Ar. 32. Abonnements- Bedingungen: 10 Abonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Big. Boft. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, 9 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. B Die Insertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene stolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Wort 20 fg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big, jedes weitere Bort 5 Pig. Morte über 15 Buchstaben gählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erbebition ijt bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Mint IV, Nr. 1983. Freitag, den 7. Februar 1908. Zentrumsfeindschaft gegen das abesizle gleiche Wahlrecht. ab= davon Zahl Urtvähler gegebene Sozial ber Stimmen demokr. Abg. 23 357 8468 29 803 Berlin I. Ein wohner 380 637 • Berlin II. 393 361 72 627 92017 39 976 Berlin III. 748 949 179 592 73 989 53 538 415 901 108.029 41 057 30 341 90 700 29 179 14 310 Berlin IV. Ober- u. Niederbarnim 385 205 Teltow BeeslowStortow- Charlottenb.Stadt- u.Landkreis Kiel1. 96 069 93 400 32228 66 285 33 380 2 41 204 15 689 8236 1 18156 34 027 20 401 4 212 10 140 2548 1 6.409 1 6.867 5 174 1 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Auch hier müßten zunächst die Personen mit geringen Bere pflichtungen ansgeschieden werden, wollte man feststellen, wie die Verteilung tatsächlich wirkt. Zudem aber ein Punkt, den der Borwärts" selbstverständlich unbeachtet läßt ist zu berücksichtigen, daß gerade in diese klaffe der Steuerpflichtigen zu allermeist diejenigen Personen gehören, die für die kindererziehung keine oder geringe Auf Das Zentrum behauptet bekanntlich, daß es für die Einwendungen zu machen haben( freie Schule, kurze Lehrzeit, führung des allgemeinen und gleichen Wahlrechts auch in soweit eine solche überhaupt in Frage kommt); denen durch ihre gesellschaftliche Stellung feinerlei 2aften aufPreußen eintrete". Es wagt diese Behauptung auf erlegt find, sofern nicht die Zwangsbeiträge für sozialzustellen, trotzdem im Januar vorigen Jahres 18 preußische Schöneberg- Rigdorf. 688 506 168 645 demokratische Parteizwede hierzu gerechnet werden; die in sehr Zentrumsabgeordnete fich fogar weigerten, den Antrag auf Stadtkreis Neumünster 188 020 vielen Fällen durch frühen Erwerb der Kinder unterEinführung des Reichstagswahlrechts in Preußen zu unter- Stormarn, Stadtkreis stüßt werden. Bringt man diese Momente in Anschlag, so zeichnen! Den schlagendsten Beweis dafür aber, daß das Bandsber steht fest, daß die Zenfiten der ersten Gruppe der Steuer Zentrum ein Gegner des gleichen Wahlrechts ist, lieferte die Stadtkreis Altona. 161 501 pflichtigen im allgemeinen unzweifelhaft beffer gestellt Abstimmung vom 10. Januar dieses Jahres. Dort stimmte Stadt- und Landkreis find, als diejenigen der Gruppe 3000 bis 6500 m." nämlich das Zentrum gegen den Absatz 2 des freifinnigen Linden.. Man weiß nicht, überflügelt hier die Begriffsstugigkeit die Antrages, der eine Neueinteilung der preußischen Wahlbezirke In diesen 10 großstädtischen und industriellen Wahl- Unverfrorenheit oder ist es umgekehrt! Gerade das ist das auf Grundlage der neuesten Volkszählung forderte! bezirken wurden für die Sozialdemokratie zusammen 192 207 Empörende, daß Leute mit proletarischem Einkommen Es gibt aber nichts Standalöseres, als die ungeheuerliche Urwählerstimmen abgegeben. Daß von den 18 Abgeordneten auch ihr Teuerstes, ihre Kinder, schon in früher Jugend der Entrechtung eines großen Teiles der Wähler durch die heute trotzdem nicht ein einziger auf die Sozialdemokratie entfiel, ist Arbeitsfron überliefern müssen, daß die Kinder aus der Schule noch geltende Wahlkreiseinteilung. Wurde schon durch die dem Dreitlassen System geschuldet; aber wenn nicht in heraus mit 14 Jahren in die Fabrik müssen, um so viel verim Jahre 1861 vorgenommene Einteilung der Wahlbezirke den zwölf ersten Wahlbezirken 230 000 Wähler das Recht dienen zu helfen, daß die Familie nicht verhungert! Aus das platte Land zum Nachteil der Städte begünstigt, so ist hätten, 23 Abgeordnete zu wählen, während in den zehn zu diesem proletarischen Elend, dieser furchtbaren sozialen Aninfolge der seitdem eingetretenen Bevölkerungsverschiebung legt aufgeführten Wahlbezirken auf 830 000 Wähler nur flage aber macht das Organ des Fürsten Bülow einen eine geradezu unerhörte Entrechtung der Wähler der großen 18 Abgeordnete entfielen, so könnte auch das Zentrum Vorzug des Proletariats: die Väter brauchen ja nicht so Städte und der Industriebezirke eingetreten! Im Durchschnitt nicht mit 26 000 Stimmen 23 Abgeordnete in den Landtag biel zu verdienen, weil die Frauen und Kinder mitverdienen! hätte bei gerechter Wahlkreiseinteilung 1903 auf je 79000 fchiden, während 192 000 fozialdemokratische Stimmen nicht Und dann legt ihnen ,, ihre gesellschaftliche Stellung keinerlei Lasten Einwohner oder 16 400 Wähler je ein Abgeordneter entfallen einen einzigen Abgeordneten durchbrachten, trotzdem sie sich auf auf!" Wogegen die armen Besserfituierten mit 3000-6500 M. müssen. In Birklichkeit aber entfielen in ben bevölkertsten nur 10 Wahlbezirke verteilten! Einkommen unter dem Fluch leiden, sich teurere Wohnungen, großstädtischen und industriellen Wahlbezirken auf zwanzig Daß solch schnödes Unrecht fortbesteht, daß auch bei den bessere Kleider, Dienstboten, Gesellschaften usw. leisten und Abgeordnete 890 000 Wähler, während umgefehrt in den am Neuwahlen in diesem Jahre der Mittelstand und das Prole- ihre Stinder statt in die Fabrit auf höhere Schulen schicken zu fchwächsten bevölkerten Wahlbezirken 20 Abgeordnete auf müssen! Zwar haben sie drei-, vier, fünfmal soviel Ein174 000 Wähler entfielen! tommen wie eine Proletarierfamilie, aber man dente! fie müssen ihr schönes Einkommen leider ausgebent Kann man sich einen tolleren und zugleich dreisteren Unfinn vorstellen?! tariat der Großstädte und Industriezentren vollends entrechtet find, baran trägt das Beutrum die Schuld! Mertt's Euch, Ihr doppelt Entreteten! Arm und Reich. Die Ereignifie in Portugal. Man sollte meinen, daß eine Partei, die, wie das 8entrum, vorgiebt, bas gleiche Wahlrecht an Stelle bes Dreitlassenunrechts einführen zu wollen, doch auch unbedingt für eine gleichmäßige Wahltreiseinteilung eintreten würde. Allein das Zentrum ftinimte gegen diesen Teil oes freifinnigen. Antrages! Es brachte ihn damit zu Falle; denn wenn das Zentrum dafür geftimmt hätte, wäre der An- Die Ndd. Allg. 3tg." ist am 5. Februar glücklich dazu trag auf Neueinteilung der Wahlbezirke am 10. Januar 1908 gekommen, eine Antwort auf unsere gerade acht Tage zuvor unter dem Titel„ Arm und Reich" veröffentlichte Würdigung Das Mißtrauen des Volkes ist wieder im Wachsen, da die Die neue Regierung scheint auf Schwierigkeiten zu stoßen, angenommen worden! Wie will das Zentrum diesen schmachvollen Verrat am der Ergebnisse der Einkommensteuerstatistik zu finden. Dafür Minister zögern, ihre Versprechungen, die Wiederherstellung Prinzip des gleichen Wahlrechts rechtfertigen?! Will es sich ist die Entgegnung aber auch konzentriertester Unsinn ge- verfassungsmäßiger Zustände, in die Tat umzusetzen. Die etwa damit herausreden, daß es aus Bosheit gegen worden! die Nationalliberalen dagegen gestimmt habe, um Die offiziösen Abernheiten geringeren Kalibers wollen diesen, die gegen Einführung des Reichstagswahl wir nur im Vorbeigehen streifen, um dem Tiefsinn des Hauptrechts, dagegen für die Neueinteilung der Wahl- arguments um so mehr Gerechtigkeit widerfahren lassen zu treise stimmten, eine Lektion zu erteilen? Das wäre eine sehr können. So wenn die Ndd. Allg. 3tg." erklärt, daß es faule Ausrede! Denn erstens wäre selbst den Nationalliberalen mit der Not mehr als 50 Prozent des preußischen Volkes, gegenüber eine solche Bosheitspolitik nicht am Plage, und die unter 900 m. Jahreseinkommen haben, gar nicht so awweitens sind ja nicht die Nationalliberalen, schlimm bestellt sei, da zu diesen 50 Prozent. sondern ganz andere Parteien in erster Linie durch die ungerechte Wahlkreiseinteilung benachteiligt! " mehr als 900 M. befizen." merken. Republikaner, die in ihren Zeitungen den Tod des Königs und des Kronprinzen eine Abrechnung des Volkes mit dem bisherigen Berhalten der Regierung" nennen, verlaugen stürmisch bie Freilassung aller politischen Gefangenen. Die Regierung hat aber diese Forderung noch nicht erfüllt. Die Beseitigung der Diktatur hat überall Befriedigung hervorgerufen. Wie dem„ Lot.- Anz." aus Lissabon gemeldet wird, ist bon Trauertundgebungen sehr wenig ohne Zweifel noch eine große Anzahl von Personen gehört, die durchaus nicht ben unbemittelten Schichten Es fehlen alle Anzeichen, daß das Die Er Nein, das Zentrum stimmte die Forderung der Neu- zuzurechnen find, so z. B. Söhne und Töchter toohl- Volt die Trauer des Königshauses teilt. habender Bauern, die in fremder Haus oder regung dauert an und fortgesetzt finden an den öffenteinteilung der Wahlkreise einfach deshalb nieder, weil es Landwirtschaft ein eigenes, aber 900. nicht über- lichen Plägen Ansammlungen statt. Patrouillen ziehen bei gegen das Prinzip des gleichen Wahlrechts ist, schreitendes Arbeitseinkommen erwerben, oder Kinder reicher Tage durch die Straßen, nachts werden alle größeren Plätze wo die Gefahr besteht, daß das Prinzip verwirklicht werden Leute, welche ein eigenes, der Verfügung des Familien- von Truppen besetzt gehalten. Auf den Straßen wird der kann. Für die Einführung des Reichstagswahlrechts hauptes nicht unterliegendes 3inseintommen von nicht Rücktritt Francos in Ausdrücken lauter Freude be fonnte das Zentrum leicht stimmen, da es ja ganz genau wußte, daß dieser Antrag von Konservativen, Freikonservativen Die große Anzahl" solch armer„ Reicher mit sprochen. Der Haß der Massen gegen den Diktator ist feinesund Nationalliberalen mit fast 3 weidrittelmajorität weniger als 900 M. Einkommen ist eine Entdeckung, die wegs erloschen. Aus diesem Haß ist auch das Attentat geboren, mit dem abgelehnt werden würde. Aber der Antrag auf Neueinteilung bisher noch kein Sozialstatistiker gemacht hat, nicht einmal die Anarchisten nichts zu tun haben. Vielmehr scheint es, als der Wahlkreise wurde, wenn das Zentrum hier gleichfalls für der tonservative Professor Adolf Wagner, ob die Erschießung des Königs das Werk sehr hochstehender Kreise über die Eindas gleiche Wahlrecht eintrat, angenommen, und des- der doch die sorgfältigsten Studien gewesen sei. Darauf weist eine Depesche des„ Lokalanzeiger" aus halb schlug hier das Zentrum seiner angeblichen prinzipiellen fommensverteilung speziell in Preußen veröffentlicht hat. Madrid hin. Danach berichten aus Lissabon kommende Reisende, Forderung ins Gesicht! Aber nach Abzug dieser 0,001 Prozent bleiben noch immer Das Zentrum trat das Prinzip des gleichen annähernd 19 millionen wirklicher Proleten daß die Grafen Ribeira, von denen einer bereits Minister war, sowie andere aristokratische Flüchtlinge, Wahlrechts mit Füßen, um auf dem Wege des übrig, die weniger als 900 m. Jahreseinkommen haben, beren Väter eingeferkert oder mit Deportation bedroht sind, schnödesten Unrechts seine Frattionsinter- selbst wenn man den Verdienst von Mann, Frau essen zu wahren. Denn gleich den Konservativen zieht und Kindern zusammenrechnet! Und wenn das geschworen haben, Franco zu töten. Sie suchten ihn ja gerade das Zentrum einen rechtswidrigen Vorteil aus der offiziöse Blatt damit fommt, daß doch wenigstens die Zahl auf, konnten jedoch wegen der Bewachung nicht an ihn heran. standalösen Einteilung der Wahlbezirke. Den wahren dieser Hungerleider sich in Jahresfrist um 1 456 000 vermindert Sie schwuren alsdann, den König und die Prinzen zu töten. Der Sohn des Grafen Grund, weshalb das Zentrum das gleiche Wahlrecht habe, so unterschlägt es einfach zwei Tatsachen: daß erstens schoß auf den töniglichen Wagen mit einem am 10. Januar verriet, enthüllt folgende Tabelle: die Vermehrung der niedrigsten Schichten der Zensiten haupt- Gewehrfiod. Er befand sich an der Spike der Einwohner Urwähler abgegeb. davon Zahld. sächlich der schärferen Heranziehung der Arbeiter Sönigsmörder. In seinem Balast wurde eine ſtrenge Stimmen Zentrum Abg. Iaffe zur Steuerleistung zuzuschreiben ist, und daß zweitens Haussuchung vorgenommen. 17 845 Einer der getöteten Sönigsheute 1000 m. Einkommen teine größere Staufkraft haben, als mörder, Manuel dos reis Silva, ein Feldwebel außer Dienst, vor einem Jahrzehnt 800 Mart! Bei dieser Gelegenheit seimar einer der geschichtesten Schüßen Portugals und hatte viele auch gleich festgestellt, daß die Norddeutsche Allgem. Ztg." schwindelt, wenn fie behauptet, die Rieseneinkommen über Schießpreise gewonnen. 100 000 Mart( im Durchschnitt über 250 000 Mart!) seien nicht im ungewöhnlichen Maße gewachsen, da ihr Anteil Bahlbezirke 132 786 Braunssberg Heilsberg 105 607 Allenstein- Röffel. Frankenstein Münster0 22 849 77 497 15 238 168 556 82 662 Groß- Streliz Lublinit 118 735 20 648 berg Neurode Glaz- Habelschwerdt J Kosel- Leobschütz Heiligenstadt- Borbis Warburg- Hörter. Hünfeld- Gersfeld Fulda . Limburg Wittlich Bernkastel. 2458 2425 2 2581 2150 2 2561 3035 2800 3648 3363 3989 3314 2 2076 828221 155 293 28240 79 395 • 13 698 1671 1484 88 838 16.110 1590 1516 43 347 8.663 1668 1828 53 438 10 025 1962 1960 1 49 997 1724 1580 1 10 379 85 279 19 791 3136 2874 2 In obigen 12 Wahlbezirken wurden im Jahre 1903 23 Zentrumsabgeordnete mit zusammen nur 26 870 Úrwählerstimmen gewählt! Welch unerhörte Vergünstigung die heutige Wahlkreiseinteilung hier ländlichen Zentrumswählern gewährte, tommt erst recht zum Ausdruck, wenn man die Zahlen der obigen Tabelle mit den entsprechenden Ziffern der nachstehenden 10 Wahlbezirke vergleicht " Die Politik der Regierung. Lissabon, 6. Februar. König Manuel hat alvei Verfügungen, von 0,07 Prozent der Zenfiten der gleiche geblieben sei. Gerade die die Breßfreiheit beschränkten, a ufgehoben, sowie eine weil er der gleiche geblieben ist, während der Prozentjak aller andere, die die Vollmachten des Untersuchungsrichters dem Anübrigen Ginkommensstufen von 3000 Mart ab herabgeflagten gegenüber unbeschränkt erweiterte. Der Verwaltungs gegangen ist, ist die Tatsache des ungesunden Anivachfens ausschuß, der den Stadtrat von Lissabon erseht hatte, hat ab des Reichtums in wenigen Händen" erwiesen! gedankt, das gleiche wird wahrscheinlich auch in den anderen Das reizendste ist aber folgender Erguß des offiziöfen Orten eintreten neue Gemeindewahlen werden stattfinden. wird Blattes: versichert, daß beim der König Die Tendenz dieses eblen Borkämpfers für Wahrheit und Empfang der Minister deutlich seine Absicht ausgesprochen höhere Moral( des Vorwärts"), unleugbare Tatsachen nach Kräften habe, ber Berfassung unerschütterlich treu zu blefben zu vergewaltigen, äußert sich in der weiteren Nebensart, das und niemals auf die Dittatur zurüdzugreifen. Durchschnittseinkommen der Benfiten mit 900 bis 3000 Mart Auf Jahreseinkommen in Höhe von 1845 Mark sei zwar zum Ver- Ministerbeschluß hin soll der Kammerpräsident ein Progreffift sein. Nach Blättermeldungen ist den politischen Gefangenen hungern zu viel, aber zum Leben zu wenig. Der Vorwärts" weiß ſehr wohl, daß solche statistischen Spielereien fribol find, gestattet worden, ihren Familien unter offenem Umschlag zu wenn sie in der von ihm beliebten Weise agitatorisch verwertet werden. schreiben. " H n Amnestie. Paris, 6. Februar. Wie aus Lissabon gemeldet wird, erstreckt sich die von König Manuel erlassene A m n e st i e auf alle politischen Verbrecher mit Au-Znahme derjenigen, welche während der lichten Ereignisse verhastet worden sind, und schließt auch die Nieutcrer der Kriegsschiffe„Vasco da Gama" und.Carlos I* ein. Keine Diktatur. Lissabon, 6. Februar, lieber den gesttigen Ministerrat verlautet, baß beschlossen worden sei, alle von Franca erlassenen diktatorischen Dekrete aufzuheben und durch liberalere zu ersetzen. Lissabon, S. Februar. Die Beschlüsse de-Z gestern tagenden Ministerrats stellen u. a. auch die parlamentarische Immunität wieder her und heben die Dekrete auf, wonach politische Gegner der Regierung ohne Nichterspruch ausgewiesen und in die Kolonien der- schickt werden konnten. Das Parlament soll baldigst einberufen werden, damit der König den Eid auf die Verfassung leiste. Wo ist Franco? Lissabon, 6. Februar. Das Blatt„El Mundo" versichert, der frühere Ministerpräsident Franco sei nach der Schweiz abgereist. Er werde sich nur so lange in Madrid aufhalten, als nötig sei, um den Ministerpräsidenten zu besuchen. Seine Familie werde ihn nach der Schweiz begleiten. Trotz dieser auch von anderen Blättern ge- brachten Nachricht versichern die Anhänger FrancoL, er halte sich noch immer in seiner Wohnung in Lissabon auf. Die Zivillistc herabgesetzt. Lissabon, 6. Februar. Der König erklärte seinen Verzicht auf die von Franco verfügte Erhöhung der königlichen Apanage um 800000 Fr. Dieser Veschlutz deS Königs wird mit Genugtuung aufgenommen. Unschuldig. Lissadon, 5. Februar. Wie amtlich festgestellt worden ist. war auch die d r i t t e der Personen, die nach dem Anschlag auf König Carlos getötet wurden, an dem Morde in keiner Weifebe- teiligt. Oporto. Madrid» 5. Februar. Der Korrespondent deS Blattes„El Mundo" in Lissabon schreibt. cS bestätigt fich, daß in Oporto mehrere revolutionäre Gruppen die Polizei und die Munizipal- garden angegriffen hätten, und daß es ihnen gelungen sei, für einige Augenblicke die republikanische Flagge auf dem Stadthause zu hissen._ Das Keichsvereinsgeiet? vor der Kommütlon. Tie Kommission setzte am Tonnerstag die Beratung des Entwurfes beim§ 3 fort, der von der Anmeldung öffent- licher Versammlungen handelt. Nach dem Entwurf soll er lauten: „Wer eine öffentliche Versammlung zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten veranstalten will, hat hiervon mindestens 24 Stunden vor dem Beginne der Versammlung unter Angabe deS Ortes und der Zeit bei der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Für Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen zu politischen Körperschaften beträgt die Anzeigefrist mindestens 12 Stunden. Ueber die Anzeige soll von der Behörde sofort eine kosten- freie Bescheinigung erteilt werden. Der Landcszentralbehörde bleibt es überlassen, zu be- stimmen, ob und unter welchen Voraussetzungen es einer An- zeige nicht bedarf für Versammlungen, die unter Jnnehaltung der im Absatz 1 bezeichneten Fristen öffentlich bekannt gemacht worden sind." Von freisinniger Seite wurde eine Reihe von Ab- Änderungen vorgeschlagen. Danach soll für Versammlungen der Wahlberechtigten die Anmeldepflicht wegfallen, und die vorherige öffentliche Bekanntmachung der Versammlung der Anzeige bei der Polizeibehörde gleichstehen. Ferner soll ausdrücklich bestimmt werden, daß eine öffentliche Versammlung nur dann borliegt, wenn auf öffentliche Einladung jedermann gegen Entgelt oder un- entgeltlich Zutritt hat, und daß Versammlungen von Vereinen, zu welchen nur Mitglieder Zutritt haben, auch dann nicht als öffentlich gelten, wenn sie in öffentlichen Lokalen stattfinden. Weiter beantragte Dr. Müller- Meiningcn einen neuen§ Ja: „Versammlungen der Wahlberechtigten zum Betriebe der Wahlen zu den gesetzlichen Vcrtrctungskörpern sind vom Tage der amtlichen Bekanntmachung des Wahltages bis zur Beendi- gung des Wahlaktes� von den Bestimmungen dieses Gesetzes in den§§ 3 und 7(Sprachenverbott ausgenommen." Als§ 3b schlugen die Freisinnigen vor: „Für Versammlungen, in welchen ausschließlich die Er- langung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen oder die Er- Haltung der bestehenden, insbesondere mittels Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter erörtert werden soll, gelten nicht als Versammlungen zur Erörterung oder Beratung politi- scher Angelegenheiten."' Kaum aber hatten die Freisinnigen diese notdürftigen Ver- Besserungen einer besonders reaktionären Bestimmung des Ver- cinsgesetzcs beantragt, so verließ sie der Mut, und sie suchten wieder einmal Halt bei den Blockparteien. An Stelle dieses§ 3b schlugen sie nämlich in Gemeinschaft mit den Nationallibcralen einen neuen ß 3b vor:. „Als Erörterung politischer Angelegenheiten gilt es nicht, wenn in Versammlungen von den im§ 182 der Gewerbe- ordnung genannten Personenkceisen ausschließlich die dort bc- zeichneten Zwecke erörtert werden." Atit anderen Worten soll die Erörterung ihrer Arbeits- Verhältnisse, ungestört von Polizcischikancn, nur den gewerblichen Arbeitern erlaubt sein, nicht aber den Landarbeitern, den Staats- arbeitern, dem Gesinde usw., die der sogcnflnnte Freisinn hier wieder einmal schmählich im Stich läßt. Da ging noch der Antrag des Zentrums weiter, das für den Z 3b folgende Fassung vorschlug: „Versammlungen, in welchen politische Angelegenheiten im Rahmen der Berufs- und Standesinteressen bestimmter Ver- sonenkrcise erörtert werden sollen, gelten nicht als Vcrsamm- langen zur Beratung politischer Angelegenheiten." Außerdem beantragte das Zentrum, es der LandeSzeutral- behöede zu überlassen, unter welchen Voraussetzungen sie auf die Anzeige verzichten will, auch wenn die Versammlung nicht öffcnt- lich bekannt gemacht ist(so daß also öffentliche Bekanntmachung in jedem Falle genügt), und ferner der Landcszentralbehörde die Bestimmung darüber anheimzugeben, ob für Versammlungen unter freiem Himmel die Anzeige an die Polizeibehörde statt der Ein- holung der Genehmigung genügt. Von den Sozialdemokraten wurde für den 8 3 folgende Fassung vorgeschlagen: „Wer eine Voltsoersammlung zur Erörterung politischer Angelegenheiten veranstalten will, hat hiervon mindestens sechs Stunden vor dem Beginne der Versammlung... Anzeige zu erstatten. Dieser Bestimmung unterliegen nicht Zusammen- künfte von geschlossenen Personenkreisen aller Art. bei denen der überwiegende Teil der Teilnehmer persönlich eingeladen ist oder durch persönliche Beziehungen oder gemeinsame Be« strebungcu untereinander verbunden ist, selbst wenn noch andere Personen zugelassen werden. Bei Versammlungen, die in ge- schlosscncn oder umfriedeten Räumen stattfinden, sind nur die- jenigen als Teilnehmer anzusehen, die sich innerhalb dieser Räume befinden. Ueber die Anzeige soll von der Behörde sofort eine kosten- freie Bescheinigung erteilt werden. Die Anzöge ist nicht erforderlich, wenn die Versammlung m Zeitungen oder durch öffentliche Anschläge oder, wo öffent- liches Ausrufen üblich ist, auf diese Weise bekannt gemacht worden ist." Genosse Hildcnbrand besprach zunächst die gestrige Er- kiamng des Staatssekretärs zu diesem Paragraphen und betonte, dast wenn der Staatssekretär versicherte, daß die Anmeldung von Versammlungen nicht den Zweck haben sollte, Versammlungen zu stören oder zu verhindern, und wenn jede schikanöse Auslegung ausgeschlossen sein sollte, die Anmeldung also nur den Zweck ver- folge, die Polizei von dem Stattfinden der Versammlung zu unter- richten, um sie in den Stand zu setzen. Maßnahmen zur Aufrecht- erqaltung der öffentlichen Ordnung zu treffen, der Wortlaut des Entwurfes viel zu weit gehe. Er als Süddeutscher habe kein Vcr- sländnis für die Vorlage, deren Bestimmungen in der Praxis doch auf eine Belästigung der Staatsbürger hinauslaufen würden, wie das die von der Sozialdemokratie vorgelegte Denkschrift für Hunderte von Fällen schon jetzt für Preußen beweise Notwendig sei vor allem eine genaue Begrenzung des Begriffes der öffentlichen Versammlung. Der Vorschlag der Sozialdemokratie sei bestimmt und klar, während die Regierungsvorlage der Polizeiwillkür Tor und Tür öffne. Die preußische Regierung sehe eben die Preußen nicht als loyale Staatsbürger an, sondern als mutmaßliche Ver- brecher, die man jederzeit unter der Polizeifuchtel halten müsse. Die Regierung könne sich leicht das Vertrauen der Bürgerschaft erwerben, wenn sie endlich auf diesen Gebieten die in anderen Ländern selbstverständlichen Freiheiten anerkennte. An sich halte es die Sozialdcmokratte für das Recht des Staatsbürgers, politische Angelegenheiten auch ohne vorherige Anmeldung bei der Polizei öffentlich zu erörtern. In Württemberg sei man. seither ohne jede Anmeldung gut gefahren. Da werde sich das wohl auch in Preußen ohne Gefahr für den Staat durchführen lassen. Mindestens genüge eine Anzeigefrist von 6 Stunden. Durch öffentliche Inscrierung, Anschläge oder Plakate erfahre die Polizei meist noch eher von den Versammlungen, als sie nach den Bestimmungen des Gesetzes zu verlangen hätte. Staatssekretär v. Bethmänn-Hollweg versicherte wiederholt, daß die Regierungsvorlage der Polizei keine Hinter- türcn öffnen wolle. Die Mehrzahl der Preußen sei gewiß loyal, aber die Beamten seien auch so loyal, die Sozialdemokratie ebenso zu behandeln�wie alle anderen Parteien.(!) Im übrigen habe ja jetzt die Sozialdemokratie auch unangemeldet öffentliche Per- sammlungen abgehalten, er nenne nur das Wort„einsame Pappel". (Abg. Hildcnbrand ruft: R e i ch s t a n z l er p a l a i sl) Abg. Dr. Müller-Meiningen(frs. Vp.) war von den Erklärungen des Staatssekretärs so entzückt, daß er in Aussicht stellte, noch weitere Teile des freisinnigen Antrags fallen zu lassen. Abg. Zehnter(Z.) begründete die Zentrumsanträge, die besonders Badens Freiheiten zu wahren bestimmt seien. Tonil begründete Genosse Brei) noch einmal eingehend unseren Antrag mit seinen Erfahrungen auf gewerkschaftlichem Gebiete. Eine Sicherstellung der Gewerkschaftsbewegung vor den Polizeischikanen, die im Laufe der letzten zehn Jahre immer schlimmer und bei dem Wachstum der Organisationen immer un- erträglicher geworden seien, sei dringend notwendig. Außer den Wahlversammlungen gebe es ein« ganze Reihe von Versamm- hingen, die der Polizei durchaus gleichgültig sein könnten, die aber möglichst rasch zusammentreten müßten, vor allem Streik- Versammlungen. In der gewerkschaftlichen Praxis gebe es auch, abgesehen von den Betriebs-, Fabrik- und Werkstellenversamm- lungen, die nicht angemeldet zu werden brauchten, zahllose Per- sammlungen, die mit Politik durchaus nichts zu tun hätten, z. B. Vorbereitung von Lohnforderungen, Beratungen über die Löhne und Arbeitsverhältnisse im ganzen Berufe, Versammlungen von Streikenden und Ausgesperrten. Oft müssen die Streikenden binnen wenigen Stunden über Einigungsvorschläge Beschluß fassen. 1902, bei dem Ausstände in der Berliner Elektroindustrie, drohten die Unternehmer, weil 200 Arbeiter streikten, mit der Aussperrung von 20 000 Personen, wenn nicht binnen 12 Stunden die Arbeit wieder aufgenommen werde. Die Streikenden kamen zu einer Versammlung zusammen, aber die Polizei drohte mit der Auf- lösung, weil die Anmcldcbeschcinigung noch nicht vorliegen konnte. Alles Parlamenticrcn half nichts; erst durch persönlichen Besuch der Gewerkschaftsführer auf dem Polizeipräsidium konnte die Bc- scheinigung beigebracht werden, und die Versammlung konnte tagen. Hat aber der Polizeichcf diese Einsicht nicht, so kann eine Versammlung, wie jüngst in Wittenberge, die die Wiederaufnahme der Arbeit beschließen soll, nicht stattfinden. Auch wenn wir Ver- einsversammlungen anmelden, kontrolliert die Polizei die Ver- sammlungSbesuchcr und fordert jedem einzelnen sein Mitglieds- buch ab, was ganz ungehörig ist. Die Gewerkschaftsversammlungen endlich von den Polizeischikancn zu befreien, ist der sozialdcmo- kratische Antrag bestimmt und allein geeignet. Diesen Ausführungen schloß sich der Zentrnmsgcwerkschaftlcr Schiffer im wesentlichen an. Der Konservative Kreth klagte über die vielen freisinnigen Anträge, die ihm natürlich noch nicht reaktionär genug sind. Nach dem freisinnigen Antrage genüge zur Anmeldung einer Versammlung in München eine Annonce in Berlin. Wie könne ein einzelner Amtsvorsteher alle erscheinenden Annoncen lesen? Gewerkschaftsversammlungen sollten von der Anmeldefrist frei sein. Wenn aber nachher doch über Politik ge- sprachen werde und keine Ucberwachung da sei?(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Dann fällt das große Preußen zusammen!) Versammlungen von Wahlberechtigten sollten kurze Anmeldefrist haben oder gar nicht angemeldet werden brauchen. Aber man könne doch nicht kontrollieren, ob an der Versammlung nur Wahl- berechtigte teilnähmen. Und so ging es weiter in lauter prcu- ßischen Polizei- und Bureaukratcnschnierzcn. Darüber kam die Beratung über§ 3 heute noch nicht zu Ende. Fortsetzung Freitag. politilcbe CleberlicKt. Berlin, den 6. Februar 1908. Militärjustiz. Die Werterberatung des Militäretats im Reichstage führte heute zu einer scharfen Kritik der deutschen Militärjustiz mit ihren vorsintflutlichen Grundanschauungen. Nirgends tritt die Ungleichheit vor dem Gesetz so aufreizend in die Erscheinung wie in den Kriegsgerichtsurteilen, die auf Grund unseres Militärstrafgesetzbuches gefällt werden. Dra- konische Strafen sind vorgesehen für die Untergebenen, die sich irgendwie, wenn auch nur durch Widerspruch gegen ihre Vorgesetzten oder deren Anordnungen vergehen; auffallend milde dagegen blickt die schieläugige Göttin Justitia Borussica auf die Vorgesetzten, die Mißhandlungen ihrer Untergebenen sich zu schulden kommen lassen. Die Praxis der Gerichte mildert diese unterschiedliche Strafbedrohung des Militärstraf- gesetzbuches nun nicht etwa, sie prägt sie um so schärfer aus. Diese Gesetzesbestimmungen und diese Praxis werden von den Vertretern der militaristischen Auffassung als un- antastbare Bollwerke der Heercseinrichtungen verfochten, weil nur sie allein angeblich die Aufrechterhaltung der Disziplin gewährleisten. Die Richttgkeit dieser Schlußfolgerung bestreitet aber die Sozialdemokratie durchaus. Die Disziplin, die im Heere not- wendig ist, läßt sich erzielen, ohne daß man einen Zustand der Rechtsungleichheit schafft, ohne daß man einen Kadavergehorsam in die Soldaten hineinknetet, der, sofern er nicht bei den besseren Naturen tiefen Groll gegen dieses ganze System er- zeugt, sie zu einer Knechtseligkei! erzieht, die jedwede wirkliche Selbstachtung ausschließt. Leute, die einer solchen Charakter- Verkümmerung ausgesetzt sind, können aber ebensowenig als Soldaten im Felde wie als Staatsbürger mit unabhängig und freidenkenden Männern den Vergleich aushalten. Eine Fülle von Material zu dieser Frage brachte Genosse S t ü ck l e n bei, indem er Kriegsgerichtsurtcile über Soldaten- schindcr und Kriegsgerichtsurteile über Jnsubordinationsvcr- gehen in einen wirkungsvollen Kontrast brachte. Der Stellvertreter des Kriegsministcrs hatte darauf die bekannte Antwort nach Schema?: Von allen diesen Dingen habe ich nie etwas gehört und gelesen. Ich weiß von nichts. Mein Nanie ist Sixt von Armin. Genosse Stadthagcn brachte darauf den Fall des bei Stolpe im September 1906 von Gendarmen getöteten Zimmerers Hermann zu Sprache, um zu beweisen, daß die Militärbehörden in ihrem Streben, die heiligen Traditionen des Militarismus aufrechtzuerhalten, sogar Feststellungen der Zivilgerichte ignorieren. Der Herr General Sixt v. Armin entzog sich der Verteidigung gegen diesen Vor- wurf, well ihm der„Ton" Stadthagens nicht gefiel. Weiter entspann sich noch eine eingehende Debatte über die Frage der Erhöhung der OberstleutnantSgehältcr, die mit der früheren der Fregattenkapitäne begründet wurde, während damals für die Fregattenkapitäne die besonderen Verhältnisse der Seeoffiziere als maßgebend anerkannt worden waren. Für die Sozialdemokratie erklärte Genosse S ü d c k u m, daß wir uns keinesfalls auf diese Mehrbewilligung einlassen könnten. Die Abstimmung hierüber wird morgen eine n a m e n t- l i ch e sein. Außerdem steht die Zuckerkonvention ans der Tagesordnung.—_ Freisinnige Bescheidenheit. Beim Etat der B a u v e r w a l t u n g, der in der Donnerstagssitzung des preußischen Abgeordnetenhauses be- raten wurde, wurde den Freisinnigen eine kleine Freude zuteil. Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft, und die Freisinnigen sind so bescheiden, daß diese Geschenke in bloßen Ncdcnsartcn bestehen können. Ein�frcikonscrvativcr Abgeordneter brachte die Frage der Schiffahrtsabgabcn aufs Tapet. Taraufhin erklärte Buddes Nachfolger, die Regie- rung werde auf eine Aenderung der Reichsverfassung hinwirken, um Schiffahrtsabgaben auf Strömen einführen zu können. Nun sind bekanntlich die Freisinnigen Gegner der Schiffahrtsabgaben, und. so viel wir wissen, erlaubt ihnen ihr Herr und Meister Bülow, auch in den Zeiten des Blocks diese—„grundsätzliche" Stellungnahme beizubehalten. Man sollte also denken, daß sie die Regierungserklärung, Schiff- fahrtsabgaben einführen zu wollen, nicht allzu freudig aus- genommen hätten. Ter Minister hatte aber hinzugesetzt, die Regierung werde sich nur von„großzügigen Gesichtspunkten" bei der Einführung von Schisfahrtsabgaben leiten lasten. Das Wort genügte, um B r ö m c l und Gyßling gerührt in Pappe n Heims blockbrüderliche Arme sinken zu lassen. Ganz außer dem Häuschen war der Freisinnsführer von Königsberg. Rund und nett akzeptierte Herr Gyßling die Schiffahrtsabgaben. Er sang außerdem einen langen Panegyrikus zu Ehren des Ministers Brcitenbach und feierte ihn als den Neuentdccker des Hei- niatsstils in der Architektur. Dann wurde noch über vcr- schiedeno Regulierungen gesprochen. Von Arbeitcrangelegeu- Heiken war nur ganz nebenbei die Rede. Wozu auch? Am Sonnabend wird die Beratung des Etats fort- gesetzt._ f Ministerwechsel. Noch vorgestern wußten einige halboffiziöse Blätter, dar- unter die„Köln. Ztg.", zu versichern, daß der Rücktritt des Reichsschatzsekretärs für die nächste Zeit noch nicht zu er- warten sei. Es wären noch gar keine Entschließungen über das Verbleiben des Freiherrn v. Stengel in seinem Amte gesaßt worden, und deshalb sei es zum mindesten sehr vor- eilig, sich in Kombinationen über seinen Nachfolger einzulassen. Wir haben von diesen Dementis keine Notiz gc- nommen, denn sie erschienen uns der ganzen Sachlage nach als ebenso glaubwürdig wie die bekannten Bestrcitungsvcr- suche des Professors Paasche; und tatsächlich steht denn auch heute fest, daß Herr v. Stengel schon in den nächsten Tagen den Platz, den er i1/» Jahre eingenommen hat, verlassen wird. An der heutigen Sitzung der Budgetkommission des Reichstages, in welcher der Etat des Reichsschatzamts. zur Verhandlung stand, hat Freiherr v. Stengel bereits nicht mehr teilgenommen; er wurde durch den Unterstaatssekretär Twele und einen Ministerialdirektor vertreten. Aber, wie es scheint, wird nicht er allein aus dem Dienst scheiden, sondern ihm bald ein Kollege auf dem Gebiet der Finanzkunst ins Privatleben nachfolgen: der preußische Finanzmini stcr Freiherr v. Rheinbaben. Vor einigen Tagen schon wußte die„Köln. VolkSztg." zu melden, daß Herr v. Rheinbaben in eines der größten industriellen Werke des Ruhrreviers(Krupp) eintreten werde. Jetzt tviederholt die„Weserztg." diese Meldung, und zwar mit Bc- stimmtheit.„Wie wir", schreibt sie,„von einer dem preußischen Finanzminister nahestehenden Persönlichkeit hören, soll tatsächlich eine Aufforderung an Herrn v. Rhein- baben von der Verwaltung der Kruppschen Werke ergangen sein, in die Direktion des Essener Unternehmens an leitender Stelle zu einem ihm Pastenden Termine cinzu- treten." Danach scheint es, daß Fürst Bülow endlich erreicht hat, was er schon beim letzten Minister-„Reviremcnt" erstrebte, aber nicht durchzusetzen vermochte: die Entfernung des Frei- Herrn v. Rheinbaben von seinem Posten. Damals scheiterte Bülows Wunsch an dem Widerstand und Einfluß der hohen preußischen Burcaukratic, die in Rheinbaben gemäß ihrer alten Traditionen ihren Führer sah, während Fürst Bülow nie ihre besonderen Sympathien besessen hat. Welche Um- stände jetzt Bülows Wunsch zum Siege verholten haben, eilt- zieht sich unserer Kenntnis. Sollte aber tatsächlich in nächster Zeit Herr v. Rheinbaben gehen oder vielmehr gehen müssen. dann wird sein Scheiden in der preußischen Burcaukratie schwerlich versöhnliche Gesinnungen gegen den preußischen Ministerpräsidenten auslösen; denn die hohe Bureaukratic betrachtet Herrn v. Rheinbaben gewissermaßen als die Ver- körperung ihrer am höchsten geschätzten eigenen Eigen- schatten— und mit Recht. Herr v. Rheinbaben war immer korrekt, immer schön frisiert, immer präsentabcl in seinem tadellos sitzenden Gchrock; und auch an Rückständigkcit seiner politischen und nationalökonomischen Anschauungen ließ er nichts zu wünschen übrig. Er stand ganz auf dem Niveau der adeligen konservativen Durchschnittspolitikcr— vielleicht sogar noch um einige Nuancen unter dem Durchschnitt; doch das ist nach preußischer Regierungstradition cher ein Vorteil als ein Nachteil. Deshalb wird die Bureaukratie ihn weit weniger gern scheiden sehen als Herrn v. Stengel, der zwar auch Bureaukrat ist, aber doch allerlei bayerische Allüren hatte und sich die richtige preußische Eleganz und Schneidigkeit nicht anzugewöhnen vermochte. Ein nettes Anekdötchen macht die Runde durch den Reichstag. Froh des wieder einmal geschlossenen inneren Friedens, faßen Vereinigungsleute und Boltsparteiler beim Schoppen zusammen. Ein Vereinigungsmann bat die guten Freunde und getreuen Nachbarn von der Volkspartei, nun abet, nachdem man Barth und Gerlach als Sündenböcke aus dem Vereinigungsvorstande gejagt habe, Gras über die Geschichte wachsen zu lassen. Bereitwilligst wurde ihm das zugestanden. Also alles ist erledigt und begraben", sagte ein alter Boltsparteiler und jezte hinzu:„ Aber nun noch eine Bitte: Nicht wahr, Ihren Pachnide, den treten Sie uns ab?" " Eine Erweiterung der Unfallversicherung. Meine sonstigen Beziehungen zum Liberalen Wahlverein bleiben von dieser Erklärung unberührt. Mit besten Grüßen Ihr freundschaftlich ergebener Theodor Barth. Sachsen und die Reichsfinanzreform. In der sächsischen Zweiten Kammer fette heute auf eine Interpellation des Abg. Günther der Finanzminister v. Rüger die Stellung Er der sächsischen Regierung zur Reichsfinanzreform auseinander. wies den Vorwurf zurück, daß die Bundesstaaten prinzipiell Gegner der Reichsfinanzreform seien. Wenn man es dem Reiche überlasse, den Einzelstaaten Steuern vorzuschreiben, so würde diesen das Geld fehlen zur Erfüllung wichtiger Staatsaufgaben. Die Erhöhung der Beamtengehälter beispielsweise werde im Jahre 1911 allein 18 Millionen Mark mehr erfordern. Bei dieser Gelegenheit wolle er auch der Wythe entgegentreten, als ob der Bundesrat nur aus Vertretern des Großgrundbesizes bestehe. Die fächsische Regierung habe stets die Interessen der sächsischen Landwirtschaft, die überwiegend aus kleineren Besitzern bestehe, wahrgenommen. Der sächsischen Regierung liege die Reichsfinanzreform dringend am Herzen, doch werde sie fich nicht mit der Einführung direkter Reichssteuern einverstanden er flären. Es fragt sich, ob die aus französischer Quelle stammenden Meldungen den Kundgebungen nicht eine fremdenfeindlichere Färbung geben, als sie wirklich haben. Afrika. Autonomiebestrebungen in Aegypten. London, 6. Februar.„ Tribune" meldet aus Sairo: Mustafa Kamel Basha, Führer der ägyptischen Partei, hat an Sir Edward Grey ein Telegramm gerichtet, worin er gegen dessen Erklärung protestiert, das ägyptische Volt befiße nicht die notwendigen Eigenschaften, um ein eigenes Parlament und eine autonome Regierung fei besser vorbereitet, eine autonome Regierung zu besitzen, als zu erhalten. Die nationalistische Partei erklärt dagegen, Aegypten manche europäische Nation. Die nationalistische Partei werde fortfahren, für die Unabhängigkeit des Landes zu kämpfen. Stadtverordneten- Verfammlung. 6. Sibung vom Donnerstag, den 6. Februar, nachmittags 5 Uhr. betr. Linderung der Arbeitslosigkeit ist gewählt und har Der Vorsteher Michelet eröffnet die Sigung nach 5½ Uhr. Der Ausschuß zur Vorberatung des Antrages Arons( So.) betr. Linderung der Arbeitslosigkeit ist gewählt und hat fich fonstituiert; bon ber jozialbenolraulichen graffion gehören ihm Im Reichsamt des Innern ist soeben ein Gesezentwurf in seiner Ausarbeitung vollendet worden, welcher den Zwed erfüllt, die Polizei und ihre Hülfsorgane unter die gegen Unfall zu versichernden Berfonen einzureihen. Es kommen neben den Schuß Leuten insbesondere die Feuerwehren in Betracht. Dem Reichstag gingen in der gegenwärtigen Session verschiedene Petitionen Die Petitionskommiffion des Abgeordnetenhauses beschloß am aus den Kreisen dieser Interessenten zu, welche insbesondere wegen der förperlichen Berlegungen in der Diensterfüllung Mittwochabend, 445 Petitionen um uebertragung des der Schutzleute eine Erweiterung der Unfallfürsorge bringend Reichstagswahlrechts auf Preußen und 2 Petitionen wünschen. Vielleicht unterstützte die Regierung die Bedürfnis- um Aufrechterhaltung des Dreillaffenwahlrechts der Regierung als zu 20 000 für Zwecke der Speisung bedürftiger frage mit Rüfsicht auf die neueste Verwendung der Schutz- Material zu überweisen. Eine Petition von Bewohnern der Schulkinder in den Monaten Februar und März. Durch leute zum Angriff auf die demonstrierende Arbeiterschaft. Als Umgegend von Düppel wegen Gewährung von Entschädigung für durch den Geh. Oberregierungsrat v. Wuermeling am Donnerstag Schäden, die sie im Kriege 1864 erlitten haben, wurde durch Ueber in der Petitionskommission des Reichstages die Mitteilung von dieser Novelle zum Unfallversicherungsgefeß erfolgte, überwies die Kommission gang zur Tagesordnung erledigt, weil eine rechtliche die sämtlichen Einläufe dem Reichstanzler als Material für die Be- Verpflichtung des Staates zu derartigen Entschädigungen nicht borliege. arbeitung des Gesetzes. Aus dem dunkelsten Deutschland. In Redlinghausen, ebenso bekannt durch die Zentrumstreue feiner Bevölkerung, wie durch die Schneidigkeit und Unparteilichfeit seiner Polizei, ist ein neues Rathaus gebaut worden. Dieser Tage haben die ebenso frommen wie weisen Stadtväter den Bau besichtigt, in dessen Treppenhause die Gipsmodelle der fünftigen plastischen Ausschmüdung aufgestellt waren. Der Bildhauer hatte die Treppe mit einem Reliefband ausgestattet, das in einer Allegorie des Kampfes ums Dasein auch eine Anzahl nadter Gestalten aufweist: die Mutter Erde, Der Kaiser und die Polen. Die Nordd. Allg. 3tg." bestreitet die Nachricht, daß der Kaiser seine Ansicht über die Polenenteignungsvorlage geändert habe. Sie bringt an der Spizze ihrer letzten Nummer folgende Notiz Eine parlamentarische Korrespondenz verbreitet, wie wir der Germania" entnehmen, die Behauptung, der Kaiser beabsichtige, Die Bolenvorlage zurückzuziehen. Im Anschluß daran teilt die „ Germania" mit, daß der Kaiser geäußert habe, es sei ihm gleich gültig, was aus der Polenvorlage werde". Beide Angaben können wir als Erfindung bezeichnen. Abg. Naumann teilt mit, daß er verhindert gewesen ist, an der abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag auf Anerkennung der Arbeiterorganisationen durch die Marinebehörden teilzunehmen. frankreich. ihr zur einen Seite einen derben Urmenschen, zur anderen Seite einen Knaben mit den Segnungen der Erde. Die Stadtväter waren mit dem Werke des Künstlers, der weder der Mutter Erde Er hätte sonst für den Antrag gestimmt. ein Reformkleid, noch dem Urmenschen Hosen und Gehrock, noch dem Knaben einen Sportanzug angelegt hatte, höchlichst unzufrieden. Sie erklärten, daß diese Nuditäten was im Sinne frommer mit Rücksicht Sittenwächter so viel wie Schweinerei bedeutet auf die Empfindung der Bürgerschaft nicht ausgeführt werden dürften, die Gruppe Mutter Erde soll ganz weg bleiben und aus den Reliefs sind alle nachten Gestalten zu befeitigen. die Mitglieder Dupont, Glode und Ritter an. Auf Vorschlag des Stadtv. Kaempf( A. L.) wird die Beratung der Vorlage wegen der Speisung bedürftiger Schulfinder vorweggenommen. Der Magistrat beantragt die Bewilligung einer Summe bis Rundfrage bei den Reftoren ist ermittelt worden, daß 14500 Schulkinder regelmäßig zuhause tein warmes tittagessen erhalten, daß von diesen aber 13 665 die Hauptmahlzeit erst am Abend einnehmen, daß ferner 5008 Stinder häufig fein warmes Mittagessen zuhause erhalten. Für die 835 Kinder, die überhaupt kein warmes Essen erhalten und für die Hälfte derjenigen, die häufig kein warmes Mittagessen erhalten, soll die Speisung durch Ueberweisung an die Kinderbolts. üchen erfolgen. Die Rektoren sollen die betreffenden Kinder auswählen; dem Verein für Kinderboltsküchen sollen für die Por tion 10 Pf. vergütet werden. Bei 3339 Kindern und je 60 Tagen à 10 Pf. find rund 20 000 m. notwendig. Diese Einrichtung soll in jedem Einzelfall nachträglich durch die Organe der Armennur provisorisch sein. Ob wirkliche Hülfsbedürftigkeit vorliegt, foll direktion festgestellt werden. Stadtv. Borgmann( Soz.): Ich erkläre namens meiner Freunde die Zustimmung zu der Magistratsvorlage. Sie werden indessen mit mir mitempfinden, daß die Vorlage außerordentlich, dürftig begründet ist. So leicht wird dem Magistrat die Vorlage au den vorher so sehr verlästerten Verein doch in Anspruch zu nehmen. machen nicht geworden sein, denn sie läuft doch darauf hinaus, In den Dezemberberhandlungen wurde angedeutet, die magistrat. lichen Fragebogen würden ergeben, daß die Abrahamsche Broschüre nicht den Tatsachen entspreche. In der kurzen Zeit von 2 bis höchstens 3 Wochen ist durch dieselben Organe, nämlich die Rektoren und Lehrer, festgestellt worden, daß jene Angaben allerdings im Paris, 6. Februar. Die Senatsfommission zur Prüfung des großen und ganzen zutreffend waren. Die jetzt uns gegebenen von der Kammer angenommenen Arbeiter- Pensionsgesehentwurfs Bahlen übertreffen eigentlich noch, was in der Broschüre angegeben beschloß, die Regierung aufzufordern, eine neue Vorlage einzu- war. Der Magistrat glaubt sich nun damit helfen zu können, daß bringen, da der Kammerentwurf, welcher die Beitragsleistung des von den erwähnten 14 500 Sindern nur 835 übrig bleiben, weil Staates mit 100 Millionen Franks ansett, von unrichtigen Vor- die übrigen am Abend ihre Hauptmahlzeit bekommen; die aussetzungen ausgehe. Die Senatskommission veranschlagte die 5800 Kinder, welche häufig kein Mittagessen zuhause erhalten, reBelastung des Staates durch die Arbeiterpensionskasse auf 600 bis( duziert er ferner auf die Hälfte, die eigentlich nur unterstützungs800 Millionen Franks. Verschleppung der Arbeiterversicherung. Aus den Parlamenten. Der Fall bringt sogar die sonst so ruhige und gemessene " Kölnische Zeitung" außer Fassung. Das Blatt will zwar die Recklinghäuser Stadtbäter nicht als die eigentlichen Uebeltäter bedürftig sei. Diese Manipulation erscheint etwas willkürlich ansehen; sie seien, meint es, die Opfer des Verbrechens, das an und gewalttätig; man seht sich so mit einem Saltomortale über ihrer Gesittung begangen worden sei durch jene Leute, die zwar den zweifellos vorhandenen Notstand hinweg. Es ist doch nicht aus Paris, 6. Februar. Die Kammer nahm in erster Besung den der Welt zu schaffen, daß die ganze Zahl der Kinder Mittags noch nie einen brauchbaren Vorschlag gemacht haben, wie der französisch- kanadischen Handelsvertag an und ging nichts Warmes erhält. Herr Modter schüttelt den Kopf; er wird wirklichen Unfittlichkeit anders gesteuert werden könne als dann zur Verhandlung über die Einkommensteuer über. niemals solche Dinge voll zu würdigen verstehen, denn dazu muß durch Schutzmann und Gefängnis, die aber jahraus jahrein Renoult erklärte, die Generaldebatte habe bewiesen, daß die man sie an feinem eigenen Leibe verspürt haben.( Große Un mit geiferndem Haß die Bevölkerung gegen Rammer entschieben für das Prinzip der Einkommensteuer sei. Er ruhe bei der Mehrheit.) Herr Kollege Kyllmann, Sie brauchen Kunst und Künstler aufheben und wenn man ihnen ihr verteidigte den Entwurf gegen die erhobenen Einwände. Sodann nicht auf mich zu cremplifizieren; wenn ich die Versammlung mit rohes Handwerk legen will, sagen, sie hätten nichts gegen die wahre wurde die Sigung aufgehoben. Im Senat wurde die Debatte der Erzählung der Geschichte meiner Jugend langweilen wollte, Kunst... Das Ziel der Sittenmeister ist die Kunstüber den Gefeßentwurf betreffend die Verkürzung der würde sie diese meine Ausführungen als durchaus berechtigt zerstörung und ihr Getue, als wollten sie die ernste Stunft nicht Baragraphen, welche für die Reserve zwei Perioden von 23 bezw. füchen 65 000 Mt. für diefen Winter zur Verfügung zu stellen; zerstörung und ihr Getue, als wollten sie die ernste Stunft nicht uebungen für Reserve und Landwehr fortgesetzt. Die einzelnen anerkennen. Wir hatten beantragt, dem Verein für Kindervolksanrühren, nur eine freche 2üge. Gittliche Roheit nennen wir 15 Tagen, für die Landwehr eine neuntägige Uebung festsetzen, wurden diese unsere Forderung wird durch die Vorlage unweigerlich als anrühren, nur eine freche Lüge. Gittliche Roheit nennen wir aber gerade diese ruchlos gemeine Anschauung vom Nackten, die nach furzer Debatte angenommen. begründet hingestellt, und eigentlich müßte die letztere einen Kredit im Volle verbreitet wird. Fände sich doch einmal im Barlament von 100 000 Mark für den nachgewiesenen Notstand verlangen. ein freier, gerader deutscher Mann, der mit vollster Entrüstung Wenn wir jetzt zustimmen, so geschieht es deshalb, weil der beleidigter Bildung rednerische Fauftschläge niederhageln ließe auf Magistrat nicht genügend Kräfte hat, um die Sache von Stadtdieses Gezücht, das das abscheuliche Handwerk treibt, unser wegen noch in diesem Winter durchführen zu können. In der Bolt in der Barbarei niederzuhalten. Das wäre Begründung steht freilich davon kein Wort, man fann es höchstens wichtiger, als manche andere langatmige Rede, denn der 8uzwischen den Zeilen lefen. Es scheinen sich da im Magistrat selbst zwiespältige Meinungen bekämpft zu haben. Es soll nun stand ist schier nicht mehr länger zu ertragen." durch die Armendirektion nachträglich festgestellt werden, ob die zur Speisung überwiesenen Kinder wirklich bedürftig varen; der Magistrat hat also wahrscheinlich immer noch die Befürchtung, daß die jetzt auf seine eigene Veranlassung erfolgte Feststellung nicht einwandsfrei sein könnte. Gegen eine solche Maßnahme lege ich ganz entschieden Verwahrung ein. In der früheren BerhandIung ist nachgewiesen worden, daß sämtliche Gemeinden und Das sind gewiß recht entschiedene Töne, nur wäre es gut, wenn die Kölnische Zeitung" darüber nachdächte, wie weit an solchen Bus ständen die politische Waschlappigkeit des Liberalismus schuld ist, der nicht den Mut hat, den Klerikalismus, den Gegner und Vernichter alles geistigen und künstlerischen Fortschritts, in die Schranken 3u tveisen. Hinaus gedrängelt. Wie das Berl. Tagebl." mitteilt, haben gestern die Herren Dr. Barth und v. Gerlach ihren Austritt aus dem geschäftsführenden Ausschuß des Liberalen Wahlvereins erklärt. Die Motivierung dieses Schrittes gibt Dr. Barth in folgendem an den Abgeordneten Schrader gerichteten Schreiben: Lieber Freund! Eine Marokko- Interpellation. Paris, 6. Februar. Zu Beginn der heutigen Senatsfigung brachte der Konservative Gaudain de Villaine eine Interpellation betreffend die Lage des Expeditionskorps in Maroffo ein. Clemenceau erklärte, daß er von dieser Interpellation nicht unterrichtet worden sei und sich deshalb mit dem Minister des Aeußern nicht habe verständigen fönnen. Er ersucht deshalb, daß der Zeitpunkt für die Erörterung dieser Interpellation erst in der morgigen Sitzung festgesetzt werde. Dieses Ansuchen des Ministers präsidenten wurde angenommen. • Marokko. Neues französisches Vorrücken. Paris, 6. Februar. General d'Amade meldet, daß die Städte den Grundfab festhalten, daß eine solche Unterstützung wie Schüßenkolonne und die Küstenabteilung gestern nach dem Gefechts- bie hier in Frage stehende niemals als Armenunterstüßung angefelde vom 2. Februar, südwestlich von Dar Ber Reichid, vor- fehen werden kann. Wir haben in der städtischen Verwaltung auch gerückt find. Die Kavallerie und eine Gumabteilung hatten die andere Organe, die diese Nachprüfung vornehmen tönnen, so vor allem die Schulfommissionen. Die Organe der Armendirektion feindlichen Vorposten zurückgedrängt, doch wurde das Biwak gegen dürfen mit der Sache nichts zu tun haben. Die Schulfommiffionen 1 Uhr mittags von stärkeren feindlichen Kräften angegriffen Diese waren jedoch leicht abzuweisen und zogen sich mit anscheinend haben ja schon heute die Befugnis, in der Frage der freien Lehrmittel und in Fragen der Schulverfäumnisse zu recherchieren; erheblichen Verlusten in der Richtung auf Settat aurüd. warum sollen sie nicht auch diese Recherchen übernehmen können? Französischerseits waren fünf Leichtverwundete. In den Schultommissionen sind auch zahlreiche Mitglieder der Im französischen Ministerrate hat am selben Tage der Armenkommissionen und umgekehrt; die Recherchen der SchulAls wir am 13. Januar zu einer Sigung des Geschäftsführenden Ausschusses zusammentraten, um die Konsequenzen der Minister des Aeußeren behauptet, seine Nachrichten aus fommissionen werden also ebenso einwandfrei sein wie diejenigen Haltung unserer Parteifreunde im preußischen Abgeordnetenhause Marotto bewiesen, daß die Gesamtlage sich feit der Recherchen, welche die Armenverwaltung vornehmen würde. gegenüber der Bülowschen Wahlrechtserklärung zu erörtern, habe letzten Kammerdebatte weder in militärischer noch in diplo- Uebrigens handelt es sich hier ja nur um 2 Monate, um die ich kein Hehl daraus gemacht, daß mir eine scharfe, offene Stritit matischer Hinsicht geändert hat. Die Regierung halte sich Beseitigung einer augenblicklichen Notlage. Wir werden die auch innerhalb der eigenen Partei unerläßlich erscheine, um ein streng innerhalb der Grenzen der von der Rammer an ganze Frage noch eingehend zu erörtern Gelegenheit haben. Aber weiteres Abrutschen auf der durch die konservativ- liberale Baarung genommenen Tagesordnung. Es habe sich kein Zwischenfall ben Stindern in den Gemeindeschulen besteht. Nehmen Sie die festgestellt ist, daß in der Stadt ein großes, schweres Glend unter recht glatt gewordenen Bahn nach rechts- wenn irgend möglich ereignet, der dahin ausgelegt werden könnte, daß er eine Vorlage an!( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtschulrat Dr. Fischer: Wir haben nach den beschafften aufzuhalten. Um für eine solche Kritik freien Raum zu andere Haltung hervorrufen würde. Es sei vollkommen Mobilisierung haben, erkläre ich meinen Austritt aus dem Geschäftsführenden unrichtig, daß die eines Unterlagen die Rechnung aufmachen müssen, wie sie die Vorlage Ausschuß. Nur der lebhafte Wunsch unserer Kollegen im Ge- Solonial- Armeekorps für Marokko erwogen werde. wiedergibt. Die Hauptmahlzeit, Suppe oder Gemüse mit Fleisch, schäftsführenden Ausschuß, den Schritt nicht zu tun, bevor nicht Die als vollkommen unrichtig bezeichnete Meldung hatte erhalten die meisten der 14 500 Kinder am Abend, wie denn in die Fraktionsgemeinschaft des Reichstages Gelegenheit gehabt habe, der Pariser Matin" vom 6. Februar gebracht. Das Blatt weiten Schichten der Bevölkerung es noch so ist, daß die Haupts, mahlzeit am Abend genossen wird. Der Magistrat war der erneut Stellung zu der sogenannten Bülowschen Blockpolitik zu behauptete, daß an den General Archimand der Befehl er- Meinung, es müßte möglichst schnell etwas geschehen, wenn die nehmen, bestimmte mich, von meiner Absicht einstweilen zurüd- gangen sei, die drei Divisionen des Kolonialforps in Paris, Einrichtung hätte von Stadtwegen übernommen oder anderen zutreten. Die Haltung der Fraktionsgemeinschaft am 22. Januar Toulon und Brest für eine etwaige Mobilisierung bereitzu- Bereinen anvertraut werden sollen; so hoffen wir, daß Anfang nächster Woche mit der Schulspeisung auf Stosten der Stadt beim Reichstage, die es Ihnen unmöglich machte, den Beschluß halten. gonnen werden wird. Es soll auch dem Verein für die vorher. unferes erweiterten Vorstandes vom 19. Januar auszuführen, gegangenen Tage im Februar eine Entschädigung bewilligt werden. und die Bemühungen eines beträchtlichen Teils dieser Gemeinschaft, eine freimütige ritit Paris, 6. Februar. Aus Fes wird vom 29. Januar gemeldet, Durch die Nachprüfung seitens der Organe der Armenverwaltung den politischen a 11 Handlungen der eigenen Partei einzuschränken, lesen worden sei, in welchem es unter anderem heißt: Wenn der unterstüßung handelt, wir halten nur diese Organe für die gedaß dort in der Moschee ein Brief des Sultans Mulay Hafid ver- foll nicht zum Ausdruck kommen, daß es sich um eine Armenhaben mich erneut zu der Ueberzeugung gebracht, daß es heilige Strieg beendet und fein lebender Christ mehr in eignetsten für diese Nachprüfungen.( Sehr richtig!) Im Herbst der demokratischen Sache, welcher zu dienen ich bestrebt bin, Marotto sein wird, dann werde ich nach Fes tommen. Vor- werden vielleicht noch andere Versuche angestellt werden.( Beifall.) Stadtv. Sonnenfeld( A. 2.) spricht für Annahme der Vorlage, förderlicher ist, wenn ich durch Ausscheiden aus läufig sende ich Mulay Reschid mit einer starken Armee als meinen bittet aber den Magistrat, auch noch andere Versuche zu machen dem Geschäftsführenden Ausschuß jener Mid- Vertreter dorthin. sichten enthoben bin, die ich bisher in dieser Nach einer anderen Version hat der Gegenfultan in diesem und praktisch zu erproben. Man wiffe fich von jeder Animosität Stellung glaubte nehmen zu sollen. Briefe auch geschrieben, nach der Beendigung des gegen den Abrahamschen Verein frei; es sollten aber die Versuche Ich bitte, danach die Erklärung meines Austritte aus dem heiligen Krieges und der Wiedereinnahme von mit dem Volksküchenverein, mit den Kinderhorten u. a. angestellt Geschäftsführenden Ausschuß nunmehr als eine definitive an- Casablanca hoffe er udschda wiedereinzunehmen, um werden. Die Befürchtung des Kollegen Borgmann, daß diese Ver fehen zu wollen. die alte Grenze wiederherzustellen. sorgung auf eine Aktion der Armenverwaltung hinauslaufe, treffe " Kundgebungen Mulah Hafids. nicht zu; übernehme aber die Stadt die Sadje in eigener Regie, Rechenstift und will uns beweifen, daß hier zu viel ausgegeben werden 21 betragen.( Sört!) Die Teilung ber achten Klassen erfolgt nach so werde sie schließlich gar nicht anders angesehen werden können. soll. Bei solchen Unternehmung en feilscht man nicht um den festen Prinzipien. Wenn 60 Kinder da sind, muß geteilt werden; Um das zu vermeiden, werde man auf dem jezigen Wege verharren Betrag. Will Herr Körte den Anfang der Ausführung einer wenn 50 da sind, kann geteilt werden. Nun zählt oft vor dem müssen; um so mehr empfehle es sich, auf diesem Wege möglichst guten Sache verzögern, weil er nicht sofort alles auf 1. Mai und 1. November die Klasse unter 60, und der Rektor biel Erfahrungen zu sammeln. einmal erreichen fann? Rehmen Sie die Vorlage als das, nimmt die Teilung nicht vor. Nach dem 1. Mai und 1. November, Stadtv. Rosenow( N. L.): Die Vorlage steht im starken Wider- was sie ist, als ein Aushilfsmittel, das einer nachdem noch Einschulungen erfolgt sind, steigt hier und da die spruch zu dem Beschlusse der Versammlung vom 19. Dezember. größeren Anzahl von Kindern für ihre gesundheitlichen Berhältnisse Zahl über 60; wir lassen es dann in dem Semester dabei bewenden. Damals war verlangt worden, Verpflegung in der Schule; das von Vorteil sein soll. Es ist keine große, weltbewegende Ein- Das Fortschreiten der Kinder wird durch die große Frequenz nicht von steht in der Vorlage nichts. Es ist hier direkt beklagt worden, richtung, aber ein kleines Mittel, welches weder unzulänglich noch gehindert, wie die Statistik der letzten Versehungen ergibt. In daß die Kinder vor den Küchen in Wind und Wetter warten muglos fein wird. Solche Anstalten werden segensreich und den achten Klassen zählen auch die Kinder mit, welche nach zweimüssen; das wird durch die Vorlage nicht beseitigt, sondern dieser vorteilhaft wirken. Stimmen Sie eine Vorlage nicht nieder, jährigem Aufenthalt in die Nebenklassen hineingesezt werden lebelstand wird noch verschärft. Die Recherchen durch die Organe die ihren Ursprung in der Versammlung selbst hat und Gutes wirken müssen. Die Andeutung, daß wir das achtklassige System abschaffen der Armendirektion mißbilligen wir. Im Augenblid müssen wir wird. Hindern Sie nicht die Einrichtung einer Anstalt, die von der und ein siebenklassiges dafür durchführen wollen, beantworte ich freilich die Vorlage akzeptieren. Es ist die höchste Zeit, daß ärmeren Bevölkerung Berlins als eine wirkliche Wohltat empfunden damit, daß die Sache noch erwogen wird; es wird aber woh! endlich etwas geschieht, nachdem so lange Zeit verstrichen ist, ohne werden wird. Die Anstalt soll zum Wohle der Kinder und zur bei dem achtklassigen System bleiben. dag etwas geschah. Verbesserung unserer Schulverhältnisse dienen. Nur einige wenige Schulen haben eine erste Alaffe. Die Ver Stadtschulrat Fischer: Wir haben uns auf die bedürftigen Stadtv. Dr. Langerhans: Ich bin ganz erstaunt über die hältnisse in Dänemark sind sehr viel günstiger als bei uns, aber Kinder beschränken müſſen. Hätte die Speisung in den Schulen Rebe des Herrn Singer. Der Magistrat hat uns hier keineswegs die Koften eines Gemeindeschulkindes find in 10 Jahren von 61 b stattfinden sollen, so wäre über den Vorbereitungen dafür auch der ein schönes Geschent gemacht. Wir müssen uns sehr wohl alle der E2 M. gestiegen, und die Höchstbefeßungsziffer ist beständig herabgeſetzt Februar vergangen. Die Rektoren sind verständigt, daß die artigen Vorschläge, die an uns gelangen, überlegen, und diese Vor- worden. Bezüglich der katholischen Schulen sind wir leider ohn Speisung in den Kindervolksküchen zunächst nur für Februar lage ist nicht sehr wohl überlegt. Kinderfrankenhäuser für mächtig; unsere Gemeindeschulen haben wir für paritätisch er erfolgt. Syphilitische und Schwindsüchtige müssen wir bauen. Herr Singer flärt, die Vertreter der Unterrichtsverwaltung haben sie mit dem Auch Stadtv. Dr. Nathan( oz.- fortschr.) bekämpft die Nach- weiß auch, daß wir in Buch ein Krankenhaus für Lungenkranke selben Gifer für konfessione!! erklärt. prüfung der einzelnen Fälle durch die Armendirektion. bauen wollten. Diese Dinge sind nötiger als die Walderholungs- Die Vorlage wird zur Kenntnis genommen. Stadtv. Borgmann: Wir beantragen ausdrücklich, die Nachstätte. Wer soll denn berufen sein, die Kinder auszuwählen? prüfungen durch die Schulkommissionen vornehmen zu lassen. Ich Soll etwa je in einem Jahr jede Volksschule ein Kind hinschicken? von 1808 soll eine gemischte Deputation eingesetzt werden. habe schon die Frage der Gewährung der Lehrmittel angeführt; Wir haben, als wir die Waldschule ablehnten, ausgesprochen, daß hier fungieren die Schulkommissionen, gerade weil wir der wir die außerordentlich nötigen Heimstätten für franke Kinder Maßregel den Charakter einer Armenunterstützung von vornherein haben wollten. Die Vorlage ist ein Zwitterding, lehnen Sie sie haben nehmen wollen. Es erscheint nicht angemessen, die Armen ab!( Lebhafter Beifall.) tommissionen hineinzuziehen; nehmen Sie der Vorlage diesen Make!! Damit schließt die Beratung. Der Magistratsantrag wird einstimmig angenommen; der Antrag Arons wegen der Recherchen bleibt jedoch nach der Erklärung des Bureaus in der Minderheit. Aus der Versammlung werden lebhafte Zurufe laut, die dies Ergebnis an zweifeln, der Vorsteher aber verweist demgegenüber auf die einstimmige Feststellung des Bureaus. Die Vorentwürfe zum Erweiterungsbau der V. Pflichtfortbildungsschule, Langestr. 31, und zum Neubau einer Fach- und Fortbildungsschule, Linienstr. 162, sind von dem eingesetzten Ausschuß einstimmig gutgeheißen worden. Referent ist Stadtv. Stapf( A. 2.) Die Versammlung genehmigt den ersten Vorentivurf ohne Debatte. Stadtv. Rosenow bittet zur Geschäftsordnung um Wiederholung der Abstimmung über den Antrag Arons, da das Bureau sich viel leicht doch im Irrtum befunden haben könne.( Zustimmung und lebhafter Widerspruch, wachsende Unruhe in der Versammlung.) Der Vorsteher verbleibt bei seiner Weigerung. Stadtv. Gericke stellt als Beifizer fest, daß von 105 anwesenden Mitgliedern 43 für den Antrag Arons gestimmt haben. Der Referent Stapf kann sich nicht mehr verständlich machen, da die Unruhe sich zu tosendem Lärm auswächst und ununterbrochene Rufe: A 6 stimmen!" ertönen. Der Vorsteher droht mit Vertagung und unterbricht, da die Ruhe gleichwohl nicht wieder eintritt, die Sigung. Der Lärm und die erregten Auseinandersetzungen im Saale dauern fort. n Nach einer Viertelstunde erklärt Vorsteher Michelet die Sigung für wiedereröffnet. Referent Stapf führt fein Referat ohne weitere Unterbrechung zu Ende. Stadtv. Sachs( A. L.): Nach reiflicher Ueberlegung sind wir zur Ablehnung der ganzen Vorlage gekommen. Der Ausschußbeschluß ist nur ein Kompromiß gewesen, geboren aus der Furcht, der Magistratsvorschlag werde durchfallen. Der Ausschußvorschlag hat den Entwurf so wenig verbessert, daß wir ihn nicht akzeptieren fönnen. Stadtv. Rosenow( N. L.): Das Geschick der Vorlage wird dadurch illustriert, daß der Kollege Sachs jetzt selbst gegen seinen im Ausschuß einstimmig angenommenen Antrag gesprochen hat. Wir sehen auch diese Einrichtung wie die Speisung der Schulkinder lediglich vom Standpunkte der Schule an; wir werden den Ausschußantrag annehmen. Zur Vorbereitung der Hundertjahrseier der Städteordnung Stadtb. Stapf begrüßt den Plan des Magistrate, wünscht aber die Deputation aus 5 Mitgliedern des Magistrats und 10 Stadtverordneten zusammenzusetzen und stellt einen bezüglichen Antrag. Dieser Antrag wird angenommen. Die Wahl der Schuldeputation wird in der nächsten Sizung durch Stimmzettel vorgenommen werden. Die Vorlage wegen Vormehrung der etatsmäßigen Stellen um 122 im Etatsjahr 1908 beantragt Stadtv. Frid ( n. 2.) in einem Ausschusse vorberaten zu lassen. Er bemängelt gleichzeitig die heutige Art der Steuererhebung in Berlin, die zu schwerfällig und unmodern geworden sei. Es wird nach dem Antrag Frick beschlossen. Mit 8 gegen 5 Stimmen hat der eingesetzte Ausschuß den Antrag Dr. Arons u. Gen. wegen Ginjebung eines ständigen Ausschusses für soziale Angelegen. heiten abgelehnt. Als Berichterstatter Berichterstatter fungiert Stadtv. Sonnenfeld( A. L.). Er legt den Nachdruck darauf, daß ein solcher Ausschuß die Erledigung der Geschäfte nicht beschleunigen, sondern verzögern würde und betont, daß man in den Kommunen, wo soziale Ausschüsse beständen, von deren Leistungen keineswegs entzüdt fei. Stadtv. Ullstein( soz.- fortschr.): Die schweren Bedenken der Sachverständigen, des Kollegen Landau und des Kollegen Störte sind nicht zu verkennen. Wir müssen uns auch überlegen, ob wir mit 300 000 M. nicht in anderer Weise mehr als 400 Kindern helfen können. Wir müssen der Vorlage unsere Zustimmung verweigern. Stadtv. Dr. Arons( Soz.): Wenn ich mich heute noch einmal Stadtb. Körte: Ich muß auf den Widerspruch aufmerksam für eine Sozialfommission einsehe, so tue ich dies mit Rüdficht auf machen, der darin liegt, daß der Stadtv. Singer in der seinerzeit zwei Verhandlungen, die wir nach Abschluß der Ausschußberatung eingesetzten gemischten Deputation sich gegen den Schulbaracen- hier gehabt haben. Vor 8 Tagen verhandelten wir über das Artau gewandt hat, hier aber ein Baradenbau beabsichtigt ist. Im beitslosenproblem, dessen Erforschung eine der Hauptaufgaben einer " Vorwärts" vom 4. Januar d. J. ist über die betreffende Gizung solchen Kommission sein müßte; es wäre doch höchst wünschenswert berichtet.( Stadtb. 3ubeil ruft: Singer schreibt doch nicht gewesen, daß wir nicht so plöslich, fo unvorbereitet zu den Ausführungen im Saale und vom Magistratstische gekommen wären. für den Vorwärts!) Stadtv. Singer: Ich erkläre, um eine Legende zu zerstören, wäre eine Vorbereitung in solchem Ausschusse vorausgegangen, dann daß ich nicht für den Vorwärts" schreibe.( Rufe: Aber lesen! hätten wir der Beratung im Plenum besser gerüstet gegenüberHeiterkeit.) In der betreffenden gemischten Deputation haben wir gestanden. Auch über die Speisung armer Schulkinder haben wir gegen Schulbaraden gesprochen und gestimmt. Was diese Anstalt ganz unvorbereitet berhandeln und beschließen müssen; was ange. aber betrifft, so haben uns die Bausachverständigen überzeugt, daß nommen ist, ist doch keineswegs eine besondere Glanzleistung. Mit Mängel wie die bei den Schulbaraden aufgetretenen nicht zu be- einem sozialen Ausschuß wären wir in solche beschämende Lage fürchten find. Es handelt sich hier auch nicht um dauernden Auf- nicht gekommen Darum bitte ich Sie heute nochmals, unserem Anenthalt in den Baraden, sondern um den Aufenthalt in freier trage zuzustimmen. Stadtv. Dr. Preuß( soz.- fortschr.): Jm Ausschuß find ntir Natur, wo die Baraden nur einem sekundären Zied zu dienen haben. Der zweite Borentwurf wird ebenfalls genehmigt. Die Vorlage wegen Einrichtung einer Walderholungsstätte für die vorgetragenen Bedenken nicht sehr durchschlagend erschienen. Schulpflichtige Kinder in Buch hat bekanntlich bei der Mehrheit des niedergesezten Ausschusses teine Gnade gefunden. Die Ver In namentlicher Abstimmung wird der Ausschußvorschlag Es war davon die Rede, daß der Ausschuß sich leicht zu einem Wohlhandlung über die Ausschußvorschläge im Plenum endete mit 73 gegen 47 Stimmen abgelehnt. Mit den. Sozialdemo- fahrtsausschuß entwideln fönnte. Solche Kritit tann natürlich Samit, daß die Vorlage zu erneuter Beratung an den fraten stimmt nur die Neue Linke, außerdem von der Freien nicht ernst genommen werden. Die Berhandlungen über die ArAusschuß zurücverwiesen wurde. Nunmehr hat der Ausschuß Fraktion der Stadtb. Kyllmann und von der Alten Linken beitslosigkeit zeigten tatsächlich, daß eine so plötzliche Beratung auch ihre bedenklichen Seiten hat. Alles in allem fönnte ein sozialer nach nochmaliger gründlicher Erörterung einstimmig einen Stadtb. Neffe, Antrag angenommen, wonach die Vorlage( Einrichtung einer Wald- Für die Magistratsvorlage stimmen nur die Gosial. Ausschuß vielleicht nußen; schaden tönnte er keinesfalls. Weshalb Sozial- follten wir also eine solche zentrale Vorbereitungsstelle für soziale erholungsstätte für 200 schwächliche Schulpflichtige Kinder, in der demokraten, diefelbe ist also gleichfalls abgelehnt. während der einen Hälfte des Sommers 200 Knaben, während der Zur Stenninisnahme liegt vor die Uebersicht über die Angelegenheiten a limine( von vornherein) abweisen? Entsprechend dem Ausschußantrag wird der Antrag Arons anderen Hälfte 200 Mädchen Aufnahme, Verpflegung und Unterricht& requenz in den Gemeindeschulen nach dem Stande finden: Kostenanschlag 300 000 M.) mit der Maßgabe genehmigt am 1. November 1907. wird, daß in der Anstalt auch schwächliche und fränkliche Kinder Aufnahme finden, die auf Anordnung des Arztes vom Unterricht befreit sind und daß die Anstalt mindestens 39 Wochen benutzt wird. Referent ist Stadtv. Nelke( A.-L.) Stadtrat Namslau erklärt die Zustimmung des Magistrats zu den Ausschußvorschlägen, wenn die dadurch erforderlich werdenden baulichen Alenderungen seitens der Versammlung gutgeheißen werden. Stadtv. Borgmann( Soz.): In der Uebersicht fehlt noch eine Nachweisung über die Klassen, in denen zu Ostern und zu Michaelis eingeschulte Kinder gemeinsam unterrichtet werden; hoffentlich wird auch diese fünftig gegeben. Nach der Uebersicht find 30 000 leere Pläge vorhanden, während die Kinderzahl nicht irgend erheblich gewachsen ist; wir haben aber daneben gegenüber 51 fliegenden Klassen in der vorigen Frequenznachweisung jetzt deren 70. In gewissen Bezirken ist eben eine derartige Ueberfüllung einge Stadtv. Professor Landau( A. 2.) findet auch jezt noch die eigent treten, daß man zu den drastischsten Abhülfemitteln greifen mußte. liche Forderung der Versammlung nicht erfüllt, die nicht eine Bald. Die sogenannte Teilung der Aufnahmeklassen tann man als einen schule, sondern eine Wald Erholungsstätte für Schulkinder großen Fortschritt nicht erachten, wenn man näher zusicht, wie die nach Art der Heimstätten wollte. Das beste fei immer noch, Sache gemacht wird. Es besteht dafür keine Regel oder vielmehr für den großen Betrag, der gefordert werde, die Kinder an die die Regel der Regellosigteit; eine ganze Reihe von Schulen See oder in die Ferienkolonien zu schicken, statt das der Teilung ein Vorteil für die Durchbildunglatefrüheriiadieüber, 6 Geld für diese Anstalt zu vergeuden". Vom schultechnischen Stand- hat die achten Klassen nicht geteilt; andere haben bei 60, 50 Schülern die Teilung eintreten laffen. punkte aus fönne diese Schule nur als ein Surrogat angesehen andere bei werden. Kranken oder schwächlichen Kindern könnte und sollte man Wenn mit der Teilung ein Vorteil für die Durchbildung 9 abgelehnt. Den Verkauf von Grundstüden in Buch an den Maurermeister Arendt- Eberswalde, der darauf ein Post gebäude er richten und an die Postverwaltung vermieten will, zu befürworten, hat der Ausschuß mit allen gegen eine Stimme abgelehnt; cr empfiehlt, zu beschließen, daß der Magistrat ersucht werden soll, der Boftverwaltung ein durch die Stadt zu errichtendes Gebäude zur Miete anzubieten, und es soll ein der ländlichen Umgebung mehr entsprechender Entwurf ausgearbeitet werden. Die Versammlung beschließt nach den Ausschußvorschlägen. Die Vorlage betr. die Einstellung erhöhter und neuer Zu wendungen und Beiträge an gemeinnüßige Anstalten, Vereine usw. wird nach den Vorschlägen des Ausschusses, der einige Positionen erhöht und zwei noch weiter neu eingestellt hat, ohne Debatte angeUm 10 Uhr tritt wegen Beschlußunfähigkeit Schluß der Sigung ein. nommen. in anderer Weise helfen. Der Gefahr der allgemeinen Ansteckung der Schüler erzielt werden soll, muß doch gleichmä big bo Letzte Nachrichten und Depefchen. erklären. Das königliche Ungeheuer. ,, Notwehr." bei infettiösen Kinderkrankheiten fei nicht vorgebeugt. Aus allen gegangen werden. Die weitere Herabsetzung der Schülerzahl auf diesen Gründen bittet er namens seiner Fraktion, die Vorlage ab- der unteren Stufe soll nach Ansicht des Magistrats die Gefahr Dreiunddreißig Wochen ausgesperrt. zulehnen.( Beifall.) erhöhen, daß die erste Klasse nachher nicht genügend Kinder ent Rudolstadt, 3. Februar.( B. H.) Die Aussperrung der Stadtv. Körte( Fr. Fr.) bittet auch für seine Fraktion um Ab hält! Für eine solche Darlegung fehlt mir jedes Verständnis. lehnung; denn die ganze Anlage erscheine als ungeeignet. 400 Kinder Wenn Sie 2 Klaffen a 60 Schüler in 3 a 40 zerlegen, dann haben Porzellanarbeiter in Sizendorf wurde heute nach einer Dauer feien bei 2300 000 Berliner Schultindern noch nicht einmal ein Sie doch dieselbe Basis, nur daß Sie diese Klassen a 40 viel er- bon 33 Wochen beendigt. Tropfen auf einem heißen Stein. folgreicher und gründlicher unterrichten können. Die Kopenhagener Stadtv. Singer( Soz.): Jch fann diesen Ausführungen nicht Studienkommission hat bei ihrem Besuch der Berliner Schulen beipflichten. Es ist doch eigentümlich, daß eine Vorlage im mit Recht bemängelt, daß die Zahl der Schüler in den einzelnen Sydney, 6. Februar.( B. H.) Senator Steward protestierte Ausschuß einmütig angenommen wird, daß nachher aber hier im Klassen viel zu hoch ist, in Kopenhagen beträgt sie nur 30-18 Plenum die Freunde der Ausschußmitglieder sich dagegen Schüler, so daß sich die Lehrer mit der Individualität des ein- gegen die telegraphische Kundgebung der australischen BundesBeim Suchen nach Gründen für die Ablehnung zelnen Schülers viel mehr beschäftigen können, als dies bei uns regierung anläßlich der Lissaboner Morde. Die Sympathie des legen die Herren der Vorlage eine ganz andere Bedeutung möglich ist. Mit unserem gleichen Verlangen haben wir hier bis- Ministeriums mit dem königlichen Ungeheuer sei unberech bei, als ihr innewohnt. Was die Vorlage verlangt, ist gut, her keine Gegenliebe gefunden. Wir haben nicht weniger als 53 tigt. Er wünscht statt dessen eine Kundgebung für das portu. nüglich, ja fogar notwendig. Hier ist jetzt die Rede davon, daß erste Klassen mit 40-50, 70 Klassen mit 35-39 Schülern, im giesische Volk. Der Senatspräsident schnitt weitere Debatten ab. durch eine solche Anstalt franken Kindern die Gesundheit wieder- ganzen haben 123 Klassen 35-50 Kinder; also bei uns herrscht in gegeben werden soll; wir würden die letzten sein, dagegen Ein- den ersten Klaffen eine größere Durchschnittsfrequens als in spruch zu erheben. Aber so löblich es ist, Stranke zu heilen und Dänemark die Magimalzahl überhaupt ist. Wir haben noch Mailand, 6. Februar.( B. S.) Die Anflagekammer des hie. zu pflegen, so wichtig ist es auch, dafür zu sorgen, daß da, wo es 39 Mietschulen, von denen 22 überhaupt keine erste Klasse haben möglich ist, Krankheiten verhindert werden. ein ganz merkwürdiger Zustand; denn geistig minderwertiger figen Tribunals sprach 22 Karabinieri und Polizisten frei, die am Eine Reihe von Schulen 11. Oktober auf eine fie bedrängende Volksmenge geschossen und Die Vorlage will einer Anzahl von Kindern während 39 Wochen ist doch da das Schülermaterial nicht. die Möglichkeit geben, in guter Luft, bei guter Verpflegung, eventuell hat in den Aufnahmeklassen eine sehr hohe und in den obersten dadurch den Generalstreit veranlagt hatten, weil sie aus Notunter ärztlicher Behandlung sich zu erholen, und ihnen dabei Klassen eine sehr niedrige Frequenz, das sind die katholischen wehr gehandelt hätten einen ihrem Zustande angemessenen Schulunterricht zuwenden, Schulen. In einer von diesen hat die Aufnahmeklasse 63, die erste der sie dahin bringt, dem Schulunterricht in der Klasse nachher nur 18 Schüler. wieder folgen zu können. Diese Kinder werden geistig frischer, Petersburg, 6. Februar. Die Dauer des verstärkten Schutes Herr Cassel hat sich früher energisch für die Simultanschule förperlich fräftiger in die Schule zurüdfommen. Die Vorlage hat eingelegt; wir haben aber in Berlin drei rein katholische Schulen, ist für einige Bezirke der Gouvernements Jekaterinoslaw und also einen schulhygienischen Zwed, der sehr gut neben dem wo eifersüchtig über den konfessionellen Charakter gewacht wird. Tobolst bis zum 13. Februar 1909 verlängert worden. anderen verfolgt werden fann: für wirklich franke Kinder Wo bleiben da die Simultanschulen? Genesungsstätten zu schaffen. Den wollen legteren Zwed Ersparnisrücksichten dürfen sich nicht der Arbeit an dem Fort unterstützen, mit dieser Anstalt soll auch schritt unserer Volksschulen in den Weg stellen. Berlin hat vornicht etiva beiseite geschoben werden. Berlin ist groß und potent läufig feine Ursache, in dieser Beziehung stolz zu sein. Die genug, für beide Zwecke zu forgen; das sollte doch auch Herr Herabfebung der Frequenz erfordert natürlich die Bewilligung er Landau zugeben. Es wird mit dieser sog. Walderholungsstätte jenem höhter Mittel; sie ist lediglich eine Geldfrage. Geben Sie Ihren anderen Zwede nicht der mindeste Abbruch getan. Die Vorlage wird Standpunkt der Knauserigkeit auf!( Unruhe.) aber die Herrn Landau vorschwebende Anstalt in geringerem Maße Stadtschulrat Fischer: Mit seiner Meinung von dem Tiefnotwendig machen. Die Magistratsvorlage begwedt eine wesent stand des Berliner Volfsschulwesens steht Herr Borgmann mit lich prophylattisch vorbeugende Maßregel. Ich wundere mich, seinen Freunden wohl allein da; unser Volksschulwesen kann sich wie gegenüber einer solchen, der Initiative der Versammlung immer noch sehen lassen. Den Wunsch, die Klassen, wo in zwei entsprungenen Vorlage hier plötzlich große Gruppen den Mut Abteilungen unterrichtet wird, anzugeben, will ich gern erfüllen. Die hiesige Strafkammer verurteilte heute den Diakon haben, nein" zu fagen. Wird jezt die Vorlage abgelehnt, so ist Es handelt sich da nur um wenige Stlaffen. Die Steigerung der Braksid wegen Bergehens an fleine Schulknaben(§ 175) zu es für dieses Jahr mit der Sache überhaupt vorbei. Herr Landau, Zahl der fliegenden Klassen auf 70 stimmt, am 1. April wird diese wir gern er Nikolaus„ schüßt". Herabsehung der Reserve- und Landwehr- lebungen." Paris, 6. Februar.( W. T. B.) Der Senat hat das Gefek, betreffend Herabsetzung der ersten Periode der Reservistenübungen auf 23 Tage, der zweiten Periode auf 15 Tage und der Landwehrübung auf 9 Tage in der Gesamtabstimmung angenommen. Im Priesterrock. Barmen, 6. Februar.( Privatdepesche des Vorwärts".) der Mann der Wissenschaft, verivandelt sich plötzlich in den Mann mit dem Zahl aber infolge der Fertigstellung von Schulbauten nur noch bei Jahren Gefängnis. Verantw. Redatt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 32. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Am Bundesratstische: Kommissare. Auf der Tagesordnung steht die Forisegung der zweiten Beratung des Etats für die Berwaltung des Reichsheeres. regung zu. Freitag, 7. februar 1908. Interesse der Disziplin". Wenn man sagt, im Interesse vier Wochen haben sie im Lazarett zugebracht. Das Urteil Ser Disziplin" oder gar im Interesse des Ansehens des An- lautete in der ersten Justanz auf drei Wochen Stubengeschuldigten", so muß ich doch sagen, wenn ein Offizier wegen arrest, in der zweiten allerdings auf zwei Monate und eine 96. Sigung bom Donnerstag, den 6. Februar 1908, Goldatenmizhandlungen vor Gericht steht, was soll denn da noch Woche Festung. Was soll aber aus den armen Soldaten werden, nachmittags 1 Uhr. an Ansehen gewahrt werden? Ein Offizier, der einen wehr die vielleicht durch Erfrieren der Hände dauernden Schaden erlosen Soldaten mißhandelt, der einen Akt der litten haben. Ihnen kann diese Bestrafung des Hauptmanns nichts nügen. Feigheit Etwas schärfer gehen die Kriegsgerichte allerdings gegen die damit begeht, hat sein Ansehen so restlos verloren, daß Unteroffiziere vor, aber auch da stehen die Strafen nicht im richtigen nichts mehr zu wahren ist.( Lebhaftes Sehr richtig! bei Verhältnis zu der Roheit der Mißhandlungen. Vor dem Kriegsden Sozialdemokraten.) Sie werden sich erinnern, wie man sich von gericht der 31. Division stand ein Sergeant, der einem Kanonier preußischer Seite gegen die Einführung der Deffentlichkeit des Ver- einen Faustschlag auf den Stopf gegeben hat; dann hat er mit. dem fahrens gesträubt hat, obwohl es in Bayern von jeher Geltung Seitengewehr blindlings auf den Kanonier eingebauen, ebenso auf hatte, ohne daß die Disziplin darunter litt, und jetzt, wo man das andere Soldaten. Das Urteil gegen ihn lautete auf fünf Monate öffentliche Verfahren auch im übrigen Deutschland hat, sehen wir, Gefängnis. daß Winkelzüge aller Art gemacht werden, um die Verhandlungen Nun sind fünf Monate Gefängnis schon eine harte Strafe. vor der Deffentlichkeit zu verheimlichen. Die Strafen gegen Vor- Wenn aber umgekehrt der Soldat den Vorgefesten gesezte stehen da zumeist in gar feinem Verhältnis auch nur mit dem Fuße gestoßen hätte, was wäre dann Daten. Um dies nachzuweisen, muß ich auf einige Fälle eingehen. worden, er bleibt weiter Soldatenerzieher und wird später zu den überaus strengen Bestrafungen der Sol- wohl passiert? Der Feldwebel ist nicht einmal degradiert Von der Rechten rief man uns gestern höhnisch zu: Wo bleibt Ihr vielleicht einmal Gendarm. Vor dem Kriegsgerichte der 38. Division mit Eurem Material über Soldatenmißhandlungen? Man glaubte, stand ein Unteroffizier, welcher einem Soldaten die Kammißstiefel wir hätten kein Material, und Herr v. Oldenburg fleidete seinen über den Kopf geschlagen, andere Soldaten unter das Kinn ge Zuruf in die geschmackvolle Form: Wer lacht da?! Nun, ich stoßen und mit Fußtriten und Rippenstößen bedacht hatte. Be bei diesem Titel nicht über die Mißhandlungen im allgemeinen erwidere ihm: Wer zuletzt lacht, lacht am besten! Ich kann ja hier onders sprechen, sondern mich nur mit den Urteilen der Militärgerichte be• fortgesetzte Soldatenschindereien Fnßtritte in den Unterleib Beim Kapitel„ Militärintendanturen" spricht sich Abgeordneter Werner( antis.) für eine Besserstellung der Intendantursekretäre aus. Ein Regierungskommissar sagt wohlwollende Erwägung der AnAbg. Dr. Potthoff( frs. Vg.): Vei den Intendanturfekretären handelt es sich nicht nur um eine Verbesserung des Gehalts, sondern um eine Hebung ihrer Stellung; ich bitte die Heeresverwaltung, das im Auge zu behalten. Bum Kapitel Militärjustizverwaltung" beantragen Graf Hom pesch und Genossen( 3.), durch eine Resolution die Regierungen zu ersuchen, die Nachweisungen der Kriminalstatistik für das Heer und die Marine durch Veröffentlichung der über die persönlichen Berhältnisse der Verurteilten erhobenen Tatsachen und durch Erhebung und Veröffentlichung prozeßstatistischer Tatsachen auszudehnen. Abg. Gröber( 3.): Die beste objektive Unterlage für gefegliche Reformen ist die Maßenbeobachtung, die Statiſtit. Sie zeigt uns erfreulicherweise eine Abnahme der Soldatenmißhandlungen. Aber zugenommen haben die Fälle von Jusubordination und die Fälle des schweren Diebstahls. Am bedauerlichsten aber scheint mir die fassen, die aber ein ganz eigenartiges Verhalten gegenüber den Miß- gehörten zu der Erziehungsmethode dieses Soldatenerziehers. Tatsache, daß die Zahl der Vorbestrafungen zugenommen hat. I handlungen zeigen. Herr Gröber sagte, die Fälle der Mißhandlungen Zwölf Fälle wurden ihm nachgewiesen. Er erhielt eine Strafe allgemeinen aber fönnen wir mit dem Ergebnis der Kriminalstatistik zus feien zurückgegangen. Das trifft zu, das ist aber dem Um- von 12 Tagen Mittelarrest, weil es sich, wie das Urteil sagte,„ um frieden sein, die Grundsäge der Gerechtigkeit sind im allgemeinen ftande zuzuschreiben, daß man die Deffentlichkeit scheut und das leichte" Fälle handelte. Ein Unteroffizier vom Grenadierregiment befolgt, einz Ine Ausnahmefälle besonderer Härte dürfen nicht ver- die Fälle der Mißhandlungen hier im Reichstage Nr. 100 stand vor dem Kriegsgericht in Dresden, er hatte Soldaten allgemeinert werden. Je beſſer die Statistik ist, um so angenehmer bon meinen Parteigen offen Jahr für Jahr aufs bei der Schulter gepackt und sie rücklings auf den Boden geworfen. muß sie auch der Militärverwaltung felbft fein als Grundlage für schärffte gerügt worden sind.( Sehr richtig! bei den Einer der mißhandelten Soldaten brachte 14 Tage im Lazarett zu einzuführende Verbesserungen. Ich bitte Sie, die von uns beantragte Sozialdemokraten.) Wir bestreiten nicht, daß die Soldatenmißhand- und erhielt außerdem noch zwei Tage Arreſt. Der Unteroffizier Resolution anzunehmen.( Bravo! im Zentrum.) lungen zurückgegangen sind; aber ich habe hier doch immer dagegen fam mit fünf Tagen mittleren Arrest davon, denn man hatte Abg. Stücklen( Soz.): noch eine sehr große Zahl von Fällen. Es handelt sich bei herausgefunden, daß er ein sehr brauchbarer Soldaten In das Urteil, das der Abg. Gröber über die Militärgerichte ihnen nicht um 10 oder 12 Fälle, die man als Einzelfälle auf- erzieher war, der nur im Uebereifer gehandelt habe. gefällt hat, können wir nicht einstimmen. Wir wollen nicht Einzel- faffen könnte, es dreht sich vielmehr um Fälle, bei denen es( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Feldwebel Lange fälle verallgemeinern, aber es sind in der letzten Zeit eine so große fich um stand in Leipzig vor dem Kriegsgericht. In seiner Kompagnie bes Zahl von Ürteilen gefällt worden, die von Milde bei den Vors fand sich ein Postassistent N. Eines Tages hatte ein Soldat auf die gesezten freilich nichts vermissen lassen, aber von ungemeiner handelt, wo über 300 Fälle den Einzelnen zur Last gelegt und auch Bostassistent N. gewesen und erklärte ihm:" Jezt komm' mal her, Treppe geipudt. Der Feldwebel Lange glaubte, es sei der Härte sind, wenn es sich um Soldaten handelt, so daß man nachgewiesen sind. Da fann man also nicht mehr von einer Aus mein Schäfchen! Jezt gehst Du hin und ledst das wieder das Gesamtbild keineswegs als günstig bezeichnen kann.( Bu stimmung bei den Sozialdemokraten.) Auch da, wo die Militär- bei den Sozialdemokraten.) Vor dem Kriegsgericht der 6. Division ekelhafte Beug auf, allerdings mit dem Erfolg, daß er einige Tage nahme reden, sondern muß von einem System sprechen.( Bustimmung auf!" Dem Soldaten blieb gar nichts anderes übrig, er leckte das gerichte auf eine weit geringere Strafe erkennen fönnten, find die Strafen so hart, daß das Urteil sehr zuungunsten widriger Behandlung von Untergebenen. Er erhielt dafür 10 Tage webel aufs stand ein Leutnant wegen Beleidigung, Mißhandlung und vorschrifts- frank war. In der Verhandlung verlegte sich der Feldder militärischen Rechtspflege lauten muß. Leugnen und erklärte, Befehl sei Wir unterſtüßen Stubenarrest, auf die Berufung des Gerichtsherrn allerdings in der nicht ernst gemeint gewesen. Wir haben eine ganze Anzahl von die Resolution des Zentrums, denn auch wir sind der Meinung, daß zweiten Instanz drei Wochen Stubenarrest. Bei der Feinfühligkeit der Fällen, in denen Soldaten hart bestraft wurden, wenn sie bei wir eine beffere statistische Unterlage baben müssen. Herren bedeuten drei Wochen Stubenarrest schon immer etwas, der den widersinnigsten Befehlen sich weigerten, dem Vor allem möchten wir, daß in die Statistik etwas über die Schul- Herr muß es also schon besonders arg getrieben haben; leider ist Befehl zu gehorchen. bildung der Bestraften aufgenommen wird, wir werden der Fall unter Ausschluß der Oeffentlichkeit ver- fehle, nicht aber ernstgemeinte und nicht ernstgemeinte Befehle.( Sehr Beim Militär gibt es eben nur Bedaraus eriehen, wie viel mehr der Bestraften aus den Gegenden handelt, so daß man näheres nicht wissen kann. Ein Hauptmann wahr bei den Sozialdemokraten.) Dieser Feldwebel erhielt von kommen, wo die Schulbildung schlechter ist, als aus denen mit vom 20. Regiment titulierte seine Untergebenen mit den Worten dem Kriegsgericht sieben Wochen Gefängnis, von seiner De besseren Schulen. Ferner wollen wir aus der Statistik ersehen, Lump"," Vieh"," Sauferl"," Dreckker!" und ähnlichem. Für solche gradation sah man ab, weil er nicht die Absicht gehabt welche Bestraften vom Lande, und welche aus der Stadt kommen. Pumpen gibt es feinen Urlaub! rief er und warf den blanten hatte, den Soldaten zu quälen.( hört! hört! bei den Sozialdemo Es wird uns immer entgegengehalten, daß das beste Rekruten- äbel in seine auf dem Hofe aufgestellte om fraten.) Ich glaube, daß auf feiner Seite dieses Hauses sich jemand material vom Lande kommit. Wir glauben aber, daß eine pagnie. Außerdem warf er seinem Vorgesezten eine Beleidigung Statistik diese Ansicht nicht unterstützen wird. Weiter soll à la Göz von Berlichingen an den Kopf. Für alle diese Straftaten auch der Zivilberuf der Verurteilten angegeben werden, fowie, ob der Betreffende im ersten, zweiten oder dritten Jahre scheinlich auf die Einladung à la Göz v. Berlichingen, während die übrigen erhielt er 24 Tage Stubenarrest. 21 fommen davon wahrdient. Manche Straftat wird sich wohl aus dem Mißmut, der den Mann im dritten Jahre ergreifen muß, erklären. Ferner wünschen gericht der 8. Division stand ein Leutnant, dem vorgeworfen war, Fälle mit drei Tagen Stubenarrest gefühnt sind! Vor dem Kriegswir eine Statistik über den Ausschluß der Deffentlichkeit und über die daß er einem Refruten Gründe des Ausschlusses. Der fächsische Oberst v. Salza hat ja eine fehr eigenartige Begründung auf die Beschwerde unseres Genossen mit dem Säbel an die Schläfe geschlagen Noste gegeben. Er fagte, in der Militärstrafprozeßordnung hätte, so daß er längere Zeit marfchunfähig war. Der steht nichts drin, daß der Termin der Verhandlungen von Stabsarzt erklärte vor dem Kriegsgericht, er habe sich um den Kriegsgerichten mitgeteilt werden muß. Das steht den Berlegten nicht gefümmert, damit dieser nicht auf allerdings nicht drin. Es ist doch aber felbstver den Gedanken kommen sollte, er sei eine interessante ständlich, daß, wenn die Deffentlichkeit der Verhandlung Persönlichkeit. Der Stabsarzt hatte meiner Ansicht nach die stattfinden soll, die Deffentlichkeit auch wissen muß, daß über- Pflicht, dem Verlegten beizustehen, ganz gleichgültig, ob dieser sich für Er erhielt dafür sechs Monate Gefängnis; in diesem Falle haupt verhandelt wird.( Schr richtig! bei den Sozialdemokraten.) eine interessante Persönlichkeit halten fonnte oder nicht.( Lebhafte wurde allerdings auch auf Degradation erkannt. Die sächsische Man soll es doch genau so machen wie die Zivilgerichte, die Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aber so greift eben Seresverwaltung sollte einmal darauf sehen, ob es etwa in Sachfent zu Anfang des Jabres ihre Sizungstage bekannt geben, manche alles ineinander. Die Stabsärzte stehen auf feiten der miß- üblich ist, die Soldaten zu zwingen, den Speichel aufzulecken. Straftammern senden sogar ani Tage vor der Verhandlung den handelnden Offiziere. Der Offizier erhielt nur 14 Tage Stuben- Ein Unteroffizier Koch erhielt wegen 18 Fällen von Mißhandlung Terminskalender der Preise zu. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, arreft. Ein Hauptmann vom 139. sächsischen Regiment hatte 8 Monate Gefängnis. Dabei wurde festgestellt, daß einer der daß das Prinzip der Deffentlichkeit auch durchgeführt wird. seine Leute bei strenger Kälte ohne Handschuhe ererzieren lassen. mißhandelten Soldaten sich Auffällig ist, daß, wenn gegen Borgesetzte verhandelt wird, die als Folge trat ein, daß einem großen Teil der Soldaten die erschoffen Deffentlichkeit ausgeschloffen wird, meistens mit der Begründung, im Hände erfroren, so daß sie ins 2azarett mußten. Bis zu hatte. Kleines feuilleton. der gar findet, der solch Verhalten billigt. höchstens vielleicht auf der äußersten Rechten.( Zustimmung bei den Sozialdemo ein Unteroffizier für die Roheit, daß er einen Refruten fraten, Unruhe rechts.) Vor dem Kriegsgericht in Chemnitz erhielt fünf Tage Gefängnis! Vor dem Kriegsgericht der 18. Dis mit dem Gewehrkolben zu Boden geschlagen, bision stand ein Unteroffizier wegen Verleitung zum Ungehorsam, wegen Mißbrauchs der Dienstgewalt. In mehr als 100 Fällen hatte er Soldaten geohrfeigt und ihnen Stöße ins Gesicht versetzt. Auch dieser Unteroffizier hat einem Soldaten befohlen, sich niederzufnicen und den Speichel aufzulecken. ziehen laun. Jm Prinzip ist der Schlicksche Schiffstreifel solches SpielDer Arbeitslose. Wenn man frant ist, kommt man zeug in vergrößerter Form, natürlich in allen feinen Teilen verbessert ins Hospital.... Stiehlt man, so findet man im Gefängnis zu und vervollkommnet. Ein solcher sich drehender Kreisel setzt einer essen.. Aber der arme Teufel, der arbeitslos ist, der kann Kraft, die die Drehungsachse aus ihrer Richtung zu bringen strebt, Hungers sterben. einen erheblichen Widerstand entgegen, der um so größer ist, je Rodefeller: Eine Million würde ich opfern, wenn ich schwerer die sich drehende Masse ist. Erreicht solche Masse einige ein Beefsteak vertragen fönnte. Zentner Gewicht, so gehören schon ungeheure Kräfte dazu, um die ( L'Assiette au Beurre": Hunger.) Drehungsachse zu verschieben. Dieses Prinzip hat nun Schlick angewandt, um Schiffen auf bewegtem Wasser eine stabile Lage zu geben. Der Kreisel wird durch einen Elektromotor angetrieben und zu schneller Rotation gebracht, wodurch die richtende Kraft solchen Systems natürlich gewinnt. Notizen. V " Von einem luftigen Zensurstreich eines Moskauer Benfors wissen die russischen Blätter zu erzählen. Der Maler BogdanowBelski hatte auf der Moskauer Wanderausstellung ein Bild ausgestellt, das„ Die mutwilligen Knaben" heißt: eine Gruppe nadter Bauernknaben spielt am Ufer eines Flüßchens. Ein Wildfang hat cinen Krebs erblickt und streckt seine Hand nach dem Krustentier aus, während ein anderer Knabe aufmerksam und leicht erschreckt diesem Vorgange zuschaut. Gibt e3 etwas Harmloseres, - Musikchronit. Die Lorging Oper veranstaltet im Idyllischeres? Der Moskauer Zensor erscheint, bleibt vor dem Welche richtenden Kräfte von solchen Streifeln ausgeübt werden Februar folgende volkstümliche Vorstellungen zu ermäßigten Preisen: Bilde stehen, legt sein Gesicht in strenge Falten und fragt den fönnen, erkennt man sehr gut aus Versuchen, die auf Veranlassung am 11. die Bauberflöte", am 13." Trompeter von Säffingen", am Maler:" Was ist das?"" Das sind mutwillige Snaben," ant- der englischen Schiffbaufirma Swan Hunter& Wigham Richardson 15." Troubadour". Billetts find außer an der Tagestasse erhältlich wortet der Künstler.„ Das sehe ich. Aber diese Knaben sind in Wallsend am Tyne, welche die Lizenz für den Schlickichen Schiffs in den Zigarrengeschäften von Paul Reiß, Friedrichstr. 138, Paul nadt, und das ist eine Verlegung der Sittlichkeit!" Vergebens freisel für Großbritannien erworben hat, ausgeführt wurden. Vor Grimm, Friedrichstr. 191, Karl Schmölke, Friedrichstr. 203, Paul sucht man den Zensor mit Hinweisen auf andere Kunstwerke von der Tynemündung wurden Versuchsfahrten mit dem früheren Juhl, Martin- Luther- Straße 81. feiner baroden Idee abzubringen. Selbst der Hinweis des Malers Torpedoboot Seebär" unternommen, um die Wirkung des darin Die gebontottete Schönheit. Die Schönheit, auf seine langjährige Bekanntschaft mit Pobedonoszew verfängt eingebauten Schlickichen Kreisels zu erproben. Die Probefahrten Vereinigung für ideale Kultur"( welch ein Name!) hatte den Theaternicht: das unfittliche Bild wird mit schwarzem Kalifo- Ueberzug fanden bei sehr stürmischem Wetter statt. Das Schiff führt nun in- faal der Hochschule für Musik gemietet, um einen Schönheitsabend geheimnisvoll verhüllt. Es kommt aber noch besser. Der Zensor folge der hin und hergehenden Bewegungen großer Massen der zu veranstalten, an dem Irene Sanden und Fidus mitwirken sollten. will schon die Ausstellung verlassen, kehrt aber auf halbem Wege Maschinen, Stolben, Bleuelstangen, Kurbeln usw. sogenannte Schlinger- Das Kultusministerium verweigerte aber in letzter Stunde die Her um. Ich bin kein grausamer Mensch," sagt er, der Künstler ist bewegungen aus, und diese wurden durch den Kreisel fast vollständig gabe der heiligen Hallen. Das Kultusministerium will mit der mir sympathisch: so jung und schon Akademiker!" Er führt den aufgehoben. Aber auch die Schwankungen des Schiffes durch die Schönheitspflege nichts zu tun haben. Man begreift das( in Maler Bogdanow- Belsti beiseite und spricht:" Ich gebe Ihnen hochgehende See konnten fast gänzlich aufgehoben werden. Wenn Preußen). Die Schönheit wird daher am 18. Februar im Mozart einen guten Rat: Malen Sie die nadten Knaben zu Mädchen um! der Streifel ausgeschaltet war, betrug die Neigung des Schiffes zeit- faale ihre Auferstehung feiern. Dann werde ich die Genehmigung zur Enthüllung des Bildes weise 30 Grad, das ist eine Neigung, bei der natürlich alles durch- Frankfurter Kunstaufwendungen. Die Stadt geben.... Denken Sie darüber nach." Bogdanow- Belsti er einander gerüttelt und geworfen wird. Sobald der Kreisel in Tätig- Frankfurt a. M. gedenkt 28 Bilder des Frankfurter Malers Böhle, starrte bor Ueberraschung zu einer Salzsäule.... Er hat jetzt feit trat, war die größte Neigung jedoch nur noch 2 Grad, d. h. sie ist die im Städelschen Institut ausgestellt sind, für eine Viertelmillion Zeit, darüber nachzudenken", warum nackte Mädchen anständiger vielleicht gerade noch merkbar. Mehrere englische Schiffahrtsgeiel- Mark zu erwerben. find als naďte Knaben. Ein großartiger Wig liegt schon in dem schaften haben infolge dieser günstigen Ergebnisse bereits beschlossen, Gedankengange des Zenfors: der Künstler tann ja im Hand- den Kreisel in einige im Kanal verkehrende Personendampfer einzu undrehen den Unterschied zwischen beiden Geschlechtern wegmalen! bauen. Daß der Maler, selbst wenn er auf die wunderbare Idee des feuschen Zensors eingehen wollte, ein ganz neues Bild schaffen In der Wirtshausküche. Der Koch: Donnerwetter, müßte selbst bei zehnjährigen Knaben und Mädchen ist doch die wie das Fleisch stinkt. Da gibts morgen Fleischklöße. Körperbildung verschieden, wird dem kunstverständigen Zensor nur schwer einleuchten; er dürfte sich mehr als einmal verwundert Sie hat Hunger. Die Kokotte, die von einem vorumblicken bei dem homerischen Gelächter, das er in unbewußter nehmen Nichtstuer ins Restaurant mitgenommen ist, zum Kellner: Komit entfesselt hat. Bringen Sie mir keinen Champagner! sondern' ne ordentliche Suppe." Die Anwendung des Schlickschen Schiffstreifels in der Schiffahrt Vor der Vollstüche. Die Hungernden beim Anblick macht weitere Fortschritte. Der Schlickiche Kreisel beruht auf einem eines Krüppels, der sich auf seinem Wägelchen vordrängt: Na, so mechanischen Prinzip, nach welchem ein sich um eine Achse drehender was. Der hat schon das Glück, Krüppel zu sein und will sich auch Körper diese llmdrehungsachse ihrer Richtung nach stets beizubehalten noch vordrängen. bestrebt ist. Die rechnerische und theoretische Darstellung dieses Brinzips ist nicht einfach; sie erfordert ein großes Maß mathematiG8 interessiert ihn nicht. Der Bettler: Ich kann scher Kenntnisse. Viele unserer Leser kennen aber dies Prinzip von nicht mehr arbeiten. Meine Frau ist im Hospital. Die Kinder einem Spielzeug her, das aus einem Ring besteht, dessen einer Durch haben Hunger. Der Bourgeois( nach einem guten Mahl): Was messer ein schweres Mädchen trägt, welches man mit einer Schnur aufgeht das alles mich an! " Humoristisches. Der Reichsverband der Arbeiter Gefange bereine Desterreichs umfaßt, nachdem ihm jetzt auch der Verband der Arbeiter- Gefangvereine Nieder- Desterreichs beigetreten ist, 201 Vereine mit 6041 Mitgliedern. Siz der deutschen Kaufleute in Venedig, in dem jetzt die Bost unter- Venedig wadelt. Der Fondaco dei Tedeschi, der alte. gebracht ist, droht einzustürzen und mußte geräumt werden. Der Bau stammt aus dem Jahre 1505. Die Feuerbestattungen in deutschen Kremas torien haben im Jahre 1907 gegen das Vorjahr um 45 Proz. zugenommen. In Gotha wurden 465 Einäscherungen vorgenommen, in Heidelberg 103, in Hamburg 466, in Jena 195, in Offenbach ( Main) 177, in Mannheim 138, in Eisenach 96, in Mainz 256, in Starlsruhe 109, in Heilbronn 69, in Ulm 200, in Chenniniz 414, in Bremen 145, in Stuttgart 135, in Koburg 9, im ganzen also 2977 Feuerbestattungen. Das Stuttgarter Krematorium war erst am 6. April 1907 eröffnet worden, ebenso war für Chemnitz mit 414 Feuerbestattungen das Jahr 1907 das erste Betriebsjahr. In England und Schottland haben im Jahre 1907 insgesamt 6499 Feuer bestattungen stattgefunden. Der)VTann, der em JVrenfchetileben auf dem Gewirfen hatte, wurde nicht degradiert, kann nlfo feine segensreiche Tätigkeit fortsetzen. sLeESafteS Hört hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Unteroffizier Kubler dom 119. Regiment hatte die Gewohnheit, den Kinnriemen so fest anzu ziehen, daß die Leute keine Luft bekamen. Einem Mann, der auf Sln> schlag lag, trat er mit dem Stiefelabsatz auf den Helm. Die erste Instanz verurteilte ihn zu ö Monaten Gefängnis und Degradation. Das Oberkriegsgericht hob dieses, wahrlich nicht zu scharfe Urteil auf und verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis. Von Degradation wurde abgesehen, weil er im Diensteifer gehandelt hätte.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dabei ist es doch ganz unmöglich, daß systmatisthe Joldatenmißhaiidlutige» dem Diensteifer entspriiigen. Solche Milderun gsgründ gegen die Soldaten schinder sollte man doch endlich nicht mehr gelten lassen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ein Unteroffizier Stange wurde vom Ober� kriegsgericht zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, nachdem fest gestellt war, daß er ganz gewohnheitsmäßig die Soldaten mit den Füßen in den Unterleib und an die Schenkel zu treten Pflegte. Ein Unteroffizier Schmidt in Wesel— der Fall illustriert daS Beschwerderecht— hat die Soldaten systematisch ge> quält und dazu ihnen gesagt: Wenn Ihr mich meldet. sollt Ihr sehen, wie es Euch geht. Die Soldaten waren in der Tat so eingeschüchtert, daß erst auf eine Anzeige von dritter Seite hin 132 Fälle von Mißhandlungen aufgedeckt wurden. Dafür diese milde Strafe. Ein Unteroffizier im Ulanen-Regiment 14 wurde zu drei Wochen Mittelarrest verurteilt, weil er die Soldaten gezwungen hatte, mit dem Munde die Strohhalme aus dem Düngerhaufen herauszuziehen. (Stürmische Hört l hört I- Rufe bei den Sozialdemokraten.) DaS Kriegsgericht in Halle hat den Unteroffizier Otto Wagner vom Artillerie-Regiment 45, der die Soldaten mit Ohrfeigen traktierte und ihnen mit dem Koppel ins Gesicht schlug, sie dann mit dem Besen zur Stube hinauStrieb, also einen Menschen, von dem man sich fragt, ob er seine fünf Sinne hatte, freigesprochen, weil andere Unter- o f f i z i e r e aussagten, daß sie nicht gesehen hätten, wie cr Soldaten mißhandelt hätte, den mißhandelten Soldaten aber nicht geglaubt wurde.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) ES ist die alte Erfahrung, daß, um den Eid eines Schutzmannes zu er- schüttern, zehn Zivilisten notwendig sind, um aber den Eid eines Unteroffiziers zu erschüttern, zwanzig Soldaten.(Große Heiterkeit und sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Bor dem Kriegsgericht der 1. Gardedivision stand der Unteroffizier Selle von der 7. Kompagnie des Garde-Füsilierregimeniö wegen Mißhandlung in 59 Fällen. Er hatte die Gewohnheit, die Soldaten an den Ohren durch die MaiinschaftSstube zu schleppen und kam mit einem Jahr Gefängnis noch sehr billig davon. Der Unteroffizier Ullmann vom 4. Garde-Regiment z. F. erhielt vier Wochen Mittelarrest, weil er die Soldaten so geohrfeigt hatte, daß sie mit geschwollenen Backen herumliefen,"(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) DaS Kriegsgericht in Trier verurteilte den Unter- offizier Rose wegen 231 Fällen von Mißhandlungen und Verleitung zum Meineid zu der gesetzlich zulässigen Mindeststrafe von IV, Jahren Zuchthaus.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein Unter- offizier von der 10. Kompagnie des 31. Jnfanterie-RegimentS in Altona, der die Soldaten durch Drohungen von der Anzeige abge halten hatte, wurde nicht degradiert. Ein Gefreiter Witzmann, der den Muketier Boß durch Misthandlungen in den Tod getrieben hatte und außerdem noch der Mißhandlung in 19 Fällen übertviesen war, erhielt vier Wochen Gefängnis! Können so milde Strafen erzieherisch wirken? Der Sergeant Lastwig ließ die Soldaten solange Laufschritt machen, bis emer umfiel. Der Mann bekam Herzerweiterung, wurde dienstuntauglich und hat zeit seines Leben« die Gesundheit eingebüßt. Die Strafe lautete aus zwei Monate Gefängnis.(Lautes Hört! hört! bei den Sozialdemo lraten.) Das Kriegsgericht der 29. Division verurteilte einen Unteroffizier der dritten Kompagnie des 76. Feldartillerie- regiments. der wiederum die Soldaten die Strohhalme aus dem Misthaufen mit dem Munde hatte herausziehen lassen, zu 7 Monaten Gefängnis und Degradation. Das Urteil steht in einem ivohl- tuenden Gegensatz zu dem oben Mitgeteilten. Ein Feldwebel, der die Landwehrleute Lausbuben schimpfte, wurde nicht bestraft. Einen L a u d w e h r m a n n, der sich dagegen verwahrte:„Eni- schuldigen Sie, Herr Feldwebel, wir sind Landmehrleute-, ließ er vom Platze weg abführen und vier Tage Mittelarrest ver- büßen. Nachdem die Slrafe verbüßt war, wurde ein ordentliches Gerichtsverfahren eingeleitet und der Mann, bloß weil er sich dagegen verwahrt hatte, als Landwehrmanu von dem nigendlichen Feld- webel Lausbube genannt zu werden, noch zu 1« Tagen strengem Arrest verurteilt.(Stürm. Hört! hört!- Rufe links.) Der Sergeant Sckmltze vom Infanterieregiment Nr. 93 in Dessau schlug einen Rekruten mit dem Gewehrkolben so. daß er ivegen Lungenentzündung ins Lazarett gebracht werden mußte. Der Schinder erhielt 4 Wochen Mittelarrest, mit der Begründung, daß er ein ausgezeichneter Unter- offtzier sei. Dem Unteroffizier Otto MannS wurden vor dem Kriegs- gericht in Erfurt zahlreiche Mißhandlungen durch Faustschläge, Fuß- rrittc lind Ohrfeigen nachgewiesen. Außerdem hielt er die Soldaten durch Drohungen von der Anzeige zurück. Die Strafe war 6 Wochen Mittelarrest.(Hört! hört! b. d. Soz.) Noch einen Fall ans Metz, der Garnison mit den auffällig vielen Bestrafungen. Dort erhielt der Unteroffizier Ollenburg wegen 145 Fälle von Mißhandlungen 6 Monate Gefängnis ohne Degradation.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Einem Manne, dem in so vielen Fällen unmenschliche Behandlung der Untergebenen nachgewiesen ist, sollte man doch keinesfalls Unteroffizier bleiben lassen. Das Kriegsgericht in Chemnitz verurteilte den Untervssizier Ullmann zu zehn Wochen Ge- fängnis, weil er einen kranken Soldaten, von dem cr wußte, daß er»eurastheiiisch war, mit dem Säbel in die Kniekehlen lind mir der Faust auf die Nase schlug,, daß sie blutete. In der Appellations- instanz wurde die Strafe auf zehn Tage Mittelarrest ermäßigt. (Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Bor dem Kriegsgericht in Koblenz stand ein Unteroffizier, der einen Soldaten so miß- handelt hatte, daß er hinstürzte und sich das Ellbogengelenk brach. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Unteroffizier vier Wochen Mittelarrest. Der Leutnant, den er als Verteidiger hatte, plädierte auf Freisprechung, weil so scharfe Unteroffiziere gut za ge- brauchen seien und ihre Bestrafung die Disziplin gefährde.(Hört! hört!-Rufe,-» lebhafte Bewegung,) Das urteil lautete auf neu» Tage Mittelarrest. (Erneutes HörtI hört!) Ich glaube, daß diese Fälle Herrn v. Oldenburg genügen werden. Sollte er aber den Wunsch haben. noch mehr zu hören, so bin ich bereit und in der Lage, ihm mit einigen weiteren Dutzend Fällen von Soldatenschiudereien auf- zuwarten.(Sehr gn�! bei den Sozialdemokraten.) Damit will ich die Urteile gegen Vorgesetzte verlassen und noch einige Urteile gegen Soldaten ansähren. In Breslau wurde der Füsilier Fritsch wegen Angriffs auf seinen Vorgesetzten— er war sinnlos betrunken in die Kaserne gekommen und hatte seinem Feldwebel ins Ge- sichtgeschlagen— zu 3 Jahren 1 Monat GefSugniS benilsteilt.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten. Sehr richtigl recht S.) Es ist sehr charakteristisch, daß Sie(nach rechts) bei den milden Strafen gegen die Unteroffiziere geschwiegen haben und jetzt sehr empört sind, wenn man so grausame Strafen gegen Mamischasten als da« bezeichnet, was sie sind.(Sehr wahr! fcer den Sozialdemokraten.) Dasselbe Kriegsgericht in Breslau ber- urteilte den Gefreiten Kübelt, der in Südwestafrika, wo die Militär- Verwaltung den Soldaten v« Liter Rum liefert, davon schleunigst einen halben Liter getrunken hatte, und dazu noch Bier, und der dann seinem vorgesetzten Unteroffizier geantwortet hatte:„Du host mir gar nichts zu sagen. Du bist mir viel zu dumm l" und ihn vor die Brust gestoßen hatte, zu zehn Jahren einen Tag Gefängnis. (Hört! hört? und Pstli-Ruke bei den Sozialdemokraten.) Niemand wird bezweifeln, daß der Mann eine Strafe verdient hatte, aber er hatte sich doch in dem Schnaps betrunken, den ihm die kaiserliche Proviantverwaltuitg geliefert hatte (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten) und zehn Jahre Gefängnis sind gleich einem Todesurteil. Vergleichen Sie damit etwa das Urteil des Kriegsgerichts gegen den Gefreiten Em m erlin g in Wesel, der durch Mißhandlungen einen Soldaten so weit gebracht hatte, daß er sich an einem Haken im Kasernenhof cr hängte. Cr erhielt für das Menschenleben drei Monate Gefängnis (Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), während eine dumme, in der Trunkenheit herausgestoßene Redensart zehn Jahre Gefängnis einbringt.(Solche Rechtspflege werden wir niemals für gerecht halten.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Ein Arbeiter, der betrunken zur Kontroll- Versammlung erschien und den Sergeanten beleidigte, erhielt ein Jahr Gefängnis. Er war ein Ersatzreservist, der gor nicht gedient hatte und den man doch nicht mit den- selben Strafen belege» kann wie die gedienten Soldaten. Vor dem Kriegsgericht der 1. Division stand ein Geistesschwacher, der im Wirlshause seinen Unteroffizier beleidigt und ihm Faust- schlüge gegeben haben sollte. Er erhielt ein Jahr drei Monate Ge- fängnis.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der GerichtSherr legre gegen dieses Urteil, als zu milde, Berufung ein. In der Berufungsinstanz erklärte der Staatsanwalt, daß der Mann geistesschwach und militäruntauglich sei. Er wurde nachher auch vom Militär entlassen— aber zunächst wurde cr «och zu 14Vs Monate» Gefängnis verurteilt, weil das Gericht nicht annahm, daß seine Geistesschwäche so groß sei, daß er nicht best rast werden könne.(Stürmisches Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) DaS Gefängnis ist allerdings der geeignetste Aufenthalt, um einen geistesschwachen Menschen wahnsinnig zu machen! Sonst finden wir bei Disziplinvergehen der Soldaten Urteile von 7 Jahren Zuchthaus. 7 Jahren Gefängnis. ö'/z Jahren Ge- ängniö usw. Mo finden Sie ähnliche Clrteile Unteroffizieren oder Offizieren gegenüber? Lehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nicht einmal wenn Offi- ziere ihre Untergebenen im Sinne deS§ 175 mißbrauchen, werden ie zil solchen Strafen verurteilt wie die einfachen Soldaten, die in >er Trunkenheit ein dummes Wort sagen. Vor dem Kriegsgericht der 13. Division in Altona stand ein Musketier auS Süddeutschland. der sich in dem ihm ungewohnten Grog betrunken hatte und in der Trunkenheit einige Unteroffiziere beleidtgt und einen von ihnen im Gestikulieren mit de» Armen gestoßen hatte. Da ihm die Absicht zu schlagen nicht nachgewiesen werden konnte, nahm das Gericht einen minder schweren Fall an und verurteilte ihn zu drei Jahre» sieben Monaten Gefängnis.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) DaS Kriegsgericht des Gardekorps hatte über einen Dragoner zu urteilen, der sestgenommen worden und dem eingeschärft worden war, daß er nicht versuchen sollte, zu fliehen, weil sonst geschofien würde. Gleichwohl versuchte er eS, erhielt einen Schuf,, der ihm das Becken zertrümmerte, schwebte wochenlang zwischen Leben und Tod und mußte als Krüppel in den Gerichtssaal hineingetragen werden. Vor dem Kriegsgericht erhielt er. obwohl die Äerzte bekundeten, dckß der Man» b e- trunken gewesen sei, 1 Jahr 14 Tage Gefängnis.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Das ist keine Leistung, auf die das Kriegsgericht stolz sein kann. Aber auch die Politik hat man in die Kriegsgerichte hineingetragen. In Breslau hat ein Soldat an einen Hauptmann einen Brief geschrieben, in dem er drohte, der Hauptmann würde bald ins bessere Jenseits befördert werden. lnterfchrieben war der Brief: Die rote Internationale. Für diese Tat hat der Soldat zwei Jahre Gefängnis bekonimen, und der Krieg«gericht«rat hat in der Verhandlung gesagt, solche Taten kämen daher, weil die sozialdemokratischen Zeitungen eine s o aufreizende Sprache führten.(Hört! hört! b. d. Soz.) Der KriegSaerichtSrat nimmt eö sich also heraus, die Sozialdemokratie für die Handlungen eines Mannes, den wir gar nicht keuiicn, der uns gar nicht angehört, verantwortlich zu machen. Für einen Trunkenheitsexzeß wurden zwei Soldaten eines bayerischen Re- jimentS zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt.(Hön! hört! )ei den Sozialdemokraten.) Ich könnte Ihnen noch eine ganze Menge derartiger Urteile vorlegen.(Unruhe rechts.) Ich begreife, daß Ihnen das unangenehm ist. In einer Garnifonstadr Bayerns saßen Soldaten und Unterosfiziere zusammen am Biertisch, Der Unteroffizier machte den Vorschlag. sich ein wenig zu raufen. Und da ihnen die Gaststube zu klein war, gingen die Soldaten mit dem Unteroffizier auf die Straße. Dafür wurden drei Soldaten zu jo fünf Jnhre» Zucht- hauS verurteilt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das Kriegsgericht der achten Division hat einen Soldaten, der im Urlaub einmal das Arbeiterkokal betrat, zu acht Tagen Mittelarrest ver- urteilt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Aber wenn einem Vorgesetzten in der Presse Vorwürfe gemacht werde», so wird nicht eine Untersuchung gegen den Offizier eingeleitet, sondern man klagt den Redakteur an und produziert den Offizier als jeugen in eigner Sache, In Rheinland wird sich dem- nächst eine Verhandlung mit einem Oberstleutnant beschäftigen, der die Leute Schweine, Säue, verdammte Bande, Lumpen, Lümmel, Trunkengesindel usw., kurz mit dem ganzen Kasernenschunpflexikon belegt hat. In der Verhandlung, die sich gegen zwei Redakteure richtet, wird daS alles festgestellt werden. Warum wird aber nicht gegen den Oberstleutnant eingeschritten? (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Diese Urteile dürften ge- nügen. um zu beweise», daß wir dem Urteil des Abg. Gröber über die Militärjustiz nicht zustinimen können. Das ist keine Disziplin, die auf der Liebe zur Sache beruht, sondern die aus der Angst und Furcht resultiert. Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) ES wäre die Pflicht der Behörden, solche Zustände zu schaffen, damit die Soldaten Lust und Liebe zum Dienst haben. Wenn Sie Lust haben, eine i ch t i g e Disziplin zu lehen. dann sehen Sie sich einmal die ozialde m akratische Partei an.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Lachen rechts.) Dort finden Sie eine freiwillige Disziplin, entsprungen anS der Liebe zur Sache.(Zuruf bei den Nalionalliberalen: TerroriSmuS). In jeder Partei muß Ordnung sein, keine Partei kann Leute gebrauchen, die ihre Prinzipien nicht anerkennen. Es gibt allerdings auch Parteien, die keine Prinzipien haben und zu diesen Parteien gehört vornehmlich die nationalliberale Partei.(Sehr gut! bei den Soz.) Der Soldat soll ein Mensch sein, der seine Rechte gellend machen kann, er darf nicht das Gefühl haben, daß er ganz rechtlos ist. Heule muß er die widerlichsten Befehle ausführen, wen» cr nicht bestraft werden will. Sie wissen, wie wir über die �ivilstrafrechtSpflege denken. Aber über die MilitärstrafrechtSpflege t sie himmelhoch erhaben. Wir werden jede GKegenheit ivahr- nehmen, drakonische Urteile zu kritisieren. Die Soldaten wollen keine Heloten, sondern Menschen sein, ausgerüstet mit allen Rechten, die der Mann im Zivilleben auch hat. Er soll, wenn er den Waffen- rock anzieht, nicht das Gefühl haben, daß er rechtlos ist. Allerdina« wird dieser Zustand erst geändert werden, wenn das System selbst geändert wird.(Zuruf recktS: ZukunftSftaat!) Wir lverden diese Art Justiz stets mit Entschiedenheit bekämpfen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten, Zischen rechts.) Generalleutnant Sixt v. Armin: Mit Ausnahme de« Herrn Vorredners und feiner Parieiireunde lverden wir alle mit Befriedigung den Ausführungen des Abgeordneten Gröber entnommen haben, daß die Mililärstraf rechts- pflege im großen und ganzen ein erfreuliches Bild gewährt. Ich halte es für besonders erfreulich, daß die Zahl der Rückfälligen erheblich zurückgegangen ist. Der Abgeordnete Gröber hat nun eine Ausdehnung der Statistik nach verschiedenen Richtungen hin verlangt. Die Statistik ist ein zweischneidiges Schwert und ich speziell glaube, daß eine Ueberhäufung der Statistik zur Unklarheit des Bildes führen kann. Jedenfalls werden aber die Wünsche des Abg. Gröber in Erwägung gezogen lverden, und ich leugne nicht, dgß. so weit ich im Moment die Dinge zu beurteilen vermag, der eine oder andere Punkt mir durchaus einleuchtet. Im übrigen bemerke ich. daß sich unsere Statistik an die Zivilstattstil anschließt. Ich halte es nicht für nötig, daß die Militärstatistik weiter ausgebaut wird als die Zivilstatistik. Ein Punkt scheint mir aber sehr bedenklich zu sein, nämlich daS Hineintragen zu viel persönlicher Momente in die Statistik und ich glaube nicht, daß die Heeresverwaltung in der Lage fein wird, diesem Verlangen zu entsprechen. Der Äbg. Gröber hat dann aus die De- i anders hohe Zahl von Bestrafungen in den westlichen Korps, speziell im 16. Armeekorps hingewiesen. Das liegt daran, daß diese Korps zum größten Teil aus Soldaten bestehen, die sehr bunt aus allen Gegenden Deutschlands zusammengewürfelt sind. Dazu kommt, daß die Jugend heute schon in großer Freiheit aufwächst und daß in ihr die Abneigung gegen Unterordnung unter eine Autorität künstlich erzeugt wird.(Zustimmung rechts, Widerspruch links.) Schließ- lich kommt dazu der Mangel an Unlerofsizieren, der gerade im 16. Armeekorps sich fühlbar macht. Der Abg. Stücklen hat eine Fülle von Einzelfällen vorgeführt, die im Lugenblick natürlich für mich unkontrollierbar sind. Seine Angaben waren zum Teil recht lückenhaft, Wo hat der Herr Abgeordnete sein Material her? Aus welchen Zeitungen? Zu welchen Zeiten sind die verschiedenen Urteile gefällt worden? Alles das müßte man wisien, wenn man zu einem llaren Urteil kommen will.(Sehr wahr! rechts). Ich selbst bin der An- ficht, daß ich die Berechtigung oder Nichtberechtigung eines Urteils- sprucheö nur lritisieren lann, wenn ich die ganze Verhandlung kenne. (Sehr wahr I rechts.) Der Herr Abgeordnete hat speziell bemängelt, daß bei Verurteilungen von Soldatemnißhandlungen verhältnismäßig geringe Strafen gefällt werden. Die Militärverwaltung steht auf dem Standpunkt. daß die Mißhandlungen den Gesetzen gemäß zu bestrafen find. Ich muß allerdings aber aus- t p r e ch e n. daß ein Unterschied besteht zwischen der Mißhandlung eine? Untergebenen und einem groben Subordinationsvergehen. (Zuruf bei den Sozialdemokraten: Als» zweierlei Recht!) Bei einer Mißhandlung eines Uniergebenen wird die Rechtssphäre eines Einzelnen verletzt. Ein Subordinationsvergehen richtet sich gegen die Dienstautorität und die Dien st autoritär ist die Grundlage für jede militärische Ordnung. (Sehr wahr! rechts.) Der Abg. Stücklen hat endlich noch kritisiert. daß der Ausschluß der Oeffentlichkeit vielfach mißbraucht würde. Nach dieser Richluiig ist die Militärverwaltung ohne jeden Einfluß. Ob die Oeffentlichkeit ausgeichlossen werden soll oder nicht, unterliegt allein dem freien Ermessen deS Gerichts.(Beifall rechts.) Abg. Dr. Wagner(k.): Wir venirteilen die Mißhandlungen genau io scharf wie die Herren Sozialdemokraten. Aber über einzelne Verurteilungen lönnen wir hier nur dann sprechen, wenn wir die Leute hier vor uns sehen.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Gerade die Sozialdemokratie tut alles, um der Jugend den Soldaten- dienst zu verekeln. Abg. Roth(Wirtich. Dg.) Nagt über die Zurücksetzung der oberen Mllitärbeamten gegenüber den Offizieren. Abg. Stücklen(Soz.): Ich gebe zu, daß man beim Militär einmal im Unmut über die Schnur haut, daß das auch bei einem Vorgesetzten menschlich zu erlläre» ist. Aber wenn derartige Fälle, derartige systematische Mißhandlungen, wie ich sie vorgeführt habe, sich immer und immer wiederholen, so muß man doch iagen, e« fehlt an der notwendigen Aufsicht und die Kriegsgerichte urteilen darüber zu milde. (Lebhafte Zustiminung bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Wagner sagte, wir wollen den jungen Leuten das Soldatenleben verekeln. Da» ist das alte Lied. daS wir genügend kennen. Zch erinnere daran, was der bayerische Kriegs- minister v. Asch meinem Parteifreunde, dem Abg. v. Wollmar, im bayerischen Landtage zur Antwort gab. als c« sich darum handelte, ob die Sozialdemolraten gute oder schlechte Soldaten sind. Herr v. A s ch sagte damals, als Oberst eines Regiments, das zu einem sehr großen Teil aus Sozialdemokraten bestand, habe er keinen Anlaß gehabt, mit den Soldaten unzufrieden zu sein und sich über sie zu beklagen. Die Sozial- demokraten. welche in die Kaserne kommen, sind so vernünftig. sich zu sagen, solange wir in der Kaserne sind, müssen wir uns fügen und dürfen nicht gegen die Militärstrasgesetze verstoßen. Wenn wir in die Statistik auch eine Rubrik aufnehmen darüber, wieviele von den Verurteilten im Zivilleben einem sozialdemokralischen Ver- ein angehört haben, so würde diese Rubrik sehr sparsam sein.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir müssen abfällig über den Militarismus urteilen, wir können den jungen Leuten doch nicht zumuten, Liebe und Treue zu diesem System zu haben.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Stodthasen(Soz.)' (von der Rechten mit Grunzen und Heulen empfangen): Meine Herren! Auch ohne dieses Geräittch wurde mir bekannt sein, daß jedes Tier die Töne von sich gibt, die feiner Natur entsprechen! (Heiterkeit und Sehr gut I bei den Sozioldemokratsn.) Ich muß hier einen Fall zur Sprache bringen, bei dem es sich um einen feigen Mord handelt, der durch einen Gendarm verübt wurde, allerdings nur an einem Arbeiter. Ein in hinterlistiger Weise be- g a n g e n e r Mord, wegen dessen den Gendarm zu versolgrn das Militärgericht abgelehnt hat.(Hört! hört I bei den Sozialdemolraten.) In der Nacht vom 22. zum 23. September 1906 gingen einige Leute aus dem Wege von Stolp»ach Hohcn-Neucndors nach Hause, ES war überaus dunkel. An einer Stelle standen zwei Gendarmen. Durch Zufall stieß einer der Leute gegen den Gendarm. Er ent- schuldigte sich und ging weiter. Tie beiden Gendarmen— ihre Namen sind Jude und T i e tz— die möglicherweise etwa- an- getrunken waren— sie waren übrigen» in Zivil und nicht im D i e n st, leider unterstehen sie aber trotzdem dem Militärgericht— die beiden Gendarmen also liefen den Leuten mit Knüppeln nach und schlugen auf sie ein. Es kam zu einem Haiidgeiiienge, und nun zog der Gendarm Jude den Revolver und schoß den Zimmermann Adolf Herr mann an. der vollständig untätig daneben stand. Der Herrmauu ist infolge de« Schusses gestorben. Nach dieser Heldenrat ergriffen beive Gendarmen sofort das Hasenpanier.(Hört! hört! bei den Sazialdem.) In einem Rechtsstaat kann man verlangen. daß da« Leben auch des Arbeiters so weit geachtet wird, daß gegen einen Mann eingeschritten wird, der einen Arbeiter hinter- listig ermordet hat.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Was aber geschah hier? Zunächst wurde ein Verfahren gegen die von den Gendarmen Ueberfallenen von der Staatsanwaltschaft ein- geleilet. Vom Staatsanwalt wurde erklärt, da ja die Gendarmen sich außerhalb des Dien st«g befunden haben, kam, ja von einem Widerstand gegen die Staatsgewalt gar keine Rede fein, und«i» Be, folgung wurde cingestellt. Nun wurde aber versucht, vielleicht auf Ver- anlasiung der Militärbehörde, gegen die Leute wegen grobe» Unfuges einzuschreiten. In diesem Versahren wurden die Gendarmen als Zeugen vcrnoinmcn. In ihrer fchrift- lichen Anzeige hatten sie selcht angegeben, daß sie sich nicht im Dienst befanden, und auch als Zeugen unter Eid gaben sie dies an, im übrigen waren ihre Aussagen so widersprechend. daß man daraus allein schon auf ihr Schuldbewußtsein schließen muß. Hier fommt es vor allem aber darauf an, daß das Gericht| Iommission vorgeschlagen hat, geht noch weit über das Abgeordneten, Grafen v. Mietzhnsti, für gültig zu erflären. die Angeklagten von der Anlage des groben Unfugs frei hinaus, was die Militärverwaltung lange Jahre Dann fezte die Kommission die Beratung über die Gültigkeit der gesprochen hat, und daß es sämtliche Auslagen, auch die der hindurch gehabt hat. Es ist weiter klar, daß dadurch die Eidhoffschen Wahl fort. Der von sozialdemokratischer Seite Berteidigung der Staatskasse auferlegt hat, wegen der frivolen Ein- Macht des Militärkabinetts nicht unerheblich vermehrt wird.( Sehr gestellte Antrag, Erhebungen anzustellen, ob die Wahl Eickhoffs von leitung des Verfahrens. Es liegt also hier das Manöver, der Versuch richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Freisinnigen haben amtlichen Stellen mit Geld unterstützt worden ist, wie das aus einem vor, diejenigen Personen, die als Zeugen in Betracht tamen, die Kanone erfunden, die vorne los geht und hinten los geht. Briefe des Generalmajors v. Keim an Eidhoff hervorgehe, Eickhoff als Zeugen vor dem Militärgerichtsverfahren aus( Große Heiterfeit.) Am ersten Tage befämpfen sie das Militär- also, wie er auch selber gefagt habe, amtlicher Kandidat sei, wurde zuschalten. Dieser Versuch ist von dem Gericht zurück- fabinett und am zweiten Tage stellen sie ihm die Mittel zur Er- abgelehnt. Für den Antrag stimmte außer dem sozialdemokratischen gewiefen worden. weiterung seiner Befugnisse zur Verfügung. Für die Berechtigung nur noch das polnische Mitglied der Kommission. In der nächsten Wir halten Ein Das Verfahren wegen Totschlages ist aber trotzdem der Regierungsvorlage ist in der Budgetkommission auch nicht Sigung, am Mittwoch, den 12. Februar, soll weiter beraten werden. gegen den Gendarm Jude überhaupt nicht eingeleitet. der allermindeste Beweis geliefert worden. Das ist in der Kom- Die Börsengesetkommission debattierte am Donnerstag wieder mission auch von den Freisinnigen offen anerkannt Einer der Beteiligten hat den Strafantrag gestellt, worden.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn sie nun über einen Bentrumsantrag, der das Gesetz auf eine ganz andere ein Berfahren wurde darauf eingeleitet wegen angeblicher Körper- troydem den Blockantrag unterschreiben, so stellen Sie sich damit Grundlage stellen wollte, als der Regierungsentwurf vorfieht. Er berlegung und rechtswidrigen Waffengebrauchs. Von der Staats- ein testimonium paupertatis( Armutszeugnis) aus. wurde vor der Abstimmung zurüidgezogen. Ein anderer Zentrumsanwaltschaft selbst ist auf Grund der eigenen Angaben der natürlich am Beschluß der Budgetkommission unter allen Umständen antrag wurde angenommen, wonach Anteile einer inländischen Gendarmen zugegeben worden, daß sie sich nicht im Dienst be- fest.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Erwerbsgesellschaft nur mit Zustimmung des Gesellschaftsfunden, sondern die Schießerei als Privatsport betrieben vorstandes zum Börsenterminhandel zugelassen werden dürfen. Nach haben. Da erklärt aber das Militärgericht, das Verfahren ist Es geht ein Antrag Graf Hompesch( 8.) ein, über diesen der Vorlage war der Vorstand nur gutachtlich zu hören. Mit dieser einzustellen, denn die Untersuchung habe ergeben, daß die Titel und den Antrag v. Elern morgen namentlich ab- Alenderung wurde der§ 48 des Entwurfes angenommen. beiden Beschuldigten von vornherein als Gendarmen erkannt und daß zustimmen. fonservativer Zusatzantrag wurde abgelehnt. Auch der§ 49 der fie aus der Gruppe der Zivilpersonen durch Aeußerungen beleidigt Abg. Liebermann v. Sonnenberg( wirtsch. Vg.): Wenn die Vorlage wurde hierauf angenommen, nachdem ein fonservativer Abworden seien. Sie feien also berechtigt gewefen, die Perso- Freisinnigen heute etwas bewilligen, so beweisen fie eben änderungsantrag abgelehnt war. nalien der Betreffenden festzustellen. große Selbst überwindung im Interesse der Bewilligung Die für nächsten Dienstag vorgesehene Sigung fält aus. Unter Eid haben die beiden selbst zugegeben, daß das unwahr ist! nationaler Forderungen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Kommission für Aenderung des Telegraphengesehes( Telefunken) Trotzdem wird hier der Beschluß darauf geftügt. Entgegen Blüte nicht Honig, sondern Gift. Nehmen wir den sogenannten entwurf unter dem Vorbehalt an, zur zweiten Lesung noch AbIhr Lachen beweist nichts; Sie saugen selbst aus der prachtvollsten nahm in ihrer gestrigen Sigung nach längerer Debatte den Regierungsder Feststellung der Staatsanwaltschaft, daß von Blockantrag an und sparen wir an einer anderen Stelle.( Rufe änderungsanträge einzubringen. einem Widerstande gegen die Staatsgewalt gar keine Rebe fein kann, bei den Sozialdemokraten: Wo? Wo?) Heute vormittag besichtigt die behauptet dilitärbehörde, daß die Gendarmen im Kommission die Anlage von G. Lorenz am Elisabeth- Ufer in Berlin, Dienst feien und stellt das Verfahren ein! Auch die Die Freisinnigen haben eben eingesehen, daß der Abstrich an erzeugt und dauernd vom Luftleiter ausgestrahlt und vom EmpfangsAbg. Graf Oriola( natl.) spricht ebenfalls für den Blockantrag. Die mit„ ungedämpften" elektrischen Schwingungen, die permanent Bitwe des Ermordeten hat einen Antrag auf Strafverfolgung ge- dieser Stelle falsch war. Mit einer Streichung um einige zehn apparat aufgenommen werden, bereits drahtlos telegraphiert. stellt. Sie hat aber von der Militärbehörde bisher noch gar tausend Mart bekämpft man die Macht des Militärkabinetts nicht. feine Nachricht erhalten.( hört! hört! bei den SozialAbg. Eickhoff( frf. Bp.): Wir haben uns von Einlauf, demokraten.) Erst also versucht man die Zivilpersonen gewisser: Minister überzeugen lassen und werden daher für maßen unschädlich zu machen, und als das nicht gelingt, erläßt den Antrag Elern stimmen. Von einem Umfall fann gar keine Im Reichstage gingen ein: die Militärbehörde einen Bescheid, der in strifteftem Widerspruch steht zu der Feststellung der Staatsanwaltschaft und der eigenen Rede sein, denn der Kommissionsbeschluß ist nur durch eine ZuResolution v. Gamp, Dr. Kolbe, witt usw.( ft.) eidlichen Aussage der beiden Gendarmen, um die Einstellung des Ver- fallsmehrheit zustande gekommen. Generalleutnant Sigt v. Armin: Wenn der von der Kom- betreffend außerordentliche Beihülfen für mittlere, fahrens zu begründen und zu verhindern, daß eine Sühne für einen gemordeten Arbeiter gegeben wird. ( Große Unruhe rechts, Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Daß die Tatsachen wirklich so liegen, wie ich sie dargestellt, fann man auch aus folgendem entnehmen: als ich in einer öffentlichen Versammlung den Fall schilderte und sagte, daß hier ein Mörder frei herumlaufe, da wurde zunächst versucht, gegen mich ein Strafverfahren wegen Berleumdung und Beamtenbeleidigung einzuleiten. Als ich vernommen wurde, fagte ich, ich halte alles von mir Gefagte auf recht und werde den Wahrheitsbeweis antreten. Daraufhin wurde das Verfahren gegen mich eingeftellt. dem Zum Bostetat: mission beschlossene Abstrich bestehen bleibt, so werden sich an Unter- und Kanzlei- und höhere Beamte in den polnischen anberer Stelle Mehrausgaben ergeben; also auch der gewünschte Landesteilen. Resolution Brandy u. Gen.( Polen), den Herrn Reichskanzler finanzielle Effekt wird deshalb nicht erreicht werden. Abg. Erzberger( 3.): Ein 3ufallsbeschluß der Kom- zu ersuchen, die tgl. preußische Staatsregierung zu veranlassen, den mission, wie der Abg. Gidhoff behauptete, liegt eineswegs bem Landtage vorgelegten Gejegentwurf über Maßvor. Es ist merkwürdig, daß der Abg. Eichoff gar nicht nahmen zur Stärkung des Deutschtums in den auf die Beziehungen zwischen diesem Aggre. Provinzen Westpreußen und Bofen( Enteignungsgiertenfonds giertenfonds und dem Militärkabinett ein- borlage) zurüdzuziehen, weil diefer Gefeßentwurf gegen gegangen ist.( Lebhaftes Sehr richtig! im Zentrum.) Aus- die Grundfäße der Gleichheit der Staatsbürger vor dem Gesez und gesprochenermaßen soll ja der Fonds dienen zur Verbesserung der der Unverleglichkeit des Privateigentums verftößt und somit nicht Avancementsverhältnisse. Die Budgetkommission hat hier den bloß der Reichsverfassung und Reichsgesetzgebung widerspricht, dreijährigen Durchschnitt zugrunde gelegt. Daß man uns fagt, fondern auch die Grandvesten der heutigen Staats- und Gesellschaftswir sollen nicht bei diesem Titel, sondern lieber bei einem anderen ordnung erschüttert. Aus der Partei. sparen, tann uns nicht rühren; derselbe Einwand wird ja von Berichte der Wahlprüfungstommiffion über die Wahl irgend einer Fraktion bei jedem Titel gemacht, bei dem ein Ab- der Abgg. Becker( Arnsberg) und Labroise( 15. elsaß- lothr. ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Bäre auch mir die Möglich- strich erfolgen soll.( Heiterkeit und Sehr richtig!) Ich bitte die Wahlkreis). Bericht der Kommission für den Versicherungsfeit gewesen, ein Jota von Beleidigung, auch nur von formaler Be- Militärverwaltung noch einmal im Namen des Reichskanzlers um bertrag. Leidigung herzuleiten, so hätte man es getan.( Sehr wahr! bei den Sparsamkeit.( Heiterkeit.) Sozialdemokraten.) Aber es wäre dann eben in voller Deffentlich- Generalleutnant Sigt v. Armin: Die Jahre 1904, 1905 und Zum Etat des Reichstags: feit bewiesen worden, daß hier ein Mörder frei herumläuft, weil der 1906, auf die sich der Abg. Erzberger bezogen hat, können kein Resolution v. Gamp u. Gen.( ff.), die Kommiffion für Erschossene nur ein Arbeiter ist!( Lebhafte Zustimmung bei den richtiges Bild geben. die Geschäftsordnung zu beauftragen, Vorschläge zu machen, durch Sozialdemokraten. Großer Lärm rechts.) Inerhört ist es, wiederhole Abg. Dr. Neumann- pofer( frs. 2g.): Ich habe für welche die bei der Berichterstattung über die Verich noch einmal, daß das Militärgericht dem attenmäßigen Inhalt mich und eine Anzahl meiner Freunde zu erhandlungen in den Kommissionen hervorgetretenen zuwider behauptet, die Gendarmen feien im Dienst gewesen. Die tlären, daß die für ben Antrag Elern angeführten Gründe mißstände beseitigt werden. Gendarmerie sollte überhaupt den Militär- uns von seiner Zweckmäßigkeit nicht überzeugt haben.( Hört! gerichten entzogen werben. Charakteristisch ist auch, daß. hört! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) als dieser Mord stattfand, in den nationalen Zeitungen die un Abg. Dr. Sübekum( Soz.): Um eine Zufallsabstimmung hat geheuerlichsten Verdrehungen des Tatbestandes gegenüber dem Er- es sich in der Budgetkommission nicht gehandelt. Die Gründe, fchoffenen und seinen Begleitern erschienen. Nur von jener Seite warum die Budgetkommission in der letzten Zeit so unvollständig Straftonto der Arbeiterbewegung. Gegen in der modernen Lönnen die falschen Darstellungen in die Presse lanciert sein. Ich besetzt war, will ich nicht untersuchen.( Heiterkeit.) Aber die Arbeiterbewegung tätige Genoffen wurde von deutschen Gerichten bitte dringend um eine strenge Untersuchung, damit der Verdächtigte Abstimmung ist unter dem frischen Eindruck der Ber- im Monat Januar 1008 auf 4 Jahre, 11 Monate, endlich vor Gericht gestellt und eventuell auch verurteilt wird.( Zu handlungen erfolgt. Herr v. Glern hat barauf hingewiesen, 2 Wochen und 1 Zag Gefängnis und 2147 W. stimmung bei den Sozialdemokraten.) daß es schon einmal eine Gelegenheit gegeben hat, den AggregiertenGeneralleutnant Sigt v. Armin: Den von Herrn Stadthagen fonds erheblich zu schwächen, als der Feldmarschall General Geldstrafe erkannt. angeführten Fällen wird die Militärverwaltung selbstverständ. Blumenthal gestorben war. Jest bietet sich diese Gelegenheit tich nachgehen. Das wäre auch gefchehen, wenn Herr Stadt zum aweitenmal, wegen der Statisierung der 18. Sauptleute an anderer Stelle. Wiederum steht der Reichstag vor der Enthagen es vorgezogen hätte, einfach eine Mitteilung über diefe Vorscheibung, ob er dem Kriegsministerium ein Bauschquantum befälle an uns gelangen zu laffen mit der Bitte diefelben aufzuklären. willigen will, deffen Höhe nicht nachgewiesen ist, oder ob er Gr. Er hätte dem hohen Haufe damit sehr viel Zeit ersparen können. ( Sehr gut! rechts. Unruhe bei den Sozialdemokraten.) auf die sparnisse machen will. Läßt er diese Gelegenheit vorübergehen, Ausfälle, zu denen auch diese Rede dem Herrn Abgeordneten Anlaß so wird er dadurch den Abgeordneten nach 23 Jahren Gelegenheit gegeben hat, gegen bie Militärjuftig im allgemeinen und gegen die geben, zu sagen, es haben zwar einige Abgeordnet vor 23 Jahren Armee gehe ich um fo weniger ein, als mir die Tonart des Herrn auf die Schwachung des Aggregiertenfonds hingewiesen, und der dann im Reichstage fißenbe Herr Eidhoff wird fagen tönnen, es Stadthagen nicht zur Verfügung steht.( Bravo! rechts.) hat aber niemand auf die Gründe gehört. Herr Eickhoff hat zwar pät, aber doch überhaupt sein patriotisches Empfinden wiedergefunden.( Seiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Abg. Gröber( 3): Ich habe lediglich konstatiert, daß die 3ab der Soldatenmißhandlungen in den letzten Jahren abgenommen hat und das ist jedenfalls erfreulich. Daß einzelne Fälle vorkommen, in denen das Rechtsgefühl durch die Entscheidung verletzt wird, habe ich ausdrücklich anerkannt. Damit ich liegt die Diskussion. Abg. v. Richthofen( kons.): Wenn nach 23 Jahren jemand auf diese Verhandlungen zurückommt, so wird er sagen, der damalige Reichstag ist bemüht gewesen, seine Schuldigkeit zu tun. Abg. Gidhoff( fri. Bp.): Gegenüber ber liebenswürdigen Das Kapitel wird bewilligt; die ResolutionSompefch( 3) Indiskretion des Abg. Gübelum stelle ich fest, daß ich stets in der wird angenommen. Budgetfommission auf meinem Posten war. Wenn in jener Sigung Beim Ravitel:" öhere Eruppenbefehlshaber hat Abgeordnete der Rechten gefehlt haben, so hatten sie wahrscheindie Kommission von dem sogenannten Aggregiertenfonds lich triftige Gründe.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) einen Abstrich vorgenommen, indem sie anstatt an 200 nur an Das Kapitel wird bewilligt, die namentliche Alb. 120 Offiziere Dienitzulagen gewährt hat und hat zwei Armee ftimmung über den Aggregiertenfonds auf die nächste Sigung ver. inspektoren etatisiert. Abg. v. Elern( t.) Befürwortet als Berichterstatter diesen Antrag und begründet dann als Abgeordneter einen Antrag des Blocks, der an 100 Offiziere die Dienstzulage gewähren will. schoben. Beim Kapitel Geldverpflegung der Truppen" liegt eine Refolution der Budgetkommission vor, den Reichstanzler zu ersuchen, eine Erhöhung der Löhnung für Gemeine einschließlich der Spielleute, Defonomichandwerker, Sanitätsmannschaften spätestens im nächsten Jahre herbeizuführen. Zur Parteigeschichte. Im. Abstinenten Arbeiter" Yefen wir: Auf Seite " 105/106 bes 145. Bändchens der Teubnerschen Sammlung Aus Natur und Geisteswelt" befindet sich in einem Referat des Bastors Dr. Stubbe über" Die ältere deutsche Mäßigkeits- und Enthaltfamkeitsbewegung" folgende Angabe: Im Jahre 1865 wurde ein in Hamburg schon länger bestehender Berein gegen das Branntweintrinfen neu organifiert. Dann heißt es wörtlich: Die Versammlungen, welche der Verein hielt, wurden ein Tummelplas der damals aufstrebenden Laffalleaner. Schließlich löfte sich der Berein im Jahre 1870 auf. Es wäre sehr wünschenswert, über diesen Verein mehr zu erfahren, als aus Stubbes paar Worten zu entnehmen ist. Jus besondere wäre es nüßlich, zu wissen, ob hier schon vor vierzig Jahren deutsche Arbeiter fich konsequent der Bekämpfung des Alkoholmißbrauches gewidmet haben, oder ob die Lassalleaner den Verein gegen den Mißbrauch des Branntweins" feitesehung feines eigentlichen Zweds- etiva nur als Basis für ihre politische Betätigung benutten. " unter BeiGenossen( in erster Linie wohl ältere Hamburger), die nähere Mitteilungen zur Sache machen fönnen, werden gebeten, uns Nachrichten hierüber zugehen zu lassen oder Materialien zu nennen, denen Genaueres zu entnehmen ist. " Der abstinente Arbeiter." Redaktion: Berlin, Pasteurftr. 13. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Abg. Erzberger( 3.): Ich bitte Sie dringend, es bei dem Staatsanwalt hilf! Wegen Aufforderung zum Ungehorsam nach Beschluß ber ommiffion au belaifen. Jede Vermehrung des Aggregiertenfonds dient zur Erhöhung der Be Die Abgg. Albrecht u. Gen.( Goz.) beantragen, die Erhöhung§ 110 des Reichsstrafgesetzbuches soll die Wedlenburgische fugnisse des Militärkabinetts, deren Einschränkung gestern der Löhnung für Gefreite und Gemeine usw. schon jest burch Boltszeitung" in Rostoc angeklagt werden. Der verant gerade von den Herren der Linken gefordert wurde.( Sehr zuführen und die Mittel dazu durch einen Nachtragsetat bereit. wortliche Redakteur Genosse Stün mußte am Mittwochnachmittag vor dem Untersuchungsrichter erscheinen, wo ihm eröffnet wurde, daß gut! im Zentrum.) Ich erinnere auch an das Versprechen des Reichs zustellen. fanglers auf Ersparnisse im Heeresetat. Hier kann diefem Die Abgg. Gröber u. Gen.( 3.) beantragen die Negierungen die Staatsanwaltschaft wegen eines in Nr. 25 vom 30. Januar der Bersprechen einmal nachgekommen werden.( Bravo! im Zentrum.) zu ersuchen, gleichzeitig mit der Verbesserung der dienstlichen Be W. B. im Feuilleton veröffentlichten Artikels, überschrieben:„ Ein züge der Offiziere, Unteroffiziere und Militärbeamten auch für die Antwort Bülows und der Junker zur Wahlrech: sinterpellation sapitel von der Großen Truz- und Hoffahrt", der Abg. Dr. Sübekum( Soz.): Die Einstimmigkeit in der Budgetkommiffion in der Frage Die Gemeinen eine Erhöhung der Bezüge anzufordern. Abg. Dr. Südefum( S03.) bittet zu prüfen, ob den halb. ber Freifinnigen im preußischen Abgeordnetenhaufe gloffierte, Ander Etatisierung der Armeeinspekteure bezog fich nur auf inbaliben Unteroffizieren, wenn fie in eine höhere Charge auf- flage erheben will. Hauptsächlich sollen, wie der vernehmende Richter das Formale. In der Sache selbst unterscheiden meine Freunde sich von den Angehörigen anderer Parteien nicht un- rücken, nicht auch die entsprechenden Gebühren gezahlt werden annehme, von dem Artikel folgende Schlußfäße dem Staatsanwalt zu der neuen Anklage den Anlaß gegeben haben: follten. 26. Aber die Taten der Stocknechte und die Worte Wolübe wesentlich, denn wir erlauben uns mit sehr vielen MilitärschriftGeneralleutnant Sigt v. Armin meint, besondere Schwierigstellern der Ansicht zu sein, daß diefe Armeeinfpetteure feiten würbe die Erfüllung dieses Wunsches wohl nicht machen, wurden nicht vergessen im Bolte. Und die Zeit war nahe, baß nichts sind als Gineturen, die geschaffen sind furz nach wenn die Betreffenden meist auch eine Stellensulage erhalten, den Mächtigen vergolten ihre Hoffahrt und ihr Troy. dem Feldzuge, um Seerführern, die man nicht ent- folle body in eine Prüfung der Frage eingetreten werden. laffen tonnte, eine hervorragende Stellung au doch Das Kapitel wird bewilligt. berfchaffen. Wenn nun heute an Stelle pon ehrenamtlich beschäftigten Berfonen Generale treten, die bisher Korpskommandeure Stimmen der Sozialbemotraten, die Resolution Die Refolution Albrecht u. Gen.( Soz.) wird gegen die geweien sind, so wird an dem Prinzip, das ursprünglich der Gröber u. Gen.( 3.) gegen die des 8entrums und der Sozial ganzen Einrichtung zu Grunde lag, aweifellos nichts geändert. bemokraten abgelehnt, die Resolution der Bubgelkommiffion Diefe ganze Bewilligung hat, wie gesagt, nur deforatiben wird angenommen. Wert. Formell ist es aber natürlich besser, daß diese Ausgaben an der richtigen Stelle im Etat stehen, als daß sie im Dunkel bes Aggregiertenfonds verborgen sind. Nun bedauere ich sehr lebhaft. daß ich hinter Herrn Erzberger und nicht hinter einem der Herren Freifinnigen zu Worte tomme. I hätte gern gehört, wie diese Herren Darauf vertagt sich das Haus. Präfident Graf Stolberg schlägt vor, die nächste Sigung reitag um 1 Uhr au halten. Tagesordnung: 1. Buderkonvention; 2. Antrag Schiverin auf Serabfegung der Zuderſteuer; 3. Weiterberatung bes Militär. etats; fie beginnt mit der heute vertagten namentlichen Ab ftimmung. Schluß 6% hr. ihren neuesten Umfall eigentlich verteidigen wollen, der in der Unterschrift zu dem Antrag b. Elern liegt.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Was Herr Erzberger vorgetragen hat, ist fachlich unanfechtbar, dagegen wird felbst die Rabuliftit eines in die Enge getriebenen freifinnigen Abgeordneten laum etwas ausrichten tönnen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Die Dotierung des Aggregierten Wahlprüfungskommission des Reichstags.( Sigung vom 6. Fe fonds in der öhe, wie sie die Mehrheit der Budget- bruar.) Die Kommission beschloß zunächst, die Wahl des polnischen Parlamentarifches. 27. Und es standen Männer auf, die nicht fürchteten bas Drohen Wolübs und die da sprachen zu Jfrael: 28. D, bu feiges und fnechtisches Volt! Wie lange willst du dich beugen unter das Joch der Uebermütigen. Auf, erhebe deine Herzen und Hände, stehet zusammen, dann muß ech euer Recht werden und der großen Pochen zuschanden werden. 29. Denn lange genug hast du in den Ecken und Winkeln gestanden und man hat dich gestoßen. 30. Solche Worte aber gingen durch die Herzen der Männer in Jirael und sie trachteten, wie sie danach handelten. Es heißt weiter in dem Feuilleton: Auf, laffet uns unfere " Stimme erheben, damit auch uns das gleiche Recht werde wie jenen." Wer die mecklenburgischen Verhältnisse fennt, wird sich nicht wundern über die Furcht der Herrschenden, daß diefe geilen einschlagen und dem mecklenburgischen völlig entrechteten Volle etwa ein gleiches Recht nachher werden fönnte. Eingegangene Druckschriften. Lohn- und Arbeitsverhältnisse der auf Bersten beschäftigten Metall. arbeiter. Statistische Erhebungen des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. 64 Selten. Kasseler 70-9 AJANDORF& C • Spittelmarkt Belle- Alliance str.. • Gr. Frankfurterstr. Brunnenstr. Kottbuser- Damm. Freitag- Sonnabend: 2 billige Lebensmittel- Tage Kaffee täglich frisch gebrannt........... fund.95 Pf Cervelat- oder Salamiwurst Pfund 1.15 Plockwurst.................. 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Gloce, Berlin. Drud u. Verlag: Vorivärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. . Nr. 32. 25. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenbaus. 26. Sigung vom Donnerstag, 6. februar, 11 Uhr. Am Ministertische: Breitenbach. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt Abg. Macco( natt.), daß er seine Kenntnis von den mangelhaften Raumberhältnissen in der Geologischen Landesanstalt in Berlin aus eigenen Besichtigungen geschöpft habe. Auf der Tagesordnung steht die Beratung des Etats der Bauverwaltung. Bei den Einnahmen erklärt auf eine Anfrage des Abgeordneten Dr. Jderhoff( ft.) Minister Breitenbach, daß die Regierung an der Bestimmung des Wasserstraßengesetzes über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben festhalte und auf eine authentische Auslegung der Reichsverfassung durch ein Reichsgeseh hinwirken werde. Um die Verwendung der Einnahmen aus den Schiffahrtsabgaben für die Verbesserung der Wasserstraßen sicher zu stellen, sei die Bildung von Zweckverbänden für die einzelnen Flußgebiete geplant, denen die Einnahmen aus den Abgaben zufließen und die die erforderlichen Ausgaben zur Berbesserung des Flußgebiets machen sollen. Die Regierung lasse sich bei den Verhandlungen mit den anderen Bundesstaaten von großzügigen Gesichtspunkten leiten.( Beifall rechts.) Abg. v. Arnim( t.) begrüßt die Erklärung des Ministers. Einem Projekt, das etwa beim Rhein- Herne- Kanal über die festgelegte Trace hinausgehen würde, würden seine Freunde nicht zustimmen fönnen.( Beifall rechts.) Abg. Herold( 3.): Wir halten an der Abmachung feft, die bei der Verabschiedung der Kanalvorlage getroffen wurde, daß die Frage der Schiffahrtsabgaben erst geregelt werden muß, ehe die neuen Kanäle eröffnet werden.( Beifall im Zentrum.) Abg. Broemel( frs. Vg.): Die Schiffahrtsabgaben bedeuten eine schwere Belastung der Schiffahrt. Wenn eine Verbesserung der Wasserstraßen notwendig ist, so muß sie erfolgen, ohne Rücksicht darauf, ob die im§ 19 des Wasserstraßengefeßes vorgesehene Ab. gabenerhebung schon in Kraft getreten ist, oder nicht. Der Ertlärung des Ministers gegenüber möchte ich die Frage aufwerfen, ob denn auch die Kosten früherer Stromregulierungen bei Bemeffung der Schiffahrtsabgaben berüdsichtigt werden sollen. Freitag, 7. Februar 1908. Abg. Gyßling( frj. Vp.): Beim Etat der Eisenbahnverwaltung| angesetzt, hat im letzten Jahre aber nur 19,2 Millionen gebracht. sollen im Falle der Etatsüberschreitungen bei Bauten die Bau- Arendt hat die Hoffnung, daß der Anschlag von 24 Millionen raten im folgenden Jahre gekürzt werden. Es würde zweckmäßig troßdem erreicht werden tönne, Erzberger dagegen beantragt, sein, dieses Verfahren auf den Etat der Bauberwaltung aus- 2 Millionen abzusetzen. Südekum verlangt Auskunft über die geplante zudehnen. Ich freue mich, daß nach den Erklärungen des Herrn Revision der Fahrtartensteuer. Unterstaatssekretär v. Pappenheim ein Widerstand der Rechten gegen den majurischen wele wendet sich gegen Abstriche. Eichhorn verweist auf die Kanal nicht zu erwarten ist. Notwendig ist die Regulierung der Wirtschaftskrise, welche den Abstrich von 2 Millionen rechtfertige! Nogat, da wird allerdings ein Einfluß auf die russische Regierung Ferner fragt er nochmals unter Berufung auf die Bemerkungen des versucht werden müssen. Begrüßen möchte ich die geplante Schiff preußischen Eisenbahnministers nach den Grundzügen der Fahr barmachung des oberen Pregels, ebenso den Erlaß des Ministers, tartensteuerreform. Twele fann eine solche Auskunft nicht geben, der eine Anregung in der Richtung gibt, daß bei allen Bauten es liegen 10 Vorschläge vor, was daraus wird, weiß er noch nicht. die Bedürfnisse der Gegend, in der sie errichtet werden, berücksichtigt Die vierte Klaffe foll nicht besteuert werden. werden sollten.( Beifall links.) Weiter bittet Minister Breitenbach erklärt, daß der obere Pregel für Schiffe mit etwa 200 Tonnen Tragfähigkeit schiffbar gemacht werden soll. Abg. Dr. Viereck( ft.) erklärt das Einverständnis seiner politischen Freunde mit der Erklärung des Ministers über die Ausführung des Wasserstraßengesetzes und betont, daß die Grundlagen dieses Gesezes nicht erschüttert werden dürfen. Rednek um die Regulierung der Netze. Ein Regierungskommissar erwidert, daß diese Regulierung wohl bald werde erfolgen können. Abg. Bindler( f.) fordert eine Beschleunigung der Angelegen heit. Abg. Dr. Schroeder( Staffel, natl.) flagt über die Handhabung' der Submissionsbestimmungen seitens der Baubehörden gegenüber den Handwerkern. Ein Regierungskommissar sagt wohlwollende Berücksichtigung der Wünsche der Handwerker zu. Abg. Brütt( ff.) führt Beschwerde über die Zustände am Kaiser- Wilhelm- Kanal. Preußen habe 50 Millionen dazu beigetragen, die Vorausseßungen, unter denen dies geschehen sei, seien aber nicht erfüllt worden. " Die Debatte wird geschloffen, der Titel Minister gehalt" bewilligt. Hierauf berta gt sich das Haus auf Sonnabend 11 Uhr. ( Kleinere Vorlagen; Fortsetzung der Beratung des Bauetats.) Schluß 4% Uhr. Die Automobilsteuer bringt zu wenig ein, sie ist mit 2 Millionen eingesetzt. Nach langer Debatte wird eine Resolution angenommen, welche den Grenzverfehr erleichtern und die Automobile nach der Höhe der vindizierten Pferdekräfte zur Steuer heranziehen will, statt wie bisher nach der Höhe der angewendeten. Mit der debattelosen Genehmigung der Einstellung von 6 Millionen Tantiemesteuer und 42 Millionen Erbschafts= steuer, sowie 1 Millionen Statistische Gebühr ist der Etat der Zölle, indireften Steuern und Gebühren erledigt. Nach Abzug der Erhebungskosten, Rüdvergütungen usw. rechnet das Reich auf 1 257 931 770 m. solcher Einnahmen. Folgt der Etat der Reichsbant. Der Anteil des Reiches am Reingewinn der Reichsbant betrug nach dem Durchschnitt der legten Jahre 19 900 000 M. Dazu kommen 234 Millionen Stempel steuern für die durch Barvorrat nicht gedeckten Banknoten. Es wird vorgeschlagen, für 1908 diese Summen mit wesentlich höherem Betrag einzuseßen. Auf Tweles Anraten unterbleibt das bis zur zweiten oder dritten Lesung. Es wird hierbei eine Resolution angenommen, welche für die süddeutschen Banknoten Gültigkeit bei den Reichskassen Norddeutschlands fordert. Ferner wird mitgeteilt, daß die Bankenquete Kommission im März zusammentritt. Die nun vorgenommene Beratung des Etats für die Erpedition nach Ostasien wird nach heftigen Angriffen Erzbergers und einer sehr ungenügenden Auskunft eines Regierungsvertreters auf Antrag Südefum& abgebrochen und soll morgen unter Zuziehung von Bertretern des Auswärtigen Amtes fortgesetzt Minister Breitenbach: Die lettere Frage ist strittig. Zölle und indirekte Steuern vor der werben. glaube aber, daß wir ihrer Lösung nahe sind. Bei Bemessung der Schiffahrtsabgaben fann man nicht schematisch vorgehen, es muß da auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der einzelnen Stromgebiete Rücksicht genommen werden.. Abg. Hirsch( natl): Wir halten daran fest, daß für jedes Stromgebiet ein besonderer Zwedverband gebildet werden muß. Die nötigen Verbesserungen an den Schiffahrtsstraßen müssen er folgen unabhängig von der Regelung der Frage der Schiffahrtsabgaben. Notwendig im Interesse der Schiffahrt ist eine weitere Ausgestaltung des Rhein- Herne- Kanals. Minister Breitenbach betont, daß der Rhein- Herne- Kanal als Teil des Rhein- Weser- Kanals nicht breiter und tiefer als dieser gebaut werden könne. Jedenfalls werden Schiffe von 1000 Tonnen den Kanal passieren können. Budgetkommiffion. Sigung vom 6. Februar. Der Leibarchitekt. Aus Köln wird uns geschrieben: Das Reichsschazamt ist verwaist, die Reichseinnahmen müssen in Abwesenheit des Reichsichagiefretärs beraten werden. Wie man erzählt, hat Herr v. Stengel fein abschiedsgesuch bereits eingereicht, auch genehmigt soll es schon sein, nur der Nachfolger fehlt noch. Die Vertretung des Reichsschazamtes hat inzwischen Unterstaatssekretär Twele übernommen. Beim Reichsschazamts- Etat werden die Voranschläge für den Trimborn- Fonds genehmigt, das ist die Ansammlung eines Kapitalsgrundstocks zur Durchführung einer Witwen und Waisenversorgung. Dies Jahr follen 53 Millionen dem architektonischen Ausgestaltung der fünftigen Fonds überwiesen werden, im Vorjahre waren es 48 Millionen. Zölle, Steuern und Gebühren. Die jeßige Kölner Eisenbahnbrüde soll beseitigt und durch eine neue, viel breitere ersetzt werden. Das neue Bautvert, das zugleich dem Straßenbahnverkehr dienen wird, soll eines der hervorragendsten Erzeugnisse der Brückenbaukunst werden. In den rheinischen Architekten- und Ingenieurkreisen herrscht eine tiefe Erregung nicht nur darüber, wie die Pläne zu der Brücke entstanden sind, sondern auch über die ganze Art der Kölner Dombrüde, wie man die Brüde wegen ihrer Lage gerade vor dem Dom nennen will. Der Kölner Architekten- und Ingenieurverein hat sich wiederholt mit der Brückenfrage befaßt, und es trat eine fast einmütige Opposition zutage. In einem aus diesen Kreisen stammenden Artikel wird dargelegt, daß es vom künstlerischen Standpunkt aus unzulässig sei, eine moderne Eisenbrüde mit Torburgen und Strompfeilerbauten zusammenzubringen, Stadttore darstellen. Die Tor- und Turmgebäude der Brücken früherer Jahrhunderte seien Rußbauten gewefen; das Eisenwerk der modernen Brücken habe allein Ausdrudskraft genug, um jener Biermittel entraten zu können; für einen Brüdenbau der Jetzt zeit müßten neuzeitliche Ausdrucsformen gefunden werden; cs Die Tabalsteuer foll 12 Millionen Mart, mur 100 000 M. fei ein Armutszeugnis, die Vollendung der Kunst des Architekten mehr als im Vorjahr bringen; ohne Debatte wird dieser Absatz ge- in möglichst getreuer Nachahmung der Kunstformen vergangener nehmigt. Die Zigarettensteuer ist erheblich gestiegen, sie war Stilepochen zu suchen, und dergleichen. im Vorjahr mit rund 11 Millionen eingestellt, für 1908 aber mit 15 Millionen Mart. Die Freifinnigen begrüßen diefe erfreuliche Er. scheinung". Die gudersteuer soll rund 3 Millionen mehr bringen statt 142 Millionen 145 Millionen Mart. Abg. Ghßling( frs. Bp.): Ich hoffe, daß durch die Frage der Schiffahrtsabgaben die Durchführung der Kanalvorlage nicht verzögert wird. Auf keinen Fall würde es im wirtschaftlichen Interesse Preußens liegen, wenn die Stromverbesserungen bis zur Regelung Die Einnahmen an 8öllen find für 1908 auf 704 Millionen der Abgabenfrage zurückgestellt würden. Im übrigen brauche ich Mark veranschlagt, wovon die Erhebungskosten abgehen, fodaß eine auf diese Frage nicht weiter einzugehen, weil ja bald eine ent- Reineinnahme von 666 774 000 m. berbleibt. Der Berichterstatter sprechende Interpellation im Reichstage zur Erörterung kommen Arendt gibt zwar zu, daß der Ansaz gegenüber den bisherigen wird. Jedenfalls erwarte ich. daß auf die süddeutschen Staaten wirklichen Einnahmen sehr niedrig fei, aber er könne wegen der wirt teinerlei Drud ausgeübt werden wird.( Beifall links.) Abg. Schmieding( natt.): Ich bebaure die scharfe Stellung- austellen. Abg. Süde fum meint, der künstlich zur Schau genahme des Abg. v. Arnim gegen größere Abmessungen des RheinHerne- Kanals. Jm Interesse der Entlastung der Eisenbahn wäre es sehr erwünscht, daß der Kanal auch für größere Schiffe passierbar sein würde. Abg. Dr. Dahlem( 8) führt Beschwerde darüber, daß auf der Polizeidirektion in Wiesbaden baupolizeiliche Angelegenheiten zu langsam erledigt werden. In der Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden wurde darüber geklagt, daß die Baupolizei dort viel fach zu tiefgehende Eingriffe in Privatrechte vornehme. Ein Regierungskommissar erwidert, daß in Wiesbaden der Charakter der Billen- und Bäderstadt erhalten bleiben müsse und daher schärfere baupolizeiliche Bestimmungen notwendig feien. Eine Beschwerde über die langsame Erledigung der Bausachen in Wiesbaden sei bei der Zentralinstanz nicht eingegangen. inertt Die Einnahmen werden bewilligt. Bei den Ausgaben, Titel„ Ministergehalt", betragene Peffimismus folle wohl nur den Zwed haben, eine Ab.lehnung des Antrags Löwiß auf Herabsetzung der Zuckersteuer zu motivieren, er beantragt, die Bolleinnahmen um 15 Millionen Mart höher einzusehen. Erzberger ist derselben Meinung. Der Antrag Südefum wird indes abgelehnt. Die Salzsteuer foll 58 Millionen bringen, 2 Millionen mehr als im Vorjahr. Alle die hier geschilderten Fehler sollen bei der Kölner Dombrüde gemacht werden. Man will die Architekturteile der Brüde, im besonderen diejenigen der Strompfeiler- und Portalbauten, in mittelalterlich- romantischen Formen, unter Anlehnung an Motive rheinischer Burgen, halten. Man hat davon gesprochen, daß diese gewaltigen Brüdentore mit ihren Säulengängen und trozigen Türmen wieder ein Stüd romantischen Burgenzaubers an den Ufern des Rheins erstehen ließen. Die Branntweinbesteuerung führt zu ausgedehnter Debatte. Die Steuer zerfällt in die Maisch bottichsteuer, Verbrauchsabgabe und Brennsteuer. Die Maischbottich Abg. v. Pappenheim( f.): Die Frage der Mosel- und Saar- fteuer soll eine Roheinnahme von 36 Millionen Mart bringen, davon Auch beschweren sich die Fachleute darüber, daß die Kölner fanalisierung erscheint mir zurzeit taum als diskutabel. Die beab- geben aber 22 Millionen Mart für Rüdbergütungen fichtigte Anlegung des masurischen Kanals halten wir im Intereffe( Liebesgabe!) und 5 400 000 m. Erhebungstoften ab, so daß von den Brückenbauten nicht zum Gegenstand eines öffentlichen Wettder Meliorisation im Osten für notwendig. Der Zustimmung des 36 Millionen Steuern dem Staate eine Einnahme von 8 600 000. bewerbes gemacht worden sind und daß sich an der Lösung dieser Abg. v. Arnim zu der Erklärung des Ministers kann ich mich durch verbleiben soll. Dieser Reinertrag zeigt gegen das Vorjahr eine so bedeutungsvollen Bauaufgabe nicht die gesamte deutsche aus anschließen. Sie erscheint mir als ein Markstein in der ganzen Abnahme von 6 Millionen Mart! Erzberger führt Architektenwelt beteiligen durfte. Statt dessen hat man Modelle Entwickelung der Abgabenfrage. Wir sind uns auch bewußt, daß aus, daß die Rückvergütungen vielfach größer feien als die Steuer und bildliche Darstellungen der Kölner Brückenbauten lediglich in die Schiffahrtsabgaben allein nicht ausreichen werden, um einen und meint, die Brennereibefizer sollten sich schämen, bei der Berlin in der Ausstellung der Akademie der bildenden Künste geAusgleich für alle Flußverbesserungen zu gewähren. Den Wünschen gegenwärtigen Finanzlage Geschenke aus der Reichskaffe zu zeigt. Die Fachwelt erhielt erst Kenntnis davon durch die auf eine weitere Ausgestaltung des Rhein- Herne- Kanals gegen- nehmen. Er erinnert an die Novelle zum Maischbottichsteuergesez, Beröffentlichungen der Lagespresse. über bitte ich die Herren Schmieding und Hirsch, sich mit dem zu die feit vorigem Jahre in der Kommission stedt. Es müßte ein NotDer Architekt, der von dem Eisenbahnministerium mit der begnügen, was in der Kanalvorlage nach heißen Kämpfen bewilligt gefeß erlassen werden und gerade die Bremer müßten den Stold Anfertigung der Pläne der Kölner Brüde betraut worden ist, ist worden ist. Die Begradigung des Dortmund- Ems- Kanals müßte haben darauf zu drängen. mit aller Energie gefördert werden, wenn er eine geeignete Bu= Abg. Sübelum als Mitglied jener Maischbottichsteuer Rom- der Geheime Baurat Professor Franz Schwechten in fahrtstraße für den Emdener Hafen bilden soll. Für den Ausbau mission erinnert daran, wie er voriges Jahr in der Budgetkommission Berlin, ein geborener Kölner, der nämliche, der vom Kaiser dieses Safens werden noch große Opfer gebracht werden müssen. und im Plenum gegen die Verschleppung der Novelle protestiert unter anderem mit dem Bau der Kaiser- Wilhelm- Gedächtniskirche insbesondere auch nicht vom beauftragt worden war. Hoffentlich wird sich Emden nicht nur zu einem preußischen habe, aber von keiner Seite, Wie man fürzlich in der Kölnischen Handelshafen, sondern auch zu einem Stützpunkt für unsere Marine Bentrum, fei ihm Unterſtügung zuteil geworden. Das Reichs- Volkszeitung" lesen konnte, hat Professor Schwechten zu erzählen entwickeln.( Beifall rechts.) ichazamt habe offenbar die Verschleppung begünstigt. Viel gewußt, welche verschiedenen Stadien das große Wert der Kölner Abg. Dr. Nöchling( natl.): Wir sind außerordentlich erfreut leidhi sputten schon die Pläne des Branntweinmonopols, über die versöhnliche Haltung des Vorredners in der Frage der aber jetzt ist doch auch das wieder mit der ganzen Steuerreform Dombrücke durchlaufen mußte"; er hat erzählt von den mannigSchiffahrtsabgaben und der Flußregulierungen. Zu bedauern ist, auf die lange Bank geschoben; er frage an, ob nun die scheintote fachen Aenderungen, welche die Entwürfe mehrfach erfahren daß die Regierung noch immer nicht zu einer festen Stellungnahme Kommiffion ins Leben zurückgerufen werde, und beantrage eventuell haben. Einen wesentlichen Einfluß auf diese Veränderungen hat zu dem Projekt der Mosel- und Saarkanalisation gekommen ist, Beschlußfassung auszufegen und die Angelegenheit dem Plenum zu der Kaiser ausgeübt, der sich für die Kölner obgleich dessen Durchführung schon in einer Resolution bei Be- unterbreiten, damit dort Stellung genommen werden kann. Dombrüde besonders lebhaft interessiert und ratung der Kanalvorlage berlangt worden ist.( Beifall.) Abg. Nehbel bemerkt gegen Erzberger, daß gerade das und das Atelier des Geheimrats Schwechten in der Hochschule für Abg. Hirsch( natl.): Wir halten an der bei der Beratung der Bentrum an der Verschleppung schuld sei, Ab- bildende Künste in Charlottenburg mehrfach besuchte, um Kanalvorlage beschlossenen Resolution fest, in der die Regierung geordneter Herold habe die Vertagung beantragt.( Lebhafte die Modelle und die Einzelpläne für die Bauausführung in Augenersucht wurde, das Projekt der Mosel- und Saartanalisation aufhört! hört!-Rufe.) feine Zweckmäßigkeit und Durchführbarkeit zu prüfen. Das hat Geheimrat Kühn vom Reichsschazamt gibt zu, daß das Reichs- schein zu nehmen". Nun hat man die Erklärung für manches, was die Fachleute bie Regierung getan. Die niederrheinische und westfälische Eisen- fchayamt nicht auf Verabschiedung der Vorlage gedrängt habe im Wilhelm II. ist ein industrie befürchtet von der Kanalisation der Mosel und Saar Hinblick auf das Monopol, eine direkte Schuld an der Verschleppung an den Plänen der Brücke beklagen. cine außerordentlich schwere Schädigung. Jekt blühen beide In- der Sache treffe es aber nicht. v. Richthofen will nicht, daß fchroffer Gegner der modernen Kunstrichtung. dustriegebiete, während die Kanalisierung der Saar und Mosel die Budgetkommission jene Steuerkommission dränge. Erzberger Man erinnere sich seines Wortes von der Rinnsteinkunst. eine völlige Verschiebung der Verhältnisse herbeiführen könnte. behält sich vor, im Etatgesez eine Aenderung des Steuersatzes zu Daß ihm die Beeinflussung Schwechtens teine große Mühe gemacht Eine sorgfältige Prüfung der Frage ist daher notwendig. wele hält diefen Weg für ungangbar und rät zu hat, daß die künstlerischen Anschauungen dieses Mannes in der Minister Breitenbach: Ich gebe meiner Freude darüber Aus- rascher Erledigung des Gesetzes. Paasche nimmt die Brenner in faiserlichen Gegenwart sich änderten, dessen kann man gewiß sein, druck, daß meine Ausführungen auf allen Seiten vollen Zuspruch Schutz, fie brauchten sich nicht zu schämen. Die Anfäge werden wenn man an den wundersamen Schwabenstreich Schwechtens bei gefunden haben. Was die Frage der Saar- und Moselkanalisierung dann genehmigt. dem Bau der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche denkt. Wie damals berichtet wurde, hatte Schwechten, um eine bestimmte Stelle auf der Zeichnung mit einem Merkmal zu versehen, auf dem Papier ein Kreuzzeichen gemacht. Der Kaiser glaubte bei der Besichtigung, dieses Mal bedeute einen Stern, der auf der Kirche angebracht werden solle. Als der Bau fertig war und der Kaiser den bermeintlichen Stern bermißte, ließ Schwechten, statt den Monarchen auf den Irrtum aufmerksam zu machen, den Stern nachträglich auf der Kirche anbringen, obwohl er gar nicht dorthin gehörte. angeht, so haben wir Verhandlungen mit Luxemburg und Die Schaumweinsteuer mit 6 Millionen, die Brau82 Millionen mehr als letztes JahrLothringen angefnüpft, die noch nicht zum Abschluß gekommen steuer mit 62 Millionen sind. Früher widersetzte sich das Saarrebier der Moselkanalisation, werden genehmigt. Ebenso ohne Debatte 1850 000 m. Spielwährend das Ruhrrevier alle Kräfte dafür einsette. Jezt haben tarten stempel. sich die Verhältnisse vollkommen geändert, und das machte eine um Die Wechselstempelstener ist mit 1%, Millionen höher fo eingehendere Prüfung der ganzen Frage notwendig. Fis- als im Vorjahre, mit 16 Millionen eingesezt, die Börsensteuer talische Gesichtspunkte werden vom Ministerium der öffentlichen mit 41 Millionen. Arbeiten niemals in den Vordergrund gestellt. Hoffentlich werden Die Staatslotterien werfen 32 589 000 m., die Privat wir über die Angelegenheit in nicht zu ferner Beit flar werden. Lotterien 8 Millionen Mark Stempelgebühren ab. Die Einnahme Vor der Inbetriebsehung des Rhein- Hannover- Kanals würde nicht aus Privatlotteriestempel ist um 12 Millionen Mark gestiegen. an die etwaige Durchführung des Projekts der Saar- und Moseltanalisierung herangetreten werden.( Beifall.) Die Frachtbriefsteuer wird mit 16 Millionen ohne Debatte genehmigt. Die Fahrtartensteuer ist mit 24 Millionen In der„ Täglichen Rundschau" las man vor etlichen Tagen, daß Professor Tuaillon den Auftrag erhalten habe, ein Reiter ftandbild des Kaisers anzufertigen, wozu ihm dieser eine Sigung Die Sonneberger Spielwarenpreise erfuhren ab Jauf die Polizeistation in der Fabrik gebracht im Marstall gewährt habe. Bisher war es unseres iffens üblich, 1. Januar einen Exportaufschlag von 10 Proz. und dort eingeschlossen. Der Eingesperrte Hopfte Standbilder von Fürsten und bedeutenden Männern erst nach deren Der Verein der rheinisch- westfälischen TafelTode zu errichten. Dies Standbild Wilhelms II. ist für die Kölner glashütten sowie der sächsischen und oberschlesischen Glas- nach einiger Zeit an die Tür. Er wollte den Polizeibeamten Tode zu errichten. Dies Standbild Wilhelms II. ist für die Kölner hütten hat beschlossen, die bisherigen Preise für die einzelnen Sie können sich hier nicht ruhig verhalten, raus" fagte Aber da kam er schön an. um seine Entlassung ersuchen. Dombrüde bestimmt, wo es zusammen mit den schon vorhandenen Sorten um 10 bis 15 Broz. zu erhöhen. " Reiterstandbildern Friedrich Wilhelms IV. und Wilhelms I. sowie Die Fabrikanten der Phantasiewollwaren- Branche der Beamte. Aber damit war der Inhaftierte nicht etwa in mit dem noch anzufertigenden Friedrichs III. Platz finden soll. beabsichtigen, sich in einer Konvention zu vereinigen, welche Be- Freiheit gesetzt. Das„ raus" hatte vielmehr, wie der VerProfessor Schwechten hat in den Plänen eigens die Brücken- dingungen schafft, die sowohl die Fabrikanten als auch deren Ab- haftete gleich erfahren sollte, eine ganz andere Bedeutung. # öpfe seitlich berbreitert, um die Standbilder so tief nehmer angeblich gutheißen können. Die Apoldaer Fabrikanten Dem Manne wurde eine Kette um das Handgelenk gelegt und anzubringen, daß man sie bequem betrachten kann. Angesichts der find vor einiger Zeit zusammengetreten und haben Beschlüsse ge- so führte ihn ein Polizeibeamter über die Straße nach dem auf der jetzigen alten Brücke stehenden beiden Reiterstandbilder der faßt, die für die Abnehmer der Branche flare Begriffe über RePolizeiamt. Die Kette wurde so fest angezogen, daß der erstgenannten zwei Preußenkönige hat sich schon mancher Kunst- gulierung und sonstige Umstände bringen, die aber auch der Kund- Mann auf der Straße laut schrie. Da legte ihm ein zweiter berftändige gefragt, wie die Reiter mit den Pferden da hinauf schaft das möglichste Entgegenkommen beweisen sollen. Verein deutscher Eisengießereien. In der am Beamter um den anderen Arm auch eine Rette und so führte temmen. Jeht soll die Zahl der Standbilder gar verdoppelt 22. Januar 1908 abgehaltenen Versammlung der Südwest man den Mann, der nichts verbrochen hatte, nach dem deutschen- Luremburger Gruppe für Bau- und Polizeiamt, wo er noch längere Zeit verbleiben mußte. Maschinenguß wurde beschlossen, die seitherigen Preise in Es wurden noch mehrere Fälle angeführt, wo Streifpoften Anbetracht des Umstandes, daß die Kohlen- und Kokskosten sowie den ganzen Tag, von morgens bis abends die Arbeitslöhne dieselben geblieben sind, vorerst nicht zu er auf dem Polizeiamt eingesperrt wurden. mäßigen. Leute, die gegen solche ungefeßlichen Freiheitsberaubungen Einwendungen machten, wurden mit Schimpfworten bedacht. Einem Manne, der auch längere Zeit gegen seinen Willen auf der Polizeiwache zu bleiben gewerden! Soziales. Zum Boykott über Gastwirte. Ein vernünftiges Urteil. Infolge Verweigerung des Lokals gelegentlich der letzten Reichstagswahlen verhängten die Mülhauser Parteigenossen über zwei größere Wirtslokale den Boykott, was durch wiederholte Inserate bekannt gemacht wurde. Wegen dieses Boykotts strengten die Inhaber der beiden Lokale Klage an, wobei sie von ihren Berufsorganisationen unterstützt wurden. Das Oberlandesgericht Colmar hat nnu vor kurzem die Klage fostenpflichtig abgewiesen. In der Urteilsbegründung, die jetzt bekannt wind, heißt es u. a. Der Siegerländer Eisensteinverein hat eine Fördereinschräntung von 10 Bros., wirkjam ab 1. Januar, angeordnet. Kohlenversorgung deutscher Großstädte im Jahre 1907, Die Kohlenversorgung der deutschen Großstädte ergibt für das wungen war und der sich bei dem betreffenden Beamten Die Kohlenversorgung der deutschen Großstädte ergibt für das beschwerte, wurde geantwortet:" Verhaftung? Sie Jahr 1907 eine Steigerung von zirka 72 Broz. gegenüber dem Vorjahre. Für die nämlichen 20 Großstadte, für die feit 1903 die sind ja gar nicht verhaftet, Sie werden nur Kohlenversorgung zu verfolgen ist, betrugen die Bezüge an Stein- aufbewahrt". und Brauntohle zu Wasser und zu Lande während der letzten 5 Jahre in 1000 Tonnen: 1905 1906 1907 16 885 1904 1903 14 123 14 474 15 742 18 145 Arretiert, verhaftet, eingesperrt oder„ aufbewahrt", das tommt ja für den, der sich ohne gesetzlichen Grund seiner Freiheit beraubt sieht, auf eins heraus. Selbstverständlich empfindet jeder, den die Polizei aufzubewahren" für notwendig hält, diese Aufbewahrung" als ein schreiendes Unrecht. Uebrigens scheint sich die zuständige Behörde keineswegs flar " " Ob eine Schädigung in einer die guten Sitten verlegenden Weise erfolgt ist, ist die Sache des einzelnen Falles; der Begriff der guten Sitten, wie die Vorschrift des Gesetzes sind nicht beschränkt auf einzelne Gebiete der menschlichen Lebensbetätigung. Für die Beurteilung maßgebend sind, wie das Reichsgericht in Von den 20 berücksichtigten Großstädten haben vier ihre Bezüge zahlreichen Entscheidungen zutreffend ausgeführt hat, einerseits gegenüber 1906 eingeschränkt. Unter diesen ist an erster Stelle der erstrebte Bwed, andererseits das zur Erreichung dieses Zwedes Elberfeld zu nennen, dessen Kohlenversorgung um beinahe zu sein über den dieser Freiheitsberaubung zukommenden angewandte Mittel. Der Zwed ist ein erlaubter, wenn berechtigte 20 Proz. zurückgegangen ist. Aberdings wird die Bedeutung dieses polizeitechnischen Ausdruck. Was einmal eine Aufbewahrung" Interessen verfolgt werden, d. h. Interessen, deren Verfolgung Rüdganges dadurch etwas herabgemindert, daß die Schwesterstadt sein soll, wird ein andermal wieder, und zwar schriftlich, weder durch gefeßliche Vorschrift noch durch die guten Sitten von Elberfeld, Barmen, ihre Bezüge um annähernd 10 Broz. ge- als Saft bezeichnet, für die der betreffende sogar noch beuntersagt ist. Der Sozialdemokratische Verein verfolgt unbestritten steigert hat. Dann ist noch Leipzig hervorzuheben, dessen Bu politische Intereffen, er ist ein Organ der sozialdemokratischen fuhren um 142 165 Tonnen oder um zirka 9 Proz. niedriger waren zahlen soll. Soweit die Aufbewahrten" oder Verhafteten Partei, die in dieser Richtung wie jede andere politische Partei zu als 1906. Starke Bufuhren hatten Berlin, Halle, München, noch über einiges Kleingeld verfügten, haben sie, vielleicht Betrachten ist. Jede politische Partei bedarf zur Erreichung ihrer Stuttgart, sodann Altona, übed, Danzig und nicht ganz freiwillig, auch die geforderten St o sten für das Biele, zu ihrer gefeßlich gestatteten Betätigung des ebenfalls ge- Bosen aufzuweisen. Altona steigerte seine Kohlenbezüge um mehr ihnen zwangsweise zugewiesene Quartier tatsächlich bezahlt. In der Versammlung wurden mehrere fchlich gewährleisteten Versammlungsrechtes, und zu diesem Zwed als 50, Lübeck um 47 Proz. geeigneter Versammlungsräume, namentlich zu Zeiten der WahlQuittungen über solche Zahlungsleistungen vorgezeigt. Sie tämpfe. Jede politische Partei hat deshalb an sich ein besehen so aus: rechtigtes Interesse, sich den erforderlichen Versammlungsraum zu sichern und die Inhaber solcher, als welche meist Wirte in Betracht kommen, zu bestimmen, ihr die Räume zu gewähren, es sei denn, daß die besonderen Umstände des einzelnen Falles ein folches Verlangen als unfittlich erscheinen lassen. Solche Umstände sind hier nicht geltend gemacht. Dieses Verlangen ist auch tein unbilliges gegenüber solchen Wirten, deren Wirtschaften geDie Arbeiter der Berliner Motorwagenfabrik, welche auf wöhnlich von den Barteigenossen besucht werden. Die Wirte haben Reinickendorfer Gebiet liegt, befinden sich seit dem 3. Januar allerdings keine rechtliche Verpflichtung, die Säle zu gewähren; im Streit. Es ist nicht ihre Schuld, daß der Streit ausdie Parteigenoffen haben aber auch keine Verpflichtung, die ge- gebrochen ist. Die Direktion glaubte, die gegenwärtige Zeit werblichen Intereffen des Wirtes weiter zu fördern, wenn er fei geeignet, um den Arbeitern schlechtere Lohnbezüge aufzudurch Versagung der Säle den Interessen der Partei entgegentritt. zwingen. Die Stundenlöhne wurden gekürzt und die EinWenn unter solchen Umständen eine Partei oder ein politischer Verein einen Wirt boykottiert, um ihn für die erwähnten Zwecke willfährig zu machen, fo liegt hierin an sich kein Verstoß gegen die guten Sitten, sondern ein Aft der berechtigten Selbsthülfe." Diese Auffassung des Urteils deckt sich mit der grundsäßlichen Stellung, die das Reichsgericht rücksichtlich des Boykotts zur Erlangung besserer Lohnbedingungen eingenommen hat. Aus Induftrie und Handel. Die Tätigkeit der Syndikate. folgende Nachrichten vor: Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Polizei und Streifende! hat gezahlt: Duittung. Herr N. N. 1. für Berpflegung 2. für aftfoften 3. für Heizkosten. " • • • 40 f. 15 " 10 Summa 65 Pf. worüber diese Quittung. Reinidendorf, 25. Januar 1908. Hurtig, Gefangenenwärter. Noch mancherlei Einzelheiten des polizeilichen Vorgehens führung eines sogenannten Prämiensystems verlangt, welches wurden angeführt und scharf verurteilt. geeignet war, den Verdienst der Affordarbeiter erheblich zu Der Gesamteindruck, den alle diese Ausführungen machten, schmälern. Verhandlungen wurden geführt zwischen einem Vertreter des Metallarbeiterverbandes und dem Direktor des war der: Ein solches Verhalten, wie es die Reinickendorfer Betriebes. Es kam eine Vereinbarung zustande, auf Grund Polizei den Streifenden gegenüber an den Tag legt, ist selbst deren die Arbeiter nach eintägigem Streit die Arbeit wieder für preußische Zustände ein starkes Stück und übertrifft alles, aufnehmen wollten. Da machte der Direktor neue Schwierig was man seit vielen Jahren in der Umgegend Berlins an feiten. Er verlangte, daß die Arbeiter sich verpflichten, während polizeilicher Streifpostenbekämpfung erlebt hat. Einstimmig eines Vierteljahres nichts für ihre beruflichen Interessen wurde eine Resolution angenommen, welche den Streitenden die Sympathie der Versammlung ausdrückt und dagegen zu unternehmen und daß das sogenannte Prämiensystem, an dem die Arbeiter zwei der allerungünstigsten Bestimmungen Protest erhebt, daß streikende Arbeiter von Polizeibeamten wie beseitigt wissen wollten, unverändert angenommen werde. An Verbrecher behandelt werden. Die Angelegenheit soll auch in einer Eingabe an die diesem Verlangen der Direktion zerschlugen sich die weiteren Gemeindevertretung behandelt werden. Verhandlungen. Der Direktor brach dieselben ab, indem er dem Vertreter des Metallarbeiterverbandes erklärte: Nun, dann wollen wir unsere Kräfte messen". " Auf dem Wege zur gewerkschaftlichen Einheit. Da der Verband Einer der dunkelsten Bunkte in der Kartellorganisation ist die Heimlichtuerei der Syndikatsherren. Als vor kurzem das rheinischwestfälische Roheisensyndikat den Auftragsbestand für den 1. Januar mit nur 173 000 Tonnen angab, nachdem er vor einem Jahre 953 000 Tonnen betragen, war alle Welt verblüfft. Auch der Stahlwerksverband hatte offenkundig Geheimnisträmerei getrieben, Damit war den Arbeitern, die eine Verschlechterung ihrer folange es irgend anging. Ja, man fann sich des Verdachtes nicht Lebenslage nicht ruhig hinnehmen wollten, der Kampf auf- Die Abteilung der Steinholzleger des Verbandes erwehren, daß da gefliffentliche Schönfärberei im Spiele ist, um die Preise möglichst lange hochhalten zu können. Die von den gezwungen. Vielleicht wäre er bereits zugunsten der Arbeiter der Jfolierer und Steinholzleger beschäftigte sich am Mittwoch in marttbeherrschenden Syndikatsherren abfichtlich im Dunkel ge- mit mehr. oder weniger Erfolg beendet, wenn es den Arbeitern ihrer Mitgliederversammlung mit der Frage der zukünftigen Gehaltenen Abfazverhältnisse sind sogar dem Teil der bürgerlichen möglich gewesen wäre, bei Anwendung aller erlaubten Mittel ftaltung der Organisation. Es herrschte auch hier wie in der Bresse, der sonst durchaus kartellfreundlich ist, unangenehm auf unter boller Ausnutzung ihres Koalitions- gemeinsamen Versammlung am Sonntag feinerlei gweifel oder gefallen, und der Ruf nach größerer Publizität der Synditate, ins- rechts ihre Sträfte mit dem Unternehmer zu messen. Aber Meinungsverschiedenheit darüber, daß man die Verbindung mit der besondere der Rohstoffkartelle, ist daher in den letzten Tagen wieder gleich nach dem Ausbruch des Streits erschien die Polizei Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften" lösen solle. Das laut geworden. Wir können uns diesem Rufe nur anschließen. Ueber die Tätigkeit der Syndikate in den letzten Wochen liegen auf dem Plane und machte den streikenden Arbeitern dies wurde allgemein als eine selbstverständliche und beschlossene Sache Ueber die Tätigkeit der Syndikate in den letzten Wochen liegen geradezu unmöglich. Während der Unternehmer im Kampfe angesehen. Die Frage, und, wie der Referent hervorhob, eine sehr Der Stahlwerksverband hat in seiner lebten Generalversamme gegen die Arbeiter alle seine Sträfte entfalten und anwenden schwierige Frage ist es, ob der Verband als selbständige fung beschlossen, für das 1. Quartal 1908 die Bergütung für solche fonnte, wurde den Arbeitern die Waffe, welche ihnen das Organisation weiter bestehen oder sich einer größeren Halbzeuge, die nachgewiesenermaßen für den Export verarbeitet Roalitionsrecht gibt, mit derber Polizeifauft aus der Hand 8entralorganisation angliedern soll. werden, von 5 auf 15 Mart zu erhöhen. Die Vergütung wird in geschlagen, so daß sie dem Unternehmer wehrlos gegenüber der Jfolierer, Steinholzleger und verwandten Berufsgenossen Ser Form bezahlt, daß diejenigen Halbzeuge, die für das Ausland stehen und von einem Messen der Kräfte" feine Rede Deutschlands selbst ein Zentralverband ist, so fcheinen, bestimmt sind, im Preise um den angegebenen Satz verbilligt sein fann. wenn die Verbindung mit der Freien Vereinigung gelöst ist, dem un werden. Dabei wurde die frühere grundfäßliche Forderung, dag Wie sich die Polizei bei diesem Streit betätigt, pas turde mittelbaren Anschluß an die Generalfommission grundsägliche Be Sie Gewährung der Ausfuhrvergütung nur an die in Verbänden vereinigten Werte erfolgt, auch diesmal fallen gelaffen, nachdem am Mittwochabend in einer öffentlichen Versammlung dar denken nicht entgegenzustehen. Der Umstand aber, duß der Verband schon bei der jüngsten Wiedereinführung der Ausfuhrvergütung gelegt, die im Restaurant Seepark" in Reinickendorf tagte. im ganzen Reiche taum 1000 Mitglieder zählt, läßt die Angliederung Der Metallarbeiterverband hatte die Versammlung einberufen, an einen der größeren Zentralverbände wünschenswert erscheinen. diese Forderung nicht mehr erhoben wurde. Zwischen der Bandeisenvereinigung der Firma um den Einwohnern Reinickendorfs Kenntnis zu geben von Würde sich doch auch bei selbständigem Weiterbestehen des Verbandes Thhffen u. Co. in Mühlheim- Ruhr und der Gewerkschaft Deutscher dem Verhalten der Polizei. Jm nachstehenden geben wir die Gründung eines eigenen Fachblattes notwendig machen, was für Kaiser" in Dinsladen wurde ein gemeinsamer Mindestgrundpreis das wesentlichste wieder aus den Darlegungen des Referenten diese fleinen Berufsgruppen wohl mit zu großen Unkosten verknüpft für Bandeisen von 130 M. für 1000 Kilogramm, Frachtgrundlage Behrend und einiger Diskussionsredner, welche das wäre. Als Organisation, die für die Angliederung vor allem in Köln- Dortmund, vereinbart. Frage fommt, wurde der Zentralverband der Maurer Die Hagener Vereinigung der Halbzeugver. polizeiliche Wirken am eigenen Leibe gespürt haben. Jm Betriebe ist eine Anzahl Streifbrecher beschäftigt. bezeichnet. Wenn in dem in 200 000 Exemplaren erscheinenden braucher hat eine Bersammlung ihrer Mitglieder abgehalten, in der sie die Lage nach der erfolgten Breisermäßigung für Balb. Die werden morgens und abends von Bolizeibeamten be- Grundstein" ben Jfolierern und Steinholzlegern für ihre Berufsgewährt werde, so fo fei zeug noch immer als verluftbringend bezeichnet. Die Ermäßigung gleitet, damit nur ja fein Streifender ein Wort mit einem angelegenheiten besonderer Naum genüge nicht, um das Migverhältnis zwischen Rohstoffen und ver- ber nützlichen Elemente" sprechen kann. Diese polizeilich damit auch die Frage des Fachorgans gelöst. arbeiteten Materialien auszugleichen. Man forderte eine weitere bedeckten Streifbrecherkolonnen erregen natürlich Aufsehen bei welche bindende Beschlüsse konnten selbstverständlich Serabjegung, zumal die Mitglieder des Stahlwvertsverbandes auch den Straßenpassanten. Daun holen einige der Streifbrecher Versammlung nicht gefaßt werden. Man muß zunächst das Erweiterhin die Fertigprodukte weit billiger anböten, als es den in Gegenwart der Polizeibeamten Gummischläuche hervor und gebnis der Verhandlungen abwarten und die endgültige Entscheidung Halbzeugverbrauchern möglich fei. bedrohen damit die Bassanten! Ja, es ist schon vorgekommen, dann der Konferenz der Gesamtorganisation überlassen. Die Ber Die Hagener Vereinigung der Feinblechwalz= werte beschloß, den Grundpreis für Feinblech wieder um 10 m. daß Streifbrecher gelegentlich Straßenpassanten, die fich den sammlung erklärte sich mit der am Sonntag in der gemeinsamen zit erhöhen, weil der Preis für Halbzeug nicht, wie erwartet, um Bug ansahen, attadierten! Die Arbeitswilligen er Bersammlung beider Gruppen angenommenen Resolution eine 20 M ,, sondern nur um 10 M. ermäßigt wurde. freuen sich des ausgiebigsten polizeilichen Schutzes. Die verstanden. Die Verkaufsstelle für gewalate und gepreßte Blei. Streifenden dagegen werden von den Polizeibeamten in fabrikate hat die Notierungen für Bleierzeugnisse um 7,50 M. ebenso ausgiebiger wie ungerechtfertigter Weise verfolgt. Das Darauf befaßte man sich mit der Frage, wie der für 100 Kilogramm herabgeseßt. großen Streifpoftenstehen ist ganz unmöglich gemacht. So außerordentlich Arbeitslosigkeit Auch in einer Werkbesigerversammlung des Roheisen bald sich in der Umgebung der Fabrik jemand fehen läßt, Beruf entgegengewirft werden fann, und wurde sich dahin synbitats wurde eine neue Preisfestsetzung vorgenommen. den die Polizeibeamten für einen Arbeiter halten, wird er einig, daß die Vertrauensmänner in den einzelnen Betrieben bei Die Leimfabrikanten und Knochenmehlauf 8 oder 7 Stunden zu verkürzen und dadurch erzeuger haben sich in ihrer Mehrheit zu einer Konvention zubertrieben. In den meist menschenleeren Straßen, welche sich dem Unternehmer vorstellig werden sollen, um die Arbeitszeit sammengeschlossen, die neben dem Vertrieb der chemischen Produkte in der Nähe der Fabrik hinziehen, bildet jeder streikende die Einstellung arbeitsloser Kollegen möglich zu ihrer Mitglieder und der Regelung der Verkaufspreise auch den Arbeiter ein Verkehrshindernis", welches Gendarmen und machen. Da die noch in Arbeit stehenden Steinholzleger und Zweck des gemeinschaftlichen Einkaufes der Rohstoffe verfolgt. Die Gemeindepolizisten schleunigst und mit größter Rücksichtslosig- Hülfsarbeiter bereit sind, im Interesse ihrer seit Wochen erwerbslosen Bereinigung, welche die Form einer Genossenschaft mit beschränkter feit beseitigen. Verhaftungen von Leuten, denen nichts Kollegen das Opfer der Arbeitszeitverkürzung und des damit vers Haftung trägt, hat ihren Siz in Berlin und ist auf die Dauer von weiter nachzuweisen ist, als daß fie Streitposten bundenen Lohnausfalles auf sich zu nehmen, erwartet man von den 10 Jahren( aljo bis 1917) gegründet worden. find, fommen täglich bor. Ju den Räumen der Unternehmern soviel soziales Empfinden, daß sie dem Wunsche entDer Verband norddeutscher Salinen hat die an- bom Streit betroffenen Fabrik ift eine Bolizei- gegenkommen. Geschieht dies überall noch in dieser Woche, so kann geftrebten Preiserhöhungen definitiv beschloffen. Die Hinauffeßung der Preise sollte bereits am 1. Januar 1908 in Straft treten. Die ftation eingerichtet, wo die Siftierten hineingebracht und oft fchon am Montag der größte Teil der Arbeitslosen wieder Arbeit Manche Arbeitslose haben schon versucht, in anderen jekt zur Durchführung gelangende Preiserhöhung ist mit 80 Pf. längere Zeit eingesperrt werden. Jemand, der einen Gendarm Berufen irgend welche Beschäftigung zu finden, was aber bei der pro 100 Stilogramm in Aussicht genommen, nachdem bereits im aufmerksam machte, daß ein eben von ihm festgenommener allgemeinen Strife in den allermeisten Fällen vergeblich war. Sommer 1907 eine Salzpreiserhöhung erfolgt ist, Mann gar nicht zu den Streifenden gehöre, wurde auch erhalten. Irgend in der im Gegen ihn lautete das Urteil auf 3 Monate Gefängnis, Simmers mann wurde freigesprochen. Die Babeangestellten vor dem Gewerbegericht. Die Arbeitslosigkeit ist ein allgemeines level, das nicht Das Einigungsamt des Gewerbegerichts zu Berlin verhandelte an die Grenzen der Stadtmauern gebunden, das nicht einmal von gestern mittag unter Vorsiz des Magistratsrats v. Schulz über die irgend welchen Landesgrenzen eingeschlossen ist, sondern die Welt Haftung wegen Uebertretung der Sonntagsruhe. neuen Forderungen der in den Privatbetrieben angestellten Bade- umfaßt, wie eine der entsetzlichen Seuchen früherer Jahrhunderte, Im Hinblick auf die Vorschriften der Gewerbeordnung und wärter und-Wärterinnen zweds Festlegung eines neuen Tarif- als die Menschheit diesen noch nicht zu begegnen wußte. einer Anordnung des Regierungspräsidenten vom Jahre 1905 war vertrages. Der alte Vertrag ist bereits am 31. Dezember v. J. Nach einer in Dresden vom Kartell der Gewerkschaften auf der Konditor B. angeklagt worden, weil in seinem Geschäfte am abgelaufen, soll aber bis zum Abschluß des neuen Geltung haben. Die Arbeitnehmerorganisationen, der Verein der Bademeister genommenen Statistik betrug dort die Zahl der am 31. Januar vor Sonntag noch gegen 4 Uhr 20 Minuten Badware aus dem Hause und-Meisterinnen von Berlin und den Vororten und der Ver- handenen Arbeitslosen 5580 organisierte und 2886 unorganisierte heraus verkauft worden sei. B. behauptete, er arbeite von 1 Uhe band der Gemeinde- und Staatsarbeiter hatten den Unternehmern Arbeiter, zirka 2000 Arbeiter mußten im Dezember und Januar früh bis 1 Uhr mittags und müsse dann schlafen gehen; er habe feinerzeit folgende Forderungen unterbreitet: aussegen und zirka 8000 Arbeiter arbeiteten verkürzt. Man kann ber verbotenen Zeit feine Badware aus dem Hause au verkaufen. aber seine Ehefrau und Verfäuferin ausdrüdlich ermahnt, während Minimalwochenlohn von 40 Mt., unter völliger Beseitigung sicher noch einige Tausend Arbeitslose mehr rechnen; denn von einer Indeffen sowohl das Schöffengericht als auch die Straffammer der Trinkgelder; spezielle Regelung der Arbeitszeit durch Fest- derartigen statistischen Aufnahme werden selten alle Arbeits- verurteilten B. zu einer Geldstrafe, da aus dem Umstande, daiz daß stellung des Anfangs und Endes im Sommer und Winter; böllige losen erfaßt. Am Mittwochmorgen fand im Trianon" feit längerer Zeit Badware in unberechtigter Weise verkauft Freigabe sämtlicher Feiertage und eines halben Tages in der eine überfüllte Versammlung der Arbeitslosen statt, in der worden fet, gefolgert werden könne, B. habe den Berkauf der BackWoche; Einstellung unter Beibringung eines Befähigungsscheines; Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises und Genofje Sindermann über die wirtschaftliche Lage, die ware aur fritischen Beit stillschweigend geduldet; wenn er seiner achttägige Kündigungsfrist. Praktiken der Unternehmer und die Arbeitslosigkeit referierte. Der Ehefrau und Verkäuferin verboten habe, aur fraglichen Zeit Backgroße, 2000 Personen fassende Trianonsaal war überfüllt und wurde ware aus dem Hause zu verkaufen, so sei dieses Berbot nicht ernstpolizeilich abgesperrt. Es wurde folgende Resolution angenommen: lich gemeint gewesen. Gegen seine Verurteilung legte B. Revision beim Kammergericht ein und betonte, während des Schlafens fönne Die gegenwärtig überaus große Zahl von Arbeitslosen er er sich nicht strafbar machen; er habe sein Personal ausreichend bringt den Beweis, daß nach einigen Jahren der Prosperität die verwarnt. Das Kammergericht wies jedoch die Revision als unwirtschaftliche Strise mit erneuter Kraft wieder eingesetzt und in begründet zurüd, da die Verurteilung des Angeklagten gerechtden Reihen der Arbeiter eine steigende Notlage hervorgerufen hat. fertigt erscheine. B. habe sich gegen die§§ 41a und 146a der GeNur die starken gewerkschaftlichen Organisationen verhindern, daß werbeordnung vergangen. Hieraus ergebe sich, soweit nach die Löhne auf das Niveau von Hungerlöhnen herabgedrückt und den Vorschriften der§§ 105b bis 105h der Gewerbeordnung Ardie gesamte Arbeiterschaft dem größten Elend überantwortet wird. beiter usw. im Handelsgewerbe an Sonn- und Festtagen nicht beDie Versammlung ist sich bewußt, daß der jest wieder eins fchäftigt werden dürfen, dürfe in offenen Verkaufsstellen ein Gesezende wirtschaftliche Niedergang nicht eine zufällige Erscheinung, werbebetrieb an diesen Tagen bezw. während bestimmter Stunden sondern untrennbar mit der heute bestehenden fapitalistischen Ge- nicht stattfinden. Das subjektive Verschulden sei ausreichend feft sellschaftsordnung verbunden ist. Sie erachtet es deswegen nur als gestellt. ein Gebot der Selbsterhaltung, daß die Arbeiterklasse ihre ganze Kraft für die Erringung der sozialdemokratischen Gesellschaftsordnung einsetzt. Die carüber zwischen den Beteiligten bisher gepflogenen Verhandlungen haben zu keiner Verständigung geführt. Beide Teile haben daher das Einigungsamt angerufen. Bei der gestrigen Sigung desselben waren von Arbeitgeberseite außer den beiden Vertragskontrahenten, dem Verein" und der Freien Vereinigung, der Badeanstaltsbesizer Berlins und der Vororte" die Direktion des Admiralgartenbades und auf Arbeitnehmerseite die beiden obengenannten Organisationen vertreten. Die Arbeitgeber beharrten auf ihrem ablehnenden Standpunkte, besonders betreffs Abschaffung der Trinkgelder und Gewährung des Minimallohnes von 40 Mt., selbst dann, als die Arbeitnehmer erklärten, daß, obgleich fie auf ihren prinzipiellen Forderungen bestehen bleiben, bei einigermaßen Entgegenfommen der Unternehmer es doch noch zu cinem Vertragsabschluß fommen werde Die Arbeitnehmer schlugen ferner vor, die jetzt bestehenden tariflich festgelegten Bedienungsgelder den Badepreisen zuzuschlagen. Doch auch hierauf gingen die Arbeitgeber nicht ein, worauf sich das Einigungsamt zurüdzog, um nach einstündiger Beratung die Vertagung zu erflären. Beiden Parteien soll es überlassen bleiben, den nächsten Termin vorzuschlagen. Zum Schluß sprach der Vorsitzende, Magistratsrat von Schulz, die Erwartung aus, daß die Parteien ohne Vermittelung des Einigungsamtes noch zu einer Verständigung kommen werden. Eine Bewegung der Teppichweber. Die Berliner Textilindustriellen versuchen durch angekündigte und teiltveise bereits durchgeführte Lohnreduktionen die wirtschaftliche Krise für sich auszunuzen. So haben die Firmen S. Sußmann, Kommandantenstraße, und Anton u. Alfred Lehmann in NiederSchöneweide den in diesen Betrieben beschäftigten Webern und Weberinnen den Lohn um 5 bis 20 Prozent gekürzt. Bei J. E13bach u. Comp. und der Teppich firma Benjamin u. Comp. find noch größere Abzüge in Aussicht gestellt. Außerdem sollen bei Der letzteren Firma eine Anzahl Weber entlassen werden und soll tvegen Mangels an Aufträgen vorläufig Montags nicht mehr ge arbeitet werden. Auf den Vorschlag der Arbeiter, die Arbeitszeit fo zu verkürzen, daß Entlassungen vermieden werden können, ging der Unternehmer angeblich aus betriebstechnischen Gründen nicht ein. Die Belegschaften der beiden zulegt genannten Fabriken beschlossen in ihren Betriebsversammlungen, jede Reduzierung der Löhne abzuwehren. In einer start besuchten Versammlung der Teppich- und Plüschweber trat die über das Vorgehen der Unternehmer Herrschende große Erbitterung der Arbeiterschaft traß zutage. Im Namen des Zentralvorstandes erklärte der Vorsitzende des Verbandes deutscher Textilarbeiter, übsch: Es ist Pflicht der bei Els bach und Benjamin Beschäftigten, auf eine Verschlechterung der Lohn und Arbeitsverhältnisse nicht einzugehen. Vielmehr sei alle Kraft aufzuwenden, das zu verhindern. Der Zentralvorstand und somit der gesamte Verband werde hinter ihnen stehen. Die Berliner Textilarbeiter sind auf alle Eventualitäten vorbereitet, die eintreten fönnen, fie find gerüftet! Sie wollen zwar den Frieden; das bes weifen die eingeleiteten Verhandlungen. Daß sie aber auch den Kampf nicht fürchten, dürfte sich sehr bald zeigen, wenn die angekündigten und teilweise schon durchgeführten Lohnreduktionen nicht zurüdgenommen werden. Die neuerdings seitens der Firma Elsbach mit dem Ausschuß gepflogenen Verhandlungen haben zu einem endgültigen Ergebnis noch nicht geführt, doch steht zu erwarten, daß es hier zu einem ernsten Konflikt nicht mehr fommen wird. Immerhin werden die Weber nach wie vor auf dem Posten sein. Die Ver sammlung selbst nahm einstimmig eine Resolution an, welche zeigt, wie die Stimmung der Berliner Weber ist und daß sie bereit sind, einen ihnen zur Abwehr von Lohnreduktionen aufgezwungenen Kampf mit den Unternehmern aufzunehmen. Die Versammlung richtet als Gegenwartsforderung an die öffentlichen Behörden die dringende Aufforderung, alles zu tun, um der augenblicklichen Kalamität abzuhelfen und zu verhindern, daß die Kraft Tausender und Abertausender Staatsbürger brach liegt. Die Versammlung verlangt deshalb: 1. Bom Staat: a) Sofortige Jnangriffnahme aller geplanten Bauten und sonstiger Unternehmungen in eigene Regie unter Innehaltung der von den Gewerkschaften festgesetzten Lohntarife; b) Aufhebung aller Zölle und Abgaben auf Lebensmittel; c) Aufhebung aller Beschränkungen der Koalitionsfreiheit; d) Ausbau der sozialen Gesetzgebung unter Vermeidung aller Bebormundung durch die Behörden. Insbesondere die Einführung einer Reichsarbeitslosenversicherung. 2. Von den Gemeinden: a) Sofortige Jnangriffnahme der geplanten Bauten und Sonstigen Unternehmungen wie oben unter a gezeichnet; b) Erleichterungen der kommunalen Verpflichtungen den Arbeitslosen gegenüber. Die Jnangriffnahme von sogenannten Notstandsarbeiten lehnt die Versammlung ab, weil erfahrungsgemäß dadurch die Not der Arbeitslosen noch mehr als bisher ausgebeutet wird und weil ferner dadurch nur minder bezahlte Arbeit geliefert werden soll, wodurch ein ungilastiger Einfluß auf die Lohnverhältnisse im allgemeinen ausgeübt wird. Statt dessen verlangt die Versammlung die sofortige Erfüllung der unter la und 2a und b gestellten Forderungen, in dem Bewußtsein, daß auch der Staat und die Gemeinde gegen die Arbeiter Pflichten zu erfüllen hat. Die Versammelten weisen aber jede Hülfe auf das ent schiedenste zurück, welche den Charakter der Armenunterstützung tragen würde." Die Versammlung verlief in bolster Ruhe und Ordnung. Die Bolizei war zurückhaltend. Gerichts- Zeitung. Alkoholfolgen. Traurige Folgen hat eine Bierreise für den Kellner Stanislaus Jaworsky gehabt, welcher sich gestern unter der Anklage des Widerftandes gegen die Staatsgewalt, der gefährlichen Körperverlegung und des Diebstahls vor der Straftammer des Landgerichts II verantworten mußte. Am 3. November b. J. war der bisher nur mit einer kleinen Geldstrafe vorbestrafte Angeklagte zu einem Geburtstagsfeste eines Kollegen eingeladen gewesen, welches in Mißstände in der Schokoladenfabrik von Gebr. Stollwerd famen einem Lokal in der Nähe der Radrennbahn in Steglit gefeiert in einer Versammlung zur Sprache, welche der Verband der Bäcker wurde. Er hatte hier schon sehr stark dem Alkohol zugesprochen und Konditoren am Mittwoch für die Arbeiter und Arbeiterinnen der und ließ sich in seiner angetrunkenen Stimmung verleiten, ein Berliner Fabrik der genannten Firma abhielt. In der Diskussion Paar silberne Meffer und Gabel in seiner Tasche verschwinden zu sprach ein Konditor aus der Stolwerdschen Fabrit. Er führte an, laffen. In Gemeinschaft mit einem Kellner Mandel unternahm daß 14jährige Mädchen bei Stollwerd einen Wochenlohn von 6 M. er dann noch eine Bierreise durch verschiedene Lokale in Schöneerhalten und machte auf einen Mißstand aufmerksam, der darin be- berg. Als sie in den ersten Morgenstunden den Heimweg antraten, steht, daß die von den Arbeitern benutzten Klosetts oft verstopft sind, verübten sie auf der Straße einen derartigen Lärm, daß der Schuß überlaufen und dadurch ein derartiger Schmus im Abortraum ent- mann Rohnke hinzueilte und die beiden Angetrunkenen aufforderte, steht, daß man denselben ohne wasserdichte Stiefel nicht betreten sich ruhig zu verhalten, anderenfalls er sie feststellen müsse. fann.- Der Arbeiter, der diese Mitteilungen am Mittwochabend Jaworsky schlug darauf den Beamten ohne jede Veranlassung in gemacht hatte, ist am Donnerstag früh entlassen worden. gwei das Gesicht, während sein Begleiter von hinten auf den Schuh Meister aus der Stollwerdichen Fabrit waren in der Versammlung. mann losschlug, sodaß dieser zu Boden stürzte. Jaworsky 30g Die Entlassung des Versammlungsredners kann natürlich nicht schließlich auch noch die gestohlene Gabel hervor und stach damit als Beweis für die Unrichtigkeit seiner Angaben angefehen werden. auf den Schußmann ein, der nunmehr den Säbel zog und feine Angreifer fampfunfähig machte. Erst mit Hülfe von Baffanten Die Maurer befinden sich seit drei Wochen bei der Firma gelang es, den wie ein Rasender um sich schlagenden Jaworskh nach Subert u. Ullrich aus Finsterwalde im Abwehrstreit. Die der Polizeiwache zu transportieren. Vor Gericht entschuldigte Firma führt einige Arbeiten im Senftenberger Lohn- der Angeklagte sein Zun mit seinem damaligen angetrunkenen gebiet aus. Mit den Arbeitgebern diefes Lohngebiets hat die Sustande. Das Urteil der Straffammer lautete auf 1 Jahr GeOrganisation der Maurer einen Tarifvertrag geschlossen, wonach alle fängnis. Zugleich wurde der Angeklagte wegen Fluchtverdachts Arbeiten im Zeitlohn auszuführen sind. Als am 13. Januar die tofort in Saft genommen. die bis dahin infolge des Wetters geruht hatte aufgenommen werden sollte, verlangte die obige Firma, daß Arbeit Deutsches Reich. wieder Falsche Zweimarkstäde Drei Jahre im Gefängnis dann freigesprochen. Das Schwurgericht heilbronn verhandelte am Montag und Dienstag dieser Woche im Wiederaufnahmeverfahren gegen den Rechtsanwalt Mohr, der im Jahre 1899 wegen Rotzucht zu drei Jahren Gefängnis und fünfjährigem Ehrverluft verurteilt worden war. Er hat die Strafe verbüßt. Mohr hatte durch ein fingiertes Dienstbotengesuch ein Dienstmädchen zu sich in die Kanzlei geloďt und dort mißbraucht. Vor Gericht hat er seinerzeit behauptet, das angeblich vergewaltigte Dienstmädchen habe sich nicht gewehrt, also ihm Grund zur Annahme des Einverständnisses gegeben. Mittler weile soll sich ergeben haben, daß das mißbrauchte Dienstmädchen nicht glaubwürdig sei. Diesen Beweis hatte Rechtsanwalt Conrad Haußmann( der bekannte Führer der württembergischen Volks parteiler) gegen das inzwischen verstorbene Mädchen zu führen. Es gelang ihm auch, die Tote als nicht wahrheitsliebend in den Augen der Geschworenen hinzustellen und einen Freispruch für seinen Kollegen Mohr zu erzielen, während Oberstaatsanwalt Feher und Generalstaatsanwalt Nupp durch die Beweisführung des Rechtsanwalts Haußmann nicht überzeugt worden waren. Aus der Frauenbewegung. Kindermishandlungen und die Frauen in Dänemark. Die dänische Sozialdemokratie, und vor allem der Folkethings abgeordnete Sabroe, führt schon seit längerer Zeit einen sehr energischen Kampf gegen abscheuliche Kindermißhandlungen, wie fie aus mehreren unter Obhut der Inneren Mission" stehenden Erziehungsanstalten bekannt geworden sind. Eine Aufregung wie nie zuvor haben die Enthüllungen über die Erziehungsmethode in der in Jütland liegenden Anstalt Hebron" hervorgerufen. Leiterin oder Mutter" in diesem Mädchenheim war Frau Brans holm, ein Weib, das offenbar an sadistischen Neigungen leidek und, nach Aussagen verschiedener Zeugen au urteilen, auch homo sexuell veranlagt ist. Sie pflegte ältere Mädchen, wenn fie fie unmenschlich geprügelt hatte, auf den Schoß zu nehmen und abzutüffen. Gezüchtigt wurde mit dornigen Stachelbeerreifern, die bie Verurteilten" felbst aus dem Garten holen mußten. Daneben gehörten Dunkelarrest und Hungerkuren zu den Haupterziehungsmitteln. Ein vierjähriges Kind, das an Bettnässen litt, wurde gezwungen, Stunden lang, das Lafen in den ausgebreiteten Häns den, in der Sonne zu stehen. Die Verpflegung in der Anstalt war so schlecht, daß die Böglinge Viehfutter stahlen. Slagen, die über diese und mancherlei andere Mißhandlungen borgebracht wurden, hatten keinen Erfolg. Hier fonnte nur eine Flucht in die Oeffentlichkeit helfen. Genoffe Sabroe war und ist noch jetzt unermüdlich in Bersammlungen und in der Presse tätig, um Aufflärung über diese Zustände zu verbreiten. Der Erfolg blieb dann auch nicht aus, wenngleich das Ziel, das die Sozialdemokratie mit dieser ganzen Bewegung berfolgt, die gründliche Reform des öffentlichen Erziehungswesens, noch einige Beit auf sich warten lassen wird. Polizeiliche Beugenvernehmungen haben stattgefunden und ergeben, daß Sabroe in keiner Weise übertrieben hatte, ja daß die Zustände auf Hebron" eher noch schlimmer waren, als er sie schilderte. Mürzlich hat sich nun auch das Folkething in langen Sigungen mit diesen Dingen befaßt. Dabei sagte der Wortführer der Regierungsliberalen, er habe gehört, daß die dänische Frauengemeinschaft( Danst Awindefamfund) beabsichtige, zum Schuße einer in einzig dastehender Weise besudelten Frau( der Brams holm nämlich) in die Schranken zu treten, falls ihre Gegner nicht öffentlich Abbitte leisteten. Die nächste Nummer des Organs jener bürgerlichen Frauenorganisation brachte jedoch die Notiz, daß man nichts in der von dem Abgeordneten angedeuteten Richtung au unternehmen gedente, und dann folgte ein ausführlicher Leit artikel der Rebatteurin Can d. phil. Selene Berg, die sich ohne Vorbehalt auf die Seite Sabroes ftellte. Es heißt in dem Artikel: Wenn man die Atten in der Hebron"-Sache vornehme: das Verhörsprotokoll, aufgenommen auf Veranlassung des Justiz ministeriums, die Verhandlungen im Foltething, die Behandlung den Angelegenheit in der Breffe, dann gewinne man den Eindruck, daß die Fürsorge und Erziehung der heimlosen, der verwahrlosten und sogenannten„ berbrecherischen" Kinder, und daß unser öffenkliches Leben, wie es in der Presse und Boltsvertretung herbor tritt, nicht in den rechten Händen ist. Auf der einen Seite hat man das herzzerreißende Bild schlecht gehüteter Stinber, auf der anderen das Bild eines schlecht gehüteten Gemeinwesens. Und diese beiden Bilder hängen eng miteinander zusammen, ja so eng. diese beiden Bilder hängen eng miteinander zusammen, ja so eng. da bas eine nur ein kleiner Teil des anderen, größeren, des schlecht geleiteten Gemeinwesens ist. Weiter heißt es in bent Artikel:„ Es ist gut, daß diese Bewegung ins Leben gerufen wurde, und wir wünschen mit aller Macht, daß Follethingsmann Cabroe recht behält mit seinem Ausspruch im Foltething, daß die Bewegung nicht enden wird, bevor der Tag fommt. Da wir in unferer Gesetzgebung und Verwaltung einig sind, dies ganze Syftem „ Hier hat die Gesellschaft, das Gemeinwesen eine Pflicht. Der Staat ist es, der Heime für die Heimlosen errichten sollte. Und diese Heime und Anstalten sollen nicht so ärmlich und knapp wie möglich, sondern so wohl eingerichtet, licht und glüdlich wie möglich fein. Und sie sollen geleitet werden von den tundigsten, den in jeder Hinsicht best ausgerüsteten Männern und Frauen." Wenn man gesehen hat, wie in Dänemark die liberalen Mannesseelen, an der Spike the Juftizminister Alberti, bes müht waren, nicht die armen Kinder um Kinder armer Leute handelt es sich selbstverständlich nur sondern ihre unmenschlich grausamen Beiniger zu schüßen, macht es einen wohltuenden Ein brud, daß es wenigstens noch bürgerliche Frauen gibt, die liberal und menschlich genug sind, um mit der Sozialdemokratie für die Kinder, wie für eine gründliche Reform des Erziehungswesens eins autreten. die Maurer die Buzarbeit im Affordlohn ausführen follten tauchten im November und Dezember v. J., insbesondere in dem und als sich diefelben weigerten, gegen den geltenden Tarif weihnachtlichen Geschäftsverkehr, in so großer Menge auf, daß die bertrag สิน handeln, durften fie nicht tweiter arbeiten, Kriminalpolizei auf das Treiben einer weitverzweigten Falsch worauf die Sperre über die Bauten verhängt werden mußte. münzerbande schließen mußte. Im besonderem Maße in Mit Di Firma Hubert u. Uürich bemüht fich nun in allen Teilen des leidenschaft gezogen wurden die in der Nähe des Kottbuser Tores Reiches, Streitbrecher beranzuziehen. Sonderbarerweise hatte anfäffigen Geschäftsleute, die fast jeden Abend bei der Abrechnung fie auch in Berlin einigen Erfolg. Der fattfam bekannte Maurer ein falsches Zweimarkstüd in ihren Kassen vorfanden. Die Falſt meister Otto Glušle, Berlin, Emdener Straße, und der fikate waren zum Teil täuschend ähnlich hergestellt und bestanden Arbeitsnachweis des Verbandes Berliner Bau- zum Teil aus dem von Falschmünzern vielfach benutzten Metall geschäfte sollen einige Kolonnen Buzer nach dort vermittelt haben. Der sogen. Britannialöffel. Zwei junge Burschen, die ermutlich Die Leute beyaupten, es sei ihnen verschwiegen worden, daß bei der mit den Münzfälschern in irgendeiner Beziehung stehen mußten, au fällen und ein neues an feine Stelle zu sehen." Firma ein Abwehrstreit bestehe, und haben sich nun bereit erklärt, wurden Mitte Dezember in einem Spirituofengeschäft in der Solidarität zu üben. Sie sind auch zum größten Teil wieder ab- Dresdener Straße abgefaßt. In dem Liqueurgeschäft von Her Gereist. mann Meyer u. Co. erschien eines Tages ein junger Mensch und Die Streifenden und die Organisationsleitung erwarten nun faufte eine Sleinigkeit, für welche er ein zweimartstud in Bahlung aber von den Kollegen Buzer wie Maurer in Berlin fowie gab. Die im Geschäft allein anwesende alte Frau sah sich das auswärts auf das bestimmteste, daß sich weiterhin niemand mehr Geldstück nicht genauer an und erfuhr erst später von ihrer Tochter, findet, der sich nach Senftenberg zu Hubert u. Ullrich an- daß sie ein Falsifikat angenommen hatte. Nach einiger Zeit er werben läßt. schien ein zweiter junger Mensch in dem Geschäft und faufte ebenfalls eine kleine Flasche Liqueur, für welche er ein gweimarkstüd in Bahlung gab. Dieses stellte sich ebenfalls als falsch heraus. Jene ökonomische Weisheit, die in der Arbeitslosigkeit nichts Durch einen anwesenden Kunden wurde der junge Mensch fest tweiter als eine schlechte Verteilung der Arbeitsgelegenheit sieht, die genommen. Ein vor dem Geschäft wartender junger Bursche in der Einrichtung immer wie gearteter Arbeitsnachweise den wurde von einem hinzugerufenen Schuhmann festgenommen. Es Triumph einer Bekämpfung der Arbeitslosigkeit erblickt und ganz waren die 20- bezw. 21jährigen Arbeiter Robert Lud und Rafimir naturgemäß zu der Empfehlung tommt, die von ber Industrie in Bimmermann. Beide behaupteten vor dem Kriminalkommissar Massen nach Berlin gezogenen und jetzt als überflüssig auf die Weiland, sich gegenseitig nicht zu kennen. Zud wollte das von ihm berausgabte falsche Gelbstück von einem Unbekannten in der Straße geworfenen Arbeiter möchten nun freundlichst wieder nach Reichenberger Straße erhalten haben. Wegen Münzverbrechens der Provinz abwandern, würde bestürzt dastehen, wenn sie selbst waren Lud und Zimmermann gestern vor dem Schwurgericht des einmal zur Information den Zoren der Neichshauptstadt den Rücken Landgerichts I angeklagt. Die Geschworenen bejahten nur bezüglich des Luck die Schuldfrage unter Bubilligung mildernder Umstände. tehrte. Die Arbeitslosigkeit. Bersammlungen Veranstaltungen. Groß- Lichterfelbe und Umgegend. Montag, den 10. b. W., 8% Uhr, in Gr.- Lichterfelde, am Kranold- Blah, Restaurant Saiferhof". Bortrag. Genoffin Plum: Seguelle Grziehung". Bücher mitbringen, Für den Inhalt der Juierate Gibernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Sreitag, 7. februar. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Sinfonie fonzert der königl. Stapelle. Königl. Schauspielhaus. Nabensteinerin. Dentsches. Die Räuber. Die Kammerspiele. Gespenster.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Bollen. frager. Neues. Simson. Leffing. Die Stüken der Gesellschaft. Berliner. Blaubart. Lustspielhaus. Panne. Schiller 0. Wallner Theater.) College Crampton. Schiller Charlottenburg. Philifter. Die Lore. U Friedrich Wilhelmstädt. Schauspielhaus. Sein Prinzeßchen. Sebbel. Frau Warrens Gewerbe. Komische Oper. Die verkaufte Braut. Westen. Ein Walzertraum. Kleines. Mandragola. Residenz. Bibi. Luisen. Der eingebildete Stranke. Trianon. Baron Toto. Thalia. Immer oben auf. Lorging. Die Entführung aus dem Serail. Theater an der Spree. potus. Bernhard Gottlich. Hokus. Nose. Der grobe Bürgert. Schauspielhaus. im Frieden. Krieg Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislam der Moderne. Aleria. Walzerwahn. Folies Caprice. Mal was andres. Dunfle Bunkte. Eine anständige Frau. Gebr. Serrnfeld. Papa und Genoffen. Salomonisches Urteil. Kasino. Die Freuden der Häuslichkeit. Wintergarten. Dito Reutter. Spezialitäten. Passage. Dannh Gürtler. Spegialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Ringkämpfer und Kandidat, Boffe, fowie zwanzig Spezialitäten. Carl Haberland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergére. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 18/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis gum zweiten Rataralt. Hörsaal 8 Uhr: Ingenieur Keßner: Moderne Maffenfabritation, in der Eisenindustrie. Uhr: Privatbogent Dr. Stiftenpart; Mars, eine zweite Erde? Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Blaubart. Sonnabend 7%, Uhr zum 1. Male: Der Opernball. Neues Theater. Zum ersten Male: Simson. Anfang 8 Uhr. Gastspiel Ferdinand Bonn. Sonnabend und Sonntag: Simson. קוון H JOSETTI 332 JUNO Cigaretten, Cigaretten gerade so gut" Kosten das doppelte and mehr. Joselli 10 St. für 20 Pfg. MC 8 11 Freiheitliche Bühne. Da am vorigen Sonntag abermals Hunderte von Interessenten wegen des wiederum ausber fauften Theaters feinen Zutritt mehr finden konnten, wird das 12 Jahre polizeilich verboten gewesene Schauspiel Ausgewiesen 66 am nächsten Sonntag, den 9. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Theater an der Spree zum fünften Male wiederholt!!! 106/ 14* Borzeiger dieser ausgeschnittenen Anzeige des ,, Vorwärts" zahlen statt des Kassenpreises 195 Pfennige für Parkettfauteuil. Nur gegen Abgabe diefer Anzeige an der Theaterkaffe des Theaters an der Spree, Köpenicker Str. 68. Gültig für 2 Parkettfauteuilplätze a 95 Pf. Bureau: Verein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Ritterstr. 88. Sonnabend, 8. Februar, abends 9 Uhr, Neue Welt, Hasenheide 108-114: Kostüm- fest. Gin Ausflug in das OberDrei Musikkapellen( Baron Muckl). Berliner Ulk- Trio.- Alpen. glühen. Tiroler Sänger. Klamaukio. Ueberraschungen, Billetts a 50 Pf. im Bureau, Ritterstr. 88, von 10-2 und 5-7 Uhr. XIII. Kleines Theater. Zirkus Schumann Zirkus Busch Anfang 8 Uhr. Mandragola. Sonnabend: Mandragola. Sonntag nachm. 3 Uhr: Maria Magdalene. 8 Uhr: Mandragola. Montag: Der Unsichere. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sein Prinzeßchen. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Sein Prinzeßchen. Sonntag 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends 8 Uhr: König Heinrich. Lortzing- Oper. Heute Freitag, 7. Februar, 7, Uhr: Große komische Vorstellung. Sämtl. Klowns Stunftradfahrertr. in d. allerneueft. Klein mit dem tom. Intermezzis urdroll. Neger. Die Sensation des Tages! Mr. Resisto, das elektrische Rätsel. Neuestes Wunder aus Amerika. Mr. Refisto läßt 300000 Bolt elets trisch tödlich wirkenden Strom zu verschiedenen Experimenten durch feinen Körper leiten. Außerdem das exquisite hochtomische Programm. Um 9, Uhr: Tagesgespräch. Ende 11 Uhr. Heute abend 7, Uhr präzise: Komischer Gala: Abend. Auftr. der australischen Holzfäller. Szenen aus dem austral. Busch. Auftreten des Herrn G. Stensbeck, Direktor des Berliner Tattersalls. Neu! Neu! Neu! Phänomen.Aurora- Trappe. Frl. Estelle, Bréval, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudress. Um zirka 10 Uhr: Auf der Hallig! Gr. Ausst.- Pant. des Birkus Busch. Sonntag: 2 gr. Vorst. 4 u. 7, 1. Nachm. zahl. Sinder halbe Preise. Amerika palast- Theater Bracht- Ausstattungs- Pantomime. Sonntagnachmittag: Die lustigen Heidelberger. 1 Kind frei, jedes Belle- Alliance- Straße 7/8. weitere Kind halbe Preise. Abends 8 Uhr: Burgstraße 24. Heute 8 Uhr Entree 20 Pf. Der Februar- Spielplan. Die Entführung aus dem Serail. oooooos 000000000 12 Attraktionen 12 Sonnabend: Die Zauberflöte. Sonntag nachm. 3 Uhr: Martha. Abends 7 Uhr: Don Juan. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. 8 Uhr. ,, Bibi." 8 Uhr. Schwank in 3 Alten von de Gorsse Bretillot und de Marson. Deutsch von M. Schönau. Richard Alexander. Sonntag, den 9. Februar, nachm. 3 Uhr: Der Hüttenbefizer. Hebbel- Theater, niggräßer Str. 57/58. Neue Welt Hafenheide 108-114. Größtes und originellstes Bayrisches[ 18312* Jede Nummer ein Schlager! Hans in der Falle. Schwank von B. Stephan. Bockbierfest ter Opollo Groß- Berlins. Baron Muckis Orig.- Bauernkapelle Max vom Hede's Tyrolertruppe 30 Original- Bahr. Madel. Anfang tägl. 7, Sonntags 5 Uhr. Entree 30 31. n Donnerstag: 50 Pf. 9 Uhr. Theater Täglich: 9 Uhr. Mitislaw der Moderne. Operette von F. Lehár. In Szene gesezt v. Direkt. R. Schier. Dirigent: Stapellmstr. J Einödshofer. Amaranth: Mia Werber als Gast Ab 8 Uhr: Die bedeutenden neuen Attraktionen und La Belle Alexia. Seben Dienstag u. Elite- Tag. 00000000000000000| Sonntag 3, Uhr: Familienvorstellg. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Theater abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Ingen. Keßner: Moderne Massenfabrikation in der Eisenindustrie. Invalidenstraße 57/63, 8 Uhr: Privatdozent Dr. Dr. Ristenpart: Mars, eine zweite Erde. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Der eingebildete Kranke. ( Freie Bollsbühne.) Sonnabend 4 Uhr: Robinson Crusoe. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Sonntag nachm.: Ballensteins Tob. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Montag: Des Mädchens Lebenswege. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Danny Gürtler der König der Boheme und das große FebruarProgramm! Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: College Crampton. Komödie in 5 Aften von Gerhart Hauptmann. Sonnabend, abends 8 U br: Die Hermannsschlacht. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Philister. Luftspiel in 3 Aufz. v. Joh. Wiegand Hierauf: Die Lore. Komödie in 1 Att v. D. E. Hartlebent. Sonnabend, nach m. 3 Uhr: Götz von Berlichingen. Sonnabend, abends 8 Uber Philister. Hierauf: Die Lore. Sonntag, naam. 3 lbr: Der Richter von Zalamea. Sonntag, abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Freitag 9 Uhr: Vortrag von Dr. P. Ertel: Camille Saint- Saën?. Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Dentsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. alhalla Metropol- Theater Wariete Theater Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 9. Febr., nachm. 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Theater an der Spree Köpenicker Straße 68. Abends 8 Uhr zum 42. Male: Hokuspokus. Sonnabend: Hokuspokus. Sonntag 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends 8 Uhr: Der kritische Tag. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das großartige neue Februar- Programm! Dressierte Löwen, Tiger, Leoparden, borgeführt von R. Havemann, und die übrigen glänzenden Variétékünstler.= Tunnel: Bockbierfest, Regimentsfapelle usw. Theaterbesuchern freier Eintritt. Buggenhagen Albert Böhme Moritzplatz im Theatersaal täglichs und das DERNHARD ROSE THEATED großartige Februar- Programm. Gr. Frankfurterftr. 132. Der grobe Gottlieb. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Sonnabend: Der grobe Gottlieb. 4 Uhr: Kindervorst.: Dornröschen. WINDEDORTEN 65 Otto Reutter und das neue Programm von Publikum u. Presse glänzend beurteilt! Gebr. HerrnfeldTheater. Allabendlich der interessante Prozeß wie er stürmischer nie belacht wurde: Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Jm unteren Stonzertsaal täglich bie allerersten MilitärKapellen: Beder, Przywarsti, Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. Happoldt's Neuer Konzertsaal Sonntag: Gr. Militär- Streich- Konzert. Anfang 5 Uhr. Gustav Behrens Theater. Berlin W., Goltzstr. 9. Ringkämpfer u. Kandidat, urtomische Boffe. Kidd u. Kettle, amerit. Erzentrits. Konstainika Truppe, 4 Personen. Duskes Vitograph. 16 erstklassige Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5%, Uhr. Jeden Sonnabend und Sonntag nach der Vorstellung: Familienkränzchen bei freiem Tanz. Soeben erschienen: Salomoniiches Die sozialistische Urteil. Ein Nachspiel zu Papa und Genossen Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag 3 Uhr: Endlich allein! Der Fall Blumentopf. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Hanni weint- Hansi lacht Neu! Steidl- Duo. Neu! Neu! Der urkomische Rügamer. Neu! Neu! Käti Gültini. Neu! Die Freuden d. Häuslichkeit. Sonntag 4 Uhr: Bieberleute. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Stets neues Programm Hoffmanns Nordd. Sänger 1. Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, Wochent. 81. Arbeiter- Internationale Berichte der sozialdemokratischen Organisationen Europas, Australiens und Amerikas über ihre Tätigkeit in den Jahren 1904 bis 1907 an den Internationalen Kongreß in Stuttgart. Herausgegeben vom Inter nationalen sozialistischen Bureau. Mit einem Borwort von Emil Vandervelde. 234/20 Deutsche Ausgabe. Preis 2, M. Zur Frage des Frauenwahlrechts. Bon Klara Zetkin. Preis 50 Pf. Die Sozialdemokratie im Deutschen Reichstag I. Die parlamentarische Tätigkeit des deutschen Reichstags und der Landtage und die Sozialdemokratie von 1871 bis 1874. Bon A. Bebel. Breis 60 Pf. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. Lindenstraße 69, Laden. Abends 8 Uhr: Frau Warreus Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shato. 100 Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 32. 25. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Handlungsgehülfen! Zu den Kaufmannsgerichtswahlen. Ein ernstes Wort an die Gleichgültigen! Elend bleibt Elend! Ob es im schimmernden Glanz weiße gestärkter Wäsche daherkommt und eine Similifette über den hohlen Magen legt oder sich offen zur Schau trägt. Wenn der Handlungsgehülfe ftellungslos ist und von Pontius zu Pilatus läuft, um irgendwo zu irgendwelchen Bedingungen eine Stellung zu finden, dann fühlt er, was er ist. Wenn er in ungezählten Mengen Chiffre- Offerten schreibt und dann in fiebernder Angst Stunde um Stunde den heilbringenden Briefträger vergebens erwartet, dann empfindet er den großen, den gewaltigen Hag gegen die tapitalistische Gesellschaftsordnung mit, den jeder in sich tragen muß, der schon einmal seine Arbeitskraft zu Markte getragen hat, ohne Abnehmer dafür zu finden. Er fühlt ihn aber auch nur zu deutlich, wenn er sich im Berufe Tag für Tag den Launen und der Willtür seines Prinzipals ausgesetzt findet, der ihm mit der ganzen Kraft feines ererbten oder heranspekulierten Vermögens gegenübersteht; berhäufig selbst ohne jede Intelligenz- fein Wissen ausnutt, ben gemieteten An. gestellten mit allerlei Schifanen bis ins Innerste berlebt und ihn nachdrücklich seine Macht fühlen läßt. Freitag, 7. februar 1908. Wählt am Sonntag, den 9. Februar: Liste III, Liste des Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülsinnen Deutschlands. 3. Bureau der Berliner Gewerkschaftskommission, EngelUfer 15, I. 4. Expedition des Vorwärts". Lindenstr. 69. 6. 5. Zigarrengeschäft Jakob Wiebe, Wendenstr. 2. Adolf Adler, Voltastr. 37. 7. Zeitungsspedition S. Raschte, Ackerstr. 36. 8. 9. 10. " 11. Karl Mars, Lychener Straße 123. Karl Anders, Salzwedeler Straße 8. Karl Weiße, Nazarethkirchstr. 49. Willi Lippmann, Spandauer Brücke 2. Sandlungsgehülfen! Sorgt dafür, daß am 9. Februar die Liste III( Bentralverband der Handlungsgehülfen) eine gewaltige Stimmenzahl auf sich vereinigt. " Partei- Angelegenheiten. Sechster Wahlkreis( Wedding). Die Parteigenossen werden ersucht, die für Sonntag, den 9. Februar, geltenden und nicht ab gefehten Billetts zum Unterhaltungsabend in den Bharusfälen" bereits diesen Sonntag bei Fritsche und Sauerweier abzuliefern. Schöneberg. Die Genossen werden dringend ersucht, heute britten Bezirk helfen bei Tiegs, Nollendorfstr. 39 und Bolger, Kyffhäuserstr. 16; vom vierten Bezirk bei amm, Koburgerstr. 9; bom siebenten Bezirk bei an dtke, Bahnstraße, Andreas, Feurigstr. 6, 2eich, Ebersstr. 14 und H. Dittmeyer, Sedanstr. 71; bom elften Bezirk bei . ies, Gustav- Freytagstr. 5 und Gröbte, Ebers- Ede Marstraße. Um die Arbeit schnell zu erledigen, haben alle Genoffen zu erscheinen. Der Vorstand. ,, Sie hätten gar nicht hierher kommen sollen, Sie haben doch wohl gehört, wie es hier steht mit der Arbeit!" Er wird dem Schöffengericht zugewiesen. Nun kommen die richtigen" Bettler und Landstreicher" in den Saal, wie uns mitgeteilt wird. Sie unterscheiden sich von den vorigen äußerlich faum. Dem einen wird gesagt: Sie stehen auf der Kippe zwischen Gefängnis und Arbeitshaus!" Ein anderer hat auf der Straße randaliert. Eine Woche Haft ist für den eigentlich etwas wenig, nicht?"" Es fann dreiste mehr fein," erklärt zum allgemeinen Gaudium der Betreffende mit trockenem Lächeln. Sein Wunsch wird erfüllt, er erhält 2 Wochen Haft. „ Ne Schrippe hab ich gebettelt, ne lumpige Schrippe, hier ist sie!" poltert ein von Krämpfen Geplagter Alter und hält das Corpus delicti hoch. 2 blutjunge Bürschchen, noch unbestraft, kommen mit je 2 Tagen Haft davon. 2 Treppen werden die Frauen abgeurteilt, wobei meist fittenpolizeiliche Uebertretungen in Betracht kommen. Eine Treppe tiefer befindet sich das Schöffengericht. Hier handelt es sich um diejenigen, die in Untersuchungshaft waren und über deren Straftaten Ermittelungen eingezogen werden mußten. Sie tragen blaue Gefängniskleidung, sonst ist das Bild so ziemlich dasselbe wie bei der vorhergehend geschilderten die ihre jeweilige Meinung durch ein leises Ja oder Nein befunden. einige Zeugen ihrer Bernehmung entgegensehen. Auch ein Zeugenraum befindet sich hier, in dem Ueberlegt sich dann der Angestellte, daß er niemals Aussicht hat, selbständig zu werden und jenem Lose daher auf immer berabend zur Flugblattverteilung zu erscheinen. Die Genossen vom Verhandlung. Nur daß hier zwei Schöffen anwesend sind, fallen ist, dann muß er sich zu dem Standpunkte der modernen Ge wertschaftsb ewegung resp. des Zentralverbandes der Handlungs. gehülfen und Gehülfinnen durchringen, daß gegen diese Zustände der lautefte Protest erhoben werden muß. Aber man muß nachdenken! und zu jeder Zeit. Nicht erst, wenn man alt und ausgemergelt ist, sondern jest Die Gleichgültigkeit muß beifeite geworfen werden! Jeder einzelne muß die Gleichgültigkeit da bekämpfen, wo er fte findet! Die Handlungsgehülfen dürfen sich nicht in den füßen Traum triegen lassen, daß eine wohlweise Regierung oder sonstwer für fie forgt. In mehreren Jahrzehnten, erfüllt von den heftigsten Kämpfen, hat man den Handlungsgehülfen fleine Zugeständnisse gemacht, Sonntagsruhe, Saufmannsgerichte, Achtuhrladenschluß usw., alles Sachen, die die Arbeiter schon längst besaßen. Und wieder zehn Jahre und noch mehrere zehn Jahre wird man ihnen unter lauten Anpreisungen sozialpolitische Tröpfchen einträufeln, aber das Elend der Abhängigkeit, die Unsicherheit der Eristenz wird und kann man nicht beseitigen. Unter der gleichen Not wie die Arbeiter leiden die Handlungsgehülfen; mit dem mächtigen Protestschrei jener müssen sie den ihrigen verbinden und zeigen, daß sie sich nicht gedanken- und willenlos in die Stlaberei ihres Abhängigkeitsverhältnisses einpreffen lassen. Am 9. Februar bietet sich dazu Gelegenheit, indem die Anzahl der abgegebenen Stimmen für die Lifte III bes Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands zeigen soll, wie viele Handlungsgehülfen sich ihrer Lage bewußt geworden sind. Deshalb keine Gleichgültigkeit und fein Säumen! Der nächste Sonntag, der 9. Februar, muß ein Tag des Proteftes werden, die Liste III * und Ein Kriminalbeamter wird vereidigt. Der vorgeführte Angeklagte hat ihn selbst um eine Gabe angesprochen und ist fomit seinem Verhängnis blindlings in die Arme gelaufen. Auch eine Frau Bäckermeister muß von einem befunden, daß Mahlsborf a. Ofib. Am Sonnabend, den 8. Februar, abends er in ihren Laden um ein Stüd Brot nachgesucht hat. Ein 8% Uhr, findet bei Schliefe, hier, Hönowerstraße, die Versammlung Mann in den 50iger Jahren, noch völlig unbescholten, bes Wahlvereins ftatt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen hat ebenfalls gebetbelt, weil er so sehr überhungert war". Er Binseler- Friedrichsfelde über„ Sozialdemokratie und Gemeinde- wird zu einer kurzen Haftstrafe verurteilt, die durch die erpolitit", Diskussion, Aufstellung von Kandidaten zur Gemeindever- littene Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wird. Ein Der Vorstand. tretung, Verschiedenes. 17jähriger Jüngling, und noch unbestraft, fommt mit einen Schilbow- Blankenfelde( Bezirk Nieder- Schönhausen). Am Verweis dabon. Und das spielt sich alles forrett und gesetzSonntag, den 9. Februar, nachmittags 3 Uhr, findet in Mönchs. mäßig ab. Einer nach dem anderen, klatsch, klatsch, wie in mühle im Lotal des Herrn Knappe die Wahlvereinsversammlung der Fischballe. Die meisten sind schon vorbestraft, manche statt. 1. Tagesordnung: Patriotismus und Sozialdemokratie". dugende Male, und sie kommen immer wieder. Auch die„ Er2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Abmarsch der Schönhauser Geziehung" im Arbeitshaus hilft nichts. Sier zeigt sich die Unnoffen Puntt 2 Uhr von Bratvogel, Nordend. Erscheinen aller finnigkeit unserer heutigen gesellschaftlichen Zustände im Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. grellsten Lichte. Allein unten bei den sofort Abgeurteilten stieg die Zahl an diesem Tage auf 93, an anderen Tagen erreicht sie 120 und noch mehr. Auffallend stark find die Kaufleute vertreten. Ein Schritt vom Pfade ab, dazu reduzierte Kleidung, genügt, um sie für immer aus ihrem Beruf zu schleudern. Berliner Nachrichten. Bei den Ausgestoßenen. In dem roten Hause am Alexanderplatz ist es, in welchem Angesichts dieser beschämenden und empörenden Zustände sich auch ein Amtsgericht befindet. Von der Dircksenstraße aus fragen wir: Wäre es nicht vernünftiger, die Unsummen von begeben wir uns dahin und nehmen in dem Verhandlungs- 3eit und Geld, die hier zwedlos vergeudet werden, für die faal auf einem uns zugewiesenen Stuhle Play, um den kulturelle und sittliche Hebung des Volfes anzuwenden, die Verhandlungen au folgen. Es handelt sich hier nur um entseglichen Wohnungsverhältnisse zu ändern, die Schulen Leute, die innerhalb der legten 24 Stunden aufgegriffen auszubauen, die Jugend mit leiblicher und geistiger Nahrung wurden, die meisten fommen von dem Asyl in der Fröbel- au jättigen, um so ein starkes, schönes und freies Geschlecht Straße. In allen Altersstufen find fie bertreten. Weißhaarige heran zu bilden? Aber das sind Aufgaben, die nur der des Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Greife mit faltigem Geficht und schlaffen Zügen, Männer im Sozialismus lösen kann, das heutige Bürgertum sicht alles Deutschlands fiegreich vordringen. besten Alter, robust, tropig oder gleichgültig vor sich hin- Heil in Polizei und Gefängnissen. stierend; Jünglinge, faum dem Knabenalter entwachsen, mit Wahlschwindel! Berliner Asylverein für Obdachlofe. Jm Monat Januar weichen Linien in dem jugendlichen Kinderantlig, alles bunt In verschiedenen Blättern finden wir gerade noch zur Zeit, und wahllos zusammengewürfelt. Die meisten tragen ein nächtigten im Männerasyl 21 649 Personen, wovon 9168 babeten, im Frauenashl 4048 Personen, wobon 1879 babeten. vor den am 9. Februar stattfindenden Kaufmannsgerichtswahlen, Tuch um den Hals, nur wenige jüngere, einen, wenn auch unsauberen Kragen. Den Kleidern sieht man es an, daß sie Wie groß find die Berliner Fernsprechämter? Die Zahl folgende Notig: Für den Achtuhrladenschluß. Wie uns vom Ausschuß der schon mehrmals ausgebrannt" worden sind. Am Nichtertisch der Anschlüsse der einzelnen Fernsprechämter von Berlin ververeinigten Ladeninhaber und Gehülfen zur Herbeiführung eines fizzen drei ältere Herren. Mit einem Stich ins Humoristische teilt sich sehr ungleich. Faßt man die Haupt- und Nebeneinheitlichen Achtuhrladenschlusses gemeldet wird, sind bis heute wickelt sich der Vorgang ab. Soweit die Aften zur Stelle anschlüsse jedes einzelnen Amtes zufammen, so ist jetzt die 22 959 Unterschriften zugunsten der Einführung des Achtuhr- find, ersehen die Richter die Vorstrafen des Betreffenden ganz größte Bermittelungsanstalt das Amt 6 in der Körnerstraße. ladenschlusses der Sonnabend ist hiervon ausgenommen abgegeben worden. Die erforderliche Zweibrittelmehrheit wurde genau, anderenfalls muß er bis auf weiteres in Unter. Es hat nicht weniger als 23 653 Haupt- und Nebenanschlüsse. hiermit überschritten. An dieser Stelle sei noch darauf hin- suchungshaft bleiben. Nun wird der erste aufgerufen, und Erst an zweiter Stelle steht das Haupt- Fernsprechamt in der gewiesen, daß unter anderen die nachstehenden faufmännischen dieser tritt an die Barriere. Er muß über Namen, Geburt Franzöfifchen Straße mit 17 853 Anschlüssen. Es folgt das Organisationen noch heute Unterschriften von Ladeninhabern und Heimat Auskunft geben, diese Fragen erstrecken sich auch Amt 4 mit 16 966, Amt 3 mit 14 073 und Amt 7 mit 13711. entgegennehmen: Kaufmännischer Verband für weibliche An- auf seine Eltern. Bemerkenswert ist, daß biele ihre Eltern Unverhältnismäßig flein für Berliner Verhältnisse ist das geftellte, Verein junger Raufleute, Berein der deutschen Rauf- und noch mehr ihren Bater nicht gefannt haben. Dann geht Amt 2 in Moabit mit nur 9048 Anschlüssen. Nach der Zahl Leute, Verband deutscher Handlungsgehülfen, Allgemeine Ver- es weiter:„ Sie haben schon drei Strafen wegen Bettelns und der Hauptanschlüsse für sich allein ist ebenfalls Amt 6 das einigung der Buchhandlungsgehülfen." Arbeitsschen hinter fich? Im Arbeitshaus waren Sie auch größte mit 15 093. Es folgen Amt 4 mit 10 332, Amt 1 mit Wer diese Notis liest, glaubt sicher, die unterzeichneten Ver- schon zweimal, zuletzt 2 Jahre? Am 10. November v. 3.9376, Amt 7 mit 8198, Amt 3 mit 8134 und endlich Amt 2 bände haben diese Stimmen gesammelt. Dem ist aber nicht so. 20 000 Stimmen hat allein der Zentralverband der Handlungs- find sie verwarnt worden, am 4. Dezember abermals? Haben mit 5570. Die Nebenanschlüsse sind am meisten beim Amt 1 gehülfen und Gehülfinnen Deutschlands- 2ifte III burch Sie sich um Arbeit bemüht?" Der Angeredete, ein älterer mit seinen zahlreichen Behörden und größeren Unterdie tätige Mithülfe der Arbeiterschaft Groß- Berlins gesammelt. Mann, bestätigt alle Fragen. Saben Sie schriftliche Aus- nehmungen entwidelt. Das Amt übertrifft mit 8477 NebenDie vereinigten reaktionären Berbände haben sich jahrelang weise, daß Sie sich bemüht haben, oder können Sie uns die anschlüssen in dieser Beziehung selbst Amt 6 mit 8063 Nebenbemüht, waren jedoch unfähig, diese Arbeit zu leiften. Hier wie Adressen angeben?" Stann er den Nachweis erbringen, daß anschlüssen. Es folgt Amt 4 mit 6634, Amt 3 mit 5939, überall, geigte es sich, wer praktische Arbeit für die Handlungs- er gearbeitet oder um solche bei irgend jemand nachgefragt Amt 7 mit 5513 und Amt 2 mit 3478. Die Rebenanschlüsse, gchülfen verlangt, der kann sich nur auf die klassenbewußte hat, und ist er bloß megen Arbeitsscheu aufgegriffen, so die von der Privatindustrie hergestellt sind, treten beim Arbeiterschaft, auf den Zentralverband verlassen. schlüpft der Betreffende diesmal noch glücklich durch die Haupt- Fernsprechamt noch mehr hervor als die NebenMaschen. Sonst trifft ihn Haftstrafe oder er wird ins Arbeits- anschliffe im ganzen. Amt 7 zählt deren 1970, dagegen Amt 6 haus( Winde) oder ans Schöffengericht verwiesen, wo er dann nur 1007, Amt 4 deren 546. Amt 3 hat 377, Amt 1 zählt feiner Aburteilung entgegensieht. 325 und Amt 2 nur 261. Die Entwickelung, die der Westen erfahren hat, tritt auch darin in die Erscheinung, daß beim Amt 6 die Zahl der Anschlüsse im letzten Jahr fich um ungefähr 3000 vermehrt hat, beim Amt 1 dagegen nur um Und baran tonnen alle Schwindelmanöver der Gegner nichts ändern. Die Berliner Handlungsgehülfen lassen sich nicht belügen. Am 9. Februar d. J. wählt jeder bentende Hand Iungsgehülfe nur Liste III. Heute abend finden zwei Versammlungen statt, und zwar in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58/59, und in Dräsels Fest. fälen, Neue Friedrichstr. 35, in denen die Stellung der Bifte III aum§ 63 behandelt werden soll. 05 Die Wahlen der Gehülfenbeisiger zum Kaufmannsgericht Berlin finden am Sonntag, den 9. Februar 1908 bon 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags statt. Wahlberechtigt ist jeder Handlungsgehülfe, der bis zum 9. Februar 1908 das 25. Lebensjahr vollendet hat und in Berlin beschäftigt ist. Eine Wählerliste wird nicht aufgestellt. Dagegen gibt der Magistrat Wahllegitimationen heraus, auf denen bom Chef oder von der Polizeibehörde zu bescheinigen ist, daß der Gehülfe in Berlin tätig ist. Die amtlichen Formulare zu diesen Legitimationen find toftenlos zu haben: 1. Wahlbureau des Magistrats, Boststr. 16. 2. Bureau des Zentralverbandes der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands, Neue Königstr. 36, vorn I. Ein junger Mann kommt an die Reihe:" Sie find Schrift feker? Sie waren schon einmal hier; damals gaben Sie an, es ftelle Sie mit ihren schlechten Kleidern kein Chef ein? Haben Sie sich denn schon bemüht?" Er kann den Nachweis etwa 1800. erbringen.„ Na," meint der alte Herr wohlwollend, er hat es wenigftens bersucht, bei der schlechten Zeit augenblicklich fann man es ihm schon glauben, daß er nichts gefunden hat!" Er fann abseits treten und wird in die Freiheit zurückkehren. Ein anderer folgt:„ Ich habe in Pommern als Knecht ge arbeitet!" " Die Caspersche Stiftung. Die stattliche Summe von zwei Millionen Mark umfaßt die foeben an der Berliner Univerfität in Wirksamkeit tretende Caspersche Bellevueftr. 16 für 1 700 000 m. verkauft hat. Stiftung, nachdem die Hochschule das dazu gehörige Grundstück Der Begründer der Stiftung. Geh. Obermedizinalrat Professor Dr. Johann Ludwig Warum find Sie denn da weg?" Casper( gestorben 1864), der Reformator der gerichtlichen Medizin, " Ich wurde immer Bummmler und sonstwas genannt!" hatte zunächst feine Kinder und danach die Universität zu Erben cin " Du lieber Gott, wer wird denn so empfindlich sein, gefegt; die drei Töchter, die ohne Hinterlassung von Kindern geSie wissen doch, daß es hier in Berlin so schlecht ist. Sie storben find, haben dann in Erfüllung eines väterlichen Wunsches wollen wieder raus aufs Land? Na also, das ist vernünftig!" ihr eigenes Vermögen der Casperschen Stiftung hinzugefügt. Außer Der nächste gibt konsequent feine Entschuldigung für sein dem jest verkauften Grundstück gehören dazu verschiedene HypothekenBummeln und Betteln an, ihm scheint schon alles egal zu sein. tapitalien in Höhe von 260 000 Mart, eine Barsuimme von etiva Dies kommt auffallend oft vor. Der tägliche Stampf ums Dasein bat fie anscheinend abgeftumpft und zermürbt, daß sie sich nach Obdach sehnen, ganz gleich mo. Er erhält drei Monate Haft und wird der Landesbehörde überwiesen. Ich bin aum erstenmal in Berlin," entschuldigt sich der folaende, 500 000 art und ein Delgemälde des Teftators von Professor Franz Krüger. Nunmehr sind die von Rektor und Senat ausgearbeiteten Sagungen der Stiftungen durch einen Erlaß des Kultusministers im Einverständnis mit dem Justizminister und dem Minifter des Innern genehmigt worden. Die Hälfte der Erträgnisse des Kapitals ist zu Stipendien für bedürftiae und würdige Studierende der Universität bc, stimmt. Ein weiteres Viettel fällt bedürftigen und würdigen Aus dem Dunkelarrest für Fortbildungsschüler, der in der Pflichtfortbildungsschule I( Wartenburgstraße) vom Direktor Dage förde bisher als Strafmittel angewendet werden war, sind noch weitere standalöse Einzelheiten zu unserer Kenntnis gelangt. Ram Diesem Brier muß man annehmen, daß auch die anderen 1 weigerten, ben nach Lage der Sache an das Dienstmädchen zu Töchtern und Witwen von Professoren und Privatdozenten der Opfer bisher noch nichts befommen haben. Wir finden das un zahlenden Lohn und Kostentschädigung bis zum 1. April zu zahlen, Universität zu, und das letzte Viertel wird der Berliner erhört. Wenn auch darüber gestritten werden mag, to er wird das Gericht in Anspruch genommen werden. Armendirektion zur Unterstütung armer Berliner schließlich bei diesem Unglück haftpflichtig ist, so dürfen doch die Töchter ausgeantwortet. bedauernswerten Verwundeten, die ohnehin wohl kein Geld übrig Komödie" Papa und Genossen" zur Aufführung, die in Im Gebrüder Herrnfeld- Theater" kommt allabendlich die hatten, nicht darunter leiden. Wir meinen, daß die Allgemeine Der Sechsuhr- Lukenschluß für die Güterannahme auf fämt- Elektrizitäts- Gesellschaft schon längst, wenn auch unter allem Vor- dem Einafter" Ein salomonisches Urteil" eine Art Fortlichen Berliner Ring- und Vorortbahnhöfen wird, wie verlautet, behalt, Kurkosten und Schmerzensgelder hätte zahlen sollen. Das sehung erfahren hat. bereits mit Montag, den 2. März, eingeführt werden. Danach ist nobile officium. Der Eisenbahnfiskus seinerseits könnte doch Das„ Bernhard Rose- Theater" brachte am Freitag das werden dann auch auf den bisher noch ausgenommenen vier Bahn- wohl auch aus irgend einem Fonds zum mindesten vorläufige Adamssche Volksftud" Der grobe Gottlieb" auf die Bühne. höfen: Moabit, Charlottenburg, Weißensee und Unterstützungen hergeben." Rigdorf Güter nur bis abends 6 Uhr angenommen werden. Die Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht fam in der Dircksens fieben Berliner Innenbahrhöfe sollen nach wie vor Ballonausflug, den mehrere Offiziere der Luftschifferabteilung am fenster in Flammen, so daß die Wehr kräftig Wasser geben mußte, Zu einer der interessantesten Luftfahrten gestaltete fich der straße 28 Feuer aus. Dort stand um 5 Uhr früh ein Schauvon dieser im Interesse der schnelleren und sicheren Güterbeförde- Dienstag unternommen hatten und, wie wir bereits meldeten, um die Gefahr zu beseitigen. Zweimal, um 6 Uhr und un rung eingeführten Maßregel ausgenommen bleiben. Berliner Handelskammer hat sich mit der geplanten Neuerung ein- bei Alt- Hartmannsdorf mit einer außerordentlich schwierigen 9 Uhr hatte die Wehr auf dem Ostbahnhof zu tun, wo Prezkohlen verstanden erklärt. Landung endete. Der Ballon war um 10 Uhr vormittage bei in Brand geraten waren. Am Grünen Weg 34 war Feuer in leichtem Schneegestöber auf dem Uebungsplatz der Luftschiffer- einer Steppdeckenfabrik entstanden. Watte usw. brannte dort. Abteilung in Tegel abgelassen worden. In der Gondel befanden In der Kreuzbergstr. 39 brannte gleichzeitig die Strohverpadung fich bier Offiziere. Tas Luftschiff stieg zu einer Höhe von etwa um einen Gasmeſſer u. a. Der Zug 13 mußte in der Elsasser 900 Metern, bewegte sich über den Norden und Osten Berlins und Straße 12 einen Wohnungsbrand löschen und der 8. Zug einen segenden Schneefall wurde Ballon und Gondel derartig belastet, Ferner wurde die Feuerwehr nach der Schönholzer Straße 3 u. a. nahm dann eine oftliche Richtung ein. Bei dem bald stärker ein- Balken- und Fußbodenbrand in der Reichenberger Straße 124. In unseren früheren Veröffentlichungen( in Nr. 14 und Nr. 22) Ballast ausgeworfen werden, damit der Ballon wenigstems in daß das Fahrzeug niedergedrückt wurde. Fortgesetzt mußte Stellen gerufen. haben wir bereits hervorgehoben, daß in dieser Fortbildungsschule einer Höhe von 700 bis 800 Meter gehalten werden konnte. Als überaus oft die Arreststrafe verhängt wird, und daß daher der man Rahnsdorf hinter sich hatte. befand sich in der Gondel ni.ht Direktor manchmal schon genötigt gewesen ist, zwei Schüler zu- mehr ein Körnchen Sand und wiederum wurde das Luftschiff sammen in die Dunkelzelle hineinsteden zu lassen. Im Hinblick durch die Schneemassen in die niedrigeren Luftschichten gedrängt Wilmersdorf. auf die vollständige Untätigkeit, die in der Dunkelzelle den auf- und es lag die Gefahr vor, daß es in die Forst von Erkner sichtslos sich selber überlassenen Arrestanten aufgezwungen wird, Chaussee nach diesem Orte einen Radfahrer und brachten durch Bon diesen wurden erledigt 74 durch Vergleich, 48 durch Verhineingeraten würde. Da bemerkten die Offiziere auf der Nach dem Tätigkeitsbericht des Gewerbegerichts für das Jahr bezeichneten wir diesen Arrest zu zweien als ganz besonders be- Schaukeln der Gondel den Ballon in gleiche Richtung. Man rief 1907 wurden 326 Klagen anhängig gemacht gegen 360 im Vorjahre. denklich. Inzwischen ist uns mitgeteilt worden, daß im Reiche dem Radfahrer zu, das Schleppseil zu erfassen, was dieser, ein urteilung; Versäumnisurteile wurden 42 gegen Beklagte und des Herrn Dageförde bei der außerordentlichen Häufigkeit der Kaufmann aus Erkner, auch tat, und so gelang es mit Hülfe hinzu- 3 gegen Kläger erlassen; 53 Klagen fanden durch Zurücknahme Arreststrafen noch ganz andere Dinge vorgekommen seien. kemmender Personen, das Luftschiff auf die Chauffee hinabzuziehen. ihre Erledigung, abgewiesen wurden 52, unerledigt blieben 45. Es sollen einmal zu gleicher Zeit zehn Schüler auf Hierbei wurde der Ballon etwas von der Schneelast befreit, die In 4 Fällen sind die Parteien nicht erschienen, in 2 Fällen fehlte ihre Abführung in den Arrest gewartet haben. Luftschiffer nahmen neuen Ballast ein und während einer der der Kläger. Der Wert des Streitgegenstandes betrug bei Zunächst sei die eine Hälfte dieser Arrestantenschar und dann die Offiziere zurückblieb, um von Ertner aus wieder nach Berlin zu- 111 Slagen bis 20 m., bei 86 20-50 m., bei 91 50-100 m. und andere Hälfte in die Zelle gesperrt worden, so daß zweimal je Bald stellten sich aber wieder dieselben Schwierigkeiten ein, die bis- nicht zusammen. Das Kaufmannsgericht hatte im dritten Jahre rückzufahren, setzten die anderen drei Herren die Luftfahrt fort. in 38 Fällen über 100 M. Als Einigungsamt trat das Gericht fünf Schüler gemeinschaftlich ihre Arreststrafe her zu der Störung der Fahrt führten und so waren denn die Luft- seines Bestehens 97 Klagen gegen 98 im Vorjahre zu erledigen. verbüßen mußten. Die Sache liegt schon mehrere Monate schiffer nach vierstündiger Fahrt und nachdem zum zweiten Male Von diesen betrug das Streitobjekt in 43 Fällen unter 100 M. zurüd; wir müssen daher mit der Möglichkeit rechnen, daß unsere der gesamte Ballast verbraucht war, gezwungen, in der bereits und in 54 Fällen über 100 M. Durch Vergleich wurden 31 Fälle Gewährsperson sich irrt und daß die Zahl nicht genau stimmt. gestern geschilderten Weise inmitten der Ortschaft Alt- Hartmanns. erledigt, durch Verurteilung 8, abgewiesen 14, durch Zurück. Sollte die Prüfung des Falles ergeben, daß ein oder zwei Schüler dorf die Landung zu bewirken. nahme 18, Verfäumnisurteile gegen Beklagte ergingen 5, unerledigt blieben 20 Fälle, durch Nichterscheinen der Parteien ein Fall. Steglik. Vorort- Nachrichten. weniger eingesperrt wurden, so wird man im Rathause wahr- Einen verzweifelten Kampf um sein Leben führte der Postscheinlich wieder mal nach bekanntem Rezept sich an diesen Stroh- schaffner Paul Münde, Müllerstraße 3a wohnhaft. M. hatte sich halm flammern und im Brustton der Entrüstung erklären, der Mittwoch vormittag nach Tegel begeben und wollte von dort nach Mit einem Unglücksfall hängt dem Anscheine nach das Ver" Vorwärts" habe übertrieben. Uns kommt's nicht an auf die oben Saatwinkel, wobei er die Eisfläche des Tegeler Sees überschritt, schwinden des Studenten Lothar Lüd, Klirstr. 2 wohnhaft, zuangegebene Zahl, sondern auf die zweifelsfreie Tatsache, daß obwohl diese polizeilich nicht mehr freigegeben ist. In der Nähe sammen. Der junge Mann hatte sich am Montag nachmittag gegen mehrere Schüler zusammen in die Dunkelzelle gesteckt der Pieperschen Badeanstalt brach Münde ein. Es gelang ihm, 4 Uhr aus der elterlichen Wohnung entfernt, um, wie er angab, worden sind und ihre Arreststrafe gemeinschaftlich haben verbüßen sich am Eisrande feftzuflammern und um Hülfe zu rufen. Der auf dem Wannsee Schlittschuhe zu laufen. Diese Absicht hat er müssen und zwar in völliger Untätigkeit und Badeanstaltsbesiker unternahm sofort gemeinsam mit mehreren 4 und 5 Uhr bemerkten mehrere Arbeiter am Wannsee einen eins wohl auch zur Ausführung gebracht, denn nachmittags zwischen. ohne irgendwelche Aufsicht! Personen Rettungsversuche. Diese gestalteten sich dadurch bezelnen Schlittschuhläufer, der quer über das Eis hinüberjagte unt Wir haben schon angedeutet( in Nr. 22), wie gefährlich dieses sonders schwierig, daß man sich nur in einem Boote der Unfall- in der Richtung nach Schwanenwerder ihren Blicken entschwand Verfahren ist, wenn es angewendet wird gegen Jünglinge, die stelle nähern konnte, und um dies zu ermöglichen, erst eine Fahr Die von dem Vermißten gegebene Beschreibung, der groß und in der Periode der Entwickelung der körperlichen rinne in das Eis hauen mußte. Inzwischen befand sich der Post- schlank war, einen kleinen blonden Schnurrbart trug und mit Reife stehen. Wir erfahren jetzt, daß unsere Befürchtungen schaffner in einer verzweifelten Lage. Unter seinen Fingern grünem Jadettanzug bekleidet war, paßt auf den beobachteter leider nur zu begründet waren. Ein noch nicht fünfzehnjähriger brach das Eis weg, das ihm als Stützpunkt diente, und immer von Schlittschuhläufer. Es ist daher anzunehmen, daß der junge Mann Schüler, der in der Pflichtfortbildungsschule I mit vier anderen neuem mußte der Mann versuchen, sich an dem weiterbrechenden eingebrochen und ertrunken ist. Schülern zusammen in die Dunkelzelle gesperrt worden war, hat Eisrande anzuklammern, wobei er sich an der scharfen Kante die Ober- Schöneweide. seinen Angehörigen erzählt, was die jungen Leute dort getrieben Finger blutig riß, während sein Körper in dem eisigen Wasser haben. Er hat uns in Gegenwart seiner Mutter feine Mit- erstarrte. Endlich nach zehn langen Minuten war es den Rettern teilungen wiederholt. Es handelt sich um Manipulationen, gelungen, die Unfallstelle zu erreichen und Münde, der fast in die man mit dem Worte Onanie zu bezeichnen demselben Augenblick die Besinnung verlor, in das Boot zu ziehen. pflegt. Schicken wir Eltern dazu unsere Söhne in die Fort- Der Schaffner mußte nach dem Paul Gerhardt- Stift übergeführt bildungsschule, daß sie dort im Dunkelarrest einander in diese Dinge einweihen? Es ist eine Schmach für die Fortbildungsschulverwaltung, daß ein Fortbildungsschuldirektor sich erdreistet hat, gegen seine Zöglinge das Strafmittel des aufsichtslosen Dunkelarreftes zu gebrauchen. werden. Arbeitervorstellung bei„ Kroll". Genossen für die nächste Gemeindevertretersizung nachstehende AnAus Anlaß der gegenwärtigen Arbeitslosigkeit haben unsere träge gestellt: wodurch eine große Anzahl Gemeindeangehörige in unverschuldete " In Anbetracht der gegenwärtig herrschenden Arbeitslosigkeit, Not geraten find, sollen alle zur Ausführung beschlossenen sowie sonstige notwendige Gemeindearbeiten sofort in Angriff genommen werden. Bei allen noch nicht an einen Unternehmer vergebenen Arbeiten wird in zu diesem Zwede abzuschließenden Verträgen die Bedingung gestellt, bei der Ausführung der Arbeiten sich etwa meldende ortsangehörige Arbeiter in erster Linie zu berücksichtigen. Die Gemeindeverwaltung wird ferner beauftragt, betreffs der bereits vergebenen Arbeiten sich in dieser Hinsicht mit den betreffenden Unternehmern in Verbindung zu sehen, um eine dies. bezügliche Zusage zu erhalten. Die Gemeindevertretung beschließt eine Subventionierung der Arbeitslosenkassen der am Orte domizilierenden Gewerkschaften." Für die ausgeschriebene Stelle eines befoldeten Schöffen haben fich 40 Bewerber gemeldet. Treptow- Baumschulenweg. Uns wird geschrieben: Vor einiger Zeit brachte der Berliner " Lokal- Anzeiger" eine Schilderung einer Arbeitervorstellung bei Die Fortbildungsschuldeputation hat, nachdem die Artikel des Kroll, der auch der Koiser beigewohnt hat. Da nun auf Allerhöchsten „ Vorwärts" zu ihrer Kenntnis gelangt waren, sich dahin aus- Befehl am 9. d. M. wieder eine solche Aufführung stattfinden sollte, gesprochen, daß Dunkelarrest unzulässig sei. Sie will so wollte auch ich dieselbe besuchen. In den Zeitungen war diese aber die Zelle erst noch einmal besichtigen. Hoffentlich wird die Vorstellung zwar angezeigt, doch wo und zu welchem Preise die Deputation sich vergewissern, daß der dunkle, dumpfige Keller- Billetts dafür zu haben sind, war aus einem mir unbekannten Grunde nicht angegeben. Da ich aber ein eifriger Verehrer von raum, der bisher als Arrestzelle gedient hat, sich noch in seinem Sherlod Holmes" bin, so fiel es mir nicht schwer, auszuspionieren, alten Zustande befindet. Ein Fenster ist darin, aber es war bisher daß diese Billette in dem Verein für Arbeiterwohlfahrt in der mit Brettern bedeckt, die am Tage nur einen ganz spärlichen Licht- Dessauerstr. 14 erhältlich find, zum Preise von 50 Pf. Die Brust schimmer durchließen. Die Zelle wurde im übrigen besonders boll von fühnen Hoffnungen begab ich mich also am Montag dortabends benutzt und war dann stockfinster, da den Arrestanten tein hin; aber Stuchen jett fam die erste Enttäuschung. Auf großen Licht hineingegeben wurde. Vielleicht prüft die Deputation auch Blakaten prangte die verheizungsvolle Inschrift, daß diese Billetts In der am Dienstag stattgefundenen Mitgliederversammlung mal die Frage, wie es um die Luftzufuhr bestellt ist, und wohin erst am Mittwoch, 5. februar 1908, abends von 27 1hr an daselbst des Wahlvereins, die sich eines recht guten Besuches erfreute, die Arrestanten ihre Bedürfnisse zu verrichten pflegten. Der zu haben wären. Wit meiner Invalidenkarte bewaffnet, fand ich referierte Genosse John über:„ Die politische Lage". In fünfmich also am Mittwoch schon um 6 Uhr vor verschlossenen Toren viertelstündiger Rede rief er die Ereignisse, die sich in den letzten Aufenthalt in der Zelle ist manchem zur Qual geworden infolge ein. Geduldig harrte eine hundertköpfige Menge, die sogar einen Wochen in Berlin abgespielt, nochmals ins Gedächtnis zurück, die des Gestantes, der darin herrschte. Teil des Fahrdammes einnahm und sich von Minute zu Minute Maßnahmen der Gewalthaber einer herben Kritik unterziehend. Vor allem aber sollte die Deputation dem Herrn Direktor vergrößerte, dem feierlichen Momente der Eröffnung des Aller- Auch der blutigen Ereignisse in Lissabon, die auf die herrschenden Dageförde flar zu machen suchen, daß es gegen die allerfelbst- heiligsten. Doch mit des Geschides Mächten ist kein ewiger Klassen doch nicht ganz ohne Eindrud bleiben dürften, gedachte verständlichsten Grundsätze der Pädagogik verstößt, Schüler eine Bund zu flechten und das Unglück in diesem Falle der Uhrzeiger der Referent eingangs seiner Ausführungen. In der Diskussion Arreststrafe in Untätigkeit und ohne Aufsicht verbüßen zu lassen. schreitet schnell. Als dieser nämlich die Zeit der Billettausgabe wurde von mehreren Genossen unter dem Beifall der Versammlung Das muß ja ein merkwürdiger Pädagoge sein, dem das entgehen( 7 Uhr) anzeigte, erschienen zwei Schutzleute, die nicht gerade ter Meinung Ausdrud gegeben, daß auf der beschrittenen Bahn höflich die Leute aufforderten, auseinanderzugehen, da keine Billetts mehr zu haben wären. Zum Beweise deffen schwenkten zwei Die südliche Friedrichstadt erhält jetzt eine vollständig neue Hausdiener riesige Plakate, auf welchen geschrieben stand: öffentliche Straßenbeleuchtung, die an helligkeit alles bisher auf" Billetts ausverkauft". Wo find denn also nun die sirka 1400 Eindiesem Gebiet Geleistete übertrifft. trittskarten geblieben? Ich habe in diesem Augenblick sehr bedauert, Gaslaternen mit Glühlicht werden durch hohe Kandelaber mit daß ich nicht Theaterdirektor geworden bin, denn wenn das Gefogen. hängendem Preßgasglühlicht von idealer Wirkung er- fchaft fo blüht, wie hier, dann wäre dies der beste Weg, um schnell fest. Der Effekt dieses Lichtes ist weit größer, als der des elet- und sicher ein zweiter" Rockefeller" zu werden. trischen Bogenlichtes in den Hauptstraßen Berlins. Es ist noch erbaut waren, fann sich wohl jeder leicht denken. Wenn jemand, Daß die Anwesenden über diese Behandlung nicht gerade sehr nicht möglich, dieses neue Brezgasglühlicht, das in besonderen der die Mittel hat öfter ein Theater zu besuchen, einmal fein Billett Stationen gepreßt werden muß, überall einzuführen, weil außer für eine Aufführung im Opernhause erhält, jo kann er das noch besonderen Stationen auch besondere Leitungen hergestellt werden verschmerzen. Wenn ein einfacher Arbeiter aber, für den doch ein müssen. Es ist aber angesichts des bedeutenden Nugens und Theaterbejuch schon immerhin ein Ereignis ist, und dem so der großen Effekts dieser neuesten Errungenschaften der Gastechnik Mund erst wässerig gemacht wird, in dieser Weise behandelt wird, nur eine Frage der Zeit, daß weitere Breßgasstationen in Berlin fo ist das auf keinen Fall zu billigen. Man erhält für 1 M. schon Hoffentlich vergißt man nicht, die bessere Beleuchtung auch einen guten Platz für die Abendvorstellungen in unseren Schiller: Theatern" und kann sich die Billetts von der Kasse abholen, wann es auf die Außenviertel Berlins auszudehnen. einem beliebt und das sind doch keine Wohlfahrtseinrichtungen!" fonnte! errichtet werden.. W. Die alten, bisher üblichen " aur Grringung des gleichen Wahlrechts in Breußen energisch weiter gegangen werden müsse und außer Demonstrationen auch andere Mittel, wie Steuerverweigerung und Massenstreit, event. in Anmendung zu bringen seien. Von einem Diskussionsredner wurde auch bemängelt, daß in der Budgetkommission des Reichstages der Millionen Mart zur Vervollkommnung des Zeppelinschen LuftGenosse Singer dafür gestimmt habe daß der Heeresverwaltung schiffes zur Verfügung gestellt werden. Ihm wurde entgegen. Interesse handele, von welchem Genosse Singer sich bei seiner Zugehalten, daß es sich hier wohl mehr um ein eminent fulturelles ftimmung habe leiten lassen. 2 wurden die Genossen Fränkler, Mohlau, Neuendorf, Schäßow, Als Wahlfomitee für die bevorstehende Gemeindebertreterwahl Schröder und Weiß und als Kandidat nach kurzer Diskussion Genoffe Mietley einstimmig gewählt. Als Parteispediteur für Treptow wurde Genosse Gramenz wiedergewählt.- Zur Verbands. Generalversammlung wurden die Genossen Hartmann, Meier und Strieder delegiert. Karlshorst. Die Opfer des Zusammenstoßes bei Spandau sollten, so hieß es schon vor einiger Zeit, noch immer keine Entschädigung be Eine fchlagfertige Herrschaft scheint der Konfektionsschneider In der Wahlvereinsversammlung berichtigte der Vorsitzende, tommen haben. Nach Lage der Sache konnte man an der Richtig- Kak nebst Ehefrau, Christburgerstr. 4, zu sein. Die Eheleute Staß daß der Mitgliederbestand nicht so sei, wie es im Bericht des Vorfeit der Meldung zweifeln. Jebt geht aber der Täglichen betreiben Konfettionsschneiderei und beschäftigen eine Anzahl Ar- ftandes angegeben war. Nad) genauen Feststellungen sind 157 in Rundschau" von einem Leser aus Westend folgendes Schreiben zu: beiterinnen. Für ihren Haushalt halten die Leute sich auch Dienst der Liste eingetragen, davon find 23, die keine Beiträge zahlten, ge" Unter den Berunglückten befand sich unser damaliges boten; fie fönnen sich das leisten, das Geschäft bringt es ja ein. strichen worden, abgereift sind 27, sodaß 107 Mitglieder verbleiben. Kindermädchen Wilhelmine Prestien, jebige Schußmannsfrau Mit der Behandlung der Dienstboten scheint es aber recht schlecht Sierauf hielt Genosse Mähr einen Vortrag über„ Die politische 2. Körner, Berlin NO., Friedeberger Straße 7, II, die den zu stehen. Rindsvieh"," freches Rindsvich", und dergleichen Lage", welcher reichen Beifall fand. Als Standidat für die im Dienst verließ und sich zu Verwandten nach Spandau begab, Redensarten sind die Schmeicheleien, die die Dienstboten fich sagen März stattfindenden Gemeindevertreterwahlen wurde einstimmig um dort ihre Aussteuer fertig zu machen. Sie erlitt bei dem lassen müssen. Das ist aber noch das wenigste. Schlimmer ist, daß Genosse Heinrich Stühmer aufgestellt. Den Bericht von der Unglück schwere Kopfverlegungen und eine starfe Nerben- Herrn und Frau Kaz öfter die Hand ausrutscht. Dieser Tage Kreisversammlung erstattete Genosse Beder. Die Genossen Blum erschütterung, so daß die Aerzte, als die Wunden nach einem wurde das dort bedienstete Mädchen dermaßen geschlagen, daß es und Link fritisierten, daß Karlshorst im Vericht des Kreisvor mehrwöchigen Aufenthalt im Westender Krankenhaus geheilt zu Boden fiel und nur deswegen, weil das Mädchen gemeint hatte, standes so schlecht wegkomme. Troßdem der Wahlverein Karlshorst waren, sie zur Sträftigung an die See schickten, ohne daß aber der vierzehnjährige Laufbursche, den K. beschäftigt, fönne die schon seit dem 1. Januar 1907 felbständig wäre, sind die Marken hierdurch voller Erfolg erzielt worden wäre. Die Kosten für Messer nicht gut puben, cs das Mädchen wollte diese Arbeit à 25 Pf. bis Ende Juni mit zu Friedrichsfelde gerechnet. Die verdiese Reise wurden in der Hoffnung auf baldigen Ersatz aus selbst verrichten. Auch Frau Katz beteiligte sich an dieser unziem- fauften Marken à 30 Pf. find statt durch 6 durch 12 geteilt, so daß den Ersparnissen der Familie gededt. Außerdem mußten viele lichen Behandlung. Auf dem Bolizeirevier in der Greifswalder Karlshorst nicht mit 100, fondern nur mit 50 Mitgliedern im Be Neuanschaffungen gemacht werden, da der von dem Mädchen mit- straße scheint diese Herrschaft in feinem hellen Lichte zu stehen, denn richt stände. Becker bestätigt die Richtigkeit dieser Monita. Gin geführte Storb ebenfalls zertrümmert und der Inhalt unbrauchbar der leitende Beamte nahm sich, wie ausdrücklich anerkannt werden Antrag, die Preßfommission zu ersuchen, dahin zu wirken, daß geworden war. Für all diese materiellen Verluste hat Frau foll, des Mädchens in der denkbar besten Weise an. Tas sofortige Inferate, die„ lohnenden Nebenerwerb" in Aussicht stellen, im„ VorKörner bis heute trok aller Bemühungen noch keinen Pfennig Verlassen des Dienstes wurde ohne weiteres für berechtigt erachtet wärts" teine Aufnahme mehr finden sollen, wurde angenommen. Entschädigung bekommen! Die arme Frau ist in Verzweiflung." und ein Beamter dem Mädchen mitgegeben, damit die noble Herr- Der Vorsitzende ersuchte noch dringend, bei künftigen FlugblattDas Blatt bemerkt dazu mit Recht: schaft ihm die Sachen auslieferte. Weil sich die Maßschen Eheleute verbreitungen püntilich und zahlreicher zu erscheinen. n Köpenid. Der Reichslügenverband hatte nicht wie ursprünglich beabsichtigt- einen Kandidaten aufgestellt. Trebbin( Kreis Teltow). Eingescharrt wurde in der gestrigen Situng der Antrag sie als Privatbank bezeichnen, auf die das Reich einen Einfluß hat. In der heutigen Stadtverordneten- Ersatzwahl in der der sozialdemokratischen Fraktion, der die Einsetzung eines 2. 23. 20. Wenden Sie sich an den Staatsanwalt mit dem Antrag, die gestohlenen Sachen Ihnen zurüdgeben zu lassen. Jung, Brik 41. 3. Abteilung wurde Genosse Wißler mit 1105 Stimmen ständigen Ausschusses für soziale Ange- Die Forderung ist verjährt, wenn Sie diefelbe nicht etwa im Jahre 1906 ohne Gegenkandidaten gewählt. legenheiten forderte. Die freisinnige Mehrheit war zu ober 1907 azertannt haben.- N. D. 14. 1. Versuchen Sie durch eine die bei ihr von vornherein Anfrage beim Vormundschaftsgericht die Mitteilung zu erhalten. 2. Mit der Ueberzeugung" gelangt festgestanden hatte daß ein solcher Ausschuß überflüssig sei. Sicherheit kann Ihnen kein Arzt voraussagen, ob Sie zum Militär genommen werden. Die überstandene Operation ist für die Beurteilung der Genosse Arons zeigte gestern noch einmal, daß diese vor- Diensttauglicht it unerheblich. 2. N. 13. 1. Stellen Sie bei der Bergefaßte Meinung der Mehrheit durchaus irrig ist. Aber die Aber die sicherungsanstalt einen Antrag auf Aufnahme in eine Heilanstalt. Die Ber Ablehnung erfolgte mit überwältigender Mehrheit. In einer ficherungsanstalt ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, dem Antrag Gemeindeverwaltung, für die ein Fischbeck als Sozial- recht, daß sie mindestens 20 Marten für je zwei Jahre fleben. stattzugeben. 2. Die Invalidenversicherung halten Sie dadurch aufpolitiker" den Ton angibt, braucht man keinen besonderen Ausschuß, um soziale Angelegenheiten- abzutun. Eine öffentliche, von zirka 350 Personen besuchte Protestversammlung der Tabafarbeiter, Fabrikanten, Händler und Intereffenten nahm am Sonntag im Gesellschaftshaus Stellung zur Tabaksteuer. An Stelle des durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Genossen Zubeil hatte der Vorsitzende der Zentralkommission der Tabalarbeiter Deutschlands, Wilhelm Börner- Berlin, das Referat übernommen. Die durch das Nichterscheinen des Genossen Zubeil eingetretene Enttäuschung vieler Besucher beseitigte der Referent durch einen guten, anderthalbstündigen Vortrag. Er schilderte als alter Tabatarbeiter mit feltener Innigkeit und Ueberzeugung den ganzen Werdegang der Monopols und Besteuerungspolitik des Tabaks. Die zirka 350 Versammlungsbesucher nahmen dann auch einstimmig die vorgeschlagene Resolution an. Da viele Tabatarbeiter des Nachbarkreises am hiesigen Ort beschäftigt sind, wurde ein Antrag angenommen, dem Vertreter des Jüterbog- Luckenwalder Kreises, Reichstagsabgeordneten v. Derzen, eine Resolution zu übersenden. Sodann wurde eine siebengliederige, Kommission zur Bekämpfung der Tabaksteuer gewählt und mit einem Hoch auf den Deutschen Tabalarbeiter- Verband die Versammlung geschlossen. Königs- Wusterhausen. Die lehte Wahlvereinsversammlung im Lokale von Schumann in Wildau nahm zunächst einen Vortrag des Genossen FendelWeißensee über:" Die materialistische Geschichtsauffassung" entgegen. Die Versammelten zollten dem Vortragenden für seine trefflichen Ausführungen lebhaften Beifall. Zur Kreis- Generalversammlung wurden die Genossen Kaiser und Lorenz gewählt. Ein Antrag des Vorstandes, auch für den Bezirk Königs- Wusterhausen Zahlabende einzurichten, wurde angenommen. Zwecks Erwerbung der preußischen Staatsangehörigkeit mögen sich die nichtpreußischen Genossen mit dem Vorstand in Verbindung setzen. Nachdem noch von verschiedenen Rednern die Lauheit einiger Genoffen gerügt worden war, trat Schluß der Versammlung ein. Pankow. Eine von der Zentralkommission zur Bekämpfung der TabakSteuer einberufene, gut besuchte Versammlung der Tabakarbeiter und Tabakinteressenten tagte dieser Tage im Feldschlößchen". Die Referentin Genossin Ihrer führte in 1½stündigen, mit reichem Beifall belohnten Ausführungen den Anwesenden die schädlichen Folgen einer neuen Mehrbelastung des Tabaks anschaulich vor Augen. In der Diskussion wurden von verschiedenen Rednern die Ausführungen der Referentin an verschiedenen Beispielen aus der Wirkung der Zigarettenbanderolensteuer ergänzt. Eine Resolution, die sich gegen jede Mehrbelastung des Labats ausspricht, fand einstimmige Annahme. Eingegangene Druckfchriften. " " handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Neue Beit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch Quartal zu beziehen; jedom kann dieselbe bei der Boft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft fostet 25 Pf. Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Fürsorge für Mutter und Kind stimmrecht. Sozialistische Frauenbewegung im Ausland. stellung. Bon J. Eichholz. fret. Cint R. S. 49. B. 5. 100. Wenn nicht etwa eine aus G.$. 35. Legen Sie gegen den Zahlungsbefehl Einspruch ein und sehen uns von einer etwaigen Klage der Gesellschaft rechtzeitig in Kenntnis. B. R. 104. Wiederholen Sie die Anfrage unter gleichzeitiger Mite teilung, wann der Mann geboren ist, wieviel Marten für ihn geflebt find und welches die Gründe des abweisenden Bescheides find. 2. G. 500. 1. 1. 2. Nein. 3. Prinzenftr. 66 bei Hint. 2. S. 42. 1. Ja. 2. Ja. 3. Der Angeflagte fann vorgeführt oder verhaftet werden. 4. Uns nicht Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) iſt foeben das bekannt. 5. Eine limschreibung wäre sehr zwedmäßig. 2. B. 182 19. Heft des 26. Jabrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Kanne- 1. Sa. 2. One Nüdficht auf die Beit. Erforderlich ist, daß Schriftlichkeit gießerei. Gesunder Menschenverstand und wissenschaftliche Wahrheit. M. G. 42. 1. und 2. Eine Anfechtung ist unmöglich dorliegt. Eine Erwiderung von M. Tugan- Baranowsky., Die Ansiedelung von Gesuch bei dem Regierungspräsidenten aber zulässig. 3. Ein Klagemeg Landarbeitern in Mecklenburg. Bon F. Starofson. Der Prinot $. 30. 1. Ja, 2. Rein. wäre nicht aussichtslos. beamte und das öffentliche Leben. Von A. Sch.- Literarische Rundschau: Der schlechte Gang des Geschäftes berechtigt den Inhaber nicht, einseitig von Er fann von demselben nur durch . Gleich auf, Geschichte des Verbandes der deutschen Gewerfvereine. 93on dem Mietsvertrag zurückzutreten. B. 11. 1. Nein. 2. Steiner. Hermann Bendel. Dr. Erich Wellmann, Abstammung, Beruf und Heeres- Vereinbarung mit dem Wirt loskommen. eriag in ihren gesetzlichen Zusammenhängen. Bon Julius Deutsch. Beitschriftenschau. M. B. 250. 1. Rein. Es fann aber Dispens erteilt werden. 2. Ja, sie tann aber das Zeugnis verweigern. 3. Nein. 4. Busammen etiva Feuilleton der Neuen Zeit" Nr. 2: Sirius. Von 100 M. 5. Wenden Sie sich beschwerdeführend an die Armendirektion. A. Pannekoek. Stant und Spinoza. Von F. Mebring. Berliner Theater. Ohne das atteft bewilligt das Gericht das Armenrecht nicht. 6. Etwa 30 M. Bon F. M. Bücherschau: Georg Christoph Lichtenberg, Gedanken, 21. 2. 1899. Reflamieren Sie gegen die Steuer. Die Reflamation Satiren, Fragmente. Georg Hirschfeld, Der Wirt von Veiaduz. Lose dürfte aber faum Erfolg haben. F. 5. 800. Die Großproduktion Blätter: Jad London. Molochs Methoden. Verdorben, gestorben! Staiser herrscht doch vor. Am besten erhalten Sie im übrigen Auskunft durch den Karl. Noch einige Aphorismen Lichtenbergs. Vorstand Ihrer Gewerkschaft. geflagte Forderung vorliegt, würde die Forderung hinfällig sein. Das Ge schäft müßte flagen und in der Klage steht Ihnen der Beweis der Zahlung 75. Zur persönlichen Borstellung ist der Wirt nicht verpflichtet. Es genügt schriftliche von ihm unterschriebene Mitteilung. Das geratendste ist, Sie zahlen direkt an den Wirt. 23. 100. Hamburg ist Republik, Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ebenso Bremen und Lübeck. 6. O. 77. Ja Serm. M. 101. Ja. ( Stuttgart, Berlag von Baul Singer), ist uns soeben Nr. 3 des 18. Jahr- B. B. 80. Ja, er fann aber auf Antrag seitens der Schuldeputation ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Wir pfeifen darauf! vom weiteren Besuch dispensiert werden. A. 10. Die zehnmonatliche Der Reichsvereinsgesehentwurf. Von Luise Biez. Tie heutige Kinder Wartezeit, die für eine Frau vorgeschrieben ist, wenn sie zu einer zweiten Von Mathilde Burm. Gegen die Ehe schreiten will, fann auf Antrag durch das Gericht abgekürzt werden. fürsorge in Staat und Gemeinde. Ausnahmewirtschaft. II. Bon Gustav Hoch.- Das Ausland im Jahre 1907. 3wedmäßig ist es, dem Gericht die Bescheinigung einer Hebamme beizufügen, Von H. B. Schularztberichte. VII. Bon Dr. Zadek. Zum Reichs daß andere Umstände nicht vorliegen. Als Desterreicher müßten Sie noch vereinsgesetz Bon G. L. Aus der Bewegung: Von der Agitation. die Bescheinigung Ihrer Heimatsbehörde beibringen, daß Ihrer Heirat nach Von den Drganisationen. Halbjahresbericht der Vertrauensperson der österreichischem Gesetz nichts im Wege steht.- G. K. 3. Ja. Juvalide 23. Genoffinnen von Frankfurt a. M. Jahresbericht des Vertrauens- und 1. bis 3. Nein. 2. 11. 4. Benn die Uebernahme des Mietsvertrages Mädchenbildungsvereins Schfendit. Ein Wort zu den Frauengesang- schriftlich erfolgt ist, ist der Wirt im Recht, sonst nicht. W. C. 2. vereinen. Ein Opfer des Crimmitschauer Streits. Genossin Anna Die Bezirtsvorsteher, Armenkommissionen, Stadtbezirke usw. ersehen Politische Rundschau. Von H. B. Road- Dresden+. Gewerkschaftliche Sie aus dem zweiten Teil des Adreßkalenders. 9. 3. Nein. Rundschau. Richtigstellung. FrauenNotizenteil: Dienstbotenfrage. Eine Verpfändung hätte Schuldschein. Der Hauswirt geht stets bor. Kinderschutz. feinen Zwed. Wenn der Schuldner sich notariell oder gerichtlich der Frauenbewegung. Endgültige Stlar- 3w.angsvolftredung unterwirft, so kann auf Grund dieses Anerkenntnisses Frau Eichholz zur Erwiderung. Bon Luise späterhin Bollstreckung ausgeübt werden. Aber auch in diesem Fall würde Bieß. Feuilleton: Sturm am Morgen. Bon Hermann Lingg.( Gedicht.) feine weitere Sicherung vorhanden sein, als daß Sie, falls Pfändungen Nähritele. Bon Gottlieb Schnapper- Arndt.( Fortseßung.) drohen sollten, zuerst pfänden fönnten. Verkauft werden alsdann die Für unsere Mütter und Hausfrauen: Winternacht. Von Sachen und der Erlös wird in der Art verteilt, daß zuerst der Hauswirt Nitol. Lenau.( Gedicht.) Etwas vom Leben. Von Hannah Dorsch, und dann nach der Reihenfolge die übrigen Gläubiger befriedigt werden. Zürich. I.„ To Hus". Von J. Resa.( Gedicht.) Das nervöse Kind. M. S. 11. Lehnen Sie die Zahlung ab und lassen es auf eine Klage Bon O. R.Hygiene. Die Mutter als Erzieherin. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer ankommen. Ohne weiteres Pfändung vorzunehmen, ist die Gemeinde nicht berechtigt. 2. 23. 28. Leider steht Ihrem Vater eine Altersrente nicht 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich zu. G. 23. 16. 1. Der Ausgang der Klage wäre zweifelhaft. 2. Die ohne Bestellgeld 55 Pf.. unter Streuzband 85 Pf. Jahresabonnement lage fann auch ohne Einreichung eines sachverständigen Gutachtens an 2,60 M. gestellt und auf Gutachten von Sachverständigen Bezug genommen Bom Wahren Jacob" ist uns soeben die 3. Nummer des 25. Jahr werden. Aus der Stadtverordnetenversammlung. O. T. Ja, Ste müßten sich an das Bezirkskommundo wenden. ganges zugegangen: Aus ihrem Inhalt erwähnen wir die beiden farbigen 8. 2. 170. 1. Wir müssen es ablehnen, ein bestimmtes StenographieVom 3. Dezember datiert der Antrag der sozialdemo- Bilder" Der Blodtünstler" und Guten Appetit!", sowie die weiteren fyftem zu empfehlen. In den Fortbildungsschulen erhalten Sie Unterricht. tratischen Fraktion, der die Stadtgemeinde auf ihre Pflicht Illustrationen Der starte Mann"," Man kann es der preußischen Regierung 2. Besuch der Versammlungen und Bablabende. 3. Ja, aber auf erhobene nie recht machen", Der große Keimpilz"," Passendste Schule", Aus Intervention der Ehefrau müssen die Sachen freigegeben werden. hinwies, sich der hungernden Schulkinder anzu- Berlin",„ Ein Kinderstreit"," Politische Rechte","" Die zerstörte Illusion des Rauch. Klagen Sie auf Beseitigung des Mißstandes und auf Schadenersatz nehmen. Neun Wochen sind hingegangen, bis aus all den Blockfreisinns",„ Nach dem Genuß der preußischen Wahlrechtspastete"," Der gegen den Wirt. St. G. 1000. Sie sind im Irrtum. Der Gläubiger, Beratungen und Erwägungen etwas Greifbares fich ergab. eg ins Blaue"," Die Kolonial- Sadisten" und" Die Liebeserklärung des der zuerst pfändet, geht vor. Ist Ihre Forderung infolge des Notariats Der tertliche Teil der Nummer enthält die Gedichte Der vertrages vollstreckbar( das ist der Fall, wenn die Bollstreckungsklausel aus. Gestern endlich kam es zu einem Beschluß, der zwar bei weitem nicht das schafft, was jener Antrag wollte, aber doch Brotest"," Liman"," Lakaienlied"," Der dekorierte Freisinnsmann"," Beit- drücklich im Vertrag mit aufgenommen ist), so können Sie sofort Pfändung gedicht"," Deutschtum von beute"," Der Schußmann Rindfleisch". Die vornehmen lassen, sonst empfiehlt sich, einen Zahlungsbefehl zu beantragen für die nächste Zeit dem allerdringendsten Mangel feindlichen Flottenbrüder", Am 12. Januar 1908"," Gerecht und Gefund" und dann zu pfänden. 5. D. 24. 1. Nein. 2. Wenden Sie sich 3.&. 149. 1. Klagen Sie auf Heraus abhelfen kann. Selbstverständlich erklärte auch die sozial- unverständlich" und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch das an das Bormundschaftsgericht. hierzu würde eine Anzeige demokratische Fraktion sich für diesen Beschluß, aber sie ließ ativische Feuilleton" b. Arnim- Schnodderheim an v. Below- Bleitenburg", gabe. Bum strafrechtlichen Einschreiten fowie eine gutachtliche Aeußerung des Sachverständigen Gotthilf Naufe" an die Staatsanwaltschaft genügen möchten wir nicht raten. 2. Ja. feinen Zweifel darüber, daß sie in ihm nur ein Provisorium über den Wahlrechtssonntag. Der Preis der 12 Seiten starten Nummer K. K. 52. Benden Sie sich an ein Antiquariat.$. 34. Nein, sieht. Genosse Borgmann legte dar, wie weit die Hülfe, tft 10 f. es sei denn, daß die Art der Krankheit Aufnahme in ein Strankenhaus die jetzt gewährt werden soll, hinter dem tatsäch Statistische Erhebungen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der erforderlich macht oder begründeter Simulationsverdacht besteht. Beantragen lichen Bedürfnis zurückbleibt. Die Mehrheit Bauflempner und Installateure Deutschlands. Zusammengestellt vom Sie bei der Aufsichtsbehörde, die Kasse zu verurteilen, den Beweis der Er Armendirektion. Der Deutschen Metallarbeiter- Berband. 72 Seiten. Selbstverlag des Verbandes werbsunfähigkeit müssen Sie aber führen. gab durch Zurufe zu erkennen, wie unbequem ihr die Mah- in Stuttgart. Abzug entspricht nach der herrschenden Anschauung leider dem Gesetz. nung ist, noch mehr zu tun. Für sie ist ja die Not, die die Die Frage der Barzahlung. Bon W. Müller. 1 Str. Manzsche D. 9. 28. 8weds Erwirtung des Armenrechts müssen Sie zunächst vom Magistrat( durch den Armenkommissionsvorsteher) sich eine Bescheinigung Arbeiterfamilien bedrückt, eigentlich weiter nichts als ein Buchhandlung, Wien I. Die Gesellschaft. Herausgegeben von M. Buber. Der Staat von darüber erteilen lassen, daß Sie nicht in der Lage sind, die Kosten zu Phantasiegebilde sozialdemokratischer Agitatoren. Es soll F. Oppenheimer. Geh. 3 M., geb. 4 M.- Die Schule von 2. Gurlitt. tragen. Dieses Attest haben Sie dem Gericht einzureichen, den Sachver auch erst noch mal recherchiert werden, ob die Kinder, Die Kolonie von B. Rohrbach. Die Revolution von G. Landauer. hait unter gleichzeitiger Angabe der Beweismittel darzulegen und zu beanDas Parlament von. b. Gerlach. die von der Lehrerschaft als bedürftig bezeichnet werden, wirkDas Theater von tragen, Ihnen das Armenrecht zu bewilligen. 3. 35. 1. Ja. 2. Nein. lich Hunger genug haben, um der Berücksichtigung würdig zu M. Burchard. Jedes Bändchen geb. 1,50 M., geb. 2 W. Berlag: Rütten u. 3. Ja. 4. Ein solcher Vertrag würde den schwebenden Verbindlich feiten gegen über vollkommen weitlos fein. Loening in Frankfurt a. M. M. M. 1000. Wenn Sie auf der erscheinen. Borgmann wandte sich gegen die Absicht, diese Das Recht der Feder. Herausgeber N. Heymann. Nr. 2. Preis Stelle ausschenken und trinken laffen würden, oder auch nur aus der Flasche nachträglichen Recherchen durch die Armenkommission 20 Bf. Verlag: T. Beck( 2. Haise) in München. trinfen lassen würden, so würden Sie fich einer Uebertretung schuldig vornehmen zu lassen. Ein Antrag der Sozialdemokraten, diese machen, da Sie die Schanktonzession nicht besitzen. Gegen das Schild 187. Bändchen. Restaurant und Kaffeelokal ist nichts einzuwenden. M. S. Unbekannt. Aufgabe den Schulkommissionen zuzuweisen, fand keine Mehrheit. Dieser Meinung war wenigstens das Bureau der Versammlung. Aus der Versammlung heraus wurde aber gefordert, die Abstimmung zu wiederholen, da ihr Ergebnis zweifelhaft gewefen sei. Als dieses Verlangen zurückgewiesen wurde, erhob sich auf den Bänken unserer Genossen ein Sturm von Protestrufen, die sich immer wieder erneuerten und von den Freisinnigen mit Tumult erwidert wurden, so daß der Vorsteher genötigt war, die Sizung für etwa eine Viertelstunde zu unterbrechen. Das Bureau beharrte auf seinem Standpunkt, und der Versammlung blieb die Möglichkeit versagt, den kleinlichen Beschluß zu annullieren, durch den die freisinnige Mehrheit das Werk der Schulkinderspeisung in einer keineswegs würdigen Weise gekrönt hatte. Kommunales. " Banfiers". # 1 " zwischen Mensch und Zier von Brof. Dr. S. Edstein. Aus Natur und Geisteswelt. 18. Bändchen. Der Kampf K. Natürliche und künstliche Pflanzen- und Tierstoffe. Von Dr. B. Bowink. 192. Bändchen. Das deutsche Dorf. Bon R. Mielle. Preis des einzelnen Bändchens geh. 1 M., geb. 1,25 M. Verlag: B. G. Teubner in Leipzig. Sexualprobleme. Der Zeitschrift Mutterschutz" Neue Folge. Heraus. geber: Dr. med. Mar Marcuse. 4. Jahrgang. 1. Heft. Preis: halbjährlich 6 Hefte 3 M., Einzelheft 60 Pf. Frantjurt a. M. 3. D. Sauers länders Berlag. 16. Geiten. Drud von A. Opig, Fiusterwalde N.- 2. Weltlicher Moralunterricht in der Schule, eine Forderung der Zeit. Vermischtes. In der Grube verschüttet. Einer Stattowißer Meldung zufolge wurden auf der Ferdinandgrube zwei galizische Bergleute durch abstürzende Gefteinsmassen verschüttet Die Leichen sind geborgen. Noch viel weniger erfreulich endeten die Verhandlungen Gerettet. Die Abteilung von 30 Mann, die auf dem„ Pik über den Plan einer Walderholungsstätte für Ferrufa" sechs Tage lang infolge andauernden Schneesturmes von Schulkinder. Hier fam gar nichts heraus: weder die jeder Verbindung abgeschlossen war, wurde, wie eine Meldung Magistratsvorlage noch die Vorschläge des Ausschusses fanden aus Blidah( Algerien) berichtet, von einer Rettungstolonne nach eine Mehrheit. Unterstützt wurde der Plan von der sozial- dort zurückgebracht. demokratischen Fraktion und außerdem nur noch von der „ Neuen Linfen". Genoffe Singer bedauerte, daß der Ge- find gestern abend die dortigen Waggonwertstätten der StaatseisenEine Feuersbrunst. Wie aus Böhmisch- Trübau berichtet wird, danke solcher Erholungsstätten für Schulkinder so wenig bahngesellschaft durch eine Feuersbrunst zerstört worden. Freunde in der Versammlung habe. Was der Magistrat gewollt habe, das sei vor allem eine prophylaktische Fürsorge, Befürchtung wegen des Ausbleibens des Dampfers Tiberghien", Ueberfällig. Von Rouen wird berichtet: Hier herrscht große die den Schulkindern dringend nottue. Auf freisinniger Seite der seit längerer Zeit überfällig ist und von dem man vermutet, gab man sich den Anschein, daß man Besseres wolle. In daß er an der tonkinesischen Küste gesunken ist. Die Besatzung beWirklichkeit sieht man es da drüben am liebsten, wenn übertrug 32 Mann. Dentscher Arbeiter- Abstinentenbund. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr start, Geschäft schleppend, Breise für Schweinefleisch anziehend, sonst unverändert. Bild: Bufuhr nicht genügend, Geschäft lebhaft, Preise gut. Geflügel: Zufuhr ziemlich reichlich, Geschäft befriedigend, Breise faft unverändert. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft ziemlich rege, Breiſe befriedigend. Butter und safe: Geschäft ruhig. Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr reichlich, Geschäft ganz leblos, Preise gedrückt. Witterungsübersicht vom 6. Februar 1908, morgens 8 Ihr. Stationen Barometer. fland mm Wind. cloning Binbftarle Better Eminembe 768 WNW 5 Dunst 772 WNW 2 bedeckt 1 bedeckt heiter 1 wolfig Temp. n. G 5° C.= 4' R. Staftonen Barometer. fland mm Bind Bun Lindstärke Beller 3 Schnee 2 Haparanda 729 N23 6 moltig 3 Petersburg 742 SW 1 Scilly 781 NNW -1 berbeen 775 SW -11 Baris 780 N 2 Zemp. n. 6 2 bedeďt 8 2hciter 6 1 moltenl-4 camburg 773 3 3 Nebel Berlin rantj.a M 779 N München 781 Still Wien 777 23 Wetterprognose für Freitag, den 7. Februar 1908. Ein wenig fälter, zeitweise aufflarend, vorwiegend trübe und nebelig bei ziemlich frischen nordwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge Berliner Betterbureau. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gemässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Krossen am feit am feit 5.2. 4. 2. Wasserstand 5. 2. 4. 2. cm 3338) cm ¹) -7 cm cm³) -14 -4 119) 197+16 1854)-3 236 Saale, Grochlit 96-8 128 Havel, Spandau) 0 Rathenow) 150+4 Spree, Spremberg) 130 0 Beeskow 167+1 haupt feine Fürsorge dieser oder ähnlicher Eine starke Influenzaepidemie herrscht in London und GlasArt geübt wird. Der Magistrat wird sich nun schwerlich sehr gow. Nach einer Londoner Meldung hat dieselbe schon viele Opfer beeilen, Besseres" zu bringen. gefordert. Sturz war diesmal die Debatte über die GemeindeMemel, Tilfit 1923) Ortsgruppe Berlin. Heute Bregel, Jniterburg schulfrequenz. Die Anregungen, die die sozialdemoabend 8, Uhr im„ Englischen Hof", Neue Roßstraße 3: Deffentliche Bereichsel, Thorn 234°) fratische Fraktion hierzu gegeben hatte, wurden von unserem fammlung. Bortrag des Genossen Albert Rohn über Arbeiterversicherung Dder, Ratibor Genossen Borgmann vorgetragen. Herr Stadtschulrat und Alfoholfrage". Fischer nahm in seiner Erwiderung den Mund ein bißchen fehr voll. Seine Behauptung, daß mit der Meinung vom Tiefstand des Berliner Gemeindeschulwesens" die Sozialdemofraten allein dastehen, kann am Ende wahr sein. Die Frei- sof, finnigen dürften in der Tat der Ansicht sein, daß unsere Gemeindeschulen so, wie sie sind, für die Kinder des arbeitenden Boltes gut genug" find. Aber eine Schmeichelei hat da der Herr Schulrat dem Berliner Stadtfreifinn wirklich nicht gesagt! Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter britter Eingang, vier Treppen, Rahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9½ Uhr statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Frankfurt Warthe, Schrimm Landsberg 170%)+1 Neße, Vordamm 75-3 Ibe, Reitmeritz -11-17 -1205)-24 eser, Münden-33)+15 Minden 80-16 Rhein, Marimiliansau 308-10 148-15 Raub Köln Nedar, Heilbronn Main, Wertheim • Dresden Barby Magdeburg 2076)-27 1785) 22 Mofel, Trier 1)+ bedeutet Wuchs, Grundeis. Fall. *) Unterpegel. schwaches Treibeis. Klemmt, Palisadenstraße. Die Reichsbant ist ein Institut, dessen nähere Berhältnisse durch ein besonderes Gesetz geregelt find. Sie können) schwaches Grundeis. 196-27 30 150 15 Eisstand. 9 mäßiges Treibeis. Nur für Herren welche Wert auf elegante Garderoben legen, bietet fich Gelegenheit, sich in dem Raufhaus für Monats garderoben, Große Frankfurterstraße 93( zwischen Markus und Krautstraße), mit gebrauchter moderner Kleidung zu versehen. Wir beziehen unsere Anzüge, Baletots usw. teils aus eriten Abonnementshäusern, teils von Herrschaften, Doktoren, Kavalieren usw., bic nur bei ersten Schneidern arbeiten lassen. Es bieten fich daher für jedermann ganz enorme Vorteile, da fich unsere Garderoben der meist fehe mangelhaft angefertigten Konfektionsware gegenüber durch besonders gute Verarbeitung ( bielfach auf Seide) und tabellosen Sit auszeichnen. Wir empfehlen gereinigte, reinwollene 3 Monat 2 Monat getragene getragene 17162* 1 Monat getragene Maß- Anzüge 8 M. 12 M. 16 M. Maß- Paletots 6 M. 10 M. 14 M. Kaufhaus für Monatsgarderoben Große Frankfurterstraße 93 zwischen Markus- und Krantstraße. Frads und Gesellschaftsanzüge werden zu billigen Preisen berlichen. 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Start: Huttenstraße 10. 10. 2bt. 1%, Uhr: Kaulsdorf. Start: Lothringer und Gormann ftragen- Ede. 2. Abteilung. Die Sonntagstour fällt aus wegen Beerdigung des Genoffen Min Fowsky. Treffpunkt: 1%, Stunden borher bei Nevi. 29345 Die Abteilungsleitung. Die Fortschung der ,( am Rathaus). VI. Wahlkreis ( Schönhauser Vorstadt). Freitag, den 7. Februar, abends 8 Uhr, in Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148: Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 224/16 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis Bezirk 143. Am Dienstag, den 4. Februar, verstarb unser Mitglied, der Drechsler Karl Thiele. Der Kampf um das freie Wahlrecht in Preußen. Bag, ben 7. Jebruar, nachReferentin Genoffin Klara Zetkin- Stuttgart. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter.Arbeiterinnen Deutschlands( Zahlstelle Berlin). Bureau: Linienftraße 215. Geöffnet von 8-1 und von 4-8 Uhr. Zelephon Amt III, Nr. 938. Sonntag, den 9. Februar, vormittags 9, Uhr, im Lokale ,, Musikerfäle", Kaiser- Wilhelm- Straße 18 m: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Borstandsbericht: a) des Vorsitzenden, b) des Kassierers, c) Bericht der einzelnen Kommiffionen. 2. Wahl eines Lotalbeamten. 3. Neuwahl der Berwaltung und Kommissionen. 4. Anträge. NB. Bei der Wichtigkeit der vorstebenden Tagesordnung wird bestimmt erwartet, daß möglichst niemand bon den Mitgliedern fehlt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 63/4 Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu: HusarenStreiche. Anfang: Bochent. 8 Sonnt. 7 U Deutscher Holzarbeiter- Verband. Buch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Bauhandwerker- Krankenkaffe Berlins und Umgegend.( Eingeschriebene Hülfskaffe Nr. 18.) Bureau: C. 54, Steinſtr. 38. Fernspr. Amt III, 3100. Laut Beschluß des Borstandes und des Ausschusses findet die Ordentliche General- Versammlung am Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Wilke, Brunnenstraße No. 188 ftatt. Tages Ordnung: 1. Jahresabrechnung, Borstandsbericht, Ausschuß- und Revisionsbericht. 2. Erfagwahl des Borstandes. Wahl des ersten Vorsitzenden, des zweiten Rajjierers, eines Beisigers und von vier Ersatzmännern. Neu wahl des gesamten Ausschusses und vier Erfaßmänner. Wahl eines Hente Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sülfstaffierers für Charlottenburg- Schöneberg. Sitzung der Ortsverwaltung. Einsetzer! Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 Uhr finden die Bezirks- Versammlungen in den bekannten Votalen statt. Zages Ordnung: 79/5 Bericht der Bezirksleiter, Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Angesichts der großen Arbeitslosigkeit in unserem Beruf ist es not Die Branchen- Kommiffion. wendig, daß jeder Rollege erscheint. Verband der Steinfetzer, Pflasterer und Berufsgenoffen Deutichlands. Kombinierte Versammlung der im 175/4 Tarif- Rayon Groß- Berlin belegenen Filialen am Sonntag, den 9. Februar 1908, vormittags 10 thr im Berliner Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1. Tages- Drbnung: 1. Der paritätische Arbeitsnachweis. Referent: Reichstagsabgeordneter Robert Schmidt. 2. Disfuffion. General Bersammlung Zentralverband der Steinarbeiter. vom 23. Januar findet am Freitag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, in Boekers Festfälen, Beberstraße 17 statt. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. In zweiter, unveränderter Auflage ersten vor kurzem Sonntage etnes großstädtischen Arbeiters in der Natur von Kurt Grottewig. Mit einem Borwort von Wilhelm Bölsche. Mit Buchschmud und dem Porträt des Verfassers. Broschiert 60 Pf., gebunden 1 M. Die Breffe aller Richtungen hat bas Buch äußerst günstig be. sprochen. 245/ 31* Wilhelm Bölsche schreibt in feinem Borwort: " Ich glrube, daß es in der ganzen Literatur nicht leicht wieder so schlichte Naturschilde rungen gibt, mit so scheinbar allereinfachsten Mitteln, wie in diesem Büchlein." Ferner ist neu erschienen: Unser Wald. Ein Bollsbuch von Kurt Grottewig. Herausgegeben v. Wilhelm Bölsche. Mit Juustrationen versehen. Dies Buch dürfte fich gleich guter Aufnahme erfreuen als das erftgenannte. Der Preis beträgt 2,50 R., für das gebundene Exemplar 3 M. Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Berlin II. Sonntag, den 9. Februar, vormittags 10 1hr, im Englischen Garten", Alexanderstraße 27c: Mitglieder- Versammlung Zagesordnung: 1. Anträge zum Verbandstage. 2. Wahl eines Delegierten zum Berbanbstage. 3. Bahl eines Delegierten zur Gewerkschaftskommiffion. 4. Berschiedenes, pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 171/5 Die Ortsverwaltung. fatungen. 3. Abänderung der Paragraphen 3, 8 und 11 der Raffen. Der Vorstand. S. A: S. Metzke. NB. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert! SALAMANDER Kumo Einheitspreis für Damen Herre. 1250 Lommanabrung M. 1650 38/1 D. 0. Das hervorragendste Erzeugniss der deutschen Schuh- Industrie SALAMANDER Centrales W. Friedrichats. 182 C. Königstr. 47 SW. Friedrichsts. 231 SCHUH- GES. b. H. Fordern Sie nettes Mustarbuch! Überraschende Neuheit garantiert unschädlich kein Chlor kein reiben Persil Modernes Waschmittel vollständig ungefährlich Kein Waschbrett kein bürsten für jede Waschmethode passend Henkel& Co. Düsseldorf. 4. L Ehre seinem Andenken! Die heute, mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des alten Luijenkirchhofes, Bergmannstraße, aus ftatt 210/4 Der Vorstand. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler. ( E.. 86.) Verwaltung Berlin B. Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied 283/1 Karl Thiele. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 7. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des alten Luisen- Kirchhofes, Bergmannstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 3.Berliner Reichstagswahlkreis. ( Bezirk 242.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genoffe Hans Gerecke, Produktenhändler, Stallschreiber ftraße 55, am Mittwoch, den 5. b. M., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 8. d. M., nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirchhofes aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle I. Verein Berliner Hausdiener. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Heisig KI. Markusstr. 21 am 3. Februar an der Proletarierfrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Freitag, den 7. Februar, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Pius Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 3 Zahlreiche Beteiligung erwartet 67/10 Die Ortsverwaltung I. Den Tod meiner lieben Frau, unjerer guten Mutter 29826 Charlotte Böhme geb. Seeland zeigen hiermit tiefbetrübt an. Ernst Böhme und Kinder. Die Beerdigung findet Freitag, den 7. d. M., nachmittags 2 Uhr, bon der Halle des Zehlendorfer Gemeinde- Friedhofes aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die herrlichen Kranz Spenden bei der Beerdigung unseres lieben, unvergeßlichen Sohnes und Bruders sagen wir allen Verwandten und Bekannten, sowie unseren lieben Gäften und den Kollegen des Ver bandes der Kupferschmiede Deutschlands unseren besten Dank. 29276 Familie Bergmann. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Baters Paul Trupke fagen allen Genoffen, Freunden und Kollegen unseren 29885 innigsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Möbelfabrik..Berolina" eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, 23. Februar, vorm. 9 Uhr, im Geschäftslotal: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Bilanz. 2. Bahl des Borstandes uni Aufsichtsrates. 3. Geschäftliches. Der Vorstand. Herr D. Mez bat gegen seinen Ausschluß Klage erhoben. Zermin: 11. Febr. D. V. Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenben, fehr elastischen, echt chinesischen Monopoldaunen ( gefeht. gefchütt) Pfund Mr. 2,85. 3-4 Pfunb genügen 8. gr. Oberbett, Derf. geg. Nachnahme. Berpackung frei. Gustav Lustig Berlin S.390 Prinzenstr. 46 Größtes Bettfedern- Spezials gefchaft Deutschlands. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin. Für denJnferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.