Nr. 19. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 Mr., toöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Marf pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Reichstag über die Donnerstag, den 23. Januar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. demonstrationen erkämpft. Mit der Verlesung des Urteils Neustädtische Kirchstraße die Linden" kreuzt, standen eines wirklichen Staatsmannes, des österreichischen Minister- ebensoviele. präsidenten, über das allgemeine Wahlrecht, das in wirkungs- Diese Massen von Polizeibeamten bildeten an einigen Stellen bollen Gegensatz zu den Bülowmäßchen trat, schloß Fischer nicht nur für das Publikum, sondern auch für den In der Toben und Graf Stolberg durch die Verleihung von zwei Sommerstraße wurde ein reitender Polizeibeamter von einem Omnibus Ordnungsrufen belohnte. angefahren, dem das behelmte Verkehrshindernis offenbar allzu plötzlich Die sozialdemokratische Interpellation über das abfällige Dann kam die Reihe an die bürgerlichen Parteien. Das in den Weg gekommen war. Der Gaul bäumte fich, machte ein paar Urteil, das Fürst Bülow im preußischen Landtage über das Zentrum zog sich wieder durch eine vom Grafen Hompesch Sprünge und hätte den Reiter beinahe abgeworfen. Der hielt sich Reichstagswahlrecht gefällt hat, sowie über die militärischen verlesene furze Erklärung aus der Affäre. Doch enthielt es aber frampfhaft fest, und ein verlegtes Pferd wird wohl der ganze Maßregeln am 12. Januar kam heute zur Erörterung, trok- sich wenigstens eines Angriffs auf die sozialdemokratischen Schaden sein, der daraus entstanden ist. Die imaginäre Zahl der dem der Reichskanzler sich bemühte, durch die Erhebung des Wahlrechtsfämpfer. Unbedingt für die Einführung des Reichs- Verlegten" auf feiten der Polizei ist durch diesen Heldengaul verbekannten Kompetenzkonfliktes sich selbst aus der Affäre zu tagswahlrechts für Preußen trat der Pole Korfanty mutlich um eine Biffer erhöht worden. ziehen und der Sozialdemokratie die Gelegenheit zur Kenn- namens seiner Fraktion ein. Konservative, Antisemiten und Wozu aber alle diese Vorbereitungen? Es war nicht mehr zeichnung jenes fanzlerischen Aktes der Mißachtung für das Nationalliberale bestritten im Bülow- Stil die Kompetenz Publikum vertreten als sonst, weder Unter den Linden, Reichstagswahlrecht abzuschneiden. des Reichstages und stürzten sich eifrig auf die Sozial noch am Reichstagsgebäude. Freilich wurden mit der Zeit Wahlrechtskämpfe in Preußen. feine Rede, deren Schärfe die Rechte durch wiederholtes agenverkehr ein schweres Sindernis! " Soweit Bülows Ausführungen bei der Ablehnung der demokratie. Der tadellos aufgepuzte Herr Bassermann viel Schaulustige angezogen, die neugierig waren, zu wissen, Beantwortung der Interpellation auf die Einwände hinaus- sah ganz im Geiste seines 48er Dutels mit äußerster Miß- was denn vorgehe, wozu das ungeheure Polizeiaufgebot da sei. liefen, als sei das alles preußische Angelegenheit, in die das billigung die„ Bassermannschen Gestalten" auf die Straße An biffigen Bemerkungen fehlte es nicht, wenn ein Unwissender Reich nichts hineinzureden habe, waren sie zwar weder neu noch steigen. Die Rechte hatte als Hauptredner den Herrn Fragen stellte. Einem wurde der Bescheid, daß die noch unrichtig, sie bewegten sich aber immerhin noch im Rahmen der Kreth vorgeschickt, der durch Klownspäße und Ver- entdeckten vier Mörder in dem großen Gebäude Jemand meinte, beim Reichsrechtsirrtümlichen Auffassusing des Bundesrats über die leumdungen die wichtigste Frage, um die jetzt in Preußen und gesehen worden seien. Grenzen, die dem Reichstage durch die Verfassung gezogen Deutschland der Meinungskampf entbrannt ist, auf sein tagsgebäude wären mehr Schußleute, als Publikum zu ſehen, find. eigenes Niveau herabzukretinisieren suchte. und er hatte nicht ganz unrecht. Die Massen, deren Empfang die Nachdem aber der Reichskanzler diese Erklärung verlesen Bei den Freisinnigen fand auch dieser Tag wiederum ein Schußmannschaft übernehmen wollte, tamen nicht! hatte, daß er auf die Interpellation nicht eingehen wolle, fleines Geschlecht. Zwar wußten die beiden Senioren der Fraktions- Da werden nun die vielen Spizel und die teure politische machte er einen längeren heftigen Angriff auf die Sozial gemeinschaft, der Volksparteiler Traeger und Schrader Polizei unterhalten und doch stand man vollständig ratlos da demokratie wegen ihres Berhaltens zu den Wahlrechts von der Freisinnigen Vereinigung, noch eine würdige Antwort auf und wußte nicht, ob eine Demonstration so großen Stils, daß sie demonstrationen. Er redete also über eine Frage, deren Er- Bülows Provokation zu finden, der Demokrat" Payer- das ungeheure Polizeiaufgebot rechtfertigte, überhaupt beabsichtigt örterung im Reichstage er unmittelbar vorher als ver- Pardon, Herr v. Payer!- aber, der anfangs in gleichem war! Immerhin war man gegen etwas unfagbares, Unfaßbares, fassungswidrig abgelehnt hatte. Er leistete sich diese flagrante Tone gegen Bülow auftrat, verfiel bei der Erörterung der gerüstet. Verlegung des von ihm selbst unmittelbar vorher proklamierten Straßendemonstrationen in die nämliche philisterhafte Auf- Daß es nicht tam, war wahrlich nicht Schuld Grundsatzes durch Ausnutzung der Geschäftsordnungs fassung wie Bassermann. Entscheidend für ihn und den des Polizei! bestimmung, daß ein Bundesratsmitglied jederzeit das Wort ganzen Blockliberalismus war aber, daß er ausdrücklich ernehmen kann. Bülows heutiges Verfahren kommt jedoch auf flärte, es falle ihnen gar nicht ein, dieser Brüskierung wegen eine mißbräuchliche Anwendung jenes den Bundesrats- wieder unentwegte Opposition zu machen. Sie hätten die mitgliedern gewährten und an sich schon gefährlichen Privilegs Schattenseiten einer solchen Politik zur Genüge zu koften beheraus. Denn es wurde in die Geschäftsordnung auf- tommen. Mit dieser Erklärung hat der ordengeschmückte genommen unter der Voraussetzung, daß es von den Bundes- Blockliberalismus sich selbst das Chrenrecht aberkannt, sich ratsmitgliedern nur ausgenutzt werde zu sachlichen Richtig- noch eine demokratische Partei zu nennen. stellungen und dringenden Erläuterungen der Regierungs- Völlig im Einklang damit stand es, daß dann bei der politik. Niemand hat es aber bei der Formulierung jener Abstimmung über unseren Antrag, die Fortsetzung der Debatte Bestimmung für möglich gehalten, daß sie zu gehässigen An- morgen auf die Tagesordnung zu sehen, gegen Sozialdemogriffen auf eine Partei mißbraucht werden könnte, der das fratie, Zentrum und Polen die Freifinnigen den Ausschlag betreffende Regierungsmitglied selber versuchen würde durch gaben und damit Bebel das Wort zur Erwiderung auf die vorherige Erhebung des Kompetenzkonfliktes die Antwort unerhörten Angriffe abschnitten. abzuschneiden. Es ist aber kennzeichnend für diesen„ moDernen und liberalen" Staatsmann, daß er auf solche Weise den Parlamentarismus ebenso mißachtet wie das Reichstagswahlrecht und die Ansprüche des preußischen Volkes auf Gleichheit der politischen Rechte. Ein hiesiges Mittagsblatt weiß zu melden: Die Schußleute befinden sich, wie man hört, am Ende ihrer Kraft. Die ungeheueren Anstrengungen der letzten Tage, die zahlreichen Erkältungen und die auf regenden Nachtwachen haben zu einer starten Ent kräftung geführt, sodaß es zweifelhaft erscheint, ob der Dienst noch lange in diesem großen Umfang aufrechterhalten werden kann. Man spricht davon, wenn die Demonstrationen nicht enden. Militär zur Unterstützung heranholen zu müssen. Wir bedauern die Beamten ebenfalls, die die wahnsinnige Angst der Herrschenden Tag und Nacht auf die Straße zwingt. Die Genau wie nach dem Kotau der Blockparteien am leitenden Regierungsleute haben außer dieser Angst keine Ent5. Dezember! schuldigung für die Vorkommnisse der letzten Zeit. Die überNur einige„ Asphaltliberale" stimmten mit der Sozial- mäßige Beanspruchung der Polizei aber ist wenigstens mit demokratie. Selbst Naumann aber schloß sich dem Wiemer eine Erklärung für das Vorgehen der unteren Beamten. trupp an, der, wie Mugdan triumphierend verkündete, durch Die Behauptung von den nicht endenden Demonstrationen" Ganz im Geiste dieser Rechtsverhöhnung war es, daß der diesen Att feiger Mundtotmachung einer Partei, die im ist aber nichts als leeres Gefafel. Wir stellen fest, daß am Reichskanzler in seiner rednerischen Extratour den Sozial- Vordergrund des Wahlrechtstampfes steht, Rache nehmen wollte Freitag, den 10. d. M., eine Demonstration vor dem Landtagsgebäude demokraten eine Straßendemonstration als groben un- für die Angriffe auf verschiedene ordengeschmückte Freisinnsgrößen stattfand und am Sonntag, den 12. Januar, eine weitere Demonfug" vorwarf, während er selbst in der Wahlnacht vor einem in der sozialdemokratischen Presse. In ihrer philisterhaften stration, die allerdings ihre Hunderttausend auf die Beine brachte. Jahre sich an einer obendrein mitternächtigen Straßen Beschränktheit kommt es diesen kleinlichen Menschen gar nicht Seit diesem Tage demonstriert auf den Straßen Berlins allein demonstration durch eine Ansprache beteiligt hatte. Damit zum Bewußtsein, wie sie durch diesen mugdanefischen Racheaft die Polizei! Die Straße gehört dem freien Verkehr," sagt der könnte man eigentlich über Bülow als Mensch die Akten es nur für jedermann erkenntlich machen, daß ihr angeblicher Reichskanzler. In Berlin nicht! Dort hindern ihn Schußmannsschließen. Als Reichskanzler wird man ihn ja noch einige Stampf für das allgemeine Wahlrecht in Preußen weiter nichts fetten an den wichtigsten Verkehrszentren. Und dann wundert man Zeit hindurch in Rechnung stellen müssen. ist als Schaumschlägerei. sich über Verkehrshemmungen und sieht in den selbst berDer Reichskanzler schloß seine Rede mit einer Bedrohung So hat denn dieser Tag jedenfalls die erfreuliche Wirkung ursachten Ansammlungen mit blutiger Phantasie Demonstrationen! der Sozialdemokratie, dann trat dieses Mustereremplar neu- gehabt, die Situation zu erhellen: Wem es ernst ist mit der Wo ist Bülows berühmter Mut der Kaltblütigkeit? deutscher Ritterlichkeit die Flucht vor der Deffentlichkeit an Erkämpfung der Rechtsgleichheit in Preußen, muß auf die ,, Es wäre ein verhängnisvoller Jrrtum". Herr der Spitze der getreuen Bundesratsknappen an. Seite der Sozialdemokratie treten. Die Lauen und Flauen, v. Bülow, au glauben, daß Demonstrationen Der Antrag auf Besprechung der Interpellation wurde die uns im Stampfe zu lähmen suchen, sind verkappte Bundes- einer irregeleiteten Regierung einer von ihrem von der Mehrheit des Hauses unterstützt. Auch die Frei- truppen der junkerlichen Reaktion. Recht durchdrungenen Bevölkerung irgend etwas finnigen stimmten dafür, trotzdem der Dr. Mug dan seine abtrogen tönnten!" viertklassige Ordenswürdigkeit dadurch bewies, daß er seine Parteigenossen zum Sizenbleiben zu bereden suchte. Polizei- Demonftrationen! Genosse Fischer rechnete zunächst mit dem Reichsfanzler ab wegen seines Versuches, die gestrigen Polizeiattacken auf Arbeitslose zu rechtfertigen, und wandte sich dann„ Die Straße gehört dem freien Verkehr!" Wirklich, der Reichsder Interpellation selbst zu. Aus zahlreichen Zitaten wies fanzler Fürst Bülow hat es gesagt, und er hat die Berliner er nach, daß eine zwar kleine, aber rührige und einflußreiche Straßen gemeint, auf denen die Polizei jahraus, jahrein den VerKamarilla von Höflingen und Scharfmachern bei der Unter- tehr Hemmt.. Eine Probe dafür, in wieweit die Straße wühlung des Reichstagswahlrechts tätig ist. Diesen Maul- dem Verkehr gehört, konnte man gestern wieder vor dem würfen arbeite der Reichskanzler vor, wenn er das Reichs- Reichstagsgebäude beobachten. Der Kampf ums Wahlrecht geht weiter tron großer Worte ber Regierungsvertreter und trotz der Polizeidemonstrationen! Miẞlungene Reinwaschung der Schutzleute. Die Kinder- und Raubmörder, die dank der Geschicklichkeit der tagswahlrecht für unverträglich mit dem Staatswohl erkläre. Wie eine feindliche Burg wurde das Reichstagsgebäude Polizei unbehelligt in den Straßen Berlins herumlaufen, verAber auch denjenigen Einzelstaaten, die das allgemeine am Tage der Wahlrechtsinterpellation von einem Kordon bewaffneter gießen in einem Jahre nicht soviel Blut, als die Berliner SchutzWahlrecht bei sich eingeführt hätten, und ihren Regierungen Mannen umgeben. Eine Schußmannskette spannte sich um das ganze leute an einem Tage haben fließen lassen! Weshalb? Warum? werfe der Reichskanzler den Fehdehandschuh hin. Fischer Gebäude und vom Brandenburger Tor ab durfte das Was Furchtbares haben jene Unglücklichen verbrochen, denen man meinte, wenn die süddeutschen Bundesratsvertreter nicht schon Bublikum nur auf der rechten Seite der Sommerstraße, des durch Säbelhiebe das Gehirn bloßgelegt oder den Arm zersplittert zu solcher Unterwürfigkeit gegen das preußische Junker- Königsplages, an der Siegessäule vorbei durch die hat? Sie verlangten Arbeit, um sich ihr Brot zu erwerben, denn regiment erzogen wären, müßten sie öffentlich gegen jene Friedens allee in weitem Umkreise passieren und nur von fern sie besigen nicht das große Portemonnaie, um faulenzen zu können, ominöse Aeußerung Bülows protestieren. In scharfen Worten des Reiches Parlament betrachten. Alle zehn Schritte fast Das also ist ihr Verbrechen: erstens, daß sie arm sind, zweitens, geißelte er dann das schwächliche Verhalten der bürgerlichen stand ein Schutzmann; geschäftig eilten Polizeioffiziere hier- daß sie, trotzdem sie kein Geld haben, nicht stumm bera Parteien, auch der Freisinnigen und des Zentrums, gegen hin und dorthin; an reitenden Schuhleuten fehlte es auch hungern wollen, sondern ihre Not öffentlich kundgeben! über der verächtlichen Abweisung, die Bülow dem Antrage nicht, und an der Hindersinstraße wie in der Nähe Mußte es sein? Wir haben auf Grund der Berichte von auf Einführung des Reichstagswahlrechts in Preußen hatte der Friedensallee und anderen Plätzen standen Beteiligten und Augenzeugen die Tatsachen zusammengestellt, die .zuteil werden lassen. Berittene fertig zum Aufsizen neben ihren Pferden. Große Re- eine beredte Sprache führen. Die Tatsachen sind dermaßen kras, Den Schluß seiner Ausführungen widmete er der ferven waren obendrein in Bereitschaft gehalten. So stand auf daß selbst ein so polizeifrommes und offenbar polizeiRechtfertigung des Demonstrationsrechtes, dem Pariser Platz ein größerer Trupp Schutzleute beisammen. offiziös bedientes Blatt wie der Lokal- Anzeiger" das man in Preußen wie in Rußland dem Volk verweigere, Alle Bolizeiwachen mußten Leute liefern, damit sie am Reichstags- fie nicht zu verhüllen vermag, trotzdem es sich dazu alle Mühe gibt. während in vorgeschrittenen Staaten wie England Demon- gebände müßig standen. Stark besetzt war das Brandenburger Sehen wir uns die Darstellung der Vorgänge durch den„ Loke. strationen ein selbstverständlicher Bestandteil des öffentlichen Tor, mit etwa einem Dußend Mann draußen und doppelten Bosten auf Anzeiger" etivas genauer an. Lebens sind. Aber selbst in Desterreich habe das Volk sich der Seite nach den„ Linden" zu. Wenigstens 12 Mann hatten auch das allgemeine Wahlrecht mit der Hülfe von Straßen- lan der Kreuzung der Friedrichstraße Dienst, und wo die an Wir stellen erst die Vorfrage: Befanden sich i Schuhleute in Gefahr? Freilich ja antwortet der Lokal- Anzeiger":" Mitten in dem furchtbaren Gewirr krachte plößlich ein Schuß. Einer der berwegensten Burschen hatte den traurigen Mut besessen, einen Die Kugel drang in den Achtmillimeter- Revolver abzufeuern. Halskragen eines berittenen Schuhmanncs; wunder= fönne. barerweise blieb sie dort stecken. Wäre die Waffe um einige Grade mehr nach oben gerichtet worden, so hätte der Schuß unzweifelhaft dem Beamten das Leben gekostet." Man sollte meinen, es wäre nicht schwer einzuschen, daß eine Kugel, die in einem Stofftragen steden bleibt, sicher selbst durch die zarteste Schutzmannsstirn nicht zu dringen vermocht hätte. Statt wunderbare Errettungen zu konstruieren, wäre es darum noch mehr angebracht, zu untersuchen, ob das Bleiftüd, welches der Lokal- Anzeiger" für eine Revol berfugel hält, nicht etwa ouf eine andere Weise in den Halskragen des Schuhmannes kam, denn es gibt ja noch andere Gegenstände aus Blei, außer Revolverfugeln. Ein Augenzeuge im Berl. TagebI." sah den Revolver eines Schumanns explodieren". Das wäre ein Fingerzeig nach einer Richtung, die zu recht überraschenden Ergebnissen führen könnte. Andere wiederum hörten bloß die Explosion eines Feuerwerkskörpers. Alle aber, und auch der„ Lokal- Anzeiger", sind einig darin, daß zuerst die Schuyleute ein hieben und dann der„ Schuß" krachte. Also können die Schuhleute ihr brutales Vorgehen nicht damit rechtfertigen, daß aus den un geladenen Taschen der Arbeitslosen Revolverkugel gegen fie flogen. Der Schußmann, der ein Bleistück aus seinem Stofffragen gog, ist das Renommieropfer des Lokal- Anzeigers":" Von den übrigen Polizisten wurden sechs durch Steinwürfe verlegt, jedoch teiner erheblich." Und nun fragen wir unsererseits: Wie haben die Sulcute die Waffe gebraucht? Der Lokal- Anzeiger" gibt erst an, daß eine große Anzahl der Burschen, die sich der Polizei in den Weg stellten, durch flache Säbelgiebe teils schwer, teils leicht verlegt wurden". Er schreibt dann aber selbst über die Aufnahme in der Charité:" Die ersten drei Verletzten, die kamen, hatten nur flache Hiebe betomnien.. Die anderen hatten ohne Ausnahme Kopf- und Armwunden von scharfen Säbelhieben und mußten alle genäht werden." Hier haben wir ein ganz anderes Wunder vor uns: bei den Schuhleuten werden Revolverfugeln zu Bleistücken, die man gemütlich hinter der Halsbinde hervorholt bei den Arbeitslosen verwandeln sich flache" Säbelschläge in scharfe Hiebe! Der„ Lokal- Anzeiger" möchte wohl das Vorgehen der Polizei im milderen Lichte erscheinen lassen, allein die Wunden der Verlegten sprechen eine blutige Sprache, die sich nicht wegwischen läßt. Er muß sich auch von einem Augenzeugen sagen lassen:„ Es wurde grob geschlagen, mit flacher und scharfer Klinge fielen wuchtige Hiebe. Nun ergriffen die Störenfriede die Flucht, mancher aber, der einen Hieb bekommen hatte, fonnte nicht weiter." 1 TU leber ein neutes Stücklein handle. Auf jeden Fall müsse dafür gesorgt werden, daß durch erfüllt er zweifellos feine eigenen Ansprüche in vollstem Maße: 05 das Gesetz nicht der bestehende Zustand in cinem der Bundes- er auch die geforderten starken Nerven hat, vermögen wir nicht zu staaten oder auch in Preußen verschlechtert werde. Abg. Ever sagen. ling( natl.) hofft, daß in der Frage der Jugendlichen eine Form gefunden werde, auf welche man sich einigen Bureaukratische Raugstreitigkeiten. Abgeordneter Müller Meiningen( Freis. Vp.) Preußen beweist die Berechtigung des Bülowschen Aussprus, polemisiert des längeren gegen das Zentrum und erklärt daß es in der Welt voran marschiert, nicht 11ur dadurch. die Bereitwilligkeit der Freisinnigen, den ländlichen Arbeitern das daß es Minister bestyt, die es ihrer Befähigung nach Koalitionsrecht zu gewähren. Des weiteren erklärt Redner: Wenn in anderen europäischen Staaten höchstens bis zum Subalterndie Konservativen einen Druck dahin ausüben könnten, daß die Bureaukraten gebracht hätten, sondern daß auch feine zwischen Schule und Militär bestehende Lücke durch die Einführung höhere wie niedere Bureaukratie fortwährend durch die kuriosesten Der obligatorischen Fortbildungsschule in Preußen ausgefüllt werde, Rangstreitigkeiten erregt wird durch Nangstreitigkeiten, die an die so würde sich vielleicht bis zur zweiten Lesung in bezug auf die berühmten Schildaer Streiche erinnern. Behandlung der Jugendlichen eine Form finden laffen, die zur folcher Rangstreitigkeiten weiß die„ Woff. Ztg." zu berichten: Einigung führe! Fürst Radziwill( Bole) ist dafür, die Polizeiwilltür möglichst genau zu begrenzen. Abg. Dietrich( f.) fordert, " In unserem Vorhafen Pillau, der zugleich start befestigt ist und eine verhältnismäßig zahlreiche Garnison( ein Bataillon In daß man die preußischen Gewohnheiten achte und nicht allein die fanterie und ein Bataillon Fußartillerie) birgt, ist es aus Anlaß süddeutschen Interessen berücksichtige. Sonst gefährde man das der bevorstehenden Geburtstagfeier des Kaisers zu Zustandekommen von Reichsgesehen überhaupt. Die Frage der einem Konflikt gekommen, der an sich kaum von Bedeutung geJugendlichen sei keine Parteifrage. Er hoffe, daß man darin zu wesen wäre, hätte er inzwischen nicht weitere Kreise bis hinauf einer Einigung kommen werde. Auf keinen Fall wollten die zu dem Minister in Bewegung gefeßt. Seit langen Jahren hat Konservativen dem Frauenwahlrecht in diesem Gesetz die Wege bei der gemeinschaftlichen Festtafel der Zivil- und MilitärAbg. Size( 3.) hält es für ein Unglüd, daß man den ebnen! behörden der Festungskommandant, ein Oberst, den Ehrenplaz inne, und ihm zur Rechten sitt der Bürgermeister von Billa. Zustand aufrechterhalten wolle, daß die ländlichen Arbeiter und Der Bürgermeister des Städtchens ist zwar aus der SubalternDienstboten minderen Rechtes seien. Das wirke viel aufreizender als jede Agitation. Sogar preußische Provinzen wie Schleswigbeamtenkarriere hervorgegangen, hat sich aber um die Stadt, ihre Holstein, Hessen, Hannover, Sachsen hätten dies Koalitionsverbot Vergrößerung und Verschönerung und um die Hebung des Frems nicht. Er bittet nochmals um Annahme des Zentrumsantrages. denverkehrs usw. die größten Verdienste erworben. Nun mŕt Staatssetretär v. Bethmann- Hollweg hält die Regelung des einem Male erhoben die akademisch gebildeten Stoalitionsrechtes der ländlichen Arbeiter im Rahmen dieses GeBeamten von Pillau den Anspruc), fünftig seges für unmöglich. Er warne dringend davor, weitere Rechtsdürfe den Play neben dem Obersten nicht mehr gebiete in das Gesetz hineinzuziehen; ihm erscheine es überhaupt der Bürgerute ist er, sondern nur einer von ihnen, nämlich zweifelhaft, ob die Regelung des Koalitionsrechtes der Landden Räten vierter Klasse", einnehmen. Vergeblich bersuchte der Festungskommandant zu vermitteln. Als über diesen arbeiter reichsgefeßlich möglich sei. Den Beamten stehe das Vereins- und Versammlungsrecht vollständig zu, man könne aber nicht Konflikt gar etwas in die Presse kam, da hatte es der Bürgerdulden, daß Beamte Vereinen angehörten, die das Verhältnis der meister, der ganz zu Unrecht in Verdacht kam, selbst die MitBeamten zu ihren vorgesetzten Behörden zu stören geeignet seien. teilungen lanciert zu haben, vollends mit den Akademikern verIn der Abstimmung wird der Hauptantrag der Sozialdemo schüttet. Natürlich stand die Bürgerschaft auf feiten des Bürgers fraten zu§ 1 gegen 3 Stimmen, der Eventualantrag, für den auch meisters, und zu Sonnabend war eine Bürgerversammlung ein der Pole Brejeti stimmt, gegen 4 Stimmen abgelehnt. Der§ 1 berufen, die gegen das Vorgehen der höheren Beamten ausdrüc wird in der Fassung des Antrages Müller- Meiningen wie folgt lich protestierte und eine Resolution faßte, in der sie erklärte, mit 17 gegen 10 Stimmen angenommen:" Die Vereins- und Vereventuell Kaifers Geburtstag allein, ohne die Beamten, fammlungsfreiheit unterliegt nur denjenigen Beschränkungen, lediglich unter dem Vorsitz des Bürgermeisters feiern zu wollen. welche durch dieses Gesez vorgeschrieben und zugelassen sind." Inzwischen hat aber, wie gesagt, der Konflikt bereits seine Kreise Alle übrigen zu§ 1 vorliegenden Anträge werden abge= gezogen. Es war an den Minister berichtet worden, auch die lehnt. Für die Anträge der Konservativen stimmen nur die fünf Offiziere hatten nach den vergeblichen Vermittelungsversuchen tonservativen Vertreter. des Kommandanten beschlossen, bon nun ab eine Feier unter sich unter Ausschluß sowohl der Bürgerschaft wie der Beamten in einem der Kasinos zu feiern. Seitens des Ministers ist jetzt bein Bürgermeister der Bescheid eingegangen, daß er den Oberpräsi denten in Königsberg, Herrn von Windheim, beauftragt habe, den Rangstreit zu untersuchen und darüber zu entscheiden." Nächste Sizung Donnerstagvormittag 10 Uhr. Politische Ueberlicht. Berlin, den 22. Januar 1908. Wahlrechts- Resolution. Hofdefiliercour und Arbeitslosenkur. Die fozialdemokratische Fraktion hat in ihrer geftrigen Sigung beschlossen, zum Etat des Reichsfanglers Am Abend des gleichen Tages, da man den Arbeitslosen eine Resolution einzubringen, die die Vorlegung eines Gesetz- ant Schiffbauerdamni etwas Blut abgezapft hatte, vollzog fid) Wenn in China oder der Türkei ein Voltshaufe auseinander entwurfes forbert, nach dem im Deutschen Reich, in den Bundes- bor dem Königsschloß und in diesem selbst ein prachtvoller gejagt werden soll, gebrauchen die Polizisten Stod prügel staaten und in Elsaß- Lothringen für die Wahlen zum Reichstag und Aufzug. Der Anfahrt der Hunderte von Galataroffen, Das sind barbarische Länder! Deutschland marschiert an der Spitze der Kultur und behandelt seine freien Bürger auf der den Landtagen das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahl. Rutschen und Automobile schaute bei dem günstigen Wetter ein recht für alle über 20 Jahre alten Reichsangehörigen ohne Unter- zahlreiches Publikum zu." Es war eine große Verkehrsmachten ehrerbietig Play. Boll Prunk war das Schauspiel schieb des Geschlechts nach Maßgabe der Verhältniswahl ein- störung, aber die Schuhleute hieben nicht drein, sondern im Schlosse selbst:„ Ein glänzendes Durcheinander von Robes du cour, Schleppen und Schleiern, Diamanten und DrdensAllerdings Sternen, Paradeuniformen und Galakleidern".. Straße mit scharfen Gäbelhieben! Es lag kein Grund vor, deutsche Staatsbürger, die politische Wünsche und Forderungen vorzubringen hatten, wie einen Banditenhaufen mit: Waffengewalt auseinander zu jagen. Die Bolizei begnügte sich aber nicht damit. Sie schlug blindlings auf die fliehende Menge, sie ficl über den Einzelnen her und mizhandelte ihn das war keine Demonstration mehr, das war Zein Auflauf mehr, aber die Polizei erteilte doch scharfe Säbel. hiebe. Wir berufen uns abermals auf den Augenzeugen des Lolal- Anzeigers", der schreibt: geführt wird. Ein gedeuteltes Kaiserwort. Das Scherl- Blatt schreibt: Der Kaiser hat fürzlich der Schußmannschaft seine Anwenn diesen gegenüber Arbeitslose erschienen wären, die nur erkennung für ihr energisches und doch tattvolles ihre Lumpen und ihre Not zur Schau zu tragen haben, so Borgehen anläßlich der Ruheſtörungen ausgesprochen. Auch drückte würde das den ästhetischen Eindruck sehr stören. Es sollte der Kaiser Freude darüber aus, daß ein Heranziehen des Militärs nicht sein. Bringt man das hungernde Volt nicht zur Räson, dank der Leistungsfähigkeit der Polizei überflüssig so bringt man es jedenfalls zum Schweigen. Am schlimmsten to a r eg zwischen der Marschall- und Kronpringenbrüde. Die Bergelesen sei. Wenn daher von anderer Seite die Behauptung auffolgten suchten dort in die Häuser zu flüchten, gestellt wird, baß der Kaiser bei dieser Gelegenheit erklärt habe, jedoch die förtner schloffen die Türen. Dort eine Requirierung von Militär solle bei solchem Anlaß unter allen Umständen vermieden werden, so ergibt sich aus bekam noch mancher einen blutigen Denkzettel." dem Vorhergefagten, daß die betreffende Aeußerung keine fo all gemeine Faffung hatte." Was konnte die Menge anderes tun, als aus einanderlaufen? Warum schlug man die Leute, da fie dem Befehl, auseinander zu gehen, nachtamen? Warum trieb man Jagd auf den Einzelnen, der sich zu retten fuchte? Der Augenzeuge des„ Lokal- Anzeigers" faßt die Sache so auf, daß die Demonstranten einen„ blutigen Denkzettel" mu nach Hause zu nehmen hatten! Ist das wahr? Seit wann be steht denn in Deutschland die Brügelstrafe und wer hat jie verhängt? Es ist noch von berschiedenen Seiten nachgewiesen worden, daß gänzlich unbeteiligte, Bassanten und Einwohner der umliegenden Häuser, von Schußleuten mishandelt und ber. Letzt wurden. Alles zusammen zeigt flar genug, wohin diese Taktik führt. Die Polizei muß lernen, Frieden zu halten. Sonst wird fie selbst zu der größten Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Fährt sie so weiter fort, so wird sie mehr Erbitterung schaffen, als alle Kundgebungen, die sie zu verhindern fucht; sie wird die friedlichsten Einwohner auf. reizen, denn feinem freut es, einen Säbelhieb wegzukriegen, und sie wird schließlich einen Kampf zu führen haben ganz Berlin! Das Reichsvereinsgefetz gegen vor der Kommiſſion. In der Mittwochsizung wurde die Beratung des§ 1 fortgesetzt. Zunächst verteidigten die Abgeordneten Kolbe( p.) und Beuchelt ( f.) noch einmal den konservativen Antrag auf Beschränkung des Vereins- und Versammlungsrechts für Jugendliche und Ausländer. Kncifer! Gegen Bülow und das Reichsvereinsgeseh. Am Montagabend fand im Dinkelackerschen Saalbau in Stutt gart, wie wir schon im Depeschenteil meldeten, eine stark besuchte Versammlung statt, die sich mit dem Reichsvereinsgefeßentwurf sowie mit der Erklärung Bülows zur preußischen Wahlrechtsfrage beschäftigte. Ueber den Gesezensivurf zur Regelung des Vereins- und Versammlungswesens referierte Reichstags- Abgeordneter Genosse Hildenbrand- Stuttgart. Eingehend legte er dar, welch schiere Für den Schluß der Weiterberatung der Interpellation Nachteile der Gefeßentwurf, falls er Gesetzestraft erlangen follte, über das preußische Wahlrecht stimmten außer den Kon- dem deutschen Süden und insbesondere Württemberg bringen wird. ſervativen, Nationalliberalen und Antisemiten auch sämt- Folgende Resolution gelangte gur einstimmigen Annahme: liche im Reichstag anwesende Freifinnigen mit Ausnahme folgender 6 Abgeordneter: M a nz, Wieland, Gothein, Neumann- Sofer, Dohrn und Botthoff! Pfui Teufel! Allzu nervös. Die übelduftende Kloake ber deutschen Journalistit, die von einigen scharfmacherischen Großindustriellen ausgehaltene Boft", leistet sich folgende Stil- Sumpfblüten: " Für den heutigen Mittwoch sind von sozialdemokratischer Seite wieder größere Wahlrechtsdemonstrationen geplant. Die Sozialdemokratie hat durch die am Dienstag abgehaltenen Arbeitslosenversammlungen für die nötige Stimmung unter dem Janhagel Vorsorge getroffen und für die nötige Siede hige gesorgt. Jm Vorwärts" haben die bei solchen Gelegen heiten üblichen aufreizenden Aufrufe dieses Mal gefehlt. Dffenbar haben die flaren und bestimmten Erklärungen des Ministers des Junern, in welcher Weise er auch gegen die Austifter solcher Demonstrationen vorgehen wolle, ihre Wirkung getan. Die einzelnen Parteigrößen werden also möglichst bom Schuß bleiben, und nur die bellagenswerten Arbeitslofen sollen ihre Haut für die Sozialdemokratie zu Marfte tragen dürfen. Der von der Reichsregierung beim Reichstag eingebrachte Entwurf zu einer reichsgefeßlichen Regelung des Vereins- und Versammlungsrechts verschlechtert längst bewährte Einrichtungen in Süddeutschland und und gibt der Polizeiwillkür die Mög lichkeit, die Versammlungs- und Vereinsfreiheit illusorisch zu machen. Das ist eine Mißtrauenstundgebung der Regierung gegen das deutsche Volt, die den reaktionären verpreußten Charakter der deutschen Reichsregierung in aller Deut lichkeit erkennen läßt. Die heute in Dinkeladers Saalbau tagende öffentliche Versammlung erhebt gegen diesen Verfuch einer Verschlechterung der bestehenden Rechtsverhältnisse entschieden Protest und erwartet vom Reichstag als der Vertretung des deutschen Volles eine Befreiung des Entwurfs von dem ihm anhaftenden reaktionären Charakter und die Ausgestaltung des Entwurfs zu einem die Ausübung der Vereins- und Versammlungsfreiheit vor Schikanen und Ausnahmebestimmungen jeder Art sicherstellenden Gesez." Zur Finanzreform. Die Enttäuschung der Liberalen in der Wahlrechtsfrage ist ihre schlimmste, aber durchaus nicht ihre letzte. Gerade das furchtsame Verhalten des Freisinns, sein ständiges Bittern Die Polizei wird heute ebenso wie bei den legten Demon- um die Erhaltung des Blocks steigert die Ansprüche der Konftrationen auf der ganzen Linie ihren Mann stehen. Es wird die fervativen. Dies zeigt sich auch deutlich in der Frage der ganze Schuhmannschaft heute tonfigniert sein. Der Schloßplas Reichsfinanzreform. Wir haben schon kürzlich darauf hingeund der Luftgarten sowie alle Zugänge zu diesen Blägen, die wiesen, daß die„ Kreuzzeitung" jede direkte Steuer, auch die Umgebung des Reichstages, des Königsplates, der Platz vor dem Ausgestaltung der Erbschaftssteuer, als für die Konservativen Brandenburger Tor, Sommer- und Simsonstraße, DorotheenAbg. Droescher( f.) erklärt, in Breußen sei nicht daran straße zwischen Neue Wilhelm und Sommerstraße, ber Reichstags- unannehmbar bezeichnet. Die Verhandlungen in den Landzu denken, daß den ländlichen Arbeitern das Koalitionsrecht geplay und das Reichstagsufer zwischen Kronprinzen undtagen zeigen, daß die Regierungen sich dem Diktat der Konwährt werde. Weiter wandte fich Redner gegen die Beteiligung Marschallbrüde werden von 10 Uhr vormittags für den Verkehr fervativen fügen wollen. In Baden erklärt der Finanzder Frauen an den politischen Kämpfen. Eine andere Frage gefperrt." minister, die Bundesstaaten feien darüber einig, daß die fei die Zulassung der Frauen zu kommunalen und kirch Auf die alberne Verdächtigung der ehrfamen Bost", daß die Finanznot im Reiche durch Erhöhung der Tabakbesteuerung lichen Wahlversammlungen. Die Annahme dieses Gesetzes sei für die Konservativen absolut ausgeschlossen, wenn der konservas Sozialdemokratie große Demonstrationen vor dem Reichstags- und Erhöhung der Branntweinsteuer behoben werden müsse. tive Antrag, betr, die Jugendlichen, nicht angenommen werde! gebäude- warum nicht gar einen Sturm auf das Ballotbrau? n Bayern gab der Finanzminister ähnliche Erklärungen ab. Abg. Hildenbrand( So.) gibt seiner Ueberraschung Ausdruck über plane, ernstlich zu antworten, fällt uns nicht ein. Diese lächerliche An direkte Reichssteuern sei nicht zu denken; dagegen stehe das die Beratungen dieser Kommission, aus denen hervorgehe, daß Idee entspringt demselben llebermaß neurasthenischer Degeneration, man nicht einmal die Zustände gefeßlich fodifizieren wolle, wie das, als am 21. Januar 1906 bie großen Wahlrechtsversammlungen Reichsbranntweinmonopol in Aussicht. Es folle den bestehensie sich in den wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen längst in Berlin stattfanden, die" Post"-Redaktion veranlaßte, sich in den Brennereien der bisherige Betrieb gewährleistet und herausgebildet hätten. und wie dies der sozialdemokratische An- Verteidigungszustand zu sehen und einige Mitglieder des technischen ein Reichsamt geschaffen werden, das den Branntwein von trag bezüglich der Frauen, der Jugendlichen und der Ausländer Personals, von denen sie annahm, daß sie beim Knall einer Pistole der Brennerei fauft zu einem Preis, der den Kosten der HerLezivede. Es sei ja verständlich, wenn die Regierung, die sich nicht, gleich der Redaktion, sofort die Hosen verderben, mit alten stellung entspricht. Die Reichsstelle besorge die Reinigung des Branntweins und schließe mit den bestehenden Reinigungsdas Verhältnis von Herrschenden und Untertanen aufrecht erhalten Revolvern auszurüsten. Unbegreiflich erscheint uns nur, daß die Nerbosität auch bereits anstalten Berträge ab. Süddeutschland erhalte eine besondere wolle, den Rahmen des Gesetzes möglichst beschränke, die Volts. vertretung aber solle bei einem solchen Gesetz auch die Ver- die Polizeileitung dahin gebracht hat, an solche Märchen zu glauben Vorzugsstellung. Die bayerische Regierung glaube, dieſem hältnisse der Zukunft berücksichtigen. Es sei dringend not- und zum Gaudium der Berlin besuchenden Fremden auf den be- Entwurf nicht widersprechen zu sollen. Das bayerische Reserwendig, daß die ausländischen Arbeiter, die von den deutschen fuchtesten Plägen Aufzüge und Paraden der Berliner Bolizei batrecht werde selbstverständlich in vollem Umfange gewahrt Wie es scheint, hat selbst die Unternehmern herangezogen würden, über ihre eigenen und die mannschaft zu veranstalten. Interessen der inländischen Arbeiter genügend aufgeklärt würden. Bolizcileitung nicht die vom Herrn v. Ströcher verlangten werden. Die unreifen Burschen", von denen Herr Kolbe gesprochen hat, starten Nerven; und es wäre deshalb recht nüglich, zu erwägen, ob feien für die Konservativen sofort reif, wenn es sich um die nicht Herr von Kröcher sich zum Polizeipräsidenten von Berlin eigne. usbeutung ihrer Arbeitskraft in Industrie und Landwirtschaft In bezug auf das von ihm selbst geforderte geringe Hirnquantum Charakteristisch ist es, daß der badische Finanzminister über die Erbschaftssteuer gar nichts sagt, obwohl nach früheren Meldungen Baden für eine Erbschaftssteuer eingetreten ſcin ähnlich? Italien. foll. Man muß daraus schließen, daß im Bundesrat die Erb- tglieder das Schweigen gebrochen und der staunenden Mitivelt funds| ausgeschlossen. Der wadere Profeffor besitzt sicher genug gebrudte Beweise dafür, daß Friedeberg nicht wegen seiner antimili. schaftssteuer an dem Widerstande Preußens und Sachsens ge- taten, was vorderhand tiefes Geheimnis bleiben sollte. scheitert ist. All diese Meldungen bestätigen nur, daß auch Gestützt auf das Entgegenkommen der Regierung fällt es nämt taristischen, sondern wegen feiner anarchistischen, dem diesmal die Liberalen Illusionisten sind, wenn sie irgend lich der Ersten Kammer durchaus nicht ein, von den ihnen im Programm der Sozialdemokratie zuviderlaufenden Anschauungen etwas von der Blockära erhoffen. Daß der Reichstag das Entwurf zugestandenen erweiterten Rechten, die ihre ursprüng- aus der Partei ausgeschieden werden mußte. Sicht da die Bes Recht hat, direkte Steuern cinzuziehen, ist unzweifelhaft. In lichen kühnen Wünsche noch übertreffen, irgend etwas Wesentliches hauptung des Biedermeiers nicht einer Fälschung verdammt der Frage der Reichsfinanzreform handelt es sich aber nicht abzugeben. Der Ausschuß aber sollte sich schon deshalb nicht für um eine Rechtsfrage, sondern um eine Machtfrage. Die Kon- berechtigt halten, den Herren" Zugeständnisse zu machen, als ju servativen wollen keine direkten Reichssteuern, weil diese ein der frühere Landtag sich fast einmütig einem sozialdemokra mal die Macht des Reichstags vermehren und sodann nicht tischen Antrag anschloß, unter keinen Umständen eine Aendefast ausschließlich die arbeitende Bevölkerung treffen. Sie rung der Artikel 67 und 75 der Verfassungsurkunde" zuzugeben. beherrschen aber durch die Dreiklassenparlamente die Re- Die Stellung der Sozialdemokratie zu der vorliegenden Wahl. gierungen Preußens, Sachsens usw. usw. und damit in der rechts- ,, teform" ist klar gegeben: sie lehnt diese ent. Praris auch den Bundesrat. schieden ab! Die Hessische Regierung mag sich mit der Ersten Kammer in den Ruğu teilen, die Wahlreform in Hessen zum Scheitern gebracht zu haben. Das Urteil im Prozeß Peters lautete: v. Bennigsen Der Angeklagte Gustav Brüggemann wird freigesprochen, der Angeklagte Gouverneur v. Bennigsen wird wegen Beleidigung zu einer Massenprotest gegen den reaktionären Entwurf eines Reichsvereinsgesetzes. Die Auswanderung im Jahre 1907. Rom, 15. Januar.( Eig. Ber.) Das italienische Auswanderungsamt veröffentlicht joeben die vorläufigen Zahlen für die Auswanderung über See im Jahre 1907. In diesem Jahre haben sich in italienischen Häfen und in avre 397 704 Auslanderer eingeschifft, von denen 25 125 Ausländer waren; im Jahre 1906 belief sich die Zahl der in denselben Häfen Eingeschifften auf 440 338, einschließlich 25 619 Ausländern. Es ist somit ein Rückschritt von 42 634 Personen zu verzeichnen gegenüber dem Vorjahr, das allerdings die höchste Auswandererziffer aufwies, die überhaupt in Italien je erreicht worden ist. Die Gesamtmasse der Auswanderer verteilte sich 1907 auf die verschiedenen überseeischen Länder wie folgt: 302 484 nach den Vereinigten Staaten, 80 649 und nach dem Plata, 13 169 nach Brasilien anderen 1402 nad) Im Hamburger Stadt- und Landgebiet fanden am DienstagGeldstrafe von hundert Mark verurteilt. abend sechzehn zum größten Teil überfüllte Versammlungen nach Ländern. Den bedeutendsten Rückgang hat die statt, in denen nach eingehender Kritik der vom preußisch- sächsisch- Auswanderung nach dem Plata erfahren, die seit dem Vorjahre hamburgischen Polizeigeiste erfüllten Bestimmungen des Gefeß- um 34 000 zurüdgegangen ist, während die nach den Vereinigten Staaten nur um 8000 fant und die nach Brasilien stationär geentwurfs folgende Resolution angenommen wurde: In der Urteilsbegründung heißt es, nach einem Telegramm des Wolfffchen Bureaus, daß der Wahrheitsbeweis für die Behauptung, daß Beters in feinent Briefe an den Bischof Smithies geschlechtliche Motive für die Hinrichtungen des Mabrut und der Jagodja zugestanden habe, mißlungen sei; Peters habe im Gegenteil dies bestritten. Auf Grund der Bekundungen der Zengen und der Sachverständigen kommt das Gericht zu der Ansicht, daß geschlechtliche Motive bei den Hin richtungen nicht erwiesen seien. Auf Grund der Paragraphen 186 und 200 des Strafgesetzbuches sei der Angeklagte v. Bennigsen daher zu bestrafen.§ 193 jet ihm nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts nicht zuzubilligen. Als strafmildernd komme jedoch in Betracht, daß v. Bennigsen nicht aus nedlen Motiven gehandelt habe; deshalb sei der Angeklagte wegen übler Nachrede zu bestrafen. Das Gericht ist der Ueberzeugung, daß v. Bennigjen bei der Abfassung der Behauptungen von deren Wahrheit überzeugt gewesen fei. Struferschiverend komme aber immerhin die Schwere der Beleidigung in Betracht. Aus dem bayerischen Landtag. Jm bayerischen Landtag kam heute, wie telegraphisch gemeldet wird, die Interpellation des Genossen Auer zur Verhandlung, was die Regierung wegen der Erklärung des Reichskanzlers zum preußischen Wahlrecht im Bundesrate zu tun gedente. Ministerpräsident Freiherr v. Podewils lehnte die Beantwortung der Juterpellation ab, da es sich um eine rein preußische Angelegenheit handele. Der Antrag auf Besprechung der Interpellation fand nicht die erforderliche Unterstügung. Die Sache ist damit erledigt. Statistik der lehten Reichstagswahl. Das Ergänzungsheft zum 4. Bierteljahresheft zur Statistik des Deutschen Reiches bringt als dritten Teil der im Kaiserlichen Statistischen Amt bearbeiteten Statistik der 1907er Reichstagswahlen die Ergebnisse der ersten ordentlichen Wahl am 25. Januar 1907 in den einzelnen Wahlkreisen, in den Staaten und Landesteilen nach Ortsgrößentlassen und die Wahlergebnisse in den Großstädten ( 100 000 Einwohner und darüber). Die Gliederung der Wahlergebnisse ist nach drei Ortsgrößenflaffen erfolgt. Ju Klaffe a sind diejenigen Drtschaften zusammengefaßt, die nach der Volkszählung am 1. Dezember 1905 weniger als 2000 Einwohner hatten, in Slaffe b bie Ortschaften mit 2000 bis unter 10 000 Einwohner; in Klasse o die Ortschaften mit mindestens 10 000 Einwohnern. Die Wahlbeteiligung beläuft sich in Klasse a auf 85,2, in b auf 84,3, in c auf 84,2 und in den Großstädten zusammen auf 83,2 Proz. der Wahlberechtigten. In cin Inen Großstädten blieb die Wahlbeteiligung noch erheblich unter diesem Durchschnitt zurück, so erschienen in München nur 71,6, in Charlottenburg 73,8, in Danzig 74,6, in Köln 77,0 und in Berlin 77,5 Proz. der Wahlberechtigten an der Wahlurne. Nach Ortsgrößenklassen verteilen sich die abgegebenen gültigen Stimmen auf die Hauptsächlichsten Parteien wie folgt: Bon 100 abgegebenen gültigen Stimmen entfallen auf Kandidaten folgender Parteistellung b C in Drtsgrößen Ilaffe Konf. u. Reichsp. National liberale Freis. Parteien 22,0 13,2 Antis., usw. 7,8 24,1 6,0 14,1 6,9 5,9 9,7 14,6 11,0 22,9 3,5 30,6 3,7 4,0 6,1 15,8 14,4 12,3 2,1 44,7 1,4 3,2 in Großstädten. 4,8 18,7 15,8 9,8 1,0 50,6 1,3 3,5 im Reich → 13,6 14,5 10,9 19,4 4,0 28,9 4,2 4,5 Wahlrechtskomödie in Hessen. den „ Der von der Reichsregierung dem Reichstag vor- blieben ist. Deutliche Spuren der nordamerikanischen Strise finden wir in gelegte Entwurf eines Vereins- und Versammlungsrechts ist als durchaus reaktionäres Produkt zu verwerfen. der Statistik der zurückkehrenden Auswanderer. Die Zahl der ZurückDie im Entwurf vorgesehene Polizeiaufsicht über tehrenden schnellt von 149356 im Jahre 1906 auf 222 319 im folgenden Jahre empor, und zwar kehrten aus den Bereinigten Staaten Vereine und Versammlungen ist ein Hohn auf das ein- zurück: 162 980( gegen 96 210), aus dem Plata und Brasilien fachste Recht jedes Menschen, sich mit anderen über die ge- 58 160( gegen 52 230) 52 230) und 1179( gegen 916) aus meinsam interessierenden Angelegenheiten zu besprechen anderen überseeischen Ländern. Die Zahl der Zurückkehrenden beund gemeinsame Maßregeln zu beschließen. trug also im Jahre 1907 59,7 Proz. der Ausgewanderten desselben Jahres, während sie in dem Jahrfünft von 1902 bis 1906 im Durch schnitt nur 26 Proz. ausmachte. Tropdem ist der Prozentsatz der Zurückkehrenden in anderen Jahren schon höher gewesen, und zwar im Jahre 1904, wo er auf 87 Broz. stieg, hauptsächlich infolge der in jenem Jahre herrschenden industriellen Stagnation in den Bereinigten Staaten.Der Sprachenparagraph charakterisiert sich als ein Mittel gewalttätiger Unterdrückungspolitik und zugleich als ein Anschlag auf die Organisationsbestrebungen der Arbeiter. England. Parlamentarische Nachwahl. Die Aufrechterhaltung der landesgefeßlichen Roa litionsverbote für bestimmte Arbeiterkategorien entspringt dem Bestreben, auch fernerhin im Interesse der Ausbeuter, insbesondere der Agrarter, das ländliche Proletariat im Zustand rechtloser Halb- Leibeigenschaft zu halten. Der seit Mai 1907 zu verzeichnende Umschlag der politiDie Versammlung fordert in Uebereinstimmung mit schen Strömung zuungunsten der Riberalen fand überraschendem sozialdemokratischen Programm: Abschaffung den Ausdruck in der vor wenigen Tagen erfolgten parlamenaller Gefeße, welche die freie Meinungstarischen Nachwahl in Süd- Devonshire. Der Wahlkreis war äußerung und das Recht der Vereinigung feit vielen Jahren liberal. Der Rücktritt des vor 2 Jahren geund Versammlung einschränken oder wählten Liberalen machte eine Nachwahl notwendig. Es kandidierten jezt für den Liberalen Mr. Burton, für die Außerdem wurde Protest erhoben in start besuchten Versamm. Tarifreformer( Schußzöllner) Kapitän Morrison Bell. lungen in Wandsbek, Ottenfen und Langenfelde. Letzterer erhielt 5191 Stimmen, Burton 4623. Vor zwei Der Gesamtbesuch dürfte mit 20 000 nicht zu hoch geschäßt sein. Jahren wurde der Liberale mit einer Mehrheit von rund 1300 Stimmen gewählt. Der Sieg des Schutzöllners erregt großes Aufsehen. unterdrüden." Rußland. Die Reaktion in der Schule. Die Freifinnige Vereinigung und der Block. Der Vorstand der Freisinnigen Vereinigung hat folgende Resolution angenommen: Der erweiterte Vorstand des Wahlvereins der Liberalen( FreiDie vordringende Reaktion hat auch die Schule erfaßt, und finnige Bereinigung) ist der Meinung: daß nach der vom Ministerivieder beginnen die Experimente, vor allem mit den Hochschulen, präsidenten am 10. Januar im preußischen Abgeordnetenhause gegen den freifinnigen Wahlrechtsantrag abgegebenen Regierungserklärung, denen eine Zeit wie in den achtziger Jahren beborzustehen scheint. die ein Bekenntnis zu den reaktionärsten Anschauungen darstellt, unter dem Vorsiz des Unterrichtsministers Kaufmann fand letter eine deutliche Mißtrauenstundgebung seitens der Freisimmigen Tage eine Hochschulrektorenkonferenz statt, der das neue Sod Dieses Statut ist vollschulstatut zur Beratung vorgelegt wurde. Vereinigung, wenn tunlich seitens der Fraktionsgemeinschaft, gegen ständig nach dem reaktionären Borbilde der achtziger Jahre gemacht, den Fürsten Bülow im Gegensatz zu der Vertrauenstundgebung a jogar mit einigen Storrekturen weiter in die Reaktion hinein! vom 5. Dezember 1907 im Reichstage unerläßlich ist." Ungarn. schluß, der aus der Erklärung Bülows die gebotenen Konsequenzen werden, die der Zar ernennt, und zwar aus Leuten, die gar nichts Wie der Verlauf der Reichstagssigung beweist, hat dieser Be- Die Rechte des Professorenkollegiums sollen beschnitten werden, an die Spitze der Hochschulen sollen besondere Kanzler gestellt ziehen wollte, bei der Fraktionsgemeinschaft, in der die reifinige Boltspartei ausschlaggebend ist, wider mit der Schule zu tun haben! Da kann man also erleben, daß bald an stand gefunden. Die Freifinnige Bolkspartei hat Bülow gerettet und der Spitze der russischen Universitäten Generäle der Gendarmerie Die Beratungen der Konferenz waren geheim, damit die Gelegenheit vorübergehen lassen, dem Wahlrechtsfeind die stehen werden. verdiente Niederlage zu bereiten. Und dann beklagen sich die Herren und der Unterrichtsminister hat den Rektoren wiederholt cinnoch, wenn wir an die Entschiedenheit ihrer wahlrechtsfreundlichen geschärft, nur nichts in die Oeffentlichkeit gelangen zu lassen.... Einfluß auf die Projekte der Regierung konnte die Konferenz Beteuerungen nicht glauben tönnen.übrigens nicht haben, denn die Rektoren hatten nur beratende Stimme. Welche Macht dagegen die schwarze Echtrussen- Bande auf das Schulwesen hat, beweist die Tatsache, daß von der Odessacr Das Gespenst des Plural- Wahlrechts. Universität auf Verlangen der dortigen Abteilung der Schwarzen nicht weniger als neun Professoren auf einmal von ihren LehrMontag abend fanden in den drei größten Sälen Buda- stühlen entfernt worden sind! Unter ihnen befinden sich bekannte pests von Zehntausenden von Proletariern besuchte Monster- russische Gelehrte, wie der Meteorologe Klossowsti, einer der größten Versammlungen statt. Es galt gegen die geplante Estamo- Botaniter und Zoologen Rußlands: Rotert, der Phyfiologe Salvtierung des allgemeinen und die Einschmuggelung des Plural- jaloff, Stofinsti, der Verfasser eines großen Werkes über die Landfrage u. a. m. wahlrechtes stürmisch zu demonstrieren. In der Provinz fanden in Arad, Györ, Kolozsvár, In Batum hat der Generalgouverneur Bauer an die Eltern Kispest, Miskolc, Pozsony und Ujpest gleichfalls Massendemon- der dortigen Schüler einen Utas erlassen, in dem es heißt: Wenn ein Schüler sich auch nur des fleinsten Ungehorsams gegenüber strationen statt. seinem Lehrer schuldig mache, werde er famt feinen Eltern als politische Verbrecher aus Batum verwiesen werden! Amerika. frankreich. Servé. An dritter Stelle steht Alle Versammlungen bewiesen, daß Ungarns Proletariat Die parlamentarische Behandlung der Wahlrechtsvorlage in nicht gewillt ist, fich feiner Rechte widerstandslos entäußern Seffen ist gegenwärtig zu einem unwürdigen Sandeln zu lassen. In allen Versammlungen erweckte der Gedanke der Die Bereinigten Staaten als zweite Seemacht. Nach einer und Schachern zwischen den beiden Gesetzgebungs- Ausschüssen Broklamierung des politischen Massenstreits für den Fall der der Ersten und Zweiten Kammer geworden. Die Vorlage enthält Einreichung des Pluralwahlrechts stürmische Begeisterung, foeben herausgegebenen Aufstellung der Senatstommission für bekanntlich gegenüber ihren beiden Vorgängerinnen so weitgehende und man darf wohl sagen, falls die Regierung Ernst macht, Marineangelegenheiten werden die Vereinigten Staaten als SeeZugeständnisse an die Erste Kammer, daß fie dadurch von um auf feiger Weise Ungarns Bölkern ihre Rechte zu rauben, macht nur von England übertroffen. vornherein für die Zweite Kammer unannehmbar ist. So so dürfte es zu blutigen Kämpfen fommen. Die Koalition rantreich, an bierter Deutschland, an fünfter Japan. soll der Artikel 67 der Verfassung, der der Ersten Kammer nur das ist also auf dem Wege, Ungarn mit der Einreichung dieses Was die Erhaltung der verfchiedenen Schiffe pro Jahr foftet, zeigt folgende Aufstellung: Ein großes amerikanisches Kriegsschiff Recht gibt, entweber das Budget im ganzen anzunehmen oder ab- Gesezentivurfs in eine schwere politische und wirtschaftliche 686 500 Dollar, ein gepangerter Streuzer 755 000 Dollar, ein gezulehnen, nicht aber einzelne Stapitel zu beanstanden, Striefe zu stürzen. schützter Kreuzer 583 000 Dollar, ein Kanonenboot 115 000 Dollar, dahin abgeändert werden, daß der Ersten Kammer nunmehr ein Torpedobootzerstörer 77 000 Dollar, ein Torpedoboot 51 500 Dollar, ein Unterseeboot 26 450 Dollar. auch letteres Recht gewährt werde. Ferner, und das ist noch bedeutend einschneidender, sieht die Regierungsvorlage eine Aenderung des Artikels 75 vor, wodurch die Durchzählung" beseitigt wird. Wenn bisher nämlich auf einem Landtag ein Geschentwurf von der einen Kammer angenommen, von der anderen hingegen abgelehnt wurde, so konnte bei Wiedereinbringung der Vorlage auf dem nächsten Landtage eine Durchzählung der Stimmen für und gegen in beiden Kammern vorgenommen und so die Entfcheidung herbeigeführt werden. Da die Zweite Kammer aus 50, die Erste hingegen aus höchstens 34 Mitgliedern besteht, so lag auf der Hand, daß die Herren" nicht in der Lage waren, ihren Willen durchzusehen. Auch hier zeigt sich die Regierung entgegen tommend", indem sie bei Durchzählungen eine 8 weidrittel. mehrheit borsieht, mithin den hohen und erlauchten Herren" die Möglichkeit verleihend, je de ihnen unangenehme gejetzgeberische Maßnahme zu verhindern. Paris, 22. Januar.( W. T. B.) Der Disziplinarrat der hiesigen Advokatenkammer hat beschlossen, den Antimilitariſten Gustav Hervé, welcher fürzlich wegen einer in seinem Blatte La guerre sociale" begangenen Beleidigung der Armee zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde, von der Advokatenliste zu streichen. Ein biederer Ehrenrat! An Marinesoldaten haben die Vereinigten Staaten die geringste Bahr unter den fünf genannten Mächten: im Jahre 1907 waren auf den amerikanischen Schiffen 38 500 Mann inklusive Offiziere. Die Schiffe Großbritanniens haben einen Tonnengehalt von 1821 610, die der Vereinigten Staaten 771 758, die von Frankreich 836 112, die von Deutschland 680 782, die von Japan 451 820. Frankreich besikt die meisten Schiffe, nämlich) 508, darunter aber 271 Torpedoboote und 99 Unterseeboote, während England unter feinen 454 Schiffen„ mur" 71 Torpedoboote und 48 Unterseeboote zählt. Die Vereinigten Staaten haben 168 Schiffe, darunter 82 Torpedoboote und 19 Unterseeboote. Deutschland hat 210 Schiffe, Japan 194. An großen Striegsfchiffen haben: Großbritannien 56 mit 821 390 Tonnen Vereinigte Staaten Frankreich Deutschland Japan. 2223 29 406 140 " 27 368 461 " " 28 " 13 858 461 191 498 " " Aus der Partei. Diogenes' Gastspiel in der Misttonne. Aus Paris wird uns geschrieben: Der" Matin", dem die böse Humanité" durch ihre Ent. hüllungen so schweren moralischen und was den Edlen noch bitterer ist- materiellen Schaden zugefügt hat, kennt jetzt feine größere Wonne, als irgend einen Sozialisten", sei er so unbeträchtlich wie immer, gegen die geeinigte Partei auszuspielen. Kürzlich hat ihm der Direktor der" Revue Socialiste", der pofftbilistische" Professor Fournières, diese Genugtuung geboten. Neben dieser Kompetenzerweiterung der Ersten Rammer Man pflegt diesem Mann, dem seine unermeßliche Langweiligkeit laufen noch eine Anzahl, Kautelen" her, wie dreijährige den Ruf der Gründlichkeit und dieser Ruf wieder, verbunden mit Ansässigkeit, die Bedingung, mit der staatlichen und kommunalen einer sanften Gemütsart, die den Anstoß nach oben vermeidet, Steuer nicht im Rückstand zu sein- die sich natürlich vorwiegend eine angenehme Lehrstelle an der volytechnischen Schule verschafft gegen die Arbeiter richten. hat, die Benefizien einer unbegrenzten Gutmütigkeit zuzubilligen. Wie schon angeführt, hat nun der Wahlausschuß der Zweiten Aber man möchte doch zweifelhaft werden, ob der Professor in das Die gestrige Versammlung des Nationalrats der geeinigten Rammer unter dem Vorsitz des Zentrumsabgeordneten v. Bren- Haus des Matin" wirklich mit der Harmlosigkeit des Harttano, dem die Vorlage vor reichlich einem halben Jahr über- lebenschen Paftors eingetreten ist, wenn man seine polemischen Partei( wir haben über das Ergebnis bereits tura berichtet. Red. Mittel näher betrachtet. Fournières behauptet u. a., daß die d.„ Vort.") hat sich hauptsächlich mit einem Antrage beschäftigt, der wiesen worden ist, anstatt alsbald der Kammer Bericht zu erstattet, französischen Sozialisten in Stuttgart die deutschen zur stärkeren den Ausschluß des Deputierten Breton forderte, weil sich mit dem Gesetzgebungsausschuß der Ersten Kammer in eine Betonung ihres Antimilitarismus aufgefordert, diese aber mit dieser dem Einigungspakt und den wiederholten Kongreßbeschlüssen unwürdige Feilscherei eingelassen. Bislang geschah dieser ber Ausschließung Friedebergs geantwortet hätten! entgegen für das Budget gestimmt hatte. Breton, der Handel unter dem strengsten Ausschluß der Oeffentlich. Da sich die wissenschaftlichen" Leistungen Fournières im Hamster- auch seither wiederholt gegen die Taktik der Partei mit gesuchter teit! An fich ist es darum sehr verdienstvoll, daß einige Mit- fleiß der Materialsammlung" präsentieren, so ist ein Irrtum Auffälligkeit demonftriert hat, fand keinen Verteidiger. Seine eigene Ausschlußverfahren gegen einen Budgetbewilliger. Paris, 20. Januar.( Eig. Ber.) Föderation(Eher) hat ihm einen Tadel ausgesprochen, doch wendete sich gestern ihr Sprecher gegen den Ausschluß, da dieser die Spaltung der aufblühenden Organisation herbeiführen könnte und verlangte die Ueber- Weisung der Angelegenheit an den Parteitag. Genosse Bracke sprach für den Ausschluß, da Breton nicht nur durch seine Abstimmung, sondern auch durch die ihr vorausgeschickte Rede gegen die Partei manifestiert habe. Angesichts einer solchen Verfehlung gegen die übernommenen Parteipflichten dürfe man keine OpportunitätSgründe gelten lassen. Breton versuchte sich mit den bekannten Argumenten zu recht- fertigen, aber mit wenig Glück, da es sich nicht um die theoretische Frage handelte, wie sich die sozialistische Partei gegenüber dem Budget des bürgerlichen Staates zu verhalten hat. sondern um das unleug- bare Faktum des Disziplinbruches. Breton wußte auf diese Anklage nur mit der Behauptung zu.erwidern, daß er bei seinen Eintritt in die geeinigte Partei„olle nötigen Vorbehalte" ge- macht habe.— Varenne, der wohl nicht fürs Budget gestimmt, aber sich der Abstimmung enthalten hat, wiederholte BretonS Argumente über die parlamentarische Taktik. Er behauptete unter anderen,, daß es am besten wäre, die Partei feierlich aufzulösen, wenn man die positive parlamentarische Arbeit sdarunter versteht er die Blockpolitik) geringschätze! I a u r s s legte dar, daß zwischen der von den Sozialisten an- gestrebten Verbesserung deS Budgets und der Verwerfung des Budgets in seiner Gesamtheit kein Widerspruch bestehe. Es könne wohl ein Augenblick eintreten, wo sich die Fraktion verpflichtet sähe— mit 8 uft im mun g der Partei, die dann sicher nicht ausbleiben werde, für das Budget zu stimmen, z. B. bei einer Steuerreform, wenn die sozialistischen Stimmen zu ihrer Durchsetzung not- wendig seien. Die Haltung der Breton und Genossen sei darum unbegreiflich. Die Partei bedeute nicht nur eine Gesamtheit von Formeln, sondern auch eine freiwillig angenommene Disziplin. Aber man möge nicht strenger sein als die anderen Zweige der Internationale. Er, Jaurss, sei bereit, für die Ausschließung Bretons zu stimmen, wenn man ihm nachweise. daß die deutsche Sozialdemokratie die Budget- bewilliger in den Landtagen ausgeschlossen habe. Der Stuttgarter Kongreß habe unter dem Schutze einer sozialdemokratischen Budgetbewilligung getagt. Der Nationalrat möge also nur das Tadelsvotum der Föderation Eher zur Kenntnis nehmen und bestätigen. Nachdem noch u. a. Hcrvä für den Tadel, aber gegen den Aus- schluß gesprochen hatte, weil die Budgetbewilligung„eine Frage 3S. Ordnung" sei, wurde mit 77 gegen 44 Stimmen bei 3 Ent« Haltungen eine von Renaudel(Seine-Föderation) beantragte Resolution angenommen, die vom Parteitag in Toulouse die A�u s s ch l i e ß u n g BretonS verlangt, da sich dieser„durch seine allzu unabhängige Haltung und durch seine Bemühungen um eine Annäherung an die Bourgcoisparteien in der Kammer und zum Schluß durch seine Budgetbewilligung in andauernder Weise in Widerspruch mit den Statute» und mit der Politik der Partei gesetzt" habe. Von den übrigen Verhandlungen sei noch mitgeteilt: Im ver- gangencn Jahre sind 63 000 Mitgliedskarten der Partei gelöst, sechs neue Föderationen gegründet worden.— Die Deputierten D e V s z e. Fournier und P a st r e, die die Zahlung der Deputiertensteuer verweigert haben, sind aus der Partei ausgeschlossen, den Deputierten C a d e n e t und S e l l e, die auf die bisherigen Mahnungen nicht reagiert haben, wurde ein letzter Termin gewährt. Der Nationalrat beschloß mit Akklamation eine Solidaritä tS- kundgebung für die in denWahlrechtSkamf ein- gZctretene preußische Sozialdemokratie. Fern tritt von der Redaktion des„Avant!" zurück. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Rom, 22. Januar. Der„Avant!" veröffentlicht einen Brief F e r r i s an den Parteivorstand, worin Ferri erklärt, die Chefredaktion des „Avanti" niederzulegen, um eine VortragSreise nach Südamerika zu unternehmen. Ferri bittet den Vorstand, ihm einen Nachfolger zu bestimmen. Dieser Rücktritt auZ Privatgründen befremdet, da Ferri sein Mandat vom Parteitag erhielt, also eigentlich allein der Parteitag für die Ernennung des Nachfolgers zuständig wäre. Das Agrarprogramm der sozialdemokratischen Partei Ungar»?. Die Leitung der ungarischen Sozialdemokratie hat im Herbst borigen Jahres eine Kommission mit der Ausarbeitung eines zeit- gemäßen AgrarprogrammS betraut. Der auf den neuesten Forschungs- ergebnissci, in der Agrarfrage begründete Entlourf liegt nun fertig vor und wird der Partei zur Diskussion unterbreitet. Das Programm zerfällt in einen prinzipiellen Teil, dem sich die U e b e r- gangSforderungen anschließen. Der prinzipielle Teil beginnt: „Die sozialdemokratische Partei Ungarns erklärt, unerschütterlich festzuhalten an der in ihrem Programm ausführlich begründeten Ueberzeuguug, wonach die heutige Gesellschaftsordnung abgelöst werden muß von der sozialistischen Gesellschaft, deren Grundlage die Ueberführung der Produktionsmittel ins Eigentum der Gesamtheit ist. Die Partei erachtet sonach die Aufhebung des Privateigentums an Grund und Boden als ihr Endziel." Dann heißt cS weiter, daß die Entwickelungsgesetze der Land- Wirtschaft nicht vollkommen identisch seien mit denen der Industrie. Die Partei ergänzt deswegen mit diesem Agrarprogramm ihr all- gemeines Programm und wünscht, der Richtung jener Eutwickelung sich anzupassen, die für den landwirtschaftlichen Betrieb in Ungarn demnächst zu erwarten ist. Bezüglich der Eigentums- und Betriebsfrage wird die Expropriation jeder Art von Grundbesitz für die Gesamtheit gefordert; hierzu gehören die Forsten, Wasserstraßen, Bergwerke, sowie die Verkehrs- mittel, Straßen, Eisenbahnen. Kanäle usw. Für die Gemeinden wird das Vorkaufsrecht gefordert, in allen Fällen, wo der Grund und Boden seinen Besitzer wechselt. Der auf diese Weise geschaffene Ge- mciubesitz soll im Wege langfristiger, individueller oder genossen- schaftlicher Pachtungen abgegeben werden. Der nächste Abschnitt vereinigt die Forderungen bezüglich des Arbeiterschutzes auf dem Lande. Darunter befindet sich die Forderung auf unbeschränktes Streikrecht, Verbot der Beschäftigung schulpflichtiger Kinder unter 14 Jahren, auch in der eigenen Wirt- scliast. Die tägliche Arbeitszeit jugeudlicher Arbeiter von 14 bis 13 Jahren darf höchstens acht Stunden, die der erwachsenen Lohn- arbeiter nur ausnahmsweise, während der Ernte, mehr als zehn Stunden betragen. Ferner wird eine Sonntagsruhe für alle länd- lichen Arbeiter und das Gesinde, event. ein freier Tag in der Woche gefordert. Die übrigen Bestimmungen beziehen sich auf die Kranken-. Unfall-, Jnvaliditäts- und Altersversicherung der landwirtschaftlichen Arbeiter. Der letzte Abschnitt stellt die Grundsätze auf, nach denen die Hebung der landwirtschaftlichen Produktion anzustreben ist. Es ivicd da im Sinne des allgemeinen Programms der sozialdemokrati- schen Partei die Forderung nach Aufhebung sämtlicher Konsumsteuern aufgestellt, z. B. die Beseitigung der Zucker- und Fleischsteuer. In den trockenen Gegenden soll durch die Gemeinde und Bezirks- genossenschaften eine großzügige Bodenverbesserung durch einheitlich geplante Kanalisationen zu Berieselungszwecken ausgeführt werden. Ferner wird eine systematische Forstwirtschaft, der Ausbau des Eisen« bahnnetzeS. Erleichterung des Transportes für Lebensmittel, sowie die Abschaffung aller aus dem Mittelalter stammenden Vorrechte des Großgrundbesitzes und die Ueberweisuug deA Fischerei- und Jagd- rechtes an die Gemeinden gefordert. Das sind die wesentlichsten Punkte des Programmentwurfs, der nunmehr zur Diskussion steht und wahrscheinlich von der Partei in der Hauptsache angenommen werden dürfte. Für unsere ungarische Bruderpartei war die Schaffung eines solchen AgrarprogrammS von besonderer Wichtigkeit, da� in Ungarn die Landwirtschaft die Industrie noch immer bei weitem überragt. Der größere Teil der ungarischen Bevölkerung findet in der Landwirtschaft seinen Unterhalt, und es Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: ist notwendig, diesen möglichst für den Sozialismus zu gewinnen. Die Latifundienwirtschaft erzeugt ein zahlreiches bäuerliches Proletariat, das den Ideen des Sozialismus leicht zugänglich ist. poUreUiebes» Ccrichttiches ulw. Aufgehobener„Grober Unfug". DaS Schöffengericht zu Brandenburg a. H. hatte am 23. November v. I. den Genossen P e r n e r von der„Branden- bürg er Ztg." zu 20 M. Geldstrafe verurteilt, weil er durch Ver- öffenilichung eines Beschlusses der Arbeitervereine von Neue Schleuse bei Rathenow den„Groben U»fugs"-Paragraphen des Strafgesetz- buchcs übertreten haben sollte. Der gemeinsame Beschluß der Arbeiter- vereine lautete nämlich dahin, daß das Lokal„Herrenkrug" infolge der Weigerung des Wirtes, seinen Saal für sozialdemokratische Ver- sammlungen herzugeben, als gesperrt zu betrachten und von allen organisierten Arbeitern Rathenows und der Umgegend streng zu meiden sei. Darin erblickte das Brandenburger Schöffengericht eine st rasbare Beunruhigung des Publikums, denn— so führte eS in der Begründung des Urteils aus— das Reichs- g e r i ch t habe entschieden, daß es grober Unfug sei, wenn Personen sich vor einem Lokal aufstellten und das Publikum vom Besuch ab- zu halten suchten. Da ferner das Reichsgericht erkannt habe, daß grober Unfug auch durch die Presse begangen werden könne, so sei es gleichermaßen zu bestrafen, wenn der Versuch, das Publikum vom Besuch eines bestimmten Lokals abzuhalten, in einer Zeitung unter- nommen werde. Das Verlangen deS Angeklagten, ihm doch Zeugen vorzuführen, die sich durch den Artikel beunruhigt gefühlt hätten, sei nicht berechtigt; es genüge, daß jemand, der die Zeitung las, den Eindruck gewinnen mußte: So, nun ist dem Manne der Verkehr abgesperrt! Das Gericht habe die Ueberzeugung, daß dieser Ein- druck durch die öffentliche Bekanntgabe des Beschluises beim Publikum entstanden ist. Wenn der Angeklagte einwende, daß der Artikel sich nur an die organisierte Arbeiterschaft gewendet habe, deren Interessen gerade durch den Artikel gewahrt würden, so stehe dem entgegen, daß die Zeitung einem unbegrenzten Personcnkreis zugänglich sei. Der Hinweis auf den straflos geübten Militärboykott sei ebenfalls hinfällig, weil dieser Beschluß nicht öffentlich bekanntgemacht werde.(!) Gegen dieses Urteil wurde selbstverständlich Berufung ein- gelegt und in der am 21. d. M. vor der Strafkammer zu Branden- bürg stattgefundenen Verhandlung auch die Freisprechung des Angeklagten erzielt. Der Gerichtsvorsitzende, Landgerichtsrat K a s ch e l. versuchte zwar zunächst, eine Drohung gegen andere Wirte, die auch keine sozialdemokratischen Versammlungen bei sich dulden, aus dem Artikel herauszulesen; als das mißlang und der Angeklagte ihm vorhielt, der Boykott sei hier nichts anderes als ein Akt der Notwehr aufzufassen, verstieg er sich sogar zu der Be- merkung:„Na, da mögen doch die Arbeiter sich selber einen Saal bauen." Der Verteidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine, verstand es aber dann, durch überzeugende juristiiche Darlegungen der Mehrheit des NichterkollegiumS eine beffere Meinung bei�u- bringen. Er wies zunächst nach, daß der Vorderrichter sich seme „Definition" des„Groben Unfugs" mit Hülfe eines singu- lären Reichsgerichtsurteils doch gar zu leicht gemacht habe, führte demgegenüber die konstante Rechtsprechung deS Reichsgerichts ins Feld und ging schließlich über zu einer glänzenden Recht- ferligung des Boykotts, der als eine Anstandspflicht nicht bloß in Arbeiterkreisen, sondern in der ganzen gebildeten Ge- sellschaft ausgeübt werde. ES sei einfach ein Gebot der guten Sitte, dort nicht wieder hineinzugehen, wo man einmal heraus- gewiesen sei. Selbst wenn eine Drohung gegen die saalverweigernden Wirte in dem Artikel enthalten sei, würde das— sofern die Form nicht ungebührlich ist— nicht strafbar sein, denn zum Begriff des groben Unfugs gehört, daß Gefühle, die allgemein als gerecht und sittlich entPfunden werden, verletzt sind. Das Verhalten eines Wirtes, der einen Teil seiner bisherigen Gäste wegen ihrer politischen Gesinnung ausweist, sei weder sittlich noch gerecht und verdiene den Schutz des Gesetzes nicht. Der Gerichtshof kam zu diesem Erkenntnis: Das Urteil der ersten Instanz ist a u f z u h e b e n, der Angeklagte ist freizusprechen und die Kosten sind der Staatskaffe aufzuerlegen. Der Nachweis, daß die für den Begriff des groben Unfugs erforderliche unmittel- bare Beunruhigung des Publikums durch den Artikel hervorgerufen ist, sei nicht erbracht._ GewcrkfcbaftUcbce. Berlin und Umgegend* Achtung, Rohrleger und Helfer! D!a die Firma Nolte in Wilmersdorf den Tarif der Rohrleger noch nicht anerkannt hat, auch keinen der streikenden Kollegen wieder einstellt, so ersuchen wir die Kollegen, diesen Be- trieb zu meiden und etwage Arbeitsangebote von dieser Firma zurück zu weisen. Die Kollegen ersuchen wir. auf diese Bekanntmachung die Berliner Rohrleger und Helfer ganz besonders aufmerksam zu machen, da in der„Volkszcitung" sowohl, wie in einer anderen Zeitung die Aufhebung der Sperre über die Firma Nolte veröffent- licht wurde. Deutscher Metallarbeitervcrband. Ortsverwaltung Berlin. Die Auflösung des Ortövereins der Maurer. In einer Generalversammlung der Freien Vereinigung der Maurer, die am Dienstagabend bei Boeker in der Weberstraße stattfand, erstatteten die Delegierten von der Maurerkonferenz ihren Bericht. Der Inhalt ist den ,.Vorwärts"lesern durch die Ver- öffentlichungen über den Verlauf der Konferenz bekannt. Der Delegierte M e h n besprach hauvtsächlich den geschäftlichen Teil, während der Delegierte Dietrich die Einigungsfrage auf der Konferenz und die Verhandlungen darüber eingehend erörterte. Er tritt am Schlüsse seines Berichts für die Einigung mit dem Zentralverbande ein. Eine lebhafte Diskussion entspann sich dar- auf, denn auf der Tagesordnung stand weiter die Beschlußfassung über die A u f l ö s u n g des O r t s v e r e i n s Berlin. Da eine starke Beteiligung an der Diskussion vorauszusehen war, ent- schieb die Versammlung, daß die Redezeit auf 20 Minuten be- schränkt werden sollte. Heftige Angriffe wurden gegen die Leiter der Freien Vereinigung' der Maurer gerichtet, von diesen aber sehr energisch zurückgewiesen. Sie fragten nach den Gründen, loelche die Opposition gegen die Einigung habe und erklärten, daß sie nichts anderes hörten, als allgemeine Vorwürfe, allerlei Be- sürchtungcn und unberechtigtes Mißtrauen, während die Verhält- nisse im Gewerbe die Einigung unter den Arbeitnehmern ge- b i e t e r i s ch fordern. In den..Abendsprachen" ist die An- gelegcnheit einer gründlichen Besprechung unterzogen und nur 67 Mitglieder hatten sich dagegen erklärt.— Der Vorstand legte der Generalversammlung den folgenden Antrag vor: Die am 21. Januar 1303 tagende Generalversammlung der Freien Vereinigung der Maurer, Ortsvercin Berlin, erklärt sich mit dem auf der 10. Konferenz der Maurer Deutschlands ge- faßten Beschlüsse bezüglich der Verschmelzung der Freien Ver- cinigung der Maurer Deutschlands mit dem Zcntralverband der Maurer einverstanden. In Konsequenz dessen erklärt diese Ge- neralvcrsammlung den Ortsverein Berlin mit dem Tage für auf- gelöst, an dem der Vorstand den Geschäftsbericht und Kassen- bericht gegeben hat. Die Festsetzung und Bekanntmachung dieser Versammlung ist dem Vorstand überlassen.— Des weiteren ist der Vorstand gehalten, alle bis zum Tage des endgültigen Ucber- tritts notwendigen Geschäfte zu führen, sowie alle mit dem hiesigen Zweigvereinsvorstand bezüglich der Vereinigung zu er- lcdigcnde Formalitäten zu regeln. Die Versammelten appellieren ferner an alle nicht anwesenden Mitglieder des Ortsvercins, diesem Beschluß Rechnung zu tragen und in der neuen Organi- sation cinmütiglich und geschlossen für unsere Ideen zu wirken. Der Antrag wurde mit mehr als der erforderlichen Zwei- drittelmajorität angenommen.— Als Delegierte zum Kongreß, ThsGlocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr.u.Versägsanstalt mit der Weisung, für die Einigung einzutreten, wurden noch g?« wählt: Dietrich. Gensmer und Stroschein. VeurleKes Reich. Die Situation im Baugewerbe verschärft sich! Eine von zirka 1000 Mitgliedern des Maurerverbandes besuchte Versammlung in Dresden lehnte den von den Bauunternehmern der Gehülfenschaft offerierten Tarifcntwurf als unannehmbar ein- mutig ab; sie wollen es lieber auf einen Kampf ankommen lassen, als sich den wesentlich verschlechtereten Bedingungen eines solchen Tarifs zu unterwerfen. Bekanntlich läuft der Tarif am 1. April d. I. ab. Es haben auch Verhandlungen mit den Unternehmern über den Lldschluß eines neuen Tarifs stattgefunden. Aber die Bedingungen der Unternehmer waren einfach unannehmbar. Alle von der Gchülfcn- kommission beantragten Abänderungen und Verbesserungen wurden glatt abgelehnt. Die Unternehmer wollen offenbar den Konflikt. Sie lehnten rundweg eine Lohnerhöhung ab; wollen im Gegenteil die Löhne verschlechtern, indem sie den Passus verlangen, daß der vereinbarte bisherige Lohn nur„tüchtigen Arbeitern" be- zahlt wird. Die Arbeiter wären also völlig der Willkür der Unter- nehmer preisgegeben. Feiner soll jegliche„Agitation auf den Bauten" verboten sein. Man weiß ja, was dahinter steckt. Geradezu skandalös ist aber folgende Bestimanung:„Der Tarif gilt vom 1. April 1908 bis 31. März 1310, kann aber auch früher vom Arbeitgeberbund aufgehoben werden." Damit ist natürlich die Gehülfenschaft in die Hände der Unternehmer gegeben. Eine solche Bestimmung schlägt jeder Vereinbarung, jeder Tarifgemein- schast direkt ins Gesicht. Trotz dieser unerhörten Provokation sind die Verhandlungen von der Lohnkommisston der GeHülsen noch nicht abgebrochen worden. Man nimmt an, daß die Unternehmer noch zur Vernunft kommen. Allerdings unter den von den Unternehmern propo- nierten, einfach für jeden organisierten Arbeiter unannehmbaren Bedingungen wird kein Vertrag abgeschlossen. Sollten die Unter- nchmer darauf beharren, dann kommt es zum Kampf. Die Ar- heiter sind gut organisiert. Die wenigen gewohnheitsmäßigen Ar- beitswilligen können doch nur auf wenigen Stellen den Rausreißer machen. Die Unternehmer werden sichs also wohl noch überlegen, ehe sie in so frivoler Weise einen Kamps provozieren, bei dem sie nichts gewinnen, aber viel verlieren können. Schneiderbewegung. Eine Schneiderversammlung in Bam. berg, der nahezu alle in Betracht kommenden Arbeiter anwohnten, entschied sich einstimmig für die Durchführung einer Tarifbewcgung im kommenden Frühjahr._ DaS schlechte Gewissen. Die christlichen Arbeitersekretäre, die als Arbeitervertreter in den bayerischen Landtag gewählt wurden, aber in der Frage der Lohnaufbesserung der Eisenbahner eine so jämmerliche Rolle spielen, sind um ihre Gefolgschaft sehr besorgt, da sich die Ueber- tritte aus dem christlichen Lager in den Süddeutschen Eisenbahner- verband häufen. Sie halten unter den rebellisch gewordenen Eisenbahnern Versammlungen ab, um sie zu beruhigen und der Massenflucht vorzubeugen. Dabei schließen sie aber die Mitglieder des letztgenannten Verbandes, wie es dieser Tage wieder in Würzburg geschah, ausdrücklich von der Teilnahme an ihren Ver- sammlungen aus. Sie fürchten, daß man ihnen ihre Sünden vor- halten und den christlichen Eisenbahnern, die zum großen Teile über die politischen Vorgänge in entsprechender Zubereitung nur aus der Zentrumspresse unterrichtet werden, über die wahre Natur ihrer„Vertreter" ein Licht aufstecken könnten. Die Aus« llärung dringt aber mächtig durch. Versammlungen. Die Zahlstelle Berlin de» Buchbinberverbanbe» hielt dm 16. Januar im GewerkschastShauS eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der über die Revidierung des Ortsstatuts be- raten und beschlossen wurde. Die wichtigste Veränderung gegen- über dem alten Ortsstatut ist, daß den verschiedenen Branchen eine ihrer Mitgliederzahl entsprechend starke Vertretung in der Ortsverwaltung gesichert wird. Zu diesem Zweck wird auch die Zahl der Beisitzer erhöht, und zwar von 8 auf 14. Die Beisitzer werden in den Branchenversammlungen gewählt. Tie Buch- bindereibranche hat 4, die Luxuspapierbranche 3, die Karton- branche 2 Beisitzer, und die Album-, die Etuis-, die Galanteric-, die Goldschnitt- und die Kontobuchbranche haben je einen Beisitzer zu wählen. Der erste Vorsitzende wird alljährlich im Januar durch Urabstimmung gewählt. Ucber diesen Punkt ist es bei der Vor- beratung des neuen Ortsstatuts zu Differenzen mit den Ver. tretern des Verbandsvorstandes gekommen, der, nachdem der letzte Verbandstag beschlossen hat, die Ortsbeamten auf den Verband zu übernehmen, das Recht für sich in Anspruch nimmt, wie die beiden besoldeten Kassierer, so auch den ersten Ortsbevollmächtigten für Berlin zu wählen. Die Generalversammlung war jedoch, in Uebereinstimmung mit den Vertretern der Zahlstelle anderer An- sicht und nahm jenen Passus in der vorgeschlagenen Form an. Außerdem wurde eine Resolution angenommen, in der gegen die Auffassung des Berbandsvorstandes protestiert wird. Das ganze Ortsstatut wurde dann mit geringen Abänderungen Von der Ge- ncralversammlung gutgeheißen. D.er Ortsverwaltung stellte die Versammlung 2500 M. zur Ver. fügung. um für zweckmäßige Einrichtung �des Bureaus der Zahl- stelle zu sorgen, das am 1. April nach dem neuen Gebäude des GewerkschastshauseS verlegt wird. Letzte jVacbricbtcn und Depelcben, Wahlrechtsdcmonftratio». Braunschweig, 22. Januar.(B. H.) Große Straßendemon» strationcn veranstaltete die Arbeiterschaft Braunschweigs. Als be» kannt wurde, daß in der heute vom Herzog-Regenten verlesenen Thronrede das Wahlrecht nicht bedacht wurde, beschloß man in den großen Fabriken, nach Schluß der Arbeitszeit vor das Schloß des Herzog-Regenten zu ziehen. Dies war um so leichter möglich, als sich allein von der Mühlenbauanstalt von Amme, Giesecke und Genossen ein Zug von 2000 Arbeitern in Bewegung sehte. Dieser Zug hat zur Folge gehabt, daß eine Unmenge anderer Arbeiter sich demselben anschloß und gemeinschaftlich vor das Schloß des Re- genten zog, Lieder sang und Hochs auf das allgemeine, direkte und geheime Wahlrecht ausbrachte. Nach diesen Kundgebungen zog die Arbeiterschaft vor das Landtagsgebäude, wo gerade eine Kommission tagte. Von hier aus setzte sich der Zug nach allen Gegenden der Stadt in Bewegung, überall singend und Hochs auf das allgemeine. direkte und geheime Wahlrecht ausbringend. Der Stein und der Bohlweg zeigte gegen Vrf Uhr abends vielleicht ein noch nie da- gewesenes Bild, denn diese Hauptverkehrsadern waren polizeilich abgesperrt und war auch nicht eine Person auf de» große», breite» Straßen zu erblicken. Ei« Seelsorger! Lübeck. 22. Januar.(B. H.) Der Pastor Jack von Neu-Kirchen ist mit setner Frau unter Hinterlassung von enormen Schulden flüchtig. Man glaubt, daß sich derselbe in Amerika befindet. Ter Plcitegeier. Frankfurt a. M., 22. Januar.(W T B) Nach einer Mck» dung der„Frankfurter Zeitung" aus New Bork hat die TradcrS Mcchanics Bank in Pittsburg ihre Zahlungen eingestellt.. ßaulSingeröcCo., Berlin LW. Hierzu 3 Beilagen«. Nnicrhaltungsblatt jm.,. 25. 1. Ktilllgt des Lomörls" Serlißer Noldsbllltt. s«-.-i«g.zz.IM«.M. Keickstag. 86. Sitzung Vom Mittwoch, den 22. Januar ISVS, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Fürst v. Bülow. b. Bethmann-� Hollweg. v. Schön. Auf der Tagesordnung steht zuerst die Interpellation Wbrecht und Genossenv o r t e n. Daher bitte ich den Präsidenten, die Fort- setz ii ng der heutigen Beratung morgen als ersten Gegen- stand aufdieTagesordnung zusetzen. Ich hoffe um so mehr, daß er dem Vorschlage beitreten wird, als in der letzten Zeit mehrfach die Beratung über Interpellationen, die von anderen Par- teien eingebracht waren, über mehr als einen Tag auögedehnt.wurden. Ich glaube nicht, daß der Präsident die Absicht hat, einen Unterschied in der Behandlung der einzelnen Parteien eintreten zu lassen. Präsident: Ich stelle diesen Antrag zur Ab- st i ui»» u n g. Für den Antrag erheben fich außer den Sozialdemo- kraten, Zentrum und Pole« nur die K freisinnigen Ab- geordneten Neu mann- Hofer, Gothein, Pott- hoff» Dohrn- Stettin, M a n z und W i e l a n d. Ter Antrag ist abgelehnt, es bleibt bei der vom Präsidenten vorgeschlagenen Tagesordnung. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr. Schluß 6»/« Uhr._ Mlitsrliche flutomoHMvenflon. (Budgetkommissionssitzung vom 22. Januar.) Die Beratung beginnt mit der nachträglich der Kommission über- wiesenen Anforderung von 1 830 7öl ,M. in Tit. 18, Kap. 3S. Die Summe soll Verwendung finden zu„Beschaffungen, An- lagen und Versuchen auf verkehrstechnischem Ge- biete". ES werden in diesem Jahre 1118 751 M. mehr an- gefordert als bisher. Diese sehr erhebliche Mehrausgabe soll hauptsächlich die stärkere Verwendung von Kraft- wagen ermöglichen. Referent und Korreferent ersuchen die Militärverwaltung um Aufklärung über ihre Absichten und Ziele.— General Sixt v. Armin teilt mit, daß 800 M. verwendet werden sollen zur Begleichung von Sulivciitionc» an Automobilbcsitzcr! Die Militärverwaltung müsse sich als Automobile besonders die Lastautomobile nutzbar machen. Einen eigenen Wagenpark möchte sie sich nicht zulegen, deshalb sei geplant, um brauchbare Automobile im Lande zu erlangen, Subventionen air Automobilbesitzer zu gewähren, wenn dieselben geivisse Verpflichtungen übernehmen. Der Versuch, auf diese Weise einen brauchbaren Wagenpark im Lande zu bekommen, soll fortgesetzt werden, die Summe von 800 000 M. würde vorerst jährlich gebraucht, vielleicht werde man sie auf eine Million erhöhen müssen I Im Ernstfalle erstrecke sich das Requisitionsrecht, dem gegenwärtig die Landwirtschaft unterliegt, ohne weiteres auf die Automobile, aber es müsse dafür gesorgt werden, daß brauchbare Fahrzeuge ge- baut und gehalten würden. Graf O r i o l a ist mit der Forderung einverstanden, nur wünscht er, daß die Forderung als e r st e R a t e bezeichnet werde. Er möchte den Ersatz der Klein- und Nebenbahnen durch Automobile durchgeführt sehen und gibt zur Erwägung, die Mittel etwa aus dem Fonds fiir Feldeisenbahnen zu nehmen.— General v. Armin wiederholt, daß die Ausgabe sich mehrere Jahre wiederholen werde. Der Fonds für Feldeisenbahnen laste sich nicht verwenden.— Genosse Dr. S ü d e k u m hat große prinzipielle Bedenken gegen die Forderung. Die Subvention der Automobile bricht vollständig mit dem Prinzip, wie es bei der Dampfersubvention gilt; dort hat man eine dauernde G e g e n l e i st u n g zur Bedingung gemacht, die fehlt hier. Wenn an Stelle projektierter Kleinbahnen ein regelmäßiger Automobil- verkehr treten sollte und hierzu eine Subvention gewährt werde, sei die Sache etwas anderes, aber ohne bestimmtere Grundlagen könne man dieser Forderung nicht zustimmen. Erzberger pflichtet Südekum bei; er hat weiter budgetrechtliche Bedenken, lvenn die Militärverwaltung Verträge ohne Zustimmung des Reichstags eingeht. Der Kriegsmini st er verweist darauf, daß die Militärbehörde schon jetzt Verträge abschließt, die nicht ausdrücklich vom Reichstag genehmigt sind I Die Forderung müsse ans etwa 5—6 Jahre bewilligt werden— ein ein- jähriger Versuch nütze nichts. Weiter teilt der Kriegsminister mit, in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen Subvention gezahlt werden soll. Die von Südekum vermißte Gegen- l e i st u n g liege in der Erhaltung der Brauchbarkeit der Fahrzeuge. Frhr. v. NichtHofen ist ohne weiteres mit der Forderung einverstanden. Unterstaatssekretär Twele verteidigt die Forde rung und rechtfertigt die Einstelliing als laufende Ausgabe. Er der sucht die budgetrechilichen Bedenken zu zerstreuen. Südekum tritt Twelcs Argumentationen entgegen: Die Forderung gehöre unbedingt in die einmaligen Ausgaben; unter allen Umständen müsse aber die Forderung als„künftig weg fallend" bezeichnet werden. Er stellt einen entsprechenden Antrag. Liebermann will bewilligen; der richtige Weg werde fich schon finden. Spahn ist gleichfalls für die Forderung, hat auch keine etatsrechtlichen Bedenken. Der K r i e g s m i n i st e r ist Spahn sehr dankbar für seine Ausführungen; auf Südekums Fragen teilt er mit, daß die Militärverwaltung sich schon mit Kommunalverbänden in Verbindung gesetzt habe; sie werde damit fortfahren und s o vielleicht den Unannehmlich- leiten auS dem Wege gehen, die Südekum befürchtet habe. Den Antrag Südekum bittet er abzulehnen.— Gröber will die Forderung in die einmaligen Ausgaben genommen wissen; er stimmt Südekums Forderung bei, diese Subvention wesentlich nur Ge> meinden und Gemeindeverbäiiden zu gewähren; in diesem Falle habe man eine ganz andere Garantie als bei Subventioniermig von Privaten; deshalb möge man ganz von der Subvensionierung von Privaten absehen. (Zuruf: Großindustrielle!) Gerade den G r o ß i n d u st r i el l e n soll man keine Geschenke machen für Fahrzeuge, die sie in ihrem In- tereste benutzen. Pachnicke hat Vertrauen zur Militärverwaltung: Der Fiskus sei häufig zu rücksichtslos bei seinen Verträgen.(Südekum ruft: Siehe Tippelskirch I) Paaschs hält den von der Regierung vorgeschlagenen Weg auch als den einzig möglichen. Erzberger beantragt, im Kap. 39, Tit. 18: 800 000 M. zu streichen, und die Forderung von 800 000 M. als 1. Rate für Beihülfen zur Auto- mobilbeschaffung in die einmaligen Ausgaben einzustellen. Schweickhardt(Dtsch. Vp.) stellt sich auf den Standpunkt Südekums; er wünscht vor der Abstimmung einen Vertrags- entwurf zu sehen. Es erfolgt keine Antwort und Südekum konstatiert, daß die verlangten Unterlagen nicht gegeben wurden und die Budgetkommission ins Blaue hinein die Summen be- willigen soll! Der Kriegsminister bittet um vertrauen:„Wenn das Geld bewilligt ist, würden sich die Dinge schon entwickeln. In einem Jahre, vielleicht schon in zwei Monaten, könne er Auskunft geben. Es konimt hierbei zu einem ziemlich heftigen Zusaminenstotz zwischen Südekum und dem Kriegsmiiiister: Südekum verweist darauf, daß die Kommission sich jede Auskunft über diese Sache fiirmlich erkämpfen mußte! Der Kriegsminister antwortet scharf und Südekum bleibt die Antwort nicht schuldig: es sei zunächst die Hauptaufgabe der Abgeordneten, den Forderungen der Verwaltung mit Mißtranen zu begegnen. Die Abstimmung ergibt Ablehnung der Anträge Süde« kum und Erzberger. Für Südekums Antrag stimmen nur die Sozial- demolraten, für Erzbergers Antrag Zentrum und Sozialdemokraten. Der Freisinn hält trotz der Rede SchlveickhardtS fest zum Block. Die Forderung ist also genehmigt. Die Beratung wendet sich nunmehr wieder den einmaligen AuS- gaben zu. Zum Militär- Medizinalwesen wünscht der Referent Vermehrung der Genesungsheime. Ohne Debatte werden alle Forderungen genehmigt. In Titel 93 werden als 1. Rate eine Million für fahrbare Feldküchen bewilligt. Zum Titel 95 Remontewesen, wünscht GerSdorff die Einrichtung eines Remonte- Marktes in Westpreußen. Diese und eine Anzahl andere Positionen werden ohne weitere Debatte genehmigt. Bei Titel 93, Militärerzieh ungS- und BildungS- Wesen, werden 150000 M. für Wohnhausbauten bei der Kadetten- anstalt Groß-Lichterfelde genehmigt. Zu diesem Titel liegt folgender Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung vor: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, im Einvernehmen mit den landwirtschaftlichen Behörden und Organffationen sowie unter Bciziehung der Schulbehörden in den einzelnen Bundesstaaten, für freiwillige Teilnehmer aus den Mannschaften des zweiten Jahrganges im Reichsheer Unterricht im landwirtschaftlichen und gewerbliche» Fortbildungsschnlwcseu einführen zu wollen. Vogt- Hall begründet den Antrag mit dem schlechten BildungS st and der jungen Leute, die unter der Fahne st e h e n. Nach dem Muster der Unteroffizierschulen könnte hier nachgeholfen werden. Als Landwirt möchte er aber besonders auch über die Fortschritte in der Landwirtschaft unter- richtet wissen; die Soldaten würden dann sicherer wieder aufs Land zurnckkrhrc»! Er sieht darin eine Gegen lei st ung für die Opfer, welche die Landwirtschaft dem Militär bringt. N o S k e glaubt, daß dem Antrag nicht zugestimmt werden könne. Die Kaserne sei keine Fortbildungsschule. Die Agrarier sollen für gute Schulen aus dem Lande, insbesondere für obligatorischen Fortbildungsunterricht sorgen. Im preußischen Landtag bleibt hier noch viel zu tun. Erzberger meint, daß, lvenn der Antrag Annahme fände, der E r n t e n r l a u b verweigert werden müsse. W i e m e r sieht in dem Antrag leine agrarische Tendenz,«vie Noske; er glaubt nicht an die Durchführbarkeit, will sich aber, be- bor sich die Militärverwaltung geäußert, nicht entscheiden. Der Kriegsminister steht einer derartigen Art der Fort- bildung nicht nnsympalhisch gegenüber; er hat sich mit dem Land« w ir t s ch a f t s m i n i st e r in Verbindung gesetzt, es schweben Unterhandluiigen! Vogt- Hall ändert seinen Antrag dahin ab, daß Erwägungen über die Möglichkeit solchen Unterrichts angestellt werden sollen. O r i o l a ist nach dieser Abänderung dafür. S ü d e k u m ist der Meinung, daß der Antrag Vogt der Entwickelimg der Fortbildungsschule auf dem Lande entgegenarbeiten werde. Schließlich wird der Antrag angenommen. ftaf(Hohenau und Graf Cynar vor dem Kriegsgericht. Berlin, den 22. Januar 1908. Vor dem Kriegsgericht der 1. Gardcdivision begann heute früh die Verhandlung gegen Gencralleutnant ä la suite und Gcneral- adjutant zur Disposition Graf Wilhelm von Hohenau und gegen Major a. D. Graf Johannes L y n a r. Die Verhandlung findet in dem neuen Militärgerichtsgebäude in der Lcbrtcr Straße statt. Die sonst so stille Straße ist heute früh durch Autos. Droschken und eine große Menschenmenge, die zum Gebäude strömt. belebt. Das Gerichtsgebäude liegt ziemlich weit draußen. Der Weg führt vorbei an dem Moabiter Zuchthaus(Zellcngefängnis), an einer Reihe von Kasernen und Militärdienstgeväuden, hinter denen sich weite Exerzierplätze ausdehnen. Der kleine, schmucklose VcrhandlungSraum bietet nur für wenige Personen Platz. Der Zuschauerraum ist fast leer. Die Zahl der Zeugen be- trägt etwa 40, jedoch kann der kleine Raum auch diese nicht ganz fassen, ein Teil der als Zeugen geladenen Soldaten nimmt daher im Zuschauerraum Platz. Den Vorsitz im Gerichtshof führt Generalleutnant von P f u e l, als Beisitzer fungiert General» leutnant von H ö p f n e r, Generalleutnant K c h r c r und Kriegs- gerichtsrat Dr. U l l m a n n. Die Anklage vertritt Kriegsgerichts- rat Dr. Grünwald. Zwei Offiziere wohnen im Auf» trage der 1. Gardedivision als Stenographen der Verhand- lung bei. Kurz vor Eröffnung der Verhandlung erscheinen die Angeklagten, zuerst Graf Lynar, der sich in Untersuchungshaft be- findet und von dem Major v. Bandcmer vom 1. Garde-Feld- artillerieregiment zur Anklagebank geführt wird. Graf Lynar ist ein großer, breitschultriger Mann mit stark gerötetem gutmütigem Gesicht. Er trägt einen schön gepflegten Spitzbart, sein Haupthaar ist stark ergraut. Mit seinem Kneifer, dem Aktenbündel unterm Arm und im Gchrock macht er den Eindruck eines schneidigen Ver- teidigers. Der zweite Angeklagte, Graf Wilhelm von Hohenau, erscheint ebenfalls im schwarzen Gehrock und in Begleitung seines Verteidigers Justizrats Dr. S e l I o im Saal. Er verbeugt sich vor dem Gerichtshof und nimmt dann auf der Anklagebank Platz. Er ist noch ein Stück größer als sein Mitangeklagter Graf Lynar. eine große elegante Erscheinung mit scharfgeschnittenem Gesicht und einem Anflug von Schnurrbart. Der Verteidiger des Grafen Lynar ist Rechtsanwalt v. G l a s e n a p p. Nach Eröffnung der Sitzung bemerkt der Verhandlungsführer KriegsgerichtSrat M ä t s ch k e zu den Angeklagten, er mache sie auf die Be- stimmungen der Militärstrafprozeßordnung aufmerksam, wonach sie einen Richter wegen Befangenheit ablehnen können. Die Ab- lehnung sei jedoch nur statthaft bis zur Verlesung des Eröfsnungs- beschluffes.— Die Angeklagten bemerken dazu nichts.— Es erfolgt hierauf die Vereidigung der militärischen Richter. Sodann werden die Zeugen aufgerufen. Unter den Zeugen befindet sich Maximilian Horden, der Herausgeber der„Militärpolitischen jlorreGon- denz", Kapitän a. D. Otto v. Löhberg, gegen den bekannt- lich ein Zeugniszwangsvcrfahren eingeleitet ist, weil er sich ge. weigert hatte, in der Voruntersuchung seine Gewährsmänner an» zugeben. Außerdem ist auch der aus dem ersten Moltle-Hardcn» Prozeß bekannte Herr B o l l h a r d t da, der merkwürdigerweise als Redakteur aus Tegel aufgerufen wird. Weitere Zeugen sind Oberst v. Richthofen und einige Offiziere. Die große Mehrzahl der Zeugen setzt sich zusammen aus Zivilpersonen: Post- boten, Muscumsaufsehern. Landwirten, Schutzleuten. Kohlen» Händlern, Restaurateuren, Dienern, Arbeitern� ferner befinden sich unter den Zeugen mehrere Wachtmeister, ein Trompeter und einige Mannschaften. Förmlich wie ein fremdes Element nimmt sich unter dieser Zeugenschar eine Frau Erdmann aus. Maximilian Horden und zwei weitere Zeugen melden sich auf den Zeugen- aufruf nicht. Der Verhandlungsleiter KriegsgerichtSrat Matschkc verliest ein schriftlich eingegangenes Attest des Hausarztes von Maximilian Harden, Professor Eisenberg, in welchem er bescheinigt, daß Horden noch immer an den Folgen der Rippenfellaffektion leide. Er huste stark, sei durch Aufregungen geschwächt und habe das Zimmer seit Wochen nicht verlassen. Er sei unfähig zu erscheinen.— Hierauf werden die Personalien der Angeklagten verlesen. Graf Wilhelm v. Hohenau ist am 25. April 1854 geboren. 1872 trat er als Offizier beim 1. Gardc-Dragoiierrcgiment ein, wurde später Oberleutnant beim Regiment der Gardcs du Corps und rückte 1892 zum Major auf. Er wurde dann 1897 Flügeladjutant des Kaisers und bald darauf Chef des Gardc-Kürassierregiments. 1890 kam er zum Regiment der Gardcs du Corps, im März 1900 wurde er zum Oberst ernannt. Am 22. April 1902 erhielt er die 1. Garde- Kavalleriebrigade, 1903 wurde er Generalmajor und am 27. Januar 1904 diensttuender General ä la suite des Kaisers mit dem Range eines Generalleutnants. Er wurde am 2. Juni 1907 in Genehmigung seines Abschiedsgesuches unter Belassung der Pension zur Disposition gestellt.— Verhandlungsführer: Sind diese Angaben richtig, Exzellenz Generalleutnant Graf Hohenau? — Angekl. Graf Hohenau: Jawohl.— Graf Hohenau ist in erster Ehe mit Laura Frciin von Saurmar-Geltsch verheiratet gewesen. Nach dem 1884 erfolgten Tode hat er sich zum zweiten Mole mit der Prinzessin von Hohcnlol)e-Oehringen vermählt. Er hat einen Sohn und drei Töchter.— Es folgt eine Verlesung der Personalien des zweiten Angeklagten Graf zu Lynar. der am 3. Dezember 1859 geboren ist. Er ist seit 1889 verheiratet mit Prinzessin Anna Elisabeth von Solms. Der Ehe sind zwei Söhne cntsproßer.. Er ist am 1. Oktober 1881 als Fahnenjunker eingetreten und hat 1907 den Abschied erhalten. Der Anklagevertreter verliest sodann den Anklagebeschluß. Graf Hohenau ist danach hinreichend verdächtig, mit einem Manne widernatürlichen Umgang gehabt zu haben. Graf Lynar, gegen den die Untersuchungshaft angeordnet ist, wird drei selbständiger Handlungen beschuldigt. Er soll im Jahre 1904 einen Untergebenen unter Mißbrauch der Dienstgewalt zu einer Forderung gezwungen haben, die in keiner Beziehung zu dienst- lichen Angelegenheiten stand, nämlich ihm ein Bein zu massieren. Im Jahre 1900 soll er seinen Burschen tätlich beleidigt haben, in- dem er ihn zu wollüstigen Zwecken berührte, im Jahre 1907 soll er unter Anwendung seiner Dienstgewalt einen Untergebenen auf- gefordert haben, seinen Vorgesetzten zu belügen. Außerdem ist am 13. Januar 1908 gegen Graf Lynar noch eine Ergänzungsilage erhoben worden. Danach soll er 1903 oder 1904 seinem Burschen gegenüber seine Dienstgewalt mißbraucht haben, indem er den- selben unter verdächtigen Umständen umarmte. Im Anschluß an die Verlesung des Anklagcbeschlusses be» antrjagte der'Anklagevertreter KriegsgerichtSrat Grünwald den Ausschlus? der Oesfentlichkeit. Die Begründung für den Antrag wolle er iu nichtöffentlicher Sitzung geben. Der Gcrichtssaal muß hierauf geräumt werden von Publikum und Presse. Nach Wiedereröffnung der Verhand- lung verkündet der Verhandlungsführcr KriegsgerichtSrat Matschkc: Das Gericht hat beschlossen, die Oeffentlichkeit während der ganzen lichen Vermögensvorteil" für sich zu suchen um eine solche An- 134,08 Millionen Mark tommen 2,89-2,95 Millionen Mark Dividende nahme einmal als möglich zu unterstellen- tatsächlich nur ihrem zur Ausschüttung, was eine Verzinsung von 8,49-8,65 Broz. ergibt. Verbandlung auszufchließen, ehemaligen Mitgliede den Wiedereintritt erleichtern wollte. Weil Im vorigen Jahre betrug die Dividende nur 7,14 Proz. Trotz der un 7:14 und zwar wegen Gefährdung militärdienstlicher Jnteressen und die Hannoversche Straffammer von den fleischgewordenen sozialen hohen Getreidepreise scheint sich die Geschäftslage der großen wegen Gefährdung der Sittlichkeit. Das Gericht hat beschlossen, Vorurteilen und Abneigungen der besitzenden Klasse verhindert wühlen gebessert zu haben. Denn für sie verzeichnen wir eine den Wirkt. Geh. Striegsgerichtsrat Wolff vom Kriegsministerium, wird, diese so einfachen Dinge so aufzufaffen, wie sie tatsächlich Dividende von 6,21-6,42 Broz. gegen 3,48 im Vorjahre. Die den Kriegsgerichtsrat Dr. Selle und einen weiteren militärischen liegen, werden zwei brave und ehrliche Arbeiter ins Gefängnis Bau- und Terraingesellschaften schütten auf ein Kapital Vertreter zuzulassen, ebenso die beiden Stenographen. zu Erpressern und Einbrechern geworfen; wenn das Reichsgericht von 103,66 Millionen Mark 3,26-3,35 Millionen Dividende oder dieses ungeheuerliche Urteil der gelehrten Richter billigen follte. 3,15-3,23 Broz. aus gegen 4,58 Proz. im Vorjahre. Das weitere Publikum muß darauf den Gerichtssaal räumen. Die Verhandlungen werden drei Tage dauern. Da der Ausschluß der Oeffentlichkeit auch begründet ist mit Gefährdung militärdienstlicher Interessen, so verbietet sich nach der neueren Auslegung der Gefeßesbestimmungen jede Mitteilung aus dem Gang der VerFidlung. Parlamentarisches. Die Wahl als Geschäft. " Hus Induftrie und Handel. Die Spekulation in Baumwolle. Hus der Frauenbewegung. Die Wahlrechtsfrage und die Frauen. Die Koppenstraße zeigte am Dienstagabend wiederum das nun ja nicht mehr ungewohnte Bild einer polizeilichen Be lagerung. Dichte Schutzmannstetten sperrten den Zugang am Grünen Weg wie an der Frankfurter Straße, sobald Frehers Jm Vorjahre haben die europäischen Baumwollinteressenten den ersten ernsteren Versuch gemacht, die Mängel in der Rohstoffversorgung zu bekämpfen. Selbstverständlich nicht aus dem Vedürfnisse zärtlicher Fürsorge für die Textilstlaven, sondern weil infolge Die Wahlprüfungskommission beendete gestern zunächst die der unerhörten und unausgesezten Preisschwankungen sowie infolge Festsäle, wo die Prüfung des Protestes gegen die Wahl des Nationalliberalen der oft künstlichen Materialzurückhaltung der Profit der Unternehmer Dr. Arning im Wahlkreise Nienburg- Stolzenau, setzte sehr start beeinträchtigt wird. Man wollte sich an Ort und Stelle Genossin Zetkin über die Wahlrechtsfrage und die Frauen aber den Beschluß über die Gültigkeitserklärung aus, bis die Refe- überzeugen, wie die Dinge auf den amerikanischen Baumwollplägen sprechen sollte, voll von Frauen und Männern waren. Hunderte renten nach den bisher gefaßten Beschlüssen das rechnerische liegen und eine bessere Berbindung zwischen den Farmern, Händlern von bewaffneten, uniformierten und nichtuniformierten Hütern Ergebnis feitgestellt haben. und Verbrauchern herzustellen juchen. Der Gedanke war gut, der Ordnung und des Klassenwahl- Unrechts waren aufgeboten, un Danu begann die Stommission mit der Nachprüfung der denn die europäische Baumwollindustrie hängt zum weitaus größten den preußischen Klassenstaat und seine stärkste Stütze, das Dreifamosen Wahl im Wahlkreise Memel Heydetrug. Die vom Teil von den amerikanischen Märkten ab, und das Verhältnis zwischen Die gewaltigen Reichstage in der Vorprüfung beschlossenen Erhebungen sind aus- Produzenten, Händlern und Berarbeitern war längst einer Regelung klassenwahlrecht, vor Schaden zu bewahren. geführt worden und unterlagen der Kommission zur Beurteilung. bedürftig. Dazu kam es nun nicht, weil die amerikanischen Farmer Kriegsrüstungen der Polizei konnten natürlich nur dazu dienen, Auf Grund der Erhebungen und Vernehmungen steht fest, daß der und Händler fein Interesse daran haben, ihren europäischen Ab- die Wirkung der Versammlung zu erhöhen und auch den AußenTonnten doch diese nicht stehenden einen Begriff von der immer mehr anschwellenden Macht gewählte Millionär Schwabach, nationalliberal, seine Wahl nehmern die Tributpflicht zu erleichtern durch reiche Spenden" zustande gebracht hat. Auf Geld einmal hinsichtlich der Eaatauswahl, der Packung und Entfernung der Wahlrechtsbewegung zu geben. tommts nicht an", so sagte er nach der Angabe der ver- zuverlässige Verbesserungen erzielen; aber es scheint, daß sich die Die Rede der Genossin 3etkin, über die wir noch benommenen Zeugen, und er hat" armen Leuten, die ihn europäischen Fabrikanten troz des Widerstandes der Amerikaner richten werden, ein zündender Aufruf zum Kampf Was auf den vorjährigen die Dreiklassenschmach des auf der Straße anrebeten, Geld gegeben". Die zur Selbsthülfe aufraffen wollen. preußischen Wahlrechts Konservativen, die bisher den Kreis beherrschten, und zwar durch Kongressen in Wien und Atlanta nicht gelang, wird vielleicht Gegen einen nauferigen Terrorismus, haben die Schwabachsche auf dem diesjährigen, für den 1. Juni nach Baris einberufenen und für das allgemeine gleiche Wahlrecht auch der Frauen Geldwahl damit zu stigmatisieren gesucht, daß durch sie ameri- tongresse gelingen. Der Ausschuß des internationalen Kongresses, ohne Unterschied. Scharf und schneidend wandte sich die Rednerin tanische Wahlunsitten eingeführt würden. Aber die bis jetzt welcher am 6. Januar 1908 in Manchester tagte, beschloß eine gegen die unzuverlässigen und falschen Wahlrechtsfreunde im geprüften Ergebnisse der Erhebungen bestätigen die Protestbe- Resolution, worin dem Vorschlage der österreichischen Interessenten, Bürgertume, sowie gegen alle Leisetreterei im Wahlrechtskampf, hauptungen, daß Wahl beste chungen und Stimmentauf von Europa aus zu leitende Baumwollplantagen in den Vereinigten die von jenen Leuten und auch von anderer Seite dem Proletariat borgekommen feien, nicht. Indes, die Wahlmache des Millionärs Staaten anzulaufen, zugestimmt wird. Die europäischen Industriellen empfohlen wird. Treffend setzte sie auseinander, daß und warum ging soweit, den geworbenen und gutbejoldeten Wahlagitatoren erblicken darin das wirksamste Mittel, um die in der Baumwoll sich die bürgerlichen Frauen nicht für ein wirklich allgemeines und eine Tantieme von zweitausend Mart versprechen zu versorgung eingeriffenen Zustände zu bessern und die als zweckmäßig gleiches Frauenwahlrecht begeistern können. Sie sind natürlich für Lassen, wenn sie für ihn 2000 Stimmen bei der Hauptwahl mehr erkannten Reformen zu verwirklichen. Ob die europäischen Spinner ein Wahlrecht, das zur Aufrechterhaltung ihrer Klassenherrschaft aufbrächten, als 1503 für den freisinnigen Kandidaten abgegeben und Fabrikanten die Sache mit jener Zähigkeit verfolgen werden, dienen kann. Darum möchten sie ein Damen- Wahlrecht. Das worden waren; denn dann konnte Herr Schwabach sicher auf seine die notwendig ist, um die geriebenen Hankees zu Konzeffionen zu wäre aber nicht etwa ein Schritt auf dem Wege zum allgemeinen Stichwahl rechnen. Ganz sobiel Stimmen brachten aber feine veranlassen, ist allerdings noch sehr fraglich. Wahlmacher nicht zusammen, darum fürzte Schwabachs Wahlmarschall, Generalsekretár Dr. Kippen, die Tantieme auf 280 M. Die Splendidität versagte also in diesem Falle trok des Wortes: " Auf Geld kommts nicht an." Ferner ergaben die Erhebungen, daß der Oekonomie tommissar Schumacher in Begleitung der Moorbögte Groth und Krause Wahlagitation betrieb und daß im Vorraum feines Amtslokals ein Wahlaufruf für Schwabach auslag! Diese Art amtlicher Wahlbeeinflussung ist damit festgestellt. Die weitere Prüfung wurde vertagt. Aus dem Reichstag: Einlauf. war Die Arbeiterschaft der Textilindustrie fann nur wünschen, daß Wahlrecht, sondern vielmehr ein Hindernis. Nach einer gründDie Bestrebungen der Industriellen auf dem Gebiete der Baumwoll- lichen Kritik all der falschen und lauen Wahlrechtsfreundschaften bersorgung von Erfolg begleitet sein mögen. Wenn diese ihre kam die Rednerin zu dem Schluß, daß das Proletariat im Wah! Energie, die sie sonst an den Arbeitern auszutoben pflegen, gegen rechtskampf, der ein Klassenkampf ist, sich auf nichts als seine die Berteurer der Baumwolle spielen lassen werden, dann ist ein eigene Kraft verlassen kann und diesen Kampf mit allen zwedErfolg nicht zweifelhaft. Sie werden sich freilich dann abgewöhnen müssen, den Arbeitern bei jeder Lohnforderung die teuren Rohstoff- mäßigen Mitteln führen muß. Durch lebhafte Buftimmung gaben die Anwesenden zu erkennen, daß sie mit dieser Auffassung vollpreise entgegenzuhalten. Für die laufende Kampagne wird es übrigens der Industrie ständig einverstanden sind. Und als die Rednerin in diesem Zunicht an dem nötigen Quantum Rohstoff fehlen tönnen. Zwar haben sammenhang den Massenstreit erwähnte, als sie ausführte, daß nach der Verlautbarung des Washingtoner Zensusbureaus bis jeder mit seiner ganzen Person eintreten müsse und dabei auch das 31. Dezember vorigen Jahres erst 9 955 000 Ballen Baumwolle die Wort gelte:" Das Leben ist der Güter höchstes nicht", da brauste Entfernungsanstalten passiert, somit um 16 Proz. weniger als im allgemeiner Beifall durch den Saal. Sorgen wir dafür, daß der Jahre 1906. Aber die amerikanischen Spinner haben auch infolge große Moment auch ein großes Geschlecht findet, das imstande ist der durch die Krise eingetretenen Betriebseinschränkungen feinen so au brechen, was sich nicht biegen will. Sei in der Macht, und du wohnst im Recht! Mit diesen Worten schloß der Vortrag unter brausendem Beifall. Statistik der Reichstagswahlen von 1907. Dentschrift über die wissenschaftlichen und tunststarken Bedarf wie in den Vorjahren. Ierischen Unternehmungen, die aus Titeln des Etats für das Reichsamt des Innern gefördert werden. Berechnung der nach dem Reichshaushaltsetat für 1908 zur Dedung der Gesamtausgabe des ordentlichen Etats aufzubringenden Matrikularbeiträge. Rentabilität im Großgewerbe. Die Großinduftrie hat für das Jahr 1907 eine noch höhere Vergütung des Anlagekapitals erzielt als im Jahre 1906. Wenigstens ergibt sich das auf Grund der schon vorliegenden Abschlüsse und Dividendenschätzungen, die sich zusammen auf ein Attien Aus bem preußischen Abgeordnetenhaus: Drucksachen des Landeseifenbahnrats, enthaltend Vorlagen und fapital in Höhe von 2,93 Milliarden Mart beziehen. Mitteilungen des Ministers der öffentlichen Arbeiten. Soziales. Drei Wochen Gefängnis für ein Arbeiterleben! In den berühmten Solnhofener Lithographiefteinbrüchen wird häufig in der unverantwortlichsten Weise gegen die minimaliten Anforderungen des Arbeiterschutzes gesündigt. Die tiefen Brüche sind durch wackelige Geländer geschüßt, die Laufbrücken und Aufzugvorrichtungen sind die reinen Mausefallen. In dem Steinbruch auf dem Hummelberg brach im vorigen Sommer eine solche Brücke, auf der mittels sogenannter Schnapptarren beständig Schutt und Steine befördert werden, zusammen, während sich gerade zwei Gespanne auf der Brücke befanden. Ein Arbeiter wurde getötet, einer schwer und zwei leicht verlegt. Die Brücke war erst ein Jahr alt. Schon im Frühjahr 1907 hatten die Arbeiter auf ihre gefährliche Verfassung aufmerksam gemacht, es wurde jedoch nichts unternommen, um den lebensgefährlichen Bus stand zu beseitigen. Das Landgericht Eichstätt berurteilte bie beteiligten sieben Steinbruchbefizer wegen fahrlässiger Tötung und Körperverlegung zu je drei Wochen Gefängnis.. Ein Triumph des§ 253. In der gerichtlichen Malträtierung der Arbeiterbewegung durch. Auslegung des Erpreffungsparagraphen hat jetzt auch die Straffammer zu Hannover sich betätigt. Sie verurteilte zwei Steine sezer wegen versuchter Erpressung zugunsten ihrer Verbands tasse zu 14 Tagen Gefängnis. Der Fall lag fo: Die beiden hatten einen Kollegen namens Mahn, der 1904 wegen Nichtzahlung feiner Beiträge aus dem Steinseherverband ausgeschloffen werden mußte, wiederholt versucht zu bewegen, wieder dem Verbande beizutreten. M. sollte ein„ Reugeld" von 8 M. zahlen und dafür gleich feine alten Rechte wieder erlangen. Dabei war der Ausdrud gefallen, wenn er, Mahn, der Organisation nicht wieder beitrete, so fönne es kommen, daß im Frühjahr niemand mehr mit ihm arbeiten wolle. Dadurch war nach Ansicht des Gerichts der Tatbestand der versuchten Erpressung„ begründet". Das Eintrittsgeld, das sonst nur 55 Pf. betrage, fei auf 8 M. festgescht, weil es dem Verbande nicht gleichgültig fei, ob er 8 M. oder 55 Pf. erhalte! Die Ange flagten hätten, ohne ein Recht zu haben, von M. den Wiedereintritt in den Verband zu fordern, diesen Zweck durch Drohung erreichen wollen. Im Borjahre verfügten die nämlichen Aktiengesellschaften über ein nominelles Kapital von 2,85 Milliarden Mark und verteilten eine Dividendensumme von 302,27 Millionen Mark, was einer Verzinsung von 10,58 Broz. entsprach. Im Jahre 1907 sollen auf das etwas höhere Kapital 320,05 bis 325,24 Millionen Mark Dividende berteilt werden; das macht auf je 100 Mart 10,91-11,09 Prozent. Seit 1895 ist fein Jahr zu verzeichnen, das auf das Nominalfapital berechnet eine so hohe Durchschnittsdividende ergeben hätte, Selbst das Jahr 1900 dürfte hinter 1907 wie das legte Jahr. zurückbleiben. Seit 1895 stellte sich die Dividendenziffer wie folgt: Berücksichtigtes Dividendenziffer Gesamtkapital 1766,72 1 748,84 2 518,31 Berechnete Dividendensumme in Millionen Mart in Prozent 115,57 152,47 7,34 8,89 9,32 9,82 9,94 10,96 III 1895 1896 1 576,02 1 695,19 1897 1898 1899 2 649,14 1900 1901 1902 1903 2 511,72 1904 2 509,18 1905 1906 2 689,28 1907. 2374,22 2 438,88 2 855,53 2 982,18 164,68 171,80 263,55 275,53 189,47 161,57 180.88 216,15 255,85 302,27 7,98 6,64 7,20 8,61 9,51 10,58 820,05-325,24 10,91-11,09 Die Versammlung nahm dann einstimmig diese Resolution an: .Die in Frehers Festsälen am 21. Januar versammelten Frauen und Männer erklären: Das Fortbestehen der preußischen Dreiflaffenschmach in einer Zeit, wo auch in dem letzten Hort des Absolutismus, in Rußland, das Volk in einem langen heroischen Kampfe fcine Retten bricht, ist ein Schlag ins Gesicht den millionenköpfigen proletarischen Massen Deutschlands. Die schmachvolle Wahlentrechtung des arbeitenden Volkes ist in Wahrheit der Ausdruck nicht nur der junkerlichen Reaktion, sondern auch nicht minder der nadten Klassenherrschaft der Bourgeoisie, die ihre schoflen Geldsadsinteressen durch den Schutzwall des politischen Wahlmonopols vor dem drohenden Ansturm der Ausgebeuteten retten und verewigen will. Angesichts der Blockpolitik, durch die sich der bürgerliche Libe ralismus zum Werkzeug der Reaktion prostituiert hat, verdienen seine kläglichen Scheingefechte gegen das Dreiklassenwahlrecht nur Hohngelächter der proletarischen Massen. Die männliche und weibliche klassenbewußte Arbeiterschaft Preußens ist sich deshalb vollkommen flar, daß sie nur durch eine selbständige proletarische Massenaktion sowohl gegen das Junkertum und den preußischen Halbabsolutismus wie gegen die verrottete scheinliberale Bourgeoisie das preußische Wahlunrecht wie alle anderen Formen der Klassenherrschaft niederzwingen kann. Das Proletariat Preußens fühlt sich in diesem Kampfe aufs engste verbunden mit dem heldenhaften Proletariat Rußlands, dessen weltgeschichtliche Tat der Beginn der Revolution in Petersburg am 22. Januar- sich gerade jetzt zum dritten Male jährt." Die englische Liga der Arbeiterinnen hat auf ihrer dritten Jahreskonferenz in Hull erklärt, daß, die konservative sowohl als auch die liberale Partei das Vertrauen der Arbeiterinnen vollständig verloren hätten. Viele Rednerinnen traten energisch für die Sozialdemokratie ein. Die Arbeiterpartei sandte einen Vertreter zu der Konferenz, der die Versicherung gab, daß die Partei für gleiche Rechte der Frauen mit den Männern eintrete. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gweiter Hof, dritter Eingang. vier Treppen, Fahrstuhl Die chemische Industrie hat im Jahre 1906 auf ein Zum Schluß warnte die Vorsitzende die Versammelten vor Nominalfapital von 177,12 Millionen Mark eine Dividende von 30,85 Millionen Mark berteilt, 1907 auf ein Stapital von 181,12 mill. etwaigen Provokationen und vor unlauteren Elementen, die sich eine folche von 31,15-31,42 Millionen Mark. 1906 brachten also vielleicht hier und da versteckt hielten. Beim Verlassen des Saales 100 22. 17,42, 1907: 17,20-17,35 M. Verzinsung. Nächst der sah man die uniformierte und nichtuniformierte Polizei in ver. chemischen Industrie rentierten sich die Porzellan, Glasstärkten Massen. Arbeit gab es jedoch nicht für sie, abgesehen und Steingutfabriten am besten. Auf ein Kapital bon davon, daß sie sich veranlaßt fühlte, hier und da zum Weitergehen 36,95 Millionen Mark entfallen für 1907 5,48-5,75 Millionen Mart aufzufordern. Dividende oder 14,82-15,56 Broz, während es im Vorjahre 15,19 Broz. waren. An dritter Stelle folgen die Bergwerks und üttenwerke. Das hier berücksichtigte Attienkapital beläuft sich für 1907 auf 1,09 Milliarden Mark. Auf dieses ist eine Dividendensumme von 129,18-181,76 Millionen Mart angefagt, was einer Berzinsung von 11,83-12,06 Broz. entspricht. 1906 wurden auf ein Aktienkapital von 1,06 Milliarden Mark 122,38 Millionen Wart oder 11,57 Broz. berteilt. Auch die 8ement Biegel fabriten und Kaltbrennereien schließen gut ab, obwohl die Bautätigkeit im Jahre 1907 viel zu wünschen übrig ließ. Wir haben die Erpressungsjudikatur gegen die Gewerkschaften Bei einem Kapital von 100,15 Millionen Mark sollen 11,64-12,08 immer für eine phantastische Ausgeburt lassenstaatlicher Recht- Millionen Mark Dividende 11,62-12,01 Broz. verteilt werden, sprechung erachtet. Das Phantastische oder richtiger das sozial Un- während es im Vorjahre auf 96,90 Millionen Mart 11,88 Proz. verständige dieser Art Judikatur liegt in der Unterstellung, als Rente gab. Die Metallindustrie zeigt gegen das Vorjahr eine stände die Gewerkschaft, deren alleiniger Zweck die organisierte Abschwächung. Auf ein Kapital von 170,92 Millionen Mark werden Interessenvertretung der Arbeiter einer Berufsklasse ist, dem bei 19,16-19,49 Millionen Mart als Dividende ausgeschüttet, was einer tragleistenden Mitgliede als ein Dritter" im Sinne des§ 253 Berzinsung von 11,20-11,40 Bros. entspicht. 1906 stellte sich die H. W. 70. Der Bußtag ist von Kirche und Staat auf verschiedene gegenüber, dem es auf die Beiträge an sich, als persönlichem Ber- Dividende bei den nämlichen Gesellschaften auf 11,53 Proz. Mit Tage festgelegt, in Breuzen, wo er in verschiedenen Provinzen auf vermögensvorteil, ankomine Solche Einfälle sind natürlich im 11,11-11,28 Proz. Dividende für das Jahr 1907 schließen weiterhin die schiedene Tage fiel, ist er durch das Gesez vom 12. März 1898 bor dem letten Trinitatis- Sonntag berlegt. Ernste nicht diskutierbar und nur traurig bezeichnend für das Papier und Gummifabriken ab. Ueber 10 Proz. Divi- auf den Mittwoch 5. K. 10. 1. und 2. Nein. x. 9. 3. Leider nein. tiefe Unverständnis des Staatsjuristen in allen sozialen Dingen. dende brachten schließlich noch die Eisenbahnbedarfs- und 2. Bredlau. 99. Der Vater hastet nicht. R. 2. Fr. 2. Uns Wenn es aber überhaupt einen Arbeiter gibt, der mit seinem Ge- Maschinenbaugesellschaften. Während auf sieben Genicht bekannt. Augsburger Straße 59/60. 1. Shre Schwester faun werkschaftsbeitrag teinen anderen als nur sich selber einen Ver- werbegruppen eine höhere Dividende als 10 Broz. entfällt, verteilen wegen der Gründe, die sich in den letzten sechs Monaten vor luftellung der mögensvorteil" verschafft, so war es der Steinsetzer mit dem von sechs unter 10 Proz. Beinahe 10 Proz. hat diesmal das Textil Chefcheidungsklage ereignet haben, die Ehescheidung mit Erfolg insbesondere ihm verlangten Eintrittsgeld von 8 M. Denn mit der Zahlung gewerbe erreicht, das 1906 erst auf 8,33 Prog. angelangt war. wegen Ghebruchs betreiben. 2. Etwa 100 W. Shre Schweiter sollte sich das dieses Beitrages, der nur einen Teil der rückständigen Beiträge für die Elektrizitäts- und Gasgesellschaften, die ermenrecht bewilligen lassen. 3. Zunächst muß Ihre Schwester beim Amtsbilbet, erwarb M. materielle Vorteile, die den Wert von 8 M. weit auf 644,48 Millionen Mart 60,90-61,14 Millionen Dividende an- gericht Sühnetermin nachsuchen. Dann reicht sie das Gesuch um Bewilli übersteigen. Während er bei Zahlung des gewöhnlichen Eintritts- gefagt haben, stellt sich die Verzinsung fomit auf 9,45-9,40. Jm gung des Armenrechts ein. 2. A. 75. Schöneberg, Hauptstraße 84. 2. 11. Die Schant geldes von 55 Bf. eben als neues Mitglied gegolten hätte, also Borjahre hatte die Dividende 8,42 Proz. betragen. Im Brauerei tonzession tamm versagt werden, wenn gegen den Nachsuchenden Tatsachen vor Ablauf einer jahrelangen Karenzzeit teine Unterstüßungs gewerbe haben Gesellschaften mit 163,95 Millionen Mart Kapital vorliegen, welche die Annahme rechtfertigen, daß er das Gewerbe zur ansprüche hätte stellen können, trat er mit dem„ Reugeld" von eine Dividende von 15,52 Mill. Mark oder 9,47 Broz. erzielt, während Förderung der Bölleret, des verbotenen Spiels, der Hehlerei und der Üns 8 M. sogleich wieder in den Vollbesik feiner alten Rechte. Ein im Jahre 1906 die nämlichen Gesellschaften 9,91 Bros. gebracht hatten. fittlichkeit brauchen werde. Eine solche Tatsache fann in einer Bes Beweis, daß die Organisation, weit entfernt, einen widerrecht- Envas geringer ist die Dividende in der Buderindustrie. Auf strafung liegen.- B. G. 41. Es ist eine weit verbreitete, aber durchaus wochentäglich von 7 bis 9½ the abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. irrige Annahme, daß ein Bertrag einseitig innerhalb 24 Stunden aufgehoben, ist. 2. Eine bestimmte Anzahl Ausgehzeiten sieht das Gesetz nicht vor. da nichts anderes vereinbart ist, bierzehn Tage. m. 9. 841. Rein. werden könne. Ein zweiseitiger Bertrag, auch ein Mietsvertrag fann nur A. S. 61. Grundsäßlich lehnen wir ab, bestimmte Geschäfte zu empfehlen. C. K. 24. Falls in Ihrem Mietsvertrag die Haftung des Vermieters nit Zustimmung beider Zeile oder wegen Borliegens bestimmter Gründe Wir stellen Ihnen anheim, ein Inserat aufzugeben. O. 5. 2. 50. für den Fall eines Brandunglüds ausgefchloffen fein sollte, tönnen Sie aufgehoben werden. 5. 2. 40. Ja. B. J. 100. Bersuchen Sie es Leider steht Ihrer Schwägerin ein Recht auf Invalidenrente nicht zu. leiber nichts erreichen, sonst lönnen Sie auf Schadensersatz flagen. Von der mit dem Verein der Wohlfahrtspflege Unter den Linden 16, Hof III. A. R. P. 26. Nach dem Gesez ist der Sohn nur soweit zur Unterstübung Miete den Schaden abzuziehen, ist nur dann ratsam, wenn die Aufrechnung 3. 41. 1. Die Entlassung ist zulässig. 2. Die auswärts wohnenden Heim- seiner hülfsbedürftigen Eltern verpflichtet, als er hierzu ohne Beeinträchtigegen die Miete nicht( wie in den meisten Berträgen hier üblich) ausdrüdarbeiterinnen gehören nach der herrschenden Ansicht nicht zur Berliner Kaffe. gung feines eigenen standesgemäßen Unterhalts in der Lage ist.- 3. 100. lich ausgeschloffen ist. 21. G. 37. Nach der herrschenden Rechtsprechung Sina 1000. Segen Sie sich mit einer Speditionsfirma in Berbindung. Ein Recht, einen Bericht zu verbieten, steht der Betreffenden nicht zu. ia F. M. 55. Soweit ersichtlich, ist der Anspruch aus den beiden G. 72. 1. Ja, aber auf Antrag an die Armendirektion würde wohl die Wenn sie aber am Tage der Gerichtsverhandlung die Zeitungen um ersten starten verjährt. Betragen die später geliebten Marken 200, einSchwester einen Teil erfekt erhalten. 2. Die Armendirektion hat ein Recht Nichtnennung ihres Namens ersucht, so wird, falls nicht beschließlich der Krankenzeit, so steht Ihnen eine Invalidenrente für vorüberauf das Ganze, weil auch die Verpflegung im Strantenhause als Armten- fondere instände entgegenstehen, dem Gesuch sicher stattgegeben. gehende Erwerbsunfähigkeit nach Ablauf der 26. Woche zu. J. B. 66. unterstützung gilt. W. Sch. Esmarchstraße 7. 1. und 2. Nein. $. K. 77. 1. Ein Armenrecht gibt es für solche Fälle nicht. Werden Sie dürfen das einbehaltene Bett nicht verkaufen. Sie tönnen nur 3hre E. 100. Rummelsburg. Eine Anfechtung hätte keine Aussicht auf Er- die Sosten nicht bezahlt, so verfällt leider das Patent. 2. Wenn der Inhalt Forderung durch Klage geltend machen und dann Pfändung in die ein folg. 1002. Es ist möglich, daß die Staatsanwaltschaft gegen beide das der Police nicht entgegensteht, ja. Sie tönnen jedenfalls durch Vereinbarung behaltenen Sachen vornehmen. Berfahren eröffnet. In Jbrer Ehescheidungsklage erscheint es ratsam, Be- mit der Bersicherungsgesellschaft erwirken, daß die Versicherungssumme an rufung einzulegen. E. 2. 142. Den Staatsangehörigkeitsausweis Sie gezahlt wird.. 2. 23. Sie können die Umschreibung auf Ihre müssen Sie dem Polizeipräsidium mit dem Antrag überreichen, nunmehr Tochter mit Zustimmung der Lebensversicherungsgesellschaft vornehmen. Ihrem Antrag auf Aufnahme in den preußischen Staatsverband stattzu-.. 1908. Jest fönnen Sie dem Kinde teinen Vornamen mehr geben. Wettende Schleifer 98. Aus der Fähigkeit, elektrische Eins geben. Sie bätten bei der Geburtsanmeldung mehrere Vornamen geben Patienten in Beelit, Buch usw. Diejenigen umerer Abonnente... wirkungen auszuhalten, ist ein allgemeiner Rückschluß auf die Stärke der können. R. G. 76. 1. und 2. Nein. 3. I. Die Aufbewahrung und die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, Nerven nicht möglich. Betrogener Erbe 800. 1. Die Beerdigungskosten Berzinsung des Geldes ist auf der Sparkasse am sichersten. 2. D. 333. mollen uns wegen der Leberweisung von Fretexemplaren sofort ihre Adresse find von den Erben gemeinsam zu tragen. 2. Nein. 3. und 4. Kommt keine Eini Solche Leichentagen tönnen angefertigt und verwendet werden. einsenden, da bei verspäteter Bestellung die erften Nummern des neuen gung in Güte zustande, so können Sie gerichtliche Teilung erwirken. 5. 1 Monat. Margarete. 17. 1. Sie haben Anspruch auf das Monatsgehalt, Monats von der Post nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden A. F. 7. 1. Leider ja, falls der Schaden durch Ihre Schuld entstanden abzüglich der Krankengeldtoften. 2. Ihre Sündigungsfrist beträgt, Monat neu eingesandt werden. 584 Für den Jubalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 23. Januar. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Samson und Dalila. Königl. Schauspielhaus. Rabensteinerin. Deutsches. Die Räuber. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Rathgen: Kalium und seine wichtigsten Verbindungen. Lortzing- Oper. Belle Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: WINDEDORTEN 65 Neues Programm. Ruth Vincent Gesangskünstlerin. Kaufmann- Truppe Die Das Glöckchen des Eremiten. reizende Radfahrkünstlerinnen. Kammerspiele. Hochzeit.( Anfang 8 Uhr.) Lessing. Kaiser Karls Geisel. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Judith. Luftivielhaus. Panne. Lorking. Das Glöckchen des Eremiten. Berliner. Blaubart, Neues. Baccarat. • Schiller 0.( Ballner Theater.) Kollege Crampton. Schiller Charlottenburg. Philister. Die Lore. A Friedrich Wilhelmstädt. SchanMadame Sans spielhaus. Gêne. Weften. Ein Balzertraum. Theater an der Spree. Hotus pokus. Komische Oper. Tiefland. Kleines. Mandragola. Zeutral. Frau Barrens Gewerbe. Residenz. Bibi. Luisen. Wallensteins Zod. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Immer oben auf. Bernhard Roje. Die arme Mieze. Bürgerl. Schauspielhaus. Zwischen zwei Herzen. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Hymad. La belle Alexia. Gentes. Freitag abend 7%, Uhr: Die Bau berflöte. Sonnabend 8 Uhr: Das Glödchen des Eremiten. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Abends 8 Uhr zum 2. Male: 99 Bibi." Swank in 3 Atten von de Gorsse und de Marfan. Deutsch von M. Schönaut. Bretillot: Richard Alexander. Sonntag, den 26. Januar, nadm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver gollen? Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Freitag: Erziehung zur Che. Sonnabend nahm. 4 Uhr: Mag und Morik. Abends: Zirkusleute, Sonntag nachm. 3 Uhr: Wallensteins Tod. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Montag: Ein gaftliches Haus. Hier. auf: Er muß taub feft. Rochez Affen Der Affe als Kapellmeister. Robert Steidl der beliebte Humorist, und viele andere erstklassige Spezialitäten. Gebr. HerrnfeldTheater. 57 Kominandantenstraße Nr. 57. Abends 8 Uhr: Papa und Genossen. Sonntag nachmittags 3 Uhr bei halben Preisen: Endlich allein! und Briefkaften der Expedition. InventurAusverkauf Aussergewöhnlich billige und gute Einkaufsgelegenheit neuen Farben Besonders billig 950 Liftboy 1. Paletot Kostüme aus primu 20, 30, 40, 50 M. früher 50-120 M. aus besten englisch. Stoffen 10, 15, 20, 30 M. früher 25-90 M. Auch für starke Damen reichhaltige Auswahl. Garnierte französ. Kleider. Trauerkleider Ball- und Gesellschafts- Kleider in hübschen kleidsamen Fassons von 12 M. an. 2000 Kostümröcke Selde. 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Das muß man seh'n!! Buggenhagen Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szenė gesetzt von Direktor Richard Schultz. G. Thielscher, F. Massary, Moritzplatz im Theatersaal täglich; Albert Böhme und das Der nach langtoterigen Berhandlungen mit ben zuständigen Behörden festgesette neue Tarif für die Teilstreden der Pferdeomnibusse, zu deffen vorläufiger Annahme wir uns trot schwerer Bedenken auf dringendes An raten des Herrn töniglichen Bolizeipräsidenten entschließen mußten, hat große Unzufriedenheit im Bublikum her. Klagen sich gegen die sowie dagegen, daß für letteren Einzelfahrscheine nicht mehr ausgegeben werden. Diese Stlagen, die zu nicht geringem Teil als berechtigt meant weben mällen find nicht nur durch die Breſſe und in mündlichen und schriftlichen Aeußerungen, fondern auch durch einen empfindlichen Städgang des Verkehrs zu unserer Stenntnis gebracht worden. Wir haben uns daher der Ueberzeugung nicht verschließen können, daß frog des erst furzen Bestehens des neuen Tarifes schleunigst Nemedur geschaffen werden muß. Eine anderweite Festsetzung des Tarifes, zu welcher die Behörden wohl die Hand bieten dürften, würde zu lange auf sich warten ohne Berzug selbst eine Revision des Tarifes vorzunehmen. Den Wünschen unserer Fahrgäste nachgehend, sollen schon zum 1. Februar bersuchsweise folgende Aenderungen in Straft treten: 1. Der für fünf Fahrten geltende Fahrschein wird unter Fortfall des( bornehmlich statistischen Ziveden dienenden) Stontrollscheines durch ein eft mit fünf austrennbaren Fahrscheinen ersetzt, die mir einmal zu lochen sind. 2. Die Teilstreden werden zum Teil so wieder hergestellt, wie sie vor dem 1. Sanuar 1908 waren, oder doch günstiger als jett für das Publikum reguliert. Beispielsweise werden folgende Teilstreden festgesetzt werden: Linie 1 Kottbuser Brücke- Spittelmarkt", Marheinekeplay Potsdamer Ringbahnhof- Werderscher Markt", Kreuzberg- Friedrichstraße( Ecke Kochstraße)". " 3 Jerufalemer Straße( Ede Kochftr.)", # 2 9 £ " " Mohrenstraße( Ecke Kanonierstr.) bis zur Börse", " 15 Warschauer Straße- Holzmarktstraße( Ecke Langeftr.)", " 18 " 19 " 23 " 32 Andreasstraße( Ecke Breslauerstr.) ( Ecke Grünauer Straße)", " Wilsnacker Straße( Ede Turmstr.) Brandenburger Tor", Brunnenstraße( Ecke Boltastr.) Hackescher Markt, 45 Chauffeestraße( Ecke Jnvalidenstr.) -Reichenberger Straße Müllerstraße( Ecke Gerichtstraße)". Außerdem find auf einzelnen Linien auch Berlängerungen von Teilstreden vorgenommen, die über den Zustand vor dem 1. Januar 1908 hinausgehen. 3. An Stelle des Doppelfahrscheines zu 15 B. wird ein Einzelfahrschein zu 7 f. eingeführt. Die damit verknüpfte Verwendung von Kupfergeld halten wir zwar nach wie vor insbesondere aus betrieblichen Gründen. für Mißstand, müssen aber nach uns fundgewordenen Stimmung des Publikums anNeues Theater. B. Darmand, Bender, Giampietro, großartige Januar- Programm einen befeine deber in ben skauf genommen wird, als der, Rangel eines Einzeljahrſcheins. Anfang 8 Uhr. Baccarat. Hierauf Maud Allan Vision der Salome. Morgen und folgende Tage: Dicfelbe Borstellung. Josephi etc. Rauchen gestattet. Sonntag, den 26. Jannar, nachmittags 8 Uhr: Entree 50 Pl. Vorverkauf 40 Pf. Im unteren Konzertsaal täglich die allerersten MilitärKapellen: Becker, Przywarski, Die Herren von Maxim. Gör. Maxim., Neumann, Offench, Kleines Theater. Pollo Abends 8 Uhr: Mandragola. Freitag: Der Unsichere. Sonnabend: Mandragola. Sonntag nadm. 3 Uhr: Marie Magdalene. Abends: Wiandragola. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Ostar Strauß. Sonntag nachm. 3%, Ulbr halbe Breise: Die lustige Witwe. Theater Abends 8 Uhr: die Königin La belle Alexia, des Tanzes. Don Mary u. Alfred Walzerwahn Marquard. Siegwart Gentes in seiner Opernprobe. Hymack, der Mann mit den Handschuhen. Die 3 goldenen Jungfrauen. Friedrich- Wilhelmstädtisches Stadt- Theater Moabit. Schauspielhaus. Madame Sans Gêne. Anfang 8 Uhr. Freitag, Sonnabend: König Heinrich. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtashl Abends 8 Uhr: Madame Sans Gêne. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Alt- Moabit 47-49. Donnerstag, den 23. Januar 1908: Der Fechter v. Ravenna. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Halm. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Lüttich. B orussia Durch diese Maßnahmen zeigen mir, pie sehr mir bestrebt sind, den Wünschen unserer Fahrgäste soweit als irgend möglich fogar unter Berzicht auf Einrichtungen, welche in unserem Intereffe zwedmäßig erscheinenRechnung zu tragen. Wir hoffen, daß das Publikum dies anerkennen und sich uns in dem früheren Maße wieder zuwenden wird. 17142 Berlin, den 22. Januar 1908. Allgemeine Berliner Omnibus- Aktien Gesellschaft. XIII. Saison. Variete Theater Zirkus Schumann Zirkus Busch und Festsale Inh.: J. Leschkowski. Ackerstraße 6-7. Ackerstraße 6-7. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung. Heute Donnerstag, den 23. Januar, abends 7%, Uhr: Vorzügliches Programm u. a.: 3 Elrabos hervorragende Leistung. Klein Family 3 Girabos hervorragende Leiftung mit dem urtomischen Neger. Um 9%, Uhr zum 32. Male, Ende 11 Uhr: Auftret. v. 15 Künstler- Spezialit. Das Tagesgespräch von Berlin: Reichshallen Theater. Amerika Stettiner Sänger. Anfang: Bochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. ReichshallenRestaurant: Bockbierfest, mit groß. Militär- Konzert. 3. 8. der Ellaverci u. Trachten bon 1861-1863. Richter Lynch: Das Fleddern eines Hammeldiebes. Das Bad ber widerspenstigen Neger. Rauh- Reiter Donnerstag, den 23. Januar 1908, abends 7 1hr präzise: Gala- Vorstellung. Auftr. bes Herrn Stomiiffionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tattersalls als Gast. The Kremo Family, 10 Personen. MiB Ella, Zangfeiltiinstlerin. Bros. Clarkonianks aus merita! Das Phänomenalfte auf d. Gebiete der Luftgymnaftit! Ferner: Herr Ernst Schumann, Neubreffuren. Fri. Eftelle Bréval, Schulveiterin. Um ca. 10 Uhr: Auf der Hallig! Gr. Ausst. Pant. d. Zirtus Busch in 4 Budern. Borher: Gala- Progr. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint Manni lacht Operette in 1 Att v. Jacques Offenbach. Die frenden d. Häuslichkeit. Parodie- Theater. Dresdenerstr. 97. Anfang 8 Uhr. Zum 5. Male: Nachtasyl. Zum 82. Mal: Tannhäuser. Monna Vanna. Happoldt's Neuer Konzertsaal Donnerstag: Operetten- Abend Leitung: Graf Berliner Ik- Trio. Hierauf das neue bunte Programmer Stralsunderstr.1. Manöver auf import. Maultieren. Lustspiel in 3 Atten v. M. Hennequin. Somtag 4 Uhr: Bieberlente. Felix Sobouer U Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Kollege Crampton. Somödie in 5 Atten von Gerhart Hauptmann. Freitag abends 8 Uhr: Der Hexenkessel. Philister. Luftspiel in 3 Aufz. v. Joh. Wiegand. Hierauf: Die Lore. Komödie in 1 Att v. D. E. Hartleben Hierauf: Jungfer Immergrün Der Richter von Zalamea. Freitag, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Hexenkessel. Sonnabend, abends 8 Uhr: Hierauf: Jungfer Immergrün| Gebildete Menschen, Schiller- Saal( Schiller- Theater) Charlottenburg Freitag 9 Uhr: Vortrag von Dr. James Simon: Gustav Mahler. Erläutert durch Instrumentalmusit. Biogr.- Theater„ Westend Neu! Elegant! Jutereſſant! Täglich Vorstellung von 5-11 Uhr. Sonntags von 3-11 Uhr. Charlottenburg, Potsdamerstr. 11. Stetiger Eingang von Neuheiten. Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Zentral- Theater. Gastspiel des Hebbel- Theaters. Abends 8 Uhr: Fran Warrens Gewerbe. Drama in 4 Aften von Bernh. Shaw. Wir empfehlen unseren Lefern folgende Teuericheinungen: Alkoholfrage und Sozialdemokratie bon Emanuel Burm. Preis 30 Pf. Vereinsrecht und Polizei. Eine Denkschrift gegen die Berpreußung und Verfächse lung des deutschen Vereins- u. Bersammlungsrechts. Preis 2 M. Sozialdemokratische Flugschriften. IV. Die Sozialdemokratie und die technischen Angestellten in Industrie und Gewerbe, Bergbau, Schiffahrt u. Landwirtschaft. Preis 10 Pf. Die Tarifverträge und die deutschen Gewerkschaften bon Adolf Braun. Broschtert 75 Pf., geb. 1 M. Geschichte des Sojialismus in Frankreich bon Paul Louis. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3 m. 245/ 4* Die Philosophie Spinozas bon J. Stern. Dritte, start verbesserte Auflage. Preis brosch. 1,50 M., geb. 2 M. Expedition des„ Vorwärts" Berlin SW. 68 Lindenstr. 69, Laden. 1000 wertvolle Geschenke! für die Leser d. ,, Vorwärts". Jeder, der bei uns einen 10 Pfund Emaille- Eimer Pflaumenmus franko für Mk. 2.65 oder einen 10 PfundEmaille- Eimer künstlich. Honig franko für Mk. 3.25 oder 8 Pfd. feinste- Delikateẞ- Margarine- in 1 Pfd.Stücken franko für Mk. 5.bestellt, erhält ein wertvolles Geschenk. Keine Nebenkosten.Schreiben Sie sofort, da nur 1000 Geschenke für die Leser des ,, Vorwärts" ausgesetzt sind. 292/12 Versand- Gesellschaft Magdeburg 90, Postfach 171. 320 0008 Freie Volksbühne Freitag, den 24. Januar, 8 Uhr: Luisen- Theater: Abend24.( IV.) Abteilung: Erziehung zur Ehe. Neue Mitglieder werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Gastkarten a 1 Mark in allen Zahlstellen und im Theater bei dem Obmann. Sonntag, den 26. Januar, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater 1./2. Abteilung: Neues Schauspielhaus 6./7. Abteilung: Ledige Leute. Iphigenie auf Tauris. Mittwoch, den 29. Januar 1908, abends 8, Uhr: Generalversammlung im Gewerkschaftshause. Zutritt haben nur Mitglieder gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte. Tagesordnung: Vortrag Herr Dr. David über: Das moderne Schul- und Bildungsideal. Geschäfts- und Kassenbericht, Bericht der Revisoren, Diskussion und Verschiedenes. Zahlstelle 13 befindet sich jetzt im Zigarrengeschäft von Lohaus, Thaerstraße 63, Ecke Frankfurter Allee. 240/4 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Neue Freie Volksbühne Sonntag, den 26. Januar cr., abends 8 Uhr, in der Königlichen Hochschule für Musik, Hardenbergstraße, auf vielseitigen Wunsch: Wiederholung der beim Winterfest so beifällig aufgenommenen Singspiele und lebenden Lieder unter Mitwirkung der Damen Olga Orfella( Figaro- Theater); Vera Rem brandt( Figaro- Theater; Darja Misczko( Lorking- Oper); Elise Fröhlich, Konzertfängerin; Viola Palma, Opernsängerin; Gertrud Mangelsdorff, Valentine Marion, Liffie Marholm, Gisela Dibbern, Marie Kaiser und der Herren Alfred Gol( Stadttheater in Leipzig); M. Halporn, Dpern fänger; Rudolf Lange, Tenor- Buffo. Künstlerische Leitung: Fräulein Hedwig Noffin Rosenfeld. Billetts für Mitglieder a 60 ẞf., für Gäste 80 Pf. find an allen Bahlstellen fowie an der Geschäftsstelle, Bremer Straße 54/55, zu haben. 150/2 Der Vorstand, J. A.: H. Neft. E Zentralverband der Maurer Deutschlands Sektion der Putzer. Achtung! Zweigverein Berlin. Achtung! Putzer! Sonnabend, den 25. Januar 1908, in Freyers Festsälen, Koppen- Straße 29: ( Stralauer Winter- Vergnügen( schzug). Billetts a 50 Pf. inkl. Tanz sind zu haben im Bureau, Sophienstr. 6, sowie bei den Obleuten und in den Bezirkslokalen. Anfang 8 Uhr. Hierzu ladet alle Kollegen freundlichst ein Dalast- Theater Palas Burgstraße 24. Heute 8 Uhr Entree 20 Pf. Gastspiel von Baronesse Andrikonoff mit ihrer Hundemente. Serenissima im Variété berfaßt von Dr. Fritz Friedmann. Dazu der Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. Das glänz. Januar- Programm. Die berühmte Jahnke- Kompagnie, 8ahnathleten ohne Stonkurrenz. Vater und Sohn. Bollsstüd mit Gesang. Außerdem: 16 Spezialitäten. Jeden Abend: Duskes Kinematograph. Jeden Sonnabendnachmittag 3%, Uhr: Große Kinder- Vorstellung. Januar- Riesenspielplan. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5%, Uhr. Theater Folles Caprice W. Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Berlins Tagesgespräch! Mal was Anderes. Nevue in 3 Bildern. Dunkle Punkte. Eine anständige Frau. Anfang 8 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Sans Weber, Berlin. Für den 10, 20 und 30 Pf. Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16. Große Extra- Vorstellung! Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz. Freitag: In der Jrre. Sonnabend: Geschloffen. Ende??? Der Vorstand. 183/3 Kottbuser Sanssouci Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute sowie fed. Sonntag und Montag: Hoffmanns Allen Freunden, Bekannten und Genossen hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Großmutter Pauline Langfeldt geb. Schlegel nach langen schweren Leiden sanft entschlafen ist. Um stilles Beileid bittet Wilhelm Langfeldt nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. d. M., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. 26716 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichlichen Aranzspenden bei dem Hinscheiden meiner lieben unvergeßlichen Frau Anna Zimmermann geb. Jahns sage ich allen Verwandten, Bekannten, Kollegen und Kolleginnen der Norddeutschen Gummiwerfe und der Firma Ernst Jacob sowie dem Lotterieklub Niete" meinen innigsten Dank. 26725 Paul Zimmermann. Danksagung. Hiermit sage ich allen Freunden und Bekannten für die herzliche Teilnahme und die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, des Gastwirts Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 18. b. M. berstarb unfer Mitglied, der Arbeiter Helmut Block Stargarderstr. 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des GethsemaneKirchhofes in Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 224/10 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Helmut Block am 18. Januar 1908 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente nachmittag 22 Uhr von der Leichenhalle des Gethsemane- Stirchhofes in Nieder- SchönhausenNordend aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Hermann Sommer 111/1 meinen innigsten Dant. 17122 Frau Sommer. Für die innige Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei der Bes erdigung meiner lieben Frau, besonders meinen Kollegen, dem Arbeiterpersonal der Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. in Bankow, sage ich hiermit im Namen der Hinterbliebenen herzlichen Dank. Pankow, den 23. Januar 1908. Karl Kocioleck. Trianon- Theater. Anfang Fräulein Josette meine Frau. Sonntag nachm. 3 Uhr: Cyprienne. Achtung!!! Vorstenland zweite Länge Vollblatt, per Pfd. 1,40 M. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genosse Helmut Block ( 6. Abt.) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 22 Uhr von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands Zahlstelle Berlin. Todes Anzeige. Am Montag, den 20. b. Mts., verstarb unser Mitglied Friedrich Fischer Thaerstr. 21. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, bon der Halle des Georgen Kirchhofes, Landsberger Allee, aus statt. 63/1 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege, Tischler Joseph Sadecki am 20. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 23. Januar, nach, mittags 4 Uhr, von der Halle des Bius- Kirchhofes in Hohen- Schönhausen aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/6 Die Ortsverwaltung. Den Genossen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser guter Vater, Großvater und Schwiegervater, der frühere Schloffer 17132 Theodor Schneider Schöneberg, Hohenstaufenstr. 8 am 21. Januar im 81. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 24. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Matthias Kirchhofes, Mariendorf aus statt. Familie Georg Schneider Berlin, Tresdomstraße 60. Zentralverband der Maschinisten und Heizer Sowie Berufsgenossen Deutschl. Verwaltungsstelle Berlin u. Umgeg. Todes- Anzeige. Am 20. Januar verstarb das Mitglied Louis Vogel. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 24. d. M., nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Bions- Kirchhofes, Nieder Schönhausen- Nordend, as statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 145/4 Die Ortsverwaltung. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Vaul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 19. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jonuerstag, 23. Januar 1908. Die Schlacht am Schiffbauerdamm wird von einem Teil der bürgerlichen Presse selbst= verständlich wieder in einer Weise dargestellt, die sichtlich darauf berechnet ist, sich der Polizei gefällig zu erweisen. So ziemlich obenan steht diesmal die brave, Morgenpost", die in edler Parteilosigkeit" den Hergang fast so schildert, wie wenn eigentlich nur Uniformierte ernstlich verlegt wären und das Zivilistenpad vergleichsweise glimpflich davongekommen sei. " zu lindern. Berliner Nachrichten. Arbeitsloseninterpellation im Rathause. 30 Pfennigscheins ein Heft mit 5 heraustrennbaren Scheinen, die nur einmal gelocht zu werden brauchen, ausgegeben werden. Dann sollen aber auch für eine Teilstrede wieder einzelne Fahrscheine ausgegeben werden. Der Preis ist auf 7 f. festgesetzt. Die Gesellschaft glaubt mit dieser Reform" den Wünschen des Publikums Von der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion ist fol- und der Angestellten Rechnung getragen zu haben, weil auch ein gender dringliche Antrag an die Stadtverordnetenversammlung großer Teil der vorgenommenen Verkürzungen der Teilstreden gerichtet worden: zurückgenommen oder gemildert werde. Wir können in dieser Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen: den sogenannten Reform kein Entgegenkommen an das fahrende Magistrat aufzufordern, schleunigst Maßnahmen zu ergreifen, um Bublifum erblicken; auch die Angestellten sind hiervon nicht erbaut die zurzeit in Berlin herrschende Arbeitslosigkeit und ihre Folgen von der Wiedereinführung des 5 Pfennigtarifs eine Verbesserung Soweit die Angestellten in Frage kommen, so erwarten diese Ueber die Polizeiattade auf den Theaterihrer Lage. Es wird nämlich geflagt, daß seit Einführung des neubau sagt die Morgenpost":" Von dem Theaterneubau am Schiffbauerdamm wurden Ziegel gegen die Schußleute geschleudert, Am Dienstag in der Koppenstraße. neuen Tarifs die Trinkgelder so gut wie fortgefallen sind; in Bus die nun blank zogen." Und weiter unten erzählt sie treuherzig: Wenn in diesen Tagen ein Bewohner des Mars auf den Ge- fchriften an uns ist dies lebhaft zum Ausdruck gekommen. So schr wir nun wünschen, daß die Angestellten ein anständiges Ein„ Einige Schuhleute hatten sich, als vom Bau des Operettentheaters danken käme, dem Nachbarplaneten einen Besuch abzustatten und kommen haben, toovon sie existieren können, so wenig würde uns Ziegelsteine heruntergeworfen wurden, rasch auf den Bau begeben, sich einmal die deutsche Reichshauptstadt anzusehen, dem würden dieser Grund veranlassen, der Wiedereinführung des 5 Pfennigum die Täter festzunehmen. Es wurde angeordnet, daß die Arbeit vor Staunen die Augen übergehen. Durch die Straßen Berlins tarifs das Wort zu reden; wir tun dies im Interesse des fahsofort eingestellt werden solle und alle Arbeiter den Bau verlassen galoppieren berittene Schuhleute mit heruntergelassenem Sturm- renden Publikums. Wir halten es für unwürdig, die Angestellten sollten." Fehlt nur noch der Zusak, die auf dem Bau beschäftigten band, in der Faust die gezückte Klinge. Desgleichen Scharen von auf Trinkgelder anzuweisen. Zu dieser Trinkgelderfrage wird uns Arbeiter feien von den Schuhleuten in bekannter Höflichkeit Bolizeimännern zu Fuß, mit feuerspeienden Bliden und zorn vom Transportarbeiterverband folgendes geschrieben: freundlichst gebeten worden, diesmal früher als sonst Feierabend entstellten, grimmigen Gesichtern, nur den Kommandoruf abwohl auf den Geber wie den Empfänger, fommen noch andere der ,, Abgesehen davon, daß Trinkgelder demoralisierend wirken sowartend, um sich auf die friedlich dahinziehenden Passanten Berüdsichtigung werte Momente in Betracht. zu machen. ant Hätte zum Beispiel der Marsbewohner In Wirklichkeit hatten die Polizeimannschaften längst blant au stürzen. Der Gesellschaft ist es möglich unter verstecktem Hinweis auf gezogen und hieben schon erbarmungslos auf die Dienstagabend gegen 6 Uhr feine Schritte nach der Koppenstraße die zu erwartenden Trinkgelder, Leute mit einem unter den heu= Menge ein, che fie noch ihr Augenmerk auf den Theater- hin gelenkt, so wären ihm die waffenstrogenden Ordnungsmänner tigen Verhältnissen lächerlich gering erscheinenden Gehalt als neubau richteten. Dieser interessierte sie erst, als Fliehende aufgefallen, die in ungezählter Menge überall verteilt harrten und Schaffner in Dienst zu stellen. Unter den Schaffnern selbst entsich in ihn hineinretteten. Mit geschwungenen Säbeln mit unheilwitternden Mienen die Fußgänger firierten. Und wäre wideln sich infolge der Jagd nach den auf dem zuständigen Depot stürzten sie hinterher. Die Behauptung, daß von hier aus mit es dem Fremdling von unserer Nachbarwelt gar eingefallen, eine befindlichen besten" Linien wahre Konkurrenzkämpfe, und Steinen geworfen worden sei, ist für die bürgerliche Presse ein Sekunde stehen zu bleiben, vielleicht auch noch zu fragen, was Denunziationen sowie Bestechungen sind Tür und Tor geöffnet. erwünschter Grund, das Eindringen der Polizei in dieses Grund- dieser tragisch- konische Aufzug zu bedeuten habe, so hätte er jeden- Fast jeder sucht sich so viel als möglich bei den maßgebenden Per stück zu motivieren. Da drinnen wurde natürlich nicht lange ge- falls fofort ein Dußend träftiger Polizeifäufte im Genick gefühlt, fönlichkeiten und zwar unter Zuhülfenahme von Klingenden fackelt. Ihr Hunde habt uns mit Steinen geschmissen!" schrie die ihn unter" sanftem" Drud weiterbefördert hätten. Und hätte Münzen in Gunst zu sehen, um nur ja auf guten Linien fahren au tönnen. Leider wird nun dieses Verfahren von der Direktion einer der fäbelschwingenden Ordnungshüter- und hageldicht der gute Mann obendrein nicht den traditionellen Gehorsam eines nicht unterdrüdt, wie ja auch die Verfügung beweist. fielen die Siebe auf die Arbeiter nieder. Wider in der preußischen Zucht gedrillten Rekruten gezeigt, so wäre ihm Werden von seiten der Organisation Bersuche gemacht, die stand wurde von den Arbeitern nicht geleistet; nur ihrer Besonnen- Gelegenheit geboten worden, eingehende Lokalstudien am Angestellten zu organisieren, so sind die Schaffner nicht dafür zu heit ist es zu danken, daß es hier nicht zu einer regelrechten Schlacht Alexanderplatz vorzunehmen. Und warum dies alles? Weil in haben mit dem Hinweis auf die guten Trinfgelder, dabei stets be fam. Schließlich gebot ein Polizeioffizier Feierabend nicht Kellers Festsälen" in der Koppenstraße eine Frau einen Vortrag tonend, daß eine Organisation für sie keinen Zweck habe. Um nun für die Schußleute, sondern für die Arbeiter. Er befahl dem Polier, über das preußische Wahlrecht hielt. Das wirfte erschütternd auf aber auch die Kutscher usw. von der Organisation fernzuhalten, zu pfeifen und in 10 Minuten mußte der Bau geräumt sein. die Grundfesten des Junkerstaates. Als die Versammlung zu Ende geben sich eine nicht geringe Anzahl der Schaffner als Spigel her, Schwerer ist es von den Vorgängen auf der Straße war, nahm die Nervosität der bedauernswerten Beamten geradezu auch in der Erwartung, daß der Herr Inspektor sie auf der guten" Dabei gingen die Teilnehmer still und Linie läßt resp. versezt. Die Denunziationen haben einen der ein zutreffendes Bild zu machen. Sicherlich wäre es überhaupt unheimliche Formen an. zu gar feinem Zusammenstoß gekommen, wenn nicht die Polizei gemessen nach Hause, nur ein Paar halbwüchsige Burschen, die artigen Umfang angenommen, wie sie nur noch im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn zu finden sind." von beiden Seiten zugleich gegen die Menge auch täglich die Wache begleiten, pfiffen einige Male; eine Gewohn= borgerüdt wäre. War das Absicht oder erklärt es sich beit, die nun einmal durch die patriotischen Veranstaltungen, an nur aus einer Unfähigkeit der hier kommandierenden Polizei denen sie mit unfehlbarer Sicherheit teilnehmen, und wobei fie das offiziere, die zweckmäßigen Anordnungen zu treffen? Warum jubelnde, enthusiastische" Stammpublikum bilden, von dem die wurde der Zug überhaupt erst in den Engpaß des Schiffbauer- Surrablätter dem Lande draußen begeistert berichten. damms zwischen Marschallbrüde und Kronprinzenbrüde hineingelassen, wenn man ihn den Durchmarsch nicht gestatten wollte? Ausgerechnet in dieser Uferstraße, die überraschend an die Friedrichsgracht erinnert, begann die Schlacht ausgerechnet hier, wo für eine etwaige Flucht in die angrenzenden Häuser nur die eine Straßenseite in Betracht tam. Ueber die Wut, mit der auf der Straße die Schußleute um fich hieben, werden Einzelheiten gemeldet, die geradezu entsetzenerregend find. Seit wann hat die Polizei das Recht des Waffengebrauchs gegen Personen, die vor ihr fliehen? Sogar Leute, denen man ohne weiteres ansehen mußte, daß sie völlig unbeteiligt waren, sollen ebenso mit dem Säbel bearbeitet worden sein wie die fliehenden Teilnehmer des Zuges. Der Schuß, der am Schiffbauerdamm gefallen sein soll, wird natürlich wieder den" Demonstranten" aufs Konto gesetzt. Selbst bon offiziöser Seite war zunächst gemeldet worden, es sei nur ein Feuerwerkskörper losgeknallt. Erst hinterher ist ein Schuß daraus geworden, und auch die Kugel ist diesmal gleich gefunden worden im Mantelfragen eines Berittenen. Wann wird man melden, daß alle Pistolen der Polizeimannschaften untersucht und Friedrichsgracht wurde das sofort hinauspofaunt, diesmal aber in Ordnung befunden" worden seien? Nach der Schlacht an der läßt man uns länger darauf warten. Dem Berliner Tageblatt" hat ein Augenzeuge mitgeteilt, während der Attache sei der Revolver eines der berittenen Schuhleute er plodiert." Der„ Lokalanzeiger" weiß es natürlich besser. Er berichtet, einer der verwegenſten Burschen habe den traurigen Mut beseffen, einen Achtmillimeter- Revolver abzufeuern. Also wirklich ein Schuß- und wieder mal eine, der sehr gelegen" frachte. " Als unsere Genoffin mit einigen Bekannten auf die Straße trat und den gewaltigen Polizeiapparat erblickte, den sie unfchuldigerweise in Bewegung gesetzt hatte, huschte ein halb humorvolles, halb mitleidiges Lächeln über ihr Antlik. Diese Frau, mit den herzlichen, gewinnenden Umgangsformen, kommt aus dem gemütlichen Stuttgart, aus der schwäbischen Residenz, die, obgleich unsere Genoffin Bettin schon lange genug daselbst wohnt, heute noch ungefährdet besteht. Nicht einmal der rote internationale Stongreß fonnte das schöne Schwabenländchen ins Wanten bringen, aber Berlin wackelt schon bei einem Vortrag übers Wahlrecht. Würden keine Trinkgelder gegeben, so heißt es weiter in der Buschrift, würde die Organisationsarbeit unter dieser Arbeiterfategorie wesentlich erleichtert werden. Doch das mur nebenbei. Solange die Gesellschaft auf ihrem jebigen Standpunkt beharrt, wird sie weder beim Publikum noch bei den Angestellten Verständnis finden, noch wird sie sich selbst nüßen. Walderholungsstätten für Kinder zu schaffen hat nun doch der Stadtverordnetenausschuß beschlossen, dem zur nochmaligen Beratung die im Plenum der Versammlung angefeindete Magistratsvorlage überwiesen worden war. Es gelang das aber nur auf Grund eines Vermittelungsvorschlages unferer Genossen, der dahin ging:" Die Stadtverordnetenversamm lung stimmt der Magistratsvorlage mit der Maßgabe zu, daß in die Anstalt auch schwächliche und kränkliche Kinder Aufnahme finden, die auf Anordnung eines Argtes vom Unterricht befreit dreiviertel Jahr sind und daß die Anstalt mindestens 39 Wochen Uebrigens herrscht in den Reihen der Schußmannschaft eine grimmige Erbitterung über den fast ununterbrochenen Dienst, da benugt wird. Der Magistrat hatte mit Rücksicht auf die leichte ihre übliche Ruhezeit schon seit Wochen aufs äußerste eingeschränkt ist. Das tann gut werden, wenn das so fort geht, und ein Ende Bauart einen Betrieb von 6 Monaten vorgeschlagen, während der ist nicht abzusehen; der Kampf wird zäh und unerschroden weiter 200 Anaben und 200 Mädchen Aufnahme finden sollten. Geführt werden. Steter Tropfen höhlt den Stein und einmal Ueber die Frage der Speisung hungernder Schulkinder müssen alle Ketten brechen! Inzwischen hat sich zu der Kugel auch schon der Revolver gefunden. Eine Korrespondenz, die den Demonstrationszug" als Ausfluß einer nicht zustande gekommenen Anarchistenversamm- minutenverkehr glatt durchzuführen. Tung hinstellt und die Teilnehmer als„ lichtscheues Gesindel" bezeichnen zu dürfen glaubt, meldet folgendes: Der Revolver, mit welchem auf die Schußmannschaft geschossen wurde, ist gestern, Mittwoch, mittags gegen 2 Uhr, hinter einem Bauzaun des Neubaues Schiffbauerdamm 25 von einem Arbeiter gefunden und der Polizei übergeben worden. Es ist eine Baffe neuerer Konstruktion, zu welcher die Kugel, die in dem Mantelkragen des getroffenen Schußmannes aufgefunden wurde. enau paßt." Na, endlich bezirkes veranstaltet hatte. Und in einer zweiten Sibung, die am Gründer und Leiter der Kindervollerüchen, über seine Erfahrungen Dienstag dieser Woche stattfand, wurde jener Vortrag ergänzt durch eine Diskussion, in der vor allem Herr Abraham, der Gründer und Leiter der Kindervolksküchen, über seine Erfahrungen berichtete. wird. hat der Berliner Verein für Schulgesundheits. Ueber die Wirkung der Untergrundbahnen auf die Pflege" in zwei Sigungen verhandelt. Vor mehreren Wochen Kanalisationsanlagen hielt der Stadtbaurat Krause in der letzten hatte dort der Berliner Schularzt Dr. Bernhard das Ergebnis Sihung der Kanaldeputation einen recht instruktiven Vortrag. einer Umfrage vorgetragen, die er unter Kindern seines SchularztEnorme Schwierigkeiten ergäben sich für die Verwaltung und Untergrundbahn mit dem Plan umgehe, das seinerzeit als ein außerordentlich hohe Kosten. Er erwähnte, daß die Hoch- und Meisterwerk der Ingenieurkunst bezeichnete Gleisdreied wieder zu beseitigen. Dasselbe habe sich als ein Hindernis für den Schnell Weder der Vortrag noch die Diskussion war für den Verein verkehr herausgestellt. An Stelle des Gleisdreiecks soll ein Bahn- Anlaß genug, flar und unumwunden Stellung zu nehmen zu hof mit zwei Stagen erbaut werden, in welchen die Fahrgäste nach dieser für die Gesundheitspflege wie für das Schulwesen gleich den verschiedenen Richtungen umsteigen können. Eine direkte Berbindung vom Osten nach dem Potsdamer Blak 3. B. würde wichtigen Frage. Die Herren und Damen, bie da über be ment dann nicht mehr möglich sein. Um eine direkte Verbindung von gernden Schulkinder hin und herredeten, hätten der Sache mehr West nach Ost, oder umgekehrt, sowie eine solche von West nach dem genügt, wenn sie durch eine offizielle Kundgebung des Vereins rück. Potsdamer Platz zu ermöglichen, soll am Nollendorfplatz eine Linie haltlos sich dahin ausgesprochen hätten, daß die Stadt. nach der Moßstraße abgezweigt werden, die dann von dort mitten gemeinde nicht länger fich der Pflicht entziehen Hochbahn überschreitet und Anschluß an die alte Linie nach Osten eine entschiedene Stellungnahme in diesem Sinne hätte der Verein, durch einen Häuserblock bis zur Potsdamer Bahn geht, diefelbe als darf, auf die der lehthin im Rathause erörterte Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordnetenfraktion sie hinweist. Durch gewinnt. Auf diese Weise soll es möglich werden, einen Zwei- deffen Mitglieder zumeist den Aerztes und Lehrerkreisen angehören, Unendliche Schwierigkeiten findet die Nord- Südlinie der vielleicht einen fördernden Einfluß auf die Entschließungen der Gemeindebehörden ausüben können. Er hat es aber vorgezogen, Stadt, nicht zum wenigsten beim Militärfistus; vor allen Dingen fich an einer bloßen Besprechung genügen zu lassen und nun ab. durch die langsame Beantwortung aller Eingaben. In dieser Beziehung leistet die Bureaukratie geradezu warten, was der Magistrat für gut befinden hervorragendes. Freilich war wohl das Material, das diesem Verein für verbinden, schwebt auch noch; dasselbe hat sich der Eisenbahn- geeignet, für die Forderung eines schleunigen und nachdrücklichen Das Projekt, die Wannseebahn mit der Stettiner Bahn zu Schulgesundheitspflege" vorgelegt wurde, von vornherein nicht sehr minister vorbehalten, dürfte aber, falls die Tunnelprojekte der Eingreifens der Gemeinde hier viele Freunde zu erwerben. Großen Berliner ausgeführt werden, gar nicht realisierbar fein. Dr. Bernhard hat eine beträchtliche Bahl von Fällen festgestellt, Die Weiterführung der Untergrundbahn vom Spittelmarkt nach in denen die Kinder mit nüchternem Magen zur Schule gekommen dem Alexanderplatz ist vorläufig nicht möglich, da erst der Wider- waren oder kein Schulfrühstück mitgebracht hatten, eine erhebliche spruch der„ Großen" beseitigt werden muß, die gegen alle Zahl auch solcher Fälle, in denen den Kindern um die Mittagzeit Soch= und Untergrundbahn- Projekte Wider= fein warmes Mittagessen gegeben wurde. Er ist aber der Meis spruch erhebt, da ihr angeblich dadurch Konkurrenz gemacht nung, daß mindestens der Mangel an Frühstück in der Mehrzahl der Fälle auf Nachlässigkeit entweder der Das neue städtische Projekt Moabit- Rigdorf, dürften die Eltern oder der Kinder selber zurückzuführen Erster Wahlkreis. Sonntag, den 26. d. Mts., abends 6 Uhr, in wenigsten Hindernisse finden, da nur Straßenland in Frage fei. Wie er das festgestellt hat, daß tatsächlich Nachlässigkeit vorder Lebensquelle. Kommandantenstr. 20: Versammlung mit Frauen. kommt, auch keine erheblichen Kanalumbauten erforderlich sind, lag, das ist uns unflar geblieben. In seinem Vortrag hat er sich Nachber: Geselliges Beisammensein und Tanz. Eintritt mit Garderobe obwohl dieselbe durchaus als Untergrundbahn gebaut werden soll. nicht darüber geäußert, ob er in die Wohnungen der betreffenden und Tanz 20 Pf. Ganz andere Schwierigkeiten dürfte das Projekt der All- Kinder hineingegangen ist und persönlich sich über die häuslichen Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. gemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, Gesundbrunnen- Rigdorf, finden. Berhältnisse der Familien informiert hat. Wenn z. B. eine Dasselbe ist als Konkurrenzprojekt gegen die Schwebebahn auf- Mutter, die durch Heimarbeit die Familie ernährt, bis nachts um Zeuthen. Die Parteigenossen werden dringend erfucht, einer gestellt, geht als Hochbahn vom Gesundbrunnen bis zur Veteranen- 2 oder 3 Uhr arbeiten muß und dann am frühen Morgen sich nicht wichtigen Angelegenheit wegen heute, Donnerstag abend 8 Uhr, im traße, durchbricht genau in der Ecke das Grundstück des Waren- rasch genug aufraffen kann, um die zur Schule gehenden Kinder Bezirkslokale zu erscheinen. Der Bezirksführer. hauses Greifenhagen und senkt sich dann zur Untergrundbahn. Die zu besorgen, dann läßt der Herr Schularzt sich von den betreffenden Neuenhagen, Bruchmühle, Eggersdorf, Petershagen und Freders. Kosten dieses Projektes betragen wegen der großen Schwierigkeiten Stindern erzählen, Mutter fei nicht aufgestanden- und wieder wird eine Mutter unter die nachlässigen" eingereiht. dorf. Am Sonntag, den 26. Januar, nachmittags 4 Uhr, bei. nahezu hundert Millionen Mart. Wünsche, Neuenhagen, Bahnhofstraße: Generalversammlung des Also Projekte überall, nur fahren kann man nicht; die heutigen Herrn Dr. Bernhards Material hat übrigens noch einen Wahlvereins mit folgender Tagesordnung: Bericht der Funktionäre, Berliner müffen schr alt werden, wenn sie die Durchführung er anderen Mangel. Der Schularztbezirt, in dem er seit Jahren Diskussion, Neuwahl und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ers tätig ist und seine Umfrage veranstaltet hat, ist der Bezirk I. Dieser Interessant ist auch die Mitteilung, daß die sogenannte offene Bezirt liegt im Innern der Stadt; zu ihm gehören z. B. die wartet Der Vorstand. Baugrube, wie in der Mohrenstraße, teurer ist, als die abgedeckte, Schulen in der Auguststraße, am Koppenplay, in der Gipsstraße, Bezirk Waidmannsluft. Sonntag, den 26. Januar, nachmittags wie in der Wallstraße. Hinter der Garnisontirche. Wir wissen, daß auch hier keine Kinder 4 Uhr findet in Waidmannsluft im Schweizerhäuschen" die Generalbon Kommerzienräten und anderen bevorzugten Mitbürgern in den versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht des Gemeindeschulen sizzen. Aber zu den ausgesprochenen Arbeiter. Vorstandes, Neuwahl desselben, Wahl der Delegierten zur Streis- Seit dem 1. Januar ist der neue Tarif in Geltung, er hat vierteln gehört dieser Stadtteil doch nicht. Wenn mal in einem generalversammlung, Stellungnahme zur Bezirkseinteilung, Vereins- schon zu vielen Unzuträglichkeiten geführt, so daß die Gesellschaft der Arbeiterviertel, wie wir sie in den Außenbezirken des Nordens angelegenheiten, Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tages fich veranlaßt gesehen hat, schon wieder eine Aenderung eintreten oder des Ostens der Stadt haben, ein Schularzt ähnliche Erordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Mitgliedsbuch zu lassen. Anstatt aber einfach zu dem früheren 5 Pfennigtarif hebungen anstellen wollte, dann würde das Ergebnis wahrschein legitimiert Der Vorstand. zurückzukehren, soll vom 1. Februar an Stelle des jezigen lich noch viel schlimmer ausfallen. Aber es ist wohl möglich, Partei- Angelegenheiten. " ipürde. leben wollen. Der neue Omnibustarif. daß selbst das dem Verein für Schulgesundheitspflege" noch fein Anlaß wäre, den Gemeindebehörden offen herauszusagen, was ihre Pflicht ist. In der Generalversammlung widmete der Vorsitzende dem Genoffen Treue, einer der ersten Gemeindevertreter am Drte, einen warmen Nachruf und wurde das Andenken an den Verstorbenen in üblicher Weise geehrt. Feuerwehrbericht. Gestern nachmittag wurde ein Anabe et- Ein schwerer Straßenbahnunfall ereignete sich am gestrigen Mitt wischt, der mutwilligerweise die Wehr alarmierte. Der Junge woch in der Berliner Straße. Dort versuchte gegen 19 Uhr morgens hatte den Feuermelder gezogen und war dann davongelaufen. ein Fräulein Minna Kraft, Uhlandstraße 94 wohnhaft, unmittelbar Automobildroschken brannten in der letzten Nacht in der Rigaer vor einem herannahenden Straßenbahnwagen der Linie B der WestNeu geplant ist eine Zweiglinie der Hochbahn Alexanderplatz- Straße vor dem Hause Nr. 15 und in der Holzmarktstraße vor lichen Berliner Vorortsbahn das Gleis zu überschreiten. Die Dame Frankfurter Allee( Mingbahn), die eine Betriebslänge von nahezu dem Hause Nr. 16. In beiden Fällen mußte die Feuerwehr kräftig wurde umgestoßen und fiel so unglücklich, daß sie unter den Vorderfünf kilometern haben wird; als Untergrundbahn soll sie bis Wasser geben, um die Flammen, die die Automobile einhüllten, zu perron vor den Schutzrahmen zu liegen kam. Die St. erlitt eine zur Kreuzung der Großen Frankfurter Straße mit der Koppenstraße löschen. In der Wusterhausener Straße 17 hatte der 5. Zug längere Wirbelsäulenquetschung und mußte nach dem Lichterfelder Krantengeführt werden und hier in einer Rampe auf der Mittelpromenade Beit mit der Löschung eines Kellerbrandes zu tun. Der 3. Bug hause übergeführt werden. emporſteigen, fodaß sie hinter der Fruchtstraße in den Hochbahn wurde nach der Oberberger Straße 37 gerufen, wo sich eine Frau Lichtenberg. hof Memeler Straße" einmündet. Die Untergrundbahn- Schreder erhängt hatte. Wiederbelebungsversuche mit Sauerstoff strede würde danach etwa 2 Kilometer lang sein und ebenso waren erfolglos. Ferner hatte die Feuerwehr noch Brände in der Yang die Hochbahnstrecke bis Die Bahn Elßholzstr. 18 und anderen Stellen zu löschen. zur Endstation. erfaßt wichtige Verkehrspunite, so bor allem den Ver= fehr vom Landsberger Tor, bom Strausberger Platz und Frankfurter Tor; der Endpunkt im Osten gestattet einen bequemen Uebergang auf die Ringbahn. Es ist dies aber nur eine Teilstrecke einer der zum Gesamtnetz der Hochbahn gehörigen Linien; denn diese Zweigbahn soll später vom Alexanderplatz nach dem Norden Wo find die Schutleute? So manche Straße ist gegenwärtig der Stadt( Stettiner Vahnhof usw.) verlängert werden. vollständig verwaist, von Schuyleuten nämlich. Wer jedoch in der Daher ist der viergleifige Bahnhof Alexanderplay so angeordnet, daß legten Beit beobachtet hat, wie an gewissen Stellen die Polizei zu die Frankfurter Gleise durch die Münzstraße( neben den Schönhauser Gleisen) fortgeführt werden können; beide würden sich an der ſammengezogen ist, der wundert sich nicht darüber, daß in den entKaiser Wilhelm- Straße unterkreuzen. Der Betrieb ist so gedacht, legenen Stadtteilen Spizbuben und fragwürdige Elemente ihre daß die von der Stammbahn im Westen kommenden Passagiere am Tätigkeit ungehindert entfalten können. Ein Abonnent unseres Alexanderplatz umsteigen und auf die Ost-( später auch auf die zweite Nord-) Linie übergehen können. „ Die Arbeiter, das Mistzeugs!", so hatte der Journalist Döring, der dem Pastorenblättchen Reich" dient, am Tage nach den Wahlrechtsdemonstrationen vom 12. Januar in öffentlichem Lokal sich geäußert. Im Vorwärts" wurde das festgenagelt, aber vergeblich haben wir bisher im Reich" nach einer Antwort gesucht, die etwa unsere Mitteilungen zu bestreiten wagte. Auch in Form einer„ Berichtigung" hat dieser Reich"-Döring sich bisher nicht geäußert. Dafür meldet sich aber jetzt der andere Döring, der Agitator des deutsch- nationalen Handlungsgehülfen- Berbandes, ben wir als einen Bruder des erstgenannten Döring bezeichnet hatten. Herr Döring von den Deutsch- Nationalen schreibt uns:" Ich erkläre Ihnen hiermit, daß ich überhaupt keinen Bruder mehr habe, und daß ich in keinerlei verwandtschaftlichem Verhältnis mit dem von Ihnen gekennzeichleidigt, daß wir ihn irrtümlich für einen Bruder des„ Reich" neten Döring stehe." Fühlt der Deutsch- Nationale sich dadurch beJournalisten gehalten haben? Nixdorf. Vorort- Nachrichten. D Genosse Brühl gab den Vorstandsbericht. Die Zahl der Wahlvereinsmitglieder betrug am Schlusse des Jahres 1830. Dabei ist zu bemerken, daß mit dem 1. Januar 1908 der Bezirk Wilhelmsberg Hohenschönhausen einen selbständigen Bezirkswahlverein bildet. Der Mitgliederbestand dieses Beziris beträgt 135. Die Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Genosse Brühl, 2. Genosse Spidermann, 1. Staffierer Genosse Linke, 2. Genoffe K. Schulz, 1. Schriftführer Genosse W. Schulz, 2. Genosse Gromandecki. Ein Antrag auf Erweiterung des Vorstandes um zwei Genossen fand einstimmige Annahme; gewählt wurden nach lebhafter Blattes berichtet uns z. B., daß, als er in der Montagnacht um die Genoffen Graf, Lewyn und Liebermann gewählt. In die ZeitungsDiskussion die Genossen Düwell und Mirus. Als Revisoren wurden 12% Uhr von der Hermannstraße kommend in die Karlsgartenstraße tommission sind die Genossen W. Schulz, Heboldt und Jaffle wiederge einbog, plötzlich an der Ecke Wissmannstraße ein Schuß fiel. Im wählt. Einstimmig wurden auch die Genossen der Lokalkommission, Anschluß hieran knüpft er die Bemerkung, daß in diesem ganzen Elias, Hennig und W. Schimpfe wiedergewählt. Zum Bildungsausschuß Biertel nachts nie ein Schußmannsposten zu sehen sei. Vor einem wurden die Genossen Großmann, Matias, Civers, Sinumermann, Jahre als in der Wissmannstraße ein Bassant ohne jede Veranlassung Eisler, Niehur, Schwabisch, Löblein, Flade, Koppenhagen und Eisenaus dem Hinterhalt erschossen wurde, sei einige Zeit ein Doppelposten städt gewählt. Als Delegierte zur Streisgeneralversammlung und zu sehen gewesen. Derselbe wurde jedoch bald wieder eingezogen. Verbandsgeneralversammlung Groß- Berlin" fungieren die Genossen Damals, so bemerkt unser Leser, war er der Auffassung, daß das Einziehen Linke, Elias, Grauer, Heine, Gliese, W. Schulz, Becker, Brühl, des Postens auf einen Mangel an Beamten zurückzuführenwar, seit dem schiedenem" besprach der Genosse Düwell die heutige politische Lage Jaffte, Kliem, Baumgarten, Liebermann und Hörnide. In Ber12. Januar habe er indes diese Auffassung nicht mehr. Wir haben und die Stellung des Proletariats zur Erreichung des gleichen, allvon jeher die Ansicht vertreten, daß anstatt ein Mangel, eher ein gemeinen Wahlrechts zum Landtag in Preußen. Ueberfluß an Polizeibeamten vorhanden ist. In dieser Auffassung find wir durch die Vorgänge in den letzten vierzehn Tagen nur bestärkt worden. Was indes zu monieren wäre, ist, daß die Polizei hat. Anstatt daß sie sich zur Pflicht machte, jedem friedlich dahin eine vollständig verkehrte Auffassung über die Art ihrer Aufgaben ziehenden Bürger an gewissen Stellen auf den Fersen zu figen und ganze Gegenden für den Verkehr zu sperren, sollte sie dafür sorgen, daß das Wohl und Wehe der Steuerzahler gewahrt wird. Der sein Recht heischende Staatsbürger erscheint der herrschenden Klaffe und der Polizei eben weit gefährlicher als der lichtscheue Dieb und Verbrecher. Friedrichsfelde. " 1500 M. geschenkt hat die Gemeindevertretung in ihrer lehlen Saus sollte abgerissen und ein Neubau aufgeführt werden, wozu Sigung dem Hausbesiber Lindner, der ein Grundstück in der Schloßstraße vis- à- vis dem Schloßpark- Eingang besitzt. Das alte die Zeichnung schon angefertigt ist. Bei einer Rüdfrage auf dem Bauamt war übersehen worden, daß die Schloßstraße sowie auch die Tresckowallee bedeutend zu verbreitern beabsichtigt ist. Herr Lindner besteht nun auf seinen Schein, die alte Baufluchtlinie einzuhalten und nicht um 5 Meter zurück zu rüden. Berhandlungen des Gemeindevorstandes mit dem Eigentümer, für die zurückgetretenen 5 Meter im Hof 8 Meter Bebauungsfläche mehr zu gewähren, blieben erfolglos. Der Herr verlangte in feiner Bescheidenheit noch 1500 M. Barentschädigung; außerdem bleiben die zurückgetretenen 5 Meter fein Eigentum. Ueber die Benutzung von Bahnhofsbroschten macht der Polizeipräsident folgendes bekannt: Nachdem ich auf den hiesigen Bahnhöfen besondere Standpläße für Kraftdroschken habe einrichten laffen, bringe ich zur öffentlichen Kenntnis, daß in Gemäßheit des §78 Absatz 2 der Droschtenordnung vom 16. Februar 1905 die zum Gebrauch auf den Bahnhöfen bestimmten Marken der Kraftdroschten zwar die jetzt allgemein für Fahrpreisanzeigerdroschken Das hiesige Gewerkschaftskartell hielt am Sonntag bei Hoppe vorgeschriebene Form behalten, daß ihre Farbe aber weiß( Weiß- eine Delegiertenversammlung ab. Genosse Schultz, der den Tätigmetall, vernickeltes Metall und dergleichen) sein soll. Die Marken feitsbericht gab, berichtete auch über den Verlauf der Verhandlungen der Kraftdroschten mit elektrischem Antriebe haben neben der über den Anschluß des Kartells an die Berliner GewerkschaftsEine besonders lange Debatte rief die Beschlußfassung über Droschkennummer noch den Buchstaben E zu führen. kommission, die mit Ausschußmitgliedern beider Korporationen statt ein Ortsstatut zur Anstellung eines befoldeten Schöffen hervor. Die Die Marken müssen den bei meinem Verkehrskommissariat gefunden haben. Er wies darauf hin, daß die Frage der Ver- Amtszeit des langjährigen Schöffen Ulrich ist zu Ende. Eine ausliegenden Mustern genau entsprechen. Die Bahnhofswachen schmelzung schon des österen in den Sigungen des Startells erörtert Wiederwahl stieß auf heftigen Widerstand. Die Neuwahl wurde haben Anweisung erhalten, Kraftdroschten, deren Marken diesen worden ist, man habe sich aber bisher nicht entschließen können, im Dezember vorigen Jahres ausgeschrieben. Die Vertreter aus Die Vertreter des Mustern nicht entsprechen, von den Bahnhofsstandplägen fortzu- die Selbständigkeit aufzugeben. Aus dem Ortsteil Friedrichsfelde wollten einen Mann mit„ steifem" weifen. schusses haben dessenungeachtet bei den Versammlungen fich Rüdgrat als unbefoldeten Schöffen in den Gemeindevorstand für die Verschmelzung erklärt und sich verpflichtet, ihrer Er- wählen. Vom Ortsteil Karlshorst wurde gewünscht, einen be Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Die Jahres- lärung gemäß zu wirken. Redner empfahl dann namens des Aus- foldeten Schöffen anzustellen. Der Gemeindevorsteher nahm diesen Generalversammlung fand am 19. Januar 1908 in den schusses den Anschluß an die Berliner Gewerkschaftskommission. Plan freudig auf, trotzdem er 6 Monate vorher erflirt batte, er Musiker- Festsälen", Kaiser- Wilhelm- Straße, statt. Vor Eintritt Nachdem einige Nedner für die Verschmelzung bezw. Anschluß ein- dente auf längere Zeit nicht an einen besoldeten Schöffen. Als in die Tagesordnung wurde der im Laufe des Jahres verstorbenen getreten waren, wurde der Vorschlag des Ausschusses einstimmig auf diesen Widerspruch hingewiesen wurde, erklärte er, nicht zurüd Sangesbrüder, durch Erheben von den Plätzen ehrend gedacht. angenommen. Des weiteren beschäftigte sich die Sigung mit weisen zu können, was ihm auf dem Präsentierteller entgegengebracht Der Vorsitzende erläuterte sodann den gedruckt vorliegenden Ge- den Vorarbeiten zu den Gewerbes sowie Kaufmannsgerichtswahlen, würde. Bei der Beratung im Plenum betonte der Gemeindeschäftsbericht. Hiernach betrug die Anzahl der Vereine 210( gegen ebenso nahm man Stellung zu den Protestversammlungen gegen vorsteher, daß, falls Ablehnung erfolge, die Gemeindevertretung die 201 in 1906), die Anzahl der Mitglieder 5638( 1906: 5177). Die den Reichsvereinsgefegentwurf. Die Wahlen zum Kaufmanns- Schuld trage, wenn die Gemeindeverwaltung ins Stoden geriete. lebungsstunden waren im Durchschnitt besucht von 919 Sängern gericht finden dem Vernehmen nach am 28. Februar statt, die Es fanden sich hierauf auch 13 Stimmen inklusive den Gemeinde( 1906: 786). In Berlin sind dem Bunde 109 Vereine angeschlossen, Gewerbegerichtswahlen am 8. März. Der Obmann des Kartells, vorsteher, die die Gemeidneverwaltung vor einem Stillstand welche im Durchschnitt 27 Mitglieder aufweisen( 1906: 126 Ber- Heinrich Schulz, wohnt jetzt Innstr. 9 I. retteten und die Anstellung beschlossen. Das Gehalt wurde auf cine 24 Mitglieder). Anschließend hieran berichtete der Vor4500 M. ftergend bis 5700. festgesetzt. Zur diesjährigen Ges sitzende über die Tätigkeit des Vorstandes und erinnerte besonders Charlottenburg. meindebertreterwahl sind Neueinteilungen der Wahlbezirke erfolgt. an die mühevolle Arbeit, welche erwächst aus dem seinerzeit vom Von einem Zuhälter niedergeschlagen wurde der Kutscher Der Kreisausschuß hat auf Anrufen des Gemeindevorstandes beAusschuß angenommenen Antrag, die Vereinigung fleiner Vereine Kretschmann aus der Erasmusstraße. K. hatte gegen 10 Uhr abends schlossen, die 18 Gemeindevertretermandate dergestalt zu verteilen, zu größeren Chören herbeizuführen". Er bedauerte das Bestehen seine Dienststelle verlassen und passterte, auf dem Wege nach feiner daß auf Friedrichsfelde 8 Vertreter und auf Karlshorst 10 Berso vieler kleiner Vereine besonders in den Arbeitervierteln, und Wohnung begriffen, die Dovebride, als er dort von einem Mädchen treter entfallen. Hierbei zeigte sich die Juristerei, indem die Vers find es auch meistens diese, welche der Vereinigung, oft aus den angesprochen wurde. Der Kutscher gab eine ablehnende Antwort antwortung dieses Beschlusses dem Kreisausschuß aufgeladen wurde, nichtigsten Gründen, die größten Schwierigkeiten entgegenbrächten. und ging ruhig seines Weges weiter. In demselben Augenblic trotzdem nach der Landgemeindeordnung dem Gemeindevorstand Ein entschiedenes Vorgehen des Bundes jei in dieser Frage ge- sprang ein junger Mensch auf den nichts Ahnenden und versetzte die betreffende Verteilung zusteht. boten, fchon aus dem Grunde, um einer größeren Leistungsfähigkeit ihm mit einem Schlagring mehrere so wuchtige Schläge auf den desselben, infolge der erhöhten Anforderungen an den Bund, die Kopf, daß der Ueberfallene zusammenbrach. Dann ergriff der Täter Wege zu ebnen, wozu aber in erster Linie die größeren Chöre be- die Flucht und enttam. Passanten, die den St. bewußtlos auf der rufen feien. Brüde liegend fanden, brachten ihn nach der Unfallstation in der Berliner Straße 48a, wo dem Verletzten, der mehrere flaffende Kopfwunden erlitten hatte, ein Notverband angelegt wurde. Köpenick. In der ersten Stadtverordnetenfibung in diesem Jahre fand zunächst die Einführung der wiedergewählten Stadträte Jenne und Es wurde den Vereinen empfohlen, sobald ihre Mitwirkung Willnow statt. Es folgte dann die Konstituierung der Versanımbei anderen Störperschaften gewünscht wird, bei Aufstellung der lung; zum Vorsteher wurde Dr. Herrmann, als dessen Stellvertreter Programme darauf zu achten, daß der Gefang auch die ihm zuEine Protestversammlung der Gastwirtsvereine Charlottenburgs Betde und zum Schriftführer Gimmborn gewählt. Unsere Genossen tommende Stelle findet, um wirkungsvoll zu Gehör gebracht werden nahm am Dienstag im Kaiser- Friedrich- Zelt, Berliner Straße, find in folgenden Kommiffionen vertreten: Bautomutiſſion: Liec zu können. Der erste Kassierer erläuterte hierauf den ebenfalls Stellung gegen die vom Magistrat geplante Einführung einer Schant und Israel, Straßenbahnkommission: Stippekohl und Nieke, gedruckt vorliegenden Kassenbericht. Dieser schließt ab in Ein- erlaubnissteuer in Charlottenburg. Die Referenten Rau und Straßenbaukommission: Nicke und Gabriel, Staffenfuratorium: nahme mit 7880,67 W.( 1906: 6477,18 M.), in Ausgabe mit Dr. Schoeps führten aus, der schon jetzt mit Steuern schwer be- Tauchert und Nicht, Armenkommiſſion: Zeidler, Kiehl und Hein, 5515,37 9.( 1906: 5409,69 M.), fo daß ein Bestand verbleibt von lastete Gastwirtestand würde durch die neue Steuer dem Ruin ent- Forstkonimission: Tauchert, Zeidler und Nieke, Waffer-, Elektrizi 2365,30 M.( 1906: 1067,49 M.). Die Vorstandswahlen ergaben: gegengeführt werden; außerdem sei eine Schanktonzessionssteuer täts- und Stanalisationskommission: Nieke und Tauchert, Geſund= fihender: Herm. Bartel( Männerchor 1905); 1. Staffierer: Aug. verordneten Dr. 8 ander und Gebert erklärten sich entschieden kommission: Woid, Lier und Herbst, Kuratorium der Fortbildungs1. Vorsitzender: Jul. Meyer( Kreuzberger Harmonie); 2. Vor- ungefeßlich, weil sie der Gewerbeordnung widerspreche. Die Stadt- heitskommission: Woick und Herbst, Gaswerkekommission: Hein und Gabriel, Etatsausschuß: Herbst und Lier, Krankenhaus- Balt= Seifrit( Kreuzberger Harmonie); 2. Staffierer: Emil Karg( Union); gegen die Steuer. Einstimmig gelangte eine Resolution zur Anschule: Woid, Sparkasse: Woid, Ausschuß für Beamtenansprüche: 1. Schriftführer: War Siggeltow( Typographia); 2. Schriftführer: nahme, in der die Versammelten die von der Stadt Charlottenburg Serbst und Israel und Steuerausschuß: Hein. Außerdem wurde Otto Müller( Morgengrauen). Einen breiten Raum in den Ver- geplante Einführung einer Schankerlaubnissteuer entschieden ver in die zum 1. April neuzubildende Schulkommission, in welcher handlungen nahm die Beratung des Statutenentwurfes des urteilen. Deutschen Arbeiter- Sängerbundes" ein. Der Entwurf hatte in unsere Genossen bisher nicht vertreten waren, der Genosse Woid feinem§ 19 für jeden Sänger einen jährlichen Beitrag von 40 f. Die Zahlstelle Charlottenburg des Deutschen Holzarbeiter- Ber- geivählt. Dem Etat des Gasiperks, welcher in Einnahme und festgefekt, welches einer Erhöhung des Berliner Bundesbeitrages bandes wählte in der gut besuchten Generalversammlung die gesamten Ausgabe auf 372 581,68 M. und dem Etat der Straßenbahn, welcher von 100 Broz. gleichfam. Hiergegen insbesondere hatte sich der bisherigen Mitglieder der Ortsverwaltung wieder. In die Werkstatt in Ginnahme und Ausgabe auf 316 200 M. festgesetzt ist, wurde die Ausschuß im Interesse der einzelnen Vereine gewandt und zweds Kontrollommiffion wurden die Kollegen Paul Müller, Tews, Körner, Zustimmung erteilt. Eine Ueberschreitung der Ausgaben von anderweiter Vorschläge eine fiebengliedrige Kommission mit der Fürschke, Liebig, Weinberg, Langisch, Storch und Eckmann gewählt. 1113 294,94 M., welche sich beim Bau und der Einrichtung der Durchberatung des Statuts, unter Berücksichtigung der Verhältnisse Nach längerer Diskussion über den bevorstehenden Gautag wurden Kanalisation, des Wasserwerts, der Regenentwässerung und des des„ Berliner Arbeiter- Sängerbundes", beauftragt. Diese Kom- die Kollegen Thunad und Storch als Delegierte zum Gautag ernannt. Elektrizitätswerts ergab, wurde, nachdem die Kommission schriftlich mission erstattete Bericht und gelangten die von derselben be- Wilmersdorf. die Notwendigkeit der Ueberschreitung begründet und im einzelnen antragten Aenderungen des Statutenentwurfes durchgehends zur nachgewiesen hatte, ohne Debatte die Genehmigung erteilt. Annahme. Danach soll nunmehr auf der Pfingsten 1908 in Köln In der gutbesuchten Generalversammlung des Wahlvereins erGrünan. flattfindenden Generalversammlung des Deutschen Arbeiter- stattete Genosse Kiefer den Jahresbericht des Vorstandes. Laut Sängerbundes" feitens der Berliner Delegierten dahin gestrebt diesem fanden statt 9 öffentliche und 9 Mitgliederversammlungen, werden, daß die bestehende lose Bentralisation, wie sie die bereits 4 Landagitationstouren sowie 11 engere und 21 erweiterte Borstands bestehende„ Liedergemeinschaft der Arbeiter- Sängerbünde Deutsch- sigungen. Bei den stattgefundenen 10 Flugblatt- und 7 Handzettel lands" aufweist, beibehalten wird; von einer montlich erscheinenden verbreitungen ist die Beteiligung der Genossen oft eine ungenügende Sängerzeitung foll in Anbetracht des Kostenpunktes abgesehen gewefen. Die Bibliothek konnte im abgelaufenen Jahre wesentlich werden; die Anstellung eines befoldeten Sekretärs wird be- erweitert werden, es ist somit den Mitgliedern eine regere Benutzung Reinickendorf. fürwortet; die Errichtung eines Liederverlages wird gutgeheißen; derselben dringend zu empfehlen. In der bekannten Totschlagsaffäre ist zu berichten, daß vorgestern der pro Jahr und Sänger zu leistende Beitrag wird auf 5 Pf. Der Kaffenbericht vom vierten Duartal, den Genosse Goddäus festgesetzt. Ein Antrag, eine Urabstimmung darüber herbei gab, weist eine Gesamteinnahme von 636,27 2. und eine Ausgabe die Obduktion der Leiche des erschlagenen Eishändlers R. Köppen zuführen, ob die Vereine resp. Mitglieder gewillt sind, für eine von 659,30 M. auf. An die Zentralfasse wurden 424,18 M. ab- aus der amendestraße im Beisein einer Gerichtskommission durch dia Zentralisation der Arbeiter- Sängerbünde einzutreten", wird ab- geführt. Der Speditionsbericht, der die Zeit vom 1. No- Medizinalräte Dr. Pfleger und Dr. Marg stattfand. gelehnt. erhaltenen Schläge und Verwundungen eingetreten ist. In Die Abstimmung über das Statut in der von der bember 1906 bis 31. Dezember 1907 umfaßt, schließt mit Todesursache wurde Gehirnverblutung festgestellt, die infolge der Berliner fiebengliedrigen Kommission beantragten Fassung ergab einer Gesamteinnahme von 15 716,58., ciner, Ausgabe von Reinidendorf und im Norden Berlins haben in diesen Tagen umdie Annahme desselben. Eine Beschwerde des Vereins Freiheit" 15 664,48 2. ab." Vorwärts" abonnenten sind zur Beit 914. Der fangreiche Recherchen und Vernehmungen über die an der ver( Brandenburg a. 5.) wegen nicht erfolgter Aufnahme wurde auf Mitgliederbestand am 31. Dezember 1907 ist 442. Die Neuvaht hängnisvollen Statpartie, bei der S. die tödlichen Schläge erhielt, Vorschlag des Vorstandes dem Ausschuß zur Erledigung über- des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Erster Vorsitzender wiesen; ebenso ein Antrag, das Provinzial- Sängerfest in Lucken- Jonny Hinrich fen; zweiter N. Krüger; Kassierer N. God beteiligten Personen stattgefunden. walde abzuhalten". däus; Schriftführer Karl Hilbig; Beisiger H. Nickler; Revisoren G. Greß, Hermann Behrend, S. Eyner und Seugengesuch. Perfonen, welche gesehen, wie am Freitag, den Bosselt; Bibliothefare Sim o leit und grant; Lokalfommission 17. Januar, ein durch die Oppelner beziv. Falckensteinstraße kommender Flor, Schäfer und Wichert; Abteilungsführer Henning, Wann von einem Hunde attackiert wurde, diesen schlug und deshalb Beyer. Kühn und Nillert; Bezirksführer Kiefer, Horst, mit den Besitzer des Hundes zusammengeriet und schließlich von Jäckel, Krüger, Stolzenburg, Lüders, Knoll, Tuckermann, Budschat, einem Schußmann fiftiert wurde, werden um Abgabe ihrer Adresse Antonius, v. Hagen, Vienstängel, Nenner, Beszat, Tempelhagen und gebeten an H. Klaede, Faldensteinftr. 87. Michaelis. Die Gemeindewählerlisten liegen, nachdem unsere Genossen den Gemeindevorsteher mehrmals schriftlich ersucht haben, nun auch am Sonntag, 26. Januar, nachmittags von 9-10 1hr im Gemeindebureau zur Einsichtnahme aus. Ms In der Generalversammlung des Wahlvereins gedachte Genosse Ohl vor Eintritt in die Tagesordnung in beredten 28orten des so plöglich berstorbenen Genossen Schilling. Er hob die Verdienste Schillings nicht nur unter dem Sozialistengesetz sondern auch in feiner 16jährigen Tätigkeit als Gemeindevertreter hervor. Die Versanmelten ehrten das Andenken des Verstorbenen in üblicher Weise. Hierauf erstattete Genosse Potarzite den Bericht des Vorstandes. Die Mitgliederzahl beträgt gegenwärtig 338. Der Kassenbericht weist eine Einnahme von 780,60. und eine Ausgabe von 657,45 M.| Bolen an. Gin Redner schlug bor, den Beamten zu entfernen. Amsterdam", die außer einem Teil der Mannschaft ungefähr zwanzig auf. Die Neuwahl des Vorstandes ergab die Wahl folgender Ge- Die Polizeiberwaltung stellte Strafantrag wegen Beleidigung. Nach Reifende beherbergen sollen, find bisher nicht aufgefunden worden. nossen: Botarzile, 1., Bahr, 2. Vorsitzender; Fischer, Kaffierer; Bruns, den Aussagen der Angeklagten übe die Polizei scharfe Aufsicht über Bor der Mündung des Nieuwe Waterweg anfert eine ganze Flotte Schriftführer; R. Schmidt, Beisiger. Zu Bezirksführern wurden gewählt den Polenverein. Sie soll das Tragen von Vereinsmüşen verboten für den 1. Bezirk Klingberg, 2. W. Grothe, 3. Röder, 4. Glamann, und den Vereinsschrank untersucht haben. Der Verteidiger be- bon Fahrzeugen, die wegen des dichten Nebels nicht auszulaufen 5. Schülf und 6. Gerschwik. Als Revisoren wurden Theil, Demelt zweifelte in der Berufungsverhandlung vor der Strafkammer in wagen. Es ist möglich, daß die Insassen der Schaluppen von einem Schiffe a und Hund, in die Lokalkommission Demelt und Henschel, in die Bochum, daß der Verein ein politischer sei. Die Straffammer dieser Schiffe aufgenommen worden sind. Um Gewißheit zu erZeitungstommiffion Hammer und Schneider gewählt. Als Delegierte zählte ihn aber zu den politischen Vereinen und verurteilte Franz langen, ist ein Schleppdampfer in See gegangen. für die Generalversammlung des Kreises und Groß- Berlin wurden und Stanislaus 8mysloni wegen öffentlicher Beleidigung zu 10 Heftige Waldbrände sind, wie aus einer Meldung aus Me IFellwok und Monkowsky gewählt. Hierauf wurde erwähnt, daß und 30 M., Reja zu 60 M. In der Urteilsbegründung warf der einige Lehrer an Schulkinder Fragen stellen, ob der Vater Sozial- Vorsißende den Polen Fanatismus, unerhörte Urteilslosigkeit und bourne hervorgeht, in verschiedenen Teilen von Vittoria auss Eine Menge von Pflanzerwohnungen sind niederdemokrat oder Abonnent des Vorwärts" sei. Mit Recht wurde Verblendung vor. Ihr Bergehen richte sich gegen den preußischen gebrochen. betont, daß solche Fragen zu stellen nicht zu den Aufgaben eines Staat, welcher fie aus halbasiatischen Menschen emporgehoben habe. gebrannt. Der Schaden ist bedeutend. Ein gleichfalls aus MelLehrers gehören. Der Vorsigende forderte die Genossen noch auf, Statt diesem Staate dankbar zu sein, würden die Polenmassen ver- bourne lautendes Telegramm berichtet, daß infolge Higschlages dort über hundert Personen gestorben sind. recht rege Einsicht in die Wählerliste zu nehmen, da Reinickendorf- führt, sich gegen die preußische Verwaltung aufzulehnen. Best drei Gemeindevertreter in der britten Klasse zu wählen habe. daß nur die Sozialdemokratie die Interessen aller Arbeiter, auch der Siena gestern vormittag 10 Uhr 3 Min. in der dortigen Gegend Wann werden die armen Polen zu der Erkenntnis fommen, Ein wellenförmiges Erdbeben wurde nach einer Meldung aus Französisch- Buchholz. polnischen, wahrnimmt. verspürt. 11 P 73 Zeilnehmer eines Reichenauges verurteilt. Eingegangene Druckschriften. Neber die Aufgaben der Gemeinde referierte am Sonntag, den 19. Januar, Genosse Karl Leid Berlin in einer gut besuchten öffentlichen Versammlung im Lokal von Kähne. In eingehender In Pareh unweit Magdeburg wurde am 8. November 1906 Weife legte der Redner bie Notwendigkeit der Beteiligung an der der Schiffer Paul Rothe beerdigt unter Teilnahme einer Anzahl Fachblatt für Holzarbeiter. Heft 1 des dritten Jahrgangs, Januar Gemeindewahl sowie die Aufgaben dar, die einem Arbeitervertreter Vereine, die ihre Fahnen im Zuge mitführten. Die Spike des 1908. Herausgegeben von Deutschen Holzarbeiter- Berband, Stuttgart. im Gemeindeparlament erwachsen. Die erwerbstätige Bevölkerung Buges bildete cin Musikkorps. Den Sarg schmüdte ein Strang mit L'Action Syndicaliste von Viktor Griffuclhes. 68 Seiten. hat wichtige Interessen auch auf dem Gebiete der Gemeindepolitit einer weißen und einer roten Schleife. Diese lektere stach der Erschienen als Band 2, 3 und 4 der„ Bibliothèque du Mouvement und kann die Vertretung dieser proletarischen Interessen nicht den Polizei so ins Auge, daß sie sie auf dem Wege zum Friedhofe ent- Socialisto" im Berlag von Marcel Rivière, Paris, 30 Ruc Jacob. Preis bürgerlichen Vertretern überlassen, fie muß diese Vertretung selbst fernte. Aber damit war die Sache noch nicht erledigt. Gegen die pro Bändchen 60 Cts. ausüben. Um aber Erfolg zu erzielen bei den im März statt- Teilnehmer an dem Reichenbegängnis wurde Anklage wegen Be- Stöder. Monatlich 1 Heft, Einzelnummer 50 Pf., jährlich 5 M. Berlag Die neue Generation" Nr. 1. Herausgeberin Dr. phil. Helene findenden Gemeindewahlen, ist eine gute Vorbereitung dieser teiligung an einem nicht genehmigten öffentlichen Aufzuge erhoben Desterheld u. Co., Berlin W. 15. Wahlen notwendig. Und bazu gehört die Einsichtnahme und das Schöffengericht in Genthin verurteilte im Mai v. J. nicht Die Herzkrankheiten. Ursachen, Entstehen, Erkennen, Formen, Bes int die Wählerliste, die bis zum 30. Januar aus- weniger wie 73 Teilnehmer wegen dieser Straftat zu je brei Mark handlung. Von Dr. med. Walfer. Preis 1,50 M. Berlag Edmund Demme, liegt. In der Diskussion sprachen einige Genoffen Geldstrafe! Die 73 Aufzügler legten Berufung ein. Diese wurde Leipzig. im Sinne des Referenten, Gegner meldeten sich nicht zum Wort, am Montag vom Langericht Magdeburg verworfen. Das Gericht obivohl solche anwesend waren und früher stets das Wort nahmen. nahm als erwiesen an, daß ein öffentlicher Aufzug stattgefunden Einer Anregung des Referenten folgend, beschloß die Versammlung, habe. Wenn es die Aufgabe der Gerichte sein soll, die Widerbeim Gemeindevorstand zu beantragen, die im März stattfindende finnigkeit alter Vereinsrechtsbestimmungen zu demonstrieren, so to Wahl auf einen Sonntag festzusetzen, eventuell die Wahlzeit bis erfüllen sie ihre Aufgabe trefflich. abends 9 Uhr auszudehnen, damit es den Gemeindewählern möglich ist, ihr Wahlrecht auszuüben ohne Verlust an Beit und Geld. Hum Schluß forderte der Vorsitzende noch zum Anschluß an die politische Organisation und zum Lefen der Arbeiterpreſſe, des„ Vorwärts", auf. emanan Vermischtes. 091400 Gerichts- Zeitung. Berfuchter Totschlag. " Arbeiterrifilo. Wie uns aus Essen a. d. R. gemeldet wird, wurden auf der Zeche Prinz Regent" bei Weitmar zwei Steiger durch Grubengase betäubt. Der Steiger Timmel starb an den Folgen der Vergiftung, der andere Steiger founte am Beben erhalten werden. Auf der Zeche Rheinpreußen" brach das Schwungrad einer elektrischen Kraftmaschine. Durch ein Stück des Nabes wurde der Arbeiter Hochwahr getötet. Aus Natur und Geisteswelt. Bd. 191. Technische Hochschulen Bon Professor Siegmund Müller. Band 185. in Nordamerika. Shakespeare und seine Zeit. Bon Profeffor Dr. Ernst Sieper. Bd. 168. Grundlagen der Elektrotechnik. Von Dr. Rudolf Blochmann. Seber einzelne Band geh. 1 M., geb. 1,25 M. Verlag: B. G. Teubner in Leipzig. Der Freiheitskampf an der Marburger Universität. Bon Siegfr. Restriepke. 24 Sciten. Bavaria- Verlag in München. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. Heute abend 9%, Uhr Rosenthaler Straße 57. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr schwach, Geschäft still, Preise unverändert. Wild: Bufuhr genügend, Geschäft etwas lebhafter, Breise behauptet. Geflügel: Zufuhr knapp, in russischen Gänsen genügend, Geschäft ruhig, Breise hod.& if che: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. Butter und Stase: Zufuhr in Butter nicht genügend, Geschäft ruhig, Preise für Butter ansichend. Gemüse, Dbst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, richtet wird, von der dortigen Straffammer zu vier Jahren Gefängnis und fünf Jahren Ehrverluft bei Anrechnung von einem Monat Untersuchungshaft verurteilt. Seine Begleiterin, eine mehrfach bestrafte Person, erhielt zwei Jahre Gefängnis. Eine Frau Stationen aus Mannheim, die einen Teil des gestohlenen Geldes verborgen hatte, erhielt wegen Begünstigung vier Monate Gefängnis. Das Geld war bis auf 1000 m. beigebracht worden. Barometer. Witterungsübersicht vom 22. Januar 1908. fland mm Bind richtung Windstarke Better Stoinembe. 769 28NAS 5 bedeďt 778 NS 4 bededt Temp. n. 6. 8.99 4 Stationen Gegen den 27jährigen Arbeiter Otto Kunze verhandelte gestern das Schwurgericht des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsrats Hellwig wegen versuchten Totschlags, begangen an der Der ungetreue Kassenbote. Der Kaffenbote Staubenmeier, der Proffituierten Faltenhain. Im Sommer v. J. lernte der Angeflagte, dem von allen Seiten ein gutes Zeugnis ausgestellt wird, der Straßburger Steuerbehörde im September vorigen Jahres Geschäft schleppend, Preise teilweise verändert. die unter fittenpolizeilicher Kontrolle ſtehende Witwe Fallenbain 60 000 9. unterschlagen hatte und in der Schweiz fest- 1018 tennen. Der junge Mann, der bisher sehr zurüdgezogen gelebt genommen worden war, wurde, wie aus Straßburg behatte, wollte die F. heiraten und versuchte es auf alle mögliche Weise, fie von ihrem Lebenswandel abzubringen. Die Faltenhain ging scheinbar auch darauf ein, trieb sich aber ohne Wissen des Angetlagten troßdem nachts auf der Straße umher. Zugleich aber nutzte sie auch den„ verliebten Narren", wie sie den Angeklagten nannte, nach Möglichkeit aus. Kunze bezahlte mehrere Monate die Wohnung der F., sorgte für deren ganzen Lebensunterhalt und gab schließlich auch seinen einzigen guten Anzug her, als sich die F. in Geldverlegenheit befand. Als der Angeklagte eines Tages er- find, einer dortigen Meldung zufolge, borgestern nachmittag beim Franfi.a.m. 778 ND Mitten aus dem Leben gerissen. In Straßburg i. Elf. Hamburg 775 Berlin fuhr, daß seine Bemühungen und seine Opfer ganz umsonst waren, Schlittschuhlaufen auf einem Kanal der Leutnant Straub vom München 778 S badte ihn die Verzweiflung. Er kaufte sich einen Revolver und lauterte der F. in der Nacht zum 5. November v. J. in der Denne- 19. Pionier- Bataillon und Fräulein Hille, die Tochter eines bortigen ten wigstraße auf, um erft fie und bann fich selbst zu töten. Aus einem Arztes, eingebrochen und ertrunken. Hausflur heraus gab R. einen Revolverschuß auf die Undankbare ab, der fie in den Rüden traf und die Lunge durchbohrte. Seine Absicht, sich selbst zu töten miglang, da der Revolver versagte. Vor Gericht war der Angeklagte, der nach dem Gutachten des Medizinalrats Dr. Hoffmann ein nervöser und geistig minderwertiger Mensch ist, in vollem Umfange geständig. Das Gericht erkannte dem auf versuchten Totschlag unter Zubilligung mildernder Umstände lautenden Wahrspruch der Geschworenen gemäß auf 8 Monate Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten der erlittenen Untersuchungshaft. www Gegen Polen. Eine menschliche Hyäne. Einer Meldung aus Kronstadt zu folge wurde in Reen der Totengräber berhaftet, weil er feit langen Jahren nachts die Gräber geöffnet und den Leichen Kleider und Schmudgegenstände raubte. Schiffszusammenstoß. Der Dampfer, Amsterdam" der Linie Hartvich stieß, wie eine Meldung aus Amsterdam besagt, gestern vormittag bei Nieuwe Waterweg mit einem unbekannten Dampfer zusammen und erhielt am Borderdeck ein Leck. Die Passagiere wurden von einem Dampfer des Rotterdamschen Lloyd gelandet. 3bcdedt Barometer stand mm Ind richtung Windflärfe Beller 2'wollen! Haparanda 756 N 0 Petersburg 743 WNW 2Schnee -1 Scilly 769 SSD -6berdeen -3 Baris bcdcdt 769 23923 1 heiter Zemp. n. Llook pern 2 wolfen! 2 Nebel 774 DSD 2 voltenl-3 775 3 1 wollig Wetterprognose für Donnnerstag, den 23. Januar 1908. Ein wenig wärmer, ziemli trübe und nebelig bei mäßigen westlichen Binden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner etterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Bafferstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Nach einer Meldung aus Hoek van Holland erfolgte der et fel, Thorn Busammenstoß bei dichtem Nebel mit dem englischen Dampfer Ar. Dder, Ratibor minster", der nach New York bestimmt war und gleichfalls Befchädigungen erlitt. Das Wattenscheider Schöffengericht hatte die Polen Franz und Stanislaus Zmysloni von der Anklage der Beleidigung der Battenscheider Polizeiberwaltung unter Bubilligung des Schutzes des $ 193 St.-G.-B. freigesprochen, dagegen den Polen Reja zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Die Angeklagten hatten in einer Versammlung des St. Josephs- Polenvereins au Wattenscheid, welche der Polizeifergeant Banasch beaufsichtigte, die Stellung der Polen im Westen zu der Polizei besprochen. Es wurde ausgeführt, die Unterdrückung der Bolen geschehe durch die Schikanen der Polizei. Diese wolle mit allen Mitteln den Polen die Religion rauben und sie schließlich zu Sozialdemokraten machen. Der Beamte habe Hoek van Holland, 22. Januar. Die von dem Rettungsdampfer fein Recht zur Ueberivadjung der Versammlung. Er schwärze die und dem Dampfer Wodan" gesuchten Schaluppen des Dampfers 〃 Dem Amsterdamer Handelsblad" zufolge gingen der Rettungsdampfer und der Dampfer Wodan" in See, um 2 Schaluppen der " Amsterdam" zu suchen, die noch nicht geborgen find. Sie waren abgetrieben worden, nachdem sie Paffagiere des led gewordenen Schiffes auf einen anderen Dampfer gebracht hatten. " Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Nee, Bordanmı Ibe, Leitmerig Dresden Barby Magdeburg Wafferstand Saale, Grochlik am feit 21. 1. 20.1. cm cm ¹) 3503)+16 ant feit 21. 1. 20.1. cm cm') 164 4-8 2043) 2243) -1 2 Havel, Spandau) Rathenow2) 110 4-5 152 1483)-6 148 Spree, Spremberg) Beeskow 122 153 2783) O eser, Münden -27 189 90%) +7 +6 674) 3 Minden 52 Rhein, Marimiliansau 2 --22 Kaub Köln 92 1005) 30 65 2) Unterpegel. 3) Eisstand. -138 12 Redar, Heilbronn ain, Wertheim + 17osel, Trier 138 116 20 Fall. *) Fast eisfrei. )+ bedeutet Buchs, 4) Eisfrei. Stiller's großer Inventur- Verkauf Nach beendeter Inventur stellt die Firma Stiller grössere Posten modernsfer Damen-, Herren- und Kinder- Stiefel in fadelloser Ausführung und Qualität zu aussergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf. 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Januar, abends 8 the, bei Ballschmieder, Badstraße Nr. 16: Volksversammlung. Tages- Ordnung: Der Kampf ums freie Wahlrecht in Prenßen. Referentin: Genoffin Klara Zetkin- Stuttgart. Wir erfuchen die Parteigenoffen, ihre Frauen auf die Wichtigkeit der Versammlung für das weibliche Proletariat aufmerksam zu machen. Fliesenleger. Hülfsarbeiter Berlins. Freitag, den 24. Januar 1908, abends 8 Uhr, im Neuen Klubhause", Kommandantenstraße 72: Oeffentl. Versammlung 282/3 Zages Ordnung: Stellungnahme zu der angedrohten Lohnreduzierung seitens der Fliesengeschäfte. Unbedingtes Erscheinen sämtlicher Fliesenleger und Hülfsarbeiter Berlins erwartet Die Tarifkommission. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. Filiale Groß- Berlin. Mittwoch, den 29. Januar 1908, pünktlich 8%, Uhr, im Königstadt Kafino", Holzmarktstr. 72: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Berwaltungs- und Kaffenbericht für 1907. Wutty und Hoffmann. Referenten: Kollegen 2. Reumahlen: a) der Drtsverwaltung, b) der Revisoren, o) der Delegierten zur Gewertschaftsfommission. 3. Einrichtung eines Gaues Groß- Berlin. 4. Anstellung eines Beamten. 5. Antrag auf Ausschluß von Mitgliedern aus der Sektion 3. C. G. A. 6. Ergänzungswahlen zur Agitationstommission. Nur das Mitgliedsbuch legitimiert zum Eintritt! 282/* 11121 Die Ortsverwaltung. Achtung! Töpfer. Bezirk Köpenick, Friedrichshagen, and one o lisada Adlershof und Glienicke. Sonntag, den 26. Januar, vorm. 9 Uhr, in Köpenid, Restaurant Zippau( Weißer Schwan'), Müggelheimer Straße 52: Besprechung sehr wichtiger Angelegenheiten. 4 Erscheinen aller notwendig. 282/1 zu Versammlungen und neue Säle armin- Hallen ( bis 1000 Berfonen faffenb). Kommandantenftr. 58/59. Fernsbrecher Amt IV, 10155. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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