Nr. 14. Grfcheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Biertelfährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Etuzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. Poft- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 M.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Zeitungs- Preislifte für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgefpaltene Betttzelle oder beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis Uhr Bors mittags geöffnet. Fernfrech- Anschlag Aart I, Mr. 4186, Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Dienstag, den 17. Januar 1893. = Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Die Mothstandsaktion fagbar lächerlich wäre und beinahe nach einer Kaltwasser- und hier war der Baugrund- der Fels, auf welchem die Heilanstalt röche. Marius Kardorff auf dem„ Trümmer- Brudergesellschaft der Freien und Gleichen sich emporder Bozialdemokraten.eld" der fündhaften, fornzöllnerisch feudalkapitalisti- thürmen wird. schen Kartoffelfufel- Gesellschaftsordnung fizend und den War das kein Sieg der Sozialdemokratie? Drei Tage lang hat der Deutsche Reichstag sich mit sozialdemokratischen Samiel um Hilfe gegen den Nothstand Wohl war es nur ein parlamentarischer Kampf, der der sozialdemokratischen Nothstands- Interpellation beschäftigt, der Sekt trinkenden Monopolisten des Grund und Bodens Sieg bringt nicht den thatsächlichen Triumph der und weder in dem Reichstag noch außerhalb desselben ist anrufend- das war ein Schauspiel für Götter und Sozial- Sozialdemokratie, die Staatsmacht ist uns nicht in die einer, der uns widersprechen wird, wenn wir sagen: während demokraten. Und ein durchschlagender Bühneneffekt war es Hände gefallen, nach wie vor sigen noch unsere Feinde an dieser drei Tage hat die Sozialdemokratie und die soziale auch, daß Herr von Kardorff, der seit zwanzig Jahren die der Klinke der Gesezgebung, die Saarbrücker Bergleute Frage den Reichstag beherrscht. Dieses Gefühl war bei der selben Phrasen verkaut und als er sie zuerst in den werden das Wehe den Besiegten!" bis auf die bitterste Neige Majorität des Reichstages so stark entwickelt, daß es sich Mund nahm, waren sie schon verkaut den Sozialdemo- zu kosten bekommen, der Nothstand wird fortdauern. in der sehr ernsthaft gemeinten Bitte an die Sozialdemo- traten pathetisch vorwarf, sie hätten keine neuen Ideen". Allein trotzdem ist es ein hochbedeutsamer Sieg fraten äußerte, sie möchten doch ihren Einfluß geltend machen Auch Herr Hike, der Generalpächter der katholisch ein Sieg, der die Macht unserer Partei stärkt, die Zahl zur Beilegung des Streifes im Saarrevier, und zur Ver- christlichen Sozialreform, spielte seine Rolle nicht schlecht- unserer Anhänger vermehrt. Und an diejenigen sozialistischen hinderung des Massenzugs aus den Dörfern in die Städte. der fromme Herr Hize, der die armen Streifenden christlich Gegner des des Parlamentarismus", die in persönlichem Dieselben Herren, die noch vor Jahresfrist mit Knüppeln, von seinen Rockschößen schüttelte und bei Empfehlung Groll noch nicht jedes Gefühl der Kampfgenossenschaft erDreschflegeln und Hofhunden die Sozialdemokraten vom seiner alleinseligmachenden Lösung der sozialen Frage mit tränkt haben, richten wir die Frage: Lande fernhalten wollten, baten fast flehentlich die Gegenwarts- Bettelsuppen*) und fettem Wechsel aufs Jenseits, Was nüßt der Partei mehr, was trägt ihre Lehren in Sozialdemokraten, fie möchten doch auf's Land die Zungenfertigkeit des weltlichsten Quacksalbers entwickelte. weitere Kreise und gewinnt ihr das größere Heer von kommen und die ländlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Die armen Bergleute, die im Vertrauen auf die Ver- Rekruten und Kämpfern: Reden, wie sie von der belehren, daß daß in der Stadt das Glück nicht sprechungen des Zentrums in die Organisation und Be- Tribüne des Reichstags in der dreitägigen Nothstandszu finden sei. So komisch, fast grotesk die Zumuthung ist, wegung, und schließlich in den Konflikt gingen, fie wären schlacht gehalten worden und in die fernsten Winkel des so zeigt sie doch, gerade durch ihre Naivetät nur um so jetzt freilich sehr froh, wenn ihnen der himmlische Wechsel Landes gedrungen sind oder vor einem Häuflein Gleichwirksamer, auf das augenfälligste die völlige Rath- und für ein irdisches Butterbrot abgekauft würde. gefinnter ein paar Kraftphrasen, die Gemeinpläge zum Inhalt Hilflosigkeit jener Herren, und enthält das für uns höchst Schade, daß keiner der protestantisch- christlichen Geschäfts- haben und das Selbstverständliche in eine so plumpe Form schmeichelhafte Bekenntniß, daß die Sozialdemokratie allein Konkurrenten des Herrn Hige auf den Plan trat. Es wäre fleiden, daß jeder Polizeibeamte, jeder Staatsanwalt sofort noch heifen kann. Diese Rath- und Hilflosigkeit gegenüber nicht übel gewesen, die rührende Seelenverwandtschaft der bequem zugreifen fann? der immer gewaltiger steigenden Hochfluth des Nothstands geschorenen und gescheitelten Menschheitsbeglücker sich offen- Wo ist das Wort, welches hat ist? Und- mn das und der allgemeinen sozialen Auflösung war überhaupt das baren zu sehen, und zu beobachten, welchen wunderbaren Wort, welches Schwägerei? charakteristische Moment der Nothstandsdebatte. Glauben sie beide haben in die Leichtgläubigkeit der Und daß es so gründlich und unverhüllt zum Ausdruck Massen, und wie wunderbar einfach sie das Wunder wirken, gekommen ist, das allein schon würde die dreitägige die leidende und darbende Menschheit aus den goldenen parlamentarische Schlacht der vergangenen Woche zu einem Fesseln des Schmutzgottes Mammon zu retten. Triumph der Sozialdemokratie gestalten. Von den bis Auch keiner der sonst so vordringlichen„ Antisemiten" Politische Webersicht. Berlin, den 16. Januar. Vertretern der Reichsregierung an hinunter zu wagte sich hervor. Wenn je im Reichstag- jezt hatten Kardorff wußte kein Redner der alten Parteien ein sie Gelegenheit und Pflicht, zu zeigen, was sie können. ,, erlösendes, ein klärendes Wort", wußte keiner sich Allein sie drückten sich scheu in die Ecke und zogen es vor, Aus dem Reichstage. Die zweite von den drei zurecht zu finden in dem„ Ordnungs"-Labyrinth der Andere an der harten Nuß der sozialen Frage sich die Steuern, welche die Mehrkosten für die Militärvorlage besten der Welten, wußte keiner einen Ausweg aus dem Zähne ausbeißen zu lassen. Wo es so ernsten Kampf gilt, bringen sollen, stand heute auf der Tagesordnung. Es wirthschaftlichen Chaos. Polternde Verlegenheit hier, mit- da ist freilich kein Platz für demagogische Klowns. handelt sich um die Erhöhung der Spiritussteuer von 70 Leiderweckende Resignation dort und beides Ausfluß der So verschieden die Redner der Majoritätsparteien auch auf 75 M. pro Hektoliter. An der Diskussion betheiligten gleichen Empfindung: dumpfe, lähmende Furcht vor Un- sprachen, so Verschiedenes sie auch zu Tage förderten, in sich zunächst neben dem Reichs- Finanzminister v. Malzahn, geheuerem, Unbegriffenem. Einem stimmten sie alle überein, in dem Geständniß, daß der ein paar Seiten aus den der Vorlage beigegebenen Und wie der Ertrinkende in seiner Angst nach jedem sie kein Heilmittel für die soziale Krise kennen, in ihrer Motiven wiederholte, der bayerische Finanzminister und der Strohhalm faßt, so klammerte der Eine sich an den In Bankrotterklärung. württembergische Vertreter im Bundesrathe. Der kurze nungszopf, der Andere an die Spinnenweben der katholischen In dem wogenden wechselnden Meere dieser dreitägigen Sinn der langen Reden dieser Herren war, daß auch im Gesellenvereine, der Dritte an das goldene Nixchen und Nothstandsdebatte bildete das von den Rednern der Interesse der süddeutschen Brenner an der famosen Liebesfilberne Nautchen der Doppelwährung. Das Bild wäre Sozialdemokratie verfochtene Programm den gabe von 20 M. nichts gekürzt werden darf. Dieselbe Behaupvielleicht etwas zu düster und grau gewesen, wenn Herr einzigen festen Punkt. Hier war der Schlüssel für die tung wiederholten der Rittergutsbesizer Holtz für Ostvon Kardorff nicht für einige humoristische Lichteffekte ge- Uebel der Gegenwart; hier war der Hebel für die Be- preußen und Freiherr v. Gagern für die bayerischen Schnapssorgt hätte. Dem hungernden Volke, das Brot braucht seitigung des auf der Gesellschaft ruhenden Alps; hier brenner. und weder Gold noch Silber nicht einmal Nickel in waren die Steine für den Neubau der Gesellschaft, der Tasche hat, zwar keinen Stein, dafür aber das AllheilRezept: Bahlung in Silber statt in Gold" bieten, das) Frei nach Hiße, die Portion zu 10 Pf.( Siehe den wäre der blutigste Hohn, wenn es nicht so un- heutigen Neichstagsbericht.) Feuilleton. Magbrua verboten.) Haus Nuzingen. Soziale Studie von H. de Balzac. Deutsch von Curt Baate. [ 6 99. Der Freisinnige Witte bemühte sich dagegen nicht ohne Erfolg, die Nutlosigkeit der Liebesgabe für das Schnapsbrenner- Gewerbe selbst darzuthun, während unser Genosse Wurm in einer trefflichen Rede die wirthschaftlichen Urs Er saß also in seiner Wohnung auf dem Quai Mala- liche junge Männer in Paris mit einem Blick zu überquais, da entdeckte er, daß die tausend Franks, die ihm schauen, was würden sie auf folgende Frage antworten? nach Bestreitung seiner Bedürfnisse noch übrig blieben, zu Besteht das Glück eines sechsundzwanzigjährigen, unvereinem festen Logenplatz in der Oper nicht zulangen heiratheten Mannes nicht darin: wollten. Wenn er im Spiel bei einer Wette fünfundzwanzig oder dreißig Louisd'or verlor, so bezahlte er sie natürlich gewann er sie aber, so gab er sie aus, was uns übrigens auch begegnen würde, wenn wir so dumm wären, uns in Wetten einzulassen. Er hätte so gern sein Herz verdorben und mit ehernem Beaudenord fühlte sich bei seinen achtzehntausend Panzer geschirmt, gern jede Illusion verloren und alles Frants Rente eingeschränkt; er empfand die Nothwendig ohne Erröthen anzuhören gelernt, gern erfahren, wie keit, sich das zu schaffen, was wir heute den„ Umlaufsman redet und doch nichts zu sagen braucht, fond" nennen. gern herausbekommen, wie man die geheimen Absichten der Allein aber wollte er fich nicht gern auf irgend ein Großmächte erkundet.... Ach! es ging nicht. Er hatte Unternehmen einlassen. Deshalb bat er seinen Bormund schon Mühe genug, vier Sprachen zu lernen, das heißt, um guten Rath. sich mit vier Worten für einen Gedanken zu versehen. Als Wittwer einer Anzahl langweiliger Wittwen er hatte Frauengunft genossen, sagt man im Ausland tehrte er zurück, ein scheuer, naiver, guter, vertrauensseliger Junge, dem zum Diplomaten alles fehlte, der nicht einmal im stande war, den Leuten, bei denen er verkehrte, Uebles nachzureden, mit einem Wort ein guter Kerl, wie wir so sagen." Mit einem Wort ein Hosenmaß, der mit seinen acht zehntausend Frants Rente sofort auf die ersten besten Aktien hineinfällt", warf Couture dazwischen. Der verdammte Couture ist so gewohnt, die Dividenden vorwegzunehmen, daß er mir die Entwickelung meiner Geschichte vorwegnimmt", tlagte Bixion. " Wo stand ich denn gerade? Ach richtig! Bei BeauDenord's Heimkehr. mit einem fauftgroßen, frischen, rosigen Tiger, wie Toby, Joby, Paddy, im Kabriolet oder Tilbury ausfahren oder ausreiten zu können; Abends für zwölf Franks ein anständiges Miethskupee zur Verfügung zu haben; sich streng nach den Vorschriften der Toilette, wie sie für acht Uhr Morgens, für Mittag, für vier Uhr Nachmittags und für den Abend gelten, kleiden zu können; in allen Gesandtschaften ein gern gesehener Gast zu sein und daselbst die Eintagsblüthen überflüssiger, kosmopolitischer Freundschaft zu pflücken; ein erträglich hübscher Junge zu sein und seinen Namen, seinen Frack, seinen Kopf mit Anstand und Würde Mein liebes Kind, meinte d'Aiglemont, die Renten zu tragen; briefe stehen jetzt al pari, verkaufe sie; meine Frau und ich in einem niedlichen, kleinen Extresol zu wohnen, das haben es auch so gemacht. Alle meine Kapitalien habe ich so eingerichtet ist, wie das von mir eben beschriebene auf bei Nuzingen angelegt; er giebt mir sechs Prozent; mach's dem Quai Malaquais; wie ich, dann hast Du ein Prozent mehr wie jetzt, und dies eine Prozent wird Dich in den Stand sehen, ganz nach Bequemlichkeit zu leben. Drei Tage später war Godefroids Wohlstand vollkommen. Seine Einkünfte stimmten mit seinen Ausgaben überein, und sein materielles Glück ließ deshalb nichts zu wünschen übrig. Am jüngsten Tage sollen bekanntlich die Milliarden Generationen, die als Nationalgardisten oder als Wilde auf diesem Erdball herumgekrochen sind, auf einmal gerichtet werden. Nehmen wir nun an, es wäre ebenso möglich, sämmt. ohne erst ängstlich seinen Geldbeutel zu Rath ziehen zu müssen, seine Freunde zu einem Ausflug nach den Klippen von Cancale einladen zu können, und überhaupt in keiner vernünftigen Regung durch den Gedanken: Wo nimmst Du aber das Geld her? aufgehalten zu werden; die Rosaquasten an den Ohren dreier Vollblutpferde stets erneuern und immer neues Futter im Hute haben zu können? Ja, was würden sie auf diese Frage antworten? Antworten würden sie ohne Ausnahme, und wir Klugen mit ihnen, ein solches Glück sei unvollständig, es sei die Kirche ohne Altar: lieben müsse man und geliebt werden, fachen und Folgen der Fuselproduktion in's gehörige Licht das ein schwacher Lichtschimmer in dieser Nacht fittlicher p Privilegirung des Meistertitels für die Jumungen rückte. Burin verlangte besonders auch, daß der systematischen Verkommenheit, und als wahrheitsliebende und gerechte Leute verlangt eine von den Innungen im Umlauf gesezte Betition, Bergiftung jener Arbeiter, welche genöthigt sind, den sogen. verfäumen wir nicht, diese Thatsache festzustellen, den Männern welche befagt, daß die Führung des Meistertitels nur benaturirten Spiritus beruflich zu verarbeiten, gesteuert im feurigen Ofen zum Trost und uns zum Vergnügen.-Innungsmeistern gestattet und allen anderen Personen bei werde. Die Debatte konnte heute nicht zu Ende geführt Strafe untersagt sein solle. Gegenwärtig ist aur die un werden und wird dieselbe morgen fortgeführt werden. Pindter quittirt den Fußtritt, welchen ihm Liebknecht befugte Bezeichnung als Jnnungsmeister" strafbar. und seines ftillen Rompagnons Norddeutschen Allgemeinen in der Nothstands- Debatte gegeben, und schreibt in seiner Wie kann eine Hebung der Messen erwirkt Beitung" über die sozialdemokratische Bezugnahme auf den werden? fragen Leipziger Zeitungen. Die richtige AntStand der Sparkassen- Einlagen: wort lautet sehr einfach: Gar nicht. Die Messen sind Abgesehen davon, daß die kürzlich bekannt gewordenen Erin Jahrhundert der Eisenbahnen und der Groschenpoft ein gebniffe diefer Statistit nicht von einem Rückgange der Ein- nachronismus, ein Ding der Vergangenheit, das, verwittert lagen oder einem Ueberwiegen der Rückzahlungen über die und verfallen, in die Gegenwart hineinragt, aber nicht mehr Einlagen, sondern nur davon berichten, daß das Anwachsen hineinpaßt. Die„ Hebung der Messen" ist eine nahe Verdes Gesammtbetrages der Einlagen nicht in gleich hohem wandte der Hebung des Handwerks. Wo die Fäulniß und Maße, wie in den Vorjahren erfolgte, ift darauf hinzuweisen, Verwesung begonnen hat, da giebt's keine Hebung" mehr. daß sich jene Statistit auf das Jahr 1891 refp. 1891/92 bezieht, also gar nichts in bezug auf den Nothstand und die Zu dem Dresdener Polizeiverbot der ArbeitsArbeitslosigkeit beweisen kann, deren Vorhandensein der losenstatistik wird der Frankfurter Beitung" aus Dresden Abg. Liebknecht für Ende 1892 und Anfang 1893 be- geschrieben: haupten will. Eine Deputation der ftreifenden Kohlenarbeiter aus dem Saarkohlenrevier ist hier eingetroffen. Dieselbe besteht aus den schon gelegentlich der 1889er Bewegung abgelegten Bergarbeitern Schillo und Thoma e. Die Genannten waren heute im Reichstag, wo sie mehrere Abgeordnete sprachen. Die Deputation will den Versuch machen, bei dem Herrn Handelsminister eine Audienz zu erhalten, um diesem die Beschwerden der Arbeiter direkt vorzutragen. Einen Nothstand erkennen sowohl die agrarischen Junker wie die Industriebarone an, nämlich ihren eigenen, und gegen diesen verlangen sie Staatshilfe. Nur einen Nothstand der Arbeiter fennen sie nicht, und wo sie einen Das polizeiliche Verbot der von den hiesigen solchen anerkennen, geschieht es nur, um für sich selbst eine Aber Liebknecht hat ja gerade den Beweis geführt, daß Sozialdemokraten versuchten Arbeitslosenstatistit un so ausgiebigere Staatshilfe zu verlangen. So wendet sich es sich nicht um einen augenblicklichen und vorübergehen- wird hier lebhafter besprochen, als die Behörde vielleicht ereine Korrespondenz der National Zeitung" gegen die den, sondern um einen chronischen, beständig wachsen- wartet hat. Auch in hiesigen wissenschaftlichen Kreisen hat Staatsbahnverwaltung. Sie verlangt von ihr, daß sie ihre den Mothstand handelt. Und er verwandte die Sparkassendieses Verbot überrascht, und zwar selbst bei Männern, die Rückhaltung in Ergänzung und Erweiterung des Eisen- Statistit nur als ein Glied in einer langen Rette der zwar energische, bekannte Gegner der Sozialdemokratie sind, aber doch wünschen, daß eine fachliche Darstellung vorhandener bahnmaterials aufgebe und schneller mit der Erweiterung Beweisführung. Uebelstände, auch wenn sie von der Sozialdemokratie geliefert des Bahnnetzes vorgehe. Dann hätten die Eisenindustriellen wird, nicht unbeachtet bleiben, oder beschränkt werden möge. Gelegenheit ihren Profit zu erhöhen und davon Zulassung der Frauen zur Ausübung des ärzt- Man darf in dieser Hinsicht die Ueberzeugung hiesiger wissenfielen dann Brocken für die Arbeiter ab. Das lichen Berufs. Der Kultusminister v. Bosse hat einen schaftlich- sozialpolitisch wirkender Männer nicht mit dem wäre ein wirklich praktisches Stück der Lösung Erlaß an die Regierungen und an den Polizeipräsidenten Verhalten der Dresdener nichtsozialdemokratischen Presse der jezigen Nothstandsfrage". Damit die Arbeiter von Berlin gerichtet, worin es heißt:" Es ist mir von verwechseln, die das Polizeiverbot einfach mittheilt. Nach nicht hungern, muß man die Ausbeuter füttern, das ist des Interesse, festgestellt zu sehen, ob und in welchem Umfange unserer Ueberzeugung würde auch die Wissenschaft von der vereitelten Dresdener Arbeitslosenstatistit profitirt haben, für Pudels Kern. Viel näher läge es, daß der Staat als Be- im dortigen Verwaltungsbezirk die Heilkunst von Staat und städtische Behörden würde sie von erheblicher figer der Bahnen sein Material sich selbständig beschaffte, Frauen gewerblich ausgeübt wird, unter Wichtigkeit gewesen sein, da bei den engen Grenzen, die unserer ohne Vermittlung vou Privat- Kapitalisten und Industriellen. welcher Bezeichnung dies geschieht und welche Erfahrungen offiziellen Statistik gezogen sind, bis jetzt alle Fragen über den Der Staat, der die Bahnen selbst baut, kann auch für diese bisher an diesen Aerztinnen" in medizinischer Hinsicht und Umfang der Arbeitslosigkeit nur sehr mangelhaft beantwortet die Wagen bauen. Hier wäre eine Möglichkeit gegeben, auf sozialem Gebiete gemacht worden sind. Das ist auch werden konnten. Die Arbeitslosigkeit ist auch in Dresden eine einen großen Industriezweig der anarchischen Privats eine derjenigen Enqueten, welche angestellt werden, blos um öffentliche Kalamität; eine genaue und zuverlässige Erforschung Wirthschaft zu entziehen und ließe sich mit Leichtigkeit Ueber sich einem Entschlusse zu entziehen. der Ausdehnung dieser Ralamität wird vielfach auch in der produktion und Arbeitsstockung vermeiden. Das würden aber hiesigen nicht fozialdemokratischen Bevölkerung als eine An die Industries und Finanzbarone als eine Beraubung be Mud Hannover wird uns geschrieben: Herr Kultus gelegenheit des öffentlichen Interesses angesehen. In diesen Kreisen weiß man es sehr wohl zu würdigen, daß trachten, wenn der Staat sich der Umschlinguug durch die minister Dr. Bosse gewährt dem gegen die Dissi die Dresdener Sozialdemokraten bestrebt gewesen sind, ihre tapitalistischen Ausbeuter entzöge. Für sie hat der Staat benten gerichteten Erlasse seines Amtsvorgängers volle Arbeitslosenstatistik so sachlich und vollständig zu gestalten, wie nur der Helfershelfer ihrer Ausbeutungsgelüfte zu sein. Billigung. Wir haben es nicht anders erwartet. Zwang nur immer eine derartige Statistik sein kann." in allen Ecken das ist einmal das Zeichen der Zeit. Der unglücklichen Kommissionsrede des deutschen Warum also nicht auch ein wenig Gewissenszwang? Der Präsidentschaftskrise in Frankreich? Die Feinde Herru Reichskanzlers ift in Frankreich eine unverdiente Ehre Himmel will auch seine Rekruten. Im Uebrigen ist ein der französischen Republit geben sich und von ihrem widerfahren: die Franzosen haben nämlich entdeckt( S. 3. B. fleines Stückchen Gewissenszwang garnicht so sehr von uns Standpunkt aus ist dies ja sehr begreiflich-die äußerste die" Juftice" von gestern), der schlaue Herr Reichskanzler zu verachten. Es rüttelt die Geister auf und führt auch Mühe, den Präsidenten Carnot in den Panama- Standal habe den Dreibund nur deshalb so jämmerlich klein und den letzten davon Betroffenen derjenigen Partei zu, die allein hineinzuziehen. Gelänge es jetzt, so sagen fie sich, wo die schwächlich hingestellt, um Frankreich in Sicherheit zu entschlossen und im stande ist, das arbeitende Volk von Kammer, der Senat und ein großer Theil der bisherigen wiegen, und dann gelegentlich überfallen zu können. Oh, seinen Fesseln zu befreien. Wenn der Herr Minister wähnt, Regierungsmitglieder moralisch diskredidirt sind, auch den die Franzosen mögen sich trösten der Ueberfall gilt durch Aufrechterhaltung des gesezwidrigen Erlasses das Präsidenten der Republik zu diskreditiren, dann wäre der wantende, morsche Christenthum zu befestigen, so dürfte er letzte feste Punkt der Republik erschüttert, und den Feinden Die Nachweisung über die Ergebnisse der ander- sich bald von seinem Frrthum überzeugen. Er müßte zu der Republik die Bahn geöffnet. Der Versuch, Carnot zum weiten Verpachtung der im Jahre 1892 pachtlos ge- Eltern entziehen und außerdem noch einiges mehr fönnen, ist wißlungen. Aber ist er nicht indirekt Mitschuldiger? gleich die Dissidentenkinder völlig dem Einflusse ihrer direkten Mitschuldigen der Panama- Spizbuben zu stempeln, wordenen Domänenvorwerte ist im Abgeordnetenhause eingereicht. Danach sind im ganzen neuverpachtet 13 558 wozu seine Macht glücklicherweise nicht ausreicht. So lange hat er durch sein Handeln nicht den Schuldigen Vorschub Settar( 13 635 vor der Neuverpachtung) mit 318 558. es damit beim alten bleibt, ist für die Sache der Gewissens geleistet? Ein Pariser Korrespondent er Frankfurter Grundstener- Reinertrag für 641 916 M.( früherer freiheit noch nichts verloren, aber viel gewonnen. Der Erlaß Beitung" bejaht dies halb, indem er schreibt: Bqins 609 638 64 Bf., also jetzt mehr 32 237. erzeugt gegen das System und deffen Träger einen Haß, von 36 Pf.) Der höhere Pachtzins trifft jedoch nur die Neu- dem der Herr Minister schwerlich auch nur eine schwache verpachtungen aus der Provinz Hannover, 4415 Hektar Vorstellung hat. Ganz nothwendig theilt dieser Haß sich der ( gegen 4467 vorher), die einen um 78 439 W. höheren Bacht- Seele der Kinder mit, denen bei jeder Gelegenheit mit bestem zins als im Vorjahre erzielten. In den übrigen Provinzen die Glaubenslehren der Schule eben keinen Glauben verErfolge von den Eltern auseinandergesezt wird, daß ist der Pachtzins zurückgegangen. dienen. Die Folge hiervon ist natürlich die Frage der Die Welfenfonds Quittungen. Wir wollen den Kinder: Warum wird es uns denn aber gelehrt?" Empfängern der Reptiliengelder die Qualen, welche sie bis Bielleicht wird einer der Dissidenten dem Herrn Minister zur Namensnennung auf dem glühenden Rost des Martens einmal eine Blüthenlese derjenigen Antworten übermachen, erdulden müssen, durch einige freundliche Worte mildern- die von den Eltern auf diese Frage ertheilt zu werden wir sind gutmüthige Leute und im Ernst, ohne jeglichen pflegen. Sie würde auch sonst manchem Erwachsenen geistige Spott, das Zugeständniß machen, daß wir ihnen Unrecht Anregung in Hülle und Fülle bieten können.- Hervor gethau haben. Wir hatten nämlich gedacht, daß sie aller gerufen durch den Gewissenszwangserlaß und als GegenScham bar feien. Und damit sind wir zu weit gegangen. virtung gegen denselben wird sich hoffentlich bald eine Aus den verzweifelten Gefühlsäußerungen, zu denen die mächtige atheistische Kindheits- und JugendHerren sammt ihren Trabanten durch unser Vorgehen ver- literatur entwickeln, deren Bestandtheile von dissidentianlaßt worden sind, ersehen wir, daß sie der Scham noch schen Eltern mit gutem Gewissen deren Kindern unter den Die fähig sind, indem sie den Bezug von Geldmitteln aus dem heidnischen Weihnachtsbaum gelegt werden können. Welfenfonds für eine Niedertracht und den ganzen Welfen- Bourgeois- Jugendliteratur ist dazu längst nicht geeignet und fonds alias Reptilienfonds für eine Schmach halten. Es ist zu 90/100 Schund. un 3. " Thatsache ist, daß Herr Carnot seit dem Beginn der Panama- Krise eine Politik gemacht hat, die sich immer deutlicher als eine unrichtige herausstellt. Herr Carnot hatte nur eines zu thur: im geeigneten Moment die Kammer aufzulösen und eine Botschaft an das Land zu richten, worin er, über den Kopf der regierenden politischen Coterie hinweg die Wähler zur Wahl unbescholtener und ehrlich republikanischer Boltsvertreter hätte auffordern müssen. So hätte die Rede des Herrn Delahaye, die Enquete- Kommission, die ganze Reihe der Standale vermieden werden können; die Wähler hätten an den Schuldigen das Strafgericht geübt, indem sie dieselben einfach in die Versenkung hätten fallen laffen; die Republit wäre dadurch fester als je begründet worden und Herr Carnot wäre der populärste Mann in Frankreich gewesen. Statt dessen hat er zu retten versucht, was nicht zu retten war, hat einige unglückselige Untersuchungs- Experimente gemacht, hat dadurch im Lande viel von seinem Prestige eingebüßt und hat seinen Gegnern Angriffspunkte gegeben, bie so gefährlich find, daß man nicht weiß, ob es der notorischen Lauterkeit seines Charakters und feiner Intentionen gelingen wird, ihm durch diese Krisis hindurchzuhelfen. Ganz gerecht ist dieses Urtheil wohl nicht. Allerdings wurde von revolutionärer Seite die Forderung erhoben, die oder lieben ohne geliebt zu werden, oder geliebt werben, es der Paß der Venus von Medici ist, den ich Euch eben Kennzeichen verdienen, waren das zierlichste Gebilde der ohne zu lieben, oder ins Blaue hinein, kreuz und quer vorgetragen habe. Welt. Beim Tanz bewegten fie fich mit jener Anmuth, lieben tönnen. Godefroid machte seinen ersten Besuch bei Frau von welche die alten Meister Flickflack" nannten. Nuzingen. Sie gab einen jener Bälle, durch die sie mit Isauras Füßchen tanzten so sicher, so feft, so leicht und Fug und Recht berühmt war. Bei der Quadrille sah rasch, daß in ihrer Sprache die schönste Prophezeiung für Godefroid sein Jdeal und wunderte sich, daß es gerade ein alle Herzensachen lag. Meter fünfzig groß war. Sie hat Flickflack, war das höchste Lob, das Marcel, der einzige Tanzmeister, der den Namen der Große vers dient, ertheilen fonnte. Schon bei Lebzeiten hieß er Marcel Große! ein die " Hat er Ballets fomponirt?" fragte Finot. " Ja, einige: Die vier Elemente, das galante Europa." Welch' eine Zeit, die Zeit, da noch Grandseigneurs Tänzerinnen anfleideten!" rief Finot. „ Improper!" versette Bigiou." Isaura tanzte nicht auf den Fußspißen, fie blieb auf der Erde und wiegte sich nicht zu hölzern und nicht zu üppig, wie es sich für junge Mädchen gerade schickt, sanft und zierlich dahin. Jeder Stand hat seinen Tanz! fagte einmal Marcel mit tiefer Philosophie: Eine verheirathete Frau muß anders tanzen, wie ein junges Mädchen, ein Beamter anders als Jeyt hebt die Geschichte seines inneren Glückes an. Als Godefroid fein Genußleben geregelt und in der Bariser Gesellschaft, soweit sie ihm zusagte, Sitz und Stimme erlangt hatte, fühlte er, es war im Januar 1825, das unbezwingliche Verlangen, sich in den Schutz eines Ihre blonden Haare rieselten in wallenden Rastaden Sonnenschirms zu begeben und das Recht zu erobern, über von einem Köpfchen herab, das so treuherzig und frisch in die Untreue einer Weltdame zu flagen. Er wollte nicht die Welt blickte wie eine Najade, die ihr Näschen eben aus der mehr, den jungen Geden gleich, die in den Gängen des dem Krystallfenster ihrer Quelle stedt, um die Blumen des Opernhauses wie Hühner im Käfig herumglucksen, am Leuzes zu betrachten. Neuester Stil!( Bieht sich wie Stiele einer von Frau Prevost für zehn Sous gekauften Makaroni!) Rose muffeln. Kurz, er entschloß sich, Herz, Geist und Dem Dito" der Brauen hätte ein Dichter Leidenschaft einer Frau zu Füßen zu legen, einer Frau, ja hohes Polizeipräsidium möge es mir nicht übel nehmen der Frau überhaupt. zu mindestens sechs Versen begeistert. Er hätte fie artig Zunächst hatte er einen recht thörichten Einfall: er mit Cupido's Bogen verglichen und gesagt, daß der Pfeil, träumte von einer unglücklichen Liebe und schwärmte eine der darunter liege, ein schwacher Pfeil ohne Spike sei. Zeitlang für seine schöne Kousine, die Frau von Aiglemont. In ihren Augen lag nämlich die Sanftmuth eines Leider bemerkte er nicht, daß schon längst ein Diplomat den Lämmchen. Faustwalzer mit ihr getanzt hatte. Wißt Ihr wie blonde Haare und blaue Augen bei Das ganze Jahr verfloß in vergeblichen Versuchen, einer üppigen und doch keuschen Tänzerin wirken? Die ein Banquier und ein Krieger anders wie ein Page. Ja Nachstellungen und ummüßen Liebeleien. Den Gegenstand junge Schöne dringt nicht unmittelbar in Euer Herz, wie er behauptete fogar, ein Jufanterist müsse anders tanzen seiner Liebe, den er suchte, fand er nicht. Eine wirkliche eine Brünette, deren Blicke wie spanische Bettler zu Euch wie ein Kavallerist, und von diesem Standpunkt ging er zur Leidenschaft ist eben außerordentlich selten. Auf den sprechen: Die Börse oder das Leben! Analysirung der ganzen Gesellschaft über. Ach, wir haben Straßen wie in den Sitten erhoben sich damals Barri- Solch' aufdringliche und wohl auch gefährliche Schön- tein Berständniß für so zarte Nuancen mehr!" faden. Wahrlich, Brilder, das improper" nimmt Besitz heiten mögen ja vielen Männern gefallen, ich aber meine, eine Blondine, die so glücklich ist, sanft und hingebend ausMan wirft uns vor, wir pfuschten den Porträtmalern, zusehen, ohne dabei auf ihr Recht zum Widerspruch, zur Auktionsfommiffarien und Modewaaren- Händlerinnen ins Nörgelei, zu endlosen Reden, zu grundloser Eifersucht zu Handwerk. Ich will Euch deshalb mit einer langen Be- verzichten, weswegen wir im Grund genommen das Weib schreibung seines Jdeals verschonen. Nur das Signalement lieben, eine solche Blondine, sage ich, wird viel mehr Ausfollt Ihr hören: Alter neunzehn Jahr, Größe ein Meter ficht haben, einen Mann zu bekommen, als eine Brünette. fünfzig, Haare blond, Augenbrauen dito, Augen blau, Stirn gewöhnlich, Nase gebogen, Mund klein, Kinn kurz und erhaben, Geficht oval, besondere Kennzeichen feine. von uns. Holz ist aber theuer. saura's blendender Teint verrieth die Elsasserin. Sie hatte in Straßburg das Licht der Welt erblickt und sprach das Deutsch mit einem leisen französischen Akzent, der ihr reizend stand. Sie tanzte wundervoll. Berlangt nicht mehr von mir, wie die löbliche Polizei, die Herren Bürgermeister aller Städte und Gemeinden Frankreichs, die Herren Landgendarmen und alle übrigen Ihre Füßchen, die der Paßschreiber gar nicht erwähnt fonftituellen Gewalten. Verrathen will ich Euch aber, daß hat und die doch eine Stelle unter der Rubrik: Besondere " Godefroid," fuhr Biriou nach einer kleinen trüben Pause fort, hatte auf seiner Reise durch Europa zu ein gehenden Studien über alle ausländischen Tänze reichlich Gelegenheit gehabt. Ohne seine intime Kenntniß der Choreographie, die leider für werthlos gilt, hätte er das junge Mädchen vielleicht nicht geliebt. Aber von den dreihundert Gästen, die sich in den schönen Salons der Rue St. Lazare drängten, war er der Einzige, der die stumme Liebessprache ihres Zanzes errieth. ( Fortsetzung folgt.) Sammet sofort noch dem Platzen deS großen�itergeschwüri aufzulösen und an das Land zu appellirei.— allein Carnot tft doch Eeirt Revolutionär. Und er mußte sich sagen, daß eine Auflösung in jenem Augenblick wohl den Revolutionären, nicht aber der bürgerlichen Republik, als deren Ver- treter er zum Präfidenten gewählt ist, zum Heil ausschlagen wurde. Man versetze sich in feine Lage: alle irgend hervor- raaenden Republikaner verdächtig, unter dem hängenden Schwert der denkbar schmählichsten Anklagen— wie konnte da die bürgerliche Republik vor die Wähler hintreten? Eine zerschmetternde Niederlage war unvermeidlich, die Revolutionäre hätten sich als Erben der verfaulenden Bourgeoisdemokratie gemeldet, und die reaktionären Parteien hätten im Trüben zu fischen gesucht— und wohl auch manchen erfolgreichen Zug gemacht. Wir glauben also, daß Carnot von seinem Stand- punkt aus klug gehandelt hat, nicht sofort aufzulösen. In- zwischen hat aber die Sache sich geändert. Der Prozeß und die Untersuchung gegen die„Panamiten" ist:m Gang: Die Regierung sitzt fest genug im Sattel, um die Wahl leiten zu können— und längeres Hinausschieben kann der Republik in der öffentlichen Meinung nur schaden.— Die Aeußerung des deutschen Reichskanzlers, daß in Frankreich eine Diktatur möglich sei, hat in Frankreich beiläufig eine sehr gute Wirkung getban. Wenn die Gefahr einer Diktatur— wir reden natürlich nicht von einer revolutio- nären, sondern einer reaktionär-militärischen Diktatur— überhaupt je vorhanden gewesen wäre, so würde sie durch die Erklärung des deutschen Reichskanzlers, welche eine Warnung und Mahnung zu gleicher Zeit ist— wenn auch nicht eine beabsichtigte— beseitigt worden sein. Es giebt Möglichkeiten, an die man nur zu denken braucht, um sie in lmmöglichkeiten zu verwandeln.— Probat. Die französische Regierung weist jetzt die ausländischen Zeitungskarrespondenten auS, die über den Panama- Skandal— nicht lügen. Das geliebte „Väterchen" macht's geradeso. Allerdings auch noch andere Leute.— Die französische» Sozialisten. Aus Paris schreibt man uns unterm 14. d. M.: Die Vorbereitungen zur Gründung der sozialistischen Aktionsliga sind in der Sitzung vom 12. Januar endgiltig abgeschlossen worden. Die Bildung der Liga ist von nun au eine vollendete Thatsache; in den angenommenen Statuten heißt es:„Die Liga bezweckt die Konzentration der Kräfte der Arbeiter- und sozialistischen Bewegung". Sie ist dazu be- stimmt, allen reaktionären Strömungen, welche den Bestand der Republik gefährden könnten,„mit allen Mitteln" ent- gegenzuwirken. Von den Mitgliedern der Liga verlangt man die Erklärung, daß sie revolutionäre und international gesinnte Sozialisten sind und als solche handeln wollen; sie muffen sich verpflichten,„den Kampf der Arbeiter- gegen die Kapitalistenklaffe mit allen Mitteln zu führen." Das Komitee der Liga wird aus je zwei Delegaten jeder der fünf sozialistischen Fraktionen gebildet werden, denen sich je ein Delegirter von den Sektionen anschließen soll, die der Liga augehören. In jedem Arrondissement soll eine Sektion gebildet werden; Paris zählt bekanntlich 20 Arrondisscments. Es gilt nun vor allem, auch rovinz in die Bewegung hineinzuziehen und zur Betreivung einer einheitlichen euer- gischen Agitation die nöthigen Mittel aufzubringen. Die Liga hat bereits ein Manifest ans Volk erlassen, in welchem die Zersetzung der bürgerlichen Gesellschaft ge- schildert und das Ende des heutigen Regimes als nahe bevorstehend bezeichnet wird; die Auflösung der Kammer wird als eine der zunächst nothlvendigsten Maßregeln ge- fordert; an alle Bürger, denen daran liegt, die republika- nische Staatsform zu wahren und im demokratischen Sinne weiter auszubauen, um so schließlich die soziale Republik zu begründen, richtet sich der Ruf, der Liga beizutreten.— Korruption überall. In W o o l w i ch— E n g- land— sind ausgedehnte militärische Unterschleife entdeckt worden, und gegen eine Anzahl höherer Offiziere der Kavallerie und Artillerie mußte eine Untersuchung wegen „Unregelmäßigkeiten" bei Armeelieferungen anhängig ge- macht werden. Die englischen Offiziere gehören ausnahmslos entweder zu den„Edelsten der Ration" oder zur„Bliithe der Bourgeoisie."— Die englische Bergarbeiter-Konferenz hat sich mit 67 gegen 2 Stimmen zu Gunsten des gesetzlichen Acht- ftnnventags für Bergwerke ausgesprochen. Mit Ausnahme von Rorthnmbcrland, welches die Beschickung der Konserenz ablehnte, waren sämmtliche Kohlendistrikte auf ihre ver- treten. Diese Entscheidung bedeutet einen gründlichen Bruch mit der Ueberlieferung der alten Trades-Unions, welche die Abkürzung der Arbeitszeit auf dem Wege der Vereinbarung erzielen zu können glaubten.— Einen klassischen Finanzkünstler hat Griechen- land. Er sitzt im Ministerium und hat einen Gesetz- entwurs ausgearbeitet, nach welchem der Druck der alten Klassiker Staatsmoiwpol werden soll. Ein Glück, daß das Land einen Homer, Sophokles und andere unsterbliche Geisteshelden gehabt hat, die zu lesen für jeden Gebildeten ein Bedürfniß ist. So wird eine Einnahme nicht aus- bleiben. Ob unsere Reichsrcgierung nicht in Versuchung konimt, das Beispiel Griechenlands nachzuahmen? Da unsere alten Klassiker des richtigen nationalen Geistes entbehren, könnte man ja die modernen„nationalen" Schrift- steller, Redner und Dichter verstaatlichen: die Bismarck(in dem die Reptiliensonds-Stipendiaten bekanntlich das„größte deutsche Sprachgenie" entdeckt haben), die Lindau, Felix Dahn, Ebers, Wildenbruch, Hans Blum und ähnliches Volk. Dann wären die Genannten doch einmal gemein- nützlich. Allerdings— man müßte die � Steuer auf's Exemplar etwas hoch bemessen, damit der Ertrag ein ge- nügender, und eine hohe Besteuerung könnte abschreckend wirken— und es wäre doch eine nationale Kalamität, wenn die genannten Herren des nationalen Gedankens nicht mehr gelesen würden, weil ein Groschen, oder sagen wir eine halbe Mark pro Exemplar dem deutschen Volke zu viel wäre. Und möglich wäre dies. Das Volk ist so undankbar.— Kolonialpolitisches. Tie Redaktion der»Deutschen Kolonialzeitung" schreibt in einer Fußnote: „Es werden Fälle berichtet, daß untergeordnete deutsche Beamte wegen einer einem frechen Negerjungen applizirten Ohrfeig« bestraft worden find, daß einem deutschen Pftanzer selbst das Reckt der väterlichen Züchtigung, welches doch jeder Dienstherr seinen Leuten gegenüber hat, untersagt worden ist, und daß infolgedessen die Weißen von de» Negern einfach ausgelacht werden." Ferner beschwert sich die Redaktion der Ztitung darüber, daß es der stellvertretende Kanzler gewagt habe, einen deutschen Spitzbuben mit einem schwarzen zusammen in Kamerun ins Gefängniß zu stecken. In demselben Blatte setzt ein Dr. Hindorf auseinander, daß er es nicht verstehe, wie eS sich mit der gerühmten preußischen Sparsamkeit vereinigen lasse, daß man für eine große Anzahl von untergeordneten Bureau-Aemtern Gehälter von 6000 bis 7500 M. aussetze, also für Leute, die in der teimath vor ihrer Ausreise gar nichts waren und nun in frika die Herren spielen. Jedenfalls werfen diese niedlichen Bekenntnisse einer feudalen Kolonialseele ein grelles Schlaglicht auf die hohe sittliche Auffassung über moderne Kultur in zivilisirten Militärstaaten.— Pom Kergarveiterstreik. Aus Saarbrücken wird uns von zuverlässiger Seite mitgetheilt, daß der Streik im Abnehmen ist. Die so- genannten amtlichen Angaben über die Zahl der Anfahrenden träfen jedoch nicht zu. Das Wolff'sche Bureau berichtete auS Saarbrücken unterm 16. Januar, es seien an diesem Tage nur noch 2900 Bergleute ausständig gewesen. Diese Angabe ist jedenfalls un- geheuerlich übertrieben, denn sonst würden die am Sonntag in Bildstock, Püttlingen, Schwalbach und Guichenbach stattgehabten Versammlungen, die, wie Wolff weiter berichtet, Fortsetzung des Streiks beschlossen, sicherlich den gegentheiligen Beschluß ge- faßt haben. Aus dem nördlichen Streikgebiet liegen folgend: Nachrichten vor: Gelsenkirchen, 1«. Januar.(W. T. B.) Der Vor- sitzende des Bergarbeiter-Verbandes, Ludwig Schröder, ist heute verhastet worden.— Im hiesigen Bezirk ist heute Alles angefahren. Der Ausstand ist als beendet anzusehen. Essen a. d. Ruhr, 15. Januar.(H. T. B.) Auf Zeche „Gustav" wurden bei der gestrigen Frühschicht von der 600 zählenden Belegschaft 190 am Streike Betheiligte, die anfahren wollten, abgelegt. Auf Zeche„Carolus Magnus" erhielten von 700 Bergarbeitern 300 die Abkehr. Ballmann, der Führer des Essener Reviers, wurde gestern Nachmittag auf Grund des§ 110 des Strafgesetzbuchs verhaftet.— Neu ausständig sind die Zechen „Sieben Planeten",„Freie Vogel" und„Unverhofft". Aus den Zechen„Margaretha",„Holstein" und„Dahlhauser Tiefbau" ist bis heute Mittag eine bedeutende Abnahme des Ausstandes be- merkbar. Es streiken im ganzen noch ca. 15 500 Bergarbeiter. Auch auf„Zollern'- und„Germania" erhielten viele Bergleute die Abkehr.— Die heute stattgehabte Bergarbeiter-Verfammlung wurde gleich nach der Eröffnung aufgelöst, als ein Bergmann die Bekanntmachung des Borsitzenden von der Verhaftung Ball- mannS mit„Pfui" beantwortete. Die Anwesenden verließen ruhig den Saal. Herne. 16. Januar.(W. T.-B.) In dem benachbarten Orte Riemke sollte gestern Abend unter freiem Himmel eine Bergarbeiter- Versammlung stattfinden, welche mündlich verabredet war. Beim Erscheinen von Gendarmerie zerstreuten sich die Bergarbeiter, welche in einer Staue von über 100 Mann erschienen waren. Die Arbeiter Offenbächs a. M. nahmen am 14. Januar in einer von den vereinigten Fach- und Unterstützungsvereins- vorständen einberufenen allgemeinen Versammlung Stellung zum B e r g a r b e i t e r st r e i k. Nach längerer eingehender Debatte, an welcher sich auch der ReichStags-Abgcordnete Genosse Ullrich betheiligte, wurde einstimmig folgende Resolution gefaßt: „Die heute im Saale zur Stadt Heidelberg versammelten Arbeiter Offenbachs erkennen nach den verschiedenen Ausführungen den Ausstand der Bergarbeiter für vollständig gerechtfertigt an und versprechen, diese in jeder Weise unterstützen zu wollen." Bemerkt ivag noch sein, daß seitens der Einberufer der Versammlung ein Referent nicht bestellt war, aber eine Anzahl Anwesende über den Ausstand so genaue Informationen besaßen, daß vollständig Auf- klärung geschaffen werden konnte. Von den vereinigten Fach- und Nnterstützungsvereins-Vorstände sind bereits 100 M. zur Unterstützung der Bergleute nach St. Johann an den Genossen Emmel abgesandt. Die Forderungen, welche dem Vorsitzenden des Vereins ür bergbauliche Interessen von der A n s st a n d s- k o m m i s s i o n zugestellt wurden, lauten: Achtstündige Schicht einschließlich Ein- und Ausfahrt, 25 Prozent Lohnerhöhung für alle Bergarbeiter über und unter Tage, Anlegung früher Gemäß- regelter und Unterlassung fernerer Maßregelungen, Zurücknahme der neuen Bergarbcilerordnuug, Selbstverwaltung der Knappschasts- lasse, Anerkennung der Arbeiterausschüsse und freie Wahl der- 'elben nur durch die Belegschaft auf jederzeitigen Wiederruf. Ter Vorstand des genannten Vereins hat ein Rundschreiben an die Zechen erlassen, das an Uebermuth alles leistet, was von einem versteintcn Kapitalistcnherz vermuthet werden kann. Es hat nach der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung" folgenden Wort- laut: „Der Vorstand ersucht die Vereknszechen mit Rücksicht aus die weitere Entwickelnng der Ausstaudsbeweguug auf das dringendste, den ausständigen Bergarbeitern gegenüber von den im Rundschreiben des Vorstandes vom 10. d. Mts. angezogenen§A 3 und 6 der Arbeitsordnung ausnahmslos den striktesten Gebrauch zn mache». Nur, wenn dies geschieht, darf gehofft werden, daß die Belegschaften sich der Tragweite ihres unverantwortlichen kontrakt- brüchigen Berhaltens bewußt werden und einsehen lernen, daß die begangene grobe Pflichtverletzung mit empfindlichen Nachtheilen sür sie verbunden sein muß. Es wird daher 1. daran festzuhalten ein, daß alle Bergarbeiter, welche drei aufeinanderfolgende Schichten feiern, aus der Liste der Arbeiter gestrichen und somit entlassen werden— Z 3 der Arbeitsordnung. Es empfiehlt sich, die Liste der Entlassene» namentlich durch Anschlag bekannt zu machen und für dieselben die Abkehr bereit zu halten. Die Aus- lvhnung derselben erfolgt an dem regelmäßigen Lohntag, da sie keinen Anspruch auf sofortige Zahlung desselben haben. Eine pätere Wiederzulassung zur Arbeit kann nur unter den Voraus- etzungen erfolgen. unter denen die Annahme von neu sich meldenden Arbeitern überhaupt geschieht. Hierbei ist jedenfalls o zu verfahren, daß die etwaige Wiederannahme zur Arbeit nicht sofort bei der Meldung oder dem Aushändigen des Abkehr- scheinL erfolgt, sondern erst nach einer, von jeder Zeche gemäß ihrer Verhällniffe zu bestimmenden Frist, damit den kontrakt- brüchigen Arbeitern klar und begreiflich gemacht wird, daß die Wiederaufnahme der Arbeit nicht allein von ihrem Willen, son- der» in erster Linie von dem Willen der Zechenverwaltung abhängt. 2. Jedem Bergarbeiter, welcher sich am Ausstande betheiligt»nd drei aufeinanderfolgende Schichten gefeiert hat, ist ohne Rücksicht darauf, ob er»ach der gemäß§ 3 der Arbeitsordnung erfolgten Entlassung aus der Arbeit später wieder Annahme zur Arbeit gefunden hat oder nicht, bei Auszahlung des für den Monat Dezember 1892 fällig werdenden Lohnes der in Z 6 der Arbeitsordnung festgesetzte Schadensersatzbetrag ohne weiteres in Abzug zu bringen. Derselbe berechnet sich hier auf de» dreifachen Be- trag des durchschnittlichen Tages-Arbeitsverdienstes des Monats Dezeinber 1392. 3. Diejenigen Arbeiter, welche insolge ihrer Betheiligung am Ausstands nur eine oder zwei Schichten ver- säumt haben und somit aus der Arbeit nicht entlassen wurden, sind in Gemäßheit der 22 und 23 der Arbeitsordnung in «traf« z» nehmen. Der vorstand empsiehlt auf Grund ein' stimmigen Beschlusses den Bereinszechen endlich auf das dringendste, keinen Bergarbeiter anzunehmen, welcher wegen Betheiligung am Ausstande auf einer anderen Zech« aus derArbeil entlassen worden ist. Diese Maßregel wird um so leichter durchzuführen sein, als es in anbetracht der Verhältnisse der Industrie im allgemeinen so- wohl wie insbesondere auch des Bergbaues von keinem wirth- schaftlichen Nachtheile sei« wird, wenn die Förderung der Steinkohlepzechm aus längere Zeit wesentlich beschränkt werden sollte." Diese Behandlung der Bergleute ist einfach schändlich. Das offiziöse Blatt deS„ n e u« n" K n r s e s, die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung", druckt jenes Zirkular gleichwohl ohne Bemerkung ab. Die Polizei unterstützt die Kohlenbarone verartig durch Verhaftungen von Bergleuten, daß in Essen bereits die Zellen des Gefängnisses überfüllt sind. Truppweise werden die Bergleute, aneinandergeschlossen, durch die Straßen geführt. Wegen der Ueberfüllung ist eine Anzahl Gefangener nach auS- wältigen Gefängnissen transportirt worden. Im Laufe dieser Woche soll wieder ein Transport Gefangener nach auswärts ab- gehen. Die„Franks. Ztg." bemerkt zu diesen behördlichen Maß- regeln:»Die Erbitterung, die man darüber in der Arbeiter- schaft empfindet, fängt schon an, in die bürgerlichen Kreise durch- zusickern. Man sagt sich hier offen, daß ohne das Eingreifen der Gendarmen der Ausstand beute wahrscheinlich einen wesentlichen Rückgang erfahren haben würde, während er jetzt stationär geblieben ist und bei Fortsetzung der bisherigen Bekämpfungsmethode auch noch einige Tage auf dieser Löhe ver» harren wird. Da nun das polizeiliche Eingreifen sich überall als gleich prompt und energisch herausstellt, so ist man zu der An- nähme gezwungen, daß em allgemeiner Erlaß oder Wink gegeben worden ist, dem im ganzen Revier mit militärischer Pünktlichkeit entsprochen wird. Das ist tief bedauerlich. Unter den Zechen- besitzern erregt das„stramme" Borgehen allerdings die vollste Befriedigung. Sie stellen sich sammt und sonders auf den ein- seitigsten Unternehmerstandpunkt und klatschen der gestrigen Stumm'schen Rede den lebhaftesten Beifall. Für die„Energie" der Verwaltungen liegen schon Beispiele vor. So hat die „Hibernia" gestren(am 13. Januar) zweihundert ihrer Leute ohne Wahl den Abkehrschein in's Haus gesandt, indem sie sich dabei auf§ 3 der neuen Arbeitsordnung stützt; andere Zechen werdm heute diesem Beispiele folgen. Die Unternehmerpresse ver- zeichnet mit großer Be-riedigung, daß in Folge dieser löblichen Entschlossenheit heute Morgen sich die Zahl der auf„Hiberina" Angefahrenen wesentlich erhöht hat. Das ist richtig. Haben die Verwaltungen aber einen stichhaltigen Grund, diese Wirkung auf Leute, denen vielleicht schon der Hunger im Magen brannte, als etwas Heilsames zu begrüßen, wenn sie nicht gleichzeitig den ernsten Vorsatz fassen— und dies geschieht» i ch t!— den be- gründeten Beschwerden der Leute abzuhelfen? Die Anfahrenden haben der wirthschaftlichen Macht gehorcht; der augenblickliche Vortheil für die Verwaltung wird aber weitaus paralisirt durch den Zorn und die Wnth, die sich in der Brust der also zur Arbeit Gezwungenen festsetzt. Ein ruhiger und vorurtheilsfreier Kenner der Verhältnisse sagte mir heute, daß, wenn auch der augenblick- liche Ausstand mit einer schweren Niederlage für die Arbeiter ende, der nächste um so schneller und wuchtiger ausbrechen müsse. Wir wandelten hier auf einem Vulkan und keiner der dazu berufenen Faktoren denke daran, die unter der Oberfläche vorhandene ungeheure Gluth mittelst einer gesunden und weilgehen- den sozialpolitischen Fürsorge zu löschen. Die Hoffnung auf die Regierung hatte der Mann voll» ständig aufgegebe n." An die Mitglieder de? Reichstags ist folgende Kundgebung gerichtet worden:„Wenn im Reichstage am 12. Januar 1893 von dem Slrbeitsminister Frhr. von Berlepsch angeführt wird, es seien bei ihm keine Beschwerden ein» te laufen, so das ein Beweis, daß von der Kgl. Bergwerks- Zirektion zu Saarbrücken die Beschwerden, welche von den Grubcnausschüssen eingebracht wurden, nicht dem Herrn Minister vorgelegt fiind; das geht aus der Rede des Herrn Ministers hervor. Es wird von den Bergleuten der fiskalischen Gruben sehr bedauert, daß der Herr Minister nicht weiß, daß von den Grubenausschüssen im Namen der Kameraden aller Inspektionen gegen die neue Bergarbeiter- Ordnung Protest erhoben ist. Es wird das um so mehr bedauert, als auf Veranlassung des Herrn Ministers die Grubenausschüsse den Berg- leuten als Vertreter beigegeben sind, um sämmtliche Beschwerden der Belegschaft einzubringen, damit man an höherer Stelle Ein- ficht in die Lage der Bergarbeiter bekommt, und wenn Mißstände entstehen, Abhilfe geschaffen werden kann. Wenn ferner ange- führt wird, Marken hätte die Arbeiter zum Ausstand aufgefordert unter dem Motto„Wahrheit, Freiheit und Recht", so geht man von dem Standpunkte aus, der Rechtsschutzverein an der Saar oder dessen Führer hätten die Bergleute zum Streik verleitet. Das ist eher Lüge als Wahrheit, denn es geht aus den Abkehr- scheinen hervor, daß der Streik aus der ganzen Belegschaft ent- sprungen ist, da alle Bertreter mit wenig Ausnahmen— nämlich Grubenausjchükse und die Knappschafts- ältesten— ihren Abkehrschein erhalten haben, weil im Aliftrage ihrer Kameraden, wie oben ange- , gegen die neue Arbeitsordnung Protest erhoben haben. fragen wir den Herrn Minister, ob er deshalb dein Arbeiter die Grubenausschüsse gegeben hat, daß, wenn sie Beschwerde führen, nicht gehört und nachher, wenn ein Streik ausbricht, sie auf die Landstraße geworfen werden? Sollte es dem Herrn Minister an Beschivcrden fehlen, so sind wir bereit, ihm, sowie Allen, die es verlangen, unsere Beschwerden persönlich oder christlich mitzutheilen und in Zukunft alle Beschwerden an den Herrn Minister richten. Wir hoffen und erwarten, daß der hohe Reichstag, die Vertreter, die wir gewählt haben, sich auf einen anderen Standpunkt stellen wie der Herr Minister und der Abg. v. Stumm. Der Schlußsatz aus der Rede des Herrn Ministers (jedenfalls wird der Streik nicht beendet werden mit dem Nach- geben der Verwaltung) kann nicht die Beruhigung der Bergleute an der Saar herbeiführen. Noch weniger beruhigend wirkt die Rede des Herrn v. Stumm. Wir bedauern den königstreuen Stunim, daß er von Wählern«in Mandat übernimmt, wo er selbst angicbt, die Wähler seien sammt und sonders Sozialdemokraten. Wir bedauern ferner, daß wir als Staatsbürger und Staats- arbeiter von den höheren Behörden nicht einmal gehört werden. Im Namen aller Bergleute der Vor st and des Rechtss.chutz-Vereins: Joh. Lambert. P. Schills. Jak. Thome. Mich. SpeicheuEngel. Georg Wagner. Joh. Mohr S. Peter Schüfer. Ludwig Anschütz." VviekTmNen vev VedÄNkrott. W Sch. Die Frau kann, wenn sie nicht erbt, den Vertrag aufheben, wenn sie nachweist,„daß durch de» Todessall an ihren Umständen eine Veränderung vorgefallen ist, vermöge welcher ihr aus der Fortsetzung des Kontrakts ein erheblicher Nachtheil er- wachsen würde." Erbt sie, so kann sie, falls der Vertrag nicht eine frühere Kündigung zuläßt, erst zum 1. Oktober kündigen. Stenographenschnle FriedrichSberg. Um nicht eventuell Steuern zahlen zu müssen, lassen Sie jedes Mal nach Ankunft der Engrossendung beschließen, daß auch die Mitglieder so und so viel der Bereinskasse beisteuern oder lassen Sie bei jedem Einzelkaus ausdrücklich von den Mitgliedern feststellen, so und so viel bitte ich dem Verein als außerordentliche Beigabe zuzuführen. M. H. 48, Richtet sich nach dem Inhalt des Vertrages. Für den Inhalt der Juferate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Dienstag, den 17. Januar. Opernhaus. Die Here. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Leng- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Berliner Theater. Dora. Deutsches Theater. 3wei glückliche Tage. Kroll's Theater. Die NachtwandTerin. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Rendenz Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Die Lore. Die Kleine Marquise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das verwunschene Schloß. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Die Gigerin von Wien. Theater. Der National- Theater. Wilhelm Tell. Alexanderplat polnische Jude. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 24. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gefeht von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Neu! Neu! Der Volksinund in Berlin, verf. u. vorgetr v. Alfred Bender. Neu! Die Tyroler Duettisten Neu! Geschwister Rainer. Jeden Abend jubelnder Beifall des Bauchredners Blank und der Trodenwohner oder: Das Kind in der Kommode. Realistisch- parodistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hofe aus. Anfang 71/2 Uhr, Sonntag 61/2 Uhr. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Tai- za- Wunder. Geheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Fantoche- Theater. Andere Allusionen. Sämmtlich ohne Estra- Entree. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. The Maakwoods, Mephistopreisgetr. 3 Schwest. Peretti, Kunst- Radfahrerinnen amerikanische ProBraselli, duttion auf der freistehenden Leiter. Jongleure Mr. Rappos- Jessy, und Equilibristen. vorzügl. Mlle. A. Bollena, Inftrumentalift. unbewachte Momente m. s. dressirten The Lee's, zweier Negeritlaven. Mr. Barnum Riefen- Doggen. Theod. Zierrath, OriginalBannemann. KostümLilly Wellini, Soubrette. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Bereinszimmer, Simeonst.23, Flick. Circus Renz. Feen- Palast ( Karlstraße.) Dienstag, den 17. Januar 1893, Abends 714 Uhr: Große Extra- Vorstellung. Aus dem Programm u. a. hervor zuheben: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Mitwirkung fämmtlicher Kunstkapazitäten. Zum Schluß: = Ein Künstlerfest. T Große Ausstattungs- Pantomime v. Hof Balletmeister A. Siems. Mit überrasch. Licht- u. Wassereffecten, auf das Glänzendste inszenirt vom Direktor Fr. Renz. Costüme, Wagen, Requisiten vollständig neu. Ballet von 100 Damen. Burgstraße, neben der Börse. Welt- Lokal Berlins, 5000 Perf. fassend. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung mit großem Programm. Anf. Wochent. 72 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas- Theater. Empfehle meine elegant ausgestatteten Säle, elektrisch beleuchtet, Theaterbühne zc. zur Abhaltung jeder Art Festlichkeit unter foulanten Bedingungen. G. Schmiedel Wwe. Fr. Renz, Direktor. Masken- Kostüme verleiht billig Klaar, Saal täglich frei Wörtherstr. 45.[ 860b Naunynstr. 18, 1 Tr. 937b Morgen, Dienstag, Abends 74 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt, Berlin SW., Beuthstraße 2. Uebersicht der bisher erschienenen Hefte der Berliner Arbeiter- Bibliothek 04 Herausgegeben von Max Schippel. I. Serie: ant. 1. Heft: Ein sozialistischer Roman.( Ein Rückblick 2000 bis 1887.) Nach dem Amerikanischen des Edward Bellamy. 32 Seiten. 0,15 2. Die Gewerkschaften, ihr Nutzen und ihre Bedeutung für die Arbeiterbewegung. Rede von Max Schippel. 32 Seiten. 0,15 3, 20 Die Arbeiterinnen- und Frauenfrage der Gegenwart. Von Clara Zetkin. 40 Seiten. 0,20 4. 23 5. " 9 6, U 7. " 8. BJ " Der Sozialismus in Frankreich seit der Pariser Kommune. Von Ossip Zetkin( Paris)+. 48 Seiten. Charakterköpfe aus der französischen Arbeiterbewegung. Von Ossip Zetkin( Paris)+. 48 Seiten. Die Hausindustrie in Deutschland. Von Paul Rampffmeyer. 32 Seiten. 0,20 0,20 0,15 Junker und Bauer. Zur Entwicklung unserer Agrarverhältnisse. Von Paul Kampffmeyer. 32 S. 0,15 Die wirthschaftlichen Umwälzungen und die Entwicklung der Sozialdemokratie. Von May Schippel. 32 Seiten. 9. Die Marx'sche Werththeorie. Zur Einführung in das Studium von Mary. Von Paul Fischer. 52 Seiten. " Die Sozialdemokratie und der Deutsche Reichstag. Materialien zum Gebrauch für sozialdemokratische Wähler. 36 Seiten. 10. 11. " Die soziale Frage auf dem Lande.( I. Die Lage der ländlichen Lohnarbeiter in Preußen. Von Paul Kampffmeyer. II. Der Ruin des ländlichen Kleinbetriebes durch die landwirthschaftliche Großproduktion. Von**) 40 Seiten. 0,15 0,20 0,15 Vier grosse Volks- Versammlungen aller Arbeitslosen Berlins Mittwoch, 18. Jannar, Vormittags 9 Uhr, 1. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg, Referent: Reichstags- Abgeordneter August Bebel, 2. Konkordia- Festsäle, Andreasst. 64 Referent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer, 3. Brauerei Friedrichshain( Lips), Referent: Reichstags- Abgeordneter Dreesbach, 4. ,, Zum Schultheiss"( fr. Eiskeller), Chauffeestraße 88, Referent: Reihstags- Abgeordneter Wilh. Liebknecht. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die gegenwärtige Arbeitslosigkeit und die Nothstands- Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion vor dem Dentfchen Reichstage. 99 843/1 Pflicht aller Arbeitslosen ist es, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Die Vertrauenspersonen. Charlottenburg. Donnerstag, den 19. Januar, Vormitt. 10 Uhr, in der GambrinusBrauerei. Wallstraße 46 und Bismarcktraße 23a: Große Arbeitslosen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kessler. 2. Berichterstattung der in der vorigen Versammlung gewählten Deputation. 3, Diskussion und Verschiedenes. Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis.. Dienstag, den 17. Januar, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Lokal, Alte Jakobtraße 75( oberer Saal): Versammlung. • Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen( auch der Arbeitslosen) wird gebeten. Der Vorstand. 370/4 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. 0,20 12. 2 Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung und ihre Regelung. Von Paul Ernst. 36 Seiten 0,15 II. Serie: " 1. Der Mythus von der Begründung des Deutschen Reiches. Eine historische Stizze. Von Hans Müller. 40 Seiten. 0,15 2. 20 Zur Naturgeschichte der antisemitischen Bewegung in Deutschland. Von Gerhard Krause. 32 Seiten. 0,15 3. Soziale Frage und Bodenverstaatlichung. Bon Conrad Schmidt. 32 Seiten. 0,15 4. B 5./6. " Die deutschen Arbeiter und das GewerbegerichtsGesetz. Von May Schippel. 36 Seiten. Zur Entwicklungsgeschichte des Kapitalismus in Deutschland. Mit besonderer Berücksichtigung Mittel- und Norddeutschlands. Von Paul Kampffmeyer. 84 Geiten. 0,15 0,25 Müller. 48 Seiten. 0,20 8. B Fort mit dem Dreiklassen- Wahlsystem in Preussen. Von May Schippel. Zweite Auflage. 35 Seiten. 0,20 9. 10. " Die Unentgeltlichkeit der Lehrmittel für die Schulen des Volkes. Von Hans Müller. 32 S. 0,15 Das Ostende von London. Ein soziales Nachtbild. Von Paul Fischer. Erste Abtheilung. 30 Seiten. Osten. W. Lock, Friedrichsbergerstr. 11. 0,15 11, " 12. " 13. . -- Zweite Abtheilung. 27 Seiten. Die Entwickelung der Geschichtsauffassung bis auf Karl Marx. Von Gerhard Krause. 46 S. Die Arbeiterbewegung im Lichte der materialistischen Geschichtsauffassung. Von Gerhard Krause. 38 Seiten. 0,15 0,20 0,20 14. 7. Preussische Volksschul- Zustände. Ein Wort 20 an das Volk und seine Lehrer. Von Hans Die deutschen Buchdrucker in ihren Kämpfen gegen das Kapital. Von Walther May. 40 S. 0,20 III. Serie: 1. 10 Ist der Sozialismus mit der menschlichen Natur vereinbar? Von Paul Rampffmeyer. 28 Seiten. 0,10 2. " 3. Technisch wirthschaftliche Revolutionen der Gegenwart. Von May Schippel. 31 Seiten. Die deutsche Zuckerindustrie und ihre Subventionirten. Ein Beitrag zur Landagitation. Von May Schippel. 30 Seiten. 0,15 0,15 4. Die Prostitution, ihre Ursachen, ihre Folgen und ihre Bekämpfung. Von Dr. H. Lux- Magdeburg. 0,20 38. Seiten. 5. " Die Kartelle. Von Adolf Braun. 48 Seiten. Romplett: 0,25 I. Serie( 12 Hefte) M. 1,-, gebunden M. 1,75. II. Serie( 14 Hefte) M. 1,65, gebuuden M. 2,40. Wiederverkäufer erhalten Rabtt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Bestellungen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages( Porto extra). 400/6 Dienstag, den 17. Januar, Abends 8/2 Uhr, OS Versammlung I im Lokale ,, Urania", Wrangelstraße 9/10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Mattutat über Spiri tismus und Hypnotismus. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes.- Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Die Bahlstellen des Vereins befinden sich im 0. Zabel, Frankfurter Allee 90. E. Böhl, Frankfurter Allee 74, Ungering, Breslauerstr. 27. Spieckermann, Markusstr. 6, Rattke, Krautstr. 48. H. Gumpel, Barnimstr. 42. Südosten. F. Zubeil, Naunynftr. 86. K. Scholz, Wrangelstr. 82. G. Schulz, Rottbuser Play. 239/14 B. Stabernack, Wrangelstr. 85. P. Spindler, Reichenbergerstr. 118. Der Vorstand. Burg- n. Wolfgang- Feen- Palast Surg. WolfgangStraßen- Ecke. Straßen- Ecke. Sonnabend, den 21. Januar 1893: 2. Stiftungs- eff der Arbeiter- Bildungs- Schule Berlins verbunden mit Konzert und Ball. Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneten W. Liebknecht. Festspiel: Die französische Revolution. Episch dramatische Dichtung in 12 lebenden Bildern von C. M. Scävola. 1. König Ludwig XVI. und seines Thrones Stüßen. 2. Der Schwur im Ballhaus. 3. Camille Desmoulins im Garten des Palais Royal. 4. Die Erstürmung der Bastille. 5. Die Verhaftung des Königs. Danton und Robespierre. 6. Marat, 7. Erſtürmung der Tuilerien. 8. Ministerrath bei Danton. 9. Ludwig XVI. auf dem Gange zum Schaffot. 10. Marie Antoinette nach ihrer Verurtheilung. 11. Der 9. Thermidor im Konvent. 12. Die neue Gesellschaft im Triumph der Freiheit. " Das Konzert sowie die musikalische Begleitung zu den einzelnen Bildern ( Die Marseillaise- Litolf's Ouverture zu Robespierre" Berling' Symphonie phantastique- Saint- Gents Todtentanz" zc.) werden von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker ausgeführt. 402/2 Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2, 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWlatt. Zlr. 14. Dienstag, den 17. Jannar 1893. 10. Jahrg. VnvlcnnenksUevichke� Deutscher Reichstag. 22. Sitzung vom 16. Januar 1803. 1 U h r. Am Bundesrathstische: v. M a l tz a h n. v. R i e d e l. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Gesetzes. betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Versteuerung des Branntweins vom 24. Juni 1887. Staatssekretär v. Malüahn: Bei der ersten Lesung der Brausteuer-Vorlage habe ich gesagt, daß es nicht Absicht der Regierung sei, jetzt eine Steuerreform im großen Stile herbei- zuführen. Diese Aeußerung ist mißverstanden worden dahin, daß zivar nicht jetzt, aber später eine Steuerreform im großen Stile geplant sei. In Verbindung damit ist gebracht worden eine Aeußerung des preußischen Finanzministers, welcher die Schwan- kungen der Einnahmen Preußens aus dem Reiche beseitigen und die finanziellen Beziehungen des Reichs zu den Einzelstaaten be- festigen will. Ich wollte mit meiner Aeußerung nur motiviren, weshalb wir in allen diesen Gesetzen von einer Aenderung des bestehenden Systems der Steuern nicht abgewichen sind. Der Uebelstand, daß in bezug auf das Verhnltniß des Reichs zu den Einzelstaaten große Schwankungen bestehen, ist bei Erledigung dieser Vorlage vom preußischen Finanzminister zur Sprache gc- bracht und in Erwägung gezogen worden. Man hat aber von Versuchen, eine Aenderung herbeizuführen. Abstand genommen, weil man die Vorlage nicht unnölhig belasten wollte und weil der preußische Finanzminister es nicht für angezeigt hielt, dieser Frage näher zu treten. Ob und wann dieser Frage wieder näher getreten werden soll, darüber ist kein Beschluß gefaßt. Um den beregten Uebelstand zu beseitigen, bedurfte es keines- wegs der Erhöhung der eigenen Einnahmen des Reiches, denn die Schwankungen haben wesentlich ihren Grund, daß Ueber- Weisungen über den Etat hinaus in beträchtlicher Höhe vor- gekommen sind; es würde dadurch Abhilfe geschaffen werden, daß sie nicht mehr erfolgen, das Reich vielmehr den Ueberschuß zur Schuldentilgung verwendet. Wenn der finanzielle Bedarf nicht vorhanden wäre,� würde die Regierung nicht an die Aenderung des Branntweinsteuer- Gesetzes herangegangen sein. Die neue Branntweinsteuer hat eine sehr viel geringere Einnahme gebracht, als inan nach der bisherigen Schätzung des Konsums annehmen konnte; man hatte wohl die Menge des zu gewerblichen Zwecken »erbrauchten Spiritus überschätzt, der jetzt steuerfrei ist. Die Er- höhung ist von 50 aus 55 Pf. in Aussicht genommen. Erhöht man den höheren Steuersatz auf 75 Pf., so wird der Konsument, erhöht nian ihn nicht, der Produzent davon betroffen. Diese letzlere Eventualität war zuerst von Preußen in Aussicht genommen worden, aber von anderen Bundesstaaten, namentlich den süddeutschen, wurde dem widersprochen, da ihr Eintritt in die Branntweinsteuer- Gemeinschaft davon abhängig sei, daß die Differenz der beiden Steuersätze für absehbare Zeit bestehen bleibe. Preußen hat schließlich auch dafür gestimmt, daß die Differenz von 20 Pf. erhalten bleibt.(Zuruf rechts: Für jetzt!) Allerdings nur für jetzt, wir machen doch keine Gesetze für die Ewigkeit. Ich bitte aber, in meinen Erklärungen keine Hintergedanken zu suche». Abg. Siegle(natl.): Wir sind stets für eine anderweite Regelung der Branntweinsteuer eingetreten, namentlich auch des Kontingents. Wir wünschen nur, daß die Beschränkung des Kontingents einer Brennerei auf 80 000 Liter höchstens für Alle, auch für die bestehenden, nicht blos für die neuen Brennereien eingeführt werde. Ein Bedenken haben wir gegen die Vorlage, welches nicht in ihr selbst, sondern in der Militärvorlage liegt, zu deren Deckung sie bestimmt ist. Es ist wiederholt gesagt worden, daß das deutsche Volk bis an die Grenze feiner mate- riellen Leistungsfähigkeit belastet ist. In Württemberg bezahlt man pro Kopf 33 M. an Reichs-, Staats- und Gemeindesteuern. Gegenüber den übrigen europäischen Staaten ist das noch keine unerträgliche Last; denn in Frankreich beträgt sie mehr als 70 M. pro Kopf. Das Unerträgliche liegt in der Form unserer Steuern: Salz, Petroleum, Getreide, Hücker u. f. w. sind in erster Linie herangezogen worden, und diese Steuern wirken geradezu als eine Kopssteuer. Die Branntweinsteuer würde dahin führen, daß die Konsumenten alles tragen, während die großen Brennereien garnichts an die Staatskasse abgeben. Deshalb kann.ich nicht für diese Vorlage stimmen. Abg. Witte(dfr.): Man hätte erwarten sollen, daß die Re gierung, wenn sie grundsätzlich die Branntweinsteuer ändert. wenigstens eine Uebersicht über die Wirkung des Gesetzes giebt, denn die Landwirthschafl, die Brennercibesiyer befinden sich in vollständiger Unkenntniß derselben. Die Branntweinsteuer von 1887 hat durchaus nicht günstig auf die Lage des Brennerei- gewerbes gewirkt.(Hört! rechts.) Die Differenz des Steuer- satzes hat nicht den Erfolg gehabt, den Sie(nach rechts deutend) erwarteten.(Hört! rechts.) Die Branntweinbrenner sagen jetzt: Laßt uns in Ruhe, besteuert den Alkohol in Wein und Bier und nehmt allenfalls eine Wehrsteuer, dann werden die Kosten der Militärvorlage gedeckt werden. Im Jahre 1301 haben die Brennereien noch einigermaßen ein Geschäft gemacht, im übrigen aber können sie gerade innerhalb des Kontingentes nur noch Spiritus brennen mit Zuhilfenahme der Steuerdifferenz von 20 M. Di» Gewährung einer Liebesgabe von 20 M. war vom Gesetz beabsichtigt, daß die Brenner sich trotzdem schlecht stehen, ändert daran nichts, daß diese 20 M. für jeden Hektoliter vom Volke ausgebracht werden. Das Gesetz nöthigt die Brenner, wenn sie ihr Kontingent aufrecht erhalten wollen, dieses Kontigent in jedem Jahr zu brennen und darüber hinaus; so zwingt es zur Ueberproduktion und dadurch sind die Preise gc- funken. Das wird nicht eher besser werden, als bis dieses Gesetz von 1337 aufgehoben und an die Stelle desselben eine reine Konsumsteuer eingeführt sein wird. Tie Brenner sind in ihrer Bewegungsfreiheit vollständig gc- hemmt; jeder Schritt ist verhindert und die Brenner befinden sich der Behörde gegenüber in einem vollständig rechtlosen Zustand (Zustimmung rechts). Redner geht darauf auf die Bcrtheilung der Produktion auf die einzelnen Provinzen ein. Wenn an die Stelle dieses Gesetzes ein vernünftiges neues Gesetz tritt und die Handelspolitik, welche mit den Handelsverträgen eingeleitet ist, sortgesetzt wird, dann werden auch die Schmerzen der Brenner aufhören.(Beifall links, Widerspruch rechts.) Bayerischer Finanzministsr v. Riedel: Die Aufmerksamkeit, welche die Regierungen der Brennerei zuwenden, liegt nicht in dem Gewerbe selbst, sondern darin, daß die landwirthschaftlichen Brennereien als Nebengewerbe erst die Fruktifizirung minder- wertiger Böden in gewissen Gegenden ermöglichen(Zustimmung rechts), daß dadurch mehr Werthe geschaffen werden als ohne das Bestehen der Brennereien. Die Erhöhung der Steuer um 5 M. für das Hektoliter ist nicht erheblich für den Konsum; denn der Trinlbranntwein hat höchstens 33 pCt. Alkohol, er trägt also für das Hektoliter nur l'�/a M. Steuer. Die Belastung ist dann unmer noch nicht so hoch, wie in vielen anderen Staaten. Bei jeder Branntweinsteuer muß auch der volkswirthschaftliche Stand- Punkt in Betracht gezogen werden. Die Geschichte des Brannt- weinsteuer-Gesetzes zeigt, daß dieser Standpunkt bei uns maßgebend gewesen ist. Vor 1867 bestanden verschiedene Branntweinsteuer- Gesetze in Deutschland. Die Einheitlichkeit der Gesetzgebung machte den Eintritt der süddeutschen Staaten in die Branntweinsteuer- Gemeinschaft erwünscht, aber es niußte wegen der wirthschaftlichenVer- schiedeuheiten auf Süddeutschland etwas Rücksicht genommen werden. Die süddeutschen Brenner mußten vor der Ueberproduktion der norddeutschen Brenner geschützt werden. Daher rührt die Diffe- renz des Steuersatzes, die auch in der Vorlage grundsätzlich auf- recht erhallen wird. Es wird nur der andere Grundgedanke, das Kontingent, geändert; dasselbe wird von 4>/« auf 4 Liter herabgesetzt. Von den 40 Millionen Mark, die als Liebesgabe gewährt worden sein sollen, von denen wir so viel gehört und gelesen haben, werden die Brenner am wenigsten gespürt haben. Diese Liebesgabe würde bei 100 Hektoliter ja schon 2000 M. ausmachen; aber kein Brenner hat etwas davon gemerkt. Die Mär von der Liebesgabe ist wohl daraus entstanden, daß der Spiritus sämmtlich mit 70 M. abgefertigt wird und die Brenner für ihren Lkontingentsspiritus Berechtigungsscheine erhalten, die mit 20 M. honorirt werden. Darin würde ein Geschenk liegen, wenn der 70er Spiritus wirklich einen solchen Preis hätte, daß er die Produktionskosten deckte; das ist aber durchaus nicht der Fall.(Zustimmung rechts.) Der Preis von 50 M.. den man früher als normalen ansah, besteht längst nicht mehr. Gerade die großen Brauereien leiden am meisten darunter, denn sie haben die Möglichkeit einer Ausdehnung des Betriebes infolge ihrer Einrichtungen und können diese Einrichtungen nicht ans- nutzen, weil sie keine gewinnbringende Verwendung für de» über das Kontingent hinaus gebrannten Spiritus haben. Die Ver- Hältnisse der Spiritusbrennerei in Süddeutschland waren in den 70er Jahren ganz normale geworden. Es hätte niemand ein Interesse daran gehabt, in die Branntweinstcuergemeinschaft ein- zutreten, wenn nicht patriotische Gründe dafür gesprochen hätten, aber wir müssen daran festhalten, daß das Bestehen der kleineren Brennereien Süddeutschlands ermöglicht wird. Wenn die kleineren Brennereien nur überhaupt infolge der Steuerdifferenz sich bei den heutigen Preisen erhallen können, so können Sie sich wohl denken, wie groß die Beunruhigung ist, wenn die Differenz ermäßigt würde. Das Gesetz hat allerdings nicht die lieber- Produktion ganz verhindern können, aber nur weil der Export von Branntwein sehr erheblich zurückgegangen ist. An der Brennerei selbst hat die Regierung kein Interesse, sondern nur daran, daß die Landwirlhschast gefördert werde.(Zustimmung rechts.) Herr Witte hat ja selbst anerkannt, daß von einem Millionengcschenk garnicht mehr die Rede sein kann. Durch die Beseitigung der Steuerdifferenz würde aber eine große Anzahl von Existenzen gefährdet werden, sodaß ich Sie nur bitten kann. die Vorlage möglichst unverändert anzunehmen. Staatssekretär v. Maltzahn: lieber die Wirkung des Branntwein- Stenergesetzes ist iin vorigen Jahre so viel geredet worden, daß die verbündeten Regierungen es nicht für nölhig hielten, darüber eine besondere Denkschrift vorzulege». Die Vor- läge ist als eine Kalkulalionsarbeit bezeichnet worden, worin die Anerkennung liegen kann, daß sie richtig berechnet ist. Wenn aber ein Redner sogar neulich von steuer- politischer Wegelagerei gesprochen hat und Herr Witte erklärt hat, man habe diese Steuervorlage genommen, weil sie die bequemste wäre, so kann ich daraus nur erklären, diese Steuerobjekte sind ausgewählt worden, weil sie verfassungs- und besitzniäßig diejenigen sind, deren steuermäßige Ausnutzung dem Reiche zusteht, sodaß das Reich aus diesen zuerst seine Mehr- bedürfnisse für die Heercsausgaben befriedigen muß. Württembergischer Minister, Staalsrath von Moser: Auch im Interesse der württembergischen Brennereien ist die Aufrecht- erhaltung der Steuerdifferenz durchaus nothwendig. Von 8701 durchweg kleinen württeinbergischen Brennereien unterliegen nur 12 der steuerlichen Kontrolle nach dem Gesetze, während nur 54 über 20 Hektoliter brennen. Die Aufhebung der Steuerdifferenz würde diese kleinen Brennereien vollständig zu Grunde richten, die ohnehin ihren norddeutschen Konkurrenten gegenüber schon dadurch im Nachtheil seien, daß die Arbeitslöhne in Württemberg erheblich viel höher und die Brennmaterialien theurer seien, als in den östlichen Provinzen Preußens. Abg. Holtz(Rp.); Durch die Militärvorlage wird die Land- wirthschast in doppelter Beziehung geschädigt. Die Bierstcuer wird schwer drücken auf die Brauereien, weil diese sie nicht auf den Konsum abwälzen können; es werden deshalb die landwirth- schastlichen Produkte, welche die Brauereien verwenden, im Preise gedrückt werden, und die schon im Sinken begriffene Landwirthschaft, die ihre Produkte kaum noch zu den Gestehungskosten verkaufen kann, wird serner durchdie Brennereisteucrwiederumbenachtheiligt. Branntwein trägt die höchste Steuer, und deshalb wäre eine kräftige Fortentwicklung der Branntweinindustrie für Deutsch- land von großer finanzieller Bedeutung, aber auch von volks- wirthschastlicher Bedeutung, wie ein Vortrag beweist, den Professor Märker im Februar 1802 im Verein der Spiritus- fabrilanten gehalten hat; denn der Lkartoffclbau ist im Ver- hällniß viel ergiebiger als der Körnerbau. Die deutschen Brennereien leiden unter dem Rückgange des Exports. Früher brauchte Frankreich deutschen Sprit für die Behandlung seiner kleinen Weine, ebenso Spanien, wohin aber jetzt nicht mehr ein Liter deutschen Sprits abgesetzt werden kann. Auch in Italien ist der Verbrauch deutschen Sprits zurückgegangen und die übrigen Staaten werden fast alle von Rußland und Oesterreich versorgt, welche erhebliche Exportprämien bezahlen. Auf die Dauer ist es nicht erträglich, daß der Export zurückgeht und gleichzeitig der Konsum durch immer neue Steuern verringert wird. Der Brenner ist nicht mehr der Herr seiner Waare; er kann nicht den Preis feststellen, sondern derselbe wird an der Berliner Börse nach dem Weltmarkte festgestellt. Die Bedeutung des Branntweins für die Bevölkerung ist von allen Seiten an- erkannt worden, die Unschädlichkeit des Konsums ist ebenfalls anerkannt und die ethische Seite ist durch die Steuergesetze von 1687 vollständig berücksichtigt worden. Der Konsum hat in er- heblichem Maße abgenommen. Die Differenz von 20 Mark niuß ausrecht erhallen werden, eine Verminderung auf 15 Mark würde einer persönlichen Besteuerung der Brenner gleichkommen, die sie nicht tragen könnten. Das Kontingent ist kein Geschenk, sondern eine Strafandrohung von 20 M. für das Hektoliter für denjenigen, welcher beim Brennen über das Kontingent hinaus geht.(Sehr richtig! rechts.) Dieses Steuersystem bildet also einen Regulator für die Produktion. Der Osten hat allerdings erheblich weniger Geld aus der Brennerei gezogen als vor dem jetzigen Branntweinsteuer-Gesetz, aber das Gewerbe ist wenigstens erhalten worden. Im Interesse der Landwirthschaft wird es nolhwendig sein, die Grundlagen des Gesetzes ausrecht zu erhalten, namentlich das Kontingent. Die Einzelheiten der Vorlage können wohl der Kommission überlassen werde». Die Verlängerung der Kontingentsperioden von 3 auf 5 Jahre entsprechend den Volkszählungsperioden ist durchaus zu billigen, weil ja die Volkszahl die Grundlage des Kontingents bilden soll. Redner beantragt schließlich die Vorlage der Militär- kommission zu überweisen.(Zustimmung rechts.) Abg. v. Gagern(Z.): Wenn die Regierung eine Erhöhung der Branntweinsteuer vorschlägt, so müssen wir die Vorlage genau prüfen; aber den Weg, den Herr Witte einschlagen will. ist nicht gangbar, denn das Brennereigewerbe muß als ein land- wirthschastliches Nebengewerbe angesehen werden; eine Verschiebung der Steuerverhältnisse würde hierHunderte von Existenzen vernichten. Wir Süddeutsche sind durchaus nicht mit Vergnügen in die Sinken des Exports ist Fuße eingerichtet hatten, gewesen. Die Großbetriebe mehr, sie müssen brennen. Branntweinsteuer- Gemeinschaft eingetreten. Ich bedaure, daß der preußische Finanzminister Miquel nicht anwesend ist. Er hat damals uns getröstet und uns versichert, daß an den Steuerverhältnissen nichts geändert wird. Herr Miquel würde Herrn Witte klarmachen, daß der Weg, den er vorgeschlagen hat, die Brennerei ruiniren würde. Ich beantrage ebenfalls die Ver- Weisung der Vorlage an die Militärkommission. Abg. Wurm(Soz.): Die Branntweinsteuer» Gesetzgebung wird immer vom agrarischen Standpunkt betrachtet, aber agrarische Gesichtspunkte und Volksernährung stehen heute im Deutschen Reich in krassestem Widerspruch, und zwar gerade da- durch, daß die Branntweinsteuer den Kartoffelbau künstlich züchtet zum Unglück für das Deutsche Reich. Friedrich der Große hat seinerzeit Schlesien gewaltsam dazu gezwungen, Kar- toffeln zu bauen, nach und nach mußten auch die anderen Pro- vinzen nachfolgen; doch hat die Einführung der Kartoffel unsere Volksernährung wesentlich verschlechtert. Die Kartoffel hat einen geringeren Nährwerth, als die sonstigen Nahrungsmittel, sie ist zu voluminös und sättigt zu schnell, was allerdings für viele Leute ein Vorzug ist. Das Kilogramm Stärke in der Kartossel kostet 33 Pf., im Brot 40 Pf., ist also nicht viel theurer, aber das Brot ist deswegen theurer, weil der arme Mann davon mehr essen muß, als von Kartoffeln, um gesättigt zu werden. Wenn das Volk aber stark erhalten werden soll, so ist die Kar« toffelnahrung nicht ausreichend. Der Kartoffelbau soll die Aus» dehnung der Landwirthschaft ermöglicht haben. Das ist richtig. Aber davon hat das Voll keinen Vortheil gehabt; denn die Löhne sind in Gegenden, wo der Kartoffelbau vorherrscht, die niedrigsten, Der Export von Spiritus ist in rasender Schnellig- keit zurückgegangen, die Agrarier verlangten einen Schutzzoll und Absperrung der Produkte. Das Ausland wies darauf den kontingentirten Spiritus zurück und die Folge war, daß der Export von 100 auf 6 Millionen zurückging. Das für die, die sich auf großem von ganz gewaltigem Schaden haben gar keinen freien Willen Die Folge war, daß der Markt überschwemmt wurde und die Preise für den Spiritus sanken. Da sollte die Regierung helfen, indem sie die Interessen der Brenner wahrte, dadurch, daß sie ihre Produktion einschränkte; das war die Aufgabe der Kontingentirung, nicht als Strafe für die Brenner wurde diese eingeführt, fondern zu ihrem Nutzen, damit sie verständen, ihre eigenen Interessen zu wahren und nicht produzirten über das Maß dessen, was der Markt bedarf. Daß das die Herren aber noch heute nicht verstehen, zeigt eine Zu- fchrist im„Hannoverschen Kourier", in der es heißt: Zahlreiche Brennereien haben nach Einführung des neuen Branntweinsteuer- Gesetzes ihr Bestreben darauf gerichtet, durch Preis- angebote, bei welchen der Betrieb nicht rentabel ist und aus die Dauer nicht haltbar sein wird, den Kreis ihrer Abnehmer aus Kosten ihrer Konkurrenten zu erweitern. Dieses Kunststück haben die Brenner, bevor die Kontingentirung bestand, gemacht, und machen es noch heute. Das ist das Wesen unserer heutigen kapitalistischen Produktions- weise: Hier stehe ich, mach', daß Du wegkommst, wenn Du nicht gehst, drücke ich Dich, daß Du quietschst! Es wird immer von der Nothwendigkeit der Brennereien für die Landwirthschaft gc- sprachen. Es ist aber bekannt, daß 02 pCt. der Produktion von 16 pCt. der Brennereien hergestellt wird, die übrigen 84 pEt. der Brennereien stellen nur 8 pCt. des gesammten Branntweins dar. Diese kleineren Brennereien führen nur eine Scheinexistenz. ihnen kann durch die Steuerdifferenz gar nicht geholfen werden. denn sie hätten ja nur 40 M. Steuerdifferenz durch- schnittlich. Wenn ein landwirthschaftlicher Betrieb von diesen 40 M. abhängt, dann ist er doch schon längst nicht mehr haltbar. Die Brenner, welche am meisten aus der Kontingentirung beziehen, sind folgende: ein Badenser 181 000 M., ein Württemberger 160 000 M., ein Schlesier 153 000 M., ein Hannoveraner 144 000 M.. ein Sachse 137 000 M.. ein Bayer 134 000 M., ein Hannoveraner 126 000 M., ein Badenser 126 000 M. Diese 3 Gewerbebetriebe beziehen allein IV« Mill. Mark von der Prämie, die übrigen 982 gewerblichen Brenne- reien beziehen nicht mehr wie jene 3 zusammen. Bei den land- wirthschaftlichen Betrieben ist es ähnlich. Da kommen 35 Millionen zur Vertheilung. Es bekommen z. B. 7 landwirthschaftliche Be- triebe in Bayern, die größten die wir haben, 430 000 M.; genau so in Württemberg. Diese sind natürlich mit der Liebesgabe zu- frieden, die große Masse der kleinen Brennereien haben gar keinen Vortheil davon, weil der Betrag, der wirklich aus sie fällt, ein außerordentlich geringer ist. Die Landwirthe könnten die 40 Millionen Liebesgabe sehr gut brauchen, um nicht in Konkurs zu kommen. Aber wie werden denn die Ar- Keiler in jenen kartoffelbauenden Gegenden gelohnt und genährt? Die Löhne sind menschenunwürdig. Freilich nach einem in München- Gladbach erschienenen Kochbuch, dem der Abg. Hitze sehr nahe stehen soll, kann man für vier er- wachsen« Personen nut 10 Ps. pro Kopf aus 5 Pfund Sauer- kraut und dem entsprechenden Quantuni von Speck und Kar- toffeln ein Mittagmahl herstellen. Allerdings bei den Löhnen, welche in einigen Gegenden gezahlt werden, ist eine andere Er- nährung nicht möglich. Wir sind in jeder Beziehung bestrebt, die Landwirthschast zu unterstützen, wo sie im Interesse der ar- beitenden Klassen unterstützt werden muß. Durch die bis- herigen Gesetze ist aber nur die Rente der Landwirthschaft er- ist gerade in den Gegenden, wo die eingeheimst wird, am allererbärm- Ernährung der Arbeiter ist dort Schweine und des Rindviehs. Sie patriotisches Mäntelchen um, aber „ des wirklichen Patriotismus ist bei den Brennern nichts zu verspüren. Es fällt ihnen nicht ein, bei Mißernten den Betrieb einzuschränken, damit das Volk etwas zu essen hat. Der Patriotismus geht bei allen unseren verehrten Gegnern nur bis an den Geldbeutel.(Sehr richtig! links.) Wo der Arbeiter einigermaßen gut genährt ist, verzichtet er auf de» Schnaps. Er weiß ebenso gut wie.die Angehörigen anderer Klassen den Wohlgeschmack eines guten Glases Bier zu schätzen. Aber wo Hungerlöhne gezahlt werden, da haben wir auch die Schnapsvertilgung und in Verbindung damit die Volksverdum- mung in der krassesten Form. Dort haben wir allerdings auch die willigen und gefügigen Arbeiter, die so ganz nach dem Herzen des Herrn v. Stumni und seiner Freunde sind. Wenn wir so bos- hast wären, wie man uns immer nachsagt, würden wir nicht einen Finger rühren, um die Beseitigung der Branntweinsteuer herbeizu- führen. Es giebt kein kesseres Agitationsmittel für uns, als die Branntweinsteuer. Herr von Stumm und die Branntwein- steuer sind unsere besten Agitatoren.(Heiterkeit.) Der Konsum an Trinkbranntwein geht durch eine Erhöhung der Steuer nicht zurück, sonst müßte Rußland mit seiner nächsten Spiritus- steuer das genügsaniste Land der Welt sein. Mit den amtlichen Zahlen, die bisher angeführt wurden, um den Rückgang des Konsums an Trinkbranntwein zu beweisen, beweisen Sie nichts. Denn im Jahre 1387 waren so bedeutende Läger von Spiritus vorhanden, daß noch bis ins vorige Jahr hinein der Branntwein versetzt wurde. Der Konsum an Trinkbranntwein ist in Deutsch- land seit 1887 nicht zurückgegangen. Die 160 Millionen, welche aus Grund desselben bisher vom Volke gezahlt wurden, haben höht, und der Arbeiter Liebesgabe hauptsächlich lichsten bezahlt. Die schlechter als die der hängen sich stets ein von einer Entfaltung in der Hauptsache die Branntweintrinker und die armen Arbeiter| d. h. statt des geplanten Mehr von 60 000 zunächst nur 40 000 Antrag, eine Deputation an den Magiftrat zu wählen, und bezahlt. Allerdings kann sich der Arbeiter vor den indirekten Mann einzustellen, um mittels dieses Zugeständnisses" diesen zur Vergebung von Arbeiten für die Stadt zu bewegen. Steuern schützen, indem er entsprechend weniger konsumirt, aber einen ernsthaften Verständigungsversuch zu machen. Schweiger's Antrag lehnte die Bersammlung ab; der von Schulze ein Arbeiter, der in Frost und Kälte arbeitet, kann den Schnaps Ein solcher habe sicher Aussicht auf Annahme, da seines Wissens gestellte Antrag wurde angenommen. Gewählt wurden die arnicht entbehren. Sorgen Sie( nach rechts) denn dafür, daß ein eine besondere Neigung zu einem Konflikt im Reichstag nicht vor- beitslosen Genossen K. Wilte, R. Schweizer, W. Schulze, solcher Arbeiter ein irgendwie geschütztes Obdach vorfindet und handen sei, und ja sogar Herr Richter sich schon sehr ent- Röttcher und R. Jerice. Folgende Resolution wurde dann etwas Wärmendes befonunt? Nein!( Widerspruch rechts.) In gegentommend gezeigt habe. Alle Parteien, die nicht einstimmig gefaßt: Thüringen und Sachsen können Sie das beobachten. So weit radifal die gegenwärtigen Zustände umstürzen wollen, hätten das„ In Anbetracht der stetig zunehmenden Arbeitslosigkeit in allen find die Stützen unserer Gesellschaft heruntergekommen, daß sie lebhafteste Interesse, die Nation vor einem jedenfalls sehr bös- Gewerben; in fernerer Erwägung, daß die wirthschaftlichen Krisen fich auf das Delirium des trinkenden Mannes stützen müssen. artig werdenden Wahlkampfe zu bewahren, von dem man nicht schon chronisch geworden sind und eine bessere Konjunktur nicht Eie stüßen sich auf den Suff, auf den Großkonsum an Alkohol. wissen könne, was er in feinem Gefolge bringen werde. Er zu erwarten ist, sieht die Versammlung eine Abhilfe nur in der Alle Besitzenden werden durch Zölle geschützt und wer noch nichts hat, hoffe, daß auch die Regierung die Hand zur Verständigung bieten Verkürzung der Arbeitszeit. Sie fordert deshalb den hiesigen streckt die Hand vor und sagt: Schenkt mir was! Der Kleine Land- werde. Magistrat und die Kommunalverwaltung auf, überall da, 100 wirth wird dadurch gegen die Ausschlachtung durch den großen General v. Goßler macht einige geschäftliche Mittheilungen städtische Arbeiten ausgeführt werden, vom 1. März an den AchtAgrarier, der Kleine Brenner durch den großen nicht geschützt. Die Vor über die vom Abg. Richter verlangten weiteren Nachweisungen stundentag einzuführen und den Lohn aufzubessern. Ferner ver Tage beabsichtigt in feiner Weise eine höhere Besteuerung der und erklärt außerdem, daß die Militärverwaltung an den von langt die Versammlung eine sofortige Inangriffnahme der Arbeiten großen Brennereien, obwohl 39 pCt. der gesammten Produktion ihr gemachten, vom Abg. Richter bestrittenen Mittheilungen der Straßenreinigung, damit dem Nothande vorläufig Halt gein den Händen derselben sind. Sorgen Sie für eine Hebung des über die Stärke des russischen Heeres festhalten müsse. boten wird und durch die Arbeitslosigkeit der Charlottenburger allgemeinen Rothstandes, dann wird Allen geholfen sein. Durch Um 1 Uhr vertagt sich die Kommission auf Mittwoch Abend Arbeiter nicht Unruhen heraufbeschworen werden." Die bisherige Gesetzgebung wird aber der Konsum immer mehr 8 Uhr. Zur Generaldiskussion sind als Redner noch gemeldet: zurückgedrängt. Wir beantragen, daß die gefammte Branntwein Lieber, Hinze, v. Hammerstein, Payer und Bebel. besteuerung aufgehoben wird und das Reich sich andere Einnahmequellen verschafft. Vor allen Dingen schädigt das Gefeß die Arbeiter, welche mit denaturirtem Spiritus arbeiten. Dieser macht die Arbeiter frank, wie man schon längst erkannt hat. Aber die Chemie fennt noch fein ungefährliches Mittel der Denaturirung nnd für das vernünftigfie Mittel zur Abhilfe, die Aufhebung der bisherigen Besteuerung, sind Sie nicht zu haben. getreten seien. Parlamentarisches. Tokales. Mit einem stürmischen Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Die fünf gewählten Genossen gingen am Montag zum Char lottenburger Magiftrat, um, dem Auftrage der Versammlung gemäß, das Anliegen derselben vorzubringen. Der Herr Oberbürgermeister, der die Deputation empfing, erwiderte derselben, daß er sich auf den Standpunkt des Achtstundentags, wie er in der Resolution gefordert werde, nicht stellen könne. Er sei Diener des Staates und als solcher überhaupt nicht Bayerischer Finanzminister v. Riedel protestirt dagegen, daß In den städtischen Bade- und Schwimm- Anstalten giebt geneigt, auf die Forderungen einzugehen, welche die Arbeitslosen in Süddeutschland auch sehr große Brennereien feien; die großen Freibäder und Bäder gegen Zahlung von 5, 10 oder 15 Pf. bez. des Achtstundentages aussprächen. Weiter führte der Herr Brennereien befänden sich nicht in einer Hand, sondern seien Nach dem Berichte des Magistrats über den Verkehr in diesen Oberbürgermeister aus, daß die Arbeiter nicht denken sollten, sie Genossenschaftsbrennereien, die an Stelle vieler Kleiner Brennereien Anstalten vom 16. Mai bis 4. September 1892( die sonst bis zum feien eine Korporation, die dem Staat Vorschriften machen könne. 30. September geöffneten Anstalten wurden diesmal wegen der Darauf wird um 53/ Uhr die Weiterberathung bis Cholecagefahr bereits am 5. September geschlossen) ist das Ver. Er glaube, daß die anwesenden fünf Mann vernünftige Leute Dienstag 1 Uhr vertagt; vorher Interpellation des Abgeord hältniß zwischen den Freibädern und den bezahlten Bädern zeit- und feine Personen feien, die als Aufrührer und Heger in der Abgeord- hältniß neten Brömel, betreffend die Veröffentlichung des amtlichen Waaren weise ein sehr merkwürdiges. Der Auguft des Jahres 1892 war sozialdemokratischen Sache wirkten. Im übrigen sei die Kommunal verwaltung in feiner Weise abgeneigt, den Charlottenburger verzeichnisses. ungewöhnlich heiß, namentlich bedeutend heißer als der Juli. Dementsprechend machte sich auch in den städtischen Bade- und Arbeitslosen und vor allem den alten Charlottenburgern, welche Schwimmanstalten im Auguft eine sehr große Steigerung des Familienväter feien, Arbeit zu verschaffen. Nachdem der Depu tirte Genoffe Röttcher zur sichtlichen Ueberraschung des Herrn Berkehrs bemerkbar. Diese Steigerung des Gesammtverkehrs ist Oberbürgermeisters bemerkt hatte, daß in Charlottenburg an aber eigenthümlicher Weise nur auf ein Anwachsen der 5000 Mann feien, die sich diese seine Worte zu Nuze machen Zahl derjenigen Badenden zurückzuführen, die das Bad müßten, meinte der Oberbürgermeister noch, es würde den bezahlten. Bei denen, die frei" babeten, war entweder Arbeitslosen doch gleich sein, welche Arbeit ihnen übertragen Dritte Sigung der Militärkommission. Die General nur eine geringe Zunahme des Verkehrs oder sogar eine Abnahme würde. Nachdem er noch seiner Verwunderung darüber Ausdistussion wird fortgesetzt und es erhält in erster Linie das Wort zu konstatiren, und zwar eine um so stärkere Abnahme, je stärker bruck gegeben hatte, daß schon im vorigen Winter eine gleiche der Pole Komierowski. Derselbe betont, daß die Polen in die Zunahme der zahlenden Besucher war. Beispielsweise nahm bezug auf die politische Seite der Frage sich große Reserve auf- in dem im Nordhafen belegenen Männerbad die Zahl der frei" Kommission zu ihm gekommen ivar, entließ er die Deputation. erlegen müßten, da jedes ihrer Worte aus naheliegenden Gründen Badenden im August um über 2600 gegen den Juli ab, dagegen Vor dem Kammergericht gelangte dieser Tage ein für der Misdeutung ausgefeßt sei. Die finanzielle Seite errege bei die der zahlenden Besucher um beinahe 7100 zu. Nicht so un- die Berliner Verhältnisse und auch in historischer Beziehung ihnen schwere Bedenken. Da sie aber ein Interesse daran hätten, erhört, aber immer noch sehr groß ist das Mißverhältniß interessanter Prozeß der sechs Berliner Fischereimeister Thiedeckte, die deutsche Wehrkraft auf voller höhe zu wiffen", so wischen diesen beiden Klassen von Besuchern in all en anderen Dehne. Liebrecht, Hagel, Thiele und Steller gegen den durch die würden sie einer Einigung mit der Regierung nicht enttann das nicht sein. Man muß vielmehr zwischen der Zunahme Fiskus zur Entscheidung. Letzterer hat, wie bekannt, in dem ZuAnstalten, in denen auch frei" gebadet werden kann. Zufall Ministerial- Baukommission zu Berlin vertretenen preußischen gegentreten. Für das Zentrum spricht zunächst Freiherr v. Buo 1. einerseits und der Abnahme andererseits einen ursächlichen Zustande des Mühlendammes sehr umfangreiche Aenderungen vorAnknüpfend an die Aeußerungen des Kanzlers, daß wir fammenhang annehmen. Nun läßt sich nicht gut denken, daß genommen. Diese Aenderungen bestehen hauptsächlich in der Anuns in einem unhaltbaren Zustand befänden, lehnt bei den frei" Badenden das Badebedürfniß bei steigender Size legung eines Stauwertes und einer Schleuse und sollen ermög derselbe die Verantwortung dafür ab; diese falle vielmehr den geringer wird, daß also die zahlenden Besucher nur deshalb in lichen, daß der durch Berlin gehende Schifffahrtsverkehr zwischen leitenden Staatsmännern zur Last. Er werde mit seinem" Ja" stärkerer Anzahl Zutritt gefunden hätten, weil ihnen die nicht den ehemaligen Mühlen hindurch seinen Weg nehmen tann. Die in Militärfragen fünftig sehr vorsichtig sein, um nicht noch bezahlenden Plas gemacht hätten. Augenscheinlich lag die Sache Kläger halten sich durch diese Anlage in der Ausübung einer schuldigt zu werden, durch die Zustimmung zu den Regierungs- umgekehrt. Die nichtzahlenden Besucher mußten Platz machen, ihnen auch in diesem Spreearm zustehenden Fischereigerechtigkeit vorlagen unhaltbare Zustände" mit herbeigeführt zu haben. Die weil die zahlenden in größerer Menge Zutritt verlangten. Wenn behindert und wandten sich wegen Feststellung einer Entschädigung gegenwärtige Vorlage fei durchaus unpopulär. Wir sind, wie man nicht irgend eine andere geheimnißvolle Ursache annehmen an den Fisfus, wurden aber in allen Instanzen abschlägig beHerr v. Caprivi schon im Plenum gesagt, nur dann in der Lage will, dürfte die auffällige und durchgängig nachzuweisende schieden, worauf sie den Rechtsweg beschritten und zur BeWenn dem aber gründung ihrer Ansprüche namentlich auf ein Privileg des etwas Gutes zu schaffen, wenn das Geschaffene nicht nur wirt- Erscheinung kaum anders zu erklären fein. lich gut ist, sondern wenn wir auch die Zustimmung der Nation thatsächlich so ist, dann erscheint es geradzu unbegreif Markgrafen Johann von Brandenburg vom Jahre 1480 hinden Aermsten, also den dazu haben. Die ungemein starke Abneigung gegen die Borlage lich, wie man infolge ihrer wiesen. Dasselbe sei 1571 vom Kurfürsten Johann Georg und am wirthschaftlichen Lage erfläre sich vor Allem aus der ungeschickten Art der Einbringung, fauberteit hinneigenden, förmlich dazu gezwungenen leihe sechs Fischherren"- auch Spreeherren" genannt das ehesten und meisten zur Un- 1718 vom König Friedrich Wilhelm I. bestätigt worden und ver durch welche die hauptsächlichst interessirten Theile des Bolts sauberkeit hinneigenden, förmlich in hochgradigste Aufregung versetzt wurden. Nicht minder ver- Bewohnern die Wohlthat eines Babes, dessen sie am meisten Privilegium, auf der Spree vom Mühlendamm abwärts bis zu fehlt fei die Art der Propaganda, die von berufener bedürfen, vorenthalten fonnte, und obenein gerade in der heißesten bem bei dem Borwert Martinikenfelde befindlichen Grenzstein zu und unberufener Seite für die Vorlage in Szene gesetzt wurde. Beit und Angesichts der feit Mitte Auguft außerordentlich nahe fifchen. Dieses Recht sei auch in dem von der Kämmerei zu Berlin Auch sei im Bolte das Vertrauen auf die Autorität der Militär- gerückten Choleragefahr. Die Rücksicht auf die infolge des geführten Erbginsregister eingetragen, durch die jehigen baulichen Ververwaltung start erschüttert. Während vor zwei Jahren Herr stärkeren Audranges von zahlenden Besuchern winkende Mehr änderungen aber fast ganz aufgehoben worden. Es sei nämlich der von Berdy die zweijährige Dienstzeit noch ein Verbrechen" genannt einnahme, die dabei maßgebend gewesen sein mag, ist hier um so Spreearm zwischen Mühlendamm und Kurfürstenbrüdefeit alter Zeit hat, erfahren wir jetzt, daß die gesammten Autoritäten des Jahr verwerflicher, als es sich nur um wenige tausend Mart gehandelt für den Schifffahrtsverkehr geschlossen gewesen, gerade an dieser Stelle hunderts längst die Durchführbarkeit anerkannt haben und man haben kann; denn die Einnahme aus sämmtlichen städtischen aber sei der Fischreichthum ein bedeutender und besonders ber nur über die Zweckmäßigkeit und über die" Rompensations. Schwimm- und Bade- Anstalten hat im ganzen Sommer 1892 nur Malfang in Reusen ein sehr ergiebiger gewesen. Durch die Gröffobjekte" nicht einig war. Er für seine Person tönne nicht fagen, 48 264 M. betragen. Es ist schon zu tadeln, daß man in den nung des Schifffahrtsverkehrs in diesem Raum würde nun die Fischerei erheblich beeinträchtigt, die Reusenfischerei aber ganz daß die bisherigen Verhandlungen ihm eine andere Anschauung städtischen Anstalten überhaupt Bäder bezahlt nimmt. - das ist der Weg, auf dem unmöglich gemacht. Der Fiskus wies demgegenüber vornehmlich über die Vorlage beigebracht hätten, als er sie vorher gehabt Steuer auf die Reinlichkeit legen, habe. Ueber die Drohung, daß man bei Ablehnung der Borlage man die Cholera nicht bekämpft. darauf hin, daß sich aus den erwähnten Schriftstücken ein Privizur vollen dreijährigen Dienstzeit zurückkehren wolle, möchte Die Cholera in Hamburg lautet das Thema, über welches legium der Kläger für das Fischen auf der Unterspree nicht erer gerne Auskunft haben. Ebenso über die Aeußerung des ein Herr Stive aus Hamburg vom Dienstag bis Freitag Abends weisen lasse, auch handle es fich nicht um eine Aufhebung, sonKanzlers, die eventuelle Preisgabe Süddeutschlands betreffend. um 7 und 9 Uhr durch Lichtbilder illustrirte Vorträge in den um eine noch keine Schadensersatzpflicht bebingende EinIn militärtechnischer Hinsicht will er sich gerne belehren laffen, Norbert's Saal, Beuthstraße 22 hält. Wir hatten in einer für schränkung der angeblichen Privilegien. Das Landgericht I ordnete in voltswirthschaftlicher Beziehung hat er schwere Bedenken bie Vertreter der Presse veranstalteten Vorführung Gelegenheit, eine umfangreiche Beweisaufnahme an, gegen den vorgeschlagenen Weg. uns von dem Gebotenen zu überzeugen. Der Herr vermeidet gesammten in Betracht kommenden historischen Vorgänge Die Möglichkeit des Gintretens unhaltbarer Zustände refultire Ueberblick über bie Vorgänge in Hamburg während der Epidemie. Entscheidung, worin der vom Fistus erhobene Einwand des BeDer Reichstanzler giebt diverse technische Aufschlüsse. alles Echaurige, giebt aber in Wort und Bild einen interessanten erstreckte und viel interessantes Material für die Ge schichte Berlins zu Tage brachte. So heißt es in der einerseits aus der fortwährend geübten großen Schonung der Besonders die miserablen Wohnungsverhältnisse der arbeitenden Entscheidung, worin der vom Fiskus erhobene Einwand des BeBoltstraft", anderseits daraus, daß man erst allmälig sich mit Bevölkerung verdienen volle Beachtung und haben mit den von griffes Unterſpree" zurückgewiesen wird, über die Grenze zwischen der Eventualität eines Strieges nach wei Fronten verber hiesigen Arbeiter- Sanitätstommission veröffentlichten Miß- Ober- und Unterſpree folgendermaßen:" Der Mühlendamm, traut machen konnte. Die zweijährige Dienstzeit habe man inständen Preußen von den 30er bis zu den 50er Jahren gehabt, sie aber ständen viele Aehnlichkeit. Mitglieder von Arbeitervereinen haben welcher an derjenigen Stelle, wo einst die Höhen des Barnim als ungenügend aufgehoben, weil man utleine Stats ge Vereine dürften sich diese Vorträge sehr empfehlen. Der Herr einzige Berbindung zwischen Berlin und dem alten Köln. G3 Preußen von den 30er bis zu den 50er Jahren gehabt, sie aber bei Lösung eines Programms von 10 Pfg. freien Eintritt. Für und Teltow das Spreebett am meisten einengten, der Fluß also am bequemften abgedämmt werden konnte, war lange Zeit die habt habe. In Verbindung mit diesen habe die furze gedenkt sich einige Wochen in Berlin aufzuhalten. Dienstzeit Zustände herbeigeführt, welche als ungenügend anwar ein fester Erddamm nur mit einigen oder mehreren Durchgefehen werden mußten. Er giebt sodann eine breite Darlegung Zu einem kleinen Volksfest gestaltete sich das zweite lässen für die Spree versehen, über denen die Mühlen standen. über die Geschichte der Verdy'schen Pläne und der Stiftungsfeit des sozialdemokratischen Wahlvereins für den dritten Der Mühlendamm existirte schon zur Zeit der Ballenstädtischen gegenwärtigen Vorlage. Auf die Frage, man Berliner Reichstags Wahlkreis, welches am Sonntag Abend in Markgrafen. waren darauf Mühlen, nicht die doppelte Vermehrung vorschlage, vorschlage, die durch der Berliner Hessource gefeiert wurde. Der Saal war übervoll, Namen" Berliner Klipps, Mittel- und Kölnische Mühle" bie Motive zur gegenwärtigen Vorlage Borlage auch gerecht was wohl baher tam, daß für ein billiges Entree ein genußreichertrugen, errichtet worden. Durch diesen festen Damm wurde fertigt fei, antworte er: weil man nicht mehr Abend geboten wurde. Der Saal war mit Bannern, Fähnchen der Lauf der Spree derartig durchschnitten, daß sie oberhalb Menschen zur Verfügung habe und weil in finanzieller Be- und Bildern geschmackvoll dekorirt und die Leistungen des Theater- desselben bis Köpenick den Namen„ Oberspree", unterhalb des ziebung das Deutsche Reich das Werlangte auch wirklich tragen vereins Rhetorit", wie die des bewährten Arbeiter- Gesangvereins felben bis Spandau den Namen Unterspree" empfangen hat Von einer momentanen Preisgabe süddeutschen Ge- Liedesfreiheit" und der Musittapelle fanden ein dankbares Pu- und heute noch trägt". Indem das Gericht unter Würdigung bietes fönne nur im Falle eines Defensiv frieges oder einer blifum. Reichstags- Abgeordneter Schmidt- Frankfurt hielt die bes vorhandenen historischen Materials und namentlich eines Niederlage der deutschen Armee in Elfaß- Lothringen die Rede Festrede, die mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Den Gutachtens des Berliner Magistrats vom Jahre 1591 und eines fein. Um aber eine Kriegführung im eigenen Lande, die von Schluß des Festes bildete ein Tänzchen, dem die Jugend noch Bertrages vom Jahre 1654 au diefer Feststellung gelangt, hält den schrecklichsten Folgen begleitet sei, zu verhüten, sei es eben mehrere Stunden huldigte. es für unbedenklich, daß auf der Unterspree auch heutigen Tages nöthig, daß Deutschland alles hergebe, was es hergeben könne, aus der Urkunde vom Jahre 1480 sechs Fischern die Fischereis um die Wehrkraft zu stärken. Bon der zweijährigen Dienstzeit Charlottenburg. In einer von etwa 500 Personen be- gerechtigkeit gegen Erlegung eines bestimmten Kanons zusteht. werden zurückzugehen, beabsichtige die Regierung nicht. Auf suchten Arbeitslosen- Bersammlung sprach hier am Sonnabend Ebenso erachtet das Landgericht entgegen der Behauptung des geschoben könnten die projektirten Maßregeln nicht werden. Bormittag Genosse Fr. 8ubeil über die Ursachen der Arbeits- Fiskus die jetzigen fechs Kläger als die folchergestalt Berechtigten. Herr v. Bennigsen wendet sich gegen v. Buol und erlosigkeit. In eingehender und interessanter Weise behandelte Stach allebem erkannte das Landgericht in einer sehr um flärt, das Parlament würde pflichtwidrig handeln, wenn es, troh- derselbe das Thema. Er ging dabei näher auf die Nothstands- fangreichen Begründung bahin: der beklagte Fiskus wird vers dem es von der Nothwendigkeit überzeugt sei, sich durch debatten im Reichstage ein, scharfe Kritik übend an den Aus- urtheilt, anzuerkennen, daß er verpflichtet ist, ben Klägern dendie im Volke vorhandene Gegenströmung in seiner Entscheidung führungen der Herren v. Bötticher, v. Stumm und Berlepfch. Als jenigen in einem besonderen Verfahren zu ermittelnden Schaden beeinflussen ließe. Die große Konzession" der zweijährigen Dienst einziges Mittel, wenigstens die immer mehr überhand nehmende zu ersehen, welcher ihnen durch die vom Beklagten vorgenommenen zeit und die Schonung der Landwehrleute" im Kriege werde ja Arbeitslosigkeit zu mildern, wenn schon sie nicht in der heutigen Veränderungen des Wasserlaufs der Spree an dem Mühlendamme leider vom Bolte noch nicht genügend gewürdigt. Unsere Lage Gesellschaft ganz aufgehoben werden könne, bezeichnete er eine durch die Anlegung einer Schleuse und eines Stauwerkes daselbst, fei durch die nunmehr vollständig durchgeführte allgemeine Wehr durchgreifende Verkürzung der Arbeitszeit und das strikte durch sowie durch die Eröffnung des Stromabschnittes der Spree vom pflicht in Frankreich gegen früher bedentlich verändert worden. zuführende Verbot der Sonntagsarbeit. Zum Schluß forderte Mühlendamm bis zur Friedrichsbrücke für den Schiffahrts. Seine Erturfionen auf politischem Gebiete bieten keine bemerkens- Redner die Bersammelten auf, sich der politischen und gewert verkehr hinsichtlich der Ausübung der ihnen auf der Unterspree werthen Gesichtspuntte, sondern tragen im Gegentheil vielfach schaftlichen Arbeiterbewegung voll und ganz zuzuwenden, sowie vom Mühlendamm stromabwärts bis zu dem bei dem Borwert Charakter recht überflüssiger Kannegießerei. Vor es ihre Lage gestatte. Nur durch kräftiges Mitarbeiten in der Martinite befindlichen Grenzstein zustehenden Fischereigerechtigkeit allem sucht er die uns von Frankreich drohende Gefahr" Bewegung jener gesellschaftliche Zustand herbei- erwachsen ist. Hiergegen legte ber Fistus Berufung bei dem als recht groß hinzustellen. Gegen Bebel gewendet, be- geführt, die allen Menschen eine ihrer würdige Eristenz Rammergericht ein, welches die Vorentscheidung mit der Maßhauptet er, es fet absolut gleichgiltig, ob man den Franzosen fichere: Der Sozialismus.( Anhaltender Beifall.) An der gabe bestätigte, daß der den Klägern zu leistende Schadenersah Elfaß Lothringen belassen oder genommen habe; dieselben Diskussion nahmen hierauf die Genossen Wach, Robert sich auf die Fischereistrecke vom Mühlendamm bis zur Friedrichs würden bei ihrem Charakter uns auch den einfachen Sieg nicht Schweiger, W. Schulze und Otto Thierbach brücke beschränken soll. verziehen haben, sondern gerade so wie unter den jetzigen Wertheil. Sie fritisirten die unhaltbaren Zustände in der fönne. den warum werde 13 Gine " Später die sich auf die welche die hältnissen nach Revanche schreien. Das habe das frühere Ge- tapitalistischen Gesellschaft und verurtheilten wie der Referent In der Angelegenheit der Amtsfuspension des schrei der Franzosen nach dem linken Rheinufer bewiesen, troß das Verhalten der Regierungsvertreter und des König Stumm Pfarrers Witte wegen angeblicher Geisteskrankheit( be bem man sie 1814/15 in geradezu beispiellofer Weise geschont habe. zu der Interpellation der Sozialdemokraten im Reichstage. ginnenden Querulantenwahns") hat, wie wir in der Berliner wir aber würden durch die Nichtvornahme der Annexion schlech Schweizer machte den Vorschlag, eine Deputation an den Beitung" lesen, der Ober- Kirchenrath, an welchen Pfarrer Witte tere Grenzen und Vertheidigungslinien bekommen haben. Der Minister für Handel und Gewerbe zu senden. Dann werde man appellirt hat, eine Entscheidung getroffen, welche indeß die An Regierung gt er vor, auf 20 000 Retruten zu verzichten, ja sehen, was dabei herauskomme. Schulz stellte dagegen den gelegenheit noch nicht endgiltig erledigt. Der Ober- Kirchenrath Eine größere Feuersbrunst entstand in der Nacht zum Sonntag auf dem Grundstück der Völker'schen Möbelfabrik in der Hagelsberger Straße 52. In der zehnten Stunde war im zweiten Quergebäude, in dem sich Tischler- und Drechslerwerkstätten beM Versammlungen: " giebt dem Ronfiftorium auf, ein Gutachten des Königlichen| 14,90-14,40 m. Roggen per 100 Rg. guter von 13,80-13,50 m., vermietherin nahm ihn tros seiner Mittelfosigkeit nicht nur Medizinal- Kollegiums für die Provinz Brandenburg über den mittlerer von 13,40-13,20 m., geringerer von 18,10-12,80 m. für einige Zeit auf, sondern sie gewährte ihm auch Speise und Geisteszustand Witte's einzuholen. Das Mittenzweig'sche Gut Gerste per 100 kg. gute von 17,20-16,10 m., mittlere von Trant, als aber dieses Benefizium aufhörte, befand er sich achten, auf das die Entscheidung des Konfiftoriums sich stüßt, er- 16,00-15,00 m., geringe von 14,90-13,80 m. Safer per 100 Kg. ohne jeden Halt und ohne Obdach. Er war darauf angewiesen, scheint also dem Ober- Kirchenrath nicht ausreichend. guter von 16,00-15,20., mittlerer von 15,10-14,40 M., bei ehemaligen Kommilitonen herum zu schmarohen und er er Eine größere Verkehrsstockung fam gestern früh auf der 4,50-4,00 M. Heu per 100 Kilog. von 8,00-5,00 m. Grbsen ihm auch gewährt wurde. Diese Hilfsbereitschaft wurde den Be geringer von 14,30-13,60 M., Stroh, Richt per 100 Kg. von bettelte sich bei Diesem und Jenem Obdach für die Nacht, welches Stadt- und Ringbahn vor. Gegen 8 Uhr brach auf der Station per 100 kg. von 40,00-25,00 M. Börse ein Ruppelungshafen von einem Personenwagen dicht hinter 100 Kg. von 50,00-20,00 m. Linfen per 100 kg. von 80,00 nutzte die fich ihm darbietende Gelegenheit, um seinen WohlSpeisebohnen, weiße per treffenden vom Angeklagten schlecht gelohnt, denn derselbe be der Maschine. Der Bug mußte stehen bleiben und durch das bis 30,00 m. Kartoffeln per 100 Rg. von 6,00-4,00 m. Rind- thätern Uhren, medizinische Bücher, Kleidungsstücke 2c. zu stehlen. Umlegen der Maschine resp. Beseitigung der Wagen trat eine fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60-1,10 M. Bauchfleisch Das durch den Versatz dieser Werthgegenstände erlöste Geld hat Verspätung von 25 Minuten ein. Fahrgäste aus Charlotten- per 1 Kg. von 1,40-0,90 m. Schweinefleisch per 1 kg. von der Angeklagte nicht einmal für die nothwendigsten Lebensburg waren insofern bevorzugt, als ihnen gestattet wurde, Ber- 1,50-1,10 m. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 M. Hammel- bedürfnisse, sondern auch für allerlei Kneipgelüfte verwendet. fonen- und Schnellzüge zu benutzen. mußten an der Stelle halten bleiben, wo sie zur Zeit des Un- bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 7,00-3,00 m. Fische per machte er sich auf und davon und suchte Holland zu erreichen. Alle anderen Züge fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 A13 ihm hier der Boden unter den Füßen zu heiß wurde, falles waren. 1 Kg. Karpfen von 2,40-1,00 m. Aale von 2,80-1,20 m. Er fam vorläufig nur bis Lübeck, schnorrte sich aber Bander von 2,40-1,00 M. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche von dortigen Profefforen und Aerzten so viel Geld von 1,80-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 zusammen, daß er glücklich nach Holland entfam. bis 0,80 m. Krebse per 60 Stück von 9,00-2,00 M. Dort hat er im Petroleum Hafen von Amsterdam einige Wochen als Tagelöhner sein Dasein gefristet, bis er finden, der Brand ausgekommen, der die Hälfte des dritten und 16 jähriges Mädchen auf dem Vorhofe des Grundstücks Philipp- Giner der jungen Männer, die er bestohlen, hatte das Mißgeschick, Polizeibericht. Am 13. d. Mts. Abends machte ein eines Tages beim Ueberschreiten der Grenze verhaftet wurde. vierten Stockes, sowie den halben Dachstuhl vollständig zerstörte. traße 10 den Bersuch, sich durch den Genuß einer Karbollösung die Anklagebank mit ihm theilen zu müssen. Er hatte den AnDie strenge Kälte erschwerte die Löscharbeit. Um Mitternacht Das Leben zu nehmen. Es wurde noch lebend nach der Charitee geklagten wegen Diebstahls zur Anzeige gebracht, durch das fußStraße wurde der Feuerschein nördlich bis am Dönhoffsplaz bemerkt. gebracht. Am 14. d. Mts. Vormittags wurde ein beschäf- fällige Bitten deffelben sich aber später bewegen laffen, die AnAuf der Havel bei Schildhorn ist vorgeftern Nach- tigungsloser Handlungsgehilfe in seiner Wohnung in der zeige mit der Begründung wieder zurückzunehmen, daß er sich mittag beim Schlittschuhlaufen ein junger Mann unter das Eis Veteranenstraße erhängt vorgefunden.- Nachmittags versuchte geirrt, da sich die angeblich gestohlenen Gegenstände wieder vorgerathen und ertrunken. Ein etwa 25jähriger Schlittschuhläufer die Ehefrau eines geistestranten Beamten in ihrer Wohnung sich gefunden hätten. Durch diese falsche Angabe hat der junge entfernte sich gegen 4 Uhr aus der dichten Menge der sich auf mittels Phosphor zu vergiften. Durch ärztlich verordnete Gegen- Mann dem Thäter wissentlich Beistand geleistet, um ihn der dem Eise Tummelnden und gerieth an eine von den Fischern mittel gelang es jedoch, die Lebensgefahr zu beseitigen. In Bestrafung zu entziehen", da er aber von edlen Motiven geleitet offen gelaffene Stelle, die während des Vormittags mit einer der Möbelfabrik von Völker, Hagelsbergerstr. 52, entstand Abends worden, so verurtheilte ihn der Gerichtshof nur zu 10 M. Gelddünnen Eisschicht sich bedeckt hatte. Er brach durch das Eis und Feuer, das sich über den 3. und 4. Stock verbreitete, sowie den buße. Schnitler dagegegen wurde wegen des groben Ververschwand sofort; später tauchte der unbekannte Verunglückte Dachstuhl ergriff. Die Löschungsarbeiten wurden durch die Kälte trauensmißbrauchs zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt. noch mehrere Male aus den eisigen Fluthen wieder auf, aber sehr erschwert.- Am 15. b. Mts. Abends fiel im Zirkus Schuniemand konnte ihm Hilfe leisten. Auch die Leiche ist bis heute mann ein unbekannter Mann von der zur Galerie führenden noch nicht gefunden worden. Es ergiebt sich daraus, daß die Treppe, so daß er eine bedeutende Verlegung am Hinterkopfe erFischer bei strenger Strafe angehalten werden müßten, auf- litt und bewußtlos liegen blieb. Er wurde nach der Charitee geriffene Stellen weithin erkenntlich zu machen. gebracht. Ebenso fiel vor dem Hause Waldemarstraße 31 ein Schloffer zur Erde und brach den Fuß, so daß seine UeberAuf zwei höchft gefährliche Ningnepper, die einem führung nach dem Krankenhause am Urban erforderlich wurde. In einer öffentlichen Versammlung der gewerblichen biederen Pommern eine längere Untersuchungshaft verschafft Am 15. und 16. d. Mts. und in der Nacht zum 16. d. Mts. Hilfearbeiter und Arbeiterinnen, die am 15. Januar in haben, wird gegenwärtig eifrig von der Kriminalpolizei ge- fanden 14 Brände statt. Joel's Saal stattfand, wurde, wie ein bürgerliches Blatt befahndet. Der Sachverhalt, welcher beweist, in wie geschickter richtet, nach einem Vortrage einstimmig folgende Resolution an Weise unfere Bauernfänger operiren, ist folgender: Der 28jährige genommen: Die Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter Schlächtergeselle Hermann Blum aus Staffelde ber Soldin war und Arbeiterinnen protestirt ganz energisch gegen die Aufnahme Ende vorigen Monats, um Arbeit zu erlangen, nach Berlin gevon Annoncen im Organ der sozialdemokratischen Partei, dem tommen. Er fand aber keine passende Stellung, und am 3. d. M. „ Vorwärts", deren Inhalt auf Bestechungsversuche hinausläuft." wollte Blum nach der Heimath zurückkehren. Auf dem Schlesischen Es heißt dann in dem Bericht des bürgerlichen Blattes weiter: Bahnhofe traf er mit einem älteren Manne im Wartesaal zuMotivirt wurde diese gegen den Vorwärts" gerichtete Resofammen, der gleichfalls nach Rüstrin fahren wollte, und nach Allzu energisches Auftreten einem Kunden gegenüber lution von dem Schlosser Mieliz, Ackerstr. 93, folgendermaßen: wenigen Minuten gesellte sich zu den beiden ein dritter Reise- hat dem Dentist Julius Döpte eine Anklage wegen Frei- Am 3. Januar habe im Vorwärts" eine Annonce gestanden, gefährte, welchem der erste Unbekannte einen prachtvollen, goldenen heitsberaubung zugezogen, welche gestern vor der siebenten laut der ein befferer Schlosser 100 m. demjenigen zufichere, Ring anbot, den er aus Noth verkaufen müffe. Der letzt Straffammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Eine Frau welcher ihm eine Stelle verfchaffe". Diese Handlungsweise sei so angekommene, der sich als Goldschmiedegeselle ausgab, erklärte, H., die Ehefrau eines Weinküfers H. hatte sich bei dem An- frivol und erbärmlich, daß sich jeder Parteigenosse schämen müsse, daß der Ring unter Brüdern 40. werth sei, und wenn der geklagten ein Gebiß machen lassen, an welchem noch eine Aende- so etwas zu lesen; es fei vom Vorwärts", daß er solche AnVerkäufer noch eine halbe Stunde warten könne, so wolle er schnell rung vorzunehmen war und sie ging am 8. September mit ihrem nonce, die direkt gegen das Prinzip der Arbeiterpartei stehe, nach Hause zurückeilen und den gebotenen Betrag holen. Als der Ehemann und ihrem Kinde zu dem Angeklagten, um sich das eine Schmuzigkeit und Fahrlässigkeit sonder Gleichen". Stäufer sich entfernt, erklärte der Berkäufer, daß er mit dem Manne Gebiß abzuholen. Dasselbe wurde ihr ausgefertigt, H. Wenn durch diese Annonce ein anderer Kollege brotlos merde nichts zu thun haben wolle, der fähe nicht ehrlich aus, wenn aber weigerte sich aber, dasselbe sofort zu bezahlen, sondern und hernach auf der Straße liege, dann bekäme er Worte wie Blum ihm den Ring abkaufen wolle, so könne er denselben für verlangte, daß seine Ehefrau erst ausprobiren dürfe, Ballonmüßen" u. f. w. an den Kopf geschmissen( sehr richtig!). 20 M. haben. Der biedere Pommer ging auf diese Offerte ein, ob das Runstwert nun auch genau paffe. Darüber Die Preßkommission thue nicht ihre Schuldigkeit, und wenn der zahlte den Betrag und gab den Rest seiner Baarschaft, weitere fam es zu einer heftigen Szene, in deren Verlauf der Angeklagte Vorwärts nicht Leute genug habe, die so etwas kontrolliren, so 20 M., an den neugewonnenen Freund, welcher Billette nach die nach dem Korridor führende Thür abschloß und nachdrücklichst möge er mehr einstellen; es lanfen genug stellenlos herum( fehr Küftrin am Schalter holen sollte. Wer aber nicht wieder fam, erklärte, daß die 3 Personen nicht eher das Zimmer verlassen richtig!). Der Delegirte Thal meinte, dies sei eine Proßerei war der Verkäufer und völlig mittellos wanderte nun Blum seiner würden, als bis er fein Geld oder das Gebiß zurück erhalten fonder Gleichen, der Anfang des Kommissionärwesens; wenn Heimath zu, nachdem er noch die unangenehme Entdeckung ge- haben würde. H. wollte ans Fenster eilen und um Hilfe rusen, dies der Vorwärts" erst einführen wolle, dann sei es gerade macht, daß einer der beiden Freunde ihm das Arbeitsbuch ge- er wurde aber von dem Sohne des Angeklagten zurückgeriffen. weit genug mit ihm( Beifall). Wenn der Vorwärts" diese stohlen hatte. In Grünau wurde der Handwerksbursche, weil Schließlich wurde doch ein Schuhmann herbeigeholt und nach Resolution nicht aufnehmen werde, so werde man endlich einmal ohne Papiere und völlig mittellos, von den Gendarmen auf- dreiviertelstündigem unfreiwilligem Aufenthalt erlangten die brei tabula rasa schaffen." gegriffen und in das Köpnicker Amtsgefängniß geschafft, weil der Personen ihre Freiheit wieder. Der Gerichtshof verurtheilte den maffin goldene Ning am Finger ihn noch ganz besonders ver- etwas ungestümen Zahnkünstler zu 6 Wochen Gefängniß. Versammlung wahrheitsgemäß schildert, haben wir folgendes Borausgesetzt, daß dieser Bericht die Vorgänge in jener dächtig machte. Hier hat Blum 8 Tage im Gefängniß gesessen, bis sich seine bei im Auch ein Dienfthere. Wegen thätlicher Beleidigung eines zu bemerken. Es ist natürlich bedauerlich, daß das Manuskript der Annonce wurde, daß der Ring einen Werth von 15 Pf. babe. Der der Kaufmann Joseph Herrmann vor dem hiesigen Schöffengerichte zu nicht vor dem Druck in der Expedition geprüft wurde; dann war junge Mann ist übrigens nicht das einzige Opfer der Betrüger verantworten. Das eine seiner beiden Dienstmädchen beschuldigte es selbstverständlich, daß die Aufnahme nicht erfolgte. Anderseits gewesen; denn fast gleichartige Fälle von Ringneppereien, die anwollen wir bei dieser Gelegenheit einmal dem groben Unfug entscheinend von derselben Bande ausgeführt wurden, find der ihn, ihr wiederholt unzüchtige Anträge gemacht und sie auch unzüchtig wollen wir bei dieser Gelegenheit einmal dem groben Unfug entKriminalpolizei als auf dem Schlesischen Bahnhof ausgeführt ge- und fein Bertheidiger, Rechtsanwalt Michaelis, fuchte die biefem oder jenem gleich über den ganzen Borivärts" der Stab berührt zu haben. Der Angeklagte bestritt diese Anschuldigungen gegentreten, welcher darin liegt, daß in den Versammlungen von Glaubwürdigkeit des Mädchens in Zweifel zu ziehen, in- gebrochen wird, wenn irgend ein Angestellter des Vorwärts" einen Ueberfallen und beraubt wurde eine 70- jährige Frau dem er ausführte, daß dasselbe die angeblichen Attentate Fehler beging. Wenn gar ein Mann wie Herr Thal, bem wegen Namens Hesse, die aus der Gegend bei Neu- Brandenburg Sonn- auf ihre weibliche Ghre ganz ruhig und ohne Aergerniß daran seiner häufigen Referenten- Thätigkeit die erste Pflicht des Redners, tag Abend 9 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof fremd hier ein zu nehmen sich habe gefallen lassen, sich nach feiner Seite bar- Selbstzucht zu üben, nicht unbekannt sein kann, die Dreistig getroffen war. Die H. führte in einer Lebertasche ein Buch bei über beschwert habe und mit ihrer Anschuldigung erst hervor- feit hatte, anzubeuten, daß bei der Redaktion des Vorwärts" fich, in welchem sie drei Hundert- Markscheine hatte. Bom Bahn- getreten sei, nachdem ihr der Dienst aufgekündigt worden. Der Drohungen das Mittel feien, um sie zur Aufnahme einer berechhofe begab sich die alte Frau nach der Borsigstraße, faufte sich Gerichtshof schenkte dem Mädchen Glauben und mit Rücksicht tigten Resolution zu veranlassen, so ist das der Gipfel der Ans bei einem Bäcker für 10 Bf. Backwaare und verzehrte dieselbe darauf, daß die Herrschaft über das Gesinde einen gewiffermaßenmaßung, und wir finden es nichts weniger als löblich, daß auf der Treppe eines Hausflures. Während sie dort aß, riß erziehlichen Einfluß ausüben und die Moralität desselben fordern, sich die Versammlung nicht selbst dazu bequemte, den Herrn plöglich ein Mann von der Straße aus die Frau von der nicht aber untergraben soll, verurtheilte das Schöffengericht den Thal auf das Unschickliche seiner Ausdrucksweise aufmerksam zu Treppe und nahm ihre Tasche fort, holte aus derselben das Angeklagten zu brei Monaten Gefängniß. Der Staats- machen. meldet worden. Gerichts- Beitung. Buch mit dem Papiergelbe, warf ihr die Tasche wieder zu und anwalt hatte 6 Wochen beantragt. lief davon. Che die alte Frau fich von ihrem Schreck erholen Der Fachberein der Stellmacher Berlins und Umgegend und um Hilfe rufen konnte, war der Dieb verschwunden. Die Konkurrenzneid. Der Vorsteher einer Natur Seilanstalt, nahm am 8. Januar in einer Mitgliederversammlung den KaffenH. erkannte den Dieb als einen Mann, welcher mit ihr zufammen H. erkannte den Dieb als einen Mann, welcher mit ihr zufammen Benjamin Hellmuth, hatte sich gestern vor der 122. Ab- bericht vom 4. Quartal entgegen. Die Einnahme betrug danach die Reise von Neu- Brandenburg hierher gemacht hatte und wahrs theilung des Schöffengerichts wegen Bedrohung zu verantworten. einschließlich des Bestandes vom 1. Oftober v. J. 97,81 m., die fcheinlich gefehen hatte, daß fie Gelb in der Tasche bei sich führte. Der Lehrer Drentherr hat sich in der Anstalt des Angeklagten Ausgabe 32,42 W., mithin bleibt ein Bestand von 65,39 M. Nach der Beschreibung ist der Dieb ein Mann von etwa sechs- und auch die polizeiliche Genehmigung dazu erhalten. scheinlich gesehen hatte, daß sie Geld in der Tasche bei sich führte. als Naturarzt ausgebildet, dann selbst eine Anstalt gegründet Nachdem die Revisoren den Bericht bestätigt hatten, wurde dem unddreißig Jahren, trug eine Brille, blaue weite Bofen, blauen und auch die polizeiliche Genehmigung dazu erhalten. Seit Kassirer Bachau Decharge ertheilt. Aldann sprach Kollege Brüß Ueberzieher, schwarzen Hut und hatte einen dunklen Vollbart. dieser Zeit wurde er mit Bricjen ohne Unterschrift verfolgt, in längeren Ausführungen über die Ursachen der Arbeitslosigkeit im Stellmachergewerbe, und kam zum Schluß zu der Ueberzeugung, daß die Arbeitslosigkeit durch Verkürzung der Arbeitsseit sich wohl etwas vermindern laffe, jedoch daß eine endgiltige Beseitigung des Glends nur möglich wäre, wenn die kapitalistische Gesellschaft durch die sozialistische ersetzt werde. Zum Punkt Verschiebenes" wurde ein Antrag angenommen, den streikenden Korbmachern 10 M. zu überweisen. Alsbann wurde noch befannt gemacht, daß die nächste Versammlung am 12. Februar, Rosenthalerstr. 38, stattfindet. Erfennbar ist derfelbe noch durch eine große Narbe, welche er Drentherr, worin ihm alle mögliche Unbill auf der linken Backe trägt. " Den angedroht wurde. ein tränklicher, schwacher Mensch wurde dadurch so geängstigt, daß er sich nur in Begleitung Sirkus Renz. Die Idee der„ Wafferpantomime" stammt eines feiner Angestellten auf die Straße wagte. Eines Tages vom alten Renz". Die Vorstellungen dieser Art haben sich sehr war Drenkherr unter dem Schuße feines Bademeisters zu einem schnell eingebürgert, jeder Zirkusdirektor muß jetzt, wenn der Ort Rechtsanwalt gegangen. Während der Letztere vor der Thür ber Aufführung irgend über genügend Waffer verfügt, seine nasse auf das Wiebererscheinen seines Prinzipals wartete, trat der Pantomime haben. Im Zirkus Renz ist jetzt auf Helgoland Angeklagte an den Bademeister heran. Er trug ihm auf, feinen vom Repertoir abgesetzt worden, um einem neuen, geradezu Herrn zu sagen, daß er demselben die Knochen im Leibe zerbrillanten Arrangement ähnlicher Art Platz zu machen. Die schlagen würde, wenn er ihn ohne Schutz träfe. Drentherr erNovität betitelt sich„ Ein Künstlerfest" und besteht aus einer stattete Anzeige. Der Gerichtshof belegte den Angeklagten, ber( Filiale II) hielt am 9. Januar eine Versammlung ab, welche Der Ortsverein der Porzellan and Glasmaler trockenen und einer nassen Abtheilung, wobei Ballet, Pracht der sich vom Konturrenzneide habe beherrschen lassen, mit einer Geld- sich mit der Wahl des Ausschusses zu beschäftigen hatte. Ge Roftüme und eine Ueberfülle von Beleuchtungseffekten die Hauptstrafe von 50 M. rollen spielen. Namentlich der zweite Theil mit seinem Wasserwählt wurden zum Vorsitzenden Herr Gebauer, zum Rafstrer torso, feinen Najaden und rauschenden Fontänen ist von groß einem Studium zuwenden, zeigt folgender gestern vor dem hiesigen Beisitzenden die Herren Jahn und Renner und zu Revisoren Wie gefährlich es ist, wenn mittellofe junge Leute sich Herr Ehrhardt, zum Schriftführer Herr Wollmann, zu artiger Wirkung. Gott Neptun und nach ihm Lohengrin erscheinen Schöffengericht verhandelter Fall. Aus der Untersuchungshaft die Herren Schleiff, Dollmann und Beschel. Ferner auf den Wogen, aus denen zum Schlusse eine Marmorgruppe wurde ber cand. med. Werner Schnitzler vorgeführt, um sich wurden zu Mitgliedern der Bibliothekkommission die Herren Glanzpunkt bildet der Mädchenchor, welcher das Auditorium in wegen Diebstahls in 6 Fällen zu verantworten. Der Angeklagte sodann beschlossen, daß die regelmäßigen Versammlungen vorBurmann, Singer und Bressem bestimmt. Es wurde die Fuusion verfest, gar nicht einer Vorstellung im Zirkus, son: Art seinem Sohn die Möglichkeit gegeben hatte, die Universität nachdem fünf Kollegen in den Verband aufgenommen worden ist der Sohn eines Elementarlehrers, welcher unter Opfern aller läufig jeden zweiten Sonnabend im Monat stattfinden sollen. bern einer Operettenaufführung beigewohnt zu haben. Das mit zu beziehen. Der Angeklagte sollte nach dem Wunsch des Vaters raffinirter Pracht ausgestattete Stück wird sich wohl lange auf Theologie studiren, er sattelte aber um, stubirte gegen den Willen waren, gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die Verbem Repertoire halten. des Vaters hier und in Greifswald Medizin und es gelang ihm, fammlung ihr Solidaritätsgefühl den streifenden Bergarbeitern Von Herrn Gerice, Böchstr. 47/48, erhalten wir fol- das Physikum zu bestehen. Bis dahin hatte sein Water unter gegenüber zum Ausdruck brachte und den Wunsch aussprach, daß gendes Schreiben: In Nr. 8 vom 10. Januar cr. Thres Blattes eigenen Entbehrungen mitgeholfen, die Summen, welche der Sohn sobald wie möglich mit der Summe von 50 m. unterstützen möge. Der Vertrauensmann der Maler Deutschlands die Streifenden teht unter dem Titel" Arbeiter- Sanitätskommission":" Böckh zu seinem Studium gebrauchte, aufzubringen, nun fah er sich aber ftraße 47/48. Hofwohnungen mit nassen Wänden u. s. w." Ich am Ende seiner Leistungsfähigkeit und schrieb dem Angeklagten, Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein. Große Verfammlung am Dienstag, ersuche Sie hierdurch, auf Grund des Preßgefetes§ 11 in Ihrer daß er sich völlig außer Stande sehe, noch weiter für ihn zu forgen, ben 17. Januar, Abends 8 Uhr, bet Saeger, Grüner Weg 29. Vortrag über nächsten Nummer folgenden Widerruf aufzunehmen: Sämmt es vielmehr wohl oder übel dem Sohne überlassen müffe, fich liche Wohnungen in meinem Hause sind nicht naß, auch stehen weiter durch die Welt zu schlagen. Das war natürlich ein harter in der benannten Wohnung keine drei Betten, sondern nur zwei Schlag für den Angeklagten, welcher noch wiederholt schriftliche und ist der Miether mit seiner Wohnung sehr zufrieden. Von Gesuche um Geld an den Vater sandte, aber nur den Bescheid sämmtlichen Miethern habe ich Unterschriften, daß die Wohnungen erhielt, daß die Mittel des letzteren mehr als erschöpft seien. Im burchaus trocken find. Hochachtungsvoll der Eigenthümer Juni v. J. langte der Angeklagte, aller Mittel entblößt, hier in H. R. Gericke, Böchstr. 47/48. Berlin an, um seine Militärangelegenheiten in Ordnung zu bringen und hier ist seine Moral dann vollständig zu Grunde gegangen wie er behauptet, weil er Hunger litt, wie der Ge richtshof dagegen meinte, weil er nicht die genügende Charakterfeftigteit und Arbeitslust besaß. Gine mitleidige Simmer" Marktpreise in Berlin am 14. Januar, nach Ermitte lungen des Polizeipräsidiums. Weigen per 100 Stg. guter von 16,20-15,60., mittlerer von 15,50-15,00 m., geringer von fammlung am Dienstag, den 17. Januar, Abends 8 Uhr, Annenftr. 16. Tagesordnung: Wahl des Bergnügungskomitees, Fefifegung des Entrees sur Mattnee. Bericht der Rechtsschutz- Kommiſſion. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands, Gauverein Berlin. Verden 17. Januar cr., abends 8 uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenstr. 10-11, Borstandssitzung. abends 8% uhr, bet Bratwell. Bortrag: Die fanitären Berhältnisse der ArGlaser. Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 17. Januar, better. Referent: Dr. med. S. Weyl. Nationale kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe. Dienstag, Vergnügungs- Verein Berolina, ehm. Boll'scher Tanzschüler. Sizung jeben Dienstag, abends 9 Uhr, im Restaurant Broz, Annenstr. 3. abends subr, Gigung im Beveinstotal, Strafauerfir. 57. Verein Berliner Rolportage- Buchhändler. Dienstag, ben 17. Januar 40 Berband der in Golbearbeitungs- Jabriken und auf Boplikon| bet Thiele, Brandenburgftr. Be.- Zambourverein Stttorta, Nebungsstunde beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Berlin 2, Norb. Dienstag und Freitag, Aufnahme nur geübter Mitglieder. Stümte's ReftauMitgliederversammlung am Dienstag, den 17. Januar, Abends 8% Uhr, im Ber- rant. Aderstr. 123. einslokal, Bergstr. 12. Tagesordnung: Bortrag des Genoffen J. Gaffenbachstraße 41, jeden Dienstag 8% Uhr. Regelflub Fidelio 1, Klubhaus Süd- Dft, Faldensteinüber Fortschritt und Armuth. Arbeiter- Bildungsschule. Dienstag Abend 8%-10% Uhr: Südschule Bagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres und unteres); Südost= Schule, Reichenbergerfir. 133: Unterricht in Deutsch( mittleres und unteres): Dft Schule, Markusstr. 31: Unterricht in Deutsch( mittleres und nnteres); Nord- Schule, Müllerstr. 179a: Geschichte( neue), Kaufmännisches Rechnen, Wechselrecht und Korrespondenz. In allen Fächern tönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. " Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Empor", Abends 8% Uhr, bei G. Behrend, Blumenthalftr. 5. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Nenderungen im Vereinstalender sind zu richten an Friedr. Kortum, Manteuffelstr. 70. Dienstag, Abbs. 9 Uhr, Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Freundschaft 1, bei Oswald Berliner, Brunnenstraße 114.- Dlympia, Alte Jafobstr. 68 bet Richter. Schildhorn, Usedomstraße Nr. 33 bei Miete. Fidelitas, Bergstraße Nr. 68 bei Keller. Allegro, Wrangelt ftraße 141, bei Schmidt. Alpenglocke, Grüner Weg Nr. 29, bet Saeger. Berliner Buch drucker, Alte Jakobstr. 83 bei Wienece. Bruder her 3, Manteuffelftr. 9 bei Nowack. bergerstraße 3 bei Birk. hn'scher Humor, StraußUnverzagt 2, Moabit, Kronen- Brauerei. Soffnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräz. Waldtapelle 1, Reichenbergerstr. 19 bei Roschel. Arbeiter Mat= bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner.- Gängertette, Gräfeftr. 34 bei Blög. Kreuzberg, Lichterfelderstraße Nr. 7-8 bei Winter. Ite Linde, Reichenbergerstraße 39 bei Fürstenau. Vorwärts 4, Rathenow Reftaurant ,, Walhalla". Einigkeit 2, Landsbergerstraße 31 Musehold. Gorgenlos, Röslinerstraße 17 bet Wendt. Gefangverein der Böttcher Steineiche, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. Vorwärts bet Wilhelm Mölte. Hilaria, 8, Marwig, 1 bei Dermischtes: Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Burean.) " Mannheim, 16. Januar. Wie die Neue Babische Landess zeitung" meldet, ist der Sozialistenführer Hänsler, welcher nach Unterschlagung bedeutender Gelder nach Chicago entfloh, ausgeliefert worden und bereits hier eingetroffen. ( Depeschen des Bureau Herold.) " Aus Nürnberg meldet die Fürther Volkszeitung", daß gegen den Privatier August Huck, Herausgeber und Besitzer Kohlenbörse.) In Folge des theilweisen Arbeiter- Ausstandes Effen a. Ruhr, 16. Januar.( Amtlicher Bericht von der des Nürnberger General- Anzeigers", von der Staatsanwaltschaft kann die gegenwärtige Nachfrage nicht befriedigt werden. Die Untersuchung wegen Meineids eingeleitet wurde. Nach der vom Kohlenklub erwählte Kommission zur Festsetzung der Preise Fränkischen Tagespost" soll es sich um einen Prozeß des Besizers hat wegen der Unklarheit der Marktlage von einer Preis. der Fürther Volkszeitung" gegen den Redakteur des„ Fürther festsetzung vorläufig Abstand genommen. Central- Anzeiger" handeln, in dem Huck zeugeneidlich vernommen Effen a. Ruhr, 16. Januar. Eine auf heute Nachmittag wurde. 5 Uhr anberaumte Bergarbeiter- Versammlung wurde von der Die Angst vor der Sozialdemokratie packt den belgi- Polizei verboten, wie es heißt, wegen nicht rechtzeitiger Anfchen Musterbürger so gut wie den deutschen Philifter. So ist meldung. Es streifen noch 10 950 Mann auf 34 Schächten; Genoffe Volders, der energische Vorfämpfer des belgischen Pro- neu ausständig ist die Zeche Friedrich der Große" zum Theil. letariates und Redakteur des" Peuple, in Brüssel auf der Ent- Im Ganzen sollen an 2500 Abkehrungen erfolgt sein. deckungsreise nach einem Logis. Man weist ihn überall ab, Frankfurt a. M., 16. Januar. In dem Prozeß des Staatsfowie man seinen unangenehm ehrlichen und gefürchteten sekretärs von Stephan gegen den verantwortlichen Redakteur der Namen hört. Es würde dem Maison du Peuple nicht Frankfurter Zeitung" Kurt Eisner wegen des bekannten Artikels Blumenstraße 46 bei Went Gänger- Chor der Töpfer, Neue schwer fallen, ein Domizil für ihn zu schaffen, indeß über die Sammlung der Postbeamten für Hamburg beantragte Friedrichftr. 44, bet Röllig.- Wiederhall, Eisenbahnstr. 20 bei Siegmund. benutzt er die Gelegenheit, die Herren - Sängerfreiheit, 9 Uhr, b. Fröhlich, Naunynstraße 44 Hausbesitzer der Staatsanwalt 6 Monat Gefängniß. In Anbetracht der bisSenefelder, bei Althoff, Brüderstr. 26. -Gefangverein Farbe bekennen zu lassen. Die Vermiether, welche ihn nicht als herigen Straflosigkeit lautete das Urtheil auf 150 M. Geldstrafe, Johanni, Rüdersdorferftraße 45, Gesellschaftshaus Ostend. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Miethsmann haben wollen, nehmen sonst das Geld der Arbeiter Konfistation der Nummer und Publikationsbefugniß. Wilhelmstr. 10 bei Momber. Gefangverein Rothe Nelte 2, bei Raabe, sehr gern, dürften aber infolge dessen immer weniger zu sehen Ruppiner und Schönholzerstraßen- Ecke. Solothurn, 16. Januar. Die Totalrevision der Verfassung Schneeglöckchen 1, Jahn- bekommen. ftraße 1 bei Schulz. Gesangverein Eintracht, Nieder- Schönweide, wurde mit 6557 gegen 4898 Stimmen abgelehnt. Restaurant Hinz. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Dresden. Ein Mann der Wissenschaft und Freund Gefangverein Frohsinn in Stralau bei Gafter. Gefangverein von Briz, Briz, Werderfir., Restaurant Schöneberg. 2. Januar im 45. Lebensjahre gestorben. Er war Professor der Arbeiter, des Voltes, Professor Benjamin Vetter in Dresden, ist am - Deutsche Liedertafel, Grüner Weg 29 bet Säger. Sänger gruß, Friedrichshagen, Blant's Restaurant. Vorwärts 7, Rummels: 30ologie am Polytechnikum zu Dresden, bedeutender Spezialburg, bei Borgmann. Epheu, Ackerstr. 123 bei Stümte. Gesangverein forscher und Darwinist. Freiheit 1", Gulmſtr. 36 bei Raumann.- Gesangverein„ Echo 2" 9 Uhr besonders am„ Kosmos" thätig, dessen Redakteur er von 1882 Schriftstellerisch war Professor Better Abends Uebungsstunde bei Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Gesangverein Briefkaffen der Expedition. Gerechtig teit Westen, Steinmeßstraße 36a bei Bredlow. Ginig, bis 1886 war. Die Sächs. Arbeiter Zeitung" widmet ihm Barnimstr. 2 bei Leuct. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Arbeiter- Männergesangverein Sängertreis" folgenden Nachruf: Mit Professor Vetter ist ein verdienstvoller Weißensee, Königs- Chauffee 46, bei Brennert. Gesang- und Theaterverein Acacie"( gemisch. Chor). Staligerstr. 54, bet A. Hente. Forscher hingegangen. Aber noch mehr als dieses war der Ver- Tischlereien Chausseestr. 52 15,10. Ges. vom Personal der Möbelfabrik Carl Müller 22,10. Leseklub Westen" 31,85. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. storbene, und darum widmen wir ihm vor anderen diesen Nach- Play Fr. 14,-. Pazenhofer Tonne Krautstr. 3,20. Ges. von Alle Zuſchriften, den Bund betreffend, find zu richten an. Sentel, ruf. Er gehörte nicht zu jenen Gelehrten Bergmannstraße 21, Hof 3 Tr. und diese bilden den Lacirern in Riydorf, Bergstr. 100 6, Paßenhofer Tonne Dienstag. Stattlub Kreuz- Solo bei die große Mehrzahl- welche die Wissenschaft allein in den Dranienstr. 2,10. Ein paar lustige Bodenleger 10,- Polnischer Mühle, Krautftr. 2. Theaterverein Blumenlese bei Ringe, Dresdenerstraße 105. Gefelliger Berein 5 offnung bei Nemit, Lebuſerſtr. 5, alle Dienst der bürgerlichen Geſellſchaftsklassen stellen, sondern er war Joseph 3, 14 Zage. Pianofortefabrik E. Krause, Reichenbergerstr. 57 Tambourverein Wirbel, bei Müller, Gartenstr. 52.- Geselliger stets, so weit es in seinen Kräften stand, bemüht, auch den 12,-. D. A. 2,-. Von den Gesellen Dresdenerstr. 98 18,-. Berein Mehr Licht bei Goly, Gr. Frankfurterstr. 33. Louiſenſtädtischer unteren" Klassen, den Arbeitern, die Resultate der modernen Gesammelt durch Schwandt, abgeliefert durch Lock 7,95. UnterVerein Frohsinn bei Möhrings, Admiralfir. 18c.- Rauchklub Ambalemv bet Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Tambourverein Deutsche Eiche bei Forschung zugänglich zu machen. Die Verbreitung natur ftüßungsfonds der Berl. Metallarbeiter 300,-. G. P. Rirdorf Niederschuh, Fürbringerstr. 7. Tambour Berein Borussia bei Zeichnis, wissenschaftlicher Kenntnisse, insbesondere der Darwin'schen Lehre 3,-. Königsbergerstraße 24. Regelflub Lustige 13 bei Bell, Wienerstraße 1. Malerwerkstatt Neumann 6,-. Metallarbeiter Luck und der sich auf ihr aufbauenden modernen Weltanschauung hat hardt, Ritterstraße 10,50. Karl Schweizer 7,75. AgitationsVergnügungsverein limbim bei Bredlow, Bülowstr. 65.- Vergnügungsverein Amor II bei Bergemann, Prinzen- Allee 10. ihm sehr am Herzen gelegen. Er war ein Gegner der Orthodoxie kommission der Drechsler 25,60. Tambourverein Ruf Arbeiter H. S. 1,-. bci Sperling, Inselstr. 1. und des Dogmenglaubens. Und er hat genug Muth besessen, den Vorurtheilen und Denunziationen zu trogen, er hat in dem Tischlerei Schulz, Fruchtstr. 59 Halste, Markgrafen- Straße 18,-. Dresdener Volksbildungs- Verein, der ja seit langem im der Buchdruckerei Unger 8,30. Von mehreren Männern, durch 3,80. Vom Personal Geruche sozialdemokratischer Gesinnung steht, öfters Vorträge M. R. 4,25. Bei einem Vergnügen Berliner Gastwirthsgehilfen, gehalten. Bei der Charakterlosigkeit der meisten heutigen Pro- durch H. P. 6,-. Generalfonds der Berliner Zimmerer 100,-. fefforen und Gelehrten hat sich daher Professor Vetter auch in Gesammelt bei eingefrorenem Dampf 1,40. Gesammelt in der Arbeiterkreisen mannigfache Sympathien erworben. Wir werden Lehmann'schen Tischler- Werkstatt, Grenadierstraße 4a 6,65. Von dem trefflichen Manne ein treues Gedächtniß bewahren. Friede Posamentenarbeitern und Arbeiterinnen Berlins, I. Rate 7,00. seiner Asche." Frau Merkowski-, 50. Vom Ortsverein Berlin der Glacé Die Zonentarif Erfolge in Ungarn nehmen allmälig Handschuhmacher Deutschlands 25,-. Kommunistische Stueinen Charakter an, der auf jeden denkenden Menschen einen denten und noch Einer, Berlin 20,-. Bigarrenfabrikant verblüffenden Eindruck machen muß.„ Der Zonentarif" berichtet R. Schulze und Arbeiter, Friedrichsfelde 3, Moabiter hierüber: Die ungarische Staatsbahn Direktion hat Herrn Nähmaschinenbauer 13,20. Von den Genossen ChauffeeEduard Engel vor kurzem die Endziffern des Jahres 1891/92 ftraße 23 14,25. Pianoforte- Fabrit, Mariannenplay 13 9,15. zugesandt, und danach gestaltet sich das Resultat wie folgt. Gesammelt in der Malerwerkstatt Pahnke 5,65. Fachverein der Während die Zahlen der beförderten Reisenden in den Granit- und Marmorarbeiter 10,-. Bajanz und Studer, Buch5 Jahren vor der Einführung des Zonentarifs gemüthlich druckerei 4,40. Tischlerei Kartsch, Krautstr. 38a 5,-. Bier zwischen 6 100 000 und 7 600 000 jährlich hin und her schwankten, prozente von Bölling u. Hirsch, Frankfurterstr. 44 9,-. Eine stiegen fie Abtheilung von Siemens u. Halste, Charlottenburg 22,-. Proim ersten Zonentarif- Jahre 1889/90 auf 16 200 000 Personen letarierabendbrot 3,25. Tischlerwerkstatt Sauer, Manteuffelstr. 76 zweiten 1890/91 19 000 000 5,50... 10,50. Arbeiter der Kerger'schen Maschinenfabrik und erreichten im" dritten Bonentarifjahr 1891/92 die geradezu 16,15. Proletarier von Herzfeldt, Alexandrinenftr. 8,15. Bucherstaunliche Höhe von 28 300 000 Personen. binder- Männerchor 20,00. Arbeiter der Bürstenhölzerfabrik, zwischen 94 und 10 Millionen Gulden schwankte, hat jetzt die Von den Angestellten der Firma P. 2. u. Gerlach 7,45. Die Einnahme, die vor der Einführung des Zonentarifs Ackerftr. 133, 3,00, Werkstatt Gradenwig, Dresdenerstr. 38, 5,-. Höhe von 18 320 000 Gulden erreicht. Rechnet man für die ehe- Fabrit photographischer Apparate Stegemann 4,20. mals in Privatbesiz befindlichen Strecken der heutigen Staats- verein deutscher Böttcher 7,90. Von Schlossergesellen gesammelt bahnen ein Fünftel ab, so bleiben immer noch die erstaunlichen 3,50. Gesangverein" Grüne Giche" 7,-. Ges. in einer Fabrik Zahlen von 221/2 Millionen Reisender und 141, Millionen Ein- SO. durch J. Frieß 4,60. Buchdruckerei H. S. Hermann 1. Rate nahme, die lediglich der Einführung des Bonentarifes auf dem 50,-. Durch die Streit Kontrollkommission: alten Staatsbahnnege zuzuschreiben sind. Das Allererstaunlichste Von den Bildhauern Berlins 200,-. Von den Plätterinnen aber bleibt doch, daß die preußischen und deutschen Eisenbahn- Berlins 50. Von den Weißgerbern Berlins 30,-. Von der Bildgewaltigen entweder nichts von diesen Zahlen wissen oder sich hauerwerkstatt Zoologischer Garten in Berlin 4,15. Summa ganz gleichgiltig dazu verhalten. 1238,05 M. Bereits quittirt 1183,10. Jn Summa 2421,15 M. = Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag. Gefangverein Anafreon, Abends 9-11 Uhr, bet teßner, Annenstraße 16.- Musikverein Nord 8-11 Uhr, Briezenerfir. 6, bei Sendte. Turnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von 8-10 Uhr in der Turnhalle des Lessing- Gymnasiums, Pantstraße 9-10.Berliner Turngenossenschaft. Die 9. Männerabtheilung turnt jeden Dienstag und Freitag in der Gemeindeschule, Blumenstr. 63 a. Theater- Berein thello 2 Abends 9 Uhr, bet Tägers, Gartenstr. 13-14. Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, köpnicer ftraße 158 bei Buchs. Privattheaterverein Crescendo, Abends, bei Nicolay, Elisabethtirchstr. 14.-Theaterverein Bultania bei Täger, Gartenstraße 13-14. Theaterverein Vulkania 2 Abends 9% Uhr Ackerftraße 144 Borstädtisches Kasino. Vergnügungsverein Amicitia, 8% Uhr, bei Schönnagel, Barnimftr. 47. Bergnügungsverein Reichstrone, Abends s uhr, in Reichert's Fest fälen, Müllerstr. 7. Geselliger Verein Brüderschaft, im Restaurant Deutscher Reichsadler, Beuffelstr. 9. Bergnügungsverein Saturnalia, heute Abend 9 Uhr, Raupachstr. 6. Vergnügungsverein Fidelio. Alle Dienstag Abends 9 Uhr Sizung mit Damen bei Seifert, Oranienstraße 21. Bergnügungsverein Berolina, ehem. Boll'sche Tanzschüler, Abends 9 Uhr, im Restaurant Pros. Annenftr. 9. Geselliger Berein Mehr Licht" Abends 9 Uhr, Große Frankfurterstr. 133 bei Golds. Touristentlub Wanderlust", Abends 9 Uhr, Franfectistr. und Schönhauser- Allee- Ecke. Geselliger Arbeiterverein offnung. Bereinslotal bei Herrn Fr. Fröhlich, Naunynftr. 43. Jeden Dienstag, alle 14 Tage, Abends 8 Uhr. Geselliger Verein Negina Gigung mit Damen Orantenftr. 153 bei Schönwalder. Bergnügungsverein una. Jeden Dienstag Sigung bei Haberecht, Große Frankfurterstr. 30. Fidelitas. " Musit- Dilettantenverein, Breziosa", jeden Dienstag, Abends 8 Uhr, lebungsstunde in Scheffler's Restaurant, Reinickendorferstr. 25. Aufnahme.. Apostellirche 7 b. " Rauchklub Dämmerwolte, Bitherklub Freiheitstlänge" jeben Dienstag Abend bet E. Franke, Orientalischer Rauchflub Spar- und Kreditverein, Abends 9 Uhr, Reichenbergerstraße 24, bei Schröder. Böckhstr. 51. Rauchflub Bruderbund. Abends 9 Uhr, Lauftgerstr. 50, bei Grande. Rauchtlub 3eitgeist, Abends 9 Uhr bei Kaspar, Restaurant zum Zeitgeist, Bernauerstr. 72. Rauchflub Unverzagt bei Müller, Fruchtstraße Nr. 1-2. Rauchklub Portorico, Abends 9 Uhr, bei Kohn, Wrangelstraße Nr. 136. Rauchtlub Gemüthrich teit 2, Abends 9 Uhr bei Achfel, Köpenickerstraße 161.. Rauchtlub Blaue Luft, Abends 9 Uhr bei Bredlow, Bülowstr. 65. Rauchtlub Abgu B, 8% uhr, bei Nawrot, Markusstr. 23. Altdeutscher Rauchtklub. Jeden Dienstag bei Wuttfe, Graudenzerstr. 2. Zambourverein Rothe Nelte, Dienstag und Freitag, Abends s uhr, " Yerein d. Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) 0 " = Achtung! Barquettbodenleger. Die Kollegen der Firmen Mittag, Möckerustr. 124 und Roch, KohlenAm Donnerstag, den 19. Januar, Abends 82 Uhr, im Lokale des fer 3, werden zu einer Besprechung Herrn Philipp, Rosenthalerstr. 38: General- Versammlung. Zagesordnung: 208/9 1. Stellungnahme zu der Östern 1893 stattfindenden Generalversammlung. Referent: Rollege 0. Sillier. 2. Diskussion resp. Anträge zur Generalver sammlung. 3. Anträge zur Statutenänderung. 4. Wahl der Delegirten. 5. Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung bitten wir um einen zahl reichen Besuch. Quittungsbuch legitimirt. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Die Verwaltung Berlin. Achtung! Maurer. Achtung! Donnerstag, den 19. Januar 1893, im Lokal des Herrn Brochnow, Sebastianstraße Nr. 39: Ordentl. Generalversammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Kassirers und Bericht der Revisoren. 2. Jahresbericht des Ausschusses. 3. Ersatzwahl eines Revisors und Ergänzungswahl des Ausschusses. 4. Vereinsangelegenheit. 380/8 Die Mitglieder werden aufgefordert, die Statistikbücher in der Versammlung abzugeben. Der Vorstand. Jamaica- Rum, 96M echt Verschnitt u. Fac., Literfl. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Pf. billiger. Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Ingber- Likör, hochfein, magenstärkend, Literfl. M. 1,10, 1,60, 2. Echt Stonsdorfer Bitter- Litör, Liter 1,20, 5 Str. 5,50, 10 Str. 10. von Siemens und Die glückliche Geburt eines gefunden| Gratweil's Bierhallen Töchterchens zeigen hocherfreut an Otto Marquardt nebst Frau. 935b Kommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- KonzertKouplet- Sänger. Kinder 10 Bf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Frühstücks- u. Mittagstisch. Bwei Süle ihrer Angelegenheit zum Dienstag Freunden und Bekannten hiermit zur Abend 8 Uhr, bei Schöning, Stall. Nachricht, daß unser Kollege schreiberstr. 29, hiermit eingeladen. August Melchert Das Erscheinen sämmtlicher Kollegen am Freitag, den 13. d. M., geerwartet 116/15 ftorben ist. Die Beerdigung findet Gr. Die Werkstatt- Kontrollkommission des Dienstag, den 17. d. M., Nachmittags Deutschen Tischlerverbandes. 4 Uhr, von der Leichenhalle des zu Versammlungen und Vergnügungen, ( Bahlstelle Berlin.) Elisabeth Kirchhofes, Prinzen Allee fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, ( Gesundbrunnen) aus statt. F. Sodtke. Achtung! Die Arbeiter der Bechstein'schen Hof- Pianoforte- Fabrik. 934b Etablissement Moritz Platz. Allg. Arbeiterinnen- Verein. Die Mitglieder- Versammlung findet Allen Freunden zur Nachricht, daß heute, Dienstag, den 17. Januar, mein lieber Mann am 14. d. M., Abends 81/2 thr, bei Säger, Morgens 6 Uhr, nach kurzem, schwerem Grüner Weg 29, statt. Vortrag der Frau Fahrenwald über: Arbeiterinnen- Löhne. Gäste willkommen, Um zahreichen Besuch bittet 102/2 Der Vorstand. Damen- Masken- Garderobe bon M. Roussel, Skalitzerstr. 43. Reste Sophastoff Reste in Rips, Damant, Crêpe, Fantasie, Gobelin, Plüsch und bunten Morquets spottbillig! Proben franko! 3557L Cognac fine Champagne, 3/4 Literil. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Emil Lefèvre, oranienstraße Berlin S, Glühwein- Extract, Literfl. M. 1,60. Punsch- Extract, Literfl. M. 1,60. Eugen Neumann& Co., 6a. Belle- Alliance- Play 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Oranienſtr. 8. 5 3 47 Plaz Redtmann. 158. Leiden fanft entschlafen ist. 937b Morit Buggenhagen. 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