung ausgeschlossen. Kosten würden verursacht werden im kom mcnden Jahre durch die notwendige Einstellung eines weiteren Oberlehrers und durch einen bis zum 1. April 1909 fertig zu stellenden Anbau von 9 Räumen, deren 3 für den physikalischen und chemischen Unterricht gebraucht werden. Für diese bauliche Er- Weiterung sind 125 000 M. veranschlagt. Das gesamte Projekt findet die Zustimmung der Versammlung. Eine lebhafte Debatte zeitigte der Antrag auf Errichtung einer zweiten städtischen Realschule, deren erste Klassen< Sexta bis Quarta> in dem am 1. Oktober 1908 frei werdenden Schulhause in der Erkstraße untergebracht werden sollen; die darin besindliche Gemeindeschule siedelt bis dahin in den neuen Bau in der Boddin straße über. Stadtv. Dr. S i l b e r st e i n(Soz.) führte aus, daß es der sozialdemokratischen Fraktion sehr schwer werde, dem An trage zuzustimmen, da die Forderungen derselben bezüglich der Volksschule nur sehr wenig Berücksichtigung fänden. Wenn die Schulverwaltung es besonders hervorhebe, daß die Klassenfrequcnz um 2 Schüler herabgedrückt sei, so ist das zwar ein kleiner Fortschritt, der aber bei der immer noch verbleibenden Durchschnitts. zahl von 55 Schülern pro Klasse sehr gering ins Gewicht fällt Diese Ziffer ist sehr weit entfernt davon, ideal zu sein, ganz zu schweigen von den sonstigen Mängeln, welche unserer Volksschule noch anhaften. Wenn trotzdem die Arbeitervertreter für den An- trag stimmen werden, so deshalb, weil sie den Ausbau des Schul wesens überhaupt zu den Kulturaufgaben zählen, für welche die Sozialdemokratie stets und immer eintritt. Es mutz aber die euer- gische Forderung daran geknüpft werden, daß für die Volksschule mehr als bisher getan wird.— Stadtv. Abraham und Bürger- meister W e i n r e i ch drücken ihre Befriedigung über die Zustim- mung der Vertreter der 3. Abteilung aus. Ersterer meint, daß die Bürgerschaft es auch nicht verstanden hätte, wenn dieselben durch Ablehnung eine einseitige Stellung eingenommen hätten. Gewiß sei die Frequenzziffcr keine ideale— aber wo gäbe eS Ideale?! Für die Bürgerschaft der 1. und 2. Klasse müsse auch einmal etwas getan werden Der Bürgermeister bezeichnete es als sehr maßvoll. ivenn für die 200 000 Einwohner Nixdorfs nur zwei höhere Schulen beständen. Für. die Volksschule werde alles Mögliche getan und er cinpfinde es als Stolz, chzenn Rixdorf mit seinen 20000 Volks- schülern mit halb so viel Kosten auskomme als Charlottenburg mit der gleichen Schülerzahl.(?!)— Stadtv. Wutzky(Soz.): Der Appell des Stadtv. Abraham, auch für die Bürger 1. und 2. Klasse mal etwas zu tun, klingt doch merkwürdig mit Rücksicht auf dir Tatsache, daß die höheren Schüler der Stadt mehrfach fo viel kosten als die Volksschülcr. Von einseitiger Stellungnahme sollte auch ein Vertreter der Mehrheit nicht sprechen; es wird ja bei der nicht niehr fernen Etatberatung wieder einmal Gelegenheit sein zu beobachten, wo einseitig gcurtcilt und gehandelt wird— die Ver- treter der 3. Abteilung wissen sich davon frei. Leider ist das von der anderen Seite nicht zu sagen, dafür zeugen eben gerade auch die Rixdorfer Schulverhältnissc.— Die Vorlage fand hierauf ein- stimmige Annahme. Die Einstellung von 17 Lehrern, 4 wissenschaftlichen und 1 technischen Lehrerin zum 1. April 1908 und von 2 Rektoren, 19 Leh- rern, 4 wissenschaftlichen und 1 technischen Lehrerin zum 1. Oktober >008 für die Gcmcindeschulcn wird beschlossen. Die Kosten dieser Vermehrung belaufen sich auf rund 97 000 M. Die Ergänzung des Lehrpcrsonals wird bedingt durch die Zunahme der Schüler, welche sich in diesem Jahre auf 2210 bcläuft, so daß am 21. Oktober 1907 13 244 Knaben und 13199 Mädchen oder insgesamt 20 443 Kinder gezählt wurden. Zur Beschaffung eines KlcidcrbcstandcS für die Kinder des städtischen Waisenhauses werden 3000 M. bewilligt. Der Magistrat beantragt, daß der Großen Berliner Straßen bahn die Weiterführung der am Moritzplatz endigenden Linie 65 lMoritzplatz— Zentralviehhof) über den Kottbuscrdamin durch die Kaiser Fricdrichstraße bis zum Hcrtzbcrgplatz gestattet wird. Analog den Abmachungen mit der südlichen Berliner Vorortbahn soll die Stadt auch der„Großen" gegenüber bis 1. Oktober 1912 auf Erhebung cincr Abgabe verzichten. Ferner soll der Straßen- bahn gestattet werden, an der Ecke des Kottbuserdamm und der Kaiser Fricdrichstraße Kurven und am Hertzbcrgplatz Weichen einzubauen.— Stadtv. Rahmig ersucht den Magistrat, der Straßen- bahn den Wunsch vorzutragen, daß die Linio bis zur Canncrstraßc später durchgelegt werde. Der Redner äußert sich weiter abfällig über den Zweckverband Grotz-Berlin, den er als einen„unzweck- mätzigen" Verband bezeichnet.— Der Erste Bürgermeister Kaiser, welcher von einer Behandlung des Zwcckverbandes im gegenwärtigen Augenblick abrät, und Stadtv. Dr. Silbcrstcin treten den Angriffen gegen den Verband entgegen. Letzterer protestiert dagegen, daß gcurteilt lvcrde, bevor die Satzungen bc- iannt seien. Im übrige» sei es charakteristisch, daß schon bei der zur Verhandlung stedendcn Vorlage Herr Rahmig vor der„Großen Berliner" platt auf den Bauch falle.(Heiterkeit.) Der Magistrat darf auf keinen Fall den Rahmigschcn Wunsch aussprechen. Wir wollen dieser Gesellschaft keinen Meter Straße mehr überant- warten. Das geschieht jetzt aber wieder mit der Kaiser Friedrich- straße, wobei noch die Stadt das Nachsehen hat, indem sie keinen Pfennig dafür erhält; denn an die Hcreinbringung cincr Abgabe nach 1912 sei— nachdem die Straße einmal hingegeben ist— nicht zu denken. Wie nach den gemachten Erfahrungen— Linie 22 zum Beispiel.— noch so viel Optimismus gegenüber der Straßcnbalzn- Gesellschaft möglich sei, ist ganz unverständlich.— Stadtv. Roch- l i tz hält die Linie für notwendig und glaubt, daß sie der Stadt ftcucrkräftige Bürger zuführen wird. Die Versammlung beschließt im Sinne des Magistratsantragcs. Es fand hierauf noch eine geheime Sitzung statt. frieden«». Der Storch auf dem Polizeirevier. Auf der hiesigen Polizei- wache hat gestern ein kräftiger Knabe das Licht der Welt erbückt. Ein junges Mädchen, die 24jährige Martha B. aus Steglitz erkrankte, als sie die Rheinstraße passierte; zwei Frauen, die sich ihrer an- nahmen, brachten sie nach dem Polizeirevier. Vergeblich machten sich nun einige Beamte auf die Suche nach einer Hebanime und einem Arzt. In der Zivischenzcit schenkte die B. einein Knaben das Leben. Der Polizeiwachtincister und ein Schutzmann waren nun in die eigenartige Lage versetzt worden, selbst Hebamme zu spielen. Wie berichtet wird, sollen sie sich ihrer Aufgabe in recht zufrieden» stellender Weise entledigt haben. Erst als alles vorüber war, traf eine Hebamme ein. Mutter und Kind wurden nach dem Schöur berger Krankenhause gebracht. Wilmersdorf. Die letzte Stadtverordnctcuversaminlung beschloß, an der Gemeinde schule I die Knabenklassen IVo und VIIo zu Ostern 1908 wegen Uebersüllung zu teilen, es ist deshalb die Gründung zweier Lehrerl stellen erforderlich; die Mittel hierfür wurden bewilligt. Desgleichen wurde wegen Ueberfüllmig die Teilung der gemischten Klasse I an der Gemeindeschule V und damit die Gründung einer Lehrerinstclle beschlossen. Die Besoldung der neuen Lehrkräfte erfolgt nach der Besoldungsordnung vom 20. Dezember 1906. Der Etat der städtischen Feuerwehr wurde um 1000 M. und der der Stadtverordneten- Versammlung für besondere Zwecke zur Verfügung stehende Betrag um weitere 20 000 M. verstärkt. Die Lorlage betreffend die C nehmigung der Bedingungen für die Errichtung einer Reichsbank- Nebenstelle in Wilmersdorf gelangte zur Annahme. Danach gewährt die Stadt ein mietefreies Dienstlokal mit Kassendienerwohnnng in einer von der ReichSbanl zu bestimmenden Stadtgegend auf fiin" Jahre, gewährt eine kommunale Steuerfreiheit, gewährleistet das Aufkommen einer Mindesttantieme von 5000 M. und leistet alljährlich den dadurch erforderlichen Zuschuß. Tchöueberg. Der Verein zur Förderung der Kunst hält am Sonntag, den 1. Dezember, abends 7 Uhr, im Saale der Hohenzollernschnlc. Belzigerstraßen- und Eiscnacherstraßen-Ecke, einen Richard Wagner- Abend ab. Einlaßkarten zu diesem Kunstabend sind in der Partei- spedition beim Genoffen Bäumler, Martin Lntherstraße 51, Laden, zum Preise von 30 Pf. zu haben. währSmänner sein könnten. am Donnerstag gedient. wurde aufgerollt, auch belastende Zeugenaussagen Lichtenberg. Dir Stadtverordneten Wahlen in der dritten Wählerklasse finden am Montag, den 16. Dezember statt. An Stelle der bisherigen acht Gemeindevertreter der dritten Klasse, die seit etwa acht Jahren ausschließlich von unseren Parteigenossen gestellt wurden, sollen nun 16 Stadlverordnete gewählt werden. Die bisherigen vier Bezirke sind— bewußt oder uubewußt— in 16 Wahlbezirke zerlegt worden Der Kampf um diese Mandate wird diesmal heiß entbrennen. Allein, gestützt darauf, daß nur die Sozialdemokratie bisher die Interessen der Allgemeinheit verfochten hat, werden unsere Genossen wie die gesamte Arbeiterschaft alles einsetzen, um auch den sozialdemokrati- schen Kandidaten in allen Bezirken zu einem glänzenden Siege zu verhelfen. ES gilt vor allem, die 14 Tage, die uns noch von der Wahl trennen, zu fleißiger Arbeit und intensiver Agitation auszunutzen Am Pranger. Die von unseren Genossen festgenagelte Schädigung des KanalifatonSzweckverbandeS der Gemeinden Lichtenberg und Box Hagen-Rummelsburg durch das Syndikat der Tiefbaufirmen Halle bekanntlich die Klasiengenossen der Bloßgestellten außer Rand und Band gebracht. Das Lichtenberger OrtSblättchen begnügte sich zu- nächst mit der Wiedergabe der Enthüllungen unserer Genossen. Bald aber brach eine wüste Hetze, nicht gegen die den Beutezug ausführenden Unternehmer, sondern gegen de» Genossen Grauer toS. Gelogen, geschwindelt sollte er haben. Beweise! schrien die bürgcr- lichen Ortsgrößen, kurz, die Sache der„Hnnderttausendmarkvcrteiicr' war in„guten" Händen. Eine Interpellation der Bürgerlichen sollte die rettende Tat sein. Sie wollten nicht etwa wissen, was den Unternehmern, die.in so schamloser Weise die Steuerzahler zu plündern im Begriffe waren, geschehen sollte, sondern wer die Ge- Den Herren wurde in der Gemeinde Ein lückenloses Beweismalerial der Bürgermeister verlas schwer „„ und unsere Genossen wiederholten: l. Die Tiefbauuntcrnehmcr haben gemeinsam die Offerten festgestellt. 2. Zu dem eigentlichen Wert der Arbeit sind 25 Proz. Unternehmer- geioinn zugeschlagen. 3. Zu dieser Gesamtsumme sind rund 100 000 M. aufgeschlagen; aus diesem Aufschlag sind die un- berücksichtigt gebliebenen Unternehmer zu entschädigen. 4. Die beiden Finnen, die als Mindestfordcrnde die Arbeit iiberiiehmen sollten, sind in Genwinschaft der Submittenten festgestellt. Die gegeuleiligen Angaben der Vertragsfirnten Paul Fiebig und Wosch erklärte unser Genosse Grauer als bewußte Unwahrheiten. Die Bürgerlichen beugten sich der Wucht der Dinge und ans den Interpellanten wurden— Antragsteller! Der Staatsanwaltschaft soll das Material mit dem Antrage auf Strafverfolgung übergeben werden. Es hat sich auch hier wieder einmal gezeigt, daß nur die Sozialdemokratie es war, die die Ausplünderung der Gesellschaft aufdeckte. Bernau. Mit dem Ausgange der Stadtvcrorductcnwahl beschäftigte sich die letzte Wahlvereinsversammlung. Genosse Helbia bemerkte hierzu, daß die Sozialdemokratie am Orte wohl einen Erfolg erzielt habe, der jedoch ein bedeutend größerer hätte sein müssen. Wenn man sich vergegenwärtige, daß von 1442 eingeschriebenen Wählern nur 418, also 23,93 Proz. ihr Wahlrecht ausgeübt haben, so dürfe man mit einem derartigen Resultat keineswegs zufrieden sein, obgleich 324 Wähler für die sozialdemokratischen Kandidaten gestimmt haben. Bei der nächsten Wahl müsse die Sozialdemokratie bedeutend mehr Stimmen aufbringen, da anzunehmen sei, daß die Gegner größere Anstrengungen machen werden. ES wird deshalb einer energischen Agitation der Genossen bedürfen, um die dritte Abteilung gänzlich für die Sozialdemokratie zu gewinnen. Redner erwähnt, daß der Lagerhalter Bartz und ein SülfsicbtSratSmitgticd Hohensce vom hiesigen Konsumverein, welche beide Mitglieder' des Wahlvereiiis sind, nicht einmal ihr Wahlrecht ausgeübt haben. � Aufgabe der Versammlung müsse eS sein, sich darüber zu äußern, was mit diesen Mitgliedern zu geschehen hat. Von den beiden Mit- gliedern Ivar Bartz erschienen; als Grund seiner Nicht- betelligung an der Stadtverordnctenwahl gab er an, daß er ich als Geschäftsmann betrachte und nicht nur Parteigenosse». ondern anch Bürgerliche als 51undschaft habe und es daher mit keinem verderben wolle. Die Versammlung gab über diesen Stand- Punkt eine? Parteigenossen ihrer Entrüstung Ausdruck und beschloß gegen zwei Stimmen, gegen die beiden Mitglieder das Ausschluß- verfahren aus dem Wahlverein einzuleiten. Vom Genossen Kuntze wurde der Bericht von der Generalversammlung von Grotz-Berlin gegeben. Dann wurden die Genossen Heinrich Brase und Ernst Knelschke in den BildungSauSschuß gewählt, welcher die Vorarbeiten zur Einführung eines Kursus einzuleite» hat, um die Genossen mit Sem theoretischen Sozialismus mehr vertraut zu machen. Am 1. Dezember mittags 12 Uhr soll eine Protcstvcrsammlung gegen das Landtagswahlrecht stattfinden. Spandau. Aus der Siabtvcrorbueten-Bersammlung. Eine ziemlich reich» haltige Tagesordnung unterlag wieder der. Beschlußfassung der Versammlung. Zunächst wurde die Zustimmung der Versamm- lung verlangt zur Einrichtung einer ständigen Wache der frei- willigen Feuerwehr und Anschaffung-eines Automobil-Löschzuges owic einer Drehleiter. Diese beiden letzteren wachen sollen einen Kostenaufwand von 35 000 M. verursachen. Ferner soll die Ver- sammlung ihre Genehmigung erteilen zur Benutzung des städti- chcn Grundstückes Hoher Stcinwcg 7 zu Wohnungen für die Wach- mannsckMften, und sollen die laufenden Unkosten für Betrieb und Unterhaltung der Feuerwache mit 4300 M. in den Etat für 1903 eingestellt werden. Die Vorlage rief eine ziemlich ausgedehnte Debatte hervor. Seitens des Referenten wurde beantragt, nur zu genehmigen, die Wohnungen in dem städtischen Grundstück an Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr zu vermieten und diesen dafür, daß sie sich, sofern sie Nachtlour bei ihrer Arbeit habe», am Tage, und sofern sie Tagtour haben, bei Nacht zu Hause halten und sich nicht ohne Urlaub.entfernen, eine Entschädigung von l20 M. jährlich zu gewähren, damit bei einem ausbrechenden Brande wenigstens ein Teil der Mitglieder der freiwilligen Wehr sofort zur Stelle ist, sowie die Mittel für eine neue Drehleiter mit 9800 M. zu bewilligen, dagegen aber den Automvbil-Löschzug noch vorläufig abzulehnen, weil dazu noch kein Geld vorhanden ist. Stadtverordneter Genosse Schmidt I trat ebenfalls für diesen Antrag ein. Da die Beschaffung von Pferden bei eincin Brande bisher immer große Ilmstände erfordert hat, so empfahl der Ge- nosse Schmidt, einen Vertrag mit einem Fuhrwerksbesitzer zwecks Bereitstellung eines Gespannes zu machen. Von anderer Seite wurde der Vorschlag gemacht, das ganze städtische Fuhrwesen in eigene Regie zu übernehmen. Hierzu beantragte der Genosse Schmidt, daß vom Magistrat eine Aufstellung gemacht werde, wieviel die Stadt für Fuhrlohn allgemein ausgebe. Der Antrag wurde abgelehnt und nach weiterer Debatte stimmte die Ver- sammlung dem Antrage d-es Referenten zu. Für die Einführung der Kleinbahn Spandau— Bötzow in dcrt Güterbahnhof hatte der Eisenbahnfiskns verlangt, daß, da sein Gesändc durch diese Einführung beengt würde, die Stadt neues Terrain erwerbe; die Kosten hierfür waren auf 100 000 Dt. taxiert. Ticsc Summe war der Stadt aper zu hoch. Jetzt hat sich nun ein Ausweg gefunden. Das benötigte Gelände soll taxiert und von der Stadt vorläufig auf 20 Jahre gepachtet werden. Nach Ablauf der Pachtzeit muß dann das Gelände, sobald der Güter» bahnhof erweitert wird, von der Stadt bis zum Taxpreis erworben werden. Jedoch soll die Zahlung der Kaufsummc in Raten ge» schehcn. In diesem Sinne stimmte die Versammlung der Vor- läge zu. Ter Gehührentarif für den Friedhof und auch der Preis für die Grabsbellcn sollen erhöht werden. Ter Fricdhofinspektor hat sich beklagt, daß die Sterbcfälle von 1652 im Jahre 1896 auf 1132 im Jahre 1996 zurückgegangen, dagegen aber die Arbeitslöhne gestiegen seien.(? Ter Fricdhofsinspcktor zahlt seinen Leuten jetzt noch nicht viel mehr als 1896.) Stadtverordneter Schmidt I beantragte, die Sache bis zum nächsten Jahre, nachdem die neu- gewählten Stadtverordneten eingetreten sind, zu vertagen. Der jetzt einsetzende Notstand werde schon dafür sorgen, daß die Sterbe- fälle bald wieder zunehmen. Tic Versammlung lehnte den Antrag Schmidt ab. Zur Vorberatung dieser Angelegenheit wurde eine gemischte Kommission gewählt, für welche auch der Genosse Pieck vorgeschlagen, aber nicht gewählt wurde. Gemäß K 10 Abs. I Ziffer 2 des Zuständigkcitsgcsetzcs betreffend die Wahl des Werkmeisters Stärke, des Betriebs- schrcibcrs Simon und des Drehers W c u tz zu Siadtvcrordnctcn soll die Versammlung Beschluß fassen. Bei dieser Vorlage betonte Genosse Schmidt I: Bisher sei es üblich gewesen, daß solche Vorlagen ohne Debatte genehmigt wurden, weil alles glatt und richtig verlaufen. Er nehme auch nicht das Wort, um gegen die Bezirkswahleinteilung zu sprechen, obwohl für ihn ein sehr großer Anlaß dazu vorliege, wenn man zugesehen, wie namentlich bei der letzten Stadtverordnctenwahl die Wähler von den Staatswerk-« statten beobachtet wurden.(Unruhe.) Er könne jedoch nicht davon abschen, einige Fälle vorzubringen, die bei der diesmaligen Wahl im 3. Bezirk vorgekommen.(Unruhe.) Am 2. Tage der Wahl im 3. Bezirk war er als Beisitzer geladen. Er hatte sich in diesem Wahllokal eine große Anzahl von Personen eiiiaefnnde», die alle wählen wollten, die aber gar nicht in der Liste stände». Dicö ge- schah gerade in der Zeit, Ivo den Arbeiter» der Staatswerkstätten, die Zeit zum Wählen freigegeben war, und zwar wohl ans Grund der Aufpeitschung, mit der man diese Wähler zur Wahl getrieben.(Große Unruhe.) E* ist offen ausgesprochen worden, daß diejenigen Ar» beiter der Staatswerkstätten, die nicht zur Wahl gingen, verkappte Sozialdemokraten seien.(Große Unruhe.) Der Vorsitzende des Neuen Wahlucreins(Stadtverordneter und Landtagsabgeordnetcr Lüdicke) habe ja auch in einer Versammlung des Neuen Wahlvereins gesagt, auf dem Eiswerder seien die meisten Sozialdemokraten.(Hier wird der Redner vom Vorsteher unterbrochen mit dem Hi>»veis. daß diese Angelegenheit gar nicht zur Sache gehöre, da er ja keine Be- schwerde' geführt habe.) Dann erhebe ich jetzt öffentlich über folgende Fälle Beschwerde: fährt der Genosse fort. Im 3. Wahlbezirk kamen am zweiten Wahltage mehrere Personen, 15 sind ihm bekannt, die wählen wollten, aber nicht in der Liste standen. Sie behaupteten, ain 1. Wahltage dort ge- wählt zu haben, und es standen auch die Nummern auf ihren zur Legitimation vorgezeigten Steuerzcttclii, unter denen sie am 1. Wahltage gewählt haben. Ans diese Nummern waren aber die betreffenden Personen in die Liste gar nicht eingetragen. Es sind hier also Ungehörigkeiteii vorgekommen, die aufgeklärt werden müssen.(Unruhe und Zwischenrufe.) Wenn das von unserer Seite geschehen wäre, dann hätte man wieder wie bei der Reichstagswahl von Lüg und Trug gesprochen und aus der Mücke eine» Elefanten gemacht.(Unruhe.) Er fordere hier vor aller Oeffcntlichkcit Auskunft darüber, ivelche Schritte der Magistrat getan zur Feststellung dieser Unregelmäßigkeiten.— In der sich hieran anschließenden Debatte waren eS die konservativen Stadtverordneten Lüdicke, Bender und Dr. Baumert, welche dem Genosse» Schmidt entgegentraten und ihn darauf verwiesen, daß er rechtzeitig bei Bekannt- machung des Wahlergebnisses Beschwerde einlegen könnte, hier gehöre die Sache nicht her. Der Stadtverordnete Betriefasichccibcr T i e tz e stellte in Abrede, daß die königlichen Fabrikarbeitci�ur Wahl gepeitscht worden seien, und der Stadtverordnete Gewehrarbeitcr Schmidt II, der seinerzeit von einem Dircktqr einen gehörigen Anschnanzcr bekam, weil dieser ihn nnt dem Genossen Schmidt I und dessen An?» iihrungen verwechselte, rief das Wort Schwindet dazwischen, als Zeno sie Schmidt I von der Anfpeitschnng der königl. Fabrikarbeiter prach. Als Genosse Schmidt aus die haltlosen Erwiderungen antworten wollte, da nahm man schnell einen Schluß- antrag an und schnitt ihm das Wort ab. Das letzte Wort wird in dieser Angelegenheit wohl noch nicht ge- prochen sein. Da der Oberbürgermeister den Genossen aufforderte, doch dem Magistrat das Material für die Unregelmäßigkeiten zu überweisen, damit die Sache untersucht werden könne, und dieses Material dem Magistrat zweifellos zugestellt wird, so wird sich ja zeigen, wer im Rechten ist. Die Vorlage wurde dann genehmigt. Die übrigen Borlagen sind nicht erwähnenswert. Ein Teil derselben wurde noch vertagt.___ Oeffcutltche Bibliothek und Lesehalle»u unentgeltlicher Benutzung sär jedermann. SW., Lllexandrincnstr. 26. Geöffnet täglich von ö>/z— 10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9—1 und 3—6 Uhr. In den Lefefälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeilschristen jeder Art und Richtung auS. Fretreligiös« Gemeinde. Sonniaa, den 1. Dezember, vormittags S1/, Uhr, im Rathaus(Saal 109): Berfammluug mit freireligiöser Vor- lcjung.— Bonnittags IG/« Uhr in der Schulaula, Kl. Franksurterstr. 106: 6. Bortrag von Herrn Pros. Dr. A. G c h r k e: Rom und die Deutsche». Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. WaffcrstandS-Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerkunde, milgeteilt vom Berliner Wctterbureau. Wasserstand M e m e l, Tilsit P r c g e l, Jnsterburg Weichsel. 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