Nr. 23. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. Boste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz B Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 fg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weiters Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg.. jedes weitere Wort 5 Big. Werte über 15 Buchstaben zählen für zwei Morte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Vom Wettrüften. Dienstag, den 28. Januar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. die nachstehende Tabelle. Sie gibt die prozentualen Go führte Dr. Barth vor kurzer Zeit in einer Versammlung anteile der verschiedenen Nationen an der Gesamt- in Magdeburg aus: tonnage der acht größten Seemächte wieder. Nation England. Frankreich Amerika 1900 1907 1910 1915 38,7 40,3 37,7 34,0 17,1 14,3 12,6 11,3 Rußland 11,3 4,6 6,2 6,5 10,2 13,7 13,7 14,2 Deutschland 7,9 10,6 11,5 14,6 6,6 5,4 6,4 5,3 5,6 8,4 9,5 10,9 Desterreich- Ungarn 2,6 2,7 2,4 3,2 Italien Japan Es tann gar nicht geleugnet werden, daß gerade DeutschIand das Ddium auf sich zu nehmen hat, mehrfach den Anstoß zu einer außerordentlichen Verschärfung des Wettrüstens gegeben zu haben. Wir erinnern nur an das Flottengeset bon 1900, nach welchem die deutsche Marine an Schlacht- und Aufklärungsschiffen 38 Linienschiffe, 14 große Streuzer und 38 fleine Kreuzer zählen sollte. Gleich nachdem diese Fünfmilliardenforderung von der bürgerlichen Reichstagsmehrheit den Segen bekommen hatte, präsentierte auch die Um allen Angriffen auf diese Tabelle von vornherein die französische Regierung ihren Steuerzahlern ein Gefeß, welches bis Spike abzubrechen, wollen wir erläutern, wie wir bei der zum Jahre 1907 den Bau von 6 Linienschiffen, 5 Panzer- Berechnung der prozentualen Anteile für das Jahr 1915 verfreuzern und 28 Torpedozerstörern borsah, nebst Ausgaben fahren sind. Wir haben unter Beobachtung der bisherigen für die Küstenverteidigung aber die ungeheure Summe von Bautätigkeit in den anderen Ländern, unter Mitbeachtung der 800 Millionen Mark forderte. Die Borlage wurde an- jezigen fremdländischen Bauprogramme, unter Rücksichtnahme genommen. Der ihr zugrunde liegende Plan war der, die auf ein zwanzigjähriges Durchschnittsalter und eine entfranzösische Flotte bis zum Jahre 1919 auf 38 Linienschiffe, sprechende Durchschnittstoftensteigerung angenommen, daß von 20 Panzerfreuzer, 6 fleine Kreuzer und 110 Torpedoboots- 1908 bis 1911 große Schiffe in Bau geben werden: England jäger zn bringen; sie sollte also mindestens der deutschen 32, Amerita 13, Frankreich 12, Japan 11, Rußland 8, Italien 8 Marine ebenbürtig bleiben. Die Rüstungen in Deutsch- und Desterreich 4. ,, Nun einige Worte über die Straßendemonstrationen, nach denen ja auch einige Philister in Ohnmacht gefallen sind. Jn anderen Ländern denkt man sich nichts bei Straßendemonstras tionen. Und nirgends ereignet sich nur auch das geringste. Es kann ja auch gar nichts passieren, wenn man unsere Arbeiter in Ruhe läßt. Nur das Verhalten der Polizei allein ist geund das ist eignet, Krawalle zu erregen. Unsere Arbeiter ihre größte Tat find so diszipliniert, daß sie bei politischen Demonstrationen Ruhe zu halten wissen. Straßendemonstrationen sind ein wichtiges Mittel, um den Willen des Volkes fundzutun. Und darum: Mehr Nerven, Ihr Herren Philister, damit Ihr nicht erbleicht, wenn Ihr einmal ein paar Leute mehr als gewöhnlich auf der Straße seht!" Ebenso schrieb kürzlich die rantf. 3tg.": ,, Es gibt Zeiten und Situationen, in denen das Voll teine andere Möglichkeit hat, seine Stimme hören zu lassen, oder in denen es das Bedürfnis fühlt, seine Stimme mit dem Nachdruck zu erheben, der in einer öffentlichen Demonstration liegt. Und wenn es so ist, dann muß auch die Möglichkeit bestehen, auf die Straße zu gehen". Es fragt sich natürlich immer im konkreten Falle, ob die Demonstration zweckmäßig ist, ob sie nicht mehr schaden als nüßen kann, und im gegenwärtigen Augenblick kann land und Frankreich zogen alsdann die englischen Steuer- Bemerken wollen wir, daß die Berechnung der Tonnage man darüber sicherlich verschiedener Meinung sein. Aber man möge sich nicht gegen Demonstrationen zahler in Mitleidenschaft; denn England stand ja auch schon fein ganz genaues Bild von der Stärke der Flotten gibt; denn überhaupt mit dem Argument wenden, daß sie damals auf dem Zwei Mächte- Standpunkt", es war also der beispielsweise nimmt Amerika schon jetzt den zweiten Rang den ehrsamen Bürger erschrecken. Der ehrsame Meinung, daß seine Flotte stets einer eventuellen Koalition unter den Seemächten ein, weil Frankreich nicht in der Lage Bürger soll ein Mann sein und kein Zitterling, er soll die Dinge der beiden nächst England seemächtigsten Staaten gewachsen ist, den modernen Linienschiffsverbänden Ameritas auch nur ruhig und vorurteilslos betrachten und nicht mit den Augen des sein müsse. Wollte also England seinen Prinzipien treu annähernd gleichwertige Geschwader entgegenzustellen. Sicher Philisters, den alles, was nicht im täglichen Gleise läuft, außer bleiben, so mußte es nunmehr seinen Flottenbauplänen die wird auch Deutschland seinem westlichen Nachbar im Jahre Rand und Band bringt." deutschen und die französischen Rüstungen zugrunde legen. 1910 überlegen sein, weil dessen alte, unmoderne Kampf- In der Tat, es ist auch nicht im geringsten einzusehen, warum Das geschah denn auch wirklich, und die englischen Marine- schiffe einen Vergleich mit den neuen Schlachtschiffen der just der preußische oder deutsche Bürger nicht ertragen sollte, was ausgaben schnellten im Jahre 1900 um ungefähr deutschen Marine nicht aushalten können. in anderen Ländern längst schon ein politisches 100 Millionen Mark in die Höhe. Wie aber die Tabelle ganz einwandsfret zeigt, wird Kampfmittel nicht allein der Arbeiterklasse Aehnliche Wirkungen wird auch die neue Marinevorlage Deutschland bei den vorhin erwähnten Voraussetzungen die geworden ist! Gerade der Berlauf der Berliner Demonhaben; denn daß es sich nur um die Verjüngung des Schiffs a meritanische Nation im Jahre 1915 über- ftrationen hat gezeigt, daß die Disziplin der Massen selbst bestandes unserer Flotte handelt, das können doch nur Narren, holt haben. Doch sollten die Amerikaner von 1908 bis unbesonnenen Provokationen und, wie wir fürchten, sogar genicht aber etwa die Marinebehörden fremder Staaten glauben. 1911 wirklich mehr als 18 große Schlachtschiffe in Bau geben, wiffenlofen agents provocateurs gegenüber sich durchaus be Der Zweck der neuen Novelle zum Flottengesetz ist nur der, dann fällt immer noch die überlegene Stärke der deutschen währt hat, und wir sind sicher, daß das auch in 8u. Die tunft der Fall fein wird! in den nächsten Jahren so viel Linienschiffe Torpedoflotte zugunsten Deutschlands ins Gewicht. als nur möglich zu bauen; spätestens im Jahre 1911 deutsche Flotte wird also der amerikanischen numerisch sicher Will man keine Demonstrationen, so muß man eben die wird man dann mit einer neuen Flottenvorlage tommen, die ebenbürtig sein, sie wird jedoch durch ihre konzentrierte Straft anderen politischen Ausdrudsmittel, muß man das gleiche, gemindestens den von der jetzigen Vorlage vorläufig geforderten die Flotten aller Länder ausgenommen England über- heime und direkte Wahlrecht wollen! Das" Berl. Tageblatt" glaubt freilich eine andere Taktik zu kennen, die Be Bau von jährlich vier großen Schiffen geseglich treffen. für längere Zeit festlegen wird. Die Wirkung Die deutschen Flottenfanatiker haben also nicht umsonst nutzung des Stimmzettels bei den Landtagswahlen. Gewiß, die der jetzigen Bewilligungen wird die sein, daß die deutsche gekämpft; sie haben die dritte Position erobert und fämpfen Wahlagitation wird mit allen Kräften und mit aller Energie Flotte im Jahre 1915 aus folgenden fertigen Schiffen zu nun um die zweite Stelle unter den Seemächten, um dann geführt werden müssen. Aber das kann uns nicht hindern, zu fammengesezt sein wird: wirklich den freilich völlig aussichtslosen Wett- sehen, daß der Stimmzettel, so lange das Dreitlassen. bon insgesamt 547 000 Tonnen tampf mit England aufzunehmen. Wir sind noch nicht wahlrecht besteht, in den meisten Fällen ein ziemlich wert. am Ende der Periode des Flottenwahnsinns, und haben die loses Papier ist. Das Wahlresultat steht ja im Marineausgaben auch schon jetzt eine außerordentliche Höhe wesentlichen schon vor den Wahlen fest. Das Bolt erreicht, in den nächsten Jahren werden sie ins Uferlose wachsen. 35 Linienschiffen 16 Panzerfreuzern 226 300 " " 5 Großen Kreuzern, " 37 Kleinen Kreuzern 28 700 110 000 " " " Keine Angitmeierei. it ia rechtlos, und eine kleine Schar Privilegierter entscheidet allein über die Zusammenseßung. Gewiß, es ist möglich, daß die WahlDie deutsche Marine wird mit diesem Schiffsbestand die rechtsgegner einen kleinen Denkzettel bei den nächsten Wahlen zweit stärtste Flotte der Welt sein, wenn nicht bekommen. Aber von den Wahlen selbst eine grundstürzende Amerita seine Rüstungen weit über das üblich e Aenderung zu erwarten wäre das möglich, die Junker wären Maß hinaus steigert. Allerdings wird sich die in ihr Wahlrecht nicht gar zu berbiffen! Die Wahlagitation fann amerikanische Regierung nicht so leicht den Rang streitig daher nur ein Mittel zur Aufrüttelung der Massen sein. Das machen lassen wollen. Das geht schon aus dem vor kurzer Zeit Berliner Tageblatt" wiederholt in der Wahlrecht selbst fann nicht aus der Urne des Wahl. erschienenen Jahresbericht des Marinesekretärs hervor, in welchem Sonntagnummer eine Berurteilung der Straßen- unrechts geboren werden; es fann nur errungen dieser für das Jahr 1908 den Bau von 4 Linienschiffen, demonstrationen. Es ist dies um so verwunderlicher, als werden, wenn eine ausdauernde Voltsbewegung die Serr 4 fleinen Streuzern, 10 Torpedobootszerstörern und 10 anderen dasselbe Blatt vor 8 Tagen, obwohl es schon damals gegen schenden zum Nachgeben zwingt! fleineren Schiffen verlangt. Amerika will das fagt Demonstrationen war, ihre Bedeutung und Wirkung ganz richtig auch der erwähnte Jahresbericht unter allen Umständen geschildert hatte, als es schrieb: den zweiten Platz unter den Seemächten behaupten; es wird daher die deutschen Rüstungen zu übertreffen versuchen. Das ,, Organ eriten Ranges". " beißendem Hohne fonnte unlängst das Berliner Tageblatt" erklären, daß die Freifinnige 8tg." unter Ausschluß der Deffentlichkeit erscheine. Das wurmte die Herren MüllerSagan, Wiemer und Kopsch doppelt, erstens, weil der Hohn ins Schwarze traf und zweitens, weil der Spott gerade bon dem an Abonnenten und Inseraten reich gesegneten MosseBlatt tam. Aber die Herren nahmen sich vor, daß es künftig anders werden sollte. Erst der Sturm der öffentlichen Meinung hat die freisinnigen Vertreter im Landtage, die ja eine verhältnisDie Flottenverstärkungen in Amerika und Deutschland mäßig sehr zahme und noch mehr verschüchterte Die Freisinnige 8eitg." gibt sich Mühe, thre haben nun die weittragendsten Folgen. Erstens liberale Spielart darstellen, aufgeschreckt. Die Presse Verdienste um die reaktionäre Blockpolitik in Geld umzusetzen. wird das expansionslüsterne Japan mit Amerika wetteifern mußte ihnen sagen, daß mit einer Regierung, die in dieser Rüd- Mit begreiflichem Schmerz empfanden es die Epigönchen wollen, dann aber müßte ja Rußland seine Hoffnung auf die sichtslosigkeit die fundamentalste Lebensbedingung des liberalen Eugen Richters, daß ihr Blatt nur in den Redaktionsstuben, Brogramms verneint, nicht mehr pattiert werden kann. Die aber so gar nicht vom Publikum gelesen wurde. Mit Wiedergewinnung der ostasiatischen Positionen aufgeben, wenn fozialdemokratischen Straßentundgebungen es nicht die japanischen Rüstungen zu übertrumpfen verbom vorigen Sonntag taten dann das übrige, um auch der suchte. England dagegen wird nunmehr, wenn es den parlamentarischen Vertretung des Liberalismus die Augen über " Zwei Mächte- Standpunkt" aufrechterhalten will, seinen Baubie verhängnisvolle Wendung in unserer inneren Bolitit zu programmen die Stärke der vereinigten Flotten Ameritas öffnen." und Deutschlands zugrunde legen müssen; es wird somit Aber freilich, das„ Berliner Tageblatt" hat bon dem deutschen zu den ungeheuerlichsten finanziellen Auf- Bürgertum teine gute Meinung: G3 fürchtet, die Angst vor den wendungen getrieben! Demonstrationen würde es der Reaktion in die Arme treiben. Frankreichs Flottenpolitik wird wieder vor allen Dingen Aber die Reaktion ist gereizt nicht durch die Demonstrationen, durch die Haltung Japans und durch die deutsche fondern eben durch die starte wirtung dieser Demonstra. Nun gingen sie aber nicht etwa daran, den ledernen Marinepolitik bestimmt. Denn die Furcht um die asiatischen tionen, die ja ein Ausdrud der leidenschaftlichen Erregung der Inhalt des Blattes zu berbeffern, um dadurch mehr Abonnenten Besizungen ist trotz des französisch- japanischen Abkommens Boltsmassen sind. Der Widerstand der Reaktion aber wird und damit auch Inserenten zu erwerben. Nein: der Geist nicht gewichen, und bei einem Striege mit Deutschland fürchtet durch die Demonftrationen feineswegs berstärkt, aus dem der Müller- Sagan, Wiemer und Konsorten verbreitet in den Frankreich ernsthaft für seine Solonien. Sicher ist jedoch, daß einfachen Grunde, weil die preußische Reaktion ihr Bollwert, das Spalten des weiland Eugen Richterschen Blattes noch immer Frankreich in dem Wettkampf gegen Deutschland nicht als Dreitlaffenunrecht, ohnehin mit dem größtmöglichsten die entsetzlichste Dedeman will es umgekehrt machen! Sieger hervorgehen wird; denn selbst unter der Voraus- Kraftaufwand berteidigen wird. Was aber die Be- Man will sich eine fette Inseratenplantage zulegen, segung, daß Frankreich von 1908 bis 1911 12 Linienschiffe teiligung des Bürgertums betrifft, so wäre es eine dringende damit die Leser wenigstens etwas Lesestoff finden, bei dem sie und Panzerkreuzer in Bau gibt, wird es dem deutschen Ge- Aufgabe der entschieden wahlrechtsfreundlichen nicht von Gähnkrämpfen befallen werden. schwader nur entgegenstellen können: 25 Linienschiffe von insgesamt 427 000 Tonnen 20 Banzerfreuzer 281 000 80 200 21 800 4 Große Kreuzer 7 Kleine Kreuzer " Presse, dem preußischen Bürgertum etwas mehr Mut Auch damit fiele ja das Hauptorgan der Freisinnigen einauflößen, statt seine Baghaftigteit noch mit politischen Volkspartei nicht aus dem Rahmen des im bürgerlichen ZeitungsGründen berteidigen zu wollen. An den großen Kämpfen und geschäft Ueblichen heraus. Aber die Müller- Sagan und Wiemer Demonftrationen, zu denen der Kampf gegen die Korngolle in fangen es noch viel ungenierter an. Herr Müller- Sagan England geführt hat, hat gerade das englische Bürgertum fich beruft sich auf seine Beliebtheit bei den ReichsFrankreich wird also durch die deutschen Rüftungen end- hauptsächlich beteiligt. Ebenso haben an den Wahlrechtsdemon- be hörden, und Herr Wiemer zeigt seinen Drden- diesen gültig auf den vierten Platz unter den Seemächten geworfen. ftrationen in Oesterreich und Ungarn auch Teile des Bürgertums wahrhaftigen Roten Adlerorden 4. Klasse! bor, um den Welche Veränderungen übrigens in der Stellung der ein- teilgenommen, ganz zu schweigen von der revolutionären Ver- Geschäftsleuten Appetit zum Inserieren zu machen. Eine bezelnen Seemächte seit der Annahme des deutschen Flotten- gangenheit des französischen Bürgertums. Dies sehen nachgerade tannte Acquisitionsfirma für Inserate versendet im ganzen gefeges bon 1900 vor sich gegangen sind, das zeigt deutlich Politiker ein, die durchaus nicht aur Sozialdemokratie gehören. Lande folgendes Birkular: Sehr geehrter Herr! Hierdurch geben wir uns die Ehre, Ihnen mitzuteilen, daß unferer Firma ab 1. Januar 1908 die alleinige Inseratenannahme für die übertragen wurde. " Freifinnige Zeitung" mitteilen! demokratie dürfe nicht die Straßen zur Agitation benutzen. Aber! Mißhandlungen. Ihre so bestimmten Erklärungen entspringen das dürfe taum ein überzeugendes Argument gegen die- aus weiter nichts als dem Unfehlbarkeitsdünkel, dent jenigen sein, die sich beklagen, daß sie im Landtage nicht Glauben, sie dürften alles tun und hätten also nichts Unrechtes vertreten sind. Das preußische Wahlrecht darf im Reichstage, to getan. es Sozialisten gibt, nicht diskutiert werden; wo es aber dis- Es mußte alles nichts. Die Autorität, die Unfehlbarkeit der kutiert werden darf, dort gibt es keine Sozialisten, um Polizei muß gerettet werden. Zwar gab der Staatsanwalt zu, Die Zeitung ist, wie Sie ja selbst am besten wissen, was In- es zu diskutieren." daß der Artikel zunächst einen harmlosen und biedermännischen halt und Einfluß betrifft, eine der angesehensten Deutschlands Dasselbe Blatt sprach von den Polizeiattacken als„ Police Eindruck" mache, aber, so meinte er, man müsse tiefer sehen", und gilt auch in den Kreifen der Staats- und Reichs- Savagery"( Polizei- Raserei). Möchte doch Herr Prof. Schiemann, und da ergebe sich die Absicht der Beleidigung, besonders wenn behörden, sowie au höchsten Stellen, als Organ der die„ Westminster Gazette" so oft in der„ Kreuz- Zeitung" zitiert, man bedente, daß die Freie Presse" es auf den Kampf gegen die ersten Ranges. Aber auch von kaufmännischer Seite, was für uns von auch diese Charakterisierung der preußischen Polizeitaten in der Polizei abgesehen habe. Der Schuß des§ 193 wurde dem Annoch größerer Bedeutung ist, genießt die Freifinnige Zeitung" nächsten Wochenschau feiner großen Politit" dem Junkerpublikum geklagten nicht zuerkannt und doch hätte man das gerade in diesem Falle erwarten müssen. Selbst gegenüber Mißständen, wie die allseitiges Vertrauen, und wenn die Zeitung als hier in Frage kommenden, soll die Presse berechtigte Interessen Insertionsorgan noch nicht den ihr gebührenden Platz einzunehmen Die, Daily News" brachte heute ein Interview mit dem nicht zu wahren haben. vermocht hat, so liegt dies teils an der bisherigen Vernachlässigung Londoner Korrespondenten des Vorwärts" über die preußische Das Gericht schloß sich dem Staatsanwalt an, es glaubte des Inseratenteils, teils aber auch an der Indifferenz der Frage. Ebenso brachte die" Times" gestern sein„ Gingesandt", den Polizeizeugen und erklärte somit alle die Zeugen für unglaubParteifreunde. worauf die Redaktion mit dem oben besprochenen Leitartikel ant- würdig. Hoffmann wurde, wie schon gemeldet, zu zwei Dieser lettere Umstand nun veranlagt uns, Sie, sehr geehrter wortete, der sowohl die Westminster" wie die„ Daily News" zu bedeutet die Strangulierung selbst der sach= Monaten Gefängnis verurteilt. Das Urteil Herr, zu bitten, die Freisinnige Zeitung" mit allen Ihnen zur ihren Artikeln veranlaßte. Diese Ansichten wurden heute in der lich sten Kritik an polizeilichen Zuständen. Verfügung stehenden Mitteln in Ihren Kreisen als Insertionsorgan empfehlen zu wollen. Sie dienen Provinz verbreitet, um England über das Wesen des preußischen damit nicht nur dem politischen Interesse der Partei an der Kampfes aufzuklären. Prosperität ihres Zentralorgans, sondern zugleich dem allgemeinen liberalen Interesse. Es bedarf ja oftmals nur der Anregung einer maßgebenden Persönlichkeit, und sofort erklären fich die in Frage kommenden Interessenten bereit, die Zeitung als Insertionsorgan für ihre Zwede mitzubenutzen. Ebenso muß die" Freisinnige Zeitung" in allen den Hotels und Restaurants gelesen werden, die von freisinnigen Parteifreunden besucht werden. Auch hierdurch wird dem Inseratenteil ein wesentlicher Dienst geleistet; denn je mehr die Zeitung gesehen und gelesen wird, desto mehr fällt sie den Inserenten auf und dadurch wird sie naturgemäß auch mehr und mehr von diesen als Publikationsorgan benutzt. Wir beziehen uns mit unserem heutigen Schreiben auf die Empfehlung des Herrn Abg. Dr. Müller- Sagan, der uns Ihre geschäßte Adresse bertraulich mitgeteilt hat, und bitten Sie ganz ergebenst, in dem von uns erwähnten Sinne wirken zu wollen. Sollten Sie eine geeignete Person an der Hand haben, die unseren Zwecken dienlich sein kann, so find wir gern bereit, der betreffenden einen hohen Provisionssas für uns über gebene Inferatenaufträge zuzusichern. Wir sind aber auch ebenso gern bereit, Ihnen oder Ihrem freifinnigen Verein Diese Provision zur Verfügung zu stellen, sofern wir auf Ihre Empfehlung hin ein Inserat für die Freifinnige Zeitung" erhalten. Mit allen wünschenswerten Details, Bestellscheinen, Katalogen, Zeichnungen usw. usw. stehen wir gern zur Verfügung. Wir bitten Sie ganz ergebenst, uns Ihre Ansicht freundlichst mitteilen zu wollen und zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung ganz ergebenst " Saasenstein u. Bogler Att. Ges. ", Fürit Bülow, die Sozialdemokratie " " Die unfehlbare Polizei. Die britische Arbeiterpartei und der Arbeiten Sozialismus. Das Kapitel über die Unfehlbarkeit der Polizei hat eine 20., 21., 22. und 24. d. M. vor der Straffammer in Elberfeld bemerkenswerte Bereicherung erfahren durch einen Prozeß, der am London, 25. Januar.( Eig. Ber.) verhandelt wurde. Angeklagt war Genosse Hoffmann von der Freien Presse", er sollte die Elberfelder Polizei beleidigt über den achten Jahreskongreß der britischen Arbeiterpartei Am 21. d. Mts. veröffentlichte der Vorwärts" bereits haben.( Ueber den Ausgang haben wir schon telegraphisch be- eine Korrespondenz, in der auch die richtet.) zur Diskussion Die Behandlung der Gefangenen im Polizei- gestellten wichtigchsten Gegenstände erwähnt waren. Die und demokratischen Resolu gefängnis bildete seit Jahren einen Gegenstand der Kritik im üblichen sozialpolitischen Publikum. Besonders waren es die in der Nachbarschaft des tionen nun sind ohne lange Diskussionen ange= Gefängnisses Wohnenden, die sich über das aus dem Gefängnis nommen worden. Das wirkliche Interesse der Kongreßfommende nächtliche Schreien, Jammern und Stöhnen beschwerten. teilnehmer sowie des englischen Publikums aber war den Im Mat v. 3. wurde in einem bürgerlichen Blatte diesen Klagen sozialistischen Resolutionen zugewandt. Von diesen hatten Ausdruck gegeben. In einer darauf erschienenen amtlichen Auf- zwei flärung" hieß es, daß von Weißhandlungen keine Rede sein könne, ei ganz besondere Wichtigkeit. Eine- von den Tapetenüberhaupt eine unvorschriftsmäßige Behandlung von Gefangenen Sagungen, in ihrer Konstitution sich zum Ziele setze, das arbeitern eingebrachte verlangte daß die Partei in ihren nicht zu verzeichnen sei. Das Schreien und Jammern komme von widerspenstigen, gegen die Gewalt gebraucht werden müsse, kapitalistische System zu stürzen und den Sozialismus ein oder von Gefangenen, die ohne jede Veranlassung brüllten. Die zuführen. Die andere von den Mechanikern( Engineers) " Freie Presse" wies darauf hin, wie wenig Glauben diese Dar eingebracht verlangte, daß die Partei für die Vergesellftellung int Bublifum finde, die Spaßen pfiffen es von den schaftung der Produktionsmittel, für die Herstellung der es, daß die Verwaltung, die vor allen Dingen ihre Beamten hört Dächern, daß Mißhandlungen vorfämen. In dem System liege sozialen Gleichheit wirken soll. und diesen glaubt, erklären fönne, es sei alles in schönster Ordnung. Der Artikel der Freien Bresse" war durchaus objettiv gehalten und frei von jeder formalen Be leidigung. Die Zivilzeugen erklärten mit aller Bestimmtheit, geschlagen, In der Fassung war die Resolution der Mechaniker forrefter als die der Tapetenarbeiter. Dennoch war lektere wichtiger, da sie die Konstitution der Partei sozialistisch machen wollte, während die der Mechaniker nur eine allgemeine Schon am 21. August v. J. fand eine Gerichtsverhandlung Erklärung für den Sozialismus verlangte. Die Annahme statt, zu der eine Reihe von Zeugen aufmarschierte, die alle eidlich der Resolution der Tapetenarbeiter würde den Ausschluß Auf ihre Beliebtheit in Leserkreisen kann sich die„ Freis. versicherten, mißhandelt, zum Teil schwer mißhandelt aller nichtsozialistischen Arbeiterelemente zur Folge gehabt Zeitung" beim Inferatenfang nicht berufen. Aber so ver- worden zu sein. Auf Berlangen des Polizeidezernenten Pfeiffer, haben, während die Annahme der Resolution der Mechaniker sichert die Firma Haasenstein u. Vogler im Einvernehmen mit der als Rebentläger auftrat, wurde die Sache vertagt, damit er die im besten Falle nur eine erzieherische Wirkung und symptoFälle erst untersuchen könne. Troß der bestimmten Aussagen der Herrn Müller- Sagan dafür gilt die Freisinnige Beitung" Bivilzeugen machte man diese also von vornherein unglaubwürdig. matische Bedeutung haben kann. Darüber war sich der in den Kreisen der Staats- und Reichsbehörden", Die Bearbeitung" des Stoffes durch die Polizeiverwaltung war Kongreß klar, und deshalb war die Debatte über die kon ja fogar, an höchsten Stellen" als Organ er sten eine sehr gründliche. Zu der jezigen Verhandlung wurden jedem ftitutionelle Resolution länger, lebhafter und entRanges". Sie hat also dem Lokal- Anzeiger" und der der Entlastungszeugen des Angeklagten 4-5 Bolizisten entscheidender. Wir wollen sie daher in ihren wesentlichen Zügen ..Zagl. Rundschau" glücklich den Rang abgelaufen. In der gegengestellt. Ueber 100 Zeugen waren geladen, die zum wiedergeben. " Freisinnigen Zeitung" zu inserieren, ist jetzt sozusagen eine größten Teil vernommen wurden. In den 20 zur Verhandlung Begründet wurde die Resolution vom Genossen patriotische" Pflicht; ja vielleicht winft für fleißiges Inserieren gelangten Fällen stand stetig Aussage gegen Aussage. Atkinson, dem Delegierten der Tapetenarbeiter. Er fogar der Hoflieferanten Titel Soweit hat es die gestoßen oder getreten worden zu sein, während die Polizeizeugen fagte: Die gegenwärtige Taktik der Partei iſt zaudernd und Freif. 3tg." gebracht dadurch, daß sie den Junkern politische ebenso bestimmt deponierten, daß Mißhandlungen nicht vor langwierig, weil ihr das Ziel fehlt. Nicht nur die GrundSchuhpuzerdienste leistete! Und Herr Müller- Sagan gekommen seien. herren befizen ein Monopol, sondern auch die Kapitäne der gibt der Annoncen- Firma sogar ,, bertraulich" die Adressen Hier ein paar Beispiele: Der Zeuge Wüstermann: Als ich Industrie. Die Vergesellschaftung muß daher alle Profreisinniger Männer, von denen er eine Förderung der edlen auf der Wache war, sagte der mir verhaftende Wächter:" Du Beest, duktionsmittel umfassen. Abfichten und Empfänglichkeit für die Anerkennung erwartet, iest habe id Dich weit genug." Und dabei gab er mir einen Atkinson wurde unterstützt vom Genossen Davis, dem die höchste Stellen" dem erstklassigen" Organ der Schlag ins Gesicht. Ich wurde hin und her geworfen und als ich Delegierten der Eisengioßer, der die Politik der Arbeiterdalag, wurde auf mir herumgetreten. Ich war furchtbar zuFreisinnigen Volts partei"(!) zollen! Freilich scheint es, als ob nicht alle die von Müller- schwerte, empfing mich dieser mit den Worten: Wie sieht das fertigt hielt. Die Bar.ei solle, so verlangte er, klipp und gerichtet, und als ich mich des Morgens bei dem Kommissar be- partei für furchtsam, u stimmt und deshalb für ungerechtSagan mit feinem Vertrauen beehrten Freisinnigen solchen Schwein aus?" Zeuge Klöpnig: Ich hatte auf dem Stopfe tlar sagen, wohin sie steuert. Respekt vor höchstem" Lobe und Orden besäßen. Mehrere 3 wei blutende Verlegungen, die vom Schlagen mit Genosse Grayson hielt eine längere Rede für die der mit solchen Zirkularen Beglückten haben uns dasselbe zur der Kette herrührten. Zeuge Schumacher: Auf dem Wege Resolution. Er meinte: Die Partei darf nicht länger ohne Verfügung gestellt und dabei mitgeteilt, daß sie der Annoncen- von der Wachtstube zur Zelle erhielt ich einen Tritt an eine Rompaß umherschweifen. Sie verlangt und erwartet von firma Haasenstein u. Müller- Sagan pardon! Haasenstein sehr empfindliche Stelle. Als ich protestierte, wurde ich zu Boden der gegenwärtigen Gesellschaft eine Lösung der Arbeitslosengeworfen und getreten. Ich suchte abzuwehren und wurde dann u. Vogler mit kräftigen Worten mitgeteilt hätten, daß sie in einer Zelle mit Hand und Fuß an die Wand gekettet. Als frage und Versorgung der Veteranen der Arbeit( siehe„ Borals Freifinnige weniger Gewicht auf höchste" man mich gegen Morgen abnahm, war ich vor Stälte erstarrt. Ich wärts" vom 21. d. Mts.), und es muß doch jedem klar sein, Wertschäzung, als vielmehr auf wahrhaft frei- war zum erstenmal verhaftet.- Zeuge Wirt: Mein Freund daß die Lösung dieser Fragen die Vergesellschaftung der Prosinnige Politit legten! Auf diesem Gebiete aber habe wurde verhaftet, weil der Wächter sich durch eine Bemerkung be- duktionsmittel voraussetzt. Aber auch die Annahme der Redas Organ der Müller- Sagan und Wiemer schmählich leidigt fühlte. Ich intervenierte und bekam einen Stoß vor die solution genügt nicht. Erst die Erziehung der Arbeiter zu versagt! Brust und Schläge. Obwohl ich keinen aktiven Widerstand leistete, intelligenten Demokraten und Sozialisten kann uns zum wurde ich verhaftet und gefesselt. Der Wächter zog die Sette fest Siele bringen. an und sagte:„ Ja, das soll weh tun." Zeuge Eggert: Jm betrunkenen Zustande war ich verhaftet worden. Als ich später an der Tür klopfte, um entlassen zu werden, bekam ich mehrere Schläge ins Geficht. Zeuge Blümer: Weshalb ich verhaftet wurde, weiß ich eigentlich selbst nicht. Ich ging aber ruhig mit und auf dem Wege von der Wachstube zur Belle wurde mir zweimal ins Gesicht gefchlagen. Beuge Schneider: Ich habe Die Antwort des deutschen Reichskanzlers auf die Interpellation mir der Verhaftung nicht widersetzt. Als ich nach der Belle gebracht der Sozialdemokratie ist hier nicht ohne Kommentar geblieben. Die wurde, schlug man mit mit einem Gegenstand ins Times", die sich gegen jede Gewalttaftit ausspricht, sagt in Gesicht. Ich fiel hin, und als ich schon auf der Erde Genosse Glasier, der Redakteur des„ Labour Leader", ihrem Leitartikel von gestern:... Der Kanzler erklärt, daß deutsche Beulen am Kopf.- Ein anderer Zeuge wollte sich für einen wegen der erklärte: Meine Partei( die Independent Labour Party) lag, wurde ich noch mißhandelt. Ich hatte mehrere politische Parteien es nicht nötig haben, in eine Straßenagitation Pärmens verhafteten Freund verwenden, ihm wurde gesagt: Wenn ist sozialistisch, und unsere einzige Hoffnung liegt im einzutreten. Ist es möglich, diese Behauptung gegenüber den Sie nicht ruhig sind, bekommen Sie eins in die Schnauze!" Er Sozialismus. Ich gehöre zu den ältesten Agitatoren des preußischen Sozialisten aufzustellen? Welche legi- wurde furz darauf tatsächlich verhaftet und nach seinen Bekun- Sozialismus in Großbritannien. Und wenn ich trotz alledem timen Mittel besitzt denn die größte Partei Preußens, dungen auf der Wache mishandelt. gegen die Resolution spreche, so geschieht dies im Interesse ihre Stimme in den Angelegenheiten des Königreiches geltend zu Und so fort: Die meisten der von der Verteidigung geladenen der Erhaltung der Arbeiterpartei. Bir müssen mit den Armachen? Sie haben im Landtage keinen Bertreter. Die Zeugen wollen auf dem Wege von der Wachstube zur beitern zusammenbleiben und Hand in Hand mit ihnen Debatte von gestern( 22. Januar) zeigt deutlich, daß sie ihre Belle mißhandelt worden sein. Dazu kam eine Anzahl Beugen, wirken. Dies ist gegenwärtig die einzig richtige Taftit. die als unbeteiligte Buschauer auftraten und über Mißpreußischen Beschwerden im Reichstage nicht vorbringen handlungen berichteten. Die Aussagen der Polizeizeugen machten Die Annahme der Resolution würde aber die Arbeiterpartei tönnen. Wenn sie es versuchen, dort ihre Beschwerden vorzubringen, durchweg den Eindruck des Schablonenmäßigen: Mißhandlungen spalten. Deshalb bin ich gegen ihre Annahme. so verschanzt sich die Regierung hinter die Reichsverfassung und find nicht vorgekommen, es ist überhaupt nichts unzulässiges ge Im gleichen Sinne sprachen die Arbeiterabgeordneten erklärt dem Reichstage, daß die Interessen von hunderttausenden schehen. Zwar waren die blutigen Köpfe und das und Genossen Innes und Curran. Zepterer fagte: von Preußen das Reich gar nichts angehe. Schreien, Stöhnen und Jammern nicht hinwegzu- Die rote Flagge ist die einzig fiegreiche; die sozialistischen Die Lage ist einfach unerträglich, und nur die dunkelsten eskomotieren, aber, so bekundeten die Polizisten: manche Verhaftete Grundsätze sind alles für mich. Allein wir müssen vorder preußischen Duntelmänner tönnen sich einbrüllen ohne jede Veranlassung, und wenn geschlagen oder gestoßen läufig mit den Trade- Unions zusammengehen, obwohl diese bilden, daß diefe Lage ewig dauern tönne. wurde, so geschah es, weil sich die Verhafteten widersetzten. Die preußischen Sozialisten erklären, daß sie alle legitimen Gegenüber Verhafteten kann man teine Höflichkeitsflosteln ge- noch nicht ganz sozialistisch sind. Die Resolution wurde sodann mit 951 000 gegen 91 000 Mittel erschöpft haben. Sie haben gegen die Absurditäten brauchen, und wer nicht pariert, bei dem wird Gewalt angewendet," und Ungerechtigkeiten des Wahlrechts protestiert durch Ver- 10 sagte der Oberst der Elberfelder Polizei. Gine andere Recht Stimmen abgelehnt. jammlungen, durch die Presse und durch Petition. fertigung wußte er nicht zu finden. Und über die Grenze des Die Ablehnung galt nicht dem Sozialismus, sondern Der Stanzler antwortet, daß das von ihnen verlangte Bulässigen entscheiden die Unterbeamten, meist Wächter, die einer unzeitgemäßen Resolution. Die Partei war der AnWahlrecht sich mit dem Staats wohle nicht verzum großen Teile in ihrem Tagesberufe Handwerker, Schuhmacher, ficht, daß man die Bewegung nicht forcieren darf; ihr trage. Aber es dürfte sich kaum mit dem Wohle des Reiches Schneider usw. sind. Der Wächter, welcher den Zeugen Wirz ver- Programm soll vorläufig in den nächstliegenden fozialoder Preußens vertragen, daß zwei Millionen Preußen, haftet und mißhandelt hat, ist später entlassen worden, weil er die das Reichstagswahlrecht befigen, in Breußen bei einem nächtlichen Diebstahl Schmiere ge politischen Forderungen bestehen. standen! entrechtet sein sollen". Mit Recht hob der Verteidiger, Rechtsanwalt Anders war das Schicksal der Resolution der Mechaniker. Die gemäßigt liberale Westminster Gazette", andi, hervor, daß bei den Delitten der Bibilzeugen, die Genosse Stephenson begründete sie, indem er sagte, daß die oft die deutschen Interessen in England vertritt und die mit der Polizei in Stollision geraten, es fich durchweg um kleinige auch die weiteste Sozialreform nicht imstande sein wird, die teiten handele, wofür auch der Umstand spreche, daß sie mit kleinen ungerechtigkeiten zu beseitigen, die sich aus dem System des niemand der Sympathie mit der Sozialdemo- Geldstrafen davongekommen sind. Unmöglich fönne man deshalb Privateigentums ergeben. Die Gründer der Gewerkschaft fratie zeiben tann, schließt sich ganz der Ansicht der diese Zeugen für unglaubwürdig erklären. Die Einzelheiten, die der Mechaniker legten vor 56 Jahren folgenden Grundsatz Zimes" an! Sie sagt: sie bekundet, können sie sich unmöglich aus den Fingern gesogen " Die Antwort des Kanglers ist genau diejenige, die man von haben, es find erlebte Dinge, die sie in ihrem ganzen Leben nicht nieder: Die Interessen der Arbeiter sollen durch die Tradeeinem Vertreter von„ Gesetz und Ordnung" erwarten tonnte. bergessen. Anders die Polizeizeugen. Sie können jeden Unions beschützt werden, bis sich ein allgemeineres Aber man muß bedenken, daß die Sozialdemokratie teinen einzigen Einzelfall nicht jahrelang im Gedächtnis behalten und was sie vor Prinzip der Genossenschaftlichkeit in der GeVertreter im Landtage hat. Die Lage ist, wie die" Times" jagt, trugen, sei weiter nichts gewesen als eine Auffrischung fellschaft geltend gemacht haben wird, das jedem die Früchte einfach unerträglich." Fürst Bülow fagt, die Sozial- der Atten. In den Atten aber stand natürlich nichts von seiner Arbeit gewährleistet." " und die Londoner Presse. London, 24. Januar.( Eig. Ber.) " Genosse Que Ich sprach mit bitterer Ironie für die Resolution: Die Arbeiterpartei in England hält sich für nichtsozialistisch, und sie erscheint auf internationalen fozialistischen Stongressen! Gegenwärtig befinden wir uns in demselben Boote, aber jeder rudert nach verschiedener Richtung. Das mag belustigend sein, aber es ist nicht erbaulich und auch nicht praktisch. Gegen die Resolution sprachen: Genosse Kelly( Mechaniker) unterstützte die Resolution| daß das Ende dieses Rampfes fein anderes sein wird als das, und fagte: Die Arbeiter überzeugen sich mit jeden Tage welches der Kampagne beschieden war, die Bismard vor 30 Jahren mehr und mehr, wie gering ihre Fortschritte sind. Man soll mit weit größeren Machtmitteln gegen die Sozialdemokratie unternicht glauben, daß die Annahme dieser Resolution die Ar- nommen hat beiterpartei schädigen würde. Ich frage die Textilarbeiter, ob sie einen entsprechenden Anteil an dem Aufschwunge ihrer Industrie erhalten haben! Manche unserer Berufe haben 90 Prozent ihrer Mitglieder organisiert, und doch sind wir nicht imstande, Lohnherabsehungen vorzubeugen. Das wird andauern, solange die Unternehmer die Produktionsmittel besitzen, deren. Gebrauch sie uns entziehen können, wenn dies ihre Interessen gebieten. Shadleton sprach gegen die Resolution: Es wäre unlogisch, diese Resolution anzunehmen, nachdem die der Tapetenarbeiter abgelehnt worden sei; die Annahme der Resolution würde der Bewegung schaden. Die Resolution wurde mit 560 000 gegen 412 000 Stimmen angenommen. Wahlrechtsdemonstration in Solingen. Solingen, 27. Januar. ( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Umständen mit zum Kriterium für die Gesinnung eines Kandidaten, ganz besonders bei Kompromißkandidaten." Das Zentrum gründet seine Hoffnungen für die Verwirklichung der Volksschule auf die Gemeinden, deren Vertretung sich in Breußen bekanntlich nach dem Dreillaffenwahlrecht zusammensetzt. Man erkennt daraus die Gründe, die das Zentrum veranlassen, sich in der preußischen Wahlrechtsfrage untätig zu verhalten. Eine reaktionäre Politik, wie die des Zentrums, bedarf des reaktionären Wahl rechts. Es wird Licht. In einer überaus stattlichen Versammlung der Genossen des Wahlkreises Solingen wurde gestern beschlossen, an die Stelle der bisherigen totolen Boltsvereine einen sozialdemokratischen ZentralDie Wirkungen, die wir bei der Annahme der Wucherzölle verein für den Wahlkreis zu konstituieren. An die Versammlung vorausgesagt haben, sind eine Zeitlang durch die Hochkonjunktur ver schloß sich eine großartige Straßenfundgebung für hüllt worden. Die beginnende rise zeigt aber, wie recht wir das gleiche Landtagswahlrecht. Mehrere tausend Demonstranten mit unseren Voraussagungen hatten, und fast scheint es, daß auch durchzogen unter dem Gesang der Arbeitermarseillaise, unter Rufen: die kleinen und mittleren Landwirte einzusehen ,, Nieder mit Bülow! Hoch das gleiche Wahlrecht!" die innere Stadt beginnen, daß es nur die Großgrundbesizer sind, die unter großer Bewegung der Einwohner. Ein starkes Polizeiaufgebot aus der allgemeinen Teuerung hohen Gewinn ziehen. Der mittlere riß den Zug mehrmals auseinander, doch fanden immer wieder und gar der kleine Landwirt leidet durch die Schutzölle doppelt. Dies ist das erste Mal, daß die Arbeiterpartei den Neuansammlungen statt. Ernsthafte Zwischenfälle haben sich nicht Einerseits muß er selbst einen Teil seines Bedarfes, Futtermittel und dergleichen, zu erhöhten Preisen antaufen, andererseits war Sozialismus ernstlich diskutierte. ereignet. Die Demonstranten waren von großer Begeisterung er- der Agrarzoll nur durchzusehen in Verbindung mit hohen Industries Die nächstwichtige Resolution betraf das Frauenfüllt, die für die Fortführung des Kampfes das Beste verspricht. zöllen, unter deren Schutz die Kartelle ihren Preiswucher treiben. wahlrecht. Der Kongreß sprach sich mit 784 000 gegen Was der kleine Landwirt als Produzent gewinnt, verliert er doppelt 257 000 Stimmen dahin aus, daß nur das allgemeine Wahlals Konsument. Diese Erkenntnis zeigt deutlich das Schreiben recht für Männer und Frauen einen Fortschritt bedeuten Am Sonntag haben in allen größeren Orten des Reichslandes eines niederschlesischen bäuerlichen Besizers an den„ Boten würde; das beschränkte Wahlrecht, wie es die Independent massen versammlungen getagt, die das gleiche Wahl- a. d. Riefengebirge" Labour Party verlangt, wäre reaktionär und seine Ein- recht zur Landesvertretung forderten und zugleich gegen den führung würde nur den wohlhabenden Frauen zugute Reichsvereinsgefeßentwurf protestierten. Bon überall In der Vorstandswahl erhielt Genosse her wird über starken Besuch dieser Versammlungen berichtet. Stephenson die höchste Stimmenzahl. Der nächste Kongreß soll in Portsmouth stattfinden. Politifche Ueberficht. Berlin, den 27. Januar 1908. Zu wichtigen politischen Kundgebungen fam es am Sonnabend in der 3 weiten badischen Kammer. In der fortgesetzten Budgetdebatte ergriffen zwei Regierungsvertreter, der neue Finanzminister Honsell und Herr von Bodman, der Nachfolger des Polizeiministers Schenkel, das Wort. Der erstere bezeichnete in seinem Erposé die Finanzfituation des Reiches als völlig unhaltbar. Die Finanzreform von 1906 habe sich als völlig ungenügend erwiesen, der Reichshaushalt für 1908 bringe mit seinem Fehlbetrag von 170 Millionen trotz 260 Millionen neuer Anleihen für Baden fast 6 Millionen ungededte Matrikularbeiträge, eine Belastung, die das Land auf die Dauer nicht ertragen könne. Von diretten Reichssteuern will Herr Honsell natürlich nichts wissen, weil die Einzelstaaten dabei berkümmerten". Nur die Erschließung neuer indiretter Steuerquellen könne dem Reichsfinanzelend abhelfen. Alkohol und Tabat seien bei uns weit weniger belastet als in den übrigen europäischen Staaten, und speziell der Tabat schreie förmlich nach stärkerer Belastung". Die Form der Zigarrenbanderolesteuer mit starker Progression nach oben halte die Regierung für durchaus annehmbar. Was die Branntwein besteuerung betreffe, so solle das Reich, die Reinigung des Branntweins kostenlos bewirken und den Branntwein an die Händler verkaufen; der Erlös fließe in die Reichstasse. Den bestehenden Brennereien bleibe das Brennrecht, e3 folle also kein Monopol errichtet, sondern lediglich der ZwischenHandel von der Regierung übernommen werden. Was den Anschluß Badens an die preußische Klaffenlotterie betreffe, so werde die Regierung die Angelegenheit im Auge behalten. Vorläufig fei mit Breußen eine Einigung noch nicht erzielt worden, da Badens Gewinn nur 150 000 M. betragen hätte. Wahlrechtskampf in Elsaß- Lothringen. Zu Straßendemonstrationen tam es in Mülhausen, Viele tausend Versammlungsbesucher zogen unter Gesang durch die Straßen und brachten vor dem Hause des Reichstagsabgeordneten Die Genossen Emmel Hochrufe auf das gleiche Wahlrecht aus. Polizei und die Gendarmerie suchten vergeblich die Demonstration Das Militär war in den in gewohnter Weise zu verhindern. Kasernen tonfigniert. In einer zu Anfang der letzten Woche tagenden Versammlung bes Sozialdemokratischen Vereins Mülhausen war einstimmig die folgende Resolution des Genossen Martin angenommen worden: Der Sozialdemokratische Verein Mülhausen beglüdwünscht die Genossen Preußens und insbesondere das tampfesfrohe Proletariat Berlins zu den machtvollen Versammlungs- und Straßenkundgebungen für das allgemeine Wahlrecht zum Abgeordnetenhaus. Die anwesenden Genossen geben den Entschluß fund, hier, wo die indirekte Wahl der Landesausschußmitglieder durch Gemeinderatswahlkollegien und Bezirkstage den Volkswillen in der Landesvertretung ebenfalls nicht zur Geltung kommen läßt, in Zukunft nachdrücklicher denn je mit allen erfolgversprechenden Mitteln und Schulter an Schulter mit den Genossen Preußens den Wahlrechtskampf führen zu wollen. Liberale Arbeiter gegen den Freifinn. Der liberal- demokratische Arbeiterausschuß in Düsseldorf, dessen Anhang vorwiegend aus Hirsch- Dunderschen Ge werkvereinlern besteht, hat in seiner legten Sigung folgenden Beschluß gefaßt: " Im Anschluß an die Nachricht, daß die deutschen Landwirte im letzten Jahre allein 350 Millionen mehr für Getreide einges nommen haben als in den vorhergehenden Jahren, heißt es da: " Sie vergessen auszurechnen, was den Landwirten davon ges blieben ist. Wir alle haben mehr eingenommen im letzten Jahre, aber auch viel mehr ausgegeben als in früheren Jahren, und wer zu rechnen versteht, wird finden, daß ihm schließlicy in dem guten Jahre noch weniger bleibt als früher. Ob den großen Besizern von 1000 und mehr Morgen Getreide etivas bleibt, weiß ich nicht, möchte es aber glauben. 1lns mittleren Besitzern aber bleibt von dem Wehrverdienst von 350 Millionen der deutschen Lanwirtschaft nicht ein Pfennig. Wir haben noch Schaden. Es ist ganz schön, wenn man für den Sack einige Groschen mehr erhält. Das dicke Ende kommt nach. Alles will mehr Lohn. Leute friegt man fast gar nicht mehr, und die man hat, verlangen mehr Lohn. Der Maurer, der Stellmacher, der Schmied, der Sattler, alle fordern fie mehr. Und wenn ich einen Epaten, eine Kette oder Säge gebrauchte, alles war teurer geworden. Für Butter und Eier hat meine Frau mehr eingenommen, aber wenn sie Nähzeug, Bänder oder Schürzen faufte, mußte sie auch mehr wieder ausgeben. Geblieben ist nichts. Weihnachten erst konnte ich meinen Schaden so recht besehen. Wie ich für die Leute Sachen einkaufen ging, da rollten die Taler nur so hin, und für uns selbst blieb nichts. Ebenso ging es meiner Frau. Ihre Gänse wurde sie nur mit Schaden los. Kein Mensch wollte kaufen bei den Zeiten, und schließlich mußte meine Frau alles, was sie für ihre Weihnachtsbäckerei gebrauchte, um bieles teurer kaufen wie im vorigen Jahre...." Das Ende eines Skandalprozesses. Der Beleidigungsprozeß des Präsidenten der württember gischen Staatseisenbahnen, Erzellenz b. Balz, gegen den Negierungsbaumeister offmann ist zu Ende. Am Sonnabend gegen 28 Uhr abends sprach die Strafkammer Stuttgart das Urteil. Der Angeklagte Hoffmann wurde zu 500 Mart Geldtra fe und in die Koften des Verfahrens verurteilt. Der Staatsanwalt hatte bier Monate Gefängnis beantragt. Differenz zwischen Strafantrag und Urteil bildet den wirksamsten Kommentar zu den Ergebnissen des Prozesses. Die Der Ausschuß bedauert lebhaft die schmähliche Hattung der freisinnigen Abgeordneten im Landtage gegenüber der Erklärung des Fürsten Bülow in der Wahlrechtsfrage. Er steht nicht an zu erklären, daß durch ein solches Verhalten die legten Reste der liberal demokratisch denkenden Arbeiterschaft geradezu Gewiß sind dem Präsidenten teine strafbaren Handlungen in die Arme der Sozialdemokratie getrieben nachgewiesen worden. Er hat nur für etwa 100 000 M. Attien werden. Insbesondere protestiert der Ausschuß gegen die besessen von einem Werk, das mit der Staatseisenbahnverwaltung Haltung des fich lintsliberal nennenden AbGeschäfte zu machen pflegt. Ob ihm ein Teil der Attien, weil geordneten Heckscher, der trotz der Brüslierung der er dem Unternehmen müßen fönne", wie gesagt worden sein soll, liberalen Wähler durch Bülow, diesem im Reichstage noch fein zu einem Ausnahmepreis überlassen worden ist, darüber kann man Für die weitere Entwickelung der innerpolitischen Verhältnisse Vertrauen aussprach." verschiedener Meinung sein. Wie es überhaupt sehr schiver hält, Der Ausschuß richtet zum Schluß an die liberal- demokratische in folche verwidelten Finanzgeschäfte klaren Einblid zu gewinnen. Badens wichtiger war das, was am Sonnabend der Minister des Innern, Herr v. Bodman, zu sagen hatte. Seine Rede war im Arbeiterschaft Deutschlands die Aufforderung, fich politisch zu organi- Daß aber das Stuttgarter Gericht die Geschäfte des Herrn v. Balz großen ganzen eine Scharfmacherei gegen die Sozialdemokratie fieren und bei den Wahlen zukünftig nur noch für solche Kandidaten für einen so hohen Beamten als nicht ganz unbedenklich und eine Verurteilung der liberalen Großblodtattik, der Methode zu stimmen, die die völlige Garantie für eine liberal- demokratische erachtet hat, geht aus dem Urteil hervor. Damit ist auch die aufdes bürgerlichen Liberalismus, zum Zwecke der Verhinderung einer Bolitit geben. Zugleich beruft der Ausschuß auf Sonntag, den fallend rasche und unter eigenartigen Umständen erfolgte flerital- konservativen Mehrheit mit der Sozialdemokratie bei den 28. Februar, nach Effen einen fortschrittlichen Arbeiter. Pensionierung des Präsidenten der württembergischen Staatsbahnen verständlich geworden. Ein Podbielski ist Landtagswahlen zusammenzugehen. Sein Versuch, bei den jüngsten tag für Rheinland und Westfalen ein mit der Tages als Mitglied der Regierung in Württemberg mit seinem allKammerpräsidiumswahlen die entscheidenden vier ordnung: Die fortschrittlich- freiheitlich denkende Arbeiterschaft, ihre gemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht auch nich t tenservativen Stimmen für den liberalen Vorschlag zu gewinnen, Forderungen und die politischen Parteien; Wahl eines fortschrittlichen einmal in hundertfach berdünnter Lösung habe lediglich bezwedt, die Sozialdemokratie auszu Arbeiterausschusses. möglich! schalten, da er der Ansicht sei, der erste Präsident hätte dem In dem Aufruf heißt es:„ Die preußisch- deutsche Regierung bürgerlichen Blod, der zweite dem Zentrum, der dritte den Konser hat der außerhalb der Sozialdemokratie stehenden Arbeiterschaft e vativen gehört. Damit hat der Minister den Grundfah proklamiert, schwere Enttäuschung bereitet. Zum Dank dafür, daß diese die Sozialdemokratie sei in der Zweiten Kammer rechtlos, nehme bei den letzten Reichstagswahlen national stimmte, lehnt sie fast eine Ausnahmestellung ein und habe keinen Anspruch auf das, jedes Entgegenkommen an die Arbeiterschaft Wahlrechtsfrage, was jeder anderen Partei von gleicher Stärke zufomme. Anders Vereinsgesetz usw.ab. - ab. Aber auch einige Iintsliberale fann man es sich wenigstens nicht erklären, wie er ihr als der Politiker haben der Regierung gegenüber eine so schwächdrittstärksten Partei in der zweiten Kammer, jede Bertretung tiche Haltung beobachtet, daß sie eine scharfe Stritit herausin deren Vorstand abspricht. Dabei brachte es Herr v. Bodman fordert". fertig, wenige Sätze später zu versichern, es liege ihm fern, die Wie der Aufruf mitteilt, sind die drei lintsliberalen Parteien Sozialdemokraten als Staatsbürger zweiter Slaffe zu behandeln, zu der Tagung eingeladen und haben ihr Erscheinen bereits zu da sie auf dieselben Rechte wie jede andere Partei einen Anspruch gesagt. hätten. In einer Hinsicht allerdings müsse die Regierung einen Unterschied machen: ein Sozialdemokrat fönne nicht Staatsbeamter sein, und es sei tief bedauerlich, wenn bürgerliche Parteien sich zur Wahl von Gestern vormittag fand hier eine Miefenversammlung statt, in Sozialdemokraten in den Landtag entfchlössen, der nach Reden der Genoffen Eichler Frankfurt a. M. und sei es auch nur aus taktischen Gründen und zur momentanen Reichstagsabgeordneten Ulrich eine scharfe Protestresolution gegen Abwehr einer drohenden Gefahr von rechts. Und nun hub eine den Entwurf des Reichsvereinsgefezes angenommen wurde. Genosse Philippika des Ministers gegen die„ baterlandslose", antimonar- Ulrich hatte ausgeführt, mit der Annahme des Entwurfs werde die Vereins- und Versammlungsfreiheit in Hessen beseitigt. Er wies chische, militärfeindliche und„ antinationale" Sozialdemokratie an, ferner auf die glänzenden Demonstrationen der Berliner Arbeiter wie sie ein Commis voyageur des Reichslügenverbandes nicht für das gleiche Landtagswahlrecht hin; die hessischen Genoffen verschöner" halten fönnte. folgten diesen Kampf der preußischen Brüder mit warmer Anteilnahme und Sympathie. Gegen den Reichsvereinsgesetzentwurf. Mainz, 27. Januar. Nach der Versammlung zogen einige Tausend Demonstranten im Zuge durch die Hauptstraßen der Stadt. Die Kundgebung verlief in bester Ordnung, da die Polizei fie nicht störte. Liberale Errungenschaft. Bankier Ludwig Delbrüd, in Firma Delbrüd, Leo u. Co., ist gelegentlich des heutigen Geburtstages des Delbrück, Leo u. Co., ist gelegentlich des heutigen Geburtstages des Kaisers auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen worden. Raisers auf Lebenszeit ins Herrenhaus berufen worden. Christlichsoziale Arbeiter über die preußische Wahlrechtsfrage. Die Arbeit", ein Wochenblatt der christlichsozialen Arbeiter im Westen, äußert sich zu der preußischen Wahlrechtsfrage. Es erklärt, daß nach den heutigen Verhältnissen das Reichstagswah Irecht für Preußen als das idealste zu betrachten und mit aller Entschiedenheit im wohlverstandenen Interesse des Staatswohls an dieser Forderung festzuhalten fei. Zu der Erklärung Bülows im preußischen Abgeordnetenhause schreibt das Blatt: Den 10. Januar buchen wir als einen nationalen Unglüdstag. Die ruhige Entwickelung ist jetzt in Frage gestellt.... Die preußische Regierung hat am 10. Januar die Fernhaltung breiter Massen von der Gesez gebung sanktioniert. Wir sind der Meinung, daß nur Gerechtigkeit ein Woll erhöht. Im heutigen ahlrecht zum Landtag ist für ben bierten Stand auch nicht ein Funken von Gerechtigkeit." 1890, two der Anspruch der Arbeiter auf gefegliche Gleichberechtigung Weiter erinnert das Blatt an die Februarerlasse aus dem Jahre anerkannt wird. Im heutigen Wahlrecht sei aber von der ge feglichen und praktischen Gleichberechtigung ber Arbeiter teine Spur. Rönnen wir etwa mit ruhigem Gewissen vor die Massen hintreten und sagen: Ja, es ist wahr, ihr feid gleichberechtigt? Nein, das können wir nicht." Von der Stellung der Sozialdemokratie zum Krieg von 1870/71 und ihrem Urteil über die Emser Depesche bis zu der neuesten Nede Hervés gegen den Militarismus mußte alles herhalten, um den Spießer vor der„ Vaterlandsfeindlichkeit" der deutschen SozialAuf dem Berliner Kongreß der christlichnationalen Arbeiter Habe die Regierung erklärt, es sei die wichtigste Aufgabe der Gegenwart, demokratie gruselig zu machen. Und doch graute dem Herrn offenbar vor den politischen Konsequenzen, die sich daraus für die ReDer Kampf um die Schule. die Arbeiterschaft in den Staatsorganismus einzugliedern: Wie denkt sich dies der leitende Staatsmann? Ohne Mitarbeit der gierung ergeben müßten; denn er meinte zum Schluß seiner Rede, Die Kölnische Volts 3eitung" gibt Ratschläge, basarbeiter an der Gesetzgebung wird dieses Ziel nie erreicht wenn er den Sozialdemokraten wie fie ihm auch mit Miß- Volksschulgesetz möglichst zur Leritalisierung der Schule werden. In der Gesetzgebung für Preußen fommen Arbeiter trauen begegne, so wolle er sie doch nicht anders behandeln wie auszunuzen. Vor allem müsse eine zielbewußte Kommunalpolitik ta um zur Geltung. Nach unserer Ansicht hat die preußische andere Staatsbürger. Er betrachtete sie als seine Mitbürger und getrieben werden, das sei der Punkt auf den alle anderen Bemühungen Regierung am 10. Januar eine große Schuld auf Brüder, von denen schon manche vernünftige Anregung gekommen hinausfämen. Das Schulgesetz aber sei, wie faum etwas anderes, sich geladen." sei und deren Wünsche und Anträge er auch fernerhin ohne Vor- geeignet, den Zentrumswählern über die Bedeutung der Kommunaleingenommenheit prüfen werde. politik die Augen zu öffnen. Denn: Wenn man auch weiß, daß das Pronunziamento des Herrn b. Bodman gegen die Sozialdemokratie vor allem auf die Angst vor dem Zentrum zurüdzuführen ist, dessen Gunst er sich gewinnen will, indem er eine Erneuerung des Großblocks für die Wahlen von 1909 unmöglich macht, so wird sich die badische Sozialdemokratie feine Kriegserklärung trotzdem merken. Der Herr Minister täuscht sich, wenn er glaubt, uns damit zu schreden, oder uns gar Eintrag zu tun. Sein Kampfruf wird unsere Anhänger im Gegenteil zu umso engerem Zufammenschluß und energischerer Betonung ihrer Forderungen veranlassen, und Herr v. Bodman wird die Erfahrung machen müssen, " Massenproteste gegen den Reichsvereinsgesetzentivurf. das Schulgesetz beruht auf der Gemeinde. Nur bom Gemeinderat Im Herzogtum Sachsen- Altenburg fanden am letzten Sonnfönnen Anträge auf Simultanisierung gestellt werden. Es muß abend und Sonntag in den Städten und größeren Orten ProtestDer also überall die erste Sorge fein, daß der Gemeinderat versammlungen wider den Reichsvereinsgefeßentwurf statt. in einer sichern Mehrheit auf dem Boden der Entwurf bedeutet nämlich keinen Fortschritt für das Ländchen; Ronfessionsschule stehe. Und hier ist auch der Punkt vielmehr wird der§ 7 die Agitation unter der fremdsprachlichen gegeben, wo gläubige Christen, die nicht auf dem Bevölkerung beträchtlich erschweren. In den letzten Jahren sind Boden des Zentrums stehen, Statholiken wie Bro- im Braunkohlenbezirt Altenburg- Meuselwit zahlreiche Polen, testanten, fich zu gemeinsamem Handeln mit dem Zentrum finden Kroaten und Slovenen eingeführt worden, die auf die Lebenstönnen. Wo irgendwie Zweifel darüber herrschen, ob der Ge- haltung der einheimischen Arbeiterschaft drüden. Aus diesem meinderat bei einer Neuwahl in seiner Mehrheit auf positiv- Grunde wehrt sich die Altenburger Arbeiterschaft gegen den§ 7 christlichem Boden stehen wird, da stelle man die Schul- des Entwurfs. Die Versammlungen erfreuten sich fämtlich eines frage in den Vordergrund und mache sie unter allen starken Besuches. Sa» Ist He Todesursache? Der Musketier D ü h m a n n ke» »70. Infanterieregiments zu Qffenburg(Baden) starb im dortigen Garnisonlazarett. Als Ursache seines Todes wurde in der Amtsprefse Genick st arre angegeben. Bald daraus brachte die Redaktion die Mitteilung, daß die Sektion mit Sicherheit fest gestellt habe, daß Miliartuberkulose die Todesursache war. Nun hat dieser Mann, der Sohn des Heinrich Dützmann in Ortholz (Kreis Syke), bis etwa 10 Tage vor seinem Tode den Dienst getan und ist nicht in der Kompagnie als krank behandelt worden. Wie erklärt man sich den raschen Tod an Tuberkulose? Nach den Aussagen seiner Kameraden soll Dühmann sich seit einigen Wochen über heftige Schmerzen iniolge eines Ohrgeschwüres beklagt haben. sei aber vom nächsten Vorgesetzten für einen simulierenden Drücke berger gehalten und im strengen Dienst behalten worden OestemicMIiigani. Die auswärtige Politik behandelte der Minister deS Aeuhcrn. Freiherr v. Aehrenthal, am Montag nachmittag in der zu Wien abgehaltenen Sitzung der Kommission der Ungarischen Delegation für die auswärtigen Angelegenheiten: Durch die internationalen Monarchen-Visiten und Minister Kränzchen des Jahres 1907 soll das europäische Gleichgewicht in die richtige Balance gebracht sein. Ruhland und Japan, Ruhland und England, England-Frankreich-Spanien, Deutschland und England, Oesterreich-Ungarn und Ruhland, desgl. Oesterreich-Ungarn und die Vereinigten Staaten von Amerika, Deutschland, Italien, England, Frankreich: alles ein Herz und eine Seele.... Nur im Reiche des „kranken ManneS" und auf dem Balkan will's nicht so recht klappen denn der biedere Sultan nimmt die Christen noch immer nicht ge niigend gegen seine„heidnischen" Türken in Schutz und die lieben Christen selber schlagen sich aus purer Bruderliebe gegenseitig die Köpfe wund. Aber das brutale Rumänien ist artig genug, um vom Herrn v. Aehrenthal einen Lobstrich einzuheimsen. Den marokkanischen Stank will Oesterreich-Ungarn vornehm ignorieren, jedoch dem russischen Zaren muh es notgedrungen zu der in den Hundstagen des Jahres 1997 dank seiner„neuerlichen groh- herzigen Initiative" abgehaltenen ztveiten Haager Konferenz seinen Bückling machen. Gegen eins freilich verwahrt sich der Minister: Gegen den Namen„Friedens"-Konferenz. Dieser Name ist— nach Aehrenthal— unzutreffend, er hat die„vielfach von Schlagworten beherrschte Oeffentlichkeit" hypnotisiert, so dah sie schliehlich zu Unrecht enttäuscht war, als die Konferenz „die weitgehenden Erwartungen" nicht rechtfertigte und die inter- nationale Lösung des„unreifen Problems" der Abrüstungsfrage nicht einmal diskutiert werden konnte l Dies alles und was der Minister sonst noch zu sagen hatte, nennt sich Summa Summarium: ein Erposo— aus deutsch: Bericht über die auswärtige Politik..... frankmcb. So» guten und von schlechten Nerven. Das Bureau Herold meldet: Paris, 27. Januar. Das royalistische Komitee von Paris und«dem Departement der Seine beging gestern abend das Königs. fest, an welchem zirka 2000 Personen teilnahinen. ES wurden eine Anzahl Reden gehalten. Die französische Republik und ihre„Lenker"— was man auch gegen sie zu sagen hat— so nervös wie die Monarchisten sind sie denn doch nicht. Siehe Preußen!_ Der Marokkointerpellatio« zweiter Tag. Paris, 27. Januar. Die Kammer hat heute die Beratung der Interpellation wegen Marokko fortgesetzt. R a i b e r t(Radikaler) erhebt gegen die Regierung den Vorwurf, dah sie die durch die Algecirasakte bestinmiten Reforinen nicht den Verhältnissen in Marokko angepaht habe. Mau sei zu sehr nach europäischem Muster vorgegangen. Er ersucht die Regierung, bei der ans der AlgeciraS akte beruhenden Politik zu verbleiben, aber die Methode zu' ändern und den anfänglichen Irrtum zu berichtigen.(Beifall.) DeSchanel(Republikaner) spricht seine Befriedigung aus über die Annäherung zwischen England und Ruhland und bedauert, dah die durch Marokko entstandenen Schwierigkeiten sich nicht vermeiden lassen. Wenn man auch nicht an eine mit der Algecirasakte iin Widerspruch stehende Eroberungspolitik denke, so sei es doch un- möglich, den Schutz der französischen Staatsangehörigen durch die Truppen aufzugeben, was als ein Zeichen der Schwäche gelten würde. Deschanel befürwortet eine neutrale Haltung gegen- über den inneren Kämpfen in Marokko. Frankreich sei' der Mandatar Europas, es müsse für die Sicherheit in Algier und für seine eigene Würde Gewähr leisten.(Beifall.) foilUauä. Aus der sozialdemokratischen Duniafraktion. Die Fraktion bereitet außer ihren Gesetzentwürfen eine Inter- pelkatton über die Verfolgungen der Gewerkschaften und der Gewerk- schastspresse vor. Desgleichen soll eine Interpellation über die gesetz- widrige Handlungsweise der Administration während des Hafen- arbeiterstreikS in Noworossiijks eingebracht werden. Da die Fraktion nicht über die genügende Stimmenzahl verfügt, um selbständig Anträge zu stellen, so sollen Vereinbarungen mit den Mitgliedem der Arbeitsgruppe(Trudowiki) getroffen werden. „Immunität". Genoffe Surkoff, Mitglied der sozialdemokratischen Dumafraktion. der dieser Tage aus der Provinz zurückkehrte, erstattete der Fraktion Bericht über seinen Aufenthalt im Kreise seiner Wähler im Gouveme- nient Kostroma.... Als die Arbeiter des Fabrikdorfes Sereda von der Ankunft ihres Dumaabgeordneten erfuhren, ersuchten sie ihn, von der Tälig- keit der Duma zu berichten. Es versammelten sich etwa dreihundert Arbeiter, worauf die Fabrikadministralion die Polizei in Kenntnis seßte. Im Nu sprengten Kosaken heran und die Metzelei begann. Viele Arbeiter wurden verwundet, die übrigen flüchteten. Der Ab- geordnete selbst rettete sich nur durch die Flucht und mußte sich eine ganze Nacht in einem Schneehaufen versteckt halten. Am folgenden Morgen wurde er auf der Bahnstation verhaftet und erst nach Fest- stellung seiner Personalien auf freien Fuß gesetzt. Marokko. Ein Angriff der Marokkaner. Paris, 2S. Januar. Nach einer Depesche des Generals d'Amade wurden zwei französische Abteilungen, die sich am 24. von der Küste beziehungsweise aus dem Mediunagebiet kommend bei Urdmellah vereinigt hatten, dort von Leuten des Medraka-, Zeila- und des Uledali-StammeS angegriffen. Der Feind, der in beträchtlicher Stärke auftrat, wurde nach vierstündigem Gefecht mit Verlust zurück- geworfen. Aus französischer Seite waren sechs Verwundete, unter ihnen ein Leutnant. Die französischen Kolonnen seien nach Beendigung des Gefechtes bei AnkuS nach MediunaS marschiert. Die von der Küste gekommene Abteilung wird nach ihrer Verproviantierung nach Casablanca zurückkehren._ A«S dem Lager Mulay HafidS. Der Vertreter des Pariser„Matin" im Lager Mukah 8afi d S hat seinem Blatte aus dem Seghaghnaaebiet an der renze des SchaujalandeS Nachrichten, die bis zum 17. d. M. reichen, senden können. Er behauptet, die Streitkräfte Mulay HafidS seien 2000 0 Mann stark. Die Schauja sagten dem Anführer:„Wir kennen jetzt die Kampfesweise der Franzosen, wir brauchen nur noch Kanonen und Mitraillcusen, Du bringst sie uns, jetzt sind wir s i e g e s g e w i ß." Der Führer Kaid Glaui sagte: „Mir werden Gefangene machen, wenn Da Freunde unter ihnen hast, verspreche ich Dir, sie freizulassen." Der Berichterstatter schließt: „Man will hier Frieden unter der einzigen Bedingung, daß man die Schauja nicht hindert, Mulay Hafid allein als Sultan anzuerkennen. Der Sultan verbürgt sich für die Herstellung der Ordnung. Will aber Frankreich Marokko Abdul Asis aufnötigen, dann gehtes aufLeben undTod." _<«Voss. Ztg.") GcwcrkfcbaftUcbc�. Das Ende der Lokalorganisationen. Als die„Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften ihren Kongreß am Sonnabend schloß, hielt es der Vorsitzende Schlenker für angebracht zu erklären: „Diejenigen, welche den Untergang der Freien Ver einigung vorhersagten, haben sich schwer geirrt." Auf den Trümmern noch pflanzt er die Hoffnung auf!— In Wirklichkeit hat die Majorität von 88 gegen 48 Stimmen. welche die Auflösung ablehnte, das Ende der Lokalorgani sationen nicht abzuwenden vermocht. Mehr als in irgend einem anderen Falle muß man hier die Stimmen wägen und nicht zählen. Die 48 Stimmen derer, die für die Auflösung in die Wagschale fielen, waren die der Vertreter der größten Gewerkschaften. Als diese notgedrungen das Verhandlungslokal verlassen mußten, be stand die„Freie Vereinigung" nicht mehr. Die Vetreter der Maurer. Zinimerer, Bauarbeiter. Fliesen leger. Isolierer. Kürschner und Bootsbaue haben hinter sich mehr als 11 000 Mitglieder von den etwas über 17000 der Freien Vereinigung überhaupt. Was also von dieser noch vorhanden ist. ist zurzeit der„Allgemeine Metallarbeiterverband" mit 3000 Mann und daneben ein wüster Trümmerhaufen von weiteren 3000 Mann in zirka 20 Organisatiönchen. Von diesen ist natürlich nicht eine lebensfähig. Der„Allgemeine Metallarbeiter Verband" hätte also die wenig lockende Aufgabe, die noch vorhandenen anarcho» sozialistischen, anarchistischen und syndikalistischen Grüppchen an seinem Tische zu speisen. Man kann es daher verstehen, wenn am Morgen nach der Ab stimmung, nachdem nicht nur das Resultat, sondern auch der Effekt derselben zu übersehen war, ein Vertreter der Metall arbeiter seine Leyer auf die Melodie stimmte:„Der Starke ist am kräftigsten allein!" Selbst wenn der„Allgemeine Metall� arbeiter-Verband" heroisch genug wäre, die finanziellen Lasten des Anarcho-Sozialismus in Deutschland auf seine Tasche zu nehmen, würde er an dieser Aufgabe bald verzagen müssen. Seine Mitglieder würden das nicht ertragen können und die Sozialdemokraten unter ihnen würden dagegen protestieren Bei Strafe der Selbstvernichtung müssen also auch die 3000 Metallarveiter der„Freien Vereinigung" den Rücken kehren. Bleibt ein Rest von 3000 Mann, eine Ziffer, die es recht fertigt, daß man vom„Ende des Lokalismus" in Deutschland sprechen darf. Wie war das verhältnismäßig so schnell nach dem Tode der alten Keßler möglich? Ach, schon zu seiner Zeit bestanden die Lokal- Organisationen nicht mehr aus jenen historischen Gebilden, die aus rein prinzipieller Gegnerschaft gegen die Zentral-Verbände an ihrer Organisationsform festhielten. Das war manch abgesprengtes Häuflein aus den Zentralisationen, die wahrlich alles andere als ein Prinzip zu den Lokalisten geführt hatte. Die Eni Wickelung nahm außerdem den Lokalisten Einwand auf Ein wand gegen die Zentralorganisationen. Das Verbindungsl verbot für politische Vereine fiel, die eigene Abneigung gegen die Tarifverträge nahm in dem Maße ab, wie man in den Kreisen der„Zentralisten" nüchterner über diese dachte, und die erst verpönte Anstellung von Beamten wurde zur unumgänglichen Notwendigkeit. Man suchte nach neuen „prinzipiellen" Trennungsgründen. Da kam der Friede- b e r g s ch e Anarcho-Sozialismus- gerade recht. Aber statt die widerstrebenden Elemente zu kitten, zersprengte er sie vollends und die gewaltigen Schläge der Scharfmacher trafen das lockere Gebilde der„Freien Vereinigungen" viel schärfer als die festgefügten Zentralorganisationen. So fand denn der Parteivorstand endlich für seine immer wieder unternommenen Anregungen zur Einigung der Gewerkschaftsbewegung einen wohlvorbereiteten Boden. Möge diese Einigung der deutschen Arbeiterbewegung zum Segen gereichen l_ Berlin und llmgegend. Die Handwerker, Maschinisten und Heizer der Brauereien Berlins und Umgegend nahmen in einer Versammlung, die am Sonntag im Englischen Garten stattfand, den Bericht des Vorsitzenden Schwittau entgegen. Es handelte sich hauptsächlich um die Verhandlungen, die chon seit längerer Zeit im Gange sind, zum Zwecke der Vertretung der Maschinisten und Heizer im Einigungsamt und im Kuratorium des Arbeitsnachweises. Vorläufig scheint eS, als würden sich die Verhandlungen noch lange hinziehen. Es lag nur ein Schreiben des Vereins der Brauereien vor, daß man sich mit der Angelegenheit noch beschäftigen werde. Die Brauereihandwerker haben auch mit einer Opposition der Brauereiarbeiter zu rechnen, die den Uebertritt der Handwerker in Brauereien in die Sektion II deS Zentralverbandes empfehlen und anstreben. Der Vorsitzende brachte dann zur Sprache, daß die Maschinisten ans Dampfern, die den Brauereien gehören, sich zuweilen eine tarif- widrig lange Arbeitszeit gefallen lasten müßten. Wer darüber Klage zu führen hat, soll sich bei Schwittau melden. Ferner wurde daraus aufmerksam gemacht, daß die Handwerker verlangen müssen, daß ihnen ebenso wie den anderen Arbeitern in den Brauereien der frühe Feierabend vor den Festtagen gegeben werde. Ein Vortrag von Brückner über die sozialpolitische Gesetz- gebung wurde von der Versammlung sehr beifällig aufgenommen. Wir erhalten folgende Zuschrift, der wir im Interesse der historischen Richtigkeit Aufnahme gewähren: In Nr. 22 des „Vorwärts", 6. Beilage, im Bericht über den 8. Kongreß der „Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften" läßt der Bericht- erftatter den Kollegen A. Schröder. Metallarbeiter, folgendes sagen: -Wiesenthal, der für die Auflösung gestimmt und sich auch vom Kongreß zurückgezogen hat, habe hiermit gegen den Beschluß seiner Organisation gehandelt Die Vertreter der Metallarbeiter hätten sich vor der Abstimmung geeinigt, gegen die Auflösung zu stimmen. Damit sei auch Wiesen- thal einverstanden gewesen. Trotzdem habe Wiesen- thal für die Auflösung gestimmt; er habe damit nur seine persönliche Meinung und seine persönlichen Inter- essen vertreten." Diese Ausführungen hat A. Schröder vor. dem Kongreß in meiner Abwesenheit gemacht. ES ist nicht wahr, daß ich mich mit den übrigen Delegierten der Metallarbeiter geeinigt hätte, gegen die Auflösung zu stimmen. Wahr ist, daß die Delegierten der Metallarbeiter am Freitag während der Mittagspause im Kongreßlokal zusammen getreten sind. Dort habe ich rückhaltlos gesagt, wie auf unserem Verbandstag in Dresden: Als Sozialdemokrat kann ich nicht mitmachen was der Rest der Freien Vereinigung kkeukscher Gewerk« schaftcn will. Aber außerdem suchte ich zahlenmäßig nachzu- weisen, warum nach dem Austritt der Einigungsfreunde die Freie Vereinigung deutscher Gewerkschaften bedeutungslos, ja ohnmächtig zur tatkräftigen Solidarität ist. Auch hat am Freitag nur so weit eine Verständigung unter den Delegierten der Metallarbeiter stattgefunden, daß ich meine Erklärung erst am Sonnabend abgebe. Es ist aber mit keinem Wort davon gesprochen, wie sich jeder bei der Abstimmung ver- halten soll. Es ivar dem Kollegen A. Schröder bekannt, daß ich für Auflösung der Vereinigung bin. Diesen Standpunkt habe ich in der Sitzung des Verbandsborstandes vertreten. Trotzdem bin ich delegiert worden. Weiter habe ich diesen Standpunkt in der kombinierten Versammlung der Vertrauensleute unseres Vereins Berlin und Umgegend und in der Generalversammlung unseres Berliner Vereins vertreten. In den letzten Tagen hat sich auch die Agitationskommission der Rohrleger und Helfer Berlins und Um- gegend einstimmig für Auflösung der Freien Vereinigung fest- gelegt. Dies alles war dem Kollegen A. Schröder bekannt; aber trotzdem hat er seine Ausführungen gemacht. Hier muß ich bemerken, daß ich selbst als Vorsitzender unseres Verbandes genaue Zahlen über die Mitglieder und Kassenver- hältnisse der„Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften" erst auf dem Kongreß durch den gedruckten Geschäftsbericht erhalten habe. Diese Zahlen benutzte ich bei meiner Begründung in der Besprechung der Delegation der Metallarbeiter. Durch die nament- liche Abstimmung habe ich dann mehr als recht erhalten. Das Verhältnis ist nach dem Geschäftsbericht da? folgende: „Ausscheiden aus der„Freien Vereinigung deutscher Ge- werkschasten" sieben Organisationen mit 11273 Mitgliedern und 174 060,97 M. Vermögen. Unser Verband hat 3010 Mitglieder und ein Vermögen von 31 065,34 M. Der Rest der Vereinigung sind 3350 Mitglieder in 21 Organisationen mit 21 383,44 M. Kassen- bestand. Von den letzteren 21 Organisationen hat die kleinste 9, die größte 835 Mitglieder. Dafür braucht man eine wöchentliche Zeitung, zwei besoldete Beamte und die Unkosten für 21 Vorstände. Es ist ferner nicht wahr, daß ich mich freiwillig zurückgezogen habe. Ich war geschäftlich verhindert, am Sonn- abend pünktlich im Kongreßlokal zu sein. Meine Kollegen, die Delegierten der Metallarbeiter, mußten aber nach der Besprechung vom Freitag mittags wissen, daß ich am Sonnabend wieder auf dem Kongreß erscheine, um die am Freitag zurückgestellte Erklärung abzugeben.— Der Kollege A. Schröder führt gemeinsam mit mir den Vorsitz unseres Verbandes. Deshalb war demselben mein« Stellung zu der Auflösung der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften aus den verschiedenen Körperschaften unserer Organisation bekannt. Er wußte also, daß dies meine Ueberzeugung und nicht Wahr, nehmung meiner persönlichen Interessen war. Nach Vorstehendem haben die Metallarbeiter und die Partei- genossen die Begründung dafür, warum ich auf dem S. Kongreß für Auflösung gestimmt und erklärt habe, ich werde meinen ganzen Einfluß geltend machen, daß die Mitglieder unsere» Verband«» in einer Urabstimmung ihren Austritt aus der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften erklären. Karl Wieseuthal, Ocutfcheo Reich. Achtung, Schuhmacher! In Augsburg und München stud die Fabrikschuhmacher ausgesperrt. Die Unternehmer stechen in ganz Deutschland Streikbrecher. Einige Arbeitswillige find weg« großer Enttäuschung bereits von dort wieder abgereist. Achtung, Korbmacher! Die Firma R. Wengler. Kopenhagen, sucht durch Inserate Korbmacher. Die Kollegen Kopenhagen« ve» finden sich in einer Lohnbewegung. Jedes Arbeitsangebot ist zurück« zuweisen. Die Brauchenkommffstou. Soziales. Die Krankenversicherung im Deutsche» Reiche l» Jahr« ttOS. Die Materialien über die Krankenversicherung wurde» bisher immer zwei Jahre später im zweiten Quartal in den.Vierteljahres» heften zur Statistik des Deutschen Reiches" veröffentlicht. Da» kaiserliche Statistische Amt veröffentlicht jetzt bereits„vorläufige Er- gebnisie" über die Krankenversicherung im Jahre 1906. Das Material erstreckt sich auf die sieben verschiedenen Krankenkasienarten, aus» schließlich der Knappschaftskassen, also auf die Orts«. Betriebs» (Fabriks-), Bau- und Jnnungskrankenkaffen, eingeschriebene Hülfs» und landesrechtliche Hülfskassen sowie auf den.Rotbehelf", der mangels einer Zwangskasse einzutreten hat: die Ge- meindekrankenversichening. Insgesamt bestanden danach im Jahre 1906 23 215 Krankenkassen(38 mehr wie im Vorjahre) mit 11 689 697 Versicherten. Die Mitgliederzunahme beträgt rund 505000. Bei der Zunahme entfallen auf die Ortskrankentasssn 312 000, auf die eingeschriebenen HülfSkasien 26 OOV und auf die Ge» meindekrankenversicherung 13 000 Mitglieder. Die Zahl der mit Erwerbsunfähigkeit verbundenen TrkrankungS- fälle betrug 4 428 793 mit 88 445 057 Krankheitstagen. D.aS ist pro Mitglied 0,38 Erkrankungsfälle mit 7,48 KrankheilStage, für die Krankengeld oder Krankenhauspflege geleistet wurde. Die ordentlichen Einnahmen ergeben an Eintrittsgeldern und Beiträgen 276 659 833 M., während die Gesamteinnahme(Zinsen usw.! 293 320 905 M. beträgt. Die ordentlichen Ausgaben(Krankheitskosten, BerwaltungS- losten usw.) betragen 263 593 888 M., darunter 241123 952 M. süi Krankheitskosten. Hiervon entfallen: auf ärztliche Behandlung.... 5722870S Mark „ Arznei und sonstige Hellmittel. 35 259 048, „ Krankengelder....... 104153 362, „ Unterstützungen an Schwangere und Wöchnerinnen..... 6 062 153„ „ Anstaltspflege....... 82 668 251„ , Fürsorge für Rekonvaleszenten. 175 186„ . Sterbegelder....... 6 522 228„ Die Krankheitskosten betrugen pro Mtglied 20,63 M. Die Verwaltungsausgaben betrugen abzüglich der für die Invaliden- Versicherung 15 323 856 M. insgesamt oder pro Mitglied bei den Ortskrankenkassen 2,01 M., bei den Jnnungskrankenkaffen 2,40 M. und bei eingeschriebenen Hülfskassen 2,35 M. Das Gesamtvermögen aller Kassen betrug 230,4 Millionen Mark<27 Millionen mehr wie im Vorjahre), davon entfallen auf die Onskrankenkassen 105,09 Mllionen Mark, auf die Betriebskrankenkassen 97,01 und auf die eingeschriebenen Hülfskassen 18,6 Millionen Mark. So erfreulich der Ausschwung der Krankenversicherung 1906 ist, muß im Interesse der Versicherten auf das lebhafteste bedauert werden, daß durch die Neu- lründung von Betriebskrankenkassen der Kassenzersplitterung geradezu Vorschub geleistet und daß insbesondere in Bayern und Preußen mit der„Gemeindekrankenverficherung" als Ersatz für vollwertige Kassen noch nicht aufgeräumt ist. Letzte JSachnchten und Depefcben. In Sicherheit gebracht! Madrid, 27. Januar.(B. H.) Nach Meldungen, die aus Lissabon hier eingetroffen sind, hat Ministerpräsident Franeo Lissabon nachts verlassen, weil es sich bestätigte, daß republikanische Verschwörer sich seiner Person bemSchttge» wollten« Unwetter. Alexandrien, 27. Januar.(W. T. B.) Seit gestern herrscht hier schwerer Sturm, der viele Telegraphen- und Kabelleitungen beschädigt und auch sonst viel Schaden angerichtet hat. Der Ver- kehr im Suezkanal ist unterbrochen. (ßezanta. Redakteur: SeosWeber- idcrlin. Inseratenteil verantw.: Th.Glocke, Berlin. Druck».Verlag: NorwättZBuchdr.n.BerlaLsanstatt UaulS!ngerL-Co,BerlinLVV, Hierz«3Beila»e»».UntcrhaItvngsbl«tt Ar. 23. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Rußland im Jahre 1907. Die Wahlen für die zweite Duma standen in vollen Gange, als das Jahr 1907 seinen Anfang nahm. Zum ersten Male bee teiligten sich alle Linksparteien an den Wahlen, deren Resultate ein glänzendes Zeugnis von der revolutionären Entwickelung der Volksmassen ablegten. Trotz der Erläuterungs"-Tätigkeit des Senats, trotz der ärgsten Wahlbeeinflussungen zogen 65 Sozialdemokraten und 152 Mitglieder der Volkstümler"-Parteien in die Duma. Gleich nach ihrem Zusammentritt stieß diese denn auch auf den heftigsten Widerstand der Regierung, die offen den Grundfab proklamierte, daß vor allem die Interessen der 130000 Gutsbesiker" gewahrt werden müßten! Es galt nun, jeden Tag der Dumatätigkeit auszunuzen, der aggressiven Politik der Regierung konsequent Widerstand zu leisten, die Massen um sich zu scharen. Die Zinksparteien, vor allem die Sozialdemokraten, handelten demgemäß, allein die Kadetten, denen die Fahrt nach Wyborg" noch schwer in den Gliedern lag und die es als Hauptaufgabe betrachteten, eine Verständigung" mit der Regierung Stolypin anzubahnen, lieferten dieser freiwillig eine Position nach der anderen aus. Die Folge war, daß der Uebermut der Regierung mit jedem Tage wuchs und daß sie die Duma unter dem Vorwande einer sozialdemokratischen Verschwörung" kurzerhand auflöfte und ein neues Wahlgesetz oktrohierte. Die Junterpartei, die geistige Schöpferin dieses Staatsstreichs, triumphierte: räumte ihr doch das neue Wahlgesetz die führende Rolle in der dritten Duma ein. " Dienstag, 28. Januar 1908. ins Zuchthaus, in die sibirischen Eiswüsten geschickt. In zahllosen folgen die Teilnehmer von Gppropriationen" mit 1162 Berurteilten politischen Prozessen wurde die Freiheitsperiode" liquidiert".( 10,5 Proz.). Die sozialdemokratische Fraktion der zweiten Duma wurde zur Eine besondere Gruppe in der Chronik der Verfolgungen bilden Statorga verurteilt, die Majorität der ersten Duma ins Gefängnis die Repressalien gegen die Presse. Es wurden zur gerichtlichen geschickt, die Autonomie der Universitäten vernichtet. Zu alledem Verantwortung gezogen 502 Redakteure progressiver Breßorgane, reichte die Macht der Regierung aus. Allein den Anforderungen und unterdrüdt 413 Zeitungen und Zeitschriften, darunter durch des Staatslebens stand sie ebenso hülflos gegenüber wie zuvor. Gerichtsspruch 81, durch die Administration 332. Es wurden des Wie früher wurde die jährlich wiederkehrende Hungersnot mit wetteren Geldstrafen von Preßorganen erhoben auf administrativent fleinen Balliativmittelchen bekämpft. Wie früher follte die Agrar- Wege in 265 Fällen im Betrage von 163 950 Rubel und auf gericht, frage mit Hülfe der Bauernbank gelöst werden. Wie früher lichem Wege in 26 Fällen im Betrage von 5400 Rubel. wurde die Finanzmisere durch Schiebungen im Budget, durch verstärkte Papiergeldemissionen, durch innere und äußere Anleihen berdeckt. Dies alles hinderte jedoch nicht, daß der Bauer immer mehr verarmte, daß die Hungersnot sich ausbreitete, daß die Kaufkraft der Landbevölkerung abnahm, daß infolgedessen sowie infolge der großen Aussperrungen die Krise in Handel und Industrie sich verschärfte, daß Kredit und allgemeine Finanzlage fich verschlech terten. In der Tat, der Kurs der 4prozentigen Rente steht jetzt niedriger als nach dem Moskauer Aufstand. Die Finanznot ist fo gewaltig gestiegen, daß ein Mitarbeiter des Regierungsblattes, der allem Anschein nach besser eingeweiht ist als gewöhnliche Sterbliche, vor kurzem den Vorschlag machte, einen Teil des Eisenbahnnetzes und der Bergwerke an Ausländer zu verkaufen! Wie viel fehlt also noch zum gänzlichen Bankerott? Eine neue, nie dagewesene Gruppe politischer Verbrecher" bildeten die Mitglieder der ersten, zweiten und dritten Duma. Es wurden von den Mitgliedern der ersten und zweiten Duma verurteilt: Zur Zwangsarbeit 17 auf 76 Jahre, Deportation nach Sibirien 10, Feftungshaft 8 auf 8 Jahre 1 Monat, Gefängniss haft 167 auf 41% Jahre, Geldstrafe 5 mit 375 Rubel, Ausstoßung aus dem Priesterstande 4. Von den Mitgliedern der dritten Duma wurden bisher zur Verantwortung gezogen 3, Urteil noch un bekannt. Im Vergleich mit dem Vorjahre weist das Jahr 1907 eine Zus nahme von 1654 Verurteilten auf. Die Zahl der Todesurteile stieg um 440, und in dieses Blutmeer sind zudem noch durch die Pogroms breite Blutströme hineingeleitet worden. Wie groß die Flucht aus dem europäischen Rußland im vorigen Jahre war, zeigen die folgenden Ziffern: Im Jahre 1905 wanderten nach Sibirien 33 062 Personen aus, im Jahre 1906: 200 794, im Jahre 1907: 551 461! Das find Zahlen, die eindringlich von der wachsenden Not, dem Land- und Arbeitsmangel sprechen. Die Regierungsblätter werden nicht müde, von der völligen Niederlage der Revolution zu sprechen. Die liberalen und liberal fein wollenden Blätter seufzen und stöhnen in einemfort über die ,, Apathie" der Bevölkerung. An der Oberfläche scheint es in der Nach einem Zeitraum von 5 Monaten, in denen der Terror Tat, als hätten die Massen auch die Arbeiterklasse ihre bisDie Verfolgungen, die über die Die Getreideausfuhr hat auch im Jahre 1907 abgenommen, und die Wahlfälschungstaktik der Regierung sowie die Anarchie im herige Aktivität eingebüßt. Lande ihren Höhepunkt erreichten, trat die dritte Duma zu- Sozialdemokratie und die Gewerkschaften hereinbrachen, haben die und zwar in den ersten 7 Monaten uni bolle 76 Millionen Rubel. sammen. Das Wahlgesetz vom 16. Juni hatte den Sieg der reaf- Arbeiterorganisationen geschwächt, allein sie waren außerstande, die unter gefunden wirtschaftlichen Verhältnissen würde das als ein tionären Parteien dadurch gesichert, daß es der Gutsbefizerkurie revolutionäre Energie und die Werbekraft der sozialistischen Jdeen Fortschritt zu begrüßen sein, jest aber bedeutet diese Abnahme in fast allen Wahlmännerversammlungen die Majorität einräumte und Losungen zu töten. Dabon zeugt der spontane Ausbruch des der Ausfuhrziffer feineswegs eine Aufbesserung der Ernährungs( bon im ganzen 5116 Wahlmännern im europäischen Rußland Solidaritätsgefühls der Arbeitermassen in Petersburg und zum berhältnisse der Landbevölkerung, sondern deren Verschlech werden von den Gutsbesikern gewählt 2618, von den Bauern bloß Teil auch in der Provinz aus Anlaß des Prozesses gegen die terung. Es ist sogar schon so weit gekommen, daß der Agrar 1113). Trotzdem trug die Opposition bei den Wahlen für die dritte sozialdemokratische Dumafrattion. Davon zeugt die verhältnis staat Rußland in den letzten Jahren Getreide einführen Duma den moralischen Sieg davon. Die Arbeiterwahlmänner mäßig stattliche Anzahl von 17 sozialdemokratischen Dunta- mußte, so vom 1. Januar bis zum 31. Juli 1907 für nicht weniger waren fast durchweg Sozialdemokraten, unter den Bauern besaßen abgeordneten, die trop des clenden Wahlsystems gewählt wurden. als 8% Millionen Rubel! Für die Staatswirtschaft bedeutet diese die Progressisten die Majorität, in der zweiten städtischen Kurie Davon zeugt endlich die rastlose Energie der Arbeiter im Kampfe Verschiebung der Kornbilanz eine Verschiebung auch der Zahlungs waren 80 Proz. aller Wahlmänner Progreffiften, und in der ersten für die Erhaltung ihrer wirtschaftlichen Organisationen, die nach bilang, die im vorigen Jahre auch durch die Zunahme der Einfuhr städtischen Kurie drangen die Rechtsparteien nur mit genauer ihrer Auflösung immer wieder neu erstehen. Ueberall in von Industrieprodukten zuungunsten Rußlands tendierte. reift eine neue Macht in den Massen heran, Not durch. Die Stimmung der Wähler blieb aber unverändert, Stadt und Land und die dritte Duma mit ihrer echtrussisch- oktobristischen Majorität die, ihr Recht fordernd, mit kraftvoller Hand in die Geschichte ist weit entfernt, der Ausdruck des Voltswillens zu sein. Eine Rußlands eingreifen wird. Schöpfung des Staatsstreichs, ein" Totenhaus" von ihrer ersten Stunde an, bietet sie in ihrer Mehrheit das widerliche Bild einer tollmütigen Meute, die nur das eine Ziel fennt: zusammen mit der Regierung der Kriegsfeldgerichte die Revolution zu bekämpfen. Von blindem Haß gegen jede grundlegende Neuerung erfüllt, fühlt sich der Block der Echtrussen und Ottobristen beglüdt", mit der Regierung mitarbeiten zu dürfen", beschleunigt er mit jedem Tage die Bureaukratisierung der Duma. Unfähig zu jeder schöpferischen Arbeit, ohne das geringste Vertrauen von seiten des Voltes zu befizen, ist die dritte, die arbeitsfähige" Duma vollfommen außerstande, die brennenden Fragen des Volkslebens zu lösen und die Position der Regierung dauernd zu festigen. " Das Jahr 1907 bietet in dieser Beziehung ein lehrreiches Bild. Dank dem Abflauen der Massenbewegung, dem Ruhebedürfnis und der Kompromissucht der bürgerlichen Opposition gelang es der Regierung im Bunde mit dem Krautjunkertum, ihre Position äußerlich zu festigen. Sie benuşie diesen Moment, um für ihre bisherigen Niederlagen blutige Rache zu nehmen. Bisher habt ihr uns Schreck eingejagt" sagte der berüchtigte Gouverneur in Tamboff jetzt aber wollen wir euch einen Schred einjagen, daß ihr selbst den Himmel nicht wieder erkennt." In der Eat, es berging fein Tag, wo nicht Hinrichtungen stattfanden. Die Folterkammern in Riga, Warschau, Lodz und so weiter hallten wider vom Gestöhn der Gemarterten. Tausende von Männern und Frauen wurden hingerichtet, Zehntausende in die Katorga, Kleines feuilleton. Aus Induftrie und Bandel. Der Holzmarkt. Das Jahr 1907 in Zahlen. Es wurden im Jahre 1907 wegen politischer Delikte zum Tode Alle Holzverarbeitenden Industrien flagten in den letzten Wochen verurteilt 1692 Personen, von denen 748 oder 42 Proz. hingerichtet über mangelnden Absaß, und die Bautischler mußten gar ihre Beund 344 oder 20,3 Proz. zu Zwangsarbeit, Zuchthaus usw.„ betriebe einschränken, weil die Bautätigkeit ganz daniederlag. gnadigt" wurden, während die übrigen noch der Entscheidung Insolvenzen und Schweigen jeder Nachfrage bildet die Signatur des harren. Holzhandels auf allen Gebieten und so wird es vorderhand noch geraume Seit bleiben. Wie die Dinge liegen, das charakterisiert am die Tatsache, daß die Holzlieferanten ihren Kunden, den Bauunternehmern, durch Disfontierung von Wechseln beispringen Des weiteren wurden von den Gerichten 9374 Personen su verschiedenen anderen Strafen verurteilt: Art der Strafe Zahl d. Verurt. Auf wieviel Jahre und hypothekarifche Darlehen gewähren müssen. Dabei nehmen Lebenslängl. Zwangsarbeit Sonstige Deportation nach Sibirien Feftungshaft Gefängnishaft. 9 Arrestantenabteilung Disziplinarbataillon Arrest . 444 • 1978 413 18 714 981 3 311 1427 2771 2376 1041 427 779 949 128 Nach den Motiven der Verurteilung steht an erster Stelle die Beteiligung an den verschiedenen Formen der politischen Massenbewegung( Arbeiterbewegung, Agrarbewegung usw.), die 5843 Opfer( 52,8 Proz. aller Verurteilten) erforderte. An zweiter Stelle steht organisatorische und agitatorische Betätigung mit 2508 Verurteilten( 22,7 Broz.). Darauf folgt politischer und Agrarterror mit 1445 Verurteilten( 13 Proz.), und erst an lehter Stelle Musik. Mit den die Zahlungseinstellungen tein Ende und die Hypothekenbanken fönnen ihr Pfandbriefe nur schwer absehen. Kurz, die durch den Konjunkturumschwung freiwillig oder unfreiwillig auferlegte Burückhaltung der Berbraucher legt das Holzgeschäft seit längerer Zeit und für längere Zeit brach. Deutlich zeigte sich dies bei den letzten Holzauftionen, an denen die großen Mühlwerke wenig, die kleinen Schneidemühlen gar nicht teilnahmen. Die Folge war ein allgemeiner Rückgang der Holzpreise, der sich nur in der Nähe von Berlin, Hamburg und Posen nicht so bemerklich machte, wie in den östlichen Forstbezirken. Wo bessere, ja hohe Breife( 13-14 m. pro Festmeter) erzielt werden, wie in den Provinzen Bofen, Pommern und Hannover, da erklärt sich dieser Umstand aus dem Zwed des Holzkaufes. Schwellenholz sehr begehrt und infolge dessen gut bezahlt, um so mehr als die Zufuhr aus Rußland und Galizien hinter der Nachfrage start zurückbleibt. Im allgemeinen aber sind die Preise sehr gebrüdt und mehrere Forstverwaltungen hoben die Holzversteigerungen bewährt sich; die Zeit von 25 Uhr an mag für die Jugend passen; Humoristisches. 62. Müller und sein System. Ein Rentier Müller in Breslau hat der dortigen freireligiösen Gemeinde 20 000 m. vermacht. Zur Annahme dieser Zuwendung ist die Genehmigung des Landesherrn erforderlich. Die zuständigen Reffortminister haben nunt dem Gemeindevorstand mitgeteilt, fie feien nicht in der Lage, die königliche Genehmigung zu beantragen. Die uns bereits günstig bekannten Jugendkonzerte" Mag die Preise vertragen noch eine Ermäßigung. Battles haben jegt eine Ergänzung gefunden. Die Geigenkünstlerin Inka von Linprun veranstaltete am Sonnabend, den Der Kampf der Tenore. Eine Begebenheit, die des Heimatlandes 25. d. M., Musik- und Melodram- Vorträge für die des berühmten Tartarin würdig ist, wird aus Toulouse gemeldet. reifere Jugend( auch für erwachsene Musikfreunde)." Dort hat ein Wettbewerb von Tenoren stattgefunden, der von den" Jugendkonzerten stimmen sie überein in der Vorführung beStiergefechtsgreueln des benachbarten Spanien nicht so leicht in den währter Stüde aus dem Vorrate der Musikgeschichte; eine AbSchatten gestellt werden dürfte. Es waren Preise ausgesetzt, deren weichung zeigen sie hauptsächlich in dem Versuch, eine oder die Geivinner das Recht bekommen sollten, auf einem großen Pariser andere neue Spezialität zu bringen. Namentlich sollte diesmal Vaterlandslose Nörgler sind wieder am Werke, die Verfügung Theater zu fingen. Das merkwürdige an diefem Sängerkrieg aber das Melodram" zur Geltung tommen, d. i. die gesprochene der hohen Herren Minister als eine Unfreundlichkeit gegenüber der war, daß keinerlei musikalische Schulung verlangt wurde. Wie der Dichtung mit begleitender Musik. Die Fachleute sind doch wohl Gemeinde auszulegen. Das Gegenteil ist natürlich wahr. Die freiBoriser Salon des Independants" die Schöpfungen jedes Malerei nahezu einig in der Ueberzeugung, daß bisher alle noch so inter- religiösen Gemeinden haben bisher ein färgliches, von allem Bomp befliffenen ohne Prüfung ausstellte, fo genügte zur Teilnahme am essanten Experimente auf diesem Gebiete, die von vornherein ver- weit entferntes, aber frommes und gläubiges Dasein geführt. Toulouser Turnier die bloße Anmeldung. Demgemäß war auch fehlte Art doch nicht retten konnten. Höchstens wird sie erträglich Wenn nun eine einzelne Gemeinde plötzlich einen Mammon bont 20 000 Mart erhält, ist dann nicht die Besorgnis der Zudrang imponierend. Hundertsechsundfünzig Sänger hatten in dem Maße, wie die Begleitungsmusik sich der Dichtung nicht sich eingeschrieben, und hundertzwanzig bestiegen auch wirk- aufdrängt, sondern sie mehr nur als ein Stimmungsstück umkleidet. gerechtfertigt, daß fie ihre bisherige einfache Frömmigkeit vers lich das Podium. Drei Kommissionen waren gleichzeitig So konnten wir die aufs Klavier übertragene Komposition zu lieren und dem Dienst des goldenen Kalbes verfallen werde? Die tätig, um die Leistungen der Kandidaten zu flassifizieren. Schillers Eleusischem Fest" gerade wegen ihrer bescheidenen Zurüd- Herren preußischen Minister wissen, wie so etwas tut. Seitdem sie Bei den meisten Prüflingen ging die Sache ganz gut, bis die haitung mit einigem Genuß anhören. Sie stammt allerdings von eine Stellenzulage von 14 000 9. erhalten haben, ist der Versucher Koloraturen tamen, die die Situation bedenklich gestalteten. Giner einem der echtesten Musiker unserer Zeit, von Mar Schillings, oft genug an fie herangetreten, und sie haben ihm nur widerstanden, versuchte sie mit den Lauten:„ Ha, ha, ha, ham" zu bewältigen, dessen Musikdramen Ingwelde" und Pfeifertag" bereits auch weil sie Minister, d. 5. charakterfeste Männer sind. ein anderer zog ein:„ Pa, pa, pa, pam!" bor. Besonderen Erfolg in Berlin bekannt geworden sind. beim Publikum hatte ein Herr, der eine arabische Romanze vortrug Wesentlich anders als mit einer zum Gedichte hinzukompo: und infolge außerordentlicher Verschnupftheit die semitischen Najal Taute zu vollkommener Geltung brachte. Bei manchen Sängern war die Ullabsicht recht deutlich. Viel Aufsehen erregte einer, der am Vormittag wegen Lampenfiebers absagte, aber nachmittags wieder erschien und vor seiner Produktion eine Ansprache an das Publikum hielt, wie weiland Hans von Bülow. Das peinliche Hals- und Kehl topfgericht hat den ganzen Sonntag und Montag in Anspruch genommen. Die Prüfungsfommiffäre, darunter Konservatoriums- und Theaterdirektoren sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Vermutlich auch die Toulouser Dhrenärzte. ( Jugend"). Bären die Mitglieder der freireligiösen Gemeinde von Breslau Minister, dann ginge es noch an; das ist aber durchaus nicht der nierten Mufit steht es mit Poesien, die zu einer vorhandenen Musik Fall. Die Herren Minister haben also nur das Interesse der freihinzugedichtet sind. Sie stören unseren Eindruck von einer selb- religiösen Gemeinde im Auge! ständigen Tonwelt und erwecken den Anschein, als bedeute eine Dazu kommt im Falle Müller noch eins. Müller hat keine bestimmte Musit auch irgend einen bestimmten poetischen Inhalt. Leibeserben; an die Stelle der freireligiösen Gemeinde träte also Carola von Linprun trifft in ihren Boetischen Bildern zu Robert der preußische Fiskus, dessen Wahrspruch bekanntlich ist: Geben ist Schumanns Kinderszenen" manchmal recht merkwürdig enge mit feliger denn nehmen. Die Minister muten eben dem Fiskus cin dieser Musik zusammen; doch es ist nicht bloß die mäßige Qualität Opfer zu, vor dem sie die freireligiöse Gemeinde bewahren wollen. ihrer Verse, was uns die Sehnsucht nach Wiederholung solcher Nig ze handeln? Leopold( in Paris, zu einem Versuche verwehrt. Auf cinem falschen Bosten kann sich Künstlertum nicht völlig Börfianer): Na, mit dem Kongostaat ist nicht mehr viel zu entfalten, unter Umständen jedoch erst recht gut bewähren. Der machen, aber was geben Sie mir für mein Königreich?" Ein englischer Aftronom über die Marsfrage. In einer Reihe Nezitator Mar Bahrhammer suchte das Unnatürliche jegbon populären Vorträgen hat sich der bekannte englische Astronom lichen Melodrames besonders dadurch zu überwinden, daß er seinen David Gill auch über das Problem des Lebens auf dem Mars Sprechton in möglichster Anpassung an die Musik ein wenig zum geäußert. Er ist bei weitem weniger optimistisch als der eifrigite Gington steigerte. Er löste diese Aufgabe mit anerkennenswerter Berfechter der Existenz intelligenter Wesen auf dem Mars, Lowell, Sorgfalt und Geschicklichkeit. der zum Zweck des Studiums der Marsfanäle eine eigene Expedition Daß über die Qualität der sonstigen Vorträge noch manches nach den Anden ausgerüstet hat. Gill meint, daß diese Kanäle, die zu sagen war, wenn man von den vollen Ansprüchen erwachsener erst bei einem Durchmesser von 30 Kilometer mittels der dort Musikfreunde" ausging, liegt uns weniger auf dem Herzen, als verwandten Instrumente sichtbar sein konnten, für künstliche die Klage, daß abermals zu viel und zu vieles dargeboten wurde. ländischen Kunst umgetan. Welche Gründe für diese Ernennung Werke doch zu gewaltige Dimensionen hätten. Die von Lowell und zwar belehrte das Kurze Geleitwort" in dankenswerter und maßgebend waren, entzieht sich bisher der Kenntnis des loyalen Schiaparelli beobachtete Verdoppelung führt Gill auf eine optische nächstens hoffentlich erweiterter Weise über die einzelnen Stüde. Untertanen. - Die englische Romanschriftstellerin Quibdist Zäuschung infolge angestrengten Suchens eines nicht sichtbaren Troßzdem rauscht ein solches Durcheinander von alten Violinstücken, Dinges zurück. Er meint aber, daß, selbst wenn Lowell alles neuen Liedern usw. wohl allzu flüchtig über die Köpfe derer verlassen und im Elend in dem italienischen Seebade Viareggio. geboren wurde sie 1840 gesehen hätte, tvas er zu sehen glaubte, damit noch in keiner Weise hinweg, denen die Dinge in der Hauptsache noch fremd find. gestorben. Sie war seit jungen Jahren ein Betveis für die Cristenz intelligenter Marsbewohner geliefert Kürzeren, einheitlicheren und künstlerisch natürlicheren Wieder- tätig und hat eine ungemeine Fruchtbarkeit in spannenden und fei. Allerdings gibt Gil die Möglichkeit zu, daß auf dem Mars holungen des gegebenen Anfanges schen wir mit Interesse und abenteuerlichen Romanen und Novellen entfaltet. Seit Jahren Tebte irgendwie beschaffene Lebewesen vorhanden fein tönnten mit Empfehlung für Musikbedürftige entgegen. Der Blüthnerjaal I fie in Italien, wo sie ein ziemlich absonderliches Dasein führte. Notizen. Bum Direktor bes Kupferstichkabinetta der Berliner Museen ist an Stelle von May Lehr, der nach Dresden zurückkehrt, Dr. Mar J. Friedländer ernannt worden. Friedländer war bisher zweiter Direktor des Kaiser- Friedrich- Museums und hat sich auf dem Gebiete der altdeutschen und altnieder ganz auf, da mur Angebote unter der Tage einliefen. Besonders| Gefamtanteil am Weltberfehr zur See betrug früher fast 10; jetzt daß ihm untersagt werde, Druckschriften herstellen zu lassen oder der Balkenhandel zeigt sich gänzlich lustlos. Die Preise sind auf beherrscht es noch immer über 1½ desselben. 44 bis 45 9. gefunten, ohne daß deshalb größere Boften abgefest werden könnten. Dabei ist die Konkurrenz des Auslandes stärker als je und bewirkt erhebliche Herabjegung der Preise. Im Gegensatz zum ostdeutschen zeigt der westdeutsche Holzmarkt Hus der Partei. herauszugeben, wonach das Seitzsche Lokal zu meiden sei. Das Landgericht hatte in seinem Erkenntnis ausgesprochen, es sei un streitig unter den Parteien, daß die Beklagten Sperrposten waren und Sperrzettel verteilt haben". Davon ausgehend, nahm das Landgericht unerlaubte Handlungen im Sinne des Bürgerlichen Ruffisch- Gesetzbuchs an, gegen die solche Einhaltsbefehle statthaft wären. Namentlich wurde§ 826 angezogen:„ Wer in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise einem andern vorsäglich Schaden Vor dem Kammergericht nun machte Rechtsanwalt günftige Berhältniffe. Im Westen ist das Geschäft noch ziemlich rege, Der sehnte Barteitag der Bolnischen sozialistischen Partei Absatz und Preise daher gut. Doch erwartet man auch hier bald einen Umschlag im Hinblick auf den drohenden Lohnkampf, der sich Bolens( P. P. S.) zu einem der größten Konflikte zwischen Kapital und Arbeit aus fand vor kurzem statt. Ein Bericht über die Verhandlungen ist vor zufügt, ist dem andern zum Ersatze des Schadens verpflichtet." weiten tann. Zieht man die Tatsache in Betracht, daß die Preise einigen Tagen in Krakau erschienen. Danach nahmen an den Verfür Bau und Tischlerholz äußerst niedrige find, daß also der handlungen 58 Genossen, darunter 39 Delegierte und 14 Gäste mit Dr. Sander zur Begründung der Berufung unserer Genossen wichtigste Rohstoff für das Baugewerbe durchweg billig ist( nebenbei beratender Stimme teil. Die Verhandlungen dauerten 10 Tage. zunächst prinzipiell geltend, daß von einer unerlaubten Handlung bemerkt: infolge der stodenden Bautätigkeit sind auch die Trägerpreise Die wichtigste Aufgabe des Parteitages bildete die Ausarbeitung des nicht die Rede sein könne. Zum Beispiel tomme unter anderen zurüdgegangen), so wird man die Hartnäckigkeit der Bauunternehuter neuen Brogramms, die auch selbstverständlich die meiste Zeit in Gründen doch wesentlich in Betracht, daß es sich bei diesem Boykott erst recht zu würdigen wissen. Ihre Ausreden beziehen sich freilich Anspruch nahm. Außerdem wurde ein neues Organisationsstatut um eine Gegenmaßregel der Arbeiterschaft handele. nicht auf die Holzpreise, sondern auf den abnorm hohen Geldstand, angenommen. auf die Schwierigteit der Aufnahme erststelliger Hypotheken zur In dem neuen Programm wird nach dem allgemeinen bantur mit der Drohung des Militärboykotts ausübte, der Arbehauptet, daß Herr Seiß unter dem Drucke, den die Komman Freimachung der in den Neubauten steckenden Kapitalien und auf prinzipiellen Teil darauf hingewiesen ,, daß in Russisch- Polen der beiterschaft den großen Saal verweigerte. Es wäre doch nur etwas die Unmöglichkeit, zweite Hypotheken zu erlangen. Aus diesen Kampf um die Demokratifierung des Staates, um die volle Garantie natürliches, wenn sich die Leute dann sagten:„ Wir sind um diesen Gründen hält sich auch die Sägeindustrie Bayerns vom Rundholz- der politischen Freiheiten durch den stampf um nationale Rechte großen Saal gekommen, unser Ehrgefühl muß uns zwingen, den einkauf zurück und liegt auch das süddeutsche Holzgeschäft danieder. Kompliziert wird. Die nationale Unterdrüdung lastet am Mann nichts verdienen zu lassen, wenn er uns den Saal nicht Allgemein rechnet man mit einem fortschreitenden Rückgang der härtesten auf der Arbeiterklasse. Sie hemmt die Entwickelung des gibt." Es müsse als ein Recht der Sozialdemokratie anerkannt Konjunktur und fürchtet, daß für die geschnittene Ware nicht ganzen Landes, fie trägt dazu bei, daß die Fiktion der nationalen werden, aus der Berteidigungsstellung heraus so zu handeln. die beim Einkauf des Rohholzes faltulierten Preise behauptet werden Solidarität, welche die Bourgeoifte benußt, um ihr Klassenbewußt Servorzuheben fei noch, daß man sich nur an die Beteiligten fönnten. Dies um so mehr, als auch in Schweden und Norwegen fein zu verdunkelit, genährt wird, sie hemmt den Drang nach Wissen gewandt habe, nämlich an die organisierte Arbeiterschaft, fowie in Amerifa und Rußland die Preise für Schnittholz in ab- und Kultur, der mit unwiderstehlicher Kraft aus den Bedürfnissen wie ein bei den Atten befindlicher Boykottzettel beweise. Der steigender Richtung sich bewegen. Wären unsere Baugewerbe des Klaffenkampfes emporquillt. Der Sieg des Sozialismus wird Anwalt bestritt, daß die hier in Betracht kommenden Leute übertreibenden nicht ausschließlich auf die Niederknüppelung der Arbeiter- den Völkern die Befreiung von jeglicher Unterdrückung bringen, in haupt etwas anderes getan hätten, als zu kontrollieren, ob Organiforderungen versessen, sondern mit einem weiteren Blid begabt und dem er alle ihre Abarten von Grund aus vernichtet.(?) fierte in das Lolal gingen. Die Feststellungen" der Vorinstanz organisationsfähig, dann hätten sie jetzt eine prächtige Gelegenheit, Das Poftulat einer unabhängigen polnischen Republik als müßten auf ungenügender Basis beruhen. Eine Reihe cidesstatt sich die billigen Holzpreise zunuze zu machen und für späteren Be- nächstes politisches Ziel des polnischen Proletariats wird fallen ge- licher Versicherungen werden beigebracht. darf mit wohlfeilem Rohmaterial sich zu versorgen. Die Polnische sozialistische Partei strebt im innigen Zusammen hang mit dem sozialistischen Proletariat aller Völker des russischen Reiches dessen Umgestaltung auf folgenden Grundlagen an: 1. Abschaffung der Monarchie. Umgestaltung des russischen Staates in eine demokratische Republik. Berichtigung. Durch ein Versehen beim Umbrechen ist die Notiz Außenhandel im Jahre 1907" in der Sonntagnummer aus der Rubrik" Ausland"( England) unter Handel und Industrie" geraten, wo fie in der vorliegenden Fassung unverständlich ist. Laffen. 2. Abschaffung der staatlichen bureaukratischen Sentralisation. Dezentralisation des Staatswefens, seiner gefeßgebenden, admini strativen und Juſtizbehörden in Grenzen und Formen, die den vorentsprechen, sowie durch ihre Rolle in der allgemeinen Wirtschaft und handenen wirtschaftlichen, kulturellen und nationalen Bedürfnissen Struktur des Staates bestimmt sind. Der Weltverkehr zur See 1888 und 1905. Das hervorragende Interesse Englands an der Bewegung des Weltberlehrs zur See bewirkte, daß früher diese Frage von der englischen Statistik, der Board of Trade- Berichte an das Unterhaus( in den Blaubüchern) behandelt tourde zu dem Zwecke, den Verkehr der englischen Flagge in ben fremden Staaten darzustellen. Die einzige Landtag. 3. Ausgedehnte Autonomie Bolens mit einem gefeßgebenden existierende Darstellung des Weltverkehrs zur See ist von dem nor wegischen Statistischen Bureau gulegt für das Jahr 1888 bearbeitet 4. Sicherstellung der Rechte der nationalen Minderheiten worden und danach von keiner berufenen Seite fortgeführt worden.( Juden, Deutschen usw.), welche feine territorialen Einheiten bilden. In den Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistit hat F. Landau In der Resolution über Tattik wird unter anderent hervorOttober 1902 eine wohl erschöpfende Berücksichtigung aller Faktoren gehoben, daß für eine sozialistische Partei die Aufgabe besteht, im unter dem Titel„ Reedereien und Ausnutzung des Schiffsmaterials Arbeiter, nach einer Vereinigung aller sozialistischen Kräfte in Bolen Einklange mit dem Wunsche der Gesamtheit der organisierten im Seeverkehr in den verschiedenen Staaten" erscheinen lassen. Neuerdings hat er die letzten Daten nach den offiziellen Angaben zusammen- 3u einer mächtigen sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu streben. gestellt, wonach sich der internationale Verkehr zur See zu Handels- der Hauptgrundsatz der Parteitaftit darin liegt, daß einzig und allein Die Resolution über den politischen Terror befagt, daß zwecken wie folgt stellt. Die angekommenen Schiffe mit Ladung die Mafienbewegung und der Massenkampf ber Arbeiterund in Ballast hatten folgenden Registertonnengehalt in 1000 Register flasse sowohl zu partiellen wie auch bedeutenderen Siegen führen tann. Der Terror setzt sich dem Grundsatze des Massentampfes entgegen, vermindert die Stampfbereitschaft der Massen, indem er sie Saran gewöhnt, auf Rächer zu vertrauen und so ihre Paffivität steigert. Der Terror als ein durchaus schädlicher Faftor, welcher zu feinem Ziele führt, wird ganz entschieden verworfen. tounen: Großbritannien.. Frankreich. 1888 Vereinigte Staaten von Amerila 13 368 Spanien Deutschland Rußland. Italien. Niederlande Schweden 0 Belgien Bortugal Dänemark Desterreich- Ungarn. Norwegen. 9 1888= 100 dann 1905= 130 37 249 15 450 1905 48 832 21 887 30 983 11 974 15 769 9 442 19 130 7418 11 875 142 232 132 203 153 7373 12 722 5 336 11 741 178 218 5022 9 113 181 4913 11 615 236 3 603 14.043 390 3 564 # 3 337 93,6 2825 3.392 120 2 303 1 486 3 978 14 373 173 967 zu Rechtsanwalt Ruer für Scib vertrat den entgegengesetzten Standpunkt. Der 18. 3ibilsenat bes 3ibilsenat bes Rammergerichts fällte nach langer Beratung folgendes Urteil: Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Landgerichts III wird zurückgewiesen. Es handele sich hier nicht um einen Boykott zur Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen, sondern zu dem Zwede, den Kläger durch Hergabe seines Saales für eine Bartci dienstbar zu machen. Das fei einerseits ein Eingriff in jedem gestattet sein müsse. Er verstoße gegen§ 826 und auch seinen Gewerbebetrieb, andererseits in die freie Bewegung, die gegen§ 823 Bürgerlichen Gesetzbuches, welcher lautet: Wer vora fäßlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verlegt, ist dem anderen zum Ersaße des daraus entstehenden Schadens verpflichtet usw. Gegen den einzelnen, der freie Disposition in seinem Gewerbebetriebe haben müsse, dürfe nicht ein derartiger Zwang ausgeübt werden, daß man ihn nötige, zu halten, und mit solchen Zwangsmitteln komme, wenn er es nicht sein Lokal für bestimmte Kreise, politischer oder anderer Art, bereit tue. Das gehe weit hinaus über das, was nach allgemeinen Anwären hier nun auch Entscheidungen des Reichsgerichts erwähnt schauungen im öffentlichen und privaten Leben zulässig sei. Es worden. Die aber behandelten Lohntämpfe und hätten Boykotts nur soweit gestattet, als sie den berechtigten Zweck verfolgten, bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erhalten. Darum handele es sich hier nicht. Das Bostenstehen möge nun ja vielleicht nicht strafbar sein. Hier aber handele es sich um zibilrechtliche Fragen. Wenn sich Leute aufstellten in der der Allgemeinheit cr. fennbaren Absicht, andere Leute abhalten zu wollen vom Besuch Die Konfistation der Staatsgelder, technische Vorbereitungen zu des Lokals, in einer Weise, die über den Kreis der Sozialeinem bewaffneten Aufstand, die Bildung von Kampforganisationen demokratie offenbar hinausgehe, so sei das ein vorfäßlicher wider. werden ebenfalls verworfen. Die Partei stellt sich zur Aufgabe rechtlicher Eingriff in das Erwerbsleben. Es frage sich, inwieweit die Erhaltung und Stärkung der Massenbewegung, eine ausgedehnte sich die Beklagten beteiligt hätten. Auf Grund der Feststellungen Agitation in Bezug auf alle Erscheinungen des politischen und des Vorderrichters sei der Senat zu der Ueberzeugung gekommen, fozialen Lebens, Ausnutzung aller durch die Nevolution erreichten daß sich die Beklagten alle ihrerseits an dem Treiben beteiligt Bugeständnisse Duma, Selbstverwaltungstörperschaften, Gewerk- hätten, das der Vorderrichter so tennzeichne:" Sperrposten gingen schaften, Genossenschaften, Presse, Vereine usw. zum Zwecke der bor dem Lokal und den Zugängen, meist in Trupps, auf und ab Aufklärung und der Organisation des Proletariats in Stadt und und verteilten Zettel, in denen zum Boykott aufgefordert wurde." Land. Zum Schluß heiße es, das sei unstreitig, und an anderer Stelle: Der Sachverhalt ist unstreitig." Deshalb habe der Senat trob der cidesstattlichen Versicherungen angenommen, was der erste Richter annehme. Der Senat nehme an, daß die Sperrzettel, die in Massen gedrudt seien, ihre Verbreitung durch die Sperrposten. bildung finden sollten und die Beklagten sich im ganzen daran beteiligt hätten. Somit seien die einstweiligen Verfügungen aufrecht zu erhalten. In Bezug auf die dritte Duma erklärt der Parteitag, daß die fozialdemokratische Fraktion als die Vertreterin der Arbeiterklasse der verschiedenen Rationalitäten zu betrachten ist. Japan An der Spike stand und steht immer noch Großbritannien, das Der Parteitag fordert alle Arbeiter auf, sich, ungeachtet der alle anderen Bänder weit hinter sich läßt. Die Reihenfolge nach nationalen religiösen und parteipolitischen Unterschiede, in neutralen, Größe des Verkehrs hat sich seit 1888 start verschoben. Frankreich unparteiischen Gewerkschaften, die auf dem Boden des Klaffenist von den Vereinigten Staaten überflügelt worden, Spanien bon tampfes stehen und zur völligen Befreiung des Proletariats streben, Deutschland, Rußland von Italien, den Niederlanden, Belgien, zusammenzuschließen. Bortugal, Japan usw. Der Gesamtverkehr zur See war bei diesen Ferner fordert der Parteitag die Arbeiter auf, zur Gründung 15 Staaten im Jahre 1888: 181 321 000 Registertonnen, 1905 das von Genossenschaften zu schreiten, die zur Hebung des Wohlstandes gegen 231 790 000 Registertonnen. Die Zunahme beträgt fonach der Arbeiterklasse beitragen und die Schule der Solidarität bilden. 100 469 000 Registertonnen, das ist 76,5 Proz. Wie äußerst ver- Aber zugleich warnt sie die Arbeiter davor, etwa glauben zu schieben die Zunahme sich bei den einzelnen Staaten gestaltete, ist wollen, daß die Genossenschaftsbetvegung die soziale Frage lösen am besten aus der letzten Spalte der obigen fleinen Zusammen- fann. stellung zu ersehen. Gegenüber 100 im Jahre 1888 stellte sich der Die Beschlüsse und der Geist des Parteitages haben gezeigt, Berkehr im Jahre 1905 in Großbritannien zum Beispiel auf 130. daß nunmehr die Unterschiede zwischen der Polnischen sozialistischen Bei Dänemark finden wir eine Abnahme um 6,4 Bro3. Weitere sieben Partei und der Sozialdemokratie Russisch- Polens und Litauens keine Staaten haben die durchschnittliche Zunahme( für alle Staaten zu allzu großen mehr sind und daß man nicht fehl geht in der Befammen) von 76,5 Broz. gar nicht erreicht, so daß mehr als die Hälfte hauptung, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo die beiden Parteien aller Staaten in ihrem Verkehr verhältnismäßig eine Einbuße erfahren sich vereinigen zum Nutzen des gesamten polnischen Proletariats. haben. Der Verkehr Großbritanniens ist in diesem Zeitraume um 46,75 Broz. zurücgegangen. Frankreich ist um 34,85 Broz. im Nachteil. Zwei Veteranen*. Selbstverständlich kann man von einem großen Staate nicht erwarten, In Mittweida starb am 25. Januar der alte Parteigenosse daß er seinen Verkehr in demselben Maße erweitert wie ein fleiner, Karl Fischer. Der Tod wurde ihm zum Erlöser von jahrelangem der seinen Kleinbetrieb um ein paar hundert Brozent bergrößern Leiden. Fischer hat ein Menschenalter hindurch für die Ideen des lann, ohne daß diese Zunahme in Wirklichkeit gering sein fann Sozialsimus gewirkt und in praktischer Arbeit immer feinen Mann und ohne gegen ganz große Betriebe überhaupt nennenswert gestanden. Früher stand er in den vordersten Reihen der proin Betracht zu kommen braucht. Die Bedeutung der sehr letarischen Stämpfer des 15. sächsischen Wahlkreises und durch Vergroßen Betriebe wird davon nur sehr wenig berührt, fie be- leihung von verschiedenen Ehrenamtern zeichneten ihn die Partei halten im Weltverkehr ihre Bedeutung fast ungeschmälert bei. Das genoffen aus. fann man am besten aus einer Aufstellung sehen, welche die Anteile der einzelnen Staaten an dem Weltverkehr angibt. Der Weltverkehr zur See stellte sich nach Prozenten in den Jahren 1888 und 1905: 1905 gegen 1888 + mehr, weniger Bereinigte Staaten. Spanien Deutschland Rußland 1888 % 1905 % % Großbritannien. Frankreich • 28,4 20,85 - 7,5 11,8 9,4 2,3 10,2 13,4 +8,2 9,1 6,8 2,3 7,2 8,3 +1,1 5,6 4,9 Italien 5,6 Niederlande 4,1 5,1 Schweden. 3,8 3,9 0,1 Belgien. 3,7 5,0 1,3 Portugal 2,7 6,1 3,3 Dänemark 2,7 1,4 1,8 Desterreich- Ungarn 2,2 1,5 0,7 • 1,8 1,7 0,1 1,1 6,2 +5,1 100 100 Norwegen Japan 0 +111++++ 11+ 1+ 11 募 Das Urteil steht keineswegs in Uebereinstimmung mit der bom Reichsgericht wiederholt betätigten Judikatur. Es ist schlechterdings nicht zu verstehen, wie die wahre Mitteilung, daß der Betreffende der Arbeiterklasse den Gaal zu Bersammlungen verweigere und die daran geknüpfte Bitte, deshalb den Wirt nicht zu besuchen, gegen die guten Sitten verstoßen solle. Umgekehrt ließe sich cher aus einem Verschweigen des Wirts dem Gaft gegenüber, daß er seinen Saal nicht für politische oder gewerkschaftliche Versammlungen hergebe, ein Verstoß gegen die guten Sitten herleiten. Sollte aber wider Erwarten die fammergerichtliche Deduktion die Billigung der letzten Instanz finden, so müßte danach erst recht einer Schadensersaktlage gegen den Militärfistus feitens der Wirte stattgugeben sein, deren Lokal vom Militär boyfottiert cber mit Boykott bedroht ist. Boykott von Gestütswegen. Gegen den Gestütsdirektor von Engel zu Mückrath hatte der Mückrather Gastwirt Franz Klerin beim Zivilgericht geflagt mit dem Antrage, daß b. Engel es zu unterlassen habe, bei Vermeidung einer gerichtlichen Geldstrafe, unter seiner Autorität Dritte von der tlägerischen Wirtschaft zurüdzuhalten, sowie daß b. Engel ihm den entstandenen und noch entstehenden Schaden In Reichenbach in Schlesien ist der 72 Jahre alte Weber zu ersehen habe. Zunächst 70 M. Von Engel bestritt, durch MißBenjamin Matthias gestorben. Seine Kindheit fiel in die brauch seiner staatlichen Autorität aus persönlichen Gründen Befchlimmen Beiten, wo der Hunger in den Weberdörfern des Eulen- amte des Gestüts abgehalten zu haben, als Wirtschafts- und Logisgebirges mit solcher Macht seine Geißel schwang, daß er selbst diese gäfte gu Kläger zu gehen. Allerdings gebe er zu, mit dem Tierböllig entnerbten Proletarier zur Empörung, zu jener berühmten arst Hartwig und einigen Sattelmeistern darüber gesprochen zu Revolte trieb, die Gerhart Hauptmann in feiner padenden Tragödie Die Weber" dramatisiert hat. Genoffe Matthias, der noch als alter Mann im Jahre 1898 bei einer Loh bewegung gemaßregelt wurde, hat seiner Parteipflicht bis zu seinem Tode Genüge getan. " Soziales. Kampf um Boykottposten. haben, daß er es im Interesse des Dienstes nicht gern sehe, wenn fie dort verkehrten, bezüglich des Tierarztes wegen des gleichseitigen Verkehrs eines Sattelmeisters R., bezüglich der Sattelmeister wegen des gleichzeitigen Verkehrs junger Gestütswärter. Bevor es zu einer Entscheidung kam, erhob der Landwirtschaftsminister Konflikt zugunsten v. Engels und meinte, der Gestütsdirektor handelte in Ausübung seines Amtes, wenn er einen Einfluß auf seine Beamten im dienstlichen Interesse ausübe. Soweit er die Leute veranlaßt habe, die Wirtschaft zu meiden, fei es lediglich aus Disziplinrücksichten geschehen. In dem Kampf um die Erlangung geeigneter Versammlungs säle fahen sich unsere Spandauer Barteigenossen gezwungen, Der erste Senat des Oberverwaltungsgerichts erklärte ben bas Rotal des Herrn Seiß zu sperren, der der Konflikt für begründet, so daß das Zivilverfahren endgültig eins organisierten Arbeiterschaft seinen großen Saal zu Versammlungen zustellen ist. Ausgeführt wurde: Es möge dahingestellt bleiben, berweigerte. Er hatte sich durch die Androhung des Militär- welche Stonflikte zwischen v. Engel und dem Gastwirt bestehen. boykotts einschüchtern lassen. Es begann eine Treibjagd auf Jedenfalls liege es innerhalb der Amtsbefugnisse des GestütsBontottposten. Zivil- und Strafrichter wurden mobil gemacht. direktors, den Untergebenen bestimmte Lokale zu berbieten. Wenn Strafrichterliche Freisprechungen erfolgten. Bei Aläger persönliche Motive behaupte, so stehe dem das Anerkenntnis ben Zivilrichtern hatte Herr Seiß mehr Erfolg. Am Sonn- der vorgesetzten Dienstbehörde entgegen, daß vorliegend Gründe Die Verschiebungen im Weltverkehr zeigen 15,02 Proz. Bon abend beschäftigte sich der 18. Zivilfenat des preußischen der Disziplin maßgebend waren. Dadurch werde erwiesen, daß biefen finden wir allein bei Großbritannien ein Minus bon 7,51 Sammergerichts als Berufungsinstanz in einer Sache Seiß b. Engels fich innerhalb seiner Amtsbefugnisse gehalten habe. Prozent, d. i. 50 Proz. der Gesamtverschiebung. Bei Frankreich fontra Kurzmann und Genossen( 8 oder 9 Beklagten). Es han- Arbeiter werden wegen Bohkottverhängung verfolgt, wenn fie finden wir 2,33 Broz., bei Spanien 2,32 Broz. In Dänemark hat delte sich um eine Gruppe der vielen einstweiligen er nicht gebieten, sondern bitten, ein Lokal nicht zu besuchen, das in diesem Zeitraum der Geeverkehr verhältnismäßig um fast die fügungen, die dieser Kampf schon gezeitigt hat. Die auf zur Abhaltung von Versammlungen nicht zu haben ist. Das Hälfte abgenommen. Japan hat dagegen durch seine Modernisierung, Antrag Seiß bom Landgericht III getroffenen Verfügungen er Oberverwaltungsgericht anerkennt aber, ein Boykott fönne im d. i. Industrialisierung, einen gewaltigen Rud nach vorne gemacht, gingen dahin, daß den Empfängern untersagt werde, weitere Interesse des Gestüts erfolgen. indem seine Beteiligung am Weltverkehr die größte Zunahme auf- Bettel( Drudschriften) zu verteilen, in denen zum Boykottieren weist. Auch Portugal hat seinen Seeverkehr äußerst günstig ent- des Seißschen Lotals aufgefordert werde, sowie ferner untersagt widelt. Von den Großstaaten im vollsten Sinne finden wir nur werde, in der Nähe des Lokals von Seiß( Schüßen-, Schäfer- und die Bereinigten Staaten und Deutschland, die eine Zunahme des Neuendorfer Straße) sich aufzuhalten und Posten vor dem Lokal Verkehrs zur See in ihren Häfen aufweisen. Der abfoluten Zu- zu stehen oder aufzustellen. Bei Vermeidung einer Saftstrafe nahme nach steht Großbritannien noch immer an der Spitze, was bon 3 Tagen. An den Beklagten Rührmund, der auf Sperrbei dem Umfang dieses Verkehrs schon etwas heißen will. Sein zetteln als Verleger bezeichnet war, wurde noch besonders verfügt, Berlin W. 50. Eingegangene Druckfchriften. einander. Bon Andrew Carnegie. 3 M. Dentschland und Amerika in ihren wirtschaftlichen Beziehungen zu Bon Johannes Tews. 3 M. Berlag von Marquardt u. Co., Berlagsanstalt, Die deutsche Volksschule. Für den Jubalt der Julerate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 28. Januar. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Aida. Königl. Schauspielhaus. Die Rabensteinerin. Deutiches. Die Räuber. Kammerspiele. Hochzeit.( Anf. 8 Uhr.) Leffing. Kaiser Karls Geisel. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Zar Peter. Lustspielbans, Panne. Berliner. Blaubart. Neues. Baccarat. Satller 0. Der Revisor. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Weitere Beweise für die Abstammungslehre. Zentral- Theater. Gastspiel des Hebbel Theaters. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 aften von Bernh. Shaw. Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Baner Theater.) Des Mädchens Lebenswege. Schiller Charlottenburg. Der Richter von Balamea. Komische Oper. Die verkaufte Braut. Lorking. Das Eremiten. Glöckchen des Friedrich Wilhelmstädt. Schauspielhaus. König Heinrich. Westen. Ein Walzertraum. Theater an der Spree. Hotuspolus. Kleines. Der Unsichere. Zentral. Frau Barrens Gewerbe. Residenz. Bibi. Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Trianon. Fräulein Josette- meine Frau. Thalia. Immer oben auf. Bernhard Rose. Der Kaufmann von Venedig. Theater an der Spree Köpenickerstr. 68, dicht am Bahnhof Jannowitzbrücke Täglich 8 Uhr: Hokuspokus Neueste Berliner Gesangspoffe. DERNHARD ROSE THEATED D Gr. Frankfurterstr. 132. Der Kaufmann von Venedig Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Mitmoch: Opernabend. Mit Genehm. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( allner- Theater). I Dienstag, abends 8 Uhr: Der Revisor. Luftspiel in 5 Atten v. Nikolaus Gogol. Deutsch von E. v. Schabelsti. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Hermannsschlacht. Donnerstag, abends 81hr Kollege Crampton. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Ubr: Der Richter von Zalamea. Schauspiel in 3 Aufzügen v. Calderon de la Barca. Deutsch von Adolf Wilbrandt. Mittwoch, abends 8 Ulbr: Philister. Hierauf: Die Lore. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Revisor. Schiller- Saal( Schiller- Theater Charlottenburg Dienstag 8 Uhr: Lieder- Abend. Elena Gerhardt( Gesang), Paula Hegner( Stlavier). Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. GOUP Gegr. 1879. Chormeister Alexander Weinbaum. M. d. A.-S. Dienstag, den 4. Februar, abends 8 Uhr, im ,, Blüthner- Saal", Lützowstraße: KONZERT. Mitwirkende: Frau Paula Weinbaum( Alt); Herr Alfred Wittenberg( Violine). 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In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. abends 7 Uhr: Außerordentliche große Vorstellung. Aus dem Riesenprogramm hervor. gehoben: Klein Family, 6 Personen, unerreicht in ihren phänomenalen Leistungen. Um 9, Uhr zum 37. Male, Ende gegen 11 Uhr: G. Thielscher, F. Massary, Amerika Passage. Rudolf Mälzer. Spezia B. Darmand, Bender, Giampietro, Das pollendette auf dem Gebiete der litäten. Borussia Variété, Aderstr. 6/7. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Carl- Haverland- Theater. zialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Spea Urania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Eine Rilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Josephi etc. Ausstattungs- Pantomimen. Rauchen gestattet. Großer Sklavenmarkt. Sonnabend, den 1. Februar: Dampfsprike in voller Tätigkeit. Wasser- und Lichteffekte. II. Gr. Metropol- Theater- Ball. Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr: Weitere Beweiſe für die aus. Die Herren von Maxim. Passage- Theater. stammungslehre. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Gastspiel d. Neuen Operetten- Theaters. Abends 8 Uhr: Blaubart Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Baccarat. Hierauf: Maud Allan. Vision der Salome. Mittwoch und folgende Tage: Die felbe Borstellung. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Der Unsichere. Mittwoch: Mandragola. Donnerstag: Der Ünsichere. Freitag: Mandragola. Sonnabend: Mandragola. Abends 8-11 Uhr: WINGCARTE Rudolf 765 Letzte Woche! Ruth Vincent Gesangskünstlerin. Kaufmann- Truppe reizende Radfahrkünstlerinnen. Robert Steidl der beliebte Humorist, und viele andere erstklassige Spezialitäten. a pollo Theater Abends 8 Uhr: Hymack, der Mann mit den Handschuhen. hängenden Barren. Theater des Westens. Du Groß- Trio, tomie trobaten am 8 Uhr: Ein Walzertraum. Operette von Dstar Strauß. Siegwart Gentes mit fen. OpernSonntag nachm. 3, Uhr halbe Breise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. König Heinrich. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: König Heinrich. Donnerstag 8. 1. M.: Sein Brin zeßchen. Lustsp. v. Schäßler- Parafini. Freitag: Sein Prinzeßchen. Sortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. Mittwoch: Der Trompeter von Säktingen. Donnerstag: Das Glöckchen des Eremiten. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. 8 Uhr. Bibi." 8 Uhr. Schwant in 3 aften von de Gorffe und de Marson. Deutsch von M. Schönau. Bretillot Richard Alexander. Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver: gollen? Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. probe. Walzerwahn on Mary Alfred Marquard. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänner Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. ReichshallenRestaurant: Bockbierfest mit groß. Militär- Konzert. garantiert unschädlich kein Chlor kein reiben Mälzer 15 erstklassige 15. Nummern Dienstag, den 28. Januar 1908, abends 7, Uhr präzise: Gala Vorstellung. Zum 125. Male: Auf der Hallig. Gr. Ausst.- Bant. d. Zirkus Busch in 4 Bildern. Das Phänomen der tauchenden Sirenen. 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Tagesordnung: Vortrag Herr Dr. David über: Das moderne Schul- und Bildungsideal. Geschäfts- und Kassenbericht, Bericht der Revisoren, Diskussion und Verschiedenes. 240/5 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Neu! Biour- Theater Westend! Elegant! Intereſſant! Täglich Vorstellung von 5-11 Uhr. Sonntags von 3-11 Uhr. Charlottenburg, Potsdamerstr. 11. Stetiger Eingang von Neuheiten. Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Die Braut von Messina Kasino- Theater. Sanssouci ser Anfang 8 Uhr. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hanni lacht Operette in 1 Att v. Jacques Offenbach. Hierauf das neue bunte Programm. Gebr. Herrnfeld- Die Freuden d. Häuslichkeit. Theater. 57 Stommandantenstraße Nr. 57. Borverkauf von 11-2 Uhr. Abends 8 Uhr: Papa und Walhalla Genossen. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: nur noch wenige Tage. Das große Programm. Phänomenal! 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Alle Bruchbänder mit elastischen Beloten, angenehm u. weich am Störper. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Dienstag, den 28. Januar 1908, abends 8% thr: 2 General- Versammlungen der Wahlvereine. ga. 1. Kreis тя тиагноЯ in Dräsels Fest- Sälen, Neue Friedrichstraße 35. Lagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. II. Kreis in der Viktoria- Branerei, Lützowstraße 111-112. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes, des Kassierers und der Revisoren 2. Anträge resp. Resolutionen. 3. Wahl des Vorstandes. 4. Vereinsangelegenheiten. III. Kreis im Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Zagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Kassenbericht. 2. Bericht der Breß, Agitations- und Lokalkommission. 3. Wahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Berschiedenes. IV. Kreis in Kellers Fest- Sälen( Inhaber Freyer), Koppenstraße 29. Tagesordnung: 1. Geschäfts-, Kassen- und Revisionsbericht. 2. Bericht der Kommissionen. 3. Neuwahl des Vorstandes, der Revisoren und Kommissionsmitglieder. 4. Verschiedenes. V. Kreis im ,, Alten Schüßenhaus", Linienstraße 5. Tagesordnung: 1. Vorstands- und Kassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes und der Funktionäre. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. VI. Kreis im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Tagesordnung: 1. Vorstandsbericht, Bericht der Kommissionen, Kassen- und Revisions. bericht. 2. Diskussion. 3. Wahl ziveier befoldeter Beamter. 4. Wahl des Gesamtvorstandes. Rixdorf in Hoppes Fest- Sälen, Hermannstraße 49. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre. 2. Neulvahl des Vorstandes. 3. Anträge und Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalversammlung. Die Kontrolleure sind angewiesen, niemand ohne Mitgliedsbuch den Saal betreten zu lassen. In allen Versammlungen legitimiert das Mitgliedsbuch des betreffenden Wahlvereins. Bahlreiches Erscheinen erwarten Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Tevviche mitfarbenteblern Fabril. niederlage Broße Franfiurterftrage 9, parterre fein Laden. Mauerhoff.+1 Gardinenbaus Großefranfiurter. frage 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff. 1+ Steppdecken billigh Febril Große Frankfurterftrage 9, parterre+1 Nähmaschinen. Vergüte bis 20,00 tver Teilzahlung fauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Postkarte genügt. Brauser, Frankfurter Allee 101, Laden. 2970s Teppiche!( feblerbafte) in allen Kleine Anzeigen Winterpaletots, Gehrodanzüge, Jährlich nur einmal Inventur Zadettanzüge, Bettenverkauf, Gars Räumungsverlauf im Zeppichhaus dinenverkauf, Wäscheverkauf, Pfänder- Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. verkauf, Verschiedenes spottbillig. Extraliste gratis. 1078 Pfandleibhaus, Beidenweg neunzehn. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 28. Januar 1908. Staatszugehörigkeit! Deutsche, die in einem der 26 deutschen Vaterländer die Staatsangehörigkeit befizzen, können durch Aufnahme in einem anderen Länderstaat dessen Staatsangehörigkeit erwerben, ohne die Staatszugehörigkeit zu dem Staat, dessen Staatsbürger sie bereits sind, zu berlieren. Es kann also ein Deutscher 26 deutsche Länder- Staatsangehörigkeiten befizen. Bon Wert ist die Staatszugehörigkeit für die Ausübung politischer Rechte. Zum preußischen Landtag wählen kann nur, wer Preuße ist. Ein Deutscher, der Nichtpreuße ist, kann ohne Verlust seiner bisherigen Staatszugehörigkeit die preußische Staatszugehörigkeit erwerben. Die Aufnahmeurkunde für Preußen muß jedem Deutschen kostenfrei erteilt werden, der um dieselbe nachsucht und nachweist, daß er in Preußen sich niedergelassen hat. Die Aufnahmeurkunde darf nur aus denselben Gründen versagt werden, aus denen die Abweisung eines Neuanziehenden oder die Versagung der Fortsegung eines Aufenthalts erfolgen darf. Das sind folgende Gründe für Ablehnung der Aufnahme: 1. Wenn der Antragsteller Aufenthaltsbeschränkungen unterliegt( weil er vorläufig entlassener Strafgefangener ist) oder unter Polizeiaufsicht steht oder sonst polizeilichen Aufenthaltsbeschränkungen unterliegt. 2. Wenn der Antragsteller nicht imstande ist, sich eine eigene Wohnung oder ein Unterkommen zu verschaffen. 3. Wenn der Antragsteller innerhalb der letzten 12 Monate, von Einreichung des Antrages zurüdgerechnet, wegen wieder holten Bettelns oder wegen wiederholter Landstreicherei bestraft worden ist. 4. Wenn der Antragsteller nicht in der Lage ist, sich und seine nicht arbeitsfähigen Angehörigen entweder aus eigener Straft oder durch Unterstützungen von seiten der Verwandten notdürftig zu er halten. 5. Wenn der Antragsteller vor dem Erwerb des Unterstützungswohnsizes in der Aufenthaltsgemeinde von dieser aus öffentlichen Mitteln unterstützt worden ist, und zwar nicht nur wegen vorübergehender Arbeitsunfähigkeit. Verlangt wird, daß der Antragsteller seine deutsche Reichsangehörigkeit nachweist. Zu diesem Behufe ist es zwedmäßig, bor der Stellung des Antrages um Aufnahme in den preußischen Staatsverband den Staatsangehörigkeitsausweis des sächsischen, bayerischen usw. Heimatsstaates zu besorgen. Zuständig für die Ausstellung des Staatsangehörigkeitsausweises find: 3. Wahlkreis. Barteispedition, Prinzenstr. 31, Wilh. Börner, Zigarrenhandlung, Nitterstr. 15, Gottfr. Schulz, Kottbuser Plaz, P. Horsch, Zigarrenhandlung, Engelufer 15. 4. Wahlkreis. Paul Kupfer, Petersburger Straße 56, Ernst Bader, Große Frankfurter Straße 34, H. Gries, Torellstr. 2, B. Mann, Zeitungsspedition, Petersburger Platz 4, Beitungsspedition, Laufiger Plaz 14/15, Wahlvereinsbureau, Stralauer Blaz 1/2 II, Baul Hoffmann, Oppelner Straße 47, D. Klamm, Reichenberger Straße 115, D. Görke, Kottbuser Straße 21. 5. Wahlkreis. Frizz Nausch, Winsstr. 12, Gustav Albrecht, Grenadierstr. 12, Christian Thorup, Oranienburger Straße 50. 6. Wahlkreis. G. Binner, Tresdowstr. 36, Wilh. Klaust, Schönhauser Allee 156, Dobrohlaw, Schliemannstr. 39, Richard Henschel, Wolliner Straße 51, II, Paul Dolz, Ruppiner Straße 11, III, Heyse, Bohenstr. 19. Gustav Achilles, Wiclefstr. 24, Gustav Menz, Wilhelmshavener Straße 61, Albert Werth, Wiclefstr. 38, Georg Pieleke, Waldstr. 8, Hermann Gumz, Prinz- Eugenstr. 25, Paul Fritsch, Drontheimer Straße 4, Hermann Riet, Fehmarn Straße 7, Frizz Trapp, Stettiner Straße 10. Teltow- Beeskow. Berliner Nachrichten. Eine Köpenidiade. Wir haben in Tezter Zeit unseren Lesern fast nur über recht ernste Dinge berichten müssen; der Humor kam nicht zu seinem Recht. Die Situation war auch zum Scherzen nicht angetan. Wenn die Polizei auf ruhig ihres Weges gehende Arbeiter ohne weiteres einhaut, da verwandelt sich selbst die ,, Milch frommer Denkungsart" in" gährend Drachengift" und man hat keine Ursache, ob solcher Polizeitaten die Feder in Rosenwasser einzutauchen. Da ist es denn eine ganz an genehme Abwechselung, wenn wir unseren Lesern einmal eine Geschichte erzählen können, bei deren Studium selbst der sonst ernst Beranlagte Mühe haben wird, seine Lachmuskeln zu bezähmen. Unsere Leser müssen wir zunächst bitten, mit uns einen fleinen Spaziergang zu unternehmen. Nicht nach Stöpenick führt er uns, der Stadt, die durch den Geniestreich des Hauptmanns von Stöpenick so berühmt geworden ist, sondern nach dem kleineren, vor den Toren Berlins belegenen Treptow. Wer Berlin am Sonnabendabend nach Treptow zu verließ, wunderte sich, an allen Ecken und Enden Polizei zu erblicken. Staunte man schon darüber, so wuchs dieses Erstaunen, als man nach Treptow tam. Ueberall Gendarmen und Polizei. Und nicht nur am Sonnabendabend, nein, die ganze Nacht hindurch war ein starkes Polizeiaufgebot alarmiert. Königstreue Restaurateure erfundigten sich bei einem sozialdemokratischen Gemeindevertreter, ob er wisse, was im Gange sei. Der Genosse gab einer Vermutung Ausdruck, genaueres wußte er auch nicht. Am Sonntag steigerte sich die Zahl der Polizeimannschaften und vor allen Dingen waren es die nach Treptow allen die Wiener Brücke und die Treptower Brücke. Die Gendarmerie des Teltower Kreises war zusammengezogen Charlottenburg: Parteispedition, Sesenheimer Straße 1. führenden Brücken, die polizeilich stark besetzt wurden, vor Rigdorf: Parteispedition, Neckarstraße 2. Schöneberg: Martin- Luther- Straße 51. Steglig: G. Aßmann, Bahnstraße 6, und G. Winkelmann, und arbeitete" mit der Berliner Polizei Hand in Hand. Schloßstraße 104. Auf alle Fälle" hatte man Beamte in Reserve; so sollen in der Haase- Brauerei allein gegen 100 Schuhleute versteckt Treptow: Robert Gramenz, Kiefholzstraße 412. Baumschulen weg: Mag Midley, Marienthaler Straße 22, gewesen sein. Auch auf Kohlenplätzen, in den Bahnhofsgebäuden. born II. Röpenid: Fr. Woid, Kiezer Straße 6. Wilmersdorf: Parteispedition, Berliner Straße 46. Nieder- Barnim. Lichtenberg: Otto Seifel, Kronprinzenstr. 50. Bankow: Georg Freiwaldt, Mühlenstr. 73. Ober- Schöne weide: Liesegang, Edinsonstr. 48. Rummelsburg: Otto John, Karlshorster Straße 1. Stralau: Wessel, Markgrafendamm 7. Weißensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Reinickendorf Ost: Nöthling, Provinzstraße 59 I. Müller, Restaurateur, Seestraße, Ede Aegirſtraße. Kontor der Neuen Berliner Genossenschaftsbäderei, Wilkestr. 62, Quergeb. I. Partei- Angelegenheiten. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlins und Umgegend. Hente Dienstag, den 28. Januar, 8%, Uhr abends, finden in Kasernen, bei königstreuen Lokalinhabern waren Schußleute untergebracht. Bahnzugänge waren besetzt, kurz alle Zugänge von Berlin nach Treptow. Polizeioffiziere erteilten geheimnisvoll Befehle und Radfahrpatrouillen vermittelten die Verständigung. Die Bevölkerung des Südostens war in Aufregung und die ungeheuerlichsten Gerüchte gingen von Mund zu Mund. Man frug sich, was denn eigentlich los sei, und viele Leute glaubten, es handele sich um das Einfangen eines Mörders. Es gab sogar böswillige Menschen, die behaupteten, die unentdeckten Mörder der letzten Zeit hätten einen Verein gegründet und die Polizei sei diesem Verein der unentdeckten Mörder auf der Spur. Wieder andere zerbrachen sich den Kopf, weil gerade Treptow und die Zugänge zu Treptow so mit Polizei berbarritadiert war, und meinten:„ Hier in Treptow liege der Hund begraben." Und diese Leute hatten nicht so ganz unrecht. Zwar liegt in Treptow tein taiserliches Schloß das gestürmt werden, auch fein Dreiflaffen. parlament, vor dem demonstriert fverden könnte, aber es liegt ein Gebäude da, in dem Revolution getrieben wird: die Treptower Sternwarte. Auf dieser Sternwarte befindet sich in Preußen: die Regierungspräsidenten, an deren Stelle in Berlin der Polizeipräsident tritt; in Bayern: die Kreisregierungen zu München, Landshut, Speyer, Regensburg, Bayreuth, Ansbach, Würzburg, Augsburg; in Sachsen: die Kreishauptmannschaften zu Dresden, Leipzig, Zwidau und Bautzen; in Württemberg: bie Kreisregierungen zu Ludwigsburg, Ellwangen, Reutlingen und Ulm, außerdem sämtliche Oberämter; in Baden: die Bezirksämter; in essen: das Ministerium des Innern und der Juſtiz zu Darmstadt; in Mecklenburg- Schwerin: das Ministerium des Innern zu Schwerin; in Medlenburg- Strelig: die Landesregierung zu Neu- Strelitz; in Sachsen- Weimar: die Bezirksdirektoren zu Weimar, Apolda, Eisenach, Dermbach und Neustadt a. D.; in Oldenburg: das Staatsministerium, Departe ment des Innern, zu Oldenburg, die Regierung zu Eutin und die zu Birkenfeld; in Braunschweig: die Kreisdirektionen zu Blankenburg a. H., Braunschweig, Gandersheim, Helmstedt, Holzminden und Wolfenbüttel; in Sachsen- Meiningen und Sachsen- die Generalversammlungen der Wahlbereine ein großes Instrument, das vielleicht manche Leute in der Altenburg: das Ministerium, Abteilung des Innern; in statt, welche sich mit den Berichten und Vorstands.iegigen Zeit, in der die Polizeiphantasie so üppig blüht, als Koburg- Gotha: die Landratsämter Koburg, Gotha, Ohrdruf und wahlen beschäftigen. Waltershausen; in Anhalt: die Regierung, Abteilung des Innern, zu Dessau; in Schwarzburg Sondershausen; die Land räte zu Arnstadt, Sondershausen und Gehren; in Schwarzburg Rudolstadt: die Landratsämter zu Frankenhausen, Königsee und Rudolstadt; in Waldeck: der Landesdirektor zu Arolsen; in Reuß ä. 2.: die Landesregierung zu Greiz; in Reuß. 2.: das Ministerium, Abteilung für das Innere, zu Gera; Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. in Schaumburg- Lippe: die Regierung zu Büdeburg; in Rigdorf, Hoppes Festsäle, Hermannstr. 49. Lippe: die Regierung zu Detmold; in Lübeck: das Stadt- und Landamt; in Bremen: für die Stadt: die Polizeidirektion, für Schöneberg, Obsts Festsäle, Meiningerstr. 8. das Landgebiet: der Landherr zu Bremen; für die Hafenstädte Zu allen Versammlungen legitimiert das Bremerhaven und Vegesack: die Aemter zu Bremerhaven und Vege- Mitgliedsbuch des Wahlvereins. Alles Nähere sad; in Hamburg: für die Landherrschaft Rigebüttel: der Amts- in den heutigen Annoncen. Zahlreichen Besuch er verwalter in Rigebüttel; für das übrige Staatsgebiet: die Aufsichts- warten behörde für die Standesämter in Hamburg; in ElsaßLothringen: die Bezirkspräsidenten zu Straßburg, Colmar und Mez. = 1. Kreis: Dräsels Festfäle, Neue Friedrichstr. 35. Viktoria Brauerei, Lützowstr. 111/112. 23456 2. " 3. " 4. 5. " 6. " Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Kellers Festsäle, Koppenstr. 29. Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. Die Vorstände. eine Kanone angesehen haben mögen, das aber in Wirklichkeit eines der größten Fernrohre der Welt ist. Und die Berliner Arbeiterschaft interessiert sich außerordentlich für dieses Fernrohr, wie für dieses Institut überhaupt Deshalb war vor einiger Zeit der Vorstand des Wahlvereins des sechsten Wahlkreises auf den Gedanken gekommen, für seine Mitglieder 5000 Billetts anzukaufen. Drei Vorstandsmitglieder wurden bestimmt, nach Treptow hinauszugehen, um mit dem Direktor des Instituts sich zu verständigen über die Tage, an welchen er bereit sei, Vorträge zu halten. Die Vorstandsmitglieder überlegten nun hin und her: Wann gehen wir zum Direktor Archenhold? Erst war der Sonnabend in Aussicht genommen, schließlich wollte man am Sonntag gehen. In einer Kneipe muß nun irgend ein Achtgroschenjunge von und Zweiter Wahlkreis. Umständehalber muß unsere General feiner vorgesetzten Behörde mit der üblichen Polizeiphantasie diesem Plan gehört haben flugs berichtete er im Versammlung großen Saale der An diese Behörde ist gleichzeitig mit dem Antrag auf Erteilung Brauerei, Lüßowstraße 111/112, stattfinden. Die Genoffen bo neinem großen Zuge nach Treptow. Abteilung VII setzte sich des Staatsangehörigkeitsausweises einzusenden die Geburtsurkunde. aller Stadtteile werden ersucht, trozdem pünktlich und zahlreich zur flugs mit dem Ministerium des Innern, dieses wieder mit Auch ist anzugeben, wo der Vater oder bei unehelich Geborenen, wo Stelle zu sein. Näheres siehe Inserat. die Mutter geboren ist. Der Vorstand. dem Teltower Kreis in Verbindung und ein mächtiges Der Antrag auf Aufnahme in den preußischen StaatsPolizeiaufgebot tritt in Aftion, um diese drei Bösewichter von verband ist in Berlin an den Polizeipräsidenten, im Treptow fernzuhalten. Wir wollen der Polizei verraten, daß übrigen Preußen an den Regierungspräsidenten zu Am Sonntag, den 2. Februar d. J., mittags 1 Uhr, findet trotz aller Vorsichtsmaßregeln zwei Mann den Kordon durchrichten. Dem Antrag ist der Staatsangehörigkeitsausweis und die Generalversammlung in Rummelsburg im Lokal der brochen haben, der dritte Mann war nicht gekommen. irgend ein Nachweis dafür beizulegen, daß der Antragsteller sich in Wwe. Weigelt, Türrschmidtstr. 45, statt. Preußen niedergelassen habe, z. B. polizeiliche Anmeldung, Mietsvertrag, Anstellungsvertrag, Arbeitsbescheinigung. Als Antrag in Berlin genügt z. B. folgendes Schreiben an den Polizeipräsidenten: Ich bin württembergischer Staatsangehöriger, habe mich aus weislich anliegender polizeilicher Anmeldung in Berlin nieder gelassen, füge meinen württembergischen Staatsangehörigkeitsausweis bei und beantrage, mich in den preußischen Staatsberband aufzunehmen. Datum. Name. Wohnung. Da landtagswahlberechtigt nur ist, wer Preuße ist und vom Antrag bis zur Erteilung der Aufnahmeurkunde an Arbeiter in der Regel Monate vergehen, so stelle, ter bislang die Aufnahme nach zusuchen unterlassen hat, schleunigst einen Aufnahmeantrag. Die Aufnahmeurkunde ist tostenfrei. Um Nichtpreußen bei der Erwerbung der Staatsangehörigkeit behülflich zu sein und Auskunft zu erteilen, damit sie bei kommenden Wahlen als Steuerzahler auch ihr Wahlrecht ausüben tönnen, haben fich folgende Genossen zu unentgeltlicher Hülfe bereit erklärt: 1. Wahlkreis. Georg Weihnacht, Grünstr. 21, Jakob Ege, Neue Roßstr. 12, G. Glaue, Krausenstr. 18. 2. Wahlkreis. Lohse, Urbanftr. 86, Leu, Boechstr. 7, Scholz, Boffener Straße 1, Schröder, Hagelberger Straße 27, Werner, Gneisenaustr. 72, Witte, Arndtstr. 16, Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14. " Kreiswahlverein Niederbarnim. Tagesordnung: Vittoria1. Jahresabrechnung und Jahresberichterstattung. 2. Neuwahl des Kreisvorstandes. 3. Statutenberatung. 4. Streisangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: G. Freiwaldt- Pankow. Tempelhof. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 28. Januar, abends 81 Uhr, im Restaurant Wilhelmsgarten", Berlinerstr. 9, statt. Tagesordnung: Bericht des Vorstandes und der Funktionäre, Neuwahl derselben, Anträge, Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalversammlung und Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Genossen, zu erscheinen. Der Vorstand. Grünstr. 10, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Außer Köpenid. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Kaiserhof, den Berichten der Vereinsfunktionäre und Neuwahlen derselben steht auch die Aufstellung des Kandidaten zur Stadtverordneten- Erfaz wahl in der dritten Abteilung auf der Tagesordnung. Die Parteigenossen müssen deshalb zahlreich in der Versammlung erscheinen. Der Vorstand. Wahlverein Eichwalde und Umgegend. Mittwoch, den 29. Januar, abends 8 Uhr, findet im Lotale von Zier in Miersdorf die Monatsversammlung des Vereins statt. Da eine fehr wichtige Tagesordnung zu erledigen ist, wird pünktliches und vollzähliges Erscheinen der Mitglieder erwartet. Der Vorstand. Weißensee. Die Wahlvereinsmitglieder werden hiermit auf die heute abend 8 Uhr im Vereinshause, Charlottenburger Straße 150, stattfindende Generalversammlung aufmerksam gemacht. Der wichtigen Tagesordnung wegen wird das Erscheinen aller Mitglieder erwartet. Der Vorstand. Das ist die wahre Geschichte, die zu der großen Polizeiattion am Sonnabend und Sonntag Veranlassung gegeben hat. Sie hat viele Beamte um ihre freie Zeit gebracht, aber außerdem ein würdiges Gegenstück zu dem Geniestreich des Hauptmanns von Stöpenick geliefert. Der Schuhmacher Voigt brachte es fertig, mit Hülfe einer alten abgelegten Hauptmannsuniform ein Dugend Soldaten sich dienstbar zu machen und hier gelang es der üppigen Phantasie eines Achtgroschen jungen, 400-500 Beamte zwei Tage in Atem zu halten. Arbeiter- Bildungsschule, Berlin. Die Rednerschule muß heute, Dienstag den 28., wegen der Generalversammlungen der Berliner Wahlvereine ausfallen; die nächste wird am Dienstag, den 4. Februar, abgehalten. setzen die Behörden ihren Kampf mit unentwegtem Eifer fort. In Gegen das Jugendturnen der Arbeiterturnvereine Berlin richtet sich diese Aktion gegen den Arbeiterturne verein„ Fichte", der trotz der vom Provinzialschulkollegium angeordnete Turnhallensperre, die vor einigen Jahren über seine Schülerabteilungen verhängt wurde, den Arbeiterkindern Berlins nach wie vor ihre Stätten frohen Spieles und freier Turnerei zu bereiten gewußt hat, indem er Privatfäle mietete. Auch das Verbot, ohne den durch Ministerialinstruktion von 1889 vorgeschriebenen Unterrichtserlaubnisschein die turnenden Schüler zu beaufsichtigen und anzuleiten, das vor einigen Monaten den Jugendturnwarten des Vereins Fichte" zuging, hat einstweilen nicht den erwarteten Erfolg gehabt. Das Verbot bedroht jeden Fall der Zuwiderhandlung mit einer Geldstrafe bon je 100 M., auf Grund einer jegt hundertjährig werdenden Verordnung von 1808. " Einer der Tun, warte hat sich den Luxus einer einmaligen Zuwider- Handlung geleistet, hat dann prompt sein Strafmandat von 100 M. gekriegt und wird nun richterliche Entscheidung herbeiführen. Die anderen Turnwarte, denen jene Strafandrohung zugegangen war, haben sich entschließen müssen, der Gewalt zu weichen, und sind durch andere Vereinsmitglieder ersetzt worden. Der Versuch, für die Jugendturnwarte eines Arbeiterturnvereins den geforderten„Unterrichtserlaubnisschein" zu erwirken, wäre ja aus- sichtslos, alldieweil die Arbeiterturner zumeist Sozialdemokraten sind und Sozialdemokraten die Jugend nicht zur Hundedemut erziehen wollen. Inzwischen hat aber das Provinzialschulkollegium auch die neuen Turnwarte bereits mit Unterrichtsverbot und Strafandrohung beehrt, so daß diese wieder durch andere Vereinsmitglieder ersetzt werden mußten. Vermutlich will die staatliche Aufsichtsbehörde in ihrer rührenden Fürsorge für das Seelenheil turnender Arbeiter- kinder dieses Verfahren so lange fortsetzen, bis sämtliche Mitglieder des Vereins ihre Strafandrohung tu e g haben. Wir werden sehen, wie lange das dauern wird. Es wird desto- länger dauern,, je mehr der turnfreudigen Arbeiter - Berlins dein Berein durch Beitritt sich zur Verfügung stellen. Die Polizei, die dem Provinzialschulkollegium in diesem Kampfe dient, hat unter anderem die Aufgabe, von Zeit zu Zeit nachzusehen, wer augenblicklich dran ist, sein Unterrichtsverbot samt Strafandrohung zu kriegen. Zu diesem Zweck gehen Kriminal- Polizisten in die Turnsäle hinein, schauen dem munteren Treiben der Jungen eine Weile zu, stellen sich dann dem Leiter vor und ersuchen ihn um Angabe seiner Personalien. Ein Turner teilt uns mit, daß die Besuche solcher ungebetenen Gäste in letzter Zeit recht zahlreich gewesen sind. Auch der Vater eines turnenden Jungen berichtet uits über einen solchen Gast, der im Turnsaal beobachtete, als er selber dort als Zuschauer weilte. Er weist darauf hin, daß in der Nähe der Turnhalle sich ein Etablissement befindet, das durch Automaten zum Glücksspiel verleitet und von Kindern un- gehindert besucht werden darst Und er spricht die Vermutung aus, daß durch diese polizeilich geduldete Spielgelegenheit schon mancher Junge angeregt worden sei, sich die nötigen Nickel auf unrechte Weise zu verschaffen. Man sieht: dieser Nörgler begreift nicht, daß es dem modernen Staat und seinen Organen eine viel größere Gefahr für den Fortbestand der bürgerlichen Gesellschaft bedeutet, wenn Arbeiterturner Kindern von Arbeitern eine fröhliche Stunde bereiten und sie in ihrer körperlichen Eni- Wicklung fördern wollen. In diesem Kampfe gegen daS Jugendturnen der Arbeiterturn- vereine darf selbstverständlich auch die Schule selber nicht fehlen. In Berlin haben die Leiter der Gemeindeschulen vor einigen Monaten durch Umfrage festgestellt, welche Schüler bei einem Berein turnen und welche Bereine daS sind. Wer den Turnverein„Fichte" nannte, dem wurde aufgegeben, schleunig st auszutreten. Auch dieses Mittel hat einstweilen nicht die Wirkung gehabt, die Schülerabteilungen des Vereins„Fichte" totzukriegen. Zahlreiche Eltern haben sich gesagt, daß die Schule hier nicht mitzureden habe und haben ihre Kinder angewiesen, weiter beim Verein„Fichte" zu turnen.' Ein erster Versuch zu ZwangSmaßregeln hiergegen wird uns bekannt aus der 223. Gemeindeschule(Putbuser Straße). Ein Schüler B., der seit Ostern 1907 in der zweiten Klasse dieser Schule sitzt und im November 1907 sein 14. Lebensjahr vollendet hat, so daß er zu Ostern 1903 seine Schulpflicht erfüllt haben wird, hatte auf Anweisung seines Baters beim Verein „Fichte" weiter geturnt. Durch Zufall kam das heraus und Rektor Wulk nahm sich den Jungen vor; der aber wies auf das Gebot des Baters hin. Als-dm: Rektor"frägiäe„Du mMst also, daß Dein Vater in dieser S�e mchc zu sagen habe als die Schule aiitwortcte der JaiD�Mr UepHei�mg offesten „Ja". Darauf stellte Herr Wulk ihm in Aussicht, wenn et nicht der Schule gehorche, werde er über die Schulpflicht hin- aus zu noch.längerem Schulbesuch gezwungen werden, wie es beim Posener Schulstreik Kindern ergangen sei. Mit demselben Mittel hat dieser Rektor Wulk auch auf die Eltern einen Druck auszuüben versucht. Er lud den Vater durch Karte zu einem Besuche ein, statt des Vaters kam aber die Mutter. Lülch ihr sagte Herr Wulk, der Junge setze sich der Gefahr aus, länger die Schule besuchen zu müssen. Frau B. antwortete, dasei der Herr Rektor wohl im Irrtum. Hier handele es sich ja nicht darum, daß ihr Junge die ihm von der Schule gestellten Aufgaben nicht leiste. Ob etwa der Junge um des Turnens willen schon mal seine Arbeiten nicht gemacht oder gar die Schule nicht regelmäßig besucht habe. Und ob der Herr Rektor vergessen habe, daß nach dem vierten Gebot, das er selber lernen lasse, die 'Kinder ihren Vater und ihre Mutter ehren sollen. Der übereifrige Herr Rektor blieb jetzt die Antwort schuldig. Die Eltern aber sehen den von ihm angedrohten„Folgen" mit Ruhe entgegen.__ Die patriotische Begeisterung am gestrigen Tage anläßlich de im Schlosse statlfindenden Feierlichkeiten trat äußerlich weniger in Erscheinung als das sonst der Fall ivar. Die Zahl der Gaffer, die die Bürgersteige Unter den Linden füllte, um einige Hofkarofsen zu bewundern und mit Federbüschen ausgestattete Soldaten zu sehen, schien uns erheblich geringer als früher, den Hauptteil der Zu- schauer bildeten Schulkinder, die izach den Schulfeierlichkeiten ihre freie Zeit zu einem Gang Nach den Linden benützt hatten. Wahrscheinlich haben die letzten Säbeleien gegen ruhig ihres WegeS gehende Arbeiter auch manche Patrioten dazu ver- anläßt, die Orte zu meiden, wo Polizei in größerem Umfange ver- treten ist. Vielleicht fürchtet man schon in diesen Kreisen, daß der Polizeisäbel jetzt etwas lockerer in der Säbelscheide steckt und schließlich auch auf Patriotenschädcl leichter niedersausen kann. An -Polizei fehlte es nicht, und über Absperrungen war auch diesmal nicht zu klagen. Im allgemeinen schien uns, daß die Schutzmann- schuft einen höflicheren Tön anschlug als am 12, Januar; trotzdem beobachteten wir, daß berittene Schutzleute sich nichts daraus 'machten. sich mit ihren Gäulen' zwischen die Menschen zu zwängen. Als am Spätnachmittage ein leiser Regen einsetzte, boten die Linden das gewöhnliche Straßenbild. Nach Eintritt der Dunkelheit mehrte sich in den Geschäftsstraßen das Publikum, um sich die Illumination anzusehen J wird doch heute von findigen Geschäftsleuten jede Gelegenheit benutzt, um Reklame zu macheu,. Manche hervorragend loyalen Monarchisten wenden zu diesem höheren Zweck viele Tausende an— denn„der Segen kommt von oben" und wer viel säet, wird auch viel ernten. Girlanden ans Tannengrün und Wappen, Kronen und Schriftzüge auS bunten Glüh- lämpchen zusammengesetzt, sollen der Ausdruck der unwandelbaren Tr-Ue und Hingebung dieser allernntertänigsten Untertanen gegenüber .ihrem durchlauchtigsten, allergnädigsten Landesherrn sein und der leiseste Zweifel an deren lauteren Gesinnung käme einem Hoch- verrat gleich. Und. doch gibt eS nichtsnutzige Lästerzungen, welche in sträflichem Frevel behaupten, die Geschäftsleute würden bei dem 'Geburtslage des Sultans genau so in schwärmerische Verzückung ge- raten und ihr Haus bekränzen wie bei dem Wiegenfeste irgend eines anderen Potentaten, sofern sie sich irgendwelchen Nutzen hiervon ver- sprächen. Wir halten aber derartige Aeußernngen für weiter nichts, als für he» Ausfluß böswilliger, vaterlandsloser Gesinnung, und eS wäre gut, wenn man diese, respektloseil Spötter einmal auf kurze Zeit der Liebe und Obhut der Berliner Schutzmannschaft anvertrauen würdig die ja nicht mit Unrecht den Ruf genießt, es in vorzüglicher Weife zu verstehen, vaterländische Gefühle und Patriotismus nach- drücklich und unauslöschlich dem Bürgertum einzupauken. Allerhöchste Bolkskunst.«Und wieder wußte das Volk, daß eS sich jetzt erheben müsse", schreibt der byzantinernde„Lok.-Anz." in seinem schwungvollen Bericht über die„auf allerhöchsten Befehl" für die Berliner Arbeiterschaft bei Kroll veranstaltete erste Vorstellung. „Herr v. Hülsen klopfte dreimal mit seinem Stabe." Und wieder wußte das Volk, daß es sich jetzt erheben müsse. Als vor einigen Wochen angekündigt wurde, daß die königliche Schauspielbühne sich zu der besonderen Gnade herablassen wollte, auch einige Arbeitervorstellungen zu geben, haben wir das nötige zu dieser Volksbeglückung gesagt. Daß das Volk eine Gnade braucht, daß es Rechte beansprucht, daß die Steuerzahler letzten Endes die königlichen Theater unterhalten, daß diese Institute dafür aber dem Volke so gut wie nichts bieten, sondern ein LnxuSinstitut sind. Wir haben loeiter betont, daß das Institut für Arbeiterwohlfahrt, das die Billette zu vergeben hat, für die selbstbewußte Arbeiterschaft nicht das geeignete Organ ist, daß diese vielmehr selber berufen werden müßte, wenn es sich um wirkliche Volksvorstellungen handeln sollte. Daß es sich bei dem ganzen Unternehmen weniger um Popularisierung der Knifft denn um die Beschaffung von„Mehr Volk" zu Staffagezwecken handelt, beweist der Verlauf dieser erste» Vorstellung.„Biedere Leute aus dem Volk", wie der„Lokal- Anzeiger" so schön sagt, waren also da, und dann hatte sich„die Hofloge plötzlich gefüllt". Und der Kaiser, der Großherzog von Hessen und andere Hoflogenbesucher waren mit einem Mal auch da. Das war der Knalleffekt und dann kam„Der Prinz von Homburg" von Kleist zu Worte. Zu Beginn des dritten Aktes aber klopfte Herr v. Hülsen und wieder wußte das Volk... Gerühmt wird die mustergültige Haltung des Publikums. Wir wissen nicht, ob und in welchem Maße organisierte Parteigenossen unter dem Publikum waren.(Wohl nicht viele, denn sonst hätte man doch wohl den Ruf:„Es lebe das freie Wahlrecht I" ver- nommen.) Aber wenn diese mustergültige Haltung dem„Lok.-Anz." so bemerkenswert und womöglich als besondere Ovation für den Kaiser erscheint, so täuscht er sich: die Berliner Arbeiter be- nehmen sich in ihren eigenen und in fremden Veranstaltungen immer gleich mustergültig. Warum nicht auch in denen des Königs von Preußen? Wenn man das an betreffender Stelle noch nicht wissen sollte, so brauchte man ja bloß einen DemonstrationSzug fürs Wahlrecht zu gestatten. Der Wunscki nach„mehr Volk" würde dann in ungeahnter Fülle verwirklicht werden, und wenn die Polizei sich ebenso mustergültig aufführte wie die Berliner Arbeiterschaft, wurde eine halbe Million Menschen den allerhöchsten Grad von Muster- g'ültigkeit betätigen und doch auf daS nachdrücklichste, unzweideutigste ihren Willen bekunden. Ihren unerschütterlichen Willen, daß die Schmach der Rechtlosigkeit ein Ende nehmen soll. Und lvenn die Mustergültigkeit des Publikum? bei Kroll noch nicht genügend überzeugt hat, so kann ja vielleicht der Großherzog von Hessen mit den vom Genossen Ulrich erhaltenen Aufklärungen über den Charakter der Berliner Demonstration vom 12. Januar nachhelfen. Ja warum denn nicht? Der König von Preußen will „mehr Volk" sehen und das mehrere Volk will für sein Wahlrecht demonstrieren...._ Blaues Blut auf dem Brettl. Die Herrschaften mit dem mehrfach gezackten Krönlein, die Siützcn von Thron und Altar, steigen jetzt massenhaft zum Plebs herab. Hinter den Kulisse» tuns Edelste vom Schlage derer von Lhnar und Hohenau, bis der Vorhang gewaltsam in die Höhe gerissen wird. Aber auch schon vor den Kulissen machen sie sich immer mehr zu schaffen, um Fühlung mit dem Volle und mit dem Geldbeutel des Volkes zu erhalten. Sobald blaues Blut kein Geld im Beutel hat. ist just das Volk der rechte Angelpunkt, um die Tasche zu füllen. Das Volk wird lachendes Publikum, und der Blaublütige macht ihm seine mehr oder minder schalen Mätzchen vor. Ach nein, der Name ist heutzutage noch lange nicht Schall und Rauch. Früher erborgten sich Künstler von Gottes Gnaden die ominösen drei Buchstaben und streuten damit dem Volke eitel Sand in die Augen. Heute sinds leibhaftige Edelste der Nation, die auf die weltbedeutendcn Bretter hüpfen. An den Berliner An- 'chlagsaulen finden wir augenblicklich mal wieder eine ganze Skala (olcher hochtönenden Namen— Gräfinnen, Barone und simple Adelige. Selbst der trotz seiner Schnurren aus dem Soldatcnlebcn 'onst doch ernst zu nehmende Freiherr v. Schlicht ist auf das Brettl geklettert und gibt seine Geistesblitze da zum besten, wo gewöhnlich nur die leichtgeschürzte Muse paradiert. Den Glanzpunlt dieser gegen alle Tradition verstoßenden Goldjägerei werden die Berliner allerdings nicht zu sehen bekommen. Es wäre ja auch zu schön gewesen, die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen als Bänkcl- 'ängerin oder dergleichen bewundern� zu können. Familie Toselli hat einen Wink bekommen, einen sehr deutlichen Wink, sich die Füße nicht erst mit Berliner Staub zu beschmutzen. Und so kommen die guten Berliner leider um das Kapitalvcrgnügcn. zu ehen, wie furchtbar schnell und dramatisch oft der Weg von Thronen nach den untersten Tiefen führt. Zu den Wahlen zum KaufmannSgericht. Zu dem in- Nr. 21 des„Vorwärts" veröffentlichten Ver- sammlnngsbericht über eine vom„verein der Deutschen Kauflente" einberufene Versammlung erhallen wir folgende Zuschrift:„1. Es ist unwahr, daß ich als Versammlungsleiter dem Redakteur Paul Tröger in der Diskussion plötzlich das Wort erteilte, nachdem sich schon vorher ein Anhänger der Liste HI zum Wort gemeldet hatte, wahr ist dagegen, daß Träger als 4. Redner, Herr Horn. Vertreter der Liste III. erst als 5. Redner gemeldet war. also auch erst nach Tröger zum Wort kommen konnte. 2. ES ist unwahr, daß mir in der Versammlung der Vorwurf der Mogelei gemacht worden ist, wahr ist dagegen, daß ich erst, nachdem die Zentralverbandsmitglieder den Saal verlassen hatten, erfuhr, welche Gründe fte dazu veranlaßt hatten. Siegfried Aufhäuser, Kaiier-Wilhelm-Siraße 27." Wir haben diese Zuschrift dem Verfasser des erwähnten Berichts vorgelegt, der daraufhin folgendes erklärt: Zu 1. Es ist von verschiedenen durchaus glaubwürdigen Per- soneu erklärt worden, daß Herr Tröger erst erschien, nachdem sich ein Rebner der Liste III(Zeiuratvsrband) zum Wort gemeldet hatte, was übrigens auch in der Berichtigung nicht bestritten wird. Des weiteren steht fest, daß Herr Tröger, kurz nachdem sich der erste Redner der Liste III zum Wort gemeldet hatte, von einem Mirgliede des Vereins deutscher Kauflente aufgefordert wurde, zu reden. Darauf sagte dieser Herr:„Lassen Sie nüch heute nur zufrieden; ich komme eben von einer Sitzung. Reden können Müller und alle anderen, nur verschonen Sie mich." Zu 2. Beim Verlassen des Saales haben verschiedene Mit- glieder des Zeiuralverbaudeö in sehr energischer Weise kundgeian, daß der Vorsitzende ihrer Meinung nach gemogelt hat. Dies wird ja auch durch den Herrn selbst bestätigt, da er schreibt, daß er nach Verlassen des SaaleS durch die. Zentralverbandsmitglieder davon erfuhr. Ist das aber der Fall, so müssen eS denn doch andere gehört haben. Für einen Gehörfehler des Herrn können doch wir keine Verantwortung übernehmen. Aus dem Bcrwaltungsbericht der städtischen Heimstätten für 1900. den wir bereits vor einiger Zeit besprochen haben, ist im Hinblick auf unseren Sonntagsartikel:„Heimstätten für Genesende" die Tatsache nachzutragen, daß in dem Berichtsjahre von den 18 337 M., die satzungsgemäß durch den FrcistellenfondS und die Zinsen verschiedener Stiftungen zur Verfügung stehen, 4188 M. überhaupt nicht verbraucht worden find, durch Reste aus dem Vor- jähre erhöht sich diese Summe auf 4422 M. Während sich im Jahre 1905 285 Personen auf Kosten des Freistellenfonds usw. auf- nehmen ließen, ging die Zahl dieser Personen 1906 auf 205 zurück. Soll es ermöglicht werden, die Zahl der Freibetten zu erhöhen, so müssen natürlich erst die Mittel, die zur Verfügung stehen, auf- gebraucht werden. Es heißt, daß bisher noch nie ein Kranker zurückgewiesen worden sei, weil etwa dieMittcl für Freibetten verbraucht waren. Es mutz auf- fallen, daß bei den traurigen Erwerbsverhältnissen diese Einrich- tungen nicht mehr in Anspruch genommen werden. Wir können daS nur darauf zurückführen, daß weite Kreise der Bevölkerung keine Kenntnis von diesen Dingen haben. Hoffentlich tragen diese Zeilen zur Erwerbung dieser Kenntnis bei. Ein uener Mord. In geradezu erschreckender Weise häufen sich in der letzten Zeit die Mordtaten in Berlin. Ein Kapitalverbrechen folgt jetzt dem anderen, und cs sind in den vergangenen Wochen in der Reichs- Hauptstadt mehr Bluttaten verübt worden als in den letzten Jahren. Während die Kriminalpolizei noch auf der Suche nach dem Mörder der Produktenhändlerin Niclbock ist, die am Sonnabend vor acht Tagen dahingemordct wurde, erhalten wir schon wieder die Nach- richt von einem Kapitalverbrechen, das im Norden der Stadt auf dem Wedding ausgeführt worden ist. In der Gerichtstraße 8 wurde gestern abend' in der sechsten Stunde die 38 Jahre alte Witwe Anna Wiesncr mit gespaltenem Schädel in ihrer Wohnung tot aufgefunden. Frau W. ist das Opfer eines Lustmordes geworden. Das Verbrechen ist bereits vor 14 Tagen verübt worden. Es tpird uns hierüber folgendes berichtet: In dem vierten Stockwerk des Quergebäudcs des Hauses Ee- richtstraße 8 wohnte seit 2 Jahren die 33 Jahre alte Witwe Anna Wiesner in einer bescheidenen Behausung. Die Wohnung bestand nur auS Stube und Küche. Von der Küche führt ein kleiner Korri- bor nach der Stube. Frau W. ist schon seit einer Reihe von Jahren Witwe. Nach dem Tode ihres Mannes ernährte sie sich anfangs mit Nähen und außerdem vermietete sie an Schlafburschen. Zu- meist hielten sich drei Schlafburschen in ihrer Wohnung auf. Sie selbst schlief in der Küche auf einem notdürftig hcrgerichtctcn Lager, während die Schlafburschen, zumeist junge Arbeiter, ihre Betten in dem Zimmer, das gleichzeitig auch als Wohnstube diente, stehen hatten. Frau W. unterhielt auch Verkehr mit Männern. Nach den Angaben von Nachbarsleutcn erhielt sie öfter den Besuch fremder Personen. Dieser Verkehr sollte ihr jetzt zum Verhängnis werden. Die Entdeckung des Bcrbrechcns. Der Mord ist bereits vor 14 Tagen verübt worden. Gestern vor 14 Tagen fand der Schlafbursche, der augenblicklich allein in der W.schen Behausung wohnt, bei seiner Rückkehr in dem Zimmer einen Zettel vor, auf dem mit einem Bleistift folgendes aufgc- schrieben war:„Ich bin vier Tage verreist wegen Todesfall meiner Schwester!" Der Schlafbursche vermutete nichts verdächtiges unter dem Zettel und er machte sich nun an den folgenden Tagen seine Sachen selbst zurccht. Die Küchentür war von außen verschlossen, und so war der Schlafbursche gezwungen, sein Waschwasscr usw. bei den Nachbarsleuten zu holen. Die vier Tage verstrichen, doch von Frau W. war nichts zu sehen. Auch die ganze vorige Woche verrann, ohne daß die angeblich Verreiste zurückkehrte. Die Sache kam den Nachbarn nun doch bald verdächtig vor. Allmählich machte sich auf dem Flur ein intensiver Geruch bemerkbar, der aus der Küche herauszudringen schien. Aber man ließ vorläufig noch nichts unternehmen. Gestern abend erschien nun eine Verwandte der W.. um die letztere zu besuchen. Als sie den Zettel mit der Nachricht von dem Todesfall las, war sie außerordentlich erstaunt darüber, daß sie nichts von dem angeblichen Todesfall der Schwester erfahren hatte. Man machte sie nun auf den seltsamen Geruch aufmerksam und jetzt schöpfte die Verwandte Verdacht. Man benachrichtigte den Hausbesitzer und dieser ließ die Küchcntür durch einen Schlosser öffnen. Den Eintretenden bot sich ein furchtbarer Anblick. Im Bette lag die M. als Leiche. Die Tote war voll- ständig in eine Decke eingehüllt. Der Schädel war der Aermstcn von oben bis unten gespalten worden und das Bettzeug sowie die Leiche selbst waren stark mit Blut besudelt. Tic ganze Lage der Leiche deutete darauf hin, daß sie zuerst von dem Mörder wehrlos gemacht worden ist und dann den tödlichen Streich erhalten hat. Das Verbrechen ist mit einer kleinen Hausaxt verübt worden. Diese wurde in der Dcckenumhüllung an der Leiche auf- gefunden. Sic ist Eigentum der Ermordeten. Die ganze Situation des Leichenfundes läßt erkennen, daß cs sich hier um einen Lustmord handelt. In welcher Weise sich das Verbrechen abgespielt hat, bc- darf noch der Aufklärung. Von den Nachbarsleutcn und auch von dem Schlafburschen ist von dem ganzen Vorfall nicht das geringste bemerkt worden und es muß daher angenommen werden, daß der Mörder sein Opfer überrascht und bevor es um Hülfe rufen konnte, hingcmordct hat. Auf dem Küchentisch wurde ein vier Seiten langer, mit Blut besudelter Liebesbrief vorge- funden. Es war darin zu lesen, daß der Schreiber die Absicht gc- habt hatte, die W. geschlechtlich zu gebrauchen. Wenn sie ihm nicht zu Willen sein werde, so werde er sie, die W., bei der Sittenpolizei zur Anzeige bringen. Auch andere Drohungen waren in dem Schreiben enthalten. Der Brief ist von dem Mörder nach Ver- Übung der Tat mit den blutigen Händen berührt worden. Daß sich der Mordbube bei Begehung des Verbrechens stark mit Blut besudelt hat, geht auch aus dem Umstände hervor, daß in der jküchc ein Tuch vorgefunden wurde, an dem er sich die Blutflecke und die blutbespritztcn Hände gereinigt hat. Nachdem er dies bewerkstelligt hatte, suchte er das Wohnzimmer auf und schrieb dort den bereits erwähnten Zettel. Dies tat er zweifellos nur aus dem Grunde, um die Entdeckung der Tat so weit als möglich in die Länge zu schieben. Eine amtliche Bekanntmachung crschicu noch gestern abend an den Anschlagsäulen. Es werden darin für die Ermittelung die üblichen tausend Mark Belohnung ausgesetzt. Die Polizei verfolgt seit der zehnten Abendstunde eine bestimmte Spur. Der Hausverwalter als„Selbstpolizist". AuS dem Hause Tilsiter Straße 25a hatten wir berichtet(in Nr. 17), daß der Verwalter Jannusch mit der Familie des Haus» reinigers Ganske in Streit geraten sei, und daß hierbei Herr Jannusch die alte Frau Ganske mit einem dicken Knüppel über Schulter und Kopf geschlagen habe. Herr Jannusch hat uns inzwischen einen langen Brief geschickt, der von wütenden Schimpfereien auf die Familie Ganske strotzt und ihr vorwirft, daß sie selber den Streit verschuldet habe. Zu seiner eigenen Eni- ichuldigung führt Jannusch an, die Familie habe doch nicht sofort bei ihrem Einzug von den 30 M. Miete die 15 M. als Haus- rcinigerlohn abrechnen dürfen, die Miete müsse ja vorausbezahlt werden, den Lohn gebe cs aber erst nach getaner Arbeit. Dieser Hinweis beleuchtet in lehrreicher Weise die Lage der Hausreiniger und ihre Ohnmacht gegenüber den Hauswirten bezw. den Ver- waltern. Jannusch erzählt, bei dem Streit sei er selber zuerst von der Familie Ganske angegriffen worden. Speziell von der alten Frau Ganske behauptete er. daß sie ihn mit Besen und Schrubber bedroht habe. Er vergißt nur, hinzuzufügen, ob sie ihm,' dein Herrn Jannusch, ein Härchen gekrümmt hat. Leider hat er cs auch unterlassen, sich klar darüber auszusprechen, was denn nun der alten Frau Ganske geschehen sei. Wir hatten mitgeteilt, daß er der im 65. Lebensjahre stehenden Frau unter anderem e i n e st a r k blutende Wunde auf dem Kopf beigebracht habe. Jetzt will Herr Jannusch uns glauben machen, daß die Sache nicht so schlimm verlaufen ist, wie sie aufgebauscht wurde". Seinen genau zehn Seiten langen Brief, der vollgepfropft ist mit allen möglichen Beleidigungen der Familie Ganste, schließt er mit der Bitte an uns, unsere Darstellung zu berichtigen. Geschehe das nicht, dann werde er die Angelegenheit, so droht er, der Staatsanwalt schaft übergeben. Der Mann tut fehr zuversichtlich. Er soll aber froh sein, wenn die Staatsanwaltschaft nicht ihn selber Ausnahmetage in Bäckereien und Konditoreien. Auf Grund der Bekanntmachung des Reichskanzlers über den Betrieb der Bäckereien und Konditoreien vom 4. März 1896 werden der 8. Februar, der 3., 14. und 28. März, der 16. und 18. April, der 9. und 23. Mai, sowie der 5. und 6. Juni d. J. als solche Tage festgesetzt, an denen in Bäckereien und Konditoreien Gehülfen und Lehrlinge über die borgeschriebene Zeit hinaus beschäftigt werden dürfen. beim Wickel nimmt. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtsfrankheiten veranstaltete am Freitag einen Vortragsabend für weibliche Angestellte unter Ausschluß männlicher Zuhörer. In einem Saale des Westens, der voll besetzt war von einem Publikum, das zu zwei Dritteln aus Dienstmädchen und Verkäuferinnen bestand, sprach die hiesige Aerztin Frl. Dr. Hacker„ Ueber die Gefahren der Unwissenheit auf dem Gebiete der Geschlechtstrant. heiten". Die Rednerin schilderte die Gefahren des außerehelichen Geschlechtsverkehrs für das Mädchen, zumal mit dem gefell schaftlich höher stehenden Manne. Ein solches Verhältnis führe naturgemäß in den feltensten Fällen zur Ehe, da Der Mann es eben gerade eingehe, weil er aus irgendwelchen Gründen nicht heiraten kann oder will. Um so häufiger führe es zur Schwangerschaft oder zur Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten, welche in der mittelbürgerlichen männlichen Bevölkerung der Groß städte, wie statistisch nachgewiesen, besonders verbreitet sind. Deshalb müsse man, so traurig es sei, die Töchter des Volkes vor den jungen Männern der bürgerlichen Gesellschaft warnen. Die Furcht vor Sem roten Gespenst. bunden worden ist. Unterstützungsansprüche gegen die Stasse tönnen| Rudow. daher bei der Aufsichtsbehörde teine Berücksichtigung mehr finden. Theaters alarmierte in der Nacht zum Sonntag den 16. Zug nach gerlichen auf den Plan gelodt. Die Tatsache, daß die Sozialdemo Feuerwehrbericht. Der Brand eines Kinematographen- Die bevorstehenden Gemeindewahlen haben bereits die Bür der Reinickendorfer Straße 15. Brandmeister Steiner ließ fratie immer mehr bemüht ist, wenn auch unter den elenden Befofort mit einer Schlauchleitung fräftig Wasser geben, wodurch es dingungen und Perspektiven des Dreiklassenwahlrechts, Kommunalgelang, um 12½ Uhr das Feuer zu löschen. Vormittags um 9 Uhr politik zu treiben, bringt die bürgerlichen Hausbesitzer außer Rand fam in der Nikolaikirche, wo der 20. Zug in der letzten Zeit und Band. Namentlich dort, wo es bisher den bürgerlichen Barschon zweimal zu tun hatte, Feuer aus. Es brannten Sitzbänke. Die Gefahr konnte schnell beseitigt werden. Der 1. Bug hatte teien gelang, auch die dritte Wählerklasse zu befizen, werden alle längere Zeit in der Gollnowstr. 12 mit der Löschung eines Brandes Mittel angewendet, um das Eindringen der Sozialdemokratie auch zu tun, der in einem Lagerraum durch Unvorsichtigkeit ausges in Zukunft zu verhindern. Und der Mittel gibt es nach unserer kommen war. Zweimal wurde der 9. Zug nach der Vorkstraße Landgemeindeordnung noch vorzügliche namentlich in solchen Orten, beordert. Zuerst brannte im Hause Nr. 82 eine Doppelwand mit deren Grund und Boden der Bebauung nur zum geringen Tei Holzwolle usw. und dann Nr. 44 der Fußboden, die Balfenlage erschlossen ist. Da tönnen die Grundstückseigentümer, selbst wenn usw. in einem Emaillegeschäft. In einem Verschlage unter der dieselben nicht am Orte wohnen, wählen. Und daß diese ihra Treppe des Hauses Buckower Straße 3 brannten vorgestern Papierabfälle u. a. und auf dem Neubau Urbanstr. 47 Rüstbretter usw. Stimmen nicht einem Sozialdemokraten geben, liegt auf der Hand, Bigarren usw. wurden in einem Geschäft in der Köpenicker denn dieser vertritt die Interessen nicht der Grundstücksspeku. Straße 176 ein Raub der Flammen. Wegen eines Wohnungs- lanten, daher die Angst vor der Wahl eines solchen. Vor unz brandes rückte ein Zug nach der Mirbachstr. 22 aus. Betten, liegt ein Zirkular, das beredtes Zeugnis dafür ablegt, mit welchen Möbel usw. brannten dort. In der Lindenstr. 26 hatte sich Gas Mitteln die Gegner bereits arbeiten. Das Formular ist gerichter aus einem Gasometer entzündet. Auf dem Ostbahnhof war ein an eine Rudower Grundstückseigentümerin, wohnhaft in Berlin W. Waggon mit Kohlen in Brand geraten und Rinienstr. 242 ein und hat folgenden Wortlaut: Schornstein usw. geklärter Ursache in der Zeughofstr. 9 Feuer aus. Dort stand im In der leßten Nacht gegen 12 Uhr fam aus noch nicht auf3. und 4. Stock auf dem Hofe das Zwischengebält einer Tischlerei in Flammen. Diese hatten Bretter usw. erfaßt, so daß der 5. Zug fräftig Wasser geben mußte, um den Brand zu löschen. Wegen der Berqualmung der Treppen wurde der erste Angriff über einen Satenleitergang von außen ausgeführt. Der 16. Zug wurde nach der Hochstr. 29 alarmiert. Daselbst waren Filmsstreifen von einem Kinematographen, der als Spielzeug diente, in Brand_ge= raten. Vorgestern nachmittag um 6 Uhr brannte ein Schornstein versucht, sich durch Einatmen von Gafe zu töten. Die Feuerwehr des Hauses Gleditschstr. 33 und gleichzeitig hatte dort ein Mann flößte dem Lebensmüden mittelst eines Brattschen Apparates Sauerstoff ein und es gelang den Mann zu retten. Ferner liefen noch Alarme aus der Pappelallee 22 und Stegliter Straße 60 sowie einigen anderen Stellen ein. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. In der nächsten Zeit finden in Rudow Wahlen zur Ges meindevertretung statt. Die Unterzeichneten erlauben sich daher, im Einverständnis mit Herrn Gemeinde. borsteher Massante, Ihnen als Grundstückseigentümerin und Wahlberechtigten der 3. Klasse eine Vollmacht zu übersenden mit der Bitte, um Rückgabe nach Vollziehung derselben. Ein Zusammenhalten der bürgerlichen Eigentümer ist erforderlich, um die dritte Abteilung nicht den Sozialdemokraten auszuliefern. Wir bemerken höflichst, daß der Bevollmächtigte der Administrator des früheren Rittergutes Rudow ist, der im oben angegebenen Sinne die Vollmachten verwenden wird. Es wird gebeten, das Datum der Vollmacht nicht auszufüllen, dasselbe wird diesseits nachträglich geschehen, um Schwierigkeiten bei der Verstempelung zu vermeiden. Alle Kosten der Vollmacht tragen die Unterzeichneten. Für baldige Rücksendung der Vollmacht sind wir zu bea sonderem Danke verpflichtet. Hochachtungsvoll Bernhard Schwarz, Gerichtsassessor a. D., Dr. jur. Paul Dobrinowicz, Direktor. Das originellste an diesem Schriftstück ist, daß es im Eins verständnis mit dem Gemeindevorsteher übersandt ist. Das käme Nach einer Beschreibung der Symptome und der traurigen Folgen der Geschlechtskrankheiten besprach Rednerin die Wichtig feit der Aufklärung weitester Streise und die Notwendigkeit größter Offenheit und wahrheitsgetreuen Berichtes an den Arzt im Falle ciner Erkrankung. Das Leitmotiv der weiteren Ausführungen war der Rat an die jungen Mädchen: Haltet Euch für zu gut für flüchtige Liebeständeleien, die Euer Lebensglüd mit schweren Gefahren bedrohen! Der Geschlechtstrieb ist von der Natur in uns gepflanzt, an fich also nichts böses, dessen man sich zu schämen hätte. Um ihn in vernünftigen Schranken zu halten, muß eine Selbsterziehung einsetzen. Rednerin empfiehlt die Vermeidung feguell aufregender Lektüre und Schaustellungen, Enthaltung von Alkohol, besonders in Gesellschaft von Männern, zur besseren Ausfüllung der Muße sportliche Betätigung, Beschäftigung mit den dieses Jahres in städtische Verwaltung genommen werden. Das Krankentransportwesen in Schöneberg soll am 1. Oftober einer Beeinflussung der Wahl gleich und wäre ein Grund der Interessen des Standes und Zusammenschluß mit Berufs diesbezügliche Vorlage ist der Stadtverordnetenversammlung vom meindevorsteher einmal hierzu. Immerhin zeigt das Beispiel Eine ungültigkeitserklärung derselben. Vielleicht äußert sich der Gegenossinnen zur Sebung desselben; dabei größte mögliche Pflicht Magiftrat vorgelegt. Das Krankentransportwefen soll der Feuer- unseren Genossen klar, daß auch sie ihre Vorbereitungen danach freue im Beruf, eine Herabminderung der Ansprüche an das wehr angegliedert werden und unter der Leitung des Branddirektors Surusleben, dagegen eine Erhöhung der Anforderungen an höhere stehen, unter Aufsicht der Deputation für das Feuerlöschwesen. Bu einzurichten haben. Genüsse. Daraus wird sich eine Verfeinerung der Segual- diesem 8wed wird eine Sanitätsabteilung der Feuerwehr ein- Alt- Glienicke. beziehungen ergeben, und wenn auch das Ideal: eine Frau zeit- gerichtet, die in einem eigenen, noch zu errichtenden Gebäude lebens für einen Mann, ein Mann zeitlebens für eine Frau! auf Der Bau eines neuen Knabenschulhauses war in der letzten so bald nicht erreicht werden kann, so wird doch durch die Ab- In diesem Gebäude soll gleichzeitig eine öffentliche Wärme gesamte Lehrerschaft und Schulrektoren sowie der Bauinspektor Hofe der Hauptfeuerwache untergebracht wird. Gemeindevertretersizung Gegenstand längerer Beratungen. Die nahme aller der Prostitution ähnelnden Verhältnisse die Verbrei- halle angelegt werden. tung der Geschlechtskrankheiten auf das wirksamste bekämpft Strankenwagen eröffnet, von denen einer mit Pferden bespannt neue Schulhaus soll hinter dem früheren Rabenschen Hause, auf Der Betrieb wird zunächst mit zwei und andere Sachkundige wohnten den Verhandlungen bei. Das wird, der andere ein Elektro- Automobil ist. Transport eines Stranten sollen erhoben werden: für Privatpersonen werden, und zwar mit allen der Neuzeit entsprechenden Einrich An Kosten für den den jeßt der Gemeinde gehörenden zwei Grundstüden, errichtet innerhalb der ersten Zone 6 M., zweite Bone 10 M. Transport eines Mitgliedes einer Krankenkasse soll besondere Ver- Stocwerte mit 16 Klassenzimmern sowie Rektorwohnung, SchulFür den tungen, wie Bad, Turnhalle usw. Es soll Erdgeschoß und drei Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechts- tommission der Krantenfaffen Berlins und der Vororte getroffen nur für das Schulhaus benugt werden, während auf dem fleinen einbarung mit den hiesigen Krankenkassen bezw. der Bentral dienerwohnung, Aula usw. erhalten. Das größere Grundstück soll frankheiten beabsichtigt nach dem vollen Erfolge dieses ersten Ber- werden. Die Kosten der Einrichtung dieses Unternehmens sind auf die Turnhalle errichtet werden foll. Diese Trennung ist deshalb fuches auch in anderen Zeilen Berlins ebensolche Vortragsabende 55 000 m. veranschlagt. zu veranstalten. gedacht, damit die Turnhalle allen Sportfreunden zur Verfügung gestellt werden kann, und awar ohne Unterschied der Partei. Einigen Bürgerlichen schien dieser Plan nicht au paffen, weil sie meinten, es solle versucht werden, ein anderes Grundstück für diese beiden einzutauschen, um somit Turnhalle und Schule in einem Gebäude unterbringen zu können. Unsere Genossen haben daher alle Ursache, dafür einzutreten, daß an dem ersten Projekt fest gehalten wird. werden. Die Anwesenden folgten dem Vortrage mit gespanntester Aufmerksamkeit und baten in der Diskussion um Aufklärung über verschiedene Fragen, wie ärztliches Berufsgeheimnis, Berechtigung zur Schadenersatzklage usw. Drei Kinder beim Schlittschuhlaufen ertrunken. Zwei schwere Unglücksfälle haben sich am Sonnabend und Sonntag auf dem Tegeler See ereignet. Obwohl die Bahn auf dem Tegeler See bisher nicht freigegeben ist, tummelten sich auf dem Eise des ausgedehnten Gewässers in den letzten Tagen zahlreiche Erwachsene und Kinder. Gestern nachmittag gegen 1/2 Uhr geriet der 11jährige Schüler Gustav Schütt, Sohn eines Arbeiters aus Berlin, zwischen Valentinswerder und dem Leuchtturm in eine offene Stelle und verschwand sofort in den eisigen Fluten. Alsbald von Zuschauern des Unglüdsfalls angestellte Rettungsversuche waren ohne Erfolg. dem Steglik. Ein töblicher Straßenbahnunfall ereignete sich am Sonntag nachmittag in der Schloßstraße. Ein unbekannter, etwa 30jähriger Mann suchte vor dem Hause 118 den Fahrdamm zu überschreiten, als ein Straßenbahnwagen der Linie D der Westlichen Vorortsbahn herannahte. Der Wagenführer gab das Warnungssignal und der Mann blieb daraufhin einen Augenblick stehen. Er glaubte aber doch wohl noch vor dem Straßenbahnzug über die Schienen hinwegzukommen, stand kaum einen Meter von dem Wagen entfernt auf dem Gleis, wurde niedergerissen und geriet unter den Schutzrahmen. Um den Berunglückten zu befreien, mußte der Wagen angehoben werden, doch konnte der Mann nur als Leiche her vorgezogen werden. Ihm war der Brustkorb eingedrückt und so Am Sonnabendabend wurden die Zeichen zweier Knaben gelandet, die am Tage vorher im Tegeler See ertrunken sind. Es find dies der am 30. Dezember 1893 geborene Schüler Walter Leder und dessen am 10. April 1900 geborener Bruder Wilhelm, sein augenblicklicher Tod herbeigeführt. die sich, obwohl ihnen dies von ihren Eltern ausdrücklich verboten worden war, auf dem Gise des Tegeler Sees mit einem Schlitten Ober- Schöneweide. vergnügt hatten. In der Nähe der Siewertschen Badeanstalt gerieten die beiden Kinder auf eine dünne Stelle und brachen ein. Dem älteren Knaben gelang es zwar, sich an dem Giese festzuflammern, doch reichten seine Sträfte nicht aus, sich solange zu halten, bis Hülfe zur Stelle war. Die beiden Brüder fanden ihren Zob bor den Augen zahlreicher Zuschauer. " 3offen. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstatteten der erste Vorsitzende, Genofje B. Schulz, sowie der Staffierer, Genoffe Frih Saupe, ihren Jahresbericht. Es fanden statt: 8 äffentliche, Mitgliederzahl beträgt zurzeit 96. Der Rassenbericht weist eine 12 Mitgliederversammlungen und 2 Flugblattverbreitungen. Die Jahreseinnahme von 344,52 m. und eine Ausgabe von 340,60 m. auf. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Willi Gieste, erster Borsitzender; Hermann Wißmann, zweiter Vorsitzender; Fritz Saupe, Kassierer; W. Sandmann, Schriftführer; Bernhard Schulze, Beisißer. Als Revisoren wurden die Genossen Die gut besuchte Generalversammlung des Wahlvereins tagte am Dornbusch und Scherfich, in die Lokalkommission die Genossen Ernst Sonntag im Wilhelminenhof". Der Vorsitzende Genosse Muth Rönnebeck und Lorenz Voigt gewählt. Von dem Vorsitzenden gedachte in kurzen Worten der im verflossenen Jahre verstorbenen wurde aufgefordert, sich an allen Parteiarbeiten lebhaft zu beGenossen: Belke, G. Karl, Grüttner und Großmann; zu Ehren der tätigen. Eine lebhafte Diskussion entspann sich über die Berliner Verstorbenen erhoben sich die Anwesenden von den Plätzen. Der Polizeiattacen anläßlich der Wahlrechtsdemonstration Vorsitzende berichtete dann eingehend über das vergangene 12. Januar. Zum Schluß wurde durch die Annahme einer Re Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich am Sonntag gegen Jahr und bemerkte, daß der Vorstand es für feine Pflicht solution den Genossen Berlins für ihr taftvolles Berhalten volle 6 Uhr abends an der Ecke der Greifswalder und Elbinger Straße. hielt, für den inneren Ausbau der Organisation Sorge zu tragen. Anerkennung ausgesprochen und das geradezu widersinnige und Dort versuchte ein etwa 25jähriger Mann, dessen Personalien noch Die Mitgliederzahl betrug am Schluß des Jahres 1906: 587 unberechtigte Vorgehen der Polizei scharf verurteilt. nicht festgestellt werden konnten, etwa 50 Meter hinter der Haltestelle Erfolg für die Tätigkeit der Genossen. Stattgefunden haben Spandau. Haltestellen stieg bis zum Schluß des Jahres 1907 auf 701, ein schöner den Borderperron des Anhängewagens eines in voller Fahrt befind- 10 Vereins- und 9 Volksversammlungen. Die Einnahmen betrugen lichen Straßenbahnzuges der Linie 62 zu besteigen, glitt dabei vom 5842,09 M. und die Ausgaben 5937,17 M. Die Bibliothek enthält Karl Gospodar im Alter von 58 Jahren verstorben. Die Be Am Sonnabend, den 25. Januar ist unser Parteigenosse Maurer Trittbrett ab und geriet unter den Wagen. Die Räder desselben 426 Bände, dieselbe wurde von 147 Lesern 994mal bemust. Die erdigung findet am Mittwoch, den 29. d. M., nachmittags 2½ Uhr, gingen dem Unglücklichen über den Leib hinweg, so daß ihm der Bahl der Vorwärts"-Abonnenten ist von 869 im Januar 1907 auf vom Trauerhause Pichelsdorferstr. 61 aus statt. Die Parteigenossen Bauch aufgerissen und die Eingeweide freigelegt wurden. Der 1027 im Dezember des verflossenen Jahres gestiegen. Die Neuwahl sammeln sich 2 Uhr im Lokal von Zagle, Bichelsdorferstr. 64. Es Schwerverletzte verstarb auf dem Transport nach dem Krankenhause des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Borsitzender: Muth; wird um zahlreiche Beteiligung ersucht. Friedrichshain. " Staffierer: Burgschat; Schriftführer: Nodenbusch; Beisiger: Henjes, Pfeifer, Berger; Revisoren: Meinhols, Kaufhold, Jakobsen; SpeDer Forsteleve Willi Schwarzenftein ist gestern mittag wegen direur: Grunow; Speditionskommission: Gallasch, Schneider, Fries.shiverer Urkundenfälschung und unter dem dringenden Verdacht des Bibliothekar: Buge; Lokalkommission: Gallasch, Bielkow, Becker; Batermordes dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Zwei Bezirksführer: 1. Bezirk Krone, 2. Brenner, 3. Pornits, 4. Kestel, Kriminalbeamte brachten ihn in einer Droschke nach dem Unter- 5. Peintte, 6. Pamp, 7. Schneider. Als Delegierte zur Kreis fuchungsgefängnis. Die Ermittelungen sind damit noch feineswegs Generalversammlung wurden Schneider, Grunow, Gallasch, Zobel, abgeschlossen. Ein Staatsanwalt und Kriminalbeamte befanden sich Bamp, Butze, Kaufhold und Henjes, Rodenbusch und Meinhols als geftern wieder in Rahnsdorfer- Mühle, um dort und im Forsthause Stellvertreter, zur Verbandsversammlung von Groß- Berlin: Grunow, weitere Nachforschungen anzustellen: Sewilow, Muth, als Stellvertreter Schneider gewählt. Teltow. Gewerbe. Briefkaften der Redaktion. am Die inviftische Sprechstunde findet indenstraße Nr. 3, zweiter Sof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuh! wochentäglich von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet 7 ihr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 9. 3. 83. Sie würden Ihren Anspruch innerhalb eines Jahres durch einen Anwalt beim Gericht geltend machen können. 8weds GeltendAls eine blanke Erfindung hat sich der angebliche Mordverfuch machung Ihres Anspruchs lassen Sie sich das Armenrecht vom Gericht an einem Kinde in der Keibelstraße herausgestellt. Die Kinder geben. R. N. 23. Es lönnte auf Gefängnisstrafe erkannt werden. haben geschwindelt, um sich vor Strafe zu schützen. Sie geben das Vorsitzende und der Stassierer den Jahresbericht. Danach ist leider haben, In der Generalversammlung des Wahlvereins erstatteten der Wenn Sie aber beweisen, daß der Sachverhalt jo mar, wie Sie dargelegt werden Sie wahrscheinlich mit Geldstrafe davonkommen. jetzt auch gut. Die siebenjährige Elise H. war mit ihrer Schwester ein allenthalben wahrnehmbarer Fortschritt nicht zu vermerken. W. 2. 121. Machen Sie einen Versuch mit dem von Ihnen genannten Anna und ihrem Bruder Werner zum Rollen ausgeschickt worden Sowohl Organisation als auch Presse haben einen fleinen Rückschritt in Anwesenheit des Angeklagten erfolgten Berkündigung des Urteils ab bei 6. 11. 36. 1. Berufung muß innerhalb einer Woche von der und sollte gleich wiederkommen. Als aber die Kleinigkeit Wäsche gerollt war, benusten die Kinder die Gelegenheit, mit anderen noch verstärktem Eifer an die Agitation zu gehen. Aus dem Rassen zu schreiben: An das Amtsgericht( oder wie sonst das Gericht heißt, das zu verzeichnen. Das muß für die Genossen ein Anlaß sein, mit dem Gericht eingelegt werden. 2. Nein. 3. Für eine Berufung genügt es zu spielen. Nachdem sie so die Zeit vertrödelt hatten, bekamen sie Angst vor der Mutter und suchten nun eine Ausrede. Dabei kamen bericht geht hervor, daß im letzten Reichstagswahlkampf die Behörde die Berurteilung aussprach). Gegen bas Urteil vom so und so vielten lege ich fie mit der fünfzehnjährigen Jda Hacker auf den Einfall, der Mutter unseren Genossen ganz besonders ihr wachiames Auge zugewendet Berujung ein. Diese Schrift ist zu unterschreiben. Die durch die wirklichen Ver- hat. Dem Wahlverein sind eine ganze Reihe Strafmandate zu- die Steuer wird extra erhoben. brechen angeregte Phantasie kam ihnen dabei zu Hülfe, ging aber gegangen, die weit über 100 m. Kosten verursachten. Die Neuwahl des Borstandes ergab folgendes Resultat: Erster Vorsitzender 2. Amtsgericht Wedding. als eine Abweisung. K. B. 1. Sie müßten eine Aufforderung erhalten. auch so mit ihnen durch, daß ihre Darstellung von Anfang an nicht Wilhelm Vonow, zweiter Vorsitzender August Sagert, erster Staffierer leibung ab: eine Altersrente besteht nicht. glaubhaft erschien. Längere Zeit blieben sie noch bei ihren Aussagen, die sie vorher verabredet hatten. Dabei aber verwickelten sie Gustab tarr, erster Schriftführer Karl Bieberstein, Beifizer Karl fich an den Magistrat. sich nach und nach in Widersprüche und gestern gestanden sie endlich, Junker. Revisoren Frante, Gänsert und Bielle. Lokalkommission Fürsorgeberechtigten. 2. Es mußte bargelegt werden, daß der Grund für daß und weshalb sie die ganze Geschichte erfunden hatten. W. Keßler und W. Haupt. Bibliothekar W. Krope. Als Delegierte die Fürsorge weggefallen ist. 3. und 4. Ja. M. R. 46. 1. Nein. 2. Ja. zur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Franz Bielfe 6. G. 28. 1. Ja. 2. Sie müßten beim Amtsgericht lagen. 8. Die Geschlossene Kaffe. Der Polizeipräsident macht bekannt, daß das und August Sagert gewählt. Eine lebhafte Debatte rief noch der Unfallrente ist nicht pfändbar. Die Sachen einzubehalten wäre zwedlos, Liquidationsverfahren über die Allgemeine Deutsche Kranken- Verlauf der letzten Stadtverordnetenversammlung hervor. Genoffe da fie, fobald sie unentbehrlich sind, nicht einbehalten werden versicherungskaffe zu Berlin( Eingeschriebene Hülfstasse Nr. 144), die Röder kennzeichnete das Gebaren der Bürgerlichen, die es einem Stoften verloren gehen, als die Forderung beträgt. fönnen und auf dem Wege, fie zu Gelde zu machen, mehr 3. 100. Nein. durch den hiesigen Bezirksausschuß, Abteilung II, am 1. Oftober unserer Genossen unmöglich machten, der Tiefbautommission an- O. W. 100. Sie müßten mit dem Vormund des Kindes einen 1907 gefchloffen worden ist, wegen Mangels an Mitteln eingestellt zugehören. Auch die Aufnahme einer Nachtragsanleihe in Höhe von Adoptivvertrag schließen. Dieser Adoptivvertrag ist notariell oder gerichtlich und der Liquidator Bethge von seinem Amte als Liquidator ent- 100 000. war Gegenstand eingehender Kritik. au schließen, aber nur möglich, wenn Sie selbst teine ehelichen Kinder haben. einen Mordverfuch vorzuschwindeln. J. Ginao. Nein, G. 2. 1885. 1. und 2. Ja. 3. Nein. M. M. 33. Ja, zum mindesten ist eine Berurteilung wahrscheinlicher Wette 200. Von dem Augenblick der Ber. M. N. 1908. Wenden Sie K. F. Rigdorf. 1. Nur mit Zustimmung des Dann ist die Genehmigung des Bormundschaftsgerichts nachzusuchen und wenden, wenn der Bormund nicht ohne weiteres die Zustimmung zur einer staazahung nicht verpflichtet. Wiederholen Sie ebentuell die Frage gleichzeitig um Dispens von dem Alterserfordernis. 8. 2. 7. Herausgabe erteilt. M. N. 56. Der Chef hat durchaus dem Gefeß unter Darlegung, wer Erbe geworden ist, was dieselben in Empfang ge 1. Wenden Sie sich an einen Briefmarkenhändler. 2. Ja. R. R. 30. entsprechend gehandelt. Ihre Frau hätte seinen Rat befolgen sollen. nommen haben, ob eine gerichtliche Erbteilung stattgefunden hat, oder Auf den amtlichen Auskunftsstellen der Eisenbahn wird Ihnen über Preise A. Sch. 1. Der Grund fann nicht mehr als Chefcheidungsgrund geltend irgend eine Auseinandersetzung. O. 6. 85. Ja, aber es dürfen da und dergleichen bereitwilligst Auskunft erteilt. 237. Uns nicht bekannt, gemacht werden, weil er länger als fechs Monate zurückreicht. Wenn Sie durch keine Gläubiger benachteiligt werden. Gläubiger sind auch diejenigen, wenden Sie sich an die Bremer Bürgerzeitung". m. m. 666. einen anderen Grund haben, insbesondere Ehebruch, so müßten Sie zu die noch nicht geflagt haben, denen aber eine Forderung zusteht. Reineswegs. Sie müßten flagen und pfänden lassen, wie jeder andere nächst Sühnetermin bei dem Amtsgericht stellen, in dessen Bezirk der Ehe- M. Sch. 100. Sie sind im Irrtum. Die Kaninchenjagd mittels Gläubiger. B. B. 7. In der Regel ja. Boywodt. 1. Ja. Jeden mann wohnt. Zu dem Sühnetermin müßten Sie erscheinen, sodann Frettchens dürfen Sie nur ausüben, wenn Sie die Zustimmung des Grund falls tönnten Sie es darauf ankommen lassen. 2. Die Frau haftet für die erwirken Gie das Armenrecht und lassen die eigentliche Ehe- eigentümers und des Jagdberechtigten haben. Lichtenberg 33. Das Schulden des Mannes nicht. G. F. 1890. 1. und 2. Rein. 3. Sa. scheidungsklage durch einen Anwalt anstellen. A. 3. Alter Angezahlte eventuell noch ein Teil mehr bleibt dem Anwalt. B. S. 20. 5. R. 101. Die Frau kann die Herausgabe des Kindes verlangen. Ribonnent 500. Benden Sie sich direkt an den Magiftrat. 1. Auslandspaß; Zustimmung von Polizei und Bezirkskommando ist erforder Sie soll sich an das Vormundschaftsgericht eventuell an das Prozeßgericht R. 40. Soweit aus Ihrer Darlegung ersichtlich, find die Erben zu lich. 2. Ja. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Frankfurter Viertel). Bezirk Nr. 300. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Schuhmacher Wilhelm Band Palisadenstr. 9 geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. Januar, nachmittags 1, Uhr, von der Reichenhalle des St. Markus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 216/11 Der Vorstand. Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin 1. Allen Stollegen zur Nachricht, daß am 25. Januar der Kollege August Birr im Alter von 47 Jahren an Brustfellentzündung gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittmochnachmittags um 3 Uhr, von der Reichenhalle des NazarethKirchhofes in der Scharnweber straße aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 100/1 Die Filialverwaltung. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 24. Januar starb nach längerem tranfenlager im Mter von 67. Jahren unser Mitglied, Der Zimmerer H. Mücke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. d. M., nachmittags 33, Uhr, von der Leichens halle des Emmaus- Friedhofes in Brih aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 27695 Der Vorstand. Vereinigung der Fliesenleger und Hülfsarbeiter Berlins. Abteilung I. Nachruf! Hierdurch den Stollegen zur Kenntnis. daß unser treues Mitglied Johann Hanigk am 24. Januar an der Proletarier. frankheit im Alter von 19 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 28. Januar, vormittags 10 Uhr, vom HedwigsKrankenhaus aus auf dem Sebastian- Friedhof in Neiniden dorf- West, Humboldtstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht. 282/9 Der Vorstand. Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Am 26. Januar starb nach langer schwerer Krankheit der Mitfahrer ( Brauerei Schweizergarten) Robert Hoffmann Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 30. Januar, nachmittags 32 Uhr, von der Leichenhalle des Georgen- Stirchhofes in Weißensee, Röllestraße, aus statt. 42/5 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Schmied Richard Gung gestorben ist. 111/5 Ehre seinem Aubenken! Die Ortsverwaltung Deutscher Holzarbeiter- Verband Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Otto Steinmann am 24. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen und Kolleginnen zine Nachricht, daß unser Mitglied, die Metallarbeiterin Anna Schimke gestorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 28. Januar, nachm. 1 Uhr, vom Trauerhaufe Naunynftraße 7 aus nach dem ThomasKirchhof in Rigdorf, Hermannstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 111/7 Die Ortsverwaltung. Allen lieben Freunden und Be fannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Albertine Höfler geb. Knispel am 25. Januar um 2, Uhr ge storben ist. Der trauernde Gatte Wilhelm Höfler, Waldstraße 50. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 28. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Heilands Kirchhofs in Blößensee aus statt. 27646 Danksagung. Sage hiermit allen Freunden und Deutscher Metallarbeiter- Verhand. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Mittwoch, den 29. Januar 1908, abends 6 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthaler Straße 11/12: Versammlung der chirurgischen und technischen HartgummiDrechsler. Tages Drdnung: 1. Die Lage in der technischen Hartgummi- Branche. 2. Bericht von der Drechsler- Konferenz. 3. Diskussion. Die Kollegen der technischen Branche werden auf den ersten Punkt der Tages- Ordnung besonders aufmerksam gemacht, es ist deshalb das Erscheinen fämtlicher Kollegen notwendig. mittwoch, den 29. Januar, abends 8%, Uhr, in Meyers Festfälen, Sebastianstraße 39: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen. Zages Drdnung: 1. Bortag des Genossen Kubig über: Soziale Gegenfäße". 2. Distuffion. 3. Berbandsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, für regen Besuch der Versammlung zu Die Ortsverwaltung. forgen. 111/6 Unser diesjähriges Winterfest findet am 22. Februar statt. Billetts fino in der Bersammlung zu haben. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. & tabliss. Pharus- Säle Berlin N. 65. Inhaber: Wernau. Sehenswertes Täglich: 16552" Wilh. Busch- Restaur. Nur einmal jährlich! Künstler- Inventur- Extrapreise erstklassiges Frei- Konzert Säle, 1200-1500 Perf.. an Bereine Sonnabds, u. Sonntags zu verges. Neuer Vorteil für Berlin u. Vororte. Wegen getroffener Disposition fürs Frühjahr 1908 hält das Versandhaus Stralauerstraße 28, hochparterre, a. Molkenmarkt, Ausverkant sämtlich. Winterpaletots und Anzüge, die aus Maßstoffen aufgearbeitet, zu Räuauch mungspreisen, gegen wöchentliche Teilzahlung von 1 Mark an. Zwecks Maßanfertigung besucht Sie auf Wunsch unser Stadtreisender mit Mustern. Kein Waren- Kredithaus. Reelle Bedienung. 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Bekannten, insbesondere den Genoffen Groß- Berlins Unterbezirk Norden. Badstraße 12: des Wahlvereins und dem Arbeiter- Donnerstag, den 30. Januar, abends 7 Uhr, bei Frisch, Gesangverein zu Briz für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes August Ringe und für die vielen Kranzspenden und Beileidsbezeugungen meinen tief gefühltesten Dank. Lagerzwede, ferner Lagerfeller per 1. April 1908 oder früher mit Kraft: anschluß billig zu vermieten. Berwalter Sandmann, Garten ftraße 85. 16992* Blumen- und Kranzbinderei Don Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrass. 91/92. Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Unterhalte nirgends Filialen! Nach auswärts per Nachnahme Inventur- Extraliste billiger Sonderangebote Unterbezirks- Versammlung Lege- Hühner gratis und franko. Tages- Ordnung: 27625 Besprechung des Arbeitsnachweises. 23we. Wilhelmine Ringe. Danksagung. Für die bei der Beerdigung meines Mannes bewiesene Teilnahme sage ich allen, insbesondere der Abteilung des 175/1 Meisters Hachmann, meinen Dank. Achtung! Frau Dobbrick. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Töchterchens Mariechen sagen wir allen Beteiligten unseren innigsten Dant. Berlin. Julius Sobotta nebst Frau geb. Witte und Tochter. 27635 Das Erscheinen jedes Kollegen ist dringend erforderlich. Der Vorstand. 3. 2.: W. Schwebs. Achtung! Tapezierer! Achtung! Ang! Mittwoch, den 29. Januar, abends 8% Uhr, bei Wendt, Beuthstraße 21( Industriefestsäle): Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Neuwahl des Gehülfenausschusses. 2. Erfazwahl der Beisiger zum Innungsschiedsgericht. Bahlreiches Erscheinen erbittet Der Gehülfenausschuh. Dr. Simmel en Barteigenoffen, Freunden und Bekannten zur Mitteilung, daß ich das Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-1. Restaurant Rieb, Danziger Straße 93, Adolf Buhl. fäuflich erworben habe. Um geneigten Zuspruch bittet NB. Bereinszimmer( 50 Personen) einige Tage in der Woche noch fret. garantiert junge beste Leger, a 2,50 und 3,00 M., berkauft Wegner, Berlin SO., Mariannenstr. 34. Empfehle den werten Restaurant. Genossen mein Vereinszimmer, 50 Perf. fassend. Bürgerlicher Mittagstisch. Zimmers Karl Stephan, Straße 60. ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin 0., Holzmarktstr. 69-70. Off. verlang in allen Berliner Eiserne Beltstellen Eisenmöbel Ausführungen Fabrik CARL SEIFFERT Patent- Matratzen Kein Laden. Chaiselongues Grosse Frankfurterstr. Verkauf Hof, Quer etc. 135 gebäude 1Treppe 16, Dr. Schünemann Achtung! Vereine! 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Der Wahlrechtskampf und die Frauen. in der Bedeutung des Wahlrechts für die bürgerlichen und die bie Augen zu öffnen, damit sie als proletarische Klaffenkämpfer das mit ampf charakterisierte die Referentin den grundsätzlichen Unterschied| proletarische Interessen zu vertreten, um so beffer. Es gilt ihnen proletarischen Frauen: als Mittel, die kapitalistische Gesellschaft zu Wahlrecht erobern helfen. Außerdem: so ehrlich es die bürgerGenoffin Bettins Referat in den drei Versammlungen lag im flicken und zu stüßen für jene, als Waffe, sie zu stürzen und zu lichen Wahlrechtsfreunde noch unzweifelhaft mit dem allgemeinen wesentlichen folgender Gedankengang zugrunde. überwinden für diese. Im Anschluß an die betreffenden Aus- Wahlrecht meinen, sie haben noch ein anderes ziet als seine Ver Die Rednerin erinnerte einleitend daran, daß drei Jahre ver- führungen ſette sie sich unter Anführung von Tatsachen wirklichung im Auge: das Gintreten für das allgemeine Wahlfloffen sind seit dem Beginn der glorreichen russischen Revolution. mit dem Verhalten der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen zum recht soll den Liberalismus regenerieren und ihn dadurch in den Im Januar 1905 stand in Rußland, dem legten Hort des allgemeinen Wahlrecht überhaupt und zum preußischen Wahl- Augen der Massen wieder rehabilitieren. Im letzten Grunde zur Absolutismus in Europa, das Volk auf, um in einem langen, rechtstampf im besonderen auseinander. Sie bezeichnete Erhaltung der kapitalistischen Ordnung. Der Liberalismus foll heldenhaften Kampfe seine Ketten zu brechen. Später als in den es im Grunde als einen Refleg des Verhaltens des Libe- start genug werden, der Sozialdemokratie die Stange halten zu Ländern Westeuropas hat sein Kampf um politisches Recht begonnen, ralismus zur Wahlrechtsfrage. Während die liberalen Parteien können, oder aber befähigt, sie zu spalten oder von innen heraus tveil in Rußland die wirtschaftliche Entwickelung später eingesetzt hat, heute von einzelnen Bolitikern abgesehen das Frauenwahlrecht zu forrumpieren. Die Herren träumen davon, den feurigen die mit Naturnotwendigkeit zum Sturz des Absolutismus und zu ablehnen, find Tendenzen am Wert, welche, wie alle bürgerlichen Renner des revolutionären Proletariats, der dem Endziel der soziamodernem politischen Leben führt. Es beleuchtet scharf die Zustände Parteien bestimmen, früher oder später unter dem Drude des listischen Gesellschaft zustrebt, in einen wohldressierten Zirkusgaul in Preußen, daß in dieser weltgeschichtlich bedeutsamen Zeit die Klassenkampfes für das beschränkte Frauenwahlrecht eintreten, zu verwandeln, der in der Manege der bürgerlichen Gesellschaft werktätige Masse noch für ihre politische Gleichberechtigung dessen reaktionäres Wesen von der Rednerin flar beleuchtet wurde. trottet und politische Akrobaten und Clowns geduldig auf seinent fämpfen muß. Preußen gehört zu den industriell ent- Diese begründete darauf, daß die zunehmende Verschärfung des Rücken trägt. Dr. Breitscheid hat in seiner Broschüre die An wickeltsten Ländern der ganzen Welt, fein Proletariat ist aber trog- Stlassenkampfes der Beteiligung der Proletarierinnen am proletari- schauung vertreten, daß der regenerierte Liberalismus berufen sei, dem noch dank der Dreiklassenschmach ein politischer Helot, ist ausschen Emanzipationsringen eine wachsende Bedeutung beilege, fie der Lehrmeister der Sozialdemokratie zu werden. Offenbar in der geschloffen von dem ihm gebührenden Einfluß auf die Gestaltung zur Lebensnotwendigkeit werden lasse. Der weitere Verlauf des Kunst, grundsäßlich die Politik der Grundsatzlosigkeit zu treiben des politischen Lebens, ausgeschlossen durch ein Wahlrecht, das nichts preußischen Wahlrechtskampfes, der sich voraussichtlich nicht schnell und Opposition mit der Hinterseite zu machen. Nicht als einfache ist als ein politischer Schuzwall der herrschenden Klassen, ohne mit einem einzigen großen Schlage entscheiden werde, werde dies Mitkämpfer, als Schulmeister wollen die Herren sich zur SozialUnterschied, ob sie von Geburts- oder von Geldiadsgnaden sind. bestätigen. Das proletarische Klaffeninteresse verlangt, daß im demokratie herabneigen. Diese kann ihnen ehrlich besten Erfolg Das proletarische Rechtsbegehren hat Bülow im preußischen Ab- preußischen Wahlrechtstampf die politische Gleichberechtigung des weib- zu ihrem Bemühen wünschen, den Liberalismus zu reformieren geordnetenhause mit einem brutal offenen Nein beantwortet. Die lichen Geschlechts aller politisch Entrechteten verficht. Je größer und bürgerliche Elemente in den Wahlrechtstampf zu führen. Sie fonservativen Parteien dieses parlamentarischen Froschteiches haben das Heer Rechtloser, das an dem Kanipfe interessiert ist, um so wird anerkennen, was sie in dieser Hinsicht leisten. Sie verwehrt ihm zugejubelt und die verkappten Reaktionäre des bürgerlichen breiter und fester die Basis, auf der sie steht, um so größer die es ihnen gewiß nicht, sich mit ihren Fähnlein neben oder hinter Liberalismus haben das allgemeine Wahlrecht in einem fläglichen Wucht, mit der sie zum Schlage ausholen kann. Auf der anderen das proletarische Massenaufgebot zu stellen. Sie heißt alle die Schlachten des Wahlrechtskampfes Scheingefecht erbärmlich in Stich gelaffen. Und mehr noch. Im Seite trägt die Forderung des Frauenwahlrechts ivie faum ein willkommen, Reichstag hat sich in der Hauptsache der gleiche Vorgang wiederholt, anderer Bunft unseres Wahlprogramms Zwietracht und Verwirrung schlagen helfen. Aber sie tann es nicht als ihre Aufgabe bes berschärft noch durch die beispiellose Provokation des Pro- in die Reihen der Gegner, denn sie berührt den sozialen Gegensaz trachten, eine bürgerliche Demokratie großpäppeln zu helfen, die letariats und der Sozialdemokratie durch den Reichs- zwischen Mann und Frau der befizenden Klassen. Aufgabe der aus eigener Kraft sich nicht zu entwickeln, nicht zu leben vermag, fanzler. Wohl hat sich der Freifinn verschiedener Couleur Sozialdemokratie ist es, die Konflikte in der bürgerlichen Welt auf einen Liberalismus zu stärken, der, wie die Blockpolitif beweist, mit den Lippen prinzipiell zum allgemeinen Wahlrecht be- die Spitze zu treiben und auszunuzen. Nun erhebt fich aber eine nicht mehr der Puffer zwischen Reaktion und Proletariat sein kann, Tannt. Aber fogar das mit einer gewissen Reserve. Herr Schrader, Frage: Wird durch das Aufrollen des sozialen Konfliktes, der für die sondern nur noch der Helfershelfer der Reaktion. Sie fann auch einer der ganzen, vollen, unentwegten" Wahlrechtsfreunde hat bürgerlichen Klassen mit dem Frauenwahlrecht verbunden ist, nicht keinen Pakt mit den freisinnigen Wahlrechtsfreunden cingchen fofern die Berichte richtig sind von der Einführung eines Wahl- die Kraft der liberalen Elemente geschwächt, die unter Um- und ihr Kampfesziel wie ihre Kampfesmittel aus Rücksicht auf sie begrenzen. Ihre Kraft im Wahlrechtskampfe besteht in den prolerechts in Preußen gesprochen, das sich dem Reichstagswahlrecht anständen Kampfgenoffen der Sozialdemokratie im Ringen บท nähert". Für die Braris aber sind die freisinnigen Frattionen dem das allgemeine Wahlrecht sein fönnten? Soll daher die tarischen Massen, und das dauernde proletarische Klasseninteresse Kampfe für das allgemeine Wahlrecht in den Rücken gefallen. Sie Sozialdemokratie nicht aus Rücksicht auf bürgerliche Wahlrechts- muß ihr Leitstern sein. Wer ernstlich das Kampfesziel will, der haben auch in ihrem entschiedensten Flügel die Niederbüttelung der freunde die Forderung aus dem Kampfe zurüdstellen? Die Rednerin muß auch die Stampfesmittel wollen. Die Erfahrung hat gezeigt, Wahlrechtsdemonstranten durch den Polizeifäbel gebilligt, sie haben verneinte diese Frage energisch. Sie führte aus, daß die betreffende daß die Kampfesmittel, die im Rahmen der seitherigen parlamen die Konsignierung des Militärs gutgeheißen. Nichts irriger daher Tattit darauf hinauslaufen würde, starte Quellen der proletarischen tarischen Taktik liegen, allein für die Eroberung des allgemeinen und von bürgerlicher Verkehrung der Begriffe zeugend, als Bülow Kraft zu verfchütten wegen einer Bundesgenossenschaft mit der Wahlrechts nicht ausreichend find. Die herrschenden Klassen und für den Vater aller Hindernisse" gegen die Einführung des Schwäche oder dem Verrat, vielleicht mit Schwäche und Verrat ihre Regierung haben die Wahlrechtsbewegung mit Hohn und Wahlrechts zu halten.& 3 heißt dies einen historischen gleichzeitig. Die Bourgeoisie bedarf zu ihrer Herrschaft wohl des Provokationen beantwortet. Das klassenbewußte Proletariat muß Zwerg überschäßen, der nichts ist als das Sprachrohr einer Barlamentarismus, aber feineswegs des allgemeinen Wahlrechts. daher den Kampf mit allen Mitteln aufnehmen, die sich aus seiner Regierung, die ihrerseits die Geschäftsführerin der befizenden und Sie will nur die Beseitigung der politischen Monopole und Gegen- laffenlage ergeben und Erfolg versprechen. Staum daß es aber ausbeutenden Klassen ist. Der Kampf um das allgemeine Wahlrecht säge, die nicht auf dem Besiz beruhen. Ihr Jdeal ist allzeit und auf dem vorgezeichneten Wege in Gestalt der Straßendemonstra für Preußen reicht in seiner Bedeutung weit über das Land hinaus. überall das Zenfuswahlrecht. Das allgemeine Wahlrecht braucht fie tionen den ersten, äußerst bescheidenen Schritt getan hat, fällt Er ist in Wirklichkeit ein Stampf aller revolutionären Kräfte gegen als Programmforderung, folange sie der kleinbürgerlichen und pro- ihm nicht nur der Fraktionsfreifinn mit seiner Billigung der alle reaktionären Mächte in ganz Deutschland. Das Klassenbewußte letarischen Massen zur Niederzwingung des Absolutismus und der polizeilichen Säbeldiktatur in den Rücken, sondern auch die„ cntschiedenen Wahlrechtsfreunde rüden mit fraubasigem Getreisa preußische Proletariat steht im Vordertreffen des Kampfes, dieser Aristokratie bedurfte. Sobald sie zur Herrschaft oder auch nur zur wird aber je länger je mehr zu einem Kampf der Ausgebeuteten im Witherrschaft neben diesen Mächten gekommen ist, wird ihr das von den Demonstranten ab. Im Namen der sozialdemokratischen ganzen Reiche für politisches Recht, für politische Macht werden. Es allgemeine Wahlrecht gleichgültig. Sobald das Proletariat beginnt, Disziplin! Als ob diese nur dem erhabenen Zweck dienen dürfe, fragt sich nun, soll in einem so bedeutsamen Stampfe das Proletariat fich seiner als Waffe in seinem Befreiungskampfe zu bedienen, wird eine Faust in der Tasche zu ballen und sich geduldig ins Gesicht das Banner des sozialdemokratischen Wahlrechtsprogramms entfalten es ihr verhaßt. In den kapitalistischen Ländern haben die flein- schlagen zu lassen! Um die ängstlichen Wahlrechtsfreunde nicht zu oder soll es sich mit dem bescheidenen, zerschlissenen und besudelten bürgerlichen und proletarischen Massen der Bourgeoisie das all- lauen, die die Marschroute diktieren und die Schlachtenpläne erschrecken! Seit wann sind es die Feiglinge, die Lauen und Fähnlein bürgerlicher Wahlrechtsforderungen begnügen? gemeine Wahlrecht abtrogen müssen, oft in blutigen Kämpfen. Der Flauen, die die Marschroute diktieren und die Schlachtenpläne Die Rednerin bejahte entschieden die erstere Frage und Liberalismus ist daher nirgends ein zuverlässiger und energischer die zarte Fürsorge für Arbeiterblut angesichts der mörderischen bestimmen? Um das kostbare Arbeiterblut zu schonen! Wo ist Beschäftigte sich besonders eingehend mit zwei Forderungen des sozial- Kämpfer für das allgemeine Wahlrecht gewesen. Mit Vernichtung, deren die kapitalistische Ausbeutung am Proletariat demokratischen Wahlrechtsprogramms: der Herabsetzung der Alters- dem Aufmarsch und Vormarsch des Classenbewußten Prole- sich schuldig macht? Die Referentin zeigt an der Hand der Unfallgrenze für die Wahlberechtigung auf die Großjährigkeit und dem tariats vollzieht sich daher die von Träumern geschaute Frauenwahlrecht. Sie begründete die Gewährung des Wahlrechts regenerierende Einigung aller liberalen Elemente" je länger, haben, um der Fristung ihrer nackten Existenz halber die Quellen statistik, daß die Ausgebeuteten den allerwenigsten Grund dazu au die Großjährigen mit dem Hinweis auf das frühe Alter, in dem je mehr nicht zum Stampfe für das allgemeine Wahlrecht, sondern ihres geschichtlichen Lebens zu verschütten. Der letzte Grund des nachweislich die jugendlichen Proletarier als Ausgebeutete den Kampf zum Kampfe gegen das allgemeine Wahlrecht. Die Geschichte der" warnenden" Geredes bürgerlicher Wahlrechtsfreunde ist die Furcht um die Existenz selbständig aufnehmen müssen und auf die statistisch preußischen Dreiflaffenschmach bestätigt das. Das geltende Wahlrecht vor dem dröhnenden Schritt der Arbeiterbataillone. Auch Bülow erwiefene geringe durchschnittliche Lebensdauer im Proletariat. Das ist mutatis mutandis die erste Frucht junkerlich bürger- hat gegen die Demonstrationen den Schulmeisterfinger erhoben. Gerede von der mangelnden Reife" des großjährigen Proletariers licher Paarung. Es ist ebenso sehr der Ausdruck bürgers Wie konnte der Mann als wohlmeinender" Arbeiterfreund fertigte sie scharf ab, indem sie ihm die Reife" zur Militärpflicht licher als junterlicher Klaffenherrschaft. Es trat ins Leben als sprechen, der sich die goldene Fürstenkette dafür umhängen ließ, mit 20 Jahren, die Reife der Prinzen zur Regierung Produkt junkerlicher, halbabsolutistischer Neaktion und bürgerlicher daß er dem Proletariat die eiserne Hungertette der Wucherzölle mit 18 Jahren und die" Neife" zum Verständnis firchlicher Abdankung vor der Revolution. 58 Jahre besteht es nun nicht bloß anlegte? Der Reichskanzler hat seiner„ wohlgemeinten" Warnung Dogmas mit 14 Jahren gegenüberstellte. Zur Forderung des dank der Macht des Junkertums, sondern auch dank dem Willen der eine unerhört dreiste Provokation und eine Drohung hinzugefügt. Frauenwahlrechts betonte fie, daß der eingeleitete Wahlrechtstampf Bourgeoisie, mit dem Segen des Liberalismus. In den 58 Jahren Das kämpfende Proletariat nimmt die Herausforderung an und selbst den Beweis für die Berechtigung dieser Forderung und die ist Die wirtschaftliche und soziale Struttur Preußens politische Reife großer Schichten des weiblichen Proletariats erbracht revolutioniert worden. Aus einem überwiegend agrarischen Staate ist läßt sich durch die Drohung nicht schreden. Im Bewußtsein seiner Macht antwortet es Bülowv: Geschichte miserabel. Friedrich habe. Als Fordernde und Kämpfende stehen die Frauen zu vielen es zu einem der industriellsten Länder der Welt geworden. Mit der Ent- Wilhelm IV., der gelobt hatte, kein Blatt Papier solle sich zwischen Tausenden im Wahlrechtskampfe. Und das ist das Bedeutsame: wickelung der Industrie ist ein Proletariat entstanden, dessen ihn und sein Volt drängen, mußte vor der Revolution tapitulieren, nicht in einem Kampf der Geschlechter streben fie nach Frauenrecht Leistungen für das materielle und fulturelle Wohl der Gesamtheit vor den gefallenen Barrikadenkämpfern den Hut ziehen, der Pring allein: Nein, im Klaffenkampf der Ausgebeuteten wider die Aus- von ausschlaggebender Bedeutung find. Dieses Proletariat hat seine von Preußen mußte als Lehmann über den Kanal flüchten. Der beuter kämpfen fie für gleiches Recht für Mann und Weib. Die politische Reife bekundet, nicht zum mindesten auch bei den Reichstags- Kampf um das Wahlrecht bringt Gefahren und heischt die höchsten Beteiligung der Frauen ist eines der charakteristischsten Merkmale des wahlen. Der Liberalismus hat ungeachtet dieser Tatsachen den Opfer, er wird vielleicht ein langer fein. Es gibt kein Zurüd auf Wahlrechtskampfes. Die Gegner behaupten, sie sei lediglich das Kampf um allgemeine Wahlrecht nicht aufgenommen. Der beschrittenen Bahn. An ihrem Anfang steht die Demonstration, Ergebnis der sozialdemokratischen verhetzenden" Agitation. Wir Jahrelang war im preußischen Abgeordnetenhause die Fort- weiterhin wird jedenfalls der Massenstreit unvermeidlich! Die geben mit freudigem Stolze zu, daß uniere Agitation das ihrige schrittspartei die stärkste. Sie hat ihre Machtstellung nicht ein ein- Referentin verweist auf die Geschichte des Wahlrechtstampfes in bazu getan hat, die Frauen als zielflare Stämpferinnen in Reih' und ziges Mal für das allgemeine Wahlrecht ausgenußt. Die Wahl- Oesterreich, der mehr als 10 Jahre gedauert hat, und in dem erst Glied des proletarischen Emanzipationskampfes zu stellen. Aber fie fonnte rechtsfrage war es, die mit einem Schnitt in reinlicher Scheidung die entscheidende Schlacht geschlagen wurde, nachdem das Proleta nur Erfolg haben, weil das wirtschaftliche und soziale Sein der Frauen die junge flaffenbewußte Arbeiterbewegung von der bürgerlichen riat an der Glut der russischen Revolution seine Begeisterung entund mit ihm das Bewußtsein derselben revolutioniert worden ist. Demokratie trennte. Und was wir feither von den liberalen Parteien zündend die Lehren dieses weltgeschichtlichen Ereignisses beherzigte Die Rednerin stizziert das Werk des größten Revolutionärs aller jeder Couleur erlebt haben, ist nichts als ein weiteres und und in männlichem Bertrauen auf seine eigene Kraft zum revolu Zeiten, der wirtschaftlichen Entwickelung, das in dieser Beziehung sich weiteres Abrüden vom allgemeinen Wahlrecht. Die verblockten frei- tionären Massenstreit bereit stand. Nicht der schwachherzige bürgerbor unseren Augen in Gestalt der fortschreitenden Verwandlung der finnigen Fraktionen haben sich angesichts der proletarischen Wahl- liche Liberalismus, die russische Revolution muß unsere Lehrmeisterin Frau aus einer Hausmutter in eine Berufstätige vollzieht. Sie rechtsforderungen nur zu den schäbigllen Scheinmanövern auf im preußischen Wahlrechtstampf sein. Die Rednerin charakterisierte erörtert die Faktoren, welche in der Industrie die technische Möglich geschwungen. das Wesen und die Bedeutung der russischen Revolution als der feit der Frauenarbeit schaffen, im Proletariat den Zwang dazu, in Die Rednerin ffizziert knapp die betreffenden Borgänge. Es ersten proletarischen Revolution und bezeichnet sie als eine der Kapitalistenklasse das Streben nach Ausnüßung weiblicher fehlt nicht an Leuten, die mit forgengefurchter Stirn von der Ohn- Fundgrube der Erkenntnis für das kämpfende Proletariat. Bon Arbeitskraft auf größter Stufenleiter. Sie weist die grundsägliche macht des Proletariats im Wahlrechtskampf sprechen, deren Züge ihren Lehren hebt sie zwei besonders hervor. Die russische Revolus Bedeutung der wirtschaftlichen Loslösung der Frau bom sich aber staatsmännisch verklären, wenn sie der Wacht gedenken, tion hat gezeigt, daß in dem erreichten Stadium der geschichtHaushalte und der Familie nach und ihrer wirtschaft- welche aus einer Bundesgenossenschaft mit den entschieden" libe- lichen Entwickelung der Liberalismus aus Furcht vor dem Prolelichen Verselbständigung. Der Weg der Frau als Berufs ralen Elementen erwachsen könnte. Mit wenn und mit aber be- tariat, vor der Revolution weder den Willen, noch die Kraft arbeiterin, der durch die Wüsten der Hungerlöhne und die mühen sie sich, aus dem freisinnigen Häderling das Gold einer hat, auch nur die Ziele der politischen Demokratie durchzusetzen. Sümpfe der Prostitution führt, der mit Tränen und Blut starken bürgerlichen Demokratie zu machen. Zugegeben, daß einige Sie hat des weiteren die Antwort erbracht auf die Fragen nach betaut ist, führt zur Anerkennung des Rechts der Frau als Persön- führende Freisinnige als Eingänger Freunde des allgemeinen Wahl- dem Wie, dem Um und Auf der Möglichkeit, der praktischen Durch lichkeit und zur sozialen Mündigkeitserklärung des weiblichen rechts sind und mit Energie dafür zu wirken bestrebt sind. Ein führbarkeit des Massenstreits. Lernen wir von ihr. Die Rednerin Geschlechts. Brinzipiell bedeutet das Wahlrecht diese soziale Teil bürgerlicher Elemente sammelt sich hinter ihnen. Aber feine empfiehlt Genossin Luxemburgs Broschüre über den Massenstreit Mündigkeitserklärung, praktisch ist es ein Mittel zur Verteidigung Macht. Das honnette Bürgertum" steht hinter den National- zum Studium. Der Massenstreit ist ein revolutionäres Kampfes der Interessen. Als Berufstätiger wie als Mutter gebührt der Frau liberalen. Das Kleinbürgertum hat seinem wirtschaftlichen Ver- mittel. Er läßt sich so wenig wie die Revolution anbefehlen, das Wahlrecht auf Grund ihrer sozialen Leistungen. Gerade das fall entsprechend nicht mehr die alte politische Bedeutung, und es als auch von oben her abtommandieren. Er kann nicht gemacht". Proletariat muß richtig bewerten, was die Frau als Mutter für die fammelt sich weit weniger um den Freisinn als um die sogenannten aber er muß im Bewußtsein der Massen vorbereitet werden. Wir Zukunft der Klasse, der Menschheit leistet. Es weiß, daß nicht mittelstandsparteien. Hinter den Freisinnigen stehen von noch müssen damit rechnen, daß der Weg zur Eroberung des Wahlrechts Sklaven, welche die Stetten brechen, die sozialistische Zukunftsgesellschaft nicht klassenbewußten Arbeitern abgesehen die Träger des großen nicht nur über Siege führt. Er kann zeitweilig Niederlagen aufbauen, sondern förperlich, geistig und sittlich starke Menschen. Die Handels- und Bankfapitals, die bürgerliche Intelligenz oder weiter bringen, aber solche, die fruchtbar sind und neue Siege vorbereiten. Frau, die dem siegreichen lassentampfe des Proletariats ein Ge- gefaßt, der sogenannte neue Mittelstand. Aber dieser, mitsamt Von ihnen gilt das Wort des Kommunistischen Manifestes, daß schlecht höchster Kampfestüchtigkeit gebären und erziehen soll, Bürger im ber bürgerlichen Intelligenz, bildet keine homogene Klasse, deren ihr eigentliches Resultat nicht der positive Erfolg ist, sondern die höchsten Sinne des Wortes, muß selbst Bürgerrecht befizen und Glieder ein soziales Lebensinteresse am allgemeinen Wahlrecht innere größere Vereinigung der Arbeiter. Aus dieser Bereinigung Bürgertugend üben. Aber auch die Verwirklichung des demo- haben. Er repräsentiert eine ganze Stufenleiter sozialer Lebens- erwacht die siegessichere Macht der Zukunft. Bieten wir alles auf, Iratischen Grundsages, daß alle erwachsenen Glieder der Gesellschaft bedingungen, von großkapitalistischen bis zu proletarischen. Die um das ländliche Proletariat Ostelbiens zum Stampfe zu sammeln. gleich verpflichtet und gleich berechtigt seien, begründet die Ein- betreffenden Schichten werden sich weit mehr für ein Pluralvotum Gehen wir nach Schlesien, nach Rheinland, Westfalen, überall führung des Frauenwahlrechts. Alle Sträfte gilt es, dem Wohle der für Besitz und Bildung" begeistern, als für das allgemeine Wahl- dorthin, wo große Arbeitermassen noch im Schlepptau des Zentrums Allgemeinheit nutzbar zu machen. Die Frau aber hat dant ihrer recht. Diese Lage der Dinge läßt die freisinnigen Fraktionen laufen, das ein ebenso tüdischer, unzuverlässiger Freund" des Eigenart im öffentlichen Leben ihre eigenen geistigen und sittlichen die Aufforderungen der„ Asphaltliberalen" zum Wahlrechtskampf, allgemeinen Wahlrechts ist wie der Liberalismus. Nußen wir Werte zu betätigen. Indem die Rednerin diesen Gedankengang die Proteste einzelner Organisationen gegen ihre Haltung ohne die Situation, um die proletarischen Maffen aus dem Banne des erläuterte, wendete sie sich gleichzeitig gegen die bürgerliche Auffassung, Beachtung beiseite schieben. So werden die freisinnigen Wahl- Bentrums zu lösen. Nicht im Wohlwollen" bürgerlicher Elemente, daß die Mitarbeit der Frauen in den gesetzgebenden und ver- rechtsfreunde Offiziere bleiben, um die sich kleine Fähnlein von in den proletarischen Maffen liegt unsere Stärke und die Bürgwaltenden Körperschaften eine neue Aera durchgreifender Reformen Aufrechten, aber keine ausschlaggebenden Heere bürgerlicher schaft des endlichen Sieges. Erwecken wir die Massen. Schulen einleiten werde. Die Betätigung der Frauen im öffentlichen Leben wird| Kampfestruppen sammeln. Nicht durch Lob, nur durch Fußtritte mir ihr Klassenbewußtsein zur Haren Erkenntnis ihrer geschichtim Zeichen der Klassengegensäge und des Klassenkampfes stehen. Nicht kann der Freisinn vorwärts getrieben werden. Was aber die lichen Aufgabe. Erfüllen wir sie mit Vertrauen in ihre eigene im Wirken einzelner mehr oder minder begabter Frauen ruht der proletarische Gefolgschaft des Freisinns anbelangt, so hat die So- Kraft. Kräftigen wir die Organisationen. Sorgen wir dafür, daß Schwerpunkt ihrer Bedeutung, sondern in der Entfesselung des politischen zialdemokratie fein Interesse daran, daß sie durch eine Galvani- in ihnen das revolutionäre proletarische Klassenbewußtsein und der Lebens der weiblichen Maffen. Politische Emanzipation des weib- fierung des Liberalismus noch tiefer im Banne bürgerlicher Auf- höchste Jdcalismus lebendig bleiben, ein Idealismus, der vor lichen Geschlechts bejagt Klaffentainpf auf höherer Stufenleiter. Nach fassung befangen bleiben. Je schneller und klarer der bürgerliche feinem Opfer zurüdschredt. Arbeiten wir in jeder Weise, daß der Erörterung der Rückwirkung davon auf den proletarischen Klassen- reifinn seine Unfähigkeit und Ohnmacht offenbart, rücksichtslos der heraufziehende große Moment ein großes Geschlecht finde. " Troh alledem und alledem! Nur was zerfällt, vertretet Ihr! Seid Kaften nur, trotz alledem! Wir sind das Volt, die Menschheit wir, Sind ewig drum, trotz alledem! Troß alledem und alledem! So kommt denn an, trotz alledem! Ihr hemmt uns, doch Ihr zwingt uns nicht! Unser die Welt trotz allebem! Gerichts- Zeitung. Die Berfrommungsverordnung gegen Salatpflanzen. Die bekannte Verfrommungsverordnung vom 27. Oftober 1905, Wieder einer. Noch einer. Der Hauslehrer Wehler wurde wegen eines Sittlichkeits auf Grund der man nach dem roten Sonntag und später unsere verbrechens, das er an einem Schulmädchen begangen hatte, von Barteigenoffen bei dem Flugblattverteilen an den Kragen ging, der Straffammer in Bromberg zu einem Jahre Gefängnis und erhielt am Sonnabend vom Landgericht Halle einen Stoß. Und zwei Jahren Ehrverluft verurteilt. das kam so. Da jene Verordnung jede öffentlich bemerk= bare Arbeit während der Kirchzeit verbietet, rückten die scharfgemachten Polizisten nicht bloß Sozialdemokraten, sondern auch ..friedliebenden" Bürgern auf den Leib. Was man nicht definieren konnte, fah man als öffentlich bemerkbare Arbeit an. So Hus der Frauenbewegung. Der Kreth. Ein Geschlecht, start genug, zu brechen, was sich nicht biegen will., Landgericht verurteilte ihn und nahm eine Observanz an. Das nach, daß den Prinzipalen gegenüber die eigene Ueberzeugung eines Für das Proletariat gilt die Lofung:" Sei in der Macht und Kammergericht als Revisionsinstanz hob jedoch dieser Tage das deutschnationalen Kaufmannsgerichtsbeisihers nicht Stand hältl Du wohneft im Recht!" Wirken wir dieser Erkenntnis getreu, fo Urteil auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung Vor einigen Monaten war das Kaufmannsgericht in Straßburg können wir gelassen abwarten, was die Feinde innerhalb des und Entscheidung an das Landgericht zurüd, indem es ausführte: i. Elf. aufgefordert worden, ein Gutachten über die KonkurrenzBarlaments reden und beschließen, was sie außerhalb des Parla- Wenn nur von einer entsprechenden Observanz die Rede wäre, flausel abzugeben. Man sollte es nun als ganz selbstverständlich ments tun. Wir antworten ihnen mit den stolzen Versen unseres ließe sich das Urteil halten. Das Landgericht nehme aber auf betrachten, daß sämtliche Gehülfenbeifiker sich nur für Aufhebung revolutionären Dichters Freiligrath: Entscheidungen Bezug, die sich um die Pflicht zur Unterhaltung der Klausel in jeder Form aussprechen könnten. Aber im KaufUnd ob der Reichstag fich blamiert, von Bürgersteigen brehten. Das habe aber mit jener Reinigungs- mannsgericht und im Gutachterausschuß fizen Chefs und Angestellte Professorhaft, trotz alledem! pflicht nichts zu tun. So fomme das Bedenken, daß das Land- zusammen und man hatte die Rechnung ohne die antiUnd ob der Teufel reagiert gericht von einer Verkennung des Begriffs der Straßenreinigung femitischen Beisiher gemacht, wenn man glaubte, daß Mit Huf und Horn und alledem ausgehe. Darum müsse das Landgericht nochmals prüfen, auf sie auch vor diesem Forum den Mut haben würden, ihre Ueberwelchen Rechtssas sich die fraglichen Bestimmungen der Polizei zeugung zu vertreten. Es fam infolgedessen mit den Stimmen berordnung stüßten. Ohne einen solchen grundlegenden Rechtssatz der Deutschnationalen ein Gutachten zustande, das sich gegen die ( Obfervanz, Ortsstatut, Gesez) würden fie nach der Judikatur vollständige Verwerfung der Konkurrenzklausel aus dem HandelsGültigkeit nicht haben. gesetzbuch aussprach. Nun sollte man meinen, daß die Verbandsleitung nach dieser Leistung eingeschritten wäre, irgendwie Stellung dagegen genommen hätte. Die deutschnationale Leitung hat gar Der fatholische Pfarrer Hermann Delhafen in Neichertshofen nicht daran gedacht. Im Gegenteil! Sie suchte diesen Verrat ( Schwaben) hat sich nicht, wie mancher andere Gegner des Bölibats in ihrem Organ, der Handelswacht", zu verdrehen und zu be. unter seinen Amtsbrüdern, mit seiner Haushälterin begnügt, mänteln. Die ganze Bragis läuft auf eine bewußte Irreführung fondern er wurde zum Verbrecher an unschuldigen Kindern. Im der Mitglieder hinaus; der deutschnationale Verband vertritt die Jahre 1890 fam er deshalb auf zwei Jahre ins Zuchthaus. Nach Handlungsgehülfen nur scheinbar. Seitdem man zur Kerntruppe seiner Entlassung nahm er seine Seelsorgerei wieder auf, machte der antisemitischen Partei avancierte, hat man Rücksichten zu ähnliche Schweinereien und fommt nun neuerdings auf sieben nehmen auf den sogenannten Mittelstand, die Kleinhändler. Früher Monate ins Gefängnis. hat der Führer Herr Schad erklärt, nur die Reformpartei und die Sozialdemokratie vertrete die Interessen der Angestellten. Längst aber stehen nur die Interessen der antisemitischen Parteien im Vordergrund. Bei der Reichstagswahl 1903 unterstützten die deutschnationalen Handlungsgehülfen auf die Order von Hamburg hin in Leipzig den alldeutschen Professor asse, der ausdrücklich erklärt hatte, daß die soziale Gesetzgebung endlich halt machen müsse. Zwei Beamte und Führer des sächsischen Gaues, die es wagten, für den Liberalen einzutreten, der versprochen hatte, die Handlungsgehülfeninteressen wahrzunehmen, wurden deswegen und weil ihre Entwickelung und Erkenntnis fie nötigte, in bezug auf die Frauenfrage im Handel eine andere Stellung einzunehmen, gemaßregelt. In Mülhausen i. Elf. ist es der Ortsgruppe fam es unter anderem, daß eine alte Frau, die sich während der Preußen darf sich rühmen, die vornehmste Sippe der Welt sein des deutschnationalen Verbandes„ Alfatia" zu danken, daß dort Kirchzeit einen Topf voll Wasser vom Brunnen holte, ein zu nennen. Schon die Vorfahren der Edelsten zeichneten sich durch noch keine ausreichendere Sonntagsruhe eingeführt ist. Im Interesse Strafmandat erhielt. Als der Polizist Stnadstedt von Schkeudiß einen besonderen Stich ins Vornehme aus. Nicht achtend der Ge- der Chefs haben die Gehülfen gegen eine Beschränkung der Sonnam 13. Oftober vorigen Jahres während des Vormittagsgottes- fahren lagerten sie hinter Busch und Strauch. Und zog vorbei der tagsarbeit petitioniert. dienstes an der ganz außerhalb der Stadt gelegenen Hanfeffersad, gings mit Sussa drauf; wenn nicht zufällig mit Beulen, Nun, der Führer der Deutschnationalen, Herr Wilhelm Scha c. delsgärtnerei der Witwe Zalecker vorbei ging, bemerkte er, wie zwei dann mit Beute beladen ritt nach heißer Arbeit Junker Greif und ist ja gleichzeitig Mitglied des Reichstages. Was hat er dort Gärtner junge in Mistbeeten umgesetzte Salatpflanzen begoffen. Nimm den Burghof hinan. So quälte er sich ab; sein ehrsam für die Interessen der Handlungsgehülfen getan? Die im Sonnenschein verrichtete Besprengung war nach Sachver: Handwerk ließ ihn mit eigener Person für den Erfolg einstehen. treten des Herrn Sch ad für die Forderungen der Angestellten Beim Pensionsversicherungsgefeß, wo man ein energisches Einständigengutachten gerade zur Zeit absolut notwendig, um die und als Beachter feiner Sitten und strengster Höflichkeit schar hätte erwarten dürfen, trat Herr Amtsrichter attmann als jungen Pflänzchen nicht verkümmern zu lassen. Der Polizist nahm wenzelten die Junter vor fremden Eroberern, öffneten ihnen bereit- Redner auf, und zwar so, daß man eher von einer Rede gegen aber die Geschichte zu Papier und verstattete wegen der Sabbat- willigst die Tore der Festungen und Inden fie ein, ihren als für die Handlungsgehülfeninteressen sprechen kann. Zweimal schändung pflichtgemäß Anzeige. Der Kausalnegus zwischen Gottes Töchtern huldreichst Gnade und Liebe zu erweisen. Eine stand der Paragraph zur Beratung und beide Male war Schack Dienst und außerhalb der Stadt wachsenden Salatpflänzchen ist wirklich erquisite Sippe, erquisite Sippe, die nichts gemein hat mit der abwesend. Beim Sonntagsruhegeses vertrat der Antisemit Naab nicht ganz klar. Das Schkeudiger Schöffengericht verurteilte aber graden Derbheit des niederen Volkes, das nicht zu unterscheiden die eingebrachte Resolution und nicht Herr Shad. Man hat Frau Zaleder auf Grund unserer Berordnung" zu 3 M. Geld: strafe. Auf eingelegte Berufung hob die Straffammer das Urteil bermag zwischen gemeinem Mundraub und ritterlicher Selbstbereicherung, da kommt man nicht drum herum. Beim§ 63 hat auch Herr zwischen schamloser Bivilehe und hochedler Maitressenwirtschaft. Anstatt Schad im Reichstage gesprochen; das war aber ganz ungefährlich, auf und sprach die Frau frei. Zu der Urteilsbegründung hieß es, fich glüdlich zu preisen, von den Nachfahren der Nimm und Greif stimmten doch sämtliche Parteien im Reichstage gegen die es handele fich im vorliegenden Falle nicht bloß um eine Notarbeit, beherrscht zu werden, lehnt das undankbare Boll sich sogar nun auf Regierungsvorlage. gegen die gottgewollte Ordnung des Junkerregiments. Und doch sind Ein Berband, der den Rassenhaß predigt und die Frauen auss des Allgemeinen Landrechts, nach denen niemand ohne Entschädi- die Edlen noch edler geworden. Nicht mehr gehen sie einzeln dem schließt, wird nie imftande sein, eine wirkliche Interessenvertretung gung in seinem Vermögen beeinträchtigt werden könne. Erst diese gung in seinem Vermögen beeinträchtigt werden könne. Erst diese In der Diskussion drehte der Beamte der Deutschnationalen, Begründung zur Freistellung der Salatpflanzen von dem Vorwurf, Erwerb nach, fremde Taschen zu plündern; nicht mehr machen sie der Handlungsgehülfen zu werden. herunter, sprach von dem unbedeutenden Umfange des Krankenversicherungsgesetzes und erklärte: Wir haben die Frauenarbeit im Handel nur, weil sie billiger ist; wäre sie nicht billiger, so wäre mehr fezt der einzelne das Leben ein bei den Raub sie im Handel überhaupt nicht vorhanden. Auf derselben Erund Plünderzügen. Wehrt das Bolt sich, zieht der Junter kenntnis der wirtschaftlichen Lage basierten auch die übrigen Ausfich bornehm zurüc und hezt den bewaffneten, ihm führungen dieses Herren. In der Diskussion sprach auch Frau Ein in größerem Maßstabe betriebener Kautionsschwindel beschäftigte gestern die 5. Straftammer in der Berufungsinstanz. Der und der Streth hält tapfere Reden und schimpft auf die Sozial- nationale Herr Blobel mit dem teutschen Bart noch eine teutsche schäftigte gestern die 5. Straftammer in der Berufungsinstanz. Der untertänigen, ihm gehorchenden Voltsteil auf den unbewaffneten.& riedländer bom Zentralverband und dann hielt der deutschAngeklagte, Staufmann Wilhelm Meyer, was früher Direktor und Sozial- nationale Rede. Aus Feigheit sollen diese, damit nicht der von führungen der Gegner und forderte auf, am 9. Februar nur für Jm Schlußwort widerlegte Martin Meyer die AusGeschäftsführer der in Konkurs geratenen Türkischen Zigaretten- demokraten. Compagnie" und einer anderen Gesellschaft mit beschränkter Broletarierföhnen geschwungene Säbel Proletarierblut fließen mache. die Lifte III, auf welcher die Kandidaten der Klassenbewußten Saftung, des Hamburger Bigarrenhaus, G. m. b. H.". Im Jahre Frauen und Kinder an die Spige der Demonstrationszüge stellen Handlungsgehülfenschaft, die unter jeden und allen Umständen 1904 gerierte er sich als Direktor und Geschäftsführerder, Türkischen wollen. Bei einer Gesellschaft, die die Tore öffnet und dem Feinde nur für die Interessen der Angestellten entschieden eintreten, aqufa Cigaretten- und Tabatto- Company G. m. b. s." Das Stamm feine Töchter und Frauen als Preis anbietet, kann man solche gestellt sind, zu wählen. Nur Lifte III lautet die Parole. Tapital diefer Gesellschaft besteht im wesentlichen aus dem auf Gedankengänge verstehen. Die Frauen waren da und werden 56 000. bewerteten Ausnußungsrecht eines Zigarettenpatents, welches ursprünglich als Geschäftsanteil des Vaters des Angeklagten immer dort sein, wo es gilt, die Rechte des dura Junterherrschaft eingetragen war und durch Bession auf die Ehefrau des Ange- entwürdigten Volfes zu vertreten. Gewiß, fie ftanden unter einem Hlagten übergegangen ist. Eine Bareinzahlung ist nicht erfolgt unentrinnbaren gwange. Es ist der Zwang des Herzens, der und die Gesellschaft hat somit ohne bares Kapital ihren Betrieb glühenden, lohenden Begeisterung, des heißen, nicht zu dämpfenden Sturm auf See. Wie eine Meldung aus Kurhaven besagt, begonnen. Als die erste der oben genannten Gesellschaften ihr Verlangens, im Stampfe für die Befreiung des Proletariats mit den herrschte in der vorlegten Nacht dort ein schwerer Weststurm, WindScheindasein mit der Konkurseröffnung beendet hatte, gründete männlichen Klaffengenossen Schulter an Schulter zu kämpfen. Nicht stärke 9. In der Wester- Till ist ein bisher unbekannter Dreimast der Angeklagte die letterwähnte" Company" und beging die ihm nur geduldet wünschen sie zu sein an diesem Blaze, fie reklamieren fchuner gestrandet. Nordnordwestlich vom ersten Feuerschiff liegt ein zur Last gelegten Rautionsschwindeleien. Er errichtete in ver schiedenen Stadtteilen Filialen" und suchte durch Zeitungsinserate ihn als ihr heiliges Recht, das sie von niemand sich streitig Biermaster vor Anker. Zwei Schlepper befinden sich bei ihm. Berkäuferinnen, die Kaution stellen fonnten, für eine Lebens machen lassen. Wer in den Versammlungen war, in denen Genofsin stellung". Die Company" war nach dreijährigem Bestehen völlig Stlara gettin über das Wahlrecht sprach, wer Zeuge war der hier insolvent, wie sie nach dem Gutachten des gerichtlichen Bücher bei den den Frauen aufflammenden, tampffrohen Begeisterung, revisors einen Gewinn nie abgeworfen, sondern stets mit Berlust wer das Hohngelächter vernahm, mit dem die Proletarinnen gearbeitet hatte. Durch unlautere Mittel, nämlich durch das die Hinweise auf Bülows Drohung und die Dreiftigkeiten eines Streth Rautionsgelb der Berkäuferinnen, suchte er die zur Weiterführung beantworteten, der weiß: unfere proletarischen lassentämpferinnen der Geschäfte erforderlichen Gelder zu gewinnen. Das Haupt- laffen sich durch kein Gebot der Junker und selbst nicht durch ein geschäft war in der Lüneburger Straße, die Filialen befanden sich bringlichstes Verlangen der Genossen von der Anteilnahme an den in der Chauſſeeſtr. 105 und Bahnhof Börse. Für diese beiden Filialen wurden kurz hintereinander Damen als Verkäuferinnen, Bahlrechtskämpfen abhalten. Nicht bringen fie damit Opfer. Stola meister Horfter aus Unrath bei Eiſen verhaftet. Er wird beschuldigt Berpaderinnen, Kontoriſtinnen und dergl. engagiert und ihnen sind sie, die Anerkennung als gleichberechtigte Stämpfer errungen au 20 000 W. Hypothekengelder unterschlagen zu haben. Kautionen in Höhe von 150 bis 500 m. abgenommen. Schon nach haben. Und dieser Anerkennung werden sie Ehre machen. Mit fondern jene Berordnung kollidiere auch mit den Bestimmungen durch ihr Dasein und ihre Agung den Sonntag nicht verschimpfiert einzeln Weg und Steg unsicher. Als Sippe benußen sie jetzt gemeinfam Herr Walz, seine sämtlichen von Hamburg erhaltenen Balzen zu haben, mußte herangeholt werden. Wie weitab von wahrer die Staatsmaschine. Nicht mehr wird der einzelne feiner Habe beReligiosität mußten Leute sein, deren Andachtsgefühl durch„ öffent- raubt, das ganze Bolt muß den Junkern Beute lassen. So find Religiosität mußten Leute sein, deren Andachtsgefühl durch öffent- diese emporgestiegen auf der Zeiter der Vornehmheit. Und nicht lich bemerkbare Arbeit" der erwähnten Art gestört wird. Kautionsschwindel. diesem Recht trogen die Entrechteten der lächerlichen Drohung des Reichskanzlers und der Krethgenossen. Jsländische Frauen als Stadtverordnete. In Reykjavik, der Verfammlungen. Kaufmannsgerichtswahlen Liste III. Vermischtes. " Biraten. Die Londoner Tribune" meldet aus Shanghai: Zwei Schaluppen, in deren einer fich Baffagiere befanden, während die zweite wertvolle Waren an Bord hatte, find von 200 Seeräubern zwischen Handikow und Shanghai angegriffen worden. Der ersteren gelang es, nach heftigem Kampfe zu entkommen, wobei zwei Perausgeplündert und waren im Werte von 25 000 Dollars entwendet fonen getötet und mehrere verwundet wurden. Die zweite wurde Militär ist zur Bestrafung der Räuber abgegangen. Berhafteter Bürgermeister. In Krefeld wurde gestern der Bürger Witterungsübersicht vom 27. Januar 1908. Barometer. stand mm Buy Windstarte Beller Temp. n. G. 6° E.= 4° Я. Stationen Barometer. Bind Gum Windstärke Beller Temp. n. C. len 2057 3 heiter 7 bebedt 7 Regen 8 Regen 6 3 Haparanda 737 SSD 3 Betersburg 750 SSW 3 Scilly 768 5 Aberdeen 746 SW 2 Baris 768 4 Schnee 26ededt 4 Regen 2 heiter 10 4 bededt Stoinemde 751 N 5beiter hamburg 756 WSW 4 bedeckt Berlin 756 23 Franj.a M 763 München 76728 760 Wetterprognose für Dienstag, den 28. Januar 1908. Etwas fühler, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit Regent, Schnce- oder Graupelschauern und ziemlich starken westlichen Winden. Berliner 23etterbureau. ien Wasserstands- Nachrichten ivenigen Tagen waren sie zu der Einsicht gekommen, daß das Geschäft ein ganz unreelles war. Wenn sie ihre Kautionen zurüdverlangten, wurde ihnen entgegnet, daß sie einen Vertrag unterzeichnet hätten, wonach das Geld im Geschäft verzinslich mit 5 Broz. arbeiten solle". Neun junge Damen sind in dieser Weise Hauptstadt Jslands, fanden am 24. Januar Gemeinderatswahlen Stallonen um ihre Kautionen gebracht worden. Das Schöffengericht ver- statt, und zwar nach einem neuen demokratischen Kommunalgefes, urteilte seinerzeit den Angeklagten zu drei Jahren Gefängnis. das den Frauen das gleiche Wahlrecht wie den Männern sichert. Das Gericht berücksichtigte dabei, daß es sich nach seiner Meinung Unter den 15 Stadtverordneten, die gewählt wurden, find vier um einen jahrelang betriebenen raffinierten Schwindel handelte Frauen. und daß das Treiben des Angeklagten um so gefährlicher sei, als die Betrogenen fast sämtlich ganz unbemittelte arme Dienstmädchen und Witwen waren, die teilweise um die Ersparnisse langer Jahre gebracht sind oder die Geldmittel ihrer Angehörigen in Anspruch genommen haben, um die erhoffte Lebensstellung zu gewinnen und nun gänzlich mittellos dastehen. Die Berufungsinstanz Große weithin leuchtende Plakate riefen Freitag, den 24. d. M., nahm an, daß der Angeklagte nicht von vornherein sich bewußt nach den Arminhallen. Der Zentcalverband der Handlungsgehülfen gewesen sei, die Gelder nicht zurüdzahlen zu können, meinte aber, und Gehülfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin, hatte eine öffent daß er eventuell damit gerechnet habe. Wenn auch in den Ver- liche Versammlung einberufen, um der Handlungsgehülfenschaft trägen vermerkt sei, daß das Geld in dem Geschäft mit 5 Proz. wieder mal zu beweisen, wie sie ihre eigenen Interessen verrät, berzinslich arbeiten solle", so hätten die einfachen Mädchen diese wenn sie dem deutschnationalen, antisemitischen Verbande weiter Klausel doch sicher nicht verstanden und seien überzeugt gewesen, nachläuft, oder der antisemitischen Kandidatenliste zu den Kaufdaß ihr Geld als Kaution ganz sicher gestellt werden würde. Die mannsgerichtswahlen ihre Stimme gibt. Martin Meher Strafe sette das Gericht auf ein Jahr drei Monate Gefängnis referierte über das Thema:„ Warum sprechen die Deutschnationalen unter Anrechnung von sechs Monaten auf die Untersuchungshaft gegen und stimmen für die Konkurrenzflausel." In großen herab. Scharen waren sie angetreten, die Herren antisemitischen Hands Meme!, Tilfit lungsgehülfen, waren sie doch ertra per Karte zum Antreten auf- Bregel, Insterburg Wem liegt die Pflicht ob, die Straßen schneefrei zu halten? gefordert worden. Und ihre bekannte Manier hätte sie auch ohne Weichsel, Thorn Um die Gültigkeit von Bestimmungen der Berliner Straßen- ihre Verbandsnadeln sehr bald tenntlich gemacht. Ihr Heil, heil Dder, Ratibor Stroffen polizeiverordnung handelte es sich in einem Strafverfahren gegen rufen, ihr blödes Bravoklatschen und die Radaustimmung, die Frankfurt den Berliner Hausbefizer Görg aus der Cabiner Straße. Er sollte bei ihnen stets an allen Enden und Ecken zum Ausbruch kommt, die$$ 98, 127 und 133 dadurch übertreten haben, daß er es ist ganz untrennbar von ihnen und erweckt bei jedem objektiv unterlassen habe, dafür zu sorgen, daß an einigen Wintertagen und ruhig denkenden Menschen nur Abscheu und Verwunderung der Bürgersteig vor seinem Hause von Schnee und Eis befreit und darüber, daß ein solch grrroßer Verband derartiger Mittel bedarf, mit abftumpfendem Material bestreut wurde. Für gewöhnlich um sich zur Geltung zu bringen. Aber dieses Toben gehört eben machte das eine von ihm beauftragte Frau. Im Laufe des Straf mit zur Erziehung. Andererseits ist die Erziehung der Mitglieder verfahrens wandte nun Görg Ungültigkeit der entsprechenden Be- keine derartige, daß die Mitglieder dann, wenn es sich darum stimmungen der Straßenpolizeiverordnung ein, weil sie weder handelt, die Interessen der Handlungsgehülfen wahrzunehmen, durch ein Ortsstatut noch durch Observanz gestützt würden. Das den Mut der eigenen Ueberzeugung hätten. Der Referent wies Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wafferstand am feit 26. 1. 25.1. ant feit Wasserstand 26. 1. 25.1. cm cm ¹) 3613)+1 2438) 4-5 2223)-4 1223)+14 157 cm cm) Saale, Grochlik avel, Spandau) 102-16 109-1 Nathenow³) 150-2 Spree, Spremberg) 110 2523) +2 <-6 Beeskow 150 Weser, Münden 68 202 0 Minden 275) +5 Rhein, Marimiliansau 271 58 Kaub 86º) -23 -1429 144') 42 128)+1 Köln 75º) Nedar, Heilbronn 10 Main, Wertheim 112 Mosel, Trier 54 arthe, Schrimm Landsberg 125) Rese, Bordamm Ibe, Leitneri Dresden Barby Magdeburg + bedeutet Wuchs, schwaches Treibeis. ++ Fall. 2) Unterpegel. Eisstand. schwaches Grundeistreiben. Treibeis.