Nr. 293. Hbonntnif nfs'Bedlngnngtn; EoraiemrntS• PreiZ pränumerando j »ierteNSHU. 8,30 Vi!., monatl 1,10 Mt, wöchentlich 28 Big, frei inS Sau?. Einzelne Kummer B Pfg, Sonntag?. nummer mU inultriertet Sonntag?. Beilage.Die Neue 98elt" 10 Pfg. Pofl. Abonnement: 1.10 Marl pro Monat. Ewgetragcn in die Pofl, Zeitung?. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für da? übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnement? nebrnen an: Belgien. DSnemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz, 24. Jahrg. Crtdilln,»glich auOtr Blontatt. Vevlinev Volltsblcrkt. B!f!nfertlonj'6rtQI)f eelrSgt für die sechsgespaltene ßotontf. geile oder deren Raum BO Pfg., für politilche und gewerlschaftliche Berein?. und Bersammlungs-Alizeigen 30 Pfg. „RIelne JJnoeigen", da? erste sfett- gedrlilktel Aor! 20 Pfg., jede? weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. slellen-Attzeigen da? erste Wort 10 Pfg., jede? weitere Wort 5 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer mülseii bis S Uhr nachmittag? in der Expedition »bgegeben werden. Die Expedition isf bis 7 Uhr abend? geöffnet, Zelegramm. Adresse: „ZuUIlieiiiosilgt RcrliQ". Zcntralorgaii der rozialdemokratifchen parte! Oeutfcblanda. Redaktion: 8CQ. 68, Llndenstraase 69. Ferniprcclier: Amt IT. Nr. 1983. 1 Sottntag. den 15. Dezember li>07. 1 Expedition: 8W. 68, Lindenstrasec 69* Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1981. von der besonderen ehre. Die Affäre Moltke-Harden hat mit ihren Folgen auch auf die Offiziersehrengerichte ein sehr ungünstiges Licht ge- warfen, indem es bekannt wurde, daß das Ehrengericht den Grafen L y n a r respektvoll schonte. Für den Kenner der Verhältnisse liegt hier allerdings kein Grund zur Ver- wunderung vor. denn gegen die bewußten Gerichte wurde in der Oeffentlichkeit schon eine Reihe von schweren Vorwürfen erhoben und— was die Hauptsache ist— mit reichlichen: Beweismaterial begründet. Der Ruf nach einer Reform der Ehrengerichte ist unter den erfahrenen Offizieren gang und gäbe. Und zweifellos wäre die Institution, die nur einen Abklatsch des früheren preußischen geheimen Militärgerichts- Verfahrens vorstellt, längst unhaltbar gelvorden, ivenn die Zivilbevölkerung sich um die Angriffe, die gegen die Ehren- gerichte erfolgt sind, gekümmert hätte. Schon der Geschäftsgang der Ehrengerichte paßt zum modernen Rechtsempfinden wie die Faust auf das Auge. Zu den elementarsten Ansprüchen des Rechtsgefühls gehört die Forderung, daß mit dem gerichtlichen Apparat der wirkliche Tatbestand möglichst genau ermittelt werden kann und die Verteidigung nicht beschränkt werden darf. Die Ehrengerichte erfüllen diese Bedingungen in keiner Weise. Wie wird denn der Tatbestand festgestellt? Da werden die Zeugen zunächst in einer für den Militärstaat höchst charakteristischen Manier in zwei Klaffen eingeteilt. Die Zeugen erster Klasse stellen die Offiziere vor. Sic werden nicht vereidigt, sondern machen ihre Angaben„aus Ehre und Pflicht", Zivilpersonen haben hingegen nach der Ehrengerichtsvorschrift den Eid zu leisten I Sagt also ein Offizier bewußt die Unwahrheit, so riskiert er höchstens die Entlassung, der Zivilist aber setzt sich dem Zuchthaus aus. Den Offizieren glaubt man, wenn sie etwas auf Ehre und Pflicht versichern; vom Zivi listen verlangt man einen Eid. Und die Zivilbevölkerung nimmt einen solchen Schlag ins Gesicht ruhig hin! Uebrigcns sind die Zivilisten rechtlich nicht verpflichtet, vor dem Offiziers ehrengericht Zeugnis abzulegen, weil die Ehrengerichts Verordnung voni Justizminister nicht gegengezeichnet ist. In Preußen fand man es nicht einmal der Mühe wert, sie vom Kriegsminister mitunterzeichnen zu lassen. Nur der Name Wilhelms I. steht darunter. Somit steht die Sache wie folgt: Die als Zeugen vernommenen Offiziere werden überhaupt nicht vereidigt und die Zivilisten können die Zeugenaussage verweigern. Daß unter solchen Verhält niffen die Ermittelung der Wahrheit sehr leicht leiden kann. ist selbstverständlich- Zu alledem geschieht es manchmal, daß wichtige Zivilzeugen überhaupt nicht vorgeladen werden. Wir erinnern uns z. B. an folgendem Fall. Ein süddeutscher Oberstleutnant und Bezirks- kommandeur hegte den Verdacht, daß. seine Frau nnt seinen! Adjutanten in sehr nahen Beziehungen stehe. Als Bclastungs- zeugen nannte er dem einschlägigen Ehrenrat seinen Miet- gcber. Aber dieser wurde einfach nicht vernommen. Damit wurde der wichtigste Zeuge des Klägers kaltgestellt. Wer garantiert dafür, daß z. B. im Falle Hohenau die Zivilzeugen sich vereidigen lassen und alle Zivilzeugen, deren Vernehmung eigentlich nötig wäre, vorgeladen werden? Was nun das Verteidigungsrecht des Angeschuldigten anbelangt, so ist es ein würdiges Seitenstück zum sattsam bekannten militärischen Beschwerderecht.„Es ist ihm g e- stattet, heißt es in den Ehrengerichtsvorschriftcn wörtlich, dem Ehrenrat seine Verteidigung zu Protokoll zu geben oder eine selb st verfaßte Verteidigungsschrift einzureichen, auch demnächst vor versammeltem Ehrengericht mündlich seine Ver- tcidigung zu wiederholen oder zu ergänzen. Auch kann der Angeschuldigte sich durch einen anderen Offizier, der aber eine niedere Charge als er selbst nicht bekleiden darf, schriftlich verteidigen lassen." Die durchgreifendste Art der Abwehr, die mündliche ist somit dem Angeschuldigten nur dann möglich, wenn er sprachgewandt ist. Denn von einer anderen Person darf er sich mündlich nicht verteidigen lassen und wäre sie auch ein Offizier. Selbst die Abfassung einer Verteidigung S- f ch r i f t kann er nur einem O f f i z i e r überlassen. Es ist dem Angeschuldigten nicht einmal erlaubt, einen Rechtsanwalt mit der Anfertigung einer derartigen Schrift zu beauftragen. Aber die Sache kommt noch besser. Gewöhnliche Menschenkinder stellen sich den Verlauf einer GerichtSverhand- lung wie folgt vor: Zuerst werden die Personalien des Angeklagten bekannt gegeben, dann wird er vernommen. Hieraus folgen die Zeugenaussagen, dann legen Ankläger und Verteidiger ihre Anschauungen dar. Selbstverständlich ist es, daß der Angeklagte das, was der Ankläger von ihm behauptet, voll- kommen erfährt, bei den Offiziersehrengcrichten macht man das anders. Der Angeschuldigte ist überhaupt nicht verpflichtet, in der Spruchsitzung des Ehrengerichts zu erscheinen. Er braucht auch keinen Bevollmächtigten zu schicken. Kommt er dennoch, so darf er der Sitzung genau so lange beiwohnest, bis sie anfängt, für ihn sehr interessant zu iverden, nämlich biS zur Verlesung des Gut- achtens des Ehrenrats. Der aus drei Offizieren bestehende Ehrenrat hat nämlich auf Grund der von ihm geführten Untersuchung ein Gutachten anzufertigen, in dein er da? nach seiner Meinung aus der Untersuchung hervorgehende Ergebnis sowie i seine eigene Beurteilung der Angelegenheit niederzulegen hat. � Das Gutachten ist für das Schicksal"des Angeschuldigten durch- aus nicht gleichgültig. Trotzdem erfährt er von dem Gutachten gar nichts. Es wird ihm nicht einmal zu etwaigen Entgegnungen in seiner Verteidigungsschrift aus- geliefert. Und in der Ehrengerichtssitzung selbst hat er sich vor der Verlesung des Gutachtens zu entfernen. Mag es noch so tendenziös zu seinen Ungunsten gefärbt sein, er ist dagegen machtlos, weil es vor ihm gcheini gehalten>vird. Das Gut- | achten stellt eigentlich die Begründung der Anklage vor. Sie entspricht der Rede des Staatsanwalts im ordentlichen Ge- richtöverfahren. Und trotzdem läßt man den Angeschuldigten darauf gar nicht erwidern! Ja, er darf gar nicht hören, waS der„Herr Staatsanwalt" über ihn behauptet. Unmittelbar nach Verlesung des Gutachtens, also unter dem durch keine Verteidigung gemilderten Eindruck der An- klage berät das Ehrengericht den Spruch, den es abgeben will. Sechs Sprüche sind möglich: Der Antrag auf Ünzu ständigkeit des Ehrengerichts, der Antrag auf Ergänzung der Akten, die Anträge auf Freisprechung, auf Warnung, auf schlichten Abschied und aus Entfernung aus dem Offiziers stände. Der Antrag, auf den die meisten Stimmen fallen. bildet den Spruch. Jedes Mitglied des Ehrengerichts hat seinen Antrag zu unterschreiben, so daß die höheren Stellen genau erfahren, wie der ein- z e l n e g c st i m m t hat. Dies bildet aber bei der Unsicherheit der Stellung des Offiziers eine große Gefahr für schwächere Charaktere. Vestigia terrent! Sind nicht z. V die Offiziere, die den Leutnant Bilse aburteilten, verabschieden worden, weil sie die Oeffentlichkeit nicht ausschlössen? Wenn derartiges möglich ist, wenn selbst der als ordentlicher Richter fungierende Offizier mit solchen Eventualitäten rechnen muß ist es begreiflich, daß sehr viele Offiziere alles vermeiden, was oben Mißfallen erregen könnte. Der Spruch des Ehrengerichts ist aber kein Urteil. Er ist nur ein Vorschlag, der dem obersten Kriegsherrn unterbreitet und von diesem nach Belieben als richtig anerkannt, gemildert oder auch verschärft werden kann. Der Träger der Krone straft also selbst und damit haben wir eine Kabinettsjustiz vor uns. Dieweilen aber die Kabinettsjustiz eine längst als schädlich erkannte Erscheinung ist, so kann man sagen, daß der Schluß des ehrengerichtlichen Verfahrens ganz zum übrigen Teil paßt. Nun denke man daran, daß mit einem solchen, das moderne Rechtsempfinden auf Schritt und Tritt beleidigenden Verfahren ein aktiver Offizier um seine Existenz gebracht'werden kann. Und bei inaktiven Offizieren kann damit der Versuch gemacht werden, sie gesellschaftlich zu ächten, ein Experiment, das aller- dings meistens nicht gelingt. Diese Zustände wurden sogar. einmal einem durch und durch militärfronimen bayerischen Landgerichtsrat namens Wagner zu bunt und daher sagte er über die Offiziersehrengerichte im bayerischen Landtag u. a. folgendes: „Nun, meine Herren, wenn es notwendig ist, ein Gesetz zu erlassen, wenn ich einem Bürger zehn Pfennig Steuer ab- nehme, dann soll eS nicht notloendig fein, ein Gesetz zu er- lassen, wenn einem Offizier alles das, was er hat, das Höchste was er besitzt, seine Ehre, seine Stellung, sein Ein kommen genommen wird?... Der Nimbus, mit welchem meine ideale Auffassung die Ehrengerichte bisher umgeben hat, ist vollständig geschivunden. Meine Herren, ich muß ge stehen, daß ich traurig sage, daß auf dem Gebiete, auf welchem nach meiner Meinung nur das blanke Gold der Wahrheit glänzen soll, eine Schminke vorhanden ist, daß die Institution mit einem Namen bezeichnet ist, welchen zu tragen sie e i g e n t l i ch n i ch t b c f u g t i sll" Die bedenklichste Seite der Ehrengerichte besteht darin, daß sie der Reaktion vorzügliche Dienste leisten, indem sie mit ihnen den pensionierten Offizieren den Mund zu schließen sucht. Der verabschiedete Offizier kennt die Mängel der Armee, die Nachteile des Systems natürlich am besten. Und wenn im Reichstage nur daö. was pensionierte Offiziere in der gedachten Hinsicht veröffentlicht haben, ausgiebig benutzt würde, so hätte der Herr Kriegsminister harte Tage. Diesen Pensionisten also möchte man gern einen Maulkorb umhängen. Darin lag ja auch einer der Zwecke der Umsturzvorlage. Mit dem ordentlichen Gericht kann man ihnen nicht beikommcn, weil ihre Behauptungen jederzeit bewiesen werden können. Daher übergibt die hohe Obrigkeit sie dem Ehrengericht zur Behandlung hinter verschlossenen Türen. Und selbst wenn das Ehren- gericht nicht willfährig sein sollte, ein Fall, der allerdings sehr selten sein dürfte, so wird das Nötige im Kabinett Sr. Majestät besorgt. In Bayern hat derartiges sich ein- mal ereignet. Hier wurde vor mehreren Jahren ein schrift- stellernder pensionierter Offizier vor ein aus Landwehr- und Reserveoffizieren zusammengesetztes Ehrengericht gestellt. Das Ehrengericht tat aber nicht so, wie oben gewünscht wurde. Darauf hat der Prinzregent von Bayern kurzer Hand selbst das schärfste Urteil, das überhaupt möglich ist. erlassen. Nun ist es aber für das Volk durchaus nicht gleichgültig, ob die besten Kenner des HeereS an der Kritik verhindert werden. Unter den Schäden der?lrmee müssen im Fneden die Millionen Soldaten leiden, die nach und nach in die Kaserne eintreten. Und iin Kriege muß das ganze Volk die Zeche bezahlen. Darum wäre es sehö vorteilhaft, wenn man die Ehrengerichte nicht mehr im Verborgenen blühen ließe. Sobald es gelingt, die Aufmerksamkeit des Volkes mehr auf ihre Konstruktion und ihre Praxis zu lenken, werden ihre Tage gezählt sein. lleichzverbsnäZ-Kettel. Mit ungewöhnlich großem Tantum arbeitet der ReichZverbaud gegen die Sozialdemokratie in Hannover-Linden. Volks- unterhaltungsabende, Rednkrschule und Anskunftsstelle für Arbeiter sind von ihm inS Leben gerufen worden und in der diesem Ver- bände ergebenen Presse wird dafür die Reklametrommel gerührt. Die Herren RcichSverbändler verstehen sich eben auf das Geschäft: Klingeln gehört zum Handwerk. Mit seinen Einrichtungen, die der Sozialdemokiatie Abbruch tun sollen, ist der Reichsverband freilich in Schulden geraten und bettelt nun bei den Großkapita- listen um Almosen, damit diese Schulden bezahlt werden köunen. Die Lindener Ortsgruppe versendet folgendes Schreiben an die Direktoren der Großbetriebe: Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. Ortsgruppe Linden bei Hannover. Bankkonto„Reich" bei der Lindener Kreditbank. Linden, den 7. Dezember 1907. Herrn Direktor........ Hannover-Linden. Sehr geehrter Herr! Sie werden vermutlich schon auZ der Tagespreffe erfahren haben, in welch rühriger und segenbringender Weise die hiesigen Ortsgruppen des„ReichsverbandeS gegen die Sozialdemokratie" sich hier am Platze betätigen. Ich erlaube mir, von den Per- anstaltnngen ganz besonders hervorzuheben die V 0 l k s a b e n d e, in denen den Arbeiterkreisen Gelegenheit gegeben wird, ohne Aufwendung von Kosten bei belchrendcu Lichtbilder- Vorträgen, Deklamationen und Musikvorträgen Erholung zu suchen. Ich erlaube mir weiter, an die in Hannover eingerichtete R e d n e r s ch u l e zu erinnern, welche sich zur Aufgabe gesetzt hat, Mäimer aus der arbeitenden Klaffe zu belehren und zu Rednern in öffentlichen Volksversammlungen auszubilden. Mit Befriedigung und Stolz können wir feststellen, daß gerade diese Veranstaltung in den Kreisen der nationalgesinnten Arbeiterschaft sich großen Beiialls erfreut. Es hat sich schon ein ganzer Stamm rcichStreucr Arbeiter gebildet, von denen ein jeder in seinem Kreise weiter wirkt. Geplant wird weiter die Ansammlung eines .Kapitals, welches dazu dienen soll, terrorisierte Arbeiter zu unterstützen und ihnen über die Stunden schwerer Not hinweg- zuhelfen. Von ganz besonders segenbringendem Einfluß wird die von der Ortsgruppe Linden eingerichtete RechtSauskunftS- stelle sein. Diese AuSkimstsslelle in der Minister-Stüve-Slraße besteht seit dem 1. August d. I. und erfreut sich eines lebhaften Zuspruchs. Im Gegensatz? zu den sozialdemokratischen AnskunftS- stellen werden hier die Auskünfte und sonstigen Dienste völlig kostenfrei erteilt. ES bedarf wohl kaum der Ausführung, daß ge- rade eine solche RechtsauSkunstSsteltedas wirk- samste Gegenmittel gegen daS Treiben der Sozialdemokratie darstellt. Die Verpflichtungen, welcbe die Ortsgruppe Linden mit dieser RechtsauS- kunftSstelle übernoininen hat, übersteigen aber nun zur Zeit die Kräfte dieser noch jungen Ortsgruppe. In pekuniärer Hinsicht steht diese erst im Sommer gegründete Ortsgruppe um deswillen auf schwachen Füßen, weil den Stamm ihrer Mitglieder diejenigen Herren bilden, die früher der Ortsgruppe Hannover angehörten und bei Gründung der Ortsgruppe Linde» von dieser einjach'über- nomine» sind. Da diese Herren ihre laufenden Beiträge bereits an die Kaste der Ortsgruppe Hannover entrichtet hatten� konnten sie nicht noch einmal zu Beiträgen herangezogen werden, so daß die Ortsgruppe Linden lediglich auf die Beiträge neu eingetretener Mitglieder angewiesen ist. Diese langen nun auch nicht im eilt- ferntesten aus, um die mit der RechtsauskuintSstelle verbundenen großen Lasten für Miete und Gebälter zu decken. Wir hoste» nun zwar, dast uns in absehbarer Zeit die fortlausciidc Nuterstiitzung von(rnnuierziellen und iiidustriellcu Berliänderi sowie von staatlichen Behörde», welche alle ein Interesse a» der Anfrechterhaltung der Auskniiftstelle haben, zugesagt wird. Aber diese Hoffnung kann nuS ini Augenblick nichts niil>cn. ES sind aiigeiidlicklichc Berpflichtungeu zu erfüllen, zu denen unS die Mittel fehlen. In der Voraussetzung, daß Sie sich für unsere Arbeit interessieren, erlauben wir unS daher, an Sie als den Leiter eine« großen in Linden doiniziliereiiden industriellen Unternehmens, die ergebene Bitte zu richten, unsere Rcchlsauskniiststelle mit einem einmaligen Beitrage zu unterstützen, damit wir in die Lage ver- setzt werde», unseren großen Berpflichtinigen ilachzukommen. Wir gestatten uns, eine ZcichnungSliste beizufügen und werden uns erlauben, dieselbe in einigen Tagen wieder abholen zu losten. Die Einzahlungen können bei der Lindener Kreditbank auf das Konto„Reich" erfolgen, auch ist der unterzeichnete Vorsitzende gern bereit, gezeichnete Beträge entgegenzunehmen. Indem ivir Ihnen schon im voraus für Ihre Opferwilligkeit unseren wärmsten Dank aussprechen, verbleiben wir mit treudentschem Gruß l Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. Ortsgruppe Linden bei Hannover. I.A.: l�okke, Rechtsanwalt. Vorsitzender. Auf der Sammelliste steht links oben in der Ecke: Die Erfolge der Sozialdemokratie liegen in der Organisatis»- ihrer Mitglieder zu praktischer Mitarbeit und in der außerordcnt- lichen und nachahmenswerten Lpfcrwilligkeit ihrer Anhänger. Mit dieser Empfehlung wendet man sich an die Kapitalisten und darin gerade liegt die grenzenlose Heuchelei und p 0 1 i-» tische Prostitution&c5 Reich-Zverbandc-Z. In dein Flu-zblait Nr. 57 betitelt: Die Sozialdemokratie ein Geschäft" dichtet der Reichsverband der Sozialdemokratie an. bei ihr werde»nach Arbeirergroschen gefischt mit dem Volke schmeichelnder Schreibweise und mit allen Kiiiisten der Bolksvcrfuhniiiz". Wie treffend hat sich doch damit der ReichZvcrband selbst abkonterfeit! Will er Geld haben von den Kapitalisten, dann redet der ReichZverband von der „außerordentlichen und nachahmenswerten Opscrwilligkeit" der Sozialdemokratie, während er sonst doch nur von dem„Er- Pressen" der Beitrage zu reden weiß. Daß der Neichsverband„mit allen Künsten der VolksvcrfuSnmg arbeitet, zeigt ferner die Tatsache, daß in dem Flugblatt Nr. 50 der Reichsverband die Sozialdemokratie in den Augen der Arbeiter herabzuwürdigen sucht mit der verlogenen Behauptung, daß die Einnahmen der P a r t e i k a s s e von K a p i t a l i st e n stammen. Wörtlich heißt eS in dem Flugblatt:„Der sozialdemokratische Partei- vorstand kann sich nicht vor dem Vorwurf schützen, daß er in allerletzter Zeit durch die Leistungen aus kapitalistischen Kreisen viel Geld in die Kasie bekommen" hat. Was soll da? anders bedeuten, als daß in den Augen des Reichsverbandes der gerichtet ist, der Geld von den Kapitalisten annimmt? I Und der Reichsverband selbst tut das, was bei der Sozialdemokratie von ihm als Verbrechen gebrandmarkt wird I Dabei ist der Porwurf gegen die Sozialdemokratie obendrein erlogen! Von Interesse ist endlich noch die Bemerkung, daß Herr Nölke hofft, von den staatlichen Behörden dauernde Zuwendungen zugesagt z» erhalten! Die Gelder der staatlichen Behörden fließen aus den Steuern, da nicht überall L-Äasjen vorhanden sind. In den amtlichen Etats, wie sie vom Landtag bewilligt werde», sind Ausgaben für den Nsichsverband nicht verzeichnet. Eine Zuwendung kann demnach nur im Wege des Amts- Verbrechens erfolgen. Sonach scheint der Reichsverband, um zu Geld zu kommen, selbst vor der Berleitung zu unerlaubte» Handlungen nicht zurückschrecken zu wollen! Ler ZwietrachtS'Kdrn. stcoch hat die„entscheidende" Stelle in der Keim- Affäre nicht gesprochen die„ N.o r d d. A l l g. Zeit g." verharrt noch immer in stoischem Schweigen. Aber eö wird bald Zeit, daß eine Erklärung erfolgt, denn der arme Keim— der Mohr, der seine Schuldigkeit bei den Hottentotten- block-Wahlen getan hat wird bereits von seinen nächsten Angehörigen im Stiche gelassen. Wird doch vom Wolffschcn Depeschenbureait folgende Erklärung verbreitet: 'Berlin, U./IL. Der Hauptausschuß des Deutschen Flotten- Vereins für Berlin und die Mark Brandenburg ersucht uns nach- stehendes den geehrten Redaktionen mitzuteilen: In der Sitzung der Ludgetkoimnission vom 13. Dezember haben verschiedene Mitglieder der Kommission gegen die Flotten- Versammlung der Ortsgruppe Verlin am Dienstag, den 10. Dezember Stellung genommen. Es sei ausdrücklich bemerlt. daß es sich nicht um eine Versammlung der Provinzlalgruppe Bcrlin-Mark Brandenburg des Deutschen FlottenvereinS oder elne solche ihrer Untergruppen handelt, sondern um eine Versammlung. die von der Deutschen Kvlonialgesellschast berufen war. Die Leitung der Prohinzialgruppe Berlin- Mark Brandenburg des Deutschen Flotten- Vereins hätte nie eine Resolution zur B o r l a g e ge- bracht, durch welche dem Staatssekretär des Reichs- »narineamtö ein Mißtrauensvotum ausgesprochen worden wäre, ivie es in der dort angenommene« tatsächlich geschehen i st. Auch hätte bei einer Ber- sammlung der Provinzialgruppe die Leitung eine Aeußerung, wie sie der Abgeordnete S t r e s e m a n n getan hat, n i ch t u n- widersprochen gelassen. In Berlin find bereits zahlreiche Austritts- e r kl ärun g en erfolgt. Die Provinzialgruppe richtet an alle Mitglieder die Bitte, ihre Entschließungen betreffend ihren eventuellen Austritt so lange zurückzustellen, bis eine Klärung der ganzen Sachlage erfolgt ist. Diese Kundgebung detz Hauptausschusses des Flotten- Vereins für Berlin und die Mark Brandenburg richtet sich offensichtlich auch gegen den geschäftsführenden Vorsitzenden desFlottenvereins, Herr Keim s e l b st, war dieser doch in der fraglichen Versammlung als Referent anwesend, ohne daß er gegen die Aus- führungen StresemannS und die angenommene Resolution das Wort ergriffen hatte I Die Aktien KclmS stehen also äußerst schlecht I Demgegenüber ist es höchst seltsam, daß die Meldung, daß Prinz Heinrich von Preußen das Verfahren des Präsidiums des Flottenvereins, Herrn Keim zum geschäftS- führenden Vorsitzenden zu ernennen, ausdrücklich als korrekt bezeichnet habe, bisher völlig unwidersprochen geblieben ist, trotzdem sie auch in die Berliner Presse übergegangen ist! Es scheint also, als ob tatsächlich der Hohenzollernprntz ein Vorgehen für lobenswert erklärt habe, das der einstige bayerische Thronfolger als gröbliche Brüskierung enip- funden hat! Inzwischen hat auch der bayerische Staatsminister v. P o d e w i l s seinen Austritt airS dem Flottenverein erklärt! Femer soll durch eine am Montag zu veröffentlichende bayerische K a b i n et ts o rd e r der Austritt aller aktiven Offiziere aus dem Flottcnverein befohlen iverden I Eine tolle Wirrnis I Der Kronprinz soll sich bemüht haben, in l'/gstündiger Verhandlung mit dem Fürsten B ii l o w eine„Einrenkung" der Affäre zustande zu bringen. Wie sich zeigt, bis jetzt vergeblich. Erst das Eingreifen der„ e n t- scheidenden" Stelle wird die„Klärung" bringen. Offen- bar wird der ZwietrachtS-Keim über die Klinge springen müssen, um die Versöhnung zwischen„Nord und Süd" zu ermöglichen. Das Zentrum wird sich dabei schmunzelnd die Hände reiben l fisch ein Kapitel Korruption. Paris, 11. Dezember.(Cig. Ber.) .Die„Humanitä" hebt heute wieder einen Zipfel von den, patriotischen Mantel aus. unter dem sich die schmutzigen Affären der bürgerlichen Mächte bergen. Man kennt den Einfluß, den sich eins der gemeinstcn Zeitungsgeschäste von Paris, der„Matin", in den regierenden Ä> eisen erworben hat. Dieses Blatt übt ans die wechselnden Ministerien einen wahren TerroriSnms ans. Es erpreßt Interviews der leitenden Staatsmänner. veröffentlicht straflos NntersuchungSakten schwebender Prozesse und verschafft sich durch den Schrecken, den es um sich verbreitet, politische Fnsormationen, die sein stark gesunkenes Renommee beim Publikum verbessern sollen. Wenn sich ein Minister seinen Zumutungen zu widersetzen wagt, riskiert er eine bor keiner Schurkerei zurückschreckende LerfolguuaSkainpagnc. wie dies der ehemalige Justiznnnister C h a u m i s erfahren mußte. ES ist charakteristisch, daß diese Mittel des„Matin" gegenüber den regierenden Politikern zu einer Zeit»och wirksam bleiben, wo sich simple Bürger schon zn einem erfolgreichen Widerstand gegen das Blatt aufgerafft haben. Als vor einigen Monaten der 1„Matin" zu Reklmnezwscken in, Namen der Moral gegen die Schnapsbudiker zu Felde zog, taten sich diese zusammen und setzten eS nach einer kurzen Boykottkampagne durch, daß das mächtige Blatt einen demütigen EntschnldigungSartikel broäite. die Kanipagne ein- stellte und zur Dokmnentierung seiner tätigen Reue dem Komitee der Budiker sogar die Kosten der Demonstration ersetzte, die es gegen den„Matin" in Szene gesetzt hatte!— Die' Regierungen der Republik haben bisher einen solchen Mut, sich gegen den„Malin" zu wehren, nicht aufgebracht. Die„Hunranits" deckt die Tatsache auf, daß man nicht einmal eine alte Geldschuld vom„Matin" einzufordern wagt I Die Geschichte ist sehr ergötzlich: Im Januar 1003, zur Zeit deS Konflikts mit England, veröffentliwte der„Matin" einen „politischen"— in Wahrheit von einem Bankhaus inspirierten Artikel:„Berteidigen wir uns!", der die Notivendigkeit auseinandersetzte, eine t r a n s s a h a r i s ch e Bahn zur Verbindung Algeriens mit dem fronzSsischen Westasrika zu schaffen.... Der„Matin" erklärte pathetisch, daß er selbst dort einspnngen wolle, Ivo die Re- gierung säume: Er werde s e l b st eine Sw'dienkommission an Ort und Stelle schicken.„Der„Matin" weiß. waS das kosten kann und wird. Und wird es selbst eine Million sein, er nimmt eS auf sich!" Run, die patriotische Großmut des„Maiin" bestand darin, daß er sich die Kosten für diese Expedition, die übrigens resuliatlos blieb, von der Ncgiening vorstrecken liest und bis heute nicht bezahlt hat! Vergebens wurde vom obersten Rechnungshof wiederholt die Ordnung der Angelegenheit verlangt. Keiner der Kolonicnminister, die seit 1000 auseinander folgten, hat die Energie aufgebracht, die vorgestreckte Summe, die sich auf 04 891 Frank beläuft, vom„Matin" zuräckzusordern. Wie die„Humanitv" behauptet, hat der jetzige Kolonienminister, Herr Millios-Laeroix, der vom„Matin" zum Gegenstände»viedcrholrer Angriffe gemacht worden war, un- längst den Herausgeber des„ M a j i n" empfangen, und seither sind die Angriffe eingestellt worden. Die„Humanitö" kündig: noch weitere Enthüllungen in dieser Affäre an. Der Kolonicnminister hat bisher nur im„Mersidor" G erault- Richards ziemlich verschwommene Erklärungen abgebe» lasten: er bchernptet, die Angelegenheit sei im Stadium der Untersuchung. Der „Matin" schweigt, Ivie immer, wenn man ihm eine Schmutzerei nachweist.— Paris, 13. Dezember(Eig. Ber.) Di«„Humaniiö" setzt heute ihre Enthüllungen über die famose „Mission Blanche!", die der„Matin" zu Reklamezwecken ausgerüstet bat und-—von dir Regierung hat bezahlen lassen, fort. Er beschuldigt den jetzigen Kolonienminister M i l l i ö S- L a- c r o i x, zweimal den Versuch gemacht zu haben, den Schuld- Posten unter einem anderen Titel ins Budget einzu- tragen und so verschwinden zn machen. DaS einemal sollte er unter den Missionen der Zentralverwaltrmg des Ministeriums verrechnet werden, aber der Generalkontrolleur ließ es nicht zu. Da« anderemal sollte er im Budget von F r a n- zösisch-Westasrika eingestellt werden. AVer der G o u- verncur protestierte. Die„Humanitü" erzählt auch, wie neulich die Unterredung zwischen dein Herausgeber deS„Matin" Bunau-Verilla und dem Kolonienminister zustande kam. Der Vermittler war Herr Gervais, Berichterstatter über das Kolonienbndget. Der Minister mochte wohl, als er sich zur Bersöhnm'g mit diesem rücksichtslosen Gegner ent- schloß, an die Worte gedacht haben, die jener einst gegenüber seinem Vorgänger D e c r a i S gebrauchte:„Wenn Sie uns noch einmal mit dieser Sache lairgiv eilen, sind Sie in acht Tageir kein Minister mehr". Herrn MilliöS-Lacroix wird persönliche Anständigkeit nachgesagt. Um so veriverflicher ist denn daS Regiennigssystem, das die Herrschenden selbst wider Individuen wie den Machern des„Matin" unterwürfig macht l Nachgetragen sei übrigens noch, daß der„Matin". als er, des Patriotismus"voll, die afrrlanische Mission organisierte, nicht ledig- lich Reflamezivecke verfolgte. Sein damaliger Direktor, ein Herr P o i d a tz. war der Hauptbeteiligte in einem Bank- hause, B 5 n a r d und Jarilowsky. da« im Senegal Bahnen bauen und Schwefelgruben ausbeuten wollte. Der französische Staat hat also dieser vörsenfinna bei- springen müssen. Die RegierungSpreste schweigt die Enthüllungen der„Hnmanitö" tot. Nur der„M e s s i d o r" gibt Erklärungen des KolonicnministerS wieder, der nun doch ellvas redseliger geworden ist. Er behauptet. daß er mit Bunau-Verilla gar nickst von der alten Schuld, sondern von einer Konzession am Kongo gesprochen habe. Aber damit würde seine Sache mcht besser werden. Denn wie konnte der Minister mit einem Menschen, der die alte Schuld zu zahlen verweigerte, über neue Begünstigungen verhandeln? Und dann ist cZ doch nachweislich, day der„Matin" nach der Unterredung seine An- griffe eingestellt hat. Und daß der„Matin" nichts uncntgelt- l i ch tut, braucht man gar nicht erst nachzuweisen. Politische(lederlickt. Berlin, den lt. Dezember 1307. Wasser in DernbnrgS Kolonialwein gießt der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Frhr. v. Rechcnberg. Er ist von einem Mitarbeiter des Scheriblattcö interviewt worden und hat sich dabei nni bemerkenswerter Zurückhaltune> über die wirt- schaftliche Zukunft Ostafr'kaS geäußert. Und er»st doch min- d e st e n s ein ebenso kompetenter Beurteiler der Kolonien, wie Herr Dernburg. der Wüstenfahrer. lieber die B a u in w o l l k u l t u r. diesen wichtigsten Faktor in den kolonialen ZukunftSrechnungen, könne, so erklärt der Gouverneur, heute ein abschließendes Urteil noch nicht gefällt werden. Die Versuche, nainentlich die mit künstlicher B e- Wässerung, seien noch zu jungen Datums. Doch stehe schon heute soviel fest, daß die Kultur mit künstlicher Bewässerung— und die anderen Kulturen sind großenteils eingegangen nur für Groß-'und GcilossenschaftSbetriebe, nicht für Eingeborenenkulturen in Frage kämen. Und Herr Dernburg rechnet doch gerade mit den Eingeborenen tulturen I Man sieht: Herr v. Rrchenberg urteilt außerordentlich viel nüchterner als Herr Dernburg! Auch von den ausschweifenden Eisenbahnprojekten deS Herrn Staatssekretär« für das Rcichskolonialamt fcheim Herr v. Rechen- berg nicht allzuviel zn halten. Er erkläne. daß er Persönlich niemals den Bau cmer Eisenbahnlinie befürworten werde, die lediglich von einer Anzahl Ansiedlern gewünscht würde. Vor allem müffe die Verzinsung deS aufzuwendenden Kapitals, daS doch meistens ans den Taschen der Steuerzahler fließe, auch vollkommen gesichert sein. ES bleibt abzuwarten, ob der Gouverneur seinen Standpunkt auch Herrn Dernburg gegenüber zur Geltung bringen wird!— Der Kamarilla-Jude. Der Erfrischimgsraum für die M-ichStagSabgeortmeien darf bekanntlich nur von solchen Nichiparlamentariern betrete» werden, die von Abgeordneten eingeführt werden. ES ist deshalb auigefalle», daß der famose Herr L t m a n, der GegenseiligtcilSiachverständig« des Herrn Horden und der lltfann der doppelten politische» Buch. führung, sich neuerding» ohne Begleitung von Abgeordnelen häufig in dem Erflischungsraum sehen läßt und dort gewöhnlich geschäftig zwischen Nationalliberalen und Freikonservativen hin- und berpcndclt. Bald hat er mit dein nationalliberalen Streseniann, bald mit den Engeren»»i Lieber! eifrige Gespräche zn führen. Ob Lima» direkt niit der„Täglichen Rlindschau' in Verbtnduncz sieht, ist nnS nicht bekannt. Bekanntlich hatte Lima» im Leipziger Prozeß dargelegt. daß er den Lesern der„Deutschen Tageszeitung" andere Kost serviere, weil daS„geistig schwerfällige" Leute seien. Das scheint die Führer der Block-Kamarilla veranlagt zu haben, ihn als für ihre Leute be- sonders geeignetm Preßagenten zu benutzen.— Aus dem sächsischen Landtage. Dieser Tage hat die Wahl der außerordentlichen Wahlrechtsdeputation die Zweite sächsische Kammer lebhast beschäftigt. Der mehrtägige Streit, der allerdings zum Teil hinter den Kulissen in de» bürgerlichen Fraktionen geführt worden ist, drehte sich darum, ob der einzige Sozialdemokrat im Hause, der Abgeordnete Goldstein, einen Sitz in der Deputation bekommen sollte oder nicht. Di« Situation gestaltete sich höchst sonderbar. Jede der beiden Mehrheitsparteien ließ ireben den Freisinnigen erklären: Wir sind dafür, daß der Sozialdemokrat Goldstein als einziger Vertreter einer großen An- hängerschaft in die Deputation hineinkommen soll. Vorher aber hatten die bürgerlichen Gruppen die Sitze der Deputation unter Führung der Konservativen so verteilt, daß auf die Rechte, die Konservativen einschließlich deS Antisemiten Zimmermann, zwöli Vertreter entfielen, auf die Linke(Nationalliberale. Freisinnige und Sozialdemokrat) neun. Die Konservativen erklärten nun. wenn die Nationalliberalen neben einein Freisinnigen auch den Sozial- demokrat Goldstein präsentieren, wählen wir ihn; die National- liberalen aber erwiderten, wenn wir Goldstein als Vertreter der Linken vorschlagen, verlieren wir einen Sitz und werden im Ver- gleich zu de» Konservativen geschwächt. Sie forderten daher eine Deputation von 22 Mitgliedern, um den 22. Sitz dem Abgeordneten Goldstein zu geben. Da das aber eine Verstärkung der Linken ge- wefen wäre, wollten die Konservativen davon nichts wissen; sie verlangten vielmehr 28 Mitglieder, wodurch die Sache für die Nationalliberalen am alten Flecke war. Genosse G o l d st e i n kenn- zeichnete dieses Gezänk mit kräftigen und treffenden Worten und erreichte damit zunächst eine Vertagung in der Dache behufs noch- inaliger Unterredung in den Fraktionen. Am Freitag kam die Sache abermals zur Verhandlung. Dabei ergab sich, daß die Kon- servativen auf 23 Mitgliedern beharrt haben, die Nalionalliberalcu hatten nachgegeben und sich bereit erklärt, den Abgeordneten Gold- stein mit vorzuschlagen. Demgemäß wurde auch verfahren. Und so kam Genosse Goldstein neben 12 Konservativen. 0 National- liberalen und einem Freisinnigen als 23. in die Wahlrechtsdeputation. Dort wird vor allem der Kampf um die Frage der Beibehaltung der ländlichen Wahlkreise, einer konservativen Forderung, entbrennen. An, Donnerstag beschäftigte sich die Zweite Kammer mit einer konservativen Interpellation gegen die Bäckerei- Verordnung. Die bürgerlichen Vertreter, einschließlich der Frei- sinnigen, forderten nicht nur ein milde Handhabung der Verordnung. sie forderten deren Außerkraftstellung für alle schon vesleheuden Bäckereien. Die Regierung ist den Wünschen schon so weit entgegen- gekommen, daß, wie Genosse Goldstein richtig betonte, die Bäckerei- Verordnung eigentlich garnicht mehr in Sachsen besteht, sondern nur noch Dispensationen. Es gab ein großes Wettrennen der Bürgerltcheii um die Gunst der Bäckermeister, in das Genosse Goldstein mit einer ton- klmgSvollenRede hineinfuhr. Er schilderte dicZustände in denBäckereicn, die Unsaubeikeit und illustriette seine Ausführungen durch Bor- legung von Trögetüchern, die von Schmutz starrten. Scharf geißelte er auch das arbeiterfeindliche Verhalten der bürgerlichen Mehrheit, die noch nicht zufrieden ist, obwohl die Negierulig ein so weites Entgegenkommen an mittelständische Rückständigkeit gezeigt hat, daß die Bäckereiverordnung eigentlich nur noch auf dem Papiere steht,— Die geistigen Waffen deS Zentrums. Zurzeit verbreiten unsere rheinischen Parteigenossen ivie alljährlich eine» V o l t S k a l e n d e r zu AgitailoilSzweckeii, der sich natlirgemäß vorloieaend mit dem im Rheinland vorherrschenden Z e n t r u», be- faßt. Gegen daS in dem Kalender niedergelegte Material weiß die Zentrwnöuresse nichts Stichhaltiges vorzubringen, und so kann c-3 bei der durch und durch intoleranten Natur der Klerikalen nicht wundernehmen, daß bei ihnen mittelalterliche An- Wandlungen erwachen. Eine ganze Reihe von ZentrumSblättern bringen, jedoch jedes Blatt unabhängig vom anderen, die Auffordc- rung, den Kalender dem Feuer zu überliefern. So schreibt die„M ül- Hemer BolkSzeitung":„Wir raten jedem, den Kalender, wenn er ihm ins Hau? gebracht wird, ins Feuer zu werfen."— Die„53.«Gladbach er Zeitung" schreibt:„Zum Teil fand der Kalender seinen Platz sofort im Ose», und wo eS noch nicht geickehen, wird daS Versäumte hoffentlich noch t» vielen Familien nachgeholt."— Die„Malmedy-St. Ä ither Volks- z e i t u n g" berichtet über die Verbreitung des Kalenders wie folgt: „Papier zum Feucranzündc» ist in der Nacht zum Sonntag den Bürgern unter die Haustür geschoben worden."— Die„Koblenzer BolkSzeitung" meint, es fehle auf der Vorderseite des Kalenders die Aufschrift:„Man kaim mit diesem Kalender auch Feuer an- machen." In früheren Jahren forderten die rheinischen ZentrmnSblätier teils offen, teils versteckt zur körperlichen Mißhandlung der Kalender- Verbreiter auf. Seit Genosse Bebel diese KampseSart von der Tribüne des Reichstags herunter gekennzeichnet hat, ist man vomchtiger geworden. Nur die Sehnsucht nach dem Scheiterhaufen können die ZenlrumSchristen nicht unterdrücken.—_ Agrarier und Lehrer. Wie hoch die Agrarkonservativcn die Volksbildung und die Volkslehrerschaft einschätzen, zeigen wieder mal deutlich die ver- Handlungen deS mecklenbnrgisckien Landtage? über die von der Schweriner Regierung gestellte Forderung einer Gehaltserhöhung der an iogen. riiterichaftlichen Schulen tätigen Lehrer. Schon i» den Jahren lgv5 und tvvö sorderte die Regierung eine beicheidene Erhöhimg des Grundgehalts und der AltsrSzulagen, die Ritterschaft des Ldotritenlandes lehnte jedoch das thren Geldbeutel angreifende Ansinnen ab. Tarauf hat in diesem Jahr die Schwerincr Regierung wiederum dem Landtag einen verordnungSentwierf vorgelegt, doch die Junker zeigten sich nicht minder hartnäckig als die Regierung— st- haben die Vorlage erneut abgelehnt. Der „Vosi. Ztg." ivird darüber berichtet: „Die ritterschaitlichen Lehrer beziehen bisher ein Grundgehalt von 800 M. und fünf Slllerszulagen von je 100 M. in fünf- jährigen RückungSfriste», so daß das Höchstgehalt noch 25 Dienst- tahrcn l300 M. beträgt. Die PeilstoilSbercchligiuig beginnt mit oem 20. Dienstjahr. Die Pension beträgt nach dieser Zeit 450 Mark und steigt dann in 30 Jahren bis auf 810 Mark. Die Regiermia verlangte nun vor zwei Jahren, daß daS Grund- gebalt ans 900 M. erhöbt werde und mindestens 450 M. in bar ibisber 330 M.) betragen müsse. Weiter forderte sie, daß die PeitsionSberechtigung mit dem 10. Dienstjahr beginnen und nach dieser Zeit 324 M., nach 20 Jahren 752 M und nach 50 Jahren 1440 M. betrage. Die Verhondlnngen mit dem Landtage führten damals zu keinem Resultat. Auch die später stattfindendeu kam- missarisch-deputatischen Verhandlungen förderten die Sache wring. Trotzdem brachte die Regierung ihre Vorlage 1005 in wesentlich un- veränderter Form wieder vor den Landlag. Dieser stellte min neue Grundsätze über die Veranschlagung der Natiiralieu ans und kam hierbei zu dem Ergebnis, daß der Lebrer jetzt schon auf ein Grund- geholt von 000 M. komm«. Er willigte darein, daß hiernach die Höhe der Pension berechnet werden und daß statt fünf Alters- zulagen von 100 M. deren sechs gezahlt würden. Die Regiernng wie? diese Vorschläge de» Landtages zurück- In diesem Jabre hat sie nun wieder«ine Vorlage eingebracht, die 1000 M. bis 1800 M. In 22 Dienstjahrc» fordert und die alte Anrechnlutg der Rainralien bestehen lassen will. Der Landtag beschloß nun auf Grund eines Komitlcnberichis folgendes: Bei-der Bcrechuuitg de» Grimd- aehailes kommen die von thm im vorigen Jahre eittwvrfenen Grundsätze über die Veranschlagung der Naturalien zur Anwendung. Danach hat das Grundgehalt schon jetzt einen Wert von 000 M. Man will mm der Regierung euigegeukmnmol und noch 100 M. hinzulegen, so dnk das Gnindgehall also 1000 M. beträgt. Hier- von sollen, wie bisher, 360 Wl in bar gewährt werden, Dazu sollen sechs Alterszulagen von je 100 M. in vierjährigen Fristen kommen. Die Pension soll von 560 M. auf 1013 M. anwachsen, die Pensionsberechtigung jedoch erst mit dem 20. Dienstjahr be- ginnen. Dep früheren Beschluß, bis zum 20. Jahre ein« Pension von 20S M. zu gewähren, um die Sllebepflicht der Lehrer zu be- seitigen, lägt man fallen, da feststeht, daß der verfolgte Zweck nicht erreicht wird. Bei den mit Kirchenäintern verbundenen Lehrer- stellen soll zum Lehrergehalt ein voraus von 100— ISO Mi. gezahlt werden/_ Eine Korrektur der zensurlustigcn Hamburger Polizei. Im Mai d. I. wurde im Deutschen Schauspiclhause in Hann bmg die Komödie„Mandragola" von Paul Eger aufgeführt. Da in Hamburg keine Theaterzcnsur besteht, ersuchte die weniger ästhe- tisch, aber desto mehr sittlich empfindende Polizeibehörde den Theater direktor Baron v. Berger, mehrere anstößige Stellen aus dem Regie- buche mrd die Lauscherszene ganz zu streichen. Aber auch dieses so verstümmelte Werk fand nach einigen weiteren Borstellungen keine Gnade mehr vor den Augen der als Kunst- und Sittenrichterin waltenden Polizeibehörde! sie verbot daher kurzer« Hand der Thcaterleitung bei einer Strafe von ISOO M. für jeden Fall der Zuwiderhandlung die weitere öffentliche Aufführung des Stückes. Herr von Berger beschritt Polizeibehörde. Unter Hinweis gola" an bedeutenden Bühnen darauf den Klageweg gegen die auf die Aufführung der„Mandra in Zensur ländern führte der Kläger Gutachten von Otto Ernst, Hugo von Hoffmannthal, Detlev von Lilicncron, Paul Schlcnther, Mar Halbe usw. an, die alle nichts „Polizeiwidriges" in dem Stücke zu erblicken vermögen. Die Polizei, die sich bei ihrem Verbot auf das uralte„Verhältnis- g e f etz' stützt, erklärte vor Gericht ihre Maßnahme im Interesse der öffentlichen Sittlichkeit und Ordnung für gerechtfertigt:„Das Stück strotzt förmlich von Frivolitäten und derben Zynismen und ist voller Ausschreitungen in der Konversation und Szenenbtldung.' Dieser polizeilichen Kritik folgte eine derbe langerichtliche Antikritik. Die Zivilkammer II hob nämlich die Per- fügung der Polizeibehörde auf. Sie ist zu der Ansicht gelangt, daß dem possenhaften Aufbau der.Mandraloga" nicht ein sittlich ernster Unterbau fehlt. Das Gericht ist zu der Ueber zeugung gelangt, daß eine zum Verbot berechtigende Verletzung oder Gefährdung der sittlichen Anschauungen der Gesamtheit der Theaterbesucher vernein werden müsse.„Eine weitergehende Wirkung aber etwa dahin, daß die geschlechtliche Sinnlichkeit gereizt oder erweckt werde, wird die Komödie nur auf ganz vereinzelte, jugendliche oder sittlich ohnehin verderbte Zuhörer geübt haben können. Der Schutz dieser einzelnen aber ist nicht Sache der Beklagten; für sie haben ihre Eltern. Vormünder oder dergleichen zu sorgen.'-» Tie konservative Aera. Die„Nordd. Allzeni. Ztg." erweist dem konservativen Delegierten tag heute die gebührende Reverenz. Die Bemerkungen des Blattes zeigen deutlich, daß die Regierung, wie ja auch nicht anders zu er- warten war. sich den Geboten der Junker auch weiter zu fügen ge- denkt. Das offiziöse Blatt meint, die konservative Partei wolle die Blockpolitik loyal unterstützen: die Möglichkeit dieser Unter stützung höre aber dort auf, wo sie ihre Grundsätze aufgeben müßte. Die Grenzpfähle für die Unterstützung sieht das Blatt in dem einmütigen Protest gegen die Ausdehnung der Reichs crbschastssteuer und die Einführung direkter ReichSsteiiern, sowie gegen die Uebcrtragung deS ReichLtagLwahlrechtS auf den preußischen Landtag. Das sind aber gerade die Puntte, in denen die Block- Parteien verschiedener Meinung sind. Sogar die Nationalliberalen verlangen die Deckung des Reichsdefizitö wenigstens zun, Teil durch direkte Steuern. Die„Nordd. Allgem. Ztg." aber erklärt mit dürren Worten ihr Einverständnis mit den Konservativen. Sie findet daS Verhallen der Partei ganz„diesem auf praktische Ziele gerichteten Wollen" entsprechend. Dieses Wollen be steht eben darin, jedes Zugeständnis an liberale Wünsche rundweg zu verneinen. Der konservative Delegiertentag hat kund und zu wissen getan, eine liberale Aera gibt es nicht, und das Kcmzlerblatt bestätigt, daß das Wollen der Konservativen im Reich und in Preußen allein praktisch ist. Was sagen dazu die Liberalen? Darauf gibt die„Nordd. Allg. Ztg.' gleichfalls die richtige Antwort. Sie konstatiert, daß die übrigen Parteien sich im Reichs- tage in Uebereinstiinmung mit den Konservativen befanden. Diese Ausfassung des freisinnigen Vertrauensvotums für den Fürsten Bülow ist auch die unsrige. Daß die„Nordd. Allg. Zeituug" kein Wort gegen die Angriffs des Herrn v. Mantenffrl anst den Fürsten Bülow zu äußern wagt, ist gleichfalls charalteristisch für die Diktatur, die die Konservativen in der Blockära ausüben.— Des Freisinns Lohn. Mit einer sehr kurzen Dauer deS Blocks rechnen die K o n- fervativen und Nationalliberalen in Breslau. Sie, die bei den Hottentottenwahle» im Westkreise gegen Bernstein den Freisinnigen unterstützten, um mit deren Hülfe im Ostkreise ihre Durchlaucht Hatzfeld durchzubringen, haben soeben ein Abkommen getroffen, das eine schallende Ohrfeige nicht nur für die Breslaucr Freisinnigen, sondern für den Block überhaupt bedeutet. Diese Bundesgenossen im Block haben nämlich mit den Klerikalen und Antisemiten ein Kartell für die nächsten Stadt 'verordneten Wahlen in Breslau gebildet. Und zwar aus- gesprochenermaßen zn dem einzigen Zwecke, die liberale Mehrheit im Breslaucr Rathaufe„endlich zu stürzen." Man sich» auch an diesem Beispiel wieder, was die Blockbrüdcr gerade den Freisinnigen zu bieten wagen. Und daS passiert denselben Freisinnigen, deren �rgan t„BreSl.Ztg."j erst vor wenigen Tagen den Reichskanzler zu einem ganz infamen Gewalt st reich aufzustacheln versuchte. Dieses Freisinns- blatt empfahl„ämlich den« Bülow,„auS dringenden Gründen der Taktik" die Polenvergewaltigung im Vereinsgesetz nicht im Reichstage, sondern im Landtage vorzunehmen II! Dort kann nämlich der Freisinn, ohne den Block zu gesährden, Opposition markieren und gegen die Polenhetze stimme», während er im Reichstage übern Stock springen muß. Und trotz dieses Entgegenkomniens erhält dieser Freisinn einen Fußtritt von den eigenen Blockbrüdern. Denn daS abgeschlossene Kartell bedeutet tatsächlich daS Ende der liberalen Herrschaft in Breslau und den Anfang eines christlichsozialen KorruptionsregimentS k la Wien._ Die Gcwcrbeordnungsnovelle soll dieser Tage vom Bundesrat angenommen sein, ist aber immer noch nicht veröffentlicht, noch dem Reichstage zugegangen. Der Ge- heimuiölrämerei, die mit dem Entwurf getrieben wird, entspricht der dürsrige Inhal», den die Novelle nach osfiziösen Andeutungen haben soll. Danach soll die MaximalarbeitSzeit von 11 Stunden für grauen in Fabrikbetrieben auf 10 Stunden herabgesetzt und ein Teil der Arbeiterichutzvorschriften der Gewerbeordnung auf die Heim- arbeit ausgedehnt sei»; eine Regelung der Heimarbeit enthält die Siovelle nicht. In der Tat demnach noch iveniger al« man nach den bisherigen offiziösen Auslassungen annehmen durste.— Bischöfliche Askese. In K ö l n hat. wie wir berichteten, dieser Tage eins Bischofs- konferenz stattgefunden, um sich mit dem päpstlichen Eheerlaß und mit dem.Modernismus" zn b-fafsrn. Bei dieser Gelegenheit hat Kardinal Dr. Fischer de» deutschen Bischöfen in seinem Palaiö ein Mahl sieht: gegeben, dessen Speisen- und Weinfokge wie folgt ans- Tischweine: Geisenheimer Uerziger 1000er Ranenthaler 1004er Piesporter 1897« Pordeaux-Margaux 1900« Liebfrauenmilch 1001er Brauncberger Auslese Champagner Speisenfolge. Weine. GcflügclkoteletteS Madeira Königinfnppe Bachforellen init Kartoffeln und Buttertunke Rehrücke» mit Maronen, Erbsen und Spargel Zungenragout Junge Gänse mit Salat und Kompotten Eis Käse— Obst Kaffee Eines der vornehmsten christlichen Gebote ist das der Einfach- heit und Mäßigkeit. Um die Gläubigen vor der Nnmäßigkeit und Ueppigkeit zu bewahren, verordnet die katholische Kirche jede Woche einen Fasttag, und für die Zeit von Fastnacht bis Ostern verbietet sie mit Ausnahme der Sonntage den wiederholten Fleischgenuß am Tage. Zu dieser von oben herab gepredigten Askese liefert das obige Menü der zu frommem Werk versammelten Nachfolger Christi auf Erden eine prächtige Illustration. Uebrigens scheint nicht nur die Kirche, sondern auch die hohe Geistlichkeit einen guten Magen zu haben, denn um die obengenannten schönen Gerichte und echten Weinsorten zusammen verdauen zu können, muß jemand schon ein recht gutes Verdauensvermögen besitzen.— franhreicb. Weltpolitische Gründer Frankreichs. Paris, IS. Dezember.(Eig. Ber.) Die.Humanitö" kündigt heute Enthüllungen über das Treiben des M a r o k k o-S y n d i k a t S an. Noch vor einigen Tagen erklärte der .TempS", dessen Hintermann Herr E trenne, der Hauptagenl eben dieses KapitallstenklüngelS ist, es gebe überhaupt kein solches Syndikat! alles was darüber gesprochen werde, sei eine Fabel. Nun verspricht die„Humgnito" Dokumente vorzulegen, die die Aktion der französischen Marokko-Clique von Anbeginn an beleuchten sollen. Diese Dokumente entstammen zum Teil dem BerteidigunS- Material, daS der Anwalt des neuerlich verfolgten tzervö, der Advokat B o n z o n gesammelt hat. ES wird darin zunächst nachgewiesen, daß der größte Eisenindustrielle Frank- reichS, Schneider in Creusot. in so ziemlich ollen marokkanischen Aktienunternehmungen, die von 1904 an wie die Pilze emporgeschossen sind, die erste Geige spielt. Nebenbei bemerkt, hat sich gerade dieser Schneider, der schon berufsmäßig als Lieferant der Heeresverwaltung ein großer Patriot ist, in Afrika wie im Moselgebiete mit deutschen Industriellen, den Krupp und Thyssen assoziert. Am meisten Bedeutung ab« kommt dem von der„Hnmanits" für morgen angekündigten Nachweis zu, daß sich unter den Haupt- aktionärcn der marokkanischen Gescllschasten eine Reihe von Diplomaten befindet, die Frankreich in Marokko vertreten? Das sozialistische Blatt will diese Leute, die gerade jetzt, vorgeblich um die durch die Grenzverletzung der Ben« Strassen verletzte„nationale Ehre' zu rächen, eine» geheimnisvollen Feldzug im Innern Marokkos unternehmen, überführen, daß sie damit ihren privaten Profit verfolgen. Bezeichnender Weise nehmen die Abendblätter vom Artikel d« „Humanitü" keine Kenntnis. Aber mit der Tolschweigepolitik, die die rrgierungsfromme Bourgeoispresse jetzt gegenüber der sozialisttschen Kritik verfolgt, wird das auf die Tauer nicht gehen. Auch die maß- loseste Korruptton des bürgerlichen Journalismus kann das Publikum nicht verhindern, die Wahrheit zu erfahren. Das betrogene Volk wird Rechenschaft verlangen und die Betrüger loerden diesen« Tab«mal Rede und Antwort stehen müssen. Bisher waren die Massen des Marokko-Handcls mir müde geworden. Sie werden sich gegen das Treiben des Syndikats und der von ihm auSgehalienen Politik« energischer zur Wehr setzen, wenn die Müdigkeit von der Entrüstung und vom Ekel abgelöst werden wird.— l�orwcejcn. Oeffentliche Arbeitsnachweise. Kristiania, 12. Dezember 1007. Veranlaßt durch daS Gesetz über ArbeitSvermittelung sollen außer den fünf bestehenden Arbeitsnachweisen noch 12 weitere er- richtet werde». Diese Nachweise tragen vom 1. Januar 1008 ab miSschließlich eine» öffentlichen Charakter, indem Staat und Kom- mune sämtliche Unkosten bestreiten; der erstere führt die Kontrolle. DaS Handels» und Jndusiriedepartement hat in bezug hierauf Bestimmungen ausgearbeitet, gemäß denen die ArbeitSnachlveise überall nach den gleichen Prinzipien geleitet werden sollen. Heimatsberechtigte haben Vorzugsrechte in ihrer HeimatS- 'emeinde. Einer ArbeitSuachweisung, die Ausgaben oder leiwerlust für den Arbeiter bringt. soll«ilcht Folge geleistet iverden, bevor der Arbeitgeber angegeben hat, waS und wieviel er dem Arbeiter erstattet. Der Arbeitgeber ist ver- hflichtet, bei vergebens angelviesencr Arbeit den Arbeiter schadlos zu halten. Arbeitgeber und Arbeiter haben sich nur an den nächsten NachiveiS zu wenden. Die Ziachweise sollen auch bei ArbeitSstreitigkeiten fungieren, sind aber verpflichtet. Mitteilungen der streitenden Parteien in, Lokale öffentlich auszuhängen! Der ArbeitSnachiveiS ist kostenlos. Zur besseren Ueberiicht über den ArbeitLinarkt, über Angebot und Nach. frage, sollen fmntliche Nachweise wöchentlich einmal einen Bericht mit genauen Angaben auswechseln. Rußland. DaS Urteil im Hochverratsprozeß gegen die sozialdemokratische Fraktion der zweiten Duma. PeterSdur«, 14. Dezember. Im HochvcrratSprozeß gegen 4S Sozialdemokraten, zu denen 37 Abgeordnete der zwctte» Duma gehörte», wurden heute 11 An geklagte zu fünf, 15 zu vier Jahren Zwangsarbeit und 12 zu ZwangSaiisicdclung verurteilt, 11 wurden freigespr-chen. Unter den zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilte» Abgc- ordneten der zweiten Duma befindet sich auch der Führer der sozial- demokratischen Partei Zeretelli. Tie„Timev" und die russischen Finanzeu. In einein die allgemeine Lage Rußlands besprechenden Leit- artikel der„Times" wird die Aufmerksamkeit der öfsentlichcn Meinung Englands auch auf die russische Finanzlage gelenkt Angesichts der großen Anspannung der Eteuerkraft der russischen Nation einerseits und des hohen Defizit? de» Etats anderrrscits dürfte die Aufnahme einer Anleihe unumgänglich sein. ES ist deshalb die Aussicht vorhanden, daß die russische Re- gierung„an den europäischen Geldmarkt appellieren wird. Au» diesem Grunde allein— ganz abgesehen von höheren Motiven —«st c» unverständlich, daß die russische Regierung nichts tut, um die in gewissen Gegenden herrschende Mißverwaltung und Anarchie zu beseitigen. Die wirtschaftliche Depression in Rußland»st ohne Zweifel nicht so schlimm, wie man nach Lage der Dinge hätte er- vartcn können, aber eS gibt nichts, was auf Finanzleute einen schlcchtcren Eindruck macht, als ein Zustand von Gewalttätigkeiten, wie er in Handclsmittelpunlten des Reiches vorherrscht.... Nicht nur gestattet es die Regirrung. daß In Odessa massenhaft Gewalt« tätigkeiten an Juden und Studenten verübt werden, sondern auch, daß Beamte diese Exzesse ermutigen! Die Lage der ganzen Gegend von Odessa grenzt an Anarchie, wenn die Anordnungen des GencralgouverneurS vom militärischen Gouverneur Genera! KaulbarS und von den„schwarzen Hunderten" mißachtet und an- gegriffen werden. Nicht nur humanitäre Gründe, sondern die niedrigsten Selbstinteressen müßten die russische Regierung ver- anlassen, die Gewalttätigkeiten in Odessa, einem der wichtigsten Handelshäfen des Russischen Reiches, prompt zu unterdrücken." Neue Bedriicknnjjeit der Juden. Petersburg, 13. Dezember. Die UnterdrückllngSmaßregeln der russische» Regierung gegen die Juden«verde» in neuer« Jett tinincr schärfer, Ver zwei Jahren, als die Regierung sich genötigt sah. die jüdische Be- vvlkerung durch Versprechungen zu beruhigen, tvurde eine Ver- ordiiuiig erlassen, daß all» jene Senatsveschlüsse, die in den massenhaft anhängigen einzelnen strittigen Fragen der Inden- gesetzgebrmg zmmgimsten der jüdischen Bevölkerung a«l-?gefallen waren, nicht in Ausführung gebracht«verde» sollen. In de«« letzten Tagen erfolgte nun eine««cue Verordnung, daß alle diese bis jetzt «inaiiSgefiihrt gebliebenen Beschlüsse, gegen 600 an der Zahl, sofort in Kraft treten. Außerdem sind nech zwei neue schloerlviegende Beschlüsse gefaßt worden. In M o S k a u«st eS den nicht ansässigen Kauflenten erster Gilde verboten worden, wie bisher in der Stab« Handel zu treiben. Ferner sollen die Diplome der höheren weiblichen Lehranstalten nach einem eben erfolgten ScnatSbcschluß kein Wohnre«t>t niehr verleihen, so daß die von solchen Anstalte» diploinierten jüdischen Frauen nicht mehr wie die übrigen jüdischen Akadeiniler außerhalb deS Ansiedelungsrayons wohnen dürfen. Alle diese Beschlüsse beeinträchtigen sehr schwer sowohl die In- telligenz als auch die breiteren Schichten der jüdischen Bevölkerung. Gestern brachte der Ministerrat in der Duma einen Gesetz- entwurs über die Organisation des RechtsanwaltSstandeS ein. In dem Entwurf wird vorgeschlagei«, die Zahl der jüdischen Rechts- anwälte prozeiltnal zn beschränken. Das neuerliche Borgehen der russischen Regierung gestaltet die Lage der Inden so schlimm, wie sie in den schwersten Tagen des Plehwefchen Regiments war.— Finnland. „Selbstverwaltung"! HelsingforZ, 14. Dez.(Privatdep. deS„VortvärtK�.) In ganz Finnland SeyeS Ernennung zum werden Protestkundgebungen gegen GeneralgotwerneurS-GehüIfen abge- halten. Morgen findet ein großes Protestmeeting in Heising- fors statt. � D«„Russ. Korresp." wird geschrieben: Der Moloch der selbstherrlichen Bureaukraiie fordert immer neue Opfer. Jetzt kommen traurige Nachrichten aliS Finnland. Auch dort beginnen n»ln Verfolgungen gegen die Juden. A«lf eine Ver- fügung des Gouverneurs sind 2ö jüdische Fainilien auS Helsingfors ausgeiviesen worden. Die Polizei drang in die Wohnungen der Jude»«in, begleitete sie bis zun« Bahiihof«md entfernte sich erst, nachdem sie sich davon überzeugt hatte, daß die„Verbrecher" ab- gereist find. Ueber alle ankoinmenden Juden wird in Finnland strenge Aufsicht geführt. Man sieht, daß die„historische" Selbst- Herrschaft sich nickit scheut, we«««« es gilt, gegen die Juden vorzu- gehen, das„Sclbslveavaltungsrecht" von Finnland zu verletzen. Natürlich wollen sich die„freien Fstmländer" einen solchen Verstoß gegen ihre clcnicntaren Rechte nicht gefallen lassen.— An« 27. Nove>nbcr fand eine von Sozialdemokraten einberufene Protest- Versammlung gegen diese unerhörten iieuen Judenverfolgungen statt. Die Versainmlung faßte folgende Resolution: „Angesichts der massenhaften JudeilauSweifungen durch die ort« liche Behörde hält eö eine Verfamnilung von finnischen Bürgern für notlvendig, zu erklären, daß die schmachvolle und««»gerechte Aus- Weisung von Juden den rechtlichen Anscha«milgen deS sinnifchen Volkes widersprechen: angesichis der Tatsache. daß die Volks- Vertretung uird die Regierung sich anschicken, gesetzlich die rechtliche Lage der Juden zu verbesicrir. sollte man doch von den Behörden «nehr Achtung vor der öffentlichen Meinung und eine andere HandluiigS- weise erwarten." Mittleriveile hat im Reiche selbst der Verband deS nlfsischcn Volkes»nit erneutem Eifer den Feldztig gegen die Inden begonnen. Der Haupirat des VeebaiideZ des russischen Volkes versandte an die Prvvinzfilialen Zirkulare, in welchen den Verbändlcrn vorgeschrieben «vird, Unterschritten für eine Bilischrifl an den Zaren z«« sammeln, damit er veranlasse, daß die russischen Juden gesetzlich als„Aus- l ander" anerkannt werden. Die Führ« des Verbandes wollen den Empfang einer Deputation in Zarskoje Selo nachsuchen, um diese Bittschrift dem Kaiser zu überreichen. Amerika. Präsident Roosevelt hat eine für die Oeffentlichkeii bestimmte Erklärung abgegeben, daß er nicht als Kandidat für die kommende Präsidententvahl austreten werde. Im Kongreß und in der republikanischen Partei wollte man bekanntlich von einer dritten Präsidentschaft RooseveltS nicht viel wissen... Die besten Chancen hat jetzt der KricgLsckretär Taft. Die Demokraten jubilieren; denn Roosevelt erschien ihnen als der gefährlichste Gegner. Sie werden wahrscheiitiich wieder I. W. B r y a n aufstellen. Die Repnbiikaner halten in Chicago, die Demokraten in Denver ihren Parteitag ab, aus denen die Kandidaten aufgestellt werden.— Moderner Menschenhaudel. In Brasilien wird die japanische Einwanderung, die man sonst überall ungern sieht, willkommen geheißen. Bisher kamen ver- hältnismäßtg nur wenige Japan« nach Brasilien, obgleich man dort fleißige Arbeiter, die recht bedürfnislos sind, aufnehmen konnte, ohne eine besondere Oppositton in der Bevölkerung fürchten zu müssen. Jetzt hat die brasilianische StaatSregierung selbst mit einer „kaiserlich japanischen AuSivonderimgSaeselllchaft" einen Kontrakt ab- geschlossen, laut welchem die Gesellschaft verpflichtet ist, 8000 Japan« nach dem Staate SantoS zu schaffen. Ea müssen Personen sein von 12 bis 45 Jahren, die Befähigung zu land- wirtschaftlichen Arbeiten haben, denn darauf kommt eS an. Diese 8000 Japaner sollen vom 1. Januar 1908 ab in drei Jahren kommen, 1000 in jedem Jahre. Diese Vestimmung zeigt, daß man doch etwas vorsichtig zu Werke gehen will, um die Weißen in Brasilien nicht zu erschrecken. Die Preise für die Einwandet«- Passagen von Japan bis Santo» zahlt die Regierung nach ein« vesiiiiimte» Ueoerelnknnft; sie«wartet Rückerstatt««!, g von den Ein- «vandcrern oder von den Landbesitzern, die von den Einwanderern Vorteile ziehen. Diese sollen untergebracht werden auf Kaffee- pslanzungen od« auf Kolonien. Außer Landarbeitern kam« die IHe- gierung auch Maurer, Tischler oder Schiniede annehme», wie eS in dem Kontratte heißt. Ob die Autivanderung nach Brasilien aber für die Japan« ver- lockend fein«vird, ist eine andere Frage. Die Gesellschaft für AuSn'anderer in Japan zieht jedenfalls auS diesem Menschen- Handel ihre hohen Profite.— Daß man in Brasilien gerade die Japaner wünscht, die als sehr bedürfnislos, als billig und willig bekannt sind, ist ein PeiveiS dafür, daß weiße Arbeiter schwerlich ein gnteö Fortkommen finden. Von den weißen Arbeit««»«vird er- wartet, daß sie ihre Reisekostei« nicht nur selbst bezahlen, sondern auch«in Anlagekapital»tilbriugeu, um sich anzusiedelu und den Boden zu bebauen und da» Land wertvoller zu mache» für--- Eisenvahngesevschasten und Lcmdspckulantcn.—, Soziales. �Siehe auch 1, Beilage.)> Zur Rechtlosigkeit der Dirnstbotett. t. Der praktische ArAt Dr. Schaller in hat sein Dienstmädchen mit dem Regenschirm geprügelt, es an den Wasserausgutz geschleudert, das Mädchen mit den Fühen gestoßen und ihm ins Gesicht ge- spuckt. Grund: DaS Mädchen fürchtete einen schlechten Eintrag tnS Dienstbuch aus Boshaftigkeit und nahm deshalb vorher das Buch vom Schreibtisch weg.— Das Schöffengericht in Wunsiedel sühnte diese Roheit mit sechs Mark Geldstrafe. Das Urteil machte so tiefen Eindruck auf den gebildeten Herrn, daß er beim Verlassen des Gerichts einer Zeugin ins Gesicht spuckte und Berufung einlegte.— Das Landgericht in Hof als Berufungsinstanz erklärte den prügelnden und speienden Dienst- Herrn für straffrei, da er in„berechtigter Erregung" gehandelt Habe. iZ. Das Schöffengericht in Augsburg verurteilte eine„Gnädige", die ihrem Dienstmädchen eine Porzellan- platte auf den Kopf geschlagen hatte, zu drei Mark G e l d st r a f e. Justiz und Gerechtigkeit ist nicht immer dasselbe. Milzbraudvrrgiftungen. Insbesondere die Darlegungen des leider so früh verstorbenen Genossen Abgeordneten Oertel(Nürnberg) über die außerordentlichen Gesunoheitsschädigungcn der in Roßhaarspinnereien, Haar- Und Borstcnzurichtereicn sowie Bürsten- und Pinselmachereien bc- schäftigten Personen infolge der Milzbrandgcfahr führten zum Erlaß der bundcsratlichcn Verordnungen vom 1. Februar 189S und 22. Oktober 1902 auf Grund des Z 120s der Gewerbeordnung. Diese Vorschriften schwächen zwar die Gefahr der Milzbranderkrankungen ab, beseitigen sie aber nicht. Das ist im Reichstag von uns und in der gewerkschaftlichen Organisation betont worden. Die Tatsache, daß bis in die neueste Zeit hinein Erkrankungen und Todesfälle an Milzbrandvergiftungen vorgekommen sind, beweist das eindringlich. Eine große Versammlung der in der Bürsten- und Pinsclindustrie beschäftigten Arbeiter in Nürnberg hat deshalb am l. Dezember die Milzbrandkommission ersucht, eine Petition um Ergänzung der Bundesratsvorschriftcn�zu erlassen. Diese ist jetzt an den Reichs- kanzler abgegangen. Sie weist zunächst darauf hin, daß es un- umgänglich notwendig ist, um die Milzbrandvergiftungen zu ver- hüten, den DeSinfcktionszwang auf das gesamte in- und aus- ländische Material auszudehnen und als Desinfektionsmittel strömenden Wasscrdampf mit dem nötigen atmosphärischen Heber- druck zuzulassen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß gerade dieses Desinfektionsmittel, das bisher allein sichere Gewähr für Abtötung der Milzbrandbazillen und Sporen bot, am wenigsten zur An- Wendung gelangt und in den meisten Fällen daö Kochen des Mate- rials vorgezogen wird, da dies mit den wenigsten Schwierigkeiten verbunden und außerdem schwer kontrolliert werden kann. Wieder- holt wurde beobachtet, daß der Kochprozeß zwar die vorgeschriebene Zeit durchgeführt, aber die Borsten, Haare usw. schon nach Ver- lauf einer Stunde nicht mehr von Wasser bedeckt waren, so daß natürlich der Zweck der Desinfektion größtenteils illusorisch gc- macht wird. Außerdem sollen Versuche unternommen werden, um für das- fcnige Material, für welches obiges Dcsinfektionsverfahren ohne bedeutende Schädigung nicht angewendet werden kann, eventuell durch ein Preisausschreiben ein Desinfektionsmittel zu finden, welches mit Sicherheit das gesamte Material wirksam desinfiziert. In einem Betriebe in Mittelfranken wurden chinesische Roß- haare und russische Borsten drei Stunden lang gekocht und nach einer erfolgten Erkrankung an Milzbrandvergiftung von dem bakteriologischen Institut in Erlangen festgestellt, dah lebensfähige Milzbrandkeiin« vorhanden waren. Es war also entweder das Kochen nicht in der richtigen Weise erfolgt oder genügte dasselbe nicht zur Abtötung der Keime. In Unterfranken waren 5 Arbeiter in Hechel- und Spinn- sälen beschäftigt, hatte» keinerlei ausländisches oder nicht des- infiziertes Material zu verarbeiten, erkrankten dennoch; in zwei Fällen trat der Tod ein. Weiter weist die Petition auf die Notwendigkeit einer Aus- dchnung der besonderen Vorschriften für die größeren Betriebe auch auf die kleinen Betriebe hin, da gerade in einem großen Teil derselben die hygienischen Anforderungen sehr viel zu wünschen übrig lasten. Des weiteren sollen die Vorschriften in sinngemäßer Weise auch auf die Haus- und Heimarbeiter Anwendung finden und ein Verbot erlassen werden, wonach Arbeitsräume weder zum Kochen noch zum Wohnen oder Schlafen benutzt werden dürfen. Endlich regt die Petition zu Versuchen an, um kür dasjenige Material, für welches strömender Wasserdampf als Desinfektions- mittel ohne bedeutende Schädigung nicht angewendet werden kann, eventuell durch ein Preisausschreiben ein Desinfektionsmittel zu finden, welches mit Sicherheit das gesamte 2'katerial wirksam desinfiziert. wie es in 8er„Volkszeitung" heißt) im Betriebs arbeitete/ machte die Vertrauensperson der weiblichen Arbeiter sie auf die Zwecks und Ziele der Organisation aufmerksam und legte ihr in ruhiger Weise dar, daß sie, da alle Arbeiter organisiert Marktredwitz und mit besagter Firma im Tarifverhältnis stehen, sich auch in den Verband aufnehmen lassen möchte. Darauf lachte die be- Blankes zum Vorschein kam, sagte N. zu S., er solle sich schleunigst, entfernen, sonst bekäme er etwas an den„Nudelkasten". In der Meinung, Nölting wolle S. mit einem Messer stechen, sprang R. hinzu und stieß N. zurück. Als R. schon mehrere Schritt entfernt war, zog N. einen Revolver und gab auf letzteren einen Schutz ab, der sein Ziel nicht verfehlt haben würde, wenn der von S. gc- warnte R. sich nicht gebückt hätte. Die Kugel ging dicht am Kopf treffende Frau und erklärte:„Unter keinen Umständen trete � ejne§ geugen Stcgmcmn vorbei. Ohne weiteres wurde angenommen, ich in Ihren Verband, ich höre lieber mit der Arbeit aus.! daß N. in Notwehr gehandelt habe, weshalb R. und S. wegen Als am anderen Tage ein Vertrauensmann bei der Frau Körperverletzung angeklagt wurden. Das Schöffengericht V zu Schulz vorsprach und ihr sagte, daßsiekeineBefürch-' Hamburg nahm an, daß N. den Revolver erst nach dem Stoß ge- tun gen haben möge, daß sie aus der Arbeit' zogen habe. Tie Verhandlung endete mit der Verurteilung des R. g e b r a ch t w e r d e und sie nur zu ihrem eigenen Vorteil Zu 10 M. Geldstrafe, während«. freigesprochen wurde. der Organisation beitreten solle, damit sie vereint mit ihren anderen Arbeitskollegen sich bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse erringen könne, erwiderte dieselbe Frau, daß sie einfach die Arbeit verlassen würde, und worauf sie ihre Arbeit fertigstellte und am anderen Tage(nicht am f e l b e n Tage) ihre Papiere verlangte. Bemerkt muß noch werden, daß Frau Schulz eini- gen ihrer Mitarbeiter gegenüber erklärte, daß ihr die Arbeit nicht zusage. Soweit der Sachverhalt. Wo liegt hier der Terrorismus? Aber selbst wenn die Sache sich s o zugetragen hätte, wie die„Volks-Zeitung" berichtet, hätte sie ihre Entrüstung wahr- lich mit größerem Recht nach einer anderen Seite verspritzen sollen. Sie schließt ihren Anwurs gegen die Arbeiterschaft, in dem sie von der ckngeblich Terrorisierten schreibt: „Dem Verbände konnte sie schon aus dem Grunde nicht bei treten, weil sie befürchten mußte, daßihralsdannwegen Zugehörigkeit zu einer sozialdemokratischen Organisation die Unterstützung würde ent. zogen werden. Die Frau ist also durch Vorgehen des Verbandes brotlos geworden." Ist das vielleicht kein TerrorismuS. wenn eine Arbeiterin befürchten muß. daß ihr die paar Mark Witwenunterstützung entzogen werden, wenn sie einer Bereinigung zur Ver bessernng ihrer Lebenslage beitritt? Und gegen diese Möglichkeit, gegen die Verweigerung des Koalitions rechtes, findet die„Volkszeitung" kein Wort! In behaglicher Breite aber druckt sie eine Terrorismusfabel nach, die sich die Scharfmacher kaum als Material gegen die Arbeiterschaft, als Material gegen das Koalitionsrecht ent gehen lassen werden! Und damit die Scharfmacher auch genau wissen. wie sie solch Material zu verwerten haben. tadelt sie nicht etiva einen angeblichen Uebergriff der in Frage kommenden Vertrauensperson, den auch wir nicht gut heißen würden, sondern schlußfolgert keck:„Die Frau ist also durch Vorgehen des Verbandes(!) brotlos geworden." Wahrlich diese Leistung der„Volkszeitung" ist wert, von der„Post" gelobt zu werden! Berlin und Qmgegtnd. Achtung, Dreher! Der Streik der Dveher im Autobau der A. E.-G. dauert unverändert fort. Der gelbe Arbeitsnachweis der Direktion deS Kabelwerks ist jetzt in der Chausseestraße etabliert. Die Versuche der Direktion des Kabelwerks, den gelben Verein und seinen Nachweis als eine von Arbeitern errichtete Institution scheitert betrachtet werden. tragenam unteren em- Ge�erk fcbaftlicbes. Gin Freundschaftsdirust. Es gibt in Berlin eine Reihe von Blättern, die sich äußerst arbeiterfreundlich gebärden, die theoretisch das Koalitionsrccht feiern, praktisch aber nichts tun, die mit Hülfe dieses Rechtes von der Arbeiterschaft geführten Kämpfe zu unterstützen. Im Gegenteil, sie fallen ihnen durch Ausnahme von Streikbrecher- Inseraten in den Rücken und lassen den Arbeitern höchstens „iniparteiisch" die Möglichkeit, auch ihr Geld im Inseraten- teil der betreffenden Blätter loszuwerden. Daß sie unter Um- ständen aber auch dem Koalitionsrecht der Arbeiter in den Rücken fallen, bewies am Donnerstagabend die„Volkszeitung", indem sie in auffälligstem Druck die folgende Notiz aufnahm: „Entweder Berbandsmitglied oder brotlos." Ein bedenklicher Fall von Terrorismus ist in S p a n d a u vorgekommen. In Kaisers Kaffeerösterei, die im Laufe dieses Jahres von Berlin nack� Spandau übersiedelt ist, hatte vor einigen Tagen die Witwe Schulz, die fünf un- mündige Kinder hat, Arbeit erhalten. Am dritten Tage ihrer Beschäftigung trat die Obmannin des Deutschen H ü l s s- und Transportarbeitcrverbandes ab sie heran mit der Aufforderung, dieser Organisation beizutreten. Als eine ablehnende Antwort erfolgte, erklärte die Obmännin, eS gäbe hier nur eine Lösung:„Entweder Sie treten dem Verband bei, oder Sie sind brotlos.". Die Witwe wurde veranlaßt, sogleich mit ihrer Arbeit aufzuhören; sie wandte sich um Schutz an den Meister und schließlich an den Betriebsleiter; dieser zuckte die Achseln und der Meister sagte:„Ich bin mit Ihrer Arbeit zu- frieden, aber Sie müssen dem Verbände beitreten, wenn Sic weiter arbeiten wollen." Tie Witwe mußte die Fabrik noch an demselben Tage verlassen. Sie bezieht eine Unterstützung von der F c l d z e u g m c i st e r e i, weil ihr Mann bis zu seinem Tode in einer Fabrik der Militärverwaltung bc- schäftigt gewesen ist; dem Verband konnte sie schon aus dem Grunde nicht beitreten, weil sie befürchten mußte, daß ihr als- dann wegen Zugehörigkeit zu einer sozialdemokratischen Organi- sation die Unterstützung würde entzogen werden. Die Frau ist also durch dos Vorgehen des Verbandes brotlos geworden. Wir hätten gegen Form und Inhalt sofort polemi- sieren können, wollten dies aber nicht ohne Unterlagen tun. Heute können wir als festgestellt folgendes mitteilen: Etwa Mitte des Oktober nahm, auf Veranlassung des Meisters Heibel, besagte Frau Schulz in der Kaffeerösterei� binzuftellen, können jetzt als endgültig D i e Na chweis sche ine der A. E. �. Teil den Ausnahmeschein der Gelben. Endlich mal hat also die Direklion des Kabelwerks, ivcnn auch auf Umwegen und nach langem Zögern, den Mut der Aufrichtigkeit und bekennt. daß der gelbe Verein das K i n d d e r D i r e k t, o n des Kabelwerks ist. Jetzt wird es auch jedem verständlich, daß die Direktion die Kosten der gelben Tätigkeit trägt. Und so etwas nennt sich arbeiter- freundlich, liberal und ist in der Gemeindeverwaltung zur Be> ratung der Gemeinde tätig. Schöner Liberalismus, schone Arbeiter sreundlichkeit. Kollegen! Meidet den Autobau der A. E.-G.! Meidet auch ibrcu gelben Nachweis in der Chauffeestraße? Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Die Bewegung der Hausdiener in den Berliner Warenhäusern ist bis aus Difserenzen bei wenigen Firmen zum Abschluß ge- kommen. Tarifverträge sind außer bei Jandorf noch mit den Firmen Stein, Ehausseestraße. Joseph, und Pfingst-Rix dorf und Greifenhagen abgeschlossen worden. Keiner der Verträge enthält die vom Arbeitgeberverband verlangte Konven- tionalftrafe. Die erzielten Lohnzulagen bewegen sich in der Höhe von 1—7 M. pro Woche, im Durchschnitt zirka 2,b0 M. Außerdem erhielten die Diener durchwegs einen Sommerurlaub von 2 bis 11 Tagen, je nach der Dauer ihrer Dienstzeit zugebilligt. Die Firmen Engel. Landsbergerstraße. und H a a ck. Brunnenstraße. haben ihren Hausdienern Lohnzulagen von 1-�-1 M. pro Woche ge- währt, sich aber geweigert, mit der Organisation ein Tarifverhält- nis einzugehen. Die Firma Grafs u. Heyn. Charlottenburg. hat eine Zulage an Lohn versprochen, weigert sich jedoch gleichfalls, mit der Organisation ein Tarifverhältnis einzugehen. Die Situation bei der Firma A. Jandorf u. Ko. hat sich nicht wesentlich geändert; im Laufe der letzten Woche erfolgte nur eine Einstellung. Einzig und allein die Firma Ties, deren Warenhauser sich in der Leipziger st raße, am Alexanderplatz und in der Frankfurter Allee befinden, hat nicht nur keinen Pfennig zugelegt, sondern obendrein mußten sich deren Hausdiener zu einer Konventionalstrafe von 101 M. schriftlich verpflichten. Diese Firma beabsichtigt, um vor den„roten" Brüdern in Zukunft ganz sicher zu sein, für die Folge nur Militär anwärt er als Hausdiener einzustellen. Die Solidarität der Arbeiterschaft hat sich bei dem Kampfe der Hausdiener glänzend bewährt und hoffen die am Kampfe Be- tciligten sowie auch ihre Organisation, daß die Berliner Arbeiter- schaft sie auch fernerhin bei der Erringung besserer Arbeitsbedin- gungen nach besten Kräften unterstützen wird. Oeutkehea Reith. Achtung, Metallarbeiter! Im Automobilwerk von Hering und Richard in Ronneburg» S.-A., sind Lohndifferenzen ausgebrochen. Diese Fabrik ist außerdem wegen fortgesetzter Maß- regelung durch den Mctallarbeiterverband gesperrt worden. Dreher, Schlosser, Klempner, Stellmacher, Tischler, Lackierer und Chauffeure mögen den Zuzug nach Ronneburg fernhalten. Ein schiehlustiger Arbeitswilliger. Daß die Arbeitswilligen sich aus geringfügigen Anlässen„bc- droht" fühlen und in der„Notwehr" zum Revolver greifen, ist hin- länglich bekannt. Knallen diese Kapitalsretter einen Streikenden nieder, so wissen sie, daß ihnen nichts passiert, denn sie haben eben in der„Notwehr" gehandelt. Das ist nun so des Landes Brauch. Geht die Kugel fehl, wie das vor einigen Wochen anläßlich eines Auflaufs vor einer von den organisierten Arbeitern gesperrten Fabrik in Hamburg der Fall war, so wird nicht der schießende Ar- beitswillige angeklagt, sondern die zufälligerweise nicht getroffenen Streikenden. Vor der genannten Fabrik wurde eine Sistierung vorgenommen, wobei sich, wie das in der Großstadt immer der Fall ist, Menschen angesammelt hatten. Um zu sehen, was da los sei, liefen die Arbeiter S. und R. dorthin, von denen Ausland. Bestrafte Unternehmerexzesse gegen streikende Arbeiter in Zürich. Das Züricher Bezirksgericht verurteilte die Klempner- meister Mariel und Georg! wegen Mißhandlung von streikenden Klempnergehülscn, deren einer ärztliche Hülfe in Anspruch nehmen mußte, zu 30 bezw. 20 Frank Geldbuße, 30 Frank Staatsgebühr, 50 Frank Entschädigung an den Verletzten und zur Tragung der Prozeßkosten Ten verurteilten Meistern erscheint das Urteil zu scharf, uns zu milde, denn im umgekehrten Falle würden die Arbeiter kaum unter einer Wocke Gefängnis weg. gekommen sein. Der dänische Tabakarbeiterverband, der bor 20 Jahren ge» gründet wurde, und jetzt in 26 Ortsabteilungen 3700 Mitglieder zählt, hielt in der vorigen Woche seinen 9. Verbandskongreß ab. Der Verband hat viel für die Verbesserung der Lohn- und Arbeits- Verhältnisse in der Tabakindustrie geleistet. Im vorigen Jahre wurde sowohl in Kopenhagen wie in den Provinzorten ein neuer Lohntarif durchgeführt. Nur in einer Stadt, in Biborg, kam cS dabei zum Streik, der langwierig wurde, weil Unteroffiziere mit ihren Familienangehörigen als Streikbrecher auftraten. Die Verbandsleitung forderte den Kriegsminister auf, dagegen einzu- schreiten. Er versprach das auch, aber unter der Bedingung, daß der Streik erst beendet werde.„Ich habe nichts dagegen, daß meine Unteroffiziere Geld verdienen, wenn sie es nur in einer ordent- lichen Art und Weise tun," sagte der Minister im übrigen.— Ter Kongreß faßte Beschlüsse, die weitere Verbesserung der Arbeits- bedingungen, Regelung des Lehrlingswesens und Abschaffung der Heimacbeit zum Ziele haben. Ferner wurde die Arbeitslosenkasse dem im Frühling dieses Jahres angenommenen Gesetz über Staatsunterstützung zur Arbeitslosenversiche- r u n g angepaßt, wonach der dänische Staat ein Drittel dieser Aus- gaben trägt, und außerdem die Kommunen noch ein Sechstel zu- schießen können, so dah in solchem Falle die Halste der Arbeits» losenunterstützung aus öffentlichen Mitteln bezahlt wird.— Van den dänischen Gewerkschaften hat unter anderem auch der Buchbinderverband kürzlich seine Arbeitslosenkasse diesem Gesetze entsprechend gestaltet. Die Flcischergchlllfen von Budapest stehen in einer Lohn. bewegung. Wahrscheinlich wird e» am Montag, 16. Dezember, zu einer Arbeitseinstellung kommen. Die Organisation der Buda. pester Fleischergehülfen ersucht ihre deutschen Kollegen. Zuzug fernzuhalten. Die Gewerkschaft der Zimmerer in New Kork hat kürzlich eine Statistik über die Lage im Beruf veröffentlicht. Die Arbeitsver» Hältnisse werden darin behandelt mit Rücksicht auf die Arbeits» l o s i g k e i t. und da stellt sich natürlich die Lage nicht so günstig. wie sie. oberflächlich betrachtet, erscheint bei Angaben von 20 bis 30 Dollar Wochenverdienst einzelner Zimmerleute. Nach der Statistik variieren die Löhne zwischen 12 und 30 Dollar(50 bis 125 M.) pro Woche; das ergibt einen Durchschnittsverdienst von 19.13 Dollar, und(nach bürgerlicher Rechnung) ein JahreSein- kommen von rund 1000 Dollar(4200 M.). Von 914 Mitgliedern ist die Statistik aufgenommen worden, davon waren 221 außer Arbeit(zurzeit einer guten Konjunktur), also beinahe ein Viertel. Man kann annehmen, daß ein Drittel während des ganzen Jahres ständig ohne Arbeit ist und damit stellt sich der JahreSver. dienst nicht auf 1000, sondern auf 650 Dollar, oder auf 13 Dollar pro Woche, was für amerikanische Verhältnisse sehr mäßig ist. Nach dem genaueren Bericht über die Arbeitslosigkeit zeigte sich, daß über 200 Mitglieder noch nicht einmal 10 Dollar durchschnittlichen Wochenverdienst hatten. Was die Arbeitszeit anbetrifft, so ist der Achtstundentag, mit einem halben Feiertag deS Sonnabends, also 44 Stunden pro Woche, von der Gewerkschaft fast allgemein durch- geführt worden. Neun Zehntel der tn der Statistik Angeführten arbeiteten 44 Stunden, das letzte Zehntel 48— 60 Stunden pro Woche.— Diese Gewerkschaft zählt 1200 Mitglieder, also gibt es noch viel unorganisierte Zimmerer in New Dork, die unter schlechteren Bedingungen arbeiten. und A. dorthin, von denen erstcrer un- absichtlich den Arbeitswilligen Nölting an der Schulter berührte. ,_. I N. versetzte dem S. einen wuchtigen Stoß vor die Brust, worüber j_ Arbeit. Als dieselbe einige Wochen(nicht am dritten Tage, 1 es zu einem Wortwechsel kam. In die Tasche greifend, wobei etwas 1 'Vcrantlv. Redakteur: Hans Weber» Berlin. Inseratenteil verentw.: Zh.Glacke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. VerlsÄsanstalt PaulSinger L Co., Berlm S�V. letzte IVachnchtcn und Depefcben, Die empfindliche Polizeibehörde. Leipzig, 14. Dezember.(B. H.) Die Nummer 50 de»„Re. volutionär" ist wegen eines Artikels„Der„BorwärtS" und das unwichtige Notizbuch" beschlagnahmt worden. In dem Artikel wird eine Beleidigung der Polizeibehörde gefundrn, HauSelnsturz. Duisburg, 14. Dezember. ist die Indexziffer des Stundenlohns um 13,7 Punkte, die der NahrungL-- mittelpreise um 14,6 Punkte gestiegen. Nach diesen Angaben dürfte man also annehmen, dast die wirtschaftliche Lage der Arbeiter in den Vereinigten Staaten in den letzten Jahren eine merkliche Besserung erfahren hat. Bemerkt sei noch, daß gleichzeitig die Indexziffer für die lvöchentliche Arbeitszeit von 98,7 im Jahre 1900 aus 95,9 im Jahre 1905 und 95,4 im Jahre 1906 zurückgegangen ist. Hus der frauenbewegung. Ins Haus! Die Frau gehört ins Haus! Also sprach, nein, schrie im Reichstag der Antisemit Bindewald. Der Mann hat damit be- wiesen, daß er nicht in das Rcichstagshaus hineingcchört. Von einem Reichstagsabgeordneten sollte man verlangen üönnen, dast er wenigstens eine Ahnung von den tatsächlichen Verhältnissen und den treibenden Kräften im Wirtschaftsleben hat. Dieser Mann geht aber m« verbundenen Augen durch die Welt. Dast Millionen Frauen erwerbstätig sind, das weist der Herr Abgeordnete cm- scheinend nicht. Oder et steht auf dem sonderbaren Standpunkt, die erwerbstätigen Frauen müßten wieder an den häuslichen Herd zurückgetrieben! Verden. „Wir wünschen die Frau nicht in den Schmutz des öffentlichen Lebens gezogen. Die Frau gehört ins Haus!" Ja, zum Teufel, warum macht man denn nicht einmal den ernstlichen Versuch, die schon bis zum Ueberdrust abgedroschene Phrase in die Tat umzu- setzen. Vielleicht, indem man jedem Familienvater aus den mitt- leren und unteren Volksschichten ein ausreichendes Einkommen sichert, das ihn in Lpn Stand setzt, seine Familie hinreichend zu ernähren und somit die Frau und die erwachsenen Töchter auf jeglichen Erwerb verzichten können. Den alleinstehenden Frauen und Witwen aber gewähre man eine auskömmliche Pension von Staatswegcn. Ein solcher Versuch würde austerordentlich inter- essant sein und auch den Reiz der Neuheit und Originalität aus- weisen. Doch Scherz beiseite. Warum melden uns die Statistiken der Gewerbeinspektionen, Handelskammern, Krankentassen eine immerwährende Steigerung der weiblichen Arbeitskräfte in.Pandel und Industrie? Gehen denn die Millionen Frauen und Mädchen aus purem Vergnügen in das Kontor, in die Fabrik, in Eisen» Hütten. Mörtelwerke, Ziegeleien und Bergwerke? Würden sie nicht liebor aus Gummirädern fahren, Kaffeekränzchen veranstalten, Tennis spielen, in die Bäder reisen und Theater und Konzerte be- suchen, als im Dienste des Kapitalismus für schandwürdige Löhne bis zur psychischen und physischen Erschöpfung zu fronen?„Wir wünschen die Frau nicht in den Schmutz deS Lebens gezogen!" Ei, ei! Wie zartfühlend! Wirklich rühren!» die Fürsorge. Taufende Frauen und Mädchen werden jährlich durch Hunger. löhne. Arbeitslosigkeit, durch Abhängigkeitsverhältnis nicht nur in den Schmutz des Lebens, sondern sogar in den Schmutz der Straße gezogen und der Prostitution in die Arme getrieben. Wer kümmert sich um jene Unglücklichen, wer zieht die Schuldigen zur Rechen- schast? Auf dem Lande, im Reiche der Junker, fallen jährlich Frauen und Mädchen zahlreich den Lüsten der Besitzer, Pächter und Inspektoren zum Opfer, ohne dast ein Hahn danach kräht. Da böte sich Gelegenheit in Hülle und in Fülle, um die Frau aus dem Schmutz deS Lebens zu ziehen oder sie schon vorher davor zu bewahren. Doch da regt sich keine Hand. Aber von der Reichs- tagstribüne pathetisch die tollsten Phrasen in den Saal zu schmettern, dazu reicht das antisemitisch verkümmerte Hirnchcn immer noch. Die Frau ins Haus zurück in das alte Hörigkcits- Verhältnis zu führen, damit ist es für alle Zeiten vorbei. Derartige Spiesterwünsche zerschellen an den ehernen Tatsachen des Wirt- schaftlichen und sozialen Lebens. Die Frauenarbeit aber in ge- sunde, sittliche Bahnen zu leiuea, alle schädlichen Auswüchse zu beseitigen, für gleiche Arbeit gleichen Lohn zu erstreben. Schutz vor grenzenloser Slusbeutung, Schutz für Gesundheit und Leben zu schaffen, Gleichstellung der Geschlechter in öffentlicher und pribatrcchtlicher Beziehung herbeizuführen, das war daS Ziel der Sozialdemokratie von jeher, welches sie auch in Zukunft konsequent verfolgen wird. Aber mit antisemitischen Quacksalbereien und Kaspcrlespästcn wird die Fraucnfrage nicht gelöst! Wenn die teutonischen Antisemitenjünglinge die Handels- gehülfinnen auch gern aufs Pflaster setzen möchten, daran zweifeln wir jedoch nicht, daß die getauften und ungetauften Unternehmer gar nicht daran denke», auf die ihnen so nützliche Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft zu verzichten. Aber so viel darf man nun wohl erwarten, dast die Antisemiten im Reichstag jetzt ganz energisch für Verkürzung des Maximalarbeitstages für erwerbstätige Frauen eintreten. Man wird die Teutonen gelegentlich an den Aus— ruf ihres Führers erinnern. Die Mutter als Erzieherin.') In freundlicher, geschmackvoller Ausstattung präsentiert sich da? Büchlein, das der Verfasser, Genosse Heinrich Schulz, dem Proletariat auf den Weihnachtstisch legt. ES ist keine langweilige, lehrhafte Auseinandersetzung was eS bietet, sondern es sind gewissermaßen vielmehr einfache, klare Rezepturen für den Hausgebrauch. I» homöopathischen Dosen reicht der Verfasser die Tränklein, die die proletarische Mutter in den Mimitenpausen, die sie im Laufe des TagcS findet, einnehmen kann. Fast auf jeder Seite des WerkchcnS findet sie, an Beispielen anknüpfend, treffliche Winke, wie sie selbst sich verhalten, wie sie auf daS Kind einwirken mutz, llnbewußt wird der Erzieher angeregt, an sich selbst einen strengen Maststab anzulegen und oft genug wird er finden, dast vieles ihm selbst noch fehlt. Das Bündchen, das Genosse Schulz zum Teil aus den in den letzten drei Jahren in der„Gleichheit" vcröffenllichten kleinen Aufsätzen über Erziehnugsfragen zusammen- gestellt hat. wird sicher in mancher Familie als HanLfchatz in Ehren kommen. Die beste Empfehlung gibt der Verfasser selbst in einein Borwort. Es heißt La u. a.: „In einem erfreulicherweise ständig wachsenden Mäste sucht daS proletarische Elternhaus feinen erzieherischen Pflichten gegenüber der heranwachsenden Generation gerecht zu werden. Der klassenbewußte Arbeiter ist eingedenk des Wortes: Der Jugend gehört die Zukuntt. Da ihm aber hohe Ideale für die Zukunft voranleuchten, Ideale, für die er selbst sein bestes Wollen und Können einsetzt, so hat er zugleich den lebhaften Wunsch, eine Generation heranwachsen zu sehen, der er den Ausbau und die Verwirklichung seiner Ideale mit ruhiger Zuversicht anvertrauen kann. In der Volksschule deS heutigen Klassenstaates wird die proletarische Jugend in einer dem Eltern- haus feindlich gesinnten Weise becinflustt; darum ist die erzieherische Aufgabe des proletarischen Vaters und der prolc- tarischen Mutter doppelt ernst und schwer. Ihnen beiden, bcson- ders aber der Mutter, der die Hauptarbeit der Erziehung obliegt, diese Aufgabe ein wenig zu erleichtern, ist der Zweck dieses Büchleins." •) Die Mutter als Erzieherin, kleine Beiträge zur Praxis der proletarischen HauSerziehung. Stuttgart, Verlag von I. H. W. Dietz Nachf. Preis kartoniert SO Pf,, m Geschenkcinband 7S Pf. Fcr, geben wir unsere» Kindern die geistige, nrsraüsche und körperliche Ausbilwmg, deren sie bedürfen, um Vre Träger der Zu- kunft, Kämpfer und Erkämpfer der sozialistischen Gefellschnftsordnung sein zu könne»._ Obligatorische FortS-ldiMg-zschuk für Mädcheii in der Schweiz, Die Regierung des KantmS Thurgan hat deni Grasten Rai einen Gol'etzeiitwnrf öetreffend die Einfiihrung der obligatorischen Forb- bildmigSschule für Mädchen vorgelegt, der m der Hauptsache folgend« Bestimimmjjen enthält: Zum Zwecke der Vorbereitung für den, hanswirtfchastüchcn Beruf haben die Töchter von der Eni> iassuug aus der Primarschule an bis nach zurückgelegte!» siebzehnten ÄlterSsahre die FortbildliiigSschiile zu besuche'«,. Ueber»dieses Alter hinaus ist der Besuch sreuvillig. Der llutmi//,t soll sich erstrecken auf Hauswirtschaftülunde ipraktisch und theoreti'�) nebst Kqchen und GesnndheitSlehre. Frnuenhandarbeit, Deutsch nnd Rechnen, Der Unterricht wird je nach den örtlichen Bcrhälti zisse» Während Zwanzig Wochen deS Wintersemesters in wöchentlich sechs Stunden erteilt, von l-enen zwei auf Deutsch und Rechnen, vier auf die hauSwirtschaftlichcn Fächer und die Frauenhand arbeit entfallen; er kann aber durch die SÄttlvorsteherschafr a:,ch auf da? ganze Jahr verteilt werden. Im weitereir ist vorge- sehen/ das; Nr diejenigen Zweige der HauSwirtschaftökohrc... welche in den obligatorischen Unterrichtsstunden nicht behandelt werden. freiwillige Kursr cmgeordnet werde,: können, zum Bvispieb für Kochen, Glätten. Gartewdau, Gesundheitslehre, Krankenpflege: B uchhaltung. ebenso für andere geeignete UnterrichtSgegeustände. KÜ t die An- ordnmtg solcher Kurse ist die Genehmigung, des'/rrziehungs- departements einzuholen. Die Kosten der neuen Einritt lung sollen von der Gemeinde, dem Kanton und Bund gemeinschaf'chich getragen werden, Die amerikanischen Frauenrechtlerinnen haben auf Frau Eobden- Sanderson. die Leiterin der euglischen Frauonbeweg>/mg, einen recht schlechten Eindruck gemacht. Frau Cobden-Saitderso n hat jüngst die Vereinigten Staaten bereist und ihrem Er statinen über die Gleichgültigkeit der amerikanischen Damen in bezpg, c zif Erringung des Franenstimmrechts Ausdruck gegeben. Es feien viele FrauemlubS da. die aber mir auS den Damen de? oberen Klo sse» beständen und in denen öffentliche Mgelegenheiten wenig zur S/prache kämen. Die Bewegung könne sich mit der in England gar itt cht vergleichen. Sie gab den Rat; die orbeitndc Frauenwelt dt iför zu interessieren. sonst könne auö der Bewegung überhaupt nichts werden. Bcrciu der Sshrlinsa, jugendlichen Arvekchcr and Arbeiterinnen Aerlci'.S und Nmgagend(?ll-!eilung IS). Mörz en Montag, abends 8 Uhr bei Preuh, Mmazinstr. 17: Persammluniz, Gäste willkommen,— Abteilung Lichlenbcrn- Rutmntisv-ürz. Heute Nttchmittag. 3 Uhr bei Piikenhagen, Scharnwederfw. öl): Versemmlung. Mocken-Hpissplsn 6 er S/�Une? �deatev. KSnial. epernst««?. Sonntag: Carmem. Montag: Aida, DienStast: HKrese. Äalazst, Mittwoch: Salome,(AnscmgS Uhr,) Donnerstag: Aida. Freitag: Smfomc! oiv.erf d« kok Stoille. Sonnabend: Siegfried, Ans. 7 Uhr. Eonntaz:(tl'.vzckieri' rasiie�n«. Der Barbier von Bagdad. Montag: chötterdanmrerimg. Ans. C1,, ldAr.„ t,„„. Lwnigt. Schanip telhaus.'�anutar,-. Wallenstetn-Trilog'.e. Ansang 2-». Uhr. Montag: Auf RisfenSksog. Me nstaz: Die Robcnstrincrin. Miß. woch: Slnj Aiifenskuog, tmr.a-e �Dom-abenb: Das igr wollt. Sotmlag: Der Arzt scincr Ehr«, Montag: Der«tansmann von Ämediz. Deutsches Theater(Kam-mersHtelr), Sonntag: Gräfin von Armagnac. Montag: Frühhin�.ß Erwachen. Dienstag: Gräfin von Armagnae. Mittwoch: Gesvenster. Donnerstag: GngrS und fein Ring Freitag: Frühlings Erwachen. Sonnabend: Gräsin von Armagnoc, Sonntag: Frühlings llstwachen. M�nlag: Gräfin von Armagnae. Berliner Th«««sn.«,omit«g und folgende Tage: Blaubart. Leffing.Theater. Sonntagrmchmitlaz 3 Uhr: Rosenmontag, WendS Di« gelbe Nachtigall, Montaz: Der Biberpelz, Dienst, ig: Die gelbe Nachtigall, Mittwoch:®cm andern User. Donnerstag: Die Velde Nachiizall. Freitag: Die Stützen der Gesellschaft. Sonnadrndnachmttlag l> Uhr: Di« Weber. Abends, Sonntag und Montag: Die gelbe Nachtigall Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Baccara«. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Zar Veter. Montag: Indiih, kAnians 8 Uhr,) Dienstag: M!-Hetde>bera, Mittwochnachmiltag 3 Uhr: Frau Holle, Abends: Zar Pei«. Donnerstag: Zar Peter. Freitag: Stein. Sonuabendaachmittags 2 Uhr: Frau Holl«. Ub-ndS: FuSckb.(Ansang 8 Uhr,) Sonntag: Zar P-Ier. Montag: Zwischen Fa und Rein. Kleines Theater. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Kachtafdl. Abends: Mandragola. Montag und folgende Tage: Mandragola. �onnwgnach wtltag S Uhr: Vater lmd Sohn. Abends und Montag: Mandragola Trianon-Theaier. Somtiag und solgeiidc Tage: Fräulein Josctke-» Meine Frau. Komische Cper. Ssnntsgnachmlitag 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen, AvendS- Die verkauf!« Braut, Montag: Tosea. DienStag: Hofimann« Erzäblrinacn, Mittwoch: Tiesland, Donnerstag- Die verkauste Braut. Freitag: Tiefland, Sonnabend: Die verkatrste Braut. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Carmen. Abends: Tiefland. Montag: Hoffmannö Erzählungen. Theater des Westens. Sonntagnarlmillmg 3>/, Uhr: Frühllngsl, Abends: Die lustige Witwe. Alonlag bis Freitag: Die lustige Wik Mittwoch, und Eennabevduachmlttag 4 Uhr: Schneewittchen. Sonnabend, Sonntag und Dtonlag: Dn Walzertraum.(Anfang 8 Uhr.) sonntags riachmttlag 3>,, Uhr: Frühlingslust, Luftfpielhan�. csonntagnacyittlttag I Uhr: Pen,.l, Uhr: Rümpel- sulzchen, Abends: Die Zauberfiöie. iAns, 7-/, Uhr.) Senniaznachmillag L Uhr: Der Freischütz. Abends 7'/, Uhr- Der Freischütz. Montaz t Die Zauberslölc.. Luiseil-Theater. SonntagNaqmiliag Z Uhr: Berlin wte cS weint «ud lacht. Abends: Ein seltsamer Fall. Montag: Der Leiermann und sein Pflegekind. DienStag:, Ein seiisamer Fall. Mittwoch: Ein gastliches Htzus. Donnerstag: Ein sellsamcr Fall. Freitag: Erzlehung ZU? Eh-, Eonn- abendnachmiiiag i Uhr: Frau Solle. Abends: Ain Tage des Gerichts. Eonntagiiachmiliag i Uhr: AM Tage des Gerichts. Abends und Montag' Ein seltener Fall.' Beruhard Mos«- Theater. Sonntaznechmittag S Uhr: Die Blut- Hochzeit. Abends: Der Hüttenbefitzcr. Montag: Die Frau Ksmmerzienrat. Dienstag: Der Hüttenbesipcr. Mittwoch: Die Puppe. Dounci Staz: Die Blsthochzeit. Freitag: Die Frau Konimetzienrat, Sonnabendnachmitlag 4 Uhr: Der Rattcnsönger von Hameln. Sonli>tbeiid mid Sonntag, den 27. Dezember: Die Verlobung im Bett. Die oberen Zehntausend. Theater an der Spree. Sonnlagnachmittag 3 Uhr: Tiroler Krippen- ssstel. Abends, Montag und Dienstag: Tiroler Krippenfpiel. Mttwoch- nachmittag Zst, Uhr: Heinzelmännchen, Abend«, Donnerstag und Freitag: Tiroler Kl ippcnspicl, Sonnabendnachmittag 3ff, Uhr und solgeudc Tage abends: Tiroler strippenspiel, Metropol-Tbeater. Allabendlich: Das mutz man sch'nl Sonntag, de» 22, Dezember, nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxim, lllpollo-Tdraier. Allabendlich: Sylvester Schäffer Spezialitäten. TSallialia-Thrater. SpezialitSten. Bailage Theater. Avabeudlich: Paula Nirlh, Spezialiläten. Win»- rgarten. Mabcndlich: Diabolospieler Spezialitäten. Caiiiio-Thentcr. Allabendlich: Biederlcute, Sonntag, 22, Dezember, nachmittags 4 Uhr: Sinavügelchen. Der Bliuncnstrantz. Gebr. Herrnfeld' Theater. Allabendlich: Madame Wig-Wag. ES lebe das Nachtleben. Sonntag, den 22. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Die MeyerhcnnS, Ztzigaro-Theater. Mabrndiich: Paris. Di« Klaue. Unterm Bett, FoiirS Gaprice. Geteilte Liebe. Prater-Theatcr. Sonntagnachmiitag 3 Uhr: Rotkäppchen, Abend?: Pension Schüller, Montag: Pension Schüller, DienStttg: Ölhello, Adttwoch- nachmittag 3 Uhr: Rotkäppchen, Abends: Zwischen zwei Herzen. Donners- tag: Pension Schöllcr, Freitag: Der Mann im Monde, sornrnbendnach- mittag 3 Uhr: Rotkäppchen. Abends: DaS Opfcrlanun. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rotkäppchen. Sonntag: Othello. Montag: Der Mann im Mond«. Parodie-Theater. Sonnlagnachmittag 3'f, Uhr: D-S Ungeheuer, Ält-Heide!berg, lllbendS bis Donnerstag: DaS Ungeheuer, Momia klanna. Freitag bis Mon-ag: Wilhelm Teil. Sonnlag. 22. Dezember, nachmittags 3»/, Uhr: Zapscustrcich. Die Ehre. Carl Haverland.Thcatrr. m Spezialitäten. Ans. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. ReichSliallen- Theater. Allabendlich: Steitiner Sänger. Urania- Theater. Taubenstratze itlid. Sonnabend. Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Freitag b!S sonntaa: Ueder den Brenner nach V«nedig. Montag: Dr. E. Mühistädt: Die Besteigung des Moni Diane. Sternwarte, Jnvaliienftr. b?—«S. BerUner Marktvrelk«. Ans vem amtlichen Berich! der ttSdwchci- Marklhallen-Dirrktlon, lGrotzbandel,) Ochseiilletich I» 88 7!) pr tM Pld. II.«2 67. UI» SS SS, Bullenfleisch l» 87-72, Ilo SS-SS. Küb«. seil SS— SS. do. mager 38—46. Fresser 55—«0, Bullen, dänisch« 53—65. »sldsieüch. Doppellender 110 125, Maltkälbe: l» 83 93 IIa 73 82, Kälber ger. gen ö3-SS,»o, Holl. 48—»4. Hammellleilch Mast !' immer 76—78, Hammel l» 68- 72, Ii* 62- 67, ungar. 0,00, Schafe 47—60. schiDoincrteilO) 58 58. Rebwild la per l'fnnp 0.60—0,78. Iis 0,40-0,55. Rotwild U ver Pfund 0,40-0,43. do. Iis 0,00, do..stäibci 0.48— 0.55, Damwild 0,48—6,55, do. Kälber 8,50—0,70. Wtldichweme per Pfd. 0,30—0,50. Friichünge per Psd. 8.40— 0,75. Kaninchen, grotz, vr. Stück 0,70—1, do. Lew 0,50. Hasen, grotz per Stück 3,50—3,75, d». mittel und klein Stück 2,00—3,25. Wildenten per Stück 1,40—1,60. Redhühner, tunge der Stück 0,75—1,00, do alte 0,60—0,70. Faianenhäbne lo, Junoc 2,25—3,00, do. IIa und alte 1,50—5,00. Fasanenhenuen 1,00—1,90. kSalbschnepfen p. Stück 2.00—2,25, do. Na 1,08—1,50. Hvdiier alle, v. Stück 1.40-2.45, do. N.> 0.60-1.55, d». junge la 0,80-1,30, d«. Na 0,50- 0,70. Tauben la 0.40—0,60, do. IIa n. alte 0,36, de. Italienische 0,80. lZnle» la Stück 1,80-2,50, do. IIa 1,30—1,75, 69, per Pfd. 0,60-0,75, d«. Hamburger per Stück 3,20—3,30.«»nie per Pfund 8,45—0,55, do. Odeibcucher per Pfund 0,40-0,55. Ponlkts per Stück 0,80—1,20, Pnien per Pfund 0,60- 0,65, Poularden, deutsche, 0.00, dil» per Psund l,00— l,10. Hechte v?r!00 Pfd. 71— 81,»0. mittel 0,00, do. grotz 0,00,»» maß 0,00, Zander 114, do. klein 8,00, dib» grotz 0,00. Schleie, ball. II» 0,00, do. grotz 0.00, do. klem 0,00. Aale, klein 02—77, d». klein und mitte! 8t— 86, dito protz 0,00. Weis 26—30. Karpfen, Schuppen-, unsort. 0,00, do. 30— 40er, Schief. 53—62, in. SOct 61—64, d». 60er, matt 00-03. Plötzen 30, do. klein 8,08, Rodda» 0,00. Blei. fische 0,00. Bunt« glich« 30-31, dit» malt 0,06. Batst 64. Idarausch»» 0,00. Bleie 0,00, dito matt 0,00. Aland 49—58. Ouappen 0,00. Winlcr-RheinlachS per 100 P|b. 0,00, Amcrttaniicher Vachs la neuci per l00 Pid. 118—130, d». II» neuer>0—100. Seelachs der 100 Pfd. 15—20. Flundern, Kieler, Stieg« la 2—0, do. mittet ftiit« 0,00. Hamb. Stiege 3—0, halbe Kiste 0—3, petmr. 1» Schock 0,60, IIa 0,00. Bücklinge. Kiele, et, Wall 2-3.00. Stratiunder 0,00, engl, per Wall 2.00— 3.00. Sprotten, Danzlger, Kiste 8,80— O.SO, d«. Rtzgemvaider, Kitte 1.00. Aal«, grotz»er Pimtd 1,18-1.40. Mlllllgrotz 0.80—1,10. klein 0,60—0.80. Heringe per Schock 5,00— S/Xl. schellflsche, Kiste 3,00—4,00,'l, Kiste 1,73— 2, 5s. Sardelle», 1902 tr per Anker 9S, I904(r 98, 1905« 9», 1308« 83-90. Saottlich« Pollberiiige ISW 0.00. lar»« 40-44. k»U.»8-40. med. 38—4», deutsch, 80-40. Heringe, neue Aatje»,»er ff, T«. 50—120. Barölnen, ml..... 1,50-1,60. Brathering» Rotz 1,20-1,46, da. Büchse(4 Liter) 1,40-1,70, Neunauge», Schocksatz 11. Do. kleine 5—8, d». Rieten- 14. Krebse per Schock 0,08, arotze 0.00. h,. mittelgrstze 0,08. dit» steine 8,00«« 0.00, da. unsortiert 8,08, Gatizier, grotz 0.88, do. unsstfiert 0,00. Stör. Land-, unsortierl per Schock 4,2z— 5.80, do. große 6,00—8,30, Buttel per 100 Pjd. la 182-138. IIa>22- 1R, Ma 118-122. astallenv« 188-106 Saure tzilurken Schock 4,0V, Pieffergnrten Schock 4,08 Kart»6«ln per 180 Plund Dabeffche 3,80—3,25, weiße rund, 2.50—3,00, ma». do». 2,75—3,25. Porr««, per Schock 1,00—1,23. Meerrettich, Schock 4—10. Spinat per 100 Ptunft 7— 13. Sellerie, pri Schock 3—3, d». pomm. 8—8. Ziviedeln orr 180 Pst. 2,80—4.88. Pcterfil!«, grstn, Schockdund 8,80-1,25. Kodirafii Schock 8,30-1,68. Rettich, hämischer, Stti» 0,01-0,10, hiesiger Schock 9,30-8,80. Mobtrüben. 180 Pst. 2,00 bis 6,50. Karotten, hiesige, Schockbund 3,00—4,80. Wirsingkohl». Schock 3—8. Rolkvbl, Schock 3-7, Weitzkohl p, 180?sd, 1,00-2,00. Blumenkohl, diesiger 100 Stück 0,00, do, Erfurter 0,00, Rosenkohl, per 108 Psund tO— 18, Grünkobl 2,00—8,00. Kohlrüben, Schock 2,0')— 3.00. Pelersillenwurzeln, per 100 Pst. 6-7, Schockbund 4-3,60. Schnittlauch. Ttpse Dutzd. 4-4,50, Tomaten, italienische. per tOO Piuliv 0,00. Rot« Rüden, per tOO Pfund 2,50-3,00. Stäbchen, Beelitzer, per IVO Pst, 3— S, do. Tel. tower 10—18. Kürbis p. 100 Pfd. 0,00.(iskarol per Schock 3— 8, Enbivien per Schock 3-6. Birnen per IVO Pjd. Tiroler 0.00, kstchdirmn 3—11, Tafelbirnen la 18—25, do. IIa 0—17, Fla!. 20— 22. Aepsel, per 100 Pfund, Tiroler la 22-30. do. IIa 12-20, Tiroler, lose, per 100 Psund 10-14, do. in Kisten 120 Psimd 30— 70, Most., hiesige, 2-5, Koch- 5-11, Sasel. Spfel la 15-25, do. Iii l-iSf, Amerikaner, per Faß 18-32. Italiener, lo'e. 100 Pst. s-iz, Wallnüff«, per 100 Pid. sranzösilcht 32 biS 40, rumänische 20—27. Paranüsse 32—58. Haselnüsse, lange, 100 Pfund 43-50, da. runde 32-40. htzeinttauden. Almeria, per Faß 8-20. Ananas l. per Pfund 0,70-3,90. da. II 8,40-0.50, vananen, gelb, per 100 Pfand b-g». Kokosüliffe per 100 Stück 20-SS. Krach. mandelu �er 100 Pfd. 73-1 l», Maronen, ilol.. toc lOO Psimd 0—18 0,00, de. 150 Stück 8,00. Apfetfinen, 300 Stück 0,00, de. Murcia 200 Stück 6,00—11,00, d«. 300 Stück 7,00-12,00, d». valcnela 420 Stück 11—19, to. 714 Glück U-21. Mandarilien 0,90- 2,00, do, 420 Glück 11,50. Brtdfhaftcn der Redaktion« Sie{Mflstfftfie eperchstnnv- find-, xiu»enste«se«e.!k. ZW«4t»» Hof, driete»«ingang, vie» Treppen, tfttT S« s r st n h i-TästÖ wocheiitsigllch von?>/, die»,/, ugr aocnd« statt.«peötfn«,?»pr. Soil»ai>enps beginnt die Sprechstniide a»> 8 Übe. Jeder«iltleage ttt et» Buchstabe»nd ein« Zahl«is Merkzeichen»eizliiilge». WUsllch« Hntwort wird nicht erteilt. Eilige Frage» trage man in der Sprechstunde vor. K. Z. La, salls der WIrl dmnil einverstattgen ist.— Abonnent. Neb erHaupt nicht.— T. T. SS. Hfl nlchiS über die KüNdigiingssnst ver- cinbari, WSbesondere auch nicht etwa durch«inen Tarijvcrlrsg. s» pesttht für den fltivcvditchet, Arbeitet eine vlerzeffiisägige kttitttzigungssrisl.- . D. 88. 1- uns 2. Ja.:s.(j., m fitzte bis am 15. zum Ersten gi» ndigt werden, falls nichts anderes vereittvari itt.— Steiieratigelegen. heit. Beanlragen Sie bei der SleUerdepiilaiion des Muglsieats unter Datieguttg des Sachvcrhvlis NiederschlaaNng der«eutg«.— jlirchen, gebühren. Eine alle Einwohner ohne Nnckslcht aus die Religion I> essende Ztolgebühr u. drral. wäre zu zahlen. Cb an Jhicm Orte eine solche gültig besteht, entzieht sich Nnsercr ZkenniniS.?kjn-i! mutz der Beweis gcjührl werden. Eine einlache Verordnung genüg! keineswegs.— H. B. Nein. ?)!. 11. Das EhescheiounpSurieil wird zunächst den Anwällcn zugestellt. Wenn innerhalb Motlalssritt dann Derusung nichl eingelegt itt, so ist da« Urteil rechtskräftig. ES wird aus Antrag vom Oberlandesaerich' bescheinigt, daß innerhalb des Monats Bmisung nicht eingelegt ist im» dann durch die GcrichtSschreiberci deS Landgerichts das Rechtskrastottest erteilt. Kenben Sie sich an Ihren Anwalt oder an die Kcrichttllchi eiberei des Zmidgerichis um Auskunft über die Lage in Ihrem Fall.—' R. Ilö. Rein. Nochowitz 4V48. 1. Nein. S, Da ist nichts zu machen. 3. Eine schriftliche Anzeige a» die StaatSanwaltschast genügt.— H. I. 300. Den Bormund bestimmt, daS Gericht, SarschlZge könne« aber gemacht«erdeie. S. Liegt kein Tefia« ment vor, st erbe» die Kinder drei Pierlel, die Mutter em Viertel des Nach« laöeS. 3. Der gesamte Nachlatz gehört den Erben und ist unter ihnen zu tenen. Zum Nachlatz gehören auch die Schulden. Dem Wirt steht das Ein« behaltungsrecht zu. 4. Nein.— N. 9t, 50. Die Kasse ist, soweit erficht« sich, nicht im Recht. Sie mutzten dieselbe auf dem im Statut angegebenen Wege vertlagcn.— P. TS. 100. Wenden Sic sich an Ihren Verband. — C. F. 100. Fordern Sic noch einmal den Wirt unter Festsetzung oinc: kurzen angemessenen Frist aus, das Versprochene herzustellen und s klagen sie eventuell nach Ablauf der Frist aus Etsüllung aus dem Ver« I trage und au! Schadeiicriatz.— TS. 36. Der Betreffende ist unsere? Er« achtens hier ickullpflichtia. Er soll sich mit einer Beschwerde an den Magistrat wenden.- H. P. 100. Nein.- Max 113. l. Nein. 2. Fa. 3. Nein. — R. K. Adlershof. Leider würde die Betreffende mit einem Prozeß nicht durchdringen.— fi, 500. Wenn vom Gericht der Wert des Gegen« stände» aus 500 M. sestgesetzi ist, st dars auch nur nach diesem Objell IcttenS das Anwälte liauidlert werden. Statt 24 und IL M. würden 19 und 9,50 M. zu verlangen sein.— M. T. SIT. Soweit ersichllich, steht Ihnen ein Anspruch nicht zu. Sie können aber versuchen, den« selben beim VormundschastSgericht geltend zu machen.— O. Ja. — O. D. 40. Leibt! würde in diesem Falle e>n kündigtmgsloseS Verlassen des Dienste» vom Gericht nicht sür berechtigt crachlel werden. Ist über die Kündigungssrist nicht« vereinbart, io gilt iür da« Dienstmädchen nicht eine vierzehiitägige, iondern eine itchswölhentliche Knndlgungsstist zum OuarlalSerstcn, Die Betreffende könnte also frühesten» zum I.?lpril lündigen,— H. 5i. 50.!. Nein. 2. Ihre Srant würde mit Aussicht aus Ersoln gegen die Kalle aus Anerkennung ihrer ststitgiiedichast llagcn können. Die.Klage ist zmiächst an die Gewerbedeputation. Slcalauerslr. i— 3. zu richten. 3. Qffeitbacher Krankenkasse für Frauen und Mädchen, Prinzen- s! ratze 66 bei Hinz.— Ltldeethsineht. l. Rem. 2. Polizeipräsidium. 3. 3 R. 4. Nein. 5.-7. Ueder iluSwanderungSangelegenheiten erholten Sie durch die amtlich«?lusliinitoslell«, Schellingstr. 4, über Refferonlen usw. durch die. ainllichen Auskunstsslellen der Eisendahn unentgellliche Auskunft. 8. Nein.— K. M. A. Wenden Sie sich an den bctmseitden LosHändler. — Kaltowin. 1. Nein. 2. Zlus beidcm. 3. Nein. 4 Nein. 3. Ertt nach erreichter Volljährigkeit des KlndcS. 8. Nach dem Frühstück.— TS. B. 100. Perjäblling liegt nicht vor.— 44. 60. Die Kündigung ist nicht berechtigt. Sie können Sinhailung deS VtruageS oder Schadenersatz ver« laugen.— V> K. 17. Die Naturalisation der nicht deutschen Siaatsange« hörigen ist zulässig, hängt aber im wesentlichen von dem Belieben der böberen VcrlvaltinigSbehördeit ab. Da« Gesuch wäre an den Polizeipräfi« deuten zu richten, indessen besieht wenig Aussicht aus Erfolg in Jhrcm Falle, Heiraten Sie einen Deullchcn, st erlangen Sie ohne weilcres dessen �taalsanachörigkett.— A. R. Zoffcncrsiraffe. Sie müssen bezahlen. — F. K. 100. Ste erhalten aus der Postdirekliou eingchciide Auskunft.— Wienerstraste. Die betreffende Anstalt besindet sich Friedrichstratze 229. Die Bedingungen erfahren Sie dort. — S. A. B.«. Lonson. Der Könst von Preußen ist nach der Ver« sassung mi verletz sich. Darin liegt auch der Nechlslatz, daß irgend ein« strai« rcchlsiche Versoigung wegen vermeintlicher Uevcrttetung einer Polizei« Verordnung oder deral. nnzulässig und strafbar lein würde.— P. I. 30. l. DaS ist möglich. Mit Sicherheit laßt sich nie voraussagen, ob die Aus« sage eines oder mehrerer Zeugen in einem solchen Falle genügen würde. 2, Fa. 3. Wahrscheinlich wurden Sie sreigesprochen. eveuluell mit eine? Geidstrase belegt werden. 4. Eine Frau, die ohne Einwilligung ihres Mannes oder obne richterliche©enekimigirnz autzerhalb der Ehemohnwig wohnt, bat keinen Anspruch aus Unterbait. 5. Ja, der Vater wäre dazu berechtigt. 6. Ja.— M. Sv. 15. Das Einkommen der Ehcsrau wird »u Ihrem Einkommen bei der Steuerverlagung mitgerechnet. Die von Ihnen gemachten Ansätze sür Etzwaren sind zu hoch. Ferner würden 50 M. für da? Kind in tzlbzug zu bringen sein.— I.lv. l«. Die Henschast ist verpflichtet, aus die Dauer von sechs Wochen im Falle der Erkrankung de» Dienstboten oie ersott.«: sich« Berpstegnug und ärztliche Behandlung zu gewäbreit. —®. P. 9099. Ein Anspruch aus das Buch steht Ihnen nicht ZU- DolselSe ist Esgeulum Ihrer Taute geblieben,— Si. A. Ja — C. R., lksedomstr. 15. Leider fleht Jbrer Mutter ein Recht nicht zu. Sie toiinle aber den Versuch mit einer Eingab« an den Juvnsidendati! und an das Krlegsmlitltterlum machen.— Auguftstr. 30. Sie tonnen lustige des Worllaut« Ihres Vertrages, wenn derselbe den hier üblichen entspricht, lediglich aus Keivahrung der vorenthaltenen Räume und auf Schadenersatz klagen. Sie müssen aber darlegen, datz Sie mit der Nichtgewährung nicht einverstanden waren.— BSnhrhrtt 30. l. Ihr Vater, aber mich Sie selbst köllttken als Nebctlfläzer uultreten. Ein hieraus abzielendes Gcstch Ist an da« Siericht zu richten. 2.®5l>lielsvirtrüge weiter. Eine Ausnahme findet in dem Fall statt, dag das Haus durch SubhastatitM auf einen neuen Käufer übergeht. In solchem Falle hak aber nicht der Mieter, stiibevn der neue Öigenilim««in Recht zur vorzeilige« Kündigung Sr kann nämlich lüliiier dauernde Berlräge unter Einhaltung einer blerletjävrllchen KündiguiiaSsrlst zum Slblaus deS aus die Erstehung solgenbe» Vierteljahr» kündig«!. Findet die Subhaslatiou betspielSweise im Januar statt, st kann der neue Eigen- tümer bis am 3. April die Wohnung zum 30. Juni kündigen.— L. P. 75. Rein, Sie können nur, wenn nickst etwa auch dem der Inhalt Ihres Ver« trage? enlgeginslchl, aus Leistung der Reparaturen bezw. Eisaz derselben ttngtti. iwltttrttnggsitztrffcht vom 11. DezemStt 1907. 1 5" itt_."ün —��177 1»�» SwMetnde 741 Fez riauibtrrg l73gHZÖ Berlin 740 SO Franks.a M 735 W München �?«l Z Wien>747«SO 4 halb 53. 6 Regest 3 bedeck! 7 Regen 4 wollig 4 bedeckt Stattamn o 2 ii i«ä| I..J s 3 e f| Sittet J. 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Die vom.Vorwärts" schon telegrapbisch kurz gemeldete Er- llärung. die Genosse Biisolati am 11. Dezember in der Kammer für die russischen Duma-Abgeordneten abgab, lautete wörtlich: .Der Präsident und meine Kollegen wollen mir erlauben. hier eine Pflicht zu erfüllen, die mir nicht nur mein Gefühl, sondern auch der ausdrückliche Wunsch der sozialistischen Fraktion auf« erlegt. Sie wissen, dast 82 unserer Kollegen. Mitglieder der ge- waltsam aufgelösten zweiten Duma, sich unter Prozeß und im Ge- fängnis befinden unter der Anklage, ein Attentat gegen die Auto- kraiie verübt zu haben. Wir alle sind Zeugen ihrer Aktion gewesen und wissen, daß diese Abgeordneten die Autokratie bekämpft haben. aber mit offenem Visier, indem sie versuchten, einem demokratischen Regime in ihrem Lande den Boden zu bereiten. Ihr Verbrechen bestand darin, daß sie ihr Amt als Abgeordnete ernst genommen haben und das Echo der Leiden und des Elends des russischen Volkes in die Duma trugen. Ich weiß sehr wohl, daß OpporkunitätSgründe Sie abhalten, in irgend welcher Form ihre Zustimmung zu geben zu unseren Worten, die den edlen Kämpfern unsere Hochachtung entbieten und gleich- zeitig eine Mahnung und ein Protest sein sollen. Aber die große Mehrheit dieser Versammlung wird eS nicht bedauern, daß diese Worte im italienischen Parlamente ausgesprochen werden." Aus diese vom Beifall der äußersten Linken aufgenommene Er- klärung antwortete der Ministerpräsident Giolitti wörtlich: „Die absolute Redefreiheit unseres Parlaments hat dem Ab- geordneten Bissolati erlaubt, seinen Gedanken auszudrücken. Die Regierung kann in keiner Weise in diese Frage eingreifen. Ich kann nur sagen, daß die freundschaftlichen Beziehungen unserer Regierung mit der Regierung Rußlands die allerherzlichsten sind und daß uns daran gelegen ist, sie weiter so zu erhalten." Und die Mehrheit spendete diesen Worten Beifall!— Gemeindewahle«». Siege in Württemberg. Bei der Gemeinderatswahl in Tuttlingen eroberte die Sozialdemokratie im ersten Anlauf von sechs Mandaten drei. Gegen unsere Genossen stand der„Block" sämtlicher bürgerlichen Parteien lZentrum. Liberale, Volksparteiler). In den letzten Jahren war die Sozialdemokratie im Gemeinderai nicht vertrete», früher einmal durch einen im Wege des Kompromisses erlangten Vertreter. Am Mittwoch, den 11. Dezember wurde bei der Gemeinderats- wähl in U I m a. D. mit sechs bürgerlichen Kandidaten auch ein Sozialdemokrat gewählt. Damit zieht der erste'Sozial- d e m o k r a t in den Ulmer Gemeinderat ein. Die Wahl fand nach dem Proporzsystem fiurr._ Eine etwa? verspätete Neuigkeit weiß die„Verl. Morgenpost' ihren Lesern mitzuteilen. Mit wichtiger Miene meldet sie, daß August Bebel schon seit einigen Monaten an seinen Memoiren schreibe,„wie wir erfahren". Bekanntlich hat Genosse Bebel schon auf dem Paneitage zu Dresden angekündigt, daß er seine Memoiren in Angriff genommen habe. Wasserstands-Nachrichte« ber LandeSanstall für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. >)+ bedeutet WuchS.— Fall.—*) Untervegel.—•) EiSiiand. üBe"rkSieit#r August Doye nebst Frau die herzlichsten Glückwünsche zn der am 16. Dezember stattfindenden silbernen Hochzeit. 1225L Bezirk 2 des Verbandes der treten Gast- und Schankwirte. V DieiierzlielistenGlOekwiinselie zur 1223:1 Silbernen floctizeit senden dem Kollegen nebst �nib Die Kollegen der Ortsverwaltung Berlin vom Verband der F> eleu Gast- und Schankwirte Deutschlands. lI.Az ddiI Heizer sowie Berufsgenassen Deutschi. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. 161/9 Todca- Anzeige. Am 12. Dezember verstarb das Mitglied üernisnn Henlschei. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montag. den l6. d. M., nach. mittags 3'/, Uhr. von der Leichen- Halle des viethscmane- Kirchhofes in Nieder-Schönhausen aus statt Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Meim Transportarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle I. (Verein Beel. Hausdiener 1883.) Nachruf. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser lang. jähriger Kollege Karl Heike am 8. d. MtS. verstorben ist. Ehre seinem Andenken 1 76/13 Die Ortsverwaltung I. Für die herzlichste Teilnahme der Beerdigung meiner tieben Frau, unserer guten Mutter lUl» Teichert geb. Brandes agen wir allen unseren herzlichsten Dank. l962b W. Teichert nebst Kindern, Luiien-Uscr SS. Danksaguna. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahm« und die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Kiu-I Klanr sagen wir dem Wahlverein Ichöncberg s'Sezirk II) sowie dem Zentralverband der Dach. dccker, seinen Arbeitskollegen und allen Freunden und Bekannten, ins- beionderc denjenigen, die ihn zu seiner letzten Ruhe bcgtcitet haben. unseren innigsten Dank. ISÜSb Emen»» Klaar nebst Kinder». Dr. Simmel für Speziai- Haut- and Arzt Harnleiden. Prinzensir. 41, Äpwtz, 10— 2) 5— 7. 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Den Migltedern zur Nachricht, datz das Mitglied 5i>ame Seidel (Schlotzbrauerel Schöneberg) plötzlich verstorben Ist. 43/6 Die Beerdigung hat bereits stattgesunden. Ehre selne« Andenke«! Die Drteverwaltung. It. Sporwien Mechaniker, Gnbcnerstr.dla. Größtes Spezialhaus des Ostens. Größte Aus wähl in Apparaten, Odeon-, Zonophon-, Lyro- phon-.Beka-.Homo- Phon- usw. Platten. Kausen Sie nur beim Fachmann, dann haben Sie Garantie! Qualität. Etg. Rep.-Werkstatt. Teilzahlg. gestattet. Dr. Schünemann Svezial-Arzi für 1432» Bant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schützenstr. 10-8, 5-7, Sonnt. 40— 48 Uhr. ' IÄOOOOGOOGOOOOO»>OG !! Herren-, Warnen- u.| il IHlnder- liGardcrobe, neueste Fassons, größte Auswahl. ii PeUIas b. Kolllers alles auf bequemste ;; Teilzahlung. 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Abteilung: im Neuen Schauspielhause: Judith. 1.12. Abteilung, nachmittags 3 Uhr: im Berliner Thealer: Das Tal des Lebens. Freitag, den 20. D e z e m b e r: 22.(II.) Äbendabteil u n g im Luis en°Theater: Erziehung zur Ehe.(Gaste haben Zutritt.) Rene Freie Volksbühne. Nach- miliagS Zlla Uhr: Extra- Vorstellung in den Kamnierspielen Frühlings Envachen. Nachmittags Z'l, Uhr: 16. Abteil im Deutschen Theater: DaS Wintermärchen. Nachmittags 3 Uhr: SO. Abteil im Neuen Theater: Heber den Wassern. Nachmittags 3 Uhr: 1. Abteil,(voll) 2. Abteilung(1001-1300) im Schiller-Theater O: Der Kaiser jäger. Nachmittags g Uhr: 6. Abteilung (voll). 7. Abteilung(6701-7000) im Friedrich. Wilhelmslädtischen Echoulpielhause: Nathan der Nachmittags 3 Uhr: 0. Abteilung (8501-0000). 10. Abt.(voll) im Schiller-Theater Charlottenburg Der Richter von Zaiamea. Nachmittags 3 Uhr: Extra- vor stellung im Lessing- Theater Rosenmontag. Montag abend 8 Uhr: 14. Abteil. im Lortzing- Theater: Zar und Zimmermann. Nachmittags 4 Uhr: Kinder-Nach mittag in den Musilersälen. Ansang 7'/, Uhr. A�l. Opernhaus. Carmen. Montag: Aida. Königl. Schauspielhaus. Wallen- stein Trilogie.(Ansang 2'/, Uhr.) Montag: Ans Nissensloog. Neues kgl. Operuthcater. La Traviata. Deueiches. Das ihr wollt. Mpntag: Dieselbe Vorstellung. K a ni ni e r I p t e l e. Katharina, Gräfin von Armagnae.(Ansang 8 Uhr.) Montag: Frühlings Erwachen. Neues Schauspielhaus. Zar Peter. Montag: Judith.(Ansang S Uhr. Aniang 8 Uhr. Berliner. Blaubart. Montag: Dleselbe Vorstellung. Lrssing. Die gelbe Nachtigall. Nachmittags 3 Uhr: Nosenmontag. Montag: Der Biberpelz. Neues. Bnccarat. Montag: Dieselbe Vorstellung. Snitu, e». �Walluei-Tbeaiei.) Der Revisor. Nachmittags 3 Uhr: Der Kaiser« jäger. Montag: Maria Stuart. Schiller Charlottenburg. DaS vierte Gebot. Nachmittags 3 Uhr: Der Richter von Zaiamea. Montag: Gebildete Menschen. Friedrich- Wilhelmstädt. Schau- spiethaus. Der blinde Passagier. Rach'.utttags 3 Uhr: Nathan der Montag: Jugend von heilte. Kleines. Maudragola. Nachmittags 8 Uhr: Nachtasyl. Montag: Maudragola. Zentral. Frau Warrens Gewerbe. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Frau Warrens Gewerbe. Tcheater an der Spree. Throler Krippenspiel. Nachmittags3Uhr: Tiroler Krippen- ipicl. Montag: Dieselbe Borstellung. Residenz. Ganz der Papa. Nachmittags S Uhr: Der Prinz- gemahl. Montag: Ganz der Papa. Sortzing. Nigoletto. » Nachmittags 3 Uhr: HanS Helling. Montag: Zar und Zimmermann. Kölnische Oper. Die verlauste Braut. Nachmittags 3 Uhr: HostmannS Er- zahlungem Montag: Toska. Wesie u. Die lustige Witwe. Nachm. S'l. Uhr: FrühlingSlust. Montag: Die lustige Witwe. Luh'tirl Ii ii ii s. Husarensieb er. Nachmittags 3 Uhr: Pension Schöller. Montag: Das Prolektionslind. Trianon. Fräulein Jojctte— meine Frau. Nachmittags K Uhr: SastonS Frauen. Montag: Fräulein Josette— meine Frau. Thalia Nachmittags srrsser. Montag: Die gelbe Gesahr. Luisen. Ei» seltsamer Fall. Nachmittags 3 Uhr: Berlin, wie es weint und lacht. Montag: Der Leiermann und sein Pslegekind. Bern darb Rose. Der Hütten- besiher. Nachmittags 3 Uhr: Die Blut- Hochzelt. Montag: Die Frau Kommerzien- rat. Nteiroiiol. DaS musz man seh'n. Rachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Montag: DaS muh man seh'n. Slvollo. Sylpester Schafs er jr.«iegw. Gentes. RachmiltagS 3'/, Uhr: Famllien« Borstellung. Montag:«ylvestcr Schäfer jr. Siegio. Gentes. ZValballa. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Fvtics Caprieo. Geleilte Liebe. ' Montag: Dieselbe Vorstellung. Kasino. Biederleute. Nachmitags 4 Uhr: Siltgvögelchen Der Blilmenstraust. Montag: Bicdeilcute. Gebr. Herrnfeld. Papa und Ge- Nossen. Nachmiltags 3 Uhr: Di« Meyer- hainS. Montag: Papa und Genossen. Passage, Die singenden Engels köpfe. Cvezialltäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Prater. Pension Schöller. Nachmittags 3 Uhr: Rotkäppchen. Montag: Pension Schöller. Palast. Am heiligen Abend. Spe- zialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Parodie. Das Ungeheuer. Zapsen- streich. Monna Vanna. Nachmittags S1/. Uhr: Alt-Heidelberg. Das Ungeheuer. Montag: Zapsenslreich. DaS Un- geheller. Monna Vanna. Wintergarten.-Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. RctchSlialle«. Stelttner Sänger. tlrfliiin. Daudriiitriiste tNilli. Abends 8 Uhr: Ucber den Brenner nach Venedig. Montag 8 Uhr:Dr.C.MühIstädt: Die Besteigung des Montblanc, deS Königs der Berge. Hörsaal 8 Uhr: Profestor Dr. Rathgcn: Die wichtigsten anorganischen Kohlenstoffverbin bindungen(außer den Wasserstoff- Verbindungen.) Sternwarte. Jnvalidenftr. 67/62. Berliner Theater. Gastsp. des Neuen Operett.-Theaters. Blaubart. Kom. Oper in 3 Alten v. I. Offenbach. Ansang 8 Uhr. Morgen u. folgende Tage: Blaubart. Heues Thealer. Anfang 8 Uhr. Baccarat, Montag: Baccarat. Dienstag: Baccarat. lileines Theater. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Agnes Sorma. Maudragola. Montag; Maudragola. Dienstag: Mandragola. Mittwoch: Mandragola._ Theater des Vesteos. Sonntag nachm. S1/, Uhr hawe Preise V'i'tihNngsI» t't. 8 Uhr: Nil«»listig« Witwe. Mittwoch und Sonnabend t Uhr zu klcincii Preisen: SchneesIHehen. Friedrich-Wiliieimsfödtisches Schauspielhaus. Nachm. 8 Uhr: Nathan der Weise. SWends 8 Uhr: Der blinde Passagier. Montag: Jugend von heute Lortzing-THeater; Nachm. 3 Uhr: Hau» Heillug. Abends 8 Uhr: Mlgolotto. Monlag: Zar und Zimmermann. Dienstag: Die lustigen Weider von Windsor. Mittwoch nachm. 3>/. Uhr: Rümpel- stilzchen. Abends 8 Uhr: Der Waffenschmied._ LusispSeihaus. Nachm. 3 Uhr: Pension SchSller. AbendS 8 Uhr: Hnsarenfieber. Die gelb» Gefahr. 3 Uhr: Der Veilchen- Residenz-Theafer. — Direktion: Richard Alexander.— Ansang 8 Uhr. Ganz der Papa. Schwank in 3 Alten von Mars und DesvalliöreS. Deutsch v. M. Schönau. Baron dcS AubraiS-. Rich. Alexander. Sonntag, den 15. Dezember, nach- mittags 3 Uhr: Der Prinzgemahl. ZentraUTheater, Gastspiel deS Hebbel-TheaterS. Nachm. 3 Uhr halbe Preise: Die Geisha. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Akten von Beruh. Shaw. tKoMllSr-TIi eater. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tdealer). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der liniscrjägcF. Komödie in 3 Aiiszügen v. H. Brennert und H. Ostwald. Sonntag, abends 8 Uhr: Idci' Revisor. Lustspiel in 3 Aklcn v. Nikolaus Gogol. Deutsch von E.». Schabclsky. Montag, abend« 8 Uhr: lllarla Stuart, Dienstag, abends 8 Uhr: Gebildete menschen. Sshiller-Theater CHarlottenhurg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Qer Riclitcr von ZYaiamca. Schauspiel in 3 Aufzögen o. Caldcron de In Bai ca.- Deutsch von Adolf Wilbrandt. Sonntag, a b e n d s 8 t> h rt Ras vierte Gebot. Völlsstüll in otcr Allen von Ludwig Anzengruber Montag, abends 8 Uhr: Gebildet« 31enschen. Dienstag, abends 8 Uhr: Rer Revisor. Urania. WiBeenschafUichcs Theater. Abends 8 Uhr: lieber den Brenner nach Venedig. MontagSUhr: Dr. 0. Mühlstädt; Die Besteigung des Montblanc, des Königs der Bargo.— Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Hathgen: Die wichtigsten anorganisch. Kohlou- stoHverbindunMn(außer den WasserstoSverbindungen). Neue Freie Volksböline. -; Die Knnst dem Volke!..■ Sonntag, 22. Dezember, nachm. 3 Uhr im Lessing-Theater: :: Die Weber:: für Mitglieder a 1,10 M., )M.|-•- Billetts für Gäste a 1,35 M. sind im Theater bei den Ordnern zu haben. Mittwoch, 25. Dezember, u. Mittwoch, I. Janaar, im Neaen Theater: Der Dieb. Billetts sind zu obigen Preisen an allen Zahlstellen zu haben. 150/6 DerVorstand. I.A.: H.Neft.Bremerstr. 54/55 III. Panoptikum 163 Friedrlchstr. 165 Castan's Das Schlangen-Ungeheuer mit seinen 27 Jungen. Däumling der kleinste Mann der Veit! Zirkus Schumann VI RICK 6 Heute Sonntag, den 15. Dezember, nachm. Uhr und abends 7'/, Uhr: Zgr.hrillante Gäla-Mliunp. Nachmittags aus allen Mähen ohne 'Ausnahme ein Kind frei. Jedes wettere Kind unter 10 Jahren halbe Preis«(außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachiniltagS u. abends: Aairrikas größte Sensation: fEeegengiG Banvards Oer größte aller existierend. Luft-Akte. in der Vollendung noch nie gesehen. In beiden Vorsicll., nachm. u. abends: Sensationrlle Novität: Tde tbree Demons Um ll'/t Uhr allabendlich: Eine Fort- setzung' der„Lustigen tteideiherger" Auf dem Neckar die diesjährige gr. Wasterpantomime. Metropol-Theaier Nachmittags 3 Uhr: Abends 8 Uhr; Gr. Revue in 4 Akten(12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szeno gesetzt von Direktor Richard Schultz. C. Thielscher, F. B. Luisen-Tlieater. Reilstcnbergcrstr. 34. Nachm. 3 Uhr: Zerlm me es lukintulld lacht. Abends 8 Uhr: Ein seltsamer Fall. Montag: Der Leiermann und lein Pflegekind. Dienstag: Ein seltsamer Fall. Miltlvoch zum erstenmal: Ein gast- licheS Haus. Donnerstag: Ein seltsamer Fall. Freitag: Erziehung zur Ehe._ Köpenickerstraste 69. Nachm. 6 Uhr bei balbci: Preisen: Tiroler Krippenspiel. Abends 8 Uhr: Tiroler Krippenspiel. Montag u. folgende Tage t Tiroler Krippenspiel. Mittivoch 4 Uhr; Heinzelmännchen. Benöer, Gianipielrc, Josepiil - XUI. Saison Bahnhof Börse. Sonntag, den 15. Dezember: xroke airäeroni. 2 2 Nachmittags 4 Uhr und abends VI, Uhr.— Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unier 10 Jahren ans allen Sitzplätzen halbe Preise. In beiden Vorstellungen, Bie MM Kretno-Familj! In beiden Vorstellungen: talwizler Vieiiis! Miß Virginia Beil! In beide» Vorstellungen: Les ßastiens. Geschw. Pissinti. In beiden Borsielliingen: Voriudeen und lleiien der best dressierten Schul-, Freiheit«- und Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Clowns mit den neuesten Witzen und SpäQon. Auherdem: Nachm. 4 Uhr: Zum 1. Male! Jockei und Koko! Die enlsprungenen Asten In der Sommerstische. Große Humorist.] Wasterpantomime in 2 Bildern. AbendS 7ll, Uhr: Ans der Hallig!! Gr. AuSftnttuugS- Pantoinilnr\ deS ZirkuS Busch in 4 Bilder». iilüM-IIjiiMiiSseteuntei'�Ml Vorher: Gala-Programm. .Vnr-tiig pi-tliisi»« 8 Ohl-, Rauchen uheraU gestattet. Äultreton von: Robert Steidl, Liane de Vriis, Kitty Gordon, Tan Kwai• Truppe, Flood Brothers. Starr ond Leslie, Boganny• Truppe, Die Tiller Girls, Brunins, La Bdrat, Toqud, Tenji• Truppe, Der Biograph etc. Heute nachmittag 3 ühr! Populäres Konzert von Mann Strauß*»* Wien. 60 Mann Orchester. Preise: 0,50, 1,00, 1,50 M. P alast-Theater Burgstraste 21. Sm~ Heute'/,8 Uhr<*3 Entree 60 Pf.-MG Lona Rev�e Tableaux vivants Luna-Quartett Ramen-Ensemble. Hee and Shee,60'�18 und 9 Attraktionen 9. Am beiligen Abend Charakterbild von Hosfmann. PöNSgö-IIlSZiös. «Usulg m\ Vorstellungen:» g Nachm. 3— 7 Uhr(enrmßigte « Preise), abends 8—11 Uhr. Die singenden Engelsköpfe'» L IBartin Kellner Erna Fröhlich und daS grotzanige � Dezember-Programm. UMMMM Ii her. k..! Gr, Frankiiirlerslr. Der Hütte ubesit« Ansang 8 Ubr.— Sonntagspreise Nachm. 3 Uhr: Die Bluthochzeit. Montag: Die FrauKommerzienraL Dienstag: Der Hüttenbesitzer. W.ZkoseksTkestsr Dtretttou 3ov. Olli. BrunnenNr. IS. WeihnachtSschausp. v. M. Oitittschreiver. Ausnahmsweise Ansang 8 Uhr! Nach der Vorstellung: Vann. Montag und DienSIag: Ncglna. Mittwoch bis Freitag: Geschloffen. Sonnabend: SInria Sluart. 'Thenter Folies Caprlce Lfnlenstr. 132, Ecke FrlcdrichstraSe. Rabbi Meseritsch. Bunter Dell. Geteilte Liebe. In Borbereitung: Als!«28 Wem. Lokalrevue tu I Akt u. 3 Bildern mit Musik von Eaprtee. Bruimen-Theater Ladslratz« 58. Dirett.: Berah. Rose. , Sonntag, den 15. Dezember, nachmittags: Kein« Vorstellung. Zlbends 8 Uhr: vle Darbaren. Zellgemäldt aus den KriegSjahrm 1870/71 in 4 Aufzügen von Heinrich Stobitzer. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Montag, den 16. Dezember: Eine Judenfamilie. Nachm. 3'lt Uhr bei kleinen Preisen: Große Familien-Vorstellung mil dem kolossalen Wethnachtsprogramm. U. a.: vitegn-nrt Genie« mit seinem Gkalsch: Die Opernprohe, und hij-Ivesler SchfifTcr Jr., der berühmie Universallünstler. Abds. 8 Uhr: EIllevnr-ilellnnK mit dem grandiosen Programm. ßS alhalla- Variefe Theafer Weinbergsweg 18/20, Rosenth. Tor Heute 2 Vorstellungen. Nachmittags Z'/,v.: kleine Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei. AbendS 8 Uhr: Das kolossale Programm. 12 Akrobaten Lorch 12 zirzensische Spiele, Colini Clairon Tanz Szene. Harry Arndt,„®r&. groSartigen Spezialitäten. Tunnel: Rgtslapelle, Schramm ein. Thcatcr-Befucher freier Etnlrstl. Lein. IlLMsIll- 57 Kommandantenslratze Nr. 57. Vorverkauf ab!1 Uhr. Nachmittags 3 Uhr(halbe Preise): Die Meyerknins. ZlbendS 8 Uhr: Die Novität! papa u.(ZenGssen. Komödie in 2 Akten von Anton n. Donat Herrnfeld. Vorher: �sdsme Wix-Wnx. Beide Stücke mit den Autoren in den Hauptrollen. Morgen Montag: Madame Wig- Wag. Papa und Genossen. Parodie-Thealer. Dresdenerftr. 07. Anfang L'/, Uhr. Sonntag 8 Uhr. Lotste Woche von Zapfenstreich, Dos Ungeheuer und Monna Vanna. Sonntag, nachm. 3'/, Uhr: Halbe Kastenpreiie. Das Ungeheuer. Alt-Heidelberg. Ab Frettag, 20.: Wilhelm Test. Daunhäuser. Monna Vauua. Trianon-Tliealer. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Fräulein Joselte- meiue Frau. Reicbsiiallen- Theater. Stettiner Sänger. Weihnachts• Programm I Ansang wochent. 8 Uhr, sonntags 7 Uhr. Donnerstag, 26. Dezmbr, (2. Feiertag): Gr. Weihnaclits-Benellz- Matinee. Kelchshallen-Reslaurant: Militär-Konzert. Sanssouci Äie£ Direllion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerslag: MaollZÜlirijll. Sänger und Danzkränzchen. Unterm Weihnachtsbau« Eharallerbtlb o. I. H.GierS. (Durchschlagender Erfolg d. Dezemver-Programms.) Beginn Sonntags 5 Uhr, wochentags 8 Uhr. Monlag v Uhr: Danz- kräuzchen.(Die Solree fällt ans.) uggennagen MontiDlafi, . imThsatGriaal ullus peyer Restaurant, Oraiiienstr. 1(13 laden Sonntag:[* Oemütl. Beisammensein und Tanz. 3' Das neue r taglichs i Ansang 8 Uhr. Enlree 50 Ps. Sonntags 7 Uhr.(Sonntags reserviert I M., Enlree 50 Ps.) Familienbilletts a 40 Pf. t vgl ick, NiltlSr-Honierl. Becker. PrzqwarStt, Görisch, Neumann. Osteney und Lütttch. lleden Sanntag: lm\ Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr. Berliner 1 lik-Trio. Felix Scheuer u Strsliinttntr. I. Sonntag, den 22. Dezember, 6 Uhr nachmittags: fzsic EU üHrcWiGDil ans plton Müm« für Klein und Groß arrangiert von Margarete Walkotte. Sßtwirkende: Frl. Margot Lassen, flerr Emil WaMcolte, Marg. Walkot!», Herr Bernh. Nitzsche am Flügel Entree 30 Pf. im am Flügel ein Kind, eine TnnEpantoniii Vorverkauf bei Horm Harsch, Engolufer Abendkasse 40 Pf. ntomime. 15. 281(7« 9S~ I. Weihnachts- Feiertag 1907: Gewerkschaftshaus. Weiterer Qdcihnaebts- Menck. Leitung: Margarete Walkotte. Mitwirkende: Herr Willy Hagen, Frl. Lassan, Frau lik» Paulet, die lustige Schwidgermuttor, Herr Emii W?lkotte, Margarete Walkotte— eine Ueberraschung.— Am Flügel Herr Nitzsche Entree 75 Pf. im Vorverkauf bei Hm. Horsch, Engelufer 15. Abendkasse l M. Germania Pracht-Säle Cbausseestr. 1 1 0 Cjfl RlEhtfif Chanssccstr. 110 Heato Sonntas: Otto Steiders Pamburger Sänger Stets neues Programm. Ansmig O'.'j Uhr. Entrcr 50 Ps. Nachdem; Famiiien-Kränr.chen._„ n DV Im weißen Sale von b Uhr ab: UkOlSW Ball* I. WeinachlSIciertag: Gr. 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Säle(300—500) täglich zu Vcr- sammlungen zu«ergeben. SSZL« kinnl llolfmirnn. äarÄ Jflarkffrafensäl© dämm 34. Inhaber: Hermann Sclioltz. Jeden Sonntag: Ut(lI.I. bei freiem Entree. Säle von 100 bis 1000 Personen für vereine, Hochzeiten usw. unter kulantesten Bedingungen einige Sonnabende noch zu vergeben. PcrcinS. ziminer bis 100 Personen fassend. 2 koms. Kegelbahnen n. einige Tag« frei. LtsdUssement?ksrus-ßÄe Berlin?k. Inhaber:»Inl. Wc rnan,.KMUerstr. 14". Sonntag, den 19. Dezember, km sehenswerten Wilhelm Busch- Restaurant: MitiagStisch von'/,12— 3 Uhr. Nachher: Künftler-Frei- Konzert. Im Empire-Saal: VorZtSlIllNg. ��gelÖngN�„GhSrilZCli UollNgS". Im Titanen-Eaal lsebenSwertl): Gr. Ball. X 8 PliaruS-Kegrlbabnen. AufKretilf! Anzüge' Paletots Kostüme° Blusen Röcke• Pelzstolas Riesen- Auswahl, nur Neuhelten toaiil. Z M. m, pro Woch« 1 M. M. Landau in Helnr'chsplJtz Oranlen-Str. 193 am Hetiriclisplaü Zum Welhnactitsfest kauten 31» bei im am bMiea, Aul Teilzahlung wöchenCich nur 1 Maik. 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Abteilung (Rosenthaler Vorstadt) Ballschmleders Etablissement, Badstraße 15. Mitwirkende:„Kenoth n. Hnber", eteirisches Gesangs- und Jodler-Duett. Gesangverein„Wen erwacht" (M. d. A.-S.-B.), Ohormeister H. B 1 e i L Elite-Streich-Orchester des Musik- Direktors Herrn F. Blume. Da fiffenttlche Kasse nicht stattfindet, so bitten wir die Genossen, sich vorher mit Billetts zu«ersehen. 6. Abteilung<0rÄT Germania-Säle, Ohausseestraße 110 (großer Saal). Unter gütiger Mitwirkung des Gesaneverelns..\Tordwacht" (M. d. A.-S.-B.) und Otto Steidls„Hamburger Sänger". 7. und 8. Abteilung (Moabit) 1. Artnsho», Perleb orgerstr. 26. Mitwirken de: „Vereinte Sangesbrüder", Turnverein„Fichte44, Theatergesellschaft Balzee. 2. Kronen-Brauerei, Alt-Moabit 48/19. Gesangverein ,, Liederlust II44, Turnverein„Fichte44, Theatergesellschaft Loewe» 9. und 10. Abteilung (Wedding) in den Plmrns-Saien, Müllerstr. 142. Ausgeführt von der llanskiinstler-• hapelle(Harmonium- AnifUhrnng) und den Viktoria- Sllngern(Herren Görn, Bajohr, Härtung und SchauB) sowie der erin Frl. Sehüle nnd ersten rette Frl. Ellen Ranäe. Raachen verboten t Opemsäng! Soub; 11. Abteilung KS im Bernhard Rose-Theater, Badstr. 58, und bei Schirm(Inh. Franke), Badstr. 19. Unter Mitwirkung des gesamten und beliebten Personals des Bernhard Rose- Theaters— in beiden lokalen, Verkauf an der Kasse findet nicht statt. Eröffnung 11 Uhr. Entree 25 Pf. Anfang Punkt 12 Uhr. Tische nnd Stühle dürten nicht reserviert werden. zahlreichen Besuch bitton [263112*] M Restaurant VI. Wahlkreis. S fesi Menü 75 Pf. Heute Sonutag: Bouillon mit Einlage. Zauber mit holländischer Sauce oitt Grünkohl mit Kotelelte. Kasseler Rippeipeer oder Kalbsbraten. Kompott oder Safal. X Reichhaltige ädendkarfe. X Wochentäglich: Großer hürgerlicher Mittagstischcoüv.eOpf. Um zahlreichen Besuch bittet alle Genossen 8582 Rieh. Augustin» Kasino-Theater. Lothringerstr. 37. 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Einzelne Berufsgenossenschasten haben beaintete Revisoren, andere wieder nur Vertrauensmänner, welche die Betriebe revidieren.„Fürchterliche" Drohungen stößt der Bericht von Reuß i. L. auS: „Laut Beschlusses der GenoffenschaftSversammluim fanden seitens eines BczirkSvorstandSmitgliedeS wiederum Revisionen der landwirtschaftlichen Betrieb« in bezug auf Schutzvorrichtungen bau- lichcr Einrichtungen und Maschinen in 10 Ortschaften der AmtS-> bezirke Lobenstein und Hirschberg statt. Leider war das Ergebnis durchaus unerfreulich, da fast allenthalben wesentliche Mängel fest. gestellt wurden. Wir machen an dieser Stelle darauf aufmerksam, daß, wenn bei Wiederholung der Revision in den betreffenden Betrieben wiederum wesentliche Mängel gefunden werden, gegen die BetriebS�niernehmer mittels Bestrafungen vorgegangen werden muß. auch ist eine höhere Einschätzung d-r mangelhafte Vor- richtungen aufweisenden Betriebe bei Heranziehung zu den Lasten der Genosienschaft in AuSficht genommen." „Niederbayern" berichtet:„Es wurden im Jahre 1008 in 1311 Ortschaften 6492 landwirtschaftliche H aignbetriebe und betrieben Betriebe zu ver« 104 Nebenbetricbr revidiert. Von diesen besichtigten wurden mir 94 Betriebe ohne Mängel befunden. haben also Verstöße gegen die Unfallverhülungsvorschriften zeichnen!" Ter Aufsichtöbeamtr der„Pfalz" berichtet:„CS 3843 Hauptbetriebe und 205 Ncbcnbctriebe, die sich aus wurden 220 Ge meinden verteilen, besichtigt und dabei fast überall erheblichere Mängel der Betricbseinricktungen sepaestellt.": „Obrrfranken" berichtet:„J» 40 von den 1928 revidierten Hauptbetrieben warra Änordnungen nicht zu treffen, während in S4 Betrieben je nur eine Berschluug gegen die UnfallverhütungS- Vorschriften nachzuweisen war." „Zusammen: Bauliche'Einrichtungen 7 196 Mängel Maschinelle, 7 014 1 4 i nr Mauiei"" Bus jeden Betrieb entfallen somit 7,52 Beanstandungen im Durchschnitt. Trotzdem schreibt die Benlssgenoflenschaft:„Ebenso wie in den Borsahren wurde wegen der der den Beiriebörrvisioiien dcS technischen AuffichtSbemnten vorgefundenen Mängel grundsätzlich keine Bestrafung der BctriebSuntrruehmer herbeigeführt." Man gibt sich nur der„Hosfuung" hin, daß„daZ noch bemerkte Mderstreben und die Gleichgültigkeit gegen die llnfallverhütungSvorschriften all- mählich schwinden möge— zum Besten der ohnedies schon von zahl- reichen Berufsgefahren umgebenen Landbevölkerung I' Amen l Der Bericht für„Unterfranken" erwähnt: „Im allgemeinen ist zu bemerken, daß die Kontrolltätigkeit deS technischen AufsichtSbeamtcn eine viel Selbstverleugnung erfordernde, recht mühsain war. Ja den meisten Gemeinden bedurfte es vor allem der Bekämpfung tiefgehender Vorurteile und des passiven Widerstandes der BetriebSunternehmer." Der Ausiichtsbeamte für„Oberbnyrrn" erklärt: „Eine Steigerung der VetrirdSgesahr in der Landwirtschaft ist in der Zunahme von Kraftmaschinen zu ersehen. Vor allem beträchtlich ist die Zunahme von Benzinmotoren, ihre Anzahl dürfte schon ein gutes mehr als 2000 betragen. Außerdem führt sich in Gegenden mit Krafiuromnetz der Elektromotor sozusagen scharenweise ein." „Nicht selten trifft man jugendliche Dienstboten und selbst weib. liche Personen mit der Wartung deS Motorö betraut „Gesundheitsschädliche Einfluffr sind in der leichtfertigen und leichtsinnigen Behandlung von offenen Hautstellen und kleinen Ver- wundungen gerade bei der landwirtschaftlichen Bevölkerung zu er- sehen. Selbst schou entzündete und eiternde Stellen finden nicht die nötige Beachtung. Alles wird angefaßt, in alles wird hineingegriffen."„ES fehlt am Gebrauch ordentlicher Berbandmittel, und das ist die Ursache, daß so häufig anfangs kleine und unbedeutende Berlrtzungen ungeahnte Verschlimmerungen erfahren." Die Zahl der weiblichen Verunglückten betrug in Oberbayern 30,12 Proz. Der Vorstand der BenifSgenoffenschast„Unterfranken" war sehr fleißig' Er hat in jeder Sitzung laut Bericht durchschnittlich 237 Rentenbescheide beschloffen! Der Beamte der BerufSgenoffenschast„Schwaben und Reuburg" hatte 5676 Betriebe revidiert und meldet lakonisch: „Ganz in Ordnung fand ich nur 1 Hnnptbetried bor, deffen Besitzer durch einen schweren Unfall am Göpel zur Beachtung der llnfallverhütungSvorschriften veranlaßt wurde." Trotzdem dem Beamten der Schalk im Nacken sitzt, ist er sehr ftomm und predigt: „Man kann diejenigen, welche die Einrichtung der Unfallunter- stützung mißbrauchen, in zwei Kategorien einteilen. 1. Kategorie: Solche, welche an und für sich noch ehrlich und redlich gesinnt sind, aber infolge falscher Orientterung über die BerufSgenogenschast, wie ich es oben eingehend geschildert habe, in derselben eine Organisation erblicken, wclcke die Landwirtschaft aussaugt und bedrückt. Sie machen sich deshalb kein Gewiffen daraus, wenn eS gilt, diese Genossenschaft auszunützen und zu übervorteilen. 2. Kategorie: Solche, denen jede Regung des Gewissens erstorben ist, die imr dann bor Betrug, Diebstahl oder irgend einer anderen Art der unerlaubten, ehrlosen Bereicherung zurück- schrecken, wenn sie fürchten, dahei erwischt oder besttaft zu werden. Diese Leute finden in den verschiedenen Versicherungen gegen Gefahr oder Schaden ein bequemes Feld für ihre Gewissen- losigkeit und Habgier: denn gerade hier ist es am leichtesten, einen Betrug zu vollführen, und am schwersten, jemand dessen zu überführen." „Mit dem Verständnis für die Sache käme auch wieder Ver- trauen und Wohlwollen unter die Leute. Es würde im Volke daS Gefühl der Schande und Verachtung erwachen gegenüber solchen, die gemeinnützige Einrichtungen mißbrauchen. Sache der Geist- lichkcit, der berufenen Wächtcrin der Bolkömoral, dann der Volks» schul- und Wanderlehrer und nicht zuletzt der Tagrspreffe wäre es, durch stete Aufklärung und Belehrung des Volkes nach dieser Richtung hin diesen wünschenswerten Zustand herbeizuführen oder wenigstens anzustreben." Sind die Bauern wirklich so schlecht geworden, so hat doch die„berufene Wächterin der Volksmoral" viel versäumt und ver- schuldet? „Schlesien" berichtet:„Von den 966 revidierten Betrieben wurden 797 Betriebe— 82,5 Proz. beanstandet; ohne Mängel waren nur 169 Betnebe= 17„5 Proz. Die Zahl der beanstandeten Maschinen und Betriebseinrichtungen bettägt insgesamt 1613." „Diese Zahlen lasten bereits erkennen, daß für die Durchführung der Vorschriften in den einzelnen Bettieben bisher sehr wenig getan ist und daher eine planmäßige Ueberwachung der landwirtschaftlichen Betriebe dringend erforderlich ist." Schärfer gehen die„Sachsen" seit einigen Jahren vor. Die Betticbörrvisionrn geschehen„unverhofft". Als einer unserer Genosten auf dem letzten Hygienekongrcß in Berlin dies stark bezweifelte, erklärte, daß ihm Fälle bekannt seien, in denen die Auffichtsbeamten ihre Revisionen vorher angezeigt haben und deshalb „alles in bester Ordnung" befunden wurde, rief der Chorus deutscher Auffichtsbeamten als Zuhörer energisch:„Nein! Nein!" Sehr interestant ist daher, was der Aufsichtsbeamte für„Nieder- bayern" darüber berichtet(Seite 8 d. B.)t „Das RcvisiouSgeschäst wird in folgender Weise vor- genommen: Durch eine Karte wird der Bürgermeister einer zu rcvi dierenden Gemeinde verständigt, daß in einigen Tagen die Betriebe der Konttolle unterzogen werden. Ist die Wohnmig deS Bürger- meisterS nicht zu abgelegen, so gehe ick, zuerst zu diesem. AlS Führer durch die Gemeinde»wird mir meistens der Gemeindediencr beigegeben." DaS ist natürlich eine ganz„unverhoffte Konttolle" der Betriebe, denn von dem Inhalt der offenen Postkarte erfährt in der Gemeinde kein Bauer ein Sterbenswörtchen! Dagegen gibt sich die„Hcstcn-Naffauische" BerufSgenoffenschast viele Mühe die Unfälle zu verhüten. Ihre Vorschriften sind musier- hast, illustriert und in farbigem Druck den Bauern zugestellt worden. Gßh- felze Echter Seal- bissrn- Kragen Imitiert Breit- schwanrfutter 55 hk. M» M Li Chaussee-Strasse 29-30 Zwischen Invalidenstrasse und Theater. 11 Brückenstrasse 11 Zwischen Jannowitzbrücfce und Köpenickersfrasie. Tßlz- Joppßn Durchweg axtt Petzfnttar Soweit Vorrat 40.- na- 15 Hk. Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppcnttrasse, am Bürger- Hospital Sondet-Ansebote für(Oeihnociits-Gesclienke. Herren- Kleidung Knaben- u. 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Erfels Paleflt-Sparbeiz-Platien-yepwEfiiiiigs-CesellsEb. m. bl Berlin W. 10, Königln-AugustastraBe 20. 76/6* Ltrcmtwcrtlichcr Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. QUtde, Berlt». Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. BcrlagZasftalt PaM Oinger Sc Co, Berlin SA. 9t. 203. 24. Ilchrglmg. 4. KÜM ks Lmiirts" Iftiiit« PilkMitt. Sovntllg. 15. DeMber 1907, Versammlungen. Die wirtschaftliche Krise und ihre Bedeutung für die Arbeiter war das Thema eines Vortrages, den der Reichstagsabgeordnete August Brey aus Hannover am Donnerstag in einer Mit- gliederversammlung der Filiale Berlin des Verbandes der Maler. Lackierer und An st reicher hielt, die in den neuen.Arminhallen" stattfand. Sie war sehr zahlreich besucht, obwohl, wie sich herausstellte, ein Teil der Mitglieder, unbekannt mit der Verlegung des LolalS, nach der„Lebensquelle", den alten .Arminhallen", gepilgert war, und es andererseits schwer wurde, in dem neuen Gebäude, Kommandantenstr. 58— 59, mit seinen zwei großen Höfen den richtigen Eingang zu finden. Es wäre zu wünschen, daß hier durch große Tafeln oder auf andere Weise dafür gesorgt wird, daß jeder Besucker sogleich erkennen kann, wohin er sich wenden muß. Genosse Brey schilderte zunächst das Wesen und- die Entwickelungstendenzen der kapitalistischen Wirt- schaftsweise mit ihren immer wiederkehrenden Krisen und deren Folgen für die Arbeiterklasse. Der inhaltrciche Vortrag schloß mit den Worten, daß die Organisation das einzige Bollwerk der Ar- beiter ist, ihr Schutz gegen die Brandungen de? Wirtschaftslebens, und daß es nun, in der Zeit der Krise, doppelt Aufgabe der Ar- beiter sein muß, in den eigenen Reihen wie unter den der Organi- sation noch fernstehenden Arbeitsgenossen für gründliche Auf- klärung über die Ursachen des wirtschaftlichen Elends zu sorgen. und so auch für eine Gesellschaftsordnung zu wirken, bei der nicht mehr der arbeitsfrcudige Mensch wirtschaftlicher Rot ausgesetzt wird. Dem Vortrag, der lebhaften Beifall fand, folgte eine kurze Diskussion, in der unter anderem ausgeführt wurde, daß wohl mehr als in jedem anderen Beruf die Arbeitslosigkeit bei den Malern einen gewaltigen Umfang angenommen hat und daß sie schon während des Sommers einsetzte. EL wird denn auch vielfach versucht, die Löhne zu drücken und z. B. für Malerarb-'it An- streicherlohn zu zahlen. Darum ist es ganz besonders notwendig, treu an der Organisation und ihren Grundsätzen festzuhalten. ■SSSS Praktische Fest-Geschenke zu erstaunlich billigen Preisen. Garantiert nur solide Qualitäten. 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Seit fahren weigern sich die Saalinhaber von Lübben-Stein- lirchen infolge des bekannten sanften Drucks der Sozialistentöter, den Arbeiter» ihre Säle zu gewerkschaftlichen oder politischen Ver- sammlungen einzuräumen. Ilm den Wirten zu zeigen, dast die Arbeiterschaft von Lübben-Steinkirchen nicht mehr gewillt ist, sich ihr Versammlungsrecht von den Wirten illusorisch machen zu lassen, die von den einzelnen Arbeitern als Gästen gern Geld nehmen, be- schlössen die organisierten Arbeiter jener Gegend, das Lokal des Gastwirts Karl Schneider nicht mehr zu besuchen. Sie ver- breiteten Flugblätter, in denen sie den Sachverhalt darlegten und die Einwohner baten, da-Z Karl Schneidersche Lokal nichi mehr zu besuchen, so lange der Wirt sich weigere, sein Lokal Arbeitern zur Besprechung ihrer wirtschaftlichen und politischen Lage zur Verfügung zu stellen. Es stellten sich in der Nähe des Lokals einige Genossen auf, die Trinklusiige über die Sachlage orientierten. Darauf eine hochnotpeinliche Anklage gegen drei Flugblatt- Verbreiter und zwölf Posten wegen— groben Unfugs. Am Freitag fand die Verhandlung gegen die 13 Sünder bor den, Schöffengericht zu Lübben statt. Dem Amts- richter N i c h o f f saßen zur Findung des Urteils ein Rentier und ein S a t t l e r m e i st e r zur Seite. Die 15 Angeklagten be- stritten, sich irgend strafbar gemacht zu haben. Eine Boykotlierung sei nach dem Gesetz, Rechtsempfinden und ständiger Rechtsprechung des Reichsgerichts und des Kammergerichts das gute Recht eines Bürgers. Zum Begriffe des„groben Unfugs' gehöre die Be- lästigung des Publikums als solchen, von der könne nicht die Rede sein, da in ruhigster Weise die Flugblätter verteilt und die Unter- Haltungen über den Boykott gepflogen seien. Trotz der Klar- bcit des Sachverhalts hatte zwecks Beweisaufnahme das Gericht sieben Zeugen geladen, darunter den Gendarmerie- Wachtmeister und den boykottierten Gastwirt. Sämtliche Zeugen legten dar. daß die Flugblätter lediglich in Häusern verbreitet find und daß vor dem Lokal niemand belästigt, sondern die einzelnen in höflicher, ruhiger Weise über den Sachverhalt orientiert wurden. Trotzdem sprach der A m t s a n w a I t in einer längeren Rede von„grober Beunruhigung des Publikums" und be- antragte die enormen Strafen von je 10 0 Mar k gegen den Schuhmacher Gröck und den Drechsler Keller, weil diese in den Häusern Flugblätter verltteitet hatten, und j c 00 Mark yegen die ferneren angeklagten 13 Genosse», die in ruhigster Werse die Gründe der Mchtbesuchßmöglichkeit des Karl Schneiderschen Lokals dargelegt hatten: gegen den Drechfler Wagner, den Tischler Gehrmann, den Schuhmacher Zank, den Maurer Lehmann, den Zimmermann Tischer, den Arbeiter Anton, den Maurer Battermann, den Maurer Henscl, den Arbetter Krüger, den Maurer Richter, den Arbeiter Behrendt, den Maurer Handreck und den Zimmermann Zech, lind das Gericht? Das Ilnglaub- liche geschah: das Gericht sprach nicht frei, sondern erhob' den Antrag des Staatsanwalts zum Erkenntnis: Zur Begründung, weshalb 300 M. Strafgelder gezahlt werden sollen, führte der Borsitzende aus: das Sperren eines Lokals ist an und für sich ungesetzlich »» Blusen «I reinseidene Messaline-BIuse mit Hand- stichpasse und reicher Säumchen-Qar- nierung.... Wert 16.SO, jetzt M. N»lUNg. Tages-Ordnung: 1. Die Aufgabe» unsere» nächsten Verbandsiages. Referent: Kollege INeorg Diebl-Aranlsurt a. R. 2. Stellungnahme zum(Sautag und Wahl der Delegierten. 3. Berdandsangelegenhellen. 57/9 Erscheinen erwartet JDer Vorstand. ¥1. Wahlkreis. Sonnwg, öen 15. Dezember, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolberzerfir. 2Z Uersammlung» Mauner>°» Fraue». TageS-Ordnung: t. Vortrag der Genoss!» Fmnia Ihrer über:»Das neue NcichSvercinSgeseh nnd die Fronen-'. 2. Diskussion. Zu zahlreichem Besuch laden ein f2(5Z/1S»s Die Abtellnngnftihrcr. Nach der Versammlung: Gemütliches Äei kämmen sein mit Tnnx. loMläMoltrslizelm VMvsrm k% sechsten Berliner leiehstapnahkeises. Dienstag, den IT» Dezember, nlirnds 8V2 bei Kall schmieder, Badstrahe IS: lluKerortlentllcheLeneralversammlung Tages-Ordnoug: 1. Beschlusifassung über eoent. Anstellung von zwei besoldeten Beamten. 2.»Kann die moderne Fnduftrtearbeiterklasse gruiidsübltch gegen Kolonien sein 7" Referent Genosse Schippcl. Korrejerent Genoüe Lcdebonr. 3. Diskussion. 2(j8;20+ SW Mitgliedsbuch legitimiert. �SQ Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. KB. ßn der zmettm Hälfte de» ß-niiar finde! die ordentliche Generalversammlung ftait. D. O. •i.vh-..Ti-.. v,,;...w>. tv;'v Zentral-Verband der Innrer Beutsehlands. Zweigverein Berlin.— Sektion der Putzer. �ektunK! � � � � f Achtung! Mittwoch, den 18. Dezember, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen für Berlin und Umgegend: Bezirks-Sitzungen. TageS-Ordnung: I. Laut Beschkust der SKitgUeder-Bersammlung vom 8. Dezember ISS? die Slb- sttmmuug Uber die Bureaufrage sowie die Tchlichtungskommisslon in den Bezirken vorzunehmen. 2. Borschläge der Kandidaten zur Varstandswahl und Revisoren. Z. Den'chiedeneö. (?S ist Pflicht eines jeden Kollegen, in feinem Bezirk pürchtlich zu erscheinen. 135/8 Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Die Oblent». 1 133 B. 1891/9. 87. Beglaubigte Abschrist. In der Strafsache gegen den Butterhändler Otto Kür»« zu Berlin, geboren am 12. September 1882 zu Rummelsburg in Pommern, 2. dessen Ehesrau Gertrud Körner, geb. Scholz zu Berlin, geboren am S, Juli 1885 zu Steglitz, evangelisch, wegen RahriingsinittelvergehenS, bat da» kgl. Schöffengericht Berlin- Milte. Abt. 133, in der Sitzung ani 18. November i SV? für Recht erkannt: Die Angeklagten werden wegen Vergehen» gegen daS NahrnngSmitiel- gcictz in Verbindung mit Vergehen gegen die Bestimmungen des Reichs- gesetcs vom>5. ßuni'8S7 und zwar der Ehemann Körner in zwei Fällen, der Ehemann Körner zu 200— zweihundert— Mark Geldstrafe, imKidjl- beitreibungSsalle vierzig Tagen Ge- sängnis, die Ehefrau Körner zu l0— zehn— Mari Geldslrale, im Nichtbeitreibungs- salle 2—»wei— Tagen Gefängnis kostenpflichtig verurteilt. Die Verurteilung der Angeklagten ist ans Kosten derselben durch ein- maiige Einrüiklmg dcS erkennenden Teil» des rechtskrästigen Urteils in die.Berliner Morgenpost', tn den .Berliner Lokal-Anzciger- und im .Vorwärts' w üblicher Weise össent- lich bekannt zu machen. Von Rechts wegen. Die Richtigkeit der Abschrift der Urteilssormcl wird beglaubigt und die vollslreckbarkeit deS Urteils bescheinigt Berlin, den 7. Dezember tSO?. (Name unleserlich) Gerichtsschreiber de«.'gl. Amtsgerichts Berlin.Mitte,'Abt. 133. Teilzahlung I UOcbenUle» aar' 1 Xlc. Der»«", Damen- Uhren» ftreisidwtnaee, Regula- «ein», Wecker, keUeu. Brossen, vhertr.ge. See,. livlionographeiz. AinUen.svrechmasckiino«, liiitiero, Harmoncka? x. Ceriaul von Homorbon- *. Jicuot»cn.»![a:ten, CiM'ontcaljen, Nateln. »ievaraiurlelten. Nevaralurc» ledee Hit Plizetkw S ülltter,'TStmll*1' �aUl TÖhS, Schneidermeister Verein für frauen n» Mackchen der Mrhelterktasse. Montag, den 16. Dezember, abends S'l* Uhr, im Neuen Klubhause. Komm an d a» tenftratz e 72: 66/7 Vortrag bt3 Schriftstellers Otto RBhlo:»Ingenderziehung und sexuelle AufNürung«. Gäste willkommen. Iber Varutaad. Vgslzanl!8lial!86'Ls8!«isi8iikWIfsn üt. Bamborgerstr. 18/19 Bürgerliches Restaurant mit Familienverkehr V NereinSzimme» für ä0-150 Verlanen V Pianino X Neuvufeii'villard« X CBrofiet Mittags- und ZlbendtNch X Kiesiges Lagerbier X Kaffee 1» Pf,. tu Kannen zu VS Pf. und mehr. X Deleph. Iii. 1618 u. 1474. Nötuer1® Jute S»»©«4» Aus Anlaß meines lOjährig. 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Mit einer für fännliche Gewerbetreibenden sehr wichtigen und interessanten Frage hatte sich gestern das Swösfengericht des Amts- oerichts Berlin-Mitte zu befassen. Es handelte sich um die vielfach schon angeschnittene Frage, ob daS sogenannte.Wegengagiercn' von guten Ardeitern und Arbeiterinnen als ein Verrat geschäftlicher Ge- Heimnisse im Sinne der ßij 9 und 10 des Gesetzes betreffend Be- lämpfung des unlauteren WetibeiverbeS vom 27. Mai>890. Nach den erwähnten Paragraphen macht sich derjenige strafbar, der als Angestellter eines Geschäftsbetriebes Geschäfts- oder Belriebsgeheim- nisie, die ihm verniöge des Dienstverhälinisies anvertraut oder sonst bekannt geworden sind, an andere zum Zwecke des Wellbeweibes oder in der Absicbt, dem Inhaber des Geschäftsbetriebes Schaden zuzufügen, mitteilt.— Angeklagt waren die Direktrice Wohl- fahrt und die Kanfleute Nosenberg und L e w i, Inhaber einer gleichlautenden Firma für Damenkonfektion. Fräulein W. war als Direktrice bei der Firma Feibclmann u. Co angestellt gewesen und hatte diese Stellung wegen eines Zerivürf- nisses mit einem ihrer Chefs vorzeitig und ohne Einhaltung der Kündigungsfrist verlassen. Sie wurde auf die Klage der Firma hin vom Kausmannsgerichl zur Zahlung der vertraglich festgelegten Kon- vcntionalstrafe von lOtiO M. verurteilt. Unmittelbar nach ihrem Austritt aus der Firina Feibelmanu trat die Angescvnldigte bei der Konkurrenzsirma Rosenberg n. ilewi ein. Bald darauf bemerkten die Inhaber der Firma Feibelmann, datz eine graste Anzahl guter Arbeiterinnen, die schon lange Jahre für sie gearbeitet hatten, plötzlich tündiglen. Hierdurch geriet die Firma in eine groste Kalamität, zumal gerade um jene Zeit für die bevorstehende Saison mit Hochdruck gearbeitet werden mustte. Sie forschte nach der Ursache dieser eigenartigen Erscheinung und ermittelte, dast ihre früheren Arbeiterinnen sämtlich bei der Konkurrenzfirma eingetreten waren. Es wurde weiter festgestellt, dast die Angeklagte Wohlfahrt diesen Wechsel veranlastt hatte, indein sie der Firma die Adressen der Arbeiterinnen mitteilte, die dann„wegengagiert" wurden. Der Inhaber der Firma F. erblickte hierin einen strafbaren Verrat geschäftlicher Geheimnisse und erstaltete sowohl gegen seine frühere Direktrice wie auck gegen die Inhaber der Konkurrenzfirma Anzeige. In der gestrigen Verhandlung wurde auf Antrag des Rechtsamvalts Dr. Alsberg als Verteidiger der drei Angeklagten als Sachverständiger' der Grostkaufmann L e w i n vernonnnen. Dieser bekundete, dast cS sehr häufig vorkomme, dast eine Direktrice nur deshalb engagiert werde, weil sie einen Stamm guter Arbeiterinnen um sich habe und bei einem Stellemvechsel mit sich bringe. Einen direkten Verrat von Geschäftsgeheimnissen kötine man hierin nicht erblicken. DaS Schöffengericht gelangte nach den Alissühruugen des Vertreters der Beklagten ebenfalls zu der Ansicht, dast ein strafbarer Verstost gegen den§ 9 des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb nicht vorliege und erkannte auf kosten- lose Freisprechung aller drei Angeklagten. Die Kosten deS Verfahrens wurden den Klägern auferlegt. Ein Arbeitgeber, der sich beleidigt fühlte. Der Malermeister Blietz, über dessen Taten und Schicksale hier wiederholt berichtet worden ist, sollte am Sonnabend wieder mal vor Gericht erscheinen, diesmal aber nicht als An- geklagter, sondern als Kläger. Im Frühjahr war Herr Bl. voin Schöffengericht wegen Beleidigung und Misthandlung zu 120 M. Strafe verurteilt worden, weil er Ende Januar den früher bei ihm beschäftigt gewesenen M a l e r g e h ü l f e n F., der noch eine Lohn- fordernng an ihn zu haben erklärte, auf offener Straste beschimpft und mit dem Stock über den Kopf gehauen hatte. F. hatte Straf- anlrag gestellt, und darauihi» war von der Staatsanwaltschaft Anklage gegen Bl. erhoben worden. Das Urteil wurde rechts- kräftig, nachdeni Bl. von der Strafkammer die von ihm ein- gelegte Berufung auf Anraten des Vorsitzenden als aus- sichtsloö zurückgezogen hatte. Der Beleidiger hatte aber ge- glaubt, den Spiest umkehren zu können, und hatte seinerseits gegen F. Privatklage wegen Beleidigung an- gestrengt. Erst jetzt, am Sonnabend, sollte über diese Klage vor dem Schöffengericht verhandelt werden, doch es kam gar nicht dazu, weil der klagende Herr Malermeister trotz vorschrifts- mästiger Ladung ausgeblieben war. Auf �,10 Uhr ivar der Termin angesetzt, inn 10 Uhr erst wurde die Sache herangenommen— und Bl. war noch immer nicht da. Lanl rief der Gerichtsdiener den Korridor hinaus und hinunter: „Blietz I Blietz l" Indes, soweit er die Stimme, die rufende, schickte— kein Blietz antwortete mit einem.Hier". Mithin mustte die Klage als zurückgenommen gelten und daS Ver» fahren wurde eingestellt. Die Kosten hat natürlich wieder Blietz zu tragen. Wodurch eigentlich F. ihn beleidigt haben sollte, wird uns nili, leider für immer ein Geheimnis bleiben. Nachdem wir Anfang Februar jenen Ueberfall geschildert hatten, veröffentlichte das Unternedmerorgan„Berliner Malerzeitung" eine Zuschrift deS Malermeisters Bl., in der dieser selber unter Zurückweisung der Lohnforderung nur folgendes gegen F. vorzubringen vermochte: bei der Reichstagswahl am 2S. Januar habe F. in einem Wabllokal über den an den Wahltisch tretenden Bl. laut gesagt:„Das ist der Malermeister Blietz, von dem habe ich auch noch Lohn zukriegen"; Bl. habe ihn sofort deswegen zur Rede gestellt, und F. habe nichts mehr erwidert; am 23. Januar habe Bl. am Bahnhof Stralau-Runmielsburg den ihm begegnenden F. erneut zur Rede gestellt, da habe F. in schreiendem Ton erwidert: „Ich will meinen Lohn haben", so dast andere Arbeiter eine drohende Halbing gegen Bl. annahmen. DaS ist die Dar- stellung des Herrn Malermeisters selber I Da must man in der Tat fragen, wodurch er sich beleidigt gefühlt hat. Vielleicht dadurch, dast sein ehemaliger Gehülfe noch Lohn von ihm haben wollte? DaS Borussia-Sextrtt. In dem Kuppeleiprozest gegen den Direktor de? Borussia« Sextetts Max Preist, der am Freitag vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I unter Ausschlust der Oeffentlichkeit begonnen hatte and zwei Tage dauern sollte, ist noch am Freitag gegen 11 Uhr abends das auf Freisprechung lauieiide Urteil gefällt worden. Wie der Vorsitzende Laiidgerichtsrat Pauli in der Urteilsbegründung ausführte, hat das Gericht es nicht für nach- gewiesen erachtet, dast der Angeklagte Kenntnis von den Bor- kommnissen nach der Vorstellung gehabt bat. Er habe vielmehr, wie festgestellt sei, in einzelnen Fällen gegen Unsiltlichkeiten seitens seiner Mitglieder energisch angekämpft, so weit dies in seiner Möglichkeit gelegen habe. Austerdem habe er auch keine Rechtspflicht gehabt, gegen Dinge, die sich nach der Vorstellung in ganz anderen Räum- lichkeiten abspielten, einzuschreiten, da er zu seinen Mitgliedern nicht in einem derartigen Verhältnis stand, wie z. B. ein Vater, Vor- mnnd, Ehemann, oder ein Gastwirt zu seinen Kellnerinnen. DaS Gericht hat es austerdem als nicht festgestellt erachtet, dast der An- geklagte aus dem Treiben der von ihm engagierten Mädchen irgend- welche persönlichen Vorteile gezogen hat. ! „Hoffnung Berliner Schneiderei-Genossenschaft 2 E. G. m. b. H. Zwischen Rosenthaler IQR Zwischen Rosenthaler A Tor u. Invalidenstr. ölUUUulljll. 100 Tor u. Invalidenstr. Gegr. i Februar 1906 v. organisiert. Scbneidergohulfen Berlins. 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Auf Ersuchen der Parteigenossen C h a r- lottcnburgs teilen wir mit, daß die R c st a u r a t i o n s- räume des dortigen„S ch i l l e r- T b c a t e r s" gesperrt sind. Wir bitten daher die Theaterbcsuck)er, vorstehendes be- achten zu wollen. Tie Lokalkommission. V. Wahlkreis. Dienstag, den 17. Dezember, außerordent- liche Generalversammlung bei Ballschmieder» Bad- srrahe 1(3, in welcher über Anstellung von besoldeten Beamten entschieden werden soll. Außerdem Referat und Korreferat der Gc- nassen Schippe! und Ledebour über„Kolonialpolitik". Die ordentliche Generalversammlung findet in der zweiten Hälfte des Januar statt. Der Vorstand. Am Freitag findet bei Ballschmieder, Badstr. 16, eine Volks- Versammlung statt, in welcher Genosse Stern über„Jesus, heutiges Christentum und Entstehung des kirchlichen Togmas sprechen wird. Der Einberufer. Sechster Wahlkreis. Zu der am Scnmtag, den 15. Dezember, bormittagö 10 Nhr, stattfindenden Vorstellung in der Urania sind noch Billetts bei Achilles, Wiclefstr. 2i und bei Fahrow, Rnvenü- sfcaße 6 zu haben. Der Vorstand. Charlottenburg. Am Dienstag, den 17. Dezember, findet im Volkshaus, Rosinenstr. ö, die Generalversammlung des Wahlvcreins statt. Aus der Tagesordnung derselben steht außer den geschäftlichen Ällitteilungcn der Bericht und die Tis- kussion über den 2. preußischen Parteitag. Wir erwarten mit Be- stimmtbeit, daß die Genossen sich zahlreich und pünktlich zu dieser Versammlung einfinden.' Ter Vorstand. Lichtenberg. Heute Sonntag früh werden die Genossen ersucht sich zur Parteiarbeit ihren Bezirks führcrn in den Bezirkslokalen zur Verfügung zn stellen. Um 10 V- Uhr findet daselbst Morgensprache statt, auch werden zugleich die Beiträge für de» Wahlverein beglichen. Um 12 Uhr mittags: Versammlung im Schwarzen Adler. Genosse Paul Singer wird über:„Bürgerrechte und Bürger- pflichten' sprechen. Morgen Montag ist Wahltag? Da? Zentral-Wahlbureau Pfarrstr. 74 bei Puhl, ist von 0 Uhr ab bis zur Beendigung der Wahl geöffnet. Da am Wahltage jede Hülfe gebraucht wird, so wird erwartet, daß sich die Genossen möglichst zahlreich zur Verfügung stellen. Tchöueberg. Tie Versammlung des sozialdemokratischer» Walil- Vereins findet diesmal am Dienstag, den 17. Dezember, abends H Uhr, in E. Obst» Festsälcrr, Meiningcrstr. 8, statt. Auf der Tages- ordnung steht: 1. Vortrag:„Wirtschaftliche Krisen." Referent: Redakteur Genosse WilH. D ü w e l l. 2. Dercins- angclcgcnhciten. 3. Verschiedenes. Genossen, des wichtigen Refc- ratcs wegen iit da» Erscheinen aller erforderlich. Gleichzeitig wird darauf hmgewicsen. daß die Ausstellimg für Jugendliteratur auch an diesem Tage geöffnet ist. Ter Vorstand. Trmpelliof. Tic Mitglieder des sozialdemokratischen Wahl- Vereins werden auf die am Dienstag, den 17. Dezember, abends L'ch Uhr, im Lokal M. Müller, Berliuerftr. 41/42, stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht. Tagesordnung:„Das neue Evangelium." Referent Genoffc I. Borchardt. 2. Tis- kussion. 3. Aufnalzme neuer Mitglieder. De» interessanten wie lehrreichen Vortrages wegen sind die Parteigenossen verpflichtet, für zahlreichen Besuch zu agitieren. Gäste, auch Frauen will- kmnuic». Ter Lorstand. Trcptow-Biiumschulenwclt. Dienötag, den 17. d. 9R. findet di Mitgliederversammluilg des Wahlvcreins in Speers Festsälen. Baum- schillcnstraße statt. Tagesordnung: 1. Vortrag:„Friede auf Erden." 2. Disknssioll. 3. VercinSangelegenHeiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Borstand. Außerdem machen wir die Parteigenossen auf unsere Bibliothek aufmerksam. Dieselbe bcsinde! sich Bamnschulenweg in» Lokal von Christ-, Ernst- und Marien thalcrstr.-Ecke. BücdrrcuiSgabe jeden Sonnabend von 7—10, in Treptoio bei Genossen Gramenz, Kiestjolz- straßc 412, im Laden. Ausgabe wochentags von 7—9 Uhr abends. Auch können dortielbst die WeihnachtSprämtei: für die„Vorwärts"- Abonnenten entnonmren werden. Vritz-Buckow. Am Dienstag, den 17. Dezember, abends ll-0 Uhr, findet bei Weniger, Britz, Rungiussir. 3. die WahlvercinZ- Versammlung jtait. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom preußischen Parteitag. Referent Genosse W o l l e r m a n n. L.Tis- kussion. 3. Verschiedene:. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist dos Erscheinen aller Mitglieder geboten. Der Vorstand. Tclto». Am Dirnstag. den 17. Dezember, abends 8 Uhr. findet im Lokale des Genossen W. Bonow die rrgelmäßige Mitglieder- versmnmlung des WahlvereinZ statt. Die Wichtigkeit der Tages- ordnung erfordert das Erscheinen aller Genossen. Auch Gälte haben Zutntr. Ter Vorstand. Nieder-Schönhaufin,-Nordend. Den Parteigenossen zur Nach- richt, daß an» Dienstag, den 17. Dezember, pünklich H'J Uhr. in Ncu-KarlShof, Ecke Bcuth- und Eharlottcnstraßc, unsere Bercinsversammlimg stattfindet. Tagesordnung:„Ter Wirtschaft- liche und politische Kampf der Arbeiterklasse." Referent: Genosse VcLper. 2. Diskussion. 3. Vereins- und Parteiangelcgenhcitcn. Die noch ausstehenden Listen und Billetts find in der Verfamm- lung abzurechnen. Um vollzähliges Erscheinen der Mitglieder er- sucht_ Ter Borstand. Berliner jVaebriebtern Tie Wahlen der Beisitzer zum Kausmannsgericht sind autzgtsschricbcn: sie finden am Sonntag, den 9. Februar 1998 statt. Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehülfc. der an diesem Tage das 25. Lebensjahr vollendet hat und in Berlin beschäf- tigt ist. Eine Wählerliste wird nicht aufgestellt. Tagegen gibt der Magistrat Wahllegitimationen heraus, auf denen vom Ehcs oder von der Polizeibehörde zu bescheinigen ist, daß der Gchülse in Berlin tätig ist. Die amtlichen Formulare zu diesen Legitimationen sind kostenlos zu haben im Wahlbureau des Magistrats. Post- straß? 19, außerdem im Bureau des Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und-Gehiilfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin, Neue Königstr. 36, im Bureau der Berliner Gewerk- schaftskommission, Engelufer 15. I. in der Expedition des „Vorwärts", Lindenstr. 69, bei Jakob Wieke, Zigarrengeschäft. Wendcnstr. 2, bei Adolf Adler. Zigarrengeschäft. Voltastr. 37. H. Raschle. Zeitungsspedition, Ackerstr. 26, Karl Mars. Zeitungsspedition. Lychenerstr. 123, Karl Anders. Zeitunasspedi- tjon, Salzwedelerstr. 8. «Fahren Sie nur so fort!" Tie Hrage der Speisung bedürftiger Schul- kindcr kommt jetzt allmählich in Fluß. Die Stadtver- ordneten Versammlung hat in ihren zwei letzten Sitzungen sich äußern müssen zu den Anträgen der sozial- dvmokrati'chen Fraktion, die diele Angelegenheit betreffen. Und die Piagistrgtsvcrtreter durflen stolz erklären, daß auch der Magistrat sich schon mit ihr deschästige. Daß das Magistratskollegium noch vor Einbringung der sozialdemokratischen Anträge sich in Bewegung gesetzt habe, das wurde im Rathaus mit starker Betonung hervorgehoben. Stadtverordneter Cassel, der Hauptwortführcr des Berliner Stadtfreisinns, pries den Magistrat, der nicht e r st die Anregung der Sozialdemokraten abge- wartet und ihrer gar nicht bedurft habe. In der Freisinnspresse wird dieser Gedanke weitcrgesponnen. das ver- steht sich von selber. Die„V o s s i s ch e Z e i t u n g" erzählt: „Wenn in bürgerlichen Kreisen eingehend erörtert wird, wie eine soziale Aufgabe zu lösen sei, flugs kommt die Sozial- demokratie, stellt einen Antrag, schlägt einen fürchterlichen Lärm, und nach zwei oder drei Jahren soll es eine ausge- machte Tatsache sein, daß nur„Genossen" den Fortschritt be- wirkt, ihn der„herzlosen",„ausbeutenden" Bourgeoisie in schwerem Kampfe abgerungen haben." Was das Freisinnsblatt da schwatzt, das kann nur ein Mann geschrieben haben, der entweder keine Ahnung von den Tingen hat oder frisch darauslos schwindeln zu dürfen glaubt. Tie Frage der Speisung bedürftiger Schulkinder wird jetzt nicht zun, ersten Male im Rathaus erörtert. Nicht zum ersten Male haben die Stadtverordneten Stellung dazu zu nehmen, ob der Kindervolksküchenverein ausreichend unterstützt werden soll, nicht zum ersten Male wird darum gestritten, ob die Stadt die Pflicht hat, selber die Speisung der Kinder zu übernehmen. Immer war es die sozial- demokratische Fraktion, die zur Erfüllung dieser Forderungen mahnte, und immer der Freisinn, der sich dagegen wehrte. Es sind jetzt gerade zehn Jahre her, daß die freisinnige Stadtverordneten- mchrheit glatt sogar einen Antrag der sozialdemokratischen Fraktion ablehnte, der nur forderte, zunächst mal wenigstens Erhebungen darüber anzustellen, wie viele Gemeindeichul- findet ohne Frühstück zur Schule kommen. Selbst hierbor schreckte der Freisinn zurück! Nun, inzwischen ist man ja in Berlin denn doch uni etliches fortgeschritten. Inzwischen hat auch der Stadtfreisinn z'ich besonnen, daß aiigesichts der wachsenden Gefahr eines allgemeinen Not- st a n d e s endlich etwas getan werden muß. um— der So- zialdentokratw ein„Agitationsmittel" zu entziehen. Uns soll'S gleichgültig sein, aus welchem Grunde die Gemeinde- behördcn endlich etwas mehr als bisher ihre Pflicht tun wollen: wenn sie nur sich überhaupt entschließen, ihre Pflicht zu tili,! Ter Brauch, solche späten Entschließungen dann als frei- willige Großtat des Berliner Stadtfreisinns auSzuschrcien, ist längst nicht nichr neu. Genosse Singer hat einmal in der Stadtverordnetenversammlung dieses kindliche Vergnügen in gelungener Weise verspottet. Es Ivar bei irgendeiner Gelcgeil- heit, wo die Freisinnigen wieder mal ihrem Ablehnungscifer keinen Zwang antun zu sollen glaubten. Unser Redner tröstete sich mit der Zuversicht, daß dieselbe Mehrheit in nicht zu ferner Zeit— wie schon so oft— a l s ihr„eigenes" Werk das durchführen werde, was sie als A n r c- gung der Sozialdemokraten abgelehnt habe. Und er schloß mit der launig aufniunternden Mahnung: „Fahren Sie nur so fort!" „F a h r e n S i e n u r s o f o r t>" Wir wollen wünschen, daß die Freisinniget, des Berliner Rathauses jetzt auch in Sachen der Speisung bedürftiger Schulkinder sich jener Mah- nung erinnern und sie beherzigen. „WohllätigkcitSseste". Die Saison der„Wohltätigleitöfeste" hat wieder be gönnen, in der die Creme der Gesellschaft zuaunsten der Be dürftigen die Nächte hindurch flirtet, tanzt, spielt und Sekt trintt. Ein eventueller Geldüberschuß wird dann zu einem wohltätigen Zwecke verwendet— daher der Name„Wohl- tätigkeitSjest". Wie solche Feste arrangiert werden und wie es auf ihnen hergeht, möge die folgende Stelle aus dem Be- richt eines in, Arollschen Etablissement stattgefundenen Wohl- tätigkcitd festes zeigen, auf dem u. a. Minister, Präsidenten, Diplomaten usw. mit ihren Damen vertreten waren- Es heißt da: „Die künstlerischen Darbietungen waren auSerwäHIt«, die Tekoratianen der Festräume wahrhaft glänzende. In den reich- geschmückten Sekt-, Wein-, Kaffee- usw. Lauben walteten Damen der Gesellschaft ihre? schwierigen Amtes und trugen so ebenfalls zum Gelingen des schönen Festes bei. Auserlesene Genüsse bot das mit Geschmack zusammengestellte Programm" usw. Alle Lichtung vor so viel Aufopferung der eleganten Damen und Herren im Dienste der Wohltätigkeit! Und da gibt es noch undankbare Menschen genug, die nicht einsehen wollen, welch' warn, es Mitgefühl unsere Edelsten und Besten für die Enterbten und Darbenden dieser Welt besitzen! Eine Erinnerung an Richard Boeckh. Genosse Tr. Zadel schreibt uns:„Es war vor 19 Jahren. Ein Berliner Pastor hatte sich veranlaßt gesehen, in der Oefscntlichke,t auf die fürchterliche„Unsittlichkeit" in der Hauptstadt hinzuweisen: statistische Ermittelungen hätten er- geben, daß der größte Teil der heiratenden Mädchen nicht mehr als Jungfrauen in die Ehe trete. Tie Wirkung dieser Pastoralen Entrüstung auf unsere städtischen Behörden war eine verblüffende, die Fortsetzung der betreffenden Festste!- lungen und Publikationen wurde inhibiert. Auf eine dies- bezügliche Anfrage bei dem Leiter des Berliner statistischen Amtes schrieb mir B o e ck b:„Was Ihre Frage betrifft, so soll — dem st a t i st i s ch e n A m t ist nichts davon mitgeteilt worden— den Standesbeamten vom Magistrat ver- boten worden sein, bei Meldung ehelich geborener Kinder die Zeit der Eheschließung zu notieren, und das Anfang Dezember an die Deputation für Statistik ergangene Verbot, von welchem Sie ja damals noch als Mitglied derselben Kenntnis nahmen, nach welchem die Ergebnisse der betreffenden Auszählung im Jahrbuch nicht publiziert werden sollten, ist seitdem nicht allein nicht zurückgenommen, sondern es ist so- gar eine Verfügung an die Deputation ergangen, ivelche alles bisher dagewesene übersteigt und bei mir die Ueberzeugung gefestigt hat, daß gewisse subalterne Geister oder vielmehr Nichtgeister direkt darauf hinarbeiten das Statistische Amt der Stadt Berlist. welches jetzt anerkanntermaßen die erste Stelle in der Welt einnimmt, wieder auf den Standpunkt eines simplen MagistratSdureauS hcrabziidrückcn, auf dem ich es vor 23 Jahren vorfand. Andererseits freue ich mich, daß sämtliche der Deputation angehörende Stadtverordnete die Freiheit der Wissenschaft hochhalten wollen und daß bei diesen die Absicht besteht, die ganze Sache zunächst in der Etatskommission und dann in der öffentlichen Stadtverord- netenversammlimg zur Sprache' zu briiigew Ich selbst kann nur dringend wünschen, daß alle aufgeklärten Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung das Statistische Amt in seinen Taten nach w i s s e n s ch a s t l i ch e r F e st st e l l u„ g der objektiven Wahrheit der Verhältnisse unseres Volkslebens kräftigst unterstützen." Boeckh war eine Gelchrtennatui', von kindlicher Offenheit und Güte, allzeit bereit, aus seinem reichvE Wissen und Können jedem zu spenden, der wissenshungrig zu kam. Aber stolz und unnahbar konnte er werden, wenn es aalt, sein Recht und die Freiheit der Wissenschaft gegen Einarlf� Zu ivahrcn, wie der obige Schwabenstreich des Magistrats Haupt- und Residenzstadt einen darstellt. Daß ein so rücksit�tsloser Ermittler der Wahrheit— ist doch die Statistik vielleicht dw voraussetzungsloseste aller Wissenschasten, die jede Tende/'Z ausschließen muß—, daß ein solcher Manu mit starrem Sinn und steifem Nacken, wie sie heute immer seltener werden, nicht immer einen leichten Stand in der Berliner Gemeindeverwal- tung hatte, daß solche Konflikte ihn mit Bitterkeit und In- grimm erfüllen und endlich zum Rücktritt von seinem Amte bringen mußten, bedarf keiner weiteren Ausfübrung. Schließ- lich war er es doch, der fast regelmäßig bei solchen Konflikten den Kürzeren zog. wie im vorliegenden Fall, wo über seinem Kopf hinweg, ja ohne auch nur dem Amt davon Mitteilung zu machen. Verfügunaci, erlassen wurden, welche seine wissen- schaftliche Arbeit hemmten oder ganz lahmlegten. Jene von Boeckh angeregten, leider nur für kurze Zeit durchgeführten Feststelluligen seitens der Standesbeamten hatten das bemerkenswerte Resultat ergeben, daß— irre ich nicht— bei zwei Dritteln der ehelichen Erstgeborenen die Be- sruchtuna schon vor der Eheschließung stattgefunden hat— ein Resultat, das bei Muckern und Spießern Entrüstung, bei vorurteilslosen und freien Menschen(auch bei Boeckh!) die gegenteilige Empsinduiia zu erwecken geeignet ist. Beweist es doch, daß die Berliner Männlein und Weiblein in der Frage der Gcschlcchtsliebe sich weder um Kirche noch Standesamt scheren, daß sie aber, und zwar meist noch rechtzeitig der Form genügen, um Mutter und Kind de» heute noch anhaftenden Makel der Unebclichkeit zu ersparen. Seit 19 Jahren entbehren wir diese wichtigen Feststellilii- gen— die sittliche Ordnung ist wieder, einmal gerettet! W i r wären es dem A n d e n k c n des Verstorbenen, des genialen Leiters der Berliner Statistik durch ein Menschen- älter hindurch, wohl schuldig, dahin z»»virkeu, daß jene trag,- komische Verordnuna wieder ausgehoben und jene von Boeckh vcraiilaßtcn Erhebungen wieder sortgesetzt würden." Die Aiisstrssiina enipsehlenöwerter Jugendschriften int GewerkichastShaus. Engeluscr 15. kann„ u r n o ch am h e u t i a e n Sonntag von 1 Uhr nachmittags bis 19 Uhr abends besichtigt werden. Eltern, die sie noch nicht ge- sehen haben, sollten diese letzte Gelegenheit zu einem Besuch nicht versäumen. Der Zutritt ist unentgeltlich. Ter Berliner Juaendschnstenausschuß. der im vorigen �yre von Genossen und> Genossinnen ins Leben gerufen wurde, hat 162 Bücher nach sorgfältiger Prüfung ausgewählt und emp- fiehlt sie den Eltern aus der Arbcitcrbevöllcrung als Lektüre für ihre Kinder. Wer sie selber prüft, wird erkennen, wie sehr sie sich von jenen anspruchsvoll austretenden, aber tatsächlich wertlosen Machwerken unterscheiden, mit denen der �ugem)- schriftenmarkt alljährlich zu Weihnachtm von aeschaftskundl- neu Verlegern überschwemmt wird. Die Ausstellung wird heute um 19 Uhr abends geschlossen. Berliner Schncll-Bcrbmdunge». Ja. die Schnellbahn, das ist'ne Erfindung! Ja. die reitet uns I lFragt sich bloss, wann 1) Alles kommt auf günstige Verbindung Für den eiligen Berliner an. Linien vom höchsten Norden geben Bis nach Rixdorf. falls du cS erlebst: Sttahenbahn-Tunnel» sind vorgesehen, Ausserdem'ne Bahn, wie wennste schwebst. Zn vermeiden tausendfachen Aergcr, Wird ein GleiS zum Viehhof abgesteckt: Auch die Wilmersdorf- und Schöneberger Schnellbahn ist schon fertig—»m Projekt. Wer des hent'gen Fahrgasts Qual und SchmbMig, Geld-«nd Zeitvergeudung klar ermißt, Der erkennt, daß günstige Verbindung Für Berlin'ne Lebensftage ist. Doch de« Fortschritts Sieg ist keine Ente, Stolz erhebt Berlin auch hier sein Haupt, Falls der Herr Regierungspräsidcntc. Falls der Hcrr Minister cS erlaubt. steine Stadt dann schnell'rer tleberwindung Der Raumschwicrigkeit sich rühmen kann; Alles kommt auf günstige Verbindung— Mit den hohen Obrigkeiten an. _(Taliban im„Tag'.) Die Straßenbahnlinie Ringbahnhof Halenfec— Rummelöburi, wird am heutigen Sonntag vom Rathaus in Rummelsburg bis zum Wcichbilde FricdrichSfclde verlängert werden. Die Wagen durchfahren vom RathauSplatz die Rathausdurchfahrt. Rathaus- ftraße. Prinz Albertstrahe und Neue Prinz Albertstraße bis zur RummclSburgcrstraße in Friedrichsfeldc. Bon der jetzt bestehenden Linie 79 werden die Hälfte der Wagen unter der Nummern- bezeichnung 73 bis zu der neuen Endstation durchgeführt und folgen sich abwechselnd in 7Zü Minuten Abständen zwischen Halensee und Rummelsburg Rathaus und in 1b Minuten Abständen bis zur Weichbildgrenze Friedrichsfeldc. Polizei und Post am silbernen Sonntag. Am silbernen Sonntag, den 15. Dezember, können in Berlin. Charlottenburg. Wilmersdorf und Rixdorf Gehülfcn, Lehrlinge und Ar- beiter von 8— 19 und 12— 8 Uhr, in Schöneberg von 8—91/2 und Iii/:— 8 Ubr beschäftigt werden. Back- und Konditor- waren. Fleisch. Wurst, Milch kann schon von 5, Rohcis von 8 Uhr früh verkaust werden. Brennmaterialien von 5—19 Uhr früh. Die'Post führt im ganzen Berliner Bezirk ausnahmS- weise eine Bestellung von Paketen aus. Im übrigen be- schränkt sich die Bestellung, wie an anderen Sonntagen, auf Briefsendungen. Auch die Schalter sind zu denselben Stun- den wie sonst geöffnet._ Arbeiter-Bildungsschule Berlin. Auch in dieser Woche kann leider der Genosse Grün» Wald wegen andauernder Krankheit seine Lehrtätigkeit, sowohl in Nationalökonomie als auch im RedcübungSkursus. noch nicht wieder aufnehmen. Wir bitten deshalb die Teil- nchnicr in beiden Kursen, spätere Bckanntmachnngen genau beachten zu wollen. Ein hoffnungsvoller Pädagoge. An der 89. Mädchen-Gemeindefchule in dcc Diestelmeyerstraße wird ein Lehrer M a n i g beschäftigt. Der Herr ist noch jung, er ist vor drei Jahren aus dem Seminar losgekommen. Im Berliner Gemeindeschnkdienst ist er erst„einst- weilig angestellt", so daß er noch auf die ersehnte„feste Anstellung" zu warten hat. Wenn er aber an das Ziel seiner Wünsche und Hoffnungen gelangen will, so wird er sich wohl noch eine andere Erziehungsmethode angewöhnen muffen, als er sie bisher für zulässig gehalten hat. Das Merkblatt für prügelnde Päda- gogen, da? von der Schnldeputation den Lehrern und Lehrerinnen zur Nachachtung empfohlen worden ist, tvarnt besonders davor. Mädchen zu prügeln. Es heißt hierüber in dem Merkblatt: „Nach dem Urteil namhafter Pädagogen unterbleiben in Mädchen- schulen körperliche Strafen am besten vollständig". Herr Manig hat sich hierdurch dicht hindern lassen, gegen seine Schülerinnen fleißig den Stock zu gebrauchen. Und es genügte ihm nicht, nur durch Prügel zu wirken. In der Klaffe VI dl, die ihm anvertraut ist, hat er kürzlich eine Schülerin, die im Rechnen eine falsche Antwort gegeben hatte, in die Haare gepackt. Die Eltern waren empört, als sie davon erfuhren. Das Kind versicherte, wiederholt in dieser Weise von Herrn Manig mißhandelt worden zu sein. Eine kahle Stelle zwischen den Haaren, die den Eltern auffiel, brachte sie auf die Vermutung, daß Herr Manig dem Kinde geradezu ein Haarbüschel ausgerissen haben müffe. Da begab der Vater sich zum Rektor Schwabach und trug ihm die Angelegenheit vor. Herr Schwabach ging williger auf seine Klage ein, als man es sonst von Gemeivdeschulcektoren ge- wöhnt ist. Er rief den schuldigen Lehrer herbei und stellte ihn zur Rede. Als dem Herrn Manig auf dem Kopfe des KindeS der kahle Fleck gezeigt wurde, leugnete er nicht, daß er das Kind in die Haare gepackt habe. Er bestritt aber, ein Haarbüschel heraus- gerissen zu haben. Der Vater will, um auch hierüber Klarheit zu sckiaffcn, die Schuldeputation um Untersuchung bitten. Man kann nur wünschen, daß gegen einen Mann, der schon im Beginn seiner Lehrerlaufbahn zu so schwerer Klage Anlaß gibt, mit aller Strenge vorgegangen wird. Wird die Schuldeputation zu der Ansicht gelangen, daß dieser Pädagoge noch gut werden kann? Der Berliner Ommbustanf. Dem Vorschlage fccS Polizeipräsidenten. zwei Teilstreckenfahrten ans 15 Pf. festzusetzen und dem erweiterten Vorschlage de» Magistrats, fünf Teilstreckenfahrten für SO Pf. zu gewähren, hat nunmehr auch die Allgemeine Berliner Omnibusgefcllschaft zugestimmt. Der Zeitpunkt der Gültigkeit des neue» Tarifs ist noch nicht bestimmt. Dir vrrciuigteu Bäckcrimningeu Berlin? und der Bororte haben in ihrer letzten Sitzung beschlossen, denjenigen Kunden und Haus- frauen das K u ch e n b a ck e n nicht zu gestatten, welche das Mehl und die Hefe nicht von dem betreffenden Meister entnommen haben: Bleche und Formen werden nur gegen Pfand verabfolgt. Dieser Beschluß soll strikte durchgeführt werden. Ob das den Herren gelingt, ist sehr zu bezweifeln: mehr oder minder werden sich auch die Herren Bäckermeister nach ihren Knuden richten müilcn. SnbmisfloiiSblätc». Bei der Verdingung der Möbellicferungen für dir Kcnier-WilhelmS-Akademie, wobei eS sich um Möbel nach Modellen handelte, sind unglaubliche Anerbietungen gemacht tvorden. Für Stühle wurden pro Stück 0,90—15 M. verlangt; für Schreib- tische 91,75—205 M.; für Tische 26—60 M.: für Speiseschränke 33 bis 105 Ni. und für Kleiderschränke 97—235 M. per Stück. Das auffallrndstc dabei ist, daß die Firmen, welche die niedrigsten An- geböte abgegeben haben, ausschließlich Händler sind und die Möbel» fabriken ausichlictzlich die höchsten Preise verlangt haben. Einen neuen Konzertsaal hat die Happoldtsche Brauerei in der Hascnheide 32— 38 eröffnet. Er ist nach den Erforderniffen der Neuzeit mit allem Komfort ausgestattet und faßt 3000 Personen. Nur ein Waisenkind. Hat eine Mutter, die ihr Kind der öffentlichen Waisenpfleae überlassen muß, noch ein Recht darauf, über das weitere Schicksal dieses Kindes unterrichtet zu werden? Diese Frage drängt sich uns auf auS Anlaß des folgenden Vor- kommnissc». Eine Arbeiterin L-, die in Berlin wohnte, hatte ein uneheliches Kind. Es war untergebracht in«3 ch ö n e b e r g bei mner Frau, die es durch die Armenverwaltung in Pflege bc- kommen hatte. Das Kind erkrankte dort und mußte in Schönebcrg dem Krankenhaus an der Rubens st raße zugeführt werden. Tic Mutter besuchte ihr Kind in der Anstalt und gab dem Personal ihre Adresse. Das Kind starb dann an einem Sonntag, an dem die Mutter verhindert war, wieder hinauszufahren und nach dem Befinden des Kindes zu sehen. Als Fräulein L. am darauf folgenden Sonntag nach der Anstalt kam. wurde ihr zu ihrer schmerzlichen Ueberraschung mitgeteilt, daß das Kind schon vor einer Woche gestorben sei. Die Krankenschwester vcr- sicherte, sie habe die ihr angegebene Adresse dem Bureau über- wiesen. Sie fügte hinzu, es sei nicht ihre Schuld, daß die Be- nachrichtiguna der Mutter unterblieben sei. Aber vielleicht sind solche Benachrichtigungen überhaupt nicht üblich. wenn„nur ein Waisenkind" verstorben ist? Selbstverständlich war das Kind inzwischen schon beerdigt worden. Frl. L. begab sich zur Armcnverwaltuna der Stadt Schöneberg und fragte, wo die Leiche geblieben sei. Man antwortete ihr kurz angebunden:„Jedenfalls auf dem Kirchhof." Das Kind ist am 21. November gestorben, aber noch LMj Wochen später wartete Frl. L. auf eine amtliche Benach- richtigung, und wahrscheinlich hat sie auch bis heut« eine solche noch nicht erhalten. Wir vermuten aber, daß man die Mutter sehr rasch zu finden wissen wird, wenn es sich darum handelt, sie zur Deckung der entstandenen Kosten heranzuziehen. Ter„Berein zur Vergebung von Titeln". In dem famosen katholischen geselligen Gcbastianverein sind cffenoar noch eine Menge Ehrenämter, Würden und Titel, von denen die Welt bisher nichts gewußt hat. zu vergeben. Es ist derselbe Verein, der kürzlich den lieben Gott zum Vereinsvorsitzeuden ernannte, was nicht bloß in der sozialdemokratischen Presse große Heiterkeit ausgelöst hat. Daß man nebenbei dem lieben Gott, dessen Namen diese Sorte Katholiken so unendlich oft vergeblich im Munde führt, noch den Meistertitel verliehen hat, nämlich als göttlicher Meister, ist auch nicht übel. Mit ehrendem Oel wurde ferner der bisherige Kassierer öffentlich in den freigebigen Spalten der..Märtischen Volks-Zeitung" gesalbt. Er hatte zwar noch keine zweitausend Marler alljährlich unter sich, erhielt aber trotz dieser Lappalie für seine„aufopfernde, wahrhaft musterhafte, peinlich sorgfältige, überaus schwere und verantwortungsvolle Tätigkeit" den Titel eines„Ehren-Rendanteu". nachdem er aus Gesundhcits- rücksichten nicht mehr imstande ist. das Riescndcpot weiter zu ver- walten. Nächstens werden wohl nicht so viele Mitglieder als Titel in diesem großsprecherischen Verein, der sich vorlaut an die Oeffent- lichtcit drängt, zu haben sein. In demselben Atem heißt es:„Seelenmessen und fromme Gebete opferten wir für die Toten. Verheißungsvoll klingt es an unser Ohr: Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barm- Herzigkeit erlangen. Schrumm! Und wie steht'S mit den Opfern für die Lebendigen, Ihr gottvoll frommen Katholiken? Wir möchten nicht nachforschen, was der neugebackene Ehreneendant an solche notleidenden Glaubensgenossen geopfert hat, die nicht sieben- mal in jeder Woche nach der Kirche rannten. Da dürfte wohl blut- wenig herauskommen. Für solche, die den Rosenkranz tüchtig durch die Finger laufei? lassen können,— alles; für die anderen. auch wenn sie desselben Glaubens sind,— keinen roten Pfennig! Ein äußerst wohlgenäbrter katholischer Piarrcr in Berlin mit- worlete einem hochgebildeten Manne, der sich in der äußersten Not — er hatte drei Tage lang nichts gegessen— an ihn um eine ganz geringe Unterstützung gewandt hatte, wörtlich:„Mein Lieber, ich habe noch weniger wie Sie? Beten Sie nur recht fleißig zu Gott, dann wird's Ihnen bald besser gehen!" So könnten noch Hunderte von praktischen Beispielen angeführt werden, wie die viclgerühmte katholische Charitas völlig versagt, sobald der Bittende nicht als eifriger Kirchengänger bekannt ist. Und deshalb ist es eine Heuchelei, in derartigen Vereinen immer wieder zu prunken und zu prahlen mit charitativcm Streben und mit nie ermüdender Wohltätigkeit. Bei einem dreifachen Zusauimensloß ist vorgestern der Troschkcnbesitzer Bletzner auS der Jagowstratze 12 schwer zu Schaden gekouimen. Er hielt mit seiner Pferdcdrojchkc an dem Standplatz des Bahnhofs Tiergarten und stand neben dem Wagen, als eine Automobildroschke, von Charlottenburg kommend, heranjagte. Der Kraftwagen mußte plötzlich eines Hindernisses wegen bremsen und hierbei schleuderte das Gefährt auf dem schlüpfrigen Asphalt gegen einen vorbeifahrenden Flaschenbierwagen. Der letztere wurde gegen die Droschke gedrückt und hierbei B. zwischen beide Wagen geguetscht. Er erlitt eine schwere Brust- und Sckmlterquetschung, wurde zunächst nach der Unfallstation in der Berlincrstraße in Charlottenburg und von dort nach dem Krankenhause Moabit übergeführt. Die drei Wagen wurden nur wenig beschädigt. Ein Zusammenstoß eines Aiiromobil« mit einem Straßenbahn- wagen fand gestern in der Blücherstraße, Ecke der Zossenerstraße, statt. Dort fuhr ein Straßenbahnzug der Linie 15 iRixdorf— Moabit) auf einen aus der entgegeiigesetzten Richtung kommenden Automobil- omnibus der Linie A sStettincr Bahnhof— Kaiser Friedrichplatz) mit solcher Gewalt auf, daß die Vorderplattforn? des Motorwagens zer- «rniiimert, daö Vorderteil des Automobils eingedrückt und die Seiten- scheiben zersplittert wurden. Der in dem OinnibnS befindliche Privatbeamte Brademann, Rixdorf, Berlinerstraße 106 wohnhaft. erlitt«ine Verletzung über dem linken Auge, ein Fahrgast de« Straßenbahnwagens, der Hasenheide 6l wohnende Kaufmann Gcllert, Verletzungen im Gesicht. Die beiden Verunglückten erhielten auf der Unfallstation am Tcnwelhofcr Ufer ärztliche Hülfe. Die beiden bc- schädigten Waggons mußten aus dem Betrieb? gezogen werden. Für 8060 M. Fuhrwerke und Waren gestohlen. Die Wagen- mavder entwickeln augenblicklich wieder eine unheimliche Tatig- keit. Sic benutzen den vor Weihnachten herrschenden starken Vcr- kehr auf den Straßen, um Fuhrwcrksdicbstähle auszuführen. So wird heute über fünf derartiger Diebstähle berichtet. Vor dem Haufe Molkcnmarkt 3 wurde ein Fuhrwerk der Firma Kaderbow, Frankfurter Allee 47, im Werte von 2000 M. entführt. Das Ge- fährt war mit zwei Wallachen bespannt.— Vor der Zentralmarkt- halle wurde ein Wagen des Engros-SchlächtermcistcrS Krippchnc, Tilsiterstraße 85, mit Ladung gestohlen. TaS Gespann hat gleich- falls einen Wert von 2000 M.— Ein anderes dem Schlächtermeister Cfchkc, Grünthalerstraße 52, gehöriges Fuhrwerk wurde ebenfalls von der Straße fortgestohlen. Das Fuhrwerk war mit zehn Mittel- stücken und anderen Fleischwarcn beladen; eS ljat einen Wert von 1500 M.— In der Frankfurter Allee wurde ein Kastenwagen der Brotfirma Heinrich Hänge aus Weißensee mitsamt der Ladung entwendet. H. ist auch um 1500 M. geschädigt worden.— Schließlich sei noch der Diebstahl eines Fuhrwerks der Firma Davidsohn, Winsstraße 62, der vor der Zentralmarkthalle ausgeführt wurde, erwähnt. Fünfzehn Zentner WeihnachtSnüffe gestohlen. Ein dreister Diebstahl ist vorgestern am hellen Tage in der Großen Präsidenten- straß: verübt worden. In dem Hause Große Prästdcntcnstraße 6 hat der Kaufmann Bcrger in den Kellerräumen große Vorräte an Weihnachtönüsscn untergebracht. Vorgestern mittag fuhr nun ein Dieb mit einem zweispännigen Wagen vor dem Hause vor. Er verschaffte sich Eingang in den Keller und schleppte in aller Gemütsruhe acht Sack Haselnüsse und einen Sack amerikanische Nüsse, im ganzen 13 Zentner, aus dem Keller heraus. Sorgsam lud er die Nüsse auf den Wagen und fuhr unbehelligt davon. Passanten hatten dem Treiben des Diebesburschen zugeschaut, doch waren sie natürlich der Meinung, der Mann handele im Auftrage de? Firma. In großer Lebensgefahr schwebten vorgestern abend zwei An- !llte deö Kaufhauses dcö Westens am Wittenbergplatz. In einem Kellcrräume hatten sich durch aufgestellte Koksöfen Gase ent- wickelt, und zwei Hausdiener, die an der gefährdeten Stelle zu arbeiten hatten, wurden davon nichts gewahr. Sie atmeten derartige Mengen von den giftigen Gasen ein, daß sie schließlich be- wutztlos zusammenbrachen. Glücklicherweise wurde der Unfall bald darauf bemerkt und ärztliche Hülfe von der Unfallstation herbeigerufen. Die beiden Verunglückten befinden sich jetzt außer Lebensgefahr. Ein sehr pflichteifriger Schutzmann scheint der im Haiiie Bad- traße 20. vorn 4 Tr.. ivohnende Schutzmann K. Wcuzkc zu sei». Am Freitag, den 13. d. M.. am Spätnachmittag kommt da so ein armer Teufel, welcher durch unsere so herrliche„gottgewollte Ordnung" gezwungen ist, seinen Lebensunterhalt sich zu erbetteln, auch vor die Tür des Hern? Schutznin''' und klopft um ein Almosen an. Ihm wird geantwortet:„Warien Sie ein klein wenig!" Bald darauf erscheint denn auch der Herr Schutzmann in voller Uniform, un? den verdutzten„Bettler" zu arretieren. Man muß bedenken, daß der Schutzmann diese Heldentat in seiner dienstfreien Zeit ausführte, als ob es gälte, einen Mörder zur Strecke zu bringen. Hoffentlich wird an aetvissen Stellen der Dicusteiier des Herrn gebührend gewürdigt. Es ist sonderbar, daß sofort ein Schutzmann zur Hand ist, wenn es gilt, einen armen Schlucker „unterzubringen", obwohl man gerade auf dem Gesundbrunnen bei ganz anderen Gelegenheiten notwendig einen„Polizeier" brauchte. aber trotz eifrigsten Euchens keinen finden kann. Die Freie Volksbühne brachte am Freitagabend Otto Erich Hartlebens dreiaklige Komödie„Erz? eh n n g zur Ehe" zur Aufführung. Die„Erziehung zur Ehe" ist eine der glänzendsten 'ozialc» Satiren, welche uuserc moderne Literatur erzeug? har.� Dank der verhältnismäßig guten Darstellung fand das Stück allseitigen Beifall. Im Wissenschastlicheu Theater der Urania finden am So?,ntag. Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sontiauend die letzten Wieder- holungen deö ruit zahlreichen farbigen Bildern und Wandel- Panoramen ausgestatteten Vortrags„Ueber den Brenner nach Venedig" statt. Am Montag hält Herr Tr. Mühlstadt einen Vor- trag„Die Besteigung deö Montblanc, des Königs der Berge" und am Mittwoch findet der 3. Vortragsabend des Wissenschaftlichen Vereins statt und zwar spricht Herr Professor Dr. Hergescll aus Straßburg über„Ta« Luftmcer als Stätte der wissenschaftlichen Forschung und deö menschlichen Verkehrs". Am Sonnabend findet noch einmal eine Nachmittagsvorstellung zu kleinen Preisen statt und zwar wird der«ortrag„Die Gletscher der Hochgebirge und die Eiszeit unserer Heimat" zur Darstellung gelangen.— Im Hör- aal werden nachstehende Vorträge gehalten werden: Montag Pro» 'essoi; Dr. Rathgcn:„Ter Kohlenstoff" und Freitag Dr. Thcsmg: „GcscllschaflSlcben bei höheren Tieren". Die EberSw-ilderstraße von der Schönhauser-Mee bis zlir Schwedterftraße wird behnfö Umpflasterung vom 16. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Der Zoologische Garten konnte durch einen glücklichen Zufall einige wilde Kanarienvögel erwerben, Tiere, die im Handel nur in Ausnahmefällen zu uuö kommen. Die Vögel find 'eifch von Madeira eingeführt und beträchtlich kleiner und zier- lichcr als die gezähmte gelbe Form. Sie sind im wesentlichen gelb- grün gefärbt mit dunklerer Strichelung. Bei den Weibchen macht der gelbliche Ton einem grauen Platz, und außerdem ziert ein an- ■precher.dcs Blaugrau den Hals. Tie Vögel bewohnen einen Käfig des neuen Vogelhauses. Feuerwehrbericht. In der letzte?? Nacht hatte die 4. Kompagnie in der Tegelcrstr. 17 zu tun. Dort stand auf dem Hofe um Milter- nacht ein Stallgebäudc in Flammen. Diese hatten an Heu- und Strohvorrätcn reiche Nahrung gefunden, so daß bei Ankunft deS 16. Zuges Gefahr im Verzuge war. ES gelang, Pferde und 'Droschken in Sicherheit zu bringen. Um den Brand zu löickicit, mußte die Wehr mit mehreren� Schlauchleitungen tüchtig Wasser geben und beim Vorgehen 2 Stcckleitergänge benutzen. Gestern früh um 3 Uhr brannte in der Linkstr. 30 das Dach mit der Schal- decke. Auch in der Jnvalidenstr. 53 mußte ein Schaldeckenbrand gelöscht werden. Ein Schaufensterbrand beschäftigte den 3. Zug in der Swinemünderstr. 57. Fast gleichzeitig mußte der 13. Zug an der Ecke der Rosentbaler- und Linienstr. 203 einen Schaufenster- brand löschen. Am Dönhoffplatz mußte der Zug 17 ein Verkehrs- Hindernis beseitigen. In der Dorckstr. 45 brannten Fußböden u. a. Außerdem liefen noch Alarme aus der Tcmpelherrenstr. 10 und anderen Stellen ein. Vorort- l�acbrickten. Stadtverordnetenlvahl in Lichtenberg. Am morgigen Montag findet von II Uhr vormittags bis 8 Uhr abends die Stadtverordnetentvahl in der dritten Wähler- klaffe statt. In der Gemeindevertretung war diese Klasse bisher durch die Sozialdemokratie vertreten. Die Zahl der Wahlbezirke ist dilrch die Stadtwerdnng Lichtenbergs bei den Stadtverordnetenwahlen verdoppelt, also in der dritten Klasse von 8 auf 16 erhöht worden. Zweifellos muß die werktätige Bevölkerung, will sie, daß bei den morgigen Wahlen die sozialdemokratischen Kandidaten als gewählt hervorgehen sollen, große Anstrengniigen machen. Hat auch der bürgerliche Block eine größere Wahlarbeit öffent- l i ch nicht entfaltet, so hat er im geheimen um so intensiver gewirkt. Zudem weiß die Arbeiter- schaft, daß die öffeiitltche Stimmabgabe ei??? ganze Reihe ab- hängiger Wähler, die sich im Jirnern zur Sozialdemokratie bekennen, vor dem Wahltisch zur Heuchelei zwingt. DcS weiß die bürgerliche Clique auch genau. Es gilt also jede Stimme heranzuholen. Ferner muß jeder Wähler, der es inöglich machen kann, arn Tage sein Wahlrecht ausüben, da diesinal Wahllokale gewählt worden sind, die nur etwa 26 Personen fassen und das in Bezirken, in denen 700 Wähler vorhanden sind. Nachstehend geben wir nochmals die Kandidaten der Sozialdemokratie und die einzelnen Wahllokale beftmnt: Bezirk 1. Kandidat: Wilhelm Düwctt, Gemeiudeoertreter. Wahllokal: Restaurant Cranz, Fraakjiirter Allee 151. Bezirk 2. Kandidat: Ticgfried Kiscnftndt, Kaufmann. Wahllokal: Restaurant Hamplch, Matnzerstr. 20. Bezirk 3. Kandidat: Otto Seikel, Gemeindevertreter. Wahllokal: Restaurant Steiner, Scharnwcberstr. 44. Bezirk 4. Kandidat: Paul Brühl, Schlosser. Wahllokal: Restaurant Bartel, Scharmocbcrstr. 55. Bezirk 5. Kandidat: Alfred Linke. Drechfler. Wahllokal: Restaurant Zimmermann, Frankfurter Allee IgZ. Bezirk 6. Kandidat Oskar Sander, Gemeindevertreter. Wahllokal: Restaurant Kloster, Kroiivrtnzenftratze 87/38. Bezirk 7. Kandidat Franz Kertzscher, Gemeindevertreter. Wahllokal: Restaurant Weber, Gllrtclftrafje 25. Bezirk 8. Kandidat Friedrich Stöber, Gastwirt. Wahllokal: Restaurant Gebrüder Arnhold, Frankfurter Chaussee 5, Bezirk 9. Kandidat Adolf Heckcrt, Gastwirt. Wahllokal: Restaurant Adam, RummelSburgerstrahe 59. Bezirk 19. Kandidat Wilhelm Abraham, Gemeindevertreter. Wahllokal: Restaurant Schubert, Frankfurter Chaussee Ll ä. Bezirk II. Kandidat Arthur Priese, Bauarbeiter. Wahllokal: Restaurant L. Schulz, Wilhclmstr. 1. Bezirk IL. Kandidat Hermann Spieckermann, Gemeindcverlrclcr. Wahllokal: Restaurant H. Schulze, CUelslr. 70/71. Bezirk 13. Kandidat Franz(gromadccki, Zigarrenhändler. Wahllokal i Restaurant Krüger, Gndrmistr. 7. Bezirk I I. Kandidat Gustav Glicse. Bierverleger. Wahllokal: Restaurant L- Jacob, Frankfurter Chaussee IIS. Bezirk 15. Kandidat Oswald Grauer,(y.emeindevcrtrcler. Wahllokal: Restaurant Ratskeller, Dorfstr. 6/6. Bezirk 16. Kandidat Hermann Röster, MelaMchlelfer. Wahllokal: Restaurant Schwarz, Dorfstr. 25. Arbeiter, Bürger Lichtenbergs! Sorge jeder dafür, daß der morgige Tag cjn Eiezedtag der Lichtenbcrger Sozialdemokratie werde._____ Schöueberg. Ein gefährlicher Brand beschäftigte die Feuerwehr gestern vormittag in der Bahnstr. 21/22. Auf dem umfangreichen Grund- stück befinden sich die Fabrikgebäude der Gesellschaft für G a S g l ü h l i ch t i n d u st r i e?i i ch a r d Feuer u. Co. In einem Fabrikraum war nun gestern früh gegen gsh Uhr durch Ucberlaufen von Kollodium Feuer entstanden, das sich rasch ausbreitete. Als Brandmeister Stiepeldey mit dem ersten Lösch- zugc eintraf, brannte bereits der ganze Raum. Unter Benutzung von vier Schlauchleitungen wurde gegen die Flammen vorgegangen, tvodurch es� gelang, innerhalb einer Stunde daö Feuer zu ersticken uno aus den betreffenden Raum zu beschränken. Personen sind glücklichcrwcisc nicht zu Schaden gekommen. Eine Betriebsstörung wird nicht eintreten. Bon der vierten Etage abgestürzt ist gestern nachmittag gegen 3 Uhr der 37iAhrige Arbeiter Franz Acsthänscr aiis der Kor iörer- strafte 17 in Berlin. Er war auf dem von? Bauherrn Wolsfiohn, Barbaroffastraße, auf dem Lichthof deS Neubaues Haberlandstr. 6 errichteten Leitergerüst mit Kalktragcn befchäfriat, ivobci er>n?f nicht aufgeklärte Weife herabstürzte. Der Verunglückte wurde in bc- dcnklichcin Zustande in das Schöucbergcr Krankenhaus geschasst. Die Unfallstelle ist polizeilich abgesperrt worden. Groft-Lichterfeldc. Im Teltowkanal den Tod gesucht hat der 52 Jahre alte Mechaniker Bruno T. von hicr.� In einem Anfalle von Nerven- überreizmig sprang der Lebensmüde in den Kanal und ertrank. Die Leiche des Ertrunkenen konnte bald darauf gelandet werden. Steglitt. Im Teltowkanal ertrunken ist der Portier Güntzel von hier. G. war abends in der Dnnkelheit an das Ufer des Kanals heran- geraten und in da! Geiviisser hinabgestürzt. Da er d«S GchwimmenS unkundig war tind da feine Hülfcrnfe ungebört verhallten, so mußte er elend ertrinken. Seine Leiche ist vorgestern nicht weit von? Steg- litzer Hafen aus dem Kanal gezogen worden. Vermischtes. Neber die furchtbare Erdbebenkatastrophe von Karatag und einer langen Reihe anderer Städte D?? ch a r a S ist jetzt eine ausführliche Schilderung eingetroffen, die die Berichte der wenigen Ueberlebenden dieses grauenvollen Unglücks zusammenfaßt, dem' in wenigen Stunden Zchntausende von Menschenleben zum Opfer fielen, das ganze Landschaften umivühlle und die Frucht lang- jährigen friedlichen Fleißes mit einen? Schlag vernichtete. Karatag. das zcntralasiatische Toledo, war eine der zulunftsrcichsten Städte der Landschaft Hissar und weithin berühmt durch die kostbaren Er- zeugiiisse seiner Stahlschmiedctunst. Daneben blühte eine hoch- entwickelte Seiden- und Wcbeindustrie. Bor dem Tage des Schreckens zählte die Stadt über 1200 Häuser. Nicht ein einziges ist geblieben.� Tic Stätte, wo einst Taufende in emsiger Arbeit dahinlebten, ist heute ein gewaltiger Fricdbof, in dem Tausende be- graben liegen. Und in den benachbarten Städten und Dörfer» beziffert man die Zahl der Opfer auf über 11000... Schon am Vor. abend dcL Schrcckentages. schien die Natur von unheimltchcn Sturm» Zeichen erfüllt, die dunkel daS Nahen von furchtbaren seltsamen Geschehnissen zu künden schienen. Bis zum 20. Oktober war das Wetter warm, ja fast heitz gewesen. Am Nachmittag dieses Tages aber senkten dichte Wolken sich übers Land und ein eisiger Wind zog pfeifend durch die Strassen. Plötzlich, mit einem Schlage, ward der Wind zum wilden Sturme. Tie Hunde heulten angstvoll auf, das Vieh, die Pferde wurden von einer seltsamen Unruhe ergriffen. Die Nervosität, die Unruhe, die Ahnung von etwas Ungeheuer- lichem übertrug sich auf die Menschen. ES lag etwas Finsteres, Fremdes, Dräuendes in der Luft, dem niemand sich entziehen, das keiner erklären konnte. In wenige Augen sank in dieser Nacht der Schlaf. Endlich dämmerte der Morgen, fahl, rauh und düster. In dichten Massen ballten dunkle Wolken sich zusammen. Ohne Rast heulten die Winde; dann begann es zu blitzen. Strahl um Strahl leuchtete auf und von fernher grollte langer Donner, rasch sich heranwälzend und in den schneebedeckten Bergen unheimlich sich vervielfältigend. Plötzlich beginnt in den Häuserwändcn ein Acchzen und Stöhnen. Ein Erdbeben! Die Leute von Buchara kennen das Erdbeben, und die Gewohnheit härtet ab. Man harrt aus und wartet, bis es vorüber. Heute aber sind alle Gemüter in ungewohnter Erregung. Halb wahnsinnig vor Angst stürzen viele! hinaus. Aber drausscn packt sie der Orkan; sekundenschnell folgen � sich grelle Blitze und das Grollen des Donners kommt nicht mehr � zum Schweigen. Eine Viertelstunde, eine Ewigkeit, verrinnt. Die Wut der Elemente scheint sich ins Ungemessene zu steigern. Da toird in der Gegend des Torfes Kadidzai ein gewaltiges Getöse börbar, ei» dumpfes Dröhnen. Es übertönt den Sturm, den Donner, alles. Mit einem Ruck wird plötzlich die ganze Stadt � emporgehoben, ein schwankendes Schiff auf entfesseltem Ozean. ES scbien, als stürze die Wolkenwölbung hernieder, eine Explosion er- schüttelt das schwankende Gebiet, noch eine, immer mehr in rascher Folge. Die trockene Erde berstet und kracht. Risse, Abgründe spalten sich jählings und in den Tiefen hört man schlammige Wasicrmassen zischen, gurgeln und kochen. Da, mit einem Donner- gepolicr, in das Tausende von Verzweiflungsschreien sich mengen, gleiten Häuser und Felsen. Menschen und Tiere hinein in die höllische Ocffnung. In undurchdringlicher Fiitsternis, eingekeilt! zwischen Trümmern, verwundet, viele irrsinnig geworden, so harren| Hunderke, die der Tod sich aufgespart, ihres Schicksals. Unerwidert verhallen ihre Entsetzensschreie.„Ich konnte nichts tun, konnte sie nicht ausgraben," so erzählt der Gouverneur, einer der wenigen Ueberlebcndcn,„kein Arbeiter war da; jeder, der davongekommen, floh entsetzt von der SchrecksnSstätts. Nirgends waren Werkzeuge. Und so starben sie drunten dahin, langsam, qualvoll." Als der Bey endlich eine Anzahl Helfer zusammenbringt, ist es zu spät. Ter Tod gab seine Beute nicht mehr heraus. Rur entstellte, schmerz- verzerrte Leichen wurden gefunden. 1827 Körper hat man geborgen und 2000 weitere erwartet man noch den Trümmerhaufen und Schlammassen zu cntreitzen. Und dabei ist Karaiag nicht das ein- zigc Opfer der elementaren Katastrophe. Weit im Umkreis reiht sich Schrcckensstätte an Schrcckensstätte. Chibitura, Kadidzai, Hasch- bek, Schirient, Nalbek und zahlreiche andere Städte und Dörfer gingen auf die gleiche Art zugrunde. Und von den Dörfern im Kaschkadaritale fehlt bis heute noch jede Nachricht, jedes Lebens- zeichen, jede Botschaft. Alle Strassen im Tal sind zerrissen, zer- stört, und es ist unmöglich, in jenen Distrikt zu gelangen. Bis in die Dinauprovinz erstreckt sich das Unglück. Der Gouverneur von Dinau gibt die Zahl der Opfer in seiner Provinz auf 1200 Tote an. Boulao, Vakhnur-Or, Saghi sind völlig zerstört. Nicht ein einziger Bewohner ist davongekommen, der eine Schilderung des Unterganges geben könnte; jedes lebende Wesen ausgelöscht. In Van-Goglak 209 Tote, Sagi Dphu und Daschu-Add völlig vernichtet. Im ganzen berechnet man die Opfer aus 15 000 Menschenleben und 25 000 Stück Vieh. 15 000 Männer, Frauen und Kinder, die am Sonntagmorgen noch am Sonnenschein sich frenten, am Montag liegen sie kalt und starr unter den Trümmern ihres Besitzes, bis schweigsame Menschen mit Schaufel und Hacke ihre Reste finden und sie in den riesigen, zum Teil 000 Meter langen Massengräbern zur letzten Ruhe legen. Ein falscher Hauptmann van Köpenick hatte sich am Freitag vorder Strafkammer in KottbuS zu verantworten. Vor einige» Woche» erregte ein jugendlicher Hauptmann, der die Strassen in Koitbnß entlang ging, die Aufmerkiamkeit eines Polizeibeamten, der sich für den Offizier lebhakt intereisierte und trotz de? sehr energischen Auf- tretens desselben die Vorzeigung einer Legitimation forderte. Der Offi zier erklärte schliesslich, er sei der Hauptmann von Köpenick, doch stellte sich auf der Polizeidirektion bald heraus, dass der Verhaftete ein Maler Weil sei, der bereits ivegen Diebstahls vorbestraft worden ist. Wie ferner ermittelt wurde, hatte sich Weil die Uniform ans einer Pfandleihe geliehen, in der er gleichzeitig ein Zwcirad ver- setzt hatte. Dieses Fahrrad hatte der Maler kurz vorher gestohlen. Es wurden sodann noch weitere Straftaten des W. ermittelt. Der falsche Hauptmann von Köpenick hatte sich nunmehr wegen Diebstahls. Betruges und groben llnfugeö vor der Straftammer zu verantworten, die ihn zu drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehr- verinst verurteilte. Vom Schnellzug getötet. Einer Meldung aus Ingolstadt zufolge wurden drei Bahnorbeiter, die sich gestern früh auf dein Bahudamin vom Bahnhof RcicherlShofen zu ihrem Arbeitsplatz begaben, von dem Berliner Schnellzuge überfahren. Zwei von ihnen ivnrden getötet, der dritte ist schwer verletzt. Ein Mord in der Eiscubahn. In der Nähe der Bahnstation S i ch o w wurde, einer Meldung aus Lemberg zufolge, auf den Schienen die Leiche eines jungen, elegant gekleideten Maiiiies gc- simdcit. Wie die Untersuchung ergab, ist derselbe Während der Fahrt im Eoupv ennordet und die Leiche dann aus die Schienen geworfen worden. Die Identität des Toten konnte noch nicht festgestellt werben. Der Draht gerissen. Wie aus Paris gemeldst wird, ist die telepho irische Verbindung zwischen London und Paris seit gestern unterbrochen. Krieg im Frieden. Nach einer Meldung ailS Toulon traf während der Scüiehversuche, welche von Torpedobooten gestern auf der Höhe von Toulon vorgenommen wurden, eine Torpille das Torpedoboot 360 unter der Wasserlinie. Das Torpedoboot erlitt ein starkes Leck und mußte in den Hafen zurückkehren. und dilligLts ans besonders f5r große Familien and Bekanntenkreine sind „Noa'« Original-Extrakten" selb.stboreitete echt© I.lkOre. delikate Punsch-Extrakte sowie K»i;iiak. Rum oto. Prtis psr Fl. Extrakt, reichend zu ca. S',. I,tr.. je nach Sorte, 25, 35, 50, 60, 75 Pf. etc., bei<» El. die 7. grati«*! Einfache Anweisung auf jeder Fl. Als ganz besonders beliebte, onilbertrelTliche, hochfeine TnfelllkNre. die Jeden Kenner liberraschen und den teuersten hpezlnlitiitcn der Welt«ollkommen gleichen, jedoch bis um das zehnfache billiger sind, empfehle: a la Benediktiner, a la Cbartreuse, Cnra�ao, lSaranqulno, Porslko, Clierry Itrnndy, Banziger Ooldwasaer, Uaci/.iser Kurfürst, Halb und Halb, Boonckanip. 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