Nr. 40. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando: Bierteljährl 8,30 9, monati. 1,10 ML, möchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Freuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Roloneb Beile oder beren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 80 Pfg. Kleine Enzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. Jm Monat Januar gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: " D A Sonntag, den 16. Februar 1908. Liebert als Kolonialpolitiker. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Geduld und bereiten Sie vor allem die Vera tehrseinrichtung auf dem Sambesi Schire vor. Das wäre der nächste wesentliche Erfolg." Nachdem Herr v. Liebert die Gesellschaft in dieser Weise ermuntert und sie dadurch zu Geldausgaben veranlaßt hatte, schrieb er unterm 24. Januar 1899: " Ich halte Ihr Projekt für vollständig gesichert, da der Kolonialdirektor sich lebhaft dafür interessiert und alles tun wird, um es zustande zu bringen. Auch ich glaube, daß Sie mit dem Transportgeschäft früher einsehen und Erfolge erzielen können, bevor die beabsichtigte Bahnlinie den Nyassa erreicht. Sie sollten den Schwerpunkt Ihrer Unternehmung auf den Wassertransport legen und die Eisenbahn zwischen den Seen der Zukunft überlassen. Was ich braußen zur Förderung Ihres Unternehmens tun tann, soll sicher geschehen. Wenn es irgend möglich ist, reise ich im Sommer selber nach dem Nhassa und ebne Ihnen dort die Wege. Wait den besten Wünschen für gutes Gelingen Ihr sehr ergebener Liebert." ,, Generalmajor v. Liebert ist, wie wir erfahren, am 23. Juni bom Kaiser seines Amtes als Gouverneur von Oft- Afrika ents hoben worden und wird eine Brigade erhalten. Veranlassung zu Wer wollte nach diesen Briefen daran zweifeln, daß die dieser Verabschiedung war wohl in letter Linie die Infubordis Gesellschaft annehmen mußte, in dem Gouverneur v. Liebert nation des Gouverneurs v. Liebert gegenüber seinem Chef, dem den uneigennüßigsten Förderer zu haben. Hatte v. Liebert Kolonialdirektor v. Buchta. Es ist bekannt, daß Herr v. Liebert doch zu der sofortigen Weiterführung der Arbeiten geraten. nach zahlreichen Privatbriefen und Mitteilungen an die Presse, Nicht gering war daher das Erstaunen der Mitglieder der zu der er zu den Zeiten, da er für den als Reichskanzler desig- Gesellschaft, als vom Kolonialamt das folgende Schreiben nierten Grafen Waldersee die. Breßsachen bearbeitete, Bezieh- eintraf: ungen unterhielt, die Ablehnung der Zentralbahn zum Anlaß nehmen wollte, um eigenmächtig nach Deutschland zurückzukehren und über den Kopf des Kolonialdirektors hinweg die Agitation für die Zentralbahn aufzunehmen. Gleichzeitig stellte die den Generalmajor v. Liebert hochschäzende Presse diesen als Kandidaten für den noch gar nicht erledigten Posten des Rolonialdirektors auf. Auf die Nach richt des Gouverneurs, daß er nach Deutschland tomme, erhielt er den telegraphischen Bescheid vom Kolonialamt, daß man diese Abreise als Abschiedsgesuch betrachten würde. Infolge deffen verschob Herr v. Siebert feine Abreise. Diese Dinge haben wohl dem Faß den Boden eingeschlagen. Denn es ist in folonialpolitischen Kreisen schon lange betannt, daß die Stellung des Herrn v. Liebert, unhaltbar war, und daß der Kaiser seiner Unzufriedenheit mit den jebigen Zuständen in Ostafrika mehrfach in scharfer Weise Ausdrud gegeben hat, indem er mit Recht für den rapiden Niedergang des Karawanenhandels einerseits den ans phantastische grenzenden Optimismus des Herrn v. Liebert, dann aber seine bureaukratische Methode, die sich namentlich in der Unmenge seiner Erlasse äußert, wie sie in solcher Ausdehnung bisher in den Kolonien noch nicht erlebt ist, verantwortlich machte. 0 .Berlin, 3. März 1900. Im Anschluß an das diesseitige Schreiben vom 24. Januar dieses Jahres und unter Bezugnahme auf die seitdem gepflogenen mündlichen Verhandlungen bedauere ich, Guer Hochwohlgeboren als Vertreter des Nyassasynditats mitteilen gu müffen, daß, inavischen ein vom 23. Januar d. J. datierter Bericht des faiserlichen Gouverneurs von Deutsch Ostafrika eingetroffen ist, in dem ausgeführt wird, daß gegen die Erteilung einer irgendwie nennenswerten Landkonzession an eine Gesell= schaft, welche gleichzeitig ein Transportunternehmen auf dem Sambefi Schire beabsichtigt, erhebliche Bedenken ob walten. Der Herr Gouverneur wünscht, daß eine zu gründende neue Gesellschaft, für welche erhebliche Landkonzessionen in Aussicht genommen seien, von jeder Hebung des Werkehrs auf dem Sambesi und Schire absehe, daß dieselbe sich vielmehr ausschließlich mit der inneren Erschließung des Landes und der Herstellung guter Verbindungen nach einem Punkt der deutschen Küste befasse, und daß sie ins. besondere be stimmte Verpflichtungen übernehme, die geeignet seien, einen Bahnbau vom Nyassasce nach einem Punkte der deutschen Küste zu fördern." Bei den im Reichstag bevorstehenden Debatten über den Altona, soziald. Verein f. b. 8. u. 10. schlesw.- holft. Wahlkreis, Solonialetat wird der Generalissimus des Reichsverbandes, 2. Quart. 1907/08 1808,06. Aachen- Land- Eupen, 4. Quart. 07 50,-. der Generalleutnant v. Biebert, nicht verfehlen, wieder Aschaffenburg, Wahlkreis 50,-. Augsburg, soziald. Verein 10,-feine Sachverständigkeit" zu betonen. Er begründet sie daGroß- Berlin a Konto feiner 8 Wahlkreise 15 000,-( darunter Partei mit, daß er einige Jahre Gouverneur in Ost- Afrika gewesen beitrag Nickel 5,-, Gertraudtenbrüde 1,50,.. 10,-, Frau Kuhn ist. In den Peters- Prozessen, in denen der Generalleutnant 0,50, Dr. St. 5,-,.. 5,-, Ein treuer Anhänger 8, Brauereis v. Liebert als Sachverständiger aufgetreten ist, hat er allerhandwerker Bazenhofer Abteilung I 3,90, Arbeiter der Fabrit Lande dings nicht den geringsten Beweis dafür geliefert, daß seine 10,-, Genoffenschaft Zukunft 10,-, GI. 10, Von den Zeitungsträgerinnen d. Zeitungssped. SO. 5,70, Alt 7,-,. B. Mister 1,-, Tätigkeit in Ost- Afrika ihm eine besondere Kenntnis der A. 1- Stolonien Gesammelt von Forber 4,15, Bierprozente der Kollegen der Firma Kolonien beigebracht hat. Man war denn auch in Ost- Afrika Argus 29,50, Amerikan. Auktion am Geburtstage des Gen. Zieg 5,-, in den weitesten Kreisen herzlich froh, als die Kunde Otto Beibler 8,30, Jahresbeitrag pro 1907 23. Giesboit 100,- fam, Herr v. Liebert sei ab berufen worden. Die KoloUeberschuß der Kranzipende des 725. Bezirks 1,50, Ein Zahlabend- niale Beitschrift" vom Jahre 1900, Nr. 14, Seite 191, schrieb schwänzer Ramlerstr. 2,-, W. G. B. 14 8,-, Orbis, zur Wahlrechts- damals: bewegung 1,-, Bezirk 660 An Stelle eines Märztranzes 8,10, Rest von der aufgelöften Vertrauensmannstasse P. G. 4,-, K. B. Rig dorf 10,-. Zahlabend 5. und 6. Bezirk Reinidendorf- Oft 3,20, uйstein u. Co., Abteilung Falzerei 28,80, Sechs Hutmacher Königstr. 29 durch D. Tfch. 15,-, Groschenkaffe Fr. Poppel 5,-, Sechsertasse der Lurus- Möbelfabrit Wasserthorstraße 14 5,-, E. J. 2, Ueberschuß der Bod Lotterie bei Frere durch N. Loreng R. 3,15, von M. J. durch Heffe 3,-) Berlin. diverse Beiträge: M. B. 50,-, Dr. 2. A. 100,-, nabe( zwei Naten) 10,-, Drisb.amte der Metallarbeiterfasse Filiale Berlin III 10, Rotationssaal Buchdruckerei Hülfsarb. durch D. 5,-.. 2,-. Sympathie 5,-. Glüdsburg 10,-. Mitgl. d. Verbandes deutscher Buchdrucker im Vorwärts" 150,-. Dr. S. R. 25,-. Bon Weißens feer Wahlrechtsdemonstranten gef. am 10. I. bei Löhrig, Markgrafen straße 9,-. Zur Stärkung des Wahl- und Agitationsfonds, Stolbergerstr. 14 10,75. Dr. Siegfrieda 5,-. Munition für den Wahlrechtskampf 5,-. Machetes 5,-. C. d. Guhrau 3,-. Tapezierer der Fa. Birnbaum 5,-. Vier Koll. d. Fa. Krone, Köpeniderstr. 56/57, zum Wahlrechtstampfe 12,-. Fünf Wahlrechtsfreunde zur Unter stügung der Wahlrechtsdemonstration 5,50. Die Liebe aber bleibet das höchfte" 20,- Taschenwerkstatt J. Demuth 5,- Kontobuch arbeiter vom Wedding 5,-. Straßenhändler Berlins 160,-. Bon den Drtsbeamten der Filialen Berlins u. Umg. d. Allgem. Kranken u. Sterbelasse der Metallarb.( E. H. 29) Hamburg 100,-. Bezirk 728 durch H. 10,-. Ueberschuß der Kranzip. f. Frau Langfeldt 5,40. A. B. 50,-. P. G. 50,-. Gutenberg 46,70. Kollegen u. Kolleginnen der Buchbinderei Schuckar 5,-. Butzbach, C. A. 5,-. Breslau, Wahlkreis Ost u. West, 4. Quartal 1907 960,- Bielefeld= Wiedenbrück, sozialdemokrat. Verein, 3. u. 4. Quartal 1907 905,12. Bremen, sozialdemokr. Verein 800,-. Bergheim- Euskirchen, sozialdemokr. Verein 21,-. Bant, 2. olbenb. u. 2. hannov. Wahlkreis 396,- Bern 50,-. Bremen, B. C. 10,-. Baden- Baden, Wahlfreisbeitrag 4. Quart. 07 21,-. Böblingen 255,92. Chemnig, J. E. 8,25. Crefeld, Sch. M. K. 10,- Cleve Geldern, Wahlkreis, Man halte feft: Liebert verspricht der Nyaffa- Gesellschaft 4. Duart. 07 3,06. Crefeld, sozialdemokr. Bolfsver. 4. Duart. 07 162,90. Celle, 17. hannov. Wahlkr. 2. Halbjahr 07 314,60. jede Förderung, hält ihr Unternehmen für völlig gesichert, Calw, 7. württemb. Wahltr. 2. Halbjahr 07 129,68. Chemniß, In praktischen Kolonialfreisen und in denen der Kolonial- verspricht, selbst der Gesellschaft die Wege zu ebnen und dann „ Brutus" 1,-. Colmar i. Elf., Wahlkreis 2. Halbjahr 07 gesellschaft macht man Herrn v. Liebert sein Verhalten gegen- erteilt das Kolonialamt einen ablehnenden Bescheid, in den 31,56. Dortmund Hörde, sozialdemokr. Ber. 4. Quart. 07 866,- über der Nyassa- Gesellschaft des Herrn Deuß zum Vorwurf, es sich auf das Gutachten desselben Gouverneurs v. Liebert Düsseldorf, Wahlkreis, 2. Quart. 1907/08 332,12. Duisburg, da der Gouverneur gleichzeitig an Herrn Deuß schrieb, er würde stützt. So verworren die Begriffe des Herrn v. Liebert über Beitrag des Wahlfreises 275,71. Danzig, Provinz Westpreußen 182,83. das Unternehmen auf das fräftigste unterstüßen, während er das sind, was in den Kolonien rechtens ist, so unflar ist auc Elberfeld- Barmen, Wahlkreis 4. Quart. 1907 700,-. Effen a. Ruhr, dem Kolonialamt erklärte, er lasse die Konzession der Nyassa- offenbar die Vorstellung, die er sich von Treu und Glauben macht. Wahlkreis 4. Quart. 1907 500,-. Faltenberg( Dberschl.) 3,-. Gesellschaft nicht zu. Abgesehen von dem Handelsniedergang Diese Bloßftellung war dem Herrn v. Ziebert natürlich Frankfurt a. M., Wahlkreis 4. Quart. 1907 1000,- Friedenau, Deutsch- Ostafritas sind auch die politischen Zustände der Kolonie nicht angenehm. Er versuchte in der Deutschen Kolonial25,-. Grünsfeld, 17. bad. Wahlkreis 10,-. Ginsheim, für die wenig erfreulich, da unter den Eingeborenen wegen der gewalt- zeitung" eine Rechtfertigung, ohne aber die Richtigkeit der Opfer des roten Sonntags 20,-. Görlig, durch die Agitationstommission 260,-. Hannover, Kreiswahlverein für tätigen Art, in der die von Liebert eingeführte Hüttensteuer zu Briefe bestreiten zu können. Er konnte nur befunden, daß 8. Hannoverschen Wahlkreis, Restbetrag für das 2. Halbjahr 1907 hohen Ziffern getrieben wird. starte Erbitterung herrscht." ihm bestätigt worden sei, daß die Briefe nicht von den Leitern 2000,- Hagen- Schwelm, fozialdemokr. Verein, 4. Quart. 07 289,05. Mit der Nyaffa- Gesellschaft hatte es folgende Bewandtnis: der Nyassa- Gesellschaft veröffentlicht worden seien. Darauf Hamburg, in der Expedition des Hamburger Echo" eingegangen Die Gesellschaft, an deren Spite ein Herr Deuß stand, fommt es natürlich gar nicht an, die Hauptsache ist, daß 155,70. Heidelberg- Eberbach, 12. badischer Wahltr. 4. Quart, 1907 wollte auf dem Sambefi- Schire ein Transportunternehmen v. Liebert die Echtheit der Briefe nicht bestreiten fann, 100,- Köln a. Rh., Reg.- 28. 20,-. Kopenhagen, Deutscher sozial ins Leben rufen und bat den Herrn v. Liebert um seine Unterdemofr. Verein Vorwärts" 4. Rate 37, Vorwärts" 4. Rate 37,- Karlsruhe- Bruchsal, 10. bad. Wahltr. 4. Quart. 1907 197,95. Rattowig. Beitrag der Stützung, die dieser auch zusagte. In Briefen ermunterte B. P. S. 4. Quart. 1907 72,50. Staffel- Melsungen, sozialdemokr. er die Gesellschaft und gleichzeitig hintertrieb er in der Berein 4. Quart. 1907 235,44. Limbach, 15. fächs. Wahltr. 4. Quart. Solonialabteilung, daß der Gesellschaft die notwendige Land1907 400,-. Labiau- Wehlau, Kreisverein 4. Quart. 1907 13,52. Fonzeffion gegeben wurde. Diese Briefe sind in der anLechhausen 24,24. Leipzig, 12. fächsischer Wahlkreis 500,- gegebenen Zeitschrift abgedruckt und sie lassen die WahrheitsLuckenwalde, Rufus 5,- Mülhausen im Elsaß, Kreisverein liebe des Bülowschen Wahlmachers in einem so bedenklichen 45,96. Mroßen, C.. 25,-. München Au, aus Rußland Lichte erscheinen, daß es sich wohl berlohnt, fie der Vergessen20,-. München, für den preußischen Wahlrechtstampf von einer heit zu entreißen. roten Hochzeit 6,30. Memel, 8. u. 4. Quart. 12,76. Mülheim- In einem Briefe, datiert vom 7. November 1898 aus Wipperfürth Gummersbach 280,50. Mannheim, 11. badischer Kreis, Berlin, schreibt Herr v. Liebert: 4. Quart 07 800,- Markirch- Rappoltsweiler i. Els., 2. HalbNordhausen Graffchaft Hohenstein, fozialjahr 07 17,24. demokr. Verein, 4. Quart. 07 175,69. Niederweiler( Baden) 9,25. Neuwied, 4. Quart. 07 7.50. Oberlangenbielau, Extras beitrag aus dem Eulengebirge 100,-. Oberstein, fozialdemokr. Verein, 4. Duart. 07 30,52. Osnabrüd 222,60. Offenbach a. M., hessische Landesorganisation, 2. Halbjahr 07: Wahlkreis Alsfeld 15,-, Bingen- Alzeh 28,50, Darmstadt 300,-, ErbachBensheim 60,-, Friedberg 240,-, Gießen 180,- Mainz 300,- Offenbach 1200,-, Worms 120, Worms 120,-, Summa 2443,50. Oberlangenbielauer Agitationsbezirt, 4. Quartal 07: Wahlkreis Reichenbach- Neurode. 262,77, Hirschberg- Schönau 25,40, Waldenburg 172,50, Landeshut- Jauer- Boltenhain 50,-, Striegau- Schweidnig 176,70 Summa 687,37. Ottensen, 6. schlesw,-holft. Wahltr. 1590,-. Bosen, sozialdemokr. Verein 4. Quart. 07 3,78. Paris, deutscher foz. Leseklub 100,-. Recklinghausen, 4. Quart. 07 158,15. SaarbrüdenSt.Johann 34,80. Schlesisch. Lehrer-, 90. Stuttgart, 1. württemb. Wahlkr. 3. Quart. 07 473,72. Solingen, Wahlfr. 4. Quart. 07480,-. Schleswig, 3. schlesw.- holst. Wahlfr. 4. Quart. 149,92. Trier, 4. Quart. 07 7,80. TilsitNiederung, 2. Halbjahr 07 53,69. Vorwärts- Buchhandlung 15 000,-. ,, Vorwärts" 4. Duart. 07 42 507,55. Wahrer Jakob"," Neue Zeit", Gleichheit" 5000,-. Banzleben, Wahlkreis 2. Halbjahr 07 200,-. 2. 9. 3. 35 000,- 3ingst, 3njulaner 6,-. Zeig- Weißenfels- Naumburg, Kreisverein 800,-. Binsen aus dem Margismus 4408,00. Berlin, den 14. Februar 1908. " 9 Für den Parteivorstand: S. Geris, Lindenstr. 60. den m ... Ich freue mich außerordentlich über das neue Unternehmen und fann Sie versichern, daß alles geschehen soll, was amtlich dasselbe fördern fann... Falls Sie für Ihre Gesellschaft bei der Kolonialabteilung etwas durchzusehen oder vorzutragen haben. so stelle ich mich Ihnen gern zur Verfügung." Am 19. November 1898 schreibt er: " Sehr geehrter Herr Deuß! Ihr Schreiben vom 16. hat mich auf das lebhaftefte interessiert. Ich kenne ja meine Pappenheimer aus der Wilhelmstraße und kann mir die Szene, die Sie dort erlebt haben, sehr gut vorstellen. Heute habe ich daraufhin mit dem Kolonialdirektor Rücksprache genommen. Schwierigkeiten macht nur der wichtigste Punkt 3 der Landkonzession und die Besiedelungsfrage im Prinzip. Der Direktor stellt sich nicht auf den Standpunkt des Geheimrats Hellwig, er will die Kolonie entwideln; aber er geht wieder nicht so weit als ich in der Konzessionsfrage, er fürchtet die Rückschläge, die eine berunglückte Besiedelung der ganzen Kolonie bringen fönnte. Ich will felbft so bald als möglich das Nyasaland besuchen und wünsche, Ihnen soweit als irgend möglich entgegenautommen. Sassen Sie die Sache ja night fallen, sondern üben Sie nur ein wenig In der Kolonialen Zeitschrift", Nr. 21, Seite 290 bon 1900, antwortete darauf Dr. Sans Wagner folgendes: " Daß Herr v. Liebert mit großen Plänen und großer Begeisterung auf seinen Posten gezogen ist, muß jedermann willig anerkennen und hierin Herrn b. Wissmann vollkommen bei= pflichten, der ja allerdings von seinem Nachfolger in jenem feltsamen Willkommensschreiben auch nichts weiter hervorbringen fonnte, als dies Anerkenntnis des guten Willens des Herrn b. Biebert. Der Wille, großes zu leisten, ist ja auch selbstverständlich bei einem Manne, der vorwärts kommen will. Wie wenig aber dem Wollen das Können entsprochen hat, geht leider nur zu deutlich aus dem Selbstreferat des Herrn Gouverneurs hervor. Zudem enthält es einige irrige Angaben, die ent. weder auf einer erstaunlichen Vergeßlichkeit des Herrn Gouverneurs oder auf einer- dann noch erstaunlicheren- Unkenntnis der Vorgänge in feiner Rolonie beruhen. Das gilt in. sonderheit von seiner folgenden Angabe: Bezüglich der Steuererhebung ist für die ersten Jahre große Schonung und Nachficht empfohlen; denn das Steuerzahlen foll ebenso kulturell hebend wirken, als finanzielle Resultate erzielen. Die Steuer soll nur erhoben werden, soweit der friedliche Machtbereich der Station reicht. In der Tat ist auch mit großer Vorsicht vorgegangen, es haben sich keine Schwierigkeiten ergeben, trotzdem gerade das erste Jahr der Steuererhebung 1898 cin schlimmes Jahr der Dürre, der Heuschrecken und der Hungersnot war." Daß Herr v. Wissmann und Herr v. Bennigsen, der hervor. ragend tüchtige Gouverneur von Neuguinea, die Steuerpolitit eingeleitet haben, ist richtig, und es verdient Anerkennung, daß Herr v. Liebert das feststellt, gegenüber den Versuchen seiner Presse, die Steuer als ureigenstes Verdienst des Herrn v. Liebert in Anspruch zu nehmen. Aber keiner von diesen beiden tüchtigen Verwaltungsbeamten hätte die Stener in dieser verkehrten Weise cittßddcBcn, wie cS Zetzi geschickt. Vielleicht Bat cI auch Herrn Bennigsen wie andere in Ostasrika deshalb nicht mehr gelitten, weil seine Warnungen mißachtet wurden. Wenn Herr v. Liebcrt es als eine Unwahrheit bezeichnet, daß Ostafrika vor dem Auf- rühr steht, und diese seine Behauptung beweiskräftig dadurch zu machen sucht, daß er erklärt, er hätte seine Kolonie nicht Verlasien, wenn auch nur ein Schein von Aufruhr zu bemerken gewesen wäre, so gibt sich Herr v. Liebcrt hinsichtlich des Grundes seiner jetzigen Anwesenheit in Berlin augenscheinlich allzu optimistische Ansichten hin: er beruht wohl weniger auf freiwilligem Entschluß. als auf disziplinaren Ursachen. Daß Herr v. Licbert aber schlecht unterrichtet ist, wenn er sagt, es hätten sich keine Schwierig- leiten bei der Eintreibung der Hüttensteuer ergeben, beweise ich mit der Angabe von vier Steueraufständen, die ich in meinem Druckheft. Seite 75 und 70. über Herrn v. Liebert mitgeteilt habe, und die übrigens der Herr Gouverneur auch zugibt, wenn- gleich erklärlicherweise nicht unter Rubrik„Steuerpolitik".— Neuerdings ist mir noch die Mitteilung von glaubwürdigen Augen. zeugen zugegangen, daß in einem Dorfe allein 40 Menschen niedergeknallt wurden, weil sie einige Rupien Steuern nicht be- zahlen konnten. Auch der Verteidiger des Gouverneurs in der „Post" gibt zu, daß Unruhen vorgekommen seien. Es werden ungefähr 2000 Menschen ihr Leben der Steuer wegen der- lorcn haben, ganz abgesehen von den Plünderungen, Subhasta- tionen usw. Zu einer gerichtlichen Beweis- führung bin ich bereit. Daß aber Herrn v. Lieberts mangelnde Vcrwaltungsfähigkcit die Schuld an den jetzigen Zu- ständen trägt, erhellt daraus, daß er, entgegen den Warnungen seiner einsichtsvollen Beamten, in einem Runderlaß vom 2l. August 1899 ausdrücklich eine schärfere Eintreibung der Steuern in bar verlangt hat. Eben wegen dieser Unruhen muß der Nachfolger des Herrn v. Licbert ein Militär sein." Zu der Beurteilung deS NeichsvcrbandLkommandeurs b. Liebert als Kolonial-„Sachverständigen" paßt diese Kritik von kundiger Seite. Nur einen Mann von dieser Vielseitig- kcit konnte der Reichskanzler zu der unerhörten Wahlmache von 1307 gebrauchen._ Preußen im Auslände. AuS der Rede unseres Genossen Seliger in der öfter- reichischen Delegation, über die wir bereits telegraphisch kurz be- richtet haben, wollen wir einige Stellen ausführlich wiedergeben, aus denen deutlich hervorgeht, wie schädlich die preußische Vergewaltigungspolitik den deutschen Jnter- essen im Auslände wird. Was der österreichische Sozial- demokrat gesagt hat, entspricht einer Stimmung, die weit über die Kreise der Partei hinaus verbreitet ist und die größte Beachtung verdient. Seliger sagte: Die Sozialdemokraten Oesterreichs begrüßen den Dreibund, weil sie darin eine Bürgschaft deS Friedens er- blicken. Speziell die deutschen Sozialdemokraten, die mit der deutschen Arbeiterbewegung durch ein Stück gemeinsamer Geschichte verbunden sind, wünschen ein Freundschaftsbündnis zwischen dem großen deutschen Volke in Deutschland und Oester- reich. Die Sozialdemokraten müssen daher auch wünschen, daß in Deutschland eine solche Nationalitätenpolitik ge- trieben werde, die nicht dazu Anlaß gibt, einen Teil der österreichischen Nationen zu Feinden dieses Bündnisses zu machen. Die preußische Polenpolitik ist nicht die Nationalitätenpolitik des deutschen Volkes, sondern die jener Leute, die in der Geschichte immer als die größten Feinde der Eni- io i ck c l u n g des deutschen Volkes aufgetreten sind. Sie wird von der preußischen Junkerklasse getragen, deren Vertreter im Jahre 1806 als Generale die Festungen Deutschlands ohne Schwert- streich an Napoleon ausgeliefert haben. Die preußische Polen- Politik ist die Politik jener Leute, gegen welche im Jahre 1843 das Bürgertum Revolution machte; sie ist die Politik jener Leute, die im Jahre 1849 die bürgerliche Freiheitsbewegung und die deutschen Einheitsbestrebungen blutig niederwarfen. Träger dieser nationalen Verfolgungspolitik in Deutschland sind dieselben Leute, die das Sozialistengesetz schufen, jenes Ausnahmegesetz gegen die arbeitende Klasse in Deutschland, durch welches die Ar- beiterschaft dieses Staates in ihrem kulturellen und Wirtschaft- lichen Aufstieg behindert werden sollte; es sind dieselben Leute, die jetzt im preußischen Landtage das Zu stände- kommen einer Wahlreform vereiteln wollen. Die Sozialdemokraten wünschen, daß wir eine äußere Politik vollständiger Unabhängigkeit und Selbständigkeit machen. Sie IKuiturpolitifclje Glossen. Der Kanzler mit dem Bröckelche« Gehlr«. (Ein literarisches Fragment über eine fragmentarische Politik.) ES war einmal ein Mann, der hatte heitere Grübchen im Gesicht und eine geschmeidige Zunge. Er konnte seine Zunge schrauben- förmig winden und dabei nach rechts und nach linlö wenden. Er konnte ihre Spitze einbiegen und sie nach rückwärts bewegen, wie eine Schlange, die über sich selbst gleitet. Er konnte mit der Zunge schnalzen, daß es wie ein Böllerschuß klang. Außerdem trug er Piquü-Westen und ließ sich täglich die Fingernägel polieren. Darum «vurde er Reichslanzler. Daneben— oder hing da« daniit zusammen?— verstand er. die Stimmen aller Tiere und Parteien nachzuahmen. Noch als er Gesandter in Rom war— so wird von glaubwürdigen Zeugen be- richtet— übte er sich in Freundeskreisen in der hohen Kunst der politischen Imitation.„Wenn ich Führer der Sozialdemokratie wäre", sagte er zum Beispiel,„so würde ich also sprechen"... Oder:„Wenn ich das Schoßhiindchen der Prinzessin wäre, so würde ich in. der Weise piepsen." Und piepste I Er hatte aber ein Bröckelchen Gehirn, so groß wie ein Ameisenei. Nur ein einziges Bröckelchen I Daö ist gewiß herzlich wenig, war aber bereits viel zu viel und wurde für ihn und für den Staat zum Verhängnis. Die große Leere feines Schädels förderte ungemein feine staats- männische Laufbahn. Er brachte dort Gedanken aller Richtungen, Zitate aller Bücher unter; sie kamen übereinander, durcheinander, aber sie fanden alle Platz, wie eine Zigeunerbande auf einem ver- lassenen Gutshof mit leeren Scheunen und eingeschlagenen Fenstern. Das Bröckelchen Gehirn machte sich in keiner Weise bemerkbar. Nur einmal verspürte er einen unangenehmen Reiz, eine Art GeisteSsucken. Aber das hat sich nicht mehr wiederholt. Das kam so. Er sasz in seinem Fauteuii»mV sinnierte:„Wenn ich König Ludwig XVI. von Frankreich wäre und vor mir stünde der Empor- kömmling Bonaparte, so würde ich— so würde ich meine Krone aufsetzen und also sprechen..." Da fiel ihm ein, daß um jene Zeit Ludwig XVI. bereits der Kopf abhanden ge- kommen war. Was sollte er ohne Kopf mit der Krone? können sich aber damit nicht einverstanden erklären, daß sie die Sekundanten einer Abenteuerpolitik der kapitalisti- schcn Klasse Deutschlands, einer Politik abentcuer- lichcr Ausflüge in exotische Gegenden, die von persönlichen Impulsen gewisser Herren getragen werden, sein sollen. Eine solche Sckundantcnrolle werden die Sozialdemokraten niemals spielen. AuS Oesterreich ziehen alljährlich viele Zehntauscnde von Arbeitern nach dem Auslande und es ist die Pflicht einer volkstümlichen auswärtigen Politik, ihrem Schicksal Aufmcrk» samkeit zuzuwenden. Auch abgesehen von rein menschlichen und sozialpolitischen Rücksichten ist eS ein staatliches, ein kapitalistisches Interesse, daß die Leute nicht ausgeschunden, siech und arbeitsunfähig zu uns zurückkommen. Den Durchschnitts- lohn der ausländischen Arbeiter berechnet die Landesversichcrungs- anstalt für Schlesien inklusive der Naturalien mit 1,20 M. WaS die Wohnungen und Schlafstellen betrifft, so genügt der Ausspruch des deutschen Kaisers:»Die Schweine auf meinem Gut Kadinen wohnen besser als die Landarbeiter bei den oft elbischen Agrariern!" Nach der Gesinde- ordnung von 1810 ist noch körperliche Züchtigung ge- stattet. Früher unterlagen dieser Gesindcordnung nur die heimi- schcn Feldarbeiter. Seit dem Jahre 1854, in welchem ein Er- gänzungSgesctz geschaffen wurde, unterliegen ihr auch die ringe- wanderten Feldarbeiter. Da ist es nicht zu verwundern, wenn zum Beispiel das preußische Obcrverwaltungsgericht eine Eni« scheidung gefällt hat. wonach ein Peitschenhieb inS Gesicht einem Arbeiter kein Recht zum Ver- lassen der Arbeit gebe. Das ist ein Zustand, den wir nicht dulden können, soweit wir in der Lage sind, darauf Einfluß zu nehmen. Bei dem Verhältnis zwischen Oesterreich und Deutschland muß unser Mini st er des Aeußernso viel Einfluß besitzen, die preußische Regierung'dahin zu bringen, daß unsere Arbeiter dort nicht schlechter behandelt werden dürfen als in Oesterreich. Durch die von den Landwict- ■chaftskaunnern abgeschlossercen Kontrakte werden die Arbeiter den Unternehmern vollständig ausgeliefert. Der Grund- besitzer hat danach das Recht, von dem Arbeitslohn eine gewisse Summe als Kaution zurückzubehalten. Er ist aber seinerseits berechtigt, das Arbeitsverhältnis sofort zu lösen, wenn ein Arbeiter den ergangenen Anordnungen„nicht Folge leistet", wenn er sich der„Aufwiegelei" schuldig macht und sogar, wenn eine unver- heiratete Arbeiterin schwanger wird! In diesem Falle aber verfällt die Kaution dem Unternehmerl Diese Summe von Rechtlosigkeit war den preußischen Agrariern noch nicht genug. Seit dem 1. Februar ist eine Verordnung in Kraft, wonach den aus Oesterreich und Rußland einwandernden Arbeitern durch die Grenzämter die Hcimats- dokumente abgenommen werden, wofür man ihnen sogenannte Legitimationen einhändigt, auf dem Namen jenes Groß- grundbesitzers lautend, zu dem der einwandernde Arbeiter kontrakt- lich verpflichtet ist. Schon dadurch ist der Arbeiter seiner Freizügigkeit beraubt. Die LegitimationSkartcn lauten auf ein Jahr und ohne sie kann kein Arbeiter Beschäftigung bekommen. Will er bei einem anderen Unternehmer eintreten, so muß er sich die Legitimation vom Polizciamt überschreiben lassen. Das geschieht aber nur. wenn der frühere Grundbesitzer bestätigt, daß das Arbeitsverhältnis ordnungsgemäß gelöst wurde. Diese Bestätigung wird er aber nur erteilen, wenn er den Arbeiter nicht mehr braucht. Dieses Verhältnis bindet den Arbeiter an den Unternehmer, wie die Leibeigenschaft den Bauern an den Grundherrn gebunden hat. Gegen ein solches Vorgehen, das eine Aufhebung der Frei- zügigkcit bedeutet und in offenkundigem Widerspruch mit den Handelsverträge); steht, die ausdrücklich die gleiche Behandlung der Ausländer mit den Inländern garantieren, muh ein österreichischer Mini st er deS Aeußern mit aller Entschiedenheit einschreiten. ES ist charakteristisch, daß diese Behandlung in Preußen nur die ö st c r- reich ischen Arbeiter trifft. Die Dokumente der schweizerischen, der französischen, der holländischen Arbeiter, die auch in ziemlich großer Zahl nach Deutschland kommen, bewahren ihre Gültigkeit. Diese Staaten befinden sich aber in keinem Bündnisverhältnis mit Deutschland. Wenn das Bündnis die Wirkung haben soll, daß wir draußen schlechter behandelt werden, sofern wir Arbeiter sind, muh es sich die p r e u ß i s ch e Regierung gefallen lassen, wenn sie Gefühle der Feindschaft der österrcichi» schen Arbeiterschaft gegen sich auslöst. Es bleibe dahin» gestellt, ob das bei dem Umstand, daß wir in Oesterreich daS all- gemeine, gleiche Wahlrecht haben, sehr klug ist. DaS ist zwar ein Fall, der in der staatsmännischen Praxis gar nicht selten ist und leicht gelöst wird: wenn auch der König keinen Kopf hat. so setzt er doch die Krone auf und regiert. Allein da« Bröckelchcn Hirn regte sich im Schädel unseres Helden, und er gab sich höchst müßigen Gedanken darüber hin. auf welchen Körperteil ein König die Krone setzt, wenn er keinen Kopf hat. Doch das war, wie gesagt, vorübergehend. Als er Reichskanzler geworden war. gewann er nach einiger Zeit daS Ohr aller Parteien— mit Ausnahme, selbstverständlich. der Sozialdemokratie, die bekanntlich für die Regierung überhaupt taube Ohren hat. Denn eine jede Partei hörte in ihm ihre eigene Stimme. Alle folgten sie ihm. mir die Partei der Schwarzen wollte er nicht mitnehmen, den» er brauchte sie als Reserve. Sie liefen aber selbst mit. grollend und neidisch auf die anderen und stets bereit, einen Troß von der Gefolgschaft wegzudrängen, um selbst an seine Stelle zu treten. Und er versprach ihnen, sie in da? gelobte Land zu führen. Da? ist daS Land, wo eS keine Sozialdemokraten gibt. Sie verstanden aber nur ihn, weil er die Sprache eines jeden Parteihäupilings redete, und sie verstanden sich nicht untereinander. Da hatte er seine liebe Not mit ihnen. Der große agrarische Köter bekam stetS die größten Happen zu» geworfen, knurrte aber und bellte und fleischte selbst gegen seinen Herrn die Zähne, wenn er ihm zu nahe kam. Hyänenhast gierig heulten die Antisemiten. Die Nationalliberalen miauten herz- zerreißend mit weinenden Kinderstimmcn, wie Katzen auf dem Dach zur näckitlichen Miniiestunde. Da» freisinnige Windspiel schnupperte fieberhast und zitterte am ganzen Leibe, da eS ihn innerlich fror bei dem Gedanken an die Keile, die er kriegen könnte. Nur der kleine süddeutsche Mop», der doch so grimmig und bissig aussah, entpuppte sich, zum Staunen der Welt, doch seiner Mops- natur getreu, als ein eifrig dienstbeflisienes Kanzlertterchen. Von Kanzlerhand gestreichelt, wurde er behäbig, legte sein Fell in fett« Falten und sah alle Welt böse an, da er fürchtete, verjagt zu werden. „Wir sind der Opposition de» Hinterhofe« satt— sagte er zu seinen, alten Freund, einem verzottelten Schäferhund, der ihn an die kalten Nächte erinnerte, da sie zusammen den Mond anschwärmten—- was weiter werden wird, weiß ich nicht, aber hier ist behaglich warm. und freiwillig verlasse ich diesen Platz nicht." So wälzten sie sich vorwärts. Der Kanzler überbot sich selbst in der hohen Kunst des politischen Lockens. Er bellte, heulte, miaute, Eine Bündnispolitik macht die preußische Regierung mit ihrem Vorgehen sowohl gegen die Polen wie gegen die österreichischen Arbeiter n i ch t. Auch die Industriearbeiter werden ähnlich behandelt. Es erfolgen zahllose Ausweisungen österreichischer industrieller Arbeiter, die sich nicht das geringste haben zuschulden kommen lassen, namentlich wenn sie sich im Jnter- esse der Hebung ihrer wirtschaftlichen Lage irgendwie betätige:'. In zahllosen Fällen wurden österreichische Arbeiter ausgewiesen, weil sie im Einvernehmen mit ihren Kollegen Kämpfe um Ver- besserung ihrer materiellen Lage geführt haben. Die Sozial- dcmokratcn können nicht zugeben, daß der Minister deS Aeußern dem ruhig zusehe, vertrngsdmch. Im österreichischen Parlament ist mit vollem Recht behauptet, die von uns mehrfach angeführte, seit dem 1. Februar in Kraft gc- tretene Verfügung des preußischen Ministers des Innern über LegitimatlonStarten für die ausRußland. Oester- reich-Ungarn und deren ö st lichen Hinterländern kommenden Arbeitern stellt einen Vertragsbruch, einen Bruch des Handelsvertrages zwischen Oesterreich-llnganl beziehentlich Rußland und Deutschland dar. ES ist be- rcitS bei der Behandlung der Legitimationskarten- Frage im preußischen Landtag und später auf diese Tatsache von uns hingewiesen. Der Versuch der Regierung, den zu Unrecht über Vertragsbruch der Arbeiter schreienden Vertragsbrüchigen Arbeitgebern durch einen Vertragsbruch der Regierung den Mund zu stopfen, steht in der Geschichte der Vertragsbrüche ohne Beispiel da. Der Handelsvertrag ist auS mehrfachen Gründen durch die erwähnte Verfügung v erletzt. Nach Artikel 1 deS Handelsvertrages sollen„die Angehörigeil eines der beiden vertragschließenden Teile, welche sich in dem Gebiete deS anderen TeilS niedergelassen haben oder sich dort vorübergehend aufhalten, iin Handels- und Gewerbebetriebe die nämlichen Rechte genießen und keinen höheren oder anderen Abgaben unterworfen werden � alS die Inländer." DaS tut die Verfügung. Sie legt jedem Arbeiter eine Steuer von zwei Mark an das Menschenhändlerinstitut„Deutsche Feldzentrale" bei Vermeidung der Ausweisung auf. DaS� ist Nummer 1 deS Vertragsbruchs, der in der Verfügung deS Munsters liegt. Die Verfügung verstößt nicht nur gegen den vertraglich fest- gelegten Grundsatz, daß Ausländer nicht schlechter wie Inländer in den hervorgehobenen Punkcen behandelt werden sollen. Er verletz: auch weiter die in dem Vertrag wiederholt zum Ausdruck ge- langte Zusage, daß z. B. Oesterreicher oder Russen nicht schlechter als andere Ausländer behondelt werden sollen.(Art. 1 Abs. ü deS Handelsvertrages.) Ausdrücklich besagt überdies der zweit« Satz deS ersten Artikels deS Handelsvertrages:„Sie sollen in dem Gebiet deö anderen Teils in jeder Hinsicht dieselben Rechte, Privilegien, Freiheiten, Begünstigungen und Vefreiuiigen haben wie die An- gehörigen des meistbeannstigten Landes." Im Gegensatze hierzu ist nur Oesterreichern und Russen die Pflicht zur Beschaffung von Legiiimationskartcn auferlegt und ihnen gar die Ausweisung angedroht, zu der die preußische Regierung durch kein Gesetz ermächtigt ist. Ausdrücklich ist in einer Reihe von Verträgen mit anderen Staaten, z. B. mit Hawaii, Mexiko, Kongo, Japan, Salvador. Honduras, Nicaragua, dem Orange-Freistaat usw., den Ausländern das Recht eingeräumt, sich i n Deutschland aufzuhalten und niederzulassen. In schroffstem Wideripruch mit der danach(auf Grund deS zweiten Satzes des Artikels 1 des Handelsvertrags) aiir.i Oesterreichern und Russen zustehenden Aufenihaltsbercchtigung wird die Busweisung angedroht, fall« st» sich nicht dem unser«» Erachteuö widerrechtliche» Zwang unterwerfen, sich eine Legitimationskarte zu verschaffen. Freilich„nur" den Arbeitern: ausländische Müßig- ganger, Unternehmer, auch Diebe und Verbrecher brauchen keine LigitimationSkarte für zwei Mark sich zu erstehen, sind auch mit Auöwcisuiia nicht bedroht. Dem rnteruationalen Völkerrecht und dem Mcnschenrecht Wider- spricht eS. Ausländer wie tolle Hunde fortzujagen. Da« wurde vor 40 Jahren auch vom damaligen Mimster de» Innern anerkannt. Im Jahre 1870 betonte der Kaiser Wilhelm I., daS Gastrecht selbst der Ausländer, mit denen mau sich im Kriege befindet, beruhe„auf einer unter alle» Um- ständen beiligen und ehrwürdigen Sitte", seine Verletzung durch Ausweisung widerspricht der„eigenen Würde und Ehre", und im Jahre 1908 droht man den Ausländern Ausweisung. Verletzung de.- Gastrechts an, � wenn sie nicht an die deutsche Feldarbciter-�cntrale 2 Mark zahlen. Nicht allen Ausländern, nur den Arbeitern. die in der Industrie oder in der Landwirtschaft tätig sein wollen I Doch was gilt„Ehre", was„eigene Würde", was„heilige und ehrwürdige Sitte", was„Vertragstreue", wenn die Großgrundbesitzer und Großindustriellen Vertragsbruch und Zuwendung einer Millionen- Liebesgabe an die Deutsche Feldarbcitrr-Zentrale fordern I schwärmte zugleich und schnalzte kräftig mit der Zunge, um die Sozialdemokraten abznschrecken. Sie folgten ihm, und jeder folgte dabei seinen eigenen Gedanken. Die Agrarier meinten, sie kämen in ein Land, wo die Zölle bis in den Himmel wachsen. Die Industriellen glaubten, daß dort die Arbeiter ohne Zähne und mit fertigen Maulkörben zur Welt gc- boren werden. Die antisemitischen Handwerker hofften, da« Gold vom Boden deS neuen DoradoS wegkratze» zu können. Die Frommen hörten alte Jungfern Engelslteder fingen. Die Frei- geistigen sahen, wie Schutzleute den§ 175 aus dem Lande jagten- Kurz, jeder sah seinen Herzenswunsch erfüllt. Da kamen sie mählich an eine Stelle, wo sich ein tiefer Ab- grund auftat. Unten war ein gewaltiges Volk mit aufgesperrten hungrigen Mäulcrn. Sozialdemokraten sah man nicht: wo früher Sozialdemokraten mit Stimmzetteln standen und noch tn größerer Zahl, wuchsen auS dem Boden mächtige Knüppel, die automatisch mit wuchtigen: Schwung pendelten. Als der Kanzler dies erblickte, verspürte er wieder an der Stelle, wo ihm da? Gehirnbröckelchen klebte, ein heftiges Brennen. Zugleich stellte sich bei ihm ein Gedanke ein. Und dieser Gedanke war: Zurück! Er tat seinen Mund auf, um eine Rede zu halten. Da geschah da» Ungehcncrliche: derKan zlerverfchluckte feine eigene Zunge! Er schnappte mit dem Munde, wie der Karpfen nach Luft.— aber es kamen nur unartikulierte, heisere Laut« heraus. Seine Gesicht?- rnuskeln erlahmten schließlich und der Unterkiefer fiel ihm schlaj p herunter, wie bei einem Nußknacker. Seine politische Laufbahn war zu Ende. Hätte er nicht da» Bröckelchen Hirn, so.... Hier hört das Manuskript auf. Was weiter folgt, ist unnützes Gekritzel: Schnörkel, Striche. Frösche, die, ohne Kopf, mit um- hängendem Orden, auf einem Bein hüpfen, eine»kröne, die von der nncklen großen Zehe eine? LandstrelcherS getreten wird, verbogene Thron- sesiel und ähnliches mehr. Wir erfahren deshalb auch nicht, wie die Geschichte zun, Verhängnis für den Staat wurde. Aber vlelleicht gehören noch folgende Zeilen dazu, die mit Bleistift am Rande hin- geworfen sind: Szene in Auerbachs Keller, Goethe» Faust: „WaSgilbtS?— Wie?— WardaSdeineNase?— Unddeinehab'tchin derHandl" IV. Die Ministerialberfügung berstößt auch noch durch eine be- jentgegenzubringen, sondere Vorschrift gegen den Staatsvertrag, der freien, ungehinderten Schellenberg- Straette! das freisinnige Vertrauen dem| Eindruck gemacht habe, was eine herausfordernde Saltung gegen die Russen, namentlich gegen das Bugang an die Gerichte allen Ausländern verheißt. Nr. 9 der In trefflichem Einklang mit dieser Würdelosigkeit stand es, Militär, zur Folge habe. Es feien ernste Zusammen Verfügung überträgt nämlich dem Landrat, solange das Gericht it noch nicht gesprochen hat, die Entscheidung darüber, ob Bertragsbruch die freudige Zustimmung seiner Partei auch wegen der Maß- 3usammenstoß mit der Türkei für unvernoch nicht gesprochen hat, die Entscheidung darüber, ob Bertragsbruch daß der Konservative v. Treuenfels dem Herrn Straette ft öße möglich. Ein Zelegramm aus Rars hält einen vorliegt. Auch diese Rechtlosstellung des Ausländers verstößt gegen vorliegt. Auch diese Rechtlosstellung des Ausländers verstößt gegen regelung des freisinnigen Arztes Schellenberg auszusprechen. meidlich. Die Festung Kars ist geschlossen und nur gegen die dem Handelsvertrag zu wahrende Treue. Die Ministerialverfügung verstößt, abgesehen von dem Er- Am Montag kommt die Sozialdemokratie wieder zum besondere Erlaubnis zugänglich. Ein Petersburger Abendwähnten, auch gegen andere Reichsgefeße und reichsrechtliche Rechts- Wort. normen. Die Verfügung des preußischen Ministers ist überschrieben: Verfügung vom 21. Dezember 1907, betr. die Bulaffung ausländischer Arbeiter zur Arbeit in der Landwirtschaft und in blatt weist darauf hin, daß diese Maßnahme durch Waffendiebstahl seitens revolutionärer Organisationen bereits vor geraumer Zeit veranlaßt wurde. Aus Tiflis wird demfelben Blatt telegraphiert, daß man dort viel über einen unvermeidlichen Zusammenstoß mit der Türkei spreche, der im Frühling, spätestens April, erfolgen werde. Der Tifliser Listot" läßt sich von seinem Konstantinopeler Korrespondenten berichten, daß dort fieberhaft an Kriegsvorbereitungen gearbeitet werde, wozu Deutschland die Türkei aufstachele. Dadurch soll der protestierende Teil der türkischen Bevölkerung von der inneren Bolitik abgelenkt werden. In gut eingeweihten russischen Kreisen bezeichnet man all die Gerüchte der panslavistischen Elemente als in hohem Grade übertrieben und zumeist jeglicher ernsten Grundlage entbehrend. Wenn nichtsdestoweniger größere TruppenAus dem bayerischen Landtag. Unsere Genoffen in der bayerischen Abgeordnetenkammer haben den gewerblichen Betrieben in Deutschland." Welches Gesetz gibt einen Antrag eingebracht: die Kammer wolle beschließen, es fei die dem preußischen Minister das Recht für Deutsch and Vertönigliche Staatsregierung aufzufordern, im gegenwärtigen Landtag fügungen zu treffen? Die Anordnung der Legitimationstarten einen Gefeßentwurf einzubringen, der die Verfassungsurkunde widerspricht ferner dem Reichsgefes über das Baßwesen. Im dahin erweitert, daß gegen tein itglied des Landtages während Paßgesez vom 12. Oftober 1867 heißt es ausdrücklich: der Dauer der Verhandlungen desselben ohne Genehmigung der § 2. Auch von Ausländern soll weder beim Eintritt betreffenden Stammer eine Strafverfolgung eingeleitet oder fort noch beim Austritt über die Grenzen des Bundesgebiets, noch gefest werde. Der Antrag begivect, die bayerischen Abgeordneten während ihres Aufenthalts oder ihrer Reifen innerhalb in dieser Beziehung mit den Reichstagsabgeordneten gleichzustellen. desselben ein Neifepapier gefordert werden." Jm§ 10 desselben Gefeßes heißt es: Nationalliberale und Wahlrechtsreform. Unberührt bleiben jedoch die Bestimmungen über die ZwangsDer nationalliberale Verein in Köln befaßte sich in seiner Bässe und Reiserouten fowie über Stontrolle neu anziehender jüngsten Versammlung mit der preußischen Wahlreform. Der Bersonen und der Fremben an threm Aufenthaltsorte. 8u Hauptredner, Prof. Moldenhauer, befürwortete den national legteren Zweden dürfen indeffen Aufenthaltstarten miserablen Grundsatz der Politik bes Erreichbaren". Das Reiche, transporte und Verschiebungen auf dem Kaukasus und in weder eingeführt, noch wo fie bestehen, beibehalten werden." tagswahlrecht dürfe nicht angetastet werden; aber für die Ein- verschiedenen zentralasiatischen Orten vorgenommen werden, Doch was schiert sich die Weinisterialverfügung, die über Verführung des gleichen Wahlrechts in Preußen sei er nicht zu so ist dies u. a. auch darauf zurückzuführen, daß die Durch tragsbruch flagt, um Staatsverträge ober Reichsgefeße! Die Verfügung des Miniſters verstößt auch gegen die freilich für ein Pluralwahlrecht. In der Wahlrechtsfrage wünsche er ein Daschkow, vorgeschlagenen Reformen in diefein russischen haben! Er fei für das allgemeine und geheime, im übrigen aber führung der vom Statthalter des Kaukasus, Graf Woronzownicht ausdrücklich figierte Rechtsnorm, daß Arbeiter nicht schlechter zusammengehen mit den Konservativen! Es ist bemerkenswert, Grenzgebiet zunächst ein größeres Aufgebot militärischer als Spitzbuben, Spieler, Banterotteure, Zuhälter und Dirnen be- daß sogar dieser Nationalliberale der Parteileitung zum Vorwurf Kräfte verlangt; andererseits aber benutzt die russische handelt werden dürfen; die Verfügung legt nur Arbeitern 2 M. machte, daß sie noch kein Programm für die Wahlrechtsbewegung Bentralregierung diese ihr willkommene Gelegenheit, um Steuer zugunsten der Menschen- Bezugsquelle der deutschen Feldarbeiter aufgestellt habe; es sei bie höchste Zeit zu einer endgültigen einen gewissen Eindruck auf die in Betracht kommenden Nach der Gewerbeordnung ist der Unternehmer in der Annahme von Arbeitern unbeschränkt der preußische Minister verbietet ihm Ausländer zu beschäftigen, die nicht 2-4 M. Steuern an das Organ Zentrale auf. des Bundes der Landwirte entrichtet haben. gegen Stellungnahme. Schweiz. Sozialdemokratische Proporzinitiative. frankreich. mit der schlaffen Haltung der nationalliberalen In der Distuffton fam eine große Unzufriedenheit Mächte auszuüben. Frattion zum Durchbruch. Landgerichtsrat Glausius tabelte die Unsicherheit und die Schwäche der Fraktion. Die Ministerialberfügung droht dem, der da glaubt mit Recht die alle anderen Parteien hätten Stellung zur Wahlrechtsfrage ge Arbeit verlassen zu haben, auch wenn ihm später bas Gerit nommen; nur die nationalliberale noch nicht. Bei der Geflärung Bartei im Kanton Aargau sammelt gegenwärtig Unterschriften für Aarau, 13. Februar.( Gig. Ber.) Die sozialdemokratische recht geben sollte, Ausweisung im Falle er nicht an die Arbeits- Bülows am 10. Januar, die das bedauernswerteste politische Gr Partei im Kanton Aargau fammelt gegenwärtig Unterschriften für recht sich entfernt hat. Ein Privater müßte mit Recht bei ähnlicher Die Rede Krauses sei faft- und kraftlos gewesen. In der portionalwahl des Kantonsrates und der Ge. Drohung einer Anklage wegen Grpreffung entgegensehen. Verfassung. Die katholische Partei unterftüßt das InitiativDiefe offene Vertragsbrädigteit, die in der Fraktion feien viele Glemente, die nach rechts gemeinderäte. Es handelt sich dabei um eine Abänderung der hörten; die Fraktion müsse fich der konservativen Glemente entangeführten Ministerialberfügung liegt, begehren. und nicht minder eine Verfügung mit so flaren Berstößen gegen Gefeh und äußern. Diese Rede fand lebhaften Beifall. Rechsanwalt Dr. Falt schloß sich dieser Kritik an. Die Recht, würde allgemeine Empörung entfachen, wenn sie graftion hätte bei Bülows Absage an den Libera Unternehmer oder Müßiggänger fich gewendet hätte. Lismus( lebhafte Rufe: Sehr richtig!) viel entschiedener aufDer ökonomische Vorteil, ben Großgrundbesitzer und Groß- treten müssen. Rektor St. Schmidt ging noch schärfer als Herr industrielle erwarten, reicht hin, alle Grundsäße des Rechts mit Clausius mit der Fraktion Drehscheibe ins Gericht; ein Sinaus Füßen treten zu lassen. Bet rund 500 000 in Deutschland wurf der konservativ gerichteten Elemente fei für die Partei nur beschäftigten ausländischen Arbeitern hätten die Arbeiter von Vorteil. Ein Zusammengehen mit den Konservativen in der an die deutsche Feldarbeiter- 3entrale eine million zu entrichten. Wahlrechtsfrage fet entschieden abzulehnen. Die Feldarbeiter- Zentrale verlangt in ihrem Gebührentarif für Bezug von ausländischen Arbeitskräften" ferner vom Arbeit geber bei Einzelbestellungen pro Stopf: 1 W. Einschreibegebühr, 2 M. Aufnahmegebühr und 8-7,50 W. Vermittelungsgebühr, also 6-10,50 M. Menschenhandelgebühr. Aber diese rund 4 Millionen Sündengelder sind keineswegs der einzige Vorteil, den das Unternehmertum aus der besprochenen Ministerialverfügung zieht. Streit brecher und Lohnbrüder sollen die armen ausländischen Stulis fein, die unter betrügerischen Berfprechungen bierher gelodt werden. Und das genügt zum Ünreiz und zur Beschönigung des offiziellen Vertragsbruchs. # Glaubt der Reichskanzler, diese Vertrags- und Gesegesverlegung der vom Reich gefchloffenen Verträge und gefchaffenen Gefege fet cine interne preußische Angelegenheit oder wird er versuchen, den offenbaren Vertragsbruch zu rechtfertigen, der die in- und ausländischen Arbeiter aufs schwerste fchäbigt, Deutschland tief herab drickt? Politische Ueberficht. Berlin, den 15. Februar 1908. System Kraette. " Zwei Jahre Gefängnis für einen abgedruckten Artikel. Paris, 14. Februar.( Gig. Ver.) ftand gestern wegen Beleidigung der Armee und der Aufreizung der Der Redakteur Collongh bon der Vie Sociale" in Nanch Soldaten zum Ungehorsam vor den Gefchtvorenen dieser Stadt. Die genannten Vergehen sollte er durch den Abdruck eines Artikels Die Versammlung nahm schließlich einstimmig eine Reso- der Guerre Sociale" begangen haben, ber die Regimenter belobte, Iution an, worin der Zentralvorstand der nationalliberalen die fich während des Wingeraufstands widersezig gezeigt hatten. Partei bringend gebeten wird, als bedeutsamsten Punkt des Bros Der Berfaffer des Artikels, Merle, ist seinerzeit in Paris gramms der Wahlagitation für die Landtagswahl( 1) au vier Jahren Gefängnis verurteilt worden. Collongh bekam die Reform des jebigen Wahlrechts aufzustellen und einzutreten wegen des Abbrucks a wei Jahre Gefängnis und 100 Frank für eine Wahlkreiseinteilung, die auch der wirtschaftlichen und Geldstrafe zubiftiert! Der mitangeklagte verantwortliche Redakteur politischen Bedeutung unserer großen Städte und des Industrie- war zur Verhandlung nicht erschienen und wurde barum in gebietes gerecht wird, für direkte und geheime Wahl sowie für eine contumaciam gur Magimalstrafe von 9 Jahren Gefängnis und zv Grsehung des Dreiflaffentahlsystems durch eine ben liberalen einer Geldbuße von 3000 Frank verurteilt. Ersetzung des Dreillaffenwahlsystems durch ein den liberalen Welcher Art diese liberalen Forderungen" find, sagt die Resolution leider nicht. Im übrigen kommt in der Resolution deutlich die Furcht vor Bandtagswahlagitation zum Lissabon, 15. februar. Morgen wird im Amtsblatt ein Gre Ausdruck. Wie sollen die Nationalliberalen die Wahlreform zum laß veröffentlicht werden, durch welchen die aus Wahlen hervorbedeutsamsten Buntt" des Wahlagitationsprogramms machen, wo gegangenen Generalräte und Gemeinderäte, die von sie für diefen nämlichen Punkt" bis jest nicht das mindeste Franco durch Verwaltungskommiffionen ersetzt worden waren, getan haben! wieder in ihre Aemter eingefeht werden. So endete ein Kämpfer fürs teure Baterland. Wegen Majestätsbeleidigung Portugal. Die Liquidierung der Diktatur. Rußland. Gin verurteilter Abgeordneter. Die Hetze gegen Finnland. Ein Kriegsveteran bon 1866 und 1870/71 wurde dieser Tage als Gemeindearmer im Pferdestall Petersburg, 14. Februar. Der Gerichtshof au Garatow vers eines Bauern in Reichsdorf( Niederbayern) tot aufgeurteilte heute den Abgeordneten der dritten Reichs. funden. Er wurde beerdigt", berichtet furz die bürgerliche Duma Koljublain( Sabettenpartei) au sechs Monaten Gefängnis, In der Weiterführung der Verhandlungen des Reichstage Bresse und sie hält es nicht einmal der Mühe wert, nur seinen weil er in einer im Jahre 1906 zu Saratom gehaltenen Rede aufüber den Postet at tam es heute zur völligen Ueberführung Ramen zu nennen. gefordert hatte, dem Wyborg- Aufrufe Folge zu leisten. des Herrn Staatssekretärs Straette wegen wissentlicher Beeinträchtigung der verfassungsmäßig garantierten Wahlfreiheit. Der Abgeordnete Dr. Strube von der Freifinnigen Ver- und Verbreitung unzüchtiger Schriften verurteilte Petersburg, 14. Februar. In der Duma brachten heute einigung gab am Schluß seiner Rede eine aftenmäßige Dar gestern die Straffammer Mülhausen nach vierstündiger, unter 63 Abgeordnete, meift Oftobriften, eine Interpellation an den stellung des Falles Schellenberg. Daraus ging hervor, daß ausschluß der Deffentlichkeit geführter Berhandlung den Ministerpräsidenten über die finnländischen Ange. der Dr. Schellenberg von seinen ärztlichen Stollegen im Rebatteur des Dialett- Wigblattes, Der Bictori", Emil Ruetsch, Legenheiten ein. In der Interpellation wird gefragt 1. ob Wirtshaus befragt, wie er bet der Stichwahl gestimmt zu einer Gesamtgefängnisstrafe von zehn Monaten. Der in eigener Staatssekretär sich den Gefeßen insofern nicht unterwarfen, als es wahr ist, daß der finnländische Generalgouverneur und der habe, mitgeteilt hatte, er habe dem Sozialdemokraten Lehmann Berfon die Anklage vertretende Erste Staatsanwalt Herr Wilfter fie Berichte von allgemeiner Staatsbedeutung direkt dem Kaiser feine Stimme gegeben. Das hatte eine bedienende Kellnerin hatte 15 Monate Gefängnis beantragt. Die wegen Majeftäts- unterbreiten, ohne diefelben vorher dem Ministerpräsidenten zur gehört und au einem Stammtisch erzählt, an dem ein Bost beleidigung inkriminierte Nummer, die einen ungertrawatt Brüfung vorzulegen, 2. warum der im Jahre 1899 ausgesprochene beamter a. D. feinen Platz hatte. Diefer Postbeamte a. D. bor bem töniglichen Schlosse in Berlin passieren Wille bes Staifers bezüglich des Anschluffes finnländischer Bahnen denunzierte den Dr. Schellenberg bei der Postdirektion in tant, erschien unbehelligt Mitte Dezember des vorigen Jahres; als an die Staatsbahnen nicht erfüllt wird, während finnländische und Wiesbaden, indem er verlangte, fie folle gegen ben Arzt ein- jedoch fechs Wochen später bie wahlrechtsbemon- fchwedische Bahnen bereits verbunden sind und 8. ob der Ministerschreiten. Die Postdirektion Lehnte das ab. Der ftrationen in Berlin erfolgten, wurde plöglich die Staats- präsident gegen berartige gefezwidrige Handlungen ber finn Denunziant wandte fich dann an die Oberpostdirektion in gefährlichkeit entbedt, die Nummer tonfiszirt und der Rebatteur berländischen Behörden Maßregeln ergriffen habe. Frankfurt a. M., die gleichfalls ablehnte. Dann ging der haftet, der erst nach achttägiger Untersuchungshaft gegen Kaution Denunziant an die richtige Schmiede, an den Staatssekretär wieder freigelassen wurde. des Reichspostamtes Herrn Straette. Erst Herr Kraette ging Nachdem er sich auf die Denunziation ein. durch einen Untergebenen von Herrn Dr. Schellenberg über die tat sächliche Grundlage des ihm denunzierten Stellnerinnen- Klatsches vergewiffert hatte, ließ er dem Arzt die Stellung bei der Boft Krankenkasse tändigen. In seiner Darstellung des Falles am Donnerstag hatte Herr Kraette es verschwiegen, daß er selbst erst der Denunziation Folge geleistet habe, nachdem zwei untergeordnete Behörden dies abgelehnt hatten. Herr Straette hat sich Ein Soldatenschinder. Marokko. Tätigere Mitarbeit Spaniens. Aus Madrid wurde vom Donnerstag gemeldet, daß Vor dem Kriegsgericht der 16. Division stand der Unteroffizier das Gerücht, nach welchem die französische Regierung die Klos vom Infanterieregiment Nr. 69 in Trier, der bereits wegen spanische Regierung mittels einer Note zu einer tätigeren Weißhandlung von Untergebenen und wegen versuchter Berleitung Mitarbeit in Marotto aufgefordert habe, gänzlich unbegründet zum Meineid zu einem Jahr und drei Monaten 3ucht- fet. Tags darauf kam die wie eine Bestätigung des Gerüchts aus verurteilt worden ist, nachträglich nochmals unter der aussehende Meldung, daß aus Melilla, der spanischen anklage ber Golbaten mißhandlung. Das Urteil lautete auf eine Bujatstrafe von drei Wochen. Rußland und die Türkei. Befihung an der marokkanischen Küste, Truppen nach der Hafenstadt Mar Chica abgegangen feien und am Sonnabend wird bestätigt, daß die Stadt nach kurzem Gefecht mit den Eingeborenen befekt worden ist. Natürlich versichert gleichzeitig eine Note des spanischen Ministers des Aeußern, daß dieser Schritt nur eine provisorische Maßregel sei. Spanien folgt also dem französischen Beispiel.( Mar Chica liegt an der Mittelmeerküste Maroffos, zwischen Melilla und der marokkanischen- algerischen Grenze.) Der Proteft gegen das Reichsvereinsgesch. damit obendrein in Widerspruch gefegt mit allen Erklärungen 19 000 Personen waren am Donnerstag zu Hannover in der gegenwärtigen wie früherer Regierungen, daß die Wahl- neun großen Versammlungen verfammelt, in denen überall einfreiheit auch der Beamten geachtet werden solle. Da Herr stimmig die Protestresolution angenommen wurde. Straette offenbar der Zustimmung des Reichstages sicher ist, zeigt es fich hier wieder einmal, in wie schreiendem Widerspruch die reattionären Taten der Regierung zu ihren an- Seit einigen Tagen häufen sich Meldungen über tür geblich liberalen Grundsägen stehen. Stein wirkliches Barla- tische Truppenbewegungen an der russischMulay Hafid befolgt Deutschlands Rat. ment mit wahrhaft tonstitutionellen Rechten würde sich Herrn ta utafisch türkischen Grenze. Größere türkische Der Gegenfultan hat den Rat der deutschen Regierung, sich an Straette auch nur einen Tag länger gefallen laffen. Truppenmaffen werden fonzentriert und in der mohamme Europa au wenden, befolgt. Nach einem Telegramm, das der Jm Blockreichstag war es möglich, daß unmittelbar nach danischen Bevölkerung wächst die feindselige Stimmung gegen Kölnischen Zeitung" aus Tanger zugegangen ist, hat Mulay Herrn Kraettes fläglichem Verteidigungsverfuch der Frei- die Russen. Die russische Regierung, die bisher diesen Vorsinnige Eichoff, deffen Partei durch den Staatsgängen geringe Bedeutung geschenkt hat, ergreift jest Gegen- afib an bas biplomatische Korps einen Appell gefandt, dem Blutvergießen bei Casablanca ein Ende zu be sekretär mindestens ebenso start brüistiert war wie maßregeln. Bier Divisionen sollen nach dem Kaukasus die Sozialdemokratie, über den Fall Schellenberg Straette gesandt werden. Die nach dem Kaukasus gehenden Eisen- reiten. Er hoffe, daß Frankreich seine Operationen einstellen und hinweghuschte mit der Bemerkung, Herr Straette hätte besser bahnen wurden bereits angewiesen, für die Militärtransporte ich in die angelegenheit zwischen dem Volke von Marokko und getan die Denunziation als Kellnerinnenklatsch zu behandeln; bereit zu sein. im übrigen habe sein Freund Kopsch mit hinreichender Das Blatt Alerander Gutschkows, des Führers der OftoHegypten. Deutlichkeit bereits die Mißbilligung seiner Parfet über die bristen, das zu der Regierung in nahen Beziehungen steht, Mustapha Kamel Pascha. Maßregelung Schellenbergs ausgesprochen. Mit großer der Moskauer Golosa Moston", erklärt, daß Romplikationen London, 13. Februar. Der Führer der ägyptischen Nationalisten Wärme trat er aber dann für das Recht der Abgeordneten im Orient nichts weniger als ein Mythus seien. Aus ist vor wenigen Tagen in Stairo gestorben. Die Briten verloren in cin, Beamtenbeschwerden vorzubringen, weil man doc) Griwan läßt sich das Blatt telegraphieren, daß die De- ihm einen gefährlichen Gegner, die Aegypter ihren hervor. wiedergewählt werden will". Zum Schluß brachte Herr Eickhoff setzung solcher persischer Ansiedelungen, die sich ragendsten Führet. Mustapha Kamel war es, der seinem es dann fertig, dem Herrn Kraette, sofern er gewisse Wünsche in der Einflußsphäre Rußlands befinden, durch türkische Bolte die Leuchte des modernen politischen Denkens vorantrug und erfülle, das Vertrauen seiner Partei auf dem Präsentierteller Truppen auf die muselmanische Bevölkerung einen starten ihm den Weg des tonftitutionellen Fortschritts wies. Es wäre ihm # Abdul Afts nicht mehr einmischen werde. ein LelchteS gewesen, sich die Gunst der Herren deS Landes zu stritt zum grögten Teil bereits bewirkt Ijat. Hoffentlich würden, erobern und in der englischen Presse als ein großer Staatsmann � auch die Berliner Mitglieder sich von der besseren Einsicht leiten' gefeiert zu werden. Allein er Isar von einer zu heißen Liebe zu seinem Volke erfüllt, um die ihm vorschwebenden Ideale zu kom- promittiercn. Mustapha strebte nach politischer Unabhängigkeit, nach einem konstitutionellen Leben Acgytens. Mustaphas Leben war von einem großen Wollen und selbstlosen Bemühen erfüllt. Der ägyptische Volksführer ist jung gestorben. Er war erst 34 Jahre alt. Neben dem Arabischen, das seine Mutter- spräche war, sprach und schrieb er französisch und englisch. Er wurde in Paris erzogen und gab dann in Kairo die Zeitung„El Lewa" heraus und in den letzten Jahren den in englischer und französischer Sprache geschriebenen„Egyptian Standard". Im Interesse seiner Ideen knüpfte er in Paris und London mit radi- taten Politikern Verbindungen an, die die Aufmerksamkeit Europas auf die nationalistische Bewegung Aegyptens, auf ihre Wünsche und � lassen und dem Konferenzbeschlutz nachkommen, der ihnen den ' Ucbertritt zum Verbände zur Pflicht macht. Veutlcbes Reich. Gelber Terrorisums. Die bekannte Firma Seidel u. Naumann in' Dresden gründete anläßlich des Streiks im vorigen Jahre einen Arbeits- willigen-Verein, den sie pomphaft„Freie Vereinigung deutscher Metallarbeiter" nannte und in den sie jeden Arbeiter zwang, der bei ihr in Beschäftigung trat. Es wurde auch besonders mit ihrer Unterstützung eine gelbe Zeitung in Dresden gegnindet. Die Zeitung, die ihr niöglichstes tut in Bekämpfling und Verleumdung der niodernen Arbeiterbewegung, kann trotz der Unterstützung der Kapitalisten aus keinen grünen Ziveig kommen Beschwerden zu lenken verstanden. Er war ein reiner imi,' energischer Charakter, allen Schleichwegen abhold, und von°er ArveltSwlU>gen-VerelN. oem jetzt sre lticy eine ganze Anzam festen Glauben an Freiheit, Gerechtigkeit und Kultur beseelt. energischer Charakter, allen Schleichwegen abhold, und von einem> cm- n-...-- c �' r. ketten Klauben an Kreibeit Gereckttakeit„„h V.ftnr b-k..-» Metallarbeiter nur gezwungen angehören, erfreut sich der ab- fälligsten Beurteilung nicht nur in den Kreisen der organi- Eewerk Icbaftliebes. Crklärung. Tie„Vereinigung der Zimmerer und verwandter Berufs- genossen Deutschlands" hat auf ihrer siebenten Konferenz zu Berlin� am 1. und 2. Dezember 1907 mit einer Majorität von 27 gegen 20 Stimmen den Uebertritt in den„Zentralverband der Zimmerer" beschlossen und die Geschästsleiwng beauftragt. alle zur Durchführung dieses Beschlusses notwendigen Maß- nahmen einzuleiten. Die damalige Minderheit der Konferenz besitzt leider so wenig demokratisches Gefühl, daß sie sich den Beschlüssen der höchsten Instanz der„Vereinigung" nicht zu fügen vermag. Sie ist beniüht, eine Neugründung der aufgelösten„Ner einigung der Zimmerer" in die Wege zu leiten und beruft zu diesem Zwecke eine neue Konferenz ein. Diese Gestaltung der Dinge hat die Preßkommission ver- anlaßt, in einer besonderen Sitzung zu der Frage Stellung zu nehmen, wie der„Vorwärts" sich zu diesen Außenseitern zu stellen hat. In der fraglichen Sitzung wurde festgestellt: 1. Die„Bereinigung der Zimmerer" hat ihren Uebertritt zum Verband beschlossen. Als Organisation der Zimmerer Deutschlands existiert nach Auflösung der„Vereinigung" nur noch der„Zentralverband der Zimmerer". 2. Alle außer dem Zentralverband bestehenden oder sich neu gründenden Organisationen, ob sie den Namen„Vereinigung der Zimmerer" oder einen anderen Namen tragen, haben keinen Anspruch auf die Rechte, die der übergetretenen Ver- einigung zustanden. Sowohl der Inseratenteil wie der redaktionelle Teil deS„Vorwärts" find ihnen verschlossen und sie haben auf keinerlei Unterstützung durch das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei zu rechnen. Der Parteivorstand, den eigene dringende Ge- schäfte verhinderten, an der Sitzung der Preßkommission teil- zunehmen, hat sein Einverständnis mit diesen Beschlüssen be- kündet. Die Preßkommisfion. Berlin und Umgegend# Die einsame Größe. Die an, Freitag bei Dräsels abgehaltene Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Metallarbeiterverbandes hat den„Sieg" der WieseMhalschen Richtung vervollständigt. Verbandsvorfltzender, Kassierer, Redakteur, die Beisitzer deS Verbaudsvorstandcs sowie der gesamte Vorstand des Berliner Vereins sind abgesetzt, dafür hat Wiesenthal die Leitung des Verbandes und des Berliner Vereins sowie die Redaktion des Ver- bandSorganö übertragen erhalten; der Vorstand des Berliner Vereins besteht nur noch aus Rohrlegern und ebenso bilden diese im Verbandsvorstand die Mehrheit. Die Rohrleger haben „reinen Tisch" gemacht; wenn es dabei auch nicht ganz sauber zugegangen ist. W i e s e n t h a l treibt als gewerkschaftlicher „Isolierer" ein gefährliches Spiel. Die Mehrzahl seiner Anhänger rechnet sich zur Sozialdemokratie und verfügt über ein stark ans- geprägtes Solidaritätsgefühl, das Wiesenthal in unverant- wortlicher Weise auf die berufliche Seite, statt auf die gewerl- schaftliche Zusammenfassung aller Kräfte konzentriert. Früher oder später wird sich das an den Rohrlegern bitter rächen. So wie die Rohrleger, verstimmt, weil ihnen angeblich im Metallarbeiter- verband ihr Recht nicht wurde, aus diesem austraten, so kehrt jetzt ein Teil derselben zum Metallarbeiterverband zurück. ES kriselt unter den Rohrlegern ganz bedenklich und jedenfalls war die Zahl derer, die, als am Freitag zur Wahl Wiesenthals geschritten werden sollte, den Saal demonstrativ verließen, groß genug, um ihm zum Nachdenken Anlaß zu geben. Mit der vollständigen Be- sctzung des Vereins durch die Richtung Wiesenthal wurde der Austritt auS dem Berliner Gewerkschastskartell beschlossen. Die in der Nr. 36 des„Vorwärts" auf den Anschluß an den Metall- arbeiterverband abzielende Resolution blieb in der Minderheit; dafür stiurmtcn zirka 30 Mitglieder, doch verhielt sich hier wie bei den sonstigen Abstimmungen ein erheblicher Teil der Mitglieder passiv. Zum 8. März beruft der neue Vorstand, gemeinsam mit dem Ausschuß, eine Generalversammlung nach Berlin ein; der Rechtsstreit um das Verbandsvermögen soll bereits am 3. März entschieden werden._ Die Vereinigung der Zimmerer hielt am Freitag eine Ver- sammlung in den Arminhallen ab. Wie der Referent Theodor Fischer ausführte, handelte es sich darum, den Mitgliedern, in deren Reihen Meinungsverschiedenheiten wegen der UebertrittS- bedingungen herrschen, dieselben klar zu legen. Nachdem sich der Verein der Zimmerer Berlins in der Einigungsfrage gespalten hat, sei an einen geschlossenen Nebertritt zun» Verbände nicht zu denken. Ein Irrtum sei es aber, wenn geglaubt werde, daß d«S- halb die vereinbarten Uebertrittsbedingungen ihre Geltung verloren haben. Die Uebertrittsbedingungen bleioen in vollem Umfange in Kraft und gelten iür jedes Mitglied der Vereinigung, welches bis spätestens zum 14. März sein Mitgliedsbuch abgegeben und seinen Uebertritt angemeldet hat. Vom 15. März an hört die Geltung der vereinbarten Bedingungen auf. Wer erst nach dem 15. März seinen Uebertritt vollzieht, der gilt als neues Mitglied sierten Arbeiter. Schon im Dezember forderte die Firma die Kontoristen und Buchhalter auf, die gelbe Zeitung zu abonnieren. Auch ihr Einwand, daß sie schon eine bürgerliche Zeitung abonniert hätten, nützte ihnen nichts— sie ni u ß t e n eben das gelbe Organ abonnieren, wahr- scheinlich um die Zuschüsse der Firma verringern zu helfen. Natürlich waren die Herren nationalen Kailfleute, die den klassenbewußten Arbeiter hochmütig über die Achsel anzusehen pflegen, außerordentlich ungehalten über die Znnnitnng, das für Arbeiter bestimmte Blatt abonnieren zu müssen. Aber es kam anfangs dieses Monats noch besser. Vom Direktor Förster bekamen sie das folgende Zirkular zugesandt: „Atiicngcsellschaft vor«. Seidel o. Naumann. In den Maschnlenfabriken von Lehmann. Rockstroh u. Schneider sowie der Nähmaschinenfabrik von Klemens Müller und anderen Werken find der„Freien Vereinigung" deutscher Metallarbeiter nicht nur Arbeiter, sondern fast alle Obermeister, Meister, Vorarbeiter und kaufmännischen Beamten als Mitglieder beigetreten, um gemeinsam mit de» ihnen unter- stellten Arbeitern jene unhaltbaren Zustände zu bekämpfen, welche durch das Ueberhandnehmen von sozialdemokratisch organisierten Arbeitern und den durch diese gezeitigten Agitatoren entstanden sind und die auch wir vor dem Streik im Jahre 1907 jahrelang zum größten Schaden unserer Fabrik und eines jeden Arbeiters durckigekostet und erfahren haben. Wenn nun auch in unserem Betriebe durch den letzten Streik jene Elemente vollständig entfernt und ein erneutes Austreten der- selben bis jetzt nicht bekannt geworden ist. so steht doch fest, daß bereits von außen her der Versuch gemacht wird, unsere zum größten Teil jetzt nicht sozialdemokratisch organisierten Arbeiter zum Eintritt in diese Verbände zu bewegen. Um nun die init großen Opfern durchgeführte Reinigung unseres Betriebes für alle Zeilen nachwirken zu lassen, ist es not- wendig, daß die Direktion in diesen Bestrebungen von der ge- samten Beamtenschaft unterstützt wird, was ganz besonders dadurch geschehen kann, daß der in unserer Fabrik bestehenden Vereinigung freier deutscher Metallarbeiter von allen Seiten das größte Interesse entgegengebracht wild und ihre Be- strebungen, soweit eS sich mit den Interessen der Fabrik und zwischen dem Verhältnis der Beamtenschast zu unserer Arbeiter- fchast vereinbaren läßt, gefördert werden. Ich richte daher hierdurch an Sie die Bitte, Ihr Interesse für diese Freie Bereinigung und für unsere Fabrik dadurch kundgeben zu wollen, daß Sie dem Beispiele der Beamten obengenannter Fabriken folgen und ebenfalls Ihren veitritt in der Freien Vereinigung nachsuchen. Die hierfür aufzuwendenden Beiträge kommen bei den außer- ordentlich günstigen Einrichtungen, von welchen ganz besonders die Unterstützung in Krankheitsfällen zu nennen ist, gar nicht in Betracht. Zu Ihrer Orientierung lege ich ein Exemplar der neu revidierten Satzungen bei. Mit der Bitte, auf beifolgendem Bogen Ihren Beitritt zur Freien Vereinigung zu erklären und im Nichtfalle die Begründung bekannt zu geben sowie den Bogen bis morgen abend im Hauptkontor abgeben zu wollen, verbleibe ich Ihr wohlwollender F o e r st e r." Das Zirkular ist nach mehr als einer Richtung hin interessant. Es beweist, daß zahlreiche Mitglieder der gelben Bereine, die als Arbeiter mitgezählt werden, Angestellte und Kaufleute sind, daß die Zahlen der Mitglieder der gelben Vereine, die sowieso nur außerordentlich klägliche sind, wenn man von nationalen Arbeitern sprechen will, noch ganz gewaltig reduziert werden müssen. Am bemerkenswertesten ist jedoch der rücksichtslose Terrorismns, der hier auf die so wenig widerstandsfähigen kaufmännischen Angestellten ausgeübt wird. Sie werden sogar angehalten, im„Nichtfalle" ihre Begründung bekannt zu geben. Noch interessanter wird aber die Sache, wenn man die ganze Geschichte des Mitgliederfanges kennt. Nachdem nämlich die Kontorangestellten die Zumutung der Firma vernahmen, Mitglied eines Metallarbcitervereins werden zu sollen, be- mächtigte sich ihrer eine große Entrüstung. Sie wagten aber trotzdem nicht, das Ansinnen des„wohlwollenden" Direktors glattweg abzulehnen und machten eine mit einigen Dutzend Unterschriften bedeckte Eingabe an den Herrn Direktor, indem sie darauf hinwiesen, daß sie doch keine Metallarbeiter seien. Doch wären sie bereit, dem Verein als unterstützende Mitglieder beizutreten. Der„wohlwollende" Direktor wurde sehr zornig und ließ etwas von„er wolle sich das merken" fallen. Aus Furcht vor der Entlassung haben dann die kaufmännischen Ange st eilten bis auf wenige Ansnahmen dem Wunsche des Direktors Rechnung getragen. Statutenmäßig muß jeder, der dem Verein beitritt, einen Revers unterschreiben, in dem er bestätigt, keiner anderen Organisation anzugehören. Viele der so schmählich in den gelben Verein gepreßten Kaufleute sind sicher Mitglieder der deutschnationalen oder anderer nicht klassenbewußten kaufmännischen Organisationen. Nützt ihnen nichts, sie werden zu Mitgliedern der gelben Arbeitswilligen- vereine gepreßt, um mit ihren Beiträgen den Verein mit über Wasser zu halten. So wirbt man bei den Gelben Mitglieder. Auch die Hof- arbeiter. Nachtwächter usw. sind mit der gleichen Aufforderung bedacht worden. Und sowas erdreistet sich, von dem Terrorismus der mo- dernen Arbeiterbewegung zu faseln! Infolge der schlechten Baukonjunktur, die im Jahre 1907 in Breslau herrschte, ist in der schlesischen Hauptstadt die Mit- .......___________________...„ gliederzahl des BauhulfsarbeiterveroandeS von 3000 des Verbandes und die Uebertrittsbedingungen finden auf ihn keine � am Anfang des Jahres 1907 auf 2127 zurückgegangen. Wie stark Ein„Arbeitswilliger". Aus Halle a. S. berichtet man uns: Der Maler Schwanke hatte zum Kummer seiner Kollegen jahrein jahraus in der großen Zimmermannschen Maschinenfabrik permanent nach Feierabend gc» arbeitet. Als ihn sein Meister eines Tages entlassen.rollte, sagte die Direktion, das gehe nicht; einen so braven Arbeitswilligen müsse man sich warm halten. Wie erstaunte aber die Direktion, als sie eines Tages erfuhr, weshalb der Mann so gern nach Feier- abend arbeitete. Er tat dies, um die Firma„bemausen" zu können und hatte nach Feierabend, da dann die Kontrolle durch den Portier fehlte, für rund 1000 M. Oel und Farben weggeschleppt. Die Strafkammer verurteilte den Arbeitswilligen wegen Dieb- stahls zu neun Monaten Gefängnis und sein Abnehmer, ein Drogist. erhielt ein Jahr Gefängnis._ Ter Siebenstundentag. Ltuf Grund gegenseitiger Verhandlungen wurde zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern des Stcinbildhauergctverbes zu Chemnitz folgender Vertrag vereinbart: 1. Tie Arbeitszeit be» trägt vom 1. März 1908 ab 7 Stunden täglich. 2. Tie Löhne werden nach Leistung bezahlt, der Mindestlohn ist 6 M. täglich. 3. Die GeHülsen müssen eigenes Werkzeug haben, das Eisenschärfen bezahlen die Unternehmer. 4. Kündigung besteht nicht. 5. Gehülfen dürfen keine Kostenanschläge machen und Arbeiten selbständig über# nehmen.— Bisher galt die 7>/5istündige Arbeitszeit. Durch die Einmütigkeit der Steinbildhauer wurde die Arbeitszeiwerkürzung ohne Kampf durchgesetzt._ Die Nuternehmer rüsten! Ueberall und in allen Branchen rüsten jetzt die Unternehmer zu kommenden großen Kämpfen. DaS beweist auch folgendes Zirkular, das nach berühmten Mustern den Weg in die Oeffent- Nchkeit gefunden hat: Streng vertraulichl P. P. Da sich in letzter Zeit die Agitation unter der Arbeiterschaft wieder lebhafter bemerkbar macht und Streiks in den ver« schiedensten Orten— Annabcrg, Buchholz, Gotha usw.— vorgekommen sind, hat sich der unterzeichnete Vorstand eingehend mit der Frage der Streikversicherung befaßt. Kein Fabrikant ist heute auch nur einen Tag vor Streik sicher. Eine unabweis- bare Pflicht eines jeden ist es daher, sich davor soweit wie irgend möglich zu schützen. Diesen Schutz kann aber nur eine auf breitester Grundlage errichtete Versicherungsgesellschaft bieten, die sich auf möglichst alle Branchen verteilt, während kleinere Ärbeitgeberverbändc gegen die mächtigen und kapitalkräftigen Arbeiterorganisationen nichts ausrichten werden. Wir empfehlen daher dringend den Anschluß an die bestehende Streikversicherungsgesellschaft des Verbandes sächsischer Industrieller und haben es uns zur Auf- gäbe gemacht, unseren Mitgliedern hinsichtlich der Bedingungen einige Vergünstigungen zu verschaffen. Wir richten daher an alle Herren Kollegen, die eine Ver- sicherung abschließen wollen oder es schon getan haben, die Bitte, dies dem Vorsitzenden unseres Verbandes, Herrn Gustav Stade, melden zu wollen. Der Vorstand des Verbandes der Kartonnagenfabrikantcn für Dresden und Umgegend. Eine dringende Mahnung an alle in der Kartonnagen-Jndustric beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, sich ihrer Organisation anzuschließen. Die Unternehmer rüsten, um dem Andrängen der erstarkten Gewerkschaftsbewegung nach menschenwürdiger Lebens- Haltung entgegentreten zu können. Große Kampfrüstungen betreiben die Unternehmer deS Maler» und Tünchergewerbcs in Nürnberg-Fürth. Am 15. April läuft der vereinbarte Tarif ab, und diese Gelegenheit soll zu einem Haupt- schlag gegen die Arbeiter benutzt werden. Man will ihnen einen verschlechterten Tarif aufzwingen. Deshalb wurde schon im vorigen Herbst an die Bauunternehmer in einem geheimen Rund- schreiben die Bitte gerichtet, alle notwendigen Arbeiten so zu be» schleunigen, daß sie noch vor dem 15. April hergestellt werden können. Jetzt ist auch an die Privatkundschaft ein Schreiben er- gangen, in dem ersucht wird, alle Arbeiten vor dem 15. April auS- führen zu lassen. Zu gleicher Zeit sucht man in Unterfranken und anderwärts Verbindungen anzuknüpfen, um sich schon jetzt Arbeits- willige zu sichern. Es dürft« daher gut sein, hinsichtlich des Zu- zugs von Malern und Tünchern in daS Gebiet von Nürnberg und Fürth einige Vorsicht walten zu lassen. Bewegung des bayerischen Gemeindedienstpersonals. Die Kom» munalbeamten und-Bediensteten in Bayern haben sich in einem Verband organisiert, der jetzt mit einem Reformprogramm der Anstellungs-, Besoldungs- und Pensionsverhältnisse hervortritt. Von den Forderungen des Programms, das als Grundlage für eine Aenderung der Gcmeindeordnung gedacht ist, sind hervorzuheben: Beseitigung der Möglichkeit, daß die Gemeinden sich,auf dem Wege des Privatdienstvertrages die nötigen Hülfskräfte verschaffen. Die Gemeinden sollen die erforderlichen Stellen in ihren Haushalts- plan einstellen. Die Anstellung aller in dauernde Stellung gc- nommcner Beamten soll nach dem Vorbild des preußischen Kom- munalbeamtengesetzes durch Aushändigung einer Anstellungs- Urkunde erfolgen, die über alle Rechtsverhältnisse der Angestellten Aufschluß gibt. Allen Gemeinden mit über 5000 Einwohnern soll die Errichtung von Beamten- und Bedienstetenausschüssen gesetz- lich vorgeschrieben werden. Nach fünfjähriger Dienstzeit soll in der Regel die definitive Anstellung auf Lebenszeit erfolgen. Die Be- diensteten sollen die Bezeichnung„Unterbeamte" erhalten. DaS Pensionsrecht, das zwar in den meisten Städten schon gewährt wird, aber nur eine freiwillige Leistung darstellt, soll gesetzlich festgelegt werden. Die Staatsregicrung soll eine allgemeine Pensionskasse für die Angestellten derjenigen Gemeinden errichten, die nicht schon eigene Kassen haben. Die Dienstzeit, die der Angestellte im Dienste anderer Gemeinden, deS Staates oder deS Reiches zugebracht hat, soll alS pensionsfähig angerechnet werden. Ferner wird eine Ver» besserung der Disziplinarbestimmungen, der VorrückungSverhält- nisse, die Vorausbezahlung der Gehälter usw. verlangt. Letzte JVacfmcbten und Depcfcben. Betrügerische Sklavenhändler. Sidney, 15. Februar.(B. H.) Infolge betrügerischer Zusicherungen von Varnaer Auswanderungsagenten war eine große Anzahl Bulgaren nach Australien und Neuseeland aus» gewandert. Die völlig mittellosen und der englischen Sprache unkundigen Leute sind jetzt in Sidney und befinden sich in übelster Lage. Die Bundesregierung untersucht die An- gelegenheit._ Arme Gräfin i Berlin, 13. Februar.(B. H.) Perlen im Werte von 267 000 Anwendung. Es ist deshalb notwendig, daß die Mitglieder der. die Bautätigkeit in Breslau abgenommen hat, ergibt sich aus Mark wurden einer in der Hindersinstraße wohnenden Gräfin Vereinigung ihren Uebertritt sobald als möglich vollziehen und � folgenden Zahlen. Im Januar 1906 waren dort 330 Wohnhaus- gestern abend gestohlen. Als die Gräfin nach 11 Uhr aus dem schon bis zum 2. März ihre Bücher bei der Gesdhäftsleitung ab-! Neubauten in Angriff genommen, im gleichen Monat 1907 nur 244, Theater in ihre im Erdgeschoß belegene Wohnung zurückkehrte, legte liefern, damit die Umschreibung ohne Störung vor sich gehen kann.' im Februar waren es nur noch 228 gegen 330 im Vorjahre, im sie eine lange Perlenkette in ein Kästchen und begab sich in ein Der Redner führte dann die Gründe an, welche für die Einheits- März 220 gegen 342, im Mai 219 gegen 341, Juli 212 gegen 365 Nebenzimmer. Nach einer halben Stunde bemerkte sie, daß ein organisation sprechen, er erläuterte die Uebertrittsbedingungen und � und September 234 gegen 031 Bauten. Es ist also im Jahre 1907 großer Teil der Perlen und außerdem eine Nadel verschwunden teilte mit. daß der Hamburger Verein, obgleich derselbe bie hart- 1 um ein Drittel weniger gebaut worden als im Jahre vorher. � waren. Die des Diebstahls verdächtige Zofe der Gräfin wurde fest- nackigsten Kämpfe mit dem Verbände geführt hat, seinen Uebcr- �- genommen, bestreitet aber die Tat. Verantlv. Redakt.: Georg Dovidsoha, Berlin. Inseratenteil verantw.:TH. Glocke. Berlin. Druck u.VerIag:VorivärtsBuchhr.u.VerlagSanstglt Paul Singer LcEo.,Berli»SV£ Hierza 4 Beilage». Nr. 40. 25. Jahrgang. 1. KeillM te Jorairts" Jittliiift Solliölilatt. Sonntag. 16. Feliruar 1908. Reichstag 102. Sitzung. Sonnabend, den IS, Februar, vormittags 11 Uhr. Am Bundesratstisch: Kraetke. Die zweite Beratung des Etats der Reichspost- und Telegraphen- Verwaltung wird'beim Titel:„Gehalt des Staatssekretärs, 44 000 Mark", fortgesetzt. Dazu liegen vor: 1. Die Resolution der Budgetkommission betr. Schliessung der Paketannahme um 6 Uhr an den Tagen vor den Sonn- und Feier- tagen. 2. Der Antrag v. Damm(Wirtsch. Vg.) und Genossen be- nesfs Herabsetzung des Portos im Orts- und Nachbarverkehr. 3. Der Antrag v. G a m p(Rp.) und Genossen auf Einsetzung von Ostmarkenzulagen in den Etat. Abg. Lattmann(Wirtsch. Vg.): Wir geben dem Staatssekretär darin Recht, daß ein Beamter niemals Sozialdemokrat sein darf. Wenn die Sozialdemokratie aber eine unwürdige Kriecherei darin erblickt, datz eine Beamtcnversammlung ein Telegramm an den Staatssekretär schickt, so ist das ein Faustschlag ins Gesicht der Beamten. Aber das Vertrauen der Beamten zu dem Staats- sekretär muh durch seine Behandlung der Audienzfrage stark sinken, der Staatssekretär scheint über die Mitzstimmung in den Kreisen der Be- amten nicht gut unterrichtet zu sein.— Wenn auch der Termin nicht genannt werden kann, wann die Beamtenbesoldungsvorlage uns zugehen wird, so sollkb doch wenigstens zugesichert werden, dass sie noch in dieser Tagung kommen wird. Rodner tritt des weiteren für grössere Sicherung des Lebens der Postbeamten ein, die die B a h n p o st begleiten.— Der Resolution auf Ermässigung des OrtsportoS stinrmen wir zu. Seit der Erhöhung des Ortsportos haben sich wieder eine grosse Reihe von Privatbeförderungsanstalten gebildet, wodurch enorme Summen der Post entgehen. Der langgehegte Wunsch nach Einführung des Einkilopakets sollte nicht so lange auf Erfüllung harren wie die Einführung einer deutschen Ein- heitsmarke. Ueber die noch ungeborene Telephonverteuerung will ich keine halbe Stunde reden. Jedenfalls erwarten wir. dass sich die Postverwaltung bei der Telephonreform vor allem nach den Interessen des tätigen Mittelstandes richtet. Abg. Kulerski(Pole): Ter Resolution der Budgetkommission über den früheren Schalterschluss für Pakete an den Vorabenden vor Sonn- und Feiertagen stimmen wir zu, ja wir wünschen im Interesse der Sonntagsruhe der Beamten, dass in noch ausge- dehnterem Masse ein früherer Schalterschluss eintritt. Auch sollte der erste Weihnachtsfeiertag und der Neujahrstag den Post- beamtcn freigegeben werden; dem Publikum kann es gleich sein, wenn die Neujahrsgratulationen auch erst am 2. Januar bestellt werden. Gegen den Antrag auf Ost markenzulage, seien sie widerruflich oder unwiderruflich, werden wir uns energisch st r ä u b e n, denn sie bildet eine PrämieaufGesinnungs- untüchtigkeit.(Sehr richtig! bei den Polen.) Die haka- tistische Seuche hat schon genug Verwüstungen angerichtet, sie hat die Kluft zwischen Schule und Haus geschaffen, die zu dem Schulstreik geführt hat, sie zieht Gesinnungslosigkeit und Charakterlosigkeit gross; die Ostmarkenzulage drückt das ethische Niveau derer herab, die mit ihr bedacht werden.(Lebhafte Ruftim- mung bei den Polen und den Sozialdemokraten.)— Ich wende mich nun zu unserer Affäre Schellenberg, die noch viel schlimmer liegt, als der Fall des wirklichen Dr. Schellenberg; es ist nämlich ein Briefbote entlassen worden, weil er für einen polnischen Kandidaten bei der Reichstagswahl gestimmt hat. Ich hoffe nicht, dass mir vom Regierungstisch geantwortet werden wird, dem Mamie sei Recht geschehen, denn er habe reichsfeindlich gehandelt. Das würden leere Phrasen sein. In einem Dorfe des Kreises Flatow waren zwei polnische Stimmzettel abgegeben. Man hatte den Briefträger im Verdacht, den einen abgegeben zu Haben. Er b« st r i t t dies anfänglich, aber man machte es möglich, ihm den Eid darüber zuzuschieben(HörtI hörtl bei den Rleines Feuilleton. Hat Wagner gesiegt? Unter den lärmenden Jubelchören, die bei der Wiederkehr von Wagners 2ö. Todestage, angestimmt wurden, kamen die Stimmen der Fragenden und Zweifelnden kaum zu Gehör. Aber doch ist von einsichtigen Musikern, die sich von dem Geschäfts- und Modclärm nicht täuschen liesse» und aus eigener Erfahrung wissen, wie herzlich wenig von Wagners weitausschauenden Plänen ver- wirklicht ist. festgestellt worden, was nicht geworden ist. Felix Weingartner, der Direktor der Wiener Hofoper, der durch seine Tätigkeit als Schaffender und als Dirigent sich in Musitsragen zweifellos kompetent erwiesen hat, schreibt in der„Wiener Freien Presse":„Wagners Musik ist in der ganzen Welt heimisch geworden. Die grosse Idee der Bühnenreform aber, bie er in Tat, Werk und Schrift zu verwirklichen suchte, ist unverstanden geblieben.... W>r müssen uns damit abfinden, dass Wagner heute wohl der beliebteste Bühnenkomponist ist. dass aber die künstlerische Kultur des Theaters, die herbeizuführen sein Lebenswerk sein sollte, nicht in die Erscheinung getreten ist." Weingartner gibt weiter offen zu, dass die künstlerische Grund- läge der Theater durch die Einverleibung der Wagnerschen Werke nicht gehoben, dass der ihnen entsprechende Stil der Wiedergabe nur in Ausnahmefällen zutage tritt, dass Bayreuth seit des Meisters Tode nichts Selbständiges von Wert geschaffen hat. Auch auf den Musik- betrieb und das Musikempfinden hat Wagner keineswegs hebend eingewirkt. Es ist vielmehr„eine bedauerliche Einseitigkeit und eine Verflachung des künstlerischen Empfindens im Theater" eingetreten. „Werke, die Grazie, harmonische Proporsion, feinen Humor be- sitzen, stehen in der allgemeinen Gunst abseits. Ich erinnere an die„Widerspänstige", den„Barbier von Bagdad", den „Fallstaff". Die feine Spieloper ist durch eine frivole Abart der Operette, die Tragik durch bluttünstigen Verls- mus verdrängt. Selbst Mozart hat unter Teilnahmslosigkeit zu leiden und Gluck ist in deutschen Landen so gut wie ver- schollen. Schmerzlich aber ist es, sich gestehen zu müssen, dass die absteigende Linie des guten Geschmacks beim Theaterpublikum zum nicht geringen Teil mit Wagner zusammenhängt, mit ihm, der die Bühne idealiiieren wollte." Weingartner geht entschieden zu weit, die Schuld an diesen un- bestteitbaren Missständen Wagners Einfluss allein zuzuschreiben. Die Ursachen liegen ttefer, sie hängen mit der Psychologie der bürgerlichen Schichten zusammen, die unseren Kunstbettieb beherrschen. Volk und Kunst in lebendigen Zusammenhang zu bringen, hätte in der heuttgen Gesellschaft auch em noch so ideales Bayreuth nicht vermocht. Wie viel weniger aber das wirkliche Bayreuth, das eine Station der Genuhparasiten geworden ist, und der kapitalistische Theaterbetrieb, der Wagner ein Geschäft ist wie Sherlock Holmes. Theater. Friedrich Wilhelm st äd Li schcS Schauspiel- haus. M e i st e r I o s e f, Schauspiel von Eberhard Künig. (Die Buchausgabe erschien im Verlage von Egon Fleische! u. Co., Berlin.) In dem Programmheft des Theaterabends erläutert ein kleiner, gewiss von dem Verfasser selbst geschriebener Aufsatz die Absichten, die in dem Drama ihren Ausdruck finden sollten. Die Dichtung führe durch„die Niederungen menschlicher Verwahr- losung", um dann„der Wunder grösstes", die moralische Er- Hebung einer inmitten der allgemeinen Verderbnis selbst von Schuld umstrickten Seele darzustellen. Eine im neuen Pitaval Polen), und als er es nun unter seinem Eide zugab, wurde er entlassen. Ueberhaupt macht sich das Be- streben geltend, polnische Beamte, polnische Brief- träger aus den polnischen Landesteilen zu ent- fernen, sehr zum Schaden der Briefbestellungen, da die deutschen Beamten die Eigentümlichkeiten der polnischen Namen nicht kennen. — Im Interesse des Verkehrs wünschen wir eine Herabsetzung des Portos im Orts- und Nachbarvcrkehr und werden daher dem An- trage v. Damm zustimmen.(Bravol bei den Polen.) Abg. Werner(Ant.): Bei der Frag« der Ostmarkenzulage stehen wir auf dem entgegengesetzten Standpunkt als der Vorredner; sie gebührt den Postbeamten so gut, wie den preussischen Beamten.— Wenn die Beamten sich an den Reichstag wenden, so liegt darin keineswegs ein Mitztrauen gegen den Staatssekretär; denn der Reichstag hat ja bei der Besoldungsvorlage ebenfalls mitzuwirken. Wünschenswert ist, dass auch für die höheren Beamten etwas ge- schieht. Staatssekretär Kraetke stellt gegenüber einer Bemerkung der Vorredner fest, dass auch die Landbriefträger in gehobene Stellen kommen können, sie müssen nur vorher durch die schwierigeren städtischen Stellen hindurchgehen. Dass die gehobenen Unter- beamtenstellen erst durch den Reichstag geschaffen sind, ist nicht richtig; diese Stellen entsprangen der Initiative der Verwaltung.— Für die Bahnpostbeamten tue ich mein möglichstes. Die Fälle, wo der Postwagen im Schnellzug zugleich als Schutzwagen dient. sind zurückgegangen und werden hoffentlich immer weiter zurück- gehen.— Der Fall, den Herr Kulerski anführte, liegt doch etwas anders. Es ist nicht seitens der Po st Verwaltung ge- forscht worden nach der Stimmabgabe des Landbriefträgers. Es wurde vielmehr in einem Prozesse des Lehrers an jenem Orte gegen ein Blatt, das behauptet hatte, der Lehrer habe polnisch gestimmt, durch das eigene Zeugnis des Landbriefträgers festgestellt, dass er selbst es gewesen sei, der für den polnischen Kandidaten gestimmt hatte. Der Briefträger hat dann das Un- ehrenhafte seiner Handlungsweise selbst zugegeben und mit Rück- ficht auf sein hohes Alter— er ist 61 Jahre— unter Vorlegung eines ärztlichen Attestes um seine Pensionierung gebeten, die auch erfolgt ist. Abg. Dr. Struve(frs. Vg.): Die fortgeschrittenste Postver- waltung in Deutschland hat Württemberg. Wenn auch dort kein uniformierter Beamter am Schalter ist, so wird das Publikum doch besser bedient, als in Preussen. Eingehend beschäftigt sich der Redner dann mit den Wünschen der verschiedenen Beamtenkate- gorien. Manche wünschenswerten sozialen Verbesserungen würden sich auch ohne erhebliche Kosten durchführen lassen, jedenfalls tollten die Dienststunden wöchentlich nicht über 60 hinaufgehen. Wie sehr man den Stand der Postunterbeamten missachtet, zeigt ein Fall in Oldenburg, wo man ein junges Mädchen lediglich deswegen von der Beschäftigung im Fernsprechdienst zurückgewiesen hat, weil ihr Vater Postunterbeamter sei.(Hört! hört! links) Der Regierungspräsident von Hildesheim hat den Lehrern ver- boten, an die Po st Unterbeamten Fortbildungs- Unterricht zu erteilen.(Hört! hört! links.)— Zum Schluss möckte ich die Postverwaltung bitten, mit dem System der Po st Vertrauensärzte zu brechen. Die Neigung der Aerzte, mit der Postverwaltung in wirtschaftliche Beziehungen zu treten, wird nach der Erklärung des Staatssekretärs zum Falle Schellen- berg keine grosse sein.(Sehr richtig! bei den Freifinnigen.) Denn die Postverwaltung verlangt ja von den Vertrauensärzten geradezu das Unterzeichnen eines Reverses über ihre Abstimmung bei der Reichstagswahl. Wir verurteilen das Vorgehen der Postverwaltung auf das allerentschiedenste.(Lebhafte Zustimmung links.) Der Herr Staatssekretär sagte, Dr. Schellenberg sei nicht wegen seiner Stimmabgabe gekündigt worden. Das steht in striktestem Wider- spruch mit dem Bescheid, den Dr. Schellenberg auf seine Frage nach dem Grund der Kündigung von der Oberpostdirektion in Frank- surt a. M. erhalten hat.(Hört! hört! bei den Freisinnigen.) Im Kreise seiner Berufskollegen, die erzählten, dass sie für den National- liberalen gestimmt hätten, sagte Dr. Schellenberg, er habe das nicht tun können, er habe für den Sozialdemokraten als das kleinere Ilebel gestimmt. Die Kellnerin erzählte dies dem nationalliberalen Stammtisch in der Nähe, und von diesem sandte ein Postrat a. D. erzählte holländische Verbrcchergeschichte habe das Material ge- geben. Man sieht: Ein kühnes Programm, um so kühner, da es bereits in Tolstois„Macht der Finsternis" eine so unvergleichlich grossartige Erfüllung gefunden! Die Gemeinheit, die Qual der Reue und dgr Durchbruch zu befreiendem Bekenntnis wirkt in dem Schauspiele des Russen mit überzeugender Gewalt, gleich einem selbst Erlebten, aufwühlend und erschütternd. Beim „Meister Josef" aber würde man ohne die voraufgeschickte Er- klärung überhaupt nicht wissen, was der Verfasser gewollt hat. Er hat für alles mögliche Raum, nur nicht für die— Hauptsache. Der Bäckermeister Overblink, der auf Anstiften seiner bös- artigen Frau bei der Brotlieferung für die Kaserne betrügt, einem brutalen Kerl von Korporal, der ihm auf die Spur ge- kommen, im Zorn erschlägt und sich nach langem Aufschub frei- willig dem Gerichte stellt— er, der Träger der„Idee", bleibt ein im allgemeinsten Umrisse skizziertes, gleichgültiges Schemen. Der Meister ist ein hülfloser, an Intellekt und Energie dem Weibe unendlich nachstehender Mensch, von'ihr verachtet, ängstlich, aber jäh auffahrend, wenn er gereizt wird, mürb von dem ewigen häuslichen Zank. Fehlt nur das„geistige Band", das diese und andere Merkmale zu einem eindrucksvoll individuell lebenden Ganzen verknüpft, dessen EntWickelung das Gepräge verborgener Notwendigkeit aufweist. Nicht die Inferiorität und Einfalt des „Helden", die künstlerische Inferiorität ihrer Darstellung und die plump auseinanderfallende Struktur des Dramas lassen es zu keinem Interesse kommen. Die Frau, die starknervige Megäre, die geschickt die Spuren des Totschlags verwischt, Unschuldige verdächtigt und die Gewissensbisse ihres Mannes verhöhnt, der giftmischenden Alten in Tolstois„Macht der Finsternis" ver- wandt, ist ein gut Teil besser geraten. Sie schiebt sich in den Vordergrund. Aber man hat sie bereits im zweiten Akt so er- giebig kennen gelernt, dass alles weitere- an ihr ermüdet. Die Technik des Stückes wies Anzeichen des ungeübten Anfänger- tums auf. Bedeutend über das sonstige Niveau erhob sich die an Be- Ziehungen und Perspektiven reiche Szene des Schlussaktes, in der der Autor die Meisterin mit einer jungen, gleich harten und ge- dankenlosen Sünderin zusammenführt. Die Wirkung wurde hier durch das gute Spiel von Gertrud Korn und Marie M a l l i n g e r sehr glücklich unterstützt. Herr Lettinger ver- mochte der undankbaren Rolle des Bäckermeisters wenig ahzuge- Winnen. Julius Ehben lieh dem alten Isaak eine rassige Spitzbubenphysiognomie. ckt. Humor und Satire. --Boshaft.„... Als ich gestern abend nach der Vor- stellung das Theater verließ, hat mir das Publikum die Pferde aus- gespannt!"—„Ach! Und da mußten Sie bei dem abscheulichen Wetter heimlaufen I?" --Kindliche Folgerung. Graf(auf eine Ruine zeigend): „Schau, Otmar, hier haben einst unsere Ahnen gehaust I" Sohn: „Die müssen aber schön gehaust haben, Papa!" — D e r I u r i st. Referendar:.... Herr Amtsrichter, die Sache ist doch ganz klar l"— Amtsrichter:„Einem Juristen ist eine Sache nie ganz klar— merken Sie sich daSI" (»Fliegende Blätter"). — Humor des Auslandes.„Ist es wahr, dass die Ehren- haftigkeit mir auf der Stirn geschrieben steht?"—„Allerdings, aber leider mit verschiedenen Schreibfehlern."(„Caras y Caretas") die Anzeige an die Oberpostdirektion in Frankfurt.(Zurufe bei den Freisinnigen: Pfui und Lump!) Die Oberpostdirektion lehnte ein Eingehen darauf in korrekter Weise ab, aber der Postrat a. D. sandte die Denunziation an die Reichspostverwoltung. welche die Denunziation nicht in den Papierkorb warf sondern Ar. Schellen- berg amtlich vernehmen liess. Höflich, aber bestimmt, wie wir Aerzte immer sind, lehnte Dr. Schellcnberg jede amtliche Angabe über seine Stimmabgabe ab, dagegen iagte er privatim dem vernehmenden Beamten, er habe keinen Grund, zu verschweigen, dass er für den Sozialdemokraten gestimmt habe. Darauf wurde Dr. Schellenberg die Stellung, die er 14 Jahre inne gehabt, ge- kündigt(Zuruf bei den Freisinnigen: Unerhört!), und in der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wurde er als eifriger sozial- demokratischer Parteigänger bezeichnet, obwohl er das getan, was Bismarck durch das bekannte Telegramm gewünscht hat:„Fürst wünscht Sabor." Ich mutz auf das entschiedenste gegen das Ver- halten des Herrn Staatssekretärs Protest einlegen. Der Fall würde genau so kratz liegen, wenn Dr. Schellenberg B e- a m t e r wäre, was er nicht einmal ist. Wir können es uns nichtbietenlassen.dassdieWahlfreiheitderBe« amten eingeschränkt wird. Selbst Puttkamer hat gesagt, wer in diese Wahlfreiheit eingreife, mache sich nicht nur diszipli- »arisch, sondern darüber hinaus strafbar.(Hört! hört! links.) Das war in der A e r a P u t t k a m e r und jetzt leben wir in der l i b e. ralen Aera!(Grosse Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.)� vikkicile est satiram non scribere.(Es ist schwer, keine Satire zu schreiben.)(Sehr richtig! links.) Nachdem die wirtschaftliche Vertretung der Aerzte Wiesbadens sich auf die Seite Dr. Schellenbergs gestellt und die Stelle gesperrt hat, hat der Minister durch den Oberpräsidenten an die Aerzte- kammer die Anfrage gestellt— man weiss ja. was solche Anfragen bedeuten— ob sie nicht Stellung nehmen wolle zu dem Fall.(Hört! hört! links.) Die Aerztekammer hat erklärt, sie habe keine Veranlassung, darauf zurückzukommen. Es handelt sich hier gar nicht um die Staatsfeindlichkeit der Sozial- demokratie, sondern darum, dass ein Mann deswegen gemassregclt ist, weil er das tat, was seine Pflicht ist, indem er seinen Stimm- zettel abgab.(Sehr richtig! links.) Ein ähnlicher Fall hat sich in Kiel ereignet. Dort hat der Oberpostdirektor einem Tele» graphensekretär auf seine Anfrage erklärt, er werde wohl nicht die Erlaubnis bekommen, sich als Stadtver» ordnetenkandidat aufstellen zu lassen.(Hörti hört!- links) Die Folge war, dass wegen der mangelhaften Beteiligung der Beamten bei der Wahl fünf Sozialdemokraten ge- wählt wurden.(Lachen rechts.) Würde die Postverwaltung in solchen Fällen eine andere Stellung einnehmen, so wäre es um ihr Ansehen besser bestellt.(Bravo! links.) Staatssekretär Kraetke: Ich mutz ganz entschieden dagegen pro- testieren, dass Dr. Schellenberg gemassregelt ist.(Stürmisches Ge- lächter links.) Ich stehe auf dem Standpunkt, dass wenn man ein Amt übernimmt, man auch gewisse Rücksichten zu nehmen hat. Ich habe neulich ausdrücklich erklärt: es tut mir leid, dass die Aeutzerung des Dr. Schellenberg in die Oeffentlichkeit gekommen ist. Es ist nicht wegen seiner Wahl gegen ihn vor- gegangen, sondern weil in die K r e i s e d e r P o st b e a m t e n das Gerücht gedrungen war, Dr. Schellenberg habe f o z i a l d e m o- kratifch gewählt. Ich kann nicht jedem Unterbcamten sagen: Dr. Schellenberg hat zwar sozialdemokratisch gewählt, aber er ist kein Sozialdemokrat, es ist kein Makel an dem Herren.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Jeder hat das Recht der freien Wahl, aber wenn Dr. Schellenberg so unvorsichtig ist, darüber zu sprechen und das dringt in die Kreise der Unterbeamten, von denen ich nicht dulde, daß sie der Sozialdemokratie angehören. (große Unruhe links, Bravo! rechts) so müssen dadurch Irrungen entstehen bei den Unterbeamten, die sich sagen: die höheren An- gestellten können tun, was sie wollen, und bei uns duldet es der Chef nicht. Deswegen habe ich mein Bedauern ausgesprochen, dass Herrn Dr. Schellenberg dies Pech passiert ist. Ich habe nicht be- hauptet, daß Dr. Schellenberg Sozialdemokrat ist.(Zuruf: Darauf kommt es gar nicht an. das ist ganz gleichgültig!) Das mag Ihnen „Doktor, wenn nun aber die Operatton nicht glücken sollte?"— „Mein lieber Herr, wenn sie nicht glückt, werden Sie das nie gewahr werden."_(„Tit Bits") Notizen. — Franz Held, der ungebärdigste der Literaturrebolutionäre aus den achtziger Jahren, ist am 4. Februar nach langem Leiden im 46. Lebensjahre gestorben. Sein Wesen war ganz Flamme ge- Wesen, seine Phantasie hatte keine Grenzen gekannt und sein Leben Ivar ein schäumender Sprudel, bis ihn mitten in den besten Jahren eine Geisteskrankheit packte. Seit Jahren hatten auch seine ehemaligen Gefährten nichts mehr von ihm gehört. Wenn von den tollen Zeiten die Rede war, da er noch in Berlin und München der tollste war und auf ihn die Rede kam, so wußte niemand mehr, was aus ihm geworden. Nun ist er aus dem irren, wirren Schattendasein geschieden. WaS von seinem„Realistischen Romancero", dem„Abenteuerlichen Pfaffen Don Juan", von seiner nicht vollendeten Revo- lutionstrilogie(es erschien nur das Borspiel:„Das Fest auf der Bastille") oder' dem Drama„Manometer auf SS", dessen Titel zum Schlagwort geworden, sich halten wird, was kümmerts uns. Franz Held war jedenfalls ganz bei seiner Sache und ist nicht ins bürgerliche Lager zuriickgeschwenkt. wie so mancher andere. Von seinen leidenschafterfüllten Versen hat mancher im«Süd» deutschen Postillon" zündend gewirkt, wie ers sollte. Die Beisetzung der Asche findet Dienstag, den 18. Februar. vormittags 11 Uhr, in der Urnenhalle des städtischen Zeiitral-Fried- Hofes in Friedrichsfelde statt. — Theaterchronik. Als nächste Premiers der K�a m m e r- piele wird die„Lysistrata" von A r i st o p h a n e S in einer neuen Uebertragung von Leo Greiner am Dienstag, den 2S. Februar, in Szene gehen.— Haust Niese eröffnet ihr Gastspiel im Berliner Theater am 28. Februar in der Operette:„Die Fvrster-Christel". — Doppelte Zensur. Außer der hohen, amtliche». offiziellen kgl. preußischen Zensur, deren Taten die Welt kennt, er- reuen wir uns auch noch einer besonderen, niedlichen, offiziösen Zensur, die man als Zusage- oder Beigabezensur bezeichnen könnte. Besonders in der dem Kultusministerium untersteheirden Hochschule für Musik tritt sie sporadisch auf. Der„Intimen Bühne", die dort Aufführungen zu veranstalten pflegt, ist das Lokal für Sttindbergs Drama„Scheiterhaufen" verweigert worden. Die erhabene amtliche Zensur hat zwar das Sttick freigegeben, indes— besser ist besser. — Eine nationale T a r I Ein wie gut regiertes Land ist doch das Deutsche Reich. Um alles kümmern sich die hohen Re« gierungen, unerschöpflich ist ihre Fürsorge für das Wohlergehen ihrer Untertanen, Wie sie zu denken, glauben, wie sie zu schreiben haben, alles wird ihnen bis auf das Tüpfelchen über dem i, nein bis auf den Punkt hinter dem M. zur getreulichen Nachachtung und immer» währenden Befolgung vorgeschrieben. Möge jeder danach handeln. was die hohe Obrigkeit väterlich sorgend ihm auferlegt. Also hat der Bundesrat zum allgemeinen Besten beschlossen: In Aenderung des Beschlusses vom'?. November 1874 und in An- lehnung an den Beschluß vom 3. Oktober 1877 hat als amtliche ab- gekürzte Schreibweise von„Mark" wie bisher das liegende lateinisch« „M", jedoch ohne Hinzufügung eines Punktes zu gelten. Ja, was wollen denn die Leute noch mehr. Höchstens könnte man zur Besserung der Reichsfinauzen noch eine Strafe für alle die Aufsässigen einführen, die hinter dem M immer noch einen Punkt zu setzen sich erdreisten. slleichMiig sein, mir aber nicht.(Bravo? rechts, andauernde ün- ruhe links.) Abg. Eickboff(frs. Vp.): Auf den Fall Sch-'llcnbcrg will ich nicht.oieder eingehen. Unsere abweichende Ansicht ist aber zum Ausdruck gekommen. Der Herr Staatssekretär bätte die ganze Sache als Kellncrinnenklatsch'behandeln sollen.(Sehr richtig? bei den Freisinnigen.) Der Redner tritt im weiteren eingehend für die Wünsche der- schiedener Beamten ein. Wenn wir diese Fragen besprechen, sind wir auf die Informationen der Beamten angewiesen; so bequem wie der Staatssekretär baben wir es nicht, renn wir wollen ja auch alle wiedergewählt werden.(Grotze Heiterkeit.) Ein KoalitionS- recht der Beamten, das zum Streik führt, können wir nicht an- erkennen(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten), aber daß sie sich zu Verbänden zusaminenschlietzen, sollte ihr gutes Recht sein. Wichtig scheint mir auch, dasi man den Unterbcamtcn in derselben Weise den Zusammenschluß über das ganze Reich gestattet, wie den Ober- und mittleren Beamten; es läge das schon im Interesse der Benutzung der gemeinnützigen Einrichtungen der Beamten- vereine. So wie Arbcitcrausschüssc sollten auch Beamtenausschüffe eingerichtet werden; das Vertrauen der Beamten zu der Ver- waltung würde dadurch gehoben werden.(Bravo! bei den Frei- sinnigen.) e-taatssekretär Kraette: Ich würde damit einverstanden sein, wenn die Abgeordneten Eingaben von Beamten an die P e t i t i o n S- kom Mission verweisen; dort lassen Sie sich ja auch nur darauf ein, wenn ein ablehnender Bescheid der Behörde vorliegt; da wird auch immer ein Kommissar amtlich Auskunft geben können. Wenn aber hier ein einzelner Abgeordneter ohne weiteres Wünsche von Beamten vorträgt, kann ich nicht wissen, ob sie berechtigt sind. Ich würde, wenn ich die Ehre hätte, hier als Abgeordneter zu sitzen, so etwas nicht wagen; es gehört doch auch immer ein bißchen Sach» kcnntnis dazu.(Heiterkeit.) Ich bitte Sie also noch einmal, solche Eingaben de'- PetitionSkommissmn zu überweisen. Abg v.!d..uenfels(k.): Herr Kopsch tadelte, daß unser Partei- sckrotär den Postbeamten schriftlich eine bindende Zusage gemacht hat. Der Parteisekretär hat das ohne Auftrag getan. Wenn Herr Kopsch uns deshalb aber unlautere Konkurrenz vorwirft, so erinnere ich ihn an die Aeuherung eines freisinnigen Führers, auf die Frage nach dem Begriff der unlauteren Konkurrenz habe ein Gc- schäftsmann erwidert:„Unlautere Konkurrenz ist die, die man mir macht."(Heiterkeit.) Gegen den früheren Schalter- s ch l u ß am Sonnabend stimmen wir mit Rücksicht auf die kleinen Gewerbetreibenden.— Im Falle Schellenberg können wir die Haltung des Herrn Staatssekretärs nur billigen. Dr. Schellenbcrg hat als Vertrauensarzt einer ReichSbehördc einen Sozialdemokraten gewählt, dc-?n Führer Bebel unter dem stürmischen Beifall seiner Parteifreund- e-Närt hat, er sei der Todfeind der heutigen Gesellschaft. Herrn Hamech-- der auch das Verhalten der Behörde im Fall Schellenberg kritisiert hat, möchte ich fragen, wie er zu dem Verhalten der katholischen Geistlichkeit iin Falle Grandinger steht.(Sehr gut! rechts) Wir find dem Herrn Staatssekretär dankbar, daß er bestrebt ist, das Eindringen der Sozialdemokratie in die Beamtenschaft zu ver- hindern.(Lachen bei den Sozialdemokraten; Bravo! rechts.) Hierauf vertagt das Haus die Wcitcrberatung auf Montag 1 Uhr.(Außerdem Etat der Reichsdruckcrei und Justizctat.) Schluß 3% Uhr._ Huö der Partei. An die Redaktionen der Parteipresse. Am Monat Dezember ging durch die Presse eine Notiz über „Fürsorgeerziehung", die folgendermaßen begann:„Eine Frau wurde von ihrem Manne geschieden und nunmehr brachte man ihre Tochter in Fürsorgeerziehung, und zwar zu einem Prediger aus dem Lande usw." Wir haben ein Interesse daran, die Quelle dieser Notiz bezw. die Zeitung kennen zu lernen, die sie zuerst veröffeutlichte, und bitten, dieselbe wolle sich bei uns melden. Redaktion des„VolkSbote", Stettin. Die Mandate de? Genossen Kloß. Die Mandate zum lvürttembergifchen Landtag und Stuttgarter Gemeinderat. die durch den Tod unseres Genossen Kloß frei geworden find, bleiben der sozialdemokratischen Partei erhallen. EL tritt zum erstenmal der Fall ein, daß einer� der bei der Proporz- Wahl in der Minderheit gebliebenen Kandidaten an Stelle eines auö- scheidenden Mitgliedes vorrückt, sowohl im Landtag als im Gemeinderat. Im Landtag wird das Klotzsche Mandat über- gehen auf den Parteigenossen Georg Reichel, zweiten Vor- fitzenden des Deutschen Metallarbeiterverbandes, der bei der �roporzwahl in Stuttgart von den nichtgewählten Kandidaten der Sozialdemokratie die höchste Stimmenzahl erreichte. Das G e- nteinderatsmandat von Klotz wird auf den Parteigenossen G. Ulrich übertragen, der bei der letzten GemeinderalSwahl der nächste Anwärter unter den sozialdemokratischen Kandidaten war. „Gleiches Recht für alle!" In D a r m st a d t wurde in nicht- öffentlicher Sitzung der Stadtverordneten das Gesuch des neuen Darmstädter Parteiblattes„Volksfreund" um Ueberweiiung der amtlichen Bekanntmachungen nach lebhafter Debatte mit 2l gegen 13 Stimmen abgelehnt. ES wurden von den bürgerlichen Stadträten lebhaste Klagen über den»verletzenden Ton" des Blattes erhoben. Ncber den diesjährigen sozialdemokratischen Parteitag, der be- kanntlich in Nürnberg tagen wird, hdt das„Berliner Tageblatt" mitzuteilen gewußt, daß er Anfang September zusar.!.. antreten und daß die Agrarfrage den Hauptgegenstand der Beratung bilde» wird. Der Karlsruher„VollSfreund" hat diese Meldung aufgegriffen. In Wirklichkeit sind über die Tagesordnung des Parteitages noch keinerlei Beschlüsse gefaßt. poKzeiUehts, Omehtlichea ufw. . Zum dritten Male. DaZ oldenburgische Staatsministerium verweigerte die Bestätigung der Wahl der Abgeordneten H u g und Karstensen zu Beigeordneten der Geinemde Bant, da sie Sozialdemo- kraten sind. Es ist das dritte Mal, daß dem Genossen H u g also demonstriert wird, daß Sozialdemokraten minderen Rechts sind. „Sodom und Gomorrha" unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit." Der Thorner Polizeikommissar StraczewSki kaufte in einer Der- sammlnng, wie wir vor kurzer Zeit mitteilen konnten, ein Exemplar der Broschüre„Sodom und Gomorrha". Diese Schrift er- schien der Polizei„als geeignet, in sittlicher Beziehung AergerniS zu erregen" und Genosse Kunkel, als Verkäufer der Broschüre, bekam prompt ein Strafmandat, gegen das er ebenso prompt gerichtliche Entscheidung beantragte. Am 11. d. M. fand die Verhandlung vor dem Thorner Schöffengericht statt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob der Angeklagte die Strafe nicht doch lieber bezahlen wolle, ant- wartete dieler natürlich mit nein. Der Polizeikommissar als Zeuge be- kündete, er hätte die Empfindung, daß die Broschüre gehässig geschrieben sei; die Versammlung brach, als Kunkel einige Stellen aus der strittigen Schrift verlas, in Lachsalven ans. Ob sie etwas Anstößiges in sittlicher Hinsicht enthalte, darüber hätte er sich kein Urteil gebildet. Gerade deshalb aber war doch die ganze Staatsaktion eingeleitet. Genosse Kunkel beantragte Vorlesung der Broschüre, worauf der Amts- anwalt, um die Sittlichkeit zu schützen, Ausschluß der Oeffentlichkeit wünschte, falls das Gericht die Vorlesung beschließen sollte. Beide Anträge wurden vom Gericht angenommen. Durch die Beweis- aufnähme glaubte nun der LlmtSanwalt von der Schuld des An- gellag'.en überzeugt zu sein. Sechs Tage Haft oder 30 M. erschien ihm eine angemessene Sühne. Leider ivar der Liebe Müh umsonst. Das Gericht erkannte auf Freispruch. So endete kläglich der Feld- zug gegen„Sodom und Gomorrha". Strafkonlo der Presse. Wegen einer dem„Sächsischen Volks- blatt" entnommenen Notiz mit der Spitzmarke:„Ein Reichslügen- verbändler als Denunziant", in der ein Vorkommnis in einer in Markneukircheu abgehaltenen gegnerischen Versammlung krästigkritisiert und als der Denunziant irrtümlich der Sekretär des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, Mertens, genannt wurde, hatte sich Genosse Max Müller von der„ V o l t S st i m m e" zu Ehemnitz zu verantworten. Es handelte sich bei dieser Sache um eine dem Berichterstatter unterlaufene NamenSverwechseluiig, die längst berichtigt worden ist; das Denunziantenstückchen selbst ist Talsache. Genosse Müller wurde zu einer Geldstrafe von 50 Mark verurleilt. Wegen angeblicher Beamtenbeleidignng wurde Genosse Zorn am„Volks blatt" zu Saalfeld vom Schöffengericht zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Unter Anklage stand eine unter „Steinbach" veröffentlichte Notiz, in der die Vorgänge in Steinbach gestreift waren und die sich ferner mit der Vernehmung von Zeugen durch den Feldsäger beschäftigte. Der AmtSanwalt harte einen Monat Gefängnis beantragt. Die Presse vor der NevisionSinstanz. Wegen Beleidigung durch d i e P r e s s e ist am 7. November v. I. vom Landgericht Duisburg Genosse Heise, Redakteur der„N i e d e r r h e i n. A r b.- Z t g.", zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Seine Revision wurde am Freitag vom Reichsgerichte verworfen. parlam entar ilekes. UnterstüyungSwohnfitz-Kommission. In der dritten Sitzung wurde die Beratung beim§ 20 fort- gesetzt. Er lautet: „Tritt bei Personen, welche an einem Orte mindestens eine Woche hindurch gegen Lohn oder Gehalt in ein und demselben Dienst- oder Arbeitsverhältnis gestanden haben, der Fall der Hülfs- bedürftigkeit während der Fortdauer dieses Dienst- oder Arbeitsverhältnisses oder innerhalb einer Woche nach seiner Be- endigung ein, so hat der Orlsarmciiverband des Dienst- oder Arbeitsorts für die ersten 26 Wochen nach dem Beginne der Unter- stützung die Kosten endgültig zu tragen, oder, wenn die Unter- stüyung von einem anderen Lrmenvcrbande gewährt worden ist, diesem zu erstatten." Zu diesem K 29 war von den Konservativen und dem Zentruni ein AbänderungSantrag gestellt, wonach das in dem Paragraphen Gesagte nur für erkrankte Personen gelten sollte. Gegen diese Verschlechterung wandten sich die Genossen Stolle und Kaden in längeren Ausführungen. Auch die Regierungsvertreter sprachen gegen ihn. er wurde indes schließlich gegen die stimmen der Sozialdemokraten angenommen. q�-iio erging e? einem zweiten VerichlechtcrungSantrag, der von Hermo(7)) gestellt wurde, wonach Schwangerschaft nicht als Kranthert im Sinne der vorstehenden Bestimmung gelle. Trotz des lebhasten Hinweises deö Genossen Stolle, daß lolche Bestimmung gegen den Geist unserer sozialpolittschen Gesetz- gebung verstoße, wurde der Antrag mit derselben Mehrheit, wie der erste, angenommen._ Tie Kommissiv» des Herrenhauses zur Borberatung der Polen- vorläge hat am Sonnabend die zweite Lesung des Gesetzentwurfes beendet. An den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses sind starke Veränderungen vorgenommen worden, so daß, wenn das Plenum des Herrenhauses den Beschlüssen seiner Kommission beitritt, die Vorläge noch einmal an das Abgeordnetenhaus zurückgehen muß. Der Hauptstrcit drehte sich um die Enteignungsbestim- m u n g e n der Vorlage. Die Kommissum hat einen neuen ß 13, eingeschaltet, welcher die Ausnahmen von der Enteignung bestimmt. und zwar sind hier gegen den Widerspruch der Regierung und der Minderheit der Kommission die Beschlüsse der ersten Lesung aus- recht erhalten worden.§ 13, hat folgende Fassung erhalten: „Ausgeschlossen ist die Enteignung: ,) von Gebäuden, die dem öffentlichen Gottesdienst ge- widmet sind, und von Begräbnisstätten; b) von Grundstücken, die im Eigentum von Kirchen und von Religwnsgescllschaften stehen, denen KorpvrationZmchtc verliehen sind; c) von Grundstücken, die im Eigentum von Stiftungen stehen, die als milde ausdrücklich anerkannt sind; d) von Grundstücken, welche zu einem Familien-Fidei- kommiß gehören, sofern die Errichtung des Familien-�idei- kommt,, es seit mehr als zehn Jahren bestätigt oder genehmigt worden ist; e) von Grundstücken, sofern dem Eigentümer das Eigen- tumSrecht an dem Grundstück seit mehr als zehn Jahren zusteht oder durch Ueberlassungsvertrag von seinen Eltern oder von seinen Ehegatten übertragen war und er unter Hinzurechnung der Besitzzeit dcS Ucbcrtragendcn mehr als zehn Jahre un- unterbrochen im Besitz gewesen ist; l) von Grundstücken, welche der Eigentümer von dem Vor- cigentümer als dessen Ehegatte oder als dessen Erbe der ersten oder zweiten Ordnung im Sinne der§§ 1924 und 1925 des Bürgerlichen Gesetzbuchs traft Testaments oder kraft gcsetz- licher Erbfolge erworben hat. Befindet sich das Grundstück im Miteigentum mehrerer Per- soncn. so ist die Enteignung nur ausgeschlossen, sofern bei jedem der Miteigentümer eine der zu e oder t genannten Voraus- sctzungcn zutrifft. Steht das Eigentum oder Miteigentum einer an Kindes- statt angenommenen Person oder einer juristischen Person zu, so finden die Bestimmungen dieses Paragraphen keine Anwendung. Tie Vollendung der zehnjährigen Dauer des Besitzes muß vor der Zustellung des Beschlusses eingetreten sein." Für den 29. Februar ist die Feststellung der Berichte der Kom- Mission festgesetzt. Am 26. Februar wird das Plenum des Herren- Hauses die Lorlage beraten. Soziales. Vom Achtnhr-Ladenschluß für Nähmaschinenhändler, Wegen Uebcrtretung der landcspolizeilichen Verordnung vom 20. Novembec 1904 und der ZK 139k. 146, der Gewerbeordnung war der Nähmaschinenhändler L. in Strafe genommen worden, weil er seine Geschäfte in Berlin nicht um 8 Uhr abends habe schließen lassen. L. besitzt mehrere Filialen, welchen Filialleiter vorstehen; diese erhalten von L. nur Provision für die verkauften Näh- Maschinen, welche L. gehören. Nachdem festgestellt worden war, daß in einer Filiale noch nach 8 Uhr abends Nadeln verkauft worden waren, und auch Nähmaschinen verkauft worden wären, wenn sich Käufer eingefunden hätten, wurde L. verurteilt, weil er sich um den rechtzeitigen Schluß seiner Filiale hätte kümmern müssen; die Gültigkeit der landespolizeilichen Anordnung sei unzweifelhaft. Gegen seine Verurteilung legte L. Revision beim Kammergericht ein und betonte, die Räume, in welchen die Näh- Maschinen standen, hätten die Filialleiter gemietet; habe er über die fraglichen Räume kein VerfugungSrecht gehabt, so könne er für die unterlassene Schließung der Vcrkaussstelle um 8 Uhr nicht ver- antwortlich gemacht werden. TaS Kammergericht wies jedoch die Revision als unbegründet zurück, indem u. a. ausgeführt wurde, gegen die landespolizeiliche Anordnung vom 29. November 1904 bestehe kein Bedenken. Unstreitig liege auch eine Zuwiderhandlung gegen die erwähnte Anordnung vor. L. war Inhaber des Näh. Maschinengeschäfts. Die Zuwiderhandlung gegen die Anordnung sei nicht nur mit dem Vorwissen, sondern auch mit dem Willen des angeklagten Geschäftsinhabers erfolgt. Mülheimer GewerbegerichtSwahl. Bei der Eewerbegerichtswahl im Kreise Mülheim a. Rhein und in Kalk erhielten die freien Gewerkschaften 6325 Stimmen, die christlichen Gewerkschaften 4539 und die Hirsch-Dunckcrschcn ganze 383 Stimmen. Die freien Gewerkschaften erhalten scchs Sitze, die Ehristlichcn vier, die Hirsche fallen aus. Schadenersatzklage eines Chefs. Eine interessante Schadenersatzklage einer Firma gegen ihren ?lngcstcUtcn wegen eigenmächtigen Urlaubsantritts kani gestern vor der zweiten Kammer des KaufmannSgerichts zur Entscheidung. Der Einkäufer Hermann M. war im Kommissionsgeschäft von H. u. A. in Stellung gewesen und ließ sich im August v. I. von einem Spezialnervenarzt auf seinen Gesundheitszustand hin unter- suchen. Das Resultat der Konsultation war, daß der Arzt ein Attest ausstellte, nach welchem ein sofort anzutretender mehr- wöchiger Kuraufenthalt des M. zur Wiederherstellung seines über- reizten Nervenstsstcms für durchaus erforderlich erachtet wurde. Mit diesem Attest begab sich M. ins Geschäft, um den erforderlichen Urlaub nachzusuchen. Der Einkäufer machte im Laufe des Tages mehrere Male den Versuch, dem Chef sein Anliegen persönlich vorzutragen, letzterer vereitelte es aber immer dadurch, daß er einmal erklärte, stark beschäftigt zu sein, dann ihn auf den Nach- mittag, hernach aus den Abend vertröstete und schließlich fortge- gangen war, che M. dazu kam, mit dem Prinzipal eine Unter- rcdung zu erlangen. Der Einkäufer reffte am nächsten Tage ohne Urlaub ab und erhielt dafür vom Cycf die sofortige Eni- lassung, womit sich M. wegen seines andauernd kranken Zustandes auch einverstanden erklärte. Der Prinzipal aber gab sich damit noch nicht zuftieden, sondern klagte nunmehr gegen M. auf Ersatz von 1500 M. Schaden, den er durch M.'L eigenwilliges Fortbleiben erlitten haben wollte. Ter Prinzipal wurde mit seiner Klage vom KauftnannSgericht abgewiesen. Nach der Beweisaufnahme sei das Nervensystem des M. so zerrüttet gewesen, daß er zwecks Wiederherstellung seine Tätigkeit sofort unterbrachen mußte. Einen Grund zur Eni- lassung habe der beklagte Angestellte aickit gegeben, denn dieser habe sich bemüht, um den erforderlichen Urlaub beim Ehef nach- zusuchen. Dieser habe sich wiederholt einer Rücksprache über den Urlaub entzogen. Unter diesen Umständen liege das Verschulden aus feiten des Chefs, nicht des Angestellten. Hus Industrie und Handel Die Presse im Dienste des Kapitals. In ihrer Nummer vom 14. Februar veröffentlicht die„Morgen- post" folgende Zuschrift: „An der Börse ist die Frage aufgeworfen worden, waS die Aktien der Großen Berliner Straßenbahn, die bekanntlich jetzt 174 Proz. notieren und der Stadt Berlin zum Kurse von 200 Proz. angeboten sind, heute für einen Wert besitzen'i Mit einer geradezu überraschenden Einstimmigkeit wurde diese Frage dahin beant- wortet, daß die Aktien heute höchstens 125 Proz. wert seien, wo- bei man gar kein Hehl daraus mache, daß der Kurs von 174 viel zu hoch sei nnd sicher nicht einmal 125 notieren würde. wenn eine näher bezeichnete Großbank nicht ein besonderes Interesse an der hohen Notierung hätte, das heißt also, wenn diese Bank den Kurs nicht mehr halten würde. Begründet wurde diese Ansicht mit dem Hinweis, daß andere, besser sundierte Aktten, die 8 und 9 Proz. Dividende geben, niedriger notiert werden, daß nach den letzten Jahresabschlüssen die Aufgaben der Gesellschaft in einem viel höheren Grade gestiegen sind als die Einnahmen, daß die Abschreibungen in den letzten Jahren viel zu niedrig bemessen worden sind, daß in Zukunft auf eine gleich hohe Dividende, wie in den letzten Jahren, nicht gerechnet werden laiin und die Aussichten der Gesellschaft sich unter dem Druck der Konkurrenz der Untergrundbahnen usw. keineswegs bessern werden. Bemerkenswert ist auch das Urteil, das an der Börse über die Tunnelprojekte der Großen Berliner Straßenbahn gefällt wird. Man glaubt, daß sie gar nicht ernst gemeint sind, weil sich keine Bank bereit finden dürfte, unter den jetzigen Verbälttiissen 85 Millionen Mark in das Unternehmen hinein zu stecken, und daß der beharrliche Widerstand der Großen Berliner Straßenbahn gegen die Pläne der Stadt. Untergrundbahnen uiw. zu bauen, aus die Dauer vergeblich ist. Sollten aber die Tunnelprojette deimoch zur Ausführung kommen, dann— so urteilte man an der Börse — dürsten selbst die Einnahmen aus den erhöhten Tarifen nicht ausreichen, um für ein Aktienkapital von 200 Millionen Mark eine Dividende von 8 Proz. und hohe Abschreibungeli heraus zu wirtschaften." Dieser Notiz ging vor einigen Tagen die Mitteilung voraus, die„Große" habe der Stadt die Offerte gemacht, die Aktien der Gesellschaft zu einem Kurse von 200 Proz. zu übernehmen. Das Angebot sei abgelehnt worden.— WaS ganz vernünftig war. Die obigen Behauptungen müßten bei einem Organ, das die Interessen der Allgemeinheit zu vertreten vorgibt, scharfen Protest gegen die Machinationen der KurSlreiber auslösen. Denn bei der Frage, ob die Stadt event. 200 oder vielleicht nur 150 Proz. zahlt, handelt eS sich nicht um einen Katzendreck. Jedes Prozent bedeutet eine Million. Nnd wer der„Großen" bei ihren Bestrebungen Lorspanndienste leistet, der hilft den Steuersäckel zugunsten eines kleinen Interessentenkreises um die entsprechenden Millionen erleichtern. Daß die Gesellschaft versucht, einen möglichst hohen Preis heraus- zuschlagen, ist ja verständlich und vom kapitalistischen Standpunkte auS auch moralisch einwandfrei. Wenn aber Organe, die berufen sind, das Interesse der Allgemeinheit gegen die Sonderinteressen einzelner Gruppen wahrzunehmen, und die bei naiven Leuten auch als die hehre Hüterin des Gemeinwohls gelten, zum Schaden der Steuerzahler Partei ergreifen, dann gibt cö für solches Verhalten kemerlei moralische Deckung. Der obigen Notiz gibt die„Morgen- post" zunächst ganz„harmlos" folgende Etikette: Von einer Seite, die als magistrats-offiziös gilt, erhalten wir folgende Zuschrift.... Man braucht wahrlich kein Tasso zu sein, um da die Abficht zu merken. Und um dem Zwecke noch kräftiger zu dienen, folgt der Wiedergabe der Zuschrift folgende Glosse: „Wir glauben nicht, daß der Verfasser dieser Darlegungen der Berliner Stadtverwaltung mit ihnen einen guten Dienst leistet. Man merkt die Absicht, auf de» Kurs zu drücken doch zu deutlich heraus und wird daraus erst recht schließen, daß die Stadt zu einem Ankauf des Unternehmens bereit ist." Deutlicher kann man wirklich nicht gut werden. Besser hätte Herr Micke selbst die Schädigung der Stadt zugunsten der „Großen" nicht betreiben können, als das hier im Handels- teil der„Morgenpost" geschieht. Im übrigen wollen wir nicht verhehlen, daß wir das Vorgehen der Stadt taktisch gerade nicht für sehr geschickt halten, wenn die Behauptung des BlatteS betreffend Herkunst der Zuschnst zuttifft. Die Stadtverwaltung sollte offiziell und ohne andere Rückfichtnahme als die, zu der sie als Sachwalterin der Allgemeinheit verpflichtet ist, die Machinationen derer von der„Großen" öffentlich kennzeichnen. Nnerfättlich. Die Bergwerksdirektion des Fürsten Pleß errichtet vom 1. April ab in Kattowitz eine neue Zwcigdirektion zum Zwecke des Aufschlusses ueuerKohlenberglverke. Als Leute, die etwas vom Geschäft verstehen, haben die Leiter der stirstlichen Verwaltung bereits ein Ablonimen auf den Zeitraum von 6 Jahren abgeschlossen, wonach für die neue Bergwerksdirettion an Staats- einkoininen» und Geinciiidesteuer» in den ersten zwei Jahren je 3000 M., für die beiden folgenden je 4000 und für die letzten je 6000 M. an die Stadtgemeindc Kattowitz zu entrichten sind. Die Stadtverordneten haben diesem Abkommen bereits ihre Zu- ftimmuug erteilt. Die Einnahmen sind nach Kalkulation der Verwaltung fickierlich weit höhere, und so macht der Fürst Pleß ein gutes Geschäft zu Ungunsten der breiten Masse der Strnerzahlcr. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis Bezirk 145. Am Sonnabend, den 15. Februar, verstarb nach längerer Krankheit unser treues Mitglied, der Metallarbeiter. Wilhelm Buddrus wohnhaft Grimmstr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 18. d., M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten Louisen- Kirchhofs, Bergmannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Jm 54. Jahre seines arbeitsreichen Lebens starb mein lieber Gatte, unser Bater und Onkel, der Bildhauer Paul König. Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 3 Uhr auf dem städtischen Friedhof in Friedrichs jelde statt. 19542 Lodz: Magdalene König u. Tochter. Berlin: Richard Woldt und Frau. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. ( Verwaltung Berlin.) Unseren Kollegen hiermit die betrübende Nachricht, daß am Mittwoch, den 12. Februar, unser altes, treues Mitglied, der Modelleur Paul König aus Lodz im Alter von 54 Jahren in der Charité verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Februar, nachm. 3 Uhr, auf dem städtischen Bentral- Friedhof in Friedrichsfelde statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 20/2 3.: 0. Misbach. Am 4. Februar d. 3. ftarb nach langem, schwerem Zeiden im 46. Lebensjahre mein lieber Bruder, der Schriftsteller Franz Herzfeld( Held). Die Beisehungsfeier der Asche findet am Dienstag, den 18. Februar, vormittags 11 Uhr, in der Urnenhalle des städtischen Bentral- Friedhofes in Friedrichsfelde statt. Joseph Herzfeld. Berlin, im Februar 1908. Surfürstendamm 163. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren, sowie den Mitgliedern des Gesangvereins zur Nachricht, daß unser Mitglied August Straße infolge Straßenbahnunfall am 7. Februar plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenten! Die Beerdigung findet am Todes- Anzeige. Am Freitag, den 14. d. Mts., vorm. 10%, Uhr, entschlief nach langem schweren Strankenlager mein lieber Mann, unser guter Bater, der Gürtler Joseph Fiedler im 57. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen Frau Minna Fiedler geb.VoB und Kinder. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. februar, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des alten Thomas- Kirchhofes, Rirdorf, Hermannstraße, aus statt. 936 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.- Bezirk Moabit. Um 13. Februar verstarb im Alter von 34 Jahren an Blasenund Nierenleiden unser Stollege Hermann Böhm. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet Montag, den 17. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Hellands- Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/12 Die Verbandsleitung. Arheiter- Radfahrer- Verein Rixdorf. Mitglied des Bundes ,, Solidarität". Am Donnerstag, den 13. Febr., verstarb unser Mitglied, der Metallarbeiter Willy Cobien im Alter von 26 Jahren an der Proletarierkrankheit. Die Beerdigung findet hente nachmittag 3 Uhr, von der Halle des St. Simeons- Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 10/15 Der Vorstand. Heute abend 7 Uhr, verschied anft nach furzem schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Schankwirt Ludwig Karthun im 69. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Rigdorf, den 13. Februar 1908. Die Beerdigung findet am Montag, den 17. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi Stirchhofs in der Hermannstraße aus statt. 615 Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters 19552 Franz Taschke fagen allen Stollegen und Genoffen unferen innigsten Dant. Emilie Taschke nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Sonntag, den 16. Februar, nach Eduard Sattler! mittags 4%, Uhr, von der Leichen halle des Auferstehungs- Kirchhojes in Weißensce( Lichtenberger straße) aus statt. 133 6 Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. 3. A.: Ernst Schulze. Existenz durch Fabrikation hochJohnender Handelsartikel. Sapital nicht erfordert. Offerten an A. Bartel, Berlin 42, Zelien 16. 209/10 fagen wir allen Berwandten und Befannten sowie den Kollegen von Weinert, Kettner, der chirurgischen Branche und dem Deutschen Metallarbeiterverband unseren fiefgefühlten Dant. 956 Luise Sattler nebst Stindern. Zahn- Klinik, beliebige Zeil. Preise zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. Bir sagen allen Bekannten und Freunden für die so überaus herzliche Teilnahme an der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres geliebten Baters, insbesondere dem Gesangverein Immerfroh" für die freundliche Mitwirkung unseren herzlichsten Dank. 946 Witwe Beyer. Paul Kühne und Familie. ! TALER! Bürger- Kommission. Täglicher Versand Preise ohne Verbindlichkeit | Großes Vereinszimmer V Berlin und Vororte franko Haus. bis 100 Perfouen fassend, zu Familien Festlichkeiten, Fabrikbesprechungen, Vereinen und Gesell0,09 fchaften bestens zu empfehlen. 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Wie geht man an das Studium des Sozialismus? Arbeiterprogramm gewonnene Einsicht in leicht verständlicher Weise Namentlich die letteren Ausführungen sind sehr bemerkens vertieft und erweitert. wert, um so mehr, da unser deutscher Referentenführer gerade von Endlich aber würde ich raten, vor dem„ Kommunistischen der entgegengesezten Anschauung ausgeht. Sein Kritiker im Manifest" noch Engels Lage der arbeitenden Klasse in England"" Vorwärts" hatte mit Recht bemängelt:„ Gin Hinweis darauf, durchzuarbeiten, ein Werk, das heute viel zu wenig beachtet wird, daß der Schüler erst fest sein muß in den Grundlagen, ehe er sich das in anschaulichster und packendster Form schon die wichtigsten auf das strittige Gebiet begibt, fehlt." Darauf erwiderte David: unter den Problemen der Vereinigung von Sozialismus und Ar-" Nichts kennzeichnet den Mann besser, als dies. Also zuerst beiterbewegung entwidelt, die später im Kommunistischen Mani- werden dem Schüler die Grundlagen als absolute Wahrheiten ein ifest" ihre Lösung fanden. gehämmert, damit sie festsißen; dann, so hofft man, werden ihne Diese Frage beantwortet in Nr. 2 und 4 des Kampf" der In der Nr. 4 des„ Kampf" geht dann Bauer an die Beant- kritische Kehereien nichts mehr anhaben können. Genau so macht es Genosse Otto Bauer. Die Antwort enthält bemerkenswerte Finger- wortung der Frage, wie man die Geschichte der Klassenkämpfe zu auch die katholische Kirche bei der Erziehung ihrer Gläubigen, um zeige. Wir entnehmen ihr daher jenen Teil, der nicht bloß für die studieren beginnt. Er führt aus: sie vor„ Verwirrung" zu bewahren. Wollte die Sozialdemo österreichischen, sondern für alle Deutsch redenden Genossen von tratie diese Methode der alleinseligmachenden Kirche afzeptieren, Interesse ist. In Nr. 2 wird die Frage untersucht: Wie studiert so müßte sie ihren geistigen Bankrott anmelden." man das Parteiprogramm? Es heißt da: In der Neuen Zeit", Heft 20, schreibt zu diesem Thema Ges noffe Karl Kautsky: " H Wer die kapitalistische Gesellschaft verstehen will, muß zu nächst wenigstens im Umriß die Geschichte ihres Werdens tennen. Man beginnt das Studium am zweckmäßigsten mit Engels Was David als Methode der alleinseligmachenden Kirche" „ Wer unser Parteiprogramm verstehen lernen will, wird am Schrift Ueber den Ursprung der Familie, des Privateigentums bezeichnet, ist in Wirklichkeit die Methode der Wissenschaft. Man besten zunächst zu der von Adolf Braun herausgegebenen Broschüre und des Staates". Obwohl diese berühmte Schrift in manchen studiert nicht in der Weise, daß man wie Kraut und Rüben alles " Biele und Wege"( Berlin 1906, Verlag Vorwärts, Preis 20 Pf.) Einzelheiten veraltet ist, obwohl wir heute wissen, daß insbesondere durcheinanderliest, um sich seine Unbefangenheit" zu bewahren. greifen, an der außer dem Herausgeber auch die Genossen Linde die Entwickelung der Familie nicht so gradlinig ist, nicht bei allen Der Anfang jedes Studiums ist freilich bei jedem selbständig denken. mann, Süßheim, Stampfer und die Genossin Zettkin mitgearbeitet Völfern so gleichartig verlaufen ist, wie die Wissenschaft dies in der den Kopf ein unsicheres Euchen und Tasten. Aber ist man so weit haben. Das Schriftchen enthält eine kurze und leicht verständliche Entstehungszeit dieses Buches annahm, so bleibt sie doch die weitaus gekommen, sich einmal für einen Standpunkt zu entscheiden Erläuterung unserer Gegenwartsforderungen. Eine treffliche Ein- beste Einführung in die Entwickelungsgeschichte der Gesellschaft. und so weit ist jeder, der Sozialdemokrat wird, dann hat man führung in die in unserer Prinzipienerklärung zusammengefaßien als eine Ergänzung kann die kurze Abhandlung über die" Mark" vor allem die Aufgabe, sich über diesen Standpunkt völlig klar zu Gedankenreihen enthält die weitverbreitete Broschüre„ Grundsätze angesehen werden, die Engels im Anhang zu seiner Entwicklung werden, alle Konsequenzen zu durchdenken, die sich von ihm aus und Forderungen der Sozialdemokratie" von Karl Kautsky und des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" beröffentlicht ergeben, diejenigen Werte durchzuarbeiten, die ihn am gründlichsten Bruno Schönlant( Berlin 1906, Verlag Vorwärts, vierte Auflage). hat. Ueber die Wirtschaftsverfassung und Klassenfämpfe des Mittel- beleuchten. Hat man sich zu völliger Klarheit über den eigenen Wer diese beiden Broschüren gelesen hat, kann sich dann an cine alters finden wir sehr viel Wertvolles in dem von Karl Kautsky Standpunkt durchgerungen, dann fann man daran gehen, ihn selbausführlichere und gründlichere Erläuterung des Parteiprogramms herausgegebenen Sanimelwerke„ Die Vorläufer des Sozialismus". ständig anzutvenden zur Erkenntnis der Wirklichkeit und ihn zu heranwagen. Eine solche gibt Karl Kautsky in seinem Buche„ Das Für die wichtige Uebergansperiode vom Mittelalter zur Neuzeit messen an den anderen Standpunkten. Da kann es wohl vorkommen, Erfurter Programm"( achte, wesentlich verbesserte Auflage, Stutt ist zur Ergänzung auch Hautskys" Thomas More und seine Utopie" daß der zuerst gewählte Standpunkt einen nicht befriedigt, daß gart 1907, Berlag von J. H. W. Diet). Das Buch gehört zu den heranzuziehen. man nach einem anderen sucht, in dem man sich, wenn man ihn Klassischen Schriften des Sozialismus. Das Studium dieser Schrift In die Periode des Frühkapitalismus und modernen Abfolutis- gefunden hat, dann ebenso wieder einarbeiten muß, wie in den ist für jeden, der unser Parteiprogramm studieren will, unerläßlich. mus führen uns Kampffmeyers Geschichte der modernen Gesell- zuerst angenommenen. Das jozialdemokratische Programm ist nicht die Erfindung schaftsklassen in Deutschland" und Mehrings Lessing- Legende". David verrät eine merkwürdige Mißachtung des menschlichen eines einzelnen Mannes, auch nicht nur der Beschluß eines Bartet- Ueber die große Umwälzung, die die französische Revolution den Geistes, wenn er glaubt, ein gründliches Durchdringen des eigenen tages, sondern das letzte Ergebnis langer wissenschaftlicher Arbeit. europäischen Völkern gebracht, unterrichten uns Blos," Die fran- Standpunktes mache unfähig, die Eigenart anderer Standpunkte Will man es gänzlich verstehen, so muß man die klassischen Schriften zösische Revolution 1789"; Kautsky," Die Klaffengegenjäge von zu begreifen. Sie befähigt vielmehr erst dazu und zu fruchtder Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus studieren. Man 1789". Die großen Kämpfe des 19. Jahrhunderts werden uns in bringender Arbeit. Wer dagegen, ehe er einen festen Standpunkt beginnt dieses Studium am zwedmäßigsten mit der Lektüre der den folgenden Schriften trefflich dargestellt: Mehring,„ Geschichte eingenommen hat und zu völliger Klarheit über ihn gekommen ist, berühmten Rede Ferdinand Laffalles über„ Das Arbeiterprogramm" der deutschen Sozialdemokratie"; Blos, Die deutsche Revolution"; sich zwischen den verschiedensten Standpunkten wahllos umhertreibt, ( Berlin 1907, Verlag Vorwärts). Die Rede zeigt uns die Bewegung Heritier, Geschichte der französischen Revolution von 1848"; Bach, wird nie zu einer fonfequenten, methodischen Lebensarbeit tommen. der Arbeiterklasse in einem großen historischen Zusammenhang; Geschichte der Wiener Revolution"; Lissagarah, Geschichte der Ein solcher bleibt eine unstete Flocke, deren Richtung von dem Wind fie zeigt, wie die feudale Gesellschaft des Mittelalters von der Kommune von 1871"; Webb, Geschichte des britischen Trade abhängt, der sie jeweilig erfaßt und weiter trägt. bürgerlich- fapitalistischen abgelöst wurde und wie diese wiederum Unionismus". Wir schließen das Studium der historischen Literatur Wenn die katholische Kirche von ihren Gläubigen nichts anderes von der werdenden Gesellschaft, deren Trägerin die Arbeiterklasse des Sozialismus mit den berühmten historischen Streitschriften verlangte, als gründliches Studium des eigenen Standpunktes, ließe ist, abgelöst werden wird. Karl Marg': Revolution und Konterrevolution in Deutschland", sich nichts dagegen eintoenden. Aber sie verlangt mehr: fie fordert Die Klassenkämpfe in Frankreich"," Der, 18. Brumaire des Louis den Verzicht auf jede Kenntnisnahme der gegnerischen Literatur Bonaparte". für alle Zeit. Das ist es, was den geistigen Bankrott der Kirche Die wertvolle bürgerliche Riteratur über Sozial- und Wirt- bedeutet. Will dagegen David etwa behaupten, daß wir Marristen schaftsgeschichte ist den Arbeitern nicht zugänglich, da sie in um- irgendwie die bürgerliche Kritik zu scheuen hätten und jemals ge= fangreichen Werken niedergelegt ist, deren Lektüre geschichtliche und trachtet hätten, sie vor den Genossen zu verheimlichen? Worin bejuristische Borkenntnisse vorausseßt. In jüngster Zeit haben aber steht die propagandistische Kraft unserer Partei in den mit bürgereinige große Verlagsbuchhandlungen Sammlungen populär- wissen- licher Literatur großgezogenen Wolfsschichten, wenn nicht im schaftlicher Schriften herausgegeben; in einigen dieser billigen und Marrismus? verhältnismäßig leicht lesbaren Büchlein sind die wertvollsten Er- Die gröblichste Serabsehung unserer Parteiliteratur leistet fich gebnisse der neueren historischen Forschung furz zusammengefaßt. aber David in jenem Saz, in dem über gründliches Studium, das So können wir unseren Lesern beispielsweise folgende Schriften der Kritiker im Vorwärts" verlangte, gehöhnt wird als„ Einempfehlen: Aus der von Teubner in Leipzig herausgegebenen Sammlung Aus Natur und Geisteswelt": Steinhausen:" Germanische Kultur in der Urzeit"; Heil,„ Die deutschen Städte und Burgen im Mittelalter"; Otto, Das deutsche Handwert in seiner kulturgeschichtlichen Entwidelung"; Pohle, Die Entwickelung des deutschen Wirtschaftslebens neunzehnten Jahrhundert"; G. Maier, Soziale Bewegungen und Theorien bis zur modernen Arbeiterbewegung"; aus der" Sammlung Göschen": Tönnies, Die Entwidelung der sozialen Frage". Einige dieser Schriften enthalten auch gute Literaturangaben. Hat die Rede Lassalles unseren historischen Blick geschärft, dann fönnen wir es wagen, die„ Geburtsurkunde des modernen Sozialismus", die gemeinsame Quelle aller sozialdemokratischen Programme, zu lesen, das„ Kommunistische Manifest" von Sarl Marr und Friedrich Engels( Berlin 1906, Verlag Vorwärts). Wir lesen bom kommunistischen Manifest zunächst folgende Abschnitte: I. Bourgeoisie und Proletarier, II. Proletarier und Kommunisten, IV. Stellung der Kommunisten zu den verschiedenen oppositionellen Parteien. Der dritte Abschnitt des Kommunistischen Manifest"( sozialistische und ökonomische Literatur) macht uns größere Schwierig. feiten, da er geschichtliche Vorkenntnis vorausseßt. Hier sehen sich ja Mary und Engels mit den Lehren und Anschauungen älterer Sozialisten auseinander. Zum besseren Verständnis dieses Abschnitts lesen wir die kleinere Schrift von Friedrich Engels über„ Dei Entwickelung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft" ( Berlin 1907, Verlag Vorwärts). Sie zeigt uns, wie der durch das Kommunistische Manifest" begründete wissenschaftliche Sozialismus auf dem Boden erwachsen ist, den einerseits die Entwidelung der bürgerlichen Wissenschaft und Philosophie und andererseits die fritischen Leistungen des älteren utopistischen Sozialismus urbar gemacht haben; so lehrt sie uns die historischen Wurzeln, aber auch die unterscheidende Eigenart des von Marg begründeten proletarischen Sozialismus fennen. Das Verständnis der von uns genannten Schriften von Mart, Lassalle und Engels seht die genauere Kenntnis ihrer Entstehungszeit voraus. Den Weg hierzu erschließt uns Die Geschichte der deutschen Sozialdemokratie" von Franz Mehring( Stuttgart 1906, Verlag von J. H. W. Dietz). " im Wir raten dem Leser, zuerst die von uns an erster Stelle genannten historischen Schriften aus unserer Parteiliteratur und dann erst die von bürgerlichen Gelehrten verfaßten Bändchen zu lesen. Diese Reihenfolge empfehlen wir nicht nur darum, weil unsere Parteischriften sich einer leichter verständlichen Darstellungsweise befleißigen, sondern auch deshalb, weil die wahllose und ungeordnete Lektüre von Schriften, die die Entwickelung der Gesellschaft unter ganz verschiedenen Gesichtswinkeln sehen, den noch ungeschulten Leser leicht verwirren und an der Möglichkeit eines bestimmten und eindeutigen Urteils verzweifeln lassen könnte. Liest man zuerst die historische Literatur des Sozialismus in einem Buge, so sieht man die Entwidelung der Volkswirtschaft in großen So Otto Bauer. Es erscheint mir zweckmäßig, die von ihm Bügen flar und wohlgegliedert vor sich ausgebreitet. Studiert man gegebene Liste noch etwas zu erweitern. So halte ich es für not- sodann wiederum der Reihe nach die von uns genannten Darstel wendig, daß der Lernende, ehe er an mein„ Erfurter Programm" lungen aus dem bürgerlichen Lager, dann lernt man auch den dem geht, das Marrsche Schriftchen über„ Lohnarbeit und Kapital" liest. unseren entgegengesezten Standpunkt kennen. Die Gegenfählichkeit Es ist ein Muster populärster ökonomischer Auseinandersehung. der Urteile wird den Leser dann nicht mehr berwirren, vielmehr An die Leftüre von Lassalles Arbeiterprogramm" würde ich wird er nun selbst zwischen den beiden großen Richtlinien der Geraten, die seines Bastiat- Schulze" anzufügen, der die aus dem schichtsbetrachtung zu wählen vermögen." Zum ersten Studium der sozialdemokratischen Gedankenwelt werden die von uns genannten Schriften genügen. Wer tiefer eindringen will, wird freilich noch fleißige Arbeit aus verschiedenen Wissensgebieten nicht scheuen dürfen." 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Bockbier- Saison. Der Ausstoß hat begonnen. 1855L hämmern der Grundlagen als absolute Wahrheiten". Dieser Say bekommt nur dann einen Sinn, wenn man annimmt, daß die Parteiliteratur die beweislose Annahme von Glaubenssäken als höhere Offenbarungen fordert, daß sie für sich allein nicht zu selb ständigem Denten anregt und befähigt, sondern daß sie ihren Lesern ebenso wie die Schriften der katholischen Kirche das Gehirn verfleistert, wenn dieses nicht durch das gleichzeitige Lesen bürgerlicher Litertur offen gehalten wird. Von einer besseren Erkenntnis des wissenschaftlichen Wertes unserer Parteiliteratur und der Wichtigkeit ihres gründlichen und methodischen Studiums sind die Anleitungen Otto Bauers dazu im Kampf" eingegeben. Sollten sie fortgesetzt werden, werden wir unseren Lesern davon Bericht erstatten. Bäder. Eingegangene Druckfchriften. Moderne Zeitfragen. Eduard Bernstein. Barlamentarismus und Sozialdemokratie. Prof. Dr. Martin Mendelsohn. Kuren und Karl von Bruchhausen. Der kommende Krieg. Prof. Dr. Karl Thiek. Die Hamburg- Amerika- Linie. Pastor Dr. Albert Modernes Christentum. Baul Kampffmeyer. Das Kalthoff. moderne Broletariat. Dr. phil. und jur. J. Kollmann. Der deutsche Dr. Hans Landsberg. Stahlwerksverband. Der Großstadt- Berkehr. Theaterpolitik. Rudolf Klein. Die Sezession. Prof. Dr. Ferd. Tönnies. Strafrechts- Reform. Prof. Dr. Wilhelm Rein. Kirche, Staat und Schule. Prof. Georg Simmel. Philosophie der Mode. Bro Heft 1 M. Ban- Verlag, Berlin W. 35. Gewerbe und Kaufmannsgericht, Monatsschrift des Verbandes Deutscher Gewerbe- und Kaufmannsgerichte. Nr. 5. Herausgeber: Dr. J. Jastrow, v. Schulz, Dr. Flesch. Verlag von Georg Reimer in Berlin. Vollen Kaffee- Genuß ohne jede schädliche Nebenwirkung bietet Kathreiners Malzkaffee feit nahezu 18 Jahren aufs glänzendste bewährt täglich von Millionen Menschen ges trunken das bekömmlichste und billigste Frühstücks- und Familiengetränk. Die Taffe stellt sich auf etwa ½, Pfennig. 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Luftspiel in 3 Aufzügen von Dslar Blumenthal u. Gustav Stadelburg. Montag, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Revisor. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntag mittag 12 Uhr: Matinee zum Besten des Char: Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. lottenburger Studentenheims. Montag, den 17. Februar, abends 8%, Uhr, im Neuen Klubhaus, Sonntag, nach m. 3 ll br: Sommandantenstraße 72: Richter von Zalamea. 4. Portrag aus dem Zyklus:„ Zur Geschichte der Frau". Sonntag, abends 8 lbc: Der rote Leutnant. Montag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Dienstag, abends 8 Uhr: College Crampton. Schiller- Saal( Schiller- Theater Sonntag 8 Uhr: Konrad Ferdinand Meyer: Abend. Castan's Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Abdul Hamids Harem Zauberer Fakire Bauchtänzerinnen. Schlangen- Ungeheuer von Sumatra. Sonntags kein Extra- Entree durch besonderen Eingang. Otto Reutter Zirkus Schumann und das neue Programm von Publikum u. Presse glänzend beurteilt! 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Abends 8 Uhr: Panne. Hollaender. Zentral- Theater. Heute und folgende Tage: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Staffeneröffn. 7 Uhr. inf. 8 Uhr. Luisen- Theater. Nachmittags 3 Uhr: Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. a Pollo Cheater Heute Sonntag, den 16. Februar, nahm. 4 und abends 28 Uhr: 2 gr. brillante Vorstellungen 2 Wochentags 20 Pt. XIII. Saison Zirkus Busch admittags auf allen ein Kind frei. Sonntag, den 16. Febr. 1908: Beitere unter 10 Jahren halbe Blähen ohne Ausnahme Breise( außer Galerie). Nachmittags: Pantomime: Die lustigen Heidelberger m. d. urdrolligen Regenszene und neuen tomisch. Einlagen. Debut! Seymoure Debut! u. Gordons 2 Große Gala- Vorstellungen 2 Nachmittags 4 Uhr und abends 7 Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Stinder unter 10 Jahren auf allen Sipplägen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Allernenfte Kreation in einer Die australischen Holzfäller. engl. Rajerne. Resisto, das elektrische Rätsel. Kunstradfahrer- Truppe Klein 2c. Abends zum 56. Mal: Tagesgespräch: Amerika. Bracht- Ausstattungs- Pantomime. Dassage- Panoptikum. Neu! Nen! Der längste Mensch Josef Schippers und d. lange Korl', d. gr. Sold. der dickste Mensch Toni Thoms, der Welt! 600 Pid. schw. 24Fing.u.Zeh. Ohne Extra- Entree. Neapolit. Bandenkapelle. Colsinis Exper. d. 4. Dimension Eintritt 50 Pf. Kinder u. Soldaten 25 Pf. Palast- Theater Heute 8 Uhr. Entree 50 Bf. Neues Programm Paravoulesku- Zelinesku, rum. Sänger und Tänzer. The Oracs, phänomenaler Barren- Att. Szenen a. d. australischen Busch. In beiden Vorstellungen: PhaPha Aurora- Truppe nomenal! nomenal! Jn beiden Vorstellungen: Bros. Clarkonians aus Amerika In beiden Vorstellungen: Vorführen und Reiten der besten Schul-, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtlicher Clowns mit den neuesten Witzen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: Jokel u. Koko. Gr. hum. Wasserpantom. i. 2 Bild. D. entsprung. Affen i. d.Sommerfr. Abends 7%, Uhr: Auf der Hallig! Gr. Ausstattungs- Pantomime des Zirkus Busch in 4 Bildern. Auftr. des Herrn Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tattersalls als Gast. Kasino- Theater. Lothringerftr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hansi lacht Neu! Steidl- Duo. Neu! Neu! Der urkomische Rügamer. Neu! Neu! Kati Gültini. Neu! Die Freuden d. Häuslichkeit. Sonntag 4 Uhr: Ein Sohn des Bolles. Rixdorfer Theater Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Sonntag, den 16. Februar, 7%, Uhr: Lehrjungenstreiche. Pension Schöller. Faschings- Burleske von A. Hoffmann. Cheater 8 8 Uhr Uhr Nachm.%, Uhr! Kleine Preise! Krieg im Frieden. Familien Vorstellung Abends 8 Uhr zum ersten Male: Unser Doktor. Montag: Des Mädchens Lebenswege. Dienstag: Des Mädchens Rebenswege. Mittwoch zum 1. Male: Ein vers lorener Sohn. Donnerst: Des Mädchens Lebenswege. Freitag: Der eingebildete Kranke. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. دوو 8 1hr. ,, Bibi." 8 uhr. Schwant in 3 alten von de Gorffe und de Marfan. Deutsch von M. Schönau. Bretillot Richard Alexander. Hierauf: Der felige Octave. Sonntag, den 16. Februar, 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Nachm. 8 Uhr: Nathan der Weise. Abends 8 Uhr: Madame Sans Gêne. Montag: Meister Josef. Dienstag: Kriemhilds Rache. Brunnen- Theater Babstraße 58. Direft.: Bernh. Rose. Sonntag, den 16. Februar: Nachmittags 3 Uhr: Der Sonnwendhof. Hinko oder König und Abends 7 Uhr: Henkersknecht. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Borverkauf Sonntags vorm. 10-1 Uhr. Montag: Die Memoiren des Teufels. mit allen Attraktionen des hervorrag. Februar- Programms. Abends 8 Uhr: Elite- Vorstellung mit dem Operettenschlager der Saison: Mitislaw der Moderne bon F. Lehár. Amaranth: Mia Werber als Gaft. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterftr. 182. Die arme Mieze. Borher: Anjang 8 Uhr. Die Verlobung im Bett Sonntagspreise. Nachm. 3 Uhr: Der grobe Gotilieb. Montag: Der Staufmann von Benedig. Gebr. HerrnfeldTheater. Allabendlich der interessante Prozeß wie er stürmischer nie belacht wurde: Salomonisches Urteil. Ein Nachspiel zu Papa und Genossen Beibe Stilde mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag 3 Uhr: Endlich allein! Der Fall Blumentopf. Foles éprice Mal was Anderes Revue mit Gesang in 3 Bildern. Neu! Jeunesse dorée. Paragraph 343. Schwank in 3 ften von Karl Laufs. Happoldts Neuer Konzertsaal Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Großes Militär- Konzert. Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Trapps Fest- Säle. Tegel, Bahnhofstr. Jnh.: F. Trebesch. Referentin: Wally Zepler. Heute Sonntag 6 Uhr: Stiftungsfest Gewerkschaftshause, Engelufer 15. Gäste willkommen. 55/5 Goethe- Feier im Der Vorstand. Verein gewerbtätiger Frauen u. Mädchen in Rixdorf. Sonntag, den 16. Februar, 6 Uhr abends, in Hoppes eftfälen, Hermannstr. 49: Vortrag des Genossen Arbeiterfefretär Emil Dittmer: Die Schule und unsere Frauen". Daranschließend: Gefelliges Beisammensein und Tanz. Zahlreichen Besuch erwartet 202/20 Theater an der SpreeKöpenicker Straße 68. Abends 8 Uhr zum 50. Male: Hokuspokus. ( Jeder Besucher erhält das Couplet Wo ist es denn?") Nachmittags 3 Uhr: Ausgewiesen. WalhallaVariete-Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute 2 Vorstellungen Nachmittags 3½, 1hr: Kleine Preise. Jed. Erw. 1 Kind frei. Abends 8 Uhr. In beiden Vorstellungen: Das neue Februarprogramm. Dress. Löwen, Tiger, Leoparden borgeführt von R. Havemann, und die übrigen glänzenden Spezialitäten. == Populäre Abendpreise: Mark 1.10, 1.60. 2.Tunnel: Bockbierfest, Regimentskapelle usw. Theaterbesuchern freier Eintritt. Trianon- Theater. 8 ur. Baron Toto. 8 ur. Sonntag nachm. 3 Uhr: Cyprienne. Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. Ringkämpfer u. Kandidat, urfomische Boffe. Kidd n. Kettle, amerit. Erzentriks. Roustainiha Truppe, 4 Personen. Dustes Vitograph. 16 erstklassige Spezialitäten. Anfang 8 Uhr, Sonntags 5%, Uhr. Jeden Sonnabend und Sonntag nach der Vorstellung: Familienkränzchen bei freiem Tanz. Buggenhagen im Theatersaal täglich; G Der Vorstand. Restaurant ewerkschaftshaus. Engelufer 15. Menu 75 Pf. Heute Sonntag: Mocturtlesuppe. Lachsforelle mit Stapernfauce ode Blumenkohl mit Schnitzel. Roftbeaf englisch oder Kalbsbruft. Kompot oder Salat. X Reichhaltige Abendkarte. X Bochentäglich: Großer bürgerlicher Mittagstisch Couv. 60 Pt. Täglich: Bock- BierAusschank. R. Augustin. Neue Welt Hafenheide 108-114. Täglich: Täglich: Größtes und originellstes bayerisches Bockbierfest Baron Muck's Orig.- Bauernkapelle Max vom Heedes Tyrolertruppe. 30 Original Bayr. Madl. Jeden Dienstag u. Donnerstag: Prämiierung. Anf. Wochent.7 Uhr. Sonnt.5 Uhr. Entree Wochent. 30 Pf. Sonnt. 50 Pf. Albert Böhmetysium und das großartige Februar- Programm. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Im unteren Konzertsaal täglich die allerersten MilitärKapellen: Beder, Przywarski, Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. W. Noacks Theater Direftion: Rob. Dill. Brimenitr. 18, Das Kätchen von Heilbronn, Ritterschauspiel in 5 ft. b. H. p. Kleift. Anfang 7 Uhr. Entree 30 1. Nach der Vorstellung: Taug Montag: Das Stätchen von Heilbronn. Mittwoch: Othello, d. Mohr v. Benedig. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Heute Sonntag: TanzNeues Elitesoiree Kränzch. Progr. Hoffmanns Nordd. Sänger Zum ersten Male: Verlobung in Kalan. Poffe. Spezial. Nummern. Neue Schiager! Landsberger Allee 40-41. Jeden Sonntag im Riefensaale: Großer Ball. 2 Ballkapellen. 15482* Anfang 4 Uhr. Entree frei. Avis. Sonnabende im April bis September. Saal u. Garten find an Bereine mit Sängergesellschaft unter bekannter Bedingung zu vergeben. Amt 7, 2617. Karl Eisermann. Germania- Pracht- Säle Chausseestr. 110. Karl Richter. Jeden Sonntag: Otto Steidl's 馆 Kranzchen. Hamburger Sänger. Stets neues Programm. Anf. 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Nachdem FamilienBon 5 Uhr ab im weißen Saal: Großer Ball. Jeden Mittwoch: Otto Steidl's Hamburger Sänger mit Freitanz. Jeden Donnerstag: Großes Militär Streich- Konzert anschließend: Familien- Kränzchen. Sonntag, den 16. Februar, fowie jeden Sonntag: Morgen: Soiree anden. Moerners Große humoristische Soiree bec Apollo- Sänger. Herren: Charton, Sandmann, Steinte, Just, Naschdorf, Behling, Berani ut. Hardt. Beginn Sonntags 5, wodjent. 8 Uhr. Der gr. Saal ist Sonnab., 7. März, frei. Programm.- Anj, 6% Uhr. Entree 60 91, Baterie Reichshallen- Theater. Sonntag neues Anf. 50 Bf., 30 Pf. Nach der Vorstellung: Ball. Berlin 0.98. Markgrafensäle Telephon Markgrafendamm 34. Inhaber: Hermann Scholtz. Amt 7, 4277. Jeden Sonntag: Großer Ball bei freiem Entree. Säle von 100 bis 1000 Personen für Vereine, Hochzeiten usw. unter fulantesten Bedingungen einige Sonnabende noch zu vergeben. Vereinszimmer bis 100 Personen fassend. 2 tomf. Kegelbahnen n. einige Tage frei. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu: HusarenStreiche. Anjang: Wochent. 8 Sonnt. 71. Moerners Blumengarten Ober- Schöneweide a. d. Dberfpree. Snh.: Alb. Moerner ( Neues Konzerthaus). 14622*] Heute: Extra- Reunion Weitung: Tanzlehrer Sachs). Für Vereine und Gewert schaften im Sommer noch Sonnabende zu vergeben. Bedingungen in bekannter fulauter Weise. Freiheitliche Bühne. Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Theater an der Spree, Köpenicker Straße 68: ,, Ausgewiesen". Soziales Drama a. d. Zeit des Sozialistengesetzes von Karl Böttcher. BS Dieses Drama war zwölf Jahre polizeilich verboten!! 108/23 Die Leser des ,, Vorwärts" erhalten heute an der Theaterkasse ermäßigte Billetts zum Preise von 95 Pf. für Parkettfauteuil. Nur gegen Abgabe dieser ausgeschnittenen Anzeige. Gültig für 2 Parkettfauteuil- Plätze a 95 Pfennige. Parteigenossen! Hausfrauen! Arbeiter! Achtung! Diese Aenderungen zu der großen Quartals- Lifte vom 12. Januar Bäckerliste! Adolfftr. 19, Bendt. Allensteinerstr. 15, Cisluch. Boechstr. 46, Hartmann. Driefenerstr. 11, Schüze. 15, Gronau. bitte in folgendem zu beachten. Achtung! Bäckerliste! In die bewilligte Liste sind nachzutragen: Friedrichsfelderstr. 17, Schön. 39, Quandt. Fürstenstr. 8, Listen. Heidenfeldstr. 21, Haag, Nostigstr. 9, Berger. Dranienftr. 38, Risten. Perfiusstr. 1, Fromm. Butbuferstr. 46. Blod. Büdlerstr. 8, Stamps. Rhinowerftr. 7, Wuttke. Staltgerstr. 124, Göllmiş. Stolpischestr. 51, Stibbe. Botsdamerstr. 12, Beimarerstr. 23, Tegelerstr. 11, Lenzner Geht wieder Wilmersdorferstr. 27, geregelt), Türkenstr. 22, Tschetsch. Boltaftr. 32, Friedrich. Wollinerstr. 50, Rhemus. Bionskirchstr. 13, Bobel. Adlershof. Nabideftr. 37, Road. Charlottenburg. Thriftstr. 18 Cauerstr. 27 Genossenschaft Bleibtreuftr. 2 Produktion. 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Nach der Versammlung gemütliches Beisammen- sein und Tanz. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Friedenau. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag den 18. Februar, abends£% Uhr bei Grube statt. Zahlreiches Erscheinen notwendig. Zehlendorf. Am Dienstag, den 18. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Lokal von Wilhelm Mieck, Karistratze 12 Hierselbst, eine öffentliche Kommunalwähler-Versammlung statt. Auf der Tages- ordnung steht ein Referat des Genossen Schubert:„Unsere Auf- gaben in der Gemeinde". Mit Rücksicht auf dieses Thema wird erwartet, daß alle Partei- und Gewerkschaftsgenossen mit ihren Frauen erscheinen. Der Einberufer. Britz-Buckow. Dienstag, den 18. Februar, abends �9 Uhr, bei Weniger. Werderstraße 28: Wahlvereinsversammlung. Tages- ordnung: 1. Die Landtagswahlen und ihre Durchführung. Re- ferent: Genosse Händel. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. In Anbetracht des aktuellen Themas ist es Pflicht aller Genossen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Tempelhof. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 18. Februar, abends 8Va Uhr, im Lokale von M. Müller, Berliner Straße 41/42, statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Küter-Schöneberg über:„Die Sozialdemo- kratie in der Gemeindevertretung"; Aufstellung eines Kandidaten für die Gemeindewahlen; Bericht von der Kreis-Generalversamm- lung und Vereinsangelegenheiten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht aller Genossen, zu erscheinen. Der Vorstand. Nummelsburg. Am Sonntag, den 23. Februar, nachmittags um 4 Uhr, veranstaltet der hiesige Wahlverein eine Urania-Vor- stellung. Zum Vortrag kommt:„Kairo und die Pyramiden". Billetts sind bei allen Bezirksführern sowie beim Vorsitzenden Otto John, Karlshorster Straße 1, zu haben. Um recht rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Mariendorf. Dienstag, den 18. Februar, im Restaurant des Genossen Hermann Reichardt, Chausseestr. 27, Versammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der bevor- stehenden Gemeindewahl und Diskussion. 2. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 3. Vereinsangelegenheiten und Ver- schiedenes. Nicder-Schöneweibe. Am Dienstag, den 18. Februar, abends 8� Uhr, findet im Lokal„Khffhäuser", Jnh. Robert Tismer, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, in welcher der Ge- nosse Stadtverordneter Max Groger-Rixdorf über sozialdemo- kratische Gemeindepolitik referieren wird. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Adlershof. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß die für Dienstag den 18. Februar bekannt gemachte Mitgliederversamm- lung erst am Dienstag den 2ö. Februar bei Kaul, Bismarckstr. 16, stattfindet. Am Dienstag, den 18. Februar findet bei Bayer, Bismarckstr. 19 eine Demonstrationsversammlung gegen das neue Vereinsgesctz statt. Die Genossen werden ersucht, für regen Besuch zu agitieren. Der Vorstand. Teltow. Am Dienstag, den 13. Februar, abends 8 Uhr. findet die regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahlvereins im Lokale des Genossen W. Bonow, Zehlendorfer Straße 4, statt. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Genossen. Der Vorstand. Reinickendorf-Ost. Die öffentliche Frauenbcrsammlung findet am Mittwoch nicht statt. Die Berichterstattung und Neuwahl der Bertrauensperson erfolgt in der öffentlichen Versammlung am Dienstagabend bei Kirsch, Markstr. 2-3. Die Flugblattver- breitung findet heute nicht statt. Der Vorstand. Spandau. Am Dienstag, den 18. Februar, findet bei Borchardt, Seeburger Stratze 29 die Generalversammlung des Wahlvercins statt. Tagesordnung: Bericht vom letzten Quartal, Bericht und Neuwahl des Aildungsausschusscs, Bericht und Neuwahl der SchlichtungSkomniission, Wahl des Maifestkomitces und Ver- schiedenes. Eintritt gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Zahl- reichen Besuch erwartet_ Der Vorstand. Berliner INfachricbten. Auf einsamen Wegen! Neckisch und zärtlich,>vie ein verliebter Backfisch, lacht die strahlende Frühjahrssonne von dem azurnen Gewölbe hernieder. In eine goldige Strahlenflut getaucht, breitet sich der weite, stille Grunewald aus. Ans der schlüpfrigen Chaussee gleiten elegante Autos hin, aus deren Junerm, nachlässig zurückgelehnt, vornehm gekleidete Gestalten sich abheben. Rad- fahrer huschen geschickt zivischen durch, funkelnde Equipagen, von prächtigen Vollblutpferden gezogen, die in schlankem Trab dahinjagen, lenken die Aufmerksamkeit der Fußgänger auf sich, und auf dem Reitweg sprengt ein greiser Offizier neben seiner mädchenhaft jugendlichen Gattin hoch zn Roß, in gestrecktem Galopp einher. Eine alte Dame ruft niit entsetzten Gebärden ihren schwerhörigen, asthmatischen Rkops heran, um den ge- liebten Freund ans der vermeintlichen Gefahr zu erretten. Wir schwenken seitwärts ab, längs den Villen entlang, die in weltvergessener Ruhe dahinträumen, und in deren Vor- gärten die Gärtner ihre Kunst entfalten. Ein blitzsauberes Stubenmäde! putzt die Scheiben blank, daß sie in der Mittags- sonne wie Kristall erglänzen, und lacht uns schelmisch an. Wir aber verlassen den Weg und streifen kreuz und quer durch das schweigende Gehölz, in dem wohligen Gefühl des Alleinseins, weltabgeschieden, fern von allem Lärmen und Hasten, uns selbst' überlassen auf eine kurze Spanne Zeit. Allein wollten wir wandern in der großen Einsamkeit, in der Brust die süße, innige Sehnsucht nach den ersten Anzeichen und Vorboten des nahenden Lenzes. Und wir fanden sie. An den Hecken und Stauden sprießen tausendfältig die grünen Knospeuköpfchcn hervor, fein säuberlich sorgsam von der allgütigen Mutter Natur eingekapselt, auf daß den zarten Kinderchen kein Schaden geschehe. Mit heiliger Scheu und behutsam nehmen»vir eins dieser wunderbaren Gebilde in die Hand, um das Geheimnis seines Werdens zu erlauschen. Viele brauchen nur noch einzelne warme, milde Tage, um in jugendlichem Tatendrang die beengende Hülle zu sprengen. Bald werden die Büsche übersät sein mit wolligen Kätzchen und niedlichen Dolden. Auch in der Tierwelt regt es sich schon, lieber die Wurzeln turnt mit zierlichen Sprüngen ein winziges Mäuschen und oben, in den kahlen Baumästen, grüßt uns ein verfrühtes Goldämmerle'n. das den ersten linden Lüften nicht zu widerstehen vermochte. ! Wir lassen uns auf einem knorrigen Baumstumpf nieder und schlürfen in vollen Zügen die milde, weiche Luft ein, und die tiefe, köstliche Ruhe wirkt erfrischend auf unsere rampo- nierten Großstadtnerven. Mit schlürfenden Schritten und in gebeugter Haltung, das Antlitz wie suchend auf die Erde ge- richtet, nähert sich uns eine dunkle Gestalt. Es ist ein alter Mann.„Ihm glänzt die Locke silberweiß, gebleicht von der Fülle der Jahre." Das welke, hagere Gesicht wird von einem breitrandigen, zerdrückten Demokratenhut überschattet und der lange, zerzauste Patriarchenbart küßt die Strippe, die den Ivetten, faltigen, schlafrockähnlichen Mantel zusammenhält. Als der Ankömmling uns bemerkt, bleibt er stehen. In seinen tiefen Augen flackert es düster.„Gutes Wetter, junger Mann," kommt es jetzt hohl wie eine Grabesstimme über seine Lippen und ohne eine Antwort zu erhalten, fährt er fort:„Das war eine böse Zeit, dieser Winter. 0 weh. sehr böse ja. ja, viele haben Hunger und viele frieren. Arme Leute sollten nicht alt werden. Als kleiner Junge Hab ich schon gehungert und jetzt bin alt und hungere immer noch. Es gibt einen Gott, junger Mann, aber nicht für uns, bei den armen Leuten ist ihm nicht wohl!" Er lachte grell auf, der alte Mann, dann wankte er weiter, immer suchend am Boden; der Himmel mag wissen, was. Sinnend starren wir noch dieser sagenhaften Erscheinung nach, wie sie ab und zu hinter den Stämmen auftaucht, warnend und drohend, gleich einem Schreckgespenst. Mit unserer feier- lichen Stimmung ist es vorbei und wir treten nachdenklich den Heimweg an. Die liebe Sonne will schlafen gehen und in ihren purpurnen Mantel gehüllt, neigt sie sich dem Horizont zu. Ueber den Wipfeln der Nadelbäume schimmert und flimmert der Abglanz ihrer Strahlen wie ein hingewehter, goldiger Hauch und ihre volle Glut bricht sich in den hohen, blanken Scheiben der Villen. Elternpaare kehren vom Spazier- gange zurück, an ihrer Seite trippeln muntere, gutgenährte Kinder, mit rosigen Bäckchen und glänzenden Augen, aus denen eine Fülle kindlichen Jugendglückes spricht. Glückliche Jugend! Nie traf euer sonniges Gemüt der Rauhreif des Lebens und nie vielleicht wirst du Proletariers Los kennen lernen!_ DaS städtische Berkehrsprojekt Untergrundbahn Moabit-Rixdorf soll, einer Korrespondenz zufolge, der Minister Breitenbach im Prinzip genehmigt haben unter der Voraussetzung, daß das Projekt noch einige Aenderungen erfährt. Diese Aenderungen sollen aber leicht zu entsprechender Natur sein. Wenn die Nachricht sich bestätigen sollte, so wäre sie die einzig erfreuliche, die seit Jahren aus dem Eisenbahnministerinm gekommen ist. Der Magistrat von Berlin ist dem Beschluß der Berliner Stadt- verordnetenversammlnng, eine allgemeine Verfügung an die Deputationen zu erlassen zwecks Beschleunigung der Ausführung der- jenigen Arbeiten, für die Kredite bereits bewilligt sind, insbesondere eine raschere Inangriffnahme und Weiterführung aller städtischen Bauten zu veranlassen, beigetreten. Mehr Polizei wird in dem neuen preußischen Etat für die Polizeiverwaltung in Berlin, Charlottenburg, Lichtenberg und Box-- Hagen-Rummelsburg, Rixdorf, Schöneberg und Deutsch-Wilmers- dorf verlangt. Soweit die Schutzmannschaft in Frage kommt, ist im Etat für die oben genannten Orte die Zahl von 7253 Schutz- lcuten eingestellt mit einer Ausgabe von 596 999 M. An uniformierten Schutzleuten werden mehr verlangt für Berlin 76, für Charlottenburg 2, für Rixdorf 22, für Schöneberg 93. Für Lichtenberg beträgt die Zahl 114, in der aber die Sicherheit»- beaniten enthalten sind, die bisher von der Gemeinde Lichtenberg angestellt waren. Bei dieser Gelegenheit wollen wir, um vielfachen Anfragen zu genügen, mitteilen, daß sich das Gehalt der Schutzleute zwischen 1499 bis 1999 M. bewegt. Horte für Schüler und Schülerinnen der Berliner Nebenklassen, hat der Erziehungs- und Fürsorgeverein für geistig zurückgebliebene (schwachsinnige) Kinder, der unter dem Vorsitz des Herren Stadt- schulrat Dr. Fischer steht, im vorigen Jahre ins Leben gerufen. In der Familie dieser unglücklichen Kinder ist infolge schtoicriger Erwcrbsvcrhältnisse die Mutter sehr häufig gezwungen, außerhalb des Hauses Beschäftigung zu suchen, so daß Knaben und Mädchen während des Nachmittags sich gänzlich selbst überlassen auf der Straße verbleiben und allerlei Unfug und Gefahren ausgesetzt sind. Diese Beobachtungen veranlatzten den Verein, unter Auswendung größerer Mittel zwei Horte für schwachsinnige Kinder in der Put- buser Straße 3/6 und in der Wiclefstraße 2 einzurichten. Beide Horte bieten Platz für 69 Kinder. Ein dritter Hort befindet sich im Schulhause Stargarder Straße 9. Die städtischen Wasserwerke haben größere dringende Ver- änderungen am Rohrnetz in der Landsberger Allee usw. vorzu- nehmen. Der Druck der Wasserleitung wird aus diesem Grunde im Osten und Südosten von Berlin, sowie in den Vororten Treptow. Stralau und Nicdcr-Schöncweide am Sonntag etwas geringer sein, als sonst. Die Wasserwerke hoffen, die dringende Arbeit so be- schleunigen zu können, daß schon in den Nachmittagsstunden des Sonntags der Druck wieder erhöht sein wird und daß am Montag früh überall wieder normaler Druck in der Wasserleitung herrscht. Die öffentlichen» auf Straßen und Plätzen in Berlin aufge- stellte» Feuermelder genügen den heutigen Ansprüchen nicht mehr. Im Großstadtverkehr verschwinden sie fast. Die Hinweise werden oft nicht beachtet. Besonders ist darüber geklagt worden, daß sie nachts fchlecht zu erkennen sind und deshalb ihren Zweck nicht ganz erfüllen. Es sind deshalb Versuche gemacht worden, die alten Feuermelder durch moderne zu ersetzen. Diese Versuche sind so- weit vorgeschritten, daß man nunmehr versuchsweise am nächsten Montag einen der alten Feuermelder, und zwar den häufig'be- nutzten an der Ecke der Leipziger und Jerusalcmcr Straße(Dön- hoffplatz) durch einen mit„Blinklicht" ausgestatteten Melder er- setzen will. Es handelt sich dabei aber keineswegs um einen Ver- such mit einem neuen Modell, sondern nur um die Erprobung des Blinklichtes an einer sehr verkehrsreichen, von den verschiedensten Lichtquellen umfluteten Stelle. Das Blinklicht besteht aus zwei Gasglühlichtflammen inucrl�lb einer farbigen Glocke, die durch einen einfachen Apparat(Schwimmer) in kurzen Intervallen zur Entzündung gebracht werden. Durch das Verlöschen und Wieder- aufflammen soll das Licht des Melders auch in größerer Eni- fcrnung in die Augen fallen. Die äußeren Modelle der Melder werden voraussichtlich eine andere geschmackvollere Form erhalten. Das dänische Generalkonsulat in Berlin macht bekamt� daß Dänen, welche am 7. April 1998 und später 19 Jahre festen Wohn- sitz außerhalb Dänemarks gehabt haben, sich dem Verluste ihrer dänischen Staatsangehörigkeitsrechte aussetzen, sofern sie nicht, in Uebereinstimmung mit den Bestimmungen des Gesetzes vom 19. März 1893,§ 7, eine Erklärung abgeben, daß sie sich diche Rechte vorbehalten. Der Bockbierkonsum geht in Berlin von Jahr zu Jahr mehr zurück, soweit es sich um den Ausschank in eigentlichen Bier- restaurants handelt. Die großen Vergnügungsctablissemcnts mit ihren Bockbierfesten können hier nicht in Frage kommen, weil dabei die festlichen Veranstaltungen die erste Rolle spielen.� Die In- haber der kleineren Restaurants, in denen früher während der Bocksaison, der dunkle Trank sehr beliebt war, legen seit dem Bier- krieg auf den Ausschank von Bockbier wenig Wert und die Gast- Wirtsorganisationen haben dircft den Boykott über das Bockbier verhängt. Das wirkt auch auf die Biertrinker zurück und diejenigen Wirte, die Bockbier führen, müssen teilweise zu allen möglichen Reklamemitteln greifen, um den Bockbierverbrauch zu steigern. In vielen Restaurants werden schon Preise für tüchtige Bockbicrtrinker ausgesetzt. Wer in 14 Tagen in demselben Lokal 125 Becher Bockbier vertilgt hat, erhält eine„echt silberne Damen- oder Herrenuhr." Aus Wuhlgarten, der städtischen Anstalt für Epileptische, kommen fortgesetzt Klagen über schlechte Behanolung sowie über schlechtes Essen. Wir sind nur in den seltensten Fällen in der Lage, diese Klagen nachzuprüfen und durch Veröffentlichung Abhülfe zu schaffen. Soweit die Behandlung in Frage kommt, vollzieht sich diese ohne Zeugengegenwart, und ohne einwandfreie Zeugen ist an eine Veröffentlichung schwer zu denken. Den Angaben der Miß- handelten begegnet man allseitig mit Mißtrauen und so kommt es, daß sich vieles hinter verschlossenen Türen abspielt und weitere Kreise fast nichts erfahren. Die Kranken in Wuhlgarten sind ein sehr gemischtes Material, neben Leuten, die schon in Irrenanstalten waren, befinden sich aber auch solche, die lediglich Epileptiker sind. Man sollte meinen, daß solche Personen als das behandelt werden, was sie sind: als Kranke. Das scheint aber vielfach vergessen zu werden. So wurde kürzlich ein wegen Epilepsie nach Wuhlgarten Gebrachter namens E. von Wärtern in der unglaublichsten Weise mißhandelt und obendrein noch dadurch gestraft, daß er seiner Frau nicht einmal schreiben durfte. Die Frau des Betreffenden befand sich gerade in der Lungenheilstätte in Beelitz, wo sie aber doch von der Behandlung ihres Mannes erfuhr. Sie begab sich sofort nach Wuhlgarten und auf ihr energisches Verlangen erreichte sie, daß sofort eine eingehende Untersuchung stattfand. Die Untersuchung ergab, daß tatsächlich Mißhandlungen stattgefunden hatten. Einer der Wärter, der Pfleger Lau, ist dieserhalb sofort entlassen worden. Wir wollen in diesem Fall gern anerkennen, daß oer Herr Ober- arzt und der Direktor sich in der löblichsten Weise bemüht haben, der Frau E. entgegenzukommen und energische Untersuchung ein- zuleiten. Infolge der sich häufenden Klagen über die Anstalt Wuhlgarten glaubt beispielsweise die Tischler-Jnnungskrankenkasse es nicht mehr verantworten zu können, in Zukunft Kranke nach Wuhlgarten zu schicken. Die Wasserkalamität in den Häusern Antwerpener Straße 3 und 4 ist beendet. Seit gestern Mittag �können die Mieter ihr Wasser wieder wie früher der gewohnten Stelle in der Küche ent» nehmen und sie werden es dem„Vorwärts" Dank wissen, daß er durch die gestrige Notiz sein Teil hierzu beigetragen. Wie wir hören, handelt es sich im vorliegenden Falle um einen Besitzer, der den Bau von Mietshäusern geschäftsmäßig betreibt, aber wenn eS zum Klappen kommt, nichts besitzt. Der Mann war für etwa 29 Häuser das Wassergeld schuldig und die Verwaltung der Wasser» werke glaubte durch die Wassersperre Den wirksamsten Druck ausüben zu können. Sie hat wohl nicht bedacht, daß durch dieses Mittel bloß die Mieter, weniger der Wirt getroffen würde. Di: Wassersperre ist übrigens in den letzten vier bis fünf Jahren nur zweimal in Anwendung gebracht worden. Der des Mordes an Frau Wiesner beschuldigte Reisende Hermann Wollitz hat nach langem Leugnen nunmehr zugegeben, daß der unter dem Bett der Ermordeten vorgesimdene Chemisettknopf sein Eigenwm ist. Wann er ihn dort verloren hat. will er aber nicht wissen. Der gegen Wollitz vorliegende Verdacht wird durch diese Tatsache noch erheblich verstärkt. Für die Untersuchung von Bedeutung ist noch zu wissen, wo Wollitz sich in der Zeit vom 13. Januar abends bis 14. Januar 1993 mittags und am 15. Januar 1998 den ganzen Tag über aufgehalten hat und ob er am Vormittage des 16. Januar 1993 irgendwo gesehen worden ist. Es ist leicht möglich, daß er sich in diesen Zeiten bei anderen Frauen aufgehalten hat, denn es ist erwiesen, daß er zu einer großen Anzahl Frauen Beziehungen unterhalten hat. Alle Personen, welche darüber sachdienliche Mitteilungen machen zu können glauben, werden ge- beten, dieses unverzüglich bei dem nächsten Polizeirevier oder im Polizeipräsidium Zimmer 249 zu tun. Völlige Diskretton wird ihnen, besonders den Frauen, zugesichert. Eine Affcnjagd verursachte am gesttigen Nachmittag gegen flzI Uhr am Rosenthaler Tor eine große Menschenansammlung. Der Vierhänder war seinem in der Elsasserstraße wohnenden Herrn ent« laufen und rannte, von einer größeren Menschenmasse verfolgt, in langen Sätzen nach dem Rosenthaler Tor, wo das Tier zunächst den Probebau der Schwebebahn als eine Zufluckitsstätte betrachtete. Die Eisenkonstruktion schien aber dem Affen nicht zu behagen und so be» nutzte er einen vorbeifahrenden Straßenbahnwagen, um als blinder Passagier aus dem Deck des Motorwaggons nach der anderen Seite des Rosenthaler Tores zu fahren. Von dem Sttaßen- bahnwagen verscheucht, sprang der Vierhänder nach dem Bürgersteig hinüber, kletterte an der Litfaßsäule empor und bettachtete von der Spitze derselben seine zu vielen Hunderten angewachsenen Verfolger. Als aber ein Fensterputzer seine Leiter an die Säule lehnte, schien dem Affen der Aufenthalt nicht mehr sicher. Mit einem gewaltigen Satz schnellte er sich auf einen Bauzaun an der Ecke der Rosen- thaler Straße. Inzwischen war der Eigentümer des Tieres erschienen, dem es mit einiger Mühe gelang, den Flüchtling an sich zn locken und in Sicherheit zu bringen. Der Kroch im Bonkhause Sicgmund Friedberg zieht immer weitere Kreise. Es stellt sich immer mehr heraus, daß nicht nur Friedberg Unsummen von Geldern in Gesellschaft zahlreicher Damen verjubelt hat und eine ganze Reihe Verhältiiisse hatte, die ihm viel Geld kosteten, sondern daß auch der erste Disponent Direktor Bahn seinem Chef keineswegs nachstand. Der die Untersuchung führende Kriminalkommissar hat offene Telegramme an die beiden Flüchtigen erlassen und sie aufgefordert, zurückzukommen, er hat aber bis jetzt damit noch keinen Erfolg gehabt. Inzwischen ist das Konkurs- verfahren eröffnet worden. Die zur Konkursmasse gehörenden Barmittel belaufen sich auf etwa 19 999 Mark. Ueber die übrigen beschlagnahntten Werte kann der Verwalter einstweilen nicht verfügen, da abgewartet werden muß. ob die beschlagnahmten Brillanten und Papiere, die in gutem Glanben von den Besitzern in Empfang genommen wurden, nicht loieder an diese herausgegeben werden müssen. Die Angestellten des Geschäfte» haben ihre Kündigung zum April unterschrieben und werde» am Montag ihre OuittungSkarten erhalten. Die Haftentlassung des Rechtsanwalts Hugo Caro dürfte am Montagnachmittag erfolgen. Ein Generalsubstitut ist für ihn nicht ernannt worden, da Caro seine Rechtsgeschäfte weiterführen will. Mehrere seiner Kollegen haben sich, wie wir erfahre», erboien. seine Verteidigung in dem zu erwartenden Prozeß zu übernehmen. Skalpiert wurde gestern abend der Gelegenheitsarbeiter Friedrich Katt, Nordhafen 5 wohnhaft. Ais er gegen 8 Uhr abends, auf dem Nachhauseweg begriffen, die Kreuzung der Lynar- und Müllerstraße überschreiten wollte, glitt K. unmittelbar vor einem langsam fahrenden Geschäftswagen aus und fiel so unglücklich zu Boden, daß er mit dem Oberkörper unter den Wagen zu liegen kam. Die Räder gingen dem Unglücklichen über den Kopf hinweg. K. wurde buchstäblich skalpiert, die Kopfhaut am Scheitelbein und Hinterhaupt losgerissen, sodaß sie in einer Länge von ft8 Zenti- mcter lappenartig herabhing. Außerdem hatte der Arbeiter eine schwere Schläfenquetschung davongetragen. Er erhielt auf der' Unfallstation in der Lindowcr Straße einen Notverband und wurde von dort in fast hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhauje Moabit übergeführt. � Be Gefchidte Juwelenbiebe haben gestern dem Juwelierladen von Höhe des dritten Glodwertes herab. S. Hatte Hölzer bearbeitet| stellung über 1800 Dumme gefangen wurden, stand gestern vor der Groß in der Friedrichstraße 162 eine Visite abgestattet. Zwei und war dabei unwillkürlich an eine Oeffnung herangeraten, durch 4. Straftammer des Landgericht II als Berufungsinstanz. Männer im Alter von etwa 27 bis 30 Jahren betraten gemeinsam die er abstürzte. Er zog sich schwere Verletzungen des Rückgrates rufung war von der Staatsanwaltschaft und von dem Angeklagten das Geschäft und verlangten mehrere Schmucksachen. U. a. ließen und Verstümmelungen am Kopfe zu. In recht bedenklichem Zu- eingelegt. Ein früherer auf den 15. November anberaumter Ter sie sich auch wertvolle Armbänder vorlegen. Während nun einer min war zwecks Vernehmung von Zeugen vertagt. der Burschen die Aufmerksamkeit des Verkäufers abzulenken suchte, stand wurde der Verunglückte nach dem Krankenhaus gebracht. Der Angeklagte übernahm anfangs 1906 das bisher von einem eignete sich der komplice völlig unbemerkt mehrere der Armbänder Gin ähnlicher Unglüdsfall trug sich auf dem Neubau Bayerische Hypothekenmakler Grütte betriebene, in Rirdorf gelegene Heirats. an. Die beiden„ Käufer" fanden dann nichts Passendes heraus und Straße 27 zu. Der Zimmermann Hillmann, Brunnenstraße wohn- nachweisbureau Zukunft". Um sich die Adreſſen heiratslustiger berließen den Laden. Erst als die Gegenstände wieder eingeräumt haft, war auf dem Dache mit Belagarbeiten beschäftigt. Ein Teil Personen zu beschaffen, nahm Rodrian zu einem vielfach von wurden, stellte es sich heraus, daß einige der Schmuckgegenstände des Gerüstes brach währenddessen durch und H. stürzte bis zum Heiratsvermittlern gebrauchten Mittel Zuflucht. Er erließ in fehlten. Die dreisten Diebe werden ihr Manöver jedenfalls auch zweiten Stockwerk hinunter. Er hatte gleichfalls schwere Ver- mehreren bürgerlichen Zeitungen Inserate, in denen ein gut noch an anderen Stellen wiederholen. legungen erlitten. fituierter Herr die Bekanntschaft einer jungen Dame zieds späterer Heirat zu machen wünschte. Er erhielt ganze Stöße Antwortschreiben, in denen sich Damen im Alter von 18 bis„ hmzig" Jahren bereit erklärten, auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" in den Hafen der Ehe einlaufen zu wollen. Zahlungen hatten die Damen nicht zu leisten, es tam dem Angeklagten lediglich darauf an, Adressen heiratslustiger Mädchen zu erlangen. Er erließ dann offenbare Schwindelannoncen, die aber troß ihres offensichtlichen Betrugscharafters von über 100 bürgerlichen Zeitungen, u. a. vor folgenden Zeitungen: Auf der Treptowo- Sternwarte spricht am Sonntag, den 16. Februar, Direktor Dr. Archenhold um 5 Uhr über:„ Das Geheimnis des Weltenbaues" und abends 7 Uhr: Ueber die Sternenivelten". Am Montag, abends 9 Uhr. lautet das Thema:" Mars, seine Kanäle und Eisfelder". Mit dem großen Fernrohr wird jezt am Tage die Venus, abends der Orionnebel, der Jupiter und der Mond den Besuchern gezeigt. Die Vorträge sind leicht verständlich und mit zahlreichen Licht- und Drehbildern ausgestattet. Feuerwehrbericht. Wegen eines großen Brandes wurde in der Ichten Nacht die Berliner Feuerwehr von zwei Seiten nach Friedrichsberg alarmiert. Dort stand in der Mainzer Straße 15 ein Wohnhaus an der Ecke der Borhagener Straße in großer Ausdehnung in Flammen. Die freiwillige Ortsfeuerwehr aus Friedrichsberg- Lichtenberg war bereits zur Stelle und gab mit zwei und später mit 4 Schlauchleitungen fräftig Wasser. Um an den Brandherd zu gelangen, benutzte die Wehr zwei große mechanische Leitern, die hier wieder vorzügliche Dienste leisteten. Gegen Mitternacht war die Gefahr beseitigt. Die Aufräumung nahm aber noch viel Zeit in Anspruch. Ueber die Entstehung des Brandes war nichts Authentisches zu ermitteln. Der Schaben ist ganz erheblich. Die Mieter haben eine Menge Hausrat eingebüßt. In der Budauer Straße 7 hatte der 5. Zug zu tun. Es brannten in der bortigen Leistenfabrif der Fußboden, Balken usw. unter der Zeimtiche. Derfelbe Zug hatte dann noch in der Zeughofstraße 16 zu löschen, wo in einer Wohnung ein Brand ausgekommen war. Ferner wurden noch Brände aus der Richthofenstraße 34, Scharnhorststraße 13 u. a. Stellen gemeldet. Vorort- Nachrichten. Schmargendorf. " Lichtenberg. Die Untersuchung, die infolge einer Denunziation gegen den Schlächtermeister Robert Schäfer, Frankfurter Chaussee, wegen Unregelmäßigkeiten im Betriebe eingeleitet worden ist, hat nichts Belastendes für den Schlächtermeister ergeben. Die Staatsanwaltschaft am Landgericht III hat deshalb das Verfahren gegen Schäfer eingestellt. Der Schlächtermeister hat die Absicht, gegen den Anzeigen den strafrechtlich vorzugehen. Trebbin( Streis Teltow). Potsdamer Tageszeitung", Münchener Allgemeine Zeitung" " Berliner Fremdenblatt"," Leipziger Neueste Nachrichten" " Dresdener Neueste Nachrichten"," Greifswalder Zeitung"," Mag deburgische Zeitung"," Rostoder Zeitung"," Berlinische Zeitung* ( Vossische) gegen die Insertionsgebühren aufgenommen wurden. Der Wort. laut der Annoncen lautete: ,, Eine Waise mit 225 000 m. Vermögen möchte fich bald vers heiraten", Zum Bau einer Badeanstalt schlug in der lezten Gemeindevertretersigung der Magistrat den Ankauf einer 14 Mar großen einstimmig zur Annahme. In die Schuldeputation wurde der Voriefenparzelle zum Preise von 600 M. vor. Der Vorschlag gelangte steher Rathnow gewählt. Eine längere Debatte entstand über die vom Gözeichen Ehepaar gemachte Schenkung von 20 000 M. Betanntlich ist dieselbe dem Neubau der Schule auf dem alten Blaze gewidmet. Die ungünstigen Bauverhältnisse auf dem alten Blage erhöhen die Kosten wesentlich, weshalb mit 6 gegen& Stimmen der Beschluß gefaßt wurde, die Schenkung anzunehmen und das Gözefche Chepaar zu ersuchen, dem Vorschlag, das Hanoschkesche Grundstück anaufaufen und in Verbindung mit den Gerichtsgärten eine Partanlage treise solcher Zeitungen, die durch ihren rebattionellen Teil die 3u schaffen, zuzustimmen. Weißenfee. Tegel. auch: Junge Dame, Waise, im Besiße eines Vermögens von 225000 M., wünscht sich zu verheiraten und erbittet Angaben unter ,, Allein" SW. 19." Hatte der Angeklagte darauf spekuliert, daß aus dem LeserDummheit ihrer Leser zu stärken eifrigst bemüht find, recht viel Dumme auf den Leim gehen würden, so hatte er fich keineswegs getäuscht. Das Inserat des Angeschuldigten hatte einen Riesenerfolg. Es meldeten sich allein in der Zeit vom 1. Januar 1906 bis zum 23. April nicht weniger als 1856 Herren, denen die Summe bon 225 000 M. zu gut gefallen hatte. Den Bewerbern um diese Summe und die junge Dame ging am nächsten Tage ein hektographiertes Schreiben des Angeklagten zu, in welchem mitgeteilt wurde, daß das Bureau" Zukunft" am folgenden Tage das Bild der Auftraggeberin mit allen Details und zugleich unter Nachnahme eines zur Dedung der Untoften bestimmten Betrages noch einige weitere Partien ihnen übersenden würde. Diesem Schreiben lagen zirei Drucksachen des Auskunftsbureaus Zukunft" bei, das als amtlich eingetragenes Institut" bezeichnet wurde, welches mit anerkannter Reellität arbeite. Zur Dedung der Unkosten für Mitarbeiter, Reisekosten und sonstige Spesen wurde eine Nachnahme summe von 12 M. erhoben, wobei bemerkt wurde, daß dieser Betrag nicht als Vorauszahlung anzusehen sei, sondern als GegenLeistung für die Sendung erhoben werde, die einen Wert von min destens 4000 M. repräsentiere. In der zweiten Drucksache, welche als Neuester Heiratspartienauszug" bezeichnet war, wurde eine Anzahl Damen aufgezählt, von denen aber keinerlei Adressen angegeben waren, sondern nur Mitteilungen über Statur, Haarfarbe, Augenfarbe, Vermögen und Schulbildung usw. gemacht wurden. Die ihm durch das erste Inserat eingesandten Photographien benutzte der Angeklagte nun dazu, um sie zu vervielfältigen und den heiratslustigen Herren zu übersenden. Letztere sollten nur die Nummer der ihnen gefallenden Dame angeben; die Damen waren nämlich in dem Heiratspartienauszug" und auf den Photographien nach Nummern aufgeführt. Wenn dann die heiratslustigen Herren die zweite Nachnahme über 13 M. einlöften, so war das Geschäft für den Angeklagten damit erledigt. Er ließ einfach nichts mehr von fich hören. Da er sich alle Korrespondenzen hatte postlagernd schicken lassen, so mußten sich die Hereingefallenen direkt an die Bolizei wenden. Das Schöffengericht in Nigdorf crachtete ein Monaten erkannt. Die Beweisaufnahme führte gestern zu einer betrügerisches Gebaren des Angeklagten für vorliegend und hatte, wie erinnerlich, gegen ihn auf eine Gefängnisstrafe von drei Freisprechung des Angeklagten in einigen Fällen. In den übrigen lautete das Urteil auf zwei Monate Gefängnis. Die Arztgattin wegen Kindesmißhandlung vor dem Reichsgericht. Der Ankauf des Schlosses Weißenfee. Die Gemeindevertretung beschloß in geheimer Gigung in namentlicher Abstimmung mit 19 Arbeiter- Samariter- Solonne. Heute abend 5% Uhr im gegen 6 Stimmen, das gesamte Terrain des Schlosses Weißenfee großen Saale, Dresdener Straße 45, Lichtbildervortrag:" Durch für 2% Millionen Mark anzukaufen. Der auffallend schnelle Entdie Bolarländer Nordamerikas", mit 110 photoplastischen Licht- schluß wird vielleicht Verwunderung hervorrufen, darum soll eine bilddarstellungen. Vortragender Herr C. Mitsch. Montag abend kurze Vorgeschichte erwähnt werden. Das Ministerium des Innern 9 Uhr 2. Abteilung, Brunnenstraße 154, Vortrag über:" Gefahr- suchte zur Errichtung von vier Lehranstalten in den Vororten ein drohende Skrankheitszustände". Daran anschließend praktische Terrain mit Baumbestand und Waffer, worauf am Orte VerhandUebungen. Donnerstag lebungsstunde der 3. und 4. Abteilung. Iungen schwebten. Diese Verhandlungen sollten streng geheim gehalten werden, was indes nicht der Fall war. Kein Wunder, daß auch andere Vororte sich der Sache annahmen und zum Schluß vorteilhaftere Grundstüce anboten, worauf sich das Ministerium zu letzterem entschied. Die Begeisterung der Herren von Geldesgnaden ging sogar so weit, daß einer derfelben die Gelegenheit ausnutte, sich ein Grundstück am See zu sichern, jest aber das Nachsehen hat. Ein Moment, das mit dem Ausbau der Kanalisation verbunden ist, Wie gering das soziale Berständnis der hiesigen Gemeinde- machte die Herren plöblich geneigter, dem Ankauf näher zu treten. vertreter für die Lebenshaltung eines Arbeiters ist, bewiesen in der Der See fommt als Vorflut für den größten Teil des Ortes in Beletzten Gemeindevertretung die Anstellungsbedingungen eines Schul- tracht und muß schon deshalb im Besiz der Gemeinde sein, um dieners an dem neu erbauten Realgymnafium in der Reichenhalter Beitläufigkeiten usw. zu vermeiden. Im Anschluß an das SchloßStraße. Die Herren Gemeindevertreter, welche in allen drei Ab- grundstück wurden noch zwei weitere Grundstücke am See erworben, teilungen Angesessene sind und in der dritten Abteilung von den Sie einen Wert von 511 000 m. repräsentieren. Beabsichtigt ist. bürgerlichen Parteien mit Hülfe unglaublich vieler Forensen in das die gesamten Grundstüde so zu parzellieren, daß außer einem Play hiefige Dorfparlament gewählt find, setzten das Gehalt auf, fage für ein Rathaus und einen öffentlichen Volkspart eine Straße und schreibe, 900 Mart fest. Ilm nun aber bei der Be- um den See geführt wird, neue Zugangsstraßen eröffnet und der setzung der Schuldienerstelle nach außen hin etwas auf Bebauung erschlossen werden. treten" zu fönnen und den Posten begehrenswerter zu machen, wurden zu dem Gehalt von 900 Mart noch 300 Mart für Be fchaffung fämtlicher für die Instandhaltung des Schulhauses not- Ein tödlicher Betriebsunfall hat sich gestern in den Borfigwerken wendiger Utensilien vom Befen, Scheuerlappen und dergleichen bis zugetragen. Seit einigen Tagen war in dem Betriebe eine Stark herab zum Schmieröl, das eventuell zum Schmieren der Türen usw. Luftpreßmaschine in Tätigkeit. 84, ihrer Bedienung war der 23jährige gebraucht wird, bewilligt. Man könnte num versucht sein zu glauben, daß Schlosser May Graeber aus der Haefelerstr. 11c in Charlottenburg 300 M. eine anständige Summe für dergleichen Ausgaben seien, aber die Sache hat noch einen Hafen. Der Schuldiener hat nicht nur das berangezogen worden. Gestern wurde während des Betriebes plög. diefelben Arbeiten in dem alten Schulhause in der Breiten Straße gerissen. G., der foeben die Maschine geölt hatte, wurde von der Realgymnafium in Ordnung zu halten, sondern ist auch verpflichtet, lich die drei Bentimeter starte Kompressenstange am Kopfende abmit allem drum und dran zu verrichten; das fann er aber nur, wenn Stange unter dem Stinn getroffen und in einem großen Bogen fünf er entweder einen Teil der Arbeit der eigenen Ehefrau überträgt. Meter in den Fabriksaal hineingeschleudert. Der Luftdruck war ein oder aber sich Hülfskräfte annimmt, die er dann wiederum von fo gewaltiger gewesen, daß der junge Mann emporgehoben und fortden 300 M. befolden muß. Daß man bei der Berechnung von gerissen wurde. Er blieb auf der Stelle tot liegen. Die untere 300 M. für die Beschaffung der angeführten Sachen nicht ber- Hälfte des Gesichtes war dem Aermisten vollständig zerschmettert Wie unseren Lesern erinnerlich, ist am 20. September 1907 die schwenderisch gerechnet hat, geht daraus hervor, daß Herr Frenzel, Arztgattin Else Bergmann, geb. Verns, vom Landgericht II wegen ein Vertreter der 3. Abteilung, seinerzeit eine genaue Aufstellung fahrlässiger Störperverlegung ihrer Stieftochter Marie Bergmann zu sämtlicher in Frage fommender Sachen gemacht hat und bei Su grundelegung eines Gehalts von 900 M. die Summe von 1260 M. Die legte Gemeindevertretersizung beschäftigte sich hauptsächlich einer Geldstrafe von nur 300 Mart berurteilt worden. Die erlittene auf Grund seiner Aufstellung gewonnenen Standpunkt, sondern die Lehrer das Grundgehalt auf 1400 M., der Wohnungszuschuß auf im Hause und in der Schule Aufsehen erregte. Schließlich mischte herausgerechnet hatte; Herr Frenzel vertrat nun aber nicht etwa seinen mit der Regelung der Lehrer- und Beamtengehälter. Es wurde für Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet. Die Ange tlagte hat ihre jugendliche Stieftochter derart gemißhandelt, daß es stimmte bei der Abstimmung für die Festsetzung des Gehaltes 600 m. festgesetzt. Das Grundgehalt des Rektors wurde auf 2200 fich die Vormundschaftsbehörde in die Sache, entzog der Angeauf 1200 Mart intl. oben angeführter Verpflichtungen. Mark und der Wohnungszuschuß auf 800 m. erhöht. Der GemeindeArt, wie diese Verbandlungen im hiesigen Rathause gepflogen werden, vorsteher erklärte im Namen des Gemeindevorstandes, daß er sich lagten das Kind und stellte ihm einen Pfleger. Dieser stellte verdient einmal der öffentlichen Wiedergabe. Strafantrag wegen vorsätzlicher Körperverlegung. Das Gericht Ein Antrag auf auf höhere Säge nicht einlaffen könne, da die Finanzlage des Drtes hat aber nur fahrlässige Störperverlegung für erwiesen angesehen. Einführung einer neuen Baugebührenordnung steht zur Beratung"; es nicht zulaffe. Die Anträge der Lehrer lauteten auf 1450 9. Griviesen ist, daß die Angeklagte dem Hinde wiederholt zu wenig zu Der Herr Bürgermeister teilt mit, daß er nur die Paragraphen ver- Grundgehalt, 250 M. Alterszulage( gegenwärtig 200 M.) und 600. effen gegeben hat. Es ging zu Hausgenossen, beitelte sich etwas lesen wird, die eine Aenderung erfahren sollen; dies geschieht nun Wohnungszuschuß. Genoffe Schrauer nahm sich dieser Anträge Nahrung und verschlang fie mit Gier. Die Angeklagte hat das in einem Zone, bei dem es unmöglich ist, dem Sinn der Worte so energisch) au und meinte, die Bürgerlichen scheinen die Volksschule Kind auch im Winter so schlecht und so leicht gekleidet, daß es zu folgen, um nachher in der Debatte in irgend welchen Punkten nur als notwendiges Uebel zu betrachten, weshalb fie auch an den Kälte nicht widerstand leisten tonniq. Feſtgeſtült ist im eingreifen zu können; alsdann wird die Debatte eröffnet, die Regelung der Lehrergehälter nur mit Widerwillen herangingen. Urteil ferner, daß die Angeklagte das Kind bei jeder Gelegenheit an der fich natürlich niemand beteiligt; die neue Baugebühren Er halte es für notwendig, daß die Volksschule so ausgebaut wird, geprügelt hat, so daß der fleine Körper über und über mit leden ordnung wird selbstverständlich wie alle anderen Anträge ein- daß fie möglichst allen Anforderungen entspricht. Dazu gehöre auch bebedt war und in allen Farben schillerte. Als Marie B. cines ftimmig angenommen. In anderer Sache gerieten die Herren die ausreichende Bezahlung der Lehrer, in deren Händen zum großen Tages in einem derartigen Zustande in die Schule kam und obenin Meinungsverschiedenheiten, in deren Berlauf sich ein wüſtes Durch Teil das Geschick unserer Kinder liegt. Er müsse daher ersuchen, drein Hunger litt, nahm sich der Lehrer ihrer an und ließ fie einander entspann. Als sich die Herren aus zwei Stiften Zigarren, den Forderungen der Lehrpersonen zu entsprechen. Sollte es sich im mehrere Stunden schlafen. Der Vater des Kindes hatte, da es an welche auf dem Tisch des Hauses standen, nach Geschmack bedient Laufe des Jahres herausstellen, daß die Gemeinde mit dem Vor- Furunkulose litt, elektrische Lichtbäder verordnet. Die Angeklagte hatten, gab ein Gemeindediener den Zuhörern zu verstehen, daß der anschlag nicht austomme, so empfehle er z. B. die Erhöhung der steckte das Kind in den Lichtbabekasten und zwang es darin zu öffentliche Teil der Sigung sein Ende erreicht hatte. So blieben Grundwertsteuer von 2 Broz. auf 2½½ Proz. Bei Schaffung ganz bleiben, auch wenn es heraus wollte. Unter Sachen verhinderte sie denn die Herren unter sich, um ihre Havanna in aller Vertraulichkeit befonderer sozialer Einrichtungen würde er auch für mit Schlägen das Kind, den Kasten zu verlassen. Marie Bergmann zu rauchen. Die Arbeiter Schmargendorfs hätten allen Grund, bei eine eventuelle Erhöhung des 75 Broz. betragenden Kommunalsteuer- schlug dann in der Aufregung mit den Händen an die Glühbirnen der diesjährigen Gemeindevertreterwahl einmal gana energiich für zufchlages zu haben sein. Die Anträge unieres Genossen Schrauer und trug eine Heihe von Brandwunden davon. Dafür, daß das den sozialdemokratischen Kandidaten einzutreten, um das gemütliche wurden mit 4 gegen 8 Stimmen abgelehnt. Das Gehalt der sind auch manchmal das Bett beschmußte, wurde es ebenfalls hart Beisammensein dieser Herren durch die Wahl desselben zu zerstören. Sekretäre wurde mit 2000 M., das der Kanglisten, Bureau- und bestraft. Es soll nach Angabe der Stiefmutter verlogen fein und Staffenaffiftenten auf 1650 9. feſtgefeßt. Die Jnangriffnahme des im Verdachte gestanden haben, kleinere Gelddiebstähle verübt zu Rigdorf. Baues der Kanalisation und Wasserwerke läßt noch immer auf sich haben. Um ein Geständnis zu erlangen, erschien die Angeklagte warfen. Was sich da hinter den Stuliffen abspielt, ist nicht zu ent- nachts als„ Gespenst" verkleidet am Bette des Kindes und weďte rätseln. Auf wiederholtes Anfragen in der Gemeindevertretung an es. Der Ghemann der Angeklagten hat zum Zwecke der Züchtigung den Gemeindevorstand durch Genossen Schrauer wurde nur ge- einen Rohi stod getauft und die Angeklagte hat wiederholt blindantwortet, es tönne zurzeit von dem Stande dieser Angelegenbeit, lings mit dem Stode auf das Kind losgeschlagen ohne Rückfight ohne die Gemeindeinteressen erheblich zu schädigen, keine Auskunft darauf, wohin fic traf. Die ganze Behandlung war eine das Leben gegeben werden. gefährdende. Spandau. Die In einem Anfall von Geistesstörung hat sich gestern der 54 Jahre alte Zimmermann 2. aus der Kaiser Friedrich Straße 215 das Leben genommen. 28. erhängte sich im Wohnzimmer an der Tür flinke und als die Tat von der Frau entdeckt wurde, war der Tod bereits eingetreten. Am heutigen Sonntag, abends 6 Uhr, findet bei Hoppe, Hermann straße 49, eine vom Verein gewerbstätiger Frauen und Mädchen arrangierte Versammlung mit anschließendem geselligen Beisammen sein statt. Redakteur Emil Dittmer hält einen Vortrag über„ Dic Schule und unjere Frauen". Zahlreicher Befuch wird erwartet. Der Borstand. Charlottenburg. Bon einer Leiter abgestürzt ist der Maler Ziebig, der auf der Röntgenbrücke mit dem Streichen des Geländers beschäftigt war. Er stand auf einer an der Böschung aufgestellten Leiter, die nicht genügend verankert war und daher plötzlich ins Gleiten fam; 3. stürzte aus einer Höhe von sieben Metern in die Tiefe. Er erlitt schwere innere Berlegungen und mußte nach dem Charlottenburger Krankenhause übergeführt werden. Steglik. worden. Hermsdorf i. M. Gegen den Reichsvereinsgefehentwurf nahm am Freitagabend im Ulrichschen Lokale eine von etwa 1000 Personen besuchte öffent liche Versammlung Stellung. Reichstagsabgeordneter Genosse Brey wies in ca. 1stündiger Rede auf die Mängel des Entwurfes hin und erzielte mit seinen Ausführungen bei der Versammlung großen Beifall. Es war auch zu dieser Versammlung der Reichstagsabgeordnete Pauli- Potsdam, der Vertreter des hiesigen Wahlkreises, brieflich eingeladen. Natürlich war er nicht erschienen, batte fich auch nicht einmal entschuldigt. Der Herr spricht lieber hinter verschloffenen Türen. Eine Resolution, in der fich die Versammelten scharf gegen den Entwurf aussprechen, gelangte einstimmig zur Annahme. Gerichts- Zeitung. Vorfäßliches Handeln hat das Gericht nicht angenommen, u. a. deshalb, weil die Angeklagte nur Boltsschulbildung genoffen hat und über ihr Züchtigungsrecht nicht genügend unterrichtet gewesen sei. Das Bewußtsein von der Ueberschreitung des Büch tigungsrechtes wurde verneint. Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsgericht das Urteil auf, weil die Frage des Bewußtseins der Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes nicht gea nügend geprüft ift. Die Anklage wird also nochmals vor dem Landgericht zu Berlin zur Verhandlung gelangen. bildete eine Verhandlung, mit der sich vorgestern das Schwurgericht Den Abschluß einer Liebesgeschichte des Landgerichts III au beschäftigen hatte. Wegen versuchten Totschlags mußte sich der 29jährige Buchhalter Anton Artznid vor den Geschworenen verantworten. Der aus dem Untersuchungsgefängnis vorgeführte, bisher unbescholtene Angeklagte war lange Ein Heiratsvermittler auf der Anklagebant. Beit in einem großen Solonialwarengeschäft in Charlottenburg an Der wegen Heiratsannoncenschwindel vom Rigdorfer Schöffen- gestellt. Im Jahre 1903 machte er die Bekanntschaft der gericht, wie wir am 7. Geptember mitteilten, zu drei Monaten 30jährigen Verkäuferin Mathilde M., die damals in einem ScifenBanunfälle. Auf einem Neubau in der Uhlandstraße stürzte Gefängnis verurteilte Brivatdetektiv" Ernst Nobrian, in deffen geschäft in der Spreestraße als Verkäuferin angestellt war. Der der Zimmermann Adolf Hölzner, Feurigstraße 5 wohnhaft, aus der Viertelmillionen- Heiratsnetz nach der schöffengerichtlichen Fest. junge Mann erschien seinerzeit fast täglich im Geschäft und Am Montag, den 17. b. M., findet der Unterricht in der Arbeiter Bildungsschule Berlin" feinen regelrechten Fortgang. Wilmersdorf. faufte eine Unmenge Seife, und zwar blog, um Fräulein M., zu Fahrgeld zu sparen, gerade in dem Augenblid aus seinem Verfted der er in heiße: Liebe entbrannt war, täglich zu sehen. Es fam hervorgekommen, als der Kontrolleur das Kupee betrat. Jlnikky schließlich zwischen beiden zu einem Verlöbnis, welches sich aber wurde sofort verhaftet. lange hinzog, da der Angeklagte troß seines bescheidenen Gehalts Totgeprügelt! Wie bürgerliche Blätter berichten, hat in dem Städtchen Hollfeld in der Fränkischen Schweiz der Kantor Deuerling die Schülerin Rogner in der Schule mit dem Stock gezüchtigt. Während der Büchtigung brach das Kind plöglich tot zusammen, wie man an nimmt, infolge eines Herzschlags, der durch den Schrecken verursacht war. Die ganze Bevölkerung ist in höchster Aufregung. Heftige Stürme in Amerika. Nach einer New Yorker Meldung suchte ein heftiger Tornado verschiedene Teile der Südstaaten heim. Bei Tyler( Teras) sind mehrere Personen getötet worden. Auch in Hattiesburg im Staate Mississippi richtete der Tornado große VerHeerungen an. Die Ortschaft Moßville ist zerstört. Bernhard Nose Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der grobe Gottlieb. Abends: Die Verlobung im Bett. Die arme Mieze. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Dienstag: Die Verlobung im Bett. Die arme Mieze. Mittwoch: Ein toller Einfall. Donnerstag: Die Schule des Lebens. Freitag: Die Trilby. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Die sieben Raben. Abends: Ein toller Einfall. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Ber lobung im Bett. Die arme Mieze. Abends: Ein toller Einfall. Montag: Unbestimmt. Theater an der Sprec. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ausgewiesen. Sonntag und Montag: Hokuspokus. Dienstag bis Sonntag: Freiheitliche Bühne): Ausgewiesen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ausgewiesen. Metropol Theater. Sonntagnachmittag Uhr: Neuestes Allerneaeftes. Allabendlich: Das muß man seh'n! Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Herren von Marim. Casino Theater. Heute nachmittag 4 Uhr: Ein Sohn des Bolles. = allabendlich: Die Freuden der Häuslichkeit. Nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Ein Sohn des Volfes. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag, Dienstag, Donnerstag, Sonnabend und Sonntag, den 23. Februar: Eine Niljahrt bis zum zweiten Statavalt. Montag, Mittwoch und Freitag: Stairo und die Pyramiden. Anjang 8 Uhr. Mittwochnachmittag 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Invalidenstr. 57–62. Entgleisung. Auf der Predeal- Budapester Eisenbahn entgleiste, sehr verschwenderisch lebte und nicht daran dachte, für den fünftigen Budapester Meldung zufolge, bei Nissebes der Schnellzug 501. Vier Hausstand Ersparnisse zu machen. Fräulein M., die inzwischen ihre Stellung gewechselt hatte und Verkäuferin in der Weinhand- Waggons wurden stark beschädigt, Personen nicht verletzt. lung von Eggers in der Kaiser- Friedrich- Straße zu Charlottenburg gelvorden war, wollte deshalb von dem Angeklagten nichts mehr wissen, da sie erkannte, daß eine Heirat infolge des leichtsinnigen Lebens ihres Bräutigams so gut wie ausgeschlossen war. Sie gab dies dem Angeklagten auch wiederholt zu verstehen, ließ sich aber immer wieder durch seine Bitten bewegen, weiter mit ihm zu verkehren. Am 15. November v. J. tam es jedoch aus diesem Anlasse wieder zu einem heftigen Streit, bei welchem die M. dem Angeklagten endgültig den Laufpaß gab. Sie ließ sich aber trokdem noch von ihm nach ihrer Wohnung in der Kaiser- FriedrichStraße begleiten. An der Haustür versuchte Artznick ihr in den Flur zu folgen. Als die M. eine abwehrende Bewegung machte, Trachten plötzlich zwei Schüsse. Der Angeklagte hatte in der Gr regung über die Abweisung seinen Revolver hervorgerissen und zwei Schüsse auf seine Geliebte abgegeben, die an der Stirn und Grubenegplosion in Südafrika. Eine Meldung aus Pieter- 3 der rechten Wange getroffen wurde. Während die M. blutend marißburg besagt: Infolge einer Explosion schlagender Wetter und laut um Hülfe rufend die Treppe hinauflief, ergriff der An- wurden 12 Europäer, darunter der Stellvertreter des Gruben geklagte die Flucht. Er wurde am nächsten Morgen in der Wohnung kommissars, und 49 Eingeborene im Kohlenbergiverk von Glencoe seiner Eltern in der Kanonierstraße verhaftet. Vor Gericht erflärte der Angeklagte, daß es ihm heute noch nicht klar sei, wie berschüttet. Da der Fördergöpel in die Luft flog, mußten die er zu der Tat überhaupt gekommen sei. Die Geschworenen be- Rettungsversuche zeitweise eingestellt werden. Es besteht die Bejahten die Schuldfrage nach versuchten Totschlags, billigten dem sorgnis, daß alle umkommen, da eine Wiederholung der Explosion droht. Angeklagten aber mildernde Umstände zu. Der Staatsanwalt be= antragte 1% Jahre Gefängnis, das Gericht erkannte auf 1 Jahr Rettungslos verloren. Die Versuche, die im SteinkohlenbergGefängnis. werk von Glencoe eingeschlossenen Bergleute zu retten, sind, einer Meldung aus Pietermarißburg zufolge, eingestellt worden, da jeder Versuch, in das Bergwerk einzudringen, den unmittelbaren Tod für die Netter zur Folge haben würde. Es sind 12 Europäer und 60 Eingeborene verschüttet. Aus der Frauenbewegung. Die Wahlrecht fordernden Frauen vor dem dänischen Ministerpräsidenten. Die Lynchjustiz fordert immer noch ihre Opfer im Süden der Die Deputation der sozialdemokratischen Frauenwahlrechts- Vereinigten Staaten und richtet sich besonders gegen die Neger. vereinigung und die gewerkschaftlichen Arbeiterinnenorganisationen, In Brookhaven im Staate Mississippi wurde vor einigen Tagen die in der vorigen Woche bei dem Präsidenten und dem Ver- das Gefängnis von einer Volksmenge gestürmt und ein Neger fassungsausschuß des dänischen Reichstages vorstellig wurde, besuchte herausgeholt, der beschuldigt war, fich an einer weißen Frau in am Donnerstag den Ministerpräsidenten Cristensen, um über unjittlicher Weise vergangen zu haben. Einige reiche Pflanzer aus seine Stellung zur Forderung des staatsbürgerlichen Frauenwahl der Umgegend taten sich unter den Lynchern besonders hervor. Die rechts Aufklärung zu erhalten. Seine Antwort lief darauf hinaus, Behörden hatten Soldaten zum Schuße des Gefängnisses herandaß die Frauen vorerst zufrieden sein sollten, wenn sie min das gezogen, die auch zuerst mit den Gewehrkolben auf die Menge losIommunale Wahlrecht bekämen. Die Deputation war natürlich schlugen, aber nicht zu feuern wagten und zurückgedrängt wurden. anderer Meinung und erklärte, es herrsche im ganzen Lande allge- Der Neger wurde in dichter Nähe des Gerichtsgebäudes an einen meine Unzufriedenheit darüber, daß über die Hälfte der erwachsenen Telegraphenpfosten gehängt. Der Richter, der die Untersuchung des Bevölkerung Dänemarks teine Spur von Einfluß auf die An- Verbrechens, dessen der Neger beschuldigt war, zu leiten hatte, war gelegenheiten des Staates Staates hat. Der Minister fragte dann selbst Beuge des Lynchmordes, konnte aber nichts dagegen tun. ironisch, ob den Frauen denn nichts an dem kommunalen Wahlrecht gelegen fei? Die Genoffinnen antworteten, daß sie selbstverständlich auch auf dieses Wahlrecht großen Wert legten, daß es Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. aber nur halbe Gerechtigkeit sei, und daß deswegen die Forderung Königl. Opernhaus. Sonntag: Margarete. Montag: Der Roland des politischen Wahlrechts nicht zurückgestellt werden dürfe. Schließlich von Berlin.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) erklärte der Minister, er wolle zurzeit nur für das kommunale Mittwoch: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag: Aida. Freitag: Sinfonie Sahlrecht arbeiten. Seine private Meinung sei jedoch, daß den Konzert der fgl. Stapelle. Mittags 12 Uhr: Sinfonie- Matinee. Sonnabend: Frauen auch das volle politische Bahlrecht zu- Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Madama Butterfly. Montag: 3ar Tomme, einfach deswegen, weil sie Menschen und Zimmermann.( Anf. 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Hamlet. Nachm. 3 Uhr: Die seien. Am selben Tage wurde die Deputation der sozialdemoMittwoch: Gök von Berlichingen. Rabensteinerin. Montag: Auf Niffenstoog. Dienstag: Die Rabensteinerin. ( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Die fratischen Jugendvereinigung vom Ministerpräsidenten Journalisten. Freitag: Die Rabensteinerin. Sonnabend: König Heinrich V. empfangen. Ihre Hauptforderung ist die Herabjegung des Sonntag: Julius Cafar. Montag: Die Rabensteinerin. Nenes fönigl. Opern- Theater. Sonntag, den 23. Februar, nach Wahlrechtsalters, wie sie der sozialdemokratische Verfassungsänderungscutwurf neben dem Frauenwahlrecht fordert. Auch dieser Deputation mittags 2 Uhr: Wie die Alten fungen. gegenüber berief sich der Ministerpräsident darauf, daß das tom wollt. Dienstag: Die Räuber. Mittwoch: Was ihr wollt. Donnerstag: Deutsches Theater. Sonntag: Die Räuber. Montag: Was ihr munale Wahlrecht mun an erster Stelle auf der Tagesordnung Die Räuber. Freitag: Was ihr wollt. Sonnabend: Die Räuber. Somm stehe. Er sei nicht dafür zu haben, andere Streitfragen in die De- tag: Die Räuber. Montag: Was ihr wollt. batte zu werfen. Wenn einmal die Frage des Wahlrechtsalters vor ihrer Lösung stehe, sei er selbst dafür, es mit dem Mündigkeitsalter gleichzusetzen. Die bestehende Altersgrenze für das politische Wahlrecht( 30 Jahre) sei auch seiner Meinung nach zu hoch. Die Taktik der englischen bürgerlichen Frauen im Kampfe um das Wahlrecht wird im redaktionellen Teil der„ Daily News" von ciner Führerin der Bewegung, Frau Pankhurst, erörtert. Eine Regierung, so sagt fie, gehorcht nur einem starten Drud. Die Männer femen diesen Drud in ruhiger Weise durch die Wahlen ausüben. Die Frauen sind gezwungen, andere Mittel zu wählen. Nach jahre Tanger Propaganda, die still und geduldig vor sich ging, haben die Frauen sich entschlossen, eine größere Energie zu entfalten. Ihre Taktik besteht jest darin, die Mitglieder des Ministeriums, also der Regierung, in öffentlichen Versammlungen zur Stellungnahme in diefer Frage zu givingen; ferner follen Demonstrationen auf der Straße und im Parlament nach Möglichkeit wiederholten werden. Dann gilt es für die Frauen, allen Kandidaten der Regierung bei jeder Nachwahl Opposition zu machen. Davon verspricht sich Frau Banthurst besonders viel, fie meint, der Appell der Frauen an die Wählermassen finde stets Beachtung. Man möge die Frauen lächerlich machen und mißhandeln, sie würden nicht aufhören, ihre Rechte zu fordern. Gerade die härtere Verfolgung der legten Zeit zeige, daß die Negierung ihre Agitation fürchte. 50 Jahre fanfter, geduldiger Agitation haben kein Resultat gebracht, dagegen ist man in den letzten drei Jahren, seitdem die Frauen die bisher geübte Zurüdhaltung aufgaben, auf ihre Forderung aufmerksam geworden. Man lacht nicht mehr über die Bewegung, man beginnt sie ernst zu nehmen. Ilm Demonstrationen im Barlament unmöglich zu machen, wollen die Gegner ein altes, längst vergessenes Gesez, unter Charles II. eingeführt, our Anwendung bringen, nach welchem es nicht erlaubt sein soll, in größeren oder fleineren Ansammlungen nach dem Parlament zu ziehen. Die Uebertreter dieses Gefeßes werden mit 100 fd. Sterl. oder drei Monaten Gefängnis bestraft. Die Frauen wollen sich auch durch diese Drohung nicht abschrecken lassen. Deutsches Theater( Stammerspiele). Sonntag: Frühlings Erwachen. Montag: Erdgeift. Dienstag: Frühlings Erwachen. Mittwoch: Gyges und sein Ning. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Liebelei. Sonnabend: Gyges und sein Ring. Sonntag: Frühlings Erwachen. Montag: Liebelei. Sonnabend und Sonntag 7%, Ubr.) Berliner Theater. Allabendlich: Der Opernball.( Anfang 8 Uhr. Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glode. Abends: John Gabriel Bortman. Montag: Rosmersholm.( Anj. 7, Uhr.) Dienstag: John Gabriel Bortman. Mittivoch: Die Stüßen der Gesellschaft. Donnerstag und Freitag: John Gabriel Borkman. Sonnabend: Das Tal des Lebens.( Anfang 7 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. bends: Das Tal des Lebens. Montag: Kaifer Starls Geifel.( Anfang Uhr.) Neues Theater. Bis Montag, 24. Februar, allabendlich: Simson. ( Anfang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Sonntag: Die Dame mit den Lilien. Montag: Wolfenfrager. Dienstag: Die Dame mit den Lilien. Mittwoch: Weh dem, der lügt.( Anfang 7, Uhr.) Donnerstag: Die Dame mit den Litten. Freitag: Bolkenkraker. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Bar Peter. Sonntag: Die Dame mit den Lilien. Montag: Wolkenkraber. 7 abend und folgende Tage bis Sonnabend: Baron Toto. Nächsten Sonntag Trianon Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Cyprienne. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Cyprienne. Abends und Montag: Baron Toto. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Puppenheim. Bürgerl. Schauspielhans. Gebr. Herrnfeld: Theater. Heute und nächsten Sonntagnachmittag Uhr: Endlich allein. Der Fall Blumentopf. Allabendlich: Bapa und Genossen. Salomonis es Urteil. Abends: Strieg im Frieden. Montag: Der Hüttenbefizer... Dienstag und Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello. Sonntag: Die Jungfrau von Orleans. Mittwoch: Krieg im Frieden. Donnerstag: Flachsmann als Erzieher. Freitag: Die Geyer- Wally. Sonnabend: Geschlossen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hamlet. Parodie Theater. Heute und nächsten Sonntagnachmittag 3%, br: Nero. Nachtasyl. Monna Banna. Sonnabend bis Freitag: Tannhäuser. Nachtasyl Rosenmontag. Sonnabend bis Montag: Die Rabensteinerin. Nachtalyl. Rosenmontag. Anfang 8 Uhr. Sonntags 8 Uhr. Figaro Theater, Allabendlich: Paris. Die Klaue. Unterm Bett. Apollo Theater. Heute und nächsten Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Familienvorstellung. Allabendlich: Mitislaw der Moderne. Alegia. Walzerwahn. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Passage- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nubolj Mälzer Spezialitäten. Allabendlich: Danny Gürtler. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Folies Caprice. Allabendlich: Mal was andres. Dunkle Puntic. Eine auständige Frau. Carl Haverland Theater. Spezialitäten. Anf. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Eprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Sof, dritter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abende von 7 bis 9 hr statt. Geöffnet 7 1hr Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. $. G. 37. Soweit ersichtlich, liegt lediglich eine Verabredung mit der Zementfabrik vor, nicht mit dem Baugeschäft. Wäre das der Fall, so würde der Ausgang einer Silage zweifelhaft sein. War aber die Abrede mit dem Baugeschäft selbst getroffen, oder dem Baugeschäft die Handhabung bekannt, so läge es anders. Wir raten zu einer Klage gegen das Baugeschäft und bie Fabrit bei dem Gewerbegericht, in dessen Bezirk das Geschäft liegt. Lenz. 1. bis 3. Interbreiten Sie dem Borstand Ihres Wahlvercins die Schlage. 4. und 5. Wenden Sie sich an eine Speditionsfirma. 6. Ettoa 200 Mart. 7. Keineswegs. M. P. 99. Offenbacher Krankentaffe für Frauen und Mädchen, Brinzenstraße 66 bei Hinze. Merkur 112. Die Anmeldung, aber nicht ein Gewerbeschein ist erwürde. K. D. Nixdorf. Bei der offenbar erheblich gesundheitsaufzuheben und vollen Schadenersatz zu verlangen. Auf den Vorschlag des gefährdenden Beschaffenheit der Wohnung sind Sie berechtigt, den Vertrag Wirtes brauchen Sie nicht einzugehen, sondern fönnen beim Amtsgericht Attest über die Beschaffenheit der Wohnung und beantragen Sie Anauf Aufhebung des Vertrages flagen. lleberreichen Sie mit der Stlage ein beraumung eines naben Termins. 5. Sch. 29. Wenn sie in Arbeit steht, nein. E. W. 1894. 1. und 2. Rein. 23. M. 665. Ja. ob der Betreffende um 10 Uhr abends zu Hause sein muß. Die Fragen find mit Ausnahme der einen zu bejahen, Zweifel. 1. Sie würden auch später den Hebammenberuf ausüben können. Ihr Mann würde, solange die Ehe nicht geschieden ist, die Rückgabe der Kinder nahme der Erbschaft ist nicht zulässig Die Seinder würden eventuell erben. durchsetzen können. 2. Sie leben außer Gütergemeinschaft. Die Beschlagmit einer Ehescheidungsflage. 3. Das durch Ihre Arbeit Verdiente gehört Ihnen. 4. Versuchen Sie es gericht, in dessen Bezirk die Schwester starb. .. 21. 1. Nein. 2. Bei dem Amtsdas Landgericht ist zulässig und B. 25. Berufung an Die Berufung muß durch einen Anwalt eingelegt werden. erscheint nicht aussichtslos. Landtag. Nein. Gottl. Liebig. Wilhelm Fischer. Üns nicht bekannt. 21. G., Samariterstraße. Wenden Sie sich an die Erfagkommission für den Bezirk Berlin, Haidestr. 1. zuschuß. 7. P. 28. 1400 M. außer Wohnungsgeld= M. S. 81. Der Verband der Schneider, Michaelfirchplatz 1, erteilt Ihnen nähere Auskunft. tgl. Eisenbahndirektion Berlin, Schöneberger Ufer 1-4, Sprechzeit 8 bis E. 100 Nirdorf. Auskunft erteilt die Uhr. E. p. 100. Richten Sie an die Ersatzkommission für den Bezirk Berlin, Haideſtr. 1, eine Eingabe. Phili 100. Auskunft erhalten Sie bei der städtischen Berkehrsbeputation, Rathaus. forderlich, es sei denn, daß das Gewerbe im Umherziehen betrieben werden 3 O. 3. 28. www O. H. 87. Wenden Sie sich an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands, Engelufer 15. der Mutter ja. 2. Nein. 3. Erst nach dem Tode erwächst das Erbrecht; M. B. 22. 10 bis 20 92. O. u. m. p. 1. Nach dem Tode was Sie will. während der Lebzeit kann die Betreffende mit ihrem Bermögen machen, Abends: Mandragola. Montag: Mandragola. Dienstag: 2X25.( Anfang Magistrat bescheinigen lassen, daß Sie nicht imstande sind, die Kosten des R. 21. Zunächst müssen Sie sich von dem dortigen 7%, Uhr.) Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: 2X2-5. Rechtsstreits zu tragen. Dann überreichen Sie diese Bescheinigung, legen ( Anfang 7%, Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Magdalene. Abends den Sachverhalt dar, geben Ihre Angriffe und Beweismittel an und beund Montag: 2 × 2= 5. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Die Alois O. 12. Benden Sie sich an die Wiener Arbeiterzeitung" oder an antragen beim Oberlandesgericht die Bewilligung des Armenrechts. verkaufte Braut. Montag und Dienstag: Tiefland. Mittwoch: Hoffmanns den hiesigen Konsul um Auskunft. P. D. 157. Sie würden nur auf. Erzählungen. Donnerstag: Tiefland. Freitag: Carmen. Sonnabend: Erstattung der gehabten Auslagen flagen fönnen.- H. St. 33. Der Vertrag Tiejland. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmains Erzählungen. Abends: müßte notariell oder gerichtlich geschlossen werden, er wäre aber ungültig, Tiefland. Montag: Die verkaufte Braut. wenn er den Zweck verfolgt, bestehende oder drohende Gläubiger zu benachteiligen. E. K. 1. Das ist unzulässig. Ste fönnten nur den Namen des zweiten Mannes oder Ihren Mädchennamen führen. 3. M. 10. Bis 3000 R. Einkommen. F. B. 25. Wenn Ihre Frau volljährig ist, so ist sie an Geld gegen Hüdgabe der Möbel zurückverlangt werden. den Vertrag gebunden, nicht aber Sie. Jst fie minderjährig, so kam das 2. S. 100. 1. Ohne Stenntnis der Statuten ist Jbre Frage nicht zu beantworten. 2. Ja, aber der jetzige Wirt geht vor. J. K. 5. Sie sind nicht zur Zahlung Theater des Westens. Jeden Abend: Ein Walzertraum. Heute und nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die lustige Bitve. Lustspielhaus. Die ganze Woche: Panne. Heute und nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein toller Einfall. Schiller Theater O. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Glüd im Winkel. Abends und Montag: Auf der Sonnenseite. Dienstag: Der Revisor. Mittwoch: Auf der Sonnenseite. Donnerstag: Gebildete Menschen. Frei Versammlungen Beranstaltungen. tag: Auf der Sonnenseite. Sonnabend: Der rote Leutnant. Sonntag von Binsen verpflichtet. S. S. 4. Leider ist jetzt nichts mehr zu machen, Weißenfee. Montag, den 17. Februar, bei Rofitopf, König- Chauffee 38: nachmittag 3 Uhr: Der Staiserjäger. Abends: Der rote Leutnant. Montag: da die Sache rechtskräftig geworden ist. Wenn Sie nachweisen tonnen, daß Bortrag. Herr Mierow: Die Heimarbeit". Friedrichshagen. Montag, den 17. Februar, 8% Uhr, im Saale der Der Richter von Zalamea. Abends: Der rote Leutnant. Montag: Der einen Antrag auf Wiederaufnahme durch einen Anwalt einreichen zu laffen. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: fahren noch nicht geltend gemacht war, so tönnten Sie den Versuch machen, Sie polizeilich abgemeldet waren und diese Tatsache in dem früheren BerBitwe Lerche, Rundteil: Vortrag. Genoffin Mesch:" Der wirt- rote Leutnant. Dienstag: College Crampton. Mittwoch: Der vote Leutnant. fchaftliche Niedergang und die Frau". Bericht der Vertrauens- Donnerstag: Heremeffel. Jungfer Immergrün. Freitag: Der rote Zeut- und davon ab, welchen Satz eventuell der Richter für angemessen A. K. In beiden Fällen hängt die Höhe vom Uebereinkommen person und Neuwahl derselben. nant. Sonnabend: College Crampton. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der hält. Etwa 50 Mart monatlich würde wohl dieser Saß sein. Königs Wusterhausen und Wildau. Mittwoch, den 19. Februar, Richter von Zalamea. Abends: Auf der Sonnenseite. Montag: Der rote 8 Uhr, bei Langer in Stönigs- Wusterhausen: Bortrag. Genosse Leutnant. Eichler: Die neue Weltanschauung". Vermischtes. Auf der Sonnenseite. Hebbel- Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Frau Barrens Gewerbe. Mittwoch: Maria Magdalene. Donnerstag und Freitag: Der den Großhandel in den Bentral- Martiballen. Warktlage: Fleisch: Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Andere. Sonnabend: Frau Barrens Gewerbe. Sonntag: Der Andere. Zufuhr schwach, Geschäft still, Breise unverändert. Wild: Zufuhr genügend, Montag: Unbestimmt. Friedrich Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Sonntagnachmittag Geschäft lebhaft, Preise in Gänsen gedrückt, sonst hoch. Fische: Zufuhr Geschäft rege, Preise gut. Geflügel:. Zufuhr nicht ganz genügend, 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends: Madame Sans Gêne. Montag: Nifito der Arbeit. Nach einer Meldung aus Görlik wurden Meister Josef. Dienstag: Kriemhilds Rache. Mittwoch: Der gehörnte Sieg- mäßig, Geschäft schleppend, Breise im allgemeinen wenig verändert. Butter gestern bei den Talsperrearbeiten bei Mark- Lissa durch einen vor- fried. Siegfrieds Tod. Donnerstag bis Sonnabend: Meister Josef. Sonn- und stäſe: Geschäft ruhig, Butterpreise anziehend. Gemüse, Obst tagnachmittag 3 Uhr: Nathan der Weise. Abends: Der blinde Baffagier. und Südfrüchte: Zufuhr ausreichend, Geschäft schleppend, Preise Montag: Meister Josef. seitig losgegangenen Sprengschuß vier Arbeiter schwer verIcht und einer getötet. Bei Anfertigung von Sprengstoff verunglüdt. Aus Troppau wird berichtet: Drei mit der Anfertigung von Sprengstoff beschäf= tigte Burschen hantierten so unvorsichtig, daß eine Bombe explodierte. Zwei der Burschen wurden tödlich verlegt, der dritte floh und ist entkommen. Man glaubt es mit einer anarchistischen Bande zu tun zu haben. Residenz- Theater. Allabendlich: Bibi. Der felige Octave. Heute nachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Sonntag, den 23. Februar, nachmittags 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen. Thalia- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hochtourist. Allabendlich: Smmer oben auf. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die gelbe Gefahr. Luisen Theater. wenig verändert. Witterungsübersicht vom 15. Februar 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. ( tand mm S Bind. citung Bindstärke Better Abends: Don Juan.( Anfang 7%, Uhr.) Montag: Der Freischüz Diens Lorking- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und Zimmermann. tag: Don Juan.( Anfang 7 Uhr.) Mittwoch: Der Trompeter von Sät fingen. Erstict. Bei einem Brande in Rengersdorf erstickten, toie der Eonnabend: Die Zauberflöte.( Anfang 7%, ühr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr Samburg 770 Donnerstag: Don Juan.( Anfang 7, Uhr.) Freitag: Fidelio. Stotnembe 768 BS2 2Dunst „ Schlesischen Zeitung" aus Glas gemeldet wird, drei Kinder eines und abends: Der Trompeter von Säffingen. Montag: Fidelio. Berlin Arbeiters, während das vierte an Rauchbergiftung schwer erkrankte. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Strieg im Frieden. Franti.a M773 W München 776 S Ein unmenschlicher Vater. Auf der Bahnfahrt von Miskolcz Mittwoch: Der verlorene Sohn. Donnerstag: Des Mädchens Lebenswege. Abends: Unser Doktor. Montag und Dienstag: Des Mädchens Lebenswege. Wien nach Budapest warf der Kaufmann Jlnigth fein fünfjähriges Freitag: Der eingebildete Stranke. Connabendnachmittag 4 Uhr: Das tapfere Göhnchen aus dem Kupeefenster auf die Bahngleife, too es schwer- Schneiderlein. Abends: Krieg im Frieden. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rerlebt liegen blieb. Wie Mitreisende aussagen, war der Mann Waise aus Lowood. Abends und Montag: Des Mädchens Lebenswege. in Wut geraten, weil das Kind, welches er versteckt hatte, um das Zentral Theater. Allabendlich: Ein seltsamer Fall. Anjang 8 Uhr. Zemp. n. E. 6° G.= 4°. Stationen Barometer. ftand mm 5 Haparanda 763 S Binb Винфра Binbitarte Beller Temp. n. 6. 2 bedeďt-12 5 Regen 2 wolfen! 9 2 bedeckt 8 4 bedeckt 5 Petersburg 2 bedeckt 5 Scilly 767 SW 1 Nebel 2 Aberdeen 753 4 bedeckt 0 Varis 775 775 Still Nebel-3 Wetterprognose für Sonntag, den 16. Februar 1908. Etwas fühler, zunächst ziemlich heiter, mit leichten Regenfällen und frischen westlichen Winden; später langsam aufklarend. Berliner Wetterbureau Gelegenheits- Angebot: Damen- Taghemden mi. reicher Handstickerei 9 statt M. 4.75 3.60 Montag bis Donnerstag, 17. bis 20. Februar: Ausstellung von Gelegenheits- Angebot: Hausschürzen Lebhaften mit schönen Mustern bedruckt statt M. 1.25 Frühjahrs- Neuheiten in Blusen, Unterröcken, Halbfertigen Kleidern, Waschkleiderstoffen. Ferner zur Besichtigung ausgestellt: Hochfeine Damen- Wäsche, Morgenröcke, Morgenjacken Gelegenheits- Angebot: Bettgarnitur 2 1Bezug 130x200 cm 2 Kissen 83X83 cm aus glattem Wäschestoff. • statt M. 8.50 6.00 Wer- Stoff- hat fertige Anzüge nach Maß 20 M. Tadelloser Sib, haltbare Fultersachen. Bei Stofflieferung billigste Preise. Franke, Aderstraße 143, 1502L* Ede Invalidenstraße. Nach beendeter Inventur sind die Preise auf sämtliche Artikel bis zu 3313% herabgesetzt: 818 Teppiche v. M. 4.50, 8, 13.50, 24, 36, 45 usw. Gardinen M. 2.10, 3.50, 5, 7.50, 9, 12 usw. Portieren v. M. 5, 6.75, 9, 11.50, usw. sowie Steppdecken, Tisch- u. 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Um allen an uns herantretenden Anforderungen rechtzeitig entsprechen zu können, bitten wir, Anträge baldmöglichst an unsere Verkehrs- Abteilung, Schiffbauerdamm 22, zu richten, woselbst Auskünfte bereitwilligst erteilt werden. 1786L* Berlin, im Januar 1908. Berliner Elektrizitäts- Werke. Gertraudten- Straße 26-27 Peek& Cloppenburg de Petri- Kirche bei Spezial- Geschäft für moderne Herren- und Knaben- Bekleidung. Konfirmanden- Anzüge KatalogNummer 10415 Schwarz Cheviot Fertig am Lager • 10416 10417 Schwarz Kammgarn. 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Abrufe in Trägern, Form- wartung, bei einem erneuten Preisrüdgang am Ledermarkt auch und Stabeisen erfolgen in nur ganz bescheidenen Grenzen. Und niedrigere Preise zu erlangen. Dabei flagen die Fabrikanten über Berlin, 15. Februar 1908. man rechnet schon damit, daß der Markt in dieser trostlosen Ver- mangelnden Verdienst und fassen bereits erhebliche ProduktionsEs kann nicht ausbleiben, daß die Schlechte Aussichten Geldmarkt Invasion der amerikanischen faffung noch monatelang verharren wird. Der heute veröffentlichte einschränkungen ins Auge. Eisenindustrie Nachweis des Stahlverbandes über den Januarversand bestätigt Abschwächung der Produktion auch am Arbeitsmarkt in Erscheinung Außenhandel Breispolitik der Verbände Baumarkt Holzgewerbe Zementindustrie Differenzen das, was wir im vorigen Bericht über Stimmungsmacherei des tritt. Da aber, mehr als in früheren Jahren, die Unternehmer zwischen Textilfabrikanten und-Abnehmern Ar: Berbandes sagten. Gegen den Dezember ergibt sich ein nur um versuchen, durch Reduktion der bisherigen täglichen Arbeitszeit und 22 500 Tonnen erhöhter Gesamtversand. Der arbeitstägliche Ver- Ginlegung von Feierschichten über die Strise hinwegzukommen, ist Lohnpolitik. Selbst mit der besten Brille bewaffnet, kann man bei Nacht keinen sand ist demnach weiter gesunken und bleibt der diesjährige Januar- die Zahl der Arbeitslosen nicht mit dem Grade der Produktionsbersand um 130 000 Tonnen hinter der Versandmenge des Januar abschwächung gestiegen. Trotzdem ist im Januar die Zahl der Sonnenstrahl entdecken. Und wenn man mit optimistisch gefärbtem 1907 zurüd. Dabei ist, infolge der starken Abnahme der preußischen Arbeitsuchenden pro 100 bei den öffentlichen Arbeitsnachweifen geAuslug den Wirtſchaftshimmel eifrig nach einem freundlichen Licht- Gisenbahnverwaltung, der diesjährige Versand in Eisenbahn- meldeter offener Stellen auf 158,9 geftiegen, gegen 127,0 im Januar ſtrahl absucht, so ist das auch verlorene Liebesmüh. Die Aussichten material gegen den des Januar 1907 um nur 5000 Tonnen zurüd 1907 und 188,5 im Januar 1906. Die Zahl der Arbeitslosen würde für das nächste Frühjahrsgeschäft haben sich in der letzten Zeit noch gegangen. Der übrige Minderversand von 125 000 Tonnen aber noch viel größer sein, wenn nicht eine Reihe von Städten beverschlechtert. Es hat gar feinen 8med, sich dieser unangenehmen entfällt auf Halbzeug und Formeisen. Die Abschwächung reits Notstandsarbeiten in Angriff genommen hätten, woran man Tatsache zu verschließen. Das gesuchte Rosigmalen gibt höchstens unseres Außenhandels, die schon im Januar ziemlich start in Gr früher ja auch kaum gedacht hat.-- Weiter darf nicht überschen den respektiven Verwaltungen Veranlassung und Gelegenheit, sich scheinung trat, dürfte damit noch an Intensität zunehmen. Die werden, daß von der Arbeitslosigkeit die männlichen Arbeiter viel wegen der Arbeitslosenfrage nicht in moralische und materielle Flaue am Trägermarkt läßt darauf schließen, daß im Baugewerbe stärker betroffen werden als die weiblichen. Ja, vielfach nimmt Unkosten zu stürzen. Die Lage auf dem Geldmarkt will noch noch keine Vorbereitungen zu einer einigermaßen lebhaften Bau- die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte dort zu, wo die Ziffer der beimmer nicht die schon lange erwartete Wendung zum Besseren tätigkeit getroffen werden. Und damit hält der Druck, der schon schäftigten männlichen Arbeiter fintt. So kann man in der Metallbringen und das trägt viel dazu bei, die Unternehmungsluft zurüd- lange auf dem Holzgewerbe lastet, noch weiter an. In der Holz- industrie die Beobachtung machen, da Männer, die an Spezialzuhalten. Was aber noch mehr irritiert, das ist eine Aenderung in industrie hat der Beschäftigungsgrad ganz bedeutend nachgelaffen. maschinen arbeiten, entlassen und dafür weibliche Arbeitskräfte der Taktik der amerikanischen Eisenproduzenten. Wie von dort Selbst eine schwache Belebung auf dem Baumarkt wird keine eingestellt werden. Da diese niedriger entlohnt werden, nimmt die berichtet wird, neigt man jetzt zu der Auffassung, es sei günstiger, Befferung bringen, denn die Holzbearbeitungsfabriken haben schon Quote der Selbstkosten ab. Dieser Vorgang beansprucht auch Würdi die angeordneten umfassenden Produktionseinschränkungen wieber ziemliche Läger angesammelt, die sie naturgemäß zunächst wieder gung vom gewerkschaftlichen Standpunkt. Er zeigt, wie notwendig aufzuheben und den Weltmarkt mit amerikanischem Gisen zu über- räumen wollen. Aber von einer Belebung auf dem Baumarkt ist es ist, schon aus lohnpolitischen Erwägungen den Grundsah: gleichen schwemmen. Kommt es wirklich zu dem in Aussicht gestellten noch nichts zu spüren. An dem Beharrungszustand in der Leb- Lohn für gleiche Arbeit! nicht nur programmatisch, sondern auch aufgerichteten Preismauern doch wohl einstürzen. Uebrigens ist machungen Preisstürzen vorzubeugen, eine gewisse Grenze finden. scharfen Wettbewerb, dann werden die von unseren Verbänden losigkeit dürfte das Bestreben der Eisengroßhändler, durch Ab- in der Praxis mit allem Nachdruck zu vertreten. in den lezten Tagen schon englisches Sprengpulver angekommen. Auch darf es fraglich erscheinen, ob die Zementfabriken Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Wahlkreis Wie aus dem rheinisch- westfälischen Industriegebiet gemeldet wird, mit ihren auf Preiserhöhungen hingielenden Bestrebungen Kalau Lucan. Ortsverein Berlin.) Heute abend 8%, Uhr: Monatssind von deutschen Konsumenten größere Bosten englisches Hämatit lange Erfolg haben werden. Jedenfalls glauben sie, die versammlung bei Weihnacht, Grünstraße 21. eisen gekauft worden, das zurzeit pro Tonne um 6 M. billiger ist reisabmachungen bereits in so feste Formen gegossen zu haben, Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen als deutsches Hämatit. Der Umfang der Bezüge von England ist daß sie auf die Marktlage gar keine Rücksicht mehr zu nehmen Berlins und Umgegend. Heute Abteilung 16: Rachmittags 3 Uhr abhängig von der Haltung des Düsseldorfer Roheisensyndikats. Je brauchen. Bei den jüngsten Berdingungen sind durchweg von allen bei Breuß, Magazinstr. 17. Abteilung 7 und 17: Bortrag im länger dieses an seinen Breisen festhält, um so mehr werden die Werken höhere Preise gefordert worden. Gleichzeitig haben die Restaurant of, 20 reinen Werke ihren Bedarf durch billiges englisches Eisen decken. Unternehmer die Löhne reduziert. Auf diese Weise, bei erhöhten mittag 3 Uhr bei Griffel, Kaiser- Friedrichstr. 15. Die Roheisenproduzenten erklären jedoch, die Preise der von ihnen Breisen und niedrigeren Löhnen, gedenken die Unternehmer trotz benötigten Rohmaterialien feien noch nicht mit den veränderten Produktionsausfall teine Profiteinbuße zu erleiden. Auch ein BeiVerhältnissen in Einklang gebracht worden. Und der Einwand trag zum Kapitel: Harmonie zwischen Kapital und Arbeit! In hat Berechtigung. Während z. B. der Preis für Thomas- Roheisen der Textilindustrie und in der Konfektion treten die Krisenfolgen im Januar 1908 gegen Januar 1907 um 8,65. auf 66,10 M. pro nun immer schärfer hervor. Fast jeder Tag bringt neue und zwar Zonne zurückgegangen ist, stieg in derselben Zeit der Preis für bedeutende Insolvenzen aus der Konfettion. In der sächsischen Hochofentots um 2,75 M. auf 18,25 M. Die Aufwendung für ge- Textilindustrie hat die Stockung im Absatz zu Differenzen zwischen röftetes Spat blieb mit 19,60 m. unverändert. Auch bei Minette Fabrikanten und Abnehmern geführt, und zwar in einem Umfange, und Rotstohlen blieben die Preise gleich, nur für Rubio ging der wie bisher noch nie. Es stellt sich nun heraus, daß die Abnehmer, Memel, Tilfit Preis um 2 M. auf 13 M. zurüd. Das Kohlen- und Kokssyndikat im Vertrauen auf noch längeres Anhalten der guten Konjunktur, will aber keine Preisnachlässe gewähren. Genau dasselbe Miß- viel mehr eingekauft haben, als sie normalerweise abseßen. Dadurch verhältnis, das durch die Politik des Kohlen- und Kofssynditats waren die Fabriken in der äußersten Weise engagiert; die Aufzwischen Herstellungskosten und Verkaufspreisen hervorgerufen träge waren vielfach über die Produktionsmöglichkeit hinaus gewird, bringt auch der Stahlverband als störendes Moment auf wachsen. Die Preise schnellten hinauf. Das veranlaßte die Abdem Wirtschaftsmartt hervor. So fosteten z. B. nach den No nehmer aber nicht, ihre Eindeckungen einzuschränken. Jeder wollte tierungen von Stahl und Eisen" im Januar 1908 Thomasknüppel fich für den erwarteten Andrang der Konsumenten rüsten. Aber die 105 M., der Preis für Stabeisen war auf 112,50 M. zurüd- Käufer blieben bald aus, und nun traten die Geschäftsinhaber an gegangen; die Differenz betrug nur noch 7,50 M. Jm Januar die Fabrikanten heran, mit der Forderung, die noch nicht erledigten 1907 fosteten Snüppel 110 M., Stabeisen notierte 147,50 M., die Aufträge zu annullieren und für spätere Spezifikationen PreisDifferenz betrug 37,50 M. Jm Januar 1908 war der Preis für nachläffe zu gewähren. Die Fabrikanten weigern sich. Da trokRohblöde gegen Januar 1906 um 10, höher; für dieselbe Zeit dem die Berpflichtungen der Abnehmer unerfüllt bleiben, bekommen Troftlos ergibt sich bei Kesselblechen ein Preisrüdgang um 7 M., bei Grob- nun Rechtsanwälte und Gerichte massenhaft Arbeit. Blechen um 10 M. Und da reden die Verbandsanwälte immer von sieht es auch in der Rederindustrie aus. Besonders in der SchuhMarttregulierung. Sie haben ihr Teil dazu beigetragen, die Nach- fabrikation stockt die Produktion infolge starter Abschwächung des der BAN ES BS BAN BS ( BS BADRIN ( BS BARIN BANS BANS BAN Einsegnungs- Anzüge. 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Nach telegraphischer Meldung von heute betrug der höchste Wasserstand art he bei Landsberg um 8 Uhr vormittags 203 cm. JOSETTI JUNO Cigaretten. Cigaretten gerade so gut" Kosten das doppelte und mehr. 10 St. für 20 Pfg. Joselliz G BS BAGAN ( BS BAN BS BAGAIN BS ( BS Jeder Käufer eines Einsegnungs- Anzuges erhält reizende Beigaben umsonst. Wäsche, Hüte, Handschuhe usw. zur Einsegnung zu sehr niedrigen Preisen. Prüfungs- Anzüge moderne, gemusterte Webarten in Cheviots, Buckskins, Kammgarnen usw.allerneuester Geschmacksrichtungen, 10M. 30.- 27.- 24.- 21.- 18.- 15.- 12.RAE BAN BS RAF BARIN ( BS BAGAN Baer Sohn BALEN BS RAEP ( BS) BAGAN Chausseestraße 29-30 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Str. 20. BS BAGAN Der Haupt- Katalog Nr. 32 auf Wunsch kostenlos und portofrel. BS MOHOHOHOHOH Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten die ergebene Mitteilung, daß ich die Oekonomie des Verbandshaus deutscher Gastwirtsgehülfen Berlin N. 24, Große Hamburger Straße 18/19 übernommen habe. Es wird mein Bestreben sein, meinen werten Gästen den Aufenthalt in diesen Räumen so angenehm wie möglich zu machen. Empfehle guten bürgerlichen Mittagstisch zu kleinen Preisen. Reichhaltige Frühstückund Abendkarte. Gut gepflegte Biere. 2 franz. Billards. Sehr saubere Fremdenzimmer. Vereinszimmer sowie ein kleiner Saal bis zu 150 Personen fassend, sind Sonntags und auch an einigen Tagen in der Woche zu vergeben. 1949L Paul Kobus, Gastwirt. Sechster Wahlkreis. Spar u. Produktiv- Genossenschaft Groß- Lichterfelde in Liquidation. Eingetr. Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, 16. Februar, abds. 6 Uhr, im ,, Kolberger Salon"( B. Raabe), Kolbergerstr. 23: Durch Generalversammlungs. BeVersammlung für Männer und Frauen. Tages Ordnung: " fchluß vom 22. Dezember 1907 ist die Genossenschaft in Liquidation getreten. Wir fordern hiermit die Gläubiger auf, ihre Forderungen einzureichen. 224/ 19* Die Liquidatoren. 103/ 14+ Friedr. Harring. Friz Thiele. Mbert Schulz, Borf. d. Aufsichtsrats. 1. Bortrag des Genoffen Julian Borchardt über Warum find wir arm?" 2. Diskussion. Bahlreichen Besuch erwarten Die Abteilungsführer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. 6. Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den 16. Februar, abends 6%, Uhr: Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen Genossen in den Berolina Festsälen", Schönhauser Allee 28. Tages Ordnung: 2. Diskussion. 1. Bortrag des Albin Mohs über: Die Wirkung der deutschen Arbeiterversicherung. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. 224/ 20* Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Achtung! Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Putzer! Achtung! Mittwoch, den 19. Februar, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen: Bezirks- Sitzungen für Berlin und Umgegend. Zages Drdnung: 1. Borstandswahl. 2. Beratung über den Antrag Wilmersdorf: Die Arbeits. Losen- Abstempelung in den Bezirken auch in den Sommermonaten vorzunehmen. 3. Beratung über einige Aenderungen im Ortsstatut. 4. Verschiedenes. Laut Beschluß der Mitgliederversammlung vom 5. Januar 1908 wird die diesjährige Vorstandswahl in den Bezirken vorgenommen. Wegen der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. J. 2.: Ernst Schulze. 133/5 Kranken- und Begräbniskasse des Vereins der Deutschen Kutscher und verwandten Berufsgenossen. ( Eingeschr. Hülfskaffe Nr. 83 Berlin.) Montag, den 9. März, abends Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstagswahlkreises. Geschäftsstelle: Berlin N. 39, Ravenéstr. 6. Fernsprecher: Amt III, Nr. 2137. Sonntag, den 16. Februar: Mitglieder- Versammlungen. Schwedters 1. Abteilung: Obiglos Festsale, ftrae 23/24. Schönhauser 8, Uhr, im Lokale Gr. Frankfurter 2. Abteilung: Berolina- Festsale, s Schönhauser Außerordenti. Generalversammlung 3. bteilung: Brauerei Groterjan, tulee 130. Tages Ordnung: 1. Kaffenrevisionsbericht. 2. Bericht der Revisoren über das 4. Quartal. 3. Wahl des Staffierers. 4. Mit teilungen. 283/8 Der Ausschuß. Bekanntmachung. In der Privatklagefache des Tischlers Oskar Biontle in GroßLichterfelde, Roonstr. 33, Privatflägers, vertreten durch die Rechtsanwälte WiclefVorm. 10 Uhr. Borm. 10 Uhr. Vorm. 10 Uhr. 4. Abteilung: Wilkes Festsäle, Brunnenstr. 188. Mittags 1 Uhr. 5. Abteilung: Humboldt- Säle, Suffiteuftr. 40. Borm. 10 Uhr. 7. Abteilung: Moabiter Gesellschaftshaus, str. 24. Borm. 10 Uhr. 8. Abteilung: Kirschkowski, Beuffelstraße 9. Vorm. 10 Uhr. 9. Abteilung: Gebr. Cranz' Festsale, ftrae S. Kösliner Schul Vorm. 10 Uhr. Dr. Balle und Dr. Schaper in Groß- 10. Abteilung: Blumes Gesellschaftshaus, Borm. 10 Uhr. Gastwirt August Reiſen in Groß- 11. Abteilung: Schirms Festsale Franke), Badftr. 19. Borm. 10 Uhr. Lichterfelde, Drafeftr. 17, gegen den Lichterfelde, Chausseestr. 104, Angeflagten wegen Beleidigung hat der Angeklagte folgende Erklärung abgegeben, bie der Privatkläger binnen 2 Wochen auf Kosten des Angeklagten zu veröffentlichen berechtigt ist: Ich nehme die über den Privatfläger ausgesprochene Beleidigung mit dem Ausdruck des Bedauerns zurüd und erkläre den Privatkläger für einen ehrenhaften Mann. Ms Vertreter des Privatklägers bringen wir dies zur Kenntnis. Groß- Lichterfelde, d. 12. Februar 1908. Die Rechtsanwälte. Dr. Balfe u. Dr. Schaper. Berliner Fellx Scheuer U Ik- Trio. ( Inh. Zages Ordnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zur Verbands- Generalversamm: lung. 2. Vortrag. 3. Diskussion.( Die Referenten werden in den Ber. sammlungen bekannt gemacht.) 225/ 1* Zur Beachtung! Die Versammlung der 6. Abteilung findet am Mittwoch, den 19. Februar, in Hübners Festsälen, Chaussee ftraße 120, ftatt. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die ordentliche General- Versammlung findet statt am Freitag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, Stralsunderstr. 1. im Volkshause Charlottenburg, Rofinenstr. 3. Bahlreiches Erscheinen ist unbedingt erforderlich! Kein Mitglied sollte fehlen! Deutscher Metallarbeiter- Verband Verband der Sattler. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof L. Amt 3, 1239. Ortsverwaltung Berlín. Eintritt nur gegen Vorzeigen der Mitgliedskarte mit geklebter Februarmarke. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Ernst Kreowski: ,, Richard Wagners Charitéstraße 3. Sof III. Amt 3, 1987 Donnerstag, den 20. Februar 1908, abends 8 1hr, in den Kampf um die Kunst". Armin- Hallen, Kommandantenstr. 58/59: Dienstag, den 18. Februar cr., General- Versammlung. abends 6 Uhr: Versammlung 2 aller in der Betrieben zur Herstellung gelochter Bleche beschäftigten Arbeiter im ,, Englischen Garten", Alexanderstraße 27c. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Die Krisis in der Industrie und die Arbeiter." Referent: Kollege J. Hartmann. 2. Disfuffion. 3. Verbandsangelegen heiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 112/1 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Branche der Kistenmacher. Montag, den 17. Februar, abends 8%, 1hr, in den AndreasFestsälen", Andreasftr. 21: Versammlung. Tagesordnung: " 1 Bortrag des Redakteurs Genossen John über:" Gewerkschaften und Landtagswahlrecht". 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Branchenleitung. Donnerstag, den 27. Februar 1908, abends 8 Uhr: Zages Ordnung: 2. Berwaltungs- und Kaffenbericht. Bericht der Revisoren. 3. Wahl der Funktionäre für das neue Geschäftsjahr. 4. Verschiedenes. 283/9 Der Umtausch der Jahreskarten erfolgt vom 14. März an 156/9 in den Bahlstellen. Es ist notwendig, daß die Mitglieder, fo früh fie 1. Geschäftliches. 2. Berichterstattung über die Zeit vom 1. April 1906 irgend können, ihre Starten abholen. Wegen des Ausschreibens der bis 31. März 1907. 3. Neuwahl des Vorsitzenden, des Kassierers, sowie der Starten wäre, wenn in den letten Tagen vor der Vorstellung alles 8Revisoren. 4. Neuwah! zines Gauleiters. 5. Ausschlußantrag gegen den sammenkommt, der Andrang nicht zu bewältigen. Kollegen P. Puth. 6. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Kollegen! In Anbetracht der Wichtigkeit dieser Tagesordnung erwarten wir, daß die Kollegen recht zahlreich erscheinen. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Zuschneider u.Zuschneiderinnen all. Branchen. Filiale II des Verbandes d. Schneider u. Wäschearbeiter Deutschl. Montag, den 17. Februar, abends 8 Uhr, in ,, Drüsels Festsälen", Neue Friedrichstr. 35: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Stadtverordneten Kollegen Ritter über:" Die sozial: politischen Gesetzesvorlagen im Deutschen Reichstag". 79/12 162/5 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint in Massen! Achtung! Die Verwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Filiale Berlin I. Herrenmaßschneider Montag, den 17. Februar 1908, abends 8, Uhr, in den Armin hallen, Kommandantenstr. 57/58: Oeffentliche Versammlung Tages Ordnung: 1. Die diesjährige Frühjahrsbewegung in der Maßschneiderei. Referent: Kollege Kunze. 2. Diskussion. Rein in einem ungeregelten Geschäft arbeitender Rollege dart fehlen. 162/6 Die Kommission. Knabenkonfektion! Am Montag, den 17. Februar 1908, abends 8%, Uhr, findet für die in dieser Branche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen bet Grät, Große Frautfurterstr. 30, eine Kleber! Versammlung Branchenversammlung der Jalousienarbeiter mittwoch, den 19. Februar, abends 8 Uhr, bei Meyer, bei Anton Boeker, Weber- Straße 17. Tages- Ordnung: 1. ,, Die wirtschaftliche Lage der Gegenwart". Referent: Benoffe Adolf Ritter. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Obmanu. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Branche der Maschinenarbeiter. Oranienstraße 103: Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Redakteurs Genossen Hans Weber über: " Soziale Lichtbilder". 2. Die Situation in unserem Berufe und unsere Stellungnahme dazu. 3. Vereinsangelegenheiten. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen. NB. In dieser Versammlung werden die Tarife verabsolgt. Die Verbandsleitung. Sonnabend, den 22. Februar 1908, in Kellers Festsälen, 177/5 Koppen- Straße 29: Großer Wiener Masken- Ball. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands Billetts a 50 Pf. sind bei Welkisch, Markus- Straße 47, bei Lorenz, KoppenStraße 28, sowie bei sämtlichen Kommissionsmitgliedern zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Deutscher Verband für Frauenstimmrecht. Ortsgruppe Berlin. Montag, den 17. Februar, abends 8% Uhr: Öffentl. Volksversammlung " im großen Saale der„ Sophiensäle", Sophienstr. 18. 283/5 Zages Drdnung: Das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für Preußen!" Referent: Herr Dr. Rud. Breitscheid. Männer und Frauen willkommen. Achtung! W Freie Aussprache. Die Einberuferin. 0 Achtung! Königsbank Gr. Frankfurter Straße 117. Jnh. Kurt Breuer. Zahlstelle Berlin. Bureau: Waßmannstr. 32a, Hof parterre. ſtatt. Tages- Ordnung: 1. Die gegenwärtige Wirtschaftskrisis und die Lage der Konfektionsarbeiter. Referent: Stollege Mähr. 2. Der Streit unserer Kollegen und Kolleginnen in Budapest. Sämtliche Werkstatt, Heimarbeiter und Arbeiterinnen find zu dieser Die Kommission. Bersammlung eingeladen. M. Krügers Speise- Leinöl 99 Hausfrauen! ist das beste, täglich frisch und garantiert rein. Wenn Sie wirklich schmackhaftes, frisches und reines Speise- Leinöl genießen wollen, dann achten Sie bei Einkauf stets auf das Flaschen- Etiquett Spreewälderin in Nationaltracht und fordern ausdrücklich M. Krügers Speise- Leinöl. Dasselbe ist in befferen Kolonialwaren. Sollten Sie bei Ihrem Kaufmann, bei und Borkostgeschäften zu haben dem Sie Ihre Einfäufe zu machen pflegen, M. Krügers Speise Leinöl ,, Marke Spreewäiderin" nicht erhalten können, so be. Montag, den 17. Februar, abends 812 Uhr, in der Lebensquelle", tommen Sie dasselbe in den Geschäften nebenan oder gegenüber sicher. Kommandantenstr. 20: Engros- Lager Berlin SO., Skalitzer Straße 105. Achtung! Schoßarbeiter! Achtung! Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Branchenleitung. 2. Diskussion. 3. Wahl der Agitationstommiffion und Borschläge für die Wahl eines Vorstandsmitgliedes zur Innungs- Krankenkasse. 4. antenalle.& Berigiebenes. Mittwoch, den 19. Februar, abends 8 Uhr, in Bockers Festfälen, Weberstraße 17: Kombinierte Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Großes Skattournier im Saale des Neuen Klubhauses, Kommandantenstraße 72, vom Montag, den 17. Februar, bis 16. März. 3000 M. Preise Hauptpreis. 24 Preise a 120 a 600 Mark 99 50 10 99 99 169/2 Einsatz nur i Mark. 1. Vortrag des Genossen Eugen Brückner. 2. Disfuffion. 3. Wahl der Agitationskommission. 4. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Bahlreichen Besuch erwartet Sonnabend, den 28. März 1908, frei geworden. Saal für Sonnabend, den 22. d. M., Schweizergarten ber Maskenball ftatt. 500 Personen unter bekannter Stulanz zu vergeben Kurt Breuer. findet im Dienstag, den 18. Februar 1908, abends 8 Uhr: Volks- Versammlungen für Berlin und Umgegend. 1. Wahlkreis Dräsels Festsäle, Neue Friedrichstraße 35. II. Wahlkreis Goßmanns Festsäle, Kreuzbergstraße 48. Kliems Festsäle, Hasenheide 13/15. III. Wahlkreis ,, Zur Lebensquelle", Rommandantenstraße 20. IV. Wahlkreis Sanssouci, Kottbuser Straße 6. Litfins Salon, Memeler Straße 67. Elysium, Landsberger Allee 40/41. V. Wahlkreis Altes Schützenhaus, Linienstraße 5. VI. Wahlkreis Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Pharus- Säle, Müllerstraße 142. Raabes Festsäle, Rolberger Straße 23. Wilkes Festsäle, Brunnenstraße 188. Bernhard Rose- Theater, Badstraße 58. Berolina- Festsäle, Schönhauser Allee 23. Arndts Festsäle, Belforter Straße 15. Teltow- Beeskow Adlershof. Gesellschaftshaus, Bismarckstr. 10. Charlottenburg. Volkshaus, Rosinenstr. 3. Köpenick. Wilhelmsgarten, Rudowerstr. 1. Königs- Wusterhausen. Webhorn( Altes Schüßenhaus). Nowawes. Schmidt, Wilhelmstr. 3. Rixdorf. Hoppe, Hermannstr. 49. Thiel, Bergstr. 152. Schöneberg. Schloßbrauerei, Hauptstr. 112. Steglitz. Schellhase, Ahornstr. 15a. Treptow- Baumschulen weg. Speers Festfäle, Baumschulenstraße 78. Wilmersdorf. Luisenpark, Wilhelmsaue 112. Nieder- Barnim. Lichtenberg. Schwarzer Adler, Frankfurter Chaussee 5. Ober- Schöneweide. Restaurant Wilhelminenhof. Pankow. Feldschlößchen, Berliner Straße. Reinickendorf- Ost. Restaurant Seepark, Markstr. 2/3. Rummelsburg. Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45. Tegel. Wilhelm Goetz, Schloßstraße 7/8. Weißensee. Zum Prälaten, Lehderstraße. = Referenten: Albrecht- Halle, Böhle Straßburg, Ad. Cohen, Ebert, Eichhorn- Mannheim, Emmel- Mülhausen, Frank- Mannheim, Freiwaldt, Grunwald, Handke, Haß, Wolfgang Heine, Hildenbrand- Stuttgart, Kotzke, Kunert, Ledebour, Legien, Lehmann- Wiesbaden, Molkenbuhr, Hermann Müller, Ad. Ritter, Sabath, Sassenbach, Schütte, Paul Singer, Stadthagen, Stroebel, Stücklen, Stühmer, Ulrich- Offenbach, Wuschik, Wutzky, Zubeil. Tages- Ordnung in allen Versammlungen: ,, Das Reichs- Vereinsgesetz". Zahlreichen Besuch erwarten Verband der sozialdemokr. Wahlvereine Berlins u. Umg., Berliner Gewerkschaftskommission. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Teppiche mit Farbenteblern Fabrit. niederlage Broke anbarierni age 9, parterre fein Laden. Mauerhoff.+1 Gardinenbaus rope aufurter. traße 9, parterre. Rein Laden. Mauerhoff. Zaden. Kleine Anzeigen spottbillig. Kommoden, 2055 Metallbetten, hochmoderne, spott 106/ 8* billig, Ritterstraße 112 II. 10.00, Dedbett, Unterbett, Stiffen, rotrofa Inlett. Pfandleihe Andreas. strage 38. 1178* decken. 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