Nr. 39. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 RL, röchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., flie politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett, gedruckte) Bort 20 Pfg., jedes weitere 28ort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borta Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Dezentralisation des preußischen Schulverwaltung. I Sonnabend, den 15. Februar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Menschen- und Pferderemonte. Die Agrarier verlangen einen Zoll auf Milch und eine verschärfung der hygienischen Kontrolle bei der Milcheinfuhr. Sie petitionierten darum beim Reichstag. Bei einer Dezentralisation der Schulverwaltung würden die Schulabteilungen bei den Bezirksregierungen fortfallen und der Landrat, der Kreisausschuß und der ihnen untertänige reisschulinspektor, der in der Regel ein Fachmann sein soll, an ihre Stelle treten. Nun ist ja bekannt, daß die preußischen Landräte meist selber Einer der rührigsten und einflußreichsten Politiker Junker, ohne Ausnahme aber den Junkern gehorsame Leute fast ausschließlich aus sterilisierter Milch besteht. Für diese Es liegt in der Natur der Sache, daß die deutsche Milcheinfuhr Preußens im Parlament wie in der Presse ist zurzeit uns find. In Ostelbien und zum Teil auch im Westen haben die ist aber die Einführung eines Bolles, so lange die Handelsverträge bestritten der Junker Ottavio v. 3edlib. Tonangebend Junker auch in den Kreisausschüssen die Mehrheit. Wenn dauern, unmöglich. Darum wollen die Agrarier eine Verschärfung auf schulpolitischem Gebiete, versteht er es, seinen auch der Junker heute schon unbestrittener Herr der Land- der ärztlichen Stontrolle- also, um die Handelsverträge zu umBorschlägen, die im Grunde durchaus reaktionär sind, ein schulen ist, so wird er es jedoch durch die Dezentralisation gehen. Da eine genaue ärztliche Kontrolle der sterilisierten Milch fortschrittliches Mäntelchen umzuhängen und damit auch auch noch von Rechts wegen. Es ist darum dann auch völlig überhaupt nur möglich ist, wenn man den Verschluß öffnet, wodurch einen Teil der linksstehenden Parteien des Abgeordneten gleichgültig, ob der Kreisschulinspektor aber die Sterilisation verloren geht, so würde damit wie hauses und der Lehrerschaft, vornehmlich der Landlehrer- ein Fachmann oder ein Geistlicher ist. Die früher bei dem amerikanischen Konservenfleisch schaft, für dieselben zu gewinnen. So ist Zedlitz, wie Herr unfer haben es allezeit verstanden, ihnen genehme und ge- fuhr überhaupt unmöglich Würde gemacht. v. Studt seligen Angedenkens, dem man gern die Schmach fügige Kreaturen zu finden. Es wird darum auch in 3 vom Auslande( es tommt vor allem Dänemark in Betracht) der Verpfaffung der preußischen Volksschule allein anheften kunst kein Kreisschulinspektor ungestraft sich unterfangen, die Lieferung von frischer oder einfach abgekochter Milch versuchen möchte, in seiner beschränkten Ehrlichkeit ausplauderte, der gegen den junterlichen Stachel zu löcken. Vater des Schulkompromisses und damit der Urheber der lichkeit liegt- so würde man das durch einen Milchzoll verhindern. as 3. B. für Berlin feineswegs außerhalb des Bereichs der MögAuslieferung der Volksschule an die Gescheitelten und GeDie Sache ist demnach durch die Handelsverträge feineswegs ab schorenen. Damals redete er mit Erfolg den Parteien und getan, und dem Konsum des deutschen Volkes droht eine neue der Lehrerschaft ein, daß ohne die Negelung der konfessionellen getan, und dem Konsum des deutschen Volkes droht eine neue Verhältnisse an ein Schulunterhaltungs- und damit zugleich agrarische Gefahr. die Eins aber man Gesundheit und ließ ihre Milchdrüsen verkümmern. Auf dem Lande bollzog sich bei den Tagelöhnern, Kossäten, Instleuten der gleiche Prozeß unter dem patriarchalischen Segen der adeligen Gutsherrn. So wurde einer Generation nach der anderen die Die auf Flaschen abgezogene Brust der Mutler entzogen. Milch der Kuh trat an ihre Stelle. Vermehrte KinderSterblichkeit und Degeneration waren die Folgen. Das war sicher eine schlimmere, häßlichere Fälschung, als der Ersatz der Butter durch Margarine, gegen den die Agrarier so sehr eifern. 40 Die Junker werden also den Zedlitzschen Vorschlägen mit Freuden zustimmen. Er sucht jedoch auch die Liberalen für dieselben zu gewinnen, indem er ihnen einredet, daß auch die Städte das Selbstverwaltungsrecht auf dem Gebiete des Volksschulwesens erhalten würden. Die Schule selbst würde an ein Lehrerbesoldungsgesetz nicht zu denken sei. dabei freilich wenig gewinnen. Durch ein festes Pfahlwerk in Anschluß an die Zentralisation der Milchwirtschaft durch die Diese Gefahr ist um so größer, als die Agrarier schon lange, Seit einem Jahre propagiert Junker Ottavio in Par- von Ministerialberfügungen eingeengt, ist die Volksschule Molkereigenossenschaften, eine Monopolisierung der Milchlieferung in Iament und Preise ein neues Attentat auf die preußische auch in den Domänen des Freisinns vor grundlegenden anstreben. Sie wollen die Milchversorgung der Großstädte in die Volksschule, nämlich die Dezentralisation Dezentralisation der Reformen sicher. Die Liberalen neuester Fasson sind ohnehin Hand bekommen, um den Milchpreis in die Höhe zu treiben. Eine Schulverwaltung, und wieder versteht er es, seinen nur in der Theorie Freunde der Volksschule. Wenn milchberteuerung ist aber fast noch schlimmer als eine Brot- und Vorschlag durch eine scheinbar liberale Beigabe, die Ein- an die Ausbeutungsobjekte in der Industrie und im Handel führung der Fachschulaufsicht, den linksstehenden Parteien nicht etwas höhere geistige Anforderungen zu stellen wären Deutschland, wie die agrarische Presse hervorhebt, den Wert der Fleischteuerung. Der Geldwert des Milchkonsums übersteigt in und der Lehrerschaft schmackhaft zu machen. Ist also schon als an die Untertanen" der Junker, wenn die sozial- Getreideproduktion. Das ist für die Agrarier selbstverständlich erst der Ursprung dieses Gedankens verdächtig, so sollten die demokratischen Stadtverordneten nicht ständig Freunde der Schule und vor allem die Behrerschaft noch drängten, würden die liberalen Stadtväter die Volksschule recht ein Anreiz, die Milch zu verteuern. ffußiger werden durch die außerordentlich freundliche Auf- genau so stiefmütterlich behandeln wie die Landjunker. Die die Milchflasche des Säuglings hat man es diesmal abgefehen. Die Milch ist aber vor allem die Nahrung der Kinder. Auf nahme, welche die Bedlißichen Vorschläge beim preußischen Bertrauensseligkeit der Blodliberalen den Konservativen Die Säuglinge prassen viel zu sehr, fie schwelgen. Sie sollen sich Kultusminister Holle gefunden haben. Dieser erflärte gegenüber ist zurzeit gewiß nicht gering; so einfältig, zu nämlich im Abgeordnetenhause in der Sitzung vom 13. Ja glauben, daß man ihnen in den kreisfreien Städten auch die mäßigen. Sie sollen lieber etliche Schluck weniger tun, dafür aber nuar d. J., die Staatsregierung stehe dem Vorschlag einer Selbstverwaltung der Volksschulen überlassen wird, ist ja doch die Milch teuerer bezahlen, um den agrarischen Beutel zu füllen. Dezentralisation der Schulverwaltung durchaus sympathisch wohl feiner. Der Junker ist gewiß ein Meister im VerWie tamen aber die Säuglinge überhaupt zu ihrem enormen gegenüber und beabsichtige, schon in der nächsten Session schwenden; mit seinen Rechten geht er jedoch sehr sparsam Konsum von Kuhmilch? Hat sie die Natur zu dem Zweck mit einem einen diesbezüglichen Gejebentwurf einzubringen und die um; diese vergeudet er so leicht nicht, und die konservative Milchhunger versehen, um die agrarische Rindviehzucht zu fördern? nebenamtlichen Kreisschulaufsichtsstellen allmählich in Mehrheit des Abgeordnetenhauses wird es schwerlich unter- Andererseits, selbst wenn sie von sozialdemokratischen Eltern abhauptamtliche zu verwandeln. Damit aber bei den Staats- lassen, den Städten einen der ihrigen als Schuloberst auf- stammen, sind sie sicher nicht schon von der Geburt mit dem unerhaltenden und Bekenntnistreuen nicht etwa der Gedanke zuhalsen. Es würde den altpreußischen Ueberlieferungen patriotischen Verlangen behaftet, sterilisierte Milch dänischer Kühe aufkäme, die durch das Schulunterhaltungsgesetz der Kirche durchaus entsprechen, wenn man in den Städten mit König brauchte, um ihr Kind zu stillen; sie nahm ihr auch die Kraft und zu genießen. Die Fabrik nahm der Arbeiterin die Zeit, die sie ausgelieferte Volksschule könnte dadurch den Finsterlingen lichen" Polizeiverwaltungen den Polizeipräsidien wieder entrissen werden, fügte der Minister beruhigend hinzu: die Kreisschulinspektoren unterstellte. Hat Insbesondere kann die königliche Staatsregierung nicht anerkennen, daß die Verbindung von Schule und Kirche zu lösen doch sowohl Zedlik als auch Holle es ängstlich vermieden, über und daß aus diesem prinzipiellen Grunde die Umwandlung die Behandlung der freisfreien Städte bei der Dezentranebenamtlicher Stellen in hauptamtliche zu erstreben sei. Sie lisation nähere Angaben zu machen. steht vielmehr auf dem Standpunkt, daß Kirche und Schule Breßäußerungen zufolge ist anzunehmen, daß auch ein nach wie vor im vertrauensvollen Zusammenwirten an der Er- großer Teil der Lehrerschaft, besonders die Landlehrer, ziehung unseres Boltes gemeinsam arbeiten und demgemäß sich auf den plumpen Zedlitzschen Schwindel hineinfallen werden. finden müffen." Ja es ist zu erwarten, daß, selbst wenn der Lehrerverein Vor allem denkt der Minister nicht daran, die Ortsschul- als solcher eine ablehnende Stellung einnehmen wird, sich aufsicht aufzuheben, da, wie er in dem üblichen preußischen genau wie beim Schulfompromiß eine Reihe von KreisRegierungsjargon erklärte, eine von dem allgemeinen Ver- vereinen finden werden, die bei der bekannten Disziplintrauen der Bevölkerung getragene Persönlichkeit über dem losigkeit im deutschen Lehrervereine den Mehrheitsbeschlüssen der Säuglinge bezeichnet wird. Lehrer stehen müsse. Den geistlichen Reberrichter zuwider dem Frhrn. v. Bedliß und seinen Kumpanen ihr wird der Lehrer also aus seiner Nähe nicht los. Man will Vertrauen und ihre Ergebenheit aussprechen werden. Glauben ihn aber durch die Dezentralisation der Schulverwaltung fie doch, daß es durch die Dezentralisation möglich sein wird. auch noch unter die unmittelbare Fuchtel eines Schuleinen ihrer sehnlichsten Wünsche, die Einführung der Fachschulaufsicht, zu erfüllen. Aber ganz abgesehen davon, daß Das macht man aber so: Die Schulaufsicht wird zurzeit man die Umwandlungen nebenamtlicher in hauptamtliche durch die Kreisschulinspektoren ausgeübt, die ihrerseits un- Stellen soviel als irgend möglich verzögern wird, wird man mittelbar den Schulabteilungen der Bezirksregierungen die Lehrer wohl in das zu erwartende Landrektorat, in unterstehen; über beiden thront der Kultusminister. Die einigen seltenen Eremplaren vielleicht auch in das KreisBezirksschulabteilungen, vor allem aber die Regierungsschul- schulaufsichtsamt gelangen lassen; in der Hauptsache wird räte, sind den Junkern seit Jahrzehnten ein Dorn im Auge, man jedoch das letztere genau wie heute mit Akademikern, so daß man das Gesetz der Dezentralisation der Schul- vor allem mit verfrachten Theologen, die sich durch sechs. berwaltung geradezu als Gesetz gegen die Bezirksschulräte wöchentliche Beschäftigung mit der Pädagogik bewährt" bezeichnen kann. Nicht als ob diese Schulbureaukraten nicht haben, besetzen. schwerhörig genug gegen die schulpolitischen Wünsche des Bekanntlich hat schon einmal ein Zedlig im Jahre 1892 Broletariats gewesen wären, oder nicht allezeit die königlich versucht, die Volksschule durch ein allgemeines Gesetz den preußische Frömmigkeit und Vaterlandsliebe eifrigst gepflegt unfern und Pfaffen auszuliefern. Damals scheiterte dieser hätten; nicht, daß sie sich in der Sozialistentöterei von an- Bersuch an dem sozialdemokratischen und liberalen Wider- bringt, daß es dem deutschen Thronerben wirklich nahe ging. Nur deren preußischen Beamtengruppen hätten überbieten lassen. stande. Das hat die Junker jedoch keineswegs entfeine staltblutzucht", teine„ Mischzucht", edle, warmblutige RaffeWas den ostelbischen Junkern die Freude an diesen SchulWas den oſtelbischen Junkern die Freude an diesen Schul- mutigt. Mit der ihnen eigenen Zähigkeit und Stier- von Pferden. Irgendwelche Bedenken läßt er zurücktreten: Aso pedanten verdirbt, ist, daß sie vielfach aus ihren früheren nadigkeit haben sie es berstanden, die Volksschule durch was geschehen lann, bitte ich, daß es geschehen möchte." zu weit entrüdt find, daß sie vielfach aus ihren früheren So sehr besorgt zeigt sich der Kronprinz um die edle Zucht von Stellungen als Seminardirettoren, Oberlehrer usw. gewisse zu bringen. Durch das Volksschulunterhaltungsgesetz ist der Pferden in Ostpreußen. Sondergesetze unter ihre und ihrer Helfershelfer Botmäßigkeit pädagogische Ideale mit in ihr neues Amt hinübergenommen Pfaffe, durch das Gesetz der Dezentralisation wird der Dasselbe Ostpreußen zeigt, mit alleiniger Ausnahme Schlesiens, haben, daß sie aus eigener Erfahrung alle die kleinen Nöte unter von Rechts wegen Herr der Schule. die größte Menschensterblichkeit im ganzen preußischen des Schullebens kennen und durch stete Berührung mit den An einen Widerstand von bürgerlich- liberaler Staat. Sollte nicht auch dahinter ein Problem steden, das der Be Lehrern ein, wenn auch noch so geringes Berständnis für die Seite ist heute nicht mehr zu denken; um so mehr muß das achtung des zufünftigen Trägers der deutschen Kaiserkrone wert wäre? Wünsche und Bedürfnisse der Schulproleten gewinnen, so daß Proletariat alles aufbieten, um das neueste Attentat 3ft nicht auch der Ersaz der Nation von Bedeutung für die sie nicht einer mit der von den Junkern verlangten Gewissen auf die Schule des Volkes zu verhindern. Gegen die Un- zukünftige Entwicklung des Reichs? losigkeit und Roheit den gehorsamen Bitten" der Lehrer verschämtheit, mit der die Vertretung der Volks. Wir wollen es dahingestellt sein lassen, intviefern der Ausgang entgegengetreten sind. Hin und wieder hat sich wohl gar feinde das wichtigste Gut des Volkes, seine Schule, völlig eines zukünftigen Krieges von der ostpreußischen Pferdezucht ab ein Regierungsschulrat erfrecht, den Junker an die Erfüllung zu ruinieren wagt, muß auf das energischste protestiert hängig gemacht werden fönnte, aber braucht man nicht für den gesetzlicher Verpflichtungen zu erinnern, hat von ihm ver- werden. Freilich sind die Massen noch vom preußischen Land- Strieg außer der Pferderemonte auch eine Menschenremonte? langt, die dem Einsturz nahe Schulbarade stüßen oder im tag ausgeschlossen. Aber das muß anders werden. Unser Winter das Schulzimmer heizen zu lassen. Dann und wann ahlrechtstampf ist auch der einzig wirt. hat wohl ein Schulrat einen seiner Lehrer sogar gegen die fame Rampf um die Befreiung der Schule unverschämten Quälereien seines Schulpatrons in Schuß ge- aus den Fesseln des pfäffischen Zelotismus und der bureaunommen. Solche Vergewaltigungen" verträgt kein preu fratisch- junkerlichen Herrschsucht! Bischer Junker; darum weg mit den verhaßten Schulbureaukraten stellen. Gewissen- roletariat abteilungen und den dünkelhaften Regierungsschulräten, Und nun soll auch noch die Milchflasche durch den Mehlbrei ersetzt werden, der jetzt schon von den Aerzten als der Würgeengel Aber ist es denn wirklich so gleichgültig, ob die Nachkommen. schaft der Nation kräftig und gesund heranwächst oder entartet? Versteht man doch, wenn es sich nicht um Menschen, wenn es sich um Pferde handelt, ganz andere Gesichtspunkte hervorzukehren. Vor uns liegt der Text der Rede, die der deutsche Kron prinz in der Landespferdezuchtkommiffion hielt. Er sagte: Meine Herren! Ich habe keine parlamentarische Vorbildung in irgendwelcher Weise. Ich möchte bloß darauf hinweisen, daß die Frage der Remontierung eine so außerordentlich wichtige ist, insbesondere für den Fall eines fünftigen Krieges, daß irgendein Rückgang der Remontezucht in Ostpreußen in jeder Beziehung berhindert werden muß, und ich möchte Seine Exzellenz( gunt Kriegsminister) bitten, was dafür geschehen kann, zu tun, daß die edle Zucht in Ostpreußen beibehalten wird und daß die Züchter sich nicht zur Kaltblutzucht und zur Züchtung von Mischprodukten hinwenden. Also was gefchehen tann, bitte ich, daß es geschehen möchte." Man sieht an dem warmen Hauch, der die wenigen Zeilen durch Bildung, die unfrei machen foll. Ein Leipziger Lehrer schreibt uns: Am Donnerstagabend faß ich in meiner Behausung in Gefell schaft einiger Lehrer über einer wissenschaftlichen Arbeit. Da wurde. die„VoNszeitung' gekracht. Einer der Kollegen griff nach ihr, um sie mit ein paar flüchtigen Blicken zu überfliegen. Wenige Minuten, dann legte er sie wieder beiseite mit einer Miene, in der Entrüstung mit unverhohlener Genugtuung sich paarte. »Was gibt cS neues?" fragte ich leichthin, obwohl mir seine innere Erregung nicht entgangen war. Das löste ihm rasch die Zunge. „Sehen Sie, lieber Kollege, das ist es, was mich immer wieder bon der Sozialdemokratie zurückstößt, so oft ich mich auch zu ihr hingezogen fühle und so lebhafte Sympathien ich ihr in dem einen oder anderen Punkte entgegen bringe: die krasse, brutale, um nicht zu sagen bornierte Einseitigkeit und Eng- Herzigkeit der Auffassung und des Urteils." „Wie meinen Sie das? Ich verstehe Sie nicht." „So— als ob alles Gute einzig und allein Lei der Sozialdemokratie zu finden wäre. Jeder andere ist ein offener oder verkappter Feind des Volkes. Was auch immer getan und geschaffen werden mag für das Proletariat— alles ist Spielerei, leerer Schein, Gimpelfang, Dreck. Gibt es nicht auch im Bürgertum edle Menschen, die ein Herz für die leibliche und geistige Not der Massen haben? Nein, sagt Ihr. Mag es noch so gut, so ehrlich, so zweckmäßig sein, waö von anderer Seite für die Linderung des Elends getan wird— eS ist nichts, nichtSI Diese Art, zu denken und zu urteilen, dieses ewige Negieren ist geradezu empörend. Sie kennen den Fall: Ge- sellschast zur Verbreitung von Volksbildung und Liegnitzer Regierung. Wollen Sie bestreiten, daß diese Gesellschaft eine ungemein segens- reiche Institution ist? Dürfen nicht gerade wir freier gesinnten Lehrer mit Befriedigung und Stolz auf die Wirksamkeit einer solchen Organisation blicken? Da sind keine bloßen Worte, da ist Tat. ist positive Arbeit I Ströme von Kultur werden da geleitet in Volks- »nassen, die für die Agitation Eurer sozialdemokratischen Be- glückungsideen ewig unzugänglich bleiben werden. Hier werden Schollen umgepflügt, hier ist reines, wahres Kulturstreben.... Und nun lesen Sie, bitte, was dazu die„Leipziger Volks- zeitung" in ihrer brüsken, schroffen Art zu sagen hat: „Existiert da eine Gesellschaft zur Verbreitung von Volks- bildung, die das gewiß ftaatöerhaltende Prinzip hat, die Ar- beiter von jeder„gefährlichen" Lektüre, aus der sie etwa über ihreKlasseninteressen auf- geklärt werden könnten, abzuziehen. Zu diesem Zwecke hat sie gerade, weil sie den Bildungshunger des modernen Proletariats kennt, nnt Schlangenllugheit sich nicht bloß auf Traklätchen und gottselige Erbaüungsschriften beschränkt, sondern manchen„kühnen Griff" in die bürgerliche Aufllärungsliteratur getan. Sie hat zu Strauß und Häckel gegriffen und auch die Kriegsbriefe des Generals Kretflhmann in ihren Katalog mit auf- genommen. Aber diese Schlangenllugheit hatte nicht mit der Erbdummheit der preußische» Bureaukratie gerechnet' usw. lNr. 36 vom 13. Februar.) „Ausgezeichnet!* rief ich aus, als der Kollege das Blatt voller Entrüstung auf den Tisch warf.„Könnte man die liberale Bildungs- »neierei der Gesellschaft für Volksbildung klarer und treffender kenn- zeichnen? Das ehrliche Bestrebeir der Einzelnen, die daran mit- arbeiten, bestreitet niemand. Aber als Ganzes, als Einrichtung, die von einer bestimmten Klasse getragen wird, ist dieses Unternehmen eine höhte Kltlturflunkerei, geboren auö dem raffinierten Bemühen, die geistigen Kräfte der Arbeiterschaft auf ein totes Gleis zu schieben, sie lahm zu legen für den wirtschaftlichen und politischen BefreiungS» kämpf, dem in erster und letzter Linie auch das geistige Streben der Arbeiterschaft zu dienen hat.' Jetzt wurden auch die beiden anderen Kollegen lebendig, so daß ich einen Kampf. gegen drei Fronten zu führen hatte. Vergeblich, daß ich an die BildungSspielerci der bürgerlichen Volksbildungsvereine erinnerte, die sich seit Jahrzehnten einer ähnlichen Taktik bedienen, vergeblich, daß ich auf den zwischen Bourgeoisie und Proletariat be- stehenden grundsätzlichen Unterschied in der Stellung zu Wissenschaft und Kunst verwies. Sie blieben dabei: Die Sozialdemokratie ist intolerant, kurzsichtig, einseitig, sieht alles nur durch die enge Brills ihrer alleinseligmachenden Parteiauffaffung an und schädigt dadurch die allgemeinen Bolksinteressen mehr, als sie ihnen nützt. Hätten die Kollegen noch ein paar Stunden länger mit mir diskutiert, wären sie durch die„Leipziger Neuesten Nach- richten', das bekannte Limanpapier, stehenden Fußes überzeugt worden, wie schwer sie mit ihrenBor- wüpfen im Unrecht waren und wie die«bornierte Einseitigkeit der Sozialdemokratie' auch in dieser Frage wieder einmal den Nagel auf den Kopf getroffen hatte. Das Blatt schreibt(Nr. 44 vom 14. Februar): „In Wirklichkeit sollte man auch in den hohen Regionen, in denen die preußischen Kultusminister tvcilen, an einer Gesellschaft seine Freude haben, die jährlich mehr als eine halbe Million Bücher an Volksbibliotheken abgibt und wirklich auch dann noch nützlich wirkt, wenn sie die feinsiimigen Betrachtungen eines Bölsche über das zarte innere Leben der Natur, über Sonnen und Sonnen- stäubchen, über Werden und Vergehen der Leserwelt zugänglich macht. Nur so, nur durch eine gewisse Vorurteilslosigkeit kann es verhindert werden, daß die Bevölkerung, statt sich in verständiger Weise ju_ unterrichten, zu der schlechten und einseitigen Literatur der Genossen greift. Man muß eben mit dem Bildungsbedürfnis des deutschen Volkes rechnen, und man soll sich darüber nicht entrüsten, sondern sich dessen freuen, daß dieses Bedürfnis weit hinein bis in die Kreise der schlichtesten Arbeiter reicht.'_ CerrorittcnsGwindel und Schwindel- terroriften. Die bürgerliche Skandalpresse und die hohe Staatsrcgierung ist wieder einmal um eine schöne Vorstellung gekommen. Alles war so schön in Szene gesetzt: Zuerst ein Vorspiel, wobei das ganz« Orchester blockbcgeisterter Sozialistentöter mitwirkt. Ein Terrorist verhaftet! Bomben im Koffer! Echte Bomben in einem richtigen Koffer! Ein Waffenlager in der Pankstratze! Nein, nicht nur Waffen, auch 19 000 Bogen Papier, dem man es sogleich ansieht, daß es zur Herstellung falschen Papiergeldes bestimmt ist! Be- stimmt? Natürlich! Die russischen Regierungsbehörden sagen es. und die verstehen sich doch auf Fälschungen! Wißt Ihr auch schon, wo das Lager gefunden worden ist? Ihr wißt's noch nicht? Selbst- verständlich im Hause eines Führers der deutschen Sozialdemokratie! Ilnd ein zweiter Führer hat sich die Waffen aus Belgien, auch einem wilden Lande, schicken lassen, ein dritter Führer sie Person- lich unterm Arm in das Terroristenlagcr gebracht. Aber erst der vierte..Führer': Er hat noch viel Scheußlicheres begangen: er hat die Bestellung des geheiligten RubelpapierS vermittelt, allerdings gegen Provision, und das können wir prozentpatriotischen Bürger immerhin nicht übel nehmen. Mit einem herrlichen Finale N,ngl das Vorspiel aus: Die konservativen Geigen, begleitet von den„Post'-Hörnern, kündigen eine Interpellation an, die den innigen Zusammenhang zwischen der deutschen Sozialdemokratie und den russischen Terroristen. Anarchisten, Bombcnwcrfern und Papiergcldfälschern vor der ge- jitteten MenfcHheit enthüllen soll. Nun werden die Kulissen geschoben: Eine Voruntersuchung, in die Staatsanwalt und politische Polizei fortwährend ihre Jnstruk- tionen hincinmengen, in deren Verlaufe aber dem Verteidiger die Durchsicht der Akten ständig verweigert wird. Wozu auch? Unsere herrliche Prozeßordnung gestattet dieses Verfahren, und der Ange- klagte braucht sich nicht einzubilden, Partei der Voruntersuchung zu sein, er ist Objekt der Untersuchung und dient einem höheren Zweck, den das politische Interesse der Regierenden bestimmt. Eine neue Kulisse wird herangerollt: Die Anklageschrift will den Angeklagten vor die Geschworenen bringen, beschuldigt ihn einer Straftat, die mit Zuchthaus bis zu 10 Jahren bedroht ist, aber er soll nur drei Tage Frist haben, um sich auf die An- klage zu erklären; nebenbei ein Angeklagter, der die deutsche Sprache nicht versteht und dem also das freundliche Deutsch des Staatsanwalts erst durch eine Uebersctzung zugänglich gemacht werden muß. Es bedarf eines besonderen Antrages des Ver- tcidigers, um dem Angeklagten 14 Tage Frist zu erwirken, knapp anderthalb Tage für jedes Jahr Zuchthaus, das ihm zugedacht ist. Ein Beweisantrag, den der Angeklagte stellt, bleibt unbeachtet, obgleich das Gesetz einen ausdrücklichen Bescheid auf solchen Antrag vorschreibt. Merkwürdig! Warum nur die Eile? Fürchtet man. daß die herrlich erregte Stimmung des antisozialistischen Blocks allmählich verrauchen oder unter den drängenden Finanzsorgen erdrückt werden könnte? Oder soll die Verhandlung gegen den Russen Mirski durchaus noch unter dem Vorsitz des Landgerichts- rats Maßmann stattfinden, der den Vornamen Iwan führt, aus den russischen Ostsecprovinzen stammt und als oft vom Reichsgericht bestellter Untersuchungsrichter in der Führung politischer Prozesse erprobt ist? Merkwürdige Eile! Sie zeigte sich auch bei der Verhandlung, über die unsere Leser den Bericht an anderer Stelle dieser Nummer finden. Die unbefangenen Zuhörer mußten den Eindruck ge- Winnen, daß ein kranker Mann vor den Geschworenen stand, der überhaupt nicht oder nicht dauernd der Verhandlung folgen konnte. Der Gerichtsarzt hatte schon vor dem Termin Zweifel geäußert, ob mit dem Angeklagten verhandelt werden könne. Selbst der Vor- sitzende hatte in dem einleitenden Vortrage, den er— eine Neuerung, und keine gute— vor dem Beginn der Verhandlung hielt, auf diese Zweifel hingewiesen und hat dennoch vier Stunden lang die Verhandlung fortgesetzt, bis er endlich den Zweifeln dcö Arztes und aller Beteiligten durch den Vertagungsbeschluß nachgeben mußte. Ach, und eS war doch alle? so schön in Szene gesetzt. Im letzten Augenblick hatte der Staatsanwalt einen Spczialarzt für die Rettung der bürgerlichen Gescllschat gefunden, Herrn Dr. Henninger von der politischen Polizei den Sachverständigen für die Pankstraße und die benachbarten Revolutionsgebiete. Im letzten Augenblick, und ohne das Gericht und den Angeklagten zu benachrichtigen, ließ der Staatsanwalt ein kleines Heer von Zeugen aufmarschieren, die mit dem„Bombenkoffer", den Zündschnüren und den Papierballen die deutsche und die russische Sozialdemokratie an einem Tage tot- schlagen sollten. Aber hinter den Zeugen erschien der Schatten de» gerade in diesen Tagen entlarvten Lockspitzels Tannenbaum, und vielleicht gesellt sich auch diesesmal zum Terroristenschwindel der bürgerlichen Presse der Schwindelterrorist der russischen Polizei. Da; Rdchsvminsgcfetz In der XommIMon. Die Kommission begann am Freitag ihre Beratung mit ber Abstimmung über den§ 4. Nachdem die weitergehenden Anträge der Sozialdemokratie, wie üblich, vom Block �abgelehnt worden waren, wurden die freisinnigen Anträge Dr. Müller-Mciningcn, örgänzt durch einige von den Konservativen und vom Zentrum vorgeschlagene Bestimmungen angenommen und der Z 4 erhielt folgende Fassung: „Soll eine öffentliche Versammlung unter freiem Himmel abgehalten werden, so ist dies in der Anzeige oder in der dieselbe vertretenden öffentlichen Bekanntmachung ausdrücklich hervor- zuheben._ Versammlungen, welche auf öffentlichen Plätzen und Straßen in Städten und Ortschaften stattfinden sollen, sowie öffentliche Aufzüge in Städten und Ortschaften bedürfen der Genehmigung der Polizeibehörde. Die Genehmigung kst schriftlich zu erteilen Tie Genehmigung ist von dem Veranstalter mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung oder des Auf- zuges unter Angabe des Ortes und der Zeit nachzusuchen. Die Genehmigung darf nur versagt werden, wenn von der Abhaltung der Versammlung oder der Veranstaltung des Aufzuges eine Gefährdung des öffentlichen Verkehrs zu befürchten ist. Oeffentliche Versammlungen in einem mit dem Vcrsamm- lungslokal zusammenhängenden eingefriedigten Hof oder Garten gelten nicht als öffentliche Versammlungen unter freiem Himmel. lieber die Verweigerung der Genehmigung ist dem Ver- anstalter sofort eine kostenfreie Bescheinigung mit Angabc der Gründe zu erteilen. Gewöhnliche Leichenbegängnisse sowie Züge der HochzeitS- Versammlungen, wo sie hergebracht sind, bedürfen einer Ge- nehmiguug nicht. Die LandcSzentralbehörde kann bestimmen, daß auch andere Aufzüge der borgängigen Anzeige und Genehmigung nicht be- dürfen, und daß Aufzüge, welche durch mehrere Ovtscbaften führen, nur einer Behörde angezeigt und von ihr genehmigt zu werden brauchen. Die Landeszentralbehörde kann bestimmen, daß und unter welchen Voraussetzungen für Versammlungen unter freiem Himmel die Anzeige an die Polizeibehörde statt der Einholung der Genehmigung genügt." Nur kurze Zeit nahm die Beratung deS§ b in Anspruch. Er sollte nach der Regierungsvorlage bestimmen: „Jede Versammlung, für die es einer Anzeige. Bekannt- machung oder Genehmigung bedarf, muß einen Leiter haben. Der Leiter oder, solange dieser nicht bestellt ist, der Veranstalter, hat für Ruhe und Ordnung in der Versammlung zu sorgen. Er ist befugt, die Versammlung für aufgelöst zu erklären." Unsere Parteigenossen beantragten, diesen letzten Satz zu streichen. Sie wünschten außerdem einen Zusatz, durch den dem Veranstalter das Recht gesichert wird, Eintrittsgelder in un- bestimmter Höhe zu erheben oder Geldsammlungen zu veranstalten. Gegen diesen Antrag wandten sick vor allem die Regierungs- Vertreter, während unsere Genossen David und Hildenbrand ihn lebbaft verteidigten unter Hinweis auf die Erfahrungen— be. kanntlich sind Tcllersammlungcn und dergleichen in sozialdcmo- kratisckcn Versammlungen wiederholt als öffentliche Kollekten angesehen und bestraft worden. Heute fand unser Antrag nur die Stimmen unserer Genossen, der Polen und de? Zentrums. Doch ist Aussicht vorhanden, daß er in der zweiten Lesung in etwas ver- änderter Fassung von der Mehrheit akzeptiert werden wird. Das Zentrum ließ durch die Abgeordneten Kohl, Schirmer usw. beantragen, den Paragrapben durch die Bestimmung zu ersehen. daß der Einberufcr einer Versammlung entweder den Vorsitz selbst führen oder unwiderruflich einem anderen übertragen oder die Wabl eines Vorsitzenden durck die Versammlung selbst veranlasset» müsse. In der Diskussion stellte sich Einmütigkeit darüber heraus, daß der Veranstalter der Versammlung das Recht bebakten solle, den Leiter entweder zu bestellen oder die Leitung selbst zu über» nehmen. In diesem Sinne wurde ein konservativer Antrag und mit diesem der ganze Paragraph einp.mung angenommen. Ter Zusatzantrag Beuchelt hat folgenden Wortlaut: „Ter Veranstalter ist berechtigt, die Leitung selbst zu über- nehmen, sie einem anderen zu übertragen oder die Wahl des Leiters durch die Versammlung zu veranlassen." Ohne weitere Beanstandung wurde der§ 6 der Regierungs- vorläge angenommen, der bestimmt, daß niemand in einer öffent- lichcn Versammlung oder einem Aufzug auf öffentlichen Straßen oder Plätzen bewaffnet erscheinen darf, es sei denn, daß er ver- möge öffentlichen Berufs zum Waffcntragcn berechtigt oder zum Erscheinen mi» Waffen behördlich ermächtigt ist. Auf eine An- frage des Abg. Gras v. C a r m c r(k.) hatte der Staatssekretär die Erklärung abgegeben, daß durch diesen Paragraphen Studenten- und Schützcnaufzügc trotz des dabei üblichen Waffcntragens nicht verboten sein sollten. Beim z 7, dem bekannten Sprachenparagraphcn. der dazu bestimmt ist, den Mitbürgern polnischer Zunge das Ver- sammlungsrccht zu rauben, gab c» eine umfangreiche Geschäfts- ordnungsdebatte, weil die Mehrheit noch nicht reckt an �dieses schwierige Kapitel herangehen wollte. Erst in der nächsten Sitzung soll darüber entschieden werden, ob der tz 7 bis an den Schluß der Beratungen zurückgestellt oder sofort vorgenommen werden soll. Heute wandte sich die Beratung zunächst dem§ 8 zu. Die Regierungsvorlage bestimmt darin: „Die Polizeibehörde ist befugt, in jede Versammlung, für die es einer Anzeige, Bekanntmachung oder Genehmigung bedarf, zwei Beauftragte zu senden.— Die Beauftragten haben sich unter Kundgebung ihrer Eigenschaft dem Leiter oder, so lange dieser nicht bestellt ist, dem Veranstalter der Versammlung zu erkennen zu geben.— Den Beauftragten muß nach ihrer Wahl ein angemessener Platz eingeräumt werden." Hierzu ließ unsere Partei durch den Abg. Hilde nbrand einen Antrag begründen, der die bisher vielfach üblichen Ein- Mischungen der überwachenden Beamten in den Gang der Ver- Handlungen der Versammlung unmöglich zu macken bestimmt ist. Staatssekretär V. B e t H in a n n erklärte diese» Antrag für über- flüssig, da er etwas verbieten solle, wozu kein Gesetz der Polizei ein Recht gebe. Daß die Polizei kein Recht hat, die Vcrsamm- lungen zu stören, hat sie aber auch unter dem geltenden Recht nie daran gehindert, den Rednern alle möglichen Vorschriften darüber zu machen, was sie sagen dürften und was nicht. Zwischen Kon- scrvativen und Freisinnigen entspann sich eine längere Debatte darüber, ob im dritten Absatz die Worte„nach ihrer Wahl" gc- strichen werden sollten oder nicht. Die Konservativen hielten es nicht für ausreichend, daß den Polizeibcamten ein angemessener Platz angewiesen werde, sondern wollten ihnen durchaus das Recht geben, sich auch auf den Platz des Versammlungsleiters oder de» Redners zu setzen. Staatssekretär v. Bcthmann trat ihnen bei. erklärte aber wiederholt, daß die Regierungsvorlage schon nach ihrem Wortlaut nicht eine Ucberwachung der Versammlungen seitens der Polizeibeamten bezwecke, daß diese vielmehr nur an oen Versammlungen teilnehmen sollten, um im Falle einer Ver- letzung des öffentlichen Rechts in Wirksamkeit zu treten. Die Abstimmung wurde auf die nächste Sitzung vertagt. poUtifcKe Ocberlicbt. Berlin, den 14. Februar 1908. Postbcschwerden. Aus dem Reichstage. Tie Hauptdebatte über den Postetat kam auch heute nicht zu Ende, da die Sitzung durch drei Redner ausgefüllt wurde. Zunächst gab der Unterstaats- sekretär im Reichsschatzamt Herr T w e l c die Erklärung ab, daß auch jetzt noch nicht die Regierung in der Lage sei anzu- geben, wann die zugesagte Vorlage betreffs Aufbesso- rung der Beamtenbesoldungen an das Haus kommen werde. Dann verbreitete sich in einer langen Rede namens des Zentrums der Abg. Hamechor über aller- Hand Postfragen. Da er seinem Beruf nach Postbeamter ist, gab er der Sehnsucht seiner Kollegen nach Gehalts- aufbesserung Ausdruck, verriet aber sonst eine höchst sub- alterne Auffassung von dem Verhältnis der Beamten und Staatsarbeiter zu der Verwaltung, indem er ver- sicherte, kein Beamter oder Arbeiter de5 Reiches nehme das Streikrecht für sich in Anspruch. Zu einer solchen Er- klärung namens aller Arbeiter, die vom Reich beschäftigt werden, dürfte irgend ein beliebiger Beamter, auch wenn er nebenbei Abgeordneter ist. schwerlich kompetent sein. Der nationalliberale B e ck- Heidelberg verkündete, er werde die goldene Mittellinie zwischen zu scharfer Kritik und zu großem Lob sich zu seiner nationallibcralen Richtschnur nehmen, was in der Praxis so ausfiel, daß er sich für die reaktionäre Ostmarkenzulage und gegen die sozialreformc- rische Steuerung eines früheren SchalterschlusseL für Pakete erklärte. Schließlich sprach für die freikonservative Partei Herr- Linz aus Elberfeld, dessen Beruf es ist. den höheren Töchtern Hurrapatriotismus und Salonbildung beizubringen. damit sie auf dem Mitgiftmarkte für Leutnants und Referendare paßliche Bräute abgeben. In Her Atmosphäre des Wupper- thals hat er aber christlichsozialc Empfindungen angenommen. so daß er in den Reihen der Stumm-Partei an der Seite des scharfmacherischen Talmijunkcrs v. Dirksen wie eine anormale Erscheinung wirkt. So trat er auch heute für eine Forderung der Telegraphenarbeiter ein, daß ihnen die Fahrt zur Arbeits- stelle in die Arbeitszeit eingerechnet werde. Der Staatssekretär Herr Kraetko wußte nichts Wichtigeres vorzubringen, als daß er cS den Beamten sehr übel nehmen müsse, wenn sie sich mit irgend welchen Be- schwerden an ReichstagLabgeordnete wenden. anstatt sich ausschließlich auf sein väterliches Wohlwollen zn verlassen. Knlturleistungen. DaS preußische Abgeordnetenhaus führte in Verhand- lungen von tödlicher Langeweile die Beratung des Kultus- eiats zu Ende. Der bekannte Konservative S t r o s s e r, der Schwärmer für die Zuchthausvorlagc, regte sich gewaltig über das angebliche Ueberwiegen„liberaler" Thcologieprofessorcn an den preußischen Universitäten auf. Nur die Hochburg des orthodoxen Luthertums, das pommersche Greifswald, ist nach seinem Geschmack. Der freisinnige Abgeordnete Hoff einer der erträglichsten Angehörigen deS Konsortiums Wiemer- Pachnicke, trat für schnellere Durchführung der Fachschnl- aufsicht ein. Daß seine Forderungen alles andere eher waren als grundstürzend, geht schon aus seiner häufigen Bezugnahme auf Ausführungen Oktavios v. Zedlitz hervor. den er als Kronzeugen gegen den Unfug geistiaer Lokalschulaufsicht ins Feld führte. Von seltsamem Optimismus zeugt es. daß Herr Hofs noch rmmer nicht die Hoffnung aufgeben kann, den Geist des Kultusministeriums von 1808 in das heutige Ministerium gegen den Geist einziehen zu sehen. Der Abgeordnete Marx vom Zentrum leistete eine Art Ab- bitte für allzu massive Anrempelungen der Lehrerschaft, die sich tags zuvor sem Parteigenosse Stull geleistet hatte. Nachdem das Gehalt des Kultusministers bewilligt war. kam eine Interpellation heran die sich die National- liberalen und Freikonservativcn leisteten, und die der ge- schäftige Gernegroß Schiffer begründete. Die Inter-| Diefer unglaublich reaktionäre Antrag, der den Konserva- rischen Umgang zu pflegen, die durch die Verfassungsverletzung pellation verlangt den alsbaldigen Erlaß einer Novelle zum tiven den Besitzstand sicherte und die Arbeiter mit einem im Fall Schäufele die schnödeste Mißachtung der Volksrechte beVolksschulgesetz, durch die die von den Kommunal- Pappenstiele abfinden will, soll mehr Zustimmung gefunden fundet hat. steuerzuschlägen befreiten Personen wenigstens zu den Schul- haben, als andere Vorschläge und Anträge. Es ist zunächst aber noch Der Kanzelparagraph in Lothringen. lasten herangezogen werden sollen. Die Forderung ist gan, nicht wahrscheinlich, daß die Regierung, die noch immer an felbstverständlich, aber es bedarf bekanntlich der langwierigsten ihrem Entwurfe hängt, ihm zustimmen wird. Mindestens wird sie Am Kaisers Geburtstage werden bekanntlich für den Monarchen Aktionen, um Forderungen der allereinfachsten Gerechtigkeit auf ihrem verfassungsmäßigen Rechte bestehen, daß ihre Vorlage in besondere Gottesdienste abgehalten. Die Pfarrer sind in Preußen durchzuführen. Der Kultusminister will augen- der Deputation durch beraten wird. Dieser Tage erst ist Hohenthal verpflichtet, an diesem Tage in ihren Predigten des Kaifers bescheinlich die Sache auf die lange Bank schieben. Er sprach in einer Versammlung des Mittelstandsbundes mit einer solchen fonders zu gebenken. Dieser Kaisergeburtstags- Gottesdienst soll nun davon, daß sie am besten bei der Revision des Kommunal- Wärme für seine Vorlage eingetreten, die es ausgeschlossen erscheinen dem Pfarrer von Ars an der Mosel zum Verhängnis werden. abgabengesetzes geregelt werde.- Die hyperreaktionäre läßt, daß die Regierung so leicht zugunsten eines Zensuswahlrechts Beherrscht von seinen klerikalen Anschauungen und jedenfalls von Antwort des Ministers erlaubte es sogar Herrn Cassel, auf ihren Wechselbalg verzichtet. etwas wie eine Oppositionsrede zu halten. Am Sonnabend wollen sich die Geldsackserkorenen ihre Diätenbezüge ohne Sigungsarbeit leisten. Erst am Montag denken sie sich Druckfehlerberichtigung. Kirchengewalt. berfeiner Ueberzeugung getrieben, legte er auf der Kanzel Ios, daß brave Katholiken gar keinen Anlaß hätten, über die Gegen das geplante Reichsvereinsgesek. Geburt des Kaisers sich zu freuen, usw. Die Philippika hat natürlich In Danzig protestierte eine Voltsversammlung am 12. 5. M. bei allen Byzantinern und Hurrapatrioten gewaltig wieder zusammenzufinden, um ein paar liberal- schillernde einstimmig gegen den Entwurf zu einem Reichsvereinsgefeß, wie er schnupft. Dem Militär wurde verboten, den Gottesdienst Anträge der sogenannten Linken des Hauses auf Be- von der Regierung geplant ist, durch Annahme einer entsprechenden in der Kirche zu Ars zu besuchen, und obwohl der Pfarrer seitigung der Vorschulen und auf Förderung Resolution. Der Parteisekretär für Westpreußen, Genosse Crispien, in einer Mezer Zeitung erklären ließ, daß er die Nede in begabter Volksschüler zu beraten. hatte vorher den Gefeßentwurf in längerer Rede arg zerpflückt. Die dieser Form nicht gehalten habe, hat die Meter Staatse Versammlung beschloß noch, die Resolution dem Reichstage zuzu- anwaltschaft doch gegen ihn das Strafverfahren eingeleiter. stellen.Sie stüßt sich auf§ 130a des sogenannten Kanzelparagraphen, dex die Geistlichen unter Strafe stellt, die in einer Kirche Angelegenheiten In unserem gestrigen Leitartikel ist durch das Verheben des Staates in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise vereiner Zeile der vorletzte Absatz bis zur Sinnlosigkeit entstellt worden. Der hohe katholische Klerus fühlt sich durch die Rebellion fünden oder erörtern. So ist es nun einmal im monarchischen Deutschland. Der betreffende Abfaz, der der Tabelle der 21 ländlichen Wahl einiger modernistischen" Professoren durchaus nicht zu Zugeständ- Erst bestellt man bei den Dienern der himmlischen Majestät eine Bezirke folgte, in denen die Konfervativen mit so gering niffen bewogen. Er zieht daraus vielmehr die Folgerung, daß ab- Ertrawurst für die irdischen Majestäten, wenn aber diese in dem fügiger Stimmenzahl 43 Mandate errangen, lautete in Wirklichkeit: weichenden Anschauungen seiner Schutzbefohlenen nur um so vom Geistlichen verkündeten Bort Gottes etwas bersalzen ist, dann " In diesen 21 Wahlbezirken, denen sich noch zahlreiche energischer entgegengetreten werden muß. So wird dem Berliner bemüht man Staatsanwalt und Gericht! Wenn Geistliche sich andere anreihen ließen, vermochten die Konservativen mit rund Tageblatt" berichtet, daß der Erzbischof Abert von Bamberg gestern freilich auf der Kanzel in Verleumdungen gegen die moderne 42 000 Urwählerstimmen nicht weniger als 43 Mandate zu erobern! an den liberalen" Abgeordneten Pfarrer Grandinger in München Arbeiterbewegung gewiß auch eine Angelegenheit des Das wäre ihnen trotz des Dreiflaffenwahlsystems nicht möglich ein Schreiben gerichtet hat. Darin werden dem Abgeordneten Vor- Staates ergehen, dann fräht kein Hahn danach. gewesen, wenn nicht die skandalös ungleiche Wahlkreiseinteilung halte gemacht, daß er trotz seines seinerzeitigen Versprechens, 420 000 Wählern die Möglichkeit gegeben hätte, 43 Abgeordnete zu nicht der liberalen Partei beizutreten, jetzt als Reise. wählen, während es in den am 7. Februar von uns aufgezählten prediger für den Liberalismus das Land durch 10 städtischen und großindustriellen Wahlbezirken 830 000 Wählern ziehe. Das sei mit seiner Stellung und seinem Beruf als Seit den Wahlrechtsdemonstrationen hat die Straßburger nur möglich war, 18 Abgeordnete in den Landtag zu entfenden! fatholischer Priester unvereinbar und errege ergernis in weitesten Polizei ihre Ruhe verloren. Am Mittwoch abend hatte der sozialEs ist also gerade die ungleiche Einteilung der Wahlkreise, fatholischen Streifen. Der Erzbischof verweist schließlich Grandinger, demokratische Verein für Straßburg in seinen zehn Bezirken gleichdie den geschworenen Feinden jeder Wahlreform, den Konservativen, nachdem alle bischöflichen Ermahnungen bisher fruchtlos geblieben zeitig Mitgliederversammlungen veranstaltet, wozu Gäste ihr lebergewicht im preußischen Abgeordnetenhaus verschafft. Und seien, auf den lanonischen Gehorsam, zu welchem er seinem Bischof die fich auf einen bestimmten Personenkreis beschränken, sind nicht durch besondere Einladungen gebeten waren. Diefe Versammlungen, wenn das Zentrum, trotzdem es seine Freundschaft für das all- durch sein Ordinariatsgelöbnis verpflichtet sei. Ferner verbietet anmeldepflichtig. Der Polizei aber ahnte nichts Gutes. Fast in gemeine und gleiche Wahlrecht auf den Lippen trägt, gerade in dem der Erzbischof dem Abgeordneten kraft feines alle Verfammlungen hatte sie Beamte geschickt, die sich Augenblick versagte, wo sich im Dreillaffenparlament die Möglich oberhirtlichen Amtes bei Bermeidung weiterer über die Art der Versammlungen, ob es fich um öffentliche oder keit bot, durch die Forderung der Neueinteilung der Wahlkreise ergernisse, in der Schulfrage mit der liberalen Partei private handele, erkundigten. Da es keine Arbeit für die Polizei den Block der konservativen Wahlrechtsfeinde zu schwächen, so ist das gemeinsame Sache zu machen und untersagt Grandinger den für gab, mußten die Beamten unverrichteter Sache wieder nach Haufe der unwiderlegbarste Beweis dafür, daß das Zentrum in Wirklichkeit Sonntag angekündigten Vortrag im jungliberalen Verein zu Nürnberg. gehen. Was doch friebliche Versammlungen von Sozialdemo bom allgemeinen und gleichen Wahlrecht nichts wissen mag! traten für Aufregung verursachen! Auch Herr Grandinger wird schon noch zahm werden. Wer sich so zum Helfershelfer der unversöhnlichsten Feinde des allgemeinen und gleichen Wahlrechts macht, wie das Zentrum am 10. Januar 1908, der ist ein ebenso gefährlicher Gegner des allgemeinen und gleichen Wahlrechts, wie die konservativen Junter felbft!" Der Kriegsgefangenschaft enthoben der dauernden Dem ordentlichen Richter entzogen. In Bayern kommen bekanntlich Breßdelikte vor das Schwurgericht, sofern es sich nicht um Privattlagefachen handelt. Gewisse Leute scheinen aber vor den Geschworenen eine heilige Scheu zu haben, und es sind schon mancherlei Versuche gemacht worden, das Schmurgericht zu umgehen in der Weise, daß, wenn z. B. eine Sklaverei überliefert! öffentliche Körperschaft, wie eine Gemeindevertretung, sich durch einen Breßartitel beleidigt fühlte, fie nicht durch den Staatsanwalt Bom Geburtstag Wilhelms II. ab ist die Kriegs- Offizialflage erheben ließ, sondern einer ber namentlich Genannten, gefangenschaft der Hereros aufgehoben. Das vielleicht der Bürgermeister, Privatklage stellte. Das ist besonders Scherl- Blatt meldet: beim Nürnberger Stadtmagistrat von jeher eine beliebte Praxis Durch Verfügung des Gouverneurs v. Schudmann ist vom gewefen. Der Stadtmagistrat Stronachs geht jetzt aber noch einen Geburtstage des Kaisers an die Kriegsgefangenschaft Schritt weiter und stellt als öffentliche Körperschaft Privatklage der Hereros aufgehoben worden. Die Hereros unterliegen nunmehr gegen den Redakteur der Fränkischen Volkstribüne", Genossen Dr. in jeder Beziehung den Verordnungen vom 18. August 1907 und Weill. Es handelt sich um einen Artikel, der einen Beschluß des den anderen für Eingeborene geltenden Bestimmungen. Ins- Magistrats über Erhöhung der Bürgerrechtsgebühr als Schildbesondere dürfen sie außer im Falle des§ 4 der Kontrollverordnung bürgerstückchen und den Magistrat selbst als rüdständige Clique benicht mehr einem bestimmten Arbeitgeber zur Beschäftigung über zeichnete. Keiner der Herren wurde mit Namen genannt, aber wiesen werden, sondern es muß ihrem Willen überlassen trobem faßte der Magistrat in öffentlicher Sizung den Beschluß, bleiben, mit wem fie einen Dienst vertrag schließen wollen. den Bürgermeister zu beauftragen, Privattlage zu erheben. Das Damit durch diefe Verfügung keine Störungen in dem einen oder Amtsgericht hat auch die Klage angenommen. Das ist eine schwere anderen Wirtschaftsbetriebe hervorgerufen werden, verfügte der Beeinträchtigung der gesetzlichen Rechte der Presse, die nicht ruhig Gouverneur, daß die bisherigen Kriegsgefangenen noch bis zum hingenommen werden wird. 14. d. M. in ihrem bisherigen Dienstverhältnis verblieben. " Die nervöse Polizei. frankreich. Einkommensteuer und Altersversicherung. Ribot, der Führer der Gemäßigten, gegen die EinkommenParis, 13. Februar. In der Deputiertenkammer sprach heute Steuer und trat für die vier bestehenden direkten Steuern ( Grundsteuer, Mobiliarsteuer, Tür- und Fenstersteuer und Ges werbesteuer) ein, die man nur den gegenwärtigen Verhältnissen anpassen solle. Die Vorlage der Regierung werde den Rentenkurs beeinflussen. Der Vorsitzende der Kommission für die Altersversicherung der Jm Senat wurde die Altersversicherung behandelt. Arbeiter, Gubinot, berlas eine Note, welche die finanziellen Folgen der von der Kammer angenommenen Vorlage aufzählt. Danach würde sich die jährliche Aufwendung des Staates anfänglich auf 282 Millionen belaufen, um bis auf 545 Millionen zu steigen und dann auf eine konstante Höhe von 425 Millionen herabzugehen. Stammer allgemeine Anerkennung finde und daß, wenn es auch Arbeitsminister Viviani erklärte, daß das Werk der in finanzieller Hinsicht Aenderungen nötig habe, die Ideen, auf denen es beruhe, nicht geändert werden fönnten. Die Regierung fönne sich über die von Cuvinot vorgetragenen Zahlen gegenwärtig nur mit Vorbehalt aussprechen, sei aber bereit, in einer Kommission die Frage einer Aenderung zu prüfen, um Aufwendungen, die als zu drückende erkannt werden, zu begrenzen. Viviani fügte hinzu, er würde alles tun, um ein Einvernehmen mit der Kommission herbeizuführen. schrieben: Portugal. Die Verschwörer. Die Kaifers- Geburtstagsfestfreude der Hereros wird keine Gemeindewahlreform in Bayern. besonders große, sicherlich aber keine dauernde sein. Denn die In dieser Frage ist wieder eine Wendung eingetreten, nachdem Hereros tauschen die bisherige Form der Sklaverei nur mit der Minister im Gemeindeordnungsausschuß erklärt hat, daß die einer neuen. Da ihnen ja der Erwerb von Land Regierung noch für die diesjährigen Wahlen den Proporz auf dem und Vieh für alle Zeiten verwehrt ist, müssen Berordnungswege einführen werde. Auch bei den Magistratswahlen fie, um nicht zu verhungern, Arbeit nehmen. Da wird stehe der Anwendung des Verhältnissystems nichts im Wege. es für die durch die Hungerpeitsche in den Dienst der lediglich einen Antrag an, in dem die Regierung ersucht wird, noch Daraufhin beendigte der Ausschuß seine Beratungen und nahm Ueber das Attentat wird der Voff. Zeitung" aus Madrid ge Farmer getriebenen schwarzen Lohnsflaven keinen großen für die nächsten Wahlen den Proporz in allen Gemeinden mit Bon verschiedenen Seiten ist der Versuch gemacht worden, den Unterschied machen, ob sie sich ihre Ausbeuter selbst aus über 4000 Ginwohnern anzuordnen. In Gemeinden mit unter doppelten Fürstenmord als die Tat einiger Anarchisten hinwählen dürfen. Die Farmer werden sich hüten, einander 4000 Einwohnern soll dieses System nur dann zur Anwendung zustellen, aber vergebens. Die gleich nach der Tat Verhafteten durch höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen zu über- gelangen, wenn der fünfte Teil der Wähler es verlangt. Eine find als unschuldig wieder entlassen worden, von den drei gea bieten. Sie wissen ja, daß die Hereros teine Wahl haben: Aenderung der Bestimmungen über die Wahlberechtigung selbst töteten angeblichen Mördern war einer bestimmt unschuldig, und sie müssen ja die nächst be ste Arbeitsgelegenheit ergreifen. wird erst in der nächsten Session des Landtages 1909/1910 vor- man bezweifelt auch die Schuldigkeit der zwei übrigen. Jedenfalls Denn zu Organisationen dürfen sie sich ebensowenig zu- der Ausnahme, daß nunmehr auch die Minderheiten zum Wort ge- nichts mit Anarchismus zu tun hatten. Die Polizei hat augengenommen werden. Es bleibt also zunächst alles beim alten, mit waren die Getöteten zeitlebens stille, ordentliche Menschen, die fammenschließen wie die deutschen Landproletarier. Aber langen. Die diesjährigen Wahlen werden besonders in den großen scheinlich im ersten Augenblick blindlings auf die entfekt fliehende Diese können immerhin der Fuchtel der Junker durch die Städten das Bild der Gemeindevertretung start verändern; überall Volksmenge geschoffen und eingehauen. Die Schuldigen aber Flucht in die Städte oder Industriebezirke entgehen. So wird die Sozialdemokratie, die man bisher durch das System der sind entwischt. Vielfach glaubt man sogar, daß ein Teil der was gibts aber in Wüst- West nicht! Ja, der Listenwahl vollständig auszuschließen verstanden hat, mit einer re- Bolizei im Einverständnis mit den Mördern geschwarze Lohnftlabe befitt nicht einmal Frei- spettablen Fraktion auftreten tönnen. In Nürnberg z. B. hat nach wesen sei, da diese sonst unmöglich, ohne bemerkt zu werden, auf zügigkeit, er darf seinen Aufenthaltsort nur nach Aus dem Ergebnis der letzten Wahlen die Sozialdemokratie bei Anwen- der großen Praça do Comercio Posto fassen und an den königlichen stellung eines Passes verlassen. Er darf vor allen Wagen hätten herankommen können. Die Justiz hat bisher nicht das geringste Licht in das Dunkel des Verbrechens gebracht. Die Dingen auch nicht auswandern! Er ist nichts als ein Verschwörung war so weit verzweigt, daß man überhaupt elender, hülfloser Sklave, rettungslos dazu verdammt, gegen davor zurückzuscheuen scheint, sie aufzudecken. Die Verschworenen Feldkost"( Heuschrecken, Käferlarven und ähnliche Iukullische befanden sich nicht allein auf der Praça do Comercio, sie waren( so Genüsse!) und erbärmlichen Hungerlohn den weißen Herrenbersichert der Sonderberichterstatter des„ Liberal") längs des ganzen menschen Stlavendienste zu leisten! Weges, den der fönigliche Zug bis zum Schloß zurüdzulegen hatte, verteilt und mit Karabinern und Revolvern bewaffnet. Die in der Nähe des Schlosses Lauernden sollen auch mit Dynamitbomben reichlich versehen gewesen sein." Wahlrechtsgezerre in Sachsen. dung des Proporzes von den 60 Gemeindekollegiumsfißen 26 bis 27, von den 20 Magistratsfiben 8 bis 9 zu beanspruchen. Aber auch in den kleineren Gemeinden werden die Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung erscheinen. Ein diensteifriger" Unteroffizier. Wegen Mißhandlung eines untergebenen stand der 20jährige Unteroffizier Wels bom 103. Infanterieregiment vor dem Kriegsgericht in Dresden. Er hatte einem Soldaten auf dem Wege von der Kaserne nach der Büchsenmacherei, weil dieser die Hände in der Tasche hatte, einen In der Wahlrechtsdeputation hat sich eine Wendung vollzogen. Die Konservativen, die es bisher vorgezogen hatten, eine passive Rolle bei den Bemühungen der Nationalliberalen um ein fräftigen GSchlag auf den Hinterkopf bersekt. Der nun Kampfstimmung. Lissabon, 14. Februar. Trotz aller Versuche der neuen RePluralwahlrecht zu spielen, find jezt aggressiv mit Anträgen/ Soldat bekam sofort einen stechenden Schmerz im Stopfe aierung, durch das weitestgehende Entgegenkommen borgegangen. Offenbar sind sie der Ansicht, daß jetzt das liche Behandlung begeben. Er hatte nicht einmal die 2b- gegenüber der Volksstimmung Beruhigung zu schaffen, dauert die nationalliberale Pluralwahlrecht abgetan und ficht, die Mißhandlung zu melden, nur durch Befragen des Arztes Stampfstimmung im Lager der reaktionären Scharfmacher der Zeitpunkt gekommen fei, mit ihren Wahlrechts- ist die Sache bekannt geworden und so zur Meldung gelangt. Es einerfeits wie der Republikaner andererseits fort. Das Blatt„ EL plänen herauszurüden. Ein alter Opitzscher Gedanke ist wieder wurde bei dem Soldaten eine Furuntelbildung festgestellt, undo" behauptet, es bestände ein Komplott, woran hauptaufgewärmt worden, der von diesem förmlich in Angst wegen dieses Leidens mußte er dann drei Tage im Revier fächlich die Anhänger Francos beteiligt feien. Das Komplott richte sich gegen die Republikaner und Dissidenten und bezwecke, ausgebrütet worden ist, als vor zwei Jahren die Wogen und fünf Tage im Bazarett zubringen. Der Ander Wahlrechtsdemonstrationen am höchsten gingen. Um jede bessere geklagte gibt an, es sei nur ein leichter Schlag gewesen, der dem König ein anderes Ministerium aufzudrängen und Franco feine Schmerzen verursacht haben könne, während ein Beuge be- als Messias hinzustellen. Die beteiligten reaktionären Elemente Bahlrechtsreform zu hintertreiben, machte dieser reaktionäre Führer fundete, daß der Unteroffizier zum Schlage ausgeholt habe. feien zu jeder Gewalttat, selbst zum Staatsstreich, entschlossen. Die der Konservativen damals den Vorschlag, alles zu lassen, wie es Das Striegsgericht glaubte diese Roheit mit der gefeßlich ge- Republikaner fonstatieren demgegenüber, daß die demojebt ist, die Arbeiter aber damit abzufinden, daß man in sächsi- ringsten Strafe für Mißhandlungen von einer Woche und kratischen Elemente den Sturz der Diktatur nicht etwa benutten, fchen Großstädten auf Grund des allgemeinen, einem Tag mittleren Arrest genügend gefühnt zu haben. Es nahm um für die erlittenen Berfolgungen Rache zu nehmen, obwohl fie gleichen, direkten Wahlrechts zehn Vertreter einen minderschweren" Fall an und berücksichtigte, daß es gefonnt hätten. Sache der Demokratie sei es nicht, Tumulte wählen läßt. So wären die Konservativen sicher ge- der Angeklagte ein" bien steifriger" und" sttebsamer" hervorzubringen, sie wolle sie nicht, fuche sie nicht und provoziere sie nicht, aber sie werde sich zu verteidigen wissen, wenn es nötig sei. wesen, ihren Besitzstand zu erhalten. Diefer Opigiche Unteroffizier ist, der zur Tat gereizt" worden sei. Für alles, was noch Schlimmes tommen sollte, müßten die ReBlan ist, wie aus einer Zeitungsmeldung hervorgeht, etwas publikaner allein die Verantwortung tragen.( Frantf. Zeitung".) umgefrempelt in der Wahlrechtsdeputation wieder eingebracht worden. Die sozialdemokratische Fraktion des badischen Landtages hat, Man will aber nicht das Dreiklassenwahlrecht beibehalten wie es wie uns aus Baden geschrieben wird, es abgelehnt, die Einladung des Ministers v. Marschall zum parlamentarischen jetzt ist, sondern ein 3enfuswahlrecht einführen mit so hohem Abend am 20. Februar anzunehmen. Vor zwei Jahren nahm Benfus( 15-20 M.), daß es nicht möglich wäre, einen Arbeiter- fie offiziell teil. bertreter in den Landtag zu entfenden. Daneben aber sollen in beDie parlamentarische Vertretung unserer Partei handelt gewiß onderen Wahlkreisen 10 oder 12( einige behaupten auch 15) Arbeiter im Einverständnis mit der gesamten Arbeiterschaft, wenn sie sich sertreter auf Grund des allgemeinen Wahlrechts gewählt werden. weigert, mit den Vertretern einer Regierung außerparlamenta Die Kortes. Paris, 14. Februar. Nach einer Meldung aus Lissabon wird in gut unterrichteten Kreisen versichert, daß die Kortes sich in der bevorstehenden Session lediglich mit der geplanten Verfassungsänderung, mit dem Budget und den Diktaturdekreten zu befassen haben werden. Snglanck. Eine Nachwahl. London, 12. Februar. Infolge des Absterbcns dcS liberalen Abgeordneten für L e c d s(Süden) ist eine parlamentarische Nach- Wahl nötig geworden, die am 13. d. M. vorgenommen wird. Bei den allgemeinen Wahlen vom Januar 1906 erhielt der Liberale 9290 Stimmen, der Arbeiterkandidat 4930. der Konservative 2126. Jetzt kandidieren dort für die Liberalen Mr. Middlebrook; für die Arbeiter Mr. Fox; für die Konservativen Mr. Ncville. Fox wurde der Arbeiterpartei aufgedrängt und hat infolge seiner zünftlerisch- gewerkvereinlichen Anschauungen eine gewisse Mißstimmung in Arbeiterkreiscn hervorgerufen. Das Ergebnis zeigt folgende De- pcsche: London, 13. Februar. Bei der Nachwahl zum Parlament in South Lecdö erhielten Middlebrook(liberal) 5274, Neville(Unionist) 491? und Fox(Arbeiterpartei) 2451 Stimmen. Die liberale Majorität hat also seit der Hauptwahl um fast 1999 Stimmen abgenommen. Die sich häufenden Stimmenverluste der Liberalen bei den Nachwahlen finden in England steigende Beachtung und gelten als Symptom dafür, daß sich ein Stimmungswechsel zugunsten der Konserva- t i v e n vollzogen hat. Auch bei dieser Wahl ist die Stimmen- zunähme des Konservativen Neville überraschend groß. Der Per- lust der Arbeiterpartei erklärt sich zum Teil aus persönlichen, zum Teil aus lokalen Ursachen. Marokko. Parteikämpfe in Fez. Paris. 14. Februar. Aus Fez wird vom 9. Februar ge- meldet, daß El Kittani einer Versammlung von 5099 Personen er- klärte, daß El Merani, der dem Sultan Mulah Hafid Geld und Pferde verweigerte und Kittanis Autorität nicht anerkenne, die Herrschaft des Sultans Abdul Asis wieder herstellen wolle. Die Versammlung beschloß hierauf, nach Ablauf eines Ultimatums mit fünftägiger Frist alle Häuser der Beamten des Wachsen zu plündern, die Europäer bis zur Räumung von Udschda als Geißel fc st zuhalten und den Besitz der unter europäischem Schutz stehenden Marokkaner mit Beschlag zu belegen. Gegen Kittani und seine Forderung sprach im Palast des Wachsen El Merani zu den Stadtältesten. Diese waren auch gegen Kittani, der gefälschte Briefe Mulay Hafids vor. �'Zls darauf Merani mit der Erklärung hervortrat, man müsse sich unverzüglich mit Abdul AsiS vereinigen, bezeigten einige Stadt- älteste ihre Unzufriedenheit, andere verhielten sich abwartend. An El Kittani ging die Antwort, daß das Geld und die Pferde zur Verteidigung von Fez in der Stadt bleiben müßte». Die Europäer und die unter ihrem Schutz stehenden Eingeborenen sollten in Freiheit bleiben. JimmKa. Zur Präsidentenwahl, die im Herbst dieses Jahres stattfindet. rüsten die Parteien eifrig. Unter den Slepublikanern und Demo- kraten wird vorläufig noch ein Kampf um die Kandidatur geführt. Obgleich Roosevelts Einfluß in der republikanischen Partei sehr stark ist. macht sich doch eine kräftige Gegenströmung bemerkbar. die den Gouverneur des Staates New Dort, Hughes, für die Wahl in Vorschlag bringen will. Die Roosevelt-Partei schart sich um den Kriegssekretär Taft, der bei der Arbeiterschaft des Landes in keinem guten Andenken steht. Taft hat sich, als er das Richteramt bekleidete, durch einige Urteile anrüchig gemacht, welche die Jnteresien der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter verletzten. Sein Gönner Roosevelt hat sich deshalb wohl auch in der letzten Zeit bemüht, die Gewerkschaften in Schutz zu nehmen gegen die sogenannten„Einhaltsbefehle", mit denen die Richter häufig gegen Streiks und Boykotts den bedrängten Unternehmern beispringen. Taft gilt als derjenige, der Roosevelts Politik in jeder Weise fort- setzen würde, und Roosevelt versucht, seinen ganzen Einfluß für ihn in die Wagschale zu werfen. Aber Roosevelt ist durch die schwachen Anläufe, die er zur Bekämpfung der„Auswüchse" der Trusts tat, den Grotzkapitalisten unbequem geworden. Diese halten es daher für sicherer, keinen Rooseveltmann zu unterstützen und dadurch gewinnt der republikanische Gegenkandidat viel Unter- stützung. Die Demokraten senden ihren alten Führer William Jennings Bryan wieder ins Treffen, obgleich auch gegen ihn eine starke Strömung in der demokratischen Partei besteht. Bryan gilt als radikaler Demokrat, und viele seiner Parteigenossen trauen ihm nicht; aber sie können ihm keinen Mann entgegen- stellen, der aus die Massen in einer ähnlichen Weife zu wirken vermag wie Bryan. Schon zweimal ist Bryan im Kampfe um den Präsidentschastsposten geschlagen worden, und nur seiner großen Popularität ist es zuzuschreiben, wenn die Partei sich zum dritten Mal auf ihn verläßt. Als die Demokraten es bei der letzten Wahl (1094) mit dem„gemäßigten" Parker versuchten, erlitten sie eine furchtbare Niederlage. Neuerdings ist bekannt geworden, daß die Gewerkschaften, die 'bisher geduldig im Dienste der beiden alten Parteien standen, selbständig vorgehen wollen. Eine Minorität unter den Gewerk- schaften hat stets danach verlangt, aber die Majorität verhielt sich bisher streng ablehnend, und es ist fraglich, ob man sich diesmal entschließen wird, den bisherigen Standpunkt aufzugeben. Die Sozialisten treffen alle Vorbereitungen, um eine außer- ordentliche Agitation zu entfaltcm Wer der Bannerträger im Kampfe sein wird, ist dabei weniger wichtig. Die Hauptsache ist. wie die Propaganda für die Partei am besten gefördert werden kann. Zu keiner Zeit ist das politische Interesse reger als während der Präsidentenwahlen und diese Zeit hat unsere Partei stets gut auszunützen gewußt. Die letzte Wahl hat den Sozialisten über 409 090 Stimmen gebracht._ Kapitalistische Korruption. New Aork, 14. Februar. Gegen den früheren Gouverneur von New V o r k, Forster-Voorhees. ist ein Verfahren wegen Meineides eingeleitet worden, besten er sich bei der gericht- lichen Voruntersuchung gegen die Versicherungsgesell- schaften schuldig gemacht haben soll. Wachsender Einfluß in Zentralamerika. New Uork, 14. Februar. Staatssekretär Root begründete bor der Kommission des Repräsentantenhauses für auswärtige An- gelegenheiten die Schaffung von fünf Gesandtenposten für Zentalamerika statt drei. Er sagte, durch den Bau des Panamakanals träten diese Republiken in ein gleiches Verhältnis zur Union wie Kuba.(„Franks. Zeitung".) Se werk rehaftUebeg. Hungerlöhne. Arg in die Nesseln gesetzt hat sich mit einer an unser Chemnitzer Parteiblatt gesandten„Berichtigung" die Firma W e tz e l in N i e d e r z w ö n i tz. In der„Volksstimme" war kritisiert worden, daß anläßlich der Hochzeitsfeier eines Teil- Habers der Firma bei den Arbeitern für ein Hochzeitsgeschenk gesammelt und jedem 80 Pf. abgeknöpft worden waren. Die „Volksstimme" fragte dann:„Sind denn die Verdienste der- schiedener Familienväter, die bei jener Firma arbeiten, sind 8, 9. 10—13 M. Verdienst wirklich so reichlich, daß die 80 Pf. Geschenkbeitrag entbehrt werden können?" Mit Vergnügen druckt die„Volksstimnie" nun die„Berichtigung" ab. die folgende«testen enthält:____ verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil vcrantw.:Z „Wöchentliche Verdienste von nur 8, 9, 19— 13 MI. für Familienväter gibt es bei uns überhaupt nicht, und von 33 un- serer Familienväter verdienten 39 größtenteils wesentlich mehr als den in Ihrem Artikel genannten Höchstlohn von 13 M. Laut genauen Tabellen des Lohnbuches verdienten unsere Familien- Väter im.Jahre 1997 wöcöentlich: einer 19,59 M., einer 11 M., einer 13 M., einer 13,59 M., sechs 14 M., einer 14,59 M., einer 15 M., zwei 15,59 M., einer 16 M., vier 16,59 M., zwei 17 Mi, einer 18 M.. einer 29 M., einer 21 M. Tie Löhne der anderen Arbeiter schivanken zwischen 8 und 18 M., wöchentliche Verdienste unter 19 M. sind schon eine Seltenheit." Diese Berichtigung ist doch unbezahlbar? Hier wird doch einmal von Fabrikanten selbst aus Grund ihrer Lohn- bücher festgestellt, was für Hungerlöhnc sie an„ihre" Familienväter bezahlen. Denn Hungerlöhnc sind sie alle, die angegeben sind, bis zu dem angegebenen Höchstlohn. Wenn aber derart schlecht entlohnte Arbeiter sich mal auf sich selbst besinnen und sich erdreisten. Lohnforderungen zu stellen, dann fällt die gesamte„gutgesinnte" Presse über sie bcr. stellt sie als von auswärtigen sozialdemokratischen Agitatoren ver- führt und verhetzt hin, und die Polizeiorgane stellen sich nicht selten in den Dienst der Fabrikanten und erschweren den kämpfenden Arbeitern den Kampf um bessere Löhne! Verlin und Umgegend. Ter Lohnkampf in der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik beendet. In der am Freitag abgehaltenen Versammlung der Streiken- den und Ausgesperrten teilte Sandte mit, daß am Mittwoch Ver- Handlungen stattfanden zwischen den Vertretern der Streikenden und der Direktion. An den Verhandlungen beteiligte sich auch eine Vertretung des Metallindustriellen-Verbmrdes und Handle als Ver- treter des Metallarbcitcrvcrbandes. Die Direktion begründete die Abzüge damit, daß dieselben wegen der Konkurrenzfähigkeit der Firma während der Zeit des schlechten Geschäftsganges notwendig seien. Die Vertreter der Arbeiter stellten sich dagegen auf den Srandpunkt, daß Abzüge unter keinen Umstäudcn gerechtfertigt wären, auch in Zeiten schlechten Geschäftsganges müßten die Löhne, welche vordem festgesetzt bezw. vereinbart waren, weiter gezahlt werden. In der bürgerlichen Presse ist die Nachricht vcrvreitet worden, die Vertreter der Arbeiterorganisationen hätten anerkannt, daß Lohnabzüge wegen schlechten Geschäftsganges gerechtfertigt seien. Diese Angade ist, wie Handle ausdrücklich betonte, durch- aus unrichtig.— Zu einer völligen Zurücknahme der Lohnabzüge wollte sich die Direktion trotz aller Vorstellungen der Arbeiterver- treter nicht bereit erklären, aber die Direktion versprach, die an den Stundenlöhnen gemachten Abzüge zu verringern, derart, daß nicht 19 Proz., sondern im höchsten Falle 8 Proz. abgezogen werden, und daß die Abzüge auch nicht alle Arbeiter träfen. Falls die Akkordarbeiter bei den jetzigen Löhnen nicht auf ihren Verdienst kämen, solle eine Revision der Akkordlöhne vorgenommen werden, wobei eine Herabsetzung derselben natürlich ausgeschlossen ist.— Tie Vertreter der Arbeiter konnten sich durch Einsicht in die Lohn- listen überzeugen, daß die Abzüge im Durchschnitt 5 Proz. nicht überschreiten. Die Arbeiterverireter versuchten das möglichste, um die gänzliche Zurücknahme der Abzüge durchzusetzen, aber die Di- rektion war nicht dazu zu bewegen; es war nicht möglich,.sie zrl weiteren Zugeständnissen zu veranlassen.— Die Kommission der Streikenden sowie die Vertreter der beteiligten Arbeiterorgani- sationen kamen nach eingehenden Beratungen zu der Ansicht, daß unter den gegebenen Umständen nicht mehr zu erreichen sei und daß eS deshalb ratsam wäre, die von der Direktion angebotenen Be- dingunaen anzunehmen und die Arbeit wieder aufzunehmen. Die streikenden Einrichter, die allein von den Abzügen betroffen werden, haben sich ebenfalls mit der Annahme dieser Bedingungen einver- standen erklärt. Der Referent empfahl der Versammlung, auch ihrerfettS den Abmachungen zuzustimmen. Wenn auch hinsichtlich der Lohnfrage nur wenig erreicht worden sei, so hätten die Ar- beiter doch zweifellos einen moralischen Erfolg errungen. Es sei das erste Wals daß bei der Deutschen Waffen- und Munitions- fabrik ein derartiger Kampf geführt wurde. Die Arbeiter können erhobenen Hauptes in die Fabrik zurückkehren, denn sie hätten keine Ursache, sich als Besiegte zu fühlen. Maßregelungen wegen dieses Konflikts dürfen nicht vorgenommen werden. Das habe die Di- rektion versprochen. Sicher sei zu erwarten, daß die weiteren Ab- züge, welche die Direktion noch beabsichtigt hatte, nicht vor- genommen werden. Das sei vielleicht der größte Erfolg dieser Be- wegung.— Die Versammlung stimmte den Vereinbarungen und damit der Wiederaufnahme der Arbeit zu. Nach der Versammlung hatte die Kommission der Streikenden nochmals eine Unterredung mit der Direktion. Sie erhielt auf Wunsch der Versammlung die ausdrückliche Zusicherung, daß alle Streikenden und Ausgesperrten im Laufe der nächsten Woche wieder eingestellt werden. Die Wiederaufnahme der Arbeit beginnt am Montag. Sie läßt sichliicht sogleich in vollem Umfange ermöglichen, da erst gewisse Vorarbeiten bestimmter Spezialarbeiter gemacht iverden müssen, che für andere Arbeiterkategorien Beschäftigung vorhanden ist. Der nunmehr beendete Konflikt nahm bekanntlich seinen An- fang damit, daß den Werkzeugmachern Lohnabzüge gemacht wurden. Die Werkzeugmacher legten die Arbeit nieder. Darauf wurden die übrigen Arbeiter teils ausgesperrt, teils legten sie aus Solidarität die Arbeit nieder. Nachdem sich die Werkzeugmacher mit dem Er- gebnis der Verhandlungen einverstanden erklärt hatten, war für die übrigen Arbeiter die Ursache des Konflikts ohne weiteres beseitigt. 0ei>tfches Reich. WaS in der„Einigkeit" steht. Im„Textilarbeiter" finden wir folgende Erklärung. Durch einen Zufall erfahre ich, daß in Nr. 3 der„Einigkeit" bereits zum zweitenmal die Behauptung aufgestellt wird, der Vor- sitzende des Deutschen Textilarbciterverbandes, Kollege Hübsch. habe in der Versammlung der streikenden bezw ausgesperrten Texhlarbeiter in Krefeld, welche am 21. Dezember in Eichenthal stattfand, den überwachenden Beamten aufgefordert, die Ver- sam mlung aufzulösen. Diese Darstellung beruht auf U n- Wahrheit. Ich war in der Versammlung als Berichterstatter für die Presse anwesend und hatte meinen Platz direkt neben den beiden Beamten. Der Kommissar zeigte sich erregt und machte ein paarmal Anstalten, die stürmische Versammlung aufzulösen. Von diesem Vorhaben hat ihn der Kollege Hübsch eindringlich abgeraten. Hübsch imte:„Die Leute werden sich wieder bcruhlgcn", worauf der Kommissar meinte:„bis sie sich die Köpfe einschlagen". Darauf habe ich selbst den Zuruf gemacht:„Soweit kommt es nicht." Mir ist der Vorgang genau in der Erinnerung und halte ich mich zu der Erklärung verpflichtet, das? Genosse Hübsch genau da-Z Gegenteil von dem sagte» was die„Einigkeit" ihm unwahrcrweise in den Mnnd gelegt hat._ W. Kahler. Düsseldorf. Bergarbeiterstreik. Auf den Zechen„Freier Vogel" und„Unverhofft" bei Essen ver- weigerten gestern früh 46 Mann Frühschicht die Anfahrt, weil ein Steiger sie zu schroff behandele. Tie Direktion erklärte, die von den Leuten vorgebrachten Beschwerden an Ort und Stelle unter- suchen zu Wollen. In der Nachmittagsschicht verweigerten in dem- seloen Steigerrevier 39 Mann aus gleichem Grunde die Anfahrt. Da die Belegschaft sich vollkommen ruhig verhält, so ist anzu- nehmen, daß sich die Bewegung nicht weiter ausdehnt, falls dies die Direktion nicht durch ungerechte Maßnahmen selbst herbeiführt. ZZuslcknd. Die Holzarbeitcr-AuSspcrrung in Zürich. Nach einem Telegramm des Bureau Herold teilten wir am Dienstag mit, daß in Zürich 299 Holzarbeiter ausgesperrt seien. �Glock�Verlsm Druck u.Verlag:VorwärtsBuchdr.u.BerlagSanstaltP Wie uns fetzt von dort geschrieben wird, beträgt die Zahl der AuS» gesperrten nicht nur 299, sondern nicht weniger als 799. Es handelt sich um die Bekämpfung der schwarzen Listen, die laut Vertrag vom 21. Juli 1996, abgeschlossen zwischen dem Verband der Möbel- fabrikanten und Schreincrmeistcr mir dem Schweizerischen Holz- arbeiterverband(Sektion Zürich), unzulässig sind. Dieselben wurden trotz alledem von den Unternehmern angewandt, wodurch bei der Firma Ellwanger u. Wurster die Arbeiter sich genötigt sahen, die Arbeit einzustellen und sich mit den ungerechtfertigter- weise Entlassenen solidarisch zu erklären. Aus die Arbcitsein- stcllung hin eilten die übrigen Unternehmer dieser Firma zur Hülfe und sperrten am Sonnabend, den 8. Februar, die oben an» geführte Zahl Schreiner aus. Die Situation ist für die Arbeiter günstig._ Mehrere hundert Textilarbeiter sind in Rauba ix wegen Lohnforderungen in den Streik getreten. DaS Land ohne Streiks. So wurde bisber vielfach mit großer Genugtuung die austra» lischc Kolonie Ncu-Seeland geheißen. Die Konflikte zwischen Unter- nehmern und Arbeitern in der Industrie Wurden durch Verhandlungen vor den Einigungsämtern und �Schiedsgerichten verhandelt und„geregelt". Das Gesetz wurde im Jahre 1894 geschaffen, nach- dem einige große Streiks stattgefunden hatten, durch welche die ganze Bevölkerung in Mitleidenschaft gezogen worden war. In der Tat ist man jahrelang mit diesen gewerblichen Schiedsgerichten ausgekommen und es wurde diesen Einrichtungen nachgerühmt, daß ihnen besonders die schnelle EntWickelung und Prosperität dcs Landes zu danken sei. In den letzten zwei Jahren haben aber trotz dcS Gesetzes, das den Streik verbietet, eine Reihe von Ausständen. und zwar im Schneidergcwerbc, im Transportgewerbc. bei den Bäckern, Schlächtern usw. stattgefunden. Die Verhöngung von Strafen bis zu 199 M. wegen Beteiligung an Streiks, in ein- zelnen Fällen auch von Gefängnisstrafen, hat nichts genützt, und die Unzufticdcnheit der Arbeiter mit diesem Gesetze wird immer größer. Es wird auch immer offenbarer, daß die Annahme, dieser Friede im Gewerbe habe die Prosperität der Industrie hervor- gerufen, falsch ist, die Gründe hierfür liegen ganz wo anders. Die junge Kolonie konnte große Massen gefrorenen Hammelfleisches nach Europa ausführen, erhielt für Schafwolle, Butter, Milch, Ge- kreide, kurz alle landwirtschaftlichen Produkte hohe Preise. Dies oeeinflußte selbstverständlich die EntWickelung der Industrie in sehr günstiger Weise. Auch ohne das Antistreikgesetz hätte die EntWickelung diese Bahnen genommen. Die Unternehmer tonnten infolgedessen den höher gehenden Ansprüchen der Arbeiter bisher auch meist nachkommen. Je mehr aber die junge Kolonie in das Fahrwasser großkapitalistischer EntWickelung gelangt, desto größer werden in dieser Beziehung die Schwierigkeiten: Die Grundrente ist gestiegen, Kapitalisten, Spekulanten, Zins- und Dividenden- empfänger nehmen ihren Anteil von den Erträgnissen der Arbeit vorweg. Das Gesetz über die Einigungsämter und Schiedsgerichte be- friedigt also nicht mehr. Dem Parlament von Neu-Seeland liegt, wie wir einem australischen Arbeitcrblatte entnehmen, zurzeit eine Novelle vor, welche unter Aufhebung der Einigung»- und Schiedsämter die Errichtung von GewcrbcschiedSämtern vorsieht. Diese sollen aus drei Unternehmern und drei Arbeitern zusammen- gesetzt sein, die in dem betreffenden Gewerbe beschäftigt sind oder beschäftigt waren, in welchem die Differenzen ausgebrochen sind. Ein unparteiischer Vorsitzender soll von den Vertretern gewählt bczw. vom Gouverneur ernannt werden. Damit glaubt man den Mißstand beseitigen zu können, daß die Urteile der Einigungs- ämter, die mehr zugunsten der Arbeiter ausfallen, wieder auf- gehoben werden können. An den letzteren wirken gelehrte Richter mit. Die Gefängnisstrafen, deren Verhängung unter den Ar» beitern viel böses Blut gemacht hat, sollen beseitigt werden. Dafür sollen die im Gesetz vorgesehenen Geldstrafen mit größerem Nach- druck eingetrieben werden. Die Unternehmer sollen durch Gesetz verpflichtet werden, die auf Grund diese» Gesetzes über Arbeiter verhängten Geldstrafen vom Lohne abzuziehen, und zwar bis zur Höhe von 25 Proz. vom jeweiligen Wochenlohn. Gegen diese Be- stimmung herrscht in den Kreisen der Arbeiter große Opposition. Ferner ist noch eine andere Bevormundung der Arbeiter geplant; man will in das Gesetz eine Bestimmung hineinbringen, wonach die Gewerkschaftsbeamten aus denjenigen Gewerben hervorgegangen sein müssen, bei deren Berufsorganisationen sie angestellt werden. Die Wünsche der Arbeiter, sofern diese nicht auf eine gänzliche Beseitigung des Gesetzes hinauslaufen, gehen vor allem dahin, eine schnellere Rechtsprechung zu erzielen und einen größeren Anteil am Produkt zu erhalten, das sie durch ihre Arbeit hervorbringen. Bei dem gegenwärtlgen Verfahren vergeht häufig ein Jahr und darüber, bis die dem Gericht unterbreiteten Differenzen ihre end- gültige Erledigung finden. Um einen größeren Anteil am Produtt ihrer Arbeit zu erhalten, werden die Arbeiter von Neu-Seeland freilich andere Mittel in Anwendung bringen müssen. Um diesen sich zu sichern, müssen sie die Beseitigung des kapitalistischen Systems überhaupt als ihr Ziel ins Auge fassen. Und diesen Weg werden auch die Neu-Sceländer Arbeiter finden, die steigende kapi» talistische EntWickelung wird sie dahin drängen. Letzte JVacbncbten und DcpcPchen, Bürgerschaftswahl in Hamburg. Hamburg. 14. Februar.(Privattelegramm des„Vor- tvärts".) Bei der heutigen Ersatzwahl zur Hamburger Bürgerschaft erhielt Genosse Umland einen beträchtlichen Stimmenzuwachs, so daß er an erster Stelle steht und in Stichwahl mit einem Reaktionär kommt. Den Ausschlag gibt der Linksliberalismus._ Massenflagen gegen Gewerkschaften. New Jork, 14. Februar.(W. T. B.)(Auf deutsch. atlantischem Kabel.) Wie aus New Orleans gemeldet wird. erhob die Grandjury des Bundesgerichts Anklage gegen die Vertreter fast aller Arbeitergewcrkschaften New Orleans wegen Verletzung des Shermanschcn Antitrustgesetzes. Die international« Krise. Amsterdam, 14. Februar.(B. H.) In der hlejtgen Diamant» industrie sind zurzeit 4599 von den 8999 Arbeitern arbeitslos. Zum Zwecke der Aufrechterhaltung der Löhne und der Preise für ge» schliffene Diamanten, die jetzt durch die Arbeitslosigkeit stark ge- fährdrt werden, wird zwischen dem Juwelierverein und dem Diamantarbeiterverband über die etwaige völlige Arbeitseinstellung in«der Brillantbranche verhandelt, welche drei Viertel der Diamant- industrie umfaßt. Obwohl noch kein Beschluß gefaßt worden ist, scheint eine prinzipielle Einigung wahrscheinlich. Erdbeben. Hamburg, 14. Februar.(W. T. B.) Heute morgen wurde von den Instrumenten der hiesigen Hauptstation für Erdbebenforschung ein Erdbeben von mäßiger Stärke ausgezeichnet, dessen Herd etwa 3899 Kilometer entfernt sein dürfte. Beginn der ersten Vorläufer 19 Uhr 5 Minuten 16 Sekunden, der zweiten Vorläufer 19 Uhr 19 Minuten 12 Sekunden, der Hauptbewegung 19 Uhr 15 Minuten 11 Sekunden. Die Dauer der Registrierung belauft jich aus etwas über eine Stunde�_ ul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen«. Untcrhaltnngdbl, Nr. 39. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Berliner Volksblatt. Snabend, 15. Februar 1908. Man spricht sogar davon, daß nicht einmal eine beitszeit eingerechnet wird, ist ebenfalls berechtigt. Ich war in Teuerungszulage kommt. Dadurch würde das Ver- der Versammlung. in der die Arbeiter diese und weitere betrauen der Beamten zur Regierung auf den Nullpunkt sinken. Ich scheidene Forderungen zum Ausdruck brachten, zugegen und habe 101. Sizung vom Freitag, den 14. Februar 1908, hoffe, daß die Erklärung der Regierung zur Beruhigung der tief: mit Bedauern bemerkt, daß die Postbehörde durch Abwesenheit nachmittags 1 Uhr. gehenden Erregung in den Beamtenkreisen beitragen wird.( Bravo! geglänzt hat. Ich empfehle die Petition der Arbeiter dringend im Zentrum.) dem Staatssekretär zur Berücksichtigung. Am Bundesratstisch: Kraette. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats der Reichspost- und Telegraphenverwaltung nebst den dazu gestellten Anträgen: 1. von der Budgetkommission betr. Schließung der Annahmeschalter für Patete um 6 Uhr abends an den den Sonnund Feiertagen vorhergehenden Tagen; 2. von den Abgg. b. Damm u. Gen.( wirtsch. Vg.) behufs Wiedereinführung der billigen Ausnahmetarife für Postkarten, Drucksachen, Warenproben und Geschäftspapiere im Orts- und Nachbarverkehr; 3. von den Abgg. v. Gamp u. Gen.( Rp.) behufs Einstellung ton Oftmarkenzulagen in den Etat( 280 000 M. für mittlere Beamte, 420 000 M. für Kanzlei- und Unterbeamte, 10 000 m. für Erziehungsbeihülfen an höhere Beamte). Die Beratung wird fortgesetzt beim Titel„ Gehalt des Staatssekretärs" 44 000 mt., Unterstaatssekretär Twele: Der Abg. Kopsch hat gestern gefragt, wann das Gesetz über die Aufbesserung der Beamtenbesoldungen an das hohe Haus tommen wird. Ich kann nur auf meine am 30. Januar in der Budgetfommission abgegebene Erklärung verweisen, daß ich den Zeitpunkt noch nicht angeben kann. Mit einer Rücksicht auf Preußen hat die Verzögerung nichts zu tun, sie beruht auf der Schwierigkeit der Arbeit. Wenn Herr Kopsch, weiter meinte, wir haben keine Rücksicht auf Preußen zu nehmen, so kann die Reichsverwaltung sich dieser Auffassung nicht anschließen; schon die Rücksicht auf die preußischen Stimmen im Bundesrat macht es der Reichsverwaltung unmöglich, bei der Ausarbeitung von Vorlagen auf Preußen teine Rücksicht zu nehmen. Staatssekretär Kractke: Auf die Frage der Telephonreform. auf die der letzte Redner gestern eingegangen ist, bitte ich heute nicht einzugehen, denn ich hoffe, daß die Vorlage darüber dem Hause demnächst zugehen wird. Herr Kopsch ist ferner gestern auf die vom Reichstag in der letzten Session angenommene Resolution Ablaß eingegangen; in ihr ist die Frage der Beförderung und Besserstellung der Assistenten mit der Frage der Ueberweisung von einfachen Beamtengeschäften an eine neue Gruppe von Beamten, die billiger bezahlt werden soll, verquickt. " Abg. Beck( Heidelberg, natl.): Wir können uns weder der zu Staatssekretär Kraetke: Ein Mißtrauen habe ich mit meiner scharfen Kritik des Herrn Singer noch den allzu großen Lob- Bemerkung über den Verkehr von Beamten mit Abgeordneten Wenn aber Beamte mir ihre sprüchen der Postverwaltung anschließen. Die geeignete Fürsorge keineswegs ausdrücken wollen. für ihre Beamten ist die vornehmste Aufgabe der Reichspost- Wünsche in einer Audienz zum Ausdruck bringen und am Schluß verwaltung, und im gegenwärtigen Moment fann man es den Be- mir sagen:„ Wir haben die Wünsche auch drucken und an die amten nicht verübeln, wenn sie ihre Wünsche recht laut und deut- Reichstagsabgeordneten verteilen lassen," so muß lich nicht nur der Reichspostverwaltung, sondern auch uns mit- ich mir sagen: Was ist das für ein Geschäft?" Ich werde dann teilen.( Lebhaftes Sehr richtig! links.) Meine Freunde be- stets sagen:" Ich danke, dann habe ich mit Ihnen nichts weiter zu dauern, daß wir auch heute vom Unterstaatssekretär nicht mehr verhandeln."( Sehr richtig! rechts.) gehört haben als in der Budgetkommission; denn die Regelung dieser Angelegenheit ist recht dringend, und mit allem Nachdruck müssen wir darauf dringen, daß die Vorlage zustande kommt, tunlichst noch in dieser Session des Reichstages.( Zustimmung bei den Nationalliberalen.) Der Resolution auf Gewährung einer Ost martenzulage an Postbeamte in den östlichen Provinzen stimmen wir zu. Es ist dies eine selbstverständliche Kompenfation für die Schikanierungen, denen die dortigen Beamten durch die Polen ausgesetzt sind. Dagegen können wir die Resolution auf allgemeinen früheren Schalterschluß für Bakete nicht an nehmen. Es muß auf die Verschiedenartigfeit der Verhältnisse in den einzelnen Landesteilen Rücksicht genommen werden. Ganz unberechtigt ist es, wenn der Herr Staatssekretär darin, daß die Beamten sich an Abgeordnete wenden, ein Mißtrauen gegen sich selbst erblickt. Das kann nur dazu beitragen, bei den Beamten Mißtrauen gegen ihn zu erregen.( Sehr richtig!) Ferner muß ich hier offen erklären, daß ich es doch für bes denklich halte, wenn ich hier einerseits immer zum Sparen aufgefordert werde, und wenn dieselben Herren dann für fast alle Beamtenkategorien höhere Rangstellungen, also höhere WohnungsAuf den Vorwurf des lehten Herrn geldzuschüsse usw. verlangen. Redners bezüglich der Telephonreform gehe ich nicht ein, wie ich schon bei Beginn der Sigung erklärte; aber aufmerksam machen will ich doch darauf, daß Sonderwünsche, wie er sie geäußert hat, sehr gefährlich sind. dem Hause gesprochen haben, da aber anzunehmen ist, daß auch der Bizepräsident Paasche: Obwohl heute erst drei Herren aus nächste Redner über ein ebenso reiches Material verfügt wie die vorhergehenden, so schlage ich dem Hause vor, sich zu vertagen. ( Allgemeine Zustimmung.) Es erfolgt kein Widerspruch. Die Vertagung ist beschlossen. Nächste Sizung Sonnabend 11 Uhr. Tagesordnung: Fortfehung der heutigen Beratung. Schluß 6 Uhr. Abgeordnetenbaus. 31. Sigung vom Freitag, 14. februar, 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Hollle. den Oberpostassistenten 3ollitsch mit Entziehung Abg. Linz( Rp.): Das Verhalten der Reichspostbehörde, die einer nicht zu billigenden Entgleisung, ist sehr bedauerlich. Etwas eines Monatsgehaltes bestraft hat, allerdings wegen von dem liberalen Geiste des verstorbenen konservativen Kultusministers v. Gozler wäre auch anderen Ressorts zu wünschen. Wenn man eine Erweiterung des Koalitionsrechtes, die Anerkennung der Rechtspersönlichkeit der Berufsvereine wünscht, Die allgemeine Besprechung über den Kultus. wenn man dem Arbeiterstande durch Arbeitskammern eine etwas größere Bewegungsfreiheit sichern will, wenn man eine größere etat wird fortgesetzt. Freiheit des Versammlungsrechtes fordert, so ist es doch absurd, Abg. Strosser( f.): Die gestrige Erklärung des Ministers über Was an dieser Sache berechtigt, hat die Reichsverwaltung seit wenn man die Meinungsfreiheit des Beamten zu sehr einschränken die Besetzung der theologischen Lehrstühle hat uns im allgemeinen Jahren eingeleitet und führt sie weiter fort. Die Ausführung der will. Von den Ausführungen des Staatssekretärs war befriedigend befriedigt. Bisher ist aber Licht und Schatten nicht inumer gleichResolution aber würde, wie mein Kommissar bereits in der Budget- nur die Aeußerung, daß er den Verkehr der Beamten mit den mäßig verteilt worden, denn mit Ausnahme der Universität Greifs Für die Resolution wald ist auf allen Universitäten die liberale Richtung bevorzugt. tommission dargelegt hat, mehrere Millionen Mark jährlich kosten. Abgeordneten nicht einschränken will. Abg. Hamecher( 8.): Der gestrige Vorwurf des Abg. Singer b. Damm, welche die Ermäßigung des Ortsportos Den Klagen des Abg. v. Jazdzewski vom Mittwoch gegenüber be= gegen die Postbeamten schien uns nicht genügend begründet. Es verlangt, werde ich persönlich stimmen, denn die Verteuerung| merte ich, daß nach meiner Auffassung doch wenigstens jeder era fönnte ja auch ein Privatmann den Brief versehentlich erhalten hat sich als Fehlschlag erwiesen. Meine Freunde werden wachsene Pole deutsch können müßte. Als ich noch attiver Offizier oder geöffnet haben. Jedenfalls muß ich den Vorwurf, daß irgends allerdings nicht dafür stimmen in Rüdsicht auf den Einnahme- war, habe ich solche Soldaten, die kein Wort deutsch verstanden, in ein Beamter der Reichspost sich von Achtgroschenjungens habe be- ausfall, der dann eintreten würde. Ebensowenig werden meine Stuben gelegt, in denen nur deutsche Soldaten lagen, und nach stechen lassen, mit aller Entschiedenheit zurückweisen.( Bravo! Freunde in Rücksicht auf die Bedürfnisse von Handel und Industrie drei Monaten tonnten sie sich sehr gut deutsch verständigen. Meine rechts.) Die Maßregelung des Wiesbadener Postvertrauensarztes für die Resolution der Budgetkommission stimmen. Bei der ge- vorjährigen Ausführungen über das Verhalten der Polen gegenSchellenberg billigen wir nicht. Jeder Lieferant einer Behörde planten Reform der Telephongebühren, die eine ungemeine Ver- über den Ruthenen halte ich gegenüber Herrn v. Jazdzewski vollmuß volle politische Freiheit haben, sonst geraten wir in eine Kor- teuerung darstellt, ist vor allem zu tadeln, daß bei der Vor- ständig zufrecht. ruption.( Sehr wahr! im Zentrum.) Den Antrag Ablaß halten bereitung nicht die betroffenen Kreise, der kleinere und mittlere Abg. Hoff( frs. Wg.): Der Lehrermangel ist noch heute ein wir trotz der Einwendungen des Staatssekretärs für durchaus Kaufmannsstand, gutachtlich gehört sind. In dem Industriegebiete enormer. Es fizzen noch Hunderttausende von Kindern in Klassen richtig. Die Gegnerschaft der geprüften Bostassistenten erklärt sich des bergischen Landes würde man die Beseitigung der Tarife für mit 100 bis 120 Kindern.( Hört! hört!) Möge der neue Herr nur aus Mißgunst und Mangel an fameradschaftlicher Solidarität. den Bezirksverkehr als eine schwere Schädigung empfinden; ich minister dieser Frage seine ernsteste Aufmerksamkeit widmen. Wir Auch im letzten Jahre hat der Verkehr sich gehoben und die Perso- bitte den Staatssekretär, der Eingabe der vier bergischen Handels- berlangen vor allem, daß die Schule nicht als Anner der Kirche nalverhältnisse haben sich in bezug auf Arbeitszeit, Sonntagsruhe kammern hierüber Beachtung zu schenken. Dringend notwendig betrachtet wird, sondern daß ihr die volle Selbstverwaltung überund Urlaub weiter gebessert. Mit Freuden begrüßen wir die Aus- ist ferner die Regelung resp. Aufbesserung der Beamtengehälter; ich tragen wird. Dazu gehört vor allem die Durchführung der Fachbreitung des Wetterdienstes und die Einführung von Postausweis- hoffe, daß die Regelung noch in dieser Session erfolgen wird.schulaufsicht auch in der Volksschule und Beseitigung der Ortsschulfarten. Mit Freuden begrüßen wir auch die lebhafte Fürsorge für mit wenigen Worten muß ich noch eingehen auf die Petition des inspektion. Die intellektuelle, patriotische, religiös- sittliche Erdie Beamten. Einen durchgreifenden Unterschied zwischen akademisch Verbandes der deutschen Post- und Telegraphenarbeiter und-Hand- ziehung ist die Hauptaufgabe der Volksschule. In bezug auf die und nicht akademisch gebildeten Beamten billigen wir nicht. Hin- werker. Die Forderungen der Post- und Telegraphenarbeiter sind Ausübung der Kreisschulinspektion im Hauptamt ist es unter dem gegen scheint uns die Einführung eines Eramens für die ge- sehr bescheiden. Die erste Forderung, daß die Dienstjahre als Ar- Ministerium Studt zu einer vollständigen Stagnation gekommen. hobenen Unterbeamtenstellen sehr angebracht und den Wünschen der beiter in das Dienstalter mit eingerechnet werden, läßt sich, wie der In der Aera Studt sind im ganzen in 8 Jahren 27 KreisschulinspekBeamten selbst entsprechend. Diese diensterfahrenen Unterbeamten Herr Staatssekretär im vorigen Jahre ausführte, nach Lage der toren im Hauptamt ernannt worden, während unter dem Minister leisten mehr als die jungen Beamten. Unverständlich ist uns die Gesetzgebung nicht erfüllen; dann muß ben die Gesetzgebung Bosse in 7 Jahren 82 neue Stellen geschaffen wurden. Der Rechten Haltung des Staatssekretärs in der Frage der Beziehungen der geändert werden. Auch die zweite Forderung der Arbeiter ist be- erscheint allerdings die Vermehrung um 10 neue Stellen, die im Beamten zu Reichstagsabgeordneten. Deswegen sollte der Staats- rechtigt. Wenn ein Arbeiter 7 Jahre für die Postverwaltung Stat vorgesehen ist, schon als ein zu rasendes Tempo, obschon bei sekretar doch keinen Beamten schlechter behandeln. Kein deutscher gearbeitet hat und er wird dann ärztlich für dienstuntauglich er- dem Tempo 47-48 Jahre zur Durchführung der Fachschulaufsicht Beamter oder Arbeiter des Reiches nimmt das Streikrecht für sich flärt, so ist es sehr hart, daß er jeden Anspruch verliert. Man notwendig wären. Die Aeußerung des Abg. Stull, daß nur solche in Anspruch. Aber Ruhe und Frieden wird in die Beamtenschaft soll dann eben keinen als Arbeiter ohne ärztliche Untersuchung Lehrer gegen die geistliche Schulaufsicht sind, die etwas auf dem erst inziehen, wenn sie in Beamtenausschüssen ein legales Organ einstellen, aber dadurch muß ihm der Eintritt in die Beamtenlauf- Kerbholz haben oder außerdienstlich einen nicht einwandsfreien ihrer Beschwerden hat. Die feierlich zugesagte Beamtenvorlage bahn ohne neue ärztliche Untersuchung ermöglicht werden. Daß Lebenswandel führen, wird von Zehntausenden von Lehrern als scheint nun wohl bis Ostern vertagt zu sein. den Telegraphenarbeitern die Fahrt zur Arbeitsstelle in die Ar- persönliche Beleidigung empfunden.( Lebhafte Zustimmung links.) Kleines feuilleton. Die Aufenthalt auf Kabaton war er, zweifelnd an der Wahrheit der Rolle des Mitgiftjägers in der Familie übernimmt. Der Brave E.schen Ideen, derart heruntergekommen, daß er beschloß, die Hülfe entpuppt sich als Genie im Ofenmusterzeichnen und führt als des Krankenhauses in Herbertshöhe in Anspruch zu nehmen. Er Selfmademan die Braut heim. Doch auch der andere sattelt um, Im Paradiese. Es gibt immer noch hirnschwache Schwärmer, starb auf dem Wege dahin. Zwei weitere Sonnenbrüder fehrten als eine Jugendfreundin ihm gründlich die Leviten liest. Nach achttägiger Berufsarbeit hat er schon gute Lebensrente eingeheimst die an die Möglichkeit einer paradiesischen Lebensweise im Sinne bald nach Deutschland zurück, ein sechster verunglückte. Der Stifter des Sonnenordens fuchte Mitte Januar 1906 auf und verlobt sich als künftiger Gutspächter mit der Dame. der biblischen Schilderung hier auf Erden glauben. Gibt es nicht herrliche Eilande, so sagen sie, mit reicher Begetation und ewigem Bureden anderer Leute das Krankenhaus auf. Er litt am ganzen Weine, die er als Weinreisender seinem adelsstolzen Onkel präSonnenschein, wo der Mensch nackt gehen, sich von Früchten nähren Körper an Kräße, hatte eine Menge Hautgeschwüre, ferner eine fentierte, haben den alten Herrn so entsetzt, daß er dem entarteten Zunächst war er aber in Neffen ein Stipendium auswirft, mit der Bedingung, daß er dem fann und ledig aller Sorge um seine Eristenz sich fröhlicher Er- Narbenkontraktur am linken Fußknöchel. Die Figur des Schweregözung hingeben kann? Da werden alle Krankheiten des Leibes, folge äußerster Gutkräftung überhaupt nicht imstande zu geben. Sein kompromittierenden Berufe entsage. alle Verdüsterungen des Gemütes von dem Menschen weichen; frei Rörpergewicht betrug bei der Aufnahme nur 39 Kilogramm bei einer nöters mit ihrer Mischung von Phlegma, unverschämtheit und von den Gebrechen, Unnatürlichkeiten und Raffiniertheiten des Körpergröße von etiva 1,66 Meter... Gegen seine Behandlung mit Selbstironie kam in der Darstellung Bernhard Herrmanns, Kulturlebens wird er wieder ein vollkommenes, glückseliges Natur- warmen Seifenbädern, mit Perubalsam und antiseptischen Verbänden die des ehemaligen Töpfermeisters und Lebemannes wider Willen seiner eiternden Geschwüre erhob er feinen Einspruch, vielleicht nur, im Spiele Thurners vortrefflich und amüsant heraus. Kordafein führen. Auf also! Laßt uns jene glücklichen, tlimatisch weil ihm gefagt war, daß er im Krankenhause fich den Auordnungen rett repräsentierte Paeschte den„ besseren" der beiden jungen begünstigten Gefilde aufsuchen und dort ein neues, herrliches Leben des Arztes unterwerfen müsse. Nach seiner Ansicht aber kämen durch Männer. Frau Fanny Wolff war als ehrgeizige parvenubeginnen! Seit einigen Jahren läßt ein junger Schriftsteller solche Lock- den Eiter der Geschwüre die letzten krankhaften Stoffe aus seinem gattin resolut und charakteristisch, Hedwig Pauly rufe in Zeitschriften für Naturheilverfahren erschallen von der fleinen törper, die ihn bis jetzt verhindert hätten, in den ätherischen Ideal- elene Alma zeigten in ihren Mädchenrollen freie, natürliche Insel Kabaton aus, die 12 Stunden von Herbertshöhe auf zustand überzugehen. Durch reichliche Milchdiät, Eier, Darreichung Anmut. bon Bananen usw.- selbst etwas Hühnerfleisch genoß er zu Deutsch- Neu- Guinea liegt. Wie es in Wirklichkeit mit diesem legt gelang es, seinen Ernährungszustand seinen Ernährungszustand derart schnell paradiesischen Leben aussieht, fann man aus den Schilderungen entnehmen, die der Regierungsarzt Dr. Seibert, der Leiter des Kranken- zu heben, daß er bei seiner Entlassung am 8. Februar, die hauses in Herbertshöhe, in den fürzlich erschienenen amtlichen auf seinen Wunsch erfolgte, bereits 55 Kilogramm(+16 Kilogramm) Medizinal- Berichten über die Deutschen Schutzgebiete für das Jahr wog. Seitdem habe ich den Stranken nicht wiedergesehen. Bon 1905/06" von der Person und dem Schicksal des erwähnten Sonnen- anderer Seite hörte ich, daß er inzwischen wieder in seiner Ernährung start heruntergekommen ist. Zweifellos wird er in bruders" gibt. Er schreibt: „ Der Mann, namens E., der es auf der Schule bis zum längerer oder wahrscheinlich fürzerer Zeit seinen Ideen zum Opfer Primanerzeugnis gebracht hatte, gehörte zu den sogenannten„ Natur- fallen. Zum Schluß warnt Dr. Seibert weitere Leichtgläubige davor, " " 4 und dt. Notizen. Theaterchronit. Im Friedrich Wilhelmstädtischen Schauspielhaus geht am Sonnabend, dem Todestage Leffings, nachm. 3 Uhr, Nathan der Weise" in Szene. Der Ertrag ist für den Fonds zur Erhaltung des noch immer gefährdeten Lessinghauses in Berlin bestimmt. Das Haus soll der Erinnerung Lessings gewidmet werden, außerdem soll ein Theatermuseum im Lessinghause eingerichtet werden. Für Schüler menschen". E. hält volle Rückkehr in den Naturzustand für das Die Ueberführung 8olas nach dem Pantheon einzig Wahre. So geht er auf seiner Jufel völlig nackt, läßt sich sich durch die Rufe des Propheten in das„ Paradies" auf Kabakon sind die Preise der Pläße extra ermäßigt. locken zu lassen. die Haare wachsen und lebt ausschließlich von Früchten. Er verehrt ist von der Regierung endgültig auf den 2. April, feinen GeburtsTheater. die Sonne als die alleinige Lebensipenderin. Die Früchte, die der tag, anberaumit. Die Regierung wird für diese Feier 35 000 bis Sonne am nächsten wachsen, das sind die Kokosnüsse, seien daher Charlottenburger Schiller Theater: Auf 40 000 Fr. vom Barlament sich bewilligen lassen. die naturgemäßeste Nahrung. Durch dauernden Genuß von Kotos- der Sonnenseite", Lustspiel von Blumenthal und Vier Porträts von Reynolds entdeckt. Aus müssen müsse man hier auf Erden allmählich dem Kadelburg. Das anspruchslose Stückchen, das aus früheren London kommt die Kunde von vier bisher unbekannten Porträts von von ihm erträumten Jdealzustand kommen, einem ätherischen un- Zeiten der bekannten Firma stammt, fand bei flottem Spiel ein Reynolds, die Claude Phillips soeben entdeckt hat. Die vier Gesterblichen Dasein, nämlich dem im Paradiese verheißenen. Diese sehr dankbares Publikum. Die geschickt lancierten, munteren mälde stellen Angehörige der Walter Heneage- Familie dar; sie sind Absichten trägt er in Wort und Schrift vor und gründete einen Wendungen des Dialogs verhüllten die Dürftigkeiten der Er- allem Anschein nach bislang den Kunstkennern entgangen. Sonnenorden", für den er Mitglieder wirbt. Wie jeder findung, und obendrein erhielt man noch allerhand Moralisches Aus Salzburg Der Besenstil als Tatt stod. Prophet, und mag er auch noch so töricht sein, fand er Anhänger. als Zugabe mit auf den Weg. Zwei Aristokratensöhnchen, die ihr wird der Frff. 8tg." ein lustiges Stücklein berichtet. Erschien da Sein erstes Opfer war ein junger Helgolander von etwa Erbteil bergeudet haben, gelangen durch ein paar angenehme, fürzlich in einer sonntäglichen Aufführung des Walzertraumes der 24 Jahren. Mitte Dezember 1903 traf er hier ein. Vielleicht in schmerzlose Operationen des Komödienschicksals zur Einsicht, daß erste Kapellmeister des Stadt- Theaters zum Staunen des ausvoluminösen Tattstock am fizierte er fich während seines furzen Aufenthalts in Friedrich- nicht Müßiggang, vielmehr Solidität und Arbeit auf der Sonnen- verkauften Hauses mit einem sehr zu walten. Auf Wilhelmshafen oder Herbertshöhe mit Malariafieber, das er natür ſeite" des Lebens liegt, wobei dann zugleich selbstverständlich Dirigentenpult und begann seines Amtes lich nicht mit Chinin behandelte,... vielleicht auch übte die Sonnen- Fürsorge getroffen ist, daß der entflohene Mammon alsbald zu den der Bühne gab's allerlei Schwankungen, da und dort wurde einwirkung einen schädlichen Einfluß auf seine Hirnhäute gus. Er Gebesserten zurückkehrt. Die Tochter eines biederen Ofen- gefichert, aber der Dirigent ließ sich nicht beirren. Er schwang die starb bereits sechs Wochen später, ohne daß ich als Arzt zugezogen fabrikanten, der es zum Millionär gebracht und nun, nach den Keule in seiner Hand fast so graziös wie das Stäbchen aus EbenBefehlen seiner überspannten Frau, den Vornehmen spielen soll, holz! Die Fama brachte des Nätsels Lösung während der Pause in wurde. zu " Der dritte Sonnenanbeter war ein Stapellmeister, ein entfacht einen Wettkampf unter den jungen Leuten. Der eine, den Zuschauerraum: der Kapellmeister hatte um mehrere Flaschen hervorragender Klavier- und Geigenvirtuose, überzeugter Spiritist, der da wirklich liebt, will erst selbst verdienen, um dann das Seft gewettet, daß er die Operette mit einem abgebrochenen Besenexzentrisch und hochgradiger Neurastheniker. Er hoffte auf diesem Mädchen mit heroischer Geringschätzung der väterlichen Gelder zu stiel dirigieren werde. Daß er die Wette gewonnen hat, wird ihm Wege von seinen Leiden Heilung zu finden. Nach sechsmonatigem freien, während der andere, ein ausgemachter Windhund, die die heitere Kunst wohl verzeihen 1 Gerade die besten Kräfte unter den Lehrern bekämpfen die geift- Es würde große Erbitterung im Volfe erregen, wenn derartige dem sprächen nationale Gründe für die Unterſtügung der Geſellſchaft. liche Schulaufsicht. Im Jahre 1808, als das Kultusministerium Personen eine Erleichterung erhalten würden, die das Haus besei- Aber selbst bei den Blockparteien vermag er feine rechte Bewilligungsgegründet wurde, war es vom Geiste Pestalozzis erfüllt. Jchtigen wollte.( Lebhafter Beifall links.) stimmung zu erzeugen, und als Twele schließlich auf mehrere Anwünsche, daß auch das Kultusministerium vom Jahre 1908 ein voll Minister Dr. Holle: Ich würde bereits an ein Gefeß im Sinne fragen zugestehen muß, daß in den nächsten Jahren geschüttelt und gerüttelt Maß dieses Pestalozzischen Geistes haben des Vorredners herangegangen sein, wenn die Frage eine größere möglicherweise solche Forderungen sich wiedermöge.( Beifall links.) Bedeutung hätte. Es handelt sich nur um zwei Standesherren, ho len können, da ist es um den Posten geschehen. Nur Abg. Mary( 3.): Die, wie ich zugebe, mißverständlichen geftrigen die eine Grleichterung erfahren. Die Mitglieder des königlichen Nationalliberale und Konservative stimmen dafür, die 120 000 m. Ausführungen meines Kollegen Stull gegenüber dem Lehrerstande Hauses kommen überhaupt hier nicht in Betracht. Es wird zwed- find also gestrichen. hat dieser für seine Person, nicht für die Partei gemacht.( hört! mäßig sein, die ganze Frage bei der Revision des Kommunalabgaben- Damit ist endlich der Etat für Kiautschou erledigt, es sind nun hört!) Die freundliche Stellung meiner Partei gegenüber den gesezes zu bewilligen. in der Kommission insgesamt an dem Etat mit 12 327 400 m. rund Lehrern ist allbekannt. Auch Herr Stull hat mich beauftragt, zu 870000 M. gestrichen worden. Die Frage wird nur sein, wieerflären, daß er selbstverständlich nicht allgemein einen Vorwurf biel davon im Wege des Blodfompromiffes in der zweiten Lesung gegen die Lehrer habe erheben wollen.( Beifall im Zentrum.) im Plenum wieder eingestellt wird. Abg. Dr. Rödling( natl.): Wenn der Abg. Marg seine Beredsamkeit, die er zur Verteidigung seines Freundes Stull aufgewandt hat, dazu aufwenden würde, um dem Publikum den Unterschied zwischen den katholischen Orden und den evangelischen Diakonis jinnen klar zu machen, so würde ihm das zweifellos gelingen. ( Beifall bei den Nationalliberalen.) Die Debatte wird geschlossen. Persönlich bemerkt Abg. Hoff( fri. Vg.): Der Abg. Mary hat mir verblümt den Borivurf gemacht, ich hätte das Zentrum für die Aeußerungen des Abg. Stull verantwortlich Abg. Cassel( frs. p.): Ich kann nicht verstehen, daß immer darauf hingewiesen wird, es müsse eine Regulierung im ganzen erfolgen. Warum soll bei einer so einfachen Sache nicht ein Spezialgefek möglich sein, wie es schon früher öfter erlassen wurde. Damit schließt die Besprechung. Die Tagesordnung ist erschöpft. Nächste Sizung: Montag 11 Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung des Kultusetats in Verbindung mit Anträgen betreffend Förderung begabter Volksschüler und Abschaffung der Volksschulklassen an höheren Schulen. Schluß 3% Uhr. Am Dienstag beginnt die Beratung des Kolonialetats- der Rest der Arbeiten der Budgetkommission. Parlamentarifches. Tatiere aller, ang bortlich gemacht. Das ist nicht der Fall. Ich kon. Immer noch die Geldverfchwendung in Gebühren nach oben festgelegt werden sollen. Ein von den fozialdaß das Zentrum einen Rüdzug gemacht hat. Der Titel„ Ministergehalt" wird bewilligt. Beim Titel„ Direktoren" befürwortet Abg. Freiherr v. Eynatten( 8.) größere Aufwendungen für die Denkmalspflege und regt die Schaffung einer Zentralstelle für die Denkmalspflege an. nur Kiautfchou. ( Sigung der Budgetkommission vom 14. Februar.) Die Reichstagskommiffion für Aenderung des Telegraphengesekts ( Telefunkenkommission) nahm den Gesezentwurf mit dem vom Zentrum eingebrachten Antrag an, wonach mit dem 1. Juli 1913 die der Antrag, die Er hebung von Gebühren überhaupt gefeßlich zu regeln, wurde abgelehnt; desgleichen ein weiterer Antrag von derselben Seite, wo nach die Genehmigung zur Errichtung einer Telefuntenanlage auf Schiffen( Bordstation) nicht von dem Vorhandensein eines Bedürf Die Debatte über die Chinesenschule in Tsingtau wird fortgesetzt. niffes abhängig gemacht werden solle. Die Regierungsvertreter erKultusminister Dr. Holle: Ich erkenne an, daß es dringend Der Referent Paasche hat beantragt, statt der geforderten 375000 m. flärten, daß der Fall, wonach die Genehmigung nicht erteilt werde, 50 000 M. zu bewilligen zur Vorbereitung und kaum vorkommen dürfe, schon weil es im Interesse des Marinewünschenswert ist, die Denkmäler aus alter Zeit zu erhalten und Prüfung der Errichtung von Lehranstalten für amtes liege, daß möglichst viele Schiffe mit Bordstationen aus. für die Zukunft zu konservieren. Die Einrichtung einer Zentral Chinesen". Der Antragsteller, Abg. Semler und der Marine- gerüstet sind. Aber es sei beffer, wenn um die Genehmigung nach verwaltung für die Denfmalspflege unterliegt aber gewissen Be- minister wollen glauben machen, daß in der Bewilligung dieser gesucht werden müsse, schon um einen besseren Ueberblick zu haben. denten, wir zentralisieren schon zu viel. Die bestehenden Pro Summe teine Bindung für die Zukunft liegt. Gleichwohl aber reden vinzialkommissionen sind unzweifelhaft besser geeignet, auf diesem fie davon, daß fie aus Stiautschou ein Kulturzentrum machen Donnerstagabend der Antrag Schiffer( natl) über die EinIn der Justizkommission des Abgeordnetenhauses wurde am Gebiete zu wirken. Bemerken möchte ich noch, daß die Domänen wollen. Spahn ist von der Begründung noch nicht überzeugt und und Forstverwaltung sich bereit erklärt hat, die Baudenkmäler in schildert die französischen Einrichtungen, die, wie schon erwähnt, wurde beschloffen, dem Hause eine Resolution des Inhalts bor richtung von Jugendgerichten eingehend beraten. Es ihrem Gebiet an die Verwaltung des Kultusministeriums abzu- reine Privatunternehmungen sind. treten.( Beifall.) Abg. Freiherr v. Wolff- Metternich( 3.) bittet um die Bewilli- willigung dieser Summen eine Bindung für die Zukunft des Strafvollzuges in Beziehung auf jugendliche Pers Abg. Eichhorn verweist darauf, daß zweifellos in der Be- zuschlagen, daß die Staatsregierung 1. im Bundesrat für die Reform des Strafrechts, des Strafverfahrens und gung erheblicherer Staatsmittel für die Pflege und Erhaltung von liegt. Aber das will trop Ableugnung von Gründen die Mehrheit fonen eintreten solle; 2. nach Möglichkeit versuchen solle, bis zum ja auch, Riautschou soll ein Kulturzentrum werden. Wir sind der Erlaß eines solchen Gesezes in einer, den bereits angestellten VerDer Titel wird bewilligt. Meinung, man foll erst aus Deutschland ein KulturDebattelos werden bewilligt die Kapitel Gvange- zentrum machen, und lehnen somit auch den Antrag Baasche im Wege der Verwaltung das Strafverfahren gegen jugendsuchen entsprechenden Weise auf dem Boden des bestehenden Rechts Ilscher Oberkirchenrat"," Evangelische Konji- ab. Selbst vom Standpunkt der Mehrheit erscheint die Forderung liche Personen auszugestalten. storien",„ Evangelische Geistliche".. nicht begründet, das Schriftstück des Gesandten in Pefing Beim Kapitel Bistümer verlangt bewegt sich in allgemeinen Redewendungen und mehr haben auch die Regierungsvertreter nicht vorbringen können. Kunstdenkmälern. Abg. Dr. Rösch( 3.) einen höheren Staatszufchuß für das Bistum Freiburg. Ministerialdirektor v. Chappuis legt dar, daß nach den ab geschlossenen Verträgen eine rechtliche Verpflichtung des Staates zur Erhöhung des Zuschusses nicht bestehe. Das Kapitel wird bewilligt. Ohne erhebliche Debatte werden erledigt die Kapitel Katho= Tische Geistliche und Kirchen und Ittatholische Geistliche und Kirchen, Kultus und Unterricht gemeinsam, Provinzialschulkollegium und Prüfungskommissionen. Nach langer Diskussion, in welcher Wiemer sich im Prinzip mit den Erklärungen der Regierung einverstanden erklärt, wird der Antrag Paasche mit 14 gegen 11 Stimmen an genommen. Der Demokrat Storz und Wiemer stimmten mit der Mehrheit. Dhne wesentliche Debatte werden sodann eine ganze Reihe Bofitionen ohne Abstriche bewilligt. Aus der Partei. Parteiliteratur. Jm Berlage von J. H. W. Dick Nachf. in Stuttgart crfchien soeben: Die Klassengegensäge im Zeitalter der französischen Revolution von Karl Kautsky. Neue Ausgabe der Klassengegensäte bon 1789 80 G. brofchiert 75 Pf., gebunden 1 M. Vereinsausgabe Die Verpflegungsgelder im Betrage von 845 500 2. findet Paasche zu hoch; es soll eine Erhöhung von 102 000 m. 50 f. Die neue Ausgabe ist int Inhalt nicht verändert. In der Es folgt die Interpellation der Abgg. Schiffer( natt.) gegen das Vorjahr eintreten, außerdem find 575 000 M. Drts- und Teuerungszulagen bewilligt worden. Das gibt ca. 1 Millionen Vorrede von Neujahr 1908 fagt der Verfasser: und Viereck( ff.): für 2000 Mann! Baasche beantragt die Mehrforderung von Nach§ 7 des Gefeßes betreffend die Unterhaltung der 102000 m. zu streichen. Die Mehrheit beschließt das. Ein " Der Zweck, dem das Schriftchen vor zwei Jahrzehnten dienen öffentlichen Voltsschulen soll die Verpflichtung der nach kleiner Streit entsteht noch darüber, ob die Soldaten in follte, ist leider auch heute noch nicht gegenstandslos geworden: es dem Kommunalabgabengesetz von der Gemeindeeinkommensteuer bestiautschou in ihrer freien Zeit se ohl bauen sollen, Paasche war der, einer flachen Auffassung der materialistischen Geschichts. freiten Personen, zu den Wolfsschulen beizutragen, durch Gesetz ge- empfiehlt es, 2 attmann und der Marineminister sind auffaffung, einem Vulgärmargismus entgegenzuwirken, der daregelt werden. Ist die Einbringung und Verabschiedung eines diese Regelung enthaltenden Gefeßes vor dem Infrafttreten des Volksschulunter haltungsgesezes, dem 1. April 1908, zu erwarten? dagegen. mals grassierte. Für Reinigung, Feuerung, Beleuchtung und Als 1883 die Neue Zeit" gegründet wurde, war die materiaMietsentfchäbigung werden 333 764 W. gefordert, liftische Geschichtsauffaffung, ja der Margismus überhaupt, trot 23 440 M. mehr als im Vorjahr. Auch hier herrscht offenbar eine bes kommunistischen Manifestes und des Engelsschen Anti- Dühring gesehen, um eine ungerechtfertigte Mehrbelastung der Gemeinden wird festgestellt, daß Subaltern- Offiziere für eine deutschen Sozialdemokratie von 1877, in der nicht die leiseste Wenn dies nicht der Fall ist welche Maßnahmen find vor ziemliche Verschwendung. In der umfangreichen Diskussion felbft in sozialistischen Streifen noch wenig beachtet und noch weniger begriffen. Das bewies deutlich die wissenschaftliche Revue der und des Staates zu verhindern? 5- Zimmerwohnung 2400 M. Mietsentschädigung Ahnung davon zu verspüren war, daß es so etwas wie eine Kultusminister Dr. Holle erklärt sich zur fofortigen Beant- neben Gehältern. bon 12 bis 13 Tausend Mark er materialistische Geschichtsauffassung gäbe. 1889 finden wir da wortung der Interpellation bereit. Abg. Schiffer( natl.) begründet die Interpellation. Die Rege- balten. Es werden schließlich 23 000 m. abgestrichen. lung der in unserer Anfrage aufgeworfenen Frage begegnete inner- und Krantenpflege bemängelt Baasche, daß 13 Marineärzte gelangt. Hatten Engels und feine deutschen Freunde im" SozialBei den Posten von 208 000 m. für Lazarettverwaltung gegen diese Auffassung nicht bloß in der deutschen, sondern in der gesamten internationalen Sozialdemokratic zum Durchbruch halb des Schulunterhaltungsgefeßes Schwierigkeiten, und es wurde mit zum Teil sehr hohen Gehältern in Stiautschou stationiert sind. Demokrat" und der„ Neuen Zeit" dahin gewirkt, so nicht minder ein Vorbehalt in das Gesetz eingefügt, daß die Frage der Heran- Es wird festgestellt, daß die verheirateten Offiziere und Guesde und Lafargue in den romanischen, Axelrod und Plechanoff zichung der Standesherren, der Geistlichen, der Beamten und der Unteroffiziere freie ärztliche Familienbehandlung in den slawischen Ländern. Lehrern zu den Schulunterhaltungsbeiträgen in einem besonderen haben. Die Position wird ebenso wie eine größere Bahl nicht anGesetz geregelt werden soll. Das Herrenhaus strich aus dieser An- gefochtene Titel mit dem vollen Betrag bewilligt. mertung die Standesherren heraus, was einiges Befremden erregt hat. Da ein Gesek bisher nicht verabschiedet werden konnte, fo wird für die Leistungen der Staatsbeamten der Staat einzutreten haben. Aber es würde doch nicht möglich sein und nicht verstanden tverden, wenn der Staat auch für die Standesherren eintreten würde. Es handelt sich hier um eine Frage des Ausgleichs der sozialen Gerechtigkeit.( Beifall.) Minister Dr. Holle: Es erscheint der Regierung nicht angängig, die Frage der Heranziehung der Standesherren und der Beamten zu den Volksschullasten allein zu regeln, da die Gründe, die für die Heranziehung der Privilegierten hier sprechen, auch für ihre Heranziehung zu den Gemeindelaften gelten müssen. Was die Steuerfreiheit der Beamten anlangt, so ist die Staatsregierung über deren anderweite Ordnung bereits in Verhandlungen eingetreten. Betreffs der Mitglieder des töniglichen Hauses und der Standesherren wird die Regelung einer Frage des Stommunal abgabengefehes vorbehalten bleiben müssen. Inzwischen find Be zirfsregierungen angewiesen worden, etwaige Verschiebungen in der Unterhaltungspflicht bei den Schulverbänden möglichst durch Ausgleichfonds auszugleichen. Die Städte kommen hier kaum in Frage, Sa dort überwiegend die Schullasten von den Kommunen getragen merden. Aber auch für die Landgemeinden haben sich nur givet Fälle feststellen lassen, in denen Standesherren eine Erleichterung erfahren würden, und mit diesen sind Verhandlungen eingeleitet worden, die hoffentlich zu einem befriedigenden Ergebnis führen werden. Auf Antrag des Abg. Dr. v. Heydebrand( f.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Boffe( t.) erklärt sich im allgemeinen durch die Erklärung des Ministers für befriedigt. Abg. Dr. Jderhoff( ft.) spricht den dringenden Wunsch aus, die im§ 7 des Boltsschulunterhaltungsgesetzes vorgesehene gefeß liche Regelung baldigst vorzunehmen. 1 Aber die Bekehrung des Nachwuchses der Parteiintelligenz zum 202 000 m., 1/4 willion mehr als im Vorjahre. Der Posten wird daß fie bei der Masse der neuen Adepten aus völligem Begreifen Die Reises, Umzugs- und Marsh kosten betragen Margismus war eine zu unvermittelte und rasche gewesen, als nach furzer Debatte bewilligt. Ebenso die Restpositionen der schaftlich vollständig erfassen, wer auf dem Boden der Anerkennung dieser Lehre entspringen konnte. Wer den Margismus wissendauernden Ausgaben. des laffenkampfes nicht bloß kämpfen, sondern auch zu wiffenausbau werden noch 1 100 000 m. verlangt, auf Antrag Paafches lieferten wissenschaftlichen Dentweise völlig gebrochen haben und Folgen die einmaligen Ausgaben. Für den Hafenschaftlicher Selbständigkeit gelangen will, der muß mit der überwerden 100 000 m. gestrichen. Offizierfpeifeanstalt, Egerzierschuppen usw. werden traut sein, um der Strüden der bürgerlichen Wissenschaft entraten Für Kasernements, muß mit den verschiedensten Gebieten des Wissens genügend ver866 500 m. bewilligt. zu können. Wer nicht so weit ist, wird, wenn er auf marristischer Für Tiefbauten find angefeßt 850 000 m. Paasche tonstatiert aus den Kosten anschlägen, daß den Baubeamten Vulgärmarrismus gelangen, der ausreichen mag, wo er sich beGrundlage wissenschaftlich arbeiten will, nur zu leicht zu einem neben ihren hohen Gehältern foloffale Summen an Baugnügt, zu popularifieren, was Marg und Engels gefunden, der provisionen gewährt werden. Bei Bausummen von 50 000 m. versagt, wenn er die befahrenen Gleife verlassen will. tostet die Bauleitung 20 000 M. wohlverstanden, neben den Gehältern und Bauzulagen der Beamten; in einem anderen Falle wirken, der den Schlüssel zu aller Weisheit zu besißen glaubte, Diesem 1889 grassierenden Vulgärmarrismus entgegenzubeträgt die Bausum me 48 000 M., die Bauleitung to ftet wenn er wußte, daß die gesellschaftliche Entwicklung ein Produkt 27 000 2.1 Auf die Kritik fann ber Marineminister weiter der Klaffentampfe ist, und daß die sozialistische Gesellschaft aus nichts fagen, als daß er nicht imstande sei, bei jedem Bosten nach dem Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat herbor zuprüfen, ob hier und da zu teuer gewirtschaftet worden ist. lönne das Gouvernement nicht mit fo fcharfer Ron zu einer bloßen Formel und Schablone herabgedrückt werde, das Er gehen wird der Gefahr entgegenzuwirken, daß der Margismus trolle umgeben. Die Marineverwaltung gerät bei dieser Schritt war die Aufgabe, der neben anderen Arbeiten auch die vorliegende für Schritt einfegenden Kritik immer mehr in Verlegenheit, die Ver- dienen sollte. Sie wollte die Fülle von Einsicht zeigen, die aus teidigung der Forderungen ist meist mehr als mangelhaft. Es werden der Anwendung des Prinzips des Klassenkampfes in der Geschichte fchließlich 150 000 m2. gestrichen. zu gewinnen ist, aber auch die Fülle von Problemen, die daraus hervorgehen. Sie wollte dabei nicht bloß der Verflachung der Theorie, sondern auch der der Praris des Klassenkampfes entgegen. wirken, indem sie zeigte, daß die sozialistische Politik sich nicht damit begnügen darf, den Klassengegensatz zwischen Sapital und Arbeit im allgemeinen zu konstatieren, daß sie den ganzen sozialen Organismus in allen feinen Details durchforschen muß, da unter diefem großen Gegensatz noch zahllose andere in det Gesellschaft bestehen, von geringerer Bedeutung, die aber nicht übersehen werden dürfen und deren Verständnis und Ausnüßung die proletarifage Politik bedeutend erleichtern und viel fruchtbarer machen fann. Die Armierungsausgaben betragen dies Jahr 1 Mill. Mart, es sind schon zirka 5 Mil. früher genehmigt und es stehen noch weitere Millionen- Forderungen in Aussicht. Nach kurzer Debatte wird auch diese Forderung genehmigt. Das Rheinisch weitfälische Kohlensyndikat macht bei dieser Kiantschouwirtschaft ebenfalls ein Geschäft mit der Marineverwaltung; es will drei alte hölzerne Kohlen ich upp en für 150 000 Mart an das Reich verkaufen. Dieser ungeheuere Preis stößt natürlich wieder auf Widerstand; es wird Minister Dr. Holle wiederholt, daß nur zwei Standesherren von Regierungsvertretern mitgeteilt, daß die Firma die Schuppen in Frage kommen, die als Mitglieder von Schulsozietäten von ihren feinerzeit auf eigenes Risiko gebaut hat, es feien jährlich 5 Broz. abbisherigen Lasten befreit würden. Wenn die Verhandlungen mit geschrieben worden, der verbleibende Buchwert soll bezahlt werden. Daß dies meine Absichten gegenüber dem Vulgärmarrismus diesen zu einem Ergebnis führten, würde die Regelung der ganzen ichhorn macht darauf aufmerksam, daß gestern der Marine- waren, deutete ich in der Einleitung an. Schärfer gegen den Frage im übrigen bei einer Revision des Kommunalabgabengefeßes minister die starte Abnüßung der Gebäude unter dem Bulgärmargismus vorzugehen, lag damals noch kein Grund vor. zwedmäßig geregelt werden. Klima von Kiautschou zur Begründung der Forderung von 50 000 m. Gerade zu der Zeit aber, als die vorliegende Schrift erschien, Abg. Cassel( frs. Vp.): Ich kann mich durch die Ausführungen für bauliche Unterhaltung des Lazaretts angeführt bereitete fich fchon die Revolte cines Teils der Bulgärmarristen des Ministers durchaus nicht für befriedigt erklären. Die Be- habe. Wie wolle man num rechtfertigen, daß für alte Holz gegen den Marxismus bor die Revolte der Jungen" in stimmung im§ 7 des Schulunterhaltungsgesetzes konnte nicht anders ichuppen nur 5 Broz abgeschrieben wurden? Deutschland, der Domela Nieuwenhuis und Cornelissen in Holland, aufgefaßt werden, als daß ein Gefeß zur Heranziehung der dort Paasche macht darauf aufmerksam, daß sich der Quadratmeter die es für nötig hielten, die Lehre vom Klassenkampf sogar gegen erwähnten Personen vor Einführung des Schulunterhaltungsgesetzes Sola bei diesen alten Schuppen auf 20 m. stellt, während er hier Engels felbst zu verteidigen, der Mary nicht genügend vererlassen werden mußte, und es ist zu bedauern, daß das nicht ge- wohl zu 5 M. gern geliefert würde. Die Summe wird aber standen habe. schieht. Es wird gejagt, daß nur zwei Standesherren hier in Be- fchließlich bewilligt. Nach Engels' Tode erfolgte dann eine weitere Entwicklung tracht tämen; wir haben aber keine Auskunft erhalten, inwieweit Endlich werden 120 000 A. zur Unterstügung dieser Clemente, die nun Zuzug anderer Bulgärmarristen eres sich um Mitglieder des föniglichen Hauses handelt. Es muß als ber Seidenindustrie im Schutzgebiete gefor hielten. Sie fanden jetzt, in der Zeit der Prosperität und der ungeheuerlich bezeichnet werden, daß Personen, die schon von Kom- dert. Die Summe foll einer Privatgefellschaft zubehördlichen Duldung, in dem Marrismus selbst, wie sie ihn munalabgaben befreit sind, auch noch von den Volksschullasten be- gute kommen, welche man damit in Tsingtau festhalten verstanden, ein Haar, und gegen denselben Vulgärmargismus, den freit sein sollen, die sie bisher getragen haben. Ich möchte dringend will. Das Zentrum ist gegen die Forderung; der Unter- fie eben als den wahren Weargismus gepredigt, wandten sie sich bitten, wenn die Verhandlungen nicht in den nächsten Tagen zu staatssekretär wele verteidigt dagegen sehr eindringlich den Bosten. nun, aber auch gegen den Margismus überhaupt, entweder mit dem Resultat führen sollten, daß die betreffenden Personen sich Er weist dabei von vornherein jeden etwa aufsteigenden Verdacht anarchistischen oder mit liberalen Argumenten. Sie fanden die freiwillig zur Tragung der bisherigen Lasten bereit erklären, daß von sich, daß er mit der Gesellschaft in irgend welcher Zustimmung jener Elemente, die von Anfang an dem Margismus dann schnell ein Gesez erlassen wird, durch welches die Personen, Berbindung stehe; er wisse nicht einmal, wer der Gesellschaft ablehnend gegenübergestanden waren. die bisher Beiträge an Schulsozietäten gezahlt haben, verpflichtet angehöre. Die Gesellschaft habe Berlufte erlitten und es sei eine werden, diese Beiträge in Butunft an die Gemeinden zu zahlen. Anstandspflicht der Verwaltung, einen Teil tragen zu helfen. AußerAngesichts dessen wurde es zur Hauptaufgabe der Margiften, soweit sie nicht durch die aktuelle Politit ganz in Anspruch ge nommen wurden, das, was der Maryismus bereits geleistet, Hlav- entschied auch zugunsten des Wirts und nahm an, daß die fragliche des Startells ist, wenn es sich um den Auslandsmarkt handelt, und zustellen und zu verfechten. Und da gleichzeitig die Ausdehnung Hochzeitsfeier nicht als eine steuerpflichtige Luftbarkeit angesehen wie die allgemeine Konjunktur auf die Geschäftsverhältnisse in unserer Partei so enorm wuchs, daß die praktischen Arbeiten der werden könne. Auf die Revision des Gemeindevorstandes erkannte gewissen Exportartikeln zurückwirkt, auch wenn die Erzeuger derselben politischen und gewerkschaftlichen Organisation und Presse den auch das Oberverwaltungsgericht zugunsten des Wirts. Es wurde fartelliert sind. Jedenfalls zeigt sich an diesem Beispiele wiederum, gesamten Nachwuchs an Intelligenz absorbierten, ist es einleuchtend, ausgeführt: Die Hochzeitsfeier sei nicht als steuerpflichtige Luft- daß die Preispolitik der Kartelle, welche das Ausland auf Kosten Saß die Kraft zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung des Margis- barkeit anzusehen; es sei auch nicht nachgewiesen, daß sich an die des Inlands bevorzugt, manchmal auch vom Standpunkte der bemus in dieser Periode sehr eingeengt wurde. Hochzeitsfeier eine selbständige Tanzlustbarkeit angeschlossen habe. treffenden Kartellindustrie unvorteilhaft ist und gegen das eigene So ist auch meine vor zwanzig Jahren gegebene Skizze der Obschon§ 15 des Kommunalabgabengesches den Gemeinden ohne Interesse ausschlägt. Interessant ist auch die Firigkeit der amerikaKlassengegenfäße im Zeitalter der großen Revolution leider bis Einschränkung der Besteuerung von Lustbarkeiten gestatte, habe nischen Konsulate in Deutschland, die sich über die internen Vorheute noch nicht durch eine andere Arbeit überholt oder gegen- doch nicht die Absicht bestanden, die Besteuerung von Familien- gänge in den Kartellindustrien so genau informieren, um daraus standslos gemacht worden. festlichkeiten zu ermöglichen oder solche Zustbarkeiten ohne Aus- zugunsten der Vereinigten Staaten Stapital zu schlagen. Ob auch Eine treffliche Ergänzung jedoch dürfte sie demnächst finden nahme zu besteuern, bei denen ein höheres wissenschaftliches oder unsere Konsulatsbeamte sich so eifrig der heimischen Industrie anin einem Buche über die französische Revolution, das H. Cunow Kunstinteresse obwalte. Andererseits sollte den Gemeinden die nehmen? Bureaukratische Bedanterie ist noch nicht alles. vorbereitet und auf das ich heute schon alle jene Leser meines Möglichkeit gegeben werden, solche Vereinslustbarkeiten en bie Schriftchens hinweisen möchte, die in den Gegenstand tiefer ein- steuern, die nach ihrer Zugänglichkeit und ihrem Umfange mehr Bankkrise, Staatsgarantie und die Sozialdemokratie in zubringen suchen. oder minder von der gleichen Bedeutung wie öffentliche LuftbarDänemark. Sind auch bald vier Menschenalter seit dem Beginn der großen keiten seien. Revolution verflossen, so wirft doch dies gewaltige Ereignis bis In der vorigen Woche stellte die dänische Grundbesizer. in unsere Tage nach, und es ist unmöglich, die Klassengegenfäße Verträge sind zugunsten des wirtschaftlich Schwachen auszulegen. bant ihre Zahlungen ein. Gegründet wurde diese Bank im der Gegenwart völlig zu begreifen, wenn man nicht das Ver- Diefe Regel folgt aus den allgemeinen Grundfäßen über Treu Jahre 1898 mit 4 Millionen Stronen Aftienfapital. Im Jahre ſtändnis jener Katastrophe gewonnen hat, in der sie zuerst ohne und Glauben und ist ständig vom Oberverwaltungsgericht beachtet 1906 erhöhte sie ihr nominelles Rapital von 10 auf 20 Millionen. religiöse Berkleidung mit größter Wucht aufeinanderprallten und worden. In ähnlichem Sinne sprach sich gestern die zweite Kammer Die allgemeine Geldkrise, die die Existenz großer Aktien= das Wesen der einzelnen Klassen der bürgerlichen Gesellschaft des Berliner Kaufmannsgerichts bei einer Entscheidung aus. gesellschaften und vieler kleinerer Unternehmen bedroht, veranlaßte enthüllten. Aber sie enthüllten auch das Wesen dieser Gesellschaft Die Firma Holz u. Ascher hatte die 17jährige Herta 3. als Ver- den Finanzminister Lassen, die fünf großen Banken Dänemarks, Gegenfäßen, die notwendigerweise immer wieder zu Katastrophen daß die Bestimmungen des§ 63 Abs. 1 des Handelsgesetzbuches bank sowie die Darlehns- und Diskontobant zu einer Konferenz führen. Formen und Umfang der sozialen Katastrophen wechseln und des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ausgeschaltet seien". zusammenzuberufen, und man einigte sich dahin, die volle Garantie mit der Technik der Wirtschaft, des Verkehrs und der Politik, die Das junge Mädchen unterzeichnete auch den Vertrag, ohne sich für Forderungen auf die Grundbefiber- und die Detailhändlerbant Unbermeidlichkeit der Statastrophen bleibt, so lange die Gesellschaft weiter um die Bedeutung dieser Ausschaltungsflausel zu kümmern. zu übernehmen. Zu diesem Zived follen 20 Millionen Stronen zur auf Klaffengegensätzen beruht." Als die Angestellte erkrankte, verweigerte ihr die Firma das Ge- Verfügung gestellt werden, die Hälfte durch die fünf Banken, halt für die Krankheitszeit, so daß die Angestellte St I age erhob. die andere Hälfte durch die Staatstasse, wozu felbstverständ Sie führte aus, sie habe keine Ahnung gehabt, was es mit lich die Zustimmung der gesetzlichen Körperschaften notwendig ist. der Ausschaltung der beiden Paragraphen auf sich habe. Hätte Der Finanzausschuß des dänischen Reichstags hat sich nun auch fie gewußt, daß sie sich mit der Unterschrift des Vertrages ihres bereits mit dem Vorschlage befaßt, und durch Ritzaus Bureau Anspruches auf Gehalt im Krankheitsfalle begebe, so hätte sie den wurde die Mitteilung verbreitet, daß die Vertreter aller Fraktionen, Vertrag bestimmt nicht unterschrieben. Die beflagte Firma stützte mit Ausnahme von K. M. Klausen, versprachen, ihren sich dagegen auf den Wortlaut des Vertrages und wendet im Fraktionsgenossen die Zustimmung zu den getroffenen Maßnahmen übrigen ein, daß, wenn sich die Klägerin über Sinn und Bedeutung 3u empfehlen. der Ausschaltung des§ 616 im unflaren wár, cs ihr obgelegen hätte, fich bei rechtskundiger Stelle zu informieren. Trauerfeier für Karl Kloß. Am Freitagvormittag fand im Gewerkschaftshause zu Hamburg eine erhebende und imposante Trauerfeier für Karl Kloß statt. Zu vielen Tausenden hatten sich die Genossen und Genossinnen aus dem Städtekomplex Hamburg, Altona und Umgegend eingefunden, in dem alten, fern von der Heimat verschiedenen Vorkämpfer des Proletariats die legte Ehre zu erweisen. Große Menschenmengen fanden infolge Ueberfüllung des großen Saales feinen Einlaß. In mitten eines herrlichen Palmen- und Lorberbaumarrangements war auf ichwarzem Untergrunde der Sarg aufgebahrt. Prächtige Stränge bedeckten ihn, die von vtelen Zentralverbänden, lokalen Mitgliedschaften von Hamburg, Altona, Wandsbed, Kiel, Lübed usw. einDer Kranz der Hamburger Parteiorganisation trug die Widmung: getroffen waren. Der Heimat fern und fern der Lieben Kreis Santit Du dahin, vom Tode jäh gefällt, Ein Streiter in der Menschheit großem Kampf, Dem Ringen um die neue, schöne Welt. Auf Deiner legten Bahn sei Dir der Kranz Geleit, Den der Genossen Brudersinn Dir weiht. Inhalts: Was der Finanzminister und die Finanzausschußmehr" Sozialdemokraten" gibt hierzu nun eine Erklärung folgenden Das Kaufmannsgericht sprach der Klägerin das Gehalt für die heit von Klausen verlangte, war nicht allein, die Staatsgarantie vier Wochen ihrer Krankheitszeit zu. Verträge sind so auszulegen, in seiner Fraktion zu empfehlen, sondern auch noch dafür einwie Treu und Glauben und die Berkehrssitte es erfordern. Die zutreten, daß im Reichstage bei der Verhandlung Schweigen werde über alle Einzelheiten und auszuschaltenden Bestimmungen des Vertrages sind für ungültig bewahrt zu erachten, denn der Beklagten lag die Pflicht ob, die Klägerin, näheren Umstände der Sache. 3. B. follte auch über ein in Rechtsfachen unerfahrenes junges Mädchen, auf die Be- die finanzministerielle Zollpolitik Frankreich gegenüber nicht gedeutung jener Paragraphen und die Tragweite ihrer Ausschaltung sprochen, und ebensowenig die Forderung nach einem Aktiengesets im Vertrage hinzuweisen. Diese Unterlassung verstößt sowohl erhoben werden. Man stellte also an den Vertreter der Sozialgegen Treu und Glauben wie gegen die Verkehrsfitte. Beklagter demokratie das Anfinnen, dafür zu wirken, daß der Reichstag in war daher gemäß§ 63 Handelsgesetzbuchs zur Zahlung des Klage- diefer Sache sich selbst einen Maulforb anlege. anspruches verpflichtet. Uebrigens geht das Bestreben jener fünf großen Banken offenbar dahin, einen Banktrust zu bilden und dadurch die kleineren Mit einem Trauermarsch und dem Gesang:„ Ein Sohn des Zur Vertreterwahl der Ortskrankenkasse in Leipzig. Banken lahmzulegen. Ein Komitee von Vertretern diefer Banten Bolkes" wurde die Feier eingeleitet. Dann hielt Genosse Albert Solange die Ortstrankenkasse in Leipzig besteht, ist die Be- und der Staatstaffe hat die Verwaltung der Geschäfte der GrundRoeste die Gedächtnisrede, in der er das wirken des Ver- teiligung bei den Vertreterwahlen nicht so start gewesen, wie bei befizer- wie der Detailhändlerbank übernommen, die Rente, schiedenen schilderte. Er fiel wie ein Held in der Schlacht, auf dem der am Donnerstag vollzogenen. Das ist darauf zurückzuführen, die die Detailhändlerbank für Einlagen zahlt, auf 3% Proz. herabKampffelde der Arbeiter. Der Verstorbene hat stets danach gestrebt, daß die sogenannten„ nationalen" Arbeiterverbände mit einer gesetzt und verfügt, daß größere Summen als 1000 Stronen auf alle Sträfte der Arbeiterschaft zusammenzufassen, sie auf einem Punti eigenen Liste angerückt waren und alle mit außerordentlicher An- ein und denselben Namen nicht mehr angenommen werden. Die zu konzentrieren. Es muß unser Bestreben sein, ihm nachzueifern. strengung arbeiteten. Trotz des mit allerlei Verdächtigungen gegen Deklaration der Bank über die Auszahlung von 6 Proz. aus den Dieses feierliche Gelöbnis legen wir in dieser Stunde an seinem den Kassenvorstand geführten Kampfes der„ Nationalen" sind diese rechnungsmäßigen Jahresüberschuß von 1907 wurde annulliert. Sarge nieder. So wie Karl Klok innerhalb der Arbeiterbewegung rührigen Feinde der Arbeiterinteressen mit ihrer Liste schmählich Diese Maßnahmen hatten für die Aktien der Detailhändlerbank ſtets versöhnend und ausgleichend gewirkt hat, so müssen auch wir durchgefallen. Von den 34 536 abgegebenen Stimmen fielen über einen weiteren Kurssturz um 35 Prozent zur Folge. Es ist die ihm darin gleich zu tun suchen. Nicht Zersplitterung, sondern zu 31 000 auf die Liste des Gewerkschaftskartells und nur etwas über Bank der kleinen Leute, die nun offenbar von den Großkapitalisten sammenfassung der Sträfte muß unsere Parole sein. Das Wert des 3000 auf die Liste der Nationalen". vernichtet werden soll. Am 13. Februar nahm der Folkething den edlen Arbeiterfreundes wird fortbestehen, wird sich weiter entfalten, Wird diese Niederlage die Gelben" belehren, daß Leipzig kein Gefeßentwurf betreffend die Staatsgarantie für die Grundbefizer. bis das Ziel erreicht sein wird. Karl Kloß ist für uns nicht tot, fein Tätigkeitsfeld für sie ist und daß die Zugehörigkeit eines Arbeiters und Detailhändlerbank an, nachdem Redner aller Parteien sich da Wert, der große, 150 000 Mitglieder zählende Holzarbeiter- Verband, zu gelben Verbänden als eine Schmach des Arbeiters und als für ausgesprochen hatten. Im Laufe der Debatte führte FinanzVerrat feiner Interessen und der der Arbeiterklasse von allen un- minister Lassen aus, daß die Krisis im wesentlichen als überstanden abhängig denkenden Arbeitern empfunden wird? angesehen werden könne. Diese fet auf eine einfache Banktrise beschränkt geblieben, welche, wie man annehmen tönne, nicht in größerem Maße auf das Griverbsleben einwirten werde. lebt in ihm weiter. Leiche verbrannt werden soll. Deputationen der Hamburg- Altonaer Partei und des Holzarbeiterverbandes begleiten sie nach Stuttgart. Genoffin Lily Brann schreibt uns: Aus Induſtrie und Dandel. Hiernach hielt Reichstagsabgeordneter Robert Schmidt im Namen des Vorstandes und des Ausschusses des Holzarbeiter Verbandes eine furze, ergreifende Ansprache. Schon lange habe eine schleichende Krankheit am Lebensmarte log' gegehrt. Aber niemand Die Arbeitslosigkeit in Petersburg nimmt sehr große Dimensionen glaubte, daß der Tod ihn so jäh ereilen würde. In seiner zweiten an. Metallarbeiter allein find 6000 ohne Beschäftigung. In den Eisen Heimat Stuttgart hoffte er, in der Häuslichkeit seiner geliebten Die Kämpfe in der Seidenbranche. Der Konflikt zwischen den werken dauern die Entlaffungen fort. Die Fabrik Fenig ist geschlossen. Tochter feinen Lebensabend beschließen zu fönnen; es ist anders Seiden- Detailisten und den Engroffiften hat sich verschärft. Diese In der Instrumentalfabrik werden täglich Arbeiterentlassungen vors gekommen. Friede hat er nicht im Leben gefunden, kämpfend stand lehnten die Forderung nach Milderung der Zahlungsbedingungen genommen; im März werden alle Geschäfte der Fabrik liquidiert. er in den ersten Reihen. Nun hat ihn die Ruhe des Hades erreicht unter Hinweis auf die Kartellverträge mit den Seidenstoff, Samt- Die Arbeiter der mechanischen Werkstatt der Franko- Russischen Fabrik und wir nehmen tiefbewegt Abschied von dem Kampfgenoffen, der in und Bandfabrikanten ab. Ein Verfuch, die letzteren gegen die erhielten die freudige Kunde, daß fortan nur an drei Tagen in der unferer Erinnerung fortleben wird. Groffisten aufzuwiegeln, mißlang. Die Detaillisten griffen deshalb Woche gearbeitet wird. Die Schreiner der Baltischen Fabrit haben Abermaliger Gesang Bardenchor" sowie Musilweisen zum Boykott und die Seidenhändler gerieten ins Gedränge. Die in im Monat 14 Sonntage. Im Neuen Arsenal" wird drei Tage beendeten die Feier. Der Vorfißende der Mitgliedschaft Hamburg bie Defensive gedrängten Seidenhändler wollten mun mit den wöchentlich gefeiert. In der Fabrik San- Galli arbeitet man fünf des Holzarbeiterverbandes, Genosse Momberg, dankte im Namen Detaillisten neue Vereinbarungen treffen. Allein das Plenum des Tage in der Woche. In der Fabrit Lemener werden Schlosser, der Familie Kloß und des Holzarbeiterverbandes den Tausenden, die Groffiftenverbandes verwarf den von den beiderseitigen Borständen bei Betschtin Maler und Schlosser entlassen. Vou fich zur Trauerfundgebung eingefunden hatten. abgefchloffenen Kompromiß, weil die Detaillisten die für die ciner furchtbaren Arbeitslosigkeit melben dic Zeitungen An der Spize die alte Hamburger Parteifahne und gefolgt von schwächeren Berufskollegen bestimmten Vergünstigungen für alle in aus Archangelst. Nicht beffer ist die Lage in Finnland, wo schon einer großen Menschenmasse wurde der Sarg nach dem Zentral- Anspruch zu nehmen erklärten, worauf die Detaillisten abermals mit 12 Schneidemühlen, die Hauptftlige der Industrie, geschlossen worden bahnhof geleitet, um nach Stuttgart übergeführt zu werden, wo die scharfen Repreffivmaßnahmen antworteten, die im Verein mit der sind. Die Leiden der Arbeitslosen sind unbeschreiblich. Weder der allgemeinen Verschlechterung der Wirtschaftskonjunktur die Lage des Staat noch die Stadtverwaltung rührt einen Finger, um die Not zu Seidengeschäftes geradezu trostlos gestaltet haben. Die Detailisten mildern. Noch nie, als zurzeit, hatte die Petersburger Chronik eine halten mit ihren Aufträgen zurück und wenden sich an die Außen- folche Fülle von Selbstmorden aufzuweisen. Rjet chljeba!"- es ist feiter und das Ausland, sofern nicht die heimischen Fabrikanten ihren fein Brot da- einen solchen Zettel hinterließ vor kurzem ein ArbeitsBedarf deden. Diese stranume Interessensolidarität der Detaillisten loser, der sich erhängt hat. Die Genossen Hannovers find vollkommen in ihrem Recht, wenn wird die Groffisten, die ohnedies unter dem allgemeinen Konjukturfie fich darüber beschweren, daß eine Parteigenoffin die Beranstaltung rüdgang leiden, mit der Beit wohl mürbe machen, umfomehr als Oeffentliche Bibliothek und Lefchalle zu unentgeltlicher Bc. eines gegnerischen Blattes unterstützt. Sie hätten sich nur, ehe sie man in der kommenden Sommerfaison mit einer Spizenmode rechnet, nutzung für jedermann, SW., exandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von mir einen Vorwurf daraus machen, informieren tönnen, i en die die den Seidenverbrauch noch mehr einschränken wird. Wie sehr 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und S- 6 Uhr. Schuld trifft. Der Sachverhalt ist folgender: Herr Julius Sachs unter diesem Interessenkonflift die Arbeiter leiden müssen, läßt sich in den Lefefälen liegen zurzeit 515 Beitungen und Zeitschriften jeder Airt hier in Berlin, der wissenschaftliche Vorträge veranstaltet, frug bei mehr ahnen, als ziffernmäßig berechnen. Aber daß der Stampf um und Richtung aus. mir an, ob ich in Hannover einen Vortrag übernehmen wolle. Ich den Profit von den Kartellen zum großen Teil auf dem Rücken antwortete mit der Anfrage, wer den Vortrag in Hannover der Arbeiter ausgefochten wird, ist eine Tatsache, die nur noch den arrangiere. Darauf antwortete Herr Sachs, daß es Herr Nagel unorganisierten Elementen des Proletariats unbekannt geblieben ist. sei, derselbe, der bereits im vorigen Jahre einen wissenschaftlichen Bortrag für mich vorbereitet hatte. Ich hatte danach kein Bedenken, Bom Glas- und Porzellankartell. Die vor einiger Zeit erfolgte zuzusagen; erst nachdem ich den Vortrag gehalten Preiserhöhung für deutsche und österreichische Borzellanwaren ist der hatte, erfuhr ich ganz zufällig aus einer Zeitung, daß der Han- New Yorker Handelszeitung" zufolge dem dortigen Handel in Annoversche Anzeiger", von dessen Eristenz ich bis dahin nicht einmal betracht der allgemeinen Abflauung der Geschäfte sehr in die Quere eine Ahnung gehabt habe, mit Herrn Nagel zusammen der Arrangeur gelommen. Denn während sich in fast allen Branchen der amerika- Memel, fit gewesen ist. Ich habe fofort Herrn Sachs gegenüber gegen sein nischen Industrie ein Herabgehen der Warenpreise vollzieht, beträgt Bregel, Insterburg 1775)-39 Berfahren Protest eingelegt und ihm erklärt, daß, wenn er mich die vom deutsch- österreichischen Porzellan- und Glaslartell borgevon dem Sachverhalt unterrichtet hätte, ich selbstverständlich mich nommene Preiserhöhung im Durchschnitt 10 Prog., ein Aufschlag, der unter feinen Umständen zu dem Vortrag entschlossen haben würde. umso unangenehmer überraschte, als ihm eine gleichhohe Steigerung der Preise fast unmittelbar vorangegangen war, wobei zu bemerken Polizeiliches, Gerichtliches ufw. ist, daß dieser Aufschlag nur für den Export gilt, indes für die Inlandsware gleich um 15 Proz. aufgeschlagen wurde. Die deutschen ( wie auch die österreichischen) Fabrikanten begründen dies mit dem Steigen der Arbeitslöhne, der Verteuerung des Arbeitsmaterials und vor allem auch mit den enormen Kohlenpreisen, die eine Erhöhung um 40 Broz. erfahren haben sollen. Straffonts der Presse. Genosse Redakteur Leopoldt bom Halleschen Boltsblatt" wurde am Donnerstag vom Schöffengericht in Elsterwerda wegen Beleidigung zweier Grubenbeamten zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt. Unser Genosse hatte verfucht, den Leitenden Amtsrichter, der in einer anderen Prozeßfache gegen ihn als Belaftungszeuge aufgetreten war, als befangen abzulehnen. Auch sonst find in vielen europäischen Waren starte Preiserhöhungen Die Ablehnungsgründe wurden aber als nicht stichhaltig angefehen. Soziales. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wafferstand Weichsel, Thorn Ober, Ratibor Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Landsberg Reze, Bordamm Elbe, Leitmeris " Dresden Barby Magdeburg cm cm³) 119 avel, Spandau) 127 Rathenow) 151 Spree, Spremberg) 130 Beeskow -623efer, Wünden Minden am feit 13.2. 12. 2. ant feit Wafferstand 13. 2. 12. 2. cm cm³) 304")-8 Saale, Grochlik 200-16 1124)+4 1694) 2 190 1824) 251 112 168 Rhein, Marimiliansau 288 69 Staub 125 <-20+7 Röln 169 -182 Redar, Heilbronn 41 165 147 -14 Main, Bertheim Mosel, Trier 155 100 Fall. Unterpegel. Cisstand. )+ bedeutet Buchs, cisfrei. Witterungsübersicht vom 14. Februar 1908, morgens 8 Uhr. Barometer. ftand mi Bind clatung Sindtarte Better Temp. n. 6. 18.99 Stationen Barometer. Binb citing lubftArte Beller Temp. n. 6. す eingetreten, und es ist daher begreiflich, daß die amerikanischen Importeure für ihr Geschäft Befürchtungen hegen. Denn höhere Warenpreise, mehr Zoll und rückgängige Aufnahmefähigkeit des Marktes tönnen natürlich nicht günstig wirken und müssen das an sich schon stille Geschäft noch luftloser" gestalten. Es ist ein 3ft eine Luftbarkeitssteuer für Hochzeitsfeierlichkeiten zuläffig? fchwacher Trost, daß bei der zweiten Erhöhung der Preise sowohl Staflenen Diese Frage ist dieser Tage vom Oberverwaltungsgericht für auf die Inlands- wie auf die Exportware ein gleich hoher Aufschlag Preußen verneint. tam; denn schon bei der ersten, ungleichmäßigen Erhöhung be Ein Gastwirt G. war mit 15 Mart zur Luftbarkeitssteuer richteten die in.Deutschland stationierten amerikanischen Stonjuln und auf Grund einer Steuerordnung von 1894 herangezogen worden, Schatzamtsagenten nach Washington, was zur Folge hatte, daß der Swinembe 771 SSD 2Dunst weil in seinem Lokale eine filberne Hochzeit durch Musik und Tanz kleinere Exportaufschlag unberücksichtigt blieb und die Importeure amburg 769 SSD heiter gefeiert worden war. Der Gemeindevorstand erachtete ein Kon- einen der Preiserhöhung in Deutschland entsprechenden Mehrzollantia 771 gert nebst Tanzbergnügen für vorliegend. G. erhob nach frucht- entrichten mußten. Daraus entstanden für die amerikanischen München 773 S lofem Einspruch Stlage, da eine Hochzeitsfeier nicht als Luftbarkeit Händler Konflitte mit den Zollbehörden und Schwierigkeiten, obien 778D angesehen werden könne, wenn an der Feier nur geladene Personen gleich die deutschen Fabrikanten zugunsten des amerikanischen Wetterprognose für Sonnabend, den 15. Februar 1908. teilnehmen; im gleichen Sinne habe sich auch der Herr Minister Importhandels eine Unterscheidung gemacht, bont der fie Wild und vielfach heiter, aber veränderlich mit etwas Regen und geäußert. Unerheblich sei es auch, ob die Feier im Wirtshause sich einen Vorteil versprochen hatten. Nun ist die Erwartung schwachen südlichen Binden. oder in der Privatwohnung gefeiert werde. Der Bezirksausschus getäuscht worden, ein Beweis, wie begrenzt die Wirkung Berlin M 7702 1 bedeckt 1 Rebel 2 heiter 1 halb bd. 1 3 Haparanda 767 St 4 Petersburg 768 4 Scilly 769 -2 berbeen 761 528 4 Baris 770 36 molten!-18 1 Schnee- 10 4 bedeckt + 25ebeckt 26edect Berliner Betterburedu. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, 8 5 W & Co Brunnenstr.- Kottbuser Damm-Spittelmarkt- Belle- Alliancestr.- Gr.Frankfurterstr. C Heute Sonnabend Lebensmittel Soweit Vorrat -NGO - Verkauf nicht an Wiederverkäufer Prima Suppenhühner... 1.80, 1.95 Gänse gefroren... Pfund 63 Pf. Prima Puten Pfund 82 Pf. | Cervelat- od. Salamiwurst Prund 1.15 Plockwurst Plund 1.05 72 PL Kasseler Rippespeer Rückenfett........ Schweine- Liesen Płund 58 Pf. Pfund 60 Pf. Schweine- Bauch.... Pfund 60 Pf. 600 Schweine- Karbonade. 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Muß in Fabriken, Werkstätten, auf Bauplätzen vorbanden sein. von Dr. Silberstein. Jeder jungen Mutter zur Anfchaffung zu empfehlen. Wer feine Tierven gefund erhalten will, lele diele Anleitung. von Dr. Zadek. Eine ärztliche Begründung der fozialdemokratilchen Forderung. Beft 5: Deft 6: Das Schulkind Beft 7: Geschlechtsverkehr und Geschlechtskrankheiten von Dr. Eine empfehlenswerte Agitationsbroschüre. I von Dr. Silberstein. Die Kinder vor Schulkrankheiten Schützen, ift Zweck des Büchleins. Gebert. Belebrend über diele für jeden Menichen wichtige Frage. von Dr. Chajes. Beft 8: Nahrung und Ernährung: Ein wichtiges Kapitel für jeden Arbeiter und feine Familie. Deft 9: Wie sollen wir uns kleiden? von Dr. P. Bernstein. Eine belehrende Abbandlung über diefe wichtige Frage. von Dr. M. Epiteln. Mit befonderer Berücksichtigung der Werkstatthygiene. Beft 11: Frauenleiden und deren Verhütung von Dr. I. Zadek. Mit einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft.( Text- Illuftr.) 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Der Angeklagte, der unter der Anklage des Verbrechens gegen das Dynamitgesey steht und aus der Untersuchungshaft vorgeführt wird, macht den Ein- druck eines kranken Mannes. Den Vorsitz im Gerichtshöfe führt Landgerichtsrat Dr. Maß- mann, die Anklage bertritt Staatsanwalt Dr. Fiegen, die Ver- tcidigung führen die Rechtsanwälte Dr. Oskar Cohn und Klibanski. AIS Sachverständiger ist Medizinalrat Dr. Hoffmann, ferner Dr. Mühsam, der Chemiker Dr. Hermann Kast geladen, als Dolmet- scherin der russischen Sprache Frau Olga Harschkamp. Außerdem »st Polizeirat Dr. Henninger. Chef der politischen Polizei, als Sachverständiger anwesend. Unter den geladenen Zeugen bc- finden sich Kriminalkommissar b. Arnim und mehrere Beamte der Kriminalpolizei. Vor Auslosung der Geschworenen macht der Vorsitzende etwa folgende Bemerkungen: Der Angeklagte ist scheinbar erkrankt, es ist der Verdacht entstanden, daß er geisteskrank sei und es wird sich ftagen, ob er vernehmungsfähig ist oder ob wir den Termin vertagen müssen. Der Angeklagte sitzt drei Monate in Unter. suchungshaft. Während der ganzen Untersuchungshaft ist der Verdacht, daß er geisteskrank oder an einem anderen Leiden er- krankt sei, das ihn unfähig macht, zu verhandeln, nicht ausgetaucht. Wenn dies der Fall gewesen wäre, würde in den?lkten eine darauf bezügliche Bemerkung festgelegt worden sein. Es ist auch während des Aufenthalts des Angeklagten im Untersuchungsgefängnis nichts hervorgetreten, was auf eine Geisteskrankheit hindeutete, ins- besondere hat er keine Verfehlungen gegen die Disziplin begangen. Nachdem die Anklage erhoben war, ist zum ersten Male am 2. Fe- bruar durch den einen Verteidiger Bedenken bezüglich des Geistes- zustandcs erhoben worden. Es ist ja schwierig, über einen Mann, der Ausländer ist und nicht deutsch spricht, sich ein klares Urteil zu verschaffen und genügende Grundlagen zur Beurteilung des Geisteszustandes zu verschaffen. Herr Medizinalrat Dr. Hoffmann ist nun mit der Beobachtung des Angeklagten betraut worden, dann erhielt der Angeklagte den Besuch eines der Verteidiger, und am Tage darauf zeigten sich bei ihm Tobsuchtsanfälle. Ich will nicht im entferntesten irgendwie einen direkten Zusammenhang zwischen den beiden Tatsachen andeuten, aber es ist nicht aus- geschlossen, daß der Angeklagte aus irgend einer Bemerkung oder einer Miene auf den Gedanken gekommen ist, der ja bei vielen Verbrechern oft sich im Nu herausbildet: Geisteskrank, Ueber- führung in eine Irrenanstalt, Ausbruch, Aufnahme bei guten Freunden und Abschiebung nach Frankreich, der Schweiz oder anderswohin. Es besteht der Verdacht, daß das, was der Ange- klagte gemacht hat, auf Simulation beruht. Medizinalrat Dr. Hoffmann hat noch keine bestimmte Ansicht aussprechen können, ob der Angeklagte geisteskrank oder vernehmungsfähig sei. Der Angeklagte will sich vielleicht nicht vernehmen lassen, aber wir haben noch gar keine genügende Unterlage bezüglich seiner Geistes- krankheit. Natürlich soll der Angeklagte in gar keiner Weise be- nachteiligt werden, aber gerade in einer öffentlichen Verhandlung wird durch den Sachverständigen die beste Gelegenheit gegeben werden, zu beurteilen, ob Simulation vorliegt oder nicht. Aus diesen Erwägungen heraus habe ich mich entschlossen, in die Ver- Handlung einzutreten und wenigstens den Vrsuch zu machen, die Sache zu erledigen. Es wird dann dem Staatsanwalt und der Verteidigung überlassen bleiben, im geeigneten Moment Anträge zu stellen, die etwa einen Abbruch der Verhandlung notwendig machen würden. Sollte sich aber ergeben, daß der Angeklagte simu- liert und nicht geisteskrank ist, so werden wir verHändeln. Die Sache ist völlig spruchreif. Rechtsanwalt Dr. Cohn beantragt, zu Protokoll zu nehmen, daß. obgleich vor Bildung der Geschworcnenbank kein Raum sei für irgend eine Erklärung und Feststellung, der Vorsitzende doch schon solche Erklärungen vor Bildung der Geschworenenbank ab- gegeben habe. Dem Antrage wird stattgegeben. Es werden hierauf die Geschworenen ausgelost und vereidigt. Bei dem Aufruf der Zeugen teilt Staatsanwalt Dr. Fiegen mit, »aß von seiner Seite noch mehrere Zeugen und Sachverständige nachträglich geladen worden sind. Rechtsanwalt Cohn protestiert gegen die Zulassung dieser Zeugen, weil das Beweisthema zu spät mitgeteilt worden sei. Staatsanwalt Dr. Fiegen: Ich will bei dieser Gelegenheit folgende Erklärung abgeben: Die Anklage behauptet, daß der Angeklagte Mirski in sehr enger Verbindung mit dem Waffenfund in der Pankstrafie stehe. In seinem Besitze ist ein Notizbuch gefunden worden, in welchem der Name des in Lüttich wohnhaften Lieferanten der Waffen eingetragen und auch die Summe vermerkt war. die dieser erhalten hatte. Rechtsanwalt Cohn: Ich habe schon aus der Anklageschrift ersehen, daß der Waffenfund in der Pankstraße mit dem Angeklagten in Verbindung gebracht wird, habe aber nicht geglaubt, daß diese Sache hier in die Hauptverhandlung hineingezogen werden würde. Wir hätten dann unsere Verteidigung auch hierauf ausdehnen können. Unter diesen Umständen mutz ich die Vertagung der Sache beantragen, zumal die Verteidigung ebenfalls eine Anzahl Bcweisanträge zu stellen beabsichtigt. Rechtsanwalt Klibanski erklärt, daß gerade die Verteidigung das größte Interesse daran habe, diese Sache völlig aufzuklären. Die Verteidigung habe sehr wenig Gelegenheit gehabt, mit dem Angeklagten zu verhandeln, und der Angeklagte habe ein Recht darauf, seinerseits die Veiteidigung genügend vorzubereiten. Es erscheine deshalb eine Vertagung unumgänglich.— Staatsanwalt Fiegen widerspricht einer Vertagung und weist darauf hin, daß der Verteidigung schon seit längerer Zeit bekannt war, daß der Angeklagte beschuldigt wurde, mit dem Waffenfund in Verbindung zu stehen.— Rechtsanwalt Cohn: Anläßlich meines Besuches am ö. Februar habe ich die Uebcrzcugung gewonnen, daß der Angeklagte nicht mehr vcrhandlungsfähig ist. Er hat mich selbst attackiert und mich nicht erkannt. Schon daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer Vertagung, um durch eine Untersuchung festzustellen, ob der Angeklagte geisteskrank ist oder nicht.— Rechtsanwalt Klibanski schließt sich dem an und erklärt, daß er den Angeklagten schon am 3. Februar in einem völlig veränderten Zustande im Gefängnis angetroffen habe. Er habe sofort dies dem Staatsanwalt mitgeteilt, der ohne weiteres gleich gesagt habe, es liege Simulation vor.— Staatsanwalt Fiegen: Ich habe keinesfalls ohne weiteres gesagt, daß Mirski simuliere. Ich habe nur gesagt: Nach dem, was offen- kundig, hat er sich oft unwahr gezeigt, und es ist wahrscheinlicher, daß er simuliert. Der Verteidiger erklärte mir auch, daß Mirski vollkommen körperlich heruntergekommen sei. Ich setzte mich tele- phonisch mit der Direktion des Untersuchungsgefängnisses in Ver- bindung und erfuhr, daß der körperliche Zustand ein sehr guter sei. Nach einer Art Tobsuchtsanfall im Gefängnis verweigerte Mirski jede Nahrungsaufnahme. Als man jedoch Anstalten traf ihn zu füttern, wie es sonst mit derartigen Gefangenen geschieht, zeigte sich der Angeklagte mit einem Male gefügig und nahm die Nahrung aus freien Stücken zu sich. Rechtsanwalt Cohn stellt nunmehr einige Beweisanträge. Es soll geladen werden: der WassUi Petroff, der dem Angeklagten den bei ihm gefundenen Koffer mit Sprengstoffen in Wien über- geben haben soll. Ferner soll ein Bahnbeamtcr in Koslow ver- nommcr werden. Der Angeklagte behauptet, daß er von Petroff beauftragt worden sei, den Koffer an den Bahnbcamten abzugeben. Endlich wird die Ladung des Studenten Tennenbaum beantragt. E» wird behauptet, daß dieser ein mit der Polizei in Odessa in Verbindung stehendes Subftkt, ein sgent xrovoestem' sei und Sä J bestehe der Verdacht, daß er absichtlich die Sprengstoffe in den .Koffer hineinpraktiziert habe.— Staatsanwalt Fiegen: Wo soll denn die Füllung des Koffers stattgefunden haben? Kann der Herr »Verteidiger darüber Auskunft geben?— Vert.: Nein.— Der ' Staatsanwalt hält die Ladung der drei Zeugen für überflüssig. Nach dem Sprcngstoffgesctz würden diese Leute, wenn es wahr ist, was der Verteidiger behauptet, trotzdem sie Ausländer sind, sich auch strafbar gemacht haben und es würde ihnen allen nicht ein- fallen, sich hier zu stellen und vernehmen zu lassen. Es sei doch auch mehr als naiv von dem Angeklagten, wenn er behaupte: er habe nur den Koffer entgegengenommen, ohne den Inhalt zu kennen. Selbst wenn die Zeugen das bekunden sollten, worüber sie aus- sagen sollen, so wäre damit für den Angeklagten gar nichts erreicht. Es kommt lediglich der Besitz des Koffers bei ihm in Frage.— Rechtsanwalt Dr. Cohn: Die Anträge können doch nicht abgelehnt werden, denn der Angeklagte behauptet ja doch gerade, daß er nicht gewußt, was in dem Koffer war und hier entweder das Manöver eines sgent provocateur vorliege oder sonst etwas mit dem Koffer Vorgenommen worden sei.— Rechtsanwalt Klibanski: Es handelt sich doch auch darum, festzustellen, ob der Angeklagte nach§ 9 oder nur nach§ 7 des Sprcngstoffgesetzes strafbar ist. Der§ 9 handelt von der Strafbarkeit derjenigen Personen, die Spengstoffe her- stellen oder im Besitze haben in verbrecherischer Absicht, der§ 7 handelt dagegen nur von der Einführung von Sprengstoffen ohne polizeiliche Erlaubnis.— Staatsanwalt Fiegen(hält ein kleines Instrument in die Höhe): Dieses kleine Instrument, welches in dem Koffer sich befunden, zeigt schon allein, daß es sich nicht um harmlose Zwecke handelt. Es dient dazu, auf Eisenbahnschienen gelegt zu werden und Verbindung mit einer elektrischen Batterie herzustellen. Der Strom wird geschlossen wenn ein Eisenbahn- zug hinüberfährt.— Rechtsanwalt Dr. Cohn beantragt, zu Protokoll zu nehmen, daß der Staatsanwalt auf ein Ueberführungsstück Bezug genommen und es den Geschworenen vorgezeigt habe, che noch der Eröffnungsbeschluß verlesen und der Angeklagte zu seiner Person vernommen worden sei. Die Protokollierung wird vor- genommen. Sämtliche Anträge der Verteidigung werden abgelehnt. Hierauf wird der Eröffnungsbeschluß durch Vermittelung der Dolmetscherin dem Angeklagten vorgelesen. Er erklärt sich für nichtschuldig. Die alsdann folgende Vernehmung des Angeklagten über seine persönlichen Verhältnisse ist mit besonderen Schwierigkeiten ver- knüpft. Er beantwortet die vielen, ihm durch die Dolmetscherin vorgetragenen Fragen des Vorsitzenden entweder gar nicht oder mit völlig gesenktem Kopf im Flüsterton. Er erklärt, er wisse wohl, daß es für ihn besser sei. wenn er sich aussprechen würde, aber er sei dazu nicht imstande. Er wisse nicht, daß die auf dem Gerichtstische aufgestellten Sprengstoffe und Kapseln in dem Koffer gewesen sind, der elektrische Draht fei ihm erst auf der Polizei gezeigt worden. Aus den weiteren Fragen, die Landgerichtsrat Dr. Maßmann durch Vermittelung der Dolmetscherin an den Angeklagten richten läßt, sind folgende hervorzuheben. Vorerst läßt Rechtsanwalt Cohn durch den Vorsitzenden an den Angeklagten die Frage richten, ob dieser früher die Wahrheit gesagt habe, als er erzählte, er sei mit zwei eigenen Koffern nach Wien gereist, hier sei ihm der eine Koffer abhanden gekommen, während er den anderen mit Wassili Petroff ausgetauscht habe. Der an Gerichtsstelle befindliche seiner- zeit beschlagnahmte Koffer wird dem Angeklagten vorgezeigt, der erklärt, daß es derjenige Koffer sei, der ihm von Petroff aus- gehändigt worden sei.— V o rs.: Was war denn in Ihrem eigenen Koffer enthalten?— Angckl.: Wäsche und Kleidungsstücke.— Vors.: Hatten Sie einen Paß oder sonstige Papiere?— Angekl.: Nein.— Vors.: Welcher politischen Partei gehören Sie denn an? Sind Sie Anarchist, Sozialdemokrat oder was? Angekl.: Sozialdemokrat.— V o rs.: Was wollten Sie denn eigentlich in Berlin?— Angekl.: Ich wollte für meinen Katarrh und für meine Augen hier Heilung suchen.— V o rs.: Sie haben eine Augen- Verletzung. Rührt diese nicht von einer Bombcnexplosion her?— Angekl.: Jawohl.— B o r s.: War dies nicht bei einem Ueber- fall eines Geldtransports in Tiflis?— Angekl.: Es war im Kaukasus.— Vors.: Haben Sie selbst etwa die Bombe geworfen? — Angekl.: Nein,— Vers.: Wie kamen Sie denn zu der Augen- Verletzung durch die Bombe?— Angekl.: Ein Bekannter hat dort einen Laden, vor dem der Uebcrfall stattfand. Dabei habe ich einen Metallsplitter in das Auge bekommen.— Der Vorsitzende stellt dann noch eine Reihe weiterer Fragen, hält ihm mehrere russische Namen und Ortschaften vor, um dem Medizmalrat Dr. Hosfmann die erforderlichen Unterlagen zu einem vorläufigen Gut- achten über die VerHandlungsfähigkeit und den Geisteszustand des Angeklagten zu geben. Nach einer längeren Erholungspause stellt Rechtsanwalt Cohn abermals den Antrag, die Verhandlung zu vertagen und zwar, weil der Angeklagte nicht verhandlungsfähig sei. Außerdem sei ein Bcweisantrag gestellt worden vor Ablauf der Erklärungsftist, darauf sei aber gar nicht beschieden worden. Diese Gründe seien schon ausreichend, um ein Vertagung zu rechtfertigen. Der Medizinal- rat Dr. Hoffmann habe selbst die Vcrnehmungsfähigkeit für zweifel- Haft erklärt. Es könne aber doch mit einem Angeklagten nur ver- handelt werden, wenn seine Vcrnehmungsfähigkeit unzweifelhaft sei.— Staatsanwalt Dr. Fiegen beantragt, den Vcrtagungsantrag abzulehnen und in der Verhandlung fortzufahren.— Rechtsanwalt Klibanski behauptet auch seinerseits, daß der Angeklagte nicht ver- handlungsfähig sei. Derselbe gebe hier nicht etwa zusammen- hängende Antworten, sondern die Dolmetscherin werde bestätigen müssen, daß er nur mühsam Und unvollkommen auf' die ihm vor- gelegten Fragen eine Antwort gibt. Er selbst, der Verteidiger, sei der russischen Sprache mächtig, ebenso der Vorsitzende selbst, und letzterer werde sich felbft überzeugt haben, daß man mit Mühe und Not aus ihm irgend etwas herausbringen kann.— Rechtsanwalt Dr. Cohn beantragt nunmehr den Sachverständigen Medizinalrat Dr. Hoffmann zu veranlassen, sich über die Vernehmungsfähigkeit des Angeklagten zu äußern.— Staatsanwalt Dr. Fiegen bittet, die Vernehmung des Angeklagten fortzusetzen, um dem Sachver- ständigen Gelegenheit zu geben, sich ein Urteil über den Ange- klagten zu bilden.— Der Gerichtshof beschließt, den Vertagungs- antrag abzulehnen und mit der Vernehmung des Angeklagten fortzufahren. Vors.: Der Angeklagte hat vorhin hier gesagt, er sei Sozial- demokrat. Ich bitte ihn zu fragen, ob es in Rußland nicht ver- schiedene Richtungen in der Sozialdemokratie gibt?— Angekl.: Es gibt in Rußland nur eine.— Vors.: Wissen Sie nicht, daß es einen rechten, einen linken Flügel gibt?— Angekl.: Das weiß ich nicht.— Auf eine Reihe weiterer Fragen antwortet der Ange- klagte, er habe, als er noch Zeitungskorrespondent war. auch öfter sozialdemokratische Versammlungen besucht und sich agitatorisch be- schäftigt. Es sei ihm bekannt, daß es auch im Auslände überall Sozialdemokraten gebe. In Berlin habe er zwar russische Sozial- demokraten besucht, aber an keinen Versammlungen teilgenommen. Auf eine Frage des Vorsitzenden, ob er den Unterschied zwischen deutschen und russischen Sozialdemokraten kenne, antwortet der Angeklagte, er fühle sich so sehr krank, daß er über nichts denken könne.— Zwischen dem Vorsitzenden und dem Rechtsanwalt Klibanski entwickelt sich eine längere Auseinandersetzung, da letzterer behauptet, er habe, da er selbst der russischen Sprach- mächtig sei, eine unrichtige Auslegung eines Wortes durch die Dolmetscherin bemerkt. Nachdem die Vernehmung des Angeklagten beendet ist, erklärt Rechtsanwalt Klibanski: Er betone nochmals, daß er nicht imstande sei, mit dem Angeklagten zu verhandeln und auch nicht glaube. daß sein Mitverteidigcr in der Lage sei. Die Dolmetscherin habe sich auch mit dem Angeklagten herumquälen müssen, aber es habe sich doch gezeigt, daß Mißverständnisse dabei unterlaufen. Eine mündliche Verhandlung vor einem Schwurgericht sei doch nicht bloß formalistisch, sondern solle doch realen Wert haben.— Der Vor» sitzende weist diese Bemerkung als eine unberechtigte Kritik seiner Anordnungen zurück. Staatsanwalt Dr. Fiegen hält nun den Zeitpunkt für ge- kommen, um den Medizmalrat Dr. Hoffmann zu befragen, ob er den Angeklagten für verhandlungsfähig hält oder nicht, und was er über den Gesundheitszustand des Angeklagten festgestellt hat. Medizinalrat Dr. Hoffmann: Ein Gutachten über die Ver- Handlungsfähigkeit und den Geisteszustand eines Menschen ist immer sehr schwierig. Dazu bedarf es einer Kenntnis seines Vorlebens, des Milieus, in dem er aufgewachsen ist und seines ganzen Wesens. Das ist sehr schwer festzustellen, namentlich, wenn es sich um einen Menschen handelt, der wenig oder gar nicht deutsch spricht. Der Angeklagte hat sich im Untersuchungsgefängnis bis Anfang dieses Monats in keiner Weise auffällig gezeigt. Am ö. Februar hatte er eine Unterredung mit einem seiner Verteidiger und am 7. einen Tobsuchtsanfall. Es ist möglich, daß diese Unterredung auf das seelische Gleichgewicht des M. eingewirkt hat; vielleicht ist ihm gesagt worden wie sein Prozeß stehe, daß er bis zu 19 Jahre Zucht- Haus erhalten kann usw. und derartige Dinge bleiben vielleicht bei einem Menschen, der leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist, nicht ohne Nachwirkung. Der Angeklagte mußte in die Tob- suchtszelle gebracht werden, ich bekam, als ich ihn besuchte, auf keine Frage irgend eine Antwort. Er kann etwas Deutsch reden, loie wir durch verschiedene Antworten des Angeklagten hier in der Ver« Handlung gehört haben. Als ich ihn am 2. Tage aufsuchte, saß er bis auf das Hemd entkleidet und ganz verblödet da. Bei meinem dritten Besuch rief er nur immer:„Strafe, Strafe, Strafe." Die Untersuchung konnte bis dahin absolut nichts feststellen, und wie er heute sich zeigt, ist man geneigt zu sagen: ES scheint sich um einen tranken Menschen zu handeln. Das heutige Bild paßt aber nicht recht hinein in das Bild, welches er im Gefängnis darbot. Wenn ihm da die Wärter aufforderten hübsch„gute Nacht" zu sagen, so tat er dies auch. Er hat dann die Nahrung verweigert; nachdem er vom 11. November an ruhig gegessen hatte, sagte er plötzlich:„Es sei nicht koscher." Wir haben den Modus, daß wir in Fällen, wo der Gefangene die Nahrung verweigert die Leute 2— 3 Tage ruhig hungern lassen, denn dabei verhungert niemand. Erst dann wurde zur künstlichen Fütterung gegriffen. Als dem Angeklagten der Napf mit Milch hingesetzt und er sah, daß die Schlundsonde angesetzt werden sollte, rief er schnell:„Trinke, trinke", und hat dann auch in Zukunft wieder Nahrung zu sich genommen. Es sind das soviel Unstimmigkeiten, daß ich zu einem positiven Urteil heute nicht kommen, sondern nur sagen kann, ich habe Zweifel an der Berhandlungsfähigkeit. Staatsanwalt Dr. Fiegen beantragt nunmehr die Verhandlung zu vertagen und den Angeklagten durch Medizinalrat Dr. Hoffmann und eventl. auch Medizinalrat Dr. Lcppmann auf seinen Geistes» zustand untersuchen zu lassen. Diesem Antrage entsprechend beschloß daS Gericht die Vertagung der Sache auf unbestimmte Zeit. ömcbtö- Zeitung. Staatsfiskus und Stadtkasse. Um fast eine halbe Million Mark hat das Berliner Polizei- Präsidium im Laufe eines halben Jahrhunderts die Stadt Berlin geschädigt. Auf Grund eines Vertrages hatte diese bis zum Jahre 1b92 alle Sachkosten der königlichen Polizei in Berlin zu tragen, während der Staat die persönlichen Kosten auf sich nahm. Anders war jedoch die Sache im Feuerlöschwesen, wo durch einen Vertrag vom Jahre 1838 der Stadtkasse auch die persönlichen Kosten der Polizei aufgebürdet wurden. Seit�WI, wo die Berliner Berufs« feuerwehr geschaffen wurden hat das Polizeipräsidium der Stadt nun regelmäßig Gehälter für Beamte angerechnet, die gar nicht für das Feuerlöschwesen beschäftigt wurden, ohne daß der Magistrat etwas davon merkte. Erst gelegentlich einer Petition solcher Be- amten im Jahre 1899 wurde ihm klar, wie er geschädigt worden war.— Seine Ansprüche an den Fiskus wurden, nachdem selbst der Minister des Innern darüber interpelliert worden war, zu- rückgewiesen. 1896 klagte Berlin nun gegen den Fiskus wegen un- gerechtfertigter Bereicherung und zwar, um Kosten zu sparen, nur auf zwei Jahresbeträge als Teilforderung, wodurch dann über die ganze Forderung entschieden sein sollte. Der Stadt wurden dabei auch die strittigen 60 000 M. zugesprochen, und der Fiskus zahlte nun außerdem noch zirka 413 999 M. für die Zeit von 1876—1892. Die Rückforderung von 69 999 M. nebst Zinsen für die Jahre 1866 bis 1875 erachtete der FiskuS indessen für verjährt und um die dreht sich nun der Streit. Die erste Instanz sprach die 69 999 Mark auch der Stadt zu, während die zweite Instanz dem FiskuS recht gab.— Der§ 579 des ersten Teils neunter Titel des Allgc- meinen Landrechts, das hier in Frage kommt, entscheidet, daß eine Forderung dann als berechtigt anerkannt wird, wenn auch nur wegen eines Teiles geklagt wurde. DaS Gericht war nun der Meinung, daß die Ansprüche der Stadt nicht als einheitliche Forderung anerkannt werden könnten, sondern die jährlichen Auf- rcchnungen bildeten die Forderungscinheit. Deshalb sei auch durch die Klage von 1896 nicht über den ganzen Betrag entschieden. Auch die Berufung auf den§ 512 desselben LandrcchttitelS mit dem Hinweise, daß man dem Polizeipräsidium nicht habe zutrauen können, daß es als Behörde mehr berechnen würde als ihm zu- komme, sei nicht stichhaltig. Der Magistrat habe Gelegenheit gc- habt, sich im Verwaltungsberichte der Polizei die nötige Auf- klärung zu verschaffen. Das Reichsgericht schloß sich am Donnerstag dieser Entscheidung an und verwarf die Revision der Stadt Berlin. Durch Niederlegung eines Kranzes am Grabe eines Parteigenossen soll sich der Gclbgießer Engel der Störung einer gottcsdienstlichen Handlung und des Bergchens gegen ts 17 des Bercinsgeseties schuldig gemacht haben. Am 4. Oktober 1997 wurde auf dem Begräbnis- platz der Nazarcthgemcinde in Reinickendorf ein Parteigenosse be- crdigt. Ein Geistlicher hielt die Leichenrede, mehrere Partei- genossen folgten dem Sarge mit Kränzen. Als der Geistliche, Pastor Rothe, seine Rede am Grabe beendet hatte und die An- wescnden zu einem stillen Gebet aufforderte, trat Engel mit seinem Kranz an die Gruft und legte denselben nieder mir den Worten: „Im Namen des sozialdemokratischen Wahlvereins." Pastor Rothe bezeichnete diese Worte als eine Störung des stillen Gebets und ließ durch den Kirchhofsvcrwalter die Persönlichkeit Engels fest- stellen. Dieser wurde wegen der oben bezeichneten Vergehen an- geklagt. Am Freitag fand die Verhandlung vor dem Landgericht III statt. Engel berief sich daraus, daß er eine Störung weder beabsichtigt noch seiner Meinung nach ausgeübt habe. Er habe etwas entfernt von dem Pastor gestanden, und habe geglaubt, als dessen Rede beendet war, sei auch die Leichenfeier beendet gewesen. Die Aufforderung zum stillen Gebet habe er nicht gehört.— Der als Zeuge vernommene Pastor Rothe sowie der Kirchhofsvcrwalter stellten die Sache so dar, als sei sich der Angeklagte dpr Störung bewußt gewesen. Nach den Zlussagen anderer Zeugen erscheint es jedoch ausgeschlossen, daß Engel durch die Kranzniederlegung und die Widmungsworte eine Störung glaubte begehen zu können.— Der Staatsanwalt hielt die Anklage in vollem Umfange aufrecht und beantragte vier Wochen Gefängnis.— Der Verteidiger, Dr. Kurt Rosenfcld beantragte Freisprechung und führte aus, daß die Voraussetzungen zu einer Bestrafung aus dem Vereinsgesetz oder aus der gleichfalls von der Anklage herangezogenen Regierungs- Polizeiberordnung vom 15. Juni 1865 nicht gegeben feien und daß auch nach Lage der Sache eine Störung gottesdienstlicher Verrichtungen nicht angenommen werden könne. Das Gericht folgte den Ausführungen des Verteidigers insoweit, als es eine Uebertretung des Vereinsgesetzes und der Negierungspolizeiverordnung nicht als vorliegend erachtete, denn das Reichenbegängnis sei fein ungewöhnliches gewesen und die Worte: Im Namen des sozialdemokratischen Wahlvereins" seien keine Rede, fondern nur die Bekundung dessen, was der Angeklagte tat und was den Umstehenden auch ohne diese Worte erkennbar war. Dagegen sei der Angeklagte wegen Störung einer gottesdienstlichen Verrichtung zu bestrafen, denn das Gericht halte für festgestellt, daß er erkennen mußte, das stille Gebet sei noch nicht zu Ende. Die Störung sei aber nicht so erheblich und das Bergehen des Angeflagten fei nicht allzugroß, deshalb habe das Gericht eine milde Strafe für ausreichend gehalten. Der Angeklagte wurde zu einer Gefängnisstrafe von drei Tagen verurteilt. Wem gehörte der Hund? Am 28. Dezember 1905 abends wurde die damals 60 jährige Frau E. in Berlin an der Ede der Memeler und Königsberger Straße von einer Bulldogge umgerissen, so daß sie durch den Fall eine Verlegung des rechten Kniegelentes erlitt. Sie flagte darauf hin gegen den Schlächtermeister Friedrich Ch. in Berlin auf Schadloshaltung aus§ 833 des Bürgerlichen Gesetzbuchs mit der Behauptung, daß fie infolge dieses Unfalles zu ihrer Arbeitskraft erwerbsunfähig geworden sei, und daß die Bulldogge dem beklagten Schlächtermeister gehöre. Das Landgericht I zu Berlin erkannte auf Abweisung der Klage, weil nach dem Ergebnisse der Beweisaufnahme nicht erwiesen sei, daß ein Hund des Beklagten den Unfall der Klägerin verursacht habe. Auf die Berufung der Klägerin änderte das Kammergericht zu Berlin das erste Urteil dahin ab, daß es der Klägerin einen Eid darüber auferlegte, daß der Hund, der sie umgerannt habe, aus dem Laden des Beklagten gekommen sei. Für den Schwörungsfall sollte der Anspruch dem Grunde nach mit der Maßgabe für gerechtfertigt erflärt gelten, daß der Klägerin eine Rente bis zur Vollendung ihres 70. Lebensjahres zu gewähren sei. Für den Nichtschwörungsfall follte die Klage abgewiesen werden. Gegen dieses Urteil hatte der Bellagte Revision beim Reichsgericht eingelegt und einmal gerügt, daß die Klägerin selbst niemals behauptet habe, daß der betreffende Hund aus seinem Laden gekommen fei. Nur ein Zeuge habe bekundet, daß ihm die Klägerin bald nach dem Unfalle derartiges erzählt habe. Infolgedessen hätte die fragliche Tatsache nicht zum Gegenstand einer Gidesauflage gemacht werden fönnen. Ferner feien die Grundfäße über eine Umfehrung der Beweislast unrichtig angewandt und auch die Ausfage eines Sachverständigen nicht vollständig beachtet worden. Der IV. Bivilfenat des Reichsgerichts maß hauptsächlich der letzteren Rüge Bedeutung bei und erkannte deshalb für Aufhebung des Berufungsurteils. Die Sache wurde infolgedessen zu anderweiter Verhandlung und Entscheidung an das Kammergericht zurückberwiesen. Kann ein Verlöbnis gegen die guten Sitten verstoßen? Auf die Klage eines Landwirts 3. gegen eine reiche Bauerstechter wegen angeblich grundloser Lösung des mit dem Kläger eingegangenen Verlobnisses, in welcher Kläger 6000 M. Schadenerjab infolge der von ihm getroffenen Einrichtungen in Beziehung auf seine Person forderte, hatten das Landgericht Deggendorf und das Oberlandesgericht München auf Abweisung des Klägers entschieden. Die Entscheidung des Oberlandesgerichts beruht auf der Feststellung, daß die Verlobten eine Beschränkung der Kinderzahl in der Ehe verabredet hätten und daß ein mit einer derartigen Abrede zustande gekommenes Verlöbnis gegen die guten Sitten verstoße und deshalb als nicht zustande gekommen anzusehen sei. Auf die Revision des Klägers hin wurde dieses Urteil vom IV. Zivilsenat des Reichsgerichts aufgehoben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückverwiesen. Es sei zivar richtig, so führt der erTennende Senat unter anderem aus, daß auch das Rechtsgeschäft des Verlöbnisses, wenn es von vornherein mit dem Matel der Unfittlichkeit behaftet sei, als nichtig anzusehen sei. Wenn das VerLöbnis aber, wie das Oberlandesgericht als möglich angenommen habe, zunächst gültig und in Uebereinstimmung mit den guten Sitten zustande gekommen sei, so bedürfe es der näheren Begründung, weshalb eine spätere, gegen die guten Sitten verstoßende und deshalb von vornherein unwirksame Abrede die Kraft gehabt habe, das ganze Verlöbnis auf eine neue Grundlage zu ftellen. Die Inkassobureaus und die schwarzen Listen. Wegen Nötigung in sechs Fällen und versuchter Nötigung in 46 Fällen ist am 9. November v. J. vom Landgerichte Hannover der Kaufmann Kurt Sülfe zu einer Geldstrafe von 520 m. verurteilt worden. Er ist Inhaber eines Internationalen Handels-, Auskunfts- und Inkassogeschäftes nebst Detektiv- Institut. Gelder Für den Inhalt der Jmerate übernimmt die Nedaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Gonnabend, 15. Februar. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Figaros Hochzeit. Königl. Schauspielhaus. Die Rabensteinerin. Lessing. John Gabriel Borkman. Neues Schauspielhaus. Die Dame mit den Lilien. Nachmittags 3 Uhr: Jphigenie auf Zauris. Anfang 8 Uhr. Deutiches. Die Räuber. Stammerspiele. Gyges und fein Ring. Lorking. Der Troubadour. Berliner. Der Opernball. Neues. Simson. Lustspielhaus. Panne. • Siller 0. Wallner Theater.) Der rote Leutnant. Schiller Charlottenburg. Auf der Sonnenseite. # Friedrich Wilhelmstädt. Schau: spielhaus. König Heinrich. Nachmittags 3 Uhr: Nathan der Weise. Sebbel. Frau Barrens Gewerbe. Komische Oper. Tiefland. Westen. Ein Walzertraum. Kleines. Mandragola. Residenz. Bibi. Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Nachmittags 4 Uhr: Mag und Moritz. Trianon. Baron Toto. Thalia. Immer oben auf. Theater an der Spree. pofus. Folies Caprice. Mal was andres. Dunkle Bunkte. Eine anständige Frau. Gebr. Serrnfeld. Bapa und Genossen. Salomonisches Urteil. Kafino. Die Freuden der Häuslichkeit. Wintergarten. Dtto Reutter. Spe gialitäten. Passage. Danny Gürtler. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Ringkämpfer und Kandidat, Boffe, sowie zwanzig Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walballa. Spezialitäten. Folies Bergére. Spezialitäten. rania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Rataraft. Theater 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Benedig. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath: Diffonanz, Schwebung, Klangfarbe. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Sonnabend 8 Uhr: Der Opernball. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Ferdinand Bonn als Gast. Simson. Morgen und folgende Tage: Simson. zieht er nur für Abonnenten seines Bureaus ein. Darin, daß er den Gäumigen angedroht hat, sie würden, wenn sie nicht bis zu einem bestimmten Termine bezahlen, in die Schwarze Liste aufgenommen, ist die strafbare Nötigung erblickt worden. Seine Revision wurde am Donnerstag bom Reichsgerichte verworfen. Das schamige Pappschächtelchen. Bescheiden. Hausfrau: Also Sie sind die Wäscherin; was find Ihre Bedingungen?" Wäscherin:„ Na, gna Frau, ich fomm' halt in der Früh' und da krieg' ich gleich um Sechse an Kaffe mit zwei Semmeln, na, und um acht Ühe mei Fruahstud, wieder an Kaffee und a paar Semmeln, um Zehne á Butterbrot, zwa Paar Würsteln und a Glas Bier, na, was halt da is, um a Zwölfe' s Mittagessen: Suppen, Fleisch, Gemüs' und Mehlspeis'. An die Zeiten der Ler Heinze erinnert eine vor der Straf- Um drei Uhr an Kaffee, um fünf Uhr a Vesperbrot mit an Glas kammer in Halle stattgehabte Verhandlung gegen den Bandagisten Bier und um sieben Uhr' s Nachtmahl. Na, und wann i fortgeh', Helvig, der wegen Erregung öffentlichen ergernisses angeklagt halt nur zwei Mark." Hausfrau( gemütlich):„ Na, und was war. Eines Tages lief ein junger Kommissar, der sich auf der muß ich Ihnen zahlen, wenn Sie den ganzen Tag ffen?" Jagd nach Nuditäten schon mehrfach hervorgetan hat, an Helbigs Daß man glaubt, die Dienstboten in ihrem Interessenorgan" Schaufenster vorbei und sah da ein Pappkastchen liegen, in dem mit solchen albernen Scherzen ungestraft verhöhnen zu dürfen, er irgend etwas Unfittliches vermutete. Der Inhalt lag nicht frei zeigt am besten, welcher Wertschäzung diese Berufsgruppe sich bei aus; es befanden sich in dem Kästchen aber Präservativs, so hatte den Christenbrüdern und-tanten erfreut. An ihrem Uebermut und ein Kollege dem Kommissar mitgeteilt. Der Staatsanwalt be- Stolz sollt Ihr sie erkennen! antragte Helbigs Freisprechung und der Verteidiger bezog sich auf die Entscheidungen des Reichsgerichts, nach denen eine Verurteilung unmöglich erscheine. Der normale Mensch könne durch ein Papptästchen, in dem er irgend etwas vermute, unmöglich geschlechtlich angereizt werden. Charakteristisch sei, daß der Kommissar den Inhalt der Schächtelchen gar nicht bestimmt getannt habe. Das Gericht verurteilte Helbig aber zu 20 M. Geldstrafe, da aus der öffentlichen Anpreisung der Mittel der Tatbestand der Erregung öffentlichen Aergernisses folge! Bergebliche Jagd auf Träger von Kränzen mit roter Schleife. Der Steinarbeiter Robert Winkler wurde am 30. Dezember 1907 in Striegau beerdigt. Der Steinmetz Gustav Better, als Bertreter des Steinarbeiterverbandes, und der Kolporteur Langer, ols Vertreter des sozialdemokratischen Vereins, trugen bei der Beerdigung die zum Andenken an den dahingeschiedenen Vereinskollegen gewidmeten Kränze mit roter Schleife. Die Anklagebehörde erblickte hierin die Veranstaltung eines außergewöhnlichen, genehmigungspflichtigen Leichenbegängnisses und die Gefährdung der öffentlichen Sicherheit in Striegau. Sie beantragte Anklageerhebung. Diese ist jedoch seitens des Gerichts abgelehnt, da auch nach den Entscheidungen des Kammergerichts( Fohow, Bd. 12 S. 238 und Bd. 19 S. 303) ein genehmigungspflichtiges nicht gewöhnliches" Reichenbegängnis nur ein folches ist, bei dem entweder eine über den Zweck der Leichenbestattung hinausgehende Absicht verfolgt oder durch die besondere Art der Ausführung die öffentliche Ordnung gefährdet werde, aber keine dieser Voraussetzungen vorlag. Wann endlich wird der Versuch aufhören, die Bezeugung der Pietät als strafbar zu erachten, wenn der Verstorbene ein Arbeiter war, der für die Befreiung der Arbeiterklasse aus der wirtschaftlichen und politischen Unterdrüdung in seinem Leben eintrat? Aus der Frauenbewegung. Schwarze Dienstbotenfreunde. Das Vereinsfieber und die Sorge um die lieben Schäfchen, die Dienstboten, die bisher noch den sichersten Bestandteil der Zentrumsherde bildeten, hat die katholischen Herrschaften und Kuttenmänner mit unwiderstehlicher Macht gepact. Die lieben guten Christendamen haben auf einmal ihr butterweiches Hera entdeckt. Die schwarzen Diener in Chrifto eilen durch das Land und stoßen schrille Warnungsrufe aus, um die bedrängten Dienstbotenschäfchen vor der Verderbnis zu schützen. Auch Blättchen geben sie heraus, die mit Verdummungsrezepten und wässrigen Traftätchen angefüllt sind, daneben falbungsvoll triefende Ermahnungen zur Demut, Bescheidenheit, Genügsamteit, Zufriedenheit und Weltentsagung, mit dem Hinweis auf die unfaßbaren Herrlichkeiten im Jenseits. Wohlverstanden, für die Dienstboten soll das alles gelten, nicht für die Herrschaften. In einem solchen Verblödungswisch wird bemerkt, die christ- katholische Organisation und Agitation müsse schon einsehen in der Heimat der Dienstboten und die Seelsorger follen die Aufnahmefarten aushändigen. Vielleicht sind auch die örtlichen Beamten zu be= wegen, den Dienstboten eine entsprechende Druckschrift einzuhändigen, oder wenigstens dem Pfarrer den Namen der Abreisenden mitzuteilen.(!)" Wie sehr die armen Mädchen fanatisiert werden, zeigt das Beispiel: So fam es in Karlsruhe vor, daß die Dame mit der weigelben Schleife( fatholische Bahnhofmission) an ein Mädchen herantrat, dieses davonlief und aus Leibeskräften schrie: Ich bin fatholisch, katholisch!" Auf den 16 Seiten(!) dieses Blättchens steht kein Wort von den wirtschaftlichen Interessen der Dienstboten, nichts, was die Aermsten aufklären fönnte, sie schulen für den politischen und wirtschaftlichen Kampf würde, nichts, rein gar nichts von den welt. bewegenden Tagesfragen, die jeden aufgewedten Menschen in Atem halten, nur läppische, tindische Erzählungen, ölige Ermahnungen, Gebete, Bibelsprüche und- Stochrezepte. Darin besteht die geistige Rest der betörten Mädchen. Zum Schluß wollen wir unseren Genosfinnen eine Kostprobe dieses Organs für katholische Dienstboten" nicht vorenthalten: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Sonnabend, abends subr: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Aften von Eduard Goldbeck und Hermann Kienzl. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 1 6 r: Auf der Sonnenseite. Montag, abends 8 Ubr: Auf der Sonnenseite. Der Bund für Mutterschutz vermittelt den bei ihm Hülfe Suchenden nicht nur Unterkunft, Pflegestelle, Vormundschaft und Rechtsschutz, sondern er ist vor allem auch bemüht, ihnen Arbeit und somit eine Existenzmöglichkeit zu verschaffen. Verfammlungen. Zur gefeßlichen Regelung des Automobilwesens nahm am Donnerstag eine gutbesuchte Versammlung der Kraft. droschkenführer Stellung. Der Referent Rettig besprach die im Reichstage und im preußischen Abgeordnetenhause gepflogenen Verhandlungen über die gesetzliche Regelung des Automobilwesens. Die Forderungen, welche die Kraftdroschkenführer in dieser Hinsicht feststellen, sind zusammengefaßt in einer Resolution, welche der Referent empfahl und die Versammlung einstimmig annahm. Die Resolution lautet: " Die Ausbildung der Kraftwagenführer durch die soge= nannten„ Chauffeurschulen" unter der Leitung von Privatunternehmern ist als eine vollständig ungenügende anzusehen, weil diese den Lernenden große Kosten verursachen, wofür der Schüler auf der anderen Seite faum die allernotdürftigste Kenntnis zur Führung eines Straftwagens erreicht. Was der Kraftwagenführer heute an Fachkenntnissen besitzt, hat er sich unter vieler Mühe und Aufwendung aller Intelligenz während seiner praktischen Arbeit selbst erworben. Der in Privatschulen ausgebildete Fahrer wird für die noch ungenügende technische Ausstattung des Kraftwagens insbe fondere mangelnde Lenkbarkeit, starke Rauchentwidelung, Fahra geschwindigkeit usiv. von seiten der Behörden und Gerichte berantwortlich gemacht. Daher fordern die Versammelten im Einverständnis mit denjenigen Kollegen, welche durch Arbeit verhindert sind, an der Versammlung teilzunehmen, von den gesetzgebenden Körperschaften: Eine Fahr- und Fachschule, welche auf staatlicher oder städtischer Grundlage crrichtet und paritätisch geleitet und bera waltet wird. Das Verbot sämtlicher Chauffeurschulen auf privater Grundlage. Die Anstellung von Fach männern zur Ueberwachung des Verkehrs und der im öffentlichen Verkehr stehenden Kraftwagen. ( Verkehrsinspektion.) Diese Fachmänner müssen mit der Handhabung und Technit des Kraftwagens genau Bescheid wissen. Es ist dabei zu empfehlen, Ingenieuren und erprobten Kraftwagenführen den Vorzug zu geben, Das höchste Maß der Geschwindigkeit in verkehrsreichen Gegenden ist auf 20 Kilometer festzusehen. Zur Berechnung der Geschwindigkeit muß an jedem Straftwagen ein Geschwindigkeitsmesser angebracht werden. Dieser muß so konstruiert sein, daß der Führer auch noch nach längerer Zeit für jeden Tag und Stunde seine Fahrgeschwindigkeit nachweisen fann. Die Festsetzung einer täglichen Normalarbeitszeit von acht Stunden für die Straftwagenführer und Verbot des Prämienund Prozentlohnsystems. Die versammelten Führer sind überzeugt davon, daß, wenn die gesetzgebenden Körperschaften diese Wünsche berücksichtigen, dann den Krafwagenführern die Möglichkeit gegeben ist, die Bera antwortung für die Folgen der schweren und aufopfernden Bea rufstätigkeit tragen zu können. Alle diese Bestimmungen werden insbesondere mit Rücksicht auf die allgemeine Verkehrssicherheit verlangt." Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter (.. 24 Hamburg), Filiale Berlin 4. Heute abend Mitgliederversammlung bei Merkowski, Andreasstr. 26. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 16. Februar, vormittags 8 Uhr, in der neuen Gemeindehalle, Bappel- Allee 15-17: Bersammlung mit freireligiöser Vorlesung. Sonntagvormittag 10%, Uhr in der Schulaula, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Herrn Dr. Bruno Wille:„ Das Erlösende in der Kunst." Damen und Herren als Gäste sehr willkommen. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Ubr: Auf der Sonnenseite. Sonntag mittag 12 Uhr: Matinee zum Besten des Char: Friedrich- Wilhelmstädtisches lottenburger Studentenheims. Sonntag, nach m. 3 Úb r: Der Richter von Zalamea. Sonntag, abends 8 Ubr: Der rote Leutnant. Montag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Charlottenburg Nachm. 6 Uhr: Vorlesung von Prof. Dr. P. Schubring: Anleitung zum Betrachten von Kunstwerken. Abends 9 Uhr: Vortrag von Dr. M. Burkhardt: Robert Schumann, der Romantiker. XIII. Saison. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Sonnabend 28 Uhr: XXII. Grande Soirée High Life. Das Tagesgespräch von Berlin! Resisto das elektrische Rätsel. Neuestes Wunder aus Amerika. Kunstradfahrer- Truppe Klein und das Riefenprogramm. Ende 11 Uhr: Um 9% Uhr Senfationell! Amerika. Pracht Ausstattungs- Pantomime. Morgen: 2 Vorstellungen, 24 u. 18 Uhr. Nachm.: Die lustigen Heidelberger mit der urdrolligen Sotus. Kleines Theater. egenfaene. In beid. Borſt. Reſiſto, Bernhard Rose. Die Verlobung im Bett. Die arme Mieze. Nachmittags 4 Uhr: Stönigskinder. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Aleria. Balzerwahn. Anfang 8 Uhr. Mandragola. Sonntagnachm. 3 Uhr: Ein Puppenheim( Nora). Abds.: Mandragola. Montag: Mandragola bas eletti. Rätsel. Nachm. 1 Stind frei, jedes weitere halbe Breise. Hebbel- Theater, Stoniggräger Str. 57/58. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shaw. Schauspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends 8 Uhr: Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Theater nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Theater abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Dr. Donath: Dissonanz, Schwebung, Klangfarbe. König Heinrich. Luisen- Theater. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends 8 Uhr: Madame Sans Gêne. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: Bollstümliche Vorstellung zu ermäßigten Preisen. Sonnabend abend 7%, Uhr präs. Der Troubadour Gala- Abend. Auftr. des Herrn Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tattersalls, als Gaft, auf„ Count Morit" von Match Bor" a. d. Boreatis. Die australischen Holzfäller. Szenen aus dem austral. Busch. Senfationell! Sensationell i Aurora- Truppe! sowie das große Galaprogramm. Um 10 Uhr: Auf der Hallig! Morgen: 2 gr. Gala- Borstellg., um 4 u. 7, U. Nachm. zahl. Stind. unt. 10 3. auf all. Sippl. balbe Pr. Brunnen- Theater Sonntag nachm. 3 Uhr: 8ar und Bimmermann. 7%, Uhr: Don Juan. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Zentral- Theater. Heute und folgende Tage: Sin seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Badstraße 58. Direft.: Bernh. Rose. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Morgen Sonntag, den 16. Februar: Nachmittags 3 Uhr: Der Sonnwendhof. W. Noacks Theater Abends 7 Uhr: Minko oder König und Henkersknecht. König Wenzel Bernhard Rose. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Borverkauf Sonntags vorm. 10-1 Uhr. Direftion: Rob. Dill. Brimmenftr. 16. Heute: Geschlossen. Sonntag: Kätchen von Heilbronn. Neichenbergerſtr. 34. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung. Bum letzten Male: Max und Morik. Abends 8 Uhr: Des Mäddeus Lebenswege. Sonntag nachm.: Strieg im Frieden. Abends: Bum ersten Male: Unser Doktor. Montag: Des Mädchens Lebenswege. DERNHARD ROSE THEATED ( Sr. Frankfurteritt. 132. Die arme Mieze. Borher: Die Verlobung im Bett Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. 4 Uhr: Kindervorstell: Königskinder. Theater an der SpreeStopenider Straße 68. Abends 8 Uhr zum 49. Male: Hokuspokus. Sonntag 3 Uhr: Ausgewiesen. Sonntag 8 Uhr: Hokuspokus. ( Jubiläums- u. Souvenir- Vorstellung.) Rixdorfer Theater Bürgerjäle, Bergstraße Nr. 147. Sonntag, den 16. Februar, 7%, Uhr: Pension Schöller. Ritterschauspiel in 5 Att. v. H. v. Sleiſt. Anjang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz. Montag: Das Kätchen von Heilbronn. Schwant in 3 Alten von Karl Laufs. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr. Bibi." 8 Uhr. Schwank in 3 Aften von de Gorsse und de Marfan. Deutsch von M. Schönau. Bretillot Richard Alerander. Hierauf: Der felige Octave. Sonntag, den 16. Februar, 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Metropol- Theater Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 16. Febr., nachm. 8 Uhr: Neuestes, Allerneuestes, a Freiheitliche Bühne. Das zwölf Jahre hindurch polizeilich verboten gewesene soziale Schauspiel„ Ausgewiesen“ mun zum 6. Wale wiederholt werden!!! Da am vorigen Sonntag abermals Hunderte von Interessenten wegen des wiederum ausvers tauften Theaters feinen Zutritt mehr finden konnten, wird das 12 Jahre polizeilich verboten gewesene Schauspiel 59 Ausgewiesen" am nächsten Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr, im Theater an der Spree 108/ 19* zum sechsten Male wiederholt!!! Borzeiger dieser ausgeschnittenen Anzeige bes ,, Vorwärts" zahlen statt des Kaffenpreises F 95 Pfennige für Parkettfauteuil. Nur gegen Abgabe dieser Anzeige an der Theaterkaffe des Theaters an der Spree, Köpenider Str. 68. Gültig für 2 Parkettfauteuilplätze a 95 Pf. Walhalla Voriete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das großartige neue Februar- Programm! Dressierten pollo owen, Tiger, Leoparden, Theater 9 Uhr. Täglich: 9 Uhr. Mitislaw der Moderne. Operette von F. Lehár. In Szene gefekt v. Direft. N. Schier. Dirigent: Kapellmstr. J Einödshofer. Almaranth: Mia Werber als Gast. 216 8 Uhr: Die bedeutenden neuen Alttraktionen und La belle Alegia. Sonntag 3, Uhr: Familienvorstellg. Palast- Theater Burgstraße 24. Heute 8 Uhr Nur 1 Tag! Großes Bockbierfest. Variété- u. Theater- Vorstellung Ball ohne jede Nachzahlung. Nur ein Preis. 50 Pf. WINGDOFTEN Otto Reutter und das neue Programm von Publikum u. Presse glänzend beurteilt! vorgeführt von R. Havemann, und die übrigen glänzenden XX Variétékünstler. XX Tunnel: Bockbierfeft, Regimentskapelle usw. Theaterbesuchern freier Eintritt. Gebr. HerrnfeldTheater. Allabendlich der interessante Prozeß wie er stürmischer nie belacht wurde: Salomonisches Urteil. Ein Nachspiel zu 8 Cheater Why Folies Cprice Premiere 8 Trianon- Theater. 8 Uhr. Baron Toto. 8 5. r. Sonntag nachm. 3 Uhr: Cyprienne. Jeunesse dorée. Lustspiel in einem Aft von P. Bliß. Paragraph 343. Broteste in einem Aft von A. Glaß. 8um 60. Male: Mal was Anderes Revue mit Gesang in 3 Bildern mit neuen Einlagen. 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Zum Schluß: Neu: HusarenStreiche. Anfang: Bochent. 8 Sonnt. 7 U. Happoldt's Buggenhagen Neuer Konzertsaal Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Großes Militär- Konzert. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Danny Gürtler der König der Bôheme und das große FebruarProgramm! Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Morgen: Große EliteSoirée. Tanz. Neue Welt Hafenheide 108-114. Täglich: Täglich: Größtes und originellstes bayerisches Bockbierfest Baron Muckis Orig.- Bauernkapelle 30 Original Bayr. Madi. Anf. tägl. 7 Uhr. Sonntags 5 Uhr. Entree Wochent. 30 Pf. Sonnt. 50 Pf. im Theatersaal täglich Abdul Hamids Harem Zauberer Fakire- Bauchtänzerinnen. Schlangen- Ungeheuer von Sumatra. Am Montag, den 10. b. M., verschied nach schwerem Leiden unser Gärführer Karl Werner, ber unserem Unternehmen während ber Dauer von 33 Jahren mit feltener Treue und Anhänglichkeit angehört hat. Wir haben in Herrn Werner einen fiets gewissenhaften und äußerst fleißigen Mann tennen gelernt, der es berstanden hat, fich unser größtes Vertrauen zu erwerben. 725 Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Direktion der Brauerei Pfefferberg, vormals Schneider u. Hillig, Aktiengesellschaft. Verband der Lithographen, Steindrucker u. verw. Berufe. Mitgliedschaft Berlin. Am 10. Febrnar verstarb unser Stollege, der Kartograph Fritz Heine im Alter von 21 Jahren an Blutvergiftung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 15. Februar, nach mittags 4 Uhr, in Mariendorf von der Kapelle des Heil. KreuzStirchhofes aus ftatt. 283/6 Die Verwaltung der Filiale III ( Lithographen). Danksagung. Bom Grabe unseres unvergeßlichen Baters und Gatten Matthes Wehowski zurückgekehrt, sagen wir allen Berwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Kollegen der Firmen Gavazi, Plagemann und dem Holzarbeiterverbande Rigdorf sowie den Beamten der Victoria" für die innige und aufrichtige Teilnahme sowie die herrlichen Kranzspenden unseren tiefgefühlten Dant. 645 Hulda Wehowski und Söhne. Danksagung. Für die vielen Beweise Herather Teilnahme bei der Beerdigung meines geliebten Mannes, unseres guten Baters Emil Landschulze fagen wir allen Berwandten und Befannten sowie den früheren Stammgästen unseren herzlichen Dant. Bitme P. Landschulze und Kinder. 655 Sonntags kein Extra- Entree Wochentags 20 Pt. Freie Volksbiihnete Sänge durch besonderen Eingang. Sparcame HOLE WI Albert Böhme va und bas großartige Februar- Programm. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Im unteren Konzertsaal täglich die allerersten MilitärKapellen: Beder, Brzhwarski, Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. 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Februar, verstarb nach langem Krankenlager der Händler J. Szczepecki. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 15. Februar nach mittags 2 Uhr, von der Leichens halle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 210/5 Der Vorstand. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß die Beerdigung meines lieben Mannes, des Buyers August Straße am Sonntagnachmittag 4%, Uhr von der Leichenhalle des Auferstehungskirchhofes bei Weißenfee stattfindet. 19202 Um stille Teilnahme bittet Die trauernde Witwe Auguste Straße. Sozialdemokratischer Wahlvereir für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Landsberger Viertel.) Bezirk 359. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maurer August Straße ( Weidenweg 10) geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 4, Uhr, von der Zeichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes in Weißenfee aus ftatt. Im zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorftand. 216/14 Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 11. Februar verstarb unfer Mitglied, der Zimmerer Otto Lehmann Prinzen- Allee 45. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des neuen Pauls- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. am Um zahlreiche Beteiligung ersucht 225/3 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 13. Februar verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Paul Lorenz Egerzierstr. 4, Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. februar, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des neuen Pauls- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Oranien- Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: straße 30, E. Adalbertstr. 225/4 Potsdamer- Hanni weint- Hansi lacht Steidl- Duo. straße 57-58, E. Bülowstr.-- Prinzenstr. 91, Neu! Neu! E. Ritterstr. Rosenthalerstr. 48, E. Neue Meu! Der urkomische Rügamer. Neu! Schönhauserstr. Uhlandstr. 33, E. Neu! Käti Gültini. Neu! Lietzenburgerstraße. Wallstr. 14a, E. Neue Grünstr.--Wienerstraße 22, E. Die Freuden d. Häuslichkeit. Grünauerstr.- Rixdorf, Bergstr. 146. Sonntag 4 Uhr: Ein Sohn des Boltes. Große Bekanntmachung!!! Heneste Frühjahrs- Original- Modelle Paris London New York Reisemuster und Kopien in und Poletots, Kostümen, Kleidern, Röcken... Blusen bedeutend unter Preis!! Zu Anfang der Saison ist ein derartiges Angebot noch nie dagewesen. Mein immer noch bedeutendes Winterlager bestehend in Plüsch- u. Pelzkonfektion, Mänteln u. Paletots jeder Art, Jaketts, Winterkostümen, Kinderkonfektion etc. etc. werden, Konfektionshaus Westmann am vollständig damit zu räumen, bis zu ein Viertel des Wertes nach folgenden 5 Belspielen abgegeben: 1 früher bis M. 18 heute nur M. 4,50 2 4 5 a. bis M. 30 bis M. 50 bis M. 90 bis M. 150 s. nur M. 7,50 nur M. 16,50 nur M. 22,50 nur M. 40 W. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Maler Willy Suhr im Alter von 27 Jahren am 12. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Schöneberger Friedhofes, Magstraße, aus statt. 15/4 Um zahlreiche Beteiligung er Der Vorftand. fucht am Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Kistenmacher. Montag, den 17. Februar, abends 8%, Uhr, in den Andreas. Festfälen", Andreasttr. 21: Versammlung. Tagesordnung: 1 Bortrag des Redakteurs Genoffen John über:" Gewerkschaften and Landtagswahlrecht". 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 79/11 Die Branchenleitung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin, Sektion I. Geschäftsstelle Berlin C. 54, Muladstr. 10, I.- Fernsprecher Amt IIIa, 4518. Sonntag, den 16. Februar, nachm. 2, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Versammlung. Zages Ordnung: 2. Staffenbericht 1. Tätigkeitsbericht der Ortsverwaltung pro 1907. bom 4. Quartal 1907. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bahlreiches u. pünktliches Erscheinen ist notwendig. Der Vorstand. Nationale Krankenkasse der Deutschen Goldu. Silberarbeiter u. verwandten Berufsgenossen ( E. H.) zu Schw.- Gmünd. Montag, den 17. Februar, abends präzise 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung. (§ 28 des Statuts) im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal 1. Tages- Ordnung: 1. Jahres- und Rechenschaftsbericht vom Jahre 1907. 2. Dis. fuffion. 3. Wahl des Borstandes usw. 4. Berschiedenes. Das Kaffenbuch legitimiert! Der Vorstand. J. A.: E. Holtkamp, Borsigender, Admiralstr. 180. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 16. Februar, nachmittags 4 Uhr, bei Bercht, Nitterstraße 75: Fortfehung der General- Versammlung vom 19. Januar. Zages Drdnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Bericht über den Arbeitsnachweis. 3. Vierteljährlicher Sassenbericht. 4. Jährlicher Kassenbericht. 5. Bericht der Revisoren. 6. Beratung der Anträge nach Köln a. Rh. We Mitgliedsbuch legitimiert. Es wird ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Julius Siewert, Borsigender. Liefere gute 145/6 Speisekartoffeln Lege- Hühner waggonweise, frachtfrei. 109/4 garantiert junge beste Leger, a 2,50 M., berkauft Wegner, Berlin SO., Mariannenstr. 34. Nieder- Zauche, Kr. Sprottau, Adolf George. 107/2 Jeder Arbeiter, Orts Krankenkasse D ber Schmiede. Am Montag, den 24. Februar 1908 findet im Lokal bon Merkowski, Andreas str. 26, die Wahl der Delegierten für 1908 270/12 jeder Handwerker tatt. follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Unerreichte Leistungsfähigkeit. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stud gearbeitet. Sehr feste Sapp nähte. Haitbarste Pilot Taschen. Große Flicken umsonst. 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Liquidations- Bilanz per 5. Januar 1908. Aktiva. Kaffenbestand Außenstände Verlust • Passiva. 10,99 118,76 3419,80 3549,55 4 Warenschulden Darlehn- Konto 9 Miete Gehalt 9 1496,90 622,65 1100,00 140,00 • Mitgliederguthaben 190,00 3549,55 Durch Generalversammlungs. Befchluß vom 22. Dezember 1907 ist die Genossenschaft in Liquidation getreten. Wir fordern hiermit die Gläubiger auf, ihre Forderungen einzureichen. Die Liquidatoren. 103/ 14+ Friedr. Harring. Friz Thiele. Manol MANOLI Abbas Möbel Beste3Pfg Cigarette Fabrik Richard Fuhrmann Tischlermeister Gleditschstr. 47/48( am Winterfeldt- Platz) empfiehlt komplette Wohnungseinrichtungen, v. einfachsten bis zu den elegantesten, billigste Fabrikpreise. 1 3immer n. Küche 295 M. Großes Lager in Herren- u. Speisezimmern. Nur den ,, Vorwärts"-Lejern gewähre bei Barzahlung 3 Proz. Rabatt. Langjährige Garantie. Sonntags geöffnet bon 8-10, 12-2 Uhr. 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I Ser. II Ser. III Ein Posten 295 Kostüm- Falten- Röcke mit eingewebter Bordüre 1 Pta. Rotwurst .. Pid. 95 Pf. 1 Pra. Landleberwurst zus. 95 PL. 2 Pakete gebr. Kaffee..95 P 1 Dose Bismarckheringe 1 Dose Bratherings zus. 95 Pf. Pa. Kakao ff. zusam. 95 Pf. 1 Pfd. Zucker Ser. I 425 Ser. II 595 2 FL. Likör, sortiert... 95 Pf. Trotz der enorm billigen Ausverkaufspreise verabfolge Rabattmarken, welche nach wie vor eingelöst werden. Berantwortlicher Rebatteur: Georg Davidsoba, Berlin, Für den Infezatenteil verantw.: Tb. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 39. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sobrud, 15. februar 1908. Partei- Angelegenheiten. Sechster Wahlkreis. Heute nachmittag 6% Uhr findet in Raabes Festsälen, Kolbergerstr. 23, und in den Berolina- Festfalen, Schönhauser Allee 28, je eine Versammlung für Männer und Frauen statt. Nach der Versammlung gemütliches Beisammenfein und Tanz. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Rigdorf. Sonntag, den 16. Februar, nachmittags präzise 2% Uhr, im Rigdorfer Theater, Bergstr. 147, Theatervorstellung. Zur Aufführung gelangt:" Die Geschwister" von Wolfgang Goethe, 1. Aft, und Salome" bon Ostar Wilde. Billetts sind nur noch in unserer Parteispedition, Neckarstr. 2, in beschränkter Zahl vorhanden. Gleichzeitig machen wir unsere Besucher des Theaters darauf aufmerffam, daß Kinder unter 12 Jahren feinen Eintritt erhalten. Die Ordner werden gebeten, spätestens 1½ Uhr an Ort und Stelle zu sein. Nachdem gemütliches Beisammensein in Fris Hoppes Festfälen, Hermannstr. 49. Der Vorstand. Steglit. Sonntag früh 8 Uhr Flugblattverbreitung in allen Bezirken. Vorwärts, jeder auf seinen Bosten. Zehlendorf. Am Sonntag, früh 7% Uhr, findet von den befannten Bezirkslokalen aus Flugblattverbreitung statt. Erscheinen dringend notwendig. Johannisthal. Parteigenossen! Sonntag, den 16. d. M., vormittags 8 Uhr, findet Handzettelverbreitung zur WählerversammTung statt. Es ist notwendig, daß jeder Genosse zur Stelle ist. Der Vorstand. Ober- Schöneweide. Sonntag, den 16. Februar, findet morgens 8 Uhr von den Bezirkslokalen aus eine Handzettelverbreitung statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Mariendorf. Heute, abends 8 Uhr, findet das 3. Stiftungsfest des Wahlvereins in den Festsälen Zum alten Astanier", Chauffeeftr. 305, statt. Regen Besuch des Festes erwartet Das Komitee. Briz- Budow. Sonntag, den 16. Februar 1908, findet im Landhaus", Chausseestr. 97, nachmittags 3 Uhr, eine Boltsverfammlung statt, in welcher Reichstagsabgeordneter Frik Zubeil über Agitation, Sozialdemokratie und Religion" sprechen wird. Wilhelmsruh. Sonntag früh 8 Uhr Flugblattverteilung. Die Genossen treffen sich im Lokal von Barth, Viktoriaftr. 7. Am Montag, den 17. Februar, abends 8 Uhr, Versammlung bei Pätsch, Stronprinzenstr. 2. Pflicht eines jeden Genossen ist es, sich an der Flugblattberteilung sowie an der Versammlung zu beteiligen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Göttlich- kapitalistische Plünderordnung. Die Statistik ist eine nüßliche Wissenschaft. Sie wäre aller dings noch viel nüßlicher, wenn sie leider nicht gerade dort versagte, wo wir sie über Wichtiges zu befragen wünschen. Das gilt besonders für das Gebiet der Ernährungsfrage, der Lebenshaltung der breiten Masse der Bevölkerung. Die Mittel, die uns auf diesem Gebiete durch die amtliche Statistik an die Hand gegeben werden, sind völlig unzureichend. Sie geben nicht nur teine Aufklärung, fie dienen, bewußt oder unbewußt, oft gemug sogar dazu, ganz falsche Vorstellungen zu erweden. Was wird nicht alles zu sammengestellt, um statistisch die von den Lobrednern unserer Gesellschaftsordnung behauptete Sebung der Lebenshaltung aller Kreise der Bevölkerung zu beweisen! Gewiß, auch die Kinder der Minderbegüterten gehen nicht mehr in Holzschuhen zur Schule. Schuhe trägt jetzt jedes Kind und wenn es völlig zerlumpte oder von der Armenverwaltung geschenkte Gehwerkzeuge sind. Auch hat Sonnabend, Wer den billigen Ersab kauft, ist in den meisten Fällen betrogen;[ wärtig ein neuer Laden errichtet, und zum Austrocknen hatte man er bezahlt für das Kunstprodukt tatsächlich mehr als nur den hohen einige eiferne Defen, die mit Holzkohle gespeist werden, benutzt. In Preis des natürlichen Nährmittels. So geht es auch mit Ge- der vergangenen Nacht entwickelten sich nun in dem Raume gefährbrauchsartikeln, Möbeln, Kleidern, Schuhen usw. Der Arbeiter, der liche Gase, und der Arbeiter Hans Bonhau aus Schöneberg, der sich das billige Produkt kaufen muß, zahlt verhältnismäßig die höchften in dem Laden aufgehalten hatte, wurde bald betäubt. Als dann Breise. später der Arbeiter Karl Clopsch aus Ober- Schöneweide hinzufam, wurde er von dem gleichen Schicksal ereilt. Ein vorüberkommender Die Armen, die durch Preiswucherei gezwungen, ihre Er- Wächter vernahm das starke Röcheln der beiden Leute und er eilte nährung verschlechtern, leben am verschwenderischften. Sie treiben ihnen zu Hülfe. Beide fand er in bewußtlosem Zustande vor. Sie unfreiwillig Raubbau mit ihrer Arbeitskraft, vergeuden ihre Ge- wurden nach der nahen Unfallstation gebracht, wo es nach langen fundheit und verkürzen ihr Leben. Und die Preiswucherer schimpfen Bemühungen dem Arzte gelang, sie wieder ins Leben zurüdzurufen. auf die Begehrlichkeit der Arbeiter und lobpreisen die Vorzüglichkeit Am meisten hatte C. gelitten. Sein Zustand gibt zu Besorgnissen Anlaß. der göttlich- kapitalistischen Plünderordnung. Der Jahresbericht des Berliner Asylvereins für Obdachlose Ein schwerer Straßenbahnunfall hat sich gestern morgen gegen 10 Uhr ist erschienen. Aus dem Inhalt entnehmen wir, daß auch das auf dem Wittenbergplaz zugetragen. Der 70 Jahre alte Kaufmann Salo Perls aus der Göbenstraße 23 hatte das Herannahen eines lehte Jahr ein solches voller Sorgen für den recht fegensreich Straßenbahnzuges der Linie 79 nicht bemerkt, und blindlings rannte wirkenden Verein war. Das neue Frauenashl in der Kolberger Straße, das ohne einen einzigen Bauunfall errichtet wurde, ist er gegen den Zug. Er geriet zwischen den Motorwagen und den absehbare Zeit hinaus eine große und schwere Aufgabe des Vereins der Unfallstation 20 gebracht. Das rechte Stnie ist dem Greis teilam 24. März dem Betriebe übergeben worden und es ist somit auf Anhänger und wurde von dem letzteren überfahren. In befimmungsosem Zustande wurde er unter dem Wagen hervorgezogen und nach glücklich gelöst worden. Durch diesen Baz find die Einrichtungen des Vereins auch räumlich zusammengelegt worden, so schwierig Kopf und an den Armen erlitten. In recht bedenklichem Zustande weise germalmt worden. Ebenso hatte er schwere Verlegungen am diese Lösung der Frage auch war, da die Polizei für das Frauen- Kopf und an den Armen erlitten. In recht bedenklichem Zustande ashl einen besonderen Eingang verlangte, was wiederum für den wurde BP. nach dem jüdischen Krankenhaus gebracht. Verein die Notwendigkeit des Ankaufes des Hauses Kolberger Ueber die Frequenzverhältnisse sagt der Häusern Nr. 3 und 4 der Antwerpener Straße ausgebrochen. Zn Straße 30 bedeutete. diesen Häusern fehlt es seit Mittwoch nachmittag an Waffer. Wie es scheint, ist die Wasserrechnung nicht bezahlt worden, und so hat sich die Verwaltung der Wasserwerke zur Sperrung des Wassers ber anlaßt gesehen. Durch eine solche Maßregel werden natürlich die Mieter, die mit ihrer Miete auch das Wasser bezahlen, erheblich geschädigt. Die Mieter sind gezwungen, da das Wasserholen aus Nachbarhäusern nicht gestattet ist, den Weg bis zum nächsten Straßenbrunnen zu machen. Abgesehen aber hiervon hat die Wassersperre noch andere Folgen. Die Klosetts verbreiten einen pestialischen Geruch, weil die Wasserspülung fehlt, und der Ausbruch einer Epidemie ist gar nichts unwahrscheinliches. Zahlreiche Mieter haben sich an die Polizei gewandt, die erklärt aber, nichts tun zu können. Bericht: " Die Frequenzziffer des Männerasyls ist dem Vorjahr gegen über etwas geringer. Wenn man aber in Betracht zicht, daß vom 1. Januar bis zum 17. Mai immer zwei Schlaffale wegen Malerarbeiten unbelegt bleiben mußten, so entspricht die Frequenz ziemlich genau der vorjährigen. Der starte Rüdgang in der Frequenz unferes Frauenafyls hat feinen Grund in der Verlegung der Anstalt in das neue Haus und in eine ganz andere Stadtgegend. Gegen Ende des Jahres haben fich die Frequenzziffern allmählich wieder den früheren genähert und find augenblidlich in ständigem Steigen begriffen. Es nächtigten im Jahre 1907 in unseren Ashlen: 241 189 Männer ( 1906: 248 455) 38 268 Frauen und Kinder( 1906: 53 921) 115 Säuglinge ( 1906: 185) Bufammen: 279 572 Berfonen ( 1906: 302 561) Bufammen: 279 572 Perfonen Bählt man hierzu die in den Jahren 1869-1906 beherbergten 932 582 Personen, so ergibt sich, daß der Verein in den 39 Jahren seines Bestehens 5 . • 6 212 154 obdachlosen Personen Unterkunft, Abend und Morgenimbiß, Bäder, Desinfektion usw. kostenlos gewährt hat. Dem Alter nach verteilen sich die Asyliften in folgender Weise: Es fanden Aufnahme: Jm Alter bis zu 20 Jahren. bon 20-30 Männer Frauen 1087 3409 8165 20 477 . 72 073 " 30-40 63 814 " " 40-50 53 877 " •" 50-60 26 209 12 611 10 560 " " 60 u. darüber 5 239 • 241 189 2551 38 383 Eine Waffernot im wahrsten Sinne des Wortes ist in den Wir halten es zwar für richtig, daß die Wasserwerksverwaltung zu ihrem Gelde zu kommen fucht; ob aber nun die Wassersperre ein geeignetes Mittel ist, ist eine andere Frage. Durch diese Wassersperre wird zunächst weniger der Wirt als der Mieter getroffen. Zwar könnte sich wieder der Mieter am Wirt schad los halten, indem er diesen für Schaden verantwortlich macht, allein das ist ein sehr umständliches und oft kostspieliges Verfahren. Wichtiger ist der Umstand, daß hierbei weitere Kreise in Mitleidenschaft gezogen werden können. Durch die Wassersperre können solche Häuser, die davon betroffen werden, geradezu zu einem Seuchenherd für Krankheiten werden und weite Kreise berühren. Das darf nicht sein. Die Verwaltung der Waffertverke follte sich einmal eruſtlich überlegen, ob sie bei zahlungsunlustigen oder unfähigen Wirten sich nicht lieber an den fälligen Mieten schadlos halten könnte. Aus dem Polizeibericht. Gestern mittag gegen 12 Uhr wurden die 87 Jahre alte Schneiderwitwe Flora Westphal und ihr Sohn, Mie in allen früheren Jahren, haben auch diesmal beim der 68 Jahre alte Kommis Gustav, in ihrer im 1. Stockwert des männlichen Geschlecht die Altersstufen von 20-40 Jahren, bei den Seitenflügels Linienstr. 6a belegenen gemeinschaftlichen Wohnung tot aufgefunden. Während die Leiche der Mutter an der GinFrauen die Altersklaffen von 40-60 Jahren die höchsten Frequenzgangstür auf dem Fußboden lag, befand sich die Leiche des Sohnes siffern aufzuweisen. Zieftraurig und ein ergreifendes Bild in sitzender Stellung auf dem Sofa. Spuren eines gewaltsamen fozialen Glends ist es, daß auch in diesem Jahre wieder Todes waren an den Leichen nicht sichtbar. Anscheinend ist Herz844 Greifinnen im Alter von 70-80 Jahren in unserem Ashl zu schlag die Todesursache gewesen. Genaueres wird erst die Oeffnung flucht suchen mußten." Glasbläser Franz St. erhängte sich am Fenstertreuz seiner Küche der Zeichen durch die Gerichtsärzte ergeben. Der 29 Jahre alte in der Ruppiner Straße. Nach etwa einer Stunde fand ihn seine Frau auf, boch kam jebe Hülfe zu spät. Beweggrund des Selbſt. mordes: Unheilbares Magenleiden. Wegen eines unheilbaren Leidens stürzte sich am gestrigen späten Abend die 51 Jahre alte Witwe Auguste B. aus dem vierten Stockwerk in der Wilhelmshavener Straße auf die Straße hinab, wo sie schwerverlett liegen blieb. Ein Schuhmann trug die Bewußtlose nach dem Flur des Hauses, wo sie bald darauf starb. In der vergangenen Nacht fand ein Schußmann in der Türnische des Hauses Urbanstr. 175 den 40 Jahre alten Handlungsgehülfen Hans Becker schwerkrank am Boden jizend auf. Der Beamte suchte auf Wunsch Beckers nach einer Droschte, fand aber B., als er zurüdkehrte, bereits leblos vor. Der herbeigerufene Arzt stellte den Tod infolge Herzschlages fest. Ausnahme wohl der Hinweis, daß sich im Monat unter 20 000 Ashlisten 435 Bersonen über 60 Jahre befanden. Von der Gesamtzahl der, aufgenommenen Ashlisten entfallen durchschnittlich auf den einzelnen Tag: 660 Personen 105 im Männer Asyl. " • . " 1 Zeugen gesucht. Personen, welche den Vorfall bemerkt haben, der sich am 1. und 2. Juni, morgens 6% Uhr, zwischen streifenden und arbeitswilligen Maurern vor dem Bahnhof WilmersdorfFriedenau abgespielt hat, werden gebeten, ihre Adresse bei Robert Jurzit, Frankfurter Allee 145, Hof III, abzugeben. Interessant ist, daß vor der Kaffeeausgabe 8662 Männer und 178 Frauen fortgingen. Der Bericht bemerkt hierzu: " Der Grund, daß zahlreiche Asylisten das Haus schon vor der der Arbeiter heute im allgemeinen einen sogenannten Sonntags- Staffeeausgabe berlassen haben, ist darin zu suchen, daß sich ihnen anzug und er trägt Kragen und Krawatte. Schließlich ist auch nicht schon in frühester Morgenstunde Gelegenheit zur Arbeit bot. zu leugnen, daß in den meisten Wohnungen Gebrauchsgegenstände Der Zutritt ist den männlichen Asyliften monatlich nur vierzu finden sind, die in vergangenen Zeiten einmal zum Lugus ge- mal, den weiblichen fünfmal gestattet. Wenn von der striften hörten. Eagen wir also: die äußere Lebenshaltung hat sich ver- Durchführung dieser Maßregel bei 212 Personen, d. h. monatlich feinert. Wie aber sieht es mit der Ernährung aus? Jammervoll! bei 18 Personen, Abstand genommen wurde, so genügt für diese Man beachte doch nur die Scharen kümmerlich entwickelter Kinder, die fich in unseren Hof"-Schulen zusammendrängen. Die schmalen, blaffen Gesichter der Tausenden reben eine deutliche Sprache. Manche von ihnen haben morgens, wenn sie der Volksbildungsstätte zustreben, noch nichts genossen, ein Teil kommt auch ohne » Frauen- Asyl. Frühstück, und bei sehr vielen besteht dieses aus einem Butterbrot Das Männerasyl war also unter Berücksichtigung der Bon einem Handwagen gestohlen wurde gestern mittag einem ohne Butter. Ja, Butter ist für manchen Proletarierhaushalt vorerwähnten Raumbeschränkung stets bis auf den letzten Play Hausbiener die Joppe, in der sich folgende Mitgliedsbücher des Verein Begriff geworden, von dessen Realität man sich vielleicht nur belegt, während im Frauenashl bisher der vorhandene Raum noch eins Berliner Hausdiener befanden: Nr. 10088 auf den Namen Emil noch an hohen Festtagen überzeugt. Während 360 Tagen im Jahre nicht voll ausgenugt wurde. Wie wir schon vorher bemerkten, hat Minsteit, Kopernikusstraße 12, Nr. 11266 Mag Gefche und Nr. 11015 begnügt man sich mit Buttererfaz: Schmalz, Margarine oder auch aber auch hier die Frequenz in letzter Zeit stetig zugenommen." Baul Kittel. Sollten diese Bücher irgendwo auftauchen, wird ersucht, mit dem reinen Naturprodukt: Salz. Allerdings:" Salz und Brot Zum Schluß weist der Vorstand auf den immer ungünstiger dieselben anzuhalten und dem Bureau des Vereins, Adlerstraße 5 I macht die Wangen rot". jedoch es ist nötig, daß Fleisch, Gemüse, werdenden Arbeitsmarkt hin, was eine noch erhöhtere Inanspruch Mitteilung zu machen. Butter usw., und vor allem auch gute Luft in genügender Menge nahme der Zufluchtsstätten des Vereins zur Folge habe. Da der Verein durchaus nicht so fapitalfräftig dasteht, um allen Anforde hinzukommen. Aber das alles fehlt. Kartoffeln und Brot mit ohne ist für große Proletarierkreise Vor- und Hauptkost, Morgen-, rungen leichter Hand gerecht werden zu können, schließt der VorMittag- und Abendmahlzeit. Warum? Weil die Ausgaben für stand seinen Bericht mit einem warmen Appell an die Bürger Berlins um materiellen Beistand eines Werkes, das der reinsten Menschenandere Lebensmittel nicht mehr zu erschwingen, weil sie zu teuer liebe entspringe und an der wundesten Stelle des sozialen Elends geworden sind. Und daß durch skrupellose Breiswucherei nun auch einseße, das den Unglüdlichen nicht nach der Ursache seiner Not, die Butter fast vollständig aus einem großen Teil der Arbeiter- nicht nach seinem Namen, seiner Herkunft fragt, ein Wert, das nur Feuerwehrbericht. In der vorletzten Nacht gegen 12 Uhr wurde die haushalte verdrängt ist und noch immer mehr verdrängt wird, der vorurteilsfreien Hülfe in höchster Bedrängnis dienen soll, zum Feuerwehr nach den Linden gerufen. Vor dem Hause Nr.34 war ein Mann von einem Automobil überfahren worden. Die Feuerwehr darin liegt eine große Gefahr. Butter ist nicht nur ein sehr gutes Segen unserer armen Heimatlosen fortzuführen. befreite den Mann, der über den Leib gefahren worden war, und Nahrungsmittel; für die Kinder der Armen, die wenig oder gar fein Bummelei in der Waisenverwaltung. In unserer Waisen- brachte ihn nach der königlichen Silinit, wo man aber nur noch den Fleisch konsumieren können, ist Butter einer der wichtigsten Lebens- verwaltung scheint eine schier unglaubliche Bummelei zu herrschen, Tod des Mannes feststellen konnte. Die Leiche wurde nach dera erhalter. Den Stindern, die in halbbunklen, dumpfen Hofwohnungen wie folgender Vorfall beweisen dürfte. Eine unverehelichte St. hatte Schauhause gebracht. In dem Toten wurde der Kriminalschut hausen müssen, ist mit dem bölligen Entzug der Butter die Ge- ihr Kind der Waisenverwaltung übergeben. Diefes Kind befand sich mann Schlacht festgestellt, der in der Ausübung seines Berufes sundheit und Entwickelung in ernster Weise bedroht. Das wird frankheitshalber in letzter Zeit im Lazarett Rummelsburg. Die den Tod erlitten hatte. jeder Arzt bestätigen. Gerade bei der gewerblichen Entwickelung, Mutter besuchte ihr Kind und fuhr auch am Sonntag, den 2. Fe- Bodenverschläge mit Inhalt brannten. Der 11. Zug wurde vorGleichzeitig hatte die Wehr in der Borsigstr. 15 zu tun, wo die die Frau und Mutter mehr und mehr in den Dienst der kapi- bruar, zu diesem Zwecke nach Rummelsburg. Hier wurde ihr aber gestern nach der Grimmstr. 29 alarmiert. Betten und anderes talistischen Gütererzeugung zwingt, wo bielfach an Stelle des ge- zu ihrem größten Schrecken mitgeteilt, daß das Kind am Mittwoch brannten dort in einer Wohnung. Nach dem Befund lag Brandkochten Mittagseffens die Stulle mit Kaffee getreten ist, oder höchstens noch abgekochte Kartoffeln auf den Tisch kommen, könnte gestorben und am Sonnabend, den 1. Februar, bereits beerdigt stiftung vor, weshalb die Polizei benachrichtigt wurde. Wegen burch reichlichen Buttergenug in mancher Beziehung gesundheitlichen worden sei. Die St. beschwerte fich fofort an Ort und Stelle über eines gefährlichen Stellerbrandes wurde der 1. Zug nach der BarnimSchäden aus mangelhafter Ernährung vorgebeugt werden. Was dieses Verfahren. Am andern Tage, also am Montag, den straße 22 alarmiert. Papierabfälle in großen Mengen brannten In der fümmert das die Profitmacherei? Hohe Preise: das ist der meisten B.& ebruar, erhielt sie von der städtischen Waisendeputation ein dort unter großer Qualmentwidelung um 8 Uhr morgens. Durch kümmert das die Profitmacherei? Hohe Preise: das ist der meisten längeres Wassergeben wurde die Gefahr beseitigt. Barenverkäufer Sinnen und Trachten. Und die Buttergroßhändler Schreiben folgenden Inhalts:" Laut telephonischer Mitteilung des Memelerstr. 46 brannten in einem Seller Lumpen usw.. Durch brachten es nun glüdlich so weit, den Konsumenten einen Rekord- Lazaretts Rummelsburg ist Ihr Kind... am 29. Januar 08, nach die Entzündung von Filmstreifen kam abends nach 10 Uhr in einem Kinematographen- Theater, Alt- Moabit 104/105, Feuer aus, das preis aufzuzwingen, der den Kreis der Butterverzehrer mit Sicher- mittags 31 Uhr, an Lungenentzündung verstorben." Dieses Schreiben war datiert vom 31. Januar und enthält den bald gelöscht werden konnte. In einem Belzwarengeschäft in der heit weiter einschränkt. Nach den Zusammenstellungen der " Statistischen Correspondenz" kostete in Berlin im Jahresdurchschnitt Bermert: Gilt seör!" Es trägt den Poststempel 8. 02. 08. Potsdamerstr. 30, wurden Gardinen usw. ein Raub der Flammen. In der Luckauerstr. 7 hatte die Feuerwehr mit einem Fußbodenein Kilogramm Butter in Pfennig: 1902: 230, 1903: 231, 1904: 4-5 N. Postamt 68 und den Bestellstempel 3. 02. 08. 5-7 N. Man fann über dieses Schreiben die verschiedensten Ver- brande, in der Weberfir. 25 mit einem fleinen Wohnungsbrande 234, 1905: 246, 1906: 2,50. Für 1,25 M. fann man aber in Berlin tein Pfund Butter faufen. Tatsächlich muß für gute Ware heute mutungen anstellen, wir wollen das unterlassen; fest steht aber die und in der Curhabenerstr. 3 mit einem Baltenbrande zu tun. 1,50-1,60 m. bezahlt werden. Daß da ein Arbeiter. der 20-24 M. Tatsache, daß die N. von dem Tode ihres am 29. Januar verpro Woche verdient und davon 3 oder noch mehr Kinder ernähren storbenen und am 1. Februar bereits beerdigten Kindes erst am foll, teine Butter fauft, liegt auf der Hand. Was nütt alles Ge- 3. Februar abends unterrichtet worden ist und auch nur, nachdem sie ebe über Lahnsteigerungen usw., wenn in den wichtigsten aufbegehrt hatte. In diese Wirtschaft müßte endlich einmal mit Nahrungsmitteln der Konsum eingeschränkt werden muß? Die dem eisernen Besen hineingefahren werden. Minderbemittelten werden dazu weiter noch betrogen durch schlaue Spekulanten der Nahrungsmittelindustrie. Für mancherlei Nähr mittel wird fogenannter Grjah angeboten au billigen Breifen 3. Um unter der polnisch sprechenden Bevölkerung eine lebhaftere gitation entfalten zu können, werden die deutschen Genossen, die mit Bolen zusammenkommen, sei es in der Werkstatt oder anderweitig, gebeten, auf die öffentliche Versammlung für Männer und Frauen aufmerksam zu machen, die am Sonntag, den 16. Februar, Eine Kohlengasvergiftung, bei der zwei Arbeiter in größter nachmittags 3½ Uhr, in den Patria- Sälen, Große Frankfurter. Lebensgefahr schwebten, hat sich in der vergangenen Nacht am Haus- ftraße 28, stattfindet. Das Thema lautet:" Die antipolnische Poli. vogteiplag ereignet. In dem Haufe Hausvogteiplay 12 wird gegen- tik und die Nationalpolen." Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Ein„ Notschrei". mission " direkt an NotOralel am Engelufer, um sich Rat zu holen. Herr Fabriks in dieser Hinsicht gemachten Erfahrungen sind nicht gerade ber befizer Feldmann ist der Ansicht, die von unseren Genossen lockend und die gewundene Erklärung der Herren ist so abgefaßt, ins Treffen geführten 55 000 M. als Beihülfen zum Bau von zwei daß man den Pferdefuß schon von weitem sieht. Als Kandidaten Die Arbeitslosenfürsorge. Als in der letzten StadtberKirchen kämen den Arbeitern zum größten Teile ja wieder zugute. für die Gemeindevertretung wurden nunmehr aufgestellt für die Dem Genossen Grunow war es ein leichtes, die recht tief- 3. Klasse die Genossen Oertel, Alb. Schmidt und Giese, ordnetenversammlung unsere Genossen bei Beratung der Inter- finnigen Betrachtungen dieser Herren ins volle Licht zu bringen. für die 2. Klasse Suchemiel, Pagel und Ruhnke. pellationen zur Bekämpfung der herrschenden Arbeitslosigkeit be= Unter„ Verschiedenes" wurde noch bekannt gegeben, daß das tenten, daß der heutigen Gesellschaft die Fähigkeit mangele, die Herr Kottmeier könne versichert sein, daß die Organisationsbeiträge Opfer der kapitalistischen Wirtschaft zu schüßen, da waren das nach gern gezahlt würden, um eben solche jammervollen Zustände zu Lokal zu den Rathausbären" in der Grunowstraße auch von dem Anficht der herrschenden Mehrheit geschwollene Phrasen". Wie bekämpfen, welche gerade durch die Klaffengenoffen des Herrn jezigen Inhaber, Herrn Linke, der Arbeiterschaft zur Verfügung recht unfere Vertreter auf dem Rathause hatten, zeigten in aller Rottmeier herbeigeführt werden. Herr Feldmann könne versichert gestellt ist. sein, daß 55 000 m. statt für Kirchenbauten Deutlichkeit die Verhandlungen der niedergesetzten Kommission. Zunächst das Ergebnis: Der Magistrat hat nur Arbeit für 150 leidende gegeben, entschieden mehr Gutes herbeiführten. Die Wittenau- Borfigwalde. Abstimmung ergab die einstimmige Annahme des Antrages be= In der letzten Gemeindevertretersihung machte der Gemeindebis 200 Arbeitslose auf 2-4 Wochen in Aussicht stellen können. treffend der Gemeindebauten und Ablehnung des Antrages auf vorsteher einige Mitteilungen über den Kanalisations- Zweckverband Und zwar beim Beschneiden der Bäume, Parkarbeiten, sonstige Und zwar beim Beschneiden der Bäume, Barkarbeiten, sonstige Zuwendung einer Summe an die Arbeitslosenkassen der Gewerk- Pantow- Reinickendorf- Wittenau. Nachdem die Pläne des Bc. Schachtarbeiten, Straßenreinigung und Müllabladeplak. Des weiteren wurde als möglich in Aussicht gestellt, daß baldigst der schaften. Auf Antrag des Herrn Beiers wurde dann eine Kom- bauungsplanes für Borsigwalde, Abteilung II, nach Angabe des Neubau des Güterbahnhofs in Angriff genommen wird, für den der auch Genosse Grunow angehört gewählt, welche Baumeisters Klinner geändert worden, stimmte die Gemeindeim preußischen Etat 6-8 Millionen festgesetzt sind. Ob der Unterstützungen an in Not geratene Einwohner vermitteln soll und vertretung denselben zu, ebenso der Verbreiterung des oberen Staat seinen Runderlag an die Gemeinden zur Einschränkung der auch die vom Genossen Grunow geforderte Versehung armer Kinder Teils der Spandauer Straße zwischen der Seidelstraße und der Arbeitslosigkeit selbst verwirklichen wird? Dem Magistrat kam es mit warmem Frühstück vorbereiten soll. Der Kommission wurden Kremmener Bahn, da dort ein neuer Bahnhof projektiert ist. Mit wohl selbst recht wenig vor, was er zu biten vermochte. Ein Herr einstweilen 3000 M. zur Verfügung gestellt. Auf Antrag unserer der Anfertigung eines Fluchtlinien- und Höhenplanes für die der Bürgerlichen sagte dagegen recht selbstzufrieden, daß auch der Genossen wird festgelegt, daß die Unterstützungen nicht als Armen- Hermsdorfer Straße wurde der Landmesser Küchenmeister bes auftragt. Die unwürdigen Zustände in der Oranienburger Straße gute Wille was wert wäre. Als unsere Genossen den Vorschlag unterstützungen gerechnet werden. machten, die Arbeitszeit im ganzen städtischen Betrieb auf acht sollen durch ein 1½ Meter breites Mosaikpflaster beseitigt werden. Stunden zu verkürzen, da erklärte der Vertreter des Magistrats, Friedrichsfelde. Für die Kanalisierung der Wittestraße wurden 17 100 m. bewilligt die Verkürzung der Arbeitszeit sei noch ein schwieriges Problem, Mehr Polizei wurde bereits des öfteren in der Gemeinde- sowie die Pflasterung des bewohnten Teils bis zur Reinickendorfer daß noch nicht genügend gelöst sei! Gemäß unserer Anregung vertretung gefordert. Begründet wurde diese Forderung mit der Zu- Grenze mit Reihensteinpflaster beschlossen. Der Aufhebung eines sollen auch sie schulpflichtigen Kinder arbeitsloser Bürger aufnahme der Diebstähle, deren Verüber nicht entdeckt werden konnten. Gemeindebeschlusses vom 1. Februar 1906 vegen Berlegung eines Kosten der Stadt gespeist werden. Erhebungen über die Zahl der Erst in voriger Woche sind mehrere nächtliche Einbrüche in Geschäfts- öffentlichen Blazes, sowie der Erhöhung des Binsfußes für ein in Frage kommenden Kinder sollen durch die Lehrer, die Speisung häuser der Berliner Straße, also der belebtesten Straße, verübt Darlehn von 400 000 m. der Kur- und Neumärkischen Darlehns durch den Verein für Kindervoltsküchen vorgenommen werden. Im worden. Die Täter sind natürlich wiederum nicht ermittelt. Daß kaffe von 3% auf 3% Proz. wurde zugestimmt. 7000 M. wurden allgemeinen waren die bürgerlichen Herren troß der Arbeitslosen- tatsächlich ein Mangel an Polizei im Orte nicht besteht, geht aus im Etat 1908 eingestellt zur Beschaffung einer mechanischen Drehbersammlungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit sehr im folgendem hervor: Als am 16. Januar im Lokal von Bube eine und Schiebeleiter, sowie eines Sprungtuches für die freiwillige Unflaren. Die Arbeitslosigkeit sowohl wie die Arbeitswilligkeit Boltsversammlung stattfand, in welcher Genosse Binjeler über die Feuerwehr, desgleichen 200 M. zur Beihülfe an die freiwillige wird sich erst bei Vergebung der Notstandsarbeiten zeigen. Das Tätigkeit der Gemeindevertretung referierte, war das gesamte Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu einer fahrbaren Trage. Der Arbeitergesuch soll in Form einer allgemeinen Publikation vor- Polizeiaufgebot in Stärke von 12 Mann vertreten. Erst nach Ankauf des 16 Morgen großen Largeschen Grundstückes zum Preise genommen werden. Im übrigen aber klang bei einigen bürger- 12 Uhr nachts wurden die Sicherheitsposten" eingezogen. Dieser von 120 000 m. wurde einstimmig zum 1. April 1908 beschlossen. lichen Herren die Hoffnung durch, daß, ehe die Arbeiten beendet Fall ist jedoch nicht vereinzelt. Am Freitag, den 7. d. M., herrschte Unter Verschiedenes teilte der Gemeindevorsteher mit, daß in der sein werden, die Arbeitslosigkeit auch vorbei sei. Leider dürfte ein Schneetreiben, ein richtiges Hundewetter. Trotzdem standen 1. Wählerklasse 7, in der 2. 63 und in der 3. Klasse 1050 Wähler das nun nicht zutreffen. Deswegen ist es notwendig, mit dieser gegen 1 Uhr nachts zwei Gendarme vor einem Haufe in der Pringen eingetragen sind. Die 1. Klasse wählt einen angesessenen, die zweifellosen Tatsache zu rechnen und dementsprechend vorzubeugen. Allee treulich Wacht. Vorübergehende konnten in den Glauben ver- 2. Klasse einen nichtangesessenen und die 3. Klasse einen nicht- und fegt werden, es gelte vielleicht Einbrecher abzufangen, womöglich sei einen angesessenen Gemeindevertreter. Die Wahlzeit in die Abendfogar einer der zahlreichen, noch nicht entdeckten Raubmörder in dem stunden zu verlegen, wurde zugesagt. Von unserem Genossen Adam Hause versteckt. Für Eingeweihte war der Grund der polizeilichen wurde das Ueberstundenwesen beim Bau des Elektrizitätswerte Nach einem Garde- Kavallerieregiment für Rigdorf verlangen Observation bekannt. In dem Hause befindet sich die Gastwirtschaft gerügt. Baumeister Klinner hielt eine Arbeitszeit von 6 Uhr inige Einwohner im„ Rigdorfer Tageblatt". In zwei Eingesandts" von Bartholein. Besagter Gastwirt erfreut sich eben eines besonderen morgens bis 11 Uhr abends für nicht zu lange. Von unserem Ge beklagen sie, daß Rigdorf allen gleichgroßen Städten gegenüber im polizeilichen Schuges. Unlängst foll fogar ein Gendarm unter noffen wurde darauf hingewiesen, daß, um die Krise abzuschwächen Nachteil sei, weil es noch feine Kaserne und feine Soldaten habe. Lebensgefahr den eisernen Vorgartenzaun überflettert und Tag und Nachtschicht eingeführt werden müsse. Damit diesem Uebelstand" abgeholfen wird, schlagen die Einsender den Schanfraum, in welchem noch Licht brannte, besichtigt haben. eine" Maffenpetition" an den Reichstag bor, um den Bau einer Leider ohne Erfolg, es waren weder Einbrecher noch Gäste anwesend. Franzöfifch- Buchholz. Raferne auf dem Tempelhofer Felde an der Oberstraße herbeizuführen. Der Gastwirt war obendrein gegenüber einer solchen Aufmerksamkeit Für die bevorstehende Gemeindewahl von Bedeutung war die Ein Herr Friz Köhler, Zigarrenhändler, Bahnhof Hermann fo undankbar, daß er sich weigerte, die Gartentür aufzuschließen. legte Wahlvereinsversammlung. Nachdem Genosse Neumann den straße, verbindet diesen Herzenswunsch sogar mit dem Rat, den Wohl oder übel mußte der Beamte seinen Weg über den Zaun Bericht von der Kreis- Generalversammlung erstattet hatte, ließ GeKriegsminister zu bitten, das notwendige Geld sofort durch das zurück nehmen. Nach alledem besteht kein Grund, der die Forderung noffe Pohl alle Mängel und Schäden in der Gemeinde Revue Extraordinarium zu fordern, um mit dem Bau so schnell wie möglich nach einer Verstärkung der Polizei rechtfertigen könnte. passieren und ging mit der gegenwärtigen Gemeindevertretung hart beginnen zu können. Auf jeden Fall empfehle es sich aber, die ins Gericht. In der Diskussion sprach der als Gast anwesende Geschnelle Jnangriffnahme der Arbeiten zu erstreben, damit die zurzeit meindevertreter Sielaff sich im Sinne Pohls aus und äußerte u. a.: herrschende große Arbeitslosigkeit wenigstens etwas ge= Der Großen Berliner schreibt ein Leser unseres Blattes Ich hoffe und wünsche, daß die Arbeiterpartei bei der bevorstehenden folgendes ins Stammbuch: Ueber die Rücksichtslosigkeit, mit welcher Wahl ihre Kandidaten durchbringt, damit endlich einmal mit dieser Welch großes Maß von Philanthropie" ist in diesem Vorschlag die Große Berliner" das. Publikum behandelt, können die Tempel- Gesellschaft aufgeräumt wird. Genosse Pohl wurde als kandidat enthalten. Damit die Arbeitslosigkeit gemildert wird, soll schnell hofer und Mariendorfer Einwohner ein Liedchen fingen. Sieht aufgestellt. Da der zweite vom Vorstand vorgesehene Genosse mit dem Bau einer Kaserne begonnen werden. Dieses Argument man sich zunächst das Wagenmaterial an, so muß man über die nicht anwesend war, mußte die Aufstellung des zweiten Kandidaten für die Notwendigkeit einer neuen Kaserne wird sicherlich im Reichs- edle Dreistigkeit staunen, was hier dean Publikum geboten wird. bis auf später verschoben werden. Ferner wurde Genosse Albert tag bei den Militärfreunden ein Echo finden. Eigentümlich berührt In Sommerwagen mit unbedeckten Holzbänken und an Alters- Neumann als Funktionär für Buch gewählt. es aber, wenn sich der Einsender zu der Behauptung bersteigt, die schwäche leidenden Dampfstraßenbahnwagen werden die Fahrgäste Petition würde sicher in wenigen Tagen mit Unterschriften aus allen befördert. Einmal ist die Bremse nicht intatt, ein andermal die Kreisen der Bevölkerung ausgefüllt sein. Die Arbeiterschaft Rigdorfs, Lichtleitung nicht in Ordnung, so daß ein 8 Meter langer Wagen die doch die Majorität der Einwohner stellt, hat an einer Staferne mit einem einzigen Talglicht erhellt" ist. Auch die miserable Bean Jutereffe. Sie weiß, daß mit jeder neuen Saferne die Opfer förderung des Publikums fordert den schärfsten Protest gegen die für den Moloch Militarismus größere, und ihre Leiden anstatt ge- Direktion genannter Gesellschaft heraus. Namentlich morgens, wo mildert, verschärft werden. Zu dem kommt, daß der Militarismus doch jeder pünktlich im Geschäft sein soll, ist es den Tempelhofer immer mehr gegen die freiheitlichen Bestrebungen des Boltes aus Einwohnern sehr oft erst nach langem Warten möglich, mitzugespielt wird. Mag sein, daß einigen Händlern und Geschäfts- fommen, da die meisten Wagen schon in Mariendorf besetzt sind. Leuten durch ein Regiment Soldaten ein Geschäft winkt, daß fann Aber auch des Abends wird mit den Anhängern ziemlich gespart. aber für die allgemeine Bevölkerung nicht maßgebend sein. Aus so ist z. B. um 12,14 Uhr ab Behrenstraße früher immer ein Aneiner Anzahl von Beschwerden geht übrigens hervor, daß die Anhänger gewesen, jezt nicht mehr, und daher ist der Wagen schon oft wohner des Tempelhofer Feldes von dem Militär nicht so erbaut Ecke Koch- und Charlottenstraße befeht. Die Schaffner haben unter find; besonders dann nicht, wenn ihnen beim Egerzieren der Wind diefen Umständen keine leichte Arbeit und müssen so manche bissige den Staub in die Wohnungen peitscht. Von einem Bedürfnis der Bemerkung hinnehmen. Es wäre wahrhaftig an der Zeit, daß sich Rigdorfer Bevölkerung nach einem Garde Kavallerieregiment fann die Mariendorfer und Tempelhofer Gemeindevertretung ernstlich aljo teine Rede sein. dieser Sache annehmen würden. Eine eintägige oder stundenweise Kontrolle über die Frequenz der Wagen, wie sie hier schon einmal Lichtenberg. seitens Mariendorfs erfolgt ist, kann durchaus kein objektives Bild ergeben. Das Publikum hat jedenfalls ein Recht darauf, sicher und pünktlich befördert zu werden, was bei dem jezigen geradezu traurigen Wagenmaterial absolut unmöglich ist. Wo ist hier die Aufsichtsbehörde? Ein halbes Prozentchen weniger und man könnte dieses Material ins alte Gisen werfen, wohin es gehört. Alt- Glienicke. mildert werde. D " Mariendorf. Grünau. Eine Beschwerde über eine Zeitungsfrau, die vor einiger Zeit im Wahlverein verhandelt wurde, hatte eine recht mißliche Sache im Gefolge. Der Arbeiter N., der Mann der Zeitungsfrau, fühlte fich durch die Beschwerdeführer gekränkt und wandte sich an das Schöffengericht wegen Bestrafung der Uebeltäter, der Buchbinder Sch. und M. Dieses gab aber der Klage nicht statt und sprach die Beklagten frei. Der Arbeiter N. hat nun selbst den Schaden, indem er noch die Kosten tragen muß. Bernau. In der Stadtverordnetenversammlung vom 11. februar wurde vor Eintritt in die Verhandlung vom Genossen Helbig Einwendung gegen die Tagesordnung erhoben und zwar dahingehend, daß die Gewährung einer Subvention für die Fuhrbachsche Mädchenschule, in Höhe von 1000 M., in nichtöffentlicher Sibung beraten werden foll. Unser Redner verlangte, daß Unterſtüßungen, welche hier einem Institut gewährt werden sollen, in öffentlicher Sigung zu beraten seien. Es wurde jedoch ein dahingehender Geschäftsord nungsantrag unserer Genoffen von sämtlichen Bürgerlichen niedergestimmt. In der nun folgenden Verhandlung wurde der Wer sammlung der Kaufvertrag betreffend das Krankenhausgrundstück unterbreitet und angenommen. Der Auflassungstermin ist bom 1. Oftober 1908 auf den 1. April 1908 festgesetzt worden. Eine sehr lebhafte Diskussion rief der Antrag, die Krankenversicherungspflicht auf die Hausindustrie auszudehnen, hervor. Obwohl von den Antragstellern, dem Genossen Krüger und dem bürgerlichen Stadtv. Hannemann in recht berständlicher Weise der Antrag begründet wurde, machte die Mehrzahl der Bürgerlichen allerhand Einwenbungen gegen bie Schaffung eines diesbezüglichen Ortsstatuts. Der Antrag wurde den Antragstellern mit der Motivierung zurüdgegeben, sich über die in Betracht kommenden Berufe sowie Aufführung derselben in dem Antrag zu verständigen. Alsdann erfolgten die Verhandlungen in nichtöffentlicher Spandan. Sibung. Platonische Liebe. In der vorlegten Stadtverordnetensizung nahmen die Magistratswahlen eine sehr geraume Zeit in Anspruch. Neben den Wahlen standen als wichtige Punkte die Frage über Notstandsarbeiten und Krankenhausbau auf der Tagesordnung. Der Letztere Punkt hat reichlich eine halbe Stunde zu seiner Erledigung in Anspruch genommen. Das tam daher, weil der Rechtsanwalt Schachtel zum Schrecken einer Reihe seiner sonstigen Gesinnungsgenossen die Notwendigkeit der Erbauung eines Krankenhauses rund- Aus der Gemeindevertretung. Die Verlängerung des mit den weg verneinte. Das rief längere Ausführungen des Herrn Bürger- Berliner Elektrizitätswerten abgeschlossenen Straßenbeleuchtungsmeisters Ziethen hervor. Die Erledigung des anderen Punktes be- vertrages wurde mit Rücksicht auf den Bau der hiesigen Gasanstalt anspruchte eine halbe Stunde, die allerdings lediglich durch die Aus- nur bis zum 30. Juni 1912 erneuert. Auf eine Beschwerde unserer führungen unserer Genossen und die des I. Bürgermeisters ausgefüllt Genossen über die schlechte Beleuchtung will die Gesellschaft neue wurde. Von den bürgerlichen Vertretern hielt es auch nicht ein ein- Glühlampen einführen. Die Gemeindewählerliste weist in der ersten ziger der Mühe wert, ein Wort zugunsten der Arbeitslosen zu sagen. Klaffe 21, in der zweiten Klasse 103 und in der dritten Klasse 617 WahlUnser Genosse Bracht nagelte das natürlich gebührend fest. Darauf berechtigte auf. Die Gesamtkosten der Kanalisation von Alt- Glienicke erschien ein Erguß des Stadtverordneten Meldner im Ortsblättchen, einschließlich der Beiträge für Verbandskanalisation betragen 302 750 W. worin dieser Betrachtungen anstellte über Dauerreden usw. und er Bei der Wahl der Schuldeputation entfielen auf unsere Genossen der Hoffnung Ausdruck gab, das Stadtverordnetenbureau in Lichten sechs Stimmen, während zehn dagegen stimmten, ebenso blieb unser berg werde wohl Mittel und Wege finden, trotz der durch die Genosse bei der Wahl der Bau- und Wegekommission mit sieben Geschäftsordnung nicht begrenzten Redezeit unbequemen Rednern gegen acht Stimmen in der Minderheit, trogdem der Gemeindeeinen Maulforb vorzubinden. Wenn man den Herrn Meldner nicht vorsteher unseren Genossen selbst vorgeschlagen hatte und zwar mit der vormittags 11 Uhr, im Ulrichschen Lokal in der Habelstraße ab Eine Arbeitslosenversammlung wurde wieder am 13. februar, für ein journalistisches Waschweib halten will, dann muß man doch an- Motivierung, daß unsere Genosien tüchtig für das Wohl der gehalten. Es haten sich etwa 550 bis 600 Personen eingefunden. nehmen, feine Stilübungen hätten einen Bwed verfolgt. Welchen, Gemeinde arbeiten. Das Armenhaus in der Friedrichstraße zu dieser Versammlung waren der Magistrat und die Stadtverord liegt nahe! In dem Bericht über die letzte Stadtverordnetenfigung foll geräumt und dann abgerissen werden. Die Kreissteuer soll aus neten, speziell aber die Stadtverordneten 2üdide und Bender, wiefen wir auf die zwecklosen Reden bürgerlicher Vertreter hin und Anlaß des Teltowfanalbanes erhöht werden. Unsere Genossen eingeladen. Die Tagesordnung lautete:" Die Antwort des Magierwähnten dabei die Meldnerichen Erpettorationen, die er für nötig betonten hierbei, daß Alt- Glienicke vom Kreise gerade beim Sanal strats und der Stadtverordnetenversammlung auf die Eingabe der hielt, obwohl unsere Genossen sich bei Besprechung der Arbeitslosen- bau recht stiefmütterlich behandelt würde. Es müsse endlich einmal Arbeitslosenversammlung vom 24. Januar 1908". interpellation tatsächlich die allergrößte zeitliche Begrenzung auferlegt dafür gesorgt werden, daß die Verwaltung den Abladeplab in Ordnung hatten. Nunmehr beehrt uns der Herr mit einer Zuschrift, in bringt und die Wege pflastert usw. Vom Gemeindevorsteher wurde fierte namentlich die Aeußerungen der Stadtverordneten 2ü dice Der Stadtverordnete Genosse ieper referierte und kritis Der er behauptet, er habe bei Empfehlung des Waulforbes zugesagt, daß für Abstellung dieser Mißstände Sorge getragen würde. und Bender, welche in der Stadtverordnetenversammlung die leine bestimmte Partei im Auge gehabt, auch sei er für hierauf trat Schluß der Sizung ein, die diesmal start von unseren Schuld für die jetzige Arbeitslosigkeit auf die im Sommer stattgehabten Inangriffnahme von Notstandsarbeiten und Speisung hungriger Wählern und auch von Gegnern besucht war. Sinder. Das ist ja sehr freundlich von dem Herrn, aber seine platonische Liebe nüßt den Arbeitslosen und hungrigen Kindern gar Mahlsdorf a. d. Oftbahn. nichts. Auch interessiert durchaus nicht, was er nicht gemeint hat, wir halten es für tapferer, wenn er sagt, welches Objekt er bei seinen Stilübungen denn eigentlich im Auge gehabt hat. Bitte, nicht fneifen! Ober- Schöneweide. Streits zurüdführten und verlangten, daß die Arbeiter in Zeiten der Arbeitskonjunktur etwas zurüdlegten, damit fie in den Zeiten der Not etwas zum Zusehen haben, auch es für ungehörig bea Ueber Sozialdemokratie und Gemeindepolitik" referierte Gezeichneten, daß die Arbeitslosen den Lohn forderten, der zwischen noffe Pinseler- Friedrichsfelde in der letzten Mitglieder- Gewerkschaften und Unternehmer vereinbart ist. Die Versammlung versammlung des Wahlvereins. Die Ausführungen des Redners nahm mit großem Mißfallen Kenntnis von diesen Aeußerungen. gipfelten in den von der Sozialdemokratie in ihrem Programm Genoffe Pieper erflärte noch, daß die Stadtverordnetenversammian die Kommunen gestellten Forderungen. Nach einer kurzen lung sowohl den von der sozialdemokratischen Fraktion wie auch Kritik des Verhaltens der bürgerlichen Vertreter in den Gemeinde- den von bürgerlichen Stadtverordneten eingebrachten Antrag an Die Gemeindevertretung und die Arbeitslosigkeit. Die Ver- parlamenten schloß der Referent mit der Aufforderung an die nahm, der Magistrat jedoch den sozialdemokratischen Antrag, der tretung hatte sich mit den Anträgen unserer Genossen auf schnelle Wähler, aus dem Gehörten die Konsequenz zu ziehen und am die Forderung stellte, daß der mit den Unternehmern vereinbarte Inangriffnahme der Gemeindebauten sowie Subventionierung der Wahltage nur den Kandidaten der Sozialdemokratie die Stimme Lohn bei den sofort in Angriff zu nehmenden Notstandsarbeiten Arbeitslosentassen der hiesigen Gewerkschaften zu beschäftigen. zu geben. An der dem beifällig aufgenommenen Referat folgenden gezahlt werde, abgelehnt habe.( Allgemeines Pfuirufen!) Genosse Recht eigenartige Auffassungen der Dinge gaben die Vertreter der Diskussion beteiligten sich mehrere anwesende Mitglieder der Piefer meinte in der Diskussion, daß der von den bürgerlichen ersten und zweiten Klasse zum besten. Serr Rottmeier als liberalen Partei, welche erklärten, das vom Genossen Pinseler Stadtverordneten eingebrachte Antrag nicht aus Liebe für die föniglich preußischer Beamter geriet in Ertase, daß man ihm aufgestellte Programm würde auch von ihnen bertreten, und der Arbeiter eingebracht sei. Er unterzieht dann ebenfalls die leuße zumure, einer Gewerkschaft, die die heutige Gesellschaftsordnung Versammlung den Vorschlag machten, bei den Wahlen ein gegen- rungen der Stadtverordneten Lüdide und Bender sowie die abtürzen wolle, Zuwendungen zu machen. Nach seiner Weisheit seitiges Abkommen zu treffen. Hiernach sollen die Sozialdemo- lehnende Antwort des Magistrats einer herben Kritik und fordert verhungern die Arbeiter eher an den hohen Beiträgen für ihre fraten in der 2. Klasse keine Kandidaten ausstellen und ihre die Arbeiter zum Eintritt in die freien Gewerkschaften und in den Organisationen als an dem heutigen Rotstand. Herrn Fabrit Stimmen den liberalen Kandidaten geben, während als Gegen- sozialdemokratischen Wahlverein auf. Genosse Strehlte brüdt direktor Enge! haben es ebenfalls die bösen Gewerkschaften an- leistung dafür gesorgt werden solle, daß diejenigen Liberalen, fein Erstaunen über die Unkenntnis der akademisch gebildeten Stadt. getan. Er meinte, wenn man organisierten Arbeitern anbieten welche unabhängig sind(?!), in der 3. Klaſſe ihre Simmen den verordneten Lüdide und Bender über die Entstehung der wirt würde, eine Not standsarbeit für 24 M. statt 27 M. zu Kandidaten der Arbeiterpartei geben werden. Nach eingehender schaftlichen Krise aus. Er ist der Ansicht, daß der bürgerliche An machen, fönne man ganz gewiß fein, fie liefen erft zum großen Debatte wurde dieser Vorschlag abgelehnt. Die bisher überall trag nur eine Heuchelei war, denn man wußte genau, daß der Ma junge 0,00, Bleie matt 0,00. Starauichen, matt 0,00. licher Funktionen an die beiden Armenärzte. Da die Armenärzte 0,40-0,50. Male, groß der Pfund 1,10-1,50, 4,00. Sprotten, Danziger, Niste 0,60-1,00, do. Rügenwalder, Kifte neue Matjes, ber To. 0,00. Sardinen, russ., Faß giftrat nicht zustimmen würde. Ce gelangten dann folgende Re- 1- Einem Antrage auf Beitritt der Gemeinde als forporatives| Berliner Marktpreife. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen folutionen einstimmig zur Annahme: Mitglied des Vereins der Vororte Berlins gab die Vertretung ihre Martthallen Direktion.( Großhandel.) Ochsenfleisch Ia 68-70 pr. 100 Bib., 1. Die heute, am 13. Februar, im Saale von Ulrich zahlreich Zustimmung. Ein Antrag auf Erhöhung der Hundesteuer von IIa 62 67, IIIa 54-57, Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 54-64, Stübe, fett bersammelten Arbeitslosen können in der Eingabe des Bureaus 9 auf 12 M. wurde besonders von den Genossen Neumann und 48-56, do. mager 36-44, Freſſer 50-58, Bullen, dänische 51-63. der Arbeitslosen keine Ungehörigkeit erblicken. Die heutige Ar- Frenzel bekämpft, welche erklärten, daß die damit beabsichtigte Be- Stalbfleisch, Doppellender_105-125, Mastfälber la 85-95. Ila 75-84, Stälber ger. gen. 55-71, do. holl. 45-50. Hammelfleisch Mast beitslosenversammlung weist mit Entrüstung die Unterstellung seitigung der Hundeplage nicht erreicht werde und die Erhöhung der lämmer 74-76, Hammel la 68-70, IIa 60-65, ungar. 0,00, Schaje der Ungehörigkeit des Stadtverordneten Lüdice zurück. Steuer nur dazu diene, den Hund der armen Leute zu beseitigen 45-58. Schweinefleisc 51-59. Rehwild Ia ver fund 0,00. IIa 2. Die Versammlung protestiert gegen die Ablehnung der und ihn zu einem Lurusartikel der Reichen zu machen. Der Antrag 0,00. Rotwild la per Pfund 0,49-0,55, do. IIa 0,00. do. Kälber Eingabe durch den Magistrat. Die Versammelten sind nach wie wurde schließlich mit einer Stimmer Mehrheit angenommen, wobei 0,00. Damwild 0,50-0,55, do. Kälber 0,00. Wildschweine per Pfd. vor der Ansicht, daß die Kommune verpflichtet ist, zur Beseitigung die Stimme des Bürgermeisters den Ausschlag gab. Die Unter: 0,35-0,45. Frischlinge per Pfd. 0,00. Kaninchen, groß, Stüd 0,80 bis der Arbeitslosigkeit Notstandsarbeiten sofort in Angriff zu richtszeit in der Fortbildungsschule soll wieder in die Tagesstunden 1,15, do. flein 0,00. Hasen, groß per Stück 3,70-4,00, do. mittel u. nehmen. Ebenso fordern sie, daß bei Vergebung von Gemeinde- verlegt werden, womit sich die hiesigen Handwerksmeister in einer flein Stüd 0,00. Wildenten per Stüd 0,00. Faianenhähne la, do. IIa und alte 0,00. arbeiten die Unternehmer zur Innehaltung der tariflich fest- vor kurzem stattgehabten Besprechung einverstanden erklärt haben. Schneehühner Stüd 0,95-1,00. Fasanenhennen 0,00, Birthähne Stüd 1,50-1,75. Birk gelegten Lohn- und Arbeitsbedingungen verpflichtet werden. Hierzu ist die Anstellung zweier Lehrkräfte im Hauptamt er- Hennen Std. 1,25-1,50. Haselhühner Std. 0,90-1,10. Hübner, Nach einem Hinweis auf die am Freitag stattfindende öffent- forderlich; die Finanzkommission beantragt nach dem Vorschlage la per Stud 1,75-2,50, dito la 1,00-1,60. Hamburger Küfen, Stüd liche Versammlung und mit der Aufforderung zum ruhigen Aus- des Vorstandes der Fortbildungsschule, die bereits nebenamtlich an 1,10-1,20, Boularden, deutsche, p. Pfd. 1,10-1,15. Tauben Ia 0,70-0,85, einandergehen schloß der Versammlungsleiter um 12 Uhr die Ver- der Anstalt beschäftigten, mit praktischer Vorbildung versehenen do. Ila 0,00, bo. alte 0,50-0,65, do. ital. 0,00. Enten, per Stüd fammlung mit einem Hoch auf die internationale, bölferbefreiende Lehrer Hollfelder und Engel hierzu anzustellen, und zwar mit 1,75-2,50, bito ruffiſche per Stüd 0,00, dito Hamburger, per Stüd Sozialdemokratie, in welches die Anwesenden begeistert ein einem Grundgehalt von 1750 m., 450 M. Mietsentschädigung und 2,70-3,50.( Sanfe per Bfb. 0,50-0,60, do. jg. Hamb. per Pfd. 0,75-1,10. stimmten. dito russische per Pfund 0,40-0,56. Poulets per Stüd 1,10-1,40. 225 M. Alterszulage. Der Antrag wird angenommen, nachdem Buten Ia p. Bfb. 0,70-0,90, do. IIa. 0,60-0,65. Hechte per 100 Pfund Stadtverordnetenversammlung. Der Stadtv. Genosse Pieper Einrichtung der Anfang dazu sein möge, überhaupt die neben unfortiert 120-136, do. groß 0,00, do. mittel 0,00. Genosse Gruhl der Hoffnung Ausdruck gegeben hatte, daß diese 83-93, do. matt 0,00, do. groß 67-80, do. mittel 95-97. Bander, Schleie, groß 0,00, wünscht vom Magistrat Auskunft, weshalb der Antrag des Genossen amtliche Tätigkeit der Volksschullehrer an der Fortbildungsschule dito mittel 0,00, dito IIa 66-82. Aale, flein 0,00, do. mittel 106-112, Pied wegen der Notstandsarbeiten abgelehnt sei. Der Oberbürgermeister Költe erklärt, daß der Magistrat nicht den An- den Erlaß einer Ordnung betr. die Errichtung einer Hülfsklasse Quappen 39-42. Bleifische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Barse zu beseitigen. Bei der hierauf folgenden Beschlußfassung über do. groß 0,00. Starpfen 000, do. 20-25er 78-83, bo. 30-35er 74-80, do. franz. 70-100er 0,00. Blözen 43-50, do. flein 35-40. Aland 57. trag Bied, sondern die von der ersten Arbeitslosenversammlung eingereichte Resolution abgelehnt habe.( Dem Genossen Pied ist aber für schwachbegabte Kinder ersuchte Genosse Gomoll den Gemeinde- mappen 39-42. Sleifische cin Brief vom Magistratsvertreter zugegangen, in dem wörtlich vorstand, recht vorsichtig in der Wahl des Lehrers zu verfahren, da Binter- Rheinlachs, per 100 Pfund 0,00, Amerikanischer Rachs Ia, per geschrieben steht, daß sein[ des Genossen Pied] Antrag abgelehnt werden müssen. Für diesen Posten ist der Lehrer Kanis in Aus- 20-30. an denselben außerordentliche pädagogische Anforderungen gestellt 100 fund 110-130, bo. do. IIa 90-100. Seelachs, per 100 Bfund fei.) Der Magistrat werde auch in Zukunft derartige Resolutionen sich genommen. Der letzte Punkt der Tagesordnung betraf die do. Hamb. Flundern, Kieler, Stiege Ia 2-6, bo. mittel, Stifte 0,00, ablehnen, in welchen Arbeit zu tarifmäßigen Löhnen gefordert Annahme eines zweiten Armenarztes und Uebertragung schulärztDer letzte Punkt der Tagesordnung betraf die do. Hamb. Stiege 3-6, balbe Stifte 2-3, bomm. Ia diod 0,00, IIa 0,00. Bücklinge, Kieler ber Wall 0,00, schwedische 1,50-2.00, englische werde. Die Arbeitslosen haben gar nichts zu fordern, sie können höchstens bitten. Der Magistrat ist aber den Beschlüssen der der früheren Gemeinde Neuendorf infolge der Zusammenlegung tiein 0.60-0.80. mittelgroß 0,80-1,10, Stadtverordnetenversammlung beigetreten und habe beschlossen, der beiden Gemeinden bereits vom Januar 1908 ab außer Funktion 4,00-6,00, dito, Stifte 2,50-3,00. Heringe per Schod 5,00-9,00. Schellfische, Stifte fofort folgende Arbeiten in Angriff zu nehmen: 1. den Er- find, so schlägt der Gemeindevorstand vor, die vorhandenen 1904er 98, 1905er 98, 1906er 85-90. Sardellen, 1902 er per Anker 98, weiterungsbau der Gasanstalt( derselbe war bereits angefangen, 12 Armenbezirke nach Maßgabe der vorhandenen Ortsarmen in 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42. deutsche 30-40. Schottische Vollberinge 1905 che der Magistrat diesen Beschluß faßte); 2. den Erweiterungsbau des Krankenhauses; 8. die Legung des 2. Gleises nach dem zwei Armenarztbezirke zu zerlegen. Die Bezirke fönnen derartig Heringe, Stadtpark. Obgleich die Gelder für diese Arbeiten noch nicht be- eingeteilt werden, daß in dem einen die Gemeindeschulen I und II, 1,50-1,60. Bratheringe Fag 1,20-1,40, bo. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. willigt sind, ist der Magistrat der Ansicht, daß die Versammlung und der betreffende Armenarzt die schulärztlichen Funktionen bo. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00. Seemuscheln 100 St. 1,00. Gier, in dem anderen die. Gemeindeschulen III und IV zu liegen kommen eunaugen, Schockfaß 11. do. fleine 5-6, do. Stiefen- 14. Kreble per Schock 0,00, groge 0,00, do. mittelgroße 0,00, dito fleine 0,00 cm 0,00, die Mittel nachher bewilligen werde. Er wolle jedoch nicht ber- mit zu übernehmen hätte. Genosse Gruhl gibt seiner Genugtuung Land, unsortiert per Schod 3,40-4,50, bo. große 4,50-5,00. schweigen, daß im Magiftrat die Meinung vorherrsche, es sei für darüber Ausdruck, daß diese von uns schon öfter angeregte An- 100 Bid. Ia 135-137. Ila 129-134, IIIa 120-128. abfallende 115-120. Butter ber Bieffergurten Schod 4.50. vorhanden, wie seit Jahrzehnten nicht. Die Sozialdemokratie gelegenheit nun endlich zur Beratung steht. Aus der Anstellung Saure Gurten Schod 4,50. der Armenärzte als Schulärzte dürfe aber nicht gefolgert werden, per 100 Biund Dabersche 3,25-3,50, weiße runde 3,00-3,25, unterſtühe ja auch die Arbeitslosen in würdiger Weise. Redner daß diese Frage überhaupt als Armensache angesehen werden solle; mag. bon. 3,25-3,50. Borree, per Schod 0,75-1,25. Meerrettich, Schoo fucht hierauf nachzuweisen, daß genug Arbeit vorhanden sei. per 100 Bjund 30-40. Sellerie, per Schod 3-6, Der Genosse Pieper entgegnet dem Oberbürgermeister, daß vielmehr solle damit bezweckt werden, daß die Aerzte in den bo pomm, 0-12. Zwiebeln per 100 Bfd. 4,00-5,00. Beterfilie, grün. diese Arbeiten doch noch gar nicht im Gange seien und es wohl dällen, in welchen die Kinder durch mangelnde häusliche Pflege 0,80-1,50. Rettich, bayrischer, per Stüd 0,06-0,10, noch einige Zeit dauern könne bis diese in Angriff genommen ben Sigungen der Armendeputation daven Mitteilung machen 3,50 und Ernährung in ihrer Gesundheit Schaden gelitten haben, in hiesiger, per School 0,00. Mohrrüben, 100 Bjund 2,00 bis werden. Es ist unter anderem noch eine dringliche Vor- können, damit diese dann Mittel zur Abhülfe schaffen könne. Redner Rottobl, Schod 2,10-4. Weißfohl p. 100 Bid. 1,60-2,50. Blumenkohl, hiesiger Starotten, per 100 Pfund 10-15. Birsingkobl v. Schod 3-6. lage betreffs Anstellung von zwei Technikern eingegangen. Der Referent Stadtv. Bender begründet die Vorlage da- beantragt die Ausarbeitung eines Regulative, wonach die Schul- 100 Etüd 0,00, do. Erfurter 0,00, bo. italienischer 100 Stud 18-22, er meint, um die Abtragung ärzte zu arbeiten hätten, damit auch danach ihre Entschädigung do. in störben 18 Stüd 1,60-2,00. der Wälle als Notstandsarbeit vornehmen zu können, feien eine Menge Vor- bemessen werden könne. Die Vertretung gab diesem Antrage ihre p. 100 Bfb. 4,50-5,00, Schodbund 5-6. Schnittlauch, Topje Dukb. 2–3,50. arbeiten nötig, für welche die Techniker gebraucht würden. Ge- Zustimmung. Nachdem Herr Dr. Crohn zum zweiten Armenarztomaten, fanarische, per Stifte 3,00-5,00. Rote Rüben, der erste ist Herr Dr. Hecht wurde die an noffe Schmidt I weist mit Recht darauf hin, daß diese Vor- gewählt worden arbeiten schon längst hätten beendet sein fönnen. Es sei aber iozialpolitischen Momenten reiche Sigung geschlossen. fraglich, ob diese Borarbeiten überhaupt nötig seien. Als der Genosse dann näher auf die Notstandsarbeiten eingehen will, wird er des Wahlvereins Reichstagsabgeordneter Albrecht. Ueber die Folgen der Blockpolitik sprach in der letzten Sigung In zwei vom Vorsteher wiederholt unterbrochen. Er meint, man folle doch stündigem Vortrage zeichnete Redner die politische Situation in in gleich anfangen mit dem Abtragen der Wälle, er garantiere dafür, Deutschland, wobei er betonte, daß die Arbeiterschaft von dem daß sich tros der großen Arbeitsgelegenheit, die der Oberbürger- jezigen Reichstag trop der großen Versprechen, die der Block zu meister ins Feld geführt, so viel Arbeitslose melden werden, daß Anfang gemacht habe, teinen nennenswerten Fortschritt in der die Arbeit in kürzester Zeit erledigt fei. Die Vorlage wird ge- Sozialreform zu erwarten habe, um so mehr aber werde die nehmigt und die Arbeitslosen können warten. Es sollte nun Militär-, Flotten- und Kolonialpolitik getrieben werden, deren in die Beratung des Hauptetats eingetreten werden. Bordem er- Kosten die breite Masse durch Einführung neuer indirekter Steuern Feigen, Kranz- per 100 Bfd. 21-22, do. Trommel- per 100 Bfd. 40, stattete der Oberbürgermeister einen furzen Verwaltungsbericht. tragen solle. Die Arbeiterschaft wird diese Lasten um so drückender bo. in Stijten 28-58. Traubenrosinen per 100 fb. 0,00, Zitronen, An diesem Verwaltungsbericht übt dann aber der Stadtv. Genosse empfinden, als wir uns in einer wirtschaftlichen Krise befinden. effina, 300 Std 8,00-9,00 do. 360 Stud 8-9, bo. 200 Stud Schmidt I in zirka einstündiger Rede eine gründliche Kritif. Reicher Beifall lohnte den Referenten für seine trefflichen Ausbo. 300 Std 7,00 11,00, bo. Balencia 420 Stud 15-25, do. 714 Shid Er meint, der Etat sei sehr knapp bemessen und er hege nicht die führungen. Gemäß einem Antrage einiger Frauen an den 21-26,00, Hoffnung, daß man damit auskommen werde. Die Luftbarkeits- Borstand, die Gründung eines Frauenbildungsvereins in die Wege do. 80 Std 8,50 9,00, bo. 200 Stüd 8,50. Datteln, per 100 Start. steuer und die Biersteuer sei höher eingesetzt, trotzdem sie im ver- zu leiten, beauftragte die Bersammlung den Vorstand, in nächster 38-42, do. per 10 Pfd. 5,00-5,50. gangenen Jahre weniger Erträge gebracht. Denjenigen Personen, Beit eine Frauenversammlung einzuberufen, welche sich mit dieser Sie gegen zu hohe Beranlagung der Steuer reklamieren, werden Frage beschäftigen soll. viel Scherereien gemacht. Es folgten trotz ausführlicher schrift Berlin wurden die Genossen Richter, Fütterer, F. Salzbrunn und Zur Generalversammlung von Großlicher Begründung meist noch persönliche Vorladungen, so daß viele Heidenreich gewählt, zum Bezirksführer Genosse Josepf Schmidt auf die Reklamationen verzichten und höhere Steuern zahlen, als Nachdem Genosse Gruhl einen mit großer Heiterkeit fie Einkommen haben. Für gemeinnüßige und soziale Zwecke sei aufgenommenen Bericht über die Verhandlungen der Gemeindenichts eingestellt. Es sei ein statistisches Bureau erforderlich, da- vertretung erstattet hatte, wurde die zahlreich besuchte Versammdurch würde manches bewiesen, was man jetzt bestreite. Die Wert- lung, in der 29 Genossen aufgenommen wurden, geschlossen. zuwachssteuer sei auch mit feinem Wort erwähnt. Der Industrie mit, daß ernannt. müßten mehr die Wege geebnet werden, es werde nie gelingen, Potsdam. Millionäre nach Spandau zu ziehen. Bei den Bahn- und Hafen= bauten werden viele Ausländer beschäftigt und gestatte man den Annahme: 8-16. Startoffeln Rosenkohl, per 100 Pfund 10-18. Grünkohl 5,00-8,00. Stoblrüben, Schock 4,00-5,00. Petersilienwurzeli, per 100 Bfund 2,50-3,00. Rübchen, Beelizer, per 100 Pfund 0,00, do. Rübchen 12-20. Estarol, 100 Stüd 8,00-18,00. Endivien, 100 Stüd 15-20. Birnen, per 100 Pfd. Tiroler 0,00, Stochbirnen 3-10,00, Tafel birnen Ia 13-25, bo. Ila 6-17, Staliener 26-30. Aepfel, per 100 Bjund, Tiroler Ia 20-26, do. Ila 12-20, do. lofe, per 100 Pfund 0,00, do. Stiften 120 ib. 30-50, Moſt, bief., 100 Bib. 8-12, Stoch 5-14, Tafel äpfel Ia 15-24, do. IIa 8-18, Amerikaner, per Faß 15-23, 10-16, do. in Nisten 10-24. Weintrauben, Almeria, per Faß 6-16. Italiener, lose, 100 Pfd. 11-15, do. in Körben per 100 Pid. Ananas I, per Piund 0,90-1,00, do. II 0,50--0,70. Jamaica. per 100 Bfb. 22,00-25,00. Sofosnüsse per 100 St. 0,00. Strach Bananen, gelb, mandeln per 100 Pid. 0,00: Maronen, ital., per 100 Pfund 12-20. 0,00, 60. 150 Stud 0,00. Apfelsinen, Murcia, 200 Stud 8,00-10,00, do. Messina Blut 100 Stüd 7-9, do. 150 Std 7-10, Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gweitet Sof, dritter Eingang, vier Treppen, W Fahrstuhl Geöffnet 7 Uhr. wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merfzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. R. M. 43. Wenden Sie sich an eine Fortbildungsschule.- N. S. 232. Der Arbeitgeber hat stets die Hälfte der Invaliden- und ein Drittel der Strantenfassenbeiträge für versicherungspflichtige Personen zu zahlen. M. S. 100. Nein. Eine abschlägige Antwort hat der Magistrat den Arbeitslosen Unternehmern, so niedrige Löhne zu zahlen, daß ein hiesiger Ar- auf ihre Eingabe vom 5. Februar, betr. Jnangriffnahme von Not Berta F. 10. Bersuchen Sie es mit Bitrone, eventuell übergeben Sie standsarbeiten, zukommen lassen. Diese um deshalb auch hiesige Arbeiter gar nicht einstellen. Es sei aber mehr, als die Unterhandlung des Oberbürgermeisters Vosberg mit G. R. 50. Beantragen Sie bei dem Gewerbegericht die Betreibung der notwendig, daß für Spandau ein leistungsfähiger Arbeiterstand der Arbeitslosenkommiſſion zur Erwartung eines befiedigenden Zwangsvollſtredung. Streitfache 103. Nein, nur Freiwillige, boch ift geschaffen werde. Ms Redner auf das Gebiet der Schule zu Badenthin abgehaltene Arbeitslosenversammlung nahm Kenntnis llimente erachtet. 2. und 3. Ja. 4. Die Aliniente müssen in viertelResultats Anlaß gab. Eine am Mittwochvormittag im Lokal dies bestritten. 5. 30. 1. 20-25 M. monatlich werden als angemessene sprechen kommt und darauf verweist wie viel andere Städte für von der Antwort des Magistrats, dessen Verhalten von dem Refe- jährlichen Raten bezahlt werden. 5. Nein. A. 3. 150. Ja, aber gegen dieselben getan und wie wenig Spandau tut, ruft der Oberbürger- renten, Genossen Raab, sowie den übrigen Rednern ensprechend das Urteil des Stadtausschusses können Sie bei dem ordentlichen Gericht meister dazwischen:„ dann gehen Sie doch wo anders hin". Auf diefe Dreiftigkeit, gelinde bezeichnet, repliziert der Genoffe gewürdigt wurde. Am Schlusse gelangte folgende Resolution zur flagen und sollten es unter den von Ihnen geschilderten Umständen tun. R. 28. Die Klage hat Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nachweisen, Schmidt dahin, daß er geborener Spandauer sei und sich vom " Die heute im Lokale Ladenthin von über 400 Personen be- ausdrücklich gefragt hatte, was sie schuldig ist. daß eine Einladung nicht erfolgt ist und die Betreffende noch Oberbürgermeister das Recht nicht nehmen lassen werde, für die suchte Arbeitslosenversammlung hat Kenntnis genommen von der Gericht, in deffen Bezirk die Betreffende wohnt. Buständig ist das Interessen seiner Baterstadt einzutreten. Der Metallarbeiter2. 47. Ja. Antwort des Magistrats. Die Versammelten sprechen ihr tiefstes verband, der jetzt ein Bergnügen veranstalte und dazu seine arbeits- Bedauern über eine derartige Unkenntnis der Verhältnisse seitens Angabe, wo sich die Sachen befinden, verlangen, wenn diese bei der Voll6. 93. Sie fönnen die Zwangsvollstreďung versuchen und die eibliche losen Kollegen einlade, habe in einem Jahre für die Arbeitslosen des Potsdamer Magistrats aus, und hätten von ihm mehr Einsicht Sie den betreffenden Sachverhalt und knüpfen Sie daran die Frage, über stredung nicht vorgefunden werden. mehr geleistet als die Stadt Spandau feit ihrem Bestehen. Der und Entgegenkommen erwartet, dies um so mehr, da gerade in die Sie Aufschluß erhalten wollen. .. 100. 1. bis 3. Schildern Oberbürgermeister verlange, die Arbeitslosen sollen um Arbeit Potsdam größere Arbeiten in Aussicht stehen. Diese abschlägige Fragen find nicht zu beantworten. 4. Ja. H. 19. Lassen Sie sich von bitten, dazu sei die Arbeiterschaft aber doch schon zu weit vorge Antwort hat wieder einmal den Beweis geliefert, daß von der dem Gericht eine mit Bollnreckbarkeit versehene Ausfertigung des Vergleichs Die von Ihnen allgemein gestellten schritten, als daß sie sich ihr Recht, Arbeit zu fordern, heutigen bürgerlichen Gesellschaft nicht das geringste zu erwarten geben und beauftragen Sie dann den Gerichtsvollzieher mit der Pfändung. nehmen lasse. Für den Lohn, für den seinerzeit die Festungs- ist. Aus dieser Erfenntnis heraus geloben die Versammelten, die Steg. 2. Ja. mälle aufgeworfen seien, würden sie nicht abgetragen werden. gewerkschaftlichen sowohl als die politischen Organisationen der nach dem Verlauf der Sache. Gegen das Zivilgerichtsurteil ist Berufung R. B. 26a. 1. Erkundigen Sie fich auf dem Gericht Dazu müßte man sich denn gerade Chinesen holen. wuchtige Anklagen, die der Genosse Schmidt erhob, die den bürger- fluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen, durch welche am frühesten beamte ist im Recht. 3. und 4. Die Polizeibehörde ist zuständig. Stostenpunkt Arbeiterschaft zu stärken, um dadurch den ihnen gebührenden Ein- innerhalb eines Monats nach seiner Zustellung zulässig. 2. Der Standes lichen Stadtverordneten nicht angenehm in die Ohren flingen Verbesserung ihrer Lebenslage zu erreichen ist." Mt. 1,50. 5. Es tann noch Pfändung und weitere Zwangsvollstreckung vorge mochten, sie verließen denn auch in hellen Haufen den Sizungs38. Wenden Sie sich direkt an den Verfasser des Buchs. saal und als Genosse Pied ihnen nachrief:" Sie habery wohl ein Marbach Nirdorf. 1. Ja. 2. Das Mädchen kann selbst Vormund werden. böses Gewissen", wurde dies vom Vorsteher zurüdgewiesen. Es R. F. Die Strafe hat mit dieser reinen Zivilsache absolut nichts zu tin. entspann sich dadurch zwischen dem Vorsteher und dem Genossen Der Gläubiger erfährt nichts davon. P. W. 99. 1. Das Bied eine heftige Auseinandersetzung. Da durch die Ausführungen Standesamt, in dessen Bezirk der Bräutigam wohnt, wie auch das Standess des Genossen Schmidt die Zeit schon vorgeschritten, fonnte der amt, in dessen Bezirk die Braut wohnt, ist zuständig. 2. Die Anmeldung eines der beiden genügt. Stat nicht mehr erledigt werden. Es wurde deshalb in die geMilitärpaß ist erforderlich. 3. Ja. heime Sizung eingetreten und dann die Sizung geschlossen. 2. Rein. .. F. 16. 1. Wenn die Braut in Deutschland wohnt, ja. Aufgebot hat bei dem Standesbeamten, in dessen Bezirk einer der beiden 3. Die Geburtsurkunden und die Militärpapiere find erforderlich. 4. Das Nowawes. Brautleute wohnt, zu erfolgen. 5. Einwilligung ist nicht erforderlich. A. H., Kopenhagen. Den Aufenthalt erfahren Sie dadurch, daß Sie bei der Polizeibehörde, wo der betreffende sich zuletzt befunden hat, anfragen, wohin er sich gewendet hat usw. Gleiche Anfragen sind bei der frage bei der Bolizeibehörde des Geburtsortes wäre in Sbrem Falle Polizeibehörde des ermittelten Aufenthaltsortes zu stellen. Auch eine Nach zwedmäßig. Das Amtsgericht, in dessen Bezirk der betreffende fich danach befindet, ist für die Alimentenklage zuständig. Bei diesem Gericht soll der Vormund und die Mutter das Armenrecht erwirfen und ilagen. M. Migaer 222. Ja. Aber Weiterversicherung ist zwedmäßig. Es waren Vermischtes. Die Explosion im Bergwerk. Nach Meldungen aus Deutschau( Ungarn) fand in den MsoSalanter- Bergwerfen eine Dynamiterplosion statt, wodurch mehrere Bergleute getötet oder verwundet wurden. Zusammenstoß. Bei Theortorfte erfolgte einer Meldung aus Czernowik zufolge bei der Beseitigung von Schneemassen ein Zuſammenstoß zweier Lokomotiven; beide Maschinen wurden vollständig zertrümmert, ein Heizer getötet. zwei Bahnbeamte schwer verwundet. nommen werden. Umtsgericht zuständig, in dessen Bezirk der Schuldner wohnt. P. S. 26. Die Errichtung einer Stubenrauch- Stiftung planen die größeren Gemeinden des Kreises Teltow. Der letzten Gemeindevertretung lag ein Antrag der Finanzkommission vor, die Gemeinde möge sich mit einer Spende von 1000 M. an dieser Stiftung beteiligen. Hiergegen wandte sich Genosse Gruhl, welcher ausführte, daß die Sozialdemokraten zwar nicht verkennen, daß sich Herr v. Stubenrauch in verschiedener, Beziehung im Kreise verdient gemacht, jedoch bei der Stellung, die er gegenüber unserer BeHochwasser der Warthe. Aus Posen wird uns vom gestrigen wegung eingenommen habe, für uns fein Anlaß vorlage, uns an age gemeldet: Infolge starken Eisganges ist die Warthe ſehr. G. 1. Sowohl für den Zahlungsbefehl wie für die Suage it bas einer berartigen Ehrung zu beteiligen. Der Antrag der Finanz- gestiegen und überschwemmt bereits die, ersten Worflutgräben. Der fommission wurde mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemo- asserstand beträgt heute 2,48 Meter gegen 2,10 Meter gestern. fraten angenommen. Der Erlaß einer Polizeiberordnung über Erdbeben. Nach einer Meldung aus Jelissawetpol( Kaukasus) die Ordnung auf den Straßen und Blägen bildete den folgenden wurde gestern früh um 9 Uhr 20 Min. in dortiger Gegend eine Punkt der Tagesordnung. Genoffe Gruhl beantragte, die Be- schwache Bodenschwankung verspürt, die zwei Gefunden währte. ratung hierüber zu vertagen, denn durch die Vereinigung von Tiflis, 14. Februar. Heute früh 9% Uhr wurde hier ein Nowawes Neuendorf fei es nötig geworden, daß die Gemeinde ber- starker Erdstoß verspürt, der vier Sekunden dauerte. schiedene Arbeiten, wie Straßenreinigung, Müllabfuhr usw., in eigene Regie übernehme; dieses müsse bald geschehen, und es würde sich dann wieder eine fenderung der Polizeiverordnung nötig Wie aus Lemberg berichtet wird, ist die große Dampfmühle machen. Der Antrag Gruhl wurde angenommen und sollen seine der Gebrüder Wartenberg in Colomea mit allen Vorräten niederVorschläge betr. Uebernahme der Instandhaltung der Straßen und gebrannt. Zwei Personen sind in den Flammen umgekommen. Bläge in eigene Regie bei der Etatsaufstellung berücksichtigt werden. Der Schaden beläuft sich auf über eine Million Stronen. In den Flammen umgekommen. 1. Mein. 2. Der Standesbeamte fann ein solches Verlangen nicht stellen. wird Petroleum zur Bertilgung der Brut empfohlen. R. B. 11. Eine solche Bekanntmachung ist unzulässig. Als Mittel Der Vertrag läuft weiter. Der Mieter braucht auch gegen Entschädigung D. R. 20. nicht herauszugehen. 6. M. 99. 1. und 2. Leider ja. 3. Bis zum vollendeten 21. Jahr. Sie können aber schon früher einen Antrag an die Anstalt richten. Musit 1892. 1. und 2. Nein. A. B.- 51. Gie mügten event. das Kind herausgeben. Sie täten deshalb gut, einen Adoptionsvertrag zu schließen.- N. 12. Soweit die Klage Zahlung vers Anspruch auf Herausgabe der Sachen würden Sie mit Aussicht auf Erfolg langt, wird gegen den Anspruch schwerlich etwas zu machen fein. Dem entgegenhalten, daß Sie bereits 300 M. gezahlt haben. Ja: die Legitimationstarte ist von der Polizei zu beschaffen und wird dem -Ausländer. Arbeitgeber übergeben. Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N., Chausseestrasse 70-71 Von Sonnabend, den 15. bis Dienstag, den 18. Februar cr., so lange Vorrat: Fleischwaren Rotwurst... Zwiebelleberwurst .... Pfund 0.48 Pfund 0.48 Harte Mettwurst....... Pfund 0.85 Feine Leberwurst...... Pfund 0.98 Pfund 0.90 Landleberwurst Cassler Rippespeer Fleischwurst Pfund 0.90 Pfund 1.00 Thür. Kümmelwurst Holst. Cervelatwurst... Pfund 1.20 Holst. Salami.... Pfund 1.20 Schinkenspeck Pfund 0.98 Pfund 0.70 Eisbein( Spitzbein) Fetter Speck Magerer Speck Mausschinken Bratenschmalz Pfund 0.80 . Pfund 0.83 • Pfund 1.15 Pfund 0.58 Rückenfett.... Pfund 0.28 Eisbein( Dickbein)........ .. Pfund 0.58 • Pfund 0.55 Java- Reis I....... Java- Reis II. Rangoon- Reis..... Kunsthonig.. Samos vom Fass.. 5252525 1 Pfund 5 Pfund 1.20 0.25 0.22 1,05 0.17 0.80 5 Pfd.- Elmer 1.65 Liter 1.00 Kolonialwaren Kaiser- Auszugmehl. Budapester Art. Diamantmehl...... Kunsthonig. 1 Pfund 5 Pfund 1 Pfund 5 Pfund 0.19 0.90 0.21 1,00 0.23 1.10 Linsen kletn Linsen mittel Linsen gross. 0.25 1.20 0.30 1.45 0.33 1.60 2 Pfd.- Dose 0.80 Bienenhonig Glas Inhalt 1 Pfund netto 0.90 Citronen . Dutzend 0.35 Apfelsinen... Dtz. 0.50 0.40 0.30 252 2525252525 88r. Heyn& Goldschmidt 88 Woche. 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