Nr. 19. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Pig. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. Defterreich Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwürts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschluk Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ein Brief für Herrn v. Bötticher und Genossen. " Sonntag, den 22. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. folgen, was hier und da, auch in dem Reichstag vorgeht. so lange man kann; nur Arbeit! das ist das, was wir Da habe ich vor etlichen Tagen gelesen, wie uns ersehnen. To gomifformabon ein Herr Staatssekretär, oder was er war, behauptet," Ich weiß wohl, daß unsere Familie nicht die einzige der Nothstand sei nicht da, er spüre ihn nicht oder sähe ihn ist, sondern tausend und aber tausend stehen so da. Wir Herr Staatssekretär v. Bötticher und Genossen sehen nicht. Letzteres glaube ich vollkommen. Deshalb, werther haben diesen Winter wenigstens Kohlen, welche uns ein bekanntlich keinen Rothstand ebensowenig wie weiland der Genosse, wollte ich Sie bitten, doch diesem Herrn den Vor- Bekannter auf Kredit verschaffte, und viele werden diese nicht Muster- Bürgermeister v. Fordenbeck, und sie blicken sogar schlag zu machen, ob er und seine Gemahlin nicht auf eine einmal haben. Und der Herr Staatssekretär weiß noch nicht, init hoffnungsfrohesten Blicken in die Zukunft. Ueberall turze Zeit, sage auf vier Wochen, mit unseren daß das so gerühmte freie deutsche Volk vor Noth schreit fehen sie Zeichen erwachenden Geschäftslebens und sprießender intünften und unserer Lebensweise tauschen und zum Theil stumpf geworden ist. Prosperität. Wir haben da wieder ein Fremdwort gebraucht, wollten; ich will denselben unsere Eintheilung, unsere So, geehrter Herr Redakteur, bitte ich Sie, diesem das Manchen wohl ärgern wird. Allein für Prosperität giebt Mahlzeiten und meine Kochrezepte zu wissen thun. Herrn dies vorzulegen, er wird sich bedanken und mit uns es kein deutsches Wort. Für das, was dieses Wort ausdrücken Wir sind fünf Personen, mein Mann, selbständiger tauschen wollen; ich wenn ich noch so arm bin und foll, ist die deutsche Sprache in Wirklichkeit zu ehrlich. Es Zimmermaler, ein Sohn Sohn von 18 Jahren, welchen darben und entbehren muß, ich möchte doch mit diesem bedeutet nämlich einen nationalen Glückszustand", der wir, als noch keine Noth war, eine Bürgerschule be- hohen Herrn nicht tauschen; ich denke, wenn die Vorsehung aber nicht durch das Glück" und Wohlergehen" der suchen ließen, und welcher sich dem sich dem Lehrerberuf mir wie diesem Rang und Reichthum gewährt hätte, und " Nation", der Maffen, sondern nur eines winzigen Theiles widmet, da doch der goldene Boden des Hand ich könnte derartige Reden führen, daß keine Noth da sei, der Bevölkerung sich bekundet. Und in diesem Zustand der werks längst verschwunden ist. Was dieser Was dieser Sohn ich denke, dann wäre ich Prosperität ist die kapitalistische Gesellschaft bei Lichte be- entbehren und darben muß, um sich durchzuschlagen, wie er Der Brief läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen sehen jeder Zeit, denn die, welche die genügende„ Kapital- oft mit halbleerem Magen und ein paar Pfennigen früh übrig, und an den Stellen, die durch Striche bezeichnet Traft" haben, befinden sich stets vortrefflich nur daß die fort muß und Abends zurückkommt, und wie ich an dessen sind, ist er vielleicht etwas zu deutlich. Der Herr Staats Zahl der verdienten" Hunderttausende und Millionen in Kleidung bürsten, umdrehen und wenden muß, das kennt sekretär v. Bötticher wird sich die Lücken wohl leicht ausZeiten der Krise" mitunter etwas geringer ist, als es der der Herr Staatssekretär gewiß aus seinen Studienjahren füllen können. Bourgeois- Bescheidenheit lieb. nicht. Solch ein junger Mensch wie unser Sohn, hat vor Und der Brief ist e ch t. Er tommt nicht blos aus Nun mit der Zukunft" wollen wir uns nicht be- solch einem hohen Herrn freilich schon einen Vorzug: er dem Bolf, er kommt aus dem Herzen des Volkes, aus schäftigen. Was aber die Gegenwart verlangt, so wollen kennt des Lebens Ernst, und würde auch in hoher Staats- und der Volksseele". wir den vornehmen Herren, die da nirgends außergewöhn- Lebensstellung nicht eine solche Aeußerung Und die Schreiberin ist mit den Ihrigen noch nicht lichen Nothstand, wohl aber überall aufteimende Prosperität thun, wie der Herr Staatssekretär. Wie die andren zwei auf die tiefste Stufe des Elends herabgedrückt. Es giebt sehen, einmal ein Bild aus der Gegenwart und der Wirt Kinder gehalten werden, das schneidet mir oft ins Herz, noch Hunderttausende in Deutschland, denen es schlimmer, lichkeit porführon. Mögen fie sil Ouverture- während der Arbeitszeit, das heißt während stügung, welche unser Soht zu Weihnacht bekam, gab er glauben nicht, daß der Herr Staatssekretär von der Arbeitszeit der Arbeitenden aus ihren wohlgeheizten die Hälfte, damit der Weihnachtsmann seine Schwestern Bötticher den sehr ernst gemeinten und sehr vernünftigen Zimmern oder Salons einen Blick auf die Straße hinaus nicht vergaß. Mein Mann, der sein Handwerk versteht, Vorschlag annehmen wird. Diese Art des persönlichen werfen und sich die frierenden fummervollen Gestalten an aber ein deutscher Michel ist, dachte in seinent ehrlichen Regiments ist nicht Mode geworden. Vier Wochen Pround Nothstand, nein Prosperität! sehen, die den Stempel der Arbeit auf der Stirn und an Sinn: die Bauunternehmer und Geldgeber sind auch letarierleben bitter. Und es ist ja auch den schwieligen Händen tragen, und die ausschauen nach ehrlich. Und so haben wir alles au solche Herren verloren, das wäre doch zu um die Wahrheit zu erfahren. irgend einen günftigen Zufall, der ihnen Arbeit verschaffe. und weil mein Mann nicht mit Winkelzügen, sondern ehrlich gar nicht nöthig, Diögen fie einmal nachdenken, wie es einem Manne zu war, so sagen diese Herren: er ist fein Geschäftsmann. Wenn die vornehmen Herren, die heute den Nothstand Muthe sein mag, der nicht weiß, woher das Wenn etwas Arbeit ist, so hat man erst immer zu zahlen. leugnen, weil für sie und in ihren Kreisen kein Nothstand Geld nehmen, um Frau und Kind an sich selbst Auch das wenige, was eine Frau verdient, muß mit zu besteht, nur einmal sich die Mühe geben wollten, unter das denkt ein Familienvater erst zuletzt mit der nöthigen gebüßt werden; Miethe ist jetzt ein Wort, vor dem man Bolf zu gehen", wie die Nihilisten sagen, oder zum Volke Nahrung zu versehen und das nöthige Heizmaterial zu zittert, weil oft keine Aussicht ist, wo diese hernehmen, und herabzusteigen", wie die Höflinge das nennen, dann würden schaffen, damit der Wolf Hunger und sein grimmer Gefährte, unsere Kost, es ist ein wahrer Hohn. Ob die Frau Staats- sie wohl eines anderen belehrt werden. Indeß auch das der granfame Frost, von dem Thor abgehalten werden. sekretär wohl auch mit 4 Pfd. Kaffee und für 10 Pf. wird nicht geschehen. Die Zeit der Harun Alraschide*) ist Und nach dieser Einleitung mögen die Herren nach Surrogat eine ganze Woche Kaffee focht für die ganze vorüber. Die Menschheit ist seitdem tausend Jahre älter stehenden Brief lesen, den wir aus vielen herausgesucht Familie, oder aus 2 Pfd. Fleisch zu 50 Pf. 4 Mahlzeiten geworden und hat gelernt. Die Menschheit lernt nämlich haben, weil er von einem Weibe aus dem Volt her focht? Und so könnte ich noch manches anführen, was den immer und vergißt nie; das Nichtslernen und Nichtsrührt: einer Gattin und Mutter, und weil er, wenn auch Herrn Staatssekretär verlocken würde, blos auf 4 Wochen vergessen überläßt sie der Zunft jener Auserwählten, die mehr an uns gerichtet, doch eigens für Herrn von Bötticher be- den oben erwähnten Tausch mit uns einzugehen. Dann würde der schwedische Reichskanzler Openstierna vor ftimmt ist. er gewiß nicht nöthig haben, die Noth zu suchen. als zweihundert Jahren in seinem berühmten Wort Das Sprichwort so schreibt das Weib aus dem Auch die Kleider und Wäsche gebe ich gern zur Durchsicht von der Summe des Verstandes, mit welchem die Welt Volke, eine Dresdenerin das Sprüchwort sagt, Frauen preis, ich sehe mit Sorge, wie alles zerreißt und unscheinbar regiert wird, nicht schmeichelhaft, aber wahrheitsmäßig sollen sich nicht um Politik kümmern, sondern ihren Beruf wird, und feine Aussicht, daß sie ersetzt werden kann. nur in ihrem Häuslichen suchen, aber da Frauen aus fast" Wir haben niemand in unsere Lage einblicken lassen,*) Des gleichzeitig mit Karl dem Großen lebenden Kalifen, allen Ständen jetzt mit ums Dasein ringen müssen, so denn nur nicht als Bedürftige oder als solche dastehen, der es liebte, in allerlei Verkleidungen sich unter das Volk zu ist es uns wohl erlaubt, auch in den Zeitungen zu verwelche sich an Vereine und dergl. wenden! Lieber darben, mischen. Feuilleton. Nagbrua verboten.) Haus Nuzingen. Soziale Studie von H. de Balzac. Deutsch von Curt Baake. ( 11 Ja, unser sonst so wilder Freund ward nicht einmal eifersüchtig, als Desroches Malvinen eifrig den Hof machte. Er stellte sich verliebt, der rechtliche Anwalt: er hätte mit ihrer Mitgift, die er nicht unter fünfzigtausend Thaler schätzte, seine Advokatur gern schuldenfrei gemacht. Zwar fühlte sich Malvine durch Ferdinand's Gleich giltigteit tief gedemüthigt, aber sie liebte ihn doch zu sehr, um ihm die Thür zu weisen. Bei diesem Mädchen, das ganz Seele, ganz Gefühl, ganz Leidenschaft war, wich bald der Stolz der Liebe, bald die Liebe dem Stolze. beiden Liebhabern, einem Bankier und einem Advokaten anders. Allgemeine Regel: Heirathe nie als Sergeant, vorzustellen. wenn Du später Herzog von Danzig) und Marschall von Sie möchten mir Ferdinand's wegen den Tert lesen, Frankreich werden kannst. Ihr wißt doch, wen Du Tillet sagte Malvine freimüthig, und gern wissen, welches Ge- schließlich geheirathet hat: eine Tochter des Grafen von heimniß zwischen uns besteht. Ihre Fragen sind vergeblich. Grandville aus einer der ältesten französischen BeamtenNur so viel sage ich Ihnen: Weder Ferdinand's Herkunft, familien." noch seine Vergangenheit, noch fein Vermögen kommen hierbei in Betracht; glauben Sie lieber, daß ein außergewöhnlicher Grund dazwischen liegt. Desroches' Mutter," fuhr Bigiou fort, hatte eine Freundin, die Frau eines kleinen Kaufmanns, eines Dros guisten, der sich mit einem hübschen Vermögen von den Einige Tage später nahm aber Malvine doch noch Geschäften zurückgezogen hatte. Solche Droguisten haben einmal Beaudenord bei Seite und sagte zu ihm: Ich halte zuweilen recht ungereimte Einfälle: er wollte seiner Tochter Herrn Desroches für keinen Ehrenmann.( Was doch der eine gute Erziehung angedeihen lassen, da schickte er sie in Instinkt einer Verliebten thut!) Mich will er angeblich ein Pensionat!... Jest sab sich Matifat nach einer guten gern heirathen und dabei macht er einer Krämerstochter den Partie für sie um und hoffte auch kraft einer Mitgift von Hoj. Ich möchte gern bestimmt wissen, ob er mich blos zweimalhunderttausend Frants in gutem Gelde, das nicht für einen Nothnagel und die Heirath für eine Geld- nach Droguen roch, einen geeigneten Freier zu finden. frage hält. Trotz seines Scharfsinns war Desroches aus Du Tillet nicht klug geworden und fürchtete beständig, daß jener ihm Malvine wegheirathen würde. Der Bursche hatte sich des Freund Du Tillet nahm ihre Liebe kalt und ruhig hin, halb einen Rückhalt gesichert. Seine Lage war unerträglich) und genoß sie mit dem stillen Behagen eines Tigers, der geworden; nach Abzug aller Kosten verdiente er kaum so das Blut leckt, das ihm den Rachen färbt. Immer neue viel, um die Zinsen seiner Schulden bezahlen zu können. Beweise ihrer Zuneigung wollte er haben und kam fast alle Die Frauen verstehen solche Situationen nicht. Bei ihnen zwei Tage nach dem Hause in der Rue Joubert. ist das Herz stets Millionär. vinen geheirathet!" rief Finot. Worin bestand denn da das Geheimniß zwischen ihr und Ferdinand?" Der Schuft besaß damals ein Vermögen von etwa Nun hat aber weder Desroches noch Du Tillet Malanderthalb Millionen Franks, er brauchte also eigentlich ihre Wlitgift gar nicht in Betracht zu ziehen. Und doch widerstand er nicht nur Malvinen, sondern auch Rastignac und Nuzingen, die ihren Scharfsinn täglich vergebens aufboten, den Fuchs zu fangen. Auch Godefroid konnte es nicht unterlassen, seiner zu fünftigen Schwägerin ihre lächerliche Stellung zwischen den Das Geheimniß sollst Du erfahren," erwiderte Birion. Allgemeine Regel: Ein Mädchen, das einmal seinen Schuh verschenkt hat, wird, wenn es ihn auch zehn Jahre lang verweigert hätte, nie von dem geheirathet, welcher... Unsinn!" fiel Blondet ein. Das Geheimniß lantet Die Matifat's wohnten damals in der Rue du Cherches Midi, also in einem Viertel, das zu der Rue des Lombards, wo sie ihr Vermögen erworben hatten, am entgegengesetzten Ende von Paris lag. Ich habe die Matifat's studirt! im Während meiner Galeerenzeit als Beamter Ministerium, wo ich acht Stunden täglich zu zweiunda zwanzigkarätigen Pinseln gesperrt war, habe ich Driginale kennen gelernt, die mich zu der Ueberzeugung brachten, daß der Schatten rauh ist und daß unter der größten Plattheit Engel stecken können. Ja, ja, liebe Jungen! Mancher Spießbürger verhält sich zu einent anderen, wie Raphael zu einem Pfuscher. Die verwittwete Frau Desroches hatte schon seit langem *) Gemeint ist ein General Napoleons, Lefèvre. Der Uebersetzer, gekennzeichnet hat. Es giebt heutzutage teine Harun| aufzufordern, den Geist der Versöhnlichkeit walten zu lassen. Alraschide mehr, und auch feine Reichstaugler Die Korrespondenz" schreibt: wie Drenstierna. Zwischen Hoch und Niedrig gähnt eine breite Kluft, die jeden Verkehr hindert. Das Hoch kennt nicht das Niedrig, versteht es nicht. Und so muß das Niedrig sich selbst verstehen und sich selbst helfen. Nur vom arbeitenden Volk hat das arbeitende Volk Rettung zu erhoffen- nur der Sozialismus erlöst uns von dem Nothstand. Politische teberlicht. Berlin, den 21. Januar. Schneidigkeit mag an vielen Orten gut sein, im Verkehr mit mündigen Arbeitern wirkt sie leicht verbitternd und aufreizend. Will man Strenge walten lassen, dann soll man es aber auch als eine unabweisbare Pflicht anerkennen, die Wünsche der Bergleute bei Zeiten zu hören und ihnen die Möglichkeit zu geben, solche Wünsche den Bergbehörden und Grubenverwaltungen geradewegs und freimüthig vortragen zu fönnen, ohne Maßregelungen befürchten zu müssen. Es ist verhängnißvoll, jeden unzufriedenen Arbeiter, wie es von Arbeitgebern vielfach geschieht, zum politischen Wühler" zu Nach unseren Er ftempeln und ihm Gehör zu versagen. fahrungen bei früheren Ausständen sollten besonders die Grubenverwaltungen ein scharfes Auge darauf haben, wie die Bergleute von den Unterbeamten behandelt werden. Jede berechtigte und durch Furcht erstickte Klage des Arbeiters wird zum Fluch auf seinen Lippen." Die Erbschaftsstener kommt! Diesen Schreckensruf nt? Defen parlamente entscheiben, ob wir ein große 3 wehrhaftes Bolt bleiben follen gegenüber ben notorisch weit über uns hinaus gerüsteten Feinden im Osten und Westen, die sicher nur zusammen losbrechen, oder ob wir, in der Hauptsache wegen der leidigen Geldfrage, in Tagen des Sturmes dann, wie sie die Weltgeschichte noch nicht gesehen, wieder wie so oft, auf Zeit wenigstens, in die Sklaverei anderer Böller kommen, französisch- russische Retten tragen und dann außer unserer nationalen Ehre Milliarden und Ströme von Blut opfern müssen über das hinaus, was deutsche Kleinbürgerei jetzt meint sparen zu sollen. Wir sind nicht so arm, wie man uns unterschiebt: wir können den Frieden bezahlen zur Abwehr des Krieges, der dann uns nicht fragen wird, ob vir bezahlen wollen oder können. Gott gebe uns gute Entscheidung und Entscheidung im großen Sinn und Geist! Gedrücktheit, Unlust, Verdunkelung liegt jetzt auf weiten Kreisen: es wird wieder besser werden! Wahren Sie vor allem, meine Herren, die Jugend, die unsere Hoffnung ist und unserer Zukunft Kraft, die freudige Zuversicht, die es tveiß: Gott verläßt den Deutschen nicht", wenn er sich selbst nicht verläßt. Er wird uns auch wieder große Männer senden in entscheidender Zeit! Da es bei der eingetretenen Zersplitterung mir schwer werden würde, zu wählen, wohin von Den vier einladenden Seiten ich heute Abend den Fuß lenken sollte, so ist es mir Bedürfniß gewesen, wenigstens hier diese Zuversicht zum Patriotismus unserer Jugend auszusprechen, und wenigstens hier einen Kranz freudigen nationalen Gedentens zu legen auf das Haupt diefes Tages." Das ist natürlich keine Politik im Sinne der Herren Hundert Jahre sind's heute- am 21. Januar Die Sozial- Korrespondenz" wird mit diesen Worten daß au Ludwig dem Sechzehnten von Frankreich das Urtheil vollstreckt wurde, welches vier Tage vorher dem König Stumm höchstens ein mitleidiges Lächeln entdas französische Volt durch seine Vertretung- den Konloden; er weiß, er hat das Regiement, und hat es die Revent über ihn gefällt hatte. Am 21. Januar des gierung und die Bergbehörden fühlen lassen, was es heißt, denkwürdigen und ereignißreichen Jahres 1793- des andere Wege, als König Stumm fie vorschreibt, zu gehen. großen Jahres der großen Revolution" starb der legitime Behörden sind für ihn nur dazu da, seinen Willen zu vollIn den Grubenbezirken herrscht König Stumm, und die König von Gottesgnaden auf dem Schaffot- nicht unschuldig, wie das die monarchische Geschichtslegende be- strecken. hauptet, sondern auf Grund unanfechtbarer Beweisstücke zum Theil von seiner eigenen Hand- des Hoch- und stellt die Kölnische Zeitung" an die Spize ihres Blattes Landesverraths, und zwar des denkbar schlimmsten Ver- und läßt ihm einen langen, langen Leit- und Leidartikel Professoren, trok den faustdicken Anspielungen auf die 720 Abgeordnete von den 749 Mitgliedern des National- folgen. Als Erfaz für die Vermögenssteuer ließe sie fich Militärvorlage! Sie mögen es nur so weiter treibenKonvents waren anwesend, als über die Schuldfrage des diefelbe gefallen. Aber sie fürchtet, daß fie nach der Ver- fie erregen den Widerspruchsgeist nur desto früher. WerthKönigs entschieden wurde, und einstimmig wurde die mögenssteuer unausbleiblich auch fommen wird! Alle voll ist ja für uns außerdem das Zugeständniß der Schuldfrage bejaht, nur 37 Abgeordnete erklärten nebenbei Steuern, welche den armen Mann treffen, werden von der Ermattung, Unluft und Gedrücktheit", die auf der bürgerden National- Konvent für inkompetent, ein Strafurtheil zu Kölnischen" mit Freuden begrüßt; in Born geräth fie nur, lichen Welt liegen. Ja, sie wackelt und wankt bereits, die fällen. Unsere deutschen Geschichtsfälscher gefallen sich darin, wenn eine noch so kleine Steuer den Besitzenden auferlegt faule" Ordnung"! der König als Opferlamm für die Sünden seiner Vorfahren hinzustellen. Thatsächlich hat Ludwig XVI. eine höchst Jm Reichstagswahlkreise Liegnis hat die deutschschmähliche Rolle gespielt; während er die Verfassung be- freisinnige Partei nunmehr den Sentier Auguſt Jungfer in schwor und wiederholt feierlichst sich zu ihr bekannte, verhandelte Bieguig als Kandidaten aufgestellt. er mit allen Feinden Frankreichs und hetzte sie zum Kriege gegen dasselbe. Seine Schwäche und Charakterlosigkeit, raths überführt und zum Theil geständig. wird. Eine kleine Fälschung begeht die Germania" in feine persönliche Gutmüthigkeit können über das Ver ihrem heutigen Feuilleton- Artikel Zur Erinnerung an den brecherische seiner Handlungsweise nicht hinwegtäuschen. 21. Januar 1798." Sie läßt den König Ludwig XVI. Wenn die Todesstrafe überhaupt für zulässig er genau mit der absoluten Mehrheit von 361 Stimmen" achtet wird, dann twar sie jedenfalls diesem der Verrätherei gegen die Freiheit der Nation und des AnMonarchen gegenüber angebracht, der gegen sein eigenes griffes auf die öffentliche Sicherheit des Staates für schuldig Bolt intriguirte und die auswärtigen Mächte zum Kriege erklärt und zum Tode verurtheilt werden. Thatsächlich ist gegen dasselbe hette. Unsere Reaktionäre, Konservative wie die Schuldfrage einstimmig bejaht worden und nur für die Liberale, haben amfwenigsten Anlaß, gegen das Urtheil, und Todesstrafe mit sofortiger Bollstreckung ergab sich jene ab= vor allem gegen die Strafe zu eifern, die sie bei viel ge- folute Majorität von 361 Stimmen. ringerem Anlaß zu vertheidigen gewöhnt sind. Ihren Unwillen erregt nur, daß die wohlverdiente Strafe über einen König verhängt wurde. Sie sehen in den vielen Schicksals fällen, die Frankreich erfahren, eine Strafe für die Hin richtung des Königs. In diesen hundert Jahren hat Frank reich allerdings oft seine Regierung gewechselt; der Despotie, dem Militarismus, der Bourgeoisie ist es verfallen, aber eine Frucht aus dem denkwürdigen 21. Januar 1793 ist ihm erhalten geblieben; die mystische Weihe des Gottes gnadenthums ist gründlich ausgerottet, das Gleichheitsgefühl hat allen Regierungen Stand gehalten, die Unterwürfigkeit thepropper. w wyder. Denkweife des um einen Kopf, und um Kopfeshöhe ist das Bolk gewachsen! Dem Reichstage ist das vierte Verzeichniß der eingegangenen Petitionen, Nr. 7220-11171, zugestellt. Daß der Ministerialerlaf wegen der Sonntags ruhe vom 15. Dezember 1892 geradezu das Verlangen nach Beschränkungen der Sonntagsruhe hervorzurufen geeignet ist, bestätigt einer der Hauptgegner der Sonntagsruhe, Herr Eugen Richter, indem er die Interessenten in den Provinzial städten, welche sich durch die gegenwärtige Verkaufszeit bedrückt fühlen, ermuntert, auf Grund des Ministerialerlaffes bei den Regierungspräsidenten vorstellig zu werden, um eine Abänderung der geltenden Bestimmungen zu erwirken. Zu dem Bergarbeiterstreik( siehe Leitartikel) fühlt sich selbst die„ Sozial- Korrespondenz" des Dr. Böhmert ver anlaßt, wenn auch in sehr zahmer Weise, die Bergbehörden Bobligh bachachaitons " m Herr von Treitschke, der deutsche Geschichts- Bramarbas und Phrasendrescher, benutte gestern eine öffentliche Vorlesung über" politische Theorien", um den Studirenden den Beweis zu liefern, daß Luther kein Revolu tionär war, und daß man Revolutionäre nie gut nennen könne, da eine Revolution immer einen Rechtsbruch bedeute. Bir müßten uns also gegen die Worte verwahren, die der derzeitige Universitätsrektor Birchow von guten Revolus tionären gefaselt hat. Herr v. Treitschte weiß, daß ihm die schnauzige Redeweise über Virchow nichts schaden tann und als Führer der schnoddrigsten Richtung der deutschen Jugend fühlt er sich veranlaßt, ihr in der dieser genehmisten Ausdrucksweise voranzugehen. Der Musterkönig Milan und seine Frau, Natalie, haben sich versöhnt. Den Segen nebst einem Douceur hat " Bäterchen" gegeben, das in Frau Natalie eine seiner eifrigsten Agitatorinnen oder Agentinnen besitzt. werden also demnächst Gelegenheit haben, den russischen Rubel in Serbien an der Arbeit zu sehen. Wir Politik und Universitäten. Das Professorenkollegium der Universität in der guten Stadt Leipzig zeichnet sich bekanntlich seit langem durch sein Bestreben aus, das Ein dringen vorgeschrittener Elemente in Lehrer- und Studententhum mit allen Mitteln zu verhindern. Es sei nur an die Der Gipfel der Heuchelei. Die französische Fälle der Genossen Dr. Schmidt und Man erinnert, die Rammer hat mit großer Mehrheit das Preßknebelvon dem ehrenwerthen Leipziger Professorenthum gemaß- Gesetz angenommen. Die Presse ist der Spiegel des regelt wurden. Als Grund mußte immer herhalten, daß öffentlichen Lebens- und gewiffe Leute lieben es nicht in die Politik von der Universität ferngehalten werden müsse. einen ehrlichen Spiegel zu sehn, weil ihnen der Anblick von Wie wenig aber die nationalliberalen oder konservativen Herren Hallunken verhaßt ist. Regit" fehren, beweist zu hundest bereits bekannten Dingen Die mugerrrawalle in gollaud. Man schreibt uns jetzt folgende Mittheilung der amtlichen Leipziger Zeitung" aus Amsterdam, d. d. 19. Januar 1893; vom 19. Januar: Jeht hat auch hier in Amsterdam die bittere Noth in ihrer Um den Tag der Reichsgründung festlich zu gräßlichsten Gestalt, Hunger und Kälte, Tausende von arbeitsbegehen, hatte sich die Leipziger Studentenschaft be- losen Menschen dazu getrieben, sich mit Gewalt zu verschaffen, tanntlich in nicht weniger als fünf Gruppen gespalten. Diesem was man gutwillig ihnen nicht geben wollte. Zerrbilde deutscher Ginigkeit gegenüber sehen wir diesmal von Schon während der ganzen Woche hatten bald hier bald da der gewohnten Berichterstattung über die akademische Feier des Versammlungen der Arbeitslosen stattgefunden. Es war ein GeTages ab. Auch die Professorenkreise scheinen unsere An- such an den Bürgermeister um Arbeit abgeschickt, auf welches sie schauungen zu theilen, und es ist wohl lediglich der Ausdruck heute Morgen um 11 Uhr Bescheid erhalten sollten. Taufende des allgemeinen Empfindens, bem gestern Professor Dr. Fricke hatten sich um diese Zeit vor dem Rathhause eingefunden und Ausdruck gab, als er seiner Vorlesung über Dogmatit eine faben mit Spannung der Entwickelung der Dinge entgegen. Ansprache mit folgendem Schluß vorausschickte: Wir können Als furz nach 11 Uhr die Deputation vom Bürgermeister es uns, am wenigen an einem Festtage wie heute, nicht ver- zurückkam und nur schlechte Nachrichten für die Arbeiter mit leugnen, daß, gleichgiltig woher, eine gewisse Erbrachte, wurden plößlich Hunderte von Zetteln durch die aufmattung der nationalen Begeisterung über geregte Menge vertheilt mit der Aufschrift: Bunkt i Uhr auf Viele gekommen ist, daß, wie von einem Dämon der Börse sein, dort wird das Geld und Brot vertheilt." herbeigetragen, eine Wolfe sich gelegt hat auf das Schon lange vor 1 Uhr war der Plah vor der Börse schwarz Fener Der Begeisterung, Die damals die ganze von Menschen. Die 15 Meter breite Freitreppe der Börse war Nation durchglühte. Schon die nächsten Tage bis an die Thüren dicht von Arbeitern befeht. Heute gab es ober auch Wochen werden im Reich hier feinen Eingang für die Börsenjobber. Heute, herrschte hier auf die Heirath ihres Sohnes mit Fräulein Matifat hin- Frau Matifat war eine Kunstfreundin sie kaufte Lithos gearbeitet. Das größte Hinderniß war ein gewiffer Cochin, graphien, Chromolithographien und bunte Bilder, über ein junger Beamter im Finanzministerium und Sohn des haupt lauter billiges Zeug. Herr Matifat aber fand feine Associe's der Firma Matifat. In Herrn und Frau Berstreuung darin, neue Unternehmungen zu prüfen und ein Matifat's Augen schien aber doch die Stellung eines wenig an der Börse zu spielen, um sich Bewegung au vers Advokaten Bürgschaft für das Glück einer Frau, wie sie schaffen. fich ausdrückten, zu bieten. Desroches war, um einen Nothanker zu haben, auf den Plan seiner Mutter eingegangen. Er behielt also die Droguistenfamilie in der Rue du Cherche- Midi in Rückhand. = " im väterlich gutmüthigen Tone zu ihr, vergessen Sie nie, daß ein ariner, schlaftrunkener Mensch fortwährend Thee getrunken hat, um bis zwei Uhr Morgens wach bleiben und Ihnen feierlich sagen zu können: Heirathen Sie! Machen Sie teine Schwierigkeiten, achten Sie nicht auf Ihre Gefühle, denken Sie nicht an die niedrige Berechnung der Ein Zug wird Euch meinen Matifat in seiner ganzen Männer, die einen Fuß hier, den andern bei den Matifat's Tiefe erkennen lassen. Der gute Mann wünschte seinen haben, stellen Sie überhaupt keine Betrachtungen an, sondern Nichten regelmäßig folgendermaßen gute Nacht: Geh' zu heirathen Sie! Heirathen heißt für ein Mädchen einent Bett, meine lieben Nichten!" Er fürchtete sie zu betrüben, Manne zufallen, der die Verpflichtung übernimmt, für ihren wenn er fie mit Ihr" oder„ Sie" anredete. materiellen Unterhalt zu sorgen und mit ihr, je nachdem, Um Euch eine andere Art Glück begreiflich zu machen, Ihre Tochter war ein junges Mädchen, das sich nicht mehr oder minder glücklich zu leben. Ich kenne die Welt: müßte ich Euch diese beiden Krämer, Männchen und Weib zu benehmen wußte; sie sah aus, wie eine feinere Rammer Die jungen Mädchen, die Mamas und die Großchen, schildern, wie sie sich über ihr Gärtchen freuen, in sofe, spielte eine Sonate herunter, schrieb eine hübsche eng- mütter heucheln sämmtlich wenn sie, sobald die einem Erdgeschoß wohnen und sich an dem Spiel eines lische Handschrift, verstand Französisch und Orthographie, Rede vom heirathen ist, vom Gefühl sprechen. Jede denkt tornährendünnten und langen Springbrunnenstrahls ergößen, und erfreute sich mit einem Worte einer vollständigen, nur an gutes Auskommen. Wenn die Tochter gut unterder beständig aus einem runden Kaltsteintischchen im Mittel- bürgerlichen Erziehung. Sie sehnte sich nach einer Ghe, gebracht ist, sagt die Mutter, sie hat ein vortreffliches Gepunkt eines Baffins von sechs Fuß Durchmesser emporsteigt; um das elterliche Haus zu verlassen, wo fie fich schäft gemacht. müßt' ich Euch schildern, wie sie zeitig aufstehen, um im wie ein Marine- Offizier auf der Nachtwache langweilte, nur So entwickelte ihr Rastignac seine Ansichten über die Garten nachzuschauen, ob Blumen gewachsen sind, wie sie mit dem Unterschied, daß diese Nachtwache den ganzen Tag Ehe, die nach ihm nur eine geschlossene Handelsgesellschaft unthätig und unruhig sich nur ankleiden, um etwas zu thun dauerte, Desroches oder der junge Cochin, ein Notar oder ist, um das Leben zu ertragen. Ich will Ihr Geheimniß nicht wissen, setzte er hinzu, zu haben, wie sie sich im Theater langweilen und stets auf ein Garde- du- Corps, ein echter oder ein Talmilord, jeder dem Wege zwischen Paris und Luzarche sind, wo sie ein Gatte war ihr recht. Da sie vom Leben offenbar nichts denn ich kenne es. Wir Männer erzählen uns ebensogut Landhaus besaßen, in dem ich oft zu Gaste war. verstand, hatte ich Mitleid mit ihr und wollte ihr sein alles, wie die Damen, wenn sie sich nach dem Diner zurüd Eines Tages, Blondet, hielten mich die Matifat's un- großes Geheimniß offenbaren. Aber ach! die Matifat's ver- ziehen. Noch einmal und das sei mein lehtes Wort: nük auf; und aus Dankbarkeit erzählte ich ihnen Abends schlossen mir ihre Thür. Die Philister und ich, wir werden heirathen Sie! Werden Sie alte Jungfer, so erinnern Sie von neun bis Mitternacht eine Geschichte, eine wunderschöne einander nie begreifen." sich daran, daß ich Sie heute Abend inständig gebeten habe: Schachtelgeschichte. Eben war ich dabei, die neunund- Die kleine Matifat hat schließlich den General Gouraud heirathen Sie! zwanzigste Person in meine Erzählung einzuführen, da geheirathet," bemerkte Finot. Rastignac sprach in einem Tone, der nicht nur Aufneigte auch Bapa Matifat, der als Hausherr am längsten Unser Exdiplomat, Godefroid von Beaudenord, merksamkeit, sondern Nachdenken heischte. Sein Rath war Stand gehalten hatte, nachdem er fünf Minuten lang genickt, brauchte zwei Tage," fuhr Biriou fort, um die Matifat's so dringend und so überraschend, daß sich Malvine beim das Haupt und schnarchte wie die übrigen Zuhörer. Am und ihr Wesen zu durchschauen. Zufällig war Rastignac Berstande, also da, wo sie Rastignac treffen wollte, gefaßt nächsten Morgen machten sie mir alle wegen des schönen gerade da und plauderte mit der leichtsinnigen Baronin fühlte. Noch am folgenden Tage sann fie vergeblich darüber Schluffes meiner Geschichte ihr Kompliment. am Kamin, als Godefroid Malvinen Bericht'erstattete. Einige nach, was ihn zu seinem Rath veranlaßt haben könnte. Bei diesen Spießern verkehrten Herr und Fran Worte trafen sein Ohr, und er errieth, wovon die Rede war, Du wolltest uns doch erklären, wie Rastignac zu seinem Cochin, Adolph Cochin, Adolph Cochin, Frau Desroches und der besonders als er Malvinen's ärgerlich zufriedene Miene Vermögen gekommen ist," unterbrach Couture hier Bigiou's Pleine Popinot, ein Droguist, der sein Geschäft noch sah. Raftignac, er, der angebliche Egoist, blieb bis zwei Uhr Erzählung. Aber so viel Kreisel Du auch peitschst, von betrieb. Er erzählte den Matifat's, was es in der Morgens, um mit Malvine ungestört sprechen zu können. der Erklärung seh ich nichts. Wir sind doch nicht etwa in Rue tes Lombards Neues gab.( Du mußt ihn übrigens Beaudenord entfernte sich, als die Baronin zu Bett ging. Deinen Augen auch nur mit sechs Flaschen Selt multitotnen, Finot.) Liebe Malvine, sagte Rastignac, sobald sie allein waren, plizirte Matifat's!" ( Fortsetzung folgt.) " " " das Bolt. Drohende Rufe nach Arbeit und Brot wurden Taut. Strafe bis auf einen Zag Gefängniß ermäßigt der Neuwahl für den Herrn Major Simula stimmen. Den dazwischen das begeisterte Singen der Marseillaise. Rein Schuß werden." Die gesperrt gedruckten Worte enthalten die Schwarzen würde unter folchen Umständen ihre Agitation nicht mann, fein Soldat war zu sehen. Da etwa gegen 2 Uhr rückten Aenderungen vom bestehenden Geset. Nächste Sihung der Kom- viel nüßen, wenn die Sozialdemokratie einen Saal zu Versamm aus allen Straßen, die auf den Börsenplay ausmünden, starke mission am 26. Januar. Abtheilungen Schuhleute heran, welche die Volksmenge so zu Lungen zur Verfügung hätte. Daß die Ultramontanen in wirthfagen mit einem Ring umgaben. Eine Abtheilung war durch fchaftlichen Fragen an Einfluß zurückgehen, zeigte schon der AusAus der Budgetfommiffion des Reichstages. Nachdem stand der Bergleute auf Grube" Deutschland". Der Zabrzer eine fleine Sinterthür in die Börse gelangt und fam nun den die Kommission in ihrer gestrigen Sitzung die für den Ausbau Anzeiger" schreibt u. a.:" Daß gerade Deutschlandsgrube" hier auf der Freitreppe stehenden Arbeitern mit gezogenen Säbeln in der Reichs- Eisenbahnen geforderten Mittel bewilligt hatte, wurde in Oberschlesien den Anfang machen muß mit derartigen Ver den Rücken. In diesem Augenblick erschien eine blut- in die Berathung des Marine- Etats eingetreten. tehrtheiten ist um so befremdlicher, als dieser Ort der Schauplat tothe Fahne über den Häuptern der Menge, Der Abgeordnete Singer nahm hierbei Veranlassung, darauf der wunderbaren Errettung jener 42 Bergleute zum Gedächtniß die unter begeisterten Rufen hin und her geschwenkt hinzuweisen, daß auf den kaiserlichen Werften die Gepflogenheit jener Ereigriffe eine monumentale Kirche aufgeführt hat, die doch wurde. Jetzt rückten alle Schuhmann Abtheilungen auf herrsche, über 40 Jahre alte Arbeiter nicht einzustellen. geeignet sein sollte, durch ihren Anblick die Bewohner von solchen die Fahne los. Es entspann sich ein furzer Kampf Der Redner begründete seinen energischen Widerspruch gegen verhängnißvollen Thorheiten abzuhalten, durch die man muth zwischen ihnen und der Menge. Seldenmüthig hält der riesige diese Maßregel damit, daß es mit der Auffassung, welche die willig neues und unabsehbares Unheil über sich und die Seinen Fahnenträger unter den Rufen:„ Es lebe die Freiheit!" Reichs- und Staatsbetriebe als Musteranstalten betrachte, nicht heraufbeschwört." feine Fahne als Waffe gebrauchend, eine Beit lang ftand, bis in Einklang zu bringen ist, wenn die Reichsbetriebe den Arbeitern er schließlich unter den Säbelhieben der auf ihn eindringenden gegenüber eine Stellung einnehmen, wie sie kapitalistischer und Todtenliste der Partei. Gestorben in Breslau der Schuhleute unter seiner Fahne zusammenbrach. Schnell wurde rücksichtsloser nicht gedacht werden kann. nun die Schuhmannschaft Meister des Playes. Ein dreifacher Genosse Paul Wagner, Vertrauensmann des Landkreises Wenn die Arbeiter bis zum 45. Jahre militärpflichtig sind, Breslau. In Kassel ist einer der ältesten Veteranen der Kordon wurde um die Börse herumgezogen. Die Arbeitermassen wenn das Alters- und Invaliditätsgesetz eine bis zum 70. Jahre Arbeiterbewegung, der Parteigenosse Meife, vor einigen Tagen ergoffen sich nun in die umliegenden Straßen und plünderten, dauernde Arbeit zur Bedingung für den Bezug der Altersrente nach langer, recht schmerzhafter Krankheit verschieden. Meise vor Hunger ihrer Sinne nicht mächtig, mehrere Bäckerläden, ohne macht, dann sollte man in den Reichsbetrieben sich auch nicht auf gehörte schon seit den lezten sechziger Jahren und später dem daran von der Polizei gehindert zu werden. den frassesten Unternehmerstandpunkt stellen, der annimmt, daß der allgemeinen deutschen Arbeiterverein an, dessen Bevollmächtigter Arbeiter nach dem 40. Jahre nicht mehr ausbeutungsfähig genug für Kaffel er lange Jahre war. Nach der Vereinigung der Die Arbeitseinstellung in Lancashire dauert fort, ist und diefe Leute unbekümmert der Arbeitslosigkeit und dem Laffalleaner und Eisenacher wurde er von den Kaffeler Genossen und je höher die Noth der Arbeiter steigt, desto rücksichts- daraus refultirenden Glend überliefert. zum Parteiagenten und später zum Vertrauensmann gewählt. Lofer offenbaren die Unternehmer ihre wahre Natur. Die Der Staatssekretär für die Marine fchien anfangs nicht immer, und besonders auch während der Zeit des SozialistenArbeiter erklärten sich vor acht Tagen bereit, eine Lohn- ganz genau von den Verhältnissen unterrichtet zu fein; er ftellte gefeßes, zählte Meise zu unseren eifrigsten und opferbereitesten reduktion von 5 Prozent anzunehmen, unter der Bedingung, jedoch, nachdem ihm die Werftordnung überreicht war, feft, daß Genoffen. Sein Andenken wird stets hochgehalten werden. daß die wöchentliche Arbeitszeit 40 Stunden nicht über-§ 1075 derselben eine Bestimmung enthält, wonach Arbeiter über Am 18. Januar ist nach fünfjähriger schwerer Krankheit und steige, und daß, mit Wiederbeginn der vollen Arbeitszeit, 40 Jahre nur ausnahmsweise eingestellt werden sollen. Invalidität einer der Führer der englischen Arbeiter: der alte Lohn wieder gezahlt werde. Das war ein durchaus Regel geworden, da die Werkmeister wiederholt die Einstellung widmet ihm einen warmen Nachruf. In der Praxis find nun die gestatteten Ausnahmen zur bewegung, Genosse T. 2. Joynes, gestorben. Die„ Justice" Sie erinnert daran, daß praktischer Vorschlag, denn bei einem solchen Abkommen älterer Arbeiter unter Berufung auf die Werftordnung abgelehnt Joynes zu einer Zeit in die Bewegung trat, in der noch ein wurde es möglich, daß der lleberfüllung des Marktes mit haben. weit höherer moralischer Muth dazu gehörte, sich als Sozialist Waaren, welche von den Fabrikanten als Grund der Der Staatssekretär gab übrigens die Berechtigung der An- au bekennen, als heute, daß er sein Leben lang ein wackerer Arbeitsunterbrechung bezeichnet worden war, allmälig gegriffe, welche der Abg. Singer gegen diese Praxis bei der Ein Kämpfer für die Ausbreitung unserer Anschauungen in England steuert und die Produktion nach und nach in eine gewisse ftellung von Arbeitern gerichtet hatte, unumivunden zu und war, und daß er als edler Charakter sich fern von allen den Harmonie mit der Konsumtion gebracht wurde. Wohlan, versprach, den Befehl zu ertheilen, daß in persönlichen Streitigkeiten hielt, welche die englische Bewegung die Herren Arbeitgeber nahmen die Lohnreduktion von erften, die Einstellung von Arbeitern nicht zuletzt Mitarbeiter der Justice" und starb an einer Herzlähmung feinem Reffort, also auf den taiferlchen bis vor einiger Zeit lähmten. Er war troß seines Leidens bis 5 Prozent an, aber nicht die Reduktion der Arbeitszeit. mehr davon abhängig sein soll, daß dieselben in West Hoathly( Suffer). Wenn sie produzirten, dann wollten sie auch massenhaft unter 40 Jahre alt find. produziren wenn auch erst für die Zukunft. Abwarten tönnen sie's ja. Und so zerschlugen fich die Verhandlungen und die Arbeiter von Lancashire, ausgesperrt durch die Arbeitgeber, hungern weiter in dieser besten der Welten. Die Maffenvergiftung als sozialdemokratisches Kampfmittel", von der unsere Kapitalistenpresse, an läßlich einiger Erkrankungen in Homestead( Amerika) gefabelt hatte, stellt sich jetzt, da die näheren Berichte vor Liegen, als ein einfacher Dummerjungenftreich heraus, als practical joke handgreiflicher Spaß, wie sie unter Studenten, Soldaten, Handwerkern und Trades- Unionisten früher sehr gewöhnlich waren, und theilweise heute noch find. Das Gift", mit welchem das fürchterliche Verbrechen ausgeübt wurde, war- Crotonöl, und der Zweck: einigen Streitbrechern Durchfall zu verursachen! Und aus diesem, allerdings derben, unferetwegen auch rohen Jur hat das Lügengesindel im Solde des Kapitals eine Maffenvergiftung" gemacht, die natürlich den dort leider gar nicht vorhandenen Sozialdemokraten in die Schuhe geschoben wurde! Parlamentarisires. Auf die Frage des Abg. Richter, ob die Absicht bestehe, bei der Marine ebenfalls die zweijährige Dienstzeit einzuführen, gab der Staatssekretär die Antwort, daß bei der Marine von der dreijährigen Dienstzeit nicht abgegangen werden könne. Jm Berlaufe der weiteren Berathung wurden die Forde rungen der Regierung auf Vermehrung der Matrofenartillerie Abtheilungen um eine neue Rompagnie mit 14 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Darteinachrichten. B Polizeiliches, Gerichtliches ze. -Wegen Beleidigung des Polizeisergeanten Dyk in Salle hat der Redakteur des dortigen Voltsblatts", R. Jilge, 30 M. Geldstrafe zu zahlen. Der Staatsanwalt hatte 2 Monate Gefängniß beantragt. Der verantwortliche Redakteur des fofalen Theils, Krüger, wurde wegen Beleidigung des Gemeindevorstehers Knaul zu Müllerdorf und des Halleschen Ober- BolizeiInspektors Weydemann zu insgesammt 2 Monaten( 14 Tagen bez. 6 Wochen) Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte bezüglich des letzteren Falles 4 Monate Gefängniß beantragt. Wegen Gotteslästerung wurde der Genosse Pafchleben in Lindenau vom Leipziger Landgericht zu zwei Monaten Ge fängniß verurtheilt. Dr. Quy, Redakteur der Magdeburger Volksstimme". leben) eine breimonatliche Strafhaft angetreten, die ihm wegen hat am 20. Januar im Gefängniß zu Seehausen( Kreis WanzMajestätsbeleidigung auferlegt worden ist. " weiter stattgefunden in Neuenfelde( Referent oren 3), Protestversammlungen gegen die Militärvorlage haben münder a. D.( Referent Paul- Hannover), Badenstedt ( Referent Rauch- Simmer), Crefeld( Ref. Gerisch). Verleger Adolf Geck und Redakteur Otto Bie= lowsti vom Offenburger Voltsfreund" haben Aus der Parteipreise. 3ur Nothstandsdebatte, wegen Beleidigung des Fabrikanten Buchholz und des Rechtsdie durch die bekannte Interpellation unferer Fraktion im anwalts Bürger 100 bezw. 60 M. Geldstrafe zu zahlen. Die Reichstage veranlaßt wurde, schreibt der in Langenbielau Beleidigung wurde in einem Artikel, betitelt Des Volksfreundes erscheinende, Proletarier aus dem Eulengebirge": Schwanenlied an seine Lefer", gefunden, welcher die Thatsache Wenn( die Debatte) greifbar praktische Erfolge auch nicht ge- humoristisch glossirte, daß der Fabrikant und Gasdirektor Buchzeitigt hat, so möchten wir doch den sehen, der im Eruste be- holz gedroht hatte, die Leitung zum Gasmotor der Geck'schen haupten tönnte, daß solche Debatten nicht unendlich viel zur Druckerei gewaltsam abzuschließen, woran er übrigens durch GeAufklärung beitragen, und das ist nach Lage der Sache im richtsbeschluß verhindert wurde. Das Schöffengericht fand in Augenblick nun einmal das Einzige, was zu erreichen ist, aber dem Artikel eine Berhöhnung der Kläger und nahm an, daß Geck Dieser Bortheil ist durchaus nicht zu unterschäßen. Es werden den Artikel geschrieben habe, weil er nicht gesagt hatte, daß dies uns dadurch zahlreiche neue Anhänger zugeführt. Deshalb muß nicht der Fall sei. fich das arbeitende Wolf auch mit aller Kraft an den Reichstagswahlen betheiligen." Parteifinanzen. Bezirk Heßlach des Stuttgarter sozialdemokratischen Vereins: Jahreseinnahme 1038,25 M., Ausgabe 937,98 m.( Der Bezirk zählt jetzt 206 Mitglieder.) Soziale Lleberlicht. Bierte Sigung der VIII. Kommiffion lex Heinze. Die Debatte über Abfah 2 des§ 180, der die Lokalisirung der Prostitution zum Erfolge haben würde, wird heute zu Ende ge führt. Abg. Dr. Spahn tritt vom juristischen, siftlichen und hygienischen Standpunkte aus der Vorlage entgegen. Der Staatsfetretär von enthe und Regierungsrath von Lonquiere betonen, daß die Polizei in jedem einzelnen Falle folle entscheiden fönnen, ob Lokalisirung angemessen oder nicht. Zum Begriff Im Dorfe Chropoczow( Kreis Beuthen, Oberschlesien) Aus dem Saarkohlenrevier wird der Franks. tg." beeines Bordelles gehören ein Abhängigkeitsverhältniß der Mädchen fand am 8. Januar, wie uns von dort berichtet wird, eine vom richtet: Sunmehr stehen die Zahlen der wegen ihrer Betheiligung vom Wirth und Einrichtungen, die anlocken, z. B. Empfangs- Redakteur des Katolit" geleitete ultramontane Wählerverfammam Ausstande für immer oder zeitweilig aus der Grubenarbeit fäle, Verkauf geistiger Getränke und dergleichen. Solche Art lung statt, in welcher ber Abgeordnete des Kreises, Major entlassenen Bergleute fest: der ersteren sind es 491, der legteren Bordelle wünsche die Regierung nicht. Die Regierung müsse zu- Samula, über seine Thätigkeit im Reichstage referirte. Ent 1966, aufammen also 2475 Mann. Im Bergmannsfreund" finden geben, daß ein sehr großer Theil von solchen, die nach der heutigen gegen ihrem Verhalten bei sozialdemokratischen Versammlungen wir nun ebenfalls eine Berechnung des durch den Ausstand verRechtsprechung als Kuppler zu bestrafen wären, nicht zur Bestrafung zeigte sich die Polizei den Ultramontanen gegenüber von außerursachten Arbeitslohnausfalles. Unter Zugrundelegung des für gezogen werden fönnen, weil dann sehr viele Fälle getroffen gewöhnlicher Höflichkeit. Herr Szmula begann seinen Vortrag den Monat November v. J. mit 8,82 M. ermittelten Durchwürden, in denen eine Ausnutzung der Lufidirnen nicht mit der unzutreffenden Prophezeihung, es werde auf der Welt schnittslohnes beträgt nach dieser Berechnung der den Aus vorliege. Dieser Zustand vertrage sich nicht mit der so lange nicht beffer verden, bis die Regierung und die Kirche Ständigen entgangene Lohn die Summe von 925 238,38. Autorität des Gesetzes. Abgeordneter Payer tritt für Hand in Hand gingen. Dann begann der Redner einen Lobdie Vorlage ein. bedeutend mit " " 1 In Gelsenkirchen wurde, wie der Leipziger Korrespondent" Wenn der Absah 2 Gefeh würde, so gefang über seine Reichstags- Thätigkeit anzustimmen. Alles, was fei der Polizeiverwaltung die Möglichkeit gegeben, die Prostitution ben Arbeitern durch die Gesetzgebung zu gute kommt, hat GR gleichfalls meldet, am 15. Januar das Personal der von der Straße weg in die Wohnung zu treiben. Ein Zustand mit feinen schwarzen Kollegen gemacht. Der schlimmste Feind Auftrage des Staatsanwalts verhaftet und zur Bernehmung vorDruderei der Berg arbeiter Beitung"( drei Mann) im wie in Stuttgart, wo jest entgegen früherer Braris Wohnungs- ist die Sozialdemokratie; gegen ihn helfen nur die Jesuiten. inhaber zur Bestrafung gezogen feien, weil sie Prostituirte be- Beifall erhielt Herr Szmula für diese geistreiche Behauptung jedoch geführt. Bei der Vernehmung wurde den Kollegen erklärt, für herbergten, denen die Polizei diese Wohnungen empfohlen hatte, nicht. Die versammelten Ultramontanen mochten sich wohl felber alles, was gedruckt würde, wären fie verantwortlich, nur in an sei unhaltbar. Abg. v. Guste dt- Labacken tritt gleichfalls für fagen, daß die Sozialdemokraten vor den Jesuiten jedenfalls feine betracht ihrer Berhältnisse( verheirathet am Orte) wolle man fie die Vorlage ein, Fürst Radziwill, Stephan, Stadt- Furcht haben können, wenn sie die Aufhebung des Ausnahme vorhanden wären. In Zukunft follten sie sich aber hüten und wieder frei laffen, obwohl Gründe zu ihrer Inhaftirung genirg hagen, Horwih dagegen. Ersterer betont ins gefeges gegen die Jesuiten selber befürworten. Auf das Altersbesondere, daß für ihn nahme verbiete. Die Annahme des Absatzes 2 fei gleichwohl weil man ihm mitgetheilt hatte, daß dessen Wohlthaten" die Bergleute gezeigt, als sie den Streit begannen. Hoffentlich das Sittlichkeitsgebot die An- und Invalidenversicherungsgesetz ging Herr Szmula nicht ein, sich als freie Männer und nicht als Knechte zeigen." Als freie Männer und nicht als Knechte haben sich ja auch der Anerkennung, daß der jetzige Staat felbft den ultramontanen Wählern zu fragwürdig sind. Bezüglich wird in der Verhandlung dies nunmehr die Gelsenkirchener Staatsdem Uebel machtlos gegenüberstehe. Auch hoffe er auf eine der Militärvorlage gab er die Versicherung ab, er und seine anwaltschaft als Milderungsgrund gelten laffen, falls wirklich ein Befferung der traurig liegenden Verhältnisse durch Christenthum, fchwarzen Kollegen wären gegen diese neue Heeresvermehrung. oder der andere Streifende als freier Mann" gegen einen der gutes Beispiel, Aufklärung durch die Orden und anderer. Mindestens müsse die zweijährige Dienstzeit gegeben werden. zahlreichen Paragraphen des Gesezes verstieß. Wenn übrigens Stadthagen hebt hervor, daß es eine Reihe von Städten Das Zentrum wird also wahrscheinlich die Militärvorlage ihrer die Buchdruckergehilfen darüber die Kontrolle haben sollen, was mit Bordellen oder bordellähnlichen Instituten in Deutschland Hauptsache nach bewilligen, und dann können die ultramontanen gebe, die nicht bestraft würden. Die nothwendige Folge folcher 2ähler fich freuen! Daß der Reichstag die Vorlage nicht beAnstalten sei eine Ausbeutung, eine Verftlavung dieser armen Ge- willigen und deshalb aufgelöst werden würde, hielt Herr Szmula schöpfe. Einrichtungen derartiger Natur zwecks Befriedigung indeffen für wahrscheinlich. Er fragte nun die Bersammlung, wen männlicher Geschlechtsluft zu schaffen, gewissermaßen um fie denn zum Abgeordneten wählen würden. Natürlich riefen die Mädchen immer auf Lager zu haben, sei ein brutaler Ultramontanen: Den Herrn Major Szmula." Es war nichts Angriff dem weiblichen Geschlecht gegenüber. Bum Be- anderes zu erwarten, denn die Versammlung war blos durch den weise für die Art der Ausbeutung der Mädchen liest Katholik" und von der Kanzel herab bekannt gemacht worden, so Die Buchdruckereibesiger in Lanfanne( Schweiz) werden er u. a. ein von dem früheren Wirthe des Bordells in baß die meisten der anders gesinnten Leute von ihr feine Kenntniß am 1. April den Neunstundentag einführen und damit Mainz( Marmorsaal) geführtes Kontobuch aus den 60er Jahren hatten. Der Redner fam nun auf die Lage der oberschlesischen eine wichtige Gehilfenforderung erfüllen. Wenn es nach der vor, aus dem sich ergiebt, daß die Mädchen in dauernder Arbeiterzu sprechen und rühmie sich, daß er vor einiger Zeit die Mehrheit der Buchdruckereibefizer Deutschlands ginge, würde im Schuldknechtschaft blieben, und daß der Wirth 13 000 bezüglich Sanalifirung der Oder beantragt habe, damit die schlesische Kohle Reiche der Sozialreform" der Neunstundentag wahrscheinlich erst 17 000 Gulden Jahreseinnahme hatte. Sei die Prostitution nicht auf dem dem billigeren Wasserwege befördert werde, was 1393 eingeführt. Früher thun's diese nothleidenden Unternehmer auszurotten, fo fei doch auch kein Grund zur Heuchelei vor die Zahl der Käufer Bahl der Käufer oberschlesischer Rohle steigern und aus freiem 28illen kaum. handen. Möge die anständige Mädchenwelt auf der Straße zur Hebung der Produktion führen würde. Nach längerem ungefeßliches gedruckt wird, wie viele tonfervatie, ultramontane ungefeßliches gedruckt wird, wie viele konfervatie, ultramontane tungen würden dann nie das Licht der Welt erblicken, denn es und sonstige gesinnungstüchtige Bücher, Zeitschriften und Zeiwimmeln ja fast alle z. B. von gesetzwidrigen Aufreizungen gegen eine Bevölkerungsklasse, nämlich gegen die Arbeiterschaft, anderer Bergehen nicht zu gedenken. Bergehen nicht zu gebenken. fehen, wohin ihre Geschlechtsgenossen durch die sozialen Zustände Loben feiner Thätigkeit als Abgeordneter schloß Redner Brotgänge im Grenzverkehr. Mit dem 1. Oftober 1891 gelangen, damit fie Hand zur Aenderung der Gesellschaftsordnung mit dem Versprechen, daß er eben so wie bis jeßt in der Zukunft begann, nach Mittheilung der Bäcker- und Konditor- Zeitung", mit anlege. für die Oberschlefier kämpfen werde. Wir glücklichen Ober- das Polizeiamt zu Eupen( Rheinproving) den dortigen EinBei der Abstimmung wird§ 180 Abs. 2, der die Lokalisirung schlesier! Der Redakteur des Katolit" theilte hierauf mit, er wohnern, welche für ihren Hausbedarf Brot oder Mehl mit dem der Prostitution ermöglichen will, mit 14 gegen 6 Stimmen babe Diskussion deshalb nicht zugelassen, um dem Herrn Samula Anspruch auf Bollbefreiung aus Belgien einführen wollten, die abgelehnt. Dafür stimmten: Bayer, Pieschel, Ende- feine Unannehmlichkeiten zu bereiten. Dieser wußte freilich, daß gefeßlich verlangte Bescheinigung auszustellen, daß die Empfänger mann, Giese, v. Guftedt, v. Holleufer.§ 180, Abfab 1, wird so auch Sozialdemokraten anwesend waren. Warum nun hat Herr der Waaren im Grenzbezirk wohnen und eigene Haushaltung dann mit 14 gegen 6 Stimmen( Sozialdem. und Freis.) in folgen- Samula in seinem Vortrag nichts von den Getreidezöllen und führen. Bis Ende 1892 belief sich die Zahl der ausgestellten, auf der Faffung angenommen:„ Wer gewohnheitsmäßig oder aus anderen indiretten Steuern erwähnt? Warum hat er nichts über längere Zeit giltigen Scheine auf 2453. In den legten drei Eigennus burch seine Bermittelung oder durch Gewährung oder die Stellungnahme der Regierung zur Arbeitslosigkeit und zum Monaten des Jahres 1891 wurden 96 713, im Laufe des Jahres Berschaffung von Gelegenheit der Unzucht Borschub leistet, wird Mothstand gefagt? Das wäre viel wichtiger gewesen, als den 1892 wurden 848 982 Kilogramm Brot von Eupener Einwohnern wegen Kuppelei mit Gefängniß nicht unter einem Monat Kulturkampf aus dem Grabe herauszuholen. Herr Simula wird aus Belgien geholt. Da für jede Haushaltung nur 1,5 Kilp bestraft; auch tann zugleich auf Geldstrafe von 150 bis gewußt haben, daß wenn er schilberte, in welcher Weise gramm eingeführt werden dürfen, so ergiebt sich aus obigen 6000 Mart, auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, fowie er bei den Punkten: Getreidezölle, Arbeitslosigkeit und Bahlen, daß im vorigen Jahre 232 621 Brotgänge" von Eupen auf Zulässigkeit von Polizei- Aufsicht erkannt werden. Sind Rothstand" im Deutschen Reichstag thätig Sind Rothfiand" im Deutschen Reichstag thätig gewesen ist, nach Belgien gemacht worden und im Durchschnitt täglich milbernde Umstände vorhanden, so tann die sicherlich nicht ein einziger gefagt haben würde, er werde bei 64 Personen zu diesem Zwecke über die Grenze gewandert find. Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Circus Renz. Unferm Kollegen Heinrich Noebel ( Karlstraße.) Sonntag, den 22. Januar 1893, gegenüber keinerlei Verantwortung Zwei große Fest- Vorstellungen. Theater. Sonntag, den 22. Januar. Opernhaus. Djamileh. Bajazzi. Bajazzi. Slavische Brautwerbung. Montag: Der Wildschüß, oder: Die Stimme der Natur. Schauspielhaus. Wilhelm Tell, Montag: Das Stiftungsfest. Deutsches Theater. Lolo's Vater. Montag: Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Dora, Montag: Iphigenie. Leffing- Theater. Heimath. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater. Der Probepfeil. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Mala Vita. Montag: Die Zauberflöte. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Zagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rehdeny Theater. Familie PontBiquet. Montag: Diefelbe Vorstellung. Neues Theater. Durch die Intendans. Kleine Hände. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmßädt. Fürstin Ninetta. Theater. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der Distanzritt. Montag: Dieselbe Vorstellung. National Theater. Die Königs tochter als Bettlerin, oder: Die Schule des Lebens. Montag: Die Ahnfrau. Alexanderplatz- Theater. Die Kellne rinnen von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. FreieVolksbühne( National- Theater) I. Abth. Andere Zeiten. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenGebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. Adolph Ernst- Theater. Zum 29. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämmtl. Künstlerspez. I. Rang. fowie Reiten u. Vorführen d. bestdress. Schul- u. Freiheitspferde. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Auf vielseitiges Verlangen: Bum Schluß: Die lustigen Heidelberger. Abends 712 Uhr: Zum Schluß: Ein Künstlerfest. Seinem Geburtstagsfest zu Ehren Wünschen wir viel Glück und Freud' Damit's stets tlingt:„ O schöne Zeit." 1011b Die Durstenden aus der Dieffenbachstraße. " Deutsch. Tischlerverband ( Bahlstelle Berlin). Branche der Musik- Instrumentenmacher. Versammlung Allen Freunden und Genossen die am Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokale des traurige Mittheilung, daß am DonnersHerrn Deigmüller, Alte Jakobftr. 48a. tag, den 19. Januar, der, langjährige 3. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. Zagesordnung: 1. Vortrag. Referent Herr öfter. 2. Diskussion. Parteigenoffe Ernst Peter 376/9 General- Versammlung Große Ausstattungs- Pantomime vom nach langem Krankenlager verschieden am Dienstag, den 24. Jannar, Abends Punkt 8½ Uhr, bei Bolk, Alte Jakobßtraße 75( oberer Saal). Hofballetmeister A. Siems. Mit über- ift. Die Beerdigung findet heute, Sonn- Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Abrechnung vom 4. Quartal. raschenden Licht- und Wassereffecten. tag, den 22. d. M., vom Krankenhaus 2. Neuwahl der Ortsverwaltung und Wahl des Arbeitsvermittlers. 3. Bericht Auf das Glänzendſte in Szene geſetzt Friedrichshain nach dem in Wilhelms- der Werkstatt- Rontrollkommission. Zahlreiches Erscheinen ist nothwendig. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. berg belegenen Kirchhof statt. vom Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Außerdem Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Morgen, Montag, 71/4 Uhr: Große Borstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Feen- Palast Bett- Solat Berling, 5000 Perf. faffen Burgstraße, neben der Börse. Heute: fassend. Die Vertrauenspersonen des 4. Wahlkreises( Often). Den Parteigenossen des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises zur Nachricht, daß am Freitag Abend unser treuer Genoffe Max Liebetrau Gr. Spezialitäten-Vorstellung. bem verstorbenen einen für unſere gute plötzlich ist. Wir verlieren in Spezialitäten- Vorstellung. de Sonnabend, den 4. Februar 1893, in den ,, KonkordiaFestfälen", Andreasstr. 64: Grosser Wiener Masken- Ball. Anfang 8, Uhr. Billets à 50 Pf. find auf allen Zahlstellen, sowie bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. 316/17 Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung bem Berforbenen einen, für unsere gute für Hausdiener, Handlungsgehilfen Ehre seinem Andenken! Anf. Wochent. 72 Uhr, Sount. Sache unermüdlichen Kämpfer. 6 Uhr. Kaffeneröffnung 1 Std. vorher. Entree 50 Pf. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. der equilibrist. KaminBraselli, feger. Broduktion auf The Maakwoods, Mephistod. freistehenden Leiter. preisgefr. fahrerinnen Jongleur und Equilibrist. 3 Schwest. Porotti, Kunst- RadRappo- Jeffy, Mlle. Bellona, vorzügl. InſtruBarnum mit feinen wunderbar mentalistin. dress. Riesen Doggen. = The Lees, meter heate Theod. Zierrath, Bannemann. Lilly Mellini, Soubrette. zweier Negersklaven. als OriginalBildhübsche Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Avis! Mittwoch, 25. d. Mts.: Erstes gr. Masken- Kostüm- Fest. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22, d. M., Nachm. 3 Uhr, vom und-Gehilfinnen Trauerhause, Sorauerstr. 14, aus statt. am Sonntag, den 22. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Feen- Palast, Um rege Betheiligung bitten 849/1 Die Vertrauenspersonen W. Erbe, Fr. Zubeil. Den Mitgliedern des Lese- und Diskutir- Club Süd- Ost Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ecke. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Peus aus Defau über: Der Untergang der Mittelklaffe". 2. Distuffton. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 10086 Die Einberufer. 99 Verein der Militärschneider. die traurige Nachricht, daß unser be- Heute, Sonntag, 22. Januar, in der Berliner Ressource, währtes Mitglied der Genosse Max Liebetrau am Freitag Abend plöglich gestorben ist. Die Mitglieder verlieren in dem Entschlafenen den Mitbegründer des Vereins. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 22. d. M., Nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Sorauerstr. 14, aus statt. 198/15 Der Vorstand. Den Mitgliedern des Sozialdemoke. Wahlvereins im In Szene geſetzt von Adolph Ernst. Gratweil's Bierhallen 4. Berl. Reichstags- Wahltr. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachlammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Kommandantenstraße 77-79, Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. Zwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Etablissement Buggenhagen. Moritz Play. Moritz Play. Täglich Instrumental- Konsert. Großer Frühstücks- n. Mittagstifd. Spezial- Ausschant von Patenhofer Lagerbier, hell und dunkel. An Sonn- und Festtagen findet das Konzert in den oberen Sälen statt. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. Castan's Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Panoptikum. Tai- za- Wunder. Geheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Fantoche- Theater. Andere llusionen. Sämmtlich ohne Extra- Eutree. Entree 50 Pf., Kinder 25 f. PassagePanopticum. Neu! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. ACTIEN- BRAUERE RIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain Kommandantenstr. 57: III. Stiftungs- Fest bestehend aus 237/10 grossem Vokal- und Instrumental- Konzert unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Sängerfreiheit( M. d. A.-S.-B.) Nach dem Konzert: Großer Ball. Herren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Bf. nach. Eröffnung 51/2 Uhr. Anfang präzise 6 Uhr. Billets à Person 30 Pf. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 22. d. M., Abends 7 Uhr, finden zwei Versammlungen statt. 1. Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Vortrag des Herrn zur Nachricht, daß unser bewährtes Reichstags- Abgeordneten Schmidt, über: Der Kampf um menschenwürdiges Mitglied, der Genosse Dasein. 2. Rofenthalerstr. 38. Vortrag des Herrn Peus über: Schule und Religionsunterricht. Max Liebetrau am Freitag plöglich gestorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, Nach beiden Versammlungen: Tanz. Gäste sehr willkommen. Achtung! Nachmittags& Uhr, vom Trauerhane Filzschuharbeiter! Sorauerstr. 14, aus statt. Um rege Betheiligung bittet 376/10 Der Vorfand. Freunden und Genossen zur Nachricht, daß am 20. b. M. unser Genosse, der Drechsler Max Liebetraut, an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Wir werden ihm stets ein treues Andenken bewahren. 10146 Mehrere Genoffen und Kollegen bei Siemens u. Halske. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 20. d. M. verstarb im Alter von 74 Jahren unser Vereinskamerad, der Zimmerer Otto Eberhard. Die Beerdigung findet Montag, den 23. d.M., Montag, den 23. Jannar, Abends 8%, Uhr, bei Seefeldt, Grenadierstraße 33: Vereinsversammlung der Filzschuharbeiter u. Berufsg. Berlins u. Umgegend. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Wernan. 2. Diskussion. 3. Vierteljahresbericht. 4. Bericht der Revisoren v. SommerVergnügen. 5. Vereinsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. 155/7 141/1 Verein deutscher Schuhmacher ( Filiale Berlin). Montag, den 23. Jan., Abds. 81/2 Uhr, in den Parlamentshallen, LandsbergerStraße 38: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Jost. 2. Diss fuffion. 3. Wahl des Filial- Bevoll mächtigten. 4. Verschiedenes und Fragetaften. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 275/9 Der Bevollmächtigte. Orts- Krankenkasse der Maurer. Diejenigen Vertreter( Delegirte) der Krankenkasse, welche gewillt sind sofort oder später eine freiwillige KrankenKontrolle auszuüben, werden ersucht Holzmarktstr. 48 a zu melden. Der Vorstand. Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Verband deutscher Korbmacher. ich bei dem Rendanten der Staffe Elsasserstr. 17, aus nach dem alten Elisabeth- Kirchhofe in der Ackerstraße [ 10156] Der Vorstand. statt. ( Filiale Berlin.) Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, Allen Freunden, Bekannten und Ver- bei Roll, Adalbertstraße Nr. 21: wandten, welche meinem lieben Mann, am Königsthor. unserm guten Sohn, dem chirurgischen Instrumentenmacher ja Heute Sonntag: Grosses Gustav Beech die letzte Ehre erwiesen haben, sagen Instrumental- wir hiermit unseren tiefgefühlten Dant. Namentlich dem Sängerchor der Töpfer. Konzert W. Böhme unter Mitwirkung ber nenen großen Konzert- Orgel. Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programm unentgeltlich. 3597L Welt- Restaurant S. Dresdenerstr. 97. 9936] Ww. Beech nebst Eltern. Nachruf. Am 1. Januar entschlief unser treuer Freund, Kollege und Mitglied der Vereinigung der Maler, Lackirer und Anstreicher 2c., Gustav Bluhm an der Proletarierkrankheit. Derselbe war uns stets ein braver und treuer Vereinsgenoffe und Mitkämpfer in dem Emanzipationskampfe der Arbeiter. 215/4 Norddeutsche Sänger, 7 Pers. Ehre seinem Andenken! 2. Saal: Hr. Schauss, Frls Fiori, Melanie, Sternau. Empfehle nach wie vor mein vergrößertes Lokal, franz. Billard 2c. dem verehrten Publikum. Vorwärts, Volks- Zeitung, fowie andere Zeitungen Anf. in der Woche 7 Uhr, Sount. 5 Uhr. liegen aus. [ 3596L M. Berndt, Die Filiale 5( Nord) der Maler, Lackirer und Anstreicher etc. Bergstr. 74a, Mittagstisch 30 Pf., Abends Beafsteats, Leber, Koteletts, 10126 194/10 Versammlung. Der Vorkand. Genossenschaftsbäderei für Berlin und Umgegend. E. G. mit beschr. Haftpflicht. Sämmtliche Inhaber von Karten für unsere Genossenschaft, sowie solche Intereffenten, deren Antheilscheine noch nicht gerichtlich eingetragen find, wer den erfucht, fich spätestens bis zum 31. Januar in unserm Romtoir, Müllerstr. 166a zur Abgabe der schrift lichen Beitrittserklärungen einfinden zu wollen. Später geltend gemachte Ansprüche können nicht mehr berücksichtigt werden und gehen demnach Inhaber von Karten und nicht eingetragenen Antheilscheinen ihrer Anrechte an die Ge 95/9 nossenschaft verlustig. Der Vorstand. J. A.: Adolf Scholtz. Hugo Lazarus. 255/3 Concordia- Festsäle C. Säger Andreasstr. 64 und Krautstr. 38. Größtes und schönftes Pracht. Etablissement der Residenz. Heute, sowie jeden Sonntag: Gr. Instrumental- Konzert. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Grosser Ball, ausgeführt von 2 stark besetzten Orchestern. Meine auf das tomfortabelste eingerichteten großen und kleinen Säle, fowie 5 neue Regelbahnen, Billard und Vereinszimmer, stehen den geehrten Vereinen zur gefl. Benuzung unter toulantesten Bes dingungen. 49/17 Allen Freunden und Genossen empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bierlokal. Bereinszimmer m. Piano zu vergeben. P. Schulz, Jahnstr. 1, Ece Urbanstr. Homöopathische Klinik, Brunnen 996b straße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg.9-10. Hierzu zwei Beilagen Ein Vereinszimmer m. Pianino auf mehr. Tage zu verg. Gr. Frankfurterftraße 80/81. Oranien- u. Alexandrinenstr.- Ecke. Vereinszimmer, Simeonst.23, Ffick.| Rührei 25 Pf. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mar Ba dina in Berlin, SW, Beuthstraße 2, 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 19. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 27. Sigung vom 21. Januar, 1 Uhr. Aun Bundesrathstische: v. Bötticher, Hanauer. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung der Vorlage betreffend die Abzahlungsgeschäfte. Sonntag, den 22. Januar 1893. 10. Jahrg. dem Publikum nicht der Schutz werden, welchen man ihm mit Diese Fälle, die in der Praxis ungemein zahlreich sind und auch dieser Vorlage bieten möchte. Das Gesetz miß nothwendig die hier im Reichstage schon von verschiedenen Seiten vorgeführt Meinung verbreiten, daß bei uns die Unlauterfeit im Handel worden sind, rechtfertigen durchaus im Interesse des schwächeren und Wandel so groß und allgemein ist, daß man Gesetze dagegen Kontrahenten den Einbruch in die Vertragsfreiheit, welcher nach machen muß, oder daß unsere Nation eine Nation von Unmün der Vorlage erfolgen soll. Nicht ganz unbedenklich scheint mir, digen ist, die man auf jede Weise von obenher beschüßen und daß der Verkäufer nur die Vergütung erhalten soll, welche ihm bewahren muß. Das Gefeß legt die erste Bresche in die Ver- der Richter für die Nutzung zuspricht. Ich bin mit dem Abg. tragsfreiheit des Handels; die Wirkungen werden diejenigen zu Wöllmer darin einverstanden, daß dem Verkäufer auch für das Der Gefeßentwurf statuirt die Berechtigung des Käufers, im tragen haben, welche nach Ihrer Meinung den Nutzen davon Risiko, welches er zu tragen hat, irgendwelche Entschädigung zu Falle des Rücktritts des Verkäufers vom Vertrage wegen Nicht- haben werden. zuerkennen ist. Nach dieser Richtung wird die Vorlage einer erfüllung der dem Käufer obliegenden Verpflichtungen gegen Rüd- Abg. Freiherr von Buol( Zentr.): Das Zentrum freut sich genauen Prüfung bedürfen. Ebensolche Schwierigkeiten entstehen gabe der Sachen die Zurückgewährung der Theilzahlungen zu der endlichen Erfüllung eines langjährigen Wunsches, die mit der über die Frage, wie die angemessene Vergütung für die Nutzung fordern. Der Verkäufer hat in diesem Falle außer dem Ersatz Vorlage versucht wird. Die Darlegungen des Borredners haben einer Nähmaschine, eines Klaviers zu bemessen sein wird. Im für Beschädigung der Sachen nur eine angemessene Vergütung mir nicht flar gemacht, ob er das Gesetz theilweise akzeptirt oder großen Ganzen wird der Entwurf dem Verlangen nach Abhilfe für die Nutzung der Sachen zu verlangen. Konventionalstrafen es im Ganzen verwirft. Wir wollen das Abzahlungsgeschäft gerecht, er bedürfe aber einer gründlichen kommissarischen Besollen, falls sie unverhältnißmäßig hoch sind, durch Urtheil auf nicht mehr erschweren, als nothwendig ist, um die Schwachen rathung. einen angemessenen Betrag herabgesetzt werden dürfen. Alle diese gegen Ausbeutung zu schützen. Die Petitionen der Abg. Tukauer( foz.): Ich gebe zu, daß ein großer Theil Vorschriften sollen auf Miethverträge, Leihverträge u. s. w., ent- Interessenten sprachen in einem Ton, als handle es der gegen die Abzahlungsgeschäfte vorgetragenen Klagen vollsprechende Anwendung finden. sich um einen leichtfertigen, gewissenlosen Versuch, die ständig gerecht sind. Aber auch der andere Theil ist von Schuld Abg. Ackermann( bt.) ist erfreut, daß die verbündeten Re- Kreditgewährung an Unbemittelte unmöglich zu machen. feineswegs frei. Die Petition der Herren Ackermann, Biehl und gierungen endlich dem wiederholten Rufe nach Reform auf diesem Es wird darin behauptet, der Entwurf gehe aus Brotneid, aus Genoffen, die Agitation der Innungen und Zünstler, des sog. Gebiete entsprochen haben. Das Gesez sei geeignet, den schlimmsten Konkurrenzneid hervor, er wolle die Abzahlungsgeschäfte ruiniren, ansässigen oder seßhaften Handwerks, haben diese Klagen zu Auswüchsen auf dem Gebiete des Betriebs der Abzahlungsgeschäfte er sei aufgestellt ohne die Mitwirkung von Fachleuten. Dabei einem Umfange anschwellen lassen, der unzweifelhaft den Verentgegenzuwirken. Anzuerkennen sei, daß die Beseitigung der Ab- werden gleichzeitig die Mißstände zum Theil zugegeben. Nur ein hältnissen nicht entspricht. Wie diese Klagen, so hat infolge zahlungsgeschäfte nicht mehr thunlich sei, daß vielmehr die Ent- kleiner Theil der Petitionen hat auch positive Verbesserungs- derselben auch die Vorlage über das Biel hinausgeschossen. Wenn wicklung des Verkehrs und des Zwischenhandels bis zu einem gewissen vorschläge gemacht. So wird ganz im Einklang mit unserer sie Gesez wird, schüttet man das Kind mit dem Bade aus. Mir Grade fie unentbehrlich gemacht habe. Ob es nicht angezeigt Stellung das Verbot des Haufirhandels empfohlen. Andererseits persönlich, auch meinen Parteigenossen wäre es lieber, wenn die fei, einige Vorschriften des Gesetzes zu verschärfen, darüber werde will eine Petition ein strafrechtliches Verbot der Angriffe gegen Entwickelung der Verhältnisse die Abzahlungsgeschäfte nicht zu man fich am besten in einer Kommission auseinanderzusetzen haben. Den guten Ruf der Abzahlungsgeschäfte.( Heiterkeit.) Beide einer Nothwendigkeit gemacht hätte. Da wir aber nicht die Redner beantragt die Vorberathung des Entwurfs in einer Forderungen gehen nach der entgegengesetzten Seite zu weit. Ab- wirthschaftlichen Verhältnisse bestimmen können, diese vielmehr Kommission von 21 Mitgliedern. gesehen von den Nebenbestimmungen, welche die Verschleierung durch andere Faktoren bestimmt werden, so ist auch eine andere Abg, Wöllmer( dfr.): Wir können nur mit Befriedigung des Vertragsinhalts durch die Vertragsform betreffen, abgesehen Betrachtung der Frage am Playe, als sie sich bei den Konhören, daß auch Herr Ackermann die Nothwendigkeit der Ab auch von der Bestimmung, daß das Gesetz nur Anwendung fervativen und dem Zentrum zeigt. Mit Freuden haben wir be zahlungsgeschäfte bis zu einem gewissen Grade anerkennt. Dem finden soll auf die Fälle, wo der Käufer nicht Kaufmann ist, begrüßt, daß die Abzahlungsgeschäfte auch dem Arbeiter ermöglicht Gesezentwurf hätte zweckmäßig eine Unterscheidung zwischen schränkt sich der Entwurf darauf, einige Bedingungen zu ver- haben, Bedürfnisse zu befriedigen, die er bei den heutigen schlechten legitimen Geschäften und solchen über Lurusgegenstände zu Grunde bieten, welche zu Ungunsten des Käufers wirksam werden können: wirthschaftlichen Zuständen auf dem Wege der Baarzahlung nicht gelegt werden müssen. Niemand wird leugnen, daß die hundert- er läßt aber den Eigenthumsvorbehalt nach wie vor zu. Das befriedigen kann. Andererseits schlage ich den ratenweisen Erwerb taufende von Nähmaschinen, welche auf Abzahlung getauft Sentrum ist im Wesentlichen mit diesen Vorschriften einverstanden einer Nähmaschine nicht so hoch an, wie die Vorredner; durch den worden sind, einen eminenten voltswirthschaftlichen Nutzen ge- und schließt sich dem Antrage auf Kommissionsberathung an. Vertrieb der Nähmaschinen durch die Abzahlungsgeschäfte ist die Hausbracht haben, daß die Geschäfte, welche diesen Vertrieb besorgt Abg. Caffelmann( nl): Nebereinstimmung herrscht im industrie gefördert und so die Lage der Arbeiter erschwert worden. haben, sich um das Wohl der ärmeren Klassen der Bevölkerung Reichstage darüber, daß eine vollständige Abschaffung der Ab Ebenso steht fest, daß vielfach die Abzahlungsgeschäfte dazu bes verdient gemacht haben. Aus der Form des reinen Leihver zahlungsgeschäfte nicht angeht, ebenso darüber, daß gewisse Miß nutzt werden, den Käufern minderwerthige Waaren zu hohen trages, der früher bestand ohne jeden Anspruch auf Uebergang stände in diesem Geschäftszweige vorhanden sind. Zwiespalt der Preisen aufzuhängen. Man glaubt nun aber, daß nur diejenigen des Eigenthums in die Hand des Miethers, hat sich erst das Meinungen ist nur vorhanden über die Frage, ob und inwieweit Geschäfte Abzahlungsgeschäfte sind, welche sich ausdrücklich als eigentliche Abzahlungsgeschäft entwickelt. Neben diesen nüh- auf dem Wege der Gesetzgebung diese Auswüchse zu beschneiden sind. folche bezeichnen; das ist nicht der Fall. Besonders in der lichen und vortheilhaften Geschäften sind diejenigen, welche Luxus. Es steht fest, daß für ganze weite Voltskreise, die Baarzahlung Möbelbranche ist hier in Berlin fast jedes Geschäft zugleich ein gegenstände betreffen, nur ein geringer Theil. Soll dieses geringen nicht leisten können, infolge ihrer wirthschaftlichen Verhältnisse, Abzahlungsgeschäft. Jedes dieser Geschäfte zählt unter seinen Theils wegen das ganze Abzahlungsgeschäft erschwert werden? solche Geschäfte nothwendig find. Sehr erfreulich ist es dennoch, Kunden reichlich zur Hälfte solche, die nur auf Abzahlung kaufen. Soll es in Zukunft unmöglich gemacht werden, sich auf daß die Vorlage denjenigen Wünschen nicht entsprochen hat, die Was nun den Entwurf betrifft, so hat der Eigenthumsvorbehalt dem Wege der Abzahlung die erste Einrichtung zu verschaffen? bei der Besprechung der Zentrums- Interpellation am 9. Dezember nicht die Bedeutung, wie sie ihm beigelegt wird. Schon oft ist Bedenkt man nicht, wie sehr eine solche Erschwerung der allge- 1892 geäußert wurden, namentlich den Wünschen, welche auf dem durch richterliches Urtheil entschieden worden, daß der Zugriff meinen Sittlichkeit entgegenwirten würde, wie sie den Abschluß Gebiete der Gewerbepolizei liegen, dazu gehört die Einschränkung eines dritten Gläubigers zulässig ist, wenn dieser dem Verkäufer Die Verfallflausel wird in der von Ehen in den weniger bemittelten Volksklassen vermindern des Haufirbetriebes der Abzahlungsgeschäfte und das Verbot der den Rest der Rate auszahlt. und die Zahl der Konkubinate vermehren würde? Das wollen ja Abzahlungsgeschäfte in Lurusgegenständen. Es würde ungeheuer Vorlage in berechtigter Weise eingeschränkt, aber ihre gänzliche doch gerade die Herren von der Rechten und vom Zentrum nicht. schwierig sein, die Grenze zu bestimmen, bei welcher ein Artikel Beseitigung halte ich nicht für gerechtfertigt, da gegen Die Hauptsache ist die Beseitigung der Verfallsklausel, der Be- aufhört, Bedarfsartikel zu sein und Luxusartikel zu werden an- böswillige Schuldner auf andere Weise nichts auszurichten stimmung, daß der Vertrag bei Nichtzahlung auch nur einer Rate fängt. Im Interesse der Landbevölkerung liegt es andererfeits, ist. Auch die Frage der Vergütung für die Nutzung ist nichtig, der Betrag der bis dahin entrichteten Raten aber ver- Kreditgeschäfte auf Abzahlung im Umherziehen abschließen zu im Entwurf nicht glücklich gelöst; bie Entscheidung der Ge fallen sein soll. Diese Verfallsklausel ist keineswegs so ungeheuer- laffen. Ich bin nun gewiß auch ein Freund der Vertragsfreiheit, richte wird meistens zu Ungunsten der Geschäftsinhaber ausfallen. lich, wie es dargestellt wird; sie besteht ja in ähnlicher Weise im aber es giebt auch einen Mißbrauch der Freiheit, und die dadurch Jedenfalls ist es auch nicht günstig für den Geschäftsinhaber, Retentionsrecht bei Miethsverträgen, sie ist enthalten in den hervorgerufenen Mißstände sind so groß, daß ein öffentliches wenn er gezwungen sein soll, bei Nichterfüllung des Vertrages Versicherungsverträgen, fie fommt vor bei gewissen Hypotheken- Interesse dabei in Frage kommt. Daher ist ein Eingriff in die die Sache zurückzunehmen und die gezahlen Raten herauszugeben. geschäften und dergleichen. Wenn sie nun aber für nichtig er- Vertragsfreiheit nicht an sich zu verwerfen. In diesem Sinne Die Möbelhändler, zu denen ich selbst gehöre, haben doch das flärt werden soll, so handelt es sich um die Frage, was ist eine stimmen wir der Tenbenz des vorgelegten Gefeßentwurfes voll Interesse, mit neuen Möbeln zu handeln; wird die Vorlage angemeffene Vergütung? Die Interessenten erklären in ihren ständig zu. Die Vereinbarung des Eigenthumsvorbehaltes wird Gesetz, dann wird aus jedem Möbelgeschäft eine Trödelbude werden. Betitionen eine solche Lösung der Frage, welche dem richter- ja nicht ausgeschlossen. Es ist unrichtig, wenn die Petitionen An dem Rücktritt vom Vertrage ist doch nicht blos der Möbellichen Ermessen Alles überläßt, für höchst bedenklich. Die Fest folches behaupten. Es wird aber vorgeschrieben, daß die Ver- händler, sondern sehr oft der Käufer Schuld. Wird die Vorlage stellung einer solchen angemessenen Entschädigung oder Vergütung abredung, daß die ganze Restschuld wegen Nichterfüllung des angenommen, so werden die Rücktritte der Käufer vom Vertrage ift in den meisten Fällen für den Richter unausführbar. Geradezu Vertrages fällig werden soll, nur dann rechtsgiltig ist, wenn der sich mehren. Man denkt hier nur an die böswilligen Hehler. ins Riesenhafte würde die Zahl der Prozesse wachsen, wenn die Käufer mit zwei Raten, welche wenigstens den zehnten Theil Bei den 36 Möbelabzahlungsgeschäften find in 3 Jahren 789 Fälle Bestimmung in dieser Form Gesetz wird. Man wird außerdem in des Preises darstellen, ganz oder theilweise im Rückstande ist. vorgekommen, wo die Möbel entnommen, aber nicht die Raten jeder Beziehung diefelbe zu umgehen suchen. Der Kaufvertrag wird Diese Vorschrift ist nothwendig, um den einer wucherischen Aus- bezahlt worden; in 436 Fällen waren die Möbel sammt den verschwinden und der Leihvertrag durchweg an seine Stelle treten, beutung sehr nahe kommenden Mißbrauch unmöglich zu machen, Kunden verschwunden, in 353 waren die Kunden aber nicht mehr oder es werden die Nachtheile, welche den Interessenten aus der darin besteht, daß ein Käufer, der vielleicht nur noch mit der die Möbel da.( Große Heiterfeit.) Die Innungen entrüsten sich diesem Gesetze drohen, ausgeglichen werden durch eine verhältniß- legten Rate im Rückstande ist, den Gegenstand wieder heraus- so sehr über das unreelle Abzahlungsgeschäft, welches ihnen so mäßige Erhöhung der Preise der Objekte. In jedem Falle wird geben und gleichzeitig seine fämmtlichen Zahlungen verlieren soll. schwere Konkurrenz macht. Es giebt noch viele andere, zum Theil Sonntagsplauderet. -G Zucht, fie will vor allen Dingen auch Anerkennung und Be- Denn wir nähern uns mit rasender Schnelligkeit einer lobigung finden. Herr Stöcker fand es in der Sittlichkeits- ganz neuen Beitepoche. Nicht daß wir etwa mit Eugen Kommission greulich, daß er vor dem Oranienburger Thor Richter, der sich übrigens zu Neujahr mit seiner Sparagnes R. C. Abseits, fernab von dem Schauplatz der großen von einsam wandelnden Mädchen mehrfach auf seine verlobt haben soll schade um die schönen Sparkassenpolitischen Ereignisse hat sich in der vergangenen Woche moralische Widerstandsfähigkeit geprüft wurde. Man muß bücher, der Ansicht wären, daß vielleicht schon morgen eine Thatsache vollzogen, die auch einmal geeignet ist, das der Sünde nicht aus dem Wege gehen, wenn man sich selbst vom Begasbrunnen die rothe Fahne wehen sollte, Herz des Menschenfreundes mit unverfälschter, wahrer, vertraut, im Gegentheil, man muß sie überwinden, nein, die neue Zeit bricht in ganz anderer Weise ftiller Freude zu erfüllen. Der ehemalige König von nöthigenfalls mit mächtiger Faust zerschmettern. Wo an. Unsere Leser wissen, daß sich ein wirklicher Serbien, Herr Milan, feines Beichens augenblicklich Rentier die Verführung lockt, wo die Sirenengefänge ertönen, Volkspädagoge im Organ unserer höchsten militärischen und Spieler, hat sich nach so vielen Leiden entschlossen, mit bedarf es stählerner Charaktere, aber fo Lange Autoritäten dahin ausgelassen hat, daß die Volkserziehung feiner innig geliebten Natalie das Kriegsbeil zu begraben. Frau Rechtsanwalt Bieber- Böhm Richtschwert mit dem denkbar besten Erfolge den Unteroffizieren zu überin den Armen lagen sich beide und weinten vor Schmerzen führt, darf man beruhigt sein: die Spreu wird vom Weizen laffen sei. Es war wirklich an der Zeit, daß so ein bahnund Freude. Der König Alexander, der vielversprechende gesondert, und wer zu leicht befunden wird, wandert brechender Vorschlag zur öffentlichen Diskussion gestellt wurde. Sohn mit den guten Zensuren, der, wenn wir sonst unweigerlich ins Feuer, wo es am heißesten ist. Der Sieger von Königgrät ist in die Rumpelkammer gerecht berichtet sind, sein zwölftes Lebensjahr glücklich Unglückseliger Wanderer, der du noch in den Fesseln der worfen mit Recht, denn wir haben jetzt ganz andere zurückgelegt hat, gab seinen landesväterlichen Segen, und Sünde schmachtest, streichele nie einem Mädchen die blühen- Siege zu erfechten, und wir glauben in der Zeit der rauchsomit wäre ein altes Wort wieder zu Ehren gekommen, den Wangen, wende dich mit Abscheu ab, wenn sich ein losen Kultur und der kleinkalibrigen Zivilisation niemals wonach es nur zwei Arten von Ehen giebt, entweder Baar rosige Lippen dir zum Kusse bieten das Zuchthaus daran, daß es irgend einem Magister der Welt, und hätte solche, in denen der Mann unter dem Pantoffel steht, oder wartet deiner, und eine grämliche alte Raffeeschwester mit er das Licht dieses Jammerthals zugleich mit Brille und unglückliche. Herr Milan scheint sich reuevoll unter den Ringellocken und dem unvermeidlichen Strickstrumpf schleppt Rohrstock erblickt, gelingen würde, auch die Säuglinge Pantoffel zurückbegeben zu haben, das serbische Volt ist ent- dich auf das Schaffot, und mit einer ungeheuren Zuschneide- dahin abzurichten, daß sie nach zwei Seiten hin zu zückt und gerührt: es giebt ein edles Sprüchwort vom Back, scheere wird dir das elende Haupt, in welchem die fündigen gleicher Beit Front machen tönnen. Und darauf aber das ist natürlich nur auf die allerniedrigsten Volks- Gedanken keimten, unweigerlich abgeknipst. Wandle in Sack kommt es heut zu Tage, wenn man Herrn von Caprivi freise zugespitzt. und Asche einher- fing', bet' und geb' auf Gottes Wegen, sonst Glauben schenken darf, doch hauptsächlich an. Zwar " Und wo sich zwei Menschen wiederfinden, da schwebt der dann kann dir schließlich als Palme die Möglichkeit blühen, die Tage haben wir schon gehabt, wo sich der in unserer Engel des Friedens durch den Raum, mit seiner Palme daß du würdig befunden wirst, in den Verein Jugend- forrumpirten Zeit von allen bürgerlichen Parteien gleichberührt er die Stirnen der Versöhnung Suchenden, und es schuh" aufgenommen zu werden. Vorbei sind die Zeiten, mäßig umworbene Lehrerstand nur aus ausgedienten Unterist mehr Freude im Himmel über einen Sünder, der zum wo es in schäumendem Uebermuthe hieß: Wer Weiber offizieren rekrutirte, aber damals war der alte Fritz noch Guten zurückkehrt, als wenn hundert Gerechte betheuern, meidet, Braunbier und Toback, der hat auch sonst an nichts ein kleines Mädchen und man focht noch nicht in demselben daß sie viel besser sind als ihr Ruf. Wenn die Spiel- nich tein' G'schmack!" Verkriecht Euch, Sänger der Liebe Augenblick nach zwei Seiten hin. Wenn heut zu Tage und anderen Schulden erst bezahlt und die versetzten und der Lust; Frau Bieber- Böhm wartet Eurer mit einer der Säugling mit dem ersten Jahre nicht zugleich so verdient er fein Reichsinfignien wieder ausgelöst sind, darf man sich wieder Ruthe wie der Weihnachtsmann und mit einer Resolution, die Gefreitenknöpfe erringt, um ihn zur von Neuem zanken, nur weil das Versöhnen so ausnehmend bei welcher Euch, wenn Ihr sie hört, die Versfüße flappern. Kommisbrot nicht, und man sollte, angenehm ist. Von der einen Seite ist man bereit, zu Denn die Welt will so sittlich werden, und wenn es früher Raison zu bringen, sofort auf vierzehn Tage strengen geben, worauf es hauptsächlich ankommt, auf der anderen hinter verschlossenen Thüren in durchaus geschlossener Arrest erkennen. Vielleicht gelingt es einem genialen Era hat man unergründliche Taschen, und so sieht denn auch der Gesellschaft wenigstens erlaubt war, zu behaupten, finder, die Unteroffiziere zugleich für den Ammendienst ausgänzlich unbetheiligte Dritte, worauf eigentlich das Prinzip daß einen Ruß in Aehren oder in Ehren niemand ver- zubilden, dann würde auch endlich einmal die elende Saugs der Ehe in den Kreisen, wohin ein gewöhnlicher Sterblicher wehre können, so möchte ich, obgleich ich früher einmal flasche mit dem efligen Gummipfropfen verschwinden. Ein niemals gelangt, in seinen Grundvesten beruht. In den fiegreich bei einer Versammlung verkrachter Aktionäre tüchtiger Unteroffizier muß eben alles können und verstehen, Beiten der lex Heinze ist es sehr gefährlich, saloppe zugegen war, doch bei Leibe nicht Frau Bieber- Böhm hoffen wir auf den gnadenbringenden Erlöser der Mensch Aeußerungen zu gebrauchen; in Berlin sagte man früher, mit einer ähnlichen Behauptung unter die Augen treten. heit, der alle Dinge so angenehm regelt, daß schließlich sogar ganz früher natürlich, ziemlich häufig: Hast Du Geld, Da werden Weiber zu- doch laffen wir den alten Schiller fein Sefondelieutenant etwas an uns auszusehen sindet...... Kleiner? Liebe findet sich. ruhen, es wird ihn in unserer Zeit doch so leicht niemand Die Sittlichkeit ist nicht blos eine feine, äußerliche mehr zitiren. ganz raffinirte Formen des Geschäfte, die diese Konkurrenz ver- 12 Monaten ausreicht, das muß ja auf die Preise drücken. Herr zwungen ist. Ich hoffe, daß die Regierung hierbei sehr vorsichti stärken. Da wird in eine Wohnung ein Klavier gestellt und zum v. Erffa hat sich gegen einen Handelsvertrag mit Rußland ge- verfahre. Verkauf ausgeboten. Den Reflektanten tritt eine schwarz verwendet und mit der großen Einfuhr graulich zu machen gesucht. der Abg. Drawe( dfr.): Die Zölle und alle Quacksalbereien schleierte Dame entgegen, welche unter Thränen mittheilt, daß Die große Ginfuhr 1891 war die Folge einer schlechten Ernte; tönnen ben bankrotten Gutsbesitzern, die ihr Gut zu theuer über sie sich von diesem ihr so theuren Gegenstand, auf dem sie in diesem Jahre werden wir wahrscheinlich nicht einmal den nommen haben, nicht helfen. Es tommt allein auf die Selbsthilfe mit ihrem Manne so oft gespielt hat, leider trennen müsse. Durchschnitt der Einfuhr erreichen, der sich in den letzten Jahren an und ich verweise auf Herrn Schulz- Lupiz, der Erstaunliches Das Klavier wird verkauft. Am andern Tage steht ein anderes auf 12 pet. des Konsums stellte. Die Gefährdung der Viehzucht geleistet hat in der Verbilligung der Produktion. Ich kann allen Klavier in demselben Raume zum Verkauf. Der Vorgang wieder durch die russische Einfuhr kann nicht zugegeben werden; die Herren nur die Besichtigung seiner Wirthschaft empfehlen. Herr holt sich und zwar nur so lange, bis es in derselben Gegend östlichen Provinzen sind für die Viehzucht besonders geeignet Sombart ist deswegen angegriffen, weil er von dem Unterschiede Stadttheil, und dort geht dieser Betrieb von neuem los. So gegen den russischen Handelsvertrag unberechtigt. Der Handel wenn man unterscheidet zwischen denen, die Getreide verkaufen Deshalb ist der Widerspruch zwischen Groß und Kleinbesitz sprach. Dieser Unterschied besteht, fann man sehr schöne Geschäfte machen und noch dazu, ohne in den östlichen Provinzen ruht fast vollständig. Der Großgrund- und denen, die es kaufen müssen. Gewerbesteuer zu bezahlen. Denn es kann doch niemand dafür, besitz, der im Osten vorwiegt, verfolgt feine besonderen Interessen, Abg. Schmit- Erkelenz( 3.) erklärt, daß die Landwirthschaft daß solcher jungen Wittwe jeden Tag ein Mann stirbt.( Große daß hat er erst bei der Landgemeinde- Ordnung bewiesen und auch des Westens Schulter an Schulter mit der Landwirthschaft Heiterkeit.) Ein anderer Auswuchs ist die Uebervortheilung der jetzt wieder bei der Aufhebung der Grundsteuer, die ihm als des Oftens kämpfen wird, damit nicht die Lebensader der LandBauhandwerker durch gewiffenlose Baufpekulanten. Hier ist Ab- Geschenk in den Schooß geworfen wird( Widerspruch rechts), da wirthschaft unterbunden wird. Die Landwirthschaft des Westens hilfe durch das Gesetz nöthiger als gegenüber den Abzahlungs- der Großgrundbesitz feine Kommunalsteuern zahlt.( Widerspruch sehe neidvoll zu, daß in der Industrie und im Handel große Vergeschäften. Wirfsame Hilfe können Sie den hervorgetretenen Miß- rechts.) Der Großgrundbesih mag ja wegen seiner Bermögen erworben werden, während die Landwirthe nur das väterſtänden nur angedeihen laffen, wenn Sie mit uns dahin wirken, schuldung in einer schlechten Lage sein, aber der Klein- liche Vermögen erhalten konnten; deshalb sei es bedauerlich, daß daß die Arbeitsverhältnisse sich bessern; dann werden die Ab- grundbesitz prosperirt.( Buruf rechts: Wo?) Ich habe ein bei den österreichischen Handelsverträgen die Landwirthzahlungsgeschäfte von selbst verschwinden. Auch eine gefeßliche Gut in ein Bauerndorf verwandelt und und die Leute sind schaft nicht gehört wurde. Der Rückgang der LandEinwirkung auf die rafffnirten Berliner Miethskontrakte mit dem zufrieden; die Biehhaltung ist mehr als doppelt so groß wirthschaft macht ich bemerkbar in dem Rückgang der unbeschränkten Retentionsrechte des Wirthes bei der geringsten geworden, als sie früher auf dem Gute war.( Sört! links.) Domänenpachtung und der Zunahme der Verschuldung. Ueberschreitung der Hausordnung, zum Beispiel durch Gehen auf Die Bichseuchen sind für die Landwirthschaft sehr bedenklich. Die Staffeltarife vom Often nach dem Westen halten wir jetzt den Fluren und Treppen mit Holzpantinen oder bei Kindergeschrei, Rußland ist der Herd der Rinderpest, Holland der der Lungen- nicht mehr für angebracht, weil die Preise für Getreide nicht würde sehr heilsam sein. Wir empfehlen mit den Vorrednern feuche, und in Süddeutschland ist die Maul- und Klauenfeuche mehr so hoch sind wie früher; der Often hat auch den erwarteten Kommissionsberathung und wünschen, daß das Resultat derfelben ständig vorhanden. Wir müssen unser thierärztliches Personal Erfolg der Staffeltarife nicht geerntet, fie find hauptsächlich beide Theile befriedigen und die Interessen beider Theile wahr immer besser ausbilden; die Thierärzte müssen gehörig frudiren; Desterreich zu gute gekommen und haben die Wirkungen des nehmen möge. denn die Thierkrankheiten sind schwerer zu behandeln, als die Handelsvertrages verschärft. Staatssekretär von Bötticher: Sämmtliche Parteien haben Menschenkrankheiten, weil die Thiere nicht reden tönnen. Abg. Schultz- Lupis( frf.).: Wenn nur 300 000 M. zur Förde erfreulicherweise eine eingehende Berathung der Vorlage in Aus- Abg. Rickert( dfr.) spricht seine Befriedigung darüber aus, rung der Landwirthschaft ausgegeben sind, während ficht genommen. Auch der freisinnige Vertreter polemisirte gegen daß ein fo erfahrener Landwirth wie Herr Sombart den Minister selbst erklärt, daß Anträge in Höhe von 648 000 Mart fie nur, weil sie einen ersten Eingriff in die Vertragsfreiheit dar- Agrariern so entschieden entgegengetreten fei. Es wäre zu vorliegen, so ist das zu tadeln. Die Krise ist entstanden durch stellt. Der letzte Vorredner aber befindet sich in einem funda- wünschen, daß die Landwirthe unter den Nationalliberalen öfter die Arbeit unserer nach Amerika ausgewanderten Stammesnientalen Frrthum mit seiner Deutung der Vorlage. Unsere in dieser Weise aufträten. Die Konservativen wollen hier Reichs- genoffen; sie ist so groß, daß kleine Maßregeln dagegen nicht Abficht kann gar nicht gewesen sein, das Abzahlungsgeschäft un- politit treiben und gegen die Handelsverträge agitiren. Die helfen. Es muß fräftig eingegriffen werden. Ich fühle mich als möglich zu machen; nur die Auswüchse sollen abgeschnitten Mehrheit im Reichstage, die darüber zu entscheiden hat, ist Kleinbefizer mit dem großen Besitze vollständig solidarisch. Ich werden. Die zahlreichen attenmäßig belegten Fälle, die zur glücklicherweise eine andere als hier. Im Reichstage ist der kenne bei mir feinen Kleinbefizer, der den Zoll nicht haben Kenntniß des Reichstags gekommen sind, beweisen doch zur österreichische Handelsvertrag mit 243 gegen 48 Stimmen an möchte. Die Zölle find fein Almosen, sie sollen nur den Boden Genüge, daß von Seiten der Verkäufer nicht immer so reinlich genommen, von den Deutschtonservativen haben nur 35 dagegen wieder kräftigen. Es steht die Existenz des Bauernstandes, des und zweifelsohne verfahren wird. Nach einem Leihvertrage über gestimmt. Ein Vertrag mit Rußland wird zur Annahme ge- träftigsten Standes unseres Staates auf dem Spiele. Wir eine Uhr im Preise von 70 M. sollte wöchentlich 1 M. bezahlt langen. Die Erkenntnis von der Nothwendigkeit eines russischen wehren uns gegen die zu niedrigen Preise. Ich habe das Gewerden. Zur Heiterfeit fordert in diesem Leihvertrage die Be- Handelsvertrages greift auch im Often immer weiter um sich. fühl, daß die Statistik innerlich unwahr ist, daß sie uns die stimmung heraus, daß dem Verkäufer gestattet sein soll, die Be- Damit will ich die Reichsangelegenheit verlassen. Die schlechte großen Schwankungen der Preise gebracht hat. Bon Angebot haufung der Käuferin mit so viel Leuten zu betreten, als zur Lage der Landwirthschaft habe ich nicht bestritten. Ich habe und Nachfrage ist gar feine Rede mehr. Es war nichts am Fortschaffung der Uhr erforderlich find.( Seiterkeit.) Nach nur bestritten, daß die Bölle der Landwirthschaft helfen. Die Markte, es wurde nichts gehandelt, und trotzdem gingen die Zahlung von 40 M. tann die Nähterin nicht weiter zahlen, der Agrarier sollten ihre Berufsgenossen nur anfeuern, von den neueren Preise ständig zurück. Redner empfiehlt eine Ermäßigung der Verkäufer fommt, nimmt die Uhr, und die Nähterin verliert ihre Silfsmitteln zur intensiveren Art des Betriebes Gebrauch zu machen. Frachten und der Preise für Rainit und Karnallit; statt beffen 40 M. noch obendrein. Da liegt doch gewiß ein Bedürfniß zum Sie thun immer, als wenn die geringe Zahl der Großgrund- werde davon gesprochen, die Frachten und Preise zu erhöhen, gesetzgeberischen Einschreiten vor. Wir schlagen nun feines befizer die Vertreter aller Landwirthe sind. Das suchen sie denn die Produktionsmittel der Landwirthschaft müssen billiger wegs vor, die Rücktrittstlaufel für ungefeßlich zu erklären, allerdings den Bauern einzureden; die Bauern lassen sich aber werden. sondern lassen sie unter einschränkenden Bedingungen nach nicht immer am Gängelbande führen. Auch die antisemitischen Abg. v. Kröcher( t.): Ich fürchte mich vor dem russischen wie vor zu. Der Ausweg der Rückzahlung der gezahlten Wanderlehrer werden den Bauern nicht klar machen können, daß Handelsvertrage, aber wenn er tommt, möchte ich ihn lieber ans Raten ist der gerechteste, der gefunden werden kann; wissen die Juden an allem Unheil schuld find und die Großgrundbesitzer der Hand eines liberalen Minifters nehmen, als aus den Händen Sie einen wirffameren, so werden wir ihn gern afzeptiren. fich für die Bauern aufopfern. In der Schwindelperiode der eines Mannes, der aus unseren Reihen hervorgegangen ist. Die Inhaber von Abzahlungsgeschäften werden nicht von ihrem fiebziger Jahre wurden die Güterpreise übermäßig in die Höhe Redner polemisirt dann gegen Sombart und Rickert. Rücktrittsrecht Gebrauch machen. Die Frage des böswilligen getrieben, so daß die Wirthschaft nicht mehr lohnen konnte. Jest Zahlers wird durch dieses Gesetz überhaupt nicht berührt. Gegen fommen die mageren Jahre, da ist es selbstverständlich, daß die thu giebt es andere Mittel. Die Vorlage will nur die Auswüchse Pachtpreise zurückgehen. Es sind aber auch andere Ursachen an des Abzahlungsgeschäftes beseitigen. der Veränderung derselben schuld. Redner beruft sich auf die Schrift von Conrad über die Lage der Landwirthschaft. Minister von Heyden: Bezüglich der Forderung von 300 000. für Unterstüßung der Landwirthschaft ist zu bemerken, daß diese Summe nicht so unerheblich ist, wie sie erscheint. Bezüglich der Verbilligung des Kainit dachte ich zuerst an eine Verbilligung der Frachten. Diese sind aber so gering, daß fie faum Abg. Gerlich( frt.) polemisirt gegen Rickert und führt als ermäßigt werden können. Daß die Kainit produzirenden Werke Ersparniß der Landwirthschaft neben den Handelsverträgen die im Preise allgemein herabgehen könnten, ist nicht möglich. Die Zunahme der Ansprüche der Arbeiter an, die den Kontrattbruch Grmäßigung der Preise für die öftlichen Provinzen bei Hochimmer häufiger werden ließen. Alle Klagen seien bisher verhaltung der Preise in der nächsten Nähe ist ebenfalls abgelehnt geblich gewesen, nicht einmal eine Untersuchung habe die Regie- worden. Den Wegebau und die Anlagen von Eisenbahn- Halterung über diese Frage angestellt. Er hoffe aber, daß es doch stellen wird die landwirthschaftliche Verwaltung immer unternoch gelingen werde, zur friminellen Bestrafung des Kontrakt tüzen. Ich bin als ein bedingter Freihändler bezeichnet worden. bruches zu kommen. Jeder Mann, der an der Küste aufgewachsen ist, hat Neigung zum Freihandel. Unsere östlichen Provinzen find ja auch durch die Schutzzollgefeßgebung, welche ich befürwortet habe, geschädigt auch nicht zu weit geheit. worden; sie haben Opfer gebracht. Man darf in Schutzöllen Abg. Szmula( Zentrum) hebt hervor, daß die Großgrund besitzer für die Bauern zu sorgen bemüht sind. Bezüglich der verlassen, statt die Körperschaften zu befragen, die die Interessen verHandelsverträge hätten sich die Minister auf ihre Bureauweisheit treten. Die Zahl der Thierärzte müsse erheblich vermehrt werden. Wir würden es allerdings nicht vermeiden tönnen, mit Rußland einen Handelsvertrag abzuschließen, aber wir müffen sehr vorsichtig dabei verfahren; denn die Grenzverhältnisse feien sehr schlecht. Die oberschlesische Industrie dagegen müsse darauf bestehen, daß ihr die russische Grenze geöffnet wird, weil dort ihr natürliches Absatzgebiet liegt. Darauf wird die Berathung vertagt. Abg. Meyer- Berlin bemerkt, daß Abg. Rickert vor der Rebe des Herrn von Kröcher das Haus verlassen habe, also sich nicht persönlich vertheidigen könne. Schluß nach 4 Uhr. Nächste Sihung Dienstag 11 Uhr ( Fortseßung der Etatsberathung). Tokales. Die französische Revolution und die Hinrichtung des Königs Ludwig XVI. hat endlich ihren weltgeschichtlichen Richter gefunden und zwar in dem Berliner folgende Verfügung erlassen: Polizeipräsidenten, Herrn v. Richthofen. Von demselben ist Der Polizeipräsident Journal- Nr. ad. 24, Abg. Lucius( Rp.) ist mit der Tendenz der Vorlage und der Berweisung an eine besondere Kommission einverstanden. Abg. Stadthagen( Soz.): Durch diese Vorlage werden die unsoliden Geschäfte ganz und gar nicht getroffen. Wollten Sie diese treffen, so müßten Sie unter Anlehnung an die aus ländische Gesetzgebung, namentlich die öfterreichische, einen ganz anderen Weg einschlagen. Was Luxusgegenstände sind, läßt sich schwer definiren. Aber wenn Attien, Loose, Delgemälde, Kühe, Schweine auf Abzahlung gekauft werden, so scheinen mir diese Gegenstände unter unter den Begriff Luxus zu fallen, und diese Art von Geschäften müßte ganz verboten werden. Für unhaltbar halte ich es Gericht die Agenten der Abzahlungsgeschäfte eidlich oder nicht auch, daß vor eidlich als Zeugen vernonimen werden dürfen. Ferner müßte im Gefeß gefordert werden, daß der Käufer ein Vertragsexemplar in die Hände bekommt. Jekt hat er den Vertrag nur zu unter: schreiben, den der Verkäufer behält. Unbillig ist außerdent, daß der Käufer fich einer tonventionellen Strafe unterwerfen muß, wenn er zu arm iſt, pünktlich zahlen zu können. Zu den aller größten Mißbräuchen führt es, wenn Agenten großer Geschäftshäuser Ronversationslerita u. dergl. auf dem Lande den Arbeitern auffchwazen, und nachdem der Arbeiter erst später sich über das Rickert. Ich wundere mich, daß Herr Sombart, trotz des großen Abg. v. Minnigerode( fonf.) wendet sich gegen Sombart und ganze Vertragsverhältniß flar geworden ist, ihm den Rest politischen Unterschiedes in dieser Beziehung mit Herrn Nickert Der ganzen Forderung abverlangen. Der Arbeiter hat übereinstimmt. Ich hoffe, daß seine Freunde das Vorgehen des beispielsweise in Stettin den Bertrag vereinbart, der Gerichtsstand aber ist in Berlin, der Arbeiter kann sich genehmen Folgen bezüglich der Parteiverhältnisse führen.( Buruf Herrn Sombart nicht billigen werden; das tönnte zu unan= teinen Rechtsanwalt nehmen, und er ist nun völlig recht- Stickert's: Gine nette Drohung!) Gine Warnung ist keine Drohung, Ios. Diese Ueberrumpelung müßte ausgeschlossen sein. Der und eine Warnung ist angebracht. Käufer muß, wenn er einsteht, daß er übervortheilt ist, zurückireten fönnen. Unter allen Umständen aber muß verlangt werden, heblich belastet ist durch das Klebegefeß und namentlich durch die Abg. Seer( ntl.) hebt hervor, daß die Landwirthschaft er daß der Wohnungsvermiether das Recht verliert, unentbehrliche Kreis- Kommunallasten in Bosen; bisher waren die DomänenGebrauchsgegenstände, die für ihn überhaupt teinen Werth haben und die auf Grund der 3.-P.-O. sonst nicht gepfändet werden pächter von diesen Lasten befreit. Ferner fei es belastend, daß dürfen, retiniren zu dürfen. Die Abzahlungsgeschäfte und deren für die Feuerversicherung nicht der wirkliche Werth der GeAuswüchse lassen sich nicht vollkommen beseitigen, fagen Sie, weil bäude, sondern der Neubauwerth zu grunde gelegt wird. diese Geschäfte ein Bedürfniß sind. Das ist nur bedingt richtig. Minister v. Heyden: Die Kreisordnung für die östlichen Sie können die Schäden nicht treffen, weil sie in den sozialen Provinzen hat die Bestimmung, daß die Domänenpächter mit Mißftänden liegen, daß der Einzelne bei den heutigen Lohnver- der fingirten Grundsteuer zu Kreislaften herangezogen werden. hältnissen nicht genug haben fann, um sich Anschaffungen zu Die Herren in Pofen konnten sich also seit 1872 darauf gefaßt machen. Sie beseitigen durch diesen Gesezentwurf nur einige machen, daß auch in Posen die Bestimmung eingeführt werden Symptome, aber nicht das Elend selbst. Wir werden in der würde. Die Steuern werden zum Theil vorläufig auf die StaatsKommission versuchen, den Gesezentwurf möglichst nußbringend faffe übernommen, denn bestehende Verträge tönnen ja nicht zu gestalten, aber es wird eine Waffe ohne Klinge sein, weil rückgängig gemacht werden. Auf die Beschwerden fiber das dasjenige, was Sie treffen wollen, nicht getroffen werden tann. Stlebegefei fann ich hier nicht eingehen. Daß die Gebäude zum Vollkommen irrthümlich ist die Hoffnung, daß der Gefeßzentwurf Neubauwerth, nicht zum wirklichen Werth gegen Feuer versichert unferen fleinen Gewerbetreibenden auch nur den geringsten Nutzen werden, ist eine bei der Domänenverwaltung bestehende Vorbringen wird. schrift, die allen, welche sich bei der Pachtausbietung betheiligen, Abg. Schrader( dfr.) wendet sich in längerer Ausführung befannt sein dürfte. Die Herren sind gegen die Handelsverträge, gegen den§ 2, welcher die Frage der Vergütung für die Nutzung fie wollen feinen Import von Getreide, aber bezüglich des Spiritus behandelt und bemängelt, daß teine Vergütung für die Geschäfts: wollen fie den Export. Auf den Gedanken, den Zoll über 50 M. unfosten, für das Geschäftsrisiko und für den entgangenen Ge- hinaus zu spannen, fann ein vernünftiger Mensch wohl nicht kommen. wvinn vorgesehen Werden diese Bestimmungen unverändert Früher nahm man an, daß der Zoll nicht vollständig seine Wir angenommen, so würde ein durchaus unbilliges Gesetz ent- fung ausüben würde; das ist jezt eingetreten. Ich möchte die fiehen. Herren bitten, ihre Agitation gegen die Handelsverträge nicht zu Staatssekretär von Bötticher: Der Vorwurf des Vorfehr zu übertreiben. redners trifft nicht zu; in den Worten angemessene Bergütung" Abg. Tannen( natl.): Eine Nothlage ist für die Landliegt, daß auch die angeführten Umstände berücksichtigt werden wirthschaft und auch für die Industrie vorhanden. Daß die Herr v. Richthofen hat das Urtheil gefällt. Ob die bäuerlichen Besitzer besonders profperiren, fann ich nicht zugeben, mit Ausnahme der Zuckergegenden. Aber die übermäßigen Klagen, Weltgeschichte sich an dieses Urtheil kehren wird? Ober ob glaube ich, find doch nicht berechtigt. Die Herren aus dem Diten sie nicht nach wie vor die französische Revolution als eine übertreiben wohl etwas. In der Mitte der siebziger Jahre sind der hervorragendsten Kulturthaten der Menschheit anbie Güter theuer getauft, es trat aber bald die Reaktion ein. erkennen und in dem Urtheil des Nationaltonvents über Die Laften und Arbeitslöhne ftiegen. Das beste Mittel für die Ludwig XVI. eine gerechte Sühne des an einem Volfe verLandwirthschaft ist eine gute Ernte, die aber nicht von unserem übten Verbrechens erblicken wird? Willen abhängt. Dann müssen die Landwirthe fich genossenTönnen. Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird an eine Kommission von 21 Mitgliedern verwiesen. Schluß gegen 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr. ( Buchergeseh, zweite Lefung des Gefehentwurfs betreffend die Einheitszeit, Vorlage betreffend den Verrath militärischer Ge heimniffe.) Abgeordnetenhaus. P. J. III e. Berlin, den 20. Januar 1893 Nach ciner in der Zeitung Vorwärts" geschehenen Ans fündigung hat der Vorstand der Arbeiter- Bildungsschule Berlins" in Aussicht genommen, am 21. d. M. Abends in dem Restaurant Feen- Palast", Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke, ein Festspiel" betitelt Die französische Revolution, epischdramatische Dichtung in 12 lebenden Bildern von E. M. Scaevola" zur Aufführung zu bringen. Da mit dieser Aufführung, wie aus der in gedachter Anfündigung enthaltenen näheren Bezeichnung der lebenden Bilder erhellt, die Verherrlichung verbrecherischer Thaten, insbesondere des Königsmordes, bezielt ist, so wird dieselbe hiermit von Ordnungs und Sittenpolizei wegen verboten. Der Polizeipräsident. gez. v. Richthofen. An den Vorstand der ArbeiterBildungsschule Berling", 3. H. des ersten Borsigenden Herrn H. Mattutat Wohlgeboren hier. schaftlich zusammenthun zum billigen Bezug von Verbrauchs Die Besserung der Strafgefangenen, welche sich der bes artiteln, namentlich von Düngemitteln und durch Molkerei fannte Verein in Berlin zur Aufgabe gemacht hat, schreitet, wenn genossenschaften u. f. w. Die Steuerreform hilft der Landwirthschaft man den von diesem Verein ausgegebenen Berichten glauben darf, 19. Gigung vom 21. Januar 1893, 11 Uhr. schon ganz erheblich; aber die Zölle fann fie trotzdem nicht ent- von Jahr zu Jahr fort. Um so verwunderlicher ist es, daß die Am Ministertische: v. Heyden und Kommiffarien. behren, ebenso wenig wie die Industrie. Denn die Landwirth Gefängnisfe nicht leerer, sondern voller werden, voller werden Die zweite Berathung des Etats für 1893/94 wird fort- fchaft kann nicht so billig produziren, wie das Ausland. Für sogar, obwohl deren Zahl ständig vermehrt wird. Einen Fingergefeht und zwar beim Etat der Domänenverwaltung. das Land ift es das größte unglück, wenn die Landwirthschaft zeig für die Beurtheilung dieser widerspruchsvollen Erscheinung Abg. Sombart( natl.): Es wird z. B. über die Ueber- nicht einmal ihre Betriebskosten becken kann, geschweige denn, daß bieten die Gefängnisse Berlins, welche fich in jedem Jahre mit fchwemmung des Landes mit Getreide geflagt. Das ist richtig. fie einen Ueberschuß erzielt. Die Bedenken gegen den Abschluß Eintritt der tälteren Jahreszeit alsbald fo zu füllen beginnen, Früher brosch man die Ernte in 3/4 Jahren aus; als man sum eines Handelsvertrages mit Rußland theile ich. Die Ueber daß ein Trupp Gefangener nach dem anderen in die benachbarten Betriebe mit Göpeln überging, in 4 bis 5 Monaten. Jetzt wird schwemmung Deutschlands mit frembem Getreide ift gefährlich Provinzialgefängnisse abgeschoben werden muß. Die Noth und der Dampf verwendet und es wird in wenigen Wochen eine fo für die Landwirthschaft, die nicht überall intensiv wirthschaften das Elend sorgen dafür, daß es niemals an Ersatz fehlt. Wir große Menge Getreide gedroschen, daß es für den Konsum von tann, sondern durch den Boden aur ertenfiven Wirthschaft ge- haben es den Männern vom Verein zur Besserung der Straf 13 " gefangenen wiederholt zugerufen: Schafft Arbeit, fchafft beffere| Vielleicht genügen diese Zeilen, im Vorwärts" veröffentlicht, um| befinden glaubte, die gethane Aeußerung auch keinestrafbare Be Löhne, schafft den Besiglosen eine Griftens, die ihnen selbst über Abhilfe zu schaffen. leidigung enthalte. die Zeit der Arbeitslosigkeit hinwegzuhelfen vermag, und die aus den Gefängnissen Entlaffenen werden nicht wieder dahin zurückVon dem Kassirer der Freien Volksbühne" erhalten Zur Warnung für Zuhörer der Gerichtsverhandlungen fehren, mit Ausnahme einiger weniger, die unsere herrliche Ge- wir folgendes Schreiben: Wie Sie in Ihrer gestrigen Nummer möge eine fleine Szene Erwähnung finden, welche gestern vor fellschaftsordnung schon so weit zu Grunde gerichtet hat, daß richtig bemerken, hat Herr Karl Wildberger nunmehr über das der vierten Straftammer des Landgerichts I stattfand. Während ihnen das Verbrechen zur zweiten Natur geworden ist. Namentlich Waldfest abgerechnet und den Ueberschuß an die Kaffe der Freien der Gerichtshof sich zur Berathung zurückgezogen hatte, holte ein aber würde eine Hebung der wirthschaftlichen Lage der gesammten Boltsbühne" abgeführt. Dieser Ueberschuß beträgt aber nicht im Zuhörerraum befindlicher, fein gekleideter Herr ein Butterbesiglosen Klasse viele von vornherein davor bewahren, auf den 2000 m., fondern 1662,67 M. Von dieser Summe gingen noch brot hervor, das er verzehrte. Dies war dem Vorsitzenden, LandAls der Gerichtshof Weg zu gerathen, der ins Gefängniß und ins Zuchthaus führt. verfchiedene Forderungen ab, so daß der Verein thatfächlich gerichtsrath Braun, angezeigt worden. Davon wollen jedoch die Männer des Vereins nichts wiffen. 1488,19 m. erhalten hat. Trotzdem hat die Freie Voltsbühne" wieder erschien, wurde der erwähnte Herr aufgefordert, vor den Sie wollen nicht vor dem Straucheln bewahren, sie wollen einen Kassenbestand von 3072,69 M. Richtertisch zu treten. Der Vorsitzende hielt ihm das Ungehörige den Gestrauchelten nur aufheben. Sie verfahren, wie alle, vor, den Gerichtssaal als Frühstücksstube zu benutzen und der die die soziale Frage mehr als„ Seelenfrage" denn als Magen Sechs Mark Strafe" hat der zu zahlen, welcher im Staatsanwalt beantragte gar wegen Ungebühr eine Geldstrafe frage" aufgefaßt wissen wollen: fie gehen einer Brüfung der Stadtbahn, Ringbahn- und Vorort- Verkehr feine bereits foupirte von drei Mark. Der Gerichtshof ließ es diesmal noch bei einer wirthschaftlichen Lage der gesammten arbeitenden und besiglosen Fahrkarte verliert. Die Frau eines höheren Offiziers hat fürzlich eindringlichen Verwarnung sein Bewenden haben. Klasse, auch der nicht Gestrauchelten, ängstlich aus dem Wege, nach der Voffifchen Zeitung" auf der Fahrt von Berlin nach Potsdam dieses Mißgeschick gehabt, aber die Zahlung der 6 M. Ein Akt der Selbsthilfe hat eine junge Dame, Fräulein R. weil sie sonst dazu gedrängt werden würden, die Berechtigung verweigert. Mit Hilfe eines fie begleitenden Kammerherrn hat um ihre Unbefcholtenheit gebracht. Sie stand gestern unter der der Forderungen der Sozialdemokratie zuzugeben. Der Verein zur Befferung der Strafgefangenen" gehört zu einer Mart davontam. Das Beispiel verdiente Nachahmung gerichts. Die Angeklagte hatte in einem Laden ein Paar Handfie denn auch beim Stationsvorsteher durchgefeßt, daß fie mit Anklage des Betruges vor der 182. Abtheilung des Schöffendenen, die die Befferungsfrage" noch am meisten als eine Frage und würde sie sicherlich auch allgemein finden, wenn alle Leute schuhe gekauft. Nach mehreren Tagen brachte sie diefelben zurück der wirthschaftlichen Besserung auffaffen. Er that fich aber auch viel darauf zu Gute, obwohl sich diese seine Thätigkeit Rammerherrn oder Frauen eines höheren Offiziers wären. Biel mit der Bitte, ste umzutauschen, weil sie beim erstmaligen Gein den allerbescheidensten Grenzen hält und daher auch nur sehr leicht versucht es troßdem auch' mal ein anderer. Erfolg bleibt brauch zerrissen seien. Die Verkäuferin verweigerte den Umtausch, weil der Schaden nicht auf das Material, sondern auf un mäßige Erfolge aufzuweisen hat. Daß er sich dazu hergiebt, den abzuwarten. geschicktes Anziehen zurückzuführen fei. Frl. R. entfernte sich Großgrundbesitzern in der Arbeitszeit billige Arbeitskräfte zu Der falsche Kriminalfommissar, der vor einigen Tagen Liefern, haben wir oft nachgewiesen. Daß diese den Pfleglingen durch einen gelungenen Gaunerstreich einen Gefangenen aus dem unverrichteter Sache. Nach einigen Tagen erschien sie wieder und erklärte, ein Paar Handschuhe faufen zu wollen. beschaffte Arbeit nur von vorübergehender Dauer gewesen sein sicheren Gewahrsam des Polizeipalastes am Alexanderplatz heraus- Nachdem das Geschäft abgeschlossen war, legte die Verkäuferin haben wir vermuthungsweise ausgesprochen. Der estamotirte, ist bereits ermittelt, eingefangen und in das Moabiter die eingewickelten Handschuhe vor der Angeklagten auf den Tisch. Eifer, mit welchem einzelne, Jahre lang in der Frohne Untersuchungsgefängniß eingeliefert worden. Es ist dies der Ver- Diese nahm das Packet, zog gleichzeitig ein anderes unter dem der Großgrundbesiyer gebliebene Pfleglinge ben Lesern bürger- golder Rich. Schmidt, in Berbrechertreifen Der Dorffchneider" Mantel hervor, warf es auf den Tisch und entfernte sich mit den licher Blätter als Beweise vom Gegentheil vorgeführt worden sind, ist etwas verdächtig, so daß man darin leicht eine Be- genannt. Sein Bruder war wegen Ruppelei verhaftet worden. Worten:" So, da haben Sie Ihre zerriffenen Handschuhe wieder, Richard Sch., der die inneren Einrichtungen des Polizeipräsidiums wenn Sie etwas von mir wollen, verklagen Sie mich." Die Verstätigung unserer Bermuthung erblicken tönnte. Zahlenmäßige durch eigenen Augenschein kennen gelernt hat, begab sich nach dem fäuferin nahm nicht den Zivilrichter, sondern den Strafrichter in Nachweise über Löhne und Arbeitsdauer aller Bfleglinge hat Präsidium und in die Sammelzelle, er öffnete die Thür und rief Anspruch. Der Gerichtshof war mit dem Staatsanwalte der der Verein immer noch nicht gebracht. Daß seine Pfleglinge der fich den Anfchein eines Beamten gebend den Namen feines Ansicht, daß durch die falsche Vorspiegelung der Angeklagten, fie Unbill des Winters ebenso schonungslos preisgegeben sind, wie Bruders hinein. Der in der Belle befindliche dienstthuende wolle ein Paar Handschuhe kaufen", der Betrug begangen sei, andere, plöglich wieder arbeitslos gewordene Arbeiter, geht aus Schuhmann fragte: Wit wem habe ich die Ehre?" Der Ganner die ganze Sachlage bewog ihn aber, nur ein Strafmaß von 5 M. feinen eigenen Jahresberichten hervor. Der Sekretär des Vereins erklärte furz: Sriminalfommissar N. N.!" Der Schuhmann nahm festzusetzen. hat nämlich, sobald sich ein wegen Bettelns, Diebstahls u. f. w. natürlich keinen Anstand, den Gefangenen auszuliefern. Das vor Gericht Gestellter darauf beruft, den Verein um Arbeit ge- Brüderpaar verließ nun ebenso vergnügt wie eilig das Präsidialbeten zu haben, sein Zeugniß darüber abzugeben. Das ist in den gebäude. Die Sache macht in Verbrecherfreifen großen Spaß, auJahren 1889, 1890 und 1891 1170 Mal der Fall gewesen. Von mal der Plan nur von Verbrechern in einer Verbrecherkneipe ausden bezüglichen Terminen fallen aber nur 131( etwa ein Neuntel) geheckt worden sein soll. in die Sommermonate Mai bis Oktober und 1039( etwa acht Neuntel) in die Monate November bis April.( Der April wird von uns hierbei zu den Wintermonaten gerechnet, weil natürlich viele Fälle von im Winter begangenen Gesezesübertretungen erft um diese Zeit zur Aburtheilung tommen.) Am höchsten sind die Ziffern im Februar, am niedrigften im Juni, Juli und August. Sollte das Zufall sein? fönne, Drei Kuaben ertrunken. Am Donnerstag Nachmittag hatten, der Berl. Br." zufolge, sich die beiden jüngsten Kinder des an der Köpenicker Chauffee wohnenden Werftaufsehers Strant mit einem Kameraden nach der sogenannten großen Krampe begeben, um Schlittschuh zu laufen. Trotz aller War nungen der Hafenbeamten und ungeachtet aller Vorsichtstafeln Was die befizende Klasse für die entlassenen Strafgefangenen hatten sich die Knaben dennoch über das vorgeschriebene Terrain thut und sie thut es nur, um sich selber zu sichern ift hinausgewagt. Dieser Leichtsinn sollte allen Dreien das Leben also wahrhaftig wenig genug. Maßgebend dürfte dafür der Sostenpuntt fein. Die Sache ist natürlich mit Geldausgaben verfnüpft, und für Geldausgaben ist kein Bourgeois zu haben. Es stehen sehr bekannte und angesehene Namen an der Spige, Träger von hohen Würden und Aemtern, und in dem Berzeichniß der zahlenden Mitglieder erblickt man die ersten der Geldaristokratie. Aber mit den Einnahmen hapert es trozdem. Das Beitragsverzeichniß giebt über die Ursachen manchen intereffanten Aufschluß. Sehr schön macht sich z. B. Müller, Erster Staatsanwalt: 1,50, oder auch v. Bötticher, Wiril. Geh. Ober- Regierungsrath und Direktor im Ministerium des Königlichen Hauses: 3,00. Die Einnahmen haben sich trotzdem vermehrt, weil nämlich die in Arbeit gebrachten Pfleglinge mehr zur Rückzahlung der auf ihre Unterbringung verivandten Summen angehalten worden find. Der letzte Bericht konstatirt Diesen Gegensatz nicht ohne Beschämung. Der Verein thäte jedoch besser, den armen Pfleglingen die paar Groschen zu lassen, damit sie sich davon über die talten arbeitslosen Tage hinweghelfen tönnen. " " Herr Restaurateur A. Zierath, Naunynstr. 87 wohn haft, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem in unserer Nummer 17 erwähnten Restaurateur gleichen Namens nicht identisch ist. Soziale Uebersicht. An die Tapezirergehilfen Berlins. Kollegen! Bohl in feinem Beruf ist die Arbeitsgelegenheit auf eine so furze Zeit im Jahre beschränkt, wie in dem unsrigen. Die Wohnungsumzüge und Eheschließungen, welch' lettere zum größten Theil in die Beit der Umzüge fallen, bestimmen unsere sogenannte Saison. Es sind wenige Monate, März, April, September, Oktober, in welchen die Arbeit einigermaßen geht. Die anderen Monate arbeitet taum ein Drittel unserer Kollegen. Die Arbeitslosigkeit nimmt nun von Jahr zu Jahr zu, weil die Verhältnisse in unserem Beruf immer schlechter werden. kosten. Der eine der Knaben, der zwölfjährige Sohn des Werft auffehers hatte nämlich mit seinen beiden Kameraden, die sich gegenseitig angefaßt hatten, einen sogenannten Lauskreis um eine frisch gehauene Wuhne gemacht. Mit einem Male rutschte der zwölfjährige St. aus, fiel in die Wuhne hinein und riß die ans beren zwei mit sich in das eisige Wasser. Leider war von vorn herein jede Rettung ausgeschloffen, da bei der starken Strömung. noch ehe Perfonen zur Hilfe herbeieilen konnten, die verunglückten Im vergangenen Jahre wurde nun zur Sebung" der Snaben bereits unter dem Gife, verschwunden waren. Der be- Möbelbranche eine Ausstellung veranstaltet. Unter den AusDauernswerthe Vater hat schon im vorigen Winter einen Sohn ftellern ragte eine bekannte Firma durch ihre Luxusmöbel herauf gleiche Weise verloren. Die Mutter ist seit der Katastrophe vor. Dieselben standen theilweise unter Glasfasten und machten wie geistesabwesend und wird in den nächsten Tagen einer Heil- äußerlich den Eindruck gediegenfter Eleganz. Man sollte anstalt zugewiesen werden müssen. bis wurde doch annehmen, daß die Arbeiter, die derartige Luxusmöbel Marktpreise in Berlin am 20. Januar, nac) Ermitte- fabriziren, mindestens einen Lohn erhielten, der ihnen ein menschenwürdiges Dasein gestattet. Für das Ronacher- Etablissement lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 kg. guter von lieferte diese Firma auch einen großen Theil der Ausstattung und 16,00-15,50., mittlerer von 15,40-14,90 M., geringer von büßte dabei angeblich zirka 25 000 m. ein. Hierauf bekam dieM., 14,80-14,30. Roggen per 100 kg. guter von 13,70-13,30 D., felbe noch eine Hoteleinrichtung, und nun wollte sie anscheinend 9. mittlerer von 13,20-12,90., geringerer von 12,80-12,50 M. bei dieser Arbeit das Manko von ber Ronacher Gerste per 100 Kg. gute von 17,20-16,10 M., mittlere von schen Arbeit herausschlagen. Nun müssen die Arbeiter Die Große Berliner Pferdebahn- Gesellschaft muß sich 16,00-15,00., geringe von 14,90-13,80 M. Safer per 100 kg. wegen der unterlassenen oder mindestens verspäteten Heizungs- guter von 16,00-15,20 m., mittlerer von 15,10-14,40 m., allerdings zuerst bluten. Birta 20 Kollegen wurden eingestellt, anlage manchen Spott gefallen laffen. In einigen Wagen der geringer von 14,30-18,50 M., Stroh, Richt per 100 kg. von und zwar unter Bedingungen, die unwürdig genannt werden 18 müssen. Für 22 Mart Wochenlohn Ringbahn fonnte man dieser Tage an den fest eingefrorenen 5-4,70 M. Heu per 100 Rilogr. von 7,40-6,20. Erbsen eine Arbeit verlangt, die in einem reellen Geschäft mindestens Fensterscheiben das Wort„ Eiskeller" eingefragt lesen. Und in per 100 g. von 40,00-25,00 m. Speisebohnen, weiße per einem nach dem Wedding fahrenden Wagen, der noch dazu an 100 Kg. von 50,00-20,00 2. Linsen per 100 kg. von 80,00 wei Wochen Arbeitszeit erfordert, und wofür ein bedeutend dem bekannten Eiskeller- Etablissement vorbeifährt, hatte ein Spaß bis 30,00 M. Startoffeln per 100 kg. von 6,00-4,50 m. Rind höherer Lohu bezahlt wird. Allerdings erklärte der Werkführer der Firma, es tomme gar nicht barauf an, wie gevogel fich sogar die Mühe gemacht, die Worte Große Berliner fleisch von der Keule per i Kg. von 1,60-1,10 M. Bauchfleisch arbeitet werde, es sei ja nur Hotelarbeit, wenn nur alles Eisfeller- Gesellschaft" auf die Eisfläche zu malen. Im Uebrigen per 1 Kg. von 1,40-0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von hat die Große Berliner Pferde- Eisenbahn nun doch und es 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 kg. von 1,60-0,90 m. Sammel. von außen schön ausfähe. Wie unter solchen Verhältnissen die mag ihr recht schwer geworden sein! wieder einen Schritt fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90. Butter per 1 Kg. von 2,80 Arbeit geliefert wird, leuchtet wohl jedem Laien ein. Uebrigens weiter gethan: Seit dem geftrigen Freitag sind die Wager derart bis 1,80 m. Gier per 60 Stück von 7,00-3,00 M. Fische per ist die ganze Behandlung eine derartige, daß wir wohl Gemit Stroh ausgelegt worden, daß der Fußboden des Innen- 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 m. ale von 2,80-1,00 m.legenheit nehmen werden, uns mit den Werkstattverhältnissen raumes mit einer dicken Schütte bedeckt ist, über welche dann die Bander von 2,40-1,00 m. Hechte von 1,80-1,00 M. Barsche der Firma noch näher zu beschäftigen. Kollegen! Dieser Fuß- Matte gebreitet wird. Die Maßnahme, welche gestern in von 1,80-0,70 M. Schleie von 2,40-1,00 M. Bleie von 1,40 Fall ist typisch für unsere Verhältnisse. Auf den Ausstellungen Und die und in den Glaskästen der größte Glanz und Luxus. allen nach den Vororten fahrenden Tramways ausgeführt war, bis 0,80 a. Krebse ver 60 Stück von 9,00-2,00 M. Kehrseite: Noth, Glend und dazu noch schlechte Behandlung für foll heute auch in den in der Innenstadt kursirenden Wagen vollzogen werden. Gänzlich ablehnend gegen die Wünsche des die Arbeiter. Soll es immer so weiter gehn Habt Ihr nicht Publikums verhält sich die Direktion der Neuen Berliner Pferde alle die Pflicht Euch ein menschenwürdiges Dasein zu schaffen bahn- Gesellschaft. Die Wagen derfelben sind noch nicht einmal Gewiß, werdet Ihr sagen. Nun so tretet heran an uns. Schließt mit Friesdecken versehen! Guch der Organisation an, damit wir durch unsere Organisation derartige Mißstände aus der Welt schaffen. Rafft Euch empor aus Eurem Schlendrian! Tretet ein für Eure Interessen; denn Gure Interessen sind die Interessen der gesammten Arbeiterschaft. Die Werkstatt Rontrollkommission bes Fachvereins der Tapezirer Berlins und Umgegend. Gerichts- Beifung. Versammlungen. Eine Versammlung arbeitsloser Möbelpolirer tagte am 20. Januar, um darüber zu berathen, wie der ArbeitslosigPolizeibericht. Am 20. d. M. Mittags fiel eine 65jährige Frau vor dem Hause Waldemarstr. 72 infolge der Glätte zur Erde und brach den Oberschenkel. Sie wurde nach dem Kranten hause Bethanen gebracht. Nachmittags vergiftete sich ein Glafer in der Wohnung seiner von ihm getrennt lebenden Ehe Bei Hufter essen sonst nur die, welche es sich leisten tönnen. frau in der Kottbuserstraße. An der Ecke der Rostocker- und Aber am 18. Januar find wieder einmal, wie alljährlich, 100 Thurmstraße wurde ein Schlossermeister von einem Pferde geArme zum Gedächtniß des Geheimen Staatsraths 1'Abbaye schlagen und erfitt eine so bedeutende Verlegung am Fuße, daß dort gespeist worden. An dem Festmahl haben ungefähr ebenso feine Ueberführung nach dem Krankenhause Moabit erforderlich viel Spigen der Gesellschaft" theilgenommen. Unter den ver- wurde. Abends wurde ein Kutscher in seiner Wohnung in der schiedenen Teaften, welche man an der Tafel steigen ließ, ist am Linienstraße erhängt vorgefunden. Im Laufe des Tages fanden bemerkenswerthesten der des Stadtrath Seeger auf Huster's Nach zehn Brände statt. folger, das Restaurant„ Englisches Haus" befindet sich jetzt nämlich in anderen Händen. Zur Freude der Versammelten und auch der„ Bossischen Zeitung", die diesem Nachfolger das Prädikat würdig" beilegt, gaben die fervirten Speisen die erfreuliche Gewißheit, daß durch Herrn Suster's Abtreten vom Schauplaze seiner rüheren Thätigkeit und durch die Uebernahme dieses Hauses durch seinen Nachfolger deffen Küche nichts von Ein fonderbarer Beleidigungsfall, der mit einem gegen feit in ihrem Gewerbe abgeholfen werden könne. Der Kollege ihrer Vortrefflichkeit eingebüßt hat". Wie dabei den Armen zu den Eisenbahnfiskus verübten Betrug in Busammenhang stand, Kurth hielt das einleitende Referat und wies in feinen AusMuthe gewesen sein mag, als ihnen diese erfreuliche Gewißheit beschäftigte heute die VI. Straffammer des Berliner Landgerichts I. führungen darauf hin, daß die Verhandlungen im Reichstage, aus stadtiäthlichem Munde wurde! Die Gegenfäße prallen in unferer modernen Gesellschaft zuweilen etwas drastisch auf Der Maurer Karl Man erschien am 8. Mai cr. früh nach 5 Uhr wie im Rothen Hause offen dargelegt haben, daß die Beden vorhandenen außerordenteinander. Aver die Bourgeoisie merkt sie immer noch nicht; denn auf dem Schlesischen Bahnhofe, um auf einer Arbeiter hörden und Unternehmer anerkennen Nothstand nicht wollen. Hätte es Wochenkarte nach Charlottenburg zu fahren: Der amtirende lichen am wenigsten merkt der, welcher nichts merken will. Schaffner beanstandete die Karte als bereits abgefahren. Mau noch eines Beweises bedurft, daß die Arbeiter einzig auf sich dahingegen behauptete, feine Karte am 3. Mai vorigen Jabres felber bauen müßten, wenn sie ihrem Recht auf Existenz Geltung und verschaffen wollten, so sei der Beweis durch diese Verhandlungen auf dem Schlesischen Bahnhof gekauft zu haben zu fein, fein, noch wei Fahrten mit mit feiner offenkundig erbracht worden. Durch die ablehnende Haltung der berechtigt machen zit dürfen. Der Beamte wies den Behörden und der parlamentarischen Vertreter der heute maßKarte Fahrgast unter Einbehaltung der abgegebenen ungiftigen Fahr gebenden Gesellschaftsfchichten seien jedoch die Arbeiter deutlich den Weg verwiesen worden, ben sie beschreiten farte fort. Dieser faufte fich eine neue Karte, bestieg den Bahn- auf um eine Aenderung zum Beffern zu er= steig burch einen anderen Aufgang und trat an den erstgenannten müßten, Durch eine geschlossene politische und gewerf Beamten heran und verlangte von demselben seine Karte zurück, langen. da er fich beschweren wolle. Er fügte hinzu, wenn er mit dieser schaftliche Organisation müffe die Arbeiterschaft den herrschenden Karte nicht fabren dürfe, so sei er betrogen worden. Klaffen gegenüber sich die ihr gebührende Machtstellung erringen. Die fragliche Fahrkarte war am 14. April abgestempelt und, Die erste Pflicht des flaffenbewußten Proletariers gegen sich und Wir erhalten folgendes Schreiben: In der Hoppe'schen obgleich darauf noch einige Tage unabgefahren waren, am seine Familie sei daher, die Organisation, der er angehöre, zu Maschinenfabrit, Gartenstr. 9, scheinen recht bedenkliche Zustände 20. April at gelaufen. Mau wurde nunmehr wegen versuchten Be- fräftigen und ihr immer neue Anhänger zuzuführen. Nach diesem in bezug auf Heizung der Arbeitsräume zu bestehen. So find in truges und, da fich das Eisenbahn- Betriebsamt durch die Aeußerung mit Beifall aufgenommenen Referat unterbreitete Weber der ber Dreberei 5-6 Roatstörbe( offene) aufgestellt. Die entweichen des Angeklagten beleidigt fühlte, auch wegen Beleidigung einer Versammlung eine Resolution, in welcher den Arbeitervertretern in den Gafe fieigen durch Dielen und Luftschächte in die darüber tönigl. Behörde unter Anklage gestellt und vom Schöffengericht Reichstage und im Rothen Haufe die Anerkennung der Versammlung gelegene Modelltischlerei und Kleindreherei. Die in den oberen auch zu acht Zagen Gefängniß verurtheilt. Diergegen für ihre Haltung bei Gelegenheit der Nothstandsdebatten aus Räumen Arbeitenden sind daher immerwährend von startem legte der Angeklagte Berufung ein und erzielte durch dieselbe gesprochen wurde. Diese Resolution fand einstimmig Annahme. Uebelbefinden und Kopfschmerzen geplagt. Leicht kann dauernder eine Freisprechung wegen beiber Vergehen. Es Sodann wies Frante die grundlosen Vorwürfe zurüd, womit Schaden für die Gesundheit der Arbeiter eintreten. Angebrachte wurde nämlich erwiesen, daß der Angeklagte am 3. Mai eine einige unorganisirte Kollegen die Leiter der gewerkschaftlichen BeBeschwerden wurden nach nasenscheinlicher Untersuchung mit dem Arbeiterwochenkarte gelöst hat, die wahrscheinlich von irgend wegung zu verdächtigen suchen. Zum Schluß fritisirte Reuter Bemerken: Es riecht ja blos nach warmer Luft", abgewiesen. jemand vertauscht worden ist. Die Straffammer nahm nun an, die Gefangenarbeit; zum wenigsten hätte die Staatsregierung den Sollte nicht auch Feuersgefahr für die Tischlerei vorliegen? baß, wenn der Angeklagte sich im Besige einer giltigen Rarte aufreien" Arbeiter von dieser Konkurrenz befreien sollen. B Der Obermeister der hiesigen Schuhmacher Junnug, Herr Beutel, über welchen bei uns bereits mehrfach lage ge führt ift, fd eint es leider mit seinen Pflichten in bezug auf das Jnnungs Schiedsgericht nicht sehr genau zu nehmen. Seine offizielle Sprechstunde in feiner Wohnung, Michaeltirchplatz 14, foll in der Zeit von 9-10 Uhr Vormittags und 4-5 Uhr Nach mittags abgehalten werben. Ein Sefer unferes Blattes theilt uns nun mit, daß er vergeblich in diefer Zeit bei dem Herrn Obermeister war. Der Herr war nicht zu spred en. Es wäre zu wünschen, daß diefem Uebelstande abgeholfen würde. " Lehmann, Alexandrinenstraße 32, Abends 6 Uhr. Privat Theater und " Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) In Rigdorf tagte am Freitag Morgen eine Arbeitslofen- 1 richten an B. Senter, Bergmannfir. Nr. 21, Sof 3 Treppen.) Sonntag: Iführung der Räuberthaten leitete in der Regel der Versammlung, in welcher der Reichstagsabgeordnete A. Schmidt- Brivat- Theatergesellschaft und Artiftentlub Belle- Alliance bei Herrn berüchtigte Brigant Giorgio Bruno. Als die eigent Mittweida über die Ursachen der Arbeitslosigkeit referirte. Bergnügungsverein Gimen bo'r ft bei Herrn Serrath, Boechstraße 7, Nachlichen Häupter der Bande nennt die Anklageſchrift die drei Der Redner gab ein scharf stizzirtes Bild von dem gegen mittags 4 Uhr. Freundschaftlicher Bartverein bei Herrn Ruschty, Noftiz Brüder Quattrochi, von denen der eine Lehrer, der andere wärtigen Massenelend und wies darauf hin, daß die straße 12, Born. 8-10 Uhr. Turnverein Fichte in Schögel's Seefchlößchen Apotheker und der dritte Pfarrer von Termini ist. Besonders Aerinsten der Armen sich überhaupt nicht mehr an in Lichtenberg. Tambourverein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1.- Geselliger das Verein Italia bei Bohrsdorf, Pantstraße 4.Licht der Deffentlichkeit in Nordflub Geselligkeit der Pfarrer Liborio Quattrochi, 54 Jahre alt, scheint alle Fäden eine Versammlung wagen, bei Schneider, Belforterfir. 15, jeden Sonntag den 1. d. M. Theaterverein der Räuberthaten in der Hand gehabt zu haben. Die Zahl fondern, so zahlreich fie feien, in ihren Höhlen hocken halia bei Schellenberg, in Stralau, Nachm. 3-4 Uhr. Geselliger Berein der Angeklagten beläuft sich auf 27. Der Prozeß dürfte zwei bleiben müßten, weil sie eben überhaupt nichts mehr hätten, um rei und Bustig bei Schönfelder t. Reft, Oranienftr. 153. Freundschaft bei Rofiter, Schönhauser Allee 135. Geselliger Verein Montag: Monate dauern, ihre Blößen zu bedecken. Eine umfassend durchgeführte Statistik Rauchflub Anita bet Lorenz, Roppenstr. 43c. Pfeifentlub Felsenfest über die gegenwärtige Arbeitslosigkeit würde Thatsachen zu Tage bei Schubordt, Königsbergerstr. 24. Rauchklub Blaue Luft bei Bredlow, fördern, vor welchen die Ableugnung des außerordentlichen firaße 3 bei Birts. Steinmetzftr. 36a.- Vergnügungs- Verein Alpenveilchen, StraußbergerHumorist. Berein Pipifar" bei Krösche, Fichteftr. 29. Mothstandes, wie sie seitens der maßgebenden Kreise beliebt Theaterverein Nora, Märkischer Hof, Admiralstr. 18c, Abends 9 Uhr. werde, gewiß nicht länger Stand halten würde. AllerGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Privat- Theater: dings wäre dies auch ein Grund sein, weshalb gesellschaft Walhalla, jeden Sonntag Nachmittag 5 Uhr Restaurant man Lautenbach, Guvrnstraße 77. Theater- und Bergnügungsverein Har von der Aufnahme einer solchen Statistit nichts wissen tetin, heute Nachmittag 5 Uhr Zeughofftraße 8. Theaterverein wolle. Theaterverein Othello jeden An der Hand vielseitiger statistischer Aufstellungen Concordia Zeughofstraße 8 bei Koch. wußte der Redner sodann darzulegen, welche Ausbreitung das Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerfir. 191. Nachher: Fidelitas. Bergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennstr. 5 bei Krüger. Elend bereits erreicht hat. Vor allem geißelte Schmidt das Ver- Vergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Bersammlung Linienhalten des Staates, der in seinen Betrieben ein treffliches Beispiel Blumenstraße 20 bei Bernice. Nachher: Fidelitas. ftraße 150. Vergnügungsverein Deutsche Einigkeit, Nachm. 4-6 Uhr, Bergnügungsverein gebe, wie man Arbeiter zu Zeiten der Noth nicht behandeln solle. itania, Nachm 5-6 Uhr, bei Tempel, angestr. 65. Nachher: Fidelitas. An den Vortrag knüpfte sich eine längere Debatte, in welcher Vergnügungsverein Nord, Sigung Sonntag Abends 6 Uhr bei Keller. aus Rixdorf zahlreiche Fälle der Noth und des Elends vorgeführt melchiorjtr. 15. Theater Verein Lustige Seelen, Sonntag 4 Uhr bei Stehmann, wurden. In einem Schlußwort hob der Redner hervor, daß die Bergnügungsverein& uftig, Sonntag, Stalizerstr. 54( S. Hente), 5% Uhr: tlaffenbewußten Arbeiter ihre Hauptthätigkeit auf die Aufklärung Sigung, Tanz, Fidelitas. und Organisation der heute noch indifferenten Massen richten müssen. Krebs, Ohmgaffe 2. Nach der Sigung Fidelitas. Theaterverein„ Concordia", Gizung Sonntag, Nachmittag 5 Uhr, bei Sodann gelangte dieselbe Resolution zur Annahme, welcher von Tambour- und Bergnügungsverein Gut Heil, alle 14 Tage bei Geyffert, den großen Berliner Arbeitslosen- Versammlungen zugestimmt Oranienftr. 121. Bon 4 Uhr an. wurde. Zu Deputirten wählte die Versammlung die Genossen Borchert, Rezerau und Frau Ahl. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 22. Januar, Abends 7 11hr finden zwei Versammlungen flatt. Die erste Kommandantenstraße 20. Vor trag des Herrn Reichstagsabgeordneten Schmidt über„ Der Kampf um ein nenschenwürdiges Dasein". Die zweite Rosenthalerstraße 38. Vortrag des Herrn Peus über Schule und Religionsunterricht". Nach beiden Verfammlungen Tanz. Privat- Theater- Gesellschaft, Preciofa". Conntag, den 22. Januar, Abends 5 Uhr, Restaurant 3ur Kornblume", Andreasstr. 3. Blumen- und Puhfedernbranche, Heute Sonntag, Abends 6 Uhr. Bersammlung bei Wienecke, Alte Jakobstr. 83. Vortrag des Genossen P. Gent über Moderne Kultur". Ausgabe der Maskenball- Billets. Vergnügungsverein Boruffia". Sonntag, den 22. Januar, 5 Uhr, Sigung mit Damen. Probe zur Theatervorstellung. Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 22. Januar, Abends 6 Uhr, bei Otto Klein, Schönleinstraße 6. Wortrag des Genossen Dr. Bernstein über Bleichfucht". Freier Diskutirverein. Sonntag, den 22. Januar, Nachm. 4 Uhr, bei Leopold, Markgrafenftr. 88. Vortrag über„ Staatshilfe oder Selbsthilfe". Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, ben 22. Januar, Abends 6 Uhr, in der Berliner Bockbrauerei, Tempelhoferberg. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Dr. Pinn. Nach der Verfammlung findet vom Sozialdemokratischen Wahlverein für den 2. Berliner Meichstagswahlkreis gemüthliches Beisammensein statt. Spiel- und Gesellschaftsklub„ Her". Montag, den 23. Januar, bends 9 Uhr, Sigung. Sämmtliche gesellige Bereine des Nordens sind eingeladen.( Elifabethtirchstraße 14.) verwaltung, Vereins- Angelegenheiten. Buch legitimirt. Montags bet Sauermann Adalbertitr. 8. V 3 wiebelfische, Rirdorf, Abends ¼ Uhr in Barta's Lotal, Berliner: Gefang- Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Verein straße 120.-Bergnügungsverein Freundes treue, jeden Montag bei Möring, Admiralftr. 18c.- Geselliger Klub Namenlos, jeden Montag im Restaurant zum Bufunftsstaat, Kastanien- Allee 35. Klub Net mer tagt jeden Montag Abend K10 ühr bei Zahn. Vergnügungsverein Auf Helgoland Sigung jeden Montag 9 Uhr bei Linke, Bergstr. 54, Fidelitas. Sihung 6 Uhr. 1 Bergnügungsverein Ginigkeit 1890. Jeden Montag Sigung bei Roll, Adalberiftr. 21, Abends 9 Uhr. Alle 14 Tage Tanz. Bergnügungsverein„ Eulalia" bei Herrn Reggentin, Barnimstr. 4-5 Privat- Theater- Gesellschaft Hoffnung, Gigung b Sauermann, AdalbertPfeifentlub Felsenfest, Abends 9 Uhr, Königsbergerftr. 20 bei Schabrodt. Rauchflub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, Bernauerstr. 14. Rauchflub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Friedrichsfelderstraße 8. Amsterdam, 21. Jan. Nachdem am gestrigen Zage zahls reiche blutige Zusammenstöße der Arbeitslosen mit der Polizei stattgefunden hatten, wobei 200 Polizisten wiederholt mit Steinen und zurückgeworfen wurden, folgten spät Abends schwere Krawalle. Tausende durchzogen mit rothen Fahnen und Revolutionslieder singend die Straßen und versuchten die Bäckerläden zu plündern. Von der Polizei, der Gendarmerie und Infanterie mit der blanken Waffe zurückgeworfen setzten die Arbeitslosen die Manifestationen fort. Die Unruhen dauerten bis spät in die Nacht hinein, zahlreiche Personen wurden verwundet, viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Briefkaffen der Redaktion. J. 2., Kirn. Brief vom Parteisekretariat ist am 13. d. M. an Sie abgegangen. Relliach. Das Schild dürfen Sie ohne Erlaubniß anbringen; den Gewerbebetrieb melden Sie nicht an und warten ab, ob die Steuerbehörde auf den Gedanken einer Besteuerung fommt. 2. M. Sie müssen hingehen und ein Verzeichniß Ihres Vermögens mitbringen. 3., Schönhauser Allee 74a. Zu Köln. ftraße 27. Kartentlub, ustige Brüder" Krautstr. 48, Abends 8% Uhr schrieben haben; hier liegt fein unerledigter Brief vor. Sie bei Ernst Radike. werde. V Vermischtes. K. W. 12. Sie wollen genau angeben, wann Sie uns ges verden mit Recht zur Gemeindesteuer und zur Staatssteuer veranlagt. R. B., Hussitenstraße 1. Ansprüche aus dem Alters-renten- und Invaliditäts Gesetz hat Ihre Schwiegermutter leider nicht. E. St. 1. Es kann die Pfändung stattfinden; dann muß der Möbel eigenthümer, also der Lieferant, interveniren. 2. Lohn beschlagnahme ist nur in Ausnahmefällen zulässig: worauf bezieht sich Ihre Schuld? 3. Die Heirath der Mutter eines unehelichen Kindes mit einem Anderen als dem Vater des Kindes befreit diesen Vater keineswegs von der Zahlung der Alimente für sein Kind. Blodfeld. Ueber die erwähnte Versammlung hat der Vorwärts" am 10. d. M. referirt. Leider läßt es der Ranmmangel unseres Blattes in gegenwärtiger Zeit felten zu, die in Verfammlungen gehaltenen Reden auch nur annähernd ausführlich wiederzugeben, selbst wenn sie, wie im vorliegenden Fall, der Veröffentlichung werth find. Die Frage, inwieweit wir in einem Rechtsstaat leben, werden Sie, nach den Ausführungen des erwähnten Staatsmannes sich wohl am besten selber beantworten können. M. B. 87. Dürfen Sie tragen( außer in Versammlungen), aber nicht in Anwendung bringen. W. J. Helmstedt. Es ist nicht verpflichtet, die Beugen zu vernehmen. O. B. 14. Dann tritt die Verjährung erst in dreißig Jahren ein. Vorwärts, Bernauerstr. Er kann noch verklagt werden. Zur Cholera in Halle liegen folgende Meldungen vor: Halle a. S., 21. Jan. Die Hallesche Zeitung" meldet: Allgemeiner Deutscher Capezirer- Verein( Filiale Berlin). General- Nach dem Ergebniß von Professor Koch's Untersuchungen ist das Bersammlung am Montag, den 23. Januar, Abends 9 Uhr, Alte Jakobftr. 75 gesammte Saalewasser unterhalb Nietleben als verdächtig anzubei Boltz. Vierteljahrs- und Jahresbericht, Distusfion, Neuwahl der Orts- fehen und das Verbot der Benutzung desselben zum Trinken und Freie Bereinigung der Graveure, Biseleure und verw. Berufs- Kochen zu erwarten. Die Epidemie ist eine sehr schwere, doch ist genoffen Berlins und Umgegend. Montag, den 23. Januar, Abends 8% nach Ansicht Professor Koch's zu hoffen, daß dieselbe lokal bleiben Uhr, Bersammlung im Bereinslotal Dresdenerstr. 45. Vortrag des Genossen Gillier über„ Die graphische Union". Die Gesammtzahl der Erkrankungen bis Mitternacht Privat- Theater- Gesellschaft Hoffnung". Sizung und Fidelitas beträgt 63, die der Todesfälle 19. Gestern sind 17 neue Erfranfungen hinzugekommen, darunter die Frau und zwei Kinder Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. Montag, eines Anstalts- Beamten, während früher nur Pfleglinge beben 23. Januar Vereins- Versammlung bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Arbeiter Bildungsjahule. Sonntag Bormittag 10-12 Uhr: Oft- troffen waren. Saule, Marfusstraße 31: Unterricht in Buchführung und oberes Rechnen. Rothkostelik, 20. Januar. Man schreibt uns: Zu der Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Unterricht in der Nationalökonomie. Montag, Abends 8%-10% Uhr: Süd- Schule, Sagelsbergerstr. 43, Unter- auch von Ihrem Blatt gebrachten Mittheilung, daß sechzehn richt in Phyfiologte. Süd- Ostschule, Reichenbergerfir. 133: Unterricht Zigeuner in Böhmen erfroren, theile Ihnen zur Illustrirung der in Buchführung und oberes Rechnen. Ost- Schule, Martusftr. 31: Deutsch Nächstenliebe noch mit, daß diese Unglücklichen oder jetzt fast ( oberes) Logit. Nord- Schule, Müllerstraße 179a: Deutsch( oberes). In allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, beffer gesagt Glücklichen in dem sehr reichen Bauerndorf Tessenig fönnen noch Schüler und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, bei Böhmisch Stalig von Gehöft zu Gehöst bittend um UnterSozialdemokratische Lese- und Diskutivklubs. Sonntags. mar daher diese Parias in einem nahen Wäldchen des Dorfes ihr Lager funft wanderten, selbe ihnen aber überall verweigert wurde und Kayser, Vormittags 10% Uhr im Restaurant Schömann, Heimstr. 16. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, alle aufschlagen mußten und auch da sämmtlich zu Grunde gingen. Renderungen im Vereinstalender sind zu richten am Fr. Kortum, Manteuffelste.70. Dieses Dorf Tesseniz ist der Pfarrsiz des ewigen LandtagsAbends ühr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Norddeutsche kandidaten und christlich- sozialen Pfarrers Uhlic. Wo bleibt die Schleife, Naunynftr. 86 bei Zubeil. und verw. Berufsgen. Annenstr. 14 bei Ehrenberg. Harmonie 2 Wein- chriftliche Nächstenliebe der Bauernschäflein dieses Herrn Pfarrers, firaße 11 bei Feindt. Zonblüthe, Görligerstraße 58 bet Tolts: welcher nebstbei auch Präses der Tessenizer reich dotirten Vordorf.- Blithe, Prenzlauer- Allee 26 bei Riedel. Sängerchor der schußtaffe ift. Armen Menschen in dieser fibirischen Kälte die Ghirurgischen Branche, Alte Schönhauserstr. 42 bei Reimann. Froh' Hoffnung Berlin West, Kulmstr. 36 bei Raumann. Unterkunft verweigern, aber sich selbst einen Schmerbauch anGleichheit. Pappel- Allee 3-4 bei ruse. Sängerhain, Reichen: mästen, dies ist christliche Sozialreform. bergerfir. 16 bet Payhold.- 2ie desfreiheit II, Straußberg, im Reſtaurant Der Seelenhirte von Termini. Vor dem Schwurgericht Krüger. Myrthenblätter, Belforterstraße 15, bei Schneider. Felsenburg, Stoppenstraße 43c. Brüderschaft( Hausbiener), Stall- zu Trani begann am 16. d. M. der Prozeß gegen eine Räuber verein Nordwacht" 20,-. Gesangverein Nord", 1. Rate 20,-. fchreiberstraße 29, zum Eichenen Stab.- Süd- Ost 2, Naunynftr. 43 bei bande, die Jahre hindurch die Umgegend von Termini( Proving Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure u. PerrückenFriz Fröhlich. Arbeiter- Gesangverein Freiheit 2, Adlershof, bei Albrecht. Gefangverein ieder zweig, Hermsdorf, bei Gastwirth Stevert in Weib- Palermo) unsicher gemacht und ungezählte Verbrechen verübt macher Berlins u. Umg. 5, Karthaus'scher Gesangverein mannsluft. Gefangverein Berliner Bildhauer, Ornament", Wrangel hat. Ihre Spezialität war die Entführung reicher Grundbefizer, 10,-. Brüderlichkeit 7,20. K. R. F. durch C. 2. 6,-. O. M. ftraße 141 bei Schmidt. Treu und Fest", 8-10 Uhr Weidenweg 1 die dann ungeheure Lösegelder zahlen mußten. Noch im 5,-. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirklub Emanzipation Bande den Kav. Arrigo 7,-. Von einigen Puzern durch Falschel 4,30. Summa 104,50. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. legten Frühjahr entführte die ( Alle Zuſchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find zu aus Zucalist und erpreßte von ihm 120 000 Lire. Die Aus- Bereits quittirt 4733,65; in Summa 4888,15. eintreten. bet Böldicke Straße 44. Liebertafel der Mater Ich habe mein Bureau nach Landsbergerstr. 62 verlegt und mit dem des Herrn Rechtsanwalts Georg Morris verbunden. Fernsprech Anschluß Amt VII 1419. Wolfgang Heine, Rechtsanwalt. Buchdruckerei von M. Schrinner 124 Brunnen- Straße 124 3371L empfiehlt sich zur Anfertigung von Drnd fachen jeder Art. Bahnarzt Rob. Wolf, Brunnenstraße 4( Rosenthaler Thor). Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmufiter 20,-. Gesang Kanarienroller, Hedhähne, Weibch. Schmiedel's Festsäle, sowie großer fefter Kundschaft ist zum Adalbertſtr. 4, S. 1. 4 Tr. Lecher. Alte Jakobstr. 32, neben dem Thomas- Theater. 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Unzweifelhaft Achtung, Glafer! ist es, daß wohl die große Mehrzahl der angeblich Arbeits- Von den organifirten Bleiglasern in New York ist Als der Ausstand im Saarrevier begann und wah- willigen die Furcht vor den Ausständigen nur vorschütte, um uns die Nachricht zugegangen, daß sich die Kollegen dafelbft rend er im Gange war, brachten die Zeitungen der Unternehmer: find nicht einer, nein Dußende von Fällen bekannt, daß an Es ist nun möglich, daß die dortigen Unternehmer versuchen es weder mit diesen, noch mit der Verwaltung zu verderben. Uns behufs Erringung einer fürzeren Arbeitszeit im Streit befinden. Ilaffe haarsträubende Berichte über Ausschreitungen",„ Grzesse", Gewaltthätigkeiten" und sonstige Frevel, deren die Ausständigen fahrende Bergleute ruhig und unangegriffen weite Wege durch werden, sich von Deutschland Arbeitskräfte zu holen. Wir bauen fich follten schuldig gemacht haben. Es wurde mit Revolvern benn der Umstand, daß auf allen Gruben eine große Anzahl von niemand auf derartige Angebote eingehen wird. Zugleich fei streikende Ortschaften täglich zur Grube zurückgelegt haben. Ist jedoch auf das Solidaritätsgefühl der Kollegen und hoffen, daß geschossen, Leib und Leben waren bedroht, das heilige Eigenthum in Gefahr und Jedermann, der diese Schauernachrichten las deuten, die täglich weither kommen, die Arbeit nicht niedergelegt darauf aufmerksam gemacht, daß nach amerikanischem Gesetz und die schreibenden Pappenheimer nicht kannte, der mußte haben, während andere, die dicht bei der Grube wohnten, aus jedem Arbeiter, der auf Verschreibung kommt, die Landung verglauben, es herrsche Mord und Todtschlag in dem unglücklichen Beweis dafür, baß die Gefahr gar nicht so groß war? Warum Die Bertrauensmänner der Berliner Glaser. angeblicher Furcht vor den Ausständigen streitten, nicht auch ein weigert wird. Jetzt, nachdem der Streit, in den die Vergleute hineingetrieben Limbach, Nohrbach tagtäglich durch Spiesen, Landsweiler, Wellesfind denn die Leute aus dem Bayerischen, aus Kirkel, Neuhäusel, wurden, beendigt ist, veröffentlicht die Rheinisch- Westfälische weiter nach Grube Heiniz" gekommen, während die in unZeitung", das Organ der Baare und Konforten, das selber mit mittelbarer Nähe der Grube wohnenden 600 Spiesener selbst zum heißem Bemühen die tollsten und haarsträubendsten Schauer- größten Theil angeblich wegen Furcht" vor den Ausständigen zu Achtung Schneider und Schneiderinnen! gefchichten verbreitet hat, einen Artikel„ von maßgebender Bause blieben? Wie hätten dann aus Raisen- Uchtelfangen 4 Mann den Arminhallen, Rommandantenstr. 20, eine öffentliche Schneider Am Montag, den 28. Januar, Abends 8%, Uhr, findet in Seite", der sich über den„ Vorwurf, die Bergverwaltung habe ruhig jeden Tag nach Göttelborn zur Arbeit gehen können, während und Schneiderinnen- Versammlung statt mit der Tagesordnung: die Bergleute gegen die Angriffe der Ausständigen nicht genügend über 50 Bergleute in der genannten Ortschaft streiften. Wie" Die Krisen im Schneidergewerbe und die Vergebung der staats gefchüßt", wörtlich wie folgt ausspricht: hätten ebenfalls 4 Mann täglich von Reisweiler mitten durch lichen und städtischen Arbeiten". Es wird Material gebracht, Dieser Vorwurf, ganz abgesehen davon, daß er unbegründet treifende Ortschaften hindurch nach Dilsburg kommen fönnen, wenn wie angesichts der herrschenden Noth staatliche und städtische ift, richtet sich zunächst an die falsche Adresse, denn der Schutz der Weg zur Grube wirklich so gefährlich gewesen wäre, wie er ge- Arbeiten, welche an Unternehmer vergeben sind, von diesen an der Anfahrenden ist Sache der allgemeinen Landesverwaltung, schildert wird? Solche Fälle sind zu Dugenden bekannt geworden. Schlesische Zuchthäuser und Gefängnisse übertragen werden. nicht aber der Bergbehörde. An den Arbeitsstätten selbst, auf Warum haben denn die angeblichen Anfahrlustigen in einer Ort- Die Schattenfeiten des Submissionswesens und die Einwirkung den Gruben, kann die Bergbehörde ihre Arbeiter schüßen und hat schaft nach polizeilicher Hilfe gerufen und als die Gendarmen auf die sozialen Verhältnisse unferes Gewerbes fommen zur fie in vorliegendem Falle auch geschütt, auf den Gruben tamen, um sie auf dem Anfahrwege zu beschützen, erklärt:„ Wir Sprache. Es liegt also im Interesse aller Betheiligten, in dieser felbst ist auch nicht das Mindeste vorgekommen. haben Spichern stürmen helfen, wenn wir anfahren wollten, Versammlung zu erscheinen.( Siehe Annonce von heute.) Die Arbeitswilligen aber auf den meilenweiten Wegen von den brauchen wir feine Gendarmen, dann könnten wir uns selbst Ferner theilen wir mit, daß am Mittwoch, den 25. Januar Ortschaften zur Grube vor dem Uebermuth der Ausständigen zu helfen." In einer Ortschaft waren zwei nebeneinander wohnende eine Werkstatt- und Geschäftsbelegirten- Sizung im Restaurant fchüßen, ist Sache der Polizeiorgane, der Gendarmerie und erforder- Maschinenwärter angeblich arbeitswillig und betheuerten dies Freygang, Schüßenstr. 18/19 stattfindet. In fast allen Geschäften lichen Falles des Militärs. Wäre der Vorwurf des mangelnden dem Kreislandrath. Sie könnten aber nicht zur Grube gehen, und Wertstellen nugen die Unternehmer die augenblickliche Kriſe Echuzes berechtigt, so hätte er sich gegen die allgemeine Verwaltung zu weil sie unterwegs belästigt würden, und wären sie weg, da und die Noth der Arbeiter zu ihrem Vortheil aus. Es finden richten. Er ist aber auch an und für sich durchaus unbegründet. würde ihren Frauen das Haus womöglich über dem Kopfe an- in einigen Geschäften geradezu ungeheure Lohnabzüge statt. An Was ist denn eigentlich während des ganzen Ausstandes passivt, gezündet. Der Landrath stellte zwei Gendarmen zur Verfügung, uns tritt die Frage heran, wie wir uns dem gegenüber zum das den polizeilichen Schuß als unzureichend erwiesen hätte? Den einen an die Häuser als Wache, den anderen zur Begleitung nächsten Frühjahr stellen wollen. Hierüber in eine Vorberathung Zunächst muß einmal der in allen Reichstagsreden erwähnte für die beiden Anfahrlustigen, diese erklärten aber daraufhin, daß einzutreten, ist der Zweck dieser Sigung. Es ist nothwendig, daß unglüdliche Ulan, welcher in Sulzbach so schwer miß fie doch lieber streifen wollten. Auch derartige Fälle sind mehr alle Werkstellen und Geschäfte, namentlich auch die Platz- Werkhandelt worden ist, daß er im Lazareth zu Saarbrücken verstarb), fach vorgekommen." stellen durch Delegirte vertreten sind, um so die Stimmung in den außer jedem Zusammenhange mit dem Streif So schreibt das Organ des Großkapitalismus, das jede Kollegenkreisen zu hören. gebracht werden, daß er von einer Anzahl halb be- selbständige Regung der Arbeiter auf's grimmigste haßt, und so Die Agitation3 Rommission. trunkener Burschen angefallen worden ist, hätte ihm gerade schreibt man von maßgebender Seite", d. h. unzweifelhaft im so gut auf jeder Kirchweih paffiren können. Auftrage der Saarbrücker Bergverwaltung. Maschinisten, Heizer und Berufsgenossen Deutschlands. Dafür den Ausstand verantwortlich machen zu wollen, geht doch Hinzuzufügen ist da nichts. Die Doppelthatsache, daß die Kollegen! Durch den Beschluß des Delegirtentages vom nicht an. Gerade so gut könnte man den Wirth verantwortlich angeblichen Erzesse 2c. der Bergarbeiter infame Lügen sind, 20. November v. J. ist der Verband der Maschinisten und Heizer machen, bei welchem sich die Raufbolde betrunken haben. Im und daß die Bergarbeiter nicht durch demagogische Heger" sowie Berufsgenossen Deutschlands, mit dem Sit in Berlin, am übrigen muß, nachdem sich herausgestellt hat, daß die Ver- verleitet oder gar terrorisirt" worden, sondern aus eigenem 1. Januar ins Leben getreten. Wir richten nun die Aufforderung Legungen des Maschinenwärters Conrad zu Antrieb, erbittert durch die Zustände in den königlichen Berg- an die Kollegen in allen Städten Deutschlands, Filialen des VerNiegelsberg durch eine Revolverkugel wahrscheinlich werfen, in den Streit gegangen sind, diese Doppelthatsache tritt bandes zu gründen, und die schon bestehenden Vereine zu ver auf einen unglücksfall, nicht aber auf AbAn Orten, wo ſicht zurückzuführen ist, feſtgeſtellt werden, daß aus dem Berichte der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" so flar anlassen, sich dem Verbande anzuschließen. durch die vielen Hunderte Rechtsschutz- Revolver, aus welchen und so ausdrucksvoll hervor, daß jedes Wort der Erläuterung Kollegen nur in geringer Anzahl vertreten sind, oder wo sonstige und des Kommentars überflüssig ist. Verhältnisse den Anschluß eines Vereins an den Verband unTausende von Schüffen abgegeben worden sind, auch nicht ein einziger Mensch verlegt worden ist. Manchen Wir schließen daher und zwar mit dem Wort eines der möglich machen, wollen die Kollegen demselben als Einzelmitglieder beitreten. Statuten werden vom Unterzeichneten vernicht streitenden Bergleuten find die Fensterscheiben eingeschlagen Majoritätsredner bei der jüngsten Nothstandsdebatte:" Jeder abfolgt, auch ist derselbe zur Ertheilung jeglicher Auskunft über oder mit Pulver eingeschossen; auch sind Schüffe in die Fenster Streif nügt nur den Herren Sozialdemokraten: abgegeben worden; in zwei Fällen hat sich mit Sicherheit feft: ein mißlungener ebenso wie ein glüdlicher!" die Organisation bereit. Mit follegialem Gruß stellen lassen, daß es scharfe Schüsse waren. Einige größere Brügeleien find vorgekommen, in einem einzigen Falle wurde ein Bergmann in Neunkirchen derartig zugerichtet, daß er ins Lazareth gebracht werden mußte. Wer aber die Verhältnisse im Saarrevier genau tennt und weiß, wie viele Körperverlegungen auf jedem Bergfeste vorkamen, auf jeder Kirb"( Kirmeß) vorkommen, der hat sich gewundert, daß, als wirklich 25 000 ann die Arbeit niedergelegt hatten, so wenig ernstliche Ruhestörungen eingetreten find. Ein Schutz der Arbeitswilligen, wie er von diesen selbst Kameraden! Brüder! Die Bergleute des Rheinisch den mir vorliegenden Berichten unserer Zentralverwaltung ist in und der öffentlichen Meinung verlangt worden ist, liegt einfach außer Westfälischen Rohlenreviers beschlossen f. 3., durch Hamburg der sechste Theil unserer Gewerkschaft, d. h. 30 Mann, dem Bereiche der Möglichkeit. Um hinter jeden Baum der weiten Arbeits- Einstellung ihre Kameraden im Saarrevier zur Durch- schon seit Ende November arbeitslos, welche Zahl in den letzten Wälder des Saarreviers, durch welche die Bergmannsfußpfade zur führung ihrer Forderungen zu unterstützen. Monaten durch den großen Zuzug reisender Kollegen noch be= Durch die Be Grube führen, einen Sicherheitsposten zu stellen zur Verhütung, daß hörden u. s. w. wurde der Fortgang des Streits der hiesigen daß die Maffe der Arbeitslosen in Hamburg durch diese Inserate deutend vermehrt sein wird. Um so mehr erregt es Befremden, einmal ein arbeitswilligerBergmann von seinen streifendenKameraden Bergleute arg behindert, hauptsächlich durch das Verbot der Prügel bekommt, um jedes Haus in den langgezogenen Dörfern öffentlichen Versamminngen. Kameraden! Durch die Schuld noch vermehrt werden soll. Es kann dies feinen anderen Zweck fo zu bewachen, daß sich nicht bei Nachtzeit irgend jemand heran- der Indifferenten, der nicht zielbewußten Arbeiter, ist ein sehr haben, als die durch hartnäckigen Kampf im Jahre 1889 erschleicht und eine Pulverflasche aufs Fenster stellt, dazu hätte in großer Theil Eurer Brüder brotlos gemacht. Um diese für ihre rungenen Löhne zu kürzen und die jetzt besonders segensreich diesen Zeiten ein ganzes Armeekorps nicht ausgereicht. Ein der Ueberzeugung brotlos und erwerblos gewordenen Kameraden, wirkende Organisation zu schwächen. Mögen sich daher die werden. Da mußte verſtändige Selbsthilfe mit eintreten. Es muß gelegenheit entzogen ist, nicht untergehen zu lassen, ist thatkräftige zu gehen. artiger Schuh konnte nicht und brauchte auch nicht gewährt zu welchen für längere Zeit seitens des Stapitals jede Arbeits: Kupferschmiede hüten, auf derartige Annoncen hin nach Hamburg hier auf das Bestimmteste festgestellt werden, daß der polizeiliche Hilfe nothwendig. Wir wenden uns an Euer Solidaritätsgefühl Schuh für die Anfahrluftigen vollständig ausreichte, wenn diese und bitten Euch, uns in diesem Kampfe zu unterstügen. Schleunige hätten ernstlich anfahren wollen. Hilfe ist nöthig! Sendungen sind zu richten an die Expedition der Rheinisch Westfälischen Arbeiter Bei *) Auch dieser Ulan ist inzwischen wieder auferstanden, wie tung". Dortmund, Lindenstraße Nr. 25. Das die neueste Nummer des fiskalischen Bergmannsblattes im Saar- Romitee. revier melden muß; selbst die„ Todten" zeugen also gegen Stumm Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck geund Baare! R. d. V. Vierter Klaffe. beten. Und so ist es. Soziale Itebersicht. An die Arbeiter aller Länder! = = Der Verbandsvorstand. J. A.: K. Kirschnick, Bücklerstr. 3. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck ge beten. Achtung, Kupferschmiede! In der letzten Nummer des Deutschen Arbeitsmarkt" bes findet sich ein Inserat des Verbandes der Eiſenindustriellen in Hamburg, worin Kupferschmiede nach dort gesucht werden. Nach C. Friz, Filialtafsirer des Unterstützungsvereins der Kupferschmiede Deutschlands, Stalfunderstr. 2, 4 Tr. Achtung Stuckateure! Mittwoch, den 25. Januar, Abends 8 Uhr, und erforderlichen Falles am 26. Januar, findet bei Boltz, Alte Jakobstr. 75( oberer Saal) eine( allgemeine Versammlung der Mitglieder der OrtsKrankenkasse statt, in welcher 154 Delegirte der Arbeitnehmer er Und die Ohren. Wänden schlummern auf Säcken und Körben polnische Aus- in macht diesen Anspruch so uns nichts übrig bleibt, als wanderer, besonders Juden, ganze Familien, durch barbarischen ziemlich, daß fürs 3wang aus ihrer Heimath vertrieben. Die Ausdünstungen dieser erste unsern Halt in uns selbst zu suchen. In der Ecke zwischen Raum ein Zweig des öffentlichen Lebens spiegelt die Klassen armen, in Schmutz fast verkommenden Menschen erfüllen den schlecht Barriere und Wagenwand hat sich eine polnische Familie ein scheidung so treu wieder, als der Eisenbahnverkehr. Der fürst- ventilirten Raum und, vereint mit einem widerlichen Karbol- geniftet: Die Leutchen haben sich ersichtlich lange nicht so behagliche Sonderzug wie der überfüllte Wagen der vierten Klaffe geruch, machen sie es dem an Reinlichkeit gewöhnten Menschen schier lich gefühlt, wie in dem feuchtwarmen Waggon; Stiefel und geben uns typische Bilder davon. Unterschiede, die man im unmöglich, dort etwas zu genießen. So gehen wir zum Warte- Schuhe werden ausgezogen, umständliche Säuglingstoilette gebürgerlichen Leben gern vertuschen möchte, treten hier, durch die faale zweiter Klasse: hier ist's reinlich und sauber, aber fast möchte macht, der frähende Sprößling, dessen Geſchrei die Eltern zu Klassenzahlen scharf charakterisirt, in brutaler Offenheit es Wunder nehmen, daß uns der Zutritt erlaubt ist. Zieren entzücken scheint, ungenirt an die Brust gelegt und durch ein ein zu Tage. Wen Beruf und Pflicht zu vielem Reifen doch schon die Thüren so manchen Wartefaales höherer Ordnung töniges Wiegenlied in Schlaf gelulit. Dort mehrere polnische zwingt, leidet, wenn sein Geldbeutel schlecht gefüllt ist, schwer Tafeln mit der Inschrift: Der Zutritt ist nur mit Fahrkarten Juden, die, ihre rothen Sacktücher über den Kopf ge= darunter, obwohl die Eisenbahn- Verwaltung gerade aus den der betreffenden Wagentlasse gestattet! Ein Verbot, zogen, bereits in stoischer Ruhe schlummern; junge Burschen niederen Wagen- und Menschenklassen den größten Gewinn das juristisch, wie praktisch gleich undurchführbar er in Lederhosen und hohen Stiefeln lassen die Schnapszieht. Doch an ungerechtes Leiden sind wir gewöhnt, und Reise- scheint, wenn anders der betreffende Wartesaal zugleich als flasche kreisen und renommiren laut mit allerlei Hafenabenteuern. Erfahrungen noch lange nicht die schlimmsten. In den höheren Restauration dient.- Nun zum Zuge: vierter, Berlin! vierte Sie qualmen eine fürchterliche Marke und spucken mit unheimKlaffen sollen sie sogar, nach den Schilderungen solcher Fahrten Klasse, ganz hinten! Also den Zug entlang. Wie einladend licher Sicherheit zwischen unsere Füße. Das ist nur der Lichtkreis in Novellen und Romanen, meist höchst angenehmer Natur sein winten die geöffneten Thüren der zweiten, fa wie freundlich der Lampe, aber jede Ecke des Wagens ist vollgestopft. Daß bildet doch darin oft genug den Vermittler der ersten Begegnung schaut selbst die gewiß nicht übermäßig bequeme dritte Klasse uns dieser Anfang vielversprechend ist, wird niemand behaupten, aber wir zwischen Lieutenant und Bankierstochter, diesen jugendlichen an! Erster Klasse führt unser Zug nur einige Koupees, deren sind froher Laune, und die hat schon schlimmeren Stößen Trotz Idealgestalten der bürgerlichen Gesellschaft, ein Koupee erster rothe Polster für den vornehmen Lokalverkehr bestimmt sind. geboten, als denen der Ellbogen unserer bäuerlichen Nachbarin, Klaffe. Die vierte Klasse hat ihren Sänger bisher noch nicht Wir besteigen den letzten Wagen: da haben wir doch die trotz mancher liftigen Annäherungsversuche unsererseits ihren haben gefunden, versuchen wir ihr zu ihrem literarischen Recht zu u lange Alles gezögert! voll! Wo noch Play Barriere- Pfeiler- Antheil rücksichtslos vertheidigt. Schon eher verhelfen. wäre, stehen primitive Gepäckstücke aufgehäuft, Körbe, genirt uns das ewige Anhalten des Zuges. Sehnsuchtsvoll erSist Winter. Bei schanderhaftem Schneewetter erreichen Riepen, Säcke, dazu wieder die Atmosphäre des Warte- hoffen wir wenigstens eine Verminderung unserer Anzahl, aber wir ohne Droschte natürlich wohldurchnäßt und durch- faals, nur statt des Karbolparfüms durchwürzt vom Geruche nein, es fommt noch Zuwachs, der eben sehen muß, wo für seine Beine Platz findet, denn rings herum froren um 12 Uhr Nachts in Königsberg den Bahnhof. Schon thranigen, durchnäßten Leders, während um die einzige Lampe, er für seine der gesonderte Eingang und Schalter belehrt uns über unsere welche den ziemlich großen Raum spärlich erleuchtet, bereits ein schnarcht alles, und niemand will sich rühren. Unwillkürlich eisenbahnrechtliche Stellung als Menschen vierter Klasse. Wir zahlen ganz stattlicher Hecht" schwimmt. Aber die Autorität des gedenken wir der vielen Koupee's höherer Wagenklasse, die vollunser Billet bis nach Berlin mit 12 M. und einigen Pfennigen, ver- Schaffners hier meist höflich Herr Schaffner" angeredet ständig leer mitgehen, weil wir armen Teufel ihren Preis eben hältnißmäßig der angenehmste Moment unserer Reife, wenn wir be- macht das Unmögliche möglich, Sachen und Menschen werden nicht zahlen können. Und die rothen Polster wollen mir nicht denten, daß die dritte Klasse im gleichen Zuge das Doppelte, im noch enger eingeschachtelt, so findet sich auch für uns ein Plät aus dem Sinn: ich sehe sie deutlich, von seinen Goldleisten einEchnellzuge, der freilich auch 6 Stunden Zeit spart, noch einige chen. Und sogar noch eins der besseren, am Pfeiler der Barriere, gefaßt und die blanken Spiegel darüber. Jetzt wag' ich's gar ah, wie bequem, ich Mark mehr, die zweite Klasse gar das Dreifache kostet die das giebt für den Koffersiz eine gar treffliche Rücklehne. Nun in Gedanken mich darauf zu sehen, erste ziehen wir bescheidenen Sinnes nicht in unsere Rechnung. fann die Reise beginnen, endlich! Neugierig mustern wir unsere lehne mich behaglich zurück und bin entschlummert. Wie! Was war das? bringen die rothen Polster auch Die Fahrkarten" wie die barbarische Bezeichnung für das furze, Reisegefährten dicht neben uns thront auf einem gewaltigen praktische Billet" im offiziellen, sprachgereinigten Deutsch lautet- Martitorbe eine Bauersfrau aus der Weichselniederung, strenges, im Traume kapitalistische Gedanken Träumte ich mich gar zum find gelöst, Gepäck haben wir nicht aufzugeben, unsere Koffer- arbeitshartes Gesicht, breite, untersetzte Gestalt. Was wird wohl blaublütigen Rittergutsbesitzer und erwache vom Hahnenschrei auf träger find wir selbst, also noch schnell in den Wartesaal und aus unserem Barriere- Pfeiler- Antheil, wenn dieser Rücken den eigenem Hofe? Aber der Hahnenschrei war gar zu deutlich! einen Schoppen zum Abschied. Welche Luft! Rings an den gleichen Anspruch macht, flüstert unser Egoismus uns Da, noch einmal erschallt's: Kikeriti! aber dumpf und heiser Die Vertrauensleute. 2. Kleinert, Rulmftr. 3. H. Meier, Prinzenstr. 32, Für Töpfer! Zuzug ist, wie die Zeitschrift„ Der Töpfer" mittheilt, fernzuhalten nach Bielefeld wegen Lohnabzug, Harburg( Seifert), 3widau( Scholz), nach Stettin für Wertstubenarbeiter und nach Prag für Ofenfeher. fegte. gewählt werden müffen. Der Antrag, den wir feiner Beit gestellt Blätterinnen 33, Brauer 68, Buchbinder 24, Buchdrucker und Schrift- gedacht und zugeschrieben werde, als er beftbe, während boch haben, die Bekanntmachungen der Versammlungen im Vorwärts" gießer 69, Fabrit- und gewerbliche Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen feine wirklich gefeßlichen Befugnisse auf bestimmte Paragraphess zu inferiren, hat leider die Majorität nicht erlangt, wir richten 280, Gaftwirthsgehilfen 185, Gelegenheitsarbeiter 843, Hafen- der Gewerbeordnung beschränkt seien. daher hiermit an alle organisirten Kollegen, die über 21 Jahre arbeiter 336, Ewerführer 112, Kaiarbeiter 27, Schauerleute 42, alt find, den warmen Appell, in der Versammlung zu erscheinen, Speicherarbeiter 90, Handlungsgehilfen 35, Händler, Rolporteure, Neberans ungebührlicher Audungung der Arbeiter damit Vertreter gewählt werden, die unfere Rechte in Zukunft Krämer 80, Haustnechte und Komtoirboten 85, Heizer und scheint sich auch die Breslauer Straßenbahn- Gesell schützen. Das Quittungsbuch dient als Legitimation. Maschinisten 58, Küper 22, Kutscher 2c. 61, Maler und schaft schuldig zu machen. Nach der dortigen Volkswacht" Lacirer 253, Klempner und Mechaniker 48, Schlosser und haben die Kondukteure und Kutscher dieser Gesellschaft felbft an Maschinenbauer 152, Schmiede 99, Musiker 66, Schiffszimmerer 80, den außerordentlich falten Tagen diefer Woche täglich von früh 7 Schneider und Schneiderinnen 141, Schuhmacher und Stepper 52, bis Abends nach 11 Uhr, also 16 Stunden Dienst gehabt. Dabei Stellmacher und Mühlenbauer 32, Bigarrenmacher 122, 3igarren- follen ihnen nicht einmal ein paar Stunden Mittagspause ver fortirer 39, Tischler 267, Töpfer 35, Zimmerleute und Zimmer- gönnt sein. Sollte es der Kommune Breslau nicht möglich arbeitsleute 192.- Die Angaben über die Länge der Arbeitszeit sein, dafür zu sorgen, daß die Gesellschaften, denen sie die Ausund die Höhe des Lohnes ergaben folgendes: die Längste nugung eines Verkehrszweiges monopolmäßig geftattet, ihre Ar Die Feilenhauergehilfen in Hannover- Binden und schnittliche Arbeitszeit in der Periode 1. Januar bis 27. August ist, da ist auch ein Weg. Arbeitszeit betrug 18, die fürzeste 4 Stunden, die durch beiter menfchenwürdig behandeln? Jedenfalls. Wo ein Wille Umgegend find für den Fall gekündigt worden, daß sie den 10%, am 15. Oftober 10 Stunden. Der Arbeitslohn betrug in neuen Tarif nicht annehmen wollen. Dieser schreibt die zehn- der ersteren Periode bei regelmäßigem Geschäftsgange Aus Augsburg berichtet die Fränkische Tagespoft": Einen ftündige Arbeitszeit und 35 Pf. Stundenlohn vor, während der pro Kopf 21,75 M., der höchfte 36 M., der niedrigste 6. febr lebhaften Parteikampf haben die hier in Aussicht stehenden alte Tarif den Neunstundentag und 39 Pf. Stundenlohn feft- Am 15. Oktober betrug der Arbeitslohn durchschnittlich 20,32 M., Gewerbegerichts: Wahlen hervorgerufen. Die klaffenAuch der Stücklohn soll gekürzt werden. Die Gehilfen der höchste 36, der niedrigste 3 M. Der Berlust an Arbeitslohn bewußten Arbeiter treten, wie überall, ſelbſtändig in den Wahlbeschlossen in einer öffentlichen Versammlung mittels geheimer belief sich am 15. Ottober bei der gegen die vorherige Beriode fampf ein. Das veranlaßte die gesammte reaktionäre Masse, sich Abstimmung, am Neuftundentage und dem Stundenlohn von durchschnittlich um 1/2 Stunde türzeren Arbeitszeit 1,43 M. Go- gegen die Sozialdemokratie zu vereinigen, um die Wahl von un39 Pf. festzuhalten, dagegen bezüglich des Stücklohnes die Hälfte viel sich aus der Statistit schließen läßt, leiden in Hamburg vor- abhängigen Beisitzern zu verhindern. Gewerkvereinler, Gefellender vorgeschlagenen Herabfegung anzunehmen. Sie richten nun nehmlich die in den Baugewerben und in der Schifffahrt und im Arbeiterbewegung fich noch bezeichnen, gehen in rührender Eintracht vereinler, Zünftler und wie die rückständigen Elemente in der an alle organisirten Arbeiter das Gesuch um Unterstüßung, falls Hafen beschäftigten Personen unter der wirthschaftlichen Krisis. es zum Kampfe tommen sollte; es erscheine nicht ausgeschlossen, zufammen, um- unaufgeklärte, schüchterne Leute als Beisiger durchdaß die Meister ihre Arbeiten auswärts, z. B. in Remscheid, her fartells, welche diese Statistik aufnahm, hat dieselbe nun dem räthen, Magistratsräthen, Direktoren, Geschäftsleitern bestehendes Die statistische Kommission des Hamburger Gewerkschafts- zudrücken. Seitens der Unternehmer ist ein aus Kommerzien stellen laffen. Weiter bitten fie um strenge Fern Senat mit der Bitte zugehen lassen, dem jezigen Nothstande, der Komitee zusammengetreten, um die Arbeiter zu unterſtüßen". haltung des Zuzug 3. Briefe zc. find an den Vertrauens- noch viel größer sei, als der durch die Statistik für den Gin in bekanntem Stile gehaltenes Flugblatt wurde in allen mann der Feilenhauer, Hugo Witted in Linden- Hannover, 15. Oftober ermittelte durch Annahme folgender Vorschläge Werkstätten und Fabriken verbreitet, in welchem besonders die Limmerstr. 80, zu adressiren. abzuhelfen: Frauen bearbeitet werden. Unser Partei- Organ, die„ Bolts1. Inangriffnahme von Staatsarbeiten in größerem Um Beitung", ist in der Lage, eine Antwort der sozialdemokratischen fange. Hierzu wären in erster Linie zu rechnen: Erbauung von Arbeiterinnen Augsburgs und Umgebung" zu veröffentlichen, in Arbeiterwohnungen in den Vorstädten. Bau der projektirten der es unter anderem heißt:„ Sie haben uns Frauen und Mütter Eisenbahnen, welche die Stadt mit den Vororten verbinden sollen aus der Familie herausgeriffen, den Säugling uns von der Brust und es der Arbeiterbevölkerung gestatten, für einen geringen genommen, und uns in das Joch des Kapitals gespannt, unfere Preis von ihren Wohnungen zu den Arbeitsstätten zu gelangen. Männer haben sie erbarmungslos auf das Pflaster geworfen, Ankauf des Grund und Bodens, auf welchem die als Seuchen- und wir Frauen erhalten einen Hungerlohn, von dem nicht Der Streit der Maler( feramische Branche) in Bor3.herde bekannten Häufer der Gängeviertel stehen. Niederreißen unsere Kinder, geschweige denn wir Eltern leben tönnen. Nachts grund( Norwegen) ist gütlich beigelegt. dieser Häuser und Neuerrichtung von Wohnhäusern, die den müssen wir Arbeiterinnen den Haushalt verfehen und nach we hygienischen Anforderungen der Zeit entsprechen. Vermiethen nigen Stunden Schlaf müffen wir, ohne unsere Kinder wachend Sur Arbeitslosenfrage. Die Dortmunder Arbeits- dieser in Staatsbesit verbleibenden Häuser an die Interessenten zu sehen, schon wieder in die Frohndienste des Kapitals wandern. lofen beschlossen, nachdem der Magistrat die gewünschte Hilfe zu Miethepreisen, mit denen ausschließlich nur die Herstellungs- Go weit auch diese wohlmeinenden" Herren in der Kunst der versagt hat, die Aufnahme einer von Haus zu Haus vorzu- tosten und die Berzinsung des Rapitals gedeckt werden. Be- Heuchelei geübt find, so erzielen sie die gewünschte Wirkung nicht, nehmenden Arbeitslosen- Statistit. Die betreffende, von gegen fchleunigung der Bauten der Wasserleitung und des Zentral- denn es lichten sich immer mehr die Reihen derer, die nicht alle 500 Personen besuchte Versammlung stimmte noch darüber ab, Bahnhofes. 2. Sollten diese Arbeiten aus technischen Gründen werden; die Wohlthaten" des Kapitals öffnen auch ihnen die wer von ihr Arbeit habe. Es konnten dies nur wenige melden. zur Zeit nicht in Angriff genommen werden können, so wären Augen." Der Streit der Glasmacher in der englischen Graf schaft York dauert fort. Die Fabrikanten haben zwar ihre Forderung: 3 M. Reduktion für jeden Arbeiter über 21 Jahren zurückgezogen, erklärten jedoch, daß die Arbeiter sich einer größeren Lohnherabsehung unterwerfen müßten, wenn sie die Arbeit wieder aufnehmen wollten. -G " Die Abstimmung wurde vorgenommen, um die frivole Behaup- seitens des Staates größere Summen zur direkten Untertung der bürgerlichen Blätter zu widerlegen, die Arbeitslosen- stüßung der Nothleidenden zu bewilligen. Diese vom Staate Die neue Gründungsperiode in Deutschland verans Versammlungen seien meist von Leuten besucht, welche gar nicht zu gewährende Unterstützung dürfte aber nicht als Armen- schaulicht eine fleine Statistit des Deutschen Dekonomist". Nach derarbeitslos mären. unterstügung mit ihren Folgen in bezug auf die politischen selben wurden gegründet: im verflossenen Jahre 127 neue AktiengesellIn Lüneburg ist seitens der Arbeiter gleichfalls eine Rechte, sondern müßte als eine durch besondere Umstände hervor schaften mit 79,82 Millionen Mark Rapital gegen 110 AftienArbeitslosen Statistik aufgenommen worden. Dadurch wurden gerufene Maßregel angesehen und in solchem Umfange gewährt gesellschaften mit 90,21 Millionen Mart Kapital im Jahre 1891, 302 Arbeitslose ermittelt, wovon 204 Verheirathete mit insgesammt werden, daß die gefammte Bevölkerung eine ausreichende Er- 236 Aktiengesellschaften mit 270,99 Millionen Mark Kapital im 563 Kindern. Diese 302 Perfonen waren zusammen 1606 Wochen nährung hat. 3. Beseitigung der Zuchthausarbeiten, die den Jahre 1890 und 360 Attiengesellschaften mit 302,54 Millionen beschäftigungslos. Die wirkliche Zahl der Arbeitslosen wird freien Arbeitern die Arbeitsgelegenheit und den Erwerb schmälern. Mark Rapital im Jahre 1889. Das Jahr 1889 bildete den jedoch auf 4-500 Mann geschätzt. Die Noth unter ihnen, so 4. Die mit Staatsarbeiten beauftragten Gewerbetreibenden müffen Höhepunkt in der neuesten Gründungsperiode. Nach Branchen wird uns von dort berichtet, spottet jeder Beschreibung. Man angehalten werden, in erster Linie die in Hamburg ansässigen geordnet fanden im verflossenen Jahre von den 79,82 Millionen begreift daher auch in jener Stadt nicht, wie der Staatssekretär Arbeiter in Beschäftigung zu nehmen und die für die Arbeiter Mart Attienkapital 13,54 Millionen für die Textilindustrie Ver= v. Bötticher die Größe des Nothstands bezweifeln konnte. der Staatsbetriebe festgesetzten Lohn- und Arbeitsbedingungen wendung; 12,51 Millionen für die Industrie der Steine und einzuhalten. 5. Festsetzung eines Marimalarbeitstages von acht Erden; 11,03 Millionen für Transportanstalten; das übrige Die Hamburger Arbeitslosenstatistik, deren gestern furz Stunden und Lohnsägen, wie sie von den verschiedenen Ham- Kapital vertheilte sich auf andere Unternehmungen. Auch im erwähnt wurde, hat folgendes Ergebniß geliefert. Bahl der ge- burger Gewerkschaften anerkannt und in der Pragis erreicht sind Jahre zuvor nahm das von der Textilindustrie absorbirte Kapital werblich beschäftigten Personen( schäßungsweise) 183 700. wovon für die in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter. Die mit 11,91 Millionen Mark den ersten Play ein; es folgen dann 21 100 organifirt sein mögen. Die Zahl der eingegangenen Reduzirung der Arbeitszeit auf acht Stunden ist geboten, 10,68 Millionen für Maschinenbau und Metallbearbeitung und Fragebogen betrug 18 824. Das Durchschnittsalter der Aussteller um einer größeren Zahl Arbeiter Beschäftigung zu gewähren, 10,68 Millionen für Brauereien, für welche im Jahre 1892 nur var 34, das höchste Alter 70, das niedrigste 15 Jahre. Bon während die Festsetzung von Löhnen, wie sie von den Gewerk- 3,66 Millionen Mart verwendet worden sind. Auch auf dem den Ausstellern waren 11 672 verheirathet und hatten 42 178 An- fchaften anerkannt sind, den Arbeitern eine einigermaßen aus Gebiete der Gesellschaften mit beschränkter Haftpflicht hat sich gehörige zu ernähren. Arbeitslos waren von ihnen tömmliche Ernährung sichert. 6. Ginrichtung eines städtischen die Gründungsthätigkeit üppig entfaltet. Das Gesetz batirt vom am 15. Ottober 1892 4893 erfouen zusammen Arbeitsnachweises zur leichteren Vermittelung der Arbeit. Die 20. April 1892 und bereits find 56 Gesellschaften mit zusammen 50 875 Wochen. Die längste Arbeitslosigkeit betrug 41, die Einrichtungs- und Verwaltungskosten sind von der Staatstaffe 26 877 200 M. Kapital gegründet worden. Die Unternehmungen türzeste 1 Woche; durchschnittlich war jede arbeitslose Person zu tragen, während Verwaltung und Kontrolle diefer Arbeiter erstrecken sich auf die verschiedensten Branchen. 10%/ 5 Woche ohne Beschäftigung. Von den Arbeitslosen waren börse ausschließlich in den Händen der Arbeiter zu liegen bat. 2658 verheirathet, sie waren zusammen 27 648 Wochen be- Räumlichkeiten zur Errichtung eines solchen Instituts bieten sich Vom Aschenbrödel ,, Wolfsschule". Die in Frankfurt a. D. schäftigungslos; die Zahl ihrer Anbehörigen betrug 9539. Von in der in Staatsbefiz befindlichen Zollvereins Niederlage. Es erscheinende Märkische Boltsstimme" reproduzirt einen Brief, Familienangehörigen, welche zum Unterhalt der Familie bei tönnte hier mit einzelnen Räumen zunächst ein Versuch gemacht den ein Bauernbursche, der sich als Senecht verdang, an seine tragen, waren 614 ohne Arbeit; diese sind in der oben an- und dann durch Umbau und Erweiterung eine den an ein solches Schwester richtete. Das Schreiben lautet buchstäblich: gegebenen Zahl der Arbeitslosen noch nicht einbegriffen. Die Zahl Juftitut zu stellenden Ansprüchen genügende Einrichtung geschaffen Liebe Schwäfter, Der arbeitslosen Ledigen betrug 2235, die Zahl ihrer arbeitslosen werden. Wochen 22 727; die Zahl der von ihnen zu ernährenden Familienangehörigen belief sich auf 764. Die durchschnittliche Arbeits- Der Fabrikinspektor für Rheinhessen, Herr Kraus in Tofigkeit betrug bei den Ledigen 10%/ 5 Woche; die längste und Darmstadt, hat dem Arbeiterausschuß des Mainzer türzeste Arbeitslosigkeit betrug wie bei den Verheiratheten 41 Gewerbegerichts mitgetheilt, daß er gern bereit sei, von der in bezw. 1 Woche. Von den 18 824 Ausstellern waren vor dem dieser Stadt gebildeten Beschwerdekommission der Arbeiter Mit Ausbruch der Cholera, und zwar in der Zeit vom 1. Januar theilungen über geschäftliche Uebelstände, unter denen die Arbeiter Die Märkische Voltsstimme" meint, daß derartig große Uns bis zum 27. Auguft arbeitslos: 5108 Verheirathete( mit 18 728 leiden, entgegenzunehmen. Bezüglich der Untersuchung diefer fenntniß des Schreibens bei der ländlichen Bevölkerung feinesAngehörigen) 54 170 Wochen( pro Person durchschnittlich 10%/ 5 Beschwerden will sich Herr Kraus genau an den§ 139 b der wegs vereinzelt da stände. Wochen, längste Arbeitslosigkeit 34, fürzeste 1 Woche), 3193 Gewerbeordnung halten, welcher ihm die Grenzen seiner ThätigLedige( mit 630 Angehörigen) 29 840 Wochen( pro Person durch- teit genau anweise. Er habe, schreibt er, diese Einschaltung Deutsche Hungerlöhne. In Kirchberg( Sachfen) er schnittlich 93/10, längste Arbeitslosigkeit 34, fürzeste 1 Woche). nicht gemacht, um die Arbeiter abzuhalten, ihm auch andere halten, wie das Sächs. Volksblatt" berichtet, nach einer ErInsgesammt 8301 Arbeitslose 84 010 2ochen. Wahrnehmungen über die Berhältnisse der Arbeiter in Mainz hebung der Drts- Krantenfasse III Schuhmachergesellen ohne Roft Mehr als 20 Personen waren am 15. Oftober arbeitslos in mitzutheilen, im Gegentheil sei ihm alles darauf bezügliche von 7 M. bis höchstens 10 m. wöchentlich, mit Koft 1,50 bis 4,50 W.; folgenden Gewerben: Bäcker und Konditoren 46, Barbiere und hohem Intereffe. Mit der Verweisung auf§ 139 b habe er nur Bäcker 3 bis 4,50 M. bezw. 8 bis 10 M.; Fleischer 2 bis 4,50 M. Friseure 24, Bau- und Erdarbeiter 147, Bleicher, Wäscher, fagen wollen, daß ihm öfter mehr und größerer Einfluß zu begro. 7 bis 10 M.; Musiker 9 M. " " Mit Bren, den er greife ich difehder an ein bar geilen an dir zuh Schriben beften gruf ich habe eine ftelle, ich bin gefut und Munde meine A drefe is in..... bei geria ich dihne beiden guzbefizer.... Liebe Schwafter beften gruf Was ist der Korpsgeift unserer Offi wie aus der Kehle eines Hahnengreises, der zum letzten Mal den gebrachten Feldstühlchen und hat mit lebhaft funkelnden Augen Klaffenbewußtsein. Was ist goldenen Morgen grüßt! Aus dem Korbthron unserer Bauers- der Erzählung gelauscht. Gott der Gerechte, was'n Leben! ziere, was die Interessengemeinschaft unserer Rapitaliſten frau bringen die ahnungsvollen Töne, die gute erspart Gs is Sie nichts ze verdienen heit bei's Handwerk. Und in's Ge- gegen das Klassenbewußtsein des Arbeiters? Ein zorniger Blick die Fracht für eine ganze Hühnerfamilie in ihrem Siße. fchäft? Ich tomm' sie viel' rum in's Land und verdien' des höheren Vorgesetzten im erften, ein größeres Geschäftsunglüc Das unverhoffte Frühkonzert ermuntert alle Wageninfaffen zu Gie oft blos, was ich erspar' an's Fahrgeld!" Gelinde im anderen Falle, und der Betroffene steht so isolirt, als wär' rechter Zeit, denn eben rollt der Zug über die Dirschauer Brücke. 3weifel unsererseits beschworen einen wahren Strom von oft er allein auf der weiten Welt. Der gemaßregelte und entlassene Es ist fünf Uhr früh, alles noch dunkel, der geftern überheizte gehörten Klagen über Werlufte, schlechte Preise, flaue Geschäfte Arbeiter steht nimmer allein: die gewaltige Mauer gleichgesinnter Wagen falt, die Glieder steif: Eine warme Tasse Kaffee wird herauf, wie sie dem richtigen Kaufmann immer zur Verfügung und opferbereiter Genossen giebt ihm Haltung und Kraft im wobl thun! Wer über die nöthigen Bazen verfügt, drängt zum stehen. Das fühlten wir doch gleich heraus: Wir befanden uns Unglück, selbst wenn er im Augenblick unterliegt. Diese Männer Buffet, vielen muß auch mitgebrachtes trocknes Brot und Schnaps in höchst respektabler, tapitalistischer Gesellschaft! Handelte unser stehen fest in der Gegenwart: Sie und nicht die Vergangenheit den wärmenden Morgentrunt erfeßen. Eine junge polnische Freund auch nur mit getragenen Kleidern" und hütete sich wohl, liefert den Stoff zu ihren Gesprächen, nicht mehr das EinzelBäuerin mit ihrem Kinde tritt zagen Schrittes heran. Was uns in den Betrieb blicken zu lassen, verrieth er doch, daß auch schicksal beherrscht sie, sondern das Leben selbst. toft's" stammelt sie auf eine Tasse deutend. Der Preis wird die getragenen Kleiderhändler" der Provinz sich geeinigt zwecks Bei lebhafter Unterhaltung schwand die Zeit, und Küstrin genannt, eiligst zieht sie die Hand zurück und wendet Sebung der Preiſe furz, auch hier ein Ring in aller Form! war erreicht, ehe wir's vermutheten. Hier wurden wir auch mit fich. Nus dem breiten, durch ein graues Tuch faft Und Gottes Segen fonnte auch nicht ausgeblieben sein: denn verhüllten Gesicht Gesicht schauen ein paar schöne, dunkle, er erzählte es mit Stolz sein Moses besucht in Danzig großstädtischer Lektüre versehen: der christliche Führer durch tief betrübte Augen. Eine mildthätige Hand reicht ihr die warme das Gymnasium und soll später„ Nechtsanwalt studiren"! Aber Berlin, berausgegeben von der Gesellschaft St. Michael, mit seinen Belehrungsgeschichten und Hospizreklamen, und der BerTaffe, ein Dantesblick trifft den Geber, und glücklich lächelnd ein guter Mann war er doch, unser Kleiderhändler: er verließ feinen Belehrungsgeschichten und Hospizreklamen, und der Bergiebt sie dem frierenden Kinde zu trinken. Nur ein eines uns in Ronis, nicht ohne dem armen Maurer verstohlener Weise Liner Bergnügungsanzeiger, voller Hotelannoncen und Anpreisungen Schlückchen nimmt sie, als wär's unrecht, für sich. ein Silberstück in die Hand zu drücken, deffen Schäßungswerth von Geschäften und Restaurationen, darunter viele mit Bedienung eine geeignete Einführung des Durch die fruchtbare Weichselniederung geht die Fahrt. Un- für den Geber mindestens das Hundertfache betrug, denn er von garter Hand, bilden die beiden Hauptströmungen unserer Gefere behäbige Nachbarin ist verschwunden. Ihren Platz nimmt hatte ja fein cinzigstes Verdienst, die Preisdifferenz" geopfert! remben in fellschaft" das praktisch patriotische Christenthum und ein ärmlich gekleideter Handwerfer ein, bleich und schwind- So reiht sich Bild an Bild, manche heiter, die meisten süchtig von o wie intim!-befreundet und ver Aussehen, ein fleines Mädchen auf dem traurig, aber auch nicht eines, das des rein menschlichen Inter- die internationale fapitalistische Weltanschauung, die sich offen Schooße ein zerbrechliches Kiftchen bildet seinen Sessel. effes entbehrt. Und wenn das Reisen schon den konventionellen bekämpfen und insgeheim Niedergeschlagene Augen, gebeugte Haltung erzählen von Noth Kulturmenschen zugänglicher macht, um wie viel mehr die Kinderbündet sind. Solch angenehme Leftüre vertrieb uns die Zeit, bis und Kummer. Kaum hört er unseren freundlichen Gruß. Neu- des Voltes, die nichts zu vertufchen und zu verbergen haben in wir die Nähe der Weltstadt- fühlten. -= Jawohl, fühlten! Jeder nicht blafirte Reisende- Ausnahmen gierig und munter schaut das Kind zu uns herüber, eine noch ihrem Lebenslauf. Ist dieses einfacher und dürftiger als das spürt bei der Annäherung an Berlin eine warme Semmel vom Dirschauer Frühstück gewinnt uns sein Leben der Vornehmen, flarer und wahrhaftiger ist es jedenfalls. fiehe erster Klasse ganzes Herz und öffnet des Baters Lippen. Die alte Geschichte, Und auch dieser Einfachheit, ja Gleichförmigkeit der Schicksale eigenartige Aufregung, wie er sie beim Gintreffen in anderen wir ahnten's ja: Er war Maurer. Von frühester Jugend auf begegnet man vorzugsweise im Osten Deutschlands, der erste Großstädten Deutschlands nicht empfindet. Biel zu früh beraubt schlecht genährt, erwies er sich als zu schwach für diesen Beruf, Schritt nach Westen zeigt uns viel komplizirtere Lebens- man sich seiner Bequemlichkeit, ordnet sein Gepäck, stäubt Die Kleider ab, bürstet Haar und Bart, um seinerseits blieb ewig Handlanger, heirathete früh, erkrankte, die Frau verhältnisse. Das Gespräch stockt, nur mußte arbeiten, fie arbeitete sich zu Tode! Jeht fucht Schon in Schneidemüht, unserer Mittagestation, beginnt der die Weltstadt würdig zu betreten. er feinen Unterstützungswohnsih" auf, hofft sein Kind, Berliner Einfluß. Die Einsteigenden sind Arbeiter und Hand- einzelne Bemerkungen fallen, Fragen, Rathschläge, Glückwünsche. sein Ein und Alles, dort unterzubringen, dann nach werter, die nach Berlin zurückkehren. Meift fräftige, energifche Immer näher rücken sich die Stationen: Jest Friedrichsfelde, jetzt Berlin Arbeit fuchen"! Der Aermste, mit diefem Körper! Gestalten, die Selbstbewußtsein und Entschlossenheit verrathen, Rummelsburg, jest- Berlin! Das Lebensgefühl ist unwillDoch wir wagen es nicht, ihm die Hoffnung au rauben. teine Spur mehr von der Unsicherheit und Baghaftigkeit des türlich gefteigert, als ob man wüßte, daß die Riefenstadt für Mag er hoffen, Hoffnung ist ja" des Armen letztes Gut"! Ein Provinzarbeiters. Und nicht nur Selbstbewußtsein flingt aus manchen Glück, für viele Unglüd, für jeden aber einen gewaltigen alter Herr, dem Ansehn nach jüdischer Kleinkaufmann, figt, in ihren Gesprächen, sondern ein Empfinden, das in dieser Frische. Fortschritt in Lebenserfahrung und Erkenntniß, das heißt einen einen vertrauenerweckenden Schafspels gehüllt, auf einem mit Reinheit und Kraft in feinem andern Stande gefunden wird: Fortschritt im Menschenthum bedeutet. " Achtung! Achtung! Morgen, Montag, den 23. Januar, Abends 8 Uhr, in der Unionsbrauerei, Hafenhaide 22-31: Gr. Volksversammlung. Zagesordnung: Graveure, Ciseleure! Versammlung am Montag, 23. Januar, Abends 81/2 Uhr, im Vereinslokal, Drebenerftr. 45. Zages Drdnung: 167/11 1. Gefchäftliches. 2. Vortrag des Genossen Sillier, über: Die 1. Vortrag der Frau Klara Betkin( Stuttgart) über: Die Frau in graphische Union. 8. Diskussion. 4. Berschiedenes. ber Industrie und ihre Fähigkeit daselbst. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Zur Deckung der Untoften Tellersammlung. Frauen find besonders eingeladen. Der Vorstand. Gine Parthie fehlerhafte Teppiche i in Sophagröße à 5, 6, 8 u. 10 M., in Salongröße à 12, 15,20-50 M., 156/6 Oeffentl. Schneider- und Schneiderinnen- Teppich- Reste fpottbillig! Der legte Vortrag der Frau RIara Bettin vor ihrer Abreise, m Mittwoch, den 25. Januar, im Böhmischen Brauhaufe. Die Frauen- Agitationskommission. Sozialdemokratischer Wahlverein Versammlung am Montag, den 28. Januar, Abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20. Zages Ordnung: 1. Die Strifen im Schneidergewerbe und die Bergebung der ftaatlichen 2. Diskussion. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. und städtischen Arbeiten. Referent 2. Pfeiffer. Am Dienstag, den 24. d. M.: General- Derlammlung in Pape's Salon"( früher Knebel). Zagesordnung: 272/12 Die Stadtverordneten sind zu dieser Bersammlung schriftlich eingeladen. Das Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ist Pflicht. Die Agitationskommission. 1. Bortrag des Genoffen Sabiel. 3. Diskuffion. 3. Kaffenbericht. Verein zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Löpfer 4. Erfahwahl des Vorstandes. 5. Berschiedenes und Fragekasten. 239/15 Der Vorstand. Maurer. Sonntag, 22. Jannar, Nachmittags 5 Uhr, im Lokale des Herrn Boltz( früher Feuerstein), unterer Saal, Alte Jakobftr. 75: Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 25. Januar, Abends 5% Uhr, in Gratwell's Sierhallen( oberer Saal), Kommandantenstr. 77-79: Gardinen 3556 L Teppid Emil Lefèvre, Stud von 22 Mtr. 10, 15-40 M. Fabrik Berlin S., 158 Oranien- Straße 158. reich illustrirt, Prachtkatalog gratis a. franto. Roh- Tabak. Sämmtl. ins u. ausländischen Sorten in billigter Preislage. Formen, alte und neue, auch Keilfaçon, billigst ab Ordentl. General- Bersammlung. Heinr. Franck, Zagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes: a) des Vorsitzenden, b) bes Raffirers, c) der Revisoren, d) der Rechtsschutz- Kommission. 2. Wahl des Vorstandes, der 3554L Rohtabakandlung Brunnenstr. 141/42. Oeffentliche Versammlung mit Frauen Revisoren und Erfahwahl der Rechtsschutz- Kommiffion. 8. Statutenberatung. Kranzbinderel und Blumenarrangirt vom Centralverband der Maurer Deutschlands etc. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Robert Wolf über: Soziale Streiflichter." 2. Distussion. 3. Verschiedenes. 33 245/7 Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein bis nachts 2 Uhr unter Mitwirkung des Gesangvereins Gemüthlichkeit"( Buher). Einen zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Achtung! Achtung! 9755 Sozialdemokratijger Agitationsklub für den Often Berlins. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 22. Januar, Abends 6 Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus", Proskauerstraße 37-38. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Th. Mehner über:" Die Ethit der heutigen Gesellschaft". 2. Diskussion.- Entree 10 Pfennig. Nach der Versammlung findet ein geselliges Beisammensein ftatt. Achtung, Wilmersdorf und Umgeg.! Dienstag, den 24. d. M., Vorm. 10 Uhr, in Mölter's Volksgarten, Berlinerstraße 40: Grosse Arbeitslosen- Versammlung. Zagesordnung: 1. Die Arbeitslosigkeit und ihre Ursachen. Referent: ReichstagsAbgeordneter Bruhns. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch aller Arbeitslosen ersucht 341/13 Der Vertrauensmann. Vereinig. der Drechsler Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Sonnabend, den 28. Jannar, im neuerbauten Saal der ,, UnionsBrauerei", Hafenhaide Nr. 22-31: Grosser Wiener Masken- Ball. Anfang 9 Uhr. 136/10 Entree 50 Pf. Billets find in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Das Comité, Verein Berliner Hausdiener. Dienstag, den 24. Jannar 1893, Abends 9hr Grosser geselliger Abend in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Wozu ergebenft einladet Gäste willkommen. Der Vorstand. Beerdigungsverein 1007b Berliner Zimmerlente. Sonnabend, den 28. Jamar 1893, in den großen Prachtsälen der Konkordia, Audrensstr. 64 und Krautstr. 38: Gr. Wiener Maskenball. Die Mitglieder, deren Freunde und Bekannte, werden freundlichst eingeladen, recht zahlreich zu erscheinen. Um 12 Uhr: Demaskirung, nachher: Grohe Kaffeepause. Die beiden besten und originellsten Herren- und Damen- Masken erhalten eine Prämie. Während der Kaffeepause tomische Vorträge, vorgetragen von dem Volkshumoristen Herrn Hugo Ofang. Anf. 8½ Uhr. Billets à 40 Bf. sind bei den unterzeichneten Komiteemitgliedern bis Donnerstag, den 26. Januar, zu haben, von da ab treten erhöhte Preise ein: Klebb, Mariendorferstr. 2; Gieche, Andreasstr. 59, 3 Tr.; Girte, Adalbertstr. 81 v. p.; Mahn. Eisenbahnstr. 31 v. 4 Tr.; Dorn, Belforter firaße 8, 2 Tr.; Bremer, Stephanstr. 34, Dg. p.; Dietrich, Willibald Alexisstraße 40, Dg. 2 Tr.; Gruse, Söchftestraße 18; Schacht, Brenzlauer Allee 232; außerdem bei den Herren Würtemberg. Zeltowerstr. 34, und Bandelow, Langestr. 13 im Restaurant. 1010b Das Komitee. J. A.: August Klebb, Mariendorferstr. 2. Vereinsabzeichen, Fahnen und Banner, Schleifen, Tausbänder und Tanzblumen, Schilder, Stempel, Schablonen und Gravirungen etc. empfiehlt den Genoffen Gustav Kleist, Waldemar- Straße 18. 3578L 4. Antrag betreffend den Ausschluß des Mitgliedes bel. 5. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Handlung 85292 eingeladen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung ist Kollege Sabiel schriftlich von J. Meyer, Wienerstr. 1( nur dort) Guirlanden à Mtr. von 15 Pfg. an. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, da die Versammlung Punkt 6 Uhr eröffnet wird. Quittungsbuch legitimirt. Bettfedern, Daunen, 328/13 Der Vorstand. Große öffentliche Formerversammlung im am Montag, den 23. Januar, Abends 8, Uhr, totale des Herrn Müller, Johannis- Straße Nr. 20. Zages 1. Welche Organisation ist den heutigen Verhältniffen am besten angemessen? Referent Th. Schwartz. 2. Diskussion. 8. Verschiebenes. Der Einberufer. Telephon Amt 9, 9482. fertige Betten. Gr. Bettfedern- Spezial- Geschäft Don L. Beutler, Berlin. 1. Geschäft: Ackerstr. 35. 2. Geschäft: Mariannenstr. 11. 3. Geschäft: Kurfürstenstr. 148. 4. Geschäft: Gr. Frankfurterstr. 42. Hundert Sorten in Bettfedern, Pfund 50 Pf. bis zu den hochfeinsten Qual. Hundert Stand Betten; Stand: Obers bett, Unterbett und 2 Kissen 12 M. bis zu den hochfeinsten Brautbetten, fabelhaft billig. 8575L Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Mr asten- Theater- Garderobe von Otto Runge, jest Gr. Frankfurterstr. 75, empfiehlt Am Sonnabend, den 28. Jannar 1893, in Bus' Ball- eine Auswahl von 2000 Kostümen. Salon, Frankfurterstraße Nr. 88: Grosser Wiener Maskenball. 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In den Kapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Rapitalist und Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus- find die grund legenden sozialdemokratischen Lehrfäße populär- wissenschaftlich nieder. gelegt; während im zweiten Theil unsere Programm- Forderungen, bie von dem klassenbewußten Proletariat als Mittel aufgefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu er reichen, erläutert sind. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenossen, die sich in den Dienft der Partei- Organisation gestellt haben, den Massen- Bertrieb" besonders zu empfehlen, ba mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig gestellt worden. Ferner empfehlen wir folgende Erscheinungen unferes Berlages als zur Maffenverbreitung besonders geeignet: Bur Landagikation: 16 Seiten. Preis 10 Pf. In Partien: 100 Exemplare 3 Mart. „ Nieder mit den Sozialdemokraten!" Bon Wilhelm Bracke. 26 Seiten. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 7,50 M. GHO Die Soldaten- Mißhandlungen vor dem Deutschen Reichstage. Rede Bebel's in der Sitzung vom 13. März 1891. ( Stenographischer Bericht.) 26 Seiten. Preis 15 Pf.-100 Exemplare 10 Mart, Freiherr von Stumm und die Sozialdemokratie. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags am 10. und 12. Mai 1892, betreffend die Maßregelung der sozialdemokratischen Arbeiter in den Staatsbetrieben. 32 Seiten. Preis 10 Pf.-100 Exemplare 5 Mart. Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands beschloffen auf dem Parteitage zu Erfurt 1891. 4 Seiten. Preis 5 Pf. In Partien: 100 Exemplare 50 Bf. Organisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands befchloffen auf dem Parteitag in Halle 1890 ( mit den auf dem Berliner Parteitag 1892 angenommenen Abänderungen). 4 Seiten. Preis 5 Pf. In Partien: 100 Exemplare 50 Pf. 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