Nr.4S. nbonnmtntS'Fkdingungen: SbomiementS- Preis prSnumerando, Lierteljährl. Z,M MI., monatl. l-lv MI, wöchentlich 2S Pfg. frei WZ HauS, Einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt* 10 Psg, Post- Abonnement: 1.10 Marl pro Monat. Smgettagen in die Post, Zeitung Z- PretSIisie. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. PostabonnemeMZ nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg. Portugal, ' neu. Schweden uild die Schweis- 35* Jahrg. Wchtlnt»glich auSn SlsiUgt Berliner Volkcsblnkk. Sie lnlettionz- Lebilhr beträgt für die fechsgespaltene KolonS- zcile oder deren Raum 50 Psg., für politische und gewerlschastliche Verein?- und VerfammlungS-Anzeigen 30 Pfg. „Kleine Zlnreigen", das erste(seit- gedrulkteZ Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- ftcllen-Anzeigen baS erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort S Pfg. Worts über lö Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis SUHrnachmittags in der Expedition «{gegeben werden. Die Expedition Hl bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: Belli»". Zentralorgan der rozialdemoftrattfchen Partei Deutfchlands. Redaktion: SM. 68, Linden Strasse 69* Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Mittwoch, den 19. Februar 1908. Expedition: SM. 68, Lindenstrasse 69* Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1981. iPreuBU(i)e Kulturarbeit im ölten. Im oberschlesischen Jndustriebezirk herrschen die schwarzen Pocken. In mehr als einem Dutzend Orten des Bezirks sind Erkrankungen dieser furchtbaren Epidemie festgestellt, bis jetzt glücklicherweise noch in geringer Zahl, doch kommt alle paar Tage aus einem weiteren Orte die Nach richt von Erkrankungsfällen. Tie Gefahr ist nicht zu leugnen, daß die Zahl der Ansteckungsfälle rasch steigen kann. Was das Auftreten einer solchen Krankheit in einem Bezirk mit einer Million Bewohner, die in zahlreichen, dicht neben einander liegenden stark bevölkerten Städten und Industrie- dörfern Hausen, bedeuten kann, bedarf keiner besonderen Schilderung. Die staatlichen und kommunalen Behörden des Bezirks suchen sich denn auch durch Einrichtung von Massen impfungen, Instandsetzung von Krankenbaracken usw. auf di> Bekämpfung des fürchterlichen Feindes vorzubereiten, hohe Beamte aus den Berliner Ministerien sind herbeigeeilt, um nach dem Rechten zu sehen, Konferenzen von Beamten und Aerzten finden in großer Zahl statt und beruhigende Notizen in den Zeitungen des Bezirks tun das weitere, um das GefüH' der Sicherheit in der Bevölkerung zu erhalten. 'Im allgemeinen ist von einer Beunruhigung der Be wohner des Bezirks auch wenig zu merken. Ist man in diesem gesegneten Teile der preußischen Monarchie doch gar zu sehr an Aehnliches gewöhnt. Irgendeine mehr oder ininder gefährliche Epidemie gibt es im oberschlesischen In dustriebezirk fast immer und die Berichte über Ausbreitung oder Erlöschen des Typhus, der Genickstarre, der Diphtherie in diesen oder jenen Orten bilden eine ständige Rubrik der oberschlesischen Zeitungen. Die Ursache des stetigen Auftretens ansteckender Krank Helten im oberschlesischen Jndustriebezirk ist in erster Reihe zu suchen in dem starken Grenzverkehr mit Russisch Polen, in dem geradezu entsetzliche Verhältnisse herrschen Wer einmal in Sosnowice war. dem großen, mit seinen Vororten über 80 000 Bewohner zählenden Hauptort des Sosnowicer-Dombrowaer Jndustriebezirks, der von Kattowitz mit der Eisenbahn in 12 Minuten zu erreichen ist, wer nur einmal die Hauptstraße dieser Stadt durchschritt, der nimmt einen unauslöschlichen Eindruck von den grauenhaften Zu- ständen im Reiche des zarischen Selbstherrschers mit sich fort. In dem unergründlichen Schmutz dieser Straßen und Häuser, der unsagbaren Verkommenheit aller öffentlichen Einrich tungen entwickeln sich und gedeihen alle möglichen ansteckenden Krankheiten. Neben diesem Grenzverkehr ist die Verwendung ausländischer Arbeiter in oberschlesischen Gruben, Hütten und Fabriken als besondere Quelle der Ansteckungs gefahr zu bezeichnen. Tausende ausländischer Arbeiter sind fortdauernd hier beschäftigt, viel mehr, als den Behörden, wenigstens amtlich, bekannt und von ihnen zu gelassen sind. In Zeiten der Hochkonjunktur— sie besteht für Oberschlesien heute noch— nehmen die Werksverwaltungen und Unter- nehmer Arbeiter, wo sie sich nur bieten und die Kontrolle des Gesundheitszustandes der angenommenen ausländischen Arbeiter läßt oft viel zu wünschen übrig. Es gilt doch vor allem,„Hände" zu haben. Gewiß sind die gesundheitlichen-Gefahren, die aus dem Grenzverkehr selbst erwachsen, unvermeidlich. Anders aber könnte und müßte es mit der Beschäftigung ausländischer Arbeiter stehen. Durch strenge Kontrollmaßnahmen sollten die Gefahren der Einschleppung ansteckender Krankheiten ver- hütet werden und die öffentlichen, auf die Erhaltung der Gesundheit gerichteten Einrichtungen in Oberschlesien müßten die in allen anderen Teilen des Staates weit übertreffen. Denn nur dann können die Gefahren, unter welchen der ober- schlesische Jndustriebezirk ständig lebt, wenn nicht beseitigt. so doch ganz bedeutend vermindert werden. Wie aber sieht eS in Wahrheit mit diesen Einrichtungen im oberschlesischen In- dustriebezirk aus? Geradezu jammervoll! Sie genügen den bescheiden st en Ansprüchen nicht, sind weit schlechter, wie irgendwo sonst in Preußen und bilden vielfach geradezu eine Gefahr für die Gesundheit der Bewohner. Da ist zunächst die Fortschaffung der Brauch- Wässer und des Mülls aus den zahlreichen starkbevölkerten Ort- schaften des Bezirks eine äußerst wichtige Frage. Wie es damit steht, sagt schon die Tatsache, das nur einige wenige große. Orte in den letzten Jahren an die Einrichtung einer Kanalisation gegangen sind. In den meisten Orten werden die UnratswKe einfach in Löchern und Gräben abgeladen und so den Grenzflüssen zugeführt. Nun hat aber der Grubenabbau im Jndustriebezirk die Wasserläufe zum Versiegen gebracht. Das wenige Meter breite Flüßchen Rawa ist der bedeutendste Wasserlauf im Bezirk. Und dieses armselige Rinnsal dient seit zwei Jahr- zehnten dazu.. die Schmutzwässer, Kloakenstoffe und alle Brauchwässer der Hütten und Gruben eines sehr großen Teils des Jndustriebezirks fortzuführen. Das hat zu so ungeheuer- lichen und unerträglichen Zuständen geführt, daß sich der Krcisausschuß des Landkreises und der Magistrat der Stadt Kattowitz entschlossen hat. jüngst wieder mal, wie schon früher, ein Projekt zur Regulierung der Rawa ausarbeiten zu lassen, Aus dem Bericht über dieses Projekt geht hervor. daß die Rawa durch die ungereinigten schlämm-, fett-, säure- und ölhaltigen Schmutzwäsier der Gruben, Hütten und Fabriken geradezu verpestet wird. „Gerade in bebauten Ortschaften", heißt es im Bericht,„wird der Fluß stets als bequemes Mittel zur Beseitigung der häuslichen Abfälle be- nutzt. Tierleichen, Körbe und schwimmende Körper jeder Art treiben den Fluß hinunter und bilden, ehe sie verfaulen und verwesen, für die Schlamm- Massen beste Gelegenheit sich se st zusetz en," Aus dem Kreise Beuthen allein werden der Rawa außer den Fetten, Oelen und Säuren täglich nicht weniger als 225 Kubikmeter Schlamm und Verwesungs- stoffe zugeführt! Und so hergerichtet, tritt nun erst die angenehme Flüssigkeit—„die Bezeichnung Wasser kann man dasür nicht mehr anwenden" sagt der Bericht— in den Kreis Kattowitz ein, nimmt hier in den letzten zwei Dritteln seines Laufes neue gewaltige Schmutz- und Schlammmassen, Kadaver usw. auf, um endlich sich in den russischen Grenzfluß Brinitza zu „ergießen" und so auch unseren russischen Nachbarn einen Be- griff von der Höhe unserer Kultur beizubringen. Die entsetzlichen Gerüche wie die schweren gesundheitlichen Gefahren, die dieser fürchterliche„Fluß" in Stadt und Kreis hervorruft, haben nun eine Abstellung ganz unumgänglich gemacht. Aber wie eine solche herbeiführen? Die Kosten beziffern sich auf viele Millionen Mark, denn eine unerläßliche Vor bedingung der Rawaregulierung ist die Kanalisation all der Orte, die jetzt ihre Abwässer in die Ra>va leiten Der Kreis Beuthen hatte es denn auch abgelehnt, dem Regulierungsprojekt beizutreten, er will warten, bis in den be treffenden Orten des Kreises die Kanalisation durchgeführt ist. Ebenso will der Kreis Kattowitz warten, bis im Beuthener Kreise überall die Kanalisation vorgenommen ist: das aber wird viele Jahre dauern. Der F I u ch der Gemeinden des oberschlesischen Jndustriebezirks ist ihregrenzenlose Armut! Die große Mehrheit der Gemeindeinsassen und Steuerzahler sind arme Ar- beiter, die Minderheit Geschäftsleute, die von der Arbeiterkund' schaft schnell reichen Gewinn ziehen und dann dem unWirt- lichen Jndustriebezirk den Wcken kehren wollen. Die Armen- und Schullasten dieser Arbeitergemeinden sind sehr hoch, Gewinne aus städtischen gewerblichen Anlagen fast nie vor- Händen, so daß meist nur die allernotwendigsten Aufgaben einer Gemeinde erfüllt werden können. Deshalb ist keine Kanalisation möglich; für die R e i n i g u n g der viel fach ungepflasterten Straßen geschieht fast nichts, obwohl die ungeheure Staub- und Rauchentioicklung und der starke Verkehr zu geradezu unerträglichen Zuständen führt; öffentliche Badean st alten gibt es fast nirgends, Knaben und Mädchen baden vielfach in den oft tiefen Löchern, die auf den Bruchfelderu der Gruben Regen- und Schmutzwässer aufnehmen. Welch jämmerliche, zum Himmel schreiende Verhältnisse in den von vielen Tausenden bewohnten Jndustriedörfern! Und wie anders könnte es sein, wenn Preußen wirklich der Kulturstaat wäre, der zu sein es sich so oft rühmt! Unniittelbar neben jenen armen verkommenen Jndustriedörfern liegen die gewaltigen Werke, die Taufende von Händen be- schäftigen und ihren Besitzern ungeheure Reichtümer schaffen. Aber nichts von den unerschöpflichen Schätzen, die hier fleißige Hände zutage fördern und gestalten, konmit den armen Gemeinden zugute. Sie haben nur die schier unerträglichen Lasten zu tragen, die solche Anhäufung großer Massen besitzloser Arbeiter naturgemäß verursacht. Der Grund und Boden ringö um diese armen Gemeinden und all die in diesem Boden ruhenden fabelhaften Schätze, sie sind Eigentum einiger weniger Herren und diese schützt das vom preußischen Dreiklassen- Landtag geschaffene Gesetz vor der Verpflichtung, den Gemeinden von ihren Schätzen das Erforderliche mitzuteilen, denn diese Schätze liegen ja nicht im„Gemeinde b e z i r k", sondern im„G u t s b c z i r k" und sind daher ür die Gemeinden ein Rührmichnichtan! Ist die Einrichtung der Gutsbezirke, das Geschenk der ireußischen Gesetzgebung an die Junker, schon in rein agrarischen Gegenden eine schreiende Ungerechtigkeit zegen die armen bäuerlichen Gemeinden, so ist ie ein ungeheuerliches Verbrechen in Gegenden, wie in Oberschlesien, in dem sich die wirtschaftlichen Verhält- nisse völlig gewandelt haben, wo aus den Gutsbezirken groß- industrielle Anlagen und aus den Gutsbesitzern Großindustrielle geworden sind! Ein dauerndes Verbrechen an der Wohlfahrt, dem Glück, der Gesundheit, dem Leben Hunderttausender nütz- licher fleißiger Menschen l Die verpesteten Wasserläufe im Jndustriebezirk werden, wie seit Jahrzehnten, so auch weiter bestehen bleiben. Die Gemeinden haben kein Geld zur Regulierung, der preußische Staat, den die oberschlesische Presse wiederholt um Hülfe an- flehte, hat für solche Zwecke nichts übrig— woher also die Mittel nehmen? Der Jahresertrag einer einzigen oberschlesischen Kohlengrube würde zwar ausreichen, die Kosten zu decken, aber könnte man den oberschlesischen Magnaten wohl ein solches Opfer zumuten? So bleibt alles beim alten— die ansteckenden Krankheiten werden schon wieder verschwinden—- sie raffen übrigens fast immer arme, namenlose Menschen hin. Frellich, der nächste Sommer birgt für den Jndustriebezirk eine Gefahr, die weit all das in den Schatten stellt, was ihn bisher an epidemischen Krankheiten bedrohte. Von Zeit zu Zeit gehen Nachrichten durch die Welt, nach welchen die asiatische Cholera im europäischen Rußland immer gewaltigere Ausdehnung annimmt. Schon im vergangenen Sommer traten Einzelfälle auch in Russisch-Polen auf, sogar vor den Toren des oberschlesischenJndustrie- b e z i r k s, bei Sosnowice I Der Winter hat das Vordringen der mörderischen Seuche verlangsamt. Wird sie nicht in der kommenden warmen Jahreszeit aufs neue zu gewaltiger Höhe ausflammen und dann auch den so wohlvor- bereiteten oberschlesischen Jndustriebezirk ergreifen? Die bange Frage wird von gar manchem ge- stellt. Auch die staatlichen und kommunalen Behörden des Bezirks suchen neuerdings mit bisher nicht beobachtetem Eifer wenigstens eine teilweise Regelung der Kanalisationsverhältnisse herbeizuführen. Vor den auf dem Papier stehenden Pro- jektcn wird freilich der schreckliche Würger Cholera nicht Halt machen. Eine gründliche Besserung- der sanitären wie der gesamten kulturellen Verhältnisse Oberschlesiens wird erst möglich werden mit der Herbeiführung demokratischer Zustände im preußischen Staate, mit der völligen Beseitigung der Vor» Herrschaft der Schlot- und Krautjunker. Hinweg mitdemDrciklasscnwahlunrecht! muß es auch hier heißen. Und in unserem Kampfe um ein freieres Wahlrecht bieten uns die kulturschändenden, fluchwürdigen Zustände Oberschlesiens, dieses trotz seiner unermeßlichen Reichtümer allerärmsten Teiles der stolzen preußischen Monarchie, un- widerstehliche. tödlich treffende Waffen. cegsUoinrat und Bodcnfpcfculant. Ein großer Bauschwindelprozeß beschäftigte fast zwei Wochen lang die Strafkammer des Landgerichts Köln. Die Erben v. Carstanjen in Potsdam haben an der nördlichen Pen» pherie Kölns Grundbesitz von kolossalem Umfange. Der alte Carstanjen— damals hatte er das Wörtchen„von" noch nicht vor seinem Namen— hat in den drei Jahrzehnten, wo er in Köln wohnte, sich eine Unmasse von Bauland gesichert. Der Mann genoß kein besonderes Ansehen. Als er bei seinem Wegzug der Stadt Köln eine„Stiftung" von einer Million Mark aussetzen wollte, lehnte die Stadtverordneten-Versammlung die Annahme ab. Carstanjen wurde beschuldigt,„mit raffinierter Verschmitztheit" die Bedingungen so gestellt zu haben, daß die Stadt nie in den Besitz des Geldes kommen konnte. Die Geschichte sei fauler Zauber. Carstanjen sei wie viele andere Börsenmatadore mit seinem bürgerlichen Namen nicht mehr zufrieden, habe die Er- Hebung in den Abelstand nachgesucht und das Gesuch mit seinen angeblichen Verdiensten um die Stadt Köln begründet; die schwindelhafte„Stiftung" solle ihm zur Er- langung des Adels verhelfen. Seine Absicht hat der Großspekulant doch erreicht. Eri st alsHerr von Carstanjen gestorben! Seine Erben, an deren Spitze sein Schwiegersohn Legationsral von der Gröben und sein Sohn Robert von Carstanjen stehen, haben aus dem Grundbesitz schon viele Millionen gezogen. Zu ihrem Bevollmächtigten hatten die Erben in Köln im Jahre 1903 den Architekten U l m e r eingesetzt. Dieser hat in zwei Jahren allein 194 Bauten auf dem v. Carstanjenschen Grundbesitz aufführen lassen. Um möglich st hohe Preise zu erzielen, wurde weniger auf die Solvenz der Käufer gesehen als darauf, daß sie die teilweise 39— 40 Proz. den Wert der Grundstücke übersteigenden Preise zahlten. Und das taten vorwiegend Leute, die nur mit Bauzuschuß arbeiten konnten, der ihnen von der Carstanjenschen Verwaltung bereitwilligst gegeben wurde. Der Kölner Verwalter Ulmer schloß nun mit den Käufern Sonder» Verträge, wonach er den Leuten zu übertriebenen Preisen bis Baupläne, die Baumaterialien, besonders die von ihm vertriebenen sehr kostspieligen Hohlsteindecken usw. lieferte. Dafür ließ er sich Zessionen auf die von der Carstanjenschen Ver» waltung zu liefernden Bauzuschußraten geben. Durch diese Wirtschaft sind zahlreiche kleine Unternehmer� Handwerker und dergleichen ruiniert worden. Sie verloren ihr ganzes Geld, und Ulmer wurde immer reicher. Im Jahre 1996 wurden annähernd 50 der Bauten subhastiert! Im verflossenen Sommer brachte nun der Kölner„Lokal-An- zcig-cr" auf das Drängen der ruinierten Unternehmer einen Ar- tikcl, der sich mit diesen Dingen befaßte. Dadurch fühlte sich Jic Carstanjensche Verwaltung beleidigt und Herr v. d. Gröben stellte gegen das Blatt Strafantrag, statt den Weg der Zivil. klage in dieser rein privaten Angelegenheit zu beschreiten. Es er- regte großes Aufsehen, daß in der Tat öffentliche An- klage gegen den Redakteur erhoben wurde. Wie in dem jetzigen Prozeß gegen Ulmer, der unter der Anklage des Betruges und der Untreue stand, durch die Zeugenvernehmung deS Staatsanwalt- schaftSrateS Dr. Spelthan festgestellt wurde, hat Herr von der Gröben es gegen den anfänglichen Willen der Kölner Staats- anwaltschaft durchzusehen verstanden, das« die OffiziaMage gegen den Redakteur erhoben wurde. Der Prozeß kommt in Kürze vor der Kölner Strafkammer zur Verhandlung. Die' beiden Verteidiger Ulmers, Dr. Broil und Dr. Schreiber. suchten die ursächliche Schuld an dem gewaltigen Zusammenbruch der mit dem Carstanjenschen Gelde arbeitenden Unternehmer per v. Carstanjenschen Verwaltung zur Last zu legen. Insbesondere fei das gefährliche Baugcldzuschußsystem mit von der Gröbens Ein» SerstandniS gepflegt worden, um die hohen SpekulationS- preise für die Grundstücke zu erzielen. Angebote zu n o r- malen Bedingungen seien des öfteren abgelehnt worden. Aus der Korrespondenz der Carstanjenschen Verwal- tung mit Ulmer gehe hervor, daß gerade sie den Ulmer gedrängt habe, die schlechte st en Grund st ücke zu hohen Preisen an diejenigen Leute loszuschlagen, die an anderen Bauten Arbeiten übertragen haben wollten. In einem Briefe habe von der Gröben gesagt:„Drücken Sie nur tüchtig aus ihn. daß er das große Grundstück nimmt, welches wir anderwärts nicht loskriegen können." Rechtsanwalt Dr. Broil erklärt, aus der Korrespondenz gehe unzweifelhaft hervor, daß das Baugeldersystem mit allem, was drum und dran hänge, in dem Kopfe von der Gröbens entstanden sei. Diese Korrespondenz wird in dem Prozesse gegen den Kölner .Lokalanzeiger" eine wichtige Rolle spielen. Aus der Beweisauf- nähme sei noch folgendes herausgegriffen: Als Herr von der Gröben als Legationsrat in das K o l o n i a l a m t eintrat, legte er die Verwaltungsgeschäfte der v. Carstanjenschen Erben nieder. Seine Frau, eine geborene v. Carstanjen, trat an seine Stelle. Sie spricht in mehreren ihrer Briefe an Ulmer von „vermögenslosen Kaufliebhabern"; auch wird darin über die Aussichten und die Zweckmäßigkeit einer eventuellen S u b- h a st a t i o n gesprochen. Als Zeugin vernommen und um den Sinn von solchen Stellen ihrer Briefe gefragt, erklärte Frau von der Gröben, sie habe diese Briefe mechanisch nach dem Diktat ihres Mannes niedergeschrieben! Der Angeklagte Ulmer wurde von der Beschuldigung des Be- trugs freigesprochen. Wegen Untreue, begangen als Bevollmächtigter der Vermögensverwaltung der v. Carstanjenschen Erben, wurde er zu 6 Monaten Gefängnis und 3M> M. Geldstrafe verurteilt. Nshlrecht und Kulturfragcn. Die„Kölnische Zeitung", die eifrigste Befürworterln der Blockpolitik, stimmt ein bewegliches Klagelied an über die E n t« täuschung, die der Liberalismus an dem„neuen Mann" im preußischen Kultusministerium habe er- fahren müssen. Innerhalb weniger Wochen sei es dem preußischen Liberalismus jetzt zum zweiten Male klar geworden, daß er um jeden Schritt vorwärts hart zu kämpfen habe, daß durch die liberal- konservative Kompromißpolitik im Reich das konsrrvativ-agrarische Regiment in Preußen nicht um Haaresbreite verrückt sei. Das habe man im Januar bei der Beantwortung der freisinnigen Wahlrechts- interpellation und jetzt m der dreitägigen Generaldebatte zum Kultus« etat erfahren müssen. „Es waren drei Tage mit brüsken Absagen an die liberalen Auffassungen; wenn an ihnen etwas erfreulich war, dann war eS die Art, wie die nationalliberalen Abgeordneten Friedberg und Schiffer für ihren Liberalismus kämpften.... Wer geglaubt hatte, daß der Rücktritt des Ministers v. Studt die Einleitung besserer Tage für unser Schul- undGeisteSleben bedeuten würde, sieht sich jetzt bitter getäuscht. Es sind nicht so sehr die Schulfragen, die die alten Sorgen wach- halten. Wir wissen, daß sich eine Aenderung der Schul- Politik nicht von heute auf morgen durchführen läßt, und daß sich die Reformen, die unter dem Zwang der Einsicht schon unter dem Ministerium Studt eingeleitet worden sind, auch von den reaktionärsten Politikern nicht mehr unterdrücken lassen. Drückender lastet jetzt wieder auf dem liberalen Bürgertum Preußens die Gewißheit, daß der Geist der Unfreiheit und der Bevormundung auch unter Herrn Holle im. KultuSmini st erium herrscht. Die häß- lichen Fälle von Kunstbarbarei, wie aus jüngster Zeit die be- leidigende Behandlung des Bildhauers in Recklinghausen und das Verbot der Faustlektllre, werden nicht vereinzelt bleiben, wenn daS preußische Kultusministerium das Muckertum so offenkundig unter- stützt, wie es im Liegnitzer Fall jetzt geschehen ist. Dieser Fall ist für Preußen ein Olmütz im Kampf der Geister. Man wird noch lange von ihm sprechen, weil er die Zerfahrenheit be- weist, mit der gegenwärtig noch die preußische Verwaltung in den Fragen der Volkscrziehung handelt, und lveil der neue Kultus- minister in ihm die Partei der Gegner ergriffen hat." ES ist die Gewohnheit der Nationalliberalen, bei kleinen poli- tischen Schlechtigkeiten großartigen Lärm zu schlagen, die großen Schlechtigkeiten dagegen zu dulden oder gar mitzumachen. Sie ge- raten außer sich über den Streich eines schlesischen Re- gierungsrateS, nachdem sie kurz vorher der Reaktion in dem preußischen Schulgesetz geopfert haben; sie schelten die bureaukratischen Handlanger des Mucker- und Dunkelmännersystems, nachdem sie sich als die hervor- ragendsten Stützen und Förderer dieses Systems erwiesen haben. Selbstverständlich hüten sich die Nationnalliberalen, dem Urgrund des preußischen Uebels nachzugehen, aus dem die Reaktion ihre Kräfte schöpft: dem vermaledeieten Dreiklassenwahlrecht. Im Gegen- teil, sie setzen sich kühn über diese Frage hinweg und tun, als ob die Wahlrechtsfrage neben Vorgängen wie in Liegnitz und Reckling- hausen gar nicht für die Liberalen in Betracht käme. Die»Kölnische Zeitung" schreibt nämlich: „Die Wahlrechtsfrage kann kein Prüfstein fein für liberale Gesinnung; denn in der Verwerfung des gegenwärtigen preußischen Wahlrechts sind sich zwar alle Liberalen einig, über den Weg der Reform aber gehen die Meinungen auseinander. Da die Gleichheit der Menschen nie ein liberaler Grundsatz ge- wesen ist, ist auch die Schwärmerei für daS gleiche Wahlrecht kein unerläßliches Kennzeichen für einen Liberalen. Aber es gibt ein Gebiet, wo es kein Nachgeben und kein Kompromisseln für Liberale geben darf: Das sind Kultur« und Schulfragen". Als ob nicht erste aller Kulturftagen das Wahlrecht wäre, als ob unter einem reaktionären Wahlsystem überhaupt von Kultur« und Schulfragen in fortschrittlichem, freiheitlichem Sinne die Rede sein könnte! Die Nationalliberalen haben nichts dawider, daß in Preußen ein Wahlrecht herrscht, das Junkern und Junkergenossen daS Heft in die Hände gibt, aber sie begehren auf, wenn unter einem solchen Wahlrecht ein Regierungsrat einen Schwabenstreich verübt, und wenn der Minister, als das Werkzeug dieses Systems, den Streich gutheißt. Und wenn dann ein paar nationalliberale Ab- geordnete im Dreillassenparlament bei dieser Gelegenheit schmetternde Reden halten, dann soll noch gar das Volk dankbar in die Knie sinken bor dem Liberalismus, der sich seiner Rechte so tapfer an- genommen hat. Nicht den Liegnitzer Schulrat, nicht den KulwS- minister Holle, sondern sich selber, die Feinde aller volkstümlichen Wahlreform, sollen die Nationalliberalen als die Schuldigen der preußischen Reaktion anklagen.— Sie beleidigten Lendarmen. Am 3. September 1907 hielt der sozialdemokratische Wahlverein in Treptow eine Versammlung ab. In einer Nische, die durch einen vorgezogenen Strick als»Segment" ge- kennzeichnet war, saßen einige Frauen. Obgleich hiermit die Forderung des Vereinsgesetzes in bT«g auf die Anwesenheit von Frauen erfüllt war, gab das- Vorhanden- sein von Frauen im„Segment" dem überwachenden Gendarmen Anlaß, die Versammlung aufzulösen. Die Teilnehmer der Ver- sammlung verließen den Saal, begaben sich aber, einer Einladung des Geschäftsführers der Restauration folgend, in einen Rebensaal,. wo sie sich beim Glase Bier niederließen und Lieder fangen. Die Türen des Restaurationssaales waren geschlossen, so daß die singenden und Bier trinkenden Personen, etwa 80 an der Zahl, unter sich waren. Die Gendarmen MuSka und E n g l e r, welche die Versammlung überwacht hatten, öffneten aber die Tür und setzten sich außerhalb derselben in dem leeren Versammlungssaal nieder. Sie wollten, wie sie sagten, beobachten, ob die Versamm- lung fortgesetzt werde. Nachdem im Restaurationssaale verschiedene Lieder gesungen worden waren, wurde auch das Lied angestimmt: „Weißt du, wieviel Sterne stehen manchem Lumpen auf der Brust" usw.— Die beiden Gendarmen, welche sich ohne Anlaß und ohne Berechtigung die Ueberwachung der Kneip-Gesellichaft angemaßt hatten, fühlten sich durch daS Lied beleidigt. Sie gingen mehrmals in das Restaurationszimmer und stellten fünf Personen fest, welche ihrer Meinung nach dasLied mitgesungen hatten. Gendarm Engler zeigte 2 von ihin Festgestellte an. Diese beiden sind vom Schöffen- gericht Rix d o rf zu je S0 M. verurteilt worden. Die übrigen drei Teilnehmer der Sangesrunde, welche Gendarm MuSka festgestellt und angezeigt hatte, wurden vom Rixdorfer Schöffengericht zu Gefängnisstrafen von zwei und drei Wochen ver- urteilt. Sie haben gegen das drakonische Urteil Berufung eingelegt, infolgedessen beschäftigte sich am Montag die 2. Strafkammer des Landgerichtsllmitder Angelegenheit. Als Angeklagte erschienen Baumert, Windrath und R e i n i ck e. Ersterer ist vom Schöffengericht zu drei Wochen, die beiden anderen sind zu je zwei Wochen Gefängnis ver- urteilt. Alle drei beharrpten, daß sie das ftagliche Lied gar nicht mitgesungen haben. Baumert und Windralh kamrten den Text gar nicht. Reinicke aber sang nicht mit, weil er den Text kannte und eine Anzeige der Gendarmen fürchtete.— Die als Zeugen vernommenen Gendarmen konnten auch nichts weiter an- geben, als daß sie aus den Lippenbewegungen der Angeklagten geschlossen haben, daß sich dieselben am Gesänge beteiligten. Eine Reihe anderer Zeugen, die unmittelbar neben den Angeklagten saßen, bekundeten auf das bestimmteste, daß die Angeklagten das betreffende Lied nicht mitgesungen haben. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Halpert, beantragte die Freisprechung der Angeklagten. Für den Fall aber, daß das Gericht eine Teilnahme am Gesang und damit eine Beleidigung der Gendarmen für vorliegend erachten sollte, frage eS sich doch, ob die harmlose Beleidigung eine so dra- konische Strafe, wie sie das Schöffengericht verhängt habe, rechtfertige. Schon die Auflösung der Versammlung sei zu- unrecht erfolgt. ES sei aber auch unberechtigt gewesen, daß die Gendarmen die Tür des Saales öffneten, um die daselbst am Biertisch Sitzenden zu beobachten. Diese durchaus unzulässige Ueberwachung einer Privatgesellschaft trage einen provokatorischen Charakter. DaS Schöffengericht habe ja eine geradezu drakonische Strafe verhängt, die in gar keinem Verhältnis zu der Straf- tat steht. Das habe auch der Schöffenrichter gefühlt. Er habe des- halb in den Urteilsgründen zwei Momente angeführt, die die hohe Strafe rechtfertigen sollen. Der Vordcrrichter berufe sich auf die unbekannte Tatsache, daß Rowdies in Rixdorf bei anderen Gelegen- heiten Angriffe gegen Polizeibcamte unternommen haben sollen. Das würde wohl die harte Bestrafung von Rowdies, besonders in Rixdorf rechtfertigen, es könne aber nicht herangezogen werden, um Leute zu diskreditieren und zu bestrafen, die selbst nach der Feststellung des Vorderrichters nichts weiter taten, als daß sie in Treptow indirekt die Gendarmen beleidigten durch Absingen eines Liedes, das auf den Stand der Beamten im allgemeinen, nicht aber auf die Person der Gendarmen gemünzt war. Die Praxis des Lorderrichters stehe in schroffem Widerspruch zu den elementarsten Geboten der Gerechtigkeit, die verlangt, daß der Fall nach seiner individuellen Eigenart beurteilt werden soll. Der Vorderrichter stelle sich auch in schroffen Gegensatz zum Gesetzgeber, der selbst für eine Majestätsbcleidigung nur eine Woche Gefängnis aussetzt, falls die Ehrvcrlctzung nicht böswillig und mit Ueberlegung begangen ist. Der Ab st and zwischen der Maie st ät und einem Gen- darm sei doch so groß, daß es sich nicht rechtfertige, daß das Mitsingen eines aus politischen Zeitverhältnissen entstandenen Liedes mit 2 und 3 Wochen Gefängnis bestraft werde. Der Vorder. richter möge das Gefühl gehabt haben, daß eine Geldstrafe aus- reichend sein mühte, er habe aber, um sein drakonisches, auf Ge- sängnis lautendes Urteil zu begründen, die eigentümliche These aufgestellt, daß die Geldstrafe„erfahrungsgemäß" nicht vom Ange- klagten getragen, sondern„anderweitig" beschafft werde. Begründet habe der Vorderrichter diesen Satz nicht, der übrigens im vorliegen- den Falle gewiß nicht zutreffe. Der Harmlosigkeit des Falles habe der Vorderrichter Rechnung zu tragen geglaubt, indem er betonte, daß er„nur" auf 2 und 3 Wochen Gefängnis erkannte, während dasselbe Schöffengericht, allerdings unter einem anderen Vorsitzenden, für dasselbe Delikt, das andere Vereinsmitglicder bei derselben Gelegenheit, in derselben Art und gegenüber denselben Beamten begingen, auf eine Geldstrafe von bv M. erkannte. Weiter führte der Verteidiger aus, es sei nicht festgestellt, daß die Ange- klagten mitgesungen haben. Die Beobachtungen, welche bie Beamten aus größerer Entfernung gemacht haben, seien irrig und durch die Angaben anderer Zeugen widerlegt. Die Angeklagten müßten des- halb freigesprochen werden. Der Staatsanwalt beantragte die Verwerfung der Berufung und machte sich im allgemeinen die Begründung des Urteils erster Instanz zu eigen. Das Gericht hielt durch das Zeugnis der Gendarmen für festgestellt, daß Baumert und Reinicke das Spottlicd mit- gesungen haben. Es sei jedoch, wie der Vorsitzende in der Be- gründung des Urteils sagte, nach der ganzen Sachlage bedenklich, die Angeklagten mit Gefängnis zu bestrafen, da sie sich nicht be- sonders oppositionell gegen die Gendarmen verhalten und sich im übrigen anständig betragen haben. Ob eine Geldstrafe aus der Vereinskasse bezahlt wird, sei unerheblich, das Gericht glaube auch, daß das im vorliegenden Fall- nicht geschieht. Baumert wurde zu 75 Mark. Reinicke zu bv Mark verurteilt. Windrath wurde freigesprochen. Das Gericht hält seine Angabe, er habe gesungen:„Weißt Du wieviel Sterne stehen, an dem blauen Himmelszelt" und dann abgebrochen, als er hörte, es wurde ein anderer Text gesungen, niöK für widerlegt. Politiscde vleberlickt. Berlin, den 18. Februar 1908 Arbeiterlöhne, Ostmarkenzulage«nd Justizreform. Der Etat der Postverwaltung wurde in der heutigen Reichstagssitzung nach kurzem Geplänkel zu Ende gebracht. Aus der Debatte ist hervorzuheben, daß die Genossen Z u b e i l und Lehmann-Wiesbaden einige Arbeiterbeschwerden vorbrachten. Auf die Frage Lehmanns, ob die Verwaltung nicht angesichts der Teuerung die Arbeiterlöhne ebenso zu erhöhen gedenke wie die Beamtengehälter, erwiderte der Geheimrat Neumann, eine solche Erhöhung sei bereits eingetreten und habe deshalb verschiedene Etatsüberschreitungen erforderlich gemacht. Lehmann erwiderte prompt, daß das nicht dem guten Willen der Verwaltung, sondern der Tatsache zuzuschreiben gewesen sei, daß Arbeiter an ver- schiedenen Orten für die bisherigen Hungerlöhne nicht mehr zu haben gewesen seien. Einen krampfhaften Vorstoß zur Durchsetzung der Ost- markenzulage für die Postbeamten hatten die beiden konservativen Parteien durch Einbringung einer Resolution unternommen, die einen Rachtragsetat zu diesem edlen Zwecke provozieren sollte. Zu ihrer Begründung nahm Herr Schultz- Bromberg das Wort, erregte durch sein hülfloses Gestammel und die naive Bekundung seiner parlamentarischen Unerfahren- hett aber nur fortgesetzt die Heiterkeit des HauseS, die ihren Gipfel erreichte, als er in bezug auf Unterosfiziersznkagen in Elsaß-Lothringen die Redeblüte produzierte:„Der Unter- offizier ist die Schwelle, an der sich das Deutschtum anklammert." Wenn dieser Schultz den hakatisüschen Durchschnittstypus darstellt, so begreift man es einigermaßen, weshalb die Leute so ängstlich nach dem„Schutz des Deutschtums in den Ostmarken" wimmem. Genosse Singer betonte kurz, daß wir, unseren früheren Darlegungen entsprechend, sachlich der Resolution nicht zu- stimmen könnten, weil die Zulage sich als eine Prämie zur Schikanierung der polnischsprechenden Bevölkerung darstell'', daß aber auch die Fassung des Antrages so ungeschickt sei, daß er aus Geschäftsordnungsgrüuden ein totgeborenes Kind bleiben müsse. Herr Gröber vervollständigte die Aus- führungen durch den Hinweis darauf, daß nach der bisherigen Praxis des Bundesrats die Resolution, selbst wenn sie an- genommen werden sollte, erst in ein paar Jahren eine Wirkung ausüben könnte. Der Etat der Justizverwaltung brachte zunächst drei Blockredner auf die Tribüne. Der konservative Abgeordnete Wagner- Freiberg hat in seiner landgerichtlichen Berufs- tätigtest von den schweren Mängeln der deutschen Rechts- pflege kaum einen Hauch verspürt. Dafür sächselte er dem Hause aber düstere Andeutungen vor über die Gefährdung der heranwachsenden Jugend durch eine Weltanschauung, die nichts Heiliges und Ideales anerkenne. In wohltuendem Gegensatz zu diesen Reichsverbands- traktätchen standen die Ausführungen des nastonalliberalcu Abgeordneten für Dresden, Dr. Heinze, der. auch ein sächsischer Richter, zwar die tiefliegenden Gruudübcl der deutschen Rechtspflege auch nicht zu erkennen vermag, der aber sich doch bemühte, an den Symptomen eine scharfe Kritik zu üben, wie man sie aus dem Munde seiner Fraktionskollcgen, des abgeglättet mittellinigen Mittelcuropäers Basscrmann oder gar des robusten Liebert-Handlangers Hagemann noch nicht zu hören bekommen hat. Er ging so weit, die Klagen über Klassenjustiz natürlich nur„bis zu einem gewissen Grade" als 1, berechtigt anzuerkennen. Er versagte indes, sobald er auf die Mittel zur Abhülfe dieser Uebelstände zu sprechen kim. Da liefen seine Erörterungen im wesentlichen darauf hinaus, durch Aufklärung, und Ausbreitung sozialer Ethik unter den deutschen Richtern ein besseres Verständnis für die Rechte der Arbeiter zu schaffen. Besonders scharf ging er gegen die Methode des Staatsanwalts Jsenbiel im Harden-Prozeß vor, aus dessen Plaidoyer er einige auf Sensationshascherei an gelegte Stellen als Muster dafür vorlas, wie ein Staatsanwalt nicht plaidoyieren dürfe. Das ging den Staats- stützen auf der Rechten offenbar arg gegen den Strich. Dann sprach noch kurz der srcikonservastve Herr Brun st ermann. Morgen kommt Genosse Stadthagen zum Wort. Regelung der Schulpflicht in Preusten. Eine derjenigen Materien, die in Preußen immer noch ihrer gesetzlichen Regelung harren, ist die S ch u l p f l i ch t. In den ver- schiedenen Laudcsteilen bestehen darüber ganz verschiedene Be- stimmungen. In Schleswig-Holstein z. B. gilt noch die Schulord- nung vom Jahre 1314, die die Schulpflicht für Knaben mit dein 16., für Mädchen mit dem 15. Lebensjahre enden läßt, daneben aber während der Sommermonate für die ländlichen Bezirke die möglichste Befreiung vom Schulbesuch vorsieht. In den alten Pro- vinzen beginnt der Schulunterricht mst dem vollendeten 5. Lebens- jähr und endet, wenn der Seelsorger die Kentnisse des Kindes für ausreichend erklärt. In Wirklichkeit aber steht diese Bestimmung nur auf dem Papier, niemand richtet sich danach, die Kinder werden mit vollendetem 6. Lebensjahre in die Schule geschickt und verlassen sie mst vollendetem 14. Lebensjahre. Besondere Schwierigkeiten sind dadurch entstanden, daß nach der Rechtsprechung des Kammergerichts als Entlassungstermin der Geburtstag und nicht der Tag des Semesterschluffes gilt. Eine gesetzliche Regelung hat die Regierung sowohl in dem Mühlerschcn als auch in dem Zedlitzschen Volksschulgesetzentwurf versucht. Vor etwa 10 Jahren hat sie dem Landtage wiederum Grundzüge eines Entwurfs mitgeteilt, aber dabei ist eS auch ge- blieben. Höchstwahrscheinlich aus Furcht vor der agrarischen Oppo- sition ist der Entwurf überhaupt nicht an den Landtag gelangt. Dieser Mangel bewog nun die Parteien der Linken zur Ein- bringung eines Antrages, der am Dienstag im Abgeordneten- hause beraten wurde und der für den ganzen Umfang der Monarchie einen Gesetzentwurf über die Dauer der Schulpflicht nach einheitlichen Gesichtspunkten, jedoch unter Berücksichtigung be- rechtigter Sonderverhältniffe der einzelnen Landesteile sowie ein- heitliche Bestimmungen über die Folgen der ungerechtfertigten Schulversäumnis, die Voraussetzungen ihrer Strafbarkeit, den Kreis der verantwortlichen Personen, die Art ünd Höhe der Strafen und daS Strafverfahren verlangt. Mit zur Debatte stand ein frei- konservativer Antrag, der die spezifischen Verhältnisse von SchleL- Wig-Holstcin im Auge hat und für diese Provinz eine Verlängerung Är Schulpflicht unter gleichzeitiger Erweiterung der Möglichkeil fordert, die Kinder im Sommer unter Befreiung vom Schutbesuch zu landwirtschaftlichen Arbeiten zu verwenden. Beide Anträge wurden nach belangsosen Debatten der Unter- richtskommission überwiesen. Was aus den Beratungen heraus- kommen wird, läßt sich schon jetzt ahnen. Voraussichtlich wird der Antrag der Linken abgelehnt, aber den Agrariern einige Zuge- ständnisse in der Richtung des freikonservativen Antrages gemacht werden. Einstimmige Annahme fand ein Antrag v. Schenckendorff (natl.), die Regierung zu ersuchen, auf die Vermehrung der Pflicht- stunden zur Pflege der Leibesübungen in freier Lust, besonders in den städtischen Schulen. Bedacht zu nehmen. Hierauf setzte das HauS die Beratung des Kapitels E l e m e n- tar-Unterrichtswesen vom Kultusetat fort. Der national- liberale Abgeordnete Hackenberg nahm die Gelegenheit wahr, der Regierung eine Aenderung des Lehrplans an den Volksschulen im Sinne einer Erziehung der Kinder für das praktische Leben so- wie die völlige Beseitigung der Ortsschulaufficht zu empfehlen. So beherzigenswert auch manche dieser Anregungen sind, so wittern wir doch, wenn sie aus'dem Munde dieses sich liberal gebärdenden Pfaffen kommen, dahinter irgend eine Gefahr. Herr Hackcnberg hat eS sich selbst zuzuschreiben, wenn weite Kreise des Volkes nach seinen Bemühungen um das Zustandekommen des VerpfaffungS- gesetzes dps Vertrauen in feine politische Ehrlichkeit verloren haben. Am Mittwoch Wird die Beratung fortgesetzt. Die feinste Nummer der Galavorstellung. Boten früher, alS noch die Bündler gegen die Regierung revol- tierten, die alljährlich vom Bund der Landwirte veranstalteten rhetorisch-equilibristifchen Vorstellungen im Zirkus Busch durch die Urwüchsigkeit der Verhandlungen und die Schärfe der Ausfälle gegen die Minister manches Interessante, so sind sie, seitdem die Junker. pardon»Landwirte', ihre hauptsächlichsten Forderungen durch- frankreich. Eine Meuterei. " gesetzt haben, zu inhaltsleeren Schaustellungen geworden. Phrasen ,! Gegen dieses Urteil legten beide Seiten Berufung ein; Harder anderer Staaten einzumischen. Gebildete Nationen verurteilten nichts als Phrasen, untermischt mit einigen faulen, auf war es weniger um die Abänderung des Strafmaßes zu tun, als ausnahmslos derartige politische Morde, auch Ungarn, wo noch die Naivetät der Bauern berechneten Witzen, das ist die ganze um die der Urteilsbegründung. Die sonst als besonders scharf gel- niemals politische Königsmorde sich ereignet hätten, da das Volk geistige Kost, die den nach Berlin gekommenen Landwirten" tende Straffammer II des Landgerichts Hamburg erkannte auf nur die gesetzlichen Mittel angewandt habe. Die Majorität nahm den Antrag Wekerle an. serviert wird. Allerdings, wie eine geschäftskundige Birkusdirektion, Freisprechung des Angeklagten und legte dem Privatkläger um die Schwächen anderer Leistungen zu verschleiern, gerne„ Entrees" sämtliche Gerichtskosten auf, wobei begründend ausgeführt wird, origineller Clowns einlegt, so versteht auch, wie anerkannt werden daß der Beklagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt muß, die Leitung des Bundes der Landwirte, das Einerlei der all- habe. Gine nähere Begründung" behält das Gericht sich in der Coulon, 18. Februar. An Bord des Panzerschiffes Demogemeinen Darbietungen durch einige humoristische Intermezzos zu schriftlichen Ausfertigung vor. fratie" brach gestern eine Meuterei aus. Die Mannschaft beleben, und diesmal hatte sie sogar für das heitere Fach eine Kraft Ein Scharfmacherredakteur darf also in Wahr erhob Einspruch gegen die schlechte Verpflegung. Der ersten Ranges engagiert: den ehemaligen Bost- und Landwirtschafts- nehmung berechtigter Interessen formal be- Bwischenfall wurde später beigelegt. Auch im Beughause find minister von Podbielsti. Die Zeitungen bringen seinen„ Speech" leidigen. Redakteure anderer Parteirichtungen schneiden vor unter den dort beschäftigten Arbeitern ähnliche Klagen laut gemeist hübsch hübsch zurechtgestußt, da sie fich genieren, das den Hamburger Gerichten nicht so gut ab wie Hofmann, der große worden. Gemengsel von unzusammenhängenden trivialen Redensarten, die Patriote. Preußens höchste Agrarkapazität vom Stapel ließ, ihren Lesern in Paris, 18. Februar. Die Deputiertentammer lehnte der Originalfaffung aufzutifchen. In Wirklichkeit hat sich faum einen Antrag Berry( rechts) auf Vertagung der Einkommenjemals der oberflächlichste Reichsverbandsagitator der Liebertschen fand am Sonntagmittag in Frankfurt a. M. statt. Die steuerbebatte mit 438 gegen 106 Stimmen ab. Alsdann entwidelte Schule tonfusere Redewendungen geleistet. Selbst der National- fozialdemokratische Partei hielt im Birkus Schumann am Magniaudé( radikaler Sozialist) in längerer Rede seine GegenZeitung" erscheint die Sache zu bunt. Ironisch schreibt sie: Hauptbahnhof eine Demonstrationsversammlung ab, die von 7000 vorlage. Eine Riesen- Wahlrechtskundgebung Die Einkommensteuer. Hervé. Belgien. Gegen die Kongogrenel. Und dann kam der" Tafelaufsaz", Seine Grzellenz der bis 8000 Personen beiderlei Geschlechts besucht war. Der Finanzminister Caillaug hat dem Ministerrat mitgeteilt, Herr Staatsminister von Podbielsti- Dalmin, Ehrenvorsigender riesige Prachtbau war bis auf das letzte Bläßchen besetzt, alle daß er wegen der Aufhebung der direkten Steuern des Bundes für die Provinz Brandenburg, wurde er feierlichst Gänge und selbst die Bühne waren dicht gefüllt von Menschen. Das und deren Erfaz durch eine allgemeine Einkommensteuer sowie eine vorgestellt, bon stürmischem Beifall begrüßt. Daß er eine Referat hielt Genoffin Iara Bettin. In großzügiger Weise Zusatzsteuer auf das Einkommen des Familienoberhauptes die Rede gehalten hat, fann man mit dem besten Willen beleuchtete sie die politische Situation in Preußen. Wie Peitschen- Vertrauensfrage stellen werde. nicht sagen, nur eine Reihe von Sägen, deren innerer zu hiebe prasselten ihre Worte unter dem tosenden Beifall der tausendsammenhang höchstens dem Redner selbst klar war. Festgehalten zu werden aber verdient folgender Sat:„ Halten Sie köpfigen Versammlung auf die Blockliberalen nieder, eine be= Hervé hat heute die Gefängnisstrafe, zu der er wegen seiner baran fest, meine Herren( Bravo), daß der geisterte Stimmung in den Massen auslösend, die sich nur schwer antimilitaristischen Artikel verurteilt wurde, angetreten. deutsche Landwirt war( Bravo 1), daß er ist( Bravo!) beschreiben läßt. Scharf und klar wies die Rednerin nach, daß und daß er bleiben wird( Bravo!), bis einmal der Wahlrechtstampf ein Teil des prole= unsere liebe alte Erde fich nicht mehr dreht." tarischen Emanzipation stampfes ist, der schließlich ( Stürmischer Beifall.) und von tosenden Bravos und Hochrufen mit allen aus ihrer Klassenlage sich ergebenden Mitteln von der begleitet, verließ der edle Menschenfreund das Podium, offenbar Arbeiterklasse geführt werden müsse. Als die Rednerin unter nicht hoch befriedigt dadurch, daß er hier einen besseren Erfolg errungen endenwollendem Beifall geschlossen, versuchte ein liberaler hatte, als bei seinem fürzlichen vergeblichen Bemühen, Herrn Redakteur, den Blockfreifinn in Schutz zu nehmen, forderte Harden vor dem Gefängnis zu retten." damit aber den stürmischen Widerspruch der Versammlung heraus. Eine Resolution im Sinne des Referats fand einstimmige Annahme. Vor Schluß der Versammlung machte der Vorsitzende, Parteisekretär Dittmann, darauf aufmerksam, daß wahrscheinlich nach Intentionen von Berlin- alle Straßen in Rom, 18. Februar.( Privat- Depesche des„ Borwärts".) Heute der Nähe des Bahnhofes von der Polizei dicht hielt der Staatsanwalt sein Plaidoyer, das fast eine Stunde dauerte. besett feien, um eventuelle Straßendemonstrationen zu Er hielt alle Anklagepunkte bis auf einen aufrecht und beantragte verhindern. Man folle fich von niemandem provozieren lassen. die Verurteilung beider Angeklagten wegen fortWolle die Sozialdemokratie auf der Straße demonstrieren, so tue gefegter Unterschleife und Urkundenfälschung im sie das nicht, wenn die Polizei sich auf ein Gemehel eingerichtet Amte. Auf diese Delitte steht ein Strafminimum von 3 und habe, sondern bestimme den Zeitpunkt selbst. als beruft für den 15. März eine große Versammlung zur Vero Brüssel, 18. Februar. Die belgische Liga für Menschenrechte beruft für den 15. März eine große Versammlung zur Ver französische Übgeordnete de Pressensé sowie Professor Violet teidigung der Eingeborenen im Kongostaat ein. Der werden Reden halten. Italien. Der Prozeß Naft. 5 Jahren Gefängnis sowie lebenslänglicher Ehrverlust. Wieder eine zusammengebrochene Verleumdung. Die Kreuzzeitung" schrieb vor einigen Tagen: Mit was für Kräften zum Teil die Sozialdemokratie Aufklärung" und Wissen" im Volfe zu verbreiten sucht, ergibt sich aus der nachstehenden Zuschrift, die der Deutschen Zeitung" aus ihrem Leserkreise zugeht: " Dieser Tage stand der Redakteur Wilhelm Brecour in Kiel vor der Straftammer in Kiel wegen Beleidigung. Er wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Brecour zeichnet berantwortlicher Redakteur der " Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" in Kiel. Der Verteidiger des Brecour war der Rechtsanwalt W. Spiegel in Riel. In seinem Plaidoyer hob er als strafmildernd hervor, daß der Angeklagte nur eine sehr geringe und unvollkommene Bildung befäße." Daß die sozialdemokratischen Rufer im Streite die Vorsicht für der Tapferteit besseren Teil halten und sich gegen den Strafrichter zu decken suchen durch verantwortliche Redakteure, die oft den Inhalt dessen, was sie verantworten sollen, nicht einmal verstehen, ist nicht neu. Im§ 18 des Preßgesetzes wird das Unwesen der sogenannten Strohredakteure verboten. Wenn es auch in einer milden, jede übelwollende Härte vermeidenden Weise geschehen ist, so sollte doch, wie der Kommissionsbericht Die Kriegsgerüchte werden heute von allen Seiten hervorhob, dem zugleich der Presse und der Rechtsordnung un dementiert, was die reaktionäre russische Presse nicht hindert, Rom, 18. Februar. Baszilai und zwölf andere Deputierte würdigen Mißbrauch", daß ungebildete Personen, denen die Fähigkeit zur Redaktionsführung abgeht, als berantwortliche ihre Kriegstreibereien fortzusehen. Die Nowoje Bremja" brachten in der Stammer folgenden Antrag ein: Die Stammer ersucht heute ein sehr energisches Dementi die Regierung, in Erwägungen einzutreten über die Lage, die durch Redakteure zeichneten, gesteuert werden. Abgesehen von der veröffentlicht die jüngst erteilten Konzessionen der Türkei auf der Balkanhalbinsel rechtlichen Seite der Frage ist es sehr bezeichnend für des deutschen auswärtigen Amtes, worin die für die politischen und wirtschaftlichen Intereffen Italiens sowie für die Bewertung des sozialdemokratischen An- Gerüchte, daß Deutschland die Türkei gegen Rußland aufreize bie europäische Lage geschaffen ist. hanges im Lande seitens der sie führenden und unterstüße, als politische Berleumdung be Kreife, baß ein fozialdemokratisches Provingblatt nicht davor zeichnet werden. Ebensowenig sei Deutschland an den öfter zurüdschredt, feinen Rebatteur in öffentlicher reichischen Bahnplänen beteiligt. Auch die russische Regierung Gerichtssigung als fehr gering und unvollstellt alle Striegsabsichten in Abrede und von Konstantinopel aus tommen gebildet hinstellen zu lassen." Die Versammlung wurde mit einem begeisterten dreimaligen och auf das Wahlrecht geschlossen und dann sangen die Gegen den staatlichen Religiousunterricht. 7000 bis 8000 Menschen stehend die drei ersten Strophen der Nom, 18. Februar. In der heutigen Sammerfitung Arbeitermarseillaise, eine Szene bon geradezu über- wurde in die Beratung einer von 22 Abgeordneten der äußerst ent wältigendem Eindruck. Die Frankfurter Arbeiterschaft hat durch infen unterstügten Interpellation Biffolati eingetreten, welche diesen neuen Vorstoß im Wahlrechtskampfe gezeigt, daß fie ge- die Regierung auffordert, den Laiendharakter der Volks. willt ist, den Kampf trotz aller Drohungen unerschroden weiter- schule zu sichern und die Erteilung von Religionsunterricht darin zu verbieten. Die Interpellation wurde auführen, bis zum endlichen Siege. bon Bissolati begründet. Es haben sich 44 Abgeordnete zum Wort gemeldet. " Rußland und die Türkei. " Chauvinistische Geschäftigkeit. Spanien. Eine Bombenexplosion. Mabrib, 18. Februar. Jn Barcelona ereignete fich gestern werden die Nachrichten über türkische Militärbor- abend eine Bomben explosion. 3wei Personen wur. bereitungen an der russischen Grenze für gänzlich unben getötet. Bald darauf explodierte eine zweite Bombe, begründet erklärt. wodurch eine alte Frau getötet wurde. Zwei Personen wurden verletzt. Portugal. Uneinigkeit der Regierung. Oefterreich. Das Attentat auf den Generalgonvernenr. Daraufhin ist der Kreuzzeitung" folgende Berichtigung Ses Rechtsanwalts Spiegel in Riel zugegangen: Stiel, 14. Februar 1908. An die Redaktion der Neuen Preußischen Zeitung", Berlin. In einer der letzten Nummern Ihres Blattes veröffentlichen Ste eine der Deutschen Zeitung" aus ihrem Lesertreise zu gegangen Buschrift, der zufolge ich als Verteidiger des wegen Breßbeleidigung angeklagten Redakteurs Wilhelm Brecour von Vor dem Schwurgericht in Wadowice( Galizien) wurde Lissabon, 18. Februar. Man glaubt, daß unter den Mitgliedern der sozialdemokratischen Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" Montag und Dienstag der Prozeß gegen Wanda Dobrobzida, des jeßigen Stabinetts, welches aus Vertretern zweier Parteien bes in Riel im Plaidoyer als strafmildernd den Umstand herbor- die gegen den Generalgouverneur Stallon in Warschau ein fleht, anläßlich der Wahlkampagne große Mißverständ. gehoben haben soll: daß der Angeklagte nur eine sehr geringe Bombenattentat verübt hatte, verhandelt. Die Attentäterin nisse zutage treten werden, da beide Parteien dahin wirken, sich und unvollkommene Bildung besiße. Diese Behauptung ist un- war nach Desterreich geflohen und hat in Strakau geheiratet, in der Stammer eine möglichst große Zahl von Anhängern zu sichern. wahr. Ich habe im Gegenteil erklärt: es sei einem Manne von der Bildung und Intelligenz des Angeklagten wodurch sie österreichische Staatsbürgerin wurde. Auf Verlangen Marokko. wurde ihr hier der Prozeß unmöglich die von der Anklagebehörde unter der russischen Regierung Neue Unruhen. ftellte Absicht der Beleidigung zuzutrauen. gemacht. Der Prozeß sollte zuerst in Wien durchgeführt werden, Hiermit entfallen auch Ihre auf meine angeblichen Aeußerungen wo man der Geschworenen sicherer zu fein glaubte. Die Entrüstung, Paris, 18. Februar. Admiral Philibert meldet, daß eine geftüßten Schlußfolgerungen über die moralische und geistige die dieses Vorhaben in Defterreich erregte, bewirkte aber, daß diese starle von drei zwischen Mogador und Casablanca anfäffigen Qualifitation sozialdemokratischer Redakteure, wodurch sich mein Absicht wieder aufgegeben wurde und der Prozeß vor einem Stämmen gebildete Mahalla zwischen Settat und dem Klient schwer beleidigt fühlen muß. Die mir in den Mund ge- polnischen Gericht durchgeführt wurde. Stallon, der aus Angst Meere vorrückt und gestern 50 Kilometer füdwestlich Casablanca legte Aeußerung konnte ich um so weniger tun, als mir bekannt vor Attentaten seine Wohnung nicht mehr verließ. wurde lagerte. General d'Amade hat Settat verlassen, nachdem sich ihm war, daß mein Klient nicht zu den von Ihnen charakterisierten Sigredakteuren gehört, sondern in der Redaktion seines Blattes durch ist zu einer Ausfahrt bewogen. Einer der Mitatten- größere Teile der Mzab und Uled Said unterworfen haben. täter legte Offizierskleidung an und beleidigte auf der Die Zustände in Fez. ein wichtiges Ressort selbständig bearbeitet. In Wirklichkeit habe ich als strafmildernd nur die mangelnde Straße den deutschen Vizekonsul v. Lerchenfeld. London, 18. Februar. Daily Telegraph" meldet aus Tanger, Urteilsfähigkeit und stilistische Gewandtheit der Gewähr 3- dadurch gezwungen, dem deutschen Vizekonsul. für die Bes daß in Fez fortgefeßt anarchische Zustände herrschen. Die Lage männer hervorgehoben, ein Argument, welches, wie der von leidigung seine Entschuldigung zu machen. Bei dieser Gelegenheit in den jüdischen Quartieren sei tritisch. Englische, deutsche und Ihnen gedruckte Bericht dartut, nicht nur als Schub wurden gegen den Wagen brei Bomben geschleudert, die französische Kuriere, welche fich auf dem Wege nach Tetuan befanden, nicht und explodierten einwand für sozialdemokratische Redakteure jedoch niemand berlegten. feien von Angehörigen des Argherastammes a usgeraubt und geltend gemacht werden kann. Die Bomben wurden wurden von zwei Frauen aus dem Fenster die Brieffchaften, welche sie mit sich führten, vernichtet worden. Ich ersuche Sie höflichst, diese Berichtigung in die nächste eines Hauses geworfen. Beide entkamen. Wanda Dobrodzica Eine Interpellation von Jaurès. Nummer Ihres Blattes aufzunehmen. wurde nunmehr angeflagt. Die Ursache zu Die Ursache zu dem Attentat Paris, 18. Februar. Jaurès interpellierte in der Kammer Hochachtungsvoll das Blutregiment, Spiegel, Rechtsanwalt. in Barschau Bichon über die Vorsichtsmaßregeln, die von der marokkanischen etabliert hatte. Unter feiner Regie wurden eine Menge Personen Staatsbant ergriffen worden feien, um den Vorschuß von , Vaterländischer Geist und Hamburger Volksschule." aus politischen Gründen hingerichtet. Deshalb beschloß die Stampf 21 Millionen Front ausschließlich dem gwede des Unterhalts der Unter dieser Ueberschrift stand im vorigen Jahre in den organisation das Attentat. Die Angeklagte gab das Tatsächliche zu, Polizei in den Häfen zuzuführen; ferner über die Mitteilung Mulay " Hamb. Nachrichten" ein Artikel, in dem wütende Ausfälle gegen erklärte, daß sie aus politischen Motiven gehandelt habe bafids an das diplomatische Korps und die Vorschläge, die von den in der Hamburger Volksschullehrerschaft herrschenden Geist ge- und daß ihre persönliche Ethil es ihr verboten hätte, das grausame worden seien. Minister Pichon erklärte sich bereit, die Anfrage zu macht werden, weil ein Lehrer Harder in der Pädagogischen Re- Wüten Skallons länger zu dulden. form" sich gegen die Wiederaufnahme der Sedanfeier Die zarische Regierung hatte vor den polnischen Geschworenen beantworten, wenn er sichere Austünfte erhalten haben werde. fein Glüd. war bas Stallon Sfallon wurde Die Diese berneinten einstimmig beide auf beraussprach. Harder, der Vorstandsmitglied der Hamburger Ortsgruppe der Friedensgesellschaft ist, sagt u. a., es sei endlich an der suchten Mord und Vergehen gegen das Sprengstoffgefeß lautende Zeit, daß man eine Quelle zustopfen soll, die den Chauvinisten Schuldfragen, worauf der Freispruch verkündet wurde. beider Nationen Wasser auf ihre Mühlen liefert." Dobrodzida wurde sofort freigelassen, da der Staatsanwalt die Nichtigkeitsbeschwerde nicht anmeldete. Die vernünftigen Gedanken unzugänglichen Hamb. Nachr." leisteten sich darauf folgendes Denunziationsstücklein: Ungarn. Gegen die Verpreußung des deutschen Verfammlungsrechts. Die Reaktion sorgt dafür, daß das Berliner Proletarial Darf die hamburgische Behörde dies ruhig geschehen in Kampfesstimmung bleibt. Bald zwingt man die Arbeiterlaffen? Wir denken: nein. Wir unsererseits machen fein Hehr Verspätete Beileidskundgebung. daraus, daß, wenn wir an Stelle der Oberschulbehörde wären, Das ungarische Abgeordnetenhaus hat von der üblichen Bei- schaft, für die Erweiterung ihrer Rechte, die man ihr hohnwir mit denjenigen Volksschullehrern, die öffentlich gegen die leidskundgebung für den getöteten König von Portugal infolge boll ablehnt, zu kämpfen, bald drängt man sie in den Ab. Pflege der vaterländischen Gedanken zweds Schonung des Ge- des Einspruches der Opposition und einiger Angehörigen wehrkampf, in dem sie ihre wenigen Rechte zu verteidigen fühls der Franzosen aufträten, turzen Prozeß machen der Regierungspartei zuerst abgesehen. Jekt ift bas hat. Ein Reichsvereinsgesez gehört zu den ältesten Versäumnis nachgeholt worden, allerdings unter erneutem Forderungen der deutschen Arbeiterschaft; aber ein Reichswürden." Dem hamburgischen Schulmeister" Harder wirft der Artikel. Einspruch der Opposition. Jm Abgeordnetenhaus bereinsgefeß, wie das jetzt dem Reichstage vorgelegte, ist schreiber( Hofmann) Insolenz"( Frechheit)," Dreistigkeit"," Un schlug nämlich gestern Ministerpräsident Weterle vor, das nichts anderes als die Karikatur dessen, was man unter wissenheit" und" Faselei" vor. Harder verklagte Hofmann, der für Haus möge wegen der Ermordung des Königs und Kron einem Vereins- und Versammlungsrecht verstehen würde. den politischen Teil des Scharfmacherorgans verantwortlich ist, prinzen von Portugal sein Beileid aussprechen. Ugron erklärte, wegen Beleidigung und erzielte auch, wie seinerzeit berichtet, die er verabscheue wohl jeben Morb, aber auch diejenigen, welche die Dieser Entwurf bedeutet nichts anderes als eine VerVölker der Freiheit berauben und die Parlamente preußung der deutschen Versammlungsfreiheit. Ja Verurteilung des in seinen patriotischen Gefühlen tief verlebten auseinan berjagen und beantragte, nur dem portugiesischen mehr: Der neue Entwurf enthält eine Reihe von Be deutschen Redakteurs" so hieß es in der Begründung zu einer Bolte das Beileib auszusprechen. Minister Apponyi erklärte, Stimmungen, die sogar das bisherige preußische Vereinsgeset Geldstrafe von 30 M. man sei nicht berechtigt, sich in die innerpolitischen Verhältnisse i daneben liberal erscheinen lassen. Der Zwang zur Bureauwahl, der Zwang gegenüber dem Vorsitzenden, unter Umständen, die der Pohzei gefallen, die Versammlung selbst zur Auflösung zu bringen und damit der Behörde eine Verantwortung abzunehmen, ist auch für Preusien unerhört. Der Sprachenparagraph ist zwar im bisherigen preußischen Gesetz nicht enthalten, aber aus preußischem Geiste geboren. Auf die preußische Polenpolitik zugeschnitten, ist er gleicherzeit so raffiniert ausgeklügelt, daß er das Koali- tionsrecht der fremdsprachlichen Arbeiter in der Praxis be- scitigt, ja, auch den deutschen Arbeitern eine Aufklärung der fremden in deren Landessprache unmöglich macht. Daß die Landarbeiter auch fernerhin rechtlos bleiben sollen, ist echt preußisch.— Gin solcher Gesetzentwurf mußte natürlich die immer tampfbemte Berliner Arbeiterschaft in Massen zum Protest auf die Beine bringen. So kam es. daß die Referenten in den gestrigen 33 Versammlungen trotz des schlechten Wetters vor gewaltigen Menschennlengen(Männern und Frauen reden konnten. Ginstimmig wurde überall die folgende Resolution an genommen: „Der von der ReichSregierung dem Reichslage vorgelegte Entwurf eines Vereins- und Versammlungsrechts ist als reaktionär zu verwerfen. Tie im Entwurf vorgesehene Anmeldepflicht sowie die Polizeiaufsicht über Vereine und Versammlungen, ferner die Beschränkung der Ausübung des Versammlungsrechtes unter freiem Himmel, die nicht lediglich der Rücksicht auf den Verkehr entspringt, ist ein Hohn auf das einfachste Recht jedcS Menschen. sich mit andere» über die gemeinsam interessierenden An- gelegenhciten zu besprechen und gemeinsame Maßregeln zu bc- schließen. Der Sprachenparagraph charakterisiert sich als ein Mittel gewalttätiger Unterdrückungspolitik und zugleich als ein An- schlag auf die Organisationsbestrebungcn der Arbeiter. Die Aufrcchterhaltung der landesgesetzlichen KoalitionS- verböte für bestimmte Arbeiterkatcgorien entspringt dem Be streben, auch fernerhin im Interesse der Ausbeuter, insbesondere der Agrarier, das ländliche Proletariat im Zustande rechtloser Halbleibeigenschaft zu halten. Die Versammlung fordert in Uebereinstimmung mit dem sozialdemokratischen Programm: Abschaffung aller Ge- setze, welche die freie Meinungsäußerung und das Recht der Vereinigung und Ver- sammlnng einschränken oder unterdrücke n." »» « Erster Kreis. Die Versammlung in D r ä s e l s Festsälen war gut besucht. Das Referat hielt Genosse Rcichstagsabgcordneter A I b r e ch t. In seinem zirka cineinhalbstündigen Vortrage gab der Redner ein treffendes Bild von dem Entwurf des Vereins- und Versammlungs- rechtes. Wiederholt von Beifall unterbrochen, übte der Referent eine vernichtend« Kritik an den reaktionären Beftiimnungen des vorliegenden Rcgicrungscntwurfes. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Nach einem kernigen Schlußwort des Ge- nosscn Wolderskh, in dem er zum Eintritt in die Organi- sation und zum Abonnement der Parteipresse aufforderte, schloß die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie. Zweiter Kreis. Die Versammlung bei G o ß m a n n in der Kreuzbergftraße war überfüllt. Die treffenden Ausführungen des Genossen Kloth über den Vercinsgesctzcntwurf fanden allseitigen Beifall. Nach kurzer Diskussion wurde die bekannte Resolution einstimmig an- genommen. In der Versammlung bei K l i e m in der Hajenheide, die von 1000 Personen besucht war, referierte Genosse Hilden- b r a n d. Er zeigte an der Hand eines reichen Materials, wie schikanös die Polizei da und dort gerade die Uebcrwachung von Versammlungen der politisch und gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft handhabte. Er verglich das Vcreinsgesctz Preußens mit den süddeutschen Bestimmungen und ging dann zur Kritik des jetzt dem Reichstage vorliegenden Entwurfes über. Leb- hafter Beifall lohnte den Redner für seine treffliche Kritik. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Dritter KreiS. J,m Lokal„Lebensquelle" in der Kommandantenstraße, hatten sich zirka 000 Besucher eingefunden. Genosse Grunwald als Referent entledigte sich seiner Aufgabe in einem cinstündigen Vortrage. Der reiche Beifall während und am Schluß des Vor- träges zeigte, wie sehr die Versammelten mit den Ausführungen einverstanden waren. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Zu bemerken ist noch, daß ein reiches Polizeiaufgebot zum Schutze der Versammlung in dem oberen Saal unterge- bracht war. Vierter Kreis. Die Versammlung in„Sanssouci" lvar bon� 1600 Personen besucht, worunter sich ein großer Teil Frauen befand. Reichstags- abgeordneter Eichhorn, welcher das Referat übernommen hatte, schilderte zunäcksst, wie man dazu kam, der schwachen Ehehälfte im Block das Reichsvercinsgesetz als Hochzeitsgeschenk zu über- reichen, was viel Heiterkeit unter den Anwesenden hervorrief. Längere Zeit beschäftigte er sich mit dem alten Vereinsgesetz; aus eigener Praxis konnte er viele Schikanen vorführen. Die Vorlage des neuen Reichsvcreinsgesetzes zunächst im allgemeinen er- läuternd, ging er dazu über, die einzelnen Paragraphen unter die Lupe zu nehmen. Vorgänge der letzten Zeit beweisen die Un- Haltbarkeit derselben. Auf den Sprachenparagraphen lenkte er besonders die Aufmerksamkeit der Zuhörer. Reicher Beifall lohnte den Redner. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung im Litfinschcn Saale in der Memeler Straße war überfüllt. Genosse S a s s c n b a ch referierte dort. Seine Ausführungen wurden öfter von Beifallskundgebungen unter- brachen. Die Resolution fand cinstimimge Annahme. Die Versammlung im Elhsium in der Landsberger Allee war von zirka 1200 Personen besucht. Das Referat hatte der Genosse Reicbstagsabgeordneter Paul Singer übernommen. Derselbe schilderte in l'/zstflndiger Rede ausführlich die Schäden des Reichs-VercinsgefetzeS. Der von reichem Beifall oft unter- brochcne Vortrag endete mit der Annahme der bekannten Resolution.— In der Diskussion kritisierte Genosse Beck- mann das Polizei-Aufgebot im Vordersaale und auf der Straße vor dem Lokal.— In seinem Schlußwort warnte Genosse Singer davor, sich provozieren zu lassen, llllit einem anfeuernden Appell des Genossen Kupfer, unsere Partei- und Gelverkschafts- presse zu unterstützen, schloß derselbe die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie.— Der Saal war polizeilich ab- r Fünfter Kreis. Im historischen„Alten Schützenhause" referierte der Genosse Ulrich. Die Zahl der Besucher betrug etwa 600. Die Polizei hatte„vorsichtigerweise" im Hause selbst eine Wache untergebracht, um auch ihrerseits das preußische Vereins- und Versammlungsrecht entsprecheud zu illustrieren. In der Dis- kussion sprach ein Freisinniger, der sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärte. Sechster Kreis. Die Versammlung in der Kronen-Brauerei, in welcher Rcichstagsabgeordnetcr Brey ein wohldurchdachtes Referat hielt, war von zirka 3000 Genossen und zahlreichen Frauen besucht. Die Polizei übte hier die Praxis, die Versammlung nicht ab- zusperren, so daß die Genossen, nachdem die Tische entfernt waren, um 5� Uhr die Absperrung wegen Uebersüllung selbst vornehmen mußten. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. In den Pharus-Sälen referierte Reichstagsabgcordneter Emmel vor reichlich 1500 Zuhörern. Er schilderte in launiger Weise den Entwurf des neuen Reichsvercinsgesetzcs, zeigte seine Schäden und verglich damit die Vereinszustände in den süddeutschen Staaten. Er zeigte durch verschiedene Beispiele, welche Uebergrisfe die Polizei unter dem jetzigen Vercinsgcsetz sich erlaubte, und wie zu befürchten sei, daß diese Uebergrisfe weiter dauern würden, wenn der Entwurf Gesetz wird. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten. Die vorliegende Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Genossen Polt und Bahn stimmten in der Diskussion den Ausführungen des Referenten zu; letzterer beleuchtete besonders den Sprachengebrauch. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Im Kolbergcr Salon referierte Genosse Adolf Cohen. Die Versammlung war bis auf den letzten Platz besetzt und auch von vielen Frauen besucht. Der Referent zerpflückte in IlHstün digen Ausführungen, vielfach von Beifall unterbrochen, das be stehende Vercinsgesetz und die schikanöse Auslegung seiner Bc stimmungen durch die Behörde bei Ausübung des Koalitionsrechts seitens der Arbeiter. Er zeigte dann, was man zu erwarten habe, wenn der neue Entwurf Reichsgesetz werde. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die bei W i l k e in der Brunnenstraße tagende Versammlung war schon frühzeitig überfüllt. In vorzüglicher Weise schilderte der Referent Genosse Böhle, in welcher reaktionären Art die herrschende Klasse bestrebt gewesen ist, das VereinlSgesetz ihren Wünschen gemäß zu gestalten. Die Resolution fand einstimmige Annahm«. Jin Bernhard Rose-Theater in der Badstraße waren zirka 1100 Personen anwesend, darunter eine größere Zahl von Frauen. Genosse Kotzke referierte. In zirka 1>/-> stündigem Vor- trage schilderte er, oft von Beifall unterbrochen, dw„Schönheiten" des reaktionären Vereinsgesetz-Entwnrfes. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Beim Verlassen des Lokals stimmte die Versaminlung die Marseillaise an. Die Versammlung in den Berolinasälen in der Schön- hauser Allee 28, war vollständig überfüllt. Gegen 7% Uhr wurde das Lokal polizeilich abgesperrt und viele Hunderte mußten wieder umkehren. Die Stimmung in der Versammlung war vorzüglich. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung in Arndts Fcstsälen war besucht von zirka 150 Personen. Genosse S a b a t h erläuterte in längcrem klaren Vortrage den reaktionären Gedanken, der diesem Reichsver- einsgesetz zugrunde liegt. Die deutsche Reichsregierung wird heute von dem Junkertum beeinflußt. Was die Junker wünschen, wird gemacht. Der eigentliche Volkswille wird vollständig ignoriert. Einer gerechten scharfen Kritik unterzog der Redner den H 7 des Gesetzentwurfs, welchen er als Ausnahmegesetz bezeichnete. Hier- gegen haben die deutschen Arbeiter energischen Protest zu erheben. Die vorliegende Resolution wurde mit Einstimmigkeit angenommen. Tcltow-Beeskow. Rixdorf. Für Rixdorf waren 2 Versammlungen arrangiert, welche über- rillt waren. Beide Referenten verstanden in packender Weise die erschienenen Massen zu fesseln. Die Polizei war sehr auf dem Posten, wenn auch nicht in dem Maße, wie am 9. und 12. Januar. Es liegt nun einmal im System, ruhigen Versammlungsbesuchern durch fliegende Polizeiwachen auch auf der Straße den größten Schutz angedeihen zu lassen. Im Lokal von H o p v e waren gegen 2000 Personen anwesend. Genosse S t ü ck l c n zeigte an der Hand drastischer Beispiele, daß die heutige Arbeiterschaft ein viel größeres Interesse an der Ver- sammlungsfreiyeit habe, als die vor 10 Jahren. Wenn Preußen in dieser Frage stehen geblieben ist, kann das Proletariat es nicht als eine liberale Tat ansehen, wenn das Vercinsgesetz jetzt einer Aendcrung unterzogen worden ist, die einer Verschlechterung min- destens sehr ähnlich sieht. Von dem Referenten wurden bei Ver- gleichung des Vereinsgesetzes in den verschiedenen Staaten die polizeilichen Schurigeleien, die Kautschukparagraphen, der ver- knöcherte Bureaukratismus seitens der Behörden scharf gegeißelt. Da für die Zukunft alle Versammlungen angemeldet werden müssen. so bedeute diese Bestimmung für Württemberg beispielsweise einen u.lhaltl.aren Zustand. Daß die polizeiliche Ueberwachung bestehen bleibt, kennzeichnet so recht den Polizc�taat Preußen. Frauen nicht mehr im Segment zu halten, ferner die Minderjährigen an Ver- sammlungen teilnehmen zu lassen, ist jedenfalls keine große Tat und wohl aus ganz bekannten Gründen bewilligt worden. Daß in Versammlungen nur deutsch gesprochen werden darf, ist eine Maß- rcgel, der das deutsche Volt energisch entgegentreten mutz. Das Volk, die treibenden Massen haben also die höchste Pflicht, durch Aufklärung und Verbreitung der sozialistischen Ideen immer neue Anhänger zu gewinnen. Bei Thiel war der Saal gedrängt besetzt. Der Referent, Genosse S t r ö b e l, erläuterte den vorlegten Reichsvercinsgesetz- entwurf, zeigend, daß dieser in einzelnen Punkten nicht nur die süddeutschen, sondern sogar die preußischen Zustände verschlechtere. Die beißende Kritik der preußischen Vereinsgesetzgebung und die Handhabung durch unsere Polizei löste wahre Beifallssalven aus. Die konservativen Anträge verbösern den vorgelegten Entwurf noch ganz besonders. Mit zweierlei Maß wird in Preußen gemessen. Was den Bürgerlichen erlaubt ist, ist den Arbeitern verboten. Den fremdländischen Arbeitern ist nicht nur der Beitritt zu den poli- tischen Vereinen, sondern auch jede öffentliche Betätigung in ihrer Muttersprache verboten. Wir sind gezwungen, zu den ausländischen Arbeitern in ihrer Muttersprache zu reden, um diese Leute auf- zuklären. Die Auflösungspraxis unserer Polizeiorgane ist eine rigorose. Die Arbeiterschaft hat alle Ursache gegen dieses rcaktio- näre Reichsvereinsgesetz auf das Entschiedenste zu protestieren und diejenigen zur Verantwortung zu ziehen, die für dieses Gesetz stimmen. Die bürgerlichen Parteien haben sich mit ihrem ge- füllten Geldsack eine Schutztruppe geschaffen, sorgen wir dafür, daß unsere Reihen sich schließen und jeder seinen Mann steht. Sozial- dcmokrat sein heißt Kämpfer sein! Der starke Beifall zeigte, daß die Versammelten gewillt sind, diese Worte zur Tat werden zu lassen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Eharlottcnburg. Die im Volkshause tagende Protest- Versammlung gegen den Reichsvereinsgesetzentwurf war sehr gut besticht. Reichstagsabgeordnetcr Genosse Wolfgang Heine sprach in ausgezeichnetster Weise über den reaktionären Entwurf der Regie- rung. Die Versammlung nahm die Rede mit stürmischem Beifall auf und votierte einstimmig für die Resolution. Schöneberg. Im großen Saale der Schloßbrauerei waren 1500 Personen, unter ihnen viele Frauen, versammelt. Ge- nasse Molkenbuhr geißelte an der Hand eines reichhaltigen Materials das bestehende Vereinsrecht, indem er den Versammelten den geschichtlichen Werdegang desselben vor Augen führte. An drastischen Beispielen zeigte er die Wirkungen der gesetzlichen Be- stimmungen in den Händen der Behörden und verglich damit die Zustände in anderen, freieren Staaten. Unter anderem schilderte er die Verhältnisse in New Jork. Weiterhin ging der Redner auf den dem Reichstage vorliegenden Entwurf des Reichsvcreinsgesetzes ein und kritisierte in sachlichster Weise die einzelnen Bestimmungen desselben. Unter lebhaftem Beifall der Anwesenden kam der Re- ferent zu dem Schluß, daß der Entwurf dieses Gesetzes unbedingt zu verwerfen sei. Dagegen müssen wir ein freies Verein?- und Versammlungsrecht verlangen. Tie vorgelegte Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Wilmersdorf. Die Zahr der Dersammlungsbesuchcr j im „Luisenpark" betrug zirka 300 Personen. Referent war Genosse Lehmann- Wiesbaden. Ein Redner sprach im Sinne des Rese- rcntcn.— Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Steglitz. Die frühzeitig in großer Zahl nach Schellhases Saal strömenden Bersammlungsbesucher fanden nicht all«- Platz. Gr- nosse K u n e r t hielt vor der überfüllten Versammlung ein mit stürmischem Beifall aufgenommenes Referat. Treptow- Baumschulenweg. Trotz des strömenden Regen? hatten sich 500 Männer und Frauen in Speers Festsälen einge« sundcn, um den 2stündigen, aufklärenden und zündenden Ans- führungen des Genossen Z u b e i l über die Reichsvereinsvorlage zu folgen. Derselbe kritisierte unter lebhaftem Beifall die Para- graphen des Rcgicrungsentwurfes sowie die Stellungnahme der bürgerlichen Parteien hierzu. Gegner meldeten sich trotz Ausfordc- rung nicht. Die Resolution fand einstimmige?lnnahmc. Zum Schluß wurde auf die bevorstehende Gemeindewahl und die Land- tagswahl hingewiesen. Darauf wurde die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Nieder-Barnim. Lichtenberg. Im großen Saale des„Schwarzen Adlers" waren gegen 1000 Personen versammelt, um ein Referat des Ge- nassen F r a n k- Mannheim entgegenzunehmen. Unter stürmischem Beifall geißelte Redner die Widersinnigkeiten des bestehenden „Vereinsrcchtes". Auf das kommende Reichsvereinsgesctz ein- gehend, zeigte er die Absicht der Regierung, vor allem die Arbeiter mit den Paragraphen 7 und 16 zu treffen. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird noch ein gutes Stück Arbeit zu leisten haben, um die schlimmsten Fußangeln zu beseitigen. Leider wird aber der Block wohl geschlossen vorgehen, um den verschiedensten anderssprechendeu Volksteilen ihre Muttersprache zu rauben. Es gelte noch ein gewaltiges Stück Agitationsarbeit zu leisten, um die Volksmassen auf die Beine zu bringen und geschlossen gegen die ein fteies Vcreinsrecht erdrückenden Bestimmungen zu pro» testieren. Pankow. Im„Feldschlößchen" in der Berliner Straße referierte Genosse S t ü h m c r vor vollbesetztem Hause(220 Per- sonen). Heftige Protestrufe der Versammelten gegen den ge- schilderten Entwurf des Rcichsvereinsgesetzes unterbrachen oft seine Rede. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Reinickendorf-Ost. Die im„Seepark" abgehaltene Versamm- lung war von rcicklich 200 Personen, darunter zahlreichen Frauen. besucht. Die Ausfuhrungen des Genossen W u tz k y- Rixdorf fandet, lebhaften Beifall. Rummelsburg. Genosse StadthaAen referierte vor einer überfüllten Versammlung in zirka 1l4stundig«m Vortrage. Ein» leitend wies er die Ungerechtigkeit des bisherigen VereinsgcsetzcS nach. Daß sich dasselbe bis heute balten konnte, daran sind die bürgerlichen Parteien, speziell der Liberalismus, schuld. Das neue Gesetz hat ja Verbesserungen; jedoch wiegen die Verschlechterungen dieselben vollständig auf, za überwiegen dieselben bei weitem. DaS Gesetz bringt sogar gegenüber dem preußischen Rechte Verschlechte- rungen. Während es in Baden, Württemberg und Hessen ohne Anzeige geht, werden wir im übrigen Deutschland bevormunde Der 8 14 ist überflüssig, eine Schikane und die Polizeiaufsicht ein Ausnahmerecht gegen die Arbeiter. Eine schwere Verschlechterung ist auch die Wortentziehung eines Redners auf Anordnung des Ueberwachenden. Das größte Unrecht bringt uns der§ 7, weil hier zirka 1 Millionen Polen die Möglichkeit sich zu koalieren genommen wird, da die große Mehrzahl von ihnen nicht imstande ist, die deutsche Sprache zu beherrschen. Ebenso gehen durch§ 16 da? Gesinde und die ländlichen Arbeiter ihres Koalitionsrcchts verlustig. — Die vorgelegte Resolution wurde einstimmig angenommen. Mit einem begeisterten Hoch auf das allgemeine Wahlrecht wurde die Versammlung geschlossen. Weitzensce. Hier sprach Genosse Ebcrt im vollbesetzten Prälatensaal. Mit großer Spannung folgte die Versamm- lung unter öfteren Beifallskundgebungen seiner Kritisierung deS Reichsvereinsgesetzentwurfes und dementsprechendcn Erläuterungen. Die ohne Diskussion angenommene Resolution zeugte von dem Un» willen der Bevölkerung über das heutige Vereins- und Wer« ammlungsrecht sowie den Reichsvereinsgesetzentwurf. flua InduCtm und Handel. (Siehe auch 1. Beilage.) Der deutsche Drogen- und Chemikalienhandel. Die erzielte/» Umsätze im letzten Jahre sind als sehr gut zu bezeichnen. In den letzten Monaten ist eine Abichwächung eingetreten, die sich jedoch nicht in vollem Umfange bemerkbar macht, da durch die Kranken» lassen ein feststehender Verbrauch von Medikamenten gesichert ist. Die Ausiuhr, namentlich nach den Vereinigten Staaten und nach den ostasiatischen Ländern hat sich vermindert. Die Streiks in den verschiedenen Gewerben, besonders der langandauernde der Schauer» leute in Hamburg, brachten wochenlang Verlegenheiten und Stockungen des Absatzes. Die japanische Kohlengewinnung ist entsprechend dem industriellen Aufschwung des Landes in starkem Steigen begriffen. 1906 wurden 11,6 Millionen Tonnen, 1906 rund 13 Millionen Tonnen gefördert und 1907 ist wiederum eine starke Steigerung eingetreten. DaS Hauptkohlengebiet ist die südlichste größere japanische Insel Kiuschiu, wenn auch die beste japanische Kohle in Hokkaido aus Jesso ge- wonnen wird. Kiuschiu war 1906 an der gesamten japanischen Kohlenförderung mtt79Proz. und zu einem Werte von 60 Millionen Marl beteiligt. Letzte Nachrichten und Ocpclchca Solidaritätsstreik. Kiel, 18. Februar.(W. T. B.) Infolge der Entlassung eines Arbeiters haben heute ungefähr 300 Arbeiter der Schisfsbauwerft der Howaldtswerke die Arbeit niedergelegt. Millionenelend. London. 13. Februar.(W. T. B.) Der Vizekönig von Indien telegraphiert, daß weiter im ganzen nördlichen und zentralen Indien Regen gefallen sei, ebenso mäßiger Regen in einem Teile der inneren Provinzen, und leichter Regen in Madras, Ost- Bengalen und Assam. Die Aussichten der Frühjahrsernte seien gebessert, vorläufig aber vermehrten sich die Bitten um Unterstützung rasch. Die Gesamtziffer der Personen, welche staatlicke Unter- stützung erhalten, betrage für ganz Indien 902,836. Fünf Opfer. Paris» 13. Februar.(W. T. 33.) Nach einem dem Marine- Ministerium zugegangenen Telegramm sind von der bei der Explosion an iSord des Kreuzers„Descartes" verwundeten Mann. schaft noch 2 Heizer ihren Verletzungen erlegen. Die Zahl der bei dem Unfall ums Leben Gekommenen beträgt insgesamt fünf. Lerantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.:Th. Glocke» Berlin. Druck u.Verlog:VorwärtsBuchdr.u.Berlagsanstalt Paul Singer öe Co., Berlin L)V. Hierzu 3 Beilage» u.UnterhaltungSbl, Dr. 42. 25. Jahrgang. 1. Iriligt Ks Jarröls" Kcrlim NslksdlM Mlllolh. 19. Februar 1998. R.eickstag. 104. Sitzung d o m Dienstag, den 18. Februar 1908, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstische: Kraetke. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Be ratung des Etats der Reichspost- und Telegraphenverwaltung. Die Beratung wird beim Kapitel»Besoldungen" Titel»Post« und Telegrapheninspektoren" sortgesetzt. Der Titel wird bewilligt. Beim Titel.Oberpost- und Obertelegraphenasfistenten, Post- und Telegraphenassistenten" erwähnt Abg. Eickhoff(freis. Bp.): Dost sich im Jahre 1894 ein junger Postasfistent in Leipzig ohne Einholung der Genehmigung der vor- gesetzten Behörde an einem Geschäft beteiligt habe und deshalb mit der Anstellung um IjJahr zurückgesetzt sei; er bittet, ihm wenigstens die Alterszulagen zu gewähren. Direktor im Reichspostamt Frank: Bei dem betreffenden Beamten lagen auch zerrüttete BermögenSverhältnisse und mangelhafte Dienstsührung vor. Abg. Kopschoie aber die Gewerkschaften die Aufgabe haben, die verheerenden Wirkungen der Krisen für die Arbeiterschaft abzuschwächen, und dazu auch imstande sind, wenn die Arbeiter nur für eine starke Organisation rechtzeitig sorgen. Geschieht dies endlich einmal auch in der Knobenkonfeition. so wird auch hier die Zeit nicht mehr fern sein, wo schätzenswerte Vorteile errungen werde». In der Diskussion sprach eine ältere Arbeiterin, die seit An- fang der achtziger Jahre in der Konsektion tätig ist. Sie führte unter anderem aus. daß für ÄnabenpaletotS, die' jetzt mit 70, 60 oder gar nur 4S Pf. bezahlt werden, der Arbeitslohn damals 1,25 M. betrug. Rechneten die Frauen bei ihrer unmäßig langen ZlrbeiiSzeit einmal aus, was sie eigentlich in der Stunde ver- dienten, sie würden kaum auf 10 bis I& Pf. kommen. Dringende Pflicht sei es. endlich einmal sowohl in der Knabenlonfektion wie in den anderen Branchen die Massen der Arbeiterinnen und Ar- better dem Verbände zuzuführen. Die Versammlung nahm dann einen kurzen Bericht über den Streik der Koiifcktionsarbcitcr und Arbeiterinnen i n Budapest cntgegen. der mit gutem Erfolg ae- endet, und unter anderen wichtigen Errungenschaften Lohnerhöhungen um 10 Pro�. und mehr gebracht hat. Hierzu nahm die Versammlung einstimmig eine Resolution an, in der die Freude über den Erfolg der ungarischen Kollegen und Kolleginnen ausgesprochen und der Wunsch geäußert wird, daß das Errungene ein Ansporn zu weiteren Erfolgen sein möge. Achtung, Schuhmacher! Der Schuhfabrikant Tschetsche in Frankfurt a. O. sucht ani hiesigen Platze Maschinenzwicker. Wir teilen mit, daß die Arbeiter sich dort seit 14 Tage» wegen Maß- regelung von Maschinenarbeitern im Streik befinden. Zentralverband der Schuhmacher Berlin. Oeutrdxs Reich. Ein Zinkgräberstreik ist im oberschlesischen Industriegebiete ausgebrochen und zwar auf der Ziilkerzgnibe Viktoria bei Städtisch-Dombrowa stikreiS Beuthen) und auf der Donnersmarckscheu Zinkerzgrube Neuhof. Die Ursache des Streiks liegt darin, daß die Arbeiter mit den nach dem neuen KnappschastSgesetze bei der letzten Lohnzahlung ihnen gemachten Ab- zügen für die PenfionSkasse nicht einverstanden sind. Die über Tage beschäftigten weiblichen Arbeiter haben sich der«rbeitseinstelluna angeschlossen. Ain Sonnabend waren von der gesamten 650 Personen starken Belegschaft der Biktonagrube 349 ausständig, am Montag sind von der 220 Personen betragenden Vormiltagslchicht nur 63 er- schteiien. In Neuhof waren Montag früh 160 Frauen von der Vormittagsschicht und mittags 56 von der NachnnttagSschicht fern geblieben.__ Die Dresdener organisierten Metallarbeiter haben sich von dem Schlage, den sie im vorigen Jahre durch die Niederlage in dem langwierigen und opferreichen Kampfe mit der Firma Seidel u. Naumann erlitten sowie von dem imieren Streit mit den jetzigen WiesentHalern ausgezeichnet erholt. Trotz der Abreise von 1748 Mitgliedern lzirka 400 mehr als zugereist sind) haben sie ihre Miigliederzahl konstant erhalte». Sie betrug Ende 1006: 12 275, Ende 1007: 12 205. An Wochenbeiträgen wurden insgesamt 504 480 M. aufgebracht. An Arbeitslosen- und Kranken» Unterstützung wurden insgesamt 123554 M. ausgegeben, an Unter». stütztingen bei Streiks und Maßregelungen von der Haiiptkasie 213 385 M., von der Lokalkasse auch zirka 50 000 M. sinklusive Miets- unterstützung für Streikende)._ Eine vernichtende Niederlage erlitten die gewerkschaftlichen Außenseiter bei der GewerbegerichtS« wähl für Meißen- Land. DaS ganze Sammelsurium von evangelischen Arbeitervereinlern. christlichen Gewerlschastlern und— Militärvereinlern hatte sich zusammengetan, um wenigstens einige Beisitzennandate zu erwischen. ES war nämlich daS VerbällniSwahlsystem eingeführt worden, um das sie sich vorher krampfhast bemüht hatten. Bei der jetzt vorgenommenen Wahl erhielt die Liste deS Meißener Gciverkschastslartells 2005 Stimmen, wäbrend auf die gesamte von 7 Organisationen auf- gestellte Mischmaschliste 66— sage und schreibe ganze sechSundsechzig— Stimmen fielen. Die Mandate fielen sämtlich auf die Liste deS Gewerkschaftskartells. Die blamierten Sonderbiindler hatten das Nachsehen und den Hohn und Spott, den sie in reichstem Maße ver- dient haben. Die Wahl oder vielmehr das Resultat derselben ist nach verschiedenen Richtungen ebenso interessant als erfreulich. Zu- nächst ist daraus zu ersehen, daß tatsächlich in den sogenaniitett evangelischen Arbeitervereinen usw. fast gar keine Arbeiter Mitglieder — wenigstens keine volljährigen— sind, zum zweiten ist die ganze Ohnmacht dieser Auchorganisationen damit dokumentiert. DaS Resultat dieser Wahl war ein vortrefflicher Gradmesser. Wahrhaftig. ein sehr blamabler Hereinfall der Gegner der Arbeiterbewegung in ländlichen Kreisen._ Die Leipziger Lagerhalte» haben mit dem Konsumverein Leipzig-Plagwitz und Umgegend einen Tarifvertrag abgeschlossen, nachdem eS in den Verhandlungen deS Lagerhalterverbandes mit dem Zentralverbande deutscher Konsum- vereine zu keiner Einigung gekommen war. ES wurden Anfangs- geholter in drei Gruppen von 1670,—, 1740,— und 1340,— M. festgesetzt, die nach l3jähnger Tätigkeit bis zu 2380,—, 2480,— und 2580,— M. anwachsen. Für die Lagerhalter in den Warenhäusern beträgt das Höchstgehalt 2710,— M Die früher gewährte WohnungS- entschädigung ist dabei aber jetzt weggefallen. Schuhmacherstreik. In der Schubfabrik von Schloß u. Co. in Fürth sind sämtliche Arbeiter in den Ausstand getreten, weil die Firma sich weigerte, zu der Forderung der Einsührung des neunstündigen Arbeitstages auch nur das geringste Zugeständnis zu inachen._ Internationaler Tarifabschluß. Zwischen Vertretern der kgl. Ungarischen Fluß- und See- scbiffahrtsgesellschast und Vertretern der Hasenarbeiter, mit einem Beamten des Deutschen Hafenarbeiterverbandes an der Spitze, wurde auf gütlichem Wege vor einigen Tagen vor dem Gewerbe- gericht in P a s s a u ein Lohntarif abgeschlossen. Husland. Der Streik in den Bakuer Naphthawerken ist beendet. Die Arbeiten wurden unter den früheren Bedingungen wieder aus, geiiommcn._ Die Arbeitslosigkeit in Amerika. Ein ArbeitSlosenkongretz wurde in der ersten Woche deS Februar in St. Louis abgehalten, arrangiert von einer„BrüderschaftS-Wohl- fahrtL-Bereiiiigung". Vertreter aus allen Teilen des Landes waren anwesend, im ganzen etwa 1000 Delegierte. Vorgeschlagen wurde unier anderem ein Massenzug nach Washington, wie er 1304 unter Anführung des„Generals" Coxev stattfand, und— die Abschaffung der Gewerkschaften. Schließlich ernannte der Kongreß ein Siebener- komitee zur Abfassung einer Denkschrift an den Nationalkongreß in Washington und verlangte Bundesgesetze zur Verbesserung der Lage der Arbeitslosen. In Pitts bürg hat der Stadtrat 220 000 Dollar zu Not- standsarbeiten bewilligt. DaS Rathaus wurde von Arbeitslosen umlagert, als dort Formulare ausgegeben wurden, die für Gesuche um Arbeit, in erster Liine von Familienvätern, auszufüllen waren. Die bewilligte Summe ist gänzlich ungenügend.— In Chicago haben reiche Geschäftsleute einen Fonds von 100 000 Dollar für Notstandsarbeiten gesammelt. Soziales. An die Vorstände der Krankenkassen sowie deren Vereinigungen im Deutsche» Reiche. Auf Grund des Beschlusses der Reichskonferenz der Krankenkassen-Vereinigungen Deutschlands vom 26. Januar 1998 berufen wir hiermit den IV. allgemeinen Äongreß der Krankenkasse» Deutsch- lands zum Montag, de» Ii. und Dienstag, den 12. Mai 1993, vormittags um 19 Uhr, nach Berlin in den „Germania-Prachtsälcn"(Großer Saal), Chansieestr. 119, ein. Tagesordnung: 1. Die Bestrebungen zur Reform der Arbeiterverstche« ruilg. Referent: Herr G. Bauer, Berlin. 2. Die Bedeutung der Selbstverwaltung der Kranken- kasse'n und deren Gefährdung. Referent; Herr A. Kohn, Berlin. In diesem Kongreß werden alle Orts-, Betriebs-, Fabriks-, Jnnuitgs-, Knappschafts- und freie Hülfö- Kraukenkassen Teutschlands hierdurch ein- geladen. Wir geben uns der Hoffnuilg hin, daß auch die Krankenkassenvorstände die Notwendigkeit des Kongresses einsehen werden, da es gilt, der Regierung unsere Wünsche gemeinsam zu erkennen zu geben. Wir ersuchen daher alle Vorstände genannter Kranken- kassen, unverzüglich Stellung zu nehmen. Delegierte zu wählen und deit Kongreß zu beschicken. Wo mehrere Kassen an einem Orte sind, können diese auch gemeinsam zu der Beschickung des Kon- g r c s s e s Stellung nehmen. Die Kosten für die Beschickung trägt jede Kasse rcsp. Kassenvcreinigung selbst. Der Llongreßbeitrag beträgt für jeden Teilnehmer 5 M. Dieser Betrag ist vorher bei der Anmeldung zum Kongreß an die unterzeichnete Kasse einzusenden, wonach jeder Gemeldete die Koiigresiniitgliedökarte zugesandt erhält. Es ist daher notwendig, daß jeder Delegierte seine genaue Adresse angibt, damit ihm die Karte auch zugestellt werden kann. Anträge für den Kongreß, welche die Tagesordnung be- treffen, sowie sonstiges geeignetes Material ist spätestens biö zum 1. April d. I. an die Unterzeichnete einzusenden. Jeder Delegierte muß als Ausweis eine Mitglieds- karte oder ein von seinem Krankenkassenvorstand oder Kassenvercinigung ausgestelltes Mandat haben. Auf der Anmeldung ist die zu vertretende Krankenkasse sowie der Mitgliederbestand vom I. März 1998 genau an- zugeben. Ebenso ist anzugeben, ob der Vertreter Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder Kasscnbeamter ist. Die Bezeichnung:„Bor- sitzender oder Vorstandsmitglied" genügt nicht. Das Kongre�bureau wird am Sonntag, den Iv. Mai von vormittags 10 Uhr bis nachmittags k Uhr, in der„Ger- mania", Chausseestr. 110, Hof Part, rechts, geöffnet sein. Es können dort un'ter Vorzeigung der Mitgliedskarte die Kon- greßabzeichen und eventl. Drucksachen in Empfang genommen werden. Berlin SO. 16, den 15. Februar 1908. Engelufer 15, Tel.-Amt. 4, 3953. Die Zentrale für das deutsche Krankenkassenwesen. E. Simanowski. Wo ist der Arbeiter Jrion? Der seltene Fall ereignet sich, daß der FisluS einen Arbeiter sucht, um Geld loS zu werden. ES handelt sich freilich nicht um den preußischen, sondern um den badischen FiSluS, der Geld loS werden will, um sich von einer moralischen Verbindlichkeit durch Zahlung zu befreien. Der Sachverhalt ist folgender: Am 26. Juni 1603 ge> rieten zwei in einer Gefängniszelle zu Offenburg lAjjnsgefängnis) mit Kartonnagearbeit beschäftigte Gefangene infolge einer SpirituS> exploston in Brand, wobei der Arbeiter Heinrich Jrion von T h a l h e i m in unbeschreiblicher Weise verletzt wurde. Wider Erwarten behielt er sein Leben. Sein Entschädigungsanspruch auf Grund des unzureichenden Unfallversicherungsgesetzes für Gefangene wurde aus fol genden Gründen zurückgewiesen: Das Gefangenen• Fürsorge gesetz gewährt eine Entschädigung nur dann, wenn der Unfall die Folge einer Tätigkeit ist, bei deren Ausübung freie Arbeiter nach den Bestimmungen der Reichsgesetze über Unfallversicherung versichert sein würden. Der speziell in Betracht kommende Kartonnagebetrieb setze aber eine Fabrikation gemäß ß 2 Abs. 2 voraus. Im Offenburger Amtsgefängnis werden nun Kartonnagearbeiten zwar gewerbsmäßig auf Rechnung Dritter ausgeführt, hingegen entfallen vom Jahresdurchschnitt(17) der für allerlei Erzeugnisse verwendeten Arrestanten durchschnittlich nur 6— nicht 10— der Gefangenen auf die Kartonnage, deren Betrieb auch kein ständiger, sondern ein vielfach unterbrochener ist. In der badischen Kammer brachte der Abgeordnete Genoffe Geck diesen Fall zur Sprache. Der Vertreter des I u st i z- Ministeriums(Respiziat des Gefängniswesens) bedauerte, daß das Ministerium in diesem Falle Jrion an zwei gleichlautende Richtersprüche gebunden war; vielleicht komme eine künftige Judikatur zu einer anderen Auffassung. Mit Recht habe der Abgeordnete Geck der Regierung unterstellt, daß die Bereit- Willigkeit zu einer aus Billigkeitsgründen zu gewährenden Unfallbeihülfe bisher dort bestand; der Arbeiter Jrion sei aber nicht mehr aufzufinden. Genosse Dr. Frank wünschte in seinem Schlußwort als Referent, daß diese Verhandlung und ihre Publikation den Erfolg bringen werde, daß der Arbeiter Heinrich Jrion sich in Karls- ruhe melde. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei, daß der Arbeiter Jrion sich in Karlsruhe meldet, damit der badische JustizfiskuS Geld an ihn los wird und sich seiner moralischen Zahlungsverbindlichkeit entledigt._ Gewerbliche oder landwirtschaftliche Ardeiter? Um die Großgrundbesitzer, die gewöhnlich in ihrem Reben- betriebe der Landwirtschaft eine Reihe von gewerblichen Arbeitern beschäftigen, vor Zuschlägen zur Beitragszahlung zu schützen, .übersehen" oft die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, daß gewerbliche Facharbeiter laut Gesetz Anspruch auf eine höhere Unfallrente haben. Die Junker wollen aber nicht allein die Beiträge sparen, sie wollen anch nicht haben, daß ein Teil ihreS„Gesindes" in„gehobene Lebensstellung" gebracht wird. Des- halb gewähren die landwirtschaftlichen Berufsgenossenschasten, die ja gewöhnlich von den Junkern wieder verwaltet werden, den gewerblichen Facharbeitern die Unfallrente nur nach dem so erbärmlich niedrigen Jahresverdienste der land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter, der für diese von der Behörde generell für bestimmte Bezirke festgesetzt ist. Man „übersieht" deshalb die Bestimmungen des Gesetzes, die leider den meisten Arbeitern unbekannt sind. § 1 Absatz 6 des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forstwirtschaft lautet: „Wer im Sinne dieses Gesetzes als Betriebsbeamter oder als eine solche Person anzusehen ist, welche zum Unterschied von den gewöhnlichen land- oder forstwirtschaftlichen Arbeitern eine. technische Fertigkeiten erfordernde besondere Stellung einnimmt lz. B. Förster, Gärtner, gewerbliche Facharbeiter, wie Brenner, Maschinensührer, Heizer. Müller. Ziegler, Stellmacher, Schmiede u. a.) wird durch statutarische Bestimmung der Berufs- genossenschaft<8 33) für ihren Bezirk festgestellt. Bis zum Erlaß entsprechender statutarischer Bestimmungen bleiben diese Personen den sonstigen Arbeitern gleichgestellt." Wenn auch das Statut der Bernfsgenossenschaft diese Be- stimmnng aufgenommen hat, so wird die Bernfsgenossenschaft in der „Praxis" den Verletzten doch den niedrigen Jahresverdienst der landwirtschaftlichen Arbeiter anrechnen. Wie sehr diese dann ge- schädigt find, ergibt sich schon aus dem Umstände, daß der orts- übliche Tagelohn landwirtschaftlicher Arbeiter in vielen Gegenden Preußens, Bayerns usw. nur 300—480 M. pro Jahr be- trägt, während der gewerbliche Facharbeiter im Unfälle seinen eigenen Jahresverdienst angerechnet erhalten sollte. Die schwere Schädigung der Verletzten ergibt sich daher sehr leicht. Verdiente der Gärtner z. B. 1110 M. pro Jahr, so müßte seine Vollrente nach den Bestimmungen des Gesetzes 740 M. pro Jahr betragen.„Ucbersieht" nun die schlaue Berufsgenossenschaft diesen Umstand, so erhält er nur eine Rente aus 480 M.. den orts- üblichen Tagclohn landwirtschaftlicher Arbeiter mit 320 M. p r o Jahrl! Ja selbst bei rein gewerblichen Betrieben will die BerufSgenoffen- schaft diesen Grundsatz nicht anerkennen. Bekanntlich sind die Gä r t n e- r e i e n der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft zugeteilt. Ein Kunstgärtner, der mehr als 1100 M. pro Jahr verdiente, sollte als Unfallverletzter nur eine Rente aus dem halb so hohen Jahres- arbeitsverdienst landwirtschaftlicher Arbeiter erhalten. Vergeblich war sein Bemühen, der Bernfsgenossenschaft begreiflich zu machen. daß er Kunstgärtner sei, deshalb auch als Facharbeiter Anspruch auf feinen eigenen JahreSverdienst habe. Das Schiedsgericht gab feiner Berufung mit folgender Begründung statt: „Kläger ist. wie seine Arbeitgeberin, die Firma S., berichtet hat, tatsächlich als K u n st g ä r t n e r anzusehen, da er die hierzu nötigen Kenntnisse und die erforderlichen Erfahrungen besitzt. Er hat schon Jahrzehnte lang als Kunstgärtner bei der Firma S. und in anderen Betrieben gearbeitet und insbesondere auch wiederholt neue Gartenanlagen größeren Stils ausgeführt, wie aus den mehrfachen, von ihm vorgelegten Zeugnissen hervorgeht. Kläger ist mithin im Sinne des 8 1, 6 des land- und forstwirtschaftlichen Unfallversicherungsgesetzes vom 30. Juni 1900 und des 8 40 des Statuts der Berufsgenossen- schaft vom 4. Dezember 1901 zu solchen Personen zu rechnen, die zum Unterschiede von den gewöhnlichen Arbeitern— land- und forstwirtschaftlichen Arbeitern— eine Stellung einnehmen, welche eine besondere technische Fertigkeit erfordert. Der Berechnung der Rente mußte hiernach gemäß§ 9 a. a. O. derjenige Jahresarbeitsverdieust zugrunde gelegt werden, welchen der Verletzte in dem Betriebe, in welchem der Unfall sich ereignete, während des letzten JahrcS bezogen hat. Dieser Verdienst stellt sich nach der von der Firma S. eingereichten und vom Kläger als zutreffend bezeichneten Lohnnachweisung auf 1138,80 M. jährlich" Klus Induftric und Rande!. Gewinnergebnisse in der Textilindustrie. Die Textilindustrie hat im verflossenen Jahr im allgemeinen finanziell sehr gut abgeschnitten. Einige der bis jetzt veröffentlichten Geschästsergebnisse lassen das erkennen. Es erzielten: Reingewinn Dividende M. Proz. Vorjahr Baumw oll spinnerei Augsburg am Stadlbach.... 1 223 611 21 17>/a Mech. Baumwollspinnerei u. Weberei Augsburg... 1 787 668 29'/» 23 Mechanische Weberei Fischen 129 190 2S>/i» 23'/» Baumwollweber. Zöschlings- weiler. Augsburg-... 191259 21 17'/z Mech. Weberei am Mühlbach, Augsburg...... 432 318 25 22'/, Kammgarnspinner. Schedewitz 815 350 18 15 Neue Baumwollspinnerei Bayreuth...... 466 973 20 15 Chemnitzer Aktienspinnerei. 190 359 10 3 Mechan Baumwollspinnerei und Weberei Bayreuth. 437 485 15 10 Kölnische Baumwollspinnerei und Weberei Köln... 554 032 12'/, 6'/, Solche Zahlen rücken das jetzt überall zutage tretende Bestreben der Kapitalisten, die Arbeitslöhne zu kürzen, ins rechte Licht. Und da wagt man uns ganz ungeniert zu sagen:(Nr. 7 des„Konfektionär") „Eine geringe Lohnreduklion wird eintreten müssen. Am liebsten würde man ja jetzt die Arbeitslöhne ganz gewaltig beschneiden, was aber wieder berechtigte Unruhe unter den Arbeitern veranlassen würde." Ja, hätten die Arbeiter keine Organisationen, würden die Herren sich verteufelt wenig um etwaige Unruhe kümmern.— Und wären die Arbeiter noch besser organisiert als sie sind, dann würde man mit den Lohnreduktionen auch noch vorsichtiger sein. Der Abschluß der Nationalbank für Deutschland in Berlin er- gibt einen Bruttogewinn von 9 353 062 M., welcher sich zusammen� setzt aus Gewinn auf Wechsel und Zinsenkonto 6 933 872,09 M., Gelvinn auf Provisionskonto 3 049 848,21 M., Gewinn auf Sorten- und Kuponskonto 61 067.30 M., Verlust auf Effekten und Konsortial- konto 1 045 392,85 M., Vortrag aus dem Vorjahre 353 667,25 M. Nach Abzug der Verwaltungskosten 2 538 858,31 M., Steuern 361 200,88 M., Abschreibung auf Jnventarkonto 171 346,32 M., Ver- lust auf Kontokorrentkonto 122 732,53 M. verbleibt ein verfügbarer Reingewinn von 6 158 923,96 M. Die Dividende soll mit 6 Prozent zur Verteilung gelangen._ Eine technisch-ökonomische Umwälzung. Im österreichischen Eiseubahnministerium macht man bereits seit längerer Zeit Studien über die Elekttifierung des Bahnverkehrs, und daß die Elektrizität steigende Anwendung seitens der Industrien und der Städteverwaltungen als Kraft-, Licht- und Wärmequelle findet, ist bekannt. Die ökonomischen Konsequenzen dieser Umwälzung der Produktionsbedingungen lassen sich gar nicht ermessen. Eine lvichtige Wirkung geht von der gesteigerten Anwendung der Elektrizität aus: eine größere Kohle nffkonomie. Zwar wird eine solche zunächst sich nicht bemerkbar machen können, weil die Ausdehnung der Produktion und die Vermehrung der elektrischen Anlagen im Anfang natürlich den Kohlenbedarf erhöhen muß. Später aber, wenn die elektrische die Dampfkraft allenthalben ersetzt hat und die Kohle nur zu ganz spezifischen Zwecken verwendet werden wird, ist es sicher, daß sich jene Ersparnis im Kohlenverbrauch als indirekte Wirkung einstellen wird. Heute ist die Art des Kohlenverbrauchs trotz wesentlich verbesserter feuerNngsmethoden vielfach noch eine unökonomische. Den Ver- rauch der Kohle nach Möglichkeit zu reduzieren und ihre Ver- Wertung tunlichst zu verbessern und zu vervollkommnen, ist ein Ge- bot der Oekonomie. Dazu kommt noch ein anderer Grund, für eine bessere Aus- Nutzung der Kohle zu sorgen: die enorme K o h l e n n o t. Die kann auch technisch bekämpft werden, Die Feuerungstechniker haben auch schon eine ganze Reihe von Mitteln parat, um den Kohlen- verbrauch zu reduzieren. Man spricht davon, daß sich eine Ersparnis von 20—20 Proz. und mehr erzielen ließe. Die Kohlennot in der eben verflossenen Hochkonjunkturperiode hat zweifellos schon viele In- dustrielle zu einer größeren Oekonomie veranlaßt und die Be- mühungen der technischen Fachleute in dieser Richtung werden gewiß weitere und größere Vorteile zeitigen, als sie heute bereits die Heiz- technik sichert. Denn, wie erwähnt: die Steigerung des Kohlen- Verbrauchs kann zunächst nur verlangsamt werden. Bisher gestaltete ich die Weltproduktion von Steinkohle trotz zeitweiser Abflauung der Konjunktur überaus stürmisch. Es wurden in den Vereinigten Staaten, England, Deutschland, Frankreich, Belgien, Rußland. Oesterreich- Ungarn, Spanien, Schweden produziert(in Millionen Tonnen a 1000 Kilogramm): 1896 1897 1398 1899 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 585 609 637 694 725 737 743 820 835 900 950 Wenn nun auch die Beschleunigung des Abbaus noch einer Steigerung sähig ist, eine Grenze wird in manchen Ländern bald ge- unden sein an den natürlichen Schranken der technischen Förderungs- Möglichkeiten und— not least— an der Ergiebigkeit der Kohlen- gruben selbst. Man denkt deshalb heute schon daran, die Kohle durch einen anderen Stoff zu ersetzen und ist hierbei auf das Petroleum ge- kommen. In Oesterreich beschäftigt sich die Regierung mit der Frage eit einiger Zeit sehr angelegentlich, und die Entlastung des Kohlen- Verbrauchs durch Verwendung von Rohöl ist zunächst für den Eisen- bahn- und Schiffsverkehr in Anssicht genommen. Amerika, dessen Rohölproduktion ja bekanntlich eine enorme ist, verwendet Petroleum schon seit dreißig Jahren als Brennstoff für die Lokomotiven. Ebenso spielt Rohöl in der gleichen Eigenschaft in Rußland und Rumänien schon seit längerer Zeit eine Rolle, und zwar werden daselbst die bei Raffinierung des Rüböls verbleibenden Abfälle ver- wendet. Enlbenziniert wird es voraussichtlich auch anderweit zur Feuerung der Lokomotivkessel Anwendung finden, weil es nur in diesem Zustande von Explosionsgefahr frei ist. Aber an dem schließ- lichen allgemeinen Gebrauch z» Feuerungszwecken ist kaum mehr zu zweifeln. Schon hat das österreichische Eisenbahnministerium den Industriellen, welche eS im eigenen Unternehmen zur Vcrheizung oder zum Motorenbetriebe benutzen wollen, eine Frachtbegünstigung zugestanden. Kurz, die Verwendung des Petroleums als eines Ersatzmittels für Kohle ist in die Wege geleitet. Der Aufschwung der deutschen Erdölindustrie. Gegenüber der Ausbeule der ungeheuren Erdölbezirke in Amerika, Osteuropa und Asien ist die Erzeugung Deutschlands an Petroleum nur geringfügig. Gleichwohl gewinnt der Bohrdistrikt in der Probinz Hannover süd- lich von Celle immer mehr an Ausdehnung und vermag wenigstens einen Bruchteil des heimischen Bedarfs zu decken. Ueber die jüngste Entwickelung dieser Jndustriegegend berichtet die Wochenschrift„Um- schau"(Frankfurt a. M.), daß gegenwärtig 31 Werke mit 260 Bohr- löchern und 1150 Arbeitern in Betrieb stehen. Gerade im letzten Jahre ist ihre Erzeugung stark gewachsen. Im Jahre 1907 wurden rund 70 000 Tonnen Oel produziert, womit die höchste bisherige Förderung im Jahre 1904 um 4000 Tonnen übertroffen worden ist. Während der Tonnenpreis in den schlechtesten Jahren 1905 und 1906 bis 55 Mark gesunken war, beträgt er heute 75—80 M. Hand in Hand mit der gebesserten wirtschaftlichen Lage geht eine wachsende Vervollkommnung der technischen Einrichtungen. Bei Herstellung der Bohrlöcher verwendet man jetzt an Stelle der Trockenbohrung die Spülbohrung, die sich. als durchaus zweckmäßig erwiesen hat. Die Bohrlöcher haben einen nach der Tiefe sich erweiternden Durchmesser von 36— 40 Zentl« meiern. Das einzelne Bohrloch liefert in 24stündigem Betrieb rund 680 Kilogramm in Stemförde und 820 Kilogramm schweren Oels auf der Teufelsinsel bei Wietze, wo sich die meisten Erdölschächte vereinigt finden. Zur Aufnahme des Rohöls sind insgesamt 38 Tanks vorhanden, die zusammen mehr als eine halbe Million Kubikmeter aufzunehmen vermögen. Die Produktion wird ungefähr je zur Hälfte durch die Eisenbahn und auf dem Wasserwege verfrachtet. Ein Fortschritt des Kommuncsozialismus in Norwegen. Da? norwegische Storthing hat der in Nord Trondhjems Amt gelegenen Värdals Komniune aus den Mitteln des Jnvalidenfonds ein Dar« lehen von 2 400 000 Kronen zum Ankauf eines großen waldreichen Geländes mit Sägewerken bewilligt. Die Kommune wird die Aus- Nutzung in eigene Regie übernehmen und unter andern: eine Zellnlose« fabrik anlegen. Der StorthingSbeschluß wurde mit 94 gegen 28 Stimmen gefaßt._ Hus der Frauenbewegung. Bürgerliche Fraueu und das Wahlrecht. In einer öffentlichen, vom Deutschen Verband für Frau?,.- stimmrecht einberufenen Versammlung referierte Dr. Breitscheid über „Das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für Preußen". Der Saal war nur schwach besetzt, der größte Teil der Anwesenden rekrutierte sich aus den Reihen der Sozialdemokratie. Gestützt auf reiches Talsachenmaterial unterzog Redner die preußischen, zum Teil geradezu vorsintflutlichen Zustände einer herben Kritik. Redner streifte auch das Wahlrecht für Frauen und bezeichnete diese Forderung als eine Kulturfrage. Leider war dies etwas dürftig, wenn man bedentt, daß Frauen die Versammlung einberufen hatten. in der allerdings das weibliche Elelement sehr gering vertteten war. Gerade in diesem Punkte hätten wir eine erschöpfende Darstellung gewünscht, sowohl in geschichtlicher als auch in wirtschaftlicher und sozialer Hinsicht, wie es unsere Genossin Zetkin in ihren Vorträgen in vorzüglicher und glänzender Weise getan hat. Die Betonung, daß sich der Ver- band für Frauenstimmrecht in Frankfurt in wärmster Weife für das Reichstagswahlrecht ausgesprochen hat, genügt allein nicht. Redner wies ferner auf das Zenttum hin, das für das Reichstagswahlrecht für Männer und Frauen theorettsch, aber nicht praktisch eintrete, daß es ja von jeher und auch heute noch auf seine Anhänger von Kanzel und Beichtstuhl einwirke. Die Sozialdemokratie sei die einzige Partei, die praktisch für das unbeschränkte Frauenwahl- und Stimm« recht eintrete. Der Freisinn aber führe das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht für beide Geschlechter schon seit un- denklichen Zeiten in seinem Programm, aber praktisch habe er für dasselbe so gut wie nichts getan.(Zwischenrufe: Fischbeck, Kopsch und Wiemer!) Er sei der Krähwinkler Landsturm, und zwischen Bülow hätte er unbedingt das Tischtuch zerschneiden müssen. Aber das freisinnige Programm liege im Glasspinde.„Volks"versamm- lungen gegen— Eintrittskarten sei alleS.(Stürmischer Beifall.) Er, Redner, werde mit seinen Freunden weiter- kämpfen, auf die Gefahr hin. rausgejagt zu werden. Die Arbeiter habe die Sozialdemokratie dem Freisinn schon ent- rissen, mit den Frauen gehe eS ebenso, wenn man nicht dagegen steuere. Redner behandelt noch die Unsinnigkeit des heutigen Wahl» rechts und wendet sich gegen die„Sentimentalitätspolittler, auch die der Sozialdemokratie, die immer weinten: ja. der hat mich vor 10 Jahren einmal beschimpft und der mich auch...." Wir sollten von den Junkern lernen. Und wenn der Block auch flöten gehe, je eher, je besser. ES sei auch eine Schande, daß der Freisinn die Straßendemonstrationen verurteile, die in allen Kulturstaaten erlaubt seien, das beweise, das die Herren von internationalen Gebräuchen nichts verständen. Wo der Polizeisäbel weg bleibe, verliefen diese ruhig. Wenn das Wahlrecht für Männer erst errungen sei, so wäre das eine Etappe auf dem Wege zum Frauenstimmrecht. Dieses solle aber den Frauen nicht als reife Frucht in den Schoß fallen, sondern sie müßten dafür arbeiten. Er kämpfe nicht für Männerrechte, sondern für Menschen« rechte I Die Diskussion bewegte sich, abgesehen von den Auslassungen einiger Konfusionsräte, im Sinne des Referats. Ein Hirsch-Duncker« scher Arbeiter beklagte sich bitter, daß in der„Eintrittskarten-Volks- Versammlung" Arbeiter nicht reden durften. Fräulein LüderS schloß sich dem Referenten an. Unter tosendem Beifall sprachen mehrere Genossen und wiesen unter anderem darauf hin, daß, wenn eS den bürgerlichen Frauen ernst fei, sie sich ja den sozialistischen Frauen anschließen könnten, die wacker für jegliche Gleichberechtigung kämpften. Und das stimmt. Wie viel Interesse übrigens die bürger» lichen Frauen dem Wahlkampfe entgegenbringen, bewies diese Ver- sammlung, die ohne die Anwesenheit der Männer wegen Mangel au Besuch gar nicht hätte eröffnet werden können. Versammlung der Abgeordneten finnischer sozialdemokratischer Frauenorganisationen in HelsingforS. Am 9. und 10. Februar tagte in HelsingforS eine Versammlung ozialdemokratischer Frauenorganisationen. Vertteten waren 22 Ort- chaften durch 26 Delegierte. Zunächst wurde das kommunale Wahlrecht behandelt. Die Versammlung nahm folgende Reso- lution an: Die Frauen müssen Versammlungen einberufen und daS Volk über die Bedeutung des Kommunalwahlrechts aufklären und die schnellste Erledigung dieser Frage von der Volksvertretung ver« langen. Die Frauen haben sich an den allgemeinen Demonstrations« veriammungen zu beteiligen, welche die sozialdemokrattsche Partei veranstalten wird. Der zweite Punkt galt der Einrichtung von Schulküchen. Hier wurde beschlossen, den Gegenstand mit der Eingabe der sozial- demokratischen Reichstagsfrattion über den allgemeinen Schul- zwang zu verbinden und gleichzeitig für die gründliche Ren- gestaltung des Schulwesens einzutreten.— Als dritter Punkt wurde die Mutterschaflsversicherung behandelt. Die Reichstags- abgeordnete Hilja Pärssinen begründete den Antrag nach folgenden Leitsätzen: 1. Mit der allgemeinen Versicherung gegen Krankheit. Arbeits- losigkeit und Arbeitsunfähigkeit ist die Mutterschaftsversicherung zu verbinden. Die Mittel sind durch eine progressive Einkommen- und Eigentumssteuer aufzubringen. 2. Die Versicherungskasse soll allen Gebärenden, deren Familien- einnahmen auf dem Lande nicht 1500 Fr. und in den Städten nicht 2000 Fr. übersteigen, 5 Wochen vor und 7 Wochen nach der Geburt den mittleren Tageslohn nebst Kosten des Arztes und der Hebamme oder die Kosten der Gebäranstalt, wo solche vorhanden, auszahlen. Die Versammlung beschloß dem Reichstage darüber eine Vor- läge einzureichen.— Sodann behandelte die Versammlung die Frage der Nachtarbeit. Beschlossen wurde, das Verbot aller Nachtarbeit für Frauen zu fordern.— Die Frage der Arbeits- respektive Stellen- vermittelungsbureaus beleuchtete Minna Sillanpää. Man beschloß: jede Kommune soll ein kommunales Arbeitsvermittelungs- bureau einrichten, die Privatarbeitsnachweise sind zu verbieten. Alsdann beriet die Versammlung die Eingabe sozialdemo- demokratischer Frauendclegierten an den Reichstag betreffend„Heim für mittellose uneheliche Mütter und für Waisenkinder." Die Ver- . ammlung beschloß die Eingabe dahin zu erweitern, daß auch mittet« lose Witwen Aufnahme finden._ Versammlungen— Veranstaltungen. Mariendorf-Maricnfeldc. Mittwoch, den 19. Februar. 8'/» Uhr, in Maricnfclde bei Oberschmidt. Berliner Straße: Oeffentliche Frauenversammlung. Vortrag. Herr Dr. Pinkus: „Frauenkrankheiten, ihr Zusammenhang mit Geschlechts- krankheiten". Britz. Donnerstag, den 20. Februar, bei Weniger, Britz, Werder Straße, Ecke Rnngiusstraße: Vortrag. Genosse Prenzlow: „Unser Ziel"._ Sozialdeniokratischcr Lese- u»d DiSkutierklub„Heine". Heut» abend 8'/, Uhr Sitzung bei Bolze, Rodenbergftr. 8. Berein der Lehrlinge, jugendliche» Arbeiter«nd Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Steglitz: Heute abend 8 Uhr. bei Feilsch, Floraitr.'2a. Verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW- Nr. 42. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. och, 19. Februar 1909. Karl Kloẞ' Beftattung. Start Stoß mitten im Dienst für die Arbeiterbewegung vom geeignet wie vermöge seiner ganzen Persönlichkeit der Tod ereilt worden fern von der Heimat, fern von seiner Sollege Kloß. Ruhe, Besonnenheit, strenge SachlichFamilie, von seinen Kindern. Er hat in seinem Leben nur feit und Zuverlässigkeit haben ihn stets ausgezeichnet. Stuttgart, 16. Februar.( Eig. Ber.) zu häufig die Familie zurückstellen müssen vor den Aufgaben Bescheiden und doch fest, seiner ganzen Veranlagung nach auf Ein stürmischer Vorfrühlingstag. und Pflichten, die feine Tätigkeit in der Arbeiterbewegung das Praktische hingewiesen und dabei doch nie die großen Ziele Des Morgens noch ihm auferlegte. Namentlich in den ersten Jahren seiner aus dem Auge verlierend, flug und maßvoll hat er es verpeitschte der Wind den Schnee durchs Stuttgarter Tal. Gegen öffentlichen Tätigkeit, als er noch in der Werkstatt sein standen, in einer ganz kurzen Zeit sich in unserem Streise eine Mittag brach die Frühlingssonne durchs Gewölk und ließ die Brot verdiente, und fich seißen Abhänge der Rebenhügel in filbernem Glanze auf verstorbenen Gattin große Opfer zugemutet Nichts lag ihm seiner vor ihm sehr respektable Stellung zu verschaffen.... Ich ferner als die Absicht, durch rhetorische Effekte zu Leuchten... Da trugen wir unseren toten Vorfämpfer erfülle deshalb nur ein Gebot der Pflicht, wenn glänzen. Und eben darum waren die nicht häufigen Karl Rioß zur letzten Ruhe. stets möglichst ich an dieser Stelle auch den teuren Familienangehörigen und knapp zusammengefaßten Reden Draußen in der Proletariervorstadt Heslach, der stolzen unseres verstorbenen Führers im Namen der deutschen Holz- so überaus wirkungsvoll. Die Zusammenarbeit mit ihm roten Hochburg Stuttgarts, war sein Heim. Kurz nach 1 Uhr arbeiter aufrichtigen Dant sage für ihren Anteil an den großen wurde außerordentlich erleichtert und in der Tat ver mittags bezogen die Ordner ihre Posten. Es kamen auch schon Verdiensten, deren ihr Vater sich rühmen kann. Den größten schönt durch die freundliche und versöhnliche Art, die wir alle die ersten Züge der Genossen, bezirksweise geordnet. Und Dank aber dir selber, du toter Freund! Wie heute noch, so hoch geschätzt haben. hat er . Darum empfinden auch wir alle dann stiegen die Männer der Arbeit von der fruchtbaren über 30 Jahre nach seinem Tode, der Name Theodor ohne irgend welche Rücksicht auf unseren Parteistandpunkt fein Hochebene um Stuttgart, den Fildern, ins Tal hinab. Stunden- york 3, des Gründers der ersten Holzarbeitergewertschaft, Scheiden als einen Verlust. Wir werden ihn in unserem weit tamen sie her, ihrem toten Führer das letzte Geleite zu in der Arbeiterwelt leuchtet und von jedem Genossen mit Hause stets als treuen Kollegen, der sich ein Verdienst für uns geben. 3000 organisierte Holzarbeiter Stuttgarts sammelten sich Ehrfurcht und Liebe genannt wird, so wird auch dein Name, erworben, ein ehrenvolles Andenken bewahren." dem Innern der Stadt zu, um die Spike des Zuges zu bilden. Karl Kloß, und dein Wirken unvergessen bleiben!" Punkt 2 Uhr fuhr der Trauerwagen vor. Die Fahnenträger vor dem Hause sentten die Fahnen. Zwei Gesangvereine ,,, Lassallia" und Freiheit", sangen ein Abschiedslied: Muß aus dem Zal jezt scheiden, Wo alles Luft und Klang. Das ist mein herbstes Leiden, Mein letzter Gang." も Nachdem Leipart geschlossen, trat Genoffe Reichstagsabg. H. Dick Aus der Partei. von Oberbürgermeister v. Gauß feierte in längerer, überaus herzlicher Rede die Verdienste unseres Genossen um die Verwaltung der Stadt. Im Namen der Wähler des 1. württembergischen an die Bahre, um im Namen des Parteivorstandes Reichstagswahlfreises sprach Reichstagsabgeordneter Genosse und der der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion dem toten Kämpfer ein Abschiedswort zu widmen, Hildenbrand- Stuttgart, für den Ausschuß des HolzarbeiterMit raschem Griff hat der Allbezwinger Tod wieder Verbandes Schmidt Berlin, Genosse Tauscher für die LandDann setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Voraus einen Vorfämpfer aus unserer Witte geholt, der zum Rat der tagsfraktion, Genosse Dietrich für unsere Gemeindevertreter, bie 3000 organisierten Holzarbeiter Stuttgarts. Es folgten Alten gehörte. Wir haben es mit einem jener seltenen Genosse Legien für die Generalkommission der Gewerkschaften. Die sozialdemokratischen Landtagsfraktionen die Träger der umflorten Fahnen, dann die Kranzträger. Menschen zu tun, dessen Leben kristallklar vor uns liegt. Bayern und Baden ließen dem Toten ihre letzten Grüße 93 Riefenlorbeerkränze mit roten Schleifen wurden dem Rein war sein Streben wie sein Weg, den er nunmehr vollSarge vorangetragen. Der Sarg selber war unter Kränzen endet hat. Er hat uns alle zur unauslöschlichen Dankbarkeit entbieten. Und dann folgten die Vertreter der Vereine und und Blumen begraben. Die nächsten Angehörigen schlossen verpflichtet. Wer den politischen Kampf mit all seinen verbittern- Sonstiger Storporationen. Franz häufte sich auf Kranz. fich an. Sodann die Reichstagsdeputation, das Präsidium den Seiten fennt, der muß voller Hochachtung unseres Toten Unter dem Gesange:" Ein Sohn des Volkes wollt er sein und bleiben!" senkte sich der Sarg zur Einäscherung in die des Landtages, die Vertreter der Stadtverwaltung, Vertreter gedenken, der unbekümmert um Haß und Verfolgungen Tiefe. Die Abgesandten und die Masse des Volkes verließen der bayerischen und badischen Landtagsfraktion, der General die von ihm als richtig erkannte Bahn verfolgte, auf der ihm Kommission der Gewerkschaften, einer Reihe Verbände und vergönnt war, große Erfolge zu erringen. Ist es mir doch, tiefbewegt den Friedhof. Rorporationen. als höre ich noch heute Sloß die Worte reden: Die BeUnd dann schwenkten die sozialdemokratischen Vereine und die freiung der Arbeiterklasse aus Not, Elend und Unterdrückung Gewerkschaften ein, ein unabsehbarer Zug. Viele tausend Arbeits- muß das Werk der Arbeiter selbst sein! An diesem im Jahre Die Mandate des Genossen Kloß. Wie berichtet, wird fühe männer gaben ihrem Führer das legte Geleite. Zu beiden 1881 in einer fleinen Schreinerversammlung gesprochenen Wort unseren verstorbenen Genossen Kloß der zweite Vorsitzende des Seiten der Straße standen die Zuschauer, draußen im Arbeiter hat unser verstorbener Genosse unentwegt festgehalten... Metallarbeiterverbandes Genosse Reiche I in den württembergischen viertel weniger, da fast alle sich dem Zuge angeschlossen Seine Tätigkeit in der sozialdemokratischen Partei begann Sloß Landtag eintreten. Von den Ersagmännern für die sozialdemo hatten; anders im Innern der Stadt. Wie die Mauern standen unter dem Sozialistengesetz in den achtziger Jahren; er stand fratischen Proporafandidaten Stuttgarts erreichte Genosse Reichel die die Taufende rechts und links des Weges, Fenster und Baltons sehr bald in den vordersten Reihen. Die Folge war, daß höchste Stimmenzahl. Nun sind noch Erfaßmänner der Gauverwalter tvaren ebenfalls dicht besetzt. Ueberall achtungsvolles er als der geeignetste Standidat befunden wurde, der von der der Buchdrucker Karl Senie und Gemeinderat Bossert. Das Schweigen.. Die Ordner walteten ruhig ihres Amtes. Thren sozialdemokratischen Partei im 1. württembergischen Reichs- Geni einderatsmandat des Genossen Kloß bleibt jedoch, Weisungen wurde von der Menge sofort und willig ent- tagswahlkreise aufzustellen sei. Im Jahre 1890 tam Kloß Ende 1909 unvertreten. Die neue Gemeindeordnung weist in dieser entgegen der ersten Meldung, bis zur nächsten Gemeinderatswahl sprochen. Die Schuhmannschaft hatte Anweisung erhalten, bereits in die Stichwahl, 1898 errang er den Sieg. Beziehung eine Lücke auf. Das Wahlamt ist der Meinung, daß die die Ordner nach Wunsch und Möglichkeit zu unterstützen. Das Schwergewicht von Kloß' politischer Arbeit liegt in Erfagleute für die jüngst gewählten Gemeinderäte für das Mandat So bewegte sich der Zug durch die Hauptstraßen der seiner Tätigkeit im Gemeinderat, dem er seit 1892 angehörte, des Genossen Kloß, der noch unter dem alten Recht den Sitz er Dabei ist aber bereits für einen Stadt am Hauptbahnhof nahe dem föniglichen Schlosse vorbei erst als Mitglied des Bürgerausschusses, dann als Gemeinde- oberte, nicht in Betracht tämen. dem Pragfriedhof zu. Dort bildeten die Holzarbeiter Spalier. rat. Das gleiche gilt von seiner Tätigkeit als Landtags- unterm alten Recht gewählten und verstorbenen Gemeinderat ein Die Fahnen und Strangträger hatten vor und auf der Frei- abgeordneter. In beiden Störperschaften hat Sloß segensreich Vertreter für den Rest der Amtszeit durch Proporzwahl in den treppe des Krematoriums Posto gefaßt. Wiederum fenften für die Arbeiterklasse gewirkt. Viele kommunale Einrich- Gemeinderat berufen worden. und Landesgesetze sich die Fahnen, als der Sarg hinauf getragen und auf den tungen Aus den Organisationen. Der Sozialdemokratische tragen deutliche Spuren Katafalt gesetzt wurde. Die Angehörigen und Deputationen feiner Mitarbeit. Wer an der Bedeutung Kloß zweifelte, den erein für den Wahlkreis Rottbus Spremberg batte bom be- 1. Juli bis 31. Dezember 1907 bei einem Staffenbestand von gruppierten sich um den Sarg. Alsdann nahm der zweite muß der heutige, für uns so traurige Tag eines Besseren be 299,7 m. eine Einnahme von 2558,22 M.( darunter 700 m. Zuſchuß M. Vorsitzende des Holzarbeiterverbandes lehren. Nicht nur feine engeren Kampfgenossen erweisen ihm von der Agitationsfommission). Die Ausgabe geträgt 1267,24 M., heute die letzte Ehre, mehr noch, das Volk in unabsehbaren der Kassenbestand 1290,98 M. Die Mitgliederzahl stieg um Scharen begleitet den geliebten Führer auf seinem letzten Weg 54. Als Reichstagstandidat wurde aufs neue der bisherige das Wort. In tiefer Bewegung führte er etwa aus: und erweist ihm dadurch eine Anhänglichkeit, die freiwillig Kandidat, Genosse Dr. Alfred Bernstein- Berlin, aufgestellt. Wer noch daran gezweifelt, daß wir einen großen feinem Fürsten zuteil wird. Der politischen Tätigkeit Stloß' Toten hier bestatten, den hat die heutige Anteilnahme des ist es auch zuzuschreiben, daß die innere Politik in Volkes an dem Leichenbegängnis es gewiß bewiesen. Und Württemberg eine andere, bessere geworden ist. Als wir In gestriger Sigung der betreffenden Instanzen wurde als wenn ich als erster hier die traurige Pflicht erfüllen soll, dem vor einigen 20 Jahren Dulf auf seinem letzten Wege Redakteur für den ausscheidenden Genossen Goßler Genosse teuren Verstorbenen den Nachruf zu sprechen, so glaube ich begleiteten, da war zum Schutz der Bürgerschaft das Burgermeister Wilhelmshaven gewählt. Genosse B. trat vor berechtigt zu sein, in erster Linie im Namen all' der Tausende, Militär in den Kasernen konfigniert, ein Vorgehen, das heute einigen Monaten von der liberalen Partei zur Sozialdemokratie die ihm soeben auf dem letzten Gang hierher voll Schmerz nur ein Lächeln aller verständigen Leute hervorrufen wird.- Einige Monate ist also die Parteizugehörigkeit des Genossen und Trauer das Geleite gegeben, auszusprechen, daß sie alle Man versteht es, wenn Kloß in der letzten Zeit seines Lebens Burgermeister alt und schon wird er zum Redakteur eines Parteiihn aufrichtig geliebt haben wie einen guten Vater, daß sie manchmal sagte: er müsse sich bald schämen, aus Preußen zu blattes berufen! Wir wünschen dem jungen Genossen alles Gute, in großer Verehrung zu ihm aufgeblickt haben als zu ihrem stammen. Das macht eben der gewaltige Unterschied zwischen können aber doch nicht umhin, das Verfahren der Hofer Preßtreuen Führer, der stets sein Leben mutig in die Schanze ge- dem deutschen Norden und Süden. Hier im Süden durch kommission etwas bedenklich zu finden. schlagen hat für das Wohl des arbeitenden Volfes. das allgemeine, gleiche, geheime, direfte Wahlrecht eine friedJm besonderen aber spreche ich im Namen der 150 000 liche Entwickelung, alles dem geistigen Stampfe überlassen, im Ein korrigiertes Urteil. Bom Potsdamer Schöffengericht Holzarbeiter in den 1000 Städten des Deutschen Reiches, die Norden dagegen vollste Verständnislosigkeit für das war vor einiger Zeit der Genoffe Perner von der„ Branden als Mitglieder dem Deutschen Holzarbeiterverband an- Streben der Massen nach Gleichberechtigung Aloß burger Beitung" zu der borrenden Strafe von 500 Mart gehören, und die in Karl Kloß den Besten aus ihrer Mitte politische Handlungen, die man ausnahmslos mit Geldstrafe verurteilt, weil er den Herausgeber, Drucker und berloren haben. Karl Kloß war der Gründer des denen der sozialdemokratischen Partei identifizieren tann, Redakteur des Keziner Anzeigers", einen gewissen Lamprecht, Verbandes, er hat den Deutschen Tischlerverband, den sind stets dem Fortschritt und der friedlichen Entwickelung der beleidigt haben soll. Die Beleidigungen" bestanden in scharfen Vorläufer des jetzigen Holzarbeiterverbandes, ins Leben Verhältnisse gewidmet gewesen. Aber auch in der sozial- Burückweisungen reichsverbändlerischer Berleumdungen der Sozialgerufen, und er war vom Tage der Gründung, demokratischen Partei Deutschlands und in der sozialdemo- demokratie. Eine Widerklage Berners gegen Lamprecht war abges dem 1. Januar 1884 ununterbrochen unser erster Vorsitzender. fratischen Fraktion des deutschen Reichstages galt sein Wort wiesen worden. Die Berufungsstraflammer des Potsdamer LandNicht allein durch sein außerordentliches Organisationstalent und viel, sie danken dem Verstorbenen für die außerordentlich anerkennen müssen, daß Redakteure an Ordnungsblättern" Sozialgerichts hat das Urteil des Schöffengerichts aufheben und feinen großen Pflichteifer, sondern in hohem Maße auch durch wertvollen Dienste, die er ihnen geleistet hat. Sein politisches demokraten doch nicht völlig ungestraft beschimpfen dürfen. Die feinen prächtigen Charakter, durch sein freundliches, kollegiales Wirfen ist wie sein gewerkschaftliches nicht vergebens Strafe für Genossen Berner wurde auf 150 wart herabgesetzt Wesen hat er sich von jeher in solchem Maße das Vertrauen, gewesen. Mächtig ist die sozialdemokratische Partei aufgebüht, und Lamprecht zu 30 M. Geldstrafe und einem Viertel der Kosteir die Achtung und die Anhänglichkeit aller Stollegen in ganz dem Verstorbenen zum Ruhme, denn die Aufgabe, die sich Kloß ge- verurteilt. Deutschland erworben, daß die Teilnahme und die Trauer stellt hat, daß nämlich die Befreiung der Arbeiterklasse aus Not, Straffonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten heute eine allgemeine ist. Aus allen Teilen des Reiches sind Elend und Unterdrückung das Wert der Arbeiterklasse selbst wurde Genosse Steintamp bom Voltsblatt" für Bochum teilnehmende Freunde und Kampfgenossen herbeigeeilt. Fast sein müsse, ist durch seine Tätigkeit um ein gut Teil der Er- au 100 Mart Geldstrafe verurteilt. unzählbar sind die telegraphischen und brieflichen Kund- füllung näher gerückt. Mögen die Jungen vollenden, was gebungen der Trauer, aus dem deutschen Verbande nicht nur, die Alten begonnen haben." sondern auch aus dem Auslande." Genoffe Theodor Leipart Der Redner zeichnete sodann in furzen martigen Strichen Kammerpräsident v. Payer Personalien. Die Oberfränkische Boltszeitung" au of teilt unterm 17. februar mit: über." Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Agitators Freuden. Wegen angeblicher Aufreizung ist der Genoffe Karl Görlig- Hamburg zu vier Wochen Gefängnis verurteilt worden. Der„ Sünder" hat die Strafe in Glückstadt angetreten und wird sie hoffentlich gut überstehen. Das strafwürdige Verbrechen soll er in einer Versammlungsrede begangen haben. Eingegangene Druckfchriften. Otto Reutters Vorträge. Nr. 188: Wo hafte Dein Wehwechen? ein Bild des Lebens und Wirkens des Toten. Wie schön nahm nunmehr das Wort, den Toten zu ehren: flingen die Worte, die Karl Stloß in seiner Schlußrede am ,, Es ist jetzt dreizehn Jahre, daß der Mann, dessen Scheiden 2. Februar auf dem Gautage in Hannover gesprochen: wir heute beklagen, als Vertreter der guten Stadt" Stuttgart Kollegen, arbeitet tüchtig weiter. Wir werden uns zwar faum in unsere Reihen eintrat. Ein Blick auf die Liste der Komwiedersehen, denn ich bin alt und morsch; man weiß nicht. missionen, denen er angehörte, beweist, wie hoch wir seine Nr. 189: Das dank ich dir, mein teures Vaterland! Nr. 190: Ich was der nächste Tag bringt. Aber auf die Schanzen, solange Mitarbeiterschaft geschätzt haben. Es waren schwierige Verbin ein Optimiste! Nr. 191: Nu grade nich! machen Sie das noch einmal! Nr. 193: Streif- Couplet. Tert und das Leben pulsiert!" Die letzten Arbeiten des Verstorbenen hältnisse, unter denen seinerzeit der Verstorbene bei uns seine Noten jede Nummer 1,50 M. Verlag G. Danner, Mühlhausen i. Th. Kernfragen christlicher Welt und Lebensanschauung von Dr. J. führte der Redner kurz an. Er schloß mit den Worten: parlamentarische Tätigkeit aufnahm. Die Einführung neuer Soziale Tagesfragen. Heit 2: Bildungs,, Und dann ist er zuletzt vor 14 Tagen nochmals auf die Parteien in das Parlament vollzieht sich nicht glatt. Auch Mausbach. 1. Heft. 1,20 M. fragen für das weibliche Geschlecht. Von Elisabeth Stoffels. 60 Bj. Reise nach Norddeutschland gegangen, von der er lebend das Zusammenarbeiten will erst gelernt sein. Zur Er Heft 21: Dienstbotenfrage und Dienstbotenvereine. Bon Dr.. Pieper. niemand nicht zurückkehren sollte. 60 Pf. Boltsvereins- Berlag, M.- Gladbach. Als Kämpfer für seine Jdeale ist füllung aller dieser Aufgaben war wohl Wie schützt man sich gegen Influenza? fol Die Influenza ergreift nur diejenigen, deren Blut resp. Blutkörperchen nicht stark genug sind, um slegreich den Kampf gegen die eindringenden Influenza- Bazillen aufzunehmen. Die Wallung des Blutes muss stärker sein, die Herztätigkeit erhöht werden; deshalb trinke man 1 Stunde vor jeder Mahlzeit, also vor dem 2 ten Frühstück, vor dem Mittagund Abendessen Je Glas Santa Lucia Kraft- Rotwein. Deutscher Metallarbeiter- Verband Deutscher Holzarbeiter- Verband. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239. Donnerstag, den 20. Februar 1908, abends 8½ Uhr: Allg. Metallarbeiter Versammlung in Boekers Festsälen, Weberstraße 17. Tagesordnung: Fortsetzung der Diskussion über das Thema: Was lehren uns die letzten Vorgänge im Allgemeinen Metallarbeiter- Verband? Kollegen! Die Versammlung, die am 16. dieses Monats bei Keller, Zahlstelle Berlin. 16541 Donnerstag, den 20. Februar, abends 8½ Uhr, bei Freyer( früher Keller), Koppenftr. 29: Inventur- Extrapreise Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tagesordnung: 1. Unsere wirtschaftliche Lage. 2. Diskussion. 3. Streits und Differenzen. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimiert. Jede Werkstatt muß vertreten sein! Stukkateure! Röpeniderstraße, fich mit obigem Thema beschäftigte, wurde vertagt, und wird die Arbeitsvermittelung nur noch während der Zeit Vom Donnerstag, den 20. d. M., vorm. 10 Uhr ab gilt die neue Versammlung als Fortsetzung. Bis jetzt haben vier Mitglieder des Allgemeinen Berbandes gesprochen bon 10-12 Uhr, in der Rückerstr. 9, rechter Eingang, und uns dabei so interessante Mitteilungen gemacht, daß es zur Klärung 4 Treppen, im eigenen Raum vorgenommen. ber ganzen Angelegenheit beiträgt, wenn auch noch die übrigen als Redner eingezeichneten Mitglieder des Allgemeinen Verbandes zum Wort lommen. Wir ersuchen alle intereffierten Kollegen, pünktlich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Donnerstag, den 20. Februar 1908, abends 8 Uhr: MF Versammlung aller in den Schleifereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Saale der Urania, Wrangelftr. 11, am Mariannenplag. Zages Ordnung: 1. Welche gesundheitlichen Schäden entstehen für die Arbeiter durch Ausübung des Schleiferberufes. Welche Forderungen stellen wir an die Gesetzgebung? Referent: Reichstagsabgeordneter Genosse Karl Severing. 2. Diskussion. Es ist Pflicht sämtlicher Kollegen und Kolleginnen in dieser Versammlung zu erscheinen. Donnerstag, den 20. Februar 1908, abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung für Friedrichshagen im Lokal, Gesellschaftshaus", Friedrichstraße. Zages Drbnung: 1. Vortrag des Genossen E. Heilmann: Roalitions. recht und Rechtsprechung. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Bahlreichen Besuch erwartet Vereine! Achtung! 356 Die Ortsverwaltung. 112/5 Gewerkschaften! Neue Armin- Hallen, Sommandantenstr. 58/59. Fernsprecher IV. 10 155. Der große Saal ist am 1. Osterfeiertag frei geworden. Jedes Wort 10 Pfennig. 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Jahrgang. Vom Stadthaushaltsetat 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwod, 19. Februar 1908. für das Jahr 1908. Der Magistrat hat den Entwurf des Stadthaus haltsetat für 1908 endlich zustande gebracht und legt ihn jetzt der Stadtverordneten- Versammlung mit dem Ersuchen um zustimmung vor. Die Stadtverordneten werden voraussichtlich in ihrer Sizung vom Donnerstag dieser Woche die erste Lesung des Etats abhalten und ihn dann dem Etatausschuß überweisen. Jm borigen Jahr fonnte die erste Lesung erst Ende Februar stattfinden, biesmal wird sie eine Woche früher möglich. Das ist ein Fortfritt, aber fein sehr erheblicher. Der Wunsch, daß der Etatentwurf schon Anfang Februar an die Versammlung gelangt, wie das vor Jahren üblich war, wird wohl niemals mehr Erfüllung finden. Berliner Nachrichten. Entlassung aus der Untersuchungshaft das Verfahren gegen die Freigelassenen überhaupt eingestellt wird, entzieht sich unserer Beurteilung. Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden der fünfzehnDas Sommerhalbjahr der städtischen Kochschule in der Dunderjährigen Kamilla Köhler, die bei ihren Eltern in der Mozartstr. 6 straße 65/66 beginnt am Mittwoch, den 1. April, und schließt am Das junge Mädchen entfernte sich vor Mittwoch, den 30. September. Der Unterricht findet wöchentlich wohnte, gefunden. an zwei Vormittagen von 8 bis 1½ Uhr statt. Die Ferienzeiten einiger Zeit aus dem elterlichen Heim und blieb seitdem verschwunden. Gestern wurde die Leiche der Vermißten vor dem Grundstimmen mit denen der städtischen Fortbildungsschulen überein. ftüd Stralauer Allee 12 aus der Spree gezogen. Die Angehörigen Das Schulgeld beträgt für das halbe Jahr 4 M. Näher Auskunft der jungen Lebensmüden können sich nicht erklären, aus welchem wird ausschließlich der Ferien Montags, Mittwochs, Donnerstags Grunde sie in den Tod gegangen ist. Die Leiche ist polizeilich beder jungen Lebensmüden können sich nicht erklären, aus welchem und Sonnabends von 2 bis 3 Uhr in der städtischen Kochschule Dunderstraße 65/66 erteilt. Bu gleichen Zeiten werden dort An- fchlagnahmt worden. meldungen entgegengenommen. Die ständige Ausstellungskommission für die Deutsche Industrie bringt das Folgende zur Kenntnis: " auch weiter Im Straßenbahnwagen verunglückt ist ein unbekannter Mann, der gestern einen Straßenbahnzug der Linie 78 benutzte. Er war in der Frankfurter Allee aufgestiegen, hatte sich in das Wageninnere begeben und war dort eingeschlafen. Am Moltenmarkt wachte er Der berüchtigte Ausstellungsagent Berczi, der durch feine auf, fiel jedoch in der Schlaftrunkenheit zu Boden und blieb bewußts Machenschaften bereits eine große Zahl von Gewerbetreibenden er- los liegen. Er hatte, wie auf der Unfallstation in der Brüderstraße heblich geschädigt hat und vor dem wiederholt öffentlich, so durch festgestellt wurde, außer einer stark blutenden Verlegung über dem den preußischen Ministerialerlaß vom 2. februar 1906, gewarnt rechten Auge anscheinend eine Gehirnerschütterung erlitten und mußte worden ist, treibt zum Teil unter Dednamen nach dem Krankenhaus Moabit überführt werden. Die Personalien fein Unwesen. Nachdem dies erst jüngst bei der unter seiner Mit- des Verunglückten, der keinerlei Legitimationspapiere bei sich führte, wirkung im verflossenen Herbst in Madrid veranstalteten Inter- tonnten nicht festgestellt werden. nationalen Ausstellung vielfach der Fall gewesen ist, sind er und seine Strohmänner wiederum für neue Ausstellungen" an der Arbeit: Ein früherer Angestellter des Berczi namens Fest in Brüssel, verschickt soeben an deutsche Firmen Einladungen zur Beteiligung an Internationalen Ausstellungen, die in Genua im April, in Paris im April/ Mai, in Brüssel im August/ Oftober d. J. stattfinden sollen. In dem betreffenden Werbeschreiben heißt es laut Mitteilung der Ständigen Ausstellungskommission wörtlich wie folgt: gefahrdrohender Eine Vergütung von 100 M. pro Ausstellung beanspruche ich nur in dem Fall, als es mir gelingen sollte, für Sie an der einen oder anderen Ausstellung zumindest die" Goldene Medaille" zu erlangen. Sollte mir dieses nicht gelingen, so haben Sie mir nichts zu bezahlen, und haben Sie in diesem Falle umsonst ausgestellt." Zwei Kinder von einem Fleischerwagen überfahren. Ein schwerer Unglüdsfall ereignete sich gestern abend gegen 1/7 Uhr in der Alten Schönhauserstraße. In der Nähe der Münzstraße wollte die Frau des Tischlers Saß mit ihren beiden Kindern, Knaben im Alter von drei und vier Jahren, den Fahrdamm überschreiten. Da sie selbst ein größeres Batet trug, ließ die Frau die beiden Kinder vorausgehen, nachdem sie sich überzeugt hatte, daß sich kein Fuhrwerk in Nähe befand. Die S. hatte nicht bemerit, daß vom Schönhauser Tor ein Fleischerwagen in übermäßig schneller Fahrt heransauste. Als die beiden Knaben etwa drei Meter vom Bürgersteig entfernt waren, erkannte die Mutter die Gefahr, in der sich die Kleinen befanden, fonnte aber das Unglück nicht mehr verhüten. Die Knaben wurden von dem Gespann erfaßt, niedergeriffen und gerieten, obwohl der Kutscher mit aller Dieses Verfahren deckt sich durchaus mit dem Medaillen Gewalt die Pferde zurückriß, unter die Räder. Beide Kinder hatten schwindel, auf den der oben erwähnte preußische Ministerialerlaß innere Verlegungen erlitten und wurden mittels Droschke nach dem mit dem ausdrücklichen Ersuchen aufmerksam gemacht hat, die ge- Krankenhause Friedrichshain übergeführt. Der Führer des Schlächterwerbetreibenden Kreise vor der gewerblichen Verwertung derartiger wagens wurde polizeilich festgestellt; er behauptet, daß die Pferde Ausstellungsmedaillen zu warnen, die sie der Gefahr aussehen scheu geworden seien und er die Herrschaft über die Tiere verwürde, auf Grund des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb loren hatte. verfolgt zu werden. Einen sonderbaren Handarbeitsunterricht scheint eine ältere Lehrerin in der 19. Gemeindeschule, Ruheplatstraße 6, zu erteilen. In der genannten Schule erteilt eine schon ergraute Lehrerin Seidel den Handarbeitsunterricht. Kürzlich empfahl die Dame einer Schülerin, die von einer anderen Schule umgeschult war, sich von ihrer früheren Lehrerin das Lehrgeld wiedergeben zu lassen. Ob sich die Lehrerin S. wohl bewußt war, wie sie durch eine solche Aeußerung ihre Kollegin herabsetzte? Der Stadthaushaltsetat für 1908 schließt in Einnahme und Ausgabe ab mit rund 159 Millionen Mart. An dem erwarteten Einnahmebetrag sind beteiligt die ordentlichen Einnahmen mit reichlich 141% Millionen, die außerordentlichen mit etwa 17 Millionen; von dem in den Etat eingestellten Ausgabebetrag entfallen rund 1374 Millionen auf die ordentlichen Ausgaben und 21% Millionen auf die außerordentlichen. Der Einnahme- und Ausgabebetrag des Etats für 1908 ist um 11½ Millionen höher als derjenige des Etats für 1907. Hiebei ist allerdings zu beachten, daß der Etat für 1907 mit 6 Millionen weniger als der für 1906 abschloß. Neben dem Stadthaushaltsetat stehen übrigens noch die eigenen Etats der städtischen Werke, für die dies mal ein Einnahme- und Ausgabebetrag von rund 136 Millionen, 16 Millionen mehr als im vorigen Jahr angefekt ist. Neu ist hier hinzugekommen der Etat der städtischen Straßenbahnen, die ihre beiden ersten Linien die Nordlinien am 1. Juni eröffnen wollen. Für die Verwaltungen, die Zuschuß erfordern, sind diesmal 113 Millionen Mark Zuschüsse in den Etat eingestellt worden, 6½ Millionen mehr als im vorigen Jahre. Die Verwaltungen, die Ueberschuß bringen, müssen diese 113 Millionen herauswirtschaften. Die Kämmerei trägt hierzu noch nicht 1 Million bei. Aus denjenigen städtischen Werken, die Ueberschuß abwerfen, d. h. aus den Gaswerten, den Wasserwerken, dem Vieh- und Schlachthof, den Markthallen( die Straßenbahnen gehören zunächst noch zu den Werten, die Zuschuß brauchen), werden 9½ Millionen erwartet, eine Kleinigkeit mehr als im Vorjahr. Dagegen sind die verschiedenen Einnahmen" Neber Mißstände in der Berliner Pflichtfortbildungsschule diesmal mit 24% Millionen eingesetzt, mit 3 Millionen mehr wurde Montag abend von einer öffentlichen Versammlung der Berals im vorigen Jahr. Zu den„ berschiedenen Einnahmen" gehört liner Innungen in den Konkordia- Festfälen lebhaft Beschwerde geder Ertrag der Abgaben, Dotationen, Renten usw. Hier begegnet führt. Einberufer war der Berliner Jnnungsausschuß. Nach lebman im Etat z. B. auch den Beträgen, die von den Straßenbahn- hafter Debatte wurde beschlossen, dem Magistrat folgende Fordegesellschaften, der Elektrizitätsgesellschaft usw. aus ihren Riesen- rungen zu unterbreiten: 1. Jedes Gewerbe wählt eine Kommission, profiten an die Stadtgemeinde bezahlt werden. Hier steht aber auch die gemeinsam mit den Schulmännern über die Fragen des Unterber Ueberschuß des Stadtsäckels aus der Verwaltung des Icht richts beraten soll. 2. Fachzeichenunterricht darf nur von Fachleuten Auch sonst soll die Dame mit ihren Ausdrücken durchaus nicht abgeschlossenen Etatsjahres 1906, der in den Etat für 1908 ein- erteilt werden. 3. Die Unterrichtszeit muß bis acht Uhr abends wählerisch sein." Trine, freche Trine, gemeine Trine" find so einige gesetzt worden ist. Er beträgt, nach Abzug der 750 000 M., die für ausgedehnt werden. 4. Lehrwerkstätten sind vollständig zu ver- Bezeichnungen aus ihrem Sprachschatz. Die Dame soll bedenken, Abräumung des Müllabladeplates aus diesem Ueberschuß ent- werfen, weil die praktische Ausbildung des Lehrlings dem Meister daß sie sich in der Schule befindet, wo sie Schülerinnen zu erziehen nommen werden sollen, noch ziemlich 2½ Millionen Mark. Alles vorbehalten bleiben muß und die Schule den theoretischen Unter- hat. Wenn es fich auch um Arbeiterkinder handelt, so sollte fie fich in allem werden aus Kämmerei, Werken und„ ber- richt pflegen soll." schiedenen Einnahmen" zusammen 35 Millionen Gegen die Berlegung des Unterrichts in noch spätere Abend- folcher Beleidigungen enthalten, fintemalen solche Ausdrüde nur geerwartet, es müffen also zur Deckung der erforderlichen 113 Millionen stunden als bisher muß entschieden Einspruch erhoben werden im eignet sind, die Lehrerin selbst in der Achtung der Schülerinnen herabzusetzen. Mart Zuschüsse noch 78 Millionen beschafft werden. Interesse eines wirksamen Schulunterrichts. Weitere Einnahmequellen hat die Stadt Berlin nicht, mithin Auch ein Wahlrechtskampf. An allen Türen, Schaufenstern, muß fie die 78 Millionen aus der Tasche der awischen den Pflegern und der Verwaltung zu Differenzen gekommen abend in der Leipziger und Friedrichstraße, und auch Unter den In der Anstalt Wuhlgarten soll es der Bolts- Zeitung" zufolge Schildern, Laternenstangen, sogar an Droschten prangten Montag Steuerzahler herausholen. Die Steuerverwaltung Die Steuerverwaltung rechnet diesmal auf etwa 38% Millionen aus der Einkommensteuer, sein. Der Grund lag in der mangelhaften Beschaffenheit des ge- Linden diese kleinen Bettel: wieder 4 Millionen mehr als im Vorjahr, auf 24 Millionen aus lieferten Essens. Nach der Versicherung der Direktion, daß es in der Grundsteuer, etwa 1 Million mehr als im Vorjahr, auf Zukunft besser werden sollte, wurde die Arbeit wieder aufgenommen. 11 Millionen aus der Gewerbesteuer, etwa 4 Million weniger auch unter den Kranken der Frauenabteilung herrscht eine große Erals im Vorjahr, auf 3½ Millionen aus der Umsatzsteuer, regung, die gleichfalls in Eßfragen ihren Ursprung hat. In dieser 1½ Millionen weniger als im Vorjahr. Dazu kommen noch einige Abteilung ist die Entziehung des Kaffees zum zweiten Frühstück an fleinere Steuerbeträge, z. B. aus der Warenhaussteuer 1 Million, geordnet worden. die aber zum Erlaß der Gewerbesteuer verwendet werden muß, ferner 4 Million aus der Hundesteuer, und so weiter. Im ganzen werden aus Steuern über 80 Millionen Mark erwartet, die durch eigene Ausgaben der Steuerverwaltung auf die oben erwähnten 78 Millionen sich vermindern. Ob die Summe boll einkommen wird, das bleibt abzuwarten. Der Eintommensteuerbetrag ist durch schärfere Anziehung der Steuerschraube erhöht worden, wenigstens auf dem Papier. Den Gewerbesteuerbetrag tagiert der Magistrat schon jetzt niedriger als im Vorjahr. Er tut das offenbar im Hinblick auf die Wirtschaftskrise in der wir uns befinden. In solchen Beiten pflegt aber der Steuererheber noch weniger heimzubringen, als der Steuereinschäßer es sich herausgerechnet hat. Die Steuersäge bleiben die alten: 100 Pro3. Gintommensteuer, 150 Pro3. Gewerbe und Grund steuer. Um über diese Säße nicht hinausgehen zu müssen, hat der Magistrat in seinem Etatentwurf die Ausgaben mit der gewohnten Vorsicht" bemessen, und vor allem sind der Bauberwaltung ein paar Millionen weggestrichen worden. Der Berliner Rathausfreisinn muß schon froh sein, wenn er es wieder mal bermeiden kann, über die alten Steuersäße hinauszugehen. Die tommunalliberalen Finanzkünstler der Reichshauptstadt haben es ja dahin kommen lassen, daß für Berlin die Steuern die Haupteinnahmequellen geblieben sind. Partei- Angelegenheiten. " Auch über das den Kranken gelieferte Essen wird schon lange Klage geführt. Allgemeines, gleiches, geheimes und direktes Wahlrecht für Preußen!* Frauen und Männer flebten die fleinen gummierten Marken überall hin, von dem Beifall und den Scherzrufen der Passanten begleitet. Aber man nich meinen Wagen versiegeln," rief ein Droschkentutscher lachend. Allenthalben bildeten sich Gruppen, die die Köpfe zusammensteckten und die Aufschrift lafen. An Bülows Tür auch eins!" scholl es mutwillig aus der Wenge. Aber der schöne Bernhard läßt sich ja durch so was nicht imponieren. WahlrechtsSoweit wir unterrichtet sind, wird diese Art des tampfes" von dem Verband für's Frauenstimmrecht geführt. Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordnetenverfammlung am Donnerstag, den 20. Februar d. J., nachmittags 5 Uhr. Berichterstattung über den Antrag von Mitgliedern der Versamm lung, betreffend Errichtung städtischer Krippen und Kindergärten. Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betreffend unzureichende Gaszuführung in den verschiedenen Stadtteilen. Vorlagen, betreffend: die Fest sezung des Stadthaushaltsetats für das Etatsjahr 1908, die Bildung einer Deputation für die Verwaltung des städtischen Untersuchungsamtes für hygienische 16. b. Wt. gegen 2 Uhr, wurde im Eisenbahnzuge 1670 auf Station Das Polizeipräsidium teilt mit: In der Nacht vom 15. zum und gewerbliche Zwecke, die Wahl von 5 Stadtverordneten für die am 1. April 1908 neu zu errichtende Deputation für die Lichtenberg mit einer Schußwunde in der rechten Schläfe ein unbeäußeren Angelegenheiten der städtischen höheren Lehranstalten, tannter Mann tot aufgefunden. Der Unbekannte ist 1,60 Meter die Zustimmung zu den Grundsäßen für die Anstellung, Annahme groß, etwa 45 bis 50 Jahre alt und hat Glaze und graumelierten und Besoldung des Lehrpersonals an den Fach- und Fortbildungs- Schnurrbart, ist bekleidet mit schwarzem Jackett, ebensolcher Weste schulen von Berlin, die Verbreiterung des südlichen Teiles der und Hose, Sommerüberzieher, Trikothemd, darüber ein weiß und Universitätsstraße, die Etats der Wilhelm und Ida Becker- blau punktiertes Oberhemd mit weißem Kvagen und blauem Stiftung, der Berhardine Weishan- Stiftung, der Kösterschen Schlips und grauwollenen Strümpfen. Rekognoszenten wollen sich Stiftung, der städtischen Gaswerke und der öffentlichen Petroleum melden auf dem Amt Lichtenberg, Zimmer 32/33. beleuchtung, des v. Scheveschen Stiftungsfonds nebst Anhangs- Die Afchenrefte Franz Helds wurden gestern Dienstag, 11 Uhr, etats, der Reuter- Stiftung, der Kanalisationswerte und Riesel- auf dem Bentral- Friedhof in Friedrichsfelde beigefeßt. Eine ſtille, felder für das Etatsjahr 1908, die Anschaffung von 14 Hentschel- fleine Trauerversammlung war in der Kapelle des Friedhofes an schen Straßenwaschwagen und Umbau von 7 Sprengwagen mit wefend, um dem unglücklichen Dichter, der die letzten Jahre seines Millerschen Patentbrausen, den Erwerb von Ländereien in der Lebens in geistiger Umnachtung verbrachte, das letzte ehrenvolle Gemartung Danewiß zu Rieselzweden, die Mietung von Amts- Geleit zu geben. Ein stimmungsvoller Gesang leitete die Feier ein. räumen nebst Dienstwohnung für die Steuerannahmestelle XII A. Dann rezitierten der Hofschauspieler Paris und der Direktor des im Hause Flemmingstraße 4, und die in den Etat für 1908 Rigdorfer Stadttheaters Herr Julius Türk- beides gewesene aufzunehmenden neuen oder abgeänderten Gehaltsstalen. Freunde des verstorbenen Dichters tiefveranlagte Schöpfungen Das Brot liegt auf der Straße. Gestern früh gegen 5 Uhr des verstorbenen Boeten, die ihre weihevollste Wirkung Zur Lokalliste. Am Sonnabend, den 22. Februar cr., findet im rafte in der Möckernstraße eine Motordroschke dahin. Vor dem auf das Gemüt der trauernden Zuschauer ausübten. Darauf Lokal von C. Wodrich( Germania- Säle), Charlottenburg, Sause Nr. 100 stieß dieselbe mit einem Bäckerhandwagen der Firma nahm der Sprecher der freireligiösen Gemeinde, StadtSpreestraße, ein Maskenball des Theater- und Vergnügungsvereins Specht, Buttkamerstraße 20, zusammen, wobei dieser umschlug und verordneter Waldeck Manasse das Wort zur GedächtnisSicher wie Gold" statt. Genannter Verein bezeichnet sich als sämtliche Backwaren in weitem Bogen auf den schmußigen Straßen- rede. Er schilderte mit tiefempfundenen Worten das geistige Werden Mitglied des Arbeiter Theaterbundes" und ist damm rollten. Die Nummer des Kraftwagens, dessen Helds, seine Lebens- und Leidensgeschichte sowie das literarische bemüht, einen möglichst großen Billettumfaß unter der Arbeiterschaft Führer die Schuld trägt, tonnte noch festgestellt werden. Der Streben in der neudeutschen Drangperiode beim Verstorbenen. Entzu erzielen. Demgegenüber weisen wir darauf hin, daß das Lokal Bäder ist leicht verletzt. gegen manchen anderen Geistern aus jener Zeit war Held einer der bon C. Wodrich der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur Der Tod im Asyl. Im städtischen Obdach in der Fröbelstraße wenigen gewesen, die ihren Jugendidealen treu geblieben. Die DarBerfügung steht, mithin find alle dortigen Veranstaltungen zu meiden. ist gestern ein unbekannter Asylist vom Tod überrascht worden. Gestellung des gezeichneten Schicksalsweges des verstorbenen Poeten Die Lokalkommission. handelt sich um einen etwa 65 Jahre alten Mann, der in dem hinterließ bei der Trauerversammlung eine tief zu Herzen gehende Wilmersdorf. Den Parteigenoffen hierdurch zur Kenntnisnahme, Augenblid, als er sich im Ankleideraum seiner Kleider entledigte, Stimmung. Und obwohl Held ohne allen kirchlichen Pomp begraben bak Formulare aweds Aufnahme in den preußi- zusammenbrach und auf der Stelle tot war. Vermutlich ist er einem ward, herrschte auf dem Friedhofe eine tiefe Weihe. In der Rocktasche wurde ein Papier borgefchen Staatsverband außer in der Parteispedition, Berliner Herzschlage erlegen. Straße 46, auch bei den Genossen Schäfer, Hildegardstr. 17, und funden, das auf den Namen eines Schloffers Richter aus Berlin Hinrichsen, Schaperstr. 31, unentgeltlich an Interessenten verab- ausgestellt war. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. folgt werden. Auch sind die genannten Genoffen gern bereit, eventuell die Ausfüllung und Besorgung der betreffenden Formulare zu übernehmen. Pflicht eines jeden Parteigenoffen ist es, falls er Nichtpreuße ist und das 24. Jahr überschritten hat, die Aufnahme in den preußischen Staatsverband für seine Person zu veranlassen. Der Vorstand d. soziald. Wahlvereins. Schmargendorf. Morgen Donnerstag und eventuell Freitag findet vom Wirtshaus" aus eine Flugblattverbreitung im Ort statt, zu der die Genossen ersucht werden, daran teilzunehmen. Auch die nur gewerkschaftlich organisierten Arbeiter haben sich laut getroffener Bereinbarungen daran zu beteiligen Der Vorstand. Reiche Beute machte eine Einbrecherbande, die in der letzten Nacht in die Fleischerei von Garyomtefiewicz eindrang. Die Diebe gaben sich den Anschein, als seien sie Angestellte des Geschäfts, und nachdem sie die Ladentür mittels Nachschlüssels geöffnet hatten, schleppten sie in aller Ruhe große Posten Fleisch auf die Straße hinaus. Fünf ganze Schweine, vier große Rinderviertel und andere Fleischwaren im Gesamtwert von 2500 M. fielen den frechen Burschen zur Beute. Sie luden die schweren Stücke auf einen bereit gehaltenen Wagen und fuhren unbehelligt davon. Zum Friedberg- Krach ist zu melden, daß der Kriminalkommissar Müller sich wahrscheinlich in eine Heilanstalt begeben wird. In Freiheit gesezt wurde außer dem Rechtsanwalt Caro von dem Untersuchungsrichter auch die Mutter und Tochter Schehbal. Die Verhaftung wurde durch den Krimminalkomissar Müller auf Grund ausreichenden Belastungsmaterials vorgenommen, Ob mit der Bom Verband der Glaser wird uns mitgeteilt, daß das Mitgliedsbuch auf den Namen Robert Schulz, Müncheberger Straße 32, verloren gegangen ist und wird der Finder um Abgabe gebeten. Der Zoologische Garten hat nach mannigfachen vergeblichen Bemühungen eine im Tierhandel bisher niemals käufliche und auch noch nie nach Europa importierte Gänseart erwerben können, die durch ihre ansprechende Färbung und Zeichnung auch dem Uneingeweihten auffällt. Die dem hochnordischen Ostasien und nordwestlichen Amerika angehörige Kaiser- oder Weißnadengans( Philack canagica) ist auf silbergrauem Grunde fein schwarz und weiß quer gebändert. Kopf und Hinterhals sowie die Schwanzfedern find weiß. Das vorläufig in der dritten Abteilung der Wasserflugtäfige untergebrachte Etüd ist ein junges, vorjähriges Tier, das, durch die lange Seereise in seinem Aeußeren arg beschädigt, fich in kurzer Zeit zu einem schmucken Vogel herausge= mustert hat. Das Berliner Aquarium besitzt in dem jüngst erworbenen Schimpanse einen Vertreter dieser afrikanischen Spezies Menschen. affen, wie das Institut nur vereinzelt einen solchen beherbergt| gelegenheit der Stadt einen Kostenaufwand von jährlich 20 000 M. 1 Harrten, entschlüpfte dem Munde des Vorstehers obiger Ausruf. hat. Zwar nicht durch besondere Größe und Stärte zeichnet er sich verursachen würde. Stadtb. Bäumler( So.) erklärte namens Bon bürgerlicher Seite fand niemand den Mut, diese offenbare Ver aus, wohl aber durch robusten Bau, prächtigen Appetit und under sozialdemokratischen Fraktion, daß dieselbe für den Antrag des höhnung des Mitbestimmungsrechtes der Gemeindevertretung zurüc verwüstlichen Frohsinn und lebhaftes Wesen, und diese Eigen- Ausschusses stimmen werde. Er erwarte aber von den Hausbefizern, zuweisen. Devot stimmte die Majorität dem Antrage des Gemeindeschaften versprechen nicht nur ein langes Dasein, sondern sie haben daß dieselben sich ebenso objektiv den sozialdemokratischen Anträgen vorstehers, aus jeder Kategorie zwei Vertreter zu wählen, zu. Als ihm auch in der erst furzen Zeit seines Hierseins schon alle Bes gegenüber verhalten mögen, Der Antrag des Ausschusses wurde Nachtrag zum Etat wurden 8090 M. gefordert. Diese Summe wird sucher zu Freunden gemacht.- Ein zu den Barschfischen ge- angenommen. hörender, in kleinen und größeren Exemplaren sich uns vorstellender gebraucht, um die Ausgaben verschiedener Positionen, welche im Etat zu knapp bemessen waren, zu bestreiten. Die Summe wurde bewilligt, Schuppenträger, eine Art Senkbraffe( Cantharus), erscheint in Rigdorf. desgleichen die Neueinrichtung von Schulklassen. Das Gesuch des nicht überladen bunten, doch entsprechend gefärbten, nämlich auf Zu einer sehr stark besuchten Versammlung nahmen am Montag Gärtnereibesizers Gabbert um Erteilung der ausnahmsweisen Baublau- oder graugrünem Grunde mit dunkleren, goldglänzenden die städtischen Arbeiter zu dem vom Magistrat vorgelegten Entwurf erlaubnis für sein an der Frankfurter Chaussee gelegenes Grundstück Streifen geschmückten Kleide und gewinnt dadurch ein besonderes einer allgemeinen Arbeitsordnung für sämtliche städtischen Arbeiter wurde bedingungsweise genehmigt. Der Betreffende muß außer der Interesse, daß das Männchen in der sorgsamen Bewachung der vom Stellung. Wie Kollege Polenste in feinem einleitenden Referate fosten und lastenfreien Straßenlandabtretung 6000 M. für fünftige Weibchen abgelegten Gier eine beachtenswerte Brutpflege betätigt. ausführte, ist Rigdorf die erste Stadt Norddeutschlands, die nach Pflasterkosten hinterlegen. Der zukünftigen Entwidelung gewidmet In dem reichbesetzten Seepferdchenbecken des oberen Grottenganges dieser Richtung hin den Anträgen der Arbeiterschaft Rechnung trägt. ist die Verbreiterung der Schloßstraße sowie in erster Linie der find auch„ Seenadeln" von besonderer Länge untergebracht, aber am 22. Februar 1907 stellten die städtischen Arbeiter erstmalig den Treskow- Allee, welche beide von Norden nach Süden, also im rechten trotz des Umstandes, daß sie fast fußlang sind, gewahrt man sie Antrag auf generelle Regelung der Arbeitsverhältnisse für alle intel zur Berliner Straße, die Verbindung mit dem Drtserst bei genauerem hinschauen, weil sie fich in Form und Farbe städtischen Arbeiter. Die gleichen Anträge stellten zu gleicher Beit teil Starlshorst sowie Ober- Schöneweide hersteller Diese Anden vetästelten Pflanzengebilden anähneln. die Kollegen Berlins, Charlottenburgs, Schönebergs und Lichten- gelegenheit wurde unter„ Ermächtigung zur Verhandlung mit den bergs. Im Gegensage zu Rigdorf scheint aber das soziale Ver- Anliegern der Treskow Allee und der Schloßstraße wegen Abständnis der lezteren Gemeindeverwaltungen nach dieser Richtung hin tretung des Geländes zur Verbreiterung der Straßen" zur Ver handlung gestellt, und zwar in geheimer Sigung. Vor Ausschluß Die Arbeitsordnung vertritt die Stelle eines Arbeitsvertrages. der Deffentlichkeit teilte der Gemeindevorsteher mit, daß, falls an Jn 46 Paragraphen werden Anfang und Beendigung des Arbeits- eine Verwirklichung dieser Jdee gedacht werden könne, auch ein geverhältnisses, Arbeitszeit, Lohn, Strafbestimmungen, Zahlung der wisses Entgegenkommen der Anlieger Plaz greifen müsse. Sollten Differenz zwischen Lohn und Krankengeld, Relittenversorgung und die Besiger der Ländereien zu große Forderungen erheben, so würde Sommerurlaub geregelt. Neben einer Reihe von Abänderungs- eine neue Verkehrsstraße eröffnet werden, so daß die Schloßstraße anträgen stellte die Versammlung noch den Antrag auf Aufnahme und Trestow- Allee brach gelegt würden. Die Straße ist 88 Meter von Bestimmungen über die Einrichtung eines Arbeitsnachweises für breit gedacht und foll mit Vorgärten, breitem Trottoir, zweiseitigem die städtischen Arbeiter. Fahrdamm und in dessen Mitte mit besonderem Straßenbahndamm versehen sein. Potsdam. Feuerwehrnachrichten. Der 1. Zug wurde gestern nach Weißenfee alarmiert. Dort war in einem Materialwarenladen in der Königchauffee 86 Feuer ausgekommen und hatte an den Betroleumborräten zu berfagen. im Keller reiche Nahrung gefunden. Die freiwillige Drtsfeuerwehr war schon zur Stelle und es gelang, den Brand auf den Steller zu beschränken. Der 7. Zug rüdte nach Borhagen- Rummelsburg aus, wo in der Krossener Straße 28 eine Wohnung brannte und die frei willige Ortsfeuerwehr schon tüchtig löschte. In der Alexander straße 2 mußte der erste Bug einen Brand löschen, der in einer Küche von Afchinger ausgekommen war. Der 8. Bug wurde nach der Wendenstr. 1 gerufen, um dort einen auf den Eisenbahnschienen liegenden verunglüdten Müllwagen zu beseitigen. Ferner hatte die Behr in der Brückenstr, 9 zu tun, wo das Zwischengebält, die Fußböden und anderes brannten. In der Wiclefstr. 63 brannten Betten; Ritterstr. 111 Rolophonium usw., Tilsiterstr. 46 Kleider und Kastanienallee 41 Strohsäde usw. Arbeiter- Samariter- Kolonne. Donnerstag, abends 9 Uhr, lebungsstunde folgender Abteilungen: 3. Abteilung in Schöneberg bei Bielach, Grunewaldstraße 110, und 4. Abteilung in BichtenbergRummelsburg bei Lindner, Grünberger Straße 10. Vortrag über Transport Erkrankter und Verunglüdter. 5. Abteilung in Rigdorf bei Thiel, Bergstraße 151/152. Bortrag über Knochenbrüche, Berrenkungen und Verstauchungen. An den Vorträgen schließen sich praktische Uebungen an. Neue Mitglieder lönnen in allen Ab teilungen jederzeit eintreten. Vorort- Nachrichten. Zur Gemeindewahlbewegung, Klein- Schönebeck- Fichtenau. Durch einstimmige Annahme nachstehender Resolution erklärten sich die Verfammelten im Brinzip mit dem Entwurf einverstanden: Die am 17. Februar 1908 im Lokal des Herrn Thiel, Bergstraße 151/152, versammelten Arbeiter der Stadt Rigdorf begrüßen mit Genugtuung den vom Magiftrat vorgelegten Entwurf einer allgemeinen Arbeitsordnung für die städtischen Arbeiter. Die Versammelten sind im Prinzip mit dem vorgelegten Entwurf einverstanden, erhoffen jedoch, daß in der bevorstehenden gemeinsamen Beratung eine Reihe von Abänderungen der einzelnen Paragraphen entsprechend den Beschlüssen der heutigen Versamm lung noch vorgenommen werden." Die letzte Stadtverordnetenfisung nahm zunächst eine Reihe von Etatsfestlegungen an. Beim Etat der Gemeindeschulverwaltung entspann sich eine Debatte darüber, ob man neue Bänke anschaffen oder nicht lieber die alten wieder aufbeffern solle. Vom Magistrat war Neuanschaffung empfohlen worden. Doch schließlich siegte der Altertumsfinn unserer Stadtväter und die Bänke werden nur aufgebessert, welche Arbeit für einen Preis von höchstens 150 M. zu verrichten, der Stadtv. Schulz sich erbot. Auch wird in Zukunft nicht Entwurf als ein Erfolg der Organisation der städtischen Arbeiter der Feuerwehr besorgt werden, sondern dies wird Aufgabe der Heizer In seinem Schlußwort fonstatierte Stollege Polenste, daß der mehr die Beseitigung von Schnee, Gis und Unrat vor den Schulen von bezeichnet werden tann; wie überhaupt die zahlreichen Errungen- fein, welche dafür eine entsprechende Lohnerhöhung erhalten. schaften der letzten Jahre zum großen Teil die Frucht der Arbeit weiterer Punkt, betreffend Feststellungsbeschluß über die Hauptder organisierten Kollegen feien. Zu bedauern sei es mur, daß rechnung der allgemeinen Verwaltung für 1905, welche eine Eineinzelne Gruppen der städtischen Arbeiter, wie die Straßenreiniger nahme von 4816 269,74 m. gegenüber einer Ausgabe von und Laternenwärter dem Verbande der Gemeinde- und Staats- 4579 148,38 M. aufweist, entbehrte nicht ganz des Humors. Hierbei arbeiter noch fernstehen. Er schloß mit der Mahnung an diese mißfiel nämlich der tenere Tintenpreis( 1,50 m. per Liter, bei 80 bis Kollegen, sich mehr als bisher der allgemeinen Bewegung an 100 Liter jährlichen Verbrauchs, welch ein Objekt!), ferner wurde zuschließen. Beschwerde geführt, daß gelegentlich der Dekoration des Rathauses beim Einzug des Kronprinzenpaares zwei neue Fahnen gemopst worden seien. Auch ein Ehrenbürgerbrief wurde fritisiert, weil der felbe ftatt 800 M. 850 M. gekostet habe. Diese Verschwendung! Schließlich war man auch böse darüber, daß für Reisekosten nach Berlin, welche im Regulativ mit 12 M. Entschädigung vorgesehen waren, höhere Beträge in Anfaz gebracht worden sind, da man doch mit 12 M. ganz gut auskommen fönne. Dies wurde jedoch u. a. von dem Stadtv. Bauli ganz entschieden bestritten, man müsse immer berüdfichtigen, zu welchem 8wede man nach dort fahre; auch Stadtv. Görms meint damit nicht auskommen zu können, denn man könne eventuell doch nicht bloß Kaffee trinken. Das sah man denn auch ein und befchloß, das Regulativ einer Revision zu unterziehen. Die Berliner Straße von der Elisabethstraße bis zum Tor wird der Verschönerung halber mit Lindenbäumen bepflanzt. Für ein zu er richtendes Bismard- Dentmal warf man 500 m. aus. Um die Nikolaitirche zu restaurieren bewilligte man 10 900 M. Steglitz. Die Kommunalwahlen und die Sozialdemokratie" lautete das Die Notwendigkeit der Gewerbegerichte wird durch den soeben Thema, über das Genoffe Spiekermann- Lichtenberg in einer am erschienenen Bericht über die Tätigkeit des hiesigen GewerbeSonntag für Klein- Schönebeck- Fichtenau einberufenen, gut besuchten gerichts für das Jahr 1907 aufs neue bewiesen, wenn es eines BeVoltsversammlung referierte. In gemeinverständlicher Weise ver- weises überhaupt noch bedarf. Die Zahl der Klagen ist gegen das stand es Redner, unsere Forderungen auf tommunalpolitischem Ge- Borjahr um 38 gestiegen, auch die Klageobjette waren bedeutend biete den Anwesenden unter großem Beifall vor Augen zu führen. höher. Es handelte sich in 36 Fällenum Beträge bis 20 M., in Zum Schluß seiner Ausführungen mahnte er die Anwesenden, die höher. Es handelte sich in 36 Fällen um Beträge bis 20 M., in Erringung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechts für 21 Fällen um Summen von mehr als 100 M.; einmal betrug die Personen beiderlei Geschlechts nicht aus dem Auge zu verlieren. Klagesumme fogar 1202 M. Es ist für die Rechtsuchenden jedenGenoffe Tobias als Gemeindevertreter berichtete über die Tätigkeit falls sehr erfreulich, daß trok erhöhter Inanspruchnahme des Geunserer Genossen im Gemeindeparlament. Er betonte, daß die Gerichtes, die Schnelligkeit der Rechtsprechung gegen das Vorjahr meinde infolge der Ausführung dringender Aufgaben finanziell nicht noch eine Steigerung erfahren hat. Während im Vorjahre rund rosig dastehe. In jedem Ort sei in den letzten zwei Jahren 70 Proz. aller Klagen in einem Zeitraume von zwei Wochen erein neues Schulhaus gebaut werden, so daß zu neuen Steuern ge- ledigt wurden, war dics im Berichtsjahre bei rund 81 Proz. der griffen werden müßte. Die ärmere Bevölkerung könnte, da der Fall. Von den insgesamt anhängig gemachten 132 Slagen( 130 bon Gemeindesteuerzuschlag bereits 125 Broz. betrug, zu einer höheren Arbeitnehmern, 2 von Arbeitgebern) entfiel der größte Teil aberBesteuerung nicht herangezogen werden. Es mußte deshalb zur mals auf das Baugewerbe mit 57 Slagen; das Fabrifgewerbe war Wertzuwachssteuer gegriffen werden. Die Einführung derfelben habe mit 7 und alle übrigen Gewerbe waren zusammen mit 68 Klagen der Bertretung den Haß der Grundstückspetulanten zugezogen. In vertreten. Rund 50 Prez. wurden durch Vergleich erledigt. Be der Diskussion rechnete Genosse Brühl mit den Gegnern treffend ab. rufung gegen Urteile des Gewerbegerichts wurde nicht eingelegt. Er teilte mit, daß der größte Häuser und Grundstücksspekulant Das Spruchgericht trat 12 mal in Tätigkeit; von dem Vorsitzenden Krause sich selbst in der dritten Wählerklaffe aufgestellt habe. Es dürfe diesem Herrn unfer feinen Umständen eine Arbeiterstimme zu fallen. Eine Resolution, in welcher die Versammelten geloben, nur einmütig für die von der Sozialdemokratie aufgestellten Standidaten Genossen Ernst Klodow und Schula einzutreten, fand einstimmige Annahme. Schöneberg. Stadtverordnetenversammlung. Gerichts- Zeitung. Haftung des Imkers für Verlegungen durch einen Bienenschwarm. allein wurden außerdem noch 52 Terminstage abgehalten. Unter von einem Bienenschwarm des Schuhmachers B. dortselbst über Das 19jährige Fräulein H. in Malsch wurde am 9. Mai 1903 den 176 Klägern befanden sich 11 weibliche. Die Billigkeit des bon einem Bienenschwarm des Schuhmachers B. dortselbst überVerfahrens wird durch die Tatsache illustriert, daß Gerichtskosten fallen und schwer verletzt. Sie verlangte deshalb auf Grund des fallen und schwer verletzt. Sie berlangte deshalb auf Grund des nicht vereinnahmt wurden. Als Einigungsamt ist das Gewerbe- 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches von dem B. Schadenersatz. gericht nicht angerufen worden. Das Gewerbegericht gehört seit seinem Bestehen dem Berbande deutscher Gewerbegerichte" an, beffen Monatsschrift regelmäßig an die Beisitzer unentgeltlich ber teilt wird. Das Gewerbegericht verliert leiber am 1. April seinen bis Ein Antrag der liberalen Vereinigung, eine Filiale der herigen Borsitzenden. Die streng unparteiische, loyale Geschäfts. Boltsbücherei mit Lesehalle in der Realschule in der Franken- führung des Herrn Dr. Beyendorff fand die ungeteilte Anstraße einzurichten, wird nach kurzer Debatte einem Ausschuß über- erkennung nicht nur der Beifizer, sondern auch aller jener, die wiefen. Das Bedürfnis nach Errichtung weiterer Filialen wurde als Kläger oder Beklagte das Gewerbegericht in Anspruch nahmen. allgemein anerkannt, nur wurde es für fraglich gehalten, ob die Ober- Schönewveide. Schulen die geeignetsten Räume hierzu bieten. Es soll deshalb in Erwägung gezogen werden, geeignete Räume in der Nähe der Die wegen Mißhandlung ihres Kindes seinerzeit in Haft geFrankenstraße zu mieten. Auch foll erwogen werden, ob nicht noch nommene Frau B. ist, wie uns mitgeteilt wird, sofort, nicht erft, weitere Filialen zu errichten wären. twie einige Blätter berichteten, nach einigen Tagen entlassen worden. auch soll die Polizei das Kind nicht im Abort, sondern in der Badewanne angetroffen haben, als sie sich von der gemeldeten Mißhandlung überzeugen wollte. Weißensee. Die Einrichtung einer städtischen Schreibstube für Beschäftigungslose verlangt ein Antrag der liberalen Fraktion. Stadtv. Oestreich( lib. Fraft.) begründet den Antrag damit, daß der Magiftrat beauftragt worden sei, für Notstands arbeiten zu sorgen. Diese Arbeiten müssen aber zum Teil auch dem Bon einem gefahrdrohenden Brande ist wiederum das Haus Berufe der Arbeitslosen angepaßt sein. Die Schreibstube müßte auch den dort Beschäftigten Arbeit vermitteln. In der Debatte Königs- Chauffee 37 betroffen worden. In dem Hause befindet sich eine Filiale des Kaufmanns Pastorino. Durch unvorsichtiges Handwurde gewünscht, daß die Schreibstube mit der neu zu errichtenden haben mit Benzin tam es zu einer Explosion; die Stichflammen Filiale der Voltsbibliothek verbunden werden möge. Sodann wurde in die zweite Beratung des Etats eingetreten. zündeten so schnell, daß im Nu der Kellerraum in hellen Flammen Beim Gärtnereietat wird vom Stadtv. Magnan( Soz.) an- stand und den darüberliegenden Laden sofort in Mitleidenschaft zog. geregt, die Namen der Pflanzen und Sträucher in den städtischen Nicht nur der Keller, sondern auch der Laden mit sämtlichem Jubalt Anlagen durch fleine Tafeln bekannt zu geben, um die botanischen wurde ein Raub der Flammen, auch die über dem Laden befindlichen Kenntnisse der Einwohner zu bereichern. Redner wies darauf hin, ohnungen haben start gelitten und mußten geräumt werden. Zum Glück blieb der Kellerraum der danebenliegenden Apothefe verschont, daß sich dies mit wenig Soften durchführen lasse und in verschiedenen in demselben lagerten viele Explosivstoffe. Die freiwillige Feuer Städten auch bereits durchgeführt sei. Der Etat wurde darauf wehr erschien erst 25 Minuten nach der Alarmierung an der Brandnach den Beschlüssen des Ausschusses genehmigt. Ohne Debatte stimmte dann die Versammlung dem Fried- stätte. Der anwesende Brandinspektor alarmierte die Berliner Wehr, die jedoch nicht mehr in Tätigkeit treten brauchte. Dieser Brand hofsetat und dem Stiftungsetat zu. Längere Auseinandersetzungen brachte der Verkehrsetat. lehrt wiederum, daß eine Berufswehr immer mehr zur Notwendig Zunächst handelte es sich dabei um die Einführung einer befferen feit wird. Die Induſtrie im Orte ist in der Entwickelung begriffen, Straßenbeleuchtung. In einer angenommenen Resolution wurde wodurch auch die Feuersgefahr eine größere ist als früher. der Magistrat ersucht, die Verwendung von Osramlampen möglichst Friedrichsfelde. Infolgedessen entstand besonders Streit darüber, ob die Klägerin Ansprüche auf Grund eines landwirtschaftlichen Betriebsunfalles nach Maßgabe des Unfallversicherungsgesetzes für Land- und Forst wirtschaft erheben mußte und ob sie ein Verschulden treffe, weil sie die Anmeldung ihres Anspruches bei der Berufsgenossenschaft unterlassen hatte. Die Schadenersahpflicht au fich gemäß den Bestimmungen des§ 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches wurde vom Beklagten nicht bestritten. Alägerin in vollem Umfange als gerechtfertigt erklärt hatte, Nachdem erst das Landgericht Karlsruhe die Ansprüche der wurden ihr vom Oberlandesgericht zu Karlsruhe unter Abweisung der Mehrforderung zuerkannt: 1000 M. Schmerzensgeld, 72 m. Seilungskosten und als Ersatz für die Verminderung ihrer Er. werbsfähigkeit eine Geldrente von monatlich 18 m. bis zu ihrent 60. Lebensjahre und eine solche von 9 M. für weitere 10 Jahre. Das Oberlandesgericht führt aus, daß die Klägerin nicht geglaubt habe, Ansprüche an die Berufsgenossenschaft zu haben und deshalb auch solche nicht erhoben habe. Infolgedessen sei die zweijährige Anschlußfrist gemäß des Absatzes 1§ 78 des Unfallversicherungsgefeßes für Land- und Forstwirtschaft verstrichen, so daß die lägerin gegen die Berufsgenossenschaft aus diesem Unfall teine Ansprüche mehr erheben könne. Wenn aber aus irgend einem Grunde, sei es, daß ein Betriebsunfall nicht anerkannt werde, sei es, daß durch Versäumung der Anmeldefrist der Versicherungsanspruch des Geschädigten ausgeschaltet werde, so trete der Gea schädigte wieder in seine Gläubigerrechte gegenüber Dritten ein. Da dieser Fall der Versäumung hier vorliege, so habe die Klägerin Ansprüche gegen den Tierhalter. Das Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe suchte der Be flagte im Wege der Revisionseinlegung vor dem Reichsgericht um zustoßen. Er machte geltend, daß der Anspruch auf Entschädigung gemäß§ 151 des Versicherungsgefeßes für Land- und Forstwirt schaft auf die Berufsgenossenschaft übergegangen sei. Sodann treffe, wie schon geltend gemacht, die Klägerin noch insofern ein Ver schulden nach§ 254 des Bürgerlichen Gefehbuches, als sie die recht. zeitige Anmeldung des Anspruches bei der Berufsgenossenschaft unterlassen habe. Der Berufungsrichter hatte den ersten Einwand damit zurückgewiesen, daß der§ 151 nur zugunsten der Berufsbald in Erwägung zu ziehen. Darauf machten einige Herren ihrem Ein Kirchenräuber hat vorgestern hier sein Unwesen ausgeübt. versicherung geschaffen sei, nicht aber zugunsten schadenersatzHaß gegen die Wochenmärkte Luft. Da diese Wochenmärkte der Er brang in die evangelische Kirche ein und raubte die große richtiger Dritter. Der zweite Einwand komme deshalb nicht Stadt aber eine jährliche Einnahme von 41 000 M. bringen, fo Sammelbüchse mitsamt dem Inhalt. Bermutlich hatte es der Täter in Betracht, weil sich die Berufsgenossenschaft, falls fie als haftunterließ man es, einen Antrag auf vollständige Aufhebung der auch auf die wertvollen Gegenstände im Kirchenschiff abgefehen. Er pflichtig anerkannt worden wäre, doch im Regreßweg an den Be Wochenmärkte zu stellen, sondern beantragte, ben Bosamentierwaren wurde jedoch gestört und ergriff die Flucht. In dem Kirchenvorraum flagten gewandt haben würde und weil es für diesen gleich bleibe, händlern( Gruppe II) die Standpläge zu kündigen und dafür weitere Händler mit Lebensmitteln( aber nur Schöneberger Einwohner) eignete er sich ein Zweirad an und machte sich damit aus dem ob ihm ein Gläubiger oder zwei zu bestimmten Teilen gegenüber. zuzulassen. Nach Ablehnung dieses Antrages wurde auch dieser Etat nach dem Beschlusse des Ausschusses genehmigt. Mischen Sie sich nicht in Sachen, die Sie nichts angehen!" Der erkennende 4. Zivilfenat des Reichsgerichts sah die AusBei einer Nach bewilligung von 46 700 M. zur Inventar- also sprach der Gemeindevorsteher Ungewitter in der legten Ge- führungen des Berufungsrichters für zutreffend an und erkannte beschaffung für das Krankenhaus wurden die außerordentlich hohen meindevertretersizung. Gemäß§ 47 Abs. 10 fowie§§ 48-45 bes auf Zurückweisung der Revision. Ueberschreitungen der gemachten Voranschläge gerügt. Die erhebliche Schadenlast würde den Beklagten nicht start Schulunterhaltungsgesetzes vom 28. Juli 1906 steht auch den LandEs folgt der Bericht des Ausschuffes betr. Uebernahme der gemeinden mit mehr als 10 000 Einwohnern das Recht zu, an Stelle getroffen haben, wenn er sich gegen die Folgen seiner Imferer Unterhaltung der Bürgersteige auf die Stadtgemeinde. des Schulvorstandes eine Schuldeputation, welche der Gemeinde gegen eine geringe Summe versichert hätte. In der Regel sind Der Ausschuß hatte einstimmig anerkannt, daß die Unterhaltung der verwaltung unterſtellt ist, zu wählen. Ein Antrag aus der die Bienenzüchter versichert. Bürgersteige demjenigen zukomme, dem sie gehören; Eigentümerin Mitte der Gemeindevertretung, zwei Mitglieder zu diefer der Bürgersteige sei die Stadt, der Hausbefizer habe tein Ver- Deputation zu wählen, lag zur Beschlußfaffung vor. Genoffe fiigungsrecht über den Bürgersteig. Der Ausschuß empfahl, daß Pinseler fchlug bor, drei Gemeindevertreter zu wählen, die Stadtgemeinde die Unterhaltung derjenigen Bürgersteige zu um die Deputation, welche Redner als eine der wichtigsten beübernehmen habe, welche entsprechend den Bolizeiverordnungen vom zeichnete, zu verstärken und unt zu ermöglichen, daß neben dem Ein schwerer Unglücksfall, der die große Zahl der Todesfälle bei Jahre 1892 an hergestellt und an die Stadtgemeinde aufgelaffen sind. üblichen Rettor auch ein Gemeindeschullehrer hinzu gewählt würde. der Struppfchen Wohlfahrtsfirma um einent vermehrt hat, ereignete Bur Reparatur dieser Bürgersteige ist eine Pflastertolonne von Gegen diese Erweiterung wandte fich der Gemeindevorsteher mit sich einer Meldung aus Effen zufolge, im Breßbau genannter Firma. der Stadt anzunehmen. Der Referent wies darauf hin, daß die An aller Beredsamkeit, und als unsere Genossen bei ihrem Antrage be- Der Maschinist Gaden wurde am Sonnabendmittag auf dem Lauf Staube. stehen. Vermischtes. Unschuldig verhaftet. Der Weber Heinrich Lachmann, der am 6. d. M. unter dem Verdacht, den kürzlich an der Frau Alma Schulze in Hannover verübten Raubmord begangen zu haben, festgenommen wurde, ist einer Meldung aus Kassel zufolge, nach zehntägiger Haft, da sich seine Unschuld herausgestellt hat, wieder entlassen worden, Erneutes Steigen der Warthe. Bosener Meldung zufolge ist die Warthe aufs neue im ftarten Steigen begriffen. Der gestrige Wasserstand betrug 2,58 Meter gegen 2,88 Meter vorgestern. Der Berdychowoerdamm ist überschwemmt. Im Kesselraum verunglüdt. Der Marinepräfeft in Brest erhielt die telegraphische Mit teilung, daß an Bord des Kreuzers Descartes" in Marotto infolge cines Unfalles im Kesselraum zwei Personen getötet und zwet endere verletzt wurden. Admiral Philibert bestätigt telegraphisch den Unfall an Bord des Kreuzers und fügt hinzu, daß sechs Bersonen schwerverletzt und drei getötet wurden. Eigentums- Bestien. Nach einer Meldung aus Budapest tam es in Gyimeskoezeplok zwischen Gendarmen und holzsammelnden Bauern zu einem Zusammenstoß. Fünf Bauern iwurden getötet, drei lebensgefährlich, mehrere andere schwer verleßt. 3,50. cine R. 25. Witterungsübersicht vom 18. Februar 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Better Stationen Beller Temp, n.. fran tot aufgefunden. Er war, mit dem Schmieren beschäftigt, 20-30. Stundert, Stieler, Gliege Ia 2-6, bo. mittel, Stifte 0,00.[ Fällen müssen toir grundsäglich aus ftrafrechtlichen Gründen ablehnen. Sle zwischen die Kage des Krans und einen Träger gekommen, wobei do. Hamb. Stiege 3-6, halbe Stifte 2-3, pomm. Ia Schod 0,00, IIa fönnen die Auslieferungsverträge in jeder Bibliother einsehen.-. 9. 100, er sofort totgedrückt wurde. Der Unglückliche hinterläßt Frau und 0,00. Bücklinge, Stieler ver Wall 0,00, schwedische 1,50-2,00, englische Rigdorf. Beantragen Sie bei der Staffe Ihre Aufnahme. R. N. 24. Eine Auf Sprotten, Danziger, Riste 0,60-0,70, do. Rügenwalder, Siste Feuerwehr, Lindenstraße 41, gibt Auskunft. fünf Kinder. Erst einige Stunden nach dem Unglücksfall fand man 0,40-0,60. ale, groß per Pfund 1,10-1.30, mittelgroß 0,80-1,10, martestelle würde den von Ihnen gewünschten Zived nicht erfüllen. flein 0,60-0,80. die Leiche. Heringe ber Schod 5,00-9,00. Schellfische, Kifte Jbre Frau müßte andere trantenversicherungspflichtige Be 4,00-6,00, Sito%, Stifte 2,50-3,00. Sardellen, 1902 er per fer 98, fchäftigung wenigstens auf die Dauer von 14 Tagen übernehmen. 1904er 98, 1905er 98, 1906er 85-90. Schottische Bollberinge 1905 D. 2. 100. 1. Ja. 2. Nur mit Genehmigung der Kirchhofsinspektion. A. 2. 15. 1. Leider ja. 2. Nein, event. würde die Frau mit Aussicht 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 30-40. Heringe, neue Matjes, ber To. 0,00. Sardinen, ruff., Faß auf Erfolg Interventionstlage erheben töinen. 3. Strafbarkeit liegt nicht 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchle( 4 Liter) 1,40-1,70. vor, es tönnte auf Zahlung geklagt werden. Scherzer. Ja.-. 777. Reunaugen, Schodfaj 8, do. fleine 4-5, do. Riefen 10. Streble per Shod Leider nein. 2. R. 100. Der Vertrag wäre anfechtbar. 2. 3. 17. 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, dito fleine 0,00 cm 0,00, uf Ihren Antrag erfolgt die Desinfektion fostenfrei.- F. K. 20. Benn do. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00. Seemuscheln 100 St. 1,00. Gier, angenommen wird, Sie hätten durch die Unterschrift den Wirt über Ihre Land-, unjort iert per Schod 3,75-4,00, do. große 4,00-4,50. Butter per Vermögensverhältnisse täuschen wollen und ihn zum Abschluß des Miets J. K. 9. 100 Bfd. Ia 133--141, IIa 129-137, IIIa 120-128, abfallende 115-120. vertrages bewogen, so fann darin ein Betrug erblickt werden. Saure Gurfen Schod 4,50. Bieffergurten Schock 4,50. Kartoffein 1. Den Auszug behält Ihre Mutter. 2. Wenn es in diesem Vertrage ver 100 Biund Dabersche 3,25-3,50 weiße runde 3,00-3,25, nicht ausdrücklich ausgemacht ist, nein. 3. Ja. 4. Jn 30 Jahren. Schutz dagegen gibt es nicht. Nein. mag. bon. 3,25--3,50. Borree, per Schock 0,75-1,25. Meerrettich, Schod Einen O.. 1000. Sellerie, 8-16. Spinat per 100 Bfund 25-40. per Schod 3-6, Th. B. 29. May 999. Die Witwe fann ihre Sachen verkaufen. do. pomm. 6-14. 8wiebeln per 100 Bfd. 4,00-5,00. Beterfilie, grün. 1. und 2. Ja. 3. Nein, es sei denn, daß sie früher noch nicht vorgelegt Schodbund 0,80-1,50. Rettich bayrischer, per Stüd 0,06-0,10, waren. R. K. Parchim. 1. Sie müßten sich an das Bostamt wenden. hiesiger, per Schod 0,00. Mobrrüben, 100 Pfund 2,00 bis 2. 21 Jahre. 3. Das wird im Gesetz felbst ausgesprochen werden. 3.50. Karotten, per 100 ẞfund 10-15. Wirsingkobl v. Schock 3-6.- Abonnent 32. 1. Jhre Schwester müßte zunächst beim Amtsgericht Rotfohl, Schod 2,10-4. Beigfohl p. 100 Bfd. 1,60-2,50. Blumenkohl, hiesiger flagen. 2. Ja. 3. Versuchen Sie es mit 25 M., ob es glücken wird, ist 100 Stüd 0,00, bo. Erfurter 0,00, do. italienischer 100 Stüd 38-40, zweifelhaft. 4. Bestimmte Rechtsanwälte, Aerzte usw. zu empfehlen, lehnen do. in störben 18 Stüd 2,00-3,00. Rosentohl, per 100 Pfund 15-30. mir grundfäßlich ab. 2. H. 25. Sezen Sie sich mit dem jegigen 3. F. 71. Petersilienwurzeln, Vormund und dem Vormundschaftsgericht in Verbindung. Grünfobl 5,00-8,00. Stohlrüben, Schod 4,00-5,00. b. 100 Bfd. 4,50-5,00, Sodbund 5-6. Schnittlauch, Töpfe Duzd. 2-2,50. Es müßte am 15. zum 1. gekündigt werden. 2. Ein Anwalt ist nicht erTomaten, tanarische, per Kifte 3,00-5,00. Rote Rüben, forderlich. 3. Gar nicht. 4. Ohne Kenntnis der Einwendungen des Be per 100 Pfund 2,50-3,00. Rübchen, Beeliger, per 100 Pfund 0,00, do. flagten nicht zu beantworten. 5. Etwa 5, 6. etwa 10 M. 7. Jn 2 Jahren. Rübchen 12-20. Gstarol, 100 Stüd 20,00-25,00. Endivien, 100 Stüd 8. Nach Zustellung des Urteils in einem Monat. 9. Nicht vorauszusehen. 25-28. Birnen, per 100 Bfd. Tiroler 0,00, Kochbirnen 3-10,00, Tafel birnen la 18-25, bo. Ila 6-17, Staliener 26-30. Alepfel, per 100 Bfund, Tiroler Ia 20-32, bo. IIa 12-20, do. loje, per 100 Pfund 0,00, do. in Stiften 120 Bfd. 30-50, Most, hief., 100 Pfd. 3-12, Koch 5-14, Tajel äpfel Ia 15-24, bo. IIa 8-18, Amerikaner, per faß 15-23, Arbeitslosigkeit infolge Hochwassers. Aus Pittsburg wird ge- Staliener, loje, 100 fb. 11-15, bo. in Körben per 100 Pfd. meldet: Das Wasser des Alleghanystromes fällt langfam. Ueber 10-16, bo. in Riften 10-24. Weintrauben, Almeria, per Faß 6-16. 20 000 Mann find infolge des Hochwassers beschäftigungslos ge- Ananas I, per Pfund 0,90-1,00, bo. II 0,50--0,70. Bananen, gelb, worden und vermehren so die schon große Anzahl Arbeitsloser. Jamaica, per 100 Bfb. 22,00-25,00. Stofosniffe per 100 St. 0,00. Strach Tausende von Menschen haben sich in die zweiten Stockwerke der mandeln per 100 fb. 0,00. Maronen, ital., per 100 Pfund 12-20. Häufer geflüchtet. Lebensmittel gelangen durch Bolizeibeamte in Feigen, Kranz- ber 100 fb. 21-25, do. Trommel per 100 Bfb. 40, Traubenrosinen per 100 fb. 0,00, Bitronen, Booten zur Verteilung. Niedrige Schäßungen beziffern den durch do. in Stiften 28-58. do. 360 Stüd 8-10, do. 200 Stüd das Hochwasser angerichteten Schaden auf zwei Millionen Dollar. Melfina, 300 Stüd 8-10, 0,00, bo. 150 Stüď 0,00. Apfelfinen, Murcia, 200 Stüd 8,00-10,00, bo. 300 Stüd 7,00-11,00, do. Balencia 420 Stüd 15-25, bo. 714 Stüd Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtlichen 22-28,00, do. Messina- Blut 100 Stild 7-9, bo. 150 Stad 7-10, Martthallen Direktion.( Großbandel.) Ochsenfleisch la 68-70 br. 100 fb, bo. 80 Std 8,00-9,00, bo. 200 Stüd 0,00. Datteln, per 100 Start. Ila 62 67, la 54-57, Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 54-64, Stübe, fett 40-42, bo. per 10 pfb. 5,00-5,50. 48-56, do. mager 36-44, rejser 50-58, Bullen, dänische 51-63. Stalbfleisch, Doppellender 105-125, Mafttälber Ia 82-92. Ifa 72-81, Kälber ger. gen. 52-68, do. holl. 45-50. Hammelfleisch Maftlammer 73-75, gammel la 67-69, IIa 59-64, ungar. 0,00, Schafe 44-57. Schweinefleisch 51-59. Rehwild Ia ber Bfund 0,00. IIa 0,00. Rotwild Ia per Pfund 0,50-0,55, bo. IIa 0,30. do. Kälber Die furiftifche Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter 0,40-0,52. Damwild 0,50-0,60, do. Kälber 0,65-0,70. Wildschweine per Sof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Geöffnet 7 1hr. Bfd. 0,45. Frischlinge per Pfd. 0,00. Staninchen, groß, Stud 0,80 bis wochentäglich abends von 7% bis 9% 11hr statt. 1,00, bo. flein 0,00. Hafen, groß per Stüd 3,50, do. mittel u. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein flein Stüd 0,00. Wildenten ber Stüd 0,00. Falanenhähne la, Buchstabe nud eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort junge 0,00, bo. Ila und alte 0,00. Fasanenhennen 0,00, wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Schneehühner Stüd 0,95-1,00. Birthähne Stüd 1,50-1,60. Birk H. J., Brunnenstraße. Wenn weder Sie noch Ihre Frau, wenn hennen Std. 1,25-1,40. Hafelhühner Std. 0,90-1,00. Hübner. Sie eine solche haben, nicht fatholisch find, brauchen Sie an die katholische Ia per Stüd 1,75-3,30, bito IIa 0,00. Hamburger Stüfen, Stüd 1,10 Kirchengemeinde feine Kirchensteuer zu zahlen. Machen Sie der Gemeinde Tauben Ia 0,50-0,75, Mitteilung. bis 1,20, Boularden, deutsche, p. Pfd. 0,00. A. P. 21. 1-3. Nein. 5. G. 100. Der Dienst do. Ila 0,00, bo. alte 0,00, do. ital. 0,00. C. H. 22. Es müßte zunächst seitens der Behörde Enten, per Stüd fann gelöst werden. 1,60-2,10, dito russische per Stüd 0,00, F. 5. 10. bito Hamburger, per Stüd geflagt werden. Das Geld wird nicht auf Grund der 2,70-3,50.( Sanie per fb. 0,40-0,50, bo. ig. Hamb. per Bfb. 0,75-1,10. Snvalidenmarte, sondern in Ihrem Fall als Almosen wegen Bedürftigkeit dito russische per Pfund 0,40-0,56. Boulets per Stüd 1,20-1,40. gegeben. 333. 1. Ja. 2. Das wäre nuglos. 3. Ohne Einsicht in die Wenden Sie sich an Buten Ia p. Bfb. 0,70-0,95, bo. IIa. 0,60-0,65. echte per 100 Biund Berträge ist diese Frage nicht zu beantwotten. D. G. 401. 87-95, do. flein 96-99, do. groß 64, do. groß- mittel 80. Bander, den Anwalt, der den schwebenden Prozeß führt, unfortiert 0,00, bo. groß 0,00, bo. mittel 0,00. Schleie, groß 0,00, Nur der Ehemann und das Kind erben, nicht die Eltern. dito mittel 0,00, bito Ila 80-82. Male, Klein 0,00, bo. mittel 0,00, G. 2. 210. Der Antrag ist an den Vorsitzenden des Vereins do. groß 0,00. Starpfen 5-10er 44-53, do. 10-15er 60-64, bo. 20-25er Berliner Molkereibesizer D. Schmiel, Boedhstraße 24, ชน richten. 0,00. do. unf. 67-70. Blogen 000, do, flein 0,00. Alland 51-52. M. K. 20. 1. Die Bedingung ist nicht erforderlich. 2. Solange es Quappen 41-45. Bleifische 0,00. Wels 57. Bunte Fische 30-43. Barje ein Brivatverein bleibt, nein. M. 21. Die Frau haftet nicht für die 1)+ bedeutet Wuchs, matt 0,00, bo. Klein 0,00. Bleie matt 0,00. Staraulchen, matt 0,00. Schulden des Mannes; würden wegen solcher dennoch ihre Sachen gefchwacher Eisgang. Winter- Rheinlachs, per 100 Bfund 0,00, Amerikanischer Rachs la. per pfändet, so tann sie mit Aussicht auf Erfolg Interventionstlage erheben. Nach telegraphischer Meldung war die Warthe bei Landsberg heute vor 100 Bfund 110-130, do. a 90-100. Seelachs, per 100 Pfund R. B. 5. Auskunft über Ausliefer ungsmöglichkeiten in bestimmten mittag noch im Fallen( um 8 Uhr Wasserstand 208 cm). Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Tischler' Albert Kressin am 16. Februar verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Februar, in Boglot statt. 79/18 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Moabit. Nachruf. Am Donnerstag, den 13. Februar, verstarb unser treuer Sollege, der Buberträger Fritz Siegner im Mter von 31 Jahren an der Lungenentzündung. 29/8 Ehre seinem Andenken! Der Zweigvereinsvorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Richard Arlt am 16. februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Februar, nachmittags 8 Uhr, von der Halle des Hellands- Kirchhofes, Blozen. jee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 79/17 Die Ortsverwaltung. Sonntag, nachmittags 5 Uhr, entschlief janft nach langen Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Fuhrherr Adolf Goebel Bergmannstr. 32. Die Beerdigung findet Donners tag, den 20. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Friedensgemeinde, Nordend, statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. ( Bezirk 15.) Den Berufsgenossen hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Karl Wachs am Sonnabend verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Februar, nachm 1 Uhr, vom Trauerhause Staiser Friedrichstr. 215 in Rigdorf aus statt. Um rege Beteiligung bittet 254/4 Der Vorstand. Beige hiermit allen Verwandten und Bekannten an, daß am 17. Februar, morgens 5 Uhr, meine liebe Frau Auguste Reichardt geb. Heller nach furzen aber schweren Leiden verstorben ist. 1635 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Februar, nachmittags 3 Uhr von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Der trauernde Gatte Hermann Reichardt, Frig- Reuterftraße 10. Am Montag, den 17. Februar, verftarb nach schweren Leiden meine liebe Frau, unsere gute Mutter Elisabeth Jechow geb. Henning im 37. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Karl Jechow, Former, nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Donnerstag, 20. Februar, nadm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedenskirchhofes, Nieder- Schön. hausen, aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Paul Lorenz jagen wir allen Berwandten, Freun ben und Bekannten, sowie den Genossen des 6. Berliner Wahlkreises und den Sängern, als auch dem Deutschen Transportarbeiter- Berband unfern herzlichsten Dant. 1515 Witwe Anguste Lorenz und Kinder. Briefkaften der Redaktion. Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme Für die zahlreiche Teilnahme und bei der Beerdigung meines lieben Strangspenden bei der Beerdigung Mannes, unseres guten Vaters meines lieben Mannes, des Buzers A. Straße sage ich allen Freunden und Betannten, insbesondere dem Gesangberein der Puzer, meinen innigsten Dant. Wwe. H. Straße. 19762 Danksagung. Allen Parteigenoffen, Kollegen fowie Freunden und Bekannten, welche an der Beerdigung meines lieben Gatten, unseres Bruders und Sohnes Fritz Bieber teilgenommen haben, unseren herzlichsten Dant. 19752 Wwe. Lisbeth Bieber nebst Kindern, Geschwistern u. Vater. Otto Lehmann fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Genossen des 4. Berliner Wahlkreises sowie auch dem Gesangverein Syrene" " 1626 unseren innigsten Dant. Witwe Auguste Lehmann nebst Kindern. Gardinen, Portieren, Decken, Federbetten, Bettwäsche, Bilder, Uhren auf Teilzahlung. Postkarte erbeten. Berlin, L. Matzner, Auguftitraße 50. Banstelle 290 Duabratruten, Industriegegend bei Teltow, Bautlasse C- brei Etagen Gas, Wasserleitung, zum Preise von nur 20 M. pro Quadrat Dr. Schünemann rute zu verlaufen. 14752* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr 10-2.5-7. Sonnt. 10-12 Ubr Suxes 4 Anzahlung 2500 Mart, Reft mit Broz. auf langjährige Hypothet. 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Wafferstands- Nachrichten ber Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. am seit 17.2. 16.2. cm cm) 3033) Bafferstand Memel, usit Bregel, Insterburg 240+-32 Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Wafferstand Saale, Grochlik abel, Spandau) Rathenow) am feit 17. 2. 16. 2. cm cm³) 138+11 134 +4 2173) -3 156+3 208 +8 Spree, Spremberg) 130 0 185 +4 Beeskow 196 0 195 +6 Befer, Münden 714-59 231+23 Minden Landsberg 209 Bordamm Rhein, Maximiliansau 292 +8 105 +6 10 +8 Köln 155+8 -104 +6 Nedar, Heilbronn 60+30 177 +10 Main, Wertheim 153+16 155 +17 Mosel, Trier 186 42 Fall. Unterpegel. ) Eisstand. Aroffen Frankfurt Barthe, Schrimm Nebe, Ibe, Leitmerig Dresden Barby Magdeburg Kaub 110+10 119+7 NESTLE'S KINDERMEHL altbewährt, stets zuverlässig Herren- Stoff- Reste Wer- Stoff- hat zu Herrenanzügen spottbillig, feinste fertige Serren ohne Konkurrenz Fabritate, Kammgarne, Cheviots, anzug, 20 Mr. neueſte Muster von 4 M. an per 2 inpr., finite gold. Medaille. 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Königl. Schauspielhaus. Göz von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Deutsches. Was ihr wollt. Kammerspiele. Gyges und fein Ring.( Anfang 8 Uhr.) Neues Schauspielhaus. Beh' dem, der lügt. Anfang 8 Uhr. Reffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Berliner. Der Opernball. Neues. Simson. Lustspielhaus. Panne. • Schiller 0.( Wallner Theater.) Auf der Sonnenseite. Schiller Charlottenburg. Der rote Leutnant. Kleines. Mandragola. # Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Sebbel. Maria Magdalene. Komische Oper. zählungen. Hoffmanns Er. Lorking. Der Trompeter von Sät fingen. Westen. Ein Walzertraum. Residenz. Bibi. Der selige Dctave. Luisen. Der verlorene Sohn. Trianon. Baron Toto. Thalia. Jmmer oben auf. Theater an der Spree. gewiesen. Aus Bernhard Rose. Ein toller Einfall. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Aleria. Beim schönen Anton. Folies Caprice. Mal was andres. Jeunesse dorée. Paragraph 343. Gebr. Herrnfeld. Papa und Genossen. 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Sonnabend: Meister Josef. Lortzing- Oper. JOSETTI VERA Ihr Gewicht wert in Gold, trotzdem 10 St. nur 30 Pig. Josellig CIGARETTEN .00% Sozialdemokratischer Wahlverein des VI. Berliner Reichstags- Wahlkreises. www - Fernsprecher: Amt lil, 2137. Geschäftsstelle: N. 39, Ravené- Straße 6. Freitag, den 21. Februar, abends 8 Uhr, bei Ballschmieder, Badstr. 16: Großer astronomischer Vortrag gehalten von Herrn Dr. Archenhold, Direktor der Sternwarte in Treptow. Thema: Wanderungen durch das Weltall. Illustriert durch über 100 Lichtbilder. Die nachfolgenden Vorträge finden statt am Dienstag, den 3. März, in den Pharussälen, Müllerstr. 149; Freitag, den 18. März, in der Kronen- Brauerei, AltMoabit 47-49; Dienstag, den 17. März. in den Germania- Sälen, Chausseestr. 110; Freitag, 225/6 den 20. März, in der Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130. Gültig zu allen Vorträgen sind die Billet- Nummern 29 501-34 500. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Theater nachmittags 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Theater abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr. Schwant in 3 Aften von de Gorsse und de Marsan. Bretillot Richard Merander. Hierauf: Der felige Octave. Sonntag, den 23. Februar, 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? ,, Bibi." 8 Uhr. Luisen- Theater. Zum ersten Male: Ein verlorener Sohn Anfang 8 Uhr. Donnerst.: Des Mädchens Lebenswege. Freitag: Der eingebildete Krante. Sonnabend 4 Uhr: Schlaraffenland, oder: Das tapfere Schneiderlein. Abends: Krieg im Frieden. Belle- Alliance- Straße 7/8. Sonntag 3 Uhr: Die Waise aus Abends 8 Uhr: Der Trompeter von Säckingen, Donnerstag 72 Uhr: Don Juan. Freitag 8 Uhr: Erstaufführung: Fidelio. Sonnabend 7, Uhr: Zauberflöte. Lowood. Abends: Des Mädchens Lebenswege. Der Vorstand. Metropol- Theater Palast- Theater Das muß man seh'n!! Parvulesku- Zelinesku, Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt Hollaender. von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 23. Febr., nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! WINDED BARTEN 6 Otto Reutter und das montag: Des Mädchens Lebenswege. neue Programm Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Lustspiel in 3 Aufzügen von Dstar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Donnerstag, abends8uhr: Gebildete Menschen. Freitag, abends 8 br: Auf der Sonnenseite. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Akten von Eduard Goldbeck und Hermann Kienzl. Donnerstag, abends8 Uhr: Der Hexenkessel. Hierauf: Jungfer Immergrün Freitag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schiller- Saal( Schiller- Theater 9 Uhr: Vortrag von Dr. Hans Mackowsky: Velasquez. Deutsche Konzerthallen, An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Zirkus Schumann Zirkus Busch Heute Mittwoch 82 Uhr: Brillante Vorstellung. Enormer Erfolg des Februar- Programms. Alles tatsächlich neu und noch nie dagewesen. Claymoure und Cordons Kreation., Refifto, das elektrische Rätsel. Kunstradfahrertruppe Klein. Direktor Albert Schumanns allerneueste Dreffuren. Tagesgespräch Amerika. Bracht- Ausstattungs- Pantomime. Alles bisherige übertreffend. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Mlle. Guerrerito Spaniens schönste Tänzerin und das große FebruarProgramm! Heute 8 Uhr. Entree 20 Bf. W. Noacks Theater rum. Ensemble. The Oracs, Barren- Aft. Lona, elastic lady. Lehrjungenstreiche Faschings- Burleste. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bj. Sonnabend: Gr. Ertra- Vorstellung! Die Schule des Lebens. Folies@price 8 Cheafer 8 Uhr hr Neu! Jeunesse dorée. Paragraph 343. Gebr. Herrnfeld- Mal was Anderes Theater. 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Lustspiel in 5 Atten von G. v. Moser und Franz v. Schönthan. Anfang 8 Uhr. Verantwortlicher Redakteur: Freit.: Benefiz Frieda Brosch: Trilby. apollo Theater 9 Uhr. Täglich: 9 Uhr. Der Operettenschlager der Saison: Mitislaw der Moderne Operette von F. Lehár. Amaranth: Mla Werber. Sonntag nachm. 3 Uhr: Cyprienne. assage- Panoptikum. Pass Neu! Neu! Der längste Mensch Josef Schippers und d. lange Kerl', d. gr. Sold. der dickste Mensch Toni Thoms, der Welt! 600 Pfd. schw. 24Fing.u.Zeh. Ohne Extra- Entree. Neapolit. Bandenkapelle. Colsinis Exper. d. 4. Dimension Eintritt 50 Pf. Kinder u. Soldaten 25 Pf. Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag 3 Uhr: Endlich allein! Der Fall Blumentopf. Neue Welt Hafenheide 108-114. Täglich: Täglich: Revue mit Gefang in 3 Bildern. Happoldt's Neuer Konzertsaal Mittwoch: Großes Husarenfest. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger u. Tanzkränzchen. Großer Erfolg des neuen Soiree Programms. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hansi lacht Neu! Steidl- Duo. Neu! Neu! Der urkomische Rügamer. Neu! Neu! Neu! Käti Gültini. Großtes und originellstes Die Freuden d. Häuslichkeit. bayerisches Sonntag 4 Uhr: Ein Sohn des Volkes. Mittwoch abend 72 Uhr präz.: Gala- Abend. Novität! Große Sensation! Debüt! Mr. Lytton! Debüt! Automobil- Saltomortale. Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tattersalls, als Gast. Die phänomenale Aurora- Truppe! Bros. Clarkonians aus Amerika, das phänomenalste auf dem Ge biete der Luftgymnastik, usw. Um 10 Uhr: Auf der Hallig! Vorher Galaprogramm. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das großartige Februar- Programm! 15 Dreffierte s Löwen, Tiger, Leoparden, borgeführt von R. Havemann, und die übrigen glänzenden XX Variétékünstler. XX Tunnel: Bockbierfeft, Regimentskapelle usw. 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