Nr. 17 Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 8,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DeiterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Boft- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwirts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Betttzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vors mittags geöffnet. Earnsprech- Anschlus Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Militarismus. Europa in Waffen. Freitag, den 20. Januar 1893. Deutschland 5 000 000 Mann Frankreich Rußland Italien DesterreichUngarn ( Nachstehender Artikel ist der Question Sociale" von Bordeaux, einem unserer französischen Bruderorgane, entnommen und beruht auf der Arbeit eines französischen Militärs. R. d.„ B".) Türkei In ganz Europa, die kleinsten Staaten nicht aus- Spanien genommen, spricht man gegenwärtig nur noch von England Rüstungen, Vermehrung der Truppen und des Kriegs- Schweden und Norwegen materials und selbstverständlich also auch von neuen Steuern. 280 000 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. 489 000 Mann stückelung Frankreichs sagt, wird freilich nicht den Beifall unserer Patrioten finden, entspricht aber zweifellos der geschichtlichen Wahrheit. Daß das Deutsche Reich, soweit es das Werk Bismarck'scher Politik ist, einen friegerischen Charakter hat, kann der unparteiische Beurtheiler ebenso wenig bestreiten, als er die Thatsache bestreiten kann, daß ganz wesentlich aus der Annexion von Elsaß- Lothringen der gegenwärtige schmach- und unheilvolle Zustand Europas hervorgegangen ist. 4 350 000 " 4 000 000 " Schweiz Rumänien Belgien 258 000 " 2 236 000 Bulgarien 200 000 n Holland 185 000 1 900 000 Griechenland 180 000 " 12 1 500 000 Serbien 180 000 " 800 000 602 000 " Portugal Dänemark Montenegro 150 000 91.000 55 000 " n 510 000 Naturgemäß sind die Militär- und Marinebudgets der In Deutschland drängt bekanntlich die Militärvorlage verschiedenen Staaten Europas in entsprechendem Verhältniß augenblicklich alle anderen Interessen in den Hintergrund. gewachsen. Sie haben sich auf mehr als das Doppelte er j Und das Gleiche geschieht in Italien, in der Schweiz, in höht in Rußland( von 615 Millionen auf 1239), Deutſch Politische Leberlicht. Dänemark turz überall, selbst in Ländern, die, weil sie am land( von 280 Millionen auf 702), Italien( von 176 auf meisten außerhalb der großen europäischen Bewegung stehen, 362 Millionen), Dänemark, Schweden und Norwegen und am wenigsten von einem allgemeinen Brande bedroht find, Rumänien. wie z. B. Schweden und Norwegen. Diese Zustände schildert in schlagender Weise ein Mann, der mit vorstehender Frage wohl vertraut ist, der Kapitän Molard, ehemals Professor der Geographie in Saint- Cyr, jezt Major im Generalstabe der 19. InfanterieDivision. In einer Arbeit über die Militärkraft der Staaten Europas" zeigt Kapitän Molard an der Hand der neuesten offiziellen Angaben, welche Lage die preußischen Eroberungen in Europa geschaffen haben. Einige Zahlen werden besser als lange Erörterungen ein richtiges Bild von den Verhältnissen geben. Im Jahre 1869 vermochten ins Feld zu stellen: Frankreich 1 350 000 Mann Schweden und Deutschland 1 300 000 Norwegen ann " Rußland 1 100 000 B Belgien Desterreich Portugal 130 000 95.000 70 000 " OP Ungarn 750 000 Italien 570 000 Dänemark Holland 45 000 " 45 000 England 342 000 Montenegro 40 000 " Spanien 300 000 Türkei Schweiz 320 000 150 000 " Griechenland Rumänien Serbien 35 000 33 000 25 000 " " " Im Jahre 1892 dagegen betrug die Zahl der nach einer Mobilifirung verfügbaren Truppen in Frankreich 2 500 000 Mann Schweiz 212 000 Mann Rußland 2 451 000 " Deutschland 2417 000 " Rumänien Belgien Italien 1514 000 Holland " Desterreich Serbien 153 000 128 000 110 000 80 000 " " " " Ungarn 1 050 000 Portugal 80 000 " Türkei England Spanien 700 000 450 000 450 000 " Schweden und Bulgarien Griechenland Dänemark Montenegro 70 000 70 000 61 000 55 000 n " " " " Norwegen 270 000 Und wenn die neuen Rekrutirungspläne voll in Wirkung getreten sind, können an ausgebildeten Mannschaften in's Felo stellen: Feuilleton. Nachdruck verboten.) Haus Nuzingen. Soziale Studie von H. de Balzac. Dentsch von Curt Baate. Der Kirchendiener zu den Bettlern: Macht, daß Ihr fort tommt! Wir haben für die Armen schon bekommen. Bettelt hier nicht herum!" In Griechenland ist das Militärbudget von 3/2 Millionen im Jahre 1867 auf 24 Millionen im Jahre 1892 gestiegen; in der Schweiz von 2/2 Millionen im Jahre 1869 auf mehr als 45 Millionen im Jahre 1892. Ein einziger Staat, Serbien, hat im Jahre 1892 ein etwas niedrigeres Kriegsbudget als 1869( 11 Millionen statt 13). Aus alledem ergiebt sich nach Kapitän Molard, daß Europa im Jahre 1870 zu Kriegszwecken eine Summe von nahezu 3 Milliarden ausgab. Heute beläuft sich die entsprechende Summe auf nahezu 5 Milliarden. Im Jahre 1870 unterhielt Europa ein stehendes Heer von wenig mehr als 2 000 000 Mann; heute unterhält es nahezu 3 500 000. Im Jahre 1870 glaubte Europa im Kriegsfalle bei äußerster Anstrengung gegen 7 000 000 Soldaten ins Feld stellen zu können; heute würde es 12 500 000 entsenden, und die neuen Gesetze suchen diese Biffer auf mehr als 22 000 000 zu erhöhen. Berlin, den 19. Januar. Im Reichstage ist von dem Abg. Nintelen( 8entr.) folgender Antrag eingebracht: Der Reichstag wolle be schließen, dem nachstehenden Geschentwurf die verfassungs mäßige Zustimmung zu ertheilen: Dem§ 69 des Straf gesetzbuchs für das Deutsche Reich wird folgender zweiter Absatz beigefügt:„ Die Verjährung ruht während der Zeit, in welcher auf Grund des Gesetzes eine Strafverfolgung Das nicht begonnen oder nicht fortgesetzt werden kann. Fehlen des in den Strafgesetzen selbst vorgeschriebenen Er fordernisses des Antrags auf Strafverfolgung oder der Ermächtigung zu derselben hindert nicht den Beginn der Verjährung." Die preußische Staatsschuld betrug nach dem Etat der Staatsschulden- Berwaltung für das laufende Etatsjahr 6 043 507 255 M. und stellt sich für das Etatsjahr 1893/94 nach Abrechnung der erfolgten Tilgungen und unter Zurechnung der neu aufgenommenen Verpflichtungen auf 6 243 773 430 M., also um rund 200 Mill. Mark höher. Die Gesammtausgabe für die Staatsschuld beziffert sich nach Im Jahre 1870 dachte man nur ganz beiläufig an dem Etat für 1893/94 auf 279 439 050 m. oder um einen etwa bevorstehenden Krieg, und alle Völker widmeten 7526 407 W. höher als im Vorjahre. Davon sind erforderzur Tilgung sich im Frieden ihren Arbeiten und suchten ihre Kultur lich zur Verzinsung 239 660 340 m., und ihre Reichthümer zu erhöhen, ohne sich besonders um 17 079 452 M., zur außerordentlichen Tilgung 20 167 209 M., das Morgen zu kümmern; heute lastet der Gedanke eines endlich an tenten 1429 555 M., während sich die Vere unabwendbaren, verhängnißvollen Krieges auf Jedermann waltungstoften auf 1 102 491 M. belaufen. in jedem Augenblick, hemmit jeglichen Verkehr, verzögert die Einen Rückzug in der Sonntagsruhe bezeichnet die Lösung der sozialen Fragen, furz, zwingt die Völker, alles von uns bereits gemeldete Verfügung der preußischen Midem einen Interesse der Vertheidigung unterzuordnen. nister des Handels, des Innern und des Kultus an die Das, schließt Kapitän Molard, das sind für Europa töniglichen Oberpräsidenten, betreffend die Ausführungsdie unmittelbaren, greifbaren Folgen der Wiederaufrichtung anweisung über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe, welche des deutschen Kaiserreichs zu Gunsten Preußens, der Bevor- heute der Reichs- Anzeiger" veröffentlicht. Die Verfügung mundung aller Welt, welche dieses sich anzumaßen trachtete, wird nicht verfehlen, eine ganze Reihe Ausnahmeund endlich der Zerstückelung Frankreichs. bestimmungen zu schaffen, welche die Sonntagsruhe stückweise beseitigen. Dies der Artikel. Man muß sagen, daß der französische GeneralstabsOffizier ein sehr vernünftiger Mann ist. Was er über die Aufrichtung des Deutschen Kaiserreichs und über die ZerDas Todtenamt war zu Ende. Nuzingen und Du Tillet fuhren zum Kirchhof mit. Der alte Kammerdiener ging zu Fuß. Der Kutscher fuhr hinter dem Leichenwagen. " Die armen Apothekenbesitzer. Der Vorstand des Vereins der Apotheker des Regierungsbezirks DüsselVermögen auf höchstens viermalhunderttausend Franks bes laufe. Die Tochter des Hauses Adolphus in Mannheim Nun, lieber Freind, sprach Nuzingen in seinem verlor, als sie erfuhr, daß sie von nun an mit nur vierjüdisch- elsassischen Dialekt zu Du Tillet, als ihr Wagen in undzwanzigtausend Frants Rente jährlich auskommen müsse, den Boulevard einbog,- Se kennen sich keine bessere Gelegen- völlig den Kopf. Sie rechnete und rechnete: es wollte nicht heit winschen, um ße heirathen Malvine. Se werden der hinreichen. Beschizer der weinenden Familie sein. Se wirden ein Haus, eine Heimath haben. Se kennten ein schenes Haus fihren, Malvine ist wirklich ihr Geld werth. Als wenn der alte Freibeuter Nuzingen selber spräche!" rief Finot. Biriou fuhr fort: Ein reizendes Mädchen, sagte Tillet mit Feuer, aber ohne sich zu erhitzen. " In einem Wort der ganze Du Tillet," rief Couture. Leuten, die sie nicht kennen, fann sie freilich häßerscheinen, aber Seele hat sie, gestehe ich gern, schloß -Und ein ßu guttes Herz, lieber Freind, trai wie Gold Du " Jezt ist er im Zuge!" brach Couture bewundernd aus. In der That! Auch uns im Nebenzimmer war es so gewesen, als hörten wir jeden Laut, der in einer Kirche bei einer Leichenfeier ertönt. Biriou ahmte alles nach, selbst lich das Geräusch der Leute, die dem Sarge folgen; er scharrte Du Tillet. da mit den Füßen auf der Diele. " Wie? sprach sie zu Malvine, wie? ich konnte sechstausend Franks jährlich blos für den Schneider aus geben! Wo nahm denn Dein Vater nur das Geld her? Mit vierundzwanzigtausend Franks ist nichts anzufangen. Wir sind ruinirt, sind am Bettelstab. Ach, wenn mein lieber, feliger Vater mich so sähe, er würde vor Kummer sterben, wenn Arme er nicht schon gestorben wäre. Wilhelmine!- Und sie brach in Thränen aus. Malvine wußte nicht, wie sie ihre Mutter trösten solle. Sie stellte ihr vor, wie jung und schön sie noch wäre, und wie gut ihr Rosa stände. Frau von Nuzingen würde ihr gewiß gern ihre Loge in der Oper zur Ver einen füßen Traum von Festen, Bällen, Musik, schönen Toiletten und Eroberungen ein, in einen Traum, der sie unter den Vorhängen eines blauseidenen Bettes in einem eleganten Schlafzimmer umfing, welches an das Gemach grenzte, in dem zwei Tage zuvor der Baron Jean Baptist Aldrigger verschieden war. „ Es giebt Dichter, Romanschreiber, Schriftsteller," und so klug. Wer mag wissen bei dem Geschäft, wer Roch fügung stellen. Und allmälig wiegte sie ihre Mutter in nahm er den Faden seiner Erzählung wieder auf, und wer Kellner ist. Da ischt's graußes Glick, wenn man die viel Schönes von den Pariser Sitten zu sagen sich kann verlassen auf das Herz der Frau. Ich geb' Ihnen wissen. So geht es aber in Wahrheit bei einem Be- meine Delphine, und sie hat mir mitgebracht mehr als eine gräbniß zu. Von hundert Menschen, die einem armen Million, wenn ich haben könnte Malvine, die keine so grauße Todten die letzte Ehre erweisen, sprechen nunundneunzig Mitgift hat. noch in der Kirche von ihren Geschäften und Abenteuern. Um einen kleinen, aufrichtigen Schmerz beobachten zu können, bedarf es unmöglicher Umstände. .. Aber giebt's denn überhaupt einen Schmerz ohne Egoismus? Ha! Ha!" lachte Blondet." Nichts wird weniger respektirt, wie der Tod; vielleicht darum, weil er so wenig respektabel ist?"... Er ist so aemein", setzte Biriou seine Gedanken fort. Wie viel hat sie denn? Geben wir einen kurzen Abriß seines Lebens. -Wie haißt? Weiß ich es? Aber bekommen werd fie was mit. Jean Baptist Albrigger war ein ehrlicher Elsasser und -Mag sein, erwiderte Du Tillet. Sie hat aber eine Bankier in Straßburg gewesen. Er hatte etwa drei Mutter mit großer Vorliebe für rosenroth. Millionen zusammengescharrt, als er im Jahre 1800 im Diese Bemerkung machte Nuzingen's Anbohrungen Zenith seines Vermögens, zu dem ihm die Revolution vers holfen hatte, im sechsunddreißigsten Jahre seines Lebens Nach dem Diner theilte der Baron der Wittwe die Erbin der Mannheimer Adolphus aus Neigung und Wilhelmine Adolphus mit, daß sich ihr bei ihm angelegtes Berechnung zugleich heirathete. Wilhelmine war der Lieb ein Ende. borf hatte eine Betition an das preußische Abgeordneten- so ungünstig ausgesprochen habe, als wie es in den haus gesandt, in welcher herzbrechender Jammer erhoben Erinnerungen heißt, so sind wir in der Lage, auf's wurde über die Vermehrung der Apotheken, deren Kon- authentischste zu versichern, daß Lothar Bucher sich über kurrenz den Werth der bisherigen Apotheken beeinträchtige, den Betreffenden wiederholt noch viel schärfer geäußert, ja Die Wehklage der Apothekenbefizer fand aber nicht einmal daß er den Augenblick verwünscht hat, wo er mit ihm zu in der Petitionskommission mitfühlende Herzen; es wurde sammentraf. vielmehr beschlossen, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen. ,, Einen Fußtritt gieb uns, o Fremdling!" bettelten einst den das Baterland besuchenden Dichter des Wintermärchens die Hunde der Heimath an. Die gleiche Bitte richtet das verrufenste der Berliner Reptilblätter an uns, indem es sich heute beschwert, daß wir sein neuliches Gewäsch, die Fraktion der Sozialdemokraten habe durch die Nothstands- Interpellation ihre Unterwerfung unter Eine Erinnerung aus dem Jahre 1848. Der bie Ballonmühen" bekundet, nicht gebührend bes Kreuz- Zeitung" wird geschrieben: rücksichtigt hätten. Nun wir wollen dem Reptil seine Am 15. Januar ist in Stralsund der emeritirte Realschule Bitte erfüllen- da ist der Fußtritt! Direktor Dr. Ernst Brandt heimgegangen. Er ist es gewesen, was fast nur seine alten Freunde wissen, dem im Jahre 1848 Die Dresdener Polizeidirektion hat jetzt auch eine eigentlich die Rettung des Palais des damaligen Versammlung verboten, in welcher ihr Verbot der ArbeitsPrinzen von Preußen zu danken ist, indem er als Ueber die Zeitvergendung des Reichstags flagt die„ Nationalliberale Korrespondenz". Drei volle Tage habe der Reichstag für die Nothstands- Interpellation, und außerdem noch 7 Tage für Interpellationen und die Ahlwardt'sche Angelegenheit verwendet. Auch wir sind der Meinung, daß Studentenoberst mit dem Studentenkorps das Palais besetzte losenstatistik besprochen werden sollte. Sie beruft sich für der Reichstag viele Zeit vergeudet, aber nicht mit seinen und beschützte. Raiser Wilhelm I. hat dem Entschlafenen für dieses neue Verbot auf die§§ 5 und 12 des sächsischen Interpellationen, sondern damit, daß er Vorlagen, wie die jene Rettung seines Hauses seine besondere Gnade bewiesen. Vereinsgesetzes. Sie scheint also die Besprechung ihres VerMilitärvorlage, die Steuervorlagen, die lex Heinze, das Die Sache stimmt nicht ganz. Möglich, daß Dr. Ernst botes für etwas Unsittliches zu halten und in ihr zugleich Auswanderungsgesetz und andere gleichwerthige Vorlagen Brandt als Studentenoberst in den Märztagen das Palais eine dringende Gefahr für die öffentliche Ruhe, Ordnung nicht kurzer Hand gleich von der Schwelle abweist. besetzt hat. Möglich, aber gleichgiltig. Der Sturm auf und Sicherheit zu erblicken. Der sächsische Polizeidirektor das Palais des damaligen Prinzen von Preußen, dem kann im Stolz auf seine Weisheit ausrufen: Wir sein Revolution von oben. Das„ Konservative Wochen allgemein die Schuld der Mezelet des 18. März zu aber sehre helle! Aus solchen Maßregeln, wie sie in Sachsen blatt", welches von dem gouvernementalen Herrn v. Hell- geschrieben ward, wurde nicht durch eine Studentenbesetzung nur zu oft vorkommen und von unsern Gegnern als selbstdorf geleitet ist, hat staatsstreichliche Gedanken. Es schreibt: verhindert, sondern durch die Geistesgegenwart der damilagen verständlich erachtet werden, ersieht man, wie in Sachsen Die Aussichten auf eine günstigere Zusammenfegung eines Leiter der Bewegung, die das Wort:„ National- die ganze bürgerliche Gesellschaft sich schon am Ende ihrer neuen Reichstages, falls es zur Auslösung kommen follte, dürfen Eigenthum" in Riesenbuchstaben an dem Gebäude an- Tage wähnt, so daß ihr jede Maßnahme, so wenig Erfolg schon jetzt als wesentlich gehobene bezeichnet werden. Und wenn diese Annahme täuschen follte, so sind die gegenwärtigen Reichs- bringen ließen, so daß das Volk glaubte, das Schloß sei, fie auch haben kann, gegen die Sozialdemokratie recht ist. tags- Mitglieder über die dringenden Gründe der Forderungen nebst dem Privatvermögen des Prinzen, in den Besitz des Oder glaubt man etwa, durch solche Polizeimaßregeln den Fortschritt der Sozialdemokratie aufhalten zu können? der Militärvorlage nunmehr genügend unterrichtet, um zu fühlen, Staats übergegangen( konfiszirt"). in welchem Maße sie die Verantwortung für das ernste Dilemma, vor welchem die verbündeten Regierungen alsdann stehen würden, trifft. Denn man weiß jetzt, daß dieses Dilemma von der Frage gebildet werden würde: sollen die verbündeten Regierungen auch dann vor dem allgemeinen Wahlrecht Salt machen, wenn sie der festesten Ueberzeugung sind, daß die Existenz des Reiches auf dem Spiel steht und daß der обис hin genügend, bis zum Rande des Bechers und bis zum Ueberlaufen bewiefene unverstand dieses Wahlrechts der Nation schwere Opfer tosten wird? In betreff der Militärvorlage scheint auch auf die Opposition des Freisinns nicht ganz zu rechnen zu sein. In Würzburg hat der dortige freisinnige Verein nach der Würzburger Zeitung" einstimmig folgende Resolution beschlossen: " liche Reform des schiethren zugestanden wird." Der Vergarbeiter- Streif im Saarrevier ist bereits am Dienstag in Bildstock vom Streif- Komitee für beendet erklärt und wurde sofort nach allen Richtungen hin Weisung gegeben, die Arbeit wieder aufzunehmen. Das italienische Klein- Panama scheint sich zu einem Der freisinnige Verein Würzburg erwartet vom Deutschen recht großen auswachsen zu wollen. Die Schwindeleien der Reichstag, daß derfelbe einer Erhöhung des Militäretats nur Römischen Bank ließen sich nicht mehr zudecken, und der dann zustimmt, wenn sowohl die zweijährige Dienstzeit Direktor der Banca Romana, Tanlongo, sowie der Kassirer, gesetzlich festgelegt, als auch wenigstens die nothwendige und eine voltsihüm- Lazzarone, sind heute verhaftet worden. Berschiedene Staatsund Privatbanken haben mit der Römischen Bank gemogelt, und, falls die Sache nicht vertuscht wird, steht ein Skandalprozeß erster Ordnung in Aussicht, dem auch, da verschiedene hohe Politiker verwickelt sind, der politische Hintergrund nicht fehlen wird um die Aehnlichkeit mit dem französischen Original vollständig zu machen. Stärker kann sich die Kompromißneigung wirklich kaum erkennen geben. Kräftige Antwort auf eine dumm- freche Frage. Bismarck spricht sich in seinem Organ nicht blos gegen das allgemeine gleiche, sondern auch gegen das geheime Wahlrecht aus. Die Hamburger Nachrichten" schreiben: Herr von Helldorf denkt also an die Beseitigung des allgemeinen Wahlrechts, und dies wäre ein Staatsstreich. Nicht das allgemeine Wahlrecht leidet an Unverstand", sondern Herr von Helldorf und die so denten wie er. zu Wiffen die Herren nicht, daß das allgemeine Wahlrecht die Grundlage des Deutschen Reiches ist, die einzige Einrichtung, welche diesem Reich Werth in den Augen des Voltes, und damit Kraft verliehen hat? Die Helldorff und Konsorten find wahrhaftig keine Reichsstüßen. Und glauben die Helldorf und Genossen, das deutsche Volt würde sich das Wahlrecht so ohne weiteres par ordre de Moufti ent reißen und sich politisch entmündigen lassen? Da irren die Herren sich gewaltig. Und sind die Herren Helldorf und Konsorten so weit zurück, um nicht zu begreifen, daß ein Staatsstreich die Revolution von oben ist, und daß, wer die Revolution von oben befürwortet und verfneht, die Revolution von unten hervorruft und rechtfertigt? Und die Helldorf und Konsorten be zeichnen die Sozialdemokraten als„ Umstürzler"! Ueber die Unterredung des Kaisers mit Krupp and Stumm schreibt die Freifinnige Beitung": Der Ausstand im Saarrevier ist anscheinend Gegenstand einer Unterhaltung gewesen, welche der Kaiser am Montag mit Kommerzienrath Krupp und Freiherrn von Stumm, die er bei fich zur Tafel fab, hatte. In parlamentarischen Streifen wird behauptet, daß es den beiden genannten Herren nicht gelungen fei, bas Ohr des Kaisers für die im Reichstag ge äußerten Ansichten des Abg. von Stumm zu gewinnen. Viel mehr sollen die Auseinandersetzungen, die der Kaiser mit dem Handelsminister von Berlepsch hatte, die Oberhand behalten haben." Nach der offensiven Haltung, welche Krupp und Stumm und deren gesammter fapitalistischer Anhang gegen die taiserlichen Erlasse einnehmen, gegen welche sie einen förm lichen Feldzug organisirten, erscheint schon die Einladung, welche sie vom Kaiser erhielten, als alles andere eher, als eine Mißbilligung Frankreich. Neue Enthüllungen oder Entdeckungen Die Anonymität hat niemals für eine Empfehlung einer in ber Panama Angelegenheit. Panamas politischen Meinungsäußerung gegoften, warum gerade bei dem Standal fann man nicht mehr sagen dazu ist die wichtigen und einschneidenden Alte der Wahl? Sache zu groß geworden. Es sind gestern über tausend Warum? Nun, die Antwort liegt nahe. Weil es neue Quittungen aufgefunden, und außerdem vor der Schurken giebt, die den armen, bedrängten und abhängigen Untersuchungskommission sehr gravirende Aussagen gegen Mann, der sein Wahlrecht öffentlich ausüben würde, ihre Clemenceau gemacht worden, dessen Techtelmechtel mit Wacht fühlen lassen und seine Abhängigkeit benußen würden, Reinach und Herz sich in immer deutlicheren Umrissen zeigt. um ihn ins Glend zu stürzen. Die geheime Wahl ist ebenso Der frühere Sekretär Reinach's sagte aus, daß er im Aufnothwendig, wie Geleitwachen nothwendig waren, als Strauch trage Reinach's Clemenceau eine Liste der Bestochenen ritter und Wegelagerer die Straßen unsicher machten. Die gegeben habe, und zwar dieselbe, welche Andrieug besessen. Heimlichkeit der Wahl ist nothwendig, um das Wahlrecht Und diese Liste soll Clemenceau dem berüchtigten Herz zu schützen gegen wegelagernde Halunken, mögen sie feudale übergeben haben, der sie zu Erpressungsversuchen gegen Junter oder tapitalistische Prozen und Schlotjunter sein.- Reinach benuste und diesen in den Tod trieb. Clemenceau leugnet alles. Gegen Herz, der in England sich befindet, Militärische Freuden. Aus Posen, 18. Januar, be- ist ein Haftbefehl erlassen und die Auslieferung gefordert. richtet die" Posener Zeitung" in ihrer Abend- Ausgabe vom Da Herz gemeiner Verbrechen angeflagt ist, so wird die 18. Januar: Auslieferung ohne Anstand erfolgen, falls Herz fich inzwischen nicht in Sicherheit gebracht hat. „ Das Offizierkorps des 46. Infanterie- Regiments unter nahm gefiern in 82 Schlitten einen Ausflug nach dem Eich wald, wobei in dem ersten Schlitten das Msikkorps des Regiments untergebracht war. Bei der Abends erfolgten Rück fehr fuhr man direkt zum Kernwert, wo die Mannschaften( bei einer Temperatur von 20 Grad unter Null) an beiden Seiten bes Weges von der Großen Schleuse bis zum oberen Rehlthor mit Fackeln Spalier bildeten." 22 Von den anderthalb Milliarden, d. h. tausend und fünfhundert Millionen, welche die Panama- Räuberaus dem französischen Volk der Tasche ge bande nommen hat, find, wie nun festgestellt ist, tausend M fllionen einfach gestohlen worden. Die übrigen 500 Millionen wurden für die Kanalarbeiten- nicht ausGehört dieses Spalierbilden mit Fackeln auch zur mili- gegeben, aber doch bestimmt, und wie man jest ertärischen Ausbildung? Dann allerdings ist die Erhöhung fährt, ist auch der größte Theil dieser Summe von Abender Militärpräsenzstärke geboten. Wir enthalten uns der teurern aller Art vergendet und gestohlen worden. weiteren Bemerkungen über den kameradschaftlichen Geist Es werden unglaubliche Dinge erzählt, die den Strafder Truppen, der bei dieser Schlittenfahrt zu Tage tritt. richter noch beschäftigen werden. Jedenfalls war diese ganze Die Bismard'schen geben sich alle Mühe, die Glaub. Die Offisiere mit lustiger Musit fröhlich und wohlgemuth Banama- Spekulation von Anfang an ein bewußter, syste würdigkeit der in Schorer's Familienblatt" veröffentlichten auf faufenden Schlitten und die Mannschaften zu beiden matischer Diebesschwindel in größtem Stil, und je mehr Erinnerungen an Lothar Bucher zu erschüttern. Wir Seiten bei 20 Grad Kälte frierend und die Fackeln haltend, die Wahrheit bekannt wird, eine desto erbärmlichere Rolle find natürlich nicht in der Lage, für die Richtigkeit jeder um den Herren Offizieren den Weg zu erleuchten. An den spielt auch die Lesseps- Familie, Vater und Söhne. einzelnen Thatsache und Anekdote einzustehen. Wenn aber passenden Bemerkungen wird es bei unseren Lesern gewiß bestritten wird, daß Lothar Bucher sich über seinen Chef" nicht fehlen. Der Bund sozialistischer Gemeinden in Frankreich, der voriges Jahr gegründet ward und durch die Denunziationen, Verleumdungen und Spöttereien der ling der ganzen Familie; binnen zehn Jahren fiel ihr das Mädchen, das von Geldgeschäften nichts versteht, aur reaktionären Gegnerschaft nur gekräftigt worden ist, wird Gesammtvermögen des Hauses zu. Befriedigung seiner Gläubiger in seiner Gutmüthigkeit hin- am 13., 15. und 16. Juli in St. Denis seinen JahresAldrigger's Reichthum verdoppelte sich dadurch. Der gegeben. fongreß abhalten. Man sieht, die Franzosen suchen auf Raiser Napoleon erhob ihn zum Baron, und er gewann den Seine Frau vermißte also die gewohnten Genüsse nicht, dem Gebiet der Organisation nachzuholen, was sie in den großen Mann, der ihm den großen Titel verliehen, so gern, statt im öden Straßburg war sie im vergnügten Paris. letzten Jahrzehnten versäumt haben. daß er im Ernst an die Sonne von Austerlitz glaubte und Schon damals stand, so wie heute, das Haus Nuzingen an Die Einigung der französischen Sozialisten ist eine sich in den Jahren 14 und 15 für ihn ruinirte. der Spitze der Finanz und ihrer Gesellschaft, und der gevollendete Thatsache. Der Attionsausschuß, über dessen Der ehrliche Elfaffer stellte seine Zahlungen nicht ein, ichid te Baron machte sich eine Ehre daraus, den ehrbefriedigte seine Gläubiger nicht mit Papieren, die in seinen ich en Baron wie einen Bruder aufzunehmen. Die Tugend Auflösung die Gegner so laut jubelten, war nur der Anfang eine bessere Form ist gefunden und die NothMugen werthlos waren, bezahlte alles bei offener Rasse und nahm sich in seinen Salons so prächtig aus. zog sich gänzlich vom Bankgeschäft zurück. Nuzingen, sein Jede Wintersaison riß ein Loch in Aldriggers Kapital, wendigkeit gemeinsamen Vorgehens, die von den Ereignissen erster Rommis, urtheilte damals über ihn: Ein ehrlicher aber der Baron wagte der Perle ber Adolphus keine Vor so eindringlich gepredigt wird, drängt sich von Tag zu Mann, aber bumm! Nach Abwickelung aller Geschäfte stellungen zu machen. Seine Zärtlichkeit war die sinnreichste Tag kräftiger auf, so daß an eine Lockerung des Bandes blieben ihm noch fünfmalhunderttausend Frants und For- und unverständigste, die man sich nur denken konnte. Ein nicht zu denken ist, das im Gegentheil durch die Verhält nisse immer fester gezogen wird. Daß die Masse der derungen an das verkrachte Raiserreich. ehrlicher Mann, aber dumm! -Ich hab zu viel an den Napolium geglaubt, sagte Als er im Sterben lag, dachte er: Was soll aus ihnen sozialistischen Arbeiter schon seit Langem für die Einigung der Elsasser. werden, wenn ich nicht mehr bin? Als er einen Augenblick war, ward wiederholt von uns hervorgehoben. Den vereinigten Sozialisten hat sich Millerand mit seinen Freunde n Ist man einmal der erste in einer Stadt gewesen, so mit seinem Kammerdiener Wirth allein war, legte er ihm, Goblet und Lackroy angeschloffen, so daß für den Fall einer kann man dort als zweiter oder hundertster nicht mehr leben. zwischen zwei Erstickungsfällen, Frau und Tochter ans Herz, Aktion das gesammte Proletariat mit den revolutionären Der Baron machte es wie alle ruinirten Provinzialen, er als wenn dieser elsässische Kaleb der einzig Bernünftige im bürgerlichen Elementen, welche die letzten Konsequenzen des ging nach Paris, trug muthig dreifarbige Hosenträger, in Hause gewesen wäre. die der kaiserliche Adler gestickt war und verkehrte aus: Drei Jahre nachher, Anno 1826, war Jsaura neunzehn Sozialismus angenominen haben, Schulter an Schulter schließlich im Kreise der Bonapartisten. Jahre alt und Malvine noch immer nicht verheirathet. stehen würde. Für die monarchistisch- pfäffischen VerBei Nuzingen legte er sein Geld an; er bezog von der Malvine war endlich durch ihren Verkehr in der Gesellschaft schwörer, die jetzt geru im Trüben gefischt hätten, bedeutet Gesammtsumme acht Prozent. Nuzingen hatte fogar gegen dahinter gekommen, wie oberflächlich die Beziehungen dort diese Einigung aller sozialistischer Elemente das Grab der blos sechzig Prozent Damno seine Forderungen an das im Allgemeinen sind, wie alles beklatscht und kritisirt wird. letzten Hoffnungen. Die Gleich den meisten sogenannten wohlerzogenen Mädchen orientalische Frage, das heißt in die Kaiserreich angenommen, weshalb ihm auch Aldrigger die Hand drückte und zu ihm sagte:" Du bischt ein wahrer hatte Malvine von dem Mechanismus des Lebens, dem Sprache der Gegenwart überfezt: die Frage, ob Rußland Elsaffer!" Nuzingen trieb die Forderungen dann durch die Werth des Geldes, der Schwierigkeit es zu verdienen und die Türkei erobern und den Orient beherrschen soll, bes Vermittlung einer hochgestellten Persönlichkeit beim Staat dem Preis der Dinge nicht die geringste Ahnung gehabt. schäftigt seit mehr als einem vollen Jahrhundert die euroein und erhielt sie voll ausbezahlt. Deshalb war in diesen sechs Jahren jede Lehre, die sie päischen Politiker, und läßt ihnen auch jetzt keine Ruhe. Troz Mißwachs, Cholera und Bankrott ist das Zarenreich Aldrigger war zwar tüchtig mitgenommen worden, er darüber empfing, eine Wunde für sie gewesen. hatte aber immerhin noch ein jährliches Einkommen von Die bei Nuzingen angelegten viermalhunderttausend von fortwährendem Landhunger geplagt und streckt, um ihn vierzigtausend Frants. Zu diesem Kummer trat der Spleen Franks, die Aldrigger hinterlassen hatte, waren der Baronin zu befriedigen, nach zwei Seiten hin die Diebesfinger aus: hinzu, von dem alle an's Spiel gewöhnte Leute, wenn sie gutgeschrieben worden, denn der Nachlaß ihres Mannes nach Zentralafien und nach den Balkanländern und Egypten. bas Spiel aufgeben müssen, befallen werden. Albrigger's war ihr zwölfmalhunderttausend Franks, ihre Mitgift, Während Rußland sich in Asien näher und näher an Indien Spleen bestand in dem Gedanken, daß er seiner Frau jeden schuldig. Und die kleine Sennerin schöpfte, wenn sie kein heranschleicht, bohrt und wühlt es unablässig in Rumänien, bombardirt die Pforte mit der Wunsch erfüllen müsse, weil auch ihr Bermögen bei seiner Geld hatte, wie aus einer unerschöpflichen Quelle, aus Serbien, Bulgarien Forderung, die Dardanellen den russischen Kriegsschiffen zu Liquidation darauf gegangen war: er hatte es, obwohl er diesem Rapital. öffnen, und arbeitet unterstügt von den Franzosen- im Nik gesetzlich nicht dazu verpflichtet war, wie ein junges ( Fortsegung folgt). un= lande gegen die Engländer. Diese haben bekanntlich den Khedive, einem einzelnen Buchstaben ein Kleiner der dem Buchstaben nach Basall des Sultans, in Wirklichkeit befand, Strich fich fich auf Erbtheil gegen Grdtheil. Die Zahl der Kleinbetriebe hat und zwar in der Weise, daß auf jedem fich seit 1875 um einen ansehnlichen Prozentsak verringert. Die aber Vasall John Bull's ist, unter völliger Vormundschaft, einzelnen Bettel ein verschiedener Buchstabe unterstrichen war. Fabritinspektion zeigt, in welch' riesenhaftem Maßstabe die die ihm begreiflicherweise nicht sehr angenehm ist. Vor Die Kommission war einstimmig der Meinung, daß durch diese Zahl der weiblichen Arbeiter gewachsen ist, trotzdem die einigen Tagen nun suchte er sich seines Mentors, des vorgefundenen Stimmzettel die Aussagen des Zeugen Much voll- Unwendung der Dampfkraft menschliche Arbeitskraft Ministerpräsidenten Mustapha Fehmi Pascha zu entledigen, nicht ein Buchstabe sondern ein Strich zur Kennzeichnung der Landwirthschaft in Anwendung. Diese Revolution verursacht, auf bestätigt wurden, nur mit dem Unterschiede, daß nöthig macht. 50 pCt. davon kommen hauptsächlich in der gab ihm den Laufpaß und seßte einen anderen Minister einzelnen Stimmzettel gebraucht war, daß also eine Kontrolle daß die Massen aus dem alten Zufriedenheitsdusel herauskommen, präsidenten ein. Die Herrlichkeit dauerte jedoch nicht lange. über die Abstimmung der Arbeiter in der vom genannten Zeugen und theil haben wollen an allen Produktionserzeugnissen. Das Der Vormund in London sprach dem unbotmäßigen Pfleg- angegebenen Art beabsichtigt und dadurch die Arbeiter in der ist die Kardinalirage, die gelöst werden soll und muß. Amerika ling per Telegraph sehr fräftig ins Gewissen, und seit Freiheit der Abstimmung beeinträchtigt worden sind. Aus der hat eine bessere Gewerbe- und Industriestatistik wie Europa. gestern ist Mustapha Fehmi Pascha wieder Ministerpräsident Aussage des Zeugen geht hervor, daß bereits bei der Hauptwahl 1870 hatte die Baumwollenindustrie 2891 Fabriken, deren Zahl des Khedive der selbstverständlich den wunderbar raschen eine Stontrolle thatsächlich ausgeübt wurde; hiernach erscheint es hat aber 1890 um 59 pet. abgenommen. Das Quantum der der selbstverständlich den wunderbar raschen wahrscheinlich, daß auch bei der Stichwahl die, wie nachgewiesen, Produktion war jedoch gestiegen. Die Zahl der Arbeiter hat Wechsel aus eigenem Antriebe" vorgenommen hat. beabsichtigte Kontrolle auch thatsächlich ausgeführt ist 413 bedeutend abgenommen, eben durch die technische Fortentwickelung " 1 arbeiter. b = Die Kommission erwog, was dieser raffinirten und durch der Maschinen. Somit vermehrt die Steigerung der technischen Hilfs Aus dem Saarrevier erhalten wir folgende Er Mitgliedes des Wahlvorstandes auch amts und gesetzwidrigen teine Ahnung, wie sie Bagabunden züchtet, der Arbeiter greift die vorauszusehende Mitwirkung des Wahlvorstandes oder eines mittel die Arbeitslosigkeit. Das ist die Krise. Unsere Gesellschaft hat flärung: Wahlkontrolle gegenüber zu thun sei. Eine eidliche Vernehmung als letztes Mittel zum Schnaps, fintt tiefer und tiefer, seine Auf die Rede des Herrn Ministers v. Berlepsch im der im Verdachte stehenden Personen erschien nicht angängig; Widerstandsfähigkeit nimmt ab. Ein Beispiel bietet das HandReichstage erklärt der Vorsitzende des Grubenausschusses, von einer uneidlichen Vernehmung konnte sie sich ein Resultat werksburschenleben auf der Landstraße, dem die heutige christPeter Klein in Altenwald, folgendes: nicht versprechen. Sie beschloß daber, den Fall der preußischen liche Gesellschaft das Leyte, das Betteln verbietet. Grtlärlich ist, Hat der Herr Minister die drei Petitionen( die erste Ferner beschloß die Kommission, die sämmtlichen im Wahlbezirke haben. Jemehr die Löhne finten, jemehr vermindert sich die Regierung zu weiterer Veranlassung zur Kenntniß zu bringen. daß diese Arbeitslosen weder Luft noch Fähigkeit zum Arbeiten im Dezember 1891, die zweite im April 1892, die dritte im Schulenburg auf den gewählten Abgeordneten gefallenen Stimmen, Konsumtionsfähigkeit. Mag dagegen der Kapitalist noch so vers Dezember 1892, die Deputation Thomä- Schillo ist im Besitz nämlich 185, in Abzug zu bringen." der letzten Schriftstücke) nicht erhalten, welche der Grubenschwenderisch leben, etwas bleibt, das legt er als Kapital Es ist also ein Schurkenstreich der gemeinsten Art aufgedeckt an; doch nicht das Kapital befruchtet, sondern die ausschuß an den Minister geschickt hat, dann möge er sich und neugierig darf man darauf sein, was die preußische Re Arbeit. Würde heut die ganze tapitalistische Gesellschaft die Protokolle von der Inspektion gefälligst schicken laffen, gierung gegenüber dem Pächter der fistalischen Mühle, auf eine entlegene Insel befördert, wäre es nicht schade, da findet er genug über die Beschwerdepunkte der Berg Herrn Bremer, unternimmt und was der Wahlvorstand gegen wir könnten ruhig weiter arbeiten. Jenen aber lägen über der schweren Anschuldigung, die der Bericht der Wahl- ihre Millionen bleischwer in den Magen, ste tönnten davon nicht Es sind fast alle Knappschaftsältesten und Gruben- prüfungs- Kommission erhebt, zu sagen hat. Auf keinen Fall fortbestehen. Wir sehen, wie in den letzten Jahren der Zinsfuß Ausschußmitglieder abgelegt und größtentheils folche, welche barf der Schurkenstreich, der hier aufgedeckt wurde, todtge- fant, der deutsche Kapitalist legte feine Rapitalien in fremben weiter nichts verbrachen, als daß sie die Aufträge der schwiegen werden. Papieren an, was macht es aus, daß derselbe in den letzten Jahren ein paar tausend Millionen verloren. Goll der fleine Belegschaften efüllt haben. Eine. Schande ist es, daß man Zweite Sihung der VIII. Kommiffion lez Heinze. Die Bourgeois ftatt mit 5, 31/3 oder 3 pet. Sinfen rechnen, nennt er Leute, die aus der Mitte der Kameraden gewählt sind, um Debatte begann über den zweiten Absatz des§ 180, welcher das nach feinem Begriffe auch Nothstand. Die Thatsache der die Beschwerden der Belegschaften klarzustellen, abgelegt hat. lautet: Arbeitslosigkeit tann nicht bestritten werden. Die Lebenslage Wir fragen den Herrn Minister, ob es auf einem an wegen gewerbsmäßiger Unzucht einer polizeilichen Aufsicht unter weit davon entfernt im Sommer Ersparniffe für den Winter Die Vermiethung von Wohnungen an Weibspersonen, welche der Bauhandwerker und Außenarbeiter ist so gedrückt, daß sie, deren Werk so zugeht, wie im Saarrevier. Der Gruben- stellt find, bleibt straflos, wenn sie unter Beobachtung der hierüber zu machen, jest nicht einmal mehr im Stande sind die Schulden ausschuß warnte im Juni vorigen Jahres die Inspektionen erlaffenen polizeilichen Vorschriften erfolgt. resp. die Direktion vor einem Vorgehen, wie es die Reduzu bezahlen, die während der arbeitslosen Zeit gemacht werden In der Kommiffion wurde der Wunsch laut, daß einer der müssen. Hiermit sind besonders die Kleingewerbetreibenden in zirung der Gedinge und Löhne auf allen Flögen 60 Pf. anwesenden Regierungsvertreter zunächst das Wort ergreifen Mitleidenschaft gezogen, die zum großen Theil nur noch durch pro Tonne und des Schichtenlohnes um 20 bis 25 Pro möchte, um sich über die Bedeutung und Tragweite dieses Ab- Wechselreiterei bestehen. Um diesen Kleinen schöne Aussichten zu Bent ist. sages, über den viel Unflarheit bestehe, auszusprechen. Dies ge- eröffnen, sei den Ultramontanen ein ganzer Haufen Anträge ges Da sind wir( die Gruben Ausschußmitglieder) von der schah. Der Regierungsvertreter hob hervor, daß es ben ver- ftellt worden, doch selbst wenn die Antragsteller selbst an die NeBehörde ausgelacht worden; sie sagte, wir könnten mehr bündeten Regierungen sehr fern liege, die Bordelle wieder gierung fämen, wären sie nicht im ftande, ihren eigenen Anträge leisten, da käme es wieder heraus. einzuführen, daß es sich aber Darum handele, behufs zu verwirklichen. Wunderbar, daß der Staatssekretär in der Darauf haben die Ber- befferer Ueberwachung der Prostituirten, in Rücksicht auf selben Stunde den Nothstand leugnet, in welcher Miquel in treter des Grubenausschusses und die Knappschaftsältesten die Gemeingefährlichkeit ihres Treibens dieselben nach Mög- feiner Rede ein Defizit von nahezu 60 Millionen, hauptsächlich geantwortet: wenn es zu einem Krach tämie, dann wären lichkeit in besonderen Häusern und Straßen zu lokaliüren. Für durch die verminderten Gisenbahneinnahmen, tonstatirt, weil wir nicht schuld daran, sondern die Verwaltung, und die die Nüglichkeit dieser Maßregel wurde auf eine Anzahl Berichte eben der Frachtverkehr enorm abgenommen bat. Für eine Ver Verantwortung solle man nicht auf unser Konto schreiben. von Polizeibehörden aus Orten hingewiesen, in denen schon gegen Verwaltung, die die Sozialreform auf ihre Fahne geschrieben, Die letzte Petition war von 198 Gruben Ausschuß wärtig folche Maßregeln bestünden. Mit Ausnahme der Abgg. ist es bezeichnend, daß fie wegen schwachen Personen- und mitgliedern unterschrieben und ist im Dezember vorigen von Holleufer und Dr. Endemann sprachen fich fämmtliche Redner Waarenverkehrs Arbeitsentlaffungen und zwar zuerst Entlassung der Jahres an den Herrn Minister v. Berlepsch abgesandt gegen die vorgeschlagene Maßregel aus, und zwar geschah dies Mißliebigen und für die Welteren den schwächeren Leistungen entworden. Hat der Herr Minister diese nicht bekommen? Don feiten der Abgg. Gräber, Träger, Porsch und Stöcker, die von fprechende 2ohnreduzirungen anordnet. In Breslau worden. Hat der Herr Minister diese nicht bekommen? den verschiedensten Gesichtspunkten aus die Gefährlichkeit wie die will man den Eisenbahnschaffnern zumuthen, Belzmantel, Müze Die Behandlung ist eine einfeitige. Die Bezahlung ist bei Wirkungslosigkeit der geplanten Maßregel barlegten. Die Bordelle, und Stiefeln aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Zur Erweiterung einem Drittheil eine gute, damit dieselben das Schifflein die man nicht wolle, seien die nothwendige Folge einer Maßregel und Anlegung neuer Eisenbahnbauten find 200 Millionen An hoch halten, während bei zwei Dritteln die Bezahlung eine wie die vorgeschlagene, Abg. Stöcker befchiverte fich über die leihe bewilligt. Bayern bat 40 Millionen bewilligt, schlechte ist. Unthätigkeit der Polizei gegenüber dem provokatorischen Auf- allein man rührt sich nicht, und boch tönnten Hols treten der Prostituirten auf den Straßen und an öffentlichen und Erdvorarbeiten in Angriff genommen werden. 03 Urten. Abg. Träger hielt die bestehenden gefeßlichen we würden viele Betriebe badurch Beschäftigung finden, ftimmungen für ausreichend zum Schutz des Publikums, weiter wenn nur der Staat von den vorhandenen Mitteln Gebrauch zu gehen sei bedenklich. Abg. Porsch erklärte seinen in der ersten machte. Bielleicht ist der Beitpunkt viel näher als man glaubt, Sigung angekündigten Antrag auf Amendirung des Abfates II wo die beftchende Gesellschaft durch die Macht der Berhältnisse nicht einbringen zu wollen, nachdem er sich von der Bedenklichkeit der Selbstauflösung verfällt, und dann ist es an uns, den Hebel dieses Absages Absatzes burch bie bisher stattgehabte Debatte anzufetzen. Bei diefer Umgestaltung wird die Frauenbewegung überzeugt habe. Abg. Dr. Endemann erklärte fich eine Rolle spielen, wie sie biefelbe bisher nie gespielt hat, eine für die Regierungsvorlage vom medizinischen Standpunkt entscheidende Rolle. Wir sehen es schon an den Bergarbeiter aus und suchte unter Hinweis auf die Ansich und frauen des Saarreviers. Statt zu hemmen, werden die Frauen Urtheile der medizinischen Fachmänner und geftüßt auf feine vorangehen! Die Rede wird mit stürmischem Bravo aufgenom eigenen Erfahrungen nachzuweifen, daß eine Lokalisirung der men, Nach Berlesung der Resolution, die allen vier Bersamm Prostituirten nothwendig fei, um die im Intereffe der öffentlichen lungen vorgeschlagen wurde und einstimmige Annahme fand, Gesundheitspflege fo nöthige ärztliche Kontrolle aufrecht erhalten wurde gegen eine kleine Anzahl Stimmen das Bureau, bestehend aus den arbeitslosen Genossen Rising, Klingberg und Wegen vorgerückter Beit unterbrach der Redner seinen Silberschmidt als Deputation gewählt, welche eine Vortrag. gleichlautende Resolution an maßgebender Stelle Die Fortsezung der Debatte wurde vertagt und die nächste legen foll. Ein Vertreter der Heilsarmee hatte in der Sigung auf Freitag Vormittag 10 Uhr anberaumt. Diskussion zuerst das Wort. Der Herr redete die Ver fammelten als seine Brüder an und verlangte praktische Winfe, wie und wo es möglich sei, etwas hauptsächlich für die Familienväter zu thun. Beidler gab aus seinem eigenen Beben eine packende Schilderung zum gegenwärtigen Nothstand. R. Seidel hielt die Abschickung einer Deputation für übers flüffig, da man im arbeitenden Bolte das Vertrauen zu jenen Herren verloren babe. Jm Uebrigen legte er die erschreckende Rothlage im Zapeziergewerbe, bem er angehört, flar, hierzu besonders her vorhebend, daß er nicht im Stande gewesen sei, die Pfandscheine W Die Richtigkeit obiger Zeilen bescheinigt Bildstock, den 18. Januar 1893. Peter Klein." Parlamentarisches. Wie Wahlen gemacht werden. Die Wahlprüfungs Kommission befchloß in ihrer Sigung vom 12. Januar die Wah! des Abgeordneten von Redern im 9. hannoverschen Wahlkreis für ungiltig zu erklären. Dieser Beschluß wurde mit 5 gegen 4 Stimmen gefaßt, und er wird voraussichtlich im Plenum des Reichstags sehr heftig angegriffen werden. Die Kommiffion tam zu können. zu ihrem Beschlusse besonders in Berücksichtigung eines Flug blattes, das von dem Oberbergrath von Detten zur Stichwahl zwischen von ledern und unferem Genoffen Baerer losgelaffen wurde und das in punkto Einschüchterung so ziemlich das Höchste Teistet, was auf diesem Gebiete überhaupt geleistet werden kann. Wie der Herr Oberbergrath, so auch die Arbeitgeber. In welcher Weise es einzelne von diesen Herren trieben, darüber finden wir im Bericht der Kommission folgende Angaben der eidlichen Aussage des Zeugen Much: " In der Zeit zwischen der erſten Wahl und der Stichwahl Verlammlungen. berief der Mitinhaber der Firma Malzfeldt u. Söhne, welche die Eine von 2500 Perfonen besuchte Arbeitslosen- Ver fiefalische Mühle in Calenberg in pachtweiser Nußung hat, Herr fammlung togte am 18. in der Bodbrauerei. Einige Zeit Bremer, sämmtliche Arbeiter ber Calenberger Mühle, zu welchen vor Eröffnung derselben war der Bugang zum Lokale behordauch ich damals gehörte. Er theilte uns mit, 3 von uns hätten licherseits abgesperrt, obgleich nach Haum vorhanden war, welcher von vor zwei Jahren einzulösen( Bwischenruf: Pfandscheine dem bei der ersten Wahl nicht die Stimmzettel abgegeben, die er uns durch Hinausbefördern von Tifchen und Stühlen vergrößert Minister mitschicken). S. Pätsch( Sellner) befundet, daß die gegeben hätte. Woher er dies wußte, kann ich nicht sagen. Ich wurde, so daß die Versammlungsbesucher, welche auf Umivege arbeitslosen Kellner allein schon im stande sind, diesen und andere ann nicht behaupten, daß die Stimmzettel künstlich zusammen- bineingelangten, immerhin noch Plaz fanden. Reichstags- Ab- Säle zu füllen, da zwei Drittel der 22 000 Kellner hier in Berlin gefaltet oder sonst äußerlich erkennbar waren. In der That hatte geordneter Genoffe Bebel hielt einen anderthalbstündigen oft im Winter ohne Arbeit seien. 28ilte findet es begreiflich, daß ich den Stimmzettel, welcher mir gleich den übrigen Arbeitern auf von dem lebhaftesten Beifall begleiteten Vortrag. Der Staats- man den Nothstand leugnet, wo man oben einzig an die Förde der Mühle eingehändigt war, bei der Wahl nicht abgegeben. sekretär von Bötticher leugne wohl den Rothstand, würde rung des Militarismus zu denken scheine. Die wirthschaftlichen Vor der ersten Wahl hatte uns mun Herr Bremer für den Fall, er jedoch Einblick in diese Versammlung nehmen, Verhältnisse hätten die Sozialdemokratie erzeugt. Am Schluß daß wir die uns eingehändigten Stimmzettel bei der Wahl nicht müßte er eines Besseren belehrt werden. Redner gab der feiner Ausführungen gab der Redner ein grauenhaftes Bild abgeben würden, nichts angedroht, dagegen fagte er bei der oben Ueberzeugung Raum, daß, wenn alle 4 heute stattfindenden Vera von der Behandlungsweise der Landarbeiter. 3ual insty erwähnten Gelegenheit, als er uns zwischen der ersten und der fammlungen so start besucht sind, wie diese, es dennoch erst der gab an, er sei im vorigen Jahre beim BrückenStichwahl zusammenberief, wer von seinen Betteln feinen nähme weitaus kleinste Theil der Arbeitslosen ist. Die überwiegend bau in Friedenau verunglückt, er war 28 Wochen arbeitsunfähig, oder nicht abgebe, wäre hiermit in 14 Tagen gekündigt. Bu größte Mehrzahl, die Behntausende nicht Anwesenden, seien nicht bekam nirgends Unterstügung, nur 10 M. von der Armenbireftion, mir besonders bemertte er noch, daß ich auch davon Bescheid einmal mehr im Stande, eine Versammlung besuchen au tönnen, die er jedoch nach 14 Tagen wieder zurüdgables follte. Steuern wüßte, daß drei ihren Stimmzettel nicht abgegeben hätten". ihnen fehlt es an nöthiger Bekleidung. Das noch nicht erstorbene verlangte man ihm auch ab. Er fab sich gezwungen, fein Bett " Die Zettel waren, so viel ich weiß, durchaus nicht künstlich Schamgefühl hält sie ab, in Auffallen erregendem Buftande auf und alles zu verfeßen, um diesem gerecht zu werden, erhielt einige zusammengefaltet, waren auch sonst nicht kenntlich gemacht. Nur der Straße zu gehen. Die Hauptnoth der Arbeiterklaffe be- Tage in einer Fabrit Arbeit, wurde aber auch bald wieder entfiel mir auf, daß unter einzelnen Buchstaben findet sich in den Vororten der Großstädte, weil die lassen. Gegenwärtig babe er mit feiner 82 jährigen Mutter des Namens des Wahltandidaten, welcher von Herrn Arbeiter gezwungen find dort zu wohnen. Die nichts 3u effen, thm bleibe nichts übrig, als sich Bremer felbst geschrieben war ich kenne dessen Handschrift Größe des Nothstandes zahlenmäßig festzustellen, sind wir und dieselbe aufzuhängen. Klingberg, Maurer, berichtet fleine Buchstaben standen, welche nicht um nicht in der Lage, diejenigen, die eine Statistit feststellen von traurigen Nothlagen, fritifirt die Arbeiterentlassungen Namen zugehörten, und zwar auf jedem Stimmtönnen, haben keinen Versuch dazu gemacht, weil aus Furcht, daß in Kiel, noch 40 jährige Arbeiter als ชื้น alt zettel, ben ich gefeben habe, nur ein Buchstabe, diese 3ablen die Größe des Nothstandes und die Verschuldung befunden worden. Mit 70 Jahren haben die Arbeiter aber erst aber immer ein verschiedener vermerkt, der unter dem einzelnen des Staats und der Gesellschaft auidecken müßten. Unsere Auf- Anspruch auf die Altersrente. Im Schlußwort hebt der Referent Buchstaben, der bei den verschiedenen Stimmzetteln verschieden gabe ist es, zu zeigen, wie die Verhältnisse liegen. Durch die eine Anzahl Punkte, die aus der Debatte hervorgegangen find, war, geschrieben war." breitägige Interpellationsdebatte ift mindestens eine propagan- noch besonders hervor, und hält es für fast unglaublich, daß den Der Zeuge erzählt nun weiter, daß er keinen Zettel auf dem diftische Wirkung erreicht. In Anbetracht des großen moralischen zum Schneeschippen angestellten Arbeitern 50 Pf. für Verbrauch Komptoir geholt und folgedessen entlassen worden sei. Die Wahl- Erfolges der Sozialdemokratie, der sich barin dokumentirt, daß der Arbeitswerkzeuge abgezogen und ihnen uur täglich 2 M. prüfungs- tommiffion war der Meinung, daß eine Wahlbeein- man das Anfinnen in bittenderForm an sie stellt, dafür Sorge zu tragen, bezahlt würden. Bebel ging ferner noch auf die Massenflussung unter Androhung der Arbeitskündigung nicht als unzu- die Arbeitermassen zu veranlassen zur Landarbeit zurückzukehren, be- maßregelungen der Bergarbeiter ein und legte dar, Läffig zu erachten sei".... weist, daß das Vertrauen der herrschenden Parteien in sich selbst zu- daß die Sparkassen Verhältnisse kaum von Einfluß auf die Um so bedentlicher erschien aber der Kommiffion die Aus- sammenfinft. Ein afuter Nothstand hat sich nicht bloß in der wirthschaftlichen Zuständen sein. Der Nebner bemerkte noch fage des Beugen in bezug auf die Art und Weise, wie angeblich Arbeiterbevölkerung, sondern auch in anderen Schichten der Ge- nebenbei, daß es wohl gänzlich zwecklos sei, dem Minister feitens des Arbeitgebers sich die Möglichkeit verschafft fei, fellschaft fühlbar gemacht. Dadurch, daß 100 000 Arbeiter Pfandzettel als Beweis vorzulegen; würde jedoch darauf beeine Wahlkontrolle auszuüben. Diese Angabe des Zeugen arbeitslos und somit brotlos sind, müssen sie ihre Konsumtionsstanden, sei die Deputation nicht im stande, alle Pfandzettel zu erschien in einem um so bedenklicheren Lichte, als, da fähigkeit auf ein Minimum einschränken, dieser Zustand wirkt auf transportiren. Auch auf diese Ausführungen erfolgte langder Arbeitgeber nicht Mitglied des Wahlvorstandes war, Alle, von denen sie ihre Lebensbedürfnisse bezogen haben. Hierzu anhaltender Beifall. Unter Abfingen der Marseillaise verließen die Ausübung der Wahlkontrolle nur möglich erschien unter tommt noch, daß tausende von Arbeitern bei verkürzten Löhnen die Versammelten um 14 Uhr das Lokal gefezwidriger Mitwirkung eines Mitgliedes des Wahlvorstandes. arbeiten müssen, ebenfalls tonsumtionsunfähiger werden. Im Bereits in der Sigung vom 19. März 1892 hatte die Kommission Deutschen Reich haben beispielsweise 5 000 000 Arbeiter wöchentlich beschlossen, daß behufs Prüfung der Angabe des Zeugen in bezug einen Minderverdienst von 2 M., sie müssen also für allernothwendigste auf ihre Richtigkeit die in dem Wahlbezirke Schulenburg( Kreis Lebensbedürfnisse insgesammt 10 000 000 m. weniger ausgeben. Springe) abgegebenen Stimmzettel einzufordern seien. Die in Naturgemäß muß sich jede Gesellschaftsordnung fortentwickeln, der heutigen Sigung erfolgte Prüfung der übersandten Stimm- vervollkommnen. Mit dem Tage, an welchem eine Fortzettel ergab das folgende überraschende Resultat: G3 fanden sich entwickelung nicht mehr stattfinden fann, muß fie zurückgehen, W. S. Wir halten die Sache damit für erledigt, daß wir 24 offenbar von derselben Hand geschriebene, auf Ritterguts das bedeutet ihren Tod. Je mehr die technische Entwickelung auf Wunsch des betreffenden Genoffen in der gestrigen Nummer befizer von Neben lautende Stimmzettel, auf denen unter vorwärtsschreitet, vergrößert sich der Konkurrenstampf, erstreckt leine Erklärung gebracht haben. = Brieffaffen der Redaktion. Für den Inhalt der Juserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 20. Januar. Opernhaus. 6. Sinfonie- Abend. Schauspielhaus. Donna Diana. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Berliner Theater. Die Journalisten. Deutsches Theater. Das Räthchen von Heilbronn. Kroll's Theater. Mala Vita. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Familie PontBiquet. Neues Theater. Durch die Intendanz. Die Lore. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Geschlossen. National- Theater. Soldatenehre. Alexanderplatz- Theater. Maria Stuart. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 20. Januar 1893, Abends 71,4 Uhr: Den Mitgliedern des Interessen- Vereins der Kistenmacher zur Nachricht, daß in folgenden erGroße Komiker- Borstellung. tichteten Bahlstellen Sonnabends von WE U. A.: Mr. James Fillis mit dem 812 bis 10 Uhr Beiträge entgegen. Schulpferde Germinal. Punsch, genommen werden: 1. Adalbertstr. 16 b. schived. Ponyhengst, fomische Original- W. Schmidt, Restauration; 2. MarkusDressur vom Clown Misko 2c. Zum straße 23 bei Nawrott, Restauration. Schluß: Ein Künstlerfest. Daselbst werden auch Mitglieder aufGroße Ausstattungs Pantomime vom genommen. Hofballetmeister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. bittet Auf das Glänzendste in Szene geseht 191/5 vom Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. = Morgen, Sonnabend: Gr. Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Sonntag: 2 große Vorstellungen. Um 4 Uhr( 1 Kind frei): Auf vielseitiges Verlangen: Die lustigen Heidelberger. Abends 72 Uhr: Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Morig Platz. Etablissement Moritz Blas. Buggenhagen. Blag. Täglich Instrumental- Konzert. Großer Frühstücks- u. Mittagstisd. Spezial- Ausschant von Pahenhofer Lagerbier, hell und dunkel. Spezialitäten An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- Säle für Versammlungen, Kommerse, Apollo Theater. Vorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. stellung. Festlichkeiten 2c. Um zahlreichen Beitritt der Kollegen Der Vorstand. Verein der Gummiarbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 22. Januar 1893, Vormittags 10 Uhr: Generalversammlung bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal 1892. 2. Neuwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. 3. Vortrag: Die Zersehung der heu tigen bürgerlichen Gesellschaft. Referent: Genoffe Otto Thierbach. 4. Diskussion. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 965b Der Vorstand. Oeffentliche Versammlung sämmtlicher in der Kaufmann's Variótó. Spezialitäten Gratweil's Bierhallen Firmenschilderbrauche beschäft. Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Bum 27. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Zwei Säle und W. Mannstädt. Couplets theilweise Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesezt von Adolph Ernst. Anfang 71/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachlammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Flemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in feinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der befte Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. zu Bersammlungen und Vergnügungen. fowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Schmiedel's Festsäle, Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas- Theater. Empfehle meine elegant ausgestatte ten Säle, elettrisch beleuchtet, Theaterbühne ze. zur Abhaltung jeder Art Festlichkeit unter toulanten Bedingungen. G. Schmiedel Wwe. Ein Saal ( Osten od. Südosten), ca. 350 Personen fassend, für einen Sonnabend im Februar oder März gesucht. Offerten erb. Schenk, Blumenstr. 30. 979b Orts- Krankenkasse der Maurer. Diejenigen Vertreter( Delegirte) der Krankenkasse, welche gewillt sind sofort oder später eine freiwillige KrankenKontrolle auszuüben, werden ersucht sich bei dem Rendanten der Kasse 255/3 PassagePanopticum. marktär. 48 a zu melden. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft Der Vorstand. Arbeiter Sonntag, den 22. Jannar, Vormittags 1012 Uhr, bei Wienecke, Alte Jakobstraße 83. Tages- Ordnung: 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Aufstellung eines Ersahkandidaten zum Gewerbegericht. 4. Berschiedenes. Die arbeitslosen Kollegen werden hiermit besonders eingeladen. 964b Die Agitations- Kommiffion. Arbeiter- Verein f. Rummelsburg u. Umg. General- Versammlung „, Zum Prophet“. Welthaus für Herren- und Knaben- Garderoben. E Am Dönhoffplatz. Etage I. Etage. I. Ecke Leipziger- und Kommandanten- Straße. Um zu räumen, kommen zum Ausverkauf ohne Rücksicht auf deren bisherige Preise: Ein Posten Winter- Waletots • Ein Posten Baud- Paletots f. starke Herren Ein Posten ellerinen- Mäntel Ein Posten Hohenzollern- Mäntel Ein Posten hochfeine Paletots in Frisé, Montagnac, Düffel, Velour mit Cloth, Stepp und Seidenfutter Ein Posten Kaiser- Mäntel Ein Posten kompl. blaue Cheviot- Anzüge Ein Posten kompl. frinere Anzüge von 8 M. an. 12 " " " 10 〃 " 17 21 " " " " 15 10 " " " " " 10 " " " • 15 " " " Ein Posten Gehrock- Anzüge, hochfein Ein Posten Hosen in Burkin, Kammgarn 2c. Ein Posten Nouveauté- Hosen. 26 " " " 4 " " " 0 89 " Ein Posten Haus- und Jagdjoppen in Loden 2c. Ein Posten Interims- Joppen, elegant Ein Posten Schlafrädte in Double 2c. Ein Posten Schlafröcke in Velour, Frisé 2c. Ein Posten Westen, hochfein. Ein Posten Knaben- Anzüge, schwere Waare Ein Posten Burschen- Anzüge in Satin, Velour 2c. " . " " ร " " " 10 " " " 11/2 " " " " 21/2 " " 5 " Ein Posten Jünglings- Anzüge in Cheviot, Tuch 2c. " Ein Posten Knaben- Paletots mit und " 10 n" ohne Pellerine, sowie HohenzollernMäntel zu äußerst billigen Preisen. Händler und Wiederverkäufer erhalten auf obige Waaren keinen Rabatt. Sonntag, den 22. Januar, Verein der Einsetzer( Tischler) Borm. 111/2 Uhr, Berlins und Umgegend. im Lokale des Herrn Borchmann, Sonntag, den 22. Jannar, Vormittags 10%, Uhr, im Lokale des Hauptstraße 11. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom letzten Quartal. 2. Abrechnung vom Stiftungsfest und Weihnachts- Vergnügen. 3. Bericht des Bibliothekars. 4. Verschiedenes. Zutritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. 110/7 Der Vorstand. Deftillation und Restauration m. Vereinsz., passend f. Parteigenoffen, sof. f. Inventarpreis 3. verkaufen. Näh. Alt- Moabit 87, Laden. 961b Herrn Röllig, Neue Friedrichstraße 44: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: . 1. Jahresabrechnung. 2. Stellungnahme zum Deutschen Tischler- Verband event. Auflösung des Vereins. Unser diesjähriger Maskenball findet am 11. Februar im Friedrichstädtischen Kasino, Friedrichstraße 236, statt. Billets sind bei den Komitee Mitgliedern zu haben. NB. Die Billets vom Stiftungsfest sind so schnell wie möglich zurückzugeben, behuss Abrechnung. Die Mitglieder werden auf unsere Statuten aufmerksam gemacht, namentlich ist§ 5 Absatz 1 zu berücksichtigen. Der Arbeitsnachweis befindet sich im Vereinslokal Neue Friedrichstr. 44, Abends von 8-9 Uhr und Sonntags von 10-12 Uhr. 145/5 Der wichtigen Tagesordnung wegen bittet um zahlreichen Besuch Der Vorstand. Central- Kranken- und Begräbnisskasse Große öffentliche Formerversammlung der Buchbinder u. verw. Geschäftzweige.( E. H. 33.) am Montag, den 23. Januar, Abends 8, Uhr, Tagesordnung: hängend. Mädchens. im Lokale des Herrn Müller, Johannis- Straße Nr. 20. Castan's gemessen? Referent Th. Schwartz. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 154/2 1. Welche Organisation ist den heutigen Verhältnissen am besten anDer Einbernfer. Panoptikum. Zentralverb. der Maurer Deutschlands Tai- za- Wunder. ( Zahlstelle I Berlin, Putzer). Geheimnisvollste Seelenwanderung. Sonntag, den 22. Januar 1893, Vormittags 11 Uhr, Lotosblume. Fantoche- Theater. Andere Allusionen. Sämmtlich ohne Extra- Entree. Pf. Dresdenerstr. 96: Versammlung. Tages Ordnung: Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, in den Sälen des Industriegebäudes( früher Norbert), Benthtr. 19-21: Haupt- Versammlung. fammten Borstandes. 3. Verschiedenes. Tagesordnung: 1. Rassen- und Kontrollbericht. 2. Wahl des ges 118/18 NB. Unsere Raffe bleibt auch unter dem neuen Gesek als Kasse, welche dem§ 75 genügt, bestehen; demgemäß sind unsere Mitglieder vom Beitritt in die Ortstasse befreit. Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein. Sonnabend, den 21. Januar, Abends 9 Uhr, Melchiorstraße 15: General- Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Rassenbericht vom 4. Vierteljahr und Jahresbericht pro 1892. 2. Bericht über die Bibliothek und Wahl eines Bibliothekars. 3. Festsetzung der etwa nöthigen Gehälter. 4. Beschlußfassung, betr. das Insertionsorgan. 5. Bericht von Weihnachtsvergnügen und Ausgabe der Billets zu dem am 18. Februar Der Vorstand. Entree 50 Pf., Kinder 25 beantwortung. Auch werden die Kollegen ersucht, in der Versammlung die in Keller's Hofjäger stattfindenden Wiener Mastenball. 1. Weiterberathung unseres Lohntarifs. 2. Verschiedenes und Frage Statistikbücher in Empfang zu nehmen. 244/7 Feen- Palast Burgstraße, neben der Börse. Der Bevollmächtigte. Achtung, Stuckateure! Welt- Lokal Berlins, 5000 Perf. faffend. Am Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Täglich: Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a: Spezialitäten Vorstellung Große öffentliche Versammlung. = mit großem Programm. Anf. Wochent. 71/2 Uhr, Sonnt. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Zagesordnung: 1. Bericht der Vertrauensleule. 2. Wahl der Vertrauensleute. 8. Ver schiedenes. Wir bitten die Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen. 271/9 Die Vertrauenslente. Kaufmann's Variété Verband der im Vergolder- und verw. Gewerben besch. Arbeiter Stadtbahnhof Alexanderplatz. Das Theater bleibt wegen Heizungsstörungen 2 Tage geschlossen. Mittwoch, den 25. Januar: Erstes grosses Masken- Kostümfest. und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Quittungsbuch legitimirt. E 331/8 Achtung! Friedrichsfelde und Umgegend. Achtung! Große öffentliche Volksversammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 22. Jannar, Nachmittags 3½ Uhr, im Lokale des Herrn Maikowsky, Wilhelmstraße Nr. 11. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Fr. Tutzauer. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes.- Zahlreiches Erscheinen sieht entgegen 336/11 Der Vertrauensmann. Achtung! Rixdorf. Achtung! Generalversammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für Rirdorf und Umgegend Da die General- Versammlung am Montag nicht geam Sonntag, den 22. Januar 1893, Verm. 10% hr, im Lokale des Herrn Schüh, Prinz Handjerystraße Nr. 7. Zages Ordnung: 1. Berlesung des Protofolls. 2. Raffenlegung und Bericht der Revi nehmigt war, so findet dieselbe am Montag, den 23. Januar, Abends 9 Uhr, mit derselben Tagesordnung bei Scheffer, Inselstr. 10, statt. Der wichtigen Tagesordnung halber foren. 8. Bortrag des Genossen Reherau über:" Die wirthschaftlichen Krisen ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. Mitgliedsbuch und die Bedeutung der gewerkschaftlichen Organisationen“. 4. Diskussion. 5. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. legitimirt. [ 355/6] Die Ortsverwaltung. 962b Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. Der Vorstand. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kr. 17. Lrritag, de» 20. Januar 1893. 10. Jahrg. Paelamenfslret'idjfc, Deutscher Reichstag. 25. Sitzung vom 19. Januar 1893. I Utz*. Am Bundesrathstische: v. Maitz ahn. . Der Abg. G ö s e r, Vertreter für XVII Württemberg, ist gestern nach schweren Leiden in Berlin verstorben. Die Mit- glieder erheben sich zum Gedächtniß des Verstorbenen von den Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung der Novelle zum Börsen st euergesetz, welche die Stempelgebühr für Lauf- und Anschaffungsgeschäfte durchweg verdoppeln und damit eine Verdoppelung der Einnahmen von 13 auf 26 Millionen Mark herbeiführen will. Staatssekretär v. Maltzahu: Die Steuererhöhung, welche das Bier und den Branntwein treffen würde, wird nach der Ansicht des Reichstags vorzugsweise oder ausschließlich von den minder begüterten Klassen der Bevölkerung getragen. Von der Borsensteuer wird dies mit Recht nicht behauptet werden können, diese ,st vielmehr ein Mittel, um auch die wohlhabenden Klassen zu einem Beitrag für die durch die Heercsvorlage erwachsenden Mehrkosten des Reichs heranzuziehen. Es handelt sich durchaus nicht um eine der Börse feindliche Maßregel, fondern einfach um ein finanzielles Erforderniß. Wir stehen vor der Roth- wendigkeit, die Kosten für neue Reichsausgaben aufzu» bringen, und dazu soll auch die Börsensteuer einen Beitrag liefern. Tiesem Bedürfniß gegenüber kann auch die Rücksicht aus den augenblicklichen Zustand des Börsenverkehrs, auf die vorhandene wirthschastliche Depression nicht ausschlaggebend sein. Die Vorlage wird, auch wenn sie angenommen wird, keines- wegs ihrem ganzen Effekt nach sofort in Kraft treten, und nie- wand kann doch sagen, ob nicht in kurzem diese wirthschastliche Depression und das augenblickliche Darniederliegen des Börsen- geschästs einem neuen Aufschwung Platz gemacht hat. Wenn die Eingänge aus der Börsensteuer in den letzten Jahren thatsächlich zurückgegangen sind, so ist dies nicht eine Folge der Börsensteuer, sondern eben eine solche der allgemeinen ungünstigen Gestaltung der wirthschaftlichen Lage. Wenn wir jetzt die Sätze verdoppeln, so wird eben, wenn die Ursachen der wirthschaftlichen Depression und mit ihnen diese selbst verschwunden ist, das Einkommen aus der verdoppelten Steuer das doppelte sein. Man fürchtet auch eine Schädigung des Arbitragegeschästs von der Vorlage. Eine Scheidegrenze im Wege des Gesetzes läßt sich zwischen soliden und unsoliden Geschäften nicht ziehen. Die sonstigen Vorwürfe gegen die Verdoppelung sind ungefähr dieselben, welche schon bei der ersten Berathung des Entwurfes eines Börsensteuer- Gesetzes vorgebracht worden sind. Die Steuer wird auch nach der Ver- Koppelung nicht so hoch sein, daß der Verkehr sie nicht tragen könnte. Wenn behauptet wird, daß gerade diese Erhöhung des Stempels die Folge haben wird, daß das deutsche Geschäft an deutschen Plätzen, welches sich den bestehenden Verhältnissen an- bequemt hat, in Zukunft nicht mehr leistungsfähig bleiben wird. daß der Verkehr in das Ausland, nach Paris, gedrängt werden wird, so weise ich darauf hin, daß im Moment auch in Frank- reich eine Besteuerung der Börsengeschäfte in Höhe unseres Stempels geplant wird. Abg. Dr. Siemens(dfr.): Wenn die Vorlage auch nur eine eventuelle ist, so muß ich doch näher aus dieselbe eingehen. Die Stellung der Freisinnigen zur Börsensteuer ist ja bekannt. Wir haben immer den Satz vertreten, die wohlhabenden Kreise der Nation höher zur Besteuerung heranzuziehen, als die minder wohlhabenden; wir haben aber für Verkehrsabgaben, welche die freie Thätigkeit, die Initiative des Einzelnen beschränken, nie- mals Stzinpathie gehabt. Heute vor zehn Jahren sprach Herr Scholz hier aus, daß eine Schädigung dieser freien Thätigkeit des mobilen Kapitals von feiten der Regierung selbstverständlich nicht beabsichtigt sei. Die Begründung der heutigen Vorlage läßt davon nichts mehr merken. Der Vertreter der verbündeten Regierungen führt im Gegentheil als Hauptgrund für die Vor- tage das finanzielle Bedürfniß an. Gegenüber der Stimmung des Landes darf man sich aber darauf nicht beschränken. Die Vorlage ist außerordentlich leicht motivirt, und diese Leichtigkeit begründet sich in dem Gefühl der Sicherheit, daß die verbündeten Regierungen von einer sehr starken Volksströmung getragen , verden. Dieser Jrrthum ist weit verbreitet. Wir befinden uns in dem revolutionärsten Jahrhundert seit 2009 Jahren. Raum und Zeit sind durch Dampf, Bahn und Elektrizität in ihrer begrifflichen Ausdehnung gänzlich verschoben. Wir befinden uns in einer thatsächlichen Revolution. Bor 120 Jahren waren 1000 Weber zur Herstellung eines Produkts nölhig, welches jetzt mit der Maschine von einem Weber hergestellt wird. Wenn dieses Gesetz weiter wirkt, wenn es dazu geführt hat. die arbeitende Bevölkerung aus dem Lande in die Stadt zu führen, tann ist es nicht zu verwundern, daß ganze Reihen von Be- völkerungeklassen dadurch in das höchste Erstaunen gesetzt sind. Die konservativen Parteien, welche sich im Grunde auf dem Grundbesitz und dem Kriegsdienst im Sinne des Mittelalters aufbauen, sträuben sich begreiflicherweise gegen diese Entwickelung, ebenso die Sozialdemokraten, obwohl doch die erste Voraussetzung ihrer Existenz die Wiedereinführung der persönlichen Freiheit ist, die erst durch die Industrie, durch das mobile Kapital gebracht wurde. Die Freiheit des Arbeiters ist ja noch nicht so groß, als es wünschenswerth ist, in dieser Beziehung wird noch manches zu thun sei», aber wenn die Herren das mobile Kapital angreifen, dann sägen sie den Ast ab, auf dem sie selber sitzen. Das mobile Kapital konzentrirt sich an der Börse; an ihr tritt der Ausgleich ein zwischen den Kredilbedürfnissen der verschiedenen Gegenden unter einander. Das augenblicklich liquide Kapital wird in den Engagements hin- und hergeschobcn, es wird durch das Verhältniß der Valuten der verschiedenen Länder festgestellt. Alle diese Thätigkeiten werden durch die Steuer gehemmt, durch die Verdoppelung der- selben natürlich noch weit mehr. Der steuerliche Effekt der Vor- läge wird sicherlich nicht erreicht werden, eine Schwächung des mobilen Kapitals aber auch nicht. Das mobile Kapital wird in seiner Beweglichkeit durch solche Erschwerungen seiner Thätig- keit behindert, und jede solche Vehinderung wirkt auch ungünstig ans andere Staatsverwallungs- Zweige zurück. Ter Staatssckrelär hat auf die Arbitrage Bezug genommen. Diese ist weiter nichts als der Versuch, das Gleichmaß in den Geld- Verhältnissen der verschiedenen Staaten herzustellen. Bei den geringen Erträgen, welche dieser Zweig des Geschästs abwirft, vermindern sich die Chancen desselben stetig und die Verdoppelung der Steuer möchte ihn vielleicht gänzlich in Wegsall bringen. Dabei ist Arbitrage außerordentlich wichtig für die Aufrecht- erhaltung unserer Währung, welche durch die Erschwerung des Geschäfts indirekt geschädigt werden muß. Mit der Verdoppelung des Stempels wird serner lediglich die Entwickelung Berlins aus Kosten der Provinz begünstigt. Bedenklicher noch ist die ungünstige Vorlage nach der politischen Seite. Wir brauchen Arbeits- gelegenheit. wir müssen Fabrikale exportiren, wenn wir nicht Menschen exportiren wollen. Jede wirthschastliche Frage wird auf diese Weise gleichzeitig zu einer politischen. Die Theorie des Fürsten Bismarck, daß man wirthschaftlich feindlich, politisch freundlich irgendeiner anderen Nation gegenüberstehen kann, ist platt zu Boden gefallen und mit dem Abschluß der neuen Handels- vertrage auch von der Reichsregierung offiziell verlassen worden. Allerdings will man jetzt auch m Frankreich eine Börsensteuer einführen. Aber die urtheilsfähigen Kreise in Frankreich wollen von dieser Maßregel nichts wissen. Es giebt ebenso wenigstens internationales Geld, als es etwa internationales Wasser giebt. Gewiß hat die Börse Fehler gemacht, namentlich weil sie die Verhältnisse fremder Länder nicht so genau kannte, wie es noth- wendig gewesen wäre, aber deshalb die Börsensteuer erhöhen, hieße die Industrie in ihrer Bethätigung, in ihrer Unternehmungs- lust schädigen. Die Steuerverdoppelung wird die Kapitals- konzentration nach Berlin, die Bereicherung einzelner Großer und das Verschwinden Kleiner beschleunigen und unseren Einfluß auf dem Weltmarkt herunterbringen. Abg. Mehnert(dk.): Wir stehen der neuen Börsensteuer- vorläge sehr sympathisch gegenüber; ist doch die Einführung dieser Materie, die Gesetzgebung ein Hauptverdienst der konservativen Partei. Die Beschneidung der überwuchernden Aeste des mobilen Kapitals schafft dem Grundbesitz erst Licht und Lust zur Fort- existenz. Die prozentuale Börsensteuer wurde im Reichstage erst nach dreimaligem vergeblichem Bemühen unserer Freunde 1833 angenommen. Der heutige Entwurf steht genau auf dem Boden des damals vorgelegten Gesetzes. Die anderweitige Berechnungs- weise, welche der Entwurf außerdem noch vorschlägt, die ver- änderte Skala, akzeptiren wir ebenfalls. Es werden also in Zu- kunst auch die Geschäfte, welche Kapitalien von über 100 000 M. betreffen, durch die Abstufungen von je 10 000 M. gerechter als bisher herangezogen werden. Für gewiffe Arten von Geschäften darf es übrigens bei der Verdoppelung nicht bewenden. Sehr erfreut sind wir, daß auch in Frankreich der einzig richtige Weg beschritten wird. Die Petitionen, die uns zugegangen sind, setzen allerdings der Vorlage ein recht kräftiges Rem entgegen. Wir dürfen uns aber dadurch nicht beirren lassen. Nach de» Petitionen sieht es fast so aus, als ob das Vaterland in Gefahr wäre, wenn statt der bisherigen 10 Pf. 20 genommen werden. Das gilt namentlich von der Petition der Aellesten der Berliner Kaufmannschaft. Dieselben düsteren Prophezeiungen sind uns schon 1383 und 1883 in Petitionen und von den Gegnern der Besteuerung der Börse hier im Hause vorgetragen worden. Richtig ist nur, daß das Geschäft' in der Provinz zu gunste» der Metropole Berlin zurückgegangen ist, aber das kommt nur daher, daß die großen Berliner Bankfirmen ihre Filialen sn masse in allen kleinen Provinzstädten vorgeschoben haben. Die Börsensteuer wird mit unserer Zustimmung nicht abgeschafft, vielmehr muß die Börse, soweit es das legitime Geschäft nicht schädigt, noch weit mehr zu Steuerzwecken herangezogen werden (Zustimmung rechts). Von einer Auswanderung des Kapitals oder seiner Besitzer ist in irgendwelchem größeren Maße nichts zu merken gewesen. Die Einwanderung gewisfer internationaler Elemente sieht der Deutsche in seiner Mehrheit über- Haupt nicht gern und hätte deshalb auch wohl nichts gegen das Wiederauswandern derselben einzuwenden. Der Zug der Zeit geht dahin, das mobile Kapital gerade gegen- über dem mit Steuern überlasteten Grundbesitz mehr und gerechter zu den Staatslasten heranzuziehen. In welchem Umfange das mobile Kapital sich zu verstecken gewußt hat, zeigte sich in wunder- barer Weife bei der Einschätzung in Preußen auf Grund des neuen Einkommensteuer-Gesetzes. Das Einkommen aus Handel und Gewerbe ist in die erste, das aus Grundbesitz in die dritte Klasse gerückt. Je mehr man sich an die Deklaration gewöhnen wird und je»nehr die Beamten in das neue System eindringen werden, desto höhere Summen werden sich ergeben. Man voll- zieht einfach einen Akt der Gerechtigkeit, wen» man das mobile Kapital ergiebiger für Steuerzwecke macht. Wenn wir im großen und ganzen mit der Verdoppelung der Börsensteuer zufrieden sind, so müssen doch die reinen Differenzgeschäfte, die Spiel- geschäfte, bedeutend höher getroffen werden und wir würden gar nicht dagegen sein, wenn eine zehnfache Erhöhung einträte. Die„Kölnische Zeitung" hat vor einiger Zeit sogar eine hundert- fache Erhöhung für berechtigt erklärt. Schon in dem ersten An- trage von Wedell-Malchow war eine höhere Besteuerung der Zeitgeschäfte gegenüber den Kassengeschäften in Aussicht ge- nommen; auch Antrüge von nationalliberaler Seite hatten dasselbe Ziel. Das alte Reichsstempel- Gesetz von l8äl hatte ja einen fünffachen Stempel für diese Geschäfte. Frankreich zieht aus den Umsätzen der Kapitalien an der Börse eine wesentlich höhere Steuer als wir, und der jetzt eingebrachte Gefetzentwurf Tirard wird das Erträgniß weiter erhöhen. Schon jetzt beträgt das Auskommen daraus fünfmal so viel als bei uns. Jedenfalls müssen diejenigen Geschäfte, welche nicht durch effektive Lieferung erledigt werden, sondern durch Differenz- Zahlungen, mit einer höheren Steuer belegt werden. Escheubach hat in den„Preußischen Jahrbüchern" die Berechtigung dieser Forderung nachgewiesen, desgleichen Professor Cohn, jetzt in Marburg. Die Umsätze in den nicht effektiven Geschäft haben sich schon vor mehreren Jahren zu den Umsätze» im effektiven Geschäft verhalten wie 20 zu 1. Was in dieser Beziehung ge- sündigt worden ist, ist ja in Berlin aus den Processen der letzten beiden Jahre noch in frischer Erinnerung. Bei den Lotterie- loosen geht sofort einschließlich des Reichsstempels ein Betrag von mindestens 20 pCt. dem Spieler verloren, und dieser Abzug hat die Spielwuth nicht im Geringsten vermindet. Weshalb sollte man nicht zu einem ähnlichen Mittel greisen gegenüber diesen Differenzgeschäften, mit welchen verglichen das Lotteriespiel doch noch ein ehrliches Spiel ist(Heiterkeit). Werden dadurch aber Viele vom Spiel abgeschreckt, so wäre dieser Erfolg im allgemeine» sittlichen sozialen Interesse erst recht mit Freuden zu begrüßen. Der Unterschied zwischen dem legitimen Zeltgeschäft und dem reinen Spielgeschäft ivird sich vielleicht nicht präzise formuliren lassen, sollte das der Fall sein, so würde ich persönlich auch nicht davor zurückschrecken, sämmtliche Differenzgeschäfte mit derselben höheren Steuer zu belegen, wie es bereits in anderen Steuern geschehen ist. Endlich inüssen wir noch dem Wunsche Ausdruck geben, daß der Stempeltarif nicht vorbeigehen möge an der Ein- führung eines einigermaßen erhöhten Emissionsstcinpels für aus- wärtige Anleihen. Was ist aus diesem Gebiete in den letzten Jahren alles geschehen! Man denke an Transvaal, Chile, Serbien, Argentinien, Uruguay, Mexiko, Guateniala. Portugal! Wie viel kleine Leute haben nicht in diesen fragwürdigen Papieren, welche die deutschen Banken mit unterbringen halfen, ihre gesamniten Ersparnisse verloren! Der Export nach de» Staaten, die uns diese Werthe geschickt haben, dürste für unsere Industrie wirklich nicht von Bedeutung sein. Das Interesse unserer heimischen Landwirthschast wird andererseits dadurch direkt geschädigt, daß wir durch die Hingabe des deutschen Geldes eine Anzahl exotischer Staaten zu unseren Schuldnern machen, die uns dann mit ihren Bodenprodukten bezahlen müssen. Würde wirklich die Hälfte dieser Geschäfte an der Börse infolge der Ver- zehnsachung der Steuer unterbleiben, so würden doch 40 Mill. Mark herauskommen; von anderer Seite wird das Erträgniß sogar auf 70 Millionen berechnet.(Gelächter links.) Im Publikum würde man es nicht verstehen, wenn das Be- dürfniß einer so erheblichen Einnahme- Erhöhung des Reiches nicht Gelegenheit geben sollte, auch die Börse stärker heran- zuziehen. Die Börse ist heute, was sie immer war, die Akademie für Gesetzesübertretungen. Das Wort allein hat ja schon seine besondere Bedeutung: Börse stammt von byrsa, und dieses bedeutet das abgezogene Fell(Heiterkeit). Sie hat es bisher ver- standen, sich ihrer Verpflichtung, an den Lasten der Gesammtheit mitzutragen, zu entziehen. Sie muß gerade angesichts de» Militärvorlage kräftig angefaßt werden. Hätte man von vorn- herein bei der Lancirung der Militärvorlage gesagt, die Börse trägt die Hauptlast, die Vorlage wäre viel stärkeren Sympathieen begegnet, als es jetzt der Fall ist. Es ist dazu noch nicht zu- spät, aber es ist die höchste Zeit. Die Börse hat 1870 die Kriegs- anleihe im Stiche gelassen, sie hat noch in neuerer Zeit preußische Konsuls nicht gezeichnet, aber sich für russische Paprere stark interessirt. Sieht das nicht fast wie eine Drohung aus? Will man deutsches Geld für russische und französische Rüstungen ins Ausland schicken? Die Börse darf über ihren internatlonalen Verpflichtungen ihre Pflichte» gegen das Vaterland nicht ver- gessen!(Beifall rechts.) Abg. Singer(Soz.): Durch die kolossalen Summen, welche Herr Mehnert aus der Steuer auf Differenzgeschäfte heraus- rechnet, hat er sich die Antwartschast auf den Posten des Schatz- sekretärs unzweifelhaft erworben, und man muß der Reichs- regierung kondoliren, daß sie diese Kapazität nicht zur Seite ge- habt hat, als sie nach der Deckung für die Heeresausgabe suchte. Er hat die Börsensteuer zu einer patriotischen That gestempelt, im Gegensatz zu der etwas nüchternen Auffassung der Reichs- regierung, welche die Frage verständiger Weise als rein finanzielle ansieht. Mit ihm mache ich der Börse den Vorwurf, daß sie 1870 die Kriegsanleihe im Stiche ließ. Damals reichte der Patriotismus der Börse nur bis an den Geldbeutel, nicht bis in denselben, aber das ist allen kapitalistischen Parteien, zu denen auch die des Herrn Mehnert gehört, gemeinsam. Auch der grün- weiße Patriotismus hat sich 1866 stellenweise ganz ähnlich be- nommen, wie der preußische 1870.(Sehr richtig!) Wenn sich Herr Mehnert aus den Professor Cohn in Marburg beruft, so variirt er damit nur den Äoethe'schen Spruch: Den Juden mag ich nicht leiden, doch seine Gutachten habe ich gern. Wir verwerfen die Börsensteuer, weil wir die Militärvorlage ver- werfen, die wir für eminent kulturfeindlich und gefährlich halten: Diesem Militärsystem keinen Groschen! Herr Mehnert hat die Vorgänge, wie sie sich an der Börse abspielen, mit einer durch Sachkenntniß absolut nicht getrübten Unbefangenheit dargestellt; in dieser Beziehung steht Herr Siemens geradezu eiffelthurmartig erhaben über Herrn Mehnert.(Heiterkeit.) Die konservative Partei, auch das Zentrum, in der letzten Zeit auch die Nationalliberalen triefen von sittlicher Entrüstung über die Börse. Aber durch das Geschrei und Beschimpf auf die Börse soll nichts weiter erreicht werden, als die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes abzulenken von dem schamlosen Kornwucher, den die Agrarier zum Schaden des Volkes treiben.(Unruhe rechts.) Die Börse ist gerade fi» ein Zubehör der heutigen Gesellschaftsordnung, wie die Schienen- flickerei und das Zuhälterthum.(Sehr richtig! links.) Wir sind keine Freunde der Jobberei, aber die warm empfohlene Börsen- steuer trifft den Kern der Sache in keiner Weise. Der Vorredner weiß sehr gut, daß die Börsensteuer schließlich abgewälzt wird auf das Publikum, auf die Kommittenten. Die Bankiers, die baut« finance hat nicht den geringsten Nachtheil von der Börsen- steuer. Wovor geschützt werden muß, sind die Magnaten der Börse, jene modernen Raubritter, welche das Publikum ausbeuten durch fallende oder steigende Kurse. Wer die heutige Gesellschaft, die Herrschast des schrankenlosen Individualismus als noch- wendig und richtig anerkennt und sie nicht durch die sozialistische Wirthschaflsordnung ersetzen will, hat kein Recht, aus die Börse zu raisonniren. Die Axt muß an die Wurzel des Uebels gelegt werden. Das geschieht nicht mit der Verdoppelung der Börsen- steuer. Die Börse ist nur ein Spiegelbild der heutigen Wirch- fchastsordnung. Herr v. Kardorff wird wahrscheinlich heute wieder die Silberwährung als Heilmittel vorführen. Die Börsen« enquete, welche infolge der vorjährigen Anträge aus der Mitte des Reichstages veranstaltet wird, muß in diesem Rahmen auch gestreift werden. Die erwähnten Anträge wären beinahe komisch zu nennen. Sie olle verlangten von der Regierung Abhilfe gegen die Auswüchse des Börsenhandels. Dabei sitzt in der national- liberalen Partei Herr Hammacher, der in bezug auf Sach- Verständigkeit bei Gründungen nicht übertroffen werden kann; da ist auch noch Herr Oechelhäuser, ein vielfacher Auf- sichtsrath, Herr v. Kardorff soll in Termingeschäften in Spiritus nicht unbewandert sein, und es ist nur schade, daß Herr Kenne- mann nicht dem Hause angehört, denn er ist eine ganz besonders sachverständige Kraft auf diesem Gebiete. Herr v. Freege hat bei der Etatberathung sich sehr unfreundlich über die Juden geäußert. Sein Staminhaus Freege u. Komp. in Leipzig hat diesen Stand- punkt nicht getheilt, es hat von den polnischen Juden hauptsäch- lich seine Reichthümer erworben. War also der Wahlspruch der Firma:„Non olet", so muß ich bezweifeln, daß die Devise des Herrn v. Freege in seinem Wappenschild, nach seinen unfreund- lrchen Aeußerungen gegen mich:„Noblesse oblige" ist. Und da es in dieser bösen Welt, in der wir leben, überall menschlich zugeht, so wird die sittliche Entrüstung der Herren Konservattven nicht hindern, daß ruhig weiter gejobbert wird. Im Deutsche» Reich eifert man mit moralischer Entrüstung gegen das Lotteriespiel; die preußische Regierung aber vermehrt gerade jetzt die preußischen Lotterieloose um 30 000, um den Etat etwas günstiger zu gestalten! Wer denkt nicht auch an die Schloß- freiheit-Lotterie! Die Regierung hatte ein Bankkonsortium als Schlepper gemiethet und ihm 6 Millionen Mark als Proviston bewilligt, um die Sache populär zu machen. Auch eine Antisklaverei-Lotterie hat die Regierung genehmigt. Vielleicht bekommen wir nächstens eine Antinothstands-Lotterie. Es würde das nur der alten Auffassung entsprechen, daß Tanzen und Lotteriespielen die besten Abhilfeinittel gegen jeden Roth- stand sind. Die Börsensteuer bietet also keinen Schutz gegen die Auswüchse des Börscnspiels; de» Giftbaum muß man abhauen und den Boden umpflügen, nicht aber kommt man ihm durch solche Palliativmittclchen bei. Diesen Augiasstall zu reinige», sind eiserne Besen nöthig. Das Verbot des Termin- Handels verlangen Sie doch hauptsächlich darum, um den Preis für Getreide und Spiritus unter sich feststellen zu können. Das und nichts anderes ist der Zweck dieser agrarischen Forderung. Die Börse verhindert bis jetzt gerade diese Ringbildung, welche den unteren Bolksklassen die Ernährung unerträglich vertheuern würde. Gegen die Schäden des Ternnnhandels sind wir nicht blind, das zügellose Spiel mit Differenzen muß unterbunden werden. Ich schlage vor, einfach die Reportgeschäfte zu verbieten. Solche wahnsinnigen Spekulationen, wie die der Firma Ritter und Blumenfeld wären nicht möglich gewesen, wenn nicht In- stitute und Banken sich gefunden hätten, die den Spekulanten die nöthigen Summen vorschössen, um die Geschäfte von einem Monat zum anderen zu schieben. Mit der Beseitigung der Reportgeschäste thun Sie einen guten Schritt vorwärts in der Eindämnmng der Auswüchse der Börse. Müssen alle Käufe oder Verkäufe gegen Geld abgenommen oder geliefert werden, dann bleiben die bloßen Spieler der Börse fern, die ihre riesigen Käufe und Verkäufe gar nicht realisiren können, sondern nur die Differenz ausgleichen. Dann würden neun Zehntel aller Be- denken gegen das Börsengeschäft verschwinden. Ferner muß den Bankiers die einseitige Festsetzung der Geschäftsbedingungen zwischen Bankier und Publikum entzogen werden. Der Bankier darf nicht als Selbstkontrahent austreten, keinen Antheil an den Tagesschwankungen des Kurses haben und davon nichts profitiren. Die Makler müssen sozusagen verstaatlich das heißt angestellt« Beamte werden und dürfen«ichl ift F 0 " Zustimmungserklärungen zu zu den Beschlüssen des Berliner Parteitages liegen noch vor von den Parteigenoffen in Pforzheim. E2 felbst von den Kutsen, fie feststellen, profitiren. 1tratischen Reichstag3frattion" erschienen. Die erfte des Stadtv. Barth in erster Lesung anschließen tönnen. Die Auch die Geschäftsbedingungen über die Depots müssen Auflage reichte nicht aus, sämmtliche Bestellungen zu erledigen. Hafenanlagen am Urban tönnten aus Rücksicht auf wohlerwor anders festgestellt werden. Der Depotgeber muß dagegen Durch ein bedauerliches Versehen unserseits ist nun leider die bene Rechte Dritter nicht beschleunigt werden. Dagegen könne gesichert fein, daß der Bankier die Depots für seine eigenen Ge- Aufstellung der eingegangenen Bestellungen nach der Meinung des Ausschusses bei der Straßenreinigung schäftszwecke und Spekulationen verwendet. Allerdings muß nach Versendung der ersten Auflage vernichtet worden. immer noch etwas Wirksames geschehen, um dem thatsächlich vorman dabei die Depots einer Kontrolle unterwerfen. Das ginge Wir richten daher an fämmtliche Befteller, deren Aufträge noch handenen, von keinem Ausschußmitgliede geleugneten Rothstande aber ebenso gut, wie öffentliche Fundhäuser kontrollirt werden. nicht effeftuirt worden sind, die höfliche Bitte, umgehend unter in dieser Richtung abzuhelfen. Der Magistrat werde hoffentlich, Die Verwaltung der Depots brauchte nur von den eigenen Ge- genauer Angabe ihrer Adressen und der Zahl der gewünschten wie sein Kommissar, im Ausschuß ganz auf der Seite des Antrages schäften der Bantiers vollständig getrennt werden, dann würde Exemplare ihre Bestellungen wiederholen zu wollen, worauf stehen. die Kontrolle nicht in die Geschäftsgeheimnisse der Bantiers ein- sofort die Zusendung erfolgen wird. Stadtrath Me u brint: Die Zahl der Arbeiter, welche auf dringen können. Das Wichtigste zur Sanirung der Berliner Buchhandlung des Vorwärt3", den Straßen jetzt beschäftigt werden, beläuft sich auf 2000, die der Börsenverhältnisse sind organisatorische Aenderungen. Vor Beuthstr. 2, Berlin S.W. Allem ständigen Mannschaft auf etwa 7-800. Wir haben eine so starte muß das Aeltestenkollegium in Berlin be= Einstellung von Hilfsmannschaften vorher nur einmal gehabt. feitigt werden, denn das ist nichts weniger als eine Gegen die Militärvorlage protestirten weiter Bersamm. Die Zahl ließe sich vielleicht noch um 300-400 Mann ver Vertretung von Handel und Industrie, sondern nur fungen in Biegnis( Ref. Geiser- Breslau), Krefeld( Ref. mehren, damit ist aber die Grenze erreicht. Diese Grenze findet sich Die Vertretung der einseitigsten Börseninteressen. Die Gerisch Berlin), Birkach( Ref. Tausch er- Stuttgart), in dem Umstande, daß mit der Vermehrung des Arbeiterpersonals Prospekte über neue Gründungen und Einführung neuer Werthe Gräfenthal, Lebeften und Schmiedefeld( Ref. eine Vermehrung des Aufsichtspersonals eintreten muß. Zu diesem und die Erlaubniß zu Zeitgeschäften in diesen Werthen unter Reißhaus Erfurt), Eddersheim( Ref. Brühne). 3wecke müssen von den ständigen Arbeitern Ginzelne abgegeben liegen einer Sachverständigentommission, deren Mitglieder, dilbefche( Ref. Schumann Bielefeld), 3fcho pau werden, um als Aufsichtspersonal zu dienen; auch zur Vertheilung Direktoren und Aufsichtsräthe derjenigen Gesellschaften find,( Ref. Rosenow= Chemnitz), Ra ste de( Ref. Ebert Bremen), der Kontrollmarken und zur Abnahme derselben auf den Abladepläzen denen sie die betreffende Erlaubniß zu ertheilen haben.( Sehr It- Ruppin( Ref. Apelt- Berlin), Winnenden( Ref. gehören zuverlässige, gewandte und eingeübte Leute. Es hat jest richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Mitglieder dieser Kom- Stern- Stuttgart), or ch( Ref. Ugster- Stuttgart), Erim feinen Sinn, mehr Leute einzustellen, vielmehr bestand die Abmission find fast ausschließlich selbst Gründer. Die riesigen Ver- mitschau( Ref. Reichstags- Abgeordneter Stolle). sicht, schon wieder Arbeiter zu entlassen, da die AufräumungsLufte im Differenzspiel sind nur bei Werthen erster Firmen und Der Pforzheimer sozialdemokratische Verein hielt am Sonntag arbeiten im wesentlichen erledigt sind. Diese Absicht ist aber Banken entstanden. Die Berliner Handelsgesellschaft, deren acht große Protestversammlungen in Würm, Gutlingen, wieder aufgegeben worden. Wenn Thauwetter eintreten würde, Direktor Aeltester und Mitglied der Sachverständigenkommission Deschelbronn, Stiefern, Göbrichen, Gisingen, würde auch wieder ergiebige Arbeit vertheilt werden können. oder jedenfalls bis vor kurzem war hat die Bochumer Dietlingen und Aue ab. Referenten waren Dr. Rübt, Was nun die Vermehrung des Fuhrwesens betrifft, so sind die Attien von Baare übernommen und an der Börse eingeführt zu 2. Kalnbach, R. Volderauer, D. Zielowsti und Unternehmer nur zur Stellung von 1000 Wagen an einem Tage einer Zeit, als ihr bereits bekannt war, daß das Savonawerk Ad. Geck. In sämmtlichen Versammlungen wurde folgende verpflichtet; doch sollen von morgen an 300 Wagen mehr gestellt 5 Millionen verloren hat. Die Diskontogesellschaft hat ihren Resolution angenommen: In Erwägung, daß der Militarismus werden. Die Schneeabfuhr wird Ende der nächsten Woche beKunden Dortmunder Union als steigend und spekulationsfähig jetzt schon das deutsche Volt aufs schwerste bedrückt und die Ent- werkstelligt sein, wenn die Verhältnisse so bleiben. empfohlen, als der Rückgang dieser Aktien ihr bereits atten- wickelung der wichtigsten Kulturarbeiten hindert, protestirt die wird auch nur möglich sein, wenn wir die Unternehmer mäßig bekannt war. Die Bochumer Aftien find in einem Jahre Versammlung gegen jede neue Vermehrung der Militärlaften und von der Verpflichtung, durch ihre Kutscher das Aufladen um 180, Dortmunder Union um 100 pet. gefallen. Argentinier erachtet es als Pflicht der Volksvertreter, im Reichstag die ganze besorgen zu lassen, entbinden, und zwar dadurch, daß die find von der Distontogesellschaft eingeführt worden, Serben von Boriage abzulehnen". der Handelsgesellschaft Warschauer und Mendelssohn, Megikaner von Bleichröder und Portugiesen von einer Bant, die sich vor Kurzem einen stolzen Palast hier hat bauen lassen, und der man gerathen hat, an den Giebel des Palaftes zu schreiben: Denkmal für gefallene Portugiesen! Das Konsortium der Handelsgesellschaft, Darmstädter Bant und Dresdner Bank, brachte Harpener Berg- Parteiorganisation. In Blaubeuren wurde nach wertsaktien zu 250 pCt. an die Börse, die in einem Jahre um einem Vortrag des Genoffen Proß- Eßlingen ein fozialbemo 150 pst. fielen. Die Nothwendigkeit einer organisatorischen Aende- fratischer Verein gegründet, dem sofort 12 Mann als Mitglieder rung beweisen auch einige Fälle der Gründung und Einführung von beitraten. Industriepapieren. Jedermann wußte z. B., daß es sich bei der Parteifinanzen. Bodenbeim bei Frankfurt a. M.: Gubener Hutfabrik um ein Schwindelpapier allerersten Ranges Jahreseinnahme 614,74 M., Ausgaben 587,82 m. 9. fächsischer handelte, nur im Weltestenkollegium der Berliner Fondsbörse Reichstags- Wahlkreis( Freiberg): Jahreseinnahme 227,93 M., wußte man davon nichts. Um das Aktienkapital diefes Unter- Ausgabe 192,63 M. nehmens auf die vorgeschriebene Höhe zu bringen, ließen sich die Attieninhaber durch die Generalversammlung, also durch sich felbft, bevollmächtigen, neue Anlagen zu machen und das Aftien Stadtv. Singer: Jch bedauere, daß der Ausschuß nicht tapital auf die Willion zu erhöhen, die nöthig ist, um das veranlaßt werden konnte, die Verkürzung der Arbeitszeit bei der Papier an die Börse zu bringen. Die Aftien gelangten zu 135 Bersammlung zu befürworten, umfomehr, als er sie nicht einmal an die Börse, zahlten vom Agio 9 pet. Dividende und wurden Magdeburger Brauerei- Boykott. Gegenüber der Be als vorübergehende Nothstandsmaßregel vorgeschlagen hat, weil dann dem Publikum überliefert. Nach Ansicht des vereidigten hauptung eines gegnerischen Magdeburger Blattes, daß die ich in der That glaube, daß, da bei der gegenwärtigen Kälte Tarators sollten Hunderttausende von Waaren vorhanden dortigen Arbeiter den Bierboykott nur wenig unterstützten, theilt zweifellos Erd- und Bau- Arbeiten erschwert find, in erster Linie sein, die beim Brande verloren gingen. Die Feuerverfiche- die Wolfsstimme" mit, daß allein in einer einzigen Fabrit von innerhalb der Betriebe, in welchen Arbeiter jetzt beschäftigt rung betrug 876 000 Mart, die Versicherungsgesellschaft ver: 1284 Arbeitern nur 173 bontottirtes Bier trinken, während werden können, Einrichtungen zu treffen wären, die eine verdiente durch den Brand 35 000 Mart. Die Attien gingen auf 1111 Arbeiter, gleich 86,5 pet. des Gesammtpersonals fich des mehrte Einstellung von Arbeitern ermöglichen. Nach unserer 5 zurück und erreichten damit ihren wahren Werth. Das ist eine selben enthalten und dafür täglich etwa 1300 Flaschen Braunbier Meinung haben Ausschuß und Versammlung damit eins der geradezu räuberische Ausbeutung, die sich an der Börse geltend trinken, was früher fo gut wie gar nicht tonsumirt wurde. wirtsamsten Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit aus macht. Bei einigen der ältesten geprüften und vollführten Gründer Hand gegeben. Im Ausschuß wurde erklärt, daß, ganz abs bungen stellten sich im Laufe der Zeit die Kurse folgendermaßen: Die Sozialdemokratie im 11. badischen Wahlkreise gesehen von der theoretischen Seite der Frage, der Antrag auf Wellenblechfabrit Heine, Lehmann u. Komp. wurden aufgelegt stellte auf ihrer Konferenz zu Weinheim, die von 14 Orten Verkürzung der Arbeitszeit teinen praktischen Erfolg haben mit 164, stehen jetzt 68. Falfensteiner Gardinen wurden 1889 auf mit 88 Delegirten beschickt war, als Reichstags- Kandidaten wieder fönne, weil die Arbeitszeit in den betreffenden Betrieben ohnehin gelegt mit 125, stehen jest 90. Luchfabrit Aachen- ebenfalls den Genossen Dreesbach auf und beschloß weiter, dahin zu sehr furz sei, nämlich täglich 8 Stunden inkl. der Ueberstunden. 812 eine Gründung eines Mitgliedes des Aelteitenkollegiums- wurde wirken, daß bei der nächsten Reichstags- Wahl in fämmtlichen Nach Mittheilungen, die ich erhalten habe, stimmt diese Angabe 1889 aufgelegt mit 133, steht jett 85. Casseler Maschinenfabrit, 15 Wahlkreisen Badens Kandidaten aufgestellt werden. nicht mit den Thatsachen. Die zur Inspektion am Spittelmarkt aufgelegt mit 166, fteht jet 85. Barmer Walzwert, aufgelegt gehörigen Arbeiter sind von 3/46 Morgens bis 1/26 Abends be mit 156, steht 52. Concordia Bergwerk, aufgelegt mit 130, steht fchäftigt; im Ganzen fommt eine Arbeitszeit von 9 bis 72. Fabrik Dannenbaum, aufgelegt mit 135, steht jest 85. 9/4 Stunden heraus. Wenn diese Angaben richtig sind, würde Die legten beiden sind ebenfalls durch erste Firmen auf durch Verkürzung der Arbeitszeit zahlreichen Arbeitslosen Bes gelegt. Ist ernsthafte Neigung vorhanden, diese Dinge zu schäftigung verschafft werden fönnen. Die Andeutung beseitigen, dann gehen Sie den Weg, den tch andeutete. Glauben des Stadtraths Meubrink wegen der beabsichtigten Entlassung Gie aber nicht, daß mit solcher Läpperei von Börsensteuer, bei Der Redakteur des Gothaischen Voltsblatta", von Arbeitern läßt mir die Glaubwürdigkeit meiner Gewährs der trotz des Wehegefchreis die davon Getroffenen sich einfach Genosse Kressin, wurde wegen Beleidigung des Schultheißen männer in um so hellerem Lichte erscheinen; nach ihrer Aussage ins Fäustchen lachen, irgend etwas geholfen ist. Nach meinem Trebschuh zu Ichtershausen zu einer Geldstrafe von 21 Mart ist bei dieser Inspektion 70 Mann zum nächsten Sonnabend be Vorschlage werden nur die schlimmsten Vorschläge der Börse be- eventl. einer Woche Haft verurtheilt. Auch wurde dem Beleidigten reits gekündigt. Ich hoffe, daß der Umstand untersucht und die seitigt werden. Allerdings wird der Kapitalismus immer Aus- die Publikationsbefugniß zugesprochen. Weiterbeschäftigung der Leute ermöglicht wird. In dem Aus wege finden, immer ein Loch, durch welches er dem Gesetz ent--Gegen den Redakteur des Offenburger Bolts- schuß ist nun vom Stadtbaurath ausgesprochen worden, daß der weicht und seine räuberischen Schwindeleien weiter entwickelt. freunds", Genossen Otto 3ielowsti, ist wegen einer Frost die Erbarbeiten verhindert. Ich meine, er erschwert sie Wollen Sie aber den Giftbaum in dieser Weise an- Rede gegen die Militärvorlage Antlage erhoben worden. Er soll nur; daß sie ausführbar sind, beweisen doch die Kirchhofsfaffen, werden wir Sie nicht daran hindern. Aber der Reichs- sich in derselben der Majestätsbeleidigung schuldig gemacht verwaltungen alle Tage.( Lachen.) Wen pact es nicht, wenn tag und die herrschenden Klassen werden der Börse doch nicht haben. Eine Parteikonferenz für den Wahlkreis Minden übbe de findet Sonntag, den 22. Januar, Nachmittags 8 Uhr, in Minden, Lofal Wischmeyer, Ritterstr. 18, statt. Todtenliste der Partei. Gestorben in Pforzheim ber Genosse Friz Petri, feit 1868 treuer Kämpfer für die Arbeiterfache. Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. " zu Leibe rücken, wie es nöthig wäre, wenn es nügen Genosse Peus foll, wie das Voltsblatt für Anhalt" mit follte. Die Kleinen werden immer weiter ausgeplündert, die theilt, am 20. Januar in der Strafanstalt zu Gommern die gegen Millionäre zu Milliardären gezüchtet werden. Die Börse wird ihn rechtskräftig gewordene Gefängnißftrafe antreten. nicht aus der Welt geschafft, ehe nicht die heutige bürgerliche Gesellschaft ihr Ende erreicht. Mit der Börsensteuer tann nichts Ernsthaftes geschehen. Sie salviren sich nur in Ihrem Gewissen, um den Wählern fagen zu können: Wir sind der Börse auf den Leib gerückt und haben aus ihr Geld herausgeschlagen. Sagen Sie aber auch den Wählern, daß, wenn die Börse hohe Mehrsteuern bringt, doch wieder alles aus den Taschen der Wähler Kommunales. Hilfsarbeiter beim Aufladen mitherangezogen werden. wird dadurch möglich werden, daß täglich 1800 Fuhren aus Berlin hinausgeschafft werden. Im Etat find ausgeworfen für Hilfsarbeiter 80 000 m., verausgabt sind schon 95 000 M., für Fuhren 208 000 m., ausgegeben find 325 000 M. Der OberBürgermeister hat mich beauftragt, hier mitzutheilen, daß er heute eine Deputation empfangen hat, welche von einer Versammlung Arbeitsloser gewählt worden war. Diese Deputation hat an gegeben, in jener Bersammlung sei ausgesprochen worden, der Hilfsarbeiter betäme 2 M. täglich, es würden ihnen jedoch 50 Pf. für Abnutzung der Geräthe abgezogen. Es ist daran tein wahres Wort, es wird den Arbeitern für Geräthe tein Pfennig abgezogen. Abgezogen werden nur 12 Pf wöchentlich für die Invaliditätsund Altersversicherung. Db Sie nach diesen Ausführungen den Antrag des Ausschusses in der vorliegenden Fassung noch annehmen wollen, muß ich Ihnen anheimstellen. er liest, daß hier auf den Straßen Berlins jezt Leute er frieren! Einem so dringenden Nothstand muß man auch mit außerordentlichen Mitteln entgegenwirten. Gewiß ist Aufmauern bei so strenger Kälte nicht thunlich, aber eine ganze Reihe Häuser ist zum Abbruch bestimmt und mit der schleunigen Inangriffnahme des Abbruchs wäre wieder Arbeitsgelegenheit zu schaffen,( Zwischenrufe.) Ich glaube doch, daß ich Ihnen folche Häufer nachweisen tann- ja selbst wenn es nur dadurch möglich wäre, daß man die Einwohner durch Entschädigungen aur sofortigen Räumung veranlaßt.( Widerspruch.) Auch hier das außergewöhnlich von den Abhilfemaßregeln. Diese gehalten, daß Arbeiter für die Riefelgüter nicht zu erlangen Bom Magistratstische hat man uns oft entgegen feien. Ein amtliches Schriftstück, gez. Marggraff, beweist das Gegentheil. Dieses Schriftstück fonstatirt als eine Folge der guten Verhältnisse auf den Rieselfeldern den ständigen Andrang von " herausgeraubt und geplündert wird. Deshalb stimmen wir gegen Antrag behuss Linderung der Arbeitslosigkeit glänzte das liberale beiden Wege bieten sich also praktisch als wirkliche Abhilfe die Börsenftener. dar. Wir geben uns nicht dazu her, dem Bolt Stabtoberhaupt Selle burch Abwesenheit in Sand in die Augen zu streuen. Wir verurtheilen die Börse, der Versammlung. Er befand sich bei Hofe. erfennen aber an, daß sie ein nothwendiges Produkt der heutigen Gesellschaft ist. Unsere Berurtheilung der Börse ist nicht stärker Stadtverordneten- Versammlung. als unsere Berurtheilung der heutigen Gesellschaft.( Beifall bei Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 19. Januar, den Sozialdemokraten.) Nachmittags 5 Uhr. Abg. v. Marquardsen( nl.): Wir haben es doch hier im Reichstage nicht mit einem moralischen Reichs- Gesundheits Der erste Theil der Sigung wird durch Wahlen ausgefüllt, amte zu thun. Die Vorlage hängt mit den andern Steuergesetz welche das Ausscheiden des Stadtv. Frante nothwendig geentwürfen so weit zusammen, daß auch sie bestimmt ist, die macht hat. Urbeiterfamilien nach den städtischen Gütern, und die Thatsache, daß die Arbeiter nach erfolgter Kündigung alles aufbieten, um ihre Stelle wieder einnehmen zu können. Ist der Zustand wirklich so, dann ehrt er die Verwaltung, steht aber im Widerspruch mit der Behauptung, daß die Arbeiter nicht nach den NieselMittel für die Militärvorlage mit herbeifchaffen zu helfen. In die Baudeputation wird Stadtv. Buchom mit 77 Stimmen feldern sich verschicken lassen wollten. Ich hoffe, daß der Magiftrat Wenn man auch gegenüber den großen neuen Forderungen für gewählt, daneben erhält Stadtv. Bernau 7, 8 Stimmen ger die Frage der Wertürzung der Arbeitszeit nochmals in Erwägung die Landesvertheidigung das Beschreiten neuer Wege durch ein splittern, 8 find ungiltig. In die Grundeigenthums Deputation sieht und dadurch der vermehrten Einstellung von Arbeitern, reformatorisches Steuerprogramn hätte wünschen fönnen, so wählt die Versammlung den Stadtv. Wiese, in das Kuratorium wenn auch nur im Sinne einer vorübergehenden Nothstandskann man doch bei der Dringlichkeit der Sache der Re- der Markthallen den Stadtv. Michelet. In den Ausschuß für maßregel, die Wege ebnet. Den Ausschußantrag unterstüßen gierung nicht zumuthen, daß sie nach einem völlig neuen die Jnkommunalisirung der Vororte wird im zweiten Wahlgang felbstredend auch wir. Wir wollen den Bestrebungen, die im MagiSteuerprogrammi fuchte. Die Vorlage ist von den drei Stadtv. Barth gewählt. Die noch ausstehenden Ersagwahlen strate nach der Stellungnahme der Kommission desselben vorBorlagen jedenfalls diejenige, diejenige, welche vor bent Volte werden auf Antrag Singer wegen der Wichtigkeit der übrigen am meisten vertheidigt und vertreten werden kann. Wir Gegenstände der Tagesordnung vertagt. find mit den Grundzügen derselben einverstanden und werden unsere Bemühungen vor allem darauf richten, das Arbitragegeschäft möglichst vor Beeinträchtigung durch die Steuererhöhung zu schützen. Wir beantragen die Verweisung der Vorlage an die Militärkommission. Ein Vertagungsantrag wird angenommen. Persönlich bemerit Abg. v. Kardorff: Herr Singer fagt, ich stände im Verdacht, mit dem Spiritusterminhandel sehr genau Bescheid zu wiffen. Er irrt sich. Ich habe niemals in meinem Leben ein Termingeschäft über landwirthschaftliche Produkte; inkl. Spiritus, überhaupt gemacht. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr. Fortsetzung der heutigen Debatte und kleinere Vorlagen.) handen find, tein Hinderniß in den Weg legen. Wir lassen uns davon auch nicht durch die großen Zahlen abschrecken, die der Auf Antrag des Stadtv. Horwit wird zunächst der Aus- Schneefall und die Straßenreinigung uns bereits geloftet hat. schußbericht über den Nothstandsantrag Borgmann entgegen Sie haben doch diese Summen wahrlich nicht ausgegeben, um genommen. den Arbeitslosen Arbeit zu schaffen, sondern um die Straßen rein Der Ausschuß zur Vorberathung des Antrags der sozial zu halten( Zwischenrufe und Lachen), ein löbliches, andemokratischen Stadtverordneten wegen der Vorkehrungen zur erkennenswerthes Borgehen, der mit dem 3wed, Arbeitslose Beseitigung des infolge der Arbeitslosigkeit auf zu beschäftigen, nichts zu thun hat. Die Schwierigkeit, Aufsichts tretenden Nothstandes ist am Dienstag unter Mit- personal zu erlangen, fann doch nicht maßgebend sein für die wirkung des Stadtbauraths Dr. Hobrecht und des Direktors der Entscheidung über Vermehrung des Hilfsarbeiterpersonals. Nach städtischen Straßenreinigung Schloßty zusammengetreten. Die dem gewöhnlichen Laienverstande betraut man doch mit der AufGrörterung über die Einführung des achtstündigen Arbeitstages ficht über die neu eingestellten ältere, ständige Arbeiter. Where bei den städtischen Arbeitern führte schließlich zur Ablehnung bes there is a will, there is a way, wo ein ille ist, da ist auch Antrages mit allen gegen die zwei Stimmen der sozialdemo- ein Weg, fagt das englische Sprichwort. Erfreulich ist mir, daß fratischen Stadtverordneten. Im übrigen vereinigte sich der Aus- der Oberbürgermeister heute eine weit verbreitete Ansicht als unschuß einstimmig zu folgendem Beschluß: richtig autlärte. Es ist thatsächlich die Meinung weit verDie Stadtverordneten- Bersammlung ersucht den Magiftrat, breitet, die Leute betämen 2,50 m., wovon aber 50 Pf. alle durch die Stadtverordneten- Versammlung bereits genehmigten für Gerätheabnuzung abgezogen würden( Unruhe). Wenn Arbeiten, soweit dies möglich ist, energisch in Angriff zu nehmen wir übrigens jegt hören, daß der Lohn nur 2 M. beträgt, so und fortzuführen; insbesondere zu erwägen, ob es nicht durch- würde ja in der Auffaffung der Arbeiter und im Effekt nichts führbar ist, zum Zwecke einer durchgreifenberen Reinigung der geändert sein( Widerspruch und Unterbrechungen). Ich freue Straßen den Fuhrpart zu erweitern und eine vermehrte Anzahl mich aber, daß die unwürdige Art, Abzüge zu machen, in Berlin von Arbeitern einzustellen." nicht eingeführt ist. Ich bitte, den Ausschußantrag anzunehmen Soeben ist die zweite Auflage der vom Parteitag zur Ueber die Verhandlungen des Ausschusses erstattet Stadtv. und das Tempo der Arbeiten möglichst zu beschleunigen, auch Massenverbreitung bestimmten Broschüre: Bericht über die Horwiz mündlichen Bericht. Bezüglich des achtstündigen durch den größeren Umfang derselben die Noth durchgreifender parlamentarische bätigkeit der fozialdemo- Arbeitstages habe sich der Ausschuß lediglich den Ausführungen als im Vorjahr zu lindern. Schließlich weise ich auf einen be Parteinachrichten. An die Vertrauenslente! 17 fonderen Uebelfiand hin, den die bittere Stälte mit sich Stadio. Spinola: Wir haben daselbe Mitgefühl mit| u. f. 1o. bringt. Eine andere Frage set es, sb nicht die Rönnen benn nicht die armen Leute, die den armen Arbeitslosen, wie die Antragsteller, aber die Annahme gegenwärtig anhaltende Unbill der Witterung diefen und obdachloß find, Lotals offen finden, finden, wo zur Nacht des Antrags würde das Recht auf Arbeit proflamiren und auf fenen Familienvater in besondere Bedrängniß zu bringen zeit die Möglichkeit der Erivärmung gegeben ift? diese Bahnen des Zukunftsstaates wollen wir uns nicht drängen. geeignet fei und ob es nicht das öffentliche Interesse in Vers Gegen das traurige Schauspiel, daß in Berlin Leute erfrieren, Der Zentralverein für Arbeitsnachweis, der hier unter bem bindung mit dem Gesetz der Nächstenliebe angezeigt muß doch Vorkehrung getroffen werden. Wenn es nicht anders Borsit des Magistratsaffeffors Freund besteht, leiftet sehr viel scheinen laffe, daß sich die Gemeindeverwaltung eines Theiles geht, nehmen Sie doch die Parterreräume in den Schulen, geben und sehr Segensreiches( Widerspruch bei den Sozial der bedrängten Arbeiter annehme. Von diesem Gesichtspunkt Sie den Schulbeamten abwechselnd die Aufficht; laffen Sie die demokraten), und wir haben keine Veranlassung, in diese aus, aber auch nur von diefem, würde er in den einzelnen Ressorts Sanitätswachen auch Nachts geöffnet sein( 3wischenruf: Ge- Thätigkeit einzugreifen. Die Herren Antragsteller knüpfen immer Umfrage bhalten und je nach dem Resultat in den Grenzen der schieht ja!), um die frierenden Obdachlofen unterzubringen; wieder an den Rothstand an, um uns mit Anträgen zu fommen, Möglichkeit auf Buweifung von Arbeit bedacht sein- mit welchem forgen Sie dafür, daß die von uns so reichlich unterstüßten die unnüt die Zeit der Versammlung, die Wichtigeres zu thun Erfolge, vermöge er freilich nicht abzusehen. Soweit es sich das Wärmehallen auch Nachts zugänglich find! hat, in Anspruch nehmen.( Unruhe bei den Sozialdemokraten.) gegen um achtstündige Arbeitszeit und Lohnerhöhung handele, Stadtrath Me ubrint: Die Arbeitszeit der Hilfsarbeiter Stadtv. Vogtherr: Die letztere Aeußerung des Vorredners würden sie einen Bescheid überhaupt nicht erhalten; wem das ist allerdings von 6-6, mit zwei Stunden Pausen. Die stän- beweift, wie irrthümliche Anschauungen über die Frage der Ein nicht anstehe, der möge fich seine Arbeit anderswo suchen." digen Arbeiter der Straßenreinigung haben Dienst von 12 bis richtung eines städtischen Arbeitsnachweises vorhanden sind; aus Diese Antwort unterscheidet fich in merklicher Weise von 8 Uhr Morgens. Daneben giebt es Tagesposten mit einer diesem Grunde schon ist es dringend nothwendig, diese Frage denen, die bei ähnlichen Gelegenheiten und von anderen Magis Urbeitszeit von 8-8. Der angebliche Widerspruch hinsichtlich über den durch Ihre Gepflogenheit en ziemlich beschränkten ftraten, beispielsweise von dem Berliner Magiftrat, ertheilt der Rieselgüter ist nicht vorhanden; der zitirte Ausspruch bezieht Rahmen der Diskussion hinaus eingehend erörtern. worden sind. Sie ist bestimmter", energischer", sie ist vor fich nur auf Leute, welche landwirthschaftliche Arbeiten dort Der Antrag ist nicht aus der jetzigen großen Arbeitsnoth hervor allen Dingen offen er. Bisher sind die Arbeitslosen mit einem machen. Arbeitskräfte für die Erdarbeiten haben nach der Mel- gegangen, oder doch nur zum Theil; er strebt eine Einrichtung mehr oder weniger bedauernden Achselzucken abgewiesen worden. dung der Unternehmer stets gemangelt. Die Daten über die bis- an, die dauernd die Nothstände mildert. Die Ausführungen des Es war teine direkte Weigerung zu helfen; man konnte den herigen Ausgaben habe ich nicht gegeben, um erschrecken oder gar Herrn Spinola zeigen, daß über die Bedeutung eines wohl Magiftraten immer noch eine bona fides zubilligen, denn sie verrenommiren zu wollen. Der Mangel an Aufsichtsbeamten organisirten Arbeitsnachweises noch außerordentlich viel Ber- mochten ja, wenigstens ihrer Angabe nach, nichts von einem aus dem Kreise der Arbeiter selbst rührt daher, wie ich vorhin schon wirrung und Dunkelheit in den Köpfen herrscht. Eine Ausschuß- Nothstande zu bemerken. Anders Herr Fritsche. Er hat mit angab, daß wir aus diesem Kreise geeignete Leute auch noch für berathung ist um so mehr geboten, als wir die Verpflichtung diefem System, das zum mindesten wie ein geriebenes Bersteckspiel andere Zwecke herausnehmen müssen. haben, alle Anregungen, die an uns nach der Richtung heran- aussieht, gebrochen. In die ungewisse Zwielichtstimmung hat treten, auf das gewissenhafteste zu prüfen und nicht durch ein- fein fräftig Wörtlein hineingeleuchtet, wie ein greller Blitzstrahl. fache Tagesordnung über den Haufen zu rennen( Beifall bei den Was in der Berliner Stadtverordneten- Bersammlung noch unSozialdemokraten). flar hervortrat, etwa dann, wenn Herr Meyer I in seiner genialen Weise der Stimmung der freifinnigen" Majorität Mus druck verlieh, das hat der Charlottenburger Oberbürgermeister flar und deutlich ausgesprochen: Von der bürgerlichen Gesellschaft ist auch da nichts zu erwarten, wo sie als Vertreterin des öffentlichen Intereffes", der Gesammtheit" auftritt. Von der bürgerlichen Gesellschaft ist überhaupt nichts zu erwarten, sie vertritt eben immer nur sich selbst und ihr eigenes Interesse. Wenu Herr Fritsche erklärt, daß er es trotzdem mit Rücksicht auf die gegen wärtige Unbill der Witterung als im öffentlichen Intereffe" liegend erachte, daß sich die Gemeindeverwaltung eines Theiles der Arbeiter annehme, und daß er zunächst in den einzelnen Refforts Umfrage halten werde, dann darf man überzeugt sein, daß er den Bogen nur deshalb nicht zu straff spannen will, weil er das schließliche Brechen fürchtet. Gin zu großer Nothstand unter der Arbeiterbevölkerung schädigt zugleich Hunderte und Tausende von Händlern, Gewerbetreibenden u. f. w. und in weiterer Konsequenz auch den Steuersäckel. Herr Fritsche brauchte nicht erst zu versichern, daß er nur von diesem Gefichtspunkte aus" Umfrage halten würde. Daß eine bürgerliche Stadtvertretung zugleich nach dem Gebote der Nächstenliebe verfahre, womit Herr Fritsche den Charlottenburger Magistrat so wirkung voll zu dekoriren suchte, glaubte ohnedies höchstens Here Fritsche selbst. Stadtv. Leo meint, daß es für die Mehrheit nicht darauf ankomme, den Achtstundentag auf Umwegen in Uebung zu bringen, sondern darauf, Bedürftigen Arbeit zu schaffen. Das Nöthige und Mögliche sei schon seitens des Magistrats geschehen. Mit Grbarbeiten bei dieser Kälte Komödie zu spielen, darauf solle fich die Versammlung nicht einlassen, sondern einfach den Ausschußantrag annehmen. Die Versammlung nimmt den Antrag einstimmig an. Bur Deckung der Transport, Versicherungs- und Auf stellungskosten der zur Weltausstellung nach Chicago von dem Magistrat in Berlin einzusendenden Gegenstände sollen dem Ausschuß für die Deutsche Ingenieur- Ausstellung aus städtischen Mitteln und zwar aus den Ueberschüssen des Jahres 1891/92 4000 M. zur Verfügung gestellt werden. Ein fernerer Kredit von 3000 t. wird nachgesucht zur Bestreitung der Kosten für die Theilnahme an der vom Unterrichtsminister beabsichtigten Ausstellung in der Unterrichtsabtheilung in Chicago. Auf Anfrage des Stadtv. Lüben erklärt Stadtbaurath Hobrecht, daß es nicht in der Absicht des Magistrats liegt, die Ausstellung durch besondere städtische Beamte oder Vertreter zu beschicken. Stadto. Lüben fündigt einen bezüglichen Antrag zum Etat an. werden. auf In namentlicher Abstimmung wird der Antrag Tagesordnung mit 44 gegen 33 Stimmen angenommen. Ein zweiter Antrag derselben Mitglieder geht dahin: Die Versammlung ersucht den Magistrat, die von ihm beschäftigten Hoch- und Tiefbau- Unternehmer, sowie die mit Straßenanlagen und Pflasterungen beauftragten Unternehmer zu veranlassen, daß rom 1. April ds. s. an Einrichtungen auf den Arbeitsplägen getroffen werden, bei denen es den von den Unternehmern beschäftigten Arbeitern ermöglicht wird, die Arbeitspausen in geschlossenen Räumen zuzubringen. 11 Antragsteller Stadtv. Bernau: Die Forderung unseres Antrages wird seitens der Berliner Gewerkschaften seit langer Zeit erhoben; speziell die Bauhandwerker haben sie oft in ihren Berfammlungen erörtert. Die Gewerkschaften fonnten aber nichts erreichen, da die Unternehmer sich ebenso wie gegen die Berfürzung der Arbeitszeit auch gegen Einrichtungen im Sinne des Antrags gefträubt haben. An der Hygiene- Ausstellung vom Jahre 1889 betheiligten fich die Berliner Maurer insofern, als sie eine Baubude errichteten, die ihrer Ansicht nach dasjenige bietet, was Die Magistratsvorlage wird angenommen. im Sinne des Antrages verlangt wird, zureichenden Schutz vor den Infolge einer von der Versammlung anläßlich der letzten Witterungsverhältnisjen. Man wollte daneben aber auch eine Etatsverathung gefaßten Resolution wegen Verlegung des Heu- Baubude aufstellen, nicht wie fie sein sollte, sondern wie sie ist. und Strohmarktes von dem Oranienplage ist der Magistrat mit um dem Publikum vor Augen zu führen, unter welchen dem Polizeipräsidium in Verbindung getreten. Der Verlegung standalösen Verhältnissen die Arbeiter während der Eßpausen Die Charlottenburger Neue Beit" schreibt: Die nach der Wienerstraße find marktpolizeiliche Bedenken nicht ent- tampiren müssen. Die Verhandlungen hierüber, welche Bau- Mothstandsfrage tam in der letzten Sigung des Magiftrats gegengestellt worden; es soll daher zunächst auf einem Plage meister Felisch leitete, scheiterten, indem uns gesagt wurde, daß zur Berhandlung. Im allgemeinen wurde anerkannt, daß eine in der Nähe der Wienerstraße eine Brückenwaage errichtet für diese zweite Baubude kein Platz auf der Ausstellung sei. Nothlage durch die Strenge des Winters herbeigeführt worden ( Hört! Hört!) Die aufgestellte Baubude bestand aus Fachwert, fei. Man betonte, daß Arbeiten, welche die Stadt ausführen Die sozialdemokratischen Stadtvv. Borgmann und Genossen das einfach mit Kantenschienen ohne Nagelung zusammengefügt lassen könnte, bei der hohen Schneelage und infolge des mindestens haben am 11. Januar folgenden Antrag eingebracht: war und also leicht und ohne Beschädigung der Hölzer abzu einen Meter tief ins Erdreich gedrungenen Frostes nicht durchDie Stadtverordneten- Versammlung ersucht den Ma- brechen und anderweitig aufzustellen war. Die Baubude war u. a. führbar sind. Die Frage, ob den Arbeitslosen durch das Fort gistrat um Herbeiführung eines Kommunalbeschlusses, wo- auch mit Verbandskästen für vorkommende Unglücksfälle schaffen des Schnees eine Einnahme verschafft werden solle, wurde nach vom 1. April d. J. an ein ausgestattet. Die wirklich in Gebrauch befindlichen mit der Begründung verneint, daß erstens doch nur eine begrenzte Städtischer Bentral- Arbeitsnachweis Baubuden bieten alles dieses nicht. Sie sind zugänglich für Wind Bahl von Arbeitslosen beschäftigt werden könnte und der Haupterrichtet wird, der neben der kostenlosen Verwaltung von und Wetter, fie sind für die Arbeiter viel zu flein und und bieten verdienst den Fuhrunternehmern zufallen würde. Sodann trat Arbeit die fortlaufende Aufnahme und Führung einer ihnen nicht den geringsten Schuh. Der Arbeiter, der gezwungen man in die Erörterung der Hauptfrage ein, auf welche Arbeitslosen- Statistit zu bewirken hat. ist, bei jeder Witterung, so lange es irgend geht, zu arbeiten, Weise man da, wo die wirkliche Noth Ginfehr gehalten Stadtv. Singer: Wir haben den Antrag gestellt, einen fann es in diesen Buden bei ungünstigem Wetter nicht aushalten, babe, Abhilfe schaffen könne und zwar müßten, wie städtischen Zentral- Arbeitsnachweis einzurichten mit der Aufgabe, Rheumatismus ist die unausbleibliche Folge. Er ist gezwungen, ausgeführt wurde, Mittel und Wege gefunden werden, neben der tostenlosen Vermittlung von Arbeit gleichzeitig eine die wenigen Groschen, die er hat, zuzufezen, um anderswo um nicht nur den Arbeitslosen zu helfen, sondern auch denArbeitsstatistit aufzustellen. Die Arbeitsnachweise, die von ver Schuß zu suchen. Wie auf den Privatbauten, ist es jenigen, für welche keine Beschäftigung geschaffen werden kann, schiedenen Seiten in Berlin ins Leben gerufen sind, werden zum auch auf den städtischen Bauten. Die Baubureaus für namentlich den Wittwen. Zur Prüfung der Frage, wie der Noth Theil von den Innungen, zum Theil von Arbeiterorganisationen den Bauführer oder den Architekten find in gutem Zustande, stand gemildert werden kann, wurde ein Ausschuß von fünf Mitund zum Theil von Privaten unterhalten. Ich will diesen Be- aber ganz elend ist die Bude des Bauwächters, die nur aus gliedern ernannt, welcher sich mit der Verwaltung der Vollstüche strebungen nicht tadelnd gegenübertretan, aber das steht fest, wenn einem fleinen ganz primitiven Zimmerchen besteht, das der des Waterländischen Frauenvereins, sowie mit dem Verein gegen ein Arbeitsnachweis seinen Zweck erfüllen soll, muß er von Mann meist noch mit Frau und Kindern theilen muß. Ist diese Verarmung in Verbindung setzen und dann geeignete Maßregeln einer Stelle dirigirt werden, welche im Stande ist, im ge- Wohnung schon miserabel, dann sind die Räumlichkeiten für das zur Linderung der Noth ergreifen soll. Zu diesem Zwecke eigneten Moment geeignete Maßregeln zu ergreifen. Ich glaube Arbeiterpersonal um so miserabler, und hier müßte doch von den wurden dem Ausschuß Mittel zur Verfügung gestellt. Es sollen nicht, daß durch bloße Etablirung des Arbeitsnachweises Arbeit städtischen Behörden am ehesten Abhilfe erwartet werden. Sie nicht nur die Familienväter und die einzelnen Arbeitslosen be geschaffen ist; er wird seine Wirksamkeit erst ausüben fönnen, fchaffen für die Arbeitslosen Obdach und Wärmehallen, Sie rücksichtigt werden, sondern auch die des Ernährers beraubten wenn ein Arbeitsangebot seitens der Arbeiter und Nachfrage müssen also doch endlich den Arbeitenden Räume schaffen, in Familien. Die Unterstügungen, welche gewährt werden, gelten, feitens der Arbeitgeber stattfindet. Aber die Wirksamkeit der denen sie während der Arbeitspausen geschüßt find. Jahre lang worauf wir noch aufmerksam machen wollen, feineswegs als verschiedenen Arbeitsnachweise wird behindert durch Ein- schon streifen die Töpfer, weil sie die Forderung erheben, daß Armen- Unterstügungen im Sinne des Gesetzes, sieben also feines richtungen und Organisationen, die zu beseitigen nothwendig ist. Sie vom Eintritt der rauhen Jahreszeit an nur in verglasten wegs den Verlust von öffentlichen Rechten nach sich." Wir haben, abgesehen von den Innungen, eine größere Anzahl Räumen arbeiten wollen. Tausende von Mark müssen sie opiern, Das heißt doch wohl, die Linderung des Nothstandes im von Arbeitsnachweisen, die von den Arbeitgebern verwaltet blos um durchzusetzen, daß der Unternehmer die Verglasung vor- wesentlichen der fattfam bekannten Privatwohlthätigkeit zu werden. Ich greife den Arbeitsnachweis der Metallindustriellen nimmt. Eine Deputation, die beim Polizeipräsidium vorstellig weisen! Unser Urtheil über diese lennen die Lefer. Wir fürchten, heraus, die für ihre Kreise den Arbeitern Stellen vermitteln. wurde, ist mit schönen Worten abgefunden worden; aber geschehen kaum der Täuschung zu verfallen, wenn wir meinen, daß die Diese Arbeitsnachweise haben sich zu einer Art Bureau für Ver- ist nichts. 1889 hat uns Herr Felisch versprochen, von den Charlottenburger Stadtvätern beliebte Maßnahme auf rufserklärungen, für Aufstellung schwarzer Listen herausgebildet. wenigstens bei der Baudeputation bei der Bau- dasselbe hinauslaufen wird, als wenn man die Gluth des heißen Manche von Ihnen werden von dem Kühnemann'schen Arbeit polizei dahin zu wirken, daß bei Ertheilung der Bau- Steins mit einem Tropfen Wassers löschen wollte. geberverband gehört haben; von diesem ist nachgewiesen, daß tonsense eine Bedingung im Sinne unferes Antrags angenommen diejenigen Arbeiter, die andere wirthschaftliche Ansichten ver- würde; er hat aber nicht Wort gehalten, und wir erwarten jegt Arbeiter Bildungsschule. Am Sonnabend, den 21. Januar treten, einfach auf die schwarze Liste gesetzt werden, so daß es von den Behörden, daß unserm Antrag Folge gegeben wird. Die feiert die Arbeiter Bildungsschule im Feen Palaft, Burg- und ihnen unmöglich wird, Arbeit zu bekommen und sie in die Armee gerügten Mißstände betreffen nicht nur die Maurer, Zimmerer Wolfgangstraßen Ecke, ihr zweites Stiftungsfest. Der Vorstand Jener heruntersinken, welche Sie als Vagabonden zu bezeichnen und Töpfer. Er steht gerade ebenso traurig bei den Straßen- bat alles aufgeboten, um diese Feier zu einer recht würdigen zu pflegen. Taß die Arbeiter zu diesen Arbeitsnachweisen tein Verarbeitern, die oft auf den nackten Fliesen tampiren und gestalten. Außer dem reichhaltigen Konzertprogramm wird eine trauen haben, ist selbstverständlich. Dieselben können ihre Aufgabe ihre Mittagsruhe halten müssen. Sie werden vielfach Reihe von„ lebenden Bildern" zur Aufführung gelangen, welche nur erfüllen, wenn sie vom Vertrauen der Arbeiter getragen werden, erst durch einen Regen, der sie vollständig durchnäßt, er die denkwürdigsten Episoden aus der großen franzöfifchen Revo wenn sie verwaltet werden zu gleichen Theilen von Arbeitern und weckt. Natürlich muß die Gesundheit des Arbeiters unter folchen lution darstellen. Es befinden sich hierunter eine ganze Anzahl Unternehmern, damit Sicherheit geboten wird, daß der Arbeits- Umständen zerrüttet werden. Bei den Kanalisationsarbeiten in großer Maffenbilder, die um so anziehender erscheinen werden, nachweis nicht zu Anderm benutzt wird, als wozu er errichtet ist. der Frankfurter Allee hat der Magistrat schon etwas für Ab- als die Arrangeure fich bemüht haben, in bezug auf die DekoDas wird im Privatarbeitsnachweise nicht möglich sein. Weil hilfe gethan. Man hat dort Belte mit Rochöfen zur Unterkunft ration und Kostümirung möglichste historische Treue zu erreichen. auf diesem Gebiete fich eine Nothwendigkeit herausgestellt hat für die Arbeiter aufgestellt. Diese Einrichtung muß aber all- Das Ronzert, sowie die musikalische Begleitung zu den einzelnen und sich wohlthätige Folgen daran knüpfen tönnen, sollte sich die gemein für die Steinfeger, die Asphalteure u. s. w. getroffen Bildern( Die Marseillaise- Litolf's Duverture zu Robespierre" Stadtgemeinde bereit finden laffen, einen städtischen Sentral- werden. Die städtischen Behörden werden mit folchen Ein- Berliog' Symphonie phantastique- Saint- Saents Todtens nachweis zu gründen, der unter Anleitung des Magistrats oder richtungen einem großen Theil der arbeitenden Bevölkerung einen der Gewerbebeputation thätig ist. Die Verwaltung würde Dienst erweisen. Lokales. A tang" 2c.) werden von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmujifer unter Leitung ihres Dirigenten, Genossen Scholz, auss geführt. Die Feftrede hat Genosse Liebknecht übernommen. Außerdem haben vier Gefangvereine ihre Mitwirkung zugefagt. Ein trittsfarten à 30 Pf. find in allen Schulen und Zahlstellen, sowie in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. In an betracht der Bestrebungen der Arbeiter- Bildungsschule und ihrer Nüglichkeit für die Arbeiter ist eine recht rege Betheiligung er wünscht. Zu einem rechten Proletarierfest im wahren Sinne des don Wortes gestaltete fich das zweite Stiftungsfest des Lese- und Distutirklubs„ Süd- Ost", welches derfelbe am Sonntag Abend in Joel's Festfälen feierte. Lange vor Beginn waren bereits die von einer Kommission aus Arbeitgebern und Arbeitern zu Stadtv. Dinse beantragt Ausschußberathung, da der Anführen sein. Auch über das Material, welches zu vertrag einen berechtigten Kern enthalte und da auch ein Grundwenden ist, ist Vorsorge getroffen: man braucht ja befigerverein dieselbe Forderung gestellt habe. nur aus den Gewerbegerichten diejenigen herauszugreifen, die mit Der Antrag geht nach kurzer Geschäftsordnungs- Debatte au dem Arbeitsnachweis beauftragt werden. Ich habe nichts da cinen Ausschuß von 10 Personen. gegen, wenn man sich auf die bestehenden Organisationen stützt, Schluß 9 Uhr. bin vielmehr überzeugt, daß sie ganz vortheilhaftes Material bieten. Ich weiß, daß der Vorstand des Zentral- Arbeitsnachweises jetzt einen Bersuch macht, eine Zentralisation aller Arbeitsnach weise zu gründen, halte das aber für vergeblich, weil die erste Bedingung sein muß, daß ihr das Vertrauen beider Theile ent gegentommen muß. Die Aufgabe der Führung einer Arbeitsstatistik ist das erfte Mittel, welches angenommen Der Oberbürgermeister von Charlottenburg hat den mit der Dekoration des Wahlvereins aufs geschmackvollste dekos werden muß, um die gegenwärtige Arbeitslosigkeit zu Arbeitslosen, welche daselbst eine Versammlung abhielten und rirten Räume dicht befeßt. An Stelle des verhinderten Genossen beseitigen. Ich bin überzeugt, daß, wenn der Gedanke im beschlossen, bei dem Charlottenburger Magistrat um Einführung Baul Singer hielt Genoffe Massini die Festrede. In treff Magistrat ventilirt wird, eine Aufnahme der Statistit privaten des Achtstundentages, Lohnaufbefferung und sofortige Einstellungen lichen Ausführungen zog derfelbe einen Vergleich zwischen den Kräften nicht übertragen werden kann, weil alle Voraussetzungen von Arbeitslosen bei der Straßenreinigung vorstellig zu werden, Festen der im Ueberfluß schwelgenden Bourgeoifte, fowie denen für die Wahrheit der Eijtit in privaten Händen fehlen. Aber eine Antwort ertheilt, die wir zwar in ihren allgemeinen Um- des Proletariats, die Genossen ermahnend, nach wie vor ihrem die Führung der Statistit ist durchaus nothwendig und gerade in riffen bereits brachten, die aber jetzt auch von der Charlotten- Bestreben, sich Biffen anzueignen und gegenseitig aufzuflären, einer Zeit, wo die Arbeitslosigkeit sich breit macht, wird es auch burger Zeitung", dem Organ der Gemeindevertretung, noch ganz treu zu bleiben. Durch Wissen zur Macht, set unsere Losung. Ihnen begreiflich sein, daß hier Gedanten vorgetragen werden, besonders der Oeffentlichkeit übergeben wird. Danach gab jener Genosse affini schließt seine mit stürmischem Beifall aufgenominene die bei wiederkehrenden derartigen Perioden sich wieder einstellen Herr- Fritsche ist sein Name- feiner sozialpolitischen Weisheit Rebe mit den Worten Stauffacher's im Tell: Jetzt gehe Jeder tönnen. Da unfer Antrag zweifellos die Verwendungen von in folgender Weise Ausdruck: feines Weges still 2c." Werschönt durch Gesänge des zwar noch Mitteln nöthig macht, bleibt nichts übrig, als ihn einer Kom- Es sei der Grundirrthum, der sich durch die Arbeiter jungen, doch bereits recht leistungsfähigen Gefangvereins Ber miffion zu überweisen. Ich hoffe, daß auch in heute gegnerischen verhandlungen der Neuzeit hindurchziehe, daß den Arbeitern dem liner Buchdrucker", sowie einiger humoristischen Piecen und Aufs Kreifen sich die Ueberzeugung von der Nothwendigkeit und Nüß- Staat und den Gemeinden gegenüber ein Recht auf Arbeit zu führung des Einafters Die Dorf- Kommunisten" vom Theaters lichkeit eines städtischen Zentral Arbeitsnachweises Bahn bricht stehe. Niemand habe ein Recht" auf Arbeit, vielmehr sei ein verein" Lustspiel" blieben die Theilnehmer noch manche heitere und beantrage die Ueberweisung an eine Kommission. jeber feines Glückes Schmied, und auch der Arbeiter nehme im Stunde beisammen. Den Schluß dieses schönen Familienfestes Stadtv. Spinola u. Gen. beantragen einfachen Uebergang Kampfe mit des Lebens Mühen und Sorgen teine andere bildete ein Tanzkränzchen, welches auch noch der Jugend zu ihrem aur Tagesordnung. Stellung ein wie der Handwerker, der Gewerbetreibende Rechte verhalf. " Der Verein Berliner Presse" hat beschlossen, eine] Beamten die erwähnten Geschenke gemacht haben. Der im Cholera gekennzeichnet worden. Eine entsprechende amtliche Mits Petition an den Reichstag betr. die Aenderung des Strafvollzugs Dienste ergraute Wachtmeister bestritt mit aller Entschiedenheit, theilung liegt bereits vor und seitens der betheiligten Behörden sind bei politischen und anderen nicht ehrenrührigen Breßvergehen ab- daß er Geld und Zigarren erhalten habe, daß er nicht einen umfassende Maßnahmen zur Bekämpfung der Seuche sofort getroffen zusenden. Die Petition geht dahin: Rognat getrunken, wolle er nicht auf seinen Eid nehmen, sondern worden. Gestern hat sich ein Kommissar des Reichs- GesundheitsDer Reichstag wolle dahin wirken, daß baldmöglichst ein die Möglichkeit offen lassen, obwohl ihm nichts davon bewußt sei. amtes nach Halle begeben. Ein weiteres Telegramm aus Halle für das ganze Deutsche Reich geltendes Straf- Vollzugsgesetz er- Gin völlig einwandfreier Zeuge befundete dagegen, daß er sich meldet, daß bis gestern Abend 11 Uhr 28 Personen ertrantt laffen werde, in welchem eine besondere Art der Verbüßung von einige Minuten in dem Billardzimmer aufgehalten habe, als und 13 gestorben waren. In der„ Halleschen Zeitung" veröffentGefängnißstrafen für solche Gefangene, deren Strafthat als nicht der Angeklagte dort mit dem Wachtmeister verhandelte. licht der Landrath des Saalkreises die Bekanntmachung von dem aus gemeiner Gesinnung hervorgegangen anerkannt ist, vorgesehen Der erstere habe sich dabei mit einer Zigarrentiste beschäftigt, die Auftreten der Cholera asiatica. Weitere fanitätspolizeiliche und dem Strafrichter die Befugniß eingeräumt bezw. die Pflicht er öffnete, eine Handvoll Zigarren daraus entnahm, fie in Papier Maßnahmen in Halle selbst, wie die Räumung ungefunder auferlegt wird, in geeigneten Fällen im Urtheil selbst diese Straf wickelte und dem Wachtmeister übergab, der das Packet in die Wohnungen 2c., laffen darauf schließen, daß auch in der Stadt verbüßungsart anzuordnen." hintere Rocktasche steckte. Neben dem Beamten habe ein gefülltes selbst bereits verdächtige Fälle vorgekommen sind. Der 34 Jahre alte Kutscher Wilhelm Pohl, der Lange Minuten verlassen, als er zurückkehrte, fei der Wachtmeister im folge sind seit dem Beginn der Epidemie in der Jrrenanstalt Schnapsglas gestanden. Der Zeuge habe das Zimmer auf einige straße 93/94 bei der Mutter wohnte, fuhr vorgestern als Begleiter Halle a. b. Saale, 19. Januar. Amtlicher Mittheilung zu des Kutschers Richter mit einem Kasten- Bierwagen von Berlin Begriff gewesen, sich zu entfernen. Das Schnapsglas sei leer in Nietleben 27 Erkrankungen und 15 Todesfälle an Cholera nach Sadowa. Als sie dort Bierflaschen ausgeladen hatten, legte gewesen, ob es aber vom Angeklagten oder dem Wachtmeister fonstatirt. Seit gestern scheint die Krankheit an Heftigkeit zu fich Pohl in den verschlossenen Wagen hinein und machte in einem ausgetrunken worden, wisse der Beuge nicht. Der Wacht verlieren. fleinen eisernen Ofen ein Kohlenfeuer an. Nachdem er öfter dem meister, noch einmal vom Vorsitzenden auf's Eindringlichste beKutscher Richter zugerufen hatte, daß er sich sehr mollig fühle", fragt, gab nun die Möglichkeit zu, daß er auch die Zigarren fing er während der Rückfahrt furz vor Berlin an, lustige Lieder angenommen habe. Die Verneinung der Annahme des Geldes zu fingen. Als man gegen 7 Uhr Abends auf dem Hofe Andreas: hielt er dagegen unter seinem Eide aufrecht. Der Staatsanwalt ftraße 63 ankam, wunderte sich Richter darüber, daß Pohl sich fo ruhig verhielt, schloß den Wagen auf und fand seinen Begleiter als Leiche vor. Die ausströmenden Kohlengase hatten ihn binnen kurzer Zeit ersticht. Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmit worden. Zu der gestern gemeldeten Familientragödie in Blanken felde können wir weiter mittheilen, daß der Aufseher Barth infolge Auspumpens des Magens wider Erwarten soweit hergestellt ist, daß er voraussichtlich am Leben erhalten bleiben wird. Er ist bei flarem Bewußtsein, weigert sich aber hartnäckig, über den Vorfall irgendwelche Auskunft zu geben. Selbst Verwandten gegenüber, die infolge der Zeitungsnotizen nach der Charitee geeilt waren, bewahrt er Stillschweigen. Bei dieser Sachlage wird Barth nach seiner Wiederherstellung in Haft genommen werden müssen. schenkte dem Beamten Glauben und beantragte gegen ihn eine Gefängnißstrafe von 2 Monaten. Nun erklärte der Angeklagte, weitere Beweisanträge stellen zu müssen. Er berief sich auf Geldgeschenke angenommen habe und ebenfalls von dem AnZeugen darüber, daß der Beamte auch von anderen Personen geklagten wiederholt einen Rognak erhielt, wenn er bei ihm den Bierapparat zu revidiren hatte. Der Gerichtshof glaubte dem Angeklagten diese Beweisanträge nicht abschneiden zu sollen und vertagte zu diesem Zwecke die Verhandlung. Soziale Lleberlicht. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) ein Güterzug auf; die Lokomotive des letteren und mehrere Breslau, 19. Januar. Im Bahnhof von Groschowis fuhr Wagen des Güterzuges wurden stark beschädigt. Die durch die Schneeverwehungen auf der Strecke Deutsch- Rasselwitz- Leobschütz und durch die Zugentgleisung auf der Dderbrücke bei Steinau hervorgerufenen Verkehrshemmnisse sind beseitigt werden. Erfurt, 19. Januar. Das tönigl. Eisenbahn- Betriebsamt macht bekannt: Gilgüterzug 623 ist am 18. Januar Abends 112 Uhr auf den im Bahnhof Neudietendorf haltenden Güterzug 519 aufgefahren. Leicht verletzt sind zusammen fünf Lokomotivund Zugbeamte, zwei Lokomotiven und 9 Wagen sind entgleist und zum Theil start beschädigt. Verkehr auf der Strede HalleDer Streik der Berglente des Saarreviers ist be Rassel wurde durch den Unfall nicht gestört, dagegen ist HauptEin liebenswürdiger Hauswirth. Die Ermission einer Richtungen hin telegraphirt, daß die Arbeit wieder aufgenommen Nachmittags gesperrt. Personenverkehr wird jedoch für letztere endet. Am 17. Januar wurde vom Bildstock aus nach allen gleis Neudietendorf- Ritschenhausen voraussichtlich bis 19. Januar Familie mit zwei franken Kindern rief vorgestern in der Frieden- werden solle. Heute, Freitag, findet auf dem Bildstock eine Ver- Linie durch Umsteigen aufrecht erhalten. Als Ursache des Unfalles straße lebhaften unwillen hervor. Die Ermission erfolgte wegen sammlung der Gemaßregelten statt, deren im Saarrevier gegen ist nach den angestellten Untersuchungen die Nichtbeachtung des einer Miethsschuld von 114 Mark. Der betreffende Hauswirth, 4000 vorhanden sein sollen. Ihre Wiederanlegung wird von Bahnhofsabschluß- Signals seitens des Lokomotivführers vom der selbst in Hinblick auf den harten Winter keine Milde walten der selbst in Hinblick auf den harten Winter keine Milde walten dem Austritt aus dem Rechtsschutzverein abhängig gemacht. Die Buge 623 zu bezeichnen. ließ, ist ein wohlhabender Rentier. Die beiden Kinder fanden im Gemaßregelten zum Theil Gruben- Ausschußmitglieder, KnappKrankenhaus Aufnahme. Der wohlhabende Rentier wäre wahrscheinlich vor Hunger gestorben, wenn er sich noch eine Zeit schaftsälteste, Vertrauensmänner bitten die gesammte deutsche Arbeiterschaft, fie finanziell nach Kräften zu unterstützen. geduldet hätte. Jm Saarrevier wurden, wie die Saarbr. 3tg." mit theilt, während des Ausstandes 242 209 Schichten versäumt, was einem Lohne von 925 000 M. entspricht. Diesen Verlust hätten die Bergbehörden den Arbeitern ersparen können, wenn sie sich, wie es ihre einfache Schuldigkeit war, mit diesen gütlich geeinigt hätten. Die Schneidigkeit der Behörden ist aber auch für den Staat und die Allgemeinheit der Bevölkerung von Schaden. Aus Essen berichtet Herold's Bureau unterm 19. Januar: Eine heute stattgehabte Versammlung, die größtentheils von abgelegten Bergleuten besucht war, faßte über den Ausstand keinen Beschluß. In den nächsten Tagen soll eine Versammlung für die arbeitslosen Bergleute einberufen werden, um über Mittel zur Abhilfe der Arbeitslosigkeit zu berathen. Auf 20 Zechen stehen noch 5360 Bergleute aus. Ausgerechnet! Wie die Kälte der letzten Tage, so war auch der Schnefall sehr stark. Um sich eine anschauliche Vor stellung von den Schneemassen zu machen, wird in der KreuzBeitung" folgende Berechnung aufgestellt. Nimmt man die Höhe des bisherigen Schneefalles auf rund 25 Zentimeter an, was ficherlich nicht zu hoch ist, so liegt auf jedem Quadratmeter Fläche gerade 1/4 Kubifmeter Schnee, auf einem Ar liegen also 25 Rubikmeter und endlich auf einem Hektar 2500 Rubikmeter Schuce. Diese zu einem Schneewürfel zusammengehäuft, würden für diesen eine Seitenlänge von rund 133/4 Metern ergeben, also ungefähr die Höhe eines dreistöckigen Hauses. Nimmt man das städtische Areal Berlins, knapp gerechnet, auf 5500 Hektar an, fo find darauf 13 750 000 Rubikmeter Schnee gefallen. Bieht man aus dieser Zahl die Kubikwurzel, so erhält man als Schneewürfelfeite die Länge von rund 241 Meter, fast fünf Mal so groß, als die Höhe der Siegessäule auf dem Königsplate. Das Eis des Havelstromes bei Werder, der dort eine Breite von über 600 Metern und eine Tiefe bis zu 4 Metern hat, ist in diesem Jahre für schweres Lastfuhrwert passirbar und wird täglich tüchtig benutzt, um den fast eine Stunde betragenden Umweg über Baumgartenbrück zu sparen. Ueberhaupt bietet die Havel und ihre riesige, Golmsee" genannte Ausbuchtung im Rahmen der User- Höhenzüge eine Eisfläche, wie sie in Deutschland nur selten wieder zu finden ist. " 1 Achtung, Vergolder! " Wir fordern hierdurch sämmtliche in der letzten General versammlung der Vergolder und Berufsgenossen gewählten Delegirten auf, ihre Adressen so schnell wie möglich an W. Schütte, Wollinerstr. 66, v. 3 Tr., zu senden, damit wir unsere Rechte voll und ganz vertreten können. J. A.: Die Agitationstommission der Vergolder und Berufsgenossen. Amsterdam, 19. Januar. Nachdem schon in den letzten Tagen größere Trupps von beschäftigungslosen Arbeitern und Sozialisten sich in den Straßen angesammelt hatten, zog heute ein gegen 800 Mann zählender Trupp vor die Börse, um in dieselbe einzubringen. Eine Abtheilung Polizisten verhinderte das. Die Sozialisten entfalteten hierauf eine rothe Fahne, die Polizei ging mit der blanken Waffe vor und bemächtigte sich der Fahne. Bei dem Handgemenge wurde ein Polizist am Kopfe schwer verwundet. Der Träger der Fahne enttam. In anderen Stadtheilen kam es ebenfalls zu thätlichen Zusammenstößen zwischen Polizei und Sozialisten, welche sich zusammenrotteten und in verschiedenen Bäckereien Brot verlangten. ( Depeschen des Bureau Herold.) In der Frrenanstalt Nietleben tamen außer den früheren 27 Er Halle a. S., 19. Januar. Die Halle'sche Zeitung" meldet: frankungen 17 neue Erkrankungen leichter Natur an Durchfall vor; Todesfälle sind weiter nicht eingetreten. Leipzig, 19. Januar. Aus ganz Sachsen werden zahlreiche Todesfälle infolge Erfrierens gemeldet. In Rottengrün ist eine alte Frau im Bett erfroren. Im Voigtland herrscht riesiger Wassermangel, an vielen Orten wird das Trinkwasser mit Gelb bezahlt. Die Kälte dauert fort. Ludwigshafen, 19. Januar. Die badische Anilin- und Sodafabrik zahlt für das abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende von 25 Prozent. Wilhelmshafen, 19. Januar. Giseshalber ist jede Ver Juist hat seit Neujahr keine Boft erhalten. bindung nach Norderney und Borkum abgesperrt. Die Insel Rom, 19. Januar. Der Generaldirektor der Banca Romana, Tanlongo, und der Kassirer Lazzaroni wurden verhaftet. Literarisches. der Bildhauer, Stuckateure und Gipsfiguren- Fabrikanten, macht Achtung, Bildhauer! Der Vorstand der Orts- Krankenkasse folgendes bekant: Die Arbeitgeber, welche Beiträge zur Polizeibericht. Am 17. d. M. Vormittags gerieth in der Kaffe aus eigenen Mitteln zahlen und die großjährigen Holzbearbeitungs- Fabrik von Hellmich, Bergstr. 37, der Hobler Mitglieder, Arbeitnehmer, über 21 Jahr alt, werden Schmidt mit der rechten Hand in die Messer einer im Betriebe zu einer Versammlung eingeladen. Dieselbe findet befindlichen Hobelmaschine, so daß ihm die fünf Finger ab- statt: für Arbeitgeber Dienstag, 24. Januar, Abends 8 Uhr, geschnitten wurden. Der Schwerverletzte wurde nach dem Ohmgaffe 2( unterer Saal); für Arbeitnehmer Mittwoch, Lazarus- Krankenhause gebracht.- An 18. d. M. Vormittags 25. Januar, Abends 8 Uhr und erforderlichen Falles am wurde im Hause Oderbergerstr. 11 ein Schlosserlehrling neben 26. Januar bei Bolt, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal). Die einem zum Aufthauen eines Klosets aufgestellten Dampfapparat Tagesordnurg lautet: Wahl der Vertreter zur Generalversamm- und Privatleben." Blätter für soziale Praxis in Gemeinde, Bereinen Von Dr. N. Brückner. Erscheint mit schweren Brandwunden am Arm und Körper bewußtlos auf lung. Die Arbeitgeber wählen 69- die Arbeitnehmer 154 Ver- wöchentlich in Frankfurt a. M., Kettenhofweg 27. Preis Viertelgefunden und nach dem Lazarus Krankenhause gebracht. Vor treter. Das Quittungsbuch ist nothwendig als Legitimation. wöchentlich in Frankfurt a. M., Kettenhofweg 27. Preis Vierteldem Hause Brunnenstr. 21 fiel Abends ein Fuhrherr in der E3 sei an dieser Stelle nochmals besonders darauf aufmerksam jährig 2 M. 50 Pf. Trunkenheit von seinem Schlitten und erlitt eine so bedeutende gemacht, daß die Mitglieder, Arbeitnehmer sowohl wie Vereine für Gesundheitspflege und für arzneilose Heilweise. ,, Der Naturarzt". Zeitschrift des deutschen Bundes der Verletzung an der Stirn, daß seine Ueberführung nach der Charitee auch Arbeitgeber, recht zahlreich am Blaze fein mögen, 21. Jahrgang. Heft 1. Abonnementspreis bei Einzelbezug pro erforderlich wurde. Im Laufe des Tages und der darauf- damit auch in Zukunft die Rechte der Mitglieder energisch ver- anno 2 M. Erscheint monatlich. Verlag von Wilh. Jsleib, folgenden Nacht fanden 22 fleine Brände statt. treten und gewahrt bleiben. Berlin SW. 48, Wilhelmstr. 119/120. Gerichts- Beifung. E. D. Verein zur Wahrung der Interessen der bei Pferde- Wissenschaftliche Volksbibliothek. Nr. 16 bis 20. Das bahn, Omnibus: und Packetfahrtbetrieben beschäftigten Leben Jesu, von Ernst Renan Darwin, von Alph. Personen." Da die meisten Vorstandsmitglieder trotz mehr- de Candolles. Das Leben der Pflanze, von Heinrich maliger Einladungen zu den Vorstandssigungen nicht erschienen Wah I. Leipzig, Verlag von Siegbert Schnurpfeil Jede Daß Beamte durch Annahme von Geschenken in eine sind, sehen sich unterzeichnete veranlaßt, dieselben, wenn sie noch Nummer 20 Pf. weiter für die Sache der Verkehrsbediensteten mitarbeiten wollen, recht mißliche Lage gerathen fönnen, zeigte eine Verhandlung, zu der am Sonntag den 22. d. Mts. Nachmittags 5 Uhr bei welche gestern vor der neunten Straffammer des Landgerichts I flattfand. Der Restaurateur Bierrath war der öffentlichen Be- Herschleb, Adalbertstr. 4 behufs Abrechnung stattfindenden Vorleidigung beschuldigt, weil er in Gegenwart anderer Personen standssitzung hierdurch einzuladen. H. Barth. W. Wegert. A. Droste. behauptet hatte, daß er dem Polizeiwachtmeister Seiffert ein 3 Markstück, eine Anzahl Zigarren und einen Kognac geschenkt habe, als dieser ihn in dienstlicher Eigenschaft bc= fitchte. Der Angeklagte behauptete, daß er nur die Wahrheit gesagt habe, die Sache sei auf Umwegen zur Kenntniß des Polizeipräsidiums gekommen. Fr ein Restaurationslokal inne gehabt, welches seiner An- Die Zweifel über die Natur der in der Provinzial- Arbeiter der Werkstatt von A. Bade 5,25. H. Lindner 0,25. sicht nach wegen großer Feuchtigkeit zum Aufenthalte von Jrrenanstalt zu Nietleben bei Halle herrschenden Epidemie Alte Maler, Tuben 2,30. Fräulein Hedwig 10,50. Buchdrucker Menschen untauglich war. Da der Wirth ihn nicht vom Kon- find nunmehr behoben. Wie wir erfahren, ist durch die bakterio- bei S. 7. Deutscher Arbeiterverein in Brüssel, 1. Rate 24,15. tratte entbinden wollte, so wandte er sich an das Polizei- logische Untersuchung, die von Professor Rent in Halle aus- Soziald. Wahlverein des I. Berliner Reichstags- Wahlkreises 25,-. präsidium, welches den Wachtmeister S. zur Lokalbesichtigung geführt wurde, in drei Fällen das Vorhandensein von Komma- Summa 280,15 M. Bereits quittirt 3847,10 m. In Summa entsandte. Bei dieser Gelegenheit will der Angeklagte dem I bazillen festgestellt und damit die ganze Epidemie als asiatische 4127,25 M. Schöneberg. habe Freie Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter Schönebergs und Umgegend. Am Sonntag, den 22. Januar, Nachmittags 1/2 Uhr, in Jakob's Salon, Grunewaldstr. 110: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Jahresabrechnung. 2. Abrechnung von der Kinder- Weihnachtsbefcheerung. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Berschiedenes und Fragefasten. Vermischkes. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Wahlverein V, Berlin 50,-. Eichen's Ruh, Georgenkirch straße 67.( Amerit. Auktion) 10,05. Rauchklub" Ohne Zwang" 10,-. Gesellen der Tischlerwerkstellen Brizerstr. 8 11,25. Männerchor Süd- Ost 10,-. Fahnenbrüder 4,40. Wahlverein Ill 100,- Arbeiterverein Deutsch Wilmersdorf 20,-. 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