Nr. 16. Grfcheint täglich außer Montage. Prets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Big fret tn's Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage Reve Weft" 10 Bfg. Poft- Abonnement: 8,30 Mr.pro Quartal. Unter Kreuze band: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Musland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708, Vorwärts 10. Jahrg. Inferttons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betitzetle oter beren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs- Anzeigen: 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachriittags in ber Expedition abgegeben werben. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Bors mittags geöffnet. Earn from Anschlus At I, r. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Eine Donnerstag, den 19. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " Gefahr" im Anzuge. So finden wir dies höchst ungeschicht von beiden Seiten, vom heit, als dasjenige, was es iſt. Auf der Nase und dem Einer, der in den Wandelgängen des Reichstags das Gras wachsen hört, glaubt den Arbeitern dunkle Andeutungen über unheilvolle Dinge machen zu müssen, die ihrer in der nächsten Zukunft warten. Es ist der durch feinen parlamentarischen Klatsch bekannte Korrespondent der Frankfurter Zeitung" in Berlin, der über die Nothstandsund Streikdebatten im Reichstage an sein Blatt folgendes schreibt, nachdem er die Stumm'sche Sehnsucht nach einem neuen Sozialistengeset erwähnt hat: zu entschuldigen sucht und davon spricht, daß sie danken, daß dasjenige, was sich jetzt noch hinter glatten " gegen mächtige Einflüsse einen schweren Stand hätten", Formen verbirgt, heraustreten tönnte mit brutaler Nackt Korrespondenten, der sich zur Verbreitung solcher Hof- Bauche läge dann der bürgerliche Liberalismus, und dess geschichten hergiebt, und von den Ministern, daß sie sich in halb ist die Wahrheit Gefahr" für ihn. Für uns nicht ein solches Licht stellen lassen. Freilich ist es ja so bequem, Möge die Stumm'sche Arbeiterpolitik" offen als Regierungs die Dinge, die in den westlichen Bergrevieren dieser Tage maxime ausgerufenn erden, desto besser! Tefto klarer sehen verübt worden sind, auf" höhere Einflüsse" zurückzuführen. und fühlen die großen Massen, und desto mächtiger wird Männlich freilich ist es wieder nicht; man kann nur unsere Bewegung. Der Gegensatz zwischen den kaiserdenjenigen Reaktionär achten, der wenigstens den lichen Erlassen von 1890 und zwischen der zum RegieMuth hat, ganz und voll für die Konsequenzen seiner Dent- rungsprogramm erhobenen Stummischen Sozialpolitik und Handlungsweise einzutreten. In Wahrheit schwankt dürfte besser wirken, als tausend Agitationsreden Herr von Berlepsch zwischen den reformfreundlichen von reformfreundlichen von unserer Seite, und Denn Liberalismus und " Man unterschäße die Gefahr dieser Bewegung nicht. Anwandlungen, mit denen er begonnen hat und die freilich Demokratie à la Sonnemann dabei„ Gefahren" wittern, Herr Stumm und die, die hinter ihm stehen, sind einflußreiche zu einem großen Theile längst verflogen sind, und der wir haben nur zu gewinnen. Dann beginnt erst der ehr Leute und sie erheben ihre zornigen Klagen über die Recht Nachgiebigkeit gegen jene höheren Einflüffe", die seine liche, offene Kampf von Angesicht zu Angesicht, und wir losigkeit der Arbeitgeber nicht etwa nur im Reichstage, sondern auch an hoher Stelle. Ob sie Erfolg haben, wird wesentlich jeßige Haltung bestimmt. Auch in sozialpolitischen Dingen trauen dem jungen Kaiser wohl zu, daß auch er diesen mehr vom Verlaufe der jetzigen Ausstandsbewegung abhängen. An und in Preußen ist eben im Grunde ein ganz anderer liebt, als das Versteckenspielen der sich als Hoffchranzen geBemühungen, dem Kaiser flar zu machen, daß die undankbaren Wille maßgebend, als derjenige der Minister. Es ist des- berdenden liberalen und konservativen Politiker. Arbeiter der Wohlthaten der letzten Gefeße nicht würdig seien, halb so falsch als nur möglich, es so darzustellen, als wenn Die Gefahr" möge also Wirklichkeit werden, wir sind hat es schon lange nicht gefehlt, und Freiherr v. Berlepsch, der das Bleiben oder Gehen des Herrn von Berlepsch mit der auf sie gerüstet. Das ist ja die wunderbare Kraft unserer Gewerbeminister und Chef der Bergverwaltung, hat gegen mächtige Gestaltung der preußischen Arbeiterpolitik" etwas zu thun weltbewegenden Anschauungen und Grundsäße, daß ihr alle Einflüsse einen schweren Stand. Stumm's Angriffe gegen die hätte. Es dreht sich um weiter nichts, als darum, ob dem Dinge zum Besten dienen müssen, vor Allem aber Offenheit Bergwerksbehörde und den Minister waren, wie man auch aus preußischen Handelsminister eine ehrliche arbeiterfreundliche und Klarheit, und scheinen sie angstvollen Bedientenseelen deffen Antwort heraushören konnte, nicht etwa ein augenblick Bolitik, oder seine Stellung lieber ist. Und darüber auch noch so gefahrvoll". licher zorniger Erguß, sondern ein wohlüberlegter Schachzug. Es gab Leute, die sich bereits den Namen des nächsten Gewerbe- sollten wir längst im Klaren sein, dann bliebe ihm ministers zuflüsterten. Der Verlauf der dreitägigen De- auch der schwere Stand" erspart, mit dem ihn der batte und des Streits bedeutet für unsere Arbeiterpolitik dienstbeflissene Korrespondent der Frankfurter Zeitung" in und die Stellung des Gewerbeministers mehr, als mancher ein so rosafarbenes Licht zu rücken sucht, in das er nicht ahnt." gehört. Politische Lebericht. Das Zuflüftern" ist das Bezeichnende für diese Sorte Und dann die kommende Gefahr", von welcher der von Afterpolitit. Dieselbe geht, wie die Katze um den Weise der Frankfurter Zeitung" fabelt! Schlimmer als Berlin, den 18. Januar. heißen Brei, um die Wirklichkeit herum und weiß vor ieht in den Bergrevieren es hergeht, kann's doch für die Aus dem Reichstage. Wieder einmal erschien heute lauter Angst nicht, wie sie das Kind beim richtigen Namen Bergarbeiter und die sozialistische Bewegung überhaupt Herr Ackermann mit der weißen Weste auf der Bildfläche, nennen soll. Das ist natürlich nicht unsere Politik; nicht werden. Die Arbeiter sind ja jetzt schon der Willkür um in der bekannten eintönigen Weise noch einmal wer wir lieben den Dingen ganz klar und offen ins Auge zu von oben preisgegeben, höchstens, daß die Form, in der man weiß zum wie vielten Male- seine alte Rede über den sehen. ihnen das fühlbar macht, noch etwas handgreiflicher werden Befähigungsnachweis zu halten. Das Gleiche ist von den Die jetzigen Minister in Preußen haben thatsächlich gar tann. Ehe er von einer kommenden„ Gefahr" spricht, sollte Bunftgenossen des Herrn Ackermann, dem Kaplan Hize teinen der Stumm'schen Unternehmerwünsche unerfüllt gelassen, also der Mitarbeiter des demokratischen" Blattes erst und dem Schornsteinfegermeister Meßner zu konstatiren. und es ist ein merkwürdiges Unterfangen, sie als eine einmal von den skandalösen Zuständen sprechen, Recht glücklich polemisirten gegen die Zünftlerei die FreiArt Arbeiterfreunde hinzustellen, die mit den größten die jetzt vorhanden find; aber dagegen scheint sinnigen Schrader und Hirsch und unsere Genossen Stolle Schwierigkeiten an hohen Stellen zu kämpfen haben und sich die Feinheit seiner Feder zu sträuben. Was und Bock. Das Ergebniß der Diskussion war, daß das ihre guten Absichten nicht durchsetzen können. Wenn sie diese er unter„ Gefahr" versteht, das ist nichts weiter, als die Zentrum und die Rechte von dem Gewicht ihrer Majorität guten Absichten haben und sie nicht zu verwirklichen ver- offene Proflamation der absolutistischen und fendalherr- Gebrauch machten und trotz der in der Debatte erlittenen mögen, war ziehen sie dann nicht als Minister die Kon- lichen Arbeiterfeindlichkeit, die jetzt noch verdeckt im Mantel entschiedenen Niederlage die Gründe der Gegner niedersequenz, int sie ihr Amt niederlegen und anderen die der christlichen Sozialreform" dahergeht. Diese Auf- stimmten. Bei der ablehnenden Haltung der Regierungen Verantwort teit überlassen? So lange sie im Amte fassung ist so bezeichnend wie mur möglich für unseren ist den Zünftlern der billige Triumph zu gönnen, helfen bleiben und esetze wie den letzten Knappentruß mitmachen, bürgerlichen Liberalismus. Angstvoll klammert er sich an wird er ihnen nichts. die unges ezichen Verhaftungen in Rheinland- Westfalen das Aeußerliche der Dinge, wie an seine eigene Phrase, mindestens fiu schweigend dulden und zusehen, wie die Berg- furchtsam blickt er nach oben und ist froh, daß sich die Nach den im Reichs- Versicherungsamt angefertigten Zuwerksdirektion in Saarbrücken alle Vertrauensmänner des Machthaber vorläufig noch in den Schein der Konstitution ſammenstellungen, welche auf den von den Vorständen der Verficherungsanstalten und der zugelassenen besonderen Kaffenbergmännis en Rechtsschutzvereins maßregelt, so lange hüllen; das ist doch ein Troft für sein schwaches einrichtungen gemachten Angaben beruhen, betrug müssen sie auch gefallen lassen, für diese Dinge und ihre Herz, daß die Sache noch nicht ganz so schlimm 31. Dezember 1892 die Zahl der seit dem Infrafttreten des Ins Folgen haffoir gemacht zu werden. Wenn sie deshalb aussieht, daß man noch mit ihr pattiren tann. validitäts- und Altersversicherungs- Gesetzes erhobenen Ansprüche der dienstberete Korrespondent der Frankfurter Zeitung" Heillose Furcht faßt ihn aber bei dem Ge- auf Bewilligung von Altersrente bei den 31 VersicherungsFeuilleton. Nagbrud verboen.) Hans Unzingen. Sziale Studie von H. de Balza c. Deutsch von Curt Baake. [ 8 Es ist doch hübsch von Biriou," fiel hier Blondet ein, „ daß er auf Bollständigkeit hält; foppt er nicht andere, spottet er übe; sich selbst." Jch zah? Dir's zurück, Blondet," sagte Biriou.„ War die liebe Baronin leichtsinnig, sorglos, egoistisch; konnte sie nicht rechnen, so hatten das Haus Adolphus u. Co. in Mannheim um die blinde Liebe des Barons von Aldrigger diese Fehler zi verantworten. Die Bavnin war so sanft wie ein Lamm, sie hatte ein zärtliches, rirseliges Herz; leider währte die Rührung nie lange und teuerte sich also oft. am geliebte Mutter mit der Auswahl und Bestellung der„ Er machte damals auf mich den Eindruck eines eben Trauerkleider. aus dem Zoologischen Garten entsprungenen Tigers," sagte Wenn ein Sarg unter dem mächtigen Katafalt steht, Couture. Ein magerer, fuchshaariger Mensch, Augen so auf dessen schwarz und weißes Tuch das Wachs von den dunkel wie Spaniol, graue Gesichtsfarbe, kalte phlegmatische Lichtern herabtropft und der nach Ansicht eines philo- Züge, in denen doch die Gier lag, Wittwen und Waisen sophischen Leichenträgers, wie er mir bei einem Glas Wein aufzufressen; ein Arbeiter ersten Ranges, der Schrecken offenbarte, breitausend vornehmen Leichen dient, bevor er seiner Gehilfen, die nie müßig gehen durften, gebildet, geerneuert wird, wenn die niedere Geistlichkeit gleichgiltig das wunden, doppelzüngig, honigsüß in Worten, nie erregt und Dies irae herunterblökt und die hohe Geistlichkeit nicht minder doch so haßerfüllt im Innern, wie nur ein Mann des gleichgiltig das Todtenamt hält, wißt Ihr, wovon sich Gesetzes hassen tann!" dann die Freunde des Verstorbenen unterhalten, die in Er hat aber auch gute Seiten," rief Finot. Er ist schwarzer Trauerkleidung in der Kirche stehen oder sitzen? seinen Freunden sehr ergeben." Aufgepaßt: ein neues Bild! Seht hin! Wie hoch schätzen Sie den Nachlaß des alten Aldrigger?" wandte sich Desroches an Taillefer " War Desroches damals schon Anwalt?" wurde Biriou in seiner Schilderung unterbrochen. " Zwei Sorten Anwälte giebt es in Paris," sprach Blondet. Entweder ist der Anwalt ein rechtlicher Mann, der in den den Schranken des Gesetzes bleibt, die Prozesse rasch führt, den Geschäften nicht nachläuft, nichts versäumt, seinen Klienten loyalen Rath ertheilt und ihnen lieber zum Vergleich räth, wenn der Ausgang ihrer Er hatte kurz vorher eine Advokatenstelle gekauft", er- Sache zweifelhaft ist. Dann aber giebt es den hungrigen widerte Couture. Und das will für ihn, den Sohn einer Advokaten, dem alles gleich ist, wenn nur die Kosten gedeckt armen Wittwe, die im Palais Royal Stempelpapier ver- sind, dem kein Mittel zu schlecht ist, der einem Schuft zum kaufte, viel sagen. Mehr wie achtzehnhundert Frants hat er Siege über den rechtlichen Mann verhilft, dem zufällig ein Als de Saron starb, wäre unsere Sennerin ihm bald als Notargehilfe niemals gehabt. Wie hat er aber auch von formelles Versehen passirt ist. Treibt es ein solcher Advokat ins Grab ge lgt, so stark und aufrichtig war ihr Schmerz, 1818 bis 1822 gearbeitet!" zu arg, so zwingt ihn die Anwaltskammer, seine Stelle zu aber... an andern Morgen gab es beim Dejeuner junge Desroches?" verkaufen. Schoten, die sie leidenschaftlich gern aß und bei den jungen Ja", bestätigte Bigion. Gleich uns hat sich Des Desroches, unser Freund Desroches, war der richtige Echoten ging die Krisis bald vorüber. So blind liebten sie roches auf dem Dünger Hiobs gewälzt. Als er's satt Mann für dieses sonst nur von armseligen Tröpfen armihre Töchter und alle ihre Leute, daß sich das ganze Haus hatte, stets zu enge Röcke mit zu kurzen Wermeln zu tragen, selig betriebene Handwerk. Er kaufte Leuten, die zu verüber diesen Umstand von Herzen freute: der Baronin warf er sich voller Verzweiflung auf die Jura und kaufte lieren fürchteten, ihre Prozesse ab, und schreckte vor keiner fonnte so waigstens der traurige Anblick des Leichenzuges fich einen vorläufig noch leeren Titel. Er besaß keinen Chikane zurück. Er war eben ein Mann, der nicht arm erspart bleibn. Pfennig, hatte keine Klienten, keine anderen Freunde wie bleiben wollte. Er hat recht gehabt und sein Handwerk Isauro und Malwine verschluckten ihre Thränen, und uns und sollte die Zinsen für eine Bürgschaft und das geschickt betrieben. Er fand in Staatsmännern, deren verwährend des Requiem gesungen wurde, beschäftigten sie ihre Geld, das seine Stelle gekostet hatte, bezahlen." wickelte Angelegenheiten er zum glücklichen Ausgang führte, antallen und ben vorhandenen Raffeneinrichtungen 224 630. I bent steht fogar in der öffentlichen Stimmabgabe einen M18 das elendefte aller absysteme hat Bimard Bon diefen wurden 175 874 Rentenansprüche anerkannt und Schutz des Wahlrechts gegen ultramontanen und freisinnigen 39 922 zurückgewiefen, 4192 blieben unerledigt, während die Terrorismus. Es giebt eben nichts so widersinniges, daß übrigen 4642 Anträge auf andere Weise ihre Erledigung gefunden offiziöse Beweisführung es nicht vertheidigen würde. haben. Von den erhobenen Ansprüchen entfallen auf Schlesien 25 796, Ostpreußen 20 891, Brandenburg 17 180, Rheinproving 15 008, Hannover 13 036, Sachsen- Anhalt 12 646, Posen 11 704, Wahren Arbeiterschutz prebigen jetzt König Stumm Schlesniig Holstein 8606, Westfalen 8437, Westpreußen 8878, nb deffen Organe. Dieser wahre Arbeiterschus soll be Bommern 7555, Hessen Nassau 4902, Berlin 2425. Auf die stehen in der Beseitigung des Koalitionsrechts, in der Pro8 Berficherungsanstalten des Königreichs Bayern kommen flamirung der absoluten Herrschaft des Progenthums über 22 560 2ltersrentenansprüche, auf das Königreich Sachsen 9348, die Arbeiter. Wie weit die Anmaßungen desselben gehen, Württemberg 5004, Baden 4213, Gr. Heffen 3941, beide Mecklen erficht man aus den Zuständen im Königreich Stumm, beffen burg 45:90, die Thüringischen Staaten 4718, Oldenburg 797, Botentat fogar die Eheschließung der Arbeiter von seiner Braunschweig 1587, Sanfeftädte 1509, Glaß- Lothringen 6722 und auf die 9 zugelassenen Raffeneinrichtungen insgesammt 3087. Erlaubniß abhängig macht, oder, um uns torreft mit den Die Zahl der während desselben Zeitraums erhobenen An- Worten des Herrn v. Stumm auszudrücken, den Arbeitern sprüche auf Bewilligung von Invalidenrente betrug bei die Freiheit der Eheschließung wohl läßt, aber den Arbeiter, den 31 Versicherungsanstalten und den 9 zugelaffenen Raffen der die Genehmigung nicht einholt, entläßt. Deutlicher kann einrichtungen insgesammt 36 696. Von diesen wurden 17 946 der Protenhochmuth nicht zum Ausdruck kommen. Rentenansprüche anerkannt und 12688 zurückgewiesen, 4177 blieben merledigt, während die übrigen 1885 Anträge auf andere Weise validenrenten- Ansprüchen entfallen auf Schlesien 5178, Ostpreußen " das preußische Wahlgesetz bezeichnet. Jest erklärt er, es wäre dieses mur geschehen, weil er es zur Erreichung deffen, was er damals anftre bte, rhetorisch für nüglich hielt. Daß Bismard damals wie heute, selbst wenn er eine Wahrheit sagte, dieses nicht aus Wahrhaftigkeit that, haben mix nie bezweifelt und thun es auch heute nicht. Der Ausspruch, den er seiner Beit that, war und bleibt aber ebenso richtig, ob ihn Bismarck rhetorisch für nüglich oder nicht nüglich hält. Die Antisemitenhete serbindet fich in Frankreich mit der Deutschenheze. Die Kreuz- Zeitung" ruft darüber mit Entrüftung aus: Was haben die Herren Rothschild, Reinach, Aaron- Arton, Herz u. a. m. mit Deutschland zu thun? Sind wir daren schuld, daß man diesen Ahasveren der Hochfinanz in Frankreich einen so großen Play einräumt?" " Gegen die Sonntagsruhe wirkt jest selbst Herr Hat die Kreuz- Zeitung" vergeffen, daß sie selbst einem ihre Erledigung gefunden haben. Von den geltend gemachten In- Stöcker. In einer Versammlung in der Tonhalle zu Berlin Rothschild und Strousberg einen Platz in den Reihen ihrer eigenen Bartei eingeräumt hat? Und war oder ist nicht 2972, Rheinproving 2810, Hannover 1928, Brandenburg 1747, West- suchte er das Verlangen nach„ konservativer Demagogie" zu heute noch ein Bleichröder der Intimus Bismarc's? Und preußen 1675, Sachsen- Anhalt 1592, Bojen 1364, Pommern 1242, rechtfertigen, indem er ausführte, daß die Geseze einer zu wie viele Kreuzzeitungsritter haben nicht ihren Stammbaum Westfalen 1201, Heffen- Nassau 803, Schleswig- Holstein 583, Berlin timmenden Unterströmung im Volke bedürften, und bemerkte bei jüdischen Finanzbaronen zur Schau gestellt und mit 523. Auf die 8 Versicherungsanstalten desstönisgreichs Bayern kommen dabei:" Denken Sie an das Sonntagsgeset! Statt gedeih- demselben nach jüdischen Goldfischchen geangelt? Der 4747 Invalidenrenten- Ansprüche, auf das Königreich Sachsen lich zu wirken, hilft es die Wirthshäuser füllen, macht die feudale Schnapsbrenner und der Börsenjude paßten sehr gut 1249, Württemberg 1032, Baben 1058, Großherzogthum Hessen Kirchen vielleicht noch leerer! Der Sinn dieser Worte ist zusammen. Warum geniren sich heute die Parteigenossen 443, beide Mecklenburg 408, die Thüringischen Staaten 634, der: Das Sonntagsgefeß wäre gut, wenn die Sonntagsruhe des Herrn Grafen von Gersdorf? Oldenburg 86, Braunschweig 217, Hanſeſtädte 181, Elsaß dahin führte, daß die Maffen die Kirchen des Herrn Stöcker Lothringen 766 und auf die 9 zugelassenen Kasseneinrichtungen besuchten; da aber eine solche Unterströmung im Volke" insgesammt 2807. Unter den Berfonen, die in den Genuß der Invalidenrente einmal nicht existirt, so wäre es dem Stöcker lieber, wenn traten, befanden sich 545, welche bereits vorher eine Altersrente Die Arbeiter, statt einige Stunden zu haben, die sie nach freiem Ermessen dem eigenen Behagen widmen, auch diese bezogen. im Sklavenjoche zubrächten. Unverfrorener kann sich der pfäffische Geist nicht offenbaren. Für die Militärvorlage und gegen Bismard zu polemificen-in diese Lage find jezt die Nationalliberalen gekommen. Die Nationalzeitung" und Bismarck berufen Der Reichstags. Abgeordnete Silpert( Zentrum) fich beide auf Molite, wobei die Nationalzeitung" Bismarck für den Wahlkreis Amberg ist am 15. Januar gestorben. noch obendrein der Unwissenheit beschuldigt. Auch in diesem bayerischen Zentrumsfiz dürfte Sigl fandidiren. Der Handelsminister v. Berlepsch erhält seinen Bohn für die Schwäche, die er gegenüber der Abfanzlung durch Herrn v. Stumm in der Nothstandsdebatte zeigte. Bismarck versett ihm in seinem Organ, den Hamburgischen Nach richten" folgenden Hieb: Uns ist die Festigkeit angenehm aufgefallen, womit ber Handelsminifter von Berleps ch bei der neulichen Reichstags- Debatte den Sozialdemokraten widersprochen hat. Herr von Berlepsch ist damit der Verantwortlichkeit, die ihm zufällt, einigermaßen gerecht geworden, da er nicht als Minister, aber doch als Regierungspräsident in Düssel= dorf den sozialdemokratischen Bestrebungen nicht mit der OberAus Amsterdam, d, d. 16. Jamuar, wird uns ges schrieben: Heute hielt Luitjes, der Führer der sozialdemokratischen Partei in den Norddiftritten von Holland im Vereinslokal„ Conftantia" eine ausgezeichnete Rede über die jüngsten Unruhen in den nördlichen Brovinzen", deren Ursachen, bisherigen und vorauss fichtlich weiteren Verlauf er in flarer Weise seinen Zuhörern vor Augen führte. Redner begann damit, ausdrücklich zu betonen, daß die Berichte einzelner Blätter betreffs der Vorgänge im Morden stark übertrieben wären. Nach diesen Berichten schten es faft, als ob der ganze Norden in hellem Aufruhr begriffen sei. Nichts ist weniger wahr, aber mit Absicht sind diese Den Grundirrthum der Arbeiter hat der Ober- Berichte übertrieben worden, um nur ja von der Regierung starte bürgermeister von Charlottenburg, Fritsche heißt er, erkannt. Abtheilungen Infanterie und Kavallerie zu erhalten. Mit Recht Bu einer Deputation Arbeitslosec sagte er nach der Char- rief das Bolt aus: Statt Brot schickt uns die Regierung Bulver lottenburger Beitung": und Blei!" Es sei der Grundirrthum, der fich durch die Arbeiter- Die erfte Vorbereitung zu den Vorgängen war die, daß ein verhandlungen der Neuzeit hindurchziehe, daß den Arbeitern Arbeitgeber zu Hoogezant, Etste Smit, einem jungen Arbeiter dem Staat und den Gemeinden gegenüber ein Recht auf Arbeit befahl, bei einer Temperatur von 10 Grad ins Waffer zustehe. Niemand habe ein Recht" auf Arbeit, vielmehr sei au gehen, um bort zu arbeiten. Darauf erfolgte eine ein jeder seines Glückes Schmied, und auch der Arbeiter nehme Protestversammlung, dann eine Art Verantwortungsschreiben im Kampfe mit des Lebens Mühen und Sorgen teine andere bes Herrn Smit, alsdann wieder eine ProtestversammStellung ein, wie der Handwerker, der Gewerbetreibende u. f. w." lung, gefolgt von einem Aufzug, bei dem allerdings einige Revolver= felben Entſchiedenheit entgegengetreten ist, wie der Au: Der Herr Oberbürgermeister hat vollständig Recht, baß schüsse gelöst und Fenſterſcheiben eingeworfen wurden. Die Unpräsident von Westfalen. Letterer wurde wegen seines Auftretens plöglich abgesetzt, während Herr von Berlepsch infolge außer den Arbeitern keine andere Klasse das Recht auf Sozialdemokrtaen, sondern einfach Aufzüge von Hunger leidenden feiner Haltung, die er als Regierungspräsident in Düsseldorf Arbeit" in Anspruch nimmt; alle anderen Klaffen verlangen Menschen, deren Aussehen Jedermann erbarmen mußten. ohne Fühlung mit feinem damaligen vor- nur das Recht auf Ausbeutung" der Arbeit. Die Groß Bei der Versammlung in Sappemeen war das Auftreten seitens gesezten Handelsminister eingenommen hatte, zum grundbesitzer erheben beim Staat den Anspruch auf des Militärs ungerechtfertigt und brutal, so daß Haß und Nache Oberpräsidenten und in Enrzer Zeit zum Minifter ernannt ente", die Gruben- und Eisenindustriellen and andere gegen alles, was Militär heißt, entflammt ist. Redner führt wurde. Es ist sehr erfreulich, wenn Herz von Berlepsch die Fabrikanten den Anspruch auf Profit, Tantiemen, aus, daß überall das schroffe Auftreten von Militär und Erkenntniß gewonnen hat, daß seine amtliche Vergangenheit ihn an ben Unruhen getragen hat. besonders verpflichtet, den Auswüchsen der damals von ihm fette Dividende und hohen Aktienkurs, die Innungen Bolizei die Hauptschuld Jm Norden ea jetzt unter der Oberfläche, erheben Anspruch auf Privilegien gegenüber der Kon- und wenn einst eine Boltserhebung angebrochen ist, dann sollen gepflegten Tendenzen entgegen zu treten." urrenz, auf die Herrschaft über die Arbeiter und un- Nordhollands Söhne nicht fehlen. beschränktes Schinden der Lehrlinge, diese Klaffen wollen insgesammt fein bloßes Recht auf Arbeit". Dieser damalige vorgesetzte Handelsminister war Bismard. Auf eine kleine Berdrehung und Fälschung kommt es diesem hierbei selbstverständlich nicht an. Zur Zeit als Berlepsch Regierungspräsident war, unterstand das Bergund Hütte nwesen überhaupt nicht dem Handelsministerium, sondern dem Ministerium für öffentliche Arbeiten. Herr von Berlepsch freilich hat den Eselsfußtritt sich selbst zu gezogen; ein Minister, der sich in dem Unteroffizierston des Herrn von Stumm anschnauzen läßt und diesem gegenüber teine andere Erwiderung hat als Entschuldigungen, hat feinen anderen Ausweg mehr, als die volle Unterwerfung unter Stumm und Konsorten. Wenn aber der Herr Oberbürgermeister so von oben herab den Arbeitern das Recht an den Staat abstreitet, dann dürfte es auch wohl schlimm mit dem Rechte des Staates an die Arbeiter stehen. Man möge dann wenig tens auch die Arbeiter damit verschonen, daß man Militärdienst und Steuern von ihnen verlangt, oder gar, daß man von ihnen die Groschen für das Gehalt hochweiser Oberbürgermeister erhebt. Sprecher berührt auch noch die Haussuchung in seiner Wohnung und Druckerei nach Dynamit. Es stellte sich dabei heraus, daß die Sucher" nicht einmal woußten, wie dies gefährliche Spielzeug" eigentlich aussieht. 17 Ein Soldat des in Utrecht garnisonirenden Infanterie- Negiments hat in einem Briefe erklärt, daß ungefähr 800 Mann entfchloffen feien, nicht auf die Arbeiter zu schießen, falls fie nach dem Norden abkommandirt würden. Eine gute bedeutungsZum Schluß ermahnt Redner, jeht, einmal wach gerüttelt, auszuhalten und sich nicht wieder einwiegen zu lassen. volle Nachricht. Rein Nothstand in Köln. Die Stadtverordneten- In Belgien will man, nach dem Muster Schwedens Der nene Wahlgesetz- Entwurf für das preußische Versammlung in Köln nahm auf den Bericht des Ober- eiu Referendum d. h. eine Volksabstimmung über Abgeordnetenhaus bringt dem bisherigen Wahlgefeß gegen bürgermeisters den vom Magistrat und der Stadtverordneten- das allgemeine Wahlrecht vornehmen. Der Brüsseler über keinerlei Besserung. Für das alte wie für das neue Kommission gefaßten Beschluß an, wonach fie die Bewilligung Stadtrath hat einen Beschluß in biefem Sinne gefaßt. Alle Wahlgesetz paßt die bem ersteren von Bismarck gegebene eines Kredits zu außerordentlichen städtischen Arbeiten, die männlichen Staatsangehörigen von 21 Jahren und darüber Bezeichnung des denkbar elendesten Wahlgesetzes. An dem Errichtung eines Bureaus für Meldung der Arbeitslosen, 45 000 an der Bahl sollen sich am Referendum bes Gesezentwurfe würde auch wenig geändert, wenn das Ver- und die Hergabe des Gürzenichs zur Versammlung der theiligen. Zwanzig Abstimmungslokale werd eingerichtet. Langen des Zentrums, wenigftens die geheime Abstimmung Arbeitslosen ein ft immig ablehnte. Wenn sich mit der Die Abstimmung ist einfach: für oder wir das allgeanzunehmen, erfüllt wird. Aber auch hiergegen wenden bloßen Abstimmung auch nur der Nothstand beseitigen meine Wahlrecht. Gent und andere Stäen verden dem Beispiel von Brüssel folgen. fich die offiziösen Stimmen, und der Hamburger Korrefpon- ließe! warme Beschützer, die ihm den Rücken beckten.... Doch genug davon Fahr lieber fort, Biriou, und erzähle, weshalb fich Desroches in der Kirche befand." Biriou nahm die unterbrochene Schilderung wieder auf: Albrigger hinterläßt sieben oder achtmalhunderttausend Frants, antwortete Taillefer auf Deroches' Frage. Ach Unsinn, nur Einer kennt ihr Vermögen genau, meinte Werbrust, ein Freund des Verstorbenen. Mer? Der dicke Spizbube, der Nuzingen! Er geht bis zum Friedhof mit; Aldrigger war sein Prinzipal, und aus Dankbarkeit hat er des guten Mannes Kapitalien angelegt. Seine Wittwe wird aus den Wolfen fallen. Was soll das heißen? Albrigger liebte seine Frau... Lachen Sie doch nicht, man sieht schon her. Ach, da kommt ja auch Du Tillet. Wo steckte er denn so lange? Wir sind ja schon bei der Epistel. Er heirathet voraussichtlich die Aeltere. Was Sie sagen! flüsterte Desroches. Sein Verhältniß zu Frau Roguin ist ja jetzt gerade enger als je! Er und enges Verhältniß! Sie kennen ihn wohl nicht? Wie steht Nuzingen zu Du Tillet! fragte Desroches. Folgendermaßen, erwiderte Taillefer. Nuzingen ift ganz der Mann dazu, das Vermögen seines ehemaligen Prinzipals zu verschlingen und es dann dadurch zu ersetzen, daß Geburt im Jahre des Friedens von Amien, also 1801. Jest schreiben wir 1823, Papa Werbruft. Bu jener Zeit schwärmte alles für Ossian, und deshalb nannte er auch seine Tochter Malvine. Sechs Jahre nachher unterm Kaiserreich war das Mittelalter eine Beit lang wieder modern, das Ritterwesen, die Kreuzzüge und ähnlicher Blödsinn. Deshalb nannte er feine zweite Tochter Isaura. Sie ist jetzt siebzehn! Zwei Töchter sind also zu haben. In zehn Jahren haben die Mädchen keinen rothen Heller mehr, flüsterte Werbrust Desroches vertraulich zu. Aus der Zeit stammt noch der alte Kammerdiener des seligen Aldrigger, sagte Taillefer, der alte Elsasser, der dort hinten so eifrig mitpläret. Er sah die beiden Mädchen Heranwachsen und würde sein Letztes für sie opfern. ( Die Chorsänger: Dies irae!*) ( Die Chorknaben: Dies illa!) Taillefer: Auf Wiedersehen, Werbruft! Das Diesirae" fann ich nicht mit anhören. Ich muß dabei zu viel an meinen armen Sohn denken. hier. Ich gehe mit, sagte Werbruft. ( In favilla.) Mir ift's zu feucht ( Die Bettler an der Kirchenthür: Eine milde Gabe, liebe Herren!) Der Schweizer setzt seinen Stab auf:( Bang... Bang) Für die heilige Kirche. Werbruft räusperte sich: In den Kirchen ist es doch lich immer verdammt feucht. Hm! Hm! Wie zu ersezen? Ganz einfach! Nuzingen weiß, daß Du Tillet sehr reich ist; deshalb soll er Malvine heirathen. Du Tillet traut aber Nuzingen nicht recht, und für den Zuschauer ist ihr Spiel miteinander recht ergöglich. Was, Malvine schon heirathsfähig? sagte Werbrust. Wie rasch man doch alt wird. Die Sänger drin: Amen! Ein Freund des Todten: Woran ist er denn eigentgestorben? Ein sonderbarer Spottvogel: Eine Geldader ist ihm geplant." Ein Baffant: Wissen Sie vielleicht, welch hohe Persönlichkeit mit dem Tode abgegangen ist?" Sein Better: Vielleicht der Herr Präsident von Montesquieu! ( Fortsegung folgt). *) Der erste Vers des berühmten lateinischen Kirchenliedes Malvine von Albrigger ist schon in den Zwanzigern. Der lautet: Dies irae, diesilasolvet saeclum- in favilla! gute Albrigger heirathete im Jahre 1800! Nie sah Straßburg Tag des Bornes, Tag, der das Jahrhundert in Asche verherrlichere Hefte als bei seiner Heirath und bei Malvinen's wandelt. D. Ueberf. ch 6 Republikaner, roie sie nicht sein folte find jetzt in Frankreich zu finden. Wir meinen nicht die Pana miten"- Spitzbuben giebt's überall, und icht überall packt man sie am Kragen. Aber Republikaner, BeitungsBerichterstatter ausweisen, weil sie die falen Finanzprattiken eines russischen Regierungsvertretes nicht_todtgeschwiegen haben, und die ein neues Pre- Knebelge set fordern, das Angriffe auf fremde Monarchen und deren Würdenträger soll heißen, auf Viterchen" und seinen Mohrenheim mit schweren Strafen felegt, folche Republikaner haben wir bis jetzt doch noch nicht gekannt. und beides- der Ausweisungen erwähnten wir bereits hat die„ radikale" französische Regierung soben gethan. Und diese Regierung verlangt von Europa, es olle glauben, daß sie entschlossen sei, dem Banamismus in Frankreich ein Ende zu machen. Fürwahr, wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß das Bürgerthum, sebft in seinen gesünderen Elementen, unfähig ist, den Migiasstall der fapitalistischen Korruption auszufegen, dann hat das neueste französische Ministerium durch diese zwei Naßregeln ihn glänzend erbracht. Ein fapitalistisches Späßchen läßt Sante Voß sich aus Frankreich erzählen. Ihr Pariser Korrespcadent schreibt aus Paris, d. d. 15. Januar: Ju Blois find einige Schuhfabilen, die fammen gegen 500 Arbeiter beschäftigen. Vor einigen Tagen fanden die Arbeiter aus und verlangten eine Lohnerhöhung. Die Unternehmer nahmen von vornherein eine sehr verföliche Haltung an und erklärten sich bereit, den Lohnstreit dureinen Schiedsrichter entscheiden zu laffen. Dieser wurde vorn Arbeitern ernannt und von den Fabrikanten angenommes Nach einigen Verhandlungen fällte der Schiedsrichter feinen euch, der in allen Hauptsachen den Arbeitern günstig war unur in einem oder zwei unwesentlichen Puntten für die Fabrifasten entfchied. Diefe unterwarfen sich dem Schiedsspruch, der aun auch den Arbeitern mitgetheilt wurde. Viele von dieser fanden ihn durchaus annehmbar, aber die Führer der Berufsgenossenschaft waren anderer Meinung, und bei der Abstimmung wurde mit 284 gegen 190 Stimmen beschlossen, die Arbeit nicht aufzunehmen, so lange die Unternehmer nicht alle Bedingungen der Arbeiter angenommen haben würden. Gleichzetig wurden wilde Drohungen gegen die Fabrikanten ausgeften. Diese erschräke« tntb faßten«tnen durchgreifenden Beschkuß: sie entschiede» sich nämlich einmüthig dafür, Alois zu verlassen, ihre Fabriken zu schließen und alle ihre Maschinen, Vorräthe«. f. m. mitzunehmen, da sie sich an Leib und Vermögen nicht mehr sicher fühlten. Gestern führten sie diesen Beschluß aus. Die Arbeiter wollten sie aber am Wegzug verhindern, denn, sagten sie, es sei Pflicht der Unternehmer, in Alois zu bleiben, und sie seien als eine Art Geisel anzusehen, deren man sich ver- sichern Müsse, damit sie„den Arbeitern nicht schaden können". Die Fabrikanten riefen den Eckutz der Be> Hörden a«, die den» auch den Rückzug der Fliehenden mit Polizei und einem ganzen Bataillon Soldaten deckten. Natürlich verhinderte dies die Arbeiter, von Drohungen zu Thätlichkeitcu überzugehen, als aber die Fabrikanten ab- gezogen waren, überreichten die Arbeiter im Stadthaus eine schriftliche Beschwerde gegen das, was sie die Einmischung der öffentlichen Gewalten in ihren Lohnstreit und die Parteinahme für die Fabrikanten nennen. Die Behörden nehmen für die Arbeitgeber Partei, wenn sie die Arbeiter verhindern, sie todt- zuschlagen und ihre Häuser zu plündern. Die Auffassung ist hübsch. In anderen Ländern kommt es noch vor, daß die Be- Hörden Arbeiter, die ihre Arbeitsgelegenheit verlassen wollen, hieran gewaltsam verhindern, mit der Begründung, daß sie ihre Kündigungsfrist einhalten müssen. Was die Arbeiter gestern in Alois versuchten, das ist eine gute Parodie eines derartigen Borgehens. Der Unternehmer als Leibeigener seiner Lohnarbeiter ist etwas Neues. Die Arbeiter nennen sich gern Lohnsklaven. Wenn sie für sich die Freiheit fordern, so ist nicht einzusehen, wie sie die Sklaverei der Arbeitgeber begründen wollen. Natürlich ist daS Dichtung mit blos einem einzigen Körnchen Wahrheit. Wahr ist, daß eine Differenz statt- gefunden hat. Wahr ist, daß die Arbeitgeber mit Wegzug gedroht haben. Allein Dichtung ist alles Uebrige. Den Arbeitern ist es nicht eingefallen, die Arbeitgeber am Aus- ivandern zu hindern. Und den Arbeitgebern von Blois fällt es nicht ein, sich dauernd von ihren Arbeitern zu trennen, die für sie ja daS Huhn darstellen, welches die goldenen Eier legt. Der ganze Streit ist bereits in den Bahnen friedlicher Verständigung.— Das italienische Klein-Panama ist von der Muster- kammer des Herrn Giolitti bekanntlich durch einen parlamen- tarischen Staatsstreich für den Augenblick beseitigt worden. Di« Kammer erklärte„Alles in Ordnung' und lehnte die Niedersetzung einer Untersuchungs- Kommission ab. Leider kümmern sich die„widerspenstigen Thatsacheu" nicht um den Kammerbeschluß— und die abscheuliche Mißwirthschaft der „Römischen Bank' hat sich nicht länger vertuschen lassen. Es fehlen gegen 30 Millionen Lire(Franks), die ungedeckt sind, und der Kassirer einer Bank-Filiale ist mit 2xh Mill. soeben durchgebrannt. Der Anfang der Enthüllungen hat für Italien begonnen.— VarlcmrentsrisÄjes. Ju der WohlprüfungS-Kommission fand heute endlich die enlscheidende Abstimmung über die Wahl des Abgeordneten Möller in Dortmund statt. Herr Möller ist seinerzeit in der engeren Wahl mit 10 867 Stimmen gegen 17 614 gegen unseren Parteigenossen Tolle gewählt worden. Dieser Sieg konnte von den Nationalliberalen nur errungen werden, indem sie alle Mittel der Einschüchterung und der Vergewaltigung in An- wendung brachten, durch welche die Wahlen in Dortmund von jeher geradezu berüchtigt sind. Besonders toll trieben es die Herren von jeher und auch bei der letzten Wahl wieder in der Stadt Hörde. Die Wähler dieser Stadt bestehen wie der von dem liberalen Wahlkomitee eingereichte Gegenprotest selbst angiebt, zu s/« aus Arbeitern»nd Beamten des Härder Vereins. Natürlich werden aus der Reihe der letzteren die Wahl- Vorsteher und Beisitzer gewählt, was aber dann von diesen Herren noch übrig bleibt, das übernimmt die Rolle des Einlreibers und Ueberwachers bei der Wahl. In welcher Weise in diesem Industriezentrum die Wähler an die Urne getrieben »verde», dafür mag nachfolgende eidlich erhärtete Aussage eines der vernommenen Zeugen sprechen. Es ist der Schlosser Huge- mann,«elcher folgendes deponirte: „Am Wahltage, den 20, Februar v. I., betrat ich Nachmittags zivisch«»» 2 und 3 Uhr das b. Wahllokal auf dein Schild hierselbst. Vikar Oebicke u»d Kaplan Brakel waren schon dort. Ich kam in Begleitung des Redakteurs Lensing. Ich sah sosort, daß die Arbeiter der Hörder Werke bei Aus- Übung ihres Wahlrechts durch Angestellte der Werke beständig lonlrollirl wurden. Den inir hier vorgelegten Situationsplan des Wahllokals tz habe ich selbst entworfen auf Ansuchen des Redakteurs Lensing. Ter Entivurf entspricht der Wirklichkeit. Im Flur vor dem Wahlraume saßen bei meinem Eintritt am Slgitatioiulische». a. der Hüttenangesiellte Keinmer, welcher Wahlzettel und Flugblätter der nationalliberalen Partei vor sich liegen hatte. Derselbe leitete augenscheinlich die Wahlzettelvertheilung, »vahreuv andere Augestellte der Werke des Hörder Vereins, ins- besondere der Portier Wäller und Obermeisier Köllemeyer, die Bert Heilung der Zettel besorgten. Die Zettel»vurden den Arbeitern zusammengefaltet Überreicht, die Faltung»var,»venigstens so lange ich im Wahllokal 5 mich befand, bei allen nationalliberalen Zetteln eine auffallend gleiche. Ter Name des Kandidaten Möller war äußerlich erkennbar auf mindestens Armeslänge. Jeder Arbeiter wurde von Empfang deS Zettels bis zur Abgabe am Wahltisch seitens der Angestellten der Hörder Werke nicht aus dem Auge gelassen; seine Kontroll« erfolgte viel mehr von allen Seiten, von dem Agitations- lisch im Flur aus, von dein Kontrollpult links vom Wahltisch aus, an welchem sich die Hüttenangestellten Heinz, Bültinann jnn. und Kemmer j>«n. befanden, durch Wäller und Köllemeyer, sowie noch durch verschieden« andere Angestellt« oder Arbeiter der Hörder Werke, die sich im Wahlraume h»»« und herbewegten und bald von hier, bald von dort aus ihre Beobachtungen machten. Die Werksarbeiler waren infolge dessen nicht im stände einen anderen Zettel, als den ihnen überreichten, am Wahltische abzugeben, ohne daß es bemerkt worden wäre. Perschiedeue Wähler, deren Name» ich jedoch nicht mehr kenne, haben mir vor dem Wahllokal und später erklärt, sie hätten lediglich in der Besorgniß, von den Hörder Werken«ntlaffen zu werden, nationalliberal gewählt. Es schien mir, als wenn Bült- mann und Keminer jnn. den Namen ein«? jeden Wählers im Augenblick der Stimmabgabe aus der Wählerliste festzuslellen suchten, während Grinz diese Namen anscheinend notirte, sobald er den einzelnen Namen durch Bültinann oder Kemmer genannt erhalten hatte. Gegen 3 Uhr Nachmittags erschien der Werksplatzmeisier Feierabend im Flur des Wahllokals und legte mit den Worten „Neue Auflage mein« Herren, keine alten Zettel mehr ausgeben' einen Pack neue Zettel gelblicher Farbe, wie der mir hier vor- aelegte— nach Blatt 26 der Atten Anlage 2— auf den Agitation-tisch. Vom Wahllokal S begab ich mich in Begleitung der beiden Geistlichen, Lensing's und des Taalmaim zum Wahllokal 4 in der Schulstraße, haben hier jedoch nur den Hansstur betreten, da es gleich hfcß,„was move» die Pfaffe« hier' und mfolg, einer Gegenbemerkung Daalmann's Streit und sogar Gewaltthätigkeiteu leicht vorkommen konnten. Vorsiehendes erschöpft meine Wiffenfchafl.' So wie vorstehend Hugemann sagen die andere«»er- nommcnen Zeugen aus. Das liberale Wahlkomitee selbst aber giebt den getriebenen Wahlzettel-Schwindel zu, indem es in seinem „Gegenprotest' sagt: „Daß daS liberale Wahlkomitee am Nachmittag des 26. Februar andere Stimmzettel, als die vorher verwandte«. austheilen ließ, ist richtig� dies geschah infolge der Wahr» nehmung, daß im 1. Wahlbezirk den liberalen Wählern von der Gegenparlei Stimmzettel gleich den Zetteln der liberalen Partei zum Zwecke der Täuschung in die Hände gedrückt wurden, welche, als die Wähler sie entfalteten, den Namen des ultramontanen Kandidaten enthielten. Das liberale Wahlkomitee bezweckte durch die Vettheilung anderer Stimmzettel, daß es dadurch erschwert wurde, den liberalen Wählern Stimmzettel, welche aus den Namen des ulttamontanen Kandidaten lauten, in die Hände zu schmuggeln.' Auch daß der Hörder Verein am Wahltag Abend, nachdem Möller durchgedrückt war, Freibier in unbeschränktem Maße gab, wird offen zugegeben. Alle diese Dinge und noch viele andere zusammen ver- anlaßten den Referenten schon in der vorigen Session die Kassirung der Wahl Möllers zu beantragen. Dieser Antrag fiel damals aber mit b gegen ö Stimmen, weil die Hälfie der Kommission es nicht für erwiesen erachtete, daß die- selbe Uebcrwachang der Arbeiter, welche für den I., IV. und V. Bezirk in Hörde konftatirt ist, auch in dem II. und III. Bezirk geübt worden fei. Mittlerweile haben die Zeugen freiwillig «hre ersten Aussagen dahin ergänzt, daß die bcanstandet« Kon- trolle allerdings in den sämmtlichen fünf Hörder Bezirken, und zwar in den» II. und III. Bezirke noch schlimmer wie in den anderen, stattfand. So wurde heute in der Kommission der An- trag auf Ungiltigkeitserklärung wieder ausgenommen und schließ- lich auch mit 8 gegen b Stimmen angenommen. Von der Minorität wurde beantragt, erst Erhebungen darüber anzustellen, ob die Kontrolle wirklich in den fünf Hörder Bezirken geübt worden fei, bestätigte sich dies, dann war auch die Minorität für Kassirung.— Für die Wähler des Kreises Dortmund wird es eine Genugthuung sein, daß auf daS schamlos« Treiben des dortigen ordnungsparteilichen Wahlkomitees endlich einmal die gebührende Antivort gegeben ist. Vierte Sitzung der Militär> Kommission. In Fort setzung der Generaldiskusston erhält das Wort der Ultramomane Dr. Lieber. Dieser Dauerredner erklärt sich in erster Linie mit Bennigsen insofern einverstanden, daß Deutschland die Pflicht habe, die 1871 annektirten Reichslande„für alle Zeilen festzu- halten." Nicht einverstanden sei er mit der Anschauung Bennigsen's, daß die Abgeordneten auch gegen den Willen ihrer Wähler der Vorlage zustimmen müßten. Sachlich folgt er wesentlich den Spuren der neulichen Rede Richler's. Die gegen- wärtige Vorlage bekomme einen besonders eigenlhümlichen Bei- geschmack dadurch, daß regierungsseitig vor zwei Jahren Versicherungen gegeben wurden, die Jedermann so auffassen mußte, daß mit den damaligen Bewilligungen ein Abschluß herbeigeführt sein sollte, während man jetzt«ine vollständige Neu-Orgamsalion und ganz bedeutende Mehrausgaben als un- e r l ä ß l i ch dezeichne. Dieses Vorgehen habe sein bisheriges großes Vertrauen zur Militärverwaltung stark erschüttert. Man dürfe sich doch nicht allein auf die militärischen Waffen verlassen;„die Diplomatie sei doch auch noch da", um den Frieden zu bewahren! Auch daS Beivußtsein, daß der Drei- bund stark genug sei, sich seiner Haut zu wehren, werde die Feinde schon abhalten, über uns herzufallen. Aus die innere Politik übergehend, demerkt er, mit der fortwähren- den Steigerung der Lasten durch daS Reich trage in an dazu bei, der von Herrn von Friesen schon erwähnten Ab- »ahme des Nationalgefühls Vorschub zu leisten; es wäre be- dnuerlich, wenn in Bayern wieder der Ruf ertönen würde: „Lieder bayerisch sterben, als kaiserlich verderben", wie unter den Habsburgern. Nach einem Seitenhieb aus die siegesgewisse Sozial- demokralie, welche eine Gefahr im Innern darstelle, erklärt er, an der Stellung seiner politischen Freunde zu der Vorlage habe sich durch die bisherigen Verhandlungen nichts geändert. Die Ausführungen des Kanzlers in voriger Sitzung über die Geschichte der zwei- und der dreijährigen Dienstzeit nöthigtcn ihn und seine Partei- genossen, unbedingt au der g e s e tz l i ch e n Festlegung der zweijährigen Dienstzeit festzuhalten, damit nicht irgend ein Nachfolger Caprivi's wieder zur dreijähriaen zurückkehre» könne. In puncto der stnanziellen Möglichleit, die neuen Lasten zu tragen, halte er die Bolrsverttetung für kompetenter als die verbündeten Regierungen. Der alte konstitutionelle Grundsatz vom„Knopf auf den Beutel" habe seine volle Be- rechtignng. Die Verhandlungen im preußischen Abgeordneten- Hause über den preußischen Etat lieferten den Beweis, in welch ungemein trüber Lage wir uns befinden. Sogar der m-......"..... Die An- ler sind in bezug auf ic Lasten, welche~ die Vorlage mit sich bringe, sei eine solche, daß er und seine Freunde dieselbe nicht tragen könnten. Der Sieichskanzler erwidert, daß der preußische Finanz- minister, trotz seiner von dem Vorredner erwähnten tragischen Hallung in» Abgeordnetenhause, doch diesen Vorlagen für das Reich zilgestimml habe. Die finanzielle Lage Preußens, die ja„verbeiserungssähig" sei, dürfe mit diesen Forderungen nicht in Vergleich gesetzt werden. Sehr energisch verwahrt er„die bayerische» Mitbürger" dagegen, daß irgend einer derselben daran denken könne, sein Vaterland wieder vom Reiche los- zureißen. Wenn alle Bayern wüßten, in welch schwie- riger militärischer Lage wir uns befinden, würde keiner(?) gegen die Vorlage stimmen(?!). Die Diplomatie habe bisher ihre Schuldigkeit gethan und werde sie auch künstig thun. Zu einem Mißtrauen gegen die Militärverwaltung sei nicht die geringste Veranlassung gegeben. Der Vorschlag, die zwei- ; ä h r i g e Dienstzeit i in Rahmen der gegenwärtigen Präsenzziffer zuzugestehen, sei für die Regierung u n a n- »eh in bar, daraus werde sie nun und nimmer eingehen. Auch die pure Annahme der zweijährigen Dienstzeit(d. h. die gesetzliche Festlegnng) sei unthunlich. weil die Qualität der Truppen dadurch verschlechtert werde. Es sei dies in Verbindung mit der Belastung der sü»f Monate dienenden Ersatzreservisten ein Schritt zur Milizarmee, den die Regierung nicht mitmache, der erklärlich sei bei der Stellung der Sozialdemokraten, aber nicht bei Leuten, welche an den Grundlagen der heutigen Heeres- vcrivaltung sesthalten wollen. Abg. v. Hamm er st ein(kons.) verlangt von den Ver- bündeteu Deutschlands, daß sie in derselben Weise wie dieses ihre Wehrkrast steigern. Durch die Darlegungen des Reichs- lanzlcrs habe er sich überzeugen lasse», daß wir z. Z. nicht einmal stark genug seien, um mit Frankreich allein serlig z» werden, um den„schneidigen" r a s ch e n Offensivkrieg führen zu können. Die disponirlen Mittel Deutschlanos reichten nicht aus, auch nur 14 Tage Krieg zu führen, von dem Patriotismus der Berliner Börse aber sei nichts zu erwarten, weshalb wir eben nur durch schnelle Erfolge siegen köimten. Die ziveijährige Dienstzeit, die hoffentlich nur ein Experiment sei, gefällt ihm nicht. er hält nach wie vor die dreijährige für nöthig. Siach einer Polemik gegen die ziffernmäßigen Vorschläge v. Bennigsen's stellt er die Anfrage an den Kanzler. iuwieferi, die höheren Offiziere sich für die Einführung der zweijährige« Dienstzeit oder gegen dieselbe ausgesprochen hätte«. Lktz der etnzig rickchige Eesichtspmckt in seinen«nS« führnngen erschien uns der Hinweis auf die Ungerechtigkeit, die in der verschiedene« Dienstzeit für die verschiedenen Waffengattungen liegt und die eine groß« Erbitterung hervor- rufen werde.— Die gesetzlich« Festlegung der kürzeren Dienstzeit hätt er für„hochgradig bedenklich": es sei bester, bei dem System der Dispositionsurlauber zu bleiben. Die Frag«, ob die erwachsende« Kosten zu ertrage« feie», müsse bejaht, die Laste» büßten«den getragen werden. Der Reichskanzler erklärt, die deutsche« Wehrkräfte seien, wenn die verlangten Verstärkungen bewilligt würde«, flilr de« Offensivkrieg ausreichend. Die zweijährige Dienstzeit sei allerdings«in Experiment, allein jeder Fortschritt sei ein Experiment. Wenn die Regierung eine Garantie dafür gehabt hätte, die Vermehrung der Streitkräfte mit der dreijährigen Dienstzeit durchzusetzen, würde sie die§ vorgezogen haben, allein sie habe in dieser Ricktung nicht einmal be, allen Parteigenossen des Herrn v. Hammerstein Unterstützung gefunden. Dem Wunsche des Vorredners, Auskunst darüber zu geben, wie die hohen Offiziere sich z« der Borlage gestellt hätten, könne er nicht entsprechen, jedoch könne er verstchern, daß eS heute noch Grundsatz in der preußischen Armee sei, das„Politifirea und Raisonniren' aus derselben fernzuhalten. Abg. Hinze(dfr.) bedauert, daß der Reichskanzler tti bezug auf die gesetzliche Feststellung der Dienstzeit jedes Entgegen- kommen abgelehnt habe; hoffentlich werde sich dieser schroffe Standpunkt im Laufe der Verhandlungen„noch etwas abinilvern". An der Hand eines Artikels der Pariser ,A.vsiur rniliuire". sucht er nachzuweisen, daß die AushebungSziffern in Frank- reich erheblich hinter der erwarteten Stärke zarückbleiben, welches Verhältniß von Jahr zu Jahr mehr hervortreten werde. Des Weiteren seien im verfloffenen Jahre in Deutschland mehr Knaben gebore« worden, als in Frank- reich Knaben und Mädchen zusammen. Das genannte sran- zösische Militärjournal gebe deshalb den Rath, Frankreich möge sich allmälig an den Gedanken gewöhnen, daß es infolge der Bevölkerungsverschiedenheit mit den deutschen Mililärkräften nicht mehr Schritt halten könne. Bezüglich der russischen Ziffern kommt er zu demselben Resultat wie der Abg. Richter, nämlich daß dieselben um ca. 366 666 Mann niedriger seien als die von der Militärverwaltung kürzlich an- gegebenen. Einverstanden erklärt er sich mit dem Reichskanzler, daß Deutschland nur im strategischen Offensivkrieg fiegreich sein könne, und dazu sei allerdings eine möglichst große Truppen- zahl nöthig. Der taktische Werth der K a v a l l e r i e sei zwar nicht gestiegen, eher das Gegeutheil—, wohl aber der strategische. — Er läßt dann die verjchiedenen Zahlen Revue passtren, welche die Parteien nach den Aeußerungen ihrer seitherigen Redner zur Vermehrung für genügend halten; das deutschfreisinnige Angebot betrage 28 666 Mann. Jedoch seien alle Zahlen nur rein mechanisch gegriffen, die Hauptsache sei die Quote der inneren Kraft unserer Reserven. Bis jetzt habe man nach den gelten- den Tauglichkeitsbegriffen alljährlich ca. 26 666 Ueberzählige, die ohne Weiteres zum aktiven Dienst eingestellt werden könnten und sollten, wenn die allgemeine Dienstpflicht wirklich durchgeführt werden soll. Bei einer Herabsetzung d«S Mindermaßes um 8 cm, wogegen er auch nichts einzuwenden habe, würden weitere 6606 Mann eingestellt werde» können. Einer Einstellung der„nur bedingt Tauglichen", welche die Regierung beabsichtige, könne er dagegen nicht zustimmen. Schon seit mehr als 16 Jahren nehme dieZiffer derEinstellungsu n tau glichen zu; trotzdem habe die Zahl der„Ausgeniusterten"(d. h der gänzlich Unbrauchbaren) trotz Vermehrung der Bevölkerung und der Jndustrie-Arbeiter, ganz erheb lich a b g e- n o m m e n; eS seien also schon fortgesetzt Leute, die man früher für gänzlich unbrauchbar hielt, eingereiht worden. Dies seien schwere Bedenken gegen die von der Regierung verlangte hohe Zahl.— Er für seine Person bezeuge, daß auch er, wie Herr v. Bennigsen, kein Freund eines Konflikts sei, auch in seiner Partei bestehe keine Neigung zu einem solchen, aber bei einem starren Festhalten der Regierung an ihren Forderungen, wenn ste gar nichts nachlassen wolle, sehe er keine Möglichkeit, einem Konflikt aus dem Wege zu gehen. General v. Goßler sucht diverse von Hin,« vorgetragene Ziffern zu berichtigen, insbesondere dir russischen Zahlen und die statistischen Angaben über die Eheschließungen und Geburten in Frank- reich. Er giebt zu, daß man ziveifelhast sein könne, ob das bisherige Rekrutirungssystem in Deutschland richtig gewesen sei, um hier abzuhelfen, habe man ja das Gesetz betreffend die anderweitige Ersatzvertheiluna eingebracht. Die weiteren Einwürfe Hinze's würden sich in der SpezialdiSkussion„ausklären". Schluß Vell Uhr. Nächte Sitzung am Montag, den 23. Januar. In derselben hofft man endlich mit der General- diskussion fertig zu werden. In der Vndgetkommisston fand heute die Fortsetzung der Berathung über den Postetat statt. Es wurde dabei besonders auf die in der vorigen Sitzung von dem Abg. Singer vor» gebrachten Maßregelungen der Mitglieder des Vereins der Post- Assistenten Bezug genommen. Von feiten der Regierungsvertreter, Geiieral-Postmeister v. Stephan und Wirkl. Geheimrath Direktor Dr. Fischer, mußte zunächst zugegeben werden, daß die Statuten des Vereins der Assistenten nichts enthielten, was Anstoß erregen könnte. Aber die Wirkung dieses Vereins sei in der Praxis die, daß die Disziplin durch denselben gelockert werde. Dies zu ver- hindern sei aber Aufgabe der vorgesetzten Behörde, und dies müßte im Interesse der Poslverwaltung verhindert werden. Uebrigens sei nur ein einziger Beamter strasversctzt worden; alle übrlgen Versetzungen seien nur erfolgt im persönlichen Interesse der betr. Beamten selbst und zivar zu dem Behuf«, um die Leute auf einen — ruhigeren Posten zu bringen. Als freiwillige Regierungs- vertretcr traten besonders der Graf von Behr und der frühere Botschafter Herr von Keudell für die Poftverwaltung ein. Der letztere Herr stellte dabei den Satz auf, daß der Staatsbeamte mit der Uebernahine des Amtes freiwillig auf eine Reihe staats- bürgerlicher Rechte verzichte und zwar gehöre dazu auch das Recht, durch das Mittel der Koalition seine Interessen gegen- über der Staatsverivaltung zu vertreten. Besonders sah Herr von Keudell eine recht bedenkliche Erscheinung in der Herausgabe eines eigenen Organs für die Postassistenten. Als Beweis für seine Argumentation verwies der Herr darauf, daß man es ja auch nicht dulden würde, wenn die Unteroffiziere einen Verein zur Wahrung ihrer Interessen gründen würden. Die beste Lösung nach Keudell wäre es, wenn man von Hause aus den Verein der Assistenten verboten hätte.— Diesen mehr vorstntfluthlichen Anschauungen traten auf das entschiedenste die Herren Hinze(Freisinn). Gröber und Sperling vom Zentrum entgegen, letztere beiden besonders unter Betonung ihrer Eigen- schaff als Staatsbeamte, als welche sie nicht geneigt sind, auch nur auf ein einziges Staatsbürgerrecht zu verzichten und sich als Bürger zweiter Klasse behandeln zu lassen. Mehrfach wurde bedauert, daß Singer verhindert sei, der Verhandlung beizuwohnen.(Singer war als Referent in der Arbeitslosen- Versammlung in den Konkordia-Sälen abwesend. D. R.) Meister entschuldigte die Abwesenheit Singer's, und verwies im übrigen aus die bekanuten, in der Presse und auch in der Kommission veröffentlichten Erlalse, welche, deren Authentizität vorausgesetzt, genügend Anlaß böten, diese Frage in der Kommission zu er- örtern und so besonders den Negierungsvertretern Gelegenheit zu einer klarstellenden Aeußerung zu geben.— Die Kommission be- willigte hieraus 36 Raten bereits früher bewilligter Bauten von Postgebäuden. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 19. Januar. Opernhaus. Die Walküre. Circus Renz. ( Karlstraße.) Donnerstag, den 19. Januar 1893, Abends 71/4 Uhr: Außerordentliche Vorstellung. Auftreten der sämmtlichen KünstlerSpezialitäten 1. Ranges. Vorführen und Reiten der beftdressirten Freiheits- und Schulpferde, u. 2.: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Sum Schluß: Todesanzeige. Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Ernst Goris, Prenzlauerstr. 19, gestorben ist. 380/9 Achtung! Achtung! Heute, Donnerstag, den 19. Januar, Abends 8 Uhr, Gr. Volksversammlung im ,, Eiskeller", Chausseestraße 88. Zagesordnung: 1. Vortrag der Frau Betkin über: Die Frau des Proletariats und der Militarismus. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Frauen find befanders Schauspielhaus. Das Stiftungsfeft. Ein Künstlerfest. 20. Januar, Nachmittags 2 Uhr, von eingelager Der zweite Vortrag der Frau Betkin findet am Montag in der Leffing- Theater. Baumeister Solneß. Wallner- Theater. Die Großstadt Iuft. Berliner Theater. Schlimme Saat. Deutsches Theater. Zwei glückliche Zage. Kroll's Theater. Silvona. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Die Lore. Die fleine Marquise. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. AON Die Beerdigung findet Freitag, den Edem Krankenhause Moabit aus statt. Um rege Betheiligung bittet Gr. Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister A. Siems. Mit überrasch. Licht- u. Wassereffecten auf das Glänzendste in Szene gesetzt vom Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet v. 100 Damen. Morgen, Freitag: Große Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Sonntag: 2 gr. Fest- Vorstellungen um 4 Uhr( 1 Kind frei) und um 71/2 Uhr. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Der Vorstand. Todesanzeige. Allen Bekannten und Genoffen hiermit die traurige Mittheilung, daß mein lieber Mann, unser Vater, der Maurer Ernst Goris am Montag, Abends 1014 Uhr, im Alter von 58 Jahren, verstorben ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. Januar, Nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses Moabit( Birkenstraße) aus nach Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Thomas- Theater. Die Gigerin von Burgstraße, neben der Börse. bem Georgentirchhof in Weißensee statt. Wien. National- Theater. Hamlet, Prinz von Dänemark. Alexanderplatz Theater. Der Teufel, oder: Die Blinde von Paris. Apollo Theater. Vorstellung. Welt- Lokal Berlins, 5000 Perf. fassend. Täglich: Spezialitäten- Vorstellung mit großem Programm. Ant. Wochent. 72 Uhr, Sonnt. Spezialitäten. 63r. Raffeneröffnung leto. vorget. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 26. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gefeßt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. der equilibrist. RaminBraselli, feger Produktion auf The Maakwoods, d. freistehenden Leiter. Maakwoods, MephistoAft. preisgefr. 3 Schwest. Porotti, Kunst- adfahrerinnen Equilibrist. Rappo- Jessy, Jongleur und Mille. Bellona, vorzügl. Instru Barnum mentalistin. mit seinen wunderbar dress. Riesen Doggen. unbewachte Momente The Lets, zweier Negerſtlaven. Theod. Zierrath, als Driginal Pannemann. Bildhübsche Soubrette. Lilly Mellini, Novität! Der Dussel ( Nulpus) Barodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. . Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Avis! Mittwoch, 25. d. Mts.: Erstes gr. Masken- Kostüm- Fest. ( Klemm- Ebe. Martin Bendix.) Gratweil's Bierhallen Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Castan's Panoptikum. Tai- za- Wunder. Geheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Fantoche- Theater. Andere Illusionen. Sämmtlich ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. Etablissement morikBuggenhagen. Play. Morit Play. Täglich: Juftrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittags1ifch. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Feßttagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Bf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas- Theater. Empfehle meine elegant ausgestatteten Säle, elettrisch beleuchtet, Theaterbühne 2c. zur Abhaltung jeder Art Festlichkeit unter toulanten Bedingungen. G. Schmiedel Wwe. 959b Sterbekasse von Arbeitern der Berliner MaschinenbauActien- Gesellschaft. Sonntag, den 29. Januar 1893, Vormittags 9, Uhr: Unions- Brauerei, Hasenhaide 22-31, ftatt. 156/5 Die Frauen- Agitationskommiffen. Freitag, den 20. Januar 1893: Große öffentl. Brauer- Versammlung im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 960b Zages Ordnung: 1. Die Nothstands- Interpellation der sozialdemokratischen Fraktion vor dem Reichstag. Referent: Reichstags- Abgeordneter Schwark. 2. Brauer- Krankenkasse: Berichterstattung der dazu gewählten Kommiffion. 3. Berichterstattung der Gewerkschafts- Rommission über ihre jährige Thätigkeit, Niederlegung ihres Mandats und Arbeitsnachweis- Berhältnisse. 4. Abrechnung der Marten für die Gewerbegerichts- Wahlen und der Sammellisten streikender Rorbmacher. 5. Verschiedenes. Der wichtigen Zagesordnung wegen bittet um recht zahlreichen Besuch Der Einberufer. Strankenkasse der Hutmacher- Gesellen za Berlin( E. H. Nr. 67). Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Feind, Weinstraße Nr. 11: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes. Generalversammlung 3. Wahl des Ausschusses und der Kranken- Kontrolleure. 4. Berschiedenes. im Lokale des Herrn Stümke, Ackerstraße 123. Zages Ordnung: 1. Halbjähriger Raffenbericht. 2. Verschiedenes. Das Quittungsbuch legitimiet. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 958b J. A.: Aug. Acke, Borsigender, Müllerstr. 184, 2 r. Zentral- Krankenkasse der Maurer, Gipser( Weißbinder) und Stuckateure Deutschlands. " Um pünktliches Erscheinen bittet Der Vorstand. O. Tschoppe, Fischerstraße 8. Achtung, Rixdorf! 955b Freitag, den 20. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr, tm Lokale des Herrn Niesegk, Bergstr. 129: Gr. öffentl. Versammlung arbeitsloser Frauen und Männer. Tages- Ordnung: 1. Die Ursachen der Arbeitslosigkeit und die Nothstands- Interpellation vor dem Deutschen Reichstage. Referent: Reichstags- Abgeordneter A. SchmidtMittweida. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle arbeitslosen Frauen und Männer sämmtlicher Branchen sind hierzu ausdrücklich eingeladen. 840/11 Der Vertrauensmann. Robert Köppen. Achtung! Achtung! Grundstein zur Einigkeit". Sonntag, den 22. Januar 1893, im ,, Giskeller", Chaufferstr. 88: Oertliche Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, 22. Januar, Vorm. 10 Uhr: Ordentliche Gedächtnissfeier Mitglieder- Versammlung für die drei in der Nacht vom 22.- 23. Jannar 1887 in Brochnow's Salon( früher Orschel), Sebastianstraße Nr. 39. Tagesordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 4. Quartal 1892. 2. Bericht der Revisoren. 255/2 3. Erfahwahl eines zweiten Raffirers. 4. Innere Kassenangelegenheiten. Rommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Rinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. NB. Den Mitgliedern zur Kenntniß, Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. daß das Kaffenlokal wegen der Verfowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, sammlung an diesem Sonntag geschlossen ist. F. Sodtke. Cigarrengeschäft 157b für den Inventarpreis zu verkaufen Reichenbergerstr. 174, Destillation. verunglückten Genossen, veranstaltet vom 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis, bestehend in 353/4 Festrede des Genossen W. Liebknecht, Concert u. Gesang. Anfang Nachmittags 4 Uhr. Um zahlreichen Besuch bitten Programm 15 Pf. Die Vertrauenspersonen. 5. Etwaige Beschwerden gegen die Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen. örtliche Verwaltung. Sonnabend, den 21. Jannar: Grosser Wiener Masken- Ball Die örtliche Versammlung. Homöopathische Klinik, Brunnen-| Andreasstr. 64. straße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg.9-10. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Verlage erschien: Sozialpolitisches Handbuch. Von Dr. H. Lux- Magdeburg. Groß Oktav, XX und 336 Seiten mit einer Tabelle: Vergleichende Zusammenstellung der Arbeiterschutz- Bestimmungen in den einzelnen Ländern. Preis: broschirt 1,50 M., in Bädeckerband geb. 2 M. Auch in 5 Lieferungen à 30 Pfennig. Einbanddecken 20 Pfennig. 400/5 Mit dem„ Sozialpolitischen Handbuch" hat der Verfasser, unterstützt von hervorragenden Mitarbeitern, ein gedrängtes Kompendium geschaffen, das für unsere Genossen, die sich der Agitation widmen und dem Gegner gegenüber immer schlagfertig sein müssen, ein willkommenes Hilfsmittel sein wird. Das Thatsachen- und Zahlenmaterial aus unserer Parteiliteratur, die bei ihrem steten Wachsthum geistig durchzuarbeiten immer schwieriger wird, findet sich in demselben in praktischer Weise zusammengestellt, so daß Fragen über unsere Bewegung, ihre treibenden Kräfte und ihre wirthschaftlichen und politischen Widerstandsmomente leicht nachgeschlagen werden können. Nicht zuletzt werden auch unsere Redaktionen, sowie alle an der geistigen Herstellung unserer Preßerzeugnisse Thätigen ein geeignetes Nachschlagebuch mit obigem Werte erhalten. Allen Genoffen, denen die Verbreitung unserer Ideen am Herzen liegt, empfehlen wir dies Buch zur Selbstanschaffung als auch zum Bertrieb. Jede Vereinsbibliothek, jeder Lesezirkel und schließlich der private Bücherschatz jedes Arbeiters muß dasselbe enthalten. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. E Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von außerhalb ersuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages( Porto extra). in den Gesammträumen der Concordia- Festsäle. Krautstr. 38. Großer historischer Festzug. Interessant! Bilder aus dem 19. Jahrhundert, Interessant! ausgeführt vom Verein für volksthümliche Kunst. Ballmusik( 3 Orchester) 170/6 ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmufiker". Anfang 9 Uhr. Einlasskarte 50 Pfennig. Einlaßkarten find in den bekannten Stellen und im Bureau des Verbandes, C., Neue Grünftr. 10 I, Fernsprech- Amt I 810, zu haben. Achtung! Achtung! Verband der im Bergolder- Gewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin.) Sonnabend, den 21. Jannar, in Nieft's Ballhaus, Weberstr. 17: III. Stiftungsfest. Grosses Vokal- und Instrumental- Concert. Billets sind zu haben bei Frau Leonhardt, Neue Königftr. 92; Herrn Hugo Otto, Reichenbergerstr. 74; Alb. Ehlen, Stralsunderstr. 69. Billets, welche nicht umgesetzt sind, bittet man mitzubringen. zum 355 Das Vergnügungs- Komitee. Jum 27. Jaunar 1893 erscheint eine auf rothem Papier gedruckte Extra- Nummer Volksblatt der Kreise Teltow- Beeskow- Charlotten burg, Oberbarnim, Niederbarnim, Schwedt, Prenzlau- Angermünde". Borbestellungen werden bis spätestens zum 25. Januar Berlin, Beuthstraße 2, Hof rechts, entgegengenommen. 3585L Verkaufspreis 10 Pfennig. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Annoncenpreis für die fünfgespaltene Petitgeile 30 Pfennig. Auflage etwa 20 000. Unserm Freund und Genossen Richard Nöher zu feinem heutigen Wiegenfeste ein drei mal donnerndes Hoch, daß bei Ferdinand die Bratheringe schwimmen. 954b [ Vereinslokal m. Pianino u. Billard für 70 Perf. steht noch mehrere Tage i, d. Woche 3. freien Verfügung. Restaurant zur Weltausstellung, Schlesischestr. 6. 8.8. C. d. C.M. J.V. G. B. n.v. Kinderwagen.tes Bager Berling F.H. E. D. R.B. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Berlag von Maz Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Hp. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner VoWlatt. Nr. i«. Donnerstag, den 19. Jannar 1893. 19. Jahrg. Vnrlanrenksbevtchke. Deutscher Reichstag. 24. Sitzung vom 18. Januar,!Uhr. Zlm Bundesrathslische: v. B ö t t i ch e r. Der Abg. H i lp ert(2. Oberpfalz) ist am IS. d.M. in seiner Heimath nach langem Leiden verstorben. Das Haus ehrt sein Andenken in der üblichen Weise. Aus der Tagesordnung stehen die Anträge Ackermann und Genossen, wonach der Reichskanzler um die Vorlegung einer Reihe von Gesetzentwürfen ersucht wird, die sämmtlich einen er- höhten Schutz des Handwerks erstreben. In derselben Richtung hat die Zentrumspartei(Abgg. Rintelen, Gröber, Hitze, Spahn. Metzner) drei Gesetzentwürfe eingebracht, welche die Abänderung der 5fonkursordnuiig, die Abänderung der Gewerbe-Ordnung und die Abänderung des Genossenschaftsgesetzes bezwecken. Zur Debatte werden zunächst von den acht Forderungen des Antrags Ackermann diejenigen gestellt, welche von den Gefetzentwürfen des Zentrums nicht berührt werden. Es sind dies 8 Punkte; sie fordern die Vorlegung von Gesetzen, durch welche 1. die Erlaubniß zur selbständigen Betreibung eine? Handwerks unter vollständiger Zusammenlegung verwandter Gewerbe von dem vorausgegangenen Nachweis derBefähigung abhängig gemacht wird. 2. der§ 100 e der Gewerbe-Ordnung dahin abgeändert wird, daß die in derselben den Innungen in Aussicht gestellten Vor- rechte auch gegen die Arbeitgeber, welche selbst zur Aufnahme in die Innungen nicht befähigt sind, geltend gemacht werden können. 3. bestimmt wird, daß die Vorrechte aus§Z 100 e und 1001 beim Borliegen der sonstigen Voraussetzungen einer Innung dann gewährt werden müssen, wenn sie die Mehrheit der selbständigen Handwerker ihres Bezirks in sich vereinigt. Abg. Ackermann legt in längerer Ausführung Namens der Antragsteller dar, daß diese Forderungen von den konservativen Freunden des Handwerks schon seit 20 Jahren erhoben und aus- dauernd verfochten wurden, daß es trotz der ablehnenden Haltung des Bnndesraths sehr erfreulich sein würde, wenn der Reichstag sich wiederum unzweideutig für den Befähigungsnachweis aus- spräche und sich auch auf den Standpunkt der Forderung 5 und(i stellte, deren Erfüllung längst von allen einsichtigen Freunde» des Handwerks als unumgänglich erkannt ist. Abg. Stolle(Soz.):„An ihren Früchten sollt Ihr sie er- kennen!" Was hat der Befähigungsnachweis denn in Oesterreich genützt? Verwunderlicherweise hat Herr Ackermann heute nicht, wie»och vor wenigen Jahren, das Lob der Verhältnisse in Oesterreich gesungen. Und allerdings sind da ganz merkwürdige Erfahrungen gemacht worden. Man braucht nur die Berichte der dortigen Fabrikinspektoren anzusehen. Tie Fabrikinspektoren haben ja dort ein viel größeres Wirkungsgebiet und größeren Einfluß, da ihnen auch das Handwerk und die Hausindustrie unterstehen. Aber diese Fabrikinspektoren- Berichte stimmen fast alle darin überein, daß die Ausbildung der Lehrlinge durch die Meister eine höchst mangelhafte ist und daß es als Ausnahme erscheint, wenn ein Lehrherr seinen Verpflichtungen gegen die Lehrling« nachkommt. In Sachsen hat sich ganz dasselbe Berhältniß herausgestellt bezüglich des Besuches der Fortbildungsschulen. Die Meister lassen einfach die Lehrlinge gar nicht in diese Schulen gehen; in Allen- stein in Ostpreußen hat sogar eine öffentliche"Volksversammlung stattgefunden, welche Front gegen die Fortbildungsschulen über- Haupt macht. Nun will Herr Ackermann alle die Klippen, welche die österreichische Konstruktion des Befähigungsnachweises ge- bracht hat. dadurch vermeiden, daß er verwandte Gewerbe ganz zusammenlegt; sein Ziel, die Pfuscharbeit zu beseitigen, steht ihm so hoch, daß er in diese Konzession gewilligt hat. Aber erreicht wird damit doch nichts. Wie soll auf dem Lande die Grenze zwischen Schlossern und Schmieden gezogen werden? Wie will ferner Herr Ackermann das Handwerk von der Hausindustrie gesetzlich unterscheiden? Wenn einmal Handwerkerkammern kommen werden, wird dieser Unterschied doch auch ganz besonders ins Auge gefaßt werden müssen. Herr Acker- mann behauptet immer, die Sozialdemokraten seien Feinde oder Gegner des Handwerks. Er kann dies nicht be- weisen. Wir sind eben solche Freunde des Handwerks wie er; ich weise seinen Vorwurf in dieser Beziehung entschieden zurück. Wir sehen aber ein, daß den Handwerkern mit diesen Mitteln nicht zu helfen ist, sie sind für uns einfache Arbeiter, und die Zeit ist nicht mehr fern, wo auch alle Handwerker sich uns zu-, sich von ihnen abwenden werden. Für kurze Zeit möchten Ihnen vielleicht einige zufallen, aber lange wird die Herrlichkeit nicht dauern. Schon vor inehreren Jahren hat Herr von Helldorff aus- gesprochen, daß auch dasAllheilmittel der Zwangsinnungen nicht auf die Dauer vorhalten werde. Die verlangte Ausdehnung der Pri- vilegien der Jnnuugsmeister in bezug auf das Halten von Lehr- liugen können wir nur mit dem Ausrufe begrüßen: Wehe unseren Lehrlingen! Wir werden gegen diese Anträge Ackermann ebenso, wie gegen die sämmtlichen Anträge des Zentrums stimmen.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Metznrr(Z.): Wir sind es ja gewöhnt, daß die Sozialdemokraten den Bestrebungen der Innungen feindselig gegenüberstehen. Sie stellen diese Bestrebungen als diktirt von Dummheit und Bosheit und die Junungsmeister als Ausbeuter der Lehrlinge, als Dummköpfe und Unfähige hin. Wir werden uns dadurch nicht irre mache» lassen. Der Mittelstand und das Handwerk inuß erhalten werden im Interesse der Erhaltung des Reichs, als Gegengewicht gegen die uinstürzenden Bestrebungen von unten. Zu diesem Zwecke muß das Handwerk den Be> sähigungsnachweis erhalten. Wenn das Handwerk zu Grabe ge- tragen wird, wird die Regierung der Hauptleidtragende sein. Tie beiden andere» Forderungen des Antrags Ackermann werden erst Werth bekommen, wenn das versprochene Gesetz wegen Or- ganisation des Handwerks an nns gelangen wird. Hoffentlich erlebe ich das noch. 'Abg. Schräder(dfr.): Früher haben die Antragsteller den Befähigungsnachweis ganz konseguent für jedes einzelne Gewerbe gefordert; nach und nach sind sie. erst versteckt, heute ganz offen, dazu übergegangen, die verwandten Gewerbe zusammenzulegen. Was ist denn damit gewonnen? Friseur und Barbier sind solche verwandte Gewerbe. Werden die Antragsteller sich von einem Friseur, der nicht Barbier ist, barbieren lassen?(Heiterkeit.) Mit diesem Ausweg werden doch auch die Schwierigkeiten, welche sich namentlich aus dem Lande aus dem Befähig. aigsnachiveis ergeben müssen, keineswegs beseitigt, vielmehr gesteigert. Die Zusammenlegung soll auch Sache des Bnndesraths sein, der bekanntlich in geheimer Sitzung verhandelt und heute so, übers Jahr anders entscheiden kann, ohne daß über die Gründe die betheiligten Gewerbe und Handwerker etwas erfahre». Es wird immer so dargestellt, als ob alle Handwerker gleichmäßig den Befähigungsnachweis nothwendig haben und als ob alle die- jenigen, die durch die Prüfung gekommen sind, auch das Ziel des Handwerks erreicht hätten. Muß man 6 Jahre Lehrling und Geselle sein, um Schwarz- oder Weißbrot backen zu können? Auf dem Lande backen die Frauen fast alle durchweg ohne Be- sähigungsnachweis selbständig Brot und welche Schmierigkeit hat bch denn daraus ergeben? Wollen Sie erreichen, was Sie er- ßreben, dann müssen Sie«inen Schritt weiter gehen, die Hrenze für die Ausdehnung des Gewerbes, die Maximakzahlen der Gesellen u. s. w. vorschreiben. Das wollen Sie aber nicht, weil Sie es nicht können, weil die Entwickelung über diese Schranken hinweg geht. Es werden kaum ein, zwei Jahre vergehen und der Dank, den Sie in Handwerkerkreisen hin und wieder noch finden, wird in sein gerades Gegentheil umgeschlagen sein, da Sie nicht erfüllen können, was sie versprochen haben und mehr als dieses nicht ver- sprechen können. Handwerkerkammern werden weder viel nützen, noch viel schaden, sie werden aber auch nicht das Kunststück fertig bringen, das Handwerk wieder mitten in das Mittelalter zu ver- setzen. Ebenso wenig werden die Anträge auf Ausdehnung der Privilegien der§§ 100« und lOOf von großer Bedeutung sein. Wir werden jedenfalls den Herren auf dem von Ihnen an- gcrathenen Wege nicht folgen und wir glauben es noch zu er- leben, daß die Herren Ackermann und Hitze auf unserem Wege angetroffen werden.(Beifall links.) Abg. v. DziembowSki-Pomia»(Pole) erklärt sich Namens der Polen für den Antrag Ackermann, den sie früher aus politischen Gründen bekämpft hätten, aber heute annehmen, da es sich ja noch nicht um einen formulirten Gesetzentwurf handle. Liege dieser vor, dann würden die Polen durch Anträge zu dem selben ihm die Form zu geben suchen, welche ihnen die definitive Annahme ermöglicht. Abg. Hitze(Z.) dankt zunächst den Polen für diese Wendung zu Gunsten des Antrages. Die Herren Sozialdemokraten und die Herren vom Freisinn hätten die Anträge kritisirt, aber positive anderweitige Vorschläge nicht gemacht. Die Freisinnigen ver- wiesen immer auf die Schulbildung; damit allein wäre nichts anzufangen. Die Sozialdemokraten erklärten einfach, der Mittel- stand, das Handwerk müsse zerrieben werden. Zu hoffen sei, daß die Regierung, wenn sie auch die Vorschläge des Reichstages be- züglich des Befähigungsnachweises ablehne, doch die Grund- gedanken derselben akzeptire, und zwar sei diese Hoffnung daraus zu schöpfen, daß die Regierung für den Bergbau in Preußen selbst in diesen Tagen einen Befähigungsnachweis eingeführt habe. Man motivire dieses Vorgehen mit der Nolhwendigkeit der Sich« rung des Betriebes und der Weckung des besonderen Standes- bewußtseins beim Bergmann. Diese beiden Motive können aber mit gleicher Kraft für den Befähigungsnachweis in jedem Hand- werk geltend gemacht werden. Wenn gar im Bergbau eine acht- bis neunjährige Vorbildung vorgesehen, bis der Lehrling zum Vollhauer wird, so deckt sich das vollständig mit unseren Forde- rungen aus dem Gebiete des Befähigungsnachweises. Die Er- fahrungen, welche die Regierung auf dem Gebiete des fiskalischen Bergbaues hiermit machen ivird, werden sie hoffentlich unseren Wünschen geneigter machen. Was die Forderung betrifft, daß den Innungen gewisse Vorrechte bezüglich ihrer Disziplinar gewall gewährt werden müssen, wenn sie die Majorität der Meister besitzen, so herrscht doch das Majoritätsprinzip in der ganzen Welt; warum soll es hier allein unberechtigt sein? Abg. Hirsch(dfr.): Wann hat denn Herr Hitze, ein Geist- licher, das Examen als Sozialpolitiker abgelegt? Niemals. Eine bessere Beweisführung für die Ueberflüssigkeit des Befähigungs Nachweises giebt es nicht. Der jetzige Kultusminister in Preußen, terr Bosse, hat einmal eine Rede gehalten über die Mängel des tudiums der Juristen, welche großes Aufsehen erregte und all- gemeine Billigung fand. Herr Bosse tadelte, daß die Juristen nicht mehr ordentlich arbeUeten, nur mit Ach und Krach durchs Examen zu gelangen suchten und nachher durch Schneidigkeit im 'Amte die mangelnden Kenntnisse zu ersetzen trachteten. Ist dies auch ein Beweis gegen den Zwang des Befähigungsnachweises? Wenn man die wirklichen Verhältnisse des Lebens betrachtet, muß man darüber staune», wie diese Forderung des Befähigungs Nachweises immer noch so viel Anhang findet und noch immer ernsthaft erhoben wird. Steht denn Deutschland allein in der Welt? Wo hat man aber sonst je erfahren, daß dieses Postulat erhoben wird? In England, Frankreich, Belgien denkt doch niemand an diese reaktionären Dinge, und das Handwerk blüht dort überall. Es müssen sich also diejenigen, die in Deutschland diese Forderung erheben, nothwendig auf Irrwegen befinden. Beim Bergbau spielt doch wirklich die Sicherheit des Lebens nicht blos des einzelnen Ar beiters, sondern der gesammten Belegschaft eine ganz außergewöhnliche Rolle. Ist denn das etwa beim Schuhmacher, beim Schneider, beim Tischler auch der Fall? Nein, hier handelt es sich einfach um die Beschneidung oder völlige Abwehr der Konkurrenz, es handelt sich einfach um das Gegentheil des Gemeinde-Jntereffes, um den schnödesten Egoismus. 'Abg. Bock-Gotha(Soz.): Das Schornsteinfeger-Gewerbe hat Herr Metzner als Beweis für die Nothwendigkeit des Befähigungs- nachweises nicht angeführt. Dafür werden die Schuhmacher ins Gefecht geführt. Ich selbst bin als Schuhmachergeselle zünftig losgesprochen worden; solcher Schuhmacher giebt es heute nur noch sehr wenige. Ich muß aber erklären, daß der Fortschritt der Maschinentechnik auch in diesem Gewerbe geradezu staunens- werth ist; erst neuerdings habe ich die Doppeleinstichmaschine besichtigt, die auch die komplizirtesten Schuhmacherarbeiten so voll endet und vorzüglich liefert, wie es Menschenhand gar nicht mehr vermag. Ich wünsche persönlich nichts sehnlicher, als daß der Be- sähigungsnachweis eingeführt würde, dann würden die Handwerker und Zünftlersehen, daß ihnen der Befähigungsnachweis und der ganze Jirnungskrom auch nicht die Probe nützen.(Zustimmung links.) Auf dem Schuhmacher-Jnnungstage in Berlin vor 2 Jahren hat ein Meister ganz direkt vor der Ueberschätzung des Besähigungs Nachweises gewarnt. Man erklärt diesen Nachweis für noth wendig nicht blos beim Bergbau, sondern beim gesammten Bau- geiverbe, wegen der Gefahren für Sicherheit und Leben der Bewohner. Da müßte aber doch eine kleine statistische Fest stellung vorausgehen. Man müßte ermitteln, wie viele der eingestürzten Häuser von Jnnungsmeistern, wie viele von anderen Unternehmern erbaut worden sind.(Sehr richtig! links.) Die Wiedereinführung des Befähigungsnachweises würde vor Allein das alte Lotterwesen. die alte Betternwirthschast in den Innungen wiedererwecke», die das Handwerk ruinirt haben. Man hat damals Meister mit dem Zeugniß versehen, welche niit Lehrlingsarbciten, die sie nicht gefertigt hatten, zur Prüfung gingen.(Hört, hört! links.) Ebenso schliinm Wirdes dann ivieder mit der Lehrlingszüchterei werden. Ich kenn« Schloffer- meister, die mit sechs oder acht Lehrlingen ohne einen Gesellen arbeiten. Sowie ein Lehrling ausgelernt hat, wird er entlassen, und an seine Stelle tritt ein neuer Lehrling. Genau dasselbe trübe Bild erzeben die neuesten statistischen Aufnahmen über das Bäckergewerbe. Die Herren Ackermann und Genossen hüten sich ja heute auch, Anträge in der Richtung zu stellen, daß die Zahl der Lehrlinge beschränkt wird. Früher ist dies noch von Ihrer Seite geschehen. Die Handwerker wenden sich immer mehr ab von den Propheten, die zu den Konservativen und zum Zentrum gehören. Es ist nur ein kleiner Theil, der in Herrn Ackermann noch den„Geist deS Handwerks" sieht.(Heiterkeit.) Die Grund- Ursache der jetzigen Läge des Handwerks ist die Entwickelung der kapitalistischen Produktion, gegen welche wir alle machtlos sind. Uns aber muß die Erbschaft einmal in den Schooß fallen. Die Maschine liefert schon Schuhe zum Selbstkosteupreise von 1,25 M., die Handarbeit kostet mindestens das Dreifache. Wer also endlich in diesem Konkurrenzkampf siegen wird, ist garnicht im mindesten zweiselhaf:. In sämmtlichen Militärwerkstätten wird nur noch mit Maschinen durchgenäht und genagelt; die Eleganz kann in der Tha: nur«ach durch die Maschine erreicht werden. Die SSS=SS=SrSSSSS=SSS=== I Anträge werden dem Handwerk nicht helfe»; daS Schicksal de? Handwerks ist besiegelt. Damit schließt die Diskussion. Der Antrag bezüglich deS Befähigungsnachweises wird gegen die Stimmen der Sozialdemo» kraten, der Volkspartei, der Freisinnigen und der National- liberalen, denen sich der deutschkonservative Prinz Handjer» und die Reichsparteiler Gras Vehr, von Hellmann und Lucius an« schließen, angenommen. Für die beiden andere« Anträge stimmt mit der Majorität auch der Abg. von Hellmann. Darauf wird die Sitzung abgebrochen. Schluß gegen 4'/- Uhr. Nächste Sitzung: Donnerstas 1 Uhr. Börsensteuer-Gesetz. Abgeordnetenhaus. 17. Sitzung vom 13. Januar 1S9S, 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, Thielen. Die erste Berathung des Staatshaushalt?-Etattz für 1893/94 wird fortgesetzt. Abg. v. Zedlitz(freik.): Die schwierige Lage unserer Finanz« ist daraus entstanden, daß die schwankenden Einnahmen der Eisenbahnverwaltung den Vorwand gegeben haben zur Ueber- nähme dauernder Lasten und zum Verzicht auf sichere Ein- nahmen. Wenn Herr Lieber gefragt hat, ob die Begeisterung für die Militärvorlage ebenso groß sein würde, wenn die Kosten durch Matrikular-Umlagen gedeckt werden sollen, so sage ich: Bei Ausgaben, die für die Bertheidigung des Vaterlandes nothwendig sind, kann es sich gar nicht darum handeln, wie die- selben gedeckt werden.(Zustimmung rechts.) Mit der Ver- Minderung der Einnahmen der Eisenbahnverwaltung geht nicht eine Verminderung der Ausgaben derselben parallel, sondern eher ist eine Steigerung der letzteren eingetreten. Deshalb sollte alles vermieden werden, was einen luxusartigen Charakter hat, aber das Nothwendige muß geschehen; denn unsere Eisenbahn- Verwaltung ist eine der Hauptabnehmerin unserer Industrie. Wenn sie ehren Konsum in der jetzigen Zeit erheblich einschränken wollte, würde die Krisis noch schlimmer werden. Was doch ge- braucht wird, sollte man jetzt beschaffen, wo man es zu billigeren Preisen erhalten kann. Für den Bergwerksbetrieb sollen Schieds- gerichte eingerichtet werden. Die Budgetkommission sollte reiflich prüfen, ob in der Zeit der Unruhe solche'Neueinrichtungen ge- troffen werden können, oder ob man damit bis auf bessere Zeiten warten muß. Auch die idealen Ziele dürfen nicht vernachlässigt werden. Vielleicht kann etwas geschehen für die Bildung des Volkes, ohne daß die Etatsmittel in Anspruch genommen werden. Für das Volksschulwesen sind mehr als 50 Millionen in den Etat eingestellt; es wird sich fragen, ob die Summen auch überall richtig verwendet werden, ob man nicht eine zweckmäßigere Vertheilung finden kann. Im Uebrigen müssen wir überall darauf halten, daß gespart wird, wo gespart werden kann, aber vor einer falschen Sparsamkeit müssen wir uns hüten.(Zustim- mung rechts.) Abg. von Czarlinski(Pole) befürchtet, daß die schleckte Finanzlage nicht so schnell vorübergehen werde, wie der Mtnister. annehme. Daß ein Pole zum Erzbischof ernannt werde, was eigentlich selbstverständlich war, daß der polnische Privat-Sprwch- Unterricht für schweres Geld gestattet wurde, darüber wurde ein großer Skandal erhoben und gegen die Polen gehetzt von dem m der Provinz herrschenden Chauvinismus. Der„Rtichs- Anzeiger" griff die oberfchlesische Zeitung„Kattolik" an, nwil sie aufgefordert hatte, dem Minister Bosse zu sagen, wie es in der Schule stehe; denn der Minister Bosse sei ein guter Mensch. (Große Heiterkeit.) Abg. Hammacher(ntk.): Herr Kieschke hat gester« unsere Finanzlage so schwarz gemalt, daß dadurch beinahe der Staats- kredit gefährdet werden könnte. Er hat gefragt, wer läuft denn die Eisenbahn? Daß die kostspieligen Eisenbahnb-vücken im Kriegsfalle gesprengt werden, war doch auch zur Zeit der Privat- bahne» schon möglich; haben deshalb die Privatbahn-Gesellschaften ihre Aktien für werthlos gehalten? Ich glaube, daß kein Staat auf so gesunder Grundlage ruht wie Preußen. Der Schwerpunkt liegt in der Frage, wie hoch die Sumnie bemessen werden soll, welche aus dein Eisenbahnüberschuß für allgemeine Staatszwecke ver- wendet werden soll. Jetzt werden 100 Millionen Mark dazu verwendet, und der Minister würde jetzt wohl nicht unter diesen Betrag gehen, obgleich er mir auf die Dauer zu hoch erscheint. Ich schätze den Betrag, den wir für allgemeine Staatszwccke ver» sägbar machen können, auf 40—60 Millionen Mark. Der jetzige Leiter des Eisenbahnwesens scheint ja bestrebt zu sein, den Etat nach den Grundsätzen aufzustellen, die wir früher gewünscht haben. Es sind 2 Millionen Mark in den Etat eingestellt für den Ankauf eines Bahnhofsgrundstückes in Hamburg. Ich nehme an, daß der Minister die Abficht hat, auch den Bahnhof auf die lausenden Einnahmen zu übernehmen. Die wirthschastlichen Verhältnisse haben auf den Etat auch einen erheblichen Einfluß, so z. B. die Kohlenpreise, auch die Bergwerkseinnahmen. Daß die wirthschastlichen Verhältnisse aber so schlecht sind, daS liegt daran, daß die soziale Erregung unter den Arbeitern die besitzenden Klassen bedenklich macht. Dieser sozialen Erregung gegenüber ist die Aufrechterhaltung der Autorität des Staates und der Privatunternehmer von hoher Bedeutung. Die Unzufriedenheit ist in den mittleren und oberen Klassen vielleicht größer, als in den arbeitenden Klassen(sehr richtig! bei den Nationalliberalen); das ist eine Folge der neuen Steuergesetze. Diese Klassen mögen sie unbequem fühlen, aber daraus dürfen sie keinen Grund entnehmen, die Steuerpolitik zu bekämpfen. (Beifall.) Abg. Rickert(dfr.): Wir können den Enthusiasmus des Vor- redners für den Finanzminister nicht theilen. Denn noch kein Minister hat den Agrariern solche Konzessionen gemacht, nric gerade Herr Miquel, der alle seine schönen Grundsätze vergessen hat. Man glaubt in ganz verschiedenen Ländern zu sein, wenn man hier und wenn man am anderen Ende der Leipziger Straße sich befindet, hier die schlechte Finanzlage und dort die Militär- vorläge mit ihren großen Anforderungen. Vor einem Jahre sagte der Finanzminister hier:„Die Steuern können nicht mehr vermehrt werden," und im Reichstag will man ein halbhundcrt Millionen für Militärzwecke durch neue Steuern ausbringen. (Zuruf rechts: nothwendig!) Aber was ist nothwendig? Die Ansichten darüber haben unter verschiedenen Kriegs- ministern und Reichskanzlern gewechselt. Herr von Kameke hielt andere Dinge für nothwendig als Herr von Bron- sart; dann kam Vcrdy mit anderen' Gesichtspunkten, und schließlich der neueste Kriegsminister. Vor drei Jahren sollte die damalige Militärvorlage der Abschluß sein und trotzdem kommt jetzt eine neue Vorlage. Wir haben das Vertrauen ver« loren, weil man 1887 den Reichstag aufgelöst hat wegen der Septennatssrage, die man nachher als eine Bagatelle behandelte. Eine Verbesserung der Eisenbahntarise, eine vernünftige Er- Mäßigung verlange ich auch jetzt, und wundere mich, daß der Führer der Konservativen jetzt für eine Erhöhung der Personen- tarife eintritt, wo das Publikum sich nach dem Muster der andern Staaten für eine Ermäßigung erwärmt. Die Freunde des Staatsbahnwesens klagen jetzt darüber, daß die Staatsbahnen chlimmer wirthschaften als früher die Privatbahnen. Die Ver- mehrung der Lotterieloos« wird nicht unser« Billigung 4 finben; denn wir hatten es nicht für berechtigt, daß der Moat den Sp�ltrieb des Publikum befriedigt. Auf die Frage der finanziellen Organisation des Reicbes in seinem Ver hatten ,u Preußen will ich heute nicht ausführlich rinxehen. Die Matrikularbeitrüge sollten nur ein Noch behelf sein, aber alle Versuche, sie zu ersetzen, sind gescheitert. Die Handel?politik des Grafen Caprivi gefällt dem Herrn von Minnigerode nicht. Was will er denn eigenllich? Die Schutze zolle bestehen und dennoch jammert die Landwirthschaft. Er fragt, wo die Industrie ist. welche die Handelspolitik billigt. Die meisten großen Handelskammern Irben in ihren Jahresberichten sich befriedigend über die Handelspolitik ausgesprochen Der russische Handelsvertrag beunruhigt Herrn v. Minnigerode sehr. Ich kann es nur bedauern, daß er die Interessen des Ostens so sehr verkennt; der Verkehr mit Rußland ist für die östlichen Provinzen eine Lebensfrage. Bei der Frage der Auf. Hebung des Identitätsnachweises sind uns die Herren von der agrarischen Partei zuerst entgegengetreten; jetzt ist ihnen ein Licht aufgegangen, aber sie kommen mit ihrer Erkenntniß zu spät. Das ist der Fehler der Konservativen, daß sie immer ein Jahrzehnt zu erlassen wurden, habe ich ge- Damals Sie die spät kommen. Als die___ W.., sagt: der Landwirthschaft werden' die Arbeiter entzogen. wurden wir als Vaterlandsseinde bekämpft; jetzt sehen Schädigung der Landwirthschaft ein. Ich hoffe, daß die Re gierung durch die konservative Partei sich nicht wird abschrecken tasten vom Abschluß weiterer Handelsverträge. Der Handels vertrag mit Rußland wird dieselbe Mehrheit im Reichstage er- klangen, wie die übrigen Handelsverträge. Das wäre eine Friedensbürgschaft. Es wäre besser, wenn unsere Presse etwas weniger empfindlich in bezug auf die russischen Angelegenheiten wäre; das würde zur Stärkung des Friedens beitragen. Grade die Interessen der östliche« Provinzen verlangen einen solchen Handelsvertrag. Fmanznnnister Miquel: Daß ein Branntweinsteuergesetz, welches 100 Millionen neue Steuern auflegt, unmöglich war, ohne die Garantie, daß die landwirthschaftlichen Brennereien er- halten bleibe», das ist für den Osten Preußens und für ganz Deutschland»ine Leberissrage. Bereits 1879 habe ich die Grundzüge der Steuerreform, die ich heute als Minister durchzuführen mich be- mühe, direkt ausgesprochen. Ich kann also dadurch nicht ein Agrarier geworden sein. Ich will den Ernst der finanziellen Situation nicht abschwächen, möchte aber dieselbe auch nicht allzu pessimistisch a«fgefaßr sehen; deshalb muß ich den Ausführungen des Herrn Kie, chke entgegentreten. Die Forsten z. B. haben in 10 Jahren eine Steige-cung von 50 pCt. ergeben. Wo sollen die Ueberschüsse stehen bleiben i? Wir haben die Forsten aus ihren eigenen Ein- „ahmen meiliorirt und sie so ertragsfähiger gemacht. Aehnlich liegt es bei der Bergwerks-Verwaltung. Die Eisenbahnen haben sich immer noch günstiger entwickelt, als die durch sie bedingte Eutwickelunig unserer Schulden. Sie haben in zehn Jahren eine Steigerung der Netto- Elnnahmen um 211 Millionen ergeben, während die Schuldenverwaltung eine Steigerung nur um 196 Millionen erfahren hat. Warum soll der Staat auf die Ueberschüsse aus der Betriebsverwaltung verzichten? Trotzdem sehe ich mit Vertrauen in die Zukunft, aber ivir müssen mit einem festen, klaren Plan handeln und wo wir unS selbst nicht vertrauen in der Verwaltung und hier im Haus«, da müssen wir uns selbst durch Gesetz« die erforderliche Schranke stellen. (Zustimmung.) Daraus wird es doch hinauskommen. Abg. v. Eynern(ml.): Der doppelt« Steuersah bei der Branntweinsteuer war vothwendig im Interesse der kleinen Brennereien; darüber schweigt aber der sortschrittliche Agitator. Die Finanzen sind doch nicht so schlecht, wen» wir 10 Mill. Mark für den Tom und U/e Mill. M. für die Ablösung der Stol- gebühren bewilligen konnten; diese Ausgaben hätten doch wohl ßonst noch ein paar Jahre warten können. Der preußische Staat ist ein Großunternehmer, ein Großkaufmann, wie es sonst in der Well keinen giebt. Wenn der mit seinen großen Betriebs- Verwaltungen sich nach einzelnen schlechten Jahren einrichtenwollte, so wäre das sehr unrichtig. Die Arbeilerschutzgesetzgebung ist bei uns zu ,veit torgeschritten. Fürst Bismarck hat immer erklärt, daß sie nur bei internationalen Abmachungen durchgeführt werde» könnte. Dank hat die Regierung für die große Milde gegenüber den Arbeitern nicht geerntet, das beweisen die Vorgänge in Saar- brücken. Die fremden Regierungen habe» ihr« Vertreter hierher geschickt; die Vertreter waren sehr höflich, aber die anderen Staaten haben unser Beispiel nicht nachgeahmt. Welche unend- liche Belastung legt die Jnvalidenverfichiruiig nicht der Industrie ans, sodaß säst kein Gewinn mehr erzielt wird, sondern nur die Arbeiter beschäftigt werden. Wenigstens sollten die deutschen Eisenbahnverwaltllngen dann auch ihren Bedarf in Deutschland decken lassen. Wenn der Eisenbahnminister jetzt die ihm ge- gebenen Kredite denutzte, um der Industrie Verdienst zu» zuwenden, so würde das nicht ohne Einfluß auf die wirthschastlichen Verhältnisse bleiben. Grade jetzt sollte der preußische Staat die Borbestellungen machen für spätere Zeit. Sonst drängen sich nachher die Anforderungen der staatlichen Verwaltung wieder plötzlich hervor und rufen den großen Börsen- schwindel hervor, den wir schon einmal erlebt haben. Wenn hier herzhaft und frisch angefaßt wird, dann wird die trübe Stim- mutig im Volke verschwinden und die Sonn« eines besseren Tages aufgeben. Darauf schließt die DtZkusston mit einer Reihe persönlicher Bemerkungen. Ein großer Theil deS Etats wird der Budgettommisston über- wiesen, welche zur Berathung des Eisenbahnetats um 7 Mitglieder »erstärkt wird. Schluß 4 Uhr. Nächste Sitzung Donnerstag 11 Uhr.(Antrag des Grafen Kanitz betreffend die Förderung der Sekundärbahnen und zweite Berathung des Etats). RathhauS zu besorgen; nachdem er zurückgekehrt und in Eike gegessen, nehmen ihn die Koakskörbe, Holzhaue», Besorgung des Oottales. Bussorderung. Die in den gestrigen Versammlungen der Arbeitslosen gewählten Deputirten werden aufgefordert, stch heute (Donnerstag) Nachmittags 2 Uhr zu einer Besprechung sich im Lokal von Zubeil, Naunynstr. 86, einzufinden. Die städtische« vanwächter. Zu dem Kapitel, wie der Magistrat von Berlin seine Angestellten behandelt, erhalten wir von acht städtischen Bauwächtern folgenden Beitrag: Dieselben erhalten 2,50 M. Tagclohn, von welcher Summe noch die Beiträge für Krankenkasse und Altersversorgung(monat- lich 1,50 M.) abgehen, außerdem einen„Wohnraum" neben dem Baubureau angewiesen. Während das Baubureau splendid«in- gerichtet ist und gewöhnlich aus niehreren Räumen besteht, ist das Wächterlokal gewöhnlich nur eine Stube in denkbar primt- ttvstem Zustande. Besteht die Familie nur aus Mann und Frau, so können sie sich zur Noth damit behelfen, aber wehe! wenn Kinder da sind. Die Behörde zwingt nun zwar den Bauwächter nicht, darin zu wohnen, aber da er für alles aus dem Bau verantwortlich ist. sein Dienst immer währt, Tag und Nacht, Sonntags und Feiertags. m u ß er eben noth- gedrungen aus dem Bau wohnen. Wie sollte er auch bei 2.50 M. Tagelohn noch«ine Wohnung bezahlen können; da Neben- verdienst avsolut ausgeschlossen ist, er immer zur Versügung stehen muß und gar keine freie Zeit hat. Er hat in aller Frühe aufzustehen, die Arbeiter hineinzulassen, zu zählen und zu kon- trolliren, das Baubureau zu reinigen und zu heizen, in den Wintermonaten den Bürgerstcig in oft sehr ausgedehnten Strecken van Schnee und Eis zu reinigen, die Koakskörbe im Bau zu Hetzen, daS Matertal dazu heranzutragen, Gänge sü- de» Bau- Jsstenden zu besorgen, Mittags IL Uhr den Rapport nach dem Feuerungsmaterials für den folgenden Tag und der Bau laterncn, die Niederschrift des Tages-Baurapports und Notizen über den Verbrauch des Baumaterials in Anspruch Wenn er Abends um 7 Uhr alles sorgfältig abgeleuchtet hat und den Bau schließt, ist fein Dienst nicht zu Ende, da das Ableuchten auch in der Nacht zu geschehen hat. Das alles bei achttägiger Kündigungsfrist, wovon seitens des Vor- gesetzten sehr schnell Gebrauch gemacht wird. Drei Mann halten sich einmal das Herz genommen, Herrn Stadtbaurath Blankew stein um Abhilfe zu bitten, ihn um Gehaltserhöhung vierwöchent liche Kündiguugssrist und namentlich bessere Wohnungsgelegen- heit anzugehen— es ließe sich letzteres so leicht, fast ohne Mehr- kosten bewerkstelligen, wenn die Baubureaus, die täglich oft nur einige Stunden benutzt werden, etwas kleiner und die Bauwächter- „Wohnungen" etwas größer eingerichtet würden—. da kamen sie aber schön an, es wurde ihnen einfach bedeutet:„Wem es nicht paßt, der kann ja gehen, die Bauwächter bekommen noch viel zu viel." Und so ist es denn seit 20 Jahren geblieben, wie war; alle Bauwächter seufzen und murren, ohne zu wagen, mit ihren Klagen sich an die Baudeputation zu wenden, weil sie aus Erfahrung wissen, daß sie dann ohne Gnade mit Weib und Kind aufs Pflaster fliegen. An die sozialdemokratischen Stadt- verordneten appelliren sie und erwarten, daß viese dem Magistrat die so oft gerühmte Humanität der Berliner städtischen Verwaltung wieder mal an ihrem Beispiel illustriren. Die Roth in diesem Winter spottet jeder Beschrei- bnng". Mit diesen Worten beginnt ei» Aufruf des Vorstandes des'Vereins znr Speisung armer Kinder und Nothleidender, welcher jetzt die Runde durch die Presse macht. Daß der Vor- stand in zu düsteren Farben malen sollte, um die Rührseiten der Gemüther der Besitzenden kräftiger zu treffen, ist doch um so weniger anzunehmen, als der Vorstand sich aus bekannten Namen der Berliner Gesellschaft zusammensetzt. Was er also schreibt, hat Anspruch darauf, für wahr gehalten zu werden. Hören wir also, wie es in Berlin aussieht: Tausend« von sonst fleißigen und arbeitsamen Familien ind brotlos und erliegen fast dem Hunger und der Kälte. Fälle von Selbstmord aus Berzwe.iflung find bereits an der Tagesordnung. Wir haben geholfen, wo wir irgend vermochten, haben durch Vertheilung von Speisemarlen, von Lebens- und Stärkungs- Mitteln, wollenen Decke» und Strohsäckcn, sowie Feuerung wenig- tens der ä u ß e r st e n Noth. soweit sie zu unserer Kenntniß gelangt, nach Kräften zu steuern gesucht. Nun aber sind unsere Mittel. die außerdem noch für mehrere andere Zwecke stark in Anspruch genommen werden— für die Vertheilung von Frühstück an täg- lich 6—7000 Kinder in den fiäctischen Gemeindeschnlen, von Mittagessen, Milch undBrot in bVolkskindcrgärten.vonMtttagesten und Brot in der städtischen Blindenanstalt— nahezu völlig erschöpft Die mühsam herbeigeschaffte Summe von 22 000 M. ist schon in der ersten Hälfte des Winters verausgabt worden; für Feuerung ist nichts mehr, für alles Uebrige nur wenig verfügbar. Und die Hilferuf« lassen doch nicht nach; ihre Zahl wächst viel m e h r n o ch. Zu den vielen Hundert Bittgesuchen, die bisher noch keine Berückiichtigung finden konnten, kommen Tag für Tag neue hinzu, wie auch die Bitten um weitere Bewilligung von Geldmitteln für die Vertheilung von Frühstück in den lädtischen Gemeindeschulen immer häufiger an uns gelangen So bleibt uns denn, wenn wir unsere helfende Thätig- kcit jetzt, mitten im kalten Winter, nicht plötzlich einstellen wollen, nichts anderes übrig, als uns bittend an alle Diejenigen zu wenden, denen ihre pekuniäre Lage es gestattet, ein Scherstcin für die Armuth zu opfern... Wie sich diese Schtlderung zusammenreimt mit der Magistrat lichen Versicherung, daß in Berlin„kein Nothstand" eHstire, ver teyen wir nicht, wir müssen es den Allerweltswetsen rm Rothen sause überlassen, uns dieses Räthsel zu lösen. Wir meinen, daß es für einen Nothstand genüge, wenn tausende von Familien brotlos sind und dem Hunger und der Kälte zu unterliegen drohen. Wenn nun gar Fälle von Selbstmord aus Verzweiflung„an der Tagesordnung" sind, so meinen wir, daß«in behördliches Ein chreite» mehr denn nothwendig sei. Unsere städtischen Behörden öimen auch in diesem Falle aus den„Wenns" und„Aber" nicht heraus kommen, vorläufig ist ja schon genug geschehen, indem eine Konimission gewählt worden ist, welche die Sache recht gründe lich untersuchen soll. Bis zum Beginne des Frühjahrs wird die- 'elbc ihre Arbeiten wohl fertig gestellt haben! Oder vielleicht »Ist der Oberbürgermeister von Eyarlolteuburg aus? Die grimmige Kälte der letzten Tage hat zahlreiche Opfer gefordert, natürlich ausschließlich unter den Proletariern So wurde vor einem Hause in der Reuen Künigstraße ein Schiffer mit erfrorenen Füßen aufgefunden, der zu Fuß aus Köpenick an- lekonimen war, uin stch in Berlin Arbeit zu suchen. Von dem Narsche ermüdet, setzte sich Ech. auf die Treppe des Hauseinganges. Als er sich aber nach halbstündiger Frist wieder erheben wollte, brach er kraklloS zusammen. Hausbewohner ließen den Unglück lichen nach oer Sanitatswache in die Prenzlauerstraße schaffen, und hier wurde ärztlich konstatirt, daß die Beine des Sch. total erfroren waren. Im Krankenhause Friedrichshain, wohin der obdachlose Sch. geschafft wurde, mußte eine Amputation seiner beiden Füße vorgenommen werden. Noch ein zweiter ähnlicher Fall ist zu berichten. Ein Schrift- setzerlehrling wurde mit«rfroreuen Füßen in das Krankenhaus Moabit eingeliefert. Der Junge halte in einem Neubau genächtigt und sich hier die Beine ersroren. Den Zeitungen wird von der vorvergangenen Nacht, wo die Kälte bekanntlich bisher am bittersten war, solgendes gemeldet: „Die grimmige Kälte der letzten Nacht hat unter den Obdach- losen Berlins zahlreiche Opfer gefordert. ES sind gestern Morgen nicht weniger als drei Personen erfroren aufgesunden worden; auf allen Sanitätswachen erschienen Leute mit er- frorenen Gliedmaßen. Auf der SaNitätswache in der Prenzlauer- straße waren es allein drei solcher Unglücklichen, die flehentlich baten, die Nacht dort verbringen zu dürfen, da die Asyle sämmt- lich überfüllt seien. Die Thatsache, daß säst jede Nacht derartige Bittsteller auf den SanitätS- und Polizeiwachen erscheinen, legt den Gedanken nahe, die Märmehallen auch Nachts offen zu halten. Noth und Elend steigen von Tag zu Tag, zahlreich« Familien, deren Versorger keine Arbeit haben, stnd nicht in der Lage, sich Feuerung zu verschaffen und den Hunger zu stillen. Hilfe thut dringend noth." Aber immer noch wird der Nothstand nicht anerkannt— wir haben ja die Wärmchallen und den Oberbürgermeister von Charlottenburg. Daß der Zndrang zu den Wärmehallen während der scharfen Kälte ein ganz enormer gewesen ist, bedarf kaum der Erwähnung. Die Räume vermochten sehr ost die Zahl der vor Frost Zitternden nicht zu fassen. Wer im stände war, sich noch eine Schüssel mit Erbsen anzuschaffen, wurde von den nicht so „Vermögenden" arg beneidet, sehr viele find hungrig gekommen und mußten noch hungriger wieder von bannen ziehen. Das städtische Obdach und die Asyle von Obdachlosen stnd Nacht für Nacht bis auf den letzten Platz gefüllt, es müssen allabendlich Hundert« von Einlaß Begehrenden wieder abgewiesen werden. Wo dieselben die Nacht zubringen, mögen die Götter wissen,— mehr als mit ersrorenen Füßen können sie ja am Ende nicht in daß Krankenhaus eingeliefert werden. In den Pennen und billigen Herbergen ist alles gestopft voll, selbst die Stammgäste, die sonst mit allerhand Hochachtung aufgenommen wurden, können von Glück sagen, wenn ihnen ihr„Bett" reservirt bleibt. Di« Preise haben in den Pennen«ine Erhöhung nicht gefunden, dazu ist diese Art von Unternehmern denn doch zu anständig. Immerhin aber ist es für sehr viele nicht leicht, stch die für die Nacht fälligen 20 oder 25 Pfennige Schlafgeld zu beschaffen. Wenn stch absolut»ei« Groschen hat verdienen lassen, bleibt als letzte Rettung da? Bettttn,— in, schlimm sien Fakke brecht da» Abfassen und das bedingt das Gefängniß. Aber ist's da nicht wenigstens warm und gcebt's da nicht wenigstens zu essen'i Arbeiterriflko. Am S. Dezember v. I. verunglückte auf dem Bau des Privatunternehmers Pieper in derZwinglistraße der Genosse Maurer Ernst Goris. Derselbe wird nameiitlich den älteren Genossen aus dem Allgemeinen deutschen Arbeiter- verein noch als treues Mitglied bekannt sein. Am Montag Abend um lOV« Uhr ist er den bei dem Unfall erlittenen inneren Verletznnoen erlegen, im Alter von 58 Jahren. Die Beerdigung findet Freitag, Nachmittags 2 Uhr. von der Leichenhalle des städtischen Krankenhauses in Moabit(Birkenstraße) nach dem Kirchhof der Georgen-Gemeinde in Weißensee statt. Da scheint mal ei« Beamter mit der„berühmten" alt- preußischen Grobheit an den Unrichtigen gekommen zu sein. Der „Eons." berichtet darüber folgendes: Beim Oberbürgermeister ließ sich vor kurzem ein Herr melden. Derselbe mußte warten, da Herr Zelle abivesend war. Der im Vorzimmer anwesende Beamte hieß ihn Platz nehmen. Der fremde Herr niachte die Bemerkung, daß es im Zimmer sehr heiß wäre. Es wurde ihm geantwortet:„Wenn es Ihnen zu heiß ist, gehen Sie dock hinaus." Der Herr blieb; einige Minuten später trat der Oberbürgermeister ein und begrüßte in dem fremden gerrn den— Oberpräsidenten v. Achenbach. Ob dieser dein berbürgermeister die kleine Geschichte mitgelheilt, hat man nicht in Erfahrung bringen können. Dieser eine Beamte dürfte wohl für einige Zeit von der Sucht, das Publikum einfach„anzuschnauzen", geheilt sein. Möchten stch feine Kollegen m allen Zweigen der Verwaltung daran ein Beispiel nehmen. Eine Familirntragödie hat sich vorgestern in dem nahen Blankenfelde bei Nicderschönhausen abgespielt. Der frühere Schlächtermeister Barth hatte in Berlin sein Geschäft wegen finanzieller Verluste nicht halten können und auf dem Rieselgutc Blantenfelde die Stellung eine? Aufsehers übernommen. Seine Familie bestand aus der Ehefrau und einem dreijährigen Töchterchen; das eheliche Leben war dem Anschein nach glücklich. Vorgestern Morgen kam bis gegen 10 Uhr niemand zum Vorschein. Da auch kein Einlaß in die Wohnung zu erlangen war, wurde die Eingangsthür gewaltsam geöffnet. Man fand das Kind in seinem Bette schlafend vor, die Frau lag todt auf dem Fußboden, der Mann, noch Lebenszeichen von sich gebend, auf dein Sopha. Ans den vorhandenen Resten einer Flüssigkeit konnte der Thal- bestand sofort dahin festgestellt werden, daß die Frau an Arsenikvergiftung gestorben war, und daß der Tod bereits vor längerer Zeit eingetreten sein mußte. Barth selbst hatte gleich- falls Gift genommen und wurde in bewußtlosein und hoffnungS- losem Zustande nach Berlin in die Charit« übergeführt. Das Kind ist völlig unversehrt geblieben und anderweil untergebracht worden. Es ist noch nicht aufgeklart, ob das Ehepaar gemein- sam in den Tod gegangen ist oder ob der Maiin die Frau ahne deren Vorwissen vergiftet und dann selbst den lödtlichen Trunk genommen hat. Für die letztere Annahme spricht die Thatsache, daß die Ehefrau bereits längere Zeit vor Auffindung der Leiche gestorben ist, während Barth noch lebend angetroffen wurde. LSeiter liegt die Wahrscheinlichkeit vor, daß die Mutter ihr Kind, an dem fie abgöttisch hing, mit in den Tod genommen haben würde, wenn sie mit dem Vater gemeinsam hätte sterben wollen. Die Roth der Sänger in Wald und Feld ist in der kalten Winterzeit sehr grob, und ängstlich suchen sie nach einem Körnchen Futter. Die wiederholten Anregungen, Futlerplätze für die hungernden Vöglein zu errichten, haben in vielen Orten Be- achtung gefunden. Vor allen Dinge» ist darauf zu achten, daß für die erscheinenden Vogelarten auch das geeignete Futter aus- gewählt wird. Hierzu diene die nachfolgende Zusammenstellung der Sektion für Thierschutz in Gera(Reuß): Allesjresser(Ge- kochtes Fleisch, wenn andere, namentlich Singvögel nicht Zutritt haben, auch Kartoffeln imd Brot): Staar, Dohle. Rabenkrähe, Nebelkrühe, Saatkrähe, Elster, Eichelhäher, Tannenhäher. Körner- sresser(mehlige und ölige Sämereien gemischt): Heckenbraunelle, Haubenlerche, Feldlerche, Heidelerche. Alpenlerche, Grauammer, Goldammer, Lerchensporner, Schneesporner, Schneefink, Buchfink, Bergfink, Berghänfling, Erlenzeisig, Leinfink. Stieglitz, Hänfling, Gimpel, Hakengimpel, Rebhuhn. Insekten- und Körnersresser (Mehlige und ölige grob« Sämereien, Speck, gekochtes Fleisch): Großer, mittlerer, kleiner Buntspecht, Epechtmeise, Eumpftneise, Tannenmeise. Haubenmeise, Kohlmeise, Schwanzmeise, Blaumeise. Insekten- und Beerenfresser(Geriebene Möhre, gekochtes Fleisch, Apfel- und Zwetschenstückchen): Seidenschwanz. Schwarzamscl, Singamsel, Ziemer, Echnärrdrossel, Zippvroffel, Weindrossel, Feldlerche, Heidelerche. Jusekrenfreffer(Mehlwürmer, Ameisen- puppen. Fleisch): EiSoogel, Grünspecht, Schwarzsveckt, Baumläufer, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Bachamsel.Wintergoldhähnchen, Bergstelze, Bachstelze. Marktpreise in Berlin am 17. Januar, nach Ermitte- lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von 16,30—15,70 M., mittlerer von 15,60—15,10 M.. gering« von 15,00— 14,50 M. Roggen p« 100 Kg. guter von 13,90— 13,60 M., mittlerer von 13,50—13,20 M., geringerer von 13,10—12,80 M. G«fte per 100 Kg. gute von 17,20—16,10 M., mittlere von 16,00—15,00 M., geringe von 14,90—13,80 M. Hafer per 100 Kg. guter von 16,00—15,20 M., mittlerer von 15,10—14,40 M., geringer von 14,30—13,60 M., Stroh. Nicht- per 100 Kg. von 4,70—4,30 M. Heu per 100 Kilog. von 7—5,40 M. Erbsen per 100 Kg. von 40,00—25,00 M. Speisebohnen, weiße per 10V Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Rartoffeln per 100 Kg. von 6,00—4,50 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,10 M. Bauchsteisch per 1 Kg. von 1,40—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50—1,10 M. Kalofleisch per I Kg. von 1,60—0,90 M. Hammel- fleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butt« per 1 Kg. von 2,80 bis 1,8V M. Eier per 6V Stück von 7,00— 3,0v M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,00 M. Aale von 2,80—1,20 M. Zander von 2,40—1,00 M. Hechte von 1,80—1,00 M. Barsche von 1,80—0,70 M. Schlei« von 2,40—1,00 M. Bleie von 1,40 biS 0,30 M. Krebse per 60 Stück von 9.00—2,00 M. Polizeibericht. Am 17. d. M. Vormittags fand in dem Hanse Kalserftr. 1 ein Zusammenstoß zwischen einem dort halten» den Mögelwagen und einem infolge der Glätte stark schleudern- den Wagen der Feuerwehr statt, wobei der Spritzenmann Otto ein« so bedeutende Quetschung der Brust erlitt, daß er nach dem Krankenhaust am Friedrichshain gebracht werden mußte.— Nachmittags wurde ei» Almosenempsänger in seiner Wohnung, Genthinerstr. 6, erhängt vorgefunden.— Aus der Schloßbrücke wurde der 68 jährige Privatier Julius Heilbronn durch einen Schlitten überfahren und am Kops so schwer verletzt, daß seine Uebersührung nach der Charit««forderlich wurde.— Im Laufe des TageS und in der darauf folgenden Nacht fanden acht Brände statt. Geriis»ks--Äeikung. Ein Streit mit einem Briefträger führte gestern die Schlächtermeister Pötschke' schen Eheleute unter der Anklage der Beamtenbeleidigung vor die 126. Abtheilung deS Schöffen- gerichts. Frau Pötschke hatte früher schon einmal einen kleinen Streit mit dem Äriefträg« Jokisch gehabt. Seit dies« Zeit be- trat der«eamte den Laden ohne»n grüßen, stumm legt« er de« zu bestellenden Brief auf den Ladentisch und ohne Gruß entfernte vorangegangenen Jahren. Noch mehr wie in den legten Jahren| Gegnerschaft ein ruhiges Aussprechen möglich sein müsse. Ex er sich auch wieder. Eines Tages ließ Frau Pötschte sich zu der der absteigenden Konjunktur lägen Industrie und Handel bar protestirt dagegen, daß man die Leute für die Februarkrawalle Aeußerung hinreißen: Können Sie nicht guten Tag" fagen, nieder. Die Arbeiter, welche im vorigen Jahre während ihrer verantwortlich mache, welche nicht mehr den Standpunkt der Sie Esel Der Briefträger wandte fich, um die Frau wegen der Beschäftigungslosigkeit das verbrauchten, was beffere Beiten thnen Sozialdemokratie vertreten. Weiter spricht er gegen die beleidigenden Neußerung zur Rede zu stellen. Frau Pötschte rief zukommen ließen, ständen jetzt hilflos ber Noth gegenüber. Die Deputation, indem er die Zusammenkunft der Arbeitslosen als ihrem in der Nebenstube befindlichen Ghemanne zu:" Sugo, jenigen trieben eine Vogel- Strauß- Politit, welche nur die ge- einen Proteft erflärt. Genosse Singer wies im Schlußwort tomm mal vor und schmeiße den Kerl hinaus!" Der Gerufene wöhnlich im Winter hereinbrechende Arbeitslosigkeit vor fich treffend die von den Unabhängigen sophistisch empfohlene„ nur erschien im nächsten Augenblick auf der Bildfläche, stellte sich in fähen. Sie wollten nicht sehen, wie die Verhältnisse find. gewerkschaftliche Arbeiterbewegung" als unzulängliches Mittel, die brohenber Haltung vor ben Beamten hin und forderte ihn auf,( Lebhafte Buftimmung.) Sei bie Statistit, die Arbeiterlage be interessen der Arbeiter zu vertreten, zurück und widerlegte gleichden Laden sofort zu verlaffen. Der Beamte wandte fich auch treffend, eine sehr mangelhafte, fo fehle vor allem eine gut falls die Ausführungen und Behauptungen Buhr's, Wie= zum Gehen, als er die offenstehende Thür erreicht hatte, verfekte durchgeführte Arbeitslosenstatistit. Wären die von den Sozial- mer's und Bitfin's unter fehr großem Beifall. Eine Resoder Angeklagte Pötschte ihm einen so wuchtigen Stoß in den demokraten befürworteten Arbeitsämter eingeführt worden, dann lution eines Herrn Hiller, welche neben anderen Demonftrationen Rücken, daß er bis zum Straßendamm taumelte und fast bätte man eine solche Statistit. So müsse man versuchen, auf die Niederlegung ihrer Mandate von den sozialdemokratischen zu Falle gekommen wäre. Im Termin entschuldigten sich andere Weise den öffentlichen Gewalten die herrschenden Zustände Abgeordneten forderte, gelangte auf taufendstimmiges Verlangen Die Angeklagten damit, daß sie durch das unhöfliche Verhalten zu enthüllen. Früher hielt man uns entgegen, die Arbeiter garnicht erst zur Abstimmung. Angenommen wurden gegen eine bes Beamten gereist worden seien. Der Staatsanwalt müßten doch noch sparen fönnen, denn die Einlagen der Spar- Stimme die an anderer Stelle abgedruckte, sowie die folgende führte aus, daß der Briefträger, wenn er in dienstlicher faffen wüchsen immer mehr an.( Lachen.) Daß die Arbeiter Resolution: = wir Wir betrachten es ferner als unsere ernste Pflicht, der sozial demokratischen Partei anzugehören, als der einzigen Partei, welche unser Glend zu beseitigen gewillt und im stande ist. Die Regierung hat wiederholt, so auch jüngst im Reichstag, einen Rothstand geleugnet; die beste Antwort, die auf diese Art der Fürsorge geben können und die einzig und allein uns zum Ziele zu führen vermag, ist die, daß wir in hellen Haufen uns um das Banner der Sozialdemokratie schaaren. Zu Deputirten an den Handelsminister und den Berliner Magistrat wählte die Versammlung die Genoffen Maurer Pe= trid, Schneider Timm, Former Stobsad und Maurer Kör sten. Mit einem dreimaligen begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. Gigenfchaft fomnie, garnicht verpflichtet sei, zu grüßen. Es genige, nicht sparen können, sei denen flar, welche das nationalökono Die Versammlung der Arbeitslofen ist mit den Ausführungen wenn er den Brief abgebe, ohne ein Wort dabei zu sagen. Der mische Gesetz fennen, nach dem in der bürgerlichen Gesell- des Referenten voll und ganz einverstanden, und fordert von dem Dienst der Postbeamten fei schwer genug, und dürfe durch das fchaft der Arbeiter nie mehr verdiene, als nöthig ist, um ihn Staat gefeßliche Regelung der Arbeitszeit und Beschränkung der Bublikum nicht noch erschwert werden. Die in Rede stehenden am Leben zu erhalten und in Stand zu setzen, feine Nach selben auf acht Stunden, um den hunderttausenden von ArbeitsBeleidigungen feien fehr schwerer Natur, er beantrage deshalb fommenfchaft fo zu ernähren und zu erziehen, wie fie die lofen, welche durch die übermäßige, meist unmenschliche Ausbeutung in erster Linie eine Gefängnißftrafe von je 3 Wochen, andern- bürgerliche Gesellschaft brauche. Daß jeht die Zahl der Spar- der Arbeitstraft feitens der heutigen Gesellschaft auf die Straße falls aber eine Geldstrafe von 200 m. Der Gerichtshof faßte faffeneinlagen zurücgingen, bewiese meit mehr als den Rothstand geworfen sind, Beschäftigung und Verdienst zu schaffen. die Sache milder auf und verurtheilte den angeklagten Ehemann in der Arbeiterffaffe; es beweife, daß schon in den Mittel- und Wir betrachten es als unser unumstößliches Recht, auf der zu fünfzig und die Ehefrau zu vierzig Mart. Kleinbürgerstand der Nothstand hinübergreife. Ein Zeichen für Scholle, in dem Lande, wo wir geboren sind, auch von Nahrungsein allgemeines Schlechterwerden der Lebensbedingungen in forgen frei leben und uns menschenwürdig nähren zu tönnen, Ein nobler Wirth. In ungewöhnlicher Weise ist der in der Arbeiterklasse wäre die amtlich festgestellte Abnahme des gleich den oberen Zehntausend. der Schwebterstraße wohnhafte Bäckermeister und Hauseigenthümer Fleischkonsums in Berlin und ferner der Umstand, daß in dem Schulz zu einer Anklage wegen versuchten Betruges städtischen Asyl in der Fröbelstraße, wo nur 1400 Personen unter gekommen, welche gestern vor der III. Straffammer hiesigen gebracht werden follen, Tag für Zag 2000 und mehr beherbergt Landgerichts I verhandelt wurde. In dem Hause des An- würden. Die Wärmehallen würden jeht so überlaufen, daß dort getlagten wohnte ein Buchbinder Rocz, welcher die die Einrichtung getroffen werden mußte, daß Leute nach einWohnungsmiethe nicht zu erschwingen vermochte und des- stündigem Aufwärmen veranlaßt wurden, anderen draußen halb vom Angeklagten die Erlaubniß erhielt auszuziehen, Harrenden Plas zu machen. Es sei eben der Zeitpunkt ge wenn er einen anderen Miether für die Wohnung stellen würde. kommen, wo der Einzelne sich nicht mehr allein helfen könne und Er bot denn auch in einem Inferat feine Wohnung zur Ver Staat und Stadt hilfreich einzugreifen hätten. Redner spricht miethung aus und es meldete sich ein Töpfer Bock, feine Berwunderung darüber aus, daß trotz der vielen schon statt welcher jedoch Don dem Angeklagten auf Nachfrage gefundenen Arbeitslosen- Versammlungen und trotzdem anderes den Bescheid erhielt, daß daß die qualifizirte Wohnung be- Diaterial, so die Fabrikinspektions- Berichte, den Bertretern der reits vermiethet fei, dagegen noch sonst Wohnungen im Hause Regierung zur Verfügung stände, diese eine weitgehende Untenntniß leer ständen, die dem Reflettanten vielleicht paßrecht fein würden. ber Sachlage im Reichstag zeigten und tommt hierbei auch auf den Diese Auskunft war falsch, denn die Wohnung war feineswegs Borwurf des Vagabundenthums zu sprechen, den vornehmlich die Die anf der Bockbraneret abgehaltene Bersammlung bereits vermiethet. Der Staatsanwalt erblickte in diesem Vorgehen Junker oft den stellenlosen Arbeitern entgegenschleudern. nahm gleichfalls einen imposanten Verlauf. Der vom Genoffen die Merkmale des versuchten Betruges und beantragte eine Geldstrafe Dann erörtert Redner das Wesen und die Ürfachen der Bebel gehaltenen zündenden Rede, welche scharf das Verhalten der in Höhe von 30 M. event. 30 Tage Gefängniß. Der Staatsanwalt industriellen Reserve Armee. Diefelbe müsse aufgelöst werden. herrschenden Klaffen geißelte, folgte eine furze Distuffion, welche hielt Vermögensbeschädigung des Koca für vorliegend, da der Diese Auflösung fönne nur erfolgen, wenn der Widerstand der grelle Schlaglichter auf das entfeßliche Elend warf, unter welchem felbe durch die falsche Vorspiegelung außer Stand gesetzt herrschenden Klaffen geschwunden, unter Bedingungen und Ver- die vielen Taufende der Berliner Arbeitslosen seufzen. Auch wurde, sich seinen Wünschen entsprechend eine billigere hältnissen, bei denen von einem solchen Widerstande nicht diese Versammlung nahm fast einstimmig die Resolution an Wohnung zu miethen und mindestens um die Differenz mehr die Rede fein könne. Vorher set eine wesent welche wir in dem Bericht über die in Brauerei Friedrichshem geschädigt sei. Auch das Thatbestandsmerkmal des rechtswidrigen liche Aufbefferung der Verhältnisse der Arbeiterklasse nicht abgehaltene Versammlung zum Abdruck gebracht haben. Vermögensvortheils sei vorhanden. An sich sei es gewiß das zu erreichen. Die Arbeiterklaffe verlange, daß die Maschine, ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) gute Recht des Angeklagten, die in feinem Hause leer stehenden die wesentliche Ursacherin der Reserve- Armee mit ihrer nivellirenWohnungen zu vermiethen, durch das angewandte Mittel der den Konkurrenz gegenüber den arbeitenden Arbeitern, aus einem Der fozialdemokratische Wahlverein für den fünften Täuschung werbe ber erstrebte Vermögensvortheil aber Ausbeutungsmittel zu einem Mittel gemacht werde, welches die Wahlkreis hatte am Montag eine Versammlung, in welcher ein rechtswidriger. Der Gerichtshof schloß sich dieser Menschen entlaste. Die Forderungen der Gleichheit, Brüderlich- Genosse Vogtherr einen„ Das deutsche Banama" benannten Ausführung an verurtheilte ben Angeklagten wegen teit und Gerechtigkeit würden nur in der neuen, der fozialistischen Vortrag hielt, welcher vor allem die durch das Bismarc'sche versuchten Betruges zu 100 M. Geldbuße eventuell 10 Tagen Gesellschaft voll und ganz erfüllt werden. Mittlerweile trete die Regiment entstandene Korruption aufs schärfste geiselte. Nach Gefängniß, wobei ec erwog, daß die Handlungsweise eines wohl Sozialdemokratie, die Partei der Arbeiter, für eine organische Schluß der beifällig aufgenommenen Ausführungen erstattete Gehabenden Hausbesizers einem armen Miether gegenüber nicht Bessergestaltung der Verhältnisse ein, soweit sie in der heutigen noffe W. Schulz den Kaffenbericht für das lehte Vierteljahr 1892. nobel zu nennen sei. Gesellschaft möglich sei. Vor allem müffe die gefeßliche Fest- Inklusive eines Bestandes betrugen die Einnahmen 388,80 M., legung eines Normalarbeitstages erfolgen, fowie das völlige die Ausgaben 251,86 M. Gs verbleibt fomit ein Bestand von Bezüglich des Rechts alimentationspflichtiger Ber. Verbot der Sonntagsarbeit. Dazu müsse sich die Abschaffung der 186,44 m. Dem Genoffen Schulz wurde Decharge ertheilt. Als wandter, an Stelle der Geldunterſtüßung an verarmte Ber- unwürdigen Konkurrenz der Kinderarbeit gefellen. Dann ver- Revisoren wählte man darauf die Genossen Gumpel, wandte Naturalverpflegung zu wählen, hat der dritte Zivilfenat lange man, daß mit dem unfeligen Schußzzollsystem und dem Schneider und Nichter. Den streitenden Bergleuten be des Kammergerichts neuerdings folgendes ausgeführt: Gin feit Militarismus gebrochen werde, der dem Bolte das Mart aus willigte die Versammlung 50 M. Nachdem noch die Genoffen zivei Jahren wegen der Unterstützungspflicht an einen Berwandten, den Knochen fauge. Diesen organisch durchzuführenden Forde- Niederauer und Schneider zu Bezirks- Ber trauensleuten welchem Verarmung infolge lüderlichen Lebenswandels vor rungen gegenüber sei zu verlangen, daß Mittel und Wege ein gewählt waren, schloß die Bersammlung mit einem Hoch auf die geworfen wurde, prozeffirender Betlagtér hatte die Einrede er geschlagen werden, die im ftande sind, der augenblicklichen Noth Sozialdemokratie. hoben, daß er sich wiederholt zur Natural- Alimentation erboten zu steuern. Das Reich müsse vorangehen in diesem Bestreben und dem Kläger ein Unterkommen bei einer Wittwe auf und in den Reichsbetrieben eine Arbeitszeit- Verkürzung durch- Die Malerversammlung vom 18. Januar vertagte den dem Bande verschafft, der Kläger dieses Angebot aber ab führen, um Unterkunft zu schaffen für die, welche feine haben. 1. Puntt ihrer Tagesordnung: Das Vorgehen der Innung begelehnt habe. Dieser Einwand ist zurückgewiesen worden. Aus Fallen gelaffen werden müsse der Standpunkt, den fein Privat treffend den Gefellen- Ausschuß" bis zur nächsten öffentlichen VerDer Bestimmung des§ 15 Th. 2 Zit. 3 des Allgemeinen Land- unternehmer brutaler vertreten fann, nämlich daß Arbeiter über sammlung. Bu derselben sollen die Innungsmeister eingeladen rechts gehe, wie das Kammergericht fagt, zwar hervor, daß die 40 Jahre in Staatsbetrieben nicht eingestellt werden. Sonderbar werden. Die Versammlung bestimmte darauf die Herren Geschwister an erster Stelle nur verpflichtet sind, den Hilfsbedürffei dieser Standpunkt in Staatsbetrieben um deswillen, als ja Fleischer und Schlag dazu, sich als Ersatzfandidaten bei tigen in natura zu verpflegen und nur erst, wenn dieses aus die„ Krönung der sozialen Gefeßgebung" das Alters- und In den Gewerbegerichts- Wahlen zur Verfügung zu stellen. Dann dem einen oder dem anderen Grunde nicht angängig ist, zur validitätsgefeß vorschreibe, daß ein Altersrentner 70 Jahre alt berichteten die Herren Fleischer und Hohlwegler über Zahlung baarer Alimentengelder anzuhalten sind. Indessen sei sein müsse. Außerdem verpflichte der Staat den Mann bis zum das Ergebniß ihrer Nachforschungen auf den Bauten betreffs der diefes Wahlrecht der verpflichteten Geschwister fein unbe- 45. Jahre dem Vaterlande zu dienen.( Stürmischer Beifall.) brennenden Koatstörbe. Troß des Verbots, welches im vorigen dingtes, fie feien nicht berechtigt, jede andere Art der Im Gegensatz zu solchen Widersinnigkeiten sei es Pflicht Jahre der Polizeipräsident ergehen ließ, feien viele Bauarbeiter Alimentationsforderung abzuwehren, wenn fie fich bereit der Regierung, mit gutem Beispiel voranzugehen. Gr, in der Nähe der gesundheitsschädlichen Roatsfenerung beschäftigt. ertiären, Alimente in natura au gewähren. Gs fei vielmehr das Rebnet, mache den Vorschlag, dem Handelsminister zu der Oft würden sogar die Koatstörbe auf den Rüstungen und in richterliche Ermessen entscheidend, ob der zu Verpflegende sofort von Herrn v. Bötticher so gewünschten Deputation zu verhelfen. einer Weise angebracht, die zur Gefahr für die GesundZahlung einer Geldfumme im Wege einer Klage zu fordern be- Nachdem der Referent noch die Stellungnahme der Stadt- heit noch die Feuersgefahr bringe. Man babe die Unterrechtigt fei. Die Praxis des für Alimentationsfachen au- verordneten- Bersammlung und des Ausschusses derselben zu den nehmer und Meister dem Polizeipräsidium angezeigt, welche gegen ftändigen Senats wat, wie die Bl. f. Rechtspfl." Bemerken, bis- Anträgen der sozialdemokratischen Stadtverordneten, welche den das Verbot, auf ihren Bauten in der Nähe von Roatstörben her selbst für Berliner Verhältniffe und tros des Bedenkens, daß Rothstand betreffen, beleuchtet, und nachdem er ferner gezeigt arbeiten ließen, dem Anschein nach jedoch ohne Nußen, denn die Die Naturalverpflegung für die während des Prozesses verstrichene hatte, in welcher sich felbft zerstörenden Weise der Kapitalismus denunzirten Bauten hätten zum großen Theil bei der zweiten Beft doch nicht nachgewährt werden könne, von dem entgegen wirthschaftet, schlug er die generelle, sowie die unten abgedruckte Rontrolle, welche 8-14 Tage nach der ersten stattfand, noch diegefeßten Prinzip beherrscht. Resolution zur Annahme vor. Singer verwies dabei darauf, daß selben gerügten Mißstände aufzuweisen gehabt. Vielleicht mangelte mit der Annahme dieser Refolutionen nicht alles gethan fet. In jeder es an Schuhleuten. Doch das sei schlecht anzunehmen, wenn Beziehung müffe energisch weiter gearbeitet werden; jeder müsse nach man bedeute, wie viele derselben neulich zur Aufrechterhaltung bestem Wissen und bester Kraft dafür eintreten, daß menschenwürdige der öffentlichen Ruhe und Ordnung nach Schöneberg kamen, Zustände, wie sie die Sozialdemokratie wolle, bald heranbrechen. bloß weil ein paar friedliche Arbeitslose sich versammeln wollten. Reoner schließt damit, daß er es als den Zweck der vorge- Fühle das Polizeipräsidium sich nicht bemüßigt, sein dem Ausschuß fchlagenen Resolution bezeichnet, den herrschenden Klaffen ein des Bauarbeiter- Kartells gegebenes Versprechen bezüglich der strengen Sernt, ihr seid gemahnt! zu sein.( Braufender, nicht Durchführung des Roakstorbverbots, soweit diese Art Feuerung bei Die gestrigen Arbeitslosen- Versammlungen. Würde es enden wollender Beifall.) Dem zweistündigen Vortrage folgte eine der Arbeit Anwendung finde, zu halten, dann werde Benoch einer luftration der Bötticher'schen Worte bedurft haben: fast dreiftündige Debatte. Bunchst tadelte Frau Frohmann, schwerde beim Ober- Präsidenten erhoben werden. Scharf verEs giebt feinen außerordentlichen Nothstand, so hätten die vielen daß nicht mehr Frauen anwesend feien. Die Genoffen hätten urtheilte man auch das Verhalten vieler Arbeiter, die, wie betaufende Arbeitslofer, die gestern Morgen die vier größten Vers die ihrigen mitbringen follen. Am meisten leide die Frau unter obachtet wurde, fehr lebhaft für die Hintergehung der vielNothstande. Diefer wäre fammlungslotale Berlins anfüllten, treffend beweisen können, bem überhaupt permanent; genannten Polizeiverordnung eintraten. Trete man diesen Arwie schlecht der Herr Staatssekretär die grauenvollen Bustände bie Männer verdienten so wenig, daß das Roftgeld nicht aus beitern entgegen und mache ihnen Vorstellungen über die fennt, über welche er sich vor wenigen Zagen im Reichstag mit reiche. Mit einem halben Pfunde Fleisch muffe eine ganze Schädigung ihrer Gesundheit durch die giftathmenden offenen fo fuffifanter Leichtigkeit hinwegzusehen wußte. Vielleicht, daß Familie sich zweimal behelfen. Die Frauen verzichteten schließ Roatsfeuer, dann laufe man noch Gefahr, mit ihnen sehr nahe Serr von Bötticher etwas bedächtiger an die Nothstands- Interlich noch auf ihren Theil und begnügten sich mit den Kindern törperliche Bekanntschaft zu machen. Es sei eine Schande, daß pellation herangetreten wäre, wenn er Kenntniß von der mit einer Zaffe Bichorienbrühe. Sie möchte Herrn v. Bötticher fo etwas vorkomme, Die Kontrolle der Bauten werde fortgeführt Lentungsweise gehabt hätte, die gestern unter den versammelten einmal auf 14 Tage zu solch einer Arbeiterfamilie in Rost geben. und dann ein genauer Bericht davon in mehreren Arbeiterblättern Taufenden zum Ausdruc tam, nachdem unsere Abgeordneten Und da arbeite noch der Mann. Ganz anders wäre es noch da, gegeben werden. Bonert theilte mit, daß er auf Veranlassung eines ihnen ein Bild von der Behandlung gegeben hatten, welche der wo nichts verdient würde. Die Männer müßten die Frauen auf Anftreichers vom Meister Stöcker entlassen worden sei, weil er Mothstandsfrage vom Bundesrathsfisch herab zu Theil ge- tlären und zu allem heranziehen.( Großer Beifall.) Frau E. Rei den Kollegen, die bei Grscheinen der Polizei auf dem Bau sich mann meint, daß die Arbeiterinnen dem indirekten Hungertode in schnell aus der Nähe der Koatstörbe flüchten wollten, Vorworden ist. die Arme getrieben würden. Rednerin wendet sich gegen die haltungen über das Falsche ihres Thuns gemacht. Von Herrn Ueber die Versammlungen liegen uns folgende Berichte vor: Gefängnißarbeit, welche dem freien Arbeiter noch das Bischen entfer und anderen wurden noch eine ganze Reihe von Die Arbeitslofen Versammlung in den Konkordia Brot nehme. Bettelsuppen wolle man nicht, nur Arbeit.( Seb: Polizeiwidrigkeiten bezüglich der Koatsfeuerung vorgebracht und Sälen war von etwa 4000 Berfonen besucht, sodaß jeder Winkel hafter Beifall.) Nachdem Diemer eine Menge Beispiele für energifcheres Ginschreiten der Polizei- Organe verlangt. Dann des großen Saales und der Galerien angefüllt war. Reichstage die unter den Arbeitern herrschende Noth angeführt, sprach unterwarfen verschiedene Redner die Unternehmer und Meister Abgeordneter Singer refericte. Der Referent führte aus, Buhr( Unabhängiger). Er nehme einen anderen Standpunkt ein einer scharfen Kritit, welche halb oder ganz bankrott, den Arindem er Bezug nahm auf die Nothstands Interpellation der wie der Referent, und sehe den Weg der Abhilfe in der Demon- beitern ihren schwer verdienten Lebensunterhalt vorenthielten. fozialdemokratischen Fraktion im Reichstage und auf die Debatte ftration und dem wirthschaftlichen Kampfe. Er wendet sich gegen die Von diesen Lohnprellern fönne nicht einmal der rückständige Lohn über biefelbe, baß den Leugnern und Angweiflern eines außer vorgeschlagene Deputation und gegen die Resolution, weil beide teinen eingeflagt werden, denn sie hätten meistens nichts oder geben dies gewöhnlichen Mothstandes durch die zu gleicher Zeit tagenden Zweck hätten. Seiner Meinung nach rufe man, wenn die Vor- wenigstens vor. Sehr oft sei ihre Wohnung gar nicht ausfindig vier Versammlungen der Arbeitslosen Berlins ein lebendiges fchläge angenommen würden, bem Staat, dem Mächtigen, au, au machen. Herr Ries op machte den Vorschlag, daß sich die Bild von den wirklichen Verhältnissen gegeben werde. Als er werbe schwach, statt dem Schwachen, bem Proletariat, zuzurufen, Lohntommiffion boch mal mit der Frage beschäftigen möge, ob ( Redner) den Saal betreten habe, sei er an des Dichters Wort werde stark.( Bereinzelter Beifall und Unruhe.) Genosse riß nicht eine Liste solcher Bankrotteure und gewerbsmäßigen Lohnerinnert worden: Der Menschheit ganzer Jammer padt mich 8ubeil wendet sich scharf gegen Buhr und warnt davor, folche hinterzieher zum Frühjahr anzulegen und den Kollegen zur Sei es nicht jammervoll, daß Tausende und Abertausende Wege zu geben wie im vorigen Februar. Damit würde man Kenntniß zu bringen sei. Natürlich müsse alles dabei vermieden fräftiger Männer zur Erwerbslosigkeit, zum Glend gezwungen den herrschenden Klassen nur einen Gefallen thun. Die Genossen werden, was den Staatsanwalt zum Einschreiten veranlassen feten Wenn der Staatssekretär von Botticher diefe foloffalen Adler, John, Röhnisch, R. Krüger und R. tönnte. Bum Schluß wurde noch die Nothstandsdebatte im ReichsVersammlungen Arbeitelofer sehen würde, würde er wahrschein Friedrich sprachen im Sinne des Referats. J. 28iemer tag lebhaft erörtert. lich von feiner im Reichstag vertretenen Meinung abfommen. erklärte, su Leuten au gehören, die der VorDer Nothstand, welcher sich in einer übergroßen Arbeitslosigkeit wärts" Lumpenproletarier genannt habe. Gr sehe den Die öffentliche Versammlung der Drechsler, welche am barftelle, fei felbstverständlich nicht von heute auf morgen zu be- einzigen Zwed der Arbeitslosen Versammlungen im Revos Sonntag tagte, ftellte zunächst den Genoffen Dost als Ersatzfeitigen. Er fei eine Folge des ganzen modernen Wirthschafts- lutioniren Köpfe. Betreffs ber Resolutionen und kandidaten zum Gewerbegericht auf. Hierauf erstattete der Dele fystems und ganz überhaupt nur mit diesem aus der Welt zu der Deputation spricht sich Rebner ähnlich wie Buhr aus. girte zur Streit Kontrolitommission Bericht über die Thätigkeit fchaffen. Die Noth unter den Armen der Gesellschaft fei aber P. Bitfin( unabhängig) vertritt wesentlich Buhr's Standpunkt, biefer Kommission und forderte die Kollegen auf, Sokalitäten zu in diesem Jahre größer noch als im legtverfloffenen und in den verbreitet sich aber meistens darüber, daß tros der bestehenden meiden, in denen Evorabier verschänkt wird. Der Delegirte legte an," Dersammlungen. 11 der ben S " " Ovefs Bothenfemmung am Dotnetag, en ra. Sauer, bends Kranken- und Sterbekaffe der Berliner Sausdiener.( E. H. 61.) und thre Ursachen". Schmidt Heine's Wintermärchen". in Physiologie; in Chemie, Im Verein zur Wahrung der Intereffen der Stock arbeiter hielt am 10. d. M. Genosse Wach einen beifällig aufgenommenen Vortrag über Prostitution." Hierauf wurde die Bierteljahrsabrechnung des Kassirers geprüft und für richtig befunden. Ferner gelangte ein Antrag zur Annahme, den Vorstand zu ermächtigen, nach Möglichkeit zur Unterstützung der ausständigen Bergleute beizutragen. Die Vertrauensleute der Werkstätten werden darauf hingewiesen, daß unser Kassirer Gustav Lange Neue Friedrichstr 45, H. III bei Riel jeden Sonntag von 10-12 Beitrittserklärungen und Vereinsbeiträge entgegennimmt. Zu der am 15. d. M. ftattgefundenen Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter, über welche wir gestern nach einem bürgerlichen Blatte berichteten, theilt uns Genosse Thal mit, daß der betreffende Berichterstatter die Vorgänge, in der Versammlung durchaus tendenziös entstellt habe. Vor allem sei es ihm( Thah nicht eingefallen, die ihm in den Mund gelegten Worte zu gebrauchen. Vermisites: Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) ferner den Kollegen nahe, von den Solalbefthem, beren Staume sie zu Bergnügungen benuhen, zu verlangen, baß fie ihr De- Uhr, im Gisteller, Chauffeeft. 88. Sagesordnung: 1. Bortrag der Frau dienungspersonal vom Arbeitsnachweis der Kellner und Gaft- Bettin aus Stuttgart über die Frau des Proletariats umb der Militarismus. Ueber ein Eisenbahunnglück zwischen Matabi and wirthsgehilfen beziehen. Aus der sodann verlesenen Abrechnung Ordentliche Generalversammlung am Donnerstag, den 18. Januar, Abends Ampose am Kongo wird in den„ Times berichtet: Der Bahn der Agitationskommission ging hervor, daß für die Unkosten zu Uhr, Alte Jakobftr. 75, bei Bols( oberer Saal). stieß mit Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbetter,( E.§. 29), zug, mit Europäern und Eingeborenen befeßt, den Gewerbegerichts- Wahlen 34,65 M. gesammelt wurden. Hier- Samburg. Donnerstag, den 19. Januar, Abends 8% Uhr, Neue Friedrich einem Dynamit- Transportzuge, welcher 154 Riften Dynamit and von sind 20 M. an die Streit- Kontrollkommission abgeliefert, der fraße 44, bei Röüig Bersammlung der Ortsbeamten der Filialen Berlins und 82 Tonnen Pulver enthielt, zusammen. Die Waggons wurden Rest ist der Agitationsfommission überwiesen worden. Die Umgegend. Fachversin der Bolt- und Bretterträger Berlins und Umgegend. vollständig zerstört. Die Leichname find größtentheils in Stücke Gesammteinnahme der Agitationskommission betrug 106,11 M., Versammlung am Donnerstag, den 19. Januar, Abends 8 Uhr, im Restaurant zerriffen. Der einzige anwesende Arzt wurde schwer verwundet; die Gesammtausgabe 86,45 M., es bleibt also ein Bestand von Otto Klein, Schönleinftr. 6. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Regerau. 4 Europäer und 46 Schwarze sind todt, die Zahl der Verwun19,66 M. Der Agitationskommission wurde hiernach Decharge Außerdem werden die Mitgliedstarten für 1893 verabfolgt. ertheilt. Zu Kollekteuren wurden gewählt: Schulz, Wils- gilfe bei Unglücksfällen. Donnerstag, den 19.Januar, Abends 8½ Uhr, bei Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen que erften deten fehlt. Unter der Erde. Kirchhörde, 15. Januar. Ein schreckliches dorf, Holzmann. Nachdem von verschiedenen Kollegen h. Bole, Alte Satobftr. 75. Bortrag des Herrn Dr. Christeller. Uebungs- unglüc ereignete sich am Donnerstag Abend gegen 6 Uhr auf Mittheilungen über ungerechtfertigte Lohnabzüge gemacht worden stunde. Bibliother. waren, überwies die Versammlung den Betrag von 20,05 M. an Große Versammlung der Schmiede am Donnerstag, den 19. Januar, Abends Knall; man war zuerst in dem Glauben, daß eine Schlagwetter: Vereinigung aller in der Schmiederst beschäftigten Personen. der Beche Wiendahlsbant. Plöglich hörte man einen furchtbaren die kämpfenden Bergarbeiter. Dem Wunsch des Assessors Herrn 8% ihr, bei Bolt, Alte Jafobstr. 75( früher Feuerstein). Tagesordnung: BorDr. Freund um Zusendung eines Delegirten an ihn, betr. Ertrag des Reichstags- Abgeordneten Schwarz- Lübeck:„ neber die Arbeitslosigkeit Explosion stattgefunden habe. Dies war aber nicht der Fall, vielmehr hatten die Berge, welche unten am Schacht sich bes flärung des Arbeitsnachweis Fragebogens, tam die Versammgefe- und Diskutir- Klub Süd- Ost. Donnerstag, den 19. Januar, fanden, durch einen plöglichen Rutsch sich in Bewegung gefeht lung dadurch nach, daß sie den Kollegen Dost zum Delegirten Abends 8% Uhr, bet Tolksdorf, Görligerstr. 68, Vorlesung des Genossen Robert und verschütteten unter Wegreißen der in der Richtstrecke wählte. Verband deutscher Barbiere, Frifeure und Verrückenmacher, befindlichen Mauer vier Bergleute. Da man der Wasser wegen Abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 38. Zweigverein Berlin. Mitgliederversammlung am Donnerstag, den 19. Januar, von dem Querschlage aus nach dem Schachte, wo die vier Arbeiter- Bildungsfdule. Donnerstag Abends 8-10% Uhr: Süd- Berglente beschäftigt waren, nicht vordringen konnte, so blieb Schule: Hagelsbergerstraße 43: Unterricht in Deutsch( oberes). Südost nichts anderes übrig, als den Schacht von der Richtstrecke her Schule, Reichenbergerstr. 133: Geschichte( mittl.), Kaufmännisches Rechnen, freizulegen. Nachdem man die vier ersten Berge befeitigt hatte, Wechselrecht und Korrespondenz; Dfi- Schule, Martusfir. 31: Unterricht fand man bei 5 Mieter den Schlepper Karl Ostholt, bei einem Vorwhführung in Oberes Rechnen. In allen Unterrichtsfächern, mit Aus- dringen von 30 Meter auf Bergen liegend den Hauer Paul Pienkowsky nahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Schülerinnen, todt vor, während man den Hauer Schmidt noch nicht gefunden auch jetzt, im Laufe des Semesters, eintreten. gefe- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Diesgen, Abends 8% uhr, hat, der aber auch wohl todt sein wird. Ein vierter Arbeiter bet Schröder, Wiesenstr. 39. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Boyenftr. 40, bei wurde leicht verletzt. Gieshoit. Süd- Ost, bei Zoltsdorf, Sorauer- und Görligerstraßen Gde. Herwegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ede Lauftgerftraße, bet Schayer. Aug. Geib, Donnerstag bei Bubeil, Naunynstraße 86, Abends ühr. Safenclever, Abends 8% Uhr, Restaurant Bischof, BaumschulenEmanzipation, Abends 8% Uhr bei Spät, Weinstr. 28 weg ereptow. Distutirflub der Hausdiener, Abends 9 Uhr bei Sommer, Grünftr. 21: Gigung.- Sozialistischer Sefe- und Distutirtlub; Abends 8% Uhr, Manteuffelftr. 60. Vereinstalender find zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelstr. 70. Arbeiter- Sängerbund Berlins und umgegend. Alle Menderungen im Donnerstag. Uebungsstunde Abends Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Wien, 18. Jan. Die Glasarbeiter im Jsergebirge gaben St. Urban, Annenstr. 9, bei Prog. Kornblume, Blumenftr. 54, bei wegen der Ungunst der Verhältnisse die Arbeitseinstellung auf Wuttte. Frühlingsluft, Bülowftr. 59, bei Werner.-Bregelfchluß Die Gerüchte über den bes Der Fachverein der Uhrmacher und verwandter Berufs- Annenstr. 16, bet Reßner.-weiße Rose, Reinickendorf, Seeschlößchen bei und bewilligten den Arbeitgebern eine dreiwöchige Frist zur Böttcher.- Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstraße 9, bei Friesede. Regelung der Minimallöhne. genossen Berlins und Umgegend hielt am 7. Januar eine ordent- Dorfglödlein, Wilmersdorf, Berliner- und Auguststr.- Ecke bei Schulz. absichtigten Rücktritt des gemeinsamen Finanzministers Rallay liche Generalversammlung ab, in welcher Zahnarzt Wolf über Einigteit( Hutmacher), Pappel- Allee 3-4, bei Krause. Harmonie, werden als grundlos bezeichnet. Oft- und Westpreußischer Männer= ( Wolff's Telegraphen- Burean.) stattete der Kassirer den Kassenbericht für das verflossene Quartal. Se jangverein, Holzmarfifir. 3, bei Deter.- Edelweiß, MelchiorMai- Paris, 18. Januar.( Panama- Prozeß.) Das Plaidoyer des Danach beliefen sich die Einnahmen auf 94 M., die Ausgaben straße 15, b. Stehmann. Borar, Wienerstr. 31 b. Drügemüller. auf 76,40 M. Der Kassenbestand betrug am 30. September 1892 lök chen 2, Süd- Ost, Reichenbergerstr. 16 b. Päzold. Einigteit 2, Staatsanwalts ist heute beendet. Derselbe fordert eine strenge 80,84 m., am 31. Dezember betrug derselbe 98,44 M. Auf An- berichterfelde, maltenstraße, b. Sann. Freie Gänger, Krautftr. 6, Strafe gegen die Angeklagten. Eine Geldstrafe wäre ungenügend, Butunft 3, Velten, bei W. Grunow. trag der Revisoren wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Nach- berger armonie, Lindenstraße 106, bei Poppe. Nordstern, die Gerechtigkeit fordere eine strengere Ahndung. dem eine Werkstattangelegenheit einer hierzu gewählten Kommission Nachmittags, Gipsstraße 3 bei Pyrted.- Steinfeger Gängerchor, Müllerfir. 7 bei Reichardt. Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr ginnen die Plaidoyers der Vertheidiger. überwiesen war, wurde Kollege Schnell einstimmig zum zweiten Kaftanien Allee 28 bei Maiwald. Liedes Echo, Reichenberger- und Blumenthal Schriftführer gewählt. Ferner wurde beschlossen, Ende dieses Forsterstraßen Ede, bei Spindler. Liedertafel Westend Vorwärts 9, Charlottenburg, Schillerstr. 102 Monats einen Damenabend zu veranstalten. Die nächste Ver- ftraße 5 bei Behrendt. bet Stahl. Gesangverein Freundschaft 1, Brunnenstr. 114 bei einsversammlung findet am 21. d. M. im Vereinslokal, Alte Oswald Berliner.- Gesangverein Abendroth in Deutsch- Wilmersdorf bet Jakobsir. 83, statt. Ferner findet jeden Wochentag= Abend im Mölter. Gesangverein der Stuckateure Berlins und Umgegend, SeydelVereinslokal der Arbeitsnachweis, sowie die Aufnahme neuer stiefers. Arbeiter- Gesangv. Spanda u Lynarstraße Restaurant Gefangverein, Borwärts 2" Schönhauser Allee 28, bei Kuhl- W. 2. Es ist uns ganz unerfindlich, wie Sie sich den Kopf Mitglieder statt. mey. Arbeiter- Gesangverein yra 2, Charlottenburg, Gaurstr. 23, bet darüber zerbrechen können, wer der Staatsbürger- Zeitung" das Gesangverein Fesenfest( Gem. Chor), Badiir. 32, bet Marr. Gesangverein Collegia 2( freie Bereinigung der Zivil- Berufsmusiter), Neue Material zu dem albernen und schmutzigen Artikel geliefert hat. Friedrichstr. 44, bet Röllig. Gesangverein der Kürschner, Neue Fried- Es hat ja ein ziemliches Weilchen gedauert, bis sich diese edelsten Gefangverein Proletariat( gent. Chor): aller Seelen gefunden haben. Jetzt aber liegen fie fich unzerreiß. richstraße 44 bet Röllig. Böckhstr. 8, bei A. Moewes. Gesangverein Arion in Wittenberge, bei Goring. Gesangverein Glodenrein( gem. Chor) Kastanien- Allee 95/96. bar in den Armen. Ziefer als unter Ahlwardt kann niemand Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. sinken. Sinnen Sie doch einmal über die Anfangsbuchstaben vielleicht fällt es Ihnen wie Schuppen alle Sufchriften den Bund betreffend find zu richten an: R. Senter, Ihres Namens nach Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Rauchklub Graue Wolte, strautstr. 48. Musikverein Osiris, bet Roll, Adalbertftr 21. Geselliger von den Augen. Freundlichen Gruß! Verein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), bet kaporte, SolmsDeutsche Bäcker und Fleischer Zeitung", Bernburg. Birks. Bergnügungsverein Alpenveilchen 2, Straußbergerstr. 3 bei Berlin, Bernauerstr. 30, 3 Tr. Bimmer- Schüßenverein Fein Korn bei Klatt, Boechstr. 51. Regel- lub2uftige 13", präzise 8 Uhr, bet Boll, Wtener Straße 1. E. F., Schloffer. Die Anfangsbuchstaben des Betreffenden Sumoristischer Verein Pautenschwengel, Stallschreiberstraße 58. Ber- find A. N. snügungsverein Bruderbund, bet Noll, Andreasstr. 8. Frau O. P., Elisabethstraße. Besten Dank für die MitGesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer: Gesangverein Alt- Desfau, Abends 9 Uhr, bet sind, Wrangelftr. 91. theilung aber der Herr Doktor" hat ja nun, wie man zu Gefangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für fagen pflegt, sein Fett weg". Sonnabends Weißensee und Umgegend. Donnerfiags und Abends bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chaussee. Wöchnerin, Gesundbrunnen. Die Hebeamme hat nicht Männer Gesangverein Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Fausimann, Reichenbergerstr. 73a. zu zahlen. Die Zahlungspflicht liegt der Krankentaffe ob. Gesangverein Glodenretn, gemischter Chor, jeden Donnerstag von 9 bts M. N., Metallarbeiter, Manteuffelstraße. Wir danken 11 uhr bei Knapp, Kaftanien- Allee 95/96. Ihnen sehr für Ihre Mittheilungen. Dieselben werden bei Mufitverein Frisch Auf, Annenstr. 14, bet Ehrenberg. Sof, Admiralstr. 18. Pripat- Theaterverein Fideler Geift 2", Abends 9 Uhr, tm Märkischen passender Gelegenheit Verwendung finden. Theater- Verein" Buitania 2" jeden Donnerstag 9% ühr, Vorstädtisches Kasino, Ackerstr. 144. Zurnveein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag Geselliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwebter Straße 44. Geselliger Klub Blau- Weilchen, Abends 9 Uhr, Annensir. 9 bet Einige Genossen and Schlesien hatten ihre Landsleute zu G. Broz. Berein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, puntt Pfropfen verein Webbing, Abends einer Versammlung am Sonntag eingeladen. Zunächst hielt Ge- 9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Freundschaft, Abends 9 Uhr, das Thema„ Sozialismus der Borgeoisie" referirte. Hierauf erholzerstraße bei Hempel. Tempelhof, Dorfstr. 10, bei Gerth. Butunft 2, Nieder- Schönhausen, BuchDie öffentliche Versammlung der Zimmerer, welche am Sonntag stattfand, wählte als Erfazkandidaten zum Gewerbegericht die Kameraden Ueckermann und Fiedick e. Zum Bezirts- Vertrauensmann für den Süden wurde Kamerad Wirth, Möckernstr. 103, gewählt. Die Abrechnung des Generalfonds vom vierten Quartal 1892 ergab eine Einnahme von 347,30 M., eine Ausgabe von 146,40 m., es bleibt mithin ein Bestand von 200,90 m. Hiervon wurde den streitenden Bergarbeitern 100 M. überwiesen, sodann wurden dem Kassirer auf Antrag der Revisoren Decharge ertheilt. Jm Gewerkschaftlichen entspann sich eine sehr lebhafte Debatte über die herrschende Arbeitslosigkeit, auch wurde das Verhalten der Regierungsvertreter im Reichstage scharf getadelt, ebenso das Gesetz der Gewerbegerichte. Besonders scharf wurde auch der Indifferentismus unter den Zimmerern getadelt und zu reger Agitation in diesem Jahre aufgefordert. Der Verband der Glaser und verwandten Berufsgenossen, Zahlstelle Berlin, hielt kürzlich eine Versammlung ab, in welcher gegen eine heftig opponirende Minorität der Beschluß gefaßt wurde, den Beitrag wieder von 25 Pf. auf 15 Pf. zu ermäßigen. Die hiesigen Mitglieder werden aufgefordert, ihre Mitgliedsbücher an den Borstand zum Zweck der Revision abzuliefern. Rudolf. = ftraße 30 bet Preußer. Lange. ftraße 1. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Zurnhalle, Pantsir. 26. Kreuz noffe Rein einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag. In der Uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. bei Busse, Schönhauser Allee 46. Vergnügungs- Verein Renata jeden 3 Tonnerstag 9 Uhr Abends im Restaurant Göz, Oranienstr. 153.- Bither lub Gleichheit, jeden Donnerstag Abend 9 Uhr, bet Sohn, Zionskirch Geselliger Verein play 11a. abends 9 Uhr, Uebungsstunde bet Möwes, Böchstr. 8. Gefangverein Proletariat( gem. Chor) feden Donnerstag Donnerstag Abend Uhr im Restaurant Böhmer, Brizerstr. 32. Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bet Flick. = Morgen be Briefkaffen der Redaktion. " J. W. Meyer. Auf ein Kilogramm tommen 114/25 Rubikmeter Wasserstoff. Ein Kubikmeter Wasserstoff wiegt 89% Gramm. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Bon den Kutschern der Genossenschaftsbäckerei Berlin 7Polnischer Diskutirklub in Rigdorf Jaroslav. Dombrowski 2hn'scher Gesangverein„ Humor" 13,-. Von einem Schloffer Durch C. K. vom Referate bei den Einsegern 2,70. Buchdruckerei der Hauptwerkstatt Tempelhof-, 50. Noeste u. Komp. 12,00. Se Diskussion, die sich demselben anschloß, erfuhren die erbärmlichen Lebensverhältnisse der schlesischen Arbeiter eine grelle Beleuchtung. Um die Macht der Pfaffen zu brechen und die durch Saal abtreibungen erschwerte Agitation zu fördern, hielten einige Ge- univerfum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr b. Hagemann, Lothringernoffen es unbedingt für nöthig, einen Verein der in Berlin woh- moabiter, Stephanjir. 23, bet Littto, jeden Donnerstag um s½ Uhr und straße 81. Borträge, Fidelitas. Geselliger klub der atten nenden Schlesier zu gründen, wie dies von den Ost- und West- leden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. preußen und den Genossen von Torgau und Umgegend schon Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Deftillation, Sittenfeld 24,25. Tischlerei Noftizstr. 9 3,00. Bom Generalfonds Längst geschehen ist. An diesen Verein tönne man die aus der Stalizerftr. 41. Rauchtlub Waldesgrün, Abends 8½ Uhr, Restaurant der Berliner Maurer und Umgegend durch Wilh. Garbe 500,00. A. Gaspar, Reichenbergerstr. 113a.- Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr Provinz Bureisenden heranziehen und dann eventuell den anderen Restaurant Buder, Gräfeftraße 18. Rauchtlub Rernipige. Abends Pianofabrik von Pflock- Prill 9,10. Gesangverein„ Unverzagt", Organisationen zuführen. In diesem Sinne sprachen Schi8% Uhr, bet A. Böhl, Rudersdorferstr. 8. Rauchflub Arabi Pafcha, Moabit 20,00. 2. Engel 5,00. Von den Berliner Kürschnern Klub Ohneftreit, jeben 15,00. Von ben R. H. R., Würzburg 5,95. golsti, Welzig, Adler, Laube, Sosna, Hirsch Abends 9 Uhr, bet Berndt, Perlebergerstr. 17. Rauchflub 34 4,30. meier, Scholz, Nebab, Schulz und Gutsch e. Theaterverein Maisellen der Abel'schen Möbelfabrik Markusstraße Gegen die Gründung eines Vereins wendeten fich glöckchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Rauchtlub Brüderlich Bürsten- und Pinselmacher, Zahlstelle Emmerich, Ueberschuß von Haupt, König, Gimpel und Grauer, die ihrer feit, jeden Donnerstag von bis 11 Uhr bet Lehmann, Kaiser Franz einem Vereinsvergnügen 19,-. Möbelfabrit Barth, Fruchts Grenadier- Plag 7. Rauchtlub Nordstern, jeden Donnerstag nach Meinung dahin Ausdruck gaben, man folle sich den bestehenden dem 15. im Monat bet E. Seinicke, Friedrich- Karlfir. 11, Friedrichsberg. straße 8, 36,-. Von den Filialen der Genossenschafts- Bäckerei Wahlvereinen und den bestehenden Gewerkschafts- Organisationen Rauch tiub Eldorado, Donnerstag, Abends 8% Uhr, Restaurant W. Schulze, Gartenstraße und Brunnenstraße 10,45. Bom runden Tisch, anschließen und die Agitation in der Provinz den auf den Dftbahnhof 7. Rauchtlub Sumatra, jeden Donnerstag Abends 8 Uhr Annenstr. 16, 1,50. Bäckerei- Arbeiter, Prinzenftr. 38, 4, VorProvinzial- Parteitagen gewählten Agitationstommiffionen überstand der Zentral- Krankenkasse der Buchbinder 7,-. Tischlerei laffen, sonst richte man Verwirrung an. Es sei ja jedem un- tlub Rückwärts, Abends 8% Uhr bei Arndt Pallisadenftr. 47. von Görlich, Krautstr. 38, 3,-. Adam Engler 2,-. Bergolder benommen, Lesestoff an seine Angehörigen zu senden, dazu beRuderverein Bor wärts. Gizung am Donnerstag, Abends 8 Uhr, bei und Berufsgenossen, Schmidstr. 8, 17,10. Bon einigen SangesBodenburg, Kommandantenstr. 10-11. Gäste willkommen. Schießtlub dürfe es aber teines besonderen Vereins. Die Versammlung zell, jeden Donnerstag. Abends s uhr, bet Nifolet, Elifabethkirchstr. 17. brüdern der Kornblume" 3,05. entschied sich für Gründung eines Vereins und wählte das Bureau, bestehend aus den Genossen 3iersch, Riesewetter und Schigolsti, zum provisorischen Vorstand. 52 der Anwesenden zeichneten sich sofort in die ausgelegten Liften ein; die Statutenberathung erfolgt in der nächsten Versammlung. Die Bekanntmachung. tm eftaurant Krause, Gitschinerfir. 03. Statklub Tournee, Abends 8% Uhr, bet ulrich, rangelfir. 84. Stat Max Mosesmann's Concursmasse 27 Grosse Frankfurterstrasse 27, gegenüber der Andreasstrasse, Durch die Streit Kontrolltommission: Bom Personal der Druckerei Maurer u. Dimmid 15,-. Bon den Kaufleuten Berlins durch Hinge 20,-. Summa 761,90. Bereits quittirt 3085,20. Jn Summa 3847,10 M. Echter Langensalza'er Kantabak 81069 von Gebrüder Adler. Zu haben in den meisten Tabathandlungen Berlins und Umgegend. 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