Nr. 22. Erscheint täglich außer Montags. Brets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags; Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Boft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. tu der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für dh fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfs Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. jernfprech- Anfluk Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Herzlose Gauner. = Donnerstag, den 26. Januar 1893. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. " Schau. Er dehnt in der Hauptsache die Wucherparagraphen, nehmer, welcher die Nothlage des Proletariers durch Zahlung welche bis jetzt nur Darlehen betrafen, etwas weiter aus, erbärmlicher Löhne oder durch die Abforderung horrender So hat in den vorgestrigen, übrigens mörderisch lang nämlich auf Solche, welche mit bezug auf ein Miethen mißbraucht, auf die Anklagebant zu setzen. Der weiligen Aufangsdebatten über den Wucher Geseh- Rechtsgeschäft anderer Art gewerbs- oder gewohnheits- freisinnige Horwitz handelte deshalb recht unschlau, als er entwurf der konservative Abgeordnete Giese im Reichs- mäßig unter Ausbeutung der Nothlage, des Leicht gestern von dem empfindlichen und reizbaren Gebiete des tage die Wucherer genannt, die er durch Strafbestimmungen finns oder der Unerfahrenheit cines Anderen sich wirthschaftlichen Lebens" sprach, das der Entwurf berühre. getroffen haben wollte. Diese Bezeichnung ist außerordent- oder einem Dritten Vermögensvortheile versprechen Warum brauchte er denn zu verrathen, daß sich die großen lich passend, und man kann mit Genugthuung feststellen, oder gewähren lassen, welche den Werth der Leistung Wucherer seiner Kapitalistenpartei ein wenig getroffen daß die Herren vou der Rechten, wenn sie ihre demagogische dergestalt überschreiten, daß nach den Umständen fühlten? Sie können ja so sicher sein! Die fautschukartige Jutereffenpolitik treiben, auch in den geheiligten Räumen de 3 Falles die Vermögensvortheile in auffälligem Miß- Fassung des neuen Paragraphen ermöglicht es den Gerichten des Reichstages vor Kraftausdrücken nicht zurückschrecken. verhältniß zu der Leistung stehen"(§ 302e des Strafgesetz- und Behörden, sich die Opfer der agrarisch feudalen Wenn sie Interessenpolitik treiben, sagen wir-buches). Durch diese höchst geschickte und Agitation, den verhaßten ländlichen Zwischenhändler, herausder ganze Wucher Gesetzentwurf, wie er jetzt tautschukartige Fassung aber bringt es zusuchen, und dann ist wieder etwas für das Volk gethan, vorliegt und wie er in der Praxis wirken wird, ist näm- der Entwurf fertig, denjenigen Wuch er das doch endlich einsehen wird, daß Gutsbesitzer und Antisemiten lich ein Ausfluß traffefter agrarischer Tendenzpolitit, nud unberührt zu lassen, welcher der ärgste, eigentlich seine einzigen Freunde find. Die Leitmotive zur Ausdas muß einmal an dieser Stelle betont werden, umsomehr, verbreitetste und verwerflichste ist, den beutung des neuen Wuchergesetzes für die ländlichen Wahlen als auch unsere Parteipreffe manchmal über die Form des Lohnwucher, die Ausbeutung des Ar- find in der Begründung des Entwurfs schon gegeben; da Entwurfes, die ein Vorgehen gegen alle Arten des Wuchers beiters durch den Unternehmer. Die ganze hallt es wider von hochtönenden Phrasen von der sittlichen und der Ausbeutung zu versprechen scheint, den Klassen-„ Begründung" des Gesetzesvorschlages zeigt, wie ängstlich Anschauung und dem Rechtsbewußtsein des Volkes", von charakter auch dieses Gesetzes übersehen hat. Dieser Klassen- man bemüht war, die agrarische Zendenz festzulegen dem Vertrauen in die Fürsorge des Staats für den charakter läßt sich aus der Vorgeschichte, aus den Motiven und zu vermeiden, daß unliebsame Uebergriffe der Gerichte, Schwachen", von der„ zielbewußten Aussaugung" und der des Entwurfes und aus der vorgeftrigen Debatte, so lahm wenn solche überhaupt zu erwarten wären, auf das Gebiet wucherischen Ausbeutung". Das Volt wird über diese sie an und für sich war, mit zweifelloser Sicherheit fest- der Unternehmer- Ausbeutung stattfinden können. Die Motive Demagogie ganz einfach dadurch quittiren, daß es die stellen. Es wäre ja auch zu wunderlich, wenn der begnügen sich damit, aus der Vorgeschichte des Entwurfes zielbewußten Ausbeuter" und die herzlosen Gauner" reichspreußische Staat plöblich die Anwandlung be- die amtlichen Ermittelungen" zu erwähnen; warum sammt und sonders in seinen Kampf gegen den kommen hätte, gegen alle Ausbeuter und Wucherer vor werden diese amtlichen Ermittelungen" nicht mit Wucher einschließt. zugehen, mit denen er doch, je größer sie sind, in desto getheilt? Nebenbei eine Zumuthung an den Reichstag, Die Stellungnahme unserer Partei zu diesem Klaffengeset umigeren Beziehungen lebt. wie sie unver- frorener lange nicht vorgekommen ist. Weil ist deshalb von selbst gegeben, genau so wie zur antisemitischen Die Borgeschichte des Entwurfes bereits führt auf diese Ermittelungen höchst weifelhafter Natur find, Bewegung. Der agrarische Kampf gegen den Wucher im agrarische Agitationen zurüd. Es gehört seit langem zum und weil die böse Sozialdemokratie neben jedem Wucher Kleinen arbeitet nur vor für den entscheidenden Kampf gegen Eystem der antisemitisch- feudalen Demagogie, dem Bauer fall vom vom Lande zehn Wucherfälle aus dem in den Wucher im Großen. Und je tendenziöser ein neues Gesetz die Wucherei des Zwischenhandels auf dem Lande in den dustriellen Arbeiterleben stellen würde! Auf S. 5 des sich seine Opfer aussucht, desto rascher wird das mirtschwärzesten Farben vorzumalen, damit die Aufmerksamkeit Begründung entschlüpft dem Verfasser derselben das Ge- liche Rechtsbewußtsein des Volkes gegen die Ausder ländlichen Wähler von der Ausbeutungsthätigkeit ständniß, daß bei der Einführung der von manchen Seiten beutung überhaupt reagiren. Der Abg. Giese hat des Großgrundbesitzes abgelenkt abgelenkt wird. Gleichzeitig vorgeschlagenen Konzessionspflicht für ländliche Zwischen- gestern noch an einer anderen Stelle seiner Nede eine Wender Junker den Zwischenhändler auf dem händler es schwierig sein würde, die so zu beschränkenden dung gebraucht, die genau auf alle Ausbeuter paßt:„ auf Lande, weil dieser vielfach der Pionier des modernen Gewerbebetriebe gegen das Bantiergewerbe abzu dieser wirthschaftlichen Leiche fitt der Wucherer da als vollVerkehrs ist, der folange wie möglich vom flachen grenzen". Da hat die Begründung Recht! Der Wucher gesogener Bampyr, freut sich des Lebens und hat die Taschen Lande ferngehalten werden soll, damit das Landvolk recht wird vom Banfier, deffen Töchter von den schneidigen mit Geld gespickt". Ein treffenderes Porträt der ganzen hübsch dumm bleibe. Die agrarische Feindschaft gegen den Söhnen agrarischer Gutsbesitzer heimgeführt werden, und kapitalistischen Gesellschaft hat noch selten ein Konservativer Zwischenhandel entspringt aus denselben Wurzeln, wie die vom industriellen Kapitalisten ebenso getrieben wie vom im Reichstage geliefert. tonservative Gegnerschaft gegen billige Eisenbahntarife, frei- mauschelnden Geschäftsmann auf dem Lande; oft steigt der heitliche Vereins- und Preßgesetze, Arbeiterschutz- und Ber- letztere zum Bankier und Großkapitalisten enipor. Aber da ficherungsmaßnahmen im Interesse des ländlichen Arbeiters. muß abgegrenzt" werden; man kann doch die Säulen der In diesem Geiste sind die Untersuchungen des Vereins für fapitalistischen Ordnung nicht als gemeine Wucherer" Sozialpolitik über den Wucher auf dem Lande gehalten, welche brandmarken! Das geht nur bei dem kleineren und zufügen, daß diese Untersuchungen von der wissenschaftlichen gehört, welche die Ausbeutung im Großen, und deshalb Kritik längst als die traurigste Tendenzmacherei gebrandmarkt straflos betreibt. Die richtige Grenze" kommt in der Befind. Die ebenfalls in den Motiven genannten amtlichen gründung noch einmal vor, dort wo es Seite 8 heißt, daß Aus dem Reichstag. Die heutigen Verhandlungen Ermittelungen über den Wucher dürften sich gleichermaßen die Rechtsprechung die richtige Grenze gegenüber dem drehten sich hauptsächlich um die Frage: auf welche auf Berichte konservativer Landräthe und Amtsrichter re- reellen Geschäftsbetrieb"( soll heißen gegenüber der gesetzlich Weise kann den Konsumvereinen das Lebenslicht ausduziren. Aus dieser agrarisch feudalen Agitation ist der sanktionirten Gaunerei", um mit dem Abgeordneten Giese geblasen werden? jetzt vorliegende Gesezentwurf herausgewachsen, und er zu sprechen) zu ziehen wissen werde. Ja, dieses Zutrauen haben Erreicht soll dieser Zweck werden durch den Antrag, trägt die Spuren dieses Ursprungs überall deutlich zur unsere Gerichte verdient. Es wird ihnen nie einfallen, den Unter- daß die Beamten der Konsumvereine einer Strafe bis zu baßt die Motive des Entwurfes erwähnen, freilich ohne hinzu- mittleren Geschäftsmann, der noch nicht zur Gesellschaft" Politische Weberlicht. Feuillefont. Nagbrua verboten.) Haus Nuzingen. Soziale Studie von H. de Balzac. Deutsch von Curt Baate. [ 14 Tie Lotterie wird dummer Weise abgeschafft, aber die fleinen Leute spielen doch; nur beträgt der Einsatz jetzt nicht mehr vierzig Sous, sondern zweihundertundfünfzig Franks. Die Industrieaktien, die Kommandit- Gesellschaften ersetzen die Lotterie; zwar wird nicht mehr auf grünem Tuch gespielt, aber der Geldrechen ist geblieben und nur ein neuer Spielplan hinzugekommen. wären. " Berlin, den 25. Januar. Ist ein Premierminister, der hundert Millionen in die Millionen fielen den Gründern und den emittirenden eigene Tasche steckt, dafür aber Frankreich groß und ruhm- Bankiers zu. reich macht, nicht einem ehrlichen Manne vorzuziehen, der Alles war vorher berechnet: eine falsche Dividende auf Staatstoften beerdigt wird, aber das Land ruinirt hat? sollte vorher vertheilt und die Aktien dadurch in den ersten Würdet Ihr lange wählen zwischen Richelieu, Mazarin, sechs Monaten um zweihundert Franks in die Höhe ge Potemkin, von denen jeder den Staat um dreihundert trieben werden. Zwanzig Prozent also bei zehn Millionen. Millionen bestohlen, und dem tugendhaften Robert Lindet, Du Tillets Gewinn betrug fünfmalhunderttausend Franks. der weder aus den Assignaten noch aus den Nationalgütern" Jm Börsenjargon heißt so ein Kuchen der FresserVortheil zu ziehen wußte, oder den Schwachtöpfen, die theil." Ludwig XVI. zu Ministern hatte? So, nun hab' ich mir Luft gemacht. Jetzt kannst Du weiter fortfahren, Biriou." Biriou that es. Mit diesen Millionen, die aus einem Buch rosens farbigem Papier und mit Hilfe eines Lithographiefteines hergestellt waren und vorläufig noch in unbegebenen, aber sorgfältig im Geldschrank aufbewahrten niedlichen, kleinen Aktien bestanden, beschloß Nuzingen zu operiren. Die reelle, Einzahlung der ersten Beichner auf diese Aktien sollte zur Gründung des Geschäfts, zum Ankauf eines schönen Geschäftshauses und zu der ersten nothwendigen Operation verwandt werden. Außerdem besaß Nuzingen noch Aktien auf irgend ein silber haltiges Bleiwert, auf eine Steinkohlengrube und auf halten hatte und die vermöge ihrer hohen, vom Kapital vier, in voller Thätigkeit befindlichen Unternehmungen ergenommenen Dividenden sehr hoch gestiegen waren und gut aufgenommen wurden. Ich will Euch," sagte er, die Natur des Unternehmens, das Ruzingen's Finanzgenie erfunden hatte, nicht näher erflären. Es geht nicht an, weil das Unternehmen jetzt noch besteht und seine Aftien auf der Börse gehandelt werden. Die Spielhäuser sind geschlossen, die Lotterie verboten, Nuzingens Kombinationen waren so flug, der Gegenstand nun ist Frankreich moralischer geworden! So schreien die des Unternehmens so lebensvoll, daß die Aktien, die mit Esel, als wenn die Spieler dadurch abgeschafft worden königlicher Genehmigung auf tausend Franks lautend ausgegeben wurden, wohl bis auf dreihundert Franks sanken, fließt nicht mehr dem Staate zu, der eine gern bezahlte nachdem sie die Krisen von 1827, 1830 und 1832 überstanden, Nach wie vor wird gespielt, aber der Nutzen daraus dann aber wieder auf siebenhundert Frants stiegen, und zwei Kanäle, Aktien, die er als Gründungsprämie bei diesen Steuer durch eine andere, drückende ersetzt hat, und wieder auf Pari kommen werden. die Zahl der Selbstmorde bleibt konstant. Das Spiel stirbt Die Finanzkrisis von 1827 erschütterte fie, die Julinicht, wohl aber seine Opfer. revolution warf fie ganz herunter, aber das Geschäft Fort mit der dummen Philanthropie! Ein großer hat trotz alledem reellen Boden unter den Füßen. Nuzingen Politiker muß ein theoretischer Verbrecher sein, sonst wird kann eben nie ein schlechtes Geschäft erfinden. die heutige Gesellschaft schlecht regiert. Ein Politiker, der Mehrere der ersten Banten sind daran betheiligt und ein rechtlicher Mann sein will, gleicht einer Dampfmaschine, deshalb wäre es, noch einmal gesagt, unparlamentarisch von die empfindsam sein, oder einem Steuermann, der das mir, wollte ich näher auf die Details eingehen. So hatte er seine Werthpapiere wie Napoleon seine Steuerruder in der Hand der Liebe fröhnen wollte: das Das Nominaltapital der Gründung lautete auf zehn Truppen auf einen Puntt zusammengezogen, um während Schiff müßte tentern. Millionen Franks, reell eingezahlt wurden sieben; drei der großen Finanzkrise, die in den Jahren 26 und 27 Nuzingen konnte beim Verkauf dieser Aktien auf ein hohes Agio rechnen; aber er verzichtete auf diesen Gewinn und ließ ihn als Lockmittel für die Fische auf der Oberfläche des Wassers schwimmen. 4 150 m. verfallen, sobald sie Waaren an Nichtmitglieder blos, daß die Schulmeister militärische Bildung haben" Nur ein Mann, in deffen Adern die ungebändigte Naturgewalt verkaufen. Wenn man bedenkt, daß die Mitglieder einzelner fagt jetzt das Militärische Wochenblatt". Also: die Unter- deutschen Troßes tochte, tonnte so Vermessenes wagen. Die Konsumvereine nach Tausenden zählen, und wenn man offiziere sollen nicht Schulmeister, die Schulmeister aber ganze alte Ordnung der fittlichen Welt, die einem Jahrtausend heilig gewesen, die lange Kette der ehrwürdigen Traditionen, weiter erwägt, daß in den Großstädten die Einwohner der Unteroffiziere fein im Jdealstaat des Militarismus. welche das Leben der Christenheit gebunden hielten, brachen einzelnen Häuser sich nicht einmal kennen, viel weniger die Ein vernünftiger Vorschlag. In anscheinend offimit einem Schlage zusammen, und lebhaft können wir heute Mitglieder eines großen Vereins, so ergiebt sich die volldem Gegner des Reformators, dem Elfaffer Murner, nachständige Unmöglichkeit, daß die jest verlangte Beschränkung ziöfen Zeitungsartikeln wird von der Möglichkeit gesprochen, empfinden, wenn er beim Anblick der ungeheuren Zerstörung fich mit der Existenz der Konsumvereine vereinen daß die Dreibund- Mächte in die Lage kommen fönnten, jammernd ausrief: Alle Bücher sein erlogen, Die je beschrieben läßt. Werden also die Anträge der Abgeordneten Acker- ihre Botschafter aus Paris, wo ihnen die Preffe find, Die Heiligen han betrogen, Die Lehrer all sein blind!" ( Preußische Jahrbücher, 52. Bd. S. 475.) mann- Size Gefehund bei der jetzigen Busammensetzung nicht mit genug Reverenz begegne, zurückzuziehen, des Reichstags ist für jeden wirthschaftlichen Rückschritt eine und die nothwendigen Geschäfte durch einfache Agenturen Solche Widersprüche sind freilich bei dem GesinnungsMajorität zu haben dann hat für die Konsumvereine, besorgen zu lassen. Das wäre einmal etwas Gutes. Die wechsel des Herrn von Treitschte nicht selten. Wenn er jede diese seinerzeit vielgepriesene liberale Schöpfung, das Sterbe: Franzosen würden sich freuen und die Dreibund- Völker er- Revolution verwirft, weil sie einen Rechtsbruch enthält, so glöcklein geläutet. Wenn man bedenkt, welch große Er- parten ein schönes Stück Geld. wartungen seinerzeit Schulze- Delißsch und seine Bourgeois- Nur bleibe man nicht auf halbem Wege stehen, und ist dieser Ausspruch gerade bei ihm eine Phrase, da er jeden freunde an die Konsumvereine knüpften, und wie dieselben schaffe gleich alle Gesandtschaften ab. Nach dem ein- Rechtsbruch der Macht zu verherrlichen gewohnt ist. als Bollwerk gepriesen wurden, an dem sich die Wogen der Teute sind die Gesandtschaften überflüssige Luxusmöbel, die fervativer Färbung soll der Flöhaer Anzeiger" sein, aus dem stimmigen Zeugniß aller sachkundigen und unparteiischen Kein Amtsblatt, sondern eine gewöhnliche Zeitung fon fozialdemokratischen Umsturzbestrebungen brechen sollten, so noch nie Nugen, sehr oft aber schweren Schaden gebracht gelegentlich der Nothstandsdebatte der Abg. Auer die erschütternmuß es auf unsere Genossen heute einen doppelt erheiternden Eindruck machen, den Schilderungen über die Nothlage der Arbeiter der wenn jetzt gegen diese haben. Und wenn dann den abgesetzten Botschaftern und Geerzgebirgischen Konsumvereine Sturm gelaufen wird, Spielmaaren Industrie Stüßpunkte der sozialdemokratischen Agitation" bilden sandten die ganze übrige Diplomatie nachgeschickt würde zum Vortrag brachte. Aus diesem nebensächlichen Umstande Es war Herr von Stumm, der diesen wirk- in den Ruhestand, dann wäre es für die Völker um so machen nun die sächsischen Amtsblätter ein ganz gewaltiges lichen, von den anderen Rednern aber verschwiegenen Grund beffer. Aufheben. Wir haben dem gegenüber nur zu erklären, der Feindschaft gegen die Konsumvereine offen aussprach. nicht darum handelt es sich, ob der Flöhaer Anzeiger" ,, Ein alter Wachtmeister a. D." muß in der heutigen den Charakter eines Amtsblattes hat, sondern darum, ob In der Debatte war das Gewicht der Gründe zweifellos Abendnummer der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" bessen, von dem Abg. Auer wiedergegebene Mittheilungen auf der linken Seite, zu der in dieser Frage auch die dazu herhalten, um zu zeigen, wie viel besser es der Ar richtig sind oder nicht. Jeder Kenner der erzgebirgischen Nationalliberalen zu zählen sind, aber die Herren Acker- beiter und Bauer heute hat, als vor fünfzig Jahren, und Verhältnisse wird aber zugeben und im Reichstag wurde mann, Size und Stumm führen die Majorität und so sehr gut das Geld für die neue Militärvorlage aufbringen bies auch von nichtsozialdemokratischer Seite bestätigt, daß werden ihre Anträge zweifellos eine Mehrheit finden. Die tann. Das gegen die Militärvorlage aufgeführte grobe der Flöhaer Anzeiger" die Lage der in Betracht kommenRegierung schwieg fich heute aus, doch ist kaum anzunehmen, Geschütz hält er für Radaubüchsen aus Wallenstein'scher Zeit. den Hausindustrie vollkommen der Wahrheit ents daß sie dem Herrn Ackermann folgen wird. Der offiziöse Bindter braucht zur Vertheidigung der Militär- prechend geschildert hat. Wenn dem Abg. Auer ein wird er uns wahrscheinlich irgend eine alte Tante vor er annehmen konnte, eine wahrheitsgetreue Schilderung vorlage schon die Hanswurst- Schweinsblafen. Morgen Vorwurf in der Sache träfe, so wäre es höchftens der, daß sächsischer Arbeiterverhältnisse fönne in einem dortigen Sollen. weil dieselben führen. G g Dilatorisch behandelt, d. h. auf die lange Bank geschoben wird die Militärvorlage. Seit genau 14 Tagen ist die Militärkommission( die am 11. Januar ihre erste Sigung hatte) an der Arbeit, und sie steckt noch in der Generaldebatte. Da die Vertreter der Regierung sich, wie der Staatssekretär des Innern, Herr v. Bötticher, Es giebt keinen Nothstand. Die Leser erinnern Amtsblatte Aufnahme finden. sowohl wie die der Reichstags- Majorität aufs Entschiedenste nach Schluß der Nothstandsdebatte, als teine Zeit mehr Rammer hat ein auf den saueren Namen Essich hörendes Ein Parlaments- Rowdy. In der württembergischen erklärt haben, daß alle Vorschläge der anderen Seite zur Widerlegung war, von einer Rückkehr der Geschäfts: Individuum seinen Landtagskollegen außmann, unannehmbar feien, so hätte das weitere Zusammentagen blüthe namentlich in Sachsen sprach. Daß es sich hierbei wegen einer ihm mißfallenden Aeußerung, zum Duell geüberhaupt feinen Sinn mehr, wenn nicht auf beiden nur um eine mehr als zweifelhajte Spekulation auf die fordert. So wie wir Herrn Haußmann kennen, der auch Seiten die Hoffnung auf das Zustandekommen eines Kom- Abschaffung der Mac Kinley- Bill handelt, war bereits von Reichstags- Abgeordneter ist, wird er dem Essich, falls der promiffes vorhanden wäre. Nachdem man sich aber hüben einem sozialistischen Redner hervorgehoben worden, noch selbe zudringlich wird, einen zünftigen Fußtritt geben, und und drüben so kräftig im entgegengeseßten Sinn ause he Herr v. Bötticher seine frohe Botschaft verkündet falls der Essich Reservelieutenant was wahrscheinlich-, gesprochen hatte, muß über den tapferen Worten erft etwas hatte. Nun schreibt man uns über diese angebliche GeschäftsGras wachsen, ehe das Kompromißwerk sich an die Deffent- blüthe aus Sachsen: zwei. lichkeit wagen tann. Darum dieses Hinausziehen der KomDie Erklärung des Herrn Staatsfetretärs Den Hundertjahrtag der Hinrichtung Ludwig's XVI. missions- Verhandlungen, das sonst unerklärlich wäre.- v. Bötticher, daß in Cheinnig und Umgegend die Lage suchte der französische Klerus und Adel zu demagogischen der Textilindustrie sich gehoben habe, hat unter den Ar- Demonstrationen zu benutzen. Sie veranstalteten eine TrauerEin glänzendes Zeugniß zu gunsten des beitern genannter Bezirke ungemeine Erregung hervor feier und sonstige Vorstellungen zur Aufstachelung des Milizsystems hat der deutsche Reichskanzler in der geftrigen Sigung der Militärkommission abgegeben. Auf gerufen. Diese Erregung kommt drastisch zum Ausdruck Volts. Das Volt aber lachte bie frommen und vornehmen Die gründlichen und überzeugenden Ausführungen unseres der Abg. Schmidt( Mittweida) referirt. Diese Versamm Hause ziehen andernfalls hätte es ihnen schlimm ergehen in den jetzt vielfach einberufenen Versammlungen, in denen Herren Demagogen aus, und sie mußten betrübt nach Genoffen Bebel hatte Herr von Caprivi die Antwort: Lungen sind sehr start, besonders von Frauen, besucht. Auch können. Mit der monarchischen Legende ist es in FrankDas Milizsystem eignet sich nicht für die Offensive" das heißt für den Angriff. Bravo! ft dem Abg. Schmidt eine Fülle von Wiaterial aus Arbeiter- reich vorbei sie ist im Schmutz dreier Dynastien erstickt. Das stimmt. Und gerade deshalb wollen wir das freifen übergeben worden, durch welches das Gegentheil von dem tonstatirt wird, was der Herr v. Bötticher behauptete. Milizsystem haben. Das Material tommt im Vorwärts" demnächst zum AbDie Matrikularbeiträge, die nach endgiltiger Be- druck, und ist zu wünschen, daß weiteres Material ge rechnung zur Deckung der ordentlichen Ausgaben des Reichs- sammelt und dem Abg. Alb. Schmidt übermittelt wird. Haushaltsetats für 1893/94 von den Einzelstaaten auf Der teutsche Geschichts- Bramarbas v. Treitschke, zubringen, belaufen sich auf 355 718 797 M., also auf der jüngst im öffentlichen Vortrage den Studirenden den 34 859 064 mehr als im Vorjahre. Davon entfallen auf Beweis liefern wollte, daß Luther fein Revolutionär war, Preußen 210 905 085 M. und 22 801 254 M. mehr als und daß man Revolutionäre nie gut nennen könne, da im vorigen Jahre, auf Bayern 43 277 600 M., auf Sachsen eine Revolution immer einen Rechtsbruch bedeute," findet 25 536 335 W., auf Württemberg 15 467 429. ,, auf eine passende Abfertigung durch die Germania". Baden 12 566 267 M. u. f. f. auf Elsaß- Lothringen selbe Herr v. Treitschke schreibt nämlich in seiner„ Deutschen Geschichte": 12 051 300 M. Bon den freifinnigen Abgg. Dr. Baumbach und Dr. v. Bar ist im Reichstage der Antrag eingebracht: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die von ihm auf Grund des§ 29 der Gewerbe- Ordnung erlassenen Vorschriften über den Nachweis der Befähigung als Arzt einer Revision in dem Sinne zu unterziehen, daß auf Grund dieses Nachweises auch Frauen die Approbation als Arzt ertheilt werden muß. " Gehüpft wie gesprungen. Mit den UnteroffiziersSchulmeistern war's nicht so schlimm gemeint, wir wollen Der Unser Volt erstieg zum zweiten Male einen Höhepunkt feiner Gesittung, begann schlicht und recht die verwegenste Revolution aller Zeiten." Und in einem am 7. November 1883 in Darmstadt ges haltenen Vortrag über„ Luther und die deutsche Nation" erflärte Herr v. Treitschke wörtlich: Gewiß war Luthers That eine Revolution, und da ber religiöse Glaube im innersten Kern des Voltsgemüthes wurzelt, so griff fie in alles Bestehende tiefer ein, als irgend eine politische Umwälzung der neueren Geschichte. Es ist wahr lich fein Zeichen evangelischen Wluthes, wenn manche wohlmeinende Protestanten dies zu leugnen oder zu verhüllen suchen. ausbrach und die europäischen Pläge revolutionirte, seine in ihr unter der edlen Maske der Tugend, der Rechtlichkeit Liquidation in Szene zu sehen. Noch aber fehlte ihm ein Gehilfe. Wem konnte er sich anvertrauen? Du Tillet hatte keine Ahnung, wobei er unfreiwillig Gevatterdienste leistete. Und doch hatten seine beiden ersten Liquidationen dem mächtigen Baron die Nothwendigkeit gezeigt, einen Mann zu haben, den er seinen Gläubigern gegenüber als Rolben seiner Maschine benutzen konnte. Nuzingen brauchte einen zuverlässigen Menschen von vornehmem Auftreten, brauchte einen gewandten Diplomaten, ber das Zeug zum Minister hatte und seiner würdig war. Solche Verbindungen knüpft man aber weder in einem Monat noch in einem Jahr an. Raftignac war von Nuzingen lange über sein Wesen im Untlaren gelassen worden, so daß er den Bankier für einen großen Gimpel gehalten hatte. Zuerst hatte auch er über den Mann gelacht, dessen Bedeutung solange verkannt wurde, schließlich aber hatte er ihm eine ernste und würde volle Achtung entgegengebracht, als er ihn in Besitz einer Kraft sah, die er allein zu besigen geglaubt hatte. Seit Raftignac in Paris aufgetaucht war, hatte er die ganze Gesellschaft verachten gelernt. Vom Jahre 1820 an theilte er Nuzingen's Meinung, daß es nur den Schein eines rechtlichen Mannes gebe; er sah die Welt, in der er verkehrte, als den Sammelplatz aller Gemeinheit und Fäul niß an. Ausnahmen ließ er wohl zu, aber die Mehrzahl verwarf er. Er glaubte nicht mehr an Tugend, sondern nur noch an besondere Umstände, unter denen der Mensch tugendhaft ist. und des Anstandes herumzugehen. Der Egoismus waffnete den jungen Ritter vom Scheitel bis zur Sohle. Als er Nuzingen mit derselben Rüftung angethan fand, da ehrte er ihn, wie bei einem Turnier im Mittelalter ein vom Kopf bis zu den Füßen in Stahl gepanzerter Ritter auf einem Berberroß seinen gleich ihm gerüsteten und berittenen Gegner geehrt haben würde. Frankreich. Man schreibt uns aus Paris, 23. Januar: Das Manifest der sozialistischen Attions. Liga, welches allenthalben in Paris angeschlagen werden follte, ist von der Polizei heruntergerissen worden. Eine Erflärung oder gar Rechtfertigung dieses standalösen Vorganges fehlt noch gänzlich; es heißt aber, der Befehl, in dieser Weise aufzutreten, ginge direkt vom Minister des Innern, Ribot, aus. Es ist dies um so auffallender, als bisher fast alle Frattionen der französischen Sozialdemokratie Sondermanifeste über die anläßlich des Panama- Standals sich befundende Berseßung der bürgerlichen Gesellschaft und über die infolge dessen von den Sozialisten zu ergreifenden Maßregeln erlassen haben und an der Veröffentlichung derselben nicht gehindert worden sind. Wahrscheinlich wird die Angelegenheit baldigst in der Abgeordnetenkammer von unseren Genossen, die das Manifest mit unterzeichnet haben, zur Sprache gebracht werden. Genosse Vaillant hat bereits angekündigt, daß er in der nächsten Sigung des Pariser Stadtraths den Polizeipräfekten 2oz é deshalb interpellireu würde. Der Senat hat dem von der Regierung eingebrachten. Gefeßentwurfe, welcher die anarchistischen Attentate durch Einschränkung der Preßfreiheit verhüten will, seine Bustimmung gegeben. Vergebens führte Goblet, den das radikale Seine- Departement in den Senat geschickt hat, aus, daß das Gesetz vollständig seinen Zweck verfehlen würde; vergebens beschwor er die republikanische Majoriät, fie möge nicht ihre eigenen Prinzipien verleugnen und eine der Borabend jener Nacht getroffen, in der jener Malvinen so dringend zu heirathen gerathen hatte. Beim Anblick der hundert Familien, die in Paris so ruhig umhergingen und so sicher glaubten, daß ihr Vermögen in den besten Händen fei, beim Anblick Beaudenord's, der Aldrigger, der Aiglemont u. f. w. überlief Rastignac ein Schauder, wie einen jungen General, der zum ersten Male eine Armee vor der Schlacht betrachtet. Die arme kleine Isaura und Godefroid, die im vollen Spiel ihrer Liebe waren, tamen ihm vor wie Acis und Galathea unter dem Felsen, den der riesige Polyphem auf sie zu wälzen im Begriff ist! Blondet. Aber auch er fand sein Capua. Die Liebe einer Frau wie der Baronin von Nuzingen kann zum Abschwören jeder Art von Egoismus verleiten. Als Delphine zum ersten Mal geliebt hatte, war sie unglücklicher Weise an eine Bir Dieser Affe von Biriou hat beinahe Talent!" rief minghamer Mechanit, wie der verstorbene Marsay war, gerathen; da mußte sie jetzt wohl für einen jungen Mann" Aha! Jetzt bin ich wohl nicht mehr weitschweifig!" voll Provinzialtugenden große Zuneigung fühlen. Ihre erwiderte Biriou und freute sich über den Erfolg, den er Seit Liebe hatte auf Rastignac zurückgewirkt. bei seinen gespannten Zuhörern gefunden hatte. Nuzingen hatte dem Freunde seiner Frau gerade zwei Monaten," fuhr er fort, genoß Godefroid alle die Sattel- und Zaumzeug aufgelegt, wie es das herkömm kleinen Freuden eines Mannes, der heirathen will. da kam ber liche Loos jedes Ausgebeuteten ist, So ein Mann gleicht dann den Bögeln, die im Lenz Augenblick heran, wo er seine dritte Liquidation vor beim Nesterbauen geschäftig hin- und herfliegen, Stroh bereitete. Da vertraute er Raftignac seine Lage an und halme auflesen, sie im Schnabel forttragen und ihr Nest legte ihm als Freundespflicht, gewissermaßen als Ausgleich damit ausfüttern. nahe, bei dieser Liquidation Gevatterrolle zu spielen. Seinen ehelichen Mitarbeiter in den ganzen Plan einzuweihen hielt der Baron für gefährlich. Rastignac glaubte deshalb an ein drohendes Unglück, und der Baron ließ ihn in dem Glauben, daß er das ganze Haus rette. Er eingeführt, das Isaura's Zukünftiger hatte in der Rue de la Planche ein kleines, bequemes, anständiges, nicht zu großes und nicht zu kleines Haus für tausend Thaler jährlich gemiethet. ging nun alle Morgen hin, um die Arbeiter arbeiten zu sehen und ihre Malerei zu überwachen. Wenn aber eine Strähne so viel Faden hat, so giebt's Er hatte den Komfort darin eingeführt Knoten darin. Rastignac fürchtete nun im Ernst, Delphine einzig Gute, was es in England giebt: Warm fönne ihr Vermögen verlieren. Deshalb machte er ihre wasserheizung, um stets im Hause gleichmäßige Temperatur ökonomische Unabhängigkeit zur Bedingung für seine Bei- zu erhalten; gut ausgewählte, nicht zu auffällige noch zu Ein einziger Augenblick hatte ihm diese Weltanschauung hilfe, forderte Gütertrennung für fie und nahm sich vor, elegante Möbel; frische, dem Auge angenehme Farben; an verliehen. Sie war über ihn gekommen an jenem Tage, seine Rechnung bei ihr durch Verdreifachung ihres Ver- allen Fenstern inwendig Vorhänge und außen Jalousien; da er auf der Höhe des Père- Lachaise stand und auf das mögens zu berichtigen. Silbergeschirr und neue Wagen. Er hatte Pferdestall, Grab eines armen ehrlichen Mannes hinabsah, dem er Da Rastignac von seiner eigenen Betheiligung gar Sattelkammer und Wagenschuppen neu einrichten lassen, allein das legte Geleit gegeben. Es war der Vater seiner nicht sprach, so bot ihm der Baron für den Fall völligen und Toby, Joby, Paddy flitte wie ein losgelassenes Füllen Delphine gewesen. Von der Welt getäuscht, in seinen Gelingens fünfundzwanzig Bleiwertsaktien zu tausend darin herum und schien sich sehr darüber zu freuen, daß es tiefften Empfindungen betrogen, war der Greis, von Töch- Frants an, und Raftiguac nahm sie an, um ihn nicht zu im Hause nun eine Lady und Frauen geben würde. tern und Schwiegersöhnen verlassen, einsam gestorben. beleidigen. Diese Leidenschaft eines Mannes, der sein Haus eins Dort beschloß Haftignac die ganze Gesellschaft zu täuschen und Dieses Abkommen hatte Nuzinzen mit Rastignac am richtet, Wanduhren auswählt, die Taschen voll Stoffproben " * * wichtigsten Errangenfchaften der Demokratie, die Preßfreiheit, Stadt unfererseits im Landtage nicht vertreten. Die awei neuen[ nahmen am Sonntag eine Schriftenverteilung in Berters schmälern und preisgeben. Die Minorität, welche gegen bas Kreise, der IV. und V., aber müssen uns gehören; ja, es ist nicht heim, wobei auch der Herr Pfarrer und der Herr Bürger Gefeß stimmte, war verschwindend. Ein Amendement, welches unmöglich, daß uns auch der III. Kreis( Süd- und Westviertel meister nicht vergessen wurden. Der Schnee lag so tief, daß die die Einschränkung der Breßfreiheit 20 Tage vor den Wahlen Alt- Leipzigs) zufällt, sofern die Wahlkreisgeometrie nicht zu un- Schriftenvertheiler ihren Weg im Gänsemarsch zurücklegen mußten. außer Kraft treten laffen wollte, wurde abgelehnt. günftig. Vor der Hand sind die neuen Wahlkreise noch nicht ge- Die Bevölkerung nahm sie meist freundlich auf. Spanien. Mit Rücksicht auf die bevorstehenden auf jeden Fall wird man die Leipziger Genoffen gerüstet finden. nau begrenzt. Mag aber die Eintheilung erfolgen wie fie will, allgemeinen Wahlen, welche voraussichtlich im Bereits jetzt schon wird wieder die Agitation bezüglich der Natura- nahme 253,16 M., Ausgabe 203,55 M. Parteifinanzen. Schönefeld bei Leipzig: Jahres- Eins März stattfinden werden, hat das Nationalfomitee der lifation eifrig betrieben, eine der wichtigsten Vorarbeiten. Die fozialistischen Arbeiterpartei Spaniens einen Aufruf an die Genoffen in den übrigen fächsischen Kreisen werden nicht nachPolizeiliches, Gerichtliches ze. Barteigenoffen erlassen, in welchem dieselben aufgefordert stehen. Besonders kräftige Agitation ist dem 8. städtischen Wahl. Wegen Beleidigung des Staatssekretärs von Stephan werden, gemäß den Beschlüssen des Kongresses von Valencia treife( Wurzen- fchat) zu widmen. Diesen Kreis nertritt durch einen Artikel über die Sammlungen, die während der mit aller Kraft den Wahlkampf aufzunehmen. In allen iegt der reaktionäre Bürgermeister von Dichaz, Herr Härtwig, Cholera unter den Poftbeamten veranstaltet worden sind, wurde Ortschaften, wo die Partei politisch organisirt ist, sollen kandidirt. Daß die von Liebknecht und Goldstein vertretenen Gustav Stengele, vom Altonaer Landgericht zu 200 W. von dem es fraglich ist, ob er nach dem Prozeß Thiele wieder der Redakteur der Norddeutschen Volkszeitung' Kandidaten aufgestellt werden, gleichviel, ob Erfolge in Kreise in unseren Händen bleiben werden, ist sicher zu er- Geldstrafe und zur Publikation des Urtheils in der NordAussicht stehen oder nicht. Die Sozialisten wollen mit warten. Vermehrung unserer Stimmenzahl und Eroberung deutschen Volkszeitung" und im„ Hamburger Korrespondent" ver ihrem vollen und ganzen revolutionären Programm vor die einiger neuer Mandate, das ist im Ganzen die Aussicht, welche urtheilt, während der Staatsanwalt zwei Monate Gefängniß und Wähler treten und weisen jegliche Art von Kompromissen uns die nächsten Landtagswahlen eröffnen. Publikation des Urtheils sowie der Begründung in der Frankanit den bürgerlichen Republikanern, deren verschiedene furter Beitung", der Kölnischen Zeitung" und den beiden vorFraktionen einen Bund für die bevorstehende Wahlschlacht Antrag auf Veröffentlichung der Urtheilsbegründung nicht statt. genannten Blättern beantragt hatte. Das Gericht hat also dem geschloffen haben, weit von fich. gegeben. Der Staatssekretär hatte in feinem Strafantrag die Staatsanwaltschaft um Benachrichtigung ersucht für den Fall, Eine Berichtigung. Der gute Demagog" und daß etwa eine Verurtheilung nicht mit Sicherheit zu erwarten Schlechte Mufitant der Kreuz- Zeitung", Strumpfwaaren- Parteigenossen in Schiffbet und Niendorf( Holstein), da ziehen. Betheiligung an den Gemeindewahlen befchloffen die wäre; in diesem Falle würde er seinen Strafantrag zurückhändler und Konfusionsrath U. aus Chemnit, ist nicht die neue fchleswig- holsteinfche Landgemeinde Ordnung gegen die Kommerzienrath, wie wir neulich behaupteten. Ein frühere einen Fortschritt bedeutet. Chemnißer Freund hat uns auf den Frrthum aufmerksam gemacht, und wir halten uns umsomehr gedrungen, dies zu berichtigen, als Herr U. die Berichtigungs- Reklame mit unheimlichem Eifer betreibt, dem wir uns, indem wir das Brävenire spielen, entzogen zu haben hoffen. Uns grant vor dem gutdemagogischen Strumpfwaarenhändler. Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die Militärvorlage haben ferner stattgefunden in Söflingen und Blaubeuren in ürttemberg( Ref. Proß. Eßlingen), Windecken im Wahlkreis Hanau( Ref. Hoch- Frankfurt a. M.), Langen wolfchendorf in Reuß( Ref. Reichstagsabgeordneter Wurm), Hirschberg in Schlesien( Ref. Stolpe: Grünberg). B Die Stellungnahme, welche die sozialdemokratische Frattion im Reichstage zur Militärvorlage eingenommen hat, wurde von den Parteigenoffen in Schönefeld bei Leipzig einstimmig für richtig erklärt. hat unsere Bartei einen bedeutenden Erfolg errungen. Bon den Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Braunschweig 12 Kandidaten, welche die Genoffen in der 3. Klaffe aufgestellt haben, find 4 gewählt worden. Das Braunschweiger Landgericht sprach den Kaufmann Heinrich Pistorius tostenlos frei, welcher bei der am 23. Februar v. J. stattgehabten Arbeitslosen- Bersammlung sich Der Staatsanwalt hatte 5 Wochen Gefängniß beantragt, und der Theilnahme an einem Auflauf schuldig gemacht haben sollte. zwar auf Grund der Aussage, welche der Polizei- Inspektor Bussenius abgegeben hatte. Boziale Uebersicht. und Waldecks trat am 22. Januar in Fulda unter dem VorDer dritte Parteitag der Sozialdemokratie Seffens fiz des Vertrauensmannes Garbe zusammen. Anwesend waren fommission ging hervor, daß diese wegen der Lauheit der Ge36 Delegirte aus 16 Orten. Aus dem Bericht der Agitations In Freystadt i. Niederschl. fand vor einigen Tagen noffen und infolge der Saalabtreiberei nicht so hat arbeiten bei fünf Genossen Haussuchung statt. Man fahndete nach dem tönnen, wie es erforderlich gewesen wäre. Ueber den Stand der Flugblatt: Mutter, warum läuft denn der Gendarm so?" E3 Preffe theilte der Geschäftsführer mit, daß die Kaffeler Partei- wurde nur ein Exemplar gefunden. Da die Polizei jedoch nicht genoffen 1901 M. Zuschuß leisteten; mit dieser Hilfe war es mit so wenig Material nach Hause gehen wollte, wurden noch möglich, das 2100 Abonnenten zählende Partei- Organ lebens- verschiedene andere Schriften mitgenommen. Sogar Eugen fähig zu erhalten. Nachdem die Delegirten über den lokalen Richter's Irrlehren" blieben nicht verschont. Armer Stand der Bewegung berichtet hatten und die Agitationsfrage Eugen! Doch auch in Freystadt heißt es: Bange machen gilt erörtert war, wurden eine Reihe Anträge angenommen, worin nicht! Die dortigen Genossen werden unverdrossen weiter agitiren; folgendes festgesetzt ist. In allen Orten, wo Genossen vorhanden fie bitten deshalb die auswärtigen Genossen um Ueberlaffung find, ist jedesmal nach dem Parteitage von Hessen und Waldeck von Agitationsmaterial, da ihre eigenen Mittel sehr beschränkt ein Vertrauensmann zu wählen und das Wahlergebniß dem find. Adresse: A. Knop, Kirchstraße. Vorsitzenden der Agitationskommission innerhalb dreier Wochen mitzutheilen. Die Agitationskommission hat zunächst die Aufgabe, fo bald wie möglich dafür zu forgen, daß in den Kreisen, welche nicht in stande sind, die Kosten für ein Flugblatt zu be ftreiten, ein solches auf Kosten der Allgemeinheit hergestellt und verbreitet wird. Das Flugblatt foll den heute allgemein bestehen den Nothstand und die Stellung der bürgerlichen Gesellschaft zu ihm behandeln; hierzu sollen die) Resultate Der Reichstagskandidaturen. Jm 7. fächsischen Reichs- Arbeitslosenstatistit als Grundlage dienen. Der Parteitag beAchtung, Gewerbegerichts- Kandidaten! tags- Wahlkreise( Großenhain) wurde von der am 22. d. M. trachtet dies als das wirksamste Material. Weiter beschloß man, noch nicht vollziehen konnten, werden ersucht, am Sonntag VorDiejenigen der Randidaten, welche ihre Unterschrift bisher abgehaltenen Streistonferenz Herm. Goldstein, Redakteur daß für die Gewerkschaften mehr agitirt werden foll; da es dem mittag 8 Uhr sich im Restaurant Reßner, Annenstr. 16, eindes„ Sächsischen Boltsblattes" in Zwickau, wiederum als Ran Arbeiter unter der heutigen Produktionsweise unmöglich ist, zufinden, oder wenn dieselben geschäftlich oder krankheitshalber didat aufgestellt. Für den westfälischen Wahlkreis alleinstehend seine Lage zu verbessern, sei es Pflicht eines jeden, verhindert sind, Beauftragte dorthin zu entfenden, um Formulare Minden Lübbede ist von der am gleichen Tage in Minden fich der Gewerkschaft seines Berufs anzuschließen. Der Parteitag in Empfang zu nehmen. Die Kandidaten, welche ihre Unter abgehaltenen Parteitonferenz der Bremer Genosse Alwin beschloß ferner, daß zur Reichstagswahl in allen Wahl- schrift bis zum 1. Februar d. J. nicht vollzogen haben, können Rerri einstimmig zum Randidaten ernannt worden. Minden treifen Kandidaten( event. Bähltandidaten) aufgestellt werden nicht mit auf die Kandidatenliste gesezt werden. ift Sig des Wahlfomitees. Für den fchlesischen Wahlkreis sollen; in solchen Kreisen, wo dies bisher noch nicht geschehen, nicht mit auf die Kandidatenliste gesezt werden. Der geschäftsführende Ausschuß Schönau Hirschberg ist Genoffe Rambach in Cunners- hat die Agitationsfommission mit geeigneten Personen Rudsprache oorf bei Hirschberg als Randidat aufgestellt, ber Berliner Streit kontroll- Kommission. zu nehmen und diese dann zu Kandidaten zu ernennen. Zum Im Auftrage: Sig der Agitationsfommission wurde Raffel bestimmt; ihre Zu den nächsten sächsischen Landtagswahlen wird uns Neuwahl fand durch die Wiederberufung der Genossen Garbe, Hermann Faber, SO., Grünauerstr. 4, H. I. aus Leipzig geschrieben: Bon dem ausscheidenden Drittel der Hedderich und Dietrich Erledigung. Hierauf wurde der Achtung, Filzschuharbeiter und Zwider. In der Filz Abgeordneten gehören, wie bereits furz gemeldet, zwei unserer Parteitag mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemo- schuhfabrik von Christ, Bernauerstr. 88, haben fünf 3wider Partei an( ie bine ch t- Chemnik II und Goldstein- Leipzig); fratie gefchloffen. Im Anschluß an den Parteitag fand eine wegen eines zwanzig- prozentigen Lohnabzuges die Arbeit niederferner scheiben 3 Rammerfortschrittler, 3 Nationalliberale und öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse Garbe über gelegt. Es wird gebeten, den Zuzug fern zu halten. Die Lohn20 Konservative aus. Bei der Wahl im Jahre 1887( bezw. bei den allgemeinen Mothstand des Volkes und die Militärvorlage kommission der Filzschuharbeiter Berlins. der Nachwahl in den Jahren 1889 und 1891) war das Stimmen- referirte. Es wurde eine Resolution angenommen, die sich gegen verhältniß der verschiedenen Parteien folgendes: die Militärvorlage erklärt und die Abgeordneten der Wahlkreise Sozialdemokraten 15 445 St. bei 17 Randidaten 2 Mandate auffordert, gegen diese zu stimmen. Freifinnige Kammerfortschrittler 5 403" Konfervative ca. 32 000 Nationalliberale 3 388 6 "" 3 " " 8075 W " " 21 5 " 2303 " Der Streit der Arbeiter der Maschinenfabrik Lederer u. Porges in Königsfeld( Mähren) hat für die Arbeiter eine ungünstige Wendung genommen. Der größere Theil der Von der Agitation. Die Hildesheimer Partei- Streifenden ist zur Arbeit zurückgekehrt; ca. 120 Arbeiter genoffen verbreiten seit Neujahr allmonatlich einige Tausend darunter gegen 100 Verheirathete stehen noch aus und werden Exemplare der Rundschau", der Monatsausgabe des in Han- von der Firma als entlassen betrachtet. Die Ausständigen erRammerfortschrittler, Ronservative und Nationalliberale nover erscheinenden Voltswillen", unter der Landbevölkerung. fuchen die Metallarbeiter aller Branchen fowie auch die Modellbildeten ein Kartell und halfen sich einander die Mandate sichern. Sie sind selbst in jenen Distrikten gut aufgenommen worden, die tischler des In- und Auslandes, die Firma zu meiden und jeden Dies erklärt jene Bahlen. Wie fich in dieser Beziehung die Dinge man bis jetzt als Hochburgen der Nationalliberalen bezeichnete, Buzug ftreng fern zu halten. Unterstüßungen sind dringend bei der nächsten Wahl geftalten werden, ist zwar noch abzuwarten, und obwohl die Zentrums und nationalliberale Preffe Hildes nöthig; die Redaktionen der Rovnost" und des Volksfreunds" zumal auch die Antisemiten auf dem Felde erscheinen dürften; der heims die Landleute aufforderte, unsere Genoffen würdig zu in Brünn nehmen solche zur weiteren Uebermittelung entgegen. Busammenschluß aller dieser Parteien, welche die heutige Unordnung empfangen", d. h. den Knüppel parat zu halten. Wenn die aufrecht erhalten wollen, läßt sich aber mit Sicherheit voraussagen. Gegner sich einbilden, durch derartige Aufforderungen die HildesDie Buchdrucker in Gablonz haben mit den BuchdruckereiWie wollten sie auch sonst die Sozialdemokraten, vernichten"! Bei der heimer Sozialdemokraten von ihren Agitationstouren abzuschrecken, Besizern einen Tarifftreit und ersuchen deshalb um strenge Fernnächsten Wahl tommen die zwei neugebildeten Leipziger Stadt- fo find fie auf dem Holzwege; unsere Genoffen werden nach wie haltung des Zuzugs. freise zum ersten Mal ins Feuer. Infolge der Einverleibung der vor bemüht sein, die Landbewohner aufzuklären und sie durch industriereichen, bichtbevölkerten Vororte wurde die Bahl der Ueberzeugung für die sozialdemokratische Partei zu gewinnen. Leipziger Wahlkreise von B auf 5 erhöht. Bis jetzt ist Leipzig- Die Genossen aus Bodenheim bei Frankfurt a. M. unter " " Achtung! Der Unterzeichnete ersucht diejenigen Genoffen, welche Sammellisten für die gemaßregelten Pferdebahnbediensteten in Händen haben, möglichst bald mit der Abrechnung derselben zu beginnen, damit die Gemaßregelten nicht Noth leiden brauchen. Hermann Faber, S.O., Grünauerstr. 4. zu feiner Zukünftigen kommt und mit ihr die Einrichtung seine Branntweinstimme im Baum, und das Pferd fürchtete des Schlafgemaches bespricht, der hierhin läuft und dahin Joby, Toby. And dem Situationsbericht der Generalfommission. läuft und von der Liebe befeuert von Neuem hierhin und Was fehlt Dir, lieber Freund? fragte Godefroid. Die Weiß gerber der Handschuhfabrik von Drentmann dahin läuft, das ist ein Anblick, der jedes rechtschaffene Du bist so düster, so unruhig, Deine Fröhlichkeit ist nicht in Magdeburg legten am 16. b. Mts. die Arbeit nieder, Herz und besonders das der Lieferanten innig er aufrichtig. Die Unvollständigkeit Deines Glücks nagt an weil der Fabrikant die Theilarbeit einführen und an Stelle eines freut. Und da der Welt nichts beffer gefällt, als Deiner Seele. Es ist auch wirklich traurig, mit der Frau, Theiles der Weißgerber ungelernte billige Arbeitskräfte einstellen die Heirath eines hübschen jungen Mannes von die man liebt, nicht gefeßlich verheirathet zu sein. wollte. Es find 7 Verheirathete mit 18 Kindern und 3 Ledige fiebenundzwanzig Jahren mit einem reizenden, zwanzig- Hast Du Muth genug, lieber Godefroid, das ruhig zu unterstützen. 4 der Ausstehenden sind abgereist. Adresse: rubig. Müller, Magdeburg, Ottenbergstraße 26. jährigen Mädchen, das gut tanzt, so lud Godefroid, der mitanzuhören, was ich Dir zu sagen habe, und wirst Du Brauerei reuber in Mülheim a./Mh. wurde ein OberIn der nicht recht wußte, was er als Brautgeschent wählen sollte, auch begreifen können, wie sehr man einem Menschen zu mälzer gemaßregelt; da die Maßregelung nicht zurückgenommen Rastignac und Frau von Nuzingen zum Frühstück ein, um gethan sein muß, um eine Indiskretion zu begehen, deren wurde, stellten 10 Brauer die Arbeit ein. sie wegen dieser wichtigen Angelegenheit um Rath zu ich mich soforts schuldig machen will, erwiderte Rastignac fragen. Er hatte dabei auch den guten Einfall, feinen in einem Zone, der seinen Freund wie ein Peitschen Better d'Aiglemont und Frau sowie Frau von Seresy dazu hieb traf. einzuladen. Die Damen nehmen ganz gern einmal an einem Junggesellenfrühstück Theil." " Was ist's? fragte Godefroid und wurde blaß. Ueber Deine Freude war ich traurig. Angesichts dieser Zurüstungen, dieses blühenden Glücks vermag ich mein Geheimniß nicht zu wahren. -Mach's furz. Sie gehen bann hinter die Schule," meinte Blondet. Man wollte gleichzeitig dabei das Häuschen der zufünftigen Gatten in der Rue de la Planche in Augenschein nehmen," fuhr Bigiou fort. Die Damen sind auf solche Schwör mir bei Deiner Ehre, daß Dn schweigen Expeditionen wie Menschenfresser auf frisches Fleisch er- wirst, wie das Grab! picht. Sie fühlen sich bei der Freude der Jugend, von Wie das Grab. welcher der Genuß den Reif noch nicht abgewischt hat, felber wieder jung werden. halten in Nordling en die Arbeiter der Schuhwaaren- Branche Deutsche Hungerlöhne. Nach der„ Fränk. Tagespoft" ers bei einer Arbeitszeit von früh 6 bis Abends 10, 11, ja fogar diesem Lohn auch wohl Koft und Logis hinzuzurechnen fein 12 Uhr einen Wochenlohn von 3, 4, höchstens 5 M. Wenn zu werden, so bleibt er immer noch so niedrig, daß ein englischer oder französischer Arbeiter sich jedenfalls hüten würde, dafür zu arbeiten, sofern ihn nicht die ärgste Noth dazu zwänge. Es wird fortgeprügelt! Der Former Gotthilf Richter aus Gohlis bei Leipzig hatte gegen den Gutsbesizer Oskar Burkhardt aus Freienroda beim Delißscher Schöffengericht Klage angestrengt, weil dieser die in seinem Dienste stehende 19jährige Tochter Richter's wegen unvorsichtigen Umgehens mit dem Licht derartig geohrfeigt hatte, daß sie Nasenbluten belam. Das Schöffengericht wies die Klage ab, weil dem Gutsbesitzer auf Grund des Mädchen wegen ungebührlichen Betragens törperlich zu bestrafen, und die ihr zugefügte Thätlichkeit nur eine geringe gewesen sei. Die Hallische Straftammer entschied ebenso. Der Richter muß auf Grund des Gesetzes dem Befizenden das Recht zusprechen, den Bestglosen zu prügeln das ist das Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts. Daß Du, selbst wenn Dein nächster Berwandter mit davon betroffen werden sollte, nichts verräthst. Das Frühstück wurde in einem kleinen Salon ein Ja! genommen, der zu diesem Junggesellen- Begräbniß wie ein Wohlan! Heute Nacht ist Nuzingen nach Brüssel Paradepferd aufgeputzt war. Es bestand aus jenen netten, abgereift. Er muß fein Geschäft schließen, wenn eine Liqui- 77 der Gesinde- Ordnung das Recht zugestanden hätte, das niedlichen Gerichten, welche die Damen des Morgens gern bation unmöglich ist. Heute Morgen hat seine Frau beauftnuspern, wo sie ohne es zugeben zu wollen, schrecklichen reits auf gerichtliche Gütertrennung angetragen. Doch kannst Hunger haben.( Sie glauben fich etwas zu vergeben, wenn Du Dein Vermögen noch retten. Sie sagen: Mich hungert.) Was, was sagst Du? rief Godefroid und fühlte Und warum ganz allein? fragte Godefroid, als er sein Blut in den Adern erstarren. Raftignac, der verdrießlich aussah. Schreib ganz einfach an den Baron von Nuzingen einen auf vierzehn Tage zurückdatirten Brief, in dem Du ihm aufgiebft, all Dein Geld in Aktien anzulegen.( Rastignac Als um vier Uhr die Damen ins Boulogner Wäldchen nannte ihm die Gesellschaft Claparon.) In vierzehn Tagen, geflogen waren, blieb Raftignac im Salon und fah durch's vier Wochen oder drei Monaten kannst Du sie zu einem Fenster melancholisch auf Toby, Joby, Paddy herab, der höheren Kurse, als sie jetzt haben, weiter verkaufen. So mit gefreuzten Armen wie Napoleon fed vor dem Pferde stand, lange steigen sie noch. bas in den Tilbury eingespannt war; er hielt es nur durch -Habt Ihr Euch gezanft? Nein, erwiderte Rastignac. ( Fortfehung folgt). Die Gründung eines Erzgebirgischen Arbeiter- Sänger. bundes wurde von einer Delegirtenkonferenz der ArbeitergefangRappel, Lichtenstein und 3 wönis beschlossen. Vorvereine von Chemniz, Ernstthal, Silbersdorf. fizender des Bundes ist Genoffe Eduard Beißig, Bigarrenhändler in Chemniz, Hainstraße( Wartburg). Für den Juhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Donnerstag, den 26. Januar. Opernhaus. Die Here. Schauspielhaus. Iphigenia Lauris. Deutsches Theater. Fauft. Berliner Theater. Dora. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. auf Paragraph 330. Der sechste Sinn. Kroll's Theater. Die lustigen Weiber von Windsor. Viktoria- Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Rendenz Theater. Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Neues Theater. Baronin Ruth. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Thomas- Theater. Die Wettschwimmerinnen. National- Theater. Liane, die zweite Frau. Alexanderplah- Theater. Die Rellne rinnen von Berlin. Apollo Theater. Vorstellung. Circus Renz. ( Karlstraße.) Donnerstag, den 26. Januar 1893, Abends 7/4 Uhr: Große Vorstellung. Novität: Ein Künstlerfest. Novität! Große Ausstattungs- Pantomime vom Hofballetmeister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Auf das Glänzendste in Szene gesezt vom Direttor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Außerdem Auftr. der sämmtl. KünstlerSpezial. I. Ranges, sowie Vorführen u. Reiten d. bestdress. Freiheits- u. Schulpferde. 1. 2.: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Auftr. der Trapeztünstl. Frl. Thora u. Thekla; 3. Schluß: Der Tauchersprung aus einer Höhe von 60 Fuß. Morgen, Freitag, Abends 7/4 Uhr: Gala- Fest- Vorstellung m. bes. gewähltem Programm und Ein Künstlerfest. Sonntag: 3wei große Borstellungen, um 4 Uhr( ein Kind frei) und um 71/2 Uhr. Billet- Vorverkauf an der Zirkustafse u. beim„ Invalidendant", Markgrafen straße 51a. Fr. Renz, Direktor. Feen- Valast Parteigenoffen! Hierdurch die traurige Mits theilung, daß unser Genosse und treuer Mitkämpfer für unsere Sache, der Tischler Herm. Fischer am Montag, den 23. d. M., an der Proletarier Krankheit nach furzeni Krantenlager plöglich verstorben ist. Wir verlieren in demfelben einen unserer besten Mittämpfer für Freiheit, Gleichheit und Recht und werden dem. selben stets ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am FreiArbeiter- Bildungs- Schule. Freitag, den 27. Januar, Abends 8, Uhr, in Gratweil's Bierhallen( oberer Saal), Kommandantenstr. 77-79: General- Versammlung. Zages Ordnung: = 1. Bericht des Vorstandes, Raffenbericht, Bericht der Revisoren. 2. Wahl zum Vorstande und der Revisoren. 3. Anträge des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird um zahlreiches und pünktliches Erscheinen gebeten. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Vorstand. Achtung, Südschule! Da der Unterricht für Buchführung( doppelte) am Freitag wegen der Generalversammlung ausfält, so findet der Unterricht am Sonntag, Bormittags von 10-12 Uhr, statt. tag, den 27. Januar, Nachmittags Achtung! 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Zwölf- Apofteltirchhofes in Schöneberg aus statt. Zahlreiche Betheiligung der Genoffen erwarten Die Vertrauenspersonen d. 2. Berl. Reichstags- Wahlkr. Den Mitgliedern des Posamentiere. Versammlung Achtung! am Freitag, den 27. Januar 1893, Abends 8 Uhr, im oberen Saale Beuthstraße Ur. 22, Aufgang von der Straße. Tages- Ordnung: Bortrag des Herrn Stüve mit Experimenten über: Hamburg während der Cholera". Im Interesse der Mitglieder bittet um regen Besuch 258/2 Weissensee. Der Vorstand. Deutschen Tischler- Verbandes sonnabend, den 28. Januar, Abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Bahlstelle Berlin das Backhaus, Prenzlauer Chauffee 6-7: Specialistiem. Burgſtraße, neben der Börſe. Hermann Fischer Große öffentliche Volfsversammlung Theater der Reichshallen. Spezia- Welt- Lokal Berlins, 5000 Pers. fassend. litäten- Vorstellung. Heute: am 23. d. m. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, Kanfmann's Variété. Spezialitäten- Gr. Spezialitäten-Vorstellung. den 27. Januar, Nachm. 3½ Uhr, von Spezialitäten- Vorstellung. Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe- Anf. Wochent. 7 Uhr, Sonut. der Leichenhalle des Neuen Zwölf zialitäten- Borstellung. 6 Uhr. Kasseneröffnung 1 Std. vorher. Apostelkirchhofs aus statt. Entree 50 Pf. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor stellung. Etablissement Moritz Adolph Ernst- Theater. Bla. Jum 33. Male: Morit Play. Buggenhagen. Täglich Jnstrumental- Konzert. Modernes Babylon. Großer Frühstücks- u. MittagsGefang& poffe in 3 Atten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Um rege Betheiligung ersucht 316/18 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Mitgliedern des für den Kreis Nieder- Barnim. Tagesordnung: 1. Soll ich mein Mandat niederlegen? Referent Reichstags- Abgeordneter Arthur Stadthagen. 2. Disfuffion. 3. Vortrag über: Indirekte Steuern." 4. Diskussion. 340/14 Der Vertrauensmann. Echter Langensalza'er Kantabak 31062 von Gebrüder Adler. Zu haben in den meisten Tabathandlungen Berlins und Umgegend. Haupt- Niederlage: Jüdenstrasse 20. tifd. Spezial- Ausschant von Paten- Wahlvereins für den 2. Berl. Cigarren Engroslager in den Preislagen von M. 25,- bis 22. 100,-; An Sonn- und Fefttagen Reichstags- Wahlkreis hofer Lagerbier, hell und dunkel. findet das Konzert in den oberen zur Nachricht, daß unser treues MitSälen statt. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Entree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Borgang in der Dachtammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von D3 car Wagner. ( Klemm Ebe.. Martin Bendix.) Alfred Bender in seinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. Castan's Panoptikum. Säle für Bersammlungen, Kommer Gratweil's Bierhallen Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- KonzertKouplet- Sänger. Rinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstisch. 3wei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. glied, der Tischler Ortsfrankenkasse Hermann Fischer Boxhagen- Rummelsburg Bülowstr. 40, am Montag, den 23. Januar, plötzlich verstorben ist. Der Verein wird dem Genossen ein dauerndes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. Januar, Nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichenhalle des Zwölf Apostelkirchhofes in Schöneberg aus statt. Um recht rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 372/9 Den Mitgliedern des jowie& Billards und 3 Kegelbahnen, Lese- Clubs ,, Westen" F. Sodtke. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. der equilibrist. KaminBraselli, feger. Produktion auf d. freistehenden Leiter. Aft. preisgefr. The Maakwoods, Mephisto3 Schwest. Porotti, Kunst- adJongleur und fahrerinnen Tai- za- Wunder. Rappo- Jessy, librit. Mlle. Bellona, vorzügl. InſtruGeheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Fantoche Theater. Andere llusionen. Sämmtlich ohne Extra- Entree. Entree 50 Pf., Kinder 25 Pf. PassagePanopticum. New! Das unerklärliche Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Barnum mentalistin. mit seinen wunderbar dress. Riesen Doggen. unbewachte Momente als Original The Lees, zweier Negerſflaven. Theod. Zierrath, Bannemann. Lilly Mellini, Bildhübsche Soubrette. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Nebelin's Bierhaus Laugestraße 108. * Mein kleiner Saal mehrere Tage 3598L ( auch Sonnabend) noch frei. die traurige Nachricht, daß unser bewährtes Mitglied, der Tischler Hermann Fischer am Montag, den 23. d. M., plöglich verstorben ist. Die Mitglieder verlieren in demselben den Mitbegründer des Clubs und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Beerdigung fiehe oben. 198/16 Der Vorstand. Freunden und Genossen zur Nach richt, daß am 23. d. M. unser 1. Vorfigender, der Tischler Hermann Fischer an der Proletarier Krankheit plötzlich verstorben ist. Sein Andenken werden 198/17 wir stets in Ehren halten. Beerdigung siehe oben. Um zahlreiche Betheiligung ersucht Der Vorkand des Skat- Klubs„ Noll". Gauverein Berliner Bildhauer. Den Mitgliedern die traurige Nach richt, daß am 21. Januar früh unser Unserm Genossen und Pfeifenbruder langjähr. Mitglied, der Holzbildhauer Etablissement ,, Süd- Ost" Geburtstage ein breifach donnerndes Wittmann zu ſeinem heutigen Georg Schönleben Hoch! Die Pfeifenbrüder der aus Fürth, fern von Eltern und Ge10476 schwistern, in seinem 25. Lebensjahre 1. H. M. B. S. G. nach furzem Krantenlager an Schwindfucht verstorben ist. Waldemarstr. 75. Für Vereine, Gesellschaften, Ver- Eisernen Pfeife. fammlungen 2c. im März, April, Mai noch einige Sonnabende frei.[ 3606L Karl nochmal 500-1000 vor? Genossen! 36052 Statt jeder besonderen Anzeige hierMaskengarderoben v. 1-20 M. empf. durch zur Nachricht, daß unser lieber H. Schuhmacher, Sohn Gustav nach kurzem Leiden Berlin N., Strelitzerstraße 3, 1 Tr. 1050b sanft entschlafen ist. Maskenstiefel und Ballschuhe in gr. Ausw. verleiht bill. J. Pieper, Schuhmachermeister, Anklamerstr. 22. Lieferant des Konsumvereins„ Norden". Die tiefbetrübten Eltern. Emil Brockmeier, Elbingerstr. 6. Die Beerdigung findet am Sonnabend Vormittag 10 Uhr statt. Desgleichen am 23. Januar an bemder Holzbildhauer Paul Tschorr. Beide waren treue und gute Kollegen und Mitglieder. Anhang zum Statut. Vorschriften für Kranke. Erwerbsunfähige Mitglieder, welche Krankengeld beanspruchen, haben von der Erfrankung binnen 24 Stunden im Raffenlokale Anzeige zu erstatten oder erstatten zu lassen und außerdem folgende Vorschriften zu erfüllen: 1. Der Krante darf seine Wohnung nur mit schriftlicher Bewilligung des behandelnden Arztes verlassen. Den Krankenschein hat der Kranke bei jedem seiner Ausgänge in der Wohnung zurückzulassen, damit der Krauten- Kontrolleur, wenn derselbe den Kranken nicht antrifft, sich von der bewilligten Ausgehe zeit überzeugen fann. 2. Die Vornahme irgend einer Be schäftigung, sowie der Besuch eines öffentlichen Lokals ist dem Kranten untersagt. Auftreicher Berlius. Sonntag, den 29. Januar: Gemüth liches Beisammensein bei Uebeler, Urbanftr. 118. 1044b Klinik Neue Roßstraße 3. Schmerzlos: Bahnziehen 1,00, Füllen 1,50, Zahnersatz v. 1,00. Theilzahlung. Cohn, Zahnarzt. Poliklinik unentgeltlich. Schmerzlos. Gefahrlos. Schmerzloses Zahnziehen mit lokaler Betäubung 1046b mittelst Cocaïn.( 1 Mt.) ( 1 Mt.) ( Neues Verfahren.) Nervtödten. Plombiren. Zahnreinigen. Künstliche Zähne. Bohenstr. 7, part., Ludwig Diehl. Homöopathische Klinik, Brunnenstraße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg.9-10. Ein grosser Posten schadhafter Steppdecken mit fleinen Steppfehlern! à 3, 4, 5 M. Werth das Doppelte! circa 1000 Stück schwere buntfarbige NormalSchlafdecken 3. Dem beauftragten Kranken- Rontrolleur ist jede Auskunft zu geben, welche auf die Krankheit und die verordneten Heilmittel Bezug hat. Der Zutritt zur Wohnung des mit kleinen Maschinenflecken, in Kranten muß dem Kranken- Ron- reizenden Jacquard- Mustern, Grösse 150 x 200 cm. trolleur gestattet werden. 4. Der Krante hat die Anordnungen des behandelnden Arztes genau zu ver Stück 4,50 M. fig. befolgen. Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften ziehen Ordnungsstrafen bis zu 20 Mart nach sich(§ 25 d. Stat.). Beschlossen in der Generalversammlung vom 30. November 1892. Sonstiger Meine illustrirte Preisliste über hochfeine Stepp- und Schlafdecken gratis und franto. 3558L Steppdecken- Emil Lefèvre, Fabrik Berlin S., Oranienstraße 158. Der Kaffen- Vorstand. gez.: M. A. Rohr. Geisler. J. Bieger. M. Winter. Krause. P. Lehmann. Jede Uhr Genehmigt Berlin, den 18. Januar 1893. Der Königliche Landrath des Kreifes Nieder- Barnim. ( L. S.) gez. J. B.: Graf Pilati. K. 136. zu repariren ( außer Bruch) unter Garantte foftet bei mir 1,50 Mk. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. Silberwaaren Regierungs- Affeffor. C. Wunsch, 38, Vorstehendes wird gemäß§ 56 und § 66 des Kassenstatuts hiermit veröffentlicht. Rummelsburg, 24. Januar 1893. Der Kaffen- Vorstand. M. A. Rohr. Deffentliche Versammlung der felben Leiden in seinem 28. Lebensjahre Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Berl. Arbeitgeber sowie Arbeitnehmer. Donnerstag, den 26. Jannar, Abends 10 Uhr, Rosenthaler- Strasse No. 38. Tages- Ordnung: Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigungen finden heute, Don nerstag, Nachmittags 3 und 31/2 Uhr, erstere von der Leichenhalle des St. Markus Kirchhofes( Wilhelmsberg), letztere von der Leichenhalle des Dreifaltigkeits- Kirchhofes( Bergmannstraße) aus statt. Maskengarderobe. Neu, f. Herren Allen Bekannten und Genossen, nau. Damen, preiswerth. Hochzeitskleider, Gesellschafts, Ballkleider. Neander- mentlich dem Verein zur Wahrung ftraße 34. 47/9 der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend", für die rege Bethei- Um zahlreiche Betheiligung der MitLerikon, Brockhaus u. ligung bei der Beerdigung meines lieben glieder bei denselben bittet Bücher jeder Art tauft Mannes unseren tiefgefühltesten Dant. 116/17 Der Vorstand. Frau Gorisiu. Zochter. Hannemann, Rochft.56. 1049b Meyer's 1. Die Ortskrankenkasse und die freie Aerztewahl. Referent: Stadtverordneter Dr. Zadek. 2. Diskussion. a. d. Dranienplay. Kinderwagen. Brößtes LagerBerlins Andreasßtr.23. Hp. Möbl. Zimmer zu verm. Johannis1045b straße 22. Frau Siebert. An 2 Genosfinnen eine leere Stube ev. Schlafft. zu verm. Rottbuserstr. 56, 1043b Hof 1 Tr. r. Frol. Schlafft., Preis 7 M., Eing. sep., zu verm. Stralauer Platz 17, IV bei taabe. 10486 2 möbl. Schlafft., 7 u. 6 M., sep., Ww. Gesch, Adalbertstr. 84, v. IV. Arbeitsmarkt. Kartonarbeiterinnen verl.Angreß, Alte 10316 Jakobstr. 8. Das Erscheinen der Mitglieder der Drtskrankenkasse ist ganz besonders erwünscht. Der Einberufer 1051b Paul Liere, Schlegelstr. 10. Tüchtige Marmor- Arbeiter und Schleifer stellen ein Vanelli& Co., 47/14 Vereinszimmer, Simeonftr.23, Flid. Mauerstr. 94. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2 Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 22. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Donnerstag, den 26. Januar 1893. 30. Sigung vom 25. Januar 1893. 11 Uhr. Am Bundesrathstische: v. Bötticher. Zur ersten Berathung steht der von dem Abg. Rintelen eingebrachte Gefeßentwurf betreffend die Abänderung des Strafgesetzbuchs für das Deutsche Reich. 10. Jahrg. weite Kreise des Volkes werden es glauben und etwas Gehässiges unzweifelhaft bedeutend weniger Spesen, tann bedeutend billiger darin sehen. Wenn ich hier sehe, wie der Abg. Hartmann sich mit arbeiten wie der Kleinmagazinier, der kleine Ladenbesitzer. Das den Erkenntnissen des Reichsgerichts in Widerspruch setzt, so fann beweisen die Geschäftsziffern der großen Pariser Magazine, des ich es begreiflich finden, wenn in Sachsen die Cheminizer Richter Bon Marché, des Louvre, des Printemps. Wie denken Sie denn Handlungen begehen, die nachher das Reichsgericht für verfassungs- in Berlin über Rudolf Hertzog? Macht dessen Geschäft nicht widrig, unter Umständen sogar für straffällig erklärt. Nach den kleinen Ladenbesitzern auch verderbliche Konkurrenz? Taufende Art. 31 ist die Unterbrechung der Verjährung durch eine gefeßlich kleiner Ladenbefizer würden erfreut sein, wenn Herzog mit den zulässige Handlung des Richters zugelassen, gefeßlich allein zu Bestimmungen dieser Anträge angefaßt würde, aber gegen ihn lässig ist das Nachsuchen der Genehmigung des Reichstages zur fich zu wenden fällt Ihnen nicht ein. Sollte das etwa daran Der Gefeßentwurf, der seine Entstehung der Ahlwardt Strafverfolgung. Hier liegt eine flare Konsequenz für jeden, der liegen, daß Rudolph Hertog den Antisemitismus unterstützt? Angelegenheit verdankt, ist von Mitgliedern des Zentrums, außer die Gefeße richtig interpretirt in der Weise, wie es auch das( Hört, hört!) Wir begeistern uns nicht für Konsumvereine, denn dem von einzelnen Nationalliberalen, Reichsparteilern, Polen und Reichsgericht thut. Es handelt sich hier nicht um ein Privilegium. sie sind keine Hilfe für die Arbeiter, sie sind nur ein PalliativWelfen unterschrieben und hat folgenden Wortlaut: Die Frage ist die: Soll der Reichstag oder der Staatsanwalt mittelchen, aber wir werden sie auch nicht bekämpfen, denn sie Dem§ 69 des Strafgesetzbuchs wird folgender zweiter darüber entscheiden, welches der eventuell tollidirenden Interessen bieten dem Arbeiter wenigstens einige Vortheile. Gerade am Absah hinzugefügt:" Die Verjährung ruht während der höher steht? Ich meine, der Reichstag soll es sich nicht aus der Jahresschluß geben die Konsumvereine dem Arbeiter die Mittel, Zeit, in welcher auf Grund des Gefeßes eine Straf- Hand nehmen lassen, zu entscheiden, ob im gegebenen Fall gegen seine Miethe zu bezahlen. Sie sind zum Theil geradezu zu einer verfolgung nicht begonnen oder nicht fortgesetzt werden den Betreffenden einzuschreiten ist oder nicht, ob der betreffende 3wangs- Sparkasse für die Arbeiter geworden, eine Wirkung, die kann. Das Fehlen des in dem Strafgeseze selbst vor- Abgeordnete an der Ausübung seiner Pflicht nicht gehindert doch gerade die Antragsteller mit Freuden begrüßen müßten. Mit geschriebenen Erfordernisses des Antrags auf Strafverfol- werden oder seiner Strafe verfallen soll. Die Gefahr der Ver- Ihrem Antrage reißen Sie nieder, was Hunderttausende von gung oder der Ermächtigung zu derselben hindert nicht den jährung liegt nicht vor, ein Nothgesetz brauchen Sie also nicht fleißigen Händen aufgebaut haben. Beginn der Verjährung." zu machen, und wenn das Reichsgericht einmal in anderem Sinne Abg. v. Stumm( Rp.) erklärt sich für den Antrag AckerAntragsteller Abg. Rintelen( 3.): Mein Antrag versteht entscheidet, müssen Sie wieder ein neues Nothgefeh machen. mann und tritt den Ausführungen des Abg. Clemm entgegen. fich eigentlich von selbst. Er will die ftreitige Frage, wie es Abg. Hartmann- Plauen: Als das Erkenntniß des Reichs- Wenn der Antrag also formell berechtigt ist, fann es sich nur hinsichtlich der Verjährungsfrage bei Strafverfolgungen und der gerichts in Sachen Schmidt( Sachsen) erging, da riefen die noch darum handeln, ob das Strafmaß von 150 m. in maximo Immunität der Reichstags- Abgeordneten zu halten ist, endlich Sozialdemokraten Viktoria! Da glaubten sie einen großen Sieg angemessen ist. Die Sozialdemokraten haben sehr recht, wenn flar stellen. Der Antrag ist nicht erst durch den Fall Ahlwardt erfochten zu haben.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) fie sich mit Händen und Füßen gegen den Antrag des Zentrums veranlaßt worden. Schon im vorigen Jahre, als die ver- Es handelt sich doch nicht blos um die mögliche Verfolgung von wehren. Die Wärme und Breite der Ausführungen des Herrn bündeten Regierungen eine Vorlage wegen der Immunitäts- Mitgliedern wegen Beleidigung, es fönnen doch auch alle mög- Stolle zeigt uns, daß es sich feineswegs um bloße Palliativ frage gemacht hatten, habe ich eine Aenderung vorgeschlagen. lichen anderen Vergehen und Verbrechen in Frage kommen. Die mittelchen, sondern um eine sehr werthvolle Waffe im Arsenal Diese Abänderung bestand in dem ersten Sage meines heutigen Verfassung schreibt nichts davon, daß, wenn der Reichstag einen der Sozialdemokratie handelt. In vielen Fällen sind KonsumAntrages. Es liegt im Interesse der Reichstags Abgeordneten Beschluß auf Siftirung gefaßt habe, das Gericht an ihn mit vereine gewiß sehr nüglich; aber die ihnen gewährten Privilegien selbst, daß Anklagen, die gegen fie angestrengt werden sollen, einem Antrage auf Unterbrechung der dadurch eventuell an- haben andererseits das Kleingewerbe außerordentlich geschädigt. schnell erledigt werden. Ich erinnere dabei blos an den Fall gebahnten Verjährung herantreten fönne. Daß der Antrag durch Eine zahlenmäßige Nachweisung darüber zu verlangen, ist ganz des Herrn von Hammerstein. Es ist des Reichstags nicht würdig, Aylwardt hervorgerufen sei, diese Behauptung müsse als ob- unberechtigt. Beweis genug sind die massenhaften Beschwerden, renn seine Mitglieder sich der Verfolgung entziehen auf Grund jettive Unwahrheit bezeichnet werden. welche über den Geschäftsbetrieb der Vereine von den fleinen von Gefeßen, die sie selbst gemacht haben. Ich bitte Sie, meinen Handwerkern und selbständigen Gewerbetreibenden uns täglich Antrag einstimmig anzunehmen. zugehen. Das solide Handwerk und die kleinen Gewerbetreibenden aber müssen wir schützen; das ist der Mittelstand, den wir erhalten müssen, troh Herrn Clemm. Die Konsumvereine sind von einer ganzen Anzahl schwerer Fesseln befreit, welche die Attiengesellschaften drücken; diese müssen doppelte Steuer in Preußen zahlen, während die Konsumvereine, soweit sie teinen offenen Laden haben, überhaupt nicht besteuert werden. Auch die Konzessionirungspflicht für die Genossenschaften, die für den Vertrieb von Spirituosen thätig sind, wiedereinzuführen, halte ich für unbedingt erforderlich und werde deshalb auch für den betreffenden Antrag des Zentrums stimmen. H Damit schließt die Diskussion. Nach dem Schlußwort des Antragstellers wird der Antrag auf Kommissionsberathung gegen die Stimmen der Sozialdemokraten abgelehnt. Dem sofortigen Eintritt in die zweite Lesung widerspricht Abg. Stadthagen, da er dadurch verhindert werde, Abänderungsanträge vorzubereiten. Da der Widerspruch der geschäftsordnungsmäßige Unterstützung von 15 Mitgliedern findet, muß die zweite Lesung ausgesetzt werden. Berfonen, welche in Konsumvereinen mit dem Berkauf von Waaren beauftragt sind, werden, wenn sie der Vor schrift zuwider Waaren an Nichtmitglieder verkaufen, mit Geldstrafe bis zu 150 M. bestraft." § 152 soll dementsprechend die Androhung von Ordnungsstrafen im Betrage von 20-600 m. gegen die Mitglieder des Vorstandes der Genossenschaften auch auf den Fall ausdehnen, wenn diese die vorstehende Vorschrift nicht befolgen. Abg. Stadthagen( Soz.): Ich bin gegen den Antrag, denn die Gründe des Vorredners find nicht stichhaltig, und der Wortlaut des Antrages erreicht nicht, was er erstrebt. Es würde danach noch eine Verfolgung eintreten tönnen, wenn ein Delift nach den Gesetzen bereits zweifellos verjährt ist. In dem Urtheil des Reichsgerichts vom 25. Februar 1892 gegen den Kollegen Schmidt ist die Frage, ob das Ruhen der Verjährung ein trete oder nicht, nicht ex professo, sondern nur nebenher ent- Das Haus fetzt sodann die Berathung der Anträge der schieden, und solche Entscheidungen haben keine bindende Kraft. Deutsch- Konservativen und des Zentrums fort, welche sich auf Im Fall Kunert hat das Reichsgericht am 24. Juni vorigen den Schutz des Handwerks beziehen. Von diesen Anträgen find Jahres die Frage ex professo behandelt und allerdings ent- die auf den Befähigungsnachweis bezüglichen schon am vorigen Abg. Schneider Nordhausen( dfr.): Die Majorität der schieden, daß die Verjährung fortlaufe. Das Landgericht in Schwerinstag erledigt worden. Mitglieder der Genossenschaften besteht nicht etwa aus Beamten, Breslau gab diesem Erkenntniß eine eigenthümliche Auslegung, Zur Verhandlung steht zunächst der Antrag Ackermann, wie vielfach behauptet und geglaubt wird, sondern aus Arbeitern. indem es annahm, daß, wenn auch der Reichstag die Einstellung des welcher von dem Reichskanzler die Vorlegung eines Gesetzes Wenn Sie sich über Beamte in den Vereinen so aufregen, dann Verfahrens beschlösse, dennoch der Richter Vorbereitungen zur fordert, wodurch den Konsumvereinen die Hingabe von hätten Sie doch ein dankbareres Thema an den deutschen Offiziers Einleitung des Verfahrens treffen könne, und daß dadurch die Waaren an Nichtmitglieder schlechthin und unter Strafvereinen, an dem Waarenhaus für deutsche Beamte gehabt.( Sehr Verjährung unterbrochen werde. Diese Ansicht ist an feiner Stelle, androhung verboten wird. richtig! links.) Diese haben sich allerhöchst besondere Privilegien auch vom Reichsgericht nicht, gebilligt worden. Das Reichs Von den Zentrums. Abgeordneten Gröber, Hiße, Schädler ertheilen lassen, obwohl die bestehenden Gesetze völlig ausgereicht gericht hat vielmehr erkannt, daß die Verjährung nur damit und Genossen ist im gleichen Sinne ein Gesetzentwurf beantragt, hätten. Schnapstonsumvereine lassen sich nicht so leicht be unterbrochen wird, daß das Gericht beim Reichstag den Antrag welcher das Genoffenschaftsgesetz von 1889 mit der fehlenden gründen, wie die Freunde der Anträge annehmen. Entsteht stellt, die Genehmigung zur Verfolgung eines Abgeordneten zu Strafbestimmung versehen will. Zu diesem Zweck soll in das wirklich einmal ein solcher Verein, der blos fröhliche Kneipereien ertheilen. Alle anderen Handlungen des Richters können die Gesetz folgender§ 145a eingeschoben werden: im Auge hat, dann wird seine Existenz allemal nur eine furge Verjährung nicht unterbrechen, weil sie gefeßlich unzulässig sind. sein. Wenn das Zentrum auch den Antrag Ackermann annehmen Es ist also gar keine Gefahr vorhanden, daß ein Reichstagswill, dann überbietet es sich selbst, denn der Zentrumsantrag Abgeordneter durch Verjährung straflos bleibt, höchstens ist dies ergänzt das Gefeß, und das Gesetz spricht nur davon, daß die möglich in dem Falle, daß die Zwischenzeit zwischen zwei Konsumvereine im regelmäßigen Geschäftsverkehr" nicht an NichtEessionen länger als sechs Monate währt. Soll sich der mitglieder verkaufen dürfen, während Herr Ackermann den VerReichstag dazu hergeben, für den möglichen Fall eintretender Ber tauf an Nichtmitglieder schlechthin" verbieten will. jährung sofort mit Gesetzesvorschlägen zu kommen, ohne Kompen trag des Zentrums ist eine verschärfte Auflage der lex Ruhlesationen für die durch Art. 31 der Verfassung gewährleistete mann; dieser wollte blos eine Geldbuße bis 30 Mart zulassen. Immunität zu verlangen, der trotz aller Judikatur des Reichs- Abg. Ackermann empfiehlt die Annahme des deutschkonser Das Zentrum will auch die Lagerhalter unter Strafe stellen, gerichts noch immer fireitig ist? Wollen Sie die Art anlegen, vativen Antrages. Er werde zwar dem Gesetzentwurf des ebenfalls eine bedenkliche Verschärfung. Weshalb sollen gerade so thun Sie es hier, um diese Zweifel zu beseitigen. Die Frage, Sentrums zustimmen, halte aber die Annahme feines An- Konsumvereine nicht an Nichtmitglieder verkaufen dürfen, wähob ein Reichstags- Abgeordneter während der Dauer der Sigungs- trages für nicht überflüssig, da es nicht sicher sei, ob der rend doch selbst privilegirte Korporationen, wie der Offizier periode verhaftet werden könne, ist durch den unseligen Beschluß Gefeßentwurf in diefer Session noch alle Stadien durchlaufe. verein, an jedermann verkaufen können? Die Genossenschaften des Reichstages im Fall Schippel bejahend entschieden worden, Ich verweise bezüglich der Nothwendigkeit der Annahme unseres sind nach der Begriffsbestimmung des Gesetzes Vereinbarungen, und Abg. Schippel wurde verhindert, sein Mandat wahrzunehmen. Antrages namentlich auf den Konsumverein in Görlig, der zwar welche die Förderung des Erwerbs und der Wirthschaft ihrer 1874 wurde Abg. Majunte von der Thür des Reichstags weg äußerlich die Form einer Attiengesellschaft trägt, aber in Mitglieder bezwecken. Die Förderung des Erwerbs wird dadurch verhaftet, da sprach sich der Reichstag einstimmig dahin aus, Wirklichkeit ein Konsumverein ist, der das ganze Geschäft des bewirkt, daß auch an Nichtmitglieder verkauft wird. Diese daß dies gesetzwidrig sei. Wenn die im Antrag berührte Materie selbständigen Handwerts dort vernichtet. Das Genossenschafts- Fassung des Gesetzes hat also eine Benachtheiligung der Vereine, erörtert werden soll, muß auch diese Sache in Erörterung ge- gesetz enthält das Verbot des Verkaufs an Nichtmitglieder, aber welche an Nichtmitglieder verkaufen, weder gewollt, noch zuzogen werden. Der Antragsteller meinte, daß jeder Abgeordnete teine Strafbestimmung für die Uebertretung dieses Verbots; es gelaffen. Sie wollen diese Benachtheiligung jetzt einführen unter ein Intereffe daran habe, bei einer Antlage möglichst schnell den ist also eine lex imperfecta, welche wir vervollständigen müffen. Der Firma des Schuges des selbständigen Handwerks; Sie ver Wahrheitsbeweis anzutreten. Der Reichstag muß aber fragen, ob Abg. Hige als Antragsteller für den Bentrumsantrag ver- geffen dabei, daß 15 pet. der Mitglieder der Vereine felbständige es wichtiger ist, daß ein Abgeordneter fein Mandat ausübe oder seinen zichtet nach der Darlegung des Vorredners auf eine ausführliche Handwerker sind. Der große Breslauer Verein zählt 5-6000 Wahrheitsbeweis erbringe. Wenn der Antragsteller nur einen einzigen Begründung. Das Zentrum werde den Antrag Ackermann an solcher unter seinen Mitgliedern. Es kommt also in Wirklichkeit Fall nachweisen wollte, in dem wirklich wegen Verjährung ein Ab- nehmen, wünsche aber auch seinen Gefeßentwurf zur Ver- bei den Anträgen auf nichts weiter hinaus als auf einen Schutz geordneter straflos geblieben ist! Nur auf die theoretische Mög- abschiedung zu bringen und hoffe, daß der Ausdruck der des Kleinhandels. Vergessen hat man die Strafbestimmung 1889 lichkeit hin das Privilegium der Reichstags- Abgeordneten oder Stimmung der überwiegenden Mehrheit des Hauses nicht ohne nicht, sondern man hat den bezüglichen Antrag Kulemann ausvielmehr der Wähler zu beschneiden, dazu ist die Sache absolut Eindruck auf die Regierung bleiben werde. Das Zentrum drücklich abgelehnt. Es giebt gegenwärtig in Preußen keinen nicht angethan. Ich bitte Sie deshalb, den Antrag, wie er vor- beantrage über den Antrag Ackermann hinaus, durch eine einzigen Konsumverein, der nicht Gewerbesteuer bezahlt; die Herliegt, nicht anzunehmen, sondern ihn an eine Kommission von Novelle zur Gewerbeordnung, die Konsumvereine durchweg anziehung zur Steuer ist vielfach die Folge von Denunziationen 14 Mitgliedern zu verweisen. Ich persönlich bin nicht der An- tonzessionspflichtig zu machen. gewesen. Ebenso wird mit einem Gesetze nach Art der Anträge dem sicht, daß wir es hier mit einem Spezialgesetz aus Anlaß des Abg. Clemm- Ludwigshafen( natl.) bittet um Ablehnung der Kleinhändler ein starker Anreiz gegeben, gegen seinen Konkurrenten, Falles Ahlwardt zu thun haben, in der Deffentlichkeit wird sämmtlichen Anträge. Die Strafandrohung werde es unmöglich den Konsumverein, mit einer Denunziation vorzugehen. dieses Odium aber immer auf dem Antrag haften bleiben. Die machen, überhaupt noch einen Verkäufer oder Ladenhalter zu Geradezu widersinnig erscheint mir der Gedanke, daß die GeRegierung mag dafür sorgen, daß die Session nicht so lange finden, der in einem Konsumverein thätig sein möchte. nossenschaften zur Förderung der Sozialdemokratie dienen. Aus dauert, daß Ahlwardt straflos ausgeht; sie mag eventuell etwas Das Beispiel von Görlitz sei sehr unglücklich, denn allen diesen Gründen bitte ich Sie um Ablehnung aller gestellten früher auflösen. Für uns liegt es näher, ob nicht Art. 31 der dort handle es sich eben um eine Attiengesellschaft. Anträge!( Beifall links.) Verfassung mit Garantieen gegen folche Beamte versehen werden Die Verfechter der gestellten Anträge schienen keine Ahnung Abg. Buhl( natl.) bemerkt gegen den Abg. v. Stumm, daß muß, die trotz der darin ausgesprochenen Immunität Reichstags- von dem segensreichen Wirken dieser Vereine dieser Vereine zu haben. gerade die landwirthschaftlichen Konsumvereine, auf welche Herr Abgeordnete vor das Tribunal zerren. Sie liefern gute Waaren zu mäßigen Preisen, sie haben die Klemm hingewiesen, hier ganz besonders in Betracht kommen, Abg. Hartmann- Plauen( df.) tritt für den unveränderten Baarzahlungen eingeführt und dadurch einen ausgezeichneten nämlich Molterei- Genossenschaften 2c. Molterei- Genossenschaften, Antrag ein und bittet den Reichstag, ihn ohne Kommissions- Anfporn zum Sparen gegeben. Daß die kleinen selbständigen welche nur an ihre Mitglieder verkaufen, seien doch einfach unberathung sofort im Plenum in zweiter Lesung anzunehmen. Die Geschäfte beeinträchtigt oder gar vernichtet würden, kann Redner möglich. Es müsse ferner auf die Winzervereine am Rhein, an Argumente des Abg. Stadthagen seien nicht stichhaltig. Mit der nicht zugeben. Es handle sich auch nicht blos um die Konsum der Mosel, an der Ahr hingewiesen werden; alle diese Vereine, Unterbrechung der Verjährung durch die Gerichte selbst, indem vereine in den Städten, sondern auch um die ländlichen und deren nützliche und segensreiche Wirksamkeit ganz außer Frage fie an den Reichstag entsprechende Anträge stellen, wäre nichts landwirthschaftlichen Konsumvereine, und deren segensreiche stehe, würden von dem Antrage Ackermann tödtlich getroffen gewonnen. Wie würde Herr Stadthagen im Reichstage gegen Wirkungen werde doch wohl kein Unbefangener in Abrede stellen. werden. Aber dieser Antrag würde gleichzeitig die Folge haben, einen solchen Antrag wettern! Ihre Ausbreitung sei eine absolute Nothwendigkeit, sie gäben daß die meisten dieser Genossenschaften sich in Attien- GesellAbg. v. Marquardsen( natlib.) empfiehlt ebenfalls den An- Saatgut, Futtermittel u. f. w. an ihre Mitglieder ab, und noch schaften verwandeln würden, welche dann ungehindert ihren Betrag Rintelen und weist in längeren Ausführungen nach, daß bei viel größer würde ihr Segen fein, wenn fie auch den gemein- trieb fortsetzen und dem Kleinhandel und dem Handwerk weiter den vorjährigen Berathungen über die betreffende Regierungs- samen Verkauf in die Hand nehmen und dadurch dem Makler- die erdrückende Konkurrenz machen könnten. Die Frage könne vorlage in der Kommission der Abgeordnete Singer den Antrag wesen Abbruch thun könnten. Nicht blos den Konsumvereinen, nur auf dem Gebiete der Besteuerung gelöst werden. intelen gut geheißen habe. In dieser Kommission, wo noch von sondern auch den Raiffeisen'schen Vereinen, welche gerade die Abg. Schenk( dfr.): Man hat für die Bestrafung des Vereinem Rektor Aylwardt oder einem Kandidaten Ahlwardt oder Rechte und das Zentrum so sehr protegiren, werde durch den bots angeführt, daß die Genossenschaften, die Konsumvereine gegar einem Abgeordneten Ahlwardt gar feine Rede war, fei von Antrag, wenn er Gesetz würde, ein Echaden zugefügt, der mög- hindert werden müßten, den Mittelstand, das Kleingewerbe, den ihm( Redner) dieselbe Auffassung in aller Schärfe bekundet worden. licherweise alles ruinire. Der Konsumverein müsse außerdem Kleinhandel zu ruiniren. Niemals ist eine übertriebenere BeDer Reichstag möge den Antrag so rasch und so einstimmig wie gerade so gut wie irgendwelcher andere Gewerbetreibende seine hauptung aufgestellt worden, ein Beweis dafür wird nicht ermöglich annehmen. Steuer bezahlen. Der Mittelstand habe gerade so viel Interesse, bracht. Mit der Bemerkung des Herrn von Stumm, daß ein Abg. v. Bar( dfr.) spricht sich als Jurist ebenfalls für den wie jeder andere Stand daran, daß die Konsumvereine erhalten Beweis nicht nöthig sei, laffe sich die Sache doch nicht abthun. Antrag aus. Die Konsumvereine faufen ja auch nicht aus erster Hand, sondern Abg. Stadthagen( Soz.): Dem Abg. Hartmann empfehle ich, Abg. Stolle( Soz.): Zu meinem Staunen habe ich von erst aus zweiter und dritter Hand, vom Kaufmann, der den sich erst besser zu informiren, ehe er Widersprüche zwischen den Herrn Ackermann einen zahlenmäßigen Nachweis über die großen Vortheil hat, daß er seine Waare baar bezahlt bekommt. Mitgliedern einer Partei fonstatirt. Der Abg. Singer hat damals Schädigung der kleinen Gewerbetreibenden durch die Konsum- Graf Mirbach habe bei der dritten Berathung des Gesetzes von in der Kommission seine Meinung geäußert, ehe die Entscheidung vereine nicht vernommen. Keine Zahl, kein Jota eines Nach- 1889 ausdrücklich erklärt, wenn eine Strafbeſtimmung angenommen bes Reichsgerichts gefällt war, behielt sich jedoch eine Modifikation weises hat er beigebracht. Auch dadurch ist das Reichsgesetz in würde, dann habe das Gefeß gerade mit Rücksicht auf die landfeines Urtheils nach der Entscheidung vor. Ich habe auch nicht Sachsen außer Kraft gesetzt worden, daß die Ausführungs- wirthschaftlichen Konsumvereine und Genossenschaften für ihn gar gefagt, der Antrag sei auf den Fall Ahlwardt zugeschnitten; ich bestimmung des Ministeriums alle Konsumvereine ohne Unter- feinen Werth mehr. Hat Herr Ackermann davon gar feine weiß, daß der Antragsteller diesen Fall nicht im Auge hatte, aber schied für konzessionspflichtig erklärt hat. Das Großmagazin hat Kenntniß gehabt? Die Strafandrohung gegen die Vorstandsbleiben. Abgeordnetenhaus. 21. Sigung vom 25. Januar 1893. 11 Uhr. = mitglieder der Genossenschaften und Ronfumvereine ift, wenn rechtigkeit dienen. Es ist mir ein Bedürfniß gewesen, dieses vor- I am Spittelmarkt erforderlichen Grundstücke besgl. eines Mit möglich, noch ungerechter, als isiejenige gegen die Verkäufer. Das zubringen, damit es nicht heißt, über solche Vorkommniffe haben gliedes in die Normal- Etats- Deputation. Berichterstattung über Berbot sei erst in dritter Lesung des Genossenschaftsgesetzes durch die Richter hier im Hause geschwiegen. Die öffentliche Meinung die Vorlage, betr. die Miethung von Räumen auf dem Grundeine Ueberrumpelung des Abg. Sulemann in das Gesetz gebracht, will nicht im Gremium der Beamten, sondern auch öffentlich stücke, Spenerstr. 4, zur Unterbringung von Klassen der im Stadt. die Strafabstimmung aber sei abgelehnt worden, und namentlich wissen, wie man in der höchsten Instanz denkt. Das wird für theile Moabit zur Eröffnung kommenden höheren Mädchenschule habe der jetzige preußische Finanzminister die Undurchführbar alle Richter wirksam sein, wenn sich auch zunächst nur ein desgl. über die Vorlage, betr. die Miethung im Hause Königfeit des Verbots und die Unzweckmäßigkeit einer Straf- einzelner getroffen fühlt. Unser Justizdienst steht hoch genug, um ftraße 1/6 und die Beschaffung von Inventarienstücken für das bestimmung für Uebertretung desselben nachgewiesen; ihm hätten eine Rorrettur an dieser Stelle zu vertragen. Gewerbegericht. Vorlage, betr. die für das Jahr 1898 auf sich damals die Rechte und das Zentrum in ihrer Mehrheit an- Justizminister v. Schelling: Ich bin im Prinzip mit dem den städtischen Gasanstalten und am Rohrsystem in der Stadt geschlossen. Vorredner einverstanden, daß der Gerichtsdienst von fest erforderlichen Erweiterungen und Erneuerungen. Antrag von Hiernach wird die Diskussion geschlossen und ein Bertagungs- angestellten Richtern wahrgenommen werden foll. Ich Mitgliedern der Versammlung, betr. den Viktoriapart.- Vorantrag angenommen. habe einen Plan aufgestellt, welche Richterzahl dadurch lage, betr. den Stand der Arbeiten der gemischten Deputation Schluß 34 Uhr. erforderlich sein würde, um die Heranziehung von Hilfs zur Vorberathung von Abänderungsvorschlägen zur BaupolizeiNächste Sigung: Donnerstag, 1 Uhr. Zweite Lefung des richtern nur in Nothfällen nothwendig zu machen. Ordnung desgl., betr. die Projekte zu einigen Bau- AusfühEtats. Ich halte an der Richterzahl, die ich für erforderlich halte, nicht rungen auf dem Anstaltsgrundstücke bei Biesdorf, sowie den Geallein fest, sondern werde sie bei der Steigerung der Geschäfte fammtkostenanschlag über diesen Bau.- Vorlagen, betr. die Ernoch erhöhen und möglichst im nächsten Etatsjahr zur Bewilli- werbungen des im Zuge der Petersburgerstraße belegenen Prot gung vorschlagen. Die anderen Anregungen des Vorredners find Reusch'schen Grundstücks, der zur Freilegung der Straße 9, nicht spurlos an meinen Ohren vorübergegangen; wir werden Abth. XIV, von Gubener bis Warschauerstraße erforderlichen darauf vielleicht später zurückfommen fönnen. Ich fann dem Grundstücksflächen und des von dem Grundstücke Mlt- Moabit 75 Am Ministertische von Schelling, von Heyden und Vorrebner darin zustimmen, daß gewisse Vorgänge Befremden zur Straße freigelegten Terrains desgl., betr. den Verkauf Rommiffarien. hervorgerufen haben. Ich bedaure, daß die Gerichtsfäle zum einer in der Straße an der Stadtbahn 41/42 belegenen Parzelle. Das Haus feht die zweite Berathung des Staatshaus Schauplak leidenschaftlicher Szenen gemacht sind. Ich bin aber- Drei Rechnungen und eine Remunerationssache.- Vorlage, haltsetats für 1893/94 fort und zwar beim Etat des nicht befugt, Kritik an den richterlichen Handlungen zu üben. betr. die Wahl eines stellvertretenden bürgerlichen Mitgliedes für Ministeriums der auswärtigen Angelegen- Ich muß gestehen, daß die Verpflanzung des Partei die Ersatz- Kommission II. heiten. haders in die Gerichtsverhandlungen eine Abg. Arendt( ft.):. Der Minister der auswärtigen Angelegen febr unliebsame Erscheinung ist, daß ich keine heiten hat von einem Dr. Arendt gesprochen, welcher in Brüssel Mittel unverfucht gelaffen habe. Ich habe deshalb an die erschienen wäre. Es ist Sache jedes einzelnen Mitgliedes dieses räsidenten eine Verfügung erlassen, sie Hauses, auch die Würde dieses Hauses bei jeder Gelegenheit zu mögen auf eine besonnene Leitung der Gerichts. wahren. Ich kann daher den Minister nur ersuchen, sich der verhandlungen einwirken. Da die Verfügung zur parlamentarischen Gepflogenheit zu unterwerfen und Abgeordnete, Stenntniß des Vorredners gekommen zu sein scheint, so habe ich folange fie es find, als solche zu bezeichnen. Ich tröste mich mit teine Ursache, sie der Kenntniß des Hauses vorzuenthalten. Herrn Engen Richter ins Stammbuch. Herr Richter dem historischen un nommé Stein", ohne mich damit mit dem Der Minister verliest die Verfügung, welche die Richter findet bekanntlich ein hämisches Vergnügen daran, feinen freiFreiherrn von Stein und den Neichskanzler mit Napoleon zu zur Unparteilichkeit der Untersuchung Unparteilichkeit der Untersuchung und Ver- sinnigen Lesern stets mit großer Emphase mitzutheilen, wenn in vergleichen. handlung ermahnt und eine ftrenge Durchführung der der Sozialdemokratie einmal ein armer Teufel ein Paar Pfennige Der( Etat des Ministeriums der auswärtigen An- Sigungspolizei verlangt, damit leidenschaftliche Wechselgespräche veruntreut hat. Da wir nie etwas zu verheimlichen haben, gelegenheiten wird genehmigt, ebenso ohne Debatte der Etat vermieden werden; der Vorsigende soll sich aller far tommt natürlich jede Bagatelle an die Oeffentlichkeit. Anders des Kriegsministerium 3. Getastischen Bemerkungen enthalten und feine Stellung dagegen bei den Freifinnigen. Dort wird über die Spizbuben Ferner bewilligt das Haus die dauernden Kosten der Gezur Schuldfrage nicht hervorleuchten lassen, er soll auch stets hinter verschlossenen Thüren verhandelt, wie das folgende ftütsverwaltung. der Ueberschreitung der Rechte der Vertheidigung entgegentreten. Birkular beweist: Die einmaligen Ausgaben für den Stall in Bajohrgallen zur Beförderung als Präsidenten und Direktoren sollen nur Freisinniger Verein Bittoria", 69 500 M. werden abgelehnt, die für den Stall in Taufenischten, solche Richter vorgeschlagen werden, welche die geforderten Gigenumfassend die Stadtbezirke 202-208. sowie für den Ringofen werden bewilligt; ebenso bewilligt man fchaften besitzen.( Die Berlefung der Verfügung wird mehrfach Berlin, den 20. Januar 1893, die einmalige Ausgabe von 82 500 m. aum Antauf von durch Beifall unterbrochen.) Vertrauliche Mittheilung. Pferden( Zuschuß zu dem betreffenden Titel der laufenden Sehr geehrter Herr! Abg. Schmitz( 3.) weist darauf hin, daß die AmtsanwaltAusgaben). Weiter werden bewilligt die Etats des Herren- schaften durch Assessoren versehen werden könnten, da die jetzt hauses und des Hauses der Abgeordneten. bazu verwendeten Kommunalbeamten nicht die geeigneten BerEs folgt der Etat der Justizverwaltung. Referent fönlichkeiten sind. der Budgetkommission ist der Abg. Bödiker, welcher ausführt, Geheimer Ober- Justizrath Lucas: Das System ist bereits daß die Einnahmen der Justizverwaltung auf 57 780 000.ur Anwendung gebracht worden, namentlich in größeren Städten veranschlagt sind, während der Staatszuschuß gegen früher sich wie Danzig, Stettin, Altona, Frankfurt a. M., Magdeburg und nur um 200 000 M. gesteigert hat, und zwar für die Anstellung in einigen fleinen Städten der Provinz Hannover. Aber es von 101 Richtern, deren Anstellung aber zum Theil beim liegen gegen dieses System auch Bedenken vor, so daß dasselbe Diätenfonds erhebliche Ersparnisse mit sich bringt. nicht gut ausgedehnt werden kann. Beim ersten Titel der Einnahme bemerkt schwächen. Tokales. Wir sind in der unangenehmen Lage, Ihnen mittheilen zu müssen, daß in unserer Vereinskaffe Veruntreuungen stattgefunden haben. Eine Klarlegung und Besprechung dieser Angelegen heit wird in der am 25. Januar d. J. stattfindenden Generalversammlung unter Nr. 5 der Tagesordnung stattfinden. Wir bitten Sie dringend, an dieser Sigung Theil zu nehmen, Ihre etwaigen Anträge vorzubereiten und die Angelegenheit bis dahin vertraulich zu behandeln. Mit Hochachtung Der Vorstand. gender Passus: Abg. Brandenburg( 8.): Die schnelle Erledigung der ge Abg. Schmin- Erkelenz( 3.), daß die hohen Gerichtstoften richtlichen Arbeiten ist zu wünschen, aber Vorschriften darüber beim Publikum schwer empfunden würden, namentlich die dürfen nicht in die Einzelheiten eingehen und sie dürfen nicht die Kosten in Vormundschaftssachen, welche auf einem Zarif von Autorität des Richters gegenüber den Unterbeamten und sein Da der freisinnige Bezirksverein Vittoria" soviel Werth 1851 beruhen; die Tariffage entsprechen nicht der Leistungs- unabhängigkeitsgefühl gegenüber dem Gerichtspräsidenten ab- darauf legt, daß sein Spizbube vertraulich" behandelt wird, wollen wir ihm den Gefallen ebenfalls thun, indem wir das fähigkeit, weil sie zu gleichmäßig sind und daher die fleinen Vermögen schärfer treffen als die großen. Redner empfiehlt eine Abg. Rickert( dfr.) spricht seine Befriedigung darüber aus, Vorkommniß nur unseren Lefern mittheilen. Menderung der Kosten für Vormundschafts- und auch für Grund- daß der Justizminister in den nächsten Jahren eine weitere Ver- In einer aus polizeilicher Quelle gespeiften Reporter buchssachen. mehrung der Richterstellen vornehmen will. Wir können dem Geheimer Ober- Juftizrath Bierhand: Trotzdem die Sache Justizminister dankbar sein, daß er den in letzter Zeit hervor- notiz über die Bersammlungen der Arbeitslosen findet sich fol eine weittragende Bedeutung hat, wird von der Justizverwaltung getretenen Erscheinungen im Strafgerichtsverfahren entgegennicht verkannt, daß eine Ungleichheit der Belastung vorliegt getreten ist. Seine Verfügung steht vollständig auf dem Boden der Prinzessin Margarethe nicht ohne Grund für die VersammIn behördlichen Kreisen glaubte man, daß der Hochzeitstag und es wird, sobald eine Aenderung des Gebührenwesens in cer Gerichtsgesetzgebung. Wir hoffen, daß sie von guter WirFrage kommt, in Erwägung eingetreten werden, wie hier zu fung sein wird. Darauf können wir aber wohl heute noch nicht lungen gewählt worden sei und hielt es nicht für unmöglich, daß die Arbeitslosen sich zu Demonstrationen werden hinreißen lassen, helfen ift. eingehen. Wir machen vielleicht einen Vorbehalt in bezug zumal da ein großer Theil der Polizeimacht durch die HoffestAbg. Knebel( natl.) schließt sich den Ausführungen des auf die Säge, welche fich auf die Vertheidigung beziehen. Abg. Schmit an, namentlich in bezug auf die Rheinproving. Alle Parteien haben das Interesse, daß das Vertrauen auf die eine Konfignirung der Polizei nicht ausgesprochen war, doch die lichkeiten in Anspruch genommen wird. Daher waren, wenn auch Die Einnahmen aus den Gerichtskosten werden bewilligt. Unparteilichkeit der Richter und die Gerechtigkeit der Urtheile Dienststellen angewiesen worden, ein wachfames Auge zu haben. Als Arbeitsverdienst der Gefangenen sind nicht erschüttert, daß die Würde der Gerichte aufrechterhalten wird. Besonders waren die Straßenzüge in der Nähe der Versamm1 758 500 M. eingestellt als Antheil des Staats, während 1/3 den Gefangenen verbleibt. Von dem Antheil des Staats verbleiben stellen bin ich einverstanden, aber nicht mit der Begründung des lungslokale beobachtet, und auf dem Bahnhof Alexanderplat ein 2/3 der Staatstaffe und 1/3 wird zur Remuneration der Ge- Herrn Bödiker, der einen einzelnen Fall vorgetragen hat, der starkes Aufgebot von Schußmännern zusammengezogen worden. fängnißbeamten verwendet; dieser Betrag ist mit 354 000 m. in wohl nicht maßgebend sein kann, der aber außerdem auch sehr auch nach dem ruhigen Verlaufe der Versammlungen blieb die Polizei in Bereitschaft." den Ausgaben der Gefängnißverwaltung ausgeführt. Diese unwahrscheinlich erscheint. Wenn wirklich bei einer Besetzung Wahrscheinlich ist hier der Wunsch der Bater des Gedankens Ausgabetitel werden jetzt mit dem Einnahmetitel erörtert. mit drei Richtern nur zwei von der Sache Kenntniß genommen Der Berichterstatter Abg. Bödiker weist darauf hin, daß und entschieden haben, während der dritte einfach unterschrieben für diejenigen, welche im vorigen Jahre die Prämie von 22,50 M. Schluckten. Die behördlichen Kreise", die aus einem Paar ausfrüher ca. 500 000 m. zur Berstärkung des Unterstüßungsfonds hat, so ist das eine pflichtwidrige Handlung, dagegen würde auch rangirter Bolizeilieutenants bestehen, wollen wir mit wenigen für hilfsbedürftige Justiz beamte verwendet worden sind. Diese die Vermehrung der Richterstellen nicht helfen. Verwendung folle nicht mehr erfolgen, sondern von diesem Er- Abg. v. Minnigerode( kons.): Als Laie kann ich auch nur Worten beruhigen: troh ihrer Arbeitslosigkeit haben die Arbeitstrage foll für die Zwecke der Justizverwaltung ein Betrag von feststellen, daß manche der gerichtlichen Vorgänge Kopfschütteln lofen doch mehr zu thun, als sich um Hoffeftlichkeiten zu fümmern. 300 000 M. zu Unterstützungen verwendet, ein Betrag von im Lande erregt und das Vertrauen in die Gerichte nicht gestärkt und damit mögen sich die Herren frollen und sich lieber ein 200000 M. aber an die Staatstaffe abgeführt werden. Begründet haben. Deshalb war die Verfügung des Justisministers wohl anderes Feld politischer Thätigkeit suchen. wird diese Neuordnung mit der Angabe, daß die Einnahme aus am Plaße und ist geeignet, das Vertrauen wiederherzustellen. In Berlin wurde gestern eine Prinzessin vermählt. dem Arbeitsverdienst der Gefangenen eine sehr schwankende ist. Abg. Nadbyl( Bentr.) fommit u. a. auf die Frage zu sprechen, In der Leipzigerstraße hatte zur Feier des Tages Herr WerthIn der Kommission wurde angeregt, ob es nicht besser sei, die ob die Kompetenz der Amtsgerichte erweitert werden soll und heim, der Befizer eines der berüchtigsten Fünfzigpfennigbazars, Gelder nicht in die Staatstaffe zu vereinnahmen, sondern zur zwar reichsgefeßlich oder durch einzelstaatliche Gesetzgebung. fein neues Heim in strahlende, elektrische Beleuchtung versetzt. Unterstützung der Angehörigen der Gefangenen oder zur Unter- Redner bringt dann eine Verfügung des Oberlandesgerichts- Die Hausstlaven dieses Etablissements batten bekanntlich vor ftügung solcher Vereine zu verwenden, welche sich mit der Für Präsidenten von Breslau über die Kleidung der Rechtsanwälte einigen Tagen wegen elender Behandlung und Bezahlung eine forge für entlassene Gefangene beschäftigen. Die Kommission ift zur Sprache. Diefelbe habe dahin geführt, daß die Landgerichts- Bersammlung veranlaßt, über deren Verlauf merkwürdiger Weise aber zu einem Antrage nicht gekommen. Präsidenten den Amtsrichtern überlassen haben, über die Kleidung Juftizminifter von Schelling: Die von der Budgetfommiffion der Rechtsanwälte Borschriften zu erlaffen. Das sei gefeglich nichts in die Deffentlichkeit gedrungen ist. Ein treffliches Beichen Das sei gefeßlich unserer Zeit aber würde es sein, wenn der Befizer eines der gegebene Anregung enthält einen neuen Gedanken, zu dem ich nicht zulässig. In Schlafrock und Pantoffeln würden die techts: größten Schleudergeschäfte für seinen Bettelpatriotismus zum heute nicht Stellung nehmen kann. Ich werde aber der Anregung anwälte vor dem Schöffengerichte wohl nicht erscheinen, wenn sie oflieferanten ernannt würde. Oder follte das große elektrische näher treten und dieselbe in Erwägung ziehen in Verbindung aber in einem hellen Anzüge vertheidigen, so sei darin nichts W, welches die Straßenfront zieren sollte, nur eine Verherrlichung mit dem Finanzministerium. schlimmes zu finden. des alten Namens derer von Werthheim bedeuten? Die zur Debatte stehenden Titel werden darauf genehmigt. Geheimer Ober- Justizrath Bierhaus: Die Vorschriften über Beim Gehalt des Ministers, 36000 M., erkennt die Kleidung der Rechtsanwälte bezieht sich nur auf die Land- Ein hiefiges Blatt berichtet:" Unabsehbares Unglück ist Abg. Bödiker an, daß die Vermehrung der Bahl gerichte und die Oberlandesgerichte. Daran etwas zu ändern durch die Aufmerksamkeit eines Heizers von Röpenick abgewendet ber Richterstellen erfreulich sei, aber reiche noch ist nicht Absicht des Ministers, dem die getadelte Verfügung un- worden. Der Betreffende, der in dem Kesselhause einer dortigen nicht aus das Bedürfniß zu um Denn bekannt ist. befriedigen. großen Fabrit angestellt ist, entdeckte, als er eine Schippe Kohlen das Gerichtsverfassungs Gesetz spreche nur von festangestellten Abg. Schmidt- Warburg( 3entr.) begrüßt es mit Freuden, in den Ofen der Kesselheizung werfen wollte, zwischen dem Natürlich sorgte der Richtern, während noch sehr viele Hilfsrichter verwendet werden. daß( namentlich für Berlin) eine erhebliche Vermehrung der Zahl Brennmaterial eine Dynamitpatrone. Einzelne Amtsrichter haben mehr als zwanzig Sachen an einem der Richter stattgefunden hat, sobaß die Zahl der Hilfsrichter Mann sofort für die behutsame Entfernung des gefährlichen Tage zu erledigen. Da ist es nicht zu verwundern, daß die fich vermindern wird. Es find 7 Direktoren, 20 Landrichter Gyploftoftoffes; feitens der Fabrikleitung wurde ihm eine Bes Gerichtserkenntnisse schon in die Gerichtssitzung fertig mitgebracht und 14 Amtsrichter mehr in den Etat eingestellt, allein das lohnung von dreißig Mart ausgezahlt. Die Dynamitwerden, wofür Redner einen besonderen Fall anführt. Es wird bildet nur die Hälfte des wirklichen Bedürfnisses; es bleiben patrone ist aller Wahrscheinlichkeit nach bei der Förderung im sogar behauptet, daß das überall der Fall sei; ein solches Ver- immer noch 33 Stellen zu besetzen, die durch Hilfsrichter dauernd Bergwert unter die Kohlen gerathen." fahren ist aber gefährlich bei einer Befehung mit drei Richtern, versehen werden. Abg. Simon v. Baftroto( tons.) hält es für richtig, daß wo der Vorsitzende und der Referent die Sache vorher besprechen und der dritte Richter faum einen Einfluß hat. Materiell will der Amtsrichter das Recht hat auf Grund der Sigungspolizei ich die gefällten Urtheile nicht bemängeln; sie sind so lange das Erscheinen eines Rechtsanwalts in auffälliger Kleidung zu richtig, bis sie von der oberen Instanz geändert werden. Es verhindern. herrscht zu viel Subjektivismus. Ich will keine Namen nennen; Abg. Nadbyl( Zentr.): In Hemdsärmeln wird fein Rechtsaber es erregte Befremden, daß man im Publikum schon von anwalt erscheinen, er wird immer anständig gefleidet sein und vornherein sah, welcher Ansicht man am Richtertische war. Der dann hat der Amtsrichter nicht das Recht, ihm Vorschriften zu Vorsitzende muß sich der größten Objektivität befleißigen und machen. feine eigene Meinung zurückhalten, namentlich im Schwurgericht, Das Gehalt des Ministers wird darauf bewilligt, ebenso die wo die Geschworenen nach der Meinung des Vorsitzenden aus- Ausgaben für das Ministerium und für die Justiz- Prüfungsspähen. Wir haben gehört, daß Anträge abgelehnt sind mit fommission. verlegenden Bemerkungen, Urtheile publizirt sind mit BeDie grellen Gegenfäge, die sich im Leben des Menschen so Um 3 Uhr wird die weitere Berathung auf Donnerstag oft darbieten, tamen auch bei einer Trauerfeier zum Ausdruck, die merkungen, die besser unterblieben wären, die aufgefaßt 11 Uhr vertagt. werden vorgeftern Nachmittag auf dem Kirchhof am Halleschen Thore tonnten als Invektiven gegen Außenstehende. statifand. Mit großem Pomp wurde dort der im 83. Lebens Der Angeklagte soll als ein Verdächtigter behandelt werden, aber jahre verstorbene Rittergutsbefizer E. zu Grabe getragen. Die nicht wie einer, der schuldig ist. An dem Fehler mögen die Leiche, gehüllt in schwere Seidenstoffe, lag in einem tostbaren Reichsgesetze schuld sein; es wird über die schwersten Verbrechen Metallfarg, herrlicher Gesang tönte bei der Feier, Pastor G., nur von drei Stichtern geurtheilt, während früher in dieser Be= ein beliebter Seelsorger aus dem Zentrum der Stadt, sprach er ziehung größere Vorsicht geübt wurde. Zeugen sind gefragt wor ben, nicht über ihre Wahrnehmungen, sondern darüber, wie fie Tagesordnung für die Sihung der Stadtverordneten greifende Worte. Wenige Stunden vorher hatte derfelbe Todte, als Beamte dieses oder jenes verantworten fönnen. Auch der versammlung am Donnerstag, den 26. Januar d. J., der hier von allem Brunk der Erde umgeben war, auf dem falten Staatsanwalt ist vorgegangen in der Form seiner Anträge mit Nachmittags 5 Uhr. Wahl je eines Mitgliedes in die Boden eines frostigen Schuppens gelegen, nur bekleidet mit dem einer Schärfe, die nicht am Blake war. Auch die Vertheidiger gemischten Deputationen für die Erwerbung der zur Herstellung schlichten Hemd der Zuchthäusler. Im Moabiter Zellenhaben die hehre Aufgabe ihres Berufes sehr herabgesetzt. Sie ber Wasserwerte Müggelsee- Berlin und der Mühlendammbrücke, gefängniß hatte der vor zwei Jahren wegen Sittlichkeitsvergehen follen vertheidigen, aber dabei auch der Wahrheit und der Ge- sowie der zur Berbreiterung der Gertraudtenftraße und der Straße verurtheilte Greis seine mäden Augen gefchloffen und gemäß Kommunales. Dreißig Mart sind eine geradezu fürstliche Belohnung dafür, daß man für das Interesse der Fabritbesiger feine eigenen Knochen ristirt. Es ist wirklich sehr zu bedauern, daß der Name dieser Fabrik nicht in weitere Streise gedrungen ist die Kinder und Kindestinder des braven Arbeiters müßten sonst noch die großartige Freigebigkeit der Fabrikherren preisen. Der Tod foll bekanntlich alles gleich machen, pflegt man gewöhnlich zu sagen. Der Besitzende jedoch, und hätte er auch im Zuchthaus geendet, wird auch als Todter noch ganz anders behandelt als der besitzlose Zuchthäusler. So lieft man in den gestrigen Abendblättern folgende Schauermar: bet strengen Vorschrift hatte man die Leiche in den kalten Schuppen gelegt. Selbst die abgehärteten Leichentransporteure »varen scheu zurückgewichen, als sie die von hartem ftroft hatw,"et�e �rct schauerlichen Umgebung erblickt - beliebte Seelsorger nicht darauf hingewiesen hat, daß es sich für einen Rittergutsbesitzer ebenso wenig schickt, Eitt- nchkeitsvergehen zu verüben, wie für jeden anderen Menschen? �ber lst man über das kleinliche Vorlommniß überhaupt mit Stillschweigen hinweggegangen? jähe» Tode wurde der 38.jahrige Töpfer r' 5U' �immenerstr. 3 wohnhaft, während der Arbeit ereilt. Der Verstorbene, welcher auf einem Neubau in der Rheins- vergerstraße beschäftigt war. ging nach einer Auseinandersetzung nut einem Kollegen, an seine Arbeit; halte dieselbe jedoch kaum degonnen, als er lautlos zusammenbrach, und wie sofort herbei- gerusene Aerzte konstatirten, wahrscheinlich infolge eines Schag. ailsalls verstarb. Der so plötzlich aus dem Leben Geschiedene wurde, da die genaue Todesursache nicht ermittelt werden konnte, nach dem Leichenschauhause gebracht. Er hinterläßt eine Frau, welche ,n de» nächsten Tagen ihrer Niederkunft entgegensieht und ein erst o>/, Jahre alles Kind. Er war ein sehr ruhiger und geachicker. fleißiger Kollege, welcher stets, was die Sache des Proletariats betraf, am Platze war. Eine strenge Kontrolle des Stromgebiets der Spree «nd Havel ist angesichts der drohenden Choleragefahr von der Regierung in Potsdam angeordnet worden. Bor allem werden die Winterquariiere der Schiffer, welche mit ihren Fahrzeugen vor Anker liegen, von den Polizeibehörden— so in Brander- bürg a. H., Spandau, Köpenick— ausS strengste überwacht und zivar dahin, daß die Schiffer die auf ihren Kähnen sich an- sammelnden Exkremente nicht auf das Eis oder ins Wasier schütien. sondern in bestimmte Abortgrubcn auf das Land schaffen. Durch diese Maßregel wird die Bcrnnreinigung des Trinkwassers unmöglich gemacht.— Es ist freilich sehr schwer, die Ausführung dieser Maßregel zu überwachen. Aus dem Postamt 4Z in der Reuen Königstraße ist fol- gende Bekanntmachung ausgehängt:„Als unbestellbar ist zurückgekommen die am 2. d. zwischen 4 und b Uhr Nachmittags auf- gelieferte Postanweisung Nr. 77 über«l»en Pfennig an Herrn A. in der L.straße adressirt. Absender ist Kaufmann I. in der L.straße." Mit dieser Postanweisung hat es, wie uns berichtet wird, ein ganz besonderes Bewenden. Der Kaufmann I. ver- kehrte bis Ende vorigen Jahres in dem A.'schen Restaurant, bei dessen Inhaber er im vorigen Monat bei Zahlung der Zeche eines Tages einen Pfennig schuldig blieb. Infolge eines Streites zivischen Wirth und Gast blieb der letztere später aus dem Lokal fort, und aus Aerger darüber sandte der Restaurateur am I. d. eine» eingeschriebenen Brief, worin er um Zahlung des schuldig gebliebenen Pfennigs ersuchte. Der Gemahnie sandle sofort diesen Betrag per Postanweisung an den Gläubiger; der aber ver- weigerte die Annahme, weil I. das Bestellgeld mit fünf Pfennig «inzuzahlen vergeffen hatte. Nunmehr hat A. den Klageweg gegen I. beschritten; für nächsten Monat bereits steht Termin in der Pfennigsache an. Folgen de? Distanzrittes. Lebhafte Klagen über die Ge- müthlosigkeit vieler Kul scher wurden in der letzten stattgehabten Versammlung des Deutschen Thierschuh-Vcreins erhoben, und als Ursache— der Distanzritt bezeichnet. Von verschiedenen Seiten wurde betont, daß seit jener Parforcetour die Behandlung des Pferdes, die dank den Bemühungen des Vereins bereits eine bessere geworden war, sich bedeutend verschlechtert habe. ES scheine durch einen großen Theil der Kulscherschaft der Gedanke zu gehe», daß die Thierquälerei an ganz anderen Stellen noch ganz anders betrieben werde, wogegen sie die reinen Waisen« kinder wären. Unter den Rednern befand sich auch ein Herr, der im Tone sittlicher Enlrüstung bekannte, daß er leider die gleichen Erfahrungen geinacht habe. Wenn er soiist, so führte er aus, einen Kutscher auf dies oder jenes aufmerksam gemacht habe, durch denen Beseitigung er seinem Thiere eine Er- leichtcrung verschaffen könnte, so habe er stets ein williges Ohr gesunden. Gern sei der Kutscher vom Bock gestiegen und habe nach seinen Anordnungen das Störende beseitigt. Heute aber bekomme er einfach eins über den Mund gefahren, wenn er de» Rosselenker ans einen Uebelstand aufmerksam mache.„Ach was", sei ihm mehrfach geantwortet worden,„ich Ihne meinem Pferd nicht zu viel. Gehen Sie man mit Ihren guten Lehren zu den Großen, den Distanzleulen, daß die ihre Thiere nicht todthetzen sollen." Gleiche oder ähnliche Antworten hatten noch andere Herren einstecken müssen, und eine scharfe Kritik knüpfte sich an die Verlesung eines von einem hohen Militär verfaßten Artikels, der den Distanzritt beweihräucherte. Daß mit allgemeiner Eni- rüstung die von einem anwesenden Thierarztr gemachte Mit- theilung entgegen genommen wurde, es befänden sich noch heute Pferde, die ven Distanzritt mitgemacht, wegen unbeschreiblicher Verletzungen in Behandlung, bedarf wohl keiner weiteren Er- wähnung. Von einem Toppekunglück ist vorgestern früb dieim Süd- osten der Stadt wohlbekannte Gärtnerfamili« Glantz, Cuvry- straße iL, betroffen worden. Ein Sohn der verwittweten Frau G. wurde vorgestern Morgen, während er Kaffer trank, vom Schlage getroffen und blieb auf der Stelle todt. Als Frau G. hinzu- kam und ganz unvermuthet ihren Sohn als Leiche am Boden liegen sah, wurde sie ebenfalls vom Schlagt gerührt und verstarb gleichfalls nach kurzer Zeit. Neber die Verhaftung eineS Soldaten des 47. Infanterie- Regiinenls wird aus Posen auf dem Drahtwege folgendes ge- meldet: Der„Posener Zeitung" zufolge wurde«in im letzten S erbst beim hiesigen 47. Jnfanterie-Regiment eingetretener oldat verhaftet und gestern nach Berlin transportirt. Der Ver- haftete ist Mitinhaber eines Berliner Geschäftes und galt allge- mein als sehr wohlhabend. Die Verhaftung erfolgte aus Ver- anlassung seines Berliner Sozius, den er um 64 OVO M. betrogen haben soll. Vielversprechend. In dreister Weise wurde am 23. d. M. Abends im Laden des Kaufmanns R. in der Naunynstraß« ein Diebstahl verübt. Während R. stch in der neben dem Laden be- findlichen Stube befand, stürmten zwei 16 Jahre alte Burschen in den Laden. Der eine hielt die nach der Stube führende Thür fn, so daß R. gefangen gehalten wurde. Der andere bemächtigte ich der Ladenkaffe, die allerdings nur 16 M. enthielt. Dann entflohen Beide. R. war inzwischen nach dem Hausflur geeilt, um die Diebe aus der Straße zu verfolgen, mußte aber davon abstehen, weil sie die Hausthüre außen zugebunden hätten. Ei« neuer Schwindel deS„Grafen Raday". Der be- kannte Hochstapler. Ernst Otto RedieS, der seine Betrügereien unter dem Namen„Graf Raday' zu betreiben pflegt, scheint wieder einen neuen Schwindel in Szene gesetzt zu haben. In hiesigen Blättern erscheint seit einiger Zeit ein Inserat deS In« Halts, daß sich achtbare Personen einen Nebenverdienst von drei- bis viertausend Mark jährlich verschaffen können. Auf dies an- lockende Anerbieten sandte ein Herr W. an eine in den Zeitungen genannte Expedition in Frankfurt am M. »in Angebot und erhielt auch bald aus einer Stadt Belgiens Antwort. Hiernach hat ein Graf Rhaday dort eine Kredit- dank gegründet, die Antheilscheine aus verschiedene Loose (Mailänder. Venetianer. Bavilla u. s. w.) gegen Ratenzahlungen unterzubringen sucht und an die gesuchten Personen hohe Provisionen zahlt. Die Antheilscheine, die bei der ersten Zahlung durch die Agenten ausgehändigt werden, haben das Aussehen von Werthpapieren und können schon dadurch einen Laien be- Pechen. Zieht man aber noch in Betracht, daß einer rvildfremden Person, wie W. es war, auf daS bloße Anerbieten hin gleich eine ganze Anzahl solcher Antheilscheine verabfolgt werden, so muß man unwillkürlich zu dein Schlüsse gelangen, daß die Gräflich Rhaday'sche Bank es nur auf einen Bauernfang ab- gesehen hat und nur die ersten Ratenzahlungen abwartet. W.. dem der Name Rhaday, der von hier als Schwindler verfolgt wird, ausfiel, hat jetzt sein« Wahrnehmungen der Staatsanwalt« schast unterbreitet. Privatnachfragen bei hiesigen Bankiers haben ergeben, daß die auf den Antheilscheinen verzeichnete belgische Bank völlig unbekannt ist. Marktpreis« in Berlin am 24. Januar, nach Erwitte. lungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 106 Kg. guter von 16,00—15,60 M., mittlerer von 15,40—14,90 M., geringer von 14,80—14,30 M. Roggen per 100 Kg. guter von 13,70—13,30 M., mittlerer von 13,20—12,80 M., geringerer von 12,80—12,50 M. Gerste per 100 Kg. gute von 17,00—16,00 M., mittlere von 15,90—14,90 M.. geringe von 14,80—13.80 M. Hafer per 100 Kg. guter von 15,80—15,10 M., mittlerer von 15,00—14,30 M., geringer von 14,20—13,50 M., Stroh, Richt- per 100 Kg. von 5,15—4,50 M. Heu per 100 Kiloqr. von 7,80—5,20 M. Erbsen per 100 Kg. von 40,00—25,00 Ät. Speiscbohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 30,00 bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 7,00— 4,50 M. Rind- fleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,00—1,10 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,40—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50—1,10 M. Kalofleisch per 1 Kg. von 1,00—0,90 M. Hammel- fleisch per 1 Kg. von 1,50—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 bis 1,80 M. Eier per 60 Stück von 7,00—3,00 M. Fische per 1 Kg.: Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 3,00—1,00 M. Zander von 2,40—0,80 M. Hechte von 1,30—1,00 M. Barsche von 1,80—0,70 M. Schleie von 2,40—0,00 M. Bleie von 1,40 bis 0,80 M. Krebse per 60 Stück von 9,00—2,00 M. Polizeibericht. Am 24. d. M. Vormittags siel ein Kellner vor dem Hause Stralauerstr. 35 zur Erde und erlitt einen Bruch des Unterschenkels, so daß seine Uebersührung nach der Charitee erforderlich wurde.— Infolge des Glatteises fiel in der Nacht zum 25. d. M. ein Arbeiter vor dem Hause Oderbcrgerstr. 54 und ein Schneidermeister vor dem Hause Alvensledenstr. 8 zur Erde. Ersterer erlitt eine bedeutende Verletzung des Armes. während Letzterer anscheinend innere Verletzungen davontrug und nach dem Elisabeth-Krankenhause gebracht werden mußte.— Am 24. d. M fanden sechs Brände statt. Eine auS 4 Köpfen bestehende Erpresser-Gesellschaft stand gestern in den Personen des Schreibers Ludwig Rollain, Kellners Gustav Heise, Bierzapfers Paul it u h n und Schreibers Paul Zimmer m a n n vor der dritten Straskammer des Land- gerichts I. Die Angeklagten, von denen besonders die beiden Erstgenannten vielfach vorbestraft sind, hatten sich verbündet, um solche Leute in Furcht zu setzen und zu brandschatzen, von denen sti, wußten oder vermutheten, daß dieselben einem Laster stöhnten, welches das Gesetz mit Gesängniß bedroht. Einer der Bedrohten ist nach Amerika gegangen. Der Gerichtshof verurtheilte Rollain zu einem Jahre 3 Monaten, Heise zu einein Jahr, Kuhn zu fünf und Zimuiermann zu vier Monaten Gesängniß. Zwei Kreditschwindlerinncn, die unter recht Vertraue» erweckender Maske eine ganze Reihe von Hoteliers und Gast- wirthen betrogen haben, standen gestern in den Personen der verwittweten Schlossermcistcrstau D i e t l o f f und der Klavier- lehrerin D u r a n t vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I. Tie beiden alten Damen machten mit ihrem frommen Augen- aufschlag und durch ihre ganze üuistre Erscheinung einen so chrivürdigen Eindruck, daß ihnen sicher niemand die raffinirten Schwindeleien zugetraut hätte, welche sie gemeinschaftlich begangen haben. Die erste Angeklagte stammt aus Potsdam, wo ihr Vater bei seiuem Tode Haus und Hos hinterlassen hatte. Wegen der Erbschaft kam sie mit ihrer Stiefmutter in Streit und verstand es, ihr Erbtheil für einige tausend Mark zu veräußern. Als das Geld ausgezehrt ivar und sie sich ohne alle Subsistcnzmittel sah, kam sie nach Berlin und suchte hier ihre alte Freundin Turant auf, welche bei ihrem Aller recht kurzsichtig und sehr unsicher auf den Beinen ist. Dieselbe befand sich in gleicher bedrängter Lage und beide beschlossen, in betrügerischer Weise in hiesigen Hotels sich Kredit zu verschassen und so lange als möglich aus Kosten der Hotel- besitzer zu leben. Das ist ihnen denn auch im vollen Maße ge- lungen. Sie fanden zunächst Unterkommen in dem christlichen Hospiz „Mariannenyeim", dessen Besitzerin sich durch das Austreten der beiden Damen täuschen ließ. Dieselben spiegelten ihr vor, daß die erste Angeklagte die Gesellschafterin der zweiten sei und letztere hierhergekommen sei, um eine Erbschaft zu reguliren, gleichzeitig aber auch, um wegen ihres Augenleidens ärzlliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sie lebten vcr>chtedeiie Tage da- selbst in voller Pension, erinnerten wiederholt daran, daß ans ihren Rechnungen einzelne kleinere Posten vergessen seien, kurz, sie erschlichen sich das unbedingteste Vertrauen, bis sie eines Tages verschwunden waren. Dasselbe Manöver wiederholten sie noch bei 5 anderen Hoteliers hier und i» Potsdam. JhrePhantasie bei Durchführuiig ihrer Pläne war unerschöpflich: bald erzählten sie, daß sie eine Erbschaft zu erheben hätten, bald behaupteten sie, daß ihr Bankier ihnen mitgetheilt. er könne ihre Papiere wegen schlechter Konjunktur augenblicklich nicht verkaufen, dann wieder hatten sie angeblich die Absicht, sich in ein Stift einzukaufen, ja sie verschmähten es sogar nicht, ein ihnen angeblich gehörendes Erbbegräbniß in Potsoam zum Verkauf auszubieten. Das End- ergebmß war üt erall dasselbe; wenn ihre Zeche auf die Summe bis zu 200 Mark angewachsen war, verschwanden sie bei Nacht und Nebel, bis es schließlich gelang, sie abzufassen. Mit Rücksicht auf die Gemeingesährltchkeit und Gewerbsmäßigkeit dieses Treibens verurtheilte der Gerichtshof die beiden bisher un- bescholtenen alten Frauen zu einem Jahr bezw. sechs Monaten Gesängniß. Ein HeirathSschwindler stand gestern in der Person des Kellners Wilhelm Bach vor der zweiten Straskammer des Landgerichts I. Der Angeklagte hat zwei„Bräute" zu gleicher Zeit aufs schändlichste ausgebeutet. Er war Vater eines Kindes ge- worden, das bald wieder starb. Nachdem er die Mutter fast um ihre sämmtlichen Ersparnisse gebracht, wußte er ihr noch das Letzte durch die falsche Vorspiegelung abzuschwindeln, daß er das Grab des Kindes mit einem Denkstein habe versehen lassen. welcher 60 M. gekostet habe. Dem zweiten Mädchen entwendete er eine Sparbüchse mit geringem Inhalte. In Verfolgung des Grundsatzes, daß Heirathsschwindeleien besonders streng geahndet werden inüffen. verurtheilte der Gerichtshof den Angeklagten zu einem Jahre neun Monaten Gesängniß. Wegen Veranstaltung einer Lotterie ohne polizeiliche Genehmigung hatte sich geuern der Kaufmann Siegmund Schindler vor der dritten Straskammer des Landgerichts I zu verantworten. Ter Angeklagte kam auf die Idee, Antheil- scheine der Weseler Lotterie zum Neubau der dortigen Willibrodi- ktrche aus dem Weg« des Automatenverkaufs zu verbreiten. Er ließ sich solche Scheine zum Betrage von 10 Pfennigen drucken, die in Schächtelchen verpackt, den Automaten einverleibt wurden. Während ein Originalloos 3 Mark kostete, brachte der Ange- klagte V« Antheilscheine k 10 Pfennige in Verkehr. Di« aus der Rückseite der Slnthellscheine gedruckten Bedingungen wichen insofern von den Originallosen ab, als erstere eine Ver- sallzeit von sechs Monaten sestgesetzt hatten, während der An» geklagte eine solche von nur drei Monaten gelten lassen wollt,. Außerdem bedang sich der Angeklagte von zedem Gewinn« etne Provision aus. In dem ganzen Verfahren und besonders in den abweichendea Bedingungen erblickte die Anklagebehörde die Ber- anstaltung einer selbständigen Lotterie, welches Veraehen der Staatsanwalt im gestrigen Termine mit 30 M. Geldstrafe zu ahnden beantragte. Der Vertheidiger. Rechtsanwalt Sachs, sührte ans, daß die AuSbedingung einer Provision für die frühere Auszahlung der Gewinne nicht eine Abänderung der Lotterievedingungm, sondern eine besonder« Thätig- keit darstelle, wofür«ine Provision in allen Ländern üblich ist. Die Verkürzung der Verfallzeit der Gewinn« sei eben- falls leine Abänderung des Spielplanes, weil durch die lieber« tragung des Looses zu einem kleinen Theile der Mitspieler Mtt- eiaenthümer des Looses nach Maßgabe der amtlichen Bedrn- gungen und der Verkäufer nur Verwahrer und Verwalter einer fremden Sache geworden sei. Innerhalb des Verwahrungsver- hältnisses sei aber der Verwahrer berechtigt, seine Verwahrungs- Pflicht einzuschränken und lediglich darnach richte sich die Ab- änderimg der Verfallzeit. Aber schon des mangelnden Dolus wegen müsse der Angeklagte freigesprochen werden. Der Gerichtshof trat diesen Ausführungen mcht bei, sondern erkannte auf eine Geldstrafe von 30 M. Charlottenburg. Am 23. Januar standen die Genossen Beyer, Scherenberg. Lutter. Rüttcher.«ernicke und Kliek als Angeklagte vor dem hiesigen Schöffengericht wegen llebertretung der Z§ I und 12 des Gesetzes vom 11. März 1850. Am 11. Oktober 1392 hatte im Lokal des Genossen H. Krause eine Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins für Teltow« Beeskow- Storkow« Charlottenburg stattgefunden, zu welcher die polizeiliche Bescheinigung nicht zu- gegen ivar. Mau trat in die Tagesordnung in der Erwartung ein, daß der überwachende Beamte die Bescheinigung, wie schon öfter mitbringe. Da ein Beamter jedoch nicht kam. wurde die Versammlung, ohne politische und öffentlich« An- gelegenheiten zu erörtern, zu Ende geführt. Trotzdem erhielt der Vorsitzende und fämmtliche Redner, sowie der Wirth, Strafmandate in Höhe von 20 und 15 M. Hiergegen legten Sämmtliche Berufung ein unter dem Hinweis, daß öffent- liche und politische Angelegenheiten nicht er- örterl worden feien. Da letzteres durch Zeugen bekundet wurde, wurden sämmtliche Angeklagte freigesprochen. Soziale Lteberli-vk; Zur ArbeitSlosenfrage. Ueber das Ergebmß der vom Kasseler Gewerkschastskartell aufgenommenen Arbeitslosen« Statistik, worüber bereits berichtet wurde, geht unS von dort noch folgendes Nähere zu: Es meldeten sich im Ganzen 664 Ar- beitslose, ivorunter 360 Verheirathete mit 290 Kindern. Die Zahl der Unterstützungsbedürftigen betrug mit Frauen und Kin- dem 1905. Der Stadtrath erkannt« den Nothstand an und läßt jetzt an verheirathete Arbeitslose Marken für Kohlen und Brot vcrtheilen. Diese Unterstützung wird nicht als Armenunter- stützung betrachtet. Betreffs der Unverheiratheten dagegen meinte der Bürgermeister zur Arbeiterdeputation, auf dem Lande gäbe es Arbeit genug, und auf das Ersuchen, man möge für recht schnelle Arbeitsbeschaffung und überhaupt für schnelle Hilse sorgen, erklärte er, wie sein Charlottenburger Kollege, ein Recht auf Arbeit gäbe es nicht, ein jeder wäre seines Glückes Schmied, und es sei nur zum Schaden der Arbeitslosen, daß die Sozialdemokratie die Arbeitslosigkeit dazu benütze, die ihr noch nicht angehörenden Arbeiter zu sich herüberzuziehen. Diese Aeußerungen werden auf die Arbeitslosen schon deshalb ohne die gewünschte Wirkung bleiben, weil es lediglich die Sozial« deinolratie war. die sich um diese kümmerten.— Die von unserem Korrespondenten gemeldete Zahl der Arbeitslosen ist inzwischen durch Rcuanmeldungen überbolt. Wie die„Kreuz-Zeitung" be- richtet, ist die Zahl der beschäftigungslosen Männer auf 965 fest- gestellt, wovon 543 verheirathet und Ernährer von 1393 Kindern sind. Die Stadt habe ein besonderes Bureau errichtet, woselbst die Arbeitslosen sich melden können, um Arbeit zu erhalten. Das Leipziger Gewerkschastskartell nimmt am 6. Februar gleichfalls eine Statistik der Arbeitslosen auf. Die Nnthäligkeit, ivelche die dortigen Behörden gegenüber dem Roth- stand an den Tag legen, veranlaßt? die Arbeitslosen, abermals in einer Versammlung über ihre traurige Lage zu berathen. Diese Versammlung fand am Montag im Pantheon statt und war so stark besucht, daß der Saal wegen Ueberfüllung abgesperrt werden mußte. Nach einem Referat des Reichstags- Abgeordneten Geyer wurde durch einstimmige Annahme einer Resolution beschlossen, beim sächsischen Gesammtininisterium sowie erneut bei der Leipziger Etadtverivaltung um Linderung des Nothstandes zu petilioniren,„da die bisherigen Gesuch« der hungernden und frierenden Proletarier seitens der Gemeinde- behörde keine Berücksichtigung fanden." In der Resolution wird es mit Freuden begrüßt, daß die sozialdemokratische Fraktion den Nothstand im Reichstag zur Sprache brachte; in dem dagegen was der Staatssekretär v. Bötticher über den Nothstand äußerte. erblickte die Versammlung„einen Mangel an Einsicht über den wirklichen Zustand der Gesellschaft". Aus Düsseldorf meldet die„Niederrheinische Volks- tribüne": Nachdem die beiden letzten Arbeitslosen-Versammlungen vorüber waren, begaben sich viele Arbeitslose zum Rathhause. Dort wurden die Leute zuerst einzeln vorgelassen, jeder einzeln examinirt und je nach Aussall des Examens ihm ein Schein fol- genden Inhalts ausgestellt:„Düsseldorf. 19. Januar 1393. Herr Fuhrpark-Jnjpektor Göbel wolle idem Ueberbringer dieses, dem F... K... wenn eben möglich Arbeit geben. Der Oberbürgermeister. Ein Beamter war mit dem Ausfüllen der Zettel beschäftigt und der Oberbürgermeister setzte dann seinen Namen darunter. Wer das Examen nicht bestand, bekam einen anderen Zettel:„N. N. verlangt Arbeit."— An Herrn Fuhrpark-Jnspektor Göbel. Die Armenverwaltung.(Stempel.) Eine Stunde lang ging die Sache in dieser Art. Dann aber wurden die Mannschaften aus dem Flur in Reih und Glied aufgestellt, und ihnen etiva Arbeit nachgewiesen?— nein, es wurden ihnen Moralpredigten ge- halten— frei nach dem alten Spruch: Moral ist billig wie Brombeeren. Natürlich konnte man die Gelegenheit nicht vor- übergehen lassen, ohne weidlich auf die Sozialisten zu schimpfen. Es sind uns von vielen Ohrenzeugen so drastische Aeußeruugen mitgetheilt worden, daß wir nur das Verbürgteste davon wieder- geben. Herr Dr. Bausch(der Oberbürgermeister) meinte:„Die Unverheiratheten können überhaupt nach Hause gehen, für die Verheirathelen, welche nicht Sozialisten sind, werden wir sorgen. Die Sozialisten mögen stch an ihre Hetzer und Schreier wenden, denn es ist ja doch alles Mache, oder denkt Ihr, wir werden uns vor dein Machiverk bangen?" Auch die Sozialdemokratie kür den Nothstand selbst verant- wortlich gemacht zu haben, soll das Düsseldorfer Stadtoberhaupt nicht verfehlt haben. Eine Bemerkung dazu erübrigt stch. Der einfache Abdruck solcher behördlicher Aeußerungen ist schon Kritik genug. In Harburg sind von ca. 300 Arbeitslosen, die sich beim Rath« um Arbeit meldeten, 50 aus drei Tage eingestellt worden, und zwar zu einem Stundenlohn von 47 Pf. Nach drei Tagen komml eine andere Kolonne daran. Das nennt man in Harburg »die Roth linoern". Durch eine von 800—1000 Personen besuchte Versammlung der Arbeitslosen Magdeburgs, die am Montag stattfand, wurde festgestellt, daß die Zahl der Unbeschäftigten weit größer ist, als der Magistrat angenommen hat. Die Beschwerde, welche gegen die Auflösung«wer Bremer Arbeitslosenversammlung erhoben wurde, ist insoseru von Erfolg gewefen, als die Genehmigung zu einer abermaligen Verfamm-| Lung fofort ertheilt wurde. Sämmtliche Arbeitslose, die bei dem Tumult" auf der Straßeverhaftet wurden, befinden sich bereits wieder auf freiem Fuße. Das Verfahren des betreffenden Polizeitommissars wird, wie die„ Bremer Bürgerzeitung" meldet, auch in den Kreisen unserer Gegner nicht gebilligt. Der Beamte hat fogar Strafantrag gegen den Referenten Fr. Ebert wegen angeblichen Widerstandes gegen die Staatsgewalt gestellt, weil diefer in der Arbeitslosen- Versammlung, nachdem er selbst die Anwesenden zur äußersten Ruhe aufgefordert, also den Kommissar in seiner Forderung unterstützt hatte, seiner Meinung dahin Ausdruck gab, daß einzelne Zwischenrufe, die ja auch er bedauere, immerhin noch keinen Grund zur Auflösung bieten könnten. Als Beweis für den Nothstand, der in Dresden und Umgegend herrscht und den die dortige Polizei nicht festgestellt wiffen will, ist folgende Mittheilung der Sächs. Arb.- 3tg." bemerkenswerth: Im Asyl Käufferstraße 11 haben vom 3. bis 21. Januar Mittags 7523 Männer, Frauen und eine große Anzahl Kinder gegessen und sich erwärmt; des Nachts fanden in dieser Zeit 1320 Aufnahme und Verköstigung. Manche sind aus den Vororten eine Stunde weit gegangen, um den Napf Suppe und Brot zu erhalten; sehr viele tamen, denen man frühere beffere Verhältnisse ansah. So schreibt das Amtsblatt des Rathes zu Dresden. Mufikverein Frisch Auf, Annenftr. 14, bet Ehrenberg. Depeschen. Grubennnglide. 2ondon, 25. Januar. Bei dem Bof, Admiralitr. 18.- Theater- Berein„ Bultanta 2" 8% Uhr, Vorstädtisches stürzende Felsen bei der Aufschließung einer neuen Grube ge Privat- Theaterverein Fibeler Geift 2", Abends 9 Uhr, im Märkischen Grubenunglück in Pontypriad( Wales) wurden 7 Arbeiter durch kasino, Ackerstr. 144. Turnveein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag tödtet; 3 Arbeiter wurden lebensgefährlich verwundet. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Bantstr. 26. ftraße 44. Geselliger Verein Freiheit, bends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwedter Paris, 25. Januar. Zeitungsmeldungen aus Offegg schätzen Geselliger Klub Blau- Weilchen, Abends 9 Uhr, Annenstr. 9 bei die Zahl der gestern auf Schacht" Fortschritt" Verunglückten auf 6. Broß. Berein ehemaliger 22. Gemeindefchüler, puntt 130, da 50-80 Bergleute noch verschüttet und unrettbar ver9 Uhr bei Schröder, Stegligerstr. 18. Wien, 25. Januar. Bei der Duyer 8% uhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. Pfropfenverein Wedding, Abends loren sein dürften. Freundschaft, Abends 9 Uhr, bei Buffe, Schönhauser Allee 46.- Bergnügungs- Verein Renata 9 Uhr, Grubenexplosion sollen wenigstens 80 Bergleute umgekommen sein. 3ithertlub Gleichheit, Abends im Restaurant Göß, Orantenftr. 153. Gesangverein Proletariat Abend 9 Uhr, bei Hohn, Zionsfirchplay 11a. ( gem.Chor) Abd. 9 ühr, Uebungsstunde b. Möwes, Böckhir. 8.- Geselliger Verein universum, Sigung mit Damen Abends 9 Uhr b. Hagemann, Lothringerder alfen Geselliger klub straße 81. Vorträge, Fidelitas. Moabiter, Stephanftr. 23, bei Littto, jeden Donnerstag um 8% Uhr und jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat Sigung mit Damen. Geselliger werein univerfum, Sigung Abends 9% Uhr, im Restaurant Neumann, Verein Gemüthlichkeit und klub intenstr. 19: Vorträge, Fidelitas. humor, Abends 9½ Uhr, Lothringerstr. 105: Geselliges Betsammensein mit, Damen, Fidelitas und Tanz. Männergefangverein Sangesfreunde Abends 9-11 Uhr, Paßenhofer Ausschant, Landsbergerstr. 82. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, A. Gaspar, Reichenbergerstr. 11sa.- Rauchflub Ohnesorge, Abends 9 Uhr Staligerstr. 41.- Rauchflub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant Restaurant Buder, Gräfestraße 18. Rauchflub Kernspize, Abends Halle a. der Saale, 25. Januar. Professor Dr. v. Pettens 8% Uhr, bet A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Rauchklub Arabi Bascha, tofer in München hat auf eine Anfrage seitens der„ SaaleAbend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brigerstraße 32. Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17. Klub Ohne streit, Rauchtlub Zeitung", ob seine Hierherkunft zu erwarten sei, geantwortet, daß Süd West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Theaterverein mai der Ausbruch der Cholera in Nietleben ihm nichts Neues biete; glöckchen, Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Rauchtlub Brüderlich derselbe erinnere ganz an den Ausbruch der Cholera in der Moderne Hörigkeit. Die Harpener Bergwert3- feit, von 9 bis 11 Uhr bei Lehmann, Kaiser Franz- Grenadier- Plaz 7.Gesellschaft hat in dem Miethevertrag, den sie mit den Rauchtlub Nordstern, jeden Donnerstag nach dem 15. im Monat bei bayerischen Gefangenenanstalt Laufen im November 1873. ProE. Heinicke, Friedrich- Karlstr. 11, Friedrichsberg. Rauchtlub Eldorado, fessor v. Pettentofer spricht in seinem Schreiben die Hoffnung Arbeitern abschließt, die in ihren Häusern wohnen, folgende Vor- Abends 8 Uhr, Restaurant W. Schulze, Ostbahnhof 7. Rauchflub Su= aus, daß die Cholera- Epidemie in Nietleben wie jene in Laufen, schrift getroffen:§ 5. Der Bergmann übernimmt für sich matra, Abends 8% Uhr, im Restaurant Krause, Gitschinerstr. 93. Stat was bei heftigen Ausbrüchen der Cholera stets der Fall zu sein Statflub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelstr. 84. und seine bei ihm wohnenden, dem Bergmannsstand angehörenden tlub Rüd märts, Abends 8½ Uhr bei Arndt Pallisadenſtr. 47. Söhne die Verpflichtung, während der Dauer des MiethsRuderverein Vorwärts. Sigung Abends& Uhr, bei Bodenburg, pflegt, bald erlöschen werde, ohne sich weiter zu verbreiten. Schießtlub Zell, vertrages auf Beche Heinrich Gustav" für den daselbst üblichen Kommandantenstr. 10-11. Schichtlohn oder Gedingesag zu arbeiten. Er verzichtet also Abends 8 Uhr bei Nitolei, Elifabethkirchstr. 17. für sich und genannte Söhne ausdrücklich auf das Recht, während dieser Periode die Arbeit zu kündigen und die Abkehr zu fordern." 1 Gäste willkommen. Vermischtes. 14. Januar 1 Erkrankung und 1 Todesfall Die Humanität des Kapitals. Am 21. Januar, also mitten im Winter, wo man nicht gern ein Thier auf die Straße jagt, kündigte die Leitung der Hartweizengries und Teigwaarenfabrit in Lambrecht( Pfalz) dem Arbeiter Die Cholera. In der Frrenanstalt zu Nietleben sind der Heinrich Siefer, einem Familienvater von neun Kindern.„ Halle'schen Zeitung" zufolge von vorgestern Mitternacht bis heute Die Kündigung erfolgte angeblich wegen schlechten Geschäfts- Mitternacht 13 Neuerkrankungen an Cholera und ein Todesfall gangs. Der Arbeiter war seit zwei Jahren in der Fabrik thätig; vorgekommen. Unter den Neuerkrankten befindet sich ein Arzt es ist deshalb klar, daß er seine Obliegenheiten pflichtgemäß der Anstalt, während es dem früher erkrankten Dr. Buchholz erfüllt hat, sonst würde man ihn nicht so lange in Arbeit be- besser geht. Nach amtlichen Erhebungen sind in Nietleben halten haben. Herrschte wirklich Arbeitsmangel, so hätte der bisher folgende Cholerafälle vorgekommen: Direktor der Fabrik noch dazu als strenggläubiger Katholik, also als Anhänger einer Religion der Liebe", sich doch besinnen sollen, einen Mann, der zehn Personen zu ernähren hat, auf die Straße zu setzen, weil das Geschäft einmal etwas still geht. Im vorliegenden Fall aber vermuthet man, die eigentlichen Gründe der Entlassung Liefer's seien dessen Zugehörigkeit zu einer Organisation und seine protestantische Konfession. Die nichtorganisirten und rechtgläubigen katholischen Arbeiter hat der Direktor nicht entlassen. Jedenfalls ist die Entlassung ein Vortommniß, das auf die heutige Gesellschaftsordnung ein Licht wirft, in deffen Strahl die Lambrechter Hartweizengries- und Teigwaarenfabrik sich nichts weniger als eine Stätte chrift licher Liebe erweist, mag man den Begriff christliche Liebe" auch noch so eng fassen. Submiffionsblüthe. Bei der Submission, welche für die Anbringung von Thürbeschlägen und Glaswänden im neuen Oberlandesgerichts- Gebäude zu Hamm ausgeschrieben wurde, betrug das höchste Gebot 3996, das niedrigste 1646 M. Versammlungen. 15. 6 1 " " " 16. 11 3 " " " " 17. 14 4 " " 18. 8 " " 19. 7 " 20. 16 " " 21. 9 " " " " 22. 12 " " " " 23. " " " " 24. 13 " " " " 6828 6317421 zusammen 105 Erkrankungen u. 33 Todesfälle. 1 ( Depeschen des Bureau Herold.) London, 25. Januar. Wichtige Dokumente sind dem Präs fidenten des Parlaments gestohlen worden. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Briefkaffen der Redaktion. S. N. Darüber hat die Polizeibehörde bei Abnahme des Baues entschieden. Oder handelt es sich um einen Neubau? S. J., Berlin. Der Vater muß die vom Gericht festgesetzten Alimente zahlen. Bis zum vollendeten vierten Lebensjahre des Kindes ist der Vater ohne Einwilligung der Mutter nicht berechtigt, das Kind zu erziehen, es sei denn, daß die Mutter die Erziehung vernachlässigt und ihr deshalb vom Vormundschaftsgericht das Erziehungsrecht entzogen wird. Nach vollendetem vierten Lebensjahre fann der Vater das Kind selbst erziehen; will die Mutter dies nicht zugeben, so fällt die Alimentenforderung gegen den Bater fort. A. B., Sorauerstraße. Ohne Einsicht in die Statuten nicht zu beantworten; besuchen Sie uns in der Sprechstunde zwischen 12 und 1 Uhr. G. Heine. Wenn der Name Ihres Vaters mit y geschrieben ist, so haben Sie das Recht, Ihren Namen auch dann mit y zu schreiben, wenn er im Kirchenbuch mit i eingetragen ist. R. K. Ohne Einsicht in die Statuten unmöglich zu beantworten. N. M. 12. 1. Ja, Sie find wahlberechtigt. 2. Das Geschäftslokal der Rothenburger Sterbefasse ist in der DorotheenStraße neben der Markthalle, die Hausnummer ist uns ebenfalls unbekannt. Nach einer bisher nicht widersprochenen Meldung Halle'scher Blätter soll in der Jrrenanstalt zu Nietleben schon frit Monaten sowohl unter den Pfleglingen als unter dem Beamten- Schidzick. Eine Anfrage von Ihnen ist hier nicht einpersonal Durchfall geherrscht haben. Ferner heißt es, daß gegangen; fragen Sie bei der Packetfahrt- Gesellschaft nach. bie Abwässer der Anstalt, einschließlich des Inhalt der Aborte, Ihre weiteren Anfragen: 1. Ein Kaufmann ist gesetzlich ver auf Riefelfelder geleitet, und die Abflüsse der Rieselfelder in einen pflichtet, Geschäftsbücher zu führen. 2. Dann müssen Sie leider Arm der Saale gehen. Einige Schritte unterhalb wird das nachweisen, daß er außerhalb der Schule Religionsunterricht erWasser für die Wasserleitung der Anstalt entnommen. Wenn dies hält. 3. Ihr Wunsch ist der Expedition vorgetragen; vielleicht wahr ist, dann ergiebt sich, daß bei Nietleben Verhältnisse im wenden Sie sich eventuell persönlich dorthin. Kleinen vorliegen, wie in Hamburg im Großen. C. Arndt. H. R. Gerichtliche Regulirung ist nur auf Ihren Wunsch Bei den in dem Dorfe Trotha erkrankten Personen ist, der erforderlich. Sie wollen uns zwischen 12 und 1 Uhr besuchen. F. L. Wegen Alimente kann der Lohn nur dann beschlag" Hall. 3tg." zufolge, bereits Cholera festgestellt worden. Das Dorf Trotha liegt auf dem rechten Saale- Ufer eine halbe Stunde nahmt werden, wenn es sich um Alimente der Ehefrau oder Die Zentral- Krankenkasse der Maurer, Steinhauer, unterhalb der Stelle, wo auf dem linken Ufer sich der Abfluß der ehelicher Kinder handelt. Sommerpaletot und Uhr können gehielt am 22. Januar eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Erkrankten, fünf an der Zahl, dem ergangenen Verbot zuwider, und machen unnüße Kosten. Der Klage, die Sie befürchten, hielt am 22. Januar eine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Rieselfelder von Nietleben befindet. Es ist festgestellt, daß die pfändet werden. Stuckateure u. f. tv.," Grundstein zur Ginigleit" E. H. Derartige Verschiebungen nußen nichts, find strafbar Ter zunächst vom Kassirer verlesenen Abrechnung zufolge hatte die ungekochtes Saalewaffer getrunken haben. Der am schwersten und machen unnüße Kosten. Der Klage, die Sie befürchten, Kaffe im vierten Quartal eine Einnahme von 38 100 M. 5 Pi, Erkrankte hat ungekochtes Saalewaffer in großen Mengen genossen können Sie den Einwand entgegensetzen, daß Sie ohne Beein= und eine Ausgabe von 33 913 M. 94 Pf., mithin war am unter der Erklärung, daß das nichts schade und daß er trotz aller trächtigung des für Sie und die Ihrigen nöthigen ordentlichen Schlusse des vierten Quartals ein Bestand von 4186 M. 11 Pf: polizeilichen Verordnungen auch Saalewaffer trinken werde. Die Unterhalts die Kosten nicht tragen können. vorhanden. Die Revisoren bestätigten die Abrechnung, worauf Stadtverwaltung von Halle hat beschlossen, wie der Auftakt Niet- Alter Abonnent. Wenn Sie Kläger find, ja, sonst nein. dem Kassirer Decharge ertheilt wurde. Hierauf wurde der 1. Die noch nicht volljährige Ehefrau wird Maurer Heinrich Mette, Oderbergerstraße 10, zum zweiten leben, so auch den am Saale- Ufer unterhalb Nietleben belegenen durch den Tod ihres Vaters vormundsbedürftig. Sie tann aber Raffirer gewählt. Die intereffante Erörterung der inneren Ortschaften auf Wunsch städtisches Leitungswasser zu liefern. Kaffen- Angelegenheiten ergab, daß im Laufe des ver: Stettin, 25. Januar. Ein entsetzliches Unglück wird aus bei dem Vormundschaftsgericht, das ihr einen Vormund bestellen flossenen Jahres an die Hauptkasse die Summe von dem Dorfe Daber, Kreis Randow gemeldet: Bei einer gestern müßte, den Antrag stellen, sie bereits vor dem 21. Lebensjahre fällt der Grund zur Einleitung einer Vormundschaft fort. hohen Krantenbestandes sind aber bereits 6000 m. verbraucht, genommenen Sprengung erwies fich die benutzte Zündschnur zu 2. Ob ein schriftlicher Miethsvertrag ohne ausdrückliche Ver30 000 M. abgefandt worden ist. Infolge des gegenwärtigen von einer Abtheilung Pioniere des 17. Pionierbataillons vor- für großjährig zu erklären. Wird dem Antrag stattgegeben, so auch hat die Hauptkasse einen Zuschuß von 3000 m. leisten kurz und begab sich deshalb der Führer der Abtheilung, Premier- längerung, falls Kündigung nicht erfolgt, für die Folgezeit vermüssen. Es wurde in der Versammlung ferner auf die Ueber- Lieutenant von Chamier an die Mine, um dem Fehler abzu bindlich wird, richtet sich nach dem Inhalt des Vertrages. Durch gangsbestimmungen des Statuts aufmerksam gemacht, wonach helfen. Im nämlichen Augenblicke explodirte die aus 40 Pfund die Mitglieder der seitherigen 1. Klaffe, welche nur dieser Raffe Sprengstoff bestehende Ladung und zerriß den Offizier in Stücke. den Tod des Miethers erhält der Miether und der Vermiether das Recht, event. vorzeitig zu fündigen. Wie ist die Miethsangehören(§ 8, Abs. 9) innerhalb vier Wochen nach Neujahr Seine Gliedmaßen waren bis zu 300 Meter von der Stelle ge- vereinbarung bei Ihnen? Wann ist der Tod eingetreten? Mitglied der jetzigen 1. Klaffe werden können. Die Versamm- schleudert. Iung nahm sodann einen Geschäftsordnungs- Antrag an, wonach Bittan, 25. Januar. Infolge des erneuten Ausbruchs der Können Sie gelegentlich zwischen 12 und 1 Uhr uns besuchen, dann kann Ihnen genauere Auskunft zu Theil werden: den der Vorstand der örtlichen Verwaltung beauftragt wird, innerhalb Cholera in Deutschland hat die österreichische Staatsregierung Miethsvertrag mitzubringen vergessen Sie nicht. 14 Tagen eine außerordentliche Versammlung einzuberufen, in angeordnet, daß alle Reifenden aus Halle und Hamburg fich Franz B. Den Stoff dürfen Sie nicht verwenden, können an der Grenze einer fünftägigen Beobachtung zu unterziehen ihn aber bis zur Zahlung für das Kleid zurückbehalten. welcher die freie Arztwahl erörtert werden soll. J. B., Straßburg. Es ist das Beste, Sie regeln die Die Stuckateure hielten am 22. Januar eine Versammlung Ein heiteres Vorkommniß wird der Fränk. Tagespoſt" Schuld bald. Wiederspruchserhebung zieht die Sache lediglich in ab, in der Vertrauensmann Kleinert über seine Thätigkeit im aus Bamberg gemeldet. Vor nicht sehr langer Zeit durchreifte die Länge und verursacht etwa 3 M. Kosten. verflossenen Jahre Bericht ablegte. Er ging auf die verschiedenen ein Prinz des bayrischen Königshauses die Siebenhügelstadt, was suchung tann jeder Phyfifus übernehmen. Kreisphyfitus Kämpfe der Stuckateure mit ihren Unternehmern ein, welche die Stadtväter natürlich veranlaßte, in vollem Wichs am Bahndieses Jahr gezeitigt hatte, und empfahl, daß die Sperren über hofe Posto zu fassen und sich von dem Herrn sehen zu lassen. Dr. Philipp wohnt in Berlin, Großbeerenstr. 3, und ist von 8-9 die Firmen Kleemann und Damrich u. Komp. aufrecht erhalten zur vollen Ausstattung des vorstellungsfähigen lebenden Rath- und 12-1 zu sprechen. R. L., Meran. Das Buch" Mene tekel" von Arnold bleiben. Bei eintretender Besserung der wirthschaftlichen Ron haus- Inventars gehört auch der Hausmeister, der an diesem Tage junktur müßten diese Maßregeln energisch durchgeführt werden. um so nothwendiger war, als er die Regenschirme zu verwalten. d. Passer ist in Nr. 15 des Vorwärts" besprochen. Zwei Wettende 113. Die Höhe des neuen ReichstagsNach einer kurzen Debatte berichteten statt des tasseführenden hatte, die bestimmt waren, die illustren Häupter der Stadtobersten Vertrauensmannes Meier die Revisoren Krebs und Daske über vor der himmlischen Taufe zu schützen, welche Petrus an diesem Tage gebäudes ohne Kuppel ist uns nicht bekannt. Sie werden in dem Baubureau genaue Mittheilungen wohl erhalten. die Kaffenverhältnisse. Vom 2. Februar 1892 bis jetzt wurden allen Sterblichen in reichstem Maße zu Theil werden ließ, die sich danach 864,47 M. eingenommen und 810,15 M. ausgegeben. Der in der alten Bischofsstadt aus ihren vier Pfählen herauswagten. Bestand ist somit 54,32 M. Nachdem sich die Versammlung Der Regenschirm- Verwalter, vulgo Hausmeister, hatte selbstmit dem Kollegen Meyer über einige aus seiner mangel verständlich auch seinen Schwalbenschivanz angelegt und gra haften Buchführung entstandenen Differenzen auseinandergesetzt vitätisch zur Linken der Stadtväter Aufstellung genommen. Da und verständigt hatte, wurde beschlossen, daß alle Vierteljahr eine sich diese äußerlich von einem befrachten Hausmeister nicht im Revision der Kaffe erfolgen soll. Zu Vertrauensleuten wählte mindesten unterscheiden, der Hausmeister auch ein Kreuzlein auf die Versammlung darauf die Herren Scheibing( für die der Brust trägt, das er sich im Krieg verdient hat, mochte der Agitation) und Krebs( für die Geldangelegenheiten). Daste, Prinz auf den Gedanken gekommen sein, der Plebejer gehöre Günther und Mühelburg wurden zu Revisoren bestellt. auch zu den Stadtgewaltigen, und unterhielt sich mit ihm sehr Für die streikenden Bergleute bewilligte die Versammlung 37,90 W, freundlich und eingehender, als mit den Stadtvätern selbst. 3 Genossen Chemnitz, Rosenstraße 7,80. Nixdorf, Stattlub Vorwelche nachträglich für den Töpferstreit eingegangen waren. Der Darob große Bestürzung unter den Räthen und besonders unter wärts 3,-. Carl Frante, Genossenschaftsbrot- Händler, Nixdorf Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend 500,-. Betrag von 35,18 M., die bei der Spaltung der Organisation der den Räthinnen, die schier außer Fassung geriethen ob dieses Un- 1,-. deutschen Stuckateure als auf Berlin fallender Theil des Unter- glücks und ihren Gheherren den strengsten Befehl ertheilten, Gefangverein Allegro" 10,-. Vom dritten Stiftungsfest der stützungsfonds nach Berlin tamen, wurden dem Unterstützungs- Präventivmaßregeln zu ergreifen, welche solches Unheil für immer Vergolder und Berufsgenossen Berlins 9,25. Unterstützungsfonds fonds der lokalorganisirten deutschen Etuckateure überwiesen, unmöglich machen. Folgsam wie immer, wollten die Stadtväter der Kupferschmiede Berlins 50,-. Armer Conrad 1,-. Gefangwelcher in Stuttgart sich befindet. die Befehle ihrer gekränkten Ehehälften vollziehen und beantragten, verein" Nordstern" vom Mastenball 13,25. Buchdruckerei H. S. ftraße 1. Birks. Ver= haben. Die UnterBriefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Gesammelt durch die Zimmerleute auf Brauerei Schönt hausen 12,-. Ein Arbeiter aus der Hauptwerkstatt Tempelhos 75. Berliner Hutmacher 200,-. Härtig, Friedenstr. 52 2,40. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. im Etat 200 Mart für eine Uniform des Hausmeisters einzu- Hermann, 2. Rate 12,-. Von 5 Kollegen bei Fieze 3,-. R. Bentel, sehen, an welcher alle hohe Herren erkennen müssen, daß der Durch die Streit Kontrollkommission auf Listen gesammelt: Alle Zuschriften den Bund betreffend find zu richten an: Bergmannstr. 21, Hof 3 Tr. Donnerstag: Rauchklub Graue wolte, Hausmeister kein Rathsherr, sondern ein Lakai ist. Leider konnte Nr. 63. Durch Schwarzkopf 15,50. 69. Mit Anhang, Fabrik Krautfir. 48.- Mufitverein Osiris, bei Roll, Adalbertstr 21. Geselliger Berein Grüne Eiche( vor dem palle'schen Thor), bei kagorte, Solms- sich das gesammte Kollegium von der Nothwendigkeit dieser Aus: Hirschhorn 18,70, 70. Dto. 7,65. 71. Dto. 8,30. 72. Dto. 3,85. Bergnügungsverein Alpenveilchen 2, Straußbergerstr. 3 bei gabe nicht überzeugen und lehnte den Antrag ab. Um aber zu 75. Mit Anhang, Fabrit Orenstein u. Koppel 12,20. 76. to. Bimmer- Schützenverein Fein Korn bei Klatt, Boedhstr. 51. verhindern, daß gelegentlich wieder der Hausmeister für einen 7,60. 151. Dto. 9,80. 152. Dto. 4,30. 153. Gesammelt bei Regel Klub, 2uftige 13", präzise 8 Uhr, bei Boll, Wiener Straße 1. Rathsherren angesehen wird, hat er in Zukunft bei Vorstellungen Lübben u. Buse 9,90. 162. Durch Schwarzkopf 3,05. 171. Dto. Humoristischer Berein Pautenschwengel, Stallschreiberstraße 58. zu Hause zu bleiben und ein Polizeidiener die Stadtväter zu 4,65. Von Wilhelm Krause ein Scherflein 0,65. Durch Friz gnügungsverein Bruderbund, bei Noll, Andreasstr. 8. Gesang-, Turn- und gesellige Hereine. Von den Weißgerbern Berlins 50,-. Donnerstag. Männer- bedienen. Die„ Fränk. Tagespost" versichert nun die in ihrer Wagner, Moabit 6,50. Gefangverein Alt- Dessau, Abends 9 Uhr, bei Kind, Wrangelstr. 91. Würde schwer getränkten Bamberger Rathsherren ihres tiefsten Summa 978,10 M. Bereits quittirt 5780,30 M.; in Summa Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins für Weißensee und Umgegend. Sonnabends Abends Beileids und räth ihnen zugleich, sich zum Diener keinen Schutz: 6758,40 M. Von dieser Summe wurden 5600 M. für die BergDonnerstags und bet Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gefangverein mann zu wählen, der ein Kreuzlein auf der Brust trägt, sonst Teute im Saarrevier an Genossen Emmel( St. Johann), und Tyrolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Gefangverein Gíoc en rein, gemischter Chor, feden Donnerstag von 9 bis könnte ihnen das geschilderte Mißgeschick, trotz aller Borsicht, 1100 M. für die Bergleute im Ruhrgebiet an die Expedition der Inochmals widerfahren. ,, Rheinisch- Westfälischen Arbeiter- Zeitung" in Dortmund geschickt. Berantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 11 Uhr bei Knapp, Kaftanien- Allee 95/96.