Nr. 47. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerandos Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags summer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Eriscint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", bas erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Wahlrechtskampf Dienstag, den 25. Februar 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. fünfjährige zu erreichen. Der Landtag bestand aber mit schwacher der Arbeiterklasse treffen und damit schließlich den Preis Majorität auf der dreijährigen Legislaturperiode. Eine An- der Arbeitskraft für das Kapital erhöhen, ist also vom fapitalistischen nahme des Regierungsvorschlages scheint jedoch nicht als aus- Standpunkt aus durchaus konsequent. Es ist auch wertvoll, weil es geschlossen; denn der Führer der Freifinnigen, Abgeordneter der Arbeiterklasse klar macht, daß auch die liberale Fraktion der vielleicht über diesen Punkt mit der Regierung bei der zweiten Gesellschaft der Konsum der Arbeiter auf die notwendigen Lebensmittel, zu denen der Tabak schon nicht mehr gehört, beschränkt werden Der Oldenburger Landtag hat am Freitag den Regierungs- Lesung zu verständigen. antrag betreffend die Einführung des gleichen, allgemeinen, Am trasfesten zeigte sich indeß die spießbürgerliche muß. Und es ist schließlich politisch interessant, weil es zeigt, wie bei der Beratung des innerhalb des Blocs alle kapitalistischen Instinkte mit schrankenloser direkten und geheimen Landtagswahlrechts niit großer Majorität Rückständigkeit des Freifinns bont Wahlgesehentwurf in erster Lesung angenommen. Damit kann die Aenderung zum sozialdemokratischen Brutalität fich ausdehnen. des Landtagswahlrechts in Oldenburg als eine abgemachte Fraktion gestellten Antrags, das Wahlrecht jedem Deutschen Sache gelten; denn, wenn auch, da die Wahlrechtsänderung ohne Unterschied des Geschlechts zu erteilen. Die Freisinnigen gleichzeitig eine Verfassungsänderung bedeutet, der im Herbst hatten sogar, damit ja der Regierungsentwurf, indem es heißt, dieses Jahres neu zu wählende Landtag dem Regierungs- daß jeder Deutsche wahlfähig sei, nicht miß- Die, Volts 3eitung" behauptet, daß die Sozial. entwurf ebenfalls zustimmen muß, so ist doch die Möglichkeit, verstanden werden könne, den von der Regierung akzeptierten demokratie den Wahlrechtsfeinden das Spiel erleichtere. daß die Einführung des allgemeinen, gleichen, diretten und Busak beantragt: Jeder Deutsche männlichen Ge- Denn: Die stärkste Partei des Landes, die Sozialdemo geheimen Landtagswahlrechts in Oldenburg hieran scheitern schlechts". Namentlich ließen die Freisinnshelden Ahlhorn- tratie, ist für eine gemeinsame Attion auch mit den fönnte, so gut wie ausgeschlossen. Osternburg und Koch- Delmenhorst die ältesten Bedenten der ehrlichen Freunden eines demokratischen preußischen in Oldenburg. angen, ſprach die Bereitwilligkeit der Freifinnigen aus, fich Bourgeoiste der Anſicht ist, daß innerhalb der kapitaliſtiſchen δ der Erst marfchieren! B Wenn also das kleine Oldenburg dem großen Preußen in Philifterstammtische aufmarschieren. Die Frau gehöre ins Haus, Wahlrechts nicht zu haben." Es werde deshalb heißen: dieser Beziehung unstreitig mit einem guten Beispiel voran- die Familie dürfe nicht durch Politik gestört werden usw. Ge- Getrennt marschieren und vereint gegegangen ist, so darf man doch den Liberalismus der Olden- nosse Schulz leuchtete in einer prächtigen Rede den freisinnigen fch I agen werden." burger Regierung und der bürgerlichen Landtagsmajorität Betrefatten tüchtig heim; doch nur ein einziger weißer Rabe, Wir müssen gestehen, daß uns dieser Rede Sinn wirklich nicht überschäzen. Tatsächlich kann man kaum von einer der Abg. Voß- Eutin, wagte es, für das Frauenstimmrecht ein- etwas dunkel Ist. Die Sozialdemokratie hat doch Wahlrechtsreform, sondern nur von einer Wahlrechtsänderung zutreten. den ,, ehrlichen" Freunden des allgemeinen und gleichen Finanzreform. f " sprechen, da der Regierungsentwurf, sowohl in seiner ur- Ebenso vergeblich war die Mühe unserer Genossen, das Wahlrechts wahrhaftig nichts in den Weg gelegt, es sei denn, sprünglichen, wie in der ihm vom Landtage gegebenen Fassung, Wahlalter von 25 auf 21 Jahre herabzusetzen. Alle bürger- daß die sozialdemokratische Anerkennung den Herren mit der einen Hand dreifach nimmt, was er mit der anderen lichen Abgeordneten stimmten dagegen und der Freisinnige Barth, Breitscheid und Gerlach in den freisinnigen" gibt. Oldenburg wird an Stelle des indirekten Wahlrechtes Tangen meinte sogar, wenn das Wahlalter geändert würde, Streifen derer um Kopsch und Fischbeck geschadet hätte! das direkte erhalten. Das ist ein entschiedener Fortschritt, dürfte es nicht herabgesetzt werden; es müßte vielmehr herauf- und der Blockfreisinn scheidet ja doch wohl auch für die aber auch der einzige; und er wird durch eine Reihe rüdfchritt- gefekt werden. ,, Boltszeitung" aus der ganzen Rechnung aus. Die SozialDa die bürgerliche Majorität in der Verballhornung des demokratie würde sich ja vor den Barth, Breitscheid und Gerlicher Bestimmungen aufgewogen. Das alte Wahlgesetz, das ein Alter von 40 Jahren er- direkten Wahlrechts durch reaktionäre Klauseln sich fast noch lach, den rücksichtslosen Kritikern dieses Freisinns, schämen reicht hat, gab allen oldenburgischen Staatsbürgern das eifriger gezeigt hat als die Regierung, ist an eine Einigung müssen, wenn sie diesen mit unsäglicher reattionärer Schmach Wahlrecht; so bestand feine Karenzzeit für zugezogene An- des Landtags mit der Regierung in den paar ftrittigen Punkten beladenen Wahlrechtsverrätern nicht ihren Sündenlohn bei gehörige des Deutschen Reiches. Sie hatten sich nur um die nicht mehr zu zweifeln. Namentlich der Freifinn hat Heller und Pfennig auszahlen würde! Erwerbung des Staasbürgerrechtes, das ihnen reichsver- sich in der Wahlrechtsdebatte in seiner ganzen Pfahlbürgerlich- Den ehrlichen Freunden einer demokratischen Wahlfassungsmäßig nicht verweigert werden kann, zu bemühen. teit gezeigt Er ist auch in Oldenburg seiner großen Führer reform aber wünschen wir natürlich ebenso herzlich Erfolg, Der Regierungsentwurf sieht dagegen eine dreijährige Karenz- Mugban, Fischbed, Kopsch und Wiemer durchaus würdig. wie das nur die" Bolts- Zeitung" vermag. Gelingt es diesen zeit vor. Er verlangt nicht die Erwerbung des Staats- Oldenburg wird also an Stelle des indirekten das direkte ehrlichen freisinnigen Demokraten, Einfluß auf die freisinnigen bürgerrechtes, macht aber das attive wie das passive Wahl- Wahlrecht erhalten; aber dieses mit so häßlichen Verklausu- Wähler zu erlangen, und sind diese freisinnigen Wähler recht von einem dreijährigen ununterbrochenen Aufenthalt im lierungen verknüpft, daß es kaum als Wahlreform bezeichnet bereit, bereint mit der Sozialdemokratie zu schlagen, Großherzogtum Oldenburg abhängig. Diese Klausel soll die werden kann; es ist nichts als eine Wahlrechtsänderung. so wollen wir gern mittun. Das hat der Vorwärts" doch Arbeiterschaft treffen, und sie trifft diese umso schwerer, als in bereits so oft erklärt, daß es der Bolts- Zeitung" nachgerade dem kleinen Oldenburg bei der Nähe Hamburgs, Bremens, bekannt sein dürfte. Lübecks( für das oldenburgische Fürstentum Lübeck), Emdens, Aber natürlich müssen die ehrlichen Freunde des Wilhelmshavens, Hannovers und Dsnabrücks die Flukallgemeinen und gleichen Wahlrechts erst einmal auf der tuation unter der industriellen Arbeiterschaft besonders lod für eine Finanzreform, wie sie fie meinen, zu präparieren. Gerlach und Breitscheid zweifeln wir nicht; wohl aber an dem Die Agrarier arbeiten in letzter Zeit unermüdlich, um den Bildfläche erscheinen. An der Ehrlichkeit des Barth, start ist. Der Regierungsvertreter hat sich gar nicht die was auf der Versammlung des Bundes der Landwirte begonnen Vorhandensein eines in Betracht kommenden Anhangs! Mühe genommen, die dreijährige Karenzzeit ernstlich zu begründen. Er sagte einfach, daß die Wähler drei Jahre im wurde, wird in den konservativen Organen eifrig fortgesetzt und dem Vermögen die paar freisinnigen Außenseiter einen solchen AnLande wohnen müßten, um die Verhältnisse erst kennen zu gelaffen, daß er nur durch Einführung indirekter Steuern das ist, so wird die Sozialdemokratie dazu ebenso bereit sein, wie neuen Reichsschatzsekretär Herrn Sydow kein Zweifel darüber hang zu sammeln, so daß ein gemeinsames Schlagen möglich lernen, und daß, weil das Gemeindewahlrecht an einen dreijährigen Aufenthalt in der Gemeinde gebunden sei, auch das Landtagswahlrecht von derselben Bedingung abhängig seinaustimmen zu wollen. Auf eine Anfrage des Vereins der Frei- Geschlagen werden anzustimmen, sollten die ehrlichen Statt melancholische Betrachtungen über ein bereintes Eine schöne Begründung, nachdem das Wahlrecht 40 Jahre lang an teine Starenzzeit gebunden gewesen ist. sinnigen an der Unterweser hat der Abg. Hormann folgender- Wahlrechtsfreunde des Freisinns energisch Anhänger für einen ehrlichen Wahlrechtskampf werben und dadurch Berfönlich stehe ich fest auf dem Programm der freifinnigen erst einmal die Vorbedingungen für ein vereintes Bollspartei und lehne daher alle auf Erhöhung der Steuern auf Schlagen bei der Landtagswahl schaffen. Wir stellen dabei notwendige Lebensmittel gerichteten Vorschläge unbedingt ab. Spiritus und Tabat find teine not- durchaus nicht das Anfinnen an sie, etwa sozialistische wendigen Lebensmittel, somit könnte der Freifinn, Agitation zu betreiben. Umgekehrt aber sollte die, Voltsohne seinem Programm untreu zu werden, einer Er- 3eitung" auch die Sozialdemokratie den Wahlhöhung der Steuereinnahmen aus diesen beiden rechtstampf und Wahlkampf nach sozialdemokratischen Ronfumartikeln zustimmen, und es fehlt bei uns nicht an Prinzipien führen lassen! Die ehrlichen Freisinnigen brauchen Stimmen, die diesen Weg für durchaus gangbar ja die Idee des Klassenkampfes nicht zu propagieren, fie halten. Für meine Berson tann ich erklären, daß ich jeden mögen fie sogar, soweit es in ihren Kräften steht, durch die Versuch, auf indireftem Wege das chronische Defigit zu deden, beDefizit beſeitigen darf. Zugleich zeigt es fich, daß der Freifinn, im Jahre 1903. zum Teil wenigstens, bereits so weit ist, indirekten Steuern maßen geantwortet: " Wie sehr diese Bestimmung, die den zugereiften Deutschen drei Jahre lang rechtlos macht, dem Einheitsgedanken ins Gesicht schlägt, empfindet allem Anschein nach der Staatsminister Willich ebenso wenig wie die bürgerlichen Landboten, die einschließlich der Linksliberalen sich die fadenscheinigen Gründe des Ministers zu eigen machten und die dreijährige Karenzzeit für selbverständlich erklärten. Herr Ahlhorn, der im Reichstage der Freisinnigen Vereinigung angehört, gestand fogar, von dem Genossen Hug in die Enge getrieben, offen zu, daß die Karenzzeit gegen die Sozialdemokratie gerichtet sei, und daß der Freisinn ihre Einführung beantragt haben würde, wenn sie nicht im Regierungsentwurf enthalten gewesen wäre. Um wenigstens cine Milderung zu erreichen, hatte die sozialdemokratische Aus dieser Antwort geht also hervor, daß freisinnige Ab- Augenblicke ihre Prinzipien verleugnet und gegen ihre auf Frattion sie ist vier Mann start- den Antrag gestellt, geordnete für die Erhöhung der indiretten dem Mainzer Parteitag festgelegte Wahlkampftaktit verstößt, die Karenzzeit auf ein Jahr herabzusehen. Der Antrag wurde Steuern auf Spiritus und Tabak find. Herr Hormann wo das Verhalten der 99 Prozent des Freisinns gerade so jedoch gegen die Stimmen der Sozialdemokraten glatt ab- ist aufrichtig genug, zuzugeben, daß auch die Fraktionsgemeinschaft überaus drastisch bewiesen hat, daß das freisinnige Bürgertum gelehnt. für indirette Steuern zu haben sein werde, wenn nur in seiner ungeheueren Mehrheit jeder reaktionären Entwürdigung fämpfen werde, und für die Fraktionsgemeinschaft ist als sicher Schaffung einer kampfentschlossenen bürgerlich- liberalen Wahlanzunehmen, daß sie einer Finanzreform ohne Eröffnung träftig rechtsphalang zu widerlegen versuchen. Aber sie sollten doch fließender direkten Steuerquellen niemals zustimmen wird." nicht zu verlangen wagen, daß die Sozialdemokratie in einem " Ein Tendenzprozeß. Paris, 22. Februar.( Eig. Ber.) Eine weitere Verschlechterung plante die Regierung mit gleichfalls irgend eine dirette Steuer als Ausrede für den Verrat und jedes Prinzipienverrats fähig ist! der gesetzlichen Festlegung der Wahltreiseinteilung. Bisher bewilligt wird. Es ist dabei charakteristisch für die kapita- Wenn die ehrlichen Freisinnigen die freisinnigen Wählerwar das Großherzogtum in 13 Wahlkreise mit 40 Abgeordneten listische Auffassung der Steuerpolitik durch den Frei- massen erst einmal zum Marschieren bringen, brauchen eingeteilt. Die Zahl der Abgeordneten für einen Wahlkreis war finn, daß die Ablehnung indirekter Steuern eingeschränkt sie sich um das vereinte Schlagen nicht zu sorgen! aber nicht konstant, sondern richtete sich nach der Bevölkerungs- wird auf die Besteuerung notwendiger" Lebensmittel. Der siffer. Auf je 10000 Einwohner fam ein Abgeordneter. Arbeiter hat eben in der fapitalistischen Gesellschaft kein Recht auf Ein städtischer Wahlkreis erhielt demnach, wenn seine Ein- irgend welchen und sei es auch nur den bescheidensten„ 2ugus". wohnerzahl sich um 10000 Personen vermehrt hatte, ohne weiteres Gelingt es den gewerkschaftlichen Organisationen, in bartem Kampfe einen Abgeordneten mehr. Der Regierungsentwurf wollte das Einkommen der Arbeiterklasse soweit zu erhöhen, daß im nun die Wahlkreise und die Abgeordnetenzahl nach dem Stande Arbeiterhaushalt auch geringfügige Ausgaben für nicht durchaus Der Prozeß, der auf Antrag des Kriegsministers gegen zwölf der letzten Volkszählung für alle Zeiten geseglich festlegen: nötige Genußmittel erscheinen, so hat der Staat die Aufgabe, Vorstandsmitglieder der Arbeitskonföderation wegen Beleidigung der eine Bestimmung, die natürlich die start anwachsenden Städte durch die Erhöhung der Steuern diesen Lurus sofort einzuschränken, Armee und Aufreizung der Soldaten zum Ungehorsam angestrengt den stagnierenden Landkreisen gegenüber mit der Zeit immer denn der Arbeiter ist nichts anderes als der Träger worden ist, bot eine Reihe interessanter Momente. Die Anflage mehr benachteiligt hätte. Doch fand die Regierung bei der der Arbeitskraft. Nur so weit die Konsumtion unbedingt erforderlich stützt sich auf den Aufruf: Die Mörder Regierung", Landtagsmajorität für ihr weises Projekt kein Verständnis. ist, um seine Arbeitskraft dem Kapital zu erhalten, darf der Arbeiter den der Vorstand der Konföderation nach dem Blutbad in Narbonne Es wurde vielmehr ein Antrag auf Einrichtung von Einzel- lonfumieren. Darüber hinaus ist seine Konsumtion un und der Revolte des 17. Regiments erlassen hatte. Der Borstand wahltreisen angenommen, d. h. die bürgerliche Majorität zog produktiver Augus. Das ist ein Gedankengang, welcher dem setzt sich aus 77 Vertretern der der Konföderation angeschlossenen. es vor, die Wahlfreisgeometrie des Reichstagswahlrechts auf Rapital ebenso selbstverständlich ist, wie der andere, daß Erbschafts- Verbände zufammen. Aber die Staatsanwaltschaft suchte sich nur Oldenburg auszudehnen. Sie glaubt dadurch die Sozial- steuern, Vermögens- und Einkommensteuern höchst ungerecht sind, zwölf davon heraus, denen sie ohne die geringste Spur eines Bes demokratie noch besser zurückdrängen zu können, als durch die weil sie den Lurus der Herrschenden Klassen ein wenig einschränken weises eine Führerschaft" zuschrieb. Vergebens betonten die Annahme des Regierungsvorschlages. fönnten. anderen 65 in einem gemeinsamen Schreiben ihre Verantwortlich Das Bugeständnis, daß die Liberalen für indirekte Steuern teit. Der Staatsanwalt stellte sich ihnen gegenüber ebenso taub au baben find, so weit diefe nicht die notwendigen Lebensmittel wie gegen den Proteft, den die geeinigte sozialistise Eine dritte Verschlechterung suchte die Regierung mit der Ersetzung der jetzigen dreijährigen Legislaturperiode durch eine Partei gut gleichen Zeit erlasien hatte und der an Schärfe dem Manifest der Konföderation nichts nachgab. Man wollte eben den Eindruck erwecken, daß die Protestaktion nicht das Werk der gangen organisierten Arbeiterklasse, sondern nur das ihres„antipatriotischen, revolutionär-syndikalistischen und anarchistisch angehauchten Uügeks" sei. 8" der Äerhaudlnnz waren„Vorsichtsmaßregeln" getroffen, d. h. die Oeffsntlichkeit tatsächlich ausgeschlossen worden. Karten wurden nur an„Bertraute" der Polizei abgegeben. Die Proteste der Verteidiger blieben unberücksichtigt. Unter den Slugetlagteo befinden sich mehrere bekannte EewerkfchaftSsährer. wie die Födecationssekretäre G r i f f u e l h e s lmd P o u g e t, Al e r r h e i m von den Metallarbeitern, L u q u e t von den Handelsangestellten, der gemastregelte Beamte I a n v i o n, ein Anarchist, der ehedem Redakteur der„Aurore" war, der Anarcho- syndikalist Monatte und andere. Der Staatsanwalt hat so ziemlich die tätigsten Gewerkschaftsführer ausgesucht, die noch aus freiem Fusz waren. Vielleicht glaubt der Sozialphilosoph Cle- »nenceau wirklich, daß eine aus der Gesellschaftsentwickelung geborene Massenbelvegung einfach durch Einsperren der„Führer" ans der Welt geschafft werden kann. Oer erste Lerhandlungsrag war mit dem Verhör der Angeklagten ausgefnllt. Der Antrag der Verteidigung, den Prozeß zu verschieben und die Untersuchung durch Einbeziehung der 6» anderen Unter- zeichner des Manifests zu ergänzen, wurde abgelehnt. Der Staatsanwalt erklärte ungeniert, er habe sich die„Führer" heraus- gesucht und werde auch in Zukunft so verfahre». Janvion rief darauf: ..Ich bin ein geführter Führer, mein ehemaliger Mit- arbeiterBriand suhrtmich. DerAdvokat Bonzon charakterisierte das Vorgehen treffen-!) mit den Worten:„Der Herr Staatsanwalt spricht wie ein Liebhaber des Angelsports". Der Sekretär der Stvnföderation Griffuelheö protestierte in geschickter Weise gegen die Methode, die Konföderation als eine Gesellschaft von Plitnderer» und Falschmünzern hinzustellen. In Wahrheit sei sie«in Per- band von s e l b st i- n d i g e n Organisationen zur Wahrung gemeinsamer Interessen der organisierten Arbeiter- klassS- Bei der Ausarbeitung des Manifests gegen die Regierung hätte» sich alle Richtungen in der Ver- urteilung zusammengefunden.— BemerkenSwerr war auch das Ver- hör des AngeAagte» Jean Martin, der Mitglied des Ver- waltung SauSschusseS der geeinigren sozio- l i st i s ch e n Partei i st und den Geschworenen erklärte, daß er, wenn eine Schuld vorliege. doppelt schuldig sei, da er auch das von der Staatsanwaltschaft geflissentlich übersehene Manifest der Partei unterzeichnet habe, dessen Inhalt mit dem der Konföderation übereinsiimm«. Die ersten Zeugen, die hemommen wurden, waren nicht- angeklagte Mitglieder des KonföderationskoiniteeS, bi« im Namen ihrer Organisationen gegen das Herausgreifen ihrer zwölf Kollegen protestierten und ihre Mitveranitvortlichkeft betonten. Die schlichte und würdige Art, wie einer nach dein anderen vortrat und die Solidarität seiner Mandanten mit den Angeklagten feststellte, machte einen tiefen Eindruck. Es folgten dann die Aussagen von Augen« zeugen der Lorgüugs in Rarbonne. Leute aus den Verschiebenste» Lebensstellungen schilderten übereinstimmend, wie das Blut des Volkes dort grundlos vergossen wordenset. Der bürgerliche rechtsltberale Deputierte Leroy-BeaultkU be- kündete, dah die Winzerbewegung erst von der Regierung be- giinstigt worden fei. Anläßlich der Meetings seien die öffent- lichen Gebäude beflaggt gewesen, die Teilwehmer hätten Fahrpreis- ermäßigungen auf der Eisenbahn bekommene Dann sei plötzlich der Umschlag eingetreten. In Orten, wo die Ruhe gar nicht gestört worden sei. sei der Belagerungszustand etabfiert, landfremde Truppen seien herangezogen worden. Die Revolte des 17. Regiments habe mit der antimilitaristischen Propaganda nichts zu tun gehabt: „Diejenigen, die man„Meuterer" namite, mochten verschiedene politische Anschauungen haben, aber alle waren Kinder des Landes und hatten die durch die Meetings hervorgerufene Begeisterung mitempfunden. Aber als man daranging, die Führer jener Bewegung zu verhasten und«S sicher war, daß diese Verhaftungen Unruhen hervorrufen würden, als sie befürchten mußten. auf Eltern und Freunde schießen zu müssen, da weigerten st« sich, zu marschieren. DaS Ergebnis ist schmerzlich, aber eS ist unter den geschilderten Umständen zu erklären. Der radikale Deputierte Raztmbaud erklärte, daß die Sympathien der Bevölkerung des Süden» hei den Angeklagten seien. Auch er tadelte die Unterdrückungspolitik der Negierung mit scharfen Worten. Die Verteidigung ließ den Geschworenen unter dem Titel: Die Ansicht ElemenceauS über Tendenzprozesse einen Auszug auZ einem Zeitungsartikel des jetzige« Minister- Präsidenten überreichen. Die PlaidoyerS begannen mit einer mit patriotischen Reden?« arten reichlich aufgeputzten Rede deS Staatsanwalts, die indes feine Befürchtung ahnen ließ, daß es mit der Anklage nicht besonder« stehe. Er erklärte auch, sich der Zubilligung mildernder Umstände nicht zu widersetzen. Die Verteidiger erklärten sämtlich das Verfahren für u n- gesetzlich, da eS nur einen Teil der angeblich Schuldigen treffe und wiesen die Behauptung zurück, daß die Angeklagten mit Hcrvv etwas zu tun hätten. In dem Aufruf sei auch nicht die Spur einer herväistischen Theorie zu finden. Sie beantragten die Frei« s p r e ch u n g ihrer Klienten. DaS Urteil lautete denn auch, wie bereits gemeldet, auf Freisprechung aller Angeklagten. lllsroliks. Interpellation Jaurös in der französischen Kammer. Die Interpellation des Genossen JaurdS, die am Montag in der Kammer verhandelt wurde, befaßte sich mit dem Dar- lehen der marokkanischen Staatsbank an Abdul Alis und mit den Operationen des französischen Expeditionskorps. Jaurds hatte gegen das Darlehen an sich nichts einzuwenden, er fragte ober an, aus welchen Mitteln die marokkanische Staatsbank diesen Vorschuß gewähren werde und wie die Verwendung des Geldes kontrolliert werden würde. Die zweite Frage war, warum General d'Amade nach der Mitteilung, die Mulay Hafid an den französischen Geschäftsträger in Casablanca an« lt. Februar gelange» ließ, nicht die Weisungen seiner Re- gierung abwartete, bevor er die letzte Expedition 80 Kilometer ins Innere unternahm.(Beifall auf der äußersten Linken.) Der Minister des Aeußern P i ch o n bestätigte die Anleihe und. erklärte, es sei, namentlich auch nach der Ansicht des fran- zösischen Geschäftsträgers in Casablanca, unmöglich, den Auf- trag Mulay Hafids an den Journalisten Houel ernst zu nehmen. Hafid predige überall den Heiligen Krieg und schicke nahezu seine gesamten Streitkräfte gegen die Franzosen ins Feld. Frankreich könne sich weder auf die ehrgeizigen Be- strcbunoen Mulay Hafids, die sich gegen seinen Bruder richten, einlassen noch vor der scherifischen Auflehnung die Waffen strecken, von der es an der algerischen Grenze in äußerst be- dro'hlicher und Hetzerischer Weise beunruhigt werde. Möge Mulay Hafid doch seine Kaids mit Gründen zu uns senden, die gewichtig genug sind, um in Verhandlungen einzutreten. Die Kammer hat zum Schluß der Debatte, über die noch kein vollständiger Bericht vorliegt, eine Tagesordnung an- genommen, in der sie der Tapferkeit der Truppen ihre An- erkennung und der Regierung das Vertrauen ausspricht, daß sie tn Marokko die Verteidigung der Interessen und der Rechte Frankreichs in Uebereinstimmung mit der Algecirasakte sichern werde. Die Lage in Marokko. Es liegen folgende Meldungen vor: Paris, 24. Februar. Jaurös schreibt in der„Humanite": Seit einem Monat, seit dem unvorsichtigen herausfordernden Marsche nach Settat gibt es für dl« französischen Truppen nichts als Niederlagen und Gefahren. Gegen dieses Häuflein tapferer Leute, die die Werkzeuge einer unglücklichen Politik sind, hat sich ganz Marokko erhoben- Wenn die Negierung auf diesem Wege fortschreitet, kommt eS zur Katastrophe. Paris, 23. Februar. Die 18tägigen Kämpfe bei Casablanca haben den Franzose» 33 Tot« und 130 Verwundete gekostet, Paris, 24. Februar. Nach einer Vteldung der„Petita Repu- bliquc" aus Tanger ist im Lager von Mulav Hafid d r r d e u t s ch e Konsularagent Nier auZ Blarrakesch in muselmännischer Kleidung e>n>getrosten(?) und hatte am ersten Tage mit dem Sultan eine ununterbrochene Konferenz von acht Stunden. Auch am folgenden Tags konferierte er mehepere Stunden mit Mulay Hafid.(?) Tanger, 23, Februar.(Meldung des Rcuterschcn Bureaus.) Ter Gouverneur von L a x a s ch hat Wolmmmed el Torres mitgeteilt, daß die Bergbewohner drohen, di« Stadt an zugreife si, wenn nicht M n l a y H a f i d z u m Sultan proklamiert werde. Der Gouverneur meldet ferner, daß große Bestürzung in der Stadt herrsche, und bittet um sofortige Entsendung von Verstärkungen. Mazaeau, 24. Februar. Der französisch« Kreuzer„G a l i l 6 e" ist vor Azemmur erschienen; die Eingeborenen befürchten ein Bombardement. Der Stamm der Uled Bu Azig hat sich dem Vertreter des Sultans Abdul Asis unterworfen. politifcke Ucbtrücht, verlin. den 24. Februar 1908. Kreisärzte und Hebammen. Im Abgeordnetenhause wurde am Montag die Beratung deS Kultusetats fortgesetzt- Zunächst unterhielt man sich über die Stellung der Kreisärzte. Die Mehrzahl der Kreisärzte ist nämlich immer noch nicht vollbesoldet, sondern versteht die Srellung nur im Nebenamt. Daß darunter die Hygiene auf dem Lande leidet, ist erklärlich. Selbst Herr Holle, der doch wahrlich kein Feind der Rechten ist, mußte denn auch zugeben, daß sich hieraus vielleicht dt« höhere Sterblichkeitsziffer des platte» Landes erkläre. Diese Bemerkung verschnupfte natürlich die Herren auf der Richten und Herr v. H e y d e b r a n d bot vergebens oll seine Dialektik auf, um das ministerielle Wort abzuschwächen. Den Abschluß der Debatte über das Medizinalloesen bildet« eine Besprechung der Lage des Hebammenstandes. Die Regierung hat nämlich 60000 M. zur Ausgestaltung des Beztrköhebammen- Wesens in den Etat eingestellt. Dem allgemeinen Wunsch auf eine baldige gesetzliche Regelung des gesamten Hebammenwesens begegnete die Regierung mit der Pertröstung auf dt« demnächst stalt- findende Landeskonferenz der Provinztalverbände. St« hofft, daß diese Konferenz einen Ausweg ans allen Schwierigkeiten finden wird. Dann begann da- HauS die Besprechung des Kapitels Univer» sitäten, wobei der alte Streit zwischen den liberalen und positiven Christen entstand. Die einen klagen über die Bevor» zugung der anderen bei der Besetzung der Professuren. » �» Das Dreiklassenparlament erledigte in einer Abendsitzung das Kapitel„Universitäten". In der General- dcbatte machte der Abg. Wagner(fk.) scharf gegen die harm- losesten sozialpolitischen Professoren; er will überall Wencksterns. R o s e n o w verteidigte die Richter gegen den Vorwurf der Klassen- justiz und Weltfremdheit und ging zum freisinnigen Berliner Parteitag, um Bülow hochleben zu lassen. Ein Konservativer namens H i r t h toastete auf das Rindvieh und die Beterinäre. Da im Saal nochjlö Abgeordnete waren. Um 11 Uhr konnte Böhlendorfs-Kölpin, der-- im Frack— für Kolonialprofessoren redete, endlich dahin gehen, wofür er seinen Schnicpel bestimmt hatte. Die Agrarier gegen Ternburg. Die„Deutsche TageS-Ztg." erklärt sich kategorisch gegen Dernburgs Kolonialprogramm, namentlich soweit die Schaffung englischer VerwaltungSzustände zum Schutze gegen die brutalsten Vergewaltigungen verlangt wird. Die ostelbischen Agrarier ergreifen Parte» für die K o l o n i a l a g r a r t e r, für die militärischen und bureaukratischcn Herre»t»nenschen. die in echter Junkermanier seit zwanzig Jahren i» unseren Kolonien drauflosregierten. DaS Agrarierorgan schreibt: „An die Spitze seines Programms über Ostafrika, das Exzellenz Dernburg am 18. Februar in der Budgetkommission des Reichstages entwickelte, hat er den Satz gestellt:„Das w i ch t i g st e A k t t v u m tn O st a f r i k a ist der E t n g e- b 0 r e n e". Darin drückt sich die ganze Eigenart Dcrnburgschcr Denkweise aus und der Kardinalfehler de« von ihm auf- gestellten Programm«. Ja, er rechnet, kalkuliert, läßt Aktiven und Passiven ausmarschieren, und dabei übersieht er, daß die Menschen mit ihren Interessen und Leiden- schaften keine Zahlen sind. Und er veraißt ganz die Menschen zu werten, sonst wäre ihm vielleicht auf- gedämmert, daß der ganze ungeheure Negerpoftrn in seiner Rech- nung eine Ziffer mit einer Anzahl Nullen darstellt, vor der dir„V fehl», die belebende, schöpferische Kraft dcö Weißen.... „Nun möchten»vir aber fragen, ob das Dernburgsche Programm die erhofften Vorteile bringt. ES ist schon glaub» hast, daß nach dem Bahnban die Schwarzen Exportprodulte anbauen werden; zunächst aber würden lediglich die heutigen Exporte über Muanza der Dahn Tabora- DareSsalam zugute kommen. Die Zollmehrcinnohmen würden nicht so erbeblich sein. Zur Verzinsung«tneS Bahnban- kapitals von 120 Millionen gehören nach dem heutigen Zinssatz aber beinahe 6 Millionen Mark. DaS sollen die Exporte der Schwarzen und dieJmporte für sie herein- bringen. Allerdings soll durch die Ausdehnung der Verwal- tung die Hüttensteuer vollständiger hereingebracht werden; aber sind dazu nicht mehr Beamte nötig? Und werden die Schwarzen, wenn sie vareS Geld in die Hände bekommen, nicht bestrebt sein, sich Waffen zu beschaffen?.... „DaS ZüchtigunaSrecht de» KarawanenführerS und Plantagenleiters soll eingeschränkt werden; den Ge- richten wird geraten, auch scharf gegen Weiße vorzugehen. ES ist bemerkenswert, daß gegen die Einschränkung selbst die. K ö l- nische Zeitung" Front macht, die eben noch gegen Peters heftig gekämpft hat. ES kann sich eben niemand auf die Plätte des Staatssekretärs einlasse», der einigermaßen Verständnis für Nasjenfragen hat. Die Dcruburg- scheu Pläne führen schwerlich zu erhöhten Einnahmen, sicher aber zum Aufstand. Vorteil hätten davon nur die Inder und die Hamburger Großhändler. So lehnen wir die Deriiburgiche Ncgerbcglückmig ebenso ab w i c sein ganzes Progranr in. ES muß festgehalten werden au de» alten Grundlagen unserer Politi f." Die Agrarier sind deutlich!«.to sagen brutal heraus, wa?> sie denkm l Nicht nur die Börse und die großen Handelsfirmen sollen auf Kosten der Gesamtheit be- reichert werden, sondern auch die Plantagenbesitzer, die weißen Händler wolle» ihren Rebbach machen. Und der tveißs Herrenmensch will a u ch» i ch t auf den Gebrauch der Peitsche verzichten, er will jenes Herrenrecht, daS er in den Gefilden Ostelbiens nicht mehr un- umschränkt ausüben kann, wenigstens den Schwarzen gegenüber schrankenlos betätigen l— Ein ostpreußisches Rcichstngsmandat für Herrn Tr. Oertel. Der bisherige Reichstagsabgeordnete für den Wahlkreis Anger» burg-Lötzen, Herr Geuerallandschastsbirektor v. Staudy ist seit längerer Zeit an den Folgen eines Schlaganfalls schwer krank. Er hat infolgedessen erklärt, sein Mandat, das er seit zirka 30 Jahren inne hat. niederzulegen auch für den Fall, daß er wieder genesen sollte. In einer kürzlich im Wahlkreise abgehaltenen konservativen VertrauenSmännerzusammenkunst ist nun der Wunsch ausgesprochen worden, als Nachfolger des Herrn v. Staudy den Redakteur der „Deutschen TageSztg.". Dx. Owel. daö Mandat zu übertragen. Tic konservative„Ostpreußisch« Zeitung" bestätigt diese Nachricht. Sic erklärt nur, es seien noch keine festen Abmachungen mit Herrn Dr. L«Ul getroffen worden._ Rohcits- und Sittlichkeitsverbrechen. Der bayerische Justizminister empfiehlt den bayerischen EtafltS. anwälten in einem Pom„Justizmintslerialblatt für das Königreich Bayern" veröffentlichten Erlaß, all« Roheits» und SttiltchkeitS- vergehen mit nnnach sichtiger Strenge zu versolgen. In dem Erlaß heißt es: „Es wird häufig darüber geklagt, daß gegen Personen, hie der Lerübung roher und unsittlicher Handlungen schuldig gesprochen werden, auf zu milde Strafen erkannt werde, Die Klagen beziehen sich hauptsächlich auf Fülle der Begehung solcher Handlungen gegenFrauen oderKinderund«ameni- lich auf Fälle, in denen die Tat unter Mißbrauch eines Abhängigkeitsverhältnisses verübt wurde. Zu ihrer Rechtfertigung wird auch auf die verhältnismäßig schweren Strafen hillgewiesen, mit denen oft geringfügige Eingriffe in fremd» Der- mögensrechte geahndet werden. Die Entscheidung darüber, welche Straf« im einzelnen Falle angemessen ist. steht zwar den Sertchtcu zu, das Gesetz räumt aber der Staatsanwaltschast da« Recht ein. durch Anträge und Ausführungen auf diese Entscheidung ein- zuwtrken. Hiervon den richtigen Gebrauch zu machen, ist die besondere Pflicht der Staats- a n w a l t s ch a f t."---_ Einer Verschacherunz der industriellen Wahlkreise an das lluteruehmertuu» redet der christlich soziale Abgeordnet« Franz Behrens das Wort. Der Mann empfindet es als einen„erheblichen Mangel". daß die»deusche Montanindustrie und ganz be- sonders der Bergbau in, RetchStoge ungenügend vertreten fei.' Damit will der chcistlichnationale„Srbertervertrcter" nicht etwa sagen, daß zu wenig Berg« und Hüttenarbeiter als Ab- geordnete im Reichstage sitze». Nein, feine Sorge ist anderer Art. Sein Bedauern gilt würdigeren Zielen: er meint, daß das Unter- nehmertum, soweit die Montanindustrie in Betracht kommt, ungenügend im Reichstage vertreten fei. Herr Behrens schreibt nämlich in der christlichsozialen Wochenschrist „Die Arbeit", zwar seien von den Arbeiterführern im Reichstage vier in der Bergarbeiterbeweguirg tätig oder ständen ihr sehr nahe (Sachse, Hue. Behrens, GieöbertS); aber von den beiden Sozial- deinokratei' könne man doch nicht sagen, daß sie den Interessen der Bergindustrie dienten, und den beiden anderen fehle hierzu meist da- Material, da die Unternehmer eS ablehnten, mit Arbeiterführern sich zu beraten. So bestehe heute„der Mangel, daß der Ruhr- bergbau durch keinen einzigen Werlsver treter im Reichstage vertreten ist": „Im Interesse der Vertretung de« deutschen Bergbaues". meint Herr Behrens,„ist aber eine fachmännische Per- tretung i in Reichstage notwendig. Aber ebenso not- wendig ist sie auch im Interesse der Arbeiter und der National- Wirtschaft. Ebenso gut wie christlichnationale Ar- beiter de« SaarrevierS den Großindustriellen v. Schubert t» den Reichstag gesandt haben, würde dies auch im Ruhrrevier möglich sein, wenn die maßgebenden Faktoren des NuhrbergbaueS das alte unmögliche System aufgeben würden und als praktische Mensche» sich auf den Boden der gegenwärtigen Konstellation und der vorhandenen Situation stellten. Der Arbeiter von heute wählt nicht mehr bedüiguugsloZ." Die Berg- und Hüttenleute Hue und Sachse gelten also für Herrn Behrens nicht als fackimännifch und sachverständig; auf diese Eigenschaft können nur die Herren StinneS, Thyssen und Krupp von Bohlen-Halbach Anspruch machen. Und wenn die Gewalthaber Von Schlot und Schacht Leuten wie Behrens und seine» christlich- nationalen Gesinnungsgenossen nur ein wenig freundlicher entgegenkommen wollten, dann gibt Herr Behrens für das Ruhrrevier bei den nächsten Wahlen die Parole ans:»Hoch die Werks- Vertreter!"—_ Der sozialdemokratische Schiedsrichter. Auf Beschluß deö OberlandcSgerichtS Naumburg ist der Genosse Haupt in Magdeburg seines Amte« als Schied s- richtet enthoben worden. Genosse Haupt wurde im Herbst v. I. von der Stadtverordnetenversammlung zum Schiedsmann gc- wählt. Der Landgerichtspräsident bestätigte die Wahl, und Hanpt übte sein Ehrenamt einige Monate lang aus. Zu Anfang diefee JahreS erhielt er plötzlich eine Borladung vor den Landgerichts- direkwr Schmutter, der ihn zu veranlassen suchte, sein Amt niederzulegen, da sich nach der Bestätiauug herausgestellt habe, daß Haupt gerichtlich vorbestraft sei. Genosse Haupt» weigerte sich, dem Berlangen nachzukommen. Er erklärte, daß die Stadt- verordneten von seinen Borstrafen Kenntnis gehabt hätten. Die Vorstrafen habe er sich übrigen» iin politischen Kampfe zu- gezogen; sie seien nicht ehrenrühriger Natur. Vom Landgerichtsdirektor wurde darauf beim Oberlandes- gericht Naumburg die Amtsenthebung- HauptS bean- tragt auf Grund des§ 9 der Schiedsmauiiöordnung. der die Kautschukbestimlnung enthalt, daß ein Schiedsmann„auch aus anderen erheblichen Gründen feines Amte? enthoben werden" kann. Das OberlandcSgericht erkannte auf AnttScut- Hebung, denn„eS fei nicht anzunehmen, daß ein<3 ch i e d s- mann mit diesen Vor st rasen daS für sein Amt erfordcr- liche Vertrauen der Parteien genießen wird." Die Tilsiter Staatsanwaltschaft hat gegen Genossen Hofer»ud drei andere Genossen, die sich am 12. Januar an der Wahlrechts- Demonstration in Tilsit beteiligt haben, Anklage wegen Landfriedens- druck) erhovon. Gleichzeitig Häven drei Vorstandsmitglieder veZ sozialdemo« kralischen Vereins ihre Entlassung anö ihrem bisherige» Arbeits, Verhältnis erhalten, Einer derselben gehört mit zn den An- QcUoflten,___ Stadtvevorduet««»Wahlsieg tu Kassel. In Ergänzung unserer ersten Meldung wird uns aus Kassel geschrieben; ES ist unseren Genossen gelungen, den Vürgerlichen im ersten Wahlgans s- e h e n frstaivordsns Mandate der dritten Abteilung abzunehmn und damit die Zahl der sozialdemo- kratiMn Vertreter im Etadwerordnetenkollegium der hessisch- Preußischen«Residenzstadt" auf msgesamt N zu steigern. Die Stimmenzahlen, hie auf di? gewählten sozial- dciuokrattschen Kandidaten entfallen sind, betrugen gkbö, RTL, 31100. 0003, 3658, 2583 und 2565. Di- beiden letzten Zahle» he, treffen Ersatzwahlen. Abgestimmt haben während der dreitägigen, lebhaften Wahlschlacht 5613 Wähler, gleich 35 Praz. her Wahl- berechtigten. Die Steigerung unserer Etimmenzahl ist eine recht mreulichez 1804 entfielen auf die sozialdemolratisch« Liste zirka 800 Stimmen, 1806 musterten wir zirka 170O Wähler, um jetzt trotz des erheblichen Abzuges von wahlberechtigten Bauarbeitern infolge der schlechten Konjunktur auf durchschnittlich Z050 Stimmen ZU gelangen. Bon den bürgerlichen Kandidaten, deren es trotz der trampfhaftesten Einigungsversuche der Retchsverbändler nicht weniger alä 15 gab. haben nur zw«« mehr als 2008 Stimmen erhalte»! die anderen blieben erheblich in der Minderheit, In dem fast nur von Beamten bewohnten Vorort Wehlheiden, der bor einigen Jahren eingemeinbet Warden ist, aber in diesem iiahre noch einmal einen selbständigen Wahlbezirk bildete, erhielt unser Kandidat diesmal 205 Stimmen gegen Sl? im Jahre 1806. Ueberhaupt bedeutet der erfolgreiche Ausgang der Wahl eine dostkommene Ssiederlage des Retchsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Dieser ehrenwerten Firma, die in der Beamten- stedt Kassel einen so grohen Einfluft besitzt, daß selbst zahlreiche Gcschuftskevle wider Willen ihr zu Diensten sein müssen, hatten die bürgerliche,, Lnteressenpolitiker dt» Führung der Wahlgeschäfte übertragen, und daß auch bei dieser Gelegenhelt von den Liehert- oardisten mit Lüge und Verleumdung gegen uns gearbeitet worden ist, braucht kaum besonders bemerkt zu werden. Die unglaublichsten Geschichte» über angebliche sozialdemokratische Mißwirtschaft in Gemeinden, Krankenkassen und Konsumvereinen wurde» von de» bürgerlichen Zeitungen auf Geheiß des Reichs- Verbandes veröffentlicht. Sffenbach und seine frühere sozial- demokratische Mehrheit mußten besonders herhalten. Doch selbst diese unlautere Kampfesweise des Reichsverbandes hat den sozialdemokratischen Eieg nicht zu verhindern vermocht. Die Arbeiter haben ihre Schuldigkeit getan und dem Reichsverband eins» derben Denkzettel verabfolgt. Die Wahlen wurde» pon unserer Partei wesentlich im Zeichen kommunaler Steuerfragen geführt. Daß die bürgerliche Mehrheit im letzten Bi-rteljahr außer de« Erhöh,,, m der Ein- kommen- und Gewerbesteuer sowie der Gebühren, die Bürgerschaft auch noch mit einer Echantkonzesfions-, Billett, und Lustbarketts, steuer beglückte, eine recht bescheiden wirkende Wertzuwachssteuer- ordnung aber glatt ablehnte, dieser tlmstand hat die Wahlchancr» unserer Partei ohne Zweifel erheblich geheuert. Es geht vorwärts!—._ Neuregelung der bayerische» Beamteugehitlter. Dem Landtage ging ein- Denkschrift über die Li e u reg e I u n g der Dienst-, Gehalts««nd PenfionS« Verhältnisse der Staatsbeamten und Staats« bedien steten zu. Danach sollen vom i. Januar 1908 ab SO GehaliSklassen geschaffen werden, größtenteils mit Stufen von ie drei Dienstjahren. Der Mehraufwand beträgt 17 208 800 M. joqrl,ch. Welchen Mehrauswand die gleichzeitig ins Auge gefaßlr Ausbesserung der Geistlichen und Lehrer erfordern wird, steht s'°ch"ichl genc.u sest. doch wird diese sich auf mindestens 7 Mio. Marl jährlich stellen._ Schweiz. Drei Gesetzt. Sern, 22. Februar,(Eig. Per.) Souniag findet eine wich» kigc Bolksabtttmmung über drei Gesetze statt, die die Interessen der Arbeiterklajsq aus das stärkste berühren. Die größte Bedeutung besitzt das Antistreikgesev, das ein un. derfälschtes Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterklasse ist und die Ausübung des StreikrcchtS praktisch unwirksam macht. Den Anstoß dazu gab der Sch r e t n e r st r e i k in Bern im Früh- juhr 1885. Die Regierung verhängte damals den kleinen Be, lozerungSzusiand. Im Großen Rat forderten die bürgerlichen Parteien die Vorlage eines Äntistreikgesetzes, und die Regierung kam diesem Verlangen bald nach. Sie dekorierte den Entwurf uilt dem Ausputz eines Sinigungsomtes und in dieser Form fand er auch die Zustimmung des kantonalen Parlamentes. A»er Artikel des Gesetzes handeln demnach von den Einigung». ämtern und vier von der Strcikbekämpfung. Daß man/ eS bei diesen Einigungsämtern nur mit demagogisch-n, Beiwerk zu tun hat. läßt die Tatsache erkennen, daß es im Kanton Bern Gewerbegericht« und SinigungSämter bereits gibt, die erfolgreich wirken. Die Antistrcikbestimmungen machen die Beleidigung des Streikbrechers zu einem Amtsdelikt, sie reden neben den Tätlichkeiten. Drohungen und Ehrbeleidigungen auch von«erheblichen Belästigungen" und setzen darauf Ge. süngnisstrafc bi» zu 68 Tagen, in gcriugeren Fällen Buße b'ö zu 188 Fr. und gegen Ausländer außerdem Landesverweisung von 2 bis zu 10 Jahren. Scffentliche Versammlungen und Um. züge während eines Streiks können von der Polizei verboten werden. Demagogisch« Dekoration ist auch die Bestimmung, daß die Verhinderung der Teilnahme an Streiks durch Drohungen usw. ebenfalls bestraft wird! diese Bestimmung gegen die Unternehmer und ihre Werkzeuge wird ebensowenig g«. handhabt werden, als in Deutschland der 8 ISO der Gewerb«. oi dnuiig g-geii die Unternehmer je Anwendung gefunden hat. Trotz der glänzenden Kritik der Vorlage durch unsere Genossen nahm die kapitallstisch.agrarische Majorität im Großen Rat dag Gesetz an. Seitdem haben die Sozialdemokraten eine unermüd- l,che Agitation entfaltet, um das Gesetz bei der Vollsabstimmung zu Fall zu bringen. Das Arbeitertnnensckiutzgesetz gilt für alle gewerblichen Bs- 'riebe, die mcht dem Jabrikgesetz unterstellt sind, auch wenn nur eine Arbeiterin beschäftigt ist, ferner auch für da» Ladenpersonal. Reben den üblichen Bestimmungen über Arbeitsräume, Schutz- Vorrichtungen. Sitzgelegenheiten in den Läden und Lohnzahlung fctzt es die Arbeitszeit im Maximum auf 18 Stunden täglich oder 60 Stunden wöchentlich fest; dt« Arbeitszeitverlängerung soll sich auf 68 Tag« im Jahre beschränken und für jede Ucberstunde soll ein Lohnzuschlag von wenigsten» 25 Proz. gezahlt werden. Reu in der schweizerischen Arbeiterschutzgesetzgebung ist der Ferien- artikel, wonach jede Arbeiterin, die mehr als ein Jahr im gleichen Geschäft in Wochen» oder Monatslohn beschäftigt ist, A n- ,pruch auf zusammenhängend« sechstägige Ferien bei Fortzahlung des vollen Lohne» hat; nach zweijähriger Anstellung sollen die Ferien acht, nach dreiiähriger zehn u»d vom Vierten Jahre zwölf Tage betragen. In der Praxis dürfte sich diese Vestinmung als toter Buchstabe erweisen. Die Ucbersretung des Gesetzes tvird nur mit Geldbußen von 2 bis 280 Fr. bedroht; das Gefängnis ist nur für streikende Arbeiter da. Das Gesetz zur Petämpfung der Tuberkulose sieht die finanzielle Beteiligung der Staates an der Errichtung von öffentlichen Anstalten zur Verpflegung tuberkuloser Personen sowie die Aufklärung des Publikums und der Schuljugend über die Mahnahmen zur Verhütung der Schwindsucht vor. Das Gesetz ist gut genieint, aber die Verhinderung des gewerkschaftliche» Kampfes durch, das Antistreikgesetz hebt im vornhinein seine etwaigen günstigen Wirkungen mehr als auf. Bern, 23. Februar. tPrivattelegramm des„Vorwärts".) In der Volksabstimmung des Kantons Bern sind heute alle drei Gesetze angenommen worden. Sozialistischer Wahlsieg. Zürich, 21. Februar.(Privattelegramm bcS„Vorwärts".) Genosse Kaufmann wurde mit 784? Stimmen zum Bezirks- anwalt gewählt. fraukrdch. Der Spionageprozest. Toulon, 22. Februar. Der SchiffsfähnrichUllmo hat gegen das Urteil des MarinekriegsgcrichtS Berufung eingelegt. Nachwahle«. Pari», 23. Februar. Bei der heutigen Deputiertenwahl in Muret wurde Ghensi ssozialistisch-radikal) und Bougues(sozialistisch-radikal). in Saint Gaudens gewählt. Portugal. Die einzige Nkttung. Lissabon, 23. Februar. In einer öffentlichen Versammlung äußerten sich A l P o j m und mehrere Führer der dissentierenden Parteien günstig über das Beruhiaungsiverk. welches die Politik der neuen Regierung sei» müsse. Alpoim ist der Ansicht, die Man- a r ch t« könne sich nur dadurch retten, daß sie den Weg d« r Demokratie betrete. Das gogentväriige Rcainw müsse die ftaatsbücgerlichen Freiheiten gacantierrn. Lelgien. Di» Kongofrage. Brüssel, 23. Februar. Die zwischen dem Könige und dem Miiiisiexpräsidentcn Echollaert eingeleiteten Verhandlungen zum Zweck der Abänderung des Vertrages über den Kongo staat drohen zu scheitern. Entgegen den bisherigen offiziösen Meldungen, nach denen zwischen dem König und Echollaers in den Hauptsragen bereits ein Einverständnis erzielt worden s«i, wird heut« mit aller Bestimmtheit versichert, daß sowohl bezüglich der Höhe des zum Er- satz der Krandomäice in Aussicht g-noninienen Leopoldfonds, als auch bezüglich der Liste der damit auszuführenden Projekte des Königs, zwischen diesen, und dem Ministerium unüberbrück- bare Gegensatz« bestehen, welche den König vor einigen Tagen zu in plötzlichen Abbruch der Verhandlungen unv zu einem Llusslug nach Ostend« veranlaßt haben, von dein er erste heute zurückgekehrt ist. Aach dem„S o i r" Haben die Minister mehrfach über die Lage beraten und einen Vertragsentwurf aus- gearbeitet, der dem Könige zur endgültigen Entscheidung vorgelegt Werde» soll. Im Falle der König, tvie man fürchtet, nicht daraus eingeht, sind sie entschlossen, ihre De ml s s i o n zu geben. Sowohl mit Rücksicht auf de» bevorstehenden Schluß der Parlamentssession, wie aus das Bevorstehen der im Mai stattfindenden Kammerwahlen wird die Lage allgemein als sehr er« st angesehen. Wie verlautet, beansprucht der König, daß sich der zu b» gründende L e o p o l d f o u d ö, für den von parlamcutariscker Seite l20 Millionen Frank in Aussicht genommen worden sind, bis auf 250 Millionen belaufen soll, und daß ihm di« Per. Wultunz und Bervindung für öffentliche Arbeiten überlassen werde. stallen. Nasi verurteilt. Das Urteil gegen Nasi lautet aus elf Monate und zwanzig Tage Gefängnis und auf U n« fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter für die Dauer von vier Jahren. Lombardo wurde wegen mangelnder Beweise freigesprochen.-" Cnglancl. Für Kuttgoresorm. London, 22. Februar. Gester» abend fand in Queens Ball eine stark besuchte Versammlung aller politische» Parteien statt, um die Regierung aufzufordern, für eine Reform der Kongover- ivaltung zu wirken. Für die Arbeiierpartci sprach Genoss« I. St. M a e d o n a l d. Die angenommene Resolution lautete,„Wir fordern die Regierung aus, eine deutliche und nicht mißzuverstehende Erklärung abzugeben über die Reformen, die sie beim Uebergange des Kongostaates in den Besitz de« belgischen Volkes eingeführt sehen will. Sie soll in nachdrucksvoller Weise ihren Wunsch wieder. holen, daß der Kautschuk, der jetzt massenhaft aus Kongo aus- geführt wird, nicht mit dem Blute der Neger befleckt werden soll. Die Regierung soll auch nicht zurückschrecken, allein für Reformen zu wirken, wen» die übrigen Mächte ihre Mithülfe versagen." Tie gehaltenen Reden waren ungemein heftig. Der bekimnte christlich-soziale Kanonikus der St. Pauls-Kirche, Rcv. Scott Holland, sagte, König Leopotd schachere mit hohen Idealen und verberge das Wesen eine« Piraten unter der Masle eines Missio- narS für Zivilisation._ Ersparnisse m— England. London, 24. Februar. Da» H-eresbudget weist«in» Abnahme von 30 10O Pfund Sterling auf bei einer Perringe- rung dcö Mannschaftsbestanhes von 5000 Mann.«- Dänemark. TnS Aomunmalwaljlrecht. Kopenhagen, 24. Februar. Nach längere» Beratungen hat die Gruppe der Rechten im L a n d» t i n g beschlossen, ihren Mitgliedern freie Hand zu geben bei der am Mittwoch erfolgenden Abstimmung über di« zwischen der Regierungspartei und den greikonservativen abgeschlossene Uebereinkunst betresfend den Regierungsentwurf über die Einführung de» allgemeinen kommunalen Wahlrecht» für Männer und grauen, dem die Pro, portionalwahlmcthode zugrunde gelegt werden soll. Man hält es hiernach für wahrscheinlich, daß der Gesetzentwurf vom Landsting' angenommen wird. Im Follcttiig kann die Durch- sührung als sicher angesehen werden. foißUmd. Verhaftungen. Petersburg, 23. Februar. In Zarskoje Selo wurden zwei als Hoflakaien verkleidete Revolutionäre verhaftet. Amerika. Ein CchiedSgerichtSvertrag. Zwischen den Vereinigten Staaten und Frank, reich ist ein Vertrag zustande gekommen, der di« Völkerrecht. lichen Differenzen zwischen beiden Staaten an ein schiedSgericht- licheö Urteil bindet. Staatssekretär Root und der sranzösische Bot- schafter Jusscrand haben, wie wir damals gemeldet haben, den Vertrag schon vor zivei Wochen unterschrieben; jetzt ist die Zu» stimmung des Senats erfolgt. Aehnliche Verträge haben die Amerikaner mit England, JiaUen, Spanien und Holland abgee schlössen: sie alle bestimmen, daß entstehende Streitigkeiten dem 18S8 gegründeten Schiedsgericht im Haag vorgelegt werden müssen. Ausgenommen sind solche Angelsgenheite». welche die Lebens» interessen, die Unabhängigkeit eine« der Länder oder solche Fragen berühren, welche andere Mächte in Mitleidenschast ziehen. Durch diese Einschränkungen verlieren die Verträge jede größere Be- dentung. Sie sind wehr auf äußere Wirkung berechnet als „Werke zur Erhaltung des Friedens". Die Wahlagitation. Vuffalo, 23. Februar. Aus Anlaß des Geburtstage« Washing» ionS hielt Kriegssekretsr Taft heute hier eine Ansprache. in der er ausführte, di« amerikanische Flotte werde mit jedem Jahre mächtiger Pom Kongreß hoffe er, daß er die Armee zum eigentlichen Kern der BerieidigungSstreitkräfie mache und sie auf'etne Stärke bringe, die der Bevölkerung und der Ausdehnung des amertkanischen Gebietes entspreche. Tie Wer- teidigniigswerr« pon Hawai, den Philippinen und de» Panama- kanal» genügte» noch nicht. Tie nationalen VerteidigungSwcrko würde» allmählich verbessert und wenn ein Krieg für das nächste Jahrzehnt abgewendet würde, würden sie sich in einer besseren Verfassung befinden als je zuvor. Nach Taft hielt General G r a n t eine Rede, in der er erklärt daß im Falle eine« Konflikts mit Japan die Vereinigten Staaten eine Truppemnacht von 1 Million Mann bedürfen, um diß Garnisonen der Küste des Stillen Ozeanö zu besetzen, Wäbrcnd da ahcx Taft die chauvinistische Aiarmtrommel rührt schlägt Roosevelt gleichzeitig hie syzialpolitisHe Laute. Er verlangt i» einem Briese an den Handel»au»schuß«ine Untersuchung über die Herabsetzung der Arbeitslöhne, dj« von den Eisen- bahnen seit der Krise vßrgenoinmen worden sind. Der Zweck ist. di« Eisenbahnarbetter für öle Kandidatur Tsjts zu gc- Winnen._ Soziales. Eiße gefährlich« Arbeitsmethode im Baubcruse. In BxeSla» ist bei den BatMlfSarbeitern ein Arb-itßshstem eiinzeführt, daS von schlimmen Wirkungen begleitet ist. Dort tragen nämlich die Kalt- und Ziegeltkäger Steine und Mörtel a u s dem Kopf« die höchsten Lettern hinauf. Und zwar besteht dort Sie» System seit Iwe, ständig bekämpft von de» Arbeitern. Da man nun bemerkte, daß dieses Lastentrage» auf dem Kopfe ge- sundheitsschädigende Folgen nach sich zog, wandte sich die Llraantsarion der BauhülsSarbeiter an enng« BreSlaucr Aerztä mit der Frage: Welchen Einfluß hat bei den durchschnittlich is—La Jahre alten Arbeitern da» Stein- und Morteltragen auf dem Kopfe? Einer dieser Aerzte ließ sich nun sehr eingehend darüber au» und stellte auf Grund seiner Untersuchungen folgendes fest: «Es läßt sich nicht bestreiten, daß das geiverbsmäßig? tägliche Tragen von schweren Lasten auf dem Kopf«, wie es Breslau« Bauarbeiter ausführen, unbedingt hygienisch« Nachteile hat. Ganz abgesehen v?» dem Ausgehen der Haare, daß, wenn auch gesundheitlich nicht ganz gleichgültig, doch immerhin koßme» tisches Interesse beansprucht, ist der Druck der Last auf de,, Knochen dos Schädels, di« durch das Aufsetze» der Last auf den Kopf jedes- mal bedingte Erschütterung, welche sich bei jedem Schritt, besonders beim Steigen auf den hohen Lettern bemerkbar macht, s e h r w o h l imstande, auf das Gehirn des Lastenträgers einen irritierenden und auf die Dauer schödU genden Einfluß auszuüben. Diese Schädigungen genau zu bestimmen und seftzulegen, forderte eine lange Reihe von Beob- achtungen und Forschungen, die bis jetzt nicht vorliegen, daß aber solche Schädigungen vorhanden sind und vorhanden sein müssen, ran» ma» als feststeh eud annehmen. Trifft dies schon bei er- Wachs«»«» Personen zu, so ist bei i u g e nd l i ch e n, noch im Wachs- tum begriffenen die Gefahr elnerSchädigung noch«ine viel größere. Hier findet schon-ii« Störung des WachStumödeßSchädelsal» solchem statt, denn wenn auch die Schädelknochen gegen BelastungSstvrungen vielleicht weniger empfindlich fein mögen als die langen Knochen des Skeletts, so sind doch auch sie gegen dauernden Druck sicher nicht unempfindlich. Daß aber die obenerwähnte Erschütterung des Gehirns, ein jugend- lichcs Gehirn, des noch im Wachstum begriffenen Menschen UN» günstig zu beeinflussen permag, steht wohl unweigerlich fest. Neurasthenie, geistige Trägheit uftv. können bei dazu veranlagten Menschen leicht di« Folgen sein." Wird das beschriÄene Tragstzstem nun endlich beseitigt werden? Sind die Kssten für einen Krankentransport von der Krankenkasse zu erstatten? Ter Fngcr Micrzena, ein Mitglied der OrtSkrankenkasse für den Kreis Kattowitz, war auf Kosten des OrtsarmenverbandeS Roß- berg nach dem Kronkenhause in Charloh transportiert und dann dorr verpflegt worden. Der Armenverband verlangte von der genannten Kasse auf Grund des 8 57 des Krankenversicherungs- gesetzes Kostenerstattung. Die Kasse kam dem auch hinsichtlich der Verpflegungskosten nach, verweigerte aber die Erstattung der 3 M. Transportkosten. E» kam deshalb zum Rechtsstreit. Der klagende Armcilverband meinte, die Kosten deö Transports gehörten zu den Kurkosteii. Der BezirksauSschuh wies aber di« Klage ab und der 3. Senat de» OberverioaltungSgerichtS bestätigte da» Urteil mit folgender Begründung: Wenn ein Armenverbaich einen Kranken nach seinen Grundsätzen behandeln lasse, so habe er allerdings einen Ersatzanspruch an die fragliche Krankenkasse im Rahinen der Leistungen, die der Krank« von der Kasse hätte bcanspruckien können, wenn die Kasse in gleicher Weise eingetreten wäre. Tie Trans, portkosten fielen aber an« dem Rahmen heraus, innerhalb dessen die Ansprüche de« Unterstützten an di« Kasse sich hätten bewegen können, Deshalb sei der strittig« Anspruch des ArmenverbanvcS (3 M. Transportkosten) mit Recht abgewiesen worden. CJewerhrcbaftlicbes. ßcrUn und vmgegcnd. Gefährliche Lohndrückereien und Mhständr bei der A. E.-G. Der große Saal der Kronenbrauerei in Alt-Moavlt war an, Sonntagvonnittaa wieder einmal voll von Arbeitern der Allgemeinen ElektrizitätSgesellschast. ES war eine Betriebsversammlung der Turbtnenfabrtk und de« Sign alba« betriebe» ,» der Huttenstraße. Unerträgliche Lohndrückereien and andere Miß- stände, die der Millionenfirma ebensowenig Ehre machen, hatten die Versammlung notwendig gemacht. Nach dem, was der Referent a n d k e. was verschiedene vrbelterauSschnßinitglitder und andcre ebner ausführten, suchen die Betriebsleitungen und Meister die herrschende Krise dermassen gegen die Arbeiter auszunutzen, daß es auf die Dauer auch der Gesellschaft und ihren Aktionären zum Schaden gereichen muß. Denn wenn auch die Arbeiter mit Rücksicht auf die traurige Loge de« Arbeitömarkws im allgemeinen mancherlei Unbill ertragen, so muß doch die Verschlechterung der Lohn» und Arbeit»- Verhältnisse notwcndigerwelse zu einer Herabsetzung derArbeitSlraft und Arbeitsfreudigkeit führen, und schließlich wird ja auch' wieder eine geir kommen, wo sie mit um so größerer Kraft die Machtmittel aus- nutzen können, zu deren Anwendung sie sich jetzt nur im äußersten Notfalle entschließen. Somit wäre es nicht nur im Interesse der Arbeiter und im Interesse des gesamten Wirtschaftsleben«, da» ja von der Kaufkraft der Arbeiterschast abhängt, gelegen, sondern auch im Interesse der Aktionäre, wenn man in der Lohndrückern welligsten« Maß halten würde, fall« man sich nicht zu der Noblesse aufschwingen kann, derartige» überhaupt zu unterlassen, oder dazu den Arbeirern, waö ja noch zweckmäßiger wäre, wegen der migeheulen Lebensmittelverteuerung Lohnzulage zu gewähren. Die A. E.-G., die ja in manchen ihrer Betriebszweige fast konkurrenzlos dasteht, hat unter der Krise viel weniger zu leiden als andere industrielle Unternchmer, und datz sie im borigen Jahre trotz Verminderung ihres ArbeitSpersonals um SOCIO Mann ihren Aktionären eine nicht minder hohe Dinidcnde als zuvor auszahlen konnte, läßt wohl darauf schließen, daß ihre Rentabilität auch jetzt nicht in Frage gestellt wird. Den Arbeitern wäre es sicherlich lieber, wenn sie die Weltfirma vor der Blamage einer öffentlichen Besprechung der Lohn- drückereien und sonstigen Mißstände bewahren könnten, doch es wurde in der Versammlung eine solche Menge krasser Fälle angeführt, daß dieses Vorgehen unbedingt notwendig erschien. So wurde aus ver- schiedenen Abteilungen der Turbinenfabrik angeführt, daß die Akkordpreise von Arbeiten, die früher mit 3 M. bezahlt wurden, auf 2,25 M., bei anderen von 50 auf 36 M., von 115 auf 37 M., von 20 ans 16,56 M. uslv. usw. herabgesetzt wurden. Manchmal gelingt es, die Lohnkürzungen durch Verhandlungen etwas abzuschwächen, ober billiger soll immer gearbeitet werden. Teils geht der Druck von der Direktion aus, teils von den Betriebsleitern, zuweilen sind es aber auch einzelne Meister, die scheinbar der Meinung sind, daß sie ihre Meisterschaft nicht besser als durch Lohndrückerei beweisen können. So wurde ein Meister erwähnt, der. früher Schmied, jetzt die Dreher des Betriebes zu nieisiern sucht und auf einzelne Akkord- preise bis zu 36 Proz. abzieht, schließlich, weil es sich seiner Meinung nach um Massenarbeit handelt, noch mit einein weiteren Abzug um 16 Prozent kommt. Was im übrigen die Behandlung anbetrifft, so wurde besonders ein Ingenieur C l e r m o n t erwähnt, der sich als einer von den Leuten mit höherer Bildung durch einen schneidigen Unteroffizierston auszeichnen foll und offenbar auch den.Vorwärts" sehr ungern sieht.„Alle, die den„Vorwärts" lesen, werden ohne weiteres rausfliegen", soll er sich geäußert haben.— Als der Referent dies erwähnte, scholl aus der Versammlung der Zwischenruf: „Da kann er uns ja alle rausschmeißen I"— Ferner wurde ein Meister B a r r e r genannt, der sich erst zu den Leuten aus„besseren Kreisen" aufschwingen möchte, sich den Arbeitern gegenüber durch auffallende Unhöflichkeit, der Direktion gegenüber durch besondere Geschmeidigkeit auszeichnet. Er soll ein sehr schlechtes Gedächtnis für Arbeiternamen zur Schau tragen und, wenn er einem Arbeiter etwas sagen will, ihn nur mit„Aeh",„Aeh" anrufen. Man meinte, es sei niehr angebracht, wenn dieser Meister in seiner Abteilung für bessere sanitäre Verhältnisse, brauchbares Trinkwasser und Be- seitigung von Zuständen, die Unfallgefahren mit sich bringen, sorgen würde. Die Meister selbst in den verschiedenen Abteilungen sollen dar- unter zu leiden haben, daß sie das Recht von Einstellung von Ar- beitern einem besonderen Bureau überlassen mußten, und daß nun über die Einstellung nicht die Fähigkeit und Tüchtigkeit eines Ar- beiterS, sondern der Umstand entscheidet, ob er willig sein freies Koalitionsrecht preisgibt und sich dem gelben Verein anschließt. Die Lohndrückercien, die ans der Signalfabrik berichtet lvurden, waren nicht minder kraß. Solche Herabsetzungen der Akkordpreise, daß ein Arbeiter trotz größten Fleißes in der Woche 12 M. weniger verdient, als sein Stundenlohn ausmachen würde, sollen hier sehr oft vorkommen, wenngleich es in solchen Fällen mit vieler Mühe gelingt. wenigstens den Stundenlohnsatz ausgezahlt zu erhalten. Das Kol- kulationsbureau soll bei den Akkordpreisfestsetzungen in einer Weise vorgehen, die von bedauerlichem Mangel an Fachkenntnis zeugt. Was von der Tätigkeit angeführt wurde, die man den Arbeiterausschüssen gnädigst gestattet, läßt darauf schließen, daß sie wohl lediglich eine Art Dekoration bilden sollen. Kommt ein Arbeiter sich zu beschweren, so möchten die Betriebsleiter gleich wissen, wer er ist, bei welchem Meister er beschäftigt ist. Ver- Handlungen über die Denunziation eines organisierten Arbeiters durch einen der Gelben lehnte der Direktor Blumenthal, der offenbar von dem Statut des Arbeiterausschusses allzu wenig Kenntnis besitzt, mit der Bemerkung ab:„DaS ist nicht Ihre Sache. Sie haben nur die Sache der Allgemeinheit, nicht die der einzelnen Arbeiter zu ver- treten."— Bewegungsfreiheit wie in anderen Fabriken, ja selbst in anderen Betrieben der A. E.-G., ist in dem Werk in der Huttenstraße den Ausschußmitgliedern nicht gestattet. Geschieht ein Unfall, wie er leider nur zu häufig vorkommt, so wird der Wohlfahrts-, Sicher- Heils- und Kantinenausschuß wohl an die Unfallstelle geführt, aber daß die Ausschußmitglieder sonst einmal im Betriebe herum gehen dürften, um Unfallgefahren zu verhüten, das gibt es uicht. Man sollte sie, wie das in anderen Großbetrieben, z. B. auch bei Ludwig Löwe der Fall ist, mit besonderen Legitimationskarten ver- sehen, damit sie auch wirklich ihrer Aufgabe einigermaßen gerecht werden können. Es ist leicht begreiflich, daß alle diese Mißstände und Lohn- drückereien starke Erregung in der Arbeiterschaft der A. E.-G., Hutten- straße, hervorgerufen haben, was denn auch in der Versammlung lebhast zum Ausdruck lam. Einstimmig wurde folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung der Arbeiter der A. E.-G., Turbinenfabrik, protestiert ganz entschieden dagegen, daß die Direktion die gegen- wärtige schlechte Konjunktur dazu benutzt, die Lohn- und Arbeits- verhälrnisse der Arbeiter zu verschlechtern. Im Hinblick darauf, daß die Lebensmittel infolge der bestehenden Gesellschaftsordnung immer teurer werden, ist es um so mehr ein Zeiche» von sozialem Unverständnis der Unternehmer, daß sie die Krise ausnutzen, die Verdienste der Arbeiter zu verringern. Die Versammlung er- wartet, daß die Direktion den Meistern Anweisung erteilt, die Arbeiter in jeder Beziehung so zu behandeln und die Preise und Löhne so einzurichten, daß keine Veranlassung zu Differenzen gegeben wird. Die Anwesenden aber verpflichten sich, für die Ausbreitung und Stärkung der freien gewerkschaftlichen Organisation in jeder Weise zu sorgen und, soweit jemand noch nicht organisiert ist, Mitglied des Deutscheu Metallarbeiterverbandes zu werden." Betrübte Sieger rannte man am Sonnabend im Autowerk der Firma Siemens- Schuckert(Nonnendamm) sehen. An diesem Tage fand nämlich die Arbeiterausschußwahl statt. Schon am frühen Morgen wurde vonseiten einiger Obergelber eine rege Tätigkeit entfaltet. In beredten Worten wurde in den gelben Flugblättern verlangt, dem„Torrorismus" der„Roten" durch die Wahl von„gelben Kan- didaten" ein Ende zu bereiten. Gleich nach 7 Uhr wurde per Telephon auf der Polizeiwache angeklingelt, man möge die Flug- blattverteiler des Deutschen Metallarbeiterverbandes vertreiben oder sistieren. Im Laufe des Vormittags wurden die umfassendsten Maßnahmen zur Wahl getroffen. Allein in der Montage und Dreherei hatte man 3 große Tische nebst riesigen Wahlurnen auf- gestellt, um dem kommenden Ansturm der Wählcrmassen gerecht zu werden. Nachdem an den drei Tischen je ein„Obergelber" nebst einem Bureauangestellten Platz genommen� hatten, ertönte das Glockenzeichen zur Wahl. Stolz und majestätisch saß das Wahl- bureau da und wartete der Wähler, die nicht kommen wollten. Dem energischen Wirken der als Wahlvorsteher fungierenden„Obergelben" gelang es endlich, wenigstens die auf der Liste aufgeführten Arbeiterausschußkandidatcn zur Wahlurne hcranzuzerren. Es war ein Schauspiel für Götter, anzusehen, daß sogar die Kandidaten erst gewissermaßen gezwungen werden mußten, ihre Stimme für sich selbst abzugeben. Die anfäng- lich stolz zur Schau getragene Miene der„Obergelben"(Wahlvor- sicher) änderte sich zusehenos. Dem Erstaunen folgte bald die Eni- täuschung, bis der Zorn die Oberhand gewann und die Wahlvor- sieher, nachdem sie eine halbe Stunde tapfer das Feld behauptet hatten, kurz entschlossen ihre Wahlurnen mit den sieben Stimm- zetteln unter den Arm nahmen und ins Bureau fchlcppten. Nach- dem hier ein kurzer Kriegsrat gehalten, erschienen die Helden wieocr auf dem Schlachtplane. Es wurde nunmehr von feiten der Direktion bekanntgegeben, daß der Betrieb mit Rücksicht auf die Wahl eine Viertelstunde eingestellt würde, um jedem Arbeiter Ge- legenheit zu geben, sich an der Wahl zu beteiligen. Obgleich nun- mehr die Ingenieure und Meister teilweise lebhaft für- die Wahl agitierten, wiederum dasselbe Bild wie vorher. Kein Arbeiter ließ sich bewegen zu wählen.„Ja, wollen Sie denn nicht zum Ausschuß wählen?" riefen die Borges etzten verzweifelt.„Nein! Ausschuß Verantw. Redakt.; Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw. Wählelt wir nicht!" ertönte cS einmütig zurück. Nnd so mußten denn die Wahllciter wieder mit der Miene deS betrübten Lohgerbers, dem die Felle weggcschtvommen sind, abziehen. Das Wahlresultat wurde am Sonnabend nicht bekanntgegeben. Man schämt sich. Fest steht unzweifelhaft, daß von den zirka 226 Mann im Autobau höchstens 36 Mann gewählt haben. Bekanntlich liebt es die Direktion des Autobaues, den Arbeitern gegenüber einen recht brüsken und herrischen Ton anzuschlagen. Der Ausschuß hat dort rlur die Rolle eines überflüssigen De- korationsstückes zu spielen. Aus diesem Grunde hatten die modern organisierten Arbeiter beschlossen, sich nicht an der Wahl zu be- teiligen, und so wurde der Direktion durch diese Demonstration eine kräftige und moralische Ohrfeige erteilt. Zeutralverband der Steinarbeiter. (Marmorarbeitcr Berlin II.) Da der„Stcinarbeiter" vom 1. April ab wieder mit der Post zugestellt wird, ist es notwendig, daß jeder Kollege seine Adresse an Kollegen Otto Ben, Stendaler Straße 13, bis spätestens 23. Februar einsendet. Alle später eingehenden Adressen können nicht mehr berücksichtigt werden. Wer am 1. April verzieht, muß gleich seine neue Adresse einsenden. Der Vorstand. Die Einkassierer in den Abzahlung?- und Nähmaschinen- gcschäften sowie bei den Versicherungs-Gesellschaften leiden unter der schwer einsetzenden Krise ebenfalls in hohem Maße. Die In- Haber der genannten Institute nutzen die Arbeitslosigkeit durch Ein- stellung sogenannter„Sonntagskassierer" aus, was wieder die Ar- bcitslosigkeit unter den Einkassierern verstärkt. Um die Organ:- sierten weniger darunter leiden zu lassen, hat der Transport- arbeiterverband für diese eine braune Kontrollkarte anfertigen lassen, die dem Publikum auf Erfordern vorgezeigt wird. Oeutlckes Reteb. Die LerschmelzungSfrage der Verbände i» der Nahrungsmittel- Industrie. Der Zentralverband der Fleischer hielt am Sonntagnachmittag eine Versammlung im„Rosenthaler Hof" ab, die als Fortsetzung der Versammlung vom ö. Februar galt. Die Verschmelzungsfrage in der Nahrungsmittelbranche stand wieder auf der Tagesordnung. Für d i e V e r s ch m e l z u n g der in Betracht kommenden Verbände der Brauer, Bäcker, Müller nnd Fleischer hatte Konrad Krause gesprochen; jetzt hörte die Versammlung die Argumente der Gegner der Verschmelzung in einem Vortrage von Bergmann. Der Redner meinte, man verspreche sich leicht zu viel von den Wirkungen des Zusammenschlusses der vier Ver- bände. Da bestehe die Gefahr, daß viel Enttäuschung folgt, daß Mißmut einreißt und daß eine neue Zersplitterung daraus hervor- geht. An die Zentrafleitung würden die einzelnen Branchen heran- treten und die erste Berücksichtigung ihrer Interessen verlangen, was leicht zu Streit und Hader führen mag. Wenn die Fleischer, denen es am schlechtesten geht, daraus den An- spruch herleiten, daß ihnen zuerst geholfen werden müsse, könnte man ihnen antworten, daß sie als kleinster Verband nicht den e r st e n Anspruch haben. Daraus entstehende Verstimmungen könnten die Unternehmer mit Vorteil benutzen, um einen Keil in die Organisation zu treiben; es würde ihnen die Gründung gelber Vereine sehr erleichtert werden. Die straffere Zentralleuung im Jndustrieverbande könnte hindernd wirken auf das selbständige Arbeiten der Branchen, und gerade auf die Tätigkeit der Branchen komme eS vornehmlich an. wenn die Organisation der Arbeiter Fort- schritte machen soll. Die Vorteile der Vereinigung, die der Redner nicht verkennt, geben zu manchen Bedenken Anlaß. So sagt man. daß man dem Unternehmertum eine geschlossene Front zeigen könne, aber man vergesse, daß auch die Angriffsfläche viel größer wird, die sich den Unternehmern bietet. Die Behauptung, die man so oft hört, daß die Unternehmer viel besser organisiert seien wie die Arbeiter, rteffe nicht zu'und sei niiirdestens übertrieben. Und gerade in der Nahrungsmittelindustrie sei von Unternehmerverbänden nicht viel zu spüren, außer bei den Brauern und zum Teil bei den Müllern. Nach Ansicht des Redners heißt es, der Entwickelung der Dinge vorgreifen, wollte man heute schon der Verschmelzung zu einem Jndustrieverbande in der Nahrungsmittelindustrie feine Zustimmung geben. Die Diskussion über die Angelegenheit wurde vertagt. Die Meldung der Montagsblätter, daß der Zentralverband der Fleischer die Verschmelzungs-Frage in einem ablehnenden Sinne ent- schieden habe, ist also falsch. Die Versammlung hörte auch einen Vortrag von Paul B l a n ck über„Die Arbettslosigkeit in der Industrie und ihre Wirkungen auf das Fleischergewerbe" an. » Zu derselben Frage wurde am Sonntag auch in einer öffeni- lichen Versammlung der Bäckerei-, Brauerei- und Mühlenarbeiter im Bremer Gewerkschaftshause Stellung genommen. Arbeitersekretär Zaddach hatte dort das einleitende Referat übernommen, er schloß seine Ausführungen mit der Aufforderung, im Interesse der einzelnen Branchen der Gründung eines Jndustrieverbandes für die Nahrungs- mittelbranche zuzustimmen. In der lebhaften Diskussion wurden prinzipielle Einwendungen hiergegen nicht erhoben. Die Debatte endete mit der einstimmigen Annahme einer Resolution, in der sich die Versammelten mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärten und der Ueberzeugung Ausdruck gegeben wird, daß die Gründung eines Jndustrieverbandes für die Nahrungsmittelbranche eine Naturnotwendigkeit ist; zugleich werden die i» Frage kommenden Ortsverwaltungen beauftragt, nach dieser Richtung hin weitere Schritte zu unternehmen.—_ Ernste Differenzen im deutschen Schneidergewerbe. Die örtlichen Verhandlungen in vierzehn Städten des Deutschen Reiches über die Neuforderungen der Schneidergehülfen haben nur für einige Städte zu einer Ver- stän d i g ung geführt. Dagegen in sechs Städten:„Leipzig, Erfurt, Jena, Danzig, Werningerode und Hildes- heim" sind die örtlichen Verhandlungen völlig gescheitert. Um die drohenden Streiks bez. Aussperrungen noch im letzten Augen- blick zu verhindern, sind die beiderseittgen Zentralvorstände überein- gelomntcn, in einer Konferenz zu Leipzig noch einen letzten Ver- such zur Beilegung der Differenzen zu machen. Hieran nehmen auf Arbeitgeberseile zwei Vertteter des Allgemeinen Deutschen ArbeitgeberverbandeS für das Schneidergewerbe und auf Arbeitnehmerseite je zwei des Verbandes, des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins und deS Christlichen Verbandes der Schneider teil sowie je zwei Vertrauens- männer der in Frage kommenden Städte, sowohl der Arbeitgeber, wie der Arbeitnehmer._ Der Wert von Nntcrnehmer-Bersprechungea. Der„Arbeitgeberverband im Baugewerbe' des U n t e r w e f e r g e b i e t s ist ftir die verwandten Arbeitgeberverbände des Binnenlandes vorbildlich geworden gerade durch eine Taktik, die, von Arbeiterorganisationen gepflegt, als Terrorismus perhorreSziert wird. Die despotische Gewalt innerhalb des genannten Verbandes liegt in der Firma Kistner in Lebe, der eS, gestützt auf Kapital und vermöge starken Nachdrucks finanzieller Art auf die Rohstofflieferanten usw. gegeben ward, durch Ver- hängung von Materialiensperren und ähnliche terroristische Mittel der„Vogel friß oder stirb"-Politik, die„Großen" wie die „Kleinen" des Baugewerbes an der Unterweser in die Unternehmer- organisation zu drängen und ihnen ihren despotischen Willen aufzuzwingen._ :TH. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Perlagsanstalt Bon den baugewerblichen Arbeitern, Maurern. Zimmerern und AauhülfSarbeitern, waren wiederholt, zuletzt Anno 1963, längere und erbitterte Kämpfe um Lohnerhöhungen, Arbeitszeitverkürzungen usw. geführt worden, die aber infolge des starken StteikbrccherangebotS erfolglos verliefen. DaS Unternehmertum importierte Italiener. Doch immer wieder strengten sich die Arbeiter an, den Unternehmer« Profit um ein Geringes zu schmälern, um den Ertrag ihrer Arbeit über die Grenze des zuin Leben Nötigsten hinauszuheben. So zwangen sie endlich im vorigen Jahre die Arbeitgeber zu dem bündigen Versprechen einer Lohnerhöhung von fünf Pfennigen pro Stunde für das kommende Frühjahr. Außerdem ward eine Verkürzung der Arbeitszeit von zehn auf neuneinhalb Stunden in AuSficht gestellt. Die Arbeiter ließen damals den Einwand gelten, daß diese Reform nicht sofort durchgeführt werden könne, weil Bauverträge zu den alten Arbeitsbedingungen auf längere Fristen abgeschlossen seien; obwohl anzunehmen ist, daß auch die Bau« Unternehmer wie andere Unternehmer durch Versicherungen vor etwa durch Streiks verursachte Schäden gesichert seien. Nun ist aber die Zeit da, wo die Arbeitgeber ihr Versprechen einzulösen haben. Als nun die Arbeiter die„Herren" an ihr gegebenes Wort ge- mahnten, erhielten sie die Antwort: an eine Verkürzung der Arbeitszeit fei gar nicht zu denken; an Lohnerhöhung wolle der Arbeitgeberverband den Maurern und Zimmerern einen Pfennig pro Stunde gnädigst gewähren.— Die Konjunktur für das Baugewerbe im Untcrwesergebiet ist gegenwärttg flau. Ein Streik würde für die in Frage kommenden Arbeiterkategorien kaum ratsam sein. Das wissen die Unternehmer. Daher ihr trauriger Mut. Aber— aufgehoben ist nicht aufgeschoben! Auf eine Eingabe des Buchdruckerverbandes beschloß der Stadt« Magistrat Aschaffenburg, bei Vergebung städtischer Druckarbeiten nur die taristreuen Buchdruckereicn zu berücksichtigen. Damit ist das kleine Aschaffenburg größeren bayerischen Städten mit dem guten Beispiel vorangegangen. Das wird besonders den ultra- montanen..Arbeitervcrtrctcr" Schirmer tief schmerzen; er hat erst vor einigen Tagen im Parlament den Buchdruckertarif als Aus» flutz sozialdemokratischen Terrorismus denunziert, und nun läßt sich das schwarze Aschaffenburg selbst in solcher Weise terrorisieren! Der erste Mai und die städtischen Arbeiter. Der Gauleiter deS Verbandes der Gemeinde- und Etaatsarbeitcr in Nürnberg richtete an den dortigen Stadtmagistrat die Anfrage, wie er sich zur Be- gehung des ersten Mai als Arbeitcrfeiertag durch die städtischen Arbeiter verhalte. Die braven freisinnigen Stadlvertretcr gerieten durch diese neugierige Frage etwas in Verlegenheit. Sie meinten, bisher sei von der Stadtgemeinde der erste Mai nicht als Arbeiter- feiertag betrachtet worden. Was mau ihnen aufs Wort glaubt. denn wenn es anders wäre, so iväre die Eingabe nicht nötig gewesen. schließlich drückten sie sich um eine�klare Stellungnahme durch die Erklärung herum, daß sie auf die Sache selbst nicht ein- gehen könnten, da der Anfragende nicht städtischer Arbeiter und also auch nicht befugt sei, in: Namen der städtischen Arbeiter zu sprechen. Dazu seien die Arbeiterausschüsse da. Das ist der Standpunkt, den die freisinnige Stadtverwaltung Nürnbergs schon wiederholt bekundet hat: die Arbeiterausschüsse sind nur geschaffen worden, weil man glaubt, mit ihnen das Koalitionsrecht der städtischen Arbeiter ausschalten zu können. Streik der Müncheuer Droschkenkutscher und Chauffeure. Am Sonnabend 6 Uhr traten in München die Droschken» kutschcr und Automobilführcr in den Ausstand. Sic ließen durch die Organisation, den Handels- und Transportarbeiter« verband, ihren Unternehmern einen Lohntarif unterbreiten. Die Innung beschloß in einer Versammlung, mit der Organisation nicht zu verhandeln. Die Organisation rief, um einen Ausstand zu ver- meiden, die Vermittelung des Einigungsamtes an. Der Vorstand der Lohnkutscherinnung erschien am Sonnabend wohl zu den Einigungsverhandlungen, lehnte aber jede Verhandlung strikte ab, da eine Jnnungsversammlung beschlossen habe, sich in keinerlei Unterhandlungen einzulassen. Alle diesbezüglichen Ermahnungen des Vorsitzenden, Gerichtsrat Dr. P r e i s e r, waren vergebens, so daß die Verhandlungen nach 2 stündiger Debatte, weil aussichtslos, abends 6 Uhr abgebrochen werden mußten. Sofort wurden Boten nach allen Droschkenstandplätzcn ausgesandt, um die Kutscher und Ehauffeure von dem Scheitern der Verhandlungen und von dem Ausbruch des Streiks zu verständigen. In dem am Sonntagvor» mittag abgehaltenen Appell wurden 246 Ausständige gezählt. Die erste Münchener Chauffeuse, die erst seit 16 Tagen Dienst macht, erklärte sich mit ihren männlichen Kollegen ebenfalls solidarisch.— Der Betrieb wird durch die Droschkenbesitzcr. ihren Söhnen und einigen Streilbrechern notdürftig aufrecht erhalten. Bewilligt haben bis jetzt 14 Lohnkutscherei- und 7 Kraftzeugbesitzer. Der Streik macht sich zur jetzigen Karnevalszcit und dem schlechten Wetter unangenehm fühlbar._ HusUnd. Ein großer Lohnkampf in der schwedischen Eisenindustrie scheint nahe bevorzustehen. Verhandlungen über den Abschluß neuer Tarifverträge zwischen dem Eisenindustriellenverband und dem Eisen- und Nietallarbeiter-, dem Grob- und Fabrikarbeiter-, sowie dem Grubenarbeiterverband Schwedens haben sich monatc» lang hingezogen, sind aber ergebnislos verlaufen. Der frühere Minister Axel Schotte, der als unparteiischer Vorsitzender die Verhandlungen leitete, hat nun die Regierung ersucht, dafür zu sorgen, daß die zur Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten ange- stellten Staatsbeamten sich bemühen, neue Verhandlungen zwischen den Parteien anzuknüpfen, weil die Gefahr vorliege, daß ein Streik oder eine Aussperrung entstehe von größerem Umfang, als man sie bisher in Schweden erlebt habe. Das gesamte Personal der Eisenbahnen von Uruguay ist gestern abend in den Ausstand getreten. Letzte JSaebnebten und Dcpclcbca Die Hapag. Hamburg, 24. Februar.(B. H.) Die Hamburg-Amerika» Linie läßt von heute ab in ihren Betriebswerkstätten eine Verkürzung der Arbeitszeit um 2'/, Stunde» eintreten, um bei dem geringer werdenden Arbeitsquantum Entlassungen von Arbeitern möglichst zu vermeiden. Zum Konflikt auf den englischen Werften. London, 24. Februar.(W. T. B.) Als Ergebnis einer Konfc- renz mit dem Handelsministcr Lloyd-George wurde zur Beilegung des Konflikts auf den Schiffsbaliwerften ein vorläufiges Abkommen getroffen, das die Vertreter beider Parteien den Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Annahme empfehlen wollen. Handelsminister Lloyd-George empfing heute eine Abordnung der Schiffbauer und Tischler wegen ihres Konfliktes mit ihren Arbeitgebern. Nasi. Rom, 24. Februar.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der„Availti" billigt das im Nasi-Prozeß gefällte Urteil, das nicht den Exminister treffe, sondern das Verwaltungs- system des Ministeriums. Im Anschluß an die Ergebnisse der Prozeßverhaudlung verlangt der„Avanti" eine Enquete über das Unterrichtsministerium. Es werden Unruhen in Sizilien befürchtet. Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 3 Beilage« v. UnterhallungSbl. 147. 25. Iahrgasg. 1. KeilU des Jeraitfs" Serlim DsUisdlsIt. Dienstag, 35. Februar 1908. /Zbgeoränetenkaus. d7. chung vom Montag, den 24. Februak 1908, vormittags 11 Uhr. A Ministertisch: Dr. Holle. T Beratung des Kultusetats wird fortgesetzt beim Kapitt,Medizinalwcsen". A Keil(natl.) tritt für eine Vermehrung der vollbesoldeten Kreis>te ein. A Peltasohn(srs. Vg.) spricht sich in gleichem Sinne aus. Die Sorderungen an die Kreisärzte seien sehr hoch, sie mühten die vc Verantwortung tragen, auch wenn sie nur nebenamtlich tätig:n. und es sei daher notwendig, schneller in der Umwand- lung: nebenamtlichen in vollbesoldete Stellen für Kreisärzte fortzusren als bisher. A Gyßling(srs. Vp.) bittet ebenfalls um verstärlte An. stcllun, ollbesoldeter Kreisärzte und verlangt die Einführung der obligatischen Leichenschau. Mster Dr. Holle: Die Kreisärzte haben auherordentlich schwerchflichten, sie haben abgesehen von Notfällen, nicht das Recht, lbständige Verfügungen zu erlassen, sondern nur das Recht, rtachten zu erstatten. Es hat sich aus der Statistik er- geben, h die Mortalität auf dem Lande größer ist als in den Städte: Um aber zu verhindern, daß auf dem Lande zu scharfe Anordngen auf gesundheitlichem Gebiet getroffen werden, sollen die Krürzte vorher in Verbindung mit Vertretern der Land- ivirtschi treten. In Aussicht genommen ist eine erhöhte Dienst. gufwanentschädigung für die Kreisärzte. Ab Dr. v. Heydebrand(k.): Wenn der Minister auf die höhere erblichkeit auf dem Lande hinwies, so möchte ich darauf ausmerm machen, dah wir auf dem Lande vielfach nur Greife und Kirr haben, die Leute in den besten Jahren arbeiten in den großen tädten. Jedenfalls läßt sich also aps der Statistik über die gröce Sterblichkeit auf dem Lande nicht die Notwendigkeit zu schäwen sanitären Maßnahmen herleiten.(Beifall rechts.) AbMünsterberg(srs. Vg.) betont die Notwendigkeit der ge- setzlichetllegelung des Hebammenwesens. Ab�Dr. Hcydweiller(natl.) schließt sich dem Vorredner an. AbxSchmedding(Z.): Die Einstellung von 50 000 M. in den Etc zur Förderung des Hebammenwesens in den östlichen Provinz ist erfreulich, es ist aber bedauerlich, daß uns das vom MinisteDr. Studt in Aussicht gestellte Gesetz noch nicht vorgelegt ist. Namtlich müßte die Gebührenordnung für die Hebammen gesetzlicheregelt werden. Miller Dr. Holle: Ich erkenne an, daß das Hebammenwesen dringentvcrbesserungsbedürftig ist. Ein Gesetzentwurf zu dessen Regelunist ausgearbeitet. Da aber die gesetzliche Regelung doch eine sehllarre werden würde und sie unter Umständen zur Ueber- lastung r stark belasteten Kommunalverbände führen könnte, so habe ich ersucht, diese Frage in möglichster Anpassung an die ört- lichen Vhältnisse zu regeln. Aus den im Etat vorgesehenen Mitteln erden den Kreisen Unterstützungen zugewiesen, die sie an die Koniuncn verteilen. Ein Gesetz über die Gebührenordnung für Hebamen wird dem Hause im nächsten Jahre zugehen. Auf ine Anfrage des Abg. v. Conrad(fk.) erklärt ein R e. y i e r u r s k o m m, f s a r, daß die Verbreitung der Granulöse in Ostpreußi erheblich zurückgegangen sei. Abg.Zrhr. v. Wolff-Metternich(Z.) regt eine vermehrte An- stellung n Weinkellerkontrolleuren im Hauptamte an. Ein tegierungskommissar legt dar, daß die Kosten für die lusübung der Weinkontrolle ebenso wie die für die Nahrungllittelkontrolle von den Gemeinden zu tragen seien. Es würden Uhulsen zur Anstellung von Weinkellerkontrolleuren ge- währt, den sich die Polizeibehörden bedienen könnten. Abg. traf Spee(Z.) wünscht wirksamere Bestimmungen für '»ie Ausü�ng der Kellcrkontrolle Das.apitel wird bewilligt Es fqt das Kapitel „lliverfttäten und Charite-Krankenhalls Berlin". Abg. r. Hackcnberg(natl.): Auf Ausführungen des Abgc. ordneten letzenthin hat der Minister neulich erwidert, daß bei der Bcsetzug der Lehrstühle für evangelische Theologie die wissen» schaftliche'efähigung der Dozenten im Vordergrund stehen müsse, und er ha hinzugefügt, es müßten auch die verschiedenen Rich- tungen in:r evangelischen Kirche berücksichtigt werden. Ich halte die mechanche Scheidung zwischen kritischen und positiven Theo- kleines feuilleton. Wie da„Pfingstwunder" sich offendarte. Der norwegisch-ameri- konische Laioprediger Baratt, dessen„Erwecklingsversammlungen" seinerzeit au in Kristiania ungeheuren Zulauf hatten und bei einer Menge von Zenschen religiöse Verzückungen hervorriefen, macht jetzt von neuem neder von sich reden. Obwohl im allgemeinen auch in der norwegisien Staatskirche das Wort gilt:»In der Kirche spricht erst und letzt.der, den man hat hinaufgesetzt", io fand Baratt doch kürzlich Gelegnheit, in der Pfarrkirche zu Hövaag in Südnorwegen zu sprechen, io er den Pfarrer für seine Sache gewonnen halte. Bei diesen Praigten geschah es nun, daß die dreizehnjährige Tochter deS Pfarrers»n„Reden in fremden Zungen" befallen wurde. Baratt ha:e vor ungefähr einem Jahre auch„Erweckungsreisen" nach den skandaavischen Nachbarländern unternommen und besonders in Schweden vtl Erfolg gehabt, wo sich auch das„Pfingstwunder deS ZungenredeiS" sehr wirksam zeigte. Ueber diese und die ihr verwandte Ersreinung, die in der Bibel als„Besessensein" hin- gestellt wird. siNl kürzlich in den kleinen Aufklärungsschriften der schwedi- tchen Studenten'ereinigung„Verdandi" zwei populärwissenschaftliche Schriften des Prcsessors B. G a d e l i u S erschienen, der jene Erscheinungen hauptsächlich aui hysterische Erkrankungen zurückführt. Besonders interessant ist. was der Verfasser über die Leute, die beim„Zungen- reden" gebraucht werden, mitteilt. In den meisten Fällen sind sie ganz inhaltlos, wie etwa:„King. lang, kamelo, kamele" oder„Kang, lang, long, fing" usw., immer wiederholt. Manchmal gibt der «Hungenredner" auch die Erklärung und sagt etwa: Tjang, tjang, tjingeli, tjing— das ist:„Komm, solange es Zeit ist." Die Bibel- gläubigen macht der Professor auf ein Wort Pauli aufmerksam:„Ich will in der Gemeinde lieber fünf Worte reden mit meinem Sinn, auf daß ich andere unterweise, denn zehntausend Worte mit Zungen." Eliischläferung durch Elektrizität. Aus Paris wird berichtet: Eine Reihe interessanter Experimente hat Professor Stephane Leduo von der medizinischen Schule auf den Schachthöfen von Nantes zum Abschluß gebracht. ES handelt sich um die Anwendung der Elektrizität beim Schlachten von Tieren. Die abschließenden Ver- suche erstreckten sich auf ein Pferd, einen Ochsen, ein Kalb und ein Schwein. Das Pferd brach bei einem Strom von 110 Volt zusammen, beim Ochsen erzielte man mit 160 Volt das gleiche Ergebnis, während bei dem Kalb schon ein sehr schwacher Strom von 20 Volt genügte. Die Experimente brachten einen vollen Erfolg und zeigen einen Weg, den Schlachttieren jeden Schmerz zu ersparen. Sehr interessante Beobachtungen ergaben die Experimente, die im Laboratorium vorhergegangen waren.„Durch einen schwachen Strom", so äußerte sich der Gelehrte,„der in kürzesten Intervallen hundertmal in der Sekunde unter- brochen wird, lassen die Tiere sich auf Minuten oder Stunden in einen Schlafzustand bringen, der die Gehirntätigkeit und die (logen nicht für richtig. Wenn gesagt wird, daß die kritischen Theo- logen vor den positiven Theologen bevorzugt würden, so trifft das wohl für außerpreußischc Universitäten zu, aber nicht für die preußischen. Das ergibt sich schon�us der langen Wartezeit der Privatdozenten, die der kritischen Richtung angehören. Die Aus- führungen des Abg. Strosser, daß mit Ausnahme der Universität Grcifswald die liberale Richtung bevorzugt werde, sind nicht zu- treffend. Die Verstöße gegen die in neuerer Zeit erfolgten Bc- rufungen von Theologieprofessoren sind unbillig und ungerecht ge- Wesen. Mit Recht hat die theologische Fakultät in Halle darauf hin- gewiesen, daß die Berufung Drews' auf einstimmigen Beschlutz de? Fakultät erfolgt sei, und der Nachfolger des Professors Weiß, Deiß- mann, ist von diesem selbst empfohlen worden. Deitzmann ist einer der echt deutschen Gelehrten, die nur ihrer Wissenschaft leben. Be- dauerlich ist die Art und Weise, wie die Herren angegriffen werden. Hat ein Professor irgendeinen Vortrag gehalten, so wird er als Agitator bezeichnet; hat er nur seiner Wissenschaft gelebt, so macht man ihm den Vorwurf des übermäßigen Kritizismus Hat der Schreiber solcher Acutzerungen in der Presse keine Kennt- nis von den wissenschaftlichen Arbeiten, so ist er nicht berufen zu einem Urteil über ihn(Sehr richtig! links); hat er aber Kenntnis davon und fällt trotzdem ein so unzutreffendes Urteil, so überlasse ich das Urteil über solche Handlungsweise dem Hause. Für das Urteil des Kultusministers sind nicht Zeitungsartikel maßgebend, sondern die Urteile der Fakultäten, die den Dienst der Kirche und deren Interessen wahrnehmen.(Beifall links.) Abg. Strosser(k.): Nach meiner Ansicht wäre es angezeigt, die Kollegiengelder nach anderen Grundsätzen zu verteilen als es jetzt geschieht, denn jetzt wird Berlin gegenüber den übrigen Universitäten bevorzugt. Wenn der Abg. Hackenberg sich über die Aeußcrungen in der konservativen Presse gegen kritische Theologen beklagt, so erwidere ich, daß die Aeußerungen der liberalen Presse gegen die Ausführungen des Abg. Metzenthin und gegen die meinigen viel schärfer gewesen sind.(Sehr richtig! rechts.) Herr Deitzmann hat sich in Heidelberg keine Zurückhaltung auferlegt, sondern er hat öffentlich zur Wahl eines Sozialdemokraten aufgefordert.(Hört, hört! rechts.) Das Volk wünscht in seiner Mehrheit positive Geist- liche, nicht Geistliche, wie ich in Berlin einen hörte, der erklärte: Ich habe Euch das Evangelium vorgelesen, aber Ihr braucht es nicht wörtlich zu nehmen und die Wunder nicht zu glauben.(Bei- fall rechts.) Abg. Dr. Schroeder lKassel, natl.) empfiehlt die Einführung von Lehrstühlen für soziale Medizin, die heute eine Wissenschast für sich bilde. Abg. Münsterberg(frs. Vg.) befürwortet die Vermehrung der Zahl der Ordinariate. Wünschenswert würde die Einrichtung einer Professur für das Exportwesen sein. Die außerordentlichen Pro- fessoren, die weder ein aktives noch ein passives Wahlrecht im Lehr- körper der Universitäten besitzen, müßten eine andere Stellung be- kommen. Minister Dr. Holle: Die Zahl der Professuren ist in neuerer Zeit verdoppelt worden. Die große Zahl der Studenten verteilt sich in den verschiedenen Semestern sehr verschieden auf die einzelnen Fächer, und es kann nicht immer je nach dem Besuch der Fächer eine Professur eingerichtet werden. Gegen die Einrichtung von Lehrstühlen für soziale Medizin bestehen bei den medizinischen Fakultäten vielfach Bedenken. Wir haben aber bereits einen solchen Lehrstuhl in Berlin und in Bonn und es soll vom 1. April ab ein weiterer Versuch damit in Kiel und in Marburg gemacht werden. Abg. Eickhoff(frs. Vg.): In Berlin sind die Abiturienten der Oberrealschulen von allen Fächern mit Ausnahme der Mathematik und den Naturwissenschaften ausgeschloss«n, während andere Uni- versitäten diese Beschränkung meist nicht kennen. Tatsächlich wider- spricht dies Verfahren in Berlin dem Geist der Gleichberechtigung aller höheren Lehranstalten, von dem die preußische Schulreform ausging.(Beifall links.) Ein Regierungskommissar erwidert, daß darüber die Fakultäten zu entscheiden haben, denen die Freiheit der Ent- schließung über diese Frage zustehe. Hieraus vertagt das Haus die Wciterberatung auf abends 7'� Uhr. Schluß 4V* Uhr._ Die lsszzeM des Schutzmanns. Das Koalitionsrecht der Arbeiter ist reichsgesetzlich gewährleistet. Die Versuche, durch Landesgesetze das Recht insbesondere des Streik- Postenstehens außer Kraft zu setzen, schlugen fehl, weil die große gleichkommt. Das Ausschalten des Stromes bewirkt sofortiges Erwachen. Verstärkung der elektrischen Kräfte bringt Stillstand der Herztätig� keit, wobei die Atemorgane jedoch fortarbeiten; weitere Verstärkung unterbricht auch die Lungentätigkeit. In diesem Zustand befindet sich das Tier in einem Stadium, das der Wissenschaft fremd ist. Es ist tot. ohne es zusein. Läßt man den Strom fortwirken, so tritt innerhalb von zwei Minuten der Tod ein; wird der Strom geschwächt, so lehrt das Leben zurück." Humor und Satire. StaatSweiSheit. Der du dienst den Fürstenthronen, O versäume nie Nützliche Konnexionen Mit der Industrie! Trau ihm nicht, dem hohen Scheine! Sorg, so lang du jung, Ahnungsvoll und still für ein» Rückversicherung I Bringt dich ein Entschluß von oben Plötzlich aus den Schub, tühlst du. froh dich aufgehoben ls Kommis bei Krupp. Ratatöskr. »Mama, bin ich — König Manuel von Portugal: nun eigentlich ein König von Gottes Gnaden?" _(„SimplicissimuS.") Notizen. — Friedrich ESmarch, der berühmte Chirurg, ist in Kiel in der Nacht vom Sonnabend auf Sonntag gestorben. Er hat ein Alter von 83 Jaheen erreicht. Er wurde am 9. Januar 1823 als Sohn eines Arztes zu Tönning in Schleswig geboren. 1843 kam er auf die Universität. Sein Lehrer war Laugenbcck, einer der größten deutschen Chirurgen. Esmarch hatte das Glück, daß sein Wirken in das Heroenzeilaltcr der modernen Chirurgie fällt, in jene Zeit, wo die Einführung der Antisepsis, die sich an den Namen Niesters knüpft, der Chirurgie neue, bisher ungeahnte Be- tätigungsmöglichkeiten schuf. Esmarch wirkte namentlich bahnbrechend in der Anwendung der neuen Methoden in der Kriegschirurgie. An den Kriegen der Jahre 1864, 66, 70 hat er namentlich als Reorgani- sator der kriegsärztlichen Hülfe Bedeutendes geleistet. Seine Schriften haben viel dazu beigetragen, den ärztlichen Dienst auf dem Schlacht« felde bedeutend zu verbessern. Durch die Veröffentlichung seiner Samariterbriefe gab er auch den Anstoß zur deutschen Samariter- bewegung. Seine bekannteste und vielleicht folgenreichste Tat ist aber die Angabe des Versahrens der nach ihm benannten Blutleere. Das Verfahren ist ebenso einfach wie sinnreich. Durch Anlegen von Gummibinden, die den Zufluß des Blutes verhindern, ist es heute möglich, Operationen an den Gliedmaßen ohne irgend einen Nervenzentren vollkommen lahmlegt und einer vollkommenen Anästhesie I nennenswerten Blutverlust durchzuführen. Namentlich bei Amputationen Mehrheit deS Reichstages in Veranlassung der sozialdemokratischen Jnterpellatton gegen das Lübecker Streikp'ostengesetz diesen Einbruch in das Reichsrecht verurteilte und das Reichsgericht sich dieser Auf« fassung durch Freisprechung des Genossen Molkenbuhr von der An- klage anschloß, zum Ungehorsam gegen das Streikpostengesetz auf- gefordert zu haben: den Gehorsam gegen den Reichsgesetzen zuwiderlaufende Partikulargesetze schützt das Strafrecht nicht. Was aber, dem Gesetzgeber nicht gelaiig, ist einer Auslegung über die Polizei- allmacht gelungen, Streikpostensteher werden angeklagt, nicht weil sie von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch machen— behüte! sondern weil sie einer Anordnung eines Schutzmanns nicht folgen und weil des Schutzmanns Ansicht über das, was im allgemeinen Interesse zu geschehen hat, höher stehe, also einer richterlichen Nach- Prüfung entzogen sei. Wie dadurch die Justiz des Klassen- und PolizeistaateS Preußen die gesetzlichen Koalitionsrechte des Arbeiters zunichte macht, illustriert trefflich ein Urteil, das dieser Tage die Osnabrücker Strafkammer als Berufungsinstanz im Gegensatz zum dortigen Schöffengericht fällte.. Es handelt sich um die Polizei- lichen Razzias gegen Streikposten siebende Arbeiter der Krom- schrvder'schen Gasuhrenfabrik, die im Oktober v. I.(wir berichteten darüber in Nr. 254 des„Vorwärts") vom Schöffengericht unter Freisprechung sämtlicher angeklagten Arbeiter als„ G c- setzwidrigkeiten" gekennzeichnet wurden. Die Osnabrücker Polizei stützte sich auf die dortige„Straßenordnung", die in ihrem § 82 vorschreibt, daß den„von den polizeilichen Aufsichtsbeamten im Interesse der Ruhe und Sicherheit des öffentlichen Verkehrs erlassenen Anordnungen unbedingt Folge geleistet werden muß", vorbehaltlich des Rechtes der Beschwerde. Wie wenig die polizeiliche Streikpostenjagd mit den„Interessen der Ruhe und Sicherheit des öffentlichen Verkehrs" zu tun hatte, er- gaben am besten die schöffengerichtlichen Bekundungen der Polizei- beamten selber. Ein Polizeisergeant H. sagte z. B. aus: Er habe bei der Gasuhrfabrik„Posten gehabt", als ihn ein Arbeiter namens Klaus nach der Fabrik fragte. Er, der Polizist, habe dann gesehen, wie Köhler(einer der angeklagten Streikposten) auf Klaus zugetreten sei und mit ihm verhandelt habe. Als ihm, dem Polizeisergeamen.„diese Verhandlungen zu lange dauerten", sei er auf die beiden zugegangen und habe Köhler aufgefordert, den Mann„unbehelligt" gehen zu lassen. Der erstaunte Gerichtsvorsitzende hielt dem Zeugen vor. daß zu einem solchen„Einschreiten" doch gar kein Grund vorgelegen habe. Der erklärte, es sei den Beamten von ihren Vorgesetzten eine dahingehende Instruktion erteilt! Köhler habe ihm erwidert, er wolle den Mann über die Lage der Dinge auf- klären, das sei sein gutes Recht. Er, der Beamte, habe Köhler dann bedeutet, das sei jetzt in genügendem Maße ge- s ch e h e n. er müsse ihm jetzt nach der Wache folgen.... Als er darauf Köhler„abgeführt" habe, sei Steffen(ein anderer an- geklagter Arbeiter) zu dem Klaus getreten und habe die Berhand- lungen mit diesem fortgesetzt. Deshalb sei er, der Sergeant. mit Köhler umgekehrt und habe Steffen auch gleich mitgenommen! Ein Menschenauflauf sei nicht ent- standen. Es seien auch in der Nähe andere Leute nicht zu sehen gewesen; etwa 40 Meter entfernt hätten nur einige Frauen gestanden. Daß jemals eine Belästigung von Passanten oder gar ein Krawall vor der Fabrik stattgefunden habe, konnte kein Polizist bekunden. Das Schöffengericht hatte sich nach alledem kein Bild machen können von dem„Verkehr", der hier gerade durch streikende Arbeiter so um alle„Ruhe und Sicher- hcit" gebracht sein sollte, daß der Amtsanwalt drei Monate Ge- sängnis beantragen zu müssen glaubte! ES sprach samt« liche Angeklagten frei. Der Amtsanwalt Polizeiinspektor Lemke legte Berufung ein und fand denn auch bei den gelehrten Strafrichtern mehr Verständnis und Würdigung für die Polizeijustiz. Als Zeuge ver- nommen bekundete er vor der Strafkammer, er habe die Anordnung auf Wegweisung der Streikposten getroffen, weil ihm gemeldet worden wäre, daß die Streikposten Arbeitswillige angehalten hätten. Er habe den Streikleiter Thielemann von der Maßregel in Kenntnis gesetzt und dieser habe ihn benachrichttat, die Arbeitswilligen würden nur über den Streik belehrt. Zur Belehrung von Leuten sei aber die öffentliche Straße nicht da— so erklärte dieser oberste Polizist von Osnabrück I Der Staatsanwalt beantragte gegen jeden Angeklagten 30 M. Geldstrafe. Die Polizei könne nicht erst abwarten, bis ein Krawall entstehe, sondern müsse m ö g li ch en Krawallen vor» beugen. Das Gericht habe nicht zu prüfen, ob die und Gelenksoperationen ist dadurch für die Patienten Großes geleistet worden. Esmarch war Professor an der Universität in Kiel und General- stabsarzt der deutschen Armee. Durch seine Verheiratung mit der Prinzessin Henriette von Schleswig-Holstein. war er ein Oheim deS deutschen Kaisers. -- Ein Fontanedenkmal will ein Komitee, dem neben Berufenen auch so hervorragende Kulturträger wie Bülow, Holle, Rbeinbaben, Stubenrauch angehören, irgendwo in Berlin auf- stellen. Unter der Hand ist auch schon der Bildhauer bestimmt, ja vielleicht ist das Denkmal schon fertig und es bedarf nur noch der Beitragzahler, Gespannt sind wir auf die Ausführung, denn es wird verheißen, daß der„Vielbewanderte ohne Feierlichkeit in ganzer Figur dargestellt ist, wie er auf der altersreifen Höhe seiner Schaffenskraft betrachtend, bedenkend, bedeutend Volk und Gesell- scbast, Persönlichkeiten und Schicksale sah". Wie Max»Klein, der erkorene Bildhauer, dieses vielseitige Versprechen zur Tat machen wird, das wird Laien, Künstler und Aesthetiker interessieren. Svatopluk C e ch, neben Vrchlicky der bedeutendste unter den tschechischen Dichtern der Gegenwart, ist am Sonntag in Prag gestorben. Er war am 21. Februar zu Ostredek in Böhmen geboren, hatte die Rechte studiert, gereist und war an radikalen Zeitungen Redakteur. Eine Zeitlang saß er auch im österreichischen Reichörat. Cech(gesprochen Tlchech) ist als Lyriker, Epiker und Romanschrift- steller hervorgetreten. Kraftvoll leidenschaftliche Töne schlug er in seinen freiheitlichen„Sklavcnliedern" an, die bei seinen Landsleuten weiteste Verbreitung fanden und auch ins Deutsche übersetzt wurden. Seine lebendigen Skizzen, Erzählungen und satirisch-humoristischen Romane(einiges wurde in Reclams Universalbibliothek verdeutscht) machten ihn zum beliebtesten Dichter des tschechischen Volkes. — Ein Denkmal für Blanqui. Während in Paris die Errichtung eines Denkmals für Marat nahe bevorsteht, wird die kleine Stadt Puget-Thöniers in kürzester Zeit das Denkmal eines anderen bekannten Revolutionärs einweihen, des Kommunisten LouiS Auguste Blanqui, der der größte Sohn des Städtchens ist. Das Werk ist eine Arbeit des Bildhauers Aristide Maillol und ein Kuiist- werk, das hoch über dem Durchschnitt der gewöhnlichen Denkmals- kunst steht. Auf einem Sockel von Porphyr erhebt sich eine Slawe aus Bronze, die ein Sinnbild der„gefesselten Tat" darstellt. Am Sockel selbst befindet sich ein Medaillon Blanquis, dieses„glor- reichen Märtyrers der Gedankenfreiheit", wie ihn der Denkmals- aufruf nennt. — Eine M o r g u e in N e w D o r k. Die Stadt New Dork plant die Errichtung einer Morgue, die bestimmt ist, da?„größte, schönste und beste Totenhaus der Welt" zu werden. Nicht das Vor- bild der einstöckigen berühmten Pariser Morgue wird befolgt werden, ein großes, sechs Etagen hohes Bauwerk wird errichtet und an architektonischen Ausschmückungen wird nicht gespart werden. Das HauS wird 273 Toten Raum bieten. Besondere Sorgfalt wird auf die Särge für die unerkannten Leichen verwendet; die Behälter werden vollkommen aus Porzellan hergestellt mit einem kristall» gläsernen Deckel. Im obersten Stockwerk wird eine Art Museum eingerichtet. gegen die polizeilichen Maßregeln materiell gerechtfertigt fie Ser große Industrieort Köln- Ehrenfeld noch nicht gegen niedere Triebe bewegt sich die Erziehung des Willen. Sie feien. Die Angeklagten hätten sich ja beschwerdeführend gefehen hat. Weit über zweitausend Genossen und Genoffinnen zum Gemeingut zu machen, wird die Aufgabe derer sein, diere an den Regierungspräsidenten wenden fönnen! Der Verteidiger, gingen hinter dem Sarge. Etwa fiebzig Parteis, Gewert Stinder auch in geschlechtlicher Hinsicht der Natur wie der Waleit Rechtsanwalt Dychoff, verlangte reisprechung. Das ruhige fchafts- und verwandte Bereinigungen hatten Deputationen mit gemäß heranbilden wollen." Das Schriftchen verdient wiste Verhalten der Streifenden, ihre Disziplin, verdiene alle Achtung. prachtvollen Blumenspenden entsandt. Alle größeren Parteiorte von Verbreitung und ernstestes Studium. Bon einer Beeinträchtigung des freien Verkehrs hätte feine Ne de Rheinland und Westfalen, besonders auch das bergische Land, vor Polizeiliches, Gerichtliches ufw. fein können. Das Verbot des Streifpostenstehens unterbinde ein allem Meifts früherer Wahlkreis, waren vertreten. 15 Banner von den Arbeitern reichsgesetzlich gewährleistetes Recht. Wenn der Kölner und benachbarten Arbeiterkorporationen erhöhten das einUmstürzlerischer Jurist. Aus Halle a. S. berichtet manis: Staatsanwalt meine, die Straße gehöre dem freien Verkehr und drucksvolle Gepräge des Zuges. Alle Rechtsgrundsätze scheint der bekannte Rechtsanwalt Such snd ,, daher" nicht den Streifpatrouillen, fo lönne man einer solchen Die große Trauer um Karl Meist tam am Grabe zu er von hier über den Haufen werfen zu wollen. Er hat geg die Deduktion nicht folgen; denn auch die streifenden Arbeiter hätten schütterndem Ausdruck. Der Schmerz um den unvergeßlichen Freund Genossen, Redakteure Däumig, Molkenbuhr und Thle ein Recht auf" freien Verkehr", auch sie hätten den Anspruch, auf der und Kameraden wollte viele der Deputierten fast übermannen; mit vor dem Amtsgericht einen Zivilprozeß anhängig gemacht, nadem Straße ihren Intereffen nachzugehen. Die allgemeine Anweisung, nicht tränenerstidter Stimme sprachen sie ihre Widmungen. Als erster er auf Grund der§§ 823 und 826 des Bürgerlichen Gefetchs die Baffanten überhaupt, aber gerade die Streifpoften wegzutreiben, legte Genoffe eng& bach im Auftrage des Vorstandes der fozial- 160. Schadenersas verlangt weil ihm unsere Genossein werde durch die Straßenordnung nicht gedeckt und verletze andererseits demokratischen Partei Deutschlands und der Reichstagsfraktion, die einer guten Sitten verstoßeien borsäglich Schaden zugefügt häen. Vorgehen der Polizei hätte den Arbeitern nicht geholfen. Bis zu der nieder. Es folgte ein solcher des Hauptvorstandes des Deutschen „ Volksblatts" beleidigt gefühlt, gegen den Entscheidung des Regierungspräsidenten wäre der Streik wahrscheinlich Holzarbeiterverbandes, der Parteiorganisationen fast aller rheinischon beendigt gewesen. schen und vieler westfälischen Wahlkreise, der Parteizeitungen des Verfasser, Genossen Thiele, geklagt und im ZeugniszgsDas Urteil ging dahin, daß den Arbeitern zwar das Rheinlandes, zahlreicher Parteiorte und Kölner und auswärtiger berfahren die Genossen Däumig und Molkenbuhr bernehmen sen. Stoalitionsrecht gewährleistet, daß fie aber trotzdem auch an andere Gewerkschaften. Bei den Trauerfundgebungen am Grabe benahm fich Suchsland fiel mit dem Prozeß hinein und mußte auch nc bie Diese Schmerzensgelder will er nun auf und gesetzliche Bestimmungen, also auch an die Straßenordnung gebunden" die Polizei, die einen höheren Beamten entsandt hatte, in einwand Kosten bezahlen. feien. Wenn die Polizei auch nicht das Recht hätte, will- freier Weife. Es ist ja in Preußen nötig, das im zutreffenden Falle des Bürgerlichen Gesetzbuchs herausholen. fürlich die Rechte anderer zu verlegen, und wenn jedesmal hervorzuheben, weil es sich leider nicht von selber versteht. fönnte Herr Suchsland, wenn ihm silberne Löffel gestohlen tden auch anzuerkennen sei, daß die Streitenden sich ordent- Wir schließen den Bericht mit den Worten eines der Kranz- find, von einem Zeugen, der ihm nach bestem Wissen den Diericht lig und anständig benommen hätten, so stehe doch der deputierten, deren Grundgedanke in manchen anderen der ge- nennen fann, Schadenersatz verlangen. Er will nun in demivilPolizei das Recht zu, Borkehrungen zu treffen, daß teine Besprochenen Widmungen wiederkehrte: Du bist im Stampfe gefallen, prozeß den Redakteuren Eide zuschieben usw. Das Gericht ühte läftigungen vorkommen tönnten. Wenn sie etwa Du hast ausgekämpft; wir werden in Deinem Geiste und nach schon das Unterste nach oben fehren, wollte es unsere Gossen möglichen" Ausschreitungen vorbeuge", fo fei fie im Deinem prächtigen Borbilde weiterkämpfen bis zu endlichem Siege! fchadenersatzpflichtig machen. Recht.... Quintessenz zehn Mart Geldstrafe für jeden das Koalitionsrecht der Arbeiter. Eine Beschwerde gegen das ungefeßliche ferner noch durch Genossen Sue sich vertreten ließ, einen Kranz Weise borsäglich Bekanntlich hatte sich Suchsland durch zwei Artikel des " " " " bermuhen Mit demselben chte Streifposten und Blankovollmacht an die Polizei, zu jedem etwa" Statistik des Klaffenbewußtseins. Die Verwaltungsstelle Aus Industrie und Handel beliebigen Raub an den gesetzlichen Arbeiterrechten. Die Polizei Frankfurt a. M. des Deutschen Metallarbeiter Mehlproduktion und-Konjum in Deutschland. braucht jetzt nur Belästigungen anzunehmen", die vortommen berbandes veranstaltete im Anfange des vorigen Jahres bei tönnten", Ausschreitungen, die etwa möglich wären, ihren Mitgliedern eine Umfrage über die Zugehörigkeit zur Partei Eine eingehende Produktions- und Konsumstatistik für Mund und der Kapitalismus ist von den lästigen Streitposten befreit! Weit und zur Leserschaft der Parteizeitung. Den Fragebogen waren leie im Deutschen Reiche veröffentlicht die Allgemeine affche ähnlichen Begründungen" könnten dann mit der Zeit auch sämtliche Aufnahmefcheine für die Partei und Abonnementseinladungen für Mühlen- Zeitung". Die Konsumziffer ist gewonnen durch Dition übrigen Rechte der Arbeiter, die noch auf dem geduldigen Papier die Barteipresse angegliedert. Ueber das Ergebnis der Umfrage von Ernte und Ausfuhr und Abzug von Ausfuhr, Verbra) für des Gesetzgebers verzeichnet sind, abgeschafft werden und es bliebe wird in dem foeben erschienenen Jahresbericht pro 1907 ausführlich Brennereizwecke und für die Aussaat. Danach ergeben sich tende schließlich nur die Majestät des Schutzmanns zur Beurteilung darüber berichtet. Es zeigt erneut, wie notwendig eine intensive Agitation Ronfumziffern: übrig, ob einem Staatsbürger irgend ein Recht zustehe. für die Parteiorganisation und Parteipreffe in den Gewerf" Mit derfelben Argumentation wie hier das Koalitionsrecht tönnte ich aften ist. Die Verwaltungsstelle Frankfurt a. M., die im 3. B. auch das Eigentumsrecht genommen werden, sobald Jahre 1907 eine Mitgliederzunahme von fast 2000( 27,59 Broz.) zu die Polizei der Ansicht ist, der Gebrauch des Eigentums tönnte berzeichnen hatte, zählte am Jahreswechsel 1906/7 bei der Aus bielleicht z. B. zu Diebstählen, zu Brandstiftungen u. dgl. führen gabe der Fragebogen- 6230 Mitglieder. Von diesen füllten nur 2618u. dgl. Wozu dann überhaupt Gefeße bestehen, wenn der Polizei also nur 41 Broz.!- die Fragebogen aus. Und dies, obwohl die Fragegestattet sein soll, den Gebrauch der gefeßlich gewährleisteten Rechte bogen den Mitgliedern zum Teil erneut ins Haus gebracht wurden. zu verbieten, ist unerfindlich. So tief im Bolizeistaat wie So liegt nun auf der Hand, daß von den 3617, die an der Statistik mitBreußen und in der Rechtlosigteit wie die beteiligt find, nur ein geringer Prozentsaz Mitglied der Parteipreußischen Arbeiter nach diesem Gerichtsorganisation oder Abonnent eines Parteiorgans ist. Denn man entscheid stehen, stedt tein Land, auch nicht das darf wohl von den organisierten Barteigenoffen annehmen, daß sie der sogenannten Silben". Mit welchem Erfolge das eine derartige Statistit nach Möglichkeit unterſtügen. Dieser RückRammergericht angerufen werden wird, bleibt abzuwarten. schluß beeinflugt wohl die Statistit im Verhältnis der Gesamtzahl Unten teilen wir ein Erkenntnis des Oberverwaltungs- der Mitglieder sehr ungünstig, muß aber in Betracht gezogen gerichts mit, das die kühnen Deduktionen des Osnabrücker werden. Gerichts, die im wesentlichen mit ähnlichen des Kammergerichts übereinstimmen, verwirft, wiewohl es sich bei der oberverwaltungsgerichtlichen Entscheidung nur um polizeiliches Einschreiten gegen Rummel" handelt. ,, Rummel" ist der Majestät des Schutzmanns über. 1 Verbrauch Berl. Mdpreis pro 10kg Weizen oggen M. M. 1892/93 9 . 96,9 pro Kopf der Bevölkerung Roggenmehl Weizenmehl Mehl auf. 80,2 1893/94 109,8 1894/95.. 104,7 1895/96 in Kilogramm 49,3 129,6 54,8 164,6 61,4 166,1 61,1 158,0 1896/97 . 105,3 62,0 167,3 1897/98 1898/99 98,3 55,5 153,8 189 142 • $ 103,1 64,1 167,2 141 160 1899/00 . 98,1 61,3 159,4 149 143 1900/01 98,5 64,3 162,8 155 141 1901/02 92,7 58,3 151,0 166 144 1902/03 106,8 69,5 176,4 152 135 1903/04 104,1 65,2 169,3 161 133 1904/05 .93,2 65,0 164,2 170 140 2.100,5 67,7 168,1 170 155 .97,2 67,9 165,1 182 169 1905/06 1906/07 . Von den 2613 Mitgliedern, die den ausgefüllten Fragebogen abgaben, find 97437,30 Broz. politifah organisiert. Die Parteipreffe abonnierten 1540 58,93 Broz. Davon entfielen auf die " Frankfurter Volksstimme" 1483, Offenbacher Abendblatt" 41 und Mainzer Volkszeitung" 16 Abonnenten. Die Mitglieder verteilen Steigen die Preise, geht der Konsum zurüd und ugekehrt. sich über sechs Reichstagswahltreise. Bon allgemeinem Intereffe ist nun die Feststellung, daß die in den ländlichen Kreisen wohnenden Daß die durch die Inlandsernte zur Verfügung stehend Menge Mitgliedern beffer politisch organisiert sind, als die in Frankfurt nicht ausschlaggebend ist für den Preis, zeigte sich besonder in den wohnenden. Der Prozentsatz zu der Zahl der 2613 Mitglieder be- letzten Jahren. Im Jahre 1902/03 betrug die Ernte ioggen Ede Magazin- und Alexanderstraße ist ein Grundstück, das dem im Wahlkreise Friedberg- Büdingen dagegen 70,58 Proz.! Auch das 410 843 Tonnen hinauf, der Preis ging auch noch ur 2 W., Ede Magazin- und Alexanderstraße ist ein Grundstück, das dem trägt in Frankfurt a. M. für die politisch Organisierten 82,95 Broz. 9 494 150 Tonnen, im nächsten Jahre ging die Erntemge um Wilitärfistus gehört, von diefem aber berpachtet ist. Von September Verhältnis zur Parteipreffe ist ähnlich. Frankfurt a. M. fteht be auf 133 m2. zurüd. Das nächste Jahr brachte eine Ernte, die die bis November 1906 fanden dort allerlei Schaustellungen und Bezüglich der prozentualen Ziffer der Abonnenten eines Parteiorgans des Jahres 1903/04 um 156 269 Zonnen überragte, trogen stieg Luftigungen statt. Es war ein Rummel" und zwar ein sehr erst an vierter Stelle! Eine Zusammenstellung über das Vergroßer. Als nun die Polizei Anfang 1907 erfuhr, daß das Grund- hältnis der verschiedenen Alterstlaffen zeigt, daß die Alters- der Preis um 7 M., auf 140 M. Die Ernte des Jahre 1905/06 find wieder als Rummelplatz dienen sollte, versuchte sie es flaffe von 31-40 Jahren prozentual die günstigsten Ziffern zur blieb hinter der vorjährigen um 453 935 Tonnen zurüd,& Preis vorbeugend mit dem§ 10 II 17 Allgemeinen preußischen politischen Organisation wie zur Leserschaft der Arbeiterpreffe auf- fchnellte weiter um 15 M. in die Höhe; das letzte Jah brachte Landrechts, der thr die Befugnis verleiht, die nötigen utveifen vermag. Von den 974 politisch Organisierten ge- dann wieder eine geringe Steigerung der Erntemenge, er Breis Anstalten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicher- hören nur 103 fünf Jahre oder länger der Partei an. sprang nochmals um 14 M. hinauf. Aehnlich ist die Belaung bei heit zu treffen und das Publikum vor bevorstehenden Gefahren zu Fast 60 Prozent find aber erst ein bis zwei Jahre politisch Weizen, wie ein Blid auf diese Zusammenstellung zeigt: fchützen. Der Polizeipräsident erließ nämlich eine Verfügung an organisiert. den Pächter Schirbel und den Unterpächter, Schausteller Bachmann, 1902/03 1903/04 1904/05 1905/06 1906/07 durch die es untersagt wurde, auf jenem Grundstück Schaustellungen oder Luftbarkeiten zu veranstalten oder ihre Veranstaltung zuzuTaffen. Begründend wurde bemerkt, der frühere Rummel hätte zu den erheblichsten Störungen der öffentlichen Ruhe, Ordnung und Sicherheit geführt. Später wurde der große Lärm und feine Eine wirkung auf die Umgebung hervorgehoben, sowie daß bei der Art eines Teils des Bublifums Schußmannspatrouillen und gelegentlich auch polizeiliches Einschreiten notwendig gewesen seien. Aus der Partei. der Tonnen Die deutschen Abrechnungsstellen. Summe der 182 fonnte, inwieweit die Mitglieder Abonnenten bürgerlicher Beitungen Ernte in Ein großer Mangel der Statistik ist, daß nicht festgestellt werden find. Die Fragebogen enthielten wohl eine derartige Frage 3 900 396 3 555 064 8 804 828 3 699 882 3 989 563 größte Teil der Mitglieder füllte sie aber nicht aus. Er drüdte Preis in M. sich an der Beantwortung der Frage vorbei," heißt es in dem 152 pro Tonne 161 170 170 Kommentar der Statistik. Das ist bedauerlich, aber auch sehr be- Im Jahre 1904/05 war die Erntemenge erheblich gröer als im zeichnend. wurden 150 Mitglieder für bie politische Organisation und awei 1906/07 brachte eine Grutemenge, die die des Jahres 192/03 noch Durch die dem Fragebogen angefügten Aufnahmefcheine voraufgegangenen Jahre, der Preis zog um 9 W. an. Das Jahr Auf die Klagen des Bächters und unter freuliches Ergebnis! Leider fann man dies von dem Gesamtresultat über den jenes Jahres hinausgegangen. Obwohl unsere Frute den hundert Abonnenten für die Parteipreffe gewonnen. Ein gewiß er um 39 167 Tonnen überragt; dabei war der Preis um ind 30 M. pächters jeste der Bezirksausschus die polizeiber Statistik nicht sagen. liche Verfügung außer Straft und das OberInlandsverbrauch nicht deckt, ist im Jahre 1906/07 die Eifuhr gegen verwaltungsgericht berwarf am 17. b. Mts. die Geschlechtliche Erziehung in der Arbeiterfamilie. Von Dr. bas Borjahr um 8790 Tonnen zurüdgegangen, die Asfuhr um Berufung bes Bolizeipräsidenten mit folgender Be- Julian Markuse. Arbeiter- Gesundheits- Bibliothek Heft 15, gründung: Es tönne dabingestellt bleiben, ob man gegen Buchhandlung Vorwärts, Preis 20 Pf. In schöner Sprache 41 675 Tonnen gestiegen. Das ist eine wirtfame Unterstung des einzelne ber Luftbarkeiten auf sogenannten Rummelplägen auf Grund eine sachgemäße Behandlung der vielleicht wichtigsten aller Er. Schutzes der nationalen- Preistreiberei. des§ 10 II 17 einschreiten fönne. In der strittigen Berfügung feien stehungsfragen. Die Schrift bietet eine fachgemäße Anleitung zur alle Luftbarkeiten und Schaustellungen auf dem Plaze verboten Beobachtung der Natur und zur Uebermittelung an die Kinder in worden, also der ganze Runnel. Das gehe zu weit. Es feien febr stufenmäßiger Folge, nebst beachtenswerten prattischen Ratschlägen Der„ Internationale Bollswirt" veröffentlicht mit intveis aut wohl auf solchen Bläßen Luftbarkeiten denkbar und möglich, die nach( so der Hinweis auf die Gleichstellung der Genitalien und der den Reichsscheckgefegentwurf eine ausführliche Darstellung über die teiner Richtung eine Gefahr für die öffentliche Ordnung usw. in fich Augen hinsichtlich der Schädlichkeit der Berührung). Entschiedener Entwickelung der deutschen Abrechnungsstellen. Danach st die Zahl fchloffen. Jene allgemeine Anordnung der Polizei habe als unzuhätte die Erschwerung aller praktischen Erfolge durch die sozialen, der Abrechnungsstellen von 7 im Jahre 1883 auf 14 de 1907 an Lassig außer Straft gefeßt werden müssen. namentlich die tieftraurigen Wohnungszustände be- gewachsen, die Zahl der Teilnehmer stieg von 85 au 149( 1906), Das Erkenntnis des preußischen Oberverwaltungsgerichts deckt tont werden dürfen. Gerade wo wir auf die kleinen Hülfsmittel die Stückzahl der zur Abrechnung eingelieferten Papier von 149 550 sich mit seiner ständigen Braris und steht in wohltuendem Gegensatz hinweisen, die wir heute anwenden können heute anwenden können und müssen, auf 9183997, die Summe der Einlieferungen von 88757000 m. auf zu der oben mitgeteilten Auffaffung des Denabrüder Landgerichts, brängt sich das Bewußtsein der großen Not und der Not- 45 318 105 600 m. und die auf Girokonto gutgefchrie enen Beträge das die Majestät des Schugmanne in der von uns geschilderten wendigkeit einschneidendster Gingriffe um so gebieterischer herbor. bon 3 121 848 000 2.( 1884) auf 8 966 381 800 M2. Die folgende Weife höher als ein Reichsgefez wertet. Freilich im Osnabrüder zweifelhaft bleibt mir, ob es richtig ist, wie es bei diesem Thema Tabelle gibt ein Bild von der Anteilnahme der einzelnen AbFall handelt es sich nicht um„ Nummel", sondern um ernste zumeist geschieht, mit der Erklärung fich viele Jahre auf den Ge- rechnungsstellen an dem Verkehr im lezten Jahre: Arbeiterinteressen. burtsvorgang und die vorhergehenden Zustände zu beschränken, die Stückzahl der der menschlichen Befruchtung aber auf das Alter der Einlieferunger Schulentlassung zu verschieben. Bis dahin dürfte sich in der Regel die mit Recht gefürchtete Aufklärung" von dritter Seite längst bollzogen haben. Wäre es nicht doch besser, diese Tatsache in einem so frühen Alter zu erflären, in dem jede sinnliche Nebenempfindung Nun hat sich die Erde geschlossen über den furchtlosen Stämpfer, beim Stinde noch völlig ausgeschlossen ist, sodas dann alle weiteren Gen treuen Genoffen, den lieben Freund, der uns um Jahrzehnte Beobachtungen des Kindes sich in voller Unbefangenheit vollziehen zu früh gestorben ist. Noch fönnen wir uns an den Gedanken nicht und jedes Ausweichen und Umgehen überflüffig wird? Jedenfalls gewöhnen, daß wir fünftig nicht mehr Schulter an Schulter mit sollte, sobald das Kind von sich aus die weitere Frage stellt: wie ihm stehen, daß wir seinen flugen Rat, seine begeisternden Worte aber kommt das Kind in den Mutterleib? die Auskunft nicht fehlen. und seine unermüdliche Mitarbeit entbehren sollen. Wie fo biele, Der richtige Taft hierbei ist freilich nicht jedermanns Sache. Die die gleich ihm ihr Dafein dem proletarischen Befreiungsfampfe, dem Schrift eignet sich trefflich für nachdenkende und intelligente ArSozialismus gewidmet haben, hat er seines eigenen Wohl beiter, Bäter und Mütter, die dann wieder in ihren weiteren befindens und feiner Gesundheit nicht geachtet; noch als Streifen erziehlich wirken. Noch immer aber fehlt uns eine er die todbringende Krankheit schon in fich fühlte, tonnte Schrift dieser Art, die gang allgenreinverständlich gehalten ist, die der raftlose Kämpfer sich nicht entschließen, sich Schonung feinerlei Voraussetzungen will. Sie möchte noch türzer, mit aufzuerlegen. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn in Karl Meist großer Schrift und in furzen Sähen mit einfachsten Gedanken ges Total 9 183 997 45 313,1056 Nefrolog geschrieben wurde, es tönne feinem Zweifel unterliegen, balten fein. Bielleicht versucht sich einmal ein Arbeiter ober Nehmen wir das Jahr zu 305 Geschäftstagen an, so rechnete daß die aufreibende Werbearbeit, die er noch bei der jüngsten eine schlichte Mutter an diefer überaus dankenswerten Aufgabe. Reichstagswahl in seinem Wahlkreise Remscheid- Lennep- Mettmann Besondere Beachtung verdienen die Schlußworte mit ihrer Berlin täglich durchschnittlich 50,2, Hamburg 62,7 millionen Mart fräftigen Betonung der Erziehung aur Gelbstab. In den Vorjahren clearte Hamburg als führendes Institut und anderwärts zu leisten auf sich nahm, ihm den Rest gegeben hat. So darf man auch von Karl Meist sagen, daß er sein alles für beherrschung. Daher auch in der Erziehung Anleitung zur durchschnittlich pro Tag 49,9, 52,7 44,6, 41,5, 39,5, 38,3 beziehungsleberwindung von früh an vor allem eines Genusses, der der un- weise 38,4 Millionen Mark. Der 1907er Tagesdurchschnitt von die heilige Sache des Sozialismus geopfert hat. gertrennliche Begleiter der Sittenlosigkeit ist, des Alkohols. 18 Städten betrug 11,4 Millionen gegen 10,6 beziv. 10,2, 9,6, 9,27, Er ist nicht bloß am förperlichen Sinne das unheilvollste 9,8, 9,6 und 9,8 Millionen Mark des Durchschnitts der vorherGift für den findlichen Organismus, er ist auch gehenden Jahre. fo fangen die Kölner Arbeiterfänger am Sonnabend an feiner fein größter Feind, indem er alle sittlichen Regungen erstickt und Bahre, che fich der gewaltige Leichenzug von dem Sterbebaufe die Herrschaft der Sinne, und zwar in tierischster Art, proflamiert. Philippstr. 26 in dem Kölner Bororte Ehrenfeld aus in Bewegung Wer seine Stinder lieb hat, wer sie zu brauchbaren Mitgliedern der feste. Der Ehrentitel, ein Sohn des Wolfes gewesen zu fein, Gesellschaft heranziehen, und nicht im Sumpf untergehen lassen steht unserem Starl Meist in vollem Maße zu. Und das Volk weiß, will, der halte sie fernab von diesem falschen, gleißnerischen täglich 1200 Millionen gegen 1440,6 Millionen Mark beztv. 1287,72, was es an ihm verloren hat. Zu ungezählten Taufenden waren Freunde", der zeige vor allem am eigenen Beispiel, das am 940, 900, 1050 Millionen Mart in den Borjahren, London wie im die, die sich an dem schier endlosen Zuge nicht beteiligten, herbei- tiefsten wirkt, daß das Unheil, welches vom Alkoholgenuß fommt, Vorjahre, etwa 855 Millionen Mark täglich, gegen 820, 703, 659, geeilt, um Zeuge dieser Trauerlundgebung zu sein, wie Gntfagung und damit Selbstaucht berlangt. In diesem Kampf 670 Millionen Mart Karl Meifts Beerdigung. Ein Sohn des Volfes wollt er fein! Wollt' er sein und bleiben! Hamburg Berlin Frankfurt Bremen Dresden 5 870 888 1 679 830 in M. Mart 19 B1,8593 15828,6056 5039,2200 445 839 Leipzig 157 829 154 005 152 015 1874,7742 1006,1811 646,4984 Köln 147 975 603,7946 Chemnig 139 263 568,9469 München 104 279 318,6667 Breslau 90 346 249,8587 87.767 244 6700 Stuttgart Elberfeld Dortmund Braunschweig 84 319 66 851 3 296 190,1079 99,0880 11,3342 Alle Clearinghäuser außer Braunschweig zufammengefaßt ergeben eine tägliche Abrechnungssumme von 148,6 Mill. gegen 187,8 beztv. 122,8, 106,6, 101,9, 92,2, 96,3, 98 und 100,8 mill. Wart in den Vorjahren. Das New Yorker Clearinghaus clearte 1907 Verband sozialdemokrat. Wahlvereine Deutscher Metallarbeiter- Verband Berlins und Umgegend. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Sof L. Amt 3, 1239. 16559 Charitéstraße 3. Sof III. Amt 8, 1987. Nur einmal jährlich! Mittwoch, den 26. Februar 1908, abends 8 Uhr: Inventur- Extrapreise Dienstag, den 25. Februar 1908, Allgemeine Klempnerversammlung finden in folgenden Kreisen abends 8½ Uhr, Außerordentliche General- Versammlungen statt. 2. Wahlkreis. Hofjäger- Palast, 5-53. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Stellungnahme zu unseren Anträgen zur Verbands Generalversammlung. Delegierten. 4. Bereinsangelegenheiten. 3. Wahl der 3. Wahlkreis. Kommandanten: Armin- Hallen, traße 58-59. Zages Drdnung: Neferent: 1. Unfere gegenwärtige Bolitit." Reichstagsabgeordneter Wolfgang Seine. 2. Die Berbands Generalversammlung und Bahl der Dele gierten. 4. Wahlkreis. Kellers Festfäle, Koppenste. 29. Zages Drbnung: 1.„ Der Wahlrechtskampf und die Gewerkschaften." Referent: Gewerkschaftssekretär Albin Mohs. 2. Anträge zur Verbands- Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 5. Wahlkreis. Schüzenhaus, Linienste. 5. Zages Drdnung: 1. Die fozialpolitischen Gesegesvorlagen im Reichs. tag." Referent: Reichstagsabgeordneter Robert Schmidt. 2. Die Verbands- Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 6. Wahlkreis. Ballschmieder, Badstr. 16. Zages Drdnung: 1. Wahl der Delegierten zur Verbands- General versammlung. 2. Fortsetzung der Diskussion über das Referat von Schippel und Storreferat von Ledebour über Stolonialpolitit". 3. Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch keinen Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Aktions- Ausschuß. Achtung! Maurer. in den Andreas- Sälen, Andreasstraße 21. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Reichstagsabgeordneten Genossen Brühne über: Die fozialpolitischen Vorlagen im Reichstag. 2. Diskussion. 3. Branchen und Verbandsangelegenheiten. NB. Da unter Branchenangelegenheiten wichtige Mitte flungen zu machen sind, ist das Erscheinen aller Stollegen dringend notwendig. Auch werden in dieser Bersammlung die Billetts zum Klempnervergnügen, welches am 14. März bei Steller( Stoppenstraße) stattfindet, ausgegeben. Mittwoch, den 26. februar 1908, abends 6 Uhr, im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12: G ardinen abgepaßte Fenster, weiß und creme Schallänge pro 2,75 Mtr. Fstr. M. 285 Schallänge pro M. 435 3,20 Mtr. Fstr. Imit. Point- laceGardinen, pr. str. M. 585 Versammlung lions- M. 175 der Chirurgischen Branche Zages Drdnung: 1. Bericht der Agitationstommission und des Arbeitsvermittlers und Neuwahl derselben. 2. Das Wesen der Rohn- und Akkordarbeit. 3. Distuffion. 4. Verschiedenes. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 26. februar 1908, abends 8½ Uhr: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen im Mehers Festfälen, Sebastianstraße 39. Tages- Ordnung: 1. Der Kampf zwischen Stapital und Arbeit." Referent: Genoffe Emil Boeske. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Kollegen, insbesondere die Vertrauensleute, werden ersucht, für guten Besuch der Versammlung zu forgen. 112/12 Donnerstag, den 27. februar 1908, abends 6 Uhr: P Tüll- Stores Gestickte echte Spachtel- Stores Goldfarb. reichgestickte Band- Stores Tüllbett- Gr.180/ 220 decken M. 785 M. 385 cm M. 235 M. 625 M. 585 Reichgest. 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Verschiebenes. Die Bilanz liegt zur Einsichtnahme für die Genoffen im Geschäftslotale Der Vorstand. Krüger. Kornetzky. aus. 3035 Mittwoch, den 26. Februar, abends 8% Uhr, in der Musikerbörse, Möbelfabrik ,, Phönix". Kaiser- Wilhelm- Straße 18m: Versammlung. Tages Drdnung: 1. Wahl des zweiten Vorsitzenden und ersten Schriftführers in den Zweigvereinsvorstand des Verbandes der Maurer. 2. Wahl eines Revisors. 3. Wahl ber Mitglieder zur Beschwerde- und Schiedskommission. 4. Wahl eines Vertreters zur Berliner Gewerkschaftskommission und zweier Delegierten zur Gautonferenz. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch( Verbandsbuch und altes Vereinsbuch) legitimiert. Der Vorstand. J. A.: Gustav Zeglin. 129/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 26. Februar, abends 8% Uhr, in Frehers Festsälen, Koppenftr. 29: General- Versammlung Tages- Ordnung: Staffenbericht vom 4. Duartal 1907. Bericht des Vorstandes, des Arbeitsvermittlers, des Bibliothekars, der Werkstattkontrolllommission und des Dumanus der Schlichtungskommission. Erfahwahlen zur Orts. verwaltung. Wahl der Bureauangestellten. Anstellung eines weiteren Hülfsarbeiters. Anträge. Verbands angelegenheiten. Gintritt nur mit Mitgliedsbuch. Die Ortsverwaltung. Die Kollegen, die noch keine Jahresberichte erhalten haben, können sich diefelben jeden Abend von 5-7 Uhr durch die Werkstatt- Vertrauensleute vom Bureau abholen lassen. Zahlstelle 44 ist von Löwestr. 21 nach Tilsiter Str. 27 verlegt. Freitag, den 28. Februar, vormittags 10 Uhr, in Frehers Festfälen, Koppenstr. 29: Versammlung der arbeitslosen Verbandsmitglieder. M. Krügers Speise- Leinöl Bruch- Pollmann ift bns beste, täglich frisch und garantiert rein. 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Thellastraße 6, Groß- Richterfelde, Bau Borchardt. eritraße, Charlottenburg, Bap Saubere Schlafftelle, Herrn, Man-| Breitestraße, Schmargendorf, Bau teuffelstraße 30, born II lints. 3076 Bessere Schlafstelle, Ersten, Witwe, Liegniterstraße 36, Hof II rechts. Möblierte Schlafstelle, Oberbergerstraße 35, born.+121 Möblierte Schlafstelle vermietet Hänsch, Christburgerstraße 44.+128 Möblierte Schlafstelle zu ber +18 Albrecht, Der Fliesenleger Hans Göbel, Behlendorf, fucht mit allen Mitteln liesenleger für die gesperrten Ar beiten anzuwerbeu. Der Sektionsvorstand und die Freie Vereinigung der Fliesenleger. Singer& Co., Berlin SW. Pf. 47. 25. Jahrgang. s Joriitb" Dnlim KlksblÄ Dienstag. 25. Febrnar M8. erster fsMchrsttstcher strbettettag Eisen, 23. Februar.(Gig. Ber.) Der liberal-dcmolratische ArbeiterauSschutz in Düsseldorf hatte auf Sonntag in das Hansa-Horel in Essen einen fort schritt- l i ch en A r b e i t e r r a g einberufen, der von etwa vierzig Ver- tretern freisinniger Vereine und Hirsch-DunckersKer Gewerkvereine besucht war. Im Austrage der Freisinnigen Vereinigung war ReichstagsaRzcordneter Dr. Potthoff, im Auftrage der freisinnigen Wolkspartei Parteisekretär Ebel- Berlin anwesend, die beide dem Arbeiiertag die Grübe und das Wohlwollen ihrer Partei über- mittelten. Der Vorsitzende H e i n e n- Düsseldorf bemerkte, daß die Arbeiter, die sich zu diesem Kongreß zusammengefunden hätten, weder der konscrvativ-anrisemitischen, noch der sozial- demokratischen_ Richtung der Arbeiterbewegung sich anzuschließen vermöchten; die Bildung einer neuen Arbeiterpartei sei ein Un- ding, und deshalb wolle man versuchen, innerhalb der links- liberalen Parteien und Fraktionen Einfluß zu gewinnen, um diese zu einer wirksamen Beriütsichligung der Arbeiterinteresscn zu ver- anlassen. Damit solle nicht gesagt sein, daß man nun der Politik dieser Parteien blindlings folge, man werde im Gegenteil da, wo sie es an Vertretung der Arbeirer- und Volksinteressen fehlen lassen, energisch Opposition machen. Der Redner zählte sodann die für die Arbeiter in der nächsten Zeit in Betracht komnienden gesetzgeberischen Aufgaben auf und meinte, es würden keine Taten folgen, wenn nicht die Arbeiter sich einmütig erhöben und politisch betätigten. Parteisekretär Bruno P o e r s ch(Freisinnige Vereinigung) redete sodann über die Forderungen der fortschrittlich denkenden Arbeiterschaft und die politischen Parteien. Er bemerkte zunächst, daß der liberal- demokratische Lrbeiterausschuß, der vor einigen Monaten gegründet worden sei, die Aufgabe habe, unter der fortschrittlich, denkenden Arbeiterschaft für die politische Betätigung zu agitieren und weiter das Interesse der liitksliberalen Parteien für Arbeiterfragen zu wecken. Der Liberalismus habe eine glänzende Vergangenheit hinter sich, in der er sich große Verdienste um das öffentliche Wohl und die moderne Kultur erworben habe. Später sei es dann mit dcm Libera- lismus bergab gegangen. Den ersten Regungen der Arbeiter klaffe habe er mit völliger Verständnislo'sigkeit gegew über gestanden und auch heute noch herrsche in liberalen Kreisen bezüglich derArbeiterinteressen eine großeKurz- sichtig keit, wofür besonders die liberale Kommunal- Politik bezeichnend sei. Das Verhalten des Liberalismus habe viele Arbeiter abgestoßen und ins Lager der Gegner getrieben. Der Redner geht dann die Taten der Blockpolitik durch und stellt als Ergebnis die völlige Enttäuschung der Arbeiter- s ch a f t fest. Der Prüfftein für die liberale Festigkeit sei die preußische Wahlreform. Bülows Antwort auf den freisinnigen Wahlrechtsantrag bedeute die Ablehnung einer jeden Wahlreform, eine Brüskierung des Liberalismus und einen Fau st schlag ins Gesicht der Arbeiterklasse. Irgend eine praktische Frucht sei aus der konservativ-liberalen Paarung nicht erwachsen; wohl aber habe sie den Liberalismus verhindert, in wichtigen Fragen mit der notwendigen Entschieden heit aufzutreten..Ich hasse, so erklärt Poersch, die preußischen Junker von ganzem Herzen, aber vom menschlichen Standpunkte aus nmß ich sagen: in der Art. wie sie ihre Interessen zu vertreten wissen, sind es ganz prächtige Kerle; und wenn sich unser Liberalismus entschließen könnte, mit derselben Rücksichtslosigkeit vorzugehen, dann stände es besser um ihn und um das Volk. Seit der„Kanzlerkrise" am 6. Dezember scheinen einige linksliberale Politiker in national- liberale Bahnen geglitten zu sein. Viele liberale Ar- beiter haben der politischen Tätigkeit entsagt; wenn man an sie herantritt, sagen sie:„Wir sind nicht ullramontan und auch nicht sozialdemokratisch, aber bleibt uns auch mit eurem„Libe- ralismus" vom Leibe". Der Redner geht sodann die für den Arbeiter in Betracht kommenden politischen Forderungen durch, tadelt die politische Gleichgültigkeit der liberalen Arbeiter und fordert sie auf, in dem Kampfe zwischen Fortschritt und Reaktion Stellung zu nehmen, den Einfluß der linksliberalen Parteien zu stärken im Interesse deS Fortschrittes und der Kultur.(Lebhafter Beifall.) An der nun folgenden Diskussion beteiligten sich zahlreiche De- legierte. So weit Arbeiter zu Wort kamen, läßt sich als die vor- herrschende Meinung folgendes feststellen: Entschiedene Ab- Neigung gegen die Blockpolitik. Je eher der Block aus- einanderfällt, desto besser— das war die fast einstimmige An- schauung; zwei Redner, die den Block wenigstens als Versuch gelten lassen wollten, erfuhren lebhasten Widerspruch.„Ich möchte am liebsten dem Block eine Bombe unterlegen"— meinte ein Redner. Sodann kam fast übereinstimmend die Unzufriedenheit mit dem Liberalismus, insbesondere auch deS Freisinns ä la M u g d a n, in allgemein politischen wie sozialpolitischen Fragen, zum Ausdruck. Und drittens forderte man Srößeres Entgegenkommen bei der Berücksichtigung der �r b e i t e r i n d e r P a r t e i o r g a n i s a t i o n und der Auf- stellung von Kandidaten. Es sei beschämend, versicherten mehrere Redner, daß kein einziger Arbeiter in den liberalen Fraktionen anzutreffen sei; auch wurde die Zuziehung von Arbeitern zu den FraktionSsitzungen als Sachverständige in sozialpolittschen Fragen gefordert. Mehrfach wurde Hingelviesen' aus die Sozialdemokratie..Ich halte es", so erklärte ein Redner,„mit der Sozial- demorratie, indem ich sage: Radikal und radikal und nochmals radikal— anderes gibt's für uns Ar- beiter nicht, was uns helfen kann." Einige Redner aus bürgerlichen Kreisen(Rechtsnnwalt Levi- Dortmund, Professor Cauer-Elberfeld. Abg. Potthoff, Parteisekretär Elbel) suchten das Ungestüm der Kritik auf feiten der Arbeiter ein- zudämmen; es sei jetzt weniger wichtig, aus Mängel und Fehler der Parteien hinzuweisen, als gesunde Forderunge» zu stellen und für deren Durchführung innerhalb der liberalen Parteien zu wirken. Der freisinnige Parteisekretär meinte: wenn die liberalen Arbeiter sich über geringes Entgegenkoimnen seitens des Liberalismus be- klagten, so möchten sich die liberalen Arbeiter auch mal die Frage vorlegen, ob sie denn ihrer Partei gegenüber immer den nötigen Eiser bewiesen hätten. Schließlich ging die Diskussion über in eine Auseinandersetzung, ob die liberalen Arbeiter den Freisinnigen, oder die Freisinnigen den liberalen Arbeiter daS geringere Eiitgegeu- lommcn gezeigt haben. Folgende Beschlüffe wurden gefaßt: I. .Der erste fortschrittliche Arbeiiertag für Rheinland und West- falcn erklärt: Der Liberalismus kann nur dann daraus rechnen, die letzten Reste der Arbeiterschaft zu behalten und das verloren ge- gangene Verttauen der Arbeiter wieder zurückzugewinnen, wenn er tn Zukunft mehr als bisher die Wünsche der arbeitenden Bevölkerung auf dem Gebiete der Sozialreform Rechnung trügt und eine kraft- volle liberal-demokratische Politik betreibt. Der Arbeitertag bedauert daher, daß die liberalen Fraktionen die Blockpolitik deS Fürsten Bülow unterstützt haben, ohne von diesem bindende Zusage für die Erfüllung liberaler Forderungen zu besitzen. Der Arbeitertag er- wartet, daß die liberalen Fraktionen zukünftig mit mehr Ent- schiedenheit die berechtigten Interessen des Volkes vertteten werden und fordert deshalb von denselben: 1. Eine energische Propaganda für das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht für Preußen; 2. Die Ablehnung deS§ 7 des Vereinsgesetzes; 3. die Verwerfung jeder weiteren indirekten Steuer. Die Delegierten er- suchen ferner die liberalen Fraktionen, einzutteten für den zehn- stündigen Maximalarbeitk-tag für alle Industrie- und Werksarbeiter, den achtstündigen Arbeitstag für alle Arbeiter der schweren Industrie, ptx chemischen Industrie, der Glas- und Spiegelfabriken, weiter die �Vorlage über die Arbeitskammcm in ihrer jetzigen Form ab- zulehnen. Außerdem halten die Delegierten eine weitsichtige Sozialpolitik auf kommunalem Gebiete und die Schaffung eines Kommunal- Programms für unablässig. Die fortschrittlich denkende Arbeiterschaft kann bei den Wahlen nur 5laitdidaten unterstützen, die für diese Forderungen eintreten. Die Delegierten richten an alle fortschrittlich denkenden Arbeiter- kreise das Ersuchen, überall sich den politischen Organisationen des Liberalismus anzuschließen und hier sin Sinne dieses Programms zu wirken. Wo besondere Gründe dafür sprechen, sollen fortschrittliche Arbeitervereine errichtet werden. Der Arbeitertag hält ferner die Schaffung einer großen liberalen Partei für dringend notwendig, weshalb er die FraklionSgemeinschaft der freisinnigen Parteien als den ersten Schritt auf diesem Wege mit Freuden begrüßt." H. „Der fortschrittliche Arbeitertag für Rheinland und Westfalen protestiert ganz energisch gegen die Erklärung des Fürsten Bülow in Sachen der preußischen Wahlrechtsreform, indem die- selbe eine einseitige Stellungnahme zugunsten der Junker bedeutet und die Arbeiterschaft zu minderwertigen Staatsbürgern stempelt. Diese Stellungnahme muß den nationalen Arbeitern geradezu ihre Liebe zum Valerlande rauben, was im Interesse des Staatswohls lebhaft zu bedauern ist. Der Arbeitertag erklärt, dieser Regierung kein Berttauen entgegenbringen zu können und verpflichten sich die Delegierten, mit aller Kraft für die Einführung des allgemeinen. gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts für Preußen einzutreten und die Wahlrechtsbewegung in allen Beziehungen zu unterstützen. Hl. Der fortschrittliche Arbeitertag fordert eine reichsgesetzliche Regelung der bei den verschiedenen Unternehmern eingeführten Wohlfahrtseinrichtungen und zwar auf folgender Grundlage: a) Wohnungswesen: Gesetzliche Vorschriften über die Ver mietung von Wohnräumen durch Arbeitgeber. Verbot jeglicher Mietsbestimmungen, nach denen das Mietsverhältnis gleichzeitig mit dem Arbeitsverhältnis endigt, die Kündigungsfrist soll viel- mehr eine den örtlichen Verhältnissen entsprechende sein, muß aber mindestens einen Monat betragen. b) PensionSkassenwesen: Wohlfahrtskassen irgend welcher Art, zu denen die Arbeiter Beiträge leisten müssen, dürfen nur unter gleichberechtigter Mitverwaltung der Arbeiter stehen Bei Auslösung des Arbeitsverhältnisses mutz es dem Arbeitei gestattet sein, entweder die Versicherung ohne Schädigung fori zusetzen oder die von ihm eingezahlten Beittäge unter Anrechnung dessen, was er an Bezügen erhalten hat, zurückzufordern. Die Bezüge der Arbeiter aus der Staatsinvalidenkasse dürfen von den PensionSkassen nicht in Abzug gebracht werden. Unterstellung der Wohlfahrtskassen unter das Gesetz über die privaten Versicherungs- Unternehmungen. o) Warenlieferung: Verbot der direkten oder indirekten Waren lieferung an die Arbeiter durch die Arbeitgeber, sofern nicht die Arbeiter an der Geschäftsführung und Abrechnung beteiligt sind. IV. Endlich wurde beschloffen, daß der bisherige liberal-demokratische Arbeiterausschuß als Zentralstelle für die fortschrittliche Arbeiterschaft folgende Aufgaben zu erfüllen hat: Er soll Stellung nehmen zu allen Fragen, die die Arbeiterinteressen betteffen, und wo es an- gängig, liberale Arbeitervereine ins Leben rufen; er soll durch geeignete Vorträge in den Reihen der Liberalen informierend über die Wünsche der Arbeiter wirken; er soll die Verbindung mit liberalen Vereinen, denen Arbeiter als Mitglieder angehören, suchen und unterhalten: er soll besondere Bezirkstage einberufen, zu denen die liberalen Parteien einzuladen find. kionkeren? für den vierten Gau des veutichen fholzarbelter-llerbandes. Der vierte Gau umfaßt Berlin, die Provinzen Brandenburg und Posen. Die Konferenz tagte am Sonntag und Montag in Berlin in Boekers Saal, Weberstr. 17. Sie war von 131 Delegierten besucht. Nach Eröffnung der Konferenz gedachte der Gauvorsteher S t u s ch e in ehrenden Worten des verstorbenen Verbandsvorsitzen- den Klotz. Hierauf erstattete S t u s ch e den Geschäftsbericht des Gauvorstandes. Der Bericht erstreckt sich auf die beiden Jahre 1903 und 1997. ES war, wie der Referent sagte, eine Zeit reicher Tätigkeit für den Gauvorstand. Es wurden bb2 Versammlungen, 85 Werkstatt- sitzungen, 116 sonstige Sitzungen und Besprechungen abgehalten. In einer Anzahl von Orten konnten nicht die geeigneten Kräfte ge- funden werden, welche notwendig sind, um eine Zahlstelle zu leiten. Namentlich trifft das für die Provinz Posen zu, wo es auch aus diesem Grunde schwer ist, Zahlstellen ins Leben zu rufen. Der Gauvorstand machte in 81 Orten den Versuch, Verbindungen zur Errichtung von Zahlstelle» anzuknüpfen. Es wurden denn auch 12 neue Zahlstellen eingerichtet, von denen jedoch einige wieder ein- gingen. Bei der vorigen Konferenz, vor zwei Jahren, bestanden im Gau 89 Zahlstellen, jetzt sind 94 vorhanden. Die Zunahme der Mitgliederzahl ist nur gering. Auf der vorigen Konferenz konnte eine Zunahme von 19 099 Mitgliedern festgestellt werden. Das Jahr 1996 brachte eine Zunahme von 6595 Mitgliedern. Im Jahre 1997 trat ein Rückgang von 4262 Mitgliedern ein, was als eine Folge des großen Kampfes in Berlin und Umgegend anzusehen ist, der sehr viele Mitglieder zur Abreise veranlaßte. Ende 1997 be- trug die Mitgliederzahl im Gau 32 957. Das ist seit der Kon- ferenz vor zwei Jahren eine Zunahme von 2334. Da aber durch den Uebertritt der Verbände der Maschinenarbeiter und der Ver- golder 2399 Mitglieder gewonnen wurden, so ist in Wirklichkeit keine Zunahme der Mitglicderzahl seit voriger Konferenz zu ver- zeichnen. Seit der Beendigung des Kampfes macht sich wieder eine Zunahme der Mitglieder bemerkbar. Diejenigen Mitglieder, welche während der Aussperrung keine Beiträge zahlten und deshalb ge- strichen wurden, werden nur als neue Mitglieder aufgenommen. Die Nachzahlung der Beiträge und die Zuerkennung der alten Rechte wird ihnen nicht bewilligt.— Im Gebiet des Gaues sind 53 799 Holzarbeiter beschäftigt in den Berufen, für die der Holz- arbeiterverband in Frage kommt. Da dem Verbände im Gau erst 32 957 Mitglieder angehören, so bleiben noch 29 899 Indifferente, die für den Verband gewonnen werden muffen. Die christliche Organi- sation hat im Gebiet des Gaues wenig Anhang. In einigen Zahl- stellen bestehen Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine mit einer ge- samten Mitgliederzahl von etwa 1399. Eine besondere Rolle spielt der Gewerkverein in Spandau. Dort ist es keinem für den Holz- arbeiterverband tätigen Kollegen möglich, Arbeit zu bekommen.— Bon den einzelnen Branchen im Holzarbeiterverband sind die Drechsler am besten, nämlich zu 89 Proz. organisiert. DaS un- günstigste Verhältnis zeigen die Bürstenmacher und Korbmacher mit 19 Proz. Der absoluten Zahl nach zeigen die einzelnen Branchen folgendes Stärkeverhältnis: Tischler 18 525, Maschinen» arbeiter 2672, Polierer 2695, Klaviermacher 2926, Drechsler 1167, Stellmacher 1142, Einsetzer und Anschläger 994, Vergolder 999, Modelltischler 485, Korbmacher 483, Stockarbeiter 468, Parkett- tischler 259, Pantinenmacher 152, Kammacher 158, Knopfmacher 129, Bürstenmacher 94, Verschiedene 447.— Die Lohn- und Ar» beitsbedingungen lgfsen in manchen Zahlstellen viel zu wünschen übrig. 444mal mußte der Gauvorstand bei Lohnbewegungen und Differenzen eingreifen. Der größte Lohnkampf wurde in Berlin und Umgegend geführt. 19 797 Kollegen waren daran beteiligt. Große Opfer haben die Mitglieder des Gaues für diesen Kampf gebracht. 699 546 M. wurden an Extrabeiträgen aufgebracht. Da- von kommen auf Berlin 481371 M., Rixdorf 31581 M., Weißensee 32 666 M., Charlottenburg 15 625 M usw. Im Gesamtdurchschnitt hat jedes Gaumitglied 18,29 M. an Extrabeiträgen gezahlt. Für die Berliner Mitglieder beträgt der Durchschnitt 19,49 M. und wenn man die Ausgesperrten abrechnet, kommen 32,48 M. Extra- beitrage pro Mitglied in Berlin.— Bon der Krise, die im vorigen Jahre einsetzte, ist Berlin am schwersten betroffen, sie macht sich aber auch in der Provinz bemerkbar. Hier und da glauben die Unternehmer, sie könnten die Krise als Vorwand zu Lohnabzügen benutzen. Unter keinen Umständen dürfen sich die Kollegen solche Abzüge gefallen lassen. Wo es geschieht, mutz die Abwehr versucht werden. Soweit mit dem Arbeitgeberschutzverband Verträge ab- geschlossen sind, werden sie auch gehalten. In keiner Zahlstelle be» trägt die Arbeitszeit mehr wie 57 Stunden, in vielen Orten ist sie bereits aus 54 Stunden festgesetzt.— In der Beitragsleistung der Mitglieder ist ein Fortschritt eingetreten. Der wöchentliche Beitrag beträgt in 19 Zahlstellen mit 26 769 Mitgliedern 1 M., in 1 Zahl- stelle mit 38 Mitgliedern 85 Pf., 2 Zahlstellen mit 258 Mitgliedern 89 Pf., 8 Zahlstellen mit 599 Mitgliedern 75 Pf., 2 Zahlstellen mit 692 Mitgliedern 79 Pf., 4 Zahlstellen mit 536 Mitgliedern 65 Pf., 24 Zahlstellen mit 2137 Mitgliedern 69 Pf.. 18 Zahlstellen mit 1989 Mitgliedern 55 Pf., 25 Zahlstellen mit 573 Mitgliedern 59 Pf. — Zum Schluß forderte der Referent die Kollegen zur regen agitatorischen Unterstützung des Gauvorstandes auf, damit eS ge- linge, die Indifferenten für den Verband zu gewinnen und die nächste Konferenz aus eine neue Erstarkung der Organisation zurückblicken könne. Den Kassenbericht erstattete Leopold. In den beiden Jahren der Berichtszeit be- trugen die Einnahmen 37 523,56 M., die Ausgaben 36538,76 M., bleibt ein Bestand von 984,89 M. Nach einer nnwesentlichen Diskussion über die Berichte folgte ein Vortrag des zweiten Verbandsvorsitzenden Leipart-Stutt- gart über «Unsere Lohnbewegungen und die Tarifverträge". Der Referent besprach die Stellung der Gewerkschaften zu den Tarifverträgen, er bezog sich auf den Beschluß, den der Frankfurter Gewerkschaftskongreß hinsichtlich der Tarifverträge gefaßt hat und führte aus, daß der Holzarbeiterverband sich auf den Boden dieses Beschlusses gestellt und danach gehandelt habe. Der Holzarbeiter- verband hat im Jahre 1994 129, im Jahre 1995 294 und im Jahre 1996 274 Tarifverträge mit den Unternehmern abgeschlossen. Etwa 199 999 Holzarbeiter standen Ende 1996 im Vertragsverhältnis. Die Tarifverträge sichern nicht nur die Aufrechterhaltung der gel- tenden Arbeitsbedingungen während der Krise, sondern sie g�en auch die Möglichkeit, nach Ablauf der Krise auf dem Gegebenen weiter zu bauen. Eine starke Organisation sei die Voraussetzung des Tarifvertrages. Auch der Holzarbeiterverband habe die be- stehenden Tarifverträge nur seiner Stärke gu danken. Bei den letzten Vertragsberatungen seien in den Reihen der Mitglieder Be« denken dagegen geäußert worden, daß die Verträge alle zu derselben Zeit ablaufen. Wir, sagte der Redner, haben uns nicht gegen den gleichzeitigen Ablauf der Verträge im Frühjahr gesttäubt. Das Frühjahr ist für uns die beste Zeit für Lohnbewegungen. Danach ist es klar, daß die 299 Tarifverträge, welche wir in den letzten Jahren abgeschloffen haben, im Frühjahr ablaufen mußten. Als noch kein« Rede von etwaigen Nachteilen des gleichzeitigen Ablaufs der Verträge war, da hatten wir schon 99 Verträge mit gleichzeitigem Ablauf. Der gemeinsame Ablauf der Verträge in einem Monat des Jahres ist für uns kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Die Unternehmer in den verschiedenen Städten haben auch verschiedene Interessen und sind deshalb nicht leicht zu einem gemeinsamen Kampf gegen uns zusammenzubringen. Andererseits ist auch für uns ein agitatorisches Bedürfnis, nicht das ganze Jahr hindurch im Kampfe zu stehen. Wir haben in bezug auf unsere Kampfestaktik manche Wandlung durchmachen müssen und befinden uns jetzt im Stadium einer neuen Wandlung, die durch die Ver- Hältnisse geboten ist. Es ist nun die Frage gestellt worden, ob wir bei einer so großen Kampfesfront, wie sie durch den gleichzeitigen Ablauf der Verträge entsteht, überhaupt noch mit Aussicht auf Er- folg kämpfen können. Dazu ist zu sagen, daß ein so ausgedehnter Kampf für die Unternehmer doch auch ein grosses Risiko ist. Man sagt, durch das Tarifverhältnis werde der Klassenkampf beeinträch- tigt. Wir haben noch nie auf dem Standpunkt gestanden, daß wir init unseren Mitgliedern während des ganzen Jahres Kampfes- Übungen veranstalten müssen. Es kommt vor allem darauf an, daß wir eine starke Organifalion sind. Dann müssen uns die Unter- nehmer auch ohne Kämpfe Konzessionen machen. Dazu veranlaßt sie der Druck, den der Verband als solcher ausübt. Eine Tarif- gemeinschaft für das ganz« Reich ist die logische Folge unseres jetzigen Tarifverhältnisses. Die EntWickelung fuhrt zu einer all- gemeinen Tarifgemeinschaft und wir haben keine Ursache, uns da- gegen zu sträuben. Verschiedene Anzeichen deuten darauf hin, daß wir eine Tarisgemeinschaft für das gange Reich bekommen, ja cS sind bereits Vorarbeiten nach dieser Richtung gemacht. Wir haben mit dem Arbeitgeberverband ein Musterregulativ für paritätische Arbeitsnachweise vereinbart, auch sind Verhandlungen gepflogen über eine allgemeine Schlichtungskommission unter dem Vorsitz des Herrn v. Berlepsch. Diese Kommission kann wohl, falls sie ins Leben tritt, als Vorläufer eines künftigen Tarifamtes für Deutsch- land angesehen werden. Natürlich können wir auf den Abschluß von Verträgen nur dann eingehen, wenn sie uns keinen Nachte- l bringen. Der Arbeitgeberschutzverband ist der Meinung, daß cS bis zum Jahre 1919 so weit sein werde, um einen allgemeinen Tarifvertrag für das ganze Reich abzuschließen. So weit sind die Dinge aber noch nicht gediehen. Wir haben keinen Anlaß, den Ab- chluß eines allgemeinen Tarifvertrages so zu forcieren, wie es die Unternehmer wünschen. UnsfehltnochdasVertrauen zu der Vertragsfähigkeit und zu der Vertrags- treueunferer Arbeitgeber. Daß unser Mangel an Ver- trauen in dieser Hinsicht begründet ist, das lehren uns die Aussper- rungen in Kiel und in Burg, die unter Bruch der bestehenden Ver- träge verhängt worden sind. Ehe wir nicht Garantien für die Vertragsfähigkeit und die Vertragstreue der Arbeitgeber haben, kann ein allgemeiner Tarifvertrag nicht abgeschlossen werden. Darüber müssen wir uns klar sein, daß Tarifverträge keineswegs den Frieden auf die Dauer sichern. Sie zwingen uns vielmehr, stets kampfbereit zu sein auch zu solchen Zeiten, wo wir ohne Vertrag nicht an Kampf denken würden. Dem Referat folgte eine eingehende Diskussion. Fendek- Weißensee sagte, der Streik sei das primitivste Kampfmittel. Der Tarifvertrag sei das Kampfmittel der Zukunft. Der Vertrag überhebe die Mitglieder der Organisation der Pflicht, zu streiken. Da die meisten Arbeiter keine Kampfnaturen feien, so habe eine Organisation, für die ein Tarifvertrag besteht, mehr Aussicht, stark an Mitgliederzahl zu werden als eine- Organisation ohne Tarif- vertrag, aber mit fortwährender Aussicht auf Streiks.— Brunnecke- Berlin erklärte sich gegen Tarifverträge, weil cS den Unternehmern nicht ernst sei mit der Jnnehaltung derselbe. Der Verband sei noch nicht stark genug, um die Unternehmer zur Jnnehaltung der Verträge zu zwingen, denn eS gebe noch so viele Arbeiter, welche sich auf die Seite der Unternehmer stellen. Glocke. Bexlin führte unter anderem aus: Die Kampfmittel der Gewerkschaften könnten nicht immer dieselben bleiben, sie müßten ich nach den jeweiligen Verhältnissen richten. Wenn bestehende Verträge umgangen werden, jo liegt die Schuld nicht ana an fett Unternehmern, sondern auch an den ArSeiiern, die sich das gefallen lassen. Es sei ein Irrtum, wenn manche Kollegen glauben, in Berlin sei der Vertrag dem Verbände aufgezwungen. Wir haben den Vertrag angenommen, weil wir überzeugt sind, daß wir ohne Vertrag schlechter fabren würden. Wenn nicht jeder Kollege auf Jnnehaltung des Vertrages besteht, dann könne der Vertrag natür- lich nichts nutzen. Sonst aber hindere der Vertrag die Verschlechte- rung der Arbeitsverhältnisse während der Krise. Der Verband halte streng darauf, daß auch während des schlechten Geschäfts- ganges der Vertrag befolgt wird und daß die Meister von ihrer Organisation dazu angehalten oder bei Bertveigerung der Vertrags- treue ausgeschlossen werden. Der Tarifvertrag für Deutschland müsse kommen. Bis jetzt aber seien die Arbeitgeber noch nicht der tragsfähig. Sie wollen sich durch Abschluß von Verträgen vor Sperren und Streiks sichern, aber sie möchten in Seiten der Krise nickt die vereinbarten Arbeitsbedingungen aufrechterhalten. Die Arbeitgeber wollen nur für sich Vorteile aus dem Vertragsverhältnis ziehen; sie können sich noch nicht mit dem Gedanken befreunden, daß auch die Arbeiter Vorteile aus dem Vcrtragsvcrhältnis ge- nieße» müssen. Die Stellung des Verbandes zu einem allgemeinen Tarifvertrage werde davon abhängen, wie die Arbeitgeber in den nächsten zehn Jahren die Verträge halten. Das müsse auch für den nächsten Verbandstag maßgebend sei», der sich mit der Tarif Politik zu beschäftigen hat. Tarifverträge sind uns angenehm, trenn sie Garantien für Verkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes bieten. Aber wir werden keine Verträge abschließen, wenn die Arbeitgeber uns Verträge nach ihrem Willen aufztoingeu wollen. Gegen Verträge, die unsere Verhältnisse verschlechtern wollen, müssen wir Widerstand leisten. Wir müssen aber acht geben, daß wir nicht durch derartige Absichten der Unternehmer über- rajcht werden. E x n e r- Berlin vertrat die Ansicht, der Verband müsse sich da geyen wehren, daß ihn die Unternehmer in ein Vertragsverhältnis bring-n, welches ihn außerstand setzt, auf der ganzen Linie de» Kampf zu führen. Der Zeitpunkt für den gleichzeitigen Ablauf der Verträge müsse so weit hinausgeschoben werden, bis der Verband stark genug sei. den Kampf auf der ganzen Linie zu führen. Wenn das der Fall sei. dann spiele der gleichzeitige Ablauf der Verträge keine Rolle. Die übrigen Diskussionsredner sprachen meist für Tarifber- träge und stimmten in der Hauptsache mit dem Referenten übercin, wenn auch in Einzelheiten einige Abweichungen zutage traten. In der Sitzung am Montag wurde die Diskussion über die Tarifverträge fcecnoet. L e i p a r t sagte in seinem Schlußwort unter anderem: Hin sichtlich der Tarife bestehe eine gewisse Interessengemeinschaft zwischen den Arbeitern und den Arbeitgebern. Die letzteren hätten ein Interesse daran, durch Verbesserung der Löhne und Arbeits- dcrhältnisse die Arbeiter zufriedenzustellen. Andererseits müßten aber die Arbeiter in den Orten, wo annehmbare Erfolg« erreicht sind, einstweilen keine weiteren Forderungen stellen, sondern zu- nächst in den Orten, wo die ungünstigsten Verhältnisse herrschen. bessere Lohn- uird Arbeitsbedingungen zu erlangen suchen. So würde man zu einer gewissen Gleichmäßigkeit in den Arbeitsbedin- gungen kommen, an der auch die Unternehmer ein Interesse hätten. Ter Verbandsvorstand sei nicht im Zweifel darüber, daß mit der Tarifgemeinschaft die Streikbewegung keineswegs ihr Ende erreicht habe. Es könne auch wegen der Tarifgememschaft zu schweren Kämpfen kommen. Der Verband müsse auch unter der Tarif- gemcinschaft jederzeit kampfbereit sein. Nun folgte die Beratung von Anträge» zum Gautog. ES lagen verschiedene Anträge vor, welche sich auf organisatorische und geschäftliche Angelegenheiten des Gaue» beziehen. Angenommen wurden die folgenden Anträge: Als Tagungsort der Gautage sind auch geographisch günstig gelegene Provinzstädte zu bestimmen.—- In allen Zahlstellen, wo das Vertrauensmäunersystem sowie besondere Branchcneinteilung nicht möglich ist, ist mindestens alle 14 Tage eine Mitglicderversammlulifl abzu hatten. Die weiteren Verhandlungen erstreckten sich auf eine große Zahl von Anträge», zum Vcrbandstag.— Mit allen gegen eine Stimme wurde ein Antrag angenommen, der die ver- lcgung des Hauptvorstandes von Stuttgart nach Berlin befür- wartet. Ein anderer Antrag, der ebenfalls angenommen wurde, besagt: Kollegen, welche vor Eintritt in den Holzarbeiterverband dem Werein jugendlicher Arbeiter angehört haben, werden die dort gezahlten Beiträge beim Uebertritt mit angerechnet. Ferner wurde beschlossen, beim Verbandstag zu beantragen, daß ein Referat und ein Korreferat über die Tariffrage gehalten wird.— Schließlich wurde noch ein Antrag angenommen, welcher verlangt, daß Arbeiter, welche von ihren Arbeitgebern in anderen Orten als den Sitz des Geschäftes beschäftigt werden, die in dem betreffenden Orte gelten- den Tarifs innczunaltcn babcn. Der folgende Punkt oer Tagesordnung lautete: Unsere Agitation nach den Erfahrungen der letzten Zeit. Referent war Gauvorsteher Ex n c r- Berlin. Er verwies darauf, daß im Gau 3g Proz. der Holzarbeiter noch nicht organisiert sind. Auch in Berlin sei das Verhältnis kein besseres. Es sei also ein großes Agitationsfeld vorhanden. Die Jiitcrcsselosigkeit eines großen Teiles der Kollegen stelle den Erfolg der Agitation oft in Frage. Neuerdings habe sich ein neues Hindernis der Ausbreitung der Organisation bemerkbar gemacht. Zwei Großbetriebe, die mit den neuesten Einrichtungen versehen sind, seien infolgedessen in der Lage, neben wenigen gelernten Aroeitern eine große Zahl un- gelernter Arbeiter zu beschäftigen. Diese, die aus ländlichen Be- zirken herangezogen werden, seien dem OrnanisationSgcdaiiken völlig unzugänglich, und auch die Unternehmer bieten alles auf, um diese Arbeiter der Organisation fernzuhalten. Es zeige sich in diesem Falle, daß die Arbeiterbewegung einen schwere» Fehler gemacht habe, indem sie bisher nicht für Äufklärung der ländlichen Arbeiter gesorgt habe. Diese mühten für den Gedanken der Organisation gewonnen werden. Natürlich werde der Gauvorftand mit Unter- srützung der Kollegen alle» aufbieten, um die im Beruf beschäftigten Indifferenten für den Verband zu gewinnen. In der Diskussion wurden eine Reihe praktischer Erfahrungen in der Agitation vorgetragen und Anregungen für die Verwertung derselben gegeben. Im Schlußwort betonte E x n e r, mit der Massenagitanon sei nicht mehr viel zu erreichen, daS Schwergewicht müsse aus die invtviduell« Agitation gelegt weiden Damit war die Tagesordnung erledigt. Versammlungen. In der letzten Generalversammlung der Freien Volksbühne hielt der Reichstagsabgeordnete Dr. David einen mit Beifall auf- genommenen Bortrag über:„Das moderne Schul- und BildungS« ideal". Darauf erstattete der 1. Vorsitzende, Herr Dr. Schmidt, den Geschäftsbericht für das verflossene Winterquartal 1ö07. Im Neuen Schaufpielhaufe wurden in dieser Saison gespielt:„Fuhr- mann Henschel" von.Hauptmann,„Judith von Hebbel und Goethes„Iphigenie". Im Berliner Theater: EchnitzlerS„Freiwild".„Das Tal des Lebens" von Dreher und„Ledige Leute von Dörrmann. Es folgen demnächst im Berliner Theater Maetcr- lincks„Wunder des heiligen Antonius" und Mongre»„Arzt seiner Ehre", im Neuen Schauspielhaus: Bernsteins„Kralle". Die auf die neuen Abendvorstellungen im Luisenthcater gesetzten Er» Wartungen sind nicht in vollem Umfange in Erfüllung gegangen, trotzdem Stücke, die bei den Nachmittagsvorstellungen sehr starken Erfolg erzielten, kür das abendliche Repertoir ausgewählt wurden, so„Bartel Turofer" von Lanamann.„Die Erziehung zur Ehe" von Hartlebcn,„Der eingebildete Kranke" von Moliere. Die Abteilungen füllen sich nur langsam. Besser war der Besuch der abendlichen Opernvorstelluligen im Lortzingtheater. Auf„Undine" und„Hans Hetking" folgt jetzt„Die Entführung auS dem Serail" und„Figaros Hochzeit" von Mozart. Tie Serie iig Luisenthcater schließt mit Fuldas satirischer Komödie„Nobinsons Eiland" ab. Das Herbst- und Winterfest, ebenso die Liunstabendc wurden wie üblich abgehalten. Besonders starken BesuckS erfreute sich ein Marcel Salzer-Abend im„Gewerkschaftshause.__ Den Kassenbericht erstattete Herr Winkler. Das Quartal schließt mit einem Bestand von 7161,23 M. ab, der Bestand hat sich um mehr als MOV M. verringert. Als Ursache des Rückganges bc- zeichnet Winkler die geringe Frequenz der Abendvorstellungen. Er richtet an die Mitglieder das dringende Ersuchen, in die lebhafteste Propaganda für die Abendvorstellungen einzutreten, um ein Defizit zu vermeiden. Die Vorstellungen der nächsten Saison werden, da sich die Verhandlungen mit der neuen Direktion des Berliner Theaters zerschlagen haben, wie bisher zu einem Teile im Neuen Schauspiel- hause, zum anderen Teile aber in dem früheren Centraltheatcr stattfinden, das der bisherige Vereinsregisseur, Herr Stein ert, übernimmt. Das Theater wird zu einem Teile umgebaut, die Bühne ganz neu ausgestattet und ein künstlerisch gediegenes En- 'emble engagiert werden, wie auch das Repertoire selbst allen An- prüchen einer auf hohe Ziele gerichteten Veckksbühne entsprechen oll. Das Ausschußmitglied Pobert Schmidt legte in einem längeren Referate ausführlich die einzelnen Punkte deS vom Vorstand mit Herrn S t e i n e r t abgeschlossenen Vertrage» und die damit dem Verein gebotenen Vorteile dar. In der Diskussion übte Herr Malihardt an den Vereins- festen eine abfällige Kritik. Die Mitglieder S ch e r f und Ranke beschweren sich, daß eine Vorstellung der 1. Abteilung für den Nach- mittag dcö dritten Osterfeiertages angesetzt sei. Ein Teil arbeite dann bereits und werde wohl nicht kommen können. Auch werde geklagt, daß in den Zahlstellen nicht genügend Gastkarten für die Abendvorstellungen ausliegen sollen. Der Ordner Zwanzig er- klärt, warum man bei der Ausgebung der Gasttartc» in den Zahl- stellen ein gewisses Maß nicht überschreiten dürfe und weist darauf hin, daß sie ja an der Theaterkasse unserer Abendvorstellungen von jedermann gekauft werden können. Der Kassierer W i n k l e r bittet diejenigen Mitglieder der I. Abteilung, die verhindert sind, am 3. Osterfticrtag die Vorstellung zu besuchen, sich rechtzeitig zu ineldcn, es würde dann für Abhülfe gesorgt werden. Ueber Ort und Termin der Meldung wird in der Annonce im.Vorwärts" vom Vorstand nähere Auskunft gegeben werden. Der Vorsitzende der Versammlung Vaake schloß die Generalversammlung mit einem Appell an die Mitglieder, in eine lebhafte Agitation wegen der Abendvorstellungen einzutreten. Der Zcntralverband der Dachdecker hatte am Sonntag eine Versammlung bei Kern in der Wcinstraße. Görnitz. Henkel und Mehr lein erstatteten Bericht vom Gautage, der am 9. Februar in Wittenberg stattfand. Dem Gau Osten gehörten am Schluß des Jahreö 1997, nachdem 8 neue Filialen errichtet waren. zusammen 43 Filialen mit 1385 Mitgliedern an. Obgleich die absolute Zahl der Mitglieder gestiegen ist, ist sie im Verhältnis zu den Filialen zurückgegangen. An vielen Orten fanden Lohst- Gemaßreqelt« 43708 M., Extraunterstützung 2570 M., Bcerdigung?- beihülfc 3802 M.. Rechtsschutz 6335 M. Im Arbeitsnachweis wurden während deS JahreS 16 080 Stellen gemeldet und 12 417 besetzt. Davon waren 550? feste und 6910 AuöhülfSst-llen. Nach einer unwesentlichen Diskussion über den Geschäfts- und Kassenbericht wurde die Neuwahl der Ortsverwaltung vorgenommen. Sie hatte folgendes Ergebnis: 1. Bevollmächtigter Uth es, 2. Bc- vollmächtigter Bern er, Kassierer Hermann Schulz. Schrift- führer F r o m k e, Beisitzer Margarete Philipp, R e h m. Hackbarth, A. Schulz.— Revisoren Förster. Kiesche, Mark- graf, Brall.— Bezirksleitung: Uthes, Fromke, Bcrner. Auf Antrag der Verwaltung wurde beschlossen, daß der örtliche Zuschuß zur Streik- und MaßregelungSunterstützung nach einer Mitgliedschaft von 6— 23 Wochen 1 M., nach 104 Wochen 3 M, nach mehr als 105 Wochen 3 M. pro Woche beträgt.* Filialen zurückgegangen..■■„. belvegungen statt, ohne daß es zu einer ArbeitScliistellung kam. In Bernau. Burg. Cammin. Eberswalde. Forst. Graudenz, Guben. Jüterbog, Magdeburg. Rostock, Sagan. Sorau, Schwedt und Stral- und wurden ohne Streik Lohnerhöhungen durchgesetzt. In Berlin. Rathenow, Scnftenberg. Potsdam und Frankfurt a. O. brachen offene Kämpfe aus. In Berlin wurden die Forderungen zum Teil nach 11 Wochen Streik durchgesetzt. In Rathenow wurde »ach 10 Wochen ein Erfolg erzielt, in Scnftenberg nach 3 Wochen. In Potsdam wurde nach einem Streik von 17 Wochen mit einem Teil der Unternehmer ein günstiger Vertrag geschlossen. Der Streik in Frankfurt a. O. ging nach 4 Wochen Dauer vollständig verloren. Kleinere Differenzen brachen in einer Reihe von Orten aus.— Auf die Taltik der Unternehmer, die cS auf eine große Machtprobe wollen ankommen lassen, ist die Aufmerksamkeit der Arbeiter gegenwärtig scharf gerichtet. In verschiedenen Bezirken wurden die Tarife zum 1. April 1908 gekündigt, um die Arbeiter zu zwingen, den vom Unternehmerverband ausgearbeiteten Tarif anzuerkennen....__.. � Auf die Notwendigkeit eines größeren Schutzes für den Kau- arbeiter legte der Gautag besondere« Gewicht.— Die Bilanz der Gaukasse ergab: Einnahme mit Bestand 3382,07 M.; Ausgabe 3730,23 M.; bleibt ein Bestand von 151,34 M. Ucbsr die Extra- beitrage lag ein gesonderter Kassenbericht vor. Die Einnahme be- trug 624,60 M.; die Ausgabe 393,50 M.; bleibt ein Bestand von 23U0 M..■■ � � Die Verschmelzung mit dem Maurerverband, gegen die sich der Gautag erklärt hatte, wurde Gegenstand einer lebhasten Diskussion in der Versammlung, die schließlich in einer Urabstimmung mit großer Majorität die Verschmelzung ablehnte. Man fürchtete, wie aus der Diskussion hervorging, daß die Interessen der Dachdecker im Maurerverband eine Zurückdrängung erleiden würden._ Die Stellungnahme zum Verbandstag in Mannheim wurde zur Beratung gestellt. Die Hauptpunkte, die den VerbandStag be- schäftigen werden, betreffen eine Erhöhung der Beiträge. Ein- richtung einer Krankenunterstützung und Ausgestaltung deS Ver- bandSorganS, dessen wöchentliches Erscheinen beantragt wird. Die Meinungen darüber waren geteilt; bestimmte Beschlüsse faßte die Versammlung nicht. Ein Antrag, dstß der Verbandstag beschließen möge, vorläufig keine Gauleiter anzustellen, wurde angenommen; ebenso ein Antrag, daß derjenige vom Beitrag befreit sein solle, der drei Tage in der Woche nicht gearbeitet habe. Als Delegierte zum Verbandstag. der vom LI. bis L4. April statifindet, wurden Görnitz. Althauö und Mehrlein gewählt. Deutscher TranSportarbeiter-Berband. Am Freitag fand die ordentliche Generalversammlung der Ortsverwaltung Berlin II statt. Der Versammlung lag ein ausführlicher Jahresbericht für 1907 vor, dem wir folgendes entnehmcn: Seit der ersten Hälfte des Jahres machte sich im Beruf die industriell- Krise bemerkbar, die sich im zweiten Halbjahr noch steigerte. Derjenige Teil der Berufsangehörigen, welcher als Transportarbeiter in der Industrie und im Baugewerbe tätig ist, wird früher und schwerer von herein- brechenden Krisen betroffen, als der Teil, der im Handelsgewerbe Beschäftigung hat. Die Arbeitsgelegenheit war demgemäß im Handelsgewerbe bedeutend günstiger, als cS im allgemeinen Er» Werbsleben für die Berufsangehörigen der Fall war. Die Mit- gliedcrzahl betrug an» 1. Januar 1907 22 300, am 31. Dezember aber 10858. Der Rückgang ist darauf zurückzuführen, daß»n- folge einer anderen Einteilung der Verwaltungen die Verwaltung Berlin ll etwa 3000 Mitglieder an die Verwaltung Berlin I (Hausdiener) und an die Verwaltung Berlin IV(Droschkenlutscheri abgeben mußte. Unter Berücksichtigung dieses UmstandcS bleibt eine MitalieverzunaHme von 588.— Im Berichtsjahre wurden in 165 Betrieben mit 5411 Beschäftigten 34 Lohnbewegungen ohne Streik geführt. Davon verliefen 26 mit vollem, 4 mit teilweisem und 4 ohne Erfolg. In 71 Betrieben mit 1742 Beschäftigten wurden 15 Streiks geführt, davon endeten 6 mit vollem, 3 mit teilweisem, 5 ohne Erfolg.— Zur Erledigung der Verbands- geschäste fanden 69 Sitzungen, 0 Generalversammlungen und 10 Versammlungen der Ortsverwaltung mit den Bezirksführern und Vertrauensleuten statt. Zum Zweck der Agitation wurden ab- gehalten 67 große Versammlungen, 401 Sekt»onSv«rsammlungen, 1684 Betriebsbesprechungen, 147 Lezirköversaiiimlungen, 213 Sitzungen verschiedener Kommissionen. Alle Versammlungen und Sitzungen waren gut besucht.— AuS Anlaß der 51ran!enunter- stützung sind Erhebungen über die Art der Erkrankungen ver» austaltct. Dabe» wurde festgestellt, daß Betriebsunfälle die häufigsten Krankheitsursachen sind. Dann folgen die Berufskrank. leiten, wie Rl)cumati»mus, Lungen-, Magen- und Darmleiden. Die Zahl der Unfälle im Transport- und VerlchrSgewerbe hat von Jahr zu Jahr zugenommen. Von allen gemeldeten Krankheitsfällen un Jahre 1907 kamen 28,2 Prozent auf Unfälle, während eS im Jahre 1900 23,9 Prozent waren. An den Unfällen im Jahre 1907 sind beteiligt die Leitergerüstbauer mit 42 Proz., die Kutscher mit 85 Proz., die Lagerarbeiter mit 30,3 Proz., die Arbeiter in der Elektro- und Metallindustrie mit LI Proz. der krank Gemeldeten. Der Kassenbericht zeigt eine Einnahme von 374 954,07 M., eine Ausgabe von 350 690,44 M., und einen Bestand von 24 293,63 Mark.— Für" 23 712 M.. an Ünierstützunaen wurden ausgegeben an Arbeitslose Kranke 39 789 M., an Streikende 29 268 M., an Huö der frauenbe�egung. Urteile über weibliche Arbeitskraft. Die deutschnationalen HandlmigSgehülfen bekämpfen grundsätzlich die Beschäftigung von Frauen und Mädchen. Dieser Gnmdsatz hat ober ganz enge Grenzen, er gilt nur für das Handelsgewerbe. Würde er sich auf alle Gewerbe erstreckci». dam, gerieten die anti- semitischen HandlungSgehülfen mit ihren mittelständlerischcn Freunden von derselben Eouleur in Zank und Streit, denn der Spießer, der wider alle Reuerungeii wettert und am liebsten die alten Zunft- verhälwisse wieder zurückerobern möchle, liebt die schlecht entlohnte ArbeitSlrast der Frauen und Mädchen allzu sehr. Daß er sie schlecht eurlohnt, tst unbestreitbar, aber er bot eine moralische Rcchtfertiguilg dafür: die weibliche Arbeitskraft ist minderwertig, so behauptet er. Daß die Frau für manche Arbeiten weniger tauglich ist als der Mann, kann al« unbestritle» gelten, weiter ist aber auch Tatsache, baß für manche andere Arbeiten die Frau qualifizierter tst alS der Manu. Und das ist— o Bitternis für die Deutfch-Nationalen teilweise gerade im Handelsgewerbe der Fall. Der„Konfektionär" veröffentlickte vor kurzem Urteile größerer Firmen, die, nach Anfrage, ihr« Ansichten darüber kundgaben, ob männliches oder weiblicke« Personal vorteilhafter sei. Diese Kund- gebungci« lauten im allgemeinen sehr günstig für daS weibliche Personal. Die Firma V. Manheimer äußert unter anderem:„Ich halte die Damen im allgemeinen für vorteilbaftcr. Sie sind den Herren im Verkauf unbedingt überlegen". Auch die Firma F. V. Grün« feld gibt unbedingt den Dmnen den Vorzug. ES wird dem weiblichen Personal ein besseres Verständnis für den Verkauf der meisten Wirtschaftsarlikel zuerkannt. Auch in der Konfektion und„in allen feineren Arbeiten, wo Geschmack und Farbensinn in Frage kommt, zeige» sich die Damen intelllgent-r". Di« Firma Hermann Tictz bekennt;„Im allgemeinen ist daS auS- gesuchte Damenpersoiial so gut wie die Herren. Und Damen, die schon länger im Geschäft sind, also erste Stellen als Lagerdamen uftv. bekleide», sind im Durchschnitt besser wie die Herren.— Die Herren sind also gut, aber die Damen sind besser.— Wenn sich ,n den EngroSgeschästcn verschiedentlich noch ein überlegener Herrenton bemerkbar macht, so ist die Ursache dafür in der nock nicht über- ivuiidenen Anschauung zu suchen, die männliche Arbeitskraft sei überlegener und revrnsentabler. Letzteres Ist bedingt richtig, die weibliche Arbeitskraft wird im allgemeinen schlechter entlohnt. Während die männlichen Angestellten als Aufsicht, Dolmetscher, Lagerist usw. figuriere», Kaden die weiblichen Handels- angestellten die oft verantwortungsvolleren aber germger bezahlten Stellungen als Direktrizen, Korrespondentinnen, E�iedicntinnen usw. inile. Daß sie ihre mühsam eroberten Stellungen auch zu behaupten wissen und voll und ganz auSsüllen, zeigt die große Nachfrage nach tüchtigen ersten Kräften unter dem weiblichen Personal. ES wäre aber auch sehr wünschenswert. Wenn sich die Herren Prinzipale zu dem Grundsatz aufschwingen wollten, daß ihnen alle Angestellten, ob männlich oder iveiblich, wen» sie nur tüchtig und fleißig sind, nicht nur gleich lieb sind, wie Herr Jandorf schreibt, sondern auch als gleichwertig behandelt werden, das heißt, nicht daS Geschlecht sondern die Leistung ist bei der Lohnfrage entscheidend. Die politische Lage and die Fraaen. In einer fast ausschließlich von Frauen besuchten Versammlung in den.Moabiter Bürgersälen" sprach am Sonntag Gcuoüe Pagets über:.Die politische Lage und die Frauen". Seine Aussührunge», die so populär gehalten waren, daß jede Frau dieselben verstehen mußte, gipfelten darin, daß die Frauen au allen Ereignissen im politischen Leben ganz dasselbe Interesse haben wie die Männer. Wenn die bürgerliche» Männer sagen, Frauen verstehen nichts von Politik und haben deshalb auch nicht dann mitzureocn, so haben wir dafür zu sorgen, daß. wo eS nötig ist, die Belehrung einsetzt. Dak Jnter« esse der Frauen auch für die hohe Politik mug wachgerufen werden, denn wenn die Diplomatie uns einen Krieg beschert, sind eS die Männer und die Söhne der Frauen, die Gekuildheit und Leben opfern müssen. Die Nachgiebigkeit gegen die Junker hat das Volk der schlimmsten Plünderung ausgesetzt. Durch die Zölle sind die notwendigsten Lebensmittel in die Hohe getrieben. Die Peitschenschläge werden von den Hausfrauen doppelt empsundcn. Die Arbeiter waren gezwungen, Lohnerhöhungen zu fordern. Die Folge war nicht Anerkennung der forderniigen, sondern Aussperrungen. Die Frauen machen nun äusig die eigenen Männer für diese Arbeitslosigkeit verantwortlich. häusliche Konflikt? entstehen aus der Einsichtslosigleit der Frau. nner scharfen Kritik unterzog der Redner daS Unfallgesctz. Im ;ahre 1906 gab cS 19141 Tote und 130625 Schwerverwundete. hartnäckige Kämpfe müssen fast in jedem einzelnen Falle um die iente auSgesochten werden. Hierunter haben in den weitaus meisten Fällen die Frauen schwer zu leiden. Da» preußische Volk verlangt nun stürmisch sein Recht.' in der Landesgesetzgebung mitsprechen zu können. Das elende Dreiklasienwahlrecht zu beseitigen und auch den Frauen im Reich. Staat und in der Gemeinde daS Wahlrecht zu erobern, ist ein Ziel der Sozialdemokratie. Als Staatsbürgerinnen haben die Frauen ihre Pflichten zu tu» und können demzufolge auch verlangen, an den StaatSbürgcrrechien teilzunehmen. Im Jahre 1905 waren in Preußen 480 000 weibliche Personen und 579 000 Jugendliche beschäftigt. Und da schwatzt man davon: die Frau gehört tnS HauS. Die Ungerechtigkeit gegenüber der Frau ist nickt erst von heute und gestern, sondern besteht schon jahrtausendelang. Aufgabe der Sozialdemokratie ist eS, diese Ungerechtigkeit zu beseitigen. Alle anderen Parteien haben bisher nicht gezeigt, daß sie ehrlrch gewillt sind, zur Bescitignng der Rechtlosigkeit der Frau envaS zu tun. Genau so wie im Staate, ergehl«S der Frau in der Gemeinde. Auch hier ist es ihr versagt, ein Wvrt mitzureden. ES ist Pflich» aller Sozialdemokraten, die Frauen aufzuklären, sie auf ihre Rechte und Pflichten in Staat und Gemeinde aufmerksam zu machen. Das Referat wurde mit großem Interesse aufgenommen. Für die«Gleichheit" wurde eine Anzahl Abonnentinnen gewonnen und den Organisationen neue Mitglieder zugeführt. Bersammlunge»— Veranstaltungen. Reinickendorf-Weft. Dienötag. den 2b. Februar. 8 Uhr. bei Engel, Eichbornstr. 73/74: Vortrag. Rnmmclsburg. DienStag, den 25. Februar, 8'/, Uhr: Oeffentliche Frauenversammlung. Vortrag: Genossin Ihrer. Treptow-Vaumschulenweg. Dienstag, den 25. Februar. S'/, Uhr, bei Mohlau, Treptow, Kiefholzstr. LS, Vortrag. Herr Unger: «Leben wir in einer christlichen Geiellschaflsordiiung?' Tegel- Äorssgwulde. Mittwoch, den 26. Februar. 8'/z Uhr, bei Kuve, Borfigwalde, Ernststr. 8, Vortrag. Herr Walter Zimmermann: „Aus dem Zeitalter der Reiiaissauce".— Sonnabend, den LS. Februar, 6 Uhr, i» W. TrappS Festsälen in Tegel: Drittes StiftungSsest. Pankow. DopnerStag, den 27. Februar, in der Schule in der Grunowstraße Vortrag:„Hautpflege und Kleidung". Dr. Richter. verantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für denJnseratenteil vcrantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW» Nr. 47. 25. Iahrgaug. 3. Kilttt Ks Jotiüärts" ßttlintt WIKsdlM. Dienstag, 25. Februar 1908. Das QDterrlcfttsweien im Stadtyausftaltsetat. Im Etat für 1908 schließt das Kapitel Unterrichtswesen ab mit einer Ausgabe von ziemlich 29%, Millionen Mark, mit etwa 2 Millionen mehr als im Etat für 1997. An Einnahmen werden diesmal 3Ä Millionen erwartet, V* Million mehr als für das Vorjahr. Mithin hätte der Stadtsäckcl einen Zuschuß von rund LS Millionen zu leisten, das sind etwa 1% Millionen mehr als der Zuschuß, der im vorjährigen Etat für dieses Kapitel angesetzt war. Em Hauptanteil an den Ausgaben entfällt auf die G e- neindeschulen, aber auf sie nicht etwa deshalb, weil das Gemeindeschulwesen von der Stadt Berlin mit besonderer Frei- gebigkeit behandelt würde, sondern aus einer ganz anderen Ur- fache. Dem allergrößten Teil des Nachwuchses der Berliner Be- völkerung ist keine andere Bildungsquelle als ine Gemeindeschule zugänglich, in den Gemeindeschulen sitzen neun Zehntel aller Kinder des sechsten bis vierzehnten Lebensjahres. Da begreift maws, daß die Stadt für die Schulen der Kinder des Proletariats„so viel" auswenden muß. Die Aus- gaben für die Gemeindeschulen sind diesmal auf 29 228 626 M. veranlagt, Einnahmen werden nur in Höhe von 165 896 M. er- wartet, der Zuschuß würde hiernach sich auf 29 962 739 M. stellen. Gegenüber dem Vorjahre sind hier höher angesetzt die Ausgaben um l 419 249 M., die©innahmen um 57 129 M., der Zuschuß um 1353129 M. Das Mehr an Ausgaben und an Zuschuß für die Gemeindeschulen muß aufsallen. Bei dem Ausgabetitel Besoldungen (für Rektoren, Lehrer, Lehrerinnen, Schuldiener) beträgt das Mehr allein 1193 891 M.; hier standen im vorjährigen Etat 15 266 889 M. und stehen im diesjährigen Etat 16 379 699 M. Es ist aber zu beachten, daß der vorjährige Etat der Gemeindeschulen noch mit der alten Besoldungsordnung rechnen mußte, weil bei Aufstellung des Etatentwurfes der Streit um die Neuregelung der Gehälter, der zwischen Magistrat und Stadtverordneten entstanden war, noch seiner Entscheidung harrte. Tatsacylich wurden für Gehälter schon im vorigen Jahr 689 999 M. mehr vor- gesehen, die durch den besonderen Etat„Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" bereit gehalten wurden. Zählt man sie für 1997 mit, so ermäßigt sich für 1998 das Ausgabeplus um diesen Betrag. lieber die Vermehrung der Gemeindeschulen und der Schulhäuser bringt der Etatentwurf die üblichen Ankündigungen. Für 1993 werden 7 neue Schulen und 149 neue Klassen in Aussicht gestellt, aber aus den Erfahrungen der vorher- gehenden Jahre weiß man ja, daß auch bei der Schulvcrwaltung Versprechen und Halten zweierlei ist. Für 1997 z. B. waren gleichfalls 7 neue Schulen und 149 neue Klassen durch den Etat angekündigt, es kamen aber nur 6 neue Schulen und 64(!) neue Klassen hinzu. Sehr erfreulich ist die Nachricht, daß in 1998(teils zu Ostern, teils zu Michaelis) zehn eigene Schul- Häuser mit 869 Klassenzimmern bcnutzungsfertig werden sollen. Hoffen wir, daß wenigstens dieses Versprechen gehalten wird. Nicht viel ist von den mittleren und höheren Schulen zu sagen; ihre Etats zeigen keine erheblichen Ab- weichungen von denen des Vorjahres. Im neuen Haushaltsetat stehen die Realschulen mit 1588 236 M. Ausgabe, 595 396 M. Ein- nähme, I 982 989 M. Zuschuß, die Oberrcalschulen, Realgymnasien. Gymnasien samt den Rcalgymnasialklassen für Mädchen mit 3 788 249 M. Ausgabe. 1675 579 M. Einnahme. 2112 679 M. Zu- schuß, die höheren Mädchenschulen mit 858 548 M. Ausgabe, 651 728 Mark Einnahme, 296 829 M. Zuschuß. Die Zuschüsse sind hier an sich sehr viel niedriger als bei den Gemeindeschulen, aber dafür berteilen sie sich auch auf eine ganz geringe Zahl von Zöglingen. Der Zuschuß p r o S ch ü l e r ist in den Gymnasien, Realgymnasien und Oberrealschulen ungefähr doppelt so hoch wie in den Eemeindeschulen. Von den übrigen Abteilungen des Kapitels Unterrichtswesen Wollen wir nur die Fortbildungs- und Fachschulen noch erwähnen. Angesetzt sind diesmal für den Wahlfortbildungs- Unterricht 539 723 M. Ausgabe, 91 159 M. Einnahme. 443 573 M. Zuschuß, für den Pflichtfortbildungsuntcrricht 928 557 M. Ausgabe, 1377 M. Einnahme(Schulgeld wird nicht erhoben), 927 189 M. Zuschuß, für den gewerblichen Unterricht 1 994 538 M. Ausgabe, 358 838 M. Einnahme, 645 799 M. Zuschuß. Die PflichtfortbildungS- schule ist bereits voll ausgebaut, aber es wird noch mit einer be- trächtlichen Zunahme der Schülerzahl, auf rund 33 999, gerechnet. Darum bringt auch der Etat 1998 für den PflichtfortbildungS- «nterricht noch ein nicht unerhebliches Ausgabeplus, diesmal 105 167 M._ parte!- Hngelegcnbeiten. Verband sozialdemokratischer Wahlvereine Berlind und Umgegend. Heute DienStag, abends 8'/z Uhr, finden im 2. Wahlkreise. Hofsäger-Palast, Häsenheide S2/53, 3.„ Armin-Hallen, Komniandantenstr. 53/59, 4.„ KellerS Festsälen. Koppenstr. 29. 5.„ Altes Schützenhaus, Linienstr. 5, t».„ Ballschmieder, Badstr. 16, die Generalversammlungen statt, welche sich, nach stattgehabten Vorträgen, mit Stellungnahme zur Verbands- Generalversamlung beschäftigen. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches Erscheinen erwarten _ Die Vorstände. SchSneberg. Wir machen die Parteigenossen auf die heute, Dienstag, abends 8 llhr, in E. Obsts Festsäle, Meininger Straße 8, stattfindende Wahlvereinsversammlung aufmerksam. Die Tages- ordnung lautet:„Der Bülowkurs der Sozialpolitik." Referent: Parteisekretär H. Müller; Bericht von der Kreisgeneralversamm- lung; Wahl der Delegierten zur Generalversammlung von Groß- Berlin; Vereinsangelegenheiten. Die Genossen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Wilmersdors-Halensee. Heute, Dienstag, abends 8i4 Uhr, findet im„L u i s e n p a r k", Wilhelmsaue 112, die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Die wichtige und umfangreiche Tagesordnung erfordert voll- zähliges und pünltliches Erscheinen der Mitglieder. Der Vorstand. Lichtenberg. Den Genossen zur gefl. Kenntnisnahme, daß die Vereinsbibliothek bis zum 15. März geschlossen bleibt. Die Ge- Nossen, die noch Bücher im Besitz haben, werden ersucht, diese um- gehend abzuliefern. Lankwitz. Am Mittwoch, dew 26. d. M., abends 8'ch Uhr, findet bei Rettger, Ealandrellistratze 27/29, die regelmäßige Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem: Vortrag des Genossen Schütte über:„Georg tzerwegh". Der Vorstand. Köpenick. Die Wahlvereinsversammlung findet heute. Diens. tag. abends 8 Uhr, im„K a i s e r h o f", Grünstraße, statt. Da ein Vortrag des Stadtv. Groger-Ri�dorf über:„Die gegenwärtige poli- tische Lage" und andere wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, ist das Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Der Vorstand 1 Wahlverein Eichwalde und Umgegend. Mittwoch, den 26. Fe- I bruar, abends 8� Uhr, findet bei Witte in E i ch w a I d e die I Monatsversammlung statt. Da eine sehr wichtige Tagesordnung zu 1 erledigen ist, wird pünktlicher und zahlreicher Besuch erwartet. Der Vorstand. Pankow. Heute Abend 143 Uhr finden im„Gewerkschafts- haus", Kaiser-Friedrich-Straße 12, und im„Gesellschaftshaus". Kreuzstraße 3/4, zwei öffentliche Versammlungen statt. Tages- ordnung: 1. Vortrag der Stadtverordneten Genossen Spieckermann- Lichtenberg und Leid-Berlin über:„Das Dreiklassenwahlunrecht in den Gemeinden". 2. Diskussion und Erörterung von Gemeinde- angelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Das Wahllomitee. Reinickendorf-Ost. Heute abend 8 Uhr findet bei S a d a u, Residenz st ratze 124, eine Mitgliederversammlung statt. Die wichtige Tagesordnung(Aufstellung der Kandidaten zur Ge- meindevertreterwahl) macht das Erscheinen jedes Mitgliedes zur Pflicht. Der Vorstand. Nieber-Schönhausen. Heute abend 814 Uhr findet im „Schwarzen Adler", Blankenburger Straße 4, eine öffentliche Kommunalwählerversammlung statt. Es ist Pflicht der Partei- genossen, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. ßerlinev JVacbricbtcn. katholischen Kirche ist unersättlich. In Die vom„Stamme Nimm". Der Magen der der Sankt Sebastiansgenieinde/ die so oft über ihre Armut klagt, muß man wohl ganz besonderen Hunger haben. Hat doch ebenda, um die leeren Kassen zu füllen, der liebe Gott höchstselbst sich an die Spitze einer Kolonne gestellt. Die geistlichen Herrschasten, seine Kassierer auf Erden, sehen zwar auch hier recht wohlgenährt aus, aber katholische Geldbeutel vertragen zu jeder Zeit die Aufpolierung. Nehmen macht seliger, denn geben— das ist die Parole, die in dem mehrfach gerügten systematischen Kirchensteuerunfug dieser Gemeinde liegt. Wer regelmäßig die Spalten der katholischen Blätter verfolgt, wird in fast jeder Nummer auf Betteleien stoßen. Da wird für alle möglichen frommen Zwecke der Klingelbeutel geschüttelt, für Monstranzen und Altardecken, für Fahnen und Stiftungen und besonders für Kirchenbauten. Allenthalben liest man im klassischen Katholisch schwülstige Bettelverse vom„Bittglöcklein" und als Quittung darunter stets das billige„Gott vergelt's". Sogar ganze Kirchbau-Sammelvereine cxistteren. Und überall sind die Gottcsdiener„mitten mang", um Extrasteuern heraus zupressen. Na, ihr sammelt doch auch nicht zu knapp, ihr Sozis— hören wir schon schreien aus dem katholischen Lager. Ja, Herr Pfarrer, das ist eine andere Nummer. Bei uns wissen die Geber, was sie von ihrem Scherflein haben. Bei Euch aber wandert all' das schöne Geld in den großen Sack der alleinseligmachenden Kirche. Gerade die Sebasttansgemeinde hat sich im Nehmen schon immer ausgezeichnet. Das ist die Erbschaft des seligen Pfarrers Neuber, der für Kirchenbauten und andere Zwecke mit der Macht seiner herzbezwingenden Rede so viel Geld zu- sammenzuscharren verstand, daß er dafür Propst und fürst- bischöflicher Delegat an Sankt Hedwig wurde. Von derselben Gemeinde ist seinerzeit die vielbesprochene Geschäftsverbindung mit den Standesämtern ausgegangen. Man wunderte sich immer, wenn plötzlich in irgend einer Familie ein Geistlicher auftauchte und eine donnernde Philippika vom Stapel ließ über die bisher noch unter- lafsene kirchliche Trauung oder die vermißte Taufe erst kürzlich Neugeborener. Schließlich kam man dahinter, daß für Geld und gute Worte die Standesämter der Sebastians- gemeinde Schlepperdienste leisteten. Die Schreibgebühren für die betreffenden Namenverzeichnisse kamen ja zehnfach wieder ein durch Trau- und Taufsporteln I Wo aber die Sebastians- gemeinde mit Geld helfen soll, ist sie nicht zu finden. Als es sich mal darum handelte, eine unglückliche Ehe wieder zu- sammenzuleimen, wurde die Hülfe erst versprochen, dann aber verweigert, weil die Ehe nur standesamtlich geschlossen, also nach verbohrten katholischen Begriffen eine„wilde" war. Und will ein Armer von dieser Gemeinde etwas haben, dann muß er schon sehr fleißig die Messe besuchen, um ein paar Groschen zu erben. Wenn selbst Protestanten, Dissidenten und Juden von der Sebastiansgemeinde geschröpft werden sollen, so kann man sich lebhaft vorstellen, was erst die gläubigen Schäflein ab- laden müssen. Selbst geborene Katholiken, die sehr aufgeklärt sind und sich aus ihrer Kirche nicht viel machen, aber im all- gemeinen die Religion nicht wie ein schmutziges Hemd wechseln möchten, haben erklärt, daß sie angesichts solcher unverfrorenen Schröpfung es sich überlegen werden, ob sie nicht doch lieber ganz aus der Gemeinschaft der frommen Bettelvögte ausscheiden._ Arbeiter Bildungsschule Berlin. Die Rednerschule fällt wegen der heutigen außerordentlichen Generalversammlungen der Wahlvereine nicht aus. Die Umgestaltung des Brandenburger ToreS. Schon seit langem geht die Rede, daß eine Veränderung der Westseite des Pariser Platzes beabsichtigt wird, um die unzuläng- liehen Durchgänge für den Verkehr zu verbreitern. Es hieß auch, daß die Pläne für die Umgestaltung des Pariser Platzes aus eine Freilegung des Brandenburger Tores hinauslaufen würden. Vor Jahresfrist sind bereits auf Grund eines Preisausschreiben» der „Akademie des Bauwesens" zahlreiche Pläne eingegangen. In- zwischen hat der Geheime Oberhofbaurat v. Ihne einen Plan für die Neugestaltung der nächsten Umgebung des Brandenburger Tores entworfen, der durch ein auf Anordnung des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten angefertigtes Gipsmodell plastisch vcran- schaulicht wird. Dieses Modell wurde gestern vom Kaiser im Schlosse besichtigt. Bei der Audienz waren neben dem Geheimen Oberhofbaurat v. Ihne der Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach, Bürgermeister Dr. Reicke und der Chef des Zivil- kabinetts Dr. v. Lucanus anwesend. Das Modell sieht unter voller Erhaltung des Tores und der beiden alten Wachtgebäude zwei große seitliche Säulenhallen bor, die bis zu den Nord- und Südecken des Pariser Platzes reichen und somit die Niederlegung der gegenwärtig noch die Westseite ab- schließenden großen Privatbautcn erforderlich machen. Es tritt also nicht die völlige Freilegung des Tores ein. sondern es werden, um dem Bedürfnis einer Neuregelung des Verkehrs Rechnung zu tragen, zu beiden Seiten des Tores geräumige Durchfahrten durch die neuen Kolonnaden gelegt. Das Modell fand den Beifall des Kaisers. Es wurden auch die Fragen des künftigen Straßenbahn- Verkehrs— die Große Berliner Straßenbahn plant» wie bekannt, gerade an dieser Stelle einen Tunnel-- erörtert. Diese Fragen sind noch keineswegs so geklärt, um den Zeitpunkt für die Jncm- griffnahme der Neubauten am Brandenburger Tor auch nur an- nähernd voraussagen zu können, zumal auch an die Besitzer der niederzulegenden Gebäude mit entipreckenden Verhandlungen herangetreten werden muß.__ Der Fernsprechverkehr zwischen Berlin und o) dem nieder« ländischen Orte Ulft, b) dem bayerischen Orte Pfaffenhofen, Ilm, o) den im ReichStelegraghengebiete belegenen Orten Dreidorf, Kreis' Pr.-Stargard, und Langenleuba-Niederhain ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Gespräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt: 1. im Verkehr mit Ulst 2 M.. 2. im Berkehr mit den übrigen Orten je 1 M. Die geplante neue Brücke über den Laudwehrkanal im Zuge der Köthener Straße neben dein Viadult der Hochbahn soll eine Breite von rund 29 Meter erhalten, wovon 11 Meter auf den Fahrdamm entfallen. Die Brücke erhält in ihren massiven Teilen Werkstein« Verblendung und ein schmiedeeisernes Geländer. Für die Beleuchtung werden Gaskandelaber in Vorschlag gebracht. Der Kostenanschlag schließt mit 268 909 M. ab. Die Kosten für die Rampenanlagen sind in den Kosten sür die Verbreiterung des Schvneberger Ufers enthalten. Diese neue Brücke soll auch Gleise für eine städtische Straßenbahn erhalten. Für die Ablenkung des Verkehrs m der Richtung der Linkstraße wird diese Brücke beitragen. Geheimer Medizinalrat Dr. Baer ist gestorben. Dr. Baer war langjähriger Arzt— seit 1872— des Strafgefängnisses Plötzen- sec. Er hat sich besonders betätigt durch seinen Kampf gegen den Alkohol. Auch auf dem Gebiete der Gefängnisbeköstigung versuchte Dr. Baer verbessernd einzuwirken, leider ohne Erfolg. In dem bekannten Plötzcnsceprozeß wurde der Verstorbene wider seinen Willen genötigt/ Sttafantrag zu stellen. Zwei neue Wasserwerke. Der Magistrat von Berlin hat im Prinzip den Bau von zwei neuen Wasserwerken beschlossen. Das eine, am dringendsten not- wendige Werk soll in der Wuhlheide an der Oberspree errichtet werden. Die Entwürfe für dieses sind nahezu fertig. Der Vau dieses Werkes kann eventuell bald begonnen werden, so daß es in zwei bis drei Jahren betriebsfertig sein kann, Das andere soll in Heiligensee an der Havel hinter Tegel erbaut werden. Dort bat der Magistrat kürzlich vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt- verordnetenversammlung größere Terrains für Million Mark angekauft und sich außerdem Forstländereien un Werte von l1� Millionen Mark gesichert. Dieses Wasserwerk soll in vier bis fünf Jahren Master liefern, und zwar über Charlottenburg. Das städtische Wasserwerk in Tegel wird dann nicht mehr über Charlotten» bürg nach Berlin liesern, sondern mittelst einer neuen Leitung direkt nach Berlin. Nach der Fertigstellung dieser beiden Werke würde Berlin über vier Wasterwerke verfügen, die ihr Wasser säint- lich aus Tiefbrunnen entnehmen. Die Stadt Berlin wird durch den Ankauf der Ländereien in Heiligensee Anliegerin dieses See» und kann eventuell unentgeltlich Wasser aus diesem entnehmen, auch alle Abwässer nach gehöriger Klärung in den See ableiten. Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich gestern vormittag gegen 11 Uhr in der Maschinenfabrik von A. Roller in der Prinzen- allee 24 auf dem Gesundbrunnen. Dort waren Arbeiter damit be- schäftigt, den in der Höhe der 3. Etage befindlichen Fahrstuhl zu beladen. Infolge plötzlichen Nachycbens eines herangeschlciften Maschinenteils tam der in Pankow, Breitestt. 34», wohnhafte Ar- beiter Max Großmann der Fahrstuhltür zu nahe; diese sprang auf und der Unglückliche stürzte vor den Augen seiner entsetzten Mit- arbeitcr in den gepflasterten Hof hinab, wo er mit zerschmetterten Gliedern regungslos liegen blieb. Ein hinzugerufcner Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Der Bedauernswerte war 49 Jahre alt und unverheiratet. Die Schuld an dem schrecklichen Unglück soll der mangelhasten Verschlußvorrichtung der Fahrstuhltüren zuzuschreiben fein, Prügel scheinen nach wie vor in der christlichen Herberge zur Heimat in der Oranienstraße an der Tagesordnung zu sein. Bon Augenzeugen wird uns berichtet, daß gestern ein junger Mensch zum Tore hinausgeworfen wurde und mit blutendem Munde draußen liegen blieb. Die christlichen Türhüter scheinen von der Polizei noch geschützt zu werden, denn einer derselben fordette daS empörte Publikum höhnisch auf, die Sache doch anzuzeigen. Ein Mordversuch auf ein unter sittenpolizeilicher 5lonkolle stehendes Mädchen wurde in der Nacht vom Sonnabend zu Sonntag in der Königsberger Straße verübt. Dort hatte die 39 Jahre alte Auguste Schirrmeister einen jungen Menschen im Alter von 17 bis 18 Jahren mit in ihre Wohnung genommen. Dort hängte er Hut und Ueberzieher nahe der Tür an und schenkte dem Mädchen ein Geldstück. Plötzlich zog er aus der Hinteren Tasche des Beinkleides ein langes, scharfes Messer mit breiter Klinge hervor und brachte dem Mädchen oberhalb der rechten Brust einen Stich bei. Das Messer, das den Stempel„Karl Rockstroh, Grüner Weg" trägt, glitt am Schlüsselbein ab und drang neben denk Knochen einen Zenti- mcter tief ein. Die Spitze des Messers war umgebogen und dieses entfiel dem Täter. Nun entspann sich ein Kampf, wobei das Mäd- chen dem Manne einen Stoß versetzte und in die Nähe der Tür kam und um Hülfe rief. Schließlich entfloh er unter Zurücklassung von Messer, Hut und Ueberzieher über die beiden Höfe durch die unverschlossen gebliebene Haustür, ohne jemand zu begegnen. Die Schirrmeister wusch sich das Blut ab und kühlte die Wunden, so daß sie erst nach einer halben Stunde dem 65. Polizeirevier Bericht erstatten konnte. Die Polizei ließ die Wunde auf der Rettungs- wache verbinden und brachte die Verletzte nach Hause. Der Täter hat eine zarte Gesichtsfarbe, ein längliches, blasses Gesicht uno könnte für einen Musilschüler gehalten werden. Sein Gesicht ist nach der Schilderung der Sch. fast mädchenhaft. Seine Hände sind weiß und zart, seine Füße zierlich. Nach der ganzen Erscheinung des Mannes handelt es sich wahrscheinlich um einen pervers vcr» anlagten Menschen. Er wollte durchaus Soldat bleiben. Mit seinem Karabiner ver« suchte sich der Ulan Fritz Teetz. der Sohn einer hiesigen Kaufmanns- Witwe aus der Grenadierstraßc, das Leben zu nehmen. T. hatte bei dem dritten Ulanenregiinent in Fürstenwalde in der vierten Eskadron gedient. Vor einiger Zeit bat seine Mutter, die hier in ärmlichen Verhältnisien lebt, daß er aus dem Dienst entlassen werde, da sie seiner Hülfe dringend bedürfe. Der Reklamation wurde auch stattgegeben und T. sollte dieser Tage entlassen werden. Als der junge Mensch hiervon erfuhr, faßte er den Entschluß, sich das Leben zu nehmen. Am Sonnabendabend machte er sich, während die anderen Kameraden fröhlich plaudernd auf der MannschaftSstube saßen, in einer Ecke des Zimmers mit seinem Karabiner zu schaffen. Unbemerkt versah er die Waffe mit einer scharfen Patrone und feuerte dann zum Schrecken der Kameraden das Geschoß auf seine Brust ab. Die Kugel sollte das Herz treffen, sie ging jedoch fehl und zersplitterte die Lunge. In hoffnungslosem Zustande wurd« der Schwerverletzte nach dem Garnisonlazarett gebracht. Ein dreister Diebstahl Ivurde gestern nachmittag vor dem Haus« Große Frankfurterstr. 14 verübt. Dort Hütte der Bote des Herren- konfektionSgeschäfts Härtung, KopernikuSstr. 29, aus dem Nachhause« wege noch etwas zu besorgen. Er ließ den Handwagen mit Tuch» und Futterstoffen bor dem Hause stehen; als er wieder herunter kam, war der Wagen verschwunden. Der Besitzer, dem ein Verlust von ungefähr 809 M. erwächst, setzt 199 M. Belohnung anS für denjenigen, der für die Wiedererlangung des gestohlenen Gutes sorgt. Die flüchtigen Ochsen. AuS dem Viehwagen hcrauSgefprungen find gestern vier Schlachtochsen, die nach dem hiesigen Zeniralviehhos Bittenau. transportiert werden follten. Die Tiere hatten sich in einem Bieh- Seine Gesinnungsgenossen waren erstaunt darüber, daß er solches meisters, daß unserem Genossen John nicht gestattet wurde, Kennt wagen eines Güterzuges auf der Ostbahn befunden. Während der Ausführungen machte. Kein Wunder, daß diesem Redner der Beifall nis von der Zahl der Stimmberechtigten in den einzelnen Wahl Fahrt ging die Schiebetür von selbst auf und diese Gelegenheit be- erspart blieb. Unsere Genossen werden es in diesem Wahlkampfe an nusten die Ochsen, um zu entfliehen. Bei Neuenhagen sprangen den nötigen Anstrengungen nicht fehlen lassen. zwei der Tiere aus dem Waggon heraus und ohne sich Berletzungen zugezogen zu haben, trabten fie auf den Gleisen umber. Schlimmer erging es zwei anderen Ochsen, die bei Hoppegarten aus dem Zuge heraussprangen. Sie stürzten auf den Gleisen nieder und wurden derartig zugerichtet, daß sie an Ort und Stelle abgeschlachtet werden mußten. Charlottenburg. bezirken zu nehmen, gab Veranlassung, daß unsere Vertreter John und Ritter gegen eine solche Führung der Verwaltungsgeschäfte, die jedes Vertrauen zum Gemeindevorsteher aufs äußerste erschüt tern muß, in scharfer Weise Kritik übten. Der Bürgermeister, Warum beteiligen wir uns an den Gemeinderatswahlen? lautete welcher sich anfänglich ganz entschieden sträubte, daß überhaupt das Thema, über das Genosse Boeste in der legten Mitglieder eine Erörterung dieser für ihn gerade nicht angenehmen Angeversammlung des Wahlvereins referierte. Redner erntete für seine legenheit stattfand, sah denn wohl ein, daß ein Schweigen in Ans auf Grund des Kommunalprogramms gemachten Ausführungen betracht der anwesenden Zuhörer seine Position nur verschlechtern Eine traurige Aufklärung hat das Verschwinden der Chefrau des vertreter die örtlichen Mißstände zur Sprache und zeigten an einigen lebhaft bedauere, daß ihm selbst aber keine besondere Schuld treffe. Beifall. In der Diskussion brachten die anwesenden Gemeinde- tönnte und erklärte zur Sache selbst dann, daß er die ganze Sache Kaufmanns Scheps aus der Blumenthalstraße 4 gefunden. Frau Beispielen, wie wenig die bürgerlichen Vertreter die Intereffen der da die Fehler von den in Betracht kommenden Beamten gemacht Sch. verschwand am vergangenen Dienstag aus der Wohnung ihres Gemeinde wahrnehmen. Zum Schluß forderte der Vorfißende die worden feien, auch hätte er erst nach Schluß der letzten Sibung cr Mannes und gestern wurde ihre Leiche an der Königin- Augusta- Versammelten auf, in eine rege Agitation für die Gemeinde- und fahren, daß die von ihm angegebenen Zahlen der in den einzelnen Straße aus dem Landwehrkanal gelandet. In einem Anfall von Gewerbegerichtswahlen einzutreten. geistiger Umnachtung hatte sich die Lebensmüde in den Kanal Wahlbezirken vorhandenen Stimmberechtigten falsche waren. Daß ein Wähler auch Kenntnis von der Zahl der Stimmberechtigten in gestürzt. den einzelnen Bezirken nimmt, hält er für gefeßlich unzulässig; Der Gerichtsvollzieher in der falschen Wohnung. In Ergänzung leider unterließ der Bürgermeister hierbei, trotzdem er Jurist ist, unserer Notiz in der Nr. 44, nach der der Gerichtsvollzieher Root Der Stadthaushaltsetat, mit dem sich die Stadtverordneten am eine Begründung für seine Auffassung zu geben. Als nun von baar in einer Wohnung in der Schreinerstraße 5 in Abwesenheit des nächsten Mittwoch in erster Lesung zu beschäftigen haben, schließt in unseren Bertretern verlangt wurde, daß man die betreffenden Wohnungsinhabers eine Pfändung vornahm, wird uns mitgeteilt, Einnahme und Ausgabe im Ordinarium mit 26 Millionen, im Beamten, welche sich solche groben Pflichtverletzungen haben zu daß sich in der Begleitung des Gerichtsvollziehers ein Vertreter der Extraordinarium mit 14 Millionen. Zu diesem Hauptetat kommen schulden kommen lassen, nun auch zur Verantwortung ziehen sollte, pfändenden Abzahlungsfirma Feder in der Brunnenstraße befand. noch 10 Sonderetats, darunter der der Gasanstalten, der bei einem damit insbesondere die Zweifel, welche in der Bevölkerung im allAuf Veranlassung dieses Bertreters nahm Nootbaar einen Spiegel Reingewinn von 1837 200 M. in Einnahme und Ausgabe im gemeinen gegen den Bürgermeister in dieser Sache gehegt werden, Extraordinarium mit und ein Spiegelspind weg. Sachen, die gar nicht der Firma Feder Ordinarium mit 10%, Millionen, im zerstreut werden können, da erklärte der Bürgermeister ganz naib: gehörten. Es wäre doch auch Pflicht dieses Vertreters gewesen, sich 3 Millionen abschließt. Das Ordinarium des Hauptetats hat" Irren kann jeder!". Erwähnen wollen wir hierbei noch, daß die genau davon zu überzeugen, daß die Sachen auch Eigentum der gegen das Vorjahr eine Steigerung von 5 375 000 m. erfahren. An Beschwerde gegen die famose Neueinteilung der Gemeindewahl. Firma Feder waren. Es entfällt deshalb ein nicht geringer Teil der den fortdauernden Mehrausgaben find fast alle Verwaltungen be- bezirte, welche von etwa 30 Bürgern an den Bezirksausschuß abges Schuld an dem Mißgriff auf diesen Vertreter. Wie wir übrigens teiligt, doch stehen diesen Mehrausgaben überall Mehreinnahmen fandt worden ist, von dem Bürgermeister als eine Denunziation hören, hat sich Herr Gerichtsvollzieher Nootbaar sofort mit dem gegenüber. Das Mehr an Einnahmen aus den Gemeindeſteuern ist bezeichnet wurde. Genoffe John wies diese beleidigende Aeuße fich geschädigt fühlenden Herrn 2. in entsprechender Weise aus auf 2 355 760 m. veranschlagt, doch müssen hiervon 150 000 m. rung in ganz energischer Weise mit dem Hinweise zurück, daß der cinandergesetzt. ohne weiteres gestrichen werden. Der Magistrat hat nämlich be- Bürgermeister sich nicht wundern dürfe, wenn ihm mit gleicher reits 150 000 9. aus der Schanktonzessionssteuer eingestellt, der Aus- Münze heimgezahlt werden würde. In nichtöffentlicher Sizung schuß aber hat diese Steuer mit so überwiegender Mehrheit ab- wurden hierauf die beiden Wochenmärkte an den bisherigen Bächter gelehnt, daß der Magistrat sich genötigt fah, seine Borlage für eine jährliche Pachtsumme von 27 000 9. auf weitere drei zurückzuziehen. Die Mehreinnahmen aus der Gemeindeeinkommen Jahre verpachtet. Die Märkte sollten dem betreffenden Pächter steuer sind auf 1 168 800 m. bemesien, die aus der Gemeinde- Grund- zuerst ohne jede Ausschreibung für eine jährliche Bachtsumme von steuer auf 708 500 m. Hierbei wird damit gerechnet, daß die Stadt- 20 000 m. weiter verpachtet werden; erst auf das entschiedene Ginverordnetenversammlung sich mit einer Berdoppelung der bisherigen treten unserer Vertreter fand eine Ausschreibung statt, wodurch die Feuerwehrbericht. Grober Unfug lag einer Feuermeldung zu Grundsteuer für unbebaute Grundstücke einverstanden erklärt. Für Gemeinde nun 7000 M. pro Jahr mehr erzielt hat. Hierbei fam Feuerwehrbericht. Grober Unfug lag einer Feuermeldung zu bebaute Grundstücke, deren Wert auf 1106 Millionen Mark geschätzt eine Petition der Gewerbetreibenden, welche die Aufhebung der Grunde, die den 8. Zug nach dem Laufiger Plaz alarmierte. Der Täter war leider enitommen. Der Brand einer Tapeziererwerkstatt wird, soll nach wie vor 2,4 pro Mille des gemeinen Wertes erhoben Wochenmärkte wegen Schädigung der seßhaften Geschäftsleute ververanlaßte das Ausrücken des 3. Zug nach der Schwedter Straße 3. merden, für unbebaute Grundstücke dagegen, deren Wert auf langte, gur Besprechung. Dieselbe fand einstimmige Ablehnung. Derfelbe 2ng hatte dann noch in der Pappel- Allee 4 zu tun, to 200 Millionen geschäzt wird, 4,8 pro Mille des gemeinen Wertes. Ferner wurde beschlossen, die Konzession für eine Straßenbahn von Papier usto. brannte. In der vorletzten Nacht fam in der Fürsten- Diese beabsichtigte Steuerreform ist durchaus berechtigt, denn der der Schillerstraße bis zur Wuhlheide resp. Oberschöneiveide nach straße 18 Feuer aus. Breßfohlen, Fußböden usw. brannten dort. unbebaute Grundbesitz hat wesentlich höhere Vorteile von den Ge- zusuchen. Durch die Explosion einer Betroleumlampe entstand Gerichtstraße 7 meindeeinrichtungen als der bebaute, Vorteile, die ihren deutlichen ein Feuer, das vom 16. Bug gelöscht wurde. Ferner liefen Feuer Ausdruck in einer im Vergleich zu den bebauten Grundstücken Friedrichsfelde. meldungen aus der Steinmegstraße 78, Altonaer- Straße 32 und gewesen, der Magistrat bätte ganze Arbeit gemacht und die Einüberaus starken Wertsteigerung finden. Besser wäre es freilich führung einer Wertzuwachssteuer vorgeschlagen. Straßensperrungen. Gesperrt wird die Linienstraße von der Dragonerstraße bis zur Füsilierstraße behufs Ausführung von Tunnelarbeiten. Weiter wird gesperrt: Die südöstliche Dammhälfte des zwischen der Hausburgstraße und der Verbindungsbahn gelegenen Teiles der Landsberger Allee behuss Umpflasterung vom 26. d. M. ab bis auf weiteres. anderen Stellen ein. Steglik. Vorort- Nachrichten. Zur Gemeindewahlbewegung. Wen wählen wir in die Gemeindevertretung? Das war die wichtigste Frage, die der Erledigung Harrte, nachdem mun endlich die Ausschreibung der Neuwahlen erfolgt ist. Mit erfreulicher Einstimmigkeit wurde die Frage in einer zum Sonnabend einberufenen außerordentlichen Wahlvereinsversammlung, die sehr gut besucht war, entschieden. Genosse H. Schulz gab einen Bericht über die bisherige Tätigkeit des Wahlfomitees und empfahl der Versammlung, im ersten Bezirt Genoffe Schellhaſe als Hausbefizer und Genosse Ahmann als Mieter aufzustellen. Dieser Vorschlag fand ein stimmige Annahme. Jm zweiten Bezirk ist nur ein Hausbefizer zu wählen. Das Komitee stellte der Versammlung anheim, fich für Genosse Hamburg oder Genosse Richard Keng zu entscheiden. Genosse Hamburg verzichtete zugunsten des Genossen seng, toorauf legterem gegen eine Stimme die Kandidatur übertragen wurde. Zehlendorf. Freitagabend die 17jährige Tochter des Herrn E. hierſelbſt. Fräulein Ueberfallen wurde, wie uns nachträglich berichtet wird, am E. tam vom Bahnhof Friedrichsfelde- Ost und ging zu ihrer elterlichen Uebrigens muß der Etat der Regierung zur Genehmigung ein- Wohnung. Zwischen dem Bahnhof und der Berliner Straße führt gereicht werden. Nach§ 54 des Kommunalabgabengejeges sollen der Hohlweg, welcher durch die vor vier Jahren erfolgte Tiefers nämlich die vom Staate veranlagten Realsteuern in der Regel legung der Marzahner Chaussee entstanden ist. Bor noch nicht zwei mindestens zu dem gleichen und höchstens zu einem um die Hälfte Jahren erst gelang es unseren Genoffen, eine Beleuchtung dieses höheren Brozentsatz zur Kommunalsteuer herangezogen werden, als einzigen Zugangsweges zum Bahnhof" Ost" durchzusetzen. In Buschläge zur Staatseinkommensteuer erhoben werden. Da diesem auch jezt noch mangelhaft erleuchteten Hohlwege wurde die Zuschläge zur Staatseinkommensteuer 100 Broz. betragen, so Fräulein G. überfallen. Der Unhold fuchte dieselbe nach Die E. fchrie um Hülfe und dürften die Realsteuern höchstens zu 150 Proz. herangezogen werden, dem freien Felde zu zerren. der Magistrat schlägt aber 169,11 Proz. vor. Außerdem plant er fegte sich auch fräftig zur Wehr. Hierbei zerfratzte fie dem Auf den Hülferuf eilte ein eine geringern Belastung der staatlich veranlagten Gewerbesteuer, in- Angreifer das Gesicht. Auf fofern, als die Gemeinde- Gewerbesteuer für die erste und zweite Magerviehhof lommender Schlächtermeister S. sowie fein Sohn Gewerbesteuerklasse 125 Broz, in der Klasse III und IV dagegen nur herbei. Der Unhold ergriff die Flucht über die Felder. Kurz darauf 50 roz. betragen soll. Die Gewerbesteuer foll also zum größten wurde von dem Mädchen sowie den Befreiern ein Mann mit einer Teil durch die leistungsfähigen Betriebe aufgebracht werden, der Bahnmüze und frisch zerkragtem Geficht angetroffen und als ein trotzdem noch auf die beiden untersten Stufen entfallende Betrag Bahnarbeiter B. aus der Berliner Straße festgestellt. Wo bleiben wird durch die Warenhaussteuer, die bekanntlich den Gemeinden hier die Sicherheitsbeamten, die auf anderen Stellen so unnüz verüberwiesen ist, reichlich gededt. wendet werden, wie wir fürzlich gezeigt? Hier wären die Gendarmeriedoppelposten eher angebracht. Ober- Schöneweide. bont Die hiesige Gewerkschaftskommiffion hielt am 20. d. Mts. cine Versammlung der neuen und alten Delegierten ab, in welcher namens des Ausschusses der Obmann, Genosse lemming, den Gemeindevertretersizung. In Anbetracht des demnächst in Kraft Tätigkeitsbericht über das verflossene Geschäftsjahr erstattete. Gine tretenden Wolfsschulunterhaltungs- Gefeges macht fich die Bildung Fülle gewerkschaftlicher Arbeit in bezug auf die Agitation, Wahlen einer Schuldeputation notwendig. Derfelben sollen angehören drei und Lohnbewegungen sei zu erledigen gewesen. Die Arbeiten des Mitglieder der Gemeindeverwaltung, drei Gemeindevertreter, drei Neber unsere Aufgaben in der Gemeinde referierte Genoffe Stadt- Ausschusses wurden in 22 Sizungen und die der Gewerkschafts- Lehrpersonen und die beiden Ortsgeistlichen. Die Vertretung wählte verordneter Schubert- Berlin in einer öffentlichen Kommunalwähler- tommission in 13 Situngen geregelt. In Rücksicht auf den bald aus ihrer Mitte die Herren Herwig, Nollenberg, Peierls. Der Verversammlung. In fast anderthalbstündiger Rede entwidelte er unser erscheinenden gedruckten und eingehenden Jahresbericht verweilte treter der Katholiken, welcher bislang dem Schulvorstande an Gemeindewahlprogramm und forderte zum Schluß unter starkem Redner nur bei den hauptsächlichsten Bunkten. gehörte, blieb in der Minderheit. Für die Pflasterung der Beifall der Versammlung auf, bei den bevorstehenden Gemeinde Anschließend hieran gab der Kassierer, Genoffe Scheible, Bilhelminenhofstraße lagen die Ergebnisse der Submission vor. Die wahlen für die Wahl von Sozialdemokraten mit allen Kräften ein- den Kassenbericht pro 4. Quartal 1907 sowie die Hauptposten der Lieferung des Reifensteinmaterials wurde einem skandinavischen zutreten. In der hierauf folgenden Distusfion brachte Genoffe Schelle Jahresabrechnung. Nach der Berichtgabe über die Beiträge zum Steinbruch zu dem Preise von 182 000 Mart übertragen. Für die bie von der Gemeindevertretung in den legten Jatzen begangenen Boltshausfonds wurde beschlossen, für die Zukunft die Eintassierung Ausführung der Pflasterarbeiten sind Breise gefordert, bei denen der Sünden zur Sprache, dabei betonend, daß dieselbe nur sehr selten das der Beiträge durch den Volkshausausschuß selbst vornehmen zu Meistfordernde um 50 000 Wart höher geht als der Mindestallgemeine Intereffe, vielmehr nur immer das Sonderintereffe ihrer laffen. fordernde, und zwar find die Ringfirmen ohne Ausnahme sehr hoch Klaffe, der Befißenden wahrnehme. An der weiteren Diskussion In den Ausschuß der Gewerkschaftskommission tourden ge- in ihren Forderungen. Den Zuschlag erhielt die Nichtringfirma nahmen dann noch teil die Genossen Ulm, E. Fuchs und der Vorwählt die Genossen Ahrens, Billian, Flemming, Storch und Spremberg in Berlin. Die Arbeiten werden Mitte März nach Einfigende Genosse Göhre. Zwei anwesende Gegner, von denen der Scheppte. Als Obmann der Gewerkschaftskommission wurde gang des Steinmaterials beginnen. eine sich schon während der Reichstagswählerversammlungen als wiederum der Genosse Flemming gewählt. Zu Revisoren wählte Mitglied des Reichslügenverbandes vorgestellt hatte, empfahlen sich man die Genossen Haat und Mitsching. nach den Worten des Genossen Scheler auf englisch ohne geredet Gin Antrag der hiesigen Ortsverwaltung des Verbandes der zu haben. r Als Kandidaten wurden für den Sübbezirk Gentoffe Scheler, für den Nordbezirk Genoffe UI m aufgestellt. Nachdem Genoffe Göhre noch einmal in träftigen Worten aufgefordert hatte, nunmehr mit allen Kräften für die Wahl der aufgestellten Kandidaten einzutreten, erfolgte wegen Eintritt der Polizeistunde Schluß der Versammlung. Ober- Schöneweide. freien Gast- und Schankwirte Deutschlands betreffs einer Delegation des Verbandes, wie die analog der übrigen Gewerkschaften, in die Charlottenburger Gewerkschaftskommission, wurde nach längerer Debatte dahin geregelt, daß zu den Sizungen der Gewerkschaftstommiffion ein Bertreter des Verbandes mit nur beratender Stimme teilnehmen soll. Die weiteren Berhandlungspunkte mußten wegen vorgerüdter Zeit vertagt werden. Unentschuldigt fehlten die Delegierten der Buchbinder und Fleischer. Rummelsburg. Köpenick. Rekognosziert ist die Leiche, welche beim Müggelfchlößchen an getrieben wurde, Es ist die des Arbeiters Albert Hujewa, der im Spätherbst bei Köpenid über die Spree schwimmen wollte und jeden falls infolge eines Schlaganfalls mitten auf dem Strome vor den Augen seiner zuschauenden Kollegen in den Fluten versant. Bei der gelandeten Leiche wurden noch 80 M. bar Geld vorgefunden. Tempelhof. An der Stätte der Brandkatastrophe, wo die HolzbearbeitungsGemeindewahlen. Am Montag, den 2. März, nachmittags von fabrik von Lebbin am Sonnabend in Flammen aufging, mußte bora 4-7 Uhr finden die notwendigen Erfazwahlen für die dritte Klasse gestern noch den ganzen Tag über von Feuerwehrleuten gearbeitet statt. Zu diesem Zweck ist der Ort in zwei Bezirke geteilt. werden. Bis in die späten Nachmittagsstunden hinein wurde noch mit vier Den Bezirk I bilden die Straßen: Tabbert, Siemens, Deul-, Nalepa, Reuleaug, Ohm-, Helmholz-, Watt- und Edisonstraße, mit In der letzten Gemeindevertreter sigung fand vorerst die Ein- böden im Werte von 60 000 M. find vernichtet worden. In der 65 Meter Gin- Rohren gegen die Flammen gekämpft. Fünf Kahnladungen fertiger Fußdem Wahllokal Turnhalle in der Wattstraße. Zum Bezirk II ge- führung von drei neu gewählten Mitgliedern und zwar der Herren hören: Wilhelminenhof, Laufener, Frischen, Luisen, Klara, Römer und Schüler für die 1. Klasse und des Herrn Bösch für die langen und 20 Meter tiefen Schneiderei waren zwei wertvolle Mariens, Mathilden-, Stathenaustraße und der gesamte Ortsteil 2. Klasse statt. Einstimmig wird den drei Behrern an der Hülfs- schwedische Holzbearbeitungsmaschinen, Kreis-, Band-, Gatterfägen usw., Ostend. Wahllotal: Turnhalle Frischenstraße. schule für schwachbegabte Kinder die Zulage bon 200 auf 300 2. im ganzen 18 Maschinen aufgestellt, von denen 16 in den Keller geJeber Wähler fann nur in dem Bezirk wählen, für welchen er pro Jahr erhöht. Gine Neueinteilung des Ortsteils Rummelsburg stürzt sind. Nur awei massiv fundamentierte Bollgattermaschinen in die Wählerliste eingetragen ist. Die vom Gemeindeamt zugestellten in 10 Armenbezirke wird ebenfalls einstimmig genehmigt. Die Be- befinden sich noch an ihrem Standorte. Die Brandstelle wurde am Starten gelten als Legitimation. In dem 1. Bezirk ist ein Haus- schlußfaffung über die Einsprüche gegen die Gemeindewählerliste Sonntag trotz der ungünstigen Witterung von Tausenden von Neubefizer und im 2. Bezirk ein Hausbefizer und ein Nichtangefeffener zeitigte eine sehr rege Debatte. Fünfzehn Einsprüche wurden ohne gierigen besucht. zu wählen. Diese Wahlen gelten als Ersatzwahlen für den Vertreter Diskussion vorweg für berechtigt anerkannt und dementsprechend Brandes den Flammen zugeführt wurden, geht daraus hervor, daß Welche enormen Wassermengen während des Silchmüller und unsere Genossen Dobslar und Grunot. Die not- die nachträgliche Aufnahme in die Wählerliste beschlossen. Ferner wendigen Wahlen für die Bermehrung( zwei für jede Klaffe) werden war ein Wähler, weil er bei seinen Eltern wohnt, deshalb keinen die beiden Schöneberger Dampfiprigen, die fünf Stunden umunteran einem späteren Termine stattfinden. cigenen Hausstand befit, nicht in die Wählerliste aufgenommen, brochen arbeiteten, in der Minute je 1200 Liter Wasser lieferten. ebenso ein anderer Wähler, der wegen Krankheit von der Gemeindesteuer zurzeit befreit ist. Unsere Vertreter traten in längeren Ausführungen mit Bezugnahme auf die hierfür geltenden Bestim inungen für die Aufnahme dieser beiden in die Wählerliste cin. Der Einspruch zu 1 wurde denn auch von der Mehrheit anerkannt Wegen Beleidigung der Beamten der politischen Polizei und die Eintragung dieses Wählers in die Liste beschlossen, der hatte sich gestern der Ladierer Kurt Neumann vor der 1. Straf Auch die Liberalen find bereits in den Wahlkampf eingetreten. andere Einspruch wird dagegen weil die Steuerbefreiung nach fammer des Landgerichts I zu verantworten. Der aus der UnterIn einer vor einigen Tagen von etwa 50 Berfonen besuchten Wer den Ausführungen des Gemeindevorstehers für den Betroffenen suchungshaft vorgeführte jugendliche Angeklagte war Redakteur ſammlung sprach ein Lichtenberger Redner über die bevorstehende für das ganze Jahr gelten follabgelehnt. Im anderen Falle einer einzigen Nummer der Anarchistenzeitung Revolutionär", als Bahl. In der Distuffion fuchte ein Herr Sekretär Müller in Reichs- ergab die Debatte, daß sich die Vertretung auf den Standpunkt er verhaftet wurde. Bei Gelegenheit einer Haussuchung in der verbandsmanier die Sozialdemokratie zu begeifern. Hierauf bestiegen stellt, daß auch diejenigen Personen, bei denen das Wahlrecht in- Wohnung des bisherigen Redakteurs des„ Revolutionär" hatte ein nacheinander drei Vertreter der Hirsch- Dunckerschen das Bodium, um folge Steuerrüdstände gemäß§ 44 der Landgemeindeordnung ruhe, Schußmann ein Notizbuch verloren. In diesem Buche waren allerlei die alten Ladenhüter über Terrorismus der freien Gewerkschaften in die Wählerliste einzutragen seien. Hierauf setzte eine scharfe Aus- Notizen über Obfervationen und sonstige gegen Anarchisten unterund der Sozialdemokratie abzuleiern. sprache zwischen unseren Bertretern und dem Bürgermeister ein, nommene beziehungsweise zu unternehmende Schritte enthalten. Genoffe Kaiser, der als Vertreter unserer Genossen allein in der webei sämtliche bürgerliche Vertreter nur stille Zuhörer abgaben. In awei Nummern des Revolutionär" wurden einige marfante Bersammlung war, nahm zweimal das Wort, um den Herren Die bereits in dem Bericht über die letzte Gemeindevertretersizung Dinge aus diesem Notizbuch mitgeteilt. Von diesen Vorgängen Liberalen ihre Taten vor Augen zu führen. Den Diskussions im Vorwärts" vom 5. d. M. geschilderte, jeder Gerechtigkeit hohn hatte auch der Vorwärts" Notiz genommen und sie zum Ausgangsrednern großes Gewicht beizulegen war nicht notwendig, da sprechende Neueinteilung der Gemeindewahlbezirke sowie die in punkt einiger Betrachtungen gemacht, die dem„ Nevolutionär" nicht die Herren die Debatte auf ein so niedriges Niveau gebracht hatten, dieser Sigung erfolgte Düpierung der Gemeindevertretung durch überall gefielen. In der von dem Angeklagten gezeichneten Nummer daß ihnen ein ernster Bolitiker nicht folgen fann. Als letzter den Bürgermeister, indem derselbe der Vertretung falsche Angaben erschien sodann ein polemischer Artikel unter der Ueberschrift„ Der Redner sprach ein Lehrer aus Adlershof, welcher den Vertretern der über die Zahl der Stimmberechtigten in den einzelnen Wahl- Borwärts" und das unwichtige Notizbuch". In diesem Artikel Sozialdemokratie große Sachlichkeit und Objektivität nachrühmte. bezirken unterbreitete. ferner das ausdrückliche Verbot des Bürger- wurde eine scharfe Kritit über die Tätigkeit der politischen Polizel Unseren Genossen ist es diesmal gelungen, Hausbesitzer aufftellen zu tönnen. Eine Voltsversammlung zur Aufstellung der Standidaten, in welcher Stadtv. Dupont referieren wird, findet am Freitag im Wilhelminenhof" statt. Königs- Wusterhausen. " Gerichts- Zeitung. ie fich auf vier Fälle bezogen, in denen nach Anficht des Angeklagten " Gastwirtsgehülfen. Heute nachmittag 3 Uhr: Deffentliche Bersamms lung aller Angestellten im Gastwirtsgewerbe in den Arminhallen", Stom mandantenftr. 58/59. Kaufmännische Kranken: und Sterbekasse von 1885(.. 71). Beute abend 9 Uhr bei Landré, Stralauerstr. 36/37. en Arbeitern gegenüber geübt. Diese hat die Stellung des Straf-| Zuchthausstrafe von 1½ Jahren. Das Gericht erkannte auf| funken, die Mannschaft aber gerettet. Bet Geernes ten gyer antrages veranlagt. In der geftrigen Verhandlung stellte Rechts- nur 1 Jahr Gefängnis unter Anrechnung von zwei Monaten fahrzeug gefcheitert, dessen Führer ertrunten ist. Bei Donegal wurde anwalt Ludwig Friedmann eine Reihe von der erlittenen Untersuchungshaft. ein Eisenbahnzug aus den Schienen geworfen, ohne daß die Reisenden Beweisanträgen, Schaden erlitten hätten. In Manchester und Liverpool mußte der Strafbarkeit der Eltern wegen Zufpätkommens der Kinder? Beamte der politischen Bolizei bei der Ausübung ihres Amtes ftrat feine Tochter wiederholt zu spät zur Schule fam, und zwar auch find einzelne Menschen durch herabstürzende Trümmer erschlagen Herr Sörensen in Hadersleben war angeklagt worden, weil Straßenbahnverkehr zeitweise eingestellt werden. In mehreren Städten barer Handlungen sich Syftem der Verfolgung der Anarchisten durch die politische Polizet dann noch, nachdem ihm die Lehrerin durch ein Kind Mahnzettel und viele Leute verlegt worden. Ein neuer Erdstok. Ein Telegramm aus Brancaleone laffe die Wahl scharfer Ausdrücke seitens des Angeklagten erklärlich geschickt hatte. Das Landgericht sprach ihn frei. Es sah in dieser erscheinen und dies sei mindestens für das Strafmaß von Bedeu- Art des Mahnens feine Anerinnerung" gemäß des Haderslebener vom gestrigen Tage befagt: Um 2 ühr nachts wurde heute hier, in tung. Beantragt wurde die Vorladung des Kriminalfommissars Schulregulativs von 1829, das auf Grund der schleswig- Bruzzano und Ferruzano ein starker Erdstoß verspürt, der aber Stunge. Diefer spiele im Stampfe gegen die anarchistische Bewegung holsteinischen allgemeinen Schulordnung von 1814 ergangen ist feinen Schaben anrichtete. und als Voraussetzung einer Schulverfäumnisstrafe eine Anerinnerung" berlangt. Das Kammergericht hob dieser Tage bas Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht zurüd. Im Gegensatz zum Landgericht war es der Ansicht, daß eine solche Anerinnerung", die in den Städten Schleswig- Holsteins durch örtliches Schulregulativ nach den Bestimmungen der allgemeinen Schulordnung von 1814 als Strafvoraussetzung bei Schulver= fäumnissen bestimmt werden könne, feine feierliche Verwarnung der Schulbehörde sei. Es genüge, wenn die Lehrerin oder der Lehrer die Eltern durch einen Mahnzettel daran erinnere, daß Schulversäumnisse nicht vorkommen dürften. Weiter wurde aus geführt: Im Urteil des Landgerichts sei nur von einem wieder Das Kammergericht stehe nun holten Zuspätkommen die Rede. auf dem Standpunkt, daß ein bloßes Zuspätkommen, wenn es sich nur um Kleinigkeiten handele, keine solche Schulversäumnis sei, die zu einer Bestrafung der Eltern führen könnte. Eine derartige Schulverfäumnis sei Zuspätkommen nur dann, wenn dadurch ein erheblicher Teil des Unterrichts versäumt werde. Auch das müsse bei der neuen Verhandlung beachtet werden. Für Schulverfäumnisse auf dem Lande ficht die allgemeine Schulordnung für Schleswig- Holstein eine Ermahnung der Eltern vor, während sie für Schulversäumnisse in den Städten ihres Geltungsbereiches die Frage der Voraussetzung einer Schulberfäumnisstrafe offen läßt und nach Meinung des Kammergerichts ihre Regelung den durch sie zugelassenen örtlichen Schulregulativen vorbehält. eine Rolle und habe sich mit dem Buchdrucker Donath, bei dem der Revolutionär" gedrudt wurde, in Verbindung gesezt und diesen veranlaßt, gegen Zahlung von 5 Mark pro Exemplar, jedesmal ein Exemplar des„ Revolutionär" an ihn gelangen zu lassen, noch bevor die gedruckten Exemplare dem Verleger übergeben wurden. Dies stelle nach Ansicht des Angeklagten Beihülfe zum Diebstahl und zum Bergehen gegen das Verlagsrecht dar. Außer Herrn Kunze sollen auch Tonath und der Redakteur Wilh. Wehner über diesen Punkt vernommen werden. Ferner wurde die Ladung des Kriminalbeamten Hobsch beantragt unter der Behauptung, daß sich dieser bei Gelegen. heit einer Haussuchung bei dem Tapezierer Kielmeher der Frau des K. gegenüber höchst unpassend benommen habe. Sodann wurde unter Beweis gestellt, daß der Kriminalwachtmeister Neumann versucht hat, durch Versprechen einer Belohnung von 300 Mark Sen Sozialdemokraten Korbmacher Richard Fischer als Spiel für die politische Polizei zu gewinnen, damit er Redaktionsgeheimniffe des Vorwärts" und innere Parteivorgänge ausplaudere. Fischer habe den Beamten nach dem Friedrichshain bestellt, sich aber ein paar handfeste Freunde mitgenommen, angesichts derer Herr Neumann Nehrt gemacht habe. Nach Ansicht des Angeklagten verdiene derjenige, der einen anderen zum Denunzianten machen will, teine andere Charakteristik, als der Denunziant selbst. Zum Beweise dafür, daß bei vorgekommenen Uebertretungen und Vernehmungen von Anarchisten diese durch die Beamten der politischen Abteilung ividerrechtlich photographiert und bei ihrer Weigerung aufs schwerste in ihrer persönlichen Freiheit beeinträchtigt würden, wurde au cinen Zeugen Ernst Witte Bezug genommen. Endlich wurde noch die Ladung des Kriminalschußmanns a. D. Kleinhann, der das Notizbuch verloren, beantragt. Staatsanwalt Dr. Fiegen bean tragte auch seinerseits die Ladung dieser Zeugen, da auch er ein Intereffe daran habe, daß nicht einseitig in öffentlicher Gerichtsfibung solche Behauptungen aufgestellt, sondern die Tatsachen auch aufgeklärt werden. Das Gericht beschloß, den Termin zu vertagen und die sämtlichen vorgeschlagenen Personen als Zeugen vorzuladen. Ein Haftentlassungsantrag des Angeklagten, der schon 9 Wochen in Untersuchungshaft fikt, wurde vom Gerichtshof ab e gelehnt. Die Beweisaufnahme verspricht recht erbaulich zu werden. Freilich scheint der Angeklagte und sein Verteidiger nicht ganz zutreffend informiert zu fein. So stellten sie ein angebliches Bortommnis mit einem Korbmacher Richard Fischer unter Beweis, von dem uns nichts bekannt ist. Gemeint ist wahrscheinlich die im „ Vorwärts" vom 4. und 6. März 1906 ausführlich geschilderte, versuchte Bestechung unseres Parteigenossen Karl Fischer zum Verrat von Parteigenossen und Parteibeschlüssen. Zu diesem Zwed wurden an Genossen Karl Fischer durch den Kriminalkommissar v. Arnim beziehentlich den Kriminalbeamten Gustav Neumann 200 Mark gezahlt. Zur Abholung dieser Summe wurde die politische Polizei feinerzeit von uns öffentlich aufgefordert. Da die Abholung aber trob mehrfacher Mahnungen unterblieb, so wurde die Summe zur Agitation für sozialdemokratische Zwede verwendet. Es wäre bebauerlich, wenn infolge irriger Information die vom Gericht beBeweiserhebung wie das Hornberger Schießen ausliefe. schloffene Beweiserhebung wie das Hornberger Schießen ausliefe. Heiratsschwindel. Eine falsche Eintragung im Standesamtsprotokoll. Der frühere Bureaubeamte Wilte ersucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung zu dem in der Nr. 37 erschienenen Gerichtsbericht:„ Eine falsche Eintragung im Standesamtprotokoll" gegenüber der von uns wiederholten Angabe des freigesprochenen Angeklagten Beschorner:" Es ist nicht wahr, daß ich gegen den Amisvorsteher Herrn Beschorner die Anzeige wegen Bergehens gegen § 348 des Reichs- Strafgesetzbuches erstattet habe. Dieselbe schwebt meines Wissens seit Anfang vorigen Jahres. Es kann fomit auch nicht ein Racheatt infolge eines von dem Angeklagten gegen mich gestellten Strafantrages wegen Beleidigung sein, da ich in dieser Angelegenheit erst Anfang dieses Jahres, nachdem das Verfahren kontra Beschorner längst im Fluß war, vor einem Polizeirevier vernommen worden bin. Seit dieser Vernehmung habe ich in der Beleidigungssache, der ich vollständig fernft ehe, nichts mehr gehört. Von einem Komploit der Beamten gegen Herrn B. ist mir nichts bekannt." SEN Vermischtes. Hochwasser. Nachdem die Warthe in den letzten Tagen zurüdgegangen war, ist Bosener Meldung zufolge ein erneutes Steigen eingetreten. Der geftrige Wasserstand betrug 2,64 Meter. Die beiden ersten Borflutgräben find aufs neue überschwemmt. Vom Oderlauf wird weiteres langfames Steigen gemeldet. Dresden, 24. Februar. Der Wasserstand der Elbe ist weiter im Steigen begriffen. Die heutige Boranfage lautet für Dienstag früh: Wasserstand der Elbe 140 Zentimeter über Null, langsam steigend. Diabolo, Eingegangene Druckfchriften. " Süddeutscher Postillon" Nr. 5 legt uns der Verlag M. Ernst in München vor. Der Perfer Schah und sein Parlament ist eine farbenreiche köstliche Paradie auf den hochgepriesenen Stonstitutionalismus. der scharffehende Satiriker, tonterfeite einen Bülow als Blodfünstler Banselow gibt eine Nachtstudie aus Bedientenkreise, das Schlußbild erbringt und wohl auch anderwärts. den Beweis von zweierlei Necht in Breußen Die beiden Bilddiebe, eine Portugal ist das Leitgedicht u. a. gewidmet. Postalische Schneid( Ged.) Stultus und Kultur( Ged.) Sägerepisode. Politischer Arbeitsmarkt. Janz wie Oldenburg( Gedicht von Schneide Militärische Ersparntffe u. a. füllen zum Ergöhen und Aufmuntern der Leser diese Nummer. mit). Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter britter Eingang, vier Treppen, Sahrstuhl Sof. Geöffnet 7 Uhr. wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. A. K. S. 1. Nein. 2. Wenn dadurch die Gesundheit gefährdet wird Idas ist die Regel so haben Sie das Recht auf Aufhebung des Vertrages und auf Schadenersatz zu flagen. 3. Sa. 4. Ein eigenhändiges geund unterschriebenes Testament genügt. Beispiele und Anleitungen für ein folches finden Sie auf den letzten Seiten des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. 5. Das ist zweifelhaft. Nach§ 1620 des Bürgerlichen Gefeßbuches ist der Vater ver pflichtet, einer Tochter im Falle ihrer Verheiratung zur Einrichtung des Haushaltes eine angemessene Aussteuer zu gewähren, foweit er bei Be rücksichtigung seiner sonstigen Verpflichtungen ohne Gefährdung seines standesgemäßen Unterhalts dazu imftande ist und nicht die Tochter ein zur Beschaffung der Aussteuer ausreichendes Ber mögen hat. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen Marktlage: Fleisch: Sufuhr start, Geschäft rege, Preise unverändert. Wild: Bufuhr Inapp, Geschäft lebhaft, Breise hoch. Geflügel: Zufuhr genügend, Geschäft ziemlich rege, Breise hoch. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft ruhig, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Breise un verändert. Gemüse, Dbst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft sehr matt, Preise wenig verändert. Witterungsübersicht vom 24. Februar 1908, morgens 8 thr. Stationen Barometer flantb mm Ind rigtung Windfidcte Swtembe. 747 Better Zemp. n. G. 5° 5.=. Stafionen Barometer stand min Haparanda 757 Bind Bu Binbftarle Better Temp. n. 6. 134 9900 2 bedeďt 2 2Schnee 2 bedeckt 2 Petersburg 760 DGD 4bebedt 2 Scilly Münden 751 S ten 1 Regen 6 bededt 753 GGD 2 bededt 3 Aberdeen 3 Baris 763 NN 744 NW 757 2 7 bedeďt 8 5 Regen 4 heifer 5 Wetterprognose für Dienstag, den 25. Februar 1908. Ein wenig fühler, zeitweise aufilarend, vorwiegend trübe mit Nieder schlägen und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewäffertunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Basserstand am feit 23. 2. 22. 2. Dresden, 24. Februar. Infolge der heftigen Regengüffe und Bamburg 746 BS 3 bebedt der raschen Schneeschmelze im Gebirge ist der Wasserstand der Elbe Berlin 74823 Gin netter Sprosse eines gräflichen Geftarf gestiegen. Für heute wird amtlich ein Wasserstand von Franj.a. M. 751 schlechts ist der Bureaubeamte Alexander Walther, welcher 90 Zentimeter über Null für Dresden gemeldet. borgestern aus der Untersuchungshaft der vierten Straffammer des Landgerichts I borgeführt wurde, um sich wegen einer Anzahl Heiratsschwindeleien zu verantworten. Anfangs Dezember des vorigen Jahres machte das Dienstmädchen Emma B. in einem Tanglofal die Bekanntschaft eines netten jungen Mannes, der sich In der Oder ertrunken. Nach einer Meldung der Frankfurter ihr als Ingenieur Werner" vorstellte. Der angebliche Werner Dder- Beitung" ertranten am Sonntag bei Genschmar, Kreis Lebus, erwies sich schon vom ersten Tage der Bekanntschaft an als ein sechs Personen, unter ihnen bier Familienväter, bei liebenswürdiger Schwerenöter und verdrehte der für Zärtlichkeiten einer Fahrt mit einem Handfahn. sehr zugänglichen" Emma" den Kopf. Er erzählte der B., die sich Das Attentat in der Kirche. Hierüber wird aus Denver be fchon ganz in die Rolle der zukünftigen Frau Ingenieur hineingefunden hatte, er entstamme einer alten Grafenfamilie. Zum richtet: In einer hiesigen Kirche wurde gestern während der Beweise legte er einen Taufschein vor, ants welchem hervorging, Spendung des Sakramentes der römisch- katholische Priester Leo daß der angebliche W. tatsächlich der uneheliche Sohn einer Gräfin Heinrichs, ein Deutscher, von einem Staliener, angeblich einem An- Memel, Tilfit Walpurgia von Tosso war. Fräulein B. war nunmehr erst recht archisten, durch einen Schuß getötet. Bei der entstandenen Ver- Bregel, Snsterburg 347) stola auf ihren Butünftigen" und gab ihm auch anstandslos verwirrung gelang es dem Täter, zunächst zu entkommen; er wurde eichsel, Thorn schiedene fleine Geldbeträge als Darlehn. Eines Tages wurde sie aber später ergriffen und nach einer Nachbarstadt gebracht, um zu Dder, Ratibor Stroffen jedoch aus allen Himmeln gerissen; sie erfuhr zu ihrem Entseßen, Frantjurt daß der angebliche Werner der jeßige Angeklagte Walther war, Ueber Sturmschäden wird aus London vom 23. Februar be- 3arthe, Schrimm der verheiratet ist und schon zwei Borstrafen tegen Heirats richtet: Der gestrige Sturm, der mit elementarer Gewalt über die Landsberg 220 schwindel erlitten hat. Der entlarote Betrüger wurde festgenommen. britischen Inseln hinwegging, hat große Häufer niedergerissen, ee, Bordamm Nachträglich stellte es sich heraus, daß W., der tatsächlich der Sohn Dächer von Stirchen und Schulen abgedeckt und viele Bäume ent ciner Gräfin v. T. ist, in mehreren anderen Fällen in ganz ähn licher Weise zu Werte gegangen war. Wegen Betruges in fünf wurzelt. Bei Mersey fenterte ein Schuner, dessen acht Mann starte Fällen war W. nunmhr vor der Straftammer angeklagt. Der Befagung ertrunken sein dürfte. An der Küste sind verschiedene Kleine Staatsanwalt beantragte mit Rücksicht darauf, daß es sich unt Dampfer in Gefahr geraten; ein kleines Fahrzeug wurde im St. Georgeeinen gemeingefährlichen und rüdfälligen Betrüger handele, eine kanal an Land geworfen. Das Feuerschiff von Grimsby ist ge- 19 Fur ven Juhatt oer Juierear übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Anfang 7%, Uhr. Dienstag, 25. Februar. Königl. Opernhaus. La Traviata. Bernhard Roie. Ein toller Einfall. Metropol. Das muß man seh'n. Mitislaw der Moderne. vollo. La belle Aleria. Beim schönen Anton. Folies Caprice. Jeunesse dorée. Paragraph 343. Mal was andres. Gebr. Serrufeld. Papa und Genoffen. Salomonisches Urteil. Kasino. Die Freuden der Häuslichkeit. Wintergarten. Otto Reutter. Spe. zialitäten. Valiage. Mlle. Guerrerito. Spe= zialitäten. Königl. Schauspielhaus. Meister Reichsballen. Stettiner Sänger. Matthias. Der zerbrochene Strug. Gustav Behrens. Spezialitäten. berhindern, daß er gelyncht wurde. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr Auf der Sonnenseite. Lustspiel in 3 Aufzügen von Ostar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Donnerstag, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Aften von Eduard Goldbeck und Hermann Stienzl. Mittwoch, abends 8 1hr: College Crampton. Donnerstag, abend 381ht: Der rote Leutnant. Schiller- Saal ( Schiller- Theater) Charlottenburg 8 Uhr: Lieder- Abend. P. Reimers( Gesang), E. Selein( tlavier). Neues tönigl. Opernhaus. Der Earl Haverland. Spezialitäten. Kleines Theater. Postillion von Lonjumeau. Deuriches. Die Räuber. Kammerspiele. Gyges und fein Ring.( Anfang 8 br.) Komische Oper. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus.. Die Dame mit den Lilien. Leffing. Das Tal des Lebens. Berliner. Der Opernball. Neues. Simson. Luitspielhaus. Banne. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Auf der Sonnenseite. Schiller Charlottenburg. rote Leutnant. Kleines. Mandragola. Lorking. Fidelio, S Der Friedrich Wilhelmstädt. Schan ipielhaus. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergére. Spezialitäten. Palast. Lehrjungenstreiche. Spezialitäten. ranta. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Ratavalt. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Selektionstheorie im Lichte der Wissenschaft. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Täglich 8 Uhr: Der Opernball. Ab 28. Februar: Hansi Niese. Die Förster- Christel. Nathan ber Beije. Neues Theater. Hebbel. Frau Barrens Gewerbe. Westen. Ein Walzertraum. Residenz. Bibi. Der selige Dctabe. Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Thalia. Jmmer oben auf. Triahon. Baron Toto. Theater au der Spree. Aus gewiejen Anfang 8 Uhr. Ferdinand Bonn als Gast. Simson. Morgen und folgende Tage: Simson. Abends 8 Uhr: Mandragola. Mittwoch: 2 mal 2 5. Donnerstag: 2 mal 2= 5. 5. Freitag: 2 mal 2 Sonnabend: 2 mal 2= 5. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 8 Uhr. ,, Bibi." 8 Uhr. Schwant in 3 Atten von de Gorsse retinot und de Marsan. Richard Merander. Hierauf: Der felige Octave. Haben Sie nichts zu verzollen? omlag, ben 1. Bärg, 3 Uhr: Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Selektionstheorie im Lichte der Wissenschaft. Theater an der Spree Stopenider Straße 68. Vorstellung der Freiheitlichen Bühne". Ausgewiesen. Soziales Drama von Karl Böttcher. ( Mach 12jähr. polizeil. Verb. freigegeb.) Morgen: Ausgewiesen. cm cm ¹) 384)+6 am feit 23. 2. 22. 2. cm cm³) 212+24 143-1 161 Basserstand Saale, Grochlit abel, Spandau) Rathenow) 226+30 Spree, Spremberg) 140 -2 234)--56 +6 Beeskow + 4efer, Münden 208 237 234 240 168+64 119 4-8 +1 +3 Minden 220+8 Rhein, Marimiliansau 440 +8 Kaub 809 Elbe, Leitmerit Dresden Barby 258+8 Magdeburg 214+4 Fall. 110++ 29 4+18 Köln 446 Redar, Heilbronn 215 4-55 Main, Wertheim Mosel, Trier 253 2) Unterpegel. 9) Eisstand. . 1)+ bedeutet Wuchs, Cistreiben. 290 Theater des Westens. DERNHARD ROSE THEATED 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag naam. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Nathan der Weise. Anfang 8 Uhr. Mittwoch 8 Uhr: Nathan der Weise. Donnerstag 3 Uhr zum erstenmal: Lokomotivführer Clauffen. Freitag: Lofomitioführer Claussen. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: Fidelio. Mittwoch 7, Uhr: Don Juan. Donnerstag 8 Uhr: Undine. Freitag 8 Uhr: Der Troubadour. Sonnabend 7%, Uhr: Don Juan. Hebbel- Theater, Königgräger 57/58. Abends 8 Uhr: Fran Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shato. Rixdorfer Theater Zentral- Theater. Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Mittwoch, den 26. Februar 1908: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufzügen von Hand Brennert und Ostwald, Anfang 8 Uhr. Heute und folgende Tage: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Ein glücklicher Familienvater. Staffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Br. Frankfurterftr. 132. Ein toller Einfall. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Mittwoch: Kean. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 118. Dienstag, den 25. Februar 1908: Pfeffer- Nösel oder: Die Frankfurter Messe i. 3. 1297. Schauspiel in 4 Aften( 9 Bildern) von Charlotte Birch- Pfeiffer. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. W.Noacks Theater Direttion: Rob. Dill. Brunnenſtr. 16. Die Schule des Lebens. Schauspiel in 5 Alten v. C. Raupachy Anfang 8 Uhr. Entree 30 f. Morgen und folgende Tage: Die felbe Vorstellung. Sonnabend große Ertravorstellung: Das Schloß am Meer. Trianon- Theater. 8 hr. Baron Toto: s uhr. Sonntag nachm. 8 Uhr: Fräulein Josette meine Frau. 8104 Zirkus Schumann Heute Dienstag, 25. Februar, 128 Uhr: Gr. außergew. Vorstellung. Riefen- Novitäten- Programm. Claymoure u. Gordons Creation. Resisto Elektrisches Rätsel. Kunstradfahrer- Truppe Klein Tagesgespräch von Berlin. Brachtausstattungs- Pantomime XIII. Saison. Zirkus Busch Dienstag abends 72 Uhr: Gala- Abend. Novität! Gr. Sensation! Novität! Mr. Lytton! Automobil- Saltomortale. Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tatterfalls, als Gast. Die phän. Aurora- Truppe! Die australischen Holzfäller! Szenen a. d. australischen Busch Bros. Clarkonians aus Amerika. Herr Ernst Schumann, Neudressur. Frl. Estelle Préval, Schulreiterin. Umaira Passage- Panoptikum. Neu! 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Pollo Letzte Woche! Senorita Guerrerito Spaniens schönste Tänzerin und das große FebruarProgramm! Kasino- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Hanni weint- Hansi lacht Neu! Steidl- Duo. Neu! a Theater 9 Uhr. Zum 25. Male: 9 Uhr Mitislaw der Moderne Operette von F. Lehár. Amaranth: Mia Werber a. 6. Borher ab 8 Uhr: Die glänzenden Spezialitäten und La belle Alexia. WINE BARTEN Reu! Der urkomische Rügamer. Reu Letzte Vorstellungen Neu! Käti Gültini. Neu! Sonntag 4 Biederleute. von Die frenden d. Hänslighet. Otto Reutter Gebr. Herrnfeld- großen Februar- Programm Theater. Allabendlich der interessante Prozeß wie er stürmischer nie belacht wurde: Salomonisches Urteil. Ein Nachspiel zu Papa und Genossen Beide Stücke mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag 3 Uhr: Endlich allein! Der Fall Blumentopf. Walhalla et Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Anfang 8 Uhr. Das großartige Februar- Programm. Grandiose, amüsante Spezialitäten. 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Schmerzerfüllt zurückgekehrt vom Grabe meines leider zu früh dahingeschiedenen lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Restaurateurs Gustav Knappe ist es nun ein dringendes Bedürfnis für uns, für das zahlreiche Geleit und die prächtige Kranzspende allen Verwandten, Freunden und BeNur furzes Gastspiel des berühmten tannten, besonders dem Gesang Kopfläufers vom Krystall- Palast in berein Liederkranz, dem Verband London( derselbe erregte durch seinen der Lederarbeiter, den Genossen bes Straßenkopflauf in allen Großstädten 6. Berliner Reichstagswahlkreises, als berecht. Aufsehen) sowie 16 erfittaji. auch dem Lotterieverein Elektra auf Spezialitäten. DustesVitograph. diesem Wege unserm herzlichsten Anfang 8 Uhr, Sonntags 52 Uhr. Dan Ausdrud zu geben. Jeden Sonnabend und Sonntag nach Die trauernden Hinterbliebenen: der Borstellung: Familienkränzchen Witwe Knappe nebst Kindern. bei freiem Tanz. ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e Anerk. V. Prof. u. Aerzt. empf., bill. Apoth. S. 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M. Arlt nebst Kind. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Dr. Schünemann 14752* Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Mitesser, Bidel im Gesicht und am Körper, Blüten. Bimmerin, Röten, Sommersprossen, Hautjuden, Furunfel, Hautgeschwüre c., wer baran leibet, gebrauche Bucker's Patents Reichel's Wacholder- Extrakt ebiginal- Seife, D. K. B., ärztlich emp gegen die Schmerzen in d. Gliedern, wohltuend und erleichternd, wirkt auslösend und ausgleichend auf fohlen und tausendfach bewährt. Breis 50 Pfg. ( fleine Badung, 15% ig), und Mt. 1,50 ( große Badung, 35% ig, von stärkster Wirkung). die organ. Funt. Probeft: 75 f., Wunderbare Erfolge, Fl. 1.50, 2,50 M. In der Gesamtwirkung v. großartigem Erfolge Sämtl. 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Bebel. Todes- Anzeige. Nach langem schweren Leiden verschied sanft am Freitag, den 21. d. M., nachmittags 1% Uhr, mein lieber Mann, unser guter, fürsorgender Vater, der Gastwirt und frühere Buchdruder Heinrich Schneider im nahezu vollendeten 51. Lebens. jahre. Dies zeigen im Namen der Hinterbliebenen tiefbetrübt an Rosalie Schneider geb. Motkowski und Kinder. Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. d. M., nachmittags 234 Uhr, vom Trauerhause Falfstr. 23 aus auf dem Rigdorfer Kirchhof in der Rudower Straße statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. Todes Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schant mirt Heinrich Schneider ( 20. Bezirk verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstagnachmittag 3%, Uhr vom Trauerhause Falfstr. 23 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Boritand. 234/10 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Bezirk Süd- West. Am 22. Februar verstarb unfer Mitglied Wilhelm Zwingelberg im Alter von 56 Jahren an Darmgeschwulst. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/15 Der Vorstand, Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Otto Schink am 22. d. Mts. an Herzleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 25. Februar, nachmittags 4 Uhr, vom Streis Atrantenhause in Groß- Lichterfelde aus nach der Moltkestraße in 112/13 Lichterfelde statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung Todes Anzeige. W Am Sonnabend, den 22. Fe bruar verschied plöglich mein inniggeliebter Mann, unfer guter Vater, der Schuhmacher 2965 Hans Rakow. Tiefbetrübt um stille Teilnahme bitten Fran Auguste Rakow und Söhne. Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 3 Uhr von der Halle der St. Markus. und Andreasgemeinde in HohenSchönhausen aus statt. Danksagung. Anläßlich des uns fo schwer ge troffenen Berlustes durch den Tod unferes lieben Sohnes, Bruders, Bräu tigams u. Schwagers, desStereotypeurs Alfred Brandt find uns von allen Seiten so viele Beweise der Teilnahme in jeder Form entgegengebracht worden, daß es uns unmöglich ist, jedem einzelnen persön lich zu danken. Alen denen, die uns in unserem so großen Schmerz ihr Mitgefühl bezeugt haben, sprechen wir daher an dieser Stelle unjeren tiefgefühltesten Dank aus. 20272 Familie Brandt. Hedwig Tönnies als Braut. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fagen wir allen Verwandten und Bekannten unseren innigsten Dant Mathilde Mühlich und Kinder. 2915 • 209/11 Blumen- und Kranzbindere von Robert Meyer, Leih- Haus Friedrich- Karl- Platz 12 Uhren, Büch., Bäsche, Kleidungssteunt Mariannen- Straße 2. Rerantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Letzte Prämiierung. 000000000 Charlottenburg 1