Nr. 29. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Preis bränumerando: Bierteljährl. 8,30., monatl. 1.10 M, wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Boft- Zeitungs. Preisliste. Unter Areuzband Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Boftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Curemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel gelle oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., fedes weitere Bort 6 Bfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der König und der Chronfolger von Portugal erichoffen. Lissabon, 2. Februar. Als der König Dom Carlos mit seiner Gemahlin und seinen beiden Söhnen gestern, abend von einem Ausflug wieder zurüdkehrte und von der Landungsstelle am Tejo im offenen Wagen zum Schloß fuhr, wurden plötzlich aus der Menge heraus Schüsse auf den Wagen abgegeben. Der König und der Kronprinz wurden mehrfach getroffen und starben bald barauf im Arsenal, wohin man sie brachte. Der zweite Sohn des Königs. Dom Manuel, erhielt einen Streifschuß am Arm, die Königin blieb unverlegt. Der Ministerpräsident Franco, ber in einem Wagen der königlichen Equipage folgte, war, als die Katastrophe vorüber war, verschwunden; er scheint sich eiligst in fein Balais begeben zu haben. Die Angreifer begingen teils Selbstmord, teil8 wurden von den hinzugesprungenen Boliziften erfchoffen. Ueber die Stadt Lissabon wurde der Belagerungszustand proklamiert, die wichtigsten öffentlichen Gebäude sind militärisch befeht, alle Theater sind geschlossen, öffentliche Aufführungen dürfen die nächsten acht Tage nicht nommen. สิน Diftatur nicht zu rechtDienstag, den 4. Februar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. 26. Januar 1908 ein Manifest, daß wir wegen seiner Be- die Bourgeoisie schaudernd zurüdweischt. Das Jahr 1793! Robes deutung nach den letzten Ereignissen wiedergeben pierre! In ihrer herzbeflemmenden Angst verliert die Bourgeoisie jede wollen. Der Wortlaut des Manifestes ist folgender: Spur von politischem Verstand. Sie hat nur noch den einen Bortugiesen! In ihrem Kampfe gegen den Willen der Nation Wunsch: den Revolutionsherd in Portugal zum Erlöschen zu bringen. begnügt sich die Diftatur nicht an der Unterbrüdung der fonftitutio- Und diefelbe Berliner bürgerliche Presse, die erst gestern nicht genug nellen, lokalen und individuellen Freiheiten, der Preffe, der Ver- Worte der Verurteilung für die portugiesischen Zustände fand, trägt fammlungen und der Manifestationen. Sie schreitet darüber hinaus jetzt der Diftatur Franco ihre moralische Unterstügung entzur Vernichtung der Berionen. Zu der Bezahlung der Schulden gegen. Der Unterschied zwischen der reaktionären und der liberalen des föniglichen Hauses und der Vermehrung der Zivillifte tommt Beurteilung ist nur der, daß die einen fagen: so muß es ſein". jetzt die Willfür gefezwidriger Einferferungen. Wir tönnen die anderen: so wird es sein"; die politische Meinung ist die boraussehen, daß diese Gewalttaten zu Re- gleiche, nur wird sie in dem einen Fall frech hervorgefehrt, in dem prefialien führen werben. Deshalb hält es das anderen schamhaft berbedt. republikanische Komitee für notwendig, zu einem geitpunkt, in Das meiste Verständnis für die Vorgänge in Portugal foll sich dem die Erregung der Geifter fo start ist, angesichts der Haltung aber, nach telegraphischen Berichten, in Petersburg gezeigt der Diktatoren mit Nachdrud zu erklären, daß das, was das haben. Der Eindrud bei Hofe ist niederschmetternd". Der Ministera Komitee und und die Partei wollen, die Unterbrüdung präfident Stolypin, der Minister des Auswärtigen Jowolski der Willkürherrschaft ist, nicht aber die fuhren persönlich bei dem portugiesischen Gesandten vor und er Bernichtung der Personen. Wir haben bolles fundigten sich nach den Einzelheiten. Der 8 ar schickte einen FlügelVertrauen zu zu unserer Sache, zur geheiligten Sache der adjutanten nach dem anderen, schließlich feinen of minister, Unabhängigkeit und der Würde des Vaterlandes. Die belam jedoch unausgefegt die gleiche Antwort:" Zot, noch immer republikanische Partei schreitet mit Sicherheit dem Siege entgegen, tot! Die Großfürsten zeigten viel Mitgefühl. teil auf ihrer Seite alle Kräfte des freien und heroischen Geistes des portugiesischen Bolles stehen. Keine Person, mag ihre Wut gegen das Bolt sich noch so graufam äußern, ist imstande, fie in ihrem fiegreichen Vormarsch aufzuhalten. Liffabon- Berlin- Petersburg. Diese Zeilen waren bereits geschrieben, als die Nachricht von der Demiffion des Diftators Franco fam. Welche Enttäuschung für die russischen Großfürsten und für den liberalen Bourgeois in Berlin sowohl wie in Paris! . Der Sturz des Diktators. Lissabon, 3. Februar. König Manuel hatte zuerst das Ministerium Franco bestätigt. Aber noch am felben Tage wurde ein neues Ministerium der monarchistischen Konzentration gebildet und Franco und fein Ministerium gestürzt. Der neue Ministerpräsident ist Admiral Ferreira. Die Nuhe, die jegt in Rußland herrscht, ist allerdings um feinen Deut beffer als die Nuhe in Portugal. Seit zwei Jahren befindet fich das Land im offenen Kriegszustand und die Regierung hält sich nur dadurch, daß fie alle Arbeiterviertel und zahllose aufrührerische Als Antwort auf dieses Dokument veröffentlichte die Dörfer mit Militär belagert hält. Wenn sie die Militärposten, die stattfinden. Der am Leben gebliebene zweite Sohn des Beitung„ O Diario Illustrado", das Drgan Francos, einen Tag und Nacht die wichtigsten Eisenbahnbrücken überwachen, und die Königs, Dom Manuel, wurde heute zum Rönig Artikel, in dem erklärt wurde, man würde öffentliche Un- bereitstehenden Straffommandos zurückzieht, ist sie nicht sicher, daß proklamiert; er hat den Namen Manuel II. angeordnungen nicht zulassen. Die Republikaner und Monarchisten nicht die Brücken in die Luft fliegen und ein Eisenbahnerstreit das hätten mehr als genug gefeßliche Möglichkeiten, um sich zu Land erfaßt. Der Minifter, der Gouverneur, der Gendarmeriechef, Die Ereignisse, denen der König Carlos und der verteidigen und zu kämpfen. Dieser zynischen Erklärung folgte der sich offen auf der Straße zeigt, risfiert sein Leben. Die Bu Stronprinz zum Opfer gefallen sind, beweisen, daß man die Verdoppelung der Verfolgungen, die Konfistation der stände sind aber, in Rußland schon deshalb viel schlimmer als in Portugal, weil dort eine Hungersnot auf die andere folgt. Sie auch in Portugal nicht ungestraft eine Politit treiben darf, Korrespondenz und der gesamten ausländischen Presse. die in unsere Zeit nicht mehr paßt. Rönig Carlos hatte sich Bur selben Zeit machten sich Neigungen bemerkbar, die sind schlimmer, weil Rußland ein diszipliniertes, revolutionär Sie find mit dem Ministerpräsidenten Franco in einer Unterredung mit auf eine gewaltsame Aktion hingielten. Die Truppen wurden geschultes, modernes Proletariat aufzuweifen hat. dem Redakteur des Zemps" ausdrücklich solidarisch erklärt. in den Stafernen tonfigniert. Franco felbft fühlte fich in fchlimmer, weil die revolutionären Ereignisse in Rußland viel weiter Der Stönig wollte mit dem Volfe nicht mehr rechnen, das er, Lissabon nicht mehr sicher und verlegte seinen Wohnsitz nach vorgeschritten find. Kommt es zu einem neuen Aufstand in Rußwie er sich damals rühmte, vollständig beherrschte. So hat Carnide, 6 Kilometer von Lissabon, wo er fein Schloß land, fo werden ganz andere Fragen aufs Tapet gebracht als gegen er mit dem Tode rechnen müssen. Gewiß ist die Art, wie von Soldaten überwachen ließ. Am 28. Januar griffen wärtig in Portugal. Und darum weniger weil es ein Königsmord Don Carlos beseitigt wurde, schrecklich, aber es muß auch einige Gruppen die Polizeiposten an. In Lissabon und in Borto ifthat man doch seinerzeit den Königsmord in Serbien ziemlich gesagt werden, daß die gewalttätige Art, die der König gab es einige Aufläufe. Schließlich sind am Sonntag der König teilnahmlos aufgenommen wohl aber, weil es ein revolutionäres weil man seine Rückwirkung auf das angewandt hatte, um den Willen des Volkes zu brechen, es und der Thronfolger gefallen, wie flüchtiges Wild getroffen Ereignis ist und war, die zu ebenso gewalttätigen Mitteln der Verteidigung ge- von dem Feuer einiger Pistolen aus der Reihe der Menge, revolutionäre Rußland und die Rückwirkung dieses legteren auf das führt hat. während sich Herr Franco wie durch ein Wunder dank der bekanntlich nichtrevolutionäre Westeuropa fürchtet, deshalb die Sympathien der fapitalistischen Bourgeoisie für die rosigen Wangen Der König und der Ministerpräsident Franco hatten gesehen, Schnelligkeit seiner Pferde retten konnte. daß sowohl die republikanische Partei, als auch die oppositionellen Soweit die Tatsachen. Bei der Desorganisation der des Königs Carlos und für die blutige Peitsche des Diftators monarchischen Parteien vollständig desorganisiert waren. Deshalb politifchen Parteien in Portugal wird die gewaltsame Be-& ranco. glaubten fie, fich über die Geseze der Konstitution vollständig feitigung des Königs und des Thronfolgers feine Bedeutung hinwegsehen und ganz nach Willfür herrschen zu können, nur für das Glück des portugiesischen Voltes gewinnen. Aber um die engsten dynastischen Interessen und den persönlichen wenn solche gewaltsamen Vorgänge sich abspielen, wer trägt Vorteil besorgt. Denn die portugiesische Diftatur wurde daran die Schuld? Die objektive Aufzählung der Tatsachen errichtet, um den Protest des Volkes gegen die Geld- ist nach unserer Meinung eine sehr beredte Antwort. vorschüsse, die die Regierung dem König ohne Bewilligung des Parlaments und selbst ohne das Parlament gemacht Mitteilung an das hatte, beachten die Um müssen. Geschieht irgendwo ein Königsmord, so fühlt sich die Bourgeoisie fertigen, wenn dies überhaupt möglich wäre, hatte Franco der ganzen Welt blutig getroffen. Wadelt irgendwo ein Thron, so versprochen, eine Reihe von politischen und ökonomischen Re- wadelt sie mit selbst da, wo sie mit dem Königsthron längst formen einzuführen. Um die Gunst der Bourgeoisie zu ge- aufgeräumt hat. Nicht als wenn die Bourgeoisie überhaupt blutschen winnen, sollten auch Maßregeln gegen die Geldkrise, die die geworden wäre. Wenn das Blut des Volkes auf den Straßen der Industrie und den Handel des Landes zu ruinieren drohte, Großstädte durch Gewehrfalven oder einhauende Schuhleute vergetroffen werden. Aber Franco war nicht allein voll- goffen wird, da steigt vielmehr der Patriotismus der hohen ständig unfähig sein Reformprogramm durchzuführen, Bourgeoisie hell auf. Bumal die realtionäre Presse in Deutschland sondern die Geldfrise wurde schlimmer als je. Infolgedessen sehnt sich ja förmlich danach, daß die Maschinengewehre vorschlossen sich viele einflußreiche Männer aus der Welt des gefahren werden. Da heißt es: Mehr Volt, mehr Blut! Handels und der Industrie, welche bisher zur Partei Francos Aber wenn Königsblut fließt, schwindelts dem Bourgeois und es gehört hatten, nunmehr der republikanischen Partei an. tommt ihm vor, als wenn dadurch sein eigenes Leben und vor allem Um die Unzufriedenen ein wenig zu beruhigen, versprach ihr Eigentum bedroht wäre. Franco die Rückkehr zur Gefeßlichkeit und die Einberufung des War nicht die Regierung des König Carlos von Portugal ein Barlaments. Um zu zeigen, daß es ihm mit seinen Ver- öffentlicher Standal? Bar nicht die Diktatur Franco den berüchtigsten sprechungen ernst sei, fündigte er an, daß die Wahlen am russischen Mustern getreulich nachgemacht? Wo ist das Blatt in der 5. April dieses Jahres stattfinden würden. Aber die Re- ganzen zivilisierten Welt, das dieses Regime nicht verurteilt hätte? gierung wollte sich ein Parlament verschaffen, das bedingungs- Burde nicht von der liberalen Bresse aller Länder die Katastrophe los, ohne zu mudsen, alle diftatorischen Gesetze billigen längst vorausgefagt? Zeigten doch sogar deutsche Wizblätter, sollte. Deshalb verhinderte sie gewaltsam alle Wahlverfamm- wie der König von Portugal samt seinem Thronsessel entfernt wird. Lungen, alle öffentlichen Manifestationen und selbst jede Art Aber nunmehr, nachdem das Verhängnis gefchehen, jetzt ergeht fich von Wahlagitation in der Presse. Ja sie ging noch weiter. Sie das„ Berliner Tageblatt", das für den Schurlen Blehwe" nur ein begann eine gehäffige Verfolgung gegen alle einigermaßen Achielzuden" übrig hatte, in Worten tiefsten Abscheus" und erzählt Eine große Boltsmenge hatte sich angesammelt, um die Borbeia bekannten Persönlichkeiten der Opposition. Da sie wußte, daß uns rührend und mit tränenerstickter Stimme: Seine überfahrt der töniglichen Familie zu sehen. Als der Wagen im gewöhndas aus fünf Personen bestehende Wahlkomitee der republi- mäßig beleibte Gestalt und fein fettes, rosiges Geficht mit lichen Tempo am Finanzministerium vorbeifuhr, drängte sich aus fanischen Bartei fich zur Erledigung von Wahlgeschäften und den blingelnden fleinen Augen und dem folett gezwirbelten winzigen der Menge ein Mann im Sportanzuge vor und gab mit einem Aufstellung der Standidaten in dem Casino do Largo de San Schnurrbart erinnerten durchaus nicht an die Erscheinungen eines Revolver einen Schuß auf den König ab, der diesen an der linken Carlos versammeln würde, ließ die Regierung das Lokal Caligula und eines Nero." Also deshalb, wegen des rosigen Teints! Seite verwundete. Die Königin und der Kronprinz stießen Schreie durch die Polizei schließen mit dem Auftrage, die Komitee- Wenn etwas diesen Königsmord von anderen unterscheidet, so aus, die Königin erhob sich, indem sie mit einem in der rechten Hand gehaltenen Blumenstrauß auf den Angreifer hinwies, mitglieder zu verhaften, wenn sie es wagen sollten, zu er ist es, daß er mehr einer regelrechten Militärattade ähnlich sieht, ber alsbald einen zweiten Schuß abgab, welcher den König fcheinen. als einem Verschwörerakt. Keine Höllenmaschine, teine in ein in den Rüden traf. Der König fuhr mit der Hand nach Man begreift, daß diese Maßregel Proteste der wenigen Schnupftuch gewickelte Bombe; in der belebtesten Straße der Stadt dem Kopfe und fiel auf die rechte Seite. Mehrere Per republikanischen und progressistischen Zeitungen auslöfte, welche mitten unter dem Bolle werden die königlichen Wagen von fonen stürzten sich auf den Mörder, der, indem er zu Boden genoch nicht unterdrückt waren. Diese Proteste führten zur einer größeren Anzahl Beweffueter attackiert, ein regelrechter Kampf rissen wurde, noch einen dritten Schuß abgab, der in die Luft ging. Ins Einterferung des republikanischen Führers mit der Militäresforte wird ausgefochten, mehrere Salven werden zwischen war ein zweiter, in einen großen Mantel gehüllter schwarz Alfonso Costa, des bekannten Journalisten Joao Changas gewechselt- das braucht ja vor allem Beit!- und der König nebst bärtiger Mann an den Wagen herangetreten und hatte awei Schüsse auf den Kronprinzen abgegeben, die diesen im Geficht und an der und des Herausgebers der O Mundo", M. Franca Throufolger werden durch mehrere Kugeln getötet! Das ist ein revolutionärer Aft, und diese Tatsache erfüllt die fapita- ein Polizeibeamter die Waffe aus der Hand und tötete ihn durch Bruft trafen. Als er zum dritten Mal schießen wollte, schlug ihm Borges. Dabei blieb die Regierung noch nicht stehen. Um ein sich von ihren Feinden zu befreien, ließ sie auch die pro- liftische Bourgeoisie am meisten mit Besorgnis. Das ist der Mißtlang, einen Säbelhieb. In diesem Augenblid allgemeiner Panit ergressistischen Führer Pinto Santos, Ribera, Bravo, der fich auch in die freudige Entrüftung der freifinnigen Presse mischt schien der Herzog von Oporto im Automobil, zog einen Revolver Egas Monys und noch mehrere andere arretieren. An Den Stönig find fie los, was werden sie nun weiter anfangen? aus der Tasche und folgte, mit der Waffe in der Hand, gesichts dieser Tatsachen erließ die republikanische Partet am Das ist die verhängnisvolle Frage. Visionen steigen auf, vor benen dem föniglichen Wagen, der in bas Marinearsenal einfuhr. . Lisabon, 3. Februar. Nach dem Attentat wurde die Wohnung Francos seitens der Republikaner angegriffen. Es kam zu lebhaftent Gewehrfeuer zwischen den Angreifern und der Polizei, welche die Wohnung befezt hatte. Hierbei sind 15 Personen getötet worden. Ueber die Erfchießung des Königs und die folgenden Ereignisse berichten die Depeschen: Die Todesfahrt. Lissabon, 3. Februar. Der fönigliche Zug hatte Villa Viçosa in ber Nichtung nach Barreiro auf dem Sübufer des Tajo verlassen. Jn Barreiro fam der Zug infolge einer Entgleisung in der Nähe des Bahnhofes Cafabranca mit einer fleinen Verspätung an. Die Ueberfahrt mittels Fährbootes über den Tajo erfolgte ohne Unfall. Das Fährboot legte am Landungsplatz in Lissabon an, worauf die fönigliche Familie die bereitstehenden Equipagen bestieg. In dem Augenblick, wo die Wagen von der Praça do Commercio in die Arsenalstraße einbogen, begannen die Mörder zu fchießen. Die Bolizei erwiderte die Schüsse mit Revolvern. Die Verwirrung war entfeglich. Einzelheiten über das Attentat. Die Verwirrung war eine allgemeine� Der Tod des Königs trat sofort ein, der Kronprinz lebte noch fünf Minuten. Die Leichen wurden auf die ärztliche Station des Marinearsenals gebracht. Hier stellten die Aerzte fest, das-, der König zwei Kugeln erhalten hatte, von denen eine die Wirbelsäule getroffen hatte. Beim Kronprinzen war die eine Kugel durch die rechte Wange in die Nase gegangen, während die andere, die das Brustbein getroffen hatte, die Lunge durchbohrt hatte. Inzwischen befanden sich die Königin und der leicht verwundete Infant Manuel, dem ein Verband angelegt wurde, in einem anderen Räume des Arsenals, wo sie erst den Tod des Königs und des Könia-Zprinzen erfuhren. Auch die Königin-Mutter Pia war dort eingetroffen. Die Ursache des Attentats. PariS. iZ. Februar. Das Ministerium de? Aeußern erhielt folgende Depesche vom heutigen Tage: Minister Franca halte gestern den König das Dekret unterzeichnen lasten, durch welches neue Straibestimmungen angeordnet lverden und die Exekutivgewalt mit der Anwendung derselben betraut wurde. Diese Matznahmen seien c-Z vielleicht, welche die Revolutionäre zum äußersten gereizt und zur Ausführung des Attentats veranlatzt haben. Verhaftungen. Lissabon, 3. Februar. In Lissabon wurden die unabhängigen Zeitungen unterdrückt. Es herrscht Panik, zahlreiche Familie» ver- lassen die Stadt. Mehrere Hundert Verhaftungen wurden voi- genommen. Die Berichte über die Attentäter lauten widersprechend. Einer der Königsmörder ist Portugiese, hcitzt Manuel Bucia: er ist M Jahre alt, war früher Sergeant im 7. Kavallerieregiment, dann Schullehrer in VinhacS und seit acht Jahren Schullehrer in Lissabon. Die beiden anderen sollen ebenfalls Portugiesen und HandlungS- gehülfcn sein. Ein englisches Geschwader in Lissabon. Bigo, I. Februar. DaS englische atlantische Geschwader wird ljeute nach Portugal in See gehen, um die Eutwickelung der Er- eignisse zu beobachten. Doch war die Entsendung bereits bor den blutigen Ereignissen in Lissabon festgesetzt. Eine Beileidöknndgebungen. Budapest, S. Februar. Eine vom Präsidium des ungari- s che n Abgeordnetenhauses geplante T rauerkuudgebuug rmlätzlich der Ereignisse in Portugal mutzte infolge Betreibens mehrerer Mitglieder der Knssuth-Parlei im letzten Augenblick unter- bleiben. Bor Beginn der Sitzung erschien eine Deputation von Abgeordneten bei dem Vizepräsidenten, dem sie erklärte, daß sie einen eventuell beabsichtigten Nachruf für den portugiesischen König und den Kronprinzen oder eine Beileidskundgebung nicht ohne Widerspruch lassen könnte, da der König von Portugal ver- fassungswidrig regiert und sogar die Verfassung f« s« p e n d i e r t habe. Um etwaige peinliche Zwischenfälle zu vermeiden, unterblieb sodann die BeileidSkundgebung. Paris, 8. Februar. In der heutigen Kammersitzung gab die Erklärung über die Lisiaboner Tragödie Anlatz zu einem Zwischenfall. Der Minister des Auswärtigen Pichon hatte zu einer Beileidskundgebung das Wort ergriffen, als plötzlich der so z i a- l i st i s ch e Abgeordnete S e m b a t den Minister mit den Worten unterbrach, das Attentat ist durch die Diktatur veranlatzt. Diese Worte ernteten zunächst den Beifall der äutzersten Linken, riefen aber auf den übrigen Bänke» scharfe Mitzbilligung hervor. Der Minister des Auswärligen Pichon fuhr fort, indem er erklärte, es sei notwendig, datz die Kammer darin übereinstimme, daS Lissaboner Attentat zu verdammen. Hierauf verlangte Sembat das Wort, was ihm von den, Kammerpräsidenten abgeschlagen wurde. Der Präsident erklärte sehr erregt, eS sei unzulässig«n Verbrechen zu verherrlichen. Die Kammer applaudierte stürmisch, während ein Sozialist ruft: es war nur ein Berussunfall. DaS verhalten der Sozialisten wird in den Wandelgängen der Kammer sehr lebhaft diskutiert. Live frelstlwlgt Vahlmhttaiition. Die freisinnigen Bkockbrüder hätten keinen Mut und keine Energie? Schnöde Verleumdung I Am Sonntagmittag haben sie bei Buggen- Hägen am Moritzplatz einen leuchtenden Beweis freisinnigen Helden- muteS geliefert. Tie waren ganz unter sich; nur wer sich durch eine besondere Eintrittskarte als waschecht freisinnig legitimieren konnte, wurde der Teilnahme an dieser WahlrechtSdemonftration gewürdigt. Und in dieser erlauchten Gemeinschaft vollzog sich daS Wunderbare: ein junger Mann erlaubte sich den Zwischenruf„konservativ-liberale Paarung 1�, und das leichtsinnigerwcise gerade in dem Augenblicke, als Herr Eaffel in seinem öligen Börsenjargon und mit den tristigen Gründen eines gewiegten Advokaten die innere Unmöglichkeit eines Zusammengehens zwischen Freisinn und Sozialdemokraten heraus- kalkulierte. Hei, wie da der Zwischenruf die freisinnige Volksseele zum Ueberkochen brachte I Wie ein Mann erhob sich die Versammlung und unterstützte durch wüstes Gebrüll die tatkräftige Wahl- rechtSaktion eines Herrn Schöler und einiger Helfershelfer, die mit ganz unleugbarem HauSknechtSgeschick den frechen Zwlschenrufer zum Tempel hinauslvarfen. Nicht einmal soviel Zeit ließ man dem unbotinätzigen Störenfried der freisinnigen Morgenandacht, datz er Mantel und Hut mitnehmen konnte. Hinaus mit jedem m die winterliche Kälte, der an der Güte der im Treib- hause der Blockbrüderschast gezüchteten Früchte freisinniger Re- gierungsbuhlschaft freventlich Zweifel zu erheben wagtl Umsomehr Recht hatten die freisinnigen WahlrechtSkämpfer, die Bullenkalb, Schimmlig, Schwächlich, Warze, Schatte und Konsorten, zu diesem elementaren Ausbruch ihrer männlichen Empörung, als vor Cassel schon Fischbeck— man denke I— und Kopsch— man staune!— und sogar der kühne Herr Müller, der aus Meiningen, geredet hatten, so datz für einen freisinnigen Mann doch gar kein Zweifel mehr an der Unfehlbarkeit der freisinnigen Blockparlamen- tarier bestehen konnte. Zu allem Ueberfluh hatte Herr Cassel noch ausdrücklich seine höchste Verwunderung darüber ausgesprochen, datz nach den Ausführungen des freisinnigen Rektors überbaupt noch je- mand den schülerhaften Trotz einer abweichenden Meinung in der Frage der WahlrechtStaktik haben könne. Und trotzdem der leicht- fertige Zwischenruf I Allerdings wie allen liberalen Räuschen folgte auch dieser be- geisternden Tat deS HinauSwurfS der Katzeujamme auf dem Futze. Schon beim Hinausgehen sagte ein FreisinnSmann zu einem anderen:„Dumme Geschichte mit dem Kerl dal Wie uns das wieder schaden wird l" Datz die Freifinnigen doch niemals den Mut haben, sich laut und freudig zu ihren Heldentaten zu bekennen! So gings auch mit der Versammlung im übrigen. Es verlohnt sich nicht, über die schamhaft unter AuSichlutz der Oeffentlichleit und unter AuSschlutz der fteien Diskussion gehaltenen Reden der pro- minenten freisinnigen Blockstrategen eine Zeile zu berichten. Einer der Helden berief sich auf die Autorität des anderen, Kopsch zitierte Fischbcck, Cassel berief sich auf Kopsch, Müller auf Fischbeck ui:d Kopsch — was wunder, datz da Einmütigkeit herrschte und jeder Versuch einer freien Diskussion im zarten Keime erstickt wurde I Ein blauer Faden— von rot darf man bei der Notscheu der Freisinnigen selbst in diesem Zusammenhange nicht reden—- lief durch daS ganze block- Uberale Geseire: man wagte nicht ein offenes, unzweideutiges Bekenntnis zum Block und seinem Hohenpriester Bülow, man erlaubte sich sogar gelegentlich eine schüchterne Despekticrlick>keit gegen beide; aber nachdem man mit diesem Sand die Augen der liberalen Wähler genügend geblendet zu haben glaubte, umklammerte man um so be- gieriger und krampfhafter den einen Finger, den die Blllow- rcgierung der freisinnigen Falstaffgarde in vorübergehender Herab- lassung hinhält. Herrn Fischbeck kann der ganze Block gestohlen bleiben und Herr Bülow ist ihm ganz gleichgültig, wenn den Freisinnigen zugemutet würde, ihre Wablrechtsforderung aufzugeben. Die freisinnigen Wähler bei Buggenhagen jubelten über diese trotzige Heraus- forderung. Ja, wenn es nur eine wäre! Als ob Bülow etwas dagegen hätte, datz die Freisinnigen diese Forderung aufstellen! Das mögen sie immer tun, solange sie eS bei der Bescheidenheit und Gleichgültigkeit einer liberalen Forderung belassen, im übrigen aber gehorsam die wahlrechtSfeindliche Blockpolitik mitmachen. Datz sie das aber wollen, das haben sie alle, einer wie der andere, nachdrücklich be- tont. Herr Fischbeck will nicht so ein lächerlicher Politiker, so ein „wildgewordener Stier" sein, der überall Opposition macht, nur weil die Regierung in der Wahlrechtsfrage kein Entgegenkommen zeige; Herr Kopsch will nicht rütteln am Wahlrecht, weil es doch nickt hilft; nach Müller- Meiningen wären die Freisinnigen Schafs- köpfe, wenn sie die jetzige günstige Situation nicht benützten; und Herr Cassel will ebenfalls mitnehmen, waS die Verhältnisse gestatten. Und solchen pfisfigen Bundesbrüdem sollte Bülow nicht mit zwinkernden Augen gestatten, datz sie vor der Oeffentlichleit gelegentlich ein wenig nach Lölvenart brüllen und ihm die grimmigen Tatzen zeigen? Und noch eine zweite Einmütigkeit, die die Redner beherrschte, gab der freisinnigen Matinee ein wirkungsvolles Gepräge. Jedes- mal dann gerieten sie in Feuer, und jedesmal dann griffen sie mit besonderem Schwung in die Saiten ihrer reichsverbändlerisch ab- gestimmten Beredsamkeit, wenn sie auf die Sozialdemokratie, auf die einzige wirkliche und ernsthafte Bekämpferin der Dreiklassenschmach zu sprechen kamen. Und diese nie versagende Möglichkeit, den stürmischen Beifall des HauscS zu wecken, ließ sich keiner der Redner entgehen. Wie geile Kater im Baldrian so wälzten sich die weit- blickenden, erlauchten Führer des„freisinnigen Bürgertums" in den geistvollen Gemeinplätzen und„jottvollen" Witzen, mit denen der deutsche Liberalismus von Eugen Richters Gnaden feit Jahrzehnten die Sozialdemokratie vernichtet. Herr Kopsch verhedderte sich bei diesem Bemühen derart in die unvorhergesehenen Schwierigkeiten eines altlestamentarischen Bildes, datz die Bersammlung ordentlich erleichtert aufatmete, als er sich schließlich doch noch mit heilen Gliedern auf die„Zwingburg" des DreiklassenivahlrechtS gerettet hatte. Diese„Zwingburg" wollen die Steifleinenen des Freisinns erobern! Indem sie den Beherrschern dieser Zwingburg die Steigbügel halten, ihren wirklichen Bekämpfern aber Stinktöpfe in de» Weg werfen! Hinweg mit diesem feilen, gleisnerischen Pack, auf datz das arbeilende Volk den offenen Wahlrechtsfeinden Aug' in Auge die Schlacht bieten kann! Von dem so echt freisinnig hinausbeförderten Zwischenrufer erhalten wir folgende Zuschrift: AlS Herr Cassel scharfe Scheidungslinien zwischen Sozialdemo- kratie und Liberalismus zog. erlaubte ich mir den ganz parla- mentarischen Zwischenruf:„Konservativ und liberal!" Nun war'S um mich geschehen. Man forderte mich auf, den Saal zu verlassen. Ich schickte mich denn auch an, hinauszugehen. Aber ehe ich dazu kam, hatte mich bereits eine HauSlnechtSgestalt umfaßt und hinaus- getragen. Wie konnte ich eS auch wagen, den Freisinn an seine Handlangerdienste für die Reaktion zu eriimern. Natürlich haben die braven„Liberalen" dafür gesorgt, datz mir draußen die Polizei Spalier bildete. Im Saale selbst fehlte sie natürlich. Doch ich ging nicht allein. Etiva fünfzehn liberale Männer verließen, durch dies„demokratische" Be« baren angewidert, mit mir zusammen den Saal. Von diesen Leuten erfuhr ich auch, datz die HauLtnechlsgestalt, die mich hinaustrug, der .Schriftstellcr' Schöler aus Charlottenburg gewesen sei. Wie diese Art, sich unbequemer Gegner zu entledigen, der freisinnigen Volkspartei nur Schaden bringt, erfuhr ich durch die Aeutzrrung eines Hirsch-Dunckerschen Arbeiters, der mit mir hinaus- gegangen war. Er meinte:„DaS ist ja schrecklich I Solch eine Ver- gewaltigung gegnerischer Meinungen. Und dabei tut man nichts für die Gleichberechtigung der Arbeiter und redet höchstens vom Mittelstand. Ich pfeife jetzt auf die Freisinnige VollSpartei!' Und daS war ei» Mitglied der Volkspartei. Während drinnen im Saale noch eine halbe Stunde ge w i e m e r t wird, trete ich den Heimweg an. Er führt mich am Waldeck-Denkmal vorüber. Am Standbitd desselben Mannes, der, als man den vereinigten Landtag auSein- anderjagen wollte, ihn gegen die Schergen der Reaktion mit seinem Leibe scbützte. Man braucht wahrlich nicht die alten Fortschrittsleute zu verhimmeln, aber das darf man wohl sagen: solche Epigonen haben sie nicht verdient I"_ Zwei lliann über Bord! Me bereits telegraphisch gemeldet, hat das Marine- kriegsgericht in Kiel am Freitag wieder einmal ein Urteil gefällt, bei dem jedem menschlich Empfindenden, einerlei welcher politischen Parteirichtung er angehört, das Blut in den Adern erstarren mutz. Wegen einiger, in der Bierlaune ver- übter Unbesonnenheiten, die von einem zivilen Gericht mit ein paar Mark Geldstrafe geWitz für hinreichend„gesühnt" erachtet worden wären, haben die Richter in Uniform über zwei Matrosen die qualifizierte Todesstrafe verhängt. In der Tat. viel schlimmeres als den Tod durch das Blei oder das Beil— langsames, aber unabwendbares Siechtum und die sichere geistige und moralische Vernichtung bedeuten diese mehr als fünf Jahre Zuchthaus, durch die,� mit einem Prankenschlag des modernen MolochS, zwei junge Menschen aus den Reihen der Lebendigen getilgt werden. Um auch jeden Schein der Parteilichkeit zu vermeiden und allen Einwendungen dieser Art von vornherein die Spitze abzubrechen, geben wir den Bericht über die Verhandlung nicht nach der Darstellung unseres Kieler Parteiblattes wieder, sondern wir drucken wörtlich den Verhandlungsbericht der „Kieler Neuesten Nachrichten" ab, eines Blattes, das nicht nur„gut bürgerlich" bis auf die Knochen und „staatserhaltend" in jeder Zeile, das vielmehr in Marine- fachen mit dem Flottcnverein durch dick und dünn geht, häufig zu offiziösen Mitteilungen des Marineamts benutzt wird und seine Begeisterung für„unsere herrliche Kriegsflotte" schon durch die Architektur seines Geschäftshauses, dessen Dach der ragende Gefechtsmast eines Panzerschiffes krönt, weithin proklamiert. Die„Kieler Neueste Nachrichten" veröffentlichen in ihrer SonntagSnummer folgenden Gerichtsbericht: „In der Nacht zum 1k. November besuchten die Heizer W.. Je., St. und Jo. und der Maschinistenanwärter B. von S. M. S. „yorck" ein Cafe in der Wik. Als der Heizer I c. zum Austreten ning, rempelte er einen im Hinterzimmcr sitzenden Torpedo- bootSmannsmaatcn an. Der Maat stellte ihn zur Rede, ließ ihn aber scklkßlich laufen, obwobl Je. recht unangenehm wurde. Je. tuschelte dann mit seinen Kameraden, so datz es so aus, ah, als ob sie sich berabredeken, den Maaten zu ärgern. Nach einiger Zeit traten St. und Jo. aus und gingen so dicht wie möglich an dem Vorgesetzten ent- lang. St. warf dabei einen Kasten mit Eseupflanzen um. Der Maat befahl ihm, den Kasten wieder aufzurichten. St. ent- gcgnete, im Lokal habe der Maat ihm überhaupt nichts zu sagen. In die nun folgende Auseinandersetzung mischte sich W. mit den auf den Maaten bezüglichen Worten:„Was will der?" Der Torpcdobootsmannsmaat fragte W. verschiedentlich ohne Er- folg, was er wolle und wie er heiße und faßte ihn schließ- lich an dem Acrmel. Sosort fand W. die Sprache wieder und rief, indem er eine drohende Haltung einnahm:„Nicht anfassen, sonst...!" Ter Maat stich ihn zurück. Der Wirt forderte nun die Heizer vier- oder fünfmal auf, sein Lokal zu verlassen, doch niemand rührte sich. Da W. und der gleich- falls hinzugekommene Je. ihre Namen nicht nennen woll.cn, nahm der Vorgesetzte ihnen die Mützen weg. W. machte sich von hinten an den Vorgesetzren heran und ent- ritz ihm die Mützen, die dabei auf die Erde fielen. In demselben Augenblick, als ider Maat sich nach den Mützen bückte, fielen W., Je. und ein. Dritter, wahrscheinlich St., über ihn her und schlugen ihn. Ter Maat wehrte sich nach Kräften, woraus der dritte Angreifer einen Augenblick verschwand. Plötzlich hob St. einen Stuhl zum Schlage hoch und zertrümmerte dabei den Kronleuchter. Als er den Stuhl zum zweitenmal hoch- hob, trat ein Militärinvalide ihm entgegen und fing den Schlag auf. Mit Hülfe dieses Mannes, des Wirtes und eines anderen Gastes wurden die Heizer hinausgeworfen. Gleich darauf kam von außen her ein halbes BicrglaS durch die Tür- verglasung geflogen. Bei der Verfolgung der gefährlichen Burschen gelang es, St. zu ergreifen. Der angegriffene Boots mannsmaat meldete den Vorfall nicht und bekundete vor Gericht weniger als die anderen Zeugen. Er wurde nicht vereidigt. Bezüglich W. und Je. war der militärische Aufruhr(das bewußte und gewollte Zusammen- wirken bei einem Angriff auf einen Vorgesetzten) erwiesen. Bei St. war nach Ansicht des Gerichts die Teilnahme an dem Aufruhr zweifelhaft... Der Bericht des freiwillig marineoffiziösen Organs gibt unverkennbar den für die Marinejustiz günstig- st e n Tatsachenbestand wieder. Es werden ausschließlich die die Verurteilten belastenden Momente der Beweiserhebung, im Sinne der Anklage, zusammengetragen: die Verurteilten selber und ihre Verteidiger kommen überhaupt nicht zum Wort. Evident geht trotzdem auS dieser Darstellung deS Marineblattcs hervor, daß es sich um eine Wi r t s h a u s- s z c n e handelt, wie sie in vorgerückter nächtlicher Stunde, zumal in einer Gegend, die, wie die Kieler Vorstadt Wik, die Marine als ihre Domäne betrachtet, der l a n d c s ü b- liche Abschluß alkoholischer Exzesse zu sein pflegt. Die schlimmste Episode, der Angriff mit dem er- hobcnen Stuhl, die Zertrümmerung des Kronleuchters, kommt dazu noch nicht einmal einem der zuZuchthausVeruteilten aufs Konto! Bei der Schlägerei wurden Waffen oder gefährliche Werkzeuge nicht benutzt, der angefallene Maat ist nicht im gc- ringsten verletzt worden, wie denn überhaupt der absolut un- gefährliche Zustand der Angreifer am drastischsten daraus er- hellt, daß der Maat sich ihrer aller drei zu envehren wußte. Weiter ergibt die Tarstellung, daß sich die Leute offenbar dadurch gereizt gefühlt haben, daß der Maat ihnen die Mützen wegnahm. Wäre der Vorgesetzte� den Angetrunkenen aus dem Wege gegangen und hätte er, wie eS für einen besonnenen, die Situation beherrschenden Menschen doch das einzig Ver- nünftige gewesen, den Schauplatz verlassen, so wäre der ganze Auftritt vermieden worden. Wie wenig tragisch aber auch so noch der an der Kneiperei Hauptleidtragende die Sache auffaßte, geht daraus hervor, daß er eö noch nicht einmal der Mühe für wert hielt, den Vorfall zur An- zeige zu bringen I Der wesentliche Gesichtspunkt aber, unter dem der ganze Tatbestand beurteilt werden mutz, ist folgender: Notori- scher maßen ist bei der Marine daS diszipli- narische Verhältnis zwischen Mannschaften und Unteroffizieren viel lockerer als beim Landhecr. Das intime Zusammenleben an Bord bringt es naturgemäß mit sich, daß die Matrosen im Maaten weniger ihren Vorgesetzten als ihren Kameraden erblicken, wir sie denn meistens auch auf dem Duzfuße mit ihm stehen. Das trifft noch im erhöhten Maße auf daS Maschinen- personal zu, dessen Angehörige sich überhaupt kaum als Militär fühlen. Wie kann man nun verlangen, daß ein Dis- ziplinverhältnis. das an Bord und im Dienst den Bc- tciligten. weder den Vorgesetzten noch den Untergebenen, kaum zum Bewußtsein kommt, außerhalb des Dien st es. an Lattd, dazu noch unter dem Einfluß des spezifischen Gehirn- gistes, des Alkohols, nun plötzlich so streng respektiert werde:: soll, daß seine geringste Verletzung die furchtbarste Ahndung nach sich zieht! Das ist eine unsinnige Forderung, und die Marinebehörden haben so lange nicht das Recht, sie zu er- beben, als sie den Unteroffizieren nickt auf das strengste ver- bieten, Lokale zu besuchen, in denen Matrosen verkehren. So lange ein solches Verbot nicht existiert, werden Szenen, wie die geschilderte, geradezu provoziert, und tatsächlich ist denn auch die überwiegende Mehrzahl der Fälle solcher drakonischen Militärjustiz, bei denen sich jedem vernünftig denkenden Menschen die Haare sträuben, auf Zusammenstöße von Ma- trosen und Maaten nach vorangegangener Knei- perei in demselben Lokal zurückzuführen. � Will die Marinebehörde also unter allen Umständen die peinlichste Dis- ziplin hochgehalten wissen, so soll sie zunächst einmal jedem Anlaß, wo' sie verletzt werden kann, vorbeugen...... Aber auch noch nicht einmal vom formal-jurlstlscheu Standpunkt deS Militärstrafgesetzes ist das furchtbare Urteil auch nur im entferntesten zu rechtfertigen. Das Tatbestands- merkmal deS militärischen Aufruhrs ist die V e r a b r e d u n g. Das planmäßig vorbereitete, auf einen mehr oder minder langen Zeitraum im voraus festgelegte Komplott soll getroffen werden. Es ist offenbar eine reine Karikatur dieses Tatbestandsmerkmals, mit der man sich begnügt, wenn, wie eö im Bericht des Marineblattes heißt. daS„T u s ch e I n". welches„so aussah"(!), als ob sie sich verabredeten, den Maaten zu ärgern(!)". zur Konstruierung solcher kom- plottmäßigen Verabredung verwendet wird!— poUtifebe öcber fleht. Lerlin. den 8. Februar 1908. Stehendes Heer oder Miliz? Aus dem Reichstage. In der heutigen Debatte über den Militärctat fehlte bedauerlicherweise der Kriegs- minister v. E i n e m, der sich entschuldigen ließ, weil er auS Gesundheitsrücksichten plötzlich nach dem Süden abfahren mußte. Sein Gegner auö dem Duell wegen der Stamnigüst- der Potsdamer Adlervilla thronte dagegen hoch auf dem Vize- präsidentcnsitz. Ohne Herrn v. Einem war'S aber, als ob WallensteinS Lager ohne den Wachtmeister aufgeführt wurde. Es fehlte bei den anderen Herren im bunten Rock doch mi dem wahren SckLlff und dem rechten Ton, den der würdige Wachtmeister der Person des Oberfeldherrn abgeguckt und ab- gelauscht hatte. Eine Uebcrraschung wurde dem Hause insofern zuteil, als zwei frühere höhere Öffiziere, die jetzt den Zylindcrhut auf« gesetzt haben, nicht unwirksam Kritik an den Zuständen im Heerwesen übten. Selbst ein Konservativer, Herr v. B>) c r n, fand, daß erhebliche Ersparnisse gemacht werden konnten. Energischer ging� der Zentrumsabgeordnete H a e u S l e r der Heeresverwaltung zuleide, der feines Zeichens bis vor zwei Jahren bayerischer Artilleriegeneral war, 1870/71 als Gemeiner gedient und später ein sehr bewegtes Leben geführt hat. Die russische Regierung hat ihn einmal drei Monate lang in der Zitadelle von Warschau eingelocht gehabt. Er begründete den Zentrumsantrag auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit auch fürdieÄavallerie und reitende Artillerie. Aus militärischen Gründen, tveil die zweijährige Ausbildung durchaus genüge, aus wirtschaftlichen und humanen, weil es die Volkswohlfahrt gar zu übermäßig beeinträchtige, wenn man die jungen Leute in ihrem kräftigsten Alter gar drei Jahre bei der �ahne halte. Dabei fand er manches treffende Wort für den modernen Dekorationsmilitarismus. So verurteilte er die ruhmreichen Kavallerieattacken bei den Manövern als eine gefährliche Spielerei. Kräftiges Hört I hört I bei den Sozialdemokraten machte mif dieses militärische Urteil besonders aufmerksam. Sofort war der bayerische Militärbevollmächtigte, Generalmajor V. Gebsattel auf den Beinen, um den Kameraden HaeuSlcr als einen Mann hinzustellen, den man alo nülitärische Autorität unmöglich anerkennen könne. Wie es ja sattsam bekannt ist, daß die anitlichen Wortführer des bunten RockS den Kameraden a. D. und z. D. sofort jedwede Sach- kenntuiS absprechen, sobald sie sich unterfangen an militärische Tinge Kritik zu üben. Beim Militär scheint also der Grundsatz in Steinkultur gezüchtet zu werden, daß nur das Amt einen Menschen Verstand gibt. Die amtlichen Ausführungen des Herrn v. Gebsattcl gegen die Zweijährige Dienstzeit der Kavallerie fanden den üblich verzückten Widerhall des Grafen Oriola, dem nicht ein- mal amtlicher Militärverstand verliehen ist. So bohrt an- dauernd der tiefe Schmerz in seiner nationalliberalen Seele herum, daß er cS noch nicht einmal bis zum Knopfgefreiten gebracht hat. AlS Ersav dafür hat er sich eine feierlich gc- zierte Würde vor dem Spiegel einstudiert, deren hohle Selbst- gefälligkeit nur in dem Haushofmeister M a l v o l i o in Shakespeares„Was ihr wollt" ein Gegenstück findet, wenn er niit krenzwciS umbändertcn Beinen seiner Herren LiebcSworte vorfänselr. Genosse Bebel wieS die Bemerkung des national- liberalen Malvolio, daß die Soldaten in der Kaserne vor sozialdeniokralischen Zeitungen behütet werden müßten, mit dem Hinweis darauf zurück, daß wir gar keine solche Propaganda brauchten, weil das Kascrnciilebcn selbst die jungen Leute hin- reichend cnipsänglich mache für sozialdemokratische Lehren, welche Betrachtung bei den Blockschwadronen höhnisches Lachen hervorrief. ES wäre auch schade, wenn die Leutchen dahinter kämen, lote vielfach sie der Sozialdemokratie Vorspanndicnste leisten. Bebel stellte bann fest, daß die Versuche deS Herrn v. Eiueiii, den Abscheu über Verfehlungen der L y n a r. Hohenau und Konsorten gegen Soldaten auf„Buben in Zivil" abzulenken, doch an dem Prozeß gegen jene beiden „Edelsten der Nation" gescheitert seien. Ebenso wies er aus den Akten deS Prozesses Liebknecht nach, daß die Behauptung der„Nordd. Allg. Ztg.", der Oberreichsanwalt hätte aus eigener Initiative die Strasverfolgnng gegen den Genossen Liebknecht cüigelcitct, ein echtes ossiziöseö Dementi sei, nämlich durch und durch unwahr. Nachdem Bebel dann kurz unsere Antrage ans Oeffentlichkeit deS M i l i t ä r g c r t cht ö verfahrend und Erhöhung der M a n n s ch a f t S l ö h n e begründet hatte, wandle er sich ausführlicher dem Antrage nach allge- in einer Herabsetzung der Dienstzeit auf ein Jahr zw Er betonte scharf, daß wir diese Forderung stellen. um damit den Uebcrgang zum Malizsystem ein- zuleiten. In gründlicher Weise führte er gegenüber weg» werfenden llrteilcn des KriegSminislerS über Volköhcere an der Hand historischer Tatsachen den Nachweis, welche Erfolge Milizheere gegen stehende Heere häufig errungen haben und welche Fülle militärischer Kapazitäten in Revolutionszeiten aus allen VolkSklaffen hervorgegangen feien, daß Leute in wenigen Jahren zu bedeutenden Heerführern wurden, die!ne die iidliche Drilldresiur durchgemacht hatten, wie Cromwell und Washington oder auch Hoche und andere Generäle der Revolutionszeit. Uebrigens sei ja das Milizheer gar nicht einmal eine eigentlich sozialistische Forderung, sie entstamme vielmehr dem Rüstzeug der bürgerlichen Demokratie. In der Schweiz be- stehe ein Milizheer von hoher Kriegdtüchtigkeit, und im Jahre 18 festlichkeiten zur St. MarkuSfeier schonte er nicht. EinRüffel. Die Zentrumspreste ist bekanntlich in der Wahl ihrer Mite!. namentlich wenn es gegen die Sozialdemokratie geht, nicht gerade wählerisch. Da greift sie, trotzdem die M.-Gladbacher mit Material reichlich genug aufwarten, auch unbesehen mal in die Literatur des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie. Wenn dieser z. B. eine seiner beliebten Berechnungen macht, was die sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaftsbewegung an Bei- trägen und Steuern ihrer Mitglieder verschlingen— natürlich nicht zum Besten der Arbeiter, sondern nur zum Vorteil der Führer—. so kann man darauf rechnen, daß auch ein Teil der Z c n t r u m s presse sich auf diesen Happen einbeißt, ohne zu bedenken, daß es auch eine christliche Arbeiterbewegung mit hohen Beiträgen, mit besoldeten Führern und Beamten gibt. Die christ- lichen Gcwerkschaftsblätter haben schon wiederholt sich gegen eine derartige Polemik der Zentrumspreste gewendet. In ihrer letzten Nummer weist die„Westdeutsche Arbeiter» Zeitung" (M.-Gladbach) auf ihre früheren Warnungen gegen diesen„alten Ladenhüter" hin und schreibt dann: „Daß wir heute bereits Veranlassung nehmen müssen, wieder inS Horn zu stoßen, das hätten wir doch nicht für möglich ge- halten. Kurz und gut: Das„Wuppertaler Volks. b l a t t"(Zentrumsblatt), in der Großstadt Elberfeld erscheinend, operiert»n einer Auseinandersetzung mit der sozialdemokratischen „Freien Presse" mit den Ausschnitten aus dem Reichs» Verbandsmaterial, als wenn cS funkelnagelneue Offenbarungen wären. Das Unglück dabei ist, daß das„Volksblatt" mit diesem Zeug den Peterspfennig verteidigen will. Läßt sich die Bitte des heiligen Vaters an die katholische Christenheit, ihm in seinen Bedrängnissen zu Hülfe zu kommen, wirklich nicht anders rechtfertigen, wie mit derlei falschen Urteilen über die ..Gewerkschafts steuern" und dem Hinweis auf das Berliner Schöffengerichtsurteil vom Juni 1883 gegen den Sozialdemokraten Paul Singer? Auf wen will denn das „Wuppertaler Volksblatt" mit dem greulichen Ragout Eindruck machen? Wenn man schon mal Artikel zusammen. schneiden will, so muß es doch mit Verstand geschehen I" Der wiederholte Rüffel wird nicht hindern, daß die Zentrums» presse mit dem alten Ladenhüter..Gewerkschaftssteuern" weiter zu krebsen versucht._ Kulturgeschichtliche Glossen. D ru ck feh le r b e r i ch t i- gung. In unserem unter diesem Titel erschienenen Feuilleton heißt eS irrigerweise, wir hätten den Geist der Bourgeoisie„über- nommen". Das wäre uns allerdings sehr schlecht bekommen. In Wirklichkeit soll es heißen:„wenn auch noch die Bourgeoisie über die Welt gebietet, ihren Geist haben wir ü b e r w u n d e n." In dem gleichen Artikel heißt es„Unions-Menschen" statt Busineß- Menschen. Sngwncl. Die Arbeitslose». Englmid besitzt eine offizielle Statistik der Arbeits- kost gleit, die sich auf die von den Gewerkvereinen dem Arbeits- amt allmonatlich gemeldeten ArbeitSlofenziffern stützt. Daß damit der wirkliche Grad der Arbeitslosigkeit nicht voll erfaßt wird, läßt sich schon auS der Tatsackie begreifen, daß nur ein kleiner Teil der englischen Arbeiter gewerkschaftlich organisiert ist und daß die organi- sierlen Arbeiter iiifolge ihrer höheren Oiialifikation, der mit ihnen abgeschlossenen Tarisverträge, im allgemeinen weniger unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben als oaS große Heer der Unorgani» sierten. Trotz dieser einschränkenden Momente haben die Zahlen doch ihren Wert in vergleichender Beziehung. Wir wollen deshalb in nachstehendem die im letzten Hefte der„Labour Gazette" ver- ösicntlichten Ziffern über den durchschnittlichen Prozentsatz von Arbeits- losen in der Periode 1807—1807 wiedergeben. Derselbe betrug 1905 1906 1907 5,4 4.1 4,2 1897.. 8,5 1901, 8,8 1898.. 8,0 1902... 4,4 1899.. 2,4 1903... 5,1 1900.. 2,9 1904... 6,5 Danach hätte im letzten Jahre noch keine beängstlgende Zunahme der Arbeitslosenziffer stattgefunden, die in diesem Jahre niedriger war alS in allen vorhergehenden seit ISOI mit Aufnahme von 1006. Etwas anders gestaltet sich freilich das Bild, wenn man die einzelnen Monate betrachtet. Hier wurden Arbeitslose pro Hundert gezählt: Durchs-bnittlicher Prozentsatz der Arbeitslosen Wir sehen hier, ivie daS Jahr 1907. das in den ersten sechs Monaten sogar noch ein günstigeres Bild aufweist als 1906 gegen Ende des Jahres ein plötzliches Anschwellen der Arbeitelosenziffern zeigt. Von November aus Dezember hat sogar eine Zunahme vo» 1,1 Proz. stattgefunden. Wen» die Bewegung in diesem Tempo sich fortsetzt, dann wird 1901, wie befürchtet, ein böseS Jahr auch für die englische Arbeiterklasse werden.— Rußland. Drohende Hungersnot. Petersburg, 3. Februar. Aus zweiundzwanzig Gouvernements deS europäischen Rußlands und zwar vorwiegend ZentralrußlaudS trafen Nachrichten über eine Hunge rSnol ei». ES fehlt an Wintergetreide wegen des trockenen Herbstes. Falls keine Soinmer- saal geliefert wird, ist Gefahr vorhanden, daß im kommenden Sonimer ein großer Teil der Felder brach liegt. parlamentarisches. Einlauf. Im Reichstag sind eingegangen: Zum M,i l i t ä r e ta t: Resolution Graf v. Hompe-sch. Dr. Schaedler, Dr. Spahn und Groeber: 1. Die Uebungen der Reservisten und Land. w e h r l e u t e und die P ferdevormusterungen nicht zuzeiten der Ernte abzuhalten, 2. einheitliche Bestimmungen über Voraussetzung, Zahl und Dauer des Ernteurlaubs der Soldaten zu erlassen. Resolution Groeber und Genossen, gleichzeitig mit der Verbesserung der dienstlichen Bezüge der Offiziere, Unteroffiziere und Militärbcamten auch für die Gemeinen eine Er- höhung der Bezüge anzufordern. Resolution Ablaß und Genossen, den Herrn Reichskanzler wiederholt zu ersuchen, nach den Beschlüssen deS Reichstages vom 21. März 1905, vom 31. März 1906 und vom 25. April 1907 die Reform des gesamten Militär st rafrechts. des Beschwerderechts und des ehrengerichtlichen Ver- f a h r c n ö in die Wege zu leiten. Bericht der WahlprüfungSkommtssion über die Wahl des Abgeordneten EnderS im zweiten Wahlkreise dcS Herzogtum Sachscn-Meiningxn. Mündlicher Bericht der Budgetkommission über den Allgemeinen Pensionsfonds. Eue der Partei. Warnung! Di« russischen Genossen allerorts werden gewarnt, Briefe vertraulichen Inhalts nach Genf an die Adresse der Redaktion der sozialdemokratischen Zeitschrist„Raduga" (Boulsvard Pont d'Arvo 17) oder der russischen Lesehalle (Boulevard de la Cluse 57) zu richten. Die Genfer Polizei ist nämlich so weit gekommen, daß sie einfach jeden verhaftet. der die genannte Lesehalle oder die Räume der Redaktion der „Raduga" betritt! poKzcdtchts, Gerfchtlkchts uf». Eine angebliche Eincm-Belcidigung. DaS„Volks blatt für Bochum" teilt mit: ,v. Einem, v. Lhnar, v. Hohenau würden die Hauptpersonen eines BeleidigungsprozesseS bilden, der gegen uns angestrengt werden soll. Wir sollen den Kriegsminister »n Beziehung auf seine Erklärungen im Reichstage vom 4. Dezember beleidigt haben. Unser Verantwortlicher ist polizeilich vernommen worden." 9 Strafkont» der Presse. Wegen Beleidigung eines vauunter- nehmerS wurde Genosse Molkenbuhr von der„Freien Presse" zu Elberfeld zu 80 M. Geldstrafe verurteilt. (3e werk fcbaftllcbes. Berlin und Umgegend. Und fallen seh' ich Blatt auf Blatt! Der OrtSverband Berlin des Verbandes der Isolierer und Stemholzleger Deutschlands hielt am Sonntag im„Englischen Garten" eine gemeinsame Mitgliederversammlung beider Gruppen ab, in der über den achten Kongreß der Freien Bereinigung deutscher Gewerkschaften berichtet und diskutiert wurde. Der Geschäftsleiter deS Verbandes, Hermann Lange, führte unter anderem aus, daß eine Reihe von Zahlstellen schon von jeher wenig Neigung für die Freie Vereinigung gehabt hätten und daß, wenn diese Ver- einigung sich schon früher in Gegensatz zur sozialdemolratischen Partei gestellt hätte, eS schwerlich möglich gewesen wäre, diese Zahlstellen aufrecht zu erhalten. Wenn innerhalb der Freien Vereinigung so gehandelt worden wäre, wie Gehl auf dem siebenten Kongreß daS dort beschlossene Programm aus- legte, dann wäre wohl alles gut gegangen. Als die Isolierer sich seinerzeit der Freien Vereinigung anschlössen, sei ihnen gesagt worden, daß der sozialdemokratische Standpunkt dieser Organisation und andererseits die Neutralität der Zentralverbände der Trennung»- Punkt der beiden Richtungen wäre. Nach den Vorgängen auf dem achten Kongreß und der Programmrede Katers habe eS sich aber gezeigt, daß die Gegensätze nur künstlich geschaffen werden. Der Redner bemerkte weiter, daß die Isolierer und Steinholzlcger Berlins bei dem Kampf im Baugewerbe ihrer Unterstützungspflicht nach- kamen, während eS gerade die Gewerkschaften, die sich am radikalsten gebärdetcn. ganz bedenklich daran fehlen ließen. Aus dem Kongreß! seien die Delegierten der Isolierer und Steinholzleger anfangs übereingekommen, sich bei der Abstimmung über die Auflösung der Freien Vereinigung der Stimme zu enthalten; nachdem sie aber und diese führte dann zu dem Beschluß, für die Auflösung zu stimmen. Mit Ausnahme des Vertreters deS Münchener OttsvereinS schlössen sich die Isolierer und Steinholzleger der Erllärung der Maurer an. mit der Einschränkung, daß ihr Verband die Verbindung mit der Geschäftskommission der Freien Vereinigung uicht lösen könne, bevor die Mitglieder des Verbandes darüber entschieden hätten. Ferner führte der Redner aus. baß die Einigimgsfrcunde schon bei der Mandatspiüfung wie bei den Verhandlungen des Kongresses vergewaltigt worden feien, und sagte zum Schluß, daß er aller dieser Vorgänge wegen den Mitgliedern nicht empfehlen könne. für dos Verbleiben bei der Freien Vereinigung zu stimmen.— In demselben oder ähnlichem Sinne äußetten sich K o tz k e, der Vorsitzende der Isolierer. P i o d o w s k i von den Eteinbolzlegern sowie die übrigen Delegierten. Auch in der Diskussion trat kein Redner für die Freie Vereinigung ein. ES wurde ein Antrag gestellt, nun auch gleich darüber zu be» schließen, was weiter geschehen solle, ob man sich einem anderen Zentralveiband angliedern, oder als selbständiger Verband weiter besteben und so Anschluß an die Generalkotnmiision suchen solle. Ter GeichäilSleiter teilte demgegenüber mit, daß über diese Frage schon Verhandlungen slottgelunden haben, aber noch nicht abgeschlossen sind, daß jedoch ein entscheidender Beichluß natürlich nicht von einem einzelnen Orisverein, sondern nur von der Konferenz der Geiamtorganisation gekaß» werden kann. Diese Konferenz wird vorauSsschtlich im Mai stattfinden. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution gegen fünf Stimmen an: „Die gerrieinsame Versammlung der Isolierer und Steinholz» leger Berlins und Uingegerrd hat von dem Bericht ihrer Dele» gierten vorn 8. Kongreß der Freien Vereinigung dentickier Gewerk» schasten Kenntnis genommen und erklärt sich mit dem Verhalten derselben vollständig einverstanden. Die Versammelten verpflichten sich, im Sinne der Sozialdemokratischen Partei für die Interessen unierer Organisation iveiter zu arbeiten und für engen Anschluß an die Generalloiirniission der Gewerkschaften Deut'chtandS eoent. mr einen uns nahestehenden Verband. Sollte die Leitung unseres Verbandes zu der Einsicht gelangen, daß es nötig ist, die Ver- bindung mit der Geschäftskominission deutscher Gewerkschafteu so bald wie möglich zu lösen, so wird ihr darin steie Hand ge- lassen."_ Achtung! Former! Bei der Firma Zimmermann u. B u ch l o h in Borsigwalde haben die Former wegen Reduzierung der Akkordpreise die Arbeit niedergelegt. Die Firma erklärte, wer zu den reduzierten Preisen nicht arbeiten will, ist entlassen. Der Betrieb ist für Former gesperrt. Zuzug von Formern ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung dcS Deutschen MetallarbeiterverbandeS Berlin. Zu unserem Artikel„Stecken geblieben" schickt uns Genosse W i e s e n t H a l eine Erklärung, wonach nicht er allein den Redakteur S ch o n h e i m und den Kassierer W i c s n e r ihrer Posten enthoben habe, sondern dies sei im Einverständnis mit vier anderen Mitgliedern des Vorstandes geschehen. Aus der Amtsenthebung des Kassierers W i e s n e r sind, von uns ungewollt und unverschuldet. Schlüsse auf dessen Kasscnführung gemacht worden. Die Aktion ist natürlich von der augenblicklich „siegreichen" Seite im„Allgemeinen" Metallarbciterverbande nicht aus Mißtrauen an der Ehrlichkeit des Kassierers, sondern als Gebot der Taktik vorgenommen, um der anders denkenden Minorität deS Vorstandes die Mittel zur Fortsetzung der Verbandspoliti? tu ihrem Sinne zu nehmen, wie auch die Enthebung des Redakteurs von seinem Posten demselben Zwecke dienen sollte. Alle Schlüsse, die daraus auf die persönliche Ehrenhaftigkeit dcö Genossen W i e ö n e r gezogen sein sollten, find unberechtigt. Wir bedauern, wenn wir ohne unseren Willen zu solchen Anlaß gegeben haben sollten. Ocbtrches Reich. Die Polizei im Lohnkampfe. AuS Halle a. S. berichtet man: Daß die Hallesche Polizei bei dem GaSarbeitcrstreik alles Menschenmögliche aufbieten würde, war vorauszusehen. Sie hat aber unsere„Erwartungen" noch weit, weit übcrtroffen. In einer am Freitagabend stattgehabten Protestversammlung im großen Saale des Volksparkes wurde seitens der Streikleitung mitgeteilt, daß die Polizei die Frauen der Streikenden besucht, und ihren Schub anbietet, im Falle die Männer arbeitswillig werden wollen. Ein Polizist war sogar so liebenswürdig, der Frau eines Streikenden die Vcrhaltungs» maßregeln in das Notizbuch ihrrS Mannes einzutragen. DaS Buch mit dem gediegenen Deutsch des Polizisten liegt bei der Streik. leitung zur Ansicht aus. Die Streikbrecher werden bei der Arbeit mit Kuchen traktiert. Die Erregung der Streikenden ist groß. Eine Protestresolution gegen das Vorgehen der Stadtverwaltung wurde angenommen. Die Arbeiterschaft der Allrightfahrradwerke in Köln-Lindcn- thal ist ausgesperrt. Zuzug von Fahrradarbciter nach Köln ist streng fernzuhalten._ Hetzte.(Vacbricbteii und vepelcben. Bon Boll zu Boll. Paris, 3. Februar.(W. T. B.) Mehrere sozialistische De» putierte, unter ihnen auch der sozialistisch-radikale Deputierte Magnaud, brachten eine Resolution ein, in welcher die Kammer dem portugiesischen Volke ihre republikanischen Sympathien und ihre Wünsche für die Herstellung eines Regimes der Freiheit ausdrückt. Man glaubt jedoch, daß Kammerpräsident Brisson eine Abstimmung über diese Resolution nicht zulassen werde. Paris, 3. Februar.(Ä. T. B.) Im Gemeinderat der Stadt Paris brachte der Konservative Rendu eine Resolution ein. in welcher der portugiesischen Königsfamilie Teilnahme ausgesprochen wird. Der Vorsttzendc verweigerte jedoch das Wort zur B e» gründung dieser Resolution. Die äußerste Linke rref:„Wir senden den portugiesischen Republikanern unsere Grüßet" Um dem Zwischenfall ein Ende zu machen, erklärte der Vorsitzende, daß er schon im Namen der Stadt Paris, deren Gast die portugiesische Körrigsfamilie gewesen sei, der Königinwitwe Amalie und dem König Manuel das Beileid ausgesprochen habe. Franca verduftet! Parrs, 3. Februar.(W. T. B.) Eine Lissabon behauptet, daß Franca heute noch werde. Lrivatdepcsche aus Portugal verlassen Arbeiterlebe«. Hattingen, 3. Febr.(Privat-Depesche deS„Vorwärts".) Auf Zeche„Henrichshiitte" erhielten fechs Arbeiter bei der Explosion eines mit flüssigem Eisen gefüllten Behälters lebensgefährliche Brandwunden. Eisenbahners Ende. Würzbarg, 8. Februar. Auf dem Bahnhof Rehbach wurde der Hülfsbreniscr Nohmann überfahren und schrecklich verstümmelt._ Zwei Mark pro Jahr— Herl, Heyl! Worms, 3. Februar.(V. H.) In der Fabrik von Eomeltu» den VerHandlimgeu des Kongresses eine Zeitlang folgten, hätten Hehl haben 86 Arbeiter ihr LäjährigeS Arbcitcri'.rbilänm gefeiert. ___ die auswärtigen Delegierten von neuem eine Besprechung gewünscht,' Jedem wurde hierbei ein Geldgeschenk von 50 M. überreicht. Vercmttv. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil vercmtw.: Th. Glocke» Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstalt Paul Singer& Co., Berlin S W. Hierzu 3 Beilage» o. Unterhaltung»� Nr. 29. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 4. februar 1908. 03. Sizung, Montag, den 3. februar. nachmittags 2 Uhr. Dienstzeit sofort für das ganze Heer eingeführt hat, in bezug und zeigen den Leuten, was Sie ihnen bringen wollen( lebhafte auf die Kavallerie in einer prefären Lage befindet.( Lebhaftes Heiterkeit), aber keiner von Ihnen hat die Courage, den Leuten Hört! hört! rechts!) Das liegt aber daran, daß man dort beim zu sagen, daß die einjährige Dienstzeit dem Volke Millionen kosten Uebergang zur zweijährigen Dienstzeit nicht für genügend Drei- würde.( Lebhaftes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Antrag jährig Freiwillige gesorgt hat. Bei uns dagegen ist, dem mili- ist nur ein zu Agitationszweden gestellter; an seine Durchführung Bräsident Graf Stolberg eröffnet die Sibung mit einem Nach- tärischen Geiste der Deutschen entsprechend, der Andrang von glauben wohl auch die Sozialdemokraten nicht.( Lachen und euf für den König und Kronprinzen von Portugal.( Die Sozial- Dreijährig- Freiwilligen zur Kavallerie sehr groß. Die Ausbildung Widerspruch bei den Sozialdemokraten, Beifall rechts und bei den demokraten haben den Saal verlassen.) Ferner teilt der Präsident muß unsere Kavallerie zum Aufklärungsdienst im Kriege tauglich Nationalliberalen.) mit, daß der Kriegsminister wegen Krankheit nicht an den Ver- machen; dazu genügen aber zwei Jahre. Die Forderung der Abg. Bebel( Soz.): handlungen teilnehmen kann. zweijährigen Dienstzeit auch für die Kavallerie und reitende Feld- Der Herr Vorredner hat es für selbstverständlich erklärt, daß Die zweite Lesung des Militäretats wird beim Titel„ Ge- artillerie ist aus menschlichen, bürgerlichen und volkswirtschaftlichen sozialdemokratische Zeitungen aus den halt des Ministers" begonnen. Gründen zu fordern. Frankreich ist uns mit der Ein- seajernen verbannt werden und hat gesagt, daß eine Hierzu liegen eine Anzahl Resolutionen vor. führung der zweijährigen Dienstzeit voran- Partei, welche Ziele verfolgt wie die Sozialdemokratie, unter feinen Die Budgetkommission beantragt, beim nächstjährigen gegangen, Deutschland wird folgen müssen, Umständen irgendwelchen Anhang in den Kasernen haben dürfe. Etat eine Dentschrift über die Einführung der zweijährigen denn es handelt sich um eine Forderung der fortschreitenden Wir regen uns darüber nicht auf, denn wir wissen sehr wohl, daß Dienstzeit der Kavallerie und reitenden Feldartillerie vorzulegen. Kultur und der ausgleichenden Gerechtigkeit.( Lebhaftes Bravo! die tafernen heute die besten Agitation sherde für Die Abgg. Graf Hompesch und Gen.( 3.) verlangen, daß im Zentrum.) Die Abgg. Köhler und Gen.( wirtsch. Vg.) verlangen die Einführung falkultativer Landwirtschaftskurse im Heere. Die Abgg. v. Byern und Gen.( f.) beantragen Einstellung von Mitteln in den nächsten Etat, um den Mannschaften bei Urlaubserteilung mindestens einmal iährlich freie Fahrt unter möglichster Benuzung von Schnellzügen zu ermöglichen. der einjährigen Dienstzeit im Heere. die Sozialdemokratie sind.( Widerspruch rechts, Seyr die Uebungen der Reservisten und Landwehrleute und die Pferde- Bayerischer Bundesratsbevollmächtigter Oberst Frhr. v. Geb- richtig! bei den Sozialdemokraten.) Und zwar sind sie das dank musterungen nicht zur Erntezeit abgehalten werden, und einheit- fattel: Das Erscheinen der Denkschrift über die zweijährige Dienst- des ganzen Systems des heutigen Militärwesens. Fahren Sie nur liche Bestimmungen über den Ernteurlaub der Soldaten. zeit der Kavallerie und reitenden Feldartillerie ist bereits in der ruhig fort wie bisher, ich kann Ihnen versichern, wir fahren nicht Kommission zugesagt worden. Der Abgeordnete Haeusler blidt schlecht dabei.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aehnlich auf eine lange Dienstzeit zurück, und seine Aeußerungen werden ist es mit den Ausführungen des Vorredners über die Kriegerdaher als die eines Sachverständigen betrachtet werden. Deshalb vereine. Auch in ihnen sah er ja ein Wachtmittel zur Belege ich Wert darauf, zu erklären, daß die bayerische Regierung tämpfung der Sozialdemokratie. Die älteren Kollegen können sich der Abg. Haeusler hat seine Erfahrungen in Bayern gesammelt vielleicht noch entsinnen, daß auch früher hier die Kriegervereine der Ansicht ist, daß bei der zweijährigen Dienstzeit die Gegenstand der Verhandlungen waren, und daß ich damals den Die Abgg. Dr. Ablaß und Gen.( frs. Vp.) beantragen mit Beistungen der Kavallerie erheblich herab Standpunkt vertrat: Ich freue mich, daß die Kriegervereine erianderen Worten dasselbe. gedrückt werden würden. Das Ausbildungspersonal ist jetzt stieren.( Lachen rechts.) Denn sie existieren an Orten und Die Abgg. Albrecht und Gen.( Soz.) beantragen erstens, bereits auf äußerste angestrengt, bis zur letzten Faser. Radfahrer werden an solchen Orten gegründet, wo sonst keinerlei politisches baldige Vorlegung eines Entwurfes betreffend Reform des Militär- und Luftschiffe werden die Kavallerie nie ersetzen. Die geschlossene Leben existiert, und wenn die Leute überhaupt au irgend einer strafrechtes; zweitens nachdrückliche Durchführung der gefeylich zweigliedrige Attacke der Kavallerie brauchen wir, um die feind- Tätigkeit, die mit dem öffentlichen Leben in Zusammenhang steht, garantierten Deffentlichkeit der Verhandlung der Militärgerichte; liche Kavallerie wegzuwischen; denn erst dann kann die Kavallerie zusammen geführt werden, so betrachte ich dies als Vorteil gegen. über dem Zustand der völligen Gleichgültigkeit.( Sehr richtig! bei drittens Erhöhung der Löhnung für Gemeine und Gefreite, Spiel- ihre Aufklärungstätigkeit beginnen.( Sehr richtig! rechts.) leute, Oekonomiehandwerker und Sanitätsmannschaften und Be- Abg. Graf Oriola( natl.) wendet sich gegen eine zu weit- den Sozialdemokraten.) Und da man die Kriegervereine mit Vors reitstellung der erforderlichen Mittel in einen Nachtragsetat; hat in der Kommission ausgeführt, daß zur Disposition gestellte sich ganz von selbst, daß wenn die Leute Gelegenheit haben, einen des so biertens alsbaldige vorlegung eines Antrages auf Einführung Offiziere volle Freiheit haben, sich politisch zu beteiligen. Diesen solchen gefährlichen Sozialdemokraten einmal leibhaftig zu sehen Abg. v. Byern( t.): Mit Genugtuung weise ich auf den Erlaß eid halten. Weiter hat der Kriegsminister gesagt, daß in den Also auch in dieser Richtung haben wir gegen die Gründung von Standpunkt teile ich; nur muß jeder ehrliche Mann seinen Fahnen- und zu hören, sie diese Gelegenheit auch mit Borliebe ergreifen. Sr. Majestät hin, der größere Einfachheit im Leben der Offiziere Safernen jede Beitung gehalten werden darf, nur teine sozial- Ariegervereinen nichts einzuwenden.( Zustimmung bei den Sozialfordert. Den Kompagniechefs sollte man größere Selbständigkeit demokratischen. Das halten wir für ganz selbstverständlich.( Sehr demokraten.) Der Vorredner hat dann auch Bezug genommen auf laffen und ihre Dienstfreudigkeit nicht durch zu vieles Zwischen- richtig! bei den Nationalliberalen und rechts.) In den Krieger- unseren Antrag 615, der die Reform des Militarſtrafrechts vers reden beeinträchtigen. Auch die Besichtigungen sollte man mehr vereinen, über die in der Kommission auch gesprochen ist, sehe langt, und hat gemeint, der Antrag stelle gewissermaßen einen einschränken. Ein allgemeiner Wunsch meiner Fraktion besteht ich einen vortrefflichen Schuß gegen bas leber geistigen Diebstahl dar, weil er bereits im vorigen Jahre von der darin, statt der großen Garnisonen mehr kleine zu bilden.( Sehr hand nehmen der Sozialdemokratie.( Lachen bei den Freisinnigen Volkspartei gestellt worden ist. Wir haben ihm darichtig! rechts.) Daß die Kommission in Kapitel 21, Adjutantur- Sozialdemokraten.) Für den sozialdemokratischen Antrag, der eine mals zugestimmt. Wir haben es aber für angemessen er offiziere und Offiziere in besonderen Stellungen, erhebliche Reform des Militärstrafgesetzbuches fordert, und der nur eine achtet, ihn heute aufs neue au stellen, weil er unsere Streichungen vorgenommen hat, bedauern wir lebhaft. Gegen Wiederholung eines vorjährigen freisinnigen Antrages ist, werden Billigung findet. Was würde Graf Oriola fagen, wenn ich allen die Vorlegung einer Denkschrift über die Einführung der zwei- mir ebenso wie vor einem Jahre stimmen; aber es dürfen feine bie wir in den letten 10 Jahren gestellt haben, den Parteien, welche jetzt die Anträge aufnehmen. jährigen Dienstzeit bei der Kavallerie und reitenden Feldartillerie, Bestimmungen eingeführt werden, welche die Disziplin gefährden. wie die Kommission verlangt, habe ich nichts einzuwenden, aber Dasselbe gilt auch von der notwendigen Reform des Beschwerde- deswegen Diebstahl vorwerfen wollte? Auch die Anträge auf die Einführung der zweijährigen Dienstzeit selbst bei der Kavalleric rechts. Der Grundsatz der Deffentlichkeit der Gerichtsverhand. Erhöhung der Löhnung von Soldaten sind von uns und reitenden Artillerie ist ganz unmöglich.( Sehr richtig! rechts.) lungen ist im Militärftrafgesetzbuch enthalten, der Ausschluß der wiederholt. Leider finden die Beschlüsse dieses Hauses sehr Gegen den sozialdemokratischen Antrag auf GrOeffentlichkeit darf nur die Ausnahme sein und nicht mit Rücksicht wenig Beachtung seitens der verbündeten Regierungen, und deshöhung der Löhnung haben wir an sich nichts; es wäre auf die Person des Angeklagten erfolgen. Die Budgetkommission halb werden wir derartige Anträge immer und immer wieder einja ganz schön, aber forgen Sie für Dedung. Die Sozialdemokraten haben ferner beantragt, den Reichskanzler ob die Löhne der bei der Heeresverwaltung beschäftigten Personen die Erhöhung der Löhne schon in diesem Jahre durchzuführen und beantragt eine Resolution, die Regierungen zu ersuchen, zu prüfen, bringen. Nach dieser Richtung hin brauchen Sie uns keine Vorwürfe zu machen. Weiter hat der Vorredner gemeint, der Antrag, zu untersuchen( stürmische Heiterkeit), Pardon, zu ersuchen, für den ortsüblichen Löhnen entsprechen und ferner, spätestens 1909 sorgen. Wir sehen gar keine Veranlassung, diese stundentag einzuführen. Für beide Punkte werden wir stimmen, damit schädigen Sie nur sich selbst.( Sehr wahr! bei den Sozialvermehrte Deffentlichkeit bei den Militärgerichtsverhandlungen zu für die in der Feldzeugmeisterei beschäftigten Personen den Neun- zur Durchführung einen Nachtragsetat einzubringen, werde in diesem Hause tein Glüd haben. Das kann sein; aber Frage wieder aufzurollen. Gegen die sozialdemo- ohne damit jedoch ein Mißtrauen gegen die Militärverwaltung kratische Resolution auf Serabfebung der Dienstzeit zum Ausbrud bringen zu wollen.( Heiterkeit bei den Sozialdemo- demokraten.) Seit 42 Jahren besteht jetzt das Reichsheer, seit der find wir selbstverständlich. Dagegen betrachten wir als fraten.) Jch wende mich nun zu der Resolution der Kommission, Gründung des Norddeutschen Bundes. Im Laufe dieser Jahrebenso selbstverständlich die Annahme der Zentrumsresolution, die welche eine Dentschrift über die zweijährige Dienst. zehnte find die Gehälter aller Chargen wesentlic Reservisten nicht während der Erntezeit zur Uebung einzuberufen. 3 eit verlangt. Der Kriegsminister hat eine Denkschrift auch erhöht worden, Abg. Haeusler( 3.): Die dreijährige Dienstzeit bei der zugesagt, und ihr Erscheinen wird auch ganz nüßlich sein; denn nur die Löhnung der Mannschaften nicht. Navallerie und reitenden Feldartillerie ist eine ungerechte Belastung sie wird aufs deutlichste zeigen, daß die Einführung der zwei- Die Preise der Lebensmittel sind in diesen 42 Jahren ge. eines Teiles der Bevölkerung, die auch aus militärischen Gründen jährigen Dienstzeit bei der Kavallerie und reitenden waltig in die Höhe gegangen, an die armen Soldaten hat nicht gerechtfertigt werden kann, vielmehr ist die Beseitigung des Felbartillerie ganz unmöglich ist.( Lebhaftes man aber nicht gedacht.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) dritten Dienstjahres sehr gut möglich, wie das Institut der Ein- Sehr richtig! rechts und bei den Nationalliberalen.) Der sozial- Es ist nur natürlich, daß wir Sozialdemokraten auch derer gejährig- Freiwilligen auch in der Kavallerie und reitenden Feld- demokratische Antrag auf allgemeine Einführung der ein- denken, die uns am nächsten stehen.( Lebhafte Zustimmung bei den artillerie zeigt.( Sehr richtig! im Zentrum und bei den Sozial- jährigen Dienstzeit ist um so weniger annehmbar; Sozialdemokraten.) Graf Oriola sagte, der Antrag folle nur eine demokraten.) Aber die Dienstzeit auf ein Jahr her ab- diefer Antrag hängt mit der alten Bebelschen Idee des Milizheeres agitatorische Wirkung haben. Bei fast allen von den anderen Barzusehen, wie es der sozialdemokratische An- zusammen. Das Milizsystem würde ja auch zu einer ungeheuren teien gestellten Anträgen kann ich diesen Vorwurf zurückgeben. trag will, ist nicht möglich, denn in einem Jahre kann Belastung des Boltes in finanzieller Hinsicht führen, es würden Ferner meinte er, wir hätten es leicht, Anträge zu stellen, denn der Mann nicht zu einem fertigen Reiter ausgebildet werden. in jedem Jahr zwei Aushebungen und zwei Manöver nötig werden. wir lehnten nachher den Etat doch ab. Darauf antworte ich ihm: Es ist richtig, daß man sich in Frankreich, wo man die zweijährige Sie( zu den Sozialdemokraten) gehen in die Volksversammlungen Wenn Sie die Ausgaben in einer Form bean. Reicher war in Haltung und Maste, in der dumpfen Klang- durch ihr flottes, wie Frln. 8abemad und Balling durch ihr farbe der jäh hervorgestoßenen Worte ein Borkman, in dem das gefälliges Spiel hervor. maßlose Selbstvertrauen des gestürzten Börsenfürsten, der starre Humoristisches. Eigensinn des abgeschlossenen Sonderlings vorzüglich zum Ausdrucke kam. Jenen Niß in der Figur konnte er aber, je naturaBlodorden. Abgeordneter: Beffingtheater. John Gabriel Bortman liftischer er den Grautopf der ersten Atte gespielt hatte, am Schlusse haben Sie sich Ihren Orden geholt?" von Henrik Ibsen. Die Vorstellung von Klein- Eyolf in dem um so weniger verdecken. Ebenbürtig stand Rosa Bertens 10. Januar, Herr Doktor." neuen Brahmschen Jbsenzyklus hatte mit erschütternder Wucht ge- unversöhnlich harte Gunhild neben ihm. Weniger gelungen, nawirkt. Was beim Lesen mir immer den Eindruck konstruierender mentlich auch in den Ausbrüchen der Leidenschaft, erschien mir wenn jemand Ihre Frau verführen würde?" Der Höfling: Symbolik hervorrief, gewann hier in der wundervoll ausmalenden Else Lehmanns Ella. Die Episodenrollen des jugendlichen darauf an, wer, Hoheit." Darstellung des Ehepaares durch Oskar Sauer und Irene Triesch Pärchens waren durch Irene Triesch und Otto Gebühr, anschauliche, lebendigstes Mitgefühl aufwühlende Realität. Das die des demütigen mit Borkman befreundeten Hülfsschreiber und Bild des Werkes selbst verschob sich. Denn schließlich fann auch Boeten durch Karl Forest ansprechend vertreten. dt. die beste Darstellung nur geben, was sie im Hineinversenken in den Geist einer Dichtung aus ihr herausholt. Die Aufführung des GaTrianon Theater: Baron Toto", Schwank von briel Borkman, der in der zeitlichen Reihenfolge von Ibsens A. Bisson. Der französische Schwank der letzten zwanzig Jahre Schaffen, wie in der ausgeprägt symbolisierenden Stilart Klein- bat außer seinen Verdiensten um das Amusement der Lebewelt noch Gholf nahesteht, bot trotz vortrefflicher Einzelleistungen feine solche etwas besonderes geleistet. Er hat, so merkwürdig das flingen mag, Ueberraschung und hätte sie auch bei noch höherer Vervollkommnung eine philosophische Theorie verwirklicht. Die Materialisten der frandes Spieles schwerlich bieten fönnen. Der Kontakt mit den zösischen Aufklärungsphilosophie hatten die Formel: l'homme Figuren wurde durch die unmittelbare Bergegenwärtigung auf machine"( der Mensch ist eine Maschine) geprägt. Mögen die Philo: der Bühne fein wesentlich engerer und neben der Gedanken- fopben sich um Sinn und Wahrheit dieses Sapes fagbalgen: Zweifelfülle, den bedeutsamen Perspektiven, traten die Mängel, die bei los find die Menschen des französischen Schwantes Maschinen und Sie haben immer der Lektüre stören, unvermindert start hervor. Es fehlt hier jener noch dazu sehr einfache Maschinen. heimliche dramatische Unterstrom, das stille leidenschaftliche Gegen- nur eine, im besten Falle anderthalb Walzen im Kopfe. einanderringen zweier zusammengefesselter Seelen, aus dessen nach Ihr Erzenger dreht diese Maschinenmenschen mit einem Rud auf Theaterschau. Was in Berlin verboten ist, kann man in schaffender Gestaltung die mächtige Bühnenspannung, die Illusion und dann schnurren sie ab, manchmal ist's, als ob die Hemmung Hamburg ruhig aufführen. Gretchen, eine Groteske von Davis des Miterlebens dort erwuchs. Die Handlung, wenn man von ausgeschaltet ist: so rattern fie. Papa Bissons Androiden( Menschen- und Lipschüß, die die preußische Polizei' so arg beunruhigte( mehr einer solchen im Borkman überhaupt sprechen darf, schließt sich puppen) haben diesmal aber ein nettes, gemächliches Tempo. Sie noch als die Morde), ist im Hamburger Karl- Schulze- Theater ohne zu feiner vollen Einheit, keinem ragenden Höhepunkte zusammen find etwas invalide und steifbeinig. Diese Schwankindustrie hat sich Veeinträchtigung der Hamburgischen Bundestreue gegeben worden. und drückt dabei zugleich die Ansichten des Dichters, das Allgemeine, ausgegeben( so gut wie die deutſche). das er sagen will, allzu hastig in den Vordergrund. Die Geschöpfe In Paris hatte das Stüd einige aktuelle Würze, Die Apachen, wenn Breuzen nur nicht Bundesexekution gegen die Republik Hamburg befiehlt. crscheinen in ihrem Reden und Handeln weniger durch ihre Eigen- die berühmten Einbrecher, die dort den bürgerlichen Appetit nach- Bühnen chronit. Frau Sorma ist durch Erkrankung natur, als durch die Gedanken, zu deren Illustrierung sie ihrem Helden derzeit stillen, spuken drin herum. Freilich nur imitiert und von Familienmitgliedern genötigt, ihr Gastspiel am Kleinen Theater Schöpfer dienen sollen, bestimmt. Der Streit der Alten, der fa- zum Spaß. Denn Spaß ist hier alles. Ein Gerichtspräsident auf unbestimmte Zeit zu unterbrechen.- Ferdinand Bonn hat natisch ehrgeizigen Gemahlin Borkmans, ihrer zärtlichen und mopst seiner Frau wertvolle Dosen und besoldet seine Operettendiva, in München ein Engrosgeschäft in Lorbeern eröffnet und gedenkt sich weichen Zwillingsschwester Ella und des phantastischen Bankes bei der er als heiratslustiger Baron auftritt, damit. Ein junger dem Berliner Volt als Gast im Neuen Theater in Bernsteins, des rottierers um den Sohn, und die Entscheidung dieses Streites Mann, der gegen des Präsidenten Willen dessen Tochter heiraten Franzosen," Simson" von Freitag ab zu zeigen. vermag in Jbsens Schilderung nur durch die Anregungen, die die will, und ein von der Frau engagierter Detektiv( Coran Doyle in Ein Werk A. Hudlers, des viel zu früh verstorbenen Reflerion erhält, nicht unmittelbar als Spiegelbild von Wirklich Frankreich) fommen ihm auf die Spur. Die langgesuchten Dofen Bildhauers:" Der Träumer", ist von der Berliner Nationalgalerie. feit zu interessieren. Der Studiosus und seine Liebste bleiben fommen zurück, der junge Mann friegt die Tochter usw. Dazwischen erworben worden. Es stellt einen am Boden fizzenden, in Sinnen bloße Gedankenzeichen, Umrißschemata im programmatischen Einne fingierte Apachenbriefe und leberfälle, die vorschriftsmäßige versunkenen Jüngling dar, der in den Sand schreibt. ohne individuelle Farbengebung. Und bei allem so fein beobe Konzentrierung aller Personen auf das„ Allgemeingut"( der Wit Mit boltstümlichen Vortragsreihen wird die achteten Detail wird die Hauptfigur Borkman, dessen Schicksal fommt vor), die Operettendiva: ein halber Trick und nur Boltshochschule Humboldt Akademie am Mittwoch, den mit dieser Nebenhandlung nur ganz lose verbunden ist, in seines eine nicht menschliche Maschine: ein elektrisch betriebener 5. Februar, abends 8 Uhr, eine neue Lehrstätte NO., im KönigWesens Wesenheit nicht unzweideutig flar. Die symbolische Er- Stuhl, der momentan mißliebige Besucher ins Nebenzimmer städtischen Realgymnasium, Elisabethstraße 57/58, eröffnen, in der höhung in der Schlußszene, wo Ibsen ihn als den Genius des entführt das ist so das Arsenal. Nur eine Szene erhebt sich über im ersten Quartal 1908 drei Vortragsreihen vorgesehen find. raftlos vorwärts brängenden, des welterobernden Industrialismus die Mittelmäßigkeit: wenn die Operettenkokotte zur Frau des Bräfi Dr. Runze spricht über Fichte, mit besonderer Berücksichtigung reden läßt, stimmt schwer zu jenem fleinlichen Gelbstbetrug, in denten Rache zu nehmen kommt. Die anständige Frau verteidigt feiner Religionsphilosophie" und über„ Die philosophische Grunda welchem wir den Mann ratlos und tatlos sich bis dahin verzehren ihres Mannes Seitensprünge als durchaus angemessene Erholung, idee in Goethes Faust", Dr. Stillich über„ Geld- und Bankfahen. Sein Träumen schien uns als die Lebenslüge einer, nicht und die Kokotte, die nicht weiß, daß der Präsident seine Frau auf sie gefchäfte". Starten in Th. Fröhlichs Buchhandlung, NO., Lands nur durch äußere Schidsalsschläge, sondern schon in der Anlage als Geistestrante präpariert hat, ist über solchen Zynismus entfeßt. bergerstraße 82, part. berkrüppelten Eristens. Man glaubt an diese plögliche Verwand Unter den Mitwirkenden taten sich außer dem elektrischen Stuhl lung nicht. bie Gerren Juntermann, Bergen, Laurence, lein. Kleines feuilleton. Theater. ―r. Na, Schutzmann, wann Schutzmann:„ Auch am Was würden Sie tun, mein Lieber, „ Das fäme ganz ( ,, Simpliciffimus".) Freisinniger Export. Die führenden freisinnigen Mannen haben beschlossen, ein Ergebenheitstelegramm an den neuen König von Portugal( falls er noch am Ruder ist) zu senden, in dem sie außer ihrer Unschuld an dem Attentat auch ihr unentwegtes Eintreten für jeden Absolutismus beteuern. Gleichzeitig soll an das portugiesische Volk ein zweites Telegramm abgehen, in dem es durch den Hinweis auf die Diktatur der preußischen Junker getröstet wird. als Muster zur Bekämpfung der Reaktion wird dann die in PreußenDeutschland so fegensreich erprobte Koalition mit der Reaktion empfohlen. Notizen. t rage«, die unsere Wünsche befriedigt, so wer d«« w i r ihnen zustimmen; aber niemals werd-n wir einem Etat zustimme», dessen ö.innahmen in den wesentlichsten Teilen aus Lebcnsmittelzöllcn, auS indirekten Steuern auf die notwendig- stcn Lebensbedürfnisse bei Masse bestellen.(Lebhafte Zustimmung bei den SozialdemokraterO Wenn Sie ein anderes gerechteres System einfuhren, wenn Sie auf dem Wege der Einkommen- st euer, der Vermii genssteuer, der Erbschafts- st e u e r. mit einem Aiortc auf dem Wege der direkten Steuern auch den rei'chcn Klassen empfindlich mache», was der Militarismus den Herren, kostet, dann werden wir auch für den Etat stimmen? Für die beiden Anträge der Freisinnigen und der Konserva- tivcn, den Soldaten fv.'ic Bahnfahrt zu gewähren, werden wir stimmen. Dagegen nicht für den Antrag Köhler, Unterricht in landwirtschaftlicher Naturkunde für freiwillige Teilnehmer im ReichSheerc einzuführen, denn die Wege, die in diesem Antrage ein- geschlagen werden sollen, können wir nicht billigen. Auf den agrarifchen Schulen muß dem Bedürfnis nach Unterricht in. der landwirtschaftlichen Naturkunde im höchsten Maße Rechnung gc- tragen werden; das kann aber nicht Aufgabe der Heeresverwaltung, sondern muß Aufgabe der ordentlichen Schulen sein. Dann werden diesen Unterricht eben auch alle ohne Ausnahme ge- nicßen, und nicht nur ein kleiner Teil. Die Militärverwaltung hat gar nicht die Möglichkeit, diesen Unterrickit nützlich für alle zu gestalten. Traurig genug ist es, daß die Schulbildung, welche unsere Kinder im allgemeinen genießen, so gering ist, daß seitens der Militärverwaltung später noch nachgeholfen werden muh. (Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Auf die Ausführungen der Herren Abgeordneten v. Bycrn und Haeuslcr werde ich noch später zurückkommen. Ich begrüße es aber, daß wir endlich einmal von zwei alten Militärs, welche Mitglieder dieses Hauses sind, her im Hause einen Ton haben anschlagen hören, wie wir ihn bis- her von jener Seite zu hören nicht gewohnt waren. Herr v. Bycrn ist in lebhafter Weise für Ersparnisse bei der Militärver- waliung eingetreten. Vor einem Jal)r erklärte auch Fürst Bülow in seinem Programm, daß Ersparnisse bei der Militärverwaltung notwendig seien. Der Etat, der uns heute vorliegt, zeigt aber das Etegenteih denn er fordert nicht weniger, sondern bö Millionen mehr. Auch von freisinniger Seite ist früher wiederholt gefordert worden, die R e i s e k o st e n einzuschränken. Alles das, worauf heute auch Herr v. Byern hingewiesen hat, hat bis jetzt nicht die gering st e Berücksichtigung gefunden. Im Gegenteil, die Ausgaben sind von Jahr zu Jahr gewachsen; das war die Antwort der Militärverwaltung auf das Drängen nach Ersparnissen. Herr v. Byern hätte leicht noch eine ganze Reihe von Punkten finden können, bei welchen Ersparnisse möglich sind, ohne daß die Ausbildung des Heeres darunter litte. Gefreut habe ich' mich über die Ausführungen des Abgeord- neten HaeuSler, der hier als alter Militär für die Herab- setzung der Dienstzeit eingetreten ist. Herr v. Gebsackcl hat Herrn HaeuSler freilich die oachverstündigkeit abgesprochen. trotzdem Herr Haeusler länger Soldat ist, wie er. Und auch zwischen Herrn Bycrn und Haeusler bestanden insofern Diffc- rcnzcii, als Herr v. Bycrn sogar eine vierjährige Dienstzeit bei der Kavallerie für nötig hielt, also genau das Doppelte, w i e d e r a l te K a V a l l e r i st H a e u S l e r. So ist es ja immer, wenn Sachverständige sich gegenübcrtretcn, da stehen sich die An- schauungen ganz besonders schroff gegenüber. Ich habe den Ein- druck, daß heute für die Notwendigkeit der dreijährigen Dienstzeit bei der Kavallerie so ziemlich mit denselben Gründen eingetreten wird, die man seinerzeit fürjiie dreijährige Dienstzeit bei der Infanterie vorbrachte.(Sehr richtig! vei den Sozialdemo- traten.) Noch vor zehn Jahren haben sich bei einer Umfrage sämtliche Norpskommandeure für die dreijährige Dienstzeit bei der Jnfauterie ausgesprochen. Erst als eine bedeutende Erböhung der Armee notwendig war. mußte man als Korrelat die zweijährige Dienstzeit emsühren, und es ist dann sehr gut gegangen. §cute fällt es niemand mehr ein. eine längere Dienstzeit bei der nfanterie zu verlangen, da man eingesehen hat, daß es durch eine ganze Reihe von Vereinfachungen, die ich allerdings noch bei weitem nicht für genügend erachte, möglich ist, die Mannschaften zu entlasten. Ich werde darauf bei Begrüildung unseres Antrags auf Einführung der einjährigen Dienstzeit noch zurückkommen. Ich muß vorläufig noch kurz auf zwei Aeußerungen ein- gehen, die der Kriegsminister in der Sitzung vom 21). November gemacht hat. Er sprach damals von dem„Buben in Zivil" und erwähnte, daß es nötig gewesen sei, den Kürassieren zu ver- bieten, in weißen Lcderhosen auf die Straße zu gehen. Ich weiß nicht, ob der Herr KricgSminister, wenn er heute zugegen wäre, diese Ausführungen aufrecht erhalten würde, denn mittlerweile haben ja die Prozesse Lynar und Hohenau bewiesen. daß es leider auch in der Armee Leute gibt, vor denen die Soldaten sich kaum erwehren können. Damals ging durch die Presse auch die Meldung, daß der Stallmeister des Krön- Prinzen aus ähnlichem Grunde ohne weiteres seines Postens enthoben sei. In dem Falle, der neuerdings in Allcnstein kassiert ist, hat man die Angeschuldigten in eine Irrenanstalt zur Untersuchung ihres Geisteszustandes geschickt, obgleich Herr von Gäben bis dahin nichts getan hatte, was die Ver- mutung aufkommen lieft, daß er geistesgestört fei. Ein derartiges Verfahren liegt ja gewiß im Interesse der Militärbehörde, der natürlich solche Fälle recht unangenehm sind, ober man muß doch endlich auch in der Militärverwaltung ein- sehen, daß Offiziere keine aotteZgleichen Geschöpfe sind, sondern ebenso ihre menschlichen Schwächen und Fehler haben, wie daS liebe Zivilpublitum. I n derZiviljustizgchieSjafrei- lich auch so, daß Leute in angesehener Stellung sehr leicht in die Lage kommen, als Angeschuldigte einer Irrenanstalt zur Untersuchung überwiesen zu werden.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokratcn.)— Dann hat in jener Sitzung auch der F a l l L i e b- k n e ch t eine Rolle gespielt. Ich hatte damals hervorgehoben, daß nach meiner Auffassung der Geheime Kriegsrat Romen es ge- tvcsen sei, der die Anklage ausgearbeitet hat. Das wurde vom Herrn Kriegsminister entschieden bestritten. Ich will kurz konsta- tiercn, daß die Liebknechtsche Schrift im Spätherbst ISVC erschienen ist, und daß der Obcrrcichsanwalt erst am 21. April 1V07 die Be- fchlagnahme beantragt und die Voruntersuchung eingeleitet hat, die Anklageschrift erst Ende Juli 1907 Liebknecht zugestellt worden ist. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat auf Grund der Verhandlungen dieses Hauses erklärt, daß die Anklage gegen Lieb- knecht von dem Overreichsanwalt aus eigener Initiative erhoben worden sei. weder die preußische Justizverwaltung, noch irgend eine andere Stelle habe darauf irgend welchen Einfluß aus- geübt. D e m gegenüber stelle ich fest, daß der Ober- reichsanwalt Olshausen in seiner Anklagerede gegen Liebknecht ausdrücklich erklärte: die Lieb- knechtsche Schrift ist mir vorgelegt worden von einer Seite, dir ein erhebliches Interesse an ihr hatte, von einer zuständigen Bchiftde! (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Nach dem Eingreifen dieser interessierten Behörde wird man cS verstehen können, wie der ReichLanwalt dazu kam, gegen Liebknecht zlvci Jahre Zuchthaus, also eine Strafe wegen ehrloser Gesinnung, zu beantragen.(Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Ich komme dann zu unserem Antrag auf Einführung der einjährigen Dienstzeit. Daß er von der Mehrheit des Hauses abgelehnt werden würde, wußten wir. Ob er einstmals angenommen loerden wird, lasse ich dahingestellt. Aber unzweifelhaft geht die ganze Richtung der Entwickelung auf eine weitere Verkürzung der Dienstzeit, die w,r gegenwärtig haben. Der Abgeordnete Graf Oriola meinte, mit der Propagierung dieser Forderung würden wir im Volke keinen Anklang finden. Er irrt sich; in jeder Volks- Versammlung macht cS den tiefsten Eindruck, wenn man, nur die Frage auswirft, wie es kommt, daß in der gegenwärtigen Militär- organisation die Söhne der besitzenden Kreise das Einjährigen-Privilegium haben, während die große Masse des«olkes zive? L«ßrs ftfene*«atz. Das beweist dem Volke sofort den plutokratischen Charakter des herrschenden MilitirsystemS. und die Möglichkeit einer weiteren Verkürzung der Dienstzeit. (Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Graf Oriola hat weiter gemeint, wir stellten diese unmögliche Forderung nur auf, um für unsere sozialdemokratischen Forderungen Propaganda zu machen. Gewiß liegt unser« Forderung auf dem Wege zur Ver- wirklichung unseres Programms der Erziehung des Volkes zur all- gemeinen Wehrhaftigkeit. Aber auch diese Forderung sieht in dem zweiten, dem praktischen Teil unseres Programms, der die nächsten Forderungen an den Gegenwartsstaat enthält. Wenn der Abg. Graf Oriola unsere Milizfordcrung als eine sozialistische, utopistische bezeichnet hat, so möchte ich gerade den Herren von der nationalliberalen Partei vorhalten, daß auf der Geueralversamm- liing des deutschen Nationalvcreins, dessen Präsident bekannt- lich Herr v. Bennigsen, Ihr langjähriger Parteiführer war, auf seinen Vorschlag eine Resolution angenommen wurde, die die Einführung des Milizsystems in Teutschland für eine Rot- wendigkeit erklärte.(Lebhafte Hört!- Hörtl-Rufe bei den Sozial- dcmokraten.) Sie haben allerdings Ihre Anschauungen von da- mals aufgegeben.(Lachen und Sehr-wahr! bei den National- liberalen.) Aber wer von Ihnen verlangen wollte, daß Sic an Ihren Grundsätzen festhalten, der käme ja stets an den Un° rechten.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Sie dürfen doch auch nicht vergessen, daß daS Milizsystcm in Europa wenigstens für einen Staat eingeführt ist, nämlich die Schweiz, die doch kein sozialdemokratischer Staat ist.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Der Kriegsminister v. Einem, der zu meinem lebhaften Bedauern heute durch Krankheit verhindert ist, der Per- Handlung beizuwohnen, hat am 25. April v. I. unsere Forderung nach Einführung der Miliz scharf bekämpft; er hat erklärt, daß eine tausendjährige Geschichte lehre, daß Volksheere nichts anderes leisteten, als die Kriege zu verlängern und zu verteuern, und hat sich zum Beweise dafür auf den amerikanischen Unions. krieg und unseren letzten Krieg mit Frankreich bezogen. Es wird Herrn v. Einem sehr sckwer fallen, auS einer tausendjährigen Geschichte die Minderwertigkeit des Milizheeres gegenüber dem stehenden Heere nachzuweisen. DaS Milizheer soll die Kriege ver- längern. Aber der dreißigjährige Krieg, der spanische Erbfolge- krieg, der von 1701 bis 1714, also dreizehn Jahre dauerte, der siebenjährige Krieg usw. wurden nicht von Miliztruppen geführt. (Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Auch der Krimkricg, der drei Jahre dauerte, sah keine Milizarmee im Felde. Also diese Behauptung des KricgSministers trifft in keiner Weise zu.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Im Gegenteil haben in der Geschichte gerade die Volksheere für Wohlfahrt und Freiheit der Völker das großartigst« geleistet. Der Krieg des langen Parlaments gegen Karl l. von 1641 bis 1648 wurde vom englischen Bürgertum. daS erst während des Krieges lernte, gegen den König, seine Kavaliere und Söldner gewonnen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und das Interessante ist, daß bei allen diesen Kämpfen, in denen das Bürgertum selbst in die Schlacht gezogen ist, sich Leute zu Führern aufschwangen, die niemals die geringste militärische Ausbildnng genossen hatten und doch voll und ganz ihren Mann gestanden haben. Oliver Eromwell kam aus seiner Landarbeit und wurde doch notorisch einer der bedeutendsten Strategen aller Zeiten. Seine U n t e r f e l d- Herren waren ehemalige Krämer und Studenten, sein Flottenchef, der sogar den berühmten Admiral De Ruyter schlug, ein övjähriger Privatlehrcr.(Heiterkeit und Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) So hat das Bürgertum für seine großen Ideale gekämpft, und so hat cS seine großen Siege erfochten. Auch im Unabhängigkeitskampfe Amerikas gegen England war die ausgebildete Mannschaft auf feiten Englands. Ter Mann, der durch jenen Kamps für alle Zeiten berühmt wurde. George Washington, hatte nie. i:i als auf einer Kriegsschule studiert, war ein ein- fachcr Bürger. In seiner Heimat Virginia war er allmählich zum Kommandeur der virginischen Miliz aufgerückt, aber 20 Jahre lang hatte er seinen Kohl gebaut(Heiterkeit), als 1775 der Be° frciungskampf Amerikas ausbrach und er an die Spitze der Truppen trat. Also auch in dieser Beziehung hat Herr v. Einem unrecht. Herr v. Einem hat mich weiterhin aufgefordert, ein- mal die einschlägigen Schriften über die ftanzösischcn Rcvolutionö- armeen zu lesen, ich würde mein blaues Wunder erleben, was das für eine Band« gewesen sei. Das ist allerdings das Urteil mancher Militärschriftsteller. Aber Herr v. Einem hat vergessen, hinzuzusetzen, daß diese Bande, die nie eine militärische Ausbildung genossen hatte, die gleich- sam aus der Werkstatt ousS Schlachtfeld gestellt wurde, die nicht ausgerüstet und mangelhaft bekleidet war— daher der Name TanSculotteS— der alles fehlte, was ein Soldat von Rechts wegen haben sollte, daß diese Bande trotzdem die Oeft erreicher und die Preußen die Armee Friedrich des Großen, bei JemappeS und Valmy schlug.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Unser Goethe, der als Schlachtenbummler dabei war, sagte am Abend des denkwürdigen Tages von valmy:„Heute beginnt ein neuer Abschnitt der Weltgeschichte, und wir dürfen sagen, daß wir dabei gewesen sind." Goethe hat also eine andere Auffassung ge- habt als Herr v. Einem.(Heiterkeit und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Auch die preußischen Generale, die nach den Niederlagen von Jena und Auerstädt daS preußische Heer neu schufen, die Scharnhorst und Gncisenau, haben ganz anders über die Bande gedacht. Für die militärische Organisation haben sie gerade daS Beispiel Frankreichs und Amerikas sich zum Borbild genommen. Alle die Kämpfe dieser Länder, Hie rein demokratischer Natur waren, brachten in kurzer Zeit hervorragende Männer aus dem Bürgertum an die Spitze der Armee. Damals konnte ein Arbeiter in wenigen Jahren General werden— der preußische Staat würde dabei allerdings so- fort umgestürzt werden. lHeiterkcit bei den Sozialdemokraten.) Die Marschälle Morticr, Oudinot, Marmont, Massen« usw. traten als gewöhnliche Soldaten, als Kaufmannslchrlinge. als Studenten, als Bauern und A r b e i t e r s ö h n e in die Armee ein und waren nach wenigen Jahren die großen Heerführer der RevolutionShecre, die Mar- schälle von Frankreich. Und ebenso der größte von ihnen, der kleine Bonaparte, der große Napoleon. Im preußischen Heere wäre er zurückgewiesen worden, weil er zu klein war.(Große Heiterkeit.) Dreimal nahm er seinen Abschied als Offizicr und klagte in seinem Tagebuch, daß er gerade den Beruf gewählt hätte, für den er sich am wenigstens eigne. Er hatte also keine Ahnung von seiner Zukunft, aber andere erkannten, was in dem kleinen Kerl stecke, der in sechs Jahren, von 1793 bis 1799. vom ehemaligen Artillerieleutnant zum ersten Konsul und zum Herrn von ganz Frankreich aufrückte. Derartige Avancements wären im bureaukratischen Deutschen Reich unmög- lich.(Sehr gut! rechts und bei den Nationalliberalen.) Ja, ich weiß, Sie verzichlen lieber aus die Napoleons!(Große Heiterkeit und lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Scharnhorst,>drr Reorganisator des preußischen Heeres, schrieb seine Ueberzeugung nieder, daß erst durch die Miliz in Frankreich und England der militärische Geist und der lcblwfte Drang»ach Unabhängigkeit deS Landes geweckt worden sei.£hne die Niederlage hätte man aber auch in Preußen Männer von Geist und Bedeutung wie Scharnhorst niemals aufkommen lassen. Nüchel erzählt, wie ihn vor den Niederlagen die glänzenden Brigadiers als gelehrten Schulmeister verspotteten. So wurde ja auch der kleine, magere, gebückte Leutnant Bonaparte, dem die Kleider um den Leib schlotterten, einst von den Offizieren ver- spoitet. Damals, vor 1806,. nannte man die Kritiker d«S preußischen Heeres Koömopolrten und Räsonneure, heute bezeichnet man sie als Nörgler und Vaterlands- lose Gesellen.(Lebhafte Zustimmung und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Auch mit sein» Berufung aus tea s«eri?« Mittel gege» den innere» Feind. lSchr wahr! bei den Sozialdemokraten,"a&en reckts, Zuruf: Feuerspritzen k) Caprivi hat gesagt, daß bei i-dcr vorlag erst geprüft werde, welche Wirkung sie aus die Sozialdemokratie habe.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Ausgabe», bie für das Beer gebraucht werden, wachsen von Jahr zu Jahr. Sie| scharf war, fo fann ich meine Auffaffung nur aufrechterhalten. wiffen heute schon nicht mehr, wooher Sie die Mittel zur Dedung Die Aeußerungen waren objektiv nicht befriedigend, und sie sind nehmen sollen. Den einzig gangbaren Weg, den wir Ihnen vor- nicht in amtlicher Eigenschaft von Herrn Muthesius gemacht schlagen, wollen Sie nicht gehen. Die Folge wird sein, daß unter worden. Würden solche Aeußerungen von einem Mitglied meines dem Druck dieser ins Riesenhafte gehenden Lasten die Unzufrieden- Refforts in amtlicher Eigenschaft gemacht werden, so müßte ich heit im deutschen Volke von Jahr zu Jahr größer wird.( Leb- Stellung dazu nehmen. hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) nehmigen und möge die weiteren zu diesem Zwed erforderlichen Mittel weitere 50 000. unter Aufhebung der in dem Etat zu B Position 3 bis 6 vorgesehenen Betvilligungen zur Verfügung stellen. Die Hauptversammlung möge den Vorstand bes auftragen, die weiteren erforderlichen Verhandlungen mit den Kommissionären und den Meßgern zu führen, und für den Fall, daß diese Verhandlungen zu einer Ginigung führen und daß das Ministerium die erbetenen 50 000 t. endgültig gewährt, den Vorstand bevollmächtigen, die Gründung in die Wege zu Iciten. Die Verhandlungen über diese Vorlage wurden nicht öffentAbg. Hammer( t.) bedauert ebenfalls, baß Abgeordneter GyßGeneral Sigt v. Armin: Ich möchte zunächst den Herren Herz- ling in dem von ihm beliebten Tone auf den Fall Muthefius eingegangen sei. fichen Dank aussprechen, die in so wohlwollender Weise des Herrn Abg. Gnkling( frf. Vp.): Ich habe lediglich sagen wollen, daß Kriegsministers gedacht haben Ich will des weiteren nur auf die aus den Aeußerungen des Ministers herausgelesen werden könnte, Resolutionen eingehen. Er wird selbstverständlich allen Bestrebungen entgegenkommen, die auf eine Besserstellung der Mannlich strebungen entgegenkommen, die auf eine Besserstellung der Mann- die Ausführungen des Herrn Muthesius seien zu scharf und unfachlich geführt. Die Versammlung erflärte sich mit dem Vorschlage schaften hinzielen. Weiter hat der Herr Kriegsminister bereits lich gewesen, und dem wollte ich entgegentreten.( Beifall links.) der Kommission einverstanden, beschloß damit also grundsätzlich Beim Titel Fortbildungsschulen" wendet geordneten Wolff- Gorti in der Kommission, die auf die Forderung Abg. Rosenow( frs. Bp.) sich gegen eine Aeußerung des Ab. die Beteiligung an der Bank. Die Schweinemezger wollen von dem Plane nichts wissen, weil des Ausschlusses der polnischen Schüler aus den Fortbildungs- die Landwirtschaftskammer den Aufsichtsrat der Bank in gleicher Anzahl aus Landwirten, Mekgern und Vichkommissionären besetzt fchulen im Osten hinausgegangen fei. wissen will. seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, bei Einberufung von Mannschaften des Beurlaubtenstandes auf die Verhältnisse der Landwirtschaft Rücksicht zu nehmen. Der Ernteurlaub wird sich nicht überall nach einheitlichen Gesichtspunkten regeln lassen, schon weil die klimatischen Verhältnisse so verschiedene sind. Mit der Ueberführung der Frau v. Schönebed in eine Irrenanstalt hat das Militär nichts zu tun, das ist Sache des bürgerlichen Gerichts. Auf die historische Rede des Herrn Bebel will ich nicht eingehen, das würde ihren Eindruck nur abschwächen.( Beifall rechts.) Das Haus vertagt sich. Nächste Sibung: Dienstag 1 Uhr.( Tagesordnung: Fortfehung der heutigen Beratung.) Schluß 6% Uhr. Abgeordnetenbaus. 23. Gigung vom Montag, 3. februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Delbrüd. " schulen obligatorisch gemacht werde, und der Unterricht in diesen Abg. Hoff( frs. Vg.) verlangt, daß der Besuch der FortbildungsSchulen am Tage stattfinde. Grstrebt werden müsse, daß möglichst viele Lehrkräfte sich dem Unterricht an Fortbildungsschulen im Hauptamte widmen. Soziales. auch Vereine zu unterstüßen, die sich der Ausbildung von FortAbg. Rosenow( frf. Bp.) unterstützt diese Forderung und bittet, Die Deutsche Reformpartei, Wirtschaftliche Bereinigung und die Antisemiten gegen Sozialpolitik. bildungs- und Fachschullehrern widmen. Abg. Seydel( Hirschberg, natl.) regt die Einrichtung einer Schule für Spikennäherinnen im Riesengebirge an. Minifter Dr. Delbrück hält es nicht für zweckmäßig, eine Haus industrie durch künstliche Mittel am Leben zu erhalten, die ohne Anwendung solcher dem Untergange verfallen fein würde. Das Ordinarium wird bewilligt. Beim Extraordinarium bemerkt Am Sonnabend lehnte bekanntlich der Reichstag das sozialdemokratische Amendement ab, welches die Marineverwaltung aufforderte, bei der Festsetzung oder Neuordnung der Arbeitsbedingungen eine Mitwirkung der Arbeiterorganisationen eintreten zu lassen. Jekt liegt die amtliche Stimmentabelle vor. Es interessiert daraus festzustellen, wie die Fraktion der Wirtschaftlichen Vereinigung gestimmt hat, bon der der AbgeAbg. Hammer( f.), daß er einige frühere Ausführungen über ordnete Behrens sich für das Amendement lebhaft ausBräsident v. Kröcher eröffnet die Sitzung mit folgenden Worten: das Schulze- Delitzschsche Genossenschaftswesen, die er in der Sitze gesprochen hatte. Von den 19 Mitgliedern der Fraktion der WirtWir alle stehen unter dem erschütternden Eindruck, welchen die Er- des Gefechts gemacht habe, nicht aufrecht erhalten könne. eignisse in Portugal auf uns gemacht haben.( Die Mitglieder er= Abg. Dr. Trüger( frs. Vp.): Von der Entschuldigungsrede des schaftlichen Vereinigung fehlten 3 Mitglieder: Stölle, Lattmann heten sich.) Ich ersuche Sie, meine Herren, den Präsidenten zu er- Abgeordneten Hammer nehme ich Stenntnis. Jedenfalls konnte und Stauffer. Von den anwesenden 16 Mitgliedern stimmten nur mächtigen, der tönigl. portugiesischen Gesandtschaft den Ausdrud Herr Hammer nicht wissen, daß die Schulze- Delitzschschen Genoffen- die Abgeordneten Behrens, Burchardt undStoeder mit Ja. Folder Teilnahme des Hauses auszusprechen.( Beifall.) Das ist gefchaften keine Politit treiben, wie er früher behauptet hatte.( Beigende 13 Mitglieder der Wirtschaftlichen Vereinigung stimmten schehen. Ich werde danach verfahren. mit Rein, also also gegen selbständige Arbeiterorganisationen: Die Beratung des Etats der Handels- und Gewerbeverwaltung wird fortgesetzt beim Kapitel" Besoldungen". fall links.) Abg. Hammer( f.): Der Abgeordnete Crüger hat uns immer Dr. Böhme, bon Damm, Graef, Hanisch, Herzog, Köhler, Lieberborgeworfen, daß unser Genossenschaftswesen im konservativen mann von Sonnenberg, Raab, Rieseberg, Noth, Schad, Vogt Abg. Frhr. v. Zedliv( ff.) begrüßt die Einstellung von reicheren Fahrwasser segle. Ich habe loyal meine vorjährigen Aeußerungen( Crailsheim) und Vogt( Hall). Die 6 Mitglieder der Deutschen Mitteln für die Gewerbeförderung, mahnt aber doch zur Sparsam- zurückgenommen. Ich kann Herrn Dr. Crüger aber aus seinen Reformpartei: Bindewald, Bruhn, Gäbel, Gräfe, Werner und feit. Insbesondere rügt er, daß in den Ministerien noch viel zu Beröffentlichungen beweisen, daß er stets das Genossenschaftswesen Bimmermann stimmten geschlossen gegen die Anerkennung der Ar viel geschrieben werde. mit der Politik verquickt hat. Redner sucht dies durch Berlesung Minister Dr. Delbrüd: Ich bin mit dem Vorrebner darin ein beiterorganisationen. berftanden, daß zu viel geschrieben wird. Ich bin bemüht, das von Stellen aus den Schriften Crügers nachzuweisen. Abg. Dr. Crüger( frs. Vp.): Ich danke dem Abgeordneten Schreibwerf zu vermindern. Ich möchte aber darauf aufmerksam Sammer für die Reflame, die er für die Schulze- Delitzschschen Gemachen, daß kaum eine Etatsberatung stattfindet, bei der nicht min- nossenschaften gemacht hat. Hoffentlich wird er durch die Lektüre destens 2-3 Enqueten verlangt werden, und diese machen uns mehr meiner Bücher von seinen unrichtigen Anschauungen über das GeArbeit als die Verwaltungsarbeiten. nossenschaftswesen zurüdfommen.( Beifall links.) Abg. Hammer( L.): Der Abgeordnete Grüger gibt also zu, daß die Schulze- Delißschschen Genossenschaften Reflame brauchen. ( Widerspruch links.) Auf Anregung des Abg. Metger( nat!.) gibt Minister Dr. Delbrüd eine Uebersicht über das Lotfenwesen, Bleibt aber im einzelnen auf der Tribüne unverständlich. Beim Kapitel„ Gewerbliches Unterrichtswesen" wird der Titel Navigationsschulen" auf Antrag des Abg. v. Schmeding( t.) an die Budgetkommission zurüdverwiesen. Bei den Titeln Baugewerkschulen und Maschinenbaufchulen" Elagt Abg. Schröber- Staffel( natl.) über den baulichen Zustand der Baugewertsschule in Kassel. Minister Dr. Delbrüd sagt wohlwollende Prüfung der An= gelegenheit au. räumt wird. Das Ertraordinarium wird bewilligt. Hierauf vertagt sich das Haus auf Dienstag, 11 Uhr. ( Kleinere Vorlagen; Zentrumsantrag auf Ausdehnung des Kohlenbergbaues in Schlesien; Etat der Bergverwaltung.) Schluß 4% Uhr. Aus Induftrie und Handel. Viehkartelle. Gegen die Konkurrenzflausel. Hin und wieber finden sich noch heute gelehrte Gerichte, die die ungültigkeit von Stonkurrenzklauseln anerkennen. Es ist dies eine erfreuliche Erscheinung gegenüber der Anerkennung von Konkurrenzflauseln, zu der leider mit deutsch- national- antisemitischen HandLungsgehülfen durchsetzte Staufmannsgerichte sich haben verleiten laffen. Eine folche gegen die Konturrenatlaufel gerichtete Entscheidung ist dieser Tage seitens des Oberlandesgerichts zu Augsburg gefällt. Der Färbermeister G. in einer Zertilwarenfabrit Augsburgs sollte laut Bertrag 6000 2. Sonbentionalftra fe zahlen, wenn er innerhalb ztveier Jahre nach dem Austritt in Deutschland bei einer Firma der gleichen Branche eintreten follte. Der Fall trat ein. Das Landgericht hielt den Vertrag insoweit als wider die guten Sitten verstoßend, als der Meister bei einem Gehalt von monatlich 120 M. unmöglich zu einer solch hohen Konventionalstrafe verpflichtet werden könne. Das Gericht fezte durch Urteil die Konventionalftrafe auf 500 0. herab und überbürbete der Klägerischen Firma elf 8wölftel ber Stoften. Das Oberlandesgericht aber wies die Klage in allen Buntten ab und legte der Firma fämtliche Kosten aller Instanzen auf. Es führte aus, daß die Feste fegung einer so hohen Summe als Konventionalstrafe, wie nicht minder die Bestimmung allein den Vertrag als wider die guten Sitten verstoßend ungültig mache, nach der dem Meister zur Pflicht gemacht ist, innerhalb ganz Deutschland, also innerhalb seines Baterlandes, auf zwei Jahre keine Stellung in feinem Berufe mehr anzunehmen. Der beklagte Meister hatte dargelegt, daß er den ihm im Laufe des Arbeitsverhältnisses vorgelegten Vertrag mur deshalb unterschrieben habe, um die bereits seit Jahren bekleidete Stellung nicht zu verlieren. Ein autreffendes Erkenntnis, das erheblich von der Agitation der deutschnationalen Handlungsgehülfen in Straßburg für Aufrechterhaltung der Konkurrenztlaufel und von dem Verhalten der antisemitischen Abgeordneten im Reichstage absticht, die bekanntlich im Jahre 1896 bei dem Gefeß zur Bekämpfung des unlauteren Wettbewerbes das Verbot einer Konkurrenzklausel zu Falle brachten und sich damit für den schärfsten Terrorismus der Arbeiter durch Arbeitgeber ins Zeug legten. Verfammlungen. Abg. Dr. Müller- Berlin( frs. Vp.) wünscht baldige Abhülfe gegen den Plazmangel bei der Baugewerkschule in Berlin: Es Bich fartelle? Ja, unsere Agrarier nennen es freilich widerspricht der Handwerkerfreundlichkeit, wenn zwei Drittel der angemeldeten Schüler wegen Plazmangel zurückgewiesen werden anders: Vich banken. Denn sie lieben die Kartelle und darum müssen. Zu wünschen ist, daß in den Lehrplänen der Baugewerks- auch das Wort nicht, wenigstens tun fie so. In Wirklichkeit haffen schulen den kaufmännischen Fächern ein größerer Raum einge- fie nur die Kartelle- der anderen, d. H. der Industrie; ihre eigenen Startelle hingegen hätscheln sie zärtlich und bemühen sich, fie ausMinister Dr. Delbrück erwidert, daß in den neuen Lehrplänen zubauen. Eben jest find sie daran. Den Anstoß hierzu gibt die in dieser Beziehung eine Befferung eingetreten sei. anhaltende Fleischteuerung. Nun ist es ja gewiß nicht zu beAbg. Funde( frf. Vp.) weist darauf hin, daß durch einen Verzweifeln, daß die Fleischer den gefallenen Bichpreisen ihre Detailmerk im Etat, wonach die Stadt Frankfurt a. M. die Verpflichtung fleischpreise nicht folgen lassen wollen; auch besteht kein Streit darüber, übernommen hat, für eine zu errichtende Maschinenbauschule die erforderlichen Gebäude zu erbauen, während auf der anderen Seite daß der Vieh- Zwischenhandel fich aus der Vermittelung seine fetten der Staat die Gewähr geben will, daß die Anstalt demnächst vom Profite zu holen weiß. Aber für die konsumierende Bevölkerung Staate errichtet wird, Frankfurt in eine unsichere Lage komme. ist es ziemlich Wurst, ob sie gewerblich- kommerziell gefotten oder Abg. v. Arnim( t.) erklärt namens seiner Freunde, daß diefe agrarisch gebraten werden soll. Man darf daher den Bestrebungen, dem Vermerk zustimmen. die auf eine Neuorganisation der Fleischversorgung unter AusMinister Dr. Delbrück erwidert, daß der Vermerk lediglich der schaltung des Viehhandels hinauslaufen, mit Mißtrauen gegenüber Stadt Frankfurt die Sicherheit geben solle, daß der Staat dem stehen. Es sollen nämlich an allen großen Bichhöfen des Reiches nächst die Schule einrichten wolle, daß aber andererseits der Land- fogenannte" Bichbanken" errichtet werden, die von den ländlichen tag noch nicht gebunden werde, sondern sich später über seine Zu- Produzenten das Vich direkt an die Fleischer liefern, wodurch erstere ftimmung dazu äußern fönne. Abg. Franken( natl.) tritt für einen weiteren Ausbau des vie lettere von den Händlern unabhängig und zur Erzielung besserer Preise befähigt, bezw. leistungsfähig gemacht werden sollen. Maschinenbauschulwesens ein. Rach furger weiterer Debatte wird der Titel„ Maschinenbau. Ob nun gerade der Wegfall des Händlerberdienstes( der freilich fchulen" an die Budgetkommission zurüdverwiesen. nicht gering ist und an der großen Spannung zwischen den bon Abg. Münsterberg( frs. Vg.) erkennt dankbar an, daß für das den Biehzüchtern erzielten Preisen und den Fleischpreisen nicht Aunstgewerbe viel getan worden fei und betont die Notwendigkeit wenig Schuld trägt) genügen wird, um auch diese letzteren zu erAus den Organisationen. der weiteren Förderung. Wenn Geh. Rat Muthesius wegen seiner mäßigen, das ist eine Frage, die zwar die Agrarier unbedingt, Aeußerung in der Handelshochschule, mit der er sich gegen den objektive Leute aber keineswegs bedingungslos bejahen werden. An Berliner Wahlvereine war in einigen Fällen nicht vollständig. Wir Unsere Berichterstattung von den Generalversammlungen der Schlendrian im Kunstgewerbe gewandt habe, scharf angegriffen worden sei, so dürfe man doch nicht vergessen, daß dadurch das sich würde der Zwischenhändlergewinnst gewiß zur Verbilligung tragen deshalb noch das Folgende nach: In den Vorstand des zweiten reises wurden gewählt: Stunstgewerbe angeregt worden sei, sich auf neue Formen zu be- des Fleisches ausreichen. Fraglich aber bleibt es, ob sich die finnen, das historisch gewordene mit zu verwerten, aber neue An- Agrarier und Fleischer mit der Haut der Viehhändler zufrieden zu Borsitzenden Schwemie und Söderik, zu Stassierern: regungen vor allem aus der Natur zu schöpfen. Es sei erfreulich, geben, und vor allem, ob die 4 Millionen Landwirtschaftsbetriebe G. Schmidt und Lohse, zu Schriftführern: Rautmann daß das Kunstgewerbe bestrebt sei, in dieser Richtung neue Wege mit ihren vielen Kleinbauern- Wirtschaften sich werden durch die und Jacubowski; Beifiber ist Werner; zu Revisoren wurzu wandeln.( Beifall links.) Viehbanken so weit organisieren lassen, daß die Verdrängung des den gewählt: Bernert, Hennig und Simon. In die PreßAbg. Hammer( f.): Die frühere Aeußerung Reuleaug, unfere privaten Vichhandels erreichbar und wirksam wird. Und dann: fommission werden Königs und Meier, in die Agitations. Industrie arbeite billig und schlecht, hat in günstigster Weise auf die enn schon dieses Ziel verwirklicht werden könnte haben die fommission 3 inte, in die Lokalfommission Schröder und in Benn Entwickelung unserer Industrie eingewirkt. Auch das Kunst- Stonsumenten ein Intereffe daran, den Teufel mit Beelzebub aus- den Zentralvorstand von Groß- Berlin 4 Mitglieder des Vorstandes gewerbe hat große Fortschritte gemacht. Wir find auf diesen Ge- autreiben und das agrarische Viehmonopol befestigen zu helfen? und ein Aspirant delegiert. Die Vorstandsgeschäfte werden bis bieten wie auch auf dem der Architektur in einer beständigen Wenn der Staat endlich aufhörte, die Konsumgenossenschaften zu führt. Die Adresse des Staffierers ist: Gustav Schmidt, W. 57, auf weiteres durch Genossen N. Koederis, Planufer 02e, ge Bandelung begriffen. Notwendig ist, daß die Kunstgewerbeschüler praktisch ausgebildet werben. Da ist es cin unrichtiger Weg, den trangfalieren, wenn der Organisation der Landwirte die der Kon- Stirchbachstr. 14, parterre. der Direttor einer Kunstgewerbeschule eingeschlagen hat, der fumenten gleichberechtigt gegenüberträte, unter dieser Voraus Bimmereinrichtungen entwarf, fie von dem tüchtigsten Werkführer fegung wäre die Garantie gegeben, daß das Viehkartell nicht zum und den tüchtigsten Gefellen der Stadt ausführen ließ und die Nachteil der städtischen Bevölkerung ausschlagen würde. Prinzipiell Kunstgewerbeschuler lediglich zur Zeichnung der Details. und zur ist gegen den unmittelbaren Berkehr zwischen Produzenten und Beaufsichtigung der Arbeiten heranzog. Zu bedauern ist, daß die Konsumenten sicherlich nichts einzuwenden; aber es müßte eventuell Seunstgewerbeschulen in Berlin und Breslau dem Stultusministerium den Kommunen das Recht zuerfannt werden, nach bestimmten und nicht dem Handelsministerium unterstellt sind. Die rechtliche Grundlage der Wiehkartelle sollen Verträge fein, Handelsminister Dr. Delbrüd: Herr Geh. Rat Muthesius hat Grundsäßen Mazimalpreise vorzuschreiben. einen Vortrag gehalten, in dem er sich außerordentlich scharf, aber die die Züchter verpflichten, ihre gesamte Ware der zuständigen objektiv über das Kunstgewerbe geäußert. Ein Einschreiten gegen ihn mußte ich ablehnen. Herr Muthefius ist ein Mitarbeiter, den Biehmarktsbank zu liefern, wogegen diese alles abzunehmen und Flugblätter wurden im verflossenen Jahre noch 6 verbreitet, davon ich außerordentlich hoch schätze. Er ist aber nicht maßgebend für die zu verwerten verpflichtet ist. Um die Fleischer an der Sache au 3 im Interesse der Schneider, Bäder und Handelsangestellten, Richtung, in der die funstgewerbliche Ausbildung gesteuert werden intereffieren, sollen die Banken mit Kreditabteilungen versehen 2 aur Agitation für den Vorwärts" und den Wahlverein und foll, sondern die gibt der Minister an. Es handelt sich jest um werden, die es den Fleischern ermöglichen, auf den Strebit der 1 galt dem Wahlrechtstampf. einen Stampf zwischen der alten und der modernen Richtung, und Zwischenhändler zu verzichten. Die theinische Landwirtschafts- Die Wahl der Funktionäre für den bierten es ist zu begrüßen, daß die moderne Richtung namentlich Wandel tammer hatte eine Stommission eingesetzt, die sich mit der Frage reis ergab folgendes Resultat: Abgegebene Stimmaettel 1855, geschaffen hat in dem Sinne, daß man jetzt die Nachahmung echten der Beteiligung der Kammer bei einer in Köln zu errichtenden ungültig 12. Es erhielten Stimmen: zum 1 Borsitzenden: Paul Materials als verwerflich anerkennt. Notwendig aber ist es, daß Wichmarktbank beschäftigen sollte. Die Kommission hat der Land- 1. Staffierer: H. Barenthin 1292, zum 2. Kajjierer: W. Jöchel 1287, Hoffmann 1298, zum 2. Vorsißenden: W. Mann 1286, zum auf den Kunstgewerbeschulen auch der Vergangenheit volle Gerechtigkeit widerfährt.( Beifall.) wirtschaftskammer in ihrer außerordentlichen Hauptversammlung zum 1. Schriftführer: M. Menzel 1240, zum 2. Schriftführer: am 30. Januar folgende Anträge unterbreitet: 28. Schent 1169, zu Beifizern: H. Görte 900, O. Klamm 824, Die Hauptversammlung möge fich im Prinzip damit ein- B. Kupfer 806, E. Baader 1017, S. Gries 841 und F. Kupferverstanden erklären, daß die Landwirtschaftskammer sich an schmidt 751, zu Revisoren: A. Penn 665, A. Zeuner 655, A. Baake einer in Köln au gründenden Viehmarktbank beteilige. Sie 528, B. Brüdner 796, P. Burchardt 448 und Bußke 311. In den möge zum Zwede der Beteiligung an dieser Bant, unter der Aktionsausschuß wurde gewählt B. Hoffmann mit 1272 Stimmen, Bedingung der Bertretung der Landwirtschaftskammer im Auf- in die Preßkommission O. Büchner mit 1246 Stimmen, in die sichtsrate der Bant mit mindestens einem Drittel der Stimmen, Agitationsfommission N. Hadelbusch mit 980 Stimmen, in die die Aufnahme einer Anleihe von 50 000 M. bei dem Lokalkommission C. Rott mit 1067 Stimmen. Als Aspiranten Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten unter wurden gewählt: H. Langhammer mit 962 Stimmen, B. Lufche ben mit dem Minifterium zu vereinbarenden Bedingungen ge- I mit 989 Stimmen und 2. Mann mit 994 Stimmen. Abg. Münsterberg( frs. Wg.) weist darauf hin, daß in den Fortbildungs- und Stunstgewerbeschulen vielfach veraltete Vorlagen existieren, die vollständig ungeeignet zur Ausbildung der diese Schulen besuchenden jungen Leute seien.( Beifall links.) Abg. Gybling( frs. Bp.): Die Strifit des Herrn Muthefius war feineswegs zu scharf, und es ist nur zu bedauern, daß er überhaupt aus Fachtreifen angegriffen worden ist. Minister Dr. Delbrüd: Ich bedaure, daß der Vorredner noch mals auf den Fall Muthesius eingegangen ist. Wenn er ber Meinung ist, daß mein. Kritik der Aeußerungen dieses Herrn zu Für den dritten Wahlkreis ist aus dem verflossenen Geschäftsjahr noch zu berichten: Ge haben außer den 34 Versammlungen, welche während der Wahlbewegung abgehalten wurden, im Laufe des Jahres noch 4 Agitationsversammlungen und 9 Generalversammlungen ftattgefunden. Weiter wurden 3 Wolfsversammlungen einberufen, in welchen protestiert wurde gegen das jetzt bestehende Landtagswahl= fonferenzen 8 abgehalten. Flugblätter wurden zur Reichstags= recht für Preußen. Vorstandssitungen wurden 29 und Kreiswahl 6 in einer Gesamtauflage von 280 000 verbreitet, und weitere Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Man verlange Preisliste und Proben. Nur Vertrauensmänner- Versammlungen Bettfedern der Bezirke und Branchen. 0 Lages Ordnung: 1. Bericht der Oblente. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die in den Vororten arbeitenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden ersucht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner- Versammlungen ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt aus am nächsten einberufene Bezirksvertrauensmänner- Versammlung. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Tischler. Die Versammlungslokale sind folgende: Sud- Westen bei Schulz, Mittenwalder Straße 15. Süden bei Gllesing, Waffertorstr. 68. Südosten( ischen Adalbert und Manteuffelstrake) bei Muhs, Manteuffelstr. 95. bei Muhs, Manteuffelstr. 95. Südosten II( awifchen Manteuffelstraße und Görliger Ufer) Die Kollegen der Firma Markgraf& Tau, Mustauer Straße 9, besonders die Kollegen Pötter, Bredlow und Ruschinsky find wegen Sonntagsarbett speziell eingeladen. Osten ( swifchen Zentrum und Fruchtstraße) im Freischüt", Fruchtstr. 36a. Osten II( vifchen Fruchtstraße und Friedrichsberg) bei Litfin, Oestliche Vororte bet Memeler Straße 67. Wildner in Friedrichsberg, Friedrich- Karl- Straße 11. Nordosten bei Boeker, Weberstr. 17. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt bilo, bei Wedding und Moabit: bet Fahrow, Ravenéftr. 6. Bautischler. Süden, Westen, Südosten, Bez. 1: beöhring Admiralstraße 18c. Osten, Bez. 2: bei Zietz, Warschauer Str. 61. Norden, Bez. 3: bei Karl Hube, Ropenhagener Str. 74. Wedding u. Moabit, Bez. 4: bei Fortanter, Tegelerstr.56. Möbelpolierer. Osten bei Boeker, Weberstr. 17. Südosten im Märkischen Sof", Admiralstr. 18c. Norden bet Günter, Brunnenstr. 96. Möbelmagazinarbeiter u. Beizer bel Grapentin. Sfaliter Straße 102. Drechsler u.Treppengeländer- Branche. Norden bei Döhling, Brannenstr. 79. Osten bei Schneider, Friedenstr. 67. Maschinenarbeiter Abends 6 Uhr( gleich nach Feierabend). Osten und Nordosten im Oft- Rafino, Frankfurter Allee 106. Südwesten bei J. Sass, Hornstraße 2. Südosten bei Hahn, Laufiger Play 8. Norden und Moabit bei Lerche, Gleimstr. 63. Rixdorf- Britz- Treptow bei Kutsch, Rigdorf, Pannierstr. 59 Bilderrahmenbei Natteroth, Ritterstr. 32. macher Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Stockarbeiter bei Lehmann, Nene Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Jalousie- Arbeiter bei Mühle, Mariannenstr. 41. Vergolder in Dietrichs Festsälen, Dresdener Straße 116 Stellmacher bei Wohlfahrt, Rofenthaler Vereinshaus, Rosenthaler Str. 57. Kistenmacher bel Baudach, Breslauer Straße 28. Einsetzer im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Kammacher bei Walter, Adalbertstr. 62. Korbmacher bei Hoffmann, Roppenfir. 47. Bürstenmacher Südosten u. Südwesten bei Stramm, Ritterstr. 123. bei Preuß, Holzmarktstr. 65. Musikinstrumenten- Perlmutt-, Horn- und Steinnnharbeiter! Arbeiter abends 8 Uhr im Gewerkschaftshause, Saal 8. Tages Drdnung: Die Streiks und Differenzen in unserem Beruf. Modell- und FabrikTischler bel Kramer, früher Mothes, Huffitenstr. 40. Bodenleger im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15. Diese Versammlung beginnt um 8% Uhr. Achtung! Metallarbeiter. Achtung! Mittwoch, den 5. Februar, abends 6 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Loial von Kirfch, Reinickendorf, Marfstr. 2/3. Tages Drdnung: 6%, Uhr Oppelner Straße 7 bei Paul Hoffmann. Achtung! Stockarbeiter Achtung! Mittwoch, den 5. Februar cr., abends 6 Uhr, in Fenersteins Festsälen( Inh. Kube), Alte Jakobstr. 75: Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht von der Drechslerkonferenz. 2. Die Arbeiterinnen im Stampfe ums Dafein." Referentin: Kollegin Frau Jeete. 3. Verschiedenes. Wegen der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen sämtlicher Kolleginnen und Kollegen dringend notwendig. Der Obmann. J. A.: Ferd. Hermel Einwohner Schönebergs! Mittwoch, den 5. Februar, abends 8, Uhr, in Miethes Festfälen ( Klubhaus), Hauptstr. 5-6: Öffentl. Volksversammlung Tages- Ordnung: 1. Der Kampf um die wirtschaftliche Freiheit. Referent: Schrift. 1. Der Streit bei der Berliner Motorwagenfabrik und das Verhalten fteller Genoffe Paul Göhre. 2. Distuffion und Genossen. der in Frage kommenden Behörden. Referent Sollege Behrend. 2. Distuffton. 111/13 Um auch die Einwohner von Reinickendorf über 103/ 11* den Streit und seine Ursachen und das einseitige Vorgehen der dortigen Behörden zu informieren, ist zahl: reiches Erscheinen notwendig. Der Einberufer. ygienische Dr. Schünemann schaftliches. Arbeiter, Hausfrauen, erscheint zahlreich! Die Agitationskommission. Wilmersdorf! zu 0,55. 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 5,00 Mk. pro Pfund. Daunen zu 2,85, 3,50, 5,50, 6,50 bis 8,00 Mk. Fertige Betten bestehend aus Oberbett, Unterbett, 2 Kissen zu 12, 15, 20, 23, 28, 31, 38, 45, 54, 61, 75, 90 bis 105 Mk. und namentlich echt chinesische Monopoldannen gesetzlich geschützt das Pfund 2,85 Mk. ( 3 bis 4 Pfund zum Oberbett genügend) und andere Bettartikel führt die erste Bettfedern- Fabrik mit elektrischem Betrieb Gustav Lustig Rücksendung und Umtausch gestattet. Berlin S., Prinzenstr. 45, 46 u. 47@ Der beste Beweis für die Güte der Waren sind Nachbestellungen: Saal( Pommera), d. 10. 1. 08. Bitte senden Sie mir gefl. per Nachnahme 1 Stand Betten, Qual. 7, rot- rosa, zu 45 Mark. War mit der Sendung im November 1906 sehr zufrieden. W. Wolf. Annahütte( N.-L.), d. 19. 1. 08. Senden Sie mir bitte 8 Pfund Schleißfedern und 3, Meter Köperinlett à Meter 1.70. Mit der vorigen Sendung Betten war ich zufrieden. Joseph Piwonha. Zscherben( Sa.), d. 18. 1. 08. Da das Bett zu meiner Zufriedenheit ausgefallen ist, bitte ich Sie erg, mir ein 1, schläfiges Bett zu 23 Mark zu senden und werde Ihre Firma stets empfehlen. Gustav Kabisch. Saal b. Damgarten( Pommern), d. 13. 1. 08. Teile ergebenst mit, daß die Betten heute angekommen sind. Ferner möchte ich Sie bitten, mir umgehend von Bezügen Proben zu schicken. Bin mit dem Stand Betten zu 45 Mark sehr zufrieden. W. Wolff. Friedrichstadt( Schlesw.), d. 7. 1. 08. Da ich mit dem Stand Betten zu 27 Mark sehr zufrieden bin, bitte ich Sie, mir noch 2 Bettlaken à 1,50 zu senden. Hans Struwe. Chemnitz, d. 25. Jan. 08. Bitte haben Sie die Güte und senden Sie mir per Nachnahme 2 Pfund Monopoldaunen à 2,85. Wer mit den letzten 5 Pfund sehr zufrieden. Paul Rank. Heldrungen( Sa.), d. 26. Jan. 08. Ich habe erfahren, daß Sie nach Heldrungen viel Federn gesandt haben und bitte mir 10 Pfund Gänseschlachtfedern à 1,50 zu senden. Fr. Friederike Müller. Hannover, 30. Jan. 1908. Das von Ihnen erhaltene Bett zu Mk. 20,- ist zu unserer Zufriedenheit ausgefallen und sagen wir unsern besten Dank. August Ewert. Emden. d. 25. 1. 08. Möchte hiermit freundlichst ersuchen, mir 2 Pfund Daunen à 5 Mk., wovon ich vor ein paar Jahren 5 Pfund erhalten, zu senden. Rudolf Berner. Gebweiler, d. 23. 1. 08. Da ich zufrieden war mit der Ware, bitte ich Sie, schicken Sie mir nochmals 2 Pfund Russische Matadordaunen à 3,50 und 2' Pfd. chin. Entenhalb daunen à 1,75. Theodor Kuntz. Maldeuten( Ostpr.), d. 18. 1. 08. Bitte senden Sie mir nochmals 10 Pfund Entenhalbdaunen à 1,75, aber dieselben. die Sie mir schon einmal geschickt haben, die waren sehr schön. Frau Zalmskowski. Umsatz im Jahre 1907: Zentral- Krankenkasse der Maurer usw. 2480 Grundstein zur Einigkeit". 14752 Mittwoch, den 5. Februar, im Lokale des Herrn Okon, Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Ugr. Uhlandstraße 106: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: [ 149/9] Wahl eines Kaffierers. Herm. Behrendt. 2480 Zentner Bettfedern u. Daunen von keinem anderen Betten- und BettfedernGeschäft auch nur annähernd erreicht. Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. Schweitzers Fab. hyg. Präp., Berlin O., Holzmarktstr. 69-70. Off. verlang. Dame verlauft Taschensofa, Bronzefrone, Uebergardinen, Betten, Stube bett, verschiedenes, jeden Preis. Elegandrinenstraße 110, Feststäle. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Bräulein bert, fottbid. ffe: Leih- Haus Friedrich- Karl- Platz 12 20,00, Bilder, Bronzefronen, Fries. portieren, Taschenfofa, Säulentrumeau, 32,00, Elsafferstr. 53, Rest. 293/5 Charlottenburg Beleih. b. Brillant., Gold- u. Silbersach, Uhren, Büch., Wäsche, Kleidungsft. 2c. Größtes Spezial- Geschäft Deutschlands. Rücksendung und Umtausch gestattet. Froben und Preislisten umsons Nr. 29. 25. Jahrgang. Stralau. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 4. februar 1908. Partei- Angelegenheiten. Wir weisen nochmals auf die heute abend 8 Uhr stattfindende Boltsversammlung hin. Die werftätige Bevölkerung Stralaus wird ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. heiten. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. Karlshorst. Am heutigen Dienstag, abends pünktlich 29 Uhr, Berfammlung des Wahlvereins bei Bartel( Fürstenbad), Hönower Wiesenweg. Die wichtige Tagesordnung macht das Erscheinen aller Mitglieder zur Pflicht. Wir bitten die Mitglieder, rechtzeitig zu erscheinen, damit die Bersammlung auch rechtzeitig beendet werden kann. Der Vorstand. Boffen. Donnerstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr, außer ordentliche Versammlung bei Schimfe, Baruther Straße. Um vollzähliges Erscheinen wird ersucht. Der Berliner Lehrerverein beschäftigte sich am letzten Freitag mit Eine starte Menschenansammlung gab es gestern abend am Belles der Frage Reftorat und Drtsschulaufsicht". Der Referent, Herr Alliance- Play. Dort war eine der großen, an einem Kandelaber bes Reftor Kähler, nahm in seinem Vortrage Stellung gegen ge- feftigten Lampen in Brand geraten. Schließlich fletterten beherzte wisse Sondervereinigungen, die geeignet sind, die Einheit der Männer hinauf und löschten durch lleberwerfen von Deden den Brand. organiserten Lehrerschaft zu stören. Er wandte sich gegen den Durch dieses Vorkommnis war der Verkehr längere Zeit beReftorenverein, der für den Rektor die Disziplinarbefugnis fordert. einträchtigt. Der Neftor follte sich mehr als ein Organ der Schulpflege, nicht Zu den letzten Morden in Berlin und Umgegend wird heute aber als ein bureaukratisches Werkzeug der Schulbehörde betätigen. folgendes mitgeteilt: Gegen den Galvaniseur N. aus Charlotten Treptow- Baumschulenweg. Heute Dienstag, abends 81, hr, Bu verurteilen feien aber auch die Bestrebungen der Klassenlehrer- burg, der unter dem dringenden Verdachte, die Produktenhändlerin Wahlvereinsversammlung im Restaurant zur Rennbahn( am Ring- vereine in Westdeutschland, welche dahin gehen, das Rektorat als Witwe Nielbod in der Linienstraße ermordet zu haben, am Sonnbahnhof). Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen John über Vorgesezten und Aufsichtsinstanz ganz zu beseitigen und die abend dem Untersuchungsrichter vorgeführt wurde, ist die VorDie politische Lage". 2. Die bevorstehende Gemeindevertreterwahl. Leitung der Schule in die Hand des Kollegiums bezw. seines untersuchung eröffnet worden. 3. Wahl des Parteispediteurs für Treptow. 4. Vereinsangelegens Obmannes zu legen. Diefer Gedanke wurde als Lösung der Als mutmaßlicher Mörder der Frau Wiesner in der Gerichts Frage auch in der Debatte empfohlen. Es wurde ausgeführt, straße 8 ist ein Händler W. aus der Adolfftr. 12 verhaftet worden. die Schule fönne den Vorgesetzten und Aufsichtsbeamten im Schul-. soll mit der Wiesner in intimem Verkehr gestanden und hause entbehren, auch der jüngere Lehrer finde im Lehrerkollegium fie auch angeborgt haben. Es follen eine Reihe schwerer Verdachtserfahrene Berater und Vorbilder. Kreisschulinspektor genügend gewahrt. Die Schulaufsicht sei durch den momente vorliegen. Eine große Rolle spielt ein Hemdenknopf, der in der Wohnung der Ermordeten gefunden worden ist und den W. bea ortlaut: Tie Leitsäge, die zur Annahme gelangten, haben folgenden iessen haben soll. Dann soll auch die Schrift auf dem gefundenen Zettel der Schrift W.'s sehr ähneln. Die beiden Gutachten, die zwei 1. Die Ortsschulaufsicht ist nicht nur für sechs- und mehr Schreibfachverständige abgegeben haben, lauten übereinstimmend zu flassige, sondern auch für ein und wenigklassige Boltsschulen ab- ungunsten des Beschuldigten. Die Gutachter hatten aus den Aften zuschaffen. Für alle Volksschulen ist die Hauptamtliche Kreisschul- des W. viel Material, das sie zur Vergleichung heranziehen konnten. inspektion die nächste Aufsichtsinstanz. In der Schwarzenstein'schen Mordfache, Rahnsdorfer Mühle, war 2. Es liegt weder im Interesse der Schule noch der Rettoren das Gerücht verbreitet, daß man auf dem Friedhofe von Neu- Zittau und Lehrer, daß dem Reftor die Stellung eines Dienſtvorgefeßten an der Spree die Leiche des Schwiegervaters des Ermordeten auss zugewiesen werde. Die Befugnisse der Rektoren und Hauptlehrer gegraben habe, um sie auf einen gewaltiamen Tob zu untersuchen. Diefer werden durch eine besondere Dienftanweisung einheitlich geregelt, 74 Jahre alte Mann starb turz vor Weihnachten im Forsthaufe am die eine Beengung der Persönlichkeit des Lehrers verhin ert. Müggelsee, wohin er vor einiger Zeit gekommen war, während er Nene Omnibuslinien. Für zwei Omnibuslinien ist der Fahr- bis dahin vereinsamt in Neu- Zittau gelebt hatte. Der alte Mann plan vom Berliner Polizeipräsidium zum 1. März genehmigt worden. besaß ein Vermögen von 18-20 000 M., das an feine Tochter fiel. Sie erhalten die Nummern 11 und 46. Linie 11 verbindet Moabit 7000 M. hatte er davon Willi Schwarzenstein vermacht. Nach dem mit dem Neuen Markt, Linie 46 das Oranienburger Tor mit Rigs Morde tauchte nun die Vermutung auf, daß es auch bei seinem Tode dorf. 11 geht von Moabit, an der Rathenower, Ede Perleberger nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. Von einer Ausgrabung Straße ausgehend, durch die Nathenower Straße, Alt- Moabit, hat man aber auf Grund der Bekundung des behandelnden Arztes Moltfebrücke, Moltkestraße, Bismardstraße, Noonstraße, Reichstags- Abstand genommen. Hiernach ist der Greis infolge einer Leberplay, Sommerstraße, Dorotheenstraße, Neustädtische Kirchstraße, fchrumpfung plöglich eines natürlichen Todes gestorben. Unter den Linden, Blag am Opernhause, Luftgarten, Kaifer- Wilhelm- Todessturz vom Dach. Von einem traurigen Geschid ist gestern Straße bis zum Neuen Markt. Werktags gehen die ersten Wagen der 22jährige Zimmermann Ernst Hermann aus der Langestraße 79 von Moabit früh 6.05, vom Neuen Markt 6.46, die legten von betroffen worden. Der junge Mensch war auf dem Fabriknenbau Moabit 9.38, vom Zentrum 10.19. Sonntags dauert der Betrieb Auf dem Dach hatte er aus Moabit von 7.00 bis 10.38 nachts, bom Neuen Markt von 7.41 Mainzer Straße 39 beschäftigt gewesen. bis 11.14. Die Wagen verfehren in Abständen von 6-7 Minuten. mit anderen Zimmerleuten Ballen gelegt und infolge eines FehlDas Signal ist grün mit weißem Strich. Linie 46: Oranienburger trittes stürzte er durch eine Deffnung, die zum Hochbringen von Tor- Rigdorf geht von der Ecke der Elsasser Straße durch die Baumaterialien dient, bis zum Keller hinab. Eine Bretterlage im Friedrichstraße, Weidendammer Brücke, Am Weidendamm, Bring Kellergeschoß wurde durch das Aufschlagen des Körpers des VerLouis- Ferdinand- Straße, Charlottenstraße, Leipziger Straße, Dönhoff unglückten vollständig durchgeschlagen. Dem Unglücklichen wurde der plag, Stommandantenstraße, Dranienstraße, Morigplay, Oranienplay. Schädel fast vollkommen zerschmettert. Wenige Minuten später Dresdener Straße, Stottbuser Straße, Kottbuser Damm bis zum erlag Hermann unter den Händen eines hinzugerufenen Arztes den Hermannplay. Wochentags fahren die Wagen vom Oranienburger Tor von 6.08 bis 12 38, von Rigdorf von 5.30 bis 11.35, Sonntags schweren Verlegungen, die er sich bei dem Sturz zugezogen hatte. von der Stadt von 7.37 bis 1.33, vom Borort von 7.00 bis 12.56. Die Wagen verkehren in Abständen von 4-5 Minuten. Das Signal ist weiß mit schwarzer Nummer 46. Königswusterhausen. Am Mittwoch, den 5. Februar, abends 8 Uhr. finden in Königswusterhaufen zwei Bahlabende statt. Die Genossen links der Notte treffen sich bei Witwe Lange, Berliner Straße, und die rechts der Notte bei Pingel, Siegestranz. Das Erscheinen eines jeden Parteigenossen ist Pflicht. Die Bezirksführer. Wildau- Hoherlehme. Die Parteigenossen beider Orte werden hiermit auf den am Mittwoch, den 5. Februar, im bekannten Lokale ftattfindenden Zahlabend, in welchem eine Aussprache über Gemeindeangelegenheiten ſtattfindet, aufmerksam gemacht. Der Bezirksführer. Berliner Nachrichten. Aus unserem Gemeindeschulwesen. Die im Monat Mai vorigen Jahres von Stadtverordneten und Magistratsmitgliedern eingefeßte Deputation zur Auffindung von Mitteln und Begen zur planmäßigen und rechtzeitigen Beschaffung bon Schulgrundstücken und Schulbauten hat am Montag ihre Sigungen beendigt. Von unserer Seite gehörten der Deputation Borgmann, Hinge und Singer an. Auf Antrag unserer Genoffen wurde der Deputation das not wendige statistische Material vorgelegt. ST Es waren in fünf Baradenschulen und 30 Mietsschulen mehr denn 30 000 Kinder untergebracht; diese Zahlen befanden sich noch Bon cinem Fuhrwert überfahren und schwer verletzt wurde gestern im Steigen, da im letzten Jahre eine weitere Barade und mehrere nachmittag 4 Uhr am Süstriner Platz die 11jährige Klara Gablenz, Mietsschulen hinzugekommen sind. Während im Jahre 1894 nur Grüner Weg 60, und die 13jährige Käte Ernst, Zorndorfer Straße 61 6 Broz. aller Kinder in Mietsschulen untergebracht waren, find es im Der ersteren gingen die Räder des Wagens über beide Der Reichsglöckner Joachim Gehlsen ist gestorben. Gehlfen hat wohnhaft. Jabre 1907 13 Proz. An Mieten wurden 1894 119 000 m. und eine sehr bewegte Vergangenheit hinter sich. In den 70er Jahren Beine, sie wurde in die elterliche Wohnung gebracht, während der 1907 485 000 m. gezahlt. Trotzdem wurde von einigen Herren des Magistrats und der Schuldeputation eine Schulnot bestritten, da gab G. die„ Reichsglocke" heraus, ein auf dem niedrigsten Niveau legteren der Wagen über den Brusttasten ging, so daß fie in bedent stehender Skandalblättchen. Wegen Bismardbeleidigung berfolgt, lichem Zustande in das Krankenhaus am Friedrichshain übergeführt ja noch in ganz Berlin einige tausend Bläge, namentlich im Innern lebte G. lange Zeit in London als Korrespondent, wo er unter den werden mußte. der Stadt, frei seien. verschiedensten Namen schrieb. 1895 wieder nach Deutschland zurüd- Der Berliner Arbeiter- Radfahrerverein( Bund Solidarität) Ein wahrhaft vernichtendes Gutachten haben die Schulärzte gelehrt, gab G. die Stadtlaterne" heraus, die ein Revolverblatt hielt am 29. Januar feine Generalversammlung ab. Aus dem über die Barackenschulen abgegeben. Während im Sommer durch ersten Ranges wurde." Gehlien beging als Journalist die unfaubersten Jahresbericht geht hervor, daß 17 Vorstandssitungen zur Erledi die dünnen Holzwände die Hige bis zur inerträglichkeit steigt, ist manipulatiouen. Eine Reihe Strafen sind ihm nicht erfpart geblieben. gung der Vereinsgeschäfte stattgefunden haben. Unfälle waren 33 es im Winter die Kälte, worunter Kinder und Lehrer zu leiden haben. Es kam schließlich zu einem Brozeß, in dem der Reichsglöckner wegen gemeldet worden, von denen einer zurzeit noch schwebt. Diese UnDie Heizung von mehr denn 20 Defen in einer Schule kann von einem Erpressung mit einer schweren Gefängnisstrafe belegt wurde. Gehlsen fälle haben eine Erwerbsunfähigkeit von 604 Tagen mit 807,75 Schuldiener nicht rechtzeitig bewirkt werden, so daß sich oft noch hat aber feine Unschuld auch nach Verbüßung der Strafe andauernd Unfallunterstüßung zur Folge gehabt und sind meist durch rücksichts Lehrer und Kinder an dieser Arbeit beteiligen mußten, um einiger- beteuert und hatte auch, wie noch in Erinnerung sein dürfte, durch loses Fahren von Kutschern und Fuhrwerksbesikern herbeigeführt maßen geschützt zu sein. Während am Fußboden eine Temperatur von 4-6 Grad vorhanden war, betrug sie in Kopfhöhe 15-20 Grad. gelegt, daß er im Laufe des vergangenen Jahres rehabilitiert und worden. Die Gründung der Jugendabteilung, welche schon längst im Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen wurde. Erst dieser Tage fpruchreif war, ist nun bollendete Tatsache geworden. Dieselbe Während as an den Defen vor Hize nicht auszuhalten war, war lag eine Betition Gehlsens um Entschädigung für die erlittene Frei- zählt bereits über 100 Mitglieder und dürfte bei der jezigen um die Zugluft an Türen und Fenstern unerträglich. Kein Wunder, heitsstrafe dem Abgeordnetenhause vor. Zum letztenmal wurde der fichtigen Zeitung eine der stärksten Abteilung des Vereins werden. daß Kinder und Lehrer an empfindlichen Krankheiten, als Halsleiden, Name des Reichsglöckners in dem Skandalprozeß Bülow- Brand ge- Für den Zusammenschluß der Motorfahrer find die Vorarbeiten Ohrenschmerzen, Kopfschmerzen, Uebelteiten, talten Füßen usw. zu nannt. Gegen Gehlsen schwebten noch jest zwei gerichtliche Ber- bereits erledigt. Durch die Tätigkeit der Agitationskommission, dieleiden hatten. Schreibt doch ein Arzt, daß diejenigen Lehrer und fahren, die nun mit seinem Tode erledigt sind. regelmäßig jede Woche abends sowie Sonntags früh an den AusReftoren, welche länger als drei Jahre an solcher Barackenschule ausgangstoren Berlins Flugblätter austeilte, find dem Verein über 900 neue Mitglieder zugeführt worden. Im Gau 9 war es ebenfalls gelungen, 10 Vereine zu gründen. Die Rechtsschutzkommission berufsmäßigen Schimpfen auf die Sozialdemokraten wenigstens das hatte sich mit 9 Fällen zu beschäftigen, die bei den gerichtlichen Ent gute Effen und Trinken nicht. In einem ihrer neuesten Vereins- scheidungen zugunsten der Mitglieder verliefen. Die Zentral berichte, deren sonderbare Stilblüten wir schon mehrfach zum besten reigenriege hat 15 Reigen bei Partei- und Verbandsfestlichkeiten gegeben haben, wird sogar der Vereinswirt dafür verherrlicht, daß gefahren. Die Statistik der Zugehörigkeit zu den Organisationen er besonders große Eisbeine lieferte. Da werden die verschiedenen hochwürdigen Herrschaften, ohne die es ja bei feinem fatholischen hatte ein erfreuliches Ergebnis. Die Gesamtabrechnung der Ber Der Freifinn hat hier ungeheure Sünden auf sein Haupt ge- Vereinsvergnügen abgehen darf, nicht schlecht eingehauen haben! bandskasse ergab ein Defizit von 885,14 M., das aber durch die abLaden, denn an eine Beseitigung dieser Zustände ist in absehbarer Wenigstens hat man noch nicht gehört, daß jemals ein hochwürdiger gehaltenen Bergnügen gebedt wurde. An die Bundeskaffe wurden an Beiträgen usw. 4952,30 m. gezahlt. Der bare Kassenbestand Beit nicht zu denken. Selbst wenn, wie Herr Baurat Hoffmann Herr infolge Abzehrung in die Ewigkeit gefahren ist. des Vereins beträgt 117,10 M. Der Inventarmert des Vereins anfündigt, im Jahre 1908 fünf und im Jahre 1909 Drei schwere Einbruchsdiebstähle in der Sonntagnacht. Ein un- beträgt, zu 50 Broz. abgeschäßt, nebst den Außenständen sowie fieben Doppelschulen zur Benutzung übergeben werden, glaublich dreister Einbruchsdiebstahl ist in der Sonntagnacht in der dem Abteilungsvermögen zusammen 2131,88 M. Die Arbeitslosen bleiben noch Baraden und Mietsschulen nötig, um dem Schlächterei von Kusch in der Pantstr. 46b berübt worden. Die unterstützung auf den Touren wurde von 185 Mitgliedern mit dringendsten Bedürfnis abzuhelfen. Nach einer vom Stadtrat Diebe hoben furzerhand die am Ladeneingang angebrachte eiserne 778 M. in Anspruch genommen. Die Mitgliederzahl beträgt am Buchow aufgestellten Berechnung weist Berlin noch eine unbebaute Bittertür, die man jegt häufig an Fleischerläden beobachten fann, Jahresschluß 1941. Aus der Neuwahl des Zentralvorstandes Fläche von 771 Heftar auf, auf welcher rund 900 000 Einwohner aus den Angeln und gelangten auf diese Weise in den Verkaufs- gingen hervor: Betruschte als 1. Vorsitzender, Schmid( 6. Abmit 124 000 Schulkindern Play finden werden; hierzu sind mindestens raum. Dort padten fie für etwa 2500 M. Fleisch- und Wurstwaren teilung) als 2. Vorsitzender, Schönfeld und Prescher als Kassierer, 124 einfache oder 62 Gemeindedoppelschulen erforderlich. Die Zahlen zusammen und schafften ihre schwere Beute unbehelligt fort. Babft und Schatzschneider als Schriftführer, Buttgereit, Standow zeigen, daß Magistrat und Stadtverordnete die Pflicht haben, bei- Obendrein befaßen die Einbrecher auch noch die Frechheit, die Laden- und Zimmermann als Beifiker, Bidert, Scholze und Vogel als zeiten für den Ankauf von Schulgrundstücken und mit der Erbauung tür mitzunehmen. Ein großer Konfektionsdiebstahl ist in der Revisoren, Emrich als Obmann der Rechtsschutz-, Maier der Vers von Schulhäusern auf Vorrat, wie dies in einer ganzen Reihe Nacht zum Sonntag im Norden der Stadt ausgeführt worden. In das gnügungs-, Behrend der Samariter- und Krause und Ziefing der anderer Städte geschieht, vorzugehen haben. Wird ferner in Betracht konfektionsgeschäft von Mofes, Landsbergerstr. 58, drang eine aus Fahrwart- Kommission. gezogen, daß die Frequenz, namentlich in den unteren Klassen, sich mehreren Mitgliedern bestehende Einbrecherbande ein. Die Täter Das Apollo- Theater hat seinem neuen Programm wieder einmal noch auf 60-70 Kinder beläuft, so beweist das gleichfalls, wie sehr nahmen ihren Weg durch die nach dem Hofe zu eine Operette einverleibt. Mitislaw, der Moderne" ist Abhülfe no ut. Die Verringerung der Frequenz auch nur um führenden Fenster, die sie unter Zuhülfenahme von Schmierfeife fie betitelt und von Franz Lehar verfaßt. Sie enthält cine Reihe 1 Broz. verlangt schon drei weitere Doppelschulen. geräuschlos eindrückten. In den im Parterre und im ersten Stock hübscher Scherze und Szenen, die außerordentlich beflatscht wurden. Das Ergebnis der Beratungen liegt in folgender Beschluß- werk belegenen Geschäftsräumen fuchten die Diebe alle Eden nach Den starken Beifall verdienten sie weniger wegen ihres Inhalts, faffung: Die gemischte Deputation ersucht den Magistrat: den wertvollsten Beutestücken durch. Seidene Blusen, Samikostüme fondern der prickelnden, einschmeichelnden Musik und der glänzenden und Plüschstoffe im Werte von zirka 3000 M. fielen ihnen in die Darstellung wegen. Die Direktion hatte sich in den Herren May Hände. Eine Uhren und Juwelendiebesbande treibt Steidl, May Kettner und Fräulein Mia Werber ausgezeichnete Hauptals in der Zusammenstellung, welche der Deputation vorliegt, in gegenwärtig im Süden der Stadt ihr gefährliches Unwefen. Erst darsteller gesichert. Am besten gelang der Operettenbiva Werber das vor kurzem mußten wir über wiederholte Schaufenstereinbrüche in Lied vom Schlüsselloch, das auch bald anderswo zu hören sein wird. 2. an der Hand der von Herrn Stadtrat Buchow gefertigten Uhrengeschäften in der Friedrich- und Lindenstraße berichten. In Der an diesem Abend persönlich dirigierende Kapellmeister Julius Zusammenstellung planmäßig feststellen zu lassen, in welchen der gestrigen Nacht ist nun wieder ein derartiger Diebstahl verübt Einödshofer wurde wohl ein halbes Dugendmal gerufen und die 3. den Ankauf geeigneter Schulgrundstücke in den voraussicht- worden. An dem Schaufenster des Uhrengeschäfts von Schönecker, übrigen Darsteller verfenfte man in ein Blumenmeer. Lindenstr. 3, wurde durch Einbrecher die Seitenscheibe in geschickter Aus dem reichhaltigen Spezialitätenteil sei besonders anerkennend lich zunächst zur Bebauung kommenden Außengebieten baldigft in Weise zum Teil herausgeschnitten und durch die Deffnung holten die des Adelmann- Trio gedacht. Diese aus zwei sehr jugenddie Wege zu leiten, Täter die zur Schau gestellten Uhren und Schmucksachen heraus. lichen Damen und einem Herrn bestehende Gruppe brachte ein 4. eine Vereinfachung des Geschäftsganges innerhalb der Sie räumten fast das ganze Schaufenster aus. Zweifellos handelt Xylophon- Konzert zu Gehör, wie es noch faum gehört worden ist. Berwaltung herbeizuführen, damit auch die Ausführung der es fich hier um dieselbe Bande, die die letzten Juwelendiebstähle Schulbauten schneller als bisher erfolgen kann, insbesondere find ausgeführt hat. Der Zirkus Schumann hat sich wieder eine neue Sensation geleistet. Die Direktion hat sich aus dem Lande der unbegrenzten Baupläne rechtzeitig vorzubereiten. hielten, prämiiert werden müßten. Vorteile bieten sie nur dadurch, Katholische Eisbeine." Die urdrollige„ Märkische Volkszeitung", daß die Kinder keine Treppen steigen brauchen und genügend Licht der Ableger der ultramontanen„ Germania", vergißt neben dem durch die Scheiben dringt. Nicht viel besser ist es mit einem Teil unserer sschulen bestellt; die engen Schulhöfe, die kleinen Klassenzimmer, ungendes Licht, namentlich in den unteren Etagen, die Klosett anlagen ufw. laffen nicht mehr wie alles zu wünschen übrig. Eine Ratastrophe ist unausbleiblich, wenn in einer mit 1000 Kindern angefüllten Mietstaserne Feuer ausbricht. 1) dafür Sorge zu tragen, daß die für die bestehenden Barackenschulen geplanten Neubauten früher fertiggestellt werden, Aussicht genommen, 5. Die örtliche Straßenbau- und Tiefbauverwaltung sowie Ein schrecklicher Straßenbahnunfall rief am Sonntagabend in Möglichkeiten Mr. Nefifto fommen lassen, einen Mann, dem die die Feuersozietät haben der Schuldeputation fortlaufend Mit der Potsdamer Straße unter den Bassanten große Aufregung hervor. schwersten elektrischen Spannungen nichts anhaben können. Nefisto teilung zu machen über die Aufschließung anbaufähigen Terrains. An der Ecke der Stegliger Straße hatte der 37 jährige Arbeiter Paul arbeitet mit einer Spannung bis zu 300 000 Volt, die das in Bemerkenswert ist, daß auch Stadtschulrat Fischer sich für die Senfileben, Bernauer Straße 40 wohnhaft, bersucht, von einem Amerika zu Hinrichtungen angewandte Maß übersteigt; er scheint ein Anträge erflärte; er fei hierzu durch die Vorwürfe des Provinzial bereits wieder abgefahrenen Straßenbahnwagen der Linie 74 schulfollegiums gezwungen. Es ist traurig, daß es erst soweit herunterzuspringen. Er blieb mit den Hofen am Trittbrett hängen tommen mußte. Unsere Genossen Lönnen mit dem Ergebnis au nnd wurde infolgebeffen eine Strede mitgefchleift. Auf Zurufe von frieden sein. Baffanten brachte der Fahrer den Wagen zum Halten. S. wurde befreit und in besinnungslosem Zustande nach der nahen Rettungswache in der Stegliger Straße getragen. Er hatte einen Schädelbruch erlitten und außerdem war ihm der rechte Oberarm derartig zersplittert worden, daß die Knochen aus dem Fleische hervorsprangen. Jn bedenklichem Zustande wurde der Schwerverlegte nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht Eine neue Feuerwache soll im Norden errichtet werden und zwar in der Straße 31 zwischen der Ungarn- und Türkenstraße. Damit erhält das neue Stadtviertel, das in der Gegend des Virchow Frankenhauses entstanden ist umb infolge des Schillerhaines noch entstehen wird, Feuerschus. lebender Dynamo zu sein. Ans feinen Fingerspizen sprühen Blige, fein ganzer Körper strahlt Elektrizität aus und leicht brennbare Gegenstände wie Papier u. dgl. entzünden sich mit beller Flamme, fobald fie in die Nähe seiner Haut tommen. Zum Schluß behängt fich Refisto mit einer großen Anzahl bunter Glasröhren, so daß das Resisto scheint gegen Gange wie ein elektrischer Leuchter aussieht. Elektrizität unempfindlich präpariert zu fein. Im Zirkus Busch treten australische Solafäller auf, die eine eigenartige Geschicklichkeit im Fällen besonders starter Bäume und im Zerfägen des Solzes zeigen. Von einem schweren Verluft ist eine Witwe betroffen worden, die am 21. Januar auf dem Alexanderplatz nicht weit vom Schöningschen Kaffeegeschäft ihr schwarzledernes Portemonnaie verlor. In dem felben befanden sich 100 m. und eine Anzahl Pfandscheine auf Betten und Wäsche, welche Sachen mit dem Gelde eingelöst werden sollten. Eventuelle Finder werden gebeten um Abgabe an Wwe. Schebesta, Dieffenbachstr. 80, of part. leuten vorbeizogen, großen Lärm. Bei der Festnahme eines der vereins am Schlusse des Jahres 132. Es fanden statt 6 VereinsLärmenden sollen feine Begleiter mit Messern auf die Beamten los- und 4 öffentliche Verfanumlungen. Die Geschäfte des Vorstandes gegangen sein, worauf die Schuyleute von der blanken Waffe Ge- wurden in 13 Sitzungen erledigt. Nach dem Kassenbericht des Gebrauch machten. Der Schuhmann Buchholz hat so erhebliche Ver- noffen Boche steht einer Einnahme von 158,17 M. eine Ausgabe von legungen davongetragen, daß feine leberführung in das Kranten 160,40 m. gegenüber. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes haus Westend notwendig wurde. Außerdem wurden bei dem Exzeß Resultat: 1. Vorsitzender: Gronwald, 2. Borsigender: Schwenk, noch eine Reihe weiterer Teilnehmer verlegt. Sie hatten ebenfalls Staffierer: Boche, 1. Schriftführer: Hutter, 2. Schriftführer: Steffen, Säbelhiebe über das Gesicht und den Kopf erhalten. Die Polizei Beifizer: Rosenthal und Binfeler, Revisoren: Krüger, Auras und fucht jezt die Täter zu ermitteln. Ein Kutscher Matthes aus der A. Schröder, Zeitungskommission: Krell, Lokalkommission: Hellmig, Pfalzburgerstr. 12 will einen Säbelhieb erhalten haben, ohne an Maciolet und Feldt. Als Delegierte zur Streisgeneralversammlung dem Grzeß beteiligt gewesen zu sein. Zwei der Erzedenten find in wurden Riebe und Steffen, als Erfagmann Grüper gewählt. Als Bibliothefare fungieren Steffen, Schwent und Krell. Bezirksführer find für den 1. Bezirk Feldt, 2. Bezirk Sellheim, 3. Bezirk Maciolet, 4. Bezirk Hammer. Ms folche für die Außenbezirke fungieren für Mehrow: Karl und Ernst Schleichert, für Höhnow: Brunk und Kühnel, für Hellersdorf: Tyrakowski. Köpenick. Feuerwehrbericht. In der Nacht zum Sonntag, früh um 2 Uhr, wurde die Feuerwehr nach der Pasteurstr. 3 alarmiert. Dort ftand auf der Straße eine Bedagdroschke in Flammen. An der Ecke der Motz- und Kurfürstenstraße brannte nachts ein Benzinautomobil. Um die Flammen zu löschen, mußte der 12. Bug tüchtig Waffer avischen verhaftet worden. geben. In der letzten Nacht um 11 Uhr tam in einer Stüche in der In der Generalversammlung der hiesigen Zahlstelle des Deutschen Warschauer Straße 17 Feuer aus, das an Petroleum reiche Nahrung Transportarbeiterverbandes wurde der Kassenbericht gegeben. Dafand. Eine Frau erlitt dabei Brandwunden. Ein zweiter Küchen- nach betrug die Einnahme im Jahre 1907 23 633,40 M., die Ausbrand wurde vom 16. Zuge in der Reinickendorfer Straße 94 ge- gabe 22 342,38 M.; hiervon find 5378,45 M. Unterstügung ausgezahlt Löscht. In der Wallner- Theater- Straße 21 tam durch Unvorsichtigkeit worden. Die Aussperrung der Müllfutscher verursachte eine Ausgabe in einer Wohnung Feuer aus. An der Ecke der Frucht- und Lange- bon 5464,20 2. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl ging als strage brannte Gas aus einer umgefahrenen Gaslaterne und auf Delegierter zur Bezirksleitung Groß- Berlins und zum Gauvorstand dem Anhalter Güterbahnhof ein Waggon mit Steinkohlen. Wegen Rosenfranz hervor. In die Gewerkschaftskommission wurden Gebert, eines Schaufensterbrandes wurde der 15. Zug alarmiert. Der Schreppte und Rosenkranz belegiert. 8. Zug hatte mit einem Kohlenbrande in der Oppelner Straße 49 zu tun. Ferner hatte die Wehr noch am Schöneberger Ufer 1/4, in der Marstraße 17, Oranienburger Straße 26 u. a. Stellen zu tun. Vorort- Nachrichten. Rigdorf. Ausbruch aus dem Gerichtsgefängnis. Zwei Gefangene, die sich im Gewahrfam des hiesigen Amtsgerichts befanden, fesselten und fnebelten vorgestern nachmittag beim Austeilen der Suppe den Aufseher und entkamen, indem sie die Gefängnistür mit einem Dietrich öffneten. Eine Spur von den dreisten Burschen wurde bisher night entdeckt. Ein Raubanfall ist in der gestrigen Nacht in der Prinz- HandjeryStraße verübt worden. Der in der Prinz- Handjery- Straße 51 wohnhafte Weißensee. Kohlenhändler Franfe war, von einem Vergnügen fommend, auf Aus der Gemeindevertretung. Am Anfang der Sigung teilte der dem Heimwege begriffen. Er hatte bereits die Prinz- Handjery- Straße Borsigende mit, daß für die Herren Vertreter ein Flugblatt aberreicht, als er die Beobachtung machte, daß ihm eine Rotte junger gegeben fei, herausgegeben von dem auch unseren Genossen bekannten Burschen folgte. In dem Augenblid, als er die Haustür öffnete, Herrn Mertens. Betreffender Herr hatte viel mit dem verstorbenen Sozialistische Pioniere im Dorado der Liebert"-Garde. einen fräftigen Stoß vor die Brust. In diesem Augenblid stürzten Beleidigung bestraft worden. Sein Unmut ging so weit, daß er in trat einer der verdächtigen Gefellen auf ihn zu und verfezte ihm Gemeindevorsteher Feldimann prozessiert und ist wiederholt wegen Jin größten Wahlkreise Deutschlands, zehn Meilen von der auch die anderen Burschen herbei und fielen über F. her. Giner der einem langen Schreiben beantragte, familiche Photogramme FeldtReichshauptstadt Berlin entfernt, liegt die Kreisstadt Beeskow. Es Täter brachte dem wehrlosen Manne einen tiefen Messerstich in die manns aus den Amtbureaus zu entfernen, sowie der Feldtmann ist einer der schwärzesten Orte des Kreises Teltow. Die zum größten Stirn bei. Hierauf riffen ihm die Täter das Portemonnaie aus der Straße einen anderen Namen zu geben. Dieser Brief und Antrag Teil in landwirtschaftlichen Betrieben tätige Bevölkerung steht noch Tasche heraus, das 170 M. enthielt. Beim Herannahen mehrerer ist in einer geheimen Sizung zur Verlesung gekommen und das hatte unter der Knute der Gutsherren, deren Bestreben seit Menschen- Baffanten ergriffen die Räuber die Flucht. Die Burschen wurden den Zorn des Herrn Mertens so erregt, daß auch unsere Vertreter gedenken ist, ihre wirtschaftliche Herrschaft auch in die politische um- gestern bereits ausfindig gemacht und festgenommen. Das Geld nicht ungeschoren blieben, da sie nicht für volle Deffentlichkeit eingetreten sind. Trogdem Herr Mertens auf der Tribüne faẞ, bat er aufezen. Durch überaus lange Arbeitszeit und niedrige Löhne wurde hatten fie bereits in der Nacht berjubelt. gar nicht bemerkt, daß von seinem Brief in der öffentlichen Sigung bisher die Bevölkerung gehindert, zu einer höheren Lebensauffaffung Tempelhof. nichts erwähnt wurde, also mußten doch die Vertreter von der Ver zu gelangen. Seit etwa zwei Jahrzehnten haben es sich die Rigdorfer In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der fefung in öffentlicher Sigung Abstand nehmen. Wie unsere Genossen Genoffen zur Aufgabe gemacht, diese unter wahrhaft ostelbischen Vorsitzende Genosse A. Thiel den Jahresbericht. Es fanden statt über die Verhandlungen in geheimer Sigung denken, weiß auch Herr Berhältnissen dahinvegetierende Bevölkerung für die sozialistischen 2 öffentliche, 7 Mitgliederversammlungen, 5 Flugblattverbreitungen Mertens als ständiger Besucher der Tribüne. Nicht einmal, sondern Ideen zu gewinnen. Wie oft schon mögen sie in dieser langen Zeit und 2 Agitationstouren. Die Mitgliederzahl ist von 136 am An- dugendemal sind von uns gestellte Anträge auf öffentliche Verhandgrüne Zweige ihrer Tätigkeit haben aufgehen sehen, indes durch die fang des Jahres 1907 auf 188 am Schlusse desselben Jahres gelungen abgelehnt worden. Als Mitglied des Reichslügenverbandes ftiegen. Den Kassenbericht vom letzten Quartal gab Genosse Radow. rücksichtslofefte Herrschaft der Gutsherren wie der Behörden verborrten Giner Einnahme von 117,95 m. steht eine Ausgabe von 107,59 M. muß ja auch err mertens febrichting Die Genehmigung für eines Riefelfeldes in fie nur allzu leicht wieder. Die schamlose Hetze der Reichsverbands- gegenüber. Nach dem Bericht des Spediteurs Genoffen Müller be- Birkholz ist nunmehr erteilt, es finden daher die Aufs clique gegen die Sozialdemokratie hat in den letzten Jahren trägt die Abonnentenzahl des Vorwärts" 323. Als Bibliothekar laffungen der getauften Ländereien statt, soweit dies nicht schon ihr übriges getan, um die Bevölkerung vor dem„ sozialistischen Gift" gab Genosse Schierit den Bericht. G3 haben 30 Genossen die durch besondere Vereinbarungen geschehen ist. Die bestehende Reals zu schüßen. Bibliothek 92mal benutzt. Dieselbe besteht zurzeit aus 250 Werken schule wird zum 1. April in eine Ober- Realschule umgewandelt; das Doch auch hier beginnt es jetzt mit Macht zu dämmern. Bereits und Broschüren. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Schulgeld für diese soll 140 M. pro Jahr und Schüler betragen. Ende des vorigen Jahres gelang es, einen Wahlverein zu gründen. Fr, Wilsdorf, Kassierer H. Günther, Schriftführer P. Lentschu, gestimmt, den Ort in die Serbisklasse I einzureihen, da Weißenfee Resultat: erster Vorsitzender Albert Thiel, zweiter Vorsitzender Es wurde noch einer Petition an den Bundesrat und Reichstag zu Als die Behörde und die einflußreichen Personen Beeskows hiervon Beisiger R. Nabe Als Revisoren wurden die Genossen Kiehn, der einzige größere Vorort Berlins ist, der in Klaffe II rangiert. erfuhren, gebärdeten sie sich wie rasend; die denkbarsten Hindernisse Schierik und Zimmt, als Bibliothekare Busemann und Irrgang In der geheimen Sizung wurden Personalsachen erledigt, die sich wurden den Mitgliedern in den Weg gelegt. Doch vergebens: der gewählt. Für die Lokalfommission wurde der Genosse Radom ge- um Anstellungen im Elektrizitätswert und um die Spartaffen- und junge Wahlverein hat aller behördlichen Schifane zum Troz sich er- wählt. Als Bezirksführer fungieren im zweiten Bezirk Loth, im Leihamitsrendantenstelle drehten. halten. Wohl ist es den Gegnern bisher noch gelungen, die Wirte dritten Irrgang und im vierten Graul. Die Spedition übernimmt von der Hergabe eines Versammlungslokales abzuhalten, doch auf Genosse M. Müller. Die Zeitungskommission seßt sich zusammen Waidmannsluft. aus den Genossen Schillhanet, Kiehn, Biersack, Kleist und Grötsch. die Dauer wird ihnen auch das nicht mehr möglich sein. Vorläufig zur Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Thiel und noffe Meit den Halbjahrsbericht des Vorstandes sowie den Kassens In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete Gefind unsere Genossen im Besize eines fleinen Verkehrslokals. Dem Schierit delegiert. Genosse Thiel teilte mit, daß der Antrag des bericht. Die Mitgliederzahl beträgt 411. Diefelbe verteilt sich Befizer desselben werden bon Behörde außerordentliche Wahlvereins an den Gemeindevorsteher, gegen Erstattung der Un- auf folgende Ortschaften: Borsigwalde 170, Wittenau 71, Waida Schwierigkeiten gemacht, er ist daher doppelt auf die Arbeiterschaft tosten die Abschrift einer Wählerliste zu erhalten, abgelehnt worden mannsluft 152, Hermsdorf 66, Hohen- Neuendorf 52. Einer Einangewiesen. fei. Da seit dem Jahre 1890 unsere Gemeindevertretung ausnahme von 829,32 M. steht eine Ausgabe von 486,09 M. gegens Vor 14 Tagen hatten die Beeskower Genossen Flugblätter ver- 12 Mitgliedern besteht, die Ginwohnerzahl sich feit dieser Zeit aber über. Die Zahl der Vorwärts"-Abonnenten stieg von 1591 auf Breitet. An demselben Tage fand eine„ reichstreue" Versammlung von 4000 auf 15 000 erhöht hat, so wurde ein Antrag angenommen, 1726. Davon entfallen auf Tegel 777, Reinickendorf- West 416, statt. Es wurde die Parole ausgegeben, in die Versammlung zu vermehren. Ferner machte der Vorsitzende noch bekannt, daß die 92. Der Bibliothek wurden 109 Bände entliehen. Die Vorstands worin ersucht wird, die Gemeindevertretung um 3 Mitglieder zu Hermsdorf 109, Borfigwalde 233. Wittenau 99, Waidmannsluit gehen und dem Referentent, einem Reichsverbandsjünger, Herrn hygienischen Vorträge der Ortskrankenkasse am Freitag, den wahl ergab folgendes Resultat: 1. Vorsitzender Fubel, 2. Luscher, Wilhelm Mannes Berlin, gegenüberzutreten. Das zu behandelnde 7. Februar, abends 8 Uhr im Restaurant Wilhelmsgarten, Berliner Staffierer Kienast, Schriftführer Adam, Revisoren Blümel, Nepře, Thema: Politische Zeit und Streitfragen" bot unferen Genoffen eine straße 9, beginnen. Röschte, Bibliothefar Schmidt, Lokalkommissionsmitglied W. Schulz. erwünschte Gelegenheit, für ihre Jdeen Propaganda zu machen. Als Marienfelde. Die von den Bezirken gewählten Bezirksführer wurden bestätigt. der Referent merkte, daß sich unsere Genoffen eingefunden hatten, Ein Antrag, für Borsigwalde eine Zweigbibliothek zu gründen, wurde der nächsten Generalversamlung überwiesen. begann er seinen Sermon gegen die Sozialdemokratie in Reichsverbandsmanier. Durch die Zwischenrufe unserer Genoffen Spandau. verlor er den Faden und machte eiligft Schluß. Als hier auf einer unferer Genossen das Wort verlangte, wurde er vom Vorsitzenden der Versammlung, Bürgermeister Bertold, gefragt, ob er reichstreuer Wähler" sei. Er schien den Genossen indes genau zu kennen, denn er herrschte ihn an:„ Es gibt hier für Sie feine Diefuffion, wir sprechen uns ein anderes Mal." Hierauf frug unser Genosse: Wann denn, Herr Vorsitzender?" Die Antwort blieb der Vorsitzende schuldig. Als hierauf trotzdem unfer Redner in die Vergangenheit des Referenten hineinzuleuchten begann und betonte, daß Herr Maunes erst Sozialdemokrat, dann Antifemit, Anarchist und jetzt Mitglied der„ Liebertgarde" geworden sei, entstand in der Versammlung ein Höllentärm. Der reichstreue Referent ergriff hierauf das Hafenpanier. Unsere Genossen verteilten an die Versammelten Zettel, auf denen Herr Mannes wahrheitsgemäß bezeichnet war. Am Schlusse wurde die Bevölkerung aufgefordert, mit dafür zu sorgen, daß der Sozialdemokratie am Drte baldigft ein Lokal zur Verfügung gestellt werde, damit auch sie das Wesen des Sozialismus fennen zu lernen Gelegenheit habe. Unter Abfingen der Arbeitermarseillaise und Hochrufen auf das allgemeine Wahlrecht verließen unsere Genossen den Saal. " Welchen Nutzen haben die Arbeiter von der kommunalen Bertretung? lautete das Thema, über das Stadtverordneter Genoffe Schuberts Berlin in einer gut besuchten Boltsversammlung referierte. In 1½½ stündiger Rede legte der Referent unsere grund- Sanft Bureaukratius. Seitens der Spandauer Polizeiverwaltung fägliche Stellung in der Kommunalpolitik dar und forderte unter lebs find eine Anzahl Berfonen, die auf dem Eise einbrachen und mit haftem Beifall der Versammelten auf, für den sozialdemokratischen fremder Hülfe gerettet wurden, nachträglich mit Strafntandaten be Kandidaten einzutreten. Genoffe Greulich gab hierauf den dacht worden, weil sie verbotene Eisflächen betreten haben. Als ob Bericht seiner sechsjährigen Tätigkeit als Gemeindevertreter, der mit es nicht an der Strafe der Todesangst, die die Eingebrochenen ausBeifall aufgenommen wurde. Einstimmig wählte ihn die Ver- geftanden haben, genug gewesen wäre! Warum schickt man logischerUnter Verschiedenem sprachen die weise nicht auch den Rettern eine gepfefferte Strafverfügung ins fammlung wieder als Kandidat. Genossen oed, Berger und Greulich. Frau Hampel Saus? Die haben doch auch die verbotene Eisfläche betreten. Bielforderte die Frauen auf, sich dem Frauenverein anzuschließen. leicht fommt's noch. Sicher eher als die Rettungsmedaille, die in Ferner gab Rednerin bekannt, daß am 19. Februar eine Frauen der Hauptsache nur für Schugleute und Offiziere gemünzt ist. berfanunlung hierselbst stattfindet, in der Dr. Pinkus referieren wird. Potsdam. Schmargendorf. " Der Stadtverordnetenversammlung lag ein Schreiben des Ministers des Innern vor, daß die Gehälter der städtischen BeUeber Sozialdemokratie und Gemeindepolitit" sprach in einer amten mit Rücksicht auf die verteuerten Lebensbedürf wies nach, ein wie großes Gebiet der Tätigkeit für die Arbeiterschaft jahres erfolgte Gehaltsaufbesserung der Beamten erledigt war. Boltsversammlung Genoffe Borchardt. Charlottenburg. Redner nisse zu erhöhen sind, was aber durch die bereits Ende des Vorbie Kommunalpolitit biete. Schon der Wahlmodus zum Gemeinde- Die nicht im Beamtenverhältnis beschäftigten Personen( Straßenparlament berge so große ungerechtigkeiten, daß die Arbeiterschaft bahnangestellte, Maschinisten, Heizer, Arbeiter) find bis jest nicht unmöglich so gleichgültig daran borbeigehen fönne. So wählen in berücksichtigt, doch bei dem zur Berhandlung stehenden Punkt:„ GrSchmargendorf 8 Wähler der ersten Klasse 3 Vertreter zum Ge- höhung der Maschinisten der Wasserwerke" beschließt die Bera meindeparlament, 83 Wähler der zweiten Klasse gleichfalls 3, und fammlung, bei den bevorstehenden Etatsaufstellungen durchweg die legten 3 bon im ganzen 9 Bertretern werden von 1113 eine Aufbefferung und Gleichstellung aller gleichwertigen Stellen Wählern der dritten Klasse gewählt. Daß diese Haus- in den verschiedenen Betrieben vornehmen zu wollen. Vom VorRanger Harter Arbeit hat es bedurft, che in diefer schwarzen und Grundbefibervertreter, welche ihre Kinder in die Gymnasien jizenden des Haus- und Grundbefizervereins, Stadtverordneten Ecke des Streifes Teltow widerstandsfähige und trotzige Kämpfer für schicken, nichts für die Volksschule übrig haben, sei wohl erklärlich. Hermann, wurde eine Anfrage an den Magistrat gerichtet, die die die Sozialdemokratie Heranreiften. Aber jetzt sind sie da und niemand Auch in der Frage der Arbeitslosen- und Armenfürsorge, Be- Erhöhung des Binsfußes von 4 auf 4% Proz. der aus städtischen wird mehr imstande sein, sie zu vernichten. Den Samen, den unsere zahlung der Gemeindearbeiter und anderen sozialen Dingen liegt Geldern gegebenen Hypotheken betraf. Die Hausbesizer Stadtvb. Genoffen jetzt noch unter erschwerenden Umständen ausstreuen, wird daher alles im argen. Und so müsse eben die Arbeiterschaft alles Bernhard und Enders waren natürlich der Ansicht, daß eine solche aufgehen zu hundertfältiger Frucht. Immer weitere Schichten der daransehen, Einfluß in der Gemeinde zu bekommen und bei den Erhöhung schon mit Rüdsicht auf die Hausbefizer, die Sypothefen heute noch Gefnechteten werden die Arbeit mit aufnehmen, die die nächsten Wahlen nur dem Arbeitervertreter ihre Stimme geben. aus städtischen Geldern aufnehmen, nicht nötig gewesen wäre. Der Befreiung des Proletariats und die Erlösung der Menschheit herbei. In der Diskussion wurde von mehreren Rednern noch die bisherige Oberbürgermeister Bosberg rechtfertigte die Erhöhung mit der Lage herbei- ätigkeit der durch Arbeiterstimmen gewählten Vertreter einer des Geldmarktes und mit den Erscheinungen bei der städtischen führt. scharfen Kritik unterzogen. Mit einem Hoch auf das allgemeine, Sparkasse, der diese Gelder gehören. Die Stadt sei doch auch gleiche und geheime Wahlrecht schloß der Vorsitzende die Ber- nicht verpflichtet, denjenigen Hausbesitzern, die bei ihr Geld auffammlung. nehmen, besondere Vorzüge zu gewähren. Als er aber dann vor Bei den Wahlen der Gehülfenbeißiger zum Kaufmannsgericht der Besprechung noch auf den§ 44 der Städteordnung aufmerksam am Sonntag haben von 161 eingeschriebenen Wählern 111 ihr Johannisthal. machte, nach welchem an dieser Angelegenheit Beteiligte der VerStimmrecht ausgeübt. Jeder Wähler hatte das Recht, 9 Stimmen Der starke Besuch der Wahlvereinsversammlung am Dienstag sammlung nicht beiwohnen dürften und darum 5 bis 6 Mitglieder abzugeben. 9 Beisiger waren zu wählen. Die Liste des Zentral- zeigte, daß das Interesse der Parteigenossen am politischen Leben der Versammlung den Saal verlassen mußten, war die Blamage verbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands ein reges ist. Der besseren Agitation halber wurde der Ort in zwei der Hausbesitzer da, die neben ihren sonstigen Vorrechten erhielt 126 Stimmen und 1 Beisiger. Das ist eine er Bezirke geteilt. Zu den bevorstehenden Gemeindevertreterwahlen durch diese Anfrage noch eine besondere Liebesgabe auf städtische doppelung der Stimmen gegen die vorige Wahl, 1905: wurden für die dritte Abteilung der Genosse Birsich als Hausbefizer Kosten verlangten. Für die freiwillige Sanitätstolonne vom 68 Stimmen 1 Beisitzer. Die Antisemiten( Deutschnationalen) und für die zweite Abteilung der Genoffe Bielide als Nichtbefigender Roten Streus wurden jährlich 300 m. bewilligt. Der Kriegererhielten 414 Stimmen und 4 Beiliger( 1905: 324 Stimmen aufgestellt. Als Delegierte zur nächsten Kreis- Generalversammlung bereinler Oberstleutnant a. D. Brandenburg befürwortet die und 8 Beisiger). Die Antisemiten haben demnach vier fungieren die Genoffen C. Schmidt und Frost. Als Spediteur an Unterstüßung; der Staat, dem diese Einrichtung im Kriege Beisiger verloren. Der Leipziger Verband deutscher Handlungs- Stelle des Genossen Hünold wurde Genoffe Bielice gewählt. Dem dienen soll, gebe jedoch in Friedenszeiten nichts au. Stadtv. gehülfen erhielt 360 Stimmen und 4 Beisiger. Der Verein ausscheidenden Gemeindevertreter Hedderoth, der vor Jahren als Schned, Zeichenlehrer, empfiehlt die Bewilligung aus erzieherischen der deutschen Kaufleute( Hirsch- Dunder) fiel aus, δα er sozialdemokratischer Hausbefizer gewählt wurde und der in letzter Gründen, da es sich hauptsächlich um junge Leute handle, die mur 63 Stimmen aufbrachte; ebenso erging es dem Kaufmännischen Beit einigemal die Intereffen der arbeitenden Bevölkerung des Drtes dadurch dann den Getrieben der Sozialdemokratie vollständig fernHülfsverein, deffen Stimmen( 27) für ungültig erklärt wurden. mit denen der Hausbesiger verwechselte und dementsprechend stimmte, fiehen. Die Petition der Allgemeinen Ortsfrankenkasse um BeDie Wahlbewegung war eine sehr lebhafte, die Antisemiten wurde von der Versammlung attestiert, daß er sich fernerhin nicht willigung der alten, seit dem 1. Januar erhöhten Verpflegungsarbeiteten mit Hochdruck, sprengten unsere Versammlung, holten die als Vertreter proletarischer Interessen zu betrachten habe. Von den fäße wurde abgelehnt; in Zukunft soll jedoch der EinlieferungsWähler im Automobil heran. Es hat alles nichts genugt. Die internen Ortsangelegenheiten ist hervorzuheben, daß die ausgeliehenen und Entlassungstag nur als ein Krankentag gelten. Wahl bedeutet für den Zentralverband einen entschiedenen Fortschritt. Bücher zwecks Feststellung des Bestandes der Bibliothek bis zum 9. Februar abzuliefern find.. Charlottenburg. Einen l'eberfall auf Schussleute verübten am Sonntagmorgen Friedrichsfelde. Schöneberg. in der Dantelmannstraße eine Rotte junger Burschen. Sie waren Zu der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Bor von der Knobelsdorffstraße tommend in die Dantelmannstraße eine figende Genosse Gronwald den Vorstandsbericht vom 31. März bis gebogen und machten, als fie an den bort patrouillierenden Schuß- 31. Dezember 1907. Danach betrug die Mitgliederzahl des WahlGerichts- Zeitung. Ein Kind vor einem prügelfreundlichen Richter. Auf der Anklagebank der 137. Abteilung des Schöffengerichts Berlin- Mitte hatte am Montag der 14jährige Mechanikerlehrling Eine Porzellanfabrik verbrannt. Aus Moulin( Frankreich) wird berichtet, daß die große Porzellanfabrik von Chafiniere durch eine Der Schaden wird auf eine Feuersbrunst total eingeäschert wurde. halbe Million Frank veranschlagt. Ein englischer Dampfer gestrandet. Aus Kughaven wird gemelbet: Der von Hamburg tommende englische Dampfer City of Dortmund ist bei Tonne D auf Scharhörn gestrandet. Der Dampfer ist später mit Hülfe von sechs Schleppdampfern abgeschleppt und in den hiesigen Hafen eingebracht worden. Willi Obiglo Plak zu nehmen. Die Auflage lautet auf Wibere, Es ist eine bekannte Erscheinung, daß ein Mensch, der sich in Auf- I worden. Infolge bes ftarten Nordweststurmes ist auch, wie weiter stand gegen die Staatsgewalt. Bei einem Auflauf, der am Abend regung, in Gile oder in Verrichtung eines bestimmten Dienstes be- gemeldet wird, die Maas über die Ufer getreten und überflutet weite des 9. November aus Anlaß des Jandorf- Boykotts vor dem Jan- findet, der seine Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt, die Wirklich- Strecken. Die Stadt Schiedam steht zum Teil unter Wasser, große dorffchen Warenhause in der Brunnenstraße stattfand, soll der An- feit nicht wiederzugeben vermag. Jm vorliegenden Fall wurde der Mengen Eisschollen treiben in den Straßen, die gegen die Häuser geflagte einen reitenden Schuhmann mit einem Stein geworfen Schußmann von hinten geworfen, er glaubt sich umgedreht und als anprallen und großen Schaden verursachen. haben. Der Angeklagte, der durchaus keinen ungünstigen Ein- einen Täter den Knaben gesehen zu haben unter solchen Umdruck macht, bestreitet die Straftat und gibt folgende Darstellung ständen ist ein Jrrtum mehr als wahrscheinlich, zumal, auch wenn des Sachverhalts: Er kam an dem genannten Abend gegen 10 Uhr das plöbliche Umdrehen des Zeugen nicht erfolgt wäre, ein Irrtum mit seiner Mutter von der Markthalle. Jm Gedränge vor dem bei der Erkennung eines Beugen aus einer etwa 2000 Menschen Jandorfschen Warenhause wurde er von seiner Mutter getrennt. umfassenden Menge, insbesondere in einer nur mangelhaft beAuf dem Wege nach Hause traf er einen gleichaltrigen Kameraden. leuchteten Straße wie die Veteranenstraße, sehr leicht ist. Daß der Die beiden Stnaben gingen nun zurück, um zu sehen, was sich bei Jrrende nicht weiß, daß er sich geirrt hat, liegt im Wesen des JrrJandorf ereignen würde. Da gerieten fie dann in die Menschen- tums. Eine Bekundung des Gegenteils ist völlig wertlos. Ausmenge, die von Schußleuten die Veteranenstraße hinaufgedrängt schlaggebend kommt zugunsten des Knaben dessen Verhalten vor tourde bis auf den sogenannten Beteranenberg. Dort lag ein Sand- dem Auflauf in Betracht. haufen und Steine. Einige junge Leute von 17-18 Jahren hatten Steine in den Händen. Als der Angeklagte dies fah, sagte er zu feinem Kameraden: Du, die wollen schmeißen, komm, wir gehen nach Hause. Der Angeflagte entfernte fich dann auch aus der Menge. Da kam ein Schumann auf ihn sugeritten. Um fich nicht überreiten au laffen, machte sich der Angeklagte schleunigst davon. Der reitende Schußmann verfolgte den Knaben, der, von Angst ergriffen, weiter rannte und in einem Schanflotal Zuflucht fuchte. Der Schuhmann ließ durch den Wirt den Knaben herausbringen und bezichtigte ihn, er habe mit einem Stein geworfen. Nuhig und sicher machte der Knabe auf der Anklagebant diese Angaben. Der vorfitende Richter aber fiel ihm öfter mit erregter Stimme ins Wort und sagte: Was habt Ihr überhaupt dahin zu gehen, wo ein Auflauf ist? Warum macht Ihr nicht, daß 3hr ins Bett kommt, wo Ihr hingehört? Solche halbwüchige Jungens inüffen ihre Nafe überall hineinsteden. Was müßt 3hr Euch denn dazwischen mengen, Ihr Bengels! Der als Zeuge bernommene reitende Schuhmann Stoof gibt an: Als die Menge es waren etwa 2000 Personen zurück gedrängt war und er, der Schußmann, fehrt gemacht hatte, prasselte cin Hagel von Steinen hinter ihm her. Ginige Steine trafen ihn in Rüden. Er habe gesehen, daß der Angeklagte einen Stein warf. Als der Vorsitzende dem Zeugen vorhielt, wie er denn das sehen konnte, da doch die Steine hinter ihm geworfen wurden, sagte der Zeuge, er habe sich einmal umgedreht und dabei gesehen, daß der Angeklagte warf. -Der Kamerad des Angeklagten, Arbeitsbursche Matschke, bestätigt die Angaben des Angeklagten. Er befand sich immer an deffen Seite und hat nicht gesehen, daß der Angeklagte geworfen oder auch nur Anstalten zum Werfen getroffen hat. Auch diesem Zeugen gegenüber schlug der Borfißende denselben Ton an, den er dem Angeklagten gegenüber gebraucht hatte. Schon ehe noch die Vernehmung begann, herrschte der Richter den Zeugen mit den Borten an: Du haft Dich auch in den Auflauf gemischt? Was haft Du da zu suchen? Warum gehst Du nicht nach Hause? Das Gericht verurteilte den Angeklagten, wie der Amtsanwalt beantragt hatte, wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt au cinem Berweife. Wie der Vorfißende in der Urteilsbegründung jagte, ist das Gericht durch die Aussage des Schußmanns von der Schuld des Angeflagten überzeugt. Wenn auch der Beuge Matfchte bestritten hab, daß der Angeklagte geworfen hat, so habe doch der Schutzmann bekundet, daß ein Irrtum feinerseits ausgeschloffen set. Wäre der Angeklagte über 18 Jahre alt, fo hätte er eine Gefängnis strafe von mindestens 14 Tagen bekommen. Wegen seiner Jugend fame der Angeklagte mit einem Verweise davon. Die Strafe, welche der Angeklagte eigentlich verdient habe, wäre eine tüchtige Tracht Brügel. Leider sei das Gericht nicht in der Lage, diese Strafe zu verhängen. Es sei Sache des Vaters( derselbe war als Rechtsventand seines Sohnes anwesend), diese Strafe zu vollstrecken. Zur Verbreitung von Drudschriften. Ein Invalide Niedballa hatte in einem Walde in der Gegend von Beuthen Drudschriften ohne polizeiliche Erlaubnis berteilt und für seine Tätigteit 1 M. erhalten. Obschon ihm das Gericht nicht widerlegen tonnte, daß er nicht gewerbsmäßig Flugblätter berteilt, erkannte gegen ihn die Straffammer auf eine Geldstrafe, weil eine Zuwiderhandlung gegen§ 10 des alten preußischen Brez gefeßes vom 12. Mai 1851 vorliege. Gegen seine Verurteilung legte N. Revision beim Kammergericht ein, welches unter Aufhebung der Vorentscheidung N. freisprach, indem u. a. von folgenden Grwägungen ausgegangen wurde: Die Vorschrift des§ 10 des preußischen Preßgesezes habe sich gemäß§ 30( 2) des Reichsgesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 insoweit in Geltung erhalten, als das unentgeltliche öffentliche Verteilen von Bekanntmachungen, Aufrufen und Blataten in Betracht tomme. Da aber N. für das Berteilen der Drudschriften 1 M. erhalten habe und ein Schein geschäft nicht anzunehmen sei, könne eine Verurteilung auf Grund der Vorschriften des preußischen Breßgesetzes nicht erfolgen. Eine Berurteilung auf Grund der Gewerbeordnung erscheine deshalb nicht zulässig, weil N. nach der Feststellung des Vorderrichters nicht gewerbsmäßig gehandelt habe. Wieber ein Landfriedensbruchprozek. Eine Familie verschüttet. Madrider Meldung zufolge ist bei Defla( Proving Murcia) vorgestern die Mauer eines Wohnhauses eingestürzt, wobei eine ganze Familie verschüttet wurde. Personen find tot, zwei schwer verletzt. Drei Vom Wirbelsturm getötet. Nach einer Meldung aus Hazelhurft ( Mississippi) sind durch einen Tornado, der große Berheerungen an ( Mississippi) sind durch einen Tornado, der große Verheerungen an richtete, über 20 Personen getötet und gegen 40 berleşi worden. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr start, Geschäft rege, Preise unverändert. Wild: Zufuhr ge nügend, Geschäft ruhig, Breise fast unverändert. Geflügel: Zufuhr reichlich, Geschäft schleppend, Preise normal. Fische: Bufuhr mäßig, Geschäft matt, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Butter autuhren sehr knapp, Geschäft ruhig, Preise für Butter anziehend. Ge müse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr über Bedarf, Geschäft sehr fti, Preise wenig verändert. Witterungsübersicht vom 3. Februar 1908, morgens 8 Uhr. Stallonen Berlin Barometer fland mm Bind cloung Bind Barle 769 NW Better Dunst amburg 769 S 3bedeckt an76993 München Bien Jm unterfränkischen Steinbruchgebiet tobte im vorigen Sommer ein langwieriger Streit, der zuletzt durch des provotatorische Auftreten der Streifbrecher und Steinbruchbefizer und durch die Schneidigkeit der Polizei eine äußerst gespannte Situation schuf. Die Streitenden wurden eines Tages von den aus den Brüchen tommenden Streifbrechern durch höhnische Zurufe derart Swinembe 767 Still gereizt, daß sich eine Steilerei entspann.. die Veranlassung zu mehreren Landfriedensbruchprozessen gab. Der eine wurde schon vor einigen Monaten durchgeführt und endete mit der Verurteilung von 11 Angeklagten zu Gefängnis von drei Monaten bis zu einem Jahre. Neuerdings hatten sich wieder sechs Steinarbeiter wegen Landfriedensbruchs vor dem Würzburger Schwurgericht zu verantworten. Von den 30 Zeugen fonnte fein einziger Belastendes für einen der Angeklagten aussagen. Einer fagte aus, er habe sich die Angreifer genau besehen, aber von den Angeflagten sei feiner dabei gewefen. Nur der mitangeflagte Steinarbeiter Knöchel, der sich in der Rolle des reuigen Sünders gefiel, gab an, er und zwei ondere von den Angeklagten hätten den genannten Zeugen miße handelt. Auf seine Aussage hin sprachen die Geschworenen das Schuldig aus! Es wurden Strafen von 5, 6 und 7 Monaten ausgesprochen, ein Jugendlicher wurde freigesprochen. Knöchel kam wegen seiner Aufrichtigkeit" mit 2 Monaten davon. Vermischtes. Unwetter in Westeuropa. Temp. n. G 6° E.- 4. Stationen -3 Haparanda 754 SS -3 Petersburg 764 Still -2 Scilly 2 bedeďt 1 bedeckt-3 berbeen 2Schnee-7 Baris 5 bebedt-2 Better 4 bebedt -bedeckt 772 23 757 SW 771 NND 4 bedeckt 3 bededt 2 wolfig Zemp. n. Laoks re- un 762 NW Wetterprognose für Dienstag, den 4. Februar 1908. Etwas wärmer bei ziemlich lebhaften füdwestlichen Winden und gute nehmender Bewölfung; geringe Niederschläge. Berliner Betterbureau. Wafferstands.Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 2.2. cm feit 1. 2. cm ¹) am feit Wasserstand 2. 2. 1. 2. 350) 229) Saale, Grochlit cm cm) 130 -15 Havel, Spandau 130 Rathenow) 148 Spree, Spremberg) Beeskow 164 ejer, Münden 13) 153 Rhein, Maximiliansau 329 82 45 Staub 909 -83 Köln 305 47-19 Nedar, Heilbronn 40 Main, Wertheim 201 ojet, Trier 134-22 Eisstand. Memel, Tilfit -2 -8 Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn 246) 0 Hoffentlich folgt der Vater des berurteilten Knaben der WeiDder, Ratibor 148-12 fung des prügelfreundlichen Richters nicht. sondern legt gegen das Krossen 176+2 Urteil Berufung ein. Der Richter hat offenbar recht irrige AnFrankfurt 198)+17 schauungen nicht nur über Erziehung durch Prügel, sondern auch In Westdeutschland und Holland halten Schneestürme und Hoch- Barthe, Schrimm 238+6 über die dem Nichter obliegende Pflicht, die Beugenaussagen zu bewaffer noch an. Einer Meldung aus Köln zufolge wurden einzelne Landsberg 163") werten. Das Urteil legt entscheidenden Wert darauf, daß der mittelrheinische Bezirke in der gestrigen Nacht von starten Schnee- eye, Bordamm Beuge erklärt hatte, ein Irrtum feinerseits sei ausgeschlossen. Nun verwehungen heimgefucht, die im Bahnverfehr große Störungen her- Elbe, Reitmerik müßte ein psychologisch vorgebildeter Richter wissen, daß jeder vorriefen. Jufolge des Eisganges auf dem Rhein wurde die Brücke Zeuge, der nicht einen fahrlässigen Falscheid leistet, glaubt, sich bei dem Orte Michelau völlig zerstört. Die Bahn führt durch die nicht zu irren, daß aber tein Beuge wissen fann, ob er sich nicht vom Hochwasser überschwemmiten weiten Niederungen. Auch von der irre. Des Richters Aufgabe ist, zu erforschen, ob ein Jrrtum bor- Ahr und Rahe werden aus den Sieggegenden Hochwasser gemeldet. liegen kann. Und der ist vorliegend außerordentlich naheliegend. Von einzelnen gefährdeten Flecken ist militärische Hülfe erbeten Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Möbelpollerer Julius Richter am 1. Februar gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 4. Februar, nach mittags 8 Uhr, von der Leichen balle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 79/3 Die Ortsverwaltung. Am 1. Februar verschied nach langen schreien Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Schriftfeher Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Blumen- und Kranzbinderci von Robert Meyer, reidlichen Strangfpenden bei der Beer digung meines unvergeßlichen Mannes nur Mariannen- Straße 2. und Baters Gustav Zargus fagen allen Verwandten und Bekannten fowie dem Verband der Töpfer und dem Fußballklub Hertha" unseren innigsten Dant. 28896 Die Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters, des Selterkutschers 2895b Albert Grothe fagen wir allen Beteiligten, besonders dem Verbande deutscher Transport arbeiter und den Kollegen der Firma 23we. Klara Grothe und Sohn. Paul Trupke. Reuid u Ruge, unferen besten Dank. Um stilles Beileid bitten Die Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Mitt mod um 3, Uhr von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus ftatt. 28966 Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todes Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hier. mit befannt, daß der Kollege Friedrich Schillke im Alter von 74 Jahren ge storben ist. 162/4 Ehre feinem Andenken! Fillale I. Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau und unserer guten Mutter[ 28316 Wilhelmine Taner fagen allen unferen herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Preise Zahn- Klinik, beliebige Zeil. zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. W. Hermann Müller, Magazinstr. 14. Java- Sumatradecken mit schönen, hellbraunen Farben und tadellosem Brande pro Pfund berzollt. Nr. 5966 à 2,80} Nr. 5967 à 2,50 Heinrich Franck Berlin N., Brunnenstr. 185. Geschnittene Einlage. befte Mischungen 110, 125, 140 fa. Stenographie. Wiederum ist wißbegierigen Arbeitern Gelegenheit gegeben, an enem Rurfus in der deutschen Volkskurzfchrift teilzunehmen. Der Unterricht ist unentgeltlich. Lehrmittel 2 M. 28895 Der Unterricht beginnt Donnerstag, den 6. Februar, abends 29 Uhr, in folgenden Lofalen: Hagelbergerstr. 23 bei Lidete; Stalizerstr. 102 bei Grapentin; Brunnenstr. 79 bei Döhling, genannt Baßtarl; Königsbergerstr. 34 bei län; Rigdorf, Hermannstr. 222 bei Radewigs. Arbeiter- Stenographendund( System Arends) Mitgliedschaft Berlin. TANZLEHRER VER BAND Tanzlehrer- Verband ,, Solidarität" Berlins und Umgegend. Freitag, 7. Februar, abends 9 1hr, im Lokale von Hahn, Gr. Frankfurterstr. 74: Beschließende Versammlung. Erscheinen aller Rouegen unbedingt notwendig. Avis! Den Vereinen und Komitees zur Nachricht, daß der Tanzlehrer W. Schellin, beschäftigt im Lotale von Münzer, Rigdorf, Snejebed ftraße, nicht Mitglied unseres Verbandes ift. 282/17 Der Vorstand. J. A.: Richard Heinrich. autabake, Rauch-, Schnupftabake, Zigarren und Zigaretten für Wiederverkäufer billigt. F. August Schmidt, Köpenicker Straße 116. Dresden Barby 2635)+43 Magdeburg 208+30 1)+ bedeutet Wuchs, Fall. eisfrei.) mäßiger Eisgang. Minden Unterpegel. schwaches Grundeis. Wie Baby gesund wurde. Hänschen auf Mamachens Schoße Sitt fo wohlig, figt so weich, Und doch sind die Aeuglein tribe, Das Gefichtchen ist so bleich. Was nur fehlt dem füßen Bübchen", Spricht Mamachen zum Bapa, Früher war er voll und rundlich, Mager ist er jetzt beinah". Nährte sich auch sonst mit Eifer, Trant die Flasche immer leer, Heute scheint sie ihm zuwider, Er begehrt fie gar nicht mehr. Männchen laß den Dottor rufen, Daß er prüfe, mas es sei, Hänschen braucht vielleicht ein Bulvet, Oder andre Arzenci 1 Selbst zu unserm Arzte geh' ic", Spricht Bapa mit güt'gem Blid, Kennt er doch den lieben Jungen, 2ill nur sein und unser Glüd!" Und er gebt und fehret wieder, Und in seiner Rechten blinkt Hell ein zierlich gelbes Bädchen, Das er triumphierend schwingt. Bolero ist nach dem Urteil aller Sachverständigen die feinste 2 Pf.- Zigarette Garantiert Handarbeit! Dottor läßt das Hänschen grüßen, Bußte gleich zur Hülfe Rat, Unser font fo muntres Bübchen, Braucht ein Pulver, in der Tat. Fein und gelblich ist sein Ansehn, Jedes sind noch hat's gemocht. Schmedt es füß doch und es wird erst Hübsch im Wasser aufgefocht." Hei, wie unser Hänschen pappte, Luftig war es anzusehn, Bollte immer mehr noch haben, Denn es schmeckte wunderschön! Bald auch machte sich die Wirkung Bor den Augen aller fund: Hänschen wurde start und fräftig. Burde wieder voll und rund. Und wie nennt sich dieses Pulver, Das lo Straft und Stärke gibt, Weil es reich an Nahrungsstoffen Und bei Stindern so beliebt? Nun, wer dies nicht schon erraten, Geht damit wohl nicht mehr fehl Schon feit mehr als vierzig Jahren Sennt man Nestle's Kindermehl. 1000 wertvolle Geschenke! für die Leser d. ,, Vorwärts". DeliJeder, der bei uns einen 10 Pfund Emaille- Eimer Pflaumenmus franko für Mk. 2.65 oder einen 10 PfundEmaille- Eimer künstlich. Honig franko für Mk. 3.25 oder 8 Pfd. feinste kateB- Margarine- in 1 Pid.Stücken franko für Mk. 5.bestellt, erhält ein wertvolles Geschenk. -Keine Nebenkosten. Schreiben Sie sofort, da nur 1000 Geschenke für die Leser des ,, Vorwärts" ausgesetzt sind. 292/12 Versand- Gesellschaft Magdeburg 90, Postfach 171. Für den Jubalt der Inferate Bbernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Rerantwortung. Theater. Dienstag, 4. februar. Anjang 7%, Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Theater abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Hörsaal 6 Uhr: Prof. Dr. Donath: Elektromechanik. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Die Darwinsche Theorie. Königl. Opernhaus. Lohengrin. Luisen- Theater. ( Anfang 7 Uhr.) Königl. Schauspielhans. Riffenstoog Stammerspiele. Liebelet. Deutiches. Die Räuber. Lorning. Die Bauberflöte. fang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Leffing. John Gabriel Borkman. Berliner. Blaubart. Neues. ercarat. Neues Schauspielhaus. frager. Auf ( AnBollenTheater an der Spree. Ein fritischer Zag. Rustivielhans. Panne. • Schiller 0. Wallner Theater.) Gebildete Menschen. Schiller Charlottenburg. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Bauner- beater). Dienstag, abends 8 Ubr: Gebildete Menschen. Bollsstüd in 3 Aufzügen von Biltor Léon. Mittwoch, abends 8 Uhr: Bum ersten Male: Der rote Leutnant. Donnerstag, abends8 Uhr: Der rote Leutnant. Des Mädchens Lebenswege. 3. Des Mittwoch und Donnerstag: Mädchens Lebenswege. Freitag: Der eingebildete Arante. ( Gefchloffene Vereinsvorstellung.) Sonnabend 4 Uhr: Robinson Crusoe. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Sonntag nachm.: Wallensteins Tod. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Montag: Des Mädchens Lebenswege. Theater an der Spree Stöpender Straße 68. Anfang 8 Uhr. Der Der kritische Tag. Herentessel. Immergrün. Friedrich Wilhelmstädt. Schan spielhaus. Sein Prinzeßchen. Gebbel. Maria Magdalena. Komische Oper. Carmen. 23esten. Ein Walzertraum. Kleines. Mandragola. Residenz. Bibi. Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Trianon. Baron Toto. Thalia. Jmmer oben auf. Bernhard Rose. befizer. Der HüttenBürgert. Schauspielhaus. Kinder der Erzellenz. Die Mittwoch: Hofuspolus. Donnerstag: Der fritische Tag. Freitag: Hokuspokus. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Hexenkessel. Schausp. in 3 Aften von Georg Engel. Hierauf: Jungfer Immergrün Boltsstüd in 1 ft v. E. v. Wildenbruch. Mittwoch, abends 8 Uhr: Maria Stuart. Donnerstag, abends8Uhr: Maria Stuart. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Charlottenburg Dienstag 8 Uhr: Liederabend. Else. Schünemann( Gesang), Erich Wolf( Klavier). ::::: Gewerkschaftshaus, Engelufer 15.:::: Sonntag, den 9. Februar 1908: Kunst- Abend arrangiert von Margarete Walkotte. Mitwirkende: Margarete Walkotte Herr Dr. Marx Möller Frl. Käthe Dietz, Konzertsängerin Herr Hans Frl. Annie v.Luxemburg Violin virtuosin Fräulein Elisabeth Sonntag, Pianistin u. Herr Bernhard Fredy vom Apollo- Theater Nitzsche, Pianist a. Flügel. Entree 60 Pf. im Vorverkauf. Abendkasse 75 Pf. Anfang 7, Uhr. Anschließend BALL. Vorverkauf bei Herrn Horsch, Engelufer 15. [ 282/ 12*] XIII. Saison. DERNHARD ROSE THEATER Zirkus Schumann Zirkus Busch ( Gr. Frankfurterstr. 132. Der Hüttenbefizer. Claire: Anna Bergé vom Fr.- Wilh. Schauspielh. a. G. Suzanne: Grete Bäd a.G. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Metropo!. Das muß man feb'n. W. Noacks Theater Apollo. Mitislam der Moderne. Aleria. Walzerwahn. Folies Caprice. Mal was andres. Dunkle Punkte. Eine anständige Frau. Gebr. Herrnfeld. Salomonisches Ilrteil. Rafius. Die Freuden der Häuslichkeit. Bum 24. Male: Dienstag, 4. februar, 7, Uhr: Brillante Vorstellung. Neu engagiert! Neu engagiert! Mr. Resisto Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. der menschliche Leuchter, welcher 300 000 Bolt tödlich wirkenden Strom durch seinen Körper läßt, usw. Prolongiert: In der Jrre. Schausp. nach d." Morgenp."- Roman. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bi. Abonn. d. Morgenb." bedeut. Ermäß. Morgen: Gr. Bockbierfest u. Ball. Wintergarten. Otto Reutter. Sp Metropol- Theater Bañage. Danny Gürtler. Spea zialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Carl- Haverland Theater. zialitäten. F Walhalla. Spezialitäten. Spe Folies Bergère. Spezialitäten. Branta. Sanbenstraße 18/49. Theater 8 Uhr: Byramiden. Kairo und die Hörsaal 6 Uhr: Prof. Dr. Donath: Elektromechanif. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Die Darwinsche Theorie. Sternwarte. Juvalidenftt. 57/62. Berliner Theater. Gastspiel d. Neuen Operetten- Theaters. Dienstag, Mittwoch 8 Uhr: Klein Family Radfahrer- Truppe mit dem urfom. Reger und sämtl. Neuheiten. Um 9 Uhr die glänzendfte aller Ausstattungspantomimen: Das muß man seh'n!! Amerika Heute abend 7, Uhr präzise: Große Vorstellung. Die australischen Holzfäller. Szenen aus dem austral. Busch. Senfationell! Neu! Aurora- Trappe Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tatterfalls als Gast! Springpferde- Konkurrenzen. Herr Ernst Schumann, neueste Dreffuren. FrL Estelle Préval, Schulreiterin. Um zirka 10 1hr: Auf der Hallig! Gr. Ausst.- Bant des Zirkus Busch. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hansi lacht Neu! Steidl- Duo. Neu! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) aur Beit der Sklaverei und Trachten Neu! Der urkomische Rügamer. Neu! von J. Freund. Musik von Viktor bon 1861-1863. Hollander Neu! Käti Gültini. Neu! Freie Volksbühne Die Mitglieder der I. Abtellung, die die nächste Vorstellung im„ Berliner Theater" am 21. April ( 3. Osterfeiertag), nachmittag, nicht besuchen können, müssen ihre Adresse bis zum 1. März an die Geschäftsstelle einsenden. Ebenso werden die Mitglieder andrer Abteilungen, die an Stelle der verhinderten Mitglieder am 3. Osterfeiertag die Vorstellung besuchen können, gebeten, ihre Adresse anzugeben. Wagner- Feier ö Sonnabend, den 15. Februar, pünktlich 8%, Uhr, im Mozartsaal, unter Mitwirkung des Mozartorchesters( Dirigent Kapellmeister A. Mondel), des Violinsolisten Konzertmeisters Meyen und der Wagnersängerin Fräulein Liesi Kurz. Festmarken à 90 Pf., Gastkarten à 1,25 M. in den Zahlstellen. Freitag, den 7. Februar, 8 Uhr: Lortzing Theater: 0 23.( III.) Abend- Abteilung. Die Entführung aus dem Serail. Luisen Theater: ❤ 21.( 1.) Abend- Abteilung. Der eingebildete Kranke. Neue Mitglieder werden in allen Zahlstellen aufgenommen. Gastkarten a 1 Mark in allen Zahlstellen und im Theater bei dem Obmann. Sonntag, den 9. Februar, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater 5./6. Abteilung: Neues Schauspielhaus 10./11. Abteilung: Iphigenie Tauris. Ledige. Leute. Iphigenie auf Tauris. Freitag, den 21. Februar, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: 27. Kunstabend. Lichtbildervortrag des Kunstschriftstellers Herrn J. A. Lux- Dresden. Einlaßkarten in allen Zahlstellen von nächster Woche ab zu haben. 240/ 6* Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Walhalla 01000 Varieté- Theater Szenzo Botanicheampie Die Freuden d. Häuslichkeit. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Direktor Richard Schultz. bei einer Brandfatastrophe Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 9. Febr., nachm 3 Uhr: Die Herren von Maxim. pollo Hotel usw. Sonntag 4 Uhr: Bieberleute. Gebr. Herrnfeld- Fröbels Allerlei- Theater Anfang Theater. Vorverk. 8 Uhr. 11-2 Uhr. 57 Kommandantenstraße Nr. 57. Herrnfeld- Premiere Blaubart APOLLO Salomonisches Theater 9 Uhr. Täglich: 9 Uhr. Neues Theater. Mitislaw der Moderne. Anfang 8 Uhr. Baccarat. Mittwoch und Donnerstag: Baccarat. Freitag zum ersten Male: Simson. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Mandragola. Mittwoch: Mandragola. Donnerstag: Mandragola. Freitag: Mandragola. Sonnabend: Mandragola. Operette von F. Lehár. In Szene gefeßt v. Direft. N. Schier. Dirigent: Stapellmstr. J Einödshofer. Urteil. Ein Nachspiel zu Papa und Amaranth: Min Werber als Ga Genossen Dazu ab 8 Uhr: Die glänzenden neuen Attraktionen. 1 Otto Reutter. Theater des Westens. Les Fleury in ihren Pariser Typen. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Breife: Die lustige Witwe. De Dio, Phantasie- Tänze. Sam Elton, komischer Jongleur. Tiller girls: Am Meeresstrand". Cécile Thèvenét, Sängerin von der Opéra comique in Paris. Friedrich- Wilhelmstädtisches Kelly und Agnes, amerikanische Schauspielhaus. Exzentriks. Rochez, Affen- Theater. Die goldene Sirene. Sein Prinzeßchen. Pomponette, Pariser Tänzerin. Luftspiel in 3 Att. v. Schäßler- Parafini. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Striemhilds Rache. Donnerstag: König Heinrich. Freitag: Sein Brinzeßchen. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 7 Uhr: Millmann Trio, Drahtseilakt. Die 2 Rosen, gymnastischer Akt. Der Biograph. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Die Zauberflöte. Danny Gürtler Mittwoch: Don Juan. Donnerstag: Der Trompeter von Säckingen. Königgräger Str. Hebbel- Theater, t. 57158. Abends 8 Uhr: Maria Magdalene. Der König der Boheme Bürgerliches Trauerspiel in 3 Atten und das große Februarvon Friedrich Hebbel. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr. , Bibi." 8 Uhr. Schwant in 8 Aften von de Gorffe und de Marson. Deutsch von M. Schönau. Richard Alexander. Brefillot Sonntag, den 9. Februar, nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbesitzer. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Programm! Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. ReichshallenRestaurant: Bockbierfest mit groß. Militär- Konzert. mit den Autoren in den Hauptrollen. Trianon- Theater. Unfang 8 h Baron Toto. Sonnt. nachm. 3 Uhr: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Das großartige neue Februar- Programm! Dreffierte Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. Das glänz. Februar- Programm Fröbels Allerlei- Theater Löwen, Tiger, Leoparden, Kouskainitza- Truppe. Rumänish, Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 4. Februar 1908: Der Sonnwendhof. Boltsschauspiel in 5 Aften von S. H. Mosenthal. Kaffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater 24. Heute 8 Uhr Entree 20 Pt. 0 Der Februar Spielplan. borgeführt von R. Havemann, und die übrigen glänzenden Variétékünstler.== Tunnel: Bockbierfest, Regiments. fapelle usw. Theaterbesuchern freier Eintritt. Buggenhagen Moritzplatz im Theatersaal täglichs Albert Böhme und das Gefänge u. Tänze. 4 Perf Skandal im Theater, Boltsstüd mit Gesang. Außerdem: 16 Spezialitäten. Jeden Abend: Duskes Kinematograph. Anjang 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Jeden Sonnabendnachmittag 3%, Uhr Große Kinder Vorstellung. 10, 20 und 30 ẞf. Happoldt's Neuer Konzertsaal Dienstag: Wiener Komponisten- Abend. Eintritt 30 Pf. 12 Attraktionen 12 großartige Februar- Programm Neue Welt Jede Nummer ein Schlager! Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pt. Jm unteren Konzertsaal täglich bie allerersten MilitärHans in der Falle. Kapellen: Beder, Przywarsti, Schwank von B. Stephan. Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. Zentralverband der Zivilmusiker Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Berlin N. 54, Brunnenstr. 188, Restaurant Wille. Amt IIIa, 4835. Achtung! 50/ 4* Bir empfehlen bei Veranstaltung von Vergnügen usw. den geehrten Vorständen, Komitees und Saalinhabern unseren kostenlosen Arbeitsnachweis, Brunnenstraße 188. Geschäftszeit täglich von 10%-1 Uhr mittags. Kapellen vom größten bis fleinsten Orchester stehen jederzeit zur Beifügung. Engelhardt- Malzbier Preis 10 Pf. pro Flasche. Der Vorstand. das beliebteste, überall käuflich Brauerei Ernst Engelhardt Nachf., Pankow. Größte Malzbier- Brauerei Deutschlands. 0000000000 Hasenheide 108-114. Größtes und originellstes Bockbierfest Berlins. Heute Elitetag! Prämiierung des größten Glockenhutes. 3 Breise: 60, 40, 20 m. Meldungen bis 10 Uhr a. d. Kaffe. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Bf. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Zweites Gastspiel des Buchwald- Ensembles Bunter Abend. Tanzkränzchen. Erstklassige Künstler! Sonmags Beginn 5. Bochent. 8 Uhr. Hygienische Bedarfsartikel. Nouest. Katalog m. Empfehl.viel Aerzte u.Prof. grat. u. H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin fW.. Friedrichstrass $ 1/ 93. Schlechtichreibende Bersonen wollen ihre Adressen ein senden; ich habe ihnen eine Hochwichtige Mitteilung zu machen. 2893b F. Eichhorst in Lübeck 59. Wegen Erbschaft suche die Ehefrau des Arbeiters Karl Schrader, Anna Adelheid geb. Deft, geboren den 26. Januar 1868 zu Bülkau. Auskunft erbittet J. H. Plate, Ddisheim bei Neuhaus( Dite). Verantwortlicher Rebatteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 29. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Kreiswahlverein von Tiederbarnim hielt feine Generalversammlung am Sonntag im Weigel'schen Saale zu Rummelsburg ab. Der Vorstand legte einen georudten Jahresbericht B Dienstag, 4. februar 190 Freiwaldt teilte mit, daß ein Antrag auf Ausschluß des Genossen Franke Reinickendorf- West vom Vorstande geprüft, aber als unbegründet erachtet worden ist. Ein Reinickendorfer Delegierter bekämpfte diese Stellung des Vorstandes und bean= tragte, den Ausschlußantrag an ein Schiedsgericht zu überweisen. Hierüber entspann sich eine Debatte, dann wurde der Antrag von Reinickendorf angenommen. Damit war die Generalversammlung beendet. Aus der Frauenbewegung. Was treibt die Frauen zur Prostitution? Das Urteil der Spießer und Spießerinnen über die Ursachen betrübender sozialer Erscheinungen ist meist nur ein Refleg ihres eigenen Milieus. So auch in bezug auf die Ansichten über die Ursachen der Prostitution. Die eigene Lebensgewohnheit läßt die Frage verschieden beantworten. Die Genußsucht bringt die Frauen auf Abwege, behauptet die forglos genießende Dame, die Gattin des reich gewordenen Barvenus. Die Bußsucht ist's, sagt die Frau des Fabrikanten. Die wohl beleibte Kommerzienrätin dagegen ist der Meinung, die Faulheit sei beleibte Kommerzienrätin dagegen ist der Meinung, die Faulheit sei des Uebels Quelle. Keine oder nur wenige von den Satten wollen einsehen, daß die erbärmlichen wirtschaftlichen Verhältnisse manche Arbeiterin zwingen, in der gelegentlichen Preisgabe ihres Körpers eine Ergänzung des Lohnes zu suchen. Kommt dann die Zeit der Arbeitslofigkeit, so ist von der gelegentlichen zur berufsmäßigen Prostitution die Behauptung, die Opposition werde niedergetrampelt, unan- Nach einer Diskussion, die sich auf einige zu der Vorlage gegenehme Sachen würden totgeschwiegen, habe Röber keine Gründe stellte Abänderungsanträge erstreckte, wurde die Vorlage mit einer borgebracht. Wenn er Beweise für ſeine Behauptung habe, folle unwesentlichen redattionellen Wenderung angenommen. er damit herausrüden. Diese Art des Vorgehens Röbers müsse im Nun folgte die Erörterung von Kreisangelegenheiten". AnInteresse des Kreises und der Partei zurüdgewiesen werden.--träge auf Ausschluß einiger Mitglieder in Bernau, Oranienburg Röber nahm nochmal das Wort und bezog sich auf eine und Wilhelmsruh wurden dem Vorstande überwiesen. Angelegenheit persönlicher Natur, die sich im Pankower Wahlverein abspielte Stadthagen habe dort den Standpunkt vertreten, daß bor, dem wir folgendes entnehmen: Zur Erledigung der Geschäfte er( Röber) Unrecht habe. Die Generalversammlung habe sich aber hielt der erweiterte Kreisvorstand 8. der engere Vorstand auf seinen Standpunkt gestellt. Stadthagen habe ihn Polizeispißel 14 Sibungen ab, ferner fanden 3 Kreisgeneralversammlungen genannt, darüber habe er sich bei dem Fraktionsvorstande beschwert statt. Zur Gewinnung von Vorwärts"-Abonnenten wurde am und werde nun, da dieser sich nicht für fompetent erachtet hat, ein 24. Februar ein Flugblatt in 102 500 Exemplaren verbreitet. Im Schiedsgericht beantragen. Der Bericht über diese Angelegenheit Oktober wurden 87 800 Exemplare der Agitationsnummer des sei totgeschwiegen worden. Borivärts" verteilt. Die Anzahl der für den Jandorf- Bohkott Stadthagen antwortete darauf: Selbst wenn es so wäre, berbreiteten Flugblätter betrug 90 000. Von der Broschüre:„ Eine wie Röber sagt, so würde das nicht den Vorwurf rechtfertigen, daß Abrechnung mit dem Reichslügenverbande" wurden 28 000, von die Opposition niedergetrampelt werde. Mit der von Röber ander Broschüre:" Womit man vor Sozialdemokraten graulich macht" geführten Angelegenheit verhalte es sich so: Röber habe im ere 6000 Exemplare verbreitet. 86 Agitationstouren wurden unter. weiterten Vorstand Anschuldigungen gegen Freiwaldt erhoben. nommen und dabei 26 500 Kalender„ Märkischer Landbote", 350 000 Eine Kommission sei eingesetzt worden, um die Anschuldigungen zu Flugblätter, sowie die" Fadel" verbreitet. Es fanden 253 Vereins, untersuchen. Die Kommission sei zu der Entscheidung gekommen, und 122 öffentliche Versammlungen statt. An den am Vormittag daß die Anschuldigungen fehlgehen, daß Röber nicht aus Parteibes 1. Mai abgehaltenen Demonstrationsversammlungen beteiligten interesse, sondern aus persönlichen Motiven unwahre oder hinfich 8199 Genossen. Die Kosten der Reichstagswahl beliefen sich fällige Beschuldigungen gegen Freiwaldt erhoben habe. Die Komauf 9386 M. In den Gemeindeparlamenten haben unsere Ge- mission schlug vor, den Pankower Genossen zu empfehlen, Röber noffen mit gewohnter Emsigkeit gearbeitet und unsere Forderungen von seinen Aemtern zu entbinden. Der Antrag wurde im Vorstand zur Geltung zu bringen versucht. Die Städte Oranienburg, Bernau angenommen. Die Pankower haben, was ihr gutes Recht sei, und vor allem die jüngste Stadt des Kreises, Lichtenberg, haben abgelehnt den Rat zu befolgen. Bei der auf Ersuchen der PanNeuwahlen und Ersakwahlen mit Erfolg bestanden.- Die Zahl tower erfolgten Aussprache habe er nicht gefagt, Röber sei ein der organisierten Genossen ist wieder in erfreulicher Weise ge- Bolizeispibel, sondern seine auf Auseinanderhebung gerichtete wachsen. Im Jahre 1903 waren es 4150, im Jahre 1905 6090, Tätigkeit gleiche dem Gebahren von polizeilichen Parteischädlingen. im Jahre 1907 6205, nach den statistischen Erhebungen der Wahl- Diese Ueberzeugung sei lediglich verstärkt. Einem Schiedsgericht bereine Groß- Berlins 6654 organisierte Parteigenossen. Am fehe er getrost entgegen. 81. Dezember 1907 wurden nach den im abgelaufenen Jahre Festgestellt wurde noch auf Anfrage Stadthagens, daß der als berkauften Beitragsmarken 7310 zur Generalversammlung Spiel entlarbte Grafling aus Pankow ohne Abrech Groß- Berlins vollberechtigte Mitglieder gezählt. Die Jahres- nung mit einer iste verschwunden ist. Die erforderlichen berichte der einzelnen Wahlbereine des Kreises ergeben Schritte, um die Liste und das auf derselben gezeichnete Geld zu einen Mitgliederbestand bon 9194. Bezirkswahlvereine erhalten, will der Streisvorsitzende einleiten. find neu gebildet worden in Franz.- Buchholz, Reinickendorf- West, Auf eine Anfrage, ob dem Vorstande bekannt sei, daß bei der Wilhelmsberg und Wilhelmsruh. Anklagen, Polizeistrafen und Bergebung der Ausführung des Auer- Denkmals Unregelmäßigkeiten fonstige Polizeiaktionen sind nicht ausgeblieben. Die Erschießung torgekommen seien, antwortete Freiwaldt: Von allem, was des Genossen Herrmann- Hohen- Neuendorf durch einen Gen- in dieser Hinsicht in Berliner Versammlungen vorgebracht wurde, darm harrt noch der Sühne. Die Polizeiaftion gegen den Frauen- fönne nur die Behauptung vielleicht begründet sein, daß bei Her bildungsverein in Lichtenberg ist für die Urheber der Aktion stellung des Denkmals unorganisierte Bildhauer beschäftigt werden. geradezu kläglich ausgefallen, so daß selbst der Staatsanwalt den Der Aktionsausschuß werde untersuchen, ob diese Angabe beMizgriff augab. Im Jahre 1906 hatte der Vorwärts" im gründet ist. Streise 12 495, im Jahre 1907 aber 13 570 Abonnenten. Der Sierauf erstattete der Kreiskassierer Seitel den Lokalfrage müssen unsere Genossen die größte Aufmerksamkeit zuKaffenbericht. wenden. In den ländlichen Orten stehen uns nur vereinzelt Seine Einnahmen betrugen 19 326,20 m., die Ausgaben Lokale zur Verfügung, der behördliche Druck lastet nach wie vor 17 754,05 M., bleibt ein Bestand von 1572,15 M. Der Redner auf den Wirten. Die finanziellen Verhältnisse der Kreisorgani- gab zu den einzelnen Posten der Abrechnung eingehende Erläute- Miete. fation find im letzten Geschäftsjahre außerordentlich zufrieden rungen, denen eine kurze Distuffion folgte. Dann wurde dem Fahrgeld • stellende gewesen. An den Verband der sozialdemokratischen Rassierer und dem Vorsitzenden Decharge erteilt. Strankenkasse, Juvaldität Wahlvereine wurden extra 15 000 m. abgeführt, für entnommene Der von Delting erstattete Bericht der Mandats Wäsche inkl. Handtuch im Geschäft Beitragsmarken 4500. Im ganzen find an den Verband prüfungskommission stellt die Anwesenheit von 120 Teil- Seife 21 393,52 M abgeführt worden. An Einnahmen hatte der Kreis- nehmern fest. Alle Bezirke mit Ausnahme von Herzfelde find Petroleum wahlverein zu berzeichnen: Monatsbeiträge mit Bestand vertreten. Anwesend find 91 Delegierte, 10 Kreisvorstandsmit- Feuerung. 19 326,20 M., Bons, Listen, freiwillige Extrabeiträge mit Bestand glieder, der Reichstagsabgeordnete, die weibliche Streisvertrauens Nahrung, pro Tag 1 M. 18 393,69 m., auf Reichstagssammellisten 5990,28 M., durch die person, 16 Borfibende der Bezirkswahlvereine, 1 Gemeindevertreter. Bezirke bei der Reichstagswahl aufgebracht 2389,06 m., insgesamt Die nunmehr vorgenommene Neuwahl des Kreisbor Bleiben für Kleidung, Bildungsmittel usw. 41 099,23 M. Dazu kommen noch Sammlungen auf Russen- und standes hatte folgendes Ergebnis: Vorsitzender Freiwaldts Buchbinderlisten in Höhe von 1819,42 M. Außer den Einnahmen Bantow, Kassierer Seitel Lichtenberg, Beifiker Lorenz- Das Budget ist von einer Arbeiterin aus der Zelluloidbranche des Kreises haben die Bezirkswahlvereine selbständige Stassen für Reinidendorf, Berger Rummelsburg, Revisoren Sonnenaufgestellt. Es gibt aber Tausende Arbeiterinnen, die nicht einmal örtliche Agitation. Tie Bestände derselben betrugen am Jahres- burg- Friedrichshagen, Breitkreuz- Weißensee, Schulz 12 M. pro Woche an Lohn erzielen. Und im vorliegenden Falle schluß 4126,91 M. Lichtenberg. find die Ausgaben für Beföftigung nur deshalb so minimal, weil die betreffende Arbeiterin in einem für sie günstig aelegenen Mädchenheim billig Essen bekommen kann. Was soll num aber eine Arbeiterin anfangen, wenn sie wegen flauen Geschäftsganges Tage oder Wochen aussehen muß? Dem Vorstandsbericht ist ein Bericht der weiblichen Kreisvertrauensperson über die Frauenbewegung im Kreise Niederbarnim angefügt. Der Bericht verzeichnet einen anerkennenswerten Fortschritt der Frauenbewegung. Die Zahl der Vertrauenspersonen ist von 10 auf 13 gestiegen. Dieselben richten ihr Hauptaugenmerk darauf, aus den Anhängerinnen bewußte Genoffinnen und zielflare Mit fämpferinnen zu machen. Besonders erfolgreich konnte sich die Aufklärungsarbeit in den regelmäßig stattfindenden Leseabenden gestalten, an denen unter Leitung geschulter Kräfte und unter Beihülfe der örtlichen Vertrauensperson etwa 250 Genossinnen teilnahmen gegen 150 im Vorjahre. 205 Genossinnen leisteten regelmäßig freiwillige Parteibeiträge. 705 Genofsinnen( im Vor. jahre 543) find in Frauenbildungsvereinen organisiert. Nach betreiben. Den Bericht ber Brehkommission erstattete Stubig. Die Einzelheiten, welche er über die Geschäftstätigkeit der Kommission anführte, sind den Lesern des Vorwärts" aus den Berichten über die Berliner Versammlungen bereits befannt und brauchen deshalb an dieser Stelle nicht wiederholt zu werden. Am Schluß seines Berichts bemerkte der Redner, daß die Preßkommission mit der prinzipiellen Haltung des Vorwärts" vollkommen einverstanden ist, was auch die Meinung der Parteigenossen sein werde. In der Diskussion wünschte ein Redner, daß der Pariser Rorrenspondent des Vorwärts" Telegramme über alle wichtigen Vorgänge senden möge, damit derartige Nachrichten nicht aus bürgerlichen Blättern genommen zu werden brauchen. Derselbe Redner wünschte, daß Theaterkritiken über Premieren schon ant Tage nach der Aufführung veröffentlicht werden. Ein anderer Redner hielt es dagegen für wichtiger, daß mehr Raum zur Verfügung gestellt werde für Berichte aus den Wahlvereinen und örtliche Borgänge. Ein Redner befürwortete die Einführung eines Wochenabonnements. Andere Redner bemängelten, daß die Frage der Gehaltserhöhung nicht den Parteigenossen zur Entscheidung borgelegt worden sei. Grundsätzliche Einwendungen gegen die Haltung des Vorwärts wurden nicht gemacht. Rubig wurde wieder in die Preßkommission gewählt. Jakobsen erstattete den Bericht der Agitationstommission. Die Einzelheiten desselben find ebenfalls schon bekannt. Im allgemeinen konstatiert der Redner, daß die Arbeiten der Kommission einen erfreulichen Fortschritt unserer Bewegung in der Provinz zur Folge hatten. Der Redner schloß mit dem Wunsche, daß auch die Wahlrechtsbewegung in der ganzen Provinz mit aller Energie geführt werden möge, und daß dabei alle Parteigenossen träftig mitwirken mögen. Als Mitglied der Agitationskommission wurde Jakobsen wiedergewählt. Mid erstattete den . Bericht der Lokalkommission, = Eröffnung der Generalversammlung gedachte der Kreisvorsitzende Freiwald in ehrenden Worten der im bergangenen Jahre gestorbenen Parteigenossen. Die Ans wesenden erhoben sich bei diesen Worten. Dem vorliegenden Geschäftsbericht fügte Freiwaldt einige Erläuterungen hinzu. Er gedachte der Reichstagswahlen und führte aus, wenn auch der Streis seit vielen Jahren in unserem Befit ist, so könne er wegen der vielen ländlichen Bezirke nicht als Hochbirg der Sozialdemokratie gelten, denn in vielen fleinen Landorten ist bis jetzt noch nicht eine einzige sozialdemokratische Stimme abgegeben. In denjenigen fleinen ländlichen Orten, wo wir bisher schon Anhänger hatten, ist auch ein erfreulicher Fortschritt zu verzeichnen. Der Redner ging auf die Gemeindewahlen ein. Er bezeichnete den Wahlausfall in Oranienburg als unbefriedigend. Weiter bemerkte er, bei den nächsten Gemeindewahlen müßten auch dort, wo das Hausbesißerprivileg uns einen Erfolg unmöglich macht, Kandidaten aufgestellt und eine energische Agitation betrieben werden. Schließlich gedachte der Redner der preußischen Landtagswahlrechtsbewegung und teilte mit, daß der Aktionsausschuß in seiner letzten Sizung zu den bevorstehenden Landtagswahlen Stellung genommen hat. Die Agitation in Berlin und die Aufstellung von Kandidaten solle demnächst ins Werk gesetzt werden. Dabei werde Berlin zusammengehen mit den Städten Rigdorf, Schöneberg und Charlottenburg. Groß- Berlin werde auch der ohne Debatte entgegengenommen wurde. Als Obmann der eine rege Agitation gegen den Entwurf des Reichsvereinsgefeßes Lokalfommission wurde Elias- Lichtenberg, als Aspirant für den Zentralvorstand von Groß- Berlin wurde Liesegang gewählt. Als Revisor für den Zentralvorstand wurde Breitkreuz Weißensee bestimmt. Der Generalversammlung von Groß- Berlin wurde ein Antrag überwiesen, welcher besagt, daß dem Kreise machte Röber verschiedene Ausstellungen an der Geschäfts- drei Mitglieder für den Ausschuß der Gemeindevertreter zu führung des Vorstandes. Derselbe habe die Pflicht, den Genossen gebilligt werden. Als Mitglieder dieses Ausschusses wurden geder Bezirke von allen wichtigen Angelegenheiten Stenntnis zu wählt inseler- Friedrichsfelde, Eichler.Bantow, und für geben, damit sie dazu Stellung nehmen könnten, ehe die betreffenden den Fall der Annahme des angeführten Antrages soll Düwell. Angelegenheiten vor die Generalversammlung tommen. Das hätte Vichtenberg das dritte Mitglied sein. auch hinsichtlich der vorliegenden Statutenberatung geschehen müssen. Zur Gehaltserhöhung der Vorwärts"-Redakteure sei den Bezirken auch nicht Gelegenheit gegeben worden, Stellung zu nehmen. Ueber die Diskussion auf der vorigen Generalversamm- ein. Der Beratung lag eine Vorlage zugrunde, welche nur formale, lung habe der Vorwärts" zu wenig berichtet. Protokolle seien aber keine grundsätzlichen Alenderungen des bisher geltenden Stanicht geführt, nicht verlesen, in den„ Mitteilungen" iverde zu wenig tuts enthält. Nach der Vorlage wird der Kreis in 23 Bezirke veröffentlicht. Dem Vorstande machte der Redner den Vorwurf, eingeteilt, deren Umfang und Abgrenzung genau angeführt wird. daß er ihm nicht rafsende Angelegenheiten totschweige und die Den Mitgliedern wird zur Pflicht gemacht, sich an allen ParteiOpposition niedertrampele. arbeiten zu beteiligen und sich nach Möglichkeit der gewerkschaft Schumann erklärte den ungünstigen Ausfall der Gemeinde- lichen Organisation ihres Berufes anzuschließen. Bei Ueberwahl in Oranienburg aus der Zusammensetzung der Einwohner- nahme von Parteiämtern soll auf diese Zugehörigkeit Rücksicht ge= schaft und der für die Arbeiter ungünstig gelegten Wahlzeit. Alle nommen werden. Der monatliche Beitrag beträgt 30 Pf., das Eintätigen Genoffen arbeiten außerhalb, die Agitation habe natürlich trittsgeld 20 Pf. Bei besonderen Anläffen kann der Vorstand darunter leiden müssen. Extrasammlungen unter den Mitgliedern veranstalten. Jeder Stadthagen trat den Ausführungen Röbers entgegen. Bezirksverein hat zwei Drittel der Beiträge und Eintrittsgelder Die Berichte im Vorwärts" sollen doch nicht abschreckend, sondern an den Kreistassierer abzuliefern. Halbjährlich findet eine Geagitatorisch wirken. Deshalb könne auch nicht Notiz genommen neralversammlung statt, zu der jeder Bezirk auf je 100 Mitglieder werden bon fleinlichen Dingen, die, wie Röbers Ausführungen, einen Delegierten wählt. Die so gewählten Delegierten vertreten fich durch den Ton, aber nicht durch den Inhalt auszeichnen. Für den Wahlkreis auch in der Generalversammlung von Groß- Berlin. Nach Eröffnung der Diskussion Sierauf trat die Versammlung in die Statutenberatung nur ein Schritt. Nachfolgendes Haushaltungsbudget einer Arbeiterin, die den horrenden Lohn von 12 Mark wöchentlich erlangt, gibt genug zu denken. Die regste Phantasie wird darin nichts von Genußsucht un leppigkeit entdecken. Es sieht wie folgt aus: Tägliche Ausgaben: 1. Frühstück: 1 Tasse Kaffee oder Milch, 2 Schrippen 2. 19 Brot, Milch, Belag Mittag Vesper. Abendbrot: wie 2. Frühstück. • . . M. -, 10 M. , 25 , 30 , 10 -, 25 1,00 Wöchentliche Ausgaben: 1,50 -, 90 40 -, 50 , 15 -, 20 <-, 60 7,00 Summa 11,25 75 f. Leider haben die Arbeiterinnen den Wert der gewerkschaftlichen Organisation noch nicht erkannt. Mit einer guten Organisation fönnen sie erfolgreich gegen die Gefahr, der Prostitution anheimzufallen, anfämpfen, indem sie bessere Arbeitsbedingungen erringen. Durch heuchlerisches Moralpredigen wird nichts gebessert. Zur Frauenwahlrechtsbewegung in Dänemark. Der Umstand, daß jezt in Dänemark die Einführung des Gemeindewahlrechts der Frauen gesichert erscheint, hat eine außer ordentlich lebhafte Bewegung unter den Frauen selbst wie bei den verschiedenen politischen Parteien hervorgerufen. Reaktionäre Blätter, weisend gegenüberstanden, machen jetzt unablässig Propaganda da die bisher der Frauenwahlrechtsbewegung gleichgültig oder gar abfür, daß die Frauen ihr Wahlrecht ausmußen und wird der Nat erteilt, fich in Stopenhagen jezt schon als Steuerzahler anzumelden, wenn das Einkommen mindestens 800 Kronen beträgt, von welchem Saß hier das Gemeindewahlrecht abhängig gemacht wird. Für die verheirateten Frauen genügt es, wenn der Ehemann diese Bes dingung erfüllt. In der dänischen Hauptstadt werden die Frauen bei den Stadtverordnetenwahlen im März 1909 zum erstenmal ihr Wahlrecht ausüben tönnen. Die Antisozialisten setzen darauf offenbar große Hoffnungen. Ein Sieg bei dieser Wahl bedeutet Wacht und Autorität, sozialistische Experimente vier Jahre lang zu verhindern," schreiben sie in einem Aufruf an die Damen ihrer Gesinnung. Was die Spießer mit Hülfe der Damen verhindern wollen, sind natürlich fommunale Reformen, die der großen Masse der Bevölkerung zugute fommen. Selbstverständlich ist auch die Sozialdemokratie nicht lässig. Stürzlich fand eine von 1000 Frauen besuchte Versammlung statt, die zugleich auch der Propaganda für das politische Frauenwahlrecht biente und an die Regierung und den Reichstag die Aufforderung richtete, den von der sozialdemokratischen Fraktion eingebrachten Wahlrechts- und Verfassungsänderungsvorschlag baldigst zur Verhandlung zu bringen. Auch in den Gewerkschaften, die weibliche Witglieder haben, und namentlich im Dienstmädchenverein, wird lebhaft für die Benutzung des kommunalen Frauenwahlrechts agitiert. Die Dienstmädchen haben einen besonderen Wahlrechtsflub gebildet. Eine starte Agitation ist selbstverständlich auch er forderlich, wenn sich die Sozialdemokratie durch das Steuerzahler Wahlrecht der Frauen nicht aus ihrer einflußreichen Stellung im Stadtparlament Stopenhagens verdrängen lassen will. Für ein Dienstmädchen, dessen Einkommen, selbst wenn man Kost und Logis zu einem hohen Preise mitanrechnet, in manchen Fällen kaum 800 Stronen betragen wird, gehört natürlich ein gut Teil politischer Aufklärung dazu, wenn es lediglich des Wahlrechts wegen die Steuer auf sich nehmen soll. Für die unverheirateten Damen aus der Bourgeoisie wird der wohlhabende Vater schon aus dem Grunde bezahlen, damit die Tochter für die Antifozialisten stimmen kann. Auf dem Kopenhagener Rathause sind in den lezten Tagen so viele Steueranmeldungszettel eingelaufen, wie nie zuvor. Unterbringung dieser Formulare bestimmte Bureau hat sich als unzureichend erwiefen. Die Hoffnung der Reaktionäre beruht auf dem beschränkten Frauenwahlrecht. Versammlungen Beranstaltungen. Das zur Rigdorf. Mittwoch, 5. Februar, bei Thiel, Bergstr. 151/152: Rezitationsabend. Gen. Konrad. 9. Februar: Besichtigung der ständigen Arbeiterwohlfahrts- Ausstellung. Treffpunkt in der Vorhalle, Charlottenburg, Fraunhoferstr. 11/12, 1/2 Uhr. Charlottenburg. Mittwoch, 19. Februar, 8 Uhr, im Volkshause" Rofinenftr. 8: Vortrag. Genoffin Lily Braun:„ Goethe und die Jugenderziehung". Tabakarbeiter- Genossenschaft Hamburg B Deutsche Konzerthallen, An der Spandaner Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Paul Obiglo's Festsäle Schwedterstr. 23/24. Jeden Dienstag: Gr. humoristische Soiree ber Otto Steidels Hamburger Sänger. Rinfang 8%, Uhr. 17472* Aleiner Gaal mit Bühne noch einige Sonnabende frei. 3 Vereinszimmer mit Pianino für Gefangvereine usw einige Tage noch zu vergeben. Wer probt, der lobt! Garantie-Portemonnaie für Herren und Damen, aus starkem Leder mit vier Fächern, vernickelten Innenbügeln. Gr. 8X8 cm, also bequemes Format. Per Stück M. 1,35 und 20 Pf. für Porto bei Vorhereinsendung. Wenn nicht gefällt, Betrag zurück! Prachtkatalog über alle Arten Messer, Haushaltungsgegenstände, Luxus- u. Lederwaren, Uhren, Ketten, Ringe, Broschen, Musikwaren, Optik, Spielwaren, Rauchutensilien usw. versenden gratis u. franko. Kirberg& Comp. in Foche bei Solingen, Stahlwarenfabrik., ältest. Versandhaus d. Soling. Industriebez. Gummiwaren jeder Art Dr. Simmel billigste Bezugsquelle Drogerie Weinbergsweg 1 direkt am Rosenthaler Tor. Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Lege- Hühner Prinzenstr. 41, dicht am garantiert junge beste Leger, a 2,50 Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. und 3,00., berkauft Wegner, Saal Februar Sonntage frei unentBerlin SO., Mariannenstr. 34. geltlich Alexandrinenftr. 110. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bekannten Marken Zigaretten Amt 4, 3014. za Originalpreisen. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz empfiehlt ihre anerkannt vorzüglichen Fabrikniederlage Vertr. Udo Stangenberg, Amt 4, u 9160. Qualitätszigarren. Berlin SO., Köpnickerstr. 20. Verstaatelien in Berlin und Vororten. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Wegen vollständiger Auflösung unserer Filiale Turmstraße 19 am 30. Juni 1908 haben wir uns entschlossen einen Total- Ausverkauf zu veranstalten. Derselbe findet nur in der 19 Turmstraße 19 statt. Alle Waren werden bis zu 50%, unter Preis verkauft Blitz! Blitz! früher 44 M., jetzt Herren- Anzüge, eleganteste Modestoffe, früher 38 M., jetzt elegant, früher 38 M., jetzt 103/ 1* Herren- Anzüge, foinste Verarbeit. 2750 750 Herren- Paletot, extra prima, 2759 50 M. M. das Feinste, früher 44 M., jetzt 2250 50 Herren- Paletot, auf Seido, hoch- 22 50 M. 1900 00 M. 50 M. Herren- Anzüge, prima eigene Konfektion, früher 32 M., jetzt Herren- Anzüge, braun kariert, das 1650 Neueste, früher 27,50 M., jetzt Ein Posten Herren- Anzüge von 665 60F. an 60 Ein Posten Burschen- Anzüge 40 an von Ein Posten Herren- Hosen 180 von M. an Ein Posten Herren- Joppen 60 von M. an Sehen und staunen! Herren- Paletot, gesteppt Ia, 175 Modell 1908, früher 30 M., jetzt 50 Herren- Paletot, imitiert Pelz- 1250 futter, früher 24 M., jetzt von 7 Man Ein Posten Sommer- Paletots Ein Posten Sommer- Paletots, 1150 an auf Seide, schwarz, von Ein Posten Kinder- Anzüge 9 10 von M an Ein Posten Knaben- Joppen 170 Riesige Auswahl. 1. M. an von 3 Preise. Maß- Abteilung. Herstellung in eigener Werkstatt. 3 Preise. Serie 1. Herren- Anzug 3750 Serie 1. prima Modestoffe, Stück Herren- Paletot, M. neueste Muster, Stück Serie II. 37.50 47 59. M. 50 Serle II. Herren- Anzug 4750 prima Kammgarn, Stück Serie III. Herren- Anzug 5750 feinste Stoffe, Stück M. Herren- Paletot, Muster 1908, Stück Serie Ill. Herren- Paletot, 5750 das muß man sehen, auf Seide, Stck. Garantie f. tadellosen Sitz. Auf Wunsch Besuch unserer Stadtreisend. Tel.- Amt IIIa 4687. Die obigen Preise beziehen sich auch für unsere anderen fünf Geschäfte. Achtung! 9 Rosenthalerstraße 9 Ecke Auguststraße 137 Gr. Frankfurterstr. 137 85 Chausseestraße 85 19 Turmstraße 19 29-30 Kottbuser Damm 29-30 Schöneberg 10 Hauptstraße 10 Nur kein Neid, wer kann, kann! Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz 40 Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Inventur- Extrapreise! nur einmal jährlich im teppdecken Spezialbaus Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Unter nirgends Filialen! halte Ersatz für 200 Deckbett Sonderangebote Bunt Cretonne Similiseide Wollatlas in den Farben rot, Bunte Normalblau, oliv 1415 525 15 58 850 Schlafdecken 185 250 350 Wolldecken ganz dick 900 400 Reisedecken 6,8,10. ( engl.) getigertU Inventur- Extraliste u. Katalog Illustrat mit ca. 600 gratis und franko. Bruch- Pollmann empfieblifein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien jowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. j. Orts- u. Hülfs- Krantentassen Berlin N., 1469* jekt Lothringer Straße 60. Alle Bruchbänder mit elastischen Beloten, angenehm u. weich am Körper. Stempel Fabrik bon 15302* HECHT DEAL Robert Hecht, Berlin S.. Orantenstr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Rautjautypen Perfekt zum Busammenfeßen einzelner Wörter fowie ganzer Säge von 1,50 M. an Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bls 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Teppiche milfarbenieblern Fabrit. niederlage( Broke anfiuriermage 9, parterre fein Laden. Mauerboff.+1 Gardinenbaue rope aufurter. Braze 9, parterre. Stein Raben. Mauerhoff. 24 Stevbbecken billight Febrit Groge Frantiurterftraße 9, parterre.+1 Nähmaschinen. Bergüte bis 20.00 wer Teilzahlung fauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Bostkarte genügt. Brauser, Frankfurter Allee 101, 2970st* Laden. leihe. 6350* * 50, 242/9 Verschiedenes. Romiter. Gropius 28625* Vermietungen. Wohnungen. Elsholz, ftraße 6. Prächtige 8welzimmer BallonWer ein Geschäft faufen oder verfausen will, tvende fich an Boll- wohnungen billigst Soldinerstraße 32. rath u. Co., Elfafferstraße 21, Amt 3a, 4875. für 1438* Zimmer. +39 Schlafstellen. Schlafstelle, zwei Herren oder Geschäftsdamen, Walstraße 35, 28926 born III. Möblierte Schlafstelle für einer oder zwei Herren, Frau Jacobcy 3iefenstraße 10, II. Schlafftelle, Bierrente, Luisent 106/11 Stepybeden( pottbillig. Fabri Geschäftsbreirab, äußerst flabil, Große Diwanbeden 4,33, Rara Große Frankfurterftrage 60. 2998 50,00. Holz, Blumenstraße 36b. mani, doppelseitig 7,50, Pa. Plüsch Metall betten, Stinderbettstelle, Nähmaschinen. Bahle höchste Ber- 23,50, Dimanrüdwände, reichgeftidt. Slinderwagen, Sportwagen, ge gütung. Hauptlager aller Frister- 3,85. Inventur. Extrapreis. Teppichbrauchte, zurüdgejeste. Schneider. Rogmann- Systeme Bruda, Rosenbaus Emil Lefèvre, Oranienstraße 158. + 101* Dringend. Wegen Aufgabe einer Surfürftenstraße 172( Dennemi. thalerstraße 19. ftraße). Wegen Auseinandersehung werden ganzen Etage berfaufe MuschelfleiderLeihhaus Brinzenstraße 28, 1, Ede bis zum 15. Februar fämtliche Möbel( pind, Muschelvertito 28 Wart, Aus verfallene Pfänder, 30 Prozent billiger verkauft! Stom zichtisch, Stühle 3, Muschelspiegel 12, Ritterstraße: Brillanten, Goldsachen, Uhren, Stetten plette Wohnungseinrichtung 250 Mart, Säulentrumeau 36, Bettstelle mit spottbillig zu jeder Gelegenheit.[ 2805st beffere 350, 400 bis 1500. Jugendstil Matrage, Stommode, Waschtoilette 20, Möbliertes 8immer für 1-2 Bernt die Muttersprache beberrichen! Paneelsofa, Federbetten, Stand 11,00, große Spinde, Trumeaus in großer Aus Herrenschreibtisch 23135 16,00, Wäsche, Deden, Winter wabl! Befichtigung in 5 Etagen! Muschelsofa, Schlafsofa 36, Küchen- Crfolgreichen, leicht faglichen Unterricht Herren zu vermieten Rostizstraße 52, paletois, Uhren, Goldsachen, Silber- Einzelne Möbel aus herrschaftlichem möbel, geschnigtes Nußbaumbüfett, in Wort und Schrift der beutichen TV links. webliertes Bimmer, 1-2 Herren fachen sportbillig Pfandleibhaus, Befiz: Speisezimmer, Salons, Herren Ankleideschrank 80, Federbetten Stand Sprache erteilt Damen und Herren ( leparat) auch abends ein tüchtiger herrliche Aussicht, Baumschulenweg Stüftrinerplas 7. 20. Auch Teilzahlung. Wallstraße 81 Schlafzimmer, Ankleide 172s zimmer, und gewiffenbafter Privatlebrer. Die Trojanstraße 6 II. Bahnhof. 1894 Schränke, Schreibtische, Garnituren, Singermaschine 10,00. Bringen Stunde foftet eine Mart. Eine Unter Möbeltlichleret liefert gediegen, Unibaue, Ruicheweytische, moderne ftraße 77. Gemütliches Borderzimmer Bobnungseinrichtungen äußerst billig Stüchen! Aufbewahrung und Trans richtsstunde möchentlich genügt e- Herrn, Witwe Dröjeler, Nigaer Tevviche:( feblerbaite) in allen Bunte Küchen. Auch Ratenzahlung. port frei! Lothringerstraße 26, of Turmstraße 8 L Pianino, hohes, 100 art. fällige Angebote find unter G. 4 anfrage 13. Größen für die Hälfte des Weries Stein Laden. Harnad, Tischlermeister, Speichereien. Schönhauser Tor. 106/12 Expedition des Borwärts" zu richten. im eppichlager Brünn, Sadeicher Dresdenerstraße 124, nahe Stottbufer Pfandleibhaus! Hermannplatz 6. Runititopferet von Frau Rotosty Marti 4, Babnbot Borie. 264/11 Kor. Genossen erhalten 3 Brozent. Gasbronzefronen!!! Baszug Empfehlenswerte Einlaufsquelle! Charlottenburg, Goetbeitrage 84, L. lampen! 9,00. Salongastronen! Begt! Staunendbillige Winterpale Möbelfabrit, Oranienstraße 58, Watentanwalt Beffel, Gitidiner. Betten, Stand 11,00, ameifchläfrig 15,00. Gasluven! 1 8weilochgas. tots, Herrenanzüge! Aussteuerwäsche, dirett Moripplag. In meinen fünf traße 94a. 25558 Gasbûgelapparat! Brantbetten, Bermietungsbeit, Bette Etagen stehen tomplette Wohnungs. 16,00 Mart, berfallene Uhren spott tocher! 3,00. Gesellschafts Anzüge verleiht einrichtungen in jeder Preislage vom billig. Gubenerstraße 3-4, Band- Schneidereisen! Wohlauer, Ballner- ftüde, Bländerverkauf, Nähmaschinen, 186st theaterstraße 32. Wonals Einfachsten bis zum Eleganteften. 152 Freischwinger, Zaschenuhren, Stetten billigit Raufbaus Besondere Gelegenheit biete ich in Seltener Stauf! Damenjadetts, Aus herrschaftlichem Befit: Speise- verkauf, Teppichverlauf, Lischbeden, garderobe, Große Frankfurterstr. 33. +115 verlieben geweienen, jajt neuen Mäntel, Baletots, Kostüme, Reife- simmer, Salon Herienzimmer, Schlaf- Steppbeden! Tanzunterricht! Grupe, AnnenMöbeln, die bedeutend herabgeiegt modells, teils auf Seibe, durchweg zimmer, Klubfeffel, Gastrone, Defo Walbvarzelle, 1400, einge- ftrage 16. Anfängerkurse. Sonntags find. Besichtigung erbeten, ohne Stauf 9 Mart. Julius Neumann, Belle ration, wiffenschaftliche Bücher, ärzte zäunt, Brunnen, bei Copenid, Stettere furie 4,00, Dienstagsturse 5,00 Auffallend billig vertaufe alliancestraße 105. 200st liche Inftrumente billight verfäuflich. mann, Blumenfiraße 9. 293/4 monatlich. Borortbewohnern Schnell242/ 12* Chaiselongues 20, Schlaf Aufbewahrungs- Speicher, Lothringer Grokes Brot, 1,00, 0,75, 0,55, furfe 5,00. Möbelspeicher Brunnenstraße 182 ftrage 26. Möbel fmd noch sämtlich fola 33, Satteltaichensofa 45, brei Doppelmarken. Bommeriche Kartoffelpuffer jeben Mittwoch Baneelfoja 55, hochelegante Gat Gelegenheitstäufe ganzer Wohnungs neu! Paffend für Verlobte! Stein Bamel, groß, fein im Geschmad, sier Restaurant, baerftraße 5. nitur Säulentrumeau 33, einrichtungen wie einzelner Stüde, Staufgwang! Stüd 0,10 und Doppelmarken. Bor Bücher, alte, Legila und ganze Bettstelle mit Matrage 16, Auszieb. Säulentrumeau, Taschenfotas, Muschel Hygienische Bedarfs zeiger biefes Juferats erhält ben Bibliotheten fauft Beher, Oranien tisch 18. Ruschelspind, Bertito 30. betten, Englischbetten, Muschelvertiko, 28855* Pader verlangt Goldleistenfabrik Gefaufte Möbel fönnen drei Monate Teppiche, Duschelschrank 23,-, Spies artitel, billigste Bezugsquelle. Frau Borzug von der Bäderei Schwebter traße 138. +60 ftrage 25. Eisner, Boliastraße 40 II. +105 106/10 Romifer, billig, wohnt Stopenider Kurfürstenfti aße 7. Zoftenfrei lagern. Teilzahlung ge- gel, Spiegelfpinden, Rinderbettstelle, Stinderwagen, ftrage 147. Schwarz. 28866 Schlofferlehrling verlangt Stur stattet. Kein Laden, dirett Fabrit. moderne Stüchen, Marmortoiletten, +68 Auch Sonntags geöffnet. Muster- Ausziehtische, Sofatifche usw., alles Sportwagen, zurüdgelegte, gebrauchte Wer bildet Schlosser zum Bau- fürstenstraße 9. 918* 205st fpottbillig Andreasstraße 53. 2892K pottbillig. Tapeziergeschäft, fleines, mit anschläger aus? Offerten ,, K" Postbuch gratis. Werfführer für größere Polster 312 Jährlich nur einmal Inventur Kundschaft, billig verfaufen. amt 87. Damentabrrab +87 möbelfabrit, erste Straft, der ähnliche Räumungsverlauf im Zeppichhaus Nicolai, Störnerstraße 20 III. 28975 Emil Lefèvre, Dranienstraße 158. Alle diejenigen, welche mit Herrn Betriebe selbständig geleitet bat, bet Kolonialwaren Geschäft, fichere Freudenbergs Betriebsgesellschaft in bohem Gehalt per fofort berlangt. Extralifte gratis. 1078 Griſtenz, günftige Bahlungen. Se Differenzen geraten find, wollen fich, Offerten unter E. 308 Gerstmanns Kinderbettstelle, Kinderwagen, bastian, Weichselstraße 58. 28906 bitte, bei mir melden. Rosa Bona, Annoncenbureau, Alexanderplatz 1. Sommer, Wienerstraße 51. 28206* 28916 Seifengeschäft, gutgehendes, ber Marienstraße 7. Barockvergolderinnen, tüchtige, +105 Umständehalber verfause tüchen, fauft Lychenerstraße 127. Nehme ein zwei bis breijähriges verlangt Leo Lechner, Alexandrinen Straße 98/94. 28875 fpind, Stühle, Wirtschaftsartikel 8 bis Bigarrengeschäft, 5 Sabre be Mädchen in Pflege. Naberes Frau Mamfells auf bessere Jadetis ver 12 Uhr vormittags. Schulz, Rigdorf, flebend, vertauft preiswert Hoffmann, Lescau, Stopenhagenerstraße 24, Seitens Rohmühlenstraße 88, of IV.+14 Bicherfstraße 1. +105 flügel II. +105 langt Freybrodt, Görlitzerstraße 69. awang. ich 75, Winterpaletots, Gehrodanzüge, Jadettanzüge, Bettenverkauf, Gardinenverlauf, Bäscheverlauf, Pfänder vertauf, Verschiedenes( pottbiulg. Biandlethhaus, Weidenweg neunzehn Abessinierpumpen 8,00 bis 100,00, Sauger 2,50, Saugrohr, Flügel punipen 10,00. Gartensprisen 25,00, anfschläuche, Gummischläuche. Bum penfabrit Schröder, Hochstraße 43. Kommoden, Serreniabrrab, wie neu, 45,00. Sols, Blumen ftrage 36 b. 212* Möbelinventur Ausverkauf zu Breifen. bebeutend herabgefesten Gange Ausstattungen und Einzelmöbel. Bebes Stüd trägt den bisherigen und den herabgelegten Breis sichtbar. Dito Gorbahn, Speziale möbelhaus, Landsbergerstraße 82. Frauen. 27836* Geschäftsverkäufe. 28185* ufer 18. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Verantwortlicher Redakteur: Gcorg Davibsohn, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruceret u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.