Nr. 41. Abonnements- Bedingungen: B bonnements Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 H., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bojt. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnemente nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Eridelat täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile ober beren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Agrarier und der Bauer. Eine fatte, selbstzufriedene Stimmung bringt die agrarische Presse zum Ausdruc anläßlich der diesjährigen Tagung des Bundes der Landwirte. Zwar die Welt um sie will den Agrariern noch immer nicht gefallen, aber mit sich selbst sind fie zufrieden. Die Arbeiterfrage" zum Beispiel erklärt die Deutsche Tageszeitung" mache ihnen viel Stopfzerbrechen. Solange die Landarbeiter nicht ebenso gezwungen werden, für einen geringen Lohn zu arbeiten, wie die Konsumenten, einen teueren Brotpreis zu bezahlen, bleibt die Weltordnung vom agrarischen Gesichtspunkte aus in ihren Hauptstücken verpfuscht. Immerhin aber:„ Die Lage der Landwirtschaft ist ohne Frage besser geworden, als sie lange Zeit war, wenn sie auch durchaus noch nicht als gut bezeichnet werden kann. Das verdankt die Landwirtschaft neben der Fürsorge der Fürsten und Regierungen zum Teile dem Bund der Landwirte." Dienstag, den 18. Februar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. des Menschenmaterials zeige: die Ursache sei in Stimmung." Welch Wandel der Zeiten in kurzer Frift", konnie dem verminderten Milchverbrauch der ländlichen Haushaltungen befriedigt Herr v. Oertel ausrufen. Die Sprache, die einst feit dem vermehrten Absatz der Molkereiprodukte durch die v. Diest- Daber gegen die Minister geführt hatte, ist völlig vergessen. Genossenschaften zu suchen. Die sparsamen Hausfrauen entzögen Man hat uneingeschränktes Vertrauen zu dem dem Haushalte die ganze Wollmilch und erhielten als Ersatz Fürsten Bülow und seiner Politik. Die Junker sind mit ihrem bestenfalls mur Magermilch. Aus dem Lindauer Landbezirt in Stanzler zufrieden. Und zufrieden sind die Herren auch mit der Bayern wird berichtet, daß von 604 Stellungspflichtigen nur Erfindung des Fürsten Bülow, mit der Blockpolitik. Die anfäng20 brauchbar befunden seien. Als Grund wird die vollständige lichen Besorgnisse vor dem Freifinn find längst geschwunden. Sie Milchabfuhr vom Lande nach den Käsereien des Allgäu bezeichnet. Haben den Freifinn näher kennen gelernt und sind selbst überrascht Aus der Schweiz liegen ähnliche wohlbegründete Klagen vor. von seiner Gelehrigkeit. Auch auf die Aufzucht wirkt der Milchentzug fehr ungünstig ein." Die„ Kölnische Zeitung" läßt sich berichten: Die heutige Generalversammlung diente ebenfalls dem pädagogischen Zwecke, den Freisinn zum gehorsamen Büttel der Junkera " In Sachsen Weimar beunruhigt man sich über eine politit zu erziehen. Es ist echte Junkerpädagogit, die Pädagewisse Unterernährung der Landbevölkerung, gogit der Fußtritte, die nach Ansicht der Junker offenbar worüber man sich in der Sitzung des Ausschusses für den ersten bei diesem Schüler besonders wirksam ist. Dr. Dietrich Hahn Verwaltungsbezirk aussprach. Beranlassung, an die Sache heran var cs, der den Freifinnigen zu Gemüte führte, daß sie einen zugehen, war der Umstand, daß seit einigen Jahren die Molkereien, großen Teil ihrer Mandate nur dem Bund der Landwirte vergewöhnlich Genossenschaften, wie Bilze aus der Erde schießen. Es gibt banken. Daher dürfe er nicht übermütig werden. Er sollte weniger im ganzen Bezirk fast keinen Ort mehr, der nicht eine Molkerei teden und mehr tun. Er müsse sich mehr seiner Pflichten bewußt hat, in welche die großen und kleinen Landwirte, selbst die werden und könne sich ein Beispiel an der Haltung des Zen. kleinsten, die nur eine oder zwei Kühe im Stalle haben, ihre Milch trums nehmen, solange dieses noch Regierungspartei war. Borliefern... Der Landwirt trinkt heute nur selten läufig ist aber der Freifinn noch der traurige Retrut. Gr Milch und ist noch seltener Butter, da er keine hat; muß erft etwas werden, ehe er etwas will. Um aber jeden Zweifel er verkauft ja jedes Tröpfchen Milch in die Molkerei. Gab es im Reime zu ersticken, betonte Herr Dr. Hahn ausdrücklich, daß die früher zum Frühstücke eine gesunde Milchsuppe, so gibt es heute Herrlichkeit sofort zu Ende sein werde, wenn der Freisinn etwas Demokratisches will! Vom gleichen Wahlrecht Kaffeebrühe", wie fich ein Mitglied des Bezirksausschusses drastisch in Preußen dürfe nie die Rede sein. Hier wurde Dr. Hahn ausdrückte. Die Folgen dieser verkehrten Wirtschaftspolitik zeigen plöglich fürchterlich:" Wir werden Widerstand leisten, mögen die fich allenthalben da, wo man zu ertrem die Molkereien in den Bataillone des Umsturzes kommen. Wir werden alles Bordergrund schiebt, 3. B. in Hannover, das bekanntlich die meisten niederschlagen zum Wohle des Baterlandes." Molkereien besitzt. Hier hat sich bereits ein Sinten der Militär- Man sieht, die Junker schreien sofort nach Gewalt, wenn sie tauglichkeitsziffer gezeigt. Bei uns werden sich die Folgen viels auch nur ein Tipfelchen ihres Privilegs in Gefahr glauben! Ebenso leicht auch noch zeigen." Und mit behaglichem Schmunzeln spannt das Bündlerblatt die gedemütigten Minister vor den agrarischen Triumphwagen: Der preußische Landwirtschaftsminister, der von einer gemeinschädlichen Agitation des Bundes der Landwirte gesprochen hat, hat im Laufe dieses Jahres sein Wort zurückgenommen und einen Ehrentag seines Lebens im Vereine mit den Führern des Bundes verbracht.... Die Bezeichnung Agrarier.... ist zum Ehrennamen geworden, der den politischen Leichenstein des Staatsmannes zieren soll." Die Agrarier haben reichlichen Grund, zufrieden zu sein. Die Regierung und die Reichstag majorität gaben ihnen die und hohen Brotzölle der liebe Berrtoie Herr Hahn machten auch die anderen Redner dem Freifinn den gott die Teuerung. Wir brauchen unseren Lesern nicht erst auseinanderzu- Standpunkt tlar. Solange der Freifinn alles tut, was die Junker Denn die lettere haben sie nicht erwartet. Sie stecken sie aber dennoch ein, als wenn nichts fehen, daß es nicht das mangelnde Verständnis und der befehlen, darf er im Block bleiben. Bei dem geringsten Widerstand geschehen wäre. und den Zoll dazu! Wir haben in einem mangelnde Geschmack sind, die den Bauer veranlassen, jedes wird er hinausgeworfen, und die Junker können dann die Politik früheren Artikel gezeigt, daß die Durchschnittspreise für Brot- Tröpfchen Milch" sich und seiner Familie zu entziehen, um es wieder machen, die sie im Grunde genommen allein wünschen: die getreide im legten Jahrfünft bereits den Dezenniumsdurchschnitt der Molkerei abzugeben. Die Milch ist das Hauptprodutt, oftolitit mit dem Zentrum. von 1891/1900 und 1881/90 überschritten haben, so daß die das einzige noch, das der Bauer zu verkaufen hat.. Wir haben Ueberhaupt wurde das Zentrum, start umtporben. Geine ganze Periode der sinkenden Getreidepreise bereits überwunden wiederholt nachgewiesen, daß die Bauernmasse in Deutschland nationale" Gesinnung wurde ihm wiederholt feierlich attestiert, ist. Welche Belastung aus der Verbindung von Teuerung fein Getreide abzugeben hat. Ihr nüßen infolgedessen auch die und die Gemeinsamkeit der tonservativ- reaktionären mit der und Zoll erreicht wurde, ist aus folgendem zu ersehen: Im Brotzölle nichts. Der kleine Bauer hat nichts vom Brotwucher, ferital- reaktionären Politik fortwährend betont. Mit beleidigender Jahre 1903, gleich nach Bewilligung des neuen Zolltarifes, er zahlt noch selbst drauf. Wohl aber belasten ihn die hohen Offenheit wurde erklärt, daß dem Bund der Landwirte die Bloc war der durchschnittliche Weizenpreis in Preußen 154 M. pro Bodenpreise mit Hypotheken und versperren ihm den Weg zur politik völlig gleichgültig sei. Besonders in der Frage der Tonne, in England 126 M. Die Differenz betrug demnach Erweiterung seiner Wirtschaft. Nun tam noch der neue Zoll- Steuerpolitik. hofft man auf das Zentrum. Mit größter 28 M., erreichte also nicht einmal ganz die Höhe des Bolles tarif dazu, der eine Teuerung der Futtermittel mit sich Schärfe formulierten da die Agrarier ihre Forderungen. Seine von damals( 35 M.) Im Jahre 1907 war der preußische brachte und dadurch die Herstellungskosten der Milch er direkten Reichssteuern, teine Erbschaftssteuer, ausschließlich in. Durchschnittspreis 200 m., der englische 144 M., die höhte. Jetzt muß der Bauer erst recht sein legtes auf den dirette Steuern dürfen herangezogen werden. Brannt. Differenz betrug 56 M., stand folglich sogar etwas Marft bringen! wein, Bier, Tabak müssen stärker bluten. Nur Wein und Zuder sollen ausgenommen werden, weil hier agrarische Interessen in Frage kommen. Auch das Börsenkapital foll etwas bluten. Die Herren sprachen von einer Dividendensteuer- und von einer Steuer bei der Emission ausländischer Wertpapiere. Und damit zum Schaden der Spott nicht fehle, erklärte ein Herr Bock, der Referent über die Reichssteuern, die Arbeiter in der Exportindustrie hätten ein Interesse an der Ausgestaltung unserer Flotte und der Kolonien, sie müßten auch bereit fein, ihre aften zu tragen. über dem erhöhten Zoll( 55 M.)! Vergleicht man den Das also ist der Segen des agrarischen Zolltarifs für das preußischen Preis von 1907 mit mit dem Weltmarktpreis Klein- Bauerntum: Entziehung der Milch, vermehrte Kindervon 1903, so ist die Differenz 74 Mart! Die Agrarier be- sterblichkeit, Entartung! haupteten, eines Aufschlags von 5,5 M. per Meterzentner, Aber freilich, die Agrarier sind auch hier schon gleich bei also 55 M. per Tonne auf den Weltmarktpreis von damals der Hand, um die Not der Bauern zur Füllung der Taschen zu bedürfen, um bestehen zu können; denn sie haben ja bei der Gutsherren auszunutzen. Sie verlangen einen Milch dem gollausmaß nicht mit den höchsten, sondern mit den 30 II, um die Milchpreise in die Höhe zu bringen. Sollte es geringsten Weltmarktpreisen gerechnet. Sie erhalten aber dazu kommen, so wird wieder der Bauer der Gefoppte sein: gegenwärtig an vierzig Prozent mehr, sie erhalten einen denn die Gutswirtschaften liefern ihre Milch, da sie über den Preisaufschlag, wie sie ihn nicht einmal im Traume erhofft teuersten Bichschlag und die besten Einrichtungen verfügen, haben, und das Volk wird belastet in einer Weise, wie sie für die wohlhabende Bevölkerung, die einen Preisaufschlag selbst der schlimmste Schwarzseher bei der Zolltarifverhandlung vertragen fann, während der Bauer am ehesten unter dem faum hat ahnen können. Rückgang des Konsums der Arbeiterbevölkerung zu leiden hat. Die Gutsherren schaffen sich an der Getreideteuerung Reichtümer, die in die Millionen gehen. Das ist weiter nicht verwunderbar und bedarf keiner besonderen Erklärung. Die Gutsherren hungerten auch früher feineswegs, wenn sie es auch in der Politik meisterhaft verstanden haben, den Bettelsack zu schwingen. Allein wie geht es dem deutschen Bauern? Er hat ja zum Teil den agrarischen Schutzzoll feldzug mitgemacht, wie geht es dem? Nun wohl, es geht ihm. genau so, wie beim militärischen Feldzug 1870/71: er liefert die Masse, die zur Strecke gebracht wird. Die agrarische Parade. Die Versammlung, in der das beutegierige Agrariertum das Wort führte, erreichte aber den Höhepunkt, als der Mann auf der Tribüne erschien, der die Inkarnation der Verbindung von junterlicher Raffgier und kapitalistischer Profitfucht ist. Mit be-geisterten Ovationen wurde Herr v. Podbielsti empfangen, der Tippelskirch- Podbielski. der Mann feiner Frau, der Statspieler und Wißeerzähler. Er sprach von dem Segen, der ehrlichen Arbeit Jm Zirkus Busch fand heute die Generalversammlung des Ehrlichkeit, ganz Frömmigkeit, ganz Biedermann. Er ist eben in' und von der Notwendigkeit wahren Gottesglaubens. Er war ganz Bundes der Landwirte statt. Der Saal war stark gefüllt. Es war Pension. Und all diese Junker jubelten ihm zu und erwiesen das Bild, das man aus den früheren Bersammlungen tennt. Neben ihrem Vorbilde die gebührenden Ehren. Und in der Tat: Herr den typischen Gestalten der Junker zahlreiche Männer, denen man Bobbielski ist der richtige Repräsentant der Klasse der Grunddie harte Arbeit vom Gesicht lesen konnte. Beruht ja die Macht rentner, der Leute, die aus der Grhöhung der Lebensmittelpreise, des Bundes gerade darin, daß die Großgrundbesizer es verstanden aus der Verschlechterung der Lebenshaltung der Massen ihren haben, auch die kleinen und mittleren Zandwirte in ihre Organisa- Reichtum schöpfen! Was wir über die Lage der deutschen Bauernmaffe er- tion zu ziehen. 84% Proz. gehören dem Kleingrundbesik, 14% Proz. Der Bund der Landwirte ist zufrieden. Nur eines macht ihm fahren, klingt weniger heiter, als die Artikel, Reden und dem Mittelbesitz an,% Proz. dem Großgrundbesitz. Aber dieses Sorgen: die ungebrochene Macht seines Todfeindes, der Begrüßungstelegramme der Agrarier, der Minister, des Reichs- Bros. hat sich die ganze Organisation, der jest 290 000 Gozialdemokratie. Die Junker kennen ihre Feinde, und fanzlers, die sich gegenseitig, mehr oder weniger unverschämt, Mitglieder angehören, dienstbar zu machen gewußt. Die Herr Hahn mag recht haben, wenn er sagt:„ Der letzte politische zu dem gelungenen Beutezug auf die Taschen des Volkes landwirtschaftliche Krise der neunziger Jahre, die die amerikanische Entscheidungskampf wird in Deutschland zwischen dem Bunde der Herr Hahn mag recht haben, wenn er sagt:" Der letzte politische gratulieren. Es klingt höchst betrübend und besorgniserregend Konkurrenz geschaffen hatte, und die heute längst überwunden ist, für jeden, der in der Entwickelung einer Nation mehr sieht, hat die Kleinen in die Hände der Großen getrieben. Der land- Landwirte und der Sozialdemokratie geführt werden!" In diesem Kampfe aber werden die Arbeiter des flachen Landes als die Glorifizierung einer Dynastie, die Bereicherung eines wirtschaftliche Zollschutz war das Mittel, das als alleinige Rettung mit und ohne Grundbesit nicht mehr auf der Standes oder einer Klasse. Wir wollen hier nur zwei angepriesen wurde. Und die kleinen Besitzer folgten willig dem Beugnisse anführen, die aber eine ungemein berebte Sprache Lodruf. Klug schmeichelten die Führer des Bundes den anti- Seite der Junker stehen! Ebensowenig wie die katholische anti- Kirche, führen. tapitalistischen Instinkten der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Ein Kirche, wird das flache Land unseren Siegeszug hemmen! Die, Molterei- Zeitung" in Berlin schreibt: frisch- fröhlicher Krieg wurde geführt gegen die Regierung, gegen das „ Die gegen früher bessere Berwertung der Milch durch Liefes Großkapital, gegen die Städte. Und der Bund hat sein Ziel crrung an Mollereien und Trinkverkauf in der Stadt hat eine starte reicht. Die landwirtschaftlichen Schutzölle sind eingeführt worden, Einschäntung des Milchverbrauchs auf dem Lande und die arbeitenden Massen können sich an der angenehmen Das Correspondenzblatt der Generalfom. zur Folge gehabt. Dies hat aber seine schweren Bedenken, denn Abwechselung von Fleischnot und Getreideteue- mission der Gewerkschaften Deutschlands" faßt die Milch ist das beste Nahrungsmittel, namentlich für Kinder. rungerfreuen. Aber dieser Sieg ist anders erfochten worden. am Schluß cines längeren Artikels seine Ansicht über den dem Viele Freunde des Landvolks warnen darum vor einer zu geringen als es sich die fleinen Landwirte träumen ließen. Nicht gegen Bundesrat vorgelegten Entwurf eines Gesetzes über ArbeitsMilch verwendung im Haushalt. Die Folgen zeigen sich ja erst das Großkapital, sondern mit dem tartellierten und shndizierten kammern dahin zusammen: Wem kann ein solches Monftrum Bülowscher Geschgebungsallmählich. Der holsteinische Arzt Dr. Clasien erblidt Großfapital im Bunde sind die Bucherzölle erbeutet worden. Die darin eine Ursache für die zunehmende Bleichsucht der allgemeine Teuerung, die diese Wirtschaftspolitik im Gefolge funst etwas nügen? Den Arbeitern sicherlich nicht das, Mädchen auf dem Lande. Amtsrichter Barenhorst in hat, bekommen jetzt auch die kleinen und mittleren 2and mindeste; denn es ist eher geeignet, deren Forderungen zu unterTostedt berichtet in einer Schrift für die Landwirtschaftskammer to irte zu verspüren, während die großen, die bedeutende drücken und ihre ehrlichen Meinungen zu fälschen. Das trifft der Provinz Hannover, daß nach den letzten militärischen Be- Mengen von Getreide zu verkaufen haben, die Nußnießer für die gesamte Arbeiterschaft zu, gleichviel ob sie gewerkschaftlich obachtungen bei den Rekrutenaushebungen mancher ländlichen dieser Politik sind. Diese aber geben den Ton in den Bersamm organisiert ist oder nicht und welcher gewerkschaftlichen Richtung Gegenden der Provina fich eine offene Verschlechterung lungen an, und so war heute im Zirkus Busch zufriedene fie angehört. Mögen die Meinungen über Arbeits- oder Arbeiter Arbeitskammern. kamwern auch auZ«inandergehen, mögen Organisationsfragen die Arbeiter t Vinnen, so erwarten doch alle Arbeiter von solchen Kammern, daß sie die Meinung der Arbeiter unmittelbar zum Ausdruck bringen sollen und auch können. Das ist bei einem solchen indirekten Wahlrecht und bei der Unter- drückung jedes Sondervotums der Arbeiter absolut unmöglich. Ferner verlangt die Arbeiterschaft aller Richtungen Kammern für die gesamten Arbeiter, nicht aber eine Z e r s p l i t t e- 1 u n g der letzteren in Arbeiter des Handwerks, der Industrie, de? Handels und Verkehrs usw., die gerade bei Kammern auf berufs- genossenschaftlicher Grundlage die allergrößte Verwirrung stiften muß. Denn die Berufsgenosscnschaftcn kennen solche trennenden Schranken nicht; sie umfassen das in Innungen organisierte Hand- werk ebenso wie den Handel und Verkehr. Die Arbeiter aller Richtungen erwarten endlich von solchen Kammern eine entschiedene Einflußnahme auf die Sozialpolitik, die bei Kammern, die finanziell von' den Berufsgenossen- schaften abhängen, nicht zu hoffen ist. Ebensowenig Freude kann das Unternehmertum an diesem bureaukratischen Gesetzgebungsmonstrum haben, für welches ihm völlig unbilligerweise die Kosten aufgehalst werden. Denn Kammern wie diese sind nichts auderes, als eine zwecklose Spielerei, die für«in praktisches Zusammenwirken unge- eignet und nicht einmal dem gewerblichen Frieden dienlich sind. Und welche Scherereien verursacht schon die Organisation solcher Kammern den Berufsgenossenschaften l Ein einziges Beispiel möge genügen, dies zu illustrieren. Ter weitaus größte Teil der Bau- g e w e r k s m e i st e r. für welche im Reiche 12 Berufsgenossen- schaften bestehen, gehört auch der Jnnungsorganisation an; nach §? Absatz 3 der Vorlage sollen aber die Unternehmer und Ar- beiter von Handwerksbetrieben von der Vertretung in den Kammern ausgeschlossen bleiben. ES dürfte kaum einen Genossenschafts- vorstand und kaum einen Unfallverhütungsausschuß im Bau» gewerbe geben, dem nicht Jnnungsmeister bezw. Arbeiter aus Handwerksbetrieben angehören. Eine legale Wahl hier zustande zu bringen, dürfte zu den Unmöglichkeiten gehören. Gleichwohl müßte die gesamte Berufsgenossenschaft also auf ihre Handwerker- Mitglieder, die schon die Beiträge der Handwerkskammern zu zahlen hal'rn- die Kosten der Jndustriekammer aufbringen. UeberdieS wird eS bei der für die Praxis undurchführbaren Abgrenzung zwischen Industrie und Handwerk an Kompetenzkonfliktcn mit dew Handwerkskammern nicht fehlen. Und endlich muß die b u r e a u- kratische Beengung und Bevormundung diese Kammern auch denferügen Unternehmern verleiden, die p r a k t i s ch arbeiten wollen, um in Frieden mit den Arbeitern die Arbeits- Verhältnisse zu regeln. Die bureaukratische Organisation hat dem weitaus größten Teil der Unternehmer schon die Innungen derart entwertet, daß sie daneben besondere Arbeitgeberverbände griinden muhte, um Bewegungsfreiheit und Selbstverwaltungsfreiheit zu bekommen. Gerade der verständigste Teil der Unternehmer, der paritätisch gesinnt ist und praktische Arbeit von den Ar» beitskammern erwartet, kann sich der Mitarbeit in diesen Kammern nicht mit rechter Freude hingeben. Aber auch die industriellen Scharfmacher stehen dem Entwurf s k ep t i s ch gegenüber. Sie versprechen sich über- Haupt nichts von Kammern für die Pflege des gewerblichen Friedens, weil sie die Bedingungen des Friedens jederzeit selbst diktieren wollen. Vor allem hassen sie jede Art von Arbeiter« Vertretung und besonders die Arbeiterausschüsse in Fabrikbetrieben, zu deren Gründung der Entwurf neue Anregung gibt. Und auch ihnen muß der Gedanke, die Kosten für eine unnütze Spielerei allein tragen zu sollen, peinlich sein. So dürfte der Arbeitskammcrgesetzentwurf nirgends Zu- stimmung finden, sondern als ein verfehltes Unternehmen be» graben werden. Und das dürfte für ihn und alle Teile das beste fein! Hinweg mit einem solchen Monstrum, welches die gewaltigen sozialen Kräfte des Volkes in eine bureau- kratische Zwangsjacke einzuschnüren sich vermißt. Dafür Raum für die freie Meinungsäußerung der deutschen Arbeiter, wirk- l i ch e Organe der gesamten Arbeiterschaft, nach demokratischem Wahlrecht und nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt. deren freie Betätigung nicht durch engherzige bureaukratische Ge- schäftsführung und Beaufsichtigung gehemmt ist, sondern dem eigenen Drange folgend an der Weiterentwickelung der sozialen Gesetzgebung mitarbeiten kann. Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter verwerfen das Bülowsche Zwittermachwerk; sie verlangen. daß die wirkliche Parität mit dem Unternehmertum durch Gewährung von Arbeiterkammern neben den bestehenden Unternehmerkammern gewährleistet werde. Eine Parität, die nur dem einen Teil ausschließliche Vertretungen gibt und diesem dann auch noch die Suprematie in gemeinsamen Vertretungen einräumt. ist Lug und Trug für die Arbeiterschaft!- Kultus statt Kultur. Die Debatte des preußischen Abgeordnetenhauses über den Kultusetat mutz man sich merken. Wird in ihr doch der völlige Bankrott sichtbar, vor dem das liberale Bürgertum in Preußen steht: dem politischen Zusammenbruch des Liberalismus ist der kulturelle unmittelbar auf dem Fuße gefolgt. Mit leichter Mühe haben sich die protestantischen und katholischen Reaktionäre den Siegespreis geholt und die vereinigten Kirchen treten die Wissen- schaft mit Füßen. Der Kampf gegen die Kultur, an dessen Spitze Herr Holle steht, ist viel erbitternder und viel gefährlicher als derselbe Kampf, an dessen Spitze Pius X. steht. Die römische Kirche hat keine Zwangsgcwalt mehr, wie sie der Staat besitzt. Ihren Geboten kann man sich durch den Austritt entziehen. Der Schaden, den Pius X. anrichten wird, wird vor allem die Kirche selbst treffen; der Schaden, den Herr Holle stiftet, der trifft vor allem die ar- bettenden Massen. Das Werk, das das schändliche Kam- p-romiß der Nationalliberalcn mit Zentrum und Konservativen ein- geleitet hat. soll nun vollendet werden: die völlige Verpfaffung der Schule ist das Programm des Drciklassenparlamentes und der preußischen Regierung. Gleichsam als Erläuterung und Illustration des Geistes der religiösen Heuchelei und des kulturfeindlichen Nebermutes diente die Debatte über den Liegnitzer Volksbildungsverein, eine Debatte, die, wie die Ergebnisse selbst, die ihr zugrunde liegen, heute in einem Kulturstaate ausgeschlossen sind. Der Volksbildungsverein organisiert Schüler- und Volksbibliothcken. Er ist angeblich un- parteiisch: angeblich, denn die wissenschaftliche Literatur deS Sozialismus ist von diesem Verein ausgeschlossen. Aber der preußische Staat duldet Unparteilichkeit nicht einmal in diesen Grenzen. Der Verein hat in seine Bibliotheken auch Wissenschaft- liche Literatur aufgenommen, und wenn er auch die sozialwissen- schaftliche ausgeschlossen hat, so hat er wenigstens die naturwissen- schaftliche eingereiht. Man findet Darwin, Höckel, Bölsche. und religionskritische Werk», z. B. die Straußschen. Aber das paßt nicht für das Volk, dem die Religion erhalten werden muß. Also wird dem Verein die amtliche Unterstützung entzogen; denn das Volk wählt sich, wie ein konservativer Junker meinte, das, was nicht für es paßt. Es muß daher die Auswahl von Höher- stehenden getroffen werden, und das sind die Beamten des Herrn Holl». i Und nun kommt das Tollste. Der Verein erklärt nicht etwa: Wir sind keine Brunnenvergifter, die mit preußischen Geschichts- fälschungen und religiösen Verdummungsschriften das Volk betrügen wollen, nein, der Verein, in dessen Ausschuß der Führer der Frei- sinnigen Vereinigung. Schräder, und der liberale Pädagoge Tews sitzen, erklärt bereitwillig, dem Herrn Holle die Auswahl zu überlassen und die gefährlichen Schriften auszumerzen. Der Vorgang ist so schmählich und schändlich, daß hinter ihm selbst das Vorgehen des Ministers zurücktritt. Denn schließlich bat die preußische Regierung wirklich kein Interesse an der Auf- klärung des Volkes. Was soll man aber zu der entsetzlichen Feigheit dieser Liberalen sagen, welche ohne den geringsten Widerstand einem Holle das Recht einräumen, im Verwaltungswege die Lektüre der großen bürgerlichen Denker zu verbieten! Daß der Verein nach dieser löblichen Unterwerfung des Vertrauens nicht wert ist, ist selbstverständlich. Die Arbeiter werden diese kastrierten Volksverdummungsbibliotheken meiden und um so energischer den Ausbau ihrer Bibliotheken betreiben. Aber der Verein erhält einen Teil seiner Mittel vom Reich. ES ist aber ein Unding, aus Reichsmitteln einen Verein zu unterstützen, der heute nicht mehr ist als ein Werkzeug der preußischen Verdummungspolitik. Das wird bei der Besprechung des betreffenden EtatSpostenH mit aller Deutlichkeit gesagt werden müssen. Sie verhältulsse auf der lllerft Schicha» In Äblug gelangten in einem zweitägigen Prozeß vor der Strafkammer zu Elbing in vergangener Woche zur Besprechung. Veranlassung zu dem Prozeß gaben einige Flugblätter, deren Fnhalt der G e w e r k- schaftsbeamte des Metallarbeiter- Verbandes Genosse Früngel verttat. und eine Rede, die Genosse Früngel über.Die wahren Ursachen der Unfälle bei Schichou" im September vergangenen Jahres hielt. Durch die Flugblätter und die Rede soll Früngel die Firma Schichau und den Gewerberat Capriem in Elbing beleidigt haben. Es drehte sich bei der Verhandlung, in der über 40 Zeugen vernommen wurden, im wesentlichen um zwei Punkte: Früngel ver- trat die Ansicht, daß eine Anzahl Unfälle sich hätten ver- meiden lassen und daß bei Schichau sich relativ viele Unfälle er- eigneten. Wiederholt hat Früngel aus Abstellung von Mißständen gedrungen. Ferner wurde betont, daß Schichau Hungerlöhne zahle! Rücksichtlich der Unfälle wurde durch Zeugen, wie die Former Namacher, Nehbel, Rinke, bekundet: entgegen der Ge- pflogenheit in aiidiren Wersten waren Bretter statt eiserner Kästen zum Absteifen der Formen genommen, es wurde statt nur aus einem aus zwei Stopfen gegossen, der Boden war nicht fest gestampft noch mit eisernen Platten ausgelegt, der Schnee war nicht stets von den Stellagen und vom Dock weggeräumt, auch nicht stets gestreut. Ein Balanzierer wurde nicht benutzt. Es„hieß bei Schichau immer hopp, hopp, immer schnell." Es wurde viel in Akkord gearbeitet. Nach Ansicht des Angeklagten waren dies und eine übermäßig lange Arbeitszeit die Ursachen von Unfällen. Nimmt man mit dem Gesetz und dem Reichsgericht an, daß unter allen Umständen der Arbeitgeber für das Vorhandensein aller möglichen Schutz- maßregeln zu sorgen hat, so wird man seiner Ansicht lediglich bei- pflichten können. Anders wenn man die von der Staatsanwaltschaft und dem Genchtsvorsitzenden vertretenen durchaus falschen An- schauungen für zutreffend hält. Von diesen seien einige wieder- gegeben. Der Staatsanwalt erwiderte auf den Hinweis des Angeklagten, der bei seiner Annahme, daß die Schichausche Werft mehr Unglücksfälle aufweise als die Wersten im Westen, sich auf das Reichsarbeitsblatt stütze: Das ist doch aber kein amtliches Blatt. Der Gelverbercrt Goebel korrigierte diesen Irrtum des Staatsauwalts. Der Vorsitzende äußerte auf die Bekundung hin, daß die Nichtbenutzung der Balanze ungerügt ge- blieben ist:„Dazu lag ja wohl auch keine Veranlassung vor. weil noch kein Unfall passiert war." Nach der Konsiatierung, daß infolge deö NichtwegräumenS des Schnees von den Stellagen und vom Dock ein schwerer Unglücksfall sich ereignete, bemerkte der Verhandlunasleiter: wenn einmal nicht gefegt wird, so ist das eben daraus zurückzuführen, daß nicht alles zu gleicher Zeit gemacht werden kann öder auch die Arbeiter einmal nachlässig sind. Läßt sich bei einer solchen, die elementarsten Forderungen eines ArbeiterichutzeS und der aus Z 120a der Gewerbeordnung und Z 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches folgenden Pflichten des Arbeitgebers völlig verkennenden Meinungen ein gerechtes Urteil erwarten oder zeigen diese Aeußerungen, wie stark die Stadt von dem Einfluß der Firma Schichau sozial beherrscht wird? Der Staatsanwalt mußte irotz alledem in seinem Plaidoyer anerkennen, es sei„nachgewiesen, daß manches auf der Firma noch besser hätte gemacht werden können". Ueber die Arbeitszeit und NebcrarbeitSlohn wurde von dem Be- zirksleiter des Metallarbeiterverbandes Otto Schulz(Hamburg) bekundet: auf allen Werften mit Ausnahme des Danzig- Elbinger Bezirkes ist die 9'/z st ü n d i g e Arbeitszeit eingeführt. Für Ueberarbeit wird nur von Schichau kein Zuschlag gezahlt. Und welche Arbeitszeitlängen wurden von Zeugen dar- gelegt I Der Former Hinz hat im Sommer 11, im Winter 12, manchmal 13, einige Mal die Nacht vom Sonnabend bis Sonntag 24 Stunde» durchgearbeitet. Former Rinke bekundet: ES ist häufig nachts übergearbeitet: ich selbst habe 36 Stunden hinter- einander arbeiten niiisscn. Löhne nannte der Angeklagte Hungerlöhne, weil an Arbeiter 20 bis 25 Pf. gezahlt wurden, also zu wenig zum Lebensunterhalt. Durch die Beweisaufnahme wurde unter anderem festgestellt: ein Former Neumann erhielt 20 bis 2ö Pf. Stundenlohn, beim Akkord wurde nach Bekundung des Zeugen immer etwas gestrichen. Der Former Thiel erhielt einen Stundenlohn von Pf., der Putzer Stoltmann wurde auf lS Pf. Sumdenlohn eingestellt. kam dann auf 20, später auf 22 Pf. Bei Akkord erhielt er für 155 Stunden: 41 M. I Der Putzer Kolnchen wurde mit 20 Pf. eingestellt, kam später auf 23 Pf. Wurde nun angesichts dieses Sachverhalts der Angeklagte von der Anklage freigesprochen und anerkannt, daß ihm ein Hobes Ver- dienst dafür zukommt, daß er die Mißstände, welche Leben, Gesundheit und LebeuSglück von Arbeitern gefährden, beleuchtet hatte? Mit nichten I Schon nach den oben wiedergegebenen Theorien des Staats- anwalts und des Vorsitzenden ließ sich die« kaum erwarten. Hinzu trat das wiederholt vom Vorsitzenden hervorgehobene unverfälschteste Manchesterdogma: wenn ein Arbeiter„fteiwillig" Arbeit mit geringen Löhnen nimmt, kann man nicht von Hnngerlöhnen reden. Aber das Resultat übertraf die aufs tiesite gespannten Erwartungen: Der Staatsanwalt beantragte neun Monate, das Gericht erkannte gestern nach einem uns zugehenden Privattelegramm auf sechs Monate Ge- fängnis gegen Genossen Früngel I Ob das Erkenntnis trotz der engen Reviflonsschranken, die das Gesetz dem Angeklagten einräumt, aufgehoben werden wird, steht dahin. Unzweifelhaft erscheint eS unS für den Fall, daß das Ge- richtöurteil de» gesamte» Talbestand, der in den zwei Verhandlungstagen sich vor ihm abspielte, möglichst phonographisch getreu wiedergibt. Leider läßt sich daS prozessualisch nicht erzwingen. Aber mag das Urteil deS Revisionsgerichts ausfallen wie es wolle: der Angeklagte ist zwar verurteilt, gerichtet aber sind die nach dem Borstehenden selbst dann ungeheuerlichen Mißstände, wenn es die einzigen loären, die die zweitägige Bcrhandlmig entrollte. Und gerichtet nicht minder ist die individualistische, wcltftemde sozialpolitische Anschauung, die aus den Bemerkungen der gelebtten Juristen unS entgegentritt. Selbst noch härtere Strafen können lediglich zu neuen Anstrengungen anfeuern, um der Nucksichlslosigkeit gegenüber Menschenleben. Menschengesundheit und Menschengliick sowie den Mißständen und Vorurteilen entgegenzutreten, die der Prozeß uns vor Augen geführt hat. Dies Ziel wird um so schneller erreicht werden, je zahlreicher die noch nicht organisierten Metall- arbeiter sich dem Metallarbeiterverband anschließen. Ein solcher An- schluß und die lebhafte Agitation für einen solchen Anschluß ist der würdigste Protest gegen das ungeheuerliche Urteil des Elbingcr Gerichts. politifcbe Oebcrftcbt. Berlin, den 17, Februar 1908. Beendigung der Kraetke-Tebntte. Die Abrechnung mit dem Staatssekretär Kraetke wurde heute im Reichstag zu Ende geführt. Auch an diesem letzten Tage gaben Kraeftes reaktionäre Uebcrgriffe den Hauptstoft ab zu den Auseinandersetzungen, Der Zentrumsabgeordnere Wiedeberg verurteilte zwar die Maßregelung des Arztes Schellenberg, hielt es aber als getreuer Sohn der Kirche doch für angebracht, dem Erzbischof von Bamberg das Recht zur Maßregelung des liberalen Pfarrers Grandinger zuzusprechen. Genosse Eichhorn tvies auf die früheren Klagen über Verletzung des Briefgeheimnisses gegenüber den hier lebenden Russen durch Spitzel hin und kennzeichnete gebührend den Terrorismus, den der Staatssekretär Kraetke im Falle Schellen- berg ausgeübt habe. Wenn der Minister dort sich nicht gescheut habe, sich so auszudrücken, als ob es ein Makel sei, ivenn sich jemand zur Sozialdemokratie bekenne, so müsse er das als eine Unverschämtheit bezeichnen. Hierfür wurde er' vom Präsident Stolherg zur Ordnung gerufen. Weil Herr Kraetke auf seine Sachverständigkeit im Gegen- sah zu den Abgeordneten gepocht hatte, wies ihn Eichborn darauf hin. daß sein eigener früherer Vorgesetzter, Herr v.Podbielsk-, zum Leiter dos Postivesens für fähig befunden wurde, trotzdem er kein Fachmann, sondern Husarcnoffizier gewesen war. So viel Sachverständigkeit würde ein Abgeordneter wohl auch noch für sich in Anspruch nehmen können. Im Gegensatz zu dem freisinnigen Abg. Eickhofs betonte Eichhorn dann noch scharll daß die Ausübung des Koalitionsrechts durch die Beamten und Staatsarveiter auch nickit dadurch eingeschränkt werden dürfe, daß man ihnen das Streikrecht abspreche. Herr Kraetke betonte nochmals, daß eine Verletzung des Briefgeheimnisses durch die Post weder jetzt noch früher nachgewiesen sei. Auf den Fall Schellenberg ging er vor- sichtigerweise nicht weiter ein. � i Nachdem noch einige andere Redner gesprochen ylnien, faßte Genosse Lehmann- Wiesbaden die Anklagepunkte: gegen den Staatssekretär Kraetke nochmals in einigen kräftigen- Worten zusammen und kündigte an, um die Verurteilung Kraetkes zum Ausdruck zu bringen, würden wir sein Gehair ablehnen. Wäre es den bürgerlichen Parteien ernst mit der Verteidigung des Koalitionsrechts und der Wahlfreiheit, so würden sie mit uns dafür sorgen, daß der Mann nicht 24 Stunden länger im Amt bliebe. Das wurde mit großem Hallo von der Rechten begrüßt. Bei der Abstimmung über das Gehalt des Staatssekretär stinimten dagegen nur die Sozialdemokraten, dm Polen und die beiden Freisinnigen Schräder und Dohm. Dafür stimmte mit allen übrigen Parteien auch die Masse der Freisinnigen, die damit es offenkundig machten. wie wenig ernst es ihnen mit der Verteidigung ihres so schmäh- lich gemaßregelten Parteigenossen Schellenberg war. Morgen geht die Einzelberatung des Postetats weiter. Volksschulfragen im Landtage. Die preußische Volksschule ist dank der jahrzehntelangen Vernachlässigung dieses wichtigen Gebietes so weit herunter- gekommen, daß selbst das preußische Dreiklasienparlamcnr nicht mehr dazu schweigen kann. Die gesamte Linke hat einen Antrag eingebracht, der die Regierung um Auskunft über die Ergebnisse der vom Handclsminister angestellten Unter- suchungen iiber die Vorbildung der Fortbildungsschüler und über die Maßnahmen zur Behebung der in diesen Ergeb- nissen zutage getretenen Mängel des Volksschulunterrichts ersucht. In der Debatte, die am Montag stattfand, wurde- von allen Seiten zugestanden, daß es so wie bisher nicht weitergehen könne. Lehrermangel, überfüllte Klassen, weitem Schulwege, Halbtagsschulen und ähnliche Erscheinungen haben es zuwege gebracht, daß nur ein geringer Teil der Volksschüler das Ziel der Volksschule erreicht. Und dabei ist dieses Ziel doch wahrlich eng genug gesteckt. Man gebe sich. aber nicht der Hoffnung hin, daß der Antrag, der schließlich der Unterrichtskommission überwiesen wurde, wirklich" Wandel schaffen wird. Die Landtagsmehrheit hat gar nicht die Absicht, die Volksschulen zu einer Volksbildungsanstalt zu machen. Durfte doch der Redner des Zentrums unter Zustimmung der konservativ-klerikalen Gesellschaft sogar ein: Einschränkung des naturwissenschaftlichen Unterrichts zugunsteil des Religionsunterrichts fordern! Wozu also die Komödie! Ebenso wie der Antrag selbst, so war die Wertschätzung Komödie, die plötzlich die Redner aller Parteien den Volks- schullehrern gegenüber an den Tag legten. In frühere!? Jahren war von einem Interesse der Landtagsmehrheit an den Lehrern nicht viel zu bemerken, jetzt ist es plötzlich anders' geworden. Kein Wunder, die Wahlen stehen vor der Tür! Gleichfalls der Unterrichtskommission überwiesen wurde ein nationalliberaler Antrag, der die Regierung aufforderr, Staatsmittel bereit zu halten, um besonders befähigte!: Volksschülern in größerem Umfange als bisher die weitere Ausbildung zu ermöglichen. Ob aus diesem Antrage viel herauskommt, möchten wir nach der nicht gerade entgegen- kommenden Erklärung des Ministers bezweifeln. Und das um so mehr, als der Redner der Konservativen, Abg. Henning, gegen das Streben nach Bildung wetterte, das jetzt schon die besten Kräfte vom Lande in die Städte treibe. Ein wertvolles Zugeständnis, das hoffent- lich unsere Genossen in der Agitation ausnutzen werden. Schließlich beschäftigte sich das Haus noch mit einigen Anträgen auf Erhöhung der O st m a r k e n z u l a g e für Lehrer, die bekanntlich auf Widerruf gewährt wird, um die Lehrer zu Gesinnungssklaven zu machen. Wer die Polen- Politik der Regierung mitmacht, bekommt dafür klingenden Lohn, wer ihr Widerstand leistet, wird auf halbe Kost geseUt — eine von polnischer Seite mit Recht als unmoralisch de zeichnete Maßnahme! Der Minister stellte im Anschluß an die Lehrerbesoldung eine Erhöhung dieses Korruptionsfonds in Aussicht. Dazu bat der preußische Staat trotz seiner schlechten Finanzlage immer Geld. Traurig ist es, daß sich namens der Freisinnigen Vereinigung Abg. E r n st besonders warnt für die Ostmarkenzulage ins Zeug legte, während die Herren von der männlichen Linie, die sonst der iRc gierung in dieser Frage Opposition gemacht hatten, sich aus schwiegen. Nicht einmal dazu können die Sklaven des Fürsten BÄow sich aufraffen- Das Zentrum fignalisiert die Kanzlerkrisis! " frankreich. Sächsische Justiz. Aber die Dummheit, der Revolution durch einen neuen Krieg Wie die„ Kölnische Volkszeitung" mitteilt, besteht zwischen Gin ungemein hartes Urteil fällte das Chemniter neuen Zündstoff zuzuführen, trauen wir ihr vorläufig doch aus Nürnberg gebürtigen noch nicht zu. dem Reichskanzler und dem Bundesrat ein tief- Schöffengericht gegen einen gehender Gegensatz. Dieser Gegensatz nahm bereits seinen 20jährigen Eisendreher, der gelegentlich der WahlrechtsdemonAnfang, als der Kanzler in Norderney erklärte:„ Lassen wir tration vom 8. Dezember 1907 sich besonders hervorgetan haben sollte. Wegen Beamtenbeleidigung und Erregung ruhestörenden die Finanzfrage eine Sorge der Zukunft sein." Seinen särms stand er unter Anklage. Mit dem hochgeschwungenen Stock Die große Erkommunikation. Baris, 14. Februar.( Eig. Ber.) Höhepunkt erreichte dieser Gegensatz, als Bülow die Be- in der Rechten, mit geballten Fäusten und wildem Blick soll er in Das war wahrhaftia nicht der Mühe wert, den homerischen soldungsvorlage ohne Deckungsvorlage mitteilte. Der der vordersten Reihe marschiert sein, die hinter ihm Marschierenden Gegensatz hat sich sehr zugespitzt. Bülow will die Beamten- angefeuert, Hochrufe auf das allgemeine Wahlrecht ausgebracht Kampf gegen die Kirche zu führen, um hernach den Bilderdienst aufbesserung sofort, die Finanzreform dagegen auf die nächste und die gegen die Demonstranten einschreitenden Schußleute und das Verfolgungssystem der Infamen" in einer verweltlichten Session verschieben. Der Bundesrat besteht aber auf der so- Lumpen und Bluthunde geschimpft haben. Das bestritt der An- Ausgabe wiederherzustellen. Zur patriotischen Heiligenverehrung geklagte, der angab, nicht gewußt zu haben, um was es sich bei der und zum patriotischen Gewissenszwang hat man aber nun noch die fortigen Durchführung der Finanzreform. Die Demonstration gehandelt habe; bestimmt stellte er die Beleidigung patriotische Bearbeitung des Kirchenbannes in feinen Abstufungen, Stellung des Reichskanzlers sei in hohem Grade der Schuhleute in Abrede. Die Anklage wurde im vollen Umfange bie excommunication laique, glüdlich hinzugefügt. Wer als bes fritisch. Bülow habe zwar noch das Vertrauen des gestützt durch das eidlich erstattete Zeugnis eines Polizeiwacht. sonders schwer belasteter Antipatriot" in den großen Bann getan Kaisers, in den nächsten Tagen aber müsse eine weitmeisters, und das Gericht erachtete den Angeklagten für über ist, dem geht es wie einem Geächteten im Mittelalter. Kein guter tragende Entscheidung fallen. führt. Weiter wurde, damit das Gericht ein anschauliches Bild Bürger darf ihm freundlich nahen und wer ihm auch nur die Hand Die Frage der Vertagung der Finanzreform ist auch die vom roten Sonntag" erhalte", der am Tage nach der Demonstration reicht, verfällt selbst dem Bann. Daß dies buchstäblich zu nehmen Frage des Blocks. Vor den Landtagsneuwahlen darf der in der nationalliberalen Allg. 8tg." erschienene Artikel ver ist, hat zu feinem Unglück der Leutnant Erbelot von der re Freifinn unmöglich neue indirekte Steuern bewilligen. Das lesen, in dem in den grellsten Farben die Missetaten der Wahl publikanischen Garde erfahren müssen. Vor einiger Beit hatte er rechtsdemonstranten geschildert wurden. Der Polizeibericht über Dienst im Justizpalast. Ein befreundeter Anwalt stellte ihm in der weiß Bülow so gut wie die kopsch oder Fischbeck. Deshalb die Vorkommnisse an dem„ toten Sonntag" war gewiß für den Wandelhalle Hervé vor, der sich gleichfalls von Berufs wegen im seine Absicht, die Finanzfrage zu vertagen. Sollte er mit 3wed zu nüchtern gehalten; stand doch darin zu lesen, daß Gebäude aufhielt. Die beiden Herren diskutierten eine Zeitlang seinem Willen nicht durchdringen, so wäre nach Bertrümmerung ernstere Zusammenstoße( mit der Polizei) nicht vor lebhaft über den Antipatriotismus, wobei der Leutnant den Aufseines politischen Wunderwerks, des konservativ- liberalen gekommen waren!! Unter dem durch Verlesung des auf- fassungen Hervés entschieden opponierte. Als sie dann auseiner- andergingen, reichten fie einander höflich die Hand. Irgend Blocks, freilich auch seines Bleibens nicht länger. Deshalb ist gebauschten Zeitungsartikels hervorgerufenen Eindruck zu erwarten, daß er alles aufbieten wird, die drohende Gefahr fannte das Gericht gegen den jungen Angeklagten auf vier Monate ein Schuft, der diese Szene beobachtet hatte, denunzierte den Leut brei Wochen Gefängnis. In der Urteilsbegründung wurde unter nant und dieser wurde auf Anordnung des Kriegsministere ftra f abzuwehren. anderem gesagt, daß durch die Demonstranten die Geschäfts- weise in ein elendes Provinznest versest! Jeht fehlt nur welt und besonders die kleinen Beute empfindlich ge noch, daß man den Hausherrn, der Hervé eine Wohnung vermietet, schädigt und die Polizeibeamten in der gemeinsten Weise be den Gastwirt, der ihm Speisen verkauft, den Schneider, der ihm leidigt worden seien. Da sei eine exemplarische Strafe am Plage! einen Anzug liefert, wegen Beihülfe zum Hochverrat ins Gefängnis schickt. Auf diese Art könnte man alle Antimilitaristen in kurzer Beit ausrotten, sofern man nicht das noch fürzere Verfahren vorVersammlungen im Ruhrrevier. Bicht, fie auf den Scheiterhaufen zu bringen und ihre Asche in alle vier inde zu streuen. In der Kammer hat heute der radikalsozialistische Deputierte Cecceldi eine Interpellation wegen der Versehung des Leutnants eingebracht. Die Sozialisten werden fie natürlich unterſtüßen. Interessant wird es jedenfalls fein, welche Antwort der Picquart, geben wird. berühmte Kämpfer gegen Säbel und Weihwedel", General Italien. Er fühlt sich! Der Reichstanzler scheint sich in seinem Amte noch recht ficher zu fühlen; denn auf die von der„ Liberalen Korr." verbreiteten Gerüchte, daß es wieder mal in der Regierung frisele und Fürst Bülow demnächst seinen Abschied nehmen werde, antwortet die Im Ruhrrevier fanden gestern nicht weniger als 67 sosial. häufig von der Wilhelmstraße zu offiziöfen Mitteilungen benutzte bemokratischerseits einberufene Volksversammlungen statt, in denen Südd. Reichsforr." mit einer allem Anschein nach aus dem Reichs- für ein freies Vereins- und Versammlungsrecht fangleramte stammenden Berliner Notiz, in der die Meldung der demonstriert wurde. Sechs dieser Versammlungen entfielen auf " Liberalen Korr." als„ Klatsch" bezeichnet wird und diesem den Wahlkreis Essen. Die in Borbed abgehaltene VersammDementi folgende echt Bülowsche Stilblüte angehängt wird: lung wurde polizeilich aufgelöst, als der Rebner, " Das Kopfzerbrechen der Liberalen Korrefpendenz" über die Redakteur Wagner von der„ Bergarbeiterzeitung" auf den Red Perion des fünften Reichstanalers ist für absehbare linghauser Polizeiprozeß zu sprechen tam. In der Versammlung Zeit gegenstandslos. Aber olim meminisse iuvabit. 28er in der Effener Tonhalle" behandelte Parteisekretär BühlerEssen das Vereins- und Versammlungsrecht, während Kreisver auch einmal der Fünfte sein mag, nach liberalen Programm trauensmann Ost kamp- Essen über das Thema„ Gewerbeforderungen, überhaupt nach Borschriften parlamentarischer Minderheiten wird er ebenso wenig die Geschäfte ordnung und Arbeitstammern" sprach. Wie in den leiten fönnen, wie der im Amt befindliche Reichskanzler. anderen Essener Versammlungen, die sämtlich äußerst start besucht Ohne Kompromisse geht es nicht, und am nötigsten sind für eine waren, gelangte zum Schluß nachfolgende Resolution zur eingute Zukunft Stompromisse zwischen fonservativen und liberalen stimmigen Annahme: In Anbetracht der Tatsache, daß durch das geplante ReichsGedanken. Damit aber halten wir wieder bei der Blockpolitik. vereinsgesetz zwar eine teilweise Verbesserung des veralteten Von einem geduldigen Ausharren in diesem Zeichen preußischen Vereinsgefeßes eintreten soll, andererseits aber be= haben die Anhänger eines vernünften Fortschritts mehr zu erdeutende Verschlechterungen geplant find, insbesondere durch den warten, als von acherontischen Gelüsten, wie von dem § 7, legt die Versammlung entschieden Protest ein gegen jede desperaten Versuch, sich auf die Sozialdemokraten zu stügen als polizeiliche Bevormundung auf dem Gebiete des Vereins- und auf den mütterlichen Boden, durch dessen Berührung der bürgerVersammlungsrechtes. Sie fordert ein freies Vereins- und Verliche Liberalismus wie der Riese Antäus erstarten müsse." ſammlungsrecht, das den Staatsbürgern die Freiheit gewährleistet, daß sie ohne polizeiliche Anmeldepflicht und ohne polizeiliche Beaufsichtigung öffentliche und Vereinsversammlungen abhalten können. " " Es ist ziemlich sicher, daß in Anbetracht der Schwäche des Liberalismus auch der fünfte". Reichskanzler nicht die Reichsgeschäfte liberal" führen wird; aber noch weit sicherer ist, daß das so den Freifinnigen empfohlene geduldige Ausharren" fo ziemlich die einfältigste Zumutung ist, die an sie gestellt werden tann. Doch vielleicht findet sie gerade wegen ihrer Einfalt beim Freifinn Beherzigung- denn Hoffen und Harren, macht manchen zum Narren! Protestkundgebungen gegen das Reichsvereinsgefeh veranstalteten in Ostpreußen ant Sonntag, den 16. d. M., stark befuchte Volksversammlungen in Memel, Tilsit, Gumbinnen und Insterburg. Die Referenten dieser Versammlungen fritisierten unter lebhafter Zustimmung der Versammelten in scharfer Weise verschiedene Paragraphen des Regierungsentwurfes, sowie die Stellungnahme der Majorität in der jetzt beratenden Kommission. Eine Resolution, in der vollständig unbehinderte Vereins- und Verfammlungsfreiheit aller Staatsbürger verlangt wird, fand überall einstimmige Annahme. Die Versammlung kann ferner in der Novelle zur Gewerbeordnung einen Aft wirksamer Sozialreform nicht erblicken und fordert auch hier endlich energische Durchführung der von den Arbeitern seit Jahrzehnten verlangten Schutzbestimmungen. Antiklerikale Rundgebung der Sozialdemokratie. Rom, 18. Februar.( Eig. Ber.) Am 16. Februar, dem Tag, den man als Todestag Giordano Brunos zu feiern pflegt, sind durch das Parteisekretariat in ganz Italien Bollsdemonstrationen einberufen worden, um die Abschaffung bes Religionsunterrichts in den Schulen zu fordern. Bissolati hat im Parlament eine Motion mit derselben Forderung eingebracht. Ueber den Verlauf der Demonstration in Rom telegraphiert das Wolffiche Bureau: Rom, 16. Februar. Aus Anlaß des Jahrestages des Feuertodes von Giordano Bruno und im Hinblick auf die bevorstehende Beratung der Stammer über den Religionsunterricht in den Schulen fand heute auf dem Campo di Fiore vor dem Denkmal Brunos eine von etwa dreitausend Personen besuchte öffentliche Versammlung statt, die nach den Reden von vier Sozialisten die Abschaffung des Religionsunterrichtes in den Elementarschulen zu fordern beschloß. Nach der Versammlung fam es zu einigen Busammenstößen mit der Polizei, wobei auch mehrere Beamte leicht verlegt wurden. Bon anderer Seite aber wird gemeldet: Rom, 17. Februar. Bei den gestrigen Rundgebungen zugunsten Brunos nahm die Polizei fünfzig Berhaftungen vor. Bei den Zusammenstößen wurden zahlreiche Personen berlept. Finnland. In dem Entwurf betr. die Arbeitskammern sieht die Verfammlung einen unglaublich ungeschickten, ja frebelhaften Verfuch, der Arbeiterschaft eine Standesvertretung vorzutäuschen. Die Bestimmungen des Entwurfs sind nicht nur völlig ungeeignet, eine tatsächliche Mitarbeit der Arbeiterschaft an der Lösung der fie interessierenden Frage zu ermöglichen, sondern im Gegenteil Den ohnehin in ihren Standesvertretungen gut organisierten Arbeitgebern Mittel an die Hand zu geben, die Arbeiterschaft noch mehr als bisher gu tnechten und zu verhindern, daß die Arbeiter- Sirola wurde vom Rathausgericht zu Helsingfors mit 20 Fmt. bünsche durch diese neue Ginrichtung in zutreffender Weise zum Ausdruck gebracht werden." Rußland, Desterreich- Ungarn und die Türkei. In Königsberg beschäftigten sich gleichfalls verschiedene Bezirks. Von türkischer Seite werden die Meldungen von versammlungen bereits vorher mit demselben Thema. In einer diese Boche stattfindenden großen Versammlung wird noch ganz besonders Truppenkonzentrationen an der kaukasischen Grenze wie folgt zum Reichsvereinsgesetz Stellung genommen werden. Dagegen ver- dementiert: Konstantinopel, 16. Februar. Auf der Pforte werden alle Mel halten sich die christlichen und Hirsch Dunderschen Gewerkschaften zu dieser Bewegung in ganz Ostpreußen boll- dungen ausländischer Blätter über türkische Kriegsrüstungen oder ständig paffib! Truppenkonzentrationen an der russischen Grenze im Kaukasus als vollständig unbegründet bezeichnet und kategorisch erklärt, daß die freundschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und Rußland absolut keinerlei Trübung erfahren haben. Ferner wird uns aus Solingen telegraphisch gemeldet: Am Sonntagnachmittag fand eine start besuchte Protestversammlung gegen das Reichsvereinsgesetz statt. Nach Schluß der Versammlung veranlaßte das scharfe Vorgehen berittener Polizei große Straßendemonstrationen vor dem Rathaus. Zahlreiche Polizisten sperrten das Ge wertschaftshaus, das um 9 Uhr abends schließen mußtel Außer einigen Sistierungen ist nichts vorgefallen. Beschwerden gegen die Schließung des Gewerkschaftshauses waren fruchtlos. Die Stimmung war sehr erbittert. Polen- Enteignung. Aus Petersburg wird folgendes Dementi versandt: Petersburg, 16. Februar. Die Gerüchte von der angeb. Lichen Mobilisierung des Kiemschen und Odesiaer Militärbezirts sowie der Schwarzmeerflotte entbehren jeder Begründung. Die Mobilisierung der beiden genannten Bezirke würde fich ebensosehr gegen Oesterreich als gegen die Türkei richten. Die Gerüchte, die hier dementiert werden, sind dem Umstand entsprungen, daß Oesterreich von der Türkei die Gegen die Polen- Enteignungsvorlage haben, wie die" Pofener Stonzession zu einer Bahnlinie nachsucht, die von Uroc Neuesten Nachrichten" melden, 168 deutsche Großgrundbesitzer einen( Bosnien) nach Mitrowiza( Türkei) gehen soll. Die Protest erlassen. Unter den Unterzeichnern befinden sich folgende Linie stellt eine direkte Verbindung der wichtigen türkischen bekanntere Großgrundbefizer: v. Brandis, Freiherr v. Gramm, Hafenstadt Saloniki mit dem bosnisch- österreichisch- ungarischen v. Dziembowski auf Schloß Meferitsch, Mitglied der Landwirtschafts- Bahnnetz dar und würde den wirtschaftlichen Einfluß Desterkammer A. Iffland, v. Kalkreuth, v. Klizing, Landrat a. D. Königs- reich- Ungarns auf der Balkanhalbinsel bedeutend verstärken. mard, Oberstleutnant d. N. Rudolf Huhnke, Hauptmann v. Kunowski, Rußland foll sich diesem Projekt widersetzen und in dem Landwirtschaftsrat und Rittmeister a. D. v. Lude, Landwirtschafts- Vorgehen Desterreichs eine feindliche Handlung, einen Bruch rat Freiherr v. Lüttwiß, v. Poncet, Landwirtschaftsrat v. Ner, des Mürzsteger Abkommens erblicken, worin sich Desterreich v. Seydlig, v. Tiegen und Hennig v. Treskow, v. Winterfeld und Ungarn und Rußland verpflichteten, den status quo auf der Balkanhalbinsel aufrecht zu erhalten. In offiziösen AusGraf Zieten. laffungen der Wiener Presse wird erklärt, daß das Projekt lediglich aus wirtschaftlichen Erwägungen entsproffen dei, daß Desterreich- Ungarn damit nur ein vertragsmäßiges Recht ausübe. Von einer Ueberraschung, von der russische 1. Wir sind gegen jeden Enteignungsprozeß, von welcher Seite und französische Blätter sprechen, könne keine Rede sein, er auch eingebracht wird, da eine solche Maßnahme die folide allen Signatarmächten des Berliner Vertrages feien rechtGrundlage unserer heutigen Gesellschaftsform zeitig Meldungen über das Projekt zugegangen. Nirgends und damit die des Staates untergräbt. 2. Wir erflären uns fernier gegen die Vorlage, weil wir der feften fei der geringste Einwand oder eine Bemerkung gemacht Ueberzeugung find, daß der Zweck derfelben, das Deutschtum in worden, auch nicht in Petersburg. Die deutsche Regierung wird in der französischen den Ostmarken zu fördern, hiermit nicht erreicht, vielmehr gerade der feßhafte Deutsche unserer Landesteile schwer geschädigt wird. und russischen Presse beschuldigt, die treibende Kraft zu sein, Wir wollen in legter Stunde nicht mehr auf die vielfeitig erörterte die hinter Desterreichs Vorgehen stedt. Buzutrauen wäre das Borlage eingehen und bitten die Mitglieder des Herrenhauses, die dem Kabinett Bülow schon. Ist doch unsere auswärtige Enteignungsvorlage abzulehnen, zum Wohle der Ostmarken und des Politik seit einiger Zeit wieder einmal von einer unheimlichen Geschäftigkeit befallen. Es scheint fast, als ob mit aller Gewalt Erfolge" erzielt werden sollen, um die blutigen Blamagen der letzten Zeit etwas zu verdecken. In dem Protest heißt es: Wir unterzeichneten Bosener deutschen Landwirte sprechen uns gegen die jetzt dem Herrenhause vorliegende Enteignungsvorlage aus und begründen unsere ablehnende Haltung wie folgt: ganzen Staates. 11 Drei Regimenter gegen Wahlrechtsdemonstranten. Aus dem Briefe eines Soldaten, der im Karlsruher„ Voltsfreund" abgedruct Die Frankfurter Zeitung" bringt allerlei friegerische wird, erfährt man jetzt, daß in einer elsässischen Gacnison am 26. Januar drei Regimenter in Bereitschaft gehalten wurden, Meldungen aus Petersburg. Man soll sich danach in Barsfoje weil an diesem Tage die sozialdemokratische Arbeiterschaft dieser Selo zur Frage eines eventuellen Krieges feineswegs Garnison in mehreren Volksversammlungen für die Einführung ablehnend stellen". Wie nach dem Ausbruch des russisch des allgemeinen Wahlrechts zum Landesausschuß demonstrierte. Bei einigen Kompagnien habe jeder Mann eine Anzahl Patronen bekommen. Auch seien die Soldaten über den Waffengebrauch unterrichtet worden. Der Brief macht den Eindruck der Echtheit. japanischen Krieges halte man jetzt einen Serieg für den einaigen Ausweg aus den inneren Schwierigkeiten. rjö Ein Angriff auf das Versammlungsrecht. Der fozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Redakteur bestraft, weil er als Leiter einer Protestversammlung eine Rednerin nicht verhindert hatte, Ausdrücke zu gebrauchen, die nach Meinung des Stadtfiskals Albrecht für den Gouverneur Alfthan beleidigend gewesen seien. Das ist der erste Fall, daß ein Gericht den Reiter einer Versammlung dafür verantwortlich macht, was die Versammelten reden. In Finnland ist es gesetz lich nicht vorgesehen, daß Polizisten nach deutscher Art VersammLungen überwachen. Die finnische Polizei sendet ihre schützenden Engel in Bibil in die Versammlung. Die Regierung will auf Umwegen EinPetersburg, 16. Februar. Das Abschiedsgesuch des Generalfluß auf die Versammlungen gewinnen. gouverneurs von Finnland, Gerhard, ist bewilligt und zu einem Nachfolger der Kommandeur des 22. Armeekorps, General der Kavallerie Betmann, ernannt worden. Perfien. Das Parlament gegen das Kabinett. Das Reutersche Bureau meldet aus Teheran, das Parlament habe gestern die Entlassung des Ministers des Innern verlangt und dem Kabinett im allgemeiner feine unzufriedenheit ausgesprochen. Marokko. Frankreichs Geld für Abdul Asis. Paris, 15. Februar. Eine Note der Agence Havas besagt: Die marottanische Staatsbant hat heute einmütig beschlossen, bak Gl Mokri der von ihm verlangte Vorschuß von 2 Millionen Frank gewährt werde, der ausschließlich zur Bezahlung des Soldes für die marokkanischen Garnisonen in den Häfen bestimmt ist. Dieser Beschluß ist gefaßt worden mit Rücksicht auf die Interessen der Fremden, die unter etwaigen lokalen Unruhen leiden könnten, falls die scherifischen Truppen keine Soldzahlung erhielten. Die Staatsbant sorgt für die europäischen Interessen in Marotto, die fie zu vertreten hat, und hält es für ihre Pflicht, jeder Gefahr vor. aubeugen. Der Beschluß der Bant tann von der franzöfifchen Regierung, welche mit Spanien den Auftrag erhalten hat, für die Sicherheit der marottanischen Säfen zu sorgen, nur mit Genugtuung begrüßt werden. Amerika. Gegen die Eisenbahn- Agenten. Die Bundesregierung der Union leitet, wie die Frankfurter geitung" aus New Yort meldet, gegen die Southern Pacifica Eisenbahngesellschaft einen Prozeß ein wegen Verlegung des Rabattgefezes in etwa hundert Fällen. Ein die Sicherheit gefährdender Schutzmann vor Gericht. Mit einer auffallend milden Strafe endete gestern eine Ver handlung, in der sich der Schuhmann Paul Chriftian bor ber 3. Straffammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. Er war beschuldigt, eine Frau Bohr beleidigt, förperlich mißhandelt und ohne Anlaß sistiert zu haben. Am Abend des 22. April 1907 ging Frau Bohr vor dem Stadtbahnhof Alexanderplatz auf und ab, weil fie auf ihren Mann wartete. Sie stellt bas Abenteuer, das sie das bei erlebte, wie folgt dar: Als sie dort stand, habe sie einen be= Wir verstehen vollkommen, daß die zarische Verbrecher- trunkenen Schlächter und einen offenbar betrunkenen Schußmann bande sich in einer gewissen va banque- Stimmung befindet. gesehen. Der betrunkene Schuhmann sei dann aus dem Bahnhofs. eingang herausgekommen, sei auf sie zugetreten und habe zu ihr gejagt: " Du Sau, was siehst Du hier herum?" Sie habe sich das Duzen verbeten und gesagt, daß fie auf ihren Mann warte. Darauf habe sie von dem Schuhmann dem jezigen Angeklagten die Antwort erhalten: Dann werde ich auf Deinen Mann warten! Du stehst ja unter Kontrolle!" Sie habe ihm darauf entrinnen wollen, er fei ihr aber nachgerannt und habe mit einem beleidigenden Ausbrude gedroht, fie festzuhalten, wenn sie nicht mitgehen würde. Dadurch habe der Schußmann einen großen Auflauf erregt, es habe sich viel Publikum im Nu angesammelt und aus den Reihen der Leute er tönte der Ruf: Der Mann ist ja betrunken, der hat ja förmlich das Dilirium!" Me ihn die Menschenmenge umdrängte, habe der Angeflagte seinen Säbel gezogen, Ein neues Organ. Für die Landbevölkerung des Regierungsbezirts Magdeburg erscheint jetzt in Magdeburg anfangs jeden Monats die, Landpost". Tätigkeit entfaltet. Unsere Toten. damit zwischen die Menge geftoßen und geschlagen und mit den Ministerkandidaten aufstellte. Die Regierung sorgte für ihn insofern, Worten: Du Sau, warte nur, wenn ich Dich erst auf der Wache habe!" Dann habe er fie zweimal mit dem Säbel über das Kreuz geschlagen. Ein dem Angeklagten zu Hülfe gekommener zweiter Schuhmann habe gleichfalls blank gezogen und so sei sie dann zur Wache gebracht worden. Auf der Wache habe der Angeklagte faum schreiben können, er habe seinen Rock aufgeknöpft und den Säbel auf den Tisch geworfen und habe die Zeugen, die mit auf die Bache gekommen jeien, so eingeſchüchtert, daß fie froh waren, fich wieder entfernen zu können. Die anderen Schußleute, die auf der Wache anwesend waren, hätten fich gleichfalls vor ihm zurückgezogen. Der Zeuge Dr. B., Affiftenzarzt an einem hiesigen Kranken. haufe, hat gleichfalls den Angeklagten in betrunkenem Zustande mit einem betruntenen Schlächter hin und herwanken sehen. Der Schußmann sei dann auf Frau Bohr zugewantt, er habe die Frau belästigt und zu ihr die beleidigenden Worte gebraucht. Der Zeuge hat fich dann an einen anderen Schuhmann gewandt und ihn auf das Gebaren seines Kollegen hingewiesen. Es hatten sich aber bald sehr viele Menschen angesammelt, die den Schuhmann um drängten. Als es zur Wache ging, wollte der Zeuge auch dorthin gehen, um zu bekunden, daß er gesehen habe, wie der Schuhmann die Frau fogar in schamloser Weise angegriffen habe. Das ist dem Beugen aber schlecht bekommen. Als er, so erzählte der Zeuge, am Hause der Polizeimache antam, wurde ihm der Eingang verwehrt. Er benutte dann eine Augenblic, als der Eingang unbewacht war, ging hinein, wurde aber von einem Beamten betroffen und von ihm mit den Worten angefahren: Was? Sie wollen nicht gehen? Das ist Hausfriedensbruch!" Die Wache bot ein wüftes Bild: Der Angeklagte saß berstört an seinem Tisch und als er seiner ansichtig wurde, rief er ihm ein gemeines Schimpfwort zu. Dann tam ein anderer Beamter, nahm den Zeugen beim Wickel und stieß ihn einfach in die Arrestzelle, aus der er bald wieder durch die Intervention des Hauptmanns Wolffsheim befreit wurde. Gegen den Zeugen ist dann von letterem noch eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs erstattet wurde. worden, der aber von der vorgesetzten Behörde keine Folge gegeben Der Angeflagte bestritt energisch, angetrunken gewefen zu sein und berief sich auf mehrere Personen, mit denen er kurze Zeit vor dem Vorfall gesprochen und die ihm bezeugten, daß er nüchtern gewesen. Auf der anderen Seite standen mehrere einwandfreie Zeugen, die übereinstimmend aussagten, daß der Angetlagte start betrunken gewesen sei. Letzterer stellte die Sache so dar, daß er Frau Bohr in, Gemeinschaft mit mehreren anderen Perfonen vor dem Eingang zum Bahnhofe haben stehen sehen. Da sie die Passage beengten(!), habe er Frau B. gefragt, was sie da herum stehe und so höhnische Antworten bekommen, daß er zur Siftierung sich genötigt gefehen. Da sei er dann vom Bublifum fo arg bedrängt worden, daß er zur Waffe habe greifen müssen. Ob er beim Umsichschlagen Frau B. getroffen, wisse er nicht. Diefer Darstellung wurde von einigen Augenzeugen widersprochen. Der als Zeuge vernommene Polizeihauptmann Wolffsheim gab dem Angeklagten das beste Zeugnis eines nüchternen und pflichttreuen Beamten, den er aber an jenem Abend auch für angetrunken gehalten habe. sonders des Berliner Vereins, zu schädigen und zu schmälern, flebt fie mun selbst den übertretenden Mitgliedern die restierenden Beiträge ein und steckt somit das dem Verein gehörende Geld in die Tasche." Obgleich also die Ziffer der Uebertretenden- da bis zum 14. März Termin zum Uebertritt gesetzt ist sich heut noch in feiner Weise übersehen läßt, muß doch die Uebertrittsbewegung sich für die Syndikalisten schon recht schmerzhaft be. merkbar machen. Jn Göppingen starb der Genosse Theodor Köfter; er war langjähriger Vorsitzender der Parteiorganisation Göppingens und feit 1889 Mitglied des Gemeinderats, in dem er mit großer Umsicht und Sachkenntnis gewirkt hat. In Leipzig verstarb der Schneidermeister Genosse Hermann In der Delegiertenversammlung des Zentralverbandes Lier. Er hat unter dem Sozialistengesetz eine außerordentliche der Zimmerer, über die wir an anderer Stelle berichten, der anfangs der 90er Jahre Staatsrat und als solcher der erste feiten des Verbandes jede unnötige Einmischung in den In Genf ist der Parteigenosse Friz Thiebaud gestorben, führte Stube über den Stand der Dinge aus, daß man von fozialdemokratische Minister in der Schweiz war. In seine Regie- Gang der Dinge vermeiden wollte. rungszeit fiel der große Straßenbahnerstreit, demgegenüber er die eine. Uebersicht über den Verlauf der Verhandlungen und über Der Redner gab dann Maßnahmen der Regierung, wie z. B. das Militäraufgebot, wider ihr Ergebnis. spruchlos mitmachte und dadurch seine Stellung in der Partei derart Katers auf dem legten Kongreß der Freien Vereinigung, die Er erwähnt dabei auch die Programmrede erschütterte, daß sie ihn bei der nächsten Neuwahl nicht wieder als beweise, daß diese Gewerkschaften jetzt bei der Neutralität als sie ihn zum Direktor des Asyls für verwahrloste Kinder er angelangt sind, die sie bislang bei den Zentralverbänden nannte, womit er eine Eristenz und das Amt einen tüchtigen Mann aufs schwerste verurteilten. Der Zentralverband der Zimmerer erhielt, der er trotz alledem war. Ursprünglich war Thiebaud Uhren habe diesen Neutralitätsstandpunkt vor 25 Jahren proflamiert, sei aber nun mehr und mehr davon abgefommen. Ueber das praktische Ergebnis der Einigungsbeschlüsse hätten sich die Vertreter des Zentralverbandes von vornherein feiner Läuschung hingegeben. Die Gegner der Einigung stellten die Die Auflösung der syndikalistischen Gewerkschaften Sache so dar, als ob der Zentralverband nicht genügend macht weitere Fortschritte. Namentlich die Zersetzung des Entgegenkommen gezeigt habe; in Wirklichkeit laufe ihr StandAllgemeinen Metallarbeiter- Verbandes" schreitet unaufhaltsam punft aber darauf hinaus, daß sie bei sich selbst sagten: fort. Auch die Majestät Wiesenthals wird nicht un- wenn es nun auch nicht gelinge, die alten verknöcherten bedingt anerkannt. Durch den Stempel ,, Allgemeiner deutscher Metallarbeiter. Gegner des Zentralverbandes zu gewinnen, so werde es doch Berband"( offenbar das einzige gerettete Vermögens objeft) sicher mit der Zeit zu einer einheitlichen Zimmererorganisation geziert, geht uns folgendes Schriftstück zu: auch in Berlin kommen. Bei dem Uebertritt müßten nun An einer nur arbeiter. " Gewerkschaftliches. " Berlin und Umgegend. " In Nr. 40 des Bortvärts" schreiben Sie unter Berlin und alle alten Zwiftigkeiten als abgetan gelten. Umgegend: Die einsame Größe!" Die am Freitag bei Dräsel formellen Einigung sei nichts gelegen; worauf es antomme, abgehaltene Generalversammlung des Allgemeinen deutschen das sei eine wirkliche innere Einigkeit. Metallarbeiter Verbandes usw.". Hierzu bemerken wir, daß uns, als Vorstand des Vereins Berlin und Umgegend, von einer stattgefundenen Generalversammlung am Freitag nichts bekannt ist. Dagegen wissen wir, daß am besagten Freitag eine Forts setzung der von K. Wiesenthal am Sonntag, den 9. Februar, na Auflösung der von uns einberufenen General bersammlung, entrierten Versammlung war. Da laut Statut Generalversammlungen nur vom Vorstande ein. berufen werden können, die betreffende Versammlung aber von nur einer Person, welche te der Verbands. borsigender noch Mitglied des Vereinsvorstandes ist, einberufen wurde, so haben alle Beschlüsse, als in einer nicht ordnungsgemäßen Generalversammlung gefaßt, teine Gültig- arbeiter von Bielefeld. Bereits am 30. November v. J. haben auch feit. Dieses trifft auch auf den Beschluß der Loslösung vom Berliner Gewerkschaftstartell zu. Diese Berichtigung bitten wir in die nächste Nummer des Vorwärts" aufzunehmen. Mit Gruß Achtung, Fliesenleger! Die Sperre über die Firma Fritz Pflüger, Großgörschenstr. 21, ist wegen Nichtinnehaltung des Tarifs und Maßregelung von Kollegen über folgende Bauten verhängt: Emferstr. 116( Rigdorf), Speirerstr. 21( Schöneberg), Niedstraße ( Friedenau), Bau Haaje. Der Borstand der Sektion der Fliesenleger. Freie Bereinigung der Fliesenleger Berlins. Deutfches Reich. Sur Lohnbewegung der Maurer, Zimmerer und Bauhülfs. die Bielefelder Unternehmer des Baugewerbes den drei in Frage kommenden Organisationen, getreu der Marschroute des deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe, den bekannten Mustertarif eingeschickt. J. A.: Die Vorsitzenden Karl Ashölter, Mar Bebler. Demnach soll ein Tarif bis 1910 abgeschlossen werden, wonach teine Freude mehr an der Person des Propheten, der sie in nicht stattfinden soll. An Lohn soll an einen„ tüchtigen" Maurer Das ist aber noch nicht alles. Auch die Rohrleger haben eine Vertürzung der Arbeitszeit während der Dauer des Vertrages die Wüste führte und beginnen, sich dem Metallarbeiter- und Zimmergesellen bis 31. März 1909 von 50 Pf. und an„ tüchtige" verbande zuzuwenden. Die Freunde einer Einigung mit dem Bauhülfsarbeiter von 40 Pf. pro Stunde bezahlt werden, obgleich Verbande beginnen sich zu fühlen. So geht es Wiesenthal 50 Pf. und für Bauhülfsarbeiter 40 Bf. pro Stunde betrug. Eine der Mindestlohn seit zwei Jahren für Maurer und Zimmerer wie dem Mann im Syrerland: Syndikalisten und Einigungs. Lohnerhöhung soll, in Voraussetzung einer Besserung freunde untergraben gleichermaßen das Buschiert, an dem er im Baugewerbe vom 1. April 1909 von 5 Bf. pro Stunde hängt: Man fieht die schwarze mit der weißen getreten. Die Lohnzahlungsperiode foll für die Folgezeit 14 Tage dauern. Jegliche Agitation auf der Arbeitsstelle( also auch mährend den Bausen) ist bei sofortiger Entlaffung verboten usw. liegen. Die Verhandlungen, die am lesten Freitag stattfanden, und dieser Vertrag," Muster ohne Wert", soll noch der Genehmi gung des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe unterfind refultatios berfaufen, indem die Arbeitgeber feine weiteren Bugeständnisse machten. Die Bautätigkeit in der Bielefelder Gegend verspricht eine gute zu werden. Abwechselnd in die Wurzek beißen." A. bekannten großen Färberei von Louis Hirsch in Gera ausgebrochen. Ein Streit der Kesselreiniger ist am Sonnabend in der welt. Die Leute sollten im Afford arbeiten, der ihnen bei angestrengtester Tätigkeit in der heißen, ungesunden Luft einen Tagesverdienst von 2,50 M. ermöglicht haben würde. Im fächsisch- thüringischen Textilindustriebezirk finden jetzt Deutsche Metallarbeiterverband am Sonntag nach Sellers Saal Auch eine öffentliche Metallarbeiter Versammlung, die der in der Stöpenickerstraße einberufen hatte, beschäftigte sich mit dem Thema: Was lehren uns die letzten Vorgänge im Allgemeinen Metallarbeiterverband". Der Referent Handte vom Deutschen Metallarbeiterverband wandte sich namentlich an die Rohrleger, die sich seinerzeit unter Führung Wiesenthals vom Deutschen Metallarbeiter- Verband abzweigten. Der Redner Auf Grund der Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt zeigte an der Hand der bekannten Vorgänge der letzten Zeit, Muth gegen den Angeklagten vier Monate Gefängnis. Das Gericht nahm an, daß der Angeklagte, durch den Alkohol daß die Rohrleger jetzt in eine Situation gekommen sind, in wesen, daß Frau B. eine Brostituierte sei, die die polizeilichen Bor- halten hat nicht nur die Interessen der hinter ihm stehenden wieder allerorts Fabrikbesprechungen statt. Die Arbeiterschaft ist überaus erregt, an jenem Abend wohl der irrtümlichen Ansicht ge- der sie auf feinen Fall verharren können. Wiesenthals Verschriften nicht befolgte. Deshalb sei er sich fubjektiv nicht bewußt Stollegenschaft geschädigt, fondern die ganze aufgeklärte durchaus nicht gewillt, sich mit der Antwort der Unternehmer auf gewesen, in unrechtmäßiger Weise gegen sie einzuschreiten und sie Arbeiterschaft in der Deffentlichkeit herabgefeßt. Als Sonder- tie eingereichten Forderungen zufrieden zu stellen. Ein neuer wiberrechtlich zu sistieren. Der Gerichtshof hat ferner angenommen, organisation, die nach keiner Seite hin Anschluß hat, können Riesenlohntampf scheint sich vorzubereiten. daß der Angeklagte die Frau B. nicht vorfäßlich geschlagen, sondern die Rohrleger ihre gewerkschaftlichen Interessen nicht wahrsie wohl nur beim Herumfuchteln mit dem Säbel getroffen haben nehmen. Im Hinblick darauf, daß den Berliner Rohrlegern mag. Dagegen hielt der Gerichtshof eine Beleidigung für erwiesen, in naher Zukunft vielleicht ich were wirtschaftliche die er bei der ganzen Sachlage, mit Rücksicht auf die Angetrunken- ämpfe bevorstehen, ist dringend zu wünschen, daß die nischen Unionstaate Nevada haben ihren Kampf mit den Gruben Die ftreifenden Grubenarbeiter von Goldfield im nordamerika heit des Angeklagten, mit 100 m. Geldstrafe für genügend ge- Rohrleger zu besserer Einsicht kommen, ehe es zu spät wird. befizern gewonnen. Ihre feste Einmütigkeit hat alle Widerstände Da bestreite uns noch jemand, daß die Polizei die Sicherheit Ghva 100 Mitglieder des Allgemeinen Metallarbeiter- Ver- besiegt. Trotz Heranziehung von Bundestruppen, trotz Gründung schütze und daß das Gericht Roheiten gegenüber milde fei! bandes sind nach den letzten Vorgängen dem Deutschen Metall- von Streifbrecher- Unionen und vieler Drangsalierung der Mitglieder Eine Frau wird ohne den geringsten Anlaß in frivoler, roher Weise arbeiter- Verband beigetreten. Der Referent gab am Schluß bom Bergarbeiterverband der Weststaaten, gelang es nicht, die Macht von einem angetrunkenen Schuhmann beschimpft, beläftigt, ge- feines Vortrages der Hoffnung Ausdruck, diese Versammlung des Verbandes und damit den Streik zu brechen. Das Syſtem, schlagen, zu Unrecht sistiert, ein über den Vorgang erregter rat will möge dazu beitragen, daß die Kollegen auf der anderen Seite nach welchem jeder Arbeiter nur auf eine Starte, die von den Grubenfein Zeugnis ablegen- er wird beleidigt, widerrechtlich einge zu der Ansicht kommen, ihren Sonderstandpunkt aufzugeben Februar offiziell durch Maueranschlag aufgehoben. Man sah ein, befizern ausgestellt wurde, Stellung erhalten sollte, wurde Anfang sperrt und gar noch mit einer falschen Anzeige wegen Hausfriedens- und den Anschluß an den Deutschen Metallarbeiter- Verband daß die Organisation der Arbeiter zu stark war, um dies System bruch bedroht. Und dann nimmt das Gericht an, der Schuhmann habe geglaubt im Recht zu sein, ohne des Schußmanns Vorsatz habe zu bewirken, che es zu spät wird. durchzuführen. Aeußerlich halten die Grubenbefizer an dem Recht ahndet erachtete. Ausland. sich der eigenwillige Säbel wiederholt gegen den Körper der Frau Schlenker und andere Redner vom Allgemeinen fest, unorganisierte Arbeiter einzustellen, aber praktisch ist es ihnen gedrängt. 100 M. Geldstrafe und die mißhandelten widerrechtlich Metallarbeiter- Verband schrieben dem Deutschen Metallarbeiter- nicht möglich. Der Streit ist als beendet erklärt. Die Unternehmer fistierten Personen können noch von Glück reben, daß nicht sie wegen Verband die Schuld für die Absplitterung der Rohrleger zu versuchen freilich, neue Mittel bei der nächsten Gelegenheit zur AnWiderstandes gegen rechtswidrige Angriffe zu schweren Gefängnis- und ersuchten ihre Mitglieder, die Beschlüsse ihres außer- wendung zu bringen. In der Staatslegislatur haben sie eine Vor strafen verurteilt find. Wird der Staatsanwalt gegen das für ein ordentlichen Verbandstages abzuwarten und erst dann Stellung lage durchgesezt, die eine starke Polizeitruppe für den Staat Nevada unpreußisches Rechtsbewußtsein empörende Urteil Revision einvorfieht. Der Präsident des Unterhauses, ein ehemaliger Gewerk Tegen? Würde eine solche Erfolg haben oder sind die Strafgefeße zu nehmen, vorher aber nicht der anderen Organisation bei- schaftler, erklärte die Vorlage für ein Schandgefeß, das von ben so wächsern, daß sie bei der Berührung mit gröblichen Aus- zutreten. Grubenbesigern erkauft sei. Er reichte sofort feine Demiffion ein, schreitungen von Polizisten zerfließen? Hein, der ebenfalls dem Allgemeinen Metallarbeiter- als die Vorlage angenommen wurde. Verband angehört, trat mit Entschiedenheit für den Hebertritt in den Deutschen Metallarbeiter- gegründet worden. Bis jetzt sind derselben zirka 1200 Land und Eine Landarbeiterorganisation ist vor furzem in Neu- Südwales Verband ein, da er durch seine Erfahrungen zu der Ueber- aldarbeiter beigetreten. Das Programm für 1908 lautet: zeugung gefommen sei, daß nur auf diesem Wege die Inter- 6 Schilling Lohn für einen achtstündigen Arbeitstag, 1 Schilling für effen seiner Kollegen wahrgenommen werden können. jede Ueberstunde während der Erntezeit. Es versteht sich am Rande, Parlamentarifches. Einlauf. Im Reichstage gingen ein: 67. und 68. Bericht der Petitions! ommission. Zum Justiz etat: Resolution Dr., Jund u. Genossen ( natl.), die verbündeten Regierungen zu ersuchen, gesetzliche Bestimmungen vorzuschlagen, durch welche das te cht der Arbeitstarifverträge geregelt wird. Aus der Partei. Aus den Organisationen. Der Mitgliederstand des Kreisvereins für den 12. badischen Reichstagswahlkreis( Heidel. berg) stieg vom 1. April 1907 bis 1. Januar 1908 von 612 auf Das Verhalten Wiesenthals bei den letzten Vorgängen im daß den Leuten von feiten der Behörden in ihren Organisations Allgemeinen Metallarbeiter- Verband wurde auch von den bestrebungen teinerlei Schwierigkeiten bereitet werden. Denp Rednern, die gegen den Deutschen Metallarbeiter- Verband Australien ist ein wildes Land. sprachen, scharf verurteilt. Nachdem die Versammlung vier Stunden gewährt hatte, wurde sie, weil der Saal geräumt werden mußte, bis Donnerstag bertagt. Es waren zwei Re- Letzte Nachrichten und Depeschen. folutionen eingebracht, die sich beide für den Anschluß an den Deutschen Metallarbeiter- Berband erklären. Explosion. Fiume, 17. Februar.( B. S.) In der chemischen Fabrit Erberschütterungen. rund 1000, also um 388, die Zahl der Ortsvereine von 12 auf 21. splitterung begriffen. Zwar behaupten die„ Einigkeits"-Freunde ichwer verlegt und bedeutender Materialschaden angerichtet wurde. Auch die Bereinigung der Zimmerer" ist in der Zer- Union" fand eine Keffelerplosion statt, wobei zwei Maschinisten Die Bahl auf 105, die fich auf 12 Orte berteilen, darunter befinden sich einige und Einigungs- Feinde, daß die Geschäftsleitung mit ihrem Gemeinderäte. Der Kaffenbericht weist, bei einem Vortrag Uebertritt zum Zentralverband allein geblieben sei, zugleich bon 112,87 M., eine Einnahme bon 2333,08 m. auf. An Ausgaben sind jammern sie aber: 31 berzeichnen 1771,77 M.; es verbleibt ein Kassenbestand von 561,31 M. Großen Nuzen hat die Bewegung im Kreise von der Gründung eines Parteisekretariats gehabt; die Leitung hat Genosse Emil Maier übernommen. Johannesburg, 17. Februar.( 2. T. B.) Hier sind in der Die verbändlerische Geschäftsleitmg der lofalistischen Vereine Ichten Nacht zwei heftige Erderschütterungen verspürt worden. hat in ihrer hohen Weisheit und mit ihrem praktischen Blick herausgefunden, daß der Mensch sowohl wie auch Organisationen ohne Geld nicht lebensfähig sind. Und um nun die Einnahmen, bes Berantw. Redakt.: Georg Davidjohn, Berlin. Inferatenteil berantiv.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl, 9t. 41. 25. Jahrgang. 1. Mögt Ks Lswiirls" Krim Jollisliliitt. Reichstag 103. Sitzung vom Montag, den 17. Fevruar 1908, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstische: Kraetle. Die zweite Beratung des Postetats wird beim Titel„Gehalt deS Staatssekretärs" fortgesetzt. Abg. Wiedeberg