Nr. 15. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprem- Anschluß Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 18. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Aus London leidenschaftlich für Champion ins Zeug iebe Politische Uebersicht. eng- hat dabei Genug, die Workman's Times" warf sich damals wird uns unterm 12. Januar geschrieben: Champion überhaupt eine Anzahl fanatischer Verehrer Berlin, den 17. Januar. Morgen tritt in Bradford, dem Mittelpunkt der eng hat und das hat ihr bei der Masse der sozialistisch gelischen Wollenindustrie, ein Kongreß zur Begründung einer finnten Arbeiter ungemein geschadet. Ihre Auflage ging steuer schleppte sich heute noch durch die ganze Sizung hin. Aus dem Reichstag. Die Debatte über die Spirituss Unabhangigen Arbeiterpartei" für Großbritannien zu- rapide zurück und die von ihr eröffnete Bewegung gerieth fammen. Unabhängig" meint hier unabhängig von den beiden ins Stocken. Seitdem hat sie ihre Politik wieder etwas Trotz der vielen Reden, welche gehalten wurden, blieb die großen Parteien der bürgerlichen Klassen. Die Bewegung geändert, und jetzt plöglich, am Vorabend des Kongresses, Frage, ob Aussicht vorhanden sei, für den Fall der Anfür die Konstituirung einer solchen Partei ist schon seit erscheint der„ Labour Elector" wieder, Champion's früheres nahme der Militärvorlage, einen Theil der Kosten auf den ziemlicher Zeit im Gange, fie reicht bis zur vorjährigen Blatt, gezeichnet von Maltman Barry, einem Schnaps abzuwälzen, ohne Antwort.„ Neigung“ zu dieser Wahlbewegung zurück. Die relativen Erfolge, welche die Mann, der sich fich offen als Tory bekennt, Maßnahme ist nämlich auf keiner Seite des Hauses vor- in diesem Sinne unabhängigen Arbeiterkandidaten aber Sozialist sein behauptet zu und möglicher- handen; auch die Herren von der Rechten, welche sonst stets bei den letzten Wahlen erzielt haben, haben ihr einen nicht weise auch glaubt. In England ist eben Vieles bereit sind, aus den Taschen anderer Leute neue Steuern unerheblichen Anstoß gegeben und eine Unterschriften möglich. Was dieses Wiedererscheinen des Labour zu bewilligen, wollen von der Erhöhung der Spiritussteuer sammlung, welche die Workman's Times" mit bezug auf Elector" im jetzigen Moment zu bedeuten hat, muß ab- nichts wissen. In diesen Kreisen wäre man sehr bereit, den die Frage der Zweckmäßigkeit alsbaldigen Vorgehens eröffnete, gewartet werden, jedenfalls zeigt es, daß Champion wieder Betrag, welchen der Spiritus tragen soll, von diesem ab hat bis jetzt über 2700 Meldungen aus allen Theilen des Geld bekommen hat, sei es vom Seifen- Hudson( dem Mit- und auf die Börse zu überwälzen. Wie die Vorlage über Reiches ergeben. Bradford ist beiläufig die Heimath der inhaber der bekannten Seifenfabrit), einem mehrfachen die Biersteuer- Erhöhung, so wurde auch die SpiritussteuerWorkman's Times"; das Blatt war ursprünglich nur die Millionär, der ihm schon wiederholt Geld gegeben, oder Vorlage der Kommission für die Militärvorlage Wochenausgabe der dort erscheinenden" Yorkshire Factory irgend einem seiner Tory-, Freunde". Natürlich wird überwiesen. Dort ruhen diese Projekte so lange bis Champion auf dem Kongreß sein, wenn nicht als Delegirter, der Boden für die Verständigung über die HeeresEine Absicht, vermehrung gefunden. Die Unterschriftensammlung würde übrigens zweifels- so hinter den Kulissen, und einer Anzahl der Delegirten Verwirklichung mit jedem Tage näher zu kommen scheint. ohne ein noch besseres Resultat aufzuweisen haben, wenn Parole" ertheilen. Andere Delegirte gehen mit dem ausnicht mitten in dieselbe hinein die Affäre Champion gespielt brücklichen Mandat nach Bradford, die Politik Champion's zu Morgen ist Schwerinstag und stehen die konservativen und hätte. Es wurde bekannt, daß 400 Pfd. Sterling, welche bekämpfen, wieder andere, eine rein abwartende Haltung ein- Bentrumsanträge auf Abänderung der Gewerbe- Ordnung die„ Workman's Times" bei der Wahl den Komitee's der zunehmen. Das Bedürfniß nach einer Arbeiterpartei ist( Haufirhandel 2c.) auf der Tagesordnung. Londoner Arbeiterkandidaten überwies, von Champion,& h., da, aber die Leute scheuen sich begreiflicherweise, an einer Times". V und welche ihrer Die parlamentarischen Aussichten der Militär. da dieser unbemittelt ist, dessen Hintermännern, herrührten. Schöpfung sich zu betheiligen, von der ste nicht genau Das machte viele stuhig, dennChampion hat nie einenSehl daraus wissen, wer hinter ihr steht und die Fäden in der Hand vorlage verbessern sich unzweifelhaft. Es wäre Richter'sche gemacht, daß er für politische Zwecke das Geld nimmt, wo hat. So sind die Aussichten auf einen unmittelbaren Er- Vogelstrauß Politik, wollten wir das leugnen. Der Kom er es findet". Db er persönlich reine Hände hat, ist eine folg der Bradforder Konferenz nicht übermäßig groß. Aber promiß nimmit immer greifbarere Gestalt an: die Regie Frage, die man dabei ganz unerörtert lassen tann, denn jedenfalls wird dieselbe zur Klärung der Situation bei- rung bewilligt dem Reichstag die gesetzliche zweijährige erstens steckt in jedem Menschen ein Rabulist, der unter fragen, und das ist auch schon viel werth. Sie findet im Dienstzeit und der Reichstag bewilligt der Regierung ZweiUmständen das Gewissen in merkwürdige Harmonie mit Mittelpunkt des industriellsten Theiles von England statt, drittel bis Dreiviertel des Geforderten. dem augenblicklichen Bedürfniß zu bringen weiß, und eine große Anzahl Delegirter, nicht zum Geringften aus Es ist genau, wie wir voraussagten. Treten die zweitens genügt die Thatsache, daß Champion für die Lancashire und Yorkshire selbst, find angemeldet; sehen wir Wähler nicht ins Mittel, so wird die neue Partei die Politik nun, wir dürfen sagen der un zu, was sie uns bringen wird. Militärvorlage auf grund eines derartigen Kompromisses reinen Hände, der Durchstecherei, des Mogelns mit allen Die Konferenz der Bergarbeiter, der zur Zeit in angenommen, und zwar mit keineswegs geringer Parteien, befürwortet. Dies ist eben nicht nach jedermanns Birmingham tagt und rund 270 000 organisirte Arbeiter Majorität; in vier oder fünf Jahren, Geschmack, und Champion's Berufung auf Parnell, wie vertritt, hat sich mit allen gegen die zwei Delegirten aus jedenfalls im Laufe der nächsten Legislaturperiode, ich schon früher einmal ausführte, ganz und gar nicht Durham für die absolute Nothwendigkeit eines Achtstunden- komunt die Regierung wieder mit einer neuen Militäram Blaze. Parnell hatte eine große disziplinirte gefeges für Bergarbeiter ausgesprochen und es soll mit der vorlage. Freilich wird jetzt schon, um dem Kompromiß die Partei hinter sich, die er straff im Baume hielt, er war größten Energie bei den nächsten Wahlen dafür agitirt Wege zu ebnen, geflissentlich die Legende verbreitet, der der Chef einer nationalen Bewegung, bei welcher werden. Wenn die liberale Partei sich nicht noch im letzten Verdy'sche Plan" sei endgiltig beseitigt, allein dieser ohnehin mehr möglich ist, als gewöhnlich bei rein politischen Moment dazu entschließt, die Forderung in ihr Programm Plan ist das letzte Ziel des Militarismus, Bewegungen. Und doch behaupten viele Irländer, er hätte aufzunehmen, würden die Aussichten für unabhängige, d. h. und der Militarismus wird nicht eher rasten und ruhen, das Experiment von 1885 wo er die Partei anwies, für sozialistische Arbeiterkandidaten dadurch erheblich steigen. als bis er dieses Ziel erreicht hat. Jede Maßregel, die die Tories gegen die Liberalen zu stimmen nicht ohne Freilich haben die liberalen und hier und da auch die nicht so weit geht, gilt ihm nur als eine AbschlagsGefahr für die Existenz der Partei noch einmal wieder- fonservativen Vertreter der gefährdetsten Wahlkreise den zahlung. Das mögen die Wähler bedenken! Rühren sie holen dürfen. Aber wie dem auch sei, die unabhängige, Achtstundentag schon akzeptirt, aber so lange die Parteien sich nicht, so wird die Militärvorlage angenommen. Die d. h. die sozialistische Arbeiterpartei soll erst gegründet ihn nicht offiziell in ihr Aktionsprogramm werden, und ihr bei ihrer Gründung das Schachern und aufnehmen, hat das keinen praktischen Werth. Mogeln als Prinzip anzuempfehlen, heißt ihr die Korruption von Geburt aus einimpfen. Feuilleton. Nadbrua verboten.] Haus Unzingen. Soziale Studie von H. de Balzac. Deutsch von Curt Baake. 17 Inhalt in einem Aft erzählen. Was verlangst Du denn eigentlich? Sei doch zufrieden, wenn ich Dich nur unter halte. Ihre Toilette war wirklich schön, aber Du kannst wohl Kamelien nicht leiden? Dann nimm Georginen. Die magst Du auch nicht? Nun, dann sollst Du eine Kastanie haben!" Augenscheinlich warf Bigiou mit einer Kastanie nach Blondet, denn wir hörten etwas auf einen Teller fallen. Laß' gut sein und fahr' fort," rief Blondet. Ich hab' Unrecht." H einzige Möglichkeit, dies zu vereiteln, ist, daß die Wähler, die ihrer Abgeordneten nicht ganz gewiß find, den uns sicheren Kantonisten auf den Leib rücken, und ihnen das Rückgrat nachdrücklich strammen". Ohne Druck von H träumt hat, will ich lieber treu und aufrichtig ein Mädchen wie Isaura lieben und sie heirathen, wenn unsere Herzen zusammenstimmen. Ein glittlicher Werther möchte ich sein. Das eine ist so lächerlich, wie das andere, erwiderte Rastignac. Aber freilich, vielleicht würde ich es au Deiner Stelle ebenso machen und mich in die himmlischen Wonnen einer solchen Liebesaskese stürzen, denn sie ist neu, originell und kostet nicht viel. Was aber Deine Flamme betrifft, so ist sie zwar ein liebliches Kind, aber so einfältig, wie Balletmusit. Ich warne Dich vorher. Die Tanzart Ifaurens von Aldrigger fiel zwar auf," Ich fahre fort", sprach Biriou:- Die Kleine ist Der Ton, in dem Rastignac diese legten Worte sprach, aber wie wurde sie in unserem Jahrhundert, wo der all so hübsch, daß man sie heirathen könnte, nicht wahr? weckten in Beaudenord die Vermuthung, sein Freund wolle gemeine Wahlspruch lautet: Gleiten wir beim Tanz dahin, meinte Raftignac zu Beaudenord und deutete auf Isaura ihn absichtlich abkühlen und als ehemaliger Diplomat witterte aber drücken wir nicht auf, verschieden beurtheilt. Der Eine mit ihren reinen, weißen Kamelien, an denen auch nicht ein er sofort in ihm einen Nebenbuhler. Berfehlte Berufe geben rief: Die Kleine tanzt famos!( es war ein junger Blatt fehlte. eben dem ganzen Leben ihre Färbung. Referendar). Eine Andere: Das junge Mädchen tanzt Rastignac war Godefroids guter Freund. Ei, ich Godefroid verliebte sich bis über die Ohren in Fräuleiu entzückend!( dies war eine Dame mit auffälligem Kopfputz). dachte eben daran, flüsterte ihm Godefroid ins Dhr. Ich Isaura von Aldrigger, und Rastignac begab sich zu einer Eine Frau von dreißig Jahren aber urtheilte: Das kleine hab' es fatt, in jedem Augenblick für mein Glück zu zittern, großen, jungen Dame, die im Spielzimmer plauderte, und Dämchen tanzt nicht übel.- Bitiren wir wieder den großen mit schwerer Mühe die Gelegenheit zu erhaschen, einem flüsterte ihr zu: Malvine, Ihre Schwester hat einen Fisch Marcel und sein berühmtes Wort: Was kann nicht alles unaufmerksamen Weiberohr eine Verabredung zuzuflüstern im Nez, der achtzehntausend Franks Renten schwer ist., Er in einem Avantdeny liegen!" und in der Oper auszuschauen, ob sie" eine rothe oder trägt einen guten Namen, genießt allgemeines Ansehen und „ Und gehen wir etwas rascher vorwärts!" sagte weiße Blume im Haar trägt, oder im Wäldchen darauf zu weiß sich zu benehmen. Seien Sie auf der Hut. Spinnt Blondet. Du erzählst so geschraubt, wie Marivaux achten, ob ihre behandschuhte Hand auf dem Wagenschlag sich zwischen beiden ein wirkliches Verhältniß an, dann dichtete." liegt oder nicht. So machen sie's nämlich beim Korso in sorgen Sie dafür, Isauren's Vertraute zu sein, damit sie " Isaura," fuhr Bixiou fort und warf Blondet einen Mailand. Ich will nicht länger wie ein Lakai, der heim- ihm nicht eine Antwort giebt, die Sie nicht vorher verungnädigen Blick zu ,,, trug ein einfaches weißes, mit grünem lich eine angebrochene Flasche leert, hinter der Thür naschen, bessert haben. Band besetztes Kreppkleid, eine Ramelie in den Haaren, oder wie ein Briefträger meinen Verstand abnutzen, um Der Wagen der Frau Baronin ist vorgefahren, eine Kamelie im Gürtel, eine Kamelie unten am Kleide einen Brief anzubringen und zu erhalten. Ich mag nicht sagte um zwei Uhr Morgens ein Kammerdiener zu und eine Kamelie mehr zwei Zeilen unendlicher unendlicher Zärtlichkeit durch einer niedlichen Sennerin von vierzig Jahren, die so Salt, halt! Das werden ja die dreihundert Ziegen des fliegen, heute fünf Foliobände und morgen ein fofett wie Berline in Mozart's Don Juan war. Godefroid Sancho Pansa!" Heft mit zwei Seiten zu lesen haben, denn sah, wie seine deutsche Balladenschöne ihre phantastisch auf" D, lieber Sohn, darauf beruht die ganze Litteratur. es ist sehr ermüdend. Statt mich hinter die Zäune geputzte Mutter in den Empfangssalon führte, wohin ihnen Clariffa" ist ein Meisterwerk und hat vierzehn Bände. und in die Brennnesseln ziehen zu lassen, will ich mich lieber Malvine folgte. Und doch wird Dir der stumpfste Vaudevillist den ganzen einer großen Leidenschaft hingeben, wie sie Rousseau er- Godefroid das Kind! das Kind! that so, als suche er den " SIuBcu" auf den schwankenden Reichstag hat Graf Caprivi den Sieg in der Tasche— und den deutschen Michel.— Tie Kommissionsrede des Herrn v. Cnprivi laßt den Redner und andere Leute noch immer nicht zur Ruhe kommen. Bekanntlich sprach der Herr Reichskanzler auch über die Möglichkeit, daß mir im Fall eines Krieges von Dänemark belastigt werden konnten. Diese Aenßerung hat nun zu einem Austausch zivischen der deutschen und der dänischen Regierung, und zu einer Debatte im dänischen Reichstag geführt. Schließlich hat sich natürlich Alles in Wohlgefallen aufgelöst. Obschon nun der Reichskanzler, der in der Militärkomniission den Reichsboten gruselig machen will, und der Reichskanzler, der im offiziellen Diplomaten- frack alles rosig anzusehen und jede Schwierigkeit zu glätten hat, zwei ganz verschiedene Leute, wenn auch eine Person sind, so kann doch nicht geleugnet werden, daß die Caprivi'sche Kommissionsrede die Sache zum Theil richtig geschildert hat. Die dänische Regierung ist so voll- ständig in der Hand Rußlands, wie dies bei der Regierung eineS demokratischen Landes überhaupt möglich ist. Die Frau des russischen Zaren ist eine dänische Prinzessin,— seine Ferien— die einzige Zeit, wo er sich vor den Bomben der Nihilisten sicher fühlt— ver- bringt„Väterchen" in Kopenhagen; und seit anderthalb Jahrhunderten hat die russische Politik Dänemark als einen gegen Deutschland vorgeschobenen Posten betrachtet und be- handelt. Das ist richtig; aber es ist nur ein Theil der Wahrheit. Der andere Theil ist: daß Dänemark ein demokratisches Land ist, und daß das dänische Volk das Zarenthnm verabscheut und von russischem Einfluß und einem Bündniß mit Rußland nichts wissen will. Das kam in dem Folkething(dem Volkshaus des dänischen Reichs- tags) zum Ausdruck. Daß die Dänen an der Politik des Fürsten Bismarck, die ihnen den Krieg von 1864 brachte, keinen Gefallen finden konnten, begreift sich leicht— aber die deutsche Reichsregiernng unter Caprivi will ja keine nationale Flibnster-„Politik treiben, und wenn sie die Sympathien der V ö l k e r zu gewinnen weiß, so hat sie von der russischen Räuber- und Spitzbubendiplomatie nichts zu besorgen. Mit den alten Diplomatenkniffen ist's für die zivilisirten Staaten vorbei. Eine Ahnung hiervon hat die deutsche Regierung, wie ihr Verhalten den Polen gegen- über beweist. Freilich auch nur eine Ahnung. Reift das dämmernde Bewußtsein zu voller klarer Erkenntniß, sucht das Deutsche Reich gegen die von Rußland drohende Ge- fahr— und nur von Rußland droht Gefahr— sich Schutz und eine Stütze, da wo sie einzig zu finden: bei den von Rußland unterdrückten und gefährdeten Völkern, dann brauchen wir keine neuen Soldaten— dann sind die alten schon viel zn viel. Polen allein ist ein halb Dutzend Armeekorps, und wenn Herr von Caprivi das Wort, welches er von seinen Rockschößen schüttelte, wirklich gesagt hätte: für Rußland geht der Weg nach Konstantinopel durch's Brandenburger Thor", dann könnten wir beruhigt singen: Lieb Vaterland magst ruhig sein. Je schwächer und nach- giebiger unsere Regierung sich Rußland gegenüber zeigt, desto üppiger und frecher wird die russische Diplomatie; mit„Väterchen" und seinen Leuten muß man eine kräftige Sprache reden. Je kräftiger und deutlicher sie ist, desto ruhiger und zahmer wird die russische Diplomatie werden.-» „Furchtbaren Hast gegen den Grundbesitz, be- sonders de» grosten," hat die„Kreuz- Zeitung" aus der gestrigen Rede Wurm's herausgehört.„Furchtbaren Haß"— wie heußt, Herr von und ßu Hammerstein? Und furcht- baren Haß gegen den Grundbesitz— woßu? Von dem Groß grnndbesitz wollen wir Sozialdemokraten allerdings nichts wissen, und betrachten es als einen Unfug ohne gleichen, daß die fekttrinkenden Herren Großgrundbesitzer für ihre Betteleien die armen Kleingrundbesitzer vorschieben und auf deren Konto das deutsche Volk in Kontribution setzen. Einen„Nothstand der Landwirthschaft" kennen wir sehr wohl, das heißt einen Nothstand der Klein bauern, allein dieser wird gerade durch die Herren Groß grund- besitzer verursacht, die mit dem„Nothstand" vortreffliche Geschäfte machen.— Der bayerische Gesetzentwurf betreffs des Hausir- Handels. Ueber den von der bayerischen Regierung dem Bundesrath vorgelegten Gesetzentwurf erfährt die„Vossische Zeitung", daß in demselben folgendes bestimmt wird: Konsiturentopf, in welchem Joby gerade steckte und genoß das Glück, die beiden Schwestern zu betrachten, wie sie ihre muntere Mutter in ihren Pelz hüllten und ein- ander jene kleinen Toilettendienste leisteten, wie sie eine Fahrt durch das nächtliche Paris fordert. Dabei prüften sie, wie erfahrene Katzen, die aus eine Maus lauern, mit raschen heimlichen Seitenblicken den junge» Mann, der nichts davon merkte. Mit großer Geungthuung sah er, wie ein gut behandschuhter, vornehmer Elsafser Diener den Damen ihre Pelzstiefelchen brachte. Die beiden Schwestern waren sich so unähnlich, wie nur möglich. Malvine, die ältere von beiden, war eine große Brünette, Jsaura eine kleine Blondine, mit zarten, seinen Zügen, während die Formen ihrer Schwester kräftig eut- wickelt waren. Jsaura war eine jener Frauen, die durch ihre Schwäche herrschen und die zu beschützen jeder Schüler für ritterliche Pflicht hält; Malvine glich einer leidenschaftlichen, gebieterischen Spanierin. Standen die Schwestern bei einander, so machte Jsaura den Eindruck eines Miniatur- bildes neben einem Oelgemälde. Sie muß reich sein, sagte Godefroid zu Rastignac, als er wieder in den Ballsaal getreten war. Wer denn? Die Kleine von vorhin. Ach Du meinst Jsaura von Aldrigger... Kann schon sein... Die Mutter ist Wittwe. Nuziugcn war im Komtor des Vaters in Straßburg Kommis.... Willst Du sie wiedersehen? Sei zu Frau von Restaud liebenswürdig. Sie ladet Dich dann zu dem Ball ein, den sie übermorgen giebt. Die Baronin von Aldrigger ist mit ihren Töchtern bestimmt da. Drei Tage lang träumte Godefroid von seiner Jsaura, ihrem Köpfchen und ihren weißen Kamelien, so wie wir, wenn wir lange auf einen hell beleuchteten Gegenstand ge- starrt haben und dann die Augen schließen, ihn als kleinere von einem farbigen Hof uuigebene Gestalt mitten in der Finsterniß funkeln sehen." „Keine Naturbeschreibung, Bixiou! Rasch ein anderes Bild!" rief Couture. 1. Der H a u s i r s ch e i n ist nur giltig für den Bezirk der Behörde, welche ihn ausgestellt hat. 2. Er kann auf kürzere Zeit, als für das Kalenderjahr, ertheilt werden. 3. Die Aus- fiellung des Hausirscheines ist in gewissen Fällen abhängig von dem durch die zuständigen Behörden festzustellenden Bedürsnist. 4. Der Hausirschein ist auch für denjenigen nothwendig, welcher an seinem Wohnort, oder am Sitze seiner gewerblichen Nieder- lassung das Gewerbe im Umherziehen betreibt d. h. von Haus zu Haus hausirt. 5. Handelsreisende, welche auf Grund des § 44 der G.-O. ihr Gewerbe ohne Wandergewerbeschein aus» üben, dürfen Bestellungen aus Waare nur bei solchen G e- werbetreiben de n(also nicht bei Privatkunden) suchen, in deren Gewerbebetriebe Waaren der angebotenen Art Ver- Wendung finden. Durch diese Bestimmungen sollen angeblich die hauptsächlichsten Mistslände des Hausirhandels beseitigt werden, nämlich die Uebcrvortheilung des Publikums, die Ge- fährdung der wirthschaftlichen Existenz der ansässigen Detail- Händler und Handwerker, namentlich in den mittleren und kleineren Slädten, der Ankauf von Gegenständen, welche keinem reellen Bedürfnisse entsprechen und das Drängen von Handel und Industrie in eine unsolide Richtung.— Die prensiische Staatslotterie soll um 30 000 Loose vermehrt werden, doch soll die Vermehrung die erste der beiden in das Etatsjahr 1893/94 fallenden Lotterien noch nicht berühren. Ter Uebcrschuß der Lotterie vermehrt sich dadurch für das Etatsjahr 1893/94 um 890 600 M., also von 8 090 300 M. im laufenden Etat auf 8 980 900 M. Die Begünstigung der Schnapsbrenner, die Konzessionirung der Hurenwirthe und die Förderung des Lotteriespiels passen rechs gut zu den heute so sehr betouten„christlichen" Auf- gaben des Staats.— Deutschfreisinniger Manuesmuth. Der Stadtrath Wecker ist von der freisinnigen Kandidatur in Liegnitz zurückgetreten, und zwar, wie das„Berliner Tageblatt" nieldet,„infolge wüster antisemitischer Auftritte in einer ländlichen Wahlversammlung", �utisemitions afflavit et dissipati sunt. Der Antisemit riß das Maul auf und der Freisinn kroch ins Mauseloch.— Aus der Schweiz schreibt man uns unterm 15. d. M.: Die Geschäftsleck iiigs-ltomimssion der schweizerischen sozialdemokratischen Pariei erlaßt in der Parteipresse einen Aufruf zur Unterschriftensammlung für Einführung des Rechts auf Arbeit in die Bundesverfassung. Die Form dieser Initiative ist aus dem anfangs November in Eolothurn statlgehabren Parteitage festgestellt worden, worüber bekanntlich seiner Zeit der„Vorwärts" näher berichtete. Wir wiederholen demnach nur kurz, daß verlangt wird die Gewährleistung des Rechts auf ans- reichend lohnende Arbeit für jeden Schweizerbürger, genügende Fürsorge für Arbeitsgelegenheit, Verkürzung der Arbeitszeit, un- entgeltlicher öfseiillicher Arbeitsnachweis aus Grundlage der gewerk- schastlichen Organisationen, lschutz gegen nngercchtsertigte Entlassung und Arbeitsentziehung, Unterstützung von Arbeitslosen entweder durch öffentliche Versicherung oder durch solche in den Gewerkschaften, Schutz der Vereinsfreiheit, Begründung und Sicherung einer öffentlichen Rechtsstellung der Arbeiter gegenüber ihren Arbeit- gebern und dcmokralische�Organisation der Arbeit in den Fabriken und ähnlichen Geschäften, vorab des Staates und der Gemeinden. — In dem Aufruf heißt es unter anderem:„Vorstehendes Jnitiativbegehren kann mit vollem Rechte als das Resultat der eingehendsten Erwägungen gelten. Dieser Umstand allein schon sollte ihm die Aufmerksamkeit vieler Mitbürger zu- wenden. In weit höherem Maße aber noch sollte die Thatsache, daß gegenwärtig Tausende unserer Mitbürger arbeils- und brotlos sind und die weitere Thalsache, daß Arbeits- losigkeit und Existenzunsicherheit im allgemeinen fortwährend im Wachsen begriffen sind, dem Jnitiativbegehren zahlreiche Freunde werben. „Wir sind überzeugt, daß die nun eingeleitete Bewegung reiche Früchte tragen wird für den sozialen Fortschritt im allge- meinen und die Sache der Sozialdemokratie im besonderen, wenn die Genoffen im ganzen Lande regen Eifer bekunden!" Die Zahl der erforderlichen Unterschriften betragt 50 000 und es bedarf daher großer Anstrengungen, um sie aufzubringen. Günstig für die Initiative ist allerdings die gegenwärtige Arbeits- losigkeit. Die große Presse, demokratische wie liberale lind konser- valive, schweigt über das sozialdemokratische Unternehmen, das sicher auf große Hindernisse stößt. Nun, mag die Aktion erfolg- reich sein oder nicht, das wird sie auf jeden Fall erreichen, daß die sozialistische Agitation in Wort und Schrift frisch belebt und neue Bewegung ins Volk gebracht wird, und dieser agitatorische Erfolg ist unter allen Umständen ebenso sicher wie werthvoll.— Unter den Politikern, die der Panama-Sumpf verschlungen hat, ist— neben Clemeneeau— unzweifelhaft der bedeutendste F r e y c i u e t, der langjährige Kriegsminister Frankreichs. Freycinet war es, der 1870, nach der Zer- trümmerung des napoleonischen stehenden Heeres das Auf- „Aufgeschaut!" erwiderte Bixiou und machte äugen- scheinlich einem Cafekellner nach.„Ausgeschaut, meine Herren! Eines neues. Bild! Schlaf nicht ein, Finot! Dich muß man immer besonders antreiben, wie der Kutscher eine alte Mähre. Theodora, Margarethe, Wilhelmine Adolphus aus dem Hause Adolphus und Kompagnie in Mannheim, Wittive des Barons Aldrigger, war durchaus keine jener dicken, gutmüthigen deutschen Frauen mit weißem, wie Bierschaum leicht goldig schimmernden Gesicht, die recht besonnen und recht derb und im Besitz sämmtlicher patriarchalischer Tugenden sind, an denen Ger- manien nach der Behauptung der Romantiker so reich ist. Sie hatte vielmehr frische, rothe Nürnberger Puppen- backen, an den Schläfen lose Korkzieherlöckchen, neckische Augen, noch kein einziges graues Haar und eine zierliche Taille, deren Vorzüge durch ein enges Korsett ins rechte Licht gesetzt wurden. An Stern und Schläfen zeigten sich freilich die ersten bösen Runzeln; an den Fersen wären sie ihr lieber gewesen, aber die Falten sind ja leider immer so eigensinnig, an den sichtbarsten Stellen ihre Zickzacklinien zn ziehen. Auch ihre Nase verwelkte, und an der Spitze zeigte sich eine verdächtige Röthe, was um so verdrießlicher war, als sie mit der Farbe der Backen übereinstimmte. Ihre Eltern hatten sie als einzige Erbin verzogen, ihr Manu verwöhnt, Straßburg bewundert, ihre Töchter, die sie innig liebten, verhätschelt, und so trug sie noch immer rosa Kleider, kurze Röcke und an der Spitze ihres Korsetts, das ihre Taille hervorhob, ein zartes Schleifchen. Sieht ein Pariser die Baronin auf dem Boulevard vorübergehen, so lächelt er und vcrurtheilt sie ohne mil- dernde Umstände. Der Spötter ist stets oberflächlich und deshalb grausam, und ein Schalk übersieht, wieviel Antheil an allem Lächerlichen, worüber er lacht, aus die Gesellschaft fällt. Die Natur hat nur Thiere geschaffen, den gesell- schaftlichen Verhältnissen aber verdanken wir die Dummköpfe." l(Fortsetzung folgt.) gebot in Masse orgauisirte und zur Landesvertheidigung jene titanischen Kraftanstrengungen, leitete, welche die Führer der deutschen Armee mit banger Besorgniß erfüllte, und den Ruhm Gambetta's, der nur die Firma war, begründet haben: Frcycinct ist ohne Zweifel einer der bedeutendsten militärischen Organisatoren des modernen Europa, und— er ist„Zivilist", der niemals in die Beschränktheit des Fach- und Zunftmilitärs verfiel. Und das war ein Glück für sein Land. Jetzt nach Freycinet's Sturz ist ein Fachmilitar ins Kriegsministcrium eingezogen, und mit ihm„der militärische Geist", der sehr wohl der Republik gefährlich werden könnte.— Frankreich. Man schreibt uns auö Paris, den 15. Januar 1893: Am Abend des 14. Januar drängten sich dichte Schaaren zum großen Saale T i v o l i- B a u x h a l l hin, wo das von sozialistischen Abgeordneten einberufene Meeting stattfinden sollte. Mehrere hundert Polizei- Agenten in Uniform waren vor dem Versammlungslokale aufgestellt. Trotz des abscheulichen Wetters war der Riesensaal zum Erdrücken voll; Cluseret führte den Vorsitz; die Abgeordneten der äußersten Linken waren fast voll- zählig erschienen. In einer zündenden, formvollendeten Ansprache legte Abgeordneter Millerand, der an erster Stelle das Wort erhielt, den Zweck der Versammlung und die der sozialisti- schen Partei zufallenden Ausgaben dar.„Bürger," begann er, „oie kritische Periode, in der sich die Republik befindet, schafft der sozialistischen Partei eine bedeutende Rolle, legt ihr große Pflichten auf. Die erste, die dringendste besteht darin, daß sie alle ihre Kräfte ohne Ausnahme für die fried- liche und entscheidende Schlacht der allgemeinen Wahlen einigt und konzenlrirt." Der Redner erinnert daran, daß er schon seit langer Zeit eine solche Taktik verfolgt habe, bei der Wahl L a s a r g u e zu Lille, in einer großen Versammlung zn Lyon und noch letzthin bei der Ersatzwahl zu Carmaux; jetzt sei er zu dem Meeting gekommen, um m Paris dieselbe Pflicht zu erfüllen und den Sozialisten aller Schattirungen, aller Schulen zuzurufen:„Einigt Euch, vergeßt alle Meinungs- Verschiedenheiten der Vergangenheit, hört auf mit den unsrucht- baren Vorwürfen. Die Verhältnisse sind zu ernst, als daß Ihr das Recht hättet. Euch denselben hinzugeben." Alle stimmten ja darin überein, fährt er fort, eine neue politische Verfassung zu verlangen,„einen demokratischen Organismus, wo die Souverämtät des Volkes durch häufige Wahlen, durch die Einführung des Referendums wie in der Schweiz, durch eine weitgehende Dezentralisation, durch die direkte Vertretung der Arbeits- interessen wirklich gesichert wird." Gleichfalls sei man einig in der Forderung der Revision aus sozialem Gebiete zur Beseitigung der Klassengegensätze, die trotz aller Ab- leugnung in Wirklichkeit sich rauh genug fühlbar machten. Reden der Einigkeit läge der sozialistischen Partei eine andere Pflicht ob, die nämlich,„die Ruhe, die Kaltblütigkeit und die volle Selbstbeherrschung zu bewahren"; niemand solle sich durch die Herausforderungen der Aktionäre zu Unbesonnenheiten verleiten lassen. Mit Naturnothwendigkeit werde aus der kapita- listischen Fäulnis, wie sie der Panamaskandal blosgelegt, wie aus einem befruchtenden Düngerhaufen der kräftige und berrliche Baum des Sozialismus h'ervorsprossen, der in seinem Schatten den künstigen Geschlechtern eine Zuflucht gewähren wird. Millerand schließt unter rauschendem Beifall mit den Worten: „Es lebe die sozialistische Einigkeit zur Erringung der sozialen Republik!" Ihm folgt Genosse Guesde auf der Redner- tribüne; derselbe erklart sich mit den Worten seines Freundes Millcrand vollkommen einverstanden; es sei Zeit, die Streitereien der Vergangenheit zu begraben: seine Partei habe diesen Stand- pur.kt seit lange offiziell in ihrer Presse und aus ihren Kon- gressen vertreten; man soll nicht mehr fragen: Seid Ihr seiner Zeit mit Boulanger gegangen, oder habt Ihr Euch aus Seiten der Republikaner gestellt? Die Vergangenheit sei tobt, man solle an die Gegenwart und Zukunft denken. Mit dem Rufe:„Es lebe die konstituirende Versammlung, es lebe die soziale Revision!" verläßt er die Tribüne; reicher Beifall folgt seinen Schluß- worten. Die weiteren Redner, unter denen wir die Abgeordneten Ferro nl, E. Roche, Granger und C h i ch 4 hervor- heben, geben ähnliche Erklärungen ab; die Genossen F e r r o u l und R o u s s e l betonen namentlich den internationalen Charakter der Bewegung. Seit langer Zeit hat in Paris kein Meeting einen so imposanten Eindruck gemacht, und es ist zu erwarten, daß die Bewegung, welche diese mit großer Begeisterung aus- gesprochenen und aufgenommenen Gedanken in Thaten umsetzen wird, ein gut Stück opportunistischer Faulniß bei der nächsten Wahlschlacht wegfegen wird; gelangt auch keine sozia- listische Majorität in die Kammer, so ist doch eine starke Minorität vollauf im stände, gestützt auf die Pariser Arbeiter- bevölkerung, die kapitalistische Regierungsmaschine, welche schon jetzt bedenklich stockt, gänzlich lahmzulegen.— Ter sozialistische Sludentenverein von Paris hat beschlossen, eine öffentliche Versammlung einzuberufen, um gegen die Ver- Haftung und Ausweisung der polnischen Genossen, über die wir kürzlich berichteten, Protest zu erheben. Die Genossen G ueSde, L a f a r g u e»nd V a i l l a n t haben bereits»besprochen, in diesem Meeting als Redner aufzutreten.— Die allgemeine Mohrenwäsche hat in Paris noch nicht begonnen— die Herren Beklecksten stecken noch zu tief in der Tinte;— inzwischen ist eine Mohrenhetm- wüsche in vollstem Gang. Herr von Mohrenheim ist der russische Gesandte und er wurde beschuldigt, Panamagelder geschluckt zu haben. Den französischen Chauvinisten ist das fatal,— sie suchen ihren Mohrenheim weiß zu waschen; wir aber erinnern uns der klassischen Worte„Bäterchens" Nikolaus:„In meinem Reich stiehlt Jeder, außer mir." Und Herr Mohrenheim hat zwar einen deutschen Namen, ist aber ein guter Russe.— Ueber den Arbeiterkongrest in Bradford— siehe unseren Brief aus England— wird uns aus Bradford, 6. ck. 14. Januar, geschrieben: Der Kongreß zur Gründung einer unabhängigen Arbeiter- Partei ist von 1l5 Delegirten besucht, von denen 91 denselben Namen tragende Lokalvereiniguugeii vertraten, die in Hinblick auf die Konstituirung einer solchen Partei bereits ins Leben ge- treten sind. 11 Delegirte gehören der„Fabian Society" an, 4 Lancashirer Sektionen der Sozialdemokratischen Föderation, und 7 sind von zentralisirten Arbeiterorganisationen geschickt. Zum Vorsitzenden wurde mit großer Majorität Keir Hardie gewählt, zum zweiten Vorsitzenden W. H. Drew von Bradford. Von über England hinaus bekannten'Persönlichkeiten aus der sozia- listischen und Arbeiterbewegung Englands sind nur wenige anwesend, die Meisten verhalten sich aus den in meinem letzten Schreiben entwickelten Gründen ab- wartend. Andererseits ist auch H. H. Champion nicht auf dem Kongreß erschienen, sondern hat sich mit einem Glückivunsch-Schreiben an denselben begnügt. Doch ist der Kongreß insofern angemessen besucht, als Delegirte aus allen Distrikten Englands.anwesend sind und alle namhaften Fraktionen der Arbeiterbewegung, wenn auch nicht in gleich an- gemessener Stärke vertreten sind. Die Delegirten der unab- hängigen Arbeiterpartei sind zum großen Theil zugleich Beamte von Trades Unions«. Das Ardeiterelement überwiegt ent- schieden.' Von mehr geschäftlichen Angelegenheiten abgesehen, wurden am ersten Tage zwei Punkte von Bedeutung erledigt: Die Frage > des Namens und Ziels der Partei»nd die Frag» ihrer Orga- nisation. In ersterer Hinsicht wurde ein etwas widersprechender I Den Titel, der die Gehälter der Poftassistenten umfaßt, be- 1 Orts- Krankenkassen- Wahlent. Bei der Wahl der ArbeiterBeschluß gefaßt. Die Schotten hatten vorgeschlagen, die neue nußte Abg. Singer, um in längeren scharfen Ausführungen die vertreter zur Generalversammlung der Orts- Krankenkasse in Partei„ Sozialistische Arbeiter- Partei" zu nennen, während von Reichspost- Berwaltung wegen ihres Verhaltens gegen den Post- Neustadt a. d. Orla siegte die sozialdemokratische Liste. Bei London vorgeschlagen war, den Namen„ Unabhängige Arbeiter- assistenten- Verband anzugreifen. Der Redner rekapitulirte der Wahl des Vorstandes wurden demgemäß die zwei zu Partei" beizubehalten. Darüber ftritt man nun mit enormer die Vorgänge auf diesem Gebiet und theilte mit, daß wählenden Vorstandsmitglieder aus den Reihen unserer ParteiHeftigkeit. Fast sämmtliche Delegirte erklärten sich selbst als eine vertrauliche" Verfügung des Direktors Dr. Fischer an die Ober- genossen entnommen. Bei den Wahlen zur Allgemeinen OrtsSozialisten, aber die meisten meinten, wenn man den Titel Postdirektionen ergangen fet, in welcher verlangt ist, daß die krankenkasse in Remscheid siegte in der Klasse der Arbeiterfozialistisch" annehme, so würde man die Gewinnung noch nicht Postdirektoren die Theilnahme der Assistenten an dem Verbands- vertreter unsere Liste mit ca. achtfacher Majorität. Wir erhielten sozialistischer Arbeitervereinigungen ungemein erschweren, und schließ- tage vereiteln und verhindern sollten, daß der bereits ertheilte 592, die Gegner 75 Stimmen. lich drang auch diese Ansicht durch. Gut. Als aber gleich darauf Erholungsurlaub dazu benutzt werde. * " über das Ziel der Partei verhandelt und der Antrag der Hey- Die Verfügung, welche der Ober- Postdirektor Köhne in Von der Agitation. Ein Flugblatt, betitelt Die Sozialwood( Lancashire) Sektion der Sozialdemokratischen Föderation Düsseldorf im Dezember vorigen Jahres bezüglich des Poft- demokratie und ihre Gegner", wurde am Sonntag in vielen verlesen wurde, als dasselbe die Verwirklichung der Um- assistenten- Verbandes erlassen hat, wurde von dem Redner Tausend Exemplaren in sämmtlichen Ortschaften des 17. han wandlung aller Produktions-, Zirkulations- und Distributionsmittel scharf und eingehend kritisirt. in Gemeineigenthum" zu erklären, herrschte darüber die schönste növerschen Wahlkreises verbreitet. Die Genossen, welche auch sonst noch Agitationsschriften mitgenommen hatten, fanden Einmüthigkeit. Mit 91 gegen 16 Stimmen wurde der Antrag überall gute Aufnahme. An manchen Stellen wurde sogar mehr unter großem Applaus angenommen. Man muß indeß der an Agitationsmittel verlangt, als geboten werden konnte. Jugend der Bewegung etliches zu Gute halten. Ein Vorkomminiß während der Debatte über den Namen der Partei glaube ich erwähnen zu müssen, weil es die deutsche Sozialdemokratie direkt angeht. M Genosse 2aisiepen in Solingen hat nicht, wie uns Verzicht gegen die Beschlüsse des Berliner Parteitages gesprochen, auch zwingen. nicht dagegen gestimmt und auch nicht zu einer Versammlung einerfreulich, und wir wollen daher auf die unangemessene Art imd Weise, in welcher diese berichtigende Mittheilung in der„ Bergischen Arbeiterstimme" gemacht wurde, nicht weiter eingehen. d Das Recht der Verwaltung, sich in die außerdienstliche Thätigkeit der Poſtaſſiſtenten einzumischen, bestritt Singer sehr energisch. Der Redner reklamirte für die Postassistenten wie für alle Staatsbürger und Steuerzahler das uneingeschränkte Vereinsund Versammlungsrecht und protestirte dagegen, daß die Düssel Ihre Zustimmung zu den Beschlüssen des Bers dorfer Verfügung sich herausnimmt, von„ Rädelsführern", straf- liner Parteitages erklärten noch die Parteigenossen in baren und verwerflichen Bestrebungen" des Verbandes zu sprechen. Emden. Ein Delegirter aus Lancashire hatte für den Titel Sozia- Die Verwaltung hat kein Recht so schloß der Redner- thre listische Arbeiterpartei" gesprochen und u. a. auf die flaue Hal- Beamten wie eine Verbrecherbande zu behandeln und sie durch von dort geschrieben wurde, in der Höhscheider Versammlung tung der bisherigen englischen Arbeiter- Abgeordneten und die Er- Strafmaßregeln der verschiedensten Art zur folge der deutschen Sozialdemokratie hingewiesen. Da erhob sich leistung auf jede selbständige Regung zu der vom Dockerstreit her bekannte Ben Tillet und hielt im Pre- Es sei hohe Zeit, daß die Maßregelungen gegen den Bostassistenten- geladen, die sich gegen jene Beschlüsse richten sollte. Das ist sehr digerton eine Baute, worin er die deutschen Sozialdemokraten Verband aufhören. als revolutionäre Phrasendrescher hinstellte, die davon liefen Die Männer, welche durch das Vertrauen ihrer Kollegen zu oder unter's Bett fröchen, wenn es gelte, ihre Sache zu leitenden Stellungen berufen sind, dürfen nicht länger die Opfer vertreten, während die englischen Trades Unions, auch der Verfolgungssucht der Vorgesehten bleiben. Für Verfügungen die alten, Sozialisten im besten Sinne des Wortes seien. Dieser wie die Düsseldorfer sei der Staatssekretär mitverantwortlich und Der Parteitag der rheinischen Sozialdemokratie trat von ebenso viel Unwissenheit wie leberhebung dem guten möge derselbe gefälligst seinen nachgeordneten Organen flar am 15. Januar in Düsseldorf zusammen. Bertreten waren Tillet sind eben seine Erfolge und die Reklamen der Bourgeois- machen, daß es nicht in ihrer Befugniß liegt, in die staatsbürger- 48 Orte durch 66 Delegirte. Außerdem waren anwesend die preffe in den Kopf gestiegen zeugende Angriff wurde zwar lichen Rechte der Postassistenten einzugreifen. sofort von englischen Delegirten zurückgewiesen, als aber am Be Mitglieder des rheinisch- westfälischen Agitationskomitees, der Der Direktor Dr. Fischer nahm das Wort, um die Erklärung Reichstags Abgeordnete Harm und seitens des Parteiginn der Nachmittags Sigung der Vorsitzende im Namen des abzugeben, daß der Reichspostverwaltung von der Düsseldorfer vorstandes Genosse Gerisch, Grimpe eröffnet BorBureaus den als Zuschauer und Berichterstatter anwesenden Ed. Verfügung amtlich nichts bekannt sei und ließ durchblicken, daß mittags 11 Uhr die Sigung Sigung mit einem Hinweis auf Bernstein ersuchte, als Gast auf dem Bureau Plaß zu nehmen, dieselbe einen anderen als den veröffentlichten Inhalt haben den Ernst der politischen und wirthschaftlichen Lage, nahm dieser in seiner Ansprache an den Kongreß Gelegenheit, tönnte. unter Vorführung einer Reihe von Thatsachen aus der Geschichte in der sich zur Zeit Deutschland sowie ganz Europa befindet. Der Oberpostdirettor Röhne in Düsseldorf sei zum Bericht Hierauf werden in das Bureau gewählt: Gewehr und Kurt der deutschen Sozialdemokratie und der unzähligen Beweise von darüber aufgefordert, ob er die Verfügung erlassen hade, und als Vorsigende, Krewinkel, Albert, Winterberg und Muth, Ausdauer und Opferwilligkeit, welche die deutschen durch welche Vorgänge in seinem Bezirk sich die Nothwendigkeit Kleiner als Schriftführer. Vor Eintritt in die Tagesordnung Sozialisten an den Tag gelegt, energischen Protest gegen derselben ergeben. habe. bespricht& mmel den Bergarbeiterausstand und schlägt folgende Tillet's Ausführungen zu erheben. Die Thatsachen, die Auf die Bemerkungen des Abg. Singer näher einzugehen Resolution vor:" Der heute in Düsseldorf tagende Parteitag der Bernstein vorführte, und der Protest selbst wurde vom Kongreß behielten sich die Regierungsvertreter vor, weil die Sigung der rheinischen Sozialdemokratie drückt den auf den fistalimit demonstrativem Beifall aufgenommen. Eine Resolution, Kommission wegen Beginn der Plenarsigung geschlossen werden fchen Gruben im Saarrevier streitenden Berg-= welche die Gefühle des Kongresses in dieser Hinsicht ausdrückt, mußte. arbeitern feine Sympathie aus, protestirt gegen die Maß wird, wie ich höre, bei dem geeigneten Gegenstand der Tagesordnung zur Diskussion gestellt werden und ist einstimmiger Ans aus Anlaß der Wahl des Abgeordneten von Helldorff( 7. Marien- Staat, und verspricht, die Gemaßregelten nach Kräften zu unter Die Wahlprüfungskommission erledigte gestern die regelung von taufenden von Arbeitern durch den Arbeitgeber In bezug auf die Frage der Organisation lehnte der Kongreß burg) nothwendig gewordene Erhebung. In diesem Kreise ftützen."( Dieſe Reſolution wurde nach Erledigung des zweiten den Vorschlag, der Partei eine streng zentralistische Verfassung zu standen sich seinerzeit die Konservativen und Freisinnigen sehr Punktes der Tagesordnung einstimmig angenommen.) Den Be Grimpe. Derfelbe führt ungefähr aus: geben, ab und beschloß, sie angesichts der eigenartigen Verhält- fcharf gegenüber, und in der Agitation versuchten sich die Griteren richt ber rheinischen Agitationstommission erstattet hierauf nisse der englischen Arbeiterbewegung auf föderalistischer Basis nicht ohne Geschick und Glück im Sprengen von freisinnigen dritte Mal nach dem Fall des Sozialistengefeges, daß wir im zu halten. Die Zeitung der Partei soll aus einer Erefutive von Wählerversammlungen. Da bei diesen Sprengübungen in einem Rheinland Barteitage zusammentreten. 15 Mitgliedern bestehen, die proportionell von den Vertretern besonderen Falle sich der Herr Landrath an die Spize der Spreng- ersten Parteitag hielten wir in Köln ab; bort wurde der verschiedenen, dazu abgetheilten Distrikte des Landes kolonne sette, so glaubten die überfallenen Freifinnigen in diesem auch die Wahl einer Agitationskommission beschlossen, deren gewählt werden. Der Generalsekretär, der vom Plenum des Falle sich Beschwerdeführend an die Wahlprüfungs- Kommission auch die Wahl einer Agitationskommission beschlossen, deren Kongresses gewählt wird, ist gleichfalls Mitglied der Exekutive. wenden zu sollen. Diese beschloß, dem Reichstag zu empfehlen, Thätigkeit durch die Beschlüsse des zweiten Parteitags in Roblenz So viel für heute. Ueber das Programm der Partei, das den Fall der Regierung zur Kenntnißnahme zu überweisen, womit noch nähere Bestimmung erfuhren. Seitdem arbeitet die Komsoeben berathen wird, und verschiedene andere wichtigere Punkte die Sache erledigt sein wird, da der Herr Landrath selbstverständ- mission und zwar mit bestem Erfolge. So wurden in Verfolg in meinem nächsten Briefe. Die Lokalpresse und soviel ich sehe, auch in meinem nächsten Briefe. Die Lokalpresse und soviel ich sehe, auch lich bona fide gehandelt hat. Es ist eben ganz was anderes, eines Beschlusses des Koblenzer Parteitages, alljährlich eine große die Londoner Preffe schenkt dem Kongreß große Aufmerksamkeit; ob die Konservativen unter Führung des Landraths eine Ber: Agitationstour durch Rheinland zu veranstalten, im vergangenen soviel oder sowenig er für den Moment vertritt, ist er doch kein sammlung sprengen, und wieder etwas anderes, wenn Arbeiter, 29 Versammlungen abgehalten. Der Agitation war vielfach hindenen die Polizei jedes Lokal zu Versammlungen abtreibt, in unwichtiger Faktor für die möglicherweise sehr bald nothwendig ihrem Merger barüber eine gegnerische Versammlung besuchen. derlich der Mangel an Lokalen, sowie die Saumfeligkeit der Ge Letzteres ist Hausfriedensbruch, ersteres aber- Ausübung eines noffen, die ihre Wünsche über abzuhaltende Bersammlungen erft nahme sicher. werdende Neuwahl. Vom Bergarbeiterstreik. einem zu 6% ist das Den bann äußerten, als Molkenbuhr bereits abgereift war. In fester Verbindung steht die Agitationstommiffion mit 28 von den 25 Wahlkreisen des Rheinlands. Flugblätter und Bro fchüren wurden in großer Bahl verbreitet, so die Broschüre über Sozialismus und Antisemitismus, welche in einer Auflage von 20 000 zur Vertheilung gelangte. Auch die Presse hat gute Fortschritte gemacht. Während früher die Elberfelder Freie Presse" das einzige Sprachrohr des arbeitenden Bolles Nach den Angaben des Wolff'schen Bureaus streikten am war, find jetzt im Rheinland 6 sozialdemokratische Zeitungen 17. Januar im Saarre vier nur noch 1402 Mann. Im vorhanden, die zusammen vier Mal so viel Abonnenten haben, nördlichen Ausstandsgebiet soll die Zahl der Strei- als früher die" Freie Presse". Dem Beschlusse des Koblenzer tenden auf 9745, die sich auf 30 Zechen vertheilen, zurück Parteitags, 10 pt. der örtlichen Einnahmen an das Agitations gegangen sein. In Wanne wurde, wie Wolff weiter berichtet, fomitee abzuliefern, ist man nicht überall nachgekommen. Es find am 16. Januar unter dem Vorsitz des Oberpräsidenten Studt nur von 32 Orten Gelder eingegangen, während namhafte eine Berathung mit den Regierungspräsidenten von Arn3 Partei Orte nichts abgeliefert haben. Gingenommen hat das und den Ober- Bürgermeistern aus den betheiligten Kreisen über Buschuß vom Parteivorstand), ausgegeben 1542 M. 45 Pf. berg, Düsseldorf und Münster, sowie den Landräthen Komitee insgesammt 1853 M. 2 Pf.( darunter 600 m. die Ausstandsbewegung abgehalten. Die Lage wird nach der Die nun folgende Distfussion brachte eine Menge draftischer Kölnischen Zeitung" immer noch für ernst angesehen, die er- Schilderungen über die Schwierigkeiten, welche die Genossen bei forderlichen Maßregeln werden angeordnet. Cleveland's Sieg bei der letzten amerikanischen staatsbürgerlichen Rechtes. Präsidentenwahl ist, wie wir gleich zu Anfang hervor hoben, keineswegs der durchschlagende Sieg des Freihandelsprinzips, für den die europäischen, und namentlich auch die deutschen Freihändler ihn ausgegeben haben. Die Demofraten, deren Kandidat Cleveland war, sind durchaus keine unbedingten, sondern im Gegentheil sehr bedingte Freihändler. Und außerdem hat Cleveland bei der Wahl gar nicht einmal eine absolute Majorität gehabt. Die Zahl der für ihn fabgegebenen Stimmen beträgt 5 567 990, während Harrison, der Kandidat der republikanischen Schutz Zöllner, 5 176 611 Stimmen hatte. Auf Weaver, den Kandidaten der„ Volkspartei", vereinigten sich aber 1 025 000 Stimmen, die zum großen Theil Schutzöllnern angehören, und auf Bidwell, den Kandidaten der Prohibitionisten, die jede Einfuhr, mit Ausnahme der nothwendigsten Robprodukte, ganz verbieten wollen, 258 347 Stimmen. Die sozialistischen und rein freihändlerischen Stimmen, die für Wing abgegeben wurden, betrugen nicht 100 000. Aus diesen Zahlen erhellt, daß die Freihändler und Halbfreihändler in der Minorität sind. Dies erklärt, warum Cleveland feine Neigung hat, die Tarifänderung zu beschleunigen. Darlamentarisches. B Das Depeschenbureau Herold bringt aus Essen a. d. Ruhr noch folgende Mittheilung vom 17. Januar: Heute wurden nicht weniger als vier Versammlungen in einem Lotal anberaumt, um 4, 5, 6 und 7 Uhr. Nur die um 5 Uhr anberaumte wurde gestattet. Zwei Redner suchten die Berechtigung des Ausstandes nachzuweisen; ein Beschluß wurde nicht gefaßt. Neu ausständig ist heute die Belegschaft der Beche Shamrock". Es streifen noch 9740, in welcher Bahl auch die abgelegten Bergleute enthalten find. Parteinachrichten. D ihrer Agitation in den Hochburgen des Zentrums zu überwinden haben. Andererseits wurden auch wieder die alten Klagen aller Parteitage laut: die Forderung nach mehr Rednern, nach besserer, billigerer und gemeinfaßlicherer Literatur. Auch der folgende Punkt der Tagesordnung: Agitation, Organisation und Presse, brachte im Wesentlichen nur dieselben Klagen, Wünsche und Beschwerden, die in der vorhergehenden Diskussion laut geworden waren. Alle zu diesem Punkte eingegangenen Anträge wurden schließlich dem Agitationsfomitee zur Berück fichtigung überwiesen. Für das legtere wurde als Siz wiederum Elberfeld bestimmt. Ueber den folgenden Punkt des Tages ordnung, Die Gewerbegerichte und die Arbeiter", referirte Genoffe andè in eingehender Weise. Den Genoffen wurde dann in einer Resolution empfohlen, fich da, wo es immer nur Aus der Budgetkommission des Reichstags. Die Komangeht, an den Gewerbegerichts, sowie Gemeinderaths Wahlen mission begann heut die Berathung des Postetats und nahm eine zu betheiligen. Die Beschickung des internationalen Resolution an, in welcher die verbündeten Regierungen auf- Gegen die Militärvorlage protestirten ferner der Wahl- Kongresses au Zürich wird den einzelnen Wahlkreisen gefordert werden, das System der Alters- Dienstzulagen für die verein zu Altendorf( Ref. Albert Chemnitz) und Volts- überlassen. Ueber die nächsten Reichstags- Wahlen Unterbeamten der Postverwaltung einzuführen, ohne daß die versammlungen in Kellinghusen( Ref. Theiß- Hamburg), referirte Genosse Wesch. Nach längerer Diskussion wurde beBeamten dadurch gegen die jeßigen Gehaltsbezüge und Auf- Rensefeld bei Schwartau( Ref. Hug- Bant), Boltsdorf schlossen, das Agitationskomitee folle dafür Sorge tragen, daß im rückungen geschädigt werden. ( Ref. Megger= Hamburg). Falle einer Auflösung des Reichstags fofort ein allgemein geIn der voraufgegangenen Diskussion hatte der Regierungshaltenes Flugblatt zur Bertheilung gelangt. Von einer Aufvertreter wiederholt auf die Schwierigkeiten der Regelung der Aus dem sächsischen Landtage scheiden dieses Jahr aus ftellung von Kandidaten durch den Parteitag für die in Betracht Frage hingewiesen und betont, daß die Verwaltung sich einzig bezw. sind bereits ausgeschieden zwei Sozialdemokraten( iebkommenden Wahlkreise wurde Abstand genommen, mit der Motiund allein von Wohlwollen und Milde gegen die ihr unterstellten tnecht Chemnih- Stadt Goldstein Leipzig- Land), virung, man wolle dies den Kreisen überlassen. Nach Erledigung Beamten leiten lasse, sonst hätte sich derselbe Chef nicht 25 Jahre 3 Fortschrittler, 3 Nationalliberale und 20 Konservative. Die einiger unwesentlichen Anträge wird der Parteitag Abends halten können. Dies gab dem Abg. Singer, der das Prinzip Neuwahlen finden im Herbst statt. 91/2 Uhr mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die inter Der Alters- Dienstzulagen den Vorgängen in der Postverwaltung nationale Sozialdemokratie geschlossen. gegenüber vertheidigt hatte, Veranlassung zu der Erklärung, daß Gemeindewahlen. Der Refurs, welchen die Ultramontanen in dem Ressort der Postverwaltung der aufgeklärte Despotismus gegen den ihnen ungünstigen Ausfall der letzten Mainzer Todtenliste der Partei. Gestorben in Vogtsberg vermischt mit einigen wohlwollenden Instinkten herrsche, und Stadtverordneten Wahl erhoben hatten, ist vom Genosse Arthur Hellmann, Vorsitzender des dortigen daß der Stephan der ersten 15 Jahre grundver- Provinzialausschuß als unbegründet abgewiesen worden. Die Arbeitervereins. In Bremen der Bigarrenarbeiter Her schieden von dem Stephan der legten zehn Schwarzen haben die Kosten des Verfahrens sowie einen mann Bressent, 81 Jahre alt. Derselbe war einer der Jahresei. Im Verlaufe der weiteren Berathung, welche zu- Averñionalbeitrag von 10 Mark zu zahlen. Der Protest, welchen wenigen Achtundvierziger, welche ihren damaligen Jdealen treu nächst die Bewilligung der Einnahmetitel herbeiführte und dann die Crimmitschauer Genossen gegen Unregelmäßigkeiten er geblieben sind. Er schloß sich frühzeitig der Sozialdemokratie an zu den Ausgaben überging, brachte der Abg. Singer auch die hoben hatten, welche bei der Stadtverordneten- Wahl vorgekommen und wirkte für sie, soviel er vermochte. bekannte Cholerasammlung unter den Postbeamten zur Sprache. fein sollten, ist von der Kreishauptmannschaft zurückgewiesen Der Redner hatte nichts daran auszusetzen, daß aus den zur worden. In dem Protest war behauptet, es sei nicht festgestellt Verfügung stehenden Fonds Unterstützungen gegeben worden seien, worden, ob die Wahlurnen vor Beginn der Wahl leer waren, tadelte jedoch, daß seitens der Vorgesetzten zu Sammlungen auf- ferner sollten Mitglieder der Wahlausschüsse Wahlschlepperei ge= gefordert und dadurch indirekter Zwang auf die Beamten, trieben haben. Nach dem Entscheid der Kreishauptmannschaft namentlich die Unterbeamten ausgeübt worden sei. würde also die Wahl in schönster Ordnung vor sich gegangen M und * Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Es bestätigt sich leider, daß der Genosse Mathies aus Glbingerode wegen Meineids vom Magdeburger Schwurgericht zu 2 Jahren Zuchthaus verurtheilt und ein Beuge namens Weidner, der zu seinen Gunsten aussagte, wegen dringenden Verdachts des Meineids auf Antrag des Staatsanwalts verhaftet wurde. Direktor Dr. Fischer behauptete, daß die Sammlung durch- sein! aus freiwillig aus der Initiative der Beamten heraus vorgenommen fei und daß die Postverwaltung keinerlei Einfluß aus- Gewerbegerichts- Wahlen. Die Genossen in Mülhausen im Elsaß haben bei den Wahlen zum Gewerbegericht einen glän- Gehaussucht wurde, wie der Niederrheinischen Boltsgeübt habe. Abg. Dr. Schädler brachte die Urlaubsverhältnisse im Post- zenden Sieg über die vereinigten Gegner errungen. Von 1254 tribüne" aus Duisburg gemeldet wird, bei einem in Neudorf direktionsbezirk Hamburg zur Sprache und erhielt die Zusicherung Wählern der Arbeiterklasse, welche ihre Stimme abgaben, haben wohnenden, der Polizei als Anarchisten verdächtigen Arbeiter. einer Untersuchung der von ihm vorgetragenen Fälle. Vorher rund 965 für die Kandidaten des sozialdemokratischen Arbeiter- Dynamit und Bomben fand der betreffende Beamte nicht, dafür hatte Abg. Dr. Lingens vom Zentrum die Sonntagsruhe der Wahlvereins gestimmt; die Liste der vereinigten Gegner( fatho- beschlagnahmte er unter anderen Schriften auch Goethe's" Faust", Postbeamten gestreift und, abgesehen von einzelnen Fällen, lische und protestantische Männervereinler und liberale Arbeiter Leffing's Nathan der Weise" und Kant's Naturgeschichte des Himmels"! Die Schriften wurden dem Arbeiter natürlich bald die er zur Berücksichtigung empfahl, die jetzigen Einrichtungen partei") erzielte gange 285 Stimmen! wieber zugestellt. als befriedigend erklärt. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Mittwoch, den 18. Januar. Opernhaus. Bastien und Bastienne. Der Waffenschmied. Schauspielhaus. Des Meeres und der Liebe Wellen. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Berliner Theater. König Richard III. Deutsches Theater. Die Welt, in der man sich langweilt. Kroll's Theater. Konzert. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Die Lore. Die Ileine Marquise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Circus Renz. em Ludwig Eichen zum heu Dem Besizer von Eichen's Ruh", Herrn ( Karlstraße.) Mittwoch, den 18. Januar 1893, Abends 714 Uhr: Große brillante Vorstellung. U. A.: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Auftreten sämmtlicher Künstlerspezialitäten 1. Ranges. Zum Schluß: tigen Wiegenfefte ein donnerndes Lebehoch! 941b F. P. C. B. A. Z. Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Berufsgenossen. Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Gustav Beeck am Ein Künstlerfest. Montag, den 16. Januar, früh 4 Uhr, Große Ausstattungs- Pantomime mit überrasch. Licht- u. Wassereffecten, auf das Glanzvollste inszenirt vom Direktor Fr. Renz. Glänzender Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Costüme, Requisiten, Wagen vollständig neu. Morgen, Donnerstag, Ab. 71/4 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Billet- Vorverkauf an der Zirkuskaffe und beim Invalidendant, Markgrafenstraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Thomas- Theater. Die Gigerln von Burgstraße, neben der Börse. Wien. Untional- Theater. Wilhelm Tell. Alexanderplak- Theater. Der Teufel, oder: Die Blinde von Paris. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitäten Theater der Reidshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenBorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. 3um 25. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! 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Aerzte, welche gesonnen sind, die Behandlung von Mitgliedern eines lokalen Kartells eingeſchriebener Silfstaffen zu über nehmen, werden gebeten, ihre Adressen an Herrn E. Goldammer, Taubengasse 6, Erfurt, gelangen zu lassen. Die Statuten sämmtlicher fartellirter Rassen gestatten ihren Mitgliedern, sich im Erkrankungsfalle von Naturheil im Alter von 25 Jahren plöglich an der Kopfrose verstorben ist. Wir verlieren in ihm eines unserer ältesten Mitglieder. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Januar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes in der PrinzenAllee aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorstand. 130/5 früh 4 Uhr, verstarb plötzlich unfer Am Montag, den 16. Januar 1893, Rollege Gustav Beeck im Alter von 25 Jahren an der Kopfrose. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 19. Januar, Nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes in der Prinzen- Allee aus statt. Die Kollegen der W. Elges'schen Werkstatt, Linienstr. 112. 948b Danksagung. Allen Freunden und Genossen, welche Mann zur letzten Ruhe ich meinen herzbegleiten, age has fehlen Dant. 945b Maria Laege nebst Kindern. Vier grosse Volks- Versammlungen aller Arbeitslosen Berlins Mittwoch, 18. Jannar, Vormittags 9 Uhr, 1. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg, Referent: Reichstags- Abgeordneter August Bebel, 2. Konkordia- Festsäle, Andreasst. 64 Referent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer, 3. Brauerei Friedrichshain( Lips), Referent: Reihstags- Abgeordneter Dreesbach, Gratweil's Bierhallen 4. ,, Zum Schultheiss"( fr. Eiskeller), Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Chausseestraße 88, Germania- Konzert- u. Referent: Reichstags- Abgeordneter Wilh. Liebknecht. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Tagesordnung in allen Versammlungen: Die gegenwärtige Arbeitslosigkeit und Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch die Nothstands- Interpellation der sozialSonntags 30 Pfennig. Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. F. Sodtke. jowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, demokratischen Fraktion vor dem Dentschen Reichstage. 9476 Achtung! 848/1 Pflicht aller Arbeitslosen ist es, in diesen Versamm Da die Passauer sich weigern, meine Rechnungen zu bezahlen, so ersuche ich lungen zu erscheinen. Die Vertrauenspersonen. die Herren Maurerpoliere, sowie die Einsetzer, welche bei mir gearbeitet, mir ihre Adressen zusenden zu wollen. A. Schönberg, Reichenbergerstr. 73a. Die Beleidigung, welche ich gegen den Tischler Carl Schmidt gesagt haben soll, nehme ich hiermit zurück, da ich ihn nur als Ehrenmann fenne. 894b 0. Rühl. Fachverein der Holz- u. Bretterträger Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 19. Januar, Abends 8 Uhr: Derlammlung im Restaurant Otto Klein, Schönleinstraße Nr. 6. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Retzerau. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 1. Quartal. 4. Verschiedenes, Fragen. Außerdem werden die Mitgliedstarten für 1893 verabfolgt.- Unser diesjähriger MastenBlumengeschäftranzeilderei ball findet am Sonnabend, den 18. Februar, in der„ Neuen Welt", Hafenhaide, Allen Genossen empfehle mein Aug. Krause, Wienerstr. 11. Größtes Lager Berlins Kinderwagen. Andreastr. 23. Hp. Arbeitsmarkt. Arbeiterinnen auf bessere Jaquets 942b J. Meyer, Brunnenstr. 62a, 3 Tr. Passage- fundigen behandeln zu laſſen. 3584L im Hauſe verlangt Panopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Grosser Wiener Masken- Ball am Sonnabend, den 21. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale ,, Königshof, Bülow- Straße Nr. 37, arrangirt vom Gesangverein Frühlingsluft" ( Mitglied des A.-S.-B.) Um 12 Uhr Demaskirung, nach derselben Kaffeepause. Castan's Billets à 50 Pf. find bei folgenden Komiteemitgliedern: Lehmann, Panoptikum. Tai- za- Wunder. Geheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Fantoche Theater. Andere Illusionen. Sämmtlich ohne Extra- Entree. statt. Der wichtigen Tagesordnung halber ersucht um zahlreichen Besuch Der Vorstand. 179/4 Orts- Krankenkasse der Maler. Donnerstag, den 19. Jannar, Abends 8 Uhr: Ordentl. Generalversammlung der Delegirten bei Deigmüller, Alte Jakobßtraße 48 a. Tages- Ordnung: 1. Wahl der Revisoren. 2. Bestätigung eines Bureaubeamten. 3. Ber legung des Raffenlotals. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. H. Wentker, Vorsitzender, Memelerstr. 61. Laut Verfügung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg ist der durchschnittliche Tagelohn für die Mitglieder der Kasse, und zwar 1. für erwachsene männliche Kassenmitglieder, ausschl. der Lehrlinge, auf 3 M., 2. für männl. Rassenmitglieder unter 16 Jahren und für Lehrlinge auf 1,30 M., festgesetzt worden. Die Kassenbeiträge betragen hiernach für die erste Klasse, d. h. Mitglieder über 16 Jahre, ausschließlich der Lehrlinge, 0,48 m., für Mitglieder unter 16 Jahren und für Lehrlinge 0,21 M. Die Bestimmungen treten mit dem 15. Januar 1893 in Kraft. 943b Der Vorstand. Bülowſtraße 13 bei Schröder; Carl Berger, Stegligerstraße 18; Steinbrünt, Verein zur Wahrung der Jnteressen der Gast- und Schankwirthe Kirchbachstraße 3; Wüsthof, Bahnstraße 17( Schöneberg); Schneckenhaus, Culmstraße 26, sowie in allen niit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 157/16 Das Komitee. Töpfer Charlottenburgs. Große öffentliche Versammlung Donnerstag, den 19. Januar, Abends 6 Uhr, Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. im Restaurant Hermann Krause, Bismarckstr. 74. Etablissement moris reiches Erscheinen bittet Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Um zahl. Der Einberufer. Bla. Buggenhagen. Morig : Play. Täglich Instrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstifdy. Spezial- Ausschant von Pakenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas Theater. Empfehle meine elegant ausgestatte ten Säle, elektrisch beleuchtet, Theaterbühne zc. zur Abhaltung jeder Art Festlichkeit unter toulanten Bedingungen. G. Schmiedel Wwe. 826/4 Dr. Thompson's Seifenpulver ist das beste und im Gebrauch billigste und bequemste Waschmittel der Welt. 8510 L Berlins und Umgegend. General- Versammlung am Freitag, den 20. Januar, Nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Kuhlmey, Schönhauser Allee Nr. 28. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Bericht der Revisoren. 3. Rechtsschutzangelegen heiten und Neuwahl der Kommission. 4. Wahl des 1. Schriftführers. 5. Be richt der Statutenberathungs- Rommission. 6. Erklärung und Vorführung des neuen patentirten Reinigungs- Apparates für Bierdruckleitung. 7. Aufnahme neuer Mitglieder. 8. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Mitglieder werden hierdurch auf§ 6 Abs. 3 des Statuts aufmertsam gemacht. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen wird dringend ersucht. Der Vorstand. 162/4 Gesellschaftshaus Ostend, Rüdersdorferstraße 45. Sonnabend, den 21. Januar 1893: 1. Stiftungsfest und Tanzkränzehen des Pfeifenklubs ,, Felsenfest" ( Mitglied des Bundes der geselligen Arbeitervereine Berlins), unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins ,, Königstädtische Liedertafel". Musik von Zivil- Berufsmusikern. Anfang 8 Uhr. Möbelpolirer. Versammlung sämmtlicher arbeitslosen Möbelpolirer am Freitag Vormittag 10 Uhr bri Schirmacher, Andreasstraße Nr. 26. 172/6 Tages Ordnung: Die Arbeitslosigkeit und ihre Folgen. 944b Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Der Einberufer. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Voltsblatt. Nr. 15. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Mittwoch, den 18. Januar 1893. # 10. Jahrg. tingentsbetrages, worauf besonderes Gewicht zu legen sei, dann Qualitätsbranntweine produzirt, das hat Herr Barth ebenfalls aber schlage sie eine Erhöhung des Steuersatzes vor, die bei den übersehen. Ich habe aus seinen Anführungen nicht erfahren, daß Deutschkonservativen sehr erhebliche Bedenten erregte. Es werde eine Liebesgabe existirt, noch daß ein Nachtheil für die Konsu 23. Sigung vom 17. Januar 1893. 1 Uhr. jedenfalls wieder die Landwirthschaft sein, die für den erwarteten menten aus dem Gesetz sich ergiebt. So lange der Beweis für Mehrbetrag aufkommen müsse und das mache den Konservativen diese Behauptung nicht erbracht wird, bin ich so frei an eine Am Bundesrathstische: von Malzahn, von Riedel, die Zustimmung zu dem Gesetz noch schwieriger. Was die Liebes- Liebesgabe überhaupt nicht zu glauben.( Beifall rechts.) Don Moser u. a. gabe von 40 Millionen betreffe, so sei gestern schon von ver- Abg. Fürst Hatzfeldt( Rp.): Alles, was zur Rechtfertigung. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation schiedenen Seiten ausgeführt und auch von freisinniger zugegeben der Steuererhöhung auf den Branntwein angeführt worden ist, Brömel, betreffend die Abänderung des amtlichen Waaren- worden, daß diese Liebesgabe den Brennern thatsächlich nicht zu- fann auch gegen die Erhöhung angeführt werden. Ist das Gesez verzeichnisses zum 3olltarif. Die Interpellation ist fällt. Wenn von Brennern geredet werde, die Hunderttausende von 1887 ein Triumph der Staatskunst, so soll man nicht daran von Mitgliedern der Freisinnigen, Volts- und nationalliberalen von dieser Liebesgabe erhalten hätten, so seien das Märchen. rütteln. Gewiß wird die Fürsorge der Regierung für das landPartei unterstützt und hat folgenden Wortlaut: Seine Zustimmung zu dem Gesetz sei nur eine provisorische, er wirthschaftliche Brennereigewerbe von uns dankbar anerkannt, Sind seitens der verbündeten Regierungen Maßnahmen hoffe, daß die endgiltige Regelung auf anderer Basis erfolgen aber von der Kontingentirung haben nur die großen gewerb= beabsichtigt, um die neuerdings in Aussicht genommene Ab- werde. lichen Brennereien, die man landwirthschaftliche nennt, den änderung des amilichen Waarenverzeichnisses zum Zolltarif vor Abg. Barth( dfr.): Die Liebesgabe muß als Novem in der Nußen gehabt und zwar einen mit der Größe des Betriebes sich ihrer endgiltigen Feststellung in solcher Weise zur öffentlichen ganzen deutschen Gesetzgebung immer wieder zur Erörterung steigernden Nutzen; die Landwirthschaft hat nicht nur keinen Kenntniß zu bringen, daß die daran vornehmlich interessirten kommen, daran ist nichts Verwunderliches. Neu in der Diskussion Nuzen, sie hat Schaden von der Kontingentirung gehabt. Das gewerbetreibenden Kreise ihre gutachtlichen Aeußerungen darüber war nur die Behauptung des Herrn von Riedel, daß die Steuer- Brennereigewerbe ist zurückgegangen, zahllose Millionen Doppelrechtzeitig abgeben können? differenz die Benachtheiligung der fleinen Brennereien zu vergentner Kartoffeln sind in den letzten Jahren weniger zu Spiritus Staatssekretär v. Malhahn erklärt sich bereit, die Interhindern bestimmt gewesen sei. Der Ausdruck Geschenk ist schlecht verarbeitet, und dieser Rückgang drückt nicht nur auf die Karpellation sofort zu beantworten. gewählt, das gebe ich zu. Geschenk ist eine freiwillige Gabe, toffel-, sondern indirekt auch auf die Getreidepreise, wie das verZur Begründung derselben führt darauf davon kann leider nicht die Rede sein; freiwillig würden die gangene Jahr flar bewiesen hat. Um der Landwirthschaft zu Abg. Brömel( dfr.) aus, daß die in der Interpellation er Branntweintrinker auch nicht 40 Mark hergeben. Aber nüßen, muß das Gesetz mehrfach abgeändert werden; es muß der hobenen Forderungen wiederholt schon im Reichstage erhoben worden defto reizender ironisch ist der Ausdruck Liebesgabe gewählt, Schlempeverkauf freigegeben und das Kontingentsmaximum auf seien. Die frühere Art der Publikation habe vielfach die gewerbe- weil es eine Kontribution war, welche die siegende Partei der etwa 100 000 Liter für eine Brennerei festgesetzt werden. Für treibenden Kreise dadurch überrascht und geschädigt, daß gewisse besiegten 1887 auferlegte. Es handelt sich thatsächlich um einen die Zukunft will die Vorlage eine solche Beschränkung des Kon Waaren durch andere klassifizirung plötzlich zu einem bedeutend Reichszuschuß zu den Produktionskosten der Brennerei. Aus dem tingentes ja auch, der Grundsay müßte aber durchgeführt werden, höheren Zollſage herangezogen wurden. Die daraus hervorgegangenen Fonds, welchen die Branntwein- Konsumenten als Steuer zahlen um den kleinen landwirthschaftlichen Brennereien die Kon Nachtheile hätten durch frühere Veröffentlichung sehr gut ver- müssen, gehen nur 110 Millionen in die Reichstasse, 40 fallen furrenz mit den großen gewerblichen Brennereien zu ermöglichen. mieden werden können. Manche Geschäftszweige seien durch die den Brennern zu. Die Behauptung des Herrn von Riedel im Ein dritter Weg wäre die Einführung der Fabrikatſteuer, die veränderte Klassifikation der betreffenden Waaren und die durch Zusammenhang mit jener andern, daß die Entschädigung in diefer einzige ehrliche Steuer. Die Maischraumsteuer war früher als den höheren Zollsatz herbeigeführte Vertheuerung direkt ruinirt Höhe wegen der Exportverminderung nöthig geworden sei, zeigen erziehliche Maßregel nothwendig, aber der Mohr hat seine worden. Es brauchte sich garnicht um den ganzen Entwurf, auch uns die Dinge in einem ganz andern Lichte, als in welchem sie Schuldigkeit gethan, der Mohr kann gehen. Wenn sie eingeführt nicht um die Einzelheiten zu handeln; es würde vollkommen ge- uns 1887 dargestellt wurden. Die Brenner selbst sind in erster wird, werden auch kleinere Brennereien wieder entstehen können nügen, wenn die wichtigsten der beabsichtigten Abänderungen im Linie für den Rückgang des Exports verantwortlich( Widerspruch und die Produktion eines so werthvollen Futtermittels, wie die Reichs- Anzeiger" in einer Folge veröffentlicht würden, daß die rechts), sie haben zuerst gesündigt und die anderen Staaten Schlempe ist, würde zunehmen. Nun wendet man ein, das wäre interessirten Kreise sich orientiren und ihre Gegenvorstellungen sind ihnen erst nachgefolgt mit den gleichen Maßnahmen. der Tod für die östlichen Provinzen und der Tod des Kartoffelnoch anbringen tönnten. Hoffentlich werde der Bundesrath der Sonderbar ist jedenfalls die ausgleichende Gerechtigkeit, welche baues. Ich glaube nicht daran. Eine Abgabe von etwa 65 Mark Berechtigung dieser Forderungen seine Augen nicht verschließen. gegen Brenner und Brauer geübt wird. Die Brauer tönnen sollte für den Kartoffelbranntwein festgesezt werden, und dieser Die Interpellation solle nur dem Wunsche Ausdruck geben, daß ruhig die neue Auflage auf sich nehmen, welche durch die Ver- Betrag für Rüben Spiritus, Melaffe- Spiritus, Getreidedie verbündeten Regierungen die Hand bieten, die aus der bis- doppelung der Brausteuer entsteht, den Brennern aber überwies Spiritus u. s. w. entsprechend erhöht werden. Dann müßte auch herigen Praxis hervorgetretenen Uebelstände möglichst zu mildern. man 1887 nicht weniger als 40 Millionen, um sie vor den mög- endlich der Rektifikationszwang für den Kartoffelbranntwein einStaatssekretär von Malkahn: Die neue Ausarbeitung des lichen Schädigungen durch das neue Gesetz zu bewahren! Auch geführt werden. Der Großfabrikant kann nie die Fabrikationsa amtlichen Waarenverzeichnisses beruht auf einem Beschluß des der Verein der deutschen Spiritusfabrikanten geht in einer uns abgänge so gut verwerthen wie der kleine Landwirth, der die Bundesraths vom 28. Januar 1892. Die neue Redaktion soll gemachten Eingabe jetzt von derselben Meinung aus. Die Be- Schlempe felbft verfüttert. Die verschiedene Höhe der Abgabe erst erfolgen, nachdem die Bundesstaaten mit eigener Boll- weisführung der Herren laborirt aber an verschiedenen Mängeln. wird auch Betrügereien und Fälschungen unmöglich machen. verwaltung sich zur Sache geäußert haben. Ein neues Sie führen den Preisrückgang ins Feld, haben aber den hohen Dem Brennereigewerbe sind jetzt Handschellen angelegt; durch Verzeichniß war nach Abschluß der Handelsverträge noth- Spirituspreis von 49,4 nicht aus einer fünfjährigen Periode vor die Fabrikatsteuer würde es freigemacht; der Landwirth würde wendig geworden. Der Entwurf ist Beit fast 1887 herausgerechnet, wie es des Vergleichs wegen unerläßlich brennen können, was zur er er will, wie fertig und wird vielleicht noch im Laufe dieses Monats, war, sondern aus einer achtjährigen. Die fünffährige Periode will, und niemand würde dadurch geschädigt, dem Landwirth jedenfalls aber im Februar, an den Bundesrath gelangen. vor 1881-86 hätte nur 45 M. ergeben. Andererseits hat sich aber die Freiheit wiedergegeben. Eine gewisse Exportbonifikation Die Bundesregierungen sind zunächst ersucht worden, ihre der Preis auch in einem Jahre nach 1887 über 50. gehoben. für Leckage nnd Schwund würde daneben allerdings nothwendig sein. Wünsche in bezug auf die Abänderung des Waarenverzeichnisses Danach scheint mir nachgewiesen, daß das Branntweinsteuergesetz Gine Fabrikatsteuer auf dieser Basis würde der Reichskaffe sichere zur Kenntniß des Reichskanzlers zu bringen. Die bezüglichen nicht das maßgebende bei der Preisbildung des Branntweins ist. Ginnahmen schaffen und der Landwirthschaft wirklichen Nuzen Aeußerungen find im Laufe des Sommers eingegangen. Auf Die statistischen Ziffern über die Kartoffelpreise ergeben ein voll- bringen. Grund des sehr umfangreichen gesammelten Materials ist ein ständiges Korrespondiren derselben mit den Branntweinpreisen; Abg. Höffel( Elsässer, Rp.) spricht sich gegen die Vorlage vorläufiger Entwurf des Waarenverzeichnisses des Waarenverzeichnisses im Reichs- ist die Ernte über mittel oder gut, so sinkt der Branntweinpreis, aus, die namentlich im Elsaß viele kleine Leute treffen und nur Echazamt aufgestellt und im August vorigen Jahres den Bundes- während er bei schlechten Ernten entsprechend steigt. Dieses Moment Mißstimmung, Verbitterung und Unsicherheit hervorrufen würde, regierungen abermals zugestellt worden mit dem Ersuchen, ihre ist also offenbar bei der Preisbildung das ausschlaggebende. ohne der Reichskasse viel zu nüßen. Er schlägt statt dessen die etwaigen Wünsche dem Reichskanzler mitzutheilen. Auch hierauf Es ist also auch unrichtig, daß das Branntweinsteuer- Gesetz für stärkere Heranziehung des Bieres vor, dessen Nährwerth eine find die Antworten eingegangen. Ueber einige Punkte hat sich die niedrigen Preise des Branntweins von 1888 bis 1892 ver- Fittion fei ev. auch das Tabaksmonopol und die höhere Bes eine eingehende, zeitraubende Korrespondenz entwickelt, und des antwortlich zu machen ist. Sobald die Kartoffelernte normalen lastung der Börsengeschäfte und der Lotterieloose. halb ist die Fertigstellung verzögert worden. Seitens der ver- Charakter erhält, werden auch die Preise des Branntweins Abg. von Kardorff( Rp.) tritt dem Abg. Barth bezüglich schiedenen Regierungen in Deutschland sind unzweifelhaft schon normal bleiben. Es kann daher auch nicht die Rede davon sein, der Theorie der Liebesgabe entgegen und weist außerdem die die Wünsche der betheiligten Kreise, der Produzenten und Kon- daß die Liebesgabe bis in alle Ewigkeit aufrecht erhalten werden Darlegung desselben über die Preisbildung des Branntweins inr sumenten im Lande gehört worden. Ob dies überall in der müsse, um den Kartoffelbau für Deutschland zu erhalten. Wäre Anschluß an die Kartoffelernte zurück. Das gerade Gegentheil Form geschehen ist, daß man die Handelskammern befragte, ent: dies der Grund, dann muß dech der gesammte Kartoffelbau, nicht sei der Fall, der Kartoffelpreis richte sich nach dem Spiritus zieht sich meiner Kenntniß. Nun wünscht die Interpellation, daß blos ganz ausschließlich die Brennerei mit dieser Liebesgabe ent- Weltmarktpreis. Wenn die Freisinnigen befragt werden, was sie der dem Bundesrath vorzulegende Entwurf noch einmal zur schädigt werden.( Sehr wahr! Sehr richtig! links). Was Herr an die Stelle des Gesetzes bringen wollen, dann ist ihr Latein zu öffentlichen Kenntniß gebracht werden möchte; es sollen wenigstens v. Riedel gestern vortrug, ist übrigens schlagend durch seinen Ende.( Widerspruch links.) Die Fabrikatsteuer hat sich als ganz undie wichtigsten Bestimmungen des neuen Entwurfs veröffentlicht Kollegen aus Württemberg widerlegt worden, der uns detaillirt gangbar erwiesen, das möchte ich auch dem Fürsten Hazfeldt sagen. werden. Ich trage Bedenken, diesen Weg zu empfehlen; bewies, daß die Produktionskosten in Süddeutschland um fast Die Steuerdifferenz muß aufrecht erhalten bleiben. Der Weltes würde sehr schwierig sein, dasjenige. dasjenige aus diesem 20 M. gegen 19,70 m. höher sind als in Norddeutschland, und markt ist uns vollständig verloren; nur die Steuerdifferenz kann umfangreichen Verzeichniß herauszufinden, was von allen deswegen könnten die Brenner die Liebesgabe nicht entbehren. Die kleinen Betriebe überhaupt am Leben erhalten. Seiten als das Wichtigste angesehen wird. Die Publikation Wenn die Thatsache richtig ist, dann beweist sie doch vor Allem, Abg. v. Standy( dk.): Von der Spannung von 20 M. Lassen des vollständigen Entwuris hat gewisse Bedenken, ich daß es in Norddeutschland Leute geben muß, die die Liebesgabe wir nichts ab, auch nicht den fleinsten Theil; aber ein Theil will nicht darauf Gewicht legen, daß daß dadurch der in ihrer ganzen Höhe einstecken.( Lebhafte Zustimmung lints). meiner Fraktionsgenossen steht mit mir entgegen unserem Genoffen Beitraum zwischen dem Inkrafttreten und der definitiven Fest Gewiß werden einzelne besser, andere weniger gut wirthschaften. Uhden auf dem Standpunkte, auch nicht einmal zeitweise mit fiellung so lang werden würde, daß er die vom Gesetz für Tarif. Einzelne werden die 20 M. als Zuwachs zu ihrem Vermögen be- der vorgelegten Novelle arbeiten zu können, womit natürlich änderungen vorgesehene Zeit überschreitet, aber zwei andere trachten, bei andern wird das nicht der Fall sein. Aber man soll nicht gesagt sein soll, daß wir nicht auch hier zur Mithilfe bereit Schwierigkeiten liegen in der rein mechanischen Aufgabe, ein Werk uns nicht immer von den Kleinen sprechen; die großen 3300 wären, wenn es sich darum handeln sollte, die Mittel zur von so großem Umfang zweimal drucken zu lassen, und in dem Brennereien bekommen 37 Millionen von der Liebesgabe, und es Deckung des Bedarfes für die ganz oder theilweise bewilligte Bedenken, daß die Publikation von Vorlagen an den Bundes- könnte einmal heißen: Man laffe den kleinen Brennern diese Unter- Militärvorlage zu beschaffen. Den wirthschaftlichen Effekt finde rath den auf die Verfassung gegründeten Gewohnheiten nicht ent- ftügung, aber die großen Brennereien sollen sie herausrücken. ich in der Vorlage durchaus nicht berücksichtigt. Der Staatsspricht, vielleicht sogar widerspricht. Es kann der Zweck der Mit jedem Jahre wird diese alljährlich wiederkehrende Liebesgabe fefretär spricht davon, daß hier nur das finanzpolitische Interesse Interpellation aber auch auf andere Weise erreicht werden; der von 40 Millionen unerträglicher; sie muß fallen, wenn die in Frage komme; das scheint mir einseitig und wenig logisch. Reichstanzler theilt den Wunsch der Interpellanten, den be- Branntwein- Industrie gesunden soll. Die Erhöhung auf 75 Pf. Dem bayerischen Finanzminister wird für seine Ausführungen theiligten Kreisen die erbetene Möglichkeit zu gewähren, und er wird einfach auf den Konsum abgewälzt werden und damit wird ewig der Dank der Landwirthe des Ostens gesichert sein. Auch will seinerseits dahin wirken, daß die Beschlußfassung über den die Sache abgethan sein. Da wir überhaupt keine Brantwein- für die Mehrheit des Reichstages war bei der Annahme des Ges Entwurf so weit hinausgeschoben wird, daß den einzelnen Re- Steuererhöhung haben wollen, kann der Branntwein mit unserer setzes von 1887 die Voraussetzung, daß die Landwirthschaft dagierungen genügende Gelegenheit gegeben ist, ihre Handels- Buftimmung nur herangezogen werden durch einen refoluten Ein- bei bestehen bleiben könne. Das unbeschränkte Recht auf Revision kammern und ähnliche Körperschaften über etwaige Wünsche noch griff in die Liebesgabe. Bei uns herrscht seit einer geraumen nicht nur des Kontingents, sondern auch der Spannung, wie es zu befragen. Beit König Schnaps; es ist die höchste Zeit, daß er entthront gestern der Reichs Schatzsekretär konstruirte, vermag ich nicht wird und daß auf diesen Thron wieder die allgemeinen Interessen als vorhanden anzuerkennen. gesetzt werden.( Beifall links.) Abg. Brömel verzichtet nach den letzten Erklärungen des Schazsekretärs, durch welche ihm der Zweck der Interpellation erreicht erscheint, auf eine Besprechung derselben. Ter Gegenstand ist damit erledigt. will, wann er Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird der Mili tärkommission überwiesen. Schluß 514 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr.( Anträge aus dem Hause.) Abgeordnetenhaus. 16. Gigung vom 17. Januar 1893, 11 Uhr. Schelling, v. Heyden, v. Berlepsch und Kommissarien. Am Ministertische Graf zu Eulenburg, Miquel, Thielen, G Bayerischer Finanzminister v. Riedel: Mit diesem letzten Satz hat der Vorredner wohl meine Ausführungen als solche erDas Haus seht hierauf die erste Berathung der Novelle tlären wollen, welche sich nicht mit den allgemeinen Interessen zum Branntweinsteuer- Gesez fort. decken. Ich stelle fest, daß alles, was ich gethan und gesagt habe, Abg. Uhden( dk.), auf der Tribüne der Journalisten nur lediglich im allgemeinen Interesse gestanden hat.( Bustimmung brud, stickweise verständlich, spricht sich für das Rohfpiritus rechts.) Reich und Einzelstaaten haben fein anderes Interesse Monopol aus, welches sich als der beste Weg darbiete, um allen als die Brennerei als landwirthschaftliches Gewerbe.( Bravo! finanziellen Schwierigkeiten ebenso wie der Nothlage der Brennerei rechts.) Ich bedauere nur, daß es mir nicht in größerem Maße ein Ende zu machen. Das Rohspiritus- Monopol würde nach gelungen ist, ihn zu überzeugen. Unsere Ueberzeugung wird er Abzug aller Rosten dem Reiche einen Netto- Ertrag von über durch seine Gegendeduktionen nicht erschüttern. Gern hätte ich v. 200 Millionen liefern, also weit mehr als die Militärvorlage von ihm gehört, wo denn eigentlich die Liebesgabe steckt und wer erfordert; es würde die Möglichkeit des Fortbestehens aller sie bezahlt; das hat er aber nicht angeführt, noch bewiesen. Das Haus überweist zunächst die allgemeine Rechnung über Brennereien garantiren und endlich die Unsicherheit des Ge- Er sieht die Liebesgabe als etwas Selbstverständliches an. den Staatshaushalts Etat für 1888/89 an die Rechnungswerbes und die Rückschläge ungünstiger Konjunkturen auf das Ich habe mich im Gegentheil mit der Frage beschäftigt, ob über- fommission. selbe beseitigen. Es würde dann auch das Gerede von der an- haupt eine solche Liebesgabe vorhanden sei. Ich soll nach seiner Die Uebersicht der Staatseinnahmen und Ausgeblichen Liebesgabe aus der Welt geschafft. Namentlich in Meinung Neues über den Charakter und Zweck der Liebesgabe gaben für 1891/92 beantragt Abg. Hammacher nicht wie sonst Süddeutschland hätten sich die Betheiligten allgemein dahin gesagt haben, was man 1887 nicht darin gesehen habe. Wir der Rechnungs- sondern der Budgetkommission zu überweisen, geäußert, daß nur auf diesem Wege die deutsche Branntweinsteuer- haben nicht daran gedacht, der Branntweinbrennerei eine Ent- weil es sich dabei um erhebliche Ueberschreitung der Ausgaben Gesezgebung zum Abschluß gebracht werden könne. Das ab- fchädigung zu geben, sondern die Differenz sollte nur ein Kor- der Eisenbahnverwaltung und den Fehlbetrag handelt, dessen fällige Urtheil, welches der sozialdemokratische Abgeordnete reftionsmittel zur Einschränkung der Fabrikation sein. Ein Ge- Deckung eine wichtige finanzielle Aufgabe des Landtages sei, der Wurm gestern über den deutschen Kartoffelbau gefällt habe, ent- fchent setzt die Hingabe eines Gegenstandes an einen andern vor man nur im Zusammenhange mit dem vorliegenden Etatsentwurf spreche gar nicht den thatsächlichen Verhältnissen. Nicht aus Lieb- aus, der damit bereichert wird; diese Voraussetzung fehlt hier. gerecht werden kann. haberei, sondern weil es die Bodenverhältnisse so verlangen, Herr Barth fieht in den Kartoffelpreisen den Regulator für den Abg. Meyer- Berlin( dfr.) widerspricht dem Antrage, der in sei der Kartoffelbau in solchem Umjange nöthig geworden. Branntweinpreis. Ganz recht! aber daraus folgt, daß das einem früheren Falle entschieden zurückgewiesen worden sei. Der Abg. Wurm sei blos deshalb auf das platte Land und die Gefeh den Preis nicht zum Nachtheil des Konsumenten beeinflußt Abg. France- Tondern( ntl.) empfiehlt in diesem besonderen angeblich durch Kartoffel- und Fuselgenuß degenerirte Land- hat, eine Ausbeutung des Konsumenten ausgeschlossen ist. Wir Falle, die Sache der Budgetkommission zu überweisen, weil der bevölkerung so schlecht zu sprechen, weil die Sozialdemokraten haben ermittelt, daß wirklich die Brenner in den letzten fünf Betriebsbericht der Eisenbahnverwaltung der Budgetkommission dort für ihre Agitation feinen recht empfänglichen Boden finden. Jahren irgendeinen exorbitanten Gewinn nicht von ihrem Ge- überwiesen werde. Er beantragt, die Ausgaben und Einnahmen ( Zwischenruf bei den Sozialdemokraten.) Im weiteren wendet werbe gehabt haben. Der Abg. Barth hat also in diesem Punkte der Eisenbahn aus der Uebersicht der Budgetkommission zu überfich Redner gegen das Verlangen des Abg. Witte, an die Stelle Unrecht. In dem Jahre 1890, wo die Spirituspreise hoch weisen und diese für diese Berathung um 7 Mitglieder zu verder Material- und Fabrikatsteuer die reine Konsumsteuer treten standen, sind auch die Herstellungskosten entsprechend höher ge- stärken; der Rest der Uebersicht soll an die Rechnungskommission zu lassen. Die Vorlage bringe eine Verminderung des Kon- livesen. In Bayern und Württemberg werden doch fast nur gehen. einverstanden. nommen. Bon einer Seite wurde die prinzipielle Richtigkeit der Forde rung des Normalarbeitstages zwar anerkannt, aber der jezige Augenblick als ungeeignet zu dessen Einführung erachtet. Der vom Magistrat anwesende Stadtbaurath Hobrecht führte aus, daß nach seiner Meinung der Magistrat dem Antrage nicht stattgeben würde. Aus sozialpolitischen und praktischen finanziellen Gründen empfahl er die Ablehnung des Antrages. Der Ausschuß wird infolge eines von dem Stadtv. Singer gestellten Antrages bereits am nächsten Donnerstage der Ver fammlung Bericht erstatten, damit die Angelegenheit schleunige Erledigung findet. Abg. Graf Limburg- Stirum( tons.): Dieser Antrag hat haben, weil sonst der Ansturm auf die landwirthschaftlichen Zölle| daran, Erdarbeiten in größerem Umfange in Angriff zu nehmen. ein anderes Gesicht, als das der Abg. Hammacher. Die ganze ein viel stärkerer geworden wäre, während jetzt der Schutz- Die Herabsehung der täglichen Arbeitszeit sei deshalb geboten, Uebersicht kann die Budgetkommission nicht mit der Gründlichkeit zoll durch die Berträge auf zwölf Jahre gesichert ist. um namentlich bei der Straßenreinigung, aber auch in den prüfen, wie die Rechnungskommission; sie würde dadurch über- Die Einnahme- Ausfälle bei der Eisenbahn- Berwaltung sind sehr übrigen städtischen Betrieben Arbeitslose einzustellen. lastet werden. Aber eine Verstärkung der Budgetkommission wird bedenklich für den preußischen Etat. Die Frage der Vermehrung Von dem anwesenden Direktor der Straßenreinigung wurde nicht nothwendig sein. der Lotterieloose ist oft und gründlich hier erörtert worden. mitgetheilt, daß bei der Straßenreinigung 800 ständige Arbeiter Abg. Lieber( 3.) erklärt sich für den ganzen Antrag France, Wenn die Regierung die Befriedigung des Spieltriebes innerhalb angestellt sind, und daß momentan 2000 Arbeiter vorübergehend auch für die Verstärkung der Kommission. der preußischen Lotterie herbeiführen will gegenüber dem unred- beschäftigt sind, welche eine tägliche Arbeitszeit von- UeberAbg. Rickert( dfr.) hält eine Verstärkung der Budget- lichen Wettbewerbe auswärtiger Lotterien, so wird das Haus stunden mit eingerechnet- 81/2 Stunden haben. fommission für überflüssig, weil dadurch nur eine Verzögerung dagegen kaum einen Einwand zu machen haben. Es ist dankbar In der Diskussion tam mehrseitig eine prinzipielle Abneigung herbeigeführt werde. Im Uebrigen ist er mit Antrag France anzuerkennen, daß trotz der schlechten Finanzlage die Regierung gegen die Herabsetzung der Arbeitszeit zum Ausdruck; auch als eine Vermehrung der etatsmäßigen Richterstellen vorgeschlagen vorübergehende Nothstandsmaßregel könne dieselbe nicht gutgeheißen Abg. v. Minnigerode- Rossitten( fons.) spricht sich ebenfalls hat. Aus dem Erlös von Domänen sollen Aufforstungen vor- werden, weil die Verkürzung der Arbeitszeit eine Lohnerhöhung gegen die Verstärkung der Budgetkommission aus. genommen werden im Osten; warum nicht auch im Westen, wo bedeute, zu der man sich in schlechten Zeiten gerade am allerAbg. Francke zieht seinen auf die Verstärkung bezüglichen doch auch Aufforstungen nothwendig find? Einverstanden bin ich wenigften entschließen solle. Antrag zurück; der übrige Theil des Antrages wird ange- mit dem Minister darüber, daß wir die Wirkungen der Schwankungen der Eisenbahn- Einnahmen auf den Etat beseitigen Die Vorlage des Gefeßentwurfes, betreffend die Deckung von müssen. Abgesehen von einem Betriebsreservefonds wird der Ausgaben des Rechnungsjahres 1891/92 wird der Rechnungs- beste Reservefonds die Schuldentilgung sein, aber energischer als tommission überwiesen. nach dem Eisenbahn- Garantiegeset. Die Mahnung des FinanzEs folgt die erste Berathung des Staatshaushaltsministers an uns zur Sparsamteit war berechtigt; denn er entEtats für 1893/94 und des dazu gehörigen Anleihe- hält diese Mahnung auch seinen Kollegen nicht vor. Ich kann gesetzes. sagen: Das Aussehen des Hauses an dem Tage, wo die Dieser Theil des sozialdemokratischen Antrages wurde mit Abg. v. Strombeck( 3entr.): Das Defizit bedeutet eine sehr sogenannte Sekundärbahn- Vorlage berathen wird, ift mir allen gegen zwei( Megner, Singer) Stimmen abgelehnt. beträchtliche Erhöhung unserer ohnehin schon sehr hohen Schulden. immer als ein sehr erbarmungswürdiges vorgekommen; Die Diskussion wandte sich nunmehr zu den übrigen Punkten Der Finanzminister hat davor gewarnt, die Finanzlage allzu allein an dem Grafen Kanit scheinen die Ermahnungen des Antrages, welche den Magistrat auffordern: pessimistisch anzusehen; er hat darauf hingewiesen, daß in des Ministers spurios vorübergegangen zu sein, sonst„ Die Hasenbau- Anlage am Urban, den noch nicht in Angriff dem Defizit von 59 Millionen Mart 20 Millionen Mark hätte er wohl seinen Antrag nicht eingebracht. Als genommenen Theil der Wasserwerke am Müggelsee, sowie andere stecken, die verwendet sind zur außerordentlichen Schuldentilgung. Der Finanzminister zur Sparsamkeit mahnte, kam der Zwischen- städtische Erdarbeiten schleunigst vornehmen zu laffen. Er hätte auch noch anführen können, daß noch weitere ruf von links: Militär. Der Finanzminister erwiderte darauf, Die zur vollständigen Durchführung der Kanalisation erforder 17 Millionen Mark zur Schuldentilgung verwendet sind. Um daß nothwendige Ausgaben für die Landesvertheidigung geleistet lichen Arbeiten in Angriff zu nehmen." diefe 37 Millionen Mark vermindert sich also das Defizit. Die werden müssen, darauf ertönte rechts ein" Bravo!" Es würde Aus der Besprechung ergab sich die Bereitwilligkeit des AusUeberschüsse aus der Einkommensteuer sollen zur Deckung des wohl verstummt sein, wenn der Vorschlag gemacht wäre, die schusses durch Inangriffnahme städtischer Arbeiten die ArbeitsDefizits dienen; damit wird der§ 82 des Einkommensteuer- Kosten der Militärvorlage auf die Matrikularbeiträge, d. h. auf losigkeit und den daraus resultirenden Nothstand nach MöglichGesetzes durchbrochen. Ein solches Verfahren muß das Ver- die direkten Steuern zu legen. Denn wird die Steuerschraube teit zu mildern. trauen in die Stetigkeit der Gefeßgebung erschüttern. Wenn die in Preußen angezogen werden, der Finanzminister will das jetzt Es wurde anerkannt, daß Beschleunigung der HafenbauEinkommensteuer zur Deckung des Defizits verwendet wird, dann noch nicht, aber er hat erklärt, daß die Schraube anziehungsfähig Anlage am Urban und namentlich eine vermehrte Einstellung von wird man die Steuern noch erhöhen müssen, und dagegen müssen ist, und das läßt tief blicken. Daß mit der Aufbesserung der Ge- Arbeitern bei der Straßenreinigung geboten sei und daß hierwir ganz energisch Protest erheben. Besser wäre es, wenn man hälter und der Einführung der Dienstaltersstufen von unten an- durch Arbeitsgelegenheit in größerem Umfange geschaffen werden andere Fonds zur Deckung des Defizits verwendet. Bei der See- gefangen ist, ist sehr erwünscht. Daß die Regierung angesichts tönne. handlung befindet sich ein Fonds von 23 Millionen Mart der Nothlage, für welche die Gemeinden allerdings in erster Linie Auch sonstigen städtischen Arbeiten müsse größere Energie Effekten; wenn derselbe entbehrlich ist, könnte er zur Deckung des eintreten müssen, Arbeiten ausführen lassen will, um zu helfen zugewendet werden, und sowie die Witterung es zuläßt, mit Fehlbetrages verwendet werden. Mein Suchen nach Ersparnissen oder um die billigen Materialpreise auszunuzen, billige ich voll- Erdarbeiten zur Beschäftigung der Arbeitslosen vorgegangen im Etat ist von sehr geringem Erfolg gewesen. Ob die Dienst- ständig. Für so ruhig, wie der Finanzminister, kann ich die werden. altersstufen eine Verschlechterung der Einnahmebezüge mit sich Finanzlage nicht ansehen und kann deshalb die größte Vorsicht Nachdem die sozialdemokratischen Vorschläge gegen 2 Stimmen bringen, müsse die Budgetkommission prüfen. Es ist von einer empfehlen.( Beifall im Zentrum.) abgelehnt waren, wurde folgender im Laufe der Diskussion ge Gehaltserhöhung der Beamten gesprochen worden. Aber da eine Finanzminister Miquel: Der Vorredner hat von einer vorstellte Antrag: Gehaltserhöhung doch mindestens 10 pet, betragen müßte, so ist aussichtlichen Steuererhöhung gesprochen. Ich will darüber nicht Die Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magiftrat, den Beamten zu rathen, die Regierung mit ihren dahingehenden streiten; das gehört der Zukunft an. Aber wenn sie nothwendig alle durch die Stadtverordneten- Versammlung bereits genehmigten Wünschen nicht zu behelligen, denn die Finanzlage ist nicht der wird, was drückt ein Land mehr, die Erhöhung einer gerechten Arbeiten, soweit dies möglich ist, energisch in Angriff zu nehmen artig, daß eine Mehrausgabe von 26-30 Millionen Mart ge- und gleichmäßigen oder die einer ungerechten ungleichmäßigen und fortzuführen; insbesondere zu erwägen, ob es nicht durchtragen werden fönnte. Die Beseitigung der schwankenden Steuer. In der Steuerreform selbst liegt der Anlaß zur Er- führbar ist, zum Zwecke einer durchgreifenden Reinigung der Eisenbahn- Einnahmen soll herbeigeführt werden. Wie soll das höhung nicht.( Zustimmung rechts.) Straßen den Fuhrpart zu erweitern und eine vermehrte Anzahl geschehen? Will man einen Theil der Eisenbahn- Einnahmen Abg. Enneccerns( natl.): Die Ueberschüsse aus der Ein- von Arbeitern einzustellen," festlegen? Dann wird der Etat manchmal nicht die kommensteuer sollen nicht ihrem Zweck entfremdet werden, sondern einstimmig angenommen. nöthigen Mittel zur Deckung nothwendiger Ausgaben bieten. es soll zur Ersparung von Mühe und Arbeit das Kapital zur Wir müßten dann Schulden machen und das muß unter allen Deckung des Defizits verwendet, die Zinsen aber für die gesetzlich Umständen vermieden werden. Der Redner schließt mit der Hoff- festgelegten Zwecke verwendet werden. Herr v. Minnigerode hat nung, daß die Unzufriedenheit in den unteren Schichten der Be- gegen den noch gar nicht bekannten Handelsvertrag mit Rußland völkerung verschwinden werde. schon jetzt Stellung genommen. Gewiß verdient die LandwirthAbg. v. Minnigerode- Rossitten( f.): Die Verhältnisse des schaft Schub; aber auch die Industrie muß gefördert werden, Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten. Etats find durchaus teine erfreulichen, aber sie sind erklärlich aus denn die Landwirthschaft ist nicht im stande, uns allein zu ernähren. versammlung am Donnerstag, den 19. Januar d. I. den thatsächlichen Verhältnissen, namentlich aus den großen An- Ob die Kosten der Militärvorlage durch diese oder jene Steuer Nachmittags 5 Uhr. Ein Naturalisationsgesuch. Wahl sprüchen des Reichs, welche zu erheblicher Abnahme der Ueber- bestritten werden, ist völlig gleichgiltig; davon wird je eines Mitgliedes in den Ausschuß für Petitionen, in die Bauweifungen geführt haben. Eine Einnahmevermehrung ist bei der feine patriotische Partei ihre Zustimmung abhängig machen. Deputation, in die Grundeigenthums- Deputation, in das KuraLotterieverwaltung eingetreten. Die Budgetkommission wird diese Der vorgelegte Etat für 1893/94 ist sehr umsichtig und vorsichtig torium der Markthallen, in die Normaletats- Deputation, in das Frage genauer prüfen müssen; der Finanzminister hat wohl mit aufgestellt. Dafür war bezeichnend die Erklärung des Finanz- Kuratorium der Böhm'schen Stiftung und in folgende gemischte Recht auf Braunschweig, Hamburg und Mecklenburg hingewiesen ministers, daß er geneigt sei, diejenigen Ausgaben zu streichen, Deputationen: zur Vorberathung der Angelegenheit wegen Einund sich darauf berufen, daß ein gewisses Spielbedürfniß im welche das Haus als entbehrlich erkennen würde. verleibung von Vororten in die Stadtgemeinde Berlin, sowie Volke vorhanden ist, sodaß wir die Sache nicht a limine ab: Unsere Schulden werden sich bei Beginn des Etatsjahres auf wegen Erwerbung der Grundstücke Neuer Markt 4/5, 6 und 7 und der weisen tönnen. Die Polizei in den Städten muß verbessert 6243 Millionen Mark belaufen, während die Schuldentilgung zur Herstellung der Wasserleitung Müggelsee- Berlin und der zur werden und namentlich muß der Staat auch das Nachtwachwesen nur 37 Millionen Mark, also 6/10 pt. beträgt. Daß die Ueber- Verbreiterung der Gertraudtenstraße und der Straße Am Spittelübernehmen; die dafür erforderlichen Ausgaben werden wir be- weisung aus der lex Huene zurückgehen wird, glaube ich auch, markt erforderlichen Grundstücke. Vorlage, betr. die Verlegung willigen. Die Vermehrung der etatsmäßigen Stellen für Diätarien aber das kann ich nicht zugeben, daß die lex Huene mit des Heu- und Strohmarktes von dem Oranienplage. entspricht einem langjährigem Bedürfnisse. In der landwirth 24 Millionen Mart hoch genug bewerthet ist. Redner empfiehlt Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betr. die Errichtung schaftlichen Verwaltung befindet sich eine Ausgabe von 300 000 schließlich die Ueberweisung des größten Theils des Etats an die eines städtischen Zentral- Arbeitsnachweises und die Herbeiführung Mart zur Förderung der Landwirthschaft in den öst- Budgetfommission, aber auch die Annahme des Antrages Lieber von Einrichtungen zur Unterbringung der Arbeiter auf den lichen Provinzen. Es ist anzuerkennen, daß Rewegen der Verstärkung der Budgetkommission für den Eisen- Arbeitsplägen während der Arbeitspausen. Vorlage, betr. die gierung diesen Betrag gegen früher verdoppelt hat. Die bahnetat. städtischen Sendungen zur Ausstellung in Chicago. Desgleichen, Ausgaben der Eisenbahn- Berwaltung sind seit ihrer Ver- Abg. Kieschke( bei feiner Fraktion): Ueber die von Herrn betr. die Festsetzung des Etats für die Verwaltung der städtischen staatlichung erheblich gewachsen, ohne daß die Tarife erhöht v. Minnigerode angeregte Frage der Stellung des Reichsschatz- Feuer- Sozietät pro 1. Oktober 1892/93.- Zwei Rechnungen. worden sind; die Personentarise sind sogar erheblich erleichtert sekretärs und des Finanzministers können wir wohl hier nicht Eine Unterstützungssache. Vorlagen, betr. den Ablauf der worden. Es wäre daher wohl angebracht, entsprechend dem entscheiden; sie ist so tief einschneidend, daß sie gründlicher ge- Wahlzeiten eines Bürgerbeputirten bei dem Kuratorium des Einnahme- Ausfall die Personentarise mäßig zu erhöhen.( Bu prüft werden muß. Auf eine sehr schnelle Besserung der Ver- Zentral- Viehhofes und bei dem Kuratorium der Wasserwerke. stimmung rechts.) Die Freifinnigen haben durch Herrn Rickert hältnisse hoffe ich nicht, dafür sind keine Anzeichen da, denn die Borlage, betr. die Wahl von einem Mitgliede und 15 Stelleine Reform der Personentarife verlangt selbst noch beim Etat Berhältnisse sind überall so schlecht wie in Deutschland. Dazu vertretern für die Gebäudesteuer- Veranlagungs- Kommission. für 1891/92. Erst im nächsten Jahre schlug die Windfahne um, fommt, daß wir bei der Beschaffung unserer Einnahmen wesent- Vorschläge zur Wahl der Beisitzer und Beisitzer- Stellvertreter für als die Einnahmen zurückgingen. Wir können daraus lernen, lich auf die direkten Steuern beschränkt sind, die stabil find, die am 31. d. M. stattfindende Stadtverordneten- Erfahwahl. daß wir gute Einnahmen nicht verwenden, um neue während das Reich über die ausdehnungsfähigen indirekten Steuern Ausgaben und neue Bedürfnisse zu schaffen, sondern verfügt. Der Finanzminister hat sich bereit erklärt, die Ausgaben zu um unsere Position zu befestigen. Bei den Bergwerken streichen, die wir entbehrlich finden. Ich finde eine Ausgabe von ergiebt sich auch eine Mindereinnahme von 3 Millionen Markt. 500 000 m. für ein neues Regierungsgebäude in Osnabrück. Auch hier ist eine sehr schnelle Besserung nicht zu erwarten. Eine Sollte der Finanzminister bereit sein, seine Neigung zur Stadt Mehrausgabe ist eingestellt für die Bergwerfs- Schiedsgerichte. Osnabrück und zu dem dortigen Regierungspräsidenten auf dem Ich möchte hierbei an die Regierung die Aufforderung richten Altar des Baterlandes zu opfern?( Heiterkeit.) Es wird sich Schöneberg. Achtung Parteigenossen! Die Wählerlisten ihre Autorität den Arbeitern gegenüber vollauf zu wahren und überhaupt fragen, ob man nicht die Bezirksregierungen auf den zur Kommunalwahl liegen von heute ab bis zum 30. d. M. im dadurch den anderen Betrieben mit einem guten Beispiele voran Aussterbe- Etat feßen könnte. Die Landrathsämter werden sich hiesigen Rathhause, Zimmer 8, 1 Tr., in der Zeit von Morgens zugehen.( Zustimmung rechts.) Eine Mehrausgabe ist ent- immer mehr ausbilden mit eigenen Bureaus u. f. w. Was soll 8 Uhr bis 3 Uhr Nachmittags an Wochentagen aus. Es verstanden für die wachsende Berzinsung der Schulden. Durch die denn noch die Zwischeninstanz zwischen dem Landrath und dem fäume niemand, die Listen einzusehen. Genossen, denen es an Zunahme der Schulden hat sich ein Sinten der Kurse bemerkbar Oberpräsidenten? Redner tritt der Auseinandersetzung des Abg. Beit gebricht, die Listen einzusehen, mögen sich an folgende Gegemacht, und es liegt die Gefahr nahe, daß wir in Abhängigkeit Enneccerus entgegen, der die besondere Kreditwürdigkeit Preußens noffen wenden: Hackelbusch, Bahnstr. 17, v. 4 Tr.; Schimansti, gerathen von internationalen Geldmächten.( Hört! rechts.) Wir nachzuweisen versucht hatte. Was seien denn die Eisenbahnen mossen wenden: Hackelbusch, Bahnstr. 17, v. 4 Tr.; Schimanski, Bahnstr. 6a, Quergeb. part.; Siegeler, Golgstr. 43, Restaurant; geben uns der Erwartung hin, daß alle Zugusbauten vermieden werth? Die kauft uns doch jest niemand ab.( Widerspruch Dreste, Mühlenstr. 7. Genannte Genossen haben sich erboten, werden. Dazu kommt ein dritter Punft: Die Trennung der rechts und bei den Nationalliberalen.) Wo sollen denn in Bu die Listen einzusehen. Stellung des preußischen Ministerpräsidenten vom Reichskanzler- funft Schulden gemacht werden, namen tlich beim Beginnen eines amt. Durch die Vereinigung dieser Aemter in einer Krieges? Deshalb bitte ich Sie, den Ernst der Lage zu er Berson würden die preußischen die Reichsinteressen fennen, und die Budgetkommission zu veranlassen, daß sie einen gemeinsam gewahrt, während dem Reichskanzler jeht allgemein erschöpfenden Bericht über die gegenwärtige Finanzdie preußischen Angelegenheiten ferner liegen. Ein idealer lage erstatte. Zustand wäre, daß der preußische Finanzminister 811 Darauf wird um 4 Uhr die weitere Debatte auf Mittwoch gleich Reichsschatsekretär wäre( Buruf Rickert's: Wir haben 11 Uhr vertagt. gar nichts dagegen!). Das weiß ich; aber die anderen deutschen Einzelstaaten würden damit vielleicht nicht zufrieden sein. Die einseitige Entwickelung zum Industriestaate würde für Preußen und das Reich ein Unglück sein. Der einseitige Industriestaat mit seinen Krisen und Wechselfällen mag uns erspart bleiben. Wenn von der Gefahr des russischen Handelsvertrages die Rede ist, dann müssen wir besonders der Gefahr der Einschleppung der Der Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung, rechtzeitig einen Bruch entdecken, Geldprämien zugesichert worden. Auch auf die Thätigkeit der Feuerwehr ist die Kälte von Viehseuchen gedenken. Wir haben die Thore nach Desterreich hin welchem die sozialdemokratischen Nothstandsanträge( Herabsetzung Einfluß. Auf den verschiedenen Feuerwachen liegen täglich eine weit genug aufgemacht; wir sollten die Gefahr der Seuchen- der Arbeitszeit in städtischen Betrieben auf täglich acht Stunden große Anzahl Meldungen von Bränden vor, welche durch das einschleppung von Rußland aus nicht vermehren. Die neue und schleunige Inangriffnahme der Hafenbauanlage am Urban Branntweinsteuer wird wieberam die Landwirthschaft schädigen. und sonstiger städtischer Arbeiten) zur Vorberathung überwiesen fünstliche Aufthauen von Waffer- und Gasleitungsröhren in den Säusern verursacht werden. Uebrigens war am vorgeftrigen Die Aenderung des Unterstüßungswohnsitz- Gesetzes haben wir sind, hat gestern Abend eine mehrstündige Sigung abgehalten. Abend in sehr vielen Häusern das Gas eingefroren. oft genug verlangt und die Regierung hat ja auch erfreuliche Punkt 1, der wie folgt lautet: Zusicherungen gegeben bei der Berathung des Invalidenversiche rungsgefehes. Wir hoffen, daß der Ministerpräsident die Interessen der Landwirthschaft mit fester Hand wahren wird.( Beifall rechts.) Es sind inzwischen zwei Anträge über die geschäftliche Behandlung des Etats eingegangen; ein von allen Parteien gestellter Antrag will einen großen Theil des Etats der Budgetfommission überweisen, während ein Antrag der Abgg. Lieber, Franke und Genossen die Budgetkommission für die Berathung des Eisenbahnetats um 7 Mitglieder verstärken will. Kommunales. = Tokales. Die strenge Kälte dieses Monats hat im Eisenbahnbetriebe erheblichen Schaden angerichtet. Die durch den anhaltenden ftrengen Frost spröde gewordenen Eisentheile der Lokomotiven zerspringen sehr leicht, obwohl seitens des Bahnpersonal die größte Vorsicht ausgeübt wird und die wichtigsten Bestandtheile der Maschinen gut geschützt und häufig erneuert werden. In den Reparaturwerkstätten wird selbst bei Nacht gearbeitet, um die Schäden auszubessern. Im Betriebe der Stettiner Eisenbahn sind bereits sämmtliche Reserve- Lokomotiven eingestellt worden. Um Entgleisungen, welche jetzt sehr leicht durch Brüche der Sperrstangen vorkommen tönnen, zu verhüten, find den Beamten, welche Die Arbeitszeit der in den städtischen Betrieben- Der Schriftsteller Berndt, welcher wegen des RevolverStraßenreinigung, Part- und Gartenverwaltung, Wasser- Attentates auf den Redakteur Meyer in Untersuchungshaft gewerte, Kanalisation, Gasanstalt u. s. w. beschäftigten nommen worden ist, hat nicht allein in seinem Aeußeren, in Arbeiter auf acht Stunden täglich festzusehen und die feiner Gewandung, Wäsche 2c., sondern auch in seiner geistigen hierdurch erforderlich werdende größere Anzahl von Verfassung einen solch befremdlichen Eindruck auf den UnterArbeitern einzustellen fuchungsrichter, Landgerichtsrath Pochhammer, gemacht, daß dieser volle Veranlassung fand, den Angeschuldigten auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen. Die nöthigen Anordnungen hierzu find bereits getroffen. wurde von dem Stadtverordneten Singer nochmals eingehend begründet und eindringlich zur Annahme empfohlen. Der Redner, der sich prinzipiell auf den Standpunkt des Achtstundentages stellte, wies nach, daß der Antrag selbst von Abg. Dr. Lieber: Die letzten Ausführungen des Vorredners dem Standpunkte einer Nothstandsmaßregel angenommen In einer neulichen Mittheilung über eine Feuers gehören eigentlich in den Reichstag. Ich will darauf nur er- werden müsse, weil er fast das einzige, jebenfalls aber brunst in Weißensee wurde erwähnt, daß u. a. auch die widern, daß die Handelsverträge eine Ausgleichung der verschieden beste Mittel sei, Arbeitslosen in größerer Anzahl Arbeit eigenthümliche Bauart des Hauses, eines sog. eisernen Hauses artigen Intereffen herbeigeführt haben, daß wir ihnen zugestimmt zu beschaffen. Die augenblicklich herrschende Kälte hinderel( Eckhaus der Gürtel- und Straßburgerstraße), die Löschungs arbeit erschwert hätte. Das im Vorort Beißensee erscheinende nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden mußte.-142 Bohrlöcher " Blatt, das auch Organ des Amtsvorstandes ist, widmet dem An der Ecke der Holzmarkt- und Alexanderstraße wurde Abends amtlichen Grubenbild, welches dem bergräthlichen Gutachten zu 42 Bohrlöcher vorhanden gewesen, auf dem späteren Brande nachträglich eine längere Betrachtung, in welcher es ein Kaufmann durch eine Droschte überfahren und am Knie Grunde gelegen, zeigen sich viel mehr Bohrlöcher und damit ein heißt: Das Feuer hätte längst nicht solche Ausdehnung ge- schwer verletzt.- Infolge der Glätte fielen im Laufe des Tages ganz anderes Bild. Nach dem ihnen vorgelegenen Bilde haben wonnen, wäre nicht die Bauart des Hauses eine so sonderbare vier Personen zur Erde und erlitten zum Theil bedeutende Ber- fie ein Kohlenlager von 2000 Meter Länge, 250 Meter Breite gewesen. Denn während die Feuerwehr glaubte, daß es nur in legungen. Am 16. b. M. und in der darauffolgenden Nacht und 20 Meter Mächtigkeit herausrechnen müssen. Alles, was einem Stockwerk brenne, war das Feuer schon längst auf den fanden 10 kleine Brände statt. herunterfallenden Sägeſpähnen( die Füllung der eisernen Kon das bergräthliche Gutachten bezüglich der Mächtigkeit des Lagers, struktion!) und der imprägnirt sein sollenden Pappe in das der Gefahr des Wassereindringens durch den Teupitsee, der zweite Stockwerk übertragen, und bei dem herrschenden Wasserschlechten Beschaffenheit der Kohle, der schlechten Abteufungsmangel tonnte ein rascheres Ablöschen nicht ermöglicht werden. arbeiten, der Vermischung der Kohle mit Sand u. s. w. Der Berliner Feuerwehr war der Brand eines solchen aus gefagt habe, treffe nicht zu und ihre Endtage, Pappe, Sägespähnen und Eisentheilen bestehenden Hauses etwas welche ten Werth nur auf 150 000 bis 300 000 Mart Neues, und die Mannschaften erklärten ganz offen, daß ein angebe, sei falsch. Es gebe kaum eine Grube, die einen so be= solches Gebäude wohl in Kamerun, aber nicht in Berlin stehen dürfe! So geschah es, daß der Brand mit rasender Josefstädter Theater unter Direktor Franz Josef Grafelli ein Schifffahrt werde die Kohle direkt nach Berlin hinein gefahren. Im Thomas- Theater haben gestern die Wiener" vom quemen Absatz habe, wie biefe Grube. Rings herum lägen Biegeleien, wo Tausende täglich verbrannt würden, durch die Schnelligkeit sich durch das Haus aus Pappe und Sägespähnen mit dem sie bei ihrem vorigen Hiersein empfangen: die Wimmer: Die Rohle sei eine ganz vorzüglich harte, daß sie auch lagere, und dritten Stockwerk wohnten, ihr gesammtes Hab' und Gutsche Lokalpoffe" Die Gigerln von Wien"( Musik von Kleiber). und damit ſei der Abfaz für Berlin und Umgegend gesichert. verloren. Die Aermisten befinden sich in bitterster Noth. Der Ueber das Stück" braucht man kein Wort zu verlieren, es ist ein In besonders heftiger Weise wandte sich der zweite Angeklagte Gemeindevorstand von Weißensee nimmt gern Gaben für sie ent- hochgradiger Ult, dem die Aufgabe obliegt, einen Lacherfolg zu gegen die Richtigkeit des bergräthlichen Gutachtens. Dasselbe sei Natürlich wird bei einem solchen Vorkommniß wieder erzielen, eine Aufgabe, die es noch überall, wo es gegeben wurde, vom grünen Tisch aus gemacht worden, beruhe auf vielfach falschen der Bettelsack der Privatwohlthätigkeit geschwungen. Rann sich erfüllt hat. Die Hauptfache ist die Art der Aufführung. Die Voraussetzungen namentlich bezüglich der Wassergefahr und erkläre mit verbreitete, und so haben sechs arme Familien, die im zweiten gegen.". Theater. " denn die Kommune von Weißensee nicht dazu aufschwingen, ein ensprechendem Personal besetzt, genau so wirken wie als weane- Vorsicht und einer gewissen Engherzigkeit. Selbstverständlich rische" Lokalpoffe, im letzteren Gewande aber fann man sie eben seien bei solchen Unternehmungen Schwierigkeiten zu überwinden, In deutschen Zeitungen erscheinen seit einiger Zeit An- nur von„ den Wienern" sehen und resp. hören. Tas Zusammen- das könne aber das Gutachten bezüglich der zu erwartenden Renfündigungen, in denen eine englische Firma ,, The International wirten war ganz vortrefflich und fand den lebhaftesten Beifall tabilität nicht beeinträchtigen. Der Angeklagte wies aus der Mercantile Society" 245 City Road London E. C., als deren des mäßig besetzten Hauses. Die Glanzleistung des Abends bildete Statiſtik und aus einzelnen neueren Fällen nach, daß mehrfach Präsident sich C. E. Smith und als deren Sekretär Bruno Seller der„ Suterer Strobel" des Herrn Regiffeurs Mü II er, der ins- bergräthliche Gutachten einzelne Gruben für ganz werthlos hinunterzeichnet, für die Firma Schulburg, Beyer u. Ko., die an- besondere mit dem Kouplet:„ Der Eine hat dies und der And're gestellt haben, die später für mehrere hunderttausend Mark vergebliche Besizerin der deutschen Ausstellungs- Trinkhallen in hat das" stürmischen Applaus erntete. Auch die Resi" von kauft wurden und daß verschiedene Gruben, die unter Chicago, für die Dauer der Chicagoer Ausstellung achtzig Frl. Jo Ily, einer unverfälschten feschen Wienerin, verdient als den anfänglichen großen Schwierigkeiten zu erliegen drohten, heute zu den glänzendsten und rentabelsten gehören. Kellnerinnen, sowie auch Kommis anzuwerben vorgiebt. Bersonen, bervorragende Leistung besonders erwähnt zu werden. Wer an die sich auf diese Ankündigungen hin an die gedachte Firma Gigerin" an und für sich eine Freude hat, findet sie in den sechs Beuge Kaufmann& alt gab zu, daß er dem Angeklagten Brauwenden, werden zur vorherigen Einzahlung einer Vermittelungs- Bertretern dieser Menschengattung trefflich charakterisirt. Das müller 15 000 M. in Aktien gegeben habe. Dieſe Summe ſtehe gebühr von 8 Shill. oder von höheren Beträgen aufgefordert. Orchester unter der Leitung des Herrn Karl Diamanti war gleich jedoch in keiner Beziehung zu dem abgegebenen Gutachten, Nach dem Eingang der geforderten Beträge pflegt die Firma falls gut. dann, wie aus verschiedenen darüber geführten Klagen hervorgeht, den Schriftwechsel abzubrechen. Hierzu schreibt der Reichs- Anzeiger": Da die in London über das Treiben dieser Firma eingezogenen Erkundigungen er geben haben, daß sie mit der diesjährigen Ausstellung in Chicago in feiner Verbindung steht, so kann den erwähnten Ankündigungen gegenüber nur zur größten Vorsicht gerathen werden. Gerichts- Beifung. ERGLASS fondern fie follte das Aequivalent für den gesammten Beistand des Angeklagten Braumüller darstellen. Was den jezigen Stand des Unternehmers betrifft, so sei ein großer Tagebau vorhanden und es feien vor Weihnachten 2000 Heftoliter Rohlen täglich' gefördert worden. Die Attien haben keinen börsenmäßigen Werth, es feien auch noch keine Dividenden gezahlt worden, von einer Werthlosigkeit der Papiere sei darum aber absolut feine Rede. Auf Befragen des Staatsanwalts bestätigt der In der Raubmordsache Kühne- Hahn( wegen Ermordung Beuge, daß das Grundkapital herabgefeßt werden soll. Der Beuge des Handelsmannes Mügelburg) ist bereits die Anklage erhoben, erklärt auf das Bestimmteste, daß er in feiner Weise auf das Auch eine Illustration zur Fiudigkeit der Post. Ein die Untersuchung also abgeschlossen. Die Anklage richtet sich Gutachten der drei Angeklagten eingewirkt habe, daffelbe viet postalischer Vagabond wurde am Montag, den 16. Januar, an allerdings nur gegen Kühne, da es noch nicht gelungen ist, den mehr wesentlich auch zur Bildung eines eigenen Urtheils gefeine Adreffe abgeliefert. Am 19. Oftober 1892 wurde von einer zweiten Mörder Hahn zu ergreifen. Die Hauptverhandlung wird wünscht habe. Die Zeugniffe des Markscheiders Seer und des Buchhandlung in München eine kleine Drucksache an W. Daun bestimmt in der nächsten Schwurgerichtsperiode am Landgericht II Obersteigers Harz, welche das Grubenbild beziehungs stein's Buchhandlung in Sagan aufgegeben. Am 16. Januar 1893 gegen Ende März stattfinden. In derselben Periode wird auch weise die Bohrlochnotizen und das Profil angefertigt wurde die Sendung beim Adressaten bestellt. Als entfernteste die Anklage gegen den Böttcher Bruno Schulz zur Verhand- haben, bestätigen im wesentlichen die Angaben der AnPoststation, welche die Sendung passirt hatte, war Missant lung gelangen, der den Mord auf dem Spandauer Berg verübt geklagten namentlich dahin, daß 2000 Meter abgebohrt waren. To Jokohama Japan" aus dem Poststempel" zu ersehen. hat. Trotz ihres ganz bedeutenden Umfanges ist die Untersuchung Der von der Vertheidigung geladene Sachverständige Bergrath Wie die Sendung dahin gelangt sein kann, dürfte freilich ein bereits abgeschlossen und die Erhebung der Anflage in Bor: Sachse gab sein Gutachten in einem den Angeklagten günftigen Räthsel bleiben. bereitung. Sinne ab. Im Jahre 1887 habe er für Falt ein Gutachten über daffelbe Kohlenlager verfaßt und dahin abgegeben, daß es sich Ueber die Heldenthat eines hiesigen Offiziers weiß die An die Gründerzeit erinnerte ein umfangreicher Prozeß, um ein solches von großer Mächtigkeit handele. Er habe durchAllg. Fahr- 3tg." zu berichten. Derselbe fuhr in der Nacht vom welcher gestern vor der II. Straffammer des Landgerichts I statt- schnittlich eine Mächtigkeit von 18 Metern angenommen, sei aber 12. zum 13. 5. M. in einer geschlossenen Droschke zweiter Klasse sand. Auf der Anklagebank befanden sich der Bergingenieur überzeugt, daß eine Mächtigkeit von durchschnittlich 20 Metern in Gesellschaft eines anderen Herrn. Plöglich stieß nun der Dr. phil. Philipp Braumüller, der Bergmeister a. D. der Wirklichkeit näher täme. Er habe die Menge der Kohlen Offizier mit einem Spazierſtocke die Vorderscheibe der Droschke Dr. Bernhard Koßmann und der fgl. Bergrath a. D. Ludwig nach Abzug des Selbstverbrauchs auf 90 Millionen Hektoliter ge= entzwei und den Kutscher in den Rücken. Da bei den jetzigen Honigmann. Dieselben sollen in gewinnsüchtiger Absicht ein schäßt, so daß also während eines Zeitraums von 30 Jahren Witterungsverhältnissen eine Droschke mit zerbrochenen Scheiben falsches Gutachten abgegeben und sich dadurch des Betruges jährlich 3 Millionen Hektoliter Kohlen verkauft werden können. betriebsunfähig ist, so forderte der Kutscher außer seinen ihm schuldig gemacht haben. Im Jahre 1885 bildete sich unter der Die von den Angeklagten aufgestellte Kostenberechnung müsse er sonst zustehenden Forderungen auch 1 M. für die zertrümmerte Firma Berliner Kohlenwerke" eine Gesellschaft, welche die als durchaus angemessen bezeichnen; ebenfalls sei die Abteufung Scheibe. Hiermit war der Scheibenzertrümmerer aber keineswegs Kohlenlager in einem beim Teupigsee belegenen Terrain aus als vollendet anzusehen. Die Nähe des Teupitz- Sees könne als einverstanden, behauptete vielmehr, derartige Scheiben fofteten nur beuten wollte. Die Seele des Unternehmens war der be- eine Gefährdung des Betriebes nicht angesehen werden. Berg75 Pfg. Hiernach zu urtheilen, hat der Betreffende bereits Er fannte Kohlen Großhändler Falk, welcher sämmtliche zu rath Roch vertritt die Richtigkeit des bergräthlichen Gutachtens, fahrungen mit derartigen Privatvergnügungen! Tage geförderte Roble abzunehmen sich erbot. Die Bohr- welches auf dem zuverlässigen amtlichen Grubenbild beruhe. Den und Abteufungsarbeiten nahmen mehrere Jahre in Anspruch, der Angeklagten habe zweifellos das unzuverlässige Grubenbild, welches Ueber einen Raubmord theilt die Staatsanwaltschaft in Angeklagte Braumüller fungirte dabei als technischer Beirath, ihnen von der Grubenverwaltung unterbreitet worden, vorgelegen. Elberfeld mit, daß am 30. v. M., Abends gegen 8 Uhr, die zu wofür er eine monatliche Besoldung von 100 m. erhielt. Im Der Kohlenreichthum stelle sich nach dem amtlichen Profil ganz Dörpersteg in der Bürgermeisterei Hückeswagen wohnende hoch Jahre 1887 wurde Dr. Braumüller durch einen anderen tech anders, als in dem Gutachten der Angeklagten. Daß diefes Gutachten betagte Spezereihändlerin Betty Rosenthal in ihrem Laden todt nischen Beirath ersetzt, er trat aus und kümmerte sich nicht mehr bergmännischer Kenntniß und Erfahrung widerspräche oder darin aufgefunden worden sei. Allem Anschein nach ist der Tod durch um das Unternehmen. Vorher wurde Dr. Braumüller aber von etwas wiffentlich falsch angegeben fet, fonnte der Sachverständige Erdrosselung gewaltsam herbeigeführt worden. In dem Laden Falk ersucht, ihm ein Gutachten über den Werth der Kohlengruben nicht sagen. Er giebt zu, daß in dem Gutachten irrthümlicher waren alle Behältnisse durchwühlt. Vermißt wird nach den bis auszustellen. Falt erklärte dabei, daß er das Unternehmen in Weise die Zahl der herumliegenden Biegeleien auf 5 angegeben herigen Feststellungen außer baarem Gelde und Zigarren eine eine Aktiengesellschaft umwandeln, die meisten Attien aber für worden, während sie thatsächlich ca. 30 beträgt. Der Analte silberne Taschenuhr, die auf der Innenseite des Deckels sich und seinen Schwager, den Rittergutsbesitzer Rohr, in An- geflagte Dr. Roßmann meinte, daß wohl nur dieser Irrthum wahrscheinlich den Namen Rolb trägt. Die Uhr steckte in einem spruch nehmen wolle. Dr. Braumüller stellte dies Gutachten aus. und die irrthümliche Ansicht der Sachverständigen über die Ge gleichfalls mitgenommenen schildpattartigen Gehäuse. Des Raub- Daffelbe gipfelte dahin, daß das ganze Bergwert einen Werth fahren des nicht mehr vorhandenen Tepchiner Sees den Staatsmordes verdächtig erscheinen zwei etwa 25 Jahre alte Männer, von 6 896 000 Mart habe. Die Mächtigkeit der Kohle betrage anwalt zur Einleitung des Verfahrens veranlaßt haben. die in der Nähe des Rosenthal'schen Hauses auf der Landstraße 20 bis 25 Meter bei einer Länge von etwa 2000 Meter, das Bergrath Humberding vertrat den Standpunkt, daß beobachtet worden sind. Einer von beiden hinkte, beide führten Lager sei demnach als fast unerschöpflich zu bezeichnen. Er den Angeklagten entweder ein falscher Plan vorgelegen dicke Knüttel mit sich, wie zwei solche auch am Thatorte zurück schätze die jährliche Förderung aus den beiden jezt glücklich zu habe oder aber daß sie ihr Gutachten wider besseres Wissen gelassen worden sind. Einer der Thäter trug einen grauen Schlapp- Ende geteuften Schachten auf 3 Millionen Hektoliter, deren Ab- abgegeben haben. Sonst sei es nicht zu erklären, daß die Anhut. Die Mittheilung jedweder Anhaltspunkte, die zur Ermitte- faz darum ein besonders leicht zu bewerkstelligender sein würde, geklagten den Kohlenreichthum für unerschöpflich hinstellen konnten. lung der Raubmörder führen könnten, ist erwünscht. weil der in der Nähe befindliche Teupißfee mit Berlin auf dem Er berechne mit dem Oberbergrath Koch den Kohlenreichthum Wasserwege in Verbindung stehe. Das ganze Gutachten schilderte auf 27 Millionen Hektoliter, die jährliche Förderungsmöglichkeit Ein eigenthümlicher Vorfall beschäftigt gegenwärtig die das Unternehmen und dessen Rentabilität in der günstigsten auf 1%, Millionen, so daß der Reichthum 19-20 Jahre aus Polizei. Der am 15. März 1875 geborene Klempnerlehrling Weise. Falt wandte sich dann an den in Breslau wohnenden reichen würde. Paul Petri, der Scharnweberstr. 41 in Friedrichsberg bei seinen zweiten Angeklagten mit der Bitte, das von seinem Studien- des Vorredners an. Bergingenieur Reh schloß fich dem Gutachten Eltern wohnte, war gestern Nachmittag gegen 5 Uhr im Auf- genossen Dr. Braumüller ertheilte Gutachten zu unterſtüßen. achten der Angeklagten enthalte, feien darauf zurückzuführen, Die sehr hohen Ziffern, welche das Gute trage feines Lehrherrn Wagner in dem Keller des Hauses Dr. Koßmann war hierzu bereit, er begab sich nach dem Kohlen- daß denselben wahrscheinlich ein sehr idealisirtes Profil vors Barnimstr. 2 damit beschäftigt, Wasserleitungsröhren auf- felde, nahm es in Augenschein und bestätigte das von Dr. Brau gelegt worden sei. Die Wasserschwierigkeiten auf den Berliner zuthauen. Bald nach 5 Uhr betrat eine Frau den Raum und müller abgegebene Gutachten, wofür er von Falt 600 M. erhielt. Rohlenwerken feien ganz eminente und die Selbstkosten werden fand den Lehrling als Leiche vor. Obwohl die Annahme be- Falt fragte den Dr. Koßmann auch, ob derselbe nicht einen im hierdurch wesentlich erhöht. Grubendirektor Strad war steht, daß Petri das Opfer eines Verbrechens nicht geworden ist, Bergbau angesehenen Mann kenne, der dem Gutachten als Dritter ganz derselben Meinung. Er führte aus, daß die Angeklagten so ist die Leiche doch zwecks Feststellung der Todesursache beschlag beitreten und dasselbe mit einem Titel unterstüßen könne. bei Abgabe des Gutachtens mindestens recht fahrlässig vornahmt worden. Dr. Koßmann verwies ihn an den dritten Angeklagten, den Berg- gegangen feien und Dr. Koßmann nicht nach bestem Wissen ge= An die verkrachte ,, Nene deutsche Oper" gemahnt eine An die verkrachte ,, Nene deutsche Oper" gemahnt eine rath a. D. Honigmann, und dieser ließ sich auch zur handelt habe. Wenn ein Herr, wie Herr Falt, gegen Entgelt öffentliche Bustellung" im" Intelligenzblatt", in der die Theater- Unterstützung des Gutachtens mit seinem Namen herbei. fich ein solches Gutachten ausstellen lasse, so hätten die Angedirektoren Hermann Bruckhoff und Hermann Sternheim gegen 1. den ein Grundkapital von 3 Millionen angenommen und durch Ver- finanzielle Zwecke handele und sie hätten ganz besonders vorNun schritt Falt zur Bildung der Aktiengesellschaft. Es wurde flagten wissen müssen, daß es sich da um ganz bestimmte Theaterdirektor Karl Junkermann, früher zu Berlin, jetzt flüchtig, 2. den Herrn Wilhelm Hock von hier, Bellealliancestr. 8-10, mittelung der Bodenkredit- Gesellschaft wurde eine Million auf: fichtig sein müssen. Sie hätten sich nicht mit der Karte beauf Bahlung von 1749,92 m. nebft 5 pet. Zinsen seit dem den Antheilscheinen war der Hauptinhalt des fraglichen Gut- Legterer habe gar keine Fähigkeit dazu.- Ueber die Richtigkeit genommen, die in 2000 Attien à 500 Mark zerlegt wurde. Auf gnügen dürfen, welche der Obersteiger Harz angefertigt. 17. Oftober 1892 flagen. achtens abgedruckt. Den weitaus größten Theil der Attien über der beiderseitigen Anschauungen fam es zwischen den SachverstänMarktpreise in Berlin am 16. Januar, nach Ermitte nahmen Falt und dessen Schwager Rohr, nur wenige gingen in digen der Anklage, den Angeklagten und dem Bergrath Sachse zu leb= lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von die Hände des Publikums über. Um sich dem Angeklagten Brau- haften Auseinandersetzungen, die zu einer Einigung nicht führten. 16,30-15,70., mittlerer von 15,60-15,10 m., geringer von müller dankbar zu bezeigen, gab Falt demselben für 15 000 m. Nachdem noch Bergassessor Johann und Bergassessor 15,00-14,50 M. Roggen per 100 kg. guter von 13,90-13,60 m., Aktien, aber mit der Bedingung, daß dieselben vor Ablauf von Wollert ihr Gutachten im Sinne der Angeklagten abgegeben, mittlerer von 13,50-13,20 M., geringerer von 13,10-12,80. 2 Jahren nicht aus den Händen gegeben werden dürften. ließ Staatsanwalt Flickel die Anklage fallen, da er nicht die Gerste per 100 kg. gute von 17,20-16,10 M., mittlere von Die Förderung von Kohlen sollte nun ihren Anfang nehmen. Ueberzeugung gewonnen, daß die Angeklagten wider bestes 16,00-15,00 m., geringe von 14,90-13,80 M. Hafer per 100 Kg. Die Unternehmer wurden in ihrer Hoffnung arg getäuscht und, Wissen und Gewissen gehandelt haben, sondern höchstens vorguter von 16,00-15,20 m., mittlerer von 15,10-14,40 m., es wurde der Verdacht rege, daß sie durch das Gutachten der fichtiger hätten vorgehen müssen. Was den Zeugen Falf betrifft, geringer von 14,80-18,60 m., Stroh, Richt per 100 kg. von Angeklagten getäuscht worden seien. Es tam schließlich zu einer fo nahm der Staatsanwalt an, daß derselbe den Angeklagten M. Heu per 100 Kilog. von M. Erbsen Anzeige und zu obiger Anklage. Die Staatsanwaltschaft hat in einen unzutreffenden Riß unterbreitet habe und diese hierauf ihr per 100 Kg. von 40,00-25,00 M. Speisebohnen, weiße per den Herren Bergräthen Koch und Kumperdick, dem Bergwerks Gutachten gegründet hätten. Nach kurzen Plaidoyers der 100 Kg. von 50,00-20,00 m. Linsen per 100 kg. von 80,00 Direttor Strack und dem Ingenieur Rasch Sachverständige an- Rechtsanwälte Gerth und Mundel erkannte der Gerichtshof bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 kg. von 6,00-4,50 M. Mind- genommen, welche ein Gutachten abgegeben haben, welches ebenso auf Freisprechung der Angeklagten. fleisch von der Keule per 1 Rg. von 1,60-1,10 m. Bauchfleisch ungünstig lautet, wie das Gutachten der Angeklagten das Unterper 1 Kg. von 1,40-0,90 9. Schweinefleisch per 1 Kg. von nehmen in glänzenden Farben schildert. Die genannten 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,90 m. Hammel- Herren waren zum gestrigen Termine aus Halle bezw. fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Rg. von 2,80 Rottbus erschienen, ihnen sollten aber andere Sachverständige bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 7,00-3,00 m. Fische per gegenübergestellt werden, die von den Bertheidigern Justizräthen I Rg. Karpfen von 2,40-1,00. Aale von 2,80-1,20 m. Mundel und Gerth geladen waren. Den Vorsiz führt LandBander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 m. Barsche gerichtsdirektor Brausewetter, die Anklagebehörde vertritt StaatsJu der Generalversammlung der Lackirer aller Branchen, von 1,80-0,70 m. Schleie von 2,40-1,00 m. Bleie von 1,40 anwalt Flickel.- Die Angeklagten bestritten, daß irgend jemand welche am 9. Januar tagte, mußte auf den einleitenden Vortrag bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 9,00-2,00 m. ihnen den Vorwurf machen könne, daß sie durch ihr Gutachten verzichtet werden, da der Referent am Erscheinen verhindert war. die Hand zu einem Betruge hätten bieten wollen. Sie begrün- Der Rechenschaftsbericht, der vom Vorstand gegeben ward, ge Polizeibericht. Am 16. d. M. Morgens wurde ein obdach deten die Richtigkeit ihres Gutachtens in eingehendster Weise staltete sich im vorigen Quartal, wie Kollege Schüler ausloser Arbeiter auf dem Steinplatz von Vogel, Plan- Ufer 1, todt nach ihren bergmännischen Erfahrungen und gestützt auf die führte, günstiger als früher. Die Theilnahmslosigkeit der Kollegen aufgefunden. Er ist anscheinend beim Uebersteigen des Baunes geologische Wissenschaft. Ihr Gutachten sei abgegeben ist zwar im allgemeinen immer noch eine große, jedoch traten im zwischen zwei Steinhaufen gefallen und erfroren. Dem Im Hause nach ihnen von Falt übergebenen Grubenbild, lehten Quartal mehr Mitglieder ein als gestrichen wurden. Der Wafferthorstr. 26 fiel Nachmittags ein Kellner von der Treppe nach den darauf ersichtlichen Aufschluß. Arbeiten und Raffenbericht, den Kollege Warnte gab, stellte als Ginnahme und erlitt eine so bedeutende Berlegung am Hinterkopfe, daß er nach den Angaben der Betriebsbeamten. Damals feien 178,90 M. und als Ausgabe 111,24 M. feft. Der Bericht wurde -Q Versammlungen. durch die Revisoren bestätigt, worauf Entlastung des Kassirers| erreicht hat. Die Versammlung stellt nun die Anfrage an die| Brüsseler Genossen, begaben sich in die Kammer, um bei dem erfolgte. Im Verschiedenen wurden noch die inneren Angelegen Gemeindevertretung von Stegliß, wie sie die Arbeitslosigkeit zu Präsidenten eine Adresse abzugeben. Am Abend findet ein heiten geregelt und u. a. den arbeitslosen Kollegen, welche den mildern gedenkt und spricht zugleich den Wunsch aus, daß die Meeting der Arbeitslosen im Saale Saint Michel statt. Arbeitsnachweis zu führen haben, eine Vergütigung von 1 M. Gemeindevertretung dahin wirte, daß die Arbeiten der Kanalisation London, 17. Januar. Die gesammte Presse verurtheilt eingewährt. Die nächste Versammlung findet am 13. Februar statt. so schnell wie möglich in Angriff genommen werden, damit dem stimmig die Ausweisung der den Dreibundsstaaten angehörigen werde." herrschenden Arbeitsmangel wenigstens einigermaßen abgeholfen Journalisten aus Paris; die Regierung folle strenger gegen ihre eigenen Journalisten sein, deren Behauptungen die ausländischen Berichterstatter lediglich wiedergäben; die Maßregeln seien unwürdig, zumal Frankreich gegen die Ausweisung franzöſiſcher Journalisten aus Italien, Sofia und Belgien s. 3. aufs heftigste protestirt und dieselbe zu verhindern versucht habe. im Verein ehemaliger Bad- Schmiedeberger und Umgegend. Mittwoch, den 18. Januar, Ubenos 8% upr, im Reſtaurant Carl Boigt, Kaiserstr. 11, Sof 1 Tr. Sitherverein„ Einigkeit". Jeden Mittwoch, Abends% 9 Uhr, UebungsLiette, Schwedterstr. 33. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. 15 Otto Piedesfreiheit 1, " stunde bei Sauermann, Adalbertstr. 8. den 18. Januar, Abends 8% Uhr, Versammlung der Landsleute mit Damen in Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Hamburg, 17. Jan. Der Bürgerschaft ist ein Antrag des schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Geschichte( alte); Süd- Ost, Arbeiter Bildungsschule. Mittwoch, Abends 8%-10% Uhr: Süd- Senates zugegangen auf Nachbewilligung von 2 300 000 m. für schule, Reichenbergerjir. 133: Unterricht in Deutſch( or een eine zentrale Sandfiltration, da die ursprünglich dafür bewilligten ( unteres). Nord- Schule, Müllerstr. 179 a: Unterricht in Deutsch( mittl. 6725 000 M. nicht ausreichen. richtsfächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch erkrankung fonstatirt worden. und unt.), Mathematit und mathematische Geographie. In allen Unter- Bei zwei Negern des Dampfers, Gretchen Bohlen" ist CholeraSchüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Vereinte kraft, Abend Saarbrücken, 17. Januar. Die„ Saarbrücker Zeitung" be 8 Uhr, bei klein, Schönleinstraße 6. Johann Jacoby, bet Frig stätigt, daß gestern Vormittag kurz nach Beginn der Frühschicht jeb. Monats, Ab. 8% Uhr, im Restaur. Grube, Marienborgerstr. 10. Gesund auf Grube Reden" im Flöt Alexander" durch Explosion brunnen, Abends 8½ Uhr, bei Haferland, Bellermannstr. 87.-- Gleich schlagender Wetter 9 Bergleute umgekommen sind und 2 verlegt Seine, Rirdorf wurden. heit, Abends 8½ Uhr bei Stramm, Ritterſtraße 123. Abends 8½ Uhr, bei Schmidt, früher Albrecht, Knesebecstr. 82. Reimer jeden Mittwoch bei A. Brosch, Wilhelmshavnerstraße 23. Effen a. d. Ruhr, 17. Januar. Die nominelle Zahl der Arbeifer- Sängerbund Berlins und Umggegend. Alle Aenderungen Streifenden von gestern Mittag bis heute früh betrug 9775 im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Mann, 1180 Mann weniger als gestern. Die wirkliche Zahl der stunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwoch. Uebungs- Streifenden dürfte jedoch noch geringer sein, weil der obigen Andreasstr. 26, bet Schiamacher. Freya,( Gem. Chor), Alte Schönhauser- Berechnung die frühere Sollziffer der Belegschaften zu Grunde Silaritas, Hochstraße 32 a, bet gelegt ist, welche durch die Abkehr sehr vermindert ist. Neu in traße 22-23, Bögow's Brauerei. Wilke. Deutsche Eich e, Blumenstraße 46, bei Went. pantow, Schulzeſtr. 27. choden Ausstand getreten sind die Belegschaften der Zechen„ Sham- Lerche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum BeitGesangverein der Steinmegen, Johannisstr. 20, bei Müller. rock" und" Friedrich der Große". Lyra 1, Raupach- Der Streitführer Bunte ist aus dem Gefängniß in das Euphonia, bei Elhaus, Brückenstraße 2. Krankenhaus übergeführt worden. Hand in Hand 1, Reichenbergerstraße 16 bei Pätzoldt. Schneeglöckchen 2, Potsdam, Brandenburger Kommunikation 16, bei Essen a. d. Ruhr, 17. Januar. In einer heute hier abunverdrossen, Abends 8% Uhr, bei Sachs, Lindowerstr. 26. gehaltenen Versammlung, welche von etwa 500 Bergarbeitern -Flöter'scher Gesangverein, Koppenstraße 43c, bei Lorenz. Rütli, Friedenau im Kurhaus.- Borwärts 5, Friedrichshagen, Mundtheil, bei besucht war, wurde mit Stimmenmehrheit beschlossen, den Streik erche. Freundest reue( Gemischter Chor), Landsbergerstr. 31, bei See- fortzusetzen. Ein Redner sprach gegen die Fortsetzung des Streifs. Röpniderstr. 191, Restaurant. baufen. Lorbeertranz, Lichtenbergerstr. 21 bet Heise. Südost, 1. Paris, 17. Januar. Panama- Prozeß. In seinem Plaidoyer Karlstraße 34, bei Schulze. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich erhob der General- Staatsanwalt gegen Ferdinand von Lesseps Rothe Nelte, Schöneberg, Golztraße 48, bei Siegeler. Gesangverein der Kupferschmiede, Wein- den Vorwurf, daß er seit Beginn des Panama- Unternehmens ftraße 11 bei Feind. Wergißmeinnicht, Schulstraße 29, im mit dem Gelde der Gesellschaft verschwenderisch umgegangen sei Concordia", Dieffenbachstraße 53 Solz. bet und daß er betrügerische Wachenschaften angewandt habe, um " Deutscher Männerfang", Belforterstraße Nr. 15, bei Schneider. Gefangverein otosblume, Alte Satobftr. 96-97, bet' Fial- zur Zeichnung von Obligationen zu verlocken. Ferner wies der Gesangverein Freiheitstiänge, Alte Jakobftraße 68. Generalstaatsanwalt darauf hin, daß aus dem Gesellschaftsfonds Männer- Gesangverein Libertee 1, Guvrystraße 24, bet Zielsch, 600 Millionen Franks vergeudet worden seien. Unverzagt Langestr. 65 bei Tempel.- Gefangverein 2orbeerfranz 2. Oranienstraße 190 bet Ratsch. Gesangverein Liedeslust in Fürstenwalde bei Haupt, Müncheberger Chauffee. die Sängerchor der Maler, Stallschreiberstraße 29 zum eichenen Stab. auee 46 bei Busse. Freiheits- Gruß, Schönhauser Gesangverein offnung 3", Brandenburg a. Eine Töpferversammlung beschäftigte sich am 11. Januar En dreistündiger Debatte mit der Fachpresse. Der Vertrauensmann K. Thieme hielt das Referat. Er führte aus, die Fachpreffe habe ein getreues Spiegelbild der Vorgänge in der Fachorganisation zu geben und sich vor allem der Agitation zu widmen. Dieser Anforderung werde Der Töpfer" nicht ganz gerecht. Durch mehrere Berichte und Artikel der letzten Monate habe er zur Zersplitterung der deutschen Kollegenschaft beigetragen. Diese Aufsätze wären zurückzuführen auf die Trennung der Kollegen, welche in Berlin die Anhänger der Zentralisation, an deren Spitze der Kollege Jakobey, bewirkt hätten, und darauf, daß die Mehrheit der Berliner organisirten Töpfer mit Rücksicht auf die so herbeigeführten Zustände es ablehnten, ferner für den Generalfonds der deutschen Töpfer einen be= stimmten Prozentsah aus den hiesigen Sammlungen herzugeben. Der Redner wendet sich ferner gegen den Artikel des Kollegen Jakobey Zur Aufklärung" und gegen einen Bericht über die im Dezember vorigen Jahres stattgefundene Filialversammlung des Verbandes, welchen er auf Jakoben zurückführt. Außerdem sprach Thieme noch gegen den hohen Preis, zu welchem die Verleger das Blatt nur abgeben zu können behaupten. Mantie macht den lokalorganisirten Töpfern Berlins den Vorwurf, die Beschlüsse des letzten Kongresses nicht genügend beachtet zu haben. Der Kongreß habe die Einführung einer allgemeinen Wanderlegitimation und die Beibehaltung der Kartensammlung für den deutsch en Generalfonds beschlossen, gegen welche Beschlüsse jezt gehandelt werde. Greiner bestreitet, daß die Zersplitterung von den Zentralisten ausgegangen sei. Münzer post hat die feste Ueberzeugung, daß beide sich gegenüberstehende Richtungen das Gute wollten, nur gegenseitige Rechthaberei habe zu den vielen bedauernswerthen Unerquicklichkeiten geführt. Meinhardt wünscht, daß man sich an die bestehende Preßkommission mit etwaigen Anklagen gegen die Leitung der Fachzeitung wende. Weber glaubt nachweisen zu können, daß die Berliner Töpfer im Verhältniß zu ihrer Zahl weniger für die Allgemeinheit aufgebracht haben, als die Kollegen im übrigen Deutschland. Jakobey betont, daß er nie etwas entstellt habe. Gerade darüber habe er sich beim Durchlesen seines gedruckten Artikels gefreut, daß er so objektiv gehalten sei. Den Versammlungsbericht habe er nicht geschrieben, doch unterschreibe er den Sinn desselben. Herr Thieme hätte mit seiner Entrüstung vor Jahresfrist kommen müssen als " Bauhandwerker" in einem anonymen Artikel Kongreßmitglieder, welche gerade zusammentraten, angegriffen worden seien. Hagen bemerkte, der Kongreß habe nicht, wie von gewisser Seite angenommen wurde, unbedingte Bentralisation der Berufsgenossen beschlossen, sondern nur eine solche der Wanderunterstügung. Rapputat trat dafür ein, daß eine Ginigung herbeigeführt werde. Verband und Fachverein könnten nebeneinander bestehen, wenn letterer seine Beiträge ermäßige. Thieme konstatirt gegenüber dem Vorwurf des Kollegen Weber, daß die lokalorganisirten Töpfer Berlins in der Zeit vom 1. Juni 1889 bis zum 1. Juni 1892 für die Allgemeinheit, also nicht nur für die Berliner Töpfer und Arbeiter, 21 208 M. und einige Pfennige aufgebracht hätten, die durch die Hände des Vertrauensmannes flossen. Der von Jakobey kritisirte Artikel im Bauhandwerker" sei damals wie allgemein, so auch von ihm verurtheilt worden. Nach Schluß der langen Debatte fand eine Resolution Annahme, in der die betreffenden Artikel im„ Töpfer" getadelt wurden. Ferner soll nach der Resolution den deutschen Kollegen durch ein Flugblatt die Stellungnahme der Anhänger der Berliner Lokalorganisation zur Kenntniß gebracht werden. Im übrigen erklärte sich die Versammlung zu der Ansicht, daß die Beschlüsse der letzten öffentlichen Versammlung bestehen bleiben. Herr Thieme erstattete. dann den Kassenbericht. Da nach war der Bestand des Berliner Fonds am 21. November 1892 412,71 M. Bis zum 10. Januar 1893 betrug die Einnahme 711,49 M. intl. des Bestandes vom November 1124,20 m., dem gegenüber stand eine Ausgabe von 918,11 M., so daß 206,09 M. rerbleiben. Die Revisoren bestätigten die Richtigkeit der Abrechnung und wiesen scharf allerlei Verdächtigungen zurück, die gegen Thieme laut geworden waren. Dieser wurde einstimmig entlastet. Mitgetheilt wurde, daß der Hilfskassirer Matz aus Charlottenburg Marken im Werthe von 104,60 m. verloren habe, diesen Betrag wolle er in wöchentlichen Raten à 1 M. zurückzahlen. Von seinem Posten sei Maz natürlich entfernt worden. Herr Peters, Hamlerstraße 92, brachte zur Kenntniß der Versammlung, daß er dem Kollegen Karl Schneider einige Karten ( Generalionds) abgenommen habe, deren ehemalige Besizer sich bei ihm melden möchten. Es sind die Nummern 563 und 1073 ( roth 1890/91) und 120 und 1039( gelb 1891/92). Dann wurde zur zahlreichen Betheiligung am Begräbniß des Kollegen Köppen aufgefordert. Am Freitag Nachmittag um 3 Uhr werde derselbe vom Siechenhaus in der Prenzlauer Allee aus nach Weißensee überführt. Zum Schluß bewilligte die Versammlung der StreifKontrollkommission 25 M. zur weiteren Agitation und zur Deckung der bisherigen Unkosten für die Gewerbegerichtswahlen. 3 " geist" straße 6, bei Stachel. Steinnette, Röslinerstraße 17, bei Wendt. Glafer. Wedding Kasino. towsty. Seidler. " 111 bei Weidner. Gefang Berein Titania", Cuvryitraße 48 bet Gesangverein Mo a bit, Wilhelmshavenerstr. 23 bet stuba. Gefangverein Sangesblüthen Blumenstr. 38 bei Hente. Gesangverein Stederlust, Fichteftr. 29 bet R. Krösche. Männer Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend.( 3u Schriften find zu richten an B. Senter, Bergmannstraße 21, Sof 3 Tr.) Mittwoch: Rauchtlub Frisch auf, Fürstenwalderstr. 12 bei Schulz. Pollack Klub Lustige Brüder, Manteuffelstr. 46 bei Biewald. heaterverein Proletariat, Naunynſtr. 83 bet Köhn. Geselliger Durch Nacht zum& icht, Dresdenerstr. 116 bei Gründel. Verein Fridolin, Brunnenstr. 35 bei Wolff. Privat- Theater- Verein tiub Nachtfalter, Frankfurter Allee 56 bei Burmann. Touristen vorwärts( Nixdorf), Hermann- und Wanzlichstraßen- Ecke bei Kober. Rauchlub Eiferne Pfeife, Triftstr. 1 bei Hoffmann. Humoristischer Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein Knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. Musikverein Vorwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Langestraße 108 bei Mebelin. Männer- Gesangverein Waldtapelle 2, Abends 9 Uhr, Restaurant Kayser, Staligerftr. 22. Rauchflub, Görligerstr. 42 bei Picht. Tambourverein Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurani Schröder, Manabend 9-11 Uhr Abends bei Lade, Beughoffir. 8. teuffelstr. 9. Kraftturnverein Jugendtra ft, jeden Mittwoch und SonnTurnverein Gesund brunnen. Die 2. Männer- Abtheilung turnt heute von 8-10% Uhr Abends in der Turnhalle, Freienwalderstraße 39.- Kraftturnverein Berolina, athletenverein Atlas, Abends 9 Uhr, Uebungsstunde, Univerfum, Abends 9 Uhr Uebungsstunde bei Faustmann, Reichenbergerstraße 78a. Brunnenstr. 119. Theater- und Vergnügungs- Verein Humanitas Abends 9% Uhr bei Reed, Lothringerstr. 94. Theaterverein Bultanta 2", Abends 9% Uhr, Bergstr. 12, Restaurant Rehlizz. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringerstr. 101. Gefelliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Garten, Dresdenerstraße 45. Kreuzfidet, bei Gumlich, ReichenbergerSommer, Grünstraße 21. Humoristischer Verein Arminia, Dresdener: ftraße 149.- Fidele Brüder, bet H. Mrose, Lachmannstr. 5. verein Frei Weg", Abend 9 Uhr bei Siedlutad, Manteuffelstr. 86. Bergnügungsverein uftig- Froh, Mittwoch 9 Uhr, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Sizung. " TouristenRauchtlub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. Rauchflub assalle, Abends, bei Lock, Friedrichsbergerstr. 11.- Rauchtlub othe ReIfe, bet Steuer, Weinstr. 22. Sumoristischer Rauch flub, Abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görligerstr. 42. Rauch flub Sans: fouci, Boechstraße 51. Rauchtlub Ohne 8 wang, Abends 9 Uhr bei Späth, Weinstr. 28. Rauchflub Grüne Quafte, Abends 9 Uhr, bei Bittler, Mariannenstr. 48. Rauchtlub Goldeneauaste", Abends 9 Uhr Schlüter, Kleine Markusstr. 10. Rauchflub Vultan, Abends 9 Uhr bei bei Muß, Softystr. 8.- Rauchflub gutgesinnter Freunde, Abends 8 Uhr bei Neumann, Höchsteftr. 28. Rauchtlub Schmotes: Werte, Waldemarstraße 74 bei George. Köpenickerstraße 121a bei Schöbel. Rauchflub Vorwärts GD.", Humoristische Pfeifenbrüder Abends 9 Uhr, Klosterstraße 83, beim Genossen W. Salzwedel. Rauchtlub Deutsche Giche, abends 9 Uhr bet John, Waldemarstr. 52. Stattlub Treff, Abends 8% 1hr, bei Otto Babel, Frankfurter Allee 90. Bühnenverband Othello straße 101. Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringer Vermischtes. Provinzial- Frren- Anstalt zu Nietleben sind zahlreiche Fälle von Aus Halle wird der Volts 3tg." gemeldet: In der Brechdurchfall vorgekommen. Gestern sind vier Personen unter erschwerenden Umständen gestorben. Professor Rent wird die bakteriologische Untersuchung heute beenden. Brüssel, 17. Januar. Die aus Gent hierher gekommenen Arbeitslos en vereinigten sich zu einem Zuge und bewegten sich in der Richtung auf das Kammergebäude; die Polizei verhinderte indessen das weitere Vordringen, da Kundgebungen innerhalb einer gewissen, die Regierungsgebäude umgebenden Zone nicht stattfinden dürfen. Nach Unterhandlung mit dem Führer der Arbeiterpartei Volders gestattete der Polizeikommissar einer Abordnung von 5 Arbeitslosen sich in das Kammergebäude zu begeben, wo sie von dem Sekretär und zwei Mitgliedern der Kammer empfangen wurden. Die Deputation überreichte eine Petition, in welcher um Arbeit und Einführung des allgemeinen Stimmrechts gebeten wird. Hierauf wurden die Delegirten von den progressistischen Deputirten empfangen, welche versprachen, die Forderungen der Beschäftigungslosen zu unters stützen. Die Delegation zog sich alsdann zurück; zu irgend welchem Zwischenfalle fam es nicht. Briefkaffen der Redaktion. Stieg. Es wäre Selbstentwürdigung, sich mit diesem Blatte in eine Diskussion einzulassen. Etwas fühleres Blut kann Ihnen nur nützlich sein! Redaktion der ,, Bergischen Arbeiterstimme", Solingen. Die Notiz fam von einem Solinger Genossen, dem wir denn doch zutrauen mußten, daß er zutreffend schildere. Schmidt. Sie wollen uns in der Sprechstunde zwischen 12 und 1 Uhr besuchen und das Krankenkassenbuch sowie die Statuten mitbringen. 2. in Zürich. Die Leutchen sind wirklich zu unbedeutend. Jedes weitere Wort über sie wäre eine Verschwendung. A. B., Barbier. Wiederholen Sie Ihre Anfrage, wenn dieselbe noch nicht beantwortet sein sollte. R. P., Lottumstraße. Sehen Sie nur Ihren Militärpaß gut durch. Es muß sich darin eine diesbezügliche Bestimmung finden. Briefkaffen der Expedition. = Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Ungenannt-, 50. Tabackarbeiter der Zigarren Fabrit Bockow u. Blaurock 3,10. Seher des B. T." 20,-. Gesammelt bei einer Geburtstagsfeier 14./1. durch Neupert 2,50. Henkel, Waisenstraße 6,80. Hildesheim, für die streikenden Brüder 1,-. Aus einer Piano- Mechanikfabrit 15,65. Personal des Vorwärts" 25,-. Stockfabrit Gebr. v. Kalinowsti 4,10. Fürstenwalde durch Weiland 20,-. Freie Vereinigung der Bau- Arbeiter Berlins 25, Für Sylvester- Zeitungen beim Stiftungsfest des Leseklubs„ SO." 10,-. Andreas B. 50,-. Von den Stuckabeiterinnen der Buch- und Papierindustrie 75,-. Gesammelt teuren, Rostockerstr. 2 4,50. Verein der Arbeiter und Arvon Tapezirern b. F. u. B. 3, Gebr. Linz, BrandenburgStraße 25 5, Militärmüßen- Fabrit, Georgenkirchstraße 6, Geburtstagsfeier Grau 2,25. Gesammelt durch die Zimmerleute Ein späteres Telegramm aus Halle meldet dem genannten Brauerei Schönhausen 13,65. Freie Vereinigung d. chirurg. Branche Blatt: Sieben Todesfälle und achtzehn Erkrankungen an cholera 50,- Bau nesebecstr. 85, 9,-. Gesammelt bei A. W. 3,75. nostras sind festgestellt. Gesammelt bei einer Geburtstagsfeier des Kaiser'schen MännerArbeiter Bildungsverein Schöneberg 30,-. R. chors 7,50. Müller u. Comp., Blücherstr. 35, 17,40. R. S.-, 50. Agitationskommission d. Stockarbeiter Berlins 10,-. Bildhauer und Steinmetzen am Reichstagsbau v. G. W. 32,60. Personal der Buchdruckerei Trowitsch u. Sohn 5,-. Von zielbewußten Malern aus der Elsasserstraße 21,30. Aus der Unterstützungskasse der Hamburg- Berliner Jalousie- Fabrik, Wassergasse 18a, vom Arbeiterausschuß bewilligt 50,-. Unfas-, 50. Gefangverein„ Germania" 30,- Verein der Getreideträger und Speicherarb. 30,-. Personal d. 6. Filiale der Genossenschaftsbäckerei, Dieffenbachstr. 58, 8,-. Gesammelt bei Quandt 1,15. Metallarbeiter Moabits durch Bach untfe 10,-. Sozialdemokratischer Arbeiterverein für Weiß ensee und Umgegend 15,-. Eisengießerei und Maschinenbau v. C. Sp. durch E. 7,10. Kontobucharbeiter Rochstraße 9 10,-. Die Holzwürmer Westens 12,20. Tischlerei von Bünger und Friedrichsen 6,-. Berliner Resource 4,-. Summa 664,05 Mart. Bereits quittirt 2421,15 M., in Summa 3085,20 m. Berichtigung. In der gestrigen Nummer muß es statt Bildhauer Berlins Gauverein der Berliner Bildhauer" 200,- Mart heißen. In Steglitz wurde am 9. d. M. Vormittags 10 Uhr eine gutbesuchte Arbeitslosen Versammlung abgehalten. Genoffe 3ubeil aus Berlin hielt in derselben einen Vortrag über den herrschenden Nothstand und seine Ursachen. Der Redner legte dar, wie die Entwicklung der Produktion immer mehr geSchulte Arbeitskräfte überflüssig mache, so daß die Plätze, die in früherer Zeit männliche Arbeiter besetzt gehalten hätten, jetzt von Frauen und Kindern ausgefüllt werden könnten. In immer weiteren Berufsfreifen sei allmälig eine bedeutende Anzahl Arbeitsträfte entbehrlich geworden; gegenwärtig habe sich, beschleunigt durch verschiedene andere Ursachen, die Arbeitslosigkeit zu einer unerträglich gewordenen Ralamität gestaltet. Dazu komme, Herr von Wildenbruch erklärt in der National- Zeitung", daß durch die Konzentration des Kapitals das Großunter- daß er an der Bildung der neuen Partei" unschuldig sei. War nehmerthum eine unheilvolle Tyrannei auf die in Beschäftigung wirklich nicht nöthig! Oder war die Notiz blos für„ Lachbefindlichen Arbeiter ausübe und seine Macht vor allem durch tauben"? Reduktion der Arbeitslöhne geltend mache. Im weiteren tadelte Aus Königgrät wird telegraphisch die entfeßliche Meldung der Redner das Verhalten der Berliner Stadtverwaltung in der übermittelt, daß daselbst eine sechzehn Personen starke Bigeuner Arbeitslosenfrage und zeigte an dem in Mannheim gegebenen familie erfroren aufgefunden worden sei. Beispiel, daß die Vergebung städtischer Arbeiten in Regie an die Arbeitslosen wohl ausführbar ist. An der Militärvorlage zeigte der Redner, zu welchem Zweck der heutige Staat Gelder übrig hat. Statt dem arbeitenden Volke Brot und Arbeitsgelegenheit zu verschaffen, verlange der Staat immer und immer mehr Steuern, damit der unersättliche Militärmoloch neue Nahrung finde. Brausender Beifall folgte folgte diesen Ausführungen. Nach einer rege geführten Diskussion gelangte folgende Resolution zur Annahme, welche vom Bureau der Verfammlung der Gemeindevertretung zu Steglitz überreicht werden soll: Depescheit. ( Depeschen des Bureau Herold.) Rives de Giers, 17. Januar. 1800 Metallarbeiter find ausständig infolge des Konflikts zwischen den Arbeitgebern und dem Arbeitersyndikat. Brüffel, 17. Januar. Heute Mittag fand eine Unterredung Die heutige im Kurhause Friedenau" von ca. 200 des Ministers des Innern und mit Arbeitslosen aus Gent statt. Arbeitslosen besuchte Versammlung ist ein sprechender Beweis Der Minister erklärte, öffentliche Arbeiten ausführen lassen zu dafür, daß die Arbeitslosigkeit einen überaus großen Umfang wollen. 120 Genter Arbeitslose, begleitet von einer großen Zahl Falentin Clubhaus ,, Süd- Ost" aldenſtein. 3094L Friseurin Straße 41. Geöffnet bis 12 Uhr Nachts. Straße 41. Weiß-. Bairisch- Bier- Lokal. C. Trittelwitz. 2 Vereinszimmer mit Piano. Fr. Billard. 2 Winter- Kegelbahnen. Warme und falte Speisen zu jeder Tageszeit zu ſoliden Preisen. Frau Falk, Lothringerstr. 8, Quergeb. Tabake. Rippentabat 2 Pfo. 60 131g. 3 Tr. links. Homöopathische Klinik, Brunnen. straße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg. 9-10 Achtung! Kein Laden. Nur eigene Fabrikation, 25 Zigarren empfiehlt sich in und außer dem Hause. 1 Mart. Garantie rein amerikanische 9406 3561 L H. F. Dinslage, Rottbuserstr. 4, Hof part. Wasserl. ut. Kloset, 1 u. 2 Stb. u. Zub., Billige freundl. 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