Nr. 25. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis prānumerando? Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., tröchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Lugemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( jettgedruckte) Wort 20 Pfg. jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ip bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ein Teffendorf her! Donnerstag, den 30. Januar 1908. " 1 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1984. 1908, mit Strafverfolgungen lasse sich der Wahlrechtskampf an. Mag dabei herauskommen, was da will: eine uferlose des preußischen Proletariats aufhalten. Kolonialpolitit, ein Weltkrieg! Darüber mögen sich die Der Kampf ums Wahlrecht, das mögen sich die Technikfer" die Köpfe zerbrechen. Mit der Politik hat das preußischen Junker, und die preußischen Reaktionäre aller nichts zu tun, aber auch rein gar nichts! So spiegelt sich die So rief am Mittwoch im Dreiklassenhause der Junker Schattierungen, das mag sich die preußische Regierung Frage in dem beschränkten Untertanenverstand des liberalen Brandenstein unter dem lauten Beifall seiner Klassen- gesagt sein lassen, wird weiter gehen, unbekümmert Spießbürgers. genossen. Wie einst Jordan von Kröcher in seiner Angst um die wilden Drohungen der Scharfmacher, unbekümmert Nachdem der Referent, der Zentrumsabgeordnete vor dem Anschwellen der Arbeiterbewegung schrie nach dem um die Maßnahmen der Minister und Staatsanwälte. v. Thünefeld, in einschläferndem Tonfall seinen Bericht Gewaltmenschen ohne Hirn, aber mit starken Nerven, so schrie Wenn die Herrschenden Preußens der Welt das Schauspiel heruntergemurmelt, bestieg feierlich auf hohem Kothurn der diesmal der von Brandenstein, da ihm der Wahlrechtskampf bieten wollen, daß Arbeiter bestraft werden, weil sie das nationalliberale Graf v. Oriola die Tribüne. Mit einer Bein macht, nach einem Juristen ohne juristische Bedenken, nämliche getan, was unter dem Beifall des Kanzlers Würde, als gelte es, dem Gotte Aegir selbst rauchende Opfer nach einem startnerbigen Staatsanwalt, der ohne allzu feines und des Kaisers unter dem Schutz der Polizei darzubringen, stimmte dieser unentwegte Bewunderer jedweden juristisches Wissen und Gewissen, aber mit um so mehr staats- Ordnungsparteiler ungestraft tun durften mögen bunten Rocks seine Lobeshymne auf die Flotte an, bedauernd, " retterischem Eifer konstruiert, wo er fein Beweismaterial fie es tun. Wir werden die Opfer bedauern, aber wir wissen, daß nicht noch mehr gefordert würde, wie das nicht genug der findet! Her mit einem Mann vom Kaliber Tessendorfs, dem daß sie nicht umsonst fallen werden! Das Recht, auf den zu preisende Flottenverein gefordert habe. Typ des beschränkten Bureaukraten und unbedenklichen Straßen friedlich zu demonstrieren, wird sich die Arbeiterschaft Der freisinnige Abg. Wiemer erheiterte das Haus Rechtshandwerkers, der mit Gefängnisstrafen eine welt- nicht nehmen lassen! Darin wird sie auch nicht die Mit- durch die Mitteilung, daß es dem Staatssekretär gelungen sei, geschichtliche Bewegung, mit Vereinsauflösungen eine Partei teilung des Ministers beirren, daß die Behörden im Begriff seine Partei in der Kommission von der„ technischen" Notwie die Sozialdemokratie glaubte ersticken zu können. feien, die Nädelsführer" zu ermitteln, die sich im wendigkeit, das Lebensalter der Kriegsschiffe von 25 auf 20 Jahr Nichts gelernt und alles vergessen! Der Junker Hintergrunde halten. zu fürzen, böllig zu überzeugen. Nachdem er so einen Beweis Brandenstein, der die Manen Tessendorfs anruft und nicht Die Unterscheidung zwischen Rädelsführern" und" Ver- von der Fähigkeit seiner Partei, sich zu neuen Ueberzeugungen weiß, daß die Aera Tessendorf eine Zeit kräftigen Fortschritte führten" ist ein uraltes Rüstzeug jedes reaktionären überreden zu lassen, gegeben hatte, war es ein billiger Scherz, der Sozialdemokratie war, der nicht weiß, daß dieser Regiments. Und die Verdächtigung der Führer des Volkes wenn er noch ausdrücklich versicherte, daß seine Partei niemals juristische Handlanger Bismards durch sein blindwütiges schien den Unterdrüdern seit jeher besonders geeignet gegen ihre Ueberzeugung irgend welche Steuern bewilligen Dreinhauen auf die sozialdemokratischen Organisationen das die fämpfenden Massen zu spalten und zu verwirren. Auch würde. größte Hindernis für die Vereinigung der damals noch ge- iegt wieder muß das abgebrauchte Mittel herhalten. Und Auch der Abg. Spahn gab namens des Zentrums die trennten beiden sozialistischen Parteien Deutschlands, näm- auch diesmal wird es versagen. Und wenn ein findiger Erklärung ab, daß fie gegen ein Flottengesetz an sich nichts lich die strittige Organisationsfrage, hinwegräumen mußte, Staatsanwalt, von Tessendorfschen Geiste erfüllt, von Branden einzuwenden hätte; nur machten sie ihre endgültige Sudieser nichtswissende Junker gibt ein getreues Abbild feiner steinschen und Beselerschen Scharfmachereien angeeifert, auf ftimmung in der dritten Lesung von der vorherigen Erledigung Stafte. Sie lernt nichts aus der Geschichte, die deutsche Junker- irgend welche waghalsig konstruierte Annahmen hin der Deckungsfrage abhängig. schaft, und sie bergißt stumpfen Hirns alle Niederlagen, die angebliche Rädelsführer" auf die Anklagebank bringen Seine Anfrage, was denn eigentlich die Regierung da ihre Unterdrückungspolitik gegen die Sozialdemokratie schon wollte- er und seine Auftraggeber dürfen sich versichert für Pläne habe, lockte den Reichsschazsekretär Herrn gezeitigt hat. halten, daß sie damit den Wahlrechtskampf nicht auf- b. Stengel hinter dem Ofen hervor. Mit einem unEs war im Jahre 1874, als Teisendorf seinen be- halten und den Entschluß des preußischen Proletariats, nötigen gewöhnlich geftifulationsreichen Eifer verwahrte er sich darühmten Feldzug gegen den Allgemeinen Deutschen Arbeiter- falls aufs neue das den Ordnungsparteilern zugebilligte Recht gegen, daß die neugierige Bresse fortgesetzt seine geheimnisvollen berein begann. Der Schließung der Organisation der auf die Straße in Anspruch zu nehmen, nicht erschüttern werden. Finanzpläne herauszuschnüffeln suche, wußte aber selbst jetzt noch Lassalleaner folgte bald darauf die der Eisenacher. Ser- Wollen die Herrschenden Ruhe haben in Preußen, so wird nicht zu enthüllen, was die Regierung eigentlich an neuen stören wir die sozialdemokratische Organisation und die nur eins helfen: die wahren Rädelsführer, die wirklich Ver- Steuern fordern wolle. Nur so viel glaubte er andeuten Sozialdemokratie ist nicht mehr! Das war der Leitgedante antwortlichen für die Ereignisse des 10. und des 12. Januar zu können, daß die Reichsschröpftöpfe beim 8 wischender Tessendorfschen Aktion. Schon vor dem Erlaß des Aus- müssen zur Aenderung ihrer Haltung gezwungen werden. handel mit Branntwein und bei der Zigarren. nahmegesezes war die Sozialdemokratie auf dem Gebiet des Und diese wahren Rädelsführer, das sind die fa britation angesetzt werden sollten. Vereinsrechtes vogelfrei was alle anderen Parteien un- preußischen Junker und ihre Beauftragten auf den preußischen Herr v. Richthofen betätigte wie immer die amtsgestraft tun durften, war ihr verwehrt. Eine über das ganze Ministersesseln! Das sind jene, die von sicherem Sit aus tonservative Regierungstreue. Reich sich erstreckende Zentralorganisation wurde ihr un- Polizisten und Staatsanwälte schicken gegen Enterbte, die ihr möglich gemacht. Tessendorf hatte im ganzen Reiche ge- Recht fordern! Das sind jene, die jest in ihrer Angst vor lehrige Schüler gefunden; die sozialdemokratischen Organi- der Boltsbewegung den Ruf anstimmen: Ein Lessendorf her! fationen waren zerstört. Und die Sozialdemokratie? Sie lebte und gedieh! Sie stieg von 180 319+171 351 351 670 Stimmen, die bei den Wahlen von 1874 auf die Laffalleaner Annahme des Flottengesetzes Er jetzt kam Genosse Bebel zum Wort. Er reduzierte alle die Scheinkritik der bürgerlichen Parteien auf ihren wahren Wert, indem er nachwies, daß durch ihre Gesamtschuld wir jetzt in eine Periode uferloser Flottenbauten hincingeraten feien. Dabei habe der Flottenverein wader mitgeholfen, aber auch ohne dessen Treibereien wäre es so gekommen. Desund die Eisenacher fielen, auf 493 447 Stimmen bei den halb sei dem Froschmäusekrieg zwischen den Keimlingen Wahlen von 1877, sie vermehrte ihre Preßorgane und die Leserschaft ihrer Blätter, fie steigerte ihre Einnahmen. Die doch wohl noch nicht dagewesen, daß aus dem Parlament aufgelöste Partei überstand die wüste Attentatsheze des Aus dem Reichstag. In der Flottenfrage sind selbst heraus zu immer neuen Mehrforderungen direkt anJahres 1878, die aufgelöfte Partei hatte in den Jahren der allgemach die sämtlichen bürgerlichen Parteien in eine gleich- getrieben würde. Wenn auf solche Aeußerungen in der Aera Tessendorf soviel innere Kraft und solchen festen Zu- linige Bewilligungsfront eingerückt. Konservative, National- Kommission hin der Marineminister erklärt habe: Schaffen fammenhalt gewonnen, daß der Hammer des Sozialisten- liberale, Zentrum, Freifinnige wo ist da noch ein grund- Sie mir nur dafür eine Mehrheit im Reichstage", so lasse sich gesetzes sie nicht zermalmen, sondern nur noch fester schmieden fäßlicher Widerstand gegen die uferlose Flottenvermehrungs- das nur daraus erklären, daß an der entscheidenden Stelle fonnte. politit zu spüren? Raum Nuancen im Bewilligungseifer gleichfalls immer stärkere Marinebauten gewünscht würden. in zweiter Cefung. und den Höflingen keinerlei Bedeutung beizumessen. Es ſei Das ist das Ergebnis der Tessendorfschen Staats- machen sich unter ihnen geltend. So fanden sich denn gestern Dabei fümmere man sich nicht um die Frage, woher denn die rettung. Sie hatte sich dabei nicht auf die Zerstörung der auch in der zweiten Lesung der Flottenvorlage die Redner Mittel genommen werden sollten. fozialdemokratischen Organisationen beschränkt. Auch gegen der bürgerlichen Parteien in wenigen Worten mit der Und das sollte nur eine marinetechnische Angelegenheit die„ Hezer", die Rädelsführer" ging dieser Staatsanwalt Sache ab. Dem freisinnigen Abgeordneten Mommsen sein? Kaum eine andere Frage sei so eminent politisch. mit demselben Eifer und derselben energischen Ausweitung gelang es, eine psychologische Erklärung für δας Bebel ging dann auf den Zweck des Flottenbaus und auf der juristischen Begriffe vor. Schon in Magdeburg hatte er Verhalten auch der einstmals oppositionellen freisinnigen den Eindruck ein, der damit im Auslande, besonders in Engsich darin hervorgetan und den Blick der Regierung auf sich Volkspartei zurechtzutüfteln. meinte, alle bürger- land erzielt würde. Dort werde man zu dem Gedanken gegelenkt. So ward er denn nach Berlin berufen, wo er feine lichen Parteien seien mehr und mehr zu der Einsicht drängt, daß dieses ganze Flottenrüsten gegen England beFähigkeiten auf größerem Gebiet betätigen konnte und wo gekommen, daß es sich bei Militär- und Marine- trieben werde. Dadurch würden aber sch were Gefahren er in der siebenten Deputation des Berliner Stadtgerichts angelegenheiten um rein technische, nicht um für den Weltfrieden heraufbeschworen. ein Richterfollegium fand, das für seine Art tiefes Ver- politische Fragen handle. Er Zu einer wuchtigen Anklage gestalteten sich Bebels Ausständnis bewies. Vor dieser Kammer wurde im Januar Das ist natürlich vollkommener Widersinn. Alle geschicht führungen zu der Deckungsfrage. Wiederum schicke man sich 1874 der Genosse Heinsch, der Berliner Vertrauensmann liche Erfahrung beweist, daß die Frage, wie die Wehrkraft an, die Kosten der breiten Wasse des Volkes aufzubürden. der Eisenacher, wegen Aufreizung und anderer Verbrechen, eines Staates zu Wasser und zu Lande ausgestaltet werden Das sei eine Schamlosigkeit der herrschenden Klassen. Als die begangen durch den Abdruck eines seit Jahren berbreiteten soll, einen ganz gewaltigen Einfluß auf die äußere nicht nur, Patrioten über diese Worte der Entrüstung murrten, rief ihnen und niemals beanstandeten Arbeiterliedes auf der Rückseite sondern auch auf die innere Landespolitik ausübt. Weil die Bebel zu, sie hätten es ja in der Hand ihren Patriotismus einer Einlaßkarte, zu einem Jahre Gefängnis verurteilt. bürgerlichen Parteien Englands das zur rechten Zeit erkannt durch die Tat zu beweisen, indem sie die Kosten für die Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt. und demgemäß die richtigen Maßregeln ergriffen haben, hat Schiffsbauten durch eine Einkommensteuer oder Vermögens Gegen Most beantragte Tessendorf bald darauf 22 Jahre sich England schon vor Jahrhunderten das parlamentarische steuer aufbrächten. Gefängnis, weil er in einer Rede über die Pariser Kommune Regierungssystem sichern können. Man braucht in der Gegenwart Der Marineminister suchte durch einige Be die Bemerkung gemacht hatte, daß eine Revolution un- auch gar nicht einmal einen Blick auf Rußland zu werfen, trachtungen über die großen Hülfsmittel Englands zur See vermeidlich sei, wenn sich die herrschenden Klassen nicht recht- um sich über die innigen Beziehungen des Heerwesens zu den die deutsche Flottenrüstung harmlos erscheinen zu lassen. Die zeitig zu Reformen entschlössen. Die Richter gaben andert- politischen Zuständen eines Landes flar zu werden. Es gehört Herren Dr. Arendt und Liebermann v. Sonnenhalb Jahr Gefängnis. Dergleichen Anträge auf Grund der nahezu eine findliche Unerfahrenheit oder wissentliches Augen- berg dienten ihm als Chorus. Dann wurde die Vorlage berüchtigten Kautschufparagraphen über Aufreizung, Schmä- verschließen dazu, um in Deutschland auf solche Mommsensche gegen die Stimmen der Sozialdemokraten in hung von Staatseinrichtungen usw. hat Tessendorf noch Gedankengänge zu geraten, in Deutschland, wo die Bestimmung zweiter Lesung angenommen. manche gestellt und noch manche ähnliche Schreckensurteile, des Heeres zu Herrschaftszweden sich in Säßen ausgeprägt wie die oben angeführten gegen Sozialdemokraten erzielt. hat gleich dem, daß die Rekruten auf Vater und Mutter Den stetigen Fortschritt der Sozialdemokratie aber hat die schießen müssen, wenn das tommandiert wird. Tessendorferei nicht einen Moment zum Stocken bringen Nicht, weil es sich dabei nur um technische Fragen fönnen. handelte, sind die bürgerlichen Parteien in Heer- und Marine- Das eigenartige Berierspiel, das in den letzten Tagen mit den Und was dem Staatsanwalt Teffendorf an der jungen fragen eingeschwenkt wie die Unteroffiziere, sondern weil sie sich vom Reichsschatsekretär ausgetiftelten Steuerprojekten getrieben Sozialdemokratie der siebziger Jahre nicht gelang, das wird dem junterlich- bureaukratisch- militaristischen Regierungssystem wurde, hat heute im Reichstage seine borläufige Erklärung ges einem Nachfolger an der Dreimillionenpartei sicher nicht ge- endgültig unterworfen haben und darauf verzichten, ein demo- funden. Auf die Beschwerde des Herrn Spahn, daß die Frankf. lingen. So wahnsinnig, so unglaublich beschränkt 1874 der fratisches oder auch nur bürgerlich liberales Regierungssystem 8tg." bereits die noch den Bundesrat beschäftigende BranntweinGedanke war, die Sozialdemokratie durch die Zertrümmerung an dessen Stelle zu sehen, ist der Reichstag für den Milita- steuerborlage zu veröffentlichen vermocht habe, erklärte Freiherr ihrer Organisation, durch die drakonische Verurteilung ihrer rismus und Marinismus zu einer Bewilligungsmaschine ge- b. Stengel, daß er zwar nicht zu sagen vermöge, wann der BundesFührer zu vernichten, er war immerhin noch entschuldbarer, worden. Die Flotte insbesondere mag wachsen ins Blaue rat seine Steuervorlagen erledigt haben werde, daß aber zur als die Einbildung des Junkers Brandenstein im Jahre hinein. Au welchem Awed? Das ficht den Patrioten nicht Sanierung der Reichsfinanzen tatsächlich die Verstaatlichung Was steckt dahinter? eineK Teiles des Zli-ischenhandels mit Brannt- wein sowie die Einführung der Zigarren- und Aander ölest euer geplant sei. Noch vor wenigen Tagen beliebte es der Regierung, mit ihren Stcuervorlagcn Versteck zu spielen. Als der Verband der Spiritus- und Spirituoseninteresscntcn mitteilte, die Vranntweinmonopol- vorlage werde binnen kurzem dem Reichstage zugchen, erklärte der „Verl. Lok.-Anz." halboffiziös, der Bundesrat habe bisher die Epiritusmonopolvorlage noch nicht verabschiedet. Es sei auch frag- lich, ob dies in der nächsten Plenarsitzung bereits geschehen werde. Die Vorlage über eine Zigarrcnbandcrolensteuer ruhe noch in den Ausschüssen des Bundesrats und begegne dort Schwierigkeiten. „Unter diesen Uniständen lästt es sich iroch nicht absehen." bemerkt das Blatt,„wann diese Steuervorlagcn an den Reichstag gelangen werden." Eine Darstellung, die dadurch von der„Kreuz-Ztg." näher illustriert wurde, dast sie in ihrer letzten Wochenübersicht erzählte, die Besprechungen der Parteiführer mit dem Reichsschatzsekrctär hätten noch nicht zum Ziele geführt. Wie verlaute, gedächten die Freisinnigen sowohl das Spiritusmonopol wie die Zi- garrenbanderolcsteuer glatt abzulehnen. Es waren also Rücksichten auf eine gewisse Opposition unter ven Blockparteien, welche die Regierung bestimmten, vorläufig noch die Ansicht aufrecht zu erhalten, als sei in der gegenwärtigen Reichstagssession mit der Einbringung der schönen Erzeugnisse der Etengelschen Steuerphantasien nicht mehr zu rechnen. Wenn Herr v. Stengel jetzt diese Reserve aufgegeben hat, so must entweder— vorausgesetzt, dast der Rcichsschatzsckretär nicht deS Zuwartcns müde und zum Verlassen seines Postens bereit ist— angenommen werden, daß die Frei- sinnigen ihren bei den Besprechungen gezeigten Widerstand auf- gegeben haben, oder daß die Regierueng es auf einen Bruch mit dem freisinnigen Blockflügel ankommen lassen will in der Hoff- nung, bei dem agrarischen Teil des Zentrums die nötige Unter- stützung zur Durchsetzung ihrer Absichten zu finden. Tie letztere Annahme erscheint fast alS die wahrscheinlichere; denn so zähe der Freisinn auch am Block hängt, das SpirituSmonopol und die Banderolcsteuer verumg er nicht zu bewilligen, wenn er einen Teil feiner zahlungskräftigsten Anhängerschaft nicht verlieren will. Demnach scheint tatsächlich die Regierung es in der Frage der Reichsfinanzreform mit dem sogen. Zlveimehrhcitsspicl versuchen, das heisst, wenn der Freisinn versagt, sich Sukkurs für ihre Steuer- Projekte aus den agrarischen Elementen dcS Zentrums holen zu wollen. Es wäre ein höchst komisches Possenspiel, wenn auf diese Art trotz der Bülowschcn WahlrechtSerklärnngen krampfhaft am Block festhaltende Freisinn für seine guten Dienste gar noch von der Regierung mit Fußtritten traktiert würde. „Mralität" der Hlrich-Sllvckerlchen. Der Zentral rat der Hirsch- Du nckerschen G e lu e r k v e r e i n e hat in Geineinschaft init den G e n e r a l- raten am letzten Sonnabend neue Leitsätze ausgearbeitet. Diese Leitsätze betonen einleitend die politische Neutra- l i t ä t der Geiverkvereine, um gleich darauf an den Staat unter anderem folgende Forderungen zu stellen: Volle gleichberechtigte Selbstverwaltung aller Versicher»ingseinrichtun gen durch Unter- nehm er und Arbeiter. FreieSKoalitionSrecht für alle Arbeiter, freies Vire-in-S- wnd>-V»rs>a»,ml«-n gS- recht. Arbeitskammern und Reichsarbeitsamt, Rechtsfähigkeit der Berussvereine. Verbesserung der Volksschule. Erleichterung deS Besuchs höherer Schulen für Unbemittelte. PolitischeGleichberechtigunginReich, Staat und Gemeinde. Beseitigung aller indirekten Steuern auf notwendige Lebensmittel und Verbrauchs- gegenstände. Wenn die Gewerkvereinler wirklich ernsthaft für die hier aufgestellten sozialen und politischen Forderungen ein- treten wollen, können sie gar keine politische Neutralität Lrablchäncker. Lassalle begann seine revolutionäre Schildcrhebung gegen den Mob von„Bildung und Besitz" mit der Geibelung des Julian Schmidt als des Königs„jener Bands unwissender und gedankenloser Buben, die sich, zu jeder bürgerlichen Hantierung zu schlecht, zu ignorant zum Elcmentarschullehrer, zu unfähig und arbeitsscheu zum Postsekretär, eben deshalb berufen glauben. Volksbildung zu treiben." Lassalle hat ihren damaligen gesalbten Primas erschlagen, aber er wußte sehr gut, daß damit die Bande selbst noch lange nicht ausgerottet sei, daß sie weiter wuchern müsse, so lange eS politische und soziale Unterdrückung gibt, daß sie es um so schamloser treiben werde, je schamloser die arbeitende Klasse von„Bildung und Besitz" verraten wird. So ist sie denn gegenwärtig wieder obenauf, und nainent- lich in der freisinnigen Blockpresie, die es ja auch am nötigsten hat. die Gräber der großen Toten aus der klassischen Zeit des deutschen Bürgertums zu schänden. Sie verschimpfiert die Fichte und die Lcssing und die Schiller gerade so. wie ihr Ahnherr zu Lassalles Zeit. Einen Gipfel dieser Grabschändung aber erreicht die„Boss. Ztg." in ihrer letzten Sonntags- nummer, wo sie in mehreren Artikeln auf dem Grabe von David Friedrich Strauß ihren Hexentanz vollführt. Der Fall ist besonders lehrreich, weil die Blockgenossen in gewissem Sinne sich wohl aus Strauß berufen dürfen. Als Verteidiger des an Robert Blum begangenen Mordes, als gehässiger Gegner der modernen Arbeiterbewegung, als gleich glühender Verherrlicher der Monarchie und der Todesstrafe verdient Strauß sicherlich, von den Fischbeck, Mugdan, Müller-Sagan und sonstigen Rittern hoher Orden auf den Schild gehoben zu werden. Wer davon schweigt die„Vossische Zeitung" fein säuberlich; damit ist kein Hund vom Ofen zu locken, damit ist das Volk nicht zu betören. Sie fälscht den armen Strauß vielmehr in den Leistungen, in denen er wirklich ein Befreier gewesen ist und fügt ihm die Schande zu, ihn in diesen Leistungen als ihren Vorläufer zu feiern. Sie stellt„schmerzliche" Betrachtungen darüber an. daß bis evangelische Kirche den hundertsten Geburtstag von Strauß nicht feiere.„Durch keinen Glockenklang ehrt die Kirche den Toten, wie sie den Lebenden' hart und kalt von sich aus- gestoßen hat." Dieses kann man der evangelischen Kirche aber wirklich nicht so sehr übel nehmen; sie hat nicht den Lebenden von sich gestoßen, sondern der Lebende hat sich von ihr losgesagt und ihr derbe Püffe versetzt, von denen sie sich nie wieder erholt hat. Sicherlich, der Freisinn putzt den Königen und Minijtcrn, die ihn mit Fußtritten regulieren, üben l' Sie müssen bann diejenige Partei u n t e r st ü tz e n. die für ihre Forderungen eintritt, und alle Parteien b e- kämpfen, die ihre Forderungen ablehnen oder auch nur durch ihre Taktik der Erfüllung dieser Forde- rungcn entgegenarbeiten! Oder aber es geht den Hirsch-Dunckcrschcn wie dem Freisinn, der Prinzipien nur zum Zwecke des Gimpelfanges besitzt und sie in der Praxis regelmäßig verleugnet! Die Gcwerkvereine fordern z. B.„Politische Gleichbercchti- gung in Reich, Staat und Gemeinde." Der Freisinn aber lehnt die Gleichberechtigung in den Gemeindeu ab I Er k ä m p f t nicht einmal für die Gleichberechtigung iin Staat, d.h. in Preußen, sondern treibt elende Schacher- Politik mit der Reaknon, um ein paar Mandate zu er- gattern. Er hat seinen Frieden geschlossen mit den Agrariern! Er hat, um im Block geduldet zu werden, für die Börse einige kleine Gefälligkeiten zu erhalten, ein paar Orden einzuheimsen und vom agrarischen Kanzler des Dreiklassen- Wahlrechts gen? einsam mit Herrn Lieber marin v. Sonnenberg zu Gast gebeten zu werden, jeden Kampf für das gleiche Wahlrecht in Preußen ans- gegeben! Wie können da Hirsch-Dunckersche Arbeiter für den Freisinn eintreten?! Oder können sie das Zentrum, Nationalliberale, Konservative oder Antisemiten unterstützen V! Es bleibt also nur eine Partei übrig, von der sie ein energisches Eintreten für ihre politischen Forderungen erwarten können: die Sozialdemokratie. Von ihr aber will das Programm nichts wissen, weil die Gewcrk- vereine sich auf„den Boden der bestehenden Ge- sellschaftsordnung" stellen wollen. Das neue Programm ist also so widerspruchsvoll und unlogisch wie möglich. Wird die soziale und politische Praxis die Gcwerkvcreinler endlich zur Erkenntnis der Notwendigkeit proletarischer Klassenpolitik führen? Wenn sie es mit ihren Forderungen e r n st meinen, ist nnS darum nicht bange. Die Taten der besitzenden Klassen und ihrer poli- tischen Vertretungen, die bürgerlichen Parteien, müssen ihnen schließlich klar machen, daß die Arbeiterklasse die Gleich- berechtigung des Proletariats nur aus eigener Kraft erringen kann l_ politifcbe Ocb erficht. Berlin, den 29. Januar 1908. Aus dem Dreiklassenhause. lieber die Mittwochssitzung des Abgeordnetenhauses, deren wichtigsten Teil unser Leitartikel behandelt, wird uns noch geschrieben: Das Abgeordnetenhaus erlaubte sich am Mittwoch bei der Fort- setzung der Beratung des Justizetats einen schweren Eingriff in die Rechtspflege. Es ist ja nicht das erste Mal, daß das preußische Junkerparlament die Justizverwaltung gegen Sozialdemokraten scharf zu machen gesucht hat, und es trägt nicht gerade zur Festigung des Vertrauens in die preußische Rechtspflege bei, daß solche Versuche nicht ohne Erfolg geblieben sind. Wenn eS der Staatsanwaltschaft gelüstet, sich neue Blamagen zuzuziehen, uns kann es recht sein. Wenn aber der Justizminister Dr. v e s e l e r die Erioartung aussprach, daß die verhafteten Demonstranten streng bestraft werden mögen, so beging er bäinnMe Beeinflussung der Richter, die nicht scharf' genug gerügt werden kann. Wie kommt der Leiter der preußischen Justiz dazu/ sich entgegen Lein Geist und dem Wortlaut der Verfassung in den Gang der Rechtspflege einzumischen? Leider fand sich niemand im Hause, der den Minister in seine Schranken gewiesen hätte. Der freisinnige Abg. Dr. E r il g e r kritisierte zwar die Antwort des Ministers, aber fo milde, wie es sich für einen FreisinnSmanu geziemt. Er verurteilte die Straßendemonstrationen, warnte aber vor einer Aufforderung an die Staatsanwälte zum scharfen Vorgehen, da man dadurch gerade die gegenteilige Wirkung hervorrufen könne. DaS war alles. Redner anderer Parteien äußerten sich zu der Frage überhaupt nicht. immer noch die Schuhe, aber wenn sich die evangelische Kirche nicht zu einer gleichen Selbsterniedrigung bequemt, so ist es am Ende nicht die größte ihrer Sunden, wenn es denn nach Ansicht der„Unentwegten" eine Sünde sein soll. Strauß selbst würde sich, wenn an seinem hundertsten Geburtstage die Glocken der christlichen Kirche zu seinen Ehren erklungen wären, vermutlich im Grabe umgedreht haben. Er war ein ehrlicher Feind der christlichen Kirche, die er ehrlich bekämpft hat. Deshalb hat er ihr auch nie verweigert, ivas sie mit Recht beanspruchen kann, daß sie nämlich kein Taubenschlag zu sein braucht, worin jeder nach Belieben heraus- und hcreinklappern kann. Auf der letzten Seite, die er geschrieben hat, bezieht Strauß sich zustimmend auf das Wort von Gervinus:„Mir kommt es vor, daß diejenigen Geistlichen, welche sich an Christus selbst halten, von dem Ge- heinmis seiner Geburt, seiner Auferstehung und von seinen Verheißungen lehren, und die gläubige Menge, welche zuhört, die Kirche ausmachen; wenn»vir anderen aus- und eingehen. »vir bringen Zug, aber keine Wärme hinein." Und schon zwölf Jahre vor seinem Tode schrieb Strauß:„Alle die An- sichten und Vorstellungen, die zwischen dem streng kirchlichen und dem sreicsten kritischen Standpunkt vermitteln möchten, sind aus allerlei Fetzen der verschiedensten Stoffe zusammen- geflickt, die unmöglich in die Länge zusammenhalten können. Und um solche, nicht in edlem Kanchfe zerfetzte, sondern von Haus lumpige und gestückelte Fahne sollte sich eine Gemeinde sammeln?" Nun. eine Gemeinde hat sich um diese Fahne auch nicht gesammelt, aber wohl der brave Freisinn mit der Tante Vvß an der Spitze l Das ist natürlich ihr Recht, das wir ihnen nicht bestreiten: je„lumpiger" ihre Fahne ist, um so will- kommener soll es uns sein. Aber es ist eine Infamie der „Vossischen Zeitung", durch eine Reihe literarischer Fälschungen den Schein hervorzurufen, als sei Strauß der Träger dieser Fahne gewesen. Strauß hat. um mit Kant zu sprechen, die faule und feige Aufklärung genau so gehaßt wie Lessing, auf dessen Grabe die„Vossische Zeitung" bei diesem Artikel natür- lich Mich wieder herumtrampelt. Es ist aus Rücksicht auf unseren Raum unmöglich, alle ihre Fälschungen aufzudecken, aber wenigstens einige»vollen>vir annageln. So erzählt die„Vossische Zeitung", Strauß habe im Jahre 1860 seinen alten Freund und Landsmann Hoffmai, n, der damals Generalsuperintcndent und Führer der Hofprediger- Partei zu Berlin gewesen fei,«wegen dessen wenig taktvollen Verhaltens am Grabe Humboldts sehr sarkastisch in der Hutten- Vorrede abgefortigt". Sieht man nun die Hutten-Vorrede nach — es ist die Vorrede nicht zu Huttens Biographie, sondern zu Huttens Gesprächen gemeint— so schlägt diese Vorrede nicht den dmnaliaen Führer der Hospredigerpartet, sonder« den Die weitere Debatte war der Frage der Behandlung j u g e n d» lich er Verbrecher gewidmet; sie verdichtete sich zu einem Antrag Schiffer(natl.) und Genossen, der die Regierung ersucht, beim Bundesrat die schleunige Einbringung eines Gesetzentwurfs über daS Strafrccht, das Strafverfahren und den Strafvollzug in bezug auf jugendliche Personen zu erlvirken und bis dahin die Versuche, im Wege der Verwaltung daS Strafverfahren gegen Jugendliche entsprechend zu regeln, nach Möglichkeit zu fördern. Der Antrag wurde der Justiz- kominisfion zur Vorberatung überwiesen, obwohl der Justizmiiiister davor ivarnte, diese Materie, losgelöst von der allgemeinen Reform der Strafprozeßordnung zu regeln.— Herrenhaus. Die edlen und erlauchten Herren der„ersten Kammer' Preußens sind am Mittwoch wieder einmal zusammcngewesen, um im Handumdrehen ein halbes Dutzend Vorlagen zu erledigen, darunter die: betr. die Erweiterung des L a n d e s p o l i z c i- bezirks Berlin(Errichtung der königlichen Polizei für Lichtenberg) und betr. die Uebertraguug polizeilicher Befugnisse in Gemeinde- und Gutsbczirken der Umgebung von Potsdam an den königlichen Polizcidirektor von Potsdam. Am Donnerstag will das Haus die Polenvorlage beraten. Vorher findet die Neuwahl des Präsidenten an Stelle des vcr- storbencn Fürsten zu Inn- und Knyphausen statt. In päpstlicher Ungnade. Die fromme„Germania" erfährt trotz ihrer in letzter Zeit zur Schau getragenen tiefen Devotion vor der Weisheit der römi- scheu Kurie einen neuen Nasenstüber, den sie mit Duldermiene wiederum unter Versicherungen ihrer guten päpstlichen. Gesinnung ehrfurchtsvoll einsteckt. Der Straßburger Universitätsprofcssor und päpstliche Haus- Prälat Monsignore Ehrhardt hat kürzlich in der„Internationalen Wochenschrift" eine Kritik der Enzyklika Pasccndi veröffentlicht und die„Germania" druckte in einer Aufwallung oppositioneller Gelüste einen Teil dieser Ausführungen ab. Das gab der aus dem Vatikan gespeisten„Eorrispondenza Ro- mana" Anlaß nicht nur den würdigen päpstlichen Hausprälaten, sondern auch die„mto d e rni sti sch e"„Germania" gründlich wegen ihrer Unwissenheit in katholischen Lehrfragcn abzukanzeln. Ehrhardt sei, schreibt die römische Korrespondenz, intelligent, bcrcd- sam und habe ausgedehnte historische Kenntnisse, sei aber durch- aus unzuständig in den Fragen der Philosophie und Theo- logie. Seine Sprache gegenüber dem Papste sei in Form und Inhalt inkorrekt. Hinsichtlich der orthodoxen Fundamcntalargumentc verdiene er, daß jeder wahre Katholik ihn öffentlich tadele. Die„Germania" aber zeige sich ihrer rühm- lichen Tradition unwürdig, da sie mit schmeichelhaften Worten für den Verfasser den am meisten zu verurteilenden Teil des Ehrhardtschcn Artikels abdrucke. Die„Eorrispondenza" weist dann auf einen Artikel des Pfarrers Würzberger- Klenkheim in der„Münchencr Allgc- meinen Zeitung" hin, der Ehrhardt lobt und den Vatikan und dos katholische Zentrum angreist. Die„Eorrispondenza" billigt den Freimut Würzbergers und erklärt, die elementarste Ehrlichkeit vcr- lange, daß diese sogenannten Katholiken sich außerhalb der Kirche st e l l e n. Auf diese scharfe Verurteilung zieht sich die„Germania", wie es sich für sie geziemt, mutig auf ihre gute Gesinnung zurück und erfindet ein Mißverständnis: 4 ti KDie�schmeich-lhasten Wovie" sollten," schreibt sie.„wie ge- i-sägt;- dl»ß begründen, warum wir von dem Artikel Notiz genom- ''"mcn'haben.' Händelte eS sich um einen weniger angesehenen Verfasser, so hätte kein Anlaß vorgelegen, den Artikel zu erwähnen. Daß wir die wichtigsten und nicht die nebensächlichsten Bemerkungen des Artikels wiedergaben, war doch auch wohl selbstverständlich. Die Gefahr, daß die„Ger- mania" ihren Traditionen untreu werden könnte, liegt nicht im entferntesten vor." Arme„Germania"! Vielleicht passiert ihr sogar trotz ihrer Inhaltslosigkeit dennoch daS Malheur, aus den Index gesetzt zu werden.— gegenwärtigen Artikel der„Vossische Zeitung" rechts und links um die Ohren, indem Strauß ausführt, gegenüber den Leuten der„lumpigen" Fahne, die evangelische Kirchs sei im Recht. wenn sie von den großen Denkern und Forschern des Bürger- tums nichts wissen wolle;„nur allein Humboldts Kosmos mit seinen populären Bearbeitungen hat dem Kirchenglauben uu- berechenbaren Abbruch getan, und ich kann es Humboldts Leichenredner in Berlin, meinem alten Freunde, nicht ver- denken, wenn er dem Heimgegangenen Naturforscher nur sehr bedingte Aussicht auf den Zutritt in den kirchlichen Himmel zu eröffnen lvußte." Eine grobe Fälschung ist eS dann ferner, wenn die„Voss. Ztg." schreibt:„Die Kirche selbst ist es gewesen, die den, verbitterten Gelehrten schließlich das Schwert des alten und neuen Glaubens in die Hand drückte, mit dem die feine Ge- lehrtenhand nach derber Schwabenart kräftig um sich schlug." Gelogen wie gedruckt. Nicht die Kirchs hat die letzte Schrift von Strauß veranlaßt, sondern— er selbst sagt es in dein Vorwort mit den unzweideutigsten Worten— sein Wunsch, sich als ehrlicher Mann deutlich zu scheiden von den Leuten der„lumpigen" Fahne, wie sie die„Voss. Ztg." vertritt, und es war dem, auch die liberale Presse dieses Kalibers, die dem „feinen" Gelehrten die letzten Tage seines Lebens durch dos- hafte Schmähungen so verbitterte, daß der alte Sozialisten- Hasser sich von der sachlichen und würdigen Kritik der sozial- demokratischen Blätter mit einem dankbaren Händedruck ver- abschiedete. Alles das ist aber noch ein Kinderspiel gegen die beispiel- lose Dreistigkeit, womit die„Voss. Ztg." sich anstellt, als gäbe es heutzutage keine andere Unterdrückung als durch die Kirche. „Ob dieser Lebenslauf a», Kreuze ender, auf dem Scheiter- Haufen, in der Folterkammer oder an der Hnngerkrippe, oder beim moralischen Selbstmord— ist belanglos und hängt vom wechselnden Geschmack der Zeiten ab. Der Haß, die Ver- folgung, das Gift, das einem solchen Manne zur täglichen Nahrung wird, ist zu allen Zeiten dasselbe, weil das Pfaffen- tum dasselbe bleibt." Strauß sei wegen seines Lebens Jesu zum„geistigen Hungertode" verurteilt, den„Sorgen des Privatgelehrtenlebens" überliefert worden. Ohne Zweifel brüllt dieser Löwe gut, ist aber nichtsdestolveniger eine schäbige Katze. DaS Lange und Kurze an der Sache ist, daß Strauß wegen seines Lebens Jesu von der württcmbergischcn Regie- rung, und zweifellos auf Antrieb der 5iirche, ans einer geist- lichen in eine weltliche Lehrerstellung verfetzt wurde, was die Gelehrten der„Vossischen Zeitung" in der Inbrunst ihrer theologischen Begeisterung eine Verurteilung zun,„geistigen Hiuijjeuude" nennen. Die Maßregelung selbst blainicrte u„» gleich mehr die Negierung. als die Kirche, der man es nicht Bolksbetvegung gegen Eintrittskarten. Die Freisinnige Volkspartei veranstaltet Sonntag, den 2. Februar, vormittags 11% Uhr, bei Buggenhagen( Morigplatz) eine freisinnige Wählerversammlung, in velcher die Abgg. Cassel, Fifcbbed, stopsch, Müller- Meiningen und Wiemer über die Reform des preußischen Landtagswahlrechts und die Stellung der Regierung sprechen werden. Der Einlaß findet nur gegen Eintrittskarten statt. Eine Diskussion scheint nicht vorgesehen zu sein. In öffentliche Versammlungen scheinen die Herren sich nicht begeben zu wollen! Der neue Präsident der Seehandlung. Als Präsident der Seehandlung( Preußischen Staatsbant) an Stelle des an die Spike des Reichsbankdirektoriums getretenen Herrn Havenstein ist der erste Staatskommissar an der Berliner Börse, Oberregierungsrat Hemptenmacher in Aussicht genommen. angehöriger bedeutende Verbot, in Bersammlungen die Mutter.| bes politischen Verrats und des Verrats der prin. sprache zu gebrauchen; 4. gegen die Aufrechterhaltung der Koalitionsverbote für Landarbeiter und Dienstboten und 5. gegen die Zulassung besonderer schitanöfer Polizeiverords nungen neben dem Vereinsgesetz." Wahlrechtskampf und Protestbewegung gegen das Reichsvereinsgesetz in Elsaß- Lothringen. zipien seiner Partei gemacht wurde: Start sei mit einzelnen Führern der Chriftlich- Sozialen in Verbindung getreten, um gegen eine Subvention von 10 000 kronen diese Partei gegen die Sozialdemokraten zu unterstützen! Genosse Winter wurde frei. gesprochen mit der Begründung, daß ihm der Wahrheitsbeweis bezüglich des Verrats gelungen fei!! 75 frankreich. Das Vertrauensvotum. itai 2nd Paris, 28. Januar.( Eig. Ber.) Anläßlich des Zusammentritts des elsaß- lothringischen Landesausschusses, der auf den 30. d. M. zu seiner 35. Tagung einberufen ist, fette der Landesvorstand unserer Partei auf Conntag, den 26. Januar, entsprechend einem Beschlusse der letzten Die Stammer, entschlossen, die Alte von Algeciras auszuführen Landesversammlung in allen größeren Parteiorten Elsaß- Loth- und die Rechte Frankreichs in Marokko, ohne Intervention ringens Protest versammlungen gegen das bestehende in- in den inneren Angelegenheiten, zu sichern, billigt birefte und seltsam komplizierte Wahlsystem zum Landesausschuß die Erklärungen der Regierung und spricht ihr ihr Vertrauen an, womit Protesttundgebungen gegen das geplante aus " Wenn Gerüchte, die vor einiger Zeit durch die Zeitungen am Sonntag über 30 öffentliche Versammlungen in Elsaß- Both geheurer Mehrheit die dreitägige Debatte über die Maroffopolitik gingen, auf Wahrheit beruhen, so hat Herr Paasche wiederum eine Stelle, auf die er sich schon Hoffnungen gemacht hat, nicht er halten. Herr Paasche wird, wenn es so weiter geht, bald ein Jubiläum der getäuschten Hoffnungen feiern fönnen. Protestkundgebungen gegen den ReichsvereinsgesehEntwurf fanden in einer ganzen Anzahl Industrieorten des Agitationsbezirkes Jena statt. In Reuß i. 2. wurden bis jetzt in Zwößen, Debschwitz und Gera Versammlungen arrangiert. In Zwößen sprach der Genosse Leber in einer gut besuchten Versammlung, in Debschwitz und Gera der Genosse Wurm vor überfüllten Versamm lungen. Ueberall wurden die Ausführungen der Referenten die fich scharf gegen den neuen Vereinsgefeßentwurf richteten mit starkem Beifall aufgenommen. Im Wahlkreise Weimar 3 fanden am 25. und 26. Januar zehn gut besuchte Versammlungen statt, die sich ebenfalls mit dem neuen Wereinsgesehentwurf beschäftigten. In Jena sprach Genosse Etüdlen im großen Voltshaussaale vor über 1000 Personen. In Weida, wo ebenfalls Studien sprach, war die Versammlung so start besucht, daß verschiedene Zeilnehmer feinen Blak fanden. In den anderen Orten: Bürgel, Neustadt, Blankenhain, Kranichfeld, Triptis, Röstih, Berga a. G. und Münchenbernsdorf referierten die Genossen Leber, Beutert, Stephan und Härzer. In allen Versammlungen wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: " In der Erwägung, daß der dem Reichstage vorgelegte Entwurf eines Bereinsgesetzes nicht nur keine Verbesserungen, son. dern für eine Anzahl Bundesstaaten sogar noch Verschlechterungen gegenüber den jetzt geltenden Bestimmungen herbeizuführen geeignet ist; in der weiteren Erwägung, daß auch der Entwurf des Meichsgesetzes keine Gewähr dafür bietet, da die ganz be= geübte Polizei sonders in einer Anzahl Thüringer Staaten willkür beim Verbieten nicht nur von sozialdemokratischen, son dern auch von gewerkschaftlichen Versammlungen beseitigt wird, find die Versammelten der Ansicht, daß der Entwurf des Reichs. vereinsgefezes nicht den Mindestforderungen genügt, die das Bolt an einen modernen Industrie- und Rechtsstaat zu stellen hat. Aus diesem Grunde stellt die Versammlung an die sozialdemokratische Reichstagsfraktion das Ersuchen, der betreffenden nicht zustimmen zu wollen." in der jebigen Form Am 1. und 2. Februar werden die Genossen in Reuß ä L. in 12 Versammlungen zu dem Entwurf Stellung nehmen. Auch in Köln und Vororten protestierten sechs außerordent lich zahlreich besuchte, zum Teil überfüllte Wolfsberjamme Jungen. Um die Besucher erst recht zum Protest anzufeuern, mußten im Voltshause in Köln auf Verlangen des Polizeikommissars zu Beginn der Versammlung sich die Frauen in das„ Segment" begeben, weil die Einberufung vom Sozialdemokratischen Verein geschehen war. In allen Versammlungen wurde die folgende ResoLution einstimmig angenommen: Vorlage Die Versammelten protestieren entschieben gegen jeben Berg such, durch ein Reichsvereinsgefeß den gegenwärtig bereits als unhaltbar und drückend empfundenen Rechtszustand auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungswesens in reaktionärem Sinne zu regeln. Dieser Protest richtet sich insbesondere: 1. gegen jede Anmeldepflicht öffentlich angekündigter Ver fammlungen; 2. gegen jede Beschränkung der Ausübung des Versammlungs redites unter freiem Himmel, die nicht lediglich der Rücksicht auf den Berkehr entspringt; So lautet der Beschluß, mit dem die Kammer heute mit unringen statt, in welchen Protestrefolutionen gegen das bestehende beendigt hat. Ein anderes war nicht zu erwarten. Gibt aber er Landesausschuswahlrecht und gegen die vereinsgesetzliche Reaktion selbst, gibt die vorangegangene Debatte denjenigen Genugtuung, die für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht sowie im Interesse Frankreichs und des Weltfriedens diese Debatte ge für uneingeschränkte Vereins- und Versammlungsfreiheit gefaßt fordert haben? Gewiß, wenn man im Zweifel gewesen wäre, wie die anderen wurden. Die organisierte Arbeiterschaft der oberelsässischen In dustriezentrale Mülhausen proklamierte zugleich und behauptete, bürgerlichen Politiker Frankreichs über ein friegerisches Abenteuer in wie bereits fura gemeldet, mit Erfolg das Recht auf die Marotto und feine möglichen Konsequenzen denken, müßten Jaurès Straße. Die Arbeiterschaft zog in zwanglosen Gruppen zu der und die ganze sozialistische Partei zufrieden sein. Von der weniger auf 11 Uhr angesetzten, bei der Unzulänglichkeit des Lokals bereits politischen als auf persönliche Effekte gerichteten Episode Delcassés überfüllten einzigen politischen Versammlung im Mittelpunkte der abgesehen, wiederholten die Nedner aller Barteien mit mehr oder Stadt, auf den Franklinplay, von wo aus sich dann halb zwölf Uhr weniger vulgärpatriotischer Verbrämung die von Jaurès vorgebrachter ein Zug von 2000-2500 Demonstranten unter Hochrufen auf das Bedenken gegen die unsichere, von Zufällen lenkbare und keine Grenze Wahlrecht, mit dem Rufe: Fort mit Bülow!" und unter ziehende militärisch- diplomatische Aktion, welche die Regierung bisher dem Abfingen von Arbeiterkampfliedern an der Kreisdirektion und in Marokko betrieben hat. Und der Minister des Auswärtigen felbft am Rathaus vorbei durch die innere Stadt bewegte. Ein außer- bat die Politik der Zurückhaltung und der strengen Einschränkung ordentliches Schußmannsaufgebot suchte das Gindringen in die auf das internationale Mandat mit einem Nachdruck vertreten, der Hauptverkehrsadern der Stadt vergeblich zu verhindern. Im jedermann befriedigt haben würde, wenn er nicht den Anschein übrigen enthielt sich die Polizei jeder Provokation, so daß die im- gehabt hätte, ein pofitives Programm dieser Politik erfeßen zu posante Kundgebung, die erste dieser Art in Mülhausen, gegen 1 Uhr sollen. Pichons Bolemit gegen Delcaffé, die in dem Saß gipfelte soweit bekannt selbst ohne daß Frankreich niemand isolieren wolle, ist sicher auch mittags ganz unblutig und Verhaftung zu Ende war. Es hat sich hier wieder gezeigt, angesichts der wiederauflebenden weltpolitischen Scharfmacherei in daß auch größere Straßentundgebungen organisierter Arbeiter Deutschland von nüglicher Aktualität. Aber es handelt sich in Afrika ohne jeden Nachteil für die öffentliche Ruhe und jetzt nicht darum, was die Minister und Deputierten wünschen, Sicherheit sind, wenn sich nur die Polizei selber fondern darum, was die Regierung tut, um die vorhandenen Konflikiskeime unschädlich zu machen. Darüber aber hat Bichon ruhig verhält. nichts gesagt, und gerade dieses Schweigen ist's, was die Kammer mit ihrem Vertrauensvotum gebilligt hat. Jaurès entwickelte ein folches positives Programm, das allerdings dem traditionellen Ehre eines starten, selbstbewußten Volkes verlegen kann: die ZurüdParadepatriotismus nicht entspricht, aber an sich nichts hat, was die ziehung der Truppen aus den Positionen, die sie infolge der Ueberschreitung der Mandatspflichten von Algeciras eingenommen haben und in denen sie jeden Augenblick zu noch größeren, unabsehbaren Operationen gezwungen werden können. Frankreich hat mit Spanien die Organisation der Hafenpolizei auf sich genommen. Nur wenn es sich auf diese auch heute noch afrikanischen Syndikat ersehute Abenteuer au geraten. durchzuführende Aufgabe beschränkt, ist es sicher, nicht in das vom Jaurès hat heute in einer zweiten Rede seine Beweisführung Nicht zu allen Zeiten hat das agrarische Organ zwischen sich und der Sozialdemokratie einen so scharfen Strich gezogen. trefflich ergänzt. Er hat gezeigt, daß der Regierungspolitik von Der ermordete Es gab eine Beit, wo man im agrarischen Lager mit dem Anfang an die nötige Klarheit gemangelt hat. Abmarsch ins Lager der Sozialdemokratie Dr. Mauchamp war ihr Agent bei Mulay Hafid, während heute drohte und die monarchische Gesinnung start der Intrigant Abdul Aziz als legitimer" Sultan behandelt wird. ins Banten geriet! Erst durch einige starte Bol Die Regierung gibt nicht einmal Auskunft darüber, wie sie sich vererhöhungen und strenge Grenajperren Tommie hatten wird, wenn Wulay Safte dieser Tage gegen Fez oder Nabat sie wieder ins Lot gebracht werden. Sollte die Grinnerung, an marschiert. Man verspricht nur immer die Einhaltung der Afte diese Zeit der Schwäche die Deutsche Tagesztg." nicht milde stimmen gegen die vermeintlichen Schwächen und Unklarheiten von Algeciras", aber diese Phrase wird mit der Zeit ein Kautschutmantel, in den sich die ganze Weltgeschichte steden läßt. badischer und hessischer Minister? Graf Kuno Moltke. Gegen den Herausgeber der Berliner Wochenschrift Morgen", Dr. Landsberger, hat, foie berichtet wird, Graf Kuno Moltte Strafantrag gestellt. Der Graf fühlt sich durch einen seinen Prozeß berührenden Artikel der Zeitschrift beleidigt. Wandelbarer Monarchismus. Die Deutsche Tageszeitung" ist mit dem Großherzog von Hessen höchlich unzufrieden und sie liest ihm und seinem Minister energisch den Text, weil sie die verfassungsmäßige Gleich berechtigung der Sozialdemokratie anerkennen und sie nicht nach preußischem Muster außer Kraft setzen. Die Frankfurter 3tg." antwortet darauf mit folgender zeitgemäßer Reminisgeng: J Ausländische Arbeiter im rheinisch- westfälischen Industriegebiet. Die Zahl der im Jahre 1906 im rheinisch- westfälischen In bustriegebiet beschäftigt gewefenen ausländischen Arbeiter ist nun mehr genau ermittelt und beläuft sich insgesamt auf 232 000 Arbeiter, von denen 73 000 in Westfalen und 159 000 in der Rheinprovinz beschäftigt wurden. Fast die Hälfte aller im Jahre 1906 in Preußen beschäftigt gewesenen ausländischen Arbeiter, etwa 600 000 insgesamt, waren somit in die beiden Brovinzen Rheinland- Westfalen zusammengedrängt. " So bleibt auch nach der heutigen Abstimmung alles beim alten. Die friedliche Stimmung der willenlosen Kammer und die Politik der Regierung, die, ohne das große triegerische Abenteuer zu suchen, die Gefahr ständig vergrößert, daß es ungerufen über fie kommt. Die Kammer findet, daß die Regierungspolitit mit dem Programm der Nichtintervention im Einklang sei. Aber die Ges fchehnisse in Afrita haben ihre eigene Logik, die sich um die der vertrauenden" Barlamentarier nicht tümmert. England. Sur Reichstagserfahwahl im 1. Hannoverschen Wahlkreise find bereits bier Standidaten aufgestellt: Für unsere Partei kandidiert Die Erklärung der englischen Arbeiterpartei für den Sozialismus Das Organ der un Genoffe Baul Hug Bant an Stelle des Genoffen Rich. Wagner. wird im Babour Leader" besprochen. Die Nationalliberalen stellen den Emdener Oberbürgermeister abhängigen Arbeiterpartei befürchtet nicht( wie Genosse Shackleton Fürbringer auf. Die Freisinnigen den Gutsbesiger egter in in Hull), daß dadurch die Partei gefprengt werben tönnte. Sabour lofter Aland bei Wiedum. Für die Konservativen, den Bund der Leader" fagt: Für den Sozialismus habe sich schon der TradeLandwirte und die Wirtschaftliche Bereinigung ist der Rechtsan- Unionstongreß von 1894 ausgesprochen, ohne daß dies den Gewerkschaften Abbruch tat. Die Annahme der Resolution in Hull fei walt Groeneveld in Werner aufgestellt. nur ein neuer Beweis für die wachsende Macht des Sozialismus in England; sie werde hoffentlich dazu beitragen, den Enthusiasmus der Genoffen zu erhöhen. Ueber die Delegiertenzahl der Huller Konferenz ist nachzutragen, baß die Vorkonferenz von 220, die Stonferenz felber von 420 Dele gierten besucht ivar. 3. gegen das einen schweren Eingriff in das Koalitionsrecht der Arbeiter und eine Vergewaltigung fremdsprachiger Reichsso sehr verübeln konnte, daß sie die angehenden Diener des Bortes nicht von einem Manne unterrichten lassen wollte, der eben die historische Wahrheit des Evangeliums in Grund und Boden zerstört hatte. Da Strauß sich diese Maßregelung nicht gefallen lassen wollte und übrigens ein vermögender Mann war, so lebte er fortan in der vielleicht angenehmsten Stellung, die ein moderner Mensch haben kann: als völlig unabhängiger Schriftsteller. Hätte er aber auch kein Ver mögen befefsen, so hätte ihm die Laufbahn als philosophischer Professor eben so offen gestanden wie seinen Freunden und Zur heffischen Wahlrechtsfrage. Gesinnungsgenossen Vischer und Zeller, von denen es jener Das Wolfffche Bureau meldet aus Darmstadt: Der zum württembergischen Adel und dieser sogar zu einem marmornen Denkmal in Berlin neben einer deutschen Kaiserin Seniorentonvent der zweiten Stammer hat Gelegenheit genommen, mit dem Staatsminister die weitere Behandlung gebracht hat. Es kommt einem faft wie ein Traum vor, was aber nur der Wahlrechtsvorlage zu erörtern. Man war allgemein der AnG3 kommt einem fast wie ein Traum vor, was aber nur ficht, daß die vollständige Erledigung aller Gefeßesvorlagen auf ein Beweis dafür ist, wie sehr sich die Nerven abstumpfen in diesem Landtage unmöglich sei. Der Seniorenkonvent sprach den der entsetzlichen moralischen Atmosphäre des neudeutschen Wunsch aus, daß sofort bei Beginn des nächsten 2and Reiches, daß sich zu vormärzlicher Zeit Besik und Bildung" tages eine neue Wahlrechtsvorlage eingebracht werde, aufregen konnten wegen der Maßregelung, die Strauß und in daß aber die Verhandlungen von den beiden Ausschüssen der ähnlicher Weise Bruno Bauer durch die Orthoborie zu erfahren Stammer ruhig weitergeführt werden sollten, um zu sehen, hatten. Ehren wir jedoch die Tage, wo das deutsche Bürger- ob eine Berständigung zu erzielen fei. Der Staatsminister fonnte Das ist nun aber vorbei, auf diese Anregung keine definitive Antwort geben, er behielt sich und so mögen uns seine Organe mit allem Geträtsche über bor, nach einem Beschlusse des Staatsministeriums cine endgültigo die Märthrer von anno dazumal verschonen. als wenn sich ein schwerer Junge von Einbrecher über einen leichten Mundraub entsetzen wollte. tum noch Ehre im Leibe hatte! Es ist so, Antwort zu geben. Oefterreich. = Die Thronrebe, die Eduard am Mittwoch bei Gröffnung des Barlaments hielt, brachte nichts Neues. Unter den angefündigten Parlaments hielt, brachte nichts Neues. Unter den angekündigten Gesezen befinden sich der Entwurf einer Altersversorgung, Gesetze zur Hebung des Elementarunterrichts in England und Wales, zur aur Sebung des Elementarunterrichts in England und Wales, zur Regelung der Arbeitszeit für die unterirdische Beschäftigung in ben Kohlenbergwerken, zur Berbefferung der Vorschriften für die Seimarbeiter, zur Erzielung einer Ausbreitung der Universitäts. afte und anderes. bildung in Irland, zu Verbesserungen in der irischen Landlaufs. Schweden. Fürs allgemeine, gleiche Wahlrecht. Kein Tag ohne Klage über Wolffs Bureau! Die schwedische Regierung und ihr Anhang halten die Wahls Die„ Bossische Zeitung" felbst hat vor einigen Jahren Wien, 29. Januar. Jm Budgetausschuß des Abgeordnetenhauses rechtsfrage durch den im vorigen Frühjahr angenommenen Res einen ihrer Redakteure, nur weil er ein Jude war, dessen Nase ihrem tapitalistischen Verleger nicht gefiel, den, wie sie brachte bei der fortgesetten Beratung des Kapitels Ministerrat" gierungsentwurf für gelöst. Dieser Entwurf erlangt Gefchestraft, so schön sagt, Sorgen des Privatgelehrtenlebens" überliefert, malit( Alldeutsch) auch die Mitteilung zur Sprache, die aus der wenn er 1909 unverändert von neuem die Billigung des Reichsunter der gleißnerischen Beschönigung, alle ihre Redakteure Neuen Freien Presse" durch Bermittelung des Wolffschen Bureaus tages findet! Für die Arbeiterklasse ist dieser Entwurf jedoch müßten zu der„ lumpigen" Fahne des Protestantenvereins über eine Beteiligung des Herausgebers der„ Neuen Freien Presse", feineswegs eine endgültige Lösung, ebensowenig für die schwedischen fchwören, die Strauß gebrandmarkt hat, und der Moloch der Benedikt, an dem Zustandekommen des Ausgleiches in die Frauen, die ja bei der großen Wahlrechts- und Verfassungsreform Orthodorie, bon dem Strauß gestreichelt wurde, ist noch ein deutsche Bresse gelangt war, und forderte die Regierung auf, gänglich unberücksichtigt geblieben sind. Aus diesen Gründen hat wahrer Gott der Liebe verglichen mit dem Moloch des Mili- dahin zu wirken, daß in der Berichterstattung des Wolffschen Bureans die sozialdemokratische Fraktion in der Zweiten Kammer von tarismus, der unter schmunzelndem Beifall des gesamten eine reinliche Scheidung zwischen den offiziellen beziehungs- neuem ihren Wahlrechts- und Verfassungsvorschlag von 1907 eingebracht, der allen mündigen Männern und Frauen vom Blods unseren Genossen Liebknecht erst chrlos madjen wollte weise offigiösen und den privaten Nachrichten durchgeführt werde. Soweit telegraphiert Wolffs Bureau. Auch teilt es mit, daß der 21. Lebensjahr ab ein wirklich allgemeines Wahlrecht zur und jetzt brotlos machen will, weil Liebknecht ihn kritisiert hat wie Strauß jenen anderen Moloch. Ministerpräsident Freiherr v. Bed in längerer Erwiderung auf die Biveiten Kammer bringen und mit dem kommunalen PluralwahlDas sind nur ein paar Proben des beispiellosen Systems Angelegenheit der offiziellen Zeitungen und des offiziellen Bericht recht, das ja die Grundlage für die Erste Kammer bildet, gänzlich der politischen und sozialen Unterdrückung, von dem die Blockerstattungsdienstes zu sprechen fam. Aber was der Ministerpräsident aufräumen soll. politit lebt, und die freisinnigen Helfershelfer dieser Politit eriviberte, das meldet Wolff nicht. Ist wohl zu„ untvichtig" dem follten sich der feigen Heuchelei schämen, womit sie die Gräber Wolfffchen Bureau wenigstens.... ber Fichte und Lessing und Strauß schänden. Sie haben kein Recht, über Haß und Verfolgung und Gift den Mund aufzureißen, und wenn sie es dennoch tun, so gehört ihnen eins brauf, daß ihnen Hören und Sehen vergeht. Ehren- Simon. Die außerordentliche Lebensmittelteuerung, die auch in Schweden auf der Arbeiterklasse lastet, veranlaßte die sozialdemofratische Fraktion ferner, einen Antrag betreffend Aufhebung Der Getreidezölle einzubringen. Sodann hat die Fraktion In Wien fand am Dienstag vor dem Bezirksgericht der Joseph- einen Antrag betreffend Aufhebung des seis 1800 bestehenden stadt der Prozeß des Abgeordneten Simon Start gegen den Ausnahmegesebes gegen Streitbergehen ein Redakteur der Arbeiterzeitung", Genossen Winter, wegen eines gebracht, sowie schließlich einen Antrag, der besseren Schuh der Artifels statt, in welchem dem Abacordneten Start der Vorwurf Seeleute herbeiführen soll. Rußland. Die russischen Wiemers und Schräders. Petersburg, 29. Januar. Die Angehörigen der regiermtgS freundlichen Dumaparteien haben eine Einladung nach Zarskoje Solo erhalten. Angeblich wird der Zar denselben persönlich seinen Wunsch mitteilen, dafc die Marinevorlage von der Duma bewilligt werde. ftnnland. Würger Nikolaus. Petersburg, 29. Januar. Wie das Blatt„Golos" er fährt, beabsichtigt die Regierung» in Finnland zwei Armeekorps zu konzentrieren! Kulgamn. Sofia, 29. Januar. Das von dem Führer der demokratischen Partei Malinoff neu gebildete Kabinett setzt sich wie folgt zu- sammen: Malinosf, Präsidiuni und öffentliche Arbeiten; Takoff, Inneres; Paprikoffjehemaliger bevollmächtigter Minister in Peters� bürg), Aeuheres; Salabaschew, Finanzen; Wuschanoff, Unterricht, Krejtcw, Justiz; Liaptschcw, Handel und Ackerbau; Nicolajew, Krieg. (3e werk Fcbaftli cbea. Berlin und Qmgegend. Sie suchen„Arbeitswillige"! In dem Hause Beuthstraße 1 befindet sich seit mehreren Iahren ein einseitiger Arbeitsnachweis des Berliner Bau Unternehmertums. Dieser Arbeitsnachweis fristete nur immer sehr kärglich sein Leben, weil er in der guten Kon juuktur von den Arbeitnehmern und auch selbst von den Mit- gliedern des Verbandes der Baugeschäfts nicht benutzt wurde. Schon im Jahre 1897 versuchten die Unternehmer, der Berliner Bauarbeiterschaft diesen Arbeitsnachweis aus zuhalsen. Damals versuchte die Organisation der Arbeit nehmer dann einen paritätischen Arbeitsnachweis zustande zu bringen. Natürlich vergebens! Die Unternehmer ver traten noch so sehr den„Herrn im Hause"-Standpunkt, daß sie solche Bemühungen der Arbeiter als eine Vermessenheit ansahen. Dieser Unternehmer-Arbeitsnachweis wurde nun natürlich von den Arbeitern nicht anerkannt und auch nkh . benutzt. Jetzt, in der schlechten Konjunktur, glauben nun die Bau gewaltigen, diesem Arbeitsnachweis neues Leben einflößen zu können. In einer der letzten Generalversammlungen des „Verbandes der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten" wurde wieder der Beschluß gefaßt, vom 2. Januar 1998 ab bei Einstellung von Arbeitskräften nur den Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen. Als Leitsätze bei der Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmern legten die Herren dann Bestimmungen fest, die zu Anfang des neuen Jahres an allen Baubuden und Bureautüren prangten.— Wir geben diese Bestimmungen nachstehend wieder: „Leitsätze betr. Einstellung und Entlastung von Arbeitnehmern. 1. Der obligatorische Arbeitsnachweis tritt mit dem 2. Januar 1998 m Kraft. Von diesem Tage sind alle Arbeitnehmer, welche auf den Bauten oder im Bureau nach Arbeit nachfragen, ohne Unterschied an den Arbeitsnachweis des Verbandes, SW., Beuch stratze 1, zu verweisen. 2. Wünschen Sie Arbeitnehmer einzustellen, so wenden Sie sich telcphomsch oder schriftlich ächden Arbvitsnachweis, f Teich phonruf i I, 927.) Dieser wird sofort die geforderte Anzahl von Arbeitnehmern veranlassen, sich nach der von Ihnen bezeichneten Arbeitsstätte zu begeben. Die Ihnen überwiesenen Leute führen eine von dem Arbeitsnachweis ausgestellte Arbeitskarte bei sich — vcrgl. Abteilung A der beiliegenden Karte—, welche vor der Einstellung zu prüfen ist. Aus der Abteilung O auf dem Rücken der Arbeitskarte wollen Sie ersehen, bei welchen Firmen und während welch r Zeit der Inhaber der Karte zuletzt beschäftigt war. Arbeitnehmer, die nicht im Besitz einer ausgefüllten Ad beitskarte sind, dürfen unter keinen Umständen ifo schäftigt werden. 3. Die neu eingestellten Arbeitnehmer haben ihre Arbeits- karten abzugeben. Dieselben werden gleich den Jnvalidenkarten in Ihrem Bureau aufbewahrt. 4. Sie sind nicht verpflichtet, die Ihnen vom Arbeitsnach weis zugesandten Arbeitnehmer einzustellen, sondern können einzelne oder alle zurückweisen und den Arbeits Nachweis auffordern, Ihnen andere Gesellen oder Arbeiter zu überweisen. Bei Nichtcinstellung der vom Arbeitsnachweis Ihnen überwiesenen Arbeitskräfte haben Sie die Abteilung B der Arbeitskarte auszufüllen und mit Ihrer Unterschrift oder Ihrem Firmenstempel verschen dem Betreffenden zurückzugeben. Der oder die betreffenden Arbeitnehmer erhalten dann auf dem Ar- bcitönachweis in der Reihenfolge der Arbeitsuchenden ihre vor- herige Stelle wieder. 5. Bei der Auflösung deS Arbeitsverhältnisses ist der Ent- lassungSschein, Abteilung C der Arbeitskarte, abzutrennen und dem� zu Entlassenden zusammen mit Buch und Karte ausgefüllt zu übergeben. Jeder Arbeitnehmer hat ein klagbares Recht auf Aushändigung des Entlassungsschincs, da ihm ohne den- selben durch den Arbeitsnachweis keine Arbeit vermittelt wird, eS sei denn, er kann durch seine Invaliden- karte nachweisen, daß er von auswärts kommt. 6. Wünschen Sie einen Arbeitnehmer einzustellen, der be- reits früher bei Ihnen gearbeitet hat, so ist dem Be- treffenden in Ihrem Bureau eine mit Ihrer Unterschrift oder Ihrem Firmenstempel versehene Bescheinigung über seine frühere Tätigkeit auszustellen. Mit dieser Bescheinigung hat der Arbeit- nehmcr den Arbeitsnachweis aufzusuchen. Er wird dort ein- getragen und Ihnen dann sofort mit seiner Arbeitskarte über- wiesen. Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten." Wie schon ein jeder aus vorstehenden Leitsätzen ersieht, handelt es sich um Einrichtung eines Maßregelungs- bureaus größeren Maßstabes und um der Bau- arbeiterschaft jede Bewegungsfreiheit zu nehmen sowie die widerstandsfähigen Elements unter der Bauarbciterschast von der Arbeit auszuschließen und auf diese Weise aus- zuhungern und kirre zu machen. Nach Leitsatz 2 sollen die Karten vor der Einstellung ge- prüft und daraus ersehen werden, bei welchen Unternehmern und während welcher Zeit der Inhaber der Karte beschäftigt war. Hat also der Arbeitnehmer bei einer Firma gearbeitet, die gesperrt wurde, bekommt er natürlich keine Arbeit. Da haben wir das System der schwarzen Listen in seiner besten Gestalt! Wo ist_ der Staatsanwalt, der bei angeblichen Terrorismusfällen der Arbeiter so schnell auf dem Plan ist, um die Berliner Bauherren anzuklagen? Nach dem Leitsatz 4 ist der Unternehmer nicht der- pflichtet, die vom Arbeitsnachweis zugesandten Arbeitnehmer einzustellen. In diesem Falle wird es also so bleiben, wie es schon früher war. Der Polier oder Geschäftsinhaber wird wie immer die Knochen der nachgewiesenen Arbeitskräfte prüfen und diejenigen, bon denen er glaubt, daß sie seinem Herrn und Gebieter nicht genug Mehrwert schaffen können, an den Arbeitsnachweis zurückverweisen. Hierdurch wird gerade das, was sonst ein Arbeitsnachweis für gutes hat, daß auch die Aelteren einmal an die Reihe kommen, wieder auf- gehoben. Die Berliner Baulöwen wissen eben in allen Lebenslagen ihren Profit zu wahren. Auch die anderen Leitsätze wären noch wert, in das rechte Licht gerückt zu werden, aber wir wollen es hieran genug sein lassen. Mes in allem ist diese Einrichtung des Arbeitsnachweises wieder einmal ein Dokument von der sozialpolitischen Rück- ständigkeit des Berliner Bauunternehmertums. Nun sollte man meinen, daß mindestens die Räume eines solchen Arbeitsnachweises entsprechend eingerichtet wären, wie es für die drei großen Berufsgruppen: Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter, die zusammen 35 999 Berufs- angehörige umfassen, notwendig wäre. Aber weit gefehlt! Wer den Berliner Bauherren Rücksichtnahme auf Arbeitslose zutraut, der ist auf dem Holzwege. In einem dunklen Lichthof mit holperigem Pflaster und unzähligen Wasserpfützen befindet sich der Eingang zu dieser Höhle, die früher einmal Pferden zum Aufenthalt gedient zu haben scheint. In diesem Räume, der nur durch eine kleine Glasflamme erhellt wird, stehen die Arbeitslosen zu sainmengepfercht wie die Tiere. Gespensterhaft heben sich die Schatten von den schmutzigen, feuchten Wänden ab. Ein unerträglicher Gestank umfängt den Eintretenden und nimmt ihm fast den Atem. Dicker Schmutz liegt auf dem Fußboden. Sitzgelegenheit ist nur für höchstens 49 Per sonen vorhanden, während sich fast immer mehrere Hundert in dem 19 Meter langen und Meter breiten Raum drängen. Geheizt wird der Raum nicht; hat auch wohl in Anbetracht dessen, daß die Fensterscheiben meist entzwei sind, keinen Zweck. Die Art der Arbeitsvermittelung ist eine geradezu auf reizende! Ab und zu öffnet sich eine Klappe und herausruft ein graues Männchen die Nummer, die gerade an der Reihe ist. Kann der Inhaber der Nummer sich nicht schnell genug durch das Gedränge winden, so wird die Arbeit einem Vorn- t e h e n d e n gegeben. Es ist klar, daß solche Unvollkommen- heiten große Empörung hervorrufen. So kam es denn auch in der vorletzten Woche dieser eigentümlichen Arbeitsvermittelung wegen zu turbulenten Szenen. Doch schnell ist auch hier die Polizei auf dem Plan ge- Wesen. Statt dem„Verband der Baugeschäfte" aufzugeben, ür passende Räume und gerechte Arbeitsvermittelung Sorge zu tragen, werden die Arbeitslosen vertrieben und der Ar- beitsnachweis geschlossen. Stolz hält nun meist immer ein heiliger„Hüter der Ordnung" am Eingang Wache. Augenblicklich ist der Nachweis nur für die aus Leit- atz 6 kommenden Arbeitskräfte zugängig.� Man sieht: die Herren tun ihr möglichstes, � um die Empörung, die in weiten Kreisen der Oeffentlichkeit wegen der vorjährigen Pfingstaussperrung, durch die sie so brutal den gewerblichen Frieden störten, herrscht, noch zu steigern. Nicht nur allein, daß eine große Anzahl von Mitgliedern des „Verbandes der Baugeschäfte" ihr den Arbeiterorganisationen gegebenes Wort gebrochen haben und die vereinbarten Be- dingungen nicht mehr einhalten, versuchen sie jetzt noch durch unerhörte Provokationen, wie es die Einrichtung dieses Maß» regelungsbureau ist, die Bauarbeiterschaft zu reizen. Es ist dies wieder einmal ein schönes Beispiel von der 0 oft beteuerten Friedensliebe des Unternehmertums. Die Empörung, die dieses Monstrum von Arbeits- Nachweis schon nach dreiwöchigem Bestehen bei der Bau- arbeiterschaft erzeugt hat, ist aber der beste Beweis dafür, daß er beim Wiederaufleben der Konjunktur wie von einem Sturmwind hinweggerissen sein wird. Lohnreduktioneu in der Textilindustrie. Immer mehr Lohnreduktionen werden aus der Textilindustrie gemeldet. Die Unternehmer haben in den letzten Jahren enorme Gewinne eingeheimst; die Löhne der Arbeiter sind aber nur wenig gestiegen. Kaum hat jetzt der Geschäftsgang etwaS nachgelassen, versuchen die Kapitalisten, die Kosten auf die Arbeiter abzuwälzen. In Spremberg sind in fünf Fabriken Lohnkürzungen von zirka 8 Proz. angekündigt. Die Arbeiter einer Fabrik haben bereits den Abwehrstreik beschlössen. Ferner sind in zwei Webereien Groß- Berlins Lohnreduktionen vorgenommen worden. Im sächsischen Wirkergebiet, in Lunzenau und Altenhain bei Chemnitz, sind ebenfalls Abzüge angekündigt. Auch dort rüsten sich die Arbeiter zur Abwehr. Mögen die Arbeiter ihre Organisation stärken, um dem Vor- gehen der Unternehmer wirksam entgegentreten zu können. Ausstand städtischer Arbeiter. In Halle a. d. S. sind 1aß die meisten sich an Fortbildungskursen beteiligen, � die an den Wochentagen abends meist schon um 8 Uhr und noch früher beginnen und ihnen durch die Verlängerung der Arbeitszeit die Teilnahme daran beschränkt, wenn nicht unmöglich gemacht wird. Auch dürste eS im Interesse des Geschäfts liegen, wenn bis Arbeitszeit wie bisher beibehalten wird, weil die Viertelstunde längerer Arbeitszeit die Lust und ArbeitSfreudigkcit nur untergraben, aber nicht fördern kann und deshalb den, Geschäft nicht zum Nutzen gereicht. Herr Swoboda erklärte jedoch, wie man es vom kurzsichtigen, eng- herzigen Unternebmerstandpunkt so oft zu hören bekommt:„Und wenn alles zum Teufel geht, das laß ich mir nicht bieten. Warum sind Sie nicht gleich in höflicher Art und Weise zu mir gekommen?" Nach lange». Hin und Her erklärte Herr Swoboda endlich, daß allen verziehen sein soll, wenn sie die Tarifvereinbarungen, die der Verband der Handelsgärtner Deutschlands mit dem christliche» Gärtnerverband getroffen, anerkennen, wonach eine Arbeitszeit von 11 Stunden, ausschließlich Pausen, also von morgens S bis abends 7 Uhr, vorgesehen ist. Die Gehülfen, bis auf einen Ausländer und einen jungen Kollegen, zogen es vor, die Arbeit nicht wieder auf« zunehmen. Der Herr Obergärtner händigte dann jedem ein Zeugnis aus, worin die Bemerkung:„Wegen Kontraktbruch ent- lassen" enthalten ist, obwohl nur eine Arbeitsbescheinigung, die sich nur auf Art und Dauer erstreckt, verlangt wurde, was noch ein gerichtliches Nachspiel haben wird. Vorläufig ist die Finna ge- sperrt und werden alle arbeiterfreundlichen Blätter um Abdruck dieser Belamitmachung gebeten. Die Ortsverwaltung Groß-Berlin des Allgemeinen Deutschen Gärtnervereins. Streik in der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik. Gegen 2990 Arbeiter der genannten Firma füllten am Mitt» wochabend den großen Saal des„Moabiter Gesellschaftshauses". Sie hatten Stellung zu nehmen zu der Arbeitsniederlegung der Einrichter, welche wir bereits mitgeteilt haben. Der Referent Handle vom Deutschen Metallarbeiterverband erstattete Bericht über die Ursachen der Arbeitsniederlegung. Seinen Ausführungen entnehmen wir folgende Angaben: Die Direktion der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik benutzt die gegenwärtige Zeit des ungünstigen Geschäftsganges, um den Arbeitern Lohnabzüge zu machen. Schon seit Weihnachten sind Nachrichten über Lohn- kürzungen bekannt geworden. Sowohl die Zeit- wie die Akkord- löhne sind gekürzt worden. Die Stundenlöhne wurden um 3. 19, ja 12 Pf. herabgesetzt. An den Akkordlöhnen sind derartige Abzüge gemacht worden, daß der Tagesverdienst um 43, 65 Pf., ja 1 M. geringer geworden ist. Einem Hülfsarbeiter, der schon 9 Jahre in, Betrieb beschäftigt ist, wurde der Stundenlohn um 12 Pf. gekürzt. Die Arbeiter versuchten, durch eine Kommission mit der Direktion zu verhandeln, um eine Zurücknahme der Lohnkürzungen zu er- reichen, sie erzielten jedoch nichts. Direktor Kaiser erklärte, die Abzüge müßten gemacht werden, damit die Firma konkurrenzfähig bleibe. Das Angebot von Arbeitern sei jetzt so groß— meinte Direktor Kaiser— daß er sofort Ersatz finden würde, wenn die- jcnigen, denen Abzüge gemacht wurden, aufhören würden. In letzter Zeit wurden auch den Maschinenarbeiterl, Lohnabzüge gemacht, die jedoch im Wege der Verhandlung teilweise zurückgenommen wurden, teilweise aber bestehen blieben. Dann kamen die Einrichter(Werk- zcugmacher) an die Reihe. Ihnen wurde eine Kürzung des Stundenlohnes um 19 Proz. angekündigt. Eine Kommission ver- handelte mit dem Direktor Kaiser, derselbe ließ sich jedoch zu nichts bewegen. Die Abzüge blieben bestehen. Die Einrichter sagten sich: Wenn wir die Abzüge ruhig hinnehmen, dann wird den Arbeitern des ganzen Betriebes dasselbe Schicksal zuteil werden. Deshalb haben die Einrichter am Sonnabend beschlossen, die Arbeit niederzulegen. Am Montag wurde der Beschluß ein- mütig ausgeführt. Keiner der Einrichter hat die Fabrik wieder betreten. Die Folge davon ist, daß, solange die Arbeit der Ein- richtcr ruht, nach und nach auch alle übrigen Arbeiter des Betriebes die Arbeit nicht fortsetzen können. Die Direktion hat nun die allgemeine Aussperrung angedroht für den Fall, daß die Ein- richter nicht bis Freitag die Arbeit wieder aufnehmen. Die Ein- richter werden sich durch diese Drohung nicht einschüchtern lassen. In dem Bewußtsein, daß sie nicht den Konflikt begonnen haben, sonder» bre Direktion durch ungerechtfertigte Lohnabzüge den Kämh� heraufbeschworen hat, werden die Streitenden aushalten untr der Direktion beweisen, daß sie auch während einer vorübergehend schlechten Konjunktur die Löhne nicht beliebig drücken kann.— Die Versammelten stimmten dieser Ansicht zu durch Annahme der folgenden Resolution: „Die Versammlung protestiert ganz entschieden gegen die Maß- nahmen der Direktion, welche die gegenwärtigen Löhne der Arbeiter verringert. Mit Rücksicht darauf, daß der Lebensunterhalt immer teuerer wird, erklärt es die Versammlung für eine soziale Un- Verständigkeit, wenn die Direktion jetzt Lohnabzüge vornimmt.— Die Versammlung erklärt den Streik der Einrichter als durchaus berechtigt, sie spricht den Streikenden ihre volle Sympathie aus und verpflichtet sich, falls eS notwendig ist, die Streikenden in jeder Hinsicht zu unterstützen." Die Versammlung wählte eine Kommission von Arbeitern, die noch im Betriebe beschäftigt sind, und beauftragte dieselbe, bei der Direktion vorstellig zu werden, um einen Versuch zur Schlichtung der schwebenden Differenzen zu machen. veutfcbes Reich. Achtung, Kurielsticker! Bei der Firma Hugo Herz, Alte Jakob« straße 84. sind Differenzen ausgebrochen und haben die dort be» schäftigten Kollegen und Kolleginnen ihre Kündigung eingereicht. Zuzug ist deshalb streng fernzuhalten. Der Branchenleiter. Achtung, Frisevrgehiilfen! Für Mitglieder sind die Betriebe der Herren Palm, Wolliner Str. 7. und Kleinfeldt, Boxhagener Str. 27, gesperrt. Beigelegt sind die Differenzen bei Byck, Adlershof. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin und Vororte. I. A.: Paul Liere. Letzte JVacbnchtcn und vepeleben. Entwichene Gefangene. Bremerhaven, 29. Januar.(B. H.) Aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis sind vergangene Nacht vier UntersuchungS- gefangene entwichen. Mit einem eifenbeschlagcncn Stuhlbein durch- brachen sie die Mauer und ließen sich an Bettüchern, die sie in Streifen zerrissen und aneinander geknotet hatten, auf die Straße hinab. Die Flüchtigen sollen sich nach Hamburg gewandt haben, wohin ihnen bereits Kriminalbeamte gefolgt sind. Unter ihnen befindet sich ein bereits mit Zuchthaus vorbestrafter Wechsel- falscher._ Kampf mit einem Verbrecher. Saalfeld a. S., 29. Januar. Ein aus dem Zuchthause in Untermatzfeld entsprungener Sträfling wurde heute hier in einem Restaurant von einem Polizeibcamten verhaftet. Auf der Straße feuerte der Sträfling mehrere Revolvcrschllsse auf den Polizei- beamtcn ab und verletzte ihn lebensgefährlich am Kopfe. Außer- dem verletzte er einen ihn verfolgenden Mann durch einen Schuß in die Hand. Es gelang, den Sträfling zu ergreifen und ihn ins Gefängnis zu bringen. Neberfall auf ein Bankhaus. Bombay, 29. Januar. Gestern nacht überfiel eine Bande von 199 Afridis das Haus eines reichen eingeborenen Bankiers in Peschawar und raubte die Kasse und Juwelen von bedeutendem Werte. Zwei P-lizeibramte wurden von ihnen getötet und vier verwundet. verantw. Redakteur: Hans Weber- Berlin. Jukarat-nteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Vcrlsgsanstalt HauTZingerLiEo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. llnterhaltungsblatt Hr. 25. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ouerstag, 30. Januar 1908. 89. Sigung. Mittwoch, 29. Januar, nachmittags 2 Uhr. Am Bundesratstisch: v. Tirpik, Freiherr v. Stengel. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzentwurfs zur Aenderung des§ 2 des Gefehes betreffend die deutsche Flotte. Danach sollen Binnenschiffe und Kreuzer, ausgenommen bei Schiffsverlusten, nach 20 Jahren( bisher 25 Jahren) ersetzt werden. Die Fristen laufen vom Jahre der Bewilligung der ersten Rate des zu ersehenden Schiffes bis zur Bewilligung der ersten Rate des Ersatzschiffes. Die Budgetkommission beantragt die Annahme des Gesezentwurfs nebst einer Resolution, worin verlangt wird, daß tunlichst bald im Marineetat neben den vollen Kosten für Armierungen ein der Verkürzung des Lebensalters der Linienschiffe entsprechender höherer Prozentsatz des Wertes der Flotte( bisher 6 Proz.) auf den ordentlichen Etat übernommen werde. Abg. Dr. Spahn( 8.) erklärt die Zustimmung des Zentrums zu der Vorlage nur, wenn die Dedungsfrage zuvor gelöst werde. Dem Flottenverein Dank auszusprechen, liege fein Anlaß vor; die übertriebene exaltierte Art der Agitation des Vereins sei vielmehr zu mißbilligen. Des weiteren beschwert sich der Redner darüber, daß die " Frankfurter Zeitung" bereits in der Lage war, die Branntivein steuervorlage, die noch den Bundesrat beschäftige, zu veröffentlichen. Staatssekretär Freiherr v. Stengel: Von meinem Amte ist eine Inspirierung oder Ermächtigung zu einer solchen Mitteilung nicht ergangen.( Buruf: Von wo denn?) Das ist mir unbekannt. Es ist ganz erstaunlich, mit welcher Raffinerie die Arbeiten in den obersten Reichsämtern überwacht zu werden pflegen von der Presse. ( Heiterkeit.) Wenn ich auf einsamen Spaziergängen ein neues Steuerprogramm überdenke, so erscheint auch das in der Presse. ( Heiterkeit.) Nun zur Sache: Ich bin nicht in der Lage, mitzuteilen, wann das Plenum des Bundesrats die Steuervorlagen beraten und erledigen wird. Mit Rücksicht darauf bin ich auch nicht in der Lage, über den Inhalt dieser Vorlagen nähere Mitteilungen zu machen. Ich kann nur sagen, daß es sich um die Berstaatlichung eines Teiles des Zwischenhandel. mit Branntwein Abg. Graf v. Oriola( natl.): Meine Freunde sind mit der Vorlage einverstanden. Wir hätten es aber gerne gesehen, wenn handelt, ferner um die bereits bei dieser Vorlage dafür gesorgt wäre, daß das BauFlottenvereins sprach man von„ schwimmenden Särgen", man sprach da von, daß unsere Schiffe technisch nicht auf der Höhe seien; das heißt doch aber, daß unsere Marinevertaltung in gewissenloser Weise ihre Pflicht vernachlässigt habe! Wir haben die Ueberzeugung, daß, wenn die Marineverwaltung mit einer Vorlage kommt, welche schwere Opfer von der Nation fordert, sie der Meinung ist, auch das beste zu fordern, was möglich ist, und von diesem Standpunkte aus haben wir erklärt, es sei selbstverständlich, daß, wenn die Marineverwaltung neue Schiffe verlange, diese Schiffe auch den modernsten Ansprüchen entsprechen. Aber daß wir unsererfeits die Notwendigfeit anerkannt haben, die Dienstdauer der Schiffe herabzusetzen, ist nicht wahr. Bis jetzt gibt es keine Nation außer Deutschland, welche eine Altersgrenze für ihre Schiffe gefeßlich festgelegt hat: Weder England hat das getan noch Frankreich, und wenn hier beständig darauf herumgeritten wird, daß Deutschland im Ver gleich zu anderen Nationen veraltete Schiffe habe, so ist das einfach nicht wahr! Ich habe hier eine Zusammenstellung über die Lebensdauer der Schiffe für England, Deutschland und Frankreich, ( also für die in Betracht kommenden Nationen), die von fachs verständiger Seite aufgestellt ist. Danach ist die Lebensdauer für Linienschiffe in Frankreich 13,9, in England 10,4, in Deutschland 7,4 Jahre, also am fürzesten! Für große Kreuzer ist die Lebensdauer in England am längsten, nämlich 11,5 Jahre, in Frankreich ist Für fleine Kreuzer ist die Lebensdauer wieder in Frankreich am Bemerken will ich ferner, daß die Regierung, soweit neue Steuern nur 4,9 Jahre!( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Genau so längsten, nämlich 14 Jahre, in England ist sie 9,8, in Deutschland notwendig werden, wenigstens die notwendigen Lebensbedürf- geht es bei den Torpedobooten, also bei allen Schiffen, welche für nisse der Bevölkerung schonen will. die Marine die wichtigsten sind. und Zigarren. Frhr. v. Richthofen( f.): Wir werden der Vorlage zustimmen, wir wünschen einen Ausbau unserer Flotte, damit wir nicht zu Zuständen kommen, wie sie jetzt in Rußland herrschen. Die Tätig feit des Flottenvereins erkennen wir an, wir fönnen ihm aber nicht folgen, wenn er über die Regierungsvorlage hinausgehen will. Abg. Bebel( Soz.): tempo der Schiffe schon vom Jahre 1911 an höchstens 4 Jahre Einführung einer Banderolenfteuer auf Cabak fie 11,4, in Deutschland nur 10,6 Jahre, also am fürzesten! beträgt.( Sehr wahr! bei den Nationalliberalen.) Wir wünschen, daß wir so bald als möglich eine vollwertige Flotte erhalten. Die Schiffe der Kaiser- und Wittelsbachklasse sind heute eigentlich nur Dekorationen; sachverständige und nationaldenkende Männer halten es für ihre Pflicht, auf rascheren Bau und beschleunigteren Ersatzbau zu drängen. Meine politischen Freunde halten nach wie vor Nun hat der Staatssekretär schon bei der Generaldebatte hervor die Wirksamkeit des Flottenvereins für rühmenswert; um so lebgehoben, die Vorlage sei wesentlich eine marine technische! hafter bedauern wir es, wenn sein Fortbestehen durch innere 3hr Zweck ist doch aber die Seemacht Deutschlands ganz bedeutend Zwiftigkeiten, auf die ich nicht eingehen will, gefährdet wird. zu erhöhen; es wird doch durch sie eine wesentliche Modifizierung Wir haben uns in der Kommission überzeugt, daß Deutschland im des Bauplans der Flotte, wie er nach dem Gefez von 1900 feft Durchschnitt nicht langsamer baut als andere Staaten. Stein ernstgelegt war, herbeigeführt. Von 1908 bis 1912 werden nach der hafter Politiker kann denken( Heiterkeit), daß wir in der Zahl der Schiffe England gleichkommen. Im Torpedowesen stehen Herr Wiemer fagte zu Beginn seiner Rede, er habe schon bei Borlage im ganzen zwölf Linienfchiffe als Ersatzbauten neu wir keiner Nation nach. Anerkennung verdient die Regierung, daß der Generaldebatte erklärt, wenn es der Marineverwaltung gelinge, gebaut und nur eins als Neubau. Dazu kommen vier große sie in der Frage der Unterfeeboote sich nicht übereilt hat. feine Freunde in der Budgetkommission von der Notwendigkeit des Kreuzer als Neubauten und einer als Erfaßbau, im ganzen also für die von ihr beschäftigten Arbeiter an; wir wünschen, daß die stimmen. Ich war von vornherein überzeugt, daß sie dafür Wenderung der Bauweise und des Bauplanes vorgesehen ist, weil Wir erkennen die treffliche Fürsorge der Marineverwaltung schnelleren Baues der Schiffe zu überzeugen, so würden sie dafür 18 große Schiffe. Nach dem Flottengesetz von 1900 sollten von 1908-1917 nur 17 große Schiffe gebaut werden. Ich bin. überzeugt, daß diese Verwaltung ihnen entgegentommt, wir wünschen aber ganz be- stimmen würden( Zustimmung bei den Sozialdemokraten); denn die sonders, daß auch den berechtigten Forderungen der Werftbeamten, Geneigtheit, sich überzeugen zu lassen, war in hohem Grade vor- man schon jetzt im stillen die Abficht hat, im Jahre 1911 mit einer besonders der vielen kleinen Werftbeamten, im Reichsbeamten- banden. Seit dem 25. Januar und dem 5. Februar vorigen Jahres insbesondere auch für die Schiffe vom Typ der Kaiserklasse und der neuen Vorlage zu kommen! Nun hat Graf Oriola betont, daß geses Rechnung getragen werde. Von einer Seite in der Kom- haben die Herren ja eine ganz andere Stellung zu der Marine einmission ist gesagt worden, der Vorlage könne nicht zugestimmt genommen als vorher. Deshalb war für mich kein Zweifel, daß sie außerordentliche Erhöhung der Kosten bedingt würde. Daß ein der= Wittelsbacherklasse Ersazbauten notwendig seien, wodurch eine ganz werden, so lange die Frage der De dung nicht gelöst sei. Bei auch dieser Vorlage zustimmen würden, und jeder, der unser ciner Vorlage, die im Interesse der Wehrmacht notwendig ist, be- politisches Leben verfolgt, muß anerkennen, daß die Stimmung der artiger Wunsch aus der Mitte des Reichstages laut wird, kann man ja dauern wir diesen Standpuntt; deren Bewilligung darf nicht von bürgerlichen Parteien gegenüber derartigen Rüstungsfragen eine als berechtigt ansehen. So gut der eine die Vorlage bewilligen der Lösung der Dedungsfrage abhängig sein.( Bravol bei den andere geworden ist als früher, daß die Opposition dagegen mehr will und ein anderer gar nichts bewilligen will, so gut kann ein Nationalliberalen.) und mehr geschwunden und eine ernsthafte Opposition tatsächlich Dritter auch mehr verlangen als die Regierung. Aber charakAbg. Wiemer( frf. Vp.): In der Kommission ist uns bewiesen nicht mehr vorhanden ist.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) teristisch ist doch, daß der Staatssekretär dem Grafen Oriola erklärt tvorden, daß die Herabseßung der Dienstzeit der Schiffe, die ledig. Die Nationalliberalen werden es mit Freuden begrüßen, daß auch hat: wenn es ihm gelinge, im Reichstag eine Mehrheit für seine lich eine Frage der Technit ist, notwendig ist, und deshalb stimmen ihre Nachbarn von dieser Seite jezt auf ihrem Standpunkt an- Forderung zu bekommen, so fei er bereit, dafür einzutreten.( Hört! wir der Vorlage zu. Ein Hauptfehler ist, daß die Entwickelung gekommen sind. Ich bin aber auch überzeugt, daß dieser Vorlage in hört! bei den Sozialdemokraten.) War er denn dazu autorisiert, zu der Marine überhaupt gefeßlich festgelegt ist.( Sehr richtig! bei nicht allzulanger Zeit eine zweite Vorlage folgen wird. Die Be- erklären, man werde auf einen derartigen Vorschlag eingehen? Das den Freifinnigen.) Wir bedauern das aus fonstitutionellen und fürchtung" des Grafen Oriola, daß eine neue Flottenvorlage nicht zeigt mir nur, daß er ganz genau weiß, daß man an der entschei technischen Gründen. Auch wir wollen, daß die deutsche Flotte tommen wird, teile ich nicht. Die furchtbare, flottenbaulose Zeit benden Stelle im Deutschen Reiche den lebhaften Wunsch technisch auf der Höhe ist. Aber den Bestrebungen, die Regierung wird in Deutschland nicht kommen.( Sehr wahr! bei den hegt, die Flotte noch über die Forderungen der gegen iber den jebigen Rahmen hinauszutreiben, die auch leise in der Sozialdemokraten.) Ich habe bereits am 29. November bei ist außerordentlich wichtig. Das zeigt, daß man wärtigen Vorlage hinaus bedeutend zu verstärken! Das nede des Grafen Oriola enthalten waren, muß ich entgegentreten. der Generaldebatte ausgesprochen, daß die nächste, also Wir wollen über die Vorlage nicht hinausgehen, sondern über die dritte Flottenborlage feit 1900, feine drei Jahre unbegrenzt immer mehr Forderungen für Schiffsbauten tünftige Vorlagen uns freie Hand vorbehalten.( Lachen bei den fich warten lassen wird. Als in der Budgetkommission ein erhebt, ohne auch nur entfernt in der Lage zu fein, zu fagen, woher Sozialdemokraten.) Die einseitige Agitation des Flottenvereins Abgeordneter an den Staatssekretär die Anfrage richtete, was die Mittel dafür genommen werden sollen.( Sehr wahr! bei den hat vielfach Beunruhigung über den Stand unserer Flotte er denn nach dem Jahre 1912 geschehen solle, wo jährlich nur noch Sozialdemokraten.) Bisher war es Sitte, daß man, wenn mehr zeugt, wo fein Grund dazu vorlag, wodurch auch nach außen eine zwei Schiffe gebaut würden was doch fürchterlich sei, da Ausgaben bewilligt werden, auch für die Einnahmen Sorge schädliche Wirkung erzeugt wurde.( Zustimmung bei den Frei- habe ich ihm geantwortet, der Staatssekretär würde ihm trägt. Hier aber ist man bereit, ins Unendliche hinein mehr zu finnigen.) Bei der verminderten Lebensdauer der Schiffe muß jedenfalls feine Antwort geben, aber er brauche nur drei bewilligen, ohne zu sagen, woher die Einnahmen genommen werden der Resolution der Kommission entsprechend ein höherer Prozentsatz Jahre zu tvarten, dann würde schon eine neue Vorlage follen. Daß sich unsere ganze Finanzverwaltung in einer geradezu des Wertes der Flotte auf den ordentlichen Etat übernommen kommen, die seine Bedenken zerstreuen werde. Auch andere miserablen Lage befindet, wird doch niemand bestreiten können.( Sehr werden; in diesem Jahre ist das leider nicht angängig. An der Redner haben hervorgehoben, daß man in der Budgetkommission den richtig! b. d. Soz.) Wir wissen heute noch nicht, wie wir das gegenBesserung der Reichsfinanzen, die auch durch diese Vorlage in er- Staatssekretär drängte, daß im Flottenbau doch energischer vor- wärtige große Defizit decken können, und da tommt man mit Forhöhtem Maße in Anspruch genommen werden, sind wir bereit, gegangen werde. Der Flottenverein hat ja die Tendenz, die Dinge derungen, die noch weit über das hinausgehen, was die Regierung mitzuarbeiten; doch darf man uns dabei keine Opfer unserer in unserer Flotte so ungünstig wie möglich für Deutschland darzu verlangt. Wenn schon im Reichstage derartige Strömungen sich Ueberzeugung zumuten.( Bravo! bei den Freisinnigen, Lachen bei stellen. Dabei kommt es ihm gar nicht darauf an, auch die eigene, zeigen, dann braucht man sich nicht zu wundern, daß außerhalb den Sozialdemokraten.) die deutsche Marineverwaltung zu diskreditieren. Von seiten des des Reichstages-im Flottenberein- weitergehende For Kleines feuilleton. Audienz bei Bülow. Bülow( studiert Fichtes Werke). Ein Kammerdiener( bringt eine Starte). Bülow( liest): Kotau? Der Freisinnsmann? Kammerdiener: Jawohl, Durchlaucht. Bülow: Lassen Sie ihn eine Stunde warten. ( Kammerdiener ab. Bülow studiert eine Stunde.) Der Kammerdiener: Herr Kotau läßt ganz ergebenst... Bülow: Gleich, gleich. ( Es vergeht noch eine halbe Stunde.) Bülow( flingelt dem Diener): Bringen Sie den Fichte auf den Boden. Alle Bände. Ich wußte nicht, daß der Mann... Oder nein. Aus dem Haus damit Zu einem Trödler! Rammerdiener: Sehr wohl, Durchlaucht. Bülow: Kotau tann' reinkommen. Sotau( neigt sich einige Male). Bülow( bleibt sißen): Sie wünschen? Aber furz, bitte! Kotau: Ich möchte ganz ergebenst wegen der liberalen Garan tien anfragen, die Ew. Durchlaucht die Gnade.... Bülow: Was?! Rotau( 1.70): Ew. Durchlaucht, wegen der liber.... Bülow: Nunt?! Rotau( 1.56): Hoch... Hoch.. " auf Bülow( gibt ihm einen Fußtritt ins Hinterquartier). Kotau( 1.50): Au! Hoch! Christus hat gesagt: wer Dich auf den rechten Backen schlägt, dem biete auch ben linken. Bülow: Ja, das ist mein Mann!( Er gibt ihm auf die linke Hälfte ebenfalls einen Fußtritt.) Sotau( 1.40): Dant, Durchlaucht Hoch der Liberalismus! ( Er ist draußen angelangt.) Bülow( zum Kammerdiener): Bringen Sie mir die Bibel! Dieser Christus.... Franz. die Der möglich war. Es liegen jetzt dreierlei Nachrichten bor, bon der englischen und amerikanischen Expedition, auf der Flintinsel gearbeitet haben und von den Samoainseln. Der englische Forscher Mac Clean berichtet von einem Teilerfolg. Nach einem schönen Morgen hatte ein schwerer Regen eingesetzt, der bis in den Beginn der Totalität der Finsternis anhielt; Die Wolfen verschwanden dann aber plötzlich, so daß von den vier Minuten der vollständigen Verfinsterung nur eine für die Beobachtung verloren ging. Es fonnten viele Untersuchungen der Sonnentorona vorgenommen werden, aber feine einzige am Spektrum. Regen scheint auch die photographischen Platten verdorben zu haben. Die uusittliche Literatur. Die Münchener Staatsanwaltschaft Besser hat die amerikanische Expedition der Lick- Sternwarte abhat das zweifellose Verdienst, dann und wann zur Unterhaltung und geschnitten, obgleich sie angeblich von den vier Minuten der vollErgözung der Geschworenen ein Wesentliches beizutragen. Da Ver- ständigen Verfinsterung zwei verlor. Auf Samoa ist der Wärmegrad bedrohlichen Nähe preußischer Kultur vor die Geschworenen fommen, Die Form der Korona war sehr ähnlich der 1898 in Indien begehen durch die Presse im Lande Bayern immer noch trotz der der Korona an 5 Punkten mit einem Bolometer gemessen worden. so hatten sie in diesen Tagen wieder einmal zu befinden, ob obachteten. einige im staatsanwaltschaftlichen Eifer beschlagnahmte Schriften zu vernichten wären und ihre Herausgeber und Verleger an Gesundheit und Geld zu büßen hätten. Die deutsche Normalfittlichkeit, die feit " Notizen. - Heine Briefe und Manuskripte befinden sich in ( Der Kammerdiener läßt den freifinnigen Abgeordneten Ober- der mehrfach gelöpften aber in Wirklichkeit ruhig weiter lebenden dem Nachlasse feines verstorbenen Neffen Ludwig von Embden in Lehrer Kotau eintreten.) Leg Heinze alle Kulturäußerungen bedroht trotz des ruhmreichen großer Anzahl, besonders Familienbriefe und ungedruckte Manuskripte aber selig entschlafenen Goethe- Bundes- follte wieder ein dampfendes aus Bariser Briefen an die Augs. Allg. Beitung", für die Heine Opfer befominen. Die unfittlichen Schriften, auf die hier vor forrespondierte. Wochen bereits in dem instruierenden Artikel„ Verbotene Literatur" finden sein. Auch sonst soll manches Interessante darin zu Man sollte nun meinen, daß die betreffenden Erben hingewiesen wurde, waren natürlich erotischer Art und geeignet, des Embden diesen Nachlaß, der ihnen noch dazu zum Teil Kotau( vorher 1.90 groß, schwindet auf 1.80 zusammen): die für sie bestimmt sind, ergernis zu bereiten. Leuten, für die sie bestimmt sind, Wohlgefallen, und Leuten, geschenkt ist, irgend einer Bibliothek stiften würden. Das fällt ihnen Das Lust aber nicht ein. Wegen der liberalen Garan Es hat sich vielmehr ein Komitee bilden müssen, wäldchen", eine Anthologie aus dem 17. Jahrhundert, und um die Sachen zu erwerben und einem zu gründenden Heine- Archiv Bülow: Wie?! " Der Amethyst", eine fulturgeschichliche erotische Zeitschrift, sowie zuzuführen. Heine hätte diese nobeln Verwandten die Hamihr Herausgeber, Dr. Franz Blei, ein guter Stenner solcher Lite- burger Sippschaft war ja immer nobel nicht schlecht verspottet, ratur, und der Verleger des ersten Buches, Hans v. Weber, fie, die aus seinem Nachruhme noch Kapital schlagen. follten also gehörig an den Pranger gestellt, bestraft und vernichtet Fort mit der Zensur in Desterreich. Gegen die ledere Soft ferbieren und hörten schmunzelnd die waderen Sach- Aufschwung der nationalen Literatur mit Paragraphengittern ein Die Geschworenen ließen sich mit breitem Behagen die Theaterzensur, ihre Lächerlichkeiten und ernsten Gefahren, die den verständigen an, die mit den unvermeidlichen professoralen Bor- schränke, richtete sich in Wien eine von dramatischen Autoren und behalten nachwiesen, daß besagte Werke künstlerischer Art und nicht Stomponisten einberufene öffentliche Versammlung. Der Unfug, daß unzüchtig seien. Der Staatsanwalt appellierte vergeblich an den der Nachkomme irgend einer angeblich historischen Bersönlich Seelenzustand der Durchschnittsmenschen", zu denen außer ihm feit, die fleritale Heuchelei und die Zimperlichkeit der Hofdämlich niemand gehören wollte. Dem die Geschtvorenen ließen ihn feiten, die Empfindlichkeit der Beamten die Literatur kommandiere, figen und sprachen Bücher, Herausgeber und Verleger frei. Für wurde in zahlreichen Beispielen gekennzeichnet. Da man bei Abdie Herausgabe eines dritten Buches, eines aus dem Englischen über schaffung der Zensur eine aus lauter Feigheit entspringende noch setten pornographischen Romanes" Fanny Hill" konnte Franz Blei schärfere Zensur der Theaterdirektoren befürchtet, berlangte man nicht verantwortlich gemacht werden. Die Geschworenen haben mit die Einführung des Burchardschen Theatergefeßentwurfes, der die ihrem Urteil bewiesen, daß sie bie Heuchelei, die immer ein Reichen Schäden der heutigen Zensur beseitigt und die Hofenmäße von einer sinkenden und von einen schlechten Gewissen beratenen Gesell- Theaterdirektoren gleichzeitig vor der Willtür der Polizei schüßt. schaftsschicht, nicht mitzumachen gedenken. Rotau( 1.722): Etv. Durchlaucht hatten doch versprochen.. Bülow: Jch? Etwas versprochen? Ich verspreche nie etwas. And wenn ich etwas versprochen habe, so habe ich mich versprochen. Rotau: Durchlaucht Bülow: Sind Sie fertig? Schön. ??? Rotau( 1.76)-!!! Bülow( stampft auf). Sotau( 1.60): Ew. Durchlaucht das wird uns nicht abhalten, unentwegt an der Blodpolitik festzuhalten. Bülow: Das ist mir egal. Was wollen Sie übrigens dann noch? Fichte hat gesagt. Nein, Fichte nicht. Fichte hat gar nichts zu sagen. Ich werde gleich nachsehen, wer etwas zu sagen hat. Adieu. Kotau( 1.59): Darf ich Ew. Durchlaucht versichern, daß wir in unveränderter Hoch... Bülow: Adieu! Sotau( 1.58): In unveränderter Hoch..: Bülow: Adieu!! Rotau( 1.57): In Hoch..: Bülow: Raus! werden. Ein neues System für drahtlose Telegraphie mit angeblich fontinuierlichen Wellen wurde vom Erfinder b. Le pel. Die Beobachtung der vollständigen Sonnenfinsternis. Es hat einem früheren Ulanenoffizier, der Inspektion der Verkehrstruppen Tange gedauert, bis über den Verlauf der vollständigen Sonnen- vorgeführt. Versuche, von Reinickendorf bis Braunschweig zu telefinsternis, die am dritten Tage dieses Jahres stattgefunden hat, graphieren, also über eine Strecke von 230 Kilometer, gelangen. etwas zu hören war, weil die Beobachtung allein auf Das neue System arbeitet mit ungedämpften Wellen, aber in anderer einigen ganz vereinzelt gelegenen Inseln der großen Dzeane Art wie verschiedene andere. Gerungen auftauchen.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) f�ür den Frosch- Mäusekrieg, der sich im Flottenverein erhoben hat (Heiterkeit bei den Sozialdemokraten) habe ich kein Interesse. Ich bin überzeugt, daß auch ohne den Flottenverein die Dinge ihren Gang gehen werden. Ich habe die Ueberzeugung, datz in den bürgerlichen Kreisen so viel Interesse für eine große, starke Flotte vorhanden ist, daß auch ohne den Flottenverein den Wünschen nach einer großen Flotte Rechnung ge- tragen werden wird.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Freilich gebe ich zu, daß der Flottenverein auf diese Stimmung im Bürgertum anfeuernd gewirkt hat; als deutsche Fürsten ihm bei- getreten sind, war der Zulauf ja ein ganz großer." Ergab sich hier doch auch die Möglichkeit, bei Gelegenheit einen kleinen Vogel ins Knopfloch zu bekommen.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten, Widerspruch im Block.) Diese meine Auffassung wird auch durch einen Artikel der„Post" bestärkt; die„Post" wendet sich darin energisch dagegen, daß man versucht, die Fürsten aus dem Flottenverein herauszudrängen; sie erinnert an die Vorgänge beim Eintreten der Fürsten:„Wie strahlten die Gesichter, wenn eine Einladung zur königlichen Tafel erging I" schreibt sie u. a. rnd sagt dann:„Es ist ganz gut, die Erinnerung zurückzurufen, daß Herr Keim bei seinem Eintreten in den Flottenverein nur Oberst war und erst nach einiger Zeit zum General ernannt wurde!"(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Nun, heute ist ja von verschiedenen Seiten der Versuch gemacht worden, auf die Kosten der fort- gesetzten Verstärkung der Flotte hinzuweisen. Für einen zu- künftigen Geschichtsschreiber der inneren Entwickelung Deutsch- lands, speziell der parlamentarischen Entwickelung. wird eines der interessantesten Kapitel die Periode von 18S5 bis 1908 sein, besonders mit Bezug auf die Flottenfrage. Was in dieser Periode an Umfall, an Verlassen aller Grundsätze geleistet worden ist, das geht ins Aschgraue. Es gibt kein zweites Parlament in der Welt, das damit den Vergleich aushalten könnte.(Lebhafte Zu- stimmung bei den Sozialdemokraten, Widerspruch im Block.) Die Nationalliberalen bilden einen Ausnahmefall, sie haben sich in dieser Tätigkeil schon seit 48 Jahren geübt.(Lebhafte Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Was der Flottenverein insbesondere iw der Wahlperiode an Agitation geleistet hat, hat ja die völlige Billigung des Fürsten Bülow gesunden. Er hat im vorigen Jahre bei der Beratung des Etats und der Interpellationen über die Wahlbecinflussungen dieseWahlbeeinflussungen in einer Weise verteidigt, gegen tvelche Napoleon III das reine Kind war(Sehr richtig! bei de» Sozialdemokralen) und die an die schlimmste Zeit der Wahlbeeinflussungen und llnterdrückuugen unter dem Fürsten Bismarck erinnerte. Herrn Kehn hat er damals sein ausdrückliches Lob ausgesprochen und ihn gegen Angriffe von unserer Seite in Schutz genommen. Der deutsche Kaiser hat den Fürsten Salm niit den Worten begrüßt:„Na, die Wahlen sind ja famos ausgefallen I" Das heißt doch, cr billigte die agitatorische Tätigkeit des Flottenvereins in der Wahlperiode. Wie mau angesichts solcher Tatsachen bestreiten kau», daß der Flottenverein ein politischer ist, ist mir unverständlich.(Zu- stimmung bei de» Sozialdemokraten.) Nur politischen Kindern mag man weißinachen können, daß«S sich hier nicht um einen politischen Verein handelt. Die Vorredner sind bemüht gewesen, zu betonen, daß die Vermehrung der deutschen Flotte für Deutschland notwendig sei, daß es aber durchaus unrichtig sei, zu glauben, daß sie sich gegen England richte. Es läßt sich ja auch gar nicht verkennen, daß nach den Kaiserreden in England, besonders nach der in der Cith von London, die Auffassung eine ge- wisse Grundlage hatte; denn der Kaiser hat ausdrücklich hervor- gehoben, daß die Grundlage des Weltverkehrs die Ausrechterhaltung guter Beziehungen und gegenseitigen Vertrauens zwischen England und Deutschland sei. In der Tat verkaufen wir an keinen einzigen Siaat der Welt annähernd so viel wie an Eng- land: von den 16 000 Millionen Mark unseres Handels mit dem Auslande entfallen nicht weniger als 2800 Millionen Mark auf den Handel mit England und seinen Kolonien, also rund 10 Proz., wie es Deutschland amtlich mit keinem anderen Lande der Welt hat.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe gar keinen Zweifel daran, daß die Erklärung des Kaisers in England einen außerordentlich günstigen Eindruck gemacht hat. So- gar die„TinieS", die au Mißtrauen und sogar Feindseligkeit gegen Deutschland nichts zu wünschen übrig läßt, zeigte sich einen Moment bereit, ans imsere Versicherungen einzugehen, und brachte eine sehr freundliche Besprechung dieser Kaiserrede. Aber als zlvei Tage nach der Rede die gegenwärtige Flottcuvorlage bekannt wurde, schlug die Stimmung in England äugen- Llicklich um. Dieselbe„Times" erklärte ausdrücklich, daß sie zu allen diesen Versicherungen keinerlei Vertrauen mehr hätte und daß England seinen Flottenplan den Umständen anpassen, d. h. also ebenso stark rüsten müsse Ivie Deutschland! Eine viel bemerkenswertere Kundgebnug aber, ans die ick besonderes Gewicht lege, war die Simiestvaiidluiig LeS bekanmen englischen Friedensapostels Stead. Dieser Maua, der in Europa, abgesehen von der Baronin Suttner, die Friedensidee am lebhaftesten propagiert hat— auch hier in Berlin bei den maßgebenden Kreisen— geriet, als diese Vorlage kam, ganz außer sich und schrieb: sie zeige bis Situation in bengalischer Beleuchtung; eS könne an Frieden gar«icht gedacht werden. Eng- land müsse vielmehr seine Seeherrschaft durch neue Rüstimgen sicher- stelle» uu» für jedes neue feindliche Schiff seinerseits zwei neue bauen I(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) So sprach aus einmal der Friedensapostel Stead.(Lachen rechts.) Wir werden England diesen Glauben, daß die Flottenrüstuiigen gegen England gerichtet seien, auch niemals rauben können; dann wir baben in ab- sehbarer Zeit mit keinem anderen Gegner zu rechnen, zur See Noch viel weniger als zu Lande. Frankreich ist uns anch zur See nicht ge- wachsen.(Widerspruch rechts.) ES kann auf die Dauer den Rüstimgen cines Landes mit 02 Millionen Meuschau nicht folgen. Schon fällt eS ihm schwer, die gleiche Zahl Frieden Struppen zu halten wie Deutschland, und dabei hat Deutschland»och das große Reservoir der Ileberzähligen! Dasselbe gilt für die französisch« Flotte. Rußland kommt für einen Seekrieg auch nicht in Frage. Amerika'i Lächerlich I Japan? Lächerlich I'Heiter- keit.) Also kann es sich bei unseren Flottenrüstungen nur Um England handeln, und dabei bleiben die Eng- l ander, namentlich wenn sie sich auf die Tatsache stützen können, daß in der Begründung der deutschen Flottenvorlagen alles Material nur in bezug auf England gestellt wird, alle Vergleiche nur auf England bezogen werden.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Das war schon immer so und wird anch so bleiben. Diesen Glauben werden Sie mit allen Ihren Reden den Engländern nicht nehmen, und da dieier Glaube in England vorhanden ist, wird England alles aufbieten, UM seine Uebermacht zur See aufrecht zu erhalten. Da aber kann der Moment konline», wo England sich sagt: Nun ist es genug! Wo England zu Deutschland ähnlich(sieht wie Japan zu Rußland im Jahre 1904(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.), wo es sich sagt, daß, wenn eS jetzt nicht losschlägt, eS zu spät ist. Diese Gefahr provozieren wir!(Lebliafte Zustimmung bei den Sozialde>nokraten. Unruhe rechts und bei de» Nationalliberalen.) Daß ist Nicht nur mein» Auffaüung, sondern auch die der englischen Presse und der englischen Reoner.(Sehr wahr! bei den Sozial- oenwkraten.) Wir haben in den letzten Wochen ans den Kreisen der national- liberalen Partei, von den Alldeutschen und den verschiedenen Flottenvereinen, kurz von alt' den hochpatriotischen Verbänden, zahl- reiche Petitionen erhalten, die nicht nur die Annahme der Regierungsvorlage besürwvrten, sondern auch verlangen, daß wir wert darüber hinaus gewaltige Mehrausgaben be- willigen. Aber keine einzige dieser Petitionen fragt, woher die Nüttel dazu kommen sollen! Wahrscheinlich denken fte, daß die Mittel aus dem bisher üblichen Weg« anfgcbracht werden lollen, und das heutige Steuerprogramm des ReichSschatzamtes entspricht a dieser Auffassung. Es sott aus den alten Quellen ge- öpft werden, dieselbe» Klaffen, die schon setzt dt« Hauptlasten tragen, sollen noch weiter belastet werden, die oberen Klassen aber. die unausgesetzt zu neuen Flottenrüstungen dränget», wiederum frei ausgehen. Es ist geradezu eine Schamlosigkeit, daß die Klassen, die mit derartigen Anstrengungen die Agitation für die Flottensache betreiben, auS ihrem Geldbeutel anch nicht einen Pfennig dafür übrig baben.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Die neuesten Ausweisungen der EmkommenSstatistik für 1907 zeigen, in wie bedeutendem Maße wiederum die Einkommen über 3000 M. gestiegen sind, wie die Reichen daS Haupt- fett von der Suppe geschöpft, den Hauptvorteil von der großen Prosperitätsepoche eingesackt haben(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten); sie drängen fortgesetzt das Reich zu neuen Ausgaben, neuen Rüstungen, aber wenn die Einkommensteuer auch nur um 1 Proz. erhöht werden soll, dann schreien sie Zeter und Mordio I (Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten. Widerspruch bei den National- liberalen.) Einzelne von Ihnen mögen ja eine Ausnahme machen, aber die große Mehrheit der Besitzenden denkt anders.(Zuruf bei de» Nation alliberalen: liniere ganze Partei denkt so!) Nun denn, bio Hbodus, hic salta! Hier zeigen Sie, wie Sie gesinnt sind I Sie haben ja die Gelegenheit dazu bei der kommenden Steuervorlage. Stellen Sie einen Antrag ans Ein« führmig einer Reichseinkomniensteuer, wir werden dafür stimmen. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten, Zuruf bei den National- liberalen: Reichsvermögenssteuer!) Auch gut, die Hauptsache ist, daß Sie den großen Geldbeutel anfassen.(Heiterkeit und Beifall bei den Sozialdemokraten und Nationalliberalen.) Wenn Sie auch dieser Auffassung sind, dann sind wir ja in dieser Beziehung einig. (Heiterkeil b. d. Soz.) und ich freue mich darüber, weil es ja selten ist, aber ich sage Ihnen:„Halten Sie WortI"(Große Heiter- keit und lebhaste Zustimmung b. d. Soz.) Wenn Sie das tun, so wird Ihr Patriotismus in etwas giiiistiger«tn Lichte erscheinen als bisher. (Unruhe bei den Nationalliberalen.) Denn bisher hat der Patrio- tismus in Deutschland stets den Eindruck gemacht, als ob es sich dabei hauptsächlich um die Förderung der eigenen Klasseuiuteressen Handeln(Widerspruch bei de» Nationalliberalen.) Nun, Sie können ja jetzt beweisen, daß ich mich iu dieser Beziehung irre.(Zuruf: Wie so oft l) Ich habe mich so oft in meinem Vertrauen zu Ihnen getäuscht, daß ich mich freuen werde, wenn ich mich auch einmal zu Ihren Ungunsten geirrt habe.(Beifall und Heiterkeit bei den Sozialdemolraten.) Staatssekretär v. Tirpitz: Der Abgeordnete Bebel hat eine Berechnung über daS Lebens- alter der Schiffe mitgeteilt, nach der er herausgerechnet hat, daß unsere Kriegsschiffe die kürzeste Lebenszeit haben. Wie er zu dieser Rechnung gekommen ist, kann ich ja aus dem Stegreis nicht übersehen. Wen» aber die Schiffe unserer Flotte eine so kurze Lebenszeit haben, so rührt das daher, daß wir ja erst vor sechs oder sieben Jahren angefangen haben I(Heiterkeit.) Der Abg. Bebel hat weiter die vielen, für die nächsten Jahre angekündigten Ersatzbsuten vemängelt; sicherlich hat er die zu ersetzenden Schiffe der Steg fr: ed- klaffe ausgelassen, sonst wäre er gewiß zu einem ganz andere» Re- sultat gelangt. Weiter hat der Abg. Bebel in Uebereinstimmung mit dem Abg. Dr. Wiemer getadelt, was ich über die Intentionen der verbündeten Regierungen über den etwaigen Ersatz der Schiffe der Kaiser- und Wittelsbachklasse in der Budgetkommission gesagt habe. Wenn aber Mitglieder dieses hohen HauseS dem Staatssekretär der Marine oder dem Kriegsminister mehr anbieten alS er fordert, was soll er dann antworten?(Große Heiter- keit.) Ich habe im übrigen nicht gesagt, was der� Abgeordnete Bebel zitiert hat. Ich habe nur gesagt: Wenn Sie mir eine Mehr- heit schaffen, will ich Ihnen meine militärische Unterstützung geben. Damit falle» alle Folgerungen weg, die der Abg. Bebel an meine Rede geknüpft hat. Ich habe mich hauptsächlich zun, Worte gemeldet, um der Be- hauptung des Abg. Bebel, daß die Flottenvorlage Unruhe in Eng- land erweckt habe und erwecken mußte, aufs nachdrücklichste ent- genzut'reten. Ick habe bereit» in der Budgetlommisflvu die Hauplstimmeu der englischen Presse angeführt und bin mit Rücksicht aus die Behauptungen des Abg. Bebel genötigt, sie hier zu wiederholen. Der„Morniug Leader" schreibt am 26. November, daß es kein Linienschiff gebe, das mit 20 Jahren mehr wert sei als ein Haufen alten Eisens und daß die bisherige Bestimmung des deutschen Flottengesetzes ein schlechter Witz gewesen sei. Der�„Engeneering", das erste englische Fachblatt, erklärt, daß die englische Flotte nicht einmal ein Ausrüslungsschiff habe, das älter alS 20 Jahre sei. (Hört! hört! rechts und bei den Nationalliberalen.) Die„Armour and Navy Gazelte" äußert sich in ganz ähnlichem Sinne. Das ist also das Tatsächliche der englischen Preßstimmen zur Flotten- Vorlage. ES ist mir also unklar, wie man behaupten kann, daß die Flottenvorlage in England Anlaß zur Unruhe gegeben hätte. Wir habe» ja bereits 1900 gesagt, ivaS wir für eine Flotte haben wollen, und die jetzige Flottenvorlage bedeutet keine Flottenvermehrung. sondern soll nur einen Fehler der BerechunngSlveise korrigieren. Wir bauen unsere Flotte gegen niemand!(Sehr wahr I bei den Nationalliberalen und rechts.) Wik haben dazu anch gar keine Veranlassung. Wir stehen da genau auf dem Stand- punkt, den der Referent der Bndgetkoinmission in der französischen Kammer ausgedrückt ytit. Er sagte in bezug auf die fronzösische Flottenvorlage, nach per bekaunllich sechs große Linienschiffe aus ein- mal in Bau gcLob..'n werden sollen:„Die Beziehungen der Nationen zu einander sind zu wandelbar, als daß«vir unsere Flotte nur gegen einen b e st i m m t e n Feind bauen könnten. Unsere Freunde von heute können morgen unsere Gegner sein.(Sehr wahr! bei den Nationalliberalen und rechts.) Was tun denn alle anderen Staaten? Sie sind bemüht, eine ihrer Kraft angemessene Seemacht zu eriverben, und weiter tun anch wir nichts. Und was speziell England betrifft. � ich bin in der Welt ziemlich herum- getomiucn— so sehe ich auf dem ganzen Erdenrund keinen Interessen- lonflikt, der zwischen England und uns einen Appell an die Waffen rechtfertigen löirnte. Ich kann mir das gar nicht vorstellen.(Abg. Bebel ruft: Das ist nie ine Auffassung auch I) Die Befürchtungen, daß wir mit unserei, Rüstungen England die Seeherrschaft streitig mache» könnten, sind Phantastcgebilde, denen mit G r ün den schwer beiz,-komme» ist. Unser absolutes Stärke« Verhältnis zu England ist ja hauptsächlich so, daß«S mehr als dreimal so stark ist wie wir und tatsächlich in der Lage ist, sehr viel schneller zu bauen al� wir. ES hat viel mehr Werften, drei bis vier große Kaiionenfirmon, kurz, es ist der Weltproduzent für KriegSschi ffvau. Nock ganz kürzlich laS ich in de» Zettungen, daß England allein für Brasilien drei große DreadnoughiS baut. England ist also in der Beziehung in der Lage, unS jederzeit vorzu- laufen, wenn es nnr will. Wie es da möglich ist, unser Vor- gehen, das von langer Haad vorbereitet ist und gar keine akute Bedeutung hat oder haben kann, weil die Schaffung einer Flotte das Werk eines Mensch»»alters ist, für eine Provokation Englands zu halten, verstehe ich nickt. Es ift mir unbegreiflich, wie der Abg. Bebel daS behauvlen kann. Wollen Sie denn behaupten, daß unsere Armee provoziert?(Sehr gut! rechts und bd den Nationalliberalen.) Wenn" man Ihnen du Frage vorlegt, würden Sie sie gewiß der- »einen, wen» nicht, würden Sie der einzige in Deutschland sein. a l l e i» st e h e n d. Ich wundere mich, daß nach den Verhandlungen der Budgeikomrnission der Abg. Bebel gerade diese Seite der Frage wieder aufgerollt hat. Ich hatte mich der Illusion hingegeben, daß meine Darlegungen in der Kommission, wo ich ja freier sprechen konnte al« hier im Hause, ini stände gewesen wären, den Abg. Bebel zu überzeugen.(Lachen rechts,) Air bauen nur eine Fle-tte, die den Frieden sichern soll. Ich glaube, im Interesse unseres Vaterlandes, das doch auch daö Vaterland des Abs. Bebel und seiner Genossen ist, ist es nicht zweck- mäßig, in dieser Weis« mit dem Feuer zu spielen:(Sehr wahr! bei der Mehrheit) denn es gibt hüben und drüben Leute, die nicht die nötige jErlenntnis haben und bei denen das eine unangenehme llnruhe erzeugt. Das z» vermeiden, Haben wir alle Ursache.(Bravo I beim Block.) Abg. Dr. Slrendt(Np.): Da» Ansang der Bebelschen Rede klang so, alS ob Herr Bebel für die Vorlage wäre; leider hat der Sckluß grausan« enttäuscht. Herr Bebel 6at iu«rverantwortttcher Weise den englischen Chauvinisten Waffe« in die Hand gegeben.(Beifall rechts. Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich bin stets für Ver- söbmmg Frankreichs mit Deutsch bind eingetreten, aber nach den neuesten Verhandlungen in der star zösischen Depuliertenkammer über die Marokkopolitik erscheint doch Vorsicht geboten.— Bei der letzten Flottenvorlage sind die breiten Massen finanziell überhaupt nicht in Anspruch genommen worden. Aber schließlich rann doch nicht alles aus dem großen Geldbeutel der Reichen bestritten werden, sonst wird dieser Beutel leer.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Herr Spahn tat, als ob er die Annahme der Vorlage von der Deckung abhängig machen wollte. Glücklicherweise hat aber dank den letzten Wahlen das Zentrum se ine ausschlaggebende Stellung im Reichstage verloren. Ich. hoffe aber, daß das Zentrum für die Vorlage stimmen wird; denn je größer die Mehrheit ist. desto stärker wird der Eindruck im Auslände fei«, und dieser Eindruck wird den Weltfrieden fördern. 1904/ bei Gelegenheit der Benrichhmg der Port Arthur-Flotte, hat der„Vorwärts" die Flottenpolwik als ein Postulat großbürger- sicher Posilik bezeichnet, und diese großbürgerliche Politik ist doch— nach Ihnen(zu den Sozialdemotraüeii)— ein Fortschritt gegen» über dem, was Sie als junkerliche Politik bezeichnen! Abg. Mommsen(frs. Vg.): Herr Arendl sprach davon, daß Herr Bebel den englischen Chauvinisten Wasser auf die Mühle gegossen habe. Am schlimmsten werden aber die wahren Jnteresien der deulschen Flotte von den deutschen Chauvinisten geschädigt. Ich habe mich gefreut, daß die Vorgänge im Flotlenverein mit einer Nieder- läge der Chauvinisten geendigt Hadern.(Beifall b. d. Freis.) Wir sind durchaus nicht geneigt, uns den nalionalliberalen Anregungen auf ein Hinausgehen über die Vorlage anzuschließen.— Herr Bebel hat unsere Stellung zu dieser Vorlage mit der Blockpolitik in Zusammenhang gebracht. Diese Stellung hat aber weniger mit der Blockpolilik als mit der wachsenden Ueberzeugung— hier und im Lande— zu tun. daß die Militär- und Marinefragen mehr und mehr reine t e ch- n i s ch e Fragen werden! Mein Frnund Wiemer hat sich in seiner heutigen Rede mit Entschiedenheit zu diesem Standpunkt bekannt. den mein verstorbener Freund Rickert und seine näheren Partei- genossen seit langem vertreten haben.— Unbedingt muß daran fest- gehalten werden, daß solche Vorlagen aus nü-dlerner Erwägung des absolut Notwendige» iniler Ausschluß aller phantastischen Pläne— für die sich hier leine Mehrheit finder» wird— zu beurteilen sind. Mit unserer Zustimmung zu dieser Vorlage legen wir uns keines- Wegs auf die eventuellen Vorschläge des Staatssekretärs für die Deckung fest.(Hört! hört!) Wir werden diese Vorschläge vor- urteilslos prüfe», uns aber nnr ans Steuern einlassen, die unseren Prinzipien nicht zuwiderlaufen.(Beifall bei den Freisinnigen.) Abg. Liebermann». Sonnenbrrg(wirtsch. Vg.): Wenn Herr Mommsen die Einigkeit der liberalen Parteien rühmte, scheint er die Vorgänge der letzte» Zeit nicht zu kennen.(Heiterkeit rechts und bei den Sozialdemokraten.) Im Interesse des Blocks würde ich wünschen, daß die Einigkeit Tatsache wäre. Der Vorlage stimmen meine Freunde zu, anch ohne daß die Kohlenfrage vorher geregelt ist. denn die Verstärkung unserer Wehrmacht zur See verträgt leine Vec- zögerung. Damit schließt die Diskussion. Der Gesetzentwurf wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten angenommen, deSgl. die Reso- lutionen. Darauf vertagt sich das Haus auf Donnerstag 1 Uhr. TagcS» Ordnung: Marinc-Etat, Jnstiz-Etat. Schluß 0 Uhr._ Hbcfeordnetenbaus. 20. Sitzung vom Mittwoch, den 29. Januar IVOS, 11 Uhr. Am Ministertische: Beseler. Die zweite Beratung des JufiizetatS wird fortgesetzt. Abg. v. Brandensteia(k.): Im Moltke-Harden-Prozeß hätten vor allem die Vertreter der Presse ausgeschlossen werden wüsten: denn s i e sind eS, durch die die unsittlichen Dinge, die dort ver- handelt werden, in die Presse und damit in Häuser kommen, die ihre Kinder davor nicht schützen können. DaS andere Publikum— es sollen auch anständig gekleidete Damen darunter gewesen sein (Hziterleit), die genau wutzten, was dort verhandelt wurde, und auch solche, die mit großen Opfern an Zeit hingekommen waren— brauchte gar nicht ausgeschlossen zu werden I Ich bitte den Herrn Minister, sich noch dazu zu äußern, wie er zum Ausschluß der Presse von solchen Prozessen steht. Er scheut sich vielleicht vor Eingriffen in die Justiz. In anderen Fällen ist man aber vor solchen Eingriffen durchaus nicht zurückgeschreckt. Ich erinnere an den Erlaß des Reichskanzlers, es möge weniger vom Zeugniszwang Gebrauch gemacht werden. Ich bin mit dem Inhalt dieses Erlasses durchaus nicht einver- st a n d e n; denn die Beseitigung des Zeugniszwanges kommt nur den Beleidigern zugute, die aus dem Hinterhalt ihre Mitmenschen, in der frivolsten Weise beleidigen. Man sagt, der Redakteur wird ja wegen Beleidigung bestraft. Das hat aber für den Be- leidigten gar keinen Wert, zumal die Geldstrafen so niedrig sind und für etwaige Gefängnisstrafen ja die Sitzredaklcure da sind! Den Herrn Minister möchte ich auch fragen, waS die Justizbehörden gegen clie StraKenclemontwationen clei» Sozial- Demokratie zu tun gedenken. In der Konnnission meinte der Herr Minister, die Sache wäre ganz neu, sie müffe erst ihren Gang durch die Instanzen gehen. Er hätte Erkundigungen einziehen müssen, wie von"seinen Behörden die Sache behandelt worden ist. Wenn zu Zeiten Teffcndorfs derartige Dinge passierten, lourde er zwar' nicht nervös, aber er ergriff energische Maßregeln und hatte seinen Plan fertig, ehe das offizielle Material vorlag. Ich nehme an, daß der Herr Justiz- minister heute nicht mehr sagen wird: die Sache ist erst eben passiert, ich bin noch nicht informiert. Man sollte doch in solchen Fällen vorbeugen und es nicht erst zu blnligen Köpfen kommen lassen, wem? man es nicht vorzieht, die Massen unter die Feuerspritze zu nehmen. Wir müssen das allmähliche Einexerzieren der Revolntionsbataillone abschaffe» und die Tchulc des Aufruhrs schlieszen. (Bravo l rechts.) Justizminister Beseler: Nach dem GerichtSverfaffunaSgesetz ist die Zulassung einzelner Personen bei Ausschluß der Oeffentlichkeit zulässig. Ich habe diese Bestimmung niemals dahin aufgefaßt, daß es richtig sei, bei AuS- schluß der Oeffentlichkeit gerade die Vertreter der Presse zuzulassen. Darin liegt ein gewisser Widerspruch.(Sehr richtig I rechts.) Gegen die Straßendemonstrationen sind die Staatsanwaltschaften an- gewiesen, unverzüglich und mit Nachdruck einzuschrciteu. Die einzelnen Fälle müssen aber erst geprüft werden. Die Schuldige»«erden jedenfalls streng bestraft werde»! Freilich find die NädcISflihrcr, die sich im Hintergründe halten, schwerer zu sasscu, als diejenigen, die auf die Straße gehen.(Sehr wahr! rechts.) Abg. Busch(Z.) fordert Gewährung von Diäten an Schöffen und Eeschworne und Beseittgung der Zeugniszwangshaft. Abg. Krause- Waldenburg(frk.): Meine Freunde stimmen mit Herrn Roeren dahin iibercin, daß der Ansbreitimg unstltlicher Bilder unter der Jugend mit allen Mitteln entgegengetreten wird. Eine körperlich und geistig verdorbene Jugend bedeutet eine Gefahr iür notwendig. unser Baterland; um diese Gefahr zu bekämpfen, ist eventuell| Subalternbeamtenstellen erheben. Graberger berlangt eventuell neue abstimmung in beiden Parteien zu unterbreiten, und treten in Kraft, euch eine Stellen für die Militäranwärter. Abg. Driola ist auch nicht mit wenn auf beiden Seiten eine Majorität dafür stimmt. Wenderung der Gesetzgebung den bestehenden Verhältnissen zufrieden, will aber nicht so weit Es ist schon seit mehreren Jahren hier und da in beiden Lagern gehen wie Erzberger. Die Vertreter der Marine- und Militärverwaltung eine Bewegung nach jener Richtung im Gange, und in einigen Staaten Redner tritt des weiteren dafür ein, daß die Affefforen mehr fprechen sich über die Handhabung dieser Frage bei den Verwaltungen haben auch gemeinsame Konferenzen zu dem Zwed stattgefunden; Bei den Amtsgerichten als bei den Landgerichten beschäftigt werden. eingehend aus und bestreiten die Notwendigkeit der Resolution Erzberger. auch der unteren Boitsfäjiäten in Berigtung tube Levent here gestir, der Bunkte geführt, aber teine praktiſchen Reſultate gezeitigt, da über Dort kommen die Assessoren am besten mit den wettesten Kreifen, Erzberger begründet seinen Antrag nochmals, der angenommen diefe haben auch zum Teil zur Verständigung über diverse gewohnheiten fennen. Freilich dürfen solche Assessoren sich nicht fäße über die Militäranwärteranstellung der Budgetkommission zu andere, sehr wichtige Punkte teine Einigung erzielt werden konnte. über diese nach ihrer Meinung ungebildeten Leute besonders erhaben überweisen. Der Vorsitzende soll das Weitere veraniaffen. Besonders kommt dabei die Stellung zur Gewerkschaftsdünfen, sondern fie müssen ihren Bedürfnissen Verständnis entgegen Die Kommiffion geht nimmehr zur Beratung des Etats des frage in Betracht, oder genauer gefagt zu der auf dem Boden der bringen. Nach dieser Richtung sollten die einzelnen Beamten in der Reichsamts des Innern und beginnt mit einer Nachtragsforderung„ Gleichberechtigung von Stapital und Arbeit" stehenden„ Federation Provinz fortgesetzt von der Justizverwaltung aus fontrolliert werden. von 400 000 M. für Versuchsarbeiten mit dem Zeppelin- of Labor" mit ihrer auf der Gewerfsautonomie fußenden Organis Abg. Dr. Crüger( fri. Vp.): Dem Abg. v. Brandenstein gegen- fchen lentbaren Luftballon. Der Referent v. Richtfationsform. Hauptsächlich dieser Punkt wird auch bei der vom Vorstand I fiber bemerke ich, daß auch wir gegen Straßendemonstrationen find; hofen empfiehlt die Bewilligung der Forderung. Im Etat selbst aber in solchen Zeiten soll man ruhig Blut behalten und nicht gleich werden noch 2 150 000 M. gefordert für Erwerb der beiden von Zeppelin der S. L. P. ergriffenen Initiative die größte Schwierigkeit bereiten. nach Militär und Staatsanwalt rufen.( Sehr richtig! links.) Ich erbauten Luftschiffe und für besondere Entschädigung an den Grafen Es kommt dabei in Betracht, daß eine große Anzahl der S. P.- Führer hätte gewünscht, daß der Herr Minister uns mitteilen fonnte, in Beppelin. Singer als torreferent schließt sich der Anerkennung der Posten in zur Federation gehörenden Gewerkschaften bekleiden, wieviel Fällen denn überhaupt seitens der Staatsanwaltschaft vor Beppelinschen Leistung an und steht im allgemeinen der Forderung während die Konstitution der S. 2. B. dies als mit ihren Prinzipien gegangen werden soll. Aber mit der Aufforderung, boch ja die sympathisch gegenüber. Er verlangt aber noch nähere Nachweisung in Widerspruch stehend erachtet, weshalb sie ihren Witgliedern die Staatsanwälte scharf zu machen, fönnte man gerade die gegenteilige darüber, wie man zu der angeführten Summe gefonimen fei, und Annahme folcher Posten nut in gewerkschaftlichen Organisationen Wirkung hervorrufen.( Sehr richtig! links.) erfucht um Auskunft über Konstruktion und Leistungsfähigkeit sowie gestattet, die auf dem Boden des Klassenkampfes stehen, wie seiners Auch gegen die Bekämpfung von Roheitsvergehen durch dra- über die Pläne für die Beschaffung weiterer Luftschiffe. fonische Strafen haben wir lebhafte Bedenken. Gerade im Mittelalter hatten wir doch sehr harte Strafen, und doch war damals die Roheit besonders groß. Die Roheit wird am besten bekämpft durch Hebung der Boltsbildung.( Beifall links.) nehmigt. Die Debatte wird geschlossen, der Titel„ Ministergehalt" geNunmehr wird zur Beratung gestellt ein Antrag Schiffer ( natl.), der auch von den beiden freifinnigen Parteien, dem Zentrum und der freifonservativen Fraktion unterstützt wird, im Bundesrat für die schleunige Einbringung eines Gesetzentwurfes über das Strafrecht, das Strafverfahren und den Strafvollzug in Beziehung auf jugendliche Personen einzutreten und bis zum Erlaß eines solchen Gefezes die Verfuche, im Wege der Verwaltung und der Geschäftsverteilung das Strafverfahren gegen jugendliche Personen in einer ihrer Eigenart entsprechenden Weise zu gestalten, nach Möglichkeit zu fördern und zu verallgemeinern. Abg. Schiffer( natl.) begründet den Antrag. Abg. Brehmer( k.): Dem Antrage fönnen wir nicht zustimmen, tveil wir erst abwarten wollen, was die Reform des Strafvollzugs, die uns in Aussicht gestellt wird, bringen wird. Hinweisen möchte ich darauf, daß sich in Dänemark der Richter jugendliche Attentäter vorführen und durchprügeln lassen kann. Ich beantrage, den Antrag der Justizkommission zu überweisen.( Beifall rechts.) 17 von Richthofen will noch wissen, ob beabsichtigt sei, zeit die" Socialist Trade and Labor Alliance" und nun die Industrial Spezialgesetze über den Bau und Betrieb von Luftschiffen zu erlaffen. Workers of the World"( in der erstere aufgegangen ist). Außer Es dürften doch Luftschiffe nicht an das Ausland verkauft werden, einigen anderen Punkten, darunter hervorragend die Frage auch müsse man fich sichern gegen das Herübergreifen fremd- der Parteipreffe, ist die neuerdings hinzugetretene beziehungsländischer Luftschiffe auf deutsches Gebiet( Gröber ruft: 3011" weise dringlicher gewordene Stellung zur EinwanderungsGroße Heiterteit.) frage zu erwähnen. Wie schon mitgeteilt, hat sich der Vorstand der Bewald gibt die gewünschten materiellen G.. fürzlich gegen die„ afiatische Einwanderung" erflärt, während die Auskünfte. Prof. Hergefell stimmt mit Singer überein, daß bei dem S. 2. P. umentivegt den Marrschen Wahrspruch„ Proletarier aller Beppelinichen Fahrzeug nur von einem Luftschiff die Stede fein Länder, vereinigt euch!" hoch hält. Und daß es sich bei der ersteren fanm, und diff, fein schwankender Gondel fei brugbare foranlender Ballon mit nicht nur um diese Einwanderung handelt, sondern daß fie eventuell Redner beleuchtet nunmehr in zu weiteren Konzeffionen an das rückständige Element bereit ist, fehr interessanten Ausführungen und gestügt auf eigene Erfahrungen, geht aus dem Thema einer nächstens in Brooklyn stattfindenden Verwelche er bei Fahrten mit dem Zeppelinschen Luftschiff gemacht hat, fammlung der S. B. hervor, das lautet:„ Die Zulaffung oder Ausdie fechnischen Einzelheiten desselben. schließung der Asiaten und sonstiger in der Kultur rüdständiger Wölfer von den Vereinigten Staaten".( Die unterstreichung ist von mir.) Im übrigen wäre die die sich gegenwärtige. Situation sich höchst wahrscheinlich im Laufe dieses Jahres nicht toefentlich ändern wird dem Vereinigungs- respektive Verständigungsbestreben günstig; aber meiner Ansicht nach muß sich vor allem erst die veraltete Form des Unionismus als völlig ungenügend erwiesen habent, ehe Erfolg nach jener Nichtung zu erwarten ist. Auch kommt in Rechnung, ob die Industrial Worters of the World in der Organisierung der großen Masse der Arbeiter, der ungelernten", die mindestens 75 Proz. der gesamten Singer als Storreferent eine nähere Begründung: Es wäre am Arbeiterschaft bildet, genügende Fortschritte macht, um den Einfluß Blaze gewesen, wenn die Regierung sich in einer Denkschrift über die Einrichtung dieses Instituts geäußert und es überhaupt auf das der F. o. L. zu brechen. Reich übernommen hätte. Bethmann- hollweg will nächstes Jahr eine Denkschrift geben und bittet eindringlich um Genehmigung Singer läßt schließlich seinen Widerspruch fallen, die Forderung wird genehmigt. Ebenso findet die Forderung von 150 000 m. zur Förderung der Landwirtschaft Genehmigung. Es sprechen zu dieser Frage noch Semler und Oriola, welch' letterer wunscht, daß gemeinnügige Erfindungen mehr als bisher von Staats wegen unterstügt werden. b. Beth= mann- Hollweg ist nicht gegen solche Unterstügungen, aber ihm stehen feine Dispositionsfonds zur Verfügung. Die Anforderungen im Gesamtbetrage von 2 550 000 m. werden betvilligt. Dhne wesentliche Debatte werden dann genehmigt 440 000 Mart Abg. Peltajohn( frf. Bg.): Die Strafmündigkeit soll erst mit zur Errichtung eines wettertelegraphischen Dienstes der Vollendung des 14. Lebensjahres beginnen. Gegen die Prügel- und 10 000 W. als Beitrag zu den Kosten der Bentral stelle strafe bei Jugendlichen bestehen dieselben Bedenten wie gegen die für Volkswohlfahrt. Zu der letzten Forderung begehrt bei Erwachsenen. Ich empfehle, den Antrag möglich einstimmig anzunehinen.( Beifall links.) Abg. Biered( ft.): Für die Aburteilung jugendlicher Berbrecher sollten besondere Jugendgerichte im Rahmen der allgemeinen Strafprozeßordnung geschaffen werden, die mit Richtern besetzt werden müßten, die auf dem Gebiete der Fürsorgeerziehung Erfahrung haben. Damit sollte man möglichst schnell vorgehen. planten Zeitpunkte nicht zur Ausführung fommen. Die New Die Reise des Genossen Bebel nach Amerika wird zu dem ge planten Zeitpunkte nicht zur Ausführung kommen. Die„ New orker Bolts- Beitung" gibt unter großem Bedauern ihren Abg. Dr. Bolt( natl.): Nach meiner Ansicht gibt es bei uns Refern Kenntnis von einem Schreiben des Genossen Bebel an den wenig Dinge, die reformbedürftiger find als das Kapitel der Straf- An einmaligen Ausgaben werden genehmigt 36 000. zur Boll- Sekretär der sozialdemokratischen Partei der Vereinigten Staaten, rechtspflege. Wenn wir in der Frage noch nicht weiter sind, so liegt endung des Grimmfchen Wörterbuchs, 15 000 w. für das Inter- worin Bebel mitteilt, daß seine Reise auf unbestimmte Zeit ver das daran, daß sich lediglich Juristen damit beschäftigt haben. In nationale Institut für Sozialbibliographic, 105 000 m. für Erweiterung schoben werden müsse. Er ist, seitdem seine Absicht, nach Amerifa angekündigt worden war, worden war, mit Briefen, Eincinem Artikel der Frankfurter Zeitung" vom 19. Januar wird unter des Kanallotfenhauses in Stubbel, 75 000 m. für die Hoh- zu kommen, der Ueberschrift Zwei Berstoßene" geschildert, wie zwei Senaben von fönigsburg(!), 450 000 m. für das Deutsche Museum in ladungen, Bitten, Ersuchen, Ratschlägen usw. geradezu überichtwemmt worden. Da nun fein Gesundheitszustand seit 14 und 12 Jahren, die aus der Zwangserziehung entlaufen find, München und ähnliche minder hohe Summen für wissenschaftzu 3 Jahren bezw. 18 Monaten Gefängnis verurteilt worden sind 11 liche oder statistische Arbeiten. Auf Anfrage Singers erklärt vergangenem Herbst infolge der Anstrengungen der letzten Jahre ein Ich bitte den Winifter, diefen Fall zu unterfuchen. Die Grau Bethmann- Hollweg, daß für die hohtonigsburg feine nicht ganz befriedigender fei, der Arzt ihm äußerste Schonung anfamkeit, die sich in diesem Falle ausspricht, brauche ich nicht weiter Forderung mehr tomme! Da Einspruch erhoben ist, empfohlen habe, so müsse er angesichts der zu erwartenden Anzu betonen. Es tommt für die Entscheidung der Frage, um die wird formell abgestimmt; der Block rettet geschloffen die strengungen die Reise auf unbestimmte Beit verschieben. Sobald er es sich hier handelt, weniger auf Theorien als auf die praktischen Forderung aber in der Lage sei, werde er sein Versprechen einlösen. Die Erfahrungen an. des außerordentlichen Etat werden 4 Millionen für Autrages Schiffer die Worte: für die schleunige Einbringung eines für Erweiterung des Kaiser Wilhelm Ranals geAbg. Kirsch( 3.) begründet einen Antrag, im ersten Sage des fleinwohnungsbau für Staatsangestellte und 20 Millionen Gefeßenthurfes" zu ersetzen durch die Worte: für eine Reform der nehmigt. Vorschriften. Damit ist die Beratung des Etats des Reichsamts des Junern beendigt. fängnis! Das erfte Urteil war nur möglich, da es ohne jedes Verständnis der Kindesseele gefällt war. Abg. Dt. v. Dziembowski( Pole) spricht fich für den Antrag Schiffer aus. Minister Dr. Beseler erklärt, daß er mit Rücksicht darauf, daß dem Neichstage vielleicht schon in der nächsten Seffion eine Vorlage über die Reform der Strafprozeßordnung zugehen werde, nicht gut jezt eine Vorlage in Sinne des Antrages Schiffer anregen fönne. Im übrigen jei er gern bereit, die Bestrebungen, die im Antrage ausgedrückt jeien, möglichst zu fördern. Damit schließt die Debatte. Die Anträge Schifferund its ch werden der Justizkommission überwiesen. " st amerikanischen Genoffen bedauern diefe Absage natürlich ungemein. Verfanimimigen usw. lediglich durch das New Yorker Parteisekretariat Der Sefretär weist darauf hin, daß im Falle es später doch noch zu der geplanten Reise loinine, dann alle Abmachungen bezüglich der getreffen werden müßten Aus der Frauenbewegung. Bürgerliche Moral! Abg. Caffel:( frf. p.): Es ist bedauerlich, daß sich vielfach in der Rechtspflege ein weitgehender Schematismus und Formalismus Genoffe Singer berichtet noch über drei vorliegende geltend macht. Mir ist ein Fall bekannt, in dem der Sohn eines Petitionen: in einer verlangen die Expedienten und Sekretäre Handwerksmeisters von 14 Jabren wegen Vandendiebstahls zu einem Gleichstellung mit ihren vor 1897 angestellten Kollegen, in einer Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war! Das Neichs- anderen die ständigen Mitarbeiter beim Reichsamt des Innern eine gericht heb be bas Urteil auf, weil der Offizialverteidiger für die neun materielle Besserstellung. Singer nimmt sich sehr warm beider oder zehn jugendlichen Angeflagten nicht in der Hauptverhandlung Betitionen an, deren Berechtigung ganz außer Bweifel stehe, was Schreiber typische Beispiele von der Moral und Sitte gut bürger In der Zeitschrift Die neue Generation" veröffentlicht Adele zugezogen war, und dasselbe Gericht, das die hohe Strafe aus der Reichstag wiederholt dadurch anerkannte, daß er die erste licher Kreise. Aus der Fülle der Mitteilungen, die den Akten des gesprochen hatte, verurteilte nun den Jungen zu nur 14 Tagen Ge- Petition schon dreimal zur Berücksichtigung überwies! Es Bundes für Mutterschutz entnommen sind, ist besonders ein Fall unerhörte Rüdsichtslosigkeit gegen erwähnenswert. Es heißt da:„ Ein 27 Jahre alter Mann aus verden Reichstag, es muß das Petitionsrecht geradezu mögender Familie war zu 25 W. Alimenten verurteilt, die er anzum Gefpött machen, wenn die Regierung es wagen darf, geblich nicht zahlen kann, weil er bei feinem eigenen Bater in die Beschlüsse des Reichstages in dieser Weise zu mißachten. Stellung zu sein vorgibt und nur Taschengeld bekommt." Läßt Wenn es nach mir ginge," sagt Ginger, fo würde man einfach die diese Bekundung nicht in einen Abgrund moralischer und fittlicher nötige Summe in den Etat einstellen und es der Regierung über Berworfenheit blicken? Die mustergültigen honetten Eltern helfen laffen, den so geänderten Etat anzunehmen oder abzulehnen." ihrem braven Früchtchen auf diese Art aus der Patsche, was sie Schließlich) ftellt er folgenden Antrag: Der Reichstag wolle beschließen:" Die Petitionen Nr. 2156 verdrehen über die Verwilderung der Moral und Sittlichkeit zu aber wahrscheinlich nicht abhalten wird, mit fittlichem Augenund 2607 dem Herrn Reichskanzler wiederholt zur Berüd- zetern. Das betrogene Mädchen ist fertig für diese Leute und fichtigung zu überweisen und an diese wiederholte Ueberweisung das Ersuchen an den Herrn Reichstanzler zu knüpfen, tragen hilft. Die würdigen Eltern des würdigen Sohnes werden es mag sehen, wo es bleibt mit ihrem Kreuz, das ihr niemand dafür Sorge zu tragen, daß der zur Berücksichtigung der Petitionen sich nach einem reichen und vor allem sittsamen", wohlbehüteten" erforderliche Geldbedarf, noch bis zur dritten Beratung des Etats Schwiegertöchterlein umsehen, um einen tugendhaften Bund zu für 1908 angefordert wird." stiften. Und die ganze Familie wird nach wie vor die volle Achtung Nach furzer, heftiger Debatte, in der fich Bethmann- heer Standesgenossen befigen, wird sich frei und makellos in der Sollweg hinter das kommende Beamtenbesoldungsgesetz ber- besten" Gesellschaft bewegen können. Der junge Chegatte, der stedte, wird der Antrag Singer cinstimmig angenommen! Auf über kurz oder lang das Geschäft seiner Eltern übernimmt, läßt Antrag Singers wird die 3. Petition( Interfügung der Luft es dann wohl auf den Namen seiner Frau eintragen, damit er schiffer esperimente eines Herrn Zeckerli) als Material fagen fann:" Ich bin der Kommis meiner Frau und habe nichts!" übertviesen. So wird's gemacht! Und wenn das arme Opfer dieses Ehrenmannes im Glend versinkt, der Prostitution in die Arme getrieben wird, wenn das kleine Würmchen in den mißlichsten Verhältnissen aufwächst, vaterlos, berstoßen, berachtet, was schadet's? Das ist der Lauf der bürgerlichen Welt. Und diese Fälle ereignen sich im vorigen Jahre eingegriffen. Ein entseßliches Bild! Interessant ist es zu erfahren, daß die Mehrzahl dieser bedauernswerten Mädchen aus gut bürgerlichen Familien stammen und sich nur durch Die fönigliche Staatsregierung zu ersuchen, 1. Erhebungen die Versprechungen ihrer Verführer- betören ließen. Diese ehrenbarüber anzustellen, wie nach Durchführung der Novelle zum verten Männer verden aber bestimmt zu den Feinden des„ UmAllgemeinen Berggefez vom 19. Juni 1906, betreffend die sturges", bielleicht gar zum Reichsverband zählen, sie werden gottes. Knappschaftsvereine, in diesen Beiträge und Leistungen gegenüber fürchtig und patriotisch sein und auf die Sozialdemokratie geifern, den früheren im einzelnen sich gestaltet haben, und zwar a) in die die Familie, Ghe, Sittlichkeit und all die schönen Dinge unterben Strankenkaffen und b) in ben Pensionskassen; 2. das Ergebnis graben und vernichten will"! tunlichst bald vorzulegen. Präsident v. Kröcher: Die nächste Sitzung findet erst Freitag: statt, weil die Budgetfommission morgen ihre Beratungen fortsetzen ivil. Wahrscheinlich werde ich in die Zwangslage berfest sein, am Freitag eine Abendsipung abzuhalten.( Lebhafter Widerspruch.) Ich freue mich, daß Sie datnit einverstanden find.( Große Heiterfeit.) Schluß 4 hr. Parlamentarifches. Anträge zum Etat. Die sozialdemokratische Fraktion hat beschlossen, durch eine Resolution zum Militäretat die herabsetzung der Dienstzeit für alle Wehrpflichtigen auf ein Jahr zu fordern und zum Justizetat Refolutionen einzubringen, welche Vorlegung von Gesetzentwürfen beantragen: 1. Die Einführung von Gerichten nach Art der Gewerbeund Kaufmannsgerichte für Streitigkeiten ländlicher Arbeiter, des Gesindes und der Privatangestelltent. 2. Den 8eugnisawang für die Presse, für Abgeordnete und Gemeindebertreter für die Fälle zu beseitigen, in denen die Zeugenaussage einem Vertrauensmißbrauch darstellen würde. 3. Gebühren für Schöffen und Geschwotene einzuführen. Aus der Budgetfommiffion. ( Sigung vom 29. Januar.) Die Kommission setzte ihre Beratung über die Pensions fragen fort. Es entwickelte sich eine längere Debatte über das Militäranwärterwesen. Abg. Erzberger beantragt: Morgen Postctat. Aus dem Reichstag: Einlauf. Bemerkungen zur Rechnung über den Haushalt des Schuh- tausendfach. In 500 Fällen hat der Bund für Mutterschutz allein gebietes Stiautfchou für das Rechnungsjahr 1904. Aus dem preußischen Abgeordnetenhaus: Antrag Bruft( 8.) und Genossen: Aus der Partei. Einigungsbestrebungen in Amerita. Aus New York wird uns geschrieben: " Gegen den Vereinsgesetzentwurf. Der Verband für Frauens ftimmrecht hielt am Dienstagabend eine Versammlung ab, in der nachfolgende Nesolution zur Annahme gelangte: Die von der Ortsgruppe Berlin des Verbandes für Frauenstimmrecht einberufene öffentliche Versammlung erwartet, daß der deutsche Reichstag den Entwurf cines Reichsvereinsgesetzes in feiner gegenwärtigen Form ablehnen wird, da er die heute in verschiedenen Staaten des Reichs bestehende Vereins- und Versammlungsfreiheit aufhebt. Die Bersammlung verlangt ein freies Vereinsgesetz ohne jede polizeiliche Beschränkung. Die Frauen im besonderen er= flären, daß sie nicht gewillt sind, die ihnen günstigen Beftimmungen im Gesetz durch Ausnahmebestimmungen gegen die fremdsprachige Bevölkerung zu erkaufen. Der Vorstand der Socialist Babor Barty hat in feiner legten halbjährlichen Sizung am Anfang Januar eine Resolution beschlossen, die sich dafile ausspricht, auf Grund des vom Internationalen Kongreß zu Amfterdam gefaßteit Beschlusses cin Der Reichstag wolle beschließen, den Herrn Reichskanzler zu leitende Schritte zur Vereinigung, respektive Verständigung über ge ersuchen, dahin zu wirken, daß die Grundsäge für die Beſegung meinsame Bunfte mit der„ Socialist Party" au tun. Zu diesem Zweck der Subaltern und Unterbeamtenstellen bei den Reichs, Staats, ward ein aus fieben Mitgliedern bestehendes Komitee eingefeßt, bas mit Frauenpartei" hat sich aus- Ueberliberalismus unter ausdrüdDie unter Leitung des Fräulein Lischnewska stehende Liberale Kommunal- usw. Behörden mit Militäranwärtern eingehalten einem Komitee der Socialist Party, falls deren Borstand auf den Vor- licher Zustimmung zu der Ausnahmebestimmung für den Entwurf Der Antrag wird damit begründet, daß angeblich große Schlag eingeht, einen Entwurf ausarbeiten soll, welcher den nächsten erklärt. Bei den liberalen Frauen scheint gerade solche NeberSchwierigkeiten bestehen, die Militäranwärter unterzubringen, da Stonventionen der beiden Parteien zu unterbreiten ist. Die von einstimmung au herrschen, wie bei den männlichen Links- und gewisse Aemter zu große Anforderungen an die Kandidaten für die diesen Konventionen gefaßten Beschlüsse sind sodann der Ur- Rechtsliberalcu, tverden. Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Donnerstag, 30. Januar. Anjang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Fidelio. Königl. Schauspielhaus. Gög von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Deutiches. Die Räuber. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Rathgen: Das Natrium und seine wichtigsten Verbindungen. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 8 11 hr: Kammerspiele. Frühlings Gr. Das Glöckchen des Eremiten. wachen.( Anf. 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. Wenn wir Toten erwachen. Neues Schauspielhaus. Wolfenfrager. Quitivielhans. Panne. Berliner. Blaubart. Neues. Baccarat. Schiller 0.( Wallner Theater.) Kollege Crampton. Schiller Charlottenburg. Revisor. Der Die verlaufte Hebbel. Maria Magdalena. Komische Oper. Braut. Lorking. mitent. Das Glöckchen des Eres Freitag, abends 7, Uhr: Erstaufführung: Don Juan. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr. 8 Uhr. , Bibi.66 Schwant in 3 Atten von de Gorsse und de Marson. Deutsch von M. Schönau. Bretillot Richard Alexander. Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver: zollen? Friedrich Wilhelmstädt. Sau Lustspielhaus. = spielhaus. König Heinrich. Westen. Ein Walzertraum. Theater an der Spree. Hokuspokus. Kleines. Der Unsichere. Zentral. Frau Warrens Gewerbe. Residenz. Bibi. Abends 8 Uhr: Panne. Zentral- Theater. Gastspiel des Hebbel- Theaters. Abends 8 Uhr: Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Frau Warrens Gewerbe. Trianon. Fräulein Josette- meine Drama in 4 Aften von Bernh. Shaw. Frau. Thalia. Jmmer oben auf. Bernhard Rose. von Venedig. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Donnerstag, abends8 Uhr Kollege Crampton. Komödie in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Freitag, abends 8 Uhr: Gebildete Menschen. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Revisor. Lustspiel in 5 Aften v. Nikolaus Gogol. Deutsch von E. v. Schabelski. Freitag, abends 8 1hr: Der Hexenkessel. Hierauf: Jungfer Immergrün Hasenheide Arnold Scholz. Neue Welt.. 114. No. 108-114. Größtes und originellstes Bockbierfest Berlins. Baron Huckls Bauernkapelle. Max vom Heèdes Tirolertruppe. 30 Original bayerische Madl. Heute Donnerstag: Ein lustiger Federkrieg. Prämiierung der besten Vierzeiler. 5 Preise: M. 60.-, 40.-, 30.-, 20.-, 10.-. An dem Wettbewerb fann jeder teilnehmen, der im Besitze einer für den Abend an der Kaffe gelösten Eintrittskarte ist. Das Thema wird 91%, Uhr bekanntgegeben. Schluß des Wettschreibens 10 Uhr. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Donnerstag, den 30. Januar, Der Staufmann Hebbel- Theater u. Bürgerl. Schauspielhaus. Flachs- Königgrätzer Str. 57-58. mann als Erzieher. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. La belle Alexia. Shmad. Gentes. Folies Caprice. Mal was andres. Dunkle Bunkte. Eine anständige Frau. Gebr. Herrnfeld. Papa und Ges nojjen. Kasino. Die Freuden der Häuslichkeit. 8 Uhr: Maria Magdalene. Bürgerliches Trauerspiel in 3 Atten von Friedrich Hebbel. Luisen- Theater. Neichenbergeritr. 34. Abends 8 Uhr: abends 72 Uhr: Große Vorstellung. U. a: Klein Family d. urkomische Prolongiert! Donnerstag, den 30. Januar 08, abends 72 Uhr präzise: Auftreten des Herrn Kommissionsrat GustavStensbeck, Dir. des Berl. Tattersalls als Gast! Bros. Clarkonianks aus Amerika. Das Phänomenalste auf d. Gebiete der LuftThe Kremo Family, Neger.tit. Um 9 Uhr zum 39. Male, Ende gegen 11 Uhr: Das Tagesgespräch von Berlin. Amerika zur Zeit der Bürgerkriege, Sklaverei und Trachten 1861-1863. The 6 Fluffy Ruffle Girls. Wintergarten. Robert Steidl. Spe- Des Mädchens Lebenswege. Rauhreiter- Grerzitien auf importierten zialitäten. wege. Parodie. Nachtasyl. Tannhäuser. Freitag: Des Mädchens Lebens. Monna Banna.( Anf. 8 Uhr.) Bajiage. Rudolf Mälzer. Spezialitäten. Borussia Variété, Aderstr. 6/7. Spezialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Carl- Haverland Teater. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 18/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Rataraft. Hörsaal 8 Uhr: Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinderborstellung: Robinson Crusoe. Abends: Der Leiermann und sein Pflegekind. Sonntag nachmittags: Die Baise von Lowood. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Montag: Chprienne. Maultieren. Das Bad der widerspenstigen Neger. Das Fleddern eines Hammeldiebes. Aufhebung der Sklaverei durch Präsident Lincoln, Washington 15. Januar 1863. a pollo Theater Brof. Rathgen: DERNHARD ROSE THEATED Vorletztes Auftreten: Das Natrium und seine wichtigsten Verbindungen. Sternwarte. Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Gr. Frankfurterstr. 132. Der Kaufmann von Venedig Gastspiel d. Neuen Operetten- Theaters. Anfang 8 Uhr. Abends 8 Uhr: Blaubart Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Baccarat. Hierauf: Maud Allan. D Vision der Salome. Freitag: Der Dieb. Sonnabend: Baccarat. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Der Unsichere. Freitag: Mandragola. Sonnabend: Mandragola. Siegwart Gentes mit fen. Opernprobe. von Die 3 goldenen Jungfrauen H. de Vry. Walzerwahn on Mary u. Alfred Marquard. Tanzes. Bochentagspreise. La belle Alexia, Die Königin des Theater an der Spree Hymack, der Mann mit den BandStöpenickerjtr. 69. Bum 39. Male: schuhen. Sonnabend, den 1. Februar: 8 15: Mitislaw der Moderne, Operette Uhr: Don Hokuspokus. Franz Lehár. Mia Werbert. Neue Berliner Gesangspoffe. Freitag zum erstenmal: Der kritische Tag. Familienstüd in 4 Atten v. Jul. Senopf. Metropol 10 Perfonen u. a. Um zirka 10 Uhr: Freie Volksbühne Freitag, den 7. Februar, 8 Uhr: Lortzing Theater: 23.( III.) Abend- Abteilung. Die Entführung aus dem Serail. Luisen Theater: 21.( 1.) Abend- Abteilung. Der eingebildete Kranke. Neue Mitglieder werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Gastkarten a 1 Mark in allen Zahlstellen und im Theater bei dem Obmann. Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater 3./4. Abteilung: Neues Schauspielhaus 8./9. Abteilung: Ledige Leute. Iphigenie auf Tauris. 240/5 Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Stadt- Theater Moabit Alt- Moabit 47-49. Donnerstag, den 30. Januar 1908: Ein Blißmädel. Bosse mit Gesang in 4 Alten von Karl Costa. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Staffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 llbr. Auf der Hallig. Trianon- Theater. niang Gr. Ausst.- Pant. d. Zirkus Busch in 4 Bildern. Das Phänomen der tauchenden Sirenen. Die Wunder der Tiefsee. Vorher das große Programm. Valhalla W Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Abends 8 Uhr: nur noch wenige Tage. Das große Programm. Phänomenal! Der Kraftjongleur Acosta. 14 elektrische Sterne musikalisch. Ausstattungsaft. Infolge gr. Erfolges prolongiert! 12 Akrobaten Lorch 12. Mestrum, Stomifer. Sonnabend, den 1. Februar: Gänzlich neues Programm anschließend Ball. Parodie- Theater. Dresdenerstr. 97. Anfang 8%, Uhr. Nachtasyl. Zum 92. Mal: Tannhäuser. Monna Vanna. WWYSTARTEN Gahr. HerrnfeldTheater WINTER CARTEN 8 Uhr: Letzte 65 Theater. 57 Rommandantenstraße Nr. 57. Täglich 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Ruth Vincent Papa und Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. G. Thielscher, F. Massary, Sonntag nachmittags 3 Uhr: Gin B. Darmand, Bender, Giampietro, Puppenheim.( Nora) Abends 8 Uhr: Mandragola. Theater des Westens. Operette von Oskar Strauß. Josephi etc. Rauchen gestattet. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonnabend, den 1. Februar: Sonntag nachm. 3%, lbr halbe Breiſe: II. Gr. Metropol- Theater- Ball. Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. König Heinrich. Anfang 8 Uhr. Freitag: Nathan der Weise. Sonnabend: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Sonntagnachnt. 3 Uhr: Nachtasyt. Albends 8Uhr: Madame Sans Gêne. Rixdorfer Theater Bürgersäle, Bergstraße Nr. 147. Sonntag, den 2. Februar 1908: Gastspiel des Opern Ensembles ( Theater des Westens). Der Trompeter von Säkkingen. Sonntag, den 2. Februar, nachm. 3 Uhr: Gesangskünstlerin. Kaufmann- Truppe reizende Radfahrkünstlerinnen. Robert Steidl der beliebte Humorist, und viele andere erstklassige Spezialitäten. W. Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Große Extra- Borstellung! Erster großer Lustspiel- Abend! Der Vicomte von Létorières. Die Herren von Maxim. u. 8 ur. Entree 30 Pf. Tanz. Passage- Theater. Letzte Tage! Rudolf Mälzer Romantische Oper in 3 Atten von 15 erstklassige 15 Neßler. Anfang 7 11 hr. Hohe Beleihung für Jeden Wertgegen stand 99 Variéténummern Freitag: In der Irre. Sonnabend: Gefchloffen. Dalast- Theater Burgstraße 24. Heute 8 Uhr Entree 30 Pf. Stewart Co. 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Frau. Sonnt. nachm. 3 Uhr: Gastons Frauen. Sonnabend z. 1. M.: Baron Toto". Ba orussia Variété Theater und Festsale Inh.: J. Leschkowski. Ackerstraße 6-7. Täglich: Theater- und SpezialitätenVorstellung. Auftret. v. 15 Künstler- Spezialit. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hanni lacht Operette in 1 Akt v. Jacques Offenbach. Hierauf das neue bunte Programm. Die Freuden d. Häuslichkeit. Lustspiel in 3 Aften v. M. Hennequin. Sonntag 4 Uhr: Biederleute. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrass 91/92. ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin 0., Holzmarktstr. 69-70. Off. verlang 1708L* Reichshallen- Theater. Nur einmal jährlich! Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. ReichshallenRestaurant: Bockbierfest mit groß. Militär- Konzert. Sanssouci Genossen Stabliss. Borber: Madame Wig- Wag. Dienstag: Premiere. Salomonisches Urteil. Mittwoch und folgende Tage: Papa und Genossen. Salomonisches Urteil. Sonntag, den 2. und 9. Februar, nachm. 3 Uhr: Endlich allein. Der Fall Blumentopf. Gustav Theater. Berlin W., Goltzstr. 9. Das glänz. Januar- Programm Kouskainitza Truppe. RumänischKottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Zum InventurExtrapreis! Eine Partie große Divan decken Heute sowie jed. 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Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW *25.»li. 2. Ktillige Ks Jormirtö" Sfrlinrt NolllsblM. Die Organisation in GroB-ßeriin. Am Dienstag fanden die Generalversammlungen der politischen Organisation Groß-Berlins statt, in denen den ..Niedergerittenen" über die geschäftliche und organisatorische Tätigkeit Bericht erstattet wurde. Fürst Bülow dürfte mit den Erfolgen seiner Blockpolitik weniger zufrieden sein, als wir mit den Resultaten, die die noch junge Zeiücalorganl sation für Grotz-Berlin aufzuweisen hat. Und in den Verl fammlungen kam allgemein die Stimmung zur Geltung Dem Drohen des Reichskanzlers und seiner Auftraggeber der Nervosität, die die Polizei ergriffen hat. und die das An sehen Deutschlands im Auslande nur schädigen kann, sehen wir die unerschütterliche Entschlossenheit entgegen, den Kamps zur Eroberung des allgenieineir, gleichen und ge Heimen Wahlrechts fortzuführen. Ueber den Verlaus der Versammlungen informieren die aachfolgenden Berichte: Erster Wahlkreis. Der Wahivercin des ersten Berliner Reichstags Wahlkreises versammelte sich iu Dräsels Festsälen. Reue Flieörichstraße. Zum ersten Punkt der Tagesordnung, den Bericht des Vorstandes, nahm Genosse W o l d c r s k i das Wort. Die letzte Generalversammlung des KreiseS fand am 16. Juli stäti? Ter Bericht erstreckt sirf) über die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1307. Eine eifrige Tätigkeit für die Bestrebungen der Partei auf allen Gebieten, die erreichbar waren, wurde entfaltet. Der Bor stand nahui an 16 Akttonsausfchutzsitzungeen und an 13 Zentral Vorstandssitzungen teil In drei Verfammliuigen wurde den Mit gliedern des WablvercinS Bericht erstattet über die Parteitage von Stuttgart, von Essen und vom Preutzentag. Eine gemeinsame Ber- sammlung mit Genossen deS fünften und des sechsten ÄreiseS fand der Kommunalwahlcn wegen statt. Im November wurde eine Ber- sammlung für den Wahlrechtskampf veranstaltet. In letzter Zeit hat man es mit Versammlungen des Sonntags versucht, die neben belehrenden Vorträgen zugleich Vergnügen für die jungen Leute boten. Da erst an zwei Sonntagen diese Versuche gemocht wurden. kann man noch kein abschließendes Urteil über den Wert solcher Versammlungen fällen. An zwei ausserordentlichen Zahlabenden beschäftigten sich die Mitglieder mit der Verbandsgeneralversamm- lung und mit Bohkottangelegenheiten. Durch die Unterstützung der Partei ist der Boyrott, den verschiedene Gewerkschaften beantragt hatten, sehr wirtsam geworden, so bei den Barbieren, den Bäckern, den Schneidern. 18 000 Exemplare der Llgitationsnummer des„Vorwärts" wurden im ersten Kreise verbreitet. In bezug aus Erwerbung der preussischen Staatsangehörigkeit wurde viel agitiert. Tie Mitglieder wissen, daß der Wahlrechtskampf auf der Tagesordnung steht, und hoffen, daß die vom Preussentage ein- gesetzte Landeskommission für eine umfangreiche Agitation ein- treten werde. Ten Vildungöbestrcbungen wurde wieder grosse Auf- mcrksamkeit gewidmet. Für die diesjährige Maiseier hat der erste Kreis den Saal in Happoldts Brauerei bekommen. Ter Verein ist stärker geworden und auch seine finanziellen Verhältnisse haben sich erfreulich gestaltet. Der Kassenbericht des Genossen Bittner ergab, daß die Einnahmen, mit dem Bestand von 2006,37 Mk. am 30. Juni, während des letzten.Halbjahres 7544,72 M., die Ausgaben 8614,70 Mark betrugen, mithin ein Bestand von 3930,02 M. vorhanden ist Au die Parteikassc wurden 1800 M. abgeliefert. Der Mitglieder- bestand war am 16. Juli vorigen Jahres 652; er beträgt jetzt 784. Wolderski empfahl, bei Aufnahme neuer Mitglieder stets Vor- ficht wallen zu lassen und erst Erkundigungen einzuziehen. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassierer entlastet. Den Bericht der Agitationskom Mission erstattete Genosse Schuster, der sich auf die Berichte, die auf der Pro- vinzialkonserenz gegeben wurden, bezog und hervorhob, daß die Kommission in ihrem Sekretär Otto W c l S eine tüchtige Kraft gewonnen habe. Die Agitation in der Provinz sei sehr schwierig, aber man arbeite ruhiz; und beharrlich daran und erwarte auch gute Erfolge. Eine kräftige Agitation für die LandtagSwahlen sei in Aussicht genommen. Auskunftsbureaus seien zu errichten, an welche sich die Arbeiter in ihren Nöten wenden können und wo sie Aufklärung über ihre Rechte erhalten. Der Rcichsvcrband und die anderen Parteien versuchen ihr bestes, der Sozialdemokratie in der Provinz das Feld streitig zu machen, und da dürfe man nirgends untätig sein. Schuster bespricht die Schwierigkeiten in den Oderdörfern; er hat Ost- und Wcst-Sternberg und Frankfurt-Lebus zu ver- treten. Mit den Früchten der bisherigen Agitation könne man immerhin zufrieden sein. Genosse Wagner bemerkt dazu, daß in der Landagitation immer noch Ungenügendes geleistet werde. Man sollte weit mehr Mittel dafür zur Verfügung stellen. Gerade die Aufklärung der Landarbeiter sei von ungeheurer Wichtigkeit. Ten Bericht der L o k a l k o m m i s s i o n gibt Genosse E g e. So wenig cS auch nach aussen bemerkbar sei, so arbeitsreich seien doch die Aufgaben dieser Kommission, und leider mangelt cS noch au Unterstützung von feiten der Genossen. Gerade vor den Toren von Berlin werde noch viel gesündigt von den Berlinern. Tie Grenzen für die Lokalliste seien weiter ausgedehnt worden, weil das Bedürfnis, z. B. durch die Radfahrcrpartien, sich dafür geltend machte. Ege besprach die erbitterten Kämpfe in Zehlen- dorf und in Spandau, woraus zu ersehen sei. daß der Boykott doch seine Wirkung tue, wenn er nur ernstlich durchgeführt werde. Was den ersten Kreis anbetreffe, so sei man bescheiden in den An- sprächen und komme mit den zur Verfügung stehenden Lokalen auS. Genosse U n g c r gab zu bedenken, ob man nicht manchmal zu eilig und unklug mit Bohkottbsschlüssen vorgehe. Er erwähnt die Terrassen in Halensee, das Architektenhaus und die Philharmonie und meint, daß gerode in bezug auf die beiden letzten Lokale viele Genossen den Wunsch haben, den Boykott aufgehoben zu sehen. Genosse Ege wandte sich gegen H n c r und meinte, die einge- schlagen« Taktik könne jetzt nicht geändert werden. Gegenüber einem Bedenken von Unger meinte er, daß wohl nichts dagegen eingewendet werden würde, wenn ein Berichterstatter nach einem boykottierten Lokal sich zu bestimmten Zwecken begibt. Den Bericht der Prcsskommission erstattete W o l- derSki an Stelle von Dicfeler, der sich entschuldigen ließ. Die alte Frage der Vcrbilligung des„Vorwärts" sei viel erörtert worden, aber man kam zu dem Resultat, daß dies nicht angängig sei. In bezug auf das Jnseratcnwesen seien mancherlei Ver- Handlungen notwendig gewesen, es war notwendig, mit den Ge- werkschaften in Boyiottfällen zu einer besseren Verständigung zu kommen. Mehr Acquisitcure wurden angestellt, um die Jnse- rateneinnahme noch weiter zu heben. Die Parteispedition wurde über ganz Berlin ausgedehnt, das Gehalt für die Redakteure und Angestellten der Expedition erhöht, der Inhalt des Blattes ver- mehrt durch ein grösseres Feuilleton und mehr Raum für die Frauenbewegung. Genosse Kussel erklärt sich dagegen, daß Inserate von Ab» zahlungsgeschäften aufgenonimen werden. Wolderski meint, dass man darüber geteilter Ansicht sein könne, wie man AbzahlungS- geschäfte zu bewerten habe. Genosse Miesbach, ein Bildhauer, bringt die Frage des Auerdenkmalö zur Sprache und erhebt eine Reibe von Vorwürfen gegen das Denkmalkomitee. ES feien keine Fachleute darin ver- treten gewesen, eingesandte Entwürfe seien nicht einmal geprüft worden. Bei der Vergebung der Arbeit sei die Organisation der Bildhauer nich� befragt worden, so daß jetzt nur unorganisierte Arbeiter das Denkmal herstellen. MieSbach erhebt die Beschuldigung, dass man schon von vornherein sich für einen be- stimmten Entwurf entschieden habe, ohne die anderen Arbeiten überhaupt zu berücksichtigen, und er erhebt Protest gegen die ganze Art und Weise, wie das Komitee vorgegangen sei. Er verlangt, daß das Komitee mindestens in gleicher Weise hätte verfahren müssen, wie es sonst in bürgerlichen Kreisen üblich sei. Wal- d e r s ki wendet sich gegen die Vorwürfe Miesbachs und erklärt, daß dem Komitee nichts davon bewußt war. dass unorganisierte Leute an dem Denkmal tätig seien; er trat dafür ein, daß unter- sucht werde, ob sich diese Sache so verhält Nach kurzer Diskussion wird ein Antrag des Genossen W o l d t angenommen, dass der neue Vorstand verpflichtet sein soll. MieLbacbs Beschwerde zu unter- suchen und weiter zu geben, um den Tatbestand festzustellen. Die Neuwahl des Vorstandes ergab das folgende Resultat: 1. Vorsitzender WolderSki, der zugleich als Mitglied des Aktionsausschusses fungiert. 2. Vorsitzender Petermann, 1. Kassierer Bittner, 2. Kassierer W e i hn acht, 1. Schrift- führer Zaduk, 2. Schriftführer Woldt. Zu Revisoren wurden die Genossen Schmidt. Simon und Strehlow, in die Presskommission Dr. Ar ans, in die Agitationskommission Schuster, in die Lokalkommission Bartsch gewählt. Nach einem kräftigen Schlußwort von Wolderski wurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf das freie Wahl- recht geschlossen. Zweiter Wahlkreis. Die Generalversammlung des 2. Wahlkreises ehrte, bevor sie in die Erledigung ihrer Tagesordnung eintrat. daS Andenken der während des Geschäftsjahres verstorbenen Parteigenossen in der üblichen Weise. An Stelle des schwer erkrankten ersten Vorsitzenden Genossen S ch w e m k e erstattet Köckeritz den Bericht übejt die Tätigkeit d es Vorstandes für das Jahr 1907. Der Bericht liegt gedruckt vor. Redner gibt daraus einen kurzen AuS zug, um den Genossen den Umfang der im 2. Kreis entwickelten Partciiätigkeit und die erzielten Erfolge vor Augen zu führen. Im Vordergrund stand zunächst die R e i ch L t a g s w a h l, bei der es der Partei gelang, den Kreis gegen den gewaltigen Ansturm aller Gegner zu behaupten. An Verhetzung und Beschimpfung der Partei und deS Kandidaten sind die Freisinnigen hinter dein Reichs lügenverband nicht weit zurückgeblieben. waS auch auf die Stadt verordnctenwahlen zutreffe. Wenn auch nicht erheblich, so ist doch für beide Wahlen eine Zunahme unserer Stimmenzahl zu verzeichnen; brüste sich aber der Freisinn mit seinem angeblichen Stimmenzuwachs, so sei das eitel Spiegelsechterer, da hier von reinen Parteistimmen nicht geredet werden könne. Köckeritz gibt weiter eine Darstellung der Wahl beteiligung nach Stellung und Berufen geordnet. An Flugblatter und anderen Wahldrucksachen, wie Stimm» und Handzettel. Wahlaufforderungen usw. wurden bei der Reichstags- wähl 1281 090, bei der Stadtverordnetenwahl 455 000 Exemplare verbreitet. Die letztere Zahl ist besonders deswegen geringer, weil es sich bei jenen Wahlen nicht um die Gesamtbeteiligung deS Kreises, sondern nur um die Wahlbetreibung in drei Kommunalwahl- bezirken handelt. Waö die Organis ationstätigteit des WahlvercinS anbelangt, so habe dieser eine Vermehrung der Mitgliederzahl um 465 auszuweisen. Das sollte die Genossen anspornen, die Agitation viel intensiver als seither zu betreiben; die der Agitation sowie der Partei schädlichen Zänkereien möge man vermeiden und bestrebt sein, sie in den engeren Kreisen der Zahlabende zu erledigen. V olksv e r s a m m l u n g e w. fanden 30 statt, mit den übrigen, wie General-, Bezirksführer- und anderen Versammlungen wurden insgesamt 45 abg'halten. AuS- geschlossen wurde der Lithograph Paul M ä h r i n g. während freiwillig ausschieden der Schuhmacher G o l l n i ck. der mit der Partei nichts mehr zu tun haben wollte; der Gastwirt Hermann Götze auS der Fidicinstratze„trat" aus wegen Nichtbeteiligung an der Stadtverordnetenwahl. Nach einer kurzen Schilderung der sonst ausgeübten Tätigkeit, dem Stande der Parteipresse,„Vorwärts", „Gleichheit",„Neue Zeit" usw., schließt Redner seinen beifällig aufgenommenen Bericht mit dem Hinweis auf den Kampf um das Wahlrecht zum preussischen Landtage. Nach der Neichsragswahl habe� man uns für niedergeritten erklärt, am 12. Januar dieses Jahres bestand vielleicht die löbliche Absicht, uns niederzureiten, aber weder das erstere ist wahr, noch weniger aber wäre das letztere möglich gewesen, sondern Wohl- gemut kämpfe die Partei weiter. Den 51 a s s e n b e r i ch t. der für Januar--Juni 1907 mit 20 097.81 M. und für Juli— Dezember 1907 mit 13 766.76 M. bilanciert, gibt Genosse Schmidt, damit eine besondere Ab- rcchnung über die Stadtverordnetenwahl, das Volksfest und die Maifeier verbindend. Königs, Mitglied der Presskommission, gibt über deren Wirken Bericht, nur die markantesten Angelegenheiten hervor- hebend. Dazu gehören u. a. die Zurückweisung der Versuche seitens der lokalorganisicrten Metallarbeiter sowie der Putzer, die über ie verhängte Sperre deS„Vorwärts" aufzuheben und die Auf. lösung der Verbindlichkeiten mit dem Berichterstatter in Stuttgart wegen tendenziöser Berichterstattung anläßlich der Stellungnahme des Landesparteitages zur Etatsbewilligung durch unsere Genossen im württembergischcn Landtage. Den Parteigenossinnen und dem Feuilletonrcdakteur konnte etwas mehr Raum im Zentralorgan zur Verfügung gestellt werden. Behufs Verhängung und Aufhebung von Boykotts und Sperren ist ein Zusammengehen mit dem Berliner Gewerkschaftsausschuss vereinbart worden. Abgelehnt mußte werden die Einführung des Wochenabonnements auf den„Vorwärts", die Verbilligung des- clben und die Aufhebung der Privatspeditionen. Gegen die politische Haltung deS„Vorwärts" sei nichts einzuwenden, wenn auch manch« Polemik und manches Literatengezänk fortbleiben konnte, um für viel wichtigere Artikel, die dem Wohle der Partei und der Ausbreitung deS Sozialismus die Wege ebnen. Platz zu gewinnen.(Beifall.) Zinke erstattet den Bericht der AgitattonS- kam Mission in ziemlich detaillierten Ausführungen. Redner gibt eine genaue Uebersicht über die Besetzung der Reichstags Kandidaturen, führt an die Zahl der wahlberechtigten Reichstags Wähler, die abgegebenen Stimmen im Pergleich zu früheren Wahlen, die Agitation unter den jetzt von der Grotzschiffahrt be- drängten BootSeignern nebst den auf diesem Gebiete erzielten Fortschritten. In seine» weiteren Ausführungen behandelt Zinke die Lokalfrage in der Provinz, und sei es in dieser Beziehung dort am schlechtesten bestellt, wo die Solidarität der Genossen am meisten zu wünschen übrig lasse. Weiter behandelt er die Agitation im allgemeinen und hebt hervor, dass sich die Wahlrechts- demonstration in der ganzen Provinz Brandenburg einer lebhaften und zahlreichen Beteiligung zu erfreuen hatte. Alles in allem: es war eil» arbeitsreiches, an Kämpfen reiche» Jahr. Schröder. Mitglied der Lokalkommission, beschränkt ich daher darauf, die Tätigkeit der Lokalkommission präzis zu- ämmengefasst vorzutragen. Durch das Zusammenwirken der Ge- nassen sei cS möglich gewesen, die Zahl der Versammlungslokale i u vermehren, und für Berlin dürfe man die Lokalfrage als gelöst bezeichnen. Dem 2. Kreis ständen z. B. 27 Lokale zur Verfügung, dagegen bestehen auf dem Lands die Schwierigkeiten und Veein- lussungen der Saalbesitzer durch die Behörden weiter. Redner rtnnert daran, dass die Sperre über daS Lokal zum Fürstenhof in Zehlendorf noch nicht auf- ehoben ist. Von den Gewerkschaften ist es selbstverständlich, ixch auch in der Lokalfrage die Beschlüsse der allgemeinen Arbeiter» schaft hochgehalten werden müssen. Wenn die Buchdrucker am 12. Januar eine Festlichkeit in den Ausstellungshallen des Zoologischen Gartens abhielten, so habe man dies zu entschuldigen versucht, indem man diese Lokalitäten in Buchdruckerkreisen für neutral ansah, doch sei versprochen worden, künftig entsprechend den Parteibeschlüssen zu verfahren. Redner ermahnt noch die Genossen, zu trachten, daß durch ihren Einfluß der Partei immer mehr Lokale zur Verfügung stehen.(Beifall.) In der Diskussion gibt B e r g e r seiner Verwunderung AuS- druck, dass der Gesangverein„Thpographia" trotz der von Schröder zitierten Erklärung am 4. Februar Nun doch in dem der Partei nicht freistehenden> Blüthucr-Se-al" ein Konzert gebe. Utrecht(Buchdrucker) erklärt, seine Kollegen hätten zu den Ausstellungshallen, die, wie der„Blüthncr-Saal" zu Partei- Versammlungen noch nicht beansprucht wurden, greifen müssen, weil den Buchdruckern ein für das Fest vom 12. Januar genügend grosses Lokal in Berlin überhaupt nicht zur Verfügung stand. Die Versammlung beschließt, die letztere Angelegenheit b:z Lokalkommission zu übergeben. Nach einer kurzen Begründung seitens deS Antragstellers, Genossen Dr. G. Herz seid, beschließt die Versammlung, fol- gendcn Antrag der Stadtbcrordnctenfraktion zur Berücksichtigung zu überweisen: In Erwägung, daß für die Berliner Arbeiterschaft eine bessere und leichtere BildungSgelcgcnheit geschaffen werden muß. da die jetzt dafür bestehenden Einrichtungen unzureichend sind, ersucht der Wahlverein im 2. Neichstagswahlkreise die sozial- demokratischen Stadtverordneten, dabin zu wirken, dass I. die Zahl der Lesehallen möglichst vermehrt wird und zwar im Anschluß an die bestehenden oder noch zu bauenden Schulen, 2. dass die bestehenden VolkSbioliothcken zu passender Zeit, d. h. in den Abendstunden, zugänglich gemacht werden, 3. dass der Bau ber Stadtbidliothek nach Möglichkeit be- schleunigt und dass dieselbe recht reichlich mit Büchern ausgestattet wird; vielgebrauchte Werke sind in mehreren Exemplaren an- zuschasfen. Nachdem Genosse Köckeritz unter Zustimmung der Ver- sammlung mitgeteilt hatte, daß, so lange Genosse S ch w e m k e nicht genesen sei, die Geschäfte durch ihn(Köckeritz) und Werner geführt würden, schließt er mit einem kräftigen Appell an die Solidarität und Schaffensfreudigkeit der Genossen die sehr gur besuchte Versammlung. Dritter Wahlkreis. Die gutbc suchte Generalversammlung für den 8. Berliner ReichtagswahlkrciS tagte im GewcrkschaftShaus. Der Vorsitzcud: Genosse Pohl erstattete den Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes, die infolge der Reichstags- und später auch der Stadt- verordnctenwahl eine sehr rührige war. Trotzdem der Wahlkreis von Wahl zu Wahl eine geringere Wählerzahl aufweist, gelang cS uns diesmal wieder im ersten Wahlgang, den Kreis zu erobern. Klage zu führen sei über den häufigen Wechsel der Bezirksführer, wohl eine Folgeerscheinung der schlechten wirtschaftlichen Verhüll- nisse.— Ausser 8 Generalversammlungen fanden auch einige SenntagSvcrsamnrlungcn und während der ReichStagswahl 34 Agi- tationsversammlungen statt. Der Kassenbericht, den Genosse Albert Harndt gab, weis! eine Einnahme von 22 772,12 M., eine Ausgabe von 19 98 4,4 1 Mari auf, somit verblieb Bestand 2787,68 M. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt. Den Bericht der Preßkommission gab Genosse Kräker. Er erwähnte die der Kommission zugegangenen Be- schwerden, besonders die des„Allgemeinen deutschen Metallarbeiter- Verbandes"(Richtung Wiesenthal) und des„Vereins zur Wahrung der Interessen der Putzer" auf Aufhebiing der„Vorwärtö"-Sperre. dann teilte er die Massnahmen zwecks Erhöhung der Einnahmen aus Inseraten und die auf bessere Ausgestaltung des„Vorwärts" unternommenen Schritte mit. Ueber die Tätigkeit der Agitationskommission berichtete Ge- nasse Gehrmann. Im ganzen mit den bisherigen Erfolgen ihrer Agitation zufrieden, erhofft die.Kommission von den jetzt ihr zur Verfügung gestellten höyeren Mitteln günstige Resultate für die Partei.— Der Bericht zeitigte eine lebhafte Diskussion, an der sich die Genossen Möbius, Kohlen und Gchrmann wieder- holt beteiligten. Sodann erstattete Genosse König den Bericht der Lokal- kommission. Für Verlin stehen den Organisationen Säle in aus- reichender Anzahl zur Verfügung, im ganzen 245 freie Lokale, wo- von 35 im dritten Kreis gelegen sind, hingegen bilde in den Pro- vmzorten die dort noch blühende„Vereinsmeierei" ein großes Hindernis im Kampf um Freigabe der Säle. Pflicht jedes Ge- nassen sei es, alle uns nicht zur Verfügung stehenden Säle streng zu meiden bezw. die Lokalliste genau zu beachten. Hierauf folgte die Wahl der Funktionäre und des Vorstandes. Gewählt wurde in den Aktionsausschuß Genosse Pohl, in die Pretzkommission Genosse 51 r ä k e r, in die Loialkommission Ge- nasse König, in die Agitatronskommission Genosse Gehrmann. Der Vorstand deS Wahlvereins setzt sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender August Pohl; 2. Borsitzender August W a r t c n b e r g; 1. Kassierer Albert Harndt; 2. Kassierer Fritz Schmidt; 1. Schriftführer Paul Hahn; 2. Schrift- führer Robert Hintze; 7 Beisitzer: Paul Jakob, Fritz Rappert, Ferdinand Keusch, Stephan Fritz, Emil Rosin. Gustav Jonas. Richard Kavier, Revisoren: Fröhlich, Hoff mann und A st. Zur Schlichtung persönlicher Differenzen unter den Mit» gliedern wählte die Versammlung eine sünfgliedrige Kommission. der die Genossen A. Fröhlich. Gehrmann, Hintze. Ast und 51öppen angehören. Genosse D ü h r i n g beantragte alsdann, die ReichStagSsraktion zu ersuchen, die Vorgänge im Metallarbeiter-VerbandshauS zum Gegenstand einer Interpellation an den Herrn Reichskanzler zu machen; gegen 10 Stimmen fand der Antrag Annahme. Zum Schluß erfolgte eine Aussprache über die Angelegenheit des Kriminalschutzmanns Traber, Auguststr. 68 wohnhaft, der sich unter dem Namen Gräbling, Neanderstr. 2. im Grünkramkeller, in den Wahlverein aufnehmen ließ. Bedauert wurde, daß der „Vorwärts" nichts Näheres über diesen Vorgang veröffentlicht habe. Vierter Wahlkreis. Schon um 8 Uhr strömten die Genossen auö dem 4. Kreis in Schare» nach FreyerS Sälen in der 5ioppenstraße, so daß der grosse Saal bald besetzt war und auch die Galerien noch freigegeben werden mutzten. Nachdem die Versammlung durch Genossen Man n_ eröffnet war, nahm Genosse Hoff mann das Wort zum Geschäftsbericht. Da dieser den Genossen bereits ausführ- lich gedruckt vorliegt, beschränkt sich der Vorsitzende auf die Wieder- gäbe der wichtigsten Punkte. Es wurden im 4. Kreise während deS Reichstagswahlkampfes 880 000 Flugblätter verbreitet und 42 Versammlungen abgehalten. Die Zahl der Wahlberechtigten war 1907 um 17 000 höher wie 1003, während die Zahl der Wähler um 19000 zunahm. Unser« Stimmenzahl stieg um rund 13 000, die der Gegner um rund 6000. Zirka 25 000 blieben der Wahlurne überhaupt fern. Hier ist noch ein weites Feld für unsere agita- torische Betätigung.— Bei der Stadtverordnetenwahl, die in unserem Kreise 4 Ergänzungswahlen betraf, siegten unsere Kandi, baten mit einem Stimmenzuwachs von 800. Auch auf diesem- Gebiete ist in der Agitation noch sehr viel zu tun übrig. Do von der Stadtverordnetenwahl alle Richtpreussen ausgeschlossen sind, ist dem gedruckten Bericht ein Antragsformular für die Aufnahme in den preußischen Staatsverband als Muster für die Genossen beigefügt. Aus den in der letzten Geschäftspcriode vorgenommenen statistischen Erhebungen ist zu erwähnen, dass noch eine ungeheure Zahl von gewerkschaftlich Organisierten der politischen Organisation nicht an, «YSrt: ttut rund btt sechste Heil ist auch politisch organisier!. Die Zahl oer Mitglieder des WahlvereinS betrug am 31. Dezember 1305 8650, am 31. Dezember 1906 13 884 und am 31. Dezember 1907 19 217, so dah sie im letzten Jahr um 5333 gestiegen ist. ES fanden im Berichtsjahre 69 Borstandssitzungen statt. Da- Wachs- tum der Organisation machte die Anstellung eines zweiten Kassierers notwendig. Auf Anregung der Organisation Grotz-Berlins hatte sich die Generalversammlung mit der Beitragserhöhung von 25 auf 30 Pf. zu befassen, die mit voller Einstimmigkeit beschlossen wurde. Beklagenswert ist die grotze Fluktuation unter den Be- zirksführern. Im erfreulichen Gegensatz dazu findet bei den Ab- teilungsführern ein häufiger Wechsel nicht statt. Im Laufe des Jahres fanden insgesamt 87 Agitotionsversammlungen statt; für die Funktionäre wurden besondere Portragskurse abgehalten, die gut besucht waren. Die Zahl der„VorwärtZ"-Abonnenten im 4. Kreise stieg im letzten Jahre auf reichlich 26 000. Hierauf erstattete Genosse B a r e n t h i n den Kassen» bericht. Die Einnahme betrug 110 043,46 M., die Ausgabe 108 784,43 M., so dast ein Kassenstand von 1259,03 M. verbleibt. An die Verbandskasse wurden 53000 M. abgeführt, das sind 48,15 Proz. der Gesamteinnahme. In der Diskussion über den Bericht des Vorstandes ersucht Genosse Glast den Vorstand, mehr als bisher für die Auf- klärung der polnischen Arbeiter zu sorgen, insbesondere durch Ver- breitung und Unterstützung der polnischen Parteipresse und -Schriften. Genosse E. Brückner: Der Vorstand hat zweifellos durch die Herausgabe des gedruckten Berichts dem Empfinden der Mitglieder Rechnung getragen. Ich möchte wünschen, daß diese Berichte in Zukunft so frühzeitig in die Hände der Mitglieder ge- langen, dast sie rechtzeitig Stellung dazu nehmen können. Genosse Glast wendet sich an die falsche Adresse, da die Herausgabe von Schriften usw. nicht Sache des Vorstandes, sondern des Partei- Vorstandes hezw. des Verbandes der Wahlvereine Grost-BerlinS ist. Im übrigen ist nur zu wünschen, dast eine rege Agitation unter den polnischen Arbeitern betrieben wird. Die graste Fluktu. ation der Bezirksführer ist sehr bedauerlich, weil dadurch leicht zweifelhaften Elementen Gelegenheit gegeben wird, sich bei uns Eingang zu verschaffen. Redner fordert noch besonders zur Agi- tation unter den gewerkschaftlich Organisierten für die politische Partei auf. Dem„Vorwärts" müstten noch sehr viele neue Abon- nenten aus der grohen Zahl derjenigen, die bei der Reichstags» wähl für uns gestimmt, gewonnen werden. Genosse H o f f m a n n: Eine früher« Herausgabe des Jahresberichts lieh sich diesmal nicht ermöglichen; für die Zukunft wird es sich der' Vorstand sicher angelegen sein lassen, den Bericht so zeitig herauszugeben, dast sich die Genossen orientieren können. Was den Wunsch des Genossen Glast anbelangt, so stehe ich dem» selben auch sympathisch gegenüber. Der Antrag des Genossen Glast, eine lebhafte Agitation unter den Polen zu entfalten, wird angenommen und dem Vor» stände überwiesen. Auf Vorschlag deS Genossen Mann werden zuerst die Wahlen vorgenommen und eine Kommission von 24 Mitgliedern mit der Auszählung des Ergebnisses betraut. Zum Bericht der Prestkommission erhält da» Wort Genosse Büchner. Er verbreitet sich zunächst über eine Reihe Beschwerden von abwärts der Generalkommission stehender Ge» werkschaftsorganisationen über Sperrung des„vorwärts" denselben gegenüber. Die Beschwerden wurden jedoch abgewiesen. Bezüglich der Durchführung von Boykotts wurde beschlossen, sich jeweils wegen Aufrechterhaltung oder Beendigung mit der betreffenden Organisation in Verbindung zu setzen, um eine im Sande ver» laufene Bewegung zu verhindern. Für die Frauenbewegung ist für die Zukunft ein grötzerer Raum im„Vorwärts" zur Ver- fügung gestellt worden, ebenso für das Feuillewn. Für die In- feratenpropaganda sind neue Einrichtungen getroffen worden. Die Gehaltsfrage der Zeitungsangestellten wurde geregelt. In der Diskussion bemängelte Kupferjchmidt, dast die einzelnen Zahlstellen nicht zur Beschlustfassung über die Gehalts- regclung gekonimen sind. Genosse N e u b e r t meMe, der Zeit» Punkt einer Gehaltserhöhung sei schlecht gewählt. Er bringt eine Resolution ein, die den Parteivorstand ersucht, den Beschlust der Prestkommission aufzuheben. Genosse Schildbach kann den Be- schlug auch nicht billigen. Er rügt verschiedene Differenzen, die den Anzeigenteil betreffen und gibt dem Wunsch nach besseren Romane» für den„Vorwärts" Ausdruck. Die Genossen Scholz und G e s ch e besprechen im Sinne der Vorredner die Gehalts- regulierung. In seinem Schlustwort beschäftigt sich Genosse Büchner noch eingehend mit dieser Sache und kommt später aus die anderen zur Sprache gebrachten Angelegenheiten zurück. Die in der Frage der Gehaltsregulierung eingebrachte Resolution wird mit grosser Majorität abgelehnt. ES folgen persönliche Bemer» kungen von den Genossen Hoffmann, Gesche, Scholz und Büchner. Von der Beschwerdekommission erstattet den Bericht Genosse N i g b u h r. Es waren im Berichtsjahre 83 Beschwerden zu erledigen. Die Beschwerdekommission wird leider sehr viel in Anspruch genommen. Die Genossen sollten möglichst diesen Weg zu vermeiden suche» und sehr sorgfältig zu Werke gehen, wenn sie sich mit einer Beschwerde an die Kommission wenden.— Eine Diskussion findet nicht statt. Nach dem Antrag der Kommission wird das Mitglied Joses Guczy ausgeschlossen. Die Versammlung wird mit einem dreifachen Hoch auf die internationale. Völker- befreiende Sozialdemokratie geschlossen. Der fünfte Wahlkreis hielt feine Generalversammlung im„Alten Schützenhause' ab. Der zweite Vorsitzende F r ö b e l erstattete den Vorstands- bericht. Im letzten halben Jahre fanden sechs engere und fünf erweiterte Vorstandssitzungen statt sowie fünf Gencralversamm- lungen. Bei den Stadtverordnetenwahlen war der Kreis in zwei Bezirken beteiligt, in denen wir kein Mandat erhielten.— Die Abrechnung für die Zeit vom 2. September 1907 bis 27. Januar 1908 gab der Kassierer Kirstc. Die Einnahmen betragen 6035,43 M.. die Ausgaben 4773,93 M., bleibt ein Bestand von 1211,50 Mk.— L i e p m a n n bezeichnete den vorliegenden Kassen. abschlutz als sehr ungünstig. Er wies zahlenmästig nach, dast so. Wohl die Zahl der entrichteten Beiträge als auch die Einnahmen aus dem Absatz an Bons gegen das Vorjahr erheblich zurückgegangen ist, dast der fünfte Kreis nur einen verhältnismäßig recht kleinen Teil an die Verbandskasse abführen konnte und sogar hinter dem ersten Kreise in dieser Hinsicht zurückstehe. Die Genossen des .toiseS müstten bemüht sein, den Rückgang wieder einzuholen.— Damit war die Diskussion über den Kassenbericht beendet. Der Kassierer wurde entlastet. Den Bericht des Aktionsausschusses gab L i e P» mann Er führte eine große Reihe von Einzelheiten au« der Tätigkeit d-rS Ausschusses im vergangenen Jahre an und bemerkte unter anderem: Es sei nicht gelungen, die Organisation der pol- nischen Genossen in unsere Wahlvereine einzureihen. Eine Ver- ständiaung in dieser Hinsicht konnte nicht erzielt werden, jedoch herrscht zwischen unserer Organisation und der polnischen ein durchaus freundschaftliches Verhältnis. Die Beziehungen zwischen unserer Parteiorganisation und den Gewerkschaften haben sich sehr erfreulich gestaltet. Beide Körperschaften arbeiten Hand in Hand, so werde es hoffentlich auch in Zukunft bleiben. Durch gemein- fameS Zusammenarbeiten von Partei und Gewerkschaft kam ein Tarif der ZivilberufSmusiker zustande, der Schneiderboykott wurde durchgeführt, ebenso der Bäckerboykott, die Sammlung von llnter- schriften der Geschäftsleute für den Achtuhrladcnschluß und der noch in lebhafter Erinnerung stehende Jaudorf-Aoykott, bei dessen Durchführung sich die parteigcnössischcn Frauen besonders hervor. getan haben. Dieser Boykott habe gezeigt, welche Macht die or. gcinisierte Arbeiterschaft hat. Das würden wir uns für die Wahl- rechts-wegung merken und bei der öffentlichen Abstimmung zur Landingswahl uns dafür interessieren, wie die von den Arbeitern lebenden Geschäftsleute stimmen und für welche Partei sie sich als Wahlmänner aufstellen lassen. Weiter legte der Redner var, vaS bn-Lerband der Wahlvereine in der politischen Aktion, Flugblattverbreitung, Veranstaltung bon Versammlungen usw. ge- leistet hat. Mit der Abhaltung des preußischen Parteitages setzte der Wahlrcchts'amps ein, den wir gegenwärtig führen. Derselbe wird nicht von heute aus morgen entschieden werden. Uns stehen noch viel wirksame Kampfmittel zur Verfügung. Die Anwendung derselben richtet sich nach der Taktik der Gegner. Die Partei- genossen können daS Vertrauen haben, daß alle Mittel angewendet werden, welche Erfolg versprechen. ES ist nicht daran zu denken, daß wir zurückweichen. Der Kamps wird mit aller Entschiedeliheij fortgesetzt. ES muß aber vor eigenmächtigen Schritten der Partei- genossen gewarnt werden. Den Bericht der Preßkommission erstattete W e l S. Anknüpfend an die letzten Bemerkungen des Vorredners führte er aus, daß der„Vorwärts" im Wahlrechtskamps wohl alle Genosse» durchaus befriedigt habe. Das Jahr 1907 sei nach jeder Richtung hin für den„Vorwärts" als das beste zu bezeichnen. Die Auslage ist um 35 000 Exemplare gestiegen. Das ist die größte Steigerung. welche die Austageziffer in einem Jahre erfahren hat. Gegen- wärtig beträgt die Auflage 137 000. Der Redner ging auf Einzelheiten ein, welche der Entscheidung der Prestlommission unterlagen. Dieselbe stimmte der Erweiterung des Unterhattungs- blattes zu. Sie erklärte sich auch in ihrer Mehrheit einverstanden mit der vom Parteivorftande beantragten Erhöhung der Redakteur- gehälter. Mit Rücksicht aus die gegenwärtige schlechte Lage der Arbeiter seien zwar Einwendungen gegen den Antrag des Partei- Vorstandes gemacht worden, doch habe man sich der Einsicht nicht verschließen können, daß die Erhöhung berechtigt sei, weil die lei« tenden llledakleure an einzelne» auswärtigen Parteiblättern höhere Gehälter erhalten wie die politischen Redakteure am„Vorwärts". So werde in Nürnberg und in Magdeburg dem leitenden Ne- dakteur ein Gehalt bis 6500 M. gezahlt, während gegenwärtig das höchste Gehalt am„Vorwärts" nur 4800 M. betrage.— Die Steigerung der Auflage beweise, das; es ein Irrtum sei, wenn manche Parteigenossen glauben, der Abonnementspreis von 1,10 M. stehe der Ausbreitung des„Vorwärts" entgegen. Richtig sei viel- mehr, daß die Auflage deS Blattes steige entsprechend der Auf- klärungSarbeit, die unter den Arbeitern geleistet wird. Eine Ver- billigung des Abonnements um 10 Pf. würde den ganzen lieber- schuß. den der„Vorwärts" bringt, mit einem Schlage aufheben. — Weiter erwähnte der Redner, daß durch Anstellung einer größeren Anzahl von Aquisiteuren der Versuch gemacht worden ist, die Ein- nahmen aus Inseraten zu steigern. Mehreinnahmen seien dadurch bereits erzielt. Wenn der Versuch sich bewährt, werde die Jnse- ratenpropagando weiter ausgebaut werden.— Ferner gedachte der Redner einiger Beschwerden, welche die Preßkommission zu er- ledigen hatte. Von prinzipieller Bedeutung waren dieselben nicht. Ernste Differenzen mit der Redaktion sind in keiner Weise ent- standen. Den Bericht der AgitationSkommisfion er- stattete Zucht. Er sagte unter anderem: In den 18 Wahlkreisen der Provinz stehen und jetzt 164 große und 136 kleinere Versamm- lungSlokale zur Verfügung. Die meisten davon mußten durch schwere Kämpfe erobert werden. Die„Fackel" ist in 703 000, der „Märkische Landbote" in 320 000 Exemplaren verbreitet worden. Die Auflage unserer beiden Provinzblätter,„Brandenburger Zei- tung" und„Märkische Volksstimme", ist gestiegen. Tie Zahl der organisierten Genossen in den 13 Kreisen ist von 16 000 aus 20 000 angewachsen. Alles das beweist, dast un?ere Bewegung auch in der Provinz Brandenburg vorwärts geht. Es wird beabsichtigt, in 25 bis 80 Städten Auskunftsbureaus zu errichten, welche den Arbeitern Ral erteilen in Rechtsstreitigkeiten über Krankenkassen-, Unfall, und ähnlichen Angelegenheiten. Diese Einrichtung wird namentlich auch den ländlichen Arbeitern zugute kommen.— Die Wahl rechtsbewegung war in der Provinz eine sehr rege. Wo eS irgend möglich war wurden Versammlungen abgehalten. Auch De- monstrationen fanden an verschiedenen Orten statt, wobei sich die Polizei im allgemeinen vernünftiger verhielt wie in Berlin. Den Bericht der Lokalkommission gab H a r i s ch. Während der ReichstagSwahI hatte die Kommission eine schwere Arbeit, denn der Reichsverband verfolgte die Taktik, uns die Lokale abzutreiben. Jedoch gelang es unS in vielen Orten, unsere Lokale zu behalten.— Die Lokalliste wurde fünfmal im Jahre heraus- gegeben. Die Kommission hlelt 11 Sitzungen ab. Sie veröffentlichte 95 Sperren, 50 Aufrufe und 50 LokolboykottS. Eingenommen und ausgegeben wurden 396,73 M. Lotale stehen uns zur Ver- fügung: im 5. Kreise 24, in Berlin überhaupt 245, in Niederbarnim 87, in Teltow-Beeskow 77. ausserdem in der Provinz 145. Der Redner schloß mit dem Ersuchen, bei Ausflügen die Lolalliste streng zu beachten. Hieraus erfolgten die Neuwahlen Sie hatten folgendes Er- gebnis: 1. Vorsitzender Friedländer, 2. Vorsitzender F r ö b e l, 1. Kassierer K i r st e, 2. Kassierer Liepmann, 1. Schriftführer Weise, 2. Schriftführer Roth, Beisitzer Böttcher und A l b r e ch t. Revisoren: Dr. Stutz. Fischer, Schräge.— Aktionsausschuß: Friedländer, Prestkommission: WelL. Agitationskomitee: Zucht, Lokalkommission: Hanisch.— Abteilungsleiter: 1. Abt. Wasser, 2. Abt. Ziegel. 8. Abt. Wolf, 4. Abt. Holzapfel, 6. Abt. Münz er, 6. Abt. Stobbe, 7. Abt. Pasche Sechster Wahlkreis. Die Generalversammlung des Wahlvereins für den 6. Wahl- kreis war außerordentlich zahlreich besucht. Der große Saal des Moabiter GefellschaftShauS reichte auch nach Entfernung der Tische kaum aus. um der Masse der erschienenen Mitglieder ge- nügend Raum zu bieten. Den Vorstandsbericht über das verflossene Jahr gab der Vorsitzende Freythaler. Er erwähnte zunächst das Ergebnis der Reichstagswahl im 6. Wahlkreis. Die Zahl der Wahlberechtigten war hier seit dem Jahre>903 um 13 Proz. ge- stiegen, und die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen stieg um 25 Proz., die der Gegner um 21 Proz. Ueber die Hälfte aller Wahlberechtigten stimmte für unsere Partei trotz der verwerflichen Mrttel, mit denen die Gegner die Wähler zu übertölpeln suchten. Auch die Stadtverordnetenwahlen— im April die Ersatzwahl im 39. Bezirk, im Herbst die allgemeinen Wahlen in 6 Bezirken— zeugten von starkem Fortschritt der Partei. Der Redner erwähnte ferner die Voykottbewegungen der Schneider, der Bäcker und der Barbiere, deren Gewerkschaftsvertreter erklärt haben, daß sich ihre Kvllcgcnschaft den Parteigenossen gegenüber zu Dank verpflichtet fühle für die Unterstützung ihrer Forderungen. Der Erfolg des Warenhausboykotts, bei dem die Partei von Anfang an mit der betreffenden Gewerkschaft Hand in Hand arbeitete, ist ja bekannt. Der Wahlverein hat im Laufe des JahreS verschiedene Broschüren unentgeltlich an die Mitglieder, und das Protokoll des Parteitages für 20 Pf. abgegeben. Schließlich sprach der Redner noch über die allgemeine Agitation für den„Vorwärts" und die Wahl- vereine, über die im Laufe des Jahres abgehaltenen drei großen Kongresse, sowie über die grohen Wahlrechtsversammlungen am 26. November und bemerkte hierzu, was für Mittel und Wege künftig im Wahlrechtskampf angewandt werden mutzten, würden die Parteigenossen wohl selbst empfinden. Jedenfalls werde die Partei den Wahlrechtskamps nicht nach den Wünschen der Gegner führen, sondern selbst über die Mittel entscheiden.— Auster den vielen Versammlungen zu den Reichstags- und den Stadtver- ordnetcnwahlen sind im Kreise 79 Versammlungen, darunter 10 Generalversammlungen, abgehalten worden. Es fanden ferner 14 Krciskonferenzen und 49 Borstandssitzungen statt. Die Abrechnung, die der 1. Kassierer F a h r o w ver- las, fcbloh für die Zeit vom 1. Juli bis 31. Dezember 1907 mit einer Einnahmen summe von 63106,11 M., der 62 832,56 M. Aus- gaben gegenüiX'r stehen, so dast ein Bestand von 273,55 M. übrig blieb. An das VerbondSbureau wurden an Monatsbciträgen 35 000 M., für Marken 8000 M. abgeliefert. In den 13 Monaten vom 1. Dezember 1906 bis 81. Dezember 1907 beliefen sich die Einnahmen auf 140 465,21 M., die Ausgaben auf 140191,36 M. Für MonatZbciträge wurde» in diesem'Zeitraum 88 200 M. an das Verbanbsbureau abgeliefert, für Marken 10 810 M. Der Verein zählte am Jahresschluß 19 553 Mitglieder, die ihre Bei- träge für das ganze Jahr vollbezahlt Wien. Die wirkliche Mitgliederzahl wird um etwa SOOO höher sein. Vor einem Jahre hatte der Verein 13 500 Mitglieder, die keine Beiträge schuldeten. Die Zahl der organisierten Parteigenossen ist also gewaltig ge- wachsen. Die geringe Beitragserhöhung hat also keineswegs hindernd eingewirkt.— Die Abrechnung des 2. Kassierers Hönisch schließt für das letzte Halbjahr mit 18 399,95 M. Einnahmen und 415,10 M. Ausgaben, so daß an den 1. Kassierer 17 984,85 M. ab- geliefert wurden. Von der Pretzkommission berichtete Genosse R o s e n a w und erwähnte zunächst die„Vorwärts"sperre übe: den Wiesen- thalschen Metallarbeiterverband, die ja auch nach dem Zusammen- schluß mit der Metallarbeitergewerkschaft aufrechterhalten werden mußte, da Preßkommission und Zentralvorstand in dem Zusammen- schluß nur eine Verschleierung der tatsächlichen Verhältnisse er» blicken konnten. Ebenso legte der Redner die Gründe für die Ab- lehnung des Antrags des Vereins zur Wahrung der Interessen der Putzer dar, und sprach ferner über verschiedene andere inners Angelegenheiten der Redaktion und Geschäftslcitung des„Vor- Worts", wobei er auch die noch schwebende Frage der Aufheb"-a der Privatspeditionen berührte. Die Ablehnung der Anträge aus Verbilligung und auf Einführung von Wochenabonnements des „Vorwärts" hielt der Redner für notivendig. Den Bericht von der Agitationskom Mission gab' de: Genosse Dobrohlaw. Er wies auf die Fortschritte hin, die in der Provinz trotz des vielfach noch herrschenden Lokalmangels erzielt wurden, auf die Stärkung und Festigung der Organisation, die Anstellung des Sekretärs, die Fortschritte der Presse, sowie die Erfolge bei den Kommunalwahlen in den verschiedenen Städten und Landgemeinden und auf die Kämpfe, die für die Erlangung von Versammlungslokalen geführt werden mußten. Besonders machte der Redner auch auf die Errichtung von Auskunftsstellen in der Provinz aufmerksam. Dem Bericht von der L o k a l k o m m i s s i o n, den Genosse H e n s ch e l gab, ist zu entnehmen, daß es im 6. Kreise wie über- Haupt in Berlin mit Ausnahme des 1. Kreises nicht an Lokalen fehlt. Vor den Toren Berlins und in der Provinz ist es jedoch anders. Der Redner rügte es als einen schweren Uebclstand. daß manche Arbeitervereine, wenn auswärts ein neues Lokal eröffnet wird, gleich bereit sind, mit dem Wirt Abmachungen zu treffen, ohne die Lokalkommisfion zu fragen, und ferner, daß Gewcrk- schaftsfilialen in Provinzorten sich noch allzuwenig darum kümmern, ob die Wirte ihre Säle auch der Partei zur Verfügung stellen. In Berlin entstehe bei den Parteigenossen leicht das Gefühl, wie es hier mit den Lokalen bestellt sei, so sei es überall. Darum müsse immer wieder auf strengste Beachtung der Lolalliste, die sich ja nun aus die ganze Provinz erstreckt, gedrungen werden. Von der Schiedskommission gab Genosse Wuthenow «inen kurzen Bericht über die Erledigung der 80 Fälle, zu deren Behandlung die Schiedskommission 12 Sitzungen abhielt. In der Diskussion über die Berichte brachte Genosse Hal-fter einen Antrag ein, der die Preßkommissionsvertreter des Kreises verpflichten sollte, hinsichtlich der Privatspedition für die Aufrecht- erhaltung der jetzigen Zustände zu stimmen. Ter Antrag kam jedoch nicht zur Abstimmung. Zum folgenden Punkt der Tagesordnung, die Wahl zweiet besoldet er Beamter des Vereins, teilte der Vorsitzende mit, daß sich die auf Beschlutz der vorige» Versammlung vorgenommene Urabstimmung mit 5937 gegen 2209 Stimmen für die Anstellung ausgesprochen hat und dast sich dann 30 Parteigenossen um di: Stellung bewarben, 29 aus dem 6. Kreise und einer aus Rixdors; ferner ein Genosse aus Stuttgart, dessen Bewerbung aber zu spät eintraf. Tie Kreistonfcrenz, die über 300 Funktionäre des Wahl- kreises empfahlen nun der Generalversammlung die Genossen Theodor Fischer und Hermann Müller zur Wahl, lieber die Angelegenheit entwickelte sich eine lebhafte Debatte. Es lag ein Antrag vor, die Wahl durch Urabstimmung vorzunehmen, den Genosse Heine begründete. Der Antrag war aber, wie Genosse Freythaler bemerkte, zu spät eingelaufen, um in den Zahlabcnden vorgelegt werden zu können, und verstiest außerdem gegen die Bestimmungen des Statuts, die besagen, dast die Funktionäre und Vorstandsmitglieder in der Generalversamr.!- lung zu wählen find. Er wurde denn auch abgelehnt. Gegen die Kandidatur Fischer wandte sich Genosse Reuter in längeren Ausführungen und warf ihm hinsichtlich seiner Haltung zur Einigungsfrage im Zimmererberus Schleichwege vor, wogegen Ge- nasse Ernst hervorhob, dast Fischer durchaus den Beschlüssen der Konferenz seiner Zimmererorganisation, wie den Parteitags- bcschlüsscn entsprechend gehandelt habe.— Die beiden von der 5kreiskonferenz vorgeschlagenen Genossen wurde» dann mit sehr starker Mehrheit als besoldete Kassierer des Wahlvereins gewählt. Die übrigen Vorstandswahlen hatte» folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Freythaler, 2. Vorsitzender B r u n n e r, 1. Schriftführer Dolz, 2. Schriftführer Rietz. Beisitzer Ernst. B u ch w e i tz und Hönisch, Revisoren Joseph, Fahrow und Beuthin. Die 11 Abtcilungsführer und 11 Abiöilungs- kassierer wurden den Vorschlägen der Abteilungen entsprechend be» stätigt. Als Mitglied des Aktionsausschusses wurde Genosse Fahrow gewählt, in die Agitationskommission L a u k a n t, Prestkommission B i t t o r f, Lokalkommission H e n s ch e l, Schieds. kommission Wuthenow, als Revisor zum Zcntralvorstand Freythaler und als Aspiranten zum Jentralvorstand Rose» n o w» Herbst, I a h n k e und Hönisch. Sie Berliner Krankenversicherung 1906. DaS Statistische Amt der Stadt Berlin hat soeben den Bericht über die Krankenversicherung für Berlin im Jahre 1006 heraus- gegeben. Danach waren 1906 in Berlin 55 OrtS-Kranlenkassen. 54 Betriebs-, für Krankengelder 14.06 M. (1905: 13,89 M.). für W ö ch n e r i n n e n u n t e r st ü tz u n g 0,74 M. <1905: 0,68 M.). für S t e r b e g e l d 0.63 M.(1905: 0,72 M.). für Kur« und Verpflegungskosten 4,43 M.(1905: 4,09 M.). Die persönlichen Verwaltungskosten betragen pro Kopf 1,84 M. gegen 1.75 M. im Jahre 1965. Die p e r f ö n l i ch e n und f ä ch l i ck, e n Verwaltungskosten überhaupt betragen in Prozenten 7,40 der Ausgaben oder 2,41 pro Mitglied. DaS Vermögen in allen Berliner OrtS-, Betriebs-, Bau- und JnnuiigS-Krankenkassen und der Gemeinde-Krankenversicherung betrug pro Mitglied 25,22 M. gegen 23.47 M. im Jahre 1905. v-n den OrtS lassen hatten fünf(am Jahresschluß 1966) eigene Kassenärzte mit festem Gehalt; ivährend 6� Kasten mit dem Verein der ireigewählten Kassenärzte und 14 Kosten mit dem Verein Berliner Kassenärzte Verträge abgeschlossen hatten. Bon den 55 OrtS-Krankenkassen Berlin? zahlen sechs die Kranken- Unterstützung sofort, also vom ErkrankungStag« ab, während 15 Kasten erst vom zweiten und 6 Kassen erst vom dritten Tage der Erkrankung ab Unterstützung gewähren. Einige Kassen(OrtSkassen der Maler, Kauslcute und Bureau« angestellten) zahlen bei mindestens sechsmonatlicher Mitgliedschaft S ch w a n ge r s ch a s ts un t e r st ü tz>i n g. Die Ortskasse der Barbiere zahlt Schwangerichaflsunteistütziino ohne Rücksichl aus die Dauer der Miigliedschnft. Von den 55 OrtSkassen Berlins gewähren die Mindestleistung(26 Wochen bei vollem Krankengeld) 26 Kasten mit 338 396 Mitglieder, 9 Kassen mit 59 033 Mitglieder gewähren 39 Wochen und 26 Kasten mit 129 182 Mitglieder gewähren 52 Wochen die volle Unlerstützimg. Gewiß haben die Berliner OrlSkasten unter dem Selbst» derwaltmigSrecht und der energische» und geschickten Verwaltung ganz reipcktablc Leistungen aufzuweisen. Indessen unendlich mehr würde für die Versicherten geleistet werden können, wäre die Kassen- zerspütterung zum Schaden der Versicherten nicht so unendlich groß. Neben dem Hindernis, das die Innung?« und Betriebskassen gegen eins Zusammenfaflung aller Versicherungspflichtigen in eine große Kasse bilden, steht der' Zentralisation der jahrelang betätigte behördliche Widerstand in, Wege. Ein einziges großes leistungS- fähiges Kastengebilde für Eroß-Aerlin— in ähnlicher Weife wie i» Leipzig, Stuttgart, München— würde für die Arbeiter von er- heblichstem Wert fein. Der fest Jahren flir elne Fentrallfatian ge- k 20 Jahr; jLNgeriN Lehrer femals ein LiebeSderhältni» unkerhaNen führte Kampf wird um so eher zum Ziele führen, je energischer die''---.....- Versicherten selbst die Zentralisation verlangen. Eue Inclustrle und Handel. Göttlich-agrarische Hnngerordmmg. Immer fühlbarer wird den Konsumenten der Segen der neu- deutschen Wirtschaftspolitik. Den Jubelanten vom vorjährigen Stichwahltage werden nun bald die Augen überlaufen, Aber jetzt nutzt kein Jammern und Klagen; die Junker lasten ihren Raub nicht loS. Sie erraffen Millionen und die große Mäste der Bevölkerung nmß ihre Lebenshaltung verschlechtern. Bei den bisherigen Preisen gehörte Butter schon zu einein Luxusartikel und nun tritt noch eine Preiserhöhung ein. Der Verein Berliner Butterkaufleute hat in einer Versammlung beschlossen, vom 1. Februar ab daS kaufende Publikum durch Plakate in den Läden darauf aufmerksam zu machen, daß für den Preis von 1,20 und 1,30 Mark nur noch Kochbutter geliefert werden könne, ivährend Etzbutter 1.40 und 1,50 M. kostet. Dies bedeutet gegen- über den bisherigen Preisen eine Verteuerung von mehr als 15 Proz. Die Gründe der Teuerung lägen vor allem in der all- gemeinen Erhöhung der Milchprcise. Und dabei verlangen die Junker auch noch.Schutz'-Zölle aus Butter und Milch. Also sie sind immer noch nicht zufrieden. Die Folge der Preissteigerung wird sein, daß immer mehr Konsumenten zu Surrogaten ihre Zu- flucht nehmen, deren Preise denn auch in die Höhe schnellen. Die Firma Gebr. Ganse berichtet, daß der Konsum in guter Butter schon nachlaste,' in stärkerem Matze Mittelsorten verlangt werden. Da erkennt man die Folgen der Jnnkerpolittk in den Kreisen des Kleinbürgertums, das in politischer Verblendung den Troßbuben der Agrarier spielt. Der Lohn wird nicht ausbleiben! Für die politischen Handlangerdienste, die eS jetzt der Reaktion leistet, wird eS nachher noch bester und gründlicher wirtschaftlich geprügelt werden. DaS Bürgertum hat die agrarische Blockregierung, die es verdient._ Die uotleidenden Kohlenmagnatcn. Die Harpener Bergwerksgesellschast hatte im 4. Quartal 1906 bei 74 Arbeitstagen 4 146 000 M. Ueberschuß. Nach Behauptungen der Werkspresse sind mittlerweile die Selbstkosten ganz gewaltig gestiegen. Diese Selbstkosteusteigerung hat bei der Harpcncr Gesellschaft eine merkwürdige Wirkung gehabt. Für das 4. Quartal 1907 ist der Ueberschuß bei 75 Arbeitstagen auf 5 759 090 Mark gestiegen und im 3. Quartal bei 79 Arbeitstagen auf 5 532 066 M. Unter Berück- sichligung der Arbeitstage stellt sich die Ucberschußsteigerung für das 4. Quartal auf rund 25 Prozent. Die Bergwerlsges ellkcha ft Hibernia brachte im 4. Quartal 1966 einen Ueberschuß von 3 312 681 M. heraus, und für daS 4. Quartal 1967: Z 80l 5l0 Mark. Der Ueberschuß stieg demnach um rund l/z Million Mark— 15 Prozent. ES dürfen also auch die Hibernia- Aktionäre mit den Wirkungen der Sclbstkostensteigerung zu- frieden sei»._ Geheiligtes Eigentum. Nach dem„Westpr. V.-Bl.' verkaufte der Gutsbesitzer Koch das Gut Lodanki(Regierungsbezirk Posen) für l73 666 M. an einen— Polen. Der nationale Koch hat in sechs Jahren fein geheiligtes Eigentum um 75 666 M. vermehrt, ohne der Gesellschaft irgend welche Werte geschaffen zu haben. Der GutS- besitze. Grast erzielte einen.Verdienst" von 176666 M., indem er sein Gut-Schönbruch für 416 666 M. losschlug. B-uschwiudel. Ew Bild für die Zustände im Baugewerbe ergab«ine Fest- stellmrg des Dresdener Statistischen Amtes. Die Statistik ergiot, daß«in sehr großer Teil der bauenden Personen völlig vermögenslos sind und den OffenborungSeid geleistet haben. In den Jahren 1962 bis 1965 haben nicht weniger als 67 Baugesellschalten zu ungeteilter Hand(Bürgerliches Gesetzbuch§Z 765 ff.) mit 127 Einzelpersonen in Dresden existiert. Von diesen 127 Personen haben in der Zeit von >962 bis 1965 71 oder 56 Proz. den Ostenbarungseid geleistet. 69 Proz. der Baugesellschaften bestehen aus völlig vermögenslosen Personen. Von 638 einzelnen Bauunternehmern haben in den Jahren 1962 bis 1965 166 oder 25 Proz. durch den OffenbarungS eid ihre völlige Vermögenslosigkeit nachgewiesen. Ein großer Teil der anderen verfügte über so wenig Einkommen, daß 61 Proz. sämtlicher Bauunternehmer teils vollständig mittellos, teils so in ihre,» Einlommen beschränk, waren, daß sie der Ausführung von Bauten nicht gewachsen waren. Sie haben vielfach aber doch gebaut und die Folge war natürlich, daß Handwerker und Arbeiter häufig ihr Geld respektive ihren Lohn einbüßten. Der Bauschwindel blüht in Dresden und seinen Vororten wie fast nirgends sonst. Der«rmerilanische Stahltruft erklärt« eine OuartolSdivIdende Proz. für die Stammaktien und von i5/« Proz. für die Vorzugsaktien. Die Nettoeinnahmen stellten sich nach Abzug der gewöhnlichen Betriebskosten für das am 31. Dezember 1967 be- endete vierte Quartal auf 32 553 666 Dollar gegen 43 364 235 Dollar im dritten Quartal 1967 und 41 744 964 Dollar im vierten Quartal 1966. Die letzte OuartalSeinnnhme weist daher einen Rückgang von zirka 9 181 666 Dollar gegen die entsprechende Periode deS Vorjahres aus und ist die kleinste fett 1965. Der Ueberschuß deS letzten Vierteljahres beträgt 8 359 666 Dollar. Die Ziffern der Quartalsausweise im abgeschlossenen Jahre und in den vorhergehenden Jahre» stellen sich wie folgt: 1967 1966 1965 1. Quartal Dollar 89 122 492 86 634 496 23 625 886 2... 45 563 765 46 125 633 36 365116 3... 43 304 285 38 114 624 31 420 582 4.. 32 553 060 41 744 964 35 270 660 JahreSergebnisse 160 984 000 155 994 078 119 849 000 illiftragsbestand am 61. Dez. Tonnen 4 623 000 8 489 000 7 600 060 Die Nettoeinnahmen deS JahreS 1907 belaufen sich auf 166 984 096 Dollar, die größten seit Bestehen der Gesellschaft, gegen 155 994 673 Dollar� im Vorjahre, 119 849 666 Dollar in 1965" und 78 176 715 Dollar in 1964. Gegen das Vorjahr ergibt sich daher eine Mehreinnahme von ungefähr 4 360 000 Dollar. Der Auftragsbestand am Ende deS vierten Quartals stellte sich auf 4 625 666 Tonnen, gleich einer Abnahme von ungefähr 3 865 666 Tonnen, gegenüber dem Auftragsbestand am 31. Dezember 1966, und ist der lleinste seit dem Juni 1965.__ Sericbw- Leitung. Z» de» Dienstpflichten eines Pastors„nd SchnlinsPcktorS gehört . vcrleniuderischc. Beleidigung nicht. Diesem selbstverständlichen Satz verschaffte das preußische Ober» Verwaltungsgericht diese: Tage im Gegensatz zur Auffassung der Regierung Anerkennung. Ein Pastor B. hatte zu Lehrern und einem Bahnbeamtcn den Verdacht ausgesprochen, daß eine Witwe P. mit einem Lehrer N. ein unlauteres Liebesverhältnis unterhalte. Als die betreffende Witwe hiervon Kenntnis erhielt, strengte sie gegen den Pastor die Pripatbklcidignngskll'Le gn und bestritt entschieden mit dem von Va zu haben. DaS Schöffengericht verurteilte den Pastor zu 30 M. Geldstrafe. Gegen seine Verurteilung legte der Pastor Berufung ein und betonte, er sei Schulinspektor und habe daher auch das außerdienstliche Verhalten des Lehrers im Auge zu behalten. Die Regierung erhob darauf zugunsten bcS PastorS B. den Konflikt, da dieser seine AmtSbefugniffe nicht überschritten habe; ein Schul- Inspektor habe die Pflicht, sich um die anßeramtliche Führung eines Lehrers zu kümmern und darüber Erkundigungen einzuziehen. Das Oberverwaltungsgericht erachtete den Konflikt nur zum Teil für begründet. B. habe in dienstlicher Eigenschaft gehandelt, als er über die Angelegenheit mit den Lehrern sprach; ein dienstliches Interesse komme aber nicht in Frage, insofern B. mit einem Bahn- bcamtcn die fragliche Angelegenheit erörterte. Der Konflikt er- scheint nur dann begründet, wenn unzweifelhaft feststeht, daß Beamte sich einer Ucberschrdtung oder Unterlassung einer ihnen obliegenden Amtshandlung nicht schuldig gemacht haben. Die Ueberschreitung einer Amtshandlung müsse aber angenommen werden, insoweit B. die fragliche Angelegenheit mit einem Bahn- bcamtcn besprochen habe. Dem gerichtlichen Berfahrco sei demnach insoweit Fortgang zu geben. Ein AntobuS-Unfall. Ein schwerer Straßenunfall in der Friedrichstraßc, der durch einen Automobilomnibus herbeigeführt worden war. beschäftigte gestern die 1. Strafkammer des Landgerichts I. Wegen fahr- lässiger Tötung war der 20 jährige Krastmagenführer Gustav Guddat angeklagt. Am 6. April verließ der 13 jährige Sohn des prakt. Arztes Dr. Nagel einen in der Friedrichstraße in der Nähe der Kochstratze haltenden Straßenbahnwagen. Da ein von dem Angeklagten geführter Äutomobilomnibus der Linie 4 herannahte, blieb der junge N. dicht neben den Geleisen an dem Straßen- bahnwagcn stehen, um den Autobus vorbeizulassen. Da an dem Bürgersteig ein Handwagen stand, machte der Angeklagte eine tleine Schwenkung nach dem Straßenbahnwagen zu und achtete nicht darauf, daß dort der junge Mann stand. Diese geringe Schwenkung hatte zur Folge, daß der Unglückliche zwischen Straßen- bahnwagen und Äutomobilomnibus eingeklemmt wurde. Der junge Ä. erlitt entsetzliche Verletzungen. Die sämtlichen Wcichtcile der linken Körperteile waren dem Unglücklichen völlig abgerissen worden. In der Charite mußte nach einigen Tagen ein Bein amputiert werden und erst nach langem qualvollem Krankenlager verstarb der Bedauernswerte an einer durch Infektion herbeigeführten Lungenentzündung. Gegen den unvorsichtigen Lenker des Auto- inobilomnibusses wurde die vorliegende Anklage erhoben. Staats- anwalt Dr. Hoffstrdt beantragte neun Monate Gefängnis. Rechts- anwalt Fabian hob hervor, daß man bei einem derartigen so über- aus traurigen Unfall sehr leicht geneigt sei, ein größeres Maß von Schuld den, Führer eines Automobils zuzuschieben, als wie ihn tatsächlich treffe. Der Angeklagte habe geglaubt, durch den Engpaß hindurchzukommen und erst im letzten Augenblick eine Biegung nach links gemacht. Ob nun durch das Schleudern deS Autos bei dem schlüpfrigen Wetter oder durch eine vielleicht un- geschickte Bewegung des Getöteten das Unglück herbeigeführt sei, könne niemand sagen, weshalb das Gericht zu einem non liquet kommen müsse. Das Gericht hielt indessen ebenfalls eine grobe Fahrlässigkeit des Angeklagten für festgestellt, die darin liege, daß er an einer so gefährlichen Passage nicht gehalten habe. Mit Rücksicht darauf, daß durch derartige leichtsinnige Fahrer das Publikum und die Sicherheit auf der Straße im schlimmsten Maßt gefährdet werden, erkannte das Gericht aus 9 Monate Gefängnis, 253 mal vorbestraft. Eine 53 Jahre alte Wirtschafterin namens Auguste Emma Steglich geb. Schäfer erschien vor den Schranken des Dresdener Landgerichts, deren Polizeiakten nicht weniger als neun Bände umfanen. 233 mal ist die Angeklagte vorbestraft lediglich wegen Uebertretungcn aller Art. Sie hat sich aber niemals eines Eigentums- Vergehens schgldig gemacht, sondern betritt jetzt zum ersten Male wegen eines solchen die Anklagebank. Die 253 Vorstrafen kosteten sie annähernd 2566 Tage ihrer Freiheit, da sie alle gegen sie erkannten Geldstrafen„sitzend abmachte". Jetzt erhielt sie als 254. Strafe zwei Wochen Gefängnis, weil sie für 6 M. Wäsche entwendet hatte._ Unsittliches Verhalten seinen Lehrmädchen gegenüber hat dem Kaufmann Emil Marowitz, der gestern vor der 8. Straft kammer stand, eine schwere Strafe eingetragen. Der Angeklagte ist Inhaber eines Spezialgeschäfts für Butter, Eier. Wurstwaren und Käse und unterhält neben dem Hauptgeschäft noch eine Filiale, in welcher er junge Mädchen als Verkäuferinnen beschäftigt. Et wurde von zwei noch nicht 16 jährigen Mädchen, die dort als Lehrmädchen angenommen waren, beschuldigt, bei verschiedenen, von ihm selbst gesuchten Gelcgenlieiten sie in sehr unsittlicher Weise berührt zu haben. Die Mädchen wollen sich zwar gegen diese Beleidigungen nach Kräften gesträubt und geweint, aber sich.nicht getraut haben, ihrem Arbeitgeber energischer entgegenzutreten. Strafanträge sind dann von den beiden Vätern der Mädchen gestellt worden. Der Angeklagte wurde vom Schöffengericht für schuldig befunden und zu einem Jahr zehn Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung verurteilt. DaL Schöffengericht hielt die stvenge Strafe für geboten mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte einen schändlichen Mißbrauch mit seiner Stellung als Arbeitgeber getrieben habe.— Bei der gestrigen Verhandlung in der Berufungs- instanz plädierte der Verteidiger auf ein wesentlich niedrigeres Straftuaß. Er machte u. a. geltend, daß der Angeklagte bei seinen täglichen Geschätfötouren zu Restaurateuren gezwungen sei, größere Quantitäten alkoholischer Getränke zu sich zu nehmen und deshalb in dem letzten Jahre wenig zu klarem Verstände gekommen sei. Bis zur Inhaftnahme habe er täglich 12 bis 15 Glas Grogk, 12 bis 15 Glas Portwein, dazu noch Rum und etwa 16 Glas Bier getrunken, so daß er fast niemals ganz nüchtern war.— Das Berufungsgericht hob nach längerer unter Ausschluß der Oeffent- lichkcit geführter Beweisaufnahme das erste Urteil auf, ermäßigte die Strafe auf acht Monate Gefängnis und entließ den Auge- klagten aus der Haft._ Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zivetgvcrein Berlin und Vororte. Heute abend v'/, Uhr Rosenthal« Strahe 11/12: Generalversammlung. Verband deutscher Varblere, Friseure«nd Pcrllckenmacher« Gehülfen, Berlin. Heute abend 10 Uhr Dircksenstr. 46: Mitgliederversammlung. Lese»»nd Diskutierklub»Wilhelm Liebknecht«. Heute abend S'/x Uhr im Restaurant Adolj Buhl, Danzlger Straße 93: Sitzung. Gäste willkommen._ WasterstandS-Nachrtchtc» der LandeSanstalt sär Gewässerkunde, mitgeteilt»o» Berliner Wettcrbuieau. Wasserstand M e m e I. Tilsit P r c g e l, Jnstervura Weichsel, Thon» Oder, Ratibor , Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm » Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitmcritz , Dresden , Barby , Magdeburg am 28. 1. ern 236") 224") 10G') 167«) 259") 199 137") 70 —31 —100 125 seit 27.1, ora') -5 0 -4 +4 +8 0 +9 4-10 -4 4-46 — 5 103-11 ') 4- bedeutet Wuchs.- Fall. —«) cisjici. Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau") , Rathenow") Spree, Sprcmberg") . Bceskow Weser, Münden , Minden. Rhein, Maximitiansau , Kaub „ Köln Neckar, Hcilbroim Main. Wcfthcim Mosel, Trier —') Unierpegel.- Vermischtes. Die Familie erschossen. Vor dem Nürnberger Schwurgericht hatte sich vor einigen Tagen der tal. Bantbeamte Wilhelm Fehlhammer wegen Mordes. Mordversuche und der Tötung auf ausdrückliches Verlangen zu berantworten. Der Angeklagte, dessen ungeheuerliche Tat eine Folge der großen amerikanischen Geldkrisis zu sein scheint, wurde beschuldigt, am 8 Juni b. 3. abends im Walde bei Ziegelstein seinen achtjährigen Sohn Wilhelm ermordet, seinen vierjährigen Sohn Georg zu töten versucht und seine Frau Dorothea mit Vorfaz und Ueberlegung getötet zu haben, jedoch auf deren ausdiüdliches und ernstes Verlangen. Verfehlte Spekulationen hatten Fehlhammer in eine mißliche Bermögenslage gebracht. Bei seinen Spekulationen war ihm der Sohn seines früheren Lehrherrn, der Bantier Markus jr. behülflich, obwohl Martus wußte, daß den föniglichen Staatsbeamten verboten ist, sich mit Spekulationen irgend welcher Art abzugeben. Als die amerikanische Banttrisis hereinbrad), war Fehlhammer bei Martus mit 25 000 W., in Budapest mit 10 000 m. belastet. Außerdem schuldete er verschiedene Beträge bei anderen Firmen und Banken von zusammen 200 000 M. Nun wußte er sich keinen Rat mehr, denn sein Vorgchen tostete ihm, darüber war er sich vollständig im Klaren, un bedingt seine Stellung bei der Königlichen Bant. Am Abend des 8. Juni forderte er seine Frau, die sich bereits zur Ruhe begeben hatte, auf, noch einen Spaziergang mit ihm und den Kindern zu unternehmen. Unterwegs gestand er ihr, daß er das Geld verLoren und beruntreut habe, und es nicht mehr ersehen könne, forie, daß er seine Stellung verlieren würde, wenn dieses heraustäme. Der Angeklagte schildert, wie seine Frau zu dem Selbstmord der gesamten Familie gedrängt, und er schließlich seine Einwilli gung gegeben habe. Die Tat selbst schildert Fehlhammer wie folgt: lnfere Kinder gingen voraus, der kleine Georg hatte einen Blumenstrauß gepflückt, den er in der Hand trug, um ihn seiner Mutter zu geben. Er sprang unterwegs fröhlich singend auf dem Wege umber. Meine Frau fagte:„ Erst die Kinder." Sie faßte dann nach meiner Tasche, in welcher ich den Revolver steden hatte. Ich zog den Revolver. Wir befanden uns gerade an einem Graben. Ich schoß zuerst den älteren, Emil, von hinten in die Schläfe, Emil ftürzte fofort zusammen. Auf den Schuß lief der kleine Georg herbei, und als er etwa noch einen Meter von mir entfernt war, schoß ich ganz mechanisch auch ihn in den Kopf. Darauf wandte ich mich gegen meine Frau. Diese war niedergefniet, und hatte sich über Ben toten Emil gebückt. Ich schoß sie in die linke Schläfe. Sie fiel dann über den toten Knaben; plöglich fuhr sie wieder in die Höhe und rief mir laut gu: Jch bin noch nicht tot, Du mußt nech einmal schießen." Sie fant bann tot aufammen über den Knaben, worauf ich sie nochmals in den Rüden schoß. Darauf rührte sie fich nicht mehr. Jett richtete ich den Revolver gegen meine rechte Schläfe, der Schuß ging aber in die Luft, weil ich in großer Aufregung war. Darauf drückte ich nochmals los und traf mich in den Kopf( die Kugel stedt noch heute im Kopf) und stürzte bewußtlos zusammen. Als ich wieder zu mir tam, war es finster, ich hörte Schnarchen und froch zum kleinen Georg, der schlief. Ich Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Richard Rohleder geftorben ift. 111/9 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung Deutscher wollte ihn aufheben, hatte aber nicht die Straft dazu, sondern wurde schwindelig." Nach der Tat schleppte sich der Angeflagte nach Nürnberg, wo er sich bei einer Polizeiwache selbst stellte. Auf der Wache hatte Fehlhammer gesagt, er habe dem kleinen Söhnchen ein paar Schläge mit dem Stock verjeßt, um es von seinen Leiden zu erföfen, er fei aber zu schwach bazu gewesen, und schließlich habe er Mitleid mit dem Kind bekommen, und wollte es nach der Wache tragen. Da er dies aber nicht vermochte, sei er allein dahin gegangen, um Hülfe zu holen. Die Stopfwunde des kleinen Georg wurde bald geheilt, doch blieb eine teilweise Lähmung der rechten Bungenhälfte zurück. Gr befindet sich jetzt bei dem Onkel des Angeklagten in Pflege. Die Wunde des Angeklagten wurde ebenfalls glatt geheilt, doch blieb die Kugel im oberen Kieferknochen steden. Die Geschworenen erkannten auf eine Verurteilung des An geflagten wegen Totschlages, begangen an dem achtjährigen Sohn Emil und Lotschlagverfuchs an dem vierjährigen Georg, während fie in bezug auf die Ermordung der Ehefrau annahmen, daß Fehl hammer deren Einverständnis zur Ausführung der Tat befaß. Da die Geschworenen mildernde Umstände dem Angeklagten zu gebilligt hatten, so erkannte der Gerichtshof auf eine Gefängnisstrafe von sieben Jahren. Sodwaffer auf Rhein und Nedar. Sof, Briefkaften der Redaktion. Die ineiftische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 8, weiter wochentäglich abende von 7 bis 9%, br hatt. dritter Eingang, bier Treppen, Geöffnet 7 libr. Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 br. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Bahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Cilige Fragen trage man in der Sprechstunde ver. G. S. 15. Dank! Bird im Auge behalten und gelegentlich behandelt. 2. 2. Es ist schon fo. .. 1. Nein. R. S. 34. Db die Antragsfrist, die eine dret monatliche ist, nicht beobachtet ist. und ob etwa der Sühnetermin unterlaffen ist, ist ohne Einsicht in die lage nicht zu beantworten. Shre Dar ftellung läßt nicht erkennen, ob eine Beleidigungslage oder lediglich eine Gesez. Handelt es sich um eine Beleidigungsklage, so können Sie WiderSchadenerfastlage angestrengt ist. Die Armenrechtserwirtung entspricht dem flage erheben. Bur Annahme eines Anwalts würde erst für die zweite Initanz zu raten sein... 1885. Es genügt, wenn Sie Straf antrag unter Darstellung des Sachverhalts stellen und denselben lediglich gegen den Schuldigen richten, ohne anzugeben, wen Sie für den Schuldigen halten. Grohmann. Nein, die Angemessenheit für Gebühren von Heb ammen ist örtlich sehr verschieden. A. F. 64. Wenn Sie die Kündigung babin zurückgenommen haben, daß Sie mit Einwilligung des Wirtes erflärten, Sie bleiben bis Bum 1. April,( 0 würden Ste aur Miets zablung für Februar und März verpflichtet sein. B. Nein. 2. G. 47. Der Birt ist leider nach dem Gejezz berechtigt, die Möbel bis zum April einzubehalten. Freischuk. Retn, das würde als Jagdfrevel bestraft werden. R. 7. 61. Sie müßten sich an Jor Konjulat wenden. 23. 41. Gegen die Veranlagung von 06/07 würden Sie in Wie aus Mannheim berichtet wird, sind seit gestern Rhein Shrem Falle noch ausdrücklich reklamieren müssen. Freilich scheinen Ste und Nedar in fortwährendem Steigen begriffen. Der Rhein ist leider die Reklamationsschrift versäumt zu haben Es ist aber möglich, daß der Behörde in der letzten Nacht von 1,78 auf 2,73 Meter, der Redar von 2,10 Shrer Reklamation unter Darlegung des Sachverhalts von dennoch stattgegeben wird. M. R. 100. Wenn bei monatlicher Mietsauf 3,42 Meter geftiegen. Auch vom Oberrhein wird ein an- zahlung das Mädchen bis am 15. nicht sum 1. die Schlafstelle gefündigt haltendes Steigen des Wasserstandes gemeldet. hat, so ist sie zur Zahlung auch für den Februar verpflichtet; Sie tönnten beim Amtsgericht auf 8ahlung flagen. G. 9. Leider ist die Kaffe zur verpflichtet, auf Ihr Gesuch ein Bahngebiß zur Verhütung fünftiger Erwerbs. Bablung nicht verpflichtet. Die Bersicherungsanstalt ist berechtigt, aber nicht unfähigkeit anfertigen zu laffen. 19 000. Beliebig oft. .. 102. 1. Leider nein. Sie fönnten aber die Unterbringung in ein Erinferasyl veranlassen. 2. Sa. 3. Zwischen 15 und 30 Mart. 4. Rein. Irma 51. Die Eintvilligung mug polizeilich beglaubigt fett. B. Liegnigerstr. 19. Die Agitation für den sogenannten Berein Bolkswohl in der Linkſtraße ist, wie wir wiederholt hervorgehoben haben, schwindelhaft und tönnen wir vor bemfelben lediglich bringend warnen. Witterungsübersicht vom 29. Januar 1908. Unter den Trümmern begraben. Aus Radewell bei alle wird berichtet: Infolge eines heftigen Sturmes stürzte auf dem Grundstüd der Ammendorfer Papierfabrit ein Baugerüft zufammen. Vier Zimmerleute wurden unter den Trümmern be. graben. Der Polier tar sofort tot, ein zweiter Zimmermann Starb auf dem Transport nach dem Krankenhause. Die beiden anderen wurden schwer verlett. Dynamitexplosion. Jm Steinbruch Theben Neidorf explodierten nach einer Meldung aus Breßburg 12 Kilogramm Dynamit, die zum Trodnen ins Freie gelegt wurden. Eine Hütte wurde in die Luft geschleudert. Drei Arbeiter wurden getötet, mehrere schwer verletzt. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Marktlage: Fleisch: den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Bufubr schwach, Geschäft ftiu, Breise unverändert. Bild: Bufuhr genügend, till, Breise nachgebend. Fise: Zufuhr mäßig, Geschäft ruhig, Preise Geschäft still, Breise schwankend. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft wenig verändert. Butter und safe: Bufuhr knapp, Geschäft ruhig, Breise etwas höher. Gemüse, Obst und Südfrugte: Bu fuhr meist über Bedarf, Geschäft sehr still, Breise gedrückt. Stationen Barometer ( tand mm Bind cloung indiacle 742 Better & Nebel 3Schnee Swotnembe 740 23 2 bebedt Samburg 745 WSB Berlin rant.a M. 751 23 Münden 753 Bien Lemp. n. 6 Staflenen Barometer stand mm Bind. clotung 2 Haparanda 788 D 1 Betersburg 788 GD Scilly 1 Aberbeen 3 Schnee 5 Schnee 1 Baris 750 S 6 Regen 762 R Better 2 bebedt Zenip. n. T. 755 N 752 N 3 Schnee Bhalb bd. 3 wolfig 1 7 4 Regen Wetterprognose für Donnerstag, den 30. Januar 1908. Ein wenig fälter, beränderlich, vorherrschend wolkig mit geringeren Nieders schlägen und frischen nordwestlichen Winden. Turnverein„ Fichte" Gelegenheitskaut. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands I. Damen Abteilung. ( M. d. A.-L.-B.) Hierdurch die traurige it. teilung, daß unsere Turnschwester Liesbeth Buß am Montag, den 27. Januar, verstorben ist. Die Beerdigung findet am 31. Januar, nachmittags 1,4 Uhr, von der Leichenhalle des Aufs erstehungs- Kirchhofes in Bethenfee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 282/11 Der Vorstand. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzHolzarbeiter- Verband licher Teilnahme bei der Beerdigung Den Mitgliedern zur Nachricht, baß der Stollege, Tischler Ernst Fahrentholz am 25. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am meines lieben Mannes, unseres guten Baters 27915 Wilhelm Roll sagen wir allen Beteiligten unferen innigsten Dan?. Bitme Berta Roll und Steinber. Freitag, den 31. Sanuar, nad Dr. Schünemann mittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Zwölf- ApostelStirchhofes aus ftatt. 78/16 Die Ortsverwaltung. Am 28. b. M. ftarb ganz un erwartet mein Frennd, der Tischler Gustav Hoffmann. 14752* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Cdfe Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Bruch- Pollmann empfiehlifein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Berlin N., 14692* Liefer.f. Dris. u. 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Geschäfts- und Rassenbericht des Vorstandes. 2. Bericht der Nebiforen.& Bericht des Ausschusses. Mitgliedsbuch legitimiert. Neue Berliner Genossenschafts- Verband Bäckerei. Eingeschriebene Genossenschaft mit beschränkter Hatfpflicht. Reinickendorf- Ost, Wilkestr. 62. Sonnabend, den 15. Februar 1908, abends 9 Uhr, im Kontor der Bäckerei: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Auffichtsiates. 2. Borlegung und Genehmigung der Bilanz. 3. Neuwahl des Vorstandes und Aufsichtsrates. 129/ 8* Der Vorstand. Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter und Arbeiterinnen. Filiale Berlin III des Deutschen Schneider- Verbandes. Freitag, den 31. Jannar, abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung in Wilkes Festfälen, Brunnenstr. 188, am Nosenthaler Tor. Tages.Drdnung: 1. Bortrag über:" Die Lage der Frau im heutigen Wirtschafts leben". Referent: Stadtverordneter Genoffe P. Dupont. 2. Distuffion. 3. Bierteljahresbericht. 4. Geschäftliches und Verschiedenes. Mitglieder werden aufgenommen. Gäfte willfommen. Agitiert für guten Versammlungsbefuch. Die Heimarbeiterinnen find ganz besonders eingeladen. " Das diesjährige Bintervergnügen Ein Sommerfest am Freibad Wannsee" findet am Sonnabend, den 4. Statutenänderung und Anträge. 5. Berschiedenes. 103/10 ara, in Freyers Gesamtfestfälen, Koppenstraße 29, ftatt. Billetts Die Bilang liegt im Kontor, Wilte. foten 50 B1. und find bei den Bertrauenspersonen und Bahlstellen zu haben. fit aus. Am Sonntag, den 29. März, nachmittags 4 Uhr, veranstaltet der Berband im wissenschaftlichen Theater Urania", Tauben. straße 49, eine Sondervorstellung. 252/2 Die Ortsverwaltung Berlin III.. Eue. straße 62, den Genoffen zur EinDer Vorstand. Engel. Marschel. Bekanntmachung! 1754L* Die schon seit langer Zeit im ganzen Lande andauernden hohen Butter- Einkaufspreise, welche besonders eine für die jetzige Jahreszeit ungekannte und ungeahnte Höhe erreicht haben, machen es unmöglich, reine Naturbutter billiger als zu folgenden Preisen zu verkaufen: Kochbutter. Eßbutter Feine Tafelbutter. Berlin, im Januar 1908. Pfund M. 1.20 und M. 1.30 13 93 1.40 1.50 Verein Berliner Butterkaufleute. E. V. Nr. 25. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 30. Janar 1908. feuerwerk, trügerischer Schein, wohlberechnet für den AugenDer Pädagoge eines Paftorenblattes blid. über die Lage der Arbeiter. Bur Speisung notleidender Schulkinder soll die Stadtverordnetenversammlung, wie wir schon meldeten, zunächst für Februar und März, den Betrag von zusammen 20 000 M. bewilligen. Viel ist das nicht, aber es ist freilich mehr als nichts. Der Magistrat hat sich zu diesem Schritt entschlossen, nachdem das Ergebnis einer an die Gemeindeschulrektoren gerichteten Umfrage ihm gezeigt hat, daß tatsächlich Hülfe not tut. Wir werden sehen, ob man uns auch jetzt wieder mit der Behauptung kommen wird, die durch die Schule selber ermittelten Zahlen feien übertrieben". Woher eigentlich wissen die Gegner der Schulkinderspeisung, daß die Lehrerschaft durchgängig geneigt sei, bon vornherein an eine Notlage der Eltern ihrer Böglinge zu glauben? Gewiß, viele Lehrer und Lehrerinnen haben soziales Empfinden genug, ihre mahnende Stimme zugunsten der hungernden Schulkinder zu erheben. Aber neben ihnen gibt cs in der Lehrerschaft noch sehr viele, die eher geneigt sind, von vornherein über Begehrlichkeit der Arbeiter= Ilaffe zu schreien, den Notstand als ein Ergebnis bloßer Lüderlichkeit der Arbeiterfamilien hinzustellen und vor einer raschen und durchgreifenden Hülfsaktion zu warnen. " " für die Kinder der Unbemittelten, sondern um die höheren Schulen handelte, die den Kindern der Bemittelten offen stehen? # Auch kürzlich hat ein Erdengroßer ein Blißlicht, das Millionen von Geistern traf, aber nur wenig Herzen wärmte, Die Schulverwaltung vertröstet darauf, daß in diesem Jahre aufleuchten lassen. Mehr Volk!" soll der deutsche Kaiser mehrere neue Schulhäuser fertig werden sollen. Ach nein, von den ausgerufen haben, als ihm die Skizze zu einem Gemälde, das paar Schulhäusern, die da wieder mal ihrer Vollendung entgegendie bekannte fönigstreue Demonstration in der Wahlnacht vor gehen, ist noch keine wirksame Abhülfe zu erwarten. Soll eine dem Schlosse verewigen will, vorgelegt wurde. Es war nicht gründliche Befferung erreicht werden, so ist das nicht möglich ohne das erste Mal, daß der kaiserliche Mund sich zu solchem Aus- eine sehr erhebliche Wermehrung der Schulen und druck der Boltsgeneigtheit herabließ. Schon gelegentlich der Schulhäuser. Wir bekämen sie, wenn nicht im StadtparlaZentenarfeier wurde dem Volfe wohlgefällig und wohl- ment der Freifinn dank dem Dreiklassensystem des Gemeindewahl. bedacht in der Straße Unter den Linden, vom Siegestor bis rechts die Mehrheit hätte. zum neugeweihten Siegesdenkmal an der ehemaligen Schloßfreiheit, eine breite Gasse gebahnt, um des Deutschen Reiches Die Brotteuerung! und Preußens Herrlichkeit im hellsten Glanze strahlen zu Das Statistische Amt der Stadt Berlin hat jetzt auch aus sehen. Und die mit ausgezeichneter Höflichkeit dem Volte die dem Dezember 1907 das Ergebnis der Brotpreisermittelungen Gasse bahnten, das waren dieselben Schußleute, die feit zwei bekanntgegeben, die in Berlin regelmäßig vorgenommen Wochen gegen dasselbe Volf den Säbel zücken. Wie sie sich werden. Allmonatlich zweimal werden aus einer großen Zahl damals ins Zeug legten für den Ruhm von Kaiser und Reich! Bäckereien( gegenwärtig 40) Brote angekauft, und nach Feſt. Schußmannsfetten waren zwar auch überall gezogen, aber stellung ihres Gewichtes wird dann der Preis pro Kilogramm schmunzelnd ließ man in die Feststraße hinein, wer nur immer Brot berechnet. Für Dezember 1907 ergab sich eine hinein wollte und konnte. Herdenweise wurden die Großen weitere Verteuerung des Brotes, und vorläufig ist und die Kleinen, die Erwachsenen und die Schulkinder, zum bei dieser Aufwärtsbewegung noch kein Ende abzusehen. Ein Berliner Lehrer, einer dieser anderen, die allen Ueber- neuen Denkmal geführt, zu den Manen jenes deutschen treibungen" abhold find, hat das Bedürfnis gefühlt, der Deffentlich- Kaisers, den sein Enkel, nicht das Volf, zum Großen" erhöht Fünfgroschen Brotes schon recht erheblich unter Im Dezember blieb das durchschnittliche Gewicht des teit mitzuteilen, wie er über die Frage der Speifung notleidender hat. Tagelang gab es Absperrungen, die fast den gesamten brei fund zurück, und der durchschnittliche Preis pro Schulkinder denkt. Als die Sache durch den Antrag der sozial- Linden- Berkehr unterbanden und Handel und Wandel zehn Kilogramm Brot war nun schon nahezu 34 Pf. demokratischen Stadtverordneten in Fluß gebracht worden war und in den Schulen die bezüglichen Ermittelungen angestellt mal mehr schädigten, als es vorübergehende Demonstrations( genauer 33,98 Pf.). Das sind Ziffern, die an die ärgsten wurden, setzte dieser Lehrer sich hin und schrieb eine Schimpfzüge des Volkes tun können, weil eben die sich stauenden Hungerjahre der letzten Jahrzehnte erinnern. Im Laufe epistel gegen die Arbeiter bevölkerung. Und das Volksmassen an den Haaren förmlich herbeigezogen wurden. Ser legten zwölf Monate hat das Durch) Paftorenblatt te ichs bote" brudte fie ihm ab. Wir wundern Und wie wars vor der Beisetung Wilhelms des Großen, als schnittsgewicht des Fünfgroschen Brotes sich uns nicht, daß es just wieder ein Pastorenblatt ist, das sich das Volk sich den toten Kaiser im Dom ansehen sollte? Genau um fast 4 Pfund verringert, so daß der hierzu hergibt. In den Kirchen predigen Pastoren den Darbenden dasselbe Theater. Liebenswürdigkeit über Liebenswürdig. Durchschnittspreis pro Kilogramm Brot um Entfagung und vertrösten sie auf die Freuden des Jenseits. feit von seiten der Polizei, die der krassen Neugier auf Be- fa ft 6% Pf. gestiegen ist; denn im Dezember 1906 war Pastoren und ihresgleichen zetern in der Presse über Begehrlichkeit fehl von oben herab weitesten Spielraum ließ, weil es so der Durchschnittpreis pro Kilogramm Brot erst 27% Pf.( gcder Arbeiter und rufen die Besitzenden zur Abwehr auf. Da war Genauer es nur in der Ordnung, daß auch der oben erwähnte Lehrer sein schön mit zur Staffage gehörte und jene Dichter und Ge- nauer 27,36 Pf.). 6% Pf. mehr, das ist nahezu ein Viertel Opus einem Pastorenblatt übergab und daß das pastorenblatt es schichtsverderber begeistern mußte, die berufsmäßig von von 27% Pf. Within mußte auch das Wochenquantum Brot, Opus einem Bastorenblatt übergab und daß das Paftorenblatt csürsten und Helden fingen und sagen. Wie wars, als die bas eine Arbeiterfamilie braucht, im Dezember 1907 um ein Der von besagtem Pastorenblatt mit offenen Armen auf- königlichen Dreibundskollegen aus Wien und Rom in Berlin Viertelteurer bezahlt werden als im Dezember 1906, wenn genommene Lehrer spottet über das sozialdemokratische Ge- einzogen? Abermals hatte die Straße Unter den Linden die Familie noch dasselbe Quantum( notabene: diefelbe fchrei" und fragt zweifelnd:" 3ft wirklich die geschilderte Not und ihren Ausnahmetag. Zehntausende von Gaffern bekamen fast Gewichtsmenge an Brot, nicht etwa nur dieselbe Zahl der Armut vorhanden? Oder ist das Geschrei nicht vielmehr auf das ungehinderte Bahn, Zehntausende von Afterpatrioten und immer fleiner gewordenen Brote) verzehren wollte. Konto einer nimmersatten Begehrlichkeit au Surrabrüllern, aber auch Tausende, die mehr oder minder zufeben?" Er muß zugeben, daß in Berlin tatsächlich viel mehr fällig des Weges schritten, in der Arbeiterbluse steckten und Es kann nunmehr auch der Durchschnitt für das Armut vorhanden ist, als mancher auch nur ahnt". Aber er verganze Jahr 1907 berechnet werden; er ist natürlich gefichert, daß für die Armen von seiten Berlins großherzig gesorgt" weder Bomben geworfen noch das Schloß in die Luft gesprengt ringer als die Preise aus den letzten Monaten des Jahres werde. Nur werde oft die Unterstützung Unwürdigen gewährt, haben. aber Würdigen vorenthalten. Ganz ähnlich stehe es um die Frage Das Volk ist gut und gutmütig genug, wenn man es und speziell aus dem Dezember. Der Durchschnittspreis pro der Schulkinderspeisung. Der Reichsboten"-Pädagoge glaubt braucht für die Sonderzwecke der Erdengroßen. Da heißt es Kilogramm Brot war im Jahre 1906 erst 27 Pf. gewesen nicht, daß die Ermittelungen ein richtiges Bild geben werden. treuherzig:„ Mehr Volk!" und nicht:„ Fort mit dem Plebs!"( genauer 27,06 Pf.), im Jahre 1907 aber war er ziem Er sagt:„ Sofort, wenn so etwas bekannt wird, heißt es in den Und doch ists in beiden Fällen dasselbe Blut, dasselbe Bolt breis aus 1907 reicht nun schon beinahe heran an den Durch Voltlich 31 Pf.( genauer 30,82 Pf.). Der Durchschnittsfozialdemokratischen Blättern: Aufgepaßt" es gibt was zu und dieselbe Polizei. Merkit Du was, deutscher Michel? schnittspreis aus dem Hungerjahr 1891, der sich auf erobern! Es wird den Kindern eingeschärft, sich ja zu melden und Dann werde wenigstens für die Zukunft flug. Laß Dich nicht 31% Pf. pro Kilogramm Brot stellte und damals als unrecht„ arm" zu stellen, und so wird den Lehrern das Blaue bom gebrauchen als Staffage. Sei endlich mal kein Narr. Lauf' Himmel herunter vorgelogen." So schreibt der Berliner Lehrer" des„ Reichsboten"! Warum gebraucht der Mann die Vorsicht, den Namen des sozialdemokratischen Blattes" zu verschweigen, in dem cr derartiges gelesen haben will? veröffentlichte. " " " 9 nicht an höfischen Glanztagen nach der Berliner Renommier- erhört galt. Nach 1891 hat kein Jahr einen gleich hohen straße, in der Tu wohl Hurra brüllen und vor bunten Uni- Vrotpreis gehabt, wie das Jahr 1907. formen den Kotau machen, aber niemals Deine heiligsten, unfern die Taschen füllt, Einhalt geboten Wann wird der Verteuerung des Brotes, die den mit Füßen getretenen Rechte verlangen darfst! werden? Wie lange wird das arbeitende Volk sich diese Dunnus powerung noch gefallen lassen? Der Pädagoge des Pastorenblattes schildert dann, wie gut es heutzutage. seiner Meinung nach dem Arbetter geht: Unter 50 Pf. Stundenlohn arbeitet ein Arbeiter bad bands at meindeschulen. Der Magistrat muß diese Uebersichten alle Halbjahre der Stadtverordnetenversammlung zur Kenntnisnahme vorlegen. Die neueste, die über die Frequenzen des laufenden Bierteljahres berichtet, ist den Stadtverordneten soeben zu gegangen. Wer Fortschritte zum Besseren darin fucht, der wird sich enttäuscht sehen. in der Großstadt überhaupt nicht. Maurer verdienen pro Shmde dos asid Die Schulnot in Berlin lodos sodromu 75-80 Pf., Affordmaurer noch mehr. In vielen anderen Berufen wird immer wieder aufs neue beleuchtet durch die Ueber= fteht es ähnlich. Das Jahreseinkommen eines Arbeiters in der sichten über die Klassenfrequenzen der GeGroßstadt erreicht die Durchschnittshöhe von etwa 1600-1800 M. Es gibt zahlreiche Berufe, die ein so hohes Einkommen lange nicht haben. Wer arbeiten ipi II, findet auch Arbeit und braucht nicht zu„ hungern". Wirklich ganz Arme brauchte es in der großen Stadt eigentlich nur wenige zu geben. Und welche Pflichten hat der Arbeiter? Steuern und sonstige Abgaben sind in der Regel fchr minimale oder häufig gar keine in Abrechnung zu bringen. Für Ausbildung der Kinder wird nichts Sonderliches verwendet. Miete ist die einzige höhere Ausgabe. Hierzu kommt, daß Arbeiter- der soviel operiert wird, ist um eine Kleinigkeit weiter herunterDie Durchschnittsfrequenz der Klassen, mit tinder von 12 Jahren an sämtlich verdienen." Man sieht, dieser Mann kennt" die Lage der Arbeiter. Aber gegangen das ist alles. Will man wissen, um wieviel? Bei er weiß auch zu erzählen, wie sie all das viele Geld ber- Ausschaltung der Nebenklassen, die ja nur ganz gering befekt jubeln. Man gche," so wettert er, des Sonnabends und werden dürfen, ergibt sich als allgemeiner Durchschnitt Sonntags in die Bäder- und Fleischerläden, und man wird sehen, pro Klasse: für das Sommerhalbjahr 46,29 Kinder, für das wie das Geld gar keine Rolle spielt. Die schönsten Kuchen aller Winterhalbjahr 46,01 Kinder. Das ist diesmal der ganze" FortArt, die meiste Schlagsahne, das meiste Fleisch kaufen die Arbeiter schritt". Die a cht Klassenstufen haben diesmal die folfrauen. Man statte einmal den Bergnügungsetablissements und genden Durchschnitte: Die ersten Klassen 33,83 Kinder, die zweiten den„ Rummelpläßen" am Sonntag einen Besuch ab, und man wird sehen, wie die Groschen mit Gewalt verspielt, bertanzt, vertrunken Klassen 36,54, die dritten Klassen 42,04, die vierten Klassen 45,53, und vergeudet werden." Der Pädagoge des Pastorenblattes kommt die fünften Klassen 48,52, die sechsten Klassen 51,17, die fiebenten zu dem seufzenden Schluß: Die Liederlichkeit ist gerade in der Klassen 49,90, die achten Klaffen 51,01 Kinder. Gegenüber dem Arbeiterbevölkerung erschrecklich groß." Sommerhalbjahr ist in diesem Winter für keine der acht Klassenstufen eine erhebliche Frequenzänderung eingetreten. Soll etwa ein Durchschnitt von 51 Kindern pro klasse, wie ihn die achte lassenstufe hat, schon als ein idealer" Zustand gelten und als Ziel aller Wünsche? Was aber wird aus dem Arbeiter, wenn alles verjubelt ist? Der Pädagoge sagt es: Die Gemeinde tritt für ihn ein. „ Es ist," so versichert er, beinahe beneidenswert, ein Armer zu sein." Besonders leicht gemacht wird dem Arbeiter die Sorge für die Kinder. Kein Schulgeld, freie Lehrmittel, Ueberivachung durch Schulärzte, Verabfolgung von Milch und Semmeln, Ungünstiger noch wird das Bild, das die Beseßungsziffern Gewährung von Freibädern usw. usw. Und auch noch die Speisung der untersten Klassen bieten, wenn man die Klassen einzu Mittag! Unser Bädagoge malt höhnend bereits aus, daß jede zeln betrachtet. Noch immer gibt es Klassen, deren Bes Schule einen Schulkoch" haben werde, vielleicht werde auch mal sehung sogar über die von der Schuldeputation festgesette Höchst cin„ Schulschneider" angestellt, der die Kleider flict, schließlich zahl" hinausgeht. Mehr als 60 Kinder sollen überhaupt in keiner fomme wohl gar ein„ Schulautobus", der den Kindern den Schul- Klasse mehr sißen. Die Schuldeputation meint zwar, geringe weg abnimmt. Ueberschreitungen" seien nicht immer zu vermeiden. Aber kann Brutaler hat giftiger aß gegen die Arbeiter flaffe sich selten geäußert. Wer wird diesem Pädagogen eines man noch von" geringen" Ueberschreitungen reden, wenn man sieht, Panorenblattes zutrauen wollen, daß er den Notstand der Arbeiter- baß noch klassen mit 63, mit 64, mit 65 Kindern finder übertreiben" fönnte, wenn er etwa bei Erhebungen vorhanden sind? über die Zahl hungernder Kinder mitzuwirken hat? Aus der städtischen Schuldeputation. In der gestrigen Sißung der städtischen Schuldeputation unter dem Vorsitz des Stadtsyndikus Dr. Hirsekorn wurde beschlossen, ne chmals beim Provinzialschulkollegium wegen der Verkürzung und um eine beschleunigte Antwort vorstellig zu werden. Dent der Ferien der Gemeindeschulen auf 70 Lage anzufragen Antrag, auf dem städtischen Grundstück Ede der Anton- und Ruheplatzstraße als Ersatz für die 75. Gemeindeschule eine einfache Schule zu errichten, wurde zugestimmt. Nervennährmittel. Im Kampf gegen Geheimmittel dient das Berliner Polizeipräsidium als eine Art von Zentralinstanz. Dessen Warnungen sind meist maßgebend für das ganze Deutsche Reich. Neben dem Polizeipräsidium in Berlin hat sich insbesondere auch der Ortsgesundheitsrat in Karlsruhe sehr eingehend mit dem Gewerte Warnungen vor. Mit Hülfe einer kleinen Schrift mit dem heimmittelschwindel befaßt. Von ihm liegen jetzt wieder bemerkensTitel:" So bekämpft man Nervosität, Neurasthenie, Nervenschwäche mit Erfolg" hat man von Berlin aus als bestes Nerven- Tonikum ein neu erfundenes Mittel, Visnervin" angepriesen. In dem Schriftchen sind nach berühmten Wustern die Schrecken der Nervenleiden ausgemalt. Den auf diese Weise ängstlich gemachten Gesunden und Kranken wird dann einzureden versucht, daß das einzige wirklich erfolgreiche Mittel, dem geschwächten Nervensystem wieder aufzuhelfen und es vor Störungen zu schüßen, Visnervin sei. An deren Mittel" fehlt es natürlich auch nicht. Dieses Mittel soll kein den üblichen Ausfällen gegen die gewissenlosen Quadsalber und Nervenheilmittel, sondern ein Nervennährmittel sein, das durch die in ihm enthaltenen Phosphorverbindungen die verbrauchte Gehirnund Rückenmarksubstanz, von der die Nerven ausgehen, ersetzt. Nach jahrelangen mühevollen Versuchen sei es geglückt, das Präparat herzustellen. Es sei vollständig unschädlich und von angenehmer und dauernder Wirkung. Hat man drei seiner Bekannten zur Bestellung von je mindestens 6 Dosen veranlaßt, so erhält man das Mittel umsonst. Die amtliche Untersuchung hat ergeben, daß die Pastillen im wesentlichen aus einer aus Getreidemehl, Buder, Banille und Eiweißstoffen zusammengefekten Maſſe beſtehen, die mit einer Schokolade- Zuckerumhüllung versehen ist. Das Mittel ist ohne Wirkung. Der Ortsgesundheitsrat warnt ausdrücklich vor Nun besteht ja für die achten Klassen die Bestimmung, daß dem Bezug. Schon früher hatte diefelbe Behörde von einer anderen wenigstens für den Unterricht in Hauptfächern eine Klassen- Nervennahrung", dem Antineurasthin, gewarnt. Es stammt teilung stattfinden kann, sobald mehr als 50 Kinder in der ebenfalls aus Berlin. Es wird als Universalmittel gegen NervenKlasse sizen. Durchgeführt ist das aber keineswegs bei allen achten störungen aller Art, Epilepsie, Trunksucht, Altersverblödung usw. Klassen mit mehr als 50 Kindern. Die Teilung wird möglichst empfohlen. Dabei werden ebenfalls die Folgen der Nervennur da zugelassen, wo Lehrkräfte zur Verfügung stehen, die sonst erschlaffung übertrieben, um wirkliche und eingebildete Kranke nicht voll beschäftigt wären. In diesem Winter sind von 713 achten bon trockenem Eigelb, Milchzucker und Kleber mit einem geringen ängstlich zu machen. Antineurasthin hat sich als eine Mischung „ Mehr Licht!" soll der Altmeister deutscher Dicht- Slaffen 288 geteilt, im letzten Sommer waren es von 702 achten Gehalt an Stärke, Dextrin und geschmadverbessernden Busäßen funft ausgerufen haben, als er den großherzoglich wei- Klassen 273. Der" Fortschritt" ist ganz winzig. Er schrumpft erwiesen. Irgendeine Wirkung auf die Nerven hat das Mittel marischen Staatsministerfrack endgültig an den Nagel hing vollends auf ein Nichts zufammen, wenn man berücksichtigt, daß nicht. und in die beste der Welten" einging. Wahr ist die Ge- im Sommer jene 273 achte Klassen für wöchentlich 1268 Stunden schichte nach der neueren Forschung nicht, aber sicher gut er- geteilt wurden, daß aber im laufenden Winter die 288 achten funden. Pessimisten, die an die Anekdote glauben, wollen lassen, denen die Teilung bewilligt ist, diesen Vorzug nur jogar behaupten, daß der große Denter und weniger große für 1241 Stunden genießen. Politiker mit diesem Weckruf in der Todesstunde ins Schwarz- Ganz eklatant ist der Rückschritt zum Schlechteren, der sich uns Weiße geschossen und die preußischen Staatsverhältnisse bei Betrachtung der Zahl der fliegenden Klassen sowie der Mietsgemeint habe. Der alte felige Goethe würde sich demnach schulen darbieter. Vom Sommerhalbjahr zum Winterhalbjahr hat wohl noch heute in der Weimarer Fürsten- und Dichtergruft die Zahl der fliegenden Klassen sich weiter von 51 auf umdrehen, wenn er sehen könnte, daß es noch immer Nacht in 70 vermehrt. In derselben Zeit ist die Zahl derjenigen Klassen, Preußen ist tiefe, dunkle Nacht, genau wie in der Toten die in Mietshäusern untergebracht werden mußten, weiter gruft. Bloß ab und zu flammt ein helles Schlaglicht auf, von 657 auf 713 gestiegen. Nunmehr ist bereits der siebente Teil und wer ihm zu nahe kommt, verbrennt sich leicht die Finger aller Gemeindeschulklassen auf gemietete Räume angewiesen. Ist das daran. Kein herrliches Sonnenlicht ist es, das die Herzen ein Zustand, der würdig wäre einer Stadt wie Berlin? Würde die der Menschheit wohlig durchflutet, nur verpuffendes Brillant. Bevölkerung ihn fich gefallen lassen, wenn es sich nicht um Schulen Berliner Nachrichten. " Die Zeiten ändern sich. Aus der Epileptikeranstalt Wuhlgarten geht uns wieder mal die Beschwerde zu, daß die Bekö stigung, die dort den Kranken gewährt wird, durchaus mangelhaft sei. Bei Klagen über die Qualität der Speisn ist es ja nicht leicht, mit einiger Sicherheit zu entscheiden. wie weit da der persönliche Geschmack mitspricht. Was dem einen noch beinahe als" Delikatesse" gilt, wird von einem anderen vielleicht schon als" Fraß" zurückgewiesen. Bes fonders in Anstalten für Stranke ist es ein schwieriges Stüd in der Anstalt Wuhlgarten an manchen Zagen so viel, daß kaum Arbeit, aile zufrieden zu stellen. Zurückgewiesen wird veniger von den Tischen wieder herunterkommt, als hinaufgefommen war. Die" Tranktonnen" sind da draußen immer voll, darum kann in Wuhlgarten auch die Schweinezucht mit so gutem Erfolg betrieben werden. Kennzeichnend für die Stimmung, die unter den Patienten herrscht, ist ein galgenhumoristisches Wort, Charlottenburg. mit dem ein Patient einen anderen tröstete, als dieser seine Ber- geworfen und die Insaffen, ein Ehepaar Etein aus Elberfeld, das F wunderung und sein Bedauern über die Menge der Reste äußerte. aus Anlaß der Verlobung des ältesten Sohnes nach Berlin ge- fannten Handlungsgehülfen auf die Wichtigkeit dieser Beifiker. Pflicht aller Parteigenossen ist: Alle befreundeten und bes Du mußt", so belehrte er ihn, bedenken, daß hier nicht nur für kommen war, wurde auf den Straßendamm geschleudert. Herr wahlen aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, daß am die Patienten gekocht wird; hier wird für die Schweine St. tam unter die Droschke zu liegen und schwer verletzt wurde 28. Februar cr. in der Arbeiterstadt Rigdorf nur Kandidaten der mitgefocht." er wieder hervorgeholt. Beide Unterschenkel waren ihm schwer Liste des Zentralverbandes gewählt werden. Es ist, wie gesagt, nicht leicht, sich über die Berechtigung solcher gequetscht worden und im Gesicht sowie am Kopf hatte er durch Klagen ein Urteil zu bilden. Aber der Beschwerdeführer, der über umherfliegende Glassplitter erhebliche Schnittwunden erlitten. Am Freitag, den 31. Januar cr., findet eine Sihung des die Wuhlgartener Genüsse an uns berichtet, versichert uns, daß auch Auch an den Händen und den Armen war er verlegt worden. Bezirks Nixdorf des Zentralverbandes in den Bürgersälen, Bergdie Quantität sehr zu wünschen übrig lasse. Wenn nicht ges Frau St. hatte am Kopf und im Gesicht erhebliche Wunden davon straße 147, statt. Diese Zusammenkunft beschäftigt sich nur mit rade eine Hungerfur an ihm probiert werden soll, dann hat er getragen. Auf der Unfallstation am Zoologischen Garten erhielten den Wahlen. Jeder Kollege und Barteigenosse ist freundlichst einunseres Erachtens allerdings wohl ein Anrecht darauf, daß man die beiden Verunglüdten die ersten Notverbände. geladen. Jede Art Agitationsmaterial beschafft die Bezirksleitung. ihn zum mindesten sati macht. Nebenbei bemerkt: unser Gewährsmann fagt, er sei nur deshalb nach Wuhlgarten überwiesen worden, Feuerwehrbericht. Wegen eines Brandes, der dreimal ge= J. A.: Otto Grüner, Rigdorf, Neue Jonasstr. 36. weil er nervös sei und zu Ohnmachtsanfällen neige. Auf eine meldet wurde, rückten drei Züge nach der Mendelsohnstr. 7 aus. wurde ihm erwidert:„ Wenn es Ihnen nicht past, fönnen Sie ja berger Straße 37 mußte ein Feuer in einem Steffelhause gelöscht Beschwerde über das Essen, die er einem Stationsarzt vortrug, Dort und Hübnerstr. 6 brannten Betten usw. In der Reichengehen, wir halten Sie nicht feft." Ein andermal wurde auf eine werden. In der Nähe Staliker Straße 120 brannten gleichzeitig erneute Beschwerde ihm vom Oberarzt mit Achselzuden geant- Weihnachtsbaumes, Gardinen usw. gemeldet. Ferner hatte die wortet:" Ja, ich tann nichts machen!" Am Ende haben in Wuhl- Wehr in der Neuen Friedrichstr. 79, Bachstr. 8, Langestr. 90, ant erneute Beschwerde ihm vom Oberarzt mit Achselzuden geant- Gardinen. Aus der Kurfürstenstr. 167 wurde der Brand eines garten die Aerzte zu schweigen, wenn Verwaltungsbeamte fommandieren? Sehr merkwürdig ist die Mitteilung, daß man in der Königsgraben 8 u. a. Stellen zu tun. Anstalt selber für Geld und gute Worte sich noch ein Mehr an Wurst, Spe usw. verschaffen kann. Unser Gewährsmann hat das mit Erfolg probiert bei einem Patienten, der dazu versendet wird, den anderen Patienten die Portionen zuzuteilen. Kann uns die Verwaltung sagen, wo diese täufliche Extrakost hertommt? Rixdorf. Vorort- Nachrichten. gestern an der Einsturzstelle untersuchende Kommission bezeichnete Zum Gerüsteinsturz an der Charlottenburger Brüde. Eine als den Schuldigen den Zimmermeister Jänide aus der Uhlandund schlechtes Holz verwendet haben. Da sich auch der nicht eins gestürzie Teil des Gerüftes neigt, wird er abgetragen werden müffen, als den Schuldigen den Zimmermeister Jänicke aus der Uhlandstraße 110/111. Dieser Meister soll für die Arbeiten zu schwaches so daß der Gesamtschaden sich auf 30 000 2, belaufen wird. Profeffor Schäde hatte, wie berichtet wird, von vornherein darauf hingelviesen, daß die Gerüstteile verantert werden müßten. Er hatte das Unheil für den ersten starten Westwind vorausgesagt. Dec Zimmermeister Jänide übernahm aber jede Beranivortung. Er wird daher auch der Hauptgeschädigte sein, da er nicht nur den Gerüstbauschaden trägt, sondern auch von der Straßenbahngefell schaft für die durch den Sturz erfolgte Sperrung der Gleise vera antwortlich gemacht werden soll. Schöneberg. Die Stadtverordnetenversammlung sekte in ihrer lehten Sibung am Dienstag die Generaldiskussion über den Etat für 1908 fort. Die Vertreter aller Parteien sprachen ihre Befriedigung über die frühzeitige Verlegung des Etats aus. Stadtv. Zobel( lib. Fr.) wendete sich dagegen, daß der Auch etne Arbeitslosen- Demonstration. Zu gewaltigen Menschenansammlungen tam es Dienstag abend in der Nähe der Jerufalemer vereins tagte am Dienstag bei Hoppe, Hermannstr. 49. Vor EinEine überaus stark besuchte Generalversammlung des WahlKirche. Der Auflauf nahm so große Dimensionen an, daß erst ein tritt in die Tagesordnung gedachte Genosse Schulz, der an Stelle Schutzmannsaufgebot die Menge zerstreuen mußte. Die Veranlassung des erkrankten Vorsitzenden Genossen Birtel die Versammlung zu dieser Straßendemonstration bot diesmal nicht eine Versammleitete, ber im letzten Quartal verstorbenen Genossen, die die Verlung, sondern das harmlose Inferat eines Delikatessenhändlers, der sammlung in üblicher Weise ehrten. auf diesem nicht ungewöhnlichen Wege einen Kutscher für sein Geschäft Der Jahresbericht lag den Versammelten zum ersten Male gesucht hatte. Auf dieses Inserat hin stürmte abends ein endloser gebrudt vor. Aus demselben ist ein erfreuliches Steigen der Zug von Bewerbern dem Laden zu. An der Tür kam es fast 3 gliederzahl ist gestiegen von 6065 am 1. Januar 1907 auf 7780 150 Proz. erhöht werden soll. Er hält es für richtiger, die Wertwie Presse zu ersehen. Die Miteinem Handgemenge, weil jeder der Arbeitslosen dem Rivalen zu- am Schluß des Jahres. vorkommen wollte. Der im Laden anwesende Verkäufer wußte fich wurden erledigt in 53 Vorstandssitungen, von denen 21 unter mit allem Nachdrud verlangen. Auch der Kämmerer werde um Die gesamten Verwaltungsgeschäfte zuvachssteuer einzuführen. Seine Graftion werde diese Steuer vor der Masse kaum zu retten; kein Kunde konnte den Laden be- Teilnahme der Funktionäre stattfanden, 7 Generalversammlungen diese Steuer nicht herumkommen. Für das Rieselgut wünschte treten und vergeblich forderte der junge Mann die vielen Bewerber und 9 Mitgliederversammlungen. Zur Aufklärung der Genossen Redner eine rationelle Bewirtschaftung, die der Stadt einen Gewinn auf, den Laden zu verlassen. Sie konnten nicht hinaus, weil von und Stellungnahme zu bestimmten Tagesfragen fanden außerdem bringe. Beim Schuletat rügte Redner, daß die Gebühr für die Beaußen immer neue Arbeitslose nachdrängten. In seiner Verzweiflung noch 15 Boltsversammlungen statt. Flugblattverbreitungen für nugung der Aulen und Turnhallen verdoppelt worden ist. Er hält rief der Verkäufer schließlich telephonisch die Polizei zur Hilfe und gana Nixdorf fanden vier statt, und zwar 2 für den Bäderboykott, es für ungerecht, den Turnvereinen höhere Gebühren abzunehmen, einem Schutzmannsaufgebot gelang es denn auch, den Laden und verein und zur Gewinnung von„ Vorwärts" lefern. Außerdem sebe für die Bildung eines Schülerrudervereins. Auch die Frefür den Jandorfboykott und 1 zur Aufnahme in den Wahl- während man den höheren Schulen einen Betrag von 14 000 M. die Straße wieder für den Verkehr frei zu machen. Auch ein Zeichen der herrschenden Arbeitslosigkeit in Berlin. beteiligten sich die Genossen noch an 2 Agitationstouren, die im quenz der Gemeindeschulklassen ist dem Redner immer noch zu. Frühjahr und Herbst des vergangenen Jahres stattfanden. Der hoch. 20 Proz. der Klassen haben mehr als 50 Schüler. Zahlreiche Unglücksfälle sind in der vorvergangenen Nacht und Borjibende verwies darauf, daß das Jahr 1908 der Organisation Oberbürgermeister Wilde hält die Erhöhung der Gebühren am gestrigen Morgen durch den niedergegangenen Schneefall herbei- reiche Arbeit bringe. Nicht allein, daß der Wahlrechtskampf und für Benußung der Aulen und Turnhallen unbedingt für notwendig. geführt worden. Da die Straßen beim Beginn des Schneefalles die im Herbst stattfindenden Landtagswahlen die Kräfte bis aufs Es sollen hauptsächlich Personen und Vereine getroffen werden, noch vom Tage zuvor durch den Regen naß waren, so bildete sich höchste anspannen, sondern die Sozialdemokratie dente am Ort die diese Räumlichkeiten zu geschäftlichen oder Erwerbszipecken bcinfolge der hinzukommenden Schneemengen eine schlüpfrige Masse, fich dieses Jahr auch an den Stadtverordnetenwahlen der 2. Wähler- nußen. Dem Arbeiterturnverein und sonstigen gemeinnützigen die für Menschen und Tiere außerordentlich gefährlich werden lasse zu beteiligen. Bei dem verstärkten Anziehen der Steuer- Vereinen werde man gern entgegenkommen. Die Herabseßung der fellte. Eine ganze Reihe von Passanten glitten auf den Bürger- schraube gerade bei der werktätigen Bevölkerung feien Erfolge nicht Klassenfrequenz kann nur langsam vor sich gehen. Es müssen erst steigen aus und erlitter zum Teil recht erhebliche Verlegungen. ausgeschlossen. Es sei des weiteren darauf hinzuarbeiten, daß der die nötigen Schulhäuser geschaffen werden. Im Laufe der Jahre Am Dönhoffplatz kam ein alter Herr zu Fall und zog sich einen Landtagswahlkreis Rigdorf- Schöneberg von der Sozialdemokratie werde man sicherlich zu einer wesentlichen Herabsehung der Klassenschweren Unterschenkelbruch zu. Die Schülerin Martha Bergmann erobert werde. Die Jahreseinnahme betrug 30 648,91 W., die Aus- frequena fommen. Nicht um schnelle Fortschritte, sondern um gute aus der Großbeerenstraße trug beim Sturz auf dem Straßendamm gabe an die Zentralfajse 22 785,08 m. und die am Ort 7863,83 m. Fortschritte handelt es sich. eine blutige Wunde im Gesicht und schwere Quetschungen am Der Kassierer, Genosse Stieler, erstattete noch den Kaffenbericht Kopf davon. In der Luisenstraße kam der Nentier Faber aus vom letzten Quartal 1907. Danach stand einer Einnahme von der Wilhelmstraße so unglücklich zu Fall, daß er einen Unter- 8445,38 2. eine Ausgabe von 7151,25 M. gegenüber; hiervon armbruch erlitt. Aehnliche Unfälle trugen sich am Rosentaler Tor, wurden an den Kreis 5630,25 M. abgeliefert, am Orte verbraucht in der Landsberger Straße usw. zu. Auch für den Verkehr auf 1521 M., mithin bleibt ein Bestand von 1294,13 M. den Straßen war das Matschwetter außerordentlich hemmend. Die Pferde vermochten durch fortwährendes Ausgleiten auf dem schlüpfrigen Boden nicht vorwärts zu kommen und in allen Straßenzügen fah man die Tiere stürzen. Ein aufregender Borfall spielte sich am Dienstag früh in der achten Stunde auf dem Bahnhof Warschauer Brücke ab. Auf dem Bahnsteig stand eine Arbeiterin, den Stadtbahnzug ach dem Stadtinnern erwartend. Plötzlich wehte der heftige Wind ihre Stopfbedeckung auf die Schienen. Nach einigem Zögern sprang die Arbeiterin auf das Gleis, um ihren Hut zu retten. In diesem Augenblick fährt der Zug ein. Laut um Hülfe rufend, bemühte sich die Frau, den Perron zu erklimmen, was ihr aber, ihrer leinen Figur wegen, nicht gelang. Die Zuschauenden, meistens Arbeiterinnen, konnten sich vor Schreck nicht rühren. Da eilte eine Frau B. herbei, der Bedrängten die Hände reichend, um sie so auf den Berron zu ziehen. Das gelang ihr aber nicht nur nicht, da die Untenstehende zu schwer war; Frau B. verlor das Gleichgewicht und stürzte hin, mit dem Oberkörper über den Gleisschacht. Da, im letzten Moment, stürzte ein Mann hinzu, riß Frau B. zurüd, und da die auf dem Gleis Stehende von Frau B. krampfhaft festgehalten wurde, konnte auch sie noch den Bahnsteig erreichen, so daß die heranbrausende Lokomotive nur noch ihre Kleider streifen konnte. Ginen Augenblick später und beide Frauen wären zermalmt worden. In der mehr als begreiflichen Erregung machte Frau B. der Unvorsichtigen heftige Vorwürfe, vofür diese sich in recht ungehöriger Weise revanchierte. Der Bericht der Spedition weist ein fortgesettes Steigen der Abonnentenzahl auf. Die Zahl der Vorwärts" leser betrug am 1. Januar 1907 9140 und stieg auf 11555 am Schluß des Jahres. Außerdem abonnierten auf" Die Gleichheit" am Schlusse des Jahres 240, auf den Wahren Jakob" 1530 und auf die Freien Stunden" 470 Lefer. Erfreulich ist auch, daß die Bibliothek des Wahlkreises stärker als bisher in Anspruch genommen wurde. Im Jahre 1906 wurden aus derselben 3088 und im Jahre 1907 5035 Bücher entliehen. Das hatte den Vorstand veranlaßt, eine Ausgestaltung der Bibliothek vorzunehmen. Am 1. Januar dieses Jahres um faßte dieselbe bereits 1063 Bände. Zu bemerken ist, daß eine besondere Abteilung für Jugendschriften vorhanden ist. Die vom Bildungsausschuß der Partei im Berzeichnis empfehlenswerter Jugendschriften" aufgeführten Bücher find sämtlich erworben worden. Stadtv. Schüler( unabh. Wg.) wendet sich gegen die Wertzuwachssteuer. Er sei nur dafür zu haben, wenn auch die anderen Gemeinden Groß- Berlins diese Steuer einführen. Im übrigen werde man bei den einzelnen Abteilungen des Etats noch verschicdene Abstriche machen müssen, um sparsamer zu wirtschaften. Zu dem Frauenmord in der Gerichtstraße wird mitgeteilt, daß die beiden unter dem Verdacht der Täterschaft verhafteten Schlafburschen der ermordeten Witwe Wiesner wieder auf freien Fuß lung beraten. Ein Antrag, worin verlangt wird, daß die DeleHierauf wurden einige Anträge für die Kreis- Generalversamm. gesetzt worden sind. Sie haben beide der Polizei gegenüber ihr gierten zur Generalversammlung Groß- Berlins nach der Zahl der Der Kämmerer Machowicz fuchte die Erhöhung der GeAlibi für die Zeit, zu der der Mord berübt wurde, nachgewiesen Mitglieder eines jeden Ortes gewählt werden sollen, wurde an- werbesteuern in der Klasse III zu begründen. Die Erhöhung führe nun zwei andere Spuren. Es muß abgewartet werden, ob die genommen. Begründend wurde ausgeführt, daß Nirdorf durch einen gerechten Zustand gegenüber den anderen GeiverbesteuerFährte, welcher die Polizei neuerdings nachgeht, die richtige ist. nach erst auf 100 Mitglieder ein Delegierter gewählt werden diese erhöhten Steuern erhoben, man habe teine Ursache, den den Beschluß der letzten Generalversammlung Groß- Berlins, wo- lassen herbei. In fast allen Genteinden Groß- Berlins werden Es wird vermutet, daß der Mörder der Reichshauptstadt schon fönne, zugunsten kleiner Orte habe 30 Delegierte abtreten müssen. Schöneberger Gewerbetreibenden etwas Besonderes zu schenken. längst den Rücken gekehrt und sich in Sicherheit gebracht hat. Er Das entspreche nicht dem demokratischen Prinzip. Eine längere Braumalzsteuer würde zu wenig einbringen, ebenso sei es mit der hat hierzu reichlich Zeit gehabt und es ist nicht ausgeschlossen, daß Diskussion rief ein Antrag Rummel, eine Stritit über den Ent- Steuer auf eingeführte auswärtige Biere. er den Zeitraum zwischen der Verübung und der Entdeckung des Wurf und die Ausführung des Auer- Denkmals auf der Kreis- Nachdem noch einige Redner auf die finanziellen Verhältnisse Verbrechens dazu benutzt hat, um ins Ausland, vielleicht nach Generalversammlung zu üben, hervor. Der Antrag gelangte fast der Riefelgüter eingegangen und andererseits dafür eintreten, daß Amerika zu flüchten. einstimmig zur Annahme. Hierauf erfolgte die Wahl von 15 Deles die Erhöhung der Gewerbesteuer in der Klasse III nicht vorgenommen Brandunglüd. Die 39jährige Straßenhändlersfrau Anna gierten zur Kreis- Generalversammlung. Ein Antrag, gegen die wird, wird der gesamte Etat dem Etatsausschuß überwiesen. Schlüder, geborene Langohr, ist gestern nacht gegen 12 Uhr in ihre Mitglieder Morib Meyer, Lieske, Liebach, Donat, Pölzing und Ein Antrag der liberalen Fraktion, nach welchem der Magistrat Wohnung, Stralauer Straße 45, heimgekehrt; vor dem Schlafen- Krüger das Ausschlußverfahren weger Streitbruch einzuleiten, ersucht wird, die Einteilung und Abgrenzung der Urwahl. gehen wollte sich Frau S. noch einen Kaffee tochen. Sie setzte wurde angenommen. Zum Schluß machte der Vorsitzende noch auf bezirke zu der diesjährigen Landtagswahl schleudeshalb den Spirituskocher in Brand. Auf irgend eine Weise muß die heute stattfindenden Arbeitslosenversammlung aufmerksam und nigst vorzunehmen, wird einstimmig angenommen. nun wahrscheinlich aus Versehen der Kocher explodiert sein, denn ersuchte um regen Besuch derselben. Ein weiterer Antrag, die Schuldeputation anders zu= plötzlich stand das Zimmer in hellen Flammen. Als die Feuerfammenzuseßen und auch eine Lehrerin mit heranzuziehen, wird Die in der gestrigen Nummer befindliche Notiz, die Wahlen nach kurzer Debatte angenommen. wehr erschien, wurde Frau Schlücker regungslos am Boden des qualmerfüllten Raumes aufgefunden. Da die an Ort und Stelle zum Kaufmannsgericht betreffend, ist irrtümlicherweise unter borgenommenen Wiederbelebungsversuche erfolglos waren, erfolglos waren, so Lichtenberg gelangt, während die für Lichtenberg bestimmte transportierte man die Verunglüdte nach der nächsten Unfall. Notiz unter Rigdorf steht. station, wo nur noch der durch Rauchvergiftung eingetretene Tod festgestellt werden konnte. Es wird angenommen, daß Frau Schlücker, die oft an Strämpfen litt, wieder einen solchen Anfall betam und hierbei den Spirituskocher umgestoßen hat. Stadtv. Küter( Soz.) wendete sich dem Gemeindeschulwesen zu. Hier werde in keiner Weise genügendes geleistet. Die sozialdemokratische Fraktion werde bei der Beratung dieses Etats ihre Wünsche näher formulieren. Der Antrag auf unentgeltlichkeit der Lehr- und Lernmittel wird in diesem Jahr von neuem gestellt werden. Man müsse ferner daran denken, der Zahnpflege in der Schule größere Aufmerksamkeit zu widinen. Dem Schularzt ist ein besonderes Sprechzimmer im Schulhause zu geben. Redner bermißt, daß für die Kinder, die noch nicht das schulpflichtige Alter erreicht haben, etwas getan wird. Hier müsse mit der Einrichtung, bon Sindergärten und Strippen borgegangen werden. Es wäre auch wertvoll, einmal die Zahl der Kinder festzustellen, die kein warmes Mittagbrot erhalten. Die Wohlfahrtspflege wird auch heute noch immer als ein Beilchen, das im Verborgenen blüht, betrachtet. Das was bisher geschaffen ist, sei nur unter dem Drud Aenderungen nicht vorgekommen feien, nur forderte er die Ge- nahme der städtischen Arbeiten in eigener Regie nur langsam vorGenoffe Rohr als Mitglied der Lokalfommission betonte, daß der Verhältnisse erreicht worden. Redner tadelt, daß mit Uebernossen auf, bei Abmachungen von Vergnügungen auch dafür zu gegangen wird, immer wird hier betont, man habe ja noch lange sorgen, daß organisierte Kellner zu beschäftigen feien. Die Wahl Beit dazu. Die Errichtung des Stadttheaters, das schon heute des Vorstandes hatte folgendes Resultat: 1. Vorsitzender 8irtel völlig fertig dastehen sollte, ist ganz von der Bildfläche verschwunden. und 2. Schulz, 1. Staffierer Stieler und 2. Wildgrube, Redner wünscht, daß der Magistrat auch den Forderungen der 1. Schriftführer Aischer und 2. Keiling, Beisiger: Engei städtischen Arbeiter gegenüber einsichtsvoller werde. Die Forde und Wiese, Revisoren Heller, Vieweg und Konrad. rungen habe man den einzelnen Deputationen überwiesen und die Als Viertelstaffierer wurden gewählt für das 1. Viertel Riet, Vertreter der Arbeiter bei der Mitberatung ausgeschaltet. Das 2. Biertel Pfeifer, 3. Viertel Karle und 4. Viertel Grubig. Armen- und Siechenhaus sei immer noch nicht errichtet, trotzdem Die Bibliothekkommission besteht aus den Genossen Eichholz, man schon seit Jahren darauf wartet. Auch an die Errichtung Schaub, Huzelmann, Wallmann, Mayuz, Schulz, Thomas und einer Poliklinik im Krankenhause müsse gedacht werden. Nedner Kröcher. In die Lokalkommission wurde Rohr, Schröder verurteilt dann ebenfalls die Erhöhung der Gewerbesteuer in der Klasse III und wendet sich zum Schluß noch gegen die vom Maund Hendrischke gewählt. bezirke, die alles eher, nur nicht praktisch sei. gistrat borgenommene Neueinteilung der Stadtverordnetenwahl= Gefunden wurde in der Generalversammlung des 1. Kreises, Neue Friedrichstr. 35 ein Portemonnaie mit Inhalt. Der Eigentümer tann dasselbe bei G. Weihnacht, Grünftr. 21, abholen. In der Generalversammlung des Wahlvereins des 4. Berliner Reichstagswahlkreises am Dienstag sind 2 Regenschirme und ein Taschentuch gefunden worden. Die Gegenstände sind im Bureau des Wahlvereins, Stralauer Plat 1/2, geöffnet von 0-2 und von 5-8 Uhr abends in Empfang zu nehmen. Der Der Magistrat beantragte sodann die Aenderung des Schulplanes für die Mittelschule, um den Uebertritt von Gemeindeschülern in die Mittelschule leichter zu machen. Die Aenderung Die Kaufmannsgerichtswahlen sind für den 28. Februar er. buhr( Soz.) ist mit ber Aenberung feineswegs einverstanden. fand in der Versammlung wenig Anklang. Auch Stadtv. Moltenausgeschrieben. Die Wählerlisten liegen bis zum 1. Februar Reffer wäre es, den Lehrplan der Gemeindeschule auszugestalten, wochentäglich von 9 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und damit nicht die aus der Gemeindeschule in die Mittelschule übervon 5 bis 7 Uhr nachmittags im Gewerbebureau des Magistrats, gehenden Kinder als zurüdgeblieben betrachtet werden. Grkstraße 29, 1 Treppe, Zimmer 7, zu jedermanns Einsicht offen. Oberbürgermeister erwiderte, daß die Stadt keinen EinGinwendungen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit der fluß auf die Alenderung des Lehrplanes der Gemeindeschulen habe. Wählerlisten müssen spätestens binnen 3 Tagen nach beendeter Im übrigen verspreche er sich ebenfalls wenig von der Vorlage. Auslegung bei dem Magistrat angebracht und durch Vorlage ent- am besten sei es, die vier unterſten Klaffen der Mittelschule aufzulösen. Die Vorlage wurde sodann einem Ausschuß überwiesen. sprechender Bescheinigungen begründet werden. Die beantragte Uebernahme des Krankentransport= wesens in städtische Verwaltung wurde zunächst einem Ausschuß überwiesen. Eine Reihe von kleineren Vorlagen wurden ohne wesentliche Debatte genehmigt. Friedenau. Pflicht jedes am Orte tätigen, am Tage der Wahl 25 Jahre alten Handlungsgehülfen ist es, feine Eintragung in die Wähler liften sofort zu veranlassen. Ein schwerer Automobilunfall, wobei ein Ehepaar schwer zu Es genügt, wenn dem Magistrat Vor- und Zuname, Wohnung Schaden tam, ist gleichfalls durch das Schneewetter herbeigeführt schäftigt ist mitgeteilt und Aufnahme in die Wählerliste beName und Wohnung der Firma, bei der Borgenannter beworden. In der Tiergartenstraße wurde ein Droschtenautomobil fchäftigt ist infolge der Glätte mit solcher Gewalt während der Fahrt zur antragt wird. Seite geschleudert, daß es gegen eine Tagameterdroschte prallte. Zwedentsprechende Formulare sind auch in der Erpedition des Die Drofchte wurde bei dem Rusammenstoß vollständia um- Borwärts", Neckaritr. 2, und beim Unterzeichneten au haben, 2. Die Gründung eines Arbeiter- Turnvereins bezwedt eine am Sonnabend, den 1. Februar, abends 8% Uhr, im Rheinschloß“. Rheinstr. 60, stattfindende Versammlung. Freunde des Turnens werden ersucht, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Lichtenberg. Borhagen- Nummelsburg. " Wittenau. den Genoffe Stubig- Pankow in einer gut besuchten Volksversamm lung hielt. Die Versammelten nahmen die Ausführungen mit großem Beifall entgegen. In der darauf folgenden Diskussion wurde noch auf die bevorstehende Gemeindevertreterwahl hingewiesen. Ferner wurden die Versammelten aufgefordert, Abonnenten des " Vorwärts" zu werden und in den Wahlverein einzutreten. Schönwalde( Bezirk Pankow). 120 Personen, davon die Hälfte Frauen, waren erschienen, um das Weißensee. Die faiserliche Boft scheint nicht gelten laffen zu wollen, daß Referat der Genoffin Marie Thiel Tempelhof zu hören über das auch die Stadt Lichtenberg in der Zeit existiert, von der man be- Thema" Der Kampf der Arbeiterklasse und die Frauen". In Deutschen Holzarbeiterverbandes nahm den Jahresbericht der OrtsDie Mitgliederversammlung der Zahlstelle Weißenfee bes hauptet, sie stände im Zeichen des Verkehrs. Lassen jetzt schon die fesselnder Darstellung verstand es die Referentin, den Frauen verwaltung des Kollegen Fuhrmann entgegen. Es haben stattpostalischen Verhältnisse den Gedanken nicht auftommen, daß Lichten- das Entwürdigende ihrer Rechtlosigkeit auf wirtschaftlichem und poli- gefunden 2 Generalversammlungen und 11 Mitgliederversammberg vor den Toren Berlins liegt, so droht in Zukunft noch eine tischem Gebiete vor Augen zu führen. Und wiederholt beivies erhebliche Verschlechterung. Das Postamt II( Dorfstraße) soll nicht während des Referats der Beifall der Frauen, daß sie es verstanden, Gewerkschaftskartell und Wahlverein eingeführte Kursus bisher lungen. Zum Schluß wurde darauf hingewiesen, daß der vom mehr Bestellamt sein. Es besteht dann die begründete Aussicht, daß daß in erster Linie die Frau und Mutter dazu berufen ist, den prole- einen regen Besuch aufzuweisen hatte und der Wunsch ausdie erste Bost nicht mehr wie jetzt in der zweiten Hälfte des Vor- tarischen Klassenlampf schon mit der Erziehung der Kinder zu fördern. gesprochen, baran festzuhalten, um die Kollegen über die wichtigen mittags, sondern nach Tisch ausgegeben werden soll. Sollten die Nach kurzer Diskussion, die sich im Sinne des Referats bewegte, und Gewerkschafts- und Parteifragen genügend zu unterrichten. Der städtischen Behörden nicht endlich einmal ganz energisch Front machen nach einem fernigen Schlußworte des Vorsitzenden Genossen off Staffenbericht lag den Kollegen schriftlich vor. An Arbeitslosengegen eine solche Krähwinkelei und künstliche Hemmung der Ent mann, das sich im besonderen an die anwesenden Männer unterstützung wurden aus der Verbandstasse 2984,80 m. und aus wickelung des Drtes? wenbete, erfolgte Schluß der Versammlung mit Absingung der der Lotalfaffe 2381,35 M. ausgegeben. An Krantenunterstützung ersten beiden Berseber Marseillaise und einem bea geistert aufgenommenen Hoch auf die Sozialdemokratie und Guthaben des Hauptvorstandes der Bahlstelle gegenüber beträgt zahlte die Hauptkasse 354,60 M., die Lokaltasse 995,40 W. Das In der Generalversammlung, die der Wahlverein für Borhagen- die proletarische Frauenbewegung. Und der Erfolg? 22 Frauen noch 21 341,48 An den Bericht dieser, sowie an alle folgenden Rummelsburg am Sonntag abhielt, erstattete der Vorsitzende Ge- erklärten durch Unterschrift, einem eventuell zu gründenden Berichte knüpfte sich eine kurze Diskussion. Die nunmehr ernoffe Otto John den Vorstands- sowie Kassenbericht für die Zeit Bildungsverein der Frauen und Mädchen" beizutreten, ebenso folgten Wahlen hatten folgendes Resultat: 1. Bevollmächtigter vom 21. Februar 1907 bis 31. Dezember 1907, der den Mitgliedern waren eine Anzahl von Neuanmeldungen für den Wahlverein, wie Frizz Ebert, 2. Hermann Kittler, Schriftführer Rich. Daeschner. auch gedruckt vorlag. Die Mitgliederzahl stieg von 1000 auf 1200, eine Anzahl von Abonnenten auf die Gleichheit" zu verzeichnen. Als Revisoren fungieren die Kollegen Aug. Wedow, Germ. Rofe, außerdem zählt der Bezirk Nüdersdorf 60 Mitglieder. Aus den bis- Dieser Erfolg beweist wieder einmal, daß unsere besten Freunde Ernst Ramtte. Als Beitragssammler Schnell, Neumann, Schönholz herigen 10 Bezirken wurden 19 gebildet, davon entfallen auf Rummels- und Förderer unsere Feinde find! Wir hoffen bald Gelegenheit zu und Ott. Die Kontrollkommission besteht aus den Kollegen Höpfner, burg 8 und auf Borhagen 11. Bereins- und Agitationsversammlungen haben, auf eventl. erneute Ungeseglichkeiten von oben her mit Pau, Bethke, Sigmund, Ott, Mertens. Als Bibliothekar wurde fanden im Orte 15 und in den Bezirken Rüdersdorf und Alt- Lands- gleichem Erfolg die klassenbewußte Arbeiterschaft Antwort geben zu Wegener und als Delegierter im Gewerkschaftstariell wieder berg 17° statt. Der Vorstand erledigte seine Geschäfte in 22 Sigungen. lassen. Die Einnahme betrug 6509,03 m., die Ausgabe am Drte 2126,40 W., geipählt. Zu der im Februar 1008' stattfindenden Bororise an den Kreis abgeführt 3790,27 M., mithin verblieb ein Stassen- Aus der letzten Sitzung der Gemeindevertretung dürften fonferenz in Berlin wählte die Versammlung die Kollegen Hendel, bestand von 592,36 M. Die Zahl der„ Vorwärts"-Abonnenten stieg einige Beschlüsse von Interesse sein. Ein Antrag um Aufnahme Kittler und Ebert, von 2126 auf 2520. Die Bibliothet besteht zurzeit aus 366 Bänden, in die Gemeindewählerliste wurde abgelehnt, weil das Koldavon wurden seit April 113 Bände ausgeliehen. Die fich hieran legium entgegen der anderwärts geübten Pragis fich der irrtümanschließende Vorstandswahl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender lichen Auffassung des Gemeindevorstehers anschloß, daß Chambre- Der Kampf ums Recht Tautete das Thema eines Vortrages, Otto John, 2. Borsigender Ernst Bügner; 1. Staffierer Otto Warttig, garnisten im Sinne des§ 41 der Landgemeindeordnung nicht als 2. Kassierer Rob. Miller; 1. Schriftführer Seidlig, 2. Schriftführer selbständig gelten. Der Voranschlag des Gemeindeetats für Kloz. Revisoren: Rob. Lenzner, Bandlow und Aug. Stapler. 1908 wurde festgesetzt in Einnahme und Ausgabe auf 42 270,65. Zeitungs- und Bibliothekkommission: Großkopf, Möse und Styyli. Unter den Einnahmen rangieren solche aus direkten Steuern wie Als Delegierte zur Kreis- Generalversammlung sowie zur Verbands- folgt: Gemeindeſteuer von Einkommen über 900 2.: 11 800 M., bersammlung nach Groß- Berlin wurden E. König, R. Wächter, Gust. unter 900 M.: 500 M., von Forensen und Sommergästen 7000 W. Tempel, May Bartel, Gust. Nichter, Kleemann, Eng. Kayler und Aus den Ausgaben sind erwähnenswert: Gehalt des GemeindeJünemann gewählt; als Erfagleute: Janzen, Otto Stein und vorstehers 3100 M.( inkl. 500 M. Wohnungsgeld), während für die Georg Schulz. In die Lokalkommission wurden E. Bügner, beiden Bildner der Jugend pro Lehrkraft M. gezahlt werden," Das Dreillaffenwahlrecht und die Notwendigkeit der sosialSt. Müller und Kloz bestimmt. Hierauf erfolgte die Aufnahme von und die Wächter pro Nacht 2 M. erhalten. Die Gemeinde- Ein- demokratischen Vertretung in den Gemeinden" war das Thema, über 222 Genossen. Widerspruch erhob sich nur gegen die Aufnahme eines tommensteuer, die im Vorjahre 125 Broz. der Staats- Ginkommen- das Genosse Störmer in einer im Schulzschen Restaurant von zirka Gastwirts. Die Angelegenheit wurde dem Vorstand überwiesen. steuer betrug, wird für 1908 festgefekt auf 115 Proz., die Grund- 150 Personen besuchten öffentlichen Versammlung referierte. Die Rummelsburg. Steuer auf 319 Proz. und die Gewerbesteuer auf 120 Broz. Die Versammelten nahmen die Ausführungen des volkstümlichen Redners Herabfebung der Gemeinde- Ginkommensteuer hat sich, wie der mit größter Aufmerksamkeit entgegen. Insbesondere bewiesen die Eine gut besuchte Boltsversammlung nahm vor einigen Tagen Gemeindevorsteher hervorhebt, in erster Linie ermöglichen lassen start vertretenen Schönwalder Frauen großes Jnteresse für die Ausden Bericht unserer Gemeindevertreter über ihre Tätigkeit entgegen. durch die in diesem Jahre erstmalig strenger bewirkte er anführungen, ein Belveis dafür, daß der Berein Frauenhilfe", wie fo Genosse John referierte in ausführlicher Weise über alle wichtigen ziehung der vollen Einkommen der Arbeiter- mancher seiner Art, nicht in der Lage ist, die Arbeiterfrauen davon Fragen, mit denen sich die Vertretung im letzten Jahre zu be- lasse.( Doch wenigstens ein Trost! D. B.)- Das Gas- abzuhalten, über die wirtschaftliche und politische Lage nachzudenken. schäftigen hatte. Mit Rücksicht darauf, daß wir über die Sizungen schäftigen hatte. Mit Rüdficht darauf, daß wir über die Sißungen wert der Gemeinde hat im ersten Betriebsjahre einen Die im März stattfindende Ergänzungswahl für die bisher kritisch berichteten, erübrigt sich eine Wiedergabe der Aus- Ueberschuß von 3108 m. erzielt, von welchem 1000 m. der Ge- vertretung muß die Genoffinnen und Genossen veranlassen, noch mit führungen des Redners. Klar und deutlich präzisierte Genosse John meinderasse, der Reſt einem neu zu errichtenden Betriebs- aller Kraft für die Sozialdemokratie zu agitieren, damit auch hier die Forderungen, die die Sozialdemokratie auf dem Gebiete des erneuerungsfonds überwiesen wurde. Der Voranschlag balanziert Vertreter derselben gewählt werden. Schulwesens, der kostenlosen Lieferung von Lehrmitteln in Gemeinde- für das Jahr 1908 in Einnahme und Ausgabe mit 28 100 W. sowohl wie in der Fortbildungsschule, der Gesundheitspflege der Der günstige Stand des Unternehmens rechtfertigt die HerabKinder usw. stelle, dabei betonend, wie verständnislos die bürgerliche sehung des Gaspreises für Private von 20 auf 18 Pf. pro stubikMehrheit sich stets solchen Forderungen gegenüber verhalten habe. meter. Der kgl. Gisenbahnfiskus zahlt wie bisher 16 Pf., die anAuch andere wichtige Gebiete streifte der Nedner und legte in wirkungs- Beschlossene Gemeinde Miersdorf 17 Pf. und 10 Proz. der Vervoller Weise die Stellung unserer Genojien dar. An der Diskussion brauchssumme als Beitrag zu den Verwaltungskosten. Der günstige beteiligten sich die Genoffen Ritter, Tischöder und Trinks, Stand des Unternehmens scheint nach Ansicht des Berichterstatters die die Ausführungen des Referenten teilweise ergänzten. Ein aber nicht zum letzten darauf zurückzuführen sein, daß im Buntte Antrag, daß der Vorstand des Wahlvereins unter Hinzuziehung der Entlohnung und Arbeitszeit bisher vorfiutflut nicht zur Wahl stehenden Gemeindevertreter das Wahlfomitee bilden Tiche Zustände geherrscht haben. So mußte selbst der Referent foll, wurde angenommen. Desgleichen folgende Resolution: Die zu diesem Punkte eingestehen, daß der jetzige Zustand, wonach heute zahlreich versammelten Gemeindewähler von Rummelsburg- 2 Arbeiter zwölfftündige Arbeitszeit haben und eine Sonntags Borhagen erklären sich mit der Tätigkeit der sozialdemokratischen ruhe fast nicht kennen, nicht länger aufrecht zu erhalten ist! Als Gemeindevertreter einverstanden. Ganz besonders empfinden die Mittel biergegen wurde beschlossen, einen dritten Arbeiter, der auch Versammelten die neue Einteilung der Wahlbezirke als eine weitere bei der Installation neuer Anschlüsse Schlosserarbeit zu verrichten Benachteiligung der dritten Klasse; die Versammelten verpflichten hat, neu anzustellen, die Arbeitszeit auf 10 Stunden herabzusehen fich, im Stampfe um ein gerechtes Wahlrecht zum Landtage ihre volle und alle drei Wochen einen freien Sonntag zu gewähren. Gin Pflicht zu erfüllen, damit auch dem Privilegium des Besitzes in den ganz hervorragendes soziales Verständnis glaubte wohl das KolGemeinden ein Ende gemacht wird. legium bei dem Beschluß zu beweisen, als Ersas für die fortfallenden 2 Stunden den Stundenlohn von 30 auf 35 Pf. zu erhöhen.( Wenn die Gasarbeiter nunmehr nicht eine Dankadresse Der Verband der Sattler, Ortsverwaltung Berlin, hielt am an das Kollegium richten, erklären wir sie samt und sonders als 23. Januar in den neuen Arminhallen eine Generalversammlung ersättlich! D. B.) Das Gehalt des Gasmeisters wurde von ab. Die Abrechnung vom 4. Quartal 1907 lag gebrudt vor. In vereins, für die Kontrolle der Wächter Uhren zu schenken, wurde 1000 M. Buschuß von der Haupttasse 1500 auf 1600 M. erhöht. Ein Angebot des Grundbesizer- der Ortsverwaltung beliefen sich die Einnahmen Darunter abgelehnt, nachdem von mehreren Rednern das liebenswürdige gaben auf 11 758,88 M., so daß ein Bestand von 740,87 M. übrig Angebot verblümt als zukünftiges Danaergeschent" bezeichnet blieb. Von den Ausgaben famen 5677,60 M. auf die Arbeitslosen, wurde, da man nicht ganz mit Unrecht der Ansicht war, daß die 2449 M. auf die Krankenunterstüßung. Die Lokalkasse hatte, einen Wächter die durch das Stechen der Uhren bedingte Mehrarbeit zum alten Bestand von 7194,78 M. mitgerechnet, 14 778 M. Einnahmen; Anlaß nehmen würden, ihren traurigen Nachtlohn von 2 M. auf ihre Ausgaben darunter 3924,50 W. Zuschuß zur Arbeitslofenzubeffern. unterstüßung und 1342,50 M. Zuschuß zur Krantenunterstüßung betrugen 5601,60 m., so daß der Bestand dieser Kasse auf 9177,23 Mart stieg. Die Abrechnung der Berliner Verwaltung schließt mit 4675,38 M. Ginnahmen, 2300,80 M. Ausgaben und einem Bestand von 2374,58 W. ab. Köpenick. Neuenhagen( Ostbahn). d Spandau. " Den Flammentos erlitten am Dienstag hier zwei Frauent. Eine 30 jährige Arbeiterfrau Herbrich war abends damit beschäftigt, bei einem offenen Licht Federn in Betten zu schütten. Dabei gerieten die Federn und gleichzeitig auch die Kleider der Frau in Brand; bevor ihr Hülfe gebracht werden konnte, war sie von den Flantmen umhüllt, und mit schweren Brandwunden bedeckt wurde fie ins Krankenhaus gebracht, wo sie bald darauf starb. Eine bei ihrer verheirateten Tochter wohnhafte 80 jährige Frau hatte, um sich zu erwärmen, in einem eisernen Behälter Koks in Brand gesetzt und daneben Blaz genommen; durch herausfallende Funken wurde ihre Kleidung entzündet und die Greijin, die halb gelähunt gewesen ist, verbrannte unter entfeblichen Qualen; Hülfe kam zu spät. Verfammlungen. auf 12 494,75 M., die AusDer Segen" des Baters. Einen Doppelselbstmord markiert hat ein blutjunges Liebespärchen, das sich die Einwilligung der Eltern erzwingen wollte. Die erst 14 Jahre alte Tochter Frida des Kaufmanns R. von hier hatte mit einem um zwei Jahre älteren Handlungslehrling aus Oberschöneweide ein Liebesverhältnis unterhalten, das von den Eltern natürlich nicht gebilligt wurde. Um die Angehörigen nun gefügiger zu machen und um die Consens" für eine Heirat zu erhalten, kamen die jungen Leute auf folgenden Einfall. Gie fetten eine Flucht in Szene und fandten an die Eltern rührende Abschiedsbriefe. In den Schreiben ließen sie durchblicken, daß sie gemeinsam in den Tod gehen würden, da ihnen seitens der Eltern der Segen zu einem ehelichen Bündnis nicht erteilt werde. Die Flüchtlinge hatten auch nicht vergessen, In der Generalversammlung des Wahlvereins gab der Gen. ihren Aufenthaltsort anzugeben, um dadurch die Angehörigen in Höfelbart den Vorstandsbericht. Danach haben stattgefunden: die Lage zu setzen, das Unglück" noch zu verhüten. Der Vater des Volksversammlungen, 8 Mitgliederversammlungen und 14 Vor- Der Kassierer Weyher bemerkte zu der Abrechnung, daß in Heffnungsvollen jungen Mannes und auch derjenige der„ Geliebten" standssigungen. Die Mitgliederzahl beträgt 100. Der Kaffen- den außerordentlichen Ausgaben für Arbeitslosenunterstützung, die erschienen denn auch bald an Ort und Stelle. F. erhielt seinen bericht des Gen. Lehmann weist eine Jahreseinnahme von 485,29 M. den Zuschuß aus der Hauptkasse erforderlich machten, der unheilSegen in Gestalt einer tüchtigen Tracht Prügel, während dem und eine Ausgabe von 452,52 M. auf; an den Kreis abgeführt volle Einfluß der Krise zum Ausdruck kam. Dieser Einfluß machte jungen Mädchen der Standpunkt auf andere Art und Weise flar wurden 231,10 M. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes: sich natürlich auch im Arbeitsnachweis start bemerkbar. Gingegemacht wurde. Ihre Selbstmordgedanken haben die beiden nun 1. Vorsitzender Höselbart, 2. Hübscher, Kassierer A. Lehmann, schrieben wurden im Laufe des Quartals 554 Arbeitslose, verlangt gänzlich aufgegeben. Schriftführer Köseling, Beisizer Göller und Schlosser, Revisoren wurden 205 Arbeitskräfte, und besetzt wurden 170 Stellen. MitBöhm, Stenz und D. Schmäte, Zeitungskommission Schuhmann, glieder zählte die Ortsverwaltung am Jahresschluß 2123, unter Göller und A. Schmäte. Lokalfommissionsmitglied Böhm, Dele- ihnen 103 weibliche. gierter für Groß- Berlin Hübscher. Herzfelde. Treptow- Baumschulenweg. Die Generalversammlung erteilte dem Kassierer einstimmig Decharge und erklärte sich außerdem mit einem Vorschlag des Vorstandes einverstanden, wonach die an die Hauptkasse zu leistenden Extrabeiträge für das laufende Quartal aus der Lokaltasse gedeckt werden sollen. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Gen. Gramenz den Jahresbericht des Vorstandes. Hervorzuheben ist, daß 18 Vereine und 49 öffentliche Versammlungen stattgefunden haben. Davon wurden 43 allein in der Woche abgehalten, in In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der welchen über die Praktiken der Polizei eingehend debattiert wurde. Vorsitzende den Jahresbericht. Es haben stattgefunden 6 Bolts. Die Polizei hatte daher durch den lleberwachungsdienst alle Hände versammlungen, 10 Mitgliederversammlungen, 4 Vorstands- Darauf hielt das Verbandsvorstandsmitglied Müntner boll zu tun. Der Kaffierer, Genosse Mierley, erstattete hier- sizungen, 8 Agitationstouren und 6 Flugblattverbreitungen. Den einen Vortrag über die Frage: Wie stellen wir uns zur auf den Stassenbericht vom 4. Quartal. Es betrugen die Ein- Staffenbericht erstattete der Genoffe Elsholz. Einer Einnahme von Gründung eines Lederindustrieverbandes?" Es nahmen 820,24 M., an die Zentraltasse des Kreises wurden ab: 400,67. steht eine Ausgabe von 380,64 m. gegenüber. Mit liegt hierbei der Gedanke zugrunde, daß die Verbände der Schuhgeliefert 546,82 M., die Ausgaben befrugen 250,20 m., es bleibt glieder waren 86 am Jahresschluß. Nach dem Speditionsbericht, macher, Kürschner, Gerber, Sattler, Portefeuiller und Handschuham Ort ein Bestand von 23,22 M. Der Jahreskassenbericht ge- den der Genosse Wislang gab, betrugen die Einnahmen 227,03 m., macher sich zu einem großen Verbande vereinigen und dadurch ihre staltete sich folgendermaßen: Einnahmen 2318,92 M., an die die Ausgaben 211,32 M. Aus dem Bericht der Lokalkommission Leistungsfähigkeit erhöhen sollten. Nach den gegenwärtigen MitZentraltasse des Kreises wurden 1801,88 m. abgeliefert, am Ort ist zu entnehmen, daß im Bezirk Herzfelde, nachdem das Lokal in gliederbeständen jener sechs Verbände würde ein solcher Industriebetrugen die Ausgaben 493,82 M. und ist der Bestand 23,22 M. Lichtenom durch den Wirt zurückgezogen ist und ein Lokal in verband 50 700 Mitglieder umfassen, von denen der größte Teil, Der Mitgliederbestand beträgt 531, Davon entfallen auf den Orts- Herzfelde durch die Parteigenossen aufgegeben wurde, nur noch nämlich über 35 000, Schuhmacher wären. Der Redner sprach sich teil Baumschulenweg 340 und auf Treptow 191 Mitglieder. In 3 Lofale der Arbeiterschaft zur Verfügung stehen, und zwar in nun dahin aus, daß man die Frage sehr ruhig und nüchtern überder Diskussion wurde von mehreren Rednern scharf kritisiert, daß Herzfelde Otto Schukar, in Hennickendorf Gustav Goldgräber, Bur legen müsse, und untersuchte dann die Gründe, die für, und die die Zeitungsfrauen auch in diesem Jahre zum neuen Jahr Wachtelburg, Kagel, Otto Fielit. Die Vorstandswahl wurde bis gegen jenen Plan angeführt werden. Er kam zu dem Schluß, daß gratulierten. Vom Vorstand wurde die Erklärung abgegeben, daß Monat März zurüdgeseßt. Zum Schluß beschäftigte sich die Ver- eine Verschmelzung des Sattlerverbandes mit dem Portefeuillerauch er diese Gratulation der Frauen verurteile. Den Bericht von sammlung mit der im März stattfindenden Gemeindewahl. Im verband wohl notwendig sei, weil Angehörige dieser beiden Berufe der Lokalkommiffion gab der Genosse Wege und von der Bib- Februar soll eine Kommunalwählerversammlung einberufen und miteinander in ein und denselben Wertstätten, ja auf ein und dieliothek der Genoffe Kobbert. Die Bibliothek besteht aus unsere Kandidaten bekannt gegeben werden. felben Artikel arbeiten, daß aber die Zusammenfassung jener sechs 114 Bänden und 86 Broschüren. Die Benutzung ist leider eine sehr berfchiedenen Berufe, die zum Teil nichts anderes miteinander ge= schwache; es wurde angeregt, daß die Frauen und Jugendlichen Pankow. mein hätten, als daß sie mit Leder arbeiten, nicht zu empfehlen fei. reger als bisher von derselben Gebrauch machen möchten. Die Ueber die Bedeutung und Aufgaben der Gewerkschaftskartelle Im übrigen sind die Ansichten des Referenten in dieser ResoNeuwahl des Vorstandes und der Funktionäre ergab: Gramen3 referierte Genoffe Ritter Berlin in einer im Lotale von Tution ausgesprochen: und Hartmann Vorsitzende, Strieder und Wundt Schrift. Nofigly tagenden öffentlichen Versammlung der Gewerkschaftsmit. führer, Mickley und Palm Stassierer und Weiß Beisizer. glieder von Bankow, die den Zahlstellen der Berliner OrganiZu Revisoren wurden Schieffe, Winterfeld und Haad fationen angeschlossen sind. Da die Gründung eines Unterfartells gewählt. In die Lokalkommission wurden Lehmann und Wege für Pankow und Anschluß desselben an die Berliner Gewerkschaftsgewählt. Als Bibliothekare fungieren Robbert und Richard kommission auf der Tagesordnung stand, so gab Genosse Ritter auMüller. Die von den Bezirken gewählten Bezirksführer wurden bestätigt. Zur Kreis- Generalversammluna wurde Gramenz, Etrieder und Hartmann delegiert. Zeuthen. nächst einen historischen Ueberblid über die Entstehung der Kartelle aus den früheren Streiffontrollfommissionen und erörterte dann weiler im einzelnen die Aufgaben, welche die Kartelle zu erfüllen haben. Wie auf politischem Gebiet eine gewisse Zentralisation der Organisation für Groß- Berlin geschaffen ist, so sei auch auf ge= Protest gegen Unterdrückung und Unrecht! Das war die Losung werkschaftlichem Gebiet eine solche zur Notwendigkeit geworden. siner öffentlichen Versammlung, die als Ersatz für eine im November Den beifällig aufgenommenen Ausführungen folgte eine furze Dis zu Unrecht verbotene am letzten Sonntag im Spethmann fchen fussion, in der sich die Redner mit der Bildung eines Unterkartells Lotal tagte. Und wenn es bisher schwer fiel, besonders die Frauen einverstanden erklärten. Als Vorsitzender der Unterfommission zur Erkenntnis ihrer doppelten Rechtlosigkeit zu bringen, so hatte wurde Genosse Spiekermann, als Staffierer und Schriftführer die das damalige Verbot munmehr geradezu Wunder gewirkt. Etwa Genossen Steinmann und Berg gewählt. " Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und kann in der Schaffung eines Lederindustrieverbandes eine Verbesserung der Position unseres Berufes nicht erblicken. Die scheinbaren oder wirklichen Vorteile, die sich etwa auf verwaltungstechnischem Gebiet ergeben würden, werden mehr als aufgewogen durch die Nachteile, die sich in bezug auf die Selbständigkeit und Bewegungsfreiheit der Berufsgruppen unbedingt zeigen müssen. Die Versammlung er= achtet es vielmehr für notwendig, daß sämtliche in Svage fommenden Branchen mit voller Kraft für sich selbst arbeiten, da alle noch weite, unbeacerte Gebiete haben, denen auch durch einen Industrieverband nicht beffer beizukommen ist." Die meisten Diskussionsredner äußerten sich im selben Sinne, unter ihnen auch der Verbandsvorsitzende Blum. Die Diskussion sowie die Abstimmung über die Resolution wurden jedoch wegen vorgeschrittener Zeit vertagt auf eine der nächiten Berfammlungen. Partei- Speditionen: Zentrum I: Fri 3inte, Mauerstr. 89. Zentrum II: Albert a hnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Besten: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochparterre. Süden und Südwesten: Hermann Werner Gneisenauftr. 72, Laden. 3. Wahlkreis: St. Frit, Prinzenstr. 31, Hof rechts part. 4. Wahlkreis: Dften: Robert Wengels, Nüdersdorferstr. 3, am Küstrinerplaz. Wilhelm Mann, Petersburgerplaz 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Lausitzerplaz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: 2eo Bucht, Immanuellirchstr. 12( Hof). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Start Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Ackerstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen: F. Trapp, Stettinerstr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lhchenerstr. 123. Alt- Glienicke: Bubelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Georg Feese, Berlinerstr. 46, Laden. Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Lichtenberg, Seitel, Stronprinzenstraße 50, I. Dtto Rummelsburg, Boxhagen: 2. Rosentranz. Mt- Borhagen 56. Grünau: Otto Schröder, Stöpeniderstr. 1. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge nossenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Staminsky, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonstr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonafowsty, Hasselwerderstr. 8. 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