Nr. 51. flbonnem« nts-Bedlngungcn: aSoiinementä> Preis prwumeranlw? ZZierteljührl. 330 SRI., moniill. 1,10 Mk,. wöchentlich 28 Pfg, frei WS HauS. einzelne Nummer 6 Pfg. SonnlagS. nunimer mit illustrierter Sonntag?. Beilage.Die Neue Well' 10 Psg, Post- AbonncmeM: 1.10 Mari pro Monat. Eingetragen in die Post-ZellungS- Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mari, für daS übrige Ausland S Mari pro Monat. PoslabonnemeniS nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal, SiumSmen. Schweden und die Schweiz. SS. Jahrg. CridiilBt»glich uitr nootus. Verlinev Volksblnkk. Zcntralorgan der rozialdemohratifchen parte» Deutfcblanda. Vit TnlertlonS'Gebflbr tekägl für die scchSgespaltene Kolonei- geile oder deren Raum M Pfg. für polillsche und gewerllchastliche Vereins- und LerfammlungS-Anzeigen 80 Pfg. „Uieine Hnrefgen", das erste(fett. gedrulite) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. 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Im Jahre 1808 wurde ein„Departement des Kultus und öffentlichen Unter- richts" mit einem eigenen Direktor im Ministeriuni des Inneren eingerichtet. An die Spitze dieses Departements wurde Wilhelm von Humboldt, der geistreiche Ge- lehrte, der feingebildete Kosmopolit, berufen. Und seine Mit- arbeiter waren Süvern, Nikoloeins und später Schleier- macher; Süvern. ein ehemaliger Gymnasiallehrer mit feiner, an den klassischen Dichtern geschulten Bildung, stand dem Volksschulwesen vor. Hundert Jahre später heißen die großen Geister, die den Kultus im allgemeinen und das Volksschulwesen im besonderen dirigieren. Holle und Schwartzkopffl Welche Wendung durch Gottes Fügung I Wilhelm v. Humboldt war einige Jahre vor seiner Be rufung noch Gegner einer öffentlichen, vom Staate geleiteten Erziehung gewesen, weil nach seinen hochfliegenden humanitären Idealen bei der Erziehung„schlechterdings alles ans die Ausbildung des Menschen in höchster Mannig f a l t i g k e i t" ankommt. Er traute dem verfaulten, brüchigen Staate aber nicht zu. daß er die Erziehung auf eine solche hohe Basis stellen könne; er fürchtete vielmehr, daß„der Staat sich daran genügen lassen würde, daß der Untertan den Gesetzen gehorcht": ein solches Streben aber gewinnt„entweder keinen Fortgang oder führt auf Mangel an Energie". Erst die Reformära scheint in Humboldt die Hoffnung geweckt zu haben, daß der reformierte Staat imstande sein werde, ein höheres Erziehungsideal zu verwirklichen. Mit welcher geringschätzigen Gebärde wird heutzutage ein Mann wie Doktor Holle über solche altvaterische Bedenken hinweggehen! Herr Holle ist frisch und fromm aus der Eisenbahnverwaltung in das Kultusministerium übergesiedelt und er versieht dort mit der sorglosen Unbekümmertheit� mit der preußische Bureaukraten den sogenannten höheren Ideen der Menschheit gegenüber stehen, seinen Dienst im Interesse von Junker und Pfaff nach der bewährten Devise: lvem der Herr ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. Außerdem tröstet ihn das beruhigende Bewußtsein, daß sein Ministerialdirektor für das Volksschulwesen, der wackere Herr von Schwartzkopff, schon einspringen wird, wenn ihm einmal irgendwo die Puste ausgehen sollte. Dieser Herr von Schwartzkopff ist die eigentliche Seele der preußischen Schulreaktion von heute. Auf ihn können sich alle Finsterlinge felsenfest verlassen, er wird auch bei den Gesetzen immer noch eine Möglichkeit finden, etwaige kleine Lücken, durch die ein schivacher Strahl des Lichtes dringen könnte— wie beim jüngsten Schulunterhaltungsgesetz— mit unverfälschter schwarzer Wolle auszustopfen. Seine pädagogischen Ideale bezieht er portofrei aus den reichen Reservoirs der kirchlichen Orthodoxie. Vor hundert Jahren hatte man in Preußen andere Bezugsquellen. Süvern entsandte unter Humboldts steudiger Zustinunung drei junge Pädagogen nach der Schlveiz, an die Erziehungsanstalt des Ehrenbürgers der französischen Republik, zu Pestalozzi. Und in der Instruktion, die Süvern den dreien mit auf den Weg gab. schärfte er ihnen ein, nicht in dem Mechanischen der Pestalozzischcn Methode das Wichtigste zu sehen:„Nein, er- wärmen sollen Sie sich an dem heiligen Feuer, das in dem Busen des Mannes glüht... unbefangen hingeben sollen Sie sich de ni freien, pädagogischen Leben und W i r k e n, das dort herrscht, wie nirgendwo, das täg- lich neue, interessante Erscheinungen treibt, täglich zu den bedeutendsten Versuchen Gelegenheit gibt." Und das Ziel, zu dem die Schüler zu führen sind, sieht Süvern nicht darin, daß sie dereinst stramme, gehorsame preußische Untertanen abgeben, sondern er will sie im Gegenteil stci- machen von jeder Bevormundung, die Schüler sollen dahin kommen. „sich selbst zu finden und zu erkennen und. nur ihr eigener Vormund, sich vollends bis ins Un- e n'd l i ch e s c l b st z u b i l d e n und nie wieder sich zu ver- lieren." Mit welcher verächtlichen Handbewegung wird Herr von Schwartzkopff solche phantastischen Instruktionen in die staubbedeckten Schränke des preußischen Archivs zurückbefördern! Mit solchem mcnschheitbeglückenden Firlefanz gibt er sich nicht ab. Und wie verständnisinnig werden die Junker und die Pfaffen ihm dabei zuzwinkern! Herr von Heydcland und der Lasa, ein elegantes, kleines Junkerlein aus Ostelbien, weiß besser als die Wilhelni von Humboldt. Süvern. Scheiermacher, Pestalozzi, was für die Bildung des Volkes nottut: ihm und seinen Mitjunlern im preußischen Abgeordnetenhause hat„unser Volk auf diesem Gebiete große heilige Güter anverttaut". Alles Reden von Bildung hilft nach seiner Meinung nichts:„Die Dinge, um die es sich hier handelt, stehen den Leuten, die sie für Wahrheit, für Wirklichkeit halten, höher als alles Wissen. als alle Bildung, als alle Kultur(Lebhafter Beifall rechts), und wir sind ihre Vertreter, und wir wollen es sein." Und was sind das für Dinge, die das Volk den ostelbischen Junkern heilig auf die Seele gebunden hat und die es höher stellt als alles Wissen, als alle Bildung, als alle Kultur? Das sind die„religiösen, ch r i st- lichen Grundlagen" des Volkslebens! So malt sich in einem Junkerhirn die Welt. Da der Junker Hehdebrand nicht zu den dümmsten Exemplaren seiner Gattung gehört, darf man auch annehmen, daß dieses Junker- Hirn die Welt absichtlich in dieser grotesken Verzerrung malt, und daß er die übrigen Menschen für so dumm hält, seine blödsinnige Karikatur für Wirklichkeit zu nehmen. Und die Wirkung seiner dreisten Herausforderung im Abgeordneten- hause darf ihn sogar in seiner Anmaßlichkeit stärken. Wohl wurde einiges gegen ihn gesäuselt, aber niemand fand den Mut, dem übermütigen, höhnischen Junker so grob und fühlbar über den fteiherrlichen Schnabel zu fahren, daß er für die Zukunft solche Platthetten nicht wieder gewagt hätte. Neben den Junkern beherrschten wie üblich die Pfaffen die jüngsten Debatten des preußischen Abgeordnetenhauses über das Volksschulwesen. Den Gipfel erklomm ein Zentrums Pfarrer namens Stull, der nach einer fulminanten Philippika gegen die Lehrer für die bedingungslose Unterordnung der Schule unter die Kirche eintrat:„Der geistliche Schulinspektor steht über der Schule". Auf denselben Ton, wenn auch in der Form hier und da etwas milder, waren die übrigen Reden zur Schulaufsichtsftage abgestimmt. Die Schule ver dankt alles der Kirche, diese historische Legende wurde mit frommem Augenausschlag wieder einmal aufgewärmt und sie soll auch noch heute ausreichen, um die Unterordnung der Schule unter die Kirche zu begründen. Schade um jedes Wort, das zur Zurückweisung dieser unverfrorenen klerikalen Anmaßung herangeholt würde l Die Situation ist sehr einfach: die Junker und Pfaffen sitzen im Rohr und dort können sie nach Herzenslust Pfeifen schneiden. Die nationalliberalen Schlotbarone und die freisinnigen Börseaner dürfen sich an dem Abfall gütlich tun. Dem Volke aber, das am besten weiß, was ihm die heutige erbärmliche Volksschule des Klassenstaates schuldig bleibt, um welche Schätze des Wissens und des Glückes sie es betrügt, wie hartherzig sie ihm die wahre Menschenbildung der Pestalozzi und Humboldt vorenthält, diesem Volke sind die Hände ge Kunden, ein hoher Stachelzaun trennt es von den erlauchten Vertretern von Besitz und Bildung, nicht einmal um seine Meinung wird es gefragt. Wozu auch? Das wissen die Junker alles besser, Herrn von Heydebrand und seinen junkerlichen Spießgesellen hat das preußische Volk die Vertretung seiner großen und heiligen Güter anvertraut, und sie werden diese Güter auch vertreten. „Da hilft alles Reden von Bildung nichts l" Den Katechismus im Kopfe haben und den Junkern widerspruchslos gehorchen. das ist das junkerliche Erziehungsideal für das Volk! „Da hilft alles Reden von Bildung nichts!" So sagen wir mit dem ostelbischen Junker. Die Bildungs- stage wird nicht durch die homöopathischen Dosen der„Volks- bildung" deutscher Kultur gelöst, sie ist eine M a ch t f r a g e. die nur durch den unerbittlichen polittschen Kampf zum glück- lichen Ende fortgeführt werden kann. Den hochmütigen Junkern ist ihr Machtmonopol in Preußen zu entreißen, trotzig und unversöhnlich hat das Proletariat ihnen die Stirn zu bieten. Das geschieht zunächst durch den W a h l r e ch t s k a m p f. Ohne das freie Wahlrecht keine freie Schule in Preußen. Darum die Zähne zusammengebissen, das Auge auf den Feind und: Vorwärts!_ ßülows Lieg. Der moralische Zusammenbruch, den die Regierung des Fürsten Bülow mit ihrer Polenvorlage erlebt hat, ist durch die Debatten im Herrenhause vervollständigt und in das hellste Licht gerückt worden. Mit ihrem„Sieg" hat aber die Regierung auch das Herrenhaus in ihren moralischen Bankrott hineingezogen. ES war ein anziehendes Schauspiel, diese Junker anzuhören, die diesmal, wenn auch zu einem großen Teil aus kleinen und egoistischen Motiven für eine gute Sache kämpfen durften. Sie verständen zu kämpfen. Da hatte Bülow in seiner großen Not Deckung gesucht hinter seinem Herrn. Deutlich hatte er die Uebereinstimmung des Kaisers mit der Borlage betont. Und einige Minuten später erklärt der Feldmarschall Graf Häseler, die Vorlage verstoße gegen die Verfassung, der Graf v. Schuleitburg, sie gehe gegen sein Gewissen! WaS kümmert diese Herren auch die Meinung de» Kaisers oder gar die eines Bülow. Sie kämpfen für ihre Jnter- essen; sie sind eine an die Herrschaft gewohnte Klasse, sie haben die Macht und sie wissen sie zu gebrauchen. Die Huitdedemut gegen oben, die überlassen sie dein braven preußischen Bürgertum. Und diese» Bürgertum ist es, das gestern die Schande des Tage» davongetragen hat. Der Rettungsantrag für die Regierung rührte von den bürgerlichen»Herren" Expedition: SM. 68» Lindcnatraaee 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. her. von dem Oberbürgermeister AdickeS und dem Universitätsprofessor Schmoller. Die Bürgermeister und Professoren haben auch bei der Abstimmung die Regierung und das abscheuliche Gesetz gerettet. AdickeS und Schmoller, das ist jener korrumpierte Tvpus des preußischen Bürgers, jene gräuliche Mischung von Obrigkcitsfurcht und Strebertum, die in freien Staaten, in denen das Bürgertum selbst die Herrschaft in Händen hält, als unangenehme Ausnahme empfunden wird. Bei uns sind sie die Regel. Der Mund trieft von sozialpolitischen Phrasen und von„nationalen" Beteuerungen. National das ist. was die Regierung wünscht, diese mächtige Re- gierung, die das Bestätigungsrecht für die Oberbürgermeister und das Ernennungsrccht für die Professoren hat. Dieser Schmoller, der mit Althoff zusammen stets den spezifisch preußischen Geist auf den Universitäten gehütet hat, diese Mittelmäßigkeit, deren wissenschaftliche Qualitäten von Gelehrten wie Karl Menger und v. Below untersucht und zu leicht befunden worden sind, war immer bereit, auf den Wink der Regierung die„national- ökonomischen" Argumente zu liefern. Er hat immer geredet, wenn die Regierung es wünschte. Er war Flottenprofessor und Arran- geur für die Staffage, die Dcrnburg wünschte. Er hat immer ge- schwiegen, wo für ihn reden Pflicht gewesen wäre. Beim Kampf gegen das Zedlitzsche Volksschulgesetz hörte man nichts von Schmoller, nichts bei der Lex Heinze; nie hörte man seinen Einspruch gegen die Vergewaltigung und Uniformierung der Universitäten. Demütig küßt er, das Haupt der„historischen Schule", die Knute, wenn sie nur eine historische, eine an- gestammte Knute ist. Als Dritte im Bunde gesellten sich zu ihnen die großen Bankmenschen; an ihrer Spitze der Herr Mendelssohn, der Hausjude der russischen Pogromregierung. Ein angenehmes Terzett, würdig der Regierung des Fürsten Bülow und angemessen der Sache, die sie vertreten haben. Es ist aber nicht die persönliche Qualität dieser Herren, di« uns von dem moralischen Zusammenbruch des Herrenhauses reden läßt. Es hat sich herausgestellt, daß das Herrenhaus nichts anderes ist als eine Puppe in der Hand der Regierung. Ohne den geringsten Rückhalt im Volke, eine willkürlich erfundene, grotesk zusammengesetzte Körperschaft, hat sie jedes Recht auf Existenz verwirkt. Ein Herrenhaus, das zusammenbricht, wo es im Recht ist, das darf nicht die geringste Autorität beanspruchen, wo es im Unrecht ist. Die letzte Abstimmung wird ihre Früchte tragen, und wie erbärmlich unsere politischen Zustände auch sein mögen, als Hindernis für einen politischen Fortschritt wird man sich das Herrenhaus nicht mehr gefallen lassen. Wenn einmal die Wahlreform für Preußen in das Herrenhaus gelangt, wird man an diese Abstimmung erinnern müssen. Auch dann wird das Herrenhaus sich fügen müssen. Die politische Bedeutung der Entcignungsvorlage aber liegt darin, daß sie, wie auch im Herrenhause bewiesen wurde, gegen die Rcichsverfassung verstößt. Die Reichsverfassung ist von Preußen beiseite geschoben worden; der Reichstag hat sie nicht verteidigt. Das ist nicht entschuldbar, aber es ist erklär- l i ch. Die Macht über das Reich liegt bei Preußen, und die Rcichsverfassung kann nur geschützt, ihre Achtung nur erzwungen werden im preußischen Landtag. Erst die Errringung des gleichen Rechts für Preußen läßt das gleiche Wahl- recht zum deutschen Reichstag voll und ganz wirksam werden. Die preußische Regierung und ihr Parlament haben den Grundsatz der Enteignung aus politischen Gründen fcier- lich proklamiert. Das Enteignungsprinzip der preußischen Re- gierung ist völlig willkürlich. Es ist auf dem Boden der Gesell- schaft des Privateigentums eine schreiende Ungerechtigkeit, Bürger das Staates von dem Eigentum auszuschließen, weil ihre Ge- sinnungen der Regierung nicht gefallen. Aber eine Regierung, die die Expropriation aus schlechten Gründen billigt, wird uns unsere Grundsätze der Expropriation zugunsten der Gesamtheit nicht mehr vorwerfen dürfen. Für uns ist die Enteignung kein Mittel der Willkür, kein Ausweg aus der Sackgasse einer unfähigen Politik. Wir wollen nicht die Einen enteignen, um die Anderen zu begünstigen. Wir wollen vergesellschaftlichcn. um der Gesellschaft zu geben, was der Gesellschaft gehört. Wir haben nichts gemein mit dem gehässigen Vorgehen der preußischen Regierung, aber diese hat jedes Recht verwirkt, die Gerechtigkeit unserer Ziele zu leugnen. ver vichter ckes Blochs. Genosse Mehring schreibt uns: Die ältesten Klatschweiber können ihre Zeit nicht frivoler vertrödeln, als die freisinnigen Blockbrüder K 0 p s ch und M u g d a n die Zeit des Reichstages. Vorgestern hat Herr Kopsch„festgestellt", daß Genosse Ledebour und ich zur Zeit, wo wir die„Berliner Volks-Zeitung" redigierten, eingeschriebene Mitglieder der sozialdemokratischen Partei gewesen feien. So unverschämt hat selbst der selige Eugen Richter, das große Vorbild des Herrn Kopsch im persönlichen Verleumden politt- scher Gegner, nicht einmal damals gelogen, als er der durch das Sozialistengesetz unterdrückten„Volks-Zeitung" durch heimtückische Machenschaften die Abonnenten wegzukapern suchte, zugunsten der„Freisinnigen Zeitung, die damals schon so bankrott war, wie sie heute noch ist. Herr Mugdan erzählte dann dem Reichstage von der „Feier freisinniger Wahlsiege", an der Genosse Ledebour und ich gemeinsam mit ihm teilgenommen haben sollen. Nun bekenne ich gern, mit dem großen Staatsmann durch die Bande der Sympathie verbunden gewesen zu sein, die zwischen hoffnungslosen Minoritäten sich von selbst zu weben Pflegen; tule waren vor zwanzig Jahren Mitglieder eines Stanım- wird, bie mit dem Bewußtsein unferer Zeit nach- Landgerichtsdirektor Biered, die sich nicht genug in Uebertrela tisches, an dem Herr Mugdan der einzige Vertreter gerade unvereinbar geworden ist. Wenn die Machthaber im bungen ergehen konnten. Nach Ansicht dieser Gesellschaft ist Berlin der christlichen Religion und ich der einzige Ver- Reiche nicht bloß darauf achten würden, was sich an den Höfen be- die unfittlichste Stadt der Welt, in allen Schaufenstern nichts als treter der arischen Rasse war. Uebrigens bestand der gibt, sondern auch darauf, was in den Wölfern vorgeht, so müßte die obszöne Bilder und Bücher, in den Theatern fittlich anstößige Stammtisch aus treuzbraven Leuten, die in Bismarc den allgemeine Verurteilung jener preußischen Politik, die in der Fest- Stüde, auf der Straße soll es so schlimm sein, daß selbst chrbare reaktionärsten Junker und in dem seligen Eugen den hervor- haltung des Dreillassenwahlrechts den Gipfel der Schmach erklimmt, Männer sie nicht mehr passieren können, weil sie zu großen Berragendsten Organisator von Wahlniederlagen erblickten. Da ihnen den Weg zur Umkehr weisen. suchungen ausgefeßt seien. Und das fündige Fleisch ist doch nun für revanchierte sich die Freisinnige Zeitung", indem sie die Auch das politische Ansehen eines Staates ist in den einmal so schwach, das weibliche Geschlecht ist so verführerisch, daß Strakeeler der Frattion Ullmann", wie sie unseren Stamm- Beziehungen der Staaten eine wirkende Kraft. Man blide auf fogar preußische Landtagsboten leicht verlodt verben tönnten, thre tisch nannte, dem Unwillen aller Weißbierphilister denunzierte. Dieses Desterreich, das auch ein Jahrzehnt zu den verachtetesten sauer ersessenen Diäten in sündiger Liebe anzulegen. Da ist es Natürlich erwartete der Stammtisch, an dem Herr Staatswesen gehörte und nun in Europa zu einer unvermuteten allerdings höchste Zeit, daß die Polizei einschreitet und, wie es Mugban neben der christlichen Religion auch die deutsche Schätzung gelangt. Daß es die Steigerung seiner internationalen Gerr Viereck wünscht, die Kasernierung der Prostitu Poesie und die passive Stomit vertrat, bei den Reichstags- Macht vor allem der schöpferischen Tat verdankt, die in der Wahl- tion durchführt. Ueber die Ursachen der Prostitution, über die wahlen von 1890 mit aller Sicherheit, daß der selige Eugen reform lag, tit nicht zu verkennen. Und umgefehrt: Das Deutsche jammervollen wirtschaftlichen Verhältniffe, die die Weiber der den Karren wieder gründlich in den Dreck schieben werde. Reich verliert als Machtpotenz durch die Unfruchtbarkeit seiner Brostitution in die Arme treiben, zu reden und Maßnahmen zur Die potenten Mitglieder des Stammtisches- es waren sehr inneren Politik. Man bleibt nicht ungestraft hinter dem Zuge der potente Leute darunter wetteten 100 gegen 1, daß es fo Beit, und zeigt sich nicht ohne gefährliche Folgen als unfähig, zu tommen werde, und der Dichter des Stammtisches fang von leisten, was die Notwendigkeit gebietet. ihm ich zitiere nach gedruckter Vorlage: Baiſſier ist er ja von Natur, C Von Hauffe" hat er teine Spur; Er figt den Freifinn munter Auf sieben Mann herunter. G Politifche Ueberlicht. Besserung zu ergreifen, dazu hat das Junkerparlament feine Zeit, wohl aber ergeht es sich in törichtem Gerede über die Opfer der heutigen Wirtschaftsordnung. Dabei vergessen die Herren ganz, daß sie eigentlich über sich selbst zu Gericht fißen, denn sie und ihre Klassengenossen sind es doch in der Hauptsache, die sich der Prostitution bedienen. Nebenher kam es anläßlich der Grörterung der Behandlung Berlin, den 28. Februar 1908. gewiffer Striegervereine zu einem Zusammenstoß zwischen dem Es gab aber einige Illusionäre, die mit 1 gegen 100 die Zentrum und der Regierung. Auch hier suchte Minister MoItte Der Reaktionswolf im reformerischen Schafspelz. angebotenen Wetten hielten, und da waghalsige Sühnheit vom Gleich zwei sozialpolitische Gesetzentwürfe standen heute ausdrücklich seine nationale Gesinnung attestierte. Herr v. Moltke wieder die verföhnende Rolle zu spielen, indem er dem Zentrum Gilet begünstigt zu werden pilegt, so gewannen sie. Dant zur ersten Lesung im Reichstag auf der Tagesordnung. Zweihat dadurch den Silvesterbrief seines Chefs, des Fürsten Bülow, der sozialdemokratischen Unterftigung eroberte der Freifinn Reformen auf einmal! Sie sind auch danach. Um Arbeiter- öffentlich desavoniert. 1890 einige Mandate. Berauscht von ihrem unverhofften schutz, um Kontrolle der Heimarbeit handelt es sich dabei Torkel, brachten die Gewinner der Wetten dem seligen Eugen nach außen; in Wirklichkeit sind die neuen Bestimmungen so lassung ausländischer Saisonarbeiter der Industrie Zu erwähnen ist noch, daß der Minister in bezug auf die Bus eine sinnige Huldigung dar; da sie ihm selbst nicht nahen zugeschnitten, daß sie wesentliche bestehende Schutzbestimmungen nach Möglichkeit entgegenkommen will, allerdings soll in erster durften, bei dem heftigen Grolle des großen Mannes gegen einschränken, nicht verstärken. die Fraktion Ullmann, so luden sie seine intimsten Freunde Der eine Gefeßentwurf will die Heimarbeit in der Linie die Landwirtschaft berücksichtigt werden, denn sonst könnten als Ehrengäfte zu einem folennen Abendessen ein, wo der Bigarrenindustrie regeln, der zweite umfaßt eine durch die hohen" Löhne in der Industrie die Arbeiter von der Landwirtschaft abgezogen werden. brausende Gesang erfcholl, verfaßt von dem Dichter des Busammenstellung von vier Einzelreformen der Gewerbe- Charakteristisch ist es, daß Herr v. Moltke nichts davon weiß, Stammtisches: ordnung in einer jener berühmten Rovellen", mit denen Jahr daß den Wählern in verschiedenen Landgemeindeordnungen in der für Jahr an dem Hauptgewerbegesetz herumgedoktert wird. Nähe von Berlin die Abschrift der Wählerlisten zu den Es handelt sich da um neue Bestimmungen für besonders Gemeindeverordnetenwahl en verweigert wird. Lieft der gefährliche Gewerbe. Minister denn keine Zeitungen? Echließlich könnte man doch auch wohl von einem preußischen Minister verlangen, daß er sich auf dem Laufenden hält. Die Fraktion Ullmann voll und ganz Grüßt nun die eblen Gäste, Berschönen sie in ihrem Glana Doch diefes Freudenfeste. Gegrüßt sei Schrader und Freund Barth, Der Lebebour und Mehring, File Leifetreter fein und zart 3st berber faure Hering. 9 Die Einweihungsrede hielt den beiden Kunstwerken der für festliche Gelegenheitsprosa besonders begabte Herr v. Bethmann Hollweg. Zunächst spielte er in einer anmutigen Feuilletonplauderei an einem Bilde von dem heranwachsenden Arbeitsjüngling herum, dessen Kleid man fortDies ist die Feier freisinniger Wahlfiege", mit der Herr während durch neue Flicken paßlicher machen müsse. Das Mugdan vorgestern den Reichstag illuminierte. Es sollte auf Bild felbst hatte er sich aus dem oratorischen Schazkästlein Ledebours und meine Kosten geschehen, und in der Tat hat des fonfervativ- zünstlerischen Abg. Malfewis entlehnt, was der genügsame Block dem Mimen stürmische Heiterfeit" ge- offenbar ein feiner Gingerzeig für die konservative Gesinnungsspendet. Doch ist mir Herr Mugdan als chriftlicher Stirchen- tüchtigkeit des neuen Staatssekretärs gegen Sozialreform fein vater immer ein zu strenges Vorbild gewesen, als daß ich sollte. Aber daß diese amtierenden Bülowiten ihren Mangel nicht feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln und anerkennen an Originalität auch bei jeder Gelegenheit durch aufdringliche müßte, daß er mit seinem fröbelhaften Klatsch doch ernste und unnötige Bitierereien bekunden müssen! Staatsmännische Zwecke verbindet. Er empfindet schmerzlich, Vorsichtiges Tasten erklärte Herr v. Bethmann- Hollweg daß der Block noch kein Bundeslied befigt, und er weiß, ter für das leitende Prinzip der Regierung, als sie sich an diese diesem Mangel in genialer Weise abhelfen könnte. Deshalb Reformen herangemacht hatte. Dann aber erging er sich in gräbt er das Festlied vom 12. März 1890 aus, dessen erste eine Bolemik gegen einen Artikel der neuen Zeit", in Strophe allerdings schon ahnend auf den Block hindeutet; ich dem Genosse Molkenbuhr den Nachweis geführt hat, zitiere nach der gedruckten Vorlage: daß die Novelle zum Gewerbegesetz tatsächlich Befugnisse einschränkt, die der§ 120E des Gewerbegeseges jetzt schon den Aufsichtsbehörden erteilt. Die Einschränkung liegt darin, daß Befugnisse, die den Behörden jetzt gegenüber allen Gewerbebetrieben zustehen, auf solche mit besonders gefahr. drohendem Charakter beschränkt werden. Der Staatssekretär bemühte sich, diesen Nachweis zu widerlegen und empfahl sein Kunstwerk dem allgemeinen Wohlwollen. Was hat uns wohl bersammelt hier Bum luftigen Gelage? soare nur der Drang nach' nem Bläster, Nach einem luft'gen Tage? Jit denn die Zeit nicht ernft genung, Sit uns nicht voll genug der Schlunt? O jerum, jerum, jerum, O quae mutatio rerum! Die Debatte eröffnete der Bentrumsabgeordnete Dr. 2ushungerung der Polen? So wurden Die preußische Regierung versucht nicht nur durch das Enteignungsgesetz polnisch sprechenden Deutschen das Eigentum zu nehmen; auch andere Mittel werden angewendet, die den polnisch sprechen Deutschen ökonomisch zu benachteiligen geeignet sind. Dahin gehört die Erschwerung der Beschaffung eignet sind. Dahin gehört die Erschwerung der Beschaffung von ausländisch polnischen Arbeitskräften. auf Rittergütern, die einem Polen gehören, vor givei Jahren mitten während der Heuernte die Arbeiter durch bie Polizei von den Gütern berjagt. Auf dem benachbarten Gut blieben die Ausländer dagegen unbehelligt. Neuerdings ist unter dem 3. Januar eine Ministerialverordnung für die östlichen Grenzprovingen Ostpreußen, Westpreußen, Posen und Schlesien über die Beschäftigung ausländisch- polnischer Arbeiter erlassen, in der es heißt: Eine ausbrückliche obrigkeitliche Genehmigung ist nicht er forderlich. Doch haben sich die Arbeitgeber zur Bermeidung der Wiederabschiebung der Arbeiter vor deren Heranziehung der Buftimmung des Landrats( in Stadtkreisen der Ortspolizei) zu bersichern. In der Regel werden nur einzelstehende Arbeiter zur Beschäftigung zugelassen. Doch soll mit Rüdsicht auf die gegen wärtige Leutenot auch der Zuzug von ausländischen Arbeiterfamilien, sofern fie feine schulpflichtigen Kinder mit sich führen, bis auf weiteres nicht behindert werden. Diese Anordnung steht, soweit sie dem Zuzug aus Wird Herr Mugdan vom Block beauftragt, auf diese fo Pieper, der als Haupt der München- Gladbacher christlich- ländischer Arbeiter entgegen steht, ebenso wie die von uns hübsch einleitende Strophe ein Bundeslied bes Blocks zu fozialen Agitationsschule bekannt ist. Im wesentlichen stellte wiederholt angeführte Verordnung, die für aus Desterreichdichten, so dürfen auch die unerfättlichsten Blockbrüder ver- er fich freundlich zu dem Gesezentwurf, hatte aber doch Ungarn, Rußland und deren östliche Hinterländer fichert sein, daß der erlauchte Staatsmann die Frage, ob der eine Fülle von Wünschen und kritischen Bemerkungen vorzu kommende Arbeiter für landwirtschaftliche oder Schlunt" des Blocks noch nicht voll genug set, stets mit dem bringen. Seine lange Rede litt indes unter einer arg mono- gewerbliche Betriebe den Legitimationstartenzwang feurigsten Nein beantworten wird. tonen Vortragsweise. Der konservative Bauer Sieler. mann aus Minden beschäftigte sich vorzugsweise mit dem in unlöslichem Widerspruch. einführt, mit mit dem Handelsvertrag und Neichsgesetzen Noch schlimmer sieht es Gefeßentwurf über die Heimarbeit, selbstverständlich im aber in der Prayis aus. Danach nimmt der Landrat an, Regierungssinne, und auch der nationalliberale Groß ihm stehe bas Recht zu, die Genehmigung zur Beschäftigung industrielle Sey! au Serrnsheim, der Wormser Leder ausländischer polnischer Arbeiter zu ertellen oder zu versagen. baron war mit der Vorlage höchst zufrieden. Streises, die in folgender Weise die Mitteilung, daß auf zwei Vor uns liegt eine Verfügung des Landrats des Rybniker polnischen Gütern Ausländer beschäftigt werden müßten, die polnischen Gütern Ausländer beschäftigt werden müßten, die Beschäftigung untersagt: Preußen in Oefterreich. 4 23len, 26. Februar.( Cig. Ber.) Anders natürlich flang die Kritik des Gen. Molkenbuhr. Neben dem schüchternen Schritt, den Desterreich- Ungarn mit dem der den zwingenden Beweis für die Richtigkeit seiner vom Sandschakbahnprojekt in die Welt der Stonflikte macht, hat die öfters Staatssekretär im voraus angefochtenen Behauptung durch reichische Delegation nichts so lebhaft beschäftigt, als wie das die Verlesung von Verfügungen erbrachte, die wohl nach dem Bundesverhältnis zum Deutschen Reiche. Und wieder wurde es bestehenden Gesetz erlassen werden konnten, aber nach AnAuf das Schreiben vom... teile ich mit, daß bestimmungssichtbar, daß sich neben der ungeheuchelten Freundschaft, ja Liebe nahme des Regierungsentwurfs nicht mehr zulässig sein gemäß ausländisch polnische Arbeiter im Inlande nur mit meiner Genehmigung beschäftigt werden dürfen und daß ich zur zu dem deutschen Wolfe eine tiefe Berstimmung gegen die würden! Auch die gesamte Sozialpolitik der Regierung Beschäftigung solcher Arbeiter auf den Gütern... meine Bu offizielle Politit des Reiches einnistet. Es bedeutet nicht viel, unterzog er einer scharfen Kritit, indem er darauf hinwies, stimmung versagen mußte. daß Herr Dr. Kramarsch, noch mehr Nuffophile als Tscheche, feine wie entgegenkommend die Herren gegen den Bund der Ingez. Lenz. bewährte Nede gegen den Dreibund auch heuer absolviert hat; mehr dustriellen seien, während sogar ein deutscher Staat, Olden- Diese Verfügung ist eigenartig. Welches Gesetz berechtigt ins Gewicht fällt schon, daß auch die Bolen, die feit jeher als die burg, weniger Rücksicht erfahren habe, als der mächtige den Landrat dazu, eine Genehmigung zur Beschäftigung festesten Stilgen ber Dreibundspolitik gegolten haben, nun offen Bund der Scharfmacher. Psychologisch erklärlich sei es aller- polnisch sprechender Arbeiter zu erteilen? Glaubt man raten, sich um andere Bundesgenoffen umzusehen. Die turzsichtig dings; denn der Generalsekretär des Bundes habe sich ja ferner, daß Polen auf polnischen Gütern eine größere gehäffige Polenpolitik Preußens ist eben nur zu sehr geeignet, bem rühmen können, daß sie den Herrn v. Berlesch klein gefriegt"" Gefahr" für Stolonisierung des schwachen Preußen sind als Reich im Auslande die Sympathien zu entfremden und das Bündnis, hätten. Unsere Forderung komme nach wie vor auf ein um auf deutschen Gütern? in dem man ein geschichtlich überliefertes Berhältnis eingeschloffen fassendes Arbeiterschutzgesetz hinaus, durch das all das bewähnte, auf die nackte Bereinbarung der Monarchen zu reduzieren, stehende buntscheckige Gefeßessammelsurium zusammengefaßt die ohne das Fundament der Zustimmung der Böller in der Luft und ergänzt werde im Sinne einer wahrhaft durchgreifenden hängt. Schlimmer aber als der Haß, zu dem fich die bürgerlichen Reform. Parteien der flatvischen Nationen gegen Preußen- Deutschland nicht erst aufstacheln lassen müssen, wirkt jedoch die Geringschägung Aus der inneren Verwaltung Preußens. Die Junker rüsten zur Landtagswahl. Die Deutsche Tageszeitung" läßt folgende Mahnung ins Land ergehen: Die Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhaus werden voraussichtlich früher stattfinden, als man es bisher annahm. Der Wahlund der Einbrud Eindruck ist nicht abzuweisen, Am Freitag, bereits am zweiten Tage der Generaldebatte zum fampf wird ohne Frage in diesem Jahre besonders heiß daß fich der Respekt bor Deutschland beträchtlich ge- Etat des Ministeriums des Innern, ist Herrn v. Moltke das Gehalt werden. Die Sozialdemokraten werden überall auf dem mindert hat, seitdem in Bülows Wahlrechtserklärung fein bewilligt worden. Das Abgeordnetenhaus hat ihm die Sache sehr Plane erscheinen, wo sie irgend einen Erfolg erwarten. Es ist ferner politisches Defizit jo betrüblich hervorgetreten ist. Ohne daß man leicht gemacht, es hat nicht einmal ein Programm von ihm ge- zu fürchten, daß gewisse linksliberale Streise mit ihnen offen oder fich darüber gerade Nechenschaft gibt, fühlt doch jeder den Abstand forbert. Wozu auch? In ben preußischen Ministerien, besonders geheim, formell ober tatsächlich paktieren werden, um den Parteien zwischen diesem Desterreich, das sich recht und schlecht wenigstens in dem des Innern, wechseln wohl die Personen, aber das Pro- der Rechten, der gemäßigten Linfen, und vor allen Dingen den bemüht, den demokratischen Notwendigkeiten Rechnung zu tragen, gramm bleibt das alte. Von Reformen großen Stils hat man in Agrariern Abbruch zu tun. Damit müſſen unsere Freunde im Lande und dem preußischen Juntergeist, der auf die stärksten Notwendig- Preußen seit Jahrzehnten nichts bemerkt, und es wird wohl noch rechnen, und darauf müssen sie sich jest schon einrichten. Binnen feiten der Beit hochmütig hinabblidt. Der spezifisch preußische Geift geraume Zeit bergehen, bis einmal ein Landtag die Regierung furzem beginnt die Zeit, die für den Landwirt die meisten Arbeiten steht mit der demokratischen Welt, bie ganz Europa burchflutet, in au berartigen Reformen zwingt. Ginstweilen bleibt alles beim bringt und ihn an feinen Beruf feffelt. Bis dahin müssen so schroffem Gegensatz, er verlegt das Selbstbewußtsein der Böller alten. womöglich die notwendigen Vorarbeiten er. so peinlich, daß die Reaktion in bem Empfinden uns Der neue Minister ist ein Mann von guten Manieren, jebem ledigt sein. Deshalb möchten wir an dieser Stelle an vermeidlich ist daß an Stelle der einftigen Bewunderung Rebner steht er bereitwilligst Rede und Antivort, alle Wünsche ver- unsere Freunde im Lande die dringende Bitte richten, mit aller Kraft mum herbe Verurteilung tritt. Niemand hat in der öfter spricht er wohlwollend zu prüfen; sie zu erfüllen steht aber nicht in und voller Hingabe in die Wahlvorbereitungsarbeit einzutreten." reichischen Delegation die Busammengehörigkeit mit Deutsch feiner Wacht, felbst wenn er den ernstlichen Willen dazu hätte. Land so lebhaft betont als der Sozialbemotrat Seliger, Nur einer einzigen bon ben im Landtag vertretenen Parteien gegenMugdan als Triumphator! der das militärische Bündnis zu einem Freundschaftsverhältnis zu über ist er völlig unzugänglich. Das sind die Polen, Herr Mugdan hat einen glänzenden Sieg erfochten. Nicht gegen erweitern wünscht zwischen dem großen deutschen Bolt und Defter- gegen die er die gleichen Mittel anwenden will, die nun die Sozialdemokratie, sondern gegen Freisinnige der Barthschen reich, das die ganze Summe der wirtschaftlichen und tulturellen schon seit 20 Jahren mit so gewaltigem Mißerfolge und so großen Richtung. Ueber dieses welterschütternde Ereignis berichtet das Beziehungen dieser beiden Staaten umschließt", aber er mußte feine Opfern an Gelb angewendet sind und nicht gerade zur Stärkung ganze Rede der anklagenden Schilderung widmen, wie Preußen des Ansehens Preußens im Auslande beigetragen haben. österreichische Staatsbürger, wenn sie Arbeiter sind, zu behandeln Von den verschiedensten Seiten wurden wieder die schönsten liebt. Und weitschwingend war in all den Angriffen auf die Sittlichkeitsreden gehalten, so daß man sich zeitweise in preußische Regierung denn von ihr wurde mehr gesprochen eine Generalversammlung ber Sittlichkeitsvereine verfest glaubte. als von der österreichisch ungarischen bie Empfindung. Neben Herrn Roeren war es besonders sein Parteifreund, daß das Boll der Deutschen in einer Weise regiert der Düsseldorfer Landgerichtsrat Mars und der Breilonservative . • Berliner Tageblatt" unter dem Titel„ Sturm im fortschrittlichen Verein der Potsdamer Vorstadt folgendermaßen: Ein Aft der Vergewaltigung führte gestern abend in der Generalversammlung des fortschrittlichen Bereis der Botsdamer Borstadt zu stürmischen Szenen. Von den langjährigen witgliedern dieses Vereins waren verhältnismäßig nur wenige erichlenen. Um so auffälliger war. daß fast hundert' Personen sich eingefunden hatten, die man bisher in diesen Versammlungen nicht gesehen hatte. Des Rätsels Lösung war bald gefunden. Es wurde festgestellt, dah ein Vorstandsmitglied des Vereins W a I d e ck vor einigen Tagen ein vertrauliches Zirkular an die Mitglieder seines Vereins gesandt habe, mit der Aufforderung, sofort dem fort- fchrittlichen Verein der Potsdamer Borstadt beizutreten, um in der gestrigen Generalversammlung die Richtung Dr. Barth aus dem Vor st an de zu ent- fernen. Dieser Aufforderung war nun weitgehend entsprochen worden.... Es wurde nun von einer Seite beantragt, den erst in den beiden letzten Tagen eintretenden Mitgliedern kein Stimmrecht zur VorstandSwahl zu gewähren, zu- mal deren statutarische Ausilahme durch den bisherigen Vorstand noch nicht erfolgt sei. Ein zweiter Antrag forderte die Vertagung der Wahl auf die nächste Versammlung. Der Vorsitzende D o m b r o w s k h brachte jedoch diese Anträge gar nicht zur Abstimmung, sondern schritt sofort zur Wahl. Infolgedessen entstand ein ungeheurer Lärm, der in Tät- lichkeiten auszuarten drohte. Ohne datz eine Auf- fordcrung zu Vorschlägen für die Vorstandsliste ergangen wäre, gingen einzelne Sammler im Saale herum und sammelten die von der Waldeck-Partei bereits gedruckt vorliegenden Listen ein. Von den bisherigen Mitgliedern enthielten sich wohl die meiste» der Abstimmung, da sie sahen, daß sie in der Minorität bleiben mufften. Von öS abgegebenen Stimmen für den ersten Vor- sitzenden entfielen 79 aus den Reichstags- Abgeordneten Dr. M u g d a n. Die Beisitzer, unter denen sich auch der Ab- geordnete Dr. Wiemer befindet, wurden mit ähnlicher Stimmenzahl gewählt. ES ist bezeichnend, daß in dieser Generalversammlung, wo die Vorstandswahl vorzunehmen war und wo obendrein noch ein Vortrag deS Stadtverordneten Rechtsanwalts U l l st e i n über, Ä o m m» n a l e Sorgen" auf der Tagesordnung stand, sich ganze 20 Anhänger der Barthschen Richtung eingesunden hatten! Wenn selbst in den Domänen der Barthschen Richtung die Mugdanesen so leicht obzusiegen vermögen, so ist baS wirklich kein glorreiches Zeugnis für den Einfluß des ehrlich demokratischen Triumvirats ans den Freisinn!>— Tas prkusiische Treiklassenwahlsystem i« echtrussischer Fassung. DaS prenffische Dreiklasscnwahlsystem hat warme Fürsprecher gesunden. Zu Aubeiracht seiner hervorragenden Vorzüge haben die Agrarier des russischen Gouvernements Charkow den Versuch gewagt, es ans rnssifchen Boden zu verpflanzen. Auf der jüngst statt- gefundenen Gouvernements-Landschaftsversammlung gelangte ein Aahlpeojclt der Abgeordneten der dritten Duma, Fürst Golizhn und Ssawitsch zur Erörterung, das in seinen Grundzügen an das preußische Landtngswahlstistem anlehnt. Die Landschastsversamnilung akzeptierte fast einstimmig das „geniale" Projell des Fürsten Golizyn. E-Z fand sich bloß einer. der dagegen opponierte,— das Mitglied des LandschaftSainteS, der Deutsche A. Böhnicke, Er wies mit Recht darauf hin. daß dieses Projekt ganz« Schichte» der Bevölkerung entrechte. Und in der Tat: nach diesem Projekt sind etwa 65�-75 Proz. der Bevölkerung deS Wahlrechts beraubt. Allein gerade dieser Umstand machte das Projekt den Charkolver Agrariern populär. Nicht genug damit, verliehen sie ihm ein Amendement, das die Juden bis auf weiteres von den Laudschaftslvahlen Völlig ausschließt. In dieser.echlmjsisthe»" Fassung gelangte das„preußische" Projekt zur Annahme. Di« ostelbischen Junker könne» auf ihre rtisstschen Staudesgönossen und Geistesverwandten stolz s«in.— Ei» Appell a» die Ehre. Die„Volks zig." gibt Herrn Eickhoff, dessen Wahl ja öekaniitlich mit Hülse gröblichster Wahlbeeinflnssinigen zustande gekommen ist, den Rat: „Inzwischen besinnt sich vielleicht Herr Eickhoff und legt das Maiidar freilvillig nieder. Sind di« Wähler in Lenuep-Mettmann auch ohne amtliche Nachhülse für ihn genügend begeistert, so wird er ja sofort wiedergewählt werden und er darf dann an seinem Mandat eine reine Freude haben." Wir bezweifeln freilich stark, daß Herr Eickhoff den Rat des sreisinnig-d-moiratischen Blattes befolgen wjrd l Der Blockfretsinn hat jedes Gefühl für demokratische Ehrbegriffe verloren I»- Armer Freisinn. Pie Agrarier spielen jetzt mit dem Freisinn wie die Katze mit der Maus. Und das arme Tierchen gerät trotz aller ängstlichen Fluchtversuche immer wieder in die Krallen des unbarmherzigen Verfolgers. Die sichere Hoffnung, sich an dem Speck des Börsen- gesetzeS gütlich tun zu können, weicht immer»lehr der Todesfurcht: Freifimi muß sterben.... Die Kommissivu für daS Börsengesetz nahm heute den Abs. 1 des ß 52 der Regierungsvorlage unverändert an. Es soll also durch Bvrsentermiiigeschäfte. die gegen ein Verbot verstoßen, eine Verbindlichkeit nicht begründet werden. Hin- gegen wurde der Absatz 2 auf Antrag der K o n s e r« v a t i V e n dahin abgeändert, daß das vor. bei oder nach der Abwickelung de» Geschäfts zu seiner Erfüllung Geleistete drei Jahre lang zurückgefordert werden k a ii n. In der Regierungsvorlage ist die Rückforderung ausgeschlossen. Noch im Jahre 1905 haben die Konservativen in der Börseiikommlssion für den Ausschluß der Rück- f o r d e r u n g g e st i m m t. Nach dem Verbot des Tenuinhandels in Getreide wird auch der andere Wunsch der Börse auf Herstellung der Rechtssicher- h e i t unerfüllt gelassen. Konservative und Zentrum niachen sich ein Vergnügen daraus, den armen Blockfreisinn selbst bei der Börse lächerlich zu mache».—_ Und immer mehr Gendarmen. In der Zweiten Kammer deS sächsischen Landtages kam es kürzlich zu einer Gendarinendebatte. Die Regierung forderte eine Vermehrung des Gendarmeriekorps um 19 Mann. DaS allein hätte wohl großen Widerspruch nicht hervorgerufen, dagegen forderte die eigenartige Begründung dieser Mehreinstellung zur Kritik heraus. Di- Regierung berief sich dabei um« anderem darauf, daß die große Zahl ausländischer Arbeiter in verschiedenen Zweigen der Industrie, durch welches besonders unruhige Arvsiterelement eine starke Zunahme der Eigentums- und Sittlichkeitsvergehen sowie der Körperverletzungen zu verzeichnen sei, eine besondere polizeiliche Ucberwachimg bestimmter Gegenden nötig mache. Dasselbe gelte von der starken Z u n a h»,« öffentlicher B e r s a m m- l u« g« n infolge der Agitation der Sozialdemokratie. Ferner würde durch Streiks und der dabei vorkommenden Aus- s ch r e i t u n g e n A n a stä n d i g e r ein» häufig« Zufammenzlehung von Gendarmen zur Aufrechterhaltimg der Ruhe und Ordnung ver- anlaßt. Diese echt polizeilich-sächsisch« Begründung erheischte eine Antwort von litis«« Seite bei der Beratung des Eiatkapitels G-ndarmerieanstalt im Landtage. Dabei zeigte sich, daß die sonderbaren Regierungsarguinente selbst auf du bürg«- lichcu Linken Widerspruch Hervorriesen. Die noffonastifirr-'l-n Abgeordneten Merkel und Kleinhempel wiesen besonders nach, daß die Gendarmen in Sachsen zu Erörterungen und Berichterstattnngeii verwendet würden, die besser von Gemeindeverwaltungen besorgt würden. Diese Praxis, Gendarmen zu allen mögliche» Dingen zu verwenden, laufe auf eine Beschränkung der Geuicindeautonomi« hin- aus. Von feiten des letztgenannten Abgeordneten, der Gemeinde- vorstand ist, war auch früher schon einmal betont worden, daß die regelmäßige Versammlungsüberwachnng das überflüssigste von der Welt wäre. Würde man, so wurde weiter ausgeführt, die Gendarmen auf ihr eigentliches Tätigkeitsgebiet beschränken, hätte man deren genug. Dennoch st i m ni t e u diese nationalliberalen Herren für die Ver- mehrungl Der Freisinnige Günther wies unter anderem nach, daß die polizeiliche Ueberwachnng von Versammlungen viel zu weit gehe. Besonders scharf ging Geiiosse Goldstein gegen die Gen- darmcnpolitik der Regierung zu Felde. Er hob hervor, daß die ausländischen Arbeiter von den Unternehmern als Streikbrecher ins Land gebracht und solche sogar beim staat- lichen Bahn bau als billige Arbeitskräfte Vertvendung finden, während die inländischen Arbeiter arbeitslos hungern müßten. Der Minister v. Hohenthal wußte aus die sozialdemokratische Kritik nichts Rechtes zu erwidern. Aber die 19 neuen Gendarmen bekam die Regierung doch bewilligt; nur Genosse Goldstein und die Freisinnigen stimmten dagegen. Vom Pluralwahlrecht. Im„Tag" knobeln allerlei ideologische Schwätzer aus, welche Gründe wohl für das Pluralwahlrecht und seine Einführling in Preußen geltend gemacht werden töimten. Diesmal ist eS ein „Dr. jur. et rer. pol." Weiß, der scelenvergnügt mit den Begriffen umspringt. Kennzeichnend für den lapidaren Stil des Mannes ist sein Satz:„Nun pflegt gemeinhin Einigkeit darüber zu herrschen, daß die Mehrstimmen an eine Dreiheit von Wähler klaffen zu verteilen seien: an die Erfahrenen, die Gebildeten und die Besitzende n." Zuerst wird ein Professor Sunkel glänzend widerlegt. Dieser Prof. Sunkel beantragte nämlich„eine W a h l st i ni m e mehr demjenigen, dessen Großvater oder Vater schon in demselben Bernfe tätig war". Der Doktor zweier Fakultäten widerlegt diesen Blödsinn damit, daß von zwei Proletarier- söhnen der eine sich„den Zugang zur Universität' erkämpfen könnte und dann nur eine Stimme hätte, im Gegensatz zum proletarisch gebliebenen Bruder. Der Doktor hat natürlich im Stillen vor allen Dingen erwogen, daß nach solchen! Shstem die nieisten Pro- letarier. welche den Beruf ihres Vaters ergreifen, mehrere Stimmen haben würden. Diesen wahren Grund verschweigt aber der Mann selbstverständlich. Viellelcht schlägt jetzt Professor Sunkel vor, die Ahnenrcihe noch weiter hinauf zu verfolgen und für jeden Ahnen eine Stimme zu bewilligen. Damit würde der doppelte Doktor wohl eher einverstanden sein: Ein Proletarier besitzt keinen Stammbaum; aber alle adligen Nichtstuer und Schmarotzer, deren zwanzig oder dreißig Ahnen ja gleichfall» Nichtstuer und Schmarotzer lvaren, würden demnach zwanzig oder dreißig Stimmen auf sich vereinigen. Als„inneren Grund jedes PluralsystemS" führt der Dr. jur. st rsr. pol. an:...„Auf die staatserhaltende Gesinnung, auf die staatspolitische Einsicht sollen in Gestalt von Pluralstimmen Prämien gesetzt werden." Prämiierung der„staatserhaltenden" Gesinnung ist ja begreiflich, und die brutale Offenheit, mit der sie ver- langt wird, erscheint fast wohltuend inmitten so vieler Heuchelei und Verlogenheit. Um so fauler aber muß baS Geschwätz von der„staatspolitischen Einsicht" erscheinen, di«„in erster Reihe gerade die besitzenden Klassen" aufweisen sollen. Warum?„Politische Bildung ist eben ein Ausfluß der allgemeinen Bildung." Sicher doch! Sie, Herr Dr. jur. st rsr. pol., sind ein lebendiges Beispiel dafür. Zwei Doktorhüte-» und solch kindisches Gerede über politisches Verständnis 1 Oeltcmlcb. Die böhmischen LandtagStvahlen. Prag. 27. Februar. jPrivatdepesche deS„Vorwärts".) Bei den Wahlen in der Städtekurie haben die Junatschechen ihren bisherigen Besitzstand ini wesentlichen behauptet. Die Deuischen haben das Mandat von Bndweis an die Tschechen verloren. Die Christlich- sozialen erhielten trotz aller Anstrengungen nur ein einziges Mandat. Frankreich. Gegen die Arbeiter. Toulon, 28. Februar. Ein Konflikt zwischen dem Ge» mein de rat und der Arbeitobörse ist hier ausgebrochen. Infolge dieses Konfliktes hat der Bürgermeister einen Polizeikom- missar beauftragt, dem Sekretär der ArbeitSborse mitzuteilen, daß er die Lokale, welche er in der Arbeitsbörse inne habe, innerhalb 43 Stunden räumen müsse. Der Verwaltungsrat der Ar- beitsbörse weigerte sich jedoch, diese Maßnahme zu dulden und erklärte, nur der Gewalt weichen zu wellen. Belgien. Der bescheidene König. Brüssel, 28. Februar. Das Blatt„Patriote" versichert, daß der König Leopold nicht nur die Auszahlung einer Summe von 100 Millionen zur Ausführung seiner Bautenpläne verlange. sondern auch eine zweite Z i v i l l i st e im Betrage von 8 300 000 Frank, welche dem Kongobudget auferlegt werden solle. Diese neuen Forderungen des Königs seien die Ursache der letzten Verzögerung in der Einbringung der neuen Kongovorlage. Italien. Ter Neligionsuutcrricht. In der Kammer wurde Mittwoch der Antrag Bissolati über den Laiencharakter Schule weiter verhandelt. Sacchi erklärte, man könne den Religionsunterricht in den öffentlichen Schulen selbst auf Verlangen der Familien- väter nicht zulassen. Onnini verteidigte das von der Re- gier un g in der Ministerratssitzung vom 2. d. MtS. ge. billigte allgemeine Reglement über den Volks- schulunterricht, weil eS unvereinbar mit freiheitlichen Grundsätzen sei, de» Religionsunterricht in dm ischulcn ganz zu verbieten, selbst wenn eine örtliche Maiorität für das Verbot vorhanden wäre. DaS Reglement besagt, daß die Gemeindeverwaltungen durch geeignete Lehrer oder andere Personen, deren Lehrbcfähigung von der Schulbehörde anerkannt ist, für den Religionsunterricht derjenigen Schüler Sorge zu tragen baben, deren Eltern einen solchen Unterricht fordern. Wenn indessen die Majorität einer Gemeindevertretung von der Erteilung des RcligtonsuiitcrrichtcS nichts wissen will, so soll dieser Unterricht dennoch durch einen van der Behörde zugelassenen Lehrer erteilt lverdeu können, falls Familienväter den Unterricht wünschen. Der Unterrichts mini st er Rava hob hervor, daß die Volksschulen in Italien vollkommenen Laien- charakter trügen und verteidigte das von der Regierung vor- gelegte Reglement, Äaö bea Gemeinden pJUige ünibtit lasse und die Lehrer von einer UnterrichtSart en!» laste, die gegen ihr Gewissen verstoße. Donnerstags sprach noch der Ministerpräsident Giolitti gegen den Antrag Bissolati. Der Antrag, der verbietet, in den Volks- schulen Religionsunterricht irgend welcher Art zu erteilen, wurde gegen die Stimmen der äußersten Linken abgelehnt.— Portugal. Wiederherstellung der Verfassung. Lissabon, 28. Februar. Ter Staatsrat gab in lieber» einstimmung mit der Resolution der Regierung seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die Dekrete Francas über die Auf- lösung der Kammer, über die Reform der Pairskammer und. über die Negcluiig der dem königlichen Hause aus dem Staatsschatz ge- währten Vorschüsse für ungültig zu erklären seien. Ein neueö Dekret löst die Deputicrtenkammcr den Bestimmungen der Verfassung gemäß aus und beruft die Wahlkollegicn auf den 5. April zusammen. Die Freunde Frageos werden sich an dem nächsten Wahlkampfe nicht beteiligen. England. Gegen die Kongvgreml. Im englischen Unterhause gelangte Mittwoch die Kongo» frage zur Besprechung. Eine große Anzahl Redner ver- urteilte das bestehende S h st e m und forderte die Regierung auf, eine Aktion zur Besserung der gegen- w ä r t i g e n Verhältnisse einzuleiten. Etaaissckrctär Grey sagte, wenn das belgische Parlament seine Zustimmung dazu gebe, den Kongostaat zu übernehmen unter Bestimmungen, die dem Namen nach Belgien eine Verantwortlichkeit, aber ohne wirkliche Kontrolle übertrage, würde dies ein außer- ordentliches Unglück sein. Er glaube aber nicht, daß das belgische Parlament eine solche Verantwortlichkeit ohne völlige Kontrolle auf sich nehmen werde. Wenn die Mächte wünschten, mit England Hand in Hand zu gehen, so hätten sie nur einen solchen Wunsch zu äußern und man werde. gern mit ihnen zu- sammcnarb�iten. England werde indes eine besondere Aktion vorbereiten, wolle aber warten, bis man Klarheit darüber habe, daß Belgien daran gehe, den Kongostaat unter bc- friedigendcn Bedingungen zu übernehmen. Wenn Belgien den Kongostaat nicht übernehme, so müsse man überlegen, ob Englands Zustimmung zu Einfuhrzöllen nach dein Kongostaat nicht unter falschen Vorwändcn erlangt worden, und ob die von ihm gestellten Bedingungen auch eingehalten seien, sowie ob der Kongostaat nicht jedes Recht zur internationalen Au- erkennung verwirkt habe. Eine von Jones(radikal) eingebrachte und von Grey an- genommene Resolution, welche die Verwaltung des Kongo- st a a t e s aufs schärfste verurteilt und die Regierung ersucht, für eine Aenderung in derselben Sorge zu tragen. wurde hierauf einstimmig angenommen.— Gegen den Alkohol. London, 27. Februar. Im U n t e r h a u S brachte der Kanzler der Schatzkammer ASquith das Gesetz über die S ch a n k» konzessionen ein, das eine durcligreifende Reformmaßnahme bedeutet. Die Zahl der Schankkonzessionen in ganz England soll zwangsiveise innerhalb eines bestimmten Zeitraums auf ein ein- heitliches Maß zurückgeführt werden, wobei ein Verhältnis der Schankkonzessionen zur Größe der Bevölkerung zugrunde gelegt und dieses Verhältnis nach dem Charakter des Bezirks verschieden festgesetzt wird. Asquith führte aus, daß nach seiner Schätzung durch das Gesetz etwa 30 000 Schankkonzessionen würden auf- gehoben werden, für die innerhalb eines auf vierzehn Jahre bemessenen Zeitraumes eine Entschädigung gezahlt werden soll, und zwar aus Mittel«�! die die sitze? der weiterbestehenden Äc o n z e s s i o n e n aufzubringen bättcn. Das Gesetz bringt den Grundsatz zur Geltung, daß den Gemeindeverwaltungen has Recht zur Bewilligung neuer Schankkonzessionen gewährt iverden soll, und trifft zahlreiche Bc- stimmu'ngen über die Schließung der Klubs an Sonntagen. Das Gesetz ist in erster Lesung a n g e n o m m c u worden. Die Liberalen und die Arbeiterpartei billigten im allgemeinen die Maßnahmen des Gesetzes, während die Konservativen einschließlich Balfours dagegen sprachen. Kurland. Sieben Todesurteile. Donnerstag fand die Verhandlung des Kriegsgerichts gegen die in der vorigen Woche wegen des geplanteil Attentats auf S t o l y p i n und den Großfürsten Nikolai N i k o l a j e>v i t s ch Verhasteten statt. Sieben der Angeklagten wurden zum Tode verurteilt, unter ihnen der i t a l i e n i s ch e Journalist Mario Calvin o. Drei erhielten lebenslängliche Zwangsarbeit in Sibirien. Die römischen Journalisten unter- zeichneten eine Petition an den italienischen Minister des Aeußern, dahin vorstellig zu werden, daß Calvino begnadigt werde. Russische Prcßfrciheit. Petersburg, 28. Februar. Das Parteiorgan der Kadetten wurde, nachdem der Redakteur zu uiehrfachcu hohen Geldstrafen verurteilt tvorden war, nunmehr vollständig unterdrückt. perficn. Ein Attentat. Teheran, 28. Februar. 1 Heute nachmittag um 8 Uhr wurden von dem Dache eines in einer engen Straße gelegenen Hauses gegen den Schah, der sich nach Doshantapeh begab, wo er mehrere Tage verweilen wollte, zwei Bomben geschleudert. Die erste Bombe explodierte in der Luft. Die zweite erreichte den Boden beim Auto- mobil des Schahs, tötete drei Vorreiter und ver- wundete den Chauffeur und ungefähr 20 andere Personen. Der Schah befand sich nicht im Automobil, sondern in einem Wagen, der in einiger Entfernung dahinter fuhr. Der Schah stieg sofort aus seinem Wagen und begab sich in daS nächstliegende Haus. Einige Augellblicke darauf be- gab er sich, von Wachen umgeben, nach dem Palais, wo er u n- v e r s e h r t eintraf. In dem Hause, von dessen Dach die Bomben geschleudert wurden, wurde eine Haussuchung vorgenomwen, ebenso in den benachbarte» Häusern. Bisher sind aber alle Nach- forschungen ergebnislos geblieben. Marokko. Verstärkung der französische» ExPedltionZtruppen. Die französische Regiening hat noch bei der letzten Intet- pellation JauröS' entschieden bestritten, daß sie Verstärkungen nach Casablanea zu schicken beabsichtige. In lvenigen Tagen hat sie die Haltung gewechselt. Es ist klar, daß die Anfrage beim General d'Amadc, ob er sich mit seinen jetzigen Truppen stark genug fühle, seine Pläne auszuführen, nichts als die Aufforderung ist, Verstärkuilgen zu verlangen. Mail ist denn auch überzeugt, daß der General Verstärkungen fordern tvird. Unter den Nadikalsozialisten, die sich vom Kabinett an der Nase herumgeführt sehen, tvird behauptet, daß Clemcneean schon seit längerer Zeit beschlossen habe, die Zahl der frailzöst» schcn Truppen zu verstärkütl und daß der angebliche Tele- gramm-Allstausch zwischen Paris und Casablanca nichts anderes als eine Komödie sei. Hus der Partei. Partciliteratur. Die Sozialdemokratie im Münchrner Rathaus vetitelt sich ein soeben im Verlage von G. Birk m Go. m. B. H. in München erschie- neues Handbuch für Gemeiudewähler lPreis 1,30 Mk.), das vom Sozialdemokratischen Verein München herausgegeben ist. Das Hand- buch bietet allen in den Geineiuden wirkenden, sowie den sich für sozialdemokratische Gcmeindepolitik interessierenden Genossen ein sehr reichhaltiges und übersichtlich geordnetes Material. AuS den Organisationen. Der Wahlverein für den Wahlkreis Hamm- S o e st hielt am Sonntag seine Generalversammlung zu Heeren ab. Aus 30 Orten waren 55 Delegierte vertreten, anszerdem waren anwesend der Landesvertrauensmann für Westfalen und je ein Ver- treter der Geschäftsleitung und der Redaktion der„Arbeiterzeitung" zu Dortmund. Der Bericht des Vorstandes ergab, dast die Zahl der Mitglieder seit zwei Jahren von 520 auf 1652 gewachsen ist. Die Einnahmen stiegen in der gleichen Zeit von 1000 M. auf 4800 M. Bei den Gemeiuderatswahlen wurden in der dritten Abteilung sieben Sitze, in der zweiten Abteilung ein Sitz errungen bezw. behauptet. Ein Mandat ging verloren, für die Kandidaten wurden 2240 Stimmen abgegeben. Die Abonnentenzahl der„Gleichheit" ist bedeutend ge- wachsen. Ebenso erfreut sich die„Arbeiterzeitung" steigender Ver- breilung im Wahlkreise, in den letzten sechs Wochen ist die Zahl der Abonnenten um mehr als 400 gestiegen. Unsere Toten. In Hamburg starb im Eppendorfer Kranken- hause der Genosse O t t o m a r N e u b e r n. Auf Grund des So- zialistengesetzes wurde er in den d0er Jahren aus Hamburg aus- gewiesen. In Magdeburg, wo er seine Arbeit für die Partei unerschrocken fortsetzte, wurde er in den Geheimbundprozeß des Jahres 1887 verwickelt und zu 6 Monaten und 8 Tagen Ge- fängnis verurteilt. Schwere Krankheit hat. ihm das letzte Jahr- zchnt seines Lebens verbittert. Zur Arbeit nahezu unfähig, ohne jiglichen Familienanhang, bei feiner Gewerkschaft ausgesteuert, verbrachte er seine Tage im Vcrkehrslokal der Maler in Hamburg, dessen Wirt ihm in uneigennütziger Weise Obdach bot. Mildtätige Hände sorgten dafür, das; ihm das Nötigste wurde... Ein Wahlsieg i» Holland. Einen Wahlsieg errangen unsere Genossen am Dienstag in der umveit Amsterdam gelegenen Hafenstadt Zaandam. Der Genosse Klaas Prins wurde in der Stich- wähl um einen Gemeindcratssitz mit 348 Stimmen gegen den auch von liberalen Stimmen unterstützten„christlichen" Antirevolutionär gewählt, der 318 Stimmen erhielt. Es ist dies das zweite sozial- demokratische Gemeinderatsmitglied, das die noch vor einigen Jahren von den Anarchisten gänzlich verhudelte, nunmehr aber zum Klassen- bewusttsein erwachende Arbeiterbewegung in den Staatsrat ent- sendet. Ter sozialdemokratische Jugcndverbaud Schwedens gewinnt immer mehr an Ausdehnung und innerer Äraft. Sein Zcntralvor- staud, bestehend aus Vertretern aller Ortsabteilungen s„Klubs"), hielt im Äolkshause zu Malmö vor einigen Tagen seine allgc- meine Sitzung ab. Dem Bericht des Verbandsausschusses ist zu entnehmen, daß im Jahre 1007 samt Januar und Februar 1008 nicht weniger als 18 Agitationstouren mit im ganzen ungefähr 600 Versammlungen veranstaltet wurden. In den 7 Monaten von August 1007 bis Februar 1008 iind 125 neue Jugendklubs gebildet worden. In demselben Zeitraum gab der Verband neun Bro- schüren in zusammen 168 000 Exemplaren sowie 5 Bücher in 24 000 Exemplaren heraus. Innerhalb der ver- fchiedenen Klubs sind ungefähr 100 Studienzirkel tätig und 27 Wanderbibliotheken werden von Ort zu Ort geschickt. Ter Verband besteht jetzt aus 400 Klubs mit 18 000 Mitgliedern, augerdem�sinR jedoch an mohrcren Orten noch sozialdemokratische Jugendklubs vorhanden, die sich dem Verband bis jetzt nicht an- geschlossen haben.— Das Vevbandsorgan„Fram"(„Vorwärts"), das bisher.monatlich erscheinst, soll in Zukunft als Wochenschrift herausgegeben werden. Ferner wurde beschlossen, den Genossen Z. Höglund als besoldeten Vertreter des Verbandes anzustellen. Heber einen Vorschlag, den Sitz des Verbandes von Malmö nach Stockholm zu verlegen, wird eine Urabstimmung ent- scheiden. Im nächsten Jahre wird sich der Zentralvorstand mit der Frage der Errichtung einer eigenen Druckerei des Ver- bände» befassen._ Rufsische Volksvertreter im Gefängnis. Die zu Zwangsarbeit und Deportation verurteilten Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion der zweiten Duma befinden sich gegenwärtig noch im Petersburger Untersuchungsgefängnis. In den nächsten Tagen siebt ihre Uebersührung nach der„russischen Bastille"— der Schlüsselburger Festung— bevor. Die Gesundheit der meisten hat stark gelitten. Besonders schlecht steht es mit den Genossen Lomtatidse, Z e r o t e l l i, D s ch a p a r i d s e und I u d i n. Ersterer leidet an hochgradiger Schwindsucht und kann sich nur mit Unterstützung der Gefängniswärter fortbewegen. Als„be- sondere Gnade" wird ihm gestattet,„bis auf weiteres" im Unter- suchungsgefängnis zu bleiben.— Von der sozialistischen Partei in den Vereinigten Staaten. Die erste Tageszeitung der sozialistischen Partei in englischer Sprache,„Daily Call", die in New Dork herausgegeben werden soll, wird am 1. Mai erscheinen, wie endgültig angekündigt worden ist. („Daily People" erscheint zwar schon seit Jahren, gehört aber der Sozialistischen Arbeiter-Partei.) Für den„Taily Call" sind 20 000 Dollar gesammelt worden. Für eine Sctzmaschinencinrichtung wurden 11 000 Dollar ausgegeben, so das; noch 9000 Dollar zur Verfügung stehen. Dazu kommt, dast sich 4000 Genossen schriftlich zu bestimmten Beiträgen verpflichtet haben, sobald die erste Nummer erschienen ist. Dann hofft man aus guten Ertrag von Arbeiter- festen, die vom 1. bis 10. Mai zum Besten der Zeitung veranstaltet werden.— Die Beiträge zur Parteikasse mehren sich in erfreu- licher Weise. Dies wird am sichersten durch einen Vergleich der in dem Monat Januar während der letzten drei Jahre eingegangenen Beträge für Parteimarkcn gezeigt. Es gingen für Beitragsmarken ein: Januar 1906: 1153.60 Dollar. 1907:> 1501,95 Dollar. 1908: 1885 Dollar. Der abgeschlossene Mionat zeigt damit nicht nur eine Einnahmesteigerung über die vorhergehenden Januarmonate, son- dern über alle vorangegangenen MorvK sermt über den bisherigen Rclordmonat Oktober 1007. poUzciUches, ßmchtUcncs ufw. Die verfolgte Tendenz. AuS Halle a. S. berichtet man: Ge- nosse Leopoldt vom H a l l e s ch e n„V o l k s b l a t t" war vor der Strafkammer angeklagt, den UnteroffizierSchützkatuS vom 153. Regiment in Altenburg beleidigt zu haben. Der Musketier Meuschke, der als ein guter Soldat bekannt war. hatte sich eines Tages bei dem Bajonettexerzieren an dem Unteroffizier vergriffen. Die Folge davon war, dast er in die Arrestzelle kam und sich Anfang Dezember an seinem Taschentuch erhängte. Dadurch entstand der Verdacht, Meuschke sei von dem Unteroffizier gepeinigt werden, was bekanntlich nie vorkommen soll. Tatsächlich war aber der Unteroffizier an dem Vorfalle unschuldig. Nicht nur die sozial- demokratische, sondern auch die bürgerliche Preffe verlangte eine strenge Untersuchung des Falles. Und da stellte sich dann heraus, datz der Musketier den Angriff gegen den Unteroffizier infolge krankhafter Ver- anlagung unternommen hat. Im„Halleschen Volksblatt" war aber vor Klarstellung des Falles angedeutet worden, Meuschka werde wohl gepeinigt und ein Opfer des Militarismus sein. Einer Berichtigung des Generalkommandos wurde aber sofort Raum ge- geben. Mehr als eigenartig im Gericht berührte das Auftreten des Zeugen Oberst Ompteda, der mit Pathos erklärte:„Ich glaube, Meuschka i st ein O p f e r d e r V e r h e tz u n g g w orden. Berantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw. s»!sl>IM ZsttNbtnd. 29. lebrmr 1998. Reichstag. tll, Sitzung, Freitag, 23. Februar, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstisch: v. Bethmann-Hollweg. Der Antrag der Geschäftsordnungskommission, die Genehmi- gung zur Vernehmung des Abg. S ch e f b e ck(Z.) als Zeuge in einem Privatklageverfahren an Gerichtsstelle zu vernehmen nicht zu erteilen, wird debattelos angenommen. Auf Antrag des Abg. Held(natl.) hat die Geschäftsordnungs- kommission beantragt, die Genehmigung zur Erteilung eines Straf- Verfahrens gegen ihn zu erteilen. Der Reichstag erhebt diesen Antrag debattelos zum Beschluß. Es folgt die Fortsetzung der ersten Beratung eines Gesetz- »ntwurfs betr. die Abänderung der Gewerbeordnung(kleiner Be- fühigungsnachweiS). Abg. Malkewitz(I.) verwahrt sich dagegen, der nationalliberalen Partei gestern Mangel an Handwerkerfreundlichkeit vorgeworfen zu haben. Der Abg. Lehmann hat mir vorgeworfen, ich habe die Meisterprüfung nicht gemacht. Das ist richtig; ich habe die Prüfung ebensowenig wie der frühere sozialdemokratische Abge- ordnete Herbert diese Prüfung gemacht, und zwar deswegen, weil im Buchdruckgewerbe der Meistertitel nicht existiert. Abg. Cuno(frs. Vpt.Z: Die Fassung des Entwurfs befriedigt uns in allen Einzelheiten nicht. Wir hoffen jedoch, daß er nach der Kommissionsberatung eine Fassung erhält, der wir werden zu- stimmen können. Abg. Göring(Z.) bringt einzelne Handwerkerwünsche vor und polemisiert gegen die gestrigen Ausführungen des Abg. Albrecht. Nicht von Lehrlingszüchtcrei könne man sprechen, in der Tischlerei z. B. herrsche vielmehr ein Lehrlingsmangel. Abg. Bindewald(Antis.): Wir halten daran fest, daß dem kloinen Befähigungsnachweis der große folgen mutz. Dann wendet sich der Redner polemisierend gegen einige Ausführungen, die gestern die Abgeordneten Albrecht und Lehmann gemacht haben. Abg. Schefbeck(Z.) behauptet, daß man den nicderbayerischen Handwerkern Lehrlingszüchterei nicht vorwerfen dürfe. Der Abg. Lehmann hat gesagt, daß im Bäckergewerbe jeder Geselle im Durch- schnitt nach 7 Jahren den Beruf schon verlasse. Ja, woher kommt denn diese Lehrlingszüchterei im Bäcker- gewerbe? Weil die Bäcker infolge des Kinderschutzgesebes jetzt mehr Lehrlinge gebrauchen als früher.(Hört! Hört! b. d. Soz.) Damit schließt die Diskussion. Der Gesetzentwurf wird an eine Kommission von 28 Mit- gliedern verwiesen. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist die erste Beratung dcS Entwurfs eines Gesetzes betr. die Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit in Verbindung mit der ersten Beratung des Gesetzentwurfs betr. die Abänderung der Gewerbeordnung und der ersten Beratung zweier internationaler Abkommen über das Ber- bot der Nachtarbeit der gewerblichen Arbeiterinnen und über das Verbot der Verwendung von weißem(gelbem) Phosphor zur An. fertigung von Zündhölzern. Der erste Gesetzentwurf enthält Bestimmungen über die Arbeits. räume, in denen Zigarren in der Hausindustrie hergestellt werden dürfen, über die Beschäftigung von Kindern und jungen Leutxn in dicfem Zweige der Hausindustrie, sowie über die Kontrolle und Aufficht, ferner Strafbcstimmungen, die Strafen bis zu 2000 M. für die Beschäftigung von fremden Kindern, bis zu 160 M. bei der Beschäftigung der eigenen Kinder unter 12 Jahren festsetzen. Bei der gewohnheitsmäßigen Verwendung von Kindern werden Gefängnisstrafen bis zu 0 Monaten festgesetzt. Die Novelle zur Gewerbeordnung sieht eine anderweitige Fassung der Bestimmungen über die Ausstellung von Zeugnissen sür gewerbliche Arbeiter und eine Ergänzung der Bestimmungen über die Einführung von Lohnbüchern und Arbeitszetteln vor, ferner Abänderungen der Bestimmungen über die Verpflichtung zum Besuche von Fortbildungsschulen, sowie Erweiterungen der Ermächtigung des Bundesrats zur Bekämpfung der aus den über- mäßigen Arbeitszeiten herrührenden Gefahren. Weiter enthält er Bestimmungen über die Rechtsverhältnisse der Werkmeister, Techniker usw., ferner Bestimmungen über die Herabsetzung der clfstündigen Maximalarbeitszeit der Arbeiterinnen auf eine zehn. stündige Dauer und Vorschriften über die Einführung einer elf stündigen ununterbrochenen Nachtruhe für Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter. Schließlich werden die Arbeitsverhältnisse in der Hausarbeit geregelt. Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Di« Uebersichtlichkeit unseres Gewerberechts wird durch den Neuen Enlwurf nicht besser, das gebe ich zu, und ich verstehe den gestern geäußerten Wunsch nach einer Vereinheitlichung unseres Gewerberechts. Es wurde von der neuen Novelle zur Gewerbe- ordnung gesagt, sie bilde einen Flicken crwf dem alten Kleide. Um in diesem Bilde zu bleiben, möchte ich das zu bekleidende Wesen mit einem jungen Menschen in den fahren seines Wachstums vergleichen, der beständig aus seinen Kleidern herauswächst und immer neue Flicken auf dem Anzug braucht, um seine Blöße zu decken.— Ich will nicht auf Einzelheiteil des Entwurfs eingehen, sondern nur einige Bemerkungen zu dein letzten Teil der Novelle machen, welche neue Vorschriften über die Heim- und Hausarbeit enthält. Das Interesse an der Hausarlieit recktfertigt sich allein schon aus der großen Zahl der darin Beschäftigten. Nach der Berufszählung von 1836 waren allein in!Zer Textilindustrie 195 000 Personen in der Heimindustrie beschäftigt, darunter 140 000 Kinder, im ganzen waren 426 000 Personen in der Hausindustrie beschäftigt, und die Zahlen sind wohl noch niedrig«! als sie in Wirklichkeit waren, und in der Zwischenzeit sind sie nicht geringer geworden. Welche Bedeutung die Hausindustrie hat, zeigt der Umstand, daß allein in der Konfektion darin für Millionen Mark Werte jährlich hergestellt werden. Hinzu komm t, daß sie fast über ganz Deutschland ausgedehnt ist und den»wirtschaftlichen Charakter einzelner Landstriche vollkommen beherrsclft. Ferner kommt hinzu, daß die allerberschiedensten Klassen in der Hausindustrie beschäftigt sind, von den Aermsten bis zu denen, die einen Nebenverdienst darin suchen. Am lebhaftesten ist das lZnteresse für die Haus- industrie wachgerufen durch die Mißstände, welche in familiärer und sittlicher Beziehung in ihr herrschen. Hier sucht die Novell« durch Uebertragung von SchutzvorschriftiM auf die Hausindustrie Besserung zu schaffen. In der Kritik, d ie in der Presse einsetzte, hat man die Vorsicht getadelt, mit der diii verbündeten Regierungen vorgegangen sind. Einerseits fordert man energische Maßnahmen. andererseits aber will man nicht erkennen,, daß auch der Acrmste den Wunsch hat, in seiner Häuslichkeit frei z u schalten und zu walten ohne polizeiliche Eingriffe. Von dem Abg. Molkenbuhr ist in einem Artikel der«Neuen Zeit" auch der Vort ourf erhoben worden, der Entwurf der Regierungen brächte gar rtichts. Er führt aus, daß alle Vorschriften, die wir über die Heimarbeit bringen, einen Rückschritt bedeuten, weil schon nach den; geltenden Recht die Be- stimmungen der 120a bis e auf Ha usarbeiter im Sinne des Entwurfs Anwendung finden. Das beru ht auf einer mitzverständ- lichen Auffassung des§ 120a. Seine 3 Bestimmungen finden nur auf diejenigen Arbeiter Anwendung, bez üglich deren ein Arbeits- Verhältnis zwischen Arbeiter und Betriebs Unternehmer besteht, nicht aber auf diejenigen Fälle, bei denen nichit auf Grund eines Ver- tragsverhältnisses die Beschäftigung von fsiamilienangehörigen statt. findet. Gerade auf diesen Teil des Familienbetriebes in der Hausindustrie erstrecken sich aber im wese,«tlichen die Bestimmungen der neuen Novelle. Ich bemerke dabei, daß ungefähr die Hälfte aller Hausindustrie sich in diesen Form. in des Familienbetriebes abspielt.— Mit diesen Bemerkungen will ich schließen und nur noch hinzufügen, daß die Novelle betr. die> Herstellung von Zigarren in der Hausindustrie mit der Gewerbe Novelle zugleich vorliegt. hat wesentlich einen historischen Grund.'.Die erste Novelle ist schon seit einem Jahre fertig, während die größere Novelle erst im Herbst eingebracht werden konnte. Ich halte es nicht für un- möglich, beide Novellen in eine zusamn lenzuarbeiten. In der Kommission, an welche die Novellen ja wohl verwiesen werden, wird die Regierung gern mitarbeiten.(Bravo! rechts und im Zentrum.) Abg. Dr. Pieper(Z.): Die Vorlage bsüvegt sich in der Richtung der zahlreichen Anträge, die von meinac Fraktion seit Jahren gestellt sind. Wir begrüßen sie daher trotz i nancherlei Ausstellungen. die wir im einzelnen zu machen haben. So wünschen wir Aus- dehnung der Arbeiterschutzbestimmungen»auf das Handwerk; die Meister sollten sich nicht dem Vorwurf aussetzen, sie wollen nur Schutz für sich, nicht auch für Gesellen. Ferner vermissen wir die obligatorische Einführung von Arbeidcirausschüsicn die um so notwendiger sind, als bekanntlich nach de»« Willen der Regierung die Arbeiterkammern auf den Arbeiteraui ischüssen basieren sollen. Ferner vermissen wir die Heraufsetzung d«'S Schutzes für Wöchnerinnen auf vieleicht acht Wochen. Ich komi.ae nun zu dem wichtig- sten, der Heimarbeit. Tie Bestimmungen, die für die Hausarbeit getroffen werden, müssen auch auf die Werkstättenarbeit aus gedehnt werden. Redner macht noch eine Reihe von Wünschen, die über die Vorlage hinausgehen, geltend, iilcibt aber im einzelnen auf der Tribüne unverständlich. Er beantragt schließlich die Ueberweisung der Vorlage an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Wir hoffen, daß die wichtigsten Wünsche der Arbeiter— alle Gewerkschaften, auch die sozial- demokratischen, zeigen ein reges Interesse für diese Vorlagen— in Erfüllung gehen werden. Ein großer.Teil der Forderungen, die hier erfüllt werden sollen, sind schon eingeholt durch die Wirt- schaftliche EntWickelung. Man hat gesagt: wir bedürfen nicht der Sozialdemokratie, um Sozialpolitik zu treiben. Hier ist in der Tat eine Gelegenheit, moralische Eroberungen bei den Arbeitern zu machen.(Bravo! im Zentrum.) kleines feuilleton. Eine» famosen Wahlcrlaß teilt H. v. Gerlach in einem Auf- satz über das preußische Wahlrecht im„Türmer" mit. Ein Herr v. Saldern richtete ihn 1863 an die«Königlich Preußischen Ur- Wähler der Herrschaft Messcrsdorf, Schwerta und Volkersdorf'. Er lautet: «Se. Majestät unser avergnädigster König und Herr hat be- fohlen, daß am 20. d. M. die Wahlen stattfinden und ausgesprochen, daß nur in dem Falle frei gewählt wird, wenn die Wahl aus solche Personen fällt, welche im Sinne und Willen Sr. Majestät und Sr. Minister stimmen. Die bisherigen Abgeordneten unseres Wahlkreises haben gegen Sr. Majestät Willen und Sr. Minister gestimmt, eine Wiederwahl derselben ist also gegen den Willen Sr. Majestät des Königs und Sr. Minister. Da ich nicht will, daß diejenigen Königlich Preußischen Urwähler, welche ihre Stimmen einem Wahlmanne geben, der am 28. d. M. in Görlitz einen Ab- geordneten wählt, der gegen den Willen Sr. Majestät und Sr. Minister handelt, mit mir in irgend einer geschäftlichen Beziehung fernerhin stehen, so habe ich befohlen, daß diejenigen Urwähle:, welche dem entgegen handeln, wenn sie Arbeiter in der Forst od«. in den Oekonomien sind, entlassen werden, und daß dasselbe auf die Ziegelei, die Torfstiche und die Qfen- und Tonwarenfabrik Anwendung findet: den Bcamten der Forst, der Lekonomie, deZ Gartens, der Mühle, der Bäckerei, der Schneidemühle gekündigt wird; mit Handwerkern, welche für die Güter oder die übrigen Vcrwaltungszweige gearbeitet haben, sowie mit den Kaufleuten, welche an dieselben etwas verkaufen, Schlußrechnung gemacht wird. Ferner, daß denjenigen, welche eine Wohnung gemietet oder Acker oder Forstland gepachtet, sofort gekündigt wird, sobald die kon- traktliche Verbindlichkeit aufhört. Von allen vorstehend genannten Urwählern, welche mit mir in irgend einer Beziehung stehen, ver- lange ich. daß sie am 20. d. M. sich an der Wahl beteiligen. Wer mir persönlich wegen seines Ausbleibens keine genügende Ent- schuldigung angebracht hat, für denjenigen gilt dasselbe, was für diejenigen Urwähler gilt, welche am 20. d. M. solchen Wahlmännern ihre Stimme geben, die am 28. d. M. in Görlitz die bisherigen Abgeordneten wiederwählen. Mein Generalbevollmächtigter, der Oberinspektor Demnitz, erhält den Auftrag, aus den Wahllisten die erforderlichen Zusammenstellungen extraktiv nach den einzelnen Kategorien, den vorstehenden Anordnungen gemäß, anzufertigen und mir zur weiteren Verfügung vorzulegen. Da die Kürze der Zeit die Einsicht der Wählerlisten hier nicht gestattet, so wolle der Oberinspektor Demnitz zu diesem Behufe nach Görlitz nachreisen und vom Herrn Wahlkommissarius, Landrat v. Seydewitz, sich die- selben vorlegen lassen, und zwar gleich nach dem 28. d. M., der Abgeordnetenwahl, um gleichzeitig Kenntnis von der Stimmabgabe der Wahlmänner zu nehmen." Da die Junker in gewissen Fällen Anlhänger für Tradition sind, so bemühen sie sich heute noch, nach diejiem gangbaren Rezepte Wahlen zu machen.— Ein Berufungsgericht gegen die Zensur. Die englischen Drama- tiker haben sich zusammengetan, um einen energischen Feldzug gegen die Zensur zu eröffnen, und am Dienstag wiarde von dem Staats- sekretär des Innern ihre Deputation empfangen. Der bekannte Bühnenschriftstcllcr Pincro ergriff zuerst das Wort und geißelte frei- mutig und mit bemerkenswerter Energie den Mißstand, der darin liege, daß ein einzelner Beamter über das Schicksal von Geistes- werken entscheiden dürfe, ohne daß es dagegen eine Berufung gäbe; er wies darauf hin, daß England das einzige Land der englisch- sprechenden Nation sei, wo die Zensur noch aufrecht erhalten werde, und verlangte die Aufhebung einer Einrichtung, die den Anschein erwecke, als ob die britische Nation ohne den Zensor ihre Bühne nicht rein und gesund erhalten könne. Sir W. S. Gilbert plaidierte dann für die Errichtung eines Berufungsgerichtes, das eventuell über die Ent- schcidung des Zensors das letzte Wort zu sprechen habe. Dieses Gericht soll aus drei Personen bestehen; die eine wird von dem Schriftstellerverband ernannt, die zweite von dem Lordkanzler. während die dritte von den beiden vorigen berufen wird. Der Minister versprach, sich sofort mit dem Premiorminister in Verbindung zu setzen, um den Wünschen der englischen Dramatiker soweit ent gegenzukommen, wie eS möglich erscheint. Humor und Satire. Bor dem Gesetz sind alle Preußen gleich. «Vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich'!— Drum ist Dein Wahlrecht anders als im Reich.—- Erfolgreich darfst Du da nur wählen geh'n, Wenn Dir Moneten zur Verfügung steh'n.— Wenn gegen diese Gleichheit gar Du opponierst, Für's freie Wahlrecht etwa demonstrierst, Bestraft der Schutzmannssäbel diesen Streich,— Denn vor m Gesetz sind alle Preußen gleich!— Doch will man vor dem Schloß„mehr Volk' mal seh'n, Darfft hurrabrüllcnd Du zum Schloßplatz geh'n, Das stimmt den schlimmsten Schutzmaimswütrich Weich—, Bor dem Gesetz sind alle Preußen gleich! Dann wirst Du nicht gepackt und arretiert. Gesesselt nicht und auch nicht prozessiert,— Kein Staatsanwälte flickt Dir toas ans Zeug, Denn vor'm Gesetz sind alle Preußen gleicht Abg. Sielermann(k.) begrüßt die Vorlage, die sowohl ftn Interesse der Arbeiter liege wie auch den Wünschen der Arbeit- geber entspreche. Das wichtigste ist für uns, die Einführung des zehnstündigen Maximalarbeitstages für Arbeiterinnen und die Unterstellung der Heimarbeiter unter die Gewerbeordnung. Zu sehr darf die Heimarbeit aber nicht erschwert werden. Die Einzel- beiten der Vorlage werden in der Kommission zu prüfen sein. Abg. Frhr. Hevl zu Herrnsheim(natl.): Wir begrüßen die Vorlage mit besonderer Genugtuung, da wir seit 1896 die hier erfüllten Forderungen vertreten haben. Ich hoffe, daß sowohl die Arbeiter wie die Industriellen mit Dankbarkeit die vom Reichs- tag geleistete sozialpolitische Arbeit begrüßen werden, mit der wir an der Spitze aller Nationen marschieren.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) In der Gewährung des Abgangszeugnisses schon bei der Kündigung liegt zweifellos ein großer Vorteil für die Arbeiter. Die grundlegende Bestimmung der Gesetze ist, daß die Fabrikgesetze ausgedehnt werden auf alle Werkstätten mit mindestens 20 Arbeitern. In der Schweiz sind sogar alle Betriebe mit zwei Arbeitern der Fabrikgesetzgebung unterstellt. Mit be- sondercr Freude begrüßen wir die Beschränkung der Arbeitszeit. Alle mit der Verkürzung der Arbeitszeit gemachten Versuche können uns nur ermutigen, auf diesem Wege fortzuschreiten. Wir ver- missen in dem Gesetzentwurf' ein Verbot der Mitgabe der nicht fertigen Arbeit nach Hause; wir stimmen in diesem Punkt mit den Sozialdemokraten Bebel und Fischer überein, daß hierin gerade die größte Ausbeutung stattfindet. Wir vermissen ferner die Aus- dehnung des Verbotes der Nachtarbeit auf alle Arbeiter unter 18 Jahre; wir vermissen ferner eine Ausdehnung des Schutzes der Wöchnerinnen, vor allem aber vermissen wir die Ausdehnung der Versicherungsgesetzgebung auf die Heimarbeiter. Im ganzen jedoch begrüßen wir den Entwurf als einen wesentlichen Fort- schritt bei dem großen Kulturwerk des Arbeiterschutzes.(Bravo! bei den Nationalliberalen.) Abg. M-lkenbuhr(Soz.): In das unbedingte Lob, welches die Vorredner den verbündeten Regierungen dafür gespendet haben, daß sie diese Vorlage gebracht haben, kann ich für meinen Teil nicht einstimmen. Nicht etwa deshalb, weil ich überhaupt keine Novelle gewollt hätte, sondern weil nach meiner Auffassung etwas ganz anderes geboten werden mühte, um selbst den bescheidensten Anforderungen der Arbeiter zu genügen.(Lachen rechts.) Daß aber überhaupt in der gegenwärtigen Session etwas für die Arbeiter geschehen wird, glaube ich nicht, weil ja der letzte Wahllampf unter dem Zeichen des Kampfes gegen die Sozialdenio- kratic geführt worden ist. Nun wird der Kampf gegen die Sozialdemokratie doch nicht etwa deshalb geführt, weil wir in philosophischen oder historischen oder ökonomischen Auffassungen von den anderen Leuten abweichen, sondern lediglich wegen unserer Aestrebungcn, die darauf gerichtet sind, die Lage der Arbeiter zu verbessern. Darin sieht man eine Gefährdung der Jntcr. essen der anderen Klasse.(Lebhaftes Oho! und Unruhe rechts und unter den Freisinnigen. Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Ich kann meine Auffassung leicht mit Tatsachen be- legen. Die gegenwärtige Politik soll ja nach den Wünschen des Reichskanzlers lediglich eine Blockpolitik sein, also eine Politik, welche die Konservativen, die Nationalliberalen, die Frei- sinnigen und die Antisemten umfaßt. Am 30. November sagte der Herr Reichskanzler hier, wir müssen uns vor allen Dingen vor Augen halten, was möglich ist, was die Blockpolitik will und soll. Es kann nicht die Rede davon sein, daß die Konservativen über Nacht liberal und die Liberalen über Nacht konservativ werden. Konservative und Liberale loerdcn ihre Weltanschauung behalten, es müssen also die Fragen zurückgestellt werden, über welche eine Verständigung in absehbarer Zeit nicht möglich ist. Wenn das aber geschehen soll, so kann e 3'feine Sozialpolitik nicht geben.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Herrscher ist jetzt zweifellos der„Zentralver- band der deutschen Industriellen". Finden doch selbst Bundesregierungen nicht solche Beachtung wie diese Körperschaft. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Ein oldenburgischcr Re- gicrungsrat beklagte sich darüber, daß die oldenburgische Regierung über die grundsätzlichen Fragen des Gesetzentwurfs nicht gehört worden sei. Aus den Beratungen des Zentralverbandes im Oktober v. I., aus den Beschlüssen, die dort gefaßt sind, geht aber hervor, daß der Zentralverband damals bereits im Besitz der Novelle war. Bei der Begrüßung der anwesenden Regierungsvertreter erklärte ja auch Herr V o p e I i u s ausdrücklich, daß außer den anderen Herren auch Herr v. Rheinbaben anwesend sei, der eigentlich nicht Ressortminister des Zentralverbandcs ist. Die anderentzerren werden also von ihm als Ressortminister des Zentralverbandes angesehen und ich will ausdrücklich konstatieren, daß weder der Herr Staatssekretär des Innern noch der Minister Del- D'rum wack'rer Biilow, jeder Untertan Erkennet dankbar die Verfassung an, Die Du so weise illustriert dem Reich: .Vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich!' Notizen. — Die erste internationale Kautschuk-AuS« stellung. Kautschuk und Hartgummi werden heute zu so un- zähligen Dingen gebraucht, daß es wohl der Mühe wert erscheint, allein dafür eine Ausstellung abzuhalten. Zu erstenmal, wenigstens für Europa, wird eine solche internationale Ausstellung im Sep- tember dieses Jahres in London in der großen Halle der königlichen Gartenbaugesellschaft stattfinden. Bei dieser Veranstaltung soll alles gezeigt werden, was mit dem erwähnten Material in Beziehung steht: die Pflanze vom Samen bis zum erwachsenen Baum, dann die industrielle Verwendung vom Rohmaterial bis zu den tausend Dingen, die ganz oder teilweise daraus hergestellt werden. — Die Bevölkerung Griechenlands betrug nach den jetzt veröffentlichten Ergebnissen der Volkszählung von 1007: 2 631 962 Personen. Seit 1896 trat nur eine Vermehrung von 198 146 Personen ein. Da der natürliche Bevölkerungszuwachs ein viel größerer ist, so ist der relative Bevölkerungsverlust durch die starke Auswanderung zu erklären. 1907 wanderten allein nach Amerika 33 000 Personen au«. Die größte Stadt ist Athen, das mit den Vororten 176 430 Einwohner zählte. — Der Tunnel unter dem Hudson. Die Eröffnung der Untertunnelung des Hudsonrivcr, die New Aorl nunmehr mit New Jersey verbindet, gestaltete sich zu einer großen offiziellen Feier der beiden beteiligten Staaten. Mit einem Kostenaufwand von mehr als 280 Millionen Mark ist das gewaltige Werk vollendet; weitere 120 Millionen stehen bereit, um die Tunnelverbindung noch zu erweitern und zu vergrößern. Die 160 000 Arbeiter und Beamten, die alltäglich in kleinen Dampfbooten den Hudsonriver kreuzten, werden von jetzt an durch die neue Untergrundbahn rasch und bequem ihre Ziele erreichen können. Acht Kilometer lang läuft der Tunnel längs des Flusses; dann kommt eine scharfe Kurve und die Route schiebt sich unter den Stromlanf, der hier eine Breite von gegen 1600 Metern und eine Wassertiefe bis zu 80 Metern erreicht. Wenn der Zug bei Hoboken wieder an das Tageslicht kommt, sind kaum 11 Minuten verstrichen. 6600 Arbeiter waren acht Jahre lang un- ausgesetzt an diesem Rieseutunnel lätig. Ein Franzose erkundigte sich bei dem Bürgermeister von New Dork nach der Zeitersparnis, die die neue Bahn den Arbeitern bringen soll.„Sie luerden eine ge- waltige Menge Zeit gewinnen, annähernd 10 ivkinuten". Die Ant- wort ist charakteristisch für den amerikanischen Geschäftsgeist, der bereitwillig 280 Millionen anlegt, um 10 Minuten zu gewinnen. brad noch einer ber anderen Gerten es abgelehnt, sentralbehörden gegeben, und fie wäre effba in Hamburg Minister v. Moltke: Mir find Fälle nicht bekannt geworden, haben, als Reffortminister des Zentralverbandes deutscher In durchgeführt worden, so hätten die Hamburger Bädermeister doch in denen Gemeindebehörden die Abschrift von Wählerlisten gegen dustrieller bezeichnet zu werden. Wir können deutlich sehen, wie gewiß mit einem Schein von Recht behauptet, sie seien gegen Erstattung der Kosten verweigert haben. Der vom Abg. Fischbeck unsere ganze Sozialpolitik je nach dem Verhältnis schwankt, wie über ihren Konturrenten in den anderen Bundesländern angezogene Grlaß ist wahrscheinlich entstanden, als das Oberverder Zentralverband und die Regierung zueinander steht. Ist die geschädigt. Bei all en Arbeiterschußbestimmungen ist Sturm waltungsgericht entschieden hatte, daß die Gemeindebehörden nicht Freundschaft zivischen ihnen groß, so stodt die Sozial gelaufen worden gegen die vom Bundesrat erlaffenen Verord- verpflichtet seien, solche Abschriften zu erteilen. Wenn weiter fich politit, ist eine eindschaft zwischen ihnen vorhanden, so haben nungen. Wird jetzt den Landeszentralbehörden die Befugnis ge- der Redner über Uebergriffe von unteren Polizeiorganen bei den wir ein gewisses Borwärtsgehen. Als der Zentral- geben, so wird der Bundesrat vollständig ausgeschaltet werden, und Wahlen beschwert, so erkläre ich, daß ich der Erklärung des Miverband seine rückständigen Aeußerungen über die Eingriffe des die Landeszentralbehörien wiederum werden fagen, für unser nisterpräsidenten entsprechend handeln werde, die er hier über das Herrn v. Berlepsch in die Fabrikordnung, über die zehnstündige Land können wir nichts machen, denn wir fönnen unsere Unter- unparteiische Verhalten der Beamten bei den Wahlen abe Arbeitszeit für Jugendliche machen ließ gegen Herrn b. Berlepsch, nehmer nicht der Schmal zkonturrenz anderer Unternehmer preis- gegeben hat. kam es dazu, daß etwas Sozialpolitik betrieben wurde. Aber 1896 geben. war es endgültig damit vorbei, und Herr Bued konnte schreiben, es ist uns gelungen, Berlepsch klein zu kriegen. and fo wind gar nichts gefchehen. ( Sehr wahr! bei den Sogi aldemokraten.) Weiter läßt der Entwurf die Konkurrenzflafel bestehen. Ich behaupte, sie hat die entgegengesette Wirkung. bie sie haben soll, sie schüßt die unter nehmer nicht vor der Kunkurrenz, denn sie kommt ja vor allem der ausländischen Konkurrenz zugute. Der auswärtige Konfurrent tann ja ruhig einen Angestellten engagieren und mit ins Ausland nehmen. So nird also die Industrie in ihrer Gesamtheit durch die Konkurren ztlaufel weit eher geschädigt als geschüt. Alle chemisdjen Fabriken in Deutschland und Dester. reich, außer der Scheririschen, haben sich gegenseitig verpflichtet, teinen Techniker annehmen zu wollen ohne Zustimmung des Chefs, In seiner Antrittsrede als Staatssekretär des Reichsamts des Innern, sagte Graf Posadomsky, daß mit der Sozialpolitik Halt gemacht werden müsse, daß das schnelle Tempo nicht eingehalten werden dürfe. Als er ein Jahr später die Novelle zum Ja validitätsgesetz brachte, war die Freundschaft noch so groß, daß man sich 12 000 M. für ein Zuchthausgesetz geben ließ. Als aber Bosadoweth begann, etwas Sozialpolitit zu treiben, wurde die Spannung schärfer und schärfer, und im Jahre 1900 find es ja die Herren vom Zentralverband gewesen, welche die Sache von den 12 000 Mart in die Oeffentlichkeit bei dem er zuvor gearbeitet hat. Hierdurch ist eine brachten, um dem Grafen Posado math au schaden. Man tann sich also denken, wie jetzt, wo mit dem Zentralverband wieder Frieden geschlossen ist, eine Sozialpolitik aussehen wird. Man müßte doch endlich einmal mit der Flickarbeit aufhören, wie hier schon gesagt worden ist, aber man sollte vor allen Dingen nicht das Gewerberecht todifizieren, sondern das Arbeitet recht. Vor allen Dingen müßte man ein einheitliches Arbeiterschutzgeseb Feffe für alle Chemiker Abg. v. Arnim- Büsedom( f.) schließt sich den geftrigen lagen des Abg. Stroffer über die Auswüchse des Automobilsports an. sehr schwere Kosten auf. Die Unterbringung geiftestranter Verbrecher legt den Provinzen Vergangenheit gelungen ist, die Behörden zu veranlassen, fich bei Abg. Dr. Friedberg( natl.): Ich muß bestreiten, daß es in der den Wahlen vollständig neutral zu verhalten. Namentlich ist vielfach darüber geklagt worden, daß die Gendarmen für politische Zwecke und Agitationen verwendet werden. Abg. Dr. Viered( ft.): Die Bekämpfung der Unfittlichkeit muß vor allem in der Familie erfolgen. Auch das Bentralamt für Wohlfahrtspflege fönnte auf diesem Gebiete gut wirken. Die Animiertneipen müßten eingeschränkt werden. Minister v. Moltke: Dem Abg. Friedberg gegenüber oemerfe ich, daß mir Material über die Verwendung von Beamten zu ich der Prüfung unterziehen werde. Wenn die Festhaltung eines Wahlzweden im Sinne seiner Darlegungen zugegangen ist, das Studenten deswegen erfolgt ist, weil der betreffende Polizeifommiffar verhindert war, so bin ich der Meinung, daß der Rom. missar für eine Vertretung zu sorgen hatte. geschaffen. Sie werden gezwungen, sich allen möglichen Schikanen auszusehen. Derartige Fesseln für einen großen Teil der Intelligena au schaffen, müßte ohne weiteres berboten werden! Sind doch viele Großunternehmungen nicht durch die Intelligenz ihrer Unternehmer in die Höhe gekommen, sondern durch die In telligenz ihrer Techniker und Abg. Rveren( 8.): Wenn der Minister gestern darauf hin. schaffen. Es ist ein großer Mißstand, daß es so viele verschiedenenge ftellten.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nur gewiesen hat, daß biele unzüchtige Bilder und Schriften aus dem artige Gesetze für die verschiedenen Arbeitsverhältnisse gibt. Ein für die Zeit, für die er den Lohn bezahlt, hat der Unternehmer 52 Firmen bestehen, die sich an der Herstellung und dem Auslande eingehen, so bemerke ich, daß in Deutschland geprüfter peizer z. B. fällt unter die verschiedensten Gesetze, je Anspruch auf die geistige 11 und körperlichen Fähigkeiten des Ange- Bertrieb literarischen Schmubes beteiligen. Sehr bedauerlich ist nachdem er auf einem Binnenschiffdampfer tätig ist oder auf einem ftellten. Mit der Lohnze lung sollte auch sein Eigentumsrecht an die Wahlagitation, die viele Kriegerbereine und Kriegerberbände Seedampfer oder in einer Fabrit oder in einem Bergwert. Ist er bem geistigen Eigentum des Technikers aufhören. Wenn jemand bei den letzten Reichstagswahlen getrieben haben, entgegen ihren bei der Eisenbahn tätig, so unterliegt er sogar gar keinem Arbeiter in einer Farbenfabrik aiigestellt ist und ein Verfahren zur Ser: Statuten, wie wir es ja auch beim Flottenberein gesehen haben. schutzgesetz. Ein so buntes Durcheinander, wo sich taum ein Jurist stellung besonders glänze1ider Farben erfindet, und in der Fabrit Die Folge dieser Agitation ist gewesen, daß viele Anhänger unserer Statuten, wie wir es ja auch beim Flottenberein gesehen haben. durchfindet, ist für die Arbeitergesetze am wenigsten angebracht. werden dann diese Faneben hergestellt, und wenn dann der Partei aus den Kriegervereinen und viele Vereine aus dem ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weite Kreise der Chemiker aus seiner Stellung geht und in einer anderen Fabrik Candeskriegerverband ausgeschieden sind. Diesen ausgeschiedenen Arbeiter fallen heute noch überhaupt aus der sein Verfahren anwenden will, so verletzt er das Fabritgeheimnis, Arbeiterschutzgesekgebung heraus. Ich erinnere und kein Gefes gibt es in Deutschland, das ihn und fein geistiges Vereinen werden von den Behörden gefeßwidrig alle möglichen an die Bureauangestellten bei Rechtsanwälten, Eigentum schütt. Man lasse doch den Technikern die Bewegungs- Schwierigkeiten in den Weg gelegt. So wird einzelnen Bereinen Gerichtsvollziehern usw., an die Arbeiter bei freiheit, die auch jeder ondere hat. Sie reden doch immer so viel das Recht entzogen, eine Fahne zu führen, zum Teil werden sie Theatern, in Laboratorien und andere mehr. Selbst die von der persönlichen Freiheit, die Sie schüßen wollen. Auf Grund infolge des Austritts aus dem Verbande als nicht mehr bestehende Arbeiter in den Werkstätten der Eisenbahnen haben der hier borgeschlagenen Bestimmungen tann der Unternehmer den Vereine betrachtet, und es sind Versammlungen solcher Vereine Angestellten für sein ganzes Lebenlang hindern, von dem Ge- bei der Beerdigung eines Veteranen, der stets ein treues Mitglied polizeilich untersagt worden. In einem Falle wurde berboten, brauch zu machen, was er gelernt hat. Man sollte die ganzen Konkurrenzklauseln und Personalkonventionen also durch Gesetz des Kriegervereins war, die Ehrensalbe zu geben.( Sört! hört!) verbieten und so die Techniker von der Feffel befreien, die sie heute geben, daß auf diesem Wege nicht fortgefahren wird.( Lebhafter Ich bitte den Minister, Wandel zu schaffen und Anweisung zu 3ch bitte den Minister, Wandel zu schaffen und Anweisung au noch bedrückt. Das Betriebsgeheimnis wird doch nicht gewahrt, geben, daß auf diesem Wege nicht fortgefahren wird.( Lebhafter denn durch diese Konverttionen werden die Techniker geradezu geBeifall im Zenrum.) brängt, ins Ausland zu gehen.( Sehr wahr bei den Sozialdemotraten.) Die Bestimmung, daß die Fabritgefeßgebung für Betriebe gelten foll, in de rien mindestens 20 Arbeiter und mehr be. schäftigt sind, enthält noch eine Lücke. Es müßte heißen, wie 3. B. in dem Entwurf v. Schweißers: Betriebe, in und für die" 20 Arbeiter und mehr beschäftigt find, sonst würde das Gesez geradezu einen Anreiz nach der Richtung bilden, daß Betriebe mit mehr als 20 Arbeitern einen Teil der Arbeit an Heimarbeiter übergeben, feinen Schutz gegen schrankenlose Ausbeutung. Die Regierung aber macht keinerlei Anstrengungen, hierin Wandel zu schaffen. Wir haben bereits im Norddeutschen Reichstag, als zum ersten Male die Frage des Arbeiterschutzes behandelt wurde, durch J. B. v. Schweißer einen Entwurf vorgelegt, der den Arbeiterschutz für alle Betriebe mit mehr als 10 Arbeitern verlangte. Dieser perfide" Antrag, um mit dem Herrn Reichstanaler zu reden, wird auch heute erst zum Teil Gefeß. Herr Heyl zu Herrnsheim pries es als großen Vorteil, daß die Arbeiter nach der Vorlage bereits ein Abgangszeugnis bei der Kündigung verlangen dürfen. Ich weiß nicht, ob das ein so großer Vorteil ist. Es gibt Fälle genug, in denen ein solches Beugnis zum Uriasbrief um has Gefen zu umgehen. vorgekommen sein sollten, so würde ich das mißbilligen. Minister v. Moltke: Wenn wirklich die Gesetzwidrigkeiten borgekommen sein sollten, so würde ich das mißbilligen. Die Die Statuten der Kriegervereine schreiben als 8wed der Vereine Kriegervereine follen fernbleiben jedem parteipolitischem Getriebe. or die Belebung und Stärkung des Nationalbewußtseins und Grund dieser Vorschrift sind die Vereinsleiter vielfach dazu überBflege und Förderung der Liebe zu König und Vaterland. Auf gegangen, für die nationalen Forderungen zugunsten der in Südmeftafrita tämpfenden Rameraden einzutreten. Ich kann darin ein sagungswidriges Verhalten der Kriegervereine nicht erbliden. ( Lebhafte Zustimmung rechts. Stürmische Oherufe und der Ruf: Unglaublich! im 8entru m.) Das Verhalten der Vereinsleiter ist vom deutschen Kriegerbund gebilligt worden. Die Erlaubnis zur Führung einer Fahne wird den Vereinen unter gewissen Boraussetzungen erteilt, dazu gehört auch die Zugehörig feit zum Landestriegerbund. Die Vereine wußten also, was ihnen beim Ausscheiden aus dem Verbande bevorstand.( Lachen im Zentrum.) die Haltung der Kreisblätter beklagt, so tann ich nur sagen, daß es auch freifinnige Kreisblätter gibt, bon denen fürzlich eines schrieb, das Landratsamt sei eine Bebormundungsanstalt.( Sört! hört! rechts.) Wir werden uns freuen, wenn nach den Erklärungen des Ministerpräsidenten die Beamten bei den Wahlen sich unpartetisch berhalten werden, denn wir haben oft die Empfindung gehabt, daß wir vielfach ungünstiger behandelt wurden, als andere Parteien.( Lebhafter Widerspruch links.) wird.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) In der ganzen Zeit, in der ich praktisch gearbeitet habe, habe ich tein einziges Zeugnis gehabt. Das war bei uns nicht ufus, und es wäre schlimm, wenn( Sehr wahr! bei den Siszialdemokraten.) Nun will das Gefeh auch cs eingeführt würde. Die Löhne der Bigarrenarbeiter sind die die Hausarbeit regeln. Ich behaupte, daß die§ 120a- e der allerniedrigsten. Nur eine Berufsgenossenschaft weist niedrigere Gewerbeordnung schon beute für die Hausarbeit Gültigkeit haben. Löhne auf, die schlesische Textilgenossenschaft, aber im ganzen haben Der Herr Staatssetreten: hat das Gegenteil behauptet, aber er hat doch die Textilarbeiter höhere Löhne als die Zigarrenarbeiter. Ihr feinerlei Beweis für seine Behauptung beigebracht. Daraus, Durchschnittslohn beterägt 574 M. gegenüber 1027 M. Durchschnitts- daß in der Gewerbeordnung nicht gesagt ist, diese Paragraphen lohn aller versicherten Arbeiter. Mit diesen niedrigen Löhnen aber gelten nicht für die ausarbeit, muß man schließen, daß sie in find die Fabrikanten noch nicht zufrieden, sondern sie haben eine der Tat für die Heimen beit gelten. Dieser Ansicht bin ich nicht Abg. Blell( frs. Bp.) tritt für Festsetzung einheitlicher Be Vereinbarung dahin getroffen, daß kein Arbeiter, der allein, ihr haben auch bekannte Rommentatoren der Gewerbestimmungen für die Behandlung der Ausländer ein. an einem Streit oder einer Aussperrung beteiligt ordnung wie Wilheim Ausdrud gegeben. Ebenso vertritt der Abg. Dr. v. Jazbzewski( Bole) berlangt, daß der Minister war, brei Monate nach Beendigung desselben Bundesrat in den Motiven zu einer Gewerbeordnungs. auch den Polen bei den Wahlen, insbesondere auch bei den tom. ohne Zustimmung feines früheren Arbeitgebers nobelle, die uns am 6. Rai 1900 auging, diesen Standpunit. munalen Wahlen volle Gerechtigkeit widerfahren lasse. von einem Mitgliede der Bigarrenfabritanten( hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Verordnung des Abg. Schulze- Betfum( t.): Wenn der Abg. Fischbed sich über bereinigung wieder eingestellt werden darf. Bundesrats über die Berwendung von toeißem Phosphor traf doch ( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das find Mißstände, in aweifellos auch auf die Sausindustrie au. Andere Berordnungen welche die Gewerbeordnung eingreifen sollte. Herr Heyl zu Herrns auf Grund dieser Baragraphen betonen besonders, daß sie sich auf heim hat auch von den Lohnbüchern gesprochen. Diese sind auf die Hausindustrie nicht beziehen. Das wäre überflüssig, wenn das Wunsch der Arbeiter eingeführt borden. Für die Durchführung Geseb selbst diese Beziehung ausschlösse.( Sehr gut! bei den Go. der Sozialpolitik ist es ein geradezu klassisches Beispiel, daß bei einer zialdemokraten.) Buiidesrat und Landeszentralbehörde haben nur Erhebung über die Lohnbücher festgestellt wurde, daß es bei den bedauerlicherweise vor den Bestimmungen dieser Baragraphen der Konfettionären in gans Deutschland überhaupt Gewerbeordnung nicht den Gebrauch gemacht, den sie hätten feine Lohnbücher gab. Die Konfektionäre konnten sich also machen können.( Behr richtig! bei den Sozialdemokraten.) einer strafbaren Handlung schuldig machen, ohne daß irgendwie Nun sollen diese Bestimmungen sogar noch in ihrer Wirffam die Polizei eingegriffen hätte.( hört! hört! bei den Sozialdemo- beit eingeschränkt werden. Man hat es bersäumt, bei dieser Gefraten.) Die neue Novelle gibt der Regierung die Befugnis, in legenheit flarzustellen, daß die Arbeiter in den Eisenbahnbetriebsgefährlichen Betrieben Bestimmungen über das Benehmen der Ar- wertstätten ber Gewerbeordnung unterstehen. Sehr wichtig wäre beiter in Betrieben zu erlassen, und die Begründung berteist auf auch eine das Verbot des Rauchens oder das Gebot des Händewaschens vor Serabfegung ber Arbeitszeit dem Essen. Das konnte der Bundesrat auch bisher schon die Unternehmer zwingen, in den Arbeitsordnungen festzusetzen. Jetzt namentlich in den Betrieben der Gisenindustrie, in benen wahr! im Zentrum.) Unsere Auffaffung, die wir vor der Aufaber tann er weitergehen und z. B. den Arbeitern unbe die Arbeit besonders schwierig und gesundheitslösung des Reichstages vertreten haben, wird jetzt vom Staatssekretär Dernburg als zutreffend bestätigt.( Bustimmung im dingten Gehorsam gegen die Vorgesekten zur fchädlich ist. Die Durchführung der Achtstundenschichten wäre Bentrum.) Die Kriegervereine haben sich auf ihre Statuten gePflicht machen, wie in der Seemannsordnung oder in der hier durchaus möglich, da die Profite feit 1895 bis 1904 bei dieser fützt, als sie aus dem Verbande ausschieden. Von einem Wieder Gesindeordnung. Ich komme deshalb darauf, weil die Industrie pro Tonne von 106 auf 146. gestiegen find, während eintritt in den Verband kann keine Rede sein, wenn nicht vom Geldstrafe, die hier festgesetzt ist, genau dieselbe ist wie in der See- bie Löhne pro Zonne von 45 auf 44 M. gesunken find. Dazu Verband dazu die Hand geboten wird. Man muß gesehen haben, mannsordnung- 300 M. Dieselbe Strafe, die den Arbeiter tommt, daß die Intensität der Arbeit bei Verkürzung der Arbeits, wie den Beteranen die Tränen in den Augen standen, als ihnen treffen soll, der seine Gefundheit gefährdet, soll auch den Unter- Beit erfahrungsgemäß steigt. Wir werden in der Kommission all das Fahnenband und die Fahne genommen wurden, als sie baran nehmer treffen, wenn er die Gefundheit von Taufenden von Ar- unsere Kraft bafür einsehen, daß die Vorlagen in den angedeuteten bachten, wie sie ihr Leben für das Vaterland eingesetzt haben. beitern in Gefahr bringt.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Richtungen ausgebaut werben, wir werden dem Volke beweisen, Die Auslegung unzüchtiger Bilder in Schaufenstern hat heute Weiter aber ist bei einer Geldstrafe von 300 M. Die Uebertretung wie Gesetze gemacht werden müßten.( Rebhaftes Bravo! bei ben einen weiteren Umfang angenommen als früher. Auch die Kineeiner solchen Vorschrift ein Vergehen, und wer bei einem Vergehen Sozialdemokraten.) matographentheater bringen vielfach Bilder, die für die Jugend verunglückt, verliert seine Unfallrente. Der Arbeiter ist also nicht geeignet sind. Gegen die Anfündigung öffentlichr Vorträge über geschlechtliche Dinge, wie sie vielfach erfolgt, müßte die Polizei einschreiten. Namentlich find trasse Fälle in dieser Beziehung in Köln und Düsseldorf borgekommen. Sierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Sonnabend Schluß 7 Uhr. gefeßt. Hbgeordnetenbaus. Abg. Marg( 8.): Die Ausführungen des Ministers auf die fachlichen Darlegungen meines Freundes Roeren werden bei unse ren Anhängern im Lande schmerzliches Aufsehen erregen. Er ist fich wohl der Tragweite seiner Worte nicht voll bewußt geworden, enn es lag darin der Vorwurf, daß das Zentrum antinationale Politik getrieben habe.( Sehr richtig! im Zentrum.) Das ist eine Beleidigung für uns, gegen die ich schärfften Protest einlege.( Sehr Minister v. Molite: Ich habe nicht die Absicht gehabt, bem Zentrum antinationale Gesinnung borzuwerfen, und ich habe es auch nicht getan, wie fich aus in der größten Gefahr, feine Rente au berlieren. 1 Uhr. Die Gefahr, daß der Bundesrat feine Befugnisse überschreitet, liegt um so näher, als schon im Februar v. J. der Bundesrat in einer Verordnung bestimmt hat, daß bei wiederholter Zuwiderhandlung gegen die Bundesratsvorschriften die Tabatarbeiter ohne Kündi gung entlassen werden können. Das überschreitet seine Befugnisse bei weitem.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Außer dem 40. Sigung vom Freitag, den 28. Februar 1908, bem Stenogramm meiner Rebe ergibt. Ich verstehe daher die ErBundesrat sollen auch die Landeszentralbehörden jegt gewisse Rechte bormittags 11 Uhr. regung des Vorredners nicht. Ich habe ausdrücklich der Hoffnung erhalten, Vorschriften gegen Mißstände, insbesondere zu langer Am Ministertische: b. Moltke. Ausdrud gegeben, daß die Herren sich mit mir zu= Arbeitszeiten in einzelnen Gegenständen zu erlassen. Angeblich Die zweite Beratung des Etats des Minifterium jammen bemühen werden, den 8 miespalt zu bea sollen durch die Erhebungen des Beirats für Arbeiterstatistil solche des Innern wird beim Titel Ministergehalt" foti- feitigen. Was die Ausführungen des Abg. Biell betrifft, so Mißstände in den genannten Betrieben nur für einzelne Gegenden wird begründeten Wünschen um die Verlängerung der Aufenthaltsfestgestellt worden sein. Der Beirat tann bei seiner jebigen Abg. Fischbeck( fcf. Vp.)( bei der großen Unruhe im Hause dauer der ausländischen Arbeiter gern entsprochen. Methode, nur 10 Proz. der Betriebe au unter fast unverständlich) meist zunächst die Ausführungen des Abg. Abg. Westermann( natl.) flagt über die Art der Berteilung der suchen, bas gar nicht genau wissen. So wurde z. B. Strosser über das Berliner Nachtleben als llebertreibungen zurüd. Unterstübungen der bei der Explosion in St. Annen Geschädigten. für Süddeutschland festgestellt, daß die Konditorengehülfen Redner führt des weiteren Beschwerde über zu viel Kontrolle der Abg. Dr. Wagner( ft.): Es ist ein unerfreulicher Zustand, nirgends über 14 Stunden arbeiteten. In Wahrheit arbeiten in inneren Verwaltungstätigkeit der Gemeinden durch die Regie- wenn das Vorgehen der Polizei und der Staatsanwaltschaft sich allen Konditoreien mit Ausschant die Gehülfen und sogar die rungsbehörden. Den fleinen Städten sollte auf den Kreistagen widersprechen. In Breslau hat die Polizei zwei Reproduktionen Lehrlinge mehr Einfluß gewährt werden. Was die Bekämpfung der Brosti- von Bildern des berühmten Malere v. Schwindt in einer Buchtution anbetrifft, so ist uns ein Erlaß der Regierung in Aussicht handlung mit Beschlag belegt. Die Staatsanwaltschaft hat ja die ( Hort! hört!) Aber die Erhebungen des Beirats hatten eben solche gestellt, den wir abwarten müssen. Sebr erwünscht wäre eine Bilder wieder freigegeben, aber es muß doch eigentümlich berühren, Betriebe nicht getroffen. Prüfung der Bedingungen der Naturalisation, die oft Leuten ver- daß Bilder dieses Malers Anstoß erregen konnten. Wenn man Nach§ 120 sollen außer durch Beschluß des Bundesrats auch weigert wird, obwohl sie jahrelang unsere Handelsbeziehungen zum bemgegenüber das Bild im heutigen It", Jm Ball. und auf Anordnung der Landeszentralbehörden Dauer Beginn und Ausland gefördert haben. Redner rügt des weiteren einen Fall, Trauerhaus" fieht, man allerdings Ende der zulässigen täglichen Arbeitszeit vorgeschrieben und die in dem der Landrat eine Gemeinde gezwungen habe, bis zu einem fragen, ob ein solches Bild unbeanstandet bleiben zur Durchführung erforderlichen Anordnungen erlassen werden bestimmten Termin einen Jagdvertrag mit bestimmten Be- fol. Zur Besserung der Berhältnisse wird es sich empfehlen, fönnen. Nun ist der Normalarbeitstag bekanntlich die figlichste dingungen mit dem Prinzen Schönaich- Carolath abzuschließen. eine Kommission zu wählen, die nach Art der im Urheberrecht für Frage, weil die Unternehmer immer glauben, wenn sie nicht folange Ueber Wahlbeeinflussungen haben wir uns auch bei den letzten Kunstwerke vorgesehenen Sachverständigenkommission gebildet arbeiten laffen dürfen wie ihre Konkurrenten, so würden sie nicht Reichstagswahlen wieder zu beklagen gehabt. offentlich findet werden könnte und die Auslegung von Reproduktionen von Stunftfonkurrenzfähig sein. Ich halte das zwar nicht für richtig, aber die Zusicherung des Fürsten Bülow in bezug auf die unparteiische werfen zu überwachen hätte. Den ehrlichen Kunsthandel bitte ich, stellen Sie sich vor, wir hätten bei der Bäckereiverordnung die Be- Haltung der Regierung bei den bevorstehenden Wahlen bei den dafür zu sorgen, daß von ihm nichts Anstößiges bertrieben wird. fugnis bazu nicht dem Bundesrate, sondern den Landes- Behörden auch wirklich Berücksichtigung.( Bravo! linfs.) ( Beifall rechts.) 16 bis 18 Gtunben! Aemter" bemerkt Abg. Fritsch( natl.) bittet um den Neubau für das Statistische| womit er wirklich recht hat. Die polnische Gefahr werde doch un- Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten zur Handelsamt in Berlin. geheuer übertrieben, und Feldmarschall Graf Haefeler habe im Zahlung des Reitgehalts bis zum Ablauf der Kündigungsfrist. Die Die Debatte wird gefchloffen. Der Titel„ Ministergehalt" wird Serrenhause schon die nötige Antwort auf dieses Argument verspätete Stenntniserlangung von der Verfehlung des tägers sei bewilligt. gegeben. Daß felbst den Nationalliberalen der§ 7 der Regierungs- Schuld des Beklagten. Im Zeugnis war feine Aeußerung Beim Kapitel Bandrätliche Behörden und borlage zu weit geht, zeigt die Tatsache, daß ihr Sprecher Dr. Jund über die Führung enthalten. Das hätte dem Beklagten gleid) einen Abänderungsantrag anfündigte, der wenigstens die inter- auffallen müffen, und eine sofort eingezogene Auskunft hätte ihm Abg. v. Bockelberg( t.): Eine Reihe meiner Freunde ist mit nationalen Stongreffe und die Wahlversammlungen vor der Gefahr rechtzeitig Gewißheit über die ungünstige Führung des Klägers in einer grundsätzlichen Umgestaltung der Landratsämter nicht ein- dieses Ausnahmegesetzes schützen sollte. Im übrigen wollte er feiner früheren Stellung verfchafft. Dem Beklagten war somit die berstanden. Zwedmäßig ist es, den Landräten ein größeres Maß natürlich die Polenfrefferei mitmachen. Die Ausführungen Gelegenheit geboten, nach Erhalt einer Auskunft von einem entscheidender Befugnisse zuzugestehen. des Staatssekretärs von Bethmann. Hollweg zeigten Engagement des Klägers abzusehen. Da er aber die Anstellung Hierauf vertagt das Haus die weitere Beratung auf Sonndeutlich, daß die Regierung sich der Schwäche ihrer Bofition ohne Kenntnis der Führung vorgenommen hat, so fann er aus abend 11 Uhr. bewußt ist. Bethmann Hollweg gab die preußische Boltsschule der ungünstigen Führung hernach feine Rechte herleiten. Schluß 4% Uhr. im Often als vollkommen ungenügend ohne weiteres preis, schob aber die Hauptschuld daran, daß die Polen heute noch nicht Terrorismus gegen höhere Eisenbahnbeamte. . Ostafrika vor der Budgetkommiffion. beutichen Sprache. Die Anträge Müller- Meiningens feien absolut un- Eisenbahnminifter Breitenbach wie von seinen Stoflegen im Boft( Sigung vom 28. Februar.) deutsch lennten, auf ihr Widerstreben gegen das Erlernen der Die Staatsbürgerrechte der Beamten werden nicht minder vom genügend. 16 000 fremdsprachige Versammlungen hätten allein im fetretariat bekämpft. So wird uns ein Erlaß mitgeteilt, den die legten Jahre stattgefunden, wo folle er die Beamten bernehmen, um Techniker der preußisch- hessischen Staatseisenbahnen erhielten, als fie alle zu überwachen. Die Zulassung der polnischen Sprache würde sie sich mit dem ganz unerhörten Gedanken trugen, einen eigenen mangels jeder Ueberwachungsmöglichkeit geradezu eine Bevorzugung unabhängigen Berband zur Vertretung ihrer Interessen zu der Bolen vor den deutschsprechenden Reichsbürgern fein Rückhaltlos gründen. Der Wortlaut dieses Utases ist folgender: auf den Standpunkt der Regierung stellte sich Abg Graef( Wirtsch. Vg.). Er dankte dem Staatssekretär für sein energisches Festhalten am§ 7 und erklärte frischweg, daß für ihn nicht die Frage des Rechts, sondern die des nationalen Interesses entscheidend sei. Herr Graef ist zu der belannten Devise des Bolenfressers und Reichsverbandshäuptlings v. Liebert, daß in nationaler Beziehung Gewalt bor Recht gehen müffe! Den Bolen gegenüber, deren Jugend durch und durch antideutsch und reichsgefährlich fei, halte er nur Gewalt für geboten. Das Intereffe der Gewerkschaften müsse auch zurüdstehen hinter diesen nationalen Bedürfnissen. Er lehne jede Abschwächung des§ 7 ab und stimme mit der großen Mehrheit seiner Freunde für die Regierungsvorlage. Die Ablehnung des§7 würde ein Ausnahmegefez gegen die große Mehrheit des deutschen Volkes bedeuten Das folle auch der Freifinn bedenken, und sich seiner nationalen Pflichten die bekanntlich erst von der Blockwahl herrühren bewußt sein. Nachdem dann noch der komische Kreth( f.) die liberalen" Schulen in Ostpreußen gefeiert und das Reichsvereinsgefes als liberale Großtat gefeiert hatte, wurde die Weiterberatung auf Sonnabend 10 Uhr bertagt. Die Einnahmen, die sich zusammen auf 11 Millionen Marl belaufen, wovon 634 millionen auf den Reichszuschuß entfallen, werden genehmigt. Unter den sächlichen Ausgaben befindet sich auch ein Boften von 2500 m. für wöchentlich je zwei Breßtele. gramme. Es soll damit dem Bureau Reuter, das bisher allein die Kolonie mit Nachrichten versorgt und das im Interesse der englischen Politit arbeite, entgegengewirkt werden. natürlich deutscher Richter, aber er befannte sich ohne weiteres Der Telegrammdienst ist dem Bureau Wolff übertragen. Nach kurzer Debatte wird der Posten genehmigt. Zu den Ausgaben für Schulen im Betrage von 126 880. beantragt Arning eine eingegangene interfonfessionelle Regierungsschule wieder zu eröffnen. Diese jogenannte Europäerichule in Dar es Salam ist wegen schwachen Befuchs, zwei bis sieben Kinder, und aus angeblich hygienischen Gründen geschlossen worden. Die Kinder wurden einem evanglischen Pfarrer und der katholischen Mission zugeführt. Dernburg stellt sich auf den Standpunkt des Arningschen Antrages, es sei die Fortführung der Schule beabsichtigt. die Geldfrage spiele teine Rolle. Aber es fehlten eben die Kinder. Gegenwärtig feien drei Kinder dort und für jedes Kind habe die Regierung 2000 M. Schulgeld zu zahlen. Es sei billiger, wenn die Kolonisten ihre Kinder in Europa einschulen und die Regierung hierzu eine Unterſtügung gewähre. Erzberger ist sehr zufrieden mit der Schließung der Schule, Lattmann dagegen verlangt Schulen, welche gang unabhängig von den Missionen find. Parlamentarifches. bera " Die höheren technischen Staatseisenbahnbeamten sind mit dazu berufen, unmittelbar an der Staatsverwaltung teilzunehmen, ihnen sind sehr wichtige Funktionen in der Verwaltungstätigkeit übertragen; sie müssen sich daher auch als Glieder des großen Verwaltungstörpers betrachten, der seine Aufgaben nur erfüllen kann, wenn jeder einzelne bemüht ist, sich dem Ganzen unterzuordnen und unvermeidliche Gegenfäße nicht zu schärfen. Es wäre jedenfalls tief zu beflagen und für die Aufgaben der Staatsverwaltung schädlich, wenn es Gewohnheit würde, daß die höheren Beamten, die an der Staatsverwaltung teilzunehmen berufen sind, z. B. auch Landräte, Regierungsräte bis zu den Ministerien hinauf, fich zu Kampfverbänden zus sammenfchloffen und jede Gattung ihre Wünsche gegen die andere und gegen den Staat mit allen Mitteln durchzufämpfen fuchte. Der Minister hält es gleich seinem Amtsvorgänger für seine Aufgabe, die berechtigten Wünsche der höheren Techniker, die auf Beseitigung von Ungleichheiten innerhalb der einzelnen Beamtenfategorien der Staatseisenbahnverwaltung abzielen, mit Nachdrud zu unterstützen. Er hat sich aber anderfeits für verpflichtet gehalten, die in Frage kommenden Beamten vor Schritten zu warnen, die schließlich eine Schädigung der Verwaltung und damit auch eine Minderung des Ansehens der Beamten selbst herbeiführen müßten." Dernburg wehrt sich gegen die auf ihn erhobenen Angriffe. Er habe nur Vorsicht walten lassen wollen, da ja noch nicht feststehe, Es ist dasselbe Mittel, welches auch die Großindustrie ihren ob die Weißen sich überhaupt dauernd in der Kolonie halten können. Wahlprüfungskommiffion des Reichstags.( Sigung vom 27. e- Angestellten gegenüber anwendet. Wenn hier irgenwie unbequeme Prof. Koch habe das für gewisse Bezirke erst fürzlich wieder ver- bruar.) Bur Prüfung stand die Wahl des Abg. Wilde( 1. Merie Koalitionsbestrebungen sich zeigen, so cedet man dem Ingenieur, neint. Er verspricht schließlich, die Schule sofort wieder zu erburg, Torgau und Liebenwerda). Er ist in der Stich Techniker, Betriebsbeamten usw. vor, daß er ein geistiger Mitöffnen. Ledebour spricht sich dahin aus, daß die Regierung die Verwahl gegen den fozialdemokratischen Standidaten Fleißner mit 18 775 arbeiter des Unternehmens" ist, daß er etwas Besseres vorstellt wie pflichtung hat, für den Unterricht der Kinder zu forgen wir werden gegen 7298 Stimmen gewählt worden. Der von fozialdemokratischer der einfache Handarbeiter, daß er seine Forderungen nicht in fo für die Refolution stimmen. Alle Gründe, welche die Regierung für Seite eingelegte Wahlprotest rügte, daß Bürgermeister und Ge- ungestümer Weise vertreten darf, wie es die bösen sozialdemokradie Einstellung des Unterrichts angeführt hat, find nicht durch meindevorsteher Wahlaufrufe für Wilde unter Beifügung ihres Amts. tischen Gewerkschaftler tun. Man sucht einen Gegensatz zur Anschlagend. Selbst wenn nur einige Kinder da sind und auch wenn charafters unterschrieben, was von der Mehrheit der Kommission in fichtenbildung des Arbeiters zu bilden, man sucht die verbohrtesten diese in verschiedenem Alter stehen, muß für Unterricht gesorgt Konsequenz eines früher gefaßten Beschlusses als unbeachtlich Standesvorurteile, den blödesten Standesdünkel fünftlich zu werden, den ein Lehrer sehr wohl besorgen tann. angesehen wurde. Weiter wird gerügt, daß im Drte Warenbrüd im stärken. Dadurch schafft man sich strebsame und zuverlässige der Antrag Arning in der Form an tretie Liebenwerda sozialdemokratische Stimmzettelverteiler an der Starriereschnaufer, die dann auch in schwierigen Situationen für genommen, daß der Reichskanzler ersucht wird, die Schule Verteilung verhindert, indem sie sistiert und später mit einem Straf- den Unternehmer sich als Streifbrecher zur Verfügung stellen. auverzüglich wieder zu öffnen und dauernd zu unterhalten. Beim mandat bedacht worden seien. Auf eingelegte Beschwerde habe der Landrat Dem Staatsbeamten gegenüber appelliert man an seine gute Münzwejen fommt es zu einer Währungsdebatte. Man braucht den gefügigen SubBon mehreren Sorge geantwortet, daß der Oberprändent eine Verordnung erlassen, staatserhaltende Gesinnung. Rednern wird bemängelt, daß die deutsche Rupienwährung statt der monach an Sonn- und Feiertagen alle öffentlich bemert- alternbeamten, der sehnsüchtig auf Avancement hofft und die Markwährung eingeführt werde. Dernburg gibt zu, daß das ein baren Arbeiten zu unterbleiben hätten. Das Ver- Gnade und das Wohlwollen seines hohen Herrn sich fortgesetzt zu Fehler sei, der aber nicht sobald verbessert werden fönne. Das teilen von Flugblättern und Stimmzetteln falle unter diese Be- erstrebern sucht. Sowie hier aber irgendwie der Versuch gemacht Streben der Pflanzer, die martwährung einzuführen, habe stimmung. Die Kommission beschloß, diesen Proteftpunkt für un- wird, auf Grund organisatorischer Selbsthülfe sich zusammenzuübrigens einen recht wenig idealen Grund, fie wollen die Löhne erheblich zu betrachten, da diese unzulässige Behinderung schließen und selbst ihre Rechte zu vertreten, ist es mit dem Wohlin Martwährung auszahlen, um auf diese Weise etwa zwei Wochen vor der Hauptwahl stattgefunden, die Partei also wollen vorbei. Mit strenger Miene werden die Beamten väterlich einen erheblichen Profit zu machen, denn die Rupie noch Zeit gehabt habe, die Wähler mit Agitationsmaterial und ermahnt und wenn auch das nicht hilft, folgen rüdsichtslose und hat einen Wert bon 1,88 Mart. Cine Wenderung der Stimmzettel zu verfehen. Wetter wird behauptet, daß in einigen fleinliche Unterdrückungsmaßnahmen. Währung im Sinne der Markwährung würde das Ver- Orten die Deffentlich leit ausgeschloffen und sozialtrauen der Eingeborenen zur deutschen Verwaltung erschüttern demokratischen Kontrolleuren, trop genügender Legitimation der Zu Der Etat der Zivilverwaltung mit der Anforderung von rund tritt zu den Wahllofalen verweigert worden sei. 5 Millionen wird erledigt. Am Dienstag wird die Beratung bei der Militärverwaltung fortgefegt. Im gestrigen Bericht ist die Antwort des Genossen Ledebour auf Dernburgs Berufung auf den Stuttgarter Kongreß fo furz wiedergeben, daß der Bericht zu Mißverständnissen Anlaß geben könnte. Ledebours Ausführungen gingen dahin, daß er im Namen der Fraktion spreche und die auf dem internationalen Kongreß zu Stuttgart und dem Barteitage zu Effen ausdrücklich gebilligte prinzipiell ablehnende Haltung der sozialdemokratischen Partei gegenüber der Kolonialpolitik vertrete. Er sei auch überzeugt, daß die ganz überwiegende Mehrheit der Partei seinen Standpunft teile. Das Reichsvereinsgefetz vor der Kommiffion. Dieses Bevormundungssystem beeinträchtigt das Vereinsrecht der Beamten aufs tiefste und setzt die Beamten selbst herab, denen man nicht eigenen Willen und eigenes Wirken für die Interessen zugestehen will, die sie für richtig halten, sondern von denen man Unterwürfigkeit und Gefügigkeit erwartet, deren Vorausseßung Gefinnungslosigkeit und deren Folge Gesinnungslumperei fein muß. Ein stärkerer Terrorismus den Beamten gegenüber ist schwer dentbar. Die Kommission beschloß mit Rücksicht auf die große Mehrheit von 6477 Stimmen, mit welcher Wilde gewählt worden ist. von einer Beweiserhebung auch der für beachtenswert angefehenen Protestpunkte abzusehen und die Wahl für gültig zu erflären. Sodann verhandelte die Kommission den gegen die Wahl des nationalliberalen Abgeordneten Wölz für indhen II bon fogialdemokratischer Seite eingelegten Proteft. Wölzl ist in der Briefkaften der Redaktion. Stichwahl mit 1425 Stimmen Mehrheit gewählt worden. Der Die furiftifche Evrechstunde findes Lindenstraße Nr. 3, weiter Wahlprotest behauptete in erster Linie, daß die bekannte roof, dritter Eingang, bier Treppen, Dahrstuh! tlamation bes Grabischofs bon München eine amt- wochentäglich abende von 7 bis 9% Uhr hatt Geöffnet 7 IIhr. liche Wahlbeeinfluffung darstelle. Nach der Verfafinng genöffen die Sonnabende begins die Sprechstunde um 6 be. Jeber anfrage ift ein Geistlichen die Rechte und die Achtung von Staatsbeamten. Done wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchfiabe and etne Babi ale wiertzeichen betzufügen. Briefliche Antwort Zweifel aber hätten die Bischöfe Amtscharakter, denn fie leisteten den J. D. 105. Treffen Sie ein Abkommen mit dem Wirt. Das Heraus Eid in die Hand des Monarchen. schaffen der Sachen ohne deffen Einwilligung ist strafbar. W. Ch. 70. Die Kommiffion befchloß gegen die Stimme 1. und 2. Ja. G. F. 32. Benn 3hr Vertrag nicht ausdrücklich den des fozialdemokratischen Mitgliedes, diefe Abzug von der Miete unterlagt, so find Sie berechtigt, für den por Protestpuntte für unerheblich zu erflären. Auch enthaltenen Teil der Wohnung einen entsprechenden Abzug zu machen; der formelle Berstoß, daß in vielen Wahlbezirken die Wählerlisten entweder überhhupt nicht oder nur von einem Wahlvorstandsmitglied unterschrieben waren, hieß die Stommiffion gut und erklärte die Wahl für gültig. Bis jegt hat die Kommission 24 Wahlen geprüft, während noch 24 der Erledigung harren. Nächste Sigung Dienstag, den 3. März. Einlauf. Jm Reichstag gingen ein: Zum Etat des Innern: Resolution Raden, Hauser u. Gen.( 8.) betreffend Unfall fürsorge für Feuer und Wafferwehren. sonst tönnten Sie nur auf Schadenersas flagen. G. D. Gin gültiger Wechsel ist auch im Auslande gültig. Ob und inwieweit in Ihrem Falle nicht zu beantworten. Unterlaffen Sie es zu unterschreiben, wenn Sie der Aushändiger für den Wechsel baftbar ist, ist ohne Einsicht in denselben Die Kommission fegte am Freitag die Berating des§ 7, des über die Natur des Wechsels ununterrichtet find. Aus Ihrer etwaigen Sprachenverbotes, fort. Genosse Hildenbrand bekämpfte unterschrift tönnte gegen Sie geflagt werden. A. 2. 29. 1 Nein. dieses Ausnahmegesetz mit aller Entschiedenheit. Einen Appell an 2. Mein; auf Haftstrafe tann überhaupt nicht in giviljachen gegen Nichtdie Vertreter der preußischen Regierung zur Anerkennung der Vergabler ertannt werden. 8. In Ihrem Fall nein. 4. Nach Ihrer Dar faffung und Gerechtigkeit halte er nach den Vorgängen in Preußen ftellung besteht teine Forderung. . 2. 789. Das ist aussichtslos. für vergeblich; für die Vertreter der übrigen Regierungen und der Biene 92. 1. und 2. Der Schuldner ist bei dem Gericht zu verVolksvertretung erwachse aber die Pflicht, die Gesetzgebung flagen, in deffen Bezirt er wohnt. 8u welchem Bezirke einer der Bororte und den Namen des Deutschen Reiches 51. C. 8. Der von solchen Fleden gehört, erleben Sie aus dem Adreßbuch. 3. Ja. augerebeliche Bater bat nicht das techt, die Herausgabe des Kindes zu rein zu halten. Die Folge des§ 7 werde bie Verbreitung verlangen. Nur der Mutter, nicht ihm, ficht das Verfügungsrecht zu. von Unzufriedenheit und daß, die Berbinderung jeder AnResolution Baffermann, Dr. Jund u. Gen.( natl.) be- 6. 3. 62. Wenn die Braut volljährig ist, das 21. Lebensjahr also näherung der unter das Ausnahmerecht gestellten Bollsschichten treffend Unterstellung der Angestellten der Rechtsanwalte, pollendet hat, so baftet sie aus dem Vertrage, sonst nicht. 2. 200. und die Züchtung von Rebellen sein. Die Polen, gegen die dieier Rechtsagenten, Notare, Gerichtsvollzieher, der Die Kinder würden miterben. Das Zweckmäßigite iſt, Sie errichten eitt Baragraph allein gerichtet sei, müßten Hundefötter sein, wenn fie rantenfaffen, Versicherungs- Gesellschaften, wechielseitiges Testament mit dem Ehemann, durch das dem Ueberlebenden jezt nicht erst recht an ihrer Ueberzeugung und Nationalität fest wereine, ustunfteien, Bücherrebiforen usw. unter und das sind, das hiermit nicht einverstanden ist, auf Bflichtteil gefekt die Berwaltung des gesamten Vermögens bis zu seinem Tode eingeräumt halten würden Das Verbot öffentlicher Bersammlungen in polnilcher die Schutzbestimmungen des Handelsgefeßbuches wird Ein Beispiel für ein solches Testament finden Sie auf den letzten Sprache treibe sie direkt zu geheimen Organisation und damit der und der Gewerbeordnung. Seiten des dem Arbetterrecht" beigefügten Führers durch das BürgerHere die Bolizei jebe Kontrolle über die Bestrebungen der Polen, die Refolution Bed( Heidelberg) und Dr. Hieber ut. Gen. Be lide Gelepbuch. Das Buch liegi in ben öffentlichen Bibliotheken aus. fie bei voller Deffentlichkeit der Bewegung babe. Die Lehren der treffend Abänderung des Gesetzes vom 1. Juni 1870 fiber terb 3. 8. 23. Innerhalb eines Jabres nach der Seirat tann die Ebefra Geschichte, welche der Regierung zeigen könnten, daß sie mit den und Berlust der deutschen Reichs und Staats- unter Einreichung der Invalidenfarten den Antrag auf Rüderſtattung de beiden feitherigen Ausnahmegefeßen, bem Stulturlampf gegen die Beiträge stellen, wenn vor der Heirat mindestens 200 Marlen gefle bt angehörigteit. Statholifen und dem Sozialistengefez gegen die Arbeiterpartei, waren. Der Antrag auf Rückerstattung ist an den dortigen Magistrat zu schmählich Fiasko gemacht hat, schienen für die Regierung richten. Zwedmagiger ist es, den Antrag zu unter laffen und weiter zu ver nicht zu bestehen. Wenn schon aus diesen prinzipiellen Gründen der fichern. Die Weiterversicherung erfoigt in der Weise, daß für je zwei za bre mindestens 20 Marten, gleichviel welcher Kelaffe geflebt werden. Durch die §7 und, wenn er angenommen würde, das ganze Gesez für die Weiterversicherung halten Sie Ihren Anspruch auf eventuelle Alters- und Sozialdemokratie unannehmbar sei, so tämen dazu noch feine Folgen Invalidenrente aufrecht und fönnen auch von der Versicherungsanstalt auf wirtschaftlichem und geverffchaftlichem Gebiete. Dadurch, daß Ueber die Konsequenzen einer erst nach Antritt des An einer heilstätte überwiesen werden. W. N. 5. Ja, die Stirchensteuerc ist den Polen allem das slecht genommen werde, öffentliche Verfamm gestellten eingeholten Auskunft bei einem früheren Arbeitgeber fällte zu zahlen. Wenn Sie in dieten Jahre aus der Stirche austreten, fo find lungen abzuhalten, werde es auch den deutschen Urbeitern gestern die dritte Stammer des Kaufmannsgerichts eine zu Sie vom Schuß des nächsten Jabres ab von der Weiterzahlung sefreit. unmöglich gemacht, sich mit fremdiprachlichen Mittreffende, wichtige Entscheidung. Der als läger auftretende 2. G. 88. Der Wirt ist im recht. 3ft bei einem münd. Dereinbart, 60 ist arbeitern, die vielfach als Lohnbrüder angeworben würden, Kontorist Hermann N. war aus einer früheren Stellung wegen einer lichen Mietsvertrage über Kündigung nichts über ihre sozialen Verhältnisse zu verständigen. Das bedeute er untreuung entlaffen worden, und sein damaliger Chef spätestens bis am 3. bes Quartals zum Schluß desselben zu fün idigen, W. N. 81. Ein Anwalt am dortigen Ort ist uns nicht belanra. Ihr eine Beschränkung der Koalitionsfreiheit, die nicht hatte den Entlassungsgrund auch im Zeugnis angegeben. N. hatte Bruder fönnte noch einmal bei dem Gericht beantragen, ihn won dem nur den Arbeitern, sondern auch ber ganzen wirtschaftlichen Entsaber feinerzeit vor dem Kaufmannsgericht einen Bergleich bahin persönlichen Erscheinen zu entbinden. Beelitz 08. 1. Sa. 2. Aber! wickelung Deutschlands schadet. Aus auch diesem Grunde folge die gebend erzielt, daß der betreffende Bussus über die Führung 3. Die Strafe für Ehebruch beträgt 1 Tag bis 6 Monate Gefängnis. Be Unannehmbarkeit des§ 7. gang geftriden würbe. Auf Grund des neuen Beug ftrafung trift nur ein, wenn wegen des Ehebruchs die Che gebieden ist Aus der die ganze Sigung ausfüllenden Debatte fei nur her niffes, das sich über die Führung gar nicht aus- und der beleidigte Matte Strafantrag stellt... 13. 1. e müßten borgehoben, daß das eifrige Bestreben des Konservativen Dietrich, sprach, erhielt der Kontorist Stellung bei dem Militär- unauft beim Amtsgericht Sühnetermin beantragen. Dann bear tragen Sie bei dem Magiftrat, Ihnen die Bescheinigung zu ertellen, daß Sie gur Führung die Freifinnigen zu überzeugen, daß das Prinzip des Liberalismus effettenfabritanten Paul J. Nach einiger Zeit fließen bes Brozesses unvermögend find. Die Befcheinigung überreichen Sie dem fordere, den§ anzunehmen, bis jetzt, nach einer guten Rede dem neuen Chef Zweifel an der Redlichkeit des N. auf, und er ließ Landgericht, legen dar, wesbalb sie flagen wollen und welche Beweismittel Traegers zu schließen, feinen Erfolg gehabt hat. Dietrich wollte jetzt bei seinem früheren Chef eine direkte Auskunft über die Führung Ihnen zur Seite stehen und beantragen Bewilligung des Armemechts. Herrn Traeger zu Gemüte führen, daß die Liberalen doch auch mit des jungen Mannes während seiner dortigen Tätigkeit einholen. Liebigftr. 20. Nein. Beauftragen Sie einen Jiechtsant salt mit Ihrer geholfen hätten, das Reich zu gründen. und nun durch den§ 71 Der Pringipal berichtete nunmehr über die vorgekommenen Ver- Vert elung. Die Rechtsfrage ist freilich streitig; ein Erfenntnis höchster dafür sorgen müßten, daß es nicht zugrunde gehe. Man schreibe fehlungen des Kontoristen, und daraufhin verfligte 3. deffen sofortige Instanz über die Austausfrage ist uns nicht bekamit. Wir halten die doch nicht mehr 1848, wo Traeger im roten Gemide in Naumburg Entlassung. Der Kläger bestritt die Berechtigung der Entlaffung, Stirche nicht für berechtigt, dafür, daß Ihr Beerdigungsploh nicht in An2. B., Rigtorf. Die Stlage Soziales. Berspätet eingezogene Auskunft. faß und fneipte! Die Zeiten find vorbei, und der indem er geltend machte, daß er sich in feiner Stellung bei Bespruch genommen ist, Geld zu verlangen. hätte Aussicht auf Erfolg.. 33. 1. Die Erbfchaft get in brel gleiche Liberalismus folle fich hüten, heute noch Brinzipien flagtem nicht das Geringste habe zu schulden kommen lassen, während Teile. 2. 4 Broz.. st. 46. Ein eigenbändig ge- und unterschriebenes zu reiten. Traeger aber erwiderte, daß ber Antrag Müller- der Prinzipal ausführte, daß er sich zur Gutlassung für berechtigt Teftament ift gültig. Anteilung und Beispiele dazu finden Sie in Meiningen den Konservativen gerade weit genug entgegenkomme, hielt, nachdem er von den Bergehen des Klägers Kenntnis erhielte. dem unter N. 200 genannten Buch.$. 26. Ungefähr 18,50 Mr. Verantwortlicher Rebatteur: Georg Davidfohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. oval, hellblau mit Goldschrift. 1 Brotkapsel 95 Pf. H. Greifenhagen Nachf 1 Küchenleiter 1.95 sechsstufig.. Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 Besonders vorteilhafte Artikel zu 3 Einheitspreisen 95PL. 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Aber meist Lestehen sie nur aus Vorstandsdamen. und einem Hammer auf sie ein. Zugleich versuchten die Der Stamm ist hohl, der Kern fehlt. Es sind nur Offiziere bor- gefährlichen Burschen die von ihnen angegriffenen nach einem Kellerhanden, die Mannschaften fehlen. Klappern gehört zum Hand- eingang zu drängen und sie hineinzustoßen. Es gelang den schon Die Breslauer Handelskammer beschäftigt sich in ihrem Jahres- vert. Es muß jo aussehen, als ob wirklich etwas dahinter übel Bugerichteten, sich den Rowdys durch die Flucht zu entziehen. Gericht mit den Ursachen des Konjunkturrüdganges und bemerkt stedt. Frauen, die wirklich ernsten Bestrebungen huldigen, Beide hatten so schwere Verlegungen erlitten, daß fie längere Zeit das Bett dazu u. a.: können aber auch an dem faden Gewäsch der männlichen hüten mußten. Vor Gericht legten die Angeklagten wiederholtein überaus Auch die Verteuerung der wichtigsten Nahrungs- und Bedarfs- und weiblichen Freisinnshelden feinen Gefallen finden. Herr dreistes Benehmen an den Tag. Das Gericht erkannte, da es sich Auch die Verteuerung der wichtigsten Nahrungs- und Bedarfs- v. Gerlach, der immer betont hat, die Liberalen würden nicht eher anscheinend um ein paar höchst gemeingefährliche Rowdys handele, artikel der breiten Schichten der Bevölkerung hat zu der Aenderung ruhen, als bis das Frauenwahlrecht erobert sei, hat jezt den Damen gegen Schulze auf neun Monate und gegen Babide auf der Konjunktur beigetragen. Außer den Industrieerzeugniffen haben empfohlen, sich damit zu begnügen, den Männern das Reichstags- rei Monate Gefängnis. Schulge wurde außerdem sofort im Berichtsjahre vor allem die wichtigsten Nahrungsmittel einen wahlrecht in Preußen erfämpfen zu helfen. Sielt die radikalen verhaftet. Er begann schon während der Urteilspublitation ten ungemein hohen Preisstand errreicht. Diese vermehrten bürgerlichen Frauen nicht das Klaffeninteresse zurüd, fie müßten wilden Mann" zu spielen und fonnte erst nach einem heftigen Kampf Ausgaben für notwendige Bedarfsartikel berringern natürlich sich längst der Sozialdemokratie, der einzigsten Partei, die für durch drei Gerichtsdiener überwältigt und in das Gefängnis abdie Aufnahmefähigkeit der Bevölkerung für industrielle Erzeugnisse. Frauenrechte voll und ganz eintritt, angeschlossen haben. Darüber geführt werden. Die Nachfrage nach Verbrauchs- und Broduktionsgegenständen ging muß man sich in bürgerlichen Frauenkreisen flar sein, daß von unter der Einwirtung dieser Verhältnisse zurüd, zumal da fich bei dem waschlappigen Freijinn nichts zu erhoffen ist. der Gütererzeugung und dem Güterumfaß auch infolge anderer Um- gezeigt, weß Geistes Kinder die Freisinnsmannen sind. Nicht ein Jm oldenburgischen Landtage hat sich dieser Tage aufs neue ftände, wie einer ungünstigen Witterung, der verschlechterten handels- einziger freisinniger Landtagsabgeordneter hat auch nur den Mund politischen Lage, der ungünstigen Lage Rußlands und verschiedener aufgetan für die Einführung des Frauenwahlrechtes, nicht ein Erschwernisse auf dem Gebiete des Verkehrswesens weitere Störungen einzigster hat dafür gestimmt. Das stößt die Damen nicht nur bemerkbar machten. Eine Verringerung des Absages, eine Ber- nicht ab, Führerinnen der Frauenrechtlerinnen überragen die männschärfung des Wettbewerbs, ein Rüdgang der Preise und dazu Berlichen Liberalen fogar noch in realtionärem Tatendrang. Fräulein luste an den Vorräten waren die Folge davon. Lischnewsta, die Borfizende der Liberalen Frauenpartei, hat es offen ausgesprochen, daß sie gar nicht für das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht ist. In Nr. 23 der Frauenbewegung" schreibt sie: Feierschichten im Bergban. Bisher tamen aus der Kohlenindustrie immer noch günstige Stimmungsberichte. In den letzten Wochen hat man aber zweifellos sehr start auf Lager gearbeitet. Nun scheinen aber auch diefe Löcher verstopft zu sein und der allgemeine Rückgang der Konjunktur erzwingt eine Einschränkung in der Kohlenförderung. ,, Rh.- Weftf. 8tg." gemeldet wird, macht sich. sogar schon die Ein legung von Feierschichten notwendig. Die Bergbaugesellschaft NeuEssen hat gestern auf ihren beiden Schächten den Betrieb ruhen lassen. Wie der Einschränkung der Rohlen- und Kotsproduktion. Der Beirat des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndifats beschloß in der am 28. Februar stattgefundenen Sizung eine Einschränkung der Kohlen förderung um 10 Proz. und der Koksproduktion um 20 Proz. Die Aktiengesellschaften der deutschen Textilindustrie. In den letzten Jahren haben die deutschen Textilunternehmungen große Profite eingeheimst. Die Bahl der dividendenverteilenden Gefellschaften bat erheblich zugenommen, die der dividendenlosen Gefellschaften ist starf gefunden. Wie die" Teutiche Wirtschaftszeitung" aus den alljährlichen Zusammenstellungen des Verlages für Börsenund Finanzliteratur beröffentlicht, betrug in den letzten sechs Jahren die Gesamtzahl der Textilaftiengesellschaften 1900/01 1901/02 1902,08 848 → . 345 843 9 1903/04 1904/05 4 351 360 866 4 1905/06 davon dividenden dividenden berteilende Lofe 210 130 225 120 257 86 262 89 297 819 63 47 Bon den gesamten Gesellschaften befanden sich im letzten Jahre elf( im Borjahre 14) in Konkurs und sechs( wie im Vorjahre) in Liquidation. Den Hauptteil der deutschen Textilattiengesellschaften stellt die Baumwollindustrie. In Uebereinstimmung mit dem besseren Geschäftsgange der chten Jahre stand auch die Zunahme der Gründungstätigkeit. Es wurden gegründet: 1901/02... 4 Gesellschaften mit 9 575 000 m. Aftienkapital 1902/03 4 000 000 2 1903/04... 2 1904/05... 11 1905/06... 8 1906/07... 14 " " " 19 1821 000 " 9 SP " 16 070 000 14 # " 10 550 000 " 21 " 26 450 000 " " " Ich sagte, daß es im Interesse des Staatsgangen wie auch im Interesse des Liberalismus läge, wenn die Entwidelung zum Reichstagswahlrecht nur stufengemäß erfolgt. Die fofortige Einführung würde uns die Majorität der beiden Parteien bringen, von denen die Freiheit des Geistes, die wir auf allen Gebieten erstreben, feinesfalls zu erwarten wäre. Ob der Papst, der die Freiheit des Dentens erdrosselt, Bebel oder Pius X. hieße, wäre völlig gleichgültig." Aus der Mecklenburger Rechtspflege. an ein und demselben Tage von dem Wismarer Schöffengericht Mecklenburger Beitungen entnehmen wir folgende Berichte über an ein und demselben Tage von dem Wismarer Schöffengericht gefällte Urteile. 1. Gegen das Mädchen Frieda M. in Barnefot war von dem vereinten ritterschaftlichen Polizeiamte für Barnefow in Wismar unterm 11. Januar d. J. eine Strafverfügung, lautend auf zehn Mart Geldstrafe aushülflich brei Tage Saft, erlaffen, inegen der Beschuldigung, ihren Dienst bei der Erbpächterin W. in Bippfeld am 28. Oftober v. J. und darauf, nachdem sie zwangsweise dorthin zurückgeführt war, am 11. Dezember v. J. nochmals ohne Rechtsgrund verlassen zu haben. Gegen diefe Strafverfügung hatte die Angeklagte auf gerichtliche Entscheidung angetragen. Das Gericht erfannte gegen die Angeklagte auf eine Geldstrafe von zwanzig Mart aushilflich fechs Tage Haft. 2. Aus der Haft wurde vorgeführt der Arbeiter L. aus Cezkanow, welchem zur Last gelegt war, am 27. Januar d. J. sich als obdach und mittellos auf der hiesigen Bolizeiwache gemeldet zu haben, um freies Nachtquartier zu erhalten, obgleich er noch ganze 82 Pfennige bei fich trug und auch wußte, daß nur wird. Der Angeklagte wurde deshalbwegen versuchten mittellofen Berfonen freies Obdach gewährt Betruges zu einer Gefängnisstrafe bon drei Tagen verurteilt. Hier ist es ganz flipp und flar ausgesprochen, mit den Parteien, tun haben. Die bürgerlichen Damen bleiben ihrem alten Stand die für das allgemeine Wahlrecht eintreten, will man nichts zu punft getreu; sie fämpfen nicht für Verbesserungen, die das gesamte weibliche Geschlecht betreffen, sondern sie ringen nur um größere Rechte für ihre eigene Klaffe. Sie sind sogar bereit, auf alles zu berzichten, nur damit die arbeitende Klasse teine Vorteile erlangt. 8. Wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs Und das nennt sich liberal. So sieht der Rettungsanfer poli- und Dienstbergehen hatten sich vier Arbeiter zu verant tischer Optimisten aus. Nun will allerdings die äußerste Linke der worten. Diefelben waren am 21. Januar d. J. abends in Weitenbürgerlichen Frauen für Frl. Lischnewstas Ansichten nicht mit verdorf gemeinschaftlich gegen den Willen ihres Dienstherrn in das antwortlich gemacht werden. In Nr. 3 der Frauenbewegung" ber. Bohnhaus desselben eingedrungen, um diesem Borhaltungen wegen wahrt sich Frau Toni Breitscheid dagegen, die Liberale Frauen, schlechten Eisens zu machen. Als sie dann mehrfach zum Berlassen partei mit dem Frauenstimmrechtsverband zu identifizieren. Doch des Hauses aufgefordert wurden, haben fie fich nicht sogleich aus was will das sagen! Sie sind doch alle Kinder einer Klasse. Im demselben entfernt. Hierdurch hatten die Angeklagten aber auch ihre Lager der gesamten bürgerlichen Frauenrechtlerinnen wird man vertragsmäßigen Verpflichtungen als Dienstboten verlegt, da sie den ganz gerne mit einem beschränkten Frauenwahlrecht, gestützt auf fchuldigen Gehorsam verweigerten und sich einer groben Ungebühr schuldig machten. Dem Arbeiter G. war außerdem noch zur Last Bildung und Geldsack, zufrieden sein. gelegt, fich am 28. Januar d. J. gegen den ausdrücklichen Befehl eines Dienstherrn in dessen Wohnhaus begeben zu haben, um die Wirtschafterin zu besuchen. Der Angeklagte N. wurde zu einer iolchen von zwei Wochen,. zu einer solchen von Gefängnisstrafe bon fünf Wochen, R. zu einer einer Woche und G. zu einer Gesamtstrafe von drei gar den armen obdachlosen Arbeiter wegen Betruges verurteilte, 3ochen und drei Tagen Gefängnis verurteilt. Das Schöffengericht, das solche weltfremden Urteile fällte und weil er seinen Reichtum von 82 Pfennigen berschwiegen hatte, war gar den armen obdachlosen Arbeiter wegen Betruges verurteilte, mit feinem Arbeiter befeßt: ein Färbereibesiger, ein Schmiedemeister und ein Gerichtsaffessor fällten die angeführten Urteile. In der oldenburgischen Stadt Bant haben unsere Genosfinnen fürzlich leider erst noch traurigere Erfahrungen mit den bürgerlichen Damen machen müssen. Sie machten diesen durchaus nicht zu rechtfertigende Konzessionen, wofür die Damen die Sozialbemokratie beschimpften. Dieses und das schwache Interesse der Bürgerlichen am Wahlrechtstampf überhaupt, hat auch den Banter genoffinnen aufgehen lassen. Es gibt fein Beispiel dafür, daß Genofsinnen ein Licht über den wahren Charakter ihrer Bundes. bei Kompromiffen die Linke nicht Opfer hat bringen müssen und an Ansehen verlor. Mikstände in Blumengeschäften. Für die Angestellten der Berliner Blumengeschäfte, die sich Flugblattverteilen ist fein grober Unfug. Die organisierten zum großen Teil aus weiblichen Personen rekrutieren, kommen Arbeiter in Benrath bei Düsseldorf hatten zwei Saalbefizer Diefelben Arbeiterfchußgefeße in Frage, die auch für das übrige boyfottiert, weil diefe ihre Lolale au Bersammlungen ver Handelsgewerbe Geltung haben. Aber sie werden wenig oder gar weigerten. Um den Boykott wirksam zu gestalten, beschlossen die nicht beachtet. Am meisten werden die Bestimmungen über die Arbeiter, Flugblätter zu verteilen, in welchen auf die Sperre hinSonntagsruhe übertreten. Nach den Vorschriften ist in der Zeit gewiesen wurde. Zwei Genossen ließen sich von der Polizeibehörde des Hauptgottesdienstes( in Berlin von 10-12 Uhr) jede Tätigkeit Erlaubnisscheine zur Verbreitung der Flugblätter auf der Straße untersagt. In vielen Blumengeschäften wird jedoch während dieser ausstellen. Trotz der Erlaubnisicheine erhielten die beiden Strafe Zeit durchgearbeitet. Wir haben wiederholt beobachten können, daß mandate zu 20 bezw. 10 M., weil das Verteilen der roten Zettel Unter den 14 neuen Attiengesellschaften des letzten Jahres be- Radfahrer Ware während der ganzen Zeit von 10-12 Uhr ausge- eine Belästigung des Bublikums und eine Störung der Sonntagsfinden sich: 1 Kammgarnspinnerei mit 2 000 000., 3 Baumwoll- fahren haben. In den Geschäften selbst werden Blumen eingestellt, fpinnereien mit 3 900 000 m., 2 Tiffabriten mit 4 250 000 m., Sträuße, Kränze und andere Blumenarrangements angefertigt, der ruhe und, wie das Gericht später annahm, grober Unfug fei. Die 1 Spigenfabrik mit 750 000 9., 1 Leinenindustriegesellschaft mit Laden wird gescheuert usw. Ob die Polizei davon wirklich nichts Strafmandate wurden von dem Schöffengericht in Gerresheim 6 250 000 M., 1 Seidenweberei mit 3 000 000 m., 1 Teppichfabrit fieht? Wenn Arbeiter Sonntags während dieser Zeit mal mit und von der Straflammer in Düsseldorf bestätigt. Auf die mit 500 000 9., 1 Seilerwarenfabrit mit 1 300 000 m., 1 Bugtücher- einem Batei Flugblätter über die Straße gehen, dann hat schon Revision der Angeklagten hin hatte das Kammergericht das Urteil aufgehoben. fabrit mit 1 500 000 M., 2 Wäschefabriten mit 3000 000 2. mancher Ordnungswächter das„ borgeschriebene Aergernis" ge nommen und den Betreffenden zur Anzeige gebracht. Gine andere Die Düsseldorfer Straftammer beschäftigte sich dieser Gerresheimer Glashüttenwerke. Der Umfaz in allen Fabrikaten Verordnung, die von fehr vielen Blumengeschäftsinhabern täglich Tage deshalb zum zweiten Wale mit der Angelegenheit. Der Staatsanwalt Rust, ber schon im ersten Verfahren für Freibetrug für das legte Jahr 14 959 222 D.( 18 515 198 M.). Nach übertreten wird, ist die der 11stündigen Ruhezeit. Die Geschäfte Abzug der Abschreibungen von 521 157 M.( 484 256 M.) verbleibt werden in Berlin um 9 Uhr abends geschlossen. Die Arbeit dürfte prechung eingetreten war, begründete feinen wieder auf Freiein Gewinnüberschutz von 1719 429 m.( 1 397 099 M.). Siervon demnach erst um 8 Uhr morgens wieder aufgenommen werden. Sprechung lautenden Antrag damit, daß von einer unmittelbaren follen wie im Vorjahre 15 Broz. Dividende verteilt und 412 755 M. Um 7 Uhr morgens ist in dem größten Teil der Berliner Blumen- Belästigung durch Flugblattverteilen feine Rede sein könne. Die ( 128 270) auf neue Rechnung vorgetragen werden. geschäfte das Personal aber schon in Tätigkeit. Von sonstigen Ar- öffentliche Ruhe würde auch nicht dadurch gestört, wenn eine Berfon beiterschutzbestimmungen, wie Mittagspause, Siggelegenheit usw. dem Wirte gegenüber feinen Unmut darüber ausbrüde, oder wenn Der deutsche Außenhandel in Eisen. Die Eisenausfuhr betrug ganz zu schweigen. Giggelegenheit ist allerdings auch in den von einigen Personen die Bettel beiseite geworfen würden. Das nach der amtlichen Statijiit im Januar dieses Jahres 247 128 Tonnen Blumengeschäften vorhanden, jedoch nur für das taufende Publikum. Gericht schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts an und gegen 280 686 Tonnen im Dezember 1907 und 258 918 Tonnen um und die Gewerbeinspektion ist anscheinend zu sehr überlastet, um sprach die Angeklagten frei mit leberbürdung aller Koften auf die Januar 1907, die Eiseneinfuhr 41 895 Tonnen gegen 72 300 Tonnen sich wegen der Blumengeschäfte bemühen zu fönnen. In einem Staatstaffe. im Dezember und 48 998 Tonnen im Januar 1907. Die Ausfuhr größeren Blumengeschäft, wo neun Personen beschäftigt find, fehlt ist ebenso wie die Einfuhr, die sich mit nahezu der Hälfte auf jede Klosettanlage. Die weiblichen Angestellten waren dadurch geenglisches Roheisen erftredt, gegen den Vormonat beträchtlich, gegen wungen, ihre Bedürfnisse auf dem Abort eines in der Nähe liegenden Vergleichsmonat des Vorjahres nicht unwesentlich zurückgegangen. ben Bahnhofes zu erledigen, wofür sie bei jedesmaliger Benugung Köiner Bergwerksverein. Der Rohüberschuß für 1907 beträgt 10 f. zahlen mußten. Nachdem die Sache einen Monat jo gegangen Berlin wurde am Mittwoch in Freyers Saal abgehalten. Wie te 8 465 041 M.( im Vorjahre 3 058 810 M.), zu Abichreibungen werden war, begab sich ein Organisationsvertreter zu dem zuständigen Ge18,96 Broz. des Attienfapitals( i. 23. 837 782 97.) und zu Rückstellungen 250 000 m.( i. 23. 150 000) verwandt, fo daß nach Abrechnung der Gewinnanteile ein verfügbarer Ueberschuß von 1800 000 9. 30 Broz. des Aftienfapitals von 6 000 000 m. verbleibt. Für 1906 wurden 30 Broz. Dividende gezahlt. 1.187 600 2. Bayerische Handelsbank. Der Jahresgewinn pro 1907 beträgt 3 584 994 W. gegen 3 056 530 9. aus dem Jahre 1906. Die Attionäre erhalten 8 Bros. Dividende. werbeinspektor, trug ihm die Sache vor, und wurde auch Abhülfe verfprochen. Dies war am 31. Dezember vorigen Jahres, bis zum heutigen Tage hat aber noch kein Gewerbeinspektor oder Beauftragter desselben in dem Betriebe sehen lassen. Verfaminlungen. Holzarbeiterverband. Die Generalversammlung der Zahlstele erstattete den Stassenbericht für das abgelaufene Jahr. Insbesondere gab er eine ausführliche Darstellung der durch die Aussperrung berursachten Kosten. Glode, der den Vorstandsbericht erstattete, gedachte ebenfalls der Aussperrung und des Resultats derfelben. Er betonte, daß, wenn auch nicht alles ereicht wurde, was Wie in jedem anderen Beruf, ist auch hier die Organisation bie Mitglieder wünschten, so tönne man doch mit Befriedigung auf berufen, Wandel zu schaffen Die hier in Frage tommende Organi den Ausgang bes Kampfes zurücbliden; denn die Absicht der Unters fation, bie Settion der Blumengeschäftsangestellten des Allgemeinen nehmer, den Verband tampfunfähig zu machen, fei nicht gelungen. deutschen Gärtnervereins, Bureau: Berlin N. 37, Meßer Straße 3. Der Verband habe nach beendeter Aussperrung neue Kämpfe mit hat nun für Mittwoch, den 4. März, abends 10 Uhr, eine Versamm. Erfolg geführt, sowohl bei den nicht unter bem Vertrage stehenden lung Große Hamburger Straße 18/19, stattfindet. Genoffin Martha losigkeit fet in Berlin besonders groß, in auswärtigen Orten lägen einberufen, die im Verbandshause der Gastwirtsgehülfen: Meistern in Berlin, als auch in anderen Orten. Die Arbeite Hoppe wird referieren. An die Parteigenossen und-genoffinnen aber die Verhältnisse erheblich günstiger, wie aus der Statistit des Elektrizitätsindustrie in der Schweiz. In der Schweiz find bis wird die Bitte gerichtet, ihre Töchter, Verwandte und Betannte auf Verbandes hervorgehe. Gs fei anzunehmen, daß zum Frühjahr jett 210 000 Bferbeträfte nusbar gemacht worden, während noch die Versammlung aufmerksam zu machen. biele Kollegen, die sich jetzt in Berlin aufhalten, auswärts Arbeit etiva 518 000 zur Verfügung stehen. Die Bahl der in der elektrischen juchen und finden werden, so daß sich dadurch die Verhältnisse für Industrie tätigen Firmen beträgt 41 mit einem inbestierten Rapital bie in Berlin Zurückbleibenden bessern würden. bon 64 000 000 Frant. Diese Betriebe beschäftigten im Jahre 1906 10 500 Arbeiter, hatten einen Umsatz von 67 000 000 Frank und führten für 87 000 000 Frant Produkte aus. Die Attiengesellschaften in der Schweiz. Nach der neuesten Statistik gab es Ende 1906 in der Schweiz 2044 Atiengesellschaften mit einem Aftienfapital von 2270,46 Millionen Frank. Aus der Frauenbewegung. Der weibliche Liberalismus. Gerichts- Zeitung. Rowdys. uth erstattete den Bericht vom paritätischen Arbeitsnachweis. Die höchste Bahl der Arbeitslosen war am 7. Januar d. J. zu verzeichnen, An diesem Tage meldeten sich 3499 Arbeitslose sur Kon Bor ber 180. Abteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte Hatten trolle. Da nicht alle Eingetragenen täglich zur Kontrolle tommen, fich gestern wegen gemeinschaftlicher Körperverlegung mittels gefähr so fann die Zahl der Arbeitslofen am 7. Januar auf 4200 ange= lichen Werkzeuges der Steffner Wladislaus Schulze und ber nommen werden. Seitdem ist die Zahl etwas zurüdgegangen, sie Kutscher Otto Babide zu verantworten. Am 6. Januar d. 3. batten beträgt jetzt 3597. Während im Januar vorigen Jahres 47 Broz. zwei Kraftorofchfenführer, Witte und Franke, nach Beendigung ihrer der Arbeitsuchenden Arbeit erhielten, waren es im Januar diefes Tagesfahrten noch ein Lotal in der Invalidenftraße aufgesucht. Jahres nur 38 Prog. Es folgte eine längere Aussprache über die bieran fchloß sich eine tieine Bierreife; bei welcher die beiden Arbeitslosigkeit und die Arbeitsvermittelung. Dann wurde bein ein Staffeelofal in der Aderstraße hineingerieten. Hier machten schlossen, den Arbeitslosen eine Vertretung in den Bertrauensfie die Bekanntschaft einer angeblichen Näherin, die sie zu einer männerversammlungen zuzubilligen und alle 14 Tage eine ArbeitsFortiebung der Kneiperei in ihrer Wohnung einlud. Hier kam es lofenversammlung abzuhalten. Wie sie den Mund voll nehmen, die freisinnigen Damen! Der Deutsche Verband für Frauenftimmrecht macht gewaltig TamTam fürs Frauenwahlrecht. Aber mit gar wenig Erfolg! Im cigenen Lager scheint man sich wirklich gar wenig fürs Frauen wahlrecht zu interessieren. Die von den Frauenwahlrechtlerinnen einberufenen Berfammlungen find hervorragend wegen ihrer aus verschiedenen Gründen zu einer heftigen Auseinanderseßung, die Ueber die beantragte Anstellung eines neuen Verbandsbeamten gähnden Leere, jie tönnten oft gar nicht abgehalten werden, wenn ichließlich in eine Prügelei ausartete. Die B. öffnete plöglich das fam es zu einer längeren Debatte, Schließlich wurde beschlossen, nicht angehörige anderer Parteien fidh einrinben würben, Fenster und rief einige Worte in den Hof hinunter. Als die beiden die weitere Diskussion über diese Angelegenheit sowie die Neu. Die Frauenbewegung" berichtet über Dutzende bürgerlicher Droichtenführer nach einiger Zeit den steddunklen Hof paffierten, sprangen wahlen zur Ortsverwaltung au vertagen und in einer besonderen Frauenvereine, die alle unter liberaler Flagge fegeln. Wer nicht plöglich bie beiden angeklagten, die der B. Beschützer Generalversammlung zu erledigen. Eingegangene Druckfchriften. Le Temoin( Der Zeuge, Wik- und Karikaturenblatt). 3. Jahrgang Nr. 7 vom 15. Februar. Preis 20 Cent. Das Wiffen für Alle. Populärwissenschaftliche Wochenschrift. Preis 80 Pf. Bierteljährlich 3 M. Erscheint wöchentlich. Berlag Gutenberg, Hamburg Großborstel. Reclam Universum. Moderne illustrierte Wochenschrift. Heft 21. Böchentlich ein Heft. Preis 30 Pf. Berlag von Philipp Reclam jun., Leipzig, Inselstr. 22. Der Kunstwart. Halbmonatsschau für Ausbrudskultur auf allen Lebensgebieten. Herausgeber: Ferdinand Avenarius. Verlag von Georg D. B. Callwey in München.( Vierteljährlich 4 M., das einzelne Heft 75 B1.) Anton Menger. Das bürgerliche Recht und die befizlosen Volts. Hlaffen. Bierte Auflage. Preis geh. 3 M. Leinwand geb. 4 M. Verlag der H. Lauppschen Buchhandlung, Tübingen. Dr. Karl Sonnenschein. Kann der moderne Student sozial ar beiten? Preis 50 Pf. Boltsvereins- Verlag, München- Gladbach. Fur den Jugait der Zuiereat bernimmt die Redaktion dem Vublitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 29. Februar. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Aida. Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. März. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: Ludwig. Thoma, Hermann Hesse, Albert Rangen, Kurt Aram. Zweites Februarheft 1908. Preis 1,20 M., Quartal( 6 Hefte) 6 M. Berlag von Albert Langen, München. Weltpolitik und Schulpolitik. Festrede, gehalten von Profeffor Richard Eidhoff. Preis 40 Pf. Verlag von B. G. Teubner, 1908. Leipzig- Berlin. Winke für die Agitation und Organisation. Herausgegeben vom Berlag der Agitationsfomitee für die obere Rheinprovinz. 16 Seiten. " Rheinischen Beitung", Köln. Der Mensch und die Erde. Die Entstehung, Gewinnung und Berwertung der Schäße der Erde als Grundlagen der Kultur. Herausgegeben von Hans Kraemer. Preis pro geft 60 Pf. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin Leipzig Wien Stuttgart. E. Bauermeister und W. Lücke. Lehr- und Nachschlagebuch für Berkstatt und Bureau des gesamten Maschinenbaues. Preis 3 M. Verlag von August Hilger, Unter- Barmen. Jahresbericht. Deutscher Metallarbeiter- Berband 1907. Berwaltungsftelle Frankfurt a. M., Selbstverlag. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, abends 8 Ubr: Sonnabend, abends 8 Ubr: Auf der Sonnenseite. Der rote Leutnant. 8 Uhr., Bibi." 8 Uhr. Ruftspiel in 8 Aufzügen von Ostar Schauspiel in drei Aften von Eduard 99Schwant in 3 Atten von de Gorffe Bretillot • und de Marsan. Richard Merander. Hierauf: Der selige Octave. Sonntag, den 1. März, 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Königgräßer Str. 57/58. Königl. Schauspielhaus. Gefchloff. Hebbel- Theater, Sigge Deutiches. Die Räuber. Rammerspiele. Lysistrata.[ An. fang 8 Uhr.] Berliner. Förster- Christel. Lorking. Don Juan. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shat. Lustspielhaus. Theater au der Spree. Ungültig. Nachm. 3 Uhr 3. 1. M.: Hinterm Zaun. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Tal des Lebens. Neues. Simson. Lustspielhaus. Panne. Nachmittags 3 Uhr: Hinterm 8aun. Neues Schauspielhaus. Wolken frager. Rachmittags 3 Uhr: Der Barbier von Sevilla. Borher: Szenen aus Troubadour. Schiller 0.( Wallner. Theater.) Auf der Sonnenseite. Schiller Charlottenburg. Der rote Leutnant. Komische Oper. Ziefland. Kleines. 2 × 2= 5. $ Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Madame Sans Gêne. Hebbel. Frau Barrens Gewerbe. Westen. Ein Balzertraum. Residenz. Bibi. Der selige Dctave. Zentral. Ein seltsamer Fall. Luisen. Unser Doktor. Nachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Thalia. Immer oben auf. Trianon. Baron Toto. Bernhard Rose. Trilby. Nachmittags 4 Uhr: Königstinder. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Abends 8 Uhr: Panne. Zentral- Theater. Heute und folgende Zage: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Staffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein glücklicher Familienvater. Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Nachmittags 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Unser Doktor. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ein ber lorener Sohn. Abends: Mädchens Lebenswege. Montag: Unser Doktor. Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Sonntag, nadm. 3 Ubr: Der Kaiserjäger. Sonntag, abends 8 Uhr: Reiterattacke. Montag, abends 8 Uhr: Der Revisor. Goldbed und Hermann Kienzl. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Der Richter von Zalamea. Sonntag, abends 8 Ubr: Kaiser und Galiläer. Erster Teil: Cäsars Abfall. Montag, abends 8 Ubr: Auf der Sonnenseite. Schiller- Saal( Schiller Theater) Charlottenburg 6 Uhr: Vortrag von Prof. Dr. P. Schubring: Anleitung zum Be: trachten von Kunstwerken. 9 Uhr: Dr. M. Burkhardt: Richard Wagner und Franz Liszt: Die Entstehung des modernen Liedes. WIND BARTEN 65 Sonntag, den 1. März 1908 und folgende Tage: Das neue glänzende Spezialitäten- Programm, ferner Große Internationale Ringkampf- Konkurrenz um die Siegesprämie von 10000 Mark. Ehrenprotektorat: Herr Professor Reinhold Begas. Jacob Koch Ahmed Madrali Laurent le Beaucairois Weltmeister Frankreich Weltmeister Deutschland Türkei Antonitsch Des Michael Hitzler der Türkenbesieger Albert Sturm der serbische Riese Noèl le Bordelais Gerigkoff Polen Longeyk England Mitislam ber Moberne. DERNHARD ROSE THEATED La belle Alegia. Beim schönen Anton. Folies Caprice. Jeunesse dorée. Baragraph 343. Mal was andres. Gebr. Herrnfeld. Bapa und Genoffen Salomonisches Urteil Bürgerl. Schauspielhaus. Ge schlossen. Kafino. Die Freuden der Häuslichkeit. Parodie. Rosenmontag. Wintergarten. Dtto Reutter. Spezialitäten. ( Sr. Frankfurterstr. 132. Trilby. Anfang 8 11hr. Wochentagspreise. Nachm. 4 Uhr Kindervorst.: Die Königsfinder. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Kaufmann v. Benedig. Abends: Trilbh. Paniage. Mue. e. Guerrerito. Spe. Theater an der Spree zialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Palast. Lehrjungenstreiche. zialitäten. Spe Urania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Rataratt. Nachmittags 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Hörsaal 8 Uhr: Das Auge und die subjettiven Farbenwahr nehmungen. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese: Die Förster- Christel. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Ferdinand Vonn als Gast. Simson. Sonntag: Simson. Montag zum 25. Male: Simson. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag nachm. 3 Uhr: Maria Magdalene. Abends 8 Uhr: 2 mal 2 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Köpenider Straße 68. Gastspiel Dir. Sborowit: Abends 7, Uhr zum erstenmal: Ungültig. ( Das Geheimnis einer Che.) Sonntag nachm. 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends 8 Uhr: Ungültig. Berlin Wachtorow Rußland Bernard Belgien Raoul de Lyon Frankreich Altmann Südfrankreich Bambula( Salvator) West- Indien Marchand Frankreich Max Schneider Gambier II( Vranken) Berlin Hans Schwarz Bayern Berlin Willy Chase Singhalese Savanné Rheinland Victor le Marin Frankreich Schibilski Belgien Oskar Schneider Sachsen Berlin Banola Italien de Vrint Holland Franz Sauerer München Die Kämpfe werden unter strengster Kontrolle der Presse und des Schiedsgerichts ausgefochten, und wird jeder Ringer, welcher sich einer Unreellität schuldig macht, unnachsichtlich disqualifiziert.. Metropol- Theater Zirkus Schumann Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Hollaender. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 1. März, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! pollo Theater 8 Uhr Heute Sonnabend: 8 Uhr Reptes Auftreten aller Februar Spezialitäten Attraktionen mit La belle Alexia. 9 Uhr. 9 Uhr Der Cperettenschlager d. Saison! Mitislaw der Moderne Operette von F. Lehár. maranth: Mia Werber a. G. Sonntag, den 1. März, nachm. 3%, Uhr: Familien- Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädtisches Buggenhagen Schauspielhaus. Madame Sans Gêne. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: König Heinrich. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 7, Uhr: Don Juan. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends 8 Uhr: 8ar und Zimmermann. Moritzplatz im Theatersaal täglich Albert Böhme und das großartige Februar- Programm. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. Im unteren Konzertsaal täglich die allerersten MilitärKapellen: Becker, Przywarski, Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. Heute Sonnabend, 29. Februar, XIV. gr. Soirée High Life. Das Tagesgespräch v. Berlin. Resisto das elektrische Rätsel. Neuestes Wunder aus Amerika. Stunftradfahrertruppe Klein. Brachtpantomime AMERIKA Morgen Sonntag 2 Borstellungen 24 und 18 Uhr. Nachm.: Die lustigen Heidelberger mit dem urdrolligen Programm. Jn beiden Borst. Resisto, das elettr. Rätsel. Nachm. 1 Stind frei, fedes weitere halbe Preise. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direktion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanus Nordd. Sänger und XIII. Saison. Zirkus Busch Sonnabend abends 7, Uhr: Gala- Abend. U. a.: Novität! Gr. Sensation! Novität! Mr. Lytton! Automobil- Saltomortale. Die phän. Aurora- Truppe! Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tatter falls, als Gast. Herr Ernst Schumann, Neudreffur. rl. Estelle Prévale, Schulreiterin. Um girta " Kultur und Fortschritt". Heft 142. Die Trennung von Staat und Strche in Frankreich. Von Dr. Käthe Schirmacher. Heft 143. Die moderne Friedensbewegung in Deutschland und Frankreich. Von Alfr. H. Fried. Heft 144. Der Mehrweri" der Arbeit. Bon Ph. Stauff. eine soziale Notwendigkeit. Bon Heft 145. Haushaltungsschulen Heft 146. Fichte als Erweder. Marianne Tuma von Waldlampf. Von Achim von Winterfeld. Heft 147. Der moderne, landschaftliche Zentralfriedhof in den Groß- und Industrieſtädten. Von Emil Gienapp. Heft 148. Das Vereinswesen in seiner fulturellen Bedeutung. Von Dr. F. Winterstein. Heft 149/50. Der öffentliche Wohnungsnachweis. Bon W. v. Kaldstein. 50 Pf. Heft 151. Der Bund für Mutterschut und seine Gegner. Bon Adele Schreiber. Einzelh. 25 ẞf. Berlag: F. Dietrich, Gaußsch b. Leipzig. Dr. Joseph M. Baernreither. Grundfragen der sozialen Versiches rung in Defterreich. Ergebnisse der Beratung des Arbeitsbeirates. Breis 1 Kr. Manzsche t. u. t. Hof- Verlags- und Universitäts- Buchhandlung, Nord und Süd. Heft 2. Monatsschrift. Vierteljahr 6 M. Verlaa S. Schottländer. Berlin W. 85. Wien. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Das Auge und die subjekt. Farbenwahrnehmungen. Rixdorfer Theater Bürgersäle, Bergstraße Nr. 147. Sonntag, den 1. März: Gastspiel des Dvern- Ensembles( Theater d. Bestens) Der Waffenschmied. Dper in 8 Aften von Lorking. Anfang 7 Uhr. WINDST BARTEN Letztes Auftreten von Freiheitliche Bühne. 12 Jahre! polizeilich verboten war das soziale Drama , Ausgewiesen'! Nächsten Sonntag 8 Uhr wird dieses aus der Zeit des Sozialistengesetzes stammende packende Schauspiel im Theater an der Spree Köpenicker Straße 68 zum 19. Male!!! aufgeführt. Gutschein zum Ausschneiden! Vorzeiger dieser Anzeige zahlt an der Theaterkasse, nicht die Kassenpreise, sondern nur 112/ 1* Otto Reutter 95 Pfennige und dem großen Februar- Programm von Publikum u. Presse glänzend beurteilt! Entree, Garderobe und Programm zusammen 1,- Mark. Gebr. HerrnfeldTheater. 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März, nachmittags 3, Uhr, von der Leichen halle des neuen Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt. 250/5 Der Vorstand. Verband der freien Gastu. Schankwirte Deutschlands ( Ortsverwaltung Charlottenburg). Tobes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Franz Bahlow Dsnabrüder Straße 1, geftorben ist. 74/10 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen. halle des neuen Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus ftatt. Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied Karl Lufsky am 27. Februar im Alter von 64 Jahren an Herzlähmung verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichen. halle des Lichtenberger GemeindeFriedhofes, Krugstege, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Fnabme beim Hinſcheiben meines Für die Beweise heraltcher Zeit lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Stellenbermittlers Robert Bombitzky fage ich allen Verwandten, sowie dem Berein Berliner Stellenver mittler, dem Theaterverein Undine für ihre Zeilnahme und reichen Stranzfpenden meinen herzlichsten Dant. 3825 Wwe. Emilie Bombitzky Neufert nebst Kindern. Danksagung. Für die sehr zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines geliebten Mannes und Baters, unferes guten Bruders Gustav Onuscheit fagen wir allen Freunden und Betannten und seinen Kollegen bon ber Gasanstalt, Müllerstraße, unferen herzlichsten Dank. 3776 Die trauernde Witte Minna Onuscheit nebst Kind, Schwestern und Brüdern. Dr. Schünemann 14752* Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstry 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Einmaliges Angebot! ygienische Bedarfsartikel, Gummiwaren, 1000e. Anerk. V. 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Februar, verschied unser Mitglied Karl Hürtler Tischler. Die Beerdigung hat bereits am Dienstag stattgefunden. Wir ver lieren in dem Dahingeschiedenen ein treues Mitglied. Ehre seinem Andenken! 210/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, baß der Kollege, Stodarbeiter Gustav Hoffmann ( Werkstatt Schulte) am 27. Februar am Schlaganfall gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Luther Kirchhofes in Lantwit aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/13 Die Ortsverwaltung. Verband der Lithographen, Steindrucker u. verw. Berufe. ( Senefelder Bund.) Am Dienstag, den 25. Februar, berftarb unser Mitglied, der Lithograph Hermann Hilpert im Alter von 34 Jahren an ber Lungenschwindfucht. Wir verlieren in ihm einen aufrichtigen Kollegen. Sein Andenken behält in Ehren Die Filiale Berlin II( Lithographen). Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jerusalemer Kirchhofes, Rigdorf, Hermann straße, aus ftatt. 284/2 Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins u. Umg. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 26. Februar, verfarb nach hittem kranten: lager der Kollege August Schmidt im Alter von 53 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, den 29. d. Mts., nachmittags 8 Uhr, vom Trauers hause, Kolbergerstr. 5 aus, nach dem Dankestirchhof, Blankestraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 36/1 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Nachruf. Am 24. Februar verstarb unser Mitglied Ernst Rothe im Alter von 34 Jahren an Lungenleiden. 136/16 Ehre seinem Andenken! Die Verbandsleitung. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe unvergeßliche Frau Klara Schombel geb. Thiele nach furzem, schwerem Leiden verstorben ist. 8836 Der tieftrauernde Gatte nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 1. März, nach. mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Friedenauer Friedhofes, Stubenrauchstraße, aus statt. Nach kurzem aber schweren Leiden verstarb am Donnerstag früh 6 Uhr unser Freund und Meister Karl Aẞmann. Die Beerdigung findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bon der Halle der Lazarusgemeinde, auf dem Markus- Andreas- Kirchhof in Wilhelmsberg aus statt. 20812 Die Kollegen der Firma Aßmann, Glombihan. Koppe. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an der Beerdigung unseres lieben Vaters Karl Stein fagen wir allen Freunden und Bekannten, sowie dem Wahlverein des 4. Berl. Reichstags- Wahlfreijes( Bezirk 10 unseren besten Dant. Alfred Stein sebß Sa Manoli MANOLI Abbas Beste 3 Pfg Cigarette insegnungsAnzüge = in den neuesten Fassons= Tuchkammgarn, Ripskammgarn und Cheviot, reichhaltigste Auswahl, gute Verarbeitung, zu den billigsten Preisen empfiehlt Lindenbaum 141 Gr. Frankfurter Str. 141 Ecke Fruchtstraße. Größtes Etablissement des Ostens, Nordostens und Südostens. 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Hypothekenbestände als Anlage des Reservesonds und des Bahnförper- Amortisationsfonds Effekten des Beamten Rautionsfonds Nicht begebene 3%% Dbligationen 4% Attienkapital- Nonto 4% Passiva. 3% Obligationen- Sapital tonto. Hypotheken- Konto • Dividenden- Konto, noch unbehobene Dividenden 3%%% Dbligationen- Aluslojungs- Sonto, unbehobene Obliga 32% Binsen Sonto, Binjen per 1. Obtober bis Bahntörper- Amortisationsfonds- Konto Mart 113 781 741,76 192 969,63 1, 1, O 2 332 480,60 10 004 358,24 23 274,12 571 951,12 5 739 378,30 18 521 142,70 275 009,25 313 000, 380 000, 152 135 305,72 100 082 400, 4 645 300, 899 000, 1 726 000, 10 552,50 Deutscher Metallarheiter- Verband. Ausnahme- Preise Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptburean: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Montag, den 2. März, obends 6 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1: Versammmlung der Metalldrücker Berlins u. Umgegend. Sages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen Ednard Bernstein über: Was war und was ist Karl Marg für die Abeiterkiasse. 2. Distuffion. 3. Ber bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Bahlreichen Besuch erwartet 112/18 Zentralverband der haugewerbl. Hilisarbeiter Bezirk Westen und Schöneberg. Sente Sonnabend, den 29. Februar, im Lokale von Obst, Meininger Straße 8: Großer Wiener Maskenball Um 12 Uhr Demaskierung. 1 Uhr Kaffeepause. Anfang 9 Uhr. Ende wenn's aus ist. Billetts, Herren sowie Damen, a 50 Pf. Freunde und Gönner des Bereins find hierzu freundlichst eingeladen. 29/11 Das Komitee. Achtung! Steinsetzer Achtung! und Berufsgenossen. Unter- Bezirk Schöneberg, Steglitz und Umgegend. Am Sonntag, den 1. mars, Arbeits- Vermittlers ftatt. findet die Wahl des Die Mitglieder aus Schmargendorf, Wilmersdorf und Schöneberg wählen in Schöneberg, Meiningerstr. 8 bei Kuschte. Die Mitglieder nus Steglit, Lichterfelde, Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde und Lankwik wählen in Steglitz, Dünther- und Florastraßen- Ede bei Fritsch. Die Mitglieder aus Zehlendorf, Schlachtenfee, Teltow usw. wählen in Zehlendorf, Potsdamer Chaussee bei Midlet. Die Wahlzeit ist von 10-1 hr. Mitgliedsbacher sind mitzubringen! Der Vorstand. 175/ 6* Zentralverband der Steinsetzer, Pflasterer u. Berufsgen. Deutschlands. Filiale Groß- Berlin II( Zahlstelle Berlin). Sonntag, ben 1. März 1908, vormittags 9 Uhr: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung im Lokale Henfels Festfäle, Invalidenstr. 1a. Zages Ordnung: 1. Wahl des Arbeitsnachweisleiters( Wahlzeit 10-11 Uhr). 2. Wahl des Gesamtvorstandes. 3. Bericht des Karteldelegierten und Neuwahl des felben. 4. Wahl der Delegierten zu der am 22. stattfindenden General versammlung. 5. Verbandsangelegenheiten. In Anbetracht der sehr wichtigen Tagesordnung ist vollzähliges Erscheinen notwendig. 175/ 7* Der Vorstand. J. A.: C. Adam. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Branche der Vergolder. Montag, den 2. März, abends präz. 8 Uhr, im gofale Merkowski, Andreasstr. 26: Vertrauensmänner- und Branchenkommiffions- Sikung. Werkstätten, die zurzeit durch feinen Vertrauensmann bertreten find, 44 537,50 werden ersucht, einen Kollegen zu entfenden. Der Brauchenleiter. 37 907,65 für Plüsch- Portieren Velvet- Garnitur, reich mit Application 18, 157, 1275, Tizian- Plorlieren gestickt, 2 Shawls u. 1 Lambrequin 1725, 1350. 1050 10MM. 9M. Franzosen- Tuch, reich m. Wien Po am compl. 21M. Decor. 40, 33, 30, Walk- Tuch, schöne Dess. m Stickerei, 2 Shawis und 1 Lambrequin 85 950, 8, 650 Divandecken Monquett- Plüsch, mod. Muster, Gr. 150/300 24M. 3350, 30, Friese- Velvet, doppelseit. Plüsch- Gewebe 1350 Or. 150/3001350 Kelim ChaiselongueDecken 30, 24, 21, Karamani Perser- Ge585 M. 18M. schmack, doppels.m. 6M. Franze 1660, 9, 723, Vorjährige Muster und einzelne Exemplare in Eisfell. 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Wahlkreis, Gaboften: Paul Böhm, Laufiperplay 14/15 18 736 325,18 tionen und Binjen. 31. Dezember 1907 Reservefonds- Konto Beamtentautionen- Konto Rontoforrent- Stonto, verschiedene Gläubiger u. Bar- Sautionen 1 845 577,03 Erneuerungsfonds- Konto I 8 479 195,59 • II O Gewinn- und Berluff- Stanto 288 858,50 Montag, den 2. März 1908, abends 5%, Uhr, 5. Wahlkreis: Leo 8ucht, Immanuelfirchstr. 12( Hof). 1 110 770,48 9 890 009,23 152 135 305,72 Gewinn- und Verlust- Konto am 31. Dezember 1907. Soll. Erneuerungsfonds- Konto I, Butweisung aus den Betriebs Shpotheken- Binfen- Stonto 3%, Obligationen- Zinsen- Konto Gesamtabschreibungen Abgaben an die Gemeinden Einnahmen n.§ 39 des Statuts II, Zuweifung aus 1907. • Saldo, Reingewinn • Haben. Gewinn- und Berluft- Konto, Gewinnvortrag aus 1906 Intereffen- Konto, eingenommene Zinsen Betriebs- Stonto sämtlicher Linien im Hofjäger- Palast, Hasenheide: Branchen- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bericht der Kommiffion. 2. Wie gestalten wir in Zukunft unsere Agitation? 3. Arbeitsvermittelung und wie schaffen wir das Umschauen ab? 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, vollzählig zu erscheinen; ebenfalls die Kollegen, welche Berlin angehören und in den Vororten arbeiten, die an 68 941,75 den Bezirk I grenzen. [ 80/ 14*] 179 584,15 28 920, Mart 1 854 798,74 2561 297,63 1975 000, 360 000, 9 890 009,23 16 918 551,50 22 730,23 . 558 446,99 • • 86 592 440,69 M. 20 255 066,41 EX " Bleibt Ueberschu · 16 337 374,28 16 918 551,50 Die Einnahmen betragen Ausgaben Berlin, den 4. Februar 1908. Die Direktion. gea. Dr. Micke. gez. von Kühlewein, gez. Koehler, gea. Meyer. Nach vorgenommener Prüfung der Belege und Bücher der Gesellschaft Bescheinigen wir hiermit die ordnungsmäßige Führung der Bücher und bie Ueber einhimmung der vorstehenden Bilanz, sowie des Gewinn- und VerluftKontos mit denselben. Berlin, den 4. Februar 1908. gez. C. F. W. Adolphi, gerichtlich bereidigter Bücherrevisor. gea. Zwickau, Bücherrevisor. Der Obmann. 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Starl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen:. Trapp, Stettinerftr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Rubowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Georg eefe, Berlinerstr. 46, Laben. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Dtto Seifel, Kronprinzenstraße 50, I. Die Aerzte warnen vor den Gefahren von Rummelsburg, Boxhagen: Rofentrans, Mt- Borhagen 56. Tervosität u. Blutarmut! Leute, denen man an Gesicht und Buchs schon die Gesundhelt ansieht, werden im Reben mehr Chancen haben als schwächliche Menschen. Aber das heutige Geschlecht wird durch die ausgelaugten und verfälschten Nähr. mittel immer schwächer, was die zunehmende Untauglichkeit zum Militär schlagend bemeift. Die Ueberfüllung der Kranken- und Irrenhäuser sollte besonders zu denken geben, denn alle Gehirnleiden entstehen aus Nervenftörungen. Bon Nervosität zum Jerfinn führen nur ummerkliche Uebergänge. Die Ursache ist zuvörderft in mangelbaffer Ernährung des Gehirns und des Rüden marts zu suchen. Schon daraus follte man ersehen, daß die Anwendung angeblicher Heilmittel notorischer Unfium ift. Brom, Salicyl, Trional usw. vergiften den Körper und führen zu allgemeinem Slechtum. Wenn die Natur ihre Warnungsfignale gibt, wie Kopfschmerzen, Mattigkeit, Schlaflosigkeit, nervöses Herzllopfen, Haarausfall, Ohrensausen, Grichreden usw., dann ist es die höchste Zeit, daß Sie Ihrem Körper die Stoffe zuführen, aus denen sich Gehirn und Rüdenmark fortgefeßt auf- und abbauen. Dieses Problem nämlich: Phosphor für Nerven, Gehirn und Rüdenmart. Eiweiß für die Muskeln, ist nunmehr glänzend durch Nervennährfalz gelöst, welches aus Lecithin, Gi Castan's Panoptikum Dr. med. Müllers weiß und einem neuen Nährsalz besteht. Fragen 165 Friedrichstr. 165 Abdul Hamids Harem Zauberer Fakire Bauchtänzerinnen. Schlangen- Ungeheuer von Sumatra. Sonntags kein Extra- Entree Wochentags 20 Pt. durch besonderen Eingang, Sie Ihren Arzt, er wird Shnen zum Gebrauch raten, denn einige Tabletten täglich bewirten eine rapide Blutvermehrung, die Muskeln spannen sich, das Gedächtnis wird stärker, der ganze Störper dehnt sich unter der Wohltat der Blutvermehrung, Mattigkeit weicht energlicher Tathraft, Barten Sie aber nicht, bis bereits eingreifende Störungen eins getreten find. Das echte Präparat in Driginaldolen a 2.50. ist nur erhältlich im Spezialgeschäft für Störpertullur, Sturfürstenstr. 33( nahe Bots damerstraße). Zusendung frei Haus Berlin. Erster Sendung wird ärztliche Anweisung und illustrierte Broschüre gratis beigelegt. 567 Grünau: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: 6. Pfeifer, Bohnsdorf, Ge nossenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Staminsty, Cunoftraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerftr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Brunow, Edisonftr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Haffelwerberstr. 8. Johannisthal: Bielide, Kaifer- Wilhelm- Blat 4. Adlershof; Grich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Rudenwalder. ftrane 4b. Köpenick: Friedrich Boid, Siegerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernfee, Schloßftr. 119, Hof L. in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: 5. Mohr, Düppelftr. 32, und Fr. Schellbase, Ahornstr. 15a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeestr. 27. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: Rob. Gramenz, Riefholzstraße 412, Laden. Neu- Weißensee: Kurt Fuhrmann, Sebanjtr. 105, parterre. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: B. Gurich, Provinzstraße 92( Eingang Grünerweg) Tegel, Borsigwalde Wittenau Waldmannslust, Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul Kienast, Borsigwalde. Näuschstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: Greimeldt, Mühlenstr. 78. Bernau- Röntgental: Seinich Brofe, gohefteinfte, 74, part, Eichwalde, Zeuthen. Miersdorf und Hankels Ablage: Mitschte, Eichwalde, Bismardstr. 19. Teltow: Bilhelm sesler, obersteinweg 7. Nowawes: Bilhelm Jappe, Briefterstr. 46. Spandau: Koppen, Bagonftr. 9. Mahlsdorf und Kaulsdorf: Seibe, Mahlsdorf, Bahnhofstr. 1. Sämtliche Barteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Berke werden geliefert Annahme von Inseraten für den ,, Vorwärts". Bitte ausschneiden, Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 245/1 Nr. 51. 25. Jahrgang. 3. Wnp ks Jotmiitls" Zoilllabelld, 29. FrimmlM. Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am heutigen Sonnabend findet in Nieder- Echönhausen in den Räumen des Lokals«ThieleS Gesell- sch aftsgarten", Bismarck- und Kaiserin Augustastrahe-Ecke ein Maskenball statt, zu dem auf großen Zuspruch aus Arbeiter- kreisen gerechnet wird. Wir macheu darauf aufmerksam, daß ge- nanntes Lokal einschließlich der Stehbierhalle in der Bismarckstraße für organisierte Arbeiter gesperrt ist. Im 5. Kreis steht uns das Lokal Fürstenberg-Säle, Rosenthaler Straße 33, zu den bekannten Bedingungen zur Ver- fügung. DieAdresse desObmanns derLokalkommission für den Kreis Nieder-Barmm lautet jetzt: Hermann Elias, 0. 112, Blumenthalftr. 24. Die Lokalkommisston. Zweite, Wahlkreis. Sonntag, 1. März, abends S'/z Uhr: Versammlung mit Frauen im Lokal von Rabe, Fichtestr. 2S. Vortrag des Reichstagsabgeordneten Severing- Bielefeld. Nachdem: Geselliges Beisammen- ein und Tanz. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Garderobe 10 Pf. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen Die Abteilungsführer. Rixdorf. Die Mitglieder des Wahlvereins werden darauf hin- gewiesen, daß Sonntag, den I.März, vormittags von 11 bis 12 Uhr 'im Lokal von Thiel, Bergstr. lSl/lS2, und Hoppe, Hermannstr. 49, die Wahl der Delegierten zur Generalversammlung von Groß-Berlin stattfindet. Die Stimmzettel erhalten die Mitglieder bei Vorzeigung des Mitgliedsbuches am Eingang zum Lokal. Um zahlreiche Be- teiligung ersucht Der Vorstand. Steglitz. Am Sonntag früh 8 Uhr Flugblattverbreitung zur Gemeindewahl in allen Bezirken. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. Treptow-Baumschulenweg. Morgen Sonntag früh 8'/- Uhr findet für den ganzen Ort eine Flugblattverbreitung statt. Die Partei- genossen werden ersucht, sich zahlreich in ihren Bezirkslokalen einzufinden. Der Vorstand. Marienderf. Sonntag, den 1. März, früh 8 Uhr, findet eine Flugblatwerbreitung von den Bezirkslokalen aus statt. Pflicht der Parteigenossen ist es, sich rege an der Verbreitung zu beteiligen. Der Vorstand. Friedrichshagen. Die Parteigenossen werden noch einmal aus die heute abend 9 Uhr im Restaurant Eiskeller stattfindende öffentliche Gemeindewähler-Versammlung hin- gewiesen, in welcher der Stadtverordnete Hermann Schubert- Berlin über„Die Tätigkeit der Sozialdemokratie in der Gemeinde" referieren wird. Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht der Parteigenossen. — Sonntag vormittag 8 Uhr findet eine Flugblattvertei- lung statt. Die Genossen mögen sich im Reitaurant Singuhr, Seestr. 36 einfinden. Der Vorstand. Die Bibliothekstunde fällt infolge der Agitationsarbeit für die Gemeindewahl am Sonntag, den 1. März aus und findet am 8. März von 10—11 Uhr vormittags statt. Die Bibliothek-Kommisflon. KarlShorst. Sonntag, den 1. März, morgens 8 Uhr. findet von den bekannten Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt. Es ist Pflicht jedes Parteigenossen pünktlich zur Stelle zu sein. Der Vorstand. Franz.-Buchholz. Am Sonntag, den 1. März, nachmittags 4 Uhr, findet in Kahnes Gesellschaftshaus eine öffentliche Versammlung statt. Tagesordnung:„WaS fordert die Sozialdemokratie?" Referent: Redakteur Hans Weber. Diskussion. Die Genossen werden ersucht, für regen Besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Tegel. Sonntag, den 1. März, findet in Jörsfelde bei Witwe Döring, Birkenstr. 4/S, eine öffentliche Versammlung statt. Die Gc- nosien von Tegel treffen sich um 2 Uhr bei Krause, Berliner Straße, und gehen gemeinsam nach Jörsfelde. Zahlreiche Beteiligung er- wartet Der Vorstand. Ricder-Schönhaiisen-West. Morgen Sonntag findet für unfern Ortsteil eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, sich rege daran zu beteiligen. Der Vczirksleiter. Schöiiwalde i. d. Mark. Morgen, Sonntag, den 1. März, nach- mittags 4 Uhr, findet im Gasthofe des Herrn Schulz eine öffentliche Wählerversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Franke-Rixdorf über: Das Dreiklassenwahlrecht in den Gemeinde». 2. Diskussion und Erörterung von Gemeindcangelegenheitcn. An- aesichts der bevorstehenden Wahlen für die Gemeindevertretung fordern wir die Genossen auf, für guten Besuch dieser Versammlung Sorge zu tragen. Das Wahlkoinitee. Berliner JVachricbtem Keine Pflicht für Staat und Gemeinden? Ein Heilerziehungsheim für psychopa- thische Kinder von Unbemittelten wird geplant. Der Gedanke kommt aus einem Kreise von Privatpersonen, aus der„Deutschen Zentrale für Jugendfürsorge". Und auch die Beschaffung der Geldmittel, die zur Ausführung eines solchen Unternehmens erforderlich sind, wird der Privat- Wohltätigkeit anhcimgestellt. Welchen Zweck hat die Anstalt? Ein Aufruf, der sich an„olle hülssbereiten Freunde des Jugendschutzes" wendet, sagt hierüber: „Es handelt sich um einen ersten Versuch zur Rettung un- glücklicher, von Geisteskrankheit bedrohter Kinder, die in ihren Lerstandestätigkeitcn zwar meist normal, in ihrem G e- fühlsleben aber aus krankhafter seelischer Veranlagung gestört sind. Willensschwäche, heftiger Stimmungswechsel, starke, unbeherrschte Affekte lassen in ihnen gesellschaftsfcindliche Neigungen zur Entwickclung gelangen, die sie ohne rechtzeitiges Eingreifen fast ausnahmslos dem� Ver- brechen, dem Landstreichertum, der Prostitution oder dem Selbst- morde in die Arme treiben, häufig auch völliger geistiger Um- nachtung überliefern. Aerztliche Untersuchungen der Insassen unserer Zucht- und Arbeitshäuser, Gefängnisse und BesscrungS- anstalten haben einen erschreckenden Prozentsatz dieser söge- nannten psychopathischen Konstitutionen gezeigt, ebensowenig aber darüber Zweifel gelassen, daß der Mehrzahl dieser verlorenen Menschen ihr trauriges Schicksal und ihre Untaten der Gesell- schaft hätten erspart bleiben können, wenn ihrer Jugend die richtige Behandlung zuteil geworden wäre. Worin oiefe zu bestehen hat, das ist bekannt. Man kennt den Weg zur Reitung, aber man kann ihn nicht beschreiten! Aerzte und Erzieher wissen wohl, wie sie in gemeinschaftlichem Wirken ein von der Natur so unglücklich veranlagtes Gemüt zu pflegen und zu bessern haben. Nur geeignete Anstaltspslege kann helfen! Mit sehenden Augen, aber gebundenen Händen müssen nun aber alle, denen die Fürsorge für diese Kinder ob- liegt, die ihnen zugeführten oder von ihnen entdeckten fügend- lichen Kranken dem sicheren Verderben preisgeben, nur, weil im großen Deutschen Reiche bisher nicht eine einzige Anstalt vorhanden ist. die unbemittel- ten pshchopatbische». Kindern Aufnahme gc- währt, wie sie die ärztliche Wissenschast Wfo r d ert." Was die geplante Anstalt leisten soll, kann weder von Irrenhäusern noch von SchwachsinnigenHeimen geleistet werden. Die Kranken, die in ihr Aufnahme finden sollen, haben ihren klaren Verstand, sind aber in ihrer Gefühlswelt verirrt. Der Aufruf weist darauf hin, das; es bereits einige Heil- anstalten gibt, die für Kinder mit psychopathischer Konsti- tution bestimmt sind und Aussicht auf Genesung bieten. Sie können jedoch nur den Kindern bemittelter Eltern zugute konimen, weil in ihnen die Pflegekosten naturgemäß sehr hoch sind. Den weit schwerer bedrohten Kindern der unbemittelten Volkskreise bleiben diese An- stalten von vornherein verschlossen. Ten Kindern von Un- beniittelten will nun die neue Anstalt helfen, die aus Bettel- Pfennigen errichtet werden soll. Der Aufruf bezeichnet das Bedürfnis als„groß und dringend": er versichert: „Allein in der Klinik und Poliklinik für Nerven- und Geisteskrankheiten der Berliner Charite werden jährlich min- bestens 60 Kinder beiderlei Geschlechts festgestellt, die an einer solchen psychopathischen Veranlagung leiden und mangsK einer geeigneten Anstalt ohne Hülfe ihrom Schicksal überlassen werden müssen. Und wie gestaltet sich dieses? Auch darüber geben die Beobachtungen der genannten Klinik Auskunft; im Jahre 1906 gelangten dort beispielsweise über 70 erwachsene männliche und fast 90 weibliche Psychopathen zur Aufnahme, von denen der leitende Arzt, nach genauer Kenntnis ihrer Vorgeschichte mit Be- ftimmtheit sagen mußte, daß sie hätten gerettet to erden können, wenn in ihrer Jugend die Unterbringung in einer geeigneten Anstalt möglich gewesen wäre. Jetzt handelte es sich größten- teils um verlorene Existenzen, bei welchen die Hülfe zu spät kam." Gegenüber dem Notstand, der hier mit so beredten Worten geschildert wird, weiß die„Deutsche Zentrale für Jugendfürsorge" wieder mal kein anderes Mittel zur Abhülfe als die vielgepriesene Privat- Wohltätigkeit? Warum wird von den einflußreichen Männern und Frauen, die diesen Appell an das warme Herz unterzeichnet haben, nicht der Versuch gemacht, Staat und Gemeinden an ihre Pflicht zur Abhülfe zu mahnen!? Der Aufruf gibt zu, daß diese eine Anstalt, die für ganze zwei Dutzend Kinder Raum bieten soll,„entfernt nicht dem Bedürfnis genügen wird". Aber seine Unter- Zeichner„hoffen zuversichtlich, daß die dort erzielten Erfolge dann Staat und Gemeinden anregen und anspornen werden, ähnliche Einrichtungen in größerem Umfange zu treffen". Wir haben sehr wenig Vertrauen zu der„anregenden" Wirkung, die von privaten Unternehmungen wohltätig-ge- meinnütziger Art erwartet wird. Durch die„Erfolge" der Privatwohltätigkeit werden Staat und Gemeinden in der Regel nur dazu„angeregt", alles beim alten zu lassen.„Die Privatwohltätigkeit reicht aus!" das ist das Schlagwort, mit dem z. B. in Berlin oft genug der Ruf nach Gemeindehülfe zurückgewiesen worden ist. Erst in der letzten Stadtverordnetensitzung haben wir es wieder erlebt, daß die„Erfolge" der Privatwohltätigkeit dazu herhalten mußten, der Gemeinde die Erfüllung ihrer Pflichten zu ersparen. Sie bekommen Bescheid! Acht Tage lang gehe ich schon regelmäßig denselben Weg. Jeden Morgen habe ich dieselbe Hoffnung, heute muß es doch los- gehen an der Baustelle, heute wird man doch anfangen und Ar- bciter einstellen! Resultatlos ging ich immer wieder heim. Mit jedem Tag wurden es mehr Kollegen, mehr Hoffende. Vor einigen Tagen wurde endlich das Arbeitsgerät angefahren, der Polier erschien und bedauernd zuckte er mit den Schultern. „Eine Kolonne ist schon angenommen und mehr können vorläufig nicht eingestellt werden," ist seine Antwort. ' Einen Berufsgenossen, der Arbeit sucht, fertigt man nicht wie einen Bettler ab; auch will sich niemand von der schlechtesten Seite zeigen. Mit mitleidsvollen Worten bekommt man zu hören, daß in einigen Tagen noch mehr eingestellt werden, und„er werde be- stimmt Bescheid schreiben, denn was sich machen läßt, das mache ich". All die Rivalen, von denen jeder hoffte, eingestellt zu werden, zerstreuten sich langsam. Was soll nun werden? Das Wissen einer Arbeitsgelegenheit war ja noch der Stroh- Halm in der Not, mit dem man rechnete, aber nun war es bald gar nicht mehr möglich, zu leben. Noch acht Tage warten, das heißt noch acht Tage beben, und wovon leben? Die letzte Kraft muß zusammengenommen werden, denn noch einmal hat man ja schließlich Hoffnung, weil man vorgemerkt ist. Wie es möglich ist. in einer solchen Situation die Familie und das Leben zu erhalten, darüber können die bürgerlichen Literaten wohj„plaudern", aber der Kundige lacht über diese ge- werbsmäßige Sentimentalität. Heutzutage braucht man keinen. Mut mehr, um in den Tod zu gehen, wie in den Kriegsjahrcn der Nation. Die Arbeitslosigkeit, eine Folge der herrschenden Pro- duktionswcise, sorgt reichlich, daß viele, allzu viele ins Gras beißen müssen. Nein, heute braucht man Mut, um zu leben! Das Leben ist schwerer als das heldenhafte Sterben. Alle die braven Klassengenossen, die eine Krisenzeit mit Bitternis überwinden, sie kämpfen einen schweren Kampf. Da ist es denn notwendig, daß dem Arbeitslosen das Arbeit- suchen nicht erschwert wird. Keine Trugredcn und kein leeres Hin- ziehen mit doch nicht ernst gemeinten Redensarten führe mau. Der Arbeitsuchende ist wie ein Kind, er glaubt und hofft auf alles Versprechen. Um so schwerer und oft erschütternder wirkt dann die Enttäuschung. Als ich dann einige Tage gewartet hatte und weniger eifrig mir anderswo Arbeit suchte, ging ich wieder nach der versprochenen Arbeitsstelle zurück. Viele, viele Hände waren tätig. Eine Anzahl Bekannte hatten mehr Glück beim Arbcitvergeber als ich. Er sieht nicht danach, wie lange schon jemand bummelt, oder ob ein anderer von einer Arbeit in die andere trudelt. Nur gelegentlich wird er sentimental; dann sagt er dir, er wird schreiben, um dich bald los zu werden. Dieses nicht ernst gemeinte:„Sie bekommen Bescheid!" ist wirklich ein grober Unfug._ Die Kraftwerke der Berliner Hochbahn. Die Stromversorgung der elektrischen Hoch- und Untergrundbahn in Berlin verursacht besondere Schwierigkeiten wegen des fortwährenden Wechsels deS Bauplanes. Als Siemens u. Halsle 1897 an die endgültigen Eni- würfe dafür gingen, handelte es sich nur um die Speisung der Strecke Warschauer Brücke— Zoologischer Garten mit der kurzen Abzweigung nach dem Potsdamer Platz, zusammen also um etwa 10,b Kilometer Doppelglcis. Auch der Plan einer Abzweigung von dem Potsdamer Platz nach dem Spittelmarkt und über das Branden- burger Tor und das Rcichstagsuser nach der Schloßbrücke, wie er damals bestand, verlegte den Schwerpunkt der Strombelastung in die Gegend t«s Gleisdreiecks. Ein Kraftwerk konnte dort mit einer Sammelschicnenspannung von 7ö0 bis 780 Volt das ganze Netz versorgen. Schon während des Baues der Hochbahn wurde der ursprüngliche Entwurf dahin abgeändert, daß die Bahn bis zum Wilhelmplatz in Charlottcnburg verlängert wurde. Eine weitere Verlängerung der Stammstrecke, deren Endpunkt Wilhelmplatz bereits 5,85 Kilometer vom Kraftwerk Trebbiner Straße entfernt ist, trat 1903 durch den Bau der Linie Bismarckstratze— Westend ein. Der vorläufige Endpunkt am Platz B liegt vom Kraftwerk 7,8 Kilometer weit. Eine unmittelbare Stromversorgung von der Trebbiner Straße aus war wirtschaftlich ausgeschlossen. Da auch die Linie Potsdamer Platz— Schönhauser Allee gesichert war, wurde ein neuer Plan für die Stromversorgung des auf 22 5iilometcr angewachsenen Netzes aufgestellt. Das jetzige Kraftwerk Trebbiner Straße wird durch zwei Dampfturbinen, System Zoelly, von je 3000 bis' 3600 BS vergrößert. Jede Turbine treibt zwei Gleich- stromdynamos von 1000 bis 1200 Kilowatt bei 700 Volt mit 1000 Umdrehungen in der Minute. Es steht dort eine Fläche von 15 zu 20 Meter für Erweiterungen zur Verfügung. Den Dampf liefern acht Wasserrohrkessel von je 300 Quadratmeter Heizfläche. Die westliche Erweiterungsstrecke Knie— Westend wird von einem Umformerwerk gespeist, für das sich als günstigste Lage die Halte- stelle Bismarckstraße ergab. Es hat die Bezeichnung„Umformerwerk Krumme Straße" erhalten. Die Strecke Spittelmarkt— Schönhauser Allee soll von einem zweiten Umformerwerk mit Strom ver- sorgt werden. Es soll in die Nähe der Haltestelle Alexanderplatz kommen. Bei den Umformerwerken soll hochgespannter Drchstrom von 10 000 Volt mit 10 Perioden von einem neuen Kraftwerk zu- geführt werden. Dieses ist in der Nähe der Spandauer Berg- Brauerei an der Spree geplant. Da dieses neue Werl vorläufig nur wenig beansprucht würde, so wird vorläufig von der Trebbiner Straße Drehstrom an die Umformerstationen geliefert. Auf dem Gleisdreieck wird eine Dampfturbinenanlage errichtet. Antiquarisches. In dem Antiquariat von Max Perl in Berlin wurde ein sehr seltenes Werk von Ferdinand Lassalle in einer Bücheranktion versteigert. Es ist betitelt: Ferdinand Lassalle— Karl Marx, Zur Kritik der politischen Oekonomie. Erstes(einziges) Heft. Das Kapital. Berlin. Verlag von Franz Duncker. 1859. Es ist das Handexemplar Ferdinand Lassalles gewesen. Bekanntlich ent- lehnte Lassalle die Ideen für sein Hauptwerk: System der erworbenen Rechte aus Marx, der aber mit der Art, wie sie Lafialle wieder- gegeben hat, unzufrieden war. Der vorliegende Band wurde ganz von Lassalle durchgearbeitet, fast auf jeder Seite finden sich Randbemerkungen, größere und kleinere Notizen und Unterstreichungen von seiner Hand. Das Buch ist mit Papier durchschossen, auf welchem ebenfalls Notizen gemacht sind.— Auf Seite 3 bezeichnet Marx den bürgerlichen Reichtum als Waren- sammlung; Lassalle bemerkt dazu am Rande:„Man solle zuerst mit der Sache beginnen, Ware ist schon eine weitere Bestimmung." Auf Seite 4 sagt Marx:„der Gebrauchswert liegt jenseits des Be- trachtungskreises der politischen Oekonomie". dazu schreibt Lassalle: „Ja, dies ist richtig, aber nur 1. wenn zuvor mit Definition der Oekonomie vorausgeschickt ist, daß die Oekonomie nur menschliche Verhältnisse zu einander betrachtet, 2. nur richtig in Bezug auf historische, bestimmte Stufen der Oekonomie." In dieser Weife gehen durch das ganze Blich die Notizen Lassalles.— Das Exemplar stammt aus dem Besitz von Lothar Bücher, dem Vertrauten des Fürsten Bismarck und Herausaeber von Lassalles„System der er- worbencn Rechte". Bücher hat ebenfalls viele Bemerkungen in dem Buch gemacht, und darin die Notizen Lassalles kritisiert. Das als erste Ausgabe des Vorläufers von Marx' grund- legendem Werke„Das Kapital" sehr geschätzte Buch erzielte einen Erlös von 510 M. Ein Theaterzettel für 140 Mark. DaS hätte sich das schlichte, vergilbte Stückchen Papier vor 117 Jahren wohl nicht träumen lassen, daß es dereinst mal tausendfach mit Gold aufgewogen werden würde. Es ist der Theaterzettel vom Jahre 1791 zur Eröffnung des neuen Hoftheaters in Weimar, der vn einer Äücherversteigeruiig im Antiquariat von Max Perl den enormen Preis von 140 M. brachte. Der Zettel lautet:„Mit höchster Erlaubnis wird heute Sonnabend, den 7. Mai 1791, auf dein Hof-Tbeatpr� in Weimar aiifaesllhrt:„Die Jäger", ein bäuerliches Sittengemälde in fünf Aufzügen von Herrn Jffland. Dem Stücke geht ein Prolog vor." Unterzeichnet F. I. Fischer. Nachdem der Prager Schauspieler Franz Fischer als Regisseur Vom Herzog Karl August gewonnen war, wurde das neue Institut am 7. Mai 1791 mit dem bekannten Goetheschen Prolog„Der Anfang ist in allen Sachen schwer", gesprochen von Domaratius, und dem Stück„Die Jäger" von Jffland eröffnet. Hauptdarsteller waren die beiden Neumann. Malcolm!. Einer. Fischer. Amor, Genast. Jedenfalls ist der Zettel ein hochinteressantes Dokument zur Theatergeschichte, be- sonders zur Geschichte von Goethes Theaterleitung. Die Gummiknüppel steige» im Preise. Von Rußland nach Preußen ist heutzutage kein großer Jdeensprung mehr. AuS dein Bruderrciche der Vergewaltigung kommt die Nachricht, daß die russische Polizei ihre Wachbeamten nach englischem und amerika- nischem Muster mit Gummiknüppeln, die wie ein Säbel mit einem Gurt um den Leib geschnallt werden, bewaffnet hat. Ob daS nicht Wasser auf die Mühle der preußischen und speziell der Berliner Polizei sein wird? Wohlgemerkt— wir erwarten nicht etwa bei uns die Abschaffung des am 12. Januar zu so trauriger Berühmt- heit gelangten PolizeisäbelS. Zu einem Polizeistaat gehört nun mal der Säbel wie die Faust aufs Auge. Aber beides vereint, daS gibt einen guten Klang auf den Proletarierschädel. Vielleicht führt man bei uns auch noch die berüchtigte Nagaika ein, daS Mordhandwerkzeug der Kosaken, damit auch nicht einmal graduell ein Unterschied mit dem Kosakenreiche besteht. Die Einbrüche auf dem Gesundbrunnen mehren sich in geradezu unheimlicher Weise. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht da oder dort Böden oder Wohnungen ausgeräumt werden. So wurde in den letzten Tagen in der Buttmannstraße bei zwei vis-a-vis ge- legenen Schlächtermeistern eingebrochen, indem die Schaufenster- scheiben eingedrückt wurden. Schinken und Wurstwaren waren die Beute. Die guten Bürger, die im Vertrauen auf den Schutz der Polizei sich ruhig ins Bett legen, sind jetzt doch etwas schlecht auf die Polizei zu sprechen, wo sie sehen müssen, daß die Polizei doch sonst so sehr auf dem Posten ist. wenn es gilt, friedliche Arbeiter in Ausübung ihres gesetzlichen Rechts zu überwachen. Weibliche Droschkenkutscher. Ein Siog des Pferdes über den Motor ist im Berliner Droschkenwesen zu verzeichnen, soweit das weibliche Geschlecht in Frage kommt. Nach den trüben Erfahrungen der Frau v. Papp hat der Andrang zum Beruf der Droschken- chauffeuse aufgehört. Nur eine weibliche Autolenkerin fährt noch in den Berliner Straßen. Dagegen wächst ständig die Zahl der Frauen, die den Kutscherbock auf der Pferdedroschke einnehmen wollen. Soeben ist wieder eine Dame von der Fahrschule der Ber- liner Personen-Fuhrwerksinnung ausgebildet worden und ver- schieden« Frauen sind dabei, sich durch den Kursus auf dem Polizei» Präsidium den Fahrschein zu erwerben. In der Französischen Straße und an der Jerusalcmer Kirche kann man jetzt schon täglich lvcibliche Droschcnlutscher auf den Halteplätzen sehen. Es hält allerdings schwer, sie auf dem Bock von den männlichen Kollegen zu unterscheiden, denn die Uniformen gleichen einander aufs Haar. zumal jetzt auch bei den weiblichen Äutschem der schwarzlackierte Hut an die Stelle der Mütze getreten ist. Bei den weiblichen Kutschern handelt es sich meist um die Frauen der selbstfahrenden Droschkenbcsitzer, der sogenannten„Einspänner". Der Mann fährt bei Nacht, die Frau bei Tage. Die gegenwärtige traurige Lage. des Berliner Troschkenwesens hat eben zur Heranziehung der Mit-' arbeit der Frau geführt. Große Verwunderung erregte eS gestern in der Familie des Arbeiters Franz R. in Weihensee. Langhansstr. 147 wohnhaft� als ein Schreiben von dem Arbeitshaus in Rummelsbura einlief des Inhalts, daß der Sohn Franz dort gestorben sei. Man wird diese| Yorkstraße 85/86, wo Gardinen usw. brannten, in der Quikot- kommunalen Gebieten und schloß mit der Aufforderung, Berwunderung umsomehr begreifen, wenn man erfährt, daß St. straße 113, wo in einem Laden Matraben usw. in Brand geraten die Zeit bis zum Wahltag gründlich auszumußen, damit überhaupt keinen Sohn hat. St. selbst ist 34 Jahre, während der waren, und in der Schlesischen Straße 31 zu löschen. Hier brannten der 12. März ein Siegestag für die Sozialdemokratie wird. Seine angeblich verstorbene Sohn 28 Jahre alt sein soll. Wie die Sache Betten und anderes in einer Wohnung. Außerdem wurden noch Ausführungen fanden lebhaften Beifall. Zum zweiten Punkt der zusammenhängt, ist ganz unerklärlich. Brände aus der Lynarstraße 27( Bäckerei), vom Johannistisch und Tagesordnung:„ Gemeindeangelegenheit" nahm Genosse ubig anderen Stellen gemeldet. Am letteren Ort brannten Schaldecken, das Wort. Er schilderte die Verhältnisse am Orte und zeigte, wie Balten und anderes. Schüler der Technischen Hochschule Char- schwer es auch in unserem Dorfparlament ist, Verbesserungen auf lottenburg wohnten gestern einer Uebung der Feuerwehr auf der den verschiedensten Gebieten burchzuführen und wie notwendig es ist, daß noch mehr Vertreter der Arbeiterschaft in die Gemeindevertretung Hauptwache bei, gefandt werden. Sankt Bureaukratismus bei der Post. • Steglit. Vorort- Nachrichten. Zur Gemeindewahlbewegung. Vei ben Erdarbeiten am Großschiffahrtskanal Berlin- Stettin auf Dranienburger Gebiet werden durchaus nicht, wie wir einer Korrespondenz zufolge meldeten, nur Arbeiter aus Oranienburg beschäftigt. Uns wird aus Oranienburg geschrieben:„ Arbeiter, die dort nach Arbeit anfragten, wurde geantwortet, daß hiesige Arbeiter Jm Gewerkschaftshause, Kaiser Friedrich Straße, nicht angenommen würden, es würden ausschließlich Arbeiter vom Berliner Arbeitsnachweis beschäftigt, und so ist es auch. Die Arreferierte Genosse Spiekermann Lichtenberg. Auch er behandelte beiter sind fämtlich durch den Nachweis hierhergekommen, und zwar die Forderungen, die wir an die Gemeinden stellen und forderte zur bei einem Stundenlohn von 30 f.; angeblich sollen sich schon über Wahl der sozialdemokratischen Standidaten auf. Sein Vortrag fand 1000 Arbeiter für diese Arbeit haben eintragen lassen. Hier am lebhaften Beifall. In der Diskussion sprach Genosse Fretwaldt. Orte befinden sich annähernd 500-600 Arbeitslose und ist es beEr gab einen Ueberblick über das verflossene Geschäftsjahr der Gegreiflich, daß sie außerordentlich erregt sind, daß ausschließlich ArKönnen wir bei der Gemeindewahl siegen? Diese Frage stellen meinde und schilderte die Tätigkeit unserer Vertretung im Dorfparlament. beiter von auswärts beschäftigt werden. Bemerkt sei noch, daß heißt sie bejahen. Zum Beweise wollen wir nur einige Zahlen an: Genosse Stö 6er kritisierte die Schulverhältnisse am Orte und erArbeiter beim Stubbenbubbeln in Akkord beschäftigt werden, welche führen. Bei den Wahlen im März 1906 ergab sich im ersten Bezirk suchte, den Gemeindevertretern vertrauensvoll Mißstände mitzuteilen, für den Kubikmeter 2,20 M. erhalten, dieselben sind imstande, bei folgendes Stimmenverhältnis: Sozialdentokratie 569, Mieter 358, damit diese für die Beseitigung derselben im Gemeindeparlament angestrngter Arbeit pro Tag 1,20 zu verdienen." Demnach Hausbesiyer 213; es fehlten uns also 3 Stimmen an die Genossen Dochow, Lesnietig und Zimmermann. In beiden Verwirken können. An der sehr regen Distuffion beteiligten sich noch scheinen gelvisse Unternehmer die gegenwärtige Arbeitslosigkeit noch ber absoluten mehrheit. In der Stichwahl unterlagen fammlungen forderten die Vorsitzenden nochmals auf, daß jeder am besonders in ihrem Interesse auszumußen und mit der Arbeitskraft wir dann allerdings den vereinten Gegnern. Auf von uns an- Wahltag seine Schuldigkeit tun möge. in schlimmster Weise Wucher zu treiben. gestrengte lage wurde die Wahl für ungültig erklärt, und es fand Die Kandidaten der Sozialdemokratie werden in der am 10. März im Mai 1907 Neuwahl statt. Bei der Hauptwahl waren die Zahlen im Lokal von Ebersbach, Zum Kurfürsten", stattfindenden VersammSeit Jahr und Tag werden die Postsachen für die in obiger Reihenfolge: 609, 459 und 221, die Gegner hatten also lang bekannt gegeben. in Wilmersdorf einen Vorsprung von 71 Stimmen und siegten in der Stichwahl erscheinende„ Monatsschrift für die Nieber- Schönhausen. Interessen der Hausangestellten" richtig an ihre Adresse mit nur 13 Stimmen Mehrheit. Niemand wird behaupten Mit den bevorstehenden Gemeindewahlen beschäftigte sich eine am abgeliefert. Jett wird plötzlich die Auslieferung be wollen, daß für uns keine Reserven mehr vorhanden waren. Die Dienstag tagende öffentliche Wählerversammlung, in welcher Genosse anstandet ohne jeden ersichtlichen Grund, und von der Stedakteurin waren in großer Bahl da, aber die Lauheit ließ sie ihr Wahlrecht efper referierte. In seinem 1% ftündigen Vortrag wies Redner des Blattes und Leiterin des Vereins, Frl. B., wird ein Ausweis verscherzen." Auf einen kommit es fa nicht an!" ist leider eine in treffenden Worten unter lebhaften Beifall auf die Schäden der verlangt, daß sie berechtigt fet, die Postsachen in Empfang zu beliebte Redensart. Gerade die letzten Wahlen haben das Gegen- jezigen Gemeindevertretung hin. In ber hierauf folgenden Dis nehmen. Frl. B. begibt sich zu dem dem Postamt Wilmersdorf, teil bewiesen. Deshalb frisch ans Werk! Ite Stimmen müssen lihlandstraße, vorstehenden Beamten und weist auf ihren Namen sich vereinen auf Schell hafe und Asmann im ersten und und ihre Adresse in der Monatsschrift" hin und legt eine Be- Richard fcheinigung des Polizeipräsidiums von Berlin vor, daß sie die Richard Krug im zweiten Bezirk, dann ist der Sieg schon im Leitung des Vereins angemeldet habe. Das genügte dem ersten Wahlgange auf unserer Seite. Beamten aber nicht, er verlangte in vollem Ernst denn Lankwih. anttlich wird nicht gespayt die Statuten des Vereins und bas Protokoll der Situng, in welcher Frl. B. als Leiterin des Vereins gewählt wurde. Sehr höflich und geduldig wird ihm geantwortet, daß ihm die Statuten zu diesem Zwed nichts nügen würden und die Richtigkeit des Protokolls vielleicht auch angesveifelt werden könnte. Etwas in Verlegenheit geraten, kommt dem Beamten plöblich ber rettende Gedante", und er verlangt wieder in allem Ernst daß an der Wohnungstür von Frl. B. ein Sild angebracht werde mit der Aufschrift:" Monatsschrift usw.". Wenn so ein Schild zu sehen wäre, dann könnte die poft beruhigt die Sendungen weiterliefern. Also selbst die Bescheinigung vom Polizeipräsidium kann sich mit einem solchen Türschild nicht meffen; es muß eben alles feine richtige Ordnung" haben! Wenn aber jemand Unrechtes im Schilde führt, ist es ihm dann nicht viel leichter, das Schild auszuhängen als die polizeiliche Genehmigung zu erhalten? Kein Wunder, wenn es einem jeden guten Bürger graut, fomuß, von dem Steueramt, Standesamt oder gar der Polizei gar bald er sich auf ein Amt, und sei es selbst ein Poſtamt, begeben nicht zu reben! Ein gefegeskundiger Standesbeamter. fuffion nahm Genosse Hefteich das Wort. Auch er unterzog das Verhalten einzelner Gemeindevertreter, die vorgeben, die Interessen der Allgemeinheit am Drte wahrzunehmen, einer herben Kritik. Hierauf wurden die Genossen Karl Huth, Hansbefizer, und Pätzold, Mieter einstimmig als Kandidaten für die dritte Wählerflasse nominiert. Bum Schluß forderte Genosse Pätzold die Versammelten auf, recht rege zu agitieren und zu werben, damit endlich einmal Breiche gelegt werde in unser Dorfparlament zum Wohle der gesamten Einwohnterfchaft. Die Wahlen zur Gemeindevertretung finden, wie jetzt bekannt wird, für die dritte wählerklasse am Mittwoch, den 11. März, von 12-8 1hr abends statt und zwar für bent ausscheidenden Gemeindevertreter Paenz. Die Ersatzwahl für den ausgefchiedenen Gemeindevertreter Stoflrepp findet am 17. März von 12-8 Uhr abends statt. Parteigenossen! Wir sind nun gezwungen, unsere Kandibaten getrennt zu wählen, es erwächst daher einem jeben die doppelte Pflicht, tüchtig au agitieren, damit unsere Standidaten Stichwahl, so müssen wie viermal zur Wahl gehen. gleich bei der Hauptwahl gewählt werben. Komint es erst zur Rigdorf. Daß es auch hier die höchste Zeit ist, Sozialdemokraten in die Gemeindevertretung zu wählen, betviefen einige traffe Mißstände, die in der letzten Wahlvereinsversammlung zur Sprache famen. Nathdemt der Borfizende mitgeteilt, daß ihm vom Amtsvorsteher die auskunft geworden sei, daß die zu wählenden Vertreter der britten Klasse Nichtangefeffene sein können, wurden zunächst die Genossen Theurig und Nabide als Kandidaten aufgestellt. Die urfprünglich in Aussicht genommenen Kandidaten Dehnel und Schindler erklärten, daß sie im Herbst aus Lankwiz verziehen. Hierauf wurde auf den Unterschied zwischen dem neuerbauten Gymnasium, das die Ortspresse als das prachtvollste und zweckmäßigste von Groß- Berlin bezeichnet hatte, und der ebenfalls neuerbauten Wolfsschule bingewiesen. Die so gerühmte prachtvolle Einrichtung des Gymnasiums trifft, wie allgemein betont wurde, auf die Bolksschule nicht zu. Es wurde ausgeführt: Die Turnhalle, welche der Volksschule an= gegliedert iſt, ſei ſchon einmal bem Einstürzen nahe gewesen. Die hochgemauert und nach Verstärkung der Träger abgeſteift werden mußte. arbeitende Bevölkerung, behandelte am Montag in Soppes Festaus Eisenbeton hergestellte Diele hatte sich gesenkt, so daß dieselbe Die Schularztfrage, diefes überaus wichtige Themta für die Trotzdem am 1. April mehrere Klaffen in Benutzung genommen werden sollen, sei die Decke noch immer abgefteift, überhaupt mache fäle Genosse Dr. Weyl. Einleitend bemerkte ber Referent, daß die Turnhalle einen trostlosen Gindruck. Nachdem nun die Gemeinde- gerade das Proletariat danach trachten müsse, die Jugend zu einem Begibt sich ba dieser Tage ein Brautpaar nach dem Standes. vertretung in geheimer Sigung beschlossen hat, eine höhere Wtädchen- starken und widerstandsfähigen Geschlecht zu erziehen. Welche BeUnsere bürgerlichen amt in der Babstraße, um bas Aufgebot zu bestellen. Nachdem alle schule in demselben Gebäude zu errichten, sei Aussicht vorhanden, deutung hat hierbei die Schularztfrage? verlangten Papiere vorgelegt waren, richtet der diensttuende Be- baß auch die Turnhalle schneller gefördert wird. Nur scheine es an Gegner betrachten diese Frage als einen Eingriff in das Heiligtum amte an die Braut die Frage nach der Religion. Diese Frage be- Leuten au mangelit, welche unter Hintanlegung ihres Lebens die der Familie und da sie aus ihrer Engherzigkeit nicht heraus fönnen, kommen sie oft zu Urteilen, die von der Arbeiterschaft ganz entantwortet die Braut wahrheitsgemäß dahin, daß sie ungebauft sei. Steifen fortnehmen. Tiefe Antwort genügt nicht, er verlangt einen Nachweis, daß Die Gemeindevertretung hat sich bis heute mit dieser An- chieden zurückgewiesen werden müssen. Brausebäder, Schuldie angehende junge Frau nicht getauft sei. Es wird ihm erwidert, gelegenheit noch nicht beschäftigt. Oder ist dies auch in geheimer speisungen, Kinderspiele, Ferienkolonien usw., alles das sind für daß es unmöglich sei, diesen Nachweis zu erbringen. Der Vater Sigung geschehen? Die Arbeiterschaft von Lankwig fann auch sie Dinge, die man am liebsten der Privatwohltätigkeit überlassen der Ungetauften ist im Jahre 1885 aus der Landeskirche gerichtlich daraus ersehen, wie sehr ein Arbeitervertreter diesem Ortsparlament will. Die Besibenden haben ja nicht die Empfindung, daß ein Kind beim Kegelauffeßen, Zeitung und Frühstücaustragen oder ausgeschieden, die Tochter ist im Jahre 1890 geboren und fatsächlich not tut. sonstigen Arbeiten, am andern Tage nicht in solcher Verfassung nicht getauft. Der Standesbeamte mußte wissen, daß die Antwort Mariendorf. erscheint, wie es die Schule verlangt. Die bielen Krankheiten: auf die Frage nach der Religion gar nicht anders lauten kann. In der ant Mittwoch stattgefundenen öffentlichen Wähler- Tuberkulose, Rüdgralvertrümmung, Schwerhörigkeit, HautkrantEr beging zweifellos einen Lebergriff, wenn er das Brautpaar versammlung referierte der Reichstagsabgeordnete des Kreises beiten, die die Sterbegiffer des Proletariats erhöhen, wären nicht zurüdwies, um den von ihm verlangten Nachweis zu bringen. Bie foll übrigens jemand, der nicht getauft ist, diesen Nachiveis Genosse Frig Bubett über" Stommunalwahl und Sozial in dent Maße vorhanden, benn mehr auf des Kindes Wohl und demokratie". Der Referent entwickelte in feinem 1stündigen Gesundheit in der Schule Bedacht genommen würde. führen? Goll er an alle Stirchen der Welt die Aufforderung richten Vortrage das Programm der Sozialdemokratie im Gemeinde beugende Maßregeln für den Gesundheitszustand der Kinder zu unt Ausstellung einer Bescheinigung, daß in den Kirchenbüchern keine Person des gleichen Namens und Geburtstages eingetragen parlament. Treffend zeigte der Redner, daß die Bürgerlichen weder treffen, verlangt der Redner, daß schon vor der Einschulung eine ist? Oder wie denkt fich der Herr Standesbeamte die Erbringung gewillt noch befähigt sind, die Interessen der Besitzlofen zu vertreten. eingehende Untersuchung stattfinden muß, um die Kinder, welche diefes Nachweises? Vielleicht erzählt dem Herrn einmal die vor- Umso mehr muß es Aufgabe der Arbeiterklasse sein, Männer ihres für frant befunden werden, mindestens ein Jahr zurückzustellen; gesetzte Behörde, daß er in diesem Falle ein ganz ungerechtfertigtes Vertrauens in die Vertretung zu entfenden. Die Wähler der dritten während die für tauglich befundenen dauernd der Aufsicht des Verlangen gestellt hat. Klasse in Mariendorf und Südende müssen dafür Sorge tragen, daß Schulargtes unterstellt werden. In Krankheitsfällen müßte der dem einen Hecht im Karpfenteich noch zwei hinzugefellt werden, um Schularzt nicht nur untersuchen, sondern auch behandeln. Viele so ben Bürgerlichen etwas mehr Verständnis für soziale Aufgaben Eltern würden den Schulärzten mehr Vertrauen entgegenbringen, Redner schloß unter großem Beifall seine wenn der Arzt nicht nur angeben würde, daß das Kind frant ist, befbringen zu helfen. Ausführungen mit der Aufforderung, bis zur Wahl tüchtig für unsere fondern auch selbst behandelt. Ein anderer Arzt kann durch die Mittellofigkeit der Eltern vielfach nicht geholt werden, ebenso schetten Gemeindevertreter Genosse Reichardt brachte Der Schuß ins Herz. Besuche bei Wahrsagerinnen hat die Hierauf viele Bäter die Behandlung in einem Krankenhaus, weil sie im Wiener Ballettänzerin Auguste eigenstein, die feit einiger Beit in mannigfache Beispiele vor, an denen er die soziale Ritaftändigkeit Unvermögensfalle Gefahr laufen, ihr Wahlrecht aufs Spiel zu Berlin lebte, mit dem Tode bezahlt. Die junge, erst 21jährige Dame ber bürgerlichen Vertreter grell beleuchtete. In der Diskussion traten feßen. Wenn in Berlin der Schularzt zweimal in jedem halben stammt ans Diffy in Böhmen, wo ihr Vater einen Pferbehandel drei Bürgerliche den Ausführungen des Genoffen gubeil entgegen, Jahre bie Schule durchgeht, so ist das entschieden zu wenig, denn betreibt. Seit givet Monaten wohnte Fräulein Reißenstein in einem auch suchten sie die Tätigkeit des Genossen Reichardt in anderem in dieser Haft ist es dem Arzt nicht möglich, auf die NebenPensionat in der Lügowstraße. Die Tänzerin, die in Berlin Lichte erscheinen zu lassen. Es wurde ihnen jedoch von den beiden erscheinungen wichtigster Art, wie Lüftung, Reinigung, Heizung eine Stellung zu finden hoffte, unterhielt ein Liebesverhältnis Referenten in gebührender Weise geantwortet. In der einstimmig und andere Dinge zu achten. Eine vernünftig geleitete Stadt mit einem Vialer W., der im Hause Schöneberger Ufer 40 angenommenen Resolution verpflichteten sich die Versammelten, den sollte zu der Meinung kommen, daß Kinder, die vernachlässigt, eint Atelier für Dekorationsmalerei besitzt. Da sie müßig Standidaten ber Sozialbemokratie bei den bevorstehenden Wahlen siech und heruntergekommen sind, später einmal den Armenetat in erheblichem Maße belasten müssen. In Rigdorf, der Stadt mit ging, fam fie auf den Gedanken, Wahrsagerinnen zu besuchen, die ihre Stimmen zu geben. ihr einredeten, daß sie sich vor dem 23. Lebensjahre ers Die Wahlen finden laut amtlicher Bekanntmachung für Marien- der aufstrebenden Arbeiterschaft, haben die im Stadtparlament schießen wirde, da ihr Geliebter the untreu sei. Die Tänzerin borf Donnerstag, den 5. März, bon 12 bis 7 Uhr abends, und füle fißenben, engherzigen, rädständigen und bornierten Vertreter sich nahm sich diesen Unsinn zu Herzen, wurde trübfinnig und kaufte sich Sübenbe Freitag, den 6. März, von 12 bis 4 Uhr nachmittags, statt. erst nach langem Feilschen herbeigelaffen, einen Schularzt für zwei Hülfsschulen zu ernennen. Der Referent schloß seinen interschließlich einen Revolver, mit dem sie Tag für Tag nach Halensee Treptow- Baumschulenweg. effanten Vortrag mit bent Ausruf: Der Schularzt soll und muß fuhr, um sich im Schießen zu üben. Vor einigen Tagen erfundigte Die regelmäßigen Gemeindewahlen finden für die dritte Wähler- behandeln, seine Tätigkeit muß im Haupt- und nicht im Nebenamt fie sich auch sorglich bei einer Dame ihrer Pension banach, was flaffe nicht mehr gemeinsam im ganzen Ort, sondern bezirksweise ausgeführt werden, da sonst die ganze Frage in Mikkredit gebracht ficherer tüte, ein Schuß mit Wasser oder nur mit einer Stugel. Gestern statt. Am 1. April scheibet aus der Gemeindevertretung Herr wird. Erst wenn für jede Schule ein Schularzt angestellt ist, wird fam es zur Statastrophe. Das junge Mädchen begab sich in die Wohnung Gärtnereibefizer Nickel aus. Die Erfazwahl findet im 1. Wahlbezirt es möglich sein, durchschlagende Erfolge für unsere Jugend zu Eifersuchtsszene endete damit, daß die Tänzerin plöglich die Waffe statt, welcher von der Mitte der Kiefholzstraße und dem Danimivege erzielen. Die Ausführungen des Genossen Wehl fanden bei den begrenzt wird. Die Wahlvereinsversammlung am 4. Februar d. J. Versammelten starken Beifall. In der Diskussion nahm Genosse gegen fich richtete und auf the Sera abfeuerte. Bu Tode getroffen, beschloß, fich an der Wahl zu beteiligen, unbefümmert barum, ob Dr. Silberstein das Wort, da von den Gegnern( Magistrat und fant die Hermste zusammen. ein Hausbesitzer zur Wahl steht oder nicht, und stellte den Genossen Stadtverordnete waren eingeladen) fich niemand meldete. Genosse Erwähnen wollen wir noch, daß das Brautpaar sich nunmehr an das Standesamt im Bezirk der Braut gewandt hat, wo solche überflüssigen Schwierigkeiten wie auf dem Standesamt in der Badstraße nicht gemacht worden sind. ihres Geliebten und überhäufte den Maler mit Vorwürfen. Die Kandidaten zu agitieren. Umt vors 12 000 M., Die dreizehnte Brandstiftung innerhalb fünf Tagen und die Mag wietley, Marienthaler Straße 22, einstimmig als Kandidaten Silberstein gab auf Grund feiner langjährigen Tätigkeit als Stadtdritte im Laufe des geftrigen Tages beschäftigte am Freitag die auf. Von den Blockparteien ist Herr Nickel, welcher den Partei- verordneter eine ganze Blütenlese rückständiger Ansichten einiger Berliner Feuerwehr in der Straße am Friedrichsgracht 20/21, Gde genoffen als einer der reaktionärsten bekannt ist, wieder aufgestellt bürgerlichen Stadtverordneten zum besten. So erklärte man bei der Roßstraße. Wiederum handelte es sich um einen Dachstuhlbrand. worden. In einer Versammlung, zu welcher nur die bürgerlichen Einrichtung von Braujebädern in den Volksschulen, daß das gerade Als die Feuerwehr erfchien, stand der Dachstuhl mitsamt dem In Wähler eingelaben und in einer Bahl von girta vierzig eine Prämie auf die Faulheit der Mütter wäre, denn sie brauchten halt der Bodenverschläge schon in Flammen. Die Wehr mußte Personen, darunter noch mehr als die Hälfte Gemeinde- ihre Kinder nicht mehr zu waschen. In bezug auf die Uebernahme fräftig Wasser geben, um eine weitere Ausdehnung des Brandes zu beamte erschienen waren, hielt er eine zwei Minuten lange Standi- der Desinfektion durch die Stadt meinte man, das gehe nicht, berhüten. daten- Rede. Er sagte, er habe fein Programm, er besige aber das denn den Arbeitern würde dadurch die Wohnung gesäubert. Rigdorf Die Bernauer Straße von der Strelißer Straße bis zur Vertrauen ber Haus- und Grundbefizer und damit war die Sache hatte schon als Dorfgemeinde zur Schularstfrage Stellung ge Gartenstraße( unter Einschluß der Streuadämme) wird behuts Aus. erledigt. Daß dieser Blockkandidat fein Programm hat, ist weiter nommen. Diefer Antrag mußte aber liegen bleiben, weil nämlich▾ führung von Straßenbahnarbeiten vom 27. d. is. ab big auf nicht verwunderlich, wird er doch vor allen Dingen die Interessen in Rigdorf es noch brennendere Fragen gab und nach langem Vers ber Grundbefizer vertreten. Unsere Genossen haben zum Dienstag, handeln ein Krankenhaus dringend notwendig var. weiteres für Fuhrwerte und Stetter gesperrt. Gleichfalls gesperrt ben 3. März, nach dem Rennbahnrestaurant eine öffentliche Ver- die von unserer Fraktion für die Schularztfrage beantragt wurden, ist die Danziger Straße von der Schönhauser Allee bis zur fammlung einberufen, in welcher ein Vortrag über die Sozial- lehnte man ab, aber dafür bewilligte man 5000 M. für die EinLychener Straße vom 28. d. Mis. ab. bemokratie in der Gemeindevertretung" zur Tagesordnung steht. weihung des neuen Rathauses. Man glaubte fich in Ostelbiens Geuerbericht. Gestern früh um 0 Uhr stand schon wieder Die Lifte ber stimmberechtigten Wähler der 3. Klasse im 1. Bezirk prächtigen Gefilden berseßt, als Genosse Silberstein erklärte, daß ein Edhaus in Flammen. Diesmal im Zentrum von Berlin. Es weist 565 Wähler inklusive der Forensen auf und beginnt mit einem der frühere Stadtrat Weinreich, jebige zweite Bürgermeister, bei brannte das Edhaus Stralauer Straße 51 an der Kleinen Stralauer Steuerfage von 407,92 M. seiner Einführung eine Dentschrift herausgab, in der es heißt, Straße, ein altes Gebäude. Die Hausbewohner wurden die Gedaß man für ein Gemeinwesen einen flaren Blick, ein offenes Auge fahr erst gewahr, als die Flammen an mehreren Stellen aus den Pankow. und den Segen von oben haben muß. Diese Ausführungen riefen Dachfenstern schlugen. Die Feuerwehr unter Leitung des Brand- Das Dreiklaffenwahlrecht in den Gemeinden" war das Thema, große Heiterfeit hervor, weil man auf diesen Segen bis auf den inspektors Teubner war schnell zur Stelle. Mit mehreren Schlauch das in zwei gut besuchten Versammlungen behandelt wurde. Im St. Nimmerleinstag warten kann. Rigdorf fehlt ebenso ein eitungen wurde gleich tüchtig Wasser gegeben und dadurch der bei Gesellschaftshaus, Kreuzstraße, sprach Genoffe Leid. Nachdem er Statistisches Amt. Die Klassenfrequenz beträgt immer noch gegen Bauart des Gebäudes besonders gefährliche Brand auf den das Dreillaffenwahlrecht genügend charakterisiert hatte, ging er näher 58 Schüler und erft jetzt hat man sich entschlossen, zwei Hülfsschulen chstuhl beschränkt. Es konnte aber nicht verhütet werden, daß auf die Pflichten der Kommunen ein und begründete die Forderungen, einzurichten. Die Fraktion wird aber die Schulargtfrage nicht Hausrat der Mieter verbrannt und beschädigt wurde. Außer welche die Sozialdemokratie an diese stellt. Er kennzeichnete von der Tagesordnung berschwinden lassen. Rachben toch die Dachstuhlbrande hatte die Feuerwehr noch Brände in der die Rückständigkeit der Gemeinden auf den verschiedensten Genossen Nandel, Henning und Segawa zur Diskussion gesprochen, " gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die am hühner usw., die grauenhaft sind. Er meint, ein Delikateßhändler| Von 70 Maun des Orchesters wurden 18 Mann schwer verletzt. 24. Februar in Hoppes Festfäle tagende Versammlung hält die fann gut davon leben von dem, was an Lederbissen und Delikatessen Bolich selbst wurde von seinem Sig geschleudert und erlitt mehrere Anstellung nur eines Schularztes für die Hülfsklaffen für völlig für das Krankenhaus eingekauft werden. Er wünscht, daß wieder innere und äußere Verletzungen. ungenügend. Sie erwartet, daß die Stadt Rigdorf endlich einmal alles in das alte Gleife gebracht werden möge. Dem von unseren Grubenexplosion in Megifo. Eine erschütternde Nachricht kommt dem Beispiel anderer Großstädte folgt und durch Anstellung einer Genoffen allein anwesenden Genossen Pied blieb es vorbehalten, größeren Anzahl von Schulärzten für eine ausreichende gesund- diesen fatten Herrn in die gehörigen Schranken zurückzuweisen, indem aus San Antonio( Teras). Nach einer dort eingetroffenen Nachricht heitliche Untersuchung und Behandlung aller Schulkinder sorgt." er darauf hinwies, daß es doch eine Sparfamkeit am unrechten Orte erfolgte eine Explosion in einer Mine bei Rosita( Merito), in welcher Genosse Weyl forderte in seinem Schlußivort die Versammelten wäre, wolle man die Beköstigung der Kranken einschränken. Es 200 Bergleute arbeiteten; es wird befürchtet, daß viele auf, zähe und unwiderstehlich in die diesjährigen Stadtverordneten handle sich hier um Leben und Gesundheit von Menschen. Man Arbeiter getötet oder verletzt sind. wahlen einzutreten und in die zweite Klasse einzubringen. Hier- möge den Etat nur nicht so fnapp bemessen, dann würden auch solche auf schloß der Vorsitzende die Versammlung mit dem Hinweis Nachbewilligungen nicht kommen. So treffend auch die Ausführungen auf die Agitation für die bevorstehenden Landtagswahlen. des Genossen waren, so fand er doch bei den bürgerlichen StadtBei der gestern stattgefundenen Wahl der Gehülfenbeifiker für berordneten wenig Verständnis dafür, diese scheinen mehr dem das Kaufmannsgericht übten von 336 Wahlberechtigten 166 ihr Wahl- Prinzip zu huldigen, felber essen macht fett. Die 20 000 M. mußten recht aus; die abgegebenen Stimmen und die Zahl der gewählten natürlich bewilligt werden. Beisiger verteilen fich auf die einzelnen Verbände wie folgt: Kaufmännischer Hilfsverein 49 Stimmen 3 Beifiker Hamburger Verein von 1858 9 1 " " Leipziger Verband 38 3 Deutschnationaler Verband 51 15 4 1 " Zentralverband Bier Stimmen waren ungültig. Bedeutet auch der Ausfall der Wahl einen Mißerfolg für die freie Gewerkschaft, so hat doch die Wahlbewegung dem Bezirk Nigdorf des Zentralverbandes einen erfreulichen Mitgliederzuwachs gebracht. Wie machen die Barteigenossen auf die am Sonntag ftattfindende Flugblattverteilung anläßlich der Gewerbegerichtswahlent aufmerksam. Besonders ersuchen wir die Gewerkschaftsmitglieder, sich recht zahlreich zu beteiligen. Ein jeder muß seine Berson in den Dienst der Sache stellen. Das Gewerkschaftskartell Nixdorf. Friedenau. mittelt worden. Groß- Lichterfelde. Es wurden dann noch einige weniger bedeutungsvollen Vorlagen erledigt. Dann folgte eine furze geheime Sigung Potsdam. Das Dienstmädchen Berta Lühnsdorff, das zu Anfang dieses Jahres vom Kanonier Laube überfallen und durch Messerstiche verlegt tourbe, konnte als vorläufig geheilt aus dem Krankenhause entlassen werden. Die Kriegsgerichtsverhandlung gegen Laube wird in der nächsten Beit stattfinden. Alt- Glienicke. Vermischtes. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be. hung für jedermann, SW., Merandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von In den Lesejälen liegen zurzeit 615 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. und Richtung aus. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 1. März cr., bormittags 8 Uhr, in der neuen Gemeindehalle, Bappel- Allee 15-17: Bersammlung mit freireligiöser Vorlesung. Sonntagborinittag 103, 11hr in der Schulaula, Kleine Frankfurter Straße 6: Vortrag von Herrn Adolf Stern über: Grundlagen einer freien Weltanschauung". I. Das Rätsel der Welt. Damen Sonntag, den 1. März, nachund Gerren als Gäfte sehr willkommen. mittags 5 Uhr, 63. Stiftungsfest in Kellers Festsälen, Stoppenstr. 29. " Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Ochsenfleisch Ia 68-70 br. 100 Pid., IIa 62-67, IIIa 54-57, Bullenfleisch Ia 65-70, IIa 54-64, Stühe, feit 48-56, do. mager 36-44, Fresser 50-58, Bullen, dänische 51-63. Mit dem Bau der elektrischen Straßenbahn soll, wie der Gestalbfleisch, Doppellender 105-125, Mastralber Ia 80-87. Ila 69-76, meindeborsteher in der letzten Gemeindevertreterfigung mitteilte, im stälber ger. gen. 47-62, do. Goll. 45-50. Hammelfleisch MastMonat April, spätestens im Mat begonnen werden. Bei der Etats- lämmer 73-75, Hammel la 67-69, IIa 59-64, ungar. 0,00, Schafe beratung wurde darauf hingewiesen, daß nach neuen Einnahme- 44-57. Schweinefleisch 48-56. Rotwild Ia per Pfund 0,55-0,60, do. IIa qutellen imschau gehalten werden müsse. Unsere Genossen betonten 0,00. Damwild 0,50-0,60. Wildschweine a 0,25-0,50, Frischlinge 0,00. mit Nachdruck, daß von einer höheren Besteuerung der unteren Staninchen, St. 0,80-1,00. Sajen, blomb. 1,75-3,00. Wildenten v. St 0,00. Klassen nicht die Rede sein fönne. Wenn neue Mittel notwendig 0,70-0,95. Birthähne, Stud 1,60. Birthennen, Std. 1,25-1,35. Haselhühner Falanenhähne la, junge 0,00, do. Ila tt. alt 0,00. Schneehühner, Stüd werden, so möge man die Besitzenden hierfür heranziehen. Doch Std. 0,95-1,00. Bubner, Ia per Stüd 1,50-3,00, dito IIa 1,00-1,40. diese Herren sträubten sich energisch dagegen. So erklärten namentlich Hamburger Süfen, Stüd 1,00-1,10, Boulets 0,90-1,20, Poularden, Großfeuer. In dem neuen Viertel an der Grenze zwischen die Herren Landwirte, daß sie bei der„ Not der Landwirtschaft" nicht deutsche, per Pfund 1,20. Tauben, Stück 0,60-0,85, dito alte 0,60 bis Schöneberg und Friedenau brach gestern furz nach 12 Uhr im Haufe imstande wären, höhere Mittel aufzubringen. Den Rotleidenden 0,63, do. italienische 1,00-1,05. Enten, per Stück 1,50-2,50, bito Cranachstr. 52, Ede Bederstr. 22, ein umfangreicher Bodenbraud aus. wurde jedoch selbst vom Gemeindevorsteher erwidert, daß sie eine rujjijdje ber Stüd 0,00, dito Hamburger, ber Stüd 2.50-3,50. Sanie, Das Feuer fand in dem Wurstborrat des Fleischermeisters Reinhold Mehrbelastung ganz gut ertragen könnten. Die Beschlußfassung über gefr. per fb. 0,40-0,56, bo. tu. 0,35-0,55, do. jg. Hamb. 0,75-1,10. Buten Ia p. Bid. 0,75-1,05, bo. IIa. 0,00. Hechte per 100 Bjund Luge, der in demselben Haufe einen Schlächterladen innehat, diesen heitlen Punkt blieb aus. 50-60, do. flein 0,00, do. groß, 43, do. mittel 0,00, bo. IIa 0,00. Bander, unsortiert 126, do. groß 0,00, do. flein- mittel 0,00. reiche Nahrung. Die gesamte Schöneberger Feuerwehr rückte unter Schleie, groß 0,00, bito mittel 0,00, bito IIa 33-48. Bale, flein 44, do. mittel 0,00, Leitung des Branddirektors Schlöter zur Brandstelle aus. Beide do. groß 0,00. Starpfen 5-10er 0,00, do. 20-25er 0,00, bo. 80-100er 0,00, Dampfspritzen schleuderten ihre Wassermassen in das Feuermeer, do. 50er, Lausitzer 65-67, do. 40- er, stumpf 58-66, do. 50er, stumpf, gegen das von beiden Straßenfronten her angefämpft wurde. 60-65. Blögen 40-51, dito Elein 31-35. Aland 0,00. Quappen 36. Opfer des Bergbaues im Industriegebiet. Auf Schacht 1 und 2 Bleifische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Barse 38, Bleie 30-36. Während der Ablöschung rissen bie Telephondrähte, die auf dem Hause befestigt waren und fielen auf die Oberleitung der elektrischen der Zeche" Ewald" bei Herten geriet der Bergmann Georg Karauschen 0,00. Winter- heinlads, p. 100 Bid. 0,00, Almeritan. Zachs la, per Seelachs, per 100 fund Straßenbahn. Hierdurch entstand Kurzschluß, die Kupferdrähte Bohaczik unter niedergehende Kohlenmassen und trug lebensgefähr 100 fund 110-130 20-30. Flandern, Sieler, Stiege Ia 2-6, do. mittel, Stifte 0,00, Auf derselben Zeche Schacht 3 und 4 50. Hamb. Stiege 3-6, halbe seifte 2-3, pomm. Ia Sajod 0,00, IIa brannten durch und fielen auf awet ferbe ber Feuerwehr, bie fofort liche Verletzungen davon. Auf derselben Beche Schacht 3 und 4 bo. Samb. sier tot umfielen. Es wurde ein„ Alarmwagen" der Straßenbahn wurde der Bergmann Kaczmarziti infolge eines zu früh los- 0,00. Büdlinge. Kieler per Wall 0,00, schwedische 1,00-1,50, englische 0,00, Stifte geſellſchaft mit Hülfsmannschaften herbeigerufen, die die niedergegangenen Sprengschusses getötet. Auf der Zeche„ b. d. Heydt" Strals. 3-4. Sprotten, Danziger, Stifte 0,00, do. Rügenwalder, per Pfund 1,10-1,40, do. mittelgroß 0.80-1,10, fleit 0,60-0,80. Heringe der Schod 5,00-9,00. Schellfische, Kifte gefallenen Drähte beseitigten. Der Dachstuhl bes Hauses ist völlig bei Herne stürzte der 53jährige Maschinist Uhlenbrud in einen 0,50. ale, groß Sito, Sardellen, 1902 er ber Unter 98, zerstört. Ueber die Ursache des Brandes ist näheres bisher nicht ers Schacht und starb an schwerer Gehirnerschütterung. Auf Beche 3,00-4,50, Dito ½, Stifte 2,50. zerstört. Ueber die Ursache bes Brandes ist näheres bisher nicht er- Matthias Stinnes" in Carnan geriet der Bergmann Kahler unter 1904er 98, 1905er 98, 1906er 85-90. Schottische Vollheringe 1905 einen abgleitenden Stempel und starb an den Folgen eines 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 30-10. Heringe, nette Matjes, ver 20. 0,00. Sardinen, russ., daß Schädelbruches. Der Bergmann Heilkamp stürzte auf" Breußen I" 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, bo. Büchle( 4 Liter) 1.40-1.70. bei Gahmen in einen 9 Meter tiefen Schacht und wurde lebens- Reunaugen, Schocfaß 8, bo. fleine 4-5, do. Stiefen 10. Strebje per Schod gefährlich verletzt. Getötet wurde auf dem neuen Schacht der 0,00, große 0,00, do. mittelgroße 0,00, 3cche Prosper" in Borbeck der Bergmann Kahl aus Rentforth bei do. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00. Seemuscheln 100 St. 1,00. Gier, Lands, unsortiert per Shod 3,40-3,75, bo. große 4,00-4,50. Butter per Gladbach, indem ihm ein dicker Stein aus dem Hangenden auf 100 Pio. Ia 130--132, a 124-126. IIIa 120-124, abfallende 115-120. ben Naden fiel und ihm die Halswirbelsäule durchbrach. Saure Gurten Schod 4,50. Bieffergurten Schod 4,50. Startoffeln per 100 Pfund Dabersche 3,25-3,50, weiße runde 2,50-3,00, mag. bon. 2,75-3,25. Borree, per Schod 0,75-1,25. Meerrettich, Schock 8-16. Spinat per 100 Bjund 15-25. Sellerie, per Schod 3-6, In Dortmund sollte am Morgent des 13. November b. J. bie bo. pomm. 6-14. 8wiebeln per 100 Bfd. 2,00-5,00. Beterjilie, grün. Hettich, Bayrischer, per Stüd 0,06-0,10, Nach einer Mitteilung des Gemeindevorstehers über die Sinrichtung des Seizers Sturschuß vollzogen werden. Surfchuz tvar Schodbund 0,80-1,50. per Schod 0,00. Mohrrüben, 100 Pfund 1,50 bis Besichtigung der Grundstücke mit viehhaltungen zum Tode verurteilt worden, weil er den Betriebsführer Hahne, hiesiger, Karotten, per 100 Pfund 12-18. Birfingkohl v. Schod 3-6. feitens der Gemeindebaubeamten find 147 Grundstücke vorhanden, der ihn in der schlimmsten Weise geschurigelt, ihm den Lohn vor- 3,50. auf denen Bieh gehalten wird. Auf 15 Gehöften war der Zustand enthalten und aus der Arbeit gebracht hatte, in Hombruch erschossen Rotkohl, Schock 2,10-3. Weißfohl p. 100 Bid. 1,60-2,50. Blumenkohl, biesiger do. in Körben 18 Stüc 1,00-2,00. Rosenkohl, per 100 fund 18-30. nicht einwandfrei. Den betreffenden Befißern ist aufgegeben worden, hatte. Der Verurteilte war auf den Tod vorbereitet, der Block war 100 Stück 0,00, do. Evjurter 0,00, bo. italienischer 100 Stüd 20-35, Petersilienwurzelit, unverzüglich für Abhilfe Sorge zu tragen. Die Ortspolizeibehörde aufgerichtet, da ordnete morgens um 3 Uhr das Oberlandesgericht Grünkohl 5,00-12,00. Stohlrüben, Schod 4,00-4,50. wird erforderlichenfalls einschreiten. Auf jedem Gehöft muß eine in Hamm den Aufschub der Hinrichtung an. Das geschah, p. 100 Bfd. 4,50-5,00, Schockbund 5-6. Schnittlauch, Töpfe Dutd. 2-2,50. fanarische, per Stifte 4,00-6,00. Note Rüben, den polizeilichen Vorschriften entsprechende Wüll- und Aschgrube vor- weil der Verteidiger gegen den ablehnenden Beschluß des Land- Tomaten, Nabunzen handen sein. Bur Sontrolle des Fleischverkehrs gerichts auf Wiederaufnahme des Verfahrens abends vorher per 100 fund 4,00-5,00. Rhabarber 100 Bund 7-10. Rübchen, Beeliger, per 100 Pjund 0,00, do. Rübchen 12-18. Estarol, 100 Gild 20,00-25,00. Endivien, 100 Stüd im Gemeindebezirk gab der Vorsteher bekannt, daß eine ständige telegraphisch Beschwerde eingelegt hatte. Das Oberlandesgericht hat 0,40-060. 25-26. Birnen, per 100 Pfd. Tiroler 0,00, Kochbirnen 3-10,00, Tafels Schlachtvieh- und Fleischbeschau besteht, auch werden die Wochen daraufhin eine eingehende Beweiserhebung, Vernehmung von Gutmärfte von dem Tierarzt überwacht. Ebenso werden nicht nur die achtern ufiv. angeordnet. Die Wiederaufnahme war beantragt worden, biten Ia 18-25, bo. Ila 6-17, Staliener 26-30. Bepfel, per 100 Blund, Fleisch verkaufsläden, sondern auch hauptsächlich die Schlachthäuser weil der Angeklagte angeblich bei der Begehung der Tat und auch Tiroler la 20-32, bo. IIa 12-20, bo. lose, per 100 Blund 0,00,0 vom Tierarzt revidiert. Eine Verfügung des Landrats schreibt nun während der Verhandlung geistig nicht zurechnungsfähig gelesen in stiften 120 Bfb. 30-50, Moft, bief., 100 Bib. 8-12, Stod 5-14, TafelIa 15-24, bo. IIa 8-18, Amerikaner, per Fab 15-28, auch eine Stontrolle der Fischverkaufsstellen bor, sowie aller Ge- fei. Jest ist diese Beweiserhebung beendet, sie hat nichts Günstiges äpfel do. in störbent per 100 Pid. schäfte, welche Fleisch- und Wurstwaren führen. Die Gesundheits- für den Verurteilten gebracht. Die Wiederaufnahme ist vom Ober- Staliener, toje, 100 fb. 11-15, fommission beschloß, möglichst häufige Kontrollen ber Fleisch- und Landesgericht endgültig abgelehnt worden. Das Urteil ist nun wieder 10-16, bo. in Stiften 10-20. Weintrauben, Almeria, per Faß 6-16. Ananas I, per Pfund 0,80-1,00, bo. II 0,65--0,70. Banatten, gelb, Fischwarenhandlungen vorzunehmen, diefe Kontrolle auch auf die rechtskräftig. fieineren Geschäfte, die diese Waren nur als Rebenartikel führen, ein Feblurteil schlimmster Art. Der Betriebsführer hatte den Ar- bo. in Stiften 28-58. Unserer Meinung nach handelt es sich im vorliegenden Falle um| Jamaica, bet 100 fb. 25,00-30,00. Maronen, ital., per 100 Pfund 6-20. Feigen, Strange per 100 3jb. 21-25, do. Trommel- per 100 Bfd. 40, Traubenrosinen per 100 Pfd. 0,00, Zitronen, auszubehnen, insbesondere auch auf die Gast- und Speisewirtschaften beiter St. durch die ihm widerfahrene Behandlung dermaßen gereist, effina, 300 Stüd 8,50-11, bo. 360 Std 8,50-11, bo. 200 Stüt zu erstrecken. daß von einer Ueberlegung bei der Tat nicht gut gesprochen werden 0,00, do. 150 Stüd 0,00. Apfelsinen, Murcia, 200 Stüd 8,00-10,00, Spandan. fann. Es ist deshalb kauni verständlich, daß das Oberlandesgericht do. 300 Stüd 7,00-12,00, bo. Balencia 420 Stüd 15-25, do. 714 Stüd die Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt hat, noch unverständ- 22-28,00, bo. Mesfina- Blut 100 Stild 6-8, bo. 150 Std 7-10, licher, wenn das Codesurteil an dem ohnehin so Gequälten wirklich bo. 80 Städ 8,00-9,00, 6p. 200 Stüd 0,00. Datteln, per 100 Start. 87-42, bo. per 10 pfd. 5,00-5,50. vollstreckt werden sollte. Durch Gase vergiftet. Nach wiederholten mishngenen Selbst mordversuchen hat sich die Ehefrau des Kaufmanns H. das Leben genommen. Während sie sich allein in der Wohnung aufhielt, fchloß fie sich in der Küche ein, brehte ben Gashahn auf und steckte fich die Mündung des am Herde angebrachten Gasschlauches in den Mind. Ale die Tat von den Angehörigen später entdeckt wurde, war Fratt H. bereits eine Leiche. Friedrichshagen. " Ein Gequälter. dito fleine 0,00 cm 0,00, Der Brand im Kloster. Triester Meldung zufolge brach in dem Kloster der Benediktinerinnen vergangene Nacht Großfeuer aus. Der Brand zerstörte das Archiv des Klosters sowie die Stlofterkaffe, schauern und ziemlich frischen nordwestlichen sinden. in welcher i 21 000 Stronen Bargeld befanden. Sechs Nonmen tonnten nur mit größter Lebensgefahr von der Feuerwehr gerettet Betterprognose für Sonnabend, den 29. Februar 1908. Etwas fühler, veränderlich, bielfach wolfig, mit Schnee- und GranpelBerliner Wetterbureau. werden. Eine schlimme Gefahr. Nach einer Melbung aus Wiener Neustadt brach in der Nähe der staatlichen Pulverfabrik ein großer Waldbranb aus, ber tveite Streden Wald zerstörte. Ein Lagerturm der Pulverfabrit, in dem sich bedeutende Mengen Bulber und Explosivstoffe befanden, var start gefährdet, jedoch tomite die große Gefahr einer Explosion durch die Feuerwehr abgewendet Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewäfferfunbe, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureaut. Stadtverordnetenversammlung. Es wird zunächst die Wahl eines befoldeten Stadtrates vorgenommen. Gewählt wird Herr Stritte mit 23 bon 42 Stimmen. Alsdann folgt die Einführung des neugewählten Stadtverordneten Nevisors Schmidt in üblicher Weise.- Es ist eine bringliche Vorlage eingegangen betreffend einige univefentliche Veränderungen des Entfestigungsvertrages. Wie der Referent er flärt, wird ber Vertrag perfeft, sobald die Versammlung den Menderungen zugestimmt, unb tönne dann endlich mit der Entfestigung, d. h. mit der Niederlegung der Wälle vorgegangen werden. Die Versammlung genehmigt die Vorlage und wird nunmehr die Arbeit twohl bald in Angriff genommen werden. Es wird Aufgabe unserer Genossen im Stadthause sein. streng ihr Augenmert darauf zu richten und nach Sträften dafür gut forgen, daß erst die hiesigen Arbeitslosen und zwar zu angemessenen Löhnen beschäftigt werden. Für den Titel 8 Abteilung A des Krankenhauskaffenetats für 1907 betreffend die Beföftigung ist eine Erstredung vont 20 000 2. notwendig geworden. Es waren in den Etat hierfür 65 000 wt. eingestellt, werben. die aber nicht ausreichten. Wie der Oberbürgermeister erklärt, haben die Die Schlacht bei Amicus. Im Militärgefängnis zu Amiens teueren Preise für Lebensmittel nicht unwesentlich zu der Ueberschreitung meutertent, Pariser Melbung zufolge, die Sträflinge und gertümmerten beigetragen. Ein fernerer Grund set der Wechsel der Kranten sie Einrichtung der Werkstätte; fie bedrohten auch die Wächter. schwesternt. Diese hätten sich wohl noch nicht genügend eingearbeitet. Gendarmerie und Jäger mußten aufgeboten werden, um bie OrdEr habe die Oberin angewiefen, etwas sparfamer zu wirtschaften. Er wolle, baß die stranden eine gefunde, nahrhafte und träftige Soft mung wieder herzustellen. Die Wieuterer ergaben sich aber erft, nege, Bordamm erhalten, wenn aber im März Ganfe, Kaviar und andere Lederbiffen nachbem sie mit einer Feuersprige bearbeitet worden waren. eingekauft würden, so sei das nicht nötig. Der Stadtverordnete In Amerika verunglückt. Sierüber wird aus Stuttgart be 8fmalig, ber Thpus eines cajlen groß groß gewordenen richtet: Aus hier vorliegenden amerikanischen Zeitungsmeldungen Spießbürgers, fucht ben Oberbürgermeister noch zu über erlitt tapeilmeister Karl Bolich, welcher sich mit seinem ganzen treffen in der Schilderung, wie im Krankenhaus geschlemnt Orchester am 13. Februar auf der Fahrt nach Philadelphia befand, wird. Er will Stechnungen gesehen haben über Kaviar, Lachs, Steb- lein Eisenbahnunglück, bei welchem zwei Zugbedienstete getötet wurden. Wasserstand Memel, Tilfi Bregel, Justerburg Weichsel, Thorn Dder, Natibor Stroffen Frankfurt Warthe, Schrimm Landsberg Elbe, Leitmerib Dresden Barby Magdeburg felt allt 27. 2. 26. 2. em 3575)-11 283-20 2444) 0 200-40 Spree, Spremberg) 0 Beesfulv -12 eser, Münden am jeit Wafferstand 27. 2. 26. 2. cm ¹) cm cm) Saale, Grochlit 242-20 Habel, Spandau) Rathenot³) 151 165 +1 180-20 257 208+1 268 141= 38 278 +9 Minden 259-36 229 124 145-26 75-65 389+11 +3 Rhein, Maximiliansau 460 Kaub Köln Medar, Heilbronn 20 870+8 489-+- 6 175-23 336 +16 Main, Wertheim Rosel, Stier 310-31 276-10 5) Eisstand. 5+ Bebeutet Wuchs, Eistreiben. Fall. 3) Unterpegel. Jedem Herrn ist es möglich Schneider Meister 4.RINGEL 1.Geschäft Chausseastr.31 Geschäft O Brunnenstr.47 für wenig Geld sich stets elegant zu kleiden, wenn er Modelle und zurückgebliebene feine Mass- Garderobe zu Spottpreisen kauft. ChausseeStr. 31 Selbstangefertigte Herren- Anzüge und Paletots für 18 Mk. 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