Nr. 53. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen ant: Belgien, Dänemart, Solland, Italien, Luxemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Eriocint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes meitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big, jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Ein Strich Dienstag, den 3. März 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. 50 Jahre alten preußischen Verordnung aus der schlimmsten empfunden, wie er es begriff, daß im Reichstage seine VerReaktionszeit als eine Verbesserung des Reichsvereinsgefeß- suche, das Elend der Heimarbeiter mit dem Zuckerguß seiner entwurfs bezeichnet werden muß und nicht minder bezeichnend, frömmelnden Süßlichkeiten zu überziehen, bei den wirklichen daß die Kommissionsmehrheit über diese Verordnung nicht Kennern jener grauenhaften Ausbeutung ganzer Familien ein Gefühl tiefsten Etels erzeugen mußten. durch den Sprachenparagraphen. iegaugehen wagte. Sehr zaghaft sind auch alle anderen Schritte, die die Da bekundete der Pfarrer Naumann immerhin ein Die Kommission des Reichstags zur Beratung des Rommission über den Wortlaut der Regierungsvorlage besseres Verständnis für die Zustände, die die Heimgeschaffen. Er meinte, es tomme darauf Reichsvereinsgefeßentwurfs hat am Montag hinaus gewagt hat. So zaghaft, daß es sich kaum berlohnt, arbeit mit einem gescheiten Streich die erste Lesung beschlossen: fie fie im einzelnen zu betrachten. Die Anzeigepflicht für Ver- an, die Hausindustriellen aufzurütteln aus der völligen hat den berüchtigten§ 7, den Ausnahmeparagraphen gegen sammlungen ist beibehalten, ebenso die Verpflichtung der Verzagtheit, in die der Kapitalismus sie hinabgedrückt die nichtdeutschen Nationalitäten, in Besonderheit gegen die politischen Vereine, Vorstandsliste und Sazungen einzureichen. hat, und sie zu neuem Lebensmut zu erwecken. Sein foziales Polen, abgelehnt. Der Freifinn hat es wirklich einmal Ein Recht der Bürger auf Versammlungen unter freiem Empfinden trat aufrichtig zutage, sein soziales Verständnis gewagt, gegen den Blockstachel zu löken, er ist in der Haupt- Himmel haben die bürgerlichen Parteien nicht zu statuieren versagte jedoch, als er auf die Mittel zu sprechen tam, mit fache festgeblieben. Freilich hat er versucht, einen Kompromiß gewagt; es bleibt bei dem Recht der Polizei, solche Verfamm- denen Abhülfe geschaffen werden könnte. Er meinte, das mit der Regierung und den Konservativen zu erlangen; er lungen zu verbieten; die einzige schüchterne Verbesserung ist, wohlhabende Bublifum solle teine Baren kaufen, die für wollte in eine gewisse Erschwerung der polnischen Versamm- daß sie dieses Recht nur haben soll, wenn sie eine Gefährdung Schundlöhne in der Hausindustrie hergestellt seien. Als ob lungen willigen, aber sie völlig in die Willkür der Polizei zu des öffentlichen Verkehrs befürchtet, während die Regierungs- das Publikum je ernstlich kontrollieren wolle oder werde, geben, dazu konnte er sich trotz der drohenden Worte der Ne- borlage auch polizeiliche Befürchtungen für die öffentliche woher die preiswerten Waren im Laden stammen! Gegen gierung und der Blodgenossen von der Rechten nicht ent- Ordnung und Sicherheit als Verbotsgründe gelten lajjen das von der Sozialdemokratie geforderte schrittweise Verbot schließen. Und da sein Viertelsangebot der Rechten zu gering wollte. In der polizeilichen Praxis wird der Unterschied nicht der Hausarbeit hatte er einzuwenden, es mache die Arbeiter war, so fiel es mit dem§ 7 und eine Lüde gähnt jest, wo jene gerade überwältigend sein. Das hohe Strafmaximum von brotlos. Als ob dann nicht die Fabrikanten genötigt sein Bestimmung stehen sollte, die den barbarischen Ausnahme- 600 Mt., das die Strafbestimmungen des Entwurfs vorfahen, würden, die Produktion in Arbeitsräume zu verlegen, die den gefeglichen Schußbedingungen entsprächen! Kurz, Herr Naugefeßkampf der preußischen Reaktion gegen die Polen in die ist auf 300 beztv. 150 mt. herabgesetzt worden. Eine Sicherung des Koalitionsrechts hat dagegen die mann redete ebenso ethisch, aber auch ebenso unpraktisch wie Reichsgesetzgebung verpflanzen sollte. Es ist eine verdiente, eine zehnfach und hundertfach ver- Rommissionsmehrheit in das Gesetz zu bringen fich geweigert weiland der Oberstleutnant Egidy. Der freifinnige Fabrikant Günther aus dem Vogtland diente Ohrfeige, die dieser Beschluß der Kommission der und den§ 16, der die schändlichen Ausnahmebestimmungen den Standpunkt der wohlwollenden" preußischen Regierung verfekt. Hundertfach verdient ist diese gegen die ländlichen Arbeiter und Dienstboten, die ihnen das vertrat wieder Brandmarkung der preußischen Polenpolitik, die so unge- Koalitionsrecht nehmen, für absehbare Zeit fonservieren soll, Fabrikanten, der die Hausindustrie für reformbedürftig, aber Brandmarkung der preußischen Polenpolitik, die so unge: heuerlich, so sehr wider alle Gebote zivilisierter Gesellschaft hat die Kommission nicht hinausgebracht. Es soll nach dem unentbehrlich erklärt, im Interesse der Arbeiter" natürlich. Willen der Mehrheit bei diesem schreienden Unrecht bleiben. Genosse Stadthagen schälte aus dieser Hülle des ist, daß selbst der Blockfreisinn davor zurückschreckt, sich zum Die Konservativen haben beim§ 2 heftige Vorstöße gegen Wohlwollens für die Arbeiter den Kern, die Rücksicht auf die Mitschuldigen an diesem Verbrechen wider die Kultur zu das Bereins- und Versammlungsrecht der Frauen und der Unternehmerinteressen heraus. Nicht der Arbeiter, sondern der machen. Selbst der Blockfreisinn, der doch auf den Wink Bülows und vor dem Stirnrunzeln der Konservativen schon Jugendlichen gemacht. Da sie wohl einsahen, daß selbst Ausbeutung wegen wolle man die Hausindustrie erhalten. so vieles an Grundsätzen und Würde geopfert hat, der so ihre nächsten Bankgenossen, die Nationalliberalen, nicht dafür Der angeblich versittlichende Einfluß der Kinderarbeit sei ein vieles geschluckt, so manche starke Zumutung hingenommen zu haben sein würden, die Entrechtung der Frauen aufrecht zu Unternehmertric, den schon in den vierziger Jahren die hat, ohne zu muden. Dieser auf den Fischbed gekommene erhalten, wie fie die preußische Verordnung ausspricht,( die fie englischen Unternehmer für die grauenhafteste gesundheitFreifinn, der um des Blocks willen, um der Stellung als Re- mit Schülern und Lehrlingen zu den Unmündigen zählt), fo zerstörende Kinderausbeutung vorgebracht hätten. Wenn Herr gierungspartei willen den legten Rest von Liberalismus stück beschränkten die Herren sich darauf, den Frauen wenigstens Naumann, an der völligen Beseitigung des Elends verzweifelnd, สิน den Wählerversamm auf die Armenpflege hingewiesen habe, so sei das die Bankrottweise drangab, er hat hier eine Ablehnung gewagt, die den das Recht des Zutritts Blod aufs höchste gefährden kann! Das hat er getan um des lungen streitig zu machen, natürlich um der Würde erklärung der tapitalistischen Sozialreform. Die Sozialdemoder deutschen Frauen willen"! Die Kommission hat fratie scheue auch hier nicht davor zurück, ganze Arbeit zu Sprachenparagraphen willen! lassen. Um so mehr bestanden sie machen. sie abfallen Dann ging Stadthagen noch ausführlich auf die Mängel der nun auf der Entrechtung der Jugendlichen. Auch darin haben die Konservativen in der ersten Lesung nichts erreicht. Novelle zum Gewerbegesetz ein, die fast durchweg Aber die Gefahr besteht, daß ihnen in der zweiten Lesung der hinter den berechtigten Erwartungen zurückgeblieben sei. Die Freifinn die Jugendlichen zum Opfer bringt. Herr Müller zehnstündige Arbeitszeit der Frauen würde durch die vielen Meiningen hat in der Kommission Andeutungen gemacht, daß Ausnahmebestimmungen nahezu illusorisch gemacht. Nicht in der zweiten Lesung eine Einigung in diesem Punkt auf einmal der Sonnabendnachmittag folle völlig freigegeben In der Kommission müsse darauf hingearbeitet Grund einer Ausgestaltung des Fortbildungsschulwefens möglich sein werde. In einem wichtigen Stück wäre demnach werden, diese Mängel abzustellen sowie für die Sicherung des der Freifinn bereit, noch hinter die Regierungsvorlage zurück Stoalitionsrechts hinzuwirken. Der Arbeitsvertrag sei die zugehen. Noch dazu ohne jeden zwingenden Grund, da die ökonomische Zufluchtsstätte für Millionen Menschen. Es müsse Regierung die Vorlage nicht scheitern laffen könnte wegen Ab- dafür gesorgt werden, daß den Arbeitern die wirkliche Gleichlehnung eines konservativen Verschlechterungsantrags, den fie berechtigung gewährleistet werde. den Konservativen entgegen, so tut er es lediglich im Interesse selbst nicht gefordert hat. Kommt der Freifinn hier wirklich follten! werden. Es ist die schärfste, die schimpflichste Kennzeichnung der preußischen Polenpolitik, die denkbar ist. Selbst die Hörigen des Blocks versagen den preußischen Knebelmeistern den Gehorsam. Ein Brandmal für diese, das unverwischbar bleibt, selbst wenn die Hörigen schließlich doch noch zu Kreuze kriechen Denn noch ist der Ausnahmeparagraph nicht gefallen. Der ersten Lesung folgt die zweite Lesung in der Kommiffion und ihr die zweite und dritte Lesung im Plenum des Reichstage. Da ist noch viel Zeit zum Kuhhandeln, zum Kompromisseln, zum Umfallen. Wie der Freifinn in der letzten, entscheidenden Abstimmung stimmen, ob er festbleiben wird gegen die bekannte Drohung deutscher Minister, daß бав das Gesetz scheitert, wenn die Volksvertretung sich nicht ge versuchten, zwischen der Stellung der anderen bürgerlichen Die Zentrumsabgeordneten Schiffer und Erzberger fügig zeigt, das kann erst die Zeit ergeben. Das Bedürfnis Parteien und der Sozialdemokratie die mittlere Linie zu des Freisinns, wenigstens einen positiven Erfolg seiner BlockDie Forderungen der Arbeiterschaft erfüllt der Entwurf, finden. Herr Erzberger machte dabei den Verschlag, den verrätereien, einen wirklichen Gegenwert für eine lange Liste politischer Verluste seinen Wählern aufzeigen zu können, ist wie ihn die Kommission gestaltet hat, nicht entfernt. Die§ 152 der Gewerbeordnung überhaupt zu streichen, da er nur groß und dringend und könnte ihn schließlich dazu bringen, Sozialdemokratie hat nach Kräften auf Verbesserungen ge- als ein Ausnahmegesez gegen die Arbeiter wirke. diesen Erfolg selbst durch die Zustimmung zu einem fluch- ihres unablässigen Drängens ihrer scharfen Kritif. Sie wird einzugreifen. So gingen denn die beiden Gefeßentwürfe an drungen; das wenige, was erreicht ist, kommt auf das Konto Die Regierung hielt es nicht für nötig, in die Debatte würdigen Ausnahmegesetz zu erkaufen. Aber er hat sich den Weg zu dieser Brücke zum Block durch seine Ablehnung in weiter dafür kämpfen, daß die zweite Lesung dieses Wenige eine Sommission von 28 Mitgliedern. erster Lesung selbst erschwert und er muß sich bewußt sein, nicht wieder streicht. Und die Arbeiterschaft muß ihre Partei daß er den Nutzen, den ihm die jetzige Ablehnung einbringen dabei kräftig unterstützen. fann, zehnfach aufs Spiel segt, wenn er sich zum Mitschuldigen an diesem empörenden Stück preußischer Polenunterdrückung macht. der Blockpolitik. Schluß der Heimarbeiterdebatte. Klaffenkampf oder Tilufionspolitik. " " " " Auf unseren Artikel Verleugnung des Klassenkampfes" ant wortet Genosse Südekum in der Sächsischen Arbeiter. Die Arbeiterschaft hat neben den Polen besonderen Der letzte Tag der ersten Lesung der zwei Gewerbegefege aeitung". Auch die Redaktion dieses Parteiblattes wendet sich Grund, den Sprachenparagraphen zu verdammen. Er ist auch im Reichstage drehte sich fast ausschließlich um die Heim gegen unsere Darlegungen. Obwohl die Entgegnungen zweieinhalb zur Erschwerung ihrer Organisations- und Aufklärungsarbeit arbeit. Es war einem Freisinnigen, dem im Meininger Ober- Spalten Raum einnehmen, bieten sie leider sehr wenig Anhalt zu zu verwenden und die preußische Reaktion pflegt nichts um- land gewählten Schuldirektor Enders, vorbehalten, der einer fachlichen Diskussion. Sübelum und die Sächsische Arbeiterkommen zu lassen, was ihr dienen fann. Die Arbeiterschaft Heimarbeiterausstellung in Berlin etwas am Zeuge zu fliden, zeitung" wiederholen einfach in allerhand gewundenen und unwird deshalb auch aus diesem Gesichtspunkt den Strich durch indem er die Behauptung aufstellte, fie sei tendenziös auf die bestimmten Wendungen die Nedensarten, deren Nichtigkeit und Irriga den§ 7 freudig zustimmend begrüßen. Und fie Herausfehrung der schlechten Seiten der Heimarbeit zu feit wir gerade dargetan haben.„ Tief bliden" läßt es aber immerhin, wird während der ganzen Dauer der Beratung des Entwurfs geschnitten gewesen. daß Südelum die Führung des Wahlrechts- und Wahlkampfes vom auf der Wacht zu bleiben haben, um dem Freisinn den Nacken Uebertrumpft wurde der Freisinnige dann aber von Standpunkte des Klassentampfes aus, d. h. die Belehrung der Wähler zu steifen und ihn am Umfallen zu hindern. dem nationalliberalen Lizentiaten und Sekretär des eban- über die wirtschaftlichen Triebkräfte und Gegensäge innerhalb der gelischen Bundes Herrn Dr. Eberling. Jm Stil und Ton Gesellschaft und Barteien, Seftentattit und AbsondeBei den anderen Bestimmungen des Entwurfs sind in eines Stanzelredners, der eine findliche Freude über alle rungsmethoden nennt. Da sich von preußischen Parteie der Kommission einige kleine Verbesserungen erreicht worden. Einrichtungen in dieser schönen Gotteswelt erfünftelt, um das blättern eigentlich nur die Magdeburgische" Bollsstimme" durch Ab So ist namentlich die sehr gefährliche Bestimmung im§ 9 ge- Volt, den dummen Michel, zur demütigen Erduldung aller drud des Artikels Südekums auf deffen Seite gestellt hat, hoffen ändert worden, wonach die Polizei zur Auflösung einer Ver- der Erniedrigungen und Entbehrungen zu erziehen, die ihm wir, daß die preußische Sozialdemokratie den Wahlkampf tros des sammlung berechtigt sein sollte, wenn einem Redner, dessen der Kapitalismus aufbürdet, pries er das Los der Heim- revisionistischen Elelnamens Seftentaftit" im Geiste dieser Taftit, Ausführungen nach Ansicht des überwachenden Beamten den arbeiter in ihren schmucken Wohnungen beim genußreichen 8u- der sozialistischen, führen wird. Tatbestand eines Verbrechens oder eines nicht nur auf An- sammenarbeiten der ganzen Familie. Vor Entzücken verdrehte Aber ein Argument hat Südekum doch vorzubringen. Die trag zu verfolgenden Bergehens enthalten, vom Vorsitzenden er die Neugiein und webelte das Köpflein wie ein vergnügtes Sozialdemokratie, meint er, brauche doch nicht zu beweisen, daß der nicht das Wort entzogen werde. Diese Fassung, die die Lämmerschwänzchen, als er von einem alten Paar erzählte, Freifinn, dem wirtschaftlichen Intereffe seiner herrschenden UnterRedner direkt der Polizeiwillkür unterstellt hätte, die selbst einem Ebenbild von Goethes Philemon und Baucis, nehmerkreise gemäß, nicht für die Gleichberechtigung des Proletariats für Preußen eine erhebliche Verschlechterung des jetigen Bu- die er in ihrem Heim bei der Zigarrendreherei angetroffen eintreten fönne. Man brauche nur die an der Demokratie inter standes bedeuten würde, ist ersetzt durch eine Bestimmung, die und die er beglückwünscht habe, daß fie fo ein effierten Elemente des Freisinns au beranlassen, die Verwirkichung sich im wesentlichen an die preußische Verordnung anlehnt. Sie trächtiglich zusammen ihre Tagesarbeit verrichten fönnten, der freifinnigen Programmforderung des allgemeinen und gleichen bedroht die Versammlung dann mit Auflösung, wenn in ihr während er in Berlin, fern von der liebenden Gattin, feine Wahlrechts energisch zu verlangen. Gäbe der Freifinn dann seine Anträge oder Vorschläge erörtert werden, die eine schweren Pflichten als Reichstagsabgeordneter in trüber Ein- Programmforderung preis, so sei gerade das die beste Aufklärung Aufforderung oder Anreizung zu Verbrechen oder nicht nur samkeit verrichten müsse. Daß die beiden alten Leute das über die vorhandenen Klaffengegenfäge. " auf Antrag zu verfolgenden Vergehen enthalten. Es ist be- als bitteren Hohn empfunden haben, hat Herr Everling in Das klingt leiblich, ist aber doch nur bloßes Gerede. Der Freis zeichnend, daß dieses Festhalten an einer Bestimmung der bald feiner pfäffischen Selbstgefälligkeit offenbar ebensowenig finn wird natürlich nicht so einfältig sein, seine Programmforderung «ffensichtlich zu verleugne». ES wird pathetisch daZ allgemeine gleiche Wahlrecht fordern. Er wird auch dafür st i m m e n, wie er daS ja am 10. Januar schon getan hat. Schließlich aber wird er sich dann doch mit einem Kompromitzwahlrccht abspeisen lassen, und er wird dann noch damit renommieren, daß er wenigstens etwas herausgeschlagen habe. Und vom Standpunkt des parlamentarischen WahlrechtSlampfeS aus wird ihm schließlich auch kein Mensch einen Vorwurf daraus machen können, daß er schließlich akzeptierte, was zu bekommen war. So lange also die Kritik an der Oberfläche haftet, sind die Karten des Freisinns so leicht nicht auf- zudeckenl An schonen Ausreden wird es dem Freisinn also nicht fehlen. und die Anhänger, die die Blockpolitik nicht zur Sozialdemokratie trieb, werden sich auch mit der„Politik des Erreichbaren� begnügen, sofern sie die Führer mit dem allgemeinen und gleichen Wahlrecht nur auf die Zukunft vertrösten. Der Freisinn wurstelt dann eben weiter, trotz konservatw- liberaler Paarung und trotz Wahlrechts- Verrats. Will man die demokratischen Elemente des Freisinns auf- klären, so darf daS nicht den politischen Ereignissen selbst über- lassen werden, sondern man muß den Wählern die Handlungen des Freisinns im Lichte des Klassenkampfes zeigen. Und wir sollten meinen, daß das Maß der Freisinnssünden bereits ein so gerüttelt volles sei, daß es wahrhastig nicht noch weiterer Sünden bedürste. um Arbeiter, Kleinbürger und Intellektuelle durch prinzipiell-sozialistifche Be- leuchtung der Freisinnspolitik zur Sozialdemokratie heruberzuziehenl Denn nur dadurch, daß sie sich der pro- letarischen Klassenbewegnng anschließen, bedeuten sie eine Ver- stärkung der Armee der Wahlrechtskämpfer und des von ihr aus- gehenden Druckes; innerhalb des Freisinns bilden sie eine ohn- »nächtige, immer wieder vertröstete und dann stets von neuem düpierte Minorität, deren politische Energie völlig brachgelegt ist. Soll aber der Freisinn, und sollte das Zentrum wirklich durch Stimmenverluste zu Konzessionen an die Demo- lratie zu zwingen sein, so wäre gerade das Mittel des Klassenkampfes und der durch ihn verursachten Schwächung dieser Parteien daS einzige Mittel, daZ widerstrebende Bürgertum nach links zu drängen. Die„Sächsische Arbeiterzeitung" meint. eS bedürfe nicht der Wiederholung der Klassenkampf a u f s ch r i f t auf jedem Artikel. Sicherlich nicht— aber wenn Genossen wie Südekum und andere mehr Wahlbetrachtungen anstellen, die der sozialistischen Auffassung des Klassenkampfes geradezu mit Fäusten ins Gesicht schlagen, so ist es leider not- wendig, solche Genossen wieder einmal an das ABC des Sozialismus zu erinnern. Zudem handelt es sich gar nicht um einen theoretischen Streit, sondern um etwas eminent Praktisches und Wichtiges: die Taktik des bevorstehenden Wahlkampfes! Und wenn die„ M u» ch e n e r P o st" dem Genossen Südekum durch die un- verblümte Parole beispringt:„Der preußische Wahlrechtskampf— kein proletarischer Klassenkampf"— so ist daS erst recht ein Beweis für die Notwendigkeit, alle Versuche, die proletarische Wahlkampftaktik auf die revisionistischen Abwege einer unfruchtbare» JllusionSpolitik zu bringen, schon im Keime zu ersticken I— Sie englische Schnlvorlnge. London» 26. Februar. Seit sechs Jahren befindet sich England kn einer Volksschulkrise. Es handelt sich dabei nicht um den Unterricht weltlicher Gegenstände oder um bessere pädagogische Methoden, sondern um die Form des Religionsunterrichts. Es ist ein Kampf der verschiedenen religiösen Sekten, der nur durch die Verweltlichung der Schule, durch die Trennung von Staat und Religionsunterricht endgülfig beseitigt werden könnte. Aber diese logische Lösung wollen weder die Konservativen noch die Liberalen annehmen. Die Logik, sagen die Engländer, ist revolutionär, und zu einer Revolution darf man nur greifen, wenn alle Mittel, die die Erfahrung sonst bietet, vollständig versagen. Seit 1902 hatten wir mehrere Unterrichtsvorlagen, die teils von den demokratischen Sekten, teils vom Oberhause verworfen wurden, so daß die liberale Regierung abermals gezwungen ist, mit einer neuen Vorlage hervorzutreten. ES ist indes recht zweifelhaft, ob sie, wenn an- genommen, das Land befriedigen würde. England und Wales(also ohne Schottland und Irland, die ein eigenes Schulwesen haben) besitzen zweierlei Volksschulen: öffentliche und freiwillige. Die öffentlichen Volks- liultmpolitliche Lloiien.'' Vom nationalen Gefühl und der NationalitStssimpelei. Eine russische Genossin, die jahrelang die aufreibende Klein- arbeit der sozialistischen Agitation unter den russischen Arbeitern leitete, in den Tagen der siegreichen Revolution die proletarischen Organisationen mächtig emporwachsen und dann unter dem SchreckenSregime der Diktatur zusammenstürzen sah, kam nach Verlin und unterrichtete sich über die sozialistische Bewegung in Deutschland. Sie merkte sich die großen Zahlen der deutschen Gewerkschaften und der sozialdemokratischen Organisationen, die Stimmenabgaben, die Vertretungen in den verschiedensten Wahlkörper- schaften, die Auflagen der Zeitungen, sah sick das große Haus des„Vor- wärtS" an, sah die Ungetüme von RotationSmaschinen, welche die Aufgabe haben, daS geistige Destillat des Sozialismus, um das sich mehrere starke Männer im Oberstübchen der Redaktion bemühen, mittels Druckerschwärze auf zahllose ZeitungSblätter zu übertragen; und nachdem sie das alles wahrgenommen hatte, sagte sie: — Wenn ich sehe, wie großzügig, wohlgeordnet und festgefügt hier alles ist, so empfinde ich— ich muß eS zu meiner Beschämung gestehen— einen Neid. Ein Gefühl der Mißgunst steigt in mir auf, daß die Deutschen daS alles haben und wir Russen nicht. DaS Gefühl, daS meine junge russische Freundin beseelte, war gewiß von einer Art, daß sie sich seiner nicht zu schämen brauchte. Die Freude über die Erstarkung deS Sozialismus in Deutschland weckte in ihr den brennenden Schmerz um die Schwierigkeiten, mit denen er in Rußland zu kämpfen hat, und löste den Seufzer aus: „Ach, wenn wir das alle? doch bei uns hätten!" Der nationale Wettbewerb um den Sozialismus, der der Inbegriff ist der größten Freiheit und des größten Glücks der gesamten Menschheit, führt nicht zu nationalem Hader, sondern zur internationalen Solidarität. Abgesehen von den täglich wachsenden materiellen Zusammenhängen de? gewerkschaftlichen und des politischen Kampfes der Arbeiter, kann man das deutlich an der Klassenpsychologie deS Proletariats wahrnehmen. Um bei Rußland zu bleiben, so hat der Heldenkampf des russischen Proletariats in der Revolution das Mitgefühl der Arbeitermasicn in der ganzen zivilisierten Welt ausgelöst. Die russische Revolution ist *) Wegen Raummangel von der SonntagSnummer des 1. März zurückgestellt. schulen werden von den Gemeindesteuern und Staaiszuschüssen erhalten und sind paritätisch: der Religionsunterricht besteht aus der Bibel und den allgemeinen Glauben-grundsätzen des Christen- tums. Dia freiwilligen Volksschulen sind kon- fessionell und werden von freiwilligen Gaben ihrer Anhänger und von StaatSzuschüssen erhalten. Die Konservativen ziehen konfessionelle Schulen bor, die Liberalen sind für paritätische Schulen. Die crsteren würden, wenn sie nur könnten, den konfessionellen Schulen die Gemeinde- steuern zur Verfügung stellen. Dagegen sagen die Liberalen, daß die Zahlung von Gemeindesteuern für Schulzwecke auch die Bc- herrschung der Schule durch die Gemeinde und die Befreiung der Lehrer von konfessionellen Prüfungen einschließt. Hinzu kommt noch, daß die Nonkonformistcn(die von der Staatskirche los- gelösten protestantischen Sekten) sich dagegen wehren, für die Schulen der Staatskirche zu steuern. Mit diesen Schwierigkeiten muß die liberale Regierung rechnen und bei der Abfassung einer Ilnterrichtsvorlage irgend ein Kompromiß zwischen den ver- schiedenen Forderungen und Richtungen finden. Die neue Vorlage bestimmt: Eine Volksschule ist im all- gemeinen eine öffentliche Schule, die der Beherrschung durch die Gemeinde untersteht und die von den Lehrern keine andere als wisienschaftlich« und pädagogische Befähigung verlangen darf. Der Schulzwang kann nur von den Behörden der öffentlichen Schulen ausgeübt werden. Die freiwilligen(konfessionellen) Schulen sollen auch fernerhin bestehen. Nur muß der weltliche Unterricht die Höhe des in den öffentlichen Schulen erteilten erreichen, worüber die öffentlichen Schulinspektoren zu entscheiden haben. Sie erhalten Staats- zufchüffe, aber ihre finanzielle Grundlage soll auch fernerhin aus freiwilligen Gaben bestehen. Der Schulbesuch der Kinder kann von solchen Instituten nicht erzwungen werden. Kleine Dorfschulen, die mindestens 30 Schüler haben, sollen der Gemeinde unterstellt, also zu öffentlidhen Schulen gemacht werden. Der Unterricht soll entweder weltlich oder paritätisch sein; jedoch steht eS den Eltern frei, ihren Kindern an Sonn- abenden und Sonntagen in den Schulgebäuden konfessionellen Religionsunterricht durch Geistliche erteilen zu lassen. Im Namen der Arbeiterpartei sprach Genosse Macdonald gegen die Vorlage und zeigte, daß die einzige logische und vraltische Lösung die Lerweltlichung der Schule sei.— politifcbc ücbcrlicbt. Berlin, den 2. März 1908. Der Bankrott des Strafvollzuges. Das Dreiklassenparlament beendete heute die zweite Lesung des Etats für das Ministerium des Innern. Zu leb- hasten Erörterungen kam es bei dem Kapitel„Land- g e n d a r m e n", über deren schlechte Besoldung ebenso zu klagen ist wie über die aller anderen preußischen Staats- Proletarier. Müller-Berlin, der Entdecker des Generalstreiks vom 13. März, forderte naiv Wahlfreiheit für die Gendarmen, mußte sich aber von dem Zentrumsabgeordneten Busch darauf hinweisen lassen, daß selbst Naumann den schweren Fehler begangen hat, eine Erneuerung des alten bismärckischen Beamtenerlasses für die Wahlen zum Landtage für 1903 zu fordern. Das war allerdings in der Zeit, als des Freisinns rosiger Optimismus im Fürsten Bülow noch einen Wahlrechts- kämpfer sah. Beim Kapitel„Fürsorgeerziehung" wurde lebhast über den Mißerfolg der Fürsorgeerziehungsanstalten geklagt, wobei nebenbei wiederum zum Vorschein kam, daß die Fürsorgezöglinge zum großen Teil in schwerer Arbeit für geringen Lohn anS- gebeutet werden. Auf die wahren Gründe des Mißerfolges derFür- sorgeerziehnng wies keiner hin. Sie sind bei den Enthüllungen auS dem Greifswalder Mädchenheim der Oeffentlichkeit bekannt ge- worden und bestehen in Prügeln, kulturwidriger Behandlung, mangelhaftem Unterricht und Frömmelei. Wegen der Ent- hüllungen über daS Greifswalder Mädchenheini haben übrigens der Regierungspräsident und der Minister des Innern die vor Monaten so stolz angekündigte Klage bis heute noch nicht er- hoben. Aehnliche Gründe liegen dem Mißerfolge der Straf- anstalte» zugrunde. Der Abg. Roscnow. niachte den ganz vernünftigen Vorschlag, zu Gefängnisdirektoren nicht ausschließlich ausgediente Offiziere, und zu den schlecht besoldeten GefäugniSärzten nicht ausschließlich viel beschäftigte Privatärzte nebenamtlich anzustellen. Die tieferen Gründe von dem Proletariat der ganzen Welt mit erlebt morden: die Empfindungen deS russischen Proletariats in diesen Kämpfen über- trugen sich auf die Arbeiterinassen in Europa und Amerika und ließen Millionen und Abermillionen Proletarier ohne Unterschied der Nation, der politischen Vcrhältuisse, der Entfernung in gleichen seelischen Schwingungen aufjubeln, oder Zorn, Haß, Schrecken und Trotz empfinden. So aber auch überall und in allen Dingen. Jeder Sieg des Proletariats in einem Lande wird vom Proletariat der anderen Länder als sein eigener Sieg mitempfunden, jede Niederlage als feine Niederlage. Und bort man in Deutschland von den Zerwürfnissen der sozialdemokratischen Organisationen in Rußland. so weckt daS hier am allerwenigsten das kalte Gefühl der Ueberlegenheit—„um wieviel besser sind wir doch als jene anderen I"—, sondern es schmerzt, weckt Unmut und Unwillen; ebenso wie man sich anderortS seelisch gehoben fühlt, wenn man von der Einheitlichkeit und Stärke des proletarischen Klassenkampfes in Deutschland liest. Man begreift die weltgeschichtliche Tragweite dieses ideellen Zusammenhanges des internationalen Proletariats erst, wenn man sich die nationale Zerrissenheit und den nationalen Eigendünkel ver- gegenwärtigt, die in den Reihen der Bourgeoisie herrschen. Der nationale Gedanke, der in der revolutionären Periode der Bourgeoisie dazu diente. daS Volk über seine Kirchturmöinteressen hinanSzu- bringen und eS gegenüber den privilegierten Ständen zu einigen, und infolgedessen ein großer Schritt vorwärts im Sinne der Ver- allgemeinerung der menschlichen Kultur war, er ist heutzutage in der bürgerlichen Gesellschaft zu einem Mittel der gegenseitigen Ein- schränkung und der Zersetzung des Staates geworden. Die Bourgeoisie jeder Nation sucht mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln der Wirt- schaftlichen, der politischen Macht und auch der Kulwr, die anderen Nationen sich zu unterordnen. Die demschcn Waren, die deutsche Sprache, die deutsche Wiflensrbaft und die deutsche Barttracht in der ganzen Welt! Im edlen Wettbewerb mit den großen verlangen dann die llcinen Nationen ihr eigenes Recht auf Beschränktheit. Sie wollen Ihre eigene nationale Ausbeutung haben und wollen die großen Werke der Weltliteratur nicht im Urtext, sondern in den schlechten Kopien, welche ihre nationalen literarischen Handwerker daraus verfertigen, lesen. Sieht man von dem MordSpatriotiSmuS ab, hinter dem stets eine Beutelabschneiderei steckt, so findet man in der Seele des modernen Kulturmenschen, der„national fühlt", ein recht buntes Gemengsel: Ueberlieferungen aus der Zeit, da der >< für das Versagen aller Versuche, die Kriminalität ein- zuschränken, liegen natürlich in den wirtschaftlichen Verhält- nissen, von denen man im preußischen Privilegienparlament nicht spricht, in der Not und dem Elend der breiten Masse. Die Konservativen und das Zentrum aber wollen die Strafvollstreckung durch brutalere Behand- lung der Strafgefangenen und durch ihre Unterbringung in— konfessionell getrennten Anstalten verbessern. Alle Strafanstalten sollen dem Ministerium des Innern unterstellt werden, von dem man noch skrupelloseres Vorgehen erwartet, als vom preußischen Justizministerium. Nebenbei klagte dieser in Preußen herrschende Block der unbedingten Kulturfeinde über die hohen Kosten der Fürsorgeerziehung, der Unterbringung geisteskranker Verbrecher und der Strafanstalten. Nachdem man heute zur Hebung der Kultur in Preußen Prügel gegen die Straf- gefangenen vorgeschlagen hat, wird man sich morgen im Abgeordnetenhause wieder mit dem vom Herrenhause nur schwach beschädigten Kulturwerk der Polencnteignungsvorlage be- schäftigen.—_ Kein Bündnis mit der Sozialdemokratie! Die Tante Voß erklärt hochnäsig, daß der Freisinn CS ablehne, ein Wahlbündnis mit der Sozialdemokratie anzustreben,„die bei den Landtagswahlen ihre Front nahezu ausschließlich gegen»cii Freisinn richtet". Der brave Freisinn I Seinen Stolz würde eS gar nicht verletzen, wenn die Sozialdemokratie ihn unterstützte, ohne irgendwelche Gegenleistung zu verlangen! Ja, der Freisinn fände eS ganz in der Ordnung, wenn die Sozialdemokratie überhaupt auf jedes selbständige Eingreifen in den preußischen Wahlkampf ver- zichtete. Der Freisinn hat zwar 1903 im ganzen nur 89000 Wähler aufgebracht gegen 314 000 sozialdemokratische Wähler, er hat speziell in Berlin 122 000 sozialdemokratischen Wäblern mir 20 000 freisinnige Wähler entgegenzustellen vermocht»- allein der wackere Freisinn würde eS nur als einen selbstverständ- lichen Tribut der Hochachtung betrachten, wenn die Sozial- demokratie zugunsten des Freisinns befcheidentlich von der Wahlstatt verschwände. Da wir diesen Gefallen dem bescheidenen Freisinn nicht tun können, sondern auf politischem Gebiete dem liberalen Prinzip des freien Wettbewerbes huldigen, schleudert uns die Tante Voß die vernichtende Anklage ins Gesicht. daß wir unsere Front besonders gegen den Freisinn richteten. Mit größerem Rechte könnten wir als die Stärkeren dem Freisinn den Vorschlag machen, doch einfach zu u n s e r e n G u n st e n auf selbständige Wahlbeteiligung zu verzichten und gleich s o z i a l d e m o- k r a t i s ch e Wahlmänner zu wählen l Aber daran beulen wir ja nicht, wir gönne» dem Freisinn gern jeden ehrlich erkämpften Er- folg, sei es auch gegen unS. Wohl aber war die Sozialdemo« kratie 1903 bereit, den Freisinn zu unterstützen, wo sie zu seinen Gunsten den Ausschlag gab, sofern sich der Freisinn durch bindende Verpflichtung bereit erklärte, auch seinerseits die Sozialdemo- lcatie zu unterstützen. Die maßgebenden Freisinnskreise lehnten daS 1903 ab. sie verlangten die sozialdemokratische Unterstützung ohne jede Gegenleistung! Darauf lautete natürlich die sozialdemokratische Parole: Gewehr bei Fuß I Die„Vos fische Zeitung" erklärt mm. daß der Frei- sinn auch diesmal kein„Bündnis mit der Sozialdemokratie" anstreben werde. DaS macht uns nicht unglücklich! Mag der Freisinn sehen, wie weit er mit der Unterstützung der Reaktion kommt. ES ist ja bereits ein nationalliberal-frei- sinniges Bündnis im Werke. Mag der Freisinn sich mit der Partei verbrüdern, die am 10. Januar 1903 gegen die Forderung deS allgemeinen, gleiche« Wahlrechts gestimmt hat! Um so wirksamer wird die Sozialdemokratie den Freisinn bekämpfen können! Wenn der Freisinn sich selbst zu den WahlrechtSgcgnern gesellt und Wahl- rechtsfeinden aktiv oder passiv zum Siege vcrhilft, so kann eS dem Proletariate um so gleichgültiger sein, wie viele der Gegner des g l e i ch en Wahlrechts der offenen Realtion angehören und wie viele der verkappten Realtion! Zur Gemütsbcruhkgung. Die„Freisinnige Zeitung" vom Sonntag, den 1. März. verbreitet die Ente, daß die„Zentralleitung der sozialdemo- kratischcn Partei" für den 13. März den Generalstreik an- ordnen werde. Die„Freisinnige Zeitung" hat offenbar etwas läute» hören, sie weiß aber nicht, wo die Glocken hängen. Zur Gcmütsberuhigung der„Freisinnigen Zeitung" und der von Herrn Müller-Sagan bereits im voraus mobil gc- machten Polizei sei bemerkt, daß bereits seit Wochen von den nationale Gedanke noch revolutionär war. Konkurrenzneid, Literaturinteresse, Kindheitserinnerungen. Raufsucht und Flegelei, alles vom„nationalen Gemüt" überzogen und verschleiert. Ein solcher erklärt mit Eniphase: ich bin ein Deutscher— ein Engländer — ein Russe— und meint damit:„die ganze Welt ist nur zu dem Zweck geschaffen worden, um sie mit dem Erdenfleck zu verschönern. auf dem ich aufgewachsen bin". Aeußert man aber Zweifel, ob denn wirklich die Weltgeschichte und alles, waö geschieht, und die Zukunft der Menschheit nur den Zweck haben, diese oder jene Nation in die Höhe zubringen, so gerät man in eine recht peinliche Situation, die sich etwas verschieden gestaltet, je nachdem man eö mil dem ungemütlichen oder geniütlichen Typus des Nationalisten zu tun hat. Der Ungemütliche sagt nichts, aber er wirft einem einen bösen Blick zu, wie ein zäbneflelscheuder Pavian. Man bekommt daS Ge- fühl, daß man ein für allemal abgetan ist, daß einen, keine Wohl, kein Ausweg mehr gelassen ist und nichts übrig bleibt, als in den Boden zu versinken.„Da du dich nicht als Russe oder Deutscher oder Engländer fühlst, wie kommst du Lumpenhund dazu, überhaupt mit deinem Dasein die Erde zu beschweren?"... Der Gemütliche sieht einen wehmütig und zugleich indigniert an, doch voll mildherziger Verzeihung für die Unbill, die man ihm angetan hat, mit dem saiisten, frommen Blick eines Kretins und sagt. wobei jedes Wort in eine Oeltunke getaucht wird: „DaS verstehen Sie nicht; Sie haben kein nationales Gefühl." Und wieder fühlt man sich tief beschämt und weiß nicht. wo man sich verstecken soll. Man kommt sich vor, wie ein Mensch mit zwei gesunden Augen unter lauter Einäugigen. Wie sie einen über dir Achsel ansehen, wie sie die Köpfe schütteln und einen be- dauern:„der Aermste, er hat ja einen doppelten Blick, sein Auge kann an nichts haften bleiben, da es vom anderen Auge gestört wird, er kann an nichts eine Anbänglichkeik gewinnen— wie findet er sich zurecht, gerät nicht in Verzweiflung mit seinen zwei Augen?" DaS merkwürdigste aber ist, daß dieses nationale Gefühl, das die Seele des Deutschen, Tschechen usw. in Europa so sehr erfüllt, auf einmal verschwindet, wenn der Träger dieses Gefühls den Boden Amerikas unter die Füße bekommt. Doch die Wand- lungen der nationalen Seele sind ein Problem, das eine eigene Behandlung verdient. Wir werden uns vielleicht noch einmal mit dem Leser darüber unterhalten wie auch über die wichtige Frage, wie sich die nationale Seele kleidet. zuständigen Instanzen beschlossen worden ist, daß an allen größeren Orten, wo dieses möglich ist, am Nachmittag des 18. März in Erinnerung an die Märzereignisse von 1848 Voltsversammlungen abgehalten werden sollen, in denen die Wahlrechtsfrage für Preußen zu erörtern ist. Nationalliberale Wahlrechtsforderungen. Der Zentralvorstand der nationalliberalen Partei besißt eine staunenerregende Rührigkeit. Er hat endlich Zeit gefunden, offiziell zur Frage der preußischen Wahlrechtsreform Stellung zu nehmen. Nach einem Bericht des Abg. Schiffer einigte er sich auf folgende gediegene Resolution: obwohl aus seinem Baß hervorging, oap er erst den Tag zuvor nach Minst gekommen war. Am 22. Januar kam der infolge der Mißhandlungen schwerkranke Mann in Ginzelhaft. Schließlich durfte er doch an die italienische Botschaft berichten. Aber auch das hatte keinen Erfolg und Reviné befürchtet das schlimmste, da ihm dia Polizisten offen mit der Wiederholung der Folterungen drohen. Der Gefängnisarzt hat seine Ueberführung in ein Hospital angeordnet, allein das Gefängnishospital ist so überfüllt, daß die tranten Gefangenen auf der Diele liegen. gierung an ihre Pflicht zu erinnern und das unschuldige Opfer der Hoffentlich gelingt es unseren italienischen Genossen, ihre Rerussischen Barbarei den Händen seiner Henter zu entreißen. " Sydowsche Steuerpläne. Das Urteil in Der Reichsverband zur Verleumdung der SozialDemokratie hat nunmehr auch in 2 bed eine Filiale errichtet. Am Donnerstag voriger Woche hielt der Angestellte des Verbandes, Dr. Bovenschenhat nunmehr auch in Lübeck eine Filiale errichtet. Am Donnerstag Berlin, vor den bürgerlichen Parteien Lübecks eine Rede, in der er Die längst widerlegten Lügen gegen die Sozialdemokratie zum Vor trag brachte. Die Fälschung der angeblich Liebknechtschen Worte von den Soldaten als zweibeinige Tiere in Uniform" suchte er vom alichung zugegeben werden mußte! Besonders lebhaft Reichsverband abzuschütteln, troydem bor bem 2übeder Schöffengericht von einem Reichsverbändler die warb Bovenschen um die Gunst der Freisinnigen, denen hauptsächlich der Reichsverband bei der letzten Wahl tatkräftige Hülfe Die Reform des preußischen Landtagswahlrechts ist unaufgeleistet habe. In der Debatte erklärten sich denn auch die Führer schiebbar. Von der Einführung des Reichstagswahlrechts ist abWie die Mil- pol. Korresp." zu melden weiß, soll trotz der freisinnigen Boltspartei und der Freisinnigen zusehen. Die Reform ist auf der Grundlage der von der preu- feiner kurzen Amtsdauer der neue Reichsschatsekretär auf der Bereinigung, die sich in Lübeck Liberale nennen, mit den Bea Bischen Landtagsfraktion gestellten Anträge darauf zu richten, Suche nach neuen Reichseinnahmen bereits eine recht ergiebige strebungen des Reichsverleumdungsverbandes einverstanden und sagten daß Steuerquelle entdeckt haben. Die Stengelschen Novellen zur ihre Unterstügung zu. Liberalismus und Reichslügenverband Ärm 1. zum Ausgleich für die eingetretenen erheblichen Ver- Tabakbesteuerung und des in Arm! Fürwahr, beide sind gegenwärtig einander wert. Spiritusmonopols werden, änderungen eine anderweite Feststellung der so versichert die betreffende Korrespondenz, zurzeit im ReichsWahlbezirke und der Zahl der in ihnen zu wählenden schazamt einer fundamentalen Umarbeitung unterzogen. Die dem Beleidigungsprozeß des Legationsrates von der Groeben gegen Der Prozeß der Caftanjenschen Bauverwaltung. Abgeordneten herbeigeführt wird; 2. daß auf die soziale und wirtschaftliche reinen Fabrikatssteuer erhalten, während die umgeformte Blatte gegen die von Castanjeniche Bauverwaltung gerichteten An2. daß auf die soziale und wirtschaftliche Mehrbelastung des Branntweins dürfte die Gestalt einer den Redakteur Reuter vom„ Kölner Lokal- Anzeiger" wegen der von dem Schichtung des Voltes in ihrer Bedeutung für die Gesamtwohlfahrt Rüdsicht genommen Banderolensteuer vorläufig nur die teuren Tabafforten treffen griffe wurde nach mehrtägiger Verhandlung erst gestern nach Mitterwird; soll. Daneben aber soll die Erzellenz Sydow herausgefunden nacht gefällt. Das Landgericht, welches einen politischen Racheakt haben, daß auch die Poftverwaltung noch manches zur Reuters annahm, verurteilte Reuter zu 500 M. Geldstrafe und zu den Kosten des Verfahrens. Der Schutz des§ 193, der Wahrung Sanierung der Reichsfinanzen beitragen könnte. " Ihr möchte er", heißt es in der Mil- pol. Korrefp.", Staatsanwalt hatte zwei Monate Gefängnis beantragt. öffentlicher Interessen, wurde dem Angeklagten nicht zugebilligt. Der beschadet des Bortvurfes der Verkehrsfeindlichkeit, in der Aufbringung der Reichseinnahmen eine ähnliche Stellung zuweisen, wie sie die Eisenbahnen im Etat Preußens spielen. Angeblich jezt die Reichspost an den Postgebühren der Zeitungen jährlich fast Wie uns aus Harburg telegraphiert wird, berbot bie 35 Millionen Mark zu. Etwa 11 Millionen Einnahmen auf diesem Polizei einen Lichtbildervortrag des Genossen Grempe über Gebiete stehen volle 45 Millionen Infoften gegenüber. Hier will Frankreich. Die Versammlung fand aber statt und Grempe bestimmten Anzeichen zufolge die Sydowsche Reform referierte über das aktuelle Thema: Die Gesebesuntenntzuerst einfegen und, unter gerechter Würdigung der Verhältnisse, nis der Harburger Polizei". Nach dem Vortrag unter Mehreinnahmen von vielen Millionen schaffen. Auch eine Erhielt sich die Versammlung mit der Vorführung harmloser Lichthöhung der Borttage für Inland telegramme bilder. Als aber Grempe das Bild Ludwigs XIV.(!) borführte, von 5 auf 7 Pfennig gehört unter die dem neuen Staatssekretär wurde die Versammlung aufgelöst. Ob dadurch der französische zugeschriebenen Finanzprojekte. Nur die Grundtage von 50 Pfennig oder der deutsche Staat gerettet wurde, darüber meldet uns unser für 10 Worte das Telegramm des fleinen Mannes" fol Storrespondent nichts. beibehalten werden. 3. daß in diese Reform die geheime und direkte Stimmabgabe aufgenommen wird. Neues enthält diese sogenannte„ Stellungnahme" nicht. GeHeime und direkte Stimmenabgabe, Pluralwahlrecht mit besonderer Begünstigung derer, die aus Besik und Beschäftigung hohe Revenüen ziehen und deshalb hohe Steuern zahlen können, ferner eine Einteilung der Wahlbezirke, die den Großindustriellen eine starte Vertretung im preußischen Abgeordnetenhause sichert: das find die Forderungen, auf die sich das Freiheitsgefühl der nationalliberalen Größen beschränkt. Und selbst diese bescheidenen Forderungen werden teine allau eifrige Vertretung durch die nationalliberalen parlamentarischen Kommis des industriellen Großfapitals finden; denn den Schlotbaronen, die die Mittel für die Parteitaffe liefern, sind selbst derartige Wünsche, wie erst türzlich Herr Vorster befundet, noch viel zu radikal. sationen: ,, National" als Schwindelfirma. " Ein Polizeistreich. Vom Gendarmenwit im Oberelsaß. Im elsaß- lothringischen Landesausschuß brachte vorige Woche der Abg. Blumenthal den Wiß des Gendarmen Herrschelmann zur Sprache, der im Frühjahr 1907 aus einem Schranke im Schullokal der Gemeinde Ueberstraß im Oberelsaß die Die Mitteilung wird voraussichtlich dementiert werden was natürlich nicht ausschließt, daß sie im wesentlichen richtig Die freifinnig- boltsparteiliche Breslauer 8tg." leiftet ist, wenn auch einzelne Zahlenangaben nicht stimmen mögen. fich in einem Artikel über Gelbe Gewerkschaften" fol. Die neue Erzellenz hat deshalb ihren Posten erhalten, um die genden Hymnus auf die gelben Streitbrecherorgani fog. Reichsfinanzreform im Sinne der Agrarkonservativen und Mobilmachungsbefehle nahm, diese dann vom Lehrer ihres Geschäftsausschusses, des preußischen Staatsministeriums, forderte, und da dieser sie natürlich nicht beibringen konnte, ihm durchzuführen, und deren Steuerprogramm schließt die Ein- und dem Bürgermeister mit Verhaftung drohte. Der Lehrer beSo bleiben nur neue sprach schließlich den Gendarmenwit in einer Zeitung, wo er den führung direfter Reichssteuern aus. Steuern auf den Verbrauch der Masse: auf Branntwein, Bier Gendarmen als Dieb bezeichnete und dafür 50 M. Strafe erhielt. und Zigarren. Da aber in Anbetracht des stetig steigenden Der Gendarm aber wurde zur Strafe" aus dem öden Ueberstraß Defizits der Reichsfinanzen aus diesen allein der nötige Be- nach dem weinfrohen Bogesenstädtchen Wingenheim verfekt. notwendigerweise versuchen, noch andere Steuerquellen zu im Journal d'Alsace- Lorraine" befannt, daß das Ministerium auf trag nicht herausgeschunden werden tann, muß Herr Sydow Staatssekretär v. Stöller erklärte im Landesausschuß, daß er ein Begnadigungsgesuch des Lehrers unterstüßen werde. Jetzt wird entdecken. Daß er dabei auf die Erhöhung des Zeitungs- ein Begnadigungsgesuch des Lehrers geantwortet habe, daß es portos und der Telegrammgebühren verfallen ist, erscheint nicht in der Lage sei, das Gesuch dem kaiserlichen nicht verwunderlich; hat er doch bereits bei der Finanzreform Statthalter befürwortend vorzulegen. des Jahres 1906 mit anerkennenswerter Zähigkeit die Er- überhaupt ein Standal, daß ein Lehrer, der sich in der Bezeichnung einer Tatsache, die für ihn die größten unverschuldeten Unannehm höhung des Drtsportos befürwortet. lichkeiten mit sich bringen konnte, nur in der Form etwas vergriff, berleßlich, auch dann, wenn er dumme Wize macht. Der Gendarm um Gnade betteln muß. Aber so ist es nun einmal im Rechtsstaat Deutschland. Die Person des Gendarmen ist heilig und unist der Atlas, auf dem die Säulen des Reiches ruhen. „ Es kann nicht verkannt werden, daß an sich dieser Bund, „ Es kann nicht verkannt werden, daß an sich dieser Bund, ber sich als vierter zu den drei bisherigen Arbeiterorganisationen gefellt, eine 2üde auszufüllen wohl geeignet wäre. Die sozialdemokratischen freien Gewerkschaften haben sich, ganz abgesehen von ihren utopistischen sozialen Endzielen, in eine so fubverfive Streifpolitik verbissen und üben einen solchen Terrorismus, Dem Programm der Hirsch- Dunderschen Gewertver daß die Reaktion unter den Arbeitern selbst nicht ausbleiben tann. cine fehlt eine ausgesprochene, die Masse der Ar beiter faszinierende politische Idee. Diese christlich- sozialen Gewerkschaften arten aber immer mehr zu Verbänden aus, die von der reaktionären Richtung der Kirchen, sei es vom Ultramontanismus oder vom protestantischen antisemitischen Orthodorismus Stöckerscher Observanz am Gängelbande geleitet werden. Dem Plan, die nationale dee als einen Standart aufzu idarten, wäre also in der Tat eine hohe Bedeutung nicht flanzen, um den sich alle frei und unabhängig denkenden Arbeiter abzusprechen." Wenn dann noch die Erbschaftssteuer etwas erweitert und unter nicht läßt sich vielleicht auf zwei, drei Jahre das erhöht wird natürlich nicht zu biel; denn das gestatten die och im Reichssäckel stopfen, bis sogenannte unvorher gesehene Fälle" wiederum eine neue Reichsfinanzreform nötig Der nationale" Schwindel, der bei den Blod- oder Hottentottenwahlen dank der Arbeit des Reichsverbandes und der amtlichen Wahlmache gezogen hat, soll also nach Ansicht des machen. Freisinns auch auf gewerkschaftlichem Gebiete ziehen. Die Hirsch- Dunckerschen sollen von den Gelben die nationale Zwei liebevolle" Soldatenerzieher! Maste vielleicht auch sonst noch einiges?! ent- Soldatenmizhandlungen tommen am Dresdener Kriegs: Ichnen, um die Arbeiter zu faszinieren". Auf solchen durchgericht jett fortgefest zur Verhandlung. Folgende zwei fichtigen Schwindel fallen Arbeiter denn doch nicht herein! Ein gefolterter Journalist. Fälle feien hervorgehoben. Oefterreich. Der kroatische Statthalter. Gs ist Abend gelegentlich der Abreise des Barons Agram, 1. März. Jm hiefigen Staatsbahnhof tam es gestern Budapest zu einem großen Standal. Die zahlreiche Boltsmenge Rauch nach stürmte mit Gewalt auf den Bahnhofsperron, um gewaltsam gegen ben Banus vorzugehen; dieser mußte in den Hofwartefalon flüchten, welchen er, als der Gilzug in der Station eintraf, durch eine Seitentür berließ und so unbelästigt den Zug besteigen fonnte. Frankreich. Nachwahlen. Wegen Mihhandlung eines untergebenen hatte sich der Sergeant Fuhrmann vom 12. Jägerbataillon zu verantworten. Er hatte eines Sonntags nach dem Kirchgange( 1) einen Jäger, weil dieser zu schlapp" gewesen sein soll, mit beiben Fäusten vor die Brust gestoßen, daß der Golbat gegen die Schränke taumelte. Der Angeklagte will den Soldaten nur mit seiner Brust berührt haben. Er wird von seinem Hauptmann Paris, 2. März. Bei der gestrigen Senatswahl in als ein„ tüchtiger" Unteroffizier geschildert, der im Dienst- Besançon wurde der Radikalsozialist Grosjean eifer etwas zu weit gegangen" ist. Das Gericht glaubte gegen den Progressisten Mousier mit 484 gegen 412 Stimmen diefe Roheit mit 5 Tagen mittlerem Arrest genügend gestraft zu gewählt. In Die, Dep. Drôme, ist Archimbaud( Radikalsozialist) haben. Es nahm nicht Mihhandlung, sondern nur bor. schriftswidrige Behandlung an. In den bei der Mig- in die Deputiertentammer gewählt worden. handlung gebrauchten Ausbrüden freches Subjeft" und trauriger Mensch" hat es auch keine Beleidigung, sondern eine be rechtigte Stritit" erblickt. Italien. Nasi. Ueber einen scheußlichen Att russischer Polizei brutalität berichtet die Frantf. 8tg.". Der Korrespondent der Frankfurter Boltsstimme", ein Italiener C. Leviné, war am 4. Januar in Minst eingetroffen und am nächsten Tag bei einem seiner Bekannten, dem Studenten Kagan, zu Besuch. Plötzlich kam die Polizei und verhaftete alle sechs anwesenden Per fonen. Herr Leviné legitimierte fich sofort mit seinem von der notariell beglaubigten Legitimationskarte der Frankfurter Volksstimme". Trotzdem wurde er einer förperlichen Unterfuchung unterworfen, bei der man aber nur Zeitungsausschnitte und journalistische Notizen fand. Um 3 Uhr nachts wurde er in ein dunkles Loch beim Polizeilokal gesperrt, das dazu dient, Landstreicher und Betrunkene zu beherbergen. Der Grund seiner Verhaftung wurde ihm nicht mitgeteilt. Er konnte nur bermuten, daß Wegen Mißhandlung in awei Fällen war ber Rom, 2. März. Nasi ist entschlossen, gegen das Urteil des die Polizei die sechs Leute als eine revolutionäre Versammlung Unteroffizier Beyer vom 178. Infanterieregiment ange- obersten Gerichtshofes Berufung einzulegen, um Beit zu ge betrachtete. Am 7. Januar jah Leviné auf dem Hofe der Polizei- flagt. Dieser rabiate Stellvertreter" hatte einem Refruten auf winnen. Er hofft, nach dem zweiten Prozeß seine Gefängnisstrafe verwaltung, wo die Verhafteten spazieren geführt wurden, eine Pforte offen, er betrat durch sie den nächsten Garten, von wo er dem Schießstand, weil dieser etwas versehen hatte, von hinten bereits abgesessen zu haben. Giornale d'Italia" glaubt mitteilen zu können, daß der König die Begnadigung Nasis am Die Straße erreichte. Auf der Straße fezte er sich in die erste einen kräftigen Schlag mit einem Schlüffel ins Genid versetzt. Der 14. März, dem Namenstage König Humberts, verfügen wird. Droschte und fuhr davon. Bald jedoch holten ihn drei Schußleute, Soldat schrie vor Schmerz auf und trug eine blutende die ihm in einer anderen Droschte nachseßten, ein. Ohne an Wider. Wunde davon, woraus sich eine große Beule entwidelte. stand zu denken, ergab sich Leviné sofort den Schußleuten, die ihn Ginige Zeit danach hat der Angeklagte demselben Soldaten zu Boden warfen und bestialisch zu mißhandeln während des Grerzierens ebenfalls wieder mit einem harten Gegen- London, 2. März. Daily Netvs" bringt einen längeren Ar begannen. Er wurde mit Füßen getreten, man schlug ihn mit stand zwei heftige Schläge hintereinander auf den Hinterkopf ver- titel über die Aus standsgefahr in den Vereinigten Fäusten, mit den Kolben der Revolver ins Gesicht, und das in jetzt. Auch hier hat der Soldat vor Schmerz laut aufge. Staaten. Das Blatt verzeichnet das Gerücht von einem anGegenwart einer großen Menschenmenge, die erfolglos gegen die Roheit der Polizisten protestierte. Nach der Mißhandlung wurde schrien und hinterher noch bier Tage lang Schmerzen geblich bevorstehenden Gene r'a I streit. Das Zeichen hierzu Lebiné in eine Drofchte geworfen, die Schuhleute nahmen auf dem gehabt. Der Solbat hatte durch den Schrei den Feldwebel auf- follen die Eisenbahnarbeiter geben, welche die angefündigte Lohna Gih Blah und fuhren fort, ihn mit Fäusten zu schlagen. Als der merksam gemacht und dieser brachte den Vorfall zur Meldung. Gine reduzierung nicht anerkennen wollen. Verhaftete in das Polizeilotal gebracht worden war, machten bie ärztliche Untersuchung auf etwaige Folgen der MißhandBolizeioffiziere den Schuhleuten Vorwürfe, daß fie Lebiné nicht lungen fand nicht statt.(!) Da der Tatbestand einer Mißhanderichossen hätten, worauf sich diese wieder auf ihn loßstürzten; lung flar zu ersehen war, mußte das Kriegsgericht auch auf eine er wurde zu Boden geschlagen und die Schuhleute traten den am solche erkennen und warf gegen den Soldatenschinder 3 Wochen Boden Liegenden mit den Füßen und Stiefelabfäßen und bedeckten mittleren Arrest(!) aus. Es nahm zugunsten des Angeklagten feinen ganzen Störper mit Schlägen, wobei die heftigsten Siebe in dessen„ Erregung"," gute Führung" und Beurtei bie Gegend der Lungen gerichtet waren. Am eifrigsten zeigte sich der Oberschutzmann Nummer I. lung an. Wenn es sich um Borgesette" handelt, finden die Gerichte immer die nötigen und schwerwiegenden" Milderungsgründe. Wahlrechtsdemonftranten vor Gericht. England. Ein angeblicher Generalstreik. Rußland. Sieben Hinrichtungen. Die sieben Todesurteile, bie das Kriegsgericht des Baren über die Teilnehmer an den Attentat3plänen gegen den Großfürften Nifolaus, Stolypin und den Justizminister verhängt hatte, find Sonntag in Petersburg vollzogen worden. Unter den Hingerichteten befand sich auch Lebedinzew, den man nach seinem Baffe für den italienischen Journalisten Mario Calvino ge= halten hatte. Lebediugem hatte in Rom Naturwissenschaften studiert und soll mit Calvino, einem Professor der Agrifultur, be freundet gewesen sein. Calvino selbst gibt an, daß ihm sein Bas auf unbekannte Weise abhanden gekommen wäre. Er wird jetzt von der italienischen Bolizei überwacht. Lebediuzew hat übrigens alle Interventionsversuche zurückgewiesen, die die italienische Regierung zu feinen gunsten unternehmen wollte. Amerika. Nachdem die Schuhleute müde geworden waren, begannen die Polizeioffiziere die Erefution mit Fauftschlägen ins Ge. ficht, mit flachen Säbelhieben fortzusetzen. Die Mißhandelungen trugen nicht nur den Charakter ber Rache, sondern auch den der Folter", schreibt Leviné in seiner Eingabe. Denn man Die Genoffen 3illes, est tamp und Milow in Düffelwollte wissen, wohin er fliehen gewollt und wer ihm zur Flucht dorf follten am 12. Januar ohne polizeiliche Erlaubnis einen öffent berholfen habe. Weder der italienische Reisepaß noch die übrigen lichen Umzug veranstaltet haben, fie erhielten deshalb ein Straf Dokumente Levinés schützten ihn vor den Polizisten. Man erklärte mandat bon 30 Mart. Gegen diese Strafmandate erhoben fie für gefälscht, aber auf das Ersuchen Levinés, sich in der unsere Genossen Einspruch und erzielten sie vor dem Schöffenitalienischen Botschaft nach seiner Identität zu erkundigen, ant- gericht ihre Freisprechung. Die Polizei wollte beweisen, worteten ihm die Polizisten mit Gelächter und neuen Mißhand- daß die brei Angeklagten als Borstandsmitglieder des fozialdemo lungen und der Polizeibeamte Rymfus erklärte: as gehen fratifchen Boltsvereins die Veranstalter des Aufzuges gewesen, was uns die Botschaften an!" Leviné erklärte, seine vom Ge- ihr aber nicht gelang. Die Genossen erklärten, daß fie öfter an der Dem Kriegssekretär Taft wurde jüngst in einer Versammlung richt anerkannte Schuld, wenn er eine solche habe, büßen zu wollen, Spiße des Zuges marschiert seien, um einen Zusammenstoß mit der die Frage vorgelegt:" Was soll ein Mann tun, der auf seiner er dürfe jedoch nicht willkürlich behandelt werden. Als Antwort Bolizei zu verhüten. Es mußte von den Beugen zugegeben werden, Hände Arbeit angewiesen ist und trotz redlichen Bemühens teine darauf zog man ihm seine Oberkleider aus, um die Schläge daß die Menge den Anordnungen der Polizei feinen Widerstand Arbeit findet?" Darauf antwortete Taft in aller Unempfindlicher zu machen. An die italienische Botschaft zu entgegensetzte, und daß sich die. Teilnehmer des Buges nachher ruhig schuld und harmlosigkeit:" God knows, I don't!"" Der liebe Gott telegraphieren, wurde ihm nicht die Möglichkeit gegeben. Im Gefängnis wurde dann Leviné nochmals mishandelt. Erst zu Hause begaben. Der Amtsanwalt hatte die Abweifung des Ein- mag's wiffen, ich weiß es nicht!" So hülflos ficht der grötz Im Gefängnis wurde dann Leviné nochmals mißhandelt. Erstspruchs am 18. Januar wurde er vor den Staatsanwalt geführt. Er wurde pruchs beantragt, er wird also wohl Berufung gegen das frei Staatsmann nach Roosevelt, den die republikanische Bartei besigt sprechende Urteil anmelden. beschuldigt, zur Minster sozialrevolutionären Partei" au gehören, Eine staatsmännische Antwort. und den sie auf den Präsidentenstuhl sehen will, oieser Frage gegenüber. Diefe Antwort wird in den Versammlungen der sozialistischen Warnung. Der Verfilberer Gustav Schwier, geboren am Drohsenstraße; Menzel, Schoonenstraße Ede Trelleborgerstraße; Partei und in ihrer Presse natürlich nach Kräften ausgenüßt und 16. März 1878 zu Hamburg, hat das Vertrauen der Genossen zu Schley, Pankow, Mühlenstraße Ecke Berliner Straße; Sehring, agitatorisch verwertet. In allerlei Karikaturen wird der dicks Stendal getäuscht; er ist mit Marken und einkafsierten Bei- Bau Steger, Elberfelder Straße 41; Lindower Straße 24; bäuchige Taft in seiner Ratlosigkeit und seinem Gottvertrauen dar- trägen verschwunden. Die Parteigenossen werden deshalb vor ihm Bichert, Bau Waißstraße 29; 2üdede, Rirdorf, Bau Hergestellt. gewarnt. mannstraße 196, Leinestraße 54. Die Sperre über Grottke, Bau Stolpische Straße 53, ist aufgehoben. Nächste Versammlung: Mittwoch, 4. März, bei Meher, Oranien Straße 103.( Siehe Annonce.) Die Verbandsleitung. Engelufer 15, Zimmer 35. Tel. IV. 9720. Anarchistischer Wahnsinn. tische Gesellschaft von Italienern fejt, welche auf Chicago, 2. März. Die Polizei stellte eine hiesige anarchi reizende Flugblätter gegen Geistliche verbreitet hat. Geitern, om Lage der Beisehung des ermordeten Baters in Patterson, wurden Geheimpolizisten zum Schuße der Geistlichen in den hiesigen römisch- katholischen Kirchen direkt am Altar aufgestellt. Ein weiteres Telegramm meldet: Zwei Männer drangen in Ein weiteres Telegramm meldet: Zwei Männer drangen in die Wohnung des Polizeichefs Shippy ein und brachten ihm, feinem Sohn und seinem Kutscher durch Revolverschüsse und Dolchstiche schwere Verlegungen bei. Der Polizeichef erſchoß einen feiner Angreifer. Man vermutet, die Angreifer seien Anarchisten, die die Tat verübten, um sich an dem Polizeichef wegen seines Vorgehens gegen die Anarchisten gelegentlich der Ermordung des Paters Leo Heinrich am 23. Februar zu rächen. Deutfches Reich. Die Bilanz der Humanité". Die lehte Nummer der„ Sumanité" bringt die Bilanz des Verlages für das Jahr 1907. DaWenn aber die Entwickelung des Blattes so weiter geht, dann ist nach ist immer noch ein Verlust von 105 000 Frank vorhanden. fonto ist im Laufe des letzten Jahres immer geringer geworden. zu hoffen, daß das Defizit bald verschwinden wird. Das VerlustIn den ersten sechs Monaten betrug es 73 000 Frank, im zweiten Halbjahr jedoch nur rund 32 000 Frant. Auch wenn man die Zwei Erhebungen über den Umfang der Arbeitslosigkeit letzten sechs Monate von 1907 im einzelnen betrachtet, ergibt sich der organisierten Tegtilarbeiter hat der Verband deutscher eine ständige Abnahme. Während der Verlust im Juni noch 9500, Textilarbeiter im Jahre 1907 veranstaltet. Die erste Zählung fand im August 8500 Frank betrug, reduzierte er sich bis zum Monat Dezember auf nur 796 Frant. Es steht also zu hoffen, daß die am 12. Juni, die zweite am 9. November statt. Das Resultat liegt jetzt vor und soll dasselbe der im Mai in Leipzig stattfindenden " Humanité" bald ohne Berluft wirtschaften tann. Verbandsgeneralversammlung in Sachen der Einführung der Ar. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. beitslosenunterstüßung als Grundlage dienen. Zur Zeit der ersten Straffonto der Presse. In Nr. 230 des Voltsblatt" 3ählung waren alle Zweige der Industrie start beschäftigt. Der zu Saalfeld erschien eine Notiz, in der gesagt war, daß über November zeigte dagegen in einzelnen Zweigen rückläufige Kondie Zustände im Kreiskrankenhause zu Ranis viel gesprochen junktur, andere wieder wurden durch das Weihnachtsgeschäft stärker wird und daß eine Anzahl Beschwerden vorliegen sollen. Wegen als sonst in Anspruch genommen. Am 12. Juni hatte der Verband Paris, 1. März. Hier wurde gestern abend eine Protest dieser Notiz fühlten sich der Kreisausschuß des Kreises Biegenrüd, 118 133 Mitglieder, an der Zählung beteiligten sich 87 Proz., versammlung abgehalten, die eine Tagesordnung annahm, der dirigierende Arzt des Krankenhauses Dr. Schulze und der brauchbare Karten gingen 103 250 ein. Davon waren erwerbslos die sich gegen die marokkanische Gypedition, Krankenhausverwalter Kühn beleidigt. Vom Schöffengericht, das gegen die Verfolgung fämpfender Syndikatsangehöriger und gegen ihn erst vor einigen Tagen wegen angeblicher Beamtenbeleidigung 5931 Mitglieder oder 5,7 Proz. zusammen 182 994 Lage. die Ausweisung russischer Sozialisten aussprach. Es waren fünf- zu 1 Woche Gefängnis berurteilte, wurde nun Genosse Zorn tausend Personen anwesend. Jaurès sprach den Wunsch aus, wegen diefer Sache zu 4 Tagen Gefängnis verurteilt. Der daß die allgemeine Zivilisation der Völker sich einzig und allein Amtsanwalt beantragte 1 Woche Gefängnis. auf dem Wege der friedlichen Durchdringung vollziehen möge. Die marokkanische Expedition sei unternommen worden für die Sapitaliste n. Marokko. Protest französischer Sozialisten. Neue Gefechte. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Rohrleger und Helfer Am 9. November beteiligten sich von 120 616 Mitgliedern 89 Proz. an der Zählung. Brauchbare Karten gingen 107 115 ein. Erwerbslos waren 6588 Mitglieder gleich 6,2 Proz. zusammen 224 468 Tage. Bon diesen erwerbslosen Mitgliedern waren infolge Strant heit ohne Beschäftigung am 12. Juni 3441 zusammen 102 208 Tage, am 9. November 3501 110 080 Tage. Die Statistik zeigt sodann, daß die in der Textilindustrie beschäftigten Arbeiterinnen General d'Amade hat neue Zusammenstöße mit den mehr unter der Arbeitslosigkeit zu leiden haben und vor allen Maroffanern gemeldet. Am 23. Februar ist er auf dem Marsche haben offenbar zu einem großen Teile die Organisationszerflüftung Dingen mehr infolge ihrer Beschäftigung von Strankheiten heim. nach Sonk- el- Drin am Oued Mellah angegriffen worden. Die Kavallerie ist von Abteilungen der Medrata mit Heftigkeit an- in ihren Reihen satt. Sie finden sich in immer wachsender Zahl gesucht werden und genötigt sind, die Arbeit auszusehen als die gegriffen worden und hat nach einem ernst en Gefecht einen wieder im Metallarbeiterverbande zusammen. In der 40. Woche Männer. Der Verband hatte am 12. Juni 43 250 weibliche MitBorstoß unternommen, der die Feinde zurücktrieb. Hier- des Jahres 1906 zählten zum Deutschen Metallarbeiterverbande glieder, am 9. November 43 608. Erwerbslos waren am 12. Juni bei hat es auf französischer Seite 10 Tote und 23 Verwundete ge- 1035 von ihnen, deren Zahl in einem Jahre auf 1430 stieg. Mit zusammen 3730 128 345 Tage. Davon waren frant 2143 zu geben. Bei der Verfolgung der Marokkaner, die ihnen schwere den vom Allgemeinen Verband übergetretenen und den neu aufBerluste verursacht haben soll, find drei Mann gefallen und genommenen Kollegen ist die Zahl der Rohrleger und Helfer im 13 Zuaven verwundet worden. Der Kampf hat von 8 Uhr Verbande jetzt auf 1700 angewachsen, und es ist zu erwarten, daß früh bis zur Nacht gedauert. in der nächsten Zeit noch viele, die der Situation im Allgemeinen Verband vollständig überbrüssig geworden sind, sich dem Deutschen Metallarbeiterverband anschließen werden. Das Reichsvereinsgefetz vor der Kommiffion. Die Kommission tam am Montag nach viertägiger Debatte endlich zur Abstimmung über den Sprachenparagraphen (§ 7). Die Debatte, die sich lange hinzog es sprachen zu wieder bolten Malen die Abgg. Schirmer( 3.), Graf Oppersdorf ( 3.), Beder( 3.), Fürst Radziwill( Bole), v. Derken( pt.), Gans v. Buttlik( f.) und Dr. Müller- Meiningen( frf. Bp.), von der Regierungsbank Staatssekretär v. Bethmann- oll weg und Unterstaatssekretär Wermuth- am Sonnabend hatte Genosse eine in eingehender Rede das Monstrum befämpft brachte nichts wesentlich Neues. Die Abstimmung vollaog fich in folgender Reihenfolge: zuerst wurde der Antrag der Polen: fammen 68 026 Tage, freiwillig hatten 417 die Arbeit 19 095 Tage ausgesetzt. Der Rest war aus anderen Ursachen arbeitslos. Am 9. November waren 4374 weibliche Mitglieder zusammen 171720 Tage erwerbslos. Hiervon waren 2238 zusammen 52 748 Lage wegen Stranfheit zur Untätigkeit verurteilt. Freiwillig hatten 913 Arbeiterinnen 45 973 Tage die Arbeit ausgesetzt. Die Zahl In der Versammlung der Rohrleger und Helfer, in der dies der infolge Krankheit oder aus anderen Ursachen erwerbslosen am Sonntag festgestellt wurde, machte Genosse Cohen auch be- weiblichen Mitglieder übersteigt die der männlichen am 12. Juni tannt, daß sich der Hauptvorstand des Metallarbeiterverbandes in um das dreifache, am 9. November um das vierfache. Bei den Stuttgart mit den Uebertrittsbedingungen beschäftigt männlichen Mitgliedern entfallen am 12. Juni auf 71,4 Mitglieder habe. Die Mitglieder des sogenannten„ Allgemeinen" Verbandes, 1 arbeitsloses, bei den weiblichen schon auf 24,7 1 folches. Zur Zeit die den Uebertritt zum Zentralverbande wünschen, werden genau der zweiten Zählung hatte sich der Stand etwas verschlechtert. Es so behandelt wie die, welche aus anderen Zentralverbänden über- entfallen auf 70,9 männliche und auf 18,9 weibliche Mitglieder treten. Das heißt, es wird ihnen ihre bisherige Mitgliedschaft bei je i arbeitsloses. Bezüglich der Krankheitsfälle ergaben in dieser der Organisation, aus der fie fommen, voll angerechnet. Darüber Beziehung beide Zählungen das gleiche Resultat. Es kamen je hinaus den aus Anlaß des Konfliktes aus dem Zentralverbande 1 frantes Mitglied auf 49,5 männliche und 18,1 weibliche MitAusgeschiedenen auch noch die frühere Mitgliedschaft im Verbande glieder. Die Durchschnittsdauer der Krankheit betrug das einemal anzurechnen, fehlt leider die Möglichkeit. Es tönnten aus diesem bei männlichen Mitgliedern 26,3 Tage, bei weiblichen 31,7 Tage; Anlaß Konflikte mit anderen Verbänden entstehen. Denjenigen, das anderemal bei männlichen 30,5 Tage, bei weiblichen 31,8 Tage. Als deutsch sind alle Sprachen und Mundarten zu be- die vor 2 Jahren ausgeschlossen worden sind, wird empfohlen, ein Die Durchschnittsdauer der aus anderen Gründen vorhandenen handeln, welche im Deutschen Reich von Reichsangehörigen als Aufnahmegesuch einzureichen. Diese äußere Formalität fann der Arbeitslosigkeit betrug zur Zeit der ersten Zählung bei Männern Muttersprache gesprochen werden" Ordnung wegen nicht umgangen werden. Im übrigen will man 22,6 Tage, bei Arbeiterinnen 38 Tage; zur Zeit der zweiten mit den Stimmen des Blocks gegen die Stimmen des Zentrums, gern allen, denen daran gelegen ist, wieder in die alten Reihen Bählung bei Männern 14,7 Tage, bei Arbeiterinnen 47 Tage. der Poler und Sozialdemokraten abgelehnt. Das gleiche Schicksal zurückzukehren, das größte Entgegenkommen zeigen. Auch den Die Ergebnisse der Statistik zeigen sowohl die Durchführ hatte der Antrag Gräf( Wirtsch. Vg.), von dem Geltungsbereich Kommissionsmitgliedern steht nichts im Wege, mit Ausnahme von barkeit wie die Notwendigkeit der Einführung der Arbeitslosendes§ 7 diejenigen Versammlungen auszunehmen, in denen von den in dem§ 152 der Gewerbeord: Wiesenthal, den man nicht wünscht. Die Voraussetzung für eine unterstützung. Der Textilarbeiterverband, welcher so außerordent. nung bezeichneten Personentreifen ausschließ Aufnahme ist, daß jeder gern kommt und den alten Zwist vergißt. lich stark mit der Frauenarbeit zu rechnen hat, kann, da bekanntlich lich die dort bezeichneten Gegenstände erörtert Die jebige Stärke der Rohrlegergruppe im Metallarbeiter mit Vorliebe die Arbeiterin vom Kapitalisten als Lohndrückerin würden. Hier brachte die Minderheit 13 Stimmen gegen 14 des verbande verschiebt auch die Machtverhältnisse wieder zuungunsten verwendet wird, durch Einführung der Erwerbslosenunterstützung Blocks auf, von dem allein der Abg. Gräf abgefallen war. der Wiesenthalschen Absplitterung. Wenn diese auch zahlenmäßig seine Kampfesposition nur stärken. Dann kam der Vermittelungsantrag Müller- noch etwa 50 Broz. stärker ist- ein Verhältnis, daß sich aber tagMeiningen( frs. Bp.) zur Abstimmung. Der Absatz 1 des An- lich zugunsten des Verbandes verschiebt, so ist sie doch nicht mehr miprecht und Hauschild in Gera find in eine LohnAchtung, Tabakspinner! Die Ta bafspinner bei der Firma trages, der bestimmt, daß die Verhandlungen in öffentlichen Verein so wesentlicher Machtfaktor im Gewerbe, wie vor den inneren bewegung eingetreten. Die Verhältnisse dieser Arbeiter sind bisher sammlungen in der Regel in deutscher Sprache zu führen sind, wurde abgelehnt, da außer den Freifinnigen nur das Kämpfen im Allgemeinen" Verbande. Die gewaltige Stüße, die denkbar traurigsten gewesen. Zentrum dafür eintrat, während die Polen und die Sozialdemo- welche die 1700 Zentralverbändler in der hinter ihnen stehenden fraten mit der Rechten und den Nationalliberalen dagegen Organisation haben, machen sie in den kommenden Stämpfen gegen stimmten. Hingegen wurden die folgenden Absätze 2-5, welche über den etwa noch 2400 Allgemeinen" Verbändlern zur aus bestimmen, unter welchen Vorausseßungen in einer öffentlichen schlaggebenden Organisation im Gewerbe. Das Vermögen des Versammlung in einer nichtdeutschen Sprache verhandelt werden Allgemeinen" Verbandes besteht in einem gesperrten Bankkonto; des Leiters und ausdrückliche Mitteilung an die Polizei) mit 15 der Metallarbeiterverband hat in der Berliner Lokaltasse 412 000 M., gegen 12 Stimmen angenommen. Hier schlossen sich Sozial- in der Hauptkasse etwa vier Millionen. Im letzten Jahre betrug Semokraten, Polen und Bentrum einmütig dem freifinnigen An- im Zentralverbande die Arbeitslosenunterstüßung für die Rohrtrage an. Der Schlußsah des Antrages Müller- Meiningen, der der leger pro Kopf 28 M., für die Bauanschläger 30 M. und etwa das Landesgesetzgebung Verzicht auf diese Einschränkungen fremdsprach gleiche wurde an Krantenunterstützung gezahlt. Das kann nur licher Bersammlungen gestatten wollte, wurde wiederum wie Ab- eine starte Organisation leisten. fah 1 abgelehnt. Für die Bestimmung des Regierungsentwurfes, daß die Verhandlungen in öffentlichen Verſammlungen durchweg in deutscher Sprache zu führen und Ausnahmen nur mit Genehmigung der Landeszentralbehörden zulässig sind, er. hoben sich nur die Rechte und die Nationalliberalen. Danach stand vom§ 7 folgende Fassung zur Abstimmung: " Im Stuffateur- und Gipsergewerbe zu Heidelberg scheint der Ausbruch des Kampfes unvermeidlich. Soeben wird gemeldet, bag am 28. Februar im Beisein eines Vertreters des Haupts vorstandes des Stuffateurverbandes sowie des badischen Gipsermeisterverbandes zwischen Vertretern der Arbeiter- und Arbeitgeberorganisation stattgefundene Verhandlungen über einen neuen Lohntarif sich zerschlagen haben. Die Unternehmervertreter be= standen strikte auf ihrer den Gehülfen gestellten Zumutung, wonach diese sich die zwei Jahre lang tariflich bestandenen Lohnfäße für die nächste Tarifperiode verringern und die Arbeitszeit berlängern lassen sollten. Kommt nicht noch in letter Stunde am 1. März unvermeidlich. ein Ausgleich des Konflittes zustande, so ist die Arbeitseinstellung Auch der Arbeitgeberverband des Gipfergewerbes hat heute sämtliche Gehilfen, 500 bis 600 an Bahl, ausgesperrt, nachdem die Verhandlungen auf Erneuerung des am 29. februar abgelaufenen Vertrages zwischen den beiderseitigen Organisationen infolge er höhter Forderungen der Arbeiter gescheitert waren. davon gab der Bericht, den am Sonntag in der Versammlung der Und daß der Verband auch für die Rohrleger zu kämpfen weiß, Rohrleger Edhardt von der Agitationskommission der Branche erteilte, ein anschauliches Bild. Wo es zu einem offenen Ausbruch von Streitigkeiten mit den Unternehmern kam, da hat der Wenn in einer öffentlichen Versammlung in einer fremben Verband fast immer eine Entscheidung zugunsten der Arbeiter Sprache verhandelt werden soll, so haben die Veranstalter min. herbeigeführt. Den Rohrlegern tann leider aber der Vorwurf nicht destens dreimal 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung erspart bleiben, daß sie wohl infolge ihrer Organisations bei der Polizeibehörde Anzeige zu erstatten. Bei der Anzeige zersplitterung- häufig Mißstände duldeten, die abgeschafft muß die Abficht, in fremder Sprache zu verhandeln, mitgeteilt werden konnten und daß sie selbst in vielen Fällen nicht auf Letzte Nachrichten und Depeschen. werben, und die Bezeichnung dieser fremden Sprache selbst er Gemeindewahlen. Verschmelzung. folgen. In Versammlungen, für welche die vorgeschriebene Durchführung der Tarifbestimmungen bestanden haben. Darum Mitteilung von dem Veranstalter nicht erfolgt, ist der Gebrauch kann die Tätigkeit des Verbandes im letzten Jahre nur teilweise Steglit, 2. März.( Privat- Depesche des Vorwärts".) einer fremden Sprache nicht erlaubt. Die Anzeige wird durch als zufriedenstellend bezeichnet werden; die Mitglieder haben ihre öffentliche Bekanntmachung nicht ersetzt. Ohne die ausbrüde Leitung nicht genügend unterstützt, um den Tarif durchweg zur Bei der heutigen Wahl sind beide Bezirke in Stichwahl liche Einwilligung des Veranstalters oder des Leiters einer Anerkennung zu bringen. Es wird erwartet, daß stets Meldungen gefommen: im ersten Bezirk der Sozialdemokrat mit dem öffentlichen Versammlung darf in derselben in einer nicht bei der Branchenkommission erstattet werden, wenn ein Unternehmer Mieter, im zweiten Bezirk Hausbesizer und Mieter. deutschen Sprache nicht verhandelt werden." Der fo gestaltete§ 7 wurde in der Gesamtabstimmung mit sich weigert, die Tarifbestimmungen einzuhalten. Wo dies ver16 gegen 11 Stimmen abgelehnt. Dafür stimmten die Frei- säumt wird, da kann die Leitung auch keine Ansprüche auf Maßfinnigen, die Nationalliberalen und einige Abgeordnete der Rechten. regelungsunterstüßung anerkennen, wenn Fälle solcher Art vorEs ist also vom§ 7 vorläufig nichts übrig geblieben. kommen. Das Vertrauensmännersystem muß ein besseres werden, Damit hatte die Kommission die erste Lesung des Vereins- die Kollegen sollten sich tüchtige und zuverlässige Leute zu Vergefebes beendet. trauensmännern wählen.- Es fanden im letzten Jahre statt 26 Kommissionssihungen, 13 Versammlungen der Vertrauensmänner, 11 Versammlungen der Branchen, 183 von den Werk stätten veranstaltete; drei Versammlungen in Köpenid, eine Versammlung in Spandau. Die zweite Lesung in der Kommission beginnt am Mittwoch, ben 11. März. Aus der Partei. Die neue Agitationsfommission besteht aus folgenden Leuten: Die freie Jugendorganisation in Breslau blidt in diesen Scharge, Gdanih, Schweineberg, Schulz, Finius, Tagen auf das erste Jahr ihrer Tätigkeit zurüd. Von 12 im Fe- Jakob, Wollenberg, Plöse, Rotenburger, Ed bruar vorigen Jahres stieg die Mitgliederzahl auf 89 im Dezember hardt und Frik. Der letztere wurde in einer Versammlung und jetzt beträgt sie 100. Der bis jest 20 Pf. monatlich betragende der Kupferschmiede für die Kommission vorgeschlagen und die Beitrag wird vom 1. April b um 5 Pf. erhöht. Rohrleger waren damit einverstanden. Zur Vervollständigung der Parteibibliothek in Bielefeld toird ein Exemplar des Protokolls vom internationalen Arbeiterfongreß 1891 zu Brüssel( deutsche Ausgabe) au faufen ge= sucht. Gefl. Angebote sind an den Parteisekretär, Adolf Benker, Bielefeld, Marktstraße 8, zu richten. Die Parteipreffe wird um Abdruck dieser Notiz gebeten. Achtung, Kleber, Bauarbeiter! Saalfeld, 2. März.( B. H.) Die hier tagende Generalversammlung des Deutschen Lithographenbundes beschloß einstimmig die Auflösung des Bundes und Verschmelzung mit dem Verbande der Lithographen und Steindrucker. Aussperrung aus Uebermut. Budapest, 2. März.( B. H.) In der Torpedoabteilung der Danubius- Schiffsbaugesellschaft wurden alle Arbeiter wegen erhöhter Lohnforderungen ausgesperrt, trotzdem die Fabrik gegen wärtig dringende Bestellungen des Militärs auszuführen hat. Die Fabrik betrachtet die Forderungen der Arbeiter als unge. rechtfertigt. Katastrophen. New York, 2. März.( B. H.) In Tampa( Florida) sind fünf große Zigarrenfabriken und 300 andere Häuser niedergebrannt. Gesperrt sind: Gieded, Eberswalder Straße 31, Bau: Sol- Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Bukarest: diner Straße 29; hlenfeld, Alexandrinenstr. 8, Bauten: Im Hafen von Konstanza wütet ein großer Brand in den Steglis, Hansastraße Ede Bergstraße; Schönebrg, Afazienstr. 26/27, Warenmagazinen. Der Schaden wird auf eine Million geschätzt. Aschaffenburger Straße Gde Haberlandstraße; Charlottenburg, Die Petroleumlager sind unberührt. Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl Nr. 53. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. 117. Gigung bom Montag, den 2. März 1908, nachmittags 1 Uhr. Dienstag, 3. März 1908. nur in der Tabakindustrie.( Abg. Geher[ S03.]: Nur in Walzwerfarbeiter, die in einer wahren Höllenglut arbeiten. Die der Tab at industrie.) Nun, der Gedanke des völligen Verbots Fabritarbeit berheirateter Frauen sollte möglichst eingeschränkt der Heimarbeit wird vielfach vertreten und keineswegs nur von werden. Abg. Everling( natl.): Sozialdemokraten, sondern von Fabrikanten und Industriellen, Erfreulich war es, daß die meisten Redner sich für Arbeiterwelche die Heimarbeit als Schmutzkonkurrenz empfinden und auch ausschüsse ausgesprochen haben; aber vom Standpunkt der Arbeiter von solchen Fabrikanten, die selbst Heimarbeiter beschäftigen und muß ich verlangen, daß es sich auch um wirkliche Arbeiterausschüsse Am Bundesratstische: Anfangs niemand, später v. Bethmann- viel Uebelstände dieser Beschäftigung empfinden. Unter der Arbeiter- handeln muß, nicht bloß um eine Deforation. Hollweg und Delbrüd. schaft vertreten den Gedanken des Verbots der Heimarbeit lediglich Sehr beklagen möchte ich, daß der Entwurf sich in feiner Weise Präsident Graf Stolberg erbittet und erhält von dem die Fabritarbeiter, welche ebenfalls die Heimarbeit als Schmutz- mit dem Koalitionsrecht der Arbeiter beschäftigt. Ein Ausbau und Haufe die Ermächtigung, dem Alterspräsidenten Abg. v. Winter- fonkurrenz empfinden. Wie viele Heimarbeiter selbst für ein solches eine Sicherung des Koalitionsrechts der Arbeiter wäre in diesem feldt Mentin zu seinem heutigen 85. Geburtstage zu Verbot stimmen würden, wird sehr schwer festzustellen sein. Ferner Entwurf sehr wohl möglich. Wenn die Herren vom Bundes gratulieren. vertreten den Gedanken des Verbots theoretische Sozialpolitiker, welche rat wüßten, wie sehr gerade jetzt bei der niedergehenden Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortiegung der ersten an die Reformierbarkeit der Heimarbeit nicht glauben. Für die Aufrecht- Konjunktur die Unternehmer an Arbeiterführern sich zu rächen fuchen, Beratung der fogenannten großen Gewerbeordnungsnovelle. erhaltung der Heimarbeit hat man auf die wohl- würden sie das wohl für nötig halten. Dazu kommt der ungleiche Abg. Enders( fri. Vp.): Die Sozialdemokratie will die Schäden, tätigen Folgen für das Familienleben hingewiefen. Rechtszustand für Arbeiter und Unternehmer. Arbeiter werden wegen die die Heimindustrie hat, durch ihre völlige Abschaffung und Unter- Jch, der ich aus einem Heimarbeitergebiet stamme, habe darüber Mißbrauch des Koalitionsrechts in strengster Weise bestraft, mit drückung beseitigen. Das ist die Kur, die ichon Dr. Eisenbart lebhaft andere Ansichten, und bedeutet denn etwa überhaupt der entehrender Gefängnisstrafe belegt. Wenn aber Unternehmer nicht empfohlen hat.( Heiterkeit b. d. Fri.) Wir sind nicht dazu bereit, llebergang zur Fabritarbeit eine Herabsegung der sitt nur durch Anwendung von Drohungen und Verrufserklärung, sondern nur damit durch die Fabrik die Agitation der sozialdemokratischen lichen Oualitäten? Die Frage ist lediglich, ob das Verbot durch Brotlosmachung Dußende von Arbeitern einfach zwingen, von Gewerkschaften erleichtert wird, Hunderte und Tausende von Eristenzen der Heimarbeit technisch durchführbar ist. Man fann wohl einen ihrem staatsbürgerlichen Koautionsrecht nicht Gebrauch zu machen, zu vernichten. Denn wir wollen Not beseitigen, nicht Not schaffen. Zweig der Heimarbeit verbieten, dann gehen die Heimarbeiter aber gehen sie frei aus. Wir behalten uns vor, entsprechende Anträge in Die Heimarbeiterausstellung in Berlin war eine soziale in einen anderen Zweig der Hausindustrie über. Das allgemeine Verbot der Kommission zu stellen. Wir beantragen, da es noch nicht geTat, aber sie war doch einseitig und tendenziös.( Unruhe ist technisch undurchführbar, denn man fann doch nicht den Satz in die schehen ist, die Verweisung der Vorlagen an eine Kommission von bei den Sozialdemokraten.) Für unsere Sonneberger Spielwaren- Gesetzgebung aufnehmen: Strafbar macht sich jeder, der etwas verkauft, 28 Mitgliedern.( Bravo! im Zentrum.) industrie sogar entstellt und unwahr.( hört! hört! bei den was er in seiner Privatwohnung hergestellt hat.( Sehr richtig! bei Freifinnigen, Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Bei ihren Dar- den Freisinnigen.) Das Verbot der Heimarbeit hätte auch eine stellungen mußte man sich allerdings sagen: lieber ein Ende mit große Bedeutung für die Armenpflege. In Berlin gibt es 190 000 Die Verhandlungen waren recht erfreulich bis auf die unerfreu Schreden als ein Schrecken ohne Ende. Aber trotz der elenden Heimarbeiterinnen, die in die Fabrit überzuführen eine fachliche Un- liche Haltung der Snzialdemokratie, welche unerfüßbare Forderungen Wohnungsverhältnisse, der übermäßigen und unregelmäßigen Arbeits- möglichkeit ist. Zum Teil leben sie von Heimarbeit, zum Teil von aufstellte. Abg. Nanmann hat ihnen nicht ganz sekundiert, indem er zeiten, der Kinderarbeit und der Mängel der Organisation ist die der Armenpflege. Mit dem völligen Verbot würden sie ganz der die Unmöglichkeit des Verbotes der Hausarbeit einfah. Aber warum Hausarbeit in ihrem Kerne gefund und wirtschaftlich und sozial Armenpflege anheimfallen. Nur partielle Verbote können sollte das Verbot wünschenswert sein? Es ist nicht richtig, daß die notwendig und berechtigt.( Unruhe bei den Soziald.) Nur eine lokale daher aus gesundheitlichen und ethischen Gefichtspunkten Hausindustrie die Löhne drückt.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Regelung für die einzelnen Industrien fann die zweifellos vorhandenen ins Auge gefaßt werben. Der Gedanke der Reformierbar. Die Hausindustrie hat sittliche Momente, indem sie die Leute selb Schäden beseitigen. Heute erscheint uns notwendig, die Ausdehnung der feit muß festgehalten werden, doch darf man sich auch ständig erhält und ein idyllisches Familienleben ermöglicht.( LebVersicherung und alle die Formen des Hausgewerbes, das Verbot der davon nicht allzuviel versprechen. So wird in dem Gefeß vor- hafte Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) An der Beseitigung der Kinderarbeit in allen gesundheitsgefährlichen Industrien und das geschrieben, daß die Schlafräume freizuhalten sind von der Arbeit. Mißstände der Heimindustrie wollen wir mitarbeiten. Aber welcher Hand in Hand gehen einer pofitiven Hülfsaktion mit den Verboten. Man hat dabei eine sehr schöne Borstellung von gefunden und gut Bauber liegt in dem Worte" Heim".( Lachen bei den SozialAuch muß die Selbsthülfe der Heimarbeiter durch die Arbeitskammern gelüfteten Schlafräumen. Nur fragen die Leute, welche in der Küche, demokraten.) Arbeit und Heim find die größten Worte, die wir organisiert werden: nur wenn sie die starken sozialen Waffen der im Korridor, einfach überall schlafen, wo follen wir denn die haben, wir wollen mit darauf hinarbeiten, daß ihre Verbindung gewerkschaftlichen und genoffenschaftlichen Organisation anwenden, Schlafstuben hernehmen, von denen der Gesetzgeber spricht. etwas darstellt, was ihrer Bedeutung entspricht.( Lebhaftes Bravo! fann ihre Lage verbessert werden. Die Vorlagen, deren Faffung In Wirklichkeit heißen diese und ähnliche Vorschriften in bezug bei den Nationalliberalen. Lachen bei den Sozialdemokraten.) vielfach unbefriedigend ist, werden hoffentlich aus der Kommission so auf den Luftraum einfach: Schafft Euch gesunde Wohnungen an. Abg. Günther- Blauen( frf. Vp.): Es gibt in der Heimarbeit herauskommen, daß sie einen Marlstein bilden auf dem Wege zur Und die Leute fragen mit Recht: Wovon denn? Darauf antwortet nicht nur dunkle, sondern auch helle Gebiete. In der sächsischen Gesundung des deutschen Volkes.( Bravo! bei den Freifinnigen, das Gefetz: Das ist Gure Sache, wir bestimmen nur im§ 19, Spigenindustrie werden jährlich für 60-70 Millionen Mark Waren Lachen bei den Sozialdemokraten.) daß Ihr bestraft werdet, wenn Ihr die Wohnungen nicht hergestellt, davon die Hälfte in der Hausindustrie, der Wohlstand der habt! Von dem Lohn, der für beffere Wohnungen nicht aus: Bevölkerung hat sich feit der Ausdehnung der Hausindustrie erheblich reicht, sollen die Leute dann die Strafe bezahlen, weil sie schlechte gehoben.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich freue mich, daß Wohnungen haben. Gleichzeitig will das Gefeß ihnen die Möglich der Gefeßentwurf es vermieden hat, den von den Sozialdemokraten feit nehmen, ihre Kinder zu beschäftigen. Gewiß ist die Ein- gepriesenen Weg des völligen Verbots der Heimarbeit zu betreten. schränkung der Kinderarbeit eine absolute Not Redner wendet sich dann zu den übrigen Bestimmungen der VorDer Abg. Geher hat ein fehr dunteles Bild von der wendigteit; aber eine Lohneinbuße bedeutet sie für die Heim- lage, wobei er die weitgehenden polizeilichen Befugnisse für bedentHausindustrie entworfen, mein Parteifreund Ender& hat versucht, arbeiter sicherlich. Wer soll zudem die Kontrolle ausüben? Weinlich erklärt. Auch erscheinen ihm die 60 Ausnahmetage vom Normal cin helleres Bild zu entwerfen. Tatsächlich gibt es hellere und Parteifreund Enders sagte: die Schule. Ich glaube aber, die Lehrer arbeitstage als zu gering. dunklere Stellen in ihr; es werden in ihr zum Teil vorzügliche in den Landgemeinden werden nicht gern die Angeber für gewerbliche Waren hergestellt. Aber immer bleibt die Tendenz in ihr, die Kontraventionen sein.( Sehr richtig!) Man müßte also auf KontrollDie Herren Borredner hatten es so hingestellt, als ob wir ganz Löhne zu drücken. Typisch für die Hausindustrie ist der billige bestimmungen des Gesetzes kommen und wieder neue Funktionäre unerfüllbare Forderungen erheben, und als ob wir die ganze Durchschnitt und was darunter ist. Man muß deshalb bei der Be- der öffentlichen Gewalt schaffen, die dem Gewerbe nachlaufen bis Heimindustrie vernichten wollen. Davon ist auch nicht ein urteilung der Hausindustrie von der Beurteilung der Waren aus in feine legten Eden.( Sehr wahr bei den Freifinnigen.) ort richtig. Der Parteigenosse Geyer hat Ihnen lediglich mit gehen und deshalb war die Ausstellung der richtige Weg. Sollte nicht eine Gewerbebehörde möglich sein, die auf Wahlen und beweisträftigen Ziffern dargelegt, daß in der Zigarren- und Tabal Sie hatte die Tendenz, den Blick zu schärfen für den Bu Selbsttätigkeit der Beteiligten beruht? Das wichtigste in dem Gut- industrie sich die Heimarbeit nur durch die allergrößte Ausbeutung der wurf scheint mir die Einführung des Registers der halten kann, und daß aus diesem Grunde nötig ist, ein voll sammenhang zwischen der Ware und der Lebenshaltung Produzenten. Deshalb wollen wir auch der nächsten Heimarbeiter ausindustriellen zu sein. Durch dieses öffentliche Register ft än biges glattes Berbot dieser Art der Ausbeutung ausausstellung in Frankfurt unsere besten Wünsche mitgeben. In der werden wir hoffentlich die verschämte Hausindustrie der Leute bezusprechen. Im übrigen wissen ja die Borrebner, daß wir einen ganzen übrigen Welt ist die Kultur gestiegen, bei den Haus- feitigen, die durch ihre Heimarbeit unlautere Stonkurrenz treiben, zusprechen. Im übrigen wissen ja die Vorrebner, daß wir einen industriellen ist sie seit Jahrzehnten dieselbe geblieben. Während die denn sie arbeiten, ohne von ihrer Arbeit ihren ganzen Lebens: Gefeßentwurf auch in dieser Session wieder vorgelegt ganze übrige Welt sich gewandelt hat, ist die aus industrie unterhalt zu bestreiten. Wir wollen lediglich den Heimindustriellen haben, in dem ganz tlar abgegrenzt ist, in welchen stationär geblieben. Das eherne ohngefes hat sich bis helfen, denen das ganze Leben nichts ist als eine bleierne Kette Fällen die Ausbeutung der Heimindustrie nicht mehr fortMit dieser ganzen Frage hat die Blockpolitik ob es sich bei Ihnen darum handelt, die Heimindustrie um der bestehen soll. Wir wollen uns doch nicht vormachen lassen, als heut in der Mehrzahl der hansindustriellen Betriebe als wahr er- monotoner Arbeit. wiesen. Wer sich durch die Ausstellungen nicht belehren lassen will, nichts zu tun( Bravo links), hier stehen wir als Menschen zu arbeiter willen zu erhalten, während es Ihnen doch vielmehr für den genügt der Besuch eines Warenhauses; jedes Warenhaus ist Menschen, als Leute, denen es besser geht, denen gegenüber, die cine Hausindustrieausstellung. Die billigen Preise der Warenhaus- nichts haben als Not und Elend. Nur vom Standpunkte der reinen artitel für Geschenke zum lieben Weihnachtsfest tönnten nicht sein Menschlichkeit müssen wir diese Gesetzgebung betrachten.( Bravo! ohne elende Löhne.( Eehr richtig! bei den Sozialdemokrateu.) links.) noch freier zu gestalten als bisher. Was mich beinahe empört hätte, Jeder, der billige Schundware fauft, trägt zur Verbreitung der Hauswenn ich solche Ausführungen von freisinnigen Herren nicht schon industrie so viel bei, daß wir mit der Gefeßgebung nicht dagegen bedauert, daß der Entwurf nicht auch für die männlichen gewohnt wäre, waren die Ausführungen der Herren Everling aufkommen. Die Frage der Hausindustrie ist nicht eine Frage der Arbeiter den zehnstündigen Marimalarbeitstag und Günther. Herr Everling stellte es so hin, als ob eitel Glüd Profitwut der Unternehmer, sondern die ganze Volkskultur hat noch einführt. Hier ist uns das Ausland, z. B. Frankreich, über, und wenn und Wohlergehen in der Heimindustrie herrsche. Er erzählte, daß er zu viele Züge und Tendenzen der Unsolidität, die auf den Schein die französische Industrie diesen Zehnstundentag erträgt, wird es die ein altes Ehepaar getroffen habe, das er um sein Zusammenarbeiten einer Ware gerichtet ist. Da sind wir an der Grenze der Macht der deutsche Industrie auch können. Die Leistungsfähigkeit und Arbeits- beneidet hätte. Wenn die alten Leute ihn gefragt haben, ob er nicht Gefeßgebung.( Bustimmung bei den Freifinnigen.) Der Abg. Geher freudigkeit der Arbeiter steigt erfahrungsgemäß mit der Verkürzung mit ihnen tauschen wolle, so waren sie also so höflich, in dieser sprach viel vom Berbot der Heimarbeit. Es ist mir nicht ganz der Arbeitszeit.( Sehr richtig 1) Wenigstens sollte der fanitäre böhnischen Weise ihrer Empörung über seine Verständniss flar geworden, ob er sie überhaupt verbieten wollte oder Marimalarbeitstag ausgedehnt werden z. B. auf die Hütten- und losigkeit Ausdruck zu geben.( Sehr gut! bei den Sozialdemo Abg. Burckhardt( wirtsch. Vg.) polemisiert gegen die Ausführungen der Abgg. Geyer und Wolfenbuhr, die ohne Grund verallgemeinert hätten und bespricht die Lage der Heimarbeiter seines Wahlkreises. Abg. Naumann( frf. Vg.): Kleines feuilleton. Theater. Abg. Schiffer( 8.) der selbst in dem Rufe steht, daß er sich mächtig um die Gunst des Ministers mühe, sagt zu dem anderen: Es ist gräßlich, wie der X. dem Minister reinfriecht!"" So", meint der andere, Sie sind ihm wohl schon mal drin begegnet?" " darauf ankommt, die Abg. Stadthagen( Soz.): Ausbeutung der Heimarbeiter durch einen glücklichen Zufall von einer unbeachteten Choristin zur Primadonna emporstieg, war nach dem Urteil der Zeitgenossen eine gleich große Sängerin wie Darstellerin, die den Teufel in der Kehle und in der ganzen kleinen, munteren Perion hatte. Durch ihr Der dreifache Assistent. In der Rubrik Amtliche Temperament und ihr Feuer, die sich um die vorgeschriebenen Tafte Luftfpielhaus: interm 3aun, ein Stilleben in drei Nachrichten" berichtet die„ Badische Presse" in ihrer Nr. 67 vom und Tempi nicht immer fümmerten, entzückte sie mit ihrem MezzoAften von Karl Rögler. Das Stück, über dessen erfolgreiche Auf- 11. ds.: Mit Entschließung Großherzogl. Generaldirektion der fopran als Carmen, als Frau Fluth, als Leonore. In der Welt, führung in Wien hier schon berichtet wurde, gelangte in einer Staatseisenbahnen vom 4. Februar d. J. wurde Eisenbahnaſſiſtent als sie mit ihrer Rivalin, der Mallinger, in Konflikt geriet, tvar in der man sich nicht langweilt, war sie jahrelang das Thema, und Nachmittagsvorstellung vor geladenem Publikum zur Aufführung. Frz. Wagner in Neulußheim mit der Amtsbezeichnung„ Betriebs- das ein wichtiges Ereignis, um das sich kämpfe für und wider ent als sie mit ihrer Rivalin, der Mallinger, in Konflift geriet, war Es gehört nicht wie Rößlers jezt vielgespielter Wolfentrager" zu affistent" zum Expeditionsassistenten ernannt." Dheiliger Bureaujener Durchschnitts- Komödiensorte, bei der die Inspiration aus den fratius! Die Herrn Beamten haben halt doch Chancen. spannen. Der Kampf der Sängerinnen endigte 1872 mit dem Wegcrwarteten Tantiemen fließt. Man merkt, der Autor steht zu diesen gange der Lucca. Direkt politisch aber wurde eine Affäre der ( Jugend".) Szenen in einem persönlichen Verhältnisse, er hat Erlebtes oder doch Lucca mit Bismarck, die für unsere Kulturgeschichte ebenso Stimmungsniederschläge sich von der Seele schreiben wollen. Mit- Die wahren Ursachen der Feuerbestattung. bezeichnend ist. In Ems hatten sich beide in einer Laune ein paar Situationen, die die Mifere einer wandernden Schauspieler- Warum die Leute eigentlich in Gotha und anderswo ihre Leichen zusammen photographieren laffen. Das erregte großes Mergernis truppe, das Nebeneinander von dumpfer Depression und galgen- verbrennen laffen oder auch gegen ihren Willen verbrannt werden, bei den Frommen. Und der große Mann troch richtig zu humoristischem Leichtsinn ungeschminkt naturalistisch wiedergeben, fegt das hat nach emfigen Studien der Pfarrerverein", ein Blatt Kreuze, indem er sich entschuldigte, Befferung versprach und darauf die Stizze ein, um dann kontrastierend als Kehrseite Ruhm und zur Weiterbildung der Pfarrer, herausgebracht. Was die Qualität hinwies, daß die Lucca, wenn auch Sängerin, so doch auch eine Glüd eines hoch emporgestiegenen Schauspielerpaares fatirisch der Feuerofenbenußer anlangt, fo fommen nach ihm( in Gotha) Dame fei( fie habe einen adeligen preußischen Leutnant a. D. ge zu beleuchten. Eine Handlung, die die beiden Teile innerlich ver- zuerst die Selbstmörder, dann die Aengstlichen, die Furcht vor dem beiratet), der man so wenig wie ihm selbst, jemals unerlaubte Befuüpft, existiert nicht; ein äußerer Zusammenhang wird durch ein Lebendigbegrabenwerden haben, und zuletzt folche, bei denen man ziehungen nachgefagt habe. So endigte diese Haupt- und Staatsaktion. paar arge melodramatische Gewaltsamkeiten hergestellt. Der junge borgenommene Vergiftungen berdecken will. In diesem Sinne Neues von den Elementen. Die bereits im vorigen Bursche, der in den Vororten Karten für die Abendvorstellung ber- fordert das um das Wohl seiner Mitmenschen besorgte Blattalte Jahre angekündigte Zerlegung des Elements Yttrium in zwei neue treibt, wird bei der Gelegenheit von Gerda Stürmer, der eleganten Grbonkel, reiche, häßliche Frauen und dergleichen Personen auf, die Elemente: Neo yttrium und Lutetium durch G. Urbain wird Hofschauspielerin, als ihr uneheliches Kind erkannt. Er trifft, nach Leichenverbrennung im Testament auszuschließen, um niemand in neuerdings aus Paris bestätigt. Die Atomgewichte der beiden Dem ihm bon ihr erst ein alter reicher Herr Elemente find inzwischen festgestellt und diese damit in das System als Versuchung zu führen." fein Erzeuger vorgestellt ist, zufällig mit dem Mann, eingefügt worden. Das im Jahre 1868 im Speftrum der Sonne dem er in Wahrheit sein Leben verdankt, zufammen, einem entbedte und jetzt durch seine neuentdeckten Beziehungen zum Maler, den Gerda seiner Armut wegen berließ und der Radium wichtig gewordene Element Helium war das einzige, nun, falt und ausgebrannt, die legten Jllusionen des jungen Menschen -Theaterchronit. Bur Feier des 70. Geburtstages von Adolf das man bisher nicht aus dem gasförmigen in die beiden anderen niedertritt. Es sind maffige Hebel, zu denen Stößler, um nur etwas' Arronge wird am Mittwoch im Schiller Theater O. Aggregatzustände hatte überführen können. Die theoretisch längst scheinbare Bewegung in dieses Stilleben" zu bringen, greift, aber fein Lustspiel Der Weg zum Herzen" und am Sonnabend im feststehende Ueberführbarkeit ist nun auch tatsächlich vollzogen worden cs wäre unrecht, bie Arbeit nach dieser äußeren Burüstung zu be- Deutschen Theater" Der Compagnon" aufgeführt. Als durch den Professor Kamerlingh Onnes. Im Leidener Universitätsurteilen. Das worauf es ihm aufam, die Schilderung und Satire Novität wird für Sonnabend im Neuen Schauspielhause laboratorium gelang es ihm, Helium bei-272 Grad in den festen hat anschaulich intereffante Momente. Wie die armen Schlucker des Der Dummtopf" von Fulda angefündigt. Das Leffing Bustand zu überführen. Da der errechnete absolute Nullpunkt bei ersten Aftes, so tragen auch die Setttrinkenden Herrschaften des Theater bereitet den„ Teufel" des Ungarn Molnar vor. 273 liegt, ist man bis auf einen Grad diefem errechneten tiefsten zweiten Teils, die Prinzen erobernde Frau Gerda ihre geriffene Ge- anfi Riefe verlängert( mit Reh und Truppe) ihr Gastspiel Rältepunkt nahe gekommen. sellschafterin und der ordenslüfterne Gatte, der große Hofichauspieler am Berliner Theater bis zum 31. März. Die Kolonialmöbel. Welch reiche Möglichkeiten dem Stürmer, bei mancher faritierenden Uebertreibung, doch individuell-Wochenplan des Schiller- Saals, Charlottenburg. deutschen Bürger, der sein Heim finnig, ausdrudsvoll und kolonial prägnante Züge. Die Frivolitäten münden aus in eine Stimmung Dienstag 8 Uhr: 9. Liederabend; Mittwoch: Friz Stahl über Michel patriotisch schmücken will, zur Verfügung stehen, zeigt folgende bitteren Hohnes. Die Aufführung war vorzüglich. In erster Reihe angelo. Freitag 9 Uhr: Dr. G. Münzer über Peter Tichaikowski Auktionsnotiz: In der Kunstauktion bei Leple wurde ein ausfind Gertrud Arnold, Ida Beder, Franz Schönfeld und( mit musikalischen Erläuterungen). Sonnabendnachmittag 6 Uhr: Prof. gestopfter Alligator versteigert, der, aufrecht stehend, mit den Border Reinhold Köstlin zu nennen. Unter den Schmieranten traten be- Schubring: Anleitung zum Betrachten von Sunstwerfen." Sonn- flossen ein ovales Messingtablett hält. Der Spaß fostete 62 Mart. sonders die Herren Bedmann und Impetoven hervor. Der abend 9 Uhr: Dr. M. Burkhardt über:" Die Ballade". Sonntag, Der Alligator bildet das Gegenstück zu einem fürzlich versteigerten Applaus war start. dt. den 9. März: Karl Maria von Weber- Abend. Elefantenfuß, aus dem ein Ruhefessel angefertigt worden war." Humor und Satire. Die Lucca und die Politit. Die Sängerin, die Wie wär's, wenn Herr Dernburg eine Ideenkonkurrenz und eine jebt 67jährig, achtzehn Jahre nachdem sie nicht mehr auf der Bühne Ausstellung mit Breisen für besonders geschmackvolle Adaptierung - Bei einem Hofball fehen zwei Herren zu, wie ein gesungen hatte, gestorben ist, hat wie man zu fagen pflegt von diesen und anderen Kolonialerzeugnissen veranstaltete? Wir anderer sehr eifrig um den Minister schwänzelt. Der eine der beiden, in den sechziger Jahren ganz Berlin berauscht. Die Wienerin, die wollen dabei sehr gerne positiv mitarbeiten. es Notizen. Schon der traten.) Die Heimarbeiter mügten thon ganz degenertert Berfprechungen der Regierung zu geben ist heute Achtstandentag und geistig befeft geworden sein, wenn sie es glauben würden, kommt die Regierung und fagt: Gebt uns die Vollmacht zu solchen zu bewilligen.( Rebhafte Zustimmung bei den Sozialdemo daß wir die Heimarbeiter vernichten wollen, wenn wir uns gegen Berordnungen, denn bis jetzt haben wir diefe Vollmacht noch gar fraten.) Der Zehnstundentag drückt nur das Siegel auf das, was die Ausbeutung in der Heimindustrie wenden. Der Herr Vorredner nicht. Wenn die Regierung so hin- und herschwankt mit der Rechts- fie fich selbst errungen haben. Warum man ihnen den Achtstundenjat von dem auffassung, tann man wenig auf ihre Versicherungen geben.( Bu tag vorenthält, darüber schweigt der Regierung Höflichkeit. Es ist hohen sittlichen Wert der Kinderarbeit ftimmung bei den Sozialdemokraten.) So liegt es übrigens nicht nur überhaupt eine unwahrheit, wenn man behauptet, daß diese Vorlage gesprochen. Das sind diefelben Redewendungen, die wir nun schon auf dem Gebiet der Heimarbeit. Das Bestreben, große Mengen Ar- die elfstündige Ruhepause und den zehnstündigen Maximalarbeitsbeinahe ein Jahrhundert von den enragiertesten beiter aus dem Arbeitsvertrag herauszuheben, ist auch sonst vorhanden. tag einführt.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Schon Kinderausbeutern gehört haben. In den dreißiger Jahren Namentlich bei der preußischen Regierung ist dieses Bestreben in heute weist der Elfftundentag große Durchloche. des vorigen Jahrhunderts waren es die Textilindustriellen, die sich außerordentlichem Maße vorhanden. Abgeordnete rungen auf. Im vergangenen Jahre wurden in 2610 Betrieben entschieden dagegen sträubten, daß die Kinder nicht zur Molkenbuhr hat darauf hingewiesen, daß im vorigen Jahre der für 197 938 Arbeiterinnen 2446 000 Ueberstunden bewilligt. Das Arbeit herangezogen werden sollten. Als der Stultus preußische Handelsminister zu allgemeinem Erstaunen erklärt hat, ist ein folossaler Mißbrauch mit den heute bestehenden minister gegen diese Kinderarbeit Front machte, beschwerten die Arbeiter in den Eisenbahnwerkstätten feien Ausnahmebestimmungen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) sich die Industriellen, daß man die kinder noch nicht Arbeiter, fie feien den Schutzbestimmungen der Gewerbes Jezt sollen diese Ausnahmebestimmungen noch vermehrt werden. gar in die Schule side. Und als der König Rechenschaft ordnung entzogen. Im Jahre 1869 hat der preußische Handels-( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das ist kein ZehnstundenSarüber forderte, warum die Stellungspflichtigen zum Militär immer minister das Gegenteil erklärt, am 12. Juni 1877, am tag, sondern nur eine Verschlechterung des bestehenden Zustandes. minderwertiger würden, besonders in den Gegenden, wo die Kinder- 10. September 1877, ebenso am 11. November wurde hier Statt 40 sollen jetzt 60 Ueberzeitarbeitstage zugelassen werden, der erflärt, daß es die Absicht ausbeutung berrichte, wurde ihm entgegengehalten, das läge daran, ausdrücklich daß der Kultusminister verlange, die Kinder sollten in die Schule und der Judikatur sei, daß die Arbeiter in den Eisenbahn- beutungsfreiheit. Diese Ausnahmebestimmungen sind für der Regierung Abg. Schiffer plädierte sogar für noch größere Ausgehen. Damals wurde zum erstenmal dieser grausamen Kinder- betrieben der Gewerbeordnung unterworfen find. Ausgenommen uns einfach unannehmbar. Eine große Zahl der Arbeiterinnen hat ausbeutung entgegengetreten. Sind denn alle die Erhebungen, die wurden nur die Arbeiter, die unmittelbar dem Berkehr sich selbst schon den Neunstundentag errungen. Warum bewilligt öffentlichen Darlegungen aus England in der Mitte des vorigen dienen. Jetzt dagegen kommt der Minister und wir jogar hinter die Gejekgebung nicht wenigstens das, sondern beharrt bei dent Jahrhunderts so spurlos an den Herren vorübergegangen? Herr nimmt mit einem einzigen Federstrich Taufenden von Minimum der Berner Konvention? Das ist keine Sozialpolitik, Naumann hat Jhnen ja einigermaßen das Bild des Elends in der Arbeitern das Recht, sondern Rückschritt, soweit er möglich ist.( Sehr wahr! bei Heimindustrie gezeichnet. Wir haben in unserem Antrag lediglich welches sie haben. Wenn der preußische Eisenbahnminister sich dieser den Sozialdemokraten.) Andere Staaten lassen die Arbeiterschutzberlangt, daß die gewerbliche Herstellung und Bearbeitung von irrigen Ansicht anschließt und warum soll er das nicht, ist es doch vorschriften für die einzelnen Betriebe schon bei viel weniger als Nahrungs- und Genußmitteln durch ausgewerbe- das Vorrecht preußischer Minifter, falsche Ansichten zu haben( Seiterfeit schn Arbeitern eintreten. Di. Berner Konvention hat diese Betreibende oder Heimarbeiter unterfagt werden und Sehr gut! bei den Sozialdemokraten) dann müßte jetzt doch triebe nur freigelassen, weil sie wesentlich Arbeitsstätten für den soll. Und ferner, daß durch Beschluß des Bundesrats die Herstellung das Reichsamt des Innern fommen und sagen, wir wollen unter allen lokalen oder nationalen Bedarf sind. Da sollte also die Schuhgesehoder Bearbeitung von Waren durch Hausgewerbetreibende oder Umständen bei dieser Novelle zum Ausdrud bringen, daß die gebung der einzelnen Nationalstaaten eingreifen. Aber weder Heimarbeiter verboten werden soll, wenn durch diese Herstellung Arbeiter in den Eisenbahnwerkstätten unter die Gewerbeordnung babon ſteht in der Novelle ein Wort, noch von einem Schutz der Aroder Bearbeitung das Leben oder die Gefundheit der fallen.( Gehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber fein Wort beitskraft der Frauen, noch von einer Freigabe des Sonnabend= bei derfelben beschäftigten Berfonen gefährdet davon steht in dem Gefeßentwurf, und da wundern Sie sich noch, wenn nachmittags, noch von einem Berbot des Mitnehmens von Arbeit wird ober dabei eine Gefährdung von Leben oder Gesundheit der wir sagen, der Entwurf enthält keine Verbesserung, sondern nur nach Hause, noch von einem Schwangerschaftsschußgefesz. In Sonfumenten eintreten kann. Das ist doch das mindeste, was eine Verschlechterung, und das Unrecht wird durch ihn sanktioniert. Spanien zurüd.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) dieser Beziehung verlangt werden kann im Interesse der Gefundheit der Arbeiter und Auch bon anderen Arbeitergruppen ist von allen Seiten der Konsumenten. Ferner haben wir verlangt, um der Ausbeutung des Hauses anerkannt worden, daß es notwendig ist, fie der Gewerbe- Gbenso steht es auf dem Gebiete des Schuhe für männliche in der Heimindustrie zu begegnen, daß ein ordnung zu unterstellen. Ich erinnere nur an die Gärtner. Be- Arbeiter. Insbesondere ist zu tadeln das absolute Fehlen einer geLohuminimum reits 1890 ist es ihnen versprochen worden, daß sie der Gewerbe- feslichen Begrenzung der Arbeitszeit für erwachsene männliche soweit wie möglich garantiert werden muß. Diefer Entwurf, ordnung unterstehen sollen. Die Judikatur ist dann aber andere Arbeiter. In Oesterreich besteht eine solche Begrenzung gegangen und fein Gedanke den wir borgelegt haben, ist durchaus durchführbar, wenn Wege ist jetzt daran, fie feit 1885, in der Schweiz seit 1877, Nordamerika hat bei dieser Novelle der Gewerbeordnung au unter- den Neunstundentag, in großen Gebieten den Achtstundentag, man nur der Ausbeutung wirklich zu Leibe gehen jegt Mit to ill. Sie aber wollen den Belz waschen, ohne ihn naß zu machen. ftellen. den Bureau angestellten verhält es sich selbst Rußland ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Es ist doch auffallend, ganz ebenso. Auch sonst versucht man Arbeiter zu felbständigen hat seit 1897 für gemischte Fabriken den Magimalarbeits. daß gerade die Herren Fabrikanten fich für die Regierungsvorlage Unternehmern zu stempeln. So hat man die kolonnen- tag für männliche Arbeiter! Nur Deutschland kennt besonders ereifern und sie als eine ungeheuere Großtat hinstellen, arbeiter bei den Maurern in der Rechtsprechung als eine feine derartigen Vorschriften. Diese Rückständigkeit der Vorlage ist während man gegen die Tatsachen, die mein Barteigenosse Geyer Gefellschaft von Unternehmern behandelt und dadurch nur zu erklären, weil sie einseitig mit den Scharfmachern ohne vorgebracht hat, feinen Grund hat anführen können. Herr Rau- dem Bauschwindel außerordentlich Vorfub ge- Sinzuziehung von Arbeiterorganisationen ausgearbeitet worden ist. mann hat zu meinem Bedauern sich dahin ausgesprochen, daß in leistet. Aber kein Wort davon ist in der Vorlage enthalten, das jedes gleichgültige Gesek, welches die bürgerlichen Klassen interder bürgerlichen Gesellschaft das Elend der Heimarbeit und die Armenpflege untrennbar verbunden seien. Ist das nicht die allerschlimmste Anklage, to zu beseitigen. Ebenso verhält es sich mit der Aktordarbeit, von der man 1896 versprochen hatte, sie beim Bürgerlichen Gesez buch zu regeln. Auch dies Versprechen ist nicht gehalten und ebenso wenig soll es in dieser Novelle geschehen. Statt dessen bringt auch diefe Vorlage nichts weiter als eine neue Zersplitterung in Dresden liegt mir folgender Fall vor. Zwei bei der Fuhrwerksabgezogen sind. Die Strafe war von der sächsischen Eisenbahngesellschaft Schiffer u. Co. beschäftigte Arbeiter flagen auf Auszahlung von einigen Mark, welche ihnen als Strafgelder vom Lohn verwaltung über die Arbeiter verhängt worden. Das Berhältnis der Firma zur Eisenbahnverwaltung besteht darin, daß sie Frachtverwaltung mit der Firma ist ein Bassus enthalten, wonach die güter für die lektere berlabet. In dem Vertrag der Eisenbahn Eisenbahnverwaltung berechtigt ist, die Arbeiter zu bestrafen. In diesem Falle find die Arbeiter wegen Richtausführung von Ueberstunden bestraft worden.( hört! hört! bet ben Sozialdemokraten.) Die Arbeiter flagten vor dem Gewerbegericht auf Zurüdzahlung der ihnen als Etrafgeld abgezogenen Bohnteile, und das Gewerbegericht verurteilte den Unternehmer auch aur Zurüdzahlung. In ähnlicher Weise gibt es auch Arbeitsordnungen, die den Gesezen widersprechen. Hier muß endlich mit heute nicht das konstitutionelle System, sondern die Arbeitsordnung wird durch einen las des Unter nehmers bestimmt. Das ist cine effiert, wird veröffentlicht, bevor das Reichsamt des Innern es dem Bundesrat vorlegt. Hier aber, wo Arbeiter in Frage kommen, ist vorher nichts veröffentlicht worden, noch sind Arbeiterorganisationen gehört. Das charakterisiert am besten den Geist dieser Vorbie Sie gegen Ihre Gesellschaftsordnung erheben können?( Sehr lage.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe vorhin gut 1 bei den Sozialdemokraten.) Es ist unfitilich und ungerecht, zu davon gesprochen, wie notwendig es ist, die Eisenbahnerklären: Bir tönnen dabei nichts machen; damit die Leute über der Rechtsverhältnisse der Arbeiter. Der Staatssekretär hat sich arbeiter wieder der Gewerbeordnung zu unterhaupt noch weiter arbeiten fönnen, müssen wir diese grausame Aus- darüber beflagt, daß wir sein Machwerk ein unsauberes Flidwerk stellen. Daß es bei der Eisenbahnverwaltung recht schlimm Beutung weiter gestatten. Nein, bier beißt es, berzhaft anfassen. Herr Naumann meinte, die Dinge, die jetzt in der genannt haben. Mag er doch etwas Besseres schaffen, Stüdwert steht, beweist die Tatsache, daß bei ihr Verträge vorkommen, die Heimarbeit hergestellt werden, würden dann überhaupt nicht her- wird es vielleicht auch dann bleiben. Aber es wird wenigstens wider die guten Sitten verstoßen und außerhalb einer Behörde als nicht mehr die gesunde Entwickelung hindern.( Sehr gut! bei den Erpressungsversuche gestellt werden. Er weiß doch aber aus der Heimarbeitsausstellung, Sozialdemokraten.) Freilich, wenn der Entwurf nicht einmal betrachtet werden müßten. Aus dem Bericht der Gewerbeinspektion daß durchaus nicht nur minderwertige Dinge in der Heimarbeit er vorher den Arbeiterorganisationen, sondern nur zeugt werden. Es werden außerordentlich wertvolle Sachen, seidene Kleider, Lizen für Generalsuniformen, wertvolle den Arbeitgebern vorgelegt ist, so fann man sich nicht darüber nügt der Appell an die Frauen, fie sollten nicht fo billig kaufen, fie lage, die aus dem Geiste der Scharfmacher geboren ist, Stickereien in der Heimarbeit angefertigt.( Sehr richtig! 6. d. Soz.) Was wundern, daß die Herren, die teine Sozialpolitik wollen, die Vorfollten bedenken, daß die schönsten Brunktleider in dem über das Schellendaus loben, und daß wir, die die ArbeiterinterGlend der Heimindustrie hergestellt werden. Mit effen vertreten, fie aufs scharffte verurteilen.( Sehr wahr! bei diesem Appell an die Wohlhabenden wird nichts erreicht, da find noch schlechte Abschriften von Anträgen, die wir vor ben Sozialdemokraten.) Die beft en Bestimmungen der Vorlage burch ist den Heimarbeitern nicht geholfen. Es ist auch nicht richtig. 40 Jahren gestellt haben.( Seiterkeit.) So foll 8. B. das ein daß die Dinge sonst nicht hergestellt würden. Wenn ich heute eine außerordentlich großer Fortschritt sein, daß der Arbeiter jetzt ein Strawatte taufe, so taufe ich sie doch nicht deswegen, weil fie in der Zeugnis über Art und Dauer der Beschäftigung schon vom Tage Heimindustrie hergestellt ist, fondern weil ich sie brauche. Der Kündigung an fordern kann. Wir hatten bei der Schaffung Dem Käufer ist es ganz gleichgültig, bie Sachen des Bürgerlichen Gesetzbuches und beim Handelsgesetzbuch behergestellt find.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) antragt, daß die Zeugnisse gefordert werden fönnten vom Tage Ich will übrigens daran erinnern, was ich vorher vergaß zu beder Kündigung an und nach Abgang. Damals wurde unser Antrag merken: als ich das hohe Lied von dem Segen der als überflüffig abgelehnt und die Regierung erklärte in llebereinKinderarbeit aus dem Munde des Herrn Günther hörte, Stimmung mit der Kommission, daß nach Maßgabe der Be- der Selbstherrlichkeit der Unternehmer gebrochen werden. Es besteht da mußte ich lebhaft an den Mann denken, der gelegentlich betreffs ftimmungen über Treu und Glauben sowieso ein Zeugnis bom der Kinderarbeit erklärte: Wie weit sind wir doch in der Kultur, bei Tage der Kündigung an und auch nach dem Austritt verlangt uns arbeiten sogar schon die fünf- und sechsjährigen Kinder. Das werden könne, jetzt foll durch den Wegfall der Worte nach dem ift der Standpunkt, den auch die Herren Günther, Enders, Austritt" neuer 3 weifel geschaffen und zum mindesten Everling vertreten.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten die Handlungsgehülfen benachteiligt werden. fann Auf die Arbeiter das gar nicht anders wirken, als Wenn der Staatssekretär auch nur die fleinen Mängel der Vor- die freier Arbeiter unwürdig ist. In der Gewerbeordnung steht, daß fie sagen: Wir leben in großem Elend, und da kommen die Herren Abgeordneten her und meinen, wie wunderschön wir es müssen, die der badische Gewerbeinspektor witt- gegen die guten Sitten verstoße. In der Tat aber ist häufig der Herren Abgeordneten her und meinen, wie wunderschön wir es lage hätte beseitigen wollen, so hätte er die Borschläge annehmen es dürfe in die Fabrikordnung nicht hineingeschrieben werden, was haben. Alle diese Darlegungen dieser Herren Freisinnigen mann in der„ Sozialen Pragis" gemacht hat. Aber nicht einmal 616 des B. G.-B. durch Arbeitsordnungen ausgeschlossen. Troke und Nationalliberalen sind genau ebenso und mit genau diese rein redaktionellen Wenderungen hat er afzeptiert. Als einen dem anfänglich die Fabrikinspektoren diesen Ausschluß als gegen denselben Worten gemacht zur großen Fortschritt feiert man die Bestimmung, daß für alle Be. die guten Sitten verstoßend bezeichneten, blieb es dann auf Betriebe mit mindestens 10 Arbeitern, nicht nur für Fabriken, die treiben der Gewaltigen vom Scharfmacherverbande bei dieser BeArbeiterschutzbestimmungen gelten sollen. Schon 1867 hat hier im ftimmung in den Arbeitsordnungen, weil die Fabrikinspektoren nicht Sause der Sozialdemokrat Schweizer diesen Antrag ge- vom Minister gestützt wurden. Weiter finden sich in den Arbeitsftellt, freilich in besserer Form, indem er als Norm zehn ordnungen eine Reihe von Verstößen gegen das Verbot der AufArbeiter nahm, die in oder für" den Betrieb beschäftigt werden. rechnung und Zurüdbehaltung gegenüber dem Lohn, wie es im Mein Freund Moltenbuhr hatte durchaus recht, als er be-( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Gewiß wird Herr Ever-§ 394 B. G.-B. festgelegt worden ist. Ich vermisse ferner in der Hauptete, auf Grund des§ 1200 der Gewerbeordnung habe der ling auch diesen Antrag als einen der perfiden" Anträge der Vorlage jegliche Fürsorge in bezug auf BenfionsBundesrat heute bereits das Recht, Verordnungen auch für die Sozialdemokratie bezeichnen.( Große Heiterkeit bei den Sozial- kassen und dafür, daß Kündigungsfristen eingeHeimarbeit zu erlassen. Der Regierungsvertreter hat am Sonne demokraten.) Ich habe keinen Zweifel, daß Sie später einmal auch räumt werden müssen in den Fällen, wo Wohnung abend freilich versucht, es so darzustellen, als ob zwar die Tatsachen, unsere jetzigen perfiden" Anträge annehmen werden. Denn die gegen Lohn vereinbart ist. Ich vermisse ferner das ausdie Mollenbuhr angeführt hat, richtig feien, nicht aber die Deutung, heutige Industrieentwidelung verlangt ja eine ganz andere Grenze. drückliche Verbot der Beschränkungen der politischen und gewerkdie er ihnen gegeben. Und er behauptet, daß der Bundesrat nicht Die Bestimmung bezüglich der zehn Arbeiter ist ja das Minimum, schaftlichen Betätigung der Arbeiter, Bestimmungen gegen den in das Recht habe, Verordnungen für Familienbetriebe zu er das die Regierung auf Grund des Berliner Uebereinkommens vor- neuerer Zeit anwachsenden Mißbrauch zur Begünüigung der sogelaffen. Der Beweis ist ihm jedoch nicht gelungen. Ich betone noch schlagen mußte. Aber viele Staaten gehen weiter, nannten Gelben, daß man Arbeiter zwingt, einer bestiminten Kasse einmal einen Bunft, über den der Regierungsvertreter hinweg 3. B. die Schweiz in iherm neuen Fabritgesek. Welcher Grund beizutreten. Ferner vermisse ich das Verbot der Konkurrenzgegangen ist. Als die Verwendung des Phosphors vom Bundesrat liegt überhaupt vor, daß die Arbeiter den Schutz nicht haben sollen, Laufel. Dabei sind hier Verträge vorgelegt, in denen einfachen berboten wurde, wurde nicht Halt gemacht und zwar mit Recht nicht fobald zwei oder drei von ihnen zusammenarbeiten. Selbst der Arbeitern mit einem Monatslohn von 80 bis 150 mark in der Salt gemacht, bei der Familie, sondern mit vollem Recht ist auch Sentralverband deutscher Industrieller hat bereits 1878 erklärt, daß Konkurrensklausel Strafen von 10 000 Mart angedroht find.( Hört! in die Familienbetriebe hineingeleuchtet worden. ihm eine Grenze von drei Arbeitern angemessen hört! bei den Sozialdemokraten.) Weiter bringt die Vorlage auch Damals hat der Bundesrat also die Bestimmungen fo aufgefaßt, erscheine.( hört, hört! bei den Sozialdemokraten. Die Re- feinen Schuß gegen den Terrorismus durch fchwarze Listen tvie man sie auch auffassen muß, wenn anders man annimmt, daß gierung, die Beschönigung der Kinder- und Frauenausbeutung, als man diese einschränken wollte.( Sehr richtig! bei den Sozial Demokraten.) Nein, meine Herren, auf dem Gebiete der Seimarbeit muß gründlich vorgegangen werden. Punkt, das ist der Hauptpunkt, um den es sich handelt. Sie Sklavenordnung, und gegen andere Gefährdungen des Koalitionsrechte. Diese Lüden werden wir in der Kommission nach Möglichkeit auszufüllen bersuchen müssen, um statt des hier vorliegenden Flichwertes wirkliche Arbeiterschutzbestimmungen zu schaffen.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Heimarbeiter auch Arbeiter sind. Das aber ist eben der schwierige ganz in den Banden dieses Scharfmacherverbandes wollen fich aber auf den Standpunkt stellen, als ob die Seim- liegt, ist heute noch dahinter zurückgeblieben. Nicht einmal die arbeiter feine Arbeiter seien, sondern selbständige Gewerbetreibende. Arbeiter, die in Fabriken mit weniger als gehn Arbeitern beDrejer Auffaffung muß auf das allerentschiedenste entgegen fdäftigt sind, sollen den Schuh behalten, den sie bisher gehabt getreten werden.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Bäre haben.( Sört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Arbeiter. Abg. Erzberger( 8.): Gegen die Behauptung, daß die Seim Diefe Auffaffung richtig, so tönnten Schutzbestimmungen für die schutzbestimmungen der Vorlage find gänzlich unzureichend. Was Hausarbeiter überhaupt nicht gemacht werden. Die Jubilatur freiwill denn der sogenannte Sehnstundentag für Arbeiterinnen be- arbeitausstellung eine einfeitige und tenbengisfe war, lich ist zwiespältig, eine ganze Anzahl Gewerberichter sind zu einer deuten. Wir haben schon im Jahre 1869 den zehnstündigen Ar- muß ich protestieren. Im Gegenteil bot fie ein objektives folchen Auffaffung gelangt. Deswegen ist es bei diefer Novelle beitstag für Männer und Frauen gefordert. Damals er- Bild, freilich kein erfreuliches. Die Organisierung der Seimnotwendig, entschieden zu betonen, daß der Begriff des Arbeiters foarte fich der konservative General Stein met arbeiter wäre gewiß erwünscht, aber Borbedingung dazu wäre eine festgelegt werde, daß es der Rechtsprechung nicht möglich ist, für unseren Antrag.( Hört, hört! bei den Sozialdemo- Registrierung der Heimarbeiter, und zwar aller, auch derer, die nur mit Auslegungen und Unterlegungen aus dem Arbeiter ettvas traten.) ir können ja gar nicht verlangen, daß seine fonferba- als Rebenerwerb Heimarbeit betreiben. Ich vermisse in dem Geset mur um ihm den Schuß- tiven Epigonen so vernünftig sind. Aber von der Regierung und jede Bestimmung über die Zwischenmeifter; gegen die wucherische anderes zu machen, als er ist, bestimmungen für Arbeiter zu entziehen. Im Jahre 1890 ist uns hier den sogenannten sozialpolitisch fortgeschrittenen Parteien wäre es Ausbeutung durch die Zwischenmeister, namentlich auf dem Lande von dem Minister Berlepich bei der damaligen Arbeiterschutz- doch wirklich nicht zuviel verlangt, daß sie heute die sozialpolitische müssen wir gefehliche Bestimmungen in der Stommiffion treffen. vorlage die offizielle Bersicherung gegeben worden, es bestehe die Höhe des Generals Steinmetz von 1869 ertlommen hätten. Bereits Aber ich gebe Herrn Naumann recht, daß bie Gesetzgebung nicht 1902 hatten über die Hälfte der Arbeiterinnen in zwei Drittel der alles kann, daß in größtem Maße die Selbsthilfe eingreifen Betriebe den Zehnstundentag errungen, errungen durch den Kampf muß. Die erhebenden Bilder, die Herr Eberling aus Arbeiterschutzbestimmungen auch auf die Heimarbeiter auszubehnen. in den gewerkschaftlichen Organisationen. Wieviel Summer der Heimindustrie entworfen hat, halte ich nur für Märchen Börtlich hieß es: Ich hoffe, daß es möglich sein wird, solche und Elend wäre erfpart worden, wenn die Regierung den aus 1001 a cht. Aber dem völligen Berbot der Heimarbeit, Berordnungen für diejenigen größeren Industriezweige, in denen der Zehnstundentag schon früher gegeben und nicht gewartet hätte, wie die Sozialdemokraten es hier verlangt haben, kann ich nicht Hausbetrieb mit dem Fabritbetrieb tonfurriert, bis zum 1. April bis ihn sich die Arbeiterinnen im Stampfe eroberten.( Lebhafter zustimmen, und ich freue mich, daß der Abg. v. Bollmar jest hier 1893 zu erlassen.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Beifall bei den Sozialdemokraten.) Seifdem ist die Zahl der Ar auf dem gleichen Standpunkt steht, denn ich hoffe, er wirb auch Bis zum 1. April 1898 ist teine einzige derartige Ber- beiterinnen bedeutend gestiegen. 1906 zählte man nach den Be- feiner Partei davon abraten; wenigstens ist auf dem Züricher ordnung ergangen und 1897 ist lediglich eine Berordnung richten der Gewerbeinspektion in 80 520 Betrieben 1 095 000 Fabrit Stongreß im Jahre 1897 v. Bollmar und die deutsche Sozialdemo für bie& onfettionsindustrie und dann für die Tabak arbeiterinnen. Im Interesse der Gesamtheit wäre es dringend fratie dem Vorschlag der Engländer auf völlige Beseitigung der industrie ergangen. Sie sehen also, wie wenig auf fold) e notwendig, ihnen endlich den Heimarbeit entgegengetreten. Absicht, die Mit wenigen Worten muß ich noch auf die Sicherung der Gefeß gevettgt werden. Die Gefangenen haben nach den som Soalitionsfreiheit kommen. Beim Reichsvereinsgesetz erklärt die Bundesrat aufgestellten Grundsätzen das Recht, sich direkt an den Regierung, die Materie gehöre nicht hinein; hier bei de. Gewerbe- Minister zu wenden, und die Eingaben, die oft töricht sind, müssen gesegnovelle bringt sie aber auch nichts davon. Hier ist aber der befördert worden. Wenn viele Verbrecher, die im Zuchthause waren, Ort, das Koalitionsrecht zu sichern, und zwar sollte man am besten cüdfällig sind, so ist das wohl damit zu erklären, daß der Richter den§ 158 der Gewerbeordnung streichen, denn er stellt ein Aus- nur Elemente ins Zuchthaus schickt, an denen, wie der Vorredner nahmerecht gegen Arbeiter dar. meinte, nichts mehr zu verderben ist. Damit schließt die Diskussion. Die Vorlage wird an eine Kommission bon 28 Mitgliedern verwiesen. Nächste Sibung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Etat des Reichsamts des Innern. Schluß 6% Uhr. Abgeordnetenbaus. 12. Gigung vom Montag, den 2. März, 11 Uhr. Am Ministertische: b. Moltke. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Fortsetzung der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern. Beim Kapitel Polizeidistriktskommissare in der Provinz Bosen" befürwortet " Abg. Dr. Viered( ft.) die Besserstellung der Distriktskommiffare und die Verleihung des Titels Polizeirat" an besonders bewährte Beamte dieser Kategorie. Abg. Peltasohn( fri. Vg.) schließt sich dem Wunsche nach Besser ftellung dieser Beamten an. Die ihnen gewährten ferbe- und Bureaugelder feien unzureichend, so daß sie dazu Zuschüsse leisten müßten. Abg. Kindler( frs. Bp.) betont ebenfalls die Notwendigkeit, den Distriktskommissaren die Bureaugelder und die Entschädigung für Pferdehaltung zu erhöhen und hofft, daß diese Beamten bei der bevorstehenden allgemeinen Besoldungsaufbesserung genügend berücksichtigt werden.( Beifall links.) Minister v. Moltke verspricht wohlwollende Prüfung der vorgebrachten Wünsche. Das Kapitel wird bewilligh Beim Kapitel„ Landgendarmerie" bezeichnet Abg. Baensch- Schmidtlein( ft.) es als große Härte, daß den Landgendarmen zugemutet werde, ein Dienstzimmer zu halten. Wenn, wie verlaute, der Minister einen Erlaß ausgegeben haben follte, daß ein Dienstzimmer nicht zu verlangen fei, so möge er ihn nochmals wiederholen. Wünschenswert wäre die Ernennung der Gendarmen nach 21 Dienstjahren zu Oberwachtmeistern zweiter Klasse. Notwendig seien höhere Mietsentschädigungen sowie die Wiedergewährung des Rechts, die Eisenbahn mit Militärfahrkarten zu benußen.( Beifall.) Abg. Schulze- Belkum( f.) tritt ebenfalls für eine Befferstellung der Gendarmen ein.( Beifall.) ( Seiterkeit.) Gendarmen gestattet werde, auch eigene Ertrauniform zu tragen. Abg. Warmhoff( natl.) gibt dem Wunsche Ausdruck, daß den Abg. Hammer( f.) verzichtet aufs Wort, um nicht eine ähnliche Nede wie die Vorredner halten zu müssen. Abg. Busch( 3.) verlangt ausgiebige Sonntagsruhe für die Gendarmen und weist darauf hin, daß der Abg. Naumann verlangt habe, die Regierung müsse von ihren Beamten fordern, daß sie int Sinne des Bismarcschen Erlasses bei den Wahlen für die Regierungspolitik eintreten, während jetzt von freisinniger Seite verlangt werde, daß die Beamten, auch die Gendarmen, bei den Wahlen volle Freiheit haben sollen. Darin liege ein Widerspruch. Minister v. Moltke steht den Wünschen in bezug auf die Besser Stellung der Gendarmen wohlwollend gegenüber. Für die Wiedergewährung der Militärfahrkarten wolle er tätig sein. Ein Fall an der russischen Grenze, der erwähnt worden sei, habe sich nach den Grmittelungen der russischen Regierung dahin aufgeklärt, daß der russische Grenzbeamte einen preußischen Staatsbürger auf der neutralen Zone getötet habe und freigesprochen worden sei. Abg. Haarmann( natl.) erklärt, daß die Gefangenen sich stets bewußt sein müßten, daß sie nicht im Gasthof, sondern im Ges fängnis feien. Der Dualismus im Strafvollzuge wirkt schädlich, und er muß beseitigt werden, und zwar empfiehlt es sich, den gefamten Strafvollzug dem Juftizminifterium zu unterstellen. ( Beifall.)/ Abg. Graf v. Wartensleben- Rogäfen( t.) wendet sich dagegen, daß geistestrante Verbrecher den Provinzialirrenanstalten über wiesen werden, da dadurch die Provinzen sehr stark belastet würden Abg. Marg( 3.): Unser Strafvollzugssystem ist durchaus gut, insbesondere ist der Grundsatz der Strafanstalten, die dem Ministerium des Innern unterstehen, anzuerkennen, daß feiner der Gefangenen aufgegeben werden darf, sondern jeder gebessert werden müsse. Notwendig ist die intensive Ausübung der Seelforge in den Strafanstalten. Abg. Rosenow( Fri. Vp.): Ich habe es 1905 beklagt, daß die Strafanstaltsdirektoren vielfach aus den Streifen der Offiziere ge nommen werden, die wohl nicht immer die geeignetsten Persönlich sie haben in der Regel in den preußischen Anstalten sehr ungünstige keiten dazu sind. Die Anstaltsärzte sind meist kärglich befoldet und Stellungen. In Baden find Aerzte im Gegensatz zu Breuken feit bei den Anstalten angestellt, sie haben steigendes Gehalt, Pension und Reliftenversorgung, und in der Richtung müßte auch für die Gefängnisärzte bei uns mehr geschehen. lieber zu viel Sumanität im Strafvollzuge fann nicht geflagt werden. Beschäftigung der Gefangenen soll nicht zur Konkurrenz der freien Arbeit der Handwerker führen. Nach meiner persönlichen Ansicht wäre es richtig, wenn die Strafanstalten sämtlich dem Ministerium des Innern unterstellt würden. Die vorzeitige Entlassung der Gefangenen fann sehr segensreich wirken, die Justizverwaltung entschließt sich zu einer solchen aber nur schwer. Die stellung des gesamten Strafvollzuges unter das Ministerium des Abg. Stroffer( f.) tritt namens seiner Fraktion für die UnterInnern ein. dem Finanzministerium über eine bessere Besoldung der StrafGeh. Rat Krone erklärt, daß das Ministerium des Innern mit anstaltsärzte verhandele.( Beifall.) Abg. Dr. Nuegenberg( 8.) gibt eine statistische Uebersicht über die ungünstigen Besoldungsverhältnisse der Strafanstaltsärzte. Das Kapitel wird bewilligt, ebenso der Rest des Stats. Nach Erledigung einiger Petitionen vertagt sich das Haus auf Dienstag, 12 Uhr.( Bolenborlage; Gtat der Seehandlung.) Schluß 5 Uhr. Parlamentarifches. als Material. Aus der Petitionsfommission. Am Donnerstag, wo der schriftliche Bericht Soziales. Berlust der Krankenkassenvorstandschaft mit Aufhören des Kassenmitgliedschaft. Krankenkassenprozessen, daß ein Vorstandsmitglied einer Ortskrankens Das Oberverivaltungsgericht entschied am Donnerstag in Drtskrankenkasse geworden ist. faffe fein Amt verliert, sobald es durch Verzug Mitglied einer anderes Der Töpfer Hugo John war aus dem Kreise der Mits glieder gewähltes Mitglied des Vorstandes der Berliner Ortstrenfenkaffe der Töpfer. Und zwar hatte er den Bosten des ersten Borfizenden inne. Nachdem er in Köpenid in Arbeit getreten Aufsichtsbehörde der Ortskrankenkassen Berlins eine Verfügung war, erhielt er am 11. August 1906 vom Berliner Magistrat als der folgenden Inhalts: Da er nach amtlicher Feststellung nicht mehr Mitglied der Ortskrankenkasse der Töpfer zu Berlin fei, habe er sich jeder Beteiligung an der Verwaltung der Kaffe zu enthalten. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte fei der stellvertretende Vorsitzende Brillwig betraut worden. verfahren. Der Bezirksausschuß und ebenso nunmehr das John klagte darauf gegen den Magistrat im Verwaltungsstreits Oberverwaltungsgericht erkannten auf A 6weisung der Klage. Das Oberverwaltungsgericht führte in der Begründung aus: Grundfaz zugrunde liege, daß Mitglieder nur so lange BorDer Senat sei der Meinung, daß dem§ 34 des K. V. G. der Diese Ansicht werde auch bestärkt durch die Motive zum§ 54a des it and s mitglieder fein fönnten, ale ibre Mitgliedschaft dauere. Gefeßes. In diesem Paragraphen werde gefagt:„ Die Mitgliedhaft dauert während des Bezuges von Krantenunterstützung fort und in den Motiven sei dargelegt, daß man damit auch habe festlegen wollen, daß Vorstands mitglieder, die in die Lage fämen, als Stranke Unterstützung zu nehmen, während diefer Zeit nicht aus dem Vorſtand auszuscheiden brauchten, im Gegensatz zu den Fällen des Aufhörens der Mitgliedschaft. Die Entscheidung des Bezirksausschusses sei somit autreffend. Von einem Wiederaufleben des Amtes durch Wiedereintritt in die Staffe fönne teine Rede sein. In dem gleichartigen Falle des Schriftführers Huhn der Verwaltung der Staffen eine Zentralisierung aller in einem ge wurde ebenso entschieden. Derartige Fälle zeigen, wie notwendig auch vom Standpunkte meinschaftlichen Wirtschaftsgebiete liegenden Kaffen ist. Haftet der Bierfutscher für Ausfälle durch faule Kunden? Vor dem Berliner Kaufmannsgericht trat am Freitag als Mäger gegen die Brauerei Friedrichshain der Vierkutscher Albert Sch. auf. Gr verlangt von der Brauerei 1600 M. eingezahlte Kaution zurück. Leştere erhebt Widerklage in Höhe von 400 m. für ausgefallene Forderungen von 2000 M. Die Kaution entstand auf Grund folgenden Vertrages: Kläger erhielt neben Prozenten vom Verkauf 40 M. Wochenlohn, von diesem Lohn erhielt er jedoch nur 20 M. in bar ausgezahlt, während die andere Hälfte auf die von der Firma berwaltete Sparkasse gelegt wurde und als Kaution dienen sollte. Mit diesen Sparkassen", die für jeden Stutscher angelegt wurden, verfuhr jedoch die Gesellschaft, wie die Werhandangelegt wurden, berfuhr jedoch die Gesellschaft, wie die VerhandAbg. Wiemer( frf. Bp.) hofft, daß auch die berechtigten Forde rungen der Gendarmen bei der neuen Gehaltsvorlage Berüdfichtigung finden werden. Die Stellenzulagen werden zu sehr in das Ermessen der vorgesehten Behörden gestellt, richtiger wären Teuerungszulagen.( Sehr richtig!) Dienstwohnungen sollten im allgemeinen gewährt werden, damit die Gendarmen nicht in Abhängigkeit von den Vermietern geraten. Doch dürfen die Dienst23ie wir feinerzeit berichteten, ist bei Beratung der Betition des lung ergab, ganz nach eigenem Ermessen. So hob sie z. B. von wohnungen nicht zu flein sein, damit sie ausreichen, wenn auch mehr als zwei Kinder kommen. Die Gendarmerie ist doch nicht in renten unter 20 Broz. verlangt, der Zentrumsabgeordnete Giessammelt hatte, einfach 800 M. ab, ohne dem Sparkasseneigentümer mehr als zwei Kinder kommen. Die Gendarmerie ist doch nicht in Rheinischen Bauernvereins, die die Beseitigung der kleinen Unfall- der Sparkasse des Klägers, als sich diese schon auf 1000 M. ange der Lage, dem Etorch eine Magimalarbeitszeit aufzuerlegen.berts mit feinem untrage: Uebergang zur Tagesordnung, mit auch nur ein Wort zu sagen. Darum war auch der Kläger sehr Sülfe feiner fämtlichen Fraktionsfollegen in der erstaunt, als er den Einwand der Brauerei hörte, der Inhalt der mit den Konservativen und Nationalliberalen für leberweisung daß die Firma fich an den 800 M. für damals vorhandene Ausfälle kommission am 6. Februar niedergeftimmt worden. Sie stimmten Spartaffe betrage gar nicht mehr 1600 M., sondern nur noch 800 M. Die Entnahme begründete der Brauereibertreter damit, Giesberts darüber zur Beratung stand, bestritt fein Fraktionsfollege in gleicher Höhe schadlos hielt. Jetzt betrage aber die Einbuße erbers, daß Giesberts Uebergang zur Tagesordnung beantragt durch zahlungsunfähige Schuldner 2000 m., so daß die Brauerei habe. Zweitens sei es nicht richtig, daß eine eingehende Debatte" darüber noch 400 M. zu bekommen habe. Auf die erstaunte Frage des Vorstattgefunden. Giesberts verwahrte sich sehr entschieden gegen diese libenden, warum denn die Kutscher für ausfallende Forderungen Bemängelung feines Berichts. Ferbers fand keine Unterstüßung in haften sollten und nicht die das Bier liefernde Brauerei, erwiderte der Vertreter der Beklagten, daß das in allen Berliner Braueder Stommiffion, alle Mitglieder gaben zu, daß der Bericht richtig reien so üblich fei", und berief fich im übrigen auch auf die ver sei. Trotzdem aber kam mit allen gegen 5 Stimmen ein Beschlug zustande, das Wort„ eingehende" zu streichen. Wenn sechs Redner sich längerer Zeit stattgehabten Verhandlungen des Transportarbeiterwiederholt an der Debatte beteiligen, so soll das nach Fervers und verbandes mit dem Brauereiverband, die dazu führten, daß die 06 Brauereibefizer die Forderung des Arbeitnehmerverbandes, die der Kommissionsmehrheit feine eingehende" Debatte fein! nach diesem Vorkommnis Giesberts noch öfters fahrläffig" be- Sutscher von der Haftpflicht zu befreien, stritte ablehnten. haupten wird, wie er das vergangenen Sonntag in einer Berſammlung in Borbed bei Effen tat: Herr Dr. Fervers und feine Genoffen hätten„ wegen fchlechter Information" für eine bessere Beachtung dieser arbeiterfeindlichen Betition gestimmt, sie feien noch nicht lange in dieser Stommiſſion?? Wattendorf und Die Gemeinde Bant petitionierte, bei Bauten des Reichs leine ausländischen Arbeiter zu beschäftigen. Es wurde lleberweisung zur Erwägung beschlossen. Eine schon im März vorigen Jahres eingegangene Betition der Stadtverordneten zu Dresden bat um Aenderung des Fleischbeschaugesetzes zur Erleichterung der Einführung gefrorenen, frisch geschlachteten Fleiſches aus dem Auslande, um die hohen Fleischpreise zu mildern. Vor der agrarischen Mehrheit fanden die guten Gründe und Vorschläge der Petition teine Gnade. Es wurde ein Antrag unserer Genossen, die Petition zur Erwägung zu überweisen niedergestimmt und mit großer Mehrheit leber gang zur Tagesordnung befchloffen. Abg. Dr. Wiemer( frs. Bp.) erwidert dem Abg. Busch, daß die freifinnige Boltspartei stets den zitierten Standpunkt des Abgeordneten Dr. Naumann bekämpft habe. Abg. Busch( 8.) betont, daß man bei den Freifinnigen nicht wisse, welchen Führern man folgen folle. Hoffentlich stehe auch Abg. Eickhoff auf dem Standpunkt des Abg. Dr. Wiemer. Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): Ich vertrete die freisinnige Volks. partei, und Abg. Eickhoff steht durchaus auf meinem Standpunkte. Abg. Busch( 3.): Dann hoffe ich, daß die Freifinnigen im Reichstage für den Antrag Groeber stimmen werden, der sich gegen die Gültigkeit der Wahl des Abg. Eickhoff richtet. Abg. Eickhoff( frf. Bp.): Selbstverständlich habe ich in bezug auf Wahlbeeinflussungen stets denselben Standpunkt vertreten, wie Abg. Wiemer. Wenn Abg. Busch aber meint, meine politischen Freunde würden für den Antrag Groeber stimmen, so scheint er an Legenden zu glauben, an die ich nur in meiner Jugend ge glaubt habe. Das Stapitel wirb bewilligt. Beim Kapitel„ Allgemeine Ausgaben im Interesse der Polizei" empfiehlt Abg. Dr. Faßbender( 8.) die Unterbringung der FürsorgeBöglinge in weiterem Umfange in christlichen Familien auf dem Lande. Abg. Sedenroth( t.) schließt sich diesem Wunsche an. Abg. Dr. Badenberg( natl.) regt an, die schulpflichtigen Für forgezöglinge beider Geschlechter gemeinsam zu erziehen, da dies das naturgemäße sei. Abg. Kenning( f.) ist der Ansicht, daß die Anträge auf Ueberweisung zur Fürsorgeerziehung vielfach zu spät gestellt werden. Ein Regierungskommissar: Im Often, namentlich in Pommern, fehlt es vielfach an geeigneten Familien, um die Fürsorgezöglinge in Familienpflege unterzubringen, so daß in Pommern im letzten Jahre nur 3½ Broz. der Böglinge Familien übergeben werden tonnten. Biele Böglinge find auch so verwahrloft, daß sie erit einige Zeit in Anstalten zubringen müssen, che sie in Familien tommen fönnen. Im allgemeinen ist die Familienerziehung der Anstaltserziehung vorzuziehen. Abg. Dr. Dittrich( 3.) spricht sich gegen die gemeinsame Erziehung beider Geschlechter in Fürsorgeanstalten aus. Das Kapitel wird bewilligt. Beim Kapitel Strafanstaltsverwaltung" führt Marcour sind doch alte Bekannte! Die weitere Verhandlung ergab, daß die Kutscher durch das Haftpflichtsystem" in eine höchst zwiespältige Stellung gerieten. Im inneren Betriebe waren sie Angestellte, die von morgens 5 Uhr mit militärischer Pünktlichkeit ihren Dienst zu versehen hatten, und bei denen die kleinste Verspätung mit Geldstrafen geahndet wurde. Stand es aber mit einem der Gastwirte, an die Bier geliefert auftreten und als Gläubiger von dem Gastwirt Zahlung berlangen. war, faul- dann mußte der Kutscher als selbständiger Bierverleger Bei diesen Versuchen, Gelb einzutreiben, ist der Kläger von ben Gastwirten häufig hinausgeworfen und noch mit einer Anzeige egen Hausfriedensbruchs bedroht worden. War absolut kein Geld zu bekommen, so ließ sich die Brauerei die Forderung von dem Stutscher zebieren und wurde flagbar. Fiel die Klage fruchtlos aus, jo blieb der Kutscher der Schuldner. Auf diese Weise stehen, nach der Behauptung des Klägers, die meisten Kutscher der Brauerei mit Beträgen bis zu 8000 M. an der Kreide". Wollten die Stutscher aus Furcht vor Regresansprüchen faulen Zahlern nicht mehr Vier hinfahren, so wurden sie durch Drohung mit fofortiger Entlassung Der Verband deutscher Milchhändler- Vereine schwerte, gab dieser achselzudend zur Antwort: Ohne Rifito möchte dazu gezwungen. Als sich ein Kutscher beim Direktor Jaeger bein Berlin bat in einer Petition, die Grenzsperre für Milch an ich auch Bierfahrer sein." Die beklagte Brauerei ging fogar fo weit, der holländischen Grenze aufzuheben. Der Regierungskommissar in Fällen, two sie außer Bierlieferung noch ein Darlehn dem Gast brachte statistisches Material vor, das eine starke Zunahme der Vieh- wirt gegeben hatte, sich durch Pfändung des Mobiliars für das feuchen in Holland nachweisen soll, und bekämpfte die Betition. Nur Darlehen schadlos zu halten und dem Kutscher als angeblichen die holländische und die belgische Grenze feien für Mitch gesperrt. Gläubiger für den Bierfonfum die nachten Wände zu überlaffen. Die Kommission beschloß llebergang zur Tagesordnung. Das Kaufmannsgericht verurteilte die beklagte Brauerei aur Die Tonröhren Fabrikanten in Bitterfeld pe Herauszahlung der einbehaltenen 1600 M. und wies die Brauerei titionierten um hinauffezung des Bolles auf Tonröhren mit der Widerklage ab. Lieferantin des Bieres und Gläubigerin auf 1 M.( in geltenden Handelsvertrage mit den Nachbarländern fei die Brauerei, der Kutscher habe als Angestellter nicht nötig, für ist der Satz von 1 M. auf 40 Pf. pro Doppelzentner herabgesetzt ben Ausfall durch zahlungsunfähige Schuldner einzustehen. worben). Diese Betition wurde zur Berüdsichtigung über Der Bierfutscher ist im vorliegenden Falle als Handlungswiefen, obgleich zurzeit die Handelsverträge nicht geändert werden gehülfe und nicht als Geiverbegehülfe erachtet, weil das Gewerbea tönnen. gericht und das Landgericht diese Stellung eingenommen und desEine Betition des Zentralverbandes deutscher Inhalb nicht das Gewerbegericht, sondern das Kaufmannsgericht für duftrieller will, daß dem Tarifvertrage der Buchauständig erachtet hatten. Die Entscheidungen der erwähnten Ge bruder nicht Folge geleistet werden soll, wonach Staat und Gerichte sind durchaus zutreffend, denn ein Bierfahrer, der Bier vermeinden nicht an solche Buchdruckereien Arbeit vergeben sollen, die fauft, felbständig Kunden aufsucht oder auch nur das Spundgeld dem„ Verein der Buchdrucker" nicht angehören. Die Betition wurde für das berkaufte Bier eintassiert, berrichtet eine faufmännische für ungeeignet zur Erörterung im Plenum erklärt, weil sie durch Tätigkeit. So hat auch das Reichsgericht und das Heidelberger Aenderung des§ 4 des Buchdruckertarifs als erledigt anzusehen sei. Gewerbegericht entschieden. Der Internationale hotelbesigerverein in söin petitionierte um Stontrollvorschriften für den Handel mit Konserven. G3 follen an den Konserven behältern Bermerke angebracht werden, damit der Stäufer jederzeit tann. Diese Petition wurde der Regierung zur Berüdsichtigung das Alter der Konserven ersehen und sich vor llebervorteilung schüßen überwiesen. Einlauf. Jm Reichstage gingen ein: Zum Etat des Innern: Resolution Neuner u. Gen.( natt.) betr. Unfallfürforge Abg. Tourneau( 3.) aus, daß unser Straffyſtem Bankerott ge macht habe. Beweis dafür sei u. a., daß Bestrafte zum Beginn des Winters oft lediglich Stratftaten begehen, um wieder ins Gefängniß zu kommen, während allgemein eine Scheu vor dem Storrektionshause bestehe, weil dort eine größere Strenge Herrsche als im Gefängnis. Bei der Beschäftigung der Gefangenen müffe berücksichtigt werden, daß dadurch der freien Arbeit nicht eine zu große Konkurrenz gemacht werde. Die Unterstellung aller Strafanstalten unter ein Ministerium sei im Intereffe eines bei Rettungsarbeiten. einheitlichen Strafvollzuges notwendig. Zu bedauern sei, daß noch immer nicht ein Reichsgesetz über den Strafvollzug zustande gekommen sei. Der gesamte Strafvollzug würde am zweckmäßigsten dem Ministerium des Innern unterstellt. Zum Reichseifenbahnetat: Resolution Dr. 23 ill u. Gen.( 8.): Arbeiten für die Reichseisenbahnverwaltung nur an solche Firmen zu vergeben, welche in Beziehung auf die Arbeitsbedingungen die gefeglichen Borschriften Geh. Mat Strone: Die Gefangenen müssen beschäftigt werden, einhalten und, falls Tarifverträge für die betreffende Art der und es wird auf ein unausgesetztes awangsweises Arbeiten von Arbeit am Drte des Betriebes gelten, nicht hinter den Bestimmungen der Verwaltung der größte Wert gelegt. Wenn über zu wenig diefer Tarifverträge zurückbleiben, sowie die Reichseisenbahnverwaltung Disziplinarstrafen getlagt wird, so ist das ein Zeichen für die gute anzuweisen, die Festsetzung oder Neuordnung von Arbeitsbedingungen Disziplin, die in den Strafanstalten besteht. Wenn der Mann( Arbeitslohn, Arbeitszeit, Arbeitsordnung) in den Betrieben der nicht gegen die Disziplin verstößt, so können wir ihn doch nicht Reichseisenbahnen unter Mitwirkung der Arbeiterausschüsse bestrafen. The die Gefangenen außerhalb der Gefängnisse be- und Arbeiterorganisationen vorzunehmen. schäftigt werden können, müffen fie in der Anstalt unter das 25. bis 84. Bericht der Petitionstommiffion. 15% Stunden tägliche Arbeitszeit. Herr Paul Baum ersucht uns unter Bezugnahme auf den Gerichtsbericht in der zweiten Beilage der Nr. 49 um Aufnahute folgender Mitteilung: laffen worden ist, weil er am Neujahrstage mit einer halben Stunde Verspätung in das Geschäft gefommen ist. St. ist vielmehr fehr häufig zu spät und am Neujahrstage überhaupt nicht in das Geschäft gekommen. Um deswillen ist er von mir entlassen worden. Es ist auch nur diescs in der Verhandlung vor dem Kaufmannsgericht zur Sprache gekommen. „ Es ist nicht richtig, daß der Verkäufer Kurt St. von mir ent Es ist auch nicht richtig, daß ich auf einen Vorhalt des Vorfizenden bezüglich der langen Arbeitszeit erklärt habe, daß man früher 16 Stunden habe arbeiten müssen. Ich habe lediglich ers flärt, daß in sämtlichen Geschäften der Branche, weil diese Geschäfte von früh um 7 bis abends um 9 Uhr geöffnet hätten, die Arbeitszeit der Angestellten die gleiche, nämlich tatsächlich von früh um 7 bis abends um 9 Uhr sei. Nur zur Erläuterung habe ich noch hinzugefeßt, daß früher das Personal noch länger habe arbeiten müssen." Dieser Erklärung gegenüber hält unser Berichterstatter den Verhandlungsbericht vollständig und in allen Puntien aufrecht. Der Beklagte hat insbesondere bezüglich des Vorhalts der langen Er beitszeit mörtlich nach dem aufgenommenen Stenogramm ge sagt: Ich habe fogar 16 Stunden arbeiten müffen. Die jungen 12eute haben's aber immer besser." Für den Inhalt der Zuereat fibernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Berantwortung. Theater. Dienstag, 3. März. Anfang 7, Uhr. Rönigl. Opernhaus. Lucia von Lammermoor. Königl. Schauspielhaus. Acofta. Deutiches. Bas ihr wollt. Uriel Kammerspiele. Liebelei.[ Anfang 8 Uhr.] Anfang 8 Ubr. Berliner. Förster- Christl. Leffing. Das Tal des Lebens. Neues. Simson. unvielbaus. Banne. Neues Schauspielhaus. Bollenfrager. Schthei 0. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thesing: Lamarckismus. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Akten von Eduard Goldbeck und Hermann Kienzl. Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Weg zum Herzen. Schiller- Theater Charlottenburg. Reichshallen- Theater. Dienstag, abends 8 Uhr: Kaiser und Galiläer. Welthistorisches Schauspiel von Henrik Jbsen. Deutsch von E. Brausewetter. Erster Teil: Cäsars Abfall. Schauspiel in 5 Aften. Mittwoch, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abend 38 Uhr: Der Weg zum Herzen. Kaiser und Galiläer. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu: HusarenStreiche. Anfang: Wochent. 8 Sonnt. 71. Happoldt's Neuer Konzertsaal Gr. Fastnachts- Konzert mit Ball. 8 Uhr: Lieder- Abend. Jeannette Grumbacher de Jong( Gefang). Brunnen- Theater Auf Credit! Zentral- Theater. Alfred Simon( Slabier). Heute und folgende Tage: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Staffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein seltsamer Fall. Baner beater. Luisen- Theater. Der rote Leutnant. • Schiller Charlottenburg. Kaiser und Galiläer. Theater an der Spree. Ungültig. Lorging. Fidelio. Komische Oper. Tiefland. Kleines. 2 × 2= 5. Friedrich Wilhelmstädt. Schaus spielhaus. Lokomotivführer Claussen. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. Weiten. Ein Walzertraum. Residenz. Bibi. Der felige Octave. Zentral. Ein feltfamer Fall. Luisen. Unser Doftor. Thalia. Immer oben auf. Trianon. Baron Toto. Reichenbergeritr. 34. Abends 8 Uhr: Unser Doktor. Mittwoch: Des Mädchens Lebenswege. Donnerstag Benefiz für Herrn Georg Wad. Zum 1. Male: Fuhrmann Henschel. Froitag: Der eingebildete Stranke. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Abends: Unser Dottor. Sonntag nachm. 3 Uhr: Des Mäde chens Lebenswege. Abends: Ma schinenbauer von Berlin. Montag: Ein verlorener Sohn. Bernhard Noie. Der Hüttenbefiber. Theater an der Spree Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Yvette Guilbert. Spezialiäten. Folies Caprice. Jeunesse dorée. Paragraph 343. Mal was andres. Papa und Gebr. Herrnfeld. Genossen. Salomonisches Urteil Bürgerl. Schauspielhaus. Haus Loney. Rafino. Die Freuden der Häuslichkeit. Parodie. Köpenider Straße 68. Abends 8 Uhr: Gastspiel Dir. Sborowit: Ungültig. ( Das Geheimnis einer Ehe.) Täglich 8 Uhr: Ungültig. Tannhäuser. Nachtasy. DERNHARD ROSE THEATED Rosenmontag. Wintergarten. Otto Reutter. Spezialitäten. Pasage. Madame Hanako. zialitäten SpeReichsbalien. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Balajt. Ringtampf- Stonkurrenz. Spezialitäten. Urania. Zaubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Stairo und die Byramiden. Hörsaal 8 Uhr: Dr. C. Thefing: Lamarchismus. Sternwarte, 3 validenftr. 57/62. ( Sr. Frankfurteritr 132. Der Hüttenbefizer. ( Claire: Jda Garbrecht Bernhardt v. BattenbergTheater in Leipzig a. G.) Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Mittwoch: Ein toller Einfall. Rixdorfer Theater Bürgerjäle, Bergstraße Nr. 147. Mittwoch, den 4. März: Benefiz für die Herren Grävenit und Krüger: Cornelius Voẞ. Luftsp. in 4 Aften v.Franz v. Schönthan. Anfang 8 Uhr. Berliner Theater. Metropol- Theater Tägl. 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niesi: Die Förster- Christl. Abends 8 Uhr: Neues Theater. Das muß Anjang 8 Uhr. Letztes Gastspiel Ferd. Bonn. Simson. Morgen und folgende Tage: Simion. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Morgen und folgende Tage: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 8. März, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! apollo Sonntag nachm. Uhr Preise: GastTheater Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Zirkus Schumann Heute Dienstag ,, 8. Mara, 8 Uhr: Große außerordentl. Vorstellung. Des enormenErfolges wegen auf nur ganz kurze Zeit prolongiert: Resisto der tollkühne Amerikaner, das elektrische Rätsel. Neuengagiert! Loya- Trio! 9 Bhanom. Afrobaten a. d. Drahtseil. Außerdem das Riesen- Programm, endigend mit der Pracht Aus stattungs- Pantomime AMERIKA mit den herrlichen Licht und Waffereffekten. WINDSTARTEN Genaro u. Theol, equilibrist. Produktion. Der Biograph, der enge Schuh. Die vier Bracks, Akrobaten. Hania De Dio, de Vert, Sängerin. Phantasietänzerin. Truly Shattuck, amerikan. Sängerin. Marquis Dassie, dressierte Die Tiller Girls, Ponnies. engl. Gesangs- u. Tanztruppe. Paul Jülich, Humorist Große Ringkampf- Konkurrenz um die Sieges- Prämie von 10 000 Mark. Hanz Schwarz- Bayern gegen Schibilski.- Altmann- Berlin gegen Gambier II- Vranken. Michael Hitzler- Bayern geg. Albano- Frankreich. Ahmed Madrall- Türkeigeg.LougeykEngland. -ning made by the tabe Belle: Get Yvette Guilbert Gebr. HerrnfeldDie lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. spiel dazu d. Attrakt. Paul Spadoni The 4 black Diamonds Die vier Athlétas Rolf Rafaely X Hedy Stanwey Helia- Trio. Mia Werber. Lokomotivführer Claufen. Mitislaw der Moderne Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Krimhilds Rache. Donnerst.: Lokomotivführer Claussen. Freitag 8. 1. M.: Hasemanns Töchter. Lortzing- Oper. Abends 8 Uhr: Erstaufführung: Fidelio. Mittwoch: Bar und Zimmermann. Donnerstag 71, Uhr: Die Zauberflöte. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Der Tromp. v. Säding. Sonntag 3 Uhr: Martha. Abends 8 Uhr: Rigoletto. Neues Operetten- Theater Eröffnung Donnerstag, den 5. März 1908. Antang 28 Uhr. Der Opernball. Hebbel- Theater Königgrät Straße 57/58. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shaw. Residenz- Theater. -Direttion: Richard Alexander. 99 8 Uhr. Bibi." 8 Uhr. Schwank in 3 Aften von de Gorsse und de Marfan. Bretillot Richard Merander. Hierauf: Der felige Octave. Sonntag, den 8. März, 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Operette von F. Lehár. Passage- Panoptikum. Der größte Soldat Josef Schippers der lange Kerl. Sizilianische Bandenkapelle. Ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. garantiert unschadlich kein Chlor kein reiben Theater. Allabendlich der interessante Prozeß wie er stürmischer nie belacht wurde: Salomonisches Urteil. Ein Nachspiel zu XIII. Saison. Zirkus Busch Dienstag abends 7, Uhr: Gala- Abend. Noch nicht gezeigt! Ein Sturz aus der 6. Etage ( Mon Gadbin). Neu! Neu! Neu! Jokoda- Truppe! 12 Berfonen. Original Japaner. Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tatter falls, als Gast. Herr Ernst Schumann, Neudreffur. Umaira Auf der Hallig! Vorher: Gala Programm. Dalast- Theater Heute Badstraße 58. Direft.: Bernh. Rose. Dienstag, den 3. März 1908: Gr. Fastnachts- Ball von den Mitgliedern des BrunnenTheaters arrangiert. Alpenfest in St. Morik. 2 Kapellen Hauskapello und eine Tiroler Kapelle. Die Grenze fann von 82 Uhr überschritten werden. Mökel- u. Waren- Credithaus 2082L*] von L. Silberstein Fröbels Allerlei- Theater Spandauerbrücke 2, L. Schönhauser Allee 148. Dienstag, den 3. März 1908: Die zärtlichen Verwandten. Lustspiel in 3 Aufz. von R. Benedig Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Nach der Vorstellung: Gr. Fastnachts- Ball. W. Noacks Theater Dtrettion Rob. Dill. Brimenttr 16. Benefiz: Resi und Robert Fuchs. Bahnstation: Bahnhof- Börse. Kleinste Anzahlung. Bequemste Ratenzahlung. Die Elfe von Erlenhof. Pickel im Geficht Boltsstüd in 5 Aften v. C. S. Staat. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bi. Nach der Vorstellung: Tanz. Morgen u. folgende Tage: Schloß am Meer. und am Körper, Blüten, Miteffer. Wimmerin, Röten, Sommersprossen, Hautjuden, Furun tel, Hautgeschwüre zc., wer baran leidet, ge brauche Rucker's Patent Medizinals Seife, D. N. B., ärztlich empfohlen und tausendfach bewährt. Preis 50 Big.( fleine Badung, 5% ig) und Mr. 1,50( große Lothringerftr. 37. 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Berlin, den 29. Februar 1908. Mittelstandspolitiker ProduktionseinSchutz der nationalen Arbeit. -W Bollgesetzgebung findet, segelt unter der Stichmarke: Schutz der nationalen Arbeit! Gautag des Maurerverbandes. leber D. Die Lohnbewegungen unter besonderer Berücksichtigung der bevorstehenden Kämpfe im Baugewerbe referierte Silberschmidt. Er führte u. a. aus: . Dienstag, 3. März 1908. Lehmann hielt ein Referat über Agitation. Ec führte aus, was der Gauvorstand hinsichtlich der Agitation im Gau getan hat und in welcher Weise und mit welchen Mitteln die Agitation in nächster Zeit zu betreiben ist. Es werde wesentlich darauf ankommen, daß nicht nur in den größeren Orten, sondern auch auf dem Lande eine lebhafte und energische Agitation betrieben werde. Für die Agitation im Gau sollen folgende Grundsätze maßgebend sein: Es ist Pflicht aller Delegierten, für die Stärkung treffen, damit alle im Gau vorhandenen Maurer von der Agitation des Verbandes zu wirken. Die Vorstände haben Vorkehrungen zu erfaßt werden. In den größeren Bezirken find Agitationsausschüsse zu bilden, welche den Vorstand bei der Landagitation ständig unterstüßen. Diese Agitationsarbeit wird der Vorstand durch Stellung von Referenten, Erteilung von Ratschlägen und erforderlichenfalls durch materielle Mittel fördern. Es sollen auch erneut Erhebungen Die Redner beschäftigten sich meist mit Ausführungen über die über die Lage der Maurer im Gau veranstaltet werden. Die Diskussion erstreckte sich gleichzeitig auf beide Referate. Agitation, wobei vorwiegend die besonderen Verhältnisse einzelner Bezirke und Orte zur Sprache kamen. Da es in der Zeit der Krise kaum möglich sei, in den großen Der Verbandsvorsitzende Böm elburg sagte unter anderem: Orten neue Mitglieder zu gewinnen, so müsse die Agitation bcsonders auf dem platten Lande betrieben werden. Dann werde es auch gelingen, trotz der Krise neue Mitglieder zu gewinnen. Hinsichtlich der bevorstehenden Kämpfe sagte der Redner: Am 16. März beginnen die Verhandlungen mit den Unternehmern für das Gebiet des Maingaues und am 23. für das Rheingebiet. Erst nach diesen Verhandlungen werde sich übersehen lassen, welchen Verlauf die Bewegung nimmt und welche Taktik der Verband zu befolgen habe. Wir sehen in den Tarifverträgen eine Einrichtung aur Regelung der Arbeitsverhältnisse. Die Unternehmer aber wollen uns Tarifverträge aufzwingen, die ihnen als Kampfmittel fläre ich hier: Solche Verträge finden unsere Zustimmung nicht. gegen die Arbeiterorganisation dienen. Mit aller Bestimmtheit er( Bravo!) Bei allen Verhandlungen, die wir seit Jahren mit den Unternehmern führten, haben wir stets den Verhältnissen Rechnung daß wir das, was die Unternehmer wollen, mit allen Mitteln abwehren werden. Es kann sein, daß der Verbandsvorstand sich ver. anlaßt sieht, Maßnahmen zu treffen, die vorher nicht in Ver sammlungen beraten und beschlossen worden sind und die manchem Gewerbefreiheit unverständlich erscheinen mögen. Für diesen Fall rechnen wir fchränkung Syndikatspolitik Zu Beginn der Sizung am Sonntag wurde der Bericht der darauf, daß die Kollegen undedingtes Vertrauen zum Vorstande Im Reichstage ist wieder mal das Problem der Handwerkerfrage Mandatsprüfungskommission erstattet. Derselbe ergibt, daß 124 haben und daß sie strenge Disziplin befolgen. Wenn unsere Stol erörtert worden. Die antisemitisch- fonservativen und die zentrümischen Zweigvereine durch 154 Delegierte bertreten find. 66 Zweigvereine legen in diesem Sinne handeln, dann werden die bevorstehenden Mittelständler sehen die Quelle aller von ihnen beflagten Uebel und Bertreter des Hauptvorstandes und des Ausschusses, sowie Bertreter Stämpfe nicht so enden, wie es die Unternehmer wünschen.( Beifall.) Schäden in der Gewerbefreiheit. Diese soll eingeschnürt, der Zopf der Bauarbeiter und der Zimmerer. und Zunftzwang wieder eingeführt werden. Wenn die Retter des Handwerks fonsequent sein wollten, müßten sie Garantien für fefsellose Gewerbefreiheit verlangen. Gerade die Unterbindung diefer durch vertruftete und syndizierte, zollgeschützte Industrien bringt alle Konsumenten in der letteren Abhängigkeit, untergräbt die Sonkurrenzfähigkeit der Kleinen, macht jene zu den Herrschern, die vorwärtsstürmend tausende selbständige Existenzen vernichten. Seit dem Jahre 1905 hat sich das Einkommen der Maurer Aber die Mittelständler können bei den Großen nicht bekämpfen, in Deutschland durchschnittlich um 7 Prozent erhöht. Die Preise was sie selbst gern betreiben. Man denke nur an den vorjährigen der notwendigen Bedarfsartikel sind dagegen in viel höherem Maße Kampf im Bäckergewerbe. Die Jnnungskrauter verbanden sich gestiegen und werden in der nächsten Zukunft noch weiter steigen. mit dem Hefesyndikat, um einzelnen ihrer Kollegen die Ausübung Auf der anderen Seite wird es in nächster Zeit kaum möglich ihres Handwerks unmöglich zu machen, weil diese das Verbrechen sein, das Einkommen der Maurer so zu erhöhen, daß es mit den begangen hatten, in Frieden mit ihren Arbeitern leben zu wollen und deren berechtigte Forderungen anerkannten. Das berdroß die gesteigerten Ausgaben in Ginklang steht, denn in der heutigen Zunftleute. Sie verbündeten sich mit den syndizierten Hefe- Gesellschaft ist nicht das Recht und der moralische Anspruch der fabrikanten, damit durch Entzug des unentbehrlichen Rohmaterials Arbeiter maßgebend, auch nicht die wirtschaftliche Notwendigkeit der Widerspenstigen Zähmung herbeigeführt werde. Das ist ist bestimmend, um die berechtigten Ansprüche der Arbeiter zu er nadter Terrorismus, geboren aus tiven. Solche Kampfmittel will man sich frei halten; dazu be- ber gegenwärtigen Zeit der Geschäftsstockung sind die Machtverhält grob egoistischen Mos füllen, sondern nur die Machtverhältnisse sind ausschlaggebend. In gehrten die Mittelständler größere Brivilegien in der Lehrlings- niffe der Arbeiter, besonders im Baugewerbe, nicht günstig geausbeutung. Mit solchem Geschenk würde das Handwerk seinen staltet. Das ist eine Folge der gegenwärtigen ProduktionsverhältKrebsgang nur noch beschleunigen. Die Höherentwickelung der nisse und deshalb kein Grund zur Mutlosigkeit. In den versprechendes Ziel. Für eine ganze Reihe Gewerbe birgt dieses gangenen Jahren des guten Geschäftsganges mußten die UnterHandwerkerstube zur Kunstwerkstatt, das ist ein Erfolg vernisse Biel für die Zukunft zweifellos schöne Erfolge; hier ist ein Feld nehmer die Löhne aufbessern und das Rechtsbewußtsein der Arbeiter dankbarer Betätigung. Unbestreitbar hat die völlige Gewerbe- im Hinblick auf ihre Verhältnisse zum Unternehmer ist gestärkt freiheit, die ungezügelte Stonkurrenz viele und schmerzhafte worden, nicht zum wenigsten durch den Einfluß der Organisation. Wunden geschlagen, aber getroffen wurde immer nur der Einzelne, Aber bei der Aufstellung von Forderungen hatten die Kollegen in ein beschränkter Kreis von Personen. Der Gesamtheit kommen in den letzten Jahren nicht immer ein Gefühl für das rechte Maß letter Linie die unmeßbaren Vorteile zugute. Die staunenswerte, dessen, was sie den Umständen nach durchsetzen können. Aufgabe sprunghafte Entwidelung der Technik, die großartigen Leistungen der Organisation ist es, dafür zu sorgen, daß sich die berechtigten der Chemie auf industriellem Gebiete, die kaum geahnte Steigerung Forderungen der Kollegen in den Bahnen des tatsächlich Grreich der Produktivität der Arbeit sind Kinder der raftlos vorwärtstreibenden Konkurrenz und sie stellen eine hohe, stolze Kultur- baren halten. Nur widerstrebend haben die Unternehmer im letzten errungenschaft dar. Allerdings, die Früchte werden bis jetzt Jahrzehnt den Forderungen der Arbeiter Folge gegeben und auf die zum überwiegenden Teile von einer kleinen Minderheit des Voltes Gelegenheit gewartet, um an den Arbeitern Rache zu nehmen. eingeerntet. Das ist das zu bekämpfende llebel. Nun aber sehen Geit langer Zeit machen sich in den Reihen der Unternehmer Pläne wir, wie das organisierte Unternehmertum zu Maßnahmen greift, bemerkbar, die darauf gerichtet sind, den Bestrebungen der Arbeiter die die Lebensdauer seines Privilegienbesizes verlängern sollen. nach Verbesserung ihrer Lage ein Ziel zu sehen. Seit 1904 haben Die vorwärtstreibende Kraft der freien Stonkurrenz wird durch sich diese Pläne zu positiven Vorschlägen verdichtet, die dahin gehen, mechanische Unterbindung der Produktion ausgeschaltet. Während den Arbeitern die Möglichkeit zu nehmen, zu bestimmen, wann, wo früher die Konfurrenz immer Anreiz fand, durch Verwendung neuer und unter welchen Umständen sie Kämpfe führen wollen. Die getragen. Wir hätten so manches Mal, wenn wir unsere Kämpfe Maschinen und Arbeitsmethoden die Produktivität zu steigern, die Erzeugung zu verbilligen, ordnet man jetzt mechanische Ein- Unternehmer wollen jeht das Kampfgebiet bestimmen und es 10 wir haben immer loyal gehandelt und uns auf einer mittleren schränkung der Produktion an, um dadurch Preisstürze zu verhindern. weit ausdehnen, daß die Kraft der Arbeiterorganisation einem so inie zu einigen versucht. Wenn es die Unternehmer jest umges Wie im Jahre 1900/1901, fo erleben wir auch jetzt wieder, daß bei großen Kampfe nicht standhalten kann. Diese Pläne der Unter- tehrt machen, wenn sie versuchen wollen, uns zu knebeln, dann fintenden Lohnkosten die Preise einzelner Rohmaterialien auf der nehmer werden ja nicht verwirklicht werden können. Sie werden gibt es kein Vertrauen mehr. Wir stehen nach wie vor auf dem früheren Höhe gehalten werden oder gar noch darüber hinaustreiben. teils an wirtschaftlichen Verhältnissen scheitern, und die Arbeiter- Standpunkt, daß wir Tarifverträge haben wollen. Wir werden Das Kohlensyndikat hat seine lebte Preiserhöhung noch für ein volles organisation wird alles tun, um zu verhindern, daß die Wünsche aber niemals Verträge annehmen, durch welche unsere Organis Jahr festgelegt, und um das störende, preisdrückende Moment eines der Unternehmer in Erfüllung gehen. Die Unternehmer haben sich fation gefnebelt wird. Wir werden den Unternehmern zeigen, über die Nachfrage hinausgehenden Angebots zu verhindern, werden Fördereinschränkungen angeordnet. Das theinisch- westfälische auf den Kriegspfad begeben, sie wollten erreichen, daß der Einfluß, daß die Zeiten vorüber sind, wo sie ihre Bedingungen diktieren Kohlensyndikat hat am 28. Februar eine Produktionseinschränkung den die Arbeiterorganisation auf die Gestaltung der Lohn- und tonnten. Nur auf Grund gegenseitigen Einverständnisses dürfen von 10 Broz. für Kohlen und 20 Proz. für Nots angeordnet. Eng- Arbeitsverhältnisse gewonnen haben, gebrochen wird. Die Unter- die Lohn- und Arbeitsbedingungen festgesetzt werden. lische Kohlen sind seit August v. J. um 20 bis 25 Proz. billiger nehmer wollten wieder die früheren Verhältnisse schaffen, wo sie, geworden; in Belgien mußten in den letzten Wochen die Kohlen gleich absoluten Herrschern, allein die Arbeitsbedingungen feftpreise um 2 Frank nachgeben und zwar unter dem Druck der Kon- setzten. Unerhört ist es, daß die Unternehmer Tarife aufstellen kurrenz durch deutsche Kohlen. In Deutschland selbst jedoch werden ohne Mitwirkung der Arbeiter, und verlangen, daß diese Tarife an die Preise aus der Zeit der größten Brennmaterialiennot heute genommen werden. Es ist die größte Errungenschaft der letzten fogar noch überholt. Das Syndikat der rheinisch- westfälischen Kohlenmagnaten ordnet Produktionseinschränkungen an, aber es Beit, daß wir den Unternehmern das Recht abgerungen haben, fällt ihm gar nicht ein, Preisnachlässe zu gewähren. Die bei der Festsetzung der Lohn- und Arbeitsbedingungen unsererseits anderen Verbände und Syndikate werden jedenfalls auf diesem mitzubestimmen, wodurch der absoluten Herrschaft der Unternehmer Wege folgen. Man könnte nun annehmen, es sei gleichgültig, ein Ende gemacht worden ist. Nun wollen die Unternehmer die ob aus Mangel an Aufträgen oder durch freie Uebereinkunft der Gleichberechtigung der Arbeiter bei Festsetzung der ArbeitsProduzenten ein Teil der Betriebe still gelegt, die Produktion ver- bedingungen wieder beseitigen. Diese Absichten der Unternehmer mindert wird. Das ist aber nicht der Fall. Bei der freien tragen deshalb einen unmoralischen Charakter, weil sie durchgesetzt Ronkurrenz ist für den einzelnen Unternehmer die Möglichkeit ge- werden sollen in einer Zeit, wo sich die Arbeiter in einer wirtgeben, mittels Preisreduktionen den beschränkten Markt für sich schaftlichen Notlage befinden. Die Bläne der Unternehmer gehen zu erobern, und dabei bleibt dann start wirksam das Bestreben, bahin, daß sie alle bestehenden Verträge ablaufen lassen und nicht durch Einführung rationellerer Arbeitsmethoden die Produktionskosten herabzumindern, die Produktivität der Arbeit zu steigern. eher neue Verträge schließen, als bis alle Verträge dem Willen Die freie Konkurrenz verhindert auf jeden Fall, daß während der der Unternehmer entsprechend gestaltet sind. Im anderen Falle Zeit wirtschaftlicher Depression die Spannung zwischen Produt soll die Aussperrung erfolgen. Bisher waren die Tarife der Austionskosten und Verkaufspreisen größer wird. Das Gegenteil wird druck eines Waffenstillstandes zwischen Arbeitern und Unter aber erreicht mit der Marktregulierung durch die Syndikate. Durch nehmern. Die Unternehmer wollen jetzt Tarife einführen, welche eine dem Gesamtwillen der Produzenten entspringende freiwillige in ihren Händen eine Waffe sein sollen zur Niederdrückung der Einschränkung der Erzeugung läßt sich zwar nicht das Gesetz von Arbeiterorganisation. Nicht eher wollen sie in Deutschland Tarife Nachfrage und Angebot aufheben, aber es wird das Angebot fünft abschließen, ehe nicht in Berlin ein Vertrag nach ihrem Willen Kersten Revisoren. lich beeinflußt. Damit ist auch dem Preisdrucke vorgebeugt; die organisierten Produzenten können diftieren, und sie steigern die zustande gekommen ist. Wir werden also einen Kampf bekommen, Profitrate, wenn Arbeitslosigkeit und Lohndrud die Not der ar- der ernster ist wie unsere früheren Kämpfe. Aber das können wir die Maurerorganisation. beitenden Bevölkerung mehrt. Um reicher zu werden, muß man mit Bestimmtheit sagen: unsere Situation ist keineswegs hoffnungsstimmig mit den vom Referenten Silberschmidt aufgestellten GrundNach Schluß der Diskussion erklärte sich die Konferenz eine fäßen einverstanden Dieselben lauten: 1. Mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln ist den Plänen der Arbeitgeber entgegenzuwirken. 2. Jedem sonstigen Versuch der Arbeitgeber, unsere Arbeitsbedingungen zu verschlechtern, ist entgegenzutreten. 3. Angriffsbewegungen sind zurückzuhalten und nur in vollem Einverständnis mit der Verbands- und der Gauleitung zu beginnen. 4. In dieser Konfliktszeit ist strenge Disziplin zu üben und ben taktischen Maßnahmen der Leitung unserer Organisation unbedingt Folge zu leisten. Der lebte Punkt, der Tagesordnung lautete: Anträge zur 1 Konferenz. Bunächst gelangten mehrere Anträge zur Dis tuſſion, welche sich auf formale Bestimmungen über die Streif. unterstübung beziehen. Hierzu wurde beschlossen, den betreffenden veigvereinen anheim zu stellen, ihre eingebrachten Anträge dent Verbandsvorstand einzureichen. welcher besagt, daß Anträge zur Gaukonferenz den Zweigvereinen Angenommen wurde ein Antrag, vier Wochen vor der Konferenz bekannt zu geben sind. Die Wahl des Gauvorstandes hatte folgendes Ergebnis: Silberschmidt, Vorsitzender, Lehmann, Kassierer, Anton, Schriftführer, Hanke und Thöns Beisiker. De mm, Marg und Silberschmidt schloß die Konferenz mit einem Hoch auf mehr Güter erwerben; in der kapitalistischen Volkswirtschaft ist es los ober troftlos. Wir werden uns so einzurichten wiffen, daß wir Vom Polizeikampf umgekehrt: um die" Not" der Kapitalisten zu mildern, wird die die Pläne der Unternehmer durchkreuzen können. Gütererzeugung, die Reichtummehrung mechanisch eingeschränkt. Wir haben uns vor Augen zu führen, wie sich die KampfAus diesem Widerfinn, geboren aus dem Gegensatz zwischen Unter- bewegung in unserem Gau entwickeln wird. Hier stehen bis jetzt gegen ausländische Polen. nehmer- und Voltsintereffen, kann die kapitalistische Gesellschaft 26 Lohnbewegungen in Aussicht, zu denen die Unternehmer bereits nicht anders, dann durch Zuführung ausländischer gewerb. " Der preußischen Landwirtschaft muß geholfen werden; wenn nicht hinaus. Die vielgerühmte Syndikatspolitik mildert diesen Widerfinn nicht einmal, sie läßt ihn noch schärfer sich auswachsen. ihre Gegenmaßnahmen getroffen haben. In 4 von den betreffen- licher Arbeiter!" Das ist die Devise, unter der jeßt unsere Nicht die Organisierung der Produktion bekämpfen wir, die Schäd- den Vereinen haben die Unternehmer uns ihre Vertragsentwürfe Bolizei- und Verwaltungsbehörden gegen ausländische gewerb lichkeit der Syndikate liegt in der gekennzeichneten Preispolitit. unterbreitet, in Guben ist es bereits zur Aussperrung gekommen. Iiche Arbeiter vorgehen, die in ihrem Gewerbe in Preußen Diese ist um so schädlicher, als sie die Monopolisierung des Innen. In 7 Vereinen, wo wir keine Forderungen stellten, haben die Beschäftigung haben. Und als Zwangsmittel führt man ihnen das marktes dazu benutt, auf dem Auslandsmarkt weit unter dem Unternehmer die Verträge gekündigt und die Annahme ihres Fallbeil der Ausweisung vor Augen. So erging es dem Inlandspreis zu verkaufen. Da das fast ausschließlich bei Roh- Tarifentwurfes verlangt. In drei Vereinen ist uns die Kündigung Vergolder Renkowet, einem russischen Polen, der in der bekannten materialien und Halbzeug geschieht, wird dadurch die Abfagmög- eingereicht, ohne daß die Unternehmer bis jetzt ihre Vorlage Goldleisten- und Rahmenfabrik von A. Werkmeister in Berlin lichkeit der weiterverarbeitenden Industrie wesentlich eingeschränkt. machten. In Rathenow, wo wir bisher keinen Vertrag hatten, arbeitete und in dem Vorort Borhagen- Nummelsburg Wohnung Der Auslandskonsument, der aus Deutschland billige BrennDer Amtsvorsteher des Ortes erließ an materialien und billiges Halbzeug bezieht, kann nicht nur dem berlangen die Unternehmer ebenfalls die Anerkennung ihres Ver- genommen hatte. deutschen Weiterverarbeiter auf dem Auslandsmarkt erfolgreich trages. Das sind also 15 Orte, wo die Unternehmer bereits Maß ihn unter dem 1. Mai 1907 folgende Verfügung:" Die Beschäftigung ausländischer polnischer Arbeiter in gewerblichen Betrieben Konkurrenz bieten, er fann wegen der niedrigeren Selbstfosten nahmen uns gegenüber getroffen haben. In einigen Orten sind die ist verboten. Sie werden deshalb aufgefordert, sich binnen sogar in Deutschland erfolgreich konkurrieren. Dadurch wird Unternehmer sogar mit Herabsehung der Löhne vorgegangen. Man 14 Tagen in einem landwirtschaftlichen Betriebe, wo die naturgemäß auch der Arbeitsmarkt im Inlande ungünstig beein- sieht daraus, wohin die Unternehmer zielen. Sie wollen nicht nur Beschäftigung derartiger Arbeiter zugelassen ist, Stellung zu flußt, der Lohndruck wird stärker. In letter Linie sind es die Ar- Verbesserungen der Arbeitsverhältnisse verhindern, sondern sie be- suchen. Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, so beiter, die die Kosten der Syndikatspolitik zu zahlen haben. Nach nutzen auch die Notlage der Arbeiter, um Rohnherabsehungen durch wird Ihre Ausweisung aus dem preußischen Staatsgebiete er Angaben der„ Köln. Wolfsztg." müssen zurzeit die deutschen Draht zusetzen. Es ist unerhört, daß einzelne unserer Vereine Lohnherab folgen." ziehereien für rohen Walzdraht 132 50 M. bezahlen, dagegen wurde jetzungen ruhig hingenommen haben. Unsere Aufgabe für das Nach vergeblichen Beschwerden beim Landrat und beim Ncschon vor zwei Wochen dasselbe Material in Antwerpen- Rotterdam nächste Jahr wird vor allen Dingen dahin gehen, mit allen uns zur gericht zu Berlin. Dieses wies die Klage zunächst ohne münd gierungspräsidenten flagte R. beim Oberverwaltungszu 104 W. angeboten. Englische Werke kauften deutsche Draht Verfügung stehenden Mitteln die bestehenden Arbeitsbedingungen zu liche Verhandlung durch einen schriftlichen„ Borbescheid" ab. Das knüppel so billig, daß fie 5 Millimeter Walzdraht zu 100 m. pro Zonne abgeben fönnen. Das vermindert für die deutschen Werte verteidigen und jeder Absicht einer Verschlechterung den größten Gericht ging davon aus, daß die slage im Verwaltungsstreit und Arbeiter Beschäftigung und Verdienst. Für eine ganze Reihe Widerstand entgegenzusehen. Bei unseren auf Verbesserung der berfahren überhaupt nicht gegeben sei, weil eine polizeiliche Artikel für die Weiterverarbeitung ist im Januar 1908 die Aus- bestehenden Arbeitsverhältnisse gerichteten Forderungen, werden wir Verfügung im Sinne des§ 127 des Landesverwaltungsfuhr schon ganz erheblich gestiegen. 3. B. in rohem Walzdraht von in der nächsten Zeit die größte Vorsicht walten lassen müssen, ob gesetzes vorliege. Die Aufforderung enthalte fein Gebot, welches 79 337 Doppelgentner im Jahre 1907 auf 121 559 Doppelgentner, es nicht besser ist, im Interesse der gesamten deutschen Maurer- mit einem der im§ 132 desselben Gesetzes angeführten Zwangsin Blech( roh) von 113 093 Doppelzentner auf 124 894 Doppel- bewegung ein Loch zurückzustecken. Bei allen Angriffsbewegungen mittel durchgesetzt werden sollte. St. habe nicht zur Beschäftigung zentner, in Stabeisen bis 12 Bentimeter lang bon 100 790 Doppel- ist das Streifregelement und der Nat des Hauptvorstandes genau in einem landwirtschaftlichen Betriebe polizeilich gezwungen werden gentner auf 214 207, in Bandeisen von 49 224 Doppelzeniner auf 66 971 Doppelzentner. Da die Nachfrage in Fertigartikeln am 3u befolgen. Welche Taktik wir bei unserer Abwehrbewegung ausgewiesen werden würde. Damit jei eine polizeiliche Verfügung sollen, sondern ihm sei nur angedroht, daß er bei Nichtbefolgung Warenmarit nachläßt, muß die Forzierung des Erportes von Halb- gegenüber den Aussperrungen auf Grund der Unternehmerbeschlüsse erst in Aussicht gestellt worden. Gegen die Landesverweisung zeug die inländische Verarbeitungsindustrie schwer schädigen. befolgen werden, läßt sich heute noch nicht übersehen und kann würde ihm übrigens nach dem Gesek, weil er kein Reichsangehöriger Und die, Syndikatspolitik, die ihre wesentliche Stüge in unserer deshalb noch nichts darüber gesagt werden. Doch das ist sicher, sei, die Klage auch nicht zustehen Versammlungen Veranstaltungen. Rigdorf. Mittwoch, den 4. März, 8% Uhr, bei Thiel, Bergstraße 151/52. Vortrag: Dr. Alfred Bernstein. Reinickendorf. Mittwoch, den 4. März, findet bei Gründer, Hoppestraße 24, Vortrag der Genossin Mech statt. Lichtenberg. Dienstag, den 10. März, im Lokale von Gürsch, Frank. furter Chauffee 128: Oeffentliche Frauenversammlung. Bor trag: Genoffin Baader. Gerichts- Zeitung. Sdjut gegen Bilanzverschleierungen. Der Vertreter des Klägers, Rechtsanwalt Behausung zu bannen, die erziehende" Gerechtigkeit züchtigt sie 50 000 M. wurden bewilligt, um einige univesentliche Verbefferungen Biebknecht, beantragte mündliche Verhandlung. In einem aus als Diebin. So will es die beste, g:: echteste-göttliche Welt im Verwaltungswege herbeizuführen." Die Hebammenfrage ift führliche Schriftfah wurde aus Rechtserwägungen heraus die Auf- ordnung! schließlich eine Geldfrage," sagte der Kultusminister. Sehr richtig! fassung des Gerichtsbescheides bekämpft, daß es sich um keine angreifbare polizeiliche Verfügung handele. Hervorgehoben wurde, der kapitalistischen Gesellschaft. Darum find sie auch der Schule von wirklichen fulturellen Pflichten Dringenden mit winzigen AbWissen macht frei und begehrlich! Das hassen die Echüßer Aber es ist eines Stulturstaates unwürdig, für die Chimäre der Bolenbekämpfung Milliarden zu opfern und die auf die Erfüllung daß§ 132 des Landesverwaltungsgesetzes die Behörden nur beals rechtige, ihre Anordnungen durch die speziell angeführten als Aufflärungsmittel spinnefeind. Die Schule soll den Autori- bon wirklichen fulturellen Pflichten Dringenden mit winzigen Abschlagszahlungen hinzuhalten. Zwangsmittel durchzusehen, sie dazu aber nicht verpflichte. tätsglauben tief und fest im Volke verankern, dieses zu den TugenSelbst ohne die Androhung eines solchen Mittels wäre also das den der Unterwürfigkeit, Bescheidenheit, Demut zu der HauptVerwaltungsstreitverfahren zulässig. Der§ 127 folle vor polizei- tugend Dummheit erziehen. Deshalb soll der Dogmenprediger, der lichen Uebergriffen schüßen. Deshalb treffe er seine Bestimmungen die Seligkeit der Armut lehrt, in der Schule herrschen. Und über das Rechtsverfahren gegen polizeiliche Verfügungen. Die hierin geht Preußen Deutschland voran. Das neue SchulunterBehörden könnten sich nicht dem entziehen, indem sie einfach in eine haltungsgesetz räumt den Dunkelmännern wiederum größeren EinVerfügung hineinschrieben, sie wollten fein Zwangsmittel anwenden. Besonders, wo man die Kühnheit befize, zu sagen, die Beschäftigung fluß ein. Das Krümelchen wirklichen Wissens, das bisher in ausländischer polnischer Arbeiter in gewer lichen Betrieben sei der Volksschule verabreicht wurde, die Schulung zum Denken, verboten. Hier handele es sich nun zweifellos um eine An- wird noch mehr verkümmert. Damit wird das Volf in erhöhtem ordnung mit amtlichem Charakter. Die Polizei habe jemand Maße der Spekulation derjenigen Verteidiger der göttlichen Weltzu einem Tun aufgefordert, nicht etwa gebeten. Im übrigen ordnung preisgegeben, die die Dummheit und die Leichtgläubigkeit liege hier ohne Zweifel auch eine durch eine 3wangs- au einer Milch gebenden Kuh für sich machen. Und dazu gehört androhung berstärkte Berfügung vor. Allerdings fei die auch die Spekulation auf die niedrigsten Instinkte und LeidenAusweisung feines der Zwangsmittel des§ 132. Daraus ergebe schaften. sich aber nur, daß kein erlaubtes, sondern ein unerlaubtes 3wangsmittel angedroht sei. Ferner sei ja richtig, daß der Reichsausländer teine lage gegen eine Ausweisung habe. Das berechtige doch aber die Polizei nicht, eine ihrer Befugniffe auszuüben, um an deres zu erreichen. Die Polizei habe kein techt, jemanden zu zwingen, landwirtschaftliche Arbeit zu übernehmen; das wolle sie aber hier, indem sie das Zwangsmittel der Androhung der Ausweisung benuze. Rechtsanwalt Theodor Liebknecht betonte noch in der Verhandlung, daß hier nicht einmal die Behauptung aufgestellt sei, R. hätte sich läftig gemacht. Man habe sich lediglich daran gestoßen, daß NR. gewerblich und nicht landwirtschaftlich tätig sei. Das Oberverwaltungsgericht wies am Freitag unter Aufrechterhaltung seines Bescheides die Klage ab. Es führte aus: Der Kläger würde mit seinen Ausführungen über die Verfügung recht haben, wenn nicht der ganze Inhalt der Berfügung darauf hinweise, daß es sich nicht um eine felbständige polizeiliche Auflage handele, sondern lediglich um die Mitteilung der Bedingung, unter welcher N. nicht die Ausweisung zu gewärtigen habe. Gegen die Ausweisung selbst stände ihm ein klagerecht nicht zu. Also habe ihm der Gerichtshof auch gegen die Mitteilung der Bedingung, unter der er die Ausweisung vermeiden könnte, ein Klagerecht nicht auerkennen fönnen. Aus Induftrie und Handel. Die Lektüre mit einem grob sinnlichen Zuschnitt, die schreiend Eine für die Sicherheit im Geschäftsleben wichtige Frage ist unästhetische Stunft, die mit grellen Farben rohe Bilder malt und jetzt durch ein Präjudiz des ersten Bivilsenats des Reichsgerichts seichnet, findet den stärksten Absatz in jenen Schichten, die nach dem gelegentlich eines Prozesses zwischen der Milchzentrale und einem Dogmengesetz der Ler- Heinze Männer tugendhaft erzogen und ausgeschiedenen Genossenschafter entschieden worden. Es gehört belehrt worden sind. Und nun kommen die Väter der Sünden zu den immerhin noch seltenen Vorkommnissen, daß günstige und Verbrechen wider des Volkes Wohl und fordern Schußmanns- Bilanzen eines Unternehmens, die von den Generalversammlungen fäuste als Hüter der Sittlichkeit. Der Schußmann soll die ge- zuerst mit dem Ausdrude besonderen Dantes an die Leiter der schäftliche Unfittlichkeit vom offenen Martt bertreiben. Nur im Gesellschaft der Genossenschaft genehmigt wurden, nachträglich sich Verborgenen soll die kapitalistische Schmutzpflanze kultiviert als falsch herausstellen, so daß alle Gewinnverteilungen und Rüdzahlungen von Guthaben auf Grund irrtümlicher Annahme erwerden. Nach der Devise: Von außen rein, innen Schwein!... folgten. In solchen Fällen hat man bisher, namentlich auf dem Gerade als ob die Fäulnis, an der der Volkskörper frankt, nicht mehr Gebiete des Genossenschaftswesens, häufig zu dem Mittel gegriffen, vorhanden wäre, wenn man diesem einen Kapuzinermantel um- die früheren Bilanzen zu berichtigen", um so die ehemaligen Gehängt und den Gendarmenhelm auffeßt. Die offiziellen Tugend- noffenschafter zur anteiligen Dedung der nachträglich ermittelten wächter wollen nicht die Quelle der Unsittlichkeit verstopfen, das Fehlbeträge heranzuziehen. So fam es vor, daß Geschäftsleute und gegen bäumt sich das Plünder- und Ausbeuterinteresse auf. Die Privatpersonen, ja selbst deren Erben, nach Jahren zur Bezahlung Häßlichkeiten sollen nur nicht öffentlich auf offenem Markt zur erdrückender Bubußen aufgefordert wurden, weil sie oder ihre Schau stehen. In dunkle Ecken, in die finsteren Höfe, in heim- Rechtsvorgänger irgend einmal einer Genossenschaft angehört hatten. Die Milchsentrale hatte im Jahre 1906 nach demselben liche Winkel soll die Gemeinheit verbannt werden. Daß dadurch Brinzip ihre sämtlichen früheren Bilanzen revidiert, ihre ausdas Uebel noch schlimmer werden würde, kümmert die Sitten- geschiedenen Genossen auf Bahlung von Zubußen verklagt oder richter anscheinend gar nicht. wenigstens mit diesen Forderungen auf Zubuße gegenüber AnNatürlich ist es die Zentrumsdemagogie, die ganz besonders sprüchen der ausgeschiedenen Genossen aufgerechnet, wenn diese in Sittlichkeitsretterei macht. Dafür sind die Schwarzen ja auch die bekanntlich vom Reichsgericht für gesetzwidrig erklärte Milchdie gefährlichsten Dunkelmänner und größten Hasser jedweder Auf- abgabe von der Milchzentrale zurückverlangten. Jeht hat das flärung. Wie wenig es dieser Gesellschaft wirklich ernst ist mit dem Reichsgericht grundsätzlich ausgesprochen: eine nachträgliche AbStreiflichter auf die Weltkrise. Schuß der Sittlichkeit, das hat sie anläßlich der Ler- Heinze- Ver- änderung von genehmigten Bilanzen findet wegen objektiver Unrichtigkeit der Bilanzposten nicht statt. Die einmal angenommenen Zahlreiche Anzeichen sprechen dafür, daß die Wirtschaftslage noch handlung bewiesen. Das Zentrum hatte in seine Vorlage auch Bilanzen bleiben in Straft, auch wenn spätere Ereignisse ihre fehr weit davon entfernt ist, als gebessert angesehen werden zu können. einen Baragraphen aufgenommen, der die Unternehmer bedrohte, objektive unrichtigkeit Klargestellt haben, da das Gesetz nur eine Biele Betriebe leben von der Hand in den Mund". Ein besonders die sich in fittlicher Beziehung gegen ihre Arbeiterinnen bergehen. nach den damaligen Verhältniffen zutreffende Aufstellung fordert, charakterisches Symptom bridt sich in der Lage der Eisenbahnen Die Sozialdemokratie trat natürlich für den Paragraphen energisch nicht eine, die sich auch in der Zukunft als richtig erweisen wird. Vor Jahresfrist herrschte in Amerita größter Mangel an ein. Das Zentrum ließ ihn nachher ohne irgendwelche Opposition Voraussetzung für jede Berichtigung von Bilanzen ist daher der Frachtwagen und Lokomotiven. Noch zu Ende Oftober, fnapp wieder fallen! 3entrümliche Theorie und Braris! Nachweis, daß schon bei der Aufstellung selbst von den verantwort vor Ausbruch der Krise, überstieg die Nachfrage nach Waggons Eine uneheliche Mutter wird als Verbrecherin, als das ichen Stellen gegen die gesetzlichen Obliegenheiten durch Vernachdie vorhandenen Betriebsmittel um 87 000 Frachtwagen. In den fündigste Geschöpf verachtet, verfolgt, zu Tode gehezt, aber Ar- lässigung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns gefehlt erften Januarwochen 1908 waren hingegen nicht weniger als beiterinnen gegen die Frechheit ihrer Ausbeuter zu schüßen, das worden ist. Mit dieser Auslegung des Gesetzes dürfte die Mög320 000 Waggons und zirka 15 000 2olomotiven unbeschäftigt. Die lichkeit nachträglicher Abänderung von Bilanzen so gut wie ganz amerikanischen Eisenbahnenmilliardäre bemühen sich, den Zinsverlust fällt den Lugendwächtern gar nicht ein. Nicht die wahre Sittlich beseitigt sein, da der vom Reichsgericht verlangte besondere Nachdurch die Ersparnis an den Löhnen der entlassenen Eisenbahnarbeiter feit soll gefördert und geschützt werden, die Unfittlichkeit des weiß nur in sehr seltenen Ausnahmefällen erbracht werden kann. wieder hereinzubringen.... Ein weiteres Symptom, dem gegen Handels mit der Liebe soll nur in die feinere Gemeinheit der über alle Schönfärberei versagt, ist das Anwachsen der Konturse. Heiratsanzeigen und der staatlich und kirchlich konzessionierten Im Januar d. 3. wurden 1722 Stonturfe mit einer Gesamtpaffiven- Stuppelei sich kleiden. Was sich unter der modernen Ehe an fumme von mehr als 63 Millionen Dollar gemeldet, was gegenüber Schamlosigkeit und Gemeinheit verbirgt, das stört die Hüter der dem Januar 1907 in der Zahl der Insolvenzen eine Steigerung von Sittlichkeit nicht. Daß der ordnungsstaatlich geaichte Ghehandel in 55, in der Höhe der Schulden eine Steigerung von 350 Broz. be- zahllosen Fällen Gemüt und Charakter verdirbt und verroht, das beutet. Die Strife ist also in voller Wirkung und nach einer lägt die Sittenwächter unberührt. Dem schamlosesten Liebeslauf, Richtung hin läßt sich eine entscheidende Wirkung zum Besseren er ber staatlich und kirchlich tongessionierten, Prostitution in BermaIn den Nordstaaten Brasiliens am Amazonenstrom herrscht nena soll teine Schranke gezogen werden. Gebt Boltsbildung und eine fchwere wirtschaftliche Strife. Zahlungsstodungen sind an der Ihr gebt Sittlichkeit! Tagesordnung. In den Mittelstaaten dagegen find Anzeichen einer langsamen Befferung wahrzunehmen. aus. tennen. Spielautomaten verbotene Glückspiele. Vom Landgerichte Bochum ist am 17. Dezember der Automatenbefizer Hermann Schwerdt wegen gewerbsmäßigen Er hatte eine Schießbude eröffnet und in derselben eine Reihe von Glüdsspiels zu einem Tage Gefängnis verurteilt worden. Automaten aufgestellt, darunter auch einen Spielautomaten Imperator". Ein 5 Pf.- Stück wird durch einen Schlig geworfen und muß bann mittels eines Hebels weiter befördert werden. Fällt es in einen der mittelsten drei von den vorhandenen sieben Löchern, so erhält der Spieler eine Marke von gleichem Werte. Das Gericht gibt zu, daß die Geschicklichkeit des Spielers Einfluß auf den Erfolg haben tann, aber diefer ist so gering, daß der Erfolg Glüds Tee und Glücks' Unglüd. Die Hebammenfrage vor dem Dreiklassenparlament. Aus Peru laufen nur wenig Orders in Europa ein, weil die Im Laufe der letten neun Jahre hat sich das preußische Abwesentlich nur vom Zufall abhängt. Die Revision des An dortigen Landesprodukte fortgefeßt auf einem niedrigen Preisniveau stehen. Auch haben die politischen Streitigkeiten eine be- geordnetenhaus, sehr gegen seine Reigung, wiederholt mit der geklagten wurde am Freitag vom Reichsgerichte verworfen, friedigende Entwickelung des peruanischen Handels sehr beeinträchtigt. Hebammenfrage beschäftigen müssen. Im vergangenen Jahre hatte ba ohne Rechtsirrtum festgestellt fei, daß der Erfolg vom Zufall Das gleiche gilt von Haiti, wo von der ausgebrochenen der ehemalige Minister der Medizinalangelegenheiten, Dr. Studt, abhänge. Rebolution eine ernste Störung des Geschäftes befürchtet wird. die Vorlage eines Hebammengefeßes bestimmt zugesagt. InAus den verschiedenen Teilen Chinas ist die Geschäftsstodung awischen ist Studt gegangen, und fein Nachfolger Dr. Holle ist nicht eine nahezu allgemeine. Der fallende Kurs der Shanghai- Taëls geneigt, für die Reformversuche des nunmehr ausgearbeiteten Heb- Wegen unlauteren Wettbewerbs hatte sich der Teehändler brüdt allen Transaktionen den Stempel auf, Shanghai hat schon ammengefebes einzutreten. Am 24. Februar beschäftigte das Ab- Fr. Gluds gestern vor der 1. Straffammer des Landgerichts wiederholt Kursstürze durchgemacht; allein die Tatsache, daß der Sturs geordnetenhaus die Frage, wie dem Bezirkshebammenwesen ohne Berlin II zu verantworten. Der Angeklagte verfertigt unter der innerhalb dreier Monate gleich um volle 16 Broz. finkt, steht einzig wie man den Bela waschen könne, ohne ihn naß zu machen. Der Wirkungen bei allen nur denkbaren Krankheiten in volltönenben gefebliche Regelung abzuhelfen" set, d. h. mit anderen Worten, verhoißungsvollen Marke„ Glüds' Zee" einen Wundertee, dessen da. Befonders troftlos liegen die Dinge in der Mandschurei und stenographische Bericht enthält eine Reihe von tatsächlichen Fest- Worten in einer Broschüre angepriesen wird, die den Säufern des im Amurgebiet. In Südafrika geht das Geschäft nach wie vor schlecht. Ver- ftellungen, aus denen hervorgeht, daß die Mütter unseres Bolles Tees gewissermaßen als Gebrauchsanpreifung mitgegeben wird. In Südafrika geht das Geschäft nach wie vor schlecht. Ber- in vielen ländlichen Streifen Preußens jede menschenwürdige Für Ter Preis für ein Bädchen Tee ist ein ganz mäßiger, er überschiedene dortige Firmen suchen deutsche Exporteure zu Geschäften und zu längeren Krediten zu animieren; aber nur wenige Aufträge ristisch, daß ein Vertreter der zahmen Freifinnigen Bereinigung, beutendes und wirft dem eingeflagten eine sehr respektable Rente und zu längeren Krediten zu animieren; aber nur wenige Aufträge forge in ihrer schweren Stunde entbehren müssen. Es war charakte- fchreitet aber den wirklichen Wert immer noch um ein ganz betommen zur Ausführung. Stagnation herricht auch auf den meisten Handelsplägen der Abgeordnete Münsterberg, den entsehlichen Notstand auf diesem ab. Wie dieser in dem gestrigen Termin mit Stola hervorhob, hat Gebiete zugestehen mußte. er im letzten Jahre einen Umsatz an tausende Personen und ein Wir haben in Preußen 20 000 Sebammen; es entfällt eine Meineinkommen von 21 000 m. erzielt. Durch eine ihm im Jahre Sebamme auf 1760 Einwohner. Es entfallen auf je eine Hebamme 1904 audiftierte erhebliche Geldstrafe hat er sich nicht warnen Einwohner: im Regierungsbezirk Allenftein 2749, in Stöslin 1925, laffen, sondern in jener Broschüre den Mund wieder sehr vollim Streife Ofterobe 7730 und im Kreise Ortelsburg 10 070. genommen und feinen Tee als Universal- Beilmittel für alle und Es werden durchschnittlich 94 Proz. aller Entbindungen von Heb- auch solche Krankheiten hingestellt, denen die medizinische Wissen auch folche Strankheiten hingestellt, denen die medizinische Wissenammen geleitet; in den Regierungsbezirken Allenstein und Gum- fchaft bis jetzt machtlos gegenübersteht. Die Aerztekammer hat binnen entbehrten 29 Proz. der Entbindungen des Beistandes einer darauf den Strafantrag gestellt. Im geftrigen Termin führte der 30 Broa., im Streise Ortelsburg 68 Proz. und im Kreise Johannis den längeren Gebrauch des Tees von alten Leiben befreit zu sein Hebamme, in den Regierungsbezirken Bosen und Bromberg 28 bis Angeklagte eine Reihe von Berfonen vor, welche behaupteten, durch burg gar 73 Broz, also fast drei Viertel aller Entbindungen! Das heißt nichts anderes, als daß der Staat es zuläßt, wenn die und dem Angeklagten Dank zu schulden. lleber die Zuſammen Gemeinden, bie für eine ausreichende, sachverständige Geebung des Tees bewahrt der Angeklagte Stillschweigen. Nach dem burtshilfe zu sorgen hätten, ihre Gebärenden aus Not und Un Gutachten des Professors Dr. Judenad besteht er fast ausschließlich In Auftralien liegen die Dinge für das europäische Export- verstand bem allerschlimmsten Kurpfuschertum überantworten. Es aus Rainfarn( Tanacetum vulgare), welches massenhaft an Fußgeschäft fehr schlimm, weil die britischen Waren einen Borzugszol wurde darauf hingewiesen, daß diesem Mangel an Hebammen in ufern vorzufinden ist und früher offizinell war. Nach dem cin genießen, der es anderen als englischen Firmen unmöglich macht, einzelnen Gegenden die Folgen, die sich für die Volksgesundheit gebend begründeten Gutachten des Medizinalrats Dr. Störmer Geschäfte abzuschließen. Hamburger Unternehmungen müssen wegen ergeben, entsprechen. Die Topesfälle im Kindbett und die Kinder enthält die Broschüre, die den Eindruck eines besonders günstigen der bestehenden Zolldifferenz zugunsten Englands sehr häufig auf sterblichkeit seien überaus groß. Im Jahre 1906 feien nach dem Angebots hervorrufen foll, eine Menge tatsächlicher Angaben, welche Aufträge verzichten. ftatistischen Jahrbuch 3722 Personen im Stindbett gestorben. Biel 3ur Irreführung des Publikums geeignet sind. Das Gericht vers Die Kohlenproduktion Englands im Jahre 1907. Einem foeben höher aber wären die dauernden Schädigungen, die aus Behlern urteilte den Angeklagten nach dem Antrage des Staatsanwalts au 4 Wochen Haft und 1500 M. Geldstrafe eventuell noch 6 Wochen herausgegebenen Weißbuch zufolge wurden in Großbritannien im bei der Entbindung hervorgehen. Nach neuesten Ziffern seien in Saft. bergangenen Jahre 267 828 267 Tonnen Kohlen gefördert, ein Mehr der Zeit vom 29. Dezember 1907 bis 1. februar 1908, also ungefähr gegen das Vorjahr von 16 777 467 Tonnen. Die Zahl der in innerhalb eines Monats, nicht weniger als 646 Frauen an Kind Sen Stohlengruben beschäftigten Arbeiter betrug 940 618, basin ländlichen Kreisen, wie Karthaus, sei die Sterblichkeit der find bettfieber erfrankt und 142 davon daran geftorben. In sehr armen 58 273 mehr als im voraufgegangenen Jahre. Die Koblen produktion hat um 6,68 Broz. zugenommen, während die Belegschaft Frauen in der Entbindung fünfmal so groß wie im fich nur um 6,60 Proz. vermehrte. Demnach hat auch eine Steigerung Durchschnitt für ganz Preußen. der Produktion pro Arbeiter stattgefunden. Britisch Indiens vor. In manchen Distrikten fann man von einem Notstand sprechen. Die Lagerhäuser sind überfüllt, eine größere Anzahl Händler in Bombay ist fallit geworden und sogar ein Run auf die National Bank of India wurde bor furzem gemeldet. Sam burger unb Londoner Firmen halten mit Verkäufen zurück und nicht burger und Londoner Firmen halten mit Verkäufen zurück und nicht wenige Abschlüsse sind rückgängig gemacht worden. Üleberaus verhängnisvoll hat die amerikanische Krife auf die Verhältnisse in Bolivien eingewirkt. Die Hauptprodukte des Landes, ginn, Stupfer, Silber und Kautschuck, haben starke Preistüdgänge erfahren, bedeutende Fallimente werden befürchtet. Sehr unerfreuliches wird auch aus Jerufalem berichtet. Danach hat besonders das enorme Anziehen der Diskontfäße in Europa dort die Lage enorm verschlechtert. Aus der Frauenbewegung. Sittlichkeitsfegeret. Ein Buchmarder, der seinerzeit in der Königlichen Bibliothek Diebstähle verübt hatte, wurde in der Person des 22jährigen Studenten Charles Blotel der Schöffenabteilung des Amtsgerichts Berlin- Mitte vorgeführt. Im Berlauf der Debatte wurde auch das traurige Stapitel Anfangs d. J. tauchte in der Lesehalle der Königlichen Bibliothek von der Hebammenauswahl durch die Gemeinden berührt, die be- ein Buchmarder auf, der sich nicht nur ganze Bücher aneignete, fanntlich aus fommunalegoistischen Gründen oft ganz ungeeignete sondern auch aus einer Anzahl von Werken Seiten und Illustras Personen veranlassen, sich dem Hebammenberufe zuzuwenden, nur tionen herausriß und dadurch die Bücher völlig wertlos machte. damit sie nicht etwa der Armenpfelge aur Last fallen. Ein Grlaß Trotzdem eine scharfe Kontrolle seitens der Kriminalpolizei in der des Stultusministers aus dem Jahre 1934, daß nur solche Personen Lesehalle eingerichtet wurde, gelang es längere Zeit nicht, des bem ebammenberufe zuzuführen seien, welche lesen, schreiben und Diebes habhaft zu werden. Ende Januar lentte sich schließlich ber rechnen können, sei überhaupt nicht beachtet worden Verdacht der Täterschaft auf den Angeklagten Bloiel. Dieser ist Recht auf Arbeit und Verdienst. Aber sie tann nicht Im Namen Und so erstand aus diesen und anderen alarmierenden und französischer Staatsangehöriger und studierte auf der hiesigen Unis des Königs" Hunger und Durst verbieten. Mit unwiderstehlicher geradezu erschütternden Tatsachen, auf die näher einzugehen, hier versität. Bloiel wurde scharf beobachtet und schließlich dabei abGewalt erheischen die Naturmächte Befriedigung. Nach der Kirchen- au weitführen würde, ein der Wahrheit vielleicht nahekommendes gefaßt, als er aus einem wertvollen Buche mehrere Seiten herausTehre ist Mord auch eine der Todsünden, die zur Verdammnis führen. Bild von dem Glend, das durch die Geburtshülfe in ihrer heutigen riß. Bei einer Haussuchung in seiner Wohnung wurden noch Und wer Kinder hungern läßt, mordet. Wenn jedoch eine arme Geftalt über weite Schichten unserer Bevölkerung gebracht wird. mehrere gestohlene Bücher und herausgeriffene Seiten und Bilder Hier, wo eine raditale Aenderung aller in Betracht kommenden aus anderen Büchern vorgefunden. In der Verhandlung legte B. Mutter, gepeinigt vom Hungerschrei ihrer Kinder, ein Brot stiehlt, dann Verhältnisse bitter not täte, kommt das preußische Dreiklassen ein Geständnis ab. Das Gericht erkannte mit Rüdsicht darauf, wandert fie ins Gefängnis. Oder nimmt sie vom Ueberfluß anderer parlament aus den„ Erwägungen" über mehr oder minder flag. daß es sich um gemeingefährliche Diebereien handele, dem Antrage ein Stüdchen Kohle, um die unerträglich mörderische Stälte ihrer liche Flickversuche nicht heraus. So war es auch diesmal: des Amtsanwalts gemäß, auf eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten. Die kapitalistische Gesellschaft verweigert dem einzelnen das Sozialdemokratischer Wahlverein des sechsten Berliner Reichstagswahlkreises. Dienstag, den 3. März, abends 8 Uhr, in den Pharusfälen", Müllerstraße 149: Großer astronomischer Vortrag gehalten von Herrn Dr. Archenhold, Direftor der Sternwarte in Treptow. Thema: Wanderungen durch das Weltall. Striert durch über 100 Lichtbilder. Die nachfolgenden Vorträge finden statt am Freitag, den 13. März, in der Kronenbrauerei, Mts Moabit 47/49; Dienstag, den 17. März, in den Germaniafälen, Chauffeeftr. 110; Freitag, den 20. März, in der Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130. 225/ 1* Gültig zu allen Vorträgen sind die Billettnummern 29 501-34 500. Billetts sind bei den Bezirksführern und im Bureau zu haben. Genossinnen! Genossen! Dienstag, den 3. März 1908, abends 8 Uhr: 2 Volksversammlungen im ,, Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefstraße 24, Emdener Straße 34/35. Referent: Genosse Stadtverordneter Emanuel Wurm, in der Urania", Wrangelstraße 9/10. Referentin: Frau Klara Wehl. Große Volks- Versammlung Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, Arminhallen, Kommandantenstr. 58-59, großer Saal. Referenten: Adolf Stern, ehemaliger Geistlicher und Stadtverordneter Adolf Hoffmann. Tages Ordaung: 1. Staat, Schule und Kirche. 2. Diskussion. 447b Die Geistlichen der betreffenden Gemeinde sind brieflich eingeladen. In der Versammlung sind Kirchenaustrittsformulare zu haben. I. A.: A. Harndt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Berwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Mittwoch, den 4. März 1908, abends 7 Uhr, im Saale von Milbrodt, Müllerstraße 7( am Weddingplak): Tages- Ordnung: Was tut die reiche Stadt Berlin für die hungernden Versammlung der Maschinenformer. und unbeaufsichtigten Kinder? Genoffinnen und Genoffen, erscheint zahlreich in diesen Versammlungen! Die Vertrauenspersonen. Zentralverband der Maurer Zweigverein Berlin. S Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr, bei Freyer, Koppenstraße 29: General- Versammlung aller zum Zweigverein gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer, Puter, Gips- und Zementbranche, sowie der Fliesenleger und Backofenmaurer. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der 10. Gaukonferenz. 2. Diskussion über die vorgeschlagenen Kandidaten zum Vorstand des Zweigvereins. 3. Verschiedenes. Der Zweigvereinsvorstand. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasselbe kein Zutritt. Werte Kollegen! Die Woche vom 2. bis 7. März ist die erste Beitragswoche; damit beginnt auch die Abstempelung der Arbeitslosigkeit für die Kollegen, die länger als drei Tage arbeitslos find. Abgestempelt wird Mittwoch, Donnerstag und Freitag in der Zeit von vormittags 9 Uhr bis nachmittags 5 Uhr unter Vorlegung der Invalidenkarte im Berbandsbuch, in der entsprechenden Wochenrubrik. In nachstehenden Lokalen geschicht dies für alle Mitglieder des Verbandes, unbeschadet des Viertels wo sie wohnen. Bezirk: Westen, Bülowftr. 58 bei Wiemers. Schöneberg, Kyffhäuserstr. 26 bei Folger. Süd- Westen, Bergmannstr. 97 bei Maaß. Süden, Brizerstr. 32 bei Döring. Süd- Osten, Laufiberstr. 25 bei Laafer. Often 1, Langeftr. 53 bei Sluge. Often 2, Tilsiterstr. 85 bei Kempin. Nord- Often, Georgenfirchstr. 65 bei Späth. Norden, Schwedterstr. 23/24 bei Obiglo. Oranienburger Vorstadt, Tiedstr. 10 bei Salomon. Wedding, Pasetvalterstr. 3 bei Hoffmann. Moabit, Salzwedelerstr. 16 bei Bachstein. Zahlstellen: Charlottenburg, Rosinenstr. 3 bei Engel. Rigdorf, Kirchhofstr. 45 bei Groffer und Boddinſtr. 66 bei Strieg. Wilmersdorf, Lauenburgerstr. 21 bei Säfeler. Steglit, Ahornftr. 15a bei Schelhase. Friedenau, Kaiser- Allee 37 bei Grube. Gr.- Lichterfelde, Kranoldplay 1 bei Müller. Zehlendorf, Potsdamerstr. 25 bei Mickley. Mariendorf, Chausseestr. 16 bei Reichardt. Marienfelde, Berlinerstraße bei Dittmann. Tempelhof, Berlinerstr. 41 bei Müller. Schmargendorf, Ruhlandstr. 20/21 bei Rogatt. Johannisthal, Roonstr. 2 bei Gobin. Oberschöneweide, Siemensstr. 16 beiNeumann. Friedrichsfelde, Wilhelmstr.38 bei Haberlandt. Tages- Ordnung: 1. Bortrag: Die wirtschaftliche Strife und unsere Drganisation. 2. Wabl von zwei Stommiffionsmitgliedern. 3. Disfuifion. 113/2 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. ND D Marke Salamander Das hervorragendste Erzeugnis der deutschen Schuh- Industrie. EINHEITSPREIS: Für Damen- u. Herrenstiefel 1250 M. Luxus- Ausführuna Salamander 1650 M. Schuhgesellschaft m.& 2. 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Wedding, Wiesenstr. 27 bei Maaß. Oranienburger Vorstadt, Gartenstr. 48 bei Korsowski. Norden 1, Graunftr. 40. Norden 2, Wichertstr. 8 bei Höhnisch. Nordost, Prezlauer Allee 48 bei Hartig. Charlottenburg, Bismarckstr. 34 bei Bogen. Friedrichsberg, Frankfurter Allee 181. Nigdorf, Hermannstr. 68 bet Göbler, sowie im Bureau, Steinstr. 38, vorn 1 Treppe. Wir ersuchen die Kollegen, sich diese Anzeige aus der Zeitung heraus zu schneiden, um so immer die betreffenden Lokale bei der Suche nach Arbeit, zwecks Abstempelung auffinden zu tönnen. Die Verbandsleitung. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Rabitzspanner! Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, bei Jannaschk, Inselstr. 10: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Die Pläne der Unternehmer im Baugewerbe. Referent: Kollege Julius Gehl. 2. Dis fuffion. 3. Berfchiedenes. NB. Diejenigen Kollegen, welche arbeitslos find, ersuchen wir, sich in den bekannten Bezirkslokalen der Sektion der Gips- und Zementbranche arbeitslos abstempeln zu laffen. 168/18 Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir alle Rabigspanner, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Sektionsvorstand. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauchtabake X Kautabake X Schnupftabake X Zigarren. Zigaretten 1986L* sämtlicher bekannten Marken zu Originalpreisen wie Garbaty, Josetti, Salem, echt östr. Regie- Zigaretten wall Manoli- Marken, Jslam, 2 Pf.- Verkauf, Abbas, 3 Pf.- Verkauf, Gibson Girl, 5 Pf.- Verkant etc. zu den billigsten Originalpreisen. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Amt IV, 3014. Die Selbstvergiftung, die Grundursache der Krankheiten. Gründliche Heilung resp. Verhütung derselben durch eine erprobte Blutentgiftungskur, Blutentsäuerung und BlutentMark.) 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Asthma, eine Kohlen- und Harnsäurevergiftung und Heilung. Dr. Walser.( 0,80 M.) Gallen-, Nieren- und Blasensteine und ihre Heilung. Dr. Walser.( 0,50 M.) Blinddarmentzündung und Heilung. Dr. Walser.( 1,20 M.) Herzkrankheiten und Heilung. Dr. Walser.( 1,50 M.) Edmund Demme, Leipzig 75. Sozialdemokrat. Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis ( Stralaner Viertel. Bezirk 351 b. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Stellmacher Gustav Altenkirch ( Kopernikusstraße 14) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 4. März, nachmittags 3 Uhr, auf dem neuen Kirchhofe in Potsdam ftatt. Der Vorstand. Nachruf! Am Freitag, den 28. Februar, abends 11 Uhr, verschied nach furzem Leiden unser lieber Mit bruder Emil Reich im Alter von 50 Jahren. Mit seinem biederen offenen Charakter war er uns allen ein gutes Vorbild. Ehre seinem Andenken! Die blauen Brüder vom Sanatorium Beelitz. Turnverein ,, Fichte" 2. Lehrlings- Abteilung. ( M. d. A.-T.-B.) Um 1. März berstarb nach furzem, fchwerem Leiden unser Turngenoffe Paul Gall im 18. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Emmaus- Kirchhofes in Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Jugend- Ausschuß. Danksagung. Für die reiche Beteiligung und reichen Strangipenben bei der Beerbi gung meines Sohnes und unseres Brubers Max Burkhard fagen wir allen Freunden und Belannten nebft Kollegen unseren herzlichsten Dant. Witwe Burkhard nebst Geschwistern. Danksagung. 5886 Für die Beweise berzlicher Teil nahme bet ber Beerdigung unseres lieben Entschlafenen fagen wir dem Deutschen Holzarbeiter- Berband sowie den Kollegen von Schülfe Nachf. und bem Musikverein unseren herzlichften Dant. 4246 Emma Hoffmann nebst Verwandten. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die herrlichen KranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters und Bruders, bes Gastwirts Wilhelm Kühn lagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Wahlverein des IV. Streises, dem Gastwirtsverein, sowie dem Berfonal der Jutespinnerei 21173 unseren innigften Dant. we. Klara Kühn, geb. Ulrich, nebst Kindern, Markgrafendamm 32. Inventur- Extrapreise! nur einmal jährlich im teppdecken S Spezialbaus Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158 Unter nirgends Filialen? halte Ersatz für Deckbett 300 Sonderangebote Bunt Cretonne Similiseide Wollatlas In den Farben rot, Bunte Normalblau, oliv 14 15 525 1585 850 Schlafdecken 185 250 350 Wolldecken ganz dick 300 400 Reisedecken 6.8.10 ( engl.) getigert Inventur- Extraliste gratis u. Katalog mit ca. 600 Illustrat. und franko. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Bezirke und Branchen. Zages Ordnung: 1. Bericht der Oblente. 2. Bericht der Vertrauensmänner. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die in den Vororten arbeitenden Mitglieder der Zahlstelle Berlin werden ersucht, Vertrauensleute zu entsenden. Dieselben besuchen die Vertrauensmänner- Versammlungen ihrer Branche oder die von ihrer Werkstatt aus am nächsten einberufene Bezirksvertrauensmänner- Versammlung. Alle Werkstätten müssen vertreten sein. Mitgliedsbuch legitimiert. Tischler. Süden bei Gliesing, Wassertorstr. 68. Die Versammlungslokale sind folgende: Die Vertrauensmänner- Versammlung fällt aus. 1 Modell- und FabrikTischler Süd- Westen. Donnerstag abend 3%, Uhr( gleich nach Feier- bei Kramer, früher Mothes, Hussitenstr. 40. abend) findet eine Bezirksversammlung statt. Lages Ordnung: Bericht vom Gautag, Verbandsangelegenheiten, Berschiedenes. Südosten( vischen Adalbert: nnd Manteuffelstraße) bei Muhs, Manteuffelstr. 95. Südosten II( wischen Manteuffelstraße und Görlitzer Ufer) bei Muhs, Manteuffelstr. 95. 1. Punkt der Tages- Ordnung: Bericht vom Gautage. Osten I( ichen Zentrum und Fruchtstraße) bei Walter, Andreasstr. 21. Osten II( wischen Fruchtstraße und Friedrichsberg) bei Litfin, Oestliche Vororte Memeler Straße 67. bei Wildner in Friedrichsberg, Friedrich- Karl- Straße 11. Nordosten bei Bocker, Weberstr. 17. Jede Sargtischlerei muß einen Vertrauensmann nach dieser VersammLung senden. Rosenthaler u. Schönhauser Vorstadt bei biglo, Wedding und Moabit: bei Fahrow, Ravenéſtr. 6. Bautischler. bei Möhring, Süden, Westen, Südosten, Bez. 1: admiralstraße 18c. Osten, Bez. 2: bei Zietz, Warschauer Str. 61. Norden, Bez. 3: bei Karl Habe, Kopenhagener Str. 74. Wedding u. Moabit, Bez. 4: bei Fortanter, Tegelerstr.56. Möbelpolierer. Osten bei Boeker, Weberstr. 17. Südosten im Märkischen Hof", Admiralstr. 18c. Norden bei Günter, Brunnenstr. 96. Möbelmagazin= arbeiter u. Beizer bei Grapentin. Staliter Straße 102. Drechsler u.Treppengeländer- Branche. Norden bei Dühling, Brunnenstr. 79. Osten bei Schneider, Friedenstr. 67. Südosten u. Südwesten bei stramm, Ritterftr. 123. MusikinstrumentenArbeiter abends 8 Uhr im Gewerkschaftshause, Saal 8. Zages Ordnung: Bodenleger im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Diese Versammlung beginnt um 8% Uhr. Stellmacher bei Wohlfahrt, Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthaler Str. 57. Kistenmacher bei Baudach, Breslauer Straße 28. Einsetzer im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Kammacher bei Walter, Adalbertstr. 62. Korbmacher bei Hoffmann, Koppenstr. 47. Bürstenmacher bei Preuß, Holzmarktstr. 65. Beste BETTENFÜLLUNG GUSTAV LUSTIGS MONOPOLDAUNEN ( gesetzlich geschützt) das Pfund 2,85 Mark. Die erfte Bettfedernfabrik mit elektrischem Betriebe Gustav Lustig Berlin S., Prinzenstr. 45, 46 u. 47, führt nur Bettfedern 0,55, 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 5,00 mt. per Pfd. Dannen ju 2,85, 3,50, 4,50, 5,50, 6,50 bis 8,00 mt. Fertige Betten, bestehend aus Oberbett, Unterbett, zwei Rissen, zu 12, 15, 20, 23, 28, 31, 38, 45, 54, 61, 75, 90 bis 105 Mt. Bett- Inlette und andere Bett- Artikel. Perlmutt, Horn- und Steinnnßarbeiter! Größtes Spezial- Geschäft 6 Uhr Oppelner Straße 47 bei Paul Hoffmann. Bilderrahmenmacher bei Natteroth, Sitterstr. 32. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Stockarbeiter bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Diese Versammlung beginnt um 6 Uhr. Jalousie- Arbeiter bei Mühle, Mariannenstr. 41. Maschinenarbeiter Die Versammlung fällt aus. Ladeneinrichtungsbranche 1. Bericht vom Gautage. 2. Bericht der Kommission. 3. Die Vorgänge Donnerstag, den 5. März cr., abends 8%, Uhr, im Englischen in unserer Branche. Garten, Alexanderstr. 270: Freitag, den 6. März, abends 8%, Uhr: General- Versammlung bei Freyer, Koppen- Straße 29. Achtung! Metallarbeiter. Achtung! Die Mitgliederversammlung der Ortskrankenkasse der Maschinenbauarbeiter und verwandten Gewerbe findet am Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, im Lofal von Wilke, Brunnenstr. 188 statt. Tages Drdnung: Aufstellung der Delegierten. Do Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 113/ I J. A.: E. Kuhl. I Kleber! Barbier- und Friseur- Genossenschaft„ Voran“ Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Donnerstag, den 12. März 1908, abends 9% Uhr, im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11-12: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes und Aufsichtsrates. 2. Staffenbericht. 3. Bors Mittwoch, 4. März, abends 8 Uhr, bei Meyer, Oranienst. 103: legung und Genehmigung der Bilanz. 4. Beschlußfassung über Gewinnberteilung. 5. Revisionsbericht. 6. Erfahwahlen des Borstandes und Auffichtsrates. 7. Anträge. 8. Genossenschaftliches. 104/1 177/8 Versammlung. Tages- Drdnung: 1. Bericht über den Verlauf unserer Bewegung. 2. Diskussion. Pflicht eines jeden Klebers ist es, zu erscheinen! Die Verbandsleitung. Das Erscheinen eines jeden Genossen ist Pflicht. Die Bilanz liegt für die Mitglieder bei dem Genossen Langner, Pantstr. 32d, zur Einsicht aus. Der Vorstand. Paul Liere. Otto Wermke. Julius Langner. Aufarbeiten von Betten und Bettfedern. Deutschlands. 8s kann niemand, namentlich nicht solche Geschäfte, die allerlei Artikel führen, Bettfedern und Betten billiger oder besser liefern, weil kein zweites Geschäft einen auch nur annähernd so großen Umsatz hat und günstiger einkauft, als die Firma Gustav Lustig. Besonders empfehlenswerte Bettenfüllungen echt chinesische( gefehl. geschütt) Monopoldaunen Pfund Mt. 2.85, echt russische( gesekl. geschütt) Matadordaunen Pfund Mt. 3.50. Von diesen beiden Sorten genügen 3 bis 4 Pfd. zum großen Oberbett. Tausende von Nachbestellungen find der beste Beweis für die Güte der Waren. Umsatz im Jahre 1907: 2480 Zentner Bettfedern u. Daunen. Kein zweites Bettfedern und Bettengeschäft Deutschlands hat ein so großes Lager von Bettfedern, Betten und anderen Bettartikeln aufzuweisen. Rücksendung und Umtausch gestattet. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsobn. Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Proben und Preislisten umsonst. Nr. 53. 25. Jahrgang. 3. KeSlM des Awärls" Kerlim WsdIM Dienstag, 3. Mar; IM. Partei- Hngdegcnbeitcü' Rixdorf. Am Sonntag, den 15. März, nackmittagS 4 Uhr. ftndet eine Uraniavorstellmig statt. Zur Aufführung gelangt: »Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katars! t." Billetts a 65 Bf- sind in der Spedition, Neckarstrahc 2, zu haben. Die Bezirlssuhrer werden ersucht, alle nicht verlausten Billetts in der Spedition niederzulegen. Der Vorstand. Charlottendura. Wir machen nochmals auf die heute abend itattstndende Generalversammlung des Wahlvereins aufmerksam und erwarten bei der Wichtigkeit der Tagesordnung zahlreichen Besuch. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. RummelSburg. Heute Dienstagabend 8 Uhr findet bei der Witwe Weigelt, Türrschmidtstr. 45 eine Gemeindewähler- Versammlung für Männer und Frauen statt. Genosse Stadt- verordneter Schubert wird über»Unsere Forderungen an die Ge- meindeverwaltungen" referieren. Außerdem wird Bericht aus den letzten Sitzungen der Gemeindevertretung erstattet werden. Ferner findet die Aufstellung der Kandidaten zu den Gemeindewahlcn statt. Recht zahlreiches Erscheinen aller Parteigenossen erwartet Das Wahlkomitee. Stralau. Heute abend 8 Uhr im Restaurant„Perle", Alt- Stralau 23, Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Bericht der Delegierten von der Kreisgeneralversammlung: Abrechnung vom WeihiiachtSvergnügen: Stellungnahme zum 1. Mai und Verschiedenes. Zahlreichen und pünktlichen Besuch erwartet Der Vorstand. Hohen-Neuendorf. Am Mittwoch, den 4. März, abendö 8 Uhr, findet bei Schmitz. Ruhwaldstr. 35, ein Extra-Zahlabend statt. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Gemeindewahlen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Parteigenossen, zu er- scheinen. Borsigwalde. Mittwoch, den 4. Mär abends 7 Uhr, findet vom Lokale von A. Reuter aus eine Flug.>ttverbreitung statt. Die Genoffen werden um zahlreiche Beterligung gebeten. Potsdam. Eine Volksversammlung findet am Donnerstag, den 5. März, abends 3 Uhr, im„Viktoriagarten". Alle Luiienstr. 37, statt. Reichstagsabgeordneter Emmel- Mülhausen i. E. spricht über das ReichSvereinSgesetz. Zahlreichen Besuch, auch der Frauen, erwartet Der Einberufer. Die Wahlvereinsversammlung am Mittivoch, den 4. März, fällt aus._ D. D. ßcrllncr JVacbricbtcn. Die Verteuerung der Omnibusfahrte» ist der Mgemeinen Berliner OmnibuSgesellschaft übel be- kommen. Sie hat ihr eine Verminderung der Fahrgäste gebracht, die alle Erivartungen übertrifft. Daß auf ihren Linien der Rückgang des Verkehrs bedeutend ist, lehrt schon der Augenschein; auf den Linien mit erhöhtem Tarif kriegt man kaum noch einen voll besetzten OninibuS zu sehen. W i e sehr aber die Tariferhöhung die Zahl der Fahrgäste herab- gedrückt hat, darüber gibt die Verkehrsstatistir des Berliner Statistischen AmteS den besten Aufschlust. Im Januar 1908, aus dem jetzt das Statistische Amt die MonatStabellen veröffentlicht, beförderte die Allgemeine Berliner Omnibus- geselischaft auf 35 Linien mit Pferdebetricb nur 6 188 683 Personen, während sie im Januar 1907 auf damals 82 Linien mit Pferdebetrieb noch 9011 193 Personen befördert hatte. Der Januar war der erste Monat nach Ein- führung deS höheren Tarifs; daS Minus auS diesem ersten Monat stellt sich auf ziemlich drei Millionen Fahrgäste, die der OmnibuSgesellschaft entzogen worden sind. Die Verkehrsstatistik gab früher auch die speziellen Zahlen für die beiden Gruppen der Fahrgäste zu 10 Pf. und zu 5 Pf., diesmal aber sind die speziellen Zahlen für die drei Gruppen der Fahrgäste zu 10 Pf., zu 7'/, Pf. und zu 6 Pf. nicht hinzugefügt. Auch die speziellen Zahlen für die einzelnen Linien, die früher stets mitgeteilt wurden, werden diesmal nicht an- gegeben. Die OmnibuSgesellschaft hat von der all- genieinen Verteuerung ein paar Linien ausgenommen, die mit ö Pf.-Linien deS SpediteurvcreinS konkurrieren. ES wäre nun vielleicht sehr lehrreich, zu untersuchen, ob auf diesen AuSnahnielinien der OmnibuSgesellschaft, denen der 5 Pf.- Tarif erhalten geblieben ist, im Januar der Verkehr sich gleich- falls vermindert hat. Aber die Zahlen bleiben. wie gesagt, der Oeffentlichkeit vorenthalten. Sie sind freilich wohl nicht ganz leicht festzustellen, da ja die Doppclbilletts und die Bons zu fünf BlllettS auf beliebigen Linien benutzt iverden durften. Auf den erwähnten Konkurrenz- l i n i e n des SpediteurvcreinS ist übrigens die Zahl der Fahrgäste in auffälliger Weise gestiegen; im Jahre 1907 waren hier 333 722 Fahrgäste gezählt worden, im Januar 1903 wurden 342 733 gezählt. Daraus könnte der Schluß gezogen werden, daß die panikartige Flucht vor den Wagen der Allgemeinen Berliner Omnibusgesellschaft sogar jenen AuSnahmelinieu einen Teil ihrer Fahrgäste entzogen und diese den konkurrierenden Linien zugeführt hat. Der Verkehr der Großen Berliner Straßenbahn weist gleichfalls für Januar eine Zunahme auf, und zwar eine ganz ungewöhnlich große; die Zahl der be- förderten Fahrgäste war im Januar vorigen Jahres nur 27 575 259, aber im Januar dieses Jahres 31307 609. Sicherlich hat auch die Straßenbahn einen Teil der Ver- kehrszunahme deS Januar nur der OmnibuSgesellschaft zu danken, die daS fahrende Publikum aus ihren Wagen hinauSschcuchte. Im Februar hat die OmnibuSgesell- schaft uns eine winzige Tarifänderung beschert, durch die so gut wie nichts gebessert worden ist. Wie mag daS Frequenz- ergebnis des Februar ausgefallen sein? Zu bedauern sind in diesen Zeiten des Niederganges der OmnibuSgesellschaft die Schaffner. Das Gehalt, daS sie kriegen, will nicht langen— und die Trinkgelder, auf die die Gesellschaft sie verweist, bleiben auS._ H-fball. In der„stolzen KönigSburg an der Spree" wie so gerne vab Berliner Schloß von Byzantinern genannt wird, ist heute abend großer Klimbim.„Bei Kaisers", wie die königstreue kleinere Hälfte der Berliner sagt, ist FastnachtSball mit Punsch und Pfann- kuchen. Das geht uns zwar nichts an, aber machen wir uns heute einmal den Spaß, stellen wir uns heute abend vor der stolzen Königsburg mit der verbergenden Tarnkappe auf. kleben wir uns ein großes Pcchpflaster auf den noch größeren Mund und machen wir über den Spuk da drinnen..Gedanken". Der altersgraue viereckige Kasten ist rundherum mit einer dichten Kette von� revolverbeschwerten Staatsrettern abgesperrt. Natürlich, Die bösen Sozis könnten jq sonst auf dl» Einfqll �kommen, sich einen FastnachtSul! zu leisten, zu den Klängen der Tanzmusik da droben in den Feensälen die Marseillaise an- zustimmen und zu verlangen, daß der König von Preußen wie weiland Friedrich Wilhelm der Vierte vom Balkon herab den Hut vor dem Volke zieht. Gehabt euch wohl, ihr Herren! DaS Volk stört euch nicht in eurem Vergnügen. DaS Volk verlangt seine Rechte offenen Blicks am hellen Tage, nicht mit dem Schleichen der Katze in der Nacht. Es denkt heute bloß darüber nach, wie hier und da in wenigen Stunden soviel Geld verjuxt wird, daß davon Tausende, die darben müssen, gesättigt werden könnten. Soviel Luxus und Verschwendung, Adelsstolz und Proletenverachtung auf einem großen Haufen— das mutz Arbeiterblut in Wallung bringen. Wochenlang spukt so ein Hofball in der„Creme der Gesell- schaft" vor. Wem die Fürstensonne jemals gelächelt hat, der muß selbstverständlich eingeladen werden. Und wenn der Hoffouricr nicht bei ihm vorfährt oder auch keine gedruckte Karte anlangt, dann verschwindet er in der Hofvcrscnkung für immer. Tic meisten Wissens ja im voraus, daß sie wieder mal die Sonne in allernächster Nähe strahlen sehen dürfen. Aber es gibt doch noch etliche Hundert andere, die gern ein Vermögen opferten, wenn sie den höfischen Fastnachtörummel mitmachen dürften. Den Angst- schweiß gönnen wir keinem Hund. Die Schar der Kommcrzien- rate ist seit vierzehn Tagen total nervös. Doch nur wenige sind auserwählt. So ein Titelchcn, da» vielleicht Hunderttausende für die Wohltätigkeit gekostet hat. berechtigt noch lange nicht zur In- timität. Die skrupellosen„Blockmänncr" Habens besser. Man braucht sie ja wie das liebe Brot. Sie trecken kräftig mit an der verfahrenen Staatskarre, die trotzallcdem nicht aus dem Dreck heraus will, und kreuzvergnügt läßt ihnen der große Elegant aus der Wilhclmstrahe die Peitsche um die Ohren knallen. Vorläufig braucht man sie noch. Den„Piepmatz" haben sie schon weg. Heute kriegen sie auch noch Punsch und Pfannkuchen, vielleicht auch einen gnädigen Blick oder ein persönliches Wort aus allerhöchstem Munde. Und der berühmte Bürgerstolz beugt sich tief bis zur Erde vor dem Königsthron. ES ist ein gottvoller Anblick— kraus die Kautschukpolitik, krumm jbie Kniehosenbeinchcn und noch krummer der Rücken! Heute abend auf dem.Hofball gibt cS noch eine Menge anderer vergnüglicher Bilder zu schauen. Bernhard, der unverwüstliche Kanzler vierter Güte, strahlt wie die Sonne selbst. In seinen glänzenden Augen ist zu lesen, daß er für das Harakiri noch zu jung und für die seidene Schnur noch nicht entbehrlich genug ist. Hochaufgerichtet steht er neben dem Thron:. Mir kann keiner! Er hat mit dem übelriechenden Staatskleistertopf wieder mal den preußischen Staat gerettet, der„polnischen Hydra" ein paar Köpfe zertreten. Und daneben sonnt sich Herr Oberbürgermeister von AdickeS, der gefeierte und frischgeadelte„Nationalhcld". Noch manche andere gefällige Trabanten am Reichsstcrncnhimmel find da, die großen, die kleinen und die ganz kleinen. Scheu drückt sich der neugebackene Reichsschatzsekretär in irgendeine Ecke, um dem faszinierenden Sonnenblick zu entgehen. Er soll das schier Un- mögliche möglich machen, soll die Hand in die leeren Taschen des Volkes stecken und sie gefüllt herausziehen. Vielleicht gelingt heute noch das Taschenspielerstückchen— sie volo, sie jubeo! Auch auf dem Hofball wird Politik getrieben. Da ist schon so manche kleine Intrige aus den Windeln gehoben worden, die sich später für das Volk zu einem zentnerschweren Sorgenkind auswuchs. Reichlich ist das Zentrum vertreten, aber doch nicht so reichlich wie in besseren Tagen. Die Freundschaft hat einen mächtigen Knax be kommen. Viele sind so ehrlich, keine Faust in der Tasche zu machen und lieber auf die königlichen FastnachtSpfannkuchen zu verzichten. Die Eminenz vom BrcSlauer Fürstensitz darf selbstverständlich nicht fehlen. Sic weiß sich der jeweiligen Situation schlau anzupassen, gibt mit der Linken, was dcö Königs, und nimmt mit der Rechten. was der Kirche ist. DaS dumme Volk bekommt den Segen davon. Besonders süßsaure Mienen werden heute abend die fremden Bot- schafter machen. Sie haben sich die Kanzlcrworte auö dem Herren- hause für spätere Gelegenheit wahlweise hinter die Ohren gc- schrieben:„Ob Lob oder Tadel— was kümmerts den Preußen- adell" Und wenn der geschmeidige. Bernhard auch noch so liebenö- würdig ist— daS Mißtrauen der fremden RcgierungLvertretcr wird sich auf dem Hofball hinterrücks in manchem Blick wieder- spiegeln.... Und da drüben am anderen Ende, wo die Politik deS Herzens spricht, wird getanzt. Es ist die Jugend, die ihr Recht will, die goldene Jugend, die auS dem Vollen dcö Genusses schöpft, und sich niemals Sorgen macht, woher die Gelder zum Vergnügen fließen. Solange eö Volk gibt, arbeitendes, geknechtetes, rechtloses Volk— solange muß es in Hülle und Fülle auch Geld geben. Es sind die edlen Sprößlinge jener edlen Väter, die das Wohl des Volkes stets auf der Zunge, aber nimmermehr im Herzen tragen. Tanzt, soviel ihr wollt, ihr Edelsten der Nation. Aber tanzt nicht auf dem blutenden Herzen des Volkes! Der Hofball ist zu Ende. Die strahlende Sonne ist unter- gegangen. ES war herrlich, entzückend, gottvoll schön. Millionen. werte sind zur Schau gestellt worden.. Und mitten durch all den prunkenden Reichtum huschte lautlos hier und da auch Frau Sorge. Reichtum ist noch lange kein Glück. Daö sieht anders auö. Was hier mit Gold und Juwelen, mit Samt und Seide überdeckt wird, das ist bei Lichte besehen unendlich oft weiter nichts wie Talmi. die glänzende Schale über dem faulen Kern. Vielleicht nirgends in der Welt stoßen soviel Neid und Mißgunst, Haß und Intrige, Mißtrauen und Verrat auf einen kriitschcn Punkt zusammen, als auf dem gleißenden, spiegelglatten, gefährlichen Hofparkctt. Uns fällt da ein feudales Bild ein aus einem unserer bedeut- samsten politischen Witzblätter, eine köstliche Satire auf den Hof- ball. Graf von Soundso kommt stark angesäuselt nach Hause, und Dame Adelheid, die wegen übermäßiger Korpulenz nicht mittun konnte, fragt den Ehegemahl, wie die Sonne geschienen habe. Und der Brave salutiert stramm:„Serenissimus war ungemein gnädig. Na, bist du auch da, alter Schafskopf? hat er gesagt. Adelheid ich sage dir» die andern wollten fast bersten vor lauter Reib... Tie Beschafftmg eines GrunbplaneS für die Bebauung von Groft-Berlin beschäftigte am Montagnachmittag die Vertreter der T�adt Berlin, der Stadtgemcindcn von Groß-Berlin unl�der be- teiligten Kreise Teltow und Niederbarnim unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner. Eö wurde beschlossen, die für die Beschaffung eines solchen Grundplanes erforderlichen Kosten(etwa 165 lXX) M.) auf die beteiligten Gemeinden derart zu verteilen, daß die Stadt Berlin zunächst die Hälfte dieser Kosten übernehmen soll und die ander« Hälfte dann auf die übrigen Gemeinden nach der Zahl ihrer Bevölkerung und ihrer Steuerkraft rcpcrtiert werden soll. Für die Beschaffung dcö GrundplanS ist ein Wettbewerb in Aussicht genommen worden. Zur Bearbeitung und Vorberatung der gestern von mehreren Seiten für diesen Wettbewerb gemachten Vorschläge wurde ein ArbcttSguLschuß gewählt, der in nächster Boche berichten wirb» Die international« Kommission für wissenschaftliche Luftschiff- fahrt gibt bekannt: �Internationale Ballonfahrt. Am Donnerstag, den 5. März, finden in den Morgenstunden inter- nationale wissenschaftliche Ballonaufstiege statt. Es steigen Drachen, bemannte oder unbemannte Ballon» in den meisten Hauptstädten Europas auf. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons er- hält eine Belohnung, wenn er der jedem Ballon bcigcgebcnen In- struktion gemäß den Ballon und die Instrumente sorgfältig birgt und an die angegebene Adresse sofort tclcgraphisch Nachricht sendet." Ein Raubmorbvcrsuch wird wieder gemeldet. Im Westen der Stadt ist er am Sonnabendabend verübt worden. Auf dem Grund- stück Bülowstraße 52 wurde der 28jährige Kutscher Hermann Böttcher, Meininger Straße 12 in Schöncberg wohnhaft, von einem bisher noch nicht ermittelten Täter niedergeschlagen und beraubt. Eine Summa von 761 Mark und 58 Pfennigen fielen dem Räuber zur Beute. B. wurde schwer verletzt, doch ist irgendwelche Gefahr für sein Leben glücklicherweise nicht vorhanden. Böttcher beschreibt den Täter als einen großen kräftigen Menschen mit kleinem schwarzen Schnurrbart und dunkelblondem Haar. Er trug dunklen Anzug und schwarzen steifen Hut. Bei einer Gegenüberstellung würde er ihn sofort wiedererkennen. Für die Ermittelung dcs Täters sind 560 M. Belohnung ausgesetzt worden. Als Täter ist der 26 Jahre alte Hausdiener Heinrich Gunkcl aus der Eckartstraße in Haft genommen worden. Der beraubte Kutscher Böttcher erkannte ihn gestern auf dem Polizeipräsidium bestimmt als den Räuber, ebenso stellten ihn andere Personen als den Mann fest, der von der Bülow- nach der Aorkstratze zu entfloh. Landgerichtvdirektor Leonharbt, über dessen Selbstmordversuch wir berichteten, ist gestern morgen 7 Uhr in der Heilanstalt deS Sanitätörats Dr. Edel in Charlottenburg, wohin er am Freirag gebracht worden war, an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Eiscnbahnkuriosa. Im Taristvcsen unserer Stadt- und Vor- ortbahn herrschen doch noch recht sonderbare Zustande. Vor uns liegen zwei Arbeiterwochenkarten; sie sind gelöst am 13. November bezw. am 13. Dezember 1667. Die eine galt für die Strecke zwischen Zcntralviehhof und Köpenick, während die zweite zwischen Landsberger Allee und Köpenick Geltung hatte. Obwohl die Statron Landsberger Allee noch um eine Station weiter liegt als die Station Zentralvichhof, ergibt sich die wunderbare Tatsache, daß eine solche Wochenkarte nur 1,46 M. kostet, während für die Tour Köpenick-Jentralviehof 1,56 M. erhoben wird. Ob dieses Tarif- iuriosmn auch augenblicklich noch besteht, ist uns nicht bekannt, daß cS aber im Dezember bestand, steht fest. Wie will daS die Eiscnbahnverwaltung rechtfertigen? Lelm Wettesahren«ms dem Zwciradr tödlich verunglückt ist gestern der Schriftsetzerlehrling Richard Schreiber. Er fuhr auf seinem Zweirade in der Seestraße mit mehreren Freunden um die Wette und benutzte eine in scharfem Tempo fahrende Autodroschke als Windschutz� Als er sich dicht hinter derselben befand, mußte der Chauffeur plötzlich bremsen, weil ein Wagen die Straße kreuzte. Hierbei fuhr Schreiber, der das Bremse» nicht gleich bemerkt halte, mit solcher Gewalt gegen die Droschke, daß sein Rad vollständig zertriimniert und er selbst in weitem Bogen gegen die Bordschwelle geschleudert wurde. Sch. zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu, welche den sofortigen Tod deö Verunglückten herbeiführte. Ein Schlasstellendieb treibt feit einiger Zeit im Osten sein Unwesen. Er nennt sich Karl Koch und gibt' an, Glasschleifer zu sein; es ist aber anzunehmen, daß dies nicht fein richtiger Name ist. Dieser Tage mietete sich dieser erst Illjährige Bursche bei Kakau, Grüner Weg 38, eine Schlafstelle, am anderen Tage war er unter Mitnahme eines Anzuges, einer Ubr, eines Portemonnaies und eines WahlvcreinSbucheS feines Schlafkollegen Brcdercck ver- schwundcn. Ein tödlicher Strassenbahnunfav ereignete sich in der Rächt zum Montag am Rosenthalcr Tor. Alö kurz nach 12 Uhr ein aus Motor- und Anhängewagcn bestehender Straßcnbahnzug der Ring- linie 2 in der Richtung nach der Lothringer Straße das Tor kreuzte, geriet der etwa 46 Jahre alte obdachlose Arbeiter August Lampe m angetrunkenem Zustande zwischen den Motor- und Anhänge- wagen, wurde niedergerissen und überfahren. Der Unglückliche crlttt eine Zersplitterung des rechten Ober- und linken Unter- lchenkels, des Nasenbeines und innere Verletzungen. L. wurde sofort nach dem Lazaruskrankenhause übergeführt, wo er kurze Zeit nach seiner Einlieferung verstarb. Ein grosses Hchlerlager hat gestern die Kriminalpolizei in der Münchencr Straße 45 in Rixdorf entdeckt. Vor einigen Tagen wurde der Firma Jakob u. Valentin auö der Holzmarktstrahe ein mit sieben Kisten beladcncr Rollwagen in der Kommandantenstraße gestohlen. DaS Fuhrwerk hatte einen Wert von 5666 M. In der Hasenheide wurde später der Wagen ohne Ladung und Pferde vorgefunden. Die Kriminalpolizei stellte bald fest, daß die Kisten vor dem Hause Miinchener Straße 45 abgeladen und nach dem Keller transportiert worden waren. Eine in dem Keller vorge» nommcne Untersuchung hatte ein überraschendes Resultat. Der Rauin war vollständig mit Waren aller Art angefüllt und sämtliche Gegenstände rührten aus Diebstählen her. Auch die sieben Kisten wurden vorgefunden. Eö stellte sich heraus, daß der Händler Willy Kempfer, Leuaustraße 25, den Keller direkt zu dem Zweck gemietet hatte, um dort ein Hehlerlager einzurichten. Als Mit- Helfer lvurden die beiden Brüder Otto und Ferdinand Kleiner aus der Simon-Dachstraße 14 ermittelt und ebenso wie der Hehler verhaftet. Ein schwerer Unglücksfall ist atn Sonntag durch den Postwagen Nr. 1687 herbeigeführt worden. Gegen 148 Uhr abends verließ ein unbekannter, etwa 46jährig.'r Mann an der Haltestelle Brunnen- Ecke Bcrnaucr Straße einen Straßenbahnwagen der Linie 36. In demselben Augenblick fuhr der Postwagen so dicht an dem haltenden Straßenbahnwagen vorüber, daß der absteigende Fahrgast von den Pferden erfaßt, niedergerissen und überfahren wurde. Der Der- unglückte erlitt eine schwere Gehirnerschütterung, starke Quetschung der linken Gesichtsscite und des linken Auges. Lebensgefährlich verletzt wurde er nach dem LazaruSkrankenhause übergeführt. Mit durchschossener Brust wurde in der vorgestrigen Nacht im Friedrichshain ein Selbstmörder aufgefunden. Der Lebensmüde wurde nach dem Krankcnhause am FriedrichSham gebracht, wo er aber, ohne daö Bewußtsein wieder erlangt zu haben, starb. In dem Toten wurde der Verwalter Emil KIcotoS aus der Elbinger Straße 62 festgestellt. Erschossen hat sich am Soynabend der lange Jahre