Nr. 35. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit Wustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- BeitungsBreislifte. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Auslanb 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweben und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Bfg. jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jebes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Rummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm. Abreffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittelalterliche Dogmatik. Dienstag, den 11. Februar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: mt IV, Str. 1984. theoretischen Grundsätze verschärfte sich in der Folgezeit noch| Arbeitsministerium wird nicht errichtet werden. Bekanntlich find durch den allgemeinen Gang der Entwickelung. Die auf- bei der letzten Umgestaltung des Kabinetts Bed awei Chriftlichsoziale tommende Bourgeoisie der einzelnen Länder sah in einer als Minister eingetreten. Einer von ihnen, der oberösterreichische Die Wirtschaftspolitik, die unter der Firma der Mittel- starfen 3entralgewalt zunächst einen Rückhalt und erwartete Dr. Ebenhoch, der noch bis zu den letzten Wahlen der alt standsretterei die Geschäfte des Kapitalismus besorgt, treibt von ihr Schutz, Vorrechte und Befreiung von Sunft- Heritalen Partei angehört hat und der sich von seinen neuen Barteiwundersame Blüten. Wer die Interessen der Großproduktion beschränkungen. Nicht minder suchten Adel und Geistlichkeit genossen durch eine gewiffe Urbanität in den Formen wab Dingen hinter vorgeblichen Bedürfnissen des Kleinbetriebes versteckt, das Königtum auf ihre Seite zu ziehen, um es wider die auf unterscheidet, erhielt das Aderbauministerium, welchem Reffort in wer von diesen redet, wo er jene meint, der muß fonfequenter. begehrende neue Gesellschaftsschicht auszuspielen. Den Vor- Desterreich bisher nicht bloß die Landwirtschaft, sondern auch der weise den Gedankenfreis der Kleinproduktion der Ve- teil hatte vor der Hand die Sentralgewalt. Die auf den Bergbau untersteht. Dagegen war für Dr. Geßmann, neben gründung der Wirtschafts-, Rechts- und Eigentumsformen Absolutismus gehende Strömung hielt die Kirche am fon- Queger dem einflußreichsten Manne der Partei, tein Portefeuille des Kapitalismus unterschieben. Es wird dies durch den sequentesten und unentwegt fest, um sie im Wandel des Kapi- frei, und so trat er ins Kabinett nur mit der Anwartschaft auf ein Umstand gefördert, daß die kapitalistische Warengesellschaft talismus und von ihm gedrängt bis zur Unfehlbarkeit, zur Portefeuille ein. Dieses Ministerium Geßmann sollte nun ein ,, Arbeitsministerium" werden, wobei niemand wußte, ob die ideologische Verbindung mit den ihr vorhergehenden ein geistigen Despotie auszubilden. facheren Formen der Tauschwirtschaft nie völlig gelöst hat. Auf der einen Seite volle Freiheit des praktischen damit ein Ministerium der öffentlichen Arbeiten oder ein Auch der Kapitalismus hält an der Auffassung fest, das Eigen Handelns, auf der anderen Seite ein theoretischer Absolutis- Minifterium der Arbeit, also ein Ministerium für die Auftum beruhe auf Sparsamkeit und persönlicher Arbeit und der mus, der sich bedingungslos zur kapitalistischen Klassenherr- gaben und Angelegenheiten der Sozialpolitik verstanden werden Privatbesiz an Produftionsmitteln rechtfertige fich aus der schaft schlägt und dessen praktische Wirkung nur sein kann, fellte. Serr Dr. Geßmann und feine Partei wußten allerdings was Notwendigkeit öffentlicher Ordnung. Trotz des riesenhaft die Ansprüche der regierenden Herren auf persönliche Despotie fie wollen: Oeffentliche Arbeiten und Sozialpolitik, also ein Amt, anwachsenden Proletariats erblidt er im Privateigentum die zu unterstützen. Man wird zugestehen müssen: der Kleri- baß nach Umfang und Inhalt das bedeutsamfte aller efforts gea Garantie individueller Freiheit. Aber mit der Entwickelung talismus ist den jezigen Erfordernissen worden wäre. Aber auch die Sozialdemokraten wußten, was sie der Geldwirtschaft entstand doch eine spezifisch bürgerliche des Kapitalismus durchaus tongenial. Und wollen mußten: daß die Sozialpolitit einem Manne, wie es jener Ideologie, und ihr entsprach ein neues Gesellschaftsrecht, dessen das nicht nur in Deutschland. In einzelnen Ländern zog die Dr. Geßmann ist und einer Partei, wie es die Christlichsozialen Stern die sogenannten modernen Freiheiten bilden. Infolge Bourgeoisie die praktischen Konsequenzen ihrer Grundfäße find, nicht ausgeliefert werden dürfe. Und ihr Einspruch gegen der Zuspigung der Klassengegenfäße fällt die kapitalistische mit größerem Radikalismus, und so walten manche Ver. diefe Auslieferung ist nicht fruchtlos geblieben. In Geßmann hat die chriftlichsoziale Verschlagenheit und Gesellschaft mehr und mehr hinter diese bürgerliche Ideologie, schiedenheiten der äußeren Formen ob. Trotzdem liegen die in die Vergangenheit, zurück und hebt die Grundsäte jener Dinge in allen kapitalistischen Ländern wesentlich gleich. Wo Gewiffenlosigkeit ihren stärksten Ausdruck erhalten. Die Umwand. Periode wieder auf den Schild, der das selbstbewirtschaftete die Bourgeoisie unter der Wucht der kapitalistischen Ston- lung der Wiener Lotalpartei, die Bueger geschaffen, zu der„ Reichs Kleineigentum als herrschende Produktionsform angehörte. zentration und des proletarischen Klassenkampfes gezwungen partei", die in allen deutschen Gebieten Fuß zu fassen sucht und Der bürgerliche Fortschritt und selbst die Grundsäße, die ist, hinter ihre eigene Ideologie zurückzugehen, bedeutet dies mit den Klerifalen Barteien in allen Nationen Beziehungen unterin der fapitalistischen Entwickelung walten, werden einfach die grundsätzliche Auslieferung an das römische Pfaffentum, hält, ist vornehmlich sein Werk. Während Lueger, politisch betrachtet preisgegeben. Jemehr die wirtschaftliche Konzentration sich das vom Standpunkt des historischen Fortschritts ebenso weit nie mehr war als ein allerdings geschicter und erfolgreicher Agi bollzieht und der Satz vom freien Spiel der Kräfte seinen hinter den Konfervativen steht, wie das Konzil von Trient tator, ist Geßmann der Diplomat, sozusagen der Staatsmann der Inhalt verliert, desto mehr verschwindet der Evolutions. hinter Luther, was man sonst auch gegen diesen Streiter Partei. Lueger ist der" Herrgott von Wien" und seine Be deutung liegt vornehmlich in seinem bürgerlichen Wirken; Geßmann gedanke, der den Feudalismus theoretisch überwand. Der Gottes einzuwenden haben mag. dagegen hat der Partei zuerst die niederösterreichische Proving ers Sapitalismus wird stationär. Ihm, der das Eigentum von obert und strebt nun in den Kern der Staatspolitik hinein. Des Millionen vernichtete, dessen Eintritt in die politische Herrwegen wäre Bueger nie bereit gewefen, ein Minifterportefeuille au schaft eine Sette von Revolutionen war, der die Legitimität übernehmen, wenngleich ihm die Gelegenheit hierzu freilich immer und ihre Duodesstaaten in Scherben schlug, um seinen Waren In der Wacht", dem Drgan ber fatholischen gefehlt hat; benn früher war die Partei zu bedeutend, um solche die Bahn freien Verkehrs und einen großen Markt zu schaffen, ihm wird nicht nur das Eigentum, sondern auch die Jugendbereinigungen, gibt ein Vorstandsmitglied Ambitionen haben zu dürfen, und jetzt ist der Mann fiech und ihm wird nicht nur das Eigentum, sondern auch die feine Erfahrungen zum besten, wie man die schulentlassenen trant; Herr Dr. Gehmann hingegen hat nach dem Ministersessel politische Form der Gesellschaft heilig und unverleglich. In dem Maße, wie die wirtschaftlichen Knaben am besten für die Jugendvereine gewinnt. Seine geradezu frankhaft gegiert und nicht einmal geschwankt, sich auf der Sträfte wider die Reifen pressen, die sie gebunden halten, sucht Methode foll sich, wie der Mann hervorhebt, schon mehrfach er sie und alles, was für ihre Befreiung fämpft, in eiserne praktisch bewährt haben. Und nun höre man: Fesseln zu bannen. Da aber Gewalt tein vernünftiges Argument ist, so macht er den Mangel an Logit zur Logik des Himmels und kleidet sie in seinen Willen. Dieser typische Bourgeoisiewille ist Urquell des Rechts. In ihm gipfeln Staat und Staatszwed. Was ihm entgegen ist: Verfassung, Gesetz, wirtschaftliche Entwickelung, hat fein Recht zu eristieren, das muß stillstehen oder verschwinden, das ist schon durch sein Dasein Hochverrat. Nach seinen Intereffen bemißt sich die Freiheit. Was diesen dient, ist Ordnung und frei, das andere ist Revolution und wird von der Schärfe des Gesetzes getroffen. Den Pfaffen, den Gelehrten, den Künstler wandelte er zum bezahlten Lohnarbeiter, ihre Wissenschaften und Fertigkeiten zu täuflichen Waren. Nur, was seinen Interessen dient, hat noch Kurs, nur das gilt als Wahrheit; und wie Recht und Freiheit, so ist die Wahrheit wiederum er, der typische Bourgeoismille. Der Karneval als Erzieher. Minifterbant niederzulaffen, obwohl sein Reffort noch gar nicht vor handen war. Gegenüber der Cozialdemokratie hat Geßmann nut Es ist zunächst notwendig, daß sich der Verein den zu ent- Gefühle des Haffes Gefühle, die ihm von den Arbeitern allerlaffenden Schülern zeigt und zwar im angenehmsten und dings redlich bergolten werden. Vor allem repräsentiert er innerrofigsten Lichte. Das kann auf folgende Weise geschehen. halb der Christlichsozialen den klerikalen Einschlag; ohne daß ihn Der Verein arrangiert eine Fastnachtsfeier und zwar in selbst die Frommheit irgendwie plagen würde hat er die ehemalige der Form einer fonntäglichen Vereinsversammlung. Er ladet hierzu die betreffenden Schüler ein und zwar durch Starten, die einbürgerlich demokratische Partei dennoch zu einem Werkzeug bes er durch den Rettor der Schule an die Jungen römischen Aleritalismus umgestaltet, wobei freilich die römischen berteilen läßt. Man hat bei diesen Veranstaltungen Wert Herren wieder auch seine politischen Geschäfte besorgen müffen. darauf zu legen, daß mancherlei geboten wird und daß es un- Einen wahrhaft unheilvollen Einfluß hat er als Mitglied und Bes gezwungen hergeht, damit diejenigen, die lebhaiten herrscher des Landesausschusses( das ist die vom Landtag gewählte Temperamentes sind, und das sind wohl die meisten, sich heimisch autonome Verwaltung des Landes) auf das niederösterreichische fühlen. Die Jungen müffen an diesem Abende fühlen und fehen, Schulwesen ausgeübt und es tennzeichnet sein Wesen daß er hier daß man ihnen im Jugendverein den berhaßten 3wang das Hauptaugenmerk darauf gerichtet hat, die Lehrer, die vor seinem der Schule, den fie bald abwerfen wollen, nicht Regiment eine charaktervolle Organisation ihr eigen nannten, zu auflegt. Auch wird der Präses in einer kurzen Ansprache, die gesinnungslosen Strebern umguerziehen". Ueberhaupt hat Geße der Zeit entsprechend, und auch um den Jungen zu gefallen, was er ihnen bietet, usw." Güter des " 17 etwas launig abgefaßt sein wird, zum Ausdruck bringen, mann jene politische Methode entwickelt, teils aus sich selbst, teils daß er, der Geistliche, bald nicht mehr ihr Vorgesetzter als Lehrer, nach den bewährten Mustern des deutschen Zentrums, die in der Der Rüdfall der Bourgeoisie in das dogmatische Denken sondern im Verein als Brases ihr Freund fein wird. Um persönlichen Verleumdung der Gegner ihre Erfolge sucht ist der Tod der bürgerlichen Freiheit. In seinem Schoße das Interesse der Jungen für den Jugendverein wach zu und die Politit schlechtweg als einen Bernichtungslampf ansieht. halten, wird man gut tun, etwa zu Mitfasten die Jungen noch Daß in dieser Methode die Demagogie nicht fehlt, ist selbstverständ schlummert der Absolutismus. Er treibt die herrschenden einmal, wieder durch das Stärtchen, zu einer Vereinsversammlung lich, und so mußte Geßmann auch der Organisator jener christlich Klassen dem Klerifalismus in die Arme und zwingt sie in einzuladen, bei welcher wieder etwas Besonderes fozialen Arbeiterpartei werden, die sich einesteils aus den ges theoretische Abhängigkeit von ihm. Hier finden sie fertig, arrangiert wird. Sier fetzt das eigentliche Steilen" ein. preßten städtischen Arbeitern, denen das herrschfüchtige Lueger- Rewas sie nach dem Stand der politischen und ökonomischen Ent- Gegen Schluß der Sigung legt der Präses den Jungen in einem giment jeden freien Atemzug raubt, andererseits aus Streit wickelung brauchen: eine in der Praris anpassungsfähige über- ganz furzen Bortrage flar, warum sie dem Verein beitreten follen, brechern und leberläufern aller Arten rekrutiert, und beren soziale irdische Autorität, eine absolute und unbeschränkte Legitimität, einen religiöfen Gedankenfreis, der sich mit der bürger- Die Redaktion der Wacht", die, wie alles Gute im Tätigkeit sich darin erschöpft, den kämpfenden Arbeitern überall in lichen Produktionsweise in der Weise auseinandersetzte, daß eritalen Lager, aus M.- Gladbach kommt, findet diese An- der Politik wie im Lohnkampf in den Rüden zu fallen. Das er in Fragen der Moral und des tätigen Handelns den er regungen sehr zwedmäßig". Also der Karneval muß Charakterbild wäre nicht vollkommen, wenn Herr Dr. Gehmann wünschten Spielraum gewährte, vom Dogma und der poli- dazu dienen, die Jugend in den großen ultramontanen Schaf nicht gleichzeitig gegen die Umsturzgefahr wettern unb bie Raillierung aller bürgerlichen Elemente gegen die Sozialdemo tischen Theorie des Mittelalters jedoch kein Quentchen stall zu locken und sie dort zur Verteidigung der höchsten tratie nicht predigen würbe. Tatsächlich steht er seit dem Wahltage preisgab. Zentrums zu erziehen. Hat man sie erst unter So sehr die Kirche gegen die aufkommende bürgerliche der gratis verabreichten fleritalen Narrentappe, dann hofft im Mittelpunkte jener Bestrebungen, die, ohne Einsicht und leberProduktionsweise und den neuen Geist, den diese zeitigte, man ihnen bald das Fell über die Dhren ziehen zu fönnen. legung, auf die Bildung eines antifoaialdemokratischen Blods" hinarbeiten. Was aus der Sozialpolitik in den Händen mit Inquisition und Kezerverbrennung vorging, so sehr sie Der politische Zweck heiligt das karnevalistische Mittel! Wenns eines so strupellosen Menschen, in dem dazu ein wilber Ehrgeiz diefelbe, wie beispielsweise in Spanien, mit Feuer und sein muß, wird Hochwürden zum Starnevalspräsidenten, deckt tot, geworden wäre, kann man sich unschwer vorstellen. Statt Schwert, später auf dem Wege der Steuergesetzgebung nieder die Tonfur mit der Schellenkappe und hält launige Reden, Sozialpolitik für die Arbeiter hätte man Sozialpolitik gegen die halten wollte, schließlich mußte sie sich doch mit ihr abfinden. auf daß die katholischen Jünglinge fühlen und sehen, daß es Sozialbemokratie getrieben. Die ernſtefte und wichtigste Aufgabe Sie föhnte sich mit der bürgerlichen Produktionsweise aus. im fatholischen Jugendverein luftig zugeht und sie dort vor des modernen Staates wäre ein Instrument christlichsozialer Des Anders aber stand es um die ideologische Form, in der die dem„ lästigen Schulzwang, den sie bald abwerfen wollen", magogie und Agitationspolitik geworden. neue Produktionsform sich durchsetzte: die Reformation. In sich nicht mehr zu fürchten brauchen. Im übrigen verdient magogie und Agitationspolitik geworden. der Tat war die Kirche außerstande, sich den Inhalt der letzte bemerkt zu werden, mit welcher Selbstverständlichkeit der ren zu eigen zu machen. Sie hatte im Mittelalter bedeutende seleritalismus über die Lehrer und Leiter Kämpfe geführt, um das Uebergewicht der geistlichen über die der Schule verfügt, damit diese sich als zutreiber für weltliche Gewalt zur Anerkennung zu bringen, und ging fieg- die karnevalistisch- politischen Veranstaltungen des Zentrums reich aus ihnen hervor. Die Reformation fehrte dieses Ver. hergeben. Man sieht auch daran wieder einmal, wie gut sich hältnis wieder um und proflamierte die Herrschaft des der Klerikalismus dazu eignet, über die Schule zu herrschen.Staates wie über die neuen Religionsformen, so auch über die alte Kirche: ein Prinzip, das sich im westfälischen Frieden unter der bekannten Formel:„ Weisen das Gebiet, dessen Religion", bedingte Geltung verschaffte. Dazu kamen schwere materielle Einbußen durch die Reformation selber und im Gefolge derselben. Kein Wunder, wenn die Kirche die staatsAus Wien wird uns vom 7. Februar geschrieben: rechtlichen Theorien der Reformation ablehnte und an den mittelalterlichen Ariomen festhielt, nach denen sie Jahr- Gin mit ungewöhnlicher Zähigkeit geführter Stampf ist nun hunderte hindurch über die Fürsten geherrscht und die Bölfer nach den berechtigten Forderungen der Sozialdemokraten ent ausgebeutet hatte. Und die absolutistische Tendens ihrer sieben worden: das als Minifterium gegen die Arbeiter geplante Kein Arbeitsministerium gegen die Arbeiter. Aus dem feinen Blane ist wesentlich in Folge des entschiedensten Einspruches der Sozialdemokraten nichts geworden, und das Geßmannsche Minifterium wird die Sozialpolitik in seine Fänge nicht bekommen. Das neue Reffort wird ein Gemisch von Technik und Mittelstandspolitik werden; es wird nämlich folgende Agenden in sich vereinigen: Hochbau, Straßenbau und Wasserbau, die bisher dem Handelsministerium gehörten, dann den Bergbau aus dem Aderbau ministerium und schließlich die Gewerbe- und Industrieförderung, die bisher in verschiedenen Ministerien zerstreut waren, die aber mehr aus Wünschen denn aus wirklichen Taten bestehen. Dagegen ist Die Hoffnung gerechtfertigt, daß eine alte Forderung der Arbeiter, die Bereinigung sämtlicher fozialpolitischer agenden in ein eigenes Amt nun endlich erfüllt werden wird. So wird ber hartnädige Stampf um das neue Minifteriums mit dem doppelten Erfolge abschließen: daß einesteils bie «Zozialpolirik incht der arbeiterfeindlichsten Partei ausgeliefert und dah anderenteils der Weg zu einer fruchtbaren Sozialreform frei- yelegt wird. Sie CrelgniEie In Portugal. DaS Begräbnis. Tonntag hat die Beerdigung des Königs und deS Thronfolgers stattgefunden. Die Regierung hatte umfassende VorsichtSmabregeln ergriffen, da sie neue Unruhen befürchtete. Trotzdem war das Gefühl der Unfickerheit so stark, daß die Königin Ainelie und König Maiiuel nicht am Begräbnis teilnahmen. Die Zvlenge, die aus Neu- gierde zusammengeströmt war, verhielt sich tcilnahmloS. DaS Dach einer Geninsehalle, das etwa 50 Personen, um bester sehen zu können, erklettert hatten, brach zusammen, wobei viele Verletzungen vor- kamen. Im übrigen verlief der Tag ohne einen bedeutsamen politischen Zwischenfall. Die Neuwahlen. Lissabon, 10. Februar. Die Kammerwahlen sollen nun doch erst am S. April stattfinden, wie sie bereits von dem srühereii Ministerium angesetzt waren. Rückkehr von FrancoS Gegner«. Lissabon, S. Februar. Der frühere Minister Josä Alpolm, der die Hauptstadt uninittelbar nach der Ermordung des Königs und des Kronprinzen verlassen halte, ist gestern abend von Salamauca hierher wieder zurückgekehrt. Die verschobene Krönung. Paris, 10. Februar. Wie aus Lissabon gemeldet wird, glaubt man in politischen Kreisen, daß König Manuel sich srühesteus in zwei bis drei Monaten krönen lassen werde. Vielfach ist man sogar der Ueberzeugung, daß eine Krönung auS SparsamkeitS- rücksichten überhaupt unterbleiben werde. Die Republikaner. Lissabon, 10. Februar. In der kommenden Nacht wird, wie die .Franks. Ztg." meldet, sich hier ein republikanisches Direk- t o r i u m konstituieren, bestehend auS fünf Mitgliedern, darunter je zwei aus Lissabon und Oporto. Präsident ist Professor Bern- Harbin Machado. Die Aufgabe des Direktoriums soll die Vor- bereitung der Verfassung der Republik sein, deren Kommen man baldigst erwartet. Die Republikaner rechnen dabei vielleicht mehr mit den unüberbrückbaren Differenzen und der immer grösser>o erdenden Verwirrung im monarchistischen Lager als mit der eigenen Vollkommenheit. Die republikanische Partei glaubt zuversichtlich, die Monarchie werde kein langes Leben haben und nach einige» weiteren schnell wechseln- den haltlosen und unhaltbaren monarchischen Regiernngen werde sich die Unmöglichkeit deS Fortbestandes des Königtums und damit als einziger Ausweg die Erklärung der Republik ergeben. Dieses alles werde sich noch im Laufe dieses Jahres vollziehen. So die Meinung der hervorragenden Republikaner in Lissabon. MsroKKo. Der Kampf bei El Mekki. Paris, 8. Februar. Nach einem Telegrainnt des Generals d' Am ade fand der Angriff auf das französische Lager bei E l M e k k i in der Nacht vom 5. zum 6. d. M. statt. Nach einem Kampfe im Lager selbst hätten die Truppen die „Nebellen" bis nach Settat verfolgt. Die Operationen hätten 2l Stunden gedauert. d'Nmade ist der Ansicht, dass die Nach- richt, Mulay Hafid habe den Schaujastämmen Waffen und Munition geliefert, auf tendenziöser Erfindung beruht. Die Franzosen hätten 3 Tote und 2-1 Verwundete gehabt. Nach dieser offiziellen Darstellung ist es also den an- greifenden Marokkanern gelungen, in das französische Lager einzudringen. Ein Umstand, der da zeigt, daß die Situation für die Franzosen nicht ungefährlich ist und daß die Marokkaner durchaus nicht entmutigt sind. Marokkodebatte in der französischen Kammer. Paris, 10. Februar. In der Deputiertenkammer be- fragte Jan res die Regierung über die jüngsten Ereignisse in Marokko und verlangte besonders Aufklärung darüber. warum die französischen Truppen am 5. und 6. d. M. bis Settat vorgedrungen seien. Wir werden die Ruhe, sagte der Redner, nicht wieder her- stellen, wir müßten denn bis in das Herz Marokkos vor- dringen, und die Lage Frankreichs ist lächerlich und gefährlich, wenn Abdul Asis. den wir mit unserem Gelde und unseren Streitkräften unterstützen, wirklich einen Appell an die Mächte. die die Algecirasakte unterzeichnet haben, und besonders an Deutschland gerichtet hat. Hat Deutschland uns hierüber Mitteilung gemacht?(Beifall auf der äußersten Linken.) Hieraus ergriff der Minister des Acußcrn P i ch o n das Wort. Er erklärte:„Wir sind gegen unseren Willen in Casa- blanca und nur infolge ganz spezieller Ereignifie, wir werden Easablanca nur verlassen, nachdem unsere Rechte, unsere Interessen und unsere Ehre gewährleistet worden sind". Der Minister verlas alsdann die Instruktionen, welche dem General d'Amade erteilt worden sind. Auf sdas Jnterventionsgesuch Abdul Asis an die deutschen Vertreter übergehend, teilte der Minister Pichon mit. die deutsche Regierung habe die französische Regierung informiert, daß Abdul AfiS durch Vermittelung des deutschen Vertreters in Tanger den Wunsch ausgedrückt habe. Deutschland möge Frankreichs Aktion in Marokko einschränken. Der Minister fügte hinzu. nach Erkundigungen, welche wir in Rabat eingezogen haben. dementiert Abdul Asis diese Intervention. Die Sache ist die, daß das marokkanische Gesuch nicht dem deutschen Ver- treter in Tanger, sondern einem deutschen Kaufmanne, der das Amt eines deutschen Konsuls versieht, unterbreitet worden ist. Die Haltung der deutschen Regierung in dieser Angelegen- heit ist eine vollständig taktvolle gewesen. Die Haltung Mulay Hafids ist verständlich, dagegen diejenige Abdul Asis' weniger verständlich. Der Zwischenfall wird hierauf als erledigt betrachtet. politische debersicbt. Berlin, den 10. Februar 1908 Die Freifinnigen ans dem Block ausgestofte». Im prentzischen Dreiklassenparlament verkündete heute als Einleitung zu der großen landwirtschaftlichen Woche der Bündler Dr. Dicderich Hahn die Bildung und daS Programm eines neuen Blocks, des Nationalwirtschaft- l i ch e n Blocks, dein alle Zollwucherer, einschließlich des Zentrums angehören, aber die Freisinnigen nicht. Beim Etat der ZentralgenossenschaftSkasse, die bekanntlich die Aufgabe hat, mit hundert Millionen Marl Kapital agrarische Gründungen nach der Ar! der mit acht Millionen Defizit verkrachten Berliner Michzentrale möglichst lange über Wasser zu halten.' wagte der Freisinnige Dr. Crnger- Hagen der Anwalt der Schultzc-Delitzschschen Genossenschaften" und Aufsichtsratsmitglicd der Dresdner Bank ist, einige schüchterne Einwendungen gegen die unvorsichtige Geschäftsführung dieser Preußenkasse, und die unlautere Konkurrenz, die die Genossenschaften mit billigem StaatSkrcdit den auf Selbst- hülfe beruhenden freien Kreditorganisationen bereiten. Das genügte, um ihm die schmähliche Ausstoßung aus der Reihe der preußischen RegierungSfreirnde zuzuziehen. Namens aller Parteien deS Dreiklassenparlamcnts verkündete Dr. Hahn, der einst so laut über die gräßliche Flotte krähte, daß die Freisinnigen nicht national seien. daß aber alle anderen Parteien— zu seiner Genugtuung auch das Zentrum— sich auf dem Boden des national- wirtschaftlichen Blocks und der agrarischen Pumpstation der Zentralgenossenschaftskasse geeinigt hätten. Eine weitere Tot- sünde beging Dr. Criiger, indem er die Behauptung aufstellte, daß Christentum und Geschäft nichts mit einander zu tun hätten. Dafür fuhr ihm der preußische Finanzniiuister Frhr. von Rheinbaben derb über den Mund: Gewiß seien die Genossenschaften etwas rein Geschäftsmäßiges, aber sie wirkten moralisch, indem sie dem christlichen Grund- satze folgten: Liebet eure Brüder! Das Christentum der Prozentpatrioten will von der Liebe gegen die Feinde also nichts wissen und unterstellt dem Gründer ihrer Religion eine banale Selbstverständlichkeit, bloß um ihre dunklen Geschäftspraktiken zu decken. Natürlich waren alle Parteien deS Drciklafienparlaments über dieses revidierte Neue Testament höchst entzückt, nur Dr. Arendt vergaß vor Be- stürznng, der neuen Lehre des Religionsstifters Rheinbaben seine begeisterte Huldigung darzubringen und wurde dafür von dem Zentrumsredner Busch, der im Namen der Mehrheit und der Regierung sprechen durfte, derbe gerüffelt. AuS dem Geschäftsgebaren der Zcntralgenoficnschafts- kaffe ist hervorzuheben, daß sie an mehreren verkrachten Gründungen erhebliche Verluste gebabt hat, und infolge deS niedrigen Standes der StaatSpapiere, der durch die Welt- Politik und die sinnlose Schuldenwirtschaft des Reiches verschuldet ist. nicht einmal die Einlagen mit den versprochenen 3 Proz. hat verzinsen können. Um überhaupt weiter zu ar- beiten, hat sie gerade in der schwierigsten Zeit kurz vor dem Jahreswechsel, der Reichsbank 67 Millionen abgepumpt. um sie dann in die Kassen der Agrarier fließen zu lassen. Diese ganze Praxis wurde natürlich von dem neuen nationalwirtschaftlichen Block lebhaft begrüßt und trug dem Finauzminister und dem Präsidenten Heiligen- stedt von der Preußenkasse lebhafte Ovationen der Brot- Wucherer ein. Die Freisiimigen aber waren über ihren Aus- schlutz aus dem neuen Block so bestürzt, daß Dr. Crüger, der an Mut mit Fischbecl rivalisieren dürste, nicht mehr zu ant- Worten wagte. Am Mittwoch steht der Kultusetat auf der Tagesordnung. Die„modernistische" Revolte. Die Rebellion der katholischen Professoren gegen die letzte Enzyklika des Papstes scheint weiter um sich zu greifen. Auch der Professor des Kirchenrcchts an der Universität Innsbruck, Dr. Lud- wig Wahrmund, hat dieser Tage eine Schrift erscheinen lassen, in der er die Enzyklika„Lskecndi eter" sowie den Syllabus PiuS X. kritisiert, und zwar fast noch schärfer als der Münchener Professor Schnitzer. SoheißtcSz.B.in bezug auf die These? des neuen SyllabuS, der nicht nur von den Theologen, sondern von allen Gläubigen eine innere Zustimmung zu den von der Kirche erlassenen Urteilen fordert: „Wahrhastig, seit die römische Kirche freie Geister zu unter» jochen bestrebt ist, hat kein Theoloaenhirn jemals einen furcht- bareren Satz ersonnen als dieser ist! ES genügt nicht, sich den Ausgeburten eines hierarchischen Despotismus in der Tugend deS Gehorsams stumm zu unterwerfen. ES genügt nicht, zu schwe-gen und seine eigene bessere Ueberzeugung in der Brust zu verschließen. Man muß auch diese Ueberzeugung selbst noch in Trümmer schlagen; man muß sie zwingen, daS Weisse schwarz und das Feuer kalt zu nennen; man muss die Fesseln nicht bloß am Leibe, sondern auch in der See le tragen. Mit all dem hat das Papsttum meines ErachtenS die letzte Brücke zwischen seinem eigenen Mvchtbezirk und der modernen Kulturwelt abgebrochen; cS hat dem geistigen Leben der latholi- scheu Kirche den Todesstoß versetzt." Professor Schnitzer wird wahrscheinlich exkommuniziert werden. Tie ultramontane Presse gefällt sich bereits in den heftigsten An- griffen gegen ihn. So schreibt z. B. der„Bayer. Kurier" kirchen- offiziös: „Herr Professor Dr. Schnitzer hat am gestrigen Freitag seine Vorlesungen über Dogmengeschlchte eingestellt in der Voraussicht, ldass deren Besuch den Theologen in Bälde allgemein ver- boten wird. Im übrigen machte eS in den letzten Tagen einen merkwürdigen Eindruck, Thcologiestudierende im Talar unter den Demonstranten und Neugierigen zu bemerken, die ScknitzerS Vor- lesungen in naheliegender Absicht besuchten.... Nach mensch- lichem Ermessen ist im Fall Schnitzer eine Aussöhnung leider nicht zu hoffen, die Gegensätze, die aus Jahre zurückdatieren, klaffen zu weit, und Herr Dr. Schnitzer wird, soweit wir den persönlich so liebenswürdigen Hochschullehrer kennen, auch kaum Gewicht darauf legen, denZusammenhangmit der Kirche aufrecht zu erhalt en. Die Gelegenheit scheint ihm günstig zu einem Schritte, der kommen muhte, und schon lange hätte kommen können und sollen. Diesmal, so meinte wohl Herr Dr. Schnitzer, werde doch einmal die„römische Wach- und Schliessgesellschast"— dies sein Ausdruck— nicht umhin können, ihres Amtes zu walten. Damit ist die Situation gekennzeichnet."_ Noch immer keine Charlotte Corday? Unsere Leser entsinnen sich wohl noch der heileren Zuschrift, die vor etwa Jahresfrist die„Post" erhalten haben wollte. Eine .deutsche Frau", so erzählte damals die Redaktion der„Post", habe ihr einen Brief geschrieben. In diesem angeblichen Briefe aber wurde Bebel gedroht, daß sich für ihn, wenn er mit seiner wüsten Hetze fortfahre, auch noch einmal eine Charlotte Corday finden werde, die den Dolch gegen den„grauen Sünder" zücke. Da es bei dieser Drohung geblieben ist, die Charlotte Corday der„Post" offenbar noch keinen passenden Dolch gefunden hat, trotzdem Genosse Bebel, wie wir ihr verraten wollen, eine Badewonne besitzt, um im historischen Kostüm oder vielmehr Nicht- kostüm den Besuch dieser deutschen Charlotte Corday empfangen zu können, hat sich die„Post" jetzt eine neue Zuschrift bestellt. In dieser Zuschrift heißt eS: „In der Februarnummer des Leipziger„Hammer" sagt dessen verdienter Herausgeber Theodor Fritsch: „Gleiche« Recht!— Die Sozialdemokratie fordert gleiches Recht für alle.— Gut. Sie billigt es. ihre politischen Gegner durch Meuchelinord, mit Pulver und Dynamit zu vernichten. Wenn sie konsequent sein will, muß sie ihren Gegnern daS gleiche Recht zugestehen. Sie darf sich also nicht beklagen, wenn die bürgerlichen Parteien demnächst die Losung auS- geben: wer Bebel, Singer oder Stadthage« aufspießt, der tut ein gutes Werk." Wir wüßten tatsächlich keinen irgendwie stich- h a l ti g e n E in w a n d gegen die Logik dieserAus» fnhrungen. Wenn die berufenen Vertreter der Staatsgewalt auch weiterhin den verbrecherischen Hetzereien der intellektuellen Urheber deS KönigSmordcS und StaalsuinstiirzeS untätig und geduldig zuichauen, dann dürfte eS anstaatS- und köntgstreuen Nachfolgern der Charlotte Corday nicht fehlen.— Daß der Verfasser der Zuschrift in dem Erguß deS„verdienten" Herrn Theodor Fritsch keinerlei Verstoß gegen die Logik findet, be- greife» wir. Die Zuschrift stammt wohl wiederum auS dem Orte, von dem die„Post" gewöhnlich ihre Inspirationen erhält: auS Kropp._ Das offiziöse Armutszeugnis. Tie„N o r d d. A l l g. Z t g." hat auch heute noch keine Antwort auf unsere Entgegnungen vom Sonnabend uird Sonntag gefunden. Daß sie nichts Gescheutes würde ant- Worten können, wußten wir ja im voraus. Nach ihrem schmäh- lich mißglückten Versuch, einmal sofort, statt, wie gewöhnlich. nach acht Tagen zu entgegnen, war ja größere Vorsicht zu erwarten. Aber nachdem wir sie ausdrücklich um be- s ch l e u n i g t e Antwort ersucht hatten, hätte sie schon irgendeine Antwort riskieren müssen, wollte sie nicht das blamable Geständnis bemitleidenswerter Hülflosigkeit vor oller Welt ablegen. Aber sie wußte nicht das geringste zu antworten! Sie schwieg und schweigt auch heute noch. Viel- leicht borgt sie sich erst den Beistand des Bilanzenmachers D er nburg oder eines seiner Handlanger aus. Es ge- hört also nur wenig Verstand dazu, ein regierungs-offiziöses Blatt zu bedienen._ Gegen die Börsengesetz-Novelle. Die heute im Brandenburgischen Ständehause eröffnete 36. Plenarvcrsammlung des Deutschen LandwirtschaftSratS nahm nach einem Referat de? Grafen Kunitz über die Börsengesetz- Novelle folgende Resolution an: „Wenn auch das Börscngcsetz vom 22. Juni 18V6 in mehreren Punkten verbesscrungSfähig erscheint, so müssen doch die in dem Gesetzentwurf vom 22. November ISO? vorgeschlagenen Acndc- rungen als zu weitgehende Abschwächung dieses Gesetzes be- zeichnet werden. Insbesondere bieten die in dem Entwurf vorgesehenen Be st immun gen über den Getreideterminhandel l§ 50) keine Gewähr gegen eine Wiederher st ellung der Verkehrs- formen, welche durch das Gesetz vom 22. Juni 1896 beseitigt werden sollten. Die Ausschaltung der 762 und 764 des B. G. B. für die sonstigen Börsentermingeschäfte in Waren und Wertpapieren, ferner ß 59 würde unter keinen Umständen zu billigen sein. Nicht minder ist daS Fehlen jeglicher Strafbestimmungen für den Abschluß verbotener Lörsentermin- geschäfte als eine empfindliche Lücke zu betrachten." Wenn die Konservativen diese Resolution zur Richtschnur nehmen, müssen sie gegen die Börsengesctz-Novell« stimmen; und da auch die Zentrumsftaktion die Vorlage ablehnt, so würde der Freisinn um den letzten Brocken geprellt werden, um dessent- willen er seit Monaten mit Lammesgeduld die Fußtritte der Rc- gicrung und des konservativen Blockflügels erträgt. Konferenz der sozialdemokratischen Landtag?« abgeordneten Süddeutschlands. Die sozialdemokratischen Abgeordneten von Bayern, Württemberg, Baden und Hessen haben sich am 9. Februar in Würzburg zu einer Besprechung zusammen- gefunden und haben nach eingehender Erörterung zunächst folgende Resolution zur Wahlrechtsfrage beschlossen: Die Erklärung, welche der preußische Ministerpräsident, Fürst Bülow, am 10. Januar im preußischen Abgeordnet e n- hause auf den Antrag der freisinnigen Fraktion betr. Ein- führung des ReichötagöwahlrechtS zum preußischen Landtage abgegeben hat, ist gleichbedeutend mit einem Angriff auf daS konstitutionelle Leben in den süd- deutschen Staaten, wie eS sich, dort auf Grundlage des allgemeinen, gleichen, direkten und gehccmen Wahlrechts entwickelt hat. Die Konferenz der sozialdemo- kratischen Abgeordneten Süddeutschlands erblickt in der Ver- tretung dieses Standpunktes durch den ersten Beamten des Reichs nicht nur eine Bedrohung der Verfassung in den süddeutschen Staaten, sondern auch eine Gefährdung deö Reichs- tagswahlrechtö. Dieser Standpunkt des Reichskanzlers ist, wie die Erfahrungen in allen anderen Staaten beweis».«, kulturwidrig und auf die Dauer unhaltbar. Die Konferenz der sozialdemokratischen Abgeordneten Süddeutschlands spricht deshalb den Parteigenossen in Preußen für ihre mutige und entschlossene Aufnahme des Kampfes gegen da» indirekte und öffentliche Drciklassenwahlrecht ihre volle Sympathie aus und verpflichtet sich, die Altion der preußischen Parteigenossen in allen Stadien mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu fördern. Von diesen Gesichtspunkten aus betrachtet eS die Konferenz als die Pflicht auch der gesamten Bevölkerung, insbesondere der Arbeiterklasse, alles zu versuchen. waö geeignet erscheint, dem preußischen Volke ein freies Wahlrecht zu sichern und den übermächtigen verderblichen Einfluß Preußens auf die Entwickclung des Reiches zu brechen. Die Konferenz beschäftigte sich sodann noch mit dem Reichs- Vereinsgesetz und dem Entwurf eines Gesetzes über die Er- richtung von A r b c i t S k a m m c r n, sah aber von einer Beschluß- fassung ab, in der Ueberzeugung. daß selbstverständlich die sozial- demokratische ReichStagSftaktion bei beiden Vorlagen die Interessen der Arbeiterklasse nach allen Richtungen hin wahrnehmen wird, Da? staatsgefährliche Plakat! Die Gewerkschaften Königsbergs hatte» in einer Petition den Magistrat und die Stadtverordneten um schleunige Juangriffnahme von NotstandSorbeiten für die Arbeitslosen ersucht. Die Stadt- verordnelenversaminliing ging darüber zur Tagesordnung über, weil noch ihrer Ansicht kein Nolstand besteht, da man in den Volksküchen nicht wisse, wo man das Essen lassen solle. Zum Prolest gegen diese» Verhalten wurden die ArbeiiSlosen zu zwei großen Ver- sammlungen eingeladen. Auf dem Plakat hieS eö: „Steine statt Brot sind uns angeboten. Debattelos wurde über die Not der Arbeitslosen zur Tagesordnung überg-gangen. Was kümmert es die liberalen Herren, ob hiesige Arbeiter und deren Fauulien Hunger leideir. Gebt darauf die richtige Ant- wort!" Diese Worte mußten überklebt werden, da die Polizei sie beanstandete. In Königsberg regiert bekanntlich der Freisinn.— „Nnkiinstlerische Justiz". Der Staatsanwalt Dr. Erich Wulfsen hat dieser Tage in Dresden über..Strafrecht und Strafprozeß, ein Kunstwerk der Zukunft" gesprochen. Dieser Dr. Wulfsen ist das, was man einen schöngeistig modernen anständigen Staatanwalt nennen könnte. Die Gattung steht allerdings nicht im Adreßbuch, aber sie existiert. Sogar in Sachsen. Wulfsen hat kriminalpsychologische Studien geschrieben über die„Räuber" und über„Nora". Er bat ein„Polizeihandbuch" herausgegeben und eine„Reform des StrafrechtsvollzugeS". Dr. Wulfsen verlangt, die ethische Gesetzgebung müsse„auS dem Volke heraus" entstehen. Aber— wir leben in einer Uebergangs- zeit!(So heißt es immer, wenn etwas aufgeschoben werden soll!) Folgen allerlei teils verständige, teils furiose Gedanken und Anregungen. Wie schon das Thema verrät, steuert der Staatsanivalt auf ein Kunstwerk" hin. Merkwürdiger Heiliger! Es ist einigermaßen deplaziert, die Ungeheuerlichkeiten des heutigen Straffoder als„ nicht fünstlerisch" zu bezeichnen. Das wirki etwa fo, als wenn jemand einen totschlägt und ein anderer sagt zu ihm: Höi mal, das ist nicht recht von Dir". Es sei nicht fünstlerisch", jemanden, der eine Sparbüchse erbricht und eine Mark nimmt, mit 3 Monaten zu bestrafen, während einer, der die ganze Büchse mitnimmt und den Inhalt von 20 Mt. berjubelt, nur 14 Tage betommt." Nicht fünstlerisch" sei es, jeden rückfälligen Dieb mit Zuchthaus zu bestrafen, wenn er auch nur 50 Pf. gemauft habe. Unfünstlerisch" sei ferner die Aufspürung der Vorstrafen, das Anreden der Zeugen teils als" err", teils als 3euge" Goundso usw. usw. " Noch eine ganze Reihe von Mißständen wird hier erwähnt, die jedem Kopf auf der Höhe des 20. Jahrhunderts und diesem Staatsanwalt selbstverständlich als Mißstände gelten. Aber warum blog die Marke„ unfünstlerisch", also unästhetisch"?! Wo es heißen müßte unethisch"! Zum Schlusse merft man aber, wo der Mann hinaus will. Seine Absicht ist die Wirkung auf das Gemüt" aller Beteiligten, der Richtenden wie der zu Richtenden. Schon der Bau des Sites der Themis soll einen derartigen Eindruck verschaffen. Berbindung von Rechtswissenschaft und Skulptur" wird verlangt!! Buften find schon da. Nun noch Inschriften! Auch aus der Bibel! Und dann der Gipfel:" Auch ein kurzes Gebet mit Har moniumbegleitung vor der Sigung wird eine Weiheftimmung schaffen"!!! Welch ein Mann! Gewiß, er hat recht: die Seelenruhe, mit der manche Diener der Themis Jahre und Monate mit gelassenen Hand ausstreuen über die Opfer unserer Gesellschaftsordnung, schreil nach Abhülfe. Aber eine aus dem Geiste der Klassenherrschaft, aus den Institutionen des Privateigentums herausgeborene Justiz wird durch den„ künstlerischften" Zuschnitt, durch den operettenhaftesten Aufzug nicht geändert. Soziale Probleme werden nur ber schleiert, nicht aber gelöst, wenn man ihnen ästhetisch kommt. # Proteft gegen den Reichsvereinsgefehentwurf. Jm 8. und 10. fchleswig Holsteinischen Reichstagswahlfreife fanden am Sonnabend und Sonntag in zehn Orten gut besuchte Bolksverfammlungen statt, in denen gegen das geplante reaktionäre Reichsvereinsgefeß protestiert wurde. Ueberflüssig geworden. Wie die Mil. pol. Korrespondenz hört, ist für diesen und den nächsten Monat, den Beginn der eigentlichen feldmäßigen Ausbildungsperiode eine Massenentlassung höherer Offiziere zu erwarten. Ueber 30 Generäle werden in den Ruhestand treten. Außer dem 10.( hannoverschen) Armeekorps, dessen kommandierender General v. Stünzner bereits den Abschied eingereicht hat, sollen die Gouvernements bon Straßburg und Mainz neu besetzt werden. Auch die Feldzeugmeisterei in Berlin, 3 bis 4 Divisionen, die Kavallerie- Inspektionen in Königsberg i. Br., Stettin und Saarbrüden und über 25 Brigaden werden zum Teil durch Berabschiedung, zum Teil durch Beförderung ihrer Inhaber frei werden Gegen die Aufhebung der Fler chatzife. Die Magistrate der größeren Städte haben sich durch eine gemeinsame Eingabe an den Reichstag energisch gegen die mit dem Jahre 1910 im Zolltarifgesez vorgesehene Aufhebung des Oftrois auf Lebensmittel ausgesprochen und haben dabei die bekannten Gründe, daß durch die Beseitigung der städtischen Steuer eine Verbilligung der betreffenden Artikel nicht eintreten werde, ins Feld geführt. Dem Magiftrat der reichen Stadt Dresden scheint der Gedanke, den Ausfall der Oftroieinnahme durch Erhöhung der Gemeindesteuern deden zu müssen, geradezu fürchterlich zu sein, benn er hat noch ein übriges getan und vor einigen Tagen einen Artikel aus dem„ Dresdener Anzeiger" als Sonderabbrud an die einzelnen Abgeordneten versandt, in welchem die Gründe gegen die Aufhebung nochmals zusammengefaßt waren. Damit dem Elaborat von den Empfängern auch die nötige Beachtung geschenft wurde, hatte der Magistrat die Sendung geschlossen gefchidt und sie mit 20 Bf. frankiert. Mit welcher Vorsicht selbst die in der Schrift enthaltenen tatsächlichen Angaben aufgenommen werden müffen, zeigt folgender Fall. Es heißt da auf Seite 7: Wenn durch die Bestimmung des Steuerfahes von 12 f.[ und 2äden unentbehrlich ist, doch. ist jede andere Form von Arbeit, schon gleich zu Jahresanfang und durch die etwas spätere Aufhebung der Fleischsteuer der Staatstaffe gewissermaßen ein leber schuß von einigen hunderttausend Mark zugeflossen wäre, so hätte das wohl auch nicht geschadet. Also, die Vorgänge im badischen Landtag lassen sich für die Aufrechterhaltung des Oftrois nich' fruftifizieren, wie es feitens des Magistrats in Dresden versucht wird. Am allerwenigsten aber haben unsere Genossen im Landtag sich irgend etwas vergeben. Ihr Verhalten war in jeder Beziehung in dieser Frage forrett und verwurfslos. die S auch bei geflossenen Läden, unterfagt. Für die Verkaufsstellen von Lebensmitteln und für die Agenturen für Versicherungsanstalten, für Leihhäuser usw. ist es erlaubt, fünf Stunden am Vormittag zu arbeiten. Der Ruhetag der Friseure ist von den Gemeinde verwaltungen festzusetzen, im Einklang mit den diesbezüglichen Ans trägen der Besizer und Gehülfen. Ausnahmebedingungen für Fests lichkeiten oder Jahrmärkte sind von der Präfeftur zu erlangen. Da es in Italien feine halbwegs zulängliche Gewerbeinspektion gibt, ist die Ueberwachung für die Einhaltung des Gesetzes der Polizei an bertraut. Das neue Gefeß wird besonders von den Handelsangestellten als ein Schritt zum Besseren begrüßt. Natürlich erregt er dafür auch die Unzufriedenheit der Ladenbefizer, die es Unrecht finden, daß man nicht einmal arbeiten fann, wenn man will". Amerika. Arbeitslosen- Demonstrationen. Die Stichwahl zum badischen Landtag, am Sonnabend im Kreise Schopfheim Schönau stattgefunden, hat mit dem Siege des liberalen Kandidaten Ries über den Bündler und Zentrumsfandidaten Oswald geendet. Ries erhielt 3014, Dewald 2228 Stimmen. Da bei der Hauptwahl 2109 bündlerisch- zentrümliche, 2069 liberale und 1070 sozialdemo fratische Stimmen abgegeben wurden, bedurfte es des ge Die Berichte über Demonftrationen bon Arbeits. schloffenen Eintretens der Sozialdemokraten in der Stichwahl losen in den amerikanischen Großstädten mehren sich. In New für Ries, um diesem den großen Vorsprung über seinen Gegner zu sichern, was denn auch geschehen ist. Der seit Jahr Dork fanden viele Massenversammlungen statt, die meist von der zehnten in liberalem Befiz befindliche Kreis wäre an die mit dem sozialistischen Partei veranstaltet wurden; in Chicago fanden große Bentrum berbündeten Konservativen verloren gegangen, hätte nicht Straßenparaden statt. In Philadelphia, Boston, St. Louis stellten die sozialdemokratische Partei ihre Kandidatur zurückgezogen nach die Arbeitslosen Forderungen an die Kommunen, in denen sie dem badischen Landtagswahlrecht konnte sie, entsprechend ihrer Hülfe forderten. In Cleveland und in Pittsburg bewilligten die Stimmenzahl, sie auch in der Stichwahl aufrecht erhalten und Stadträte unter dem Druck der Arbeitslosenmanifestationen größere die Parole ausgegeben: Unter allen Umständen gegen Dewald! Summen für Notftandsarbeiten. In verschiedenen Diese Tattit entsprach der Haltung unserer Partei feit dem Blods Städten beginnen die Arbeitslosen sich zu organisieren, um ihre abkommen des Jahres 1905, das getroffen wurde, um in Baden eine Forderungen mit größerem Nachdrud vortragen zu können. Bentrumsherrschaft zu verhindern. Kanada. Gaglische Rüstungen. Indien. Die Berliner Leitung des deutschen Gastwirtsverbandes beantragt beim Reichstag eine Wenderung des§ 285 St.-G.-V., um die Gastwirte fünftig gegen ungerechte Verfolgung wegen Duldung des Winnipeg, 8. Februar. England sendet ein Geschwabet Glüdspieles in ihren Räumen zu sichern. Die Handhabung nach Esquimault( Britisch- Columbien). Neue starke Be. dieser gefeglichen Bestimmung durch die Gerichte führe, heißt es in feftigungen dieses kanadischen Kriegshafens werden sofort in der Begründung, zu unerträglichen Härten. Es sei der wiüfürlichen Angriff genommen. Denunziation der Wirte durch böswillige Gäste Vorschub geleistet. Die Petition wünscht für den§ 285 folgende Fassung: Wer an einem öffentlichen Versammlungsort Glüdsspiele treibt, wer Glücksspiele daselbst gestattet oder zur Verheimlichung folcher mitwirkt, wird mit Geldstrafe bis. bestraft." Es wurde in der Petitionskommission anerkannt, daß die Wirte den Spielern gegenüber in einer prefären Lage sich befinden; mache man aber im Gesetz die Spieler mit strafbar, so sei der Erfolg viel ficherer. Schließlich einigte man fich auf den Vermittlungsantrag, die Betition dem Reichskanzler als Material zu überweisen. Schweiz. Arbeitslosen- und Altersfürsorge. Zürich, 6. Februar.( Eig. Ber.) Zum erstenmal leistet ber Stanton Zürich einen Beitrag von 1000 Frank an die Arbeitslosenfürsorge der Stadt Zürich, wofür diese alljährlich zirka 35 000 Frank ausgibt. Die 1000 Frank find an sich natürlich unbedeutend, aber sie haben grundsäßliche Bedeutung, denn mit ihrer Bewilli gung ist die Pflicht des Staates, für die Arbeitslosen zu forgen, anerkannt und seine weitere und ausgedehntere Anwendung in der Braris wird sich in der Zukunft, dem zwingenden Bedürfnis folgend, bon felbft ergeben. Koloniales Blutvergießen. Calcutta, 10. februar. Es verlautet, daß die Regierung die Brigaden von Nowshera und Peshawar unter dem Befehl des Generalmajors Willcor in das Bazartal entfenden wird, um den 8attathel.Stamm, der Plünderungen begangen hat, zu bestrafen. Die Tagung des italienischen Parteivorstandes. Rom, 8. Februar. In feiner Tagung vom 2. bis 7. Februar bat der Parteivorstand außer der Frage des„ Avanti", die zwei Sigungen in Anspruch nahm, verschiedene Fragen von Bedeutung beraten. So gelangte nach längerer Disfuffion über die Haltung der Partei gegenüber den sich immer wiederholenden Proletariermorden die folgende Tagesordnung zur Annahme: Angefichts der Häufigkeit blutiger Gewalttaten gegen Proletarier von feiten der bewaffneten Macht und in Erwägung, daß ihre Ursache in der Aufheßung der Unternehmer und in der mangelnden Selbstbeherrschung der Bolizisten zu suchen ist, die mit dem Gewehr auf die geringste Ausschreitung reagieren, fordert der Parteivorstand die Proletarier auf, die im sozialistischen Programm liegenden Stampfmethoden nicht zu überschreiten und täb bie Barteigenoffen ein, fich zum Echus der proletarischen Rechte und zur Vermeidung von Musichreitungen unter die dentonstrierende Menge zu mifchen. Der Parteivorstand fordert von der Regierung, daß die schwierige Aufgabe, bei Arbeitsstreitigtetten einzugreifen, nicht impulsiven Bolizeibeamten anvertraut werde, sondern folchen mit Selbstbeherrichung, die zur Beruhigung der Gemüter beitragen, anstatt Sodann nahm der Kantonsrat den Antrag feiner Geschäftsprüfungskommission auf Einführung der Alters- und ( auf Antrag unseres Genoffen Pflüger) auch der Invaliden Dabei ergab sich die etwas versicherung einstimmig an. feltene Situation, daß die Sozialdemokraten im Züricher Kantonscat die von sehr reichen Liberalen beantragte Herabfebung der Staatssteuer von 4% auf 4 Bros. bekämpften. Das ½ Bros. war feinerzeit notwendig zur Herstellung des Gleichgewichts im Staatshaushalt und da dieses erreicht ist, sollte es nun wieder abs geschafft werden. Unser Genosse Pflüger bekämpfte diese Steuer- Stouflifte zu provozieren. reduktion mit dem Hinweis auf die Alters- und Invalidenversiche rung, auf die Hochschul- und Irrenhausbauten, Besoldungserhöhungen usw., für die dann die Mittel fehlen würden. Es wurde schließlich eine Reduktion auf 4% Proz. beschlossen. Rußland. Bombenfunde. Paris, 9. Februar. Das Blatt Memorial Diplomatique" versichert, daß vor einigen Tagen die Kaiserin von Rußland auf dem Bette des Thronfolgers das Tobesurteil des Baren und des Barewitsch gefunden habe. Andererseits sind im Kaiserlichen Balaste 70 durch Kupferdrähte verbundene Bomben aufgefunden England. Deutsche und englische Flottenrivalität. Der Parteivorstand legt ferner der Parlamentsfraktion die Vertretung des Gefeßentwurfs gegen die Proletariermorde ans Herz und erklärt sich bereit, unter erneutem Protest gegen die häufige ruchlose Zerstörung von Arbeiterleben, mit all seinen Kräften jede Proteftaftion zu unterstützen, die in zweckmäßiger und energischer Form vom Proletariat beschlossen wird." Endlich sei noch auf einen bemerkenswerten Vorgang hina gewiesen, der sich jüngst( im Dezember 1907) im badischen Landtag abgespielt hat. Der badische Finanzminister stellte den Kammern ein Gesetz in Aussicht, das den staatlichen Fleischatzis, der jährlich ungefähr eine Million abwirft, aufheben sollte, und verlangte dafür die Hinauffezung des Vermögenssteuersatzes von 11 Bf. auf 12 Pf. pro 100 M. Steueranschlag. Aber beide Rammern haben einstimmig diesen Antrag abgelehnt, auch die Zweite Kammer, der eine größere Anzahl sozialdemokratischer worden. Abgeordneter angehören. Und auch über die Motive ihrer Petersburg, 10. Februar. Bei einer in der bergangenen Nacht ablehnenden Haltung ließen die Barteien nicht im unflaren. Go brachte z. B. der" Badische Landesbote", das Organ der demo- borgenommenen Durchsuchung des Polytechnischen In kratischen Partei in Baden, am 10. Dezember 1907 einen Artikel, titutes fand die Polizei im Kellerraum des Hauptgebäudes in dem ausgeführt wurde:" Wenn man jetzt das Volf abstimmen neun Bomben und vier Artilleriegeschoffe. ließe über die Aufhebung oder Beibehaltung der Fleischatzife, fo würde sich eine erdrüdende Mehrheit für die Beibehaltung dieser Steuer ergeben. Ueberall wird jetzt von dem 800 000 M.- Geschent an die Herren Meggermeister geredet. Es wird ganz allgemein angenommen, daß der Wegfall der Fleischafzise keinerlei Einfluß gebrochen, den auf die Preisbildung des Fleisches haben werde." Diese Aus führungen machte sich auch der„ BoIfs freund", das staris- imperialistische Flügel, der in der Regierung und der Parteitag festgesetzt wird. Da sich aber in der Partei die Tendenz ruher sozialdemokratische Blatt, au eigen, indem Bartei dominiert, tritt dafür ein, daß die deutschen Flottenrüstungen geltend machte, die Parteitagsbeschliffe unbeachtet zu lassen, wie das z. B. durch vermehrte englische Rüstungen wirkungslos gemacht werden bei der Gründung des antiflerifalen Blods in Rom geschehen er sie wörtlich und ohne Widerspruch übernahm. Was zunächst die fritiflose Uebernahme des Artikels durch den müssen. Andererseits haben sich die Radikalen ihren Wählern fei, fo balte er eine ausdrückliche Erklärung über diese Dinge für Karlsruher Voltsfreund" anbetrifft, so handelt es sich, wie aus- gegenüber zu Ersparungen und Einschränkungen der Heeres und geboten. Baoloni legte darauf eine Tagesordnung vor, die, ihrer Auf ihrer Seite steht auch Länge wegen, im Auszug wiedergegeben fet. Es wird darin er drücklich erklärt worden ist, um ein in der Redaktion vorgekommenes Flottenausgaben verpflichtet. wogen, daß die Biele der sozialistischen Partei diese unfehlbar in Der konservative Versehen. Der Volksfreund" hat in dieser Frage übrigens der Premierminister Campbell- Bannerman. einen Sonflikt mit den monarchischen Institutionen bringen müsse wiederholt im Sinne unbedingter Aufhebung des Ottrois Stellung " Standard" verspricht der Regierung gegen ihre radikalen und daß die sozialistische Partei nur als Arbeiterpartei eine Dafeinss genommen, so daß niemand über seine Ansichten im Zweifel fein Barteianhänger die Hülfe der Konservativen. Daily Graphic" berechtigung babe. Auf Grund diefer Erwägungen wird die Mög konnte. Die Behauptungen des Artikels über die Vorkommnisse in der Kammer selber sind aber zum Teil geradezu erfunden, zum und Daily Chronicle" machen das deutsche Flottenlichkeit einer Teilnahme an der Regierung abgelehnt und wird die Teil völlig entstellt. Direkt unwahr ist, daß die Aufhebung der programm für die wachsenden Marineausgaben verantwortlich. Refolution des letzten Parteitages ins Gedächtnis gerufen, die ftaatlichen Fleischsteuer( Baden hat neben bem Oftroi der Städte England müsse trog aller Anstrengungen Deutschlands die Ueber das felbständige Vorgehen im Wahlfampf als Regel, bie Bündnisse mit anderen Parteien als auch noch eine staatliche Fleischsteuer) von der Hinauffeßung des legenheit zur See behaupten. Vermögenssteuerfazes abhängig gemacht worden ist. Es handelte In Regierungsfreifen hofft man den Konflikt dadurch zu über. Ausnahme anerkennt. Ferner werden alle in sozialistischen sich überhaupt nur um die provisorische Festsetzung des Steuer- brüden, daß man die Marineausgabe in der Höhe bewilligt, die der Händen befindlichen Wahlkreise aufgefordert, die Tätigkeit ihrer Abfußzes bis zum 1. Juli. Im Finanzgesetz, das nach der Verfassung Marineminister fordert, dagegen aber an dem Heeresbudget Abgeordneten zu prüfen und nur die Genossen wieder aufzustellen, die tatsächlich den Anforderungen der Partei entsprechen. bis dahin beschlossen sein muß, erfolgt die endgültige Festsetzung. Der Berichterstatter der Budgetkommission, der nationalliberale Jedenfalls zeigen diese Vorgänge wieder, wie wahnwißig die Dr. Wilkens, sagte in der Zweiten Kammer darüber: Die Stommission ist daher bei dieser Sachlage nach ein- Flottenrivalität wirkt. Der Wetteifer in der Flottenvermehrung ist gehender und wiederholter Beratung und nachdem die Großherzog- ein den Frieden ständig bedrohendes Moment.liche Regierung wiederholt Gelegenheit hatte, in der Kommission thre Anschauung darzulegen, schließlich zu der Meinung gelangt, daß zurzeit ein Bedürfnis für einen Abgabesatz von 12 Pf. nicht als vorliegend erachtet werden kann, daß vielmehr zunächst ein Gat bon 11 Pf. genügt. Des weiteren mußte sich der Parteivorstand auf Grund einer ihm bon feiten der radikalen Partei zugegangenen Aufforderung, an einer Volksversammlung über diese Frage teilzunehmen, mit der Kolonialpolitit beschäftigen. In einer Tagesordnung Biffolati wurden hierüber die folgenden Leitfäge niedergelegt: Die Forderung, die heutigen kolonialen Besigungen Italiens aufzugeben, sei berzeit aus praktischen Gründen nicht aufrecht zu er halten. Die demokratischen Parteien müßten aber darüber wachen, daß der Kolonialbefiz nicht Anlaß oder Vorwand zu friegerischen Komplitationen mit Abbessinien gebe, daß die kapitalistische Entwicklung der Kolonien nicht auf Stoften der Steuerzahler erzielt werde und daß eine Bollvereinigung mit den Stolonien zum Nugen der inländischen Konsumenten durchgeführt werde." Am wichtigsten ist das Votum über die Tattit bei den möglicherweise noch im Laufe des Jahres zu erwartenden Unter den englischen Liberalen ist ein Zwiespalt aus- arlamentswahlen. Der Referent über diese Frage, Genoffe Paoloni, führte aus, daß es eigentlich nicht Aufgabe des Vordie Regierung zu überbrüden sucht. Der standes fei, sich mit der Wahltaktik zu beschäftigen, die ja vom 7146 Die Kommission behielt sich aber ausdrücklich vor, bei Beratung des Finanzgesetes nötigenfalls auf einen Abgabesaß von 12 Bf. zurüdzukommen. Es wäre das in verschiedener Weise möglich. Man kann den Satz von 12 Bf. auf den 1. Januar 1908 zurüdbatieren, man fann ihn aber auch erst vom 1. Juli 1908 oder schließlich auch erst vom 1. Januar 1909 an bewilligen." Wenn also die badische Regierung den versprochenen Gefeßentwurf über Aufhebung der Fleischsteuer einbringt( bis jetzt ist er noch nicht eingegangen), so wird die Vermögenssteuer zu er hehen sein. Bu einer Steuerbewilligung aber auf Vorrat, wie es Sie Regierung hier verlangte, lag für die Kammer natürlich kein Anlaß vor. Daß es sich aber um eine solche Vorausbewilligung handelte, hat der Finanzminister in der betreffenden Gizung vom 9. Dezember indirekt selber zugegeben, indem er sagte: striche macht. Italien. Diese Tagesordnung wurde nach längerer Diskussion mit allen gegen Biffolatis Stimme, der erst gegen Ende der Diskussion der Sigung beiwohnte, angenommen. Cabrini machte den Vorbehalt, daß er die Teilnahme an der Regierung unter den augenblicklichen Verhältnissen, aber nicht prinzipiell ablehnte. Es wurde weiter ein Amendement Basile angenommen, das im Fall von Wahlunterstügung anderer Kandidaten deren politische Rechtschaffenheit, antiflerifale Richtung und ihre Vertretung einer Amnestie für alle Opfer politischer Verfolgungen zur Bedingung macht. Die Sonntagsruhe im italienischen Handelsgewerbe. Rom, den 8. Februar. Am 9. Februar findet zum erstenmal das Gesetz vom 7. Juli Schließlich stellte der Parteivorstand seinem Erefutivkomitee die 1907 über die Sonntagsruhe im Handel und in den öffentlichen Be Einberufung des Parteitags im statutenmäßigen Zeitraum anheim, trieben in Italien Anwendung. Das Gefeß, deffen Ausführungs- beichloß ein Referendum über die Beschränkung der Delegiertenzahl bestimmungen am 7. November 1907 erlassen wurden, untersagt die anzuiagen und ernannte Giovanni Lerda als Nachfolger Sonntagsarbeit auch in den Betrieben, wo ausschließlich die Befizer Morgaris zum politischen Sekretär der Partei. Sehr deprimierend find die Daten über die Finanzlage selbst beschäftigt find. Die Sonntagsruhe hat in der Regel um 12 Uhr nachts am Sonnabend zu beginnen und muß mindestens des Avanti", die dem Parteivorstand vorgelegt wurden. Sie zeigen, daß der Avanti" ein jährliches Defizit von 35 000 Lire hat 24 Stunden dauern. In Gastwirts- und verwandten Betrieben, in Zeitungsverlaufs- und eine Schuldenlaft von 80 000. Zu diesen traurigen Zuständen stellen, Privatbibliotheken, photographischen Anstalten, in Blumen ist man ganz allmählich gekommen. Als Biffolati den Avanti" vera läben, Apotheken, Badeanstalten, Theatern fann an Stelle der ließ, weil das Blatt 20 000 Lire Schulden hatte, übernahm ihn Sonntagsruhe eine wochentägliche Arbeitsruhe von mindestens Ferri nur unter der Bedingung, daß die Genossen 30 000, Lire auf 24 Stunden für das Berional treten, dasselbe gilt für das Personal, bringen, um dem„ Avanti" aufzuhelfen. Die Summe wurde gedeffen Arbeit für Ueberwachung und Instandhaltung der Betriebe j schafft und die Zeitung hatte zunächst unter Ferris Leitung einen 19 bedeutenden Referzuwachs. So schloß das Jahr 1903, nach acht Ein Bankzusammenbruch. Dann referierte Frau Jeete über das Thema:" Die Frau monatlicher Leitung Ferris, mit einem Gebahrungsüberschuß von Seit einigen Tagen ist der Bankier Siegmund Friedberg ver- im Kampfe ums Dasein". Nachdem noch die Delegierten von der 20 104 Gire und einem Vermögensstand von 22 066 Lire ab. Im schwunden. Die Passiven sollen zirka 2 Millionen Mark betragen. Leipziger Drechslerkonferenz unter Berücksichtigung speziell der nächsten Jahre finden wir das Vermögen auf 9470 Lire zufammen- Bor seinem Verschwinden hat Friedberg sich von seinem Kassierer Verhandlungen der Stockarbeiter Bericht erstattet hatten, erfolgte geschmolzen und ein Geschäftsdefizit von 12 595 Lire. Am 31. Dezember noch 35 000 M. auszahlen lassen. In dem von ihm begründeten, Schluß der gut besuchten Versammlung. 1905 hat das Blatt 16 776 Lire Schulden und ein Geschäftsdefizit Blatt„ Ratgeber auf dem Kapitalmarkt" gab er den Kapitalisten Ratvon 26 246 Lire, ein Jahr später sind die Schulden auf 44 561, das schläge, wie sie am besten ihr Geld anlegen. Vielleicht hat er selbst winkel in Hamm in Westfalen stehen mit derselben in UnterhandAchtung, Kürschner! Die Kollegen der Belzwarenfabrik 2. Bell. Defizit auf 27 704 Lire angewachsen und 1907 kommen wir zu der diefe Ratschläge zu genau befolgt. Angeblich soll er stark in Shares lung wegen Lohnaufbesserung. Wir ersuchen hierdurch, vor Erschon erwähnten Schuldenlaft von 80 000 Lire und 35 000 Lire der San Miguel Copper Co. engagiert sein. Ferner sollen seine ledigung dieser Angelegenheit kein Engagement nach dort anzuDefizit. Die Revisionskommission kommt auf Grund dieser Tatsachen Verbindung mit Eberbachs und die Gründung der Automobilzentrale zu dem Schluß, daß es nötig ist, ein neues Opfer für den„ Avanti" zu der Katastrophe beigetragen haben. nehmen. Verband deutscher Kürschner. Die Ortsverwaltung Berlin von der Partei zu fordern. Der Vorstand hat also beschlossen, eine Extrastener von bon 1 Lire pro Kopf von den organisierten Genossen Das Kohlensyndikat hat nunmehr, wie die Rhein.- Westf. 8tg." Deutsches Reich. zu fordern und so gegen 50 000 2ire für das laufende Jahr auf berichtet, die bisher nur den Walzwerfen gewährte Ausfuhrvergütung zubringen, von denen 10 000 für die Amortisierung der Schulden, für alle eisenindustriellen Kohlenkonsumenten bewilligt. Die Vers Erfolgreiche Abwehrkämpfe in der Textilindustrie. Kaum war die übrigen zur Deckung des Defizits dienen sollen. Es sollen auch günstigung stellt sich auf 1,50 m. pro Tonne verbrauchter Kohle und die große Seidenstoffweberbewegung Krefelds beendet, so kam es Schuldscheine a 25 Lire ausgegeben werden, um von den befizenden tritt für das laufende Quartal vom Tage des Beschlusses in Kraft. zu einem neuen Streit in der Krefelder Baumwoll. Genossen Geld für die Kassenbedürfnisse des„ Avanti" und eine Mit Rücksicht darauf, daß es vorerst nicht möglich ist, geschlossene pinnerei-.- G. Jm vorigen Sommer hatte die Direktion Garantie feiner Schulden zu erlangen. Berbände in allen Fabritaten zustande zu bringen, wird die Ver- nach einer erfolgreichen Lohnbewegung schriftlich die Einführung Hoffentlich gelingt es dem Genossen Morgari, der so allgemeine günstigung im Gegenfaz zu früher nicht mehr an solche allein, des Zehnstundentages zugesagt; vom 1. Januar 1908 ab sollten 10% Sympatie im Proletariat genießt, den Avanti" aus der heutigen fondern auch an alle übrigen im freien Wettbewerb stehenden Eiſen Stunden und vom 1. Juli 1908 ab 10 Stunden pro Tag gearbeitet Situation zu retten, die weit kritischer ist, als sie es bei dem Rüd- herstellenden bezw. verarbeitenden Betriebe gewährt, soweit dieselben werden. Des weiteren war vom 1. Januar ab eine 5prozentige tritt Bissolatis war. Syndikatskohlen verwenden. Nachdem das Kohlensyndikat nun ebenso und vom 1. Juli ab eine weitere 5prozentige Lohnerhöhung für wie der Stahlwerksverband sich zu Preisnachläffen im Ausfuhrbandel Affordarbeiter bewilligt. Der Lohn der Tagearbeiter sollte der alte entschlossen hat, wird das Roheisensyndikat nicht umhin können, bleiben. Jebt, nach Beendigung der Weberbewegung, glaubte wahr. scheinlich die Direktion, die Kraft der Arbeiter sei gebrochen. Die sich dem Vorgehen dieser Verbände anzuschließen. damals gemachten Zugeständnisse wurden wieder zurüdgezogen. Die zirka 120 im freien Verband organisierten Spinner und Anseher streitten darauf. Der Gewerberat vermittelte. Nach breitägiger Dauer ist der Kampf zugunsten der Arbeiter beendet worden. Es bleibt bei den oben bezeichneten Zugeständnissen. Die Firma will für 1907 12 Broz. Dividende verteilen gegen 10 Broz. im Vorjahre. Um so verwerflicher ist das Vorgehen der Direktion, in der Zeit der hohen Lebensmittelpreise die Löhne kürzen zu wollen. Auch in Spremberg ist der Streit der Weber durch Zurücknahme der Lohnreduktion zugunsten der Arbeiter beendet worden. Soziales. Zur Lage der Ziegeleiarbeiter. Brämien für Arbeiterschutzverächter. Die Bundesratsvorschriften über die Arbeitszeit in den 23ertstätten der Schneiderinnen und Buzmacherinnen stehen meistens nur auf dem Papier. Sich nach ihnen zu richten, fällt dem Unternehmertum nur selten ein. In Nürnberg herrschen auf diesem Gebiete trasse Zustände, weil das Unternehmertum in seiner Nichtachtung der gesetzlichen Bestimmungen durch eine äußerst läffige Kontrolle unterstützt wird. Deshalb sah sich die Organisation beranlaßt, eine systematische Kontrolle durchzuführen und alle Fälle von Gesegesverlegungen zur Anzeige zu bringen. Ein solcher Fall wurde dieser Tage vor dem Schöffengericht Nürnberg berhandelt. Es handelte sich um das Seidenhaus Lehmann, in dem wiederholt jugendliche Arbeiterinnen über die gefeßliche Zeit hinaus ( 26 Uhr) beschäftigt wurden. Während der Amtsanwalt gegen den Inhaber 400 Mart und gegen die Direktrice 200 m. beans tragte, erkannte das Gericht auf 100 M. beziehungsweise 60 M. Geldstrafe. Zahlungseinstellung. Die große Schiffsbaufirma Sir James Laing and Sons in Sunderland und Deptford hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Firma beschäftigte allein in Sunderland fünf tausend Arbeiter. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Arbeitsnachweis der Steinseher. In der Kartonnagenfabrik von C. Desterheld zu Gotha ftehen 5 Arbeiter und 48 Arbeiterinnen nunmehr acht Wochen im Streit. Die Streifenden stehen einmütig zusammen. Arbeitswillige konnte die Firma bisher nicht finden. Wir ersuchen, uns auch ferner in dem uns aufgedrungenen Kampfe zu unterstützen, indem Buchbinder, Kartonnagenarbeiter und Arbeiterinnen Arbeitsangebote nach hier ablehnen. Auch ersuchen wir, etwaige Streitarbeit ftritte abzulehnen. Die Streifleitung. Ein Streifbrecheragent als Einbrecher. In ver Die Saisonberträge der Ziegeleiarbeiter mit ihren den Arbeitern aufgezwungenen Lohnkautionen sind ein großes Hemmnis für die Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse dieser besonders geplagten Kategorie. Vor einiger Zeit ist ein Arbeitgeberverband für die Ziegeleiindustrie Deutschlands gegründet worden. In den Satzungen wird auch als Zwed bezeichnet, zu den Arbeitern ein friedliches Verhältnis anzubahnen und zu unterhalten". Wie das gemeint ist, ergibt sich aus dem Vertrage, den die Ziegeleibefizer von Rheinland und Westfalen ihren Ziegelmeistern, bekanntlich das Zwischenglied zwischen Stapitalist und Arbeiter, zumuten. Darin Der Verband der Steinseher, Pflasterer und Berufsgenossen verpflichtet sich der Ziegelmeister, Leute, die auf einer dem Verbande beschäftigt sich zurzeit mit der Gründung eines Arbeitsnachweises angehörenden Ziegelei fontraftbrüchig geworden sind, nicht zu be- auf paritätischer Grundlage. Echon im Jahre 1900 wurde der schäftigen. Der Ziegel meister soll den durch Ausbruch eines selbe vom Verband gefordert, aber erst 1905 von den Unternehmern Streits auf der Ziegelei entstehenden Schaden selbst tragen. Der zugestanden. Die Beratungen darüber nahmen trotzdem noch lange Ziegelei befizer foll aber berechtigt fein, auf Grund des Ver- Zeit in Anspruch und erst jetzt soll die Forderung erfüllt werden. trages, ohne gerichtliches Erkenntnis" sich an dem Haftgeld( der Der zuletzt vorgelegte Entwurf begegnete immer noch starker Oppo Kaution des Biegel me ist er 3) sowohl wie an den stehenſition in den Kreisen der Arbeiter selbst. Um Klarheit zu schaffen bleibenden Lohnbeträgen schablos zu halten und und das Urteil eines Unparteiischen zu hören, lud die Verbandsden Verlust davon zu decken. leitung den Genossen Robert Schmidt zu einer kombinierten Versammlung der im Tarifrayon Groß- Berlin belegenen Filialen Während des legten Holzarbeiterstreits in Lübeck, der mehr ein, um über das Thema„ Der paritätische Arbeitsnachweis" einen als 1 Jahr dauerte, bedienten sich die Arbeitgeber zur Werbung Vortrag zu halten. Er war hier, wie er später meinte, ahnungslos von Arbeitswilligen eines Tischlers Burlage, der im Land umin ein Wespennest gesezt worden, hatte aber zu seiner Genugtuung herreifte und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen Leute zu einen Erfolg zu verzeichnen, indem die aufgeregten Gemüber boll- verlocken suchte, den Ausständigen in den Rücken zu fallen. Dafür ständig besänftigt wurden. Die Versammlung fand am Sonntag wurde dieser Burlage natürlich als nübliches Element von der im Gewerkschaftshause statt. Der Redner sprach zuerst im all- bürgerlichen Presse gelobt. Die Unternehmer drüdten ihm freundgemeinen über die Aufgabe der Gewerkschaften, die Ware Arbeits- schaftlichst die Hände, während die Polizei es ungestraft geschehen kraft unter möglichst günstigen Bedingungen auf den Markt zu ließ, daß er Streitende mit einem Revolver bedrohte. bringen und zu verkaufen. Der Arbeiter als Besizer dieser Ware schiedenen Prozessen, die gegen streikende Holzarbeiter wegen anhat natürlich das größte Interesse daran, bei der Bermittelung der geblicher Beleidigung und Bedrohung von Arbeitswilligen geführt Ware das entscheidende Wort zu sprechen; er muß über die Bermitte. wurden und die mit harten Urteilen endeten, spielte er den Kronlung verfügen können. Der Arbeitsnachweis, als wichtigstes Institut zeugen. Jest hat ihn die Nemesis ereilt. Das nüßliche Element" solcher Vermittelung, gehört eigentlich in die Hände der Arbeiter. hat sich nämlich als ein gefährlicher Einbrecher entpuppt. Dies war früher die allgemeine Auffassung in den Kreisen der Ge- Bevor Burlage der Ehre gewürdigt wurde, als Judas beim werkschaften, die aber mit der Zeit durch die mächtig sich entwideln Holzarbeiterstreik zu fungieren, hatte er bereits längere Zeit wegen den Verhältnisse geändert worden ist. Der Redner zeigte in einem verschiedener schwerer Diebstahlsverbrechen hinter schwedischen Garhistorischen Rückblick, wie bei den alten Zünften verfahren wurde, dinen zugebracht. Das war jedoch kein Hinderungsgrund, daß um den Arbeitslosen Stellungen zu verschaffen. Da ließen die man vor Gericht seinen Aussagen weit mehr Glauben beimaß, als Arbeitgeber durch die Sprechmeister die Pläße verteilen; ober es denen der unbescholtenen Streifenden. Als der Kampf in der war, wie in Süddeutschland, die Aufgabe des Altgesellen, für den Holzindustrie vorbei war, erhielt Burlage von den UnterNeuankömmling zu sorgen und über den Arbeitslofen zu machen. nehmern, wie das immer in solchen Fällen ist, den verdienten Tritt. Jm 18. Jahrhundert war häufig der Herbergswirt der Bermittler; Eine Zeitlang hörte man dann nichts mehr von ihm, bis er im der private Arbeitsnachweis mit seinen großen Schäden machte sich Dezember beim Einbruchsdiebstahl erwischt wurde. breit. In Deutschland fand die Vermittelung durch die Gewert war also zu seinem alten Metier zurüdgefehrt, das er zweifellos Am Freitag stand fchaften zuerst nur in einem beschränkten Maße statt. Die Unter besser verstand, als das Tischlerhandwerk. nehmer waren nicht zu bewegen, den Arbeitsnachweis der Gemert- Burlage vor der Straffammer in Lübec. Es wurde ihm nachschaften in Anspruch zu nehmen. Wo die Arbeiter nicht selbst tamen gewiesen, daß er in einem Orte in der Nachbarschaft Lübecks bei und ihre Arbeitskraft anboten, da verließ man sich auf die freie einem Gastwirt eingebrochen, die Kassenschieblade erbrochen und Vermittelung durch Anzeigen in den Beitungen. In schlechten sich 20 M. angeeignet hatte. Ferner hatte er 50 Bigarren und eine Beiten drängen sich die Arbeiter zu Tausenden an den Ausgabe. Gänsebrust gestohlen. In einem anderen Dorfe hatte er die stellen der Zeitungen mit einem Arbeitsmarkt". In den Wärme- Fenster des Gemeindevorstehers angebohrt und, nachdem er einhallen, den Ashlen, Wohltätigkeitsvereinen, überall findet ein„ Ar gestiegen war, Kleidungsstüde im Werte von 180 m. entwendet. beitsnachweis" statt, bei dem Arbeiter freilich keinerlei Be- Es lag also schwerer Diebstahl im wiederholten Rückfalle vor, dingungen zu stellen hat. Solche Bilder können wir gegenwärtig worauf als Mindeststrafe zwei Jahre Zuchthaus steht. Das Gericht wieder zahlreich beobachten. In manchen Orten bestehen gut funt- nahm jedoch an, daß das" nüßliche Element" aus Not gehandelt flicht, hier ihre Unterstüßung au leihen, müßte aber auch eine auf zwei Jahre Gefängnis. In Anbetracht der schweren Ber tionierende städtische Arbeitsnachweise. Die Gemeinde hat die habe, billigte ihm deshalb mildernde Umstände zu und erkannte Vertretung der organisierten Arbeiter in der Verwaltung geftatten. brechen immerhin eine verhältnismäßig gelinde Strafe. Daß die Die mächtigen Unternehmerverbände haben den Arbeitsnachweis Berdienste" Burlages beim Streit der Holzarbeiter mitbestimmend organisiert, gewöhnlich zum Schaden der Arbeiter. Die Gewerk- für das Strafmaß gewesen sind, glauben wir natürlich nicht. schaften beanspruchen ein Recht der Mitbestimmung durch den part- Immerhin verdient es der Oeffentlichkeit bekannt zu werden, aus tätischen Arbeitsnachweis. Die Gewerkschaften müssen darauf be- welchem Holze Leute geschnitt sind, die sich zu Verräterdiensten stehen, im Arbeitsnachweis anerkannt zu werden, darauf tönnen fie an der Arbeiterschaft hergeben und die als" nüßliche Elemente" nicht verzichten. Der Redner besprach den neuen Entwurf der besonderen behördlichen Schutz genießen. Bemerkenswert ist, daß Man kennt ja alle die Redensarten über Unternehmerrifiko, Steinfeger und zeigte, daß dieser mannigfache Vorzüge gegenüber am Sonnabend, also am Tage nach der Verurteilung des B., die Produktivität des Kapitals usw., welche als Verteidigung der aus vielen Verträgen befißt, die andere Gewerkschaften schon zufrieden. Straffammer in Lübed einen ehemaligen streitenden Holzarbeiter schweifendsten Profite ins Feld geführt werden. Mit dem besten stellen. Er empfahl die Annahme des Entwurfs. zu zwei Monaten Gefängnis verurteilte, weil er dem Einbrecher In der Diskussion wurde dem Redner viel Anerkennung gezollt Burlage im Sommer einige Püffe versezt haben soll. Die Willen fann man solche Gründe" nicht bei Berteuerung des Bodens anführen. Bei einem Grundstück, das seit Generationen feinen Grund schließlich eine Resolution angenommen, nach welcher der Person und Ehre des einbrechenden Streitbrecheragenten scheint Entwurf gutgeheißen und die Einführung des Arbeits- also noch ziemlich hoch im Kurse zu stehen. nachweises zum 1. März verlangt wird. Am gewiffenlofesten werden die Arbeiterschutzbestimmungen für das Baugewerbe umgangen. Mit dem Leben in der Befund. heit der Arbeiter wird oft in gerezu freventlicher seife gespielt. Solch ein Gesetzesverächter hatte sich am Sonnabend vor dem Nürnberger Schöffengericht in der Person des Baumeisters Konrad Meier wegen Berfehlung gegen die Bauarbeiterschutzbestimmungen und fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er hatte ein Baugerist in solch leichtfertiger Weise aufführen lassen, daß es wie ein Kartenhaus zusammenfiel, wobei der Arbeiter Kigmann den Tod fand. Der Baumeister tam mit 14 Tagen Gefängnis davon. Mit 14 Tagen Gefängnis und höheren Strafen wurden zahlreiche Arbeiter belegt, die während des großen Bauarbeiter ausstandes Arbeitswillige beleidigt haben sollten. Einen Streit brecher bei seinem richtigen Namen zu nennen, ist somit ein viel schwereres Verbrechen, als wenn ein Unternehmer durch Leichtsinn oder Profitiucht den Tod eines Arbeiters verschuldet. Derartig milde Strafen wegen Verfehlungen gegen Arbeiterschutzvorschriften müssen, wie ja auch die Gewerbeordnungsnovelle endlich anerkennt, geradezu zur Verlegung der Gefeße anreizen. Aus Induftrie und Handel. Bodenwucher. werbspreis verziust, indem es der landwirtschaftlichen Kultur dient, fann von Rifito teine Rede sein, und wenn durch Bevölkerungszuwachs, Anlage industrieller Werke usw. ehemaliges Aderland für Sur Tarifbewegung der Stodarbeiter. Er nimmt dort die Bodenspekulation großen Umfang an. Besonders im nicht und ziehen mit Willen die Verhandlungen in die langen Letzte Nachrichten und Depeschen. 3000 Arbeiter brotlos! Bei einer Zählung der Arbeitslofen hat man in Rarls. Wohnungs- und Fabrikbauten in Anspruch genommen wird, In der letzten Versammlung der Stodarbeiter Berlins bet ruhe i. B. festgestellt, daß etwa 1975 Beschäftigungslose in der dann hat das früher für das Grundstüd angelegte Feuerstein wurde über die Vertragsverhandlungen folgender Stadt und im Bezirk vorhanden sind. Fast alle Berufe find von Kapital zu dem neuen Nutzungszweck nicht im geringsten Situationsbericht gegeben. Nachdem die Vertrauensleute ihre Bu- der Arbeitslosigkeit betroffen. Der Stadtrat will von der Einbeigetragen. Aber die Herren Grundbesitzer nehmen den durch stimmung zur Aushändigung des gesamten Materials an die Unter- richtung besonderer Notstandsarbeiten absehen, dafür aber im außerhalb ihres Einflusses und ihrer Tätigkeit entstandenen höheren nehmer gegeben hatten, wurde dieses den Arbeitgebern in einer Sommer fällige städtische Arbeiten schon jet bergeben. Ferner Nuzwert des Bodens als ihr geheiligtes, wohlerworbenes Eigen- Sigung übermittelt. In dieser machten die Fabrikanten den Arbeit will er für die Unterbringung unverschuldeter" Arbeitsloser in So nehmern die Zusage, in 4-5 Tagen die weiteren Verhandlungen privaten oder öffentlichen Betrieben Sorge tragen. Handwerker, tum in Anspruch. Und verdienen" dabei viele Millionen. bereichern sich jest viele Grundeigentümer im rheinisch- weitfälischen zur endgültigen Einigung folgen zu laffen. Seitdem find 14 Tage welche städtische Arbeiten ausführen, dürfen nur einheimische berflossen; Verhandlungen wurden angefeßt, in legter Stunde aber Arbeiter beschäftigen. Industriegebiet. Mit dem Vordringen des Bergbaues nach Norden wieder verschoben. Die Unternehmer halten ihre Versprechungen Länge. Kreife Lüdinghaufen und Hamm besteht eine rege Nachfrage nach letzter Zeit hätten sich die Arbeitgeber dreier Betriebe sogar zu größeren Grundstücken. Anreiz dazu hat gegeben die Aufschließung Vertragsbrüchen hergegeben, indem sie trotz der verlängerten Ver. neuer Kohlenlager in diesen Bezirken. Die Ausdehnung der Industrie tragsdauer tarifmäßige Löhne fürzten. Troß der offiziellen Zusage Wien, 10. Februar.( B. H.) Die Lokomotivfabrik in hat für die betreffenden Gemeinden mancherlei schwere finanzielle ihres Vorsitzenden, bestehende Lohn- und Arbeitsverhältnisse nicht Anforderungen im Gefolge. Starter Zuzug macht den Bau von Schulen, au berschlechtern, wird hier versucht, die Arbeiter in provozierender der Wiener Neustadt entließ wegen andauernden Streifs Weife herauszufordern. Schon dies zeigt, wo die Unternehmer Straßen, öffentlichen Gebäuden, Kanalisation usw. notwendig. Dadurch hinauswollen. Die betreffenden Kollegen haben den Betrieb ver. fämtliche 2800 Arbeiter und stellte den Betrieb ein. steigen die steuerlichen Anforderungen. In manchen Gemeinden wird laffen, da sie sich nicht zu Preisbrüdern hergeben wollten. bis 800 Broz. Kommunalsteuerzuschlag erhoben und trotzdem ist es Die Diskussion in der Versammlung war eine äußerst rege. nicht möglich, die dringendsten hygienischen Einrichtungen zu schaffen. Alle Redner berurteilten das Verhalten der Unternehmer und In dem bekannten Gelsenkirchener Wasserwerksprozeß wies Profeffor forderten von der Verhandlungskommission energisches Vorgehen; Bettenkofer- München auf Grund eingehender Untersuchung nach, daß denn die Unternehmer ziehen die Verhandlungen deshalb in die der Boden in vielen Gemeinden infolge unzulänglicher Kanalisation Länge, um den Ausgang der Differenzen in der deutschen Holzgeradezu verfeucht ist und die Gefahr des Ausbruches gefährlicher industrie abzuwarten. Die Fabrikanten wollen feinen Frieden, fie wollen keine Verhandlungen! Man will durch das oben gezeichnete Epidemien hier immer vorhanden sei. Unter folchen Umständen provokatorische Vorgehen die Arbeiterschaft zwingen, zum Aeußersten läge es für die Gemeinden doch nahe, Vorsorge zu zu greifen, um sie dann zu den Echuldigen zu stempeln. Eine be Recklinghaufen, 10. Februar.( B. H.) Am Sonnabend bohrte treffen, folchen Zuständen vorzubeugen. Das ist natürlich wiesene Tatsache ist es, daß ein größerer Stodfabrikant zu einem auf Beche König Ludwig" ein Vorarbeiter eine alte im Gestein fönnte gelöst Geschäftsführer erklärte: ausgesperrt werde doch; und er seht es erster Linie eine Finanzfrage. Diese werden, indem man sich auf den Standpunkt stellt, einen indirekt durch, indem er fortwährend Leute entlägt, um die Arbeit ſtedende Sprengpatrone an. Die Patrone explodierte; ein Berg mann wurde getötet, zwei schwer und einer leicht verlegt. Teil des unverdienten Wertzuwachses für die Jutereffen der All- mehr und mehr an Heimarbeiter zu vergeben. Eine Verlängerung, mann wurde getötet, zwei schwer und einer leicht berlebt. des Vertrages sei zwar erwünscht, ob es aber nach dem letzten Sechzehn Tobesurteile! gemeinheit in Anspruch zu nehmen. Und das tann geschehen durch Verhalten der Unternehmer zu einem Vertragsabschluß kommt, ist Warschau, 10. Februar.( W. Z. B.) Das Kriegsgericht ver Einführung der Wertzuwachssteuer. Jetzt ist es geit dazu! eine Frage der Zeit. Beschlüsse werden nicht gefaßt um der Ver. handlungskommission freien Spielraum zu laffen. urteilte heute 16 Anarchisten" zum Tode. in Schreineraussperrung. Zürich, 10. Februar.( B. S.) Um die Wiedereinführung der 9½stündigen statt der 9ftündigen Arbeitszeit zu erzwingen, sperren seit heute morgen die Schreinermeister ihre Arbeiter aus. Gegen 200 Arbeiter sind davon betroffen. Einige größere Firmen beteiligen sich nicht an der Aussperrung. Unter Tage. Verantw. Rebatt.: Georg Davidfohn, Berlin. Inseratenteil verantw.:Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierau 2 Beilagen u. Unterhaltungsbl, Jr. 35. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 11. februar 1908. Abgeordnetenbaus. 28. Sigung vom Montag, den 10. Februar 1908, 11 Uhr. Am Ministertische: Frhr. v. Rheinbaben. genossenschaftstasje. Es Damit schließt die Debatte, der Etat der Preußischen ZentralHierauf bertagt sich das genossenschaftskaffe wird bewilligt. aus. Nächste Sitzung: Mittwoch 11 Uhr( Kultusetat.) Schluß 43 Uhr. Der Zentralwahlverein für TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg bebauerlich ist es, daß infolge des Sintens der Kurse der Staats-| stellen, wie die wirtschaftlichen, so ist es notwendig, daß fie einen papiere Abschreibungen von den Beständen der Zentralgenossenschafts- christlichen Charakter haben. fasse vorgenommen werden mußten, die das an sich günstige Er- Abg. Dr. Diederich Hahn( B. d. 2.): hat sich ein starter gebnis des Geschäftsjahres ungünstig beeinflussen. zu meiner Frende Bei den Bes bei der heutigen Debatte สิน dem allein Herr strebungen zur Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes bandelt es nationalwirtschaftlicher Block gebildet, fich darum, eine weitere Belastung durch Realkredit zurückzuführen Grüger nicht gehört, wohl aber zu meiner Freude das Zentrum. auf Gebiet des Personalkredits. Die Erhöhung des Grund- Diefer Block hat die Wirtschaftspolitik der Preußentasse einmütig Auf der Tagesordnung ſteht zunächst der Etat der Zentral- tapitals der Bentralgenossenschaftskaffe iſt notwendig mit Rücksicht gebilligt. Von einer Mißstimmung in unseren Kreiſen gegenüber der Preußenfasse ist mir nichts befannt und ich glaube nicht, daß unsere Abg. Meyenschein( t.): Bei Beurteilung der Geschäftsergebnisse auf die Vergrößerung des Umfanges ihrer Geschäfte." der preußischen Zentralgenossenschaftskasse darf man weniger nach dem Abg. Dr. Arendt( ft.): Der rückgängigen Kursbewegung unserer Freunde Herrn Dr. Crüger beffer orientieren als uns( Dr. Crüger: Dann sind das nicht unsere wahren Freunde, erzielten Gewinn fragen als danach, ob sie ihre Aufgabe erfüllt hat Staatspapiere tönnte man durch Ausgabe von amortisablen Staats- Vielleicht doch!) ( Sehr gut! rechts.) im Interesse der Genossenschaften. Da muß man sagen, daß sie papieren entgegenwirken, die den Juhabern die Rückzahlung des und wir können froh sein, sie loszuwerden. geradezu Großartiges geleistet hat, fie hat zur Zeit der Geldteuerung Stapitals ohne Verlust gewährleisten. Früher hat der Abg. Nichter Die Darstellung des Herrn Crüger über die Milchzentrale mußte Eindruck erwecken, als об die märkischen Bauern den Buffer zwischen dem Geldmarkt und den Genossenschaften ge- das Wort geprägt, die Zentralgenossenschaftstasie würde eine Zentral- den bildet, die meist aus fleinen Leuten bestehen. Die Einstellung der pumpitation werden, man sprach auf der Linken von Liebesgaben an acht Millionen verloren hätten. Davon ist keine Rede. Es handelt Staatspapiere in die Bilanz zum Nennwerte statt, wie es gefeßlich die Landwirtschaft. Diese Liebesgaben müssen aber wohl recht klein sich um buchmäßige Schulden, nicht um Schulden, die per Saldo Einen Konkurs der Milchzentrale borgeschrieben ist, zum Kurswerte, die in der Kommission angeregt sein, sonst würden sich die Schulze- Delitzschichen Genossenschaften nicht ausbezahlt werden müßten. tourde, erscheint mir nicht zweckmäßig. Die Verschmetzung so spröde gegen sie verhalten. Ich sehe die ganze Frage als wünschen nur ihre Feinde mit Herrn Crüger an der Spize. der Zentralgenossenschaftstasie mit mit der Seehandlung würde eine Interessenfrage an. Die Zentralgenossenschaftstasse hat Meine Freunde haben volles Vertrauen zu der jezigen Leitung der nicht im Interesse des Genossenschaftsweiens liegen. Eine Gleich das Kreditwefen in gesunder Weise entwickelt, und sie hat Preußenfasse und wünschen eine Erweiterung des Umfangs ihrer stellung der Beamten beider Institute wäre wünschenswert. Die der sehr gut im Interesse unserer wirtschaftlichen Entwickelung gewirkt. Tätigkeit.( Bravo! rechts.) Preußentasie angeschlossenen Genossenschaften hätten ohne diese Ver-( Sehr richtig! rechts.) bindung den Zinsfuß nicht so niedrich halten können, wie es im Präsident der Zentralgenossenschaftskaffe Heiligenstedt: Dem lezten Jahre geschehen ist. Vielleicht sagt uns Herr Dr. Crüger. Abg. Crüger erwidere ich, daß wir keine Uriache haben, unsere Gewie hoch der Zinsfuß für Darlehen bei seinen Genossenschaften geschäfte irgendwie zu verfchleiern.( Sehr gut! rechts.) Der Zins wesen ist. gewinn der Kasse bewegt sich in gesunder Fortentwidelung. Die Abg. Dr. Trüger- Hagen( frf. Vp.) bedauert, daß kein schrift Depositengelder haben sich ebenfalls erheblich vermehrt. Eine Erlicher Bericht über die wichtigen Debatten über die Zentral- höhung des Grundkapitals ist notwendig, um mit eigenen Mitteln genossenschaftstasse in der Kommission vorgelegt worden ist. die notwendige Sicherheit zu gewähren. Wir gehen da nicht anders Dem Herrn Vorredner möchte ich erwidern, daß die vor als die Banken, die Deutsche Bank geht in dieser Beziehung Genossenschaften mit dem Christentum nichts zu tun haben allen anderen voran. Wir vertreten im übrigen dieselben Grund( Lebhafter Widerspruch im Zentrum), fie find rein wirtschaftliche fäße, die der Reichsbankpiäfident Havenstein im Reichstage vertreten hielt am Sonntag seine Generalversammlung im Volkshause zu Unternehmungen, geleitet nach kaufmännischen Grundfäßen, errichtet hat. Dadurch, daß bei uns sich eine Anzahl Geschäfte zentralisiert Charlottenburg ab. Der erste Punkt der Tagesordnung lautete: auf dem Boden des Genossenschaftsgefezes von 1889.( Sehr gut! hat, find die Ansprüche an den Geldmarkt geringer gewefen, als sie es Die bevorstehende Landtagswahl. links.) Taran, ob die Zentralgenossenschaftskasse ihr Geld genügend gewesen wären, wenn die Geschäfte durch andere Kanäle gegangen wären. Der Referent Paul Hirsch führte im wesentlichen folgendes verzinst, haben auch die Genossenschaften, die mit 2 Millionen Das Genossenschaftsweien hat sich durchaus gefund entwickelt. Unter aus: Der Kreis hat diesmal unter anderen Verhältnissen zu Mart an der Preußentaffe beteiligt sind, ein Interesse. Die Frage, den in den letzten zehn Jahren aufgelösten Genoffenfchaften befindet wählen als im Jahre 1903. Damals bildete der Reichstagswahl= ob der Vorteil, den die Genossenschaften durch den Vorzugsfredit fich eine ganze Anzahl von solchen, die vor der Bildung der Zentral- freis nur einen Landtagswahlkreis. Durch die Reform von 1906 haben, nicht aufgehoben wird durch den Zinsenausfall bei der genossenschaftskasse begründet worden find. Ich habe niemals gefagt, ist er in drei Landtagswahlkreise geteilt: 1. Charlottenburg, Breußenkasse und bei der Interessengemeinschaft, ist noch nicht be- daß wißstände im Genossenschaftswesen vorhanden seien. Die Reife 2. Rigdorf- Schöneberg, 3. Wilmersdorf mit den Kreisen Teltow antwortet worden. Ueber die Abwickelung der Liquidation bei der nach Frankreich habe ich gemacht, um die Verhältnisse der Winzer, und Beestow- Storkow. Die ersten beiden Kreise haben je einen, Dortmunder Ein- und Verkaufsgenossenschaft wäre eine nähere unter denen Unruhen ausgebrochen waren, und den französischen der dritte zwei Abgeordnete zu wählen. Der ganze Reichstags= Mitteilung erwünscht. Wenn die Zentralgenossenschaftstasse bei der warrantverkehr zu studieren. Auf die Breffe einzuwirken, habe ich wahlkreis wählte 1903 zwei Landtagsabgeordnete, jetzt hat er deren Berliner Milchzentrale ohne Verluste davonkommtt, so beglückwünsche gar keine Absicht. Es sind Herren von der Presse nach den Ver- vier zu wählen. Im Jahre 1903 hatte der ganze Kreis 689 444 ich sie dazu. Die außenstehenden Forderungen der Preußenlaffe find handlungen am 23. Januar hier im Hause bei uns gewesen und Einwohner, jetzt find 959 289. An dem Zuwachs sind namentlich außerordentlich gestiegen, das ist gewiß eine Folge der wirtschaft- haben sich Mitteilungen geholt, es ist mir aber ganz gleichgültig, ob die Städte beteiligt. Das berechtigt zu der Erwartung, daß wir lichen Krisis. Aber diese Krisis ist doch nur ein Kinderspiel gegen fie gut oder schlecht über uns schreiben. Wir boylottieren auch niemand. Die den einen oder anderen Abgeordneten durchbringen können. Ferner eine soche, die etwa infolge eines Krieges entstehen würde; deshalb Ausschließlichkeitserklärung der Genossenschaften beruht auf deren freien ist zu berücksichtigen: Im Jahre 1903 haben 39 58 Proz. der Ursollte bei der Kreditgewährung mit größter Vorsicht verfahren werden. Entschluß. Wenn Herren von den Schulze- Delizichschen Genossenschaften wähler gestimmt. Von denen, die sich an der Wahl beteiligten, Wenn das Darlehen von 100 Millionen Mark seitens der Finanz- zu mir fommen, so lege ich ihnen natürlich meine persönlichen An- stimmten 33380 50 Proz. sozialdemokratisch. Sie brachten aber verwaltung an die Preußentasse nur vorübergehenden Bedürfnissen sichten dar. Den Vorwurf der Boykottierung fönnte ich vielleicht nur 650 Wahimänner durch, während die Konservativen mit gedient hat, so entfällt damit jeder Grund für die Notwendigkeit Herrn Dr. Crüger machen. Wir haben uns an die Dresdner Bant 23,2 Proz. der Stimmen etwa 1000 Wahlmänner erhielten. Das der Erhöhung des Grundkapitals der Kaffe. denn der Finanz- und an die Schulze- Delizichichen Genossenschaften gewandt, um eine indirekte Wahlsystem hat den Konservativen, obgleich sie die minister hat ja gerade diese mit dem Darlehen begründen gemeinschaftliche Regelung des Jukassoverkehrs herbeizuführen, Herr wenigsten Urwählerstimmen hatten, die meisten Wahlmänner verwollen. Nach den Erklärungen des Ministers in der Budget Dr. Crüger hat aber seine Genossenschaften scharf abgemahut, fich schafft. 1903 waren 2606 Wahlmänner zu wählen, jetzt dagegen, tommission ist anzunehmen, daß die Freiheit der Sparkassen in der daran zu beteiligen. Die Zentralgenossenschaftstasse wird ihre Auf- falls der Kreis nicht geteilt worden wäre, würden 3857 WahlVerfügung über die Anlegung ihrer Bestände nicht angetastet werden gaben nach wie vor erfüllen, und wenn sie das nicht mehr sollte männer zu wählen sein. Daß die Teilung gerecht erfolgt ist, soll. Die Wegeisterung für die Beteiligung der Genossenschaften an tun tönnen, fo wird sie vom Schauplage ihrer Tätigkeit zurüdtreten. davon kann keine Rede sein, denn sonst müßte Charlottenburg der Entschuldung des ländlichen Grundbefizes scheint ja sich wesentlich( Beifall rechts.) wenigstens 2, Rigdorf und Schöneberg je einen Abgeordneten zu abgekühlt zu haben. Vielleicht gibt der Präsident der Preußenfasse Auskunft über das Gerücht, daß er beabsichtige, in Frankreich wiederholt früher von Rednern meiner Partei ausgesprochen ist, an Abg. Busch( 8.): Ich möchte erneut die Anregung geben, die wählen haben. Wie sind unsere Aussichten für die nächste Wahl? Es scheint mir ausgeschlossen, daß in Charlottenburg Studien über das ländliche Genossenschaftswesen zu machen, da sich bei den Landwirtschaftlichen Hochschulen eine Professur für Genoffen- eine einzige Partei ausschlaggebend sein wird. Wie sich die uns Mißstände ergeben bätten. Das franzöfifche Genossenschaftswesen schaftsweien zu errichten. Wir treten nicht für fonfeffionelle Ge- bürgerlichen Parteien gruppieren werden, wissen wir noch nicht. kann für uns fein Vorbild sein. Die Preußenfasse gibt sich große Mühe, noffenschaften ein, aber ich danke doch dem Minister, daß er die Not- Darauf aber kommt es an, wenn man den Ausfall der Wahl bes die Schulze- Delizichschen Genossenschaften in ihren Geschäftsbereich wendigkeit des christlichen Charafters der Genossenschaften so scharf urteilen will. Charlottenburg mit 239 559 Einwohnern hat zu ziehen, anscheinend hat man auch eine Berliner Tageszeitung zu betont bat und ich bedaure, daß der Redner der Freifonfervativen, 958 Wahlmänner. Daß die Freisinnigen mit den Nationalliberalen Sülfe genommen, um Breiche in dieses Genossenschaftswesen zu Herr Dr. Arendt, sich nicht ausdrücklich dem angeschlossen hat. zusammen gehen, sollte eigentlich ausgeschlossen sein, da sich die legen. Welchen Zweck hat diefes Liebeswerben? Wir fühlen uns Nationalliberalen gegen, die Freifinnigen aber für ein freiheitin unferen Genossenschaften sehr wohl ohne Verbindung mit der liches Wahlrecht erklärt haben. Trotzdem ist jedoch ein ZusammenAbg. Glazel( natl.) tritt für eine Beteiligung der Genoffenschaften gehen dieser beiden Parteien nicht ausgeschlossen. In diesem Falle Preußenkasse. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Dem Vorredner möchte an der Entschuldung des ländlichen Grundbesitzes ein. würden die Nationalliberalen das Mandat erhalten: Gehen aber ich das Dichterwort entgegenhalten:„ Du sprichst vergebens Abg. v. Brockhausen( f.) betont die günstige Wirkung der Tätig die Nationalliberalen mit den Konservativen zusammen, dann viel, zu versagen, der andre hört von allem nur feit der Zentralgenossenschaftstasse auf die Entwickelung des Ge- kommt es zur Stichpahl, bei der wir den Ausschlag geben können. das Nein!" Wir laufen den Schulze- Delitzschschen Genossenschaften noffenschaftswesens. Die Genossenschaften stellen sich in den Dienst Welche Stellung wir dabei einnehmen, das läßt sich jetzt noch nicht nicht nach, sondern es kommen Bertreter solcher zu uns. Sehr der Allgemeinheit, und da sie die ethischen Gesichtspunkte ebenso hoch bestimmen. In Rigdorf- Schöneberg sind unsere Aussichten am Kleines feuilleton. ( Heiterkeit.) Musik. Gerührt von der Philanthropie, Der wunderbar enormen, Sprach ich zum Wirt: Wie denken Sie Wohl über Wahlreformen!?" Da hat er bitterbös geschaut Wie Essigwein und Zippel, Und hat mich aus dem Bett gehaut Mit seinem Gummifnüppel!! Notizen. („ Jugend.") sie sich selbst später schämten, ihre einstigen Beziehungen zu der Kommune zuzugeben. Dalou war nicht nur in diesem Ausstellungsfomitee, sondern er nahm auch ein Amt von der Kommune an: mit den Malern Héreau und Dudinot wurde er zum Konservator des Louvre ernannt. Ohne jeden Zweifel verdankt man Die Künstler und die Kommune. In einem in der Frankfurter den Bemühungen diefer drei Leute die Erhaltung der Kunstschäße Zeitung" veröffentlichten Feuilleton über den französischen Bild- des Louvre, als die Tuillerien in Flammen aufgingen und als auch hauer Dalou tommt Karl Eugen Schmidt auch auf die Be- von der Brandlegung im anstoßenden Louvre die Rede war. Zum teiligung der franzöfifchen Nünstler an der Kommune zu sprechen. Danke dafür wurden sie wie alle anderen Beamten der Kommune Seine vorurteilslose Behandlung dieses Themas sticht von der von den Gerichten verfolgt. Dalou wurde zu lebenslänglicher Deunwissenden, ja verlogenen Art der landesüblichen Geschichts- portation verurteilt und hätte mit den übrigen„ Mordbrennern" der darstellung" so vorteilhaft ab, daß wir sie hier wiedergeben: Kommune nach Neu- Kaledonien ziehen müssen, wenn er nicht vorher - Theaterchronit. Jm Deutschen Theater wird Nachdem die Wiederhersteller der Ordnung in Paris gehaust schon nach England entkommen wäre. als nächste Novität die fünfattige Tragödige" Sonnenfinsternis" von hatten wie die Bestien, jeder menschlichen Regung bar, gelang Arno Holz vorbereitet, in den Sammerspielen die Aristophanes' es ihnen nachträglich, die Tatsachen genau umzudrehen, also daß ganz Europa überzeugt war, alle Stommunarden feien Noch immer verfolgen wir gern die Bemühungen des jüngsten Komödie ysistrata" in einer neuen Uebertragung von Leo Greiner. Vorträge. Im Verein für deutsches KunstMordbrenner, Diebe, Gefindel, Zuhälter und im allgemeinen Aus- musikalischen Theaters in Berlin, des Neuen Operetten gewerbe spricht am Mittwoch im Künstlerhause, Bellevue- Straße 3, wurf der großstädtischen Menschheit gewesen. In Wirklichkeit standen Theaters unter Direktor V. Palfi. Während noch immer auf Professor Dr. Graul, Direktor des Kunstgewerbemuseums zu die edelsten und besten auf der Seite der Kommune, und die Dirnen die Vollendung eines eigenen Gebäudes gewartet wird, finden einst- Leipzig, über alte und neue Porzellanplaſtit. Den Vortrag werden und Zuhälter des Kaiserreichs weilten in Versailles, wo sie die von weilen Gastspiele im Berliner Theater statt. Mit einem Offenbach Lichtbilder begleiten und eine Ausstellung der Porzellanmanufatturen Paris hertransportierten Gefangenen mit Schimpfworten, Stein- war angefangen worden, mit einem Richard Heuberger wurde von Berlin, Kopenhagen, Meißen und Nymphenburg sowie von Bing würfen, Kot und Schlägen empfingen. Um das entsegliche Blutbad, am Sonnabend fortgesetzt. Die Operette" Der Opernball" ist u. Gröhndahl in Kopenhagen. Die Ausstellung ist von 8 Uhr abends um die Ermordung von vielen Tausend gänzlich unschuldigen zuerst in Wien 1898 und sodann in Berlin aufgeführt worden, zu- an zugänglich. Frl. Dr. G. Bäumer wird am Freitag, abends Menschen, um das sinnlose Wüten der Veriailler vor den Augen der letzt im September 1905. Unserem damaligen Berichte haben wir Welt zu entschuldigen, mußte man die Leute der Kommune als für das Stüd selbst nichts Wesentliches hinzuzufügen; es bedeutet 8 Uhr, bei freiem Eintritt im Berliner Rathaus, Saal 109, über greulichen Auswurf schildern, der nichts anderes als Vertilgung ver- feinen dramatischen Fortschritt, zeichnet sich aber durch eine be- das Thema" Spencer als Sozialethiker" sprechen. biente, und diese Aufgabe haben die Geschichtsschreiber der„ Ordnung" trächtliche Unabhängigkei. von typischen Unvernünftigkeiten aus. Die Osterwoche in Berlin stattfindet, wird in vier Abteilungen: -Der 4. Musikpädagogische Songreß, der in der so gut gelöst, daß ihre Lügen heute noch von der Mehrheit geglaubt damalige Aufführung im Theater des Westens hatte Mary Sagen Allgemeine musikpädagogische und musitwissenschaftliche Fragen", werden. Und doch sollte allein die Nennung der Namen der Gelegenheit zu einer ihrer besten Rollen gegeben. Sie ist die einzige, unitgefang"," Schulgesang"," Demonstrationen" behandeln. Kommunarden genügen. Elysée Reclus, der vor einem Jahre die wir von der jetzigen Besetzung bereits kennen. Neben ihrer er gestorbene große Geograph, Philosoph und Menschenfreund, wurde freulichen Gesangs- und Spielkunst bewährten sich die übrigen Dar- Schwerpunkt foll diesmal in die Kommissionsfißungen verlegt werden. Der den Kongreß veranstaltende musikpädagogische Ver als Kommunard zur lebenslänglichen Deportation verurteilt und steller nicht leicht, die Sängerinnen noch etwas weniger als die erst auf das Bitten der gesamten gelehrten Welt zur Verbannung Sänger. Die Regie von Julius Sachs sorgte namentlich für gute band will die junge Generation nachdrücklich auf den Lehrberuf aus Frankreich begnadigt. Der Maler Courbet konnte nicht Szenerien und sollte manchmal noch einen sprühenderen Ton hineinLiterarische Neuerscheinungen. Heinr. 2aubes mehr in Frankreich ausstellen, weil man seine Bilder konfiszierte, bringen, jedenfalls aber von den Darstellern einen Dialog verSoweit gesammelte Werke werden von H. Houber in 50 Bänden in Mag denn er war zu den Kosten der Wiederaufrichtung der Vendome langen, welcher der Sprechtechnik nicht Unehre macht. säule und zur Deportation verurteilt worden, hatte sich aber fann man ja zufrieden sein. Daß aber das neue Theater auch effes Verlag herausgegeben( broch. 50 M., in 20 Leinenbänden 60 M.). in die Schweiz gerettet: Jules Vallès, der Verfasser der drei für die Weiterentwickelung der Operette selbst eintrete, wünschen Der erste bereits erschienene Band enthält den ersten Teil des Romans Das junge Europa". Menzels Briefe sollen unter Redaktion besten Bücher der modernen französischen Literatur, Paul Ver- wir ihm und uns recht sehr.. von Oskar Bie in S. Fischers Verlag herausgegeben werden. Briefe laine, Clemenceau, Belletan, furz, die besten Franzosen, und schriftliche Mitteilungen von Menzel werden zur Abschrift an den die damals in Paris weilten, kämpften attiv in den Reihen der Verleger oder Herausgeber erbeten. Kommunarden oder brachten der Kommune ihre Sympathien entgegen. Ganz besonders war dies bei den Künstlern der Fall, die nicht zu den Hoflieferanten des Kaiserreiches gehörten. Während der Kommune wurde eine Ausstellung geplant, und dem mit der Veranstaltung dieser Ausstellung betrauten Ausschuß gehörten u. a. an: Bonvin, Corot, Courbet, Daumier, Fehen- Berrin, Jules Héreau, Lançon, Manet, Millet, Talon, Moreau- Vauthier, Moulin, Ottin, Bracquemond, Flameng, André Gill. Man sehe sich diese Namen an, die Namen von Leuten, die der Kommune sympathisch waren und im Auftrage der Kommune ein Stomitee bildeten. Die allerbesten Namen der damaligen franzöfifchen Künstlerschaft sind darunter. Und diese Leute konnte man 30 Jahre lang als Mordbrenner und Ver brecher an den Pranger der Geschichte stellen, dergestalt, daß Humor und Satire. -Im Berliner, Asyl zum Gummitnüppel". Vei einem Wirte mundermild Erlebt' ich eine Schose! ( Ein Gummifnüppel ziert das Schild " Afnl für Obdachlose".) Ich trat hinein. Wie lieb und nett Lud mich fein freundlich Winken! Er spendete ein warmes Bett Und gab mir Tee zu trinken. Nachdem ein Süppchen noch gefaleat, Zat ich zum Schlaf mich legen, Da hat er mich auch zugedeckt Mit einem hübschen Segen! SZ. " " " hinweisen. Der Richard Wagners Briefe an Minna, seine erste Gattin, erscheinen im Verlage von Schuster u. Löffler in Berlin. 269 unbekannte Dokumente erzählen von der dreißigjährigen gemein famen Lebensreise, den Jahren des Elends, der Verzweiflung, der Kämpfe und der späteren Wendung. Die Fresten des Campo Santo in Gefahr. Wie aus Nom berichtet wird, wendet man jetzt die Aufmerksamkeit auf den janunervollen Zustand, in dem sich einige der berühmiten Fresken des Campo Santo in Pisa befinden. Seit 25 Jahren sind wenigstens 60 Meter der Fresten von Benozzo Gozzoli fast unsicht bar geworden. Kälte, Feuchtigkeit, Sonne und Frost haben überall an den Kunstwerken ihre zerstörende Wirkung ausgeübt. Man verlangt, daß die langen Hallen, deren Hauptschmuck die Fresken bilden, durch Glas verschlossen werden sollen. günstigste. Dort wurden im Jaüre 1M3 290 sozialdemokratische. L2ü liberale und 154 konservative Wahlmünner gewählt. Jetzt sind 1178 Wahlmanncr zu wählen. Bei dieser Wahl wird unsere Mehrheit in Zlirdorf-Schöneberg relativ noch größer sein als bei der vorigen Wahl. Die absolute Mehrheit werden wir wohl nicht bekommen, aber ausgeschlossen erscheint eS nicht. Wahrscheinlich kommen wir mit unseren Wahlmännern an die erste Stelle und in eine anssichtSvolle Stichwahl. Wir können in diesem Krene auf den Sieg hossen, wenn wir energisch agitieren.— Im Kreise WilmerSdorf-Teltow-BeeSkow-Storkow sind viele Orte, wo wir großen Anhang haben. Wir werden also auch in diesem Kreise eine erkleckliche �ahl von Wahlmanncrn durchdringen. Voraus- sichtlich wird cd zur Stichwahl zwischen Konservativen und Frei- sinnigen kommen. In diesem Falle haben wir die vom Partei- vorstand ausgegebene Taktik zu befolgen: Wenn eS sich in der Stichwahl um einen Anhänger des allgemeinen, gleichen, direkten Wahlrechts und aus der anderen Seite um einen Reaktionär handelt, dann haben wir für den ersten einzutreten. Das mögen sich unsere Gegner merken und danach ihre Kandidaten auswählen. Wenn es"sich um einen Wiemcr, Fischbeck oder K o p s ch handelt, dann kann eS uns egal sein, ob einer dieser Herren oder der Herr v. Äröchcr den Kreis vertritt. Für keinen dieser Herren würde ich auch nur einen Finger rühren. Es ist freilich nicht zu hoffen, daß die Freisinnigen so vernünftig sein werden, einen Ger lach oder Barth aufzustellen.— Notwendig ist für uns, daß wir unablässig praktische Kleinarbeit betreiben. Auf öffentliche Versammlungen ist wenig zu geben. Sic können nichts nützen, wenn die Kleinarbeit vernachlässigt wird. Mit der Klein- arbeit müssen die Genossen sogleich beginnen. Material stellt ihnen der Vorstand zur Verfügung.— Sie wissen, daß B Ü l o w sich auch gegen die geheime Stimmabgabe erklärt hat. Wenn sich der erste Beamte des Staates für die öffentliche Stimmabgabe ausgesprochen hat, womit doch nur bezweckt wird, die Wähler zu kontrollieren, dann müssen auch wir erklären, daß wir UNS ebenfalls die öffentliche Aostimmung zunutze machen werden. Wir haben von den Leuten, die sich als unsere Anhänger ausgeben und auf unsere Kundschaft rechnen, zu verlangen, daß sie dre Sozialdemokratie in diesem harten Kampfe unterstützen. Wenn man uns vorwirft, wir liefern diese Leute dem Hungertode auS, so können wir uns darauf berufen, daß wir das von der Regierung gelernt haben, denn sie hat die öffentliche Wahl stets benutzt, um Terrorismuö der schlimmsten Art auszuüben. In einer Petition an den Land» tag im Jahre 1886 beklagten sich Beamte darüber, daß sie nur unter Kontrolle abstimmen können und deshalb anders stimmen mußten als sie wollten. Ebenso geht es kleinen Handwerkern und Gewerbetreibenden. Ist doch in der Presse öffentlich aufge- fordert worden, denen die Kundschaft zu entziehen, die nicht rc. gierungsfrcundlich gestimmt haben. Einige Stadtverordnete in Potsdam haben in einer Petition erklärt, daß Geschäftsleute, welche nicht regierungsfreundlich gestimmt haben, durch die Militär- behördcn bovkottiert werden und daß den Soldaten, welche bei solchen Geschäftsleuten etwas kaufen, eine Strafe von drei Tagen Arrest angedroht worden ist.— Wir werden diese Lehren bcher- zigen, die uns die Negierung erteilt hat und unsere Kosequcnzen daraus ziehen. Für die Betreibung der Wahlagitation haben die Vorstände beschlossen, daß alle Kreise von Eroß-Berlin gemeinsam arbeiten, derart, daß jeder Kreis ein Wahlkomitec einsetzt und durch einen Obmann mit dem Aktionsausschuß in Verbindung tritt. Dadurch soll nach außen dokumentiert werden, daß es sich nicht um Angc- legcnheiten der einzelnen Kreise, sondern um eine gemeinsame Sache der Partei handelt. Der Vorstand schlägt vor, eines seiner Mitglieder als Obmann des WahllomiteeS in den Aktionsausschuß zu entsenden. Im Kampfe für das Wahlrecht gibt es für uns kein„Zurück", sondern nur ein„Vorwärts". Im WahlrechtSkampse haben wir auch für Mandate zum Landtage zu kämpfen, um von der Tribüne herab zu sagen, was wir denken und was wir, dank unserem Vereins- und Prehgesetz an anderer Stelle nicht sagen können. (Beifall.) Ohne Debatte stimmte die Versammlung den Borschlägen betreffs gemeinsamer Wahlarbeit in Groß-Berlin zu. Eine von den Sckiöneberger Genossen eingebrachte Resolution wurde einstimmig angenommen. Sie lautet: „Durch die machtvollen Demonstrationen am 12. Januar hat das Proletariat Preußens mit zielklarer Entschiedenheit kundgetan, daß es ihm mit der Erkämpfung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zum preußischen Landtage heiliger Ernst ist. Der Sozialdemokratie als der all- einigen Trägerin des unumstößlichen Volkswillens fällt die Auf- gäbe zu, die in Fluß gekommene Volksbewegung durch unauS- gesetzte Agitation immer mehr zu steigern und keines der Mittel unversucht zu lassen, welche geeignet erscheinen, das gesteckte Ziel erreichen zu helfen. Die Arbeiterklasse ist gewillt, die Drei- klasscnschmach in Preußen um jeden Preis zu brechen, und sie wird sich auf ihrem mit eiserner Entschlossenheit verfolgten Wege weder durch phrasenhafte Drohungen noch durch brutale Gewalt- taten der Machthaber aufhalten lassen.— Die Versammlung erwartet, daß dafür Sorge getragen wird, daß die Bewegung nicht abschwillt, sondern immer höbere Wogen schlägt, und daß die Agitation so lange unermüdlich fortgesetzt wird, bis das Treiklassenparlament vor dem Willen des Volles kavi- tuliert hat." Hierauf folgte die Berichterstattung des Vorstandes nnd der FonktionSre. Der Versammlung liegt ein gedruckter Bericht des Vorstandes bor. Derselbe bezieht sich zunächst auf die Agitation zu den Reichs- tagSwahlen von 1997. Die Kosten de? WahlkampfeS haben die der früheren Reichstagswahlen bedeutend überstiegen. Während der Wahlkampf des Jahres 1903 eine Gesamtausgabe von 15 994 M. erforderte, wurden bei der letzten ReichStagSwahl 26 673 M. ausgegeben.— Die mündliche Agitation wurde in 169 öffentlichen Versammlungen betrieben. 18 Versammlungen find in den Agi- tationSbczirren der einzelnen Wahlvereine abgehalten worden. Der schriftlichen Agitation dienten 8 Flugblätter, 2 Broschüren, L polnische Flugblätter, ein Flugblatt an die Eisenbahner und ein Ausruf an die Staatsbeamten. Die Gesamtzahl dieser Flugblätter betrug 1 226 999, die der Broschüren 76 999. In den einzelnen Orten hatten sich am Wahltage 3699 Parteigenossen zur Mitarbeit für den ganzen Tag zur Verfügung gestellt. 999 Genossen über- nahmen die Wahlarbeit und Kontrolle in den ländlichen Orten.— Dem Zentralwahlverein gehörten zu Beginn des Jahres 41 ört- liche Vereine an. Am Schluß des Jahres war deren Zahl auf 41 gestiegen. Dieselben bestehen in 11 Städten und 33 Landge- »finden. Die Mitgliederzahl des ZcntralwahlvereinS ist von 18 377 auf 29 373 gestiegen. Die Zunahme beträgt 1996. Mit dieser Steigerung— sagt der Bericht— können wir keineswegs zufrieden sein, wenn auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des vcr- gangenen Jahres zum Teil eine Erklärung dafür geben, daß die Werbearbeit für unsere Organisation keinen größeren Erfolg ge- badt hat. Insgesamt sind im vergangenen Jahre etwa 8999 neue Mitglieder aufgenommen und etwa 6999 haben sich abgemeldet. Das Verhältnis der Mitgliederzahl zu den bei der letzten Reichs- tagswahl fü>* uns abgegebenen Stimmen ist in einer Reibe von Orten ein ungünstigeres geworden. Dies Verhältnis beträgt für den ganzen Kreis 19,4 Proz. In 15 Orten sind mehr als 25 Proz. der sozialdemokratischen ReichStagSwähler organisiert.— Von den Mitgliedern des Zentralwahlvereins sind im Durchschnitt 88,9 Prozent gewerkschaftlich organisiert. Das Verhältnis ist im Per- gleich zum Vorjahre etwas günstiger geworden, jedoch noch immer nicht befriedigend, denn jeder Parteigenosse mutz es sich zur Pflicht machen, der gewerkschaftlichen Organisation seines Berufes beizutreten.— Die Leserzahl unserer Parteipresse hat einen etwas erfreulicheren Aufschwung zu verzeichnen als die Mitgliederzahl unserer Organisation. Jedoch ist der Fortschritt im Jahre 1996 cm größerer gewesen als der des Jahres 1997. Die Leserzahl der Parteipresse betrug im Wahlkreise in den Jahren 1995, 1996, 1997: .Vorwärts" 17 526. 24 355. 28 355..Neue Zeit" 133. 246, 255. „Gleichheit" 248. 732. 835.„Wahrer Jakob" 4944. 5469. 5535.- In allen Orten des KreiseS, wo Wahlvereine bestehen, kamen zur Verbreitung 779999 Flugblätter zur ReichStagSwahl, 593999 Flug- blätter zur Gewinnung von„Vorwärts"-Abonnenten und Wahl- vcreinSmitgliedern, 8699 Flugblätter für die„Brandenburger Zeitung", 5599 für die„Märkische Volköstimme", 259 999 für den Wahlrechtskampf. Außerdem unterstützten die Genossen des Kreises durch Flugblattverbreitungen den Schneidcrboykott, den Bäckcrbohkott und den Jandorfboykott. In den ländlichen Agi- tationSdezirken wurden Verl reitet 124 999 Agitationsbroschüren, 49 999 Exemplare der„Fackel", 49999 Kalender, 89 999 Flug- blätter zur ReichStagSwahl. Außer den gemeinsamen Flugblättern für den ganzen KreiS wurden in einer Nicihc von Orten besondere Flugblätter verbreitet.— Ein vortreffliches Bild von dem Erfolg unserer Werbearbeit geben regelmäßig die Eemeindevcrtreter- wählen. Während im vergangenen Jahre in 36 Orten Gemeinde- wählen stattfanden, waren eS im Berichtsjahre nur 15 Orte. In diesen Orten standen 65 Mandate der dritten Abteilung zur Wahl. Von diesen waren bereits 21 in unserem Besitz. Von den 65 Man- daten eroberten wir 39, davon sind 19 neu gewonnen, während unS ein Mandat(,in Charlottcnburg) verloren ging. DaS Endergebnis der stattgefundenen Gemcindcwahlen stellt sich so: In 6 Städten haben wir zusammen 69 sozialdemokratische Stadtverordnete und in 23 Landgemeinden 5? Gcmeindcvertreter, insgesamt also 113 Vertreter.— Zur Lokolfrage sagt der Bericht: Am Schluß des abgelaufenen Geschäftsjahres standen uns in 74 Orten des KrcifcS etwa 219 Lokale zur Verfügung gegenüber l96 Lokalen in 67 Orten im vorhergegangenen Jahre. Nur in 74 von den 467 Orten des Kreises ist eS unS möglich, durch Abhaltung von Versamm- lungen agitatorisch zu wirken. In 4 Orten, in denen Wahlvereine vorhanden sind, stehen uns keine Säle zur Abhaltung von Ver- sammlungcn zur Verfügung, nämlich in BeeSkow, Neu-Zittau, Petersdorf und Rudow.— Zur Erledigung d-r AercinSgeschäfte hielt der Vorstand 47 Sitzungen ab. darunter 17 unter Hinzuziehung der Funktionäre des Kreises, außerdem wurden 5 kombinierte Sitzungen mit den örtlichen Borständen abgehalten.— Die Einnahmen der Zentralkasse belicfen sich auf 67 499,44 Mk., die Aus- gaben betrugen 59 459.13 M., eS bleibt ein Bestand von 8031,31 M. Den mundlichen Bericht des Vorstandes erstattete W o l l e r- mann. Er machte einige Erläuterungen zu dem gedruckten Bericht. Er bezeichnete das abgelaufene Jahr als ein ungünstiges sowohl hinsichtlich des geringen Fortschritts in der Mitglicderzahl als auch der finanziellen Verhältnisse. Angesichts dessen sei eö Pflicht der Parteigenossen, dafür zu sorgen, daß bessere Verhält- nisse eintreten, damit der Kreis in dem bevorstehenden Landtags- wahlkampf seine Kräfte voll entfalten und auch die Unkosten des Kampfes aus eigenen Mitteln bestreiten könne. Den Bericht der Mandatsprüfungskommission erstattete Engel. Anwesend sind ll9 Delegierte und 19 Funktionäre. zusammen 129 Teilnehmer. Nur ein Ort, nämlich Markgraf. pieske hat keinen Delegierten entsandt. Im übrigen sind alle Orte des Kreises vertreten. Löske gab den Bericht des Aktionsausschusses. Er gab einen Ueberblick"ber die bereits bekannten Einzelheiten der Tätigkeit dieser Körperschaft. Als der Redner der Wahlrechts- bewcgung gedachte, erinnerte er daran, daß jetzt gegen eine Anzahl von Teilnehmern an der Demonstration die Anklage wegen Wider- standeS gegen die Staatsgewalt eingeleitet werden soll. Auch Rädelsführer würden gesucht. Die Behörden könnren sich gar nicht vorstellen, daß die BolkSmasscn, vom Unwillen über ihre Recht- losigkeit getrieben, aus eigenem Drange auf die Straße gegangen sind, ohne daß eS einer Anregung durch sogenannte Rädelsführer bedurfte. Auch der, welcher den Schuß an der Gcrtraudtenbrückc abgefeuert habe, solle gesucht werden. Diesen würde die Polizei wohl leicht finden können; aber er werde jedenfalls ebenso wenig gefunden werden wie jener Schutzmann in Breslau, der einem Arbeiter die Hand abschlug. Den Bericht der Preßkommisstou erstattete Zietsch. Die von ihm vorgetragenen Einzelheiten sind ebenfalls bereits bekannt. Unter anderem gedachte er einiger Be- schwerden aus Vororten und meinte, die Klagen über ungenügende Berücksichtigung der„Vororte" seien durchaus berechtigt. Die Vertreter der beiden Vorortskreise hätten aber in dieser Hinsicht einen schweren Stand in der Prcßkommission. Die Beschwerden der Vororte würden immer wiederkehren, bis es gelinge, ihnen die gebührende Berücksichtigung zu schassen. Den Bericht der AgitatioaSkommissso« erstattete Fischer. Er führte unter anderem auS, daß unsere Partei in der Provinz erfreuliche Fortschritte gemacht habe, daß aber die Genossen bestrebt sein müssen, der Partei zu werteren Erfolgen zu verhelfen. ES gehe langsam vorwärts in der Provinz, aber eS sei noch viel zu tun. um weitere Fortschritte zu erlangen. Rohr erstattete den Bericht der Lotalkommissson. Er betonte die Notwendigkeit, den Kampf für die Erlangung von Versammlungslokalen mit aller Energie zu führen. Die Lokal- liste müsse streng beachtet werden, denn in den kleinen Orten sei die Lokalfrage eine Lebensfrage für die Partei. Die hierauf eröffnete Debatte erstreckte sich auf alle Berichte gleichzeitig. Hoffmann- NowawcS führt die zahlreichen Mitglieder- abmeldungen darauf zurück, daß nicht auf pünktliche und rcgel- mäßige Beitragszahlungen gehalten werde. Dadurch entständen größere Rückstände, die Bezahlung derselben sei schwer, und man trete deshalb auS. Wenn auf cegclniäßige Bezahlung der Beiträge gehalten würde, dann werde die Zahl der Austretenden nicht so groß sein. Rummel- Rixdorf erhielt auf Antrag doppelte Redezeit zu einer Kritik deS Auerdenkmal-Komitees. Er warf dem Komitee vor. daß eS die sonst für KonkurrcnzauSschreibungen üblichen Ae- dingungen nicht innegehalten habe. Der Redner bezog sich auf eine in der..Bildhauer-Zeitung" erschienene Kritik. Dieselbe sei dem Denkmalskomitce zugestellt mit der Anfrage, ob es Fachleute hinzugezogen habe. Ein Münchener Bildhauer habe sich beschwert. daß der von ihm eingesandte Entwurf gar nicht angesehen wurde, die Kiste sei uneröffnet zurückgekommen. Die Organisation der Tildhauer sei bei dieser Angelegenheit vollständig ignoriert worden. sie sei deshalb mit ihren Beschwerden in die Oeffcntlichkeit ge- gangen. L i e p m a n n habe zugegeben, daß es sich so verhält. Es sei ein Bcschwerdeschteiben der Bildhauerorganisation cinge- gangen, aber L i c p m a n n habe erklärt, darauf antworten wir nicht. Genosse H o f f m a n n im vierten Wahlkreise habe gesagt, bei der Auswahl deS Entwurfes sei eS so gegangen, als wenn man im Warenhause etwas kaufe. Wenn man etwas sehe, was einem gefällt, dann schaue man sich das andere nicht erst an. Der Redner bezeichnet es als einen Verstoß, daß, nachdem die Leiche Auers an einem anderen Platz bestattet wurde, nicht c«n neues Konkurrenzausschrciben erlassen wurde, denn für daS erste AuS- schreiben war der beschränkte Raum eines in der Reihe liegenden Grabhügels gegeben, während die neue Grabstelle einen größeren Raum und damit eine ganz andere Grundlage für die künstlerische Betätigung biete. Die Ausführung des Denimols sei einer Firma übertragen, die unorganisierte Arbeiter beschäftige. Mitte September seien die Skizzen der Bildhauerorganisation zugestellt, aber Anfang September sei schon der Stein für daS Ouittmannsche Denkmal bestellt worden. Angesichts dieser Vorgänge könne man es den Bildhauern nicht verdenken, wenn sie sich über das Verhalten des Komitees beschweren. Hirsch(Mitglied des DcnkmakskomiieeS) antwortete auf die Kritik des Vorredners: Gegenüber dem, was über die DenkmalS- angelegenheit bereits in Versammlungen gesagt worden ist, er- schelnen die Borwürfe R u m m e k S lächerlich gering. Was Rummel sagte, sei auch nicht wahr. Mit der Vergebung der Arbeit an eine Firma habe das Komitee nichts zu tun, daS sei Sache der Künstlerin, deren Entwurf angenommen wurde. DaS Komitee habe aber bei der betreffenden Biidhauerfirma angefragt, es sei ihr versichert worden, daß daselbst überhaupt keine unorganisierten Bildhauer arbeiten mit Ausnahme von einigen Kunstschülcrn, die nicht organisiert sein können. Die AuSschreibungSregeln, auf die sich Rummel bezog, feien dem Komitee nicht bekannt gewesen. Die„Bildhaucr-Zcitung" habe geschrieben:„Die Künstlerin hat dem Parteitag eine Auerbüste geschenkt, die sehr gelobt wurde." In diesen Worten liege der Vorwurf, daß sich daS Komitee durch das Geschenk der Büste habe beeinflussen lassen, der Künstlerin (Helene Quittmann) die Ausführung deS Denkmals zu übertragen. Das sei eine gemeine Anschuldigung. Man könne nicht erwarten. daß das Komitee darauf antworte. L i c p in a n n sei nicht Mitglied deS Komitees, was er gesagt haben soll, brauche daS Komitee nicht zu verantworten. eS sei aber nicht zu glauben, daß L i c p m a n n gesagt habe:..Wir antworte», nickt." Die an das Komitee eingelaufenen Briefe seien alle beantwortet. Die eingesandten Entwürfe seien alle geprüft. ES sei nicht wahr, daß solche unbesehen zurückgeschickt sind. Die Ausgrabung der Leiche sei nicht erfolgt mit Rücksicht auf daS Denkmal, sie sei erst nach An- nähme des Quittmannschen Entwurfs erfolgt, und da dieser auch für den neuen Platz des Grabes patzte, so habe leine Veranlassung vorgelegen, eine neue Konkurrenz auszuschreiben. Die Denkmals- angclcgenheit gehöre übrigen? zur Kompetenz von Groß-Berlin, die darauf bezüglichen Beschwerden müßten in der Generalvcr- sammlung von Groß-Berlin vorgebracht werden. Zubeil meinte, wenn die Denkmalöcntwürfc öffentlich auS- estellt worden wären, dann würden die Vorwürfe, die wir jetzt örcn, nicht erhoben worden sein. Die llmbcttung der Leiche Auers l,abe unangenehm berührt. In unseren Kreisen sollte man nicht zu solchen Mitteln greifen. Nachdem der Platz gewechselt war. hätte daS Komitee ein« neue Ausschreibung veranlassen müssen. Das sei in solchen Fällen immer üblich. Was die sonstigen Bc- schwerden über die Dcnkmalsangelegenheit betrifft, so müsse man daS Ergebnis der zugesagten Untersuchung abwarten. T h u r o w- Rixdorf stimmte im wesentlichen den Ausführungen Rummels zu. BöSkc(Kassenführcr im Denkmalskomitee) sagte. Rummel habe mit seinen Vorwürfen gründlich daneben gehauen. Am 12. Juni sei daS 5komitee eingesetzt, am 29. TJurn sei die Ausschreibung erfolgt. 12 Modelle und 13 Zeichnungen sein cinge- gangen und alle seien selbstverständlich geprüft worden. Die Behauptung, eine Kiste wäre ungeöffnet zurückgeschickt, sei aus den Fingern gesogen. Die Bildhauer sollen den Beweis für ihre Behauptungen beibringen. Am 6. September sei der Auftrag zur Ausführung des Denkmals an die Künstlerin erteilt. Damals sei von der Ausgrabung der Leiche noch keine Rede gewesen. Dieselbe sei erfolgt auf Wunsch von Frau Auer, die eine Grabstelle haben wollte, wo sie später neben ihrem Manne bestattet werden könnte. Es habe keine Veranlassung vorgelegen, wegen des Platz- wechsele eine neue Ausschreibung vorzunehmen. Am 15. Scvtember sei der Parteitag eröffnet worden, am 16. September traf die Aucrbüste von Helene Ouittmann ein, die ja schon am 6. September den Auftrag zur Ausführung des Denkmals erhalten hatte. Der Beschluß deS Komitees könne also gar nicht durch das Geschenk der Büste beeinflußt sein. Für die Wahl des Modells käme auch die Preislage der Ausführung in Betracht. 2399 M. standen nur zur Verfügung als daS Komitee seinen Beschluß faßte. Durch spätere Eingänge sei die Summe auf Über 3299 M. erhöht worden. Die Ausführung des Entwurfes von Taglang sollte 5999 M. kosten, während die Ouittmannsche Arbeit nur mit 3999— 4000 M. veranschlagt war. DaS sei bei der Entscheidung deS Komitees wesentlich mitbestimmend gewesen.— Ein Brief von der Bild- Hauerorganisation sei dem Komitee nicht zugegangen, nur ein solcher mit der Unterschrift..Miesbach. Bildhauer". Niemand habe wissen können, daß dieser Brief ein« Kundgebung der Organisation setr. solle. Daß der Steinblock schon vor der Erteilung deS Auftrags bestellt wurde, sei auch nicht wahr. Er sei am l4. Oktober bestellt und im November geliefert worden. Der Redner verlas eine Erklärung, die der Aktionsausschuß in seiner letzten Sitzung be- schlössen hat. Sic lautet: Die Anschuldigungen, welche verschiedene Bildhauer in Parteiversammlungcn gegen das Aucrdenkmaltomitec erhoben haben, gaben dem Aktionsausschuß Veranlassung eine eingehende Prüfung der vor den Genossen öffentlich gemachten Vorwürfe anzustellen. Die Ankläger werden noch vor den Aktionsausschuß geladen werden um den Beweis für ihre Behauptungen zu erbringen, soviel aber kann schon heute mitgeteilt werden, daß unsere bis- herigen Ermittelungen das direkte Gegenteil der gemachten An- gaben erbracht haben. So ist die Bestellung des Blockes erst nach der vom Komitee erfolgten Beschlußfassung geschehen, ebenso sind die Gchülfcn der Bildhauerei, bei welcher die Künstlerin die Ausführung in Arbeit gab, nach den Angaben des Fräulein Ouittmann. sämtlich. bis auf 3 Volontäre der Kunstschule, gewerkschaftlich organisiert, auch die arideren Vorwürfe dürften ebenso der Begründung entbehren Wir werden den Parteigenossen nach Abschluß der Unter- suchung eingehende Mitteilungen machen und bitten daS End- urteil in der Angelegenheit bis dahin zu vertagen. W u tz k i- Rixdorf schloß sich ebenfalls der Kritik deS Komitees an und sagte, vom künstlerischen Standpunkt lasse sich so viel gegen den gewählten Entwurf sagen, daß man nicht auf die Klcinig- reiten eingehen brauche, die gegen das Komitee vorgebracht wurden. Vom Genossen Hirsch sei man gewöhnt, daß, wenn er sich im Recht fühle, er seinen Standpunkt mit viel größerer Entschiedenheit verriete als er hier die Handlungsweife des Komitees verteidigt habe. Daraus könne man wohl schließen, daß nicht allcS in Ordnung gewesen fei. Die Versammlung erklärte hierauf die Debatte über dir DenkmalSangelegenheit für geschlossen.— Die weitere Debatte bezog sich lediglich auf den Vorstands- bericht. Besonders drehte sie sich um den nicht befriedigenden Fortschritt der Organisation und die ebenso wenig befriedigenden Kassenverhältnisse. Als Ursache deS nur geringen Fortschritts wurde verwiesen auf die ungünstigen Wirtschaftüverhältnisse. auf den Abzug vieler Bauarbeiter nach dem Ausbruch des großen Lohn- kampfeS, sowie darauf, daß einige der größten Vororte, wie Wilmersdorf und Eharlottenvurg sich zwar stand ig vergrößern, aber fast nur durch Zuzug aus bürgerlichen Kreisen, während sich die Arbeiterbcvülkerung daselbst nicht vermehrt. In kleineren Orten liege die Parteiarbeit fast immer nur in den Händen eine« einzigen Genossen, und wenn der den Ort verlassen müsse, gehe auch die Organisation zurück. In erster Linie müsse darauf gciehen werden, daß wir in den einzelnen Orten und Bezirken tüchtige Genossen für die Agitation bekommen, dann würden wir bessere Fortschritte machen. Die Neuwahl deS Vorstandes hatte folgendes Ergebnis: 1. Vor- sitzender Hirsch- Charlottenburg," 2. Vorsitzender Böskc- Rir- dorf, Schriftführer(Angestellter) Wollcrmann- Schöneberg, Kassierer(Angestellter) Eberhardt- Eharlottenburg, Beisitzer: G r o g c r- Rixdorf, S t ie f e n ho sc r- Cbarlottcnburg, Reih- seid- Schönebcrg. Revisoren: Pagels, Thurow, Däumig. Aktionsausschuß: Wollermann. Preßkommission: Zietsch- Charlottenburg. Agitationskommission: F i s ch e r- Scköneberg. Lokalkommission: R o h r- Rixdorf, Stellvertreter Müller. Zentralvorstand(Groß-Berlin): Hoff mann- NowawcS, K ü t e r- Schöneberg, Heinrichs- Nixdorf, G r o g c r. Revisor(Groß- Berlin) W c i m a n n- Britz.— In die Preßkommission der„Märki- sehen Volksstimme" wurde S i d o w- Ketschendorf gewählt. Ein von den Rixdorfcr Genoffen gestellter Antrag, der sich mit der Festsetzung der den einzelnen Wahlvereinen zustehenden Zahl der Delegierten zur Generalversammlung von Groß-Berlin befaßt, wurde debattiert und dann zur Beratung an die örtliche« Wahlmeine verwiesen. Die Kruppiche Pensionskaffe vor der Zivilkammer des Effener Landgerichts. unter Verschiedenes turben noch einige geschäftliche Anseits der Kaffe erhebliche Zuwendungen macht und die Kaffe feit Die Einbuße der Beiträge mit dem Ende des Arbeitsber gelegenheiten besprochen. Dann schloß der Vorsigende irsch ihrer Gründung bereits beträchtliche Summen den Invaliden und hältnisses greift erst Plak, nicht bloß ohne Rücksicht auf die Zeit, die Versammlung mit einem Hinweis auf die großen Aufgaben, Hinterbliebenen von Arbeitern entrichtet hat. Weiter ist der Ein- sondern auch ohne Unterschied des Grundes seiner Auflösung und die unserer Partei bevorstehen, die nur gelöst werden können durch wand zurückzuweisen, daß die Nichtrückzahlung der Beiträge eine namentlich ist es für jene Einbuße gleichgültig, ob das Ende durch cine starke Organisation und unermüdliche Pflichterfüllung aller versicherungstechnische Notwendigkeit sei. Gegenüber allen Ein- den Arbeitgeber, oder durch den Arbeitnehmer herbeigeführt wird. Genossen. wendungen, so fagt der Gutachter weiter, sei nicht aus den Augen Da aber diese Einbuße nur den Arbeiter und niemals den Ars zu verlieren: 1. daß es sich bei den Versicherten um Proletarier beitgeber trifft, so wird mit der Endigung des Arbeitsverhältnisses handelt, die nicht bequem in der Lage sind, gegenwärtig ein Opfer nur bei der einen Partei ein wirtschaftliches Interesse verknüpft, der zu bringen, um fünftig einen Borteil zu verlangen, dessen Gr- welche die sonstige gefeßliche Gleichstellung der Parteien über den langung nur wahrscheinlich ist; 2. daß der Beitritt immer und der Haufen wirft. Dies bedeutet für den Arbeiter eine Fessel, deren Austritt oftmals unfreiwillig ist. In den Fall, nubloſe Opfer bemmendes Gewicht mit der Vertragszeit wächst, well mit dieſer gebracht zu haben, kann das Stassenmitglied auch durch den Arbeits die Summe der Beiträge zunimmt. Er ist hierdurch ebenso bcgeber verjetzt werden; es hat keine Macht, die Kündigung hint hindert, wie wenn auf seine Sündigung eine Konventionalstrafe anzuhalten, wo des Arbeitgebers Intereffe fie gebietet: Alles in gefeht wäre. Die nämliche Einrichtung gestaltet sich für den einen allem ist hiernach zu sagen: Enthält das Statut einer Arbeiter zu einer Fessel und für den anderen zur Waffe. pensionskasse, welches den Arbeitnehmern die Mitgliedschaft aufDie Berquidung des Arbeitsvertrages mit der Pensionskasse, oftroniert und mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses wieder nimmt, welche mit dem Ende des Arbeitsverhältnisses den Verlust der die Bestimmung unbedingten und gänzlichen Verlustes der Beiträge Beiträge verknüpft, hat die Verlegung zweier Moralvorschriften beim Aufhören der Mitgliedschaft, so ist dies eine Bestimmung, aur Folge, welche so weit verbreitet, als alt hergebracht sind. Die welche gegen die guten Sitten verstößt und daher nichtig ist. Wird eine geht dahin, den Schuldigen und Schuldlosen nicht gleich zu diese Ansicht nicht geteilt, und vielmehr mit dem Gewerbegericht behandeln. Ob der Arbeiter entlassen wird, weil er aus Mangel Essen und der Beklagten jene ftatutarische Bestimmung als gültig an Bestellungen nicht weiter beschäftigt werden kann, oder weil er angesehen, so fragt es sich weiter, wie es mit der Gültigkeit des eine Gutwendung begangen hat und ob der Arbeiter fündigt, weil Arbeitsvertrages bestellt ist, der mit dem betrachteten Statut er wegen einer Betriebsstörung zwei Tage nicht arbeiten konnte, in Verbindung steht. Juristisch ausgedrückt, ist die Mitgliedschaft oder weil ihn der Meister geschlagen hat, das macht für den Verlust in der Pensionskasse als Rechtsfolge an den Abschluß eines gewerb feiner Beiträge gar teinen Unterschied. Tie andere: Je treuer der lichen Arbeitsvertrages mit der Gußstahlfabrik geknüpft. Bei diesem Arbeiter im Arbeitsverhältnis verharrt, je länger er die VertragsBusammenfallen von Anfang und Ende der Arbeitsverhältnisse zeit ausdehnt, umso größer ist die Vermögenseinbuße die er zu und der Mitgliedschaft könnte es sein Bewenden haben. Es würde eri ulden hat, das verstößt nicht nur gegen die guten Sitten, das dann namentlich Sache der Kasse als Gläubigerin ihrer Mitglieder stellt sie geradezu auf den Kopf. bildet eine ethische Absurdität und fein, von diesen die Mitgliedsbeiträge einzuziehen und Sache der die Bestimmung eines Arbeitsvertrages, die eine folche Stonsequenz Arbeiter, als Mitglieder aus ihrer Tasche die schuldigen Beiträge bat, tann unmöglich gültig sein. an die Kaffe zu entrichten. Allein das Statut der Kasse sieht aus naheliegenden Gründen einen engeren Verband zwischen Arbeitsverhältnis und Mitgliedschaft vor, indem es in§ 4 bestimmt, daß die Beiträge von der Firma bei jeder regelmäßigen Lohnzahlung in Abzug gebracht werden. Bekanntlich hatten mehrere Gewerbegerichte, so das Gewerbegericht in Moers, die Firma Krupp aur Zurüdzahlung der Beträge berurteilt, die die Arbeiter zur Pensionstasse gezahlt hatten, weil Sie Lohnabzüge rechtswidrig seien und die Statutenbestimmung, daß Rückzahlungen nicht zu erfolgen haben, gegen die guten Sitten verstoße. Anders entschied das Gewerbegericht zu Effen. Fünf Stläger, die vor diesem auf Rückzahlung der über 100 m. hinaus gehenden Beträge getlagt hatten, wurden mit ihrem Anspruch abgewiesen. Ihre hiergegen eingelegte Berufung wurde am Sonnabend von dem Landgericht Effen zurückgewiesen. Die Urteilsbegründung ging dahin: Nach der Ansicht des Gerichtshofes ist eine solche Pensionskasse eine Einrichtung zur Verbefferung der Lage der Arbeiter. Das ergibt sich aus den Motiven der Gründung, dem Zwed, dem Inhalt des Statuts und vor allem aus dem Erfolg. Es ergibt sich aus dem von der Beklagten vorgelegten Material, daß in den Jahren 1885 bis 1907 im ganzen 6724 Personen 17 463 503 M. Penfionen bezogen haben, wobei noch die Familienangehörigen nicht einbegriffen sind. Aus der Statistit ergibt sich, daß 1907 aller Wahrscheinlichkeit nach 3725 Personen 1883 173 M. beziehen ,, mit den Familienangehörigen insgesamt etwa 9000 Perfonen. Das ist die Bevölkerung einer mittleren Stadt. Der Einwand, daß es deswegen feine Einrichtung zur Berbefferung der Lage der Arbeiter sei, weil ia viel mehr als die Hälfte der Arbeiter nicht in den Genuß der Bension kommen, ist hinfällig. Denn das liegt nicht im Statut oder im Arbeitsvertrag, fondern die Statistit zeigt, daß von den ausgetretenen Personen etwa 87 Bros. freiwillig ausschieden, also ohne Rücksicht auf die Pension und die gezahlten Beiträge. Die Pensionskasse ist an sich cine Wohlfahrtseinrichtung, denn die Möglichkeit, daß jeder Arbeiter in den. Genuß der Pension tommt, ist vorhanden. Es fragt sich nur, bleibt der Arbeiter dann kommt er in den Genuß, oder geht er freiwillig- dann berzichtet er selbst darauf. Ist aber die Staffe eine Wohlfahrtseinrichtung, dann ist es nach Meinung des Gerichts ohne Frage, daß die Firma Krupp gefeßlich berechtigt ist, weil fie es durch Arbeitsvertrag festgelegt hat, die Beiträge der Arbeiter direkt an die Kaffe abzuführen, und awar mit befreiender Wirkung so, daß die Arbeiter nachher nicht tommen tönnen und sagen: Du hast gegen das Lohneinbehaltungsgefet verstoßen; die Zahlung ist nichtig; ich habe also noch sobiel von meinem Lohn zu fordern. Nach Meinung des Gerichts ist es, wenn es sich um Wohlfahrtseinrichtungen handelt, aber auch unbedenklich, wenn der Arbeitnehmer die Verfügung über die Einbehaltung des Beitrages ein für allemal beim Eintritt trifft. In dem von der flägerischen Partei angezogenen Urteil des Reichs. gerichts handelt es sich um eine Konfumanstalt, also nicht eine Direkte Wohlfahrtseinrichtung. Der dritte Einwand ist die Verquidung des Arbeitsvertrages mit dem Statut der Pensionstaffe. Wenn aber das Statut der Pensionskaffe gegen die guten Sitten berstößt und einen integrierenden Bestandteil des Arbeitsvertrages bildet, dann verstößt auch der Arbeitsvertrag gegen die guten Sitten und ist demnach ungefeßlich. Kläger und Betlagte stimmen darin überein, daß ein Verstoß gegen die guten Gitten noch lange nicht dann gegeben ist, wenn es sich lediglich um einen objektiven Verstoß handelt, daß vielmehr auch das fubjeftive Moment hinzu heten müsse. In der Tat liegt auch tein Urteil des Reichsgerichts vor, das ohne den Nachweis des subjektiven Moments eine Hand Tung oder eine Bestimmung als gegen die guten Sitten verstoßend beurteilt. Nun ist es gewiß hart für viele der Arbeiter, daß fie, wenn sie jahrelang bei der Beklagten befchäftigt gewefen find, freiwillig oder unfreiwillig ausscheidend, die hohen zur Pensionstaffe gezahlten Beträge verlieren sollen. Aber weshalb das gegen die guten Sitten verstoßen soll, wo es jedem Arbeiter freisteht, zu bleiben, wo er von vornherein weiß, daß er unter gegebenen Um ständen die Beträge verliert, fann das Gericht nicht einsehen.( 1) Daß es möglich ist, Pensionsfassen mit der Begründung abzu. ftufender Rückzahlung der Beiträge zu gründen und zu unterhalten, ift ohne weiteres klar. Was die Verquidung des Arbeitsvertrages mit der Bensionstasse angeht, so ist noch besonders hervorgehoben worden, daß sich die Arbeiter dadurch von ihren Koalitionen fern. halten ließen. Dagegen ist von der Beklagten behauptet, daß ein großer Teil ihrer Arbeiter den Koalitionen angehören, aber selbst wenn fie fich dadurch vom Beitritt zu den Koalitionen abhalten Lajjen sollten, fo weiß das Gericht auch dann noch nicht, weshalb das gegen die guten Sitten verstoßen sollte. Die Arbeiter wissen ja von ihrem Diensteintritt an, weffen fie fich zu bersehen haben. Wenn fie fich troßdem der Gefahr aussehen, so haben sie auch keinen Anspruch auf Rüdzahlung der Beiträge. Deshalb wird die Berufung auf Stoften der Berufungstläger verworfen. Aus dem Vorstehenden ergibt sich, daß unbeschadet der Gültigfeit des Kaffenftatuis, das die Beiträge beim Ende des Arbeitsverhältnisses verfallen läßt, ja gerade auf Grund dieser Gültigkeit ein mit einem solchen Stassenstatut vertoppelter Arbeitsbertrag im Wesen verfälscht, der Parität in der Kündigung zwie fach beraubt und in ein schreiendes Mißverhältnis zu allgemein. anerkannten Moralvorschriften gefekt wird. wägungen heraus sind die erhobenen Forderungen als begründet anzuerkennen. Aus diesen ErDies Lotmarsche Gutachten dürfte in allen Punkten den Nagel auf den Kopf treffen. Die nächste Gelegenheit, die ungültigkeit der Pensionskassenvorschrift nochmals vom Landgericht prüfen au lassen, führt hoffentlich zu einem diesem Gutachten und dem Rechtsbewußtsein entsprechenden Resultat. Aus der Frauenbewegung. Wahlrechtfordernde Frauen. Ge fragt fich nun, ob der Abzug von Beiträgen zur Pensions. fasse rechtlich zulässig ist. Der Gutachter verueinte die Frage und begründet seinen Standpunkt ausführlich: In dem auf Grund der Arbeitsordnung§ 32 geschlossenen Arbeitsvertrag wird vom Arbeiter dem Arbeitgeber Auftrag und Vollmacht erteilt, die Lohnschuld in dem Betrag, welche der Staffenbeitragspflicht des Arbeiters entspricht, dadurch zu tilgen, daß er diesen Betrag dem Gläubiger des Arbeiters, der Pensionskasse zahlt. Aber wenn eine Anweisung durch einen Lohnarbeiter, zum Zwecke der Befriedigung eines Gläubigers, wie es hier der Fall ist, und im voraus, d. h. bor Ablauf des Bahltages erfolgt, fo ist fie nach§ 2 des Lohnbeschlagnahmegefeßes ohne rechtliche Wirkung". Das ist zum Ueberfluß und um jeden Zweifel auszuschließen, auch noch einmal in G.-D. 8 115a verfügt worden mit den Worten:" Lohnzahlungen dürfen an dritte nicht erfolgen auf Grund von Rechtsgeschäften, Sozialdemokratische Frauen und junge Männer crfchienen am welche nach§ 2 des Gefezes betreffend die Beschlagnahme des Freitag in zwei Deputationen vor dem Vorsitzenden der VerfassungsArbeits- und Dienstlohnes rechtlich unwirksam sind." Die ungültig fommission des dänischen Reichstags wie vor den Vorfizenden des keit der Arbeitsordnung, soweit sie den Gesehen zuwiderläuft", nämlich den Abzug von Beiträgen zur Pensionskaffe zuläßt, wird bürgerlichen Frauenwahlrechts und der Ausdehnung des ReichstagsGoltethings und Landstbings, um ihnen die Forderung des staatsnotürlich nicht dadurch beseitigt, daß die Arbeitsordnung der wahlrechts, das jetzt erst mit dem 30. Lebensjahr beginnt, auf alle unteren Verwaltungsbehörde eingereicht und von dieser nicht beanstandet worden ist. Die Verwaltungsbehörde kann zwingende Ge- mündigen Männer und Frauen vorzutragen. Diese Forderungen, fege nicht außer Straft feßen. Die ungültigkeit ber vom Arbeiter die in einem von der sozialdemokratischen Follethingsfraktion einerteilten Anweisung zur Zahlung an die Staffe für Rechnung seiner gebrachten Verfassungsänderungsentwurf niedergelegt find, batten Lohnforderung bedeutet, daß des Arbeitgebers Lohnschuld im ab- fich eine von 1000 Frauen besuchte Versammlung sowie in 18 verfchiedenen Städten von der Sozialdemokratifchen Jugendvereinigung gegangenen Betrage trob Zahlung an die Stasse stehen geblieben ist veranstaltete Versammlungen zu eigen gemacht, und die betreffenden Der Arbeitnehmer kann daher diese Beträge noch jetzt fordern. Der Einwand der Verjährung ist zurückzuweisen. Die oben be- Resolutionen waren nun in Händen der Deputationen. Die Frauendeputation bestand aus sieben Vertreterinnen der gründete Fortdauer der Lohnforderung ist, wie man sieht, völlig anabhängig davon, ob im Statut der Pensionskasse die Nichtrüd Sozialdemokratischen Frauenwahlrechtsvereinigung. des Weiblichen zahlung der Beiträge beim Ende des Arbeitsverhältnisses und der Arbeiterverbandes, der organisierten Brauereiarbeiterinnen, Schnei Mitgliedschaft verfügt ist oder nicht. Es wird dann in dem Gut- derinnen und Näherinnen. Sie wurde zunächst von Anders Nielsen, achten weiter ausgeführt: Nach§ 115 der G.-Q. sind die Ge- dem liberalen, im reaktionären Fahrwasser der Regierungspartei werbetreibenden verpflichtet, die 23hne ihrer Arbeiter bar auszu- fegelnden Vorsitzenden der Verfassungskommission, die zur Prüfung zahlen. In Wirklichkeit erhalten die Arbeiter der Gußstahlfabriz des fozialdemokratischen Entwurfs eingefeßt ist, empfangen. Er ver 2% Proz. ihres Lohnes nicht bar ausgezahlt, sondern statt dieses sprach die Sache der Kommission vorzulegen, meinte aber periönlich, Lohnteiles eine bedingte Anwartschaft auf eine Bension nach Umfluß daß es jetzt, da die Frauen und Dienstleute voraussichtlich bald das einer Reihe von Jahren. Dem Gebote der Barzahlung gestatten tommunale Wahlrecht erhalten sollten, nicht angebracht sei, die die Gefeße gewisse Ausnahmen, doch sind Abzüge zugunsten einer Forderung des politifchen Frauenwahlrechts allzu sehr in den Er und feine Partei seien für ein ausPensionskasse in keinem Gefeße genannt. Allerdings läßt die G.-O. Vordergrund zu drängen. Frauentvahlrecht eingenommen. Auf weiteres in§ 117 bf. 2 private Abdingen indirekt dadurch zu, daß sie für gedehntes Die Teputation wandte fich dann richtig erklärte, die Verabredungen zwischen den Gewerbetreibenden ließ er sich nicht ein. und den Arbeitern, über die Verwendung des Verdienstes zu nach dem Zimmer der Reichstagsvorsitzenden. Der Follethingsein Liberaler von der= anderen Zweden als zur Beteiligung an Einrichtungen zur Ver- vorsitzende Anders Thomsen, befferung der Lage der Arbeiter oder ihrer Familien. Dies trifft felben Färbung toie Nielsen, meinte, der sozialdemokratische hier nicht zu. Nach§ 117 in Verbindung mit§ 115a der G.-O. Entwurf werde in dieser Seffion schwerlich Gesetz werden. Eine Berist die Verabredung über die Verwendung des Verdienstes zur Ver- faifungsänderung sei so schwierig durchzuführen, weil dabei zu viele befferung der Lage des Arbeiters nur insoweit gültig, als die Ber. Borichläge gemacht würden. Eine der Deputationsmitglieder, Frau wendung nicht in einer Zuwendung an einen Gläubiger des Ar. Olivia Hanien, fragt, ob es denn schwieriger set, den dänischen beiters besteht und wäre der Gläubiger auch ein solcher, der für Frauen das Wahlrecht zu geben, als den Frauen im Ausland. Darauf das Bugelvandie dem Arbeiter Vorteile in Aussicht stellt. Es soll erhielt sie feine Autwort. Thomsen sprach noch von feiner Shupathie für das aber ein für alle Mal dem Arbeiter vorbehalten bleiben, seinen Frauenwahlrecht, und meinte auch, daß der Ton im Reichstage ein besserer britten Gläubiger selbst aus dem von ihm empfangenen Lohn zu werde, wenn die Frauen dort Siß und Stimme hätten. Im weiteren befriedigen. Ein anderer Grund, daß die Annahme des§ 117 hier Verlauf der Unterredung wurde er mehr und mehr in die Enge genicht vorliegt, ist, daß die in Rebe stehende Bensionskasse im Sinne trieben und mußte ichließlich auf die Worte:" Wir fordern nichts des Gesetzes nicht eine Einrichtung zur Berbesserung der Lage der als die Gerechtigkeit, die uns gebührt", nichts anderes zu erwidern Arbeiter ober ihrer Familie ift". Gewiß ist sie das in der Absicht als zu erklären, daß den Frauen das kommunale Wahlrecht ihrer Gründer. Allein co tommt nicht auf die Absicht, sondern baldigft verliehen werden follte. auf die Wirklichkeit an. Nur das bildet eine Einrichtung zur Ver Die Deputation der jungen Männer, bestehend aus drei Verbefferung, was wenigstens der Mehrheit zum Besten gereicht. Die tretern der sozialdemokratischen Jugendvereinigung, wurde ebenfalls Irgend ein praktischer ExVerbesserung muß in unserem Falle verneint werden, denn die Er- mit leeren Nedewendungen abgefertigt. langung einer Pension wird weder allen, noch der Mehrheit, son- folg tam alio bei dem ganzen Vorgehen nicht heraus und war ja dern einer Minderheit zuteil. Neben einem Stamm in dem pen- auch nicht zu erwarten. Es handelt sich eben auch nur um ein Gled fionsfähigen Dienstalter aufcüdender Arbeiter befindet sich eine in der Kette der großen Wahlrechtsbewegung, die schließlich aller weit überwiegende Maffe, die dieses Ziel nicht erreicht. Auch dies Realtion zum Troß ihr Ziel doch erreichen wird. gilt unabhängig von der Frage, ob die Rüdzahlung der Beiträge In den nächsten Tagen werden beide Deputationen beim Ministerstattfindet oder nicht. Werden sie zurüdgezahlt, so betommt der präsidenten Christensen vorstellig werden. im Auszuge folgen: Arbeiter nur die Summe wieder, die er eingezahlt hat Das Gutachten erörtert zunächst die Frage, ob die Ansprüche leine Verbesserung ist. Denn inzwischen hat er an jedem Zahltage Der Klägerischen Partei in dem mit Rücksicht auf das Statut der 2% Broz. des verdienten Lohnes vernissen müssen und diese EntBensionstaffe und zwar des vielumstrittenen§ 15 begründet sind behrung wird auch, nicht wie bei einer Sparkasse durch Zins entgeltet. und behandelt erst dann die nach der Ansicht des Gutachters wichti- Werden die Beiträge nicht zurüdgezahlt, so tann natürlich erst recht geren Seiten der Materie, nämlich die Fragen der Gültigkeit des nicht von einer Verbesserung der Lage der Arbeiter die Rede fein, Arbeitsvertrages und der Berechtigung seiner Verbindung mit Am Schlusse untersucht der Gutachter die Frage, ob das vom dem Statut ber Pensionskasse. Der§ 15 sagt: Mit dem Aus- Lohne für die Staffe Abgezogene nachgefordert werden kann und scheiden eines Mitgliedes aus dem Dienste der Firma erlöschen tommt dabei zu folgendem Ergebnis: Wohl verträgt es sich mit alle Ansprüche desselben und seiner Hinterbliebenen an die der Natur des Arbeitsvertrages, daß seine Eingehung die MitBenfionstaffe. Diefer Wortlaut verneine offenbar nicht den An- gliedschaft in der Pensionskasse und seine Auflösung das Ende spruch auf Rückzahlung der Beiträge; er lasse wohl erlöschen die dieser Mitgliedschaft nach sich zieht, daß der Mitgliedsbeitrag fich Ansprüche die aus der Mitgliedschaft, nicht aber die Ansprüche, nach dem Arbeitslohn richtet und daß er dem verbienten Arbeitsdie aus dem Aufhören der Mitgliedschaft entstanden sind. Es be- Tohn entnommen wird. Auch dagegen ist vom Standpunkte des fteht die Frage, ob das Statut die Rückzahlungspflicht stillschweigend Arbeitsvertrages nichts einzumenden, baß erft bei 15- bis 20jähriger bejaht, oder stillschweigend verneint. Bei einem Statut, das wie Dauer bei Invalidität das Pensionsrecht erworben wird, daß die das unserige schweigt, tann man a priori entweder das eine oder Höhe der Bension sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst das andere annehmen. Der Gutachter untersucht diese Frage der drei letten Dienstjahre richtet und daß nicht für das Jahr, weiter und kommt zu dem Ergebnis: 1. Ist die Rückzahlungspflicht sondern nur für 300 Arbeitstage des Jahres bezahlt wird. Aber als bejaht zu verstehen, so kann das frühere Mitglied unter Be- schlechthin verleugnet wird die Natur des Arbeitsvertrages, wenn rufung auf die ftatutarische Pflicht die Rüdzahlung seiner Beiträge der Arbeiter mit dem Ende des Arbeitsverhältniffes nicht bloß die bon der Kasse verlangen. 2. Jit die Rückzahlungspflicht als ver- Staffenmitgliedschaft, sondern auch stets und ständig alle bis dahiu neint zu betrachten, so ist zu untersuchen, ob diese Berneinung gezahlten Beiträge zugunsten der Kaffe einbüßt. Durch den vorgültig ist, oder nicht. Ist nämlich die Berneinung ungültig, dann liegenden Arbeitsvertrag wird er nun nicht bloß in die normale kann das frühere Mitglied die Rüdzahlung ebenfalls verlangen, Lage gebracht, mit harter Arbeit eine Einnahme zu erwerben, awwar nicht als ftatutarische Pflicht, aber wegen einer Bereicherung fondern auch in die anormale Lage verfekt, sich einen Verlust ber Staffe, die durch den Wegfall des Grundes ungerechtfertigt ge- gefallen zu lassen. Jedenfalls befindet er sich am Ende des Arworden ist.( B. G. B.§ 812.) Besteht dagegen in rechtlicher Sin- beitsverhältnisses vor der Tatsache, daß er nicht nur im Dienste Swinemde 769 N ficht teine Rüderstattungspflicht, wie das Gewerbegericht Effen des Arbeitgebers, sondern auch int Dienste der Staffe gestanden Camburg 772 NB 2 heiter und die Beklagte annehmen, dann kann zwar nichts von der Kaffe hat und daß er nicht nur für sich und die Seinen, sondern auch verlangt werden, aber möglicherweise gerade darum vom früheren für die ihn nichts mehr angehende Kaffe hat schaffen müssen. G Arbeitgeber. Für die Annahme der Nichtigkeit wegen Moralwidrig- ergibt sich, daß ein solches Mißgebilde von Arbeitsverhältnis für feit( Verstoß gegen die guten Sitten) sei es ohne Belang: 1. daß ben prätendierten Versicherungszwed nicht vonnöten ist, was nicht noch andere Pensionskassen die Rückzahlung stillschweigend oder bloß für viele private Anstalten, sondern auch durch die staatliche cusbrüdlich ausschließen, 2. daß das Statut zur Prüfung höheren Invalid: nversicherung bewiesen wird, wo für eine Reihe von später wieder zunehmende Erwärmung, Trübung und geringe Siederschläge Verwaltungsbeamten vorgelegen hat, 3. daß der Arbeitgeber feiner- i Fällen die Süderstattung der Hälfte der Beiträge zugesichert ift. bildet. * Diese Gründe find nichts weniger als überzeugend. Sie gipfeln in einer souveränen Verkennung der zwingenden Vorschriften des Lohnbeschlagnahmegesezes und in der Nichtbeachtung der Tatsache, daß der Arbeiter nicht wirtschaftlich frei ist, sondern baß der Arbeitsvertrag eine ökonomische Zufluchtsstätte für ihn In der Berhandlung wurde ein ausführliches Gutachten des Profeffors Lotmar( Bern), des bekannten Verfassers des prächtigen Berts„ Der Arbeitsvertrag", die hier interessierende Frage au Bortrag gebracht. Bei der großen Wichtigkeit der Frage lassen Gutachten des Profeffors Lotmar tvir dies was Bersammlungen Veranstaltungen. Bankow. Donnerstag, den 18. Februar, in der Aula der Knabenschule, Grunowstraße: Vortrag. Herr Dr. Wendel:„ Auge und Arbeit". " Steglis. Freitag, den 14. Februar, bei Wahrendorf, Schloßstr. 117: Generalversammlung. Vortrag. Herr Kurt Heinig: Die Gutstehung der Religion". Wahl des Vorftandes. Reinickendorf- West. Sonnabend, den 15. Februar. in Gördes Waldschlößchen, Eichbornstr., Ede Waldstr.: 1. Stiftungsfest. Billetts a 25 93f. bei den Mitgliederit. " Lichtenberg. Montag, den 17. Februar, 8% Uhr, bei Gebr. Arnhold („ Schwarzer Adler"), Frankfurter Chauffee 5/6: Generalversamma lung. Vortrag. Kurt Heinig; Etwas aus der Geschichte der Che". Neuwahl des Borstandes. Charlottenburg. Mittwoch, den 19. Februar, 8%, Uhr, im Voltshause, Rosinenstr. 3: Vortrag. Genoffin Lily Braun: Goethe und die Jugenderziehung". Witterungsübersicht vom 10. Februar 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin BarometerHand mm 77093 Franki.a M 774 Banten 1774 Sten Gunst Sinblearie Belter 5 wollen! Zeinp. 89.9 Staflenen Barometer -2 Sabaranda 767 3 molten!-2 Scilly cigung Wind inbjihte 28 Better Temp. n. 210offent- 27 26ebedt 7846 -0 Betersburg 755 OD 776 929223 1 bebedt 1 bedeut 2 tberdeen 7703 1 balb bd. 4 wollig-2 Baris 775 5D 1 Rebel 7699223 5 wollen! Wetterprognose für Dienstag, den 11. Februar 1908. Bunächst ziemlich helteres groftnetter mit müßigen meitlichen Winden; Berliner etterbureau Für den Zubali ber Juierate @bernimmt die Redaktion dem Oublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 11. februar. Anjang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Galome. ( Anfang 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. große Licht. Cenriches. Die Räuber. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Theater abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 6 Uhr: Prof. Dr. Donath: Elektromechanik. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Der Kampf ums Dasein. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Das 8 Uhr. Bibi." 99 8 Uhr. Sammerspiele. Gyges und sein Schwant in 3 Aften von de Gorsse Ning.( Anfang 8 Uhr.) Lorking. Die Zauberflöte. Anfang 8 Ubr. Leffing. John Gabriel Borkman. Berliner. Der Opernball. und de Marson. Deutsch von M. Schönau. Bretillot Richard Alerander. Sonntag, den 16. Februar, 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Renes Schauspielhaus. Bolten Zentral- Theater. traßer. Neues. Simson. Luitpielhaus. Banne. Ser 0. Der rote Leutnant. • Heute u. folgende Tage 8 Uhr: er beater. Ein seltsamer Fall Schiller Charlottenburg. Maria Stuart. Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spiethans. Sein Prinzeßchen. Hebbel. Maria Magdalene. Komische Oper. Tiesland. Weiten. Ein Walzertraum. Kleines. Mandragola. Residenz. Bibi. Luifen. Des Mädchens Lebenswege. Trianon. Baron Toto. Thalia. Immer oben auf. Theater an der Spree. fritischer Zag. Ein Bernhard Rose. Die Schule des Lebens. mit Alwin Neuß. DERNHARD ROSE THEATED ( Sr. Franfinrteritz 132 Die Schule des Lebens. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Mittwoch: Der Kaufmann von Benedig. Bürgerl. Schauspielhaus. Strieg Theater an der Spreeim Frieben. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Allegia. Walzerwahn. Köpenicker Straße 68. Abends 8 Uhr: Folies Caprice. Mal was andres. Der kritische Tag. Dunkle Punkte. Eine anständige Frau. Gebr. Herrnfeld. Papa und Genoffen. Salomonisches Urteil. Morgen und folgende Tage: Hokuspokus. Neue Berliner Gesangspoffe. Kaſino. Die Freuden der Häus Metropol- Theater lichkeit. Wintergarten. Otto Reutter. Spezialitäten. Pavage. Danny Gürtler. Spes zialitäten Reichsballen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Ringkämpfer und Standidat, Bosse, sowie zwanzig Spezialitäten. 1. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergére. Spezialitäten. Tanveniße 1x 49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Stataraft. Sorsaal 6 Uhr: Prof. Dr. Donath: Elettromechanit. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Der Kampf ums Dasein. Sternwarte, valident. 57/62. Berliner Theater. Dienstag 8 Uhr: Der Opernball. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Ferdinand Vonn als Gast. Simson. Morgen und folgende Tage: Simion. Schiller- Theater. Schiller- Theater Charlottenburg. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Dienstag, abends 8 Uhr: Dienstag, abends 8 Uhr: Der rote Lentnant. Maria Stuart. Schauspiel in drei Akten von Eduard Trauerspiel in 5 Aften v. Fr. Schiller. Goldbeck und Hermann Kienzl. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mittwoch, abends 8 Ubr: Der Hexenkessel. College Crampton. Hierauf: Jungfer Immergrün Donnerstag, abends8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Ubr: Bum 1 Male: Auf der Sonnenseite. Der rote Leutnant. ( Schiller- Theater) Schiller- Saal( Charlottenburg 8 Uhr: Lieder- Abend. Anton Sistermans( Gesang), Ella Jonas Stlavier). Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Rixdorfer Theater Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Mittwoch, den 12. Februar, 8 Uhr: Gastspiel des Fräul. Adele Hartwig vom Deutschen Theater: Eva. Am Dienstag, den 11. Februar, abends 8 Uhr, spricht Dr. med. Wilhelm Winsch in Berlin, Beuth straße 19/20, über: Los vom Kirchenchristus und hin zum wahren ges schichtlichen Jesus! Schauspiel in 5 Akten von Rich. Boß. Ein Proteft gegen die Verknöcherung Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 11. februar 1908: Hinfo, ober: König der Kirche. 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Sonntags nadim. von 5 Uhr: Gemütlicher amilien- Knatseh Räume z. Beril. 30-120 Bers. Bahlst. d. Metallarb. Verb. Zahlabend. Binladung. Sterbekasse 56 Donnerstag, den 13. Februar 1908, abends 7%, br: Fortiesung der am 30. Januar 1908 veriagten Generalversammlung im Wedding Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7, Hof geradezu.[ 136] Der Vorstand. appoldt's 30 ff. Bükl. Neuer Konzertsaal Dienstag: Solisten- Abend. Dirigent: Graf. Ziehung 25 28. Februar 6. WohlfahrisGeld- Lotteric große Prachtware 40 schöne Salz heringe u. 80 Sprott per Bahu geg. Nachnahme von 2.25 M. unfrantiert nur an die Les. des Vorwärts E. Degener, Swinemünde B 2. Bruch- Pollmann empfiehltjein Lager in Bruchbandagen, -Lotteric Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, zu Zwecken der Deutschen Schutzgeblete 420 000 Lese 12977 Geldgewinne Suspensorien 1owie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Orts. u.Hülfs- Krantentasjen Berlin N., 14692* 490000 irht fothringer Straße 60. 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Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Mm. z. KkilW des.Amiick" Wim WKsdlM üm ililttwocl) findet für Berlin und Vororte der Zafylabend ftatt. Die Haufinannsgericl)tswal)len der Hrbeitgeberbeifitzer finden am Mittwoch, den t2. Februar, von 12—4 Uhr in folgenden Wahllokalen statt: i* Umsaht Stadwez. SSahl stelle 1 1, 2, 7 u. 8 2 3, i u. 201 8 4 5 6 7 8 e 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 5 N. 6 9-11 12-14 u. 10 15 u. 16 17 182021 22—25 26— 30 u. 117—118 31-42 u. 50 43—49 u. 51—62 63—80, 114-116 u. 123—125 81-113b u. 138—139 1 19-122 u. 126-127 128-135 136-137 u. 140—144 145—162 163-186 187-200 u. 202—204 205—215 218—200 216-217 u. 261a— 278 279—295 296-826o Nathans, Ging. Jiidenstratze, 3 Treppen, Zimmer 109. Turnhalle des Berlinische» Gymnasiums zum Grauen Kloster, Neue Friedrichstr. 86. Turnhalle d. 21./24.Gem.-Sch.,Hint d. Garnisonkirche 2. Tmnhalle d. 51./130. Gem.-Schule. Niederwallstr. 6/7 Turnh. d. Friedrich-Werder. Gym.. Dorolheenstr. 13/14. Tnrnh.d. Friedr.-Werder-Oberrealsch, Niederwallstr. 12. Turnhalle der 27./44. Gem.-Schnle, Wilhelmstr. 117 Turnhalle der 4./5. Gem.- Schule, Alte Jakobstr. 127. Turnhalle der 131./169. Gemeindeschule, Tempelhofer Ufer 2. Turnhalle der 107. Gemeindeschule. Genthinerstr. 4. Turnhalle der 103./116. Gemeindeschule, Hagelberger strcche 34. Turnhalle der 23./217. Gemeindeschule, WilmSstr. 10. Tmnhalle der 20. Gemeindeschule, Waldemarstr. 77. Turnhalle der 112./12S. Gemeindeschule. Wassertor- stratze 31. Turnhalle der 47. Gemeindeschule. Stollschreiberstr. 54. Tmnhalle der 62. Gemeindeschule, Schmrdstr. 38. Turnhalle der 49. Gemeindeschule, Blumenstr. 63a. Turnhalle der 23. Gemeindeschule, Strausbergerstr. 9. Turnhalle der 189./161. Gemeindeschule. Georgenkirch- strahe 2. Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, GipSstr. 23a. Turnhalle d. 15./17 1. Gemeindesch., Kastanienallee 81/82. Turnhalle der 17. Gemeindeschule, Ackerstr. 67. Turnhalle der 113./123. Gemeindeschule, Turmstr. 86. Tmnhalle der 70./202. Gemeindeschule. Ravenestr. 12. Die sozialdemokratischen Arbeitgeber haben auf Liste II fijre Kandidaten vereinigt. Pflicht aller sozial und frei denkenden Arbeitgeber ist eS. ihr Wahlrecht auszuüben und ihre Stimme für Liste II (Liste der sozialdemokratischen Arbeitgeber) abzugeben. Sie Wahl ist geheim! Jeder wählt an der W a h l ste lle des Stadt- bezirks, in welchem das Geschäftslokal liegt. Partei- Angelegenheiten. Achtung! Fünfter Wahlkreis. Die zweite Abteilung hält am Mittwoch eine» gemeinsamen Zahlabend bei Borde, Neue K ö n i g st r a tz e 7, ab. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der MteilungSführer. Charlottenburg. Der Zahlabend für die vierte Gruppe findet vieSmal in Schulz' Festfälen. Kaiser-Friedrichstrabe, gemeinsam statt. Aus der Tagesordnung steht u. a. ein Vortrag des Genossen Dr. Sutzmami. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht. Marienfelde. Den Genossen zur Nachricht, bah der Zahlabend bei B e r g e r stattfindet. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Erkner. Mittwoch, den 12. Februar, abends 3 Uhr, findet die Versammlung des WablvereinS im Lokal von Degebrodt statt. Tagesordnung: Bericht von der ÄreiS-Generalversaiumlung. Vor- trag des Genosse» Boeske-Berli» über:„Geiueiudevertreterwahlen" und Verschiedenes. ES ist unbedingte Pflicht, daß die Genossen recht zahlreich erscheinen._ Der Vorstand. Berliner JVachrichten. BerkehrSfragen. Die Verkehrsdeputation war Montag 11 Uhr zu einer auher- ordentlichen Sitzung zusammenberufen. Nach Erledigung einiger unwesentlicher Punkte wurde beschlossen, dem Statistischen Amt Mittel zur Verfügung zu stellen, um die bereits erfolgten Zählungen deS Verkehrs in den Straßen in größerem Umfange durchzuführen. DeS weiteren erstattete der Oberbürgermeister im einem ein. gehenden Referat Bericht über den Stand der Verhandlungen mit oer Regierung und der„Großen" über die schwebenden Verkehrs- fragen. Dabei war es interessant zu hören, daß schon 1905� der Direktor eines großen industriellen Unternehmens sich bemühte, Verträge zwischen der Stadtgemeinde und einer zu diesem Zweck zu gründenden Gesellschaft und der„Großen" zustande zu bringen. Bemühungen die scheiterten, die aber jetzt durch einen in der städtischen Verwaltung tätigen Abgeordneten vermittelt wurden, jedoch mit demselben Erfolg. Weiter wurde mitgeteilt, daß der ehemalige Ministerialdirektor Micke seinerzeit Verhandlungen an» gebahnt habe dahingehend, daß die Stadtgemeinde Berlin unter ge- wissen Voraussetzungen den Betrieb der„Großen" übernehmen sollte. Auch diese Verhandlungen können als gescheitert betrachtet werden, da die Forderungen in keinem Verhältnis zu dem inneren Wert des Unternehmens stehen. Selbst die Gegner des Regie- betriebes mußten anerlennen, daß die finanzielle Lage der Großen Berliner Straßenbahn keine günstige und eine Forderung, wie ste Herr Micke gestellt, nicht gerechtfertigt sei. Bei diesen Verhandlungen gab der Oberbürgermeister auch die Erklärung ab, daß die Angebote immer als an den zukünftigen Zweckverband gerichtet erachtet worden wären, keineswegs nur oder für die Stadtgemeinde Berlin geführt worden seien. Bei der historischen Darlegung über die Entstehung der neuen Verkehrspläne der„Großen" kam auch wieder markant zum Ausdruck, daß diese. Projekte der„Großen" in ganz oberflächlicher und salopper Weise bearbeitet worden sind. jedesmal» wenn ihr die UnauSführbarkeit nachgewiesen wurde, habe sie auf neue Pläne verwiesen, die sie schon wieder in Arbeit habe. Auch jetzt ist das Projekt noch nicht fertig, denn da sich die Durchquerung des sogenannten„Spindlershof" in der Seydelstraße als zu teuer herausstellt, wird jetzt geplant, den S p i t t e l m a r k t 'als Hochbahn zu überschreiten. Welche Bedeutung diese sogenannten..Verkehrsverbesserungen" für das große Publikum haben, geht daraus hervor, daß, sobald die Tunnels gebaut werden, der jetzige lO Pf.-Tarif wie folgt abgeändert werden soll. Bis zu 3 Kilometern 10 Pfennig, bis zu 5 Kilometern 15 Pfennig, darüber hinaus 20 Pfennig. Das heißt also eine ganz gewaltige finanzielle Belastung der großstädtischen Bevölkerung. Nach dem Oberbürgermeister schilderte Stadtbaurat Krause cm der Hand einer großen Zahl ausgestellter Pläne die Wirkung der Tunnelprojette auf den Verkehr. Er wies nach, daß selbst wenn, was bestritten wird, eine Verbefferung für die Potsdamer und Leipziger Straße eintreten würde, für einen anderen Teil der Stadt, namentlich für die Gertraudten- und Königstraße, eine große Belastung eintreten würde, die diese schon überlasteten «traßcn gar nicht ertragen könnten. Dabei sei auf die natürliche EntWickelung dieser Gegenden, namentlich durch den Ausbau de« Radialsystems XI und der nördlichen und nordöstlichen Vororte, gar keine Rücksicht genommen, solche müsse aber schon jetzt ins Auge gefaßt werden. Im weiteren legte der Baurat eine An- zahl Projekte von Straßendurchbrüchen zur Beschlußfassung vor, die geeignet seien, den Verkehr im Westen viel besser zu fördern und zu regeln, als die Tunnelprojekte der„Großen". Erstens Durchbruch der Voßstraße nach der Viktoria- und Tiergartenstraße, der Frobcnstraße nach der Magdeburger Straße, wodurch die Pots- damer Straße erheblich, ebenso die Leipziger Straße entlastet wird. Ferner die Untertuunelung des Potsdamer Güterbahnhofs von der Kurfürstenstraße nach der Schöneberger Straße mit einer Fahr- dammbreite von 10 Metern. Durchbruch der Lindenstraße nach dem Spittelmarkt u. a. m. Diese Projekte erfordern einen Kosten- aufwand von 34 Millionen. Die Deputation war von der Nützlichkeit all dieser Projekte überzeugt und stimmt einstimmig für die Durchführung derselben. Durch weitere Karten und Pläne wurde nachgewiesen, daß die schon oben erwähnte Entlastung auch für die Bülow-, Lützow-, Gertraudten- und Äönigstratze erreicht wird, während durch Aw läge eines je viergleisiaen Tunnels am Opernplatz und Branden� burger Tor allen, auch den.oeitgehendften Anforderungen eines großen und glatten Verkehrs genügt werden könnte. Durch diese beiden Tunnels sei dies um so leichter möglich, als in denselben keine Haltestellen, keine Weichen vorhanden sind. Die Kaufmannsgerichtswahl, die am letzten Sonntag stattgefunden hat. ergab da? folgende Re ültat: Im ganzen wurden 14 338 Stimmen abgegeben, von denen erhalten haben: die Deutschnationalen 4516(gegen 3247 im Vor' jähre), der Leipziger Verband 1540, Zentralverband 1951(gegen 2107), Verein der deutschen Kaufleute 2444,' Verein junger Kauf leute 433, der Hamburger 53er Berein 1117, Buchhandluiigsgehülsen 231, Katholischer Kaufm. Verein 219, Bankbeamten 925, Kaufmälmische Hülssvereine 962. ES entfallen demnach der Reiche nach auf Liste I 57 Beisitzer, ll 19. III 24. IV 81. V ö. VI 14. VII 3. VIII 3. IX 12. X 12. Da bei dieser Wahl anstatt 100 Beisitzer, wie vorige» Mal, 180 zu wählen waren, ist in der Beisitzerwahl schlecht ein Vergleich zu ziehen. Neben einer erheblichen Stimmenzunahme des Hirsch-Dunckerschen Vereins der deutschen Kaufleute und des gänzlich farblosen Kaust männischen Hülfsvereins ist von Bedeutung, daß der Zentralverband einen Stimmenrückgang aufweist. Es ist das zum großen Teil wohl dem Umstände zuzuschreiben, daß parallel den ReichstagSwahlen, bei der vorigen Wahl viele Mitläufer für die Liste des Zentralverbandes gestimmt hatten, die jetzt in der Aera der sozialen Scheinreformen ür die Handlungsgehülfen die Verbände zahmerer Richtung auf' gesucht haben. Unter Berücksichtigung des UmstandeS, daß alle Parteien deS Reichstags vor den Wahlen sich bemühten, den Handlungsgehülfen ihre Liebe zu beweisen, ist die Stimmenzahl des Zentralverbandes immerhin noch beachtenö wert und ein Zeichen dafür, daß eS doch nicht mehr so ganz gelingt, allen Angestellten dieses Berufes Sand in die Augen zu treuen. Ein anderer Umstand war der. daß eine große Anzahl üdischer Wähler den Antisemiten gegenüber ihren schärfsten Protest ausdrücken wollten und dafür im Verein der Deutschen Kaufleute ihre geeignete Vertretung sahen. Bemerkenswert ist überdies, daß die indifferenten Vereine bei der früheren Wahl zusammen vorgingen, wodurch auch dem Zentral- verband Stimmen zufielen, während bei der diesmaligen Wahl alle Vereine einzeln vorgegangen sind, so daß eine Anzahl Mitläufer- stünmen dadurch dem Zentralverband verloren gegangen sind. Zwischen Leipziger Verband und Deutschnationalen fand in letzter Stunde noch ein Flugblattgeplänkel statt, das nur ein Scheinmanöver genannt werden kann. Die Wahlbeteiligung selbst war gegen die letzte Wahl weit leb- haster, eS wurden über 14000 gegen zirka 11000 Stimmen ab- gegeben. Der Andrang war schon vom Morgen an sehr lebhast und hielt bis zum Schluß an,— Die Anlisemiten arbeiteten wieder mit Automobilreklame und ähnlichem. Arbeiter-BildungSschule Berlin, Grenadierstr. 37. Wegen deS am Mittwoch stattfindenden ZahlabendS fällt der Unterricht aus. Nachholung am Sonntag. 16. Februar. vornnttagS 10 Uhr. Dem„kinderfrennblichen" Stabtfreifinn» der am letzten Donnerstag endlich sich dazu aufgerafft hat, zur Speisung hungernder Schulkinder in den Monaten Februar und März den wahrlich nicht überreichlichen Betrag von 20 000 Mark zu bewilligen, wurden am Sonnabend in der General- Versammlung des Vereins für Kindervolks- k ü ch e n einige unangenehme Wahrheiten gesagt. In der General- Versammlung wurde referiert über die vom Verein veröffentlichte Denkschrift zur Frage der Kinderspeisung und sodann der Rechen- schaftsbericht über das verflossene Geschäftsjahr erstattet. Die Aussprache, die sich daran knüpfte, drehte sich hauptsächlich um die im Rathause laut gewordenen Zweifel an der Zuverlässigkeit der von der Lehrerschaft ausgeführten Recherchen. Der Vereinsvorsitzende Herr Abraham erklärte, für den Verein stehe es nach wie vor fest, daß die Recherchen der Lehrer- schaft durchaus zuverlässig seien. Er wies darauf hin. daß der Magistrat selber bei der Umfrage, die er veranstaltete, bevor er sich zur Bewilligung größerer Mittel entschließen wollte. sich nur an die Lehrerschaft gewandt hat. UebrigenS seien durch diese Umfrage sogar noch höhere Zahlen ermittelt worden als ourch die Recherchen, die von den Lehrern für den Verein aus» geführt wurden. Ueber die Stellung der Pädagogen zur Frage der Schulkindcrspeisung sprach ein Lehrer Lorenz. Auch er ver- wahrte die Lehrerschaft, die sich dem Verein zur Verfügung gestellt hat, gegen die im Stadtparlament geäußerten Zweifel. Aber da- neben erwies er freilich dem Stadtfrcisinn den Gefallen, davor zu warnen, daß die Kommune die Schulkinder„mit Mittag- essen versorge", wie„u t o p i st i s ch e S ch w ä r m e r e i" es fordere. Mit solchem Verfahren, sagte er, erziehe man nicht die Kinder zur Sclbsthülfe. Mit solchen Sicdensarten, Herr Lorenz, erzieht man nicht den Berliner Stadtfreisinn zu sozialem Empfinden. Mit denselben Redensarten werden wahrscheinlich die Frei- sinnigen des Rathauses sich um die Pflicht herumdrücken, für die Kinderspeisung den Stadtsäckel dauernd stärker zu belasten. Ver- mutlich wird die freisinnige Stadtverordnetenmehrheit nicht mal den Verein für Kindervolksküchen dauernd mit einem größeren Betrage unterstützen wollen, da ja auch er die Kinder nicht„zur Sclbsthülfe erzieht". An der Aussprache beteiligte sich auch unser Genosse Stadtv. Manasse. Er stellte den Grundsatz auf, daß für die Gemeinden und den Staat die Ernährung der Volksschulkinder eine ihrer vorne hm st en Aufgaben ist, durch deren Erfüllung auch der Erfolg des Schulunterrichtes gesteigert werden kann. Manasse geißelte die kleinliche Engherzigkeit der freisinnigen Stadtverordnetenmehrheit, die es gutgeheißen hat, daß die Recherchen der Lehrerschaft erst noch durch Organe der Armenverwaltung nachgeprüft werden sollen. Aus den Angaben über die Leistungen des Vereins sei hier noch erwähnt, daß in den drei ersten Monaten dieses Winters (November, Dezember, Januar) bereits 542 000 Portionen verteilt werden mutzten, während in denselben Monaten des vorigen WinterS nur 284 000 Portionen verteilt wurden. Die Selbstkosten pro Portion betragen rund 10 Pf., mithin hat dieser Winter bereits 54 000 M. gekostet. Auch das Vermögen, das der Verein gesammelt hatte, ist großenteils aufgebraucht worden. Uebrigens kann selbst jetzt noch lange nicht von einer Speisung der Kinder auf Stadtkosten die Rede sein. Die Stadt zahlt pro Kind 10 Pf.(in der Borlage steht:„für das Kind", nicht etwa:„für die Portion"), der Verein hat aber bisher den besonders hungrigen Kindern auf Verlangen noch eine zweite Portion und nötigenfalls sogar«ine dritte gegeben. Im Durch- schnitt atz jedes Kind 1� Portion, deren Selbstkostenpreis 15 Pf. beträgt. Mithin werden von den Aufwendungen für die rund 3300 Kinder, die 60 Tage hindurch auf Stadtkosten gespeist werden sollen immer er st zwei Drittel durch die Stadt gedeckt. 30 000 M. betragen die Selbstkosten, 20 000 M. zahlt die Stadt, den Nest muß der Verein aufbringen, wenn er die ihm überwiesenen Kinder satt machen will. Aber vielleicht kommt jetzt vom Rathause die Ordre, daß die 3300 Kinder stets nur je eine Portion kriegen dürfen, weil unsere fürsorgliche Stadtver- waltung ihre Pfleglinge vor„Uekrfütterung" schützen zu sollen glaubt.,' Die Armendirektion hielt am Montag ihre letzte Sitzung ab. In derselben wurde unser Genosse Dupont mit einigen warmen Worten durch Stadtrat Münsterberg eingeführt. Bei Einführung der Vorsteher hob der Stadtrat hervor, daß die jetzige Wirtschaft» liche Lage es ganz besonders verlangt, daß die Armenvorsteher ihr ganzes Interesse der Pflege der ärmeren Bevölkerung zu widmen haben. Wenn nur die Vorsteher und Mitglieder der Kommission dies Verlangen beherzigen würden, dann würden die Klagen über ungenügende Unterstützungen nicht so zahlreich sein. Unsere Genossen stellten den Antrag, die Speisung»- Periode der Armenküchen bis zum 1. April auszudehnen. Nach eingehender Begründung durch Genossen Hintze und Ewald stimmte die Direktion dem Antrage in großer Mehrheit zu. Ein Antrag, der von einer Anzahl Vorstehern gestellt war, die Miets- entschädigung für die Bureauräume zu erhöhen, wurde abgelehnt. Erhöhung der Schlacht- und Schaugebühren. Der Stadtverordnetenversammlung ist die angekündigte Magistratsvorlage über die Erhöhung der Schlackt- gebühren zugegangen. Sie wird wie folgt begründet:„Die drei Etats für den Viehmarkt, Schlachthos und die Fleischbeschau schließen ebenso ungünstig ab, wie im Vorjahre. Wenn auch im laufenden Jahre(1907—1908) Auftrieb und Schlachtungen mit Ausnahme der Schlachtungen für Rinder, die zurückgehen, die im Etat für 1907 angenommene Höbe überschreiten werden, so kann doch für das Jahr 1908 nicht mit Sicherheit auf eine weitere Zunahme des Auftriebes und der Schlachtungen gerechnet werden. Es ist vielmehr zu befürchten. daß mit Rücksicht auf die nicht günstige Ernte einzelner Futter» arten und auf die Lage des Geldmarktes die vorhandenen Vieh- bestände gelichtet werden, und daß für den notwendigen Nachwuchs nicht genügend Sorge getragen wird. Ferner kommt hinzu, daß das Ergebnis der Viehzählung vom 2. Dezember v. I. noch nicht bekannt gegeben ist. Der Magistrat hat danach nur bei Ländern und Kälbern eine Steigerung des Auftriebes gegen das Vorjahr um je 5000 Stück vorgesehen. Was die Zahl der Schlachtungen anbetrifft, so wird nur bei Schweinen auf eine Zunahme von 35 000 Stück, dagegen bei Rindern mit einem Rückgang von 15 000 Stück zu rechnen"sein. Um die stetig wachsenden persönlichen und säch- lichcn Ausgaben bei der Schlachthofvcrwaltung zu decken, mußte eine Erhöhung der Schlachtgebühren erfolgen, da die Einnahmen aus der Düngerverwertung in Fortfall gekommen sind, die Ein- nahmen aus dem Verkauf von Eis sich verringern, und auf eine Vermehrung der sonstigen Einnahmen nicht zu rechnen ist. Es sollen nun die S ch I a ch t g e b ü h r» n für Schweine, die im Jahre 1906 zugunsten der Schaugebühren um 5 Pf. ermäßigt wurden, um 5 Pf., also auf 1,30 M. erhöht werden. Bei dieser geringen Erhöhung würde sich ein zu allgemeinen städtischen Zwecken verwendbarer Ueberschuß von ca. 11 233 M. ergeben, während im Etat des laufenden Jahres ein Ueberschuß nicht vor- gesehen ist.— Zur Deckung der Ausgaben der Fleischbeschau im Betrage von 1 444 400 M. sind nach Abzug verschiedener Ein- nahmen im Betrage von 6650 M. an Gebühren 1 437 750 M. zu erheben. Zu diesem BeHufe müssen die Schaugcbührcn erhöht werden und zwar: für Rinder und Kälber um je 10 Pf., also auf 95 Pf. bezw. auf 45 Pf., für Fresser um 20 Pf. auf 95 Pf., für Schweine und Schafe um je 5 Pf. auf 1,10 M. bezw. 25 Pf. Nach dem K. A. Ges. und der ministeriellen Anweisung vom 10. Mai 1894 sind die Gebühren für die Untersuchung des in den öfscnt- lichen Schlachthäusern ausgeschlachteten Fleisches so zu bemessen, daß sie die Kosten dieser Untersuchung nicht übersteigen. Der nctie Gebührentarif soll am 1. April d. I. in Kraft treten und sollen von da ab erhoben werden: An Schlachtgebühren- und Unter- suchungSgebühren für Rinder: 2,45 M.(bezw. 0,95' M.) für Fresser: 1.25 M.(bezw. 0.95 M.). für Kälber 0.50 M.(bezw. 0.45 M.), für Schweine: 1,30 M.(bezw. 1,10 M.), für Schafe: 0,15 M. (bezw. 0,25 M.), für Ziegen: 0,15 M.(bezw. 0,25 M). Das Luftschifffchudi vom Sturm entführt. Der Deutsche| jebem Polizeirebier und bei der Striminalpolizei, Meganberstr. 8/6, Steglitz. Verein für Luftfchiffahrt hat einen großen Verlust erlitten, eines 2 Treppen, Bimmer 334, schriftlich oder mündlich au 471 IV 35. 08 feiner besten Fahrzeuge, der Ballon Tschudi", ift am Sonntag entgegengenommen. während des Füllens beim Tegeler Gaswerte vom Sturmwind ers griffen und schnell entführt worden. Dr. Ladenburg, Professor Dr. Abegg, der hierbei seine Führerqualififation erwerben wollte, und seine Frau batten beabsichtigt, eine Auffahrt zu unternehmen. Während der Ballon gefüllt wurde, wurde durch einen Windstoß plöglich die noch in Falten am Boden liegende Hülle herumgedreht. Hierauf preßte der Sturm den eigent lichen Ballon aus dem Netzwerk heraus. Leider war es nicht möglich geweien, rechtzeitig die Ventile zu öffnen. Aus Breslau wird von gestern gemeldet, daß der entflohene Ballon, der„ Echlesischen Zeitung" zufolge, am Sonntagnachmittag um 2, Uhr in Altrogniz bei Trautenau in Böhmen geborgen worden ist. Die Ballonhülle wies einige Nisse auf. Der Sturm am Sonntag hat in der Umgebung Berlins zum Teil erheblichen Schaden angerichtet. An der Charlottenburger Brüde verursachte er wieder einen teilweisen Gerüsteinsturz. Das eine der beiden fleinen Obeliskengerüfte war mit einer Bretterwand bekleidet, hinter welcher die Bildhauer ihre Arbeiten aus führten. Durch den Sturm wurde die Wand zum Teil losgeriffen und die Bretter auf den Fahrweg geschleudert. Der Unfall er eignete sich am frühen Morgen, als noch wenig Verkehr herrschte. Die übrigen Bretter, die auch abzustürzen drohten, wurden von der Feuerwehr entfernt. Einen Unfall hatte der Sturm gestern auf dem Tegeler See zur Folge. Zwei junge Männer hatten, obwohl das Gis durch den Winddruck vielfach zerrissen und der See von Tegel bis nach der Havel hinüber zum großen Teil offen ift, bei Saatwinkel die dort vorhandene dünne Eisfläche betreten, um von dort aus den Eislaufsport zu betreiben. Hierbei wurde einer der jungen Leute, der Tischlergeselle Kurt Kolschewsti, von einem besonders heftigen Windstoß erfaßt und in das offene Wasser geschleudert. Da das Eis an jener Stelle sehr dünn war, ber mochte ihm sein Stollege teine Hülfe zu leisten. Glücklicherweise tamen von der Pieperschen Badeanstalt Leute mit einem Kahn hinzu, so daß es gelang, den Leichtsinnigen zu retten, bevor er ernsteren Schaden genommen hatte. Das Automobil im Schaufenster. Ein eigenartiger Automobil. unfall ereignete sich Sonntagabend gegen 11 Uhr in der FriedrichEcke der Leipziger Straße. Dort versuchte der Führer einer Elektromotordroschte der Bedag- Gesellschaft sein Gefährt zu wenden. Hierbei versagte die Steuerung und die Automobildroschte jagte auf den Bürgersteig hinauf, quer über denselben hinweg und fuhr in eines der Schaufenster des Herrengarderobengeschäftes S. Adam. Das Schaufenster wurde total zertrümmert und die Auslage, ein Bosten Herrengarderoben, teils durch Glassplitter, teils durch die Räder des Kraftwagens vernichtet. Personen waren bei dem Unfall glüdlicherweise nicht verlegt worden, da ein Schuhmann die Gefahr rechtzeitig erkannt hatte und die zahlreichen Baffanten bon der gefährdeten Stelle fernhielt. Der durch das Automobil angerichtete Schaden dürfte sich auf etwa 4000 m. beziffern. Ein Glendsbild haben die Bewohner des Hauses Reichenberger Straße 155 feit acht Tagen vor Augen. In diesem Hause hatte die T0jährige Minna Balz ein Zimmer inne, für das sie 15 M. monats lich Miete an den Wirt zu zahlen hatte. Das wurde ihr sehr schwer, wie man das ohne weiteres bei einer Siebzigjährigen an nehmen tann. Die alte Frau bezieht eine monatliche Invalidens rente von 10 bis 11 M., ob fie Armenunterstüßung erhält, fonnte noch nicht genau festgestellt werden. Die B. ist geistig etwas schwach. Sturz und gut: die Frau muß wohl mit der Miete etwas in Rüdstand gekommen sein und so machte der Hauswirt furzen Prozeß und setzte die B. kurzerhand auf die Straße, ohne sich weiter darum gu fümmern, was aus ihr wurde. Die alte Frau hat, wie Mieter des Hauses versichern, mindestens acht Tage auf der Treppe genächtigt. Wenn man die jebige Witterung berüdsichtigt und dann das hohe Alter der Hinausgewiesenen, so findet man gar beine Worte, um diese Handlungsweise zu kennzeichnen. Die Wohnung hält der Wirt berschlossen. Seit Sonnabend steht die kleine Wirt schaft der Frau, bestehend aus ein paar Stühlen, einer Komode, einem fleinen Spiegel, einem Tisch, einer Sofalehne, etwas Bettzeug und einer Lampe auf dem Hofe neben dem Müllfaften. Es follen sich aber in der Wohnung selbst noch einige Kleinigkeiten befinden. Es ist ein Bild des Elends, das sich hier in der Groß: stadt Berlin entrollt. Mitleidige Arbeiter konnten dieses Bild nicht länger mit ansehen und leisteten der Bedauernswerten einstweilige Sülfe. Charakteristisch ist, daß der Eigentümer des Hauses, Herr Ed, als Schiedsmann seines Bezirkes amtiert. Als solcher wußte er ficher in kommunalen Dingen Bescheid. Wenn er schon die arme Alte heraussehen mußte, warum setzte er nicht den Armenvorsteher feines Bezirks sofort in Kenntnis, damit der sich wenigftens der Greifin annahm? U. A. w. g. Das Ginen Todesfprung im Jrrfinn verübte in der vorlegten Nacht bie 24jährige unverehelichte Anna Wagner, die bei ihren Eltern in der Brinz- Eugenstr. 12, Seitenflügel 8 Treppen, wohnte. junge Mädchen hatte fich gegen 4 Uhr morgens von seinem Lager erhoben, ohne daß die Eltern hiervon etwas bemerkten, öffnete das Küchenfenster und sprang auf den gepflasterten of hinab, wo es besinnungslos liegen blieb. Die W., die einen Schädelbruch und Brüche der Gliedmaßen davongetragen hatte, wurde nach der Unfallstation VI in der Lindower Straße gebracht, wo sie unter den Händen des Arztes verstarb. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe übergeführt. Alle diejenigen, welche mit der Vertriebsgesellschaft für Verpachtungen( Freudenberg), früher Brandenburgstraße, jest Zimmerstraße 83, in Differenzen geraten sind, werden gebeten, sich zu melden bei Rosa Bona, Marienstraße 7. Der Dritte im Bunde. Zu den zwei hier erfcheinenden Tages zeitungen, die zwar beide in einem Verlage erscheinen, aber doch zwei Herren dienen, indem sich die eine als Organ der Hausbesizers, die andere als dasjenige des Mietervereins bezeichnet, foll sich am 1. april noch eine Tageszeitung gefellen unter dem Titel„ Steglizer Tageblatt". In dieser Reugründung soll der Generalanzeigerthp" in Reinfultur erstehen. Feuerwehrbericht. Am Sonntagfrüh um 7 Uhr liefen drei Alarme ein. In der Bülowstr. 22 brannten Fußböden, in der Friedrichshagen. Anflamer Straße 48 war Fett in einer Bäckerei in Brand geraten Ein gefahrdrohender Brand brach Sonntag nachmittag in der und am Arfonaplah hatte ein Bursche den Feuermelder böswilliger am Müggelsee belegenen Villa Tannenhof, Seestraße 47, aus. Der Weise gezogen. Auch nach der Triftstraße war die Wehr um Turmflügel der leerstehenden Villa war in Brand geraten und hatte, Mitternacht böswillig alarmiert worden. In beiden Fällen durch den heftigen Sturmwind angefacht, bei seiner Entdeckung fich sind die Täter unerkannt entkommen. Gleichzeitig hatte die Wehr über das obere Stodwerk verbreitet. Die bald auf der Brandstelle in der Laufiger Straße 8 zu tun, wo in einer Küche Feuer aus erschienene Friedrichshagener freiwillige Ortsfeuerwehr löschte durch gekommen war. Ein Bodenbrand mußte in der Lüderizfstr. 59 fräftiges Wassergeben den Brand. Der durch den Brand entstandene gelöscht werden. Zwei Brände, die in Badestuben ausgekommen Schaden an dem Gebäude ist nicht unbedeutend. waren, beschäftigten gleichzeitig die Feuerwehr in der Gartenstr. 6 und Gozlowskiftr. 30. Kartons, Deden a. a. brannten Reinickendorf- Rosenthal. dert. Der 13. Zug hatte in der Kleinen Hamburger Straße 24/25 Großfeuer am Bahnhof Reinickendorf- Rosenthal. In der Nacht zu tun, wo ein Ballon mit Salzsäure geplakt und ausgelaufen zum Montag brach in der Schillerstraße am Nordbahnhof Reinidens war. Küchenbrände mußten in der Görlizer Straße u. a. Stellen dorf- Rosenthal ein gewaltiger Dachstuhlbrand aus, an dessen Bes gelöscht werden. In Moabit, in der Wafferthorstr. 23 u. a. Orten fämpfung fünf Feuerwehren aus den nördlichen Vororten die ganze hatte die Wehr kleine Wohnungsbrände zu löschen. Ein Schal- Nacht über zu tun hatten. Als das Fener, dessen Ursache noch nicht dedenbrand wurde aus der Voigtstr. 39 gemeldet. Ferner liefen festgestellt werden konnte, entdeckt wurde, standen die Bodenräume noch Feuermeldungen aus der Mühlenstr. 75, Brinz- Gugenstr. 16 des großen, drei Etagen hohen Wohnhauses bereits in hellen u. a. Straßen ein. Flammen. Die Wilhelmsruher Ortswehr traf erst nach geraumer In der Nacht zum Montag wurde der 8. Zug nach der Zeit ein und mußte über eine Viertelstunde lang ratlos dem Feuer Stalizer Straße 109 alarmiert, wo in einem Schuhwarenladen zusehen, weil die Führer nicht wußten, wo die Wafferleitungs Regale ufto. in Flammen standen. Gleichzeitig hatte der 13. Zug hydranten auf der Straße liegen. Als endlich ein Hydrant entdeckt in der Joachimstr. 6 zu tun, wo in einer Stellerwohnung Balten war, trafen bereits die Wehren aus Rosenthal und Reinicken und Deden usw. brannten. Am Luifenufer 47 wurden Kleider, dorf ein. Nun stand aber auch schon der ganze Dachstuhl des zwölf Wäsche u. a. um 12 Uhr nachts ein Raub der Flammen. In der Fenster breiten Hauses in hellen Flammen und unter lautem Strachen Friedrichsfelder Straße 14 war in einer Bäderei Feuer ausgestürzte das Dach ein. Erst als der Führer der Wehr Reinickendorffommen. Unter den Linden 30( Habel) waren in einer Wohnung Ost die Leitung übernommen und die richtige Aufstellung der Balken, Fußböden usw. in Brand geraten und in der Greifswalder zwei vorhandenen mechanischen Leitern angeordnet hatte, konnte das Straße 34 hatten sich Breßfohlen entzündet. Ferner hatte die Feuer energisch bekämpft werden. Es war aber nicht mehr zu ver Feuerwehr auf einem Neubau am Georgenkirchplatz 34 zu tun, neiben, daß einige Wohnungen des oberen Stodwerts vollständig Außerdem ausbrannten. Die Bewohner fonnten nichts als das nackte Leben wo durch Unvorsichtigkeit Feuer ausgekommen war. wurden noch Brände vom Oranienplah, aus der Paulstr. 8 u. a. retten. Frauen und Kindern wurde von Bewohnern benachbarter Stellen gemeldet. Häuser Unterkunft gewährt. Der angerichtete Schaden beziffert sich auf tausende von Mart. Potsdam. Lichtenberg. Vorort- Nachrichten. Achtung Gewerbegerichtswahl! Die letzte Wahlvereinsversammlung erledigte verschiedene Vereins. gefchäfte. Denjenigen Mitgliedern, die sich bei den Stadtverordneten wahlen nicht beteiligt haben und deren Gründe man nur in be Mittwoch, den 12. februar, nachmittags von 3-8 Uhr, finden schränktem Maße anerkennen fann, soll eine Rüge erteilt werden; ausgeschlossen wird Maurer Kraft, der als Wahlvereinsmitglied die die Wahlen der Beisitzer der Arbeitnehmer zum hiesigen Gewerbe- Gegner gewählt hat. Im übrigen beschäftigte man sich mit der am gericht statt. Drie herrschenden Arbeitslosigkeit. Es ist Pflicht aller arbeitslosen Parteigenossen die vom Gewerkschaftsfartell für kommenden Mittwoch, vormittags 10 Uhr, einberufene Arbeitslosenversammlung zu besuchen, in welcher Bericht über die Antwort des Magistrats auf die in der vorigen Versammlung beschlossenen niche gegeben werden soll. Aufgenommen wurden sechs neue Mitglieder. Wahlberechtigt ist, wer das 25. Lebensjahr vollendet hat und zur Zeit der Wahl am Orte wohnt oder beschäftigt ist. Da bei der Wahlhandlung die Arbeiter sich legitimieren müffen, liegen im Rathause in der Dorfstraße und in der Vorwärtsspedition bei D. Seifel, Kronprinzenstraße 50, Formulare aus, welche die wähler ausfüllen mögen. Diejenigen Wähler, welche am Drte arbeiten, laffen diese Formu lare vom Arbeitgeber unterschreiben und wählen in dem Bezirt, in welchem der Arbeitgeber wohnt oder seine gewerbliche Nieder laffung hat. Alle am Orte wohnhaften, aber nicht arbeitenden Wähler laffen diefelbe vom Einwohnermeldeamt des Ortes unterstempeln. Auch genügt für diese Wähler die Quittung der letztgezahlten Steuer oder Mietskontratt. Gewählt wird in vier Bezirken. die Einen interessanten Einblick in die bisherigen Gepflogenheiten der biefigen Stadtverordnetenverfammlung gestatten die Borkomm niffe in der legten Zeit. Man kann fich danach der Ansicht nicht verschließen, daß von verschiedenen Seiten versucht wird, auch das mandates geschenkte Vertrauen zu persönlichen Vorteilen auszunuzen. von der Bürgerschaft durch lebertragung eines Stadtverordneten Schon in der ersten diesjährigen Sigung benußte der Oberbürger meister die Gelegenheit der Einführung der neugewählten Stadtverordneten und, wie es schien, wohl nicht ohne jede Absicht, auch den älteren Stadtverordneten klar zu machen, daß hier jede Das Wahllokal im ersten Bezirk ist Restaurant Paul Schwarz, fleinliche Bezirksvereinspolitik, die nicht zum wenigsten Versammlung beherrschte, berschwinden müsse, daß man fich Dorfstr. 25/26. dagegen nur von allgemeinen Gesichtspunkten leiten laffen müsse. pellation wegen der Erhöhung der Hypothekenzinsen aus städtischen Geldern auf Antrag des Oberbürgermeisters die beteiligten Mitglieder den Saal verlassen, da er deren Mitarbeit in diesem Falle als ungefeßlich nicht dulden würde; dabei hatte sich gerade einer dieser Beteiligten zum Wort gemeldet. Jegt wird weiter bekannt, daß verschiedenen Stadtverordneten, ja felbft Mitgliedern einzelner Spezialkommissionen die von diesen ausgeschriebenen Arbeiten im Wie leicht fann es da bor Submissionswege übertragen werden. tommen, daß bie durch die Eigenschaft als Stadtverordneter bes tannt gewordenen Einzelheiten zum persönlichen Vorteil und zum Schaden der Mitbürger benutzt werden. Hier Wandel zu fchaffen, ist eine dringende Notwendigkeit. Vor allem müßte sich die Potsdamer Arbeiterschaft, auch wenn sie leider immer noch nicht im Rathause vertreten ist, mehr mit der Tätigkeit des Stadtparlaments beschäftigen. Kandidat: Karl Kruse, Former, Hagenstr. 51. Zweiter Bezirk. Wahllokal: Restaurant von Gürsch( Stron- In der letzten Sigung mußten dann wiederum gelegentlich der Interprinzen- Garten), Frankfurter Chauffee 128. Kandidaten: Moris Henschel, Maler, Frankfurter Chauffee 90. Gustav Holdad, Fabritarbeiter, Pfarrstr. 32. Ludwig Luster, Maurer, Gürtel- straße 25 a. Dritter Bezirk. Wahllokal: Gasthof zum Schwarzen Adler, Gebr. Arnhold, Frankfurter Chauffee 5/6, Kandidaten: Albert Hammermann, Holzarbeiter, Frankfurter Chauffee 19. Waldemar Graf, Hutmacher, Frankfurter Chaussee 19. Bierter Bezirk. Wahllokal: Prachtsäle des Ostens( Juhaber Dstar Granz), Frankfurter Allee 151/152. Kandidaten: Richard Hoff, Eisendreher, Frankfurter Chauffee 153. Otto Schilling, Bauarbeiter, Mainzer Straße 25. Arbeiter Lichtenbergs! Agitiere jeder Einzelne auf feiner Arbeitsstätte für diese Wahl, damit die vorgeschlagenen Standidaten nicht nur gewählt werden, sondern auch imponierende Stimmenzahl auf sich vereinigen. Gewerkschaftskommission Berlin( Abteilung Lichtenberg.) eine Mit der morgen stattfindenden Gewerbegerichtswahl wird sich eine zu beute abend 81%, Uhr, im Lokale von Gürich, Kronpringen garten", Frankfurter Chausse 12, einberufene öffentliche Verfanumlung beschäftigen. Genosse Arbeitersekretär Ad. Ritter wird über:" Die Bedeutung der Gewerbegerichte für die Arbeiter" referieren. Gerichts- Zeitung. Unberechtigte Bersammlungsauflösung. Als der Medalteur Rater aus Beriin in Krefeld einen Vortrag über Wandlungen in der proletarischen selaffe halten wollte, forderte ein Polizeibeamter den Vorsigenden der Versammlung auf,. das Wort zu entziehen. R. wollte darauf über das Thema„ Warum organisieren wir uns?" sprechen. Der Polizeibeamte drohte aber, die Versammlung In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwarten wir, daß aufzulösen, wenn R. sprechen würde. Man besprach das Lofal bis auf den legten Blazz gefüllt ist. Agitiert daher für das Auftreten des Polizeibeamten lebhaft in der Versammlung. regen Besuch dieser Versammlung. Dieser löste schließlich die Versammlung auf, Gewertschaftstommission Berlin( Abt. Lichtenberg). als St. anfing, einige Worte zu reden. Nach fruchtlofer J. A.: Das Wahlkomitee. Beschwerde erhob St. gegen den Oberpräsidenten Klage beim Dies septe den Be Ein schwerer Susammenstoß im Straßenbahnbetriebe hat fich am Sonnabendabend auf dem Gesundbrunnen zugetragen. In der Reinickendorfer Straße, in der Nähe des städtischen Kinderfrankenhauses versuchte ein Kutscher der Speditionsfirma Karl Müller aus der Pistoriusstraße noch kurz vor dem Serannahen eines Straßenbahnwagens der Linie 32 mit einem mit Kisten hochbeladenen Rollwagen die Gleise zu freuzen. Bei der kurzen Ents Die junge Stadt scheint zum Aschenbröel der Berliner Vororte Oberverwaltungsgericht. fernung vermochte der Führer den Motorwagen nicht mehr früh genug zum Halten zu bringen und so tam es zu dem unvermeid. ausersehen zu sein. Was andere nicht haben wollen, kann in Lichtenheid des Oberpräsidenten dieser Tage außer lichen Busammenstoß. Eine große Kiste stürzte dabei bon dem berg Unterkunft finden. Schon seit einiger Zeit hält die Frage der Straft. Nach dem Vereinsgefez, hieß es in der Urteile begründung, Rollfuhrwert herunter und fiel unglüdlicherweise auf die Border Errichung einer Talgichmelze, die von der Berliner Häuteverwertung darf eine Versammlung aufgelöst werden, wenn in der Versammlung plattform bcs Motorwagens. Der Fahrer und ein Fahrgast G. m. 6. S. projeftiert ist, die Gemüter in Aufregung. Nun hat der Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine Aufforderung wurden am Stopf getroffen und nicht unerheblich verlegt. Ein Bezirksausschuß zuungunsten der gegen die Anlage gerichteten oder Anreizung zu strafbaren Handlungen enthalten. Vorliegend britter Passagier fam mit leichteren Verlegungen davon. Der Oppofition entschieden. Mit dem Bau der„ Parfüm"-Fabrit soll fo- fehlte es an Tatsachen, welche die Annahme rechtfertigen konnten, die Erörterungen würden der Verfolgung strafgefezwidriger Zwede Borderperron des Straßenbahnwagens war bei dem Zusammen- fort begonnen werden. dienen. Die Befugnis der Polizeibehörde, gegen Versammlungen floß teilweise zertrümmert worden. Einer der Verletzten mußte irdorf. einzuschreiten, ist durch§ 29 der Verfassung und das Vereinsbas Birchowfrankenhaus aufsuchen. nur Versammlungen dürfen dann bers gefeg beschränkt. werden, tenn bon boten es vornherein feststeht, follen berfolgt werden. Die ftrafgefezwidrige Zwede allgemeine Befugnis der Polizei, Störungen der öffentlichen Ordnung, Ruhe und Sicherheit, wo solche von gewiffen menschlichen Handlungen zu befürchten sind, durch das Verbot dieser Handlungen zu verhindern, erfährt bezüglich der Versammlungen von preußischen Staatsanges hörigen insoweit eine Einschränkung, als ihr das in der Verfassungsurkunde gewährleistete Grundrecht der Versammlungsfreiheit ent gegensteht. Versammlungen in geschlossenen Räumen können nicht deshalb verboten oder aufgelöst werden, weil befürchtet wird, es fönnte die öffentliche Ruhe und Sicherheit gefährdet werden. Durch den Zusammenbruch der Banffirma Friedberg find etwa 120 Angestellte in Mitleidenschaft gezogen. Ein Antrag auf Konkurseröffnung soll noch nicht gestellt sein. Ueber die Ursache zu der Arise verlautet, daß Friedberg ein sehr loderes Leben geführt habe; speziell in" Damen" bekanntschaft habe er mit dem Gelde nur so um sich geworfen. Neber den Sturz eines Dienstmädchens aus der zweiten Etage des Hauses Frankfurter Allee 25 berichteten wir fürzlich in unserem Blatte. Hierzu wird uns mitgeteilt, daß das Mädchen, welches bald ein Jahr bei seiner Dienstherrschaft war, seit dem Tode seiner Mutter häufig Riebergeschlagenheit gezeigt haben soll und daß der Vorfall eine solche Gemütsbewegung zur Ursache habe. Das Mädchen foll später im Strankenhause erklärt haben, daß es selbst nicht wisse, was es eigentlich gewollt habe. Bermißt wird der Arbeiter Otto Müller, am 23. Juni 1889 in Berlin geboren, seit dem 10. November 1907. Er ist mittelgroß, bon schlanker Gestalt, hat hellblonde Haare, blaue Augen, außergewöhnlich starke Nase, dice Lippen, vollständige Zähne, blaffe Gesichtsfarbe und geht etwas gebüdt. Auf dem rechten Arm hat er .Glaube, Liebe, Hoffnung" tätowiert. Bei seinem Fortgang war er befleidet mit schwarzem Schlapphut, graufariertem Jadett und ebensolcher Wefte, dunkler Hose, grauen Strümpfen und Bug Stiefeln. Rachrichten über den Verbleib des Vermißten werden in Not und Entbehrung haben den Dachdecker M. auf die Bahn des Verbrechens getrieben. M. hatte vor einiger Zeit eine Strafe in Hamburg verbüßt und von dem Gelde, das er während seiner Haft verdient hatte, tanfte er sich ein Billett und fuhr nach Berlin, um sich hier wieder Arbeit zu suchen. Aber vergeblich lief er von einem Arbeitgeber zum andern. Inzwischen waren die geringen Ersparnisse vollständig aufgezehrt. M. mußte jest bittere Not leiden. Er bes trat von nenem die Bahn des Verbrechens. In dem Hauptposts gebäude verübte er einen schweren Einbruchsdiebstahl. Während sich der Postfchaffner Gerhard, der mit seiner Familie in dem Poft gebäude wohnt, im Eßzimmer aufhielt, schlich sich M. in das nebenan liegende Schlafzimmer und stahl dort zwei Damenuhren, Ringe, goldene Ketten und andere Wertsachen. Er entfam allerdings uns behelligt, wurde jedoch beim Versehen der gestohlenen Wertobjekte abgefaßt und der Polizei übergeben. Charlottenburg. Die Allgemeine Ortsfrankenkasse veranstaltet in der Aula der Gemeindeschule Nehringstr. 10 eine Anzahl Vorträge, die sich mit der Gefundheitspflege beschäftigen. Der erste Vortrag wird vom Profeffor Dr. Straus am Mitwoch, den 12. Februar, abends präzise 8 Uhr, über Verdauung und Ernährung" gehalten. Weitere Vorträge finden statt am 19., 26. Februar, 4. und 11. März. Der Be fuch der Vorträge ist für jedermann unentgeltlich. Dauer der Vorträge nicht über eine Stunde. Fragestellung ist geftattet. Das gerichtliche Anerkenntnis, daß die Wersammlungsauflösung rechtswidrig erfolgt und zu Unrecht vom Regierungs- und vom Oberpräsidenten gebilligt wurde, vermag die rechtswidrig erfolgte Vereitelung der Versammlung nicht ungeschehen zu machen. Mehr als zweifelhaft ist es, ob nunmehr eine Anflage wegen Mißbrauchs Die Straflosigkeit von der Amtsgewalt erhoben werden wird. Beamten für von ihnen vorgenommene oder gebilligte verfassungswidrige Handlungen beweist, daß Breußen nicht Rechtsstaat, sondern Polizeistaat ist. Ein schwerer Bauunfall, bei welchem ein Arbeiter getötet und vier andere fchtver verlegt wurden, hatte gestern ein gerichtliches Nachspiel vor der ersten Straf ammer des Landgerichts II. Wegen fahrläffiger Tötung und Ver.1.Wenn du nicht die Kurloften Bezahlt, dann bulbe ich dich nicht| Schiffes allem Anscheine nach nur drei gerettet wurden. gehens gegen die anerkannten Regeln der Bankunft waren angeklagt länger im Dorf", fagte der Gemeindevorsteher zu Preuß Das Echiff erlitt schwere Hawarien, in der Nähe von Manila mußte der Tiefbauunternehmer und Hauptmann a. D. und schleppte ihn auf das Gemeindeamt. Epäter ging Preuß ins die Mannschaft das Echiff aufgeben und in zwei Booten Rettung Rudolf Krone, der Bautechniker Albert Lange und Lokal zurüd und sagte zu Frau Lindenau:" Nun ist mein Geld suchen, das eine derselben erreichte die Küste, das andere ist verder Maurerpolier Anton Rollarczyt. Die Gemeinde weg!" Der fo bergewaltigte Preuß zeigte den Vorfall schollen. Steglig hatte im Herbst vorigen Jahres den Beschluß gefaßt, zur der Staatsanwaltschaft an. Gemeindevorsteher, Schöffe, Dover, 10. Februar. Die englische Barke„ Perlenfischer" ist bei Abwendung der Ueberschwemmungsgefahr bei Wolfenbrüchen einen Gastwirt Lindenau und seine Frau wurden vor den dichtem Nebel in der Nähe von Tungeneß mit einem anderen noch Notauslaẞ herzustellen, der in die Bäte münden sollte. Mit der Amtsvorsteher geladen, wo sie die Sache aber ganz anders unbekannten Schiffe zufammengestoßen und mit Mann und Maus Ausführung dieses Projekts wurde der Angeklagte Krone betraut, der darstellten. Die Folge war eine Anlage wegen falscher An- untergegangen. Inhaber eines größeren Tiefbaugeschäfts ist. Die Anlage geschah schuldigung gegen Preuß. In der Straflammerverhandlung stellte Der Flug durch die Lüfte. Der franzöfifche Luftschiffer Graf in der Weise, daß ein tiefer Graben ausgehoben wurde, sich der oben geschilderte Sachverhalt heraus. Die drei Zeugen de la Bauly und der Ingenieur Julliot, der Erfinder der„ Patrie", überin welchem dann die ziemlich große Abflußröhre aufgemauert wurde. Lindenau und Frau und der Schöffe Jacobsen flogen, Londoner Meldung zufolge, gestern mit dem Ballon„ Walküre" Am 20. November v. 3. gegen 8 Uhr abends ereignete fich an einem erzählten alle dasselbe Märchen, das sie dem Amtsvorsteher auf den Aermelkanal. Die beiden Franzosen wurden von drei englischen cben fertiggestellten Stück der Röhre ein entfeglicher Unfall. Das gebunden hatten. Erst nachdem sie wiederholt auf die Folgen Bajagieren begleitet, die gleichzeitig mit zwei anderen Ballons neue Mauerwerk stürzte plöglich zusammen und begrub fünf Arbeiter des Meineids aufmerksam gemacht waren, be- aufgefliegen waren. Die Landung erfolgte in der Grafschaft Kent. Der Arbeiter Raddaczemsty erlitt so fannen fie fich allmäblich auf die Vorgänge. Gemeindes schwere Verlegungen, daß er auf dem Transport nach dem Krankenhause berita r b. Die übrigen hatten schwere innere Berlegungen erlitten. Die polizeilichen Erhebungen hatten die vorliegende Anflage Die zur Folge. beiden ersten Angeklagten sollten infolge einer ungenfigenden Auf sicht Schuld an diesem Unglüd haben, während Kollarczyk dadurch fahrlässig gehandelt haben sollte, daß er, bevor der ver. wendete Zement die genügende Bindefähigkeit erlangt hatte, das als Stüze dienende Holzgerüst entfernt hatte. Die Beweisaufnahme erbrachte, daß von Krone und Lange nicht nur der Angeklagte Kollarczyt, sondern auch noch ein nichtangeklagter Regierungsbauführer Röhr mit der Leitung und Beaufsichtigung des Baues betraut worden war. Gegen die Angefchuldigten Krone und Lange lautete deshalb das Urteil auf Freisprechung. Rolleriagt wurde zu einer Geängnisstrafe von 2 Monaten verurteilt. unter fich. Ein Muster- Fabrikant. vorsteher Eichhorn wurde nicht vernommen; er steht in dem Verdacht, die Beugen zu einer falschen Aussage veranlaßt zu haben. Jacobsen erklärte die übereinstimmende Aussage vor dem Amtsvors steher dahin, daß sich alle vier im Amtszimmer zu gleicher Zeit befanden. Eichhorn wurde zuerst vernommen und die anderen sagten dann dasselbe aus, was Eichhorn befundet hatte. Der Angeklagte wurde natürlich freigesprochen und auch die ihm erwachsenen baren Auslagen der Staatsfasse auferlegt. Werden nun der Gemeindevorsteher und seine Kumpane wegen Erpresiung und wissentlich falscher Anschuldigung unter Auflage kommen? Vermischtes. In den Flammen umgekommen. Schneeverwehungen und Bahnunfälle. Wie aus St. Georgen( Schwarzwald) berichtet wird, fanden Am Sonnabend gelangte vor dem Schöffengericht in Effen eine bei einem Feuer in dem einfam gelegenen Hause eines Arbeiters die Beleidigungsflage des Schokoladefabrikanten Wern balbgelähmte Mutter des Befigers sowie seine drei Kinder im Alter scheid gegen den Redakteur Vallen zur Verhandlung, die von 1-4 Jahren den Tod in den Flammen. mit einer moralischen Hinrichtung des Fabrikanten endete. In dem Aus Posen wird von Sonntag gemeldet: Heute nacht entstand von Vallen redigierten Blatt war mitgeteilt, nach der Mitteilung in dem Hause Lorenzstraße 20 Feuer, das sehr schnell um sich griff. des Bielefelder sozialdemokratischen Organs habe Bernscheid eine Eine Witwe und ihr einjähriges Kind sind erstickt, eine andere Witwe Fabrikausseherin M. in Elberfeld, die wegen fündigungsloser Ent. lassung gegen ihn geflagt hatte, in seine Fabrit gelodt und ihre 20 jährige Tochter an Rauchvergiftung schwer erkrankt. Beim und sie zu bewegen gesucht, alle gegen ihn angestrengten Klagen Sprung aus dem Fenster des zweiten Stockes wurden ferner eine zurüdzunehmen. Er bot ihr dafür 150 m. an unter der Bedingung, Frau und eine 27 jäbrige Arbeiterin schwer verletzt. Sämtliche Verdaß sie sofort ins Ausland abreise. Als sich die M. Hierauf nicht eins unglückte find ins städtische Krankenhaus gebracht. lassen wollte, sperrte Wernscheid fie turzerhand ein In Altenessen erlitt nachts bei einem Brande eine Frau, die sich und mishandelte fie. Und damit noch nicht genug, ließ durch Herausspringen aus dem Fenster retten wollte, so schwere Verer fie unter der Angabe, fie bätte einbrecen legungen, daß sie bald darauf starb. wollen, berhaften. Nach Feststellung ihrer Personalien wurde sie jedoch wieder entlassen. Sie hat gegen Herrn Wernscheid, der sie schon früher mißhandelt hat, wegen Freiheits Von Königsberg i. Pr. wird mitgeteilt: Am 10. Februar beraubung, Mißhandlung und Nötigung Strafantrag bei der Staats 3 Uhr 80 Minuten vormittags fuhr eine Leermaschine von anwaltschaft gestellt. Herr Wernscheid hatte früber in intimen Bes ziehungen zu der M. gestanden, denen zwei Kinder entsprossen find. Baitfowen bei der Einfahrt in den Bahnhof Neuendorf auf den Nun sei fie ihm läftig geworden, und er möchte sie sich unter allen bort im Schnee festgekommenen Zug 361. Die Maschine und fämt. Umständen vom Halse schaffen. An diefer Wiedergabe der Mitteilungen liche Wagen sind beschädigt. Zwölf Personen find verlegt, ein Reisender und ein Heizer schwer. Die Strecke Lyd- Johannisburg der, Bielefelder Bollswacht" war eine mit feiner Schmeichelei versehene Kritik geknüpft. Dadurch fühlte der Fabrikant fich beleidigt und strengte ist bis auf weiteres durch Schneeverwehung gesperrt. Die Dauer der Verkehrsstörung ist vorerst unbestimmt. Die Verlegten wurden Relage gegen den Redakteur an. In der Verhandlung wurde festgestellt, mit Hülfszug nach Lyd übergeführt. Die Untersuchung ist eins daß Wernscheid wegen der in dem Bielefelder Organ veröffentlichten. Jon Vallen wiedergegebenen Mißhandlung zu zwei Monaten Deutsch- Eylau, 10. februar. Die Streden Gr. Kofolau- Soldau Gefängnis berurteilt worden war. Daß Wernscheid den Einbruch fingiert und eine wiffentlich falsche Anschul- und Bajonetowo- Loebau sind wegen Schneeverwehungen auf etwa 24 Stunden gesperrt. digung gegen die M. erhoben hatte, wurde gleichfalls erwiesen. Mißhandelt hatte W. die M. mit einer undepeitsche, an Erdbebenmeldung. Die Erdbebentarte Strietern zeichnete, Bres der sich sieben bis neun Riemen von der Stärke eines halben lauer Meldung zufolge, vorgestern abend ein starkes Erdbeben in Fingers und etwa 80 Bentimeter Länge befanden. einer Entfernung von 8000 Stilometern auf. Die Bewegung dauerte Gericht erachtete den Beweis für den oben wiedergegebenen von 7 Uhr 23 Minuten bis etwa 8 Uhr 45 Minuten. Sachverhalt vollinhaltlich erbracht. Darin, daß in der Kritif giveimal der Fabrikant mit einem mit 2 beginnenden Namen belegt ivar, erblidte es aber eine formelle Beleidigung, die es mit 20. abudete. Der Fabrikant hatte übrigens die M. auch noch des Meineides und Betruges befchuldigt, bas Schwurs gericht sprach die M. frei und veranstaltete unter sich eine Gelb fammlung für die zu Unrecht Beschuldigte und Angeklagte. Rechtsbewußtsein hätte es entsprochen, wenn trotz des scharfen Worts Freisprechung des Redakteurs erfolgt wäre. Die deutsche Sprache bat doch auch herabfegende, beschimpfende Worte zur Kennzeichnung bestimmter Berfonen, nicht zum Nichtgebrauch gefchaffen. Ländliche Gemeindebeamte. Das Dem geleitet. Eine Eifersuchtsszene. Nach einer Meldung aus Königshütte brachte vorgestern der Arbeiter Blattuschta feiner Braut einen Messers stich in der Brust bei. Das Mädchen ist gestern gestorben. Ueber einen folgenschweren Bahnfrevel wird aus Brüssel gemeldet: In der Nacht zum Sonnabend entgleiste auf der Strede Spaa- Landen bei dem Dorfe Wamant die Lokomotive des gegen 7 Uhr von Spaa abgegangenen Bersonenzuges und stürzte in den Der Maschinist längs des Schienenweges gezogenen Graben. wurde getötet, drei andere Bugbeamte tödlich berlegt, awei Reisende erlitten erhebliche Verlegungen. Der Bug geriet in Die Untersuchung Feuer, das jedoch bald gelöscht werden konnte. ergab, daß die Schienen auf einer Strede von etwa 100 Metern von verbrecherischer Hand aufgerissen worden waren. Die Werkzeuge, deren sich die Bahnfrevler bedient hatten, sind in der Nähe des Bahnlörpers aufgefunden worden. Ein Arbeiter August Breuß war im Jahre 1902 bei dem Gastwirt Lindenau in Stuba in Arbeit. Er wurde frant und mußte ins Krankenhaus gebracht werden. Vorher übergab er Lindenau 50 M. zur Aufbewahrung. Als Preuß nach feiner Heilung im Lindenaufchen Lokal den Gemeindevorsteher Eichhorn und Schiffsunfälle. Londoner Meldung zufolge stieß Sonntag früh den Schöffen Befizer Adolf Jacobsen traf, wurde er aufgefordert, 76,50 M. Kurfosten, die die Gemeinde gezahlt habe, zu bei dichtem Nebel der holländische Dampfer Vondel van Amsterdam" erstatten. Der Schoner dazu Preuß erwiderte, fei er nicht verpflichtet. mit dem Schoner Fischer vom Barrow" zusammen. Die Krankenkaffe habe für ihn aufzukommen. Jhin wurde fant fast augenblicklich. Die aus acht Mann bestehende Besatzung ist erwidert: 8able er nicht, fo würde man ihn binden ertrunken. und seine Kleider durchsuchen. Bum Zeichen dafür, daß es Eine Meldung aus Rouen vom 9. Februar besagt: Die Reeder ihm ernst mit der Drobung fei, ergriff der Gemeindevorsteher des an der philippinischen Küste gefundenen Dampfers Tiberghien" niebrere im Gasthause liegende Stränge und zeigte fie Breuß. find benachrichtigt worden, daß von 30 Mann der Besatzung des Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis Todes- Anzeige. Am 7. d. M verstarb unser Mitglied, der Bader Hermann Sehmidt, Brunnenstraße 33. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 4 Ubr, Be der Leichenhalle des ElisabethKirchhofs, Prinzen- Allee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 224/18 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Todes- Anzeige. Den Genossen hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Reisende Hermann Mittag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 11. Februar, nachmittags 4 Uhr. auf Dorotheen- Kirchhof, Reinidendorf West, statt. dem Um zahlreiche Beteiligung ersucht 250/4 Der Vorstand. Kassenbäder Verband der Maler, fackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Gustav Paulaseck am 9. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 12. Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Sebastian Kirchhof, Humboldtstraße, statt. 181/6 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Für die überaus zahlreichen Beweise der Teilnahme, die uns aus Anlag des Hinscheidens unferes lieben unvergeßlichen Sohnes, des Kontrolleurs Eduard Düring geworden sind, fagen wir unseren innigsten Dant. 285/12 A. Babendererde und Frau. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Baters Bruno Rinkowski fagen wir allen Genossen, Freunden und Kollegen, besonders dem Berliner Arbeiter- Radfahrerverein, dem Gieß jeder Art Augusta- tannenverein und bem Mufitverein Bad, Stopeniderftr. 60 Einigkeit unferen Dant 126 Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 6.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Christow Ponto verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus. firchhofes in Nigborf, Hermannstraße, aus( tatt. Um rege Beteiligung bittet 254/3 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten teilen wir hierdurch mit, daß unser lieber Vater Wilhelm Becker Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn Karl im Alter von fünf Jahren nach furzen aber schweren Leiden fanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bitten LOB Otto Steinborn nebst Frau. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 12. d. M., nachmittag 5 Uhr von der Reichenhalle des Zehlendorfer Kirchhofs aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bestoßer Fritz Haase gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Ortsverwaltung 111/18 Briefkaften der Redaktion. Die inriftifche Sprechstunde fuder Lindenstraße Nr. 3, giveitet Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Sabrftubl wochentäglich abende von 7 bis 9% hr statt. Geöffnet 7 1hr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Babi als Wierfzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 2. Nigdorf. Da in Ihrem Falle nach Ihrer Schilderung ein Stauf vertrag und fein Leisvertrag vorliegt, so würden Sie nur zur Zahlung bes Renes verurteilt werden tönnen. Sollte das Urteil anders ausgefallen sein, so sprechen Sie mit der Selage und einer Abschrift des Urteils in der juristischen Sprechstunde vor. Rattowit. 1. Nachteiliges über die Gesellschaft ist uns nicht bekannt. 2. Lesen Sie zunächst Grundsäße und Forderungen der Sozialdemokratie, erläutert von Schoenlant und Stautsky. 3. Ja, aber ein Pflichtteil tann nur geltend gemacht werden, wenn in der Tat Nachlaß vorbanden war. 4. Die Rechte müßten auf dem Wege der Wikbegierig. 1. Ja. 2. Der Lohn ist lage geltend gemacht werden. ou sablen. 3. Stets. Dem Arbeiter fann Ausschluß der Kündigungsunter Einhaltung ber frift nicht aufgedrungen werden, er fann nur 14 tägigen Frist entlassen werden. 4. Das Recht auf Bension ist bei der Gesellschaft fein unbedingtes. 5. Wenden Sie fich an die Charité. nach der in Ihrer Gegenwart erfolgten Berfündigung des Urteils Berufung B. F. 71. In der Beleidigungsflage hätten Sie innerhalb einer Woche einlegen müssen. Jetzt ist die Sache rechtskräftig. In der Mietssache ist für Aufstellung der Klage das Amtsgericht zuständig. 8. 1. 1. Ja. 2. Die Notwendigkeit fremder Hülfe muß ausdrücklich anerkannt sein. O. 5. 101. Das Tragen von Waffen mit Ausnahme von in Stöden oder Röhren verborgenen Stoß-, Hieb- oder Schußwaffen(§ 367 Biffer 9 St.-G.-B.) ist in Deutschland nicht verboten. Nach der herrschenden Anschauung tann aber das Waffentragen durch Polizeiverordnung verboten R. R. 10. Benden Sie sich an die Internationale Schlaf wagengesellschaft, unter den Linden. F. F. 88. Geringe Erweiterung der Blutadern an den Beinen, welche die Fähigkeit zum Dienen nicht ausschließen. M. R. 100. 1. Nein. Aber die Forderung der Angestellten und Ar beiter gilt als beborrechtete im Stonfurse. 2. Wir tönnen nur zur schleu nigsten Eintlagung Ihrer Forderung raten. Nach ergangenem Urteil müßten Sie dann pfänden laffen. D. 2. 100. 1. Nein. 2. Das Kind braucht nicht fonfirmiert zu werden und erhält auf Gesuch den Schul entlassungsschein. F. M. 72. 1. Wiederholen Sie die Anfrage. 2. Wenn fein Eigentumsvorbehalt im Bertrage ausgemacht ist, so beträgt die Ber G. B. 26. Nichts. Margarete 20. 9. 111. Biederholen Ste fährungsfrist zwei Jahre. W. W. 64. In Berlin sind zurzeit feine Benden Sie sich direkt an den Letteverein. Shre Anfrage. weiblichen Aerzte in Krantenhäusern angestellt. 2. Nach 81 treffender Unficht ist die Genehmigung der Angehörigen erforderlich. B. G. 15. Tellen Sie den Fall aweds eventueller Beröffentlichung dem Vorstande Ihrer Gewerkschaft oder und mündlich unter näherer Dar 23. K. 52. Ste tönnen nur auf Beseitigung des Mißstandes gegen den Wirt flagen. St. 3. 18. B. 5. 91. Wir Alexander- Straße 36a zwischen 10%, und 12 Uhr. fönnen nur dringend vor jedem augepriesenen Haarbalsam und dergleichen warnen und Ihnen empfehlen, ärztlichen Rat in Anspruch zu nehmen. werden. legung der etwa verbülten Migstände mit. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Sentral- Martthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr start, Geschäft schleppend, Breise für Schweinefleisch nachgebend, sonst unverändert. Wild: Bufuhr genügend, Geschäft rege, Breise fest Geflügel: Zufuhr genügend, Geschäft ruhig, Breise befriedigend ische: 8ufuhr mäßig, Geschäft ruhig, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Breise für Butter anziehend. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft fehr still, Breise gedrückt. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Bewäfferfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Jniterburg eifel, Thorn Dber, Ratibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg nege, Bordamm E15e, Leitmerit am feit 9.2. 8. 2. cm cm) 318)-2 1678) 234)+12 110+4 187 Bafferstand Saale, Grochlig Havel, Spandau) Rathenow) am feit 9. 2. 8. 2. cm cm) 120+10 0 128 149+1 Spree, Spremberg) 124 Beeskow 182 194 8 eser, Münden 24 235 +8 Minden 120 1834) +7 hein, Maximiliansau 294 75 +7 Raub 121 -22 +2 Köln 145 -126 +14 Medar, Heilbronn 24 Barby 156 -6 Main, Bertheim 133 Magdeburg 134 -11 Mosel, Trier 74 3) Unterpegel. Eisstand. Dresden + bedeutet Buchs, Fall. 9 in der Nacht vom 8. zum 9. Eisgang, der nach telegraphischer Meldung heute fortdauert; Wasserstand heute um 8 Uhr vorm. 175 cm. NESTLE'S KINDERMEHL altbewährt, stets zuverlassió Säuglingsfürsorge und Milchteuerung. Diese beiden Fattoren beschäftigen fest mehr tvie je die Gedanken einer praftischen Hausfrau und Mutter. Wie bringe ich die ständig wachsenden Ausgaben mit den ebenso beharr lich gleichbleibenden Einnahmen in Einklang, ohne befürchten zu müssen, daß unter Einschränfungen nach dieser oder jener Richtung hin das Wohl der Familie leidet. Es dürften sich. daher einige Ratschläge zur Verbilligung des Haushalts empfehlen. Die Milch der Städte ist trotz der steigenden Preise und strengster Kontrolle der Behörden nicht immer batterienfrei und vor allen Dingen für einen Gäugling nicht gleichmäßig genug. Was soll nun eine Mutter tun, die durch irgend welche Umstände nicht in der Lage ist selbst zu stillen? Sie soll dann Umschau halten nach einer Milch- Nahrung, Hiermit jagen wir allen Breunden welche alle dem Gedeihen des Kindes erforderlichen Bestandund Bekannten, sowie dem Lotteries teile enthält. Diese gewiß anspruchsvollen Bedingungen verein Hoffnung" und Sparverein erfüllt wie fein zweites das feit mehr als 40 Jahren erprobte Sorgenfiei", befonders aber dem und altbewährte Nestle'sche Kindermehl, weil es feinfreie, jozialdemokratischen Wahlverein für den vierten Berliner Reichstagswahl. bollrahmige Alpenmilch in genügender Wenge enthält, so daß freis( Bezirk 290), ebenso dem zu seiner Zubereitung nur Wasser erforderlich ist. Deutschen Transportarbeiter. Ber- Aber auch in der Stüche lassen sich wesentliche Ersparnisse band( Berwaltungsstelle 1, Berlin) für die rege Teilnahme und strang- erzielen, wenn man zu Speisen und Getränken, zu denen spenden bei der Beerdigung unseres Milch gebraucht wird, statt frischer Milch die kondensierte Alpenlieben Bruders, Schwagers und Milch, Marke Nestle, verwendet. Bei Benutzung dieser Milch für Haut- und Harnleiden. Dntels, des Hausbieners Prinzenstr. 41, Moritzplatz, unseren herzlichen Dant. bleiben teine Reste, die sauer werden. 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