Nr. 54. Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pranumerando? Bierteljährl. 8,30 R., monatl. 1,10 wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost bonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz 16 Ericheint täglich außer Montags Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Befrägt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Es lebe die Expropriation! Mittwoch, den 4. März 1908. Zeugnis der Regierung, des Landtags und des Herrenhauses durchaus dem Geiste der Verfassung. Wer will, wer fann uns fortan noch Umstürzler nennen? Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Um den Sprachenparagraphen. " Die preußische Verfassung ist heute um einen Freilich, der polnische Abgeordnete Stychel hat geKaum ist die Abstimmung über den§ 7 des Vereinswichtigen Grundjazz bereichert worden. Parlament und Re- meint, die Moral des Hafatismus sei die Moral eines ge- gefeges bekannt geworden, so beginnt die Einpeitschung für gierung waren darin einig, daß, wenn das Privateigen meinen Banditen. Aber dies beweist nur, daß der Grundsatz die zweite Lesung. Gepeitscht wird natürlich das dazu getum mit der Notwendigkeit der politischen Entwidelung in der Expropriation, wenn er unvollständig und will eignete Objekt der Blockfreifinn. Die Junker und HakaWiderspruch gerät, es das Privateigentum sei, das fallen fürlich angewandt wird, aus Vernunft Unsinn, aus Ge- tiften, die die Regierung im Reich wie in Preußen beherrschen, müsse. Mit vollem Recht meinte der Zentrumsabgeordnete rechtigkeit zur höchsten Ungerechtigkeit wird. Nicht der wollen den Freifinn nun einmal durchaus über den Stock Dr. Porich: Der§ 9 der preußischen Verfassung müsse von Grundsay ist zu verwerfen, sondern seine gehäffige, springen sehen. Und sie sind die Leute dazu, ihm Beine zu nun an eigentlich lauten:" Der Staat ist berechtigt, parteiische Anwendung. Die Expropriation darf nicht machen. Die Rhein.- Westf. Ztg." dekretiert bereits, daß über das Privateigentum zu verfügen, wie einer despotischen, dem Volfe entfremdeten Junkerregierung Bülow unbedingt festbleiben müsse, und lieber das er will." Von heute ab ist es die Sozialdemo- in die Hand gegeben werden. Sie taugt nur als Werkzeug ganze Vereinsgesek scheitern lassen, als auf den fratie, welche auch mit der letzten Konsequenz ihrer Be- der vom Volke beherrschten und in den Dienst 7 verzichten dürfe. Dann sei zu hoffen, daß die Freistrebungen, mit der Aufhebung des Privateigentums an des Volkes gestellten Staatsgewalt. Die Erfinnigen, nachdem sie ihre Mannheit, alias ihren politischen Produktionsmitteln, mit der Erpropriation der Erpropria- oberung der politischen Macht durch das Prole- Doktrinarismus in der ersten Lesung bewiesen haben, sich noch teure innerhalb der Grenzen der preußischen tariat ist die notwendige Voraussetzung für die ſegensreichen den Forderungen der Vernunft, des SelbsterhaltungsVerfassung bleibt. Fürwahr, die preußische Regierung, Wirkungen der Durchführung des Enteignungsgrundsatzes. triebes und der nationalen Ehre zugänglich erweisen werden". die Regierung des Fürsten Bülow, hat ein großes Werk voll- Wir verurteilen aufs schärfte die unvollständige An- Man müsse den Freisinnigen zurufen, daß es um ihre politische bracht! Ihr ist es gelungen, die Verfassungsmäßigkeit unserer wendung der Expropriation. Aber auf dem einmal betretenen Eristenz gehe. Man muß es dem Blatt schon lassen, daß es Bestrebungen offiziell zu proklamieren. Sie hat erreicht, Wege gibt es tein Zurück. daß die deutsche Sozialdemokratie wenigstens diesen wichtigen Nieder mit der Expropriation durch die preußische steht ja wirklich darin, daß der Freisinn seine Mannheit" den Sinn der Blockpolitik ausgezeichnet begriffen hat. Sie beGrundsatz der preußischen Verfassung mit mächtiger Hand Regierung! Es lebe die Expropriation der Eraufgibt und sich selbst kastriert. schüßen wird. Sie hat das Einlenken der Sozialdemokratie propriateure durch das deutsche Volk! in die verfassungsmäßigen Bahnen bewirkt; sie konnte das freilich um so leichter erreichen, als von der Partei der Arbeiter nicht die geringste Preisgabe ihrer Prinzipien verlangt wurde. Im Gegenteil, die Sozialdemokratie ist die einzige Partei, die dem Grundsaß der Aufhebung des Privateigentums durch die Staatsgewalt zustimmen fonnte, während alle anderen Parteien, die das Erpropriationsgejet annahmen, einen offenfundigen Bruch ihrer Brinzipien in Kauf nehmen mußten. Sozialpolitik im Reichstag. " Das attestiert auch die Deutsche Tageszeitung" dem Freifinn in erbarmungsloser Schärfe. Sie sagt: " Die Haltung derjenigen Teile des Blodes, welche dem§ 7 mit Hülfe der Antiblodparteien eine Fassung geben wollten, die für die Mehrheit des Blocks unannehmbar war, bekundet deutlich, daß die Herren sich in ihre Rolle noch nicht hineingelebt haben. Wenn Parteien an der Führung der Politit teilnehmen wollen, so müssen sie bis zu einem gewissen Grade Sugeständnisse machen, besonders dann, wenn das betreffende Gefetz eigentlich an sich ein 8ugeständnis an fie felber ist und wenn ihnen fein Opfer der Ueberzeugung augemutet wird." Benn das Budget des Reichsamts des Innern zur Beratung im Reichstage tommt, gibt es immer eine große fozialpolitische Debatte. Zum Teil waren diese Erörterungen schon vorweg genommen durch die unmittelbar boraufgegangene erste Lesung ber beiden Gewerbegesetze. Es blieb aber immer noch Spielraum genug In der Tat: die Einwendungen, die wir gegen das Ge für die heute begonnenen Auseinandersegungen. Besonders gaben fet haben, richten sich nicht gegen das richtige Prinzip. die Berichte der Fabritinspettoren zu fritischen BeDas Privateigentum kann und darf auf die Dauer nicht die merkungen und Anregungen Anlaß. Entwickelung der Menschheit zu höherer Kultur und zu Der Redner der Zentrumspartei Giesberts war in die Lage größerem Glück hemmen. So groß und wichtig die Fort- verfezt, die christlichsozialen Gewerkschaftler dagegen verteidigen zu schritte waren, die die Menschheit unter dem Privateigentum müssen, daß sie in den Inspektionsberichten aus Elsaß- Lothringen gemacht hat, so rapid die Entwickelung war, seitdem der genau so schlecht behandelt wurden wie die Sozialdemokraten. Sonst Kapitalismus alle Widersprüche, die in dem Privateigentum war er jedoch mit dem neuen sozialpolitischen Kurse der Regierung des ganzen Gesetzes. des selbstproduzierenden Bauern und Handwerkers ge- leidlich zufrieden. Das Landbündlerorgan fucht dann die Freisinnigen graulich zu machen mit der Erklärung, der Bundesrat werde das Gesetz ohne den§ 7 nicht annehmen und die Parteien der Rechten hätten, wenn der§ 7 falle oder verballhornt werde, ein sehr geringes Interesse an dem Zustandekommen " " " Die Kreuz- 8eitung" greift noch zu stärkeren fchlummert hatten, durch die Trennung der Produktionsmittel Für die Konservativen redete der schlichte Pauli aus der Mitteln. Nicht bloß das Vereinsgesetz wird fallen, der Block von den Arbeitern entfaltet, auf die Spike getrieben und Botsdamer Tischlerwerkstatt, dem natürlich schon viel zu wird auseinanderklaffen, wenn der Freifinn nicht über den dadurch unerträglich gemacht hatte, heute ist das Privateigen- biel Arbeiterschutz getrieben wird. Seiner Sorge gab er Stod springt. Denn das Vereinsgesetz ist die erste Konzession tum zur Fessel jeder höheren Entwickelung geworden. Das in dem schönen Bilde Ausdruck, daß die Sozialpolitit ein Schiff fei, des Reichskanzlers an den Blockliberalismus. Verweigert Privateigentum muß fallen und muß ersetzt werden durch das Jahr für Jahr an Tonnengehalt zunimmnt". Den Mann, der dieser die Annahme, so ergibt sich daraus eine neue Kondas gesellschaftliche Eigentum. Nicht länger fann sich die ein solches Wunderschiff bauen kann, wird sich der Marineminister stellation in der inneren Politit, und wie diese aussehen wird, Menschheit mehr beherrschen lassen durch die Sachen, durch die nicht als Marinekonstrukteur entgehen lassen. Dann bedarf's nicht haben freifinnige Blätter oft genug mit lebhaften Farben ausMaschinen und Werkzeuge, die sie selbst sich geschaffen, sondern mehr der ewigen Ersatz- und Neubauten. Man baut einen gemalt Und anschließend verrät das Junkerorgan: Herr muß sie werden über das Leblose, und die Herrschaft Banzer und läßt ihn dann weiter wachsen. Herr Pauli Das Entgegenkommen der Konservativen ist so weit geüber die Natur, die uns die Wissenschaft des Bürger hat aber felbst noch eine dringende sozialpolitische Reform gangen, daß sie sogar, um den Freisinnigen die Annahme des tums gebracht hat, muß endlich zum Segen der Menschheit auf dem Herzen. Er verlangt ein Streifbrecherschutzgesez, als Gesetzes zu erleichtern, die Bestimmung über die Versammlungsergänzt werden durch die Herrschaft über unsere ob nicht jetzt schon die bestehenden Gesetze durch unsere Gerichte zu sprache aus dem Reichsgesetze ausschalten und ihre Regelung eigene gesellschaftliche Entwidelung, deren brafonischen Urteilen gegen den Klaffenkampf der Arbeiter ausgenutzt der Landesgesetzgebung überlassen wollten... Notwendigkeit uns die Wissenschaft des Proletariats erkennen würden. Den Haupttrumpf spielte dieser hervorragendste Sozial Db der Freifinn es fertig bringen wird, durch diese ihm gelehrt hat. Nicht teilen wollen wir, sondern berpolitiker der konservativen Partei durch die Behauptung aus, daß hier abermals gewiesene Hintertür sich vor der pflichtgemäßen einen. Was die Gesellschaft erzeugt, was aber die sie gegenwärtige schlechte Konjunktur im Baugewerbe von der Be- Verteidigung der Versammlungsfreiheit zu drücken? Ob er fapitalistische Verteilung in die Hände der Kapitalmagnaten gehrlichkeit der Arbeiter herrühre. es wagen wird, das Versammlungsrecht der Polen und ein und Großgrundbefizer zersplittert hat, wollen wir vereinigt Der nationalliberale Herr Stresemann trat diesmal nicht wichtiges Stück des Koalitionsrechts der Arbeiter dem preußider organisierten Gesellschaft zur Verfügung stellen. Nicht als Agent des Flottenvereins oder der Schokoladenfabrikanten, schen Landtag auszuliefern? um stürzen wollen wir, sondern aufbauen. Um- sondern als weihevoller Lobredner des„ neuen Mittelstandes", Die National Zeitung" befolgt die schlaue gestürzt hat der Liberalismus, als er zum Siege gelangt, die auf die Tribüne. Es ist eine charakteristische Erscheinung, daß die Taktit, dem Freisinn zu beweisen, daß er den angefonnenen alten Privilegien und Ordnungen, die Monopole und Regle- Ethifer des Nationalliberalismus, die die schmählichste Ausbeutung Verrat ruhig begehen kann, da er die Entrechtung der Polen mentierungen, die Zünfte und die Gutsherrschaften des feu- ber Arbeitermassen beschönigen müssen, selbst wenn sie nicht die doch nicht zu verhindern vermag. So sagt sie: dalen Staates zerstörte und an deren Stelle die Anarchie Bäffchen tragen, immer in jenen falbungsvollen Pastoralton verfallen, der freien Konkurrenz stellte. Er mußte umstürzen, denn nur aus dem Umfturz konnte die neue Gesell- ber das Merkmal der geistigen Dürftigkeit und der Knechtsmoralverkündung ist. In einer öligen Sonntagsnachmittagspredigt schaft erstehen. Wir aber müssen aufbauen. An die Stelle der Anarchie wollen wir die Organisation der feierte Herr Stresemann den neuen Mittelstand der Privatbeamten, Wall dessen die fich der Stelle Sturmflut Gesellschaft, Sozialdemo des bewußtlosen zum Schluß mit ber ungemein Waltens der zu Naturfräften gewordenen sozialen Not- fratie brechen muß, um wendigkeiten wollen wir die bewußte Ordnung, die dringenden Darlegung der herrlichen Gründung des Deutschen planbolle Fürsorge der organisierten Gemeinschaft Reiches und ihrer wohltätigen Folgen die übliche Hurraftimmung feten, die weiß, was fie will und weiß, was sie kann, die in den nationalliberalen Mannesseelen auszulösen. Er hatte auch die Produktion und Konsumtion dem blinden Zufall, der von den gewünschten Erfolg, da die Ansprüche seiner Fraktion nicht über der Krise zur Ueberproduktion treibt, entreißt. Die Regie- das Striegervereinsniveau hinausgehen. rung hat die Verfassungsmäßigkeit unserer Ziele und unserer Mittel anerkannt. Sind wir nach dem Recht die Partei der Verfassung, so find wir in Wahrheit die Partei der ökonomischen Ordnung. an Genosse Robert Schmidt, der dann zum Wort fam, ging in seinen Erörterungen von der erschreckenden Arbeitslosigfeit aus, die zeige, wie die Strife auch jest wieder die deutsche Arbeiterschaft mit schweren Gefahren bedrohe. Darin liege eine Wir dürfen uns mahrlich nicht beklagen. Trefflich ar- Mahnung, daß man den Mut zu einer großzügigen Sozialreform beiten uns unsere Gegner in die Hände. Die Kartelle und fassen müsse. Die Gewerkschaftsbewegung, für deren Wert und BeTrusts vergesellschaften ganze Produktionszweige und immer deutung die Herren Bauli und Stresemann kein Verständnis gemehr leiten einzelne Kapitalmagnaten oder einzelne Groß- Beigt hätten, führe ihren schweren Kampf, um das Lebensniveau banken von einigen Zentralen aus die Produktion. Sie der Arbeiter höher zu bringen, oder doch in Zeiten der Krise auf schaffen die Formen, der wir uns nur zu bemächtigen der erreichten Höhe zu halten. Das sei jekt um so schwieriger, haben, um sie mit unserem Geist, mit unserem Inda durch die erkünftelte Preissteigerung der Lebensmittel die Arhalt zu erfüllen. Die Vergesellschaftung durch die Kartelle beiter in ihrer Eristena noch mehr bedroht seien. Da müsse er und Trusts ist Vergesellschaftung in fapitalistischer Form, weil auch gegen das 8entrum, dessen Redner vorher die Gewerk. trop der gesellschaftlichen Produktion die Verteilung indi- schaftsbewegung verteidigt habe, den Vorwurf erheben, daß es die viduell nach kapitalistischen Grundsägen an die schmale Schicht Hauptschuld an der verderblichen Schutzollpolitik trage, deren der Kapitalmagnaten erfolgt. Aber wenn diese Verteilungs- Wirkungen in erster Reihe die Industriearbeiterschaft belasten. art zum Kulturhindernis geworden, wenn sie dem öffentlichen Dann rechnete Schmidt mit dem Herrn v. Dirksen ab, der sich Wohle widerstreitet, wenn sie dem Interesse des Staates nicht gescheut habe, die Arbeitslosen als eine" Bande" zu be und das ist doch wohl das Interesse der großen Masse der schimpfen. Schließlich entwickelte er alle die Forderungen, die die Bevölkerung zuwiderläuft, dann dürfen wir diese Ver- Sozialdemokratie zur Durchführung einer großzügigen Sozial. teilung beseitigen, das zum Hemmnis der Kultur gewordene reform an Regierung und Reichstag ftellt. Privateigentum aufheben. Entspricht dies doch nach dem i Dann wurde die Debatte auf morgen vertaal " Man sollte doch nicht vergessen, daß, wenn eine Einigung nicht zustande kommt und infolgedessen das ganze Gesetz fcheitert, davon die Konservativen allein profitierten und außerdem noch die Möglichkeit bliebe, auf dem Wege der Landesgesetzgebung doch eine Bestimmung im Sinne des§ 7 für Preußen einzuführen...." Die Tägliche Rundschau" bringt ihren gewohnten Polenfresserartikel und schließt ihn: Läßt der Freifinn hier die nationale Politit im Stic so hat er es sich selbst zuzuschreiben, wenn das Vertrauen in seine innere Wandlung nicht gerade wächst. Vielleicht aber überlegt er es sich doch noch, ob er das freiheitliche Reichsvereinsrecht lieber fahren lassen oder sich mit dem Sprachenparagraphen doch etwas näher anfreunden will...." " Die Blockfreisinnspresse schweigt bezeichnenderweise. Sie wagt offenbar nicht, das Votum vom Montag durch ein träftiges Wort zu unterschreiben und sich den Rückzug zu verrammeln. Allein das Berliner Tageblatt" erklärt, die äußerste Grenze des für den Freifinn Möglichen sei in dem freisinnigen Antrage zum§ 7 bereits erreicht. Wenn die preußische Regierung mit diesem Zugeständnis nicht zufrieden ist, dann ist es allerdings besser, den Vereinsgesetzentwurf fallen zu lassen, als ihn noch weiter rückwärts zu revidieren." Das freisinnige Blatt schließt seine Notiz: " Zwischen der ersten und zweiten Lesung des Entwurfs in der Kommission liegen acht Tage; fie dürften, genau wie es beint zu Verhandlungen Enteignungsgesetz der Fall war, hinter den Kulissen benutzt werden. Wir erwarten, daß dabei die Vertreter des Liberalismns teine neuen Kon zessionen machen, sondern es darauf ankommen lassen werden, ob die Reichsregierung die Verantwortung für das Scheitern des Reichsvereinsgefeßes tragen will. In liberalen Wählerkreisen würde man es nicht verstehen, wenn sich die freifinnigen Vertreter im Reichstage zu einer Parallelaltion aur preußischen Enteianunasborlage beriteben wollten." Das„Berliner Tageblatt" kenn! den Blockfrelsinn aus nächster Nähe und weife daher, daß solche Mahnung nicht überflüssig ist. Noch ist der§ 7 nicht gefallen! Und bis zur dritten Lesung im Plenum bleibt sein Schicksal im Ungewissen! Der KeichZverbanck Im Kaileler Slahlltampf. Zur Berichtigung des„Reichsverbandcs geg'en die Sozial- Demokratie" über die Kasseler Stadtverordneten- Wahlen schreibt uns unser dortiger Korrespondent: Der Wahlsieg der Sozialdemokratie ist den hiesigen Reichs- derbändlern schwer auf die Nerven geschlagen. Die Lieberkgardiften haben, wie bereits so manches Mal auch hier wieder erfahren müssen, daß das„Niederreiten" der Sozialdemokratie doch nicht so leicht ist. Im vorigen Jahre hat der Reichsverband auch in Kassel im Kamps um das Reichstagsmandat an der Spitze der bürgerlichen Parteien gestanden, Unsummen von Lügen und Per- leumdungen gegen uns geschleudert, und zur Stichwahl Antisemiten und Nationalliberale zu trauter Waffenbrüderschaft gegen uns geeint. Der Reichsverbnndsschützling Lattmann wurde ge- wählt— wir unterlagen. Damals konnten die Herrschaften im Reichsvcrband nicht genug Aufhebens machen von ihrer er- felgreichen Einigungsarbeit, ihrer Agitation gegen die Sozial- dcmokratie. der allein der Sieg des bürgerlichen Kandidaten zu danken sei. Diesmal war der Reichsverband natürlich wieder dabei, getreu einer ErNärung bei Gelegenheit der Reichstagswahl, daß er in Kassel bei allen Wählen versuchen wolle, die Sozialdemokratie zurückzudrängen. Diesmal kam die Sache aber anders. Dies- mal siegten wir. und die Bürgerlichen unterlagen, trotz oder infolge der Agitation des Reichsverbandes. Auf einmal will nun dcr Reichöverband nicht dabei gewesen sein! Es ist leicht. Berichtigungen zu schreiben; aber Geschehenes kann auch der Reichsverband trotz der ihm ohne weiteres zuzusprechenden Fertigkeit auf diesem Gebiete nicht ungeschehen machen. Zu- gegeben wird, daß der Reichsverband seine Dienste zur Mitwirkung angeboten hatte, daß sie aber abgelehnt worden sei. Daß sich die Kasseler Filiale von Lieber! und Konsorten ohne weiteres bei Feststellung der vorstehenden Tatsache jämmerlich blamiert hat. dürfte auch dem berichtigenden Herrn Schröder einleuchten, nach- dem er die von ihm verbrochene famose„Berichtigung" gedruckt gesehen hat. Es sei also zur Würdigung reichsverbändlerischer Moral nochmals festgestellt, daß der R e i ch s v e r b a n d sich zur Bekämpfung der Sozialdemokratie bei der Kasseler Stadtverord- nctenwahl den bürgerlichen Parteien angeboten hat. ab- gewiesen worden ist und trotzdem öffentlich und in auf- dringlich st er Weise den Wahltreiber ge- macht hat. Was ist denn nun tatsächlich in Kassel von feiten des ReichLverbandes geschehen? Er hat erstens bis zum letzten Tage die Agitation fortgesetzt, in vier bürgerlichen Blättern um- fangreiche Annoncen mit seiner Unterschrift„Reichsverband gegen die Sozialdemokratie" veröffentlicht, in denen die Bürgerlichen zum einmütigen Kampf gegen die„rote Gefahr" aufgerufen wurden, zweitens mehrere verleumderische, den Tatsachen widersprechende Angaben über Offenbach enthaltende Artikel gegen uns in dieselben Blätter lanciert und drittens an den Tagen der Wahl öffentlich in den Zeitungen ein steinerweichendes Ge- jammer angestimmt, um die„patriotischen" Wähler zu stärkerer Wahlbeteiligung aufzufordern. Als Beispiel seiner Wahlaufrufe kann folgender Passus aus einem am 14. Februar vom Reichsverband veröffentlichten Inserat dienen: In aller Stille hat die Sozialdemokratie die größten An- strengungen gemacht, um ihrer Liste zum Siege zu verhelfen. Die Bürgerschaft hat aber ein großes Interesse daran, dies zu verhindern. Denn 1. gehört die Parteipolitik nicht in die Stadtverwaltung. 2. hat sozialdemokratische Stadtverwaltung noch überall großes Unheil angerichtet. Denn dann wird die Verwaltung nicht mehr nach sachlichen Gesichtspunkten geleitet, sondern nach parteilichen. Und das führt in den loirtschaftlichen und moralischen Abgrund. Die bürgerliche Liste ist sorgfältig, als Ergebnis langer Verhandlungen aller in Betracht kammenden Kreise, ausgewählt. Man kann wohl sagen, es kommt jeder Stand zum Worte und so soll eS fem. Keine Wahl aber wirkt deshalb so unmittelbar auf das Wohl und Wehe des Einzelnen, wie die der Stadt- verordneten! Darum Mitbürger, tut Eure Schuldigkeit, wahrt Euer Recht. Die bürgerliche Liste wird siegen, wenn alle wählen. Ver- trauenSseligkeit oder Gleichgültigkeit könnten sich bitter rächen, deshalb fehle keiner am 17., IS und 19. Februar an der Urne im Stadtparl. Ortsgruppe Kassel deö Reichsverbandes gegen di» Sozialdemokratie. Erst als der Ausfall der Wahl trotz aller Anstrengungen dcS Reichsverbandes der bürgerlichen Liste eine Niederlage brachte, entdeckte die„Ortsgruppe Kassel", daß sie eigentlich gar nicht dabei gewesen sei! Fest steht aber, wie wir gezeigt haben, das Gegenteil, daß der Reichsverband Wahltreiber und Schutz- Patron der bürgerlichen Liste war. ES gehören wirklich'reichsverbändlerische WahrheitSbcgriffe dazu, den Lerichtigungsparagraphen wie geschehen zu mißbrauchen. politilcbe ücbcrfkbt. Berlin, den 3. Marz 1308. Die Polenenteignnng Gesetz! Das preußische Dreiklassenparlament akzeptierte heute die geringfügigen Aenderungen, die das Herrenhaus an der Polen- cnteignungsvorlage vorgenommen hatte. Danach sollen die Fried- hose vor der Enteignung geschützt sein: man will nur die leben- den Polen enteignen, nicht auch noch die toten. Aber diese Enteignung der lebenden Polen ist ein Verfassungsbruch und ein gehässiges Ausnahmegesetz gegen die polnisch sprechenden Preußen. Das hob heute endlich mit genügender Schärfe der Pole S t y ch e l hervor, nachdem die Polen in der Spekulation auf die Abneigung der Magnaten des Herrenhauses gegen jede Antastung des Privateigentums, in der sie sich schließlich doch geirrt haben, den Kampf gegen die Polen- enteignungsvorlage viel zu lange ohne die nötige Energie geführt hatten. Der preußische Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben erwiderte, daß der Verfassungsbruch und die Brutalisierung der Minderheit justitm g-rmanic» sei, deutsches oder vielmehr preußisches Recht. So offen ist der Grundsatz der Rassenjustiz vom Regierungstische noch nie aus- gesprochen worden. An diese unerhörte Provokation des einen Zehntel deö preußischen Volkes, das polnisch spricht, knüpfte der Konservative v. Hehdebrand die gemütliche Mahnung an die Polen, sich doch endlich ins Unvermeidliche zu fügen. Der freisinnige Kenith nannte diese Polenborlage ein Ausnahmegesetz schlimmster Sorte. ES bleibt abzuwarten, ob nach diesem Ausnahmegesetz die Freisinnigen im Osten sich bei der Landtagswahl wieder wie bisher stets Mandate dadurch erschachern werden, daß sie mit den Parteien, die das Ausnahmerecht schaffen, gegen die unterdrückten Polen zusammengehen. Konservative und Nationallibcrale sicherten in ihrer Zustimmung zur Polenenteignungsvorlage der Regierung eine große Mehrheit. Die Regierung hat also die„scharfe Waffe", nach der sie so lebhaft verlangte. Vorläufig weiß sie aber noch nicht, was sie damit anfangen soll. Der ZentrumSgraf Praschma fragte heute die Regierung an, wie sie denn nach drei Jahren ihre Polenpolitik fortsetzen wolle, wenn die jetzt bewilligten Milli, onen ausgegeben und die jetzt für vogelfrci erklärten 70 0 eine solche Revision ist jedoch noch nicht gelommen."— Katzenjammer. Die„BreSI. Ztg." gesteht heute, daß auch ihre letzte Hoffnung auf Blocknutzen für den Freisinn zu Wasser geworden ist. In einem melancholischen Artikel stellt sie fest, daß auch künftig in puncto Wahlbeeinflussungen durch die Landräte bei den Landtage- wählen alles beim alten bleiben wird. DaS ist natürlich richtig, aber der Blockfreisimr ist der letzte, der sich darüber beklagen darf. Er selbst hat doch aus Unterwürfigkeit gegen die Junker den bescheidenen Vorschlag Barths auf Einführung des ge- Heimen Wahlrechts nicht zu unterstützen gewagt. Die öffentliche Wahl ist nun einmal dazu erfunden worden, um Wahlbeemfllissung zu treiben und die Junker find die letzten, die dabei Gewissensskrupeln verspüren. Der dumme Freisinn hat auf den Kampf um die Wahlrefonn verzichtet, um durch die Gnade der Regierung ein paar Mandate zu ergattern. Da dabei aber seine ganze Jämmerlichkeit offensichtlich geworden, so steckt die Regierung daS unnötig gewordene Zuckerbrot in die Tasche; für den Freisinn genügt die Peitsche und die konservativen Landräte werden sie bei den nächsten Wahlen tanzen lassen, daß eS eine Art hat. Der Freisinn als Regierungspartei wird dann nicht einmal sich getrauet' dürfen, Kritik zu üben.—_ Vom Blockfreisrn«. Die von unS bereits besprochenen Kompromiß-Absichten deS Freisinns erhalten jetzt ihre Bestätigung durch eine Rede Herrn v. GerlachS in Magdeburg über die LandtagSwahlen. ES gäbe Freisinnige, die für einen.Kulturblock aus Frei- konservativen, Nationalliberalen und Frei- sinnigen zur Erkämpfung von Freiheit für Kirche und Schule" eintreten. Daß diese Bestrebungen unter dem Freisinn einfluß- reiche Vertreter haben, geht schon daraus hervor, daß die Ver- sammlung in ihrer Resolutton ausdrücklich gegen diesen„Kulturblock" protestierte. Wir brauchen wohl nicht hinzuzufügen, daß der..Kulturblock" zugleich ein Block gegen die Forderung deS gleichen Wahlrechts wäre und dem Freisinn erlauben soll, gegen Eintausch einiger Mandate die Wahlrechts- forderung völlig preiszugeben.— Eine Steuer auf Margarine. Vor einigen Tagen fand in Dresden eine Versammlung des Bundes der Landwirte statt. Neben dem Frei- Herrn v. Wangenheim gab auch der dicke Oertel eine Gast- rolle. Er sprach über die politische Lage und die Gesetzgebung. Dabei erörterte er auch die Reichsfinanznot und die S t e u e r- Projekte zur Abhülfe. Er lehnte alle direkten Steuern ab. jeder vernünfttge Steuervorschlag. wie die Erhöhung der Erbschaftssteuer, war ihm ein Greuel, dagegen begeisterte er sich für die Besteuerung des Tabaks und eine scharfe Besteuerung der Butter des armen Mannes, der Margarine. Davon verspricht er sich einen hohen Ertrag; außerdem erwartet er, dafe durch die Mar- garinesteuer„die Butter lvieder zu Ehren komme." Herr Oertel will dem armen Mann nicht nur das Pfeifchen, er will ihm auch die einzige Zukost ver- teuern, die er sich zu seinem Brote noch kaufen kann, gleich- zeitig will er damit natürlich auch eine Verteuerung der Butter herbeiführen und so die agrarischen Profite mehren. Natürlich zollten ihm dafür die versammelten jächsi- schen Agrarier reichlich Beifall.— Die Wahlbewegung in Emden, Norden, Leer. Für den verstorbenen konservativen Abgeordneten Fürsten zu Inn- und Knyphausen findet am 19. März im 1. hannoverschen ReichstagSwahlkreiS die Ersatzwahl statt. Tic Konservativen haben sich mit den christlichsozialcn Antisemiten und mit dem Bauernbund auf einen gemeinsamen Kandidaten, den Rechtsanwalt und Notar Grönevcld, geeinigt, während die National- liberalen den Bürgermeister von Emden, Fürbringcr, der auch dem preußischen Abgeordnetenhause angehört, aufgestellt haben. Die Freisinnigen haben von der Aufstellung ihres früheren im Kreise sehr angesehenen Kandidaten Gcrrels, welcher in der Stich- wähl nur mit 193 Stimmen unterlag, auS unbekannten Gründen abgesehen und empfehlen den Gutsbesitzer Fegter. Von unserer Seite kandidiert Genosse Hug aus Bant. Die Agitation hat namentlich seitens der drei rechtsstehenden Parteien, wie sich der konservativ-bündlerisch-antiscmitische Mischmasch nennt, schon scharf eingesetzt. Tie Abgeordneten Raab, Gräf, Lattmann, Herzog, Burckhardt. Böhme und BchrenZ haben bereits eine Anzahl von Versammlungen abgehalten. Liebermann v. Sonnenberg und Schack werden, wie im Kreise mitgeteilt wurde, auch noch ein- greifen. Eine besondere Wahlzcitung der Antisemiten, welche gratis verbreitet wird, führt den Wahlkampf in der bekannten antisemitischen Manier der persönlichen Hemnterreitzung der gegnerischen Kandidaten und einer eklen Bclobhudelung des eigenen Erwählten. Dieser Taktik entsprechen auch die in den Versamm- lungen gehaltenen Reden. Auch von sozialdemokratischer Seite ist man kräftig in die Agitation eingetreten. Der Kandidat, Ge- nosse HNg, die Genossen Winkelmann-Bremen, Schulz- und Heit- inann-Bant und Reichstagsabgeordneter Lehmann haben bereits eine Anzahl gutbesuchter Versammlungen abgehalten. Für die Freisinnigen agitiert der Reichstagsabgcordncte Hormann im Kreise. Am Sonntagnachmittag kam es in einer Versammlung zu Leer zwischen ihm und dem Genossen Lehmann zu einer intcr- cssanten Auseinandersetzung. Unser Genosse, der abends in Leer zu sprechen hatte, benutzte ein paar Stunden freie Zeit, um die Rede Hormanns gegen seine antisemitischen und nationalliberalen Blockbrüder zu genießen, und um nachher zu zeigen, daß der Dritte der Blockkandidatcn in allen wichtigen politischen Fragen im Falle seiner Wahl an einem Strange mit den jetzt bekämpften weiter rechts stehenden Parteien ziehen würde. Unter dem Beifall der Mehrheit der Versammlung wies unser Redner nach, daß es bei der Blockpolitik keinen großen Unterschied mache, wer von den drei Blockkandidaten gewählt werde. Auch in der Versammlung der Antisemiten erzielten wir einen durchschlagenden Erfolg. Unser Genosse Winkelmann trat dem Reichstagsabgeordneten Behrens in längerer Rede gegenüber und wies unter anderem die von einem Stehkragenproletarier vorgebrachten, vom Reichslügen-» verband stammenden Verleumdungen gegen den Reichstags- abgeordneten Stadthagen unter lebhaftem Beifall der Versamm- lung zurück. Bezeichnend ist in dem Kampfe um das Mandat, daß eine jede von den uns gegenüberstehenden drei bürgerlichen Parteien sehnlichst wünscht, daß unsere Partei in die Stichwahl kommen möchte; denn wer so glücklich ist, sich dann mit uns messen zu dürfen, dem ist nach dem bekannten Sprichwort von den« Pack, das sich schlägt und verträgt, die Unterstützung der beiden übrigen Parteien sicher. Die Meinung des Auslandes. Auf das bramarbasierende Gerede des Fürsten Bülow, man brauche sich um die Meinung des Auslandes über die preußische Politik nicht zu kümmern, antwortet der„Figaro" ganz richtig: „Wir lehnen die Theorie BülowS ab, der uns das Recht bestreitet, über die inneren Angelegenheiten Deutsch- landS eine Meinung zu haben. Man hat sich bei uns immer über die finländische Frage frei ausgedrückt, obschon Ruß- l a n d unser Bundesgenosse ist. und wir sehen französische Zeitungen, die für die ägyptische V o l k S p a r t e i leiden- schaftlicher Partei nehmen als für die Polen, und doch ist Eng« land unser sehr zuverlässiger und treuer Freund. Wir haben Preußen besser behandelt, als Rußland und England. Uebrigens sind die III HerrenhauS-Mitglieder, die gegen die Polenvorlage gestimmt haben, die moralische Mehrheit. Die auslänoischen Kritiker sind also nicht fehlgegangen, sie sind mit der öffentlichen Meinung Deutschlands einig gegen den F ü r st e n B ü l o w.—_ Katholische Volksbibliotheken! In der MagistratSsitzung der schwäbischen Stadt Kaufbeuren stellte der ehrlich-liberale Biirgermeister Stumpf Antrag auf Er- richtung einer städtischen Volksbibliothek. Der Vertreter des Zen- truins. ein Rechtsanwalt. trat diesem Antrag entgegen; der katholische Arbeiterverein stelle seine Bibliothek jeder- mann zur Verfügung, somit sei«ine Volksbibliothek überflüssig. Di« liberale Mehrheit nickte verständnisvoll und der Antrag des Bürger- meisters wurde abgelehnt. Eine daraushin vorgenommene Durch- sicht der von einem Geistlichen geleiteten Bibliothek deS Arbeiter- Vereins ergab, daß diese auch nicht ein einziges wissen- schaftliches Werk enthält, sondern aus Jndianer- geschichten. Legenden und gleichwertigen Geistesproduktcn zu- sammengesetzt ist, denn„wissenschaftliche Werke werden überhaupt nicht oder nur selten verlangt", wie der Leiter erklärte. Der dümmste Arbeiter ist eben der beste.—_ Der Einfluß des Zolltarisgesetzes auf die Oktroi- einnahmen der elsaß-lothringischen Gemeinden. Der§ 13 deS Zolltarifgesetzes. der bestimmt. daß vom 1. April 1010 ab von den Kommunen Abgaben auf Getreide, Hülsen- früchte, Mehl, Mühlenfabrikate. Backwaren. Vieh, Fleisch. Fleischwaren und Fett nicht mehr erhoben werden dürfen, ist auf die Finanzen einiger elsaß-lolhringischer Gemeinden von einschneidendem Einfluß. Die Zahl der oktroierhebendcn Gemeinden in Elsaß-Lothringen be- trägt 32, davon 15 in Lothringen. Die Gesamteinnahmen dieser Gemeinden aus dem Oktroi betrugen 100« 0130 087 M. Davon treffen auf Gegenstände, die unter§ 13 des ZolltarifgesetzeS fallen, 2 033 27« M. Eine Gemeinde geht bei Inkrafttreten des 8 13 ihrer gesamten Oktroieinnahme verlustig. Bei einer Gemeinde beträgt der Ausfall 0 Proz.. bei fünf Gemeinden 10—20 Proz., bei 12 Geineinden 20—30 Proz., bei 8 Gemeinden 30—40 Proz., bei einer Gemeinde 42 Proz. und bei 2 Gemeinden 50—60 Proz. der Gesanit-Oktroieinnahmen. Die Stadt Straßburg verliert 735 000— 300 000 M.. das sind 20,7 Proz. der gesamten Oktroieinnahme. Man ersieht aus dieser Ausstellung, in welchem hohen Maße die clsaß-lothringischen Gemeinden bisher, statt die Reichen stärker zu den Kömmunallasten heranzuziehen, sich die von ihnen benötigten Mittel durch Abgaben auf den Lebensmittelverbrauch der ärmeren Volksschichten zu verschaffen gewußt haben. Eine sozialdemokratische Interpellation. Auf einigen Stationen der sächsischen Staatseisenbahnen, be- sonders in Annaberg und Zwickau, sind an die Angestellten Aufforderungen ergangen, sofort aus den Konsumvereinen auszutreten, auch wenn die Frauen oder Kinder die Mitglied- schafl besäßen. Im Weigerungsfälle wurde Entlassung in Aussicht gestellt. Daraufhin hat der einzige Sozialdemokrat im sächsischen Landtage, Genosse G o l d st e i n, eine Interpellation in der Zweiten Kammer eingebracht, durch die er die Regierung um Auskunft ersucht, ob von der Generaldirektion der Staatsbahn eine allgemeine Anweisung ergangen sei, derarttge Auf- forderungen zum Austritt aus den Konsumvereinen an die An- gestellten zu richten, und ob der Finanzminister dieses Vorgehen billige. Die Interpellation wird in den nächsten Tagen im Land- tage voraussichtlich zu einer interessanten Vcrhaudlung führen. Oertemich. Eine blutige Wahl. Lemberg, 3. März.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei den gestrigen Landtags wählen kam es durch die fortgesetzten Provokationen der Schlachtschitzen in Lemberg zu größeren Zu- sammenstößeir. Bor dein Wahllokal der Reaktionäre entstand eine Schlägerei. Der Abg. B a t t a g l i a und ein Student schössen aus Revolvern auf die Arbeiter; viele Ar- beiter wurden verletzt. Die Arbeiter trieben die beiden Revolver- Helden mit ihren Stöcken in die Flucht. Beide wurden leicht verletzt.--- franßmcd. Soldaten gegen den Leutnant. _ Stria«, 3. März. Mehrere Soldaten des 151. Infanterie- regiments überfielen den dem gleichen Regiment angehörenden Leur» nant de rEScale und verletzten ihn durch Messerstiche ziemlich schwer am Kopfe. Einer der Angreifer konnte festgenommen werden. Eine Massendemonstration gegen das System Clemenceau. Paris, 1. März.(Eig. Bcr.) Während die Professoren deS regierungsfrommcn So- zialismus über die Krise des französischen Sozialismus orakeln, zeigen sich im Proletariat nach all den Wirren, Zwiespältigkeiten und Enttäuschungen der letzten Jahre deutliche Zeichen einer Klärung. Die Müdigkeit und Gleichgültigkeit der Massen, die in den letzten Monaten unverkennbar war, ist einer frohgemuten Tätigkeit und zuversichtlichen Entschlossenheit gewichen. Dies trat in der Volksversammlung hervor, die die sozialistische Partei gestern in der Manege Saint-Paul einberufen hatte. Hatten die bisherigen Protestaktionen gegen die marokkanische Politik eine auffallend geringe Teilnehmcrschaft versammelt, so war der Besuch der gestrigen Versammlung geradezu ungeheuer. So groß war der Andrang, daß an 2000 Personen in dem Saal, der«000 aufnimmt, keinen Platz mehr fanden. Man darf dieses Interesse nicht lediglich darauf zurückführen, daß die Partei drei ihrer besten Sprecher— Jaur-s, Sembart und Willm— als Redner delegiert hatte. Von Anfang an war die geistige Teil- nähme der Zuhörer von stürmischer Leidenschaftlichkeit. Die Kritik, die die Redner an der Regierung Clemenccaus und seiner Kollegen übten, an dem im Interesse der Kapitalisten unternommenen marokkanischen Abenteuer und an der Reaktion im Innern, den Tendenzprozessen, den Maßregelungen, den Russcnausweisungen, wurde von� donnernden Beifallskundgebungen und zustimmenden Zwischenrufen unterbrochen. Bezeichnend war die Einmütigkeit, womit die Versammlung, als zum Schlüsse in der vorgeschlagenen Resolution der Ausdruck..die Regierung des Wahnsinns" verlesen wurde, forderte, daß die Worte:„die Mördcrrcgierung" hinzugesetzt würden, wegen deren Clemenceau den blamablen Prozeß gegen bit Zwölf angestrengt hatte. Einer der Zwölf, Genosse Jean Martin, hatte auch den Vorsitz in der Versammlung geführt. Die Kundgebung hat bewiesen, wie groß die Erbitterung der Arbeiterklasse gegen die Regierung ist. In ihr tritt zum Zorn über die Handlungen der herrschenden Männer die Entrüstung über ihre Preisgabe jener Prinzipien, denen sie ihr Emporkommen zu verdanken haben. Mit Recht konstatiert heute JaureS in der „Humanite": ES hat Regierungen gegeben, die noch reaktionärer waren als die Clemenceaus, aber ich glaube, daß nicht einmal die Melines im Proletariat eine solche Erbitterung geweckt hat. Lelgien. Die Kongofrage. Brüssel, 3. März. Zwischen dem König und der Regierung sst cin vollständiges Einvernehmen über die An- liederung des Kongo st aates zustande gekommen. Die egierung wird der Kammer die Errichtung eines Spezialfonds vorschlagen, mit dessen Hülfe eine Reihe von öffentlichen Arbeiten verwirklicht werden soll. Der Fonds soll insbesondere zur Er» richtung eines Kolonialmuseums, einer zur Ausbildung junger Belgier bestimmten sogenannten Weltschule in Tervucren, zur Vollendung der in Lacken begonnenen Arbeiten und zur Ver- schönerung von Ostende verwendet werden. Für letzteren Zweck sind ungefähr� 20 Millionen in Aussicht genommen, doch wird der Fonds die Höhe von 60 Millionen nicht erreichen. Ferner wird in das Kongobudget während einer Reihe von 15 Jahren ein Kredit von jährlich 3 Millionen eingestellt werden, der zur Ausführung von gemeinnützigen Werken ausschließlich im Kongo bestimmt ist. Der König hat sich damit einverstanden erklärt, daß das Kongo- budget durch die belgische Kammer votiert wird. Gngland. Eine Flottendebatte. Im Unterhause brachte der Radikale Macdonald eine Re- solution ein, in der er in Anbetracht der fortgesetzt freundlichen Be- Ziehungen zu den auswärtigen Mächten eine Einschränkung der MarineauSgaben forderte. Die englisch-sranzösische Entente und das englisch-russifche Uebereinkommen gestatten eine weitere Einschränkung, deren Durchführung auch die Befürchtungen Deutschlands zerstreuen würde. Der Radikale Brunner unter- stützte die Resolution und erklärte, man müsse jede Verhöhnung des deutschen Volkes vermeiden. Gegenwärtig schämten sich beide Länder ein wenig ihres gegenseitigen Argwohns. England sei stark genug, um in der Verminderung der Rüstungen mit gutem Beispiel voranzugehen. Schatzselretär ASquith beantragte, daß das HauS ausspreche,(8 werde die Minister in der Minderung der Aus- gaben für Heer und Flotte insoweit unterstützen, als diese Minderung mit einer angemessenen Verteidigung der britischen Besitzungen zu vereinbaren ist. Redner führte aus, er sympathisiere mit dem Wunsche etwas zu tun, um das Anwachsen der MarineauSgaben nicht nur in England, sondern auch in anderen Ländern wesentlich einzuschränken. Es wäre bereits ein wesentlicher Fortschritt zu Ersparnissen gemacht worden, ohne die Schlagfertigkeit zu vermindern. Durch ge- geschickte diplomatische Verhandlungen habe England Beziehungen hergestellt, die auf geschriebene Verträge begründet und durch den gegenseitigen guten Willen gefestigt seien, der Gefahren beseitigt habe, mit welchen man in vergangenen Tagen zu rechnen gewohnt gewesen wäre. Sogar Ivo, wie es mit Deutschland der Fall sei, kein ausdrücklicher Vertrag vorliege, habe England das beste Recht zu hoffen und zu vertrauen. daß die beiden Völker mit jedem Jahre einem vollständigen gegenseitigen Verstehen immer näher kommen werden. «Beifall.)� Wir unsererseits, fuhr der Redner fort, haben kein Recht, mit Argwohn oder Furcht auf irgend eine Flottenvergrößerung zu blicken. Andererseits betone ich nachdrücklich, daß Englands gesamte Flottenpolitik eine rein defensive ist. Wir wünschen nicht nur nicht die Führung in der Erbauung neuer Schiffe zu übernehmen. vielmehr wünschen wir alles zu tun, was in unseren Kräften steht, um einen neuen Sport im Wettbewerb der großen See- mächte zu hindern. Unsere Stellung zur See ist derzeit nach Ansicht der Regierung eine solche, daß unsere Vorherrschaft unan- greifbar ist und eine solche soll eS auch bleiben.(Beifall.) Diese Herrschaft zur See ist, oblvohl auch wichtig und erstrebensivert für andere, für uns eine Sache, mit der wir st e h e n und fallen.(Beifall.) Der Standard, der für England notwendig ist, muß uns die Seeherrschast gegen jede vernünftigerweise denkbare Kombination sichern. Die Konservattven opponierten und Balfour verlangte, daß die Regierung sich ausdrücklich verpflichtet, den Zwei-Flotten-Standard aufrecht zu erhalten. Die Resolution Macdonald wurde schließlich mit 320 gegen 73 Stimmen abgelehnt. Die Opposition stimmte mit der Regimmg. Die Minorität bestand aus Radikalen und der Ar b eiterpartei. s�onvegen. Das Fiasko der Blockregierung. Kristiania, den 25. Februar 1008.(Eig. Ber.) Das Mi- nistcrium des ehemaligen Volksschullehrers H. Lövland ist in die ungünstige Lage gekommen, alle Parteien gegen sich zu haben, so daß eine parlamentarische Mehrheit zurzeit nicht existiert. Unsere Parteigenossen im Storthing bilden vorläufig das Zünglein an der Wage. Die guten Beziehungen, die früher zwischen der Regierung und dem Großkapital bestanden haben, haben sich aus mehreren Ur- fachen verschlechtert. Da ist zunächst die Erklärung des Ackerbau- Ministers Aarrestad, daß die Regierung prinzipiell keine Einwendungen gegen kommunale industrielle Betriebe hat. Dazu kommt die Programmrede deL Ministerpräsi- deuten, der ankündigte, er hielte jetzt, nachdem das Programm der Blockparteien so ziemlich durchgeführt sei, eine Verwirklichung des Programms der radikalen Partei, wenn aucki mit einigen Mäßigungen, nicht für unmöglich. Neben der Durchführung von Eisenbahnbauten im größeren Umfange sei die wichtigste Frage die des ausländischen Kapitals. Dieses soll zwar nicht ausgeschlossen, aber auf einigen Gebieten eingeschränkt werden, um nicht Norwegens Naturreichtümcr zum Gegenstand ausländischer oder inländischer Spekulanten zu machen. Bei Erwerbung von Wald soll der Kaufabschluß von königlicher Genehmigung abhängig gemacht werden, wenn durch den Kauf der Besitz 250 Hektar übersteigen würde. Größeren Spielraum erhält das ausländische Kapital bei Bergwerken und Wasserfällen, da das norwegische Kapital noch nicht stark genug sei. Natürlich soll alles unter staatlicher Kon- trolle stehen und dafür garantiert werden» daß norwegisch: Interessen nicht geschädigt werden. In der inneren Politik soll die Trennung der Kirche vom Staate in Erwägung gezogen werden, um die k l r ch- liche Selbstverwaltung durchführen zu können. � Schließlich erklärt der parteilose Minister, er möchte mit allen Parteien zusammenarbeiten, das Verhältnis zur Sozialdemokratie sei jedoch zum voraus ge- geben. In' grundlegenden Fragen, wie Eigentumsrecht. Ge- sellschaftsordnung und Verteidigungswesen seien die Gegensätze prinzipielle und ließen sich nicht ausgleichen. Die Konservativen haben sich gegen dieses Programm erklärt und werden wahrscheinlich in die Opposition gehen, worüber die liberalen Blockparteien sehr ungehalten sind. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß einige liberale Minister geopfert und durch Demokraten ersetzt werden. Rußtand. Die Blutstatistik. In der Zeit vom 1. November 1907 bis zum 15. Februar 1008 fällte das Warschauer Kricgsbezirksgericht 110 Todesurteile, darunter wurden 80 vollstreckt.— Verrückte Echtrussen. Petersburg,& März. Der Kongreß des r u f f i f ch e n B o l k s. Verbandes richtete ein Telegramm an den Zaren, in welchem dieser dringend aufgefordert wird, gegen die auswärtigen Feinde Rußlands, welche mit Dreistigkeit daran gehen. durch Aufreizung der Rußland unterworfenen fremden Völker die Integrität des russischen Reiches anzutasten, mit den Waffen in der Hand und seiner gesamten Kriegsmacht vorzugehen. IMarohlto. Verstärkung der französischen Truppen. WaS seit langem offenes Geheimnis war. wird in Paris jetzt halbamtlich zugegeben. General dÄmade erhält Verstärlungen und nicht zu knapp.„Um den Truppen in Marokko Ruhe zu gönnen", hat die Regierung vor drei Tagen die Entsendung von zwölfljundcrt Sencgalschützm nach Marokko angeordnet. Am Dienstag hat sie dann weiter beschlossen, zur Verstärkung im ganzen viertausend Manu aller Waffengattungen, die aus Tunis und Algier genommen werden sollen, nach Marokko zu schicken. Zur Beruhigung der Unterzeichner ber AlgeciraSakte soll ihnen bei der Mitteilung von diesen Verstärkungen die Versicherung erneuert werden, daß Frankreich die b e st e A b s i ch t habe, die eingegangenen Verpflichtungen einzuhalten. General d'Amade ist von der Negierung telegraphisch verständigt worden, daß sie die Absendung von Verstärkungen be- gönnen habe, ihn zu dem Gefecht am 20. Februar beglückwünsche und seine Aktionsfreiheit in keiner Werfe be- schränken wolle. Der Ministerrat hat außerdem beschloffen, daß General Lyautey und der Gesandte Regnault sich nach Casa- b l a n c a und U d s ch d a begeben. Sie sollen dort Ermittelungen über die Organisatton der französisch-spanischen Polizei gemäß der AlgeciraSakte und gemäß den Sonderabkommen Frankreichs mit dem Wachsen anstellen. General d'Amade erhält Verstärkungen und volle AktionS- freiheit, Lyautey und Reynault gehen nach Marokko— die Ver- sicherungen, daß Frankreich die eingegangenen Verpflichtungen inne- zuhalten die beste Absicht hat, werden gerade nicht allzu starlcv Glaube» finden._ Huö der Partei. Leipzig« Buchdrucker uud der„Korrespondent". In einer Leipziger Buchdruckerversainmluny wurde mit 154 gegen 130 Stimmen eine Resolution angenommen, in der der„Korrespondent" ersucht wird, sich mehr nach den Beschlüssen der Gewerkschaftskongresse in bezug auf das Verhältnis zwischen Partei und Gelverkschaften zu richten. Veranlassung dazu gab eine schon durch mehrere Monate sich hinziehende und noch nicht vollendete Artikelserie des„Korrespondent" über„Gewerkschaftliche Neutralität", in der sich Herr Rexhäuscr seine sämtlichen Schinerzen über die„sozialrevolutionären T i r a d e n, Kindereien und Utopien der Sozialdemokratie" vom Leibe schreibt. Zur Bilanz der„Humanits", die wir in der DienStagnunnner veröffentlichten, wird uns von unserem Pariser Korrespondenten noch geschrieben: Das Tagblatt der geeinigten sozialistischen Partei verkündet seinen Lesern eine frohe Botschaft. Der Bestand dieses SchmerzenS- lindes deS französischen Sozialismus ist nunmehr gesichert, dank der steigenden Verbreitung und der Ersparnisse in der Administration. Die Situation ist tatsächlich noch günstiger, als die Zahlen der Bilanz zeigen, da in sie die Gehälter der in der Redaltion tätigen Deputierten einbezogen sind, die von diesen der Kasse des Blattes überwiesen werden. Ueberdies wird der Zins, der bisher 1200 Frank betrug, nach der bevorstehenden. Uebersiedelung deS Blattes um die Hälfte geringer sein. So ist denn schon für das laufende Jahr ein Ueberfchuß vorauszusehen. Allerdings schleppt die„Humanitö" noch eine bedeutende Scknldenlast mit sich, aber das steigende Interesse der Arbeiterschaft für das Blatt gibt Gewähr dafür, daß es in absehbarer Zeit gelingen wird, sie ab- zustreifen und der„Humanite" die journalistische Ausgestaltung zu geben, die es ihr ermöglichen wird, den Konkurrenzkampf gegen die korrupte bürgerliche Jnformationöpresse mit Erfolg aufzunehmen. poltzeiUeKt», OcrCchtlfcbcs uf». Redakteur und Studenten: Aus Halle a. S. berichtet man uns: Am letzten Sonnabend stand Genosse Lcopoldt vom >, Halles chcn Volksbltt" schon wieder vor der Straf- kammer, weil er einem Gendarm aus Elsterwerda vorgeworfen hatte, er habe gelegentlich einer Ermittelung seine� Pflicht nicht getan. Tatsächlich ist der Gendarm eine Person, dessen Tun auch vom Gerichtstischc aus abfällig beurteilt worden ist. Das Schöffen- gericht verhängte als erste Instanz gegen unseren Genossen eine Gefängnisstrafe von sechs Wochen. Diese Strafe erschien' dem Staatsanwalt, der gegen das erste Urteil Berufung eingelegt hatte, zu knapp und er verlangte drei Monate Gefängnis. Das Gericht verwarf die Berufung. Gegen Lcopoldt sind jetzt ins» gesamt rund acht Monate Gefängnis verhängt worden. Vor derfelben Straffammer waren am Sonnabend auch die So sagte ein Arbeitswilliger zu einem der Ausgewiesenen, daß Igatorisch einzuführen, herbor. Erklärten auch die meisten Redner, Studenten Rastowsky und Tobias wegen Sachbeschädigung er, der Desterreicher, mit der Arbeitsniederlegung nicht gut dem Antrage sympathisch gegenüberzustehen ,, so wurde von ihnen angeklagt. Sie hatten eines Abends auf dem Heimwege von einer getan habe, da er jetzt binnen drei Tagen und die Berheirateten ondererseits hervorgehoben, daß durch Annahme des Antrages die Sneipe an der Saale mit ihren Spazierſtöcken die Glasscheiben von binnen acht Tagen ausgewiesen werden würden. Da dieser Meinung erweckt werden könne, als ob die Kollegenſchaft mit der fieben Straßenlaternen Gegenstände, die dem Arbeitswillige nicht der Vertraute der Polizeidirektion ist, so Grunde müsse das Obligatorium abgelehnt werden, wenigstens so Schreibweise des„ Korrespondent" einverstanden sei. Aus diesem öffentlichen Nußen dienen- mutwillig zerstört. Und diese Lümmelei wurde an den beiden Studenten mit je 20 m. Geldstrafe bleibt nur die Annahme übrig, daß die beabsichtigte Aus lange diese Redaktion am Ruder sei. Die Schreibweise und geahndet. weisung, noch bevor die Ausgewiesenen Kenntnis Haltung des Korrespondent", speziell Rerhäusers, wurde in von der ihnen drohenden Gefahr hatten, von interessierter Seite schärffter Weise verurteilt, da sie nicht geeignet sei, die Mittriumphierend in der Fabrik mitgeteilt worden ist. Das ist glieder zu modernen Gewerkschaftlern zu erziehen. Mit großer wahrlich bezeichnend für die kulturellen Verhältnisse, wie sie Mehrheit wurde folgender Antrag angenommen: Der Lokalverein leider nicht in Braunschweig allein bestehen. Beide Arbeiter beantragt bei der Generalversammlung, das„ Korrespondent". haben längere Zeit in dem bestreiften Betriebe gearbeitet. Obligatorium ohne Beitragserhöhung einzuführen, aber nur unter Grit als sie als Ehrenmänner sich mit ihren Kollegen der Bedingung, daß eine andere Redaktion gewählt wird." solidarisch erklärten, wurden sie nach der Polizeimoral als lands Buchdrucker" bringt aufällig auch einen Bericht einer Ber Gerade die jüngste Nummer des Korrespondent für Deutschgefährlich" für das Staatswohl, d. h. für den Unternehmer liner Vereinsversammlung. Diese Versammlung befaßte fich betrachtet. Um sie zu beseitigen, grub man ein altes aus dem unter anderem mit der Frage der Neutralität auf politischem GeAnfang des vorigen Jahrhunderts stammendes Gesetz aus, das biete. Und in dem Berichte darüber heißt es dann: folgenden Wortlaut hat: Soziales. Arbeitgeber- Sichtwechsel. Der Arbeitgeberverband für Oberstein hatte im vorigen Sommer eine allgemeine Aussperrung der organisierten Arbeiter beschlossen und auch ausgeführt. Die dem Arbeitgeberverbande angehörende Firma Ziemer u. Steuer hatte sich aber später an den Aussperrungsbeschluß nicht mehr gefehrt und Frieden mit ihren Arbeitern geschlossen. Der Groll über dieses Verhalten der Firma beranlaßte nun den Vorstand des Arbeitgeberverbandes, den von der Firma hinterlegten Solawechsel über 300 m. an die Elsässische Bank zu vergeben. Die Firma verweigerte bei der Präsentation des Wechsels Zahlung zu leisten, worauf der Vorstand des Arbeitgeberverbandes durch seinen Vorsitzenden, den Fabrikanten Peter Hermann, die Wechselflage gegen die Firma einreichte. " Fremde während ihres Aufenthaltes im Staatsgebiete genießen den Schutz der Geseze und find zu deren Beobachtung berpflichtet. Die Verwaltungsbehörden entscheiden, ob und wie lange ihnen der Aufenthalt zu gestatten sei." " „ Die Parlamentsbeschlüsse können manchmal für die Ges werkschaften mehr Schaden bringen als eine Tarifvereinbarung Nuzen gebracht hat. Anstatt zu allen solchen Fragen in deuts licher Weise Stellung zu nehmen, hat die„ Korr."- Redaktion dies selben fast immer nur in referierender Weise unter„ Rundschav" behandelt. Dagegen kann man wirkliche Parteipolitik häufig an leitender Stellung unseres Organs finden, wie es auch gegenwärtig durch die Artikelserie„ Gewerkschaftliche Neutralität" der Fall ist. Solche Artikel sollten mit Rücksicht auf die ver. schiedenen politischen Parteirichtungen unserer Mitglieder in Fortfall kommen, die uns überdies bei den anderen Arbeitern nur schadeten. Hat einer der Korr."- Redakteure Bedürfnis nach journalistischer Betätigung auf diesem Gebiete, so muß er sich auch nach geeigneten Preßorganen hierzu umsehen, aber das Gewerkschaftsblatt möge der Betreffende damit verschonen." * Gegen irgend welche Geseze haben sich die Ausgewiesenen nun zwar nicht vergangen, aber gehängt werden sie doch, Das Amtsgericht hat nun folgendes, den Arbeitgeberberband weil sie sich gegen die heilige Autorität des Unternehmers, aufabweisende Urteil gefällt: Die Firma Ziemer u. Steuer ist nicht gelehnt haben, das schwerste Verbrechen, dessen sich nach schuldig, an den Kläger Peter Hermann die eingeflagten 300 m. polizeilichen Begriffen ein Arbeiter schuldig machen kann. nebft 6 Proz. Zinsen seit dem 26. Oftober 1907 zu bezahlen. Die Die Gelben, genannt Vaterländischer Arbeiterverein", Koften fallen dem Kläger zur Last." verfolgen mit ihrem Statut(§ 1) den Zweck, alle in Treue In den Gründen des Urteils wird eingehend dargelegt, daß zu Kaiser und Reich stehenden deutschen Arbeiter zum solche Wechsel ungültig sind. Nach den Satzungen des Arbeit- Stampfe gegen die Sozialdemokratie zu vereinigen". Dieses geberverbandes ist jedes Mitglied verpflichtet, einen solchen Wechsel Ziel soll nach§ 2 des Statuts erreicht werden u. a. durch zu hinterlegen, der bei Zuwiderhandlungen gegen gewisse Ver- Beteiligung an allen öffentlichen Wahlen". Ursache zu diesen Aeußerungen aus Buchdruder- Verbands. pflichtungen verfallen und geltend gemacht werden soll. Der Ar- Ein zweifellos politischer Zweck. Obgleich dieser Organisation, freisen ist eine Artikelserie, die gegenwärtig unter dem Titel„ Gea beitgeberverband ist aber eine Organisation nach§ 152 der Reichs- entgegen dem Statut, eine ganze Reihe Desterreicher angehören, werkschaftliche Neutralität“ im Buchdrucker- ,, Korrespondent" er scheint. Dieselbe ist eine Arbeit des Korrespondent"-Redakteurs Gewerbeordnung. Es folgt daraus, daß er nicht berechtigt sei, für obgleich die Polizei dieses weiß, tut sie nichts, um Rerhäuser, und zwar seire private Meinungsäußerung, den Fall des Rücktrittes seiner Mitglieder von solchen Ber- diesen nach dem geltenden Recht ungesetzlichen Zustand zu be- wie erhäuser gleich im Eingang seiner Artikelreihe fest abredungen die vereinbarte Konventionalstrafe einzufordern, auch seitigen. stellte. Der Buchdruckerverband hat mit der Sache nichts weiter wenn ein Wechsel als Sicherheit dafür ausgestellt ist. zu tun, als daß er dazu das weiße Papier liefern darf. Wenn wir erhäuser recht verstehen, besteht die gewerkschaftliche Neutralität im möglichst paritätischen Herunterreißen der politischen Parteien. Da er bis jetzt nur in 16( sage und schreibe: sechzehn) Artikeln Proben seiner gewerkschaftlichen Neutralität niederzulegen vermochte, ist er über die Kritik" der sozialdemo fratischen Partei noch nicht hinausgelangt. Freifinn und Zentrum haben nun auch ihr gut Teil Sünden gegen die Arbeiterbewegung auf dem Gewissen, Nationalliberale und Konservative sogar wir sagen das in aller Bescheidenheit- noch mehr als die böse Sozialdemokratie. So dürfte also diese Artikelferie vor der einhundertzwanzigsten Fortsetzung faum zum Auschluß gelangen. Bis dahin halten hoffentlich noch die Buchdrucker in ihrem Urteil zurück. Im anderen Falle müßte Reghäuser seine Arbeit womöglich nach vollendeter Kritik der Sozialdemokratie schon ab brechen. Seine Kollegen bringen ihn damit in den gewiß nicht gern von ihm gesehenen Verdacht, daß er damit seinen Zwed erreicht hätte und uns nehmen sie die Möglichkeit, uns in ebenso bequemer lichen Parteien zu versorgen, wie dies die Reichsverbandspreffe Weise aus dem„ Korrespondent" mit Material gegen die bürgernun durch Wochen aus dieser Quelle gegen die Sozialdemokratie tun tonnte. Das Urteil stimmt mit der ständig betätigten Braris der Oberlandesgerichte und des Reichsgerichts überein. Aber mit der Abweisung der Wechselflage ist dem Recht noch keineswegs Genüge getan. Die Forderung und Einflagung des ungültigen Wechsels erfüllt auch alle Tatbestandsmerkmale der versuchten Erpressung. Wird gegen die Leiter des Arbeitgeberverbandes Anflage wegen versuchter Erpressung erhoben werden? Beschlagnahme des Lohnes. Der Lohn für Arbeiten oder Dienste, welche auf Grund eines Arbeits- oder Dienstverhältnisses geleistet werden, darf, sofern dieses Verhältnis die Erwerbstätigkeit des Vergütungsberechtigten bollständig oder hauptsächlich in Anspruch nimmt, zum Zwede der Sicher stellung oder Befriedigung eines Gläubigers erst dann mit Beschlag belegt werden, nachdem die Leistung der Arbeiten oder Dienste erfolgt unachdem der Tag, an dem die Vergütung gesetzlich, vertragsoder gewohnheitsmäßig zu entrichten war, abgelaufen ist, ohne daß der Vergütungsberechtigte denselben eingefordert hat. Jedoch ist der Lohn pfändbar, insofern der Gesamtbetrag der Vergütung die Summe von 1500 M. für das Jahr übersteigt. Das nennt man Recht im Staate Selbstverständlich wird auch diese neueste Polizeiaftion dazu beitragen, die Indifferenten aufzurütteln, ihnen den Klassenstaat in seiner ganzen Häßlichkeit zu zeigen. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Revolverdreher im Automobilbau der A. E.-G. in Ober- Schöneweide haben wegen Reduzierung der Affordpreise die Arbeit niedergelegt. Der Automobilbau der A. E.-G. in Ober- Schöneweide ist daher für Revolverdreher bis auf weiteres gesperrt! Die Kollegen werden ersucht, etwaige Arbeitsangebote von der Betriebsleitung nicht zu beachten. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Drtsverwaltung Berlin. Die Organisationsverhältnisse der Rohrleger haben wir gestern durch einen Irrtum falsch dargestellt. Wir haben unterlassen, von der Wiesenthalschen Organisation den abgesprengten Teil der Anarcho- Sozialisten" abzuziehen. Zut man dies, so kann man konstatieren, daß heute schon die Mehrzahl der Rohrleger im Metallarbeiterverband organisiert ist! " 1 Letzte Nachrichten und Depelchen. Der Mörder der Elsa Miehlfe ergriffen! Die Summe von 1500 Mart ist heute durchaus unzulänglich. Im Jahre 1869 war die unpfändbare Jahressumme auf 1200 m. normiert. Sie wurde dann im Gesetz vom 30. Januar 1877 auf Die Schmiedegesellen gegen die Gelben". 1500 M. normiert. Diese Höhe ist, trotzdem in den letzten 30 Jahren Gegen tausend in der Metallindustrie beschäftigte die Lebensbedürfnisse erheblich sich verteuert haben man schätzt Schmiedegesellen Groß- Berlins waren gestern abend nicht zu hoch, wenn man die Verteuerung auf schäzt dieselbe in Boefers großem Saal, Weberstraße, versammelt, um Stellung Der Mörder der Elsa Miehlke ist von der Schöneberger geblieben. Heute wäre es billig, 2500 oder mindestens 2000 Mart gegen die gelbe Gewerkschaft" und" deren Arbeits- Kriminalpolizei ergriffen und hat Dienstagabend ein volles als umpfändbares Jahreseinkommen zu bezeichnen. Eine Geleges nachweis" zu nehmen. Wie der Referent, erster hiesiger Verbands- Geständnis abgelegt. änderung in diesem Sinne ist dringend notwendig. Die 3ivil bevollmächtigter Siering, ausführte, bestehen heute in fast allen großen Am 5. Januar d. J., nachmittags 5 Uhr, wurde die prozeßordnungsnovelle hat in§ 850 Ziffer 7 das Dienſteinkommen Werken der Berliner Metallindustrie, Siemens u. Halste, Ludwig Löwe vierjährige Elsa Miehlte in Charlottenburg im Hausflur des ber Offiziere, Militärärzte und Decoffiziere, der Beamten, der Geist- u. Co., A. E.-G., Borsig usw. die sogenannten„ gelben" Organilichen sowie der Aerzte an öffentlichen Anstalten, ebenso die Pension fationen. Diese, von den Arbeitgebern protegiert, haben einen Grundstücs nobelsdorff- Straße 57 von einem diefer Personen insofern günstiger gestellt, als nur der dritte Teil Arbeitsnachweis in der Chauffeestr. 9 eröffnet. Dort wurde den Unhold angefallen. Da er fie am Schreien nicht hindern des 1500 Mart übersteigenden Mehrbetrages der Pfändung unter Arbeitsuchenden ein Arbeitsschein zur Unterschrift vorgelegt, toorin fonnte, schlitte er ihr den Bauch auf. Sie ist ihren Verworfen ist. Der Bantbeamtenverein hat beim Reichstag beantragt, fie fich berpflichten müssen, den Gelben" beizutreten. In vielen letzungen erlegen. Der Polizeipräsident von Borries hatte die Privatbeamten dieser Kategorie von Personen gleichzustellen. Betrieben werden die freigewerkschaftlich Organisierten von den auf die Ergreifung des Mörders eine Belohnung von Um Erhöhung der Unpfändbarkeitsgrenze bis zu 2000 Mart hat der Meistern und Betriebsleitern direkt aufgefordert, der gelben 1000 Marf ausgesetzt. Deutsche Wertmeister- Verband petitioniert. Der Deutsche Brennmeister- Organisation" sich anzuschließen. Wer sich nicht willfährig zeige, Verband endlich hat in ähnlicher Weise eine Aenderung der gefeßlichen werde entlassen oder mit unlohnender Arbeit bedacht. Bestimmungen angeregt. Er macht den Vorschlag, für die Ehefrau einen Betrag von 300 M. und für jedes unmündige, nicht im Erwerbsleben stehende Kind, einen Betrag von 150-200 m. über das bis jetzt unpfändbare Einkommen von 1500 M. hinaus festzulegen. Die Annahme zum mindesten des Vorschlages des BrennmeisterBundes, aber unter Ausdehnung auf alle Arbeiter, dürfte der Billigkeit und den Teuerungsverhältnissen entsprechen. Gelegenheit au feiner Verwirklichung bietet die Gewerbeordnungsnovelle. Gewerkschaftliches. Die Leitung schlug daher folgende Maßnahmen vor: Jeden organisierten Schmiedegesellen wird verboten, sich den gelben Organisationen" anzuschließen und deren Arbeitsnach weis auf feinen Fall zu benutzen", welcher Vorschlag einstimmig angenommen wurde. Deutfches Reich. Der Schöneberger Kriminalpolizei gelang es, einen jungen Menschen zu fassen, der auf kleine Mädchen im Schöneberger Ortsteil von Friedenau unfittliche Attentate ausge führt hatte. Es ist dies der 16jähr. Arbeitsbursche Kurt Seller. Er gesteht ein, die 4jährige Tochter der in Kranachstr. 57 wohnenden J. schen Eheleute im Flur des Hauses 58 zu vergewaltigen versucht zu haben. Als die Kleine um Hülfe schrie drohte er:„ Wenn Du nicht still bist, schlachte ich Zum Kampf im deutschen Baugewerbe. Dich ab!" Auf ähnliche Weise verging er sich an der Die Situation im deutschen Baugewerbe wird 6jährigen Tochter der M.schen Eheleute in der Sponholz bon Tag zu Tag drohender. Jm bergischen Landstraße 33. In beiden Fällen wurde er gestört. Als ihm die hat der Schuh berband für die baugewerblichen Be- Beamten im Zimmer 1 des Schöneberger Polizei- Präsidiums triebe, der in Elberfeld- Barmen seinen Siz hat, seine den Charlottenburger Fa II borhielten, leugnete er Der Staat als Nachtwächter des Kapitalismus. Mitglieder durch Rundschreiben aufgefordert, da der Kampf un- anfangs alles, auch den Besitz eines Messers und seinen AufIn Braunschweig standen zur Zeit die Spezial- vermeidilch sei, alle Vorbereitungen zur Einstellung enthalt in Charlottenburg. Als ihm letzteres bewiesen arbeiter der Blechwarenfabrik von Voger u. Sohn, deren der Arbeit, sowie alle jene Maßnahmen zu treffen, die ge- und ihm das Messer, an dem sich noch vier kleine Blutspuren borgehalten wurde, gestand et Inhaber, ein Reserveleutnant, die organisierten Arbeiter aus eignet sind, den ihnen( durch wen?) aufgedrungenen befanden, dem Betriebe herauszumaßregeln und dafür die Drganisation Rampf" in fürzester Frist zu ihren Gunsten durchzuführen. Die schluchzend die schauderhafte Latein. Er beder Gelben zu stärken versuchte. Zu den Streifenden gehören ersten Verhandlungen sind hier resultatlos verlaufen und auf den schrieb genau die Tat, die Kleider des Kindes und den Ort auch einige österreichische Arbeiter. Und diese hat sich 23. d. M. bertagt worden. Diese Vertagung hatte der Arbeit der Tat, den er sogar aufzeichnete! Die noch in später die Braunschweiger Polizeidirektion mit einer Schnelligkeit aufs geberverband an die Bedingungen geknüpft: Verzichten der Ar- Stunde angestellten Nachforschungen ergaben die volle Nich Korn genommen, die man nur den flassenbewußten Arbeitern beitnehmer auf jede Lohnerhöhung, Arbeitszeitverkürzung und tigkeit der Angaben des Keller. gegenüber fennt. Am 24. Februar traten die Arbeiter in den Mitbestimmungsrecht auf Bauten." Eine Erklärung hierüber Streit und wunderbar, bereits am 27. Februar zog die lehnten die Arbeitnehmer ab. Es handelt sich hier um einen Polizeidirektion ihre Register gegen die streifenden Arbeiter großen Teil des rheinisch- westfälischen Industriegebietes, so daß auf. Zwei derselben erhielten folgenden Ausweisungs- bas zu erwartende negative Resultat einen nicht zu unterschäßenden befehl: Einfluß auf die ganze Bewegung ausüben dürfte. Unstimmigkeiten im Buchbruderverband. Braunschweig, den 27. Februar 1908. Der Schweizer Bundesrat kuscht vor Nikolaus. Bern, 3. März.( W. T. B.) Der Bundesrat hat mit Rußland eine Erklärung betreffend gegenseitige Auslieferung derjenigen Personen vereinbart, welche fich des Mißbrauchs von Sprengstoffen schuldig gemacht haben. Eisenbahnunglüd. Kattowis, 3. März.( B. H.) Heute nachmittag 2 Uhr 40 Min. fuhr der Personenzug Nr. 2 auf einen auf der Station Suchodniom der Weichselbahn stehenden Güterzug. Beide Lokomotiven find zertrümmert, ebenso einige Güter und Gepädwagen. Es gibt Tote und Verwundete, deren Bahl aber unbekannt ist. Fabrikbrand. Machen, 3. März.( B. H.) Das Gebäude der Rheinischen Nadelfabrik ist durch Feuer größtenteils zerstört worden. Herzogl. Polizeidirektion. Nr. 2128, III. Auf Grund des§ 28 Absatz 2 des Landesgrundgesetzes vom Am Sonntagvormittag fand in Dresden eine Versammlung 12. Ottober 1832 wird Ihnen der Aufenthalt im Herzogtum damit der Mitglieder des Buchdruckerverbandes statt, die sich u. a. mit unterfagt. Sie haben binnen drei Tagen das diesseitige der Haltung des Korrespondent" befaßte. Nach zirka dreistündiger Staatsgebiet zu berlassen. Sollten Sie nach Ablauf dieser Frist sehr lebhafter Debatte wurde eine vom Genoffen Riem eingeim Herzogtume angetroffen werden, so haben Sie der Vollstredung brachte Resolution angenommen, die den Verbandstag in Köln er einer aft strafe von drei Tagen zu gewärtigen. sucht, dafür zu sorgen, daß der Korrespondent" in Zukunft im b. d. Busch. Sinne der auf den deutschen Gewerkschaftstongreffen und dem An den Arbeiter Herrn Behändigt am 29./II. 1908 internationalen Arbeiterkongreß in Stuttgart zum Verhältnis Hartung, Polizeifergeant. zwischen Gewerkschaft und Partei angenommenen Refolutionen Beide von der Ausweisung betroffenen Arbeiter sind redigiert wird. Die Resolution erachtet umfangreiche Erörte rungen parteitheoretischer Meinungsverschiedenheiten, wie sie böllig unbescholtene Leute und halten sich schon R rhäuser in langen Artikeln im„ Korrespondent" beliebt, für jahrelang in Braunschweig auf. Keiner von ihnen ist bis nicht angebracht, da sie immer aufs neue Mißstimmung und Diffejetzt bestraft, sie haben aber das in den Augen der Polizei so renzen unter den Verbandskollegen hervorzurufen geeignet sind. schwere Verbrechen" begangen, sich einer Organisation an- Damit war eine von anderer Seite eingegangene Resolution, bie zuschließen und von dem gesetzlich gewährleisteten Streit erhäuser das Bertrauen der Versammlung aussprach und recht Gebrauch zu machen; ehrlos, wenn sie ihn ersucht, in gleicher Weise fortzufahren, gegenstandslos geals organisierte Arbeiter anders gehandelt hätten! Der Ortsverein annober des Deutschen BuchbruderberDie Ausweisung der Arbeiter ist allem Anschein nach viele bandes hielt dieser Tage eine Versammlung ab, um zu der General Innsbrud, 3. März.( B. H.) Der Theologe Johannes König, meinen zweifellos auf das Verlangen des bestreiften Unter- versammlung in Köln Stellung zu nehmen. In dem Bericht das ein gebürtiger Rheinpreuße, zielte in einem Gasthause in Weißennehmers erfolgt. Denn in der Fabrik des Unternehmers war rüber im„ Bolfswillen" heißt es u. a.:" Gine äußerst lebhafte und stein im Scherz auf mehrere Mädchen. Das Gewehr entlud fich: es sofort bekannt, daß die Arbeiter ausgewiesen werden sollten. ausgedehnte Debatte rief der Antrag, den Korrespondent" obli- ein Mädchen wurde getötet, die anderen erlitten Verlegungen. Berantw. Redakt.: Georg Davidjohn, Berlin. Inseratenteil verantw.:Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsb " worden. Und abermals:„ Konfirmandenunterricht". Herleshausen, 3. März.( B. H.) Der evangelische Pfarrer Immler zu Lauchröder ist flüchtig geworden, weil er sich mit Rone firmandinnen fittlich bergangen haben soll. Ein unerzogener Erzieher. Dr. 51. 25. Jahrgang. 1. Ifilngt i>ks„llormiitts" fittliurt NxlksdlÄ. Ww-ch. 4. Mlirz IM Keicbstag. 114. Sitzung vom Dienstag, den 3. März 1308. nachmittags 1 Uhr. Am BundesratStische: v. Bethmann- Hollweg. Präsident Graf Stolberg teilt mit. daß der Reichskanzler zur Beantwortung der Interpellationen A l b r e ch t und Genossen sSoz.) und Dr. Ablaß und Genossen(frs. Vp.s betreffs Schiffahrtsabgaben bereit sei und schlägt vor, diesen Gegenstand bei der Elatsberatung nicht zu behandeln. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung deS Etats des Reich samts des Inner» nebst den dazu gestellten Resolutionen, 34 an der Zahl. Von der sozialdemokratischen Partei sind fünf Resolutionen be- antragt. Die erste verlangt Schutz der Arbeiter des Baugewerbes be- züglich Einrichtung der Baubetriebe, Unterkunstsräume, Bedürfnis- anstaltcn, Unfallverhütungsvorschriften und Baukontrolle. Eine zweite Resolution verlangt auf Grund des Z 120e der Gewerbeordnung Verordnungen betreffend geeignete Schutzvorschriften in Glashütten, sowie Verbot der Nacht- und Sonntagsarbcit in Glas- Hütten. Eine dritte Resolution verlangt Verordnungen zum Schutze der in Walz-, Hüttenwerken und Metallschleifercleu beschäftigten Ar- beitcr. Eine fernere Resolution wünscht ein Reichsberggesetz sowie gesetzliche einheitliche Regelung des.Knappschasts- Wesens. Die fünfte Resolution verlangt einen Gesetzentwurf zur ein- heitlichen Regelung aller Arbeits- und Dien st verhält- n i s s e, in der Art, daß Zeit. Dauer und Art der Arbeit so ge- regelt werden, wie es die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr An- spruch auf gesetzliche Gleichberechtigung fordern; ferner soll der ver- langte Entwurf die Kranken-, Unfall-, Jnvaliditäts-, Alters-, Arbeitslosen-, Relikten- und Mutterschaftsversicherung ausbauen. Die Beratung beginnt beim Titel»Gehalt des Staatssekretärs 60 000 M.". Abg. GieSberts(JJ.): Dem Grafen PosadowSky haben bei seinem Scheiden aus dem Rerchsamt des Innern alle Parteien ihre An- erkcnnung gezollt, das möchte ich ausdrücklich betonen. An der sozial- politischen Gesetzgebung hat das Zentrum in erster Linie mitgearbeitet. (Sehr wahrl im Zentrum.) Den Staatssekretär möchte ich fragen, ob etwa das Gerücht auf Wahrheit beruht, daß die Regierung das Hülfskassengesetz zurückziehen will; ich würde das ungemein be- dauern.— Die Verordnung, welche die Maximalarbeitszeit der Ar- beiterinnen in Zinkhütten auf acht Stunden täglich festsetzt, ist ver- längert worden. Aber wir müssen darauf bestehen, daß die Frauen- arbeit in diesen Betrieben überhaupt verboten wird; wir sehen, daß die Löhne in diesen Betrieben, nicht nur die Löhne der Frauen, sondern die Löhne überhaupt sehr niedrig sind, wie ja überall, wo starke Frauenarbeit vorhanden ist, die Löhne sehr niedrig sind. Die Berichte der Gewerbeinspektoren über die Zinkhütten lesen sich wie eine wahre Leidensgeschichte.— Weiter frage ich den Staatssekretär, wie es mit den Erhebungen über die Arbeits- Verhältnisse in Walz« und Hüttenwerken steht, die wir vor einem Jahre verlangt haben. In den Walz« und Hüttenwerken ist die Unfallziffer ganz außerordentlich hoch; wir wünschen. daß die Erhebungen recht bald zum Abschluß kommen. Sehr bedauerlich ist cS, wenn die Berichte eines Gewerbeinspeltors von parteipolitischen Gesichtspunkten getrübt sind, wie es bei dem Berichte des Gewerbeinspeltors Schlick in Lothringen der Fall ist; dadurch muß das Vertrauen der Arbeiter zu dem Institut der Gewerbeinspektion vernichtet wer- den.(Sehr richtig I im Zentrum.) Dieser Herr schreibt den hahne- büchenen Unsinn, daß die christlichen Gewerkschaften sich von den sozialdemokratischen in nichts unterscheiden, als durch die Hiuzufügung des Wortes„christlich".(Hört! hört! im Zentrum.) Um seine eigentlichen Aufgaben kümmert der Herr sich weit weniger. Der Durchschnitt der revidierten Betriebe beträgt in Elsaß-Lothringcn nur etwa die Hälfte des Prozentsatzes wie ickl ganzen Reich, und dies Verhältnis hat im letzten Jahre sich noch verschlechtert.(Hört! hört! im Zentrum.) Ich wende mich nun zu dem wichtigen Punkt der Tarifverträge. Das wesentliche der Tarifverträge besteht darin, daß Arbeilgeber und Arbeitnehiner als Gleichberechtigte zusammentreten, um sich über die sachlichen Fragen zu verständigen. Es hat ungeheure Opfer an Arbeit und Opfermut den Arbeitern gekostet, ehe die Unternehmer dies zugestanden. Die Verständigung' über die sachlichen Fragen ist nicht so schlver; aber das Zugeständnis der Gleichberechtigung fällt den Unternehmern sehr schwer. Wenn wir uns über die Ausdehnung der Tarifverträge freuen, so erkennen, was für ein unglückseliger Gedanke eS gewesen ist, ein Zuchthausgesetz zur Knebelung der Gewerkschaften zu entwerfen.(Lebhaftes Sehr richtig I im Zentrum.) Man soll die Koalitionsfreiheit und die Koalitionen kleines Feuilleton. Ein KZnig auf der Flucht. Anläßlich des 60. Jahrestages der Pariser Februarrevolution schildert ein Mitarbeiter des„Petit Parisien", wie der..Bürgerkönig" Louis Philippe damals von Paris nach England floh.„Ich erinnere mich," schreibt er,„daß vor einigen Jahren ein alter Arbeiter in recht drolliger Weise er- zählte, wie er in dieses historische Abenteuer verwickelt worden war. Der König, der die Tuilerien heimlich verlassen hatte, konnte den Wagen, der ihn auf der Place de la Concorde erwartete, nur mit großer Mühe erreichen, und die Aufregung des Volkes war so groß, daß die vom General Dumas geführten Kavallerie- schwadronen nur wenig zu seinem Schutze beitragen konnten. In diesem Augenblick näherte sich ein Blusenmann— es war der Er- zähler der Geschichte— u machte sich mit dem Ellbogen energisch Platz und hob den gestürzten König in den Wagen, dessen Tür er rasch ins Schloß warf. � Dieser Beistand in einem so kritischen Augenblick rührte den König, und er sagte seinem Beschützer herz- lichen Dank.„Ol Sie brauchen mir nicht zu danken," erwiderte der Arbeiter.„Ich tat es nur. um ganz sicher zu sein, daß Sie abreisen!" Die Reise des fliehenden 5Ajiiigs war höchst dramatisch, und doch hätte er wahrscheinlich nicht viel riskiert, wenn er fest- genommen worden wäre. Die provisorische Regierung lechzte durchaus nicht nach seinem Blut und war ganz zufrieden, als sie erfuhr, daß er in England angekommen sei. Die Flucht ist ihm allerdings nicht leicht geworden. Jiiflnenzabazillenträger, Influenza»nd Sonnenschein. Der Um- stand, daß die Influenza durchiveg im Winter epidemisch auftritt, während in der übrigen Zeit nur ganz vereinzelte Fälle sich zeigen, weist, da die Bazillen am leblosen Material nicht eine irgendwie nennenswerte Zeit haften, darauf hin, daß es Jufluenzabazillen- träger geben muß, wie dies auch bei anderen Jnfektions- krankheiten der Fall ist. Diese geben, ohne selbst Krankheits- sympiome zu bieten, durch ihren Auswurf zu erneutem Auftreten der Krankheit Veranlassung. Viele Personen scheiden nämlich noch lange Zeit nach Ver Genesung Bazillen in ihrem Auswurfe aus. ja man findet sie bei Personell, die niemals Influenza gehabt haben, namentlich bei chronischen Lungeukrankheitcn und bei ansteckenden Krankheiten des KiudeSalters. Dr. Wohlwill in Hamburg untersuchte in einer großen Anzahl von Leichen von Menschen, die an anderen Krankheiten als Influenza gestorben waren, die Luftröhren auf Jnfluenzabazillen. und er sand sie bei � der Arbeiter achten und bei den schon erwähnten Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse in den Walz- und Hüttenwerken wünsche ich sehr, daß man die Organisationen nicht übergeht. Den veröffentlichten Entivurf über Arbeitskammern begrüßen wir und wenn er an uns herankommt, sind wir gern bereit, an seiner Ausgestaltung mitzuarbeiten. Ich frage den Staatssekretär, wann wir den Entwurf erwarten können. Zum Schluß richte ich Ihre Aufmerksamkeit auf die wirtschaftliche Krise und frage, was hat das Reich getan, um der Arbeitslosigkeit zu begegnen. Einzelne Kommunen, wie Köln, haben etwas getan; es ist beklagenswert, daß im Reiche noch nichts geschehen ist. Wir müssen verlangen, daß auf diesem Gebiete alle Instanzen ihre Pflicht tun.(Bravo! bei den Freisinnigen.) Abg. Pauli-Potsdam(k.): Möge der neue Herr im Reichsamt deS Innern in die Fußstapfen seines Vorgängers treten; darüber hinaus hoffen wir, daß er auch ein warmes Herz für den Mittel- stand übrig hat; dann wird er das sozialpolitische Schifflein in den richtigen Hafen bugsieren.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Links müßt Ihr steuern! Heiterkeit.)— Der Vorredner verlangte die Freiheit der Koalition für die Arbeiter. Wir haben nichts gegen die Koalition der Arbeiter. Aber vor allem ist nötig der Schutz der persönlichen Freiheit für die Arbeitswilligen. (Zustiminung rechts.) Die Arbeitgeberverbände sind eine Folge des Terrorismus der Arbeitnehmerverbände. Sie stehen den Forderungen der Arbeiter viel vorulteilsloser gegenüber wie früher der einzelne Unternehmer. Allerdingsso übertriebene unberech- tigte Forderungen wie die des Achtstundentages und die Freigabe des 1. Mai können sie nicht be- willigen.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die jetzige niedergehende Konjunktur ist die Folge der maßlosen Forderungen der freien Gewerkschaften.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie sind es, die die Löhne der Arbeiter in so verstärktem Maße in die Höhe getrieben haben! Den Staatssekretär möchte ich fragen, wie es mit der Reform der Arbeiterversicherung, insbesondere der Ver- staatlichung der Krankenkassen stehe. Eine Arbeitslosenversicherung würde unendlich viel Geld kosten, insbesondere wenn die Arbeiter nicht gezwungen sind, sich an einem anderen Ort zu begeben, wo vielleicht Arbeit in Hülle und Fülle vorhanden ist. Jedenfalls kann das Handwerk keinerlei neue Lasten tragen. Wir verlangen flir das Handwerk Abgrenzung von Fabrik und Handwerk und Ver- besserung des Submissionswesens. Auch die Gefangenenarbeit schadet noch immer dem Handwerk. Die unteren Verwaltungs- behörden zeigen nichts von dem Wohlwollen der Minister für das Handwerk. Ich wende mich nun zu den beantragten Resolutionen. Wollte man alles, was da verlangt wird, erfüllen, so müßte man hinter jeden Arbeitgeber ständig einen Aufseher stellen. Speziell die Sozialdemokraten verlangen, daß alle Arbeits- und Dienstverhält- niffe einheitlich geregelt werden, was ja ganz unmöglich ist. Auch 'die Ausdehnung der Sonntagsruhe, wie sie das Zentrum verlaugt, können wir nicht gutheißen; die Gewerbetreibenden in kleinen Städten würden schwer geschädigt werden, wenn die Landbevölkerung des Sonn- tags nicht einkaufen könnte. Auch die Ausdehnung der Sonntagsruhe au' die in der Binnenschiffahrt beschäftigten Personen ist nicht möglich. Wir wollen die sozialpolitische Gesellschaft nach Möglichkeit fördern, aber für Unmögliches werden wir nicht zu haben sein.(Bravo! rechts!) Abg. Dr. Strescmann(natl.): In der Wertschätzung des Grafen Posadowsky stimmen meine Freunde mit den Vorrednern überein. Herr Giesberts sagte, wir stehen vor einer Krise. Ich glaube, das ist zu weit gehend, denn wir haben den Inlandsmarkt und die Kauf- kraft der Landwirtschaft gestärkt. Aber wir müsien auch unsere Stellung im Welthandel behaupten. Der deutsche Handel ist danlbar für das, was vom Neichsamt des Innern zur Orientierung des Handels geschieht, und für die Förderung privater Organi- sationen, die dasselbe Ziel verfolgen.— Das Handelsprovisorium mit den Vereinigten Staaten hat uns nur wenig Zollermäßigungen gebracht, gebracht hat es uns nur wesentliche Erleichterungen in Fragen der Zollabfertigung.— Zur Sprache will ich folgenden Fall bringen: Eine Plauener Gardinenfabrik erhielt einen großen russischen Auftrag auf Gardinentüll. Sie sandte einen Vertreter mit einem Stück des Tülls nach Petersburg, um sich über den zur Aw Wendung kommenden Zollsatz zu vergewissern. Erst als sie hierüber im Besitz einer schriftlichen Verfügung der russischen Regierung war. begann sie mit der Fabrikation. Aber nach einigen Monaten nahm die russische Regierung die Verfügung zurück und verlangte einen höheren Zollsatz, wodurch die Firma um mehrere Zehntausende von Mark geschädigt wurde. Ein derartiges Verfahren muß jeden inter- nationalen Warenaustausch erschüttern.(Sehr richtig!)— Das rheinisch- wcstsälische Kohlensyndikat hat bei der großen Be� deutung der Kohlen nicht das Recht, lediglich nach privat wirtschaftlichen Grundsätzen zu verfahren; aber trotz der sinkenden Konjunktur hält daS Syndikat an den Preisen fest. In der Verurteilung dieses Vorgehens sind wohl alle Parteien dieses Hauses, von Graf Kanitz bis Albrecht, einig.— Man hat mir eine Animosität gegen die rheinisch» westfälische Industrie vorgeworfen, aber fälschlicherweise. Ich habe nur darauf hingewiesen. daß in 158 Fällen 22 mal. auffallend häufig fand er sie in den Leichen von Schwindsüchtigen. Der Schwindsüchlige scheint demnach nicht nur Tuberkulose, sondern auch Influenza leicht verbreiten zu können. Recht interessante Untersuchungen über den Zusammenhang zwischen Jnflnenza und Sonneilschein hat Dr. Ruhemann in Berlin angestellt. Er hatte früher schon konstatiert, daß die Influenza nur dann auftritt, wenn die Sonnenscheindauer eine außergewöhnlich geringe ist und dies fand er auch bei der diesjährigen Epidemie be- stätigt. So fand er, daß in Berlin 1907 die Sonnenscheindauer um zirka 100 Stunden unter dem Durchschnitt der letzten 12 Jahre blieb. Der Dezember 1907 hatte mit 13,1 Stunden Sonnenscheindauer de« niedrigsten Wert seit 16 Jahren, an 23 Tagen dieses Monats gab es überhaupt keinen Sonnenschein. Je geringer die Dauer des Sonnenscheins ist, desto geringer ist natürlich auch seine bakterien- tötende Kraft, desto mehr können die Bazillen sich entwickeln. Neben der Sonne kommt aber auch dem Tageslicht eine keimtötende Wirkung zu, wenn auch in geringem Grade. Nach in Kiel im letzten Dezember und Januar vorgenommenen Messungen ergab sich, daß die Helligkeit recht geringe Werte erreichte und daß das Jahr 1907 den geringsten Jahreswert der Lichthelligkeit seit 1894 aufwies. Die seltenste TodeSart. Im Staat Ohio in Nordamerika soll der merkwürdige Fall eingetreten sein, daß ein Mensch von einem Meteor erschlagen wurde. Wenn diese Nachricht zutrifft, so würde dieser Mann die seltenste Todesart erlitten haben, die es über- Haupt gibt, denn bisher war nur ein ähnliches Vorkommnis be- kannt. und der davon betroffene böhmische Bauer hat dadurch eine gewisse Berühmtheit erlangt. Die Wahrscheinlichkeit, daß ein aus dem Weltraum auf die Erde niederstürzendes Meteor einen Menschen trifft, ist in der Tat sehr gering, eine Behauptung, für die sogar ein rechnerischer Nachweis erbracht werden könnte. Immerhin steht es mit der ganz genauen Abschätzung dieser Mög- lichkeit noch ziemlich schlecht, weil keine sichere Angabe darüber ge- macht werden kann, wieviel Meteore im Durchschnitt jährlich auf unseren Planeten niederfallen. In wissenschaftlichen Werken findet sich die Angabe, daß diese Zahl auf 600 bis 700 jährlich anzu- nehmen wäre, aber großes Vertrauen kann diese Ziffer nicht be- anspruchcn. Zunächst muß die oft vergessene Tatsache berücksich- tigt werden, daß noch vor 150 Jahren gerade von feiten der Ge- lehrten die Behauptung, es könnten Steine aus dem Weltraum auf die Erdoberfläche stürzen, als durchaus unsinnig bezeichnet wurde. Ferner wird nur ein recht kleiner Teil der Meteore wirk- lich beobachtet, und von diesen Beobachtungen wird wiederum nur ein kleiner Teil bekannt. Etwa zwei Drittel der Erdoberfläche ist vom Meere bedeckt und daher ganz unbewohnt, und so werden die jenen Großbetrieben die Stellung des Arbeiters eine andere werden müsse, daß nach Naumanns Ausdruck der Jndustrieuutertan erhoben werden muß zum Jndustriebürger. Aber wir müssen auch den industriellen Mittelstand erhalten; die Berufszählnng wird sicher wieder das Bild der Vermehrung der Großstädte, der Entvölkerung des platten Landes zeigen. Umsomehr müssen wir alle Be- strebungen zur Dezentralisation der Industrie unterstützen. In dieser Richtung liegt vielfach die Entstehung neuer Haus- industrien; diese Hausindustriellen sind vielfach der zukünftige industrielle Mittelstand.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Auf der Berliner Heimarheiterausstellung sind vielfach ganz falsche, viel zu geringe Angaben über die Löhne gemacht worden. Von den Resolutionen gehe ich nur auf die Resolution Schock ein, welche Vertretungen auch für die Handelsangestellten und für die Werkmeister und Techniker verlangt. Diese Forderung unter- stützen wir aufs wärmste. Unter den 800 000 organisierten Privat- beamten befinden sich kaum 10 000 Sozialdemokraten. An den Mauern des neicen Mittel st an des lv erden sich die Wellen der Sozialdemokratie brechen, ebenso wie an den Man er n der Landwirtschaft.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Herr Bebel hat im vorigen Jahre in seiner Rede zum Etat gemeint, die Wahlniederlage der Sozialdemokraten sei durch die Wahlbeeinflussungen der Regierung veranlaßt. Nein, sie ist vielmehr ein Zeichen dafür, daß die Zahl der Arbeiter wächst, welche erkennen, daß die Geschichtsauffassung der Sozialdemokratie mit den weltwirtschaftlichen Verhältnissen nicht im Einklänge ist. (Sehr richtig I bei den Nationalliberalen.) Auch die Arbeiter er- kennen, daß sie ein Interesse an der wirtschaftlichen Entwickelung der Kolonien haben. Ist denn die Gründung des Reiches nicht auch den Arbeitern zugute gekommen? Die Mehrzahl der sächsischen Fabriken ist erst nach der Gründung des Reiches, erst nach 1870 entstanden. Wir wollen dafür sorgen, daß diese Erkenntnis der deutschen Arbeiterschaft ständig weiter wächst.(Lebhafter Beifall bei den Nationalliberalen.) Abg. Robert Schmidt-Verl in(Soz.): Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist äußerst ungünstig, der Höhepunkt der Konjunktur ist in allen Industriezweigen über- schritten, und überall haben wir Arbeitslose in großer Zahl. Die Unternehmer, besonders die Grohunter- nehmer haben in den Zeiten des Aufschwunges glänzende Verzinsungen ihres Anlagekapitals gefunden. In ihren Kreisen wird der wirtschaftliche Niedergang leicht ertragen. Wir sehen, daß die Syndikate trotz des wirtschaftlichen Nieder- ganges die Preise in die Höhe schrauben, daß sie die Produktion einschränken, um Preise diktieren zu können, an denen sie stark festhalten. Die Löhne der A» beitcr sind nur vereinzelt gestiegen, nur da, wo die Ar- beiterorganisationen stark wurden. Und die Lohnerhöhungen sind im großen und ganzen weit gemacht durch die Erhöhung des Lcbensbedarfs. Die große Masse der Industrie- arbeiter war nicht im Stande, ihre Lebenshaltung zu erhöhen. Jetzt dagegen ist die Zahl der Beschäftigungslosen außerordentlich groß geworden. Das Statistische Amt konstatiert eine außerordent- lich große Abnahme im Bestand der Krankenkasscnmitglieder. Ebenso ergeben die Nachrichten der Arbeitsnachweise eine un- gemeine Zunahme der Arbeitsgesuche. Auf allen Gebieten der Industrie zeigt sich der außerordentliche Rückgang der Beschäftigung. In Berlin albein hat die Arbeitslosigkeit ganz ungemein zu- genommen. Einen gewissen Anhalt dafür kann man aus den Gewerkschaften erhalten, die im Januar eine Umfrage veran- stalteten, nach welcher sie 24861 arbeitslose Mitglieder hatten. Solche Vorkommnisse sind wohl geeignet, die Frage auf- zuwerfen, wie für die Arbeitslosen gesorgt werden soll, wie vor allem in den Zeiten des wirtschaftlichen Ausschwunges Vorsorge dafür zu treffen ist, daß in den Zeiten des wirtschaftlichen Nieder« ganges die Arbeiter nicht in vollständige Mittellosigkeit und Existenzlosigkeit versinken. Ich weiß sehr wohl, daß vom Standpunkt der heutigen kapitalistischen Gesellschaftsordnung es eine sehr schwierige Auf- gäbe ist, diese Unstimmigkeiten in der Industrie auszugleichen. Aber ich darf darauf verweisen, daß die G e w e r k s ch a f t e n für ihre Arbeitslosen eine halbe Million Mark auf» gebracht haben, für Kranken unter st ützungen noch neben der heutigen Zwangsorganisation 3(4 Million Mark. Das sind große Summen, welche die Arbeiter heute als Selbsthülfe zahlen und zwar zahlen sie sie zu dem Zweck, die Arbeiter vor den« vollständigen Versinken in die Armut zu schützen. Wir sind nicht im Zweifel darüber, daß wir damit dem heutigen Staat eine Auf- gäbe abnehmen. Wir tun es mit dem Bewußtsein, die Arbeiter vor dem Makel zu schützen, welcher heute mit jeder Arinenunterstützung verbunden ist. Noch auf andere Weise haben die Arbeiter versucht, die Schwierigkeit einer Arbeitslosenversicherung zu lösen. Wir haben den Appell an die Unternehmer gerichtet, in diesen Zeiten des wirtschaftlichen Niederganges die Arbeit einzu» schränken, wir wollen den wirtschaftlichen Niedergang nicht als einzelne ertragen, sondern die ins Meer fallenden Meteore dem Auge des Menschen bis auf ver- schwindende Ausnahmen sämtlich entgehen. Auch das letzte Drittel der Erdoberfläche ist nur zum kleinen Teil so dicht besiedelt, daß eine gewisse Wahrscheinlichkeit für die Beobachtung der Meteore vorhanden ist. Die meisten dieser Himmelsgeschosse sind auch recht klein, denn wenn sie auch eine gewaltige Größe besessen haben mögen, als sie in die obersten Schichten des Luftmeercs eintraten. erleiden sie bei ihrer ungeheuren Geschwindigkeit durch die Reibung mit der Luft eine so starke Erhitzung, daß sie in viele Tcike und Teilchen zerspringen und häufig wahrscheinlich bis zum feinen Staub zersplittert werden. Aus diesem Umstand geht hervor, daß ein viel größerer Zufall dazu gehört, von einem Meteor getroffen zu werden, als das große Los selbst in der unsichersten aller Lotterien zu gewinnen._ Notizen. — Die internationale Erdbebenforschung. Wenn irgend eine Wissenschaft der internationalen Organisation bedarf, so gewiß die Erdbebenforschung(Seismologie). Denn die Erdbeben haben sich bisher um Staatsgrenzen nicht im geringsten gekümmert. DaS kann ihnen von guten Patrioten ja sehr übel genomnien werden, es hilft nun aber einmal nichts. Wie aus Paris gemeldet wird, ist nun auch Frankreich der 1901 in Straßburg ge- gründeten internationalen Seismologischen Vereinigung beigetreten. Damit beträgt die Zahl der daran beteiligten Staaten 32. Auf den alle drei Jahre tagenden Konferenzen werden die Erfahrungen der Institute, die in den einzelnen Slaaten bestehen, ausgetauscht und erörtert. Es handelt sich dabei nicht bloß um die Erdbebenkunde im engsten Sinne sondern auch um benachbarte Gebiete der physikalischen Erderforschung. — Die Eiapopeia-Wissenschaft. Prof. Reicks, der im Herrenhaufe die moderne Naturwissenschaft so rühmlich(aus dem Busch) mit Polizeimitteln zu bekämpfen empfahl, hat in Berlin vor einem aus Hofkreisen und Primanern genüschten Publikum(so berichtet die„Voss. Ztg.") gesprochen. Uebcr„das Lebendige und das Leblose". Das würdige Mitglied des Keplerbundes hat das schöne Lied, das alte Lied neu angestimmt: daß der Mensch(gemeint sind Reinke und Genossen) vom Menschen nichts weiß und daß der liebe Gott alles so eingerichtet hat. Reinke leugnet die Einheit der belebten und unbelebten Natur, leugnet die Urzeugung und predigt dafiir die Zweckmäßigkeit und eine modernisierte Lebenskraft. Für das Publikum, das seinen Lehren lauscht, scheint diese Art Wissen- chast die zweckmäßigste zu sein, da sie die Geschäfte der Kirche besorgt. Lasten auf alle verteilen. Wir sind mit einer Einschränkung der Arbeitszeit und einem ge ringeren Lohn zufrieden, damit nicht die große Maße aufs Pflaster fliegt. Bei den Unternehmern haben wir aber wenig V e r ständnis dafür gefunden, in rücksichtsloser Weise werden tausende von Arbeitern auf die Straße geworfen, ohne daß jemand fragt, was aus ihnen wird.' Dazu kommen die Folgen unserer verkehrten Wirtschaft Politik, die eine außerordentlich schwere Belastung der breiten Massen des Volkes gebracht hat. Eine Untersuchung an der Hand einer Anzahl von Haushaltungsbudgets hat ergeben, in welch ungerechter Weise gerade die i n d i r e k t e n L a st e n ver- teilt sind. Während die Einkommen bis zu 40tK> M. 3,64 Proz. an Abgaben für Lebensmittel und Gebrauchsartikel leisten müssen. beträgt dieser Satz bei den Einkommen von 4000— 6000 M. nur noch 1,4 Proz.(Hort! hört! bei den Sozialdemokraten.) Und wenn man noch höher hinaufgeht, dann wird der Prozentsatz noch kleiner. Wenn auch der Redner der Zentrumsfraltion auf die hohe Belastung des Arbeiterbudgets durch die gestiegenen Lebens� mittelpreise hingewiesen und den großen Umfang der Arbeitslosig- keit betont hat, so kann ich seiner Fraktion den Vorwurf nicht er- sparen, daß sie im wesentlichen mit dazu beigetragen hat. ja aus' schlaggebend dafür gewesen ist, daß die notwendigsten Verbrauchs' artikel eine solche Verteuerung erfahren haben.(Sehr wahr! be» den Sozialdemokraten.) Unsere Fabrikinspektorcn be richten uns von Preissteigerungen für Lebensmittel in Röhe von 20 bis 25 prosent. (Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) In Berlin ist der Butterpreis auf 1,60 M. pro Pfund gestiegen.(Hört, hört bei den Sozialdemokraten.— Zuruf: 1,60 M.) Wie kann bei einem solchen Preis die Arbeiterschaft überhaupt noch Butter kon sumieren? Wie sollen heute Arbeiter, die weniger wie 3 M. pro Tag Lohn haben, mit ihren Familien überhaupt noch auskommen? (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Die Preissteigerung in Butter ist gegenüber dem Zustand vor einigen Jahren 40— 50 Proz. Dazu kommen die gestiegenen Brot- und Milchpreise. Gegenüber solchen Zuständen richten wir in einer Zeit eines großen wirtschaftlichen Niederganges die ernste Mahnung an die Re- gierung, auf sozialpolitischem Gebiete vorwärts zu schreiten und auf die Drohungen der Unternehmer nichts zu geben. Ich kann es nicht unterlassen, eine Neußerung zu erwähnen, die im An- schluß an die großen Arbeitslosenversammlungen in Berlin der Abg. D i r k s e n in einer Versammlung in Kottbus getan hat. Er hat dort gesagt:«Die Arbeitslosen in Berlin haben dcmon striert, um das geheime Wahlrecht zu erlangen. Mögen sie doch lieber auf das Land gehen und arbeiten.(Sehr gut! rechts.) Sie haben in großen Versammlungen die Forderung aus gestellt, daß der Staat Bauten in Angriff nehmen und nach ge' werkschaftlichen Forderungen die Löhne zahlen solle. Solche Forde' rungcn stellt die Bande, die selbst schuld an der Arbeitslosigkeit ist. (Lebhaftes Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe mit ruhigen, nicht konservativen Leuten gesprochen und diese haben mir gesagt, es wäre besser, wenn mit Tdnrfcn Patronen gefcbolTen würde und wenn auch Blut gcfloffen wäre, denn dann hätten wir uns doch wenigstens Ruhe verschafft."(Lautes Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese Aeußerung charakterisiert die ganze Denkungsweise des Abg. v. Dirksen. Gewiß gibt es Leute, die die Arbeit scheuen, Leute, die nicht Lust haben,«was zu tun. die in ihrem Leben niemals gesell- schaftlich nützliche Arbeit geleistet haben. Wenn aber gerade solche Leute die Arbeitslosen in der Weise verhöhnen, dann ist das nicht nur ein Mangel an sozialem, sondern auch ein Mangel an rein menschlichem Empfinden.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Es zeigt keine große Kenntnis des Wirtschafts' lebcns, wenn man die Arbeitslosen in einer Großstadt eine Bande nennt, die nur mit Patronen zur Raison gebracht werden könne. Es kennzeichnet das sozialpolitische Empfinden eines Mannes, wenn er in der Weise Vorgänge unseres Wirtschaftslebens, die von hoher Bedeutung sind und die Mitgefühl auslösen sollten, beurteilt. (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Wie in Wahr- hcit diese Vorgänge auf dem Arbeitsmarkt und die Verelendung der Arbeitermassen zu beurteilen ist, das hat uns Heijermans in seinen interessanten Feuilletons im«Berliner Tageblatt" gezeigt. Wir haben die Empfindung, daß die Sozialpolitik sich doch nicht aufwärts bewegt, sondern einen schleichenden, schleppenden Gang hat. Der Zentralverband deutscher Industrieller hat in seiner letzten Tagung ziemlich unverhohlen seine Genugtuung über den Rücktritt des Grafen Posadowsky erklärt und Herrn Beth- mann-Hollweg die Weisung auf den Weg gegeben, nicht in die Fußtapfen seines Vorgängers zu treten.(Hört, hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Nachfolger des Grafen Posadowsky nahm diese Mahnung ohne Widerrede entgegen; er wollte es mit dem großen Herren nicht verderben. Der Zentralverband wünscht nun in erster Linie eine Reform der Krankenkassenversicherung in der Weise, daß der Vorsitzende von der Gemeinde- Verwaltung ernannt und die Arbeiter ihrer bisherigen Selbstverwaltung beraubt werden. In den Betriebskrankenkassen soll der Unternehmer ruhig den Vorsitz behalten.(Hört! hört! bei den Sozialdeinokraten.) Die freie Arztwahl lehnte der Zentralverband ab. Eine Behandlung, die Dr. Mugdan eigentlich nicht verdient hätte, da er sich ja hier stets recht eifrig uin sie im Interesse des Zentralverbandes bemüht hatte.(Abg. Frhr. v. Gamp ruft: Sie sind ja auch gegen die freie Arztwahl.) Gewiß fitzen auch in unseren Kreisen manche Gegner der freien Arztwahl, aber Herr Mugdan hat hier stets eine Aenderung in der Organisation der Krankenkassen im angeblichen Interesse des Aerztestandes gefordert, das die freie Arztwahl haben wollte. Jetzt zeigt sich, wie Herr Mugdan seine Klassengenossen mit diesem Verlangen nach Unterdrückung derArbeiterselbstverwaltung betrogen hat. Niemand anders als die Sozialdemokraten haben die freie Arztwahl, wenigstens teilweise, zur Einführung gebracht, in den Betriebskranken- kassen sehen wir sehr wenig davon und die Regierung hat sie, z. B. im Eisenbahnbetriebe, strikte abgelehnt. Ich erwähnte das. um zu zeigen, wie sehr Herr Mugdan die deutsche Acrzteschaft irregeführt hat.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Der Zentralverband verlangt weiter die Beibehaltung der Konkurrenzklausel, weist alle Maßregeln energisch zurück, die auf eine Einschränkung der Heimarbeit hinzielen, erhebt scharfen Einspruch gegen die Einführung der Achlstuiidenschicht für die Feucrarbeiter(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) und wendet sich gegen jede gesctz- liche Einschränkung der Arbeitszeit. Weitere Ausdehming der Sonntagsruhe soll nur dann stattfinden dürfen, wenn vorher Sachverständige, natürlich die Sachverständigen des Zentralverbandes deutscher Industrieller, gehört worden sind. Der Zentralverband protestiert schließlich gegen jede gesetzliche Regelung der Tarifverträge, gegen jede Ausdehnung der Koalitionsfreiheit und hebt mit außergewöhn« lichem Nachdruck den Herrn-im-Hause-Standpunkt hervor. Was bleibt da übrig von dem sozialpolitischen Programm? Nichts, als ein paar Almosen, die der Unternehmer nach Berlin an seine Arbeiter gibt.(Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) Die deutschen Arbeiter verzichten auf diese Almosen. sie wollen in derArbeiterschutzgesetzgebungRechte d'er Arbeiter undPflichten der Unter nehmer.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Der Sta atSsekretär aber hat an den christlichnationalen Arbeiterkongreß in Berlin eine Rede gerichtet, in der er die Arbeiter zur Bescheidenheit mahnte. Wäre es nicht auch angebracht gewesen, den Herren Unternehmern Mäßigung anzuraten 7(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Sie zu erinnern an ihre Pflichten gegen bie Ärbeiter. die sie verbsäumen. wenn sie sich zu einem solchen Programm bekennen? Aber wir kommen auch deshalb zu dem Schlüsse, daß der Zentralverband deutscher Industrieller jetzt wieder den matzgebenden Einfluß auf die Regierung hat, weil der Reichskanzler auf sein Begrüßungs- telegramm geaniwortet hat:«ES ist für mich von hohem Werte, wenn die Vertreter der deutschen Arbeitgeber sich so einmütig zu meinen Anschauungen und Forderungen in der Sozialpolitik bekennen". Wenn das das Bekenntnis deS sozialpolitischen Programms des Reichskanzlers ist. können wir allerdings in der Sozialpolitik keine nennenswerten Fortschritte erwarten.(Lebh. Zustimmung b. d. Soz.) Denn das ist keine Soziawolilik, sondern rücksichtslose Interessen- Politik vom krassen Eigentumsstandpunkte aus und schroffe Miß- achtung der Arbeiterintereffen. Im Jahre 1900 hat der Leiter des Zentralverbandes deutscher Industrieller über die Sozialpolitik des Grafen Posadowsky geurteilt: Graf Posadowsky ist so weit wie nur irgend möglich vom Zentralverband abgerückt; das zwingt uns, aus der bisher geübten kühlen Reserve herauszutreten.(Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Nach den Aeutzerungen des Staatssekretärs wird der Zentralverband während seiner AmtSdauer wohl auf den Vorzug verzichten müssen, Vertreter der Regierung bei sich zu begrüßen. Ob das zum Nutzen und Vorteil beider Teile ist, ist uns zweifelhast. Aber eS kann ja den, jetzigen Staatssekretär ein bester unterrichteter Staatssekretär folgen.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Vielleicht glaubt der Zentralverband, daß die Zeit des besser unterrichteten Staats- sekretärS gekommen ist. Jedenfalls können wir uns der Be- fürchtung nicht erwehren, daß infolge der engen Verbindung mit so mächtigen Vertretern der Industrie der Staatssekretär nur sehr einseitig informiert wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) u den Arbeiterkreisen fehlt ihm jede engere »eziehung, wie schon das Schicksal der Vorlage über die Arbeitskammern beweist.(Sehr wahr! bei de» Sozialdemo« kraten.) Der Zentralverband deutscher Industrieller hat aber auf die Sozialpolitik stets nur einen schädlichen Einfluß ausgeübt. Grund- sätzlich widersetzt er sich jedem sozialpolitischen Fortschritt und jeder Arbeiterorganisation, mag sie nun sozialdemokratisch oder christlich genannt werden.(Sehr loahrl bei den Sozialdemokraten.) Auch auf dem sogenannten Verbrüderungsbankett mit der Regienuig hat der Zemralverband seinen Herrn-im-Hausc-Standpunkt außerordentlich schroff hervorgehoben, so schroff, daß der preußische Handelsminister sich verpflichtet suhlte, ihn umzudeuten in das kameradschaftliche Verhältnis, wie es zwischen Vor gesetzten und Untergebenen in der Kaserne bestehe.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Die deutschen Arbeiter danken für den JndustriemilitarismuS des Herrn Delbrück. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ihrer Ueberzeugung nach kann die Grundlage des Arbeitsverhältnisses nicht anders ge staltet werden, als wenn sie dem strengen Herrn- Standpunkt entrückt und als ein Vertragschließen Gleichberechtigter an- gesehen wird.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe nicht die Absicht, auf die einzelnen sozialpolitischen Bor' lagen einzugehen, die hier schon beraten worden sind oder noch be- raten werden sollen. Nur ein Wort zu der Vorlage über die rbeiterkammern. Sie bleibt selb st hinter den bescheidensten Wünschen der Arbeiter zurück.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Die staatlichen Arbeiter und große Kreise der Industriearbeiter sind von der Vertretung aus- geschloffen. DaS Wahlrecht ist ein sehr kompliziertes und für die Arbeiterschaft ganz unbefriedigendes, da es aus den von den Unter- nehmern abhängigen Arbeiterausschüssen beruht. Eine solche Organisation kann die Wünsche der Arbeiter nicht erfüllen, es ist undenkbar, daß auch nur die christlichen Arbeiterorganisationen dieser Vorlage zu- stimmen. Wir erblicken in dieser Borlage nicht die Erfüllung des Versprechens auf eine Vertretung der Arbeiter, in der sie ihre Meinung friedlich und frei zum Ausdruck bringen können.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Auch die Landarbeiter find wiederum von der Ver- tretung ausgeschlossen. Für die Landarbeiter geschieht überhaupt nichts.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Vergeblich haben wir auf die Erfüllung des alten Wunsches gehofft. daß sie der Krankenversicherung unterstellt iverden möchten. Un- genügend sind die Leistungen für die bei Unfällen, ungenügend die ganze gesetzliche Fürsorge. Ihre Rechtsverhältnisse beeinträchtigen ih»� persönliche Freiheit aufs schwerste. Man verlangt von ihnen schwere Arbeit, ohne ihnen doch die entsprechende Fürsorge zuteil werden zu lassen. Statt daran zu denken, wie man die deutschen Landarbeiter au ihrer Arbeit interessiert, macht man ihnen das Leben in der Heimat zur unerträglichen Qual (Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten) und zieht jährlich wachsende Menge» ausländischer Arbeiter ins Land. Schon spricht man auf vielen Gutshöfen kein Wort deutsch, und ihre Besitzer sind die Vertreter der nationalen Politik. (Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Symptomatisch für die Bahn, welche die preußische Regierung wandelt bei ihren Bemühungen, die deutschen Landarbeher durch ausländische zu ersetzen, die in estem Kontraktverhältnis mit dem Gutsbesitzer stehen, ist die Ein- ührung der Legitiuiationskarte für die ausländischen Arbeiter. Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Großgrundbesitzer wollen die Arbeiter bereits beim Uebertritt über die Grenze stir einen bestimmten Unternehmer verpflichten, dem ie sich später nicht entziehen können. Diese Einschränkung der Bewegungsfreibeit verlangen sie auch für die Industriearbeiter. Bei einem Streik soll der Industrie- arbeiter vor die Alternative gestellt werden, entweder die Arbeit wieder aufzunehmen oder ausgewiesen zu werden. Er soll direkt gezwungen werden, entgegen seiner eigenen Auffassung als Streik- ürecher aufzutreten.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Frei- lich ist mir fraglich, ob die Landwirte große Erfolge haben werden. Die ausländischen Arbeiter werden unter diesem Zwange der Ver- hältuisse sehr bald Abstand davon nehmen, in Deutschland Arbeit iU nehmen. Wir müssen aber fragen, wie kommt die preu- zische Regierung dazu, der deutschen Landarbeitcrzentrale, einer Privatgesellschaft amtliche Besiignissr zn erteilen. Diese ganze Bestimmung richtet sich das Koalitionsrecht der Hrbeiter. des preußischen die Königsberger Jetzt versucht gegen l Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Der gleiche rückstandige Standpunkt, der mit jedem Geist sozialer Fürsorge in Widerspruch teht, ist auch in der Bersiigung des preußischen EisenbahnministerS zu erkennen, daß für die Eisenbahnwerkstätten die Ge- Werbeordnung aufgehoben sei. Er beruft sich dafür auf die Entscheidungen von Gewerbegcrichten. Beim Etat des Reichsjustizamts ist auf die Rechtsfrage schon eiugeguugeii. Ich bitte aber den Staats- ekrctär, uns auch seine Ansicht darüber zu bekunden, daß diese Arbeiter von allen Schutz..laßregeln der Gewerbeordnung aus- geschlossen werden. Selbst wenn diese Rechtsprechung anzuerkenuen wäre, ist es doch sonderbar, daß der preußische Eiienbahnminister auch die F.ibrikiiispektion aus seinen Betrieben hinauSweist. Nach den Februarerlassen sollen ja die Staatswerlstätten Muster- betriebe sein, da müßte der Eisenbahnminister sie also mit Stolz dem Fabrikinipektor zeigen, aber in Preußen gibt es Muster stets mir nach der schlechten Seite hin.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Die Eisenbahnverwaltung ist noch weiter ge- gangen und stellt auch die Gast Hofsbetriebe auf den Bahnhöfen außerhalb der Gewerbeordnung, so daß auch die Angestellten dieser Bahnhofsgastwirlschaften die Schutz- besiimmungen der Gewerbeordnung entbehren. Wie mil dem Gast- wirtsgewerbe geht es auch mit der Buchhandlung. Die Buch- handlungsbetriebc auf unseren Eisenbahnen richten sich nicht nach den Bestimmungen für die Sonntagsruhe. Analog der unsozialen Rechtsprechung werden sie als Teile des Eisenbahnbetriebes be- trachtet, nicht als selbständige Nebenbetriebe. Ferner beklagen sich die Gastwirtsgehülfen. soweit sie der BundeSratsverordnung für das G a st w k r t s g e tv e r b e unterstehen, über eine ganz NR» geuiigende Kontrolle. Die Hoteldiener erheben mit Recht den An- ipruch, den Angestellten deS Gastwirtsgewerbes gleichgestellt zu werden. Der gleiche antisoziale Geist herrscht in Preußen auch in unserer Justiz. Wiederholt schon haben wir unS beschwert über die Zurückweisung von regelmäßigen Vertretern der Arbeiter seitens der Gewerbegerichte unter dem Vorgeben, diese Vertretungen erfolgten geschäftsmäßig. Dabei ist die Ber- tretimg der Arbeiter durch Arbeitersekretariate außerordentlich wichtig für die Arbeiter» die einer unentgeltlichen Rechtsauskunft dringend bedürfe». Ebenso habe ich Klage darüber zu erheben, daß die Arbeitersekretäre unter die Bestimmung deS Z 35 der Gewerbeordnung gestellt werden. Der Graf v. Posadowsky hat seinerzeit ausdrücklich erklärt, daß die Arbeirersekretäre unter diese Bestimmung nicht fallen und am 15. Januar 1902 ist vom preußischen Justizminister eine Verfügung an die Staatsanwälte ergangen, eS mögen Strafanträge auf Grund deS§ 35 gegen die Arbeirersekretäre nicht gestellt werden. Trotzdem ist ein Arbeitersekretär in Oberschlesien angeklagt und bestraft worden, weil erdieRechtsauskunftsstelle nicht alSGewerbebetrieb angemeldet hatte. Die Begründung des Urteils ist außerordentlich interessant. Es heißt, das Gericht sei zu der Ueberzeugung gelangt, daß der An- gellagte als Beauftragter des BergarbeiterverbandeS politische Zwecke verfolgt habe, und daß er trotz seiner bisherigen Uubescholtenheit deshalb zu einer Geldstrafe von 60 M. zu verurteilen sei.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Also weil der betreffende Sekretär nach der Annahme des Gerichts politische Zwecke ver- folgte, ist er verurteilt worden. Es gibt aber in der ganzen Gewerbeordnung keine Bestimmung, die die politische Gesinnung als Strafverschärfungsgrnnd angibt. Es ist ein geradezu ungeheuerliches Urteil» wenn ein Gericht, das doch den Anspruch erhebt, eine objektive Behörde zu sein, zu solchem Resultate kommt. Allerdings hat das Land- gericht in Ratibor das Urteil aufgehoben, die Strafe wurde auf 15 M. herabgesetzt, aber die Urteilsbegründung blieb. Auch in Königsberg ist ein GewerkschastSsekrctär angeklagt worden, seinen Geschäftsbetrieb nicht angemeldet zu haben, trotzdem er an alle Arbeiter unentgeltlich Auskunft erteilte.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Als von unserer Seite dem Gericht die Acußerungen des Staatssekretärs und auch die Verfügungen Justizministers unterbreitet wurden, hat Polizei den Strafantrag zurückgenommen. aber die KönigSberger Staats- änwaltschaft aufs neue gegen den Gewerkschafts- sekretär vorzugehen.(Hört! hört! bei den Sozialdemo- kraten.) ES ist bczeickinend für Preußen, daß nur bei ihm die Arbeitersekretariate in dieser Weise verfolgt und drangsaliert werden, während man ihnen in Süddeutschland jedwede Förde- rung zuteil werden läßt. Die Steinarbeiter führen darüber Klage, daß die Bundesratsverordnung nur die Sandsteinarbeitcr im Auge hat. Die Sleinarbettcr, die alle unter denselben Be- dingungen arbeiten, unter der gleichen Staubentwicklung zu leiden haben, wünschen mit Recht, daß der Schutz der Bundesrats- Verordnung ihnen allen zuteil werde. Es ist mir in der Tat auch unverständlich, warum der Bundesrat nur die Sandsteinarbeiter schützt. Die Fleischergesellen klagen über zu lange Arbeitszeit und wünschen eine reichsgesetzliche Regelung dieser Frage. Sie versprechen sich davon mehr als von den Vorschlügen, die der Beirat für Arbeiterstatistik gemacht hat. Im Anschluß daran möchte ich auch auf die Mißstände hin- weisen, die sich aus dem Kost- und Logiswesen im Fleiichergewerbc erklären. Die Schlafräume der Fleischergesellen sollen in vielen Fällen außerordentlich durstig seilt. Weiter möchte icki einen Vorgang besprechen, der uns deutlich zeigt, in wie einseitiger Weise preußische Behörden zugiiusteu der Unternchmer Stellung nehmen. Die Heizer auf den großen Rheindampfern verlangten eine Minimalruhe- zeit von 6—8 Stunden. Als Herr Stinnes, der an der Spitze der Rheinisch-Wcstsälischen Industriellen steht, diese Ruhezeit ver- weigerte, traten die Hetzer in den Streik. Daraufhin wurden eine Anzahl von Streikbrechern engagiert und die Schiffe fuhren mit ungenügender Besatzung ab.(HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Arbeiter haben die Strompolizri davon in Kenntnis gesetzt. Und nun hat Herr Stinnes in einer Sitzung des Verbandes zur Wahrung der Interessen der rheinisch-westfälischen Industriellen von der Stromiuspektion die Zu- fichrrung erhalten, daß sie die Anzeige der Arbeiter gar nicht beachten würde.(Lebhaftes HörtI hört! bei den Sozialdemokraten.) Herr StinneS hat dieser Zusicherung hinzugefügt, die Unternehmer möchten sich, wenn ähnliche Vorgänge sich wiederholen sollten, nur auf den preußischen Inspektor der Strompolizei be- rufen.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Bedauerlich ist, daß die Berichte der Fabrikinspektoren immer noch über 477 436 ge- leistete Ueberstunden berichten inüsten. Besonders unangenehm fällt auf, daß 12 646 Fälle sich auf den Sonnabend beziehen. Ich komme nun auf den I u g e n d s ch u tz. Vergehen gegen die Bestimmungen zum Schutze der jugendlichen Arbeiter sind 22 775 .u verzeichnen, d. h. 80 Proz. der Fabrikc», die Jugendliche be- chäftigen» haben die Bestimmungen übertreten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) In 1393 Fällen wurden 2390 Jugendliche über die gesetzliche Arbeitszeit hinaus beschäftigt. Ebenso schlecht steht es mit der Jnnehaltung der Pausen, die vielfach gar nicht beachtet werden. Zu einem guten Teile stehen also all diese Bestimmungen zum Schutz der Jugeudlicheu nur aus dem Papier. Ich erinnere an die Erörterungen des Herrn Roeren über die sittlichen Gefahren, die der Jugend drohen. Ich bestreite nicht, daß manches, was Herr Roeren sagt, ja richtig ist, aber die Gefahren, die von der modernen Literatur aus der Jugend drohen, sind viel weniger schwer, als die Gefahren auf dem Gebiete des WohnungS- wesenS.(Sehr richtig! bei den Soz.) Die Gewerbeinspektoren berichten sehr häufig. daß eine Teilung der Geschlechter in den Schlasräumen nicht stattfindet, insbesondere im Osten, wo russische Arbeiter und Arbeiterinnen in Frage kommen. Der Fabrikiuspektor von Marienwerder schildert. daß in seinem Bezirk in einer Schlaflammer. die für Arbeiter und Arbeiterinnen einer Kiesgrube eingerichtet ist. hundert Männer»nd Frauen untergebracht waren, und diese Baracke enthielt weder Fenster noch Bentilationseinrichtungen. Die Jnsaffen lagen auf der Erde, eine Trrnnimg nach Geschkcchteru fand nicht statt.(HörtI hört! bei den Sozialdeinokraten), Solche Schilderungen sind zahllos, die meisten Fabrikinipekloren gehen überhaupt auf Einzelheiten dabei nicht ein. Wetter wird nach den Berichten noch eine viel zu große Anzahl von Kindern in den Fabriken beschäftigt. Hier muß endlich Wandel geschaffen werden. In Bayern sollte man sich endlich dazu entschließen, das schulpflichtige Alter auf 14 Jahre heraufziiietzeu. damit Kinder unter 14 Jahren in Fabriken nicht beschäftigt iverden dürfen. Ein weiterer Uebelstand ist. daß noch immer zu wenig Prozent der Betriebe kontrolliert werden, besonders auch der für Leben und Gesundheit der Arbeiter gefähr- lichen. So wurden im Steinhauergewerbe nur 40 Proz. der Betriebe kontrolliert, von den Zigarrenfabriten 41 Proz., und nur ganz iveniae von den besonders gefährlichen Thomas- s ch l 0 cke n m ü h len. Auch ist aus den Berichten festzustellen, daß diejenigen, die für Uebertretmigen der Schiitzbestimmuiigen die Verantwortung tragen, viel zu wenig bestraft werden. Bei einzelnen Gewerbeinspektoren zeigt sich auch eine gewisse Voreingeuommeuheit gegen die Arbeiterorganisationen und ihre Bestrebungen zur Ber- besserung der Lage der Arbeiter. So führen einzelne Inspektoren einzelne Einrichtungen in Fabriken als besondere Großtaten an, während sie eigentlich von ganz geringer Bedeutung sind. Ein Gewerbeinspektor berichtet, daß die Arbeits- und Lohnverhältnisse in seinem Bezirk außerordentlich günstig seien und folgert das daraus, daß die Arbeiter einen Schicht- Lohn von 8,28 92. erhalten. Im Jahre 1900 betrug der Lohn diefer Arbeiter 8,23 M.; sie haben also in diesen sechs Jahren eine Lohn teigerung von ganzen 5 Pf. erhalten, die natürlich in gar keinem Verhältnis zu den inzwischen gestiegenen Lebensmittelpreisen steht.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Preise in M. pro Tonne loco Werk 30. Jan. 1907 biefer Stellungnahmre tvillen angriff, ivo doch viele der angesehenften, vor einem Jahre. Wir machen nach den Notierungen der Efferres Männer des deutschen Voltes Gegner der Enteignung find. Börse folgende Aufstellung: Fürst Bülow sagte, ihm sei kein anderes Mittel zur Fortführung der Polenpolitik genannt worden. Wir haben ihn oft genug auf das Mittel hingewiesen: es heißt Gerechtigkeit.( Sehr gut! bei den Polen.) Das, was der Hakatistenverein der Regierung als Mittel gegen die Bolen empfiehlt, ist nichts als die Moral eines gemeinen Banditen. Selbst der russische Zar hat den Vertretern der Duma gegenüber erklärt, daß das Antasten des privaten Eigentumsrechts niemals seine monarchische Sanktion erhalten würde. E3 genügt, zu fagen, daß meine Landsleute Polen sind und bleiben wollen, und daß sie sich auch mit der beabsichtigten neuen Maßnahme abfinden werden.( Beifall bei den Polen.) Die Berichte der Gewerbeinspektoren geben uns feinen Ein blid in die Knappschaftsverhältnisse, sie geben uns feinen Einblick in die Gesundheitsverhältnisse, sind überhaupt höchst mangelhaft. Die Stellung der Berginspektoren wird uns allerdings flar, tvenn wir uns bergegenwärtigen, daß ein großer Teil der Inspektoren diese Stellung nur als eine Uebergangsstation betrachtet, um später in Brivatbetriebe überzugehen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Oberbergamt Dortmund hat der Berufsgenossenschaft gesagt, sie möchte die Berginspektion nicht bei jedem Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben hält darauf seine geeinzelnen Unfall belästigen. Also die Behörde, welche nach dem wohnte Hebrede gegen die undantbaren Polen, die für die preußische Gefek verpflichtet ist, jeden Unfall zu unter- Wilde nicht genügendes Verständnis gezeigt hätten. fuchen, stellt an die Knappschaftsberufsgenossen= Abg. Dr. v. Heydebrand( f.): Ich verstehe die Verschaft das Ersuchen, davon entbunden zu werden.( Hört, bitterung, die die Polen jetzt empfinden, durchaus, aber hört! bei den Sozialdemokraten.) Daraus geht deutlich hervor, lassen Sie( zu den Polen) diese vor übergehen. Sie müssen welche Gesinnung in jenen Kreisen vorhanden ist, wie wenig man sich damit abfinden, daß der preußische Staat niemals das, gesonnen ist, den Uebelständen auf den Grund zu gehen.( Sehr was ihm gehört, aufgibt. Das zeigt seine Geschichte.( Lebhafter wahr bei den Sozialdemokraten.) Beifall rechts.) Einige Redner haben auch die Handwerkerfrage er wähnt. Die Enquete, welche die Regierung uns unterbreitet hat, zeigt nur sehr geringe praktische Ergebnisse der Handwerkergefeßgebung. Sie zeigt, daß ihre Erfolge ganz außerordentlich minimal find. Die freien Innungen find immer noch größer als die Zwangsinnungen, und die Angaben zeigen, wie wenig rührig man in diesen Zwangsinnungen ist. Biele Innungen haben überhaupt keine Angaben über ihre Ausgaben gemacht, andere hatten Ausgaben überhaupt nicht zu verzeichnen. Viele Innungen ziehen erheb liche Einnahmen von den Gebühren für Prüfungen. Die Innungsfreunde und Befürworter der Handwerkergefeßgebung haben die Einrichtung von Fachschulen durch die Innungen gepriesen. Aber gerade für die Fachschulen ist seitens der Jnnungen außerordentlich wenig getan. Nur 7 Broz. aller Jnnungen Gasförderkohle Gasflammförderkohle Stüdfohle Halbgefiebte Gruškohle 23. Jan. 1908 11,50-12,50 12,50-13,50 11,00-11.50 11,50-12,50 12,50-13,50 13,50-14,50 • 6 12,10-13,00 13,00-14,00 6,00-8,75 7,00-9,50 Rotstohle 11,50-12,00 12,25-13,25 Nußtohle, gew. Soble I 14,50-16 50 14,50-17,50 8 " " 16,00-19,00 11,50-13,00 18,50-19,50 • 8,50-9,00 9,50-11.00 Gruskohle unter 10 mm 5,50- 8,00 6,50-8,50 Hochofentots 15,50-17,50 • 9 16,50-18,50 Gießereitoks 18,00-19,00 19,00-21,00 Brechtots 21,00-24,00 Briketts. 11,50-14,25 III 16,00-18,00 VI 10,50-12,00 Anthracit Nußtohle I. 17,50-19,50 Fördergrus • 0 18,00-19,50 11,25-18,25 Helfer, deffen sich das Syndikat erfreut, ist der preußische Fistus, Das sind zum Teil sehr erhebliche Verteuerungen. Und der befte Abg. Dr. Porsch( 3.): Ich verstehe nicht, weshalb der Be- der die Preise des Syndikats noch zu übertrumpfen bestrebt ist. ftimmung, wonach die Enteignung von Grundstücken der Kirchen Auch als Konsument unterstüßt der Fiskus die Preistreiberei und milden Stiftungen ausgeschlossen sein soll, die Beschränkung des Syndikats. In der Budgetkommiffion des preußischen Ab hinzugefügt ist, daß der Eigentumserwerb vor dem 26. Februar geordnetenhauses gab der Eisenbahnminister nähere Auskunft über 1908 vollendet sein muß. Wir werden die Streichung dieser Be- die Bedingungen, zu denen die Eisenbahnverwaltung ihre Stohlenschränkung beantragen. Die Konsequenz der Vorlage abschlüffe für das Jahr 1908 gemacht hat. Der Minister hob herwäre, Artikel 9 der Verfassung dahin zu ändern, daß der Staat vor, daß die Dedung des Kohlenbedarfs diesmal ganz berechtigt ist, über das Privateigentum frei zu verfügen, soweit es ihm notwendig erscheint. Der Gefeß- besonders schwierig gewesen sei. Das kann ohne weiteres als richtig entwurf wird nicht zum Frieden in den Ostmarten führen. Wir zugestanden werden. Um so auffallender muß aber das Resultat lehnen ihn aus Gründen der Gerechtigkeit ab.( Beifall im Zen- erscheinen, mit dem die Verhandlungen geendet haben. Die Eisentrum.) bahnverwaltung hat auf der ganzen Linie nicht nur für 1908, sondern Abg. Lusensky( natl.): Wir werden für die Herrenhaus auch schon für 1909 und 1910 höhere Preise bewilligt als bisher. faffung stimmen. Alles wird davon abhängen, wie das Gesetz aus Die Abschlüsse ergeben für die einzelnen Sohlenreviere folgende geführt wird, und wir erwarten, daß die Regierung in mäßigem Tonnenpreise in Mart: wird.( Beifall bei den Nationalliberalen.) Umfange, aber mit voller Energie das Gesetz anwenden haben überhaupt Schulen errichtet und unterhalten sie mit einem Aufwand, der 1,71 M. pro Jahr und Mitglied ergibt, also ein außerordentlich geringer Sat. Die Arbeitsnachweise der Abg. Keruth( frs. Vp.): Das Gesetz ist berfassungswidrig und ein Ausnahmegefeb grausames Innungen haben ebenfalls einen außerordentlich gefchlimmster Sorte.( Sehr richtig! links.) Es wird auch ringen Umfang und erheben für die Arbeitsvermittelung bas Deutschtum nicht stärken, sondern schwächen. Wir Gebühren, während die gewerkschaftlichen Arbeits( Beifall links.) müssen die Vorlage ablehnen. nachweise stets unentgeltlich find. Die Innungen sollten sich Abg. v. Dewis( Oldenburg, ff.): Wir werden der Fassung des hier die Gewerkschaften zum Muster nehmen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nahezu ein Siebentel aller Einnahmen tommt Herrenhauses zustimmen. aus Gebühren für Unternehmungen, die unentgeltlich sein follten. In 189 Fällen find Mitglieder von Innungen bestraft Ivorden, weil sie die Preise nicht innegehalten haben, obwohl ein folches Recht der Strafgesetzgebung den Innungen nach der Gewerbeordnung nicht zusteht. Damit schließt die Debatte. Die§§ 1 bis 12 werden angenommen. ftreichen, daß der Erwerb des Eigentums von Kirchen und milden 3u§ 13 beantragt Abg. Porsch( 3.), die Beschränkung zu Stiftungen, das von der Enteignung ausgeschlossen sein soll, bor dem 26. Februar 1908 vollendet sein muß. Ruhrbezirk Saarbezirk 1882 1907 1908 5,40 11,87 12,62 9,40 14,70 15,50 Oberschlesien. 5,60 11,46 12,36 Niederschlesien. 9,40 12,69 13,94 Mit solcher Freigebigkeit ist die fistalische Unterstützung der Preis. treiberei des Synditats noch nicht erschöpft. Dieses genießt auch den Vorteil billiger Ausfuhrtarife. Diefe benutzt es, um durch For cierung des Exports in Zeiten wirtschaftlichen Niedergangs, den hiesiger Markt zu entlasten und einem Preisbrud vorzubeugen. Keine Diskontermäßigung. Die Hoffnung, der Anfang März werde eine Herabsetzung des Abg. Stindler( frf. Bp.) betont, daß die Enteignungsbeftim woche des Februar hat sich der Status der Bank, in der Hauptsache Reichsbankdistonts bringen, hat sich nicht erfüllt. In der letzten schehen solle, wenn die Mittel, die das Gesek gewähre, er- Notenreserve ist von rund 74 auf rund 62 mill. Mark reduziert. mungen für die Freisinnigen unannehmbar seien. Abg. Graf Braschma( 8.) fragt die Regierung, was denn ge. durch Verminderung des Metallbestandes und Erhöhung des Notengeumlaufe, um rund 175 Mill. Mark verschlechtert. Die steuerfreie schöpfit feien. später Landtag und Regierung zu beschließen wartete Diskontermäßigung wohl noch länger warten. Landwirtschaftsminister v. Arnim erwidert, daß darüber Unter diesen Umständen müffen die Kreditnehmer auf die lang erAus der Frauenbewegung. haben würden. des Zentrums in der Fassung des Herrenhauses angenommen, § 13 wird gegen die Stimmen der Freisinnigen, der Polen und ebenso der Rest des Gesezes und darauf das Gesetz im ganzen. Auf vielen Gebieten haben die Innungen also vollständig ver fagt. Die Fachschulen müssen ihnen weggenommen werden und Der Arbeitsnachweis muß paritätisch ausgebaut in die Verwaltung des Staates oder der Gemeinden übergehen. werden, und nicht allein in den Händen der in den Innungen organisierten Unternehmer liegen. Die Organisation der Krankenkaffen bedarf einer einheitlichen Grundlage. Die Sonder rechte der Innungen dürfen nicht störend eingreifen in die Stellung der Schiedsgerichte und die ganze Rechtsprechung in Versicherungssachen. Wo Bie Innungen erfprießlich wirken tönnen, das ist in der genoffen schaftlichen Organisation des Handwerks, im gemeinsamen Einkauf gemeinsamer Betriebe, in der Führung von Kaffen zur Unterstützung der Witwen und Waisen der Mitglieder. Damit die Innungen hier wirken können, ohne durch ihre Sonderrechte störend in das Gebiet der fozialen Fürsorge einzugreifen, muß ihnen ihr Zwangscharakter für den gesamten öffentlichen Verkehr hervor. Notwendig sei eine Abg. Vorster( ft.) hebt die Wichtigkeit des Sched verkehrs genommen werden, weil dieser der Unternehmerorganisation, die gesetzliche Regelung des Depofitenverkehrs. fie find, sofort ein Sonderrecht gegenüber den Arbeitern gibt. Wenn die Innungen dann als freie Unternehmerorganisation aus- an und tritt für eine Einbeziehung der Sparkassen in den Abg. Dr. Faßbender( 3.) schließt sich dem letteren Wunsche gebaut sind, muß der Staat den Arbeiterorganisationen freie Schedverkehr ein. Bahn als Grundlage des Verhandlungsprinzips geben, denn jetzt wird von den Zwangsinnungen der Terrorismus ausgeübt, den Sie den Gewerkschaften nachfagen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Etat der Seehandlung. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Beratung des Etats beim Die geset Das Frauenwahlrecht in England. Wahlrecht hat abermals einen Scheinerfolg errungen: Das UnterLondon, 29. Februar. Die Agitation für das beschränkte haus nahm folgenden Initiativantrag an: In allen Gesetzen, die die Berechtigung und Registrierung der Wähler oder der auf eine Stimme Anspruch machenden Perfonen betreffen, sollen unter dem Worte men auch Frauen verstanden sein. Eine Frau soll nicht infolge ihrer Verheiratung das Wahlrecht verlieren." Die darauf folgende Debatte, in der das Für und Wider der Beamten der Hauptkasse nach einer anderen Regelinien. Die Freunde und Gegner der Vorlage waren sowohl int Abg. Dr. Grüger( Sagen, fri. Bp.): Ich möchte den Wunsch auseinandergesetzt wurde, bewegte sich nicht innerhalb der Bartet. lung der Dienststunden, insbesondere nach Gewährung des freien liberalen wie im tonservativen Lager zu finden. In der ArbeiterSonnabendnachmittags von 3 Uhr ab, wie ihn die Beamten der Die Sozialpolitik darf nicht zurückschrecken vor dem Eingriff Reichsbank haben, unterstützen. Bei den Nordischen Stahl fraktion war die Mehrheit für die Vorlage. Der Minister des in alteingewurzelte llebel, vor allem in die Hausindustrie, die für werten hat die Seehandlung einen Verlust erlitten. Ich bin Innern erklärte im Namen der Regierung, daß die Frauenrechtsweite Streise ein Unglück geworden ist. Eine fortschreitende Sozial- der Meinung, daß das Opfer, welches da gebracht ist, nicht im frage teine Barteifrage sei und daß es den Mitgliedern der Mehrpolitik darf und kann nicht Rücksicht nehmen auf die Interessen Interesse des Ostens gebracht worden ist. heit frei stehe, nach ihrem Gutdünken zu stimmen. Der liberale wurden auch unendlich viele Einwände erhoben, die zertrümmerten gung der allgemeinen Interessen führen.( Beifall links.) jedes einzelnen. Als wir die Sonntagsruhe durchführten, liche Regelung des Depositenverkehrs tann leicht zu einer Schabi- Abgeordnete Cathcart Wason brachte ein Amendement ein, die Vorlage zu verwerfen, das mit 271 gegen 92 Stimmen abgelehnt Existenzen und das schöne Familienleben kleinen einseitigen Sonderinteressen als Schuhschild vorgehalten. Noch bei jedem Agenturen der Seehandlung einrichten würden, so würde das als Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Wenn wir Filialen oder wurde. Die Ablehnung des Amendements bedeutet eine Annahme der Borlage in zweiter Lefung. sozialpolitischen Fortschritt hat man so alte Gewohnheiten, Miß Konkurrenz gegen die Grobbanten aufgefaßt werden, stände, lebel verteidigt. Wer Sozialpolitik treiben will, darf sich und es würde die Aufsaugung der kleinen Bantiers durch die nicht von den warnenden Stimmen des Unternehmertums zurüd Banken befördern.( Sehr richtig!) halten lassen, die nur ihre einseitigen Interessen verhüllen, sondern Die Seehandlung hat sich an den Nordischen Werken erst beteiligt, nachdem sie von ersten muß als ausschlaggebenden Gefichtspunkt Firmen gute Auskunft erhalten hatte.( Beifall.) Leben und Gesundheit der Arbeiter betrachten. Daß fie genügend geschüßt werden, muß der ausschlaggebende Gesichtspunkt unserer Sozialpolitik fein, und eine großzügige Sozialpolitik muß über alle fleinlichen Bedenken hinweg diesen Gedanken durchführen. Heute ist die Sozialpolitik in viel zu enge Bande gezwängt und viel zu stark unter dem Einfluß des Unternehmertums. Die Arbeiterorganisationen ersetzen zum guten Teile, was die Gesetzgebung den Arbeitern versagt. Aber wir appellieren alle Jahre an die Gesetzgebung, daß sie die Armen, die Hülfsbedürftigen schüße.( Lebhafter Beifall bei den Sozial demokraten.) Sierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Mittwoch Schluß 6% Uhr. 1 Uhr. Abgeordnetenbaus. 43. Gigung vom Dienstag, den 8. März 1908, bormittags 12 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben, Dr. Beseler, 6. Arnim. Auf der Tagesordnung steht die vom Herrenhause abgeänderte Bolenvorlage. Abg. Dr. Friedberg( natt.): Bei den Nordischen Stahlwerken find wir mit einem blauen Auge davon gekommen, es ist aber doch wünschenswert, daß die Seehandlung sich möglichst nicht an induftriellen Betrieben beteiligt. durch die weiteren Beratungsstufen. Der Einbringer der Vorlage Nun kommt die Schwierigkeit der Durchbringung der Vorlage gab seine Absicht kund, daß das ganze Haus sich in eine Stomparlamentarische Tagung ist aber mit Regierungsvorlagen so über. mission verwandeln soll, um die Vorlage weiter zu beraten. Die füllt, daß das Unterhaus gar nicht die Mögleichkeit hat, in die Umstand macht ihren Fortschritt aussichtlos. Stommissionsberatung der Frauenvorlage einzutreten. Dieser Die Annahme der zweiten Lesung hat nur eine platonische Be deutung. Das ist auch die Ansicht der ganzen Londoner Preffe. Versammlungen Veranstaltungen. Abg. Dr. Arendt( ft.): Wenn der Abg. Crüger vor einiger Bett gefagt hat, daß die hohen Zinsen eine Folge der allgemeinen Preissteigerung seien, da die Zinsen den Preis des Geldes darstellen, so hat er damit bewiesen, daß ihm die Grundlage der Berlin. ganzen Verhältnisse, um die es sich hier handelt, unbekannt ist. ( Lachen links.) Abg. Dr. Hahn( B. d. 2.) geht auf die Entwickelung der Großbanken ein, der gegenüber die Geehandlung vollständig zurüdgeblieben sei. Die Debatte wird geschlossen. Berfönlich bemertt Abg. Dr. Grüger( frf. Bp.), daß er den Abg. Dr. Arendt nicht als Ggaminator in wissenschaftlichen Fragen anerkennen fönne. Der Etat wird genehmigt. Parlamentarifches. Sof, Dienstag, den 10. März, abends 8 Uhr, im Lokal von Sachon, Müllerstr. 136: Deffentliche Frauenversammlung. Vortrag: Genoffin Lungwizz. Briefkaften der Redaktion. Birt 47. Die furiftische Sprechstunde fluder Lindenstraße Nr. 3, weiter dritter Eingang, bier Treppen, Fahrstuhl wochentäglich abends von 7 bis 9½ lbr ftatt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde bor. 2. 3. 666. Die Firma ist im Recht. E. J., Nigdorf. Eine folche Verordnung besteht, indes ist sie nach zutreffender Ansicht nicht mehr rechtsgültig. 9. W. 68. Seit dem Gesch von 1905 muß der Ehemann in gemischter Che die Hälfte der Stirchensteuer zahlen, die zu zahlen wäre, wenn auch der Ehemann derselben Stirchengemeinschaft angehören würde. Wahlprüfungskommiffion.( Sigung vom 3. März). Die Kommission N. S. 1. Ja, beide sind verschiedene gebührenpflichtige Gerichtsakte. befchäftigte sich mit dem Protest gegen die Wahl des Abgeordneten Waidmannsluft 77. Eine Berpflichtung zu heizen baben Sie nicht; Das Herrenhaus hat im§ 13 Grundstüde im Eigentum von Boning( 2 Frankfurt- Landsberg- Soldin). Sie be- die Klage des Wirts hätte keine Aussicht auf Erfolg. M. 23. 95. Der Kirchen, sowie von milden Stiftungen von der Enteignung aus schloß nach eingehender Beratung gegen die Stimmen der Konserva- Bater ist im Recht, aber die Tochter kann das Vormundschaftsgericht augeschlossen. tiben, über verfchiedene Protestbehauptungen Erhebungen anstellen rufen. Der Antrag fann hier gestellt werden. M. 2. 1000: Am 17. Januar 1870. Abg. Sthchef( Pole): Die Vorlage untergrabt die Ver- zu lassen. Wenn die Angaben des Protestes erwiesen werden, so.. 23. 1. und 2. Ja. fassung, und man verschließt sich mit dieser Borlage den handelt es sich ohne Zweifel um eine grobe Wahlmache der Be- unter Darlegung Ihrer Stoften, diefelben zwecks Erstattung durch den Otto 14. Bei dem Gericht, das Sie freigesprochen hat, beantragen Sie Forderungen von Bernunft und Gewissen. Man ist be- hörden. Es wird unter anderem behauptet, daß Ortsschulzen von Stläger feitießen zu wollen. Den Beschluß laſſen Sie nachher mit der strebt, die Polen ihrer moralischen und intellektuellen Entwickelung Amts wegen genötigt worden feien, konservative ablaufrufe zu Bolstreckungsklausel versehen und beauftragen dann einen Gerichtsvollzieher zu berauben.( Oho! rechts.) Durch Versuche mit klingender unterschreiben. Der Sekretär des Landrats foll das amtliche mit der Pfändung. G. B. G. 30. 1. Benn tein Berfehr stattgefunden Münze und mit Listen, die Telephon in den Dienst der konservativen Partei gestellt und er soll bat, ja 2. Ja. St. 60. 1. Ja. 2. Das ist uns nicht bekannt, wenden auf dem Landratsamt Wahlgelder ausgezahlt haben. Böning wurde Sie sich direkt an das Ministerium für öffentliche Arbeiten. P. V. B. eines Staates unwürdig im ersten Wahlgang mit 581 Stimmen Mehrheit gewählt. Altersrente. Je mehr Marken geklebt find, desto höher ist die Rente. R. N. 30. Leider hat der Zwischenmeister Recht. G. 45. Wir raten Jonen von der Anwendung des Mittels ohne vorherige Befragung eines Arztes ab. 2. F. 100. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter. Angabe, welche Stellung Sie baben( Gewerbegehülfe, Haudlungsgebülle, Abg. Stychel( fortfahrend): Man hat die Polen gezwungen, in Wertmeister, Bureauangestellter) und wie boch Ihr Gehalt ist. Böse Sieben. Legen Sie den richtigev Sachverhalt dar und beantragen Sie Gräben und Erdlöchern zu wohnen.( hört! hört! bet den Das Rh. Weftf. Kohlensyndikat hat, toie berichtet, eine Shrerseits Chefcheidung. 111. G. Sch. 9. 1. Ja. 2. In vier Jahren. Gadgaffe geraten.( Sehr richtig! bei den Polen.) Die große die verschlechterte Marktlage, die ganz besonders die Exportindustrie den Bolen. 2 a ch en rechts.) Die Polenpolitik der Regierung ist in eine Produktionseinschränkung angeordnet. Das ist der beste Beweis für 3. In der Regel in zwei Jahren. 4. Im allgemeinen in dreißig Jahren. Wiederholt möchten wir ersuchen, statt allgemeine Fragen zu stellen, Mehrzahl der Deutschen in den polnischen Provinzen hat sich gegen Sachverhalt, der den Fragesteller interessiert, barzustellen dieser die Enteignungsvorlage erklärt; zahlreich sind die Stimmen des swingt, mit den Preisen herabzugehen. Allerdings, auch das Kohlen- und Darstellung die Fragen zuzufügen. Allgemeine Auslands, die ihrer Empörung über diese Maßnahme Ausbruck syndikat hat Breisnachläffe gewährt; aber nicht für den Inlands- Fragen lassen in der Regel verschiedenartige Beurteilungen zu. Infriede. Sie sind im Recht, aber zweckmäßig ist es, Ihre eigene Angegeben haben. Es war eine starke Dosis von Anmaßung, als tonfumenten, sondern für den ausländischen Verbraucher. In fight in Ruhe und bei Gelegenheit dem Mann darzulegen.$.. 100. Fürst Bülow diese ausländischen Dichter und Schriftsteller um Deutschland selbst müssen jegt höhere Preise bezahlt werden als 1. 3a. 2. Der 1500. übersteigende Jahreslohn ist pfändbar. find, hat man den Polen Grund und Boden entzogen.( Unruhe rechts.) Präsident v. Ströcher ruft den Redner wegen dieses Ausdrudes zur Ordnung. Aus Induftrie und Dandel. 0 Syndikatspolitik. Zentralverband der Maurer Zweigverein Berlin. BB BAN BS BAHN Donnerstag, den 5. März, abends 8 Uhr, bei Freyer, B Koppenstraße 29: General- Versammlung aller zum Zweigverein gehörigen Zahlstellen und Bezirke der Maurer, Puzzer, Gips- und Zementbranche, sowie der Fliesenleger und Backofenmaurer. Tagesordnung: 1. Bericht der Delegierten von der 10. Gaukonferenz. 2. Diskussion über die vorgeschlagenen Kandidaten zum Vorstand des Zweigvereins. 3. Verschiedenes. Der Zweigvereinsvorstand. Mitgliedsbuch legitimiert, ohne dasfelbe kein Zutritt. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Rabitzspanner! Mittwoch, den 4. März, abends 8 Uhr, bei Jannaschk, Inselstr. 10: Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Die Pläne der Unternehmer im Baugewerbe. Referent: Rollege Julius Gehl. 2. Dis fuffion. 3. Verschiedenes. NB. Diejenigen Kollegen, welche arbeitslos find, ersuchen wir, fich in den bekannten Bezirkslokalen der Sektion der Gips- und Zementbranche arbeitslos abstempeln zu lassen. Der wichtigen Tagesordnung wegen ersuchen wir alle Rabizspanner, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Sektionsvorstand. 168/18 BAN ( BS BS) ( BS BAH BS BAHN BS) BAN ( BS RAE BAGAN BAN Sozialdemokratisch. Wahlverein Deutscher Metallarbeiter- Verband. S für den 5. Berliner Reichstagswahlkreis. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptburean: Unser Mitglied, der Schlosser Hugo Kowartschek ist verschieden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Donnerstag, den 5. März, nachmittags 5 Uhr, auf dem Kirch hof der Freireligiösen Gemeinde ( Pappel- Allee). Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Hof I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Donnerstag, den 5. März 1908, abends 62 Uhr: Allg. Metallarbeiter Versammlung im ,, Elysium", Landsberger Allee 40/41. 1. Bortrag: Die Schuttruppe des Unternehmertums." Referent: Kollege Handke. 2. Diskussion. Kollegen, erscheint vollzählig. Es ist notwendig, bak jeder einzelne über die Bestrebungen der ,, Gelben" unterrichtet ist, um denselben zu jeder Zeit in geeigneter Weise entgegentreten zu können.###### Die Kollegen anderer Berufe haben zu dieser Versammlung Zutritt. Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige Gewerbegerichtswahlen in Rixdorf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher' Paul Gall am 1. März gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. März, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes 9 Donnerstag, den 5. März, abends 8%, Uhr: Volksversammlung im großen Saale von Hoppe, Hermannstraße 49, Zages Drdnung: in Rigdorf, Hermannstraße, aus Die Bedeutung der Gewerbegerichtswahlen für die Arbeiter statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle I. Verein Berliner Hausdiener. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Karl Herbach am 2. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 5. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Nigdorf aus statt. Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie die vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau Klara Schombel sage ich allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Friedenauer Männer Gesangverein 1875 für den erhebenden Gejang am Grabe, meinen herzlichsten Dant. 4736 Gustav Schombel. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres unvergeßlichen Vaters, sagen wir allen Parteis genossen, Kollegen, sowie dem Berband der freien Gast- und Schants wirte Deutschlands, dem Deutschen Transportarbeiterverband und dem Wahlverein Charlottenburg unseren herzlichsten Dant. 4695 roe. Bahlow nebst Kindern. Referent: Arbeitersekretär Genoffe Adolf Ritter. Die Parteigenossen und Genoffinnen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Tellerfammlung findet nicht statt. Das Gewerkschaftskartell. BS BAGAN BS BAN BS RAF Feine Maß- Arbeit aus erstklassigen Stoffen zu mäßigen Preisen. 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Wie stellen wir uns zur diesjährigen Maifeier? 2. Bericht über Verbandsangelegenheiten. 8. Verschiedenes. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. M. Krügers Speise- Leinöl ist das beste, täglich frisch und garantiert rein. Hausfrauen! Wenn Sie wirklich schmackhaftes, frisches und reines Speise- Leinöl genießen wollen, dann achten Sie bei Einkauf stets auf das Flaschen- Etiquett Spreewälderin in Nationaltracht und fordern ausdrücklich M. Dasselbe ist und 99 Nur einmal jährlich im ardinenSpezialhaus Emil Lefèvre Gard Berlin, Oranienstr. 158 Riesen- Auswahl! Gardinen, Portieren, Stores, Vitragen, TüllBettdecken etc. Einzelne Fenster spottbillig! Abbildungen Prinzenbad, Prinzenstr. 42, Borlofigelmäften zu haben. 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Emilie Lufsky. 4635 Richard Lufsky und Frau. Karl Lufsky und Frau. Carl Krieg. dem Sie Ihre Einfäufe zu machen pflegen, M. Krügers SpeiseLeinöl ,, Marke Spreewäiderin" nicht erhalten können, so betommen Sie dasselbe in den Geschäften nebenan oder gegenüber sicher. Engros- Lager Berlin$ 0., Skalitzer Straße 105. gratis und franko. Billige Rohtabake. Max Jacoby, Strelitzerstr. 52 an den Kolonad., Entzückende Neuheiten teils für die Hälfte! Haupt Berlin W., Mohrenstr. 37a, Berlin NO., Gr. Frankfurterstr. 115, 2. Haus a. d. Bei Westmann Westmanns für 20 MK. Wer Westmanns Konfektionshaus geschäft: Andreasstr. kennt, weiß, daß nicht nur Reklame, sondern alles nur durch AVAV Tatsachen bewiesen wird!!! AVAV Aparte Kostüme, Mäntel, Taffetliftboys, Uebergangsmäntel, Staubmäntel, Tuchkragen, Röcke, Blusen etc vom einfachsten, mittleren bis zum hochelegantesten Genre, für die kleinste Figu bis zur stärksten Figur passende Stücke in großer Auswahl vorrätig!!! 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Atlllljt öts Jormörlö" Atklllltl Polblilntl. Mtw-ch.4.M-r!ls»8. Die Generalverfammlung des Verbandes(ozialdemoliratilcber Nahlverelne Groß- Berlins findet am Sonntag, den 8. März» mittags 12 Nhr, in den„Germania-Festsälen", Chausseestrafie 110, statt. Seitens der einzelnen Kreise sind folgende Anträge gestellt: 2. WaliltreiS: Bei wichtigen Veranlassungen, wie beispielsweise die Demonstration am Sonntag, den 12. Januar, Maifeier usw., ist eine Extranummer des„Vorwärts" nicht nur herauszugeben, sondern auch den Abonnenten am nächsten Morgen durch die Boten- frauen zuzustellen, damit die Genossen nicht auf die mehr oder weniger entstellten Berichte der bürgerlichen Blätter angewiesen find. Die entstehenden Mehrausgaben der Extranummer durch die Botenfrauen trägt der Verband sozialdemokratischer Wahl- vereine Grotz-Berlins resp. die Firma Hmtze u. Co. 4. Wahlkreis. Den Beschlug: Parteigenossen, welche drei Jahre organisiert und drei Monate arbeitslos sind, auf Antrag den„Vorwärts" gratis zu liesern, aufzuheben und dafür zu setzen: ein Jahr sechs Monate und zwei Monate auf seinen Antrag usw. Zur Maifeier sind einheitliche Billetts herzustellen zum Preise von 20 Pf. Dieselben berechtigen zum Besuch aller Veranstaltungen der acht Kreise am 1. Mai. Die Lokalliste mindestens einmal im Jahre, im Frühjahr, den Gewerkschaftsblättern beizulegen. Die Flugblätter sollen in Zukunft in agitatorisch besserer Weise, typographisch besserer Ausstattung hergestellt werden. 6s sind Merkblätter, welche in grosszügiger volkstümlicher Sprache geschrieben sind, die das Wesen der menschlichen Wirtschaft und seine gesellschaftliche Organisation in einzelne Begriffe zer- gliedert, in bestimmten Zeitabschnitten herauszugeben. In einer Futznote ist jedem Merkblatt ein Literaturverzeichnis beizufügen. Sämtlichen organisierten Genossen Gross-Berlins ist ein Zahl- stellenverzeichnis von Gross-Berlin zu liefern. Der Beschlutz des Zentralvorstandes, betreffs Diäten für De- legierten zum Parteitag, wird aufgehoben und es findet eine ein- heitliche Regelung statt. Nieder-Barnim: In dem Ausschutz der Stadtverordneten und Gemeindevertreter Grotz-Berlins sind Nieder-Barnim statt der bis- herigen zwei Vertreter deren drei zuzubilligen. _ Der Aktionsausschuß. IM der Kürzung der Volksfchulfcricn bcfatzte sich dieser Tage eine Versammlung des Berliner Lehrer- Vereins. Von der in dieser Versammlung angenommenen Reso- lution haben wir bereits in unserer Sonntagsnummer Notiz ge- nommen. Da aber die Verhandlungen über diesen Gegenstand immerhin nicht uninteressant sind, mochten wir den uns über die- selben zugegangenen � Bericht ausführlich wiedergeben. Schul- arzt Dr. Bernhard führte etwa folgendes aus: Die Tatsache, datz das Nervensystem ebenso wie andere Organe der Ermüdung unterliegt, ist allgemein bekannt. Es bedarf deshalb zur Herstellung des Gleichgewichts im Stoffwechsel ausreichender Erholung. Diese Ermüdung des Nervensystems erfolgt nun bei der Jugend recht schnell, tveshalb gerade bei ihr Schlaf- und Er- holungsbedürfnis besonders grotz sind. Die Schmälerung der Er- holungsmöglichkeit durch Verkürzung der Ferien bedeutet daher eine physiologische Versündigung am Kindesalter. Nun wird das Bedürfnis nach Erholung um so grösser sein, je schwächer der Organismus ist. In der Tat sind die sozialen Verhältnisse, unter denen die Proletarierkinder aufwachsen, durchaus nicht dazu an- getan, einen Nährboden für besonders robuste Gesundheit ab- zugeben. Statistische Untersuchungen haben gezeigt, datz die Schlafgelegenheit meist mangelhaft und die Schlafzeit zu kurz be- messen ist.(Bis 1 Std. 4g Min. pro Tag, d. h. 608 Stunden pro Jahr kürzer als erforderlich!) Eine genügende Kräftigung durch die Nacht- ruhe erscheint unter diesen Umständen geradezu als ausgeschlossen. Diese Kinder bieten für Krankheiten einen günstigen Boden. Dazu kommt, datz die für die Erholung zur Verfügung stehende Tageszeit häufig durch gewerbliche Arbeit ausserordentlich verringert wird. So erklären sich die traurigen Ziffern in den Berichten der Berliner Schulärzte. Von den im letzten Jahre schulpflichtigen 35 481 Kindern wurden 3100 zurückgestellt und 9169 in Ueberwachung ge- nommen, davon 1139 bezw. 1234 wegen ungenügenden Kräfte- zustandes(Blutarmut). Die Zahl der unter Ueberwachung stehenden Schüler hat sich in den letzten drei Jahren um 12 149 gesteigert. Dabei ist zu beachten, datz die Zahl der Gemeindeschüler mit mangelhafter Gesundheit in Wirklichkeit viel höher ist, da einmal das Institut der Schulärzte noch jung und überdies die Krank. heitssymptome bei Kindern oft schwer erkennbar sind. Interessant sind auch die von Herrn Dr. Rietz aufgestellten Tabellen, die Grösse und Gewicht der Berliner Gemeinde- und höheren Schüler gegenüberstellen. Sie zeigen, datz die Schüler der höheren Schulen in der körperlichen Entwickelnng weit voraus sind. Die Differenzen betragen z. B. bei Knaben im 6. und 13. Lebensjahr 5 bezw. 6 Zentimeter und 2,2 bezw. 5 Kilogramm. Diese Untersuchungen beweisen also, datz die Konstitution der Volksschüler bei weitem schwächer ist als die der Kinder der besser situierten Volksschichten. Da überdies die Anforderungen der Volksschule in jenem Alter denen der höheren Schulen durchaus gleich zu setzen sind, die Arbeit der Volksschüler auch unter un- günstigeren äutzeren Verhältnissen geleistet werden muh, so ist das Bedürfnis nach Ruhe und Erholung beim Gemeindefchüler zweifel- los noch dringender als bei den Zöglingen der höheren Schulen. Auch die Besucher der Landschulen sind besser daran, trotzdem wird dort in puncto Ferien rücksichtsvoller verfahren, freilich meist im wohlverstandenen Interesse agrarischer Wünsche. Die Sommerferien vertragen eine Kürzung nicht, da die heitzeste Zeit des Jahres zugleich die Zeit des raschesten Wachstum ist. Es ist aber genau so verkehrt, wie es das Kultusministerium beliebt bat, die Wcihnachts- und Osterfcrien zu kürzen, da diese den längsten zusammenhängenden Zeiträumen des Schuljahres folgen. Gerade in den letzten Wochen vor Weihnachten und Ostern häuft sich die Zahl der Kinder, welche die Sprechzimmer der Schulärzte bevölkern. Zahlreiche Schüler erholen sich überhaupt erst in den letzten Tagen der Weihnachts- und Osterferien; ein Verlust von einigen Tagen bedeutet darum bei zwei Ferienwochen sehr viel. Darum müssen wir für unsere Gemeindeschüler ausreichende Ferien fordern. Herr Rektor Galling wies darauf hin, daß die Familien, welche Kinder sowohl der Gemeindeschule als auch höheren Schulen zuführen, ganz vesonders hart betroffen würden. Die Aenderung bringe zwar für zahlreiche Orte eine Verlängerung, aber für «8 Großstädte mit 15 Proz. der preußischen Schuljugend eine Kürzung der Ferien. Dies müsse auch auf den Gesundheits- zustand des Lehrpersonals ungünstig einwirken. Schon jetzt be- fänden sich wegen Beurlaubung der„Lehrpersonen" an manchen Schulen 3, 4. 5 ja 6 Vertreter, was natürlich nicht im Interesse eines ersprietzlichen Unterrichts liegt. In der Debatte wurde auf das Beschämende der Tatsache hin- gewiesen, datz Herr Ministerialdirektor Schwartzkopff bei der Recht- fertigung der„Physiologischen Versündigung" als Kronzeugen die Berliner Schuldeputatiou habe vorführen können. Auch wäre zu Pünschen, daß der Herr Minister in dieser Angelegenheit die Medi- zinalabteilung seines Ressorts doch wenigstens noch nachträglich zu Rate zöge. Der Einfluß der Medizinalabteilung auf die Volks- fchulangelegenheiten scheint aber nicht weit her zu sein. Die „geistlichen Angelegenheiten" dürfen sich in dieser Beziehung eines besseren rühmen._ Partei-?Zngelegenksiten. Steglitz. Heute, Mittwoch, Mitgliederversammlung bei Schell- Hase. 1. Vortrag. 2. Stellungnahme zur Stichwahl im 1. Bezirk. 3. Bericht von der Kreis-Generalversammlung. 4. Wahl von vier Delegierten zur Generalversammlung Grotz-Berlins. 5. Anträge. 6. Verschiedenes. Mariendorf. Heute, abends 7% Uhr, findet eine Flugblatt- Verbreitung von den Bezirkslokalen aus statt. Nach geschehener Verbreitung müssen die Parteigenossen nach den Lokalen zurück- kehren. Rege Beteiligung erwartet Ter Vorstand. Tempelhof. Heute abend findet ein Extrazahlabend statt und zwar� für den 1. Bezirk im Restaurant Wilhelmsgarten, Berliner Strasse 9, 2. und 3. Bezirk Restaurant M. Müller, Berliner Straße 41/42, den 4. Bezirk Restaurant W. Peisch, Germania- straße 150. ES Pflicht aller Genossen, zu erscheinen. Der Vorstand. KönigS-Wusterhausen, Hoherlehme und Wildau. Die Partei- genossen genannter Orte werden auf den heute abend in den be- kannten Lokalen stattfindenden Zahlabend aufmerksam gemacht. Zahlreiches Erscheinen wünscht Der Bezirksführer. Erkner. Heute Mittwoch, abends IVi Uhr, findet eine Flug- blattvervreitung statt. Es ist Pflicht aller Genossen, sich daran zu beteiligen.__ Berliner J�acbricbten. In der gestrigen Sitzung der städtischen Verkehrsdeputation ge- langte zunächst zum Vortrag, datz Siemens u. HalSke Pläne und Zeichnungen zum Bau und Betrieb einer Hoch- und Untergrundbahn vom Alexanderplay bis jenseits des Ringbahnhofs Frankfurter Allee eingereicht und die Bitte um die kleinbahngesetzliche Zustimmung ausgesprochen haben, lieber diesen Antrag entspann sich eine sehr lebhafte Debatte, in welcher von dem Stadtbaurat mit allem Nach- druck und größter Bestimmtheit ausgeführt wurde, datz die in Frage stehende Strecke als ei» durchaus selbständiges Umernehnien und nicbt etwa nur als Fortsetzung der bestehenden bezw. im Bau be- griffenen Strecke Potsdamer Platz— Alexander Platz anzusehen sei. So würde es z. B. ausgeschlossen sein." etwa von der Frankfurter Allee direkt nach dem Potsdamer Platz und weiter nach dem Westen fahren zu können, sondern am Alexander Platz würde man immer umzusteigen haben. Siemens u. HalSke dächten auch zunächst nicht daran, den Bau dieser Strecke in Angriff zu nehmen. sondern sie wollten, wie sie in ihrem Antrag selber ausführten, nur die Hand auf dieses ganze Gebiet legen in derselben Weise, wie sie es mit dem Gebiet der Schönhauser Allee getan haben. Diese Dar- legungen des Stadtbaurats unterstützten auch nach der technischen Seite hin den Standpunkt, welcher von den sozialdemokratische» Mit- gliedern der Deputation mit Nachdruck vertreten wurde, nämlich den Antrag abzulehnen und zu den beiden in Vorbereitung befindlichen grossen städtischen Untergrundlinien auch diese Linie selber zu bauen und zu betreiben und zwar als Untergrundbahn, da es aus- geschlossen sein müßte, Alleen und Prachtstraßen, die zum Nutzen der Bewohner jener Gegenden mit großen Kosten hergestellt seien, nun durch die Errichtung von Hochbahnen verunstalten zu lassen. Von anderer Seite wurde das Projekt mit großer Freude begrutzt; man solle Siemens u. HalSke dankbar sein und anfragen, ob sie nicht auch nach andere Gebiete belegen wollen. Es wurde schließlich beschlossen, zwar mit der Gesellschaft über technische Details(Trace, von wo ab Hochbahn usw.) zu unter- handeln, vorher aber ausdrücklich zu betonen, daß durch diese Ver- Handlungen die prinzipielle Frage, ob die Stadt diese Strecke selbst baue und betreibe oder vergebe, in keiner Weise präjudiziert werden solle. Das jetzt eingegangene Angebot der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft über Personentarif, Dauer der Zustimmung zum Bau und Betrieb der Hoch- und Untergrundbahn Gesundbrunnen-Nixdorf, sowie über Uebernahme von Leistungen an die Stadtgemeinde wurde sodann zur Kenntnis der Deputation gebracht. Bekanntlich hat auch die Schwebebahn-Gesellschaft daS Projekt einer Schwebebahn für die gleiche Strecke Gei'undbrunnen-Rixdors eingereicht. Da aber für dieses Projekt die Unterlagen bezüglich der Leistungen an die Stadtgemeinde, der Tarife usw. noch immer nicht vorliegen und da auch die von der A. E.-G. gegebenen Unterlagen noch in wesentlichen Punkten der Ergänzung bedürfen, so beschlotz die Deputation, die Beratung bis zum Eingang der von beiden Gesellschaften wiederholt zu erbittenden Unterlagen auszusetzen, und dann auch gleich in die Lage zu kommen, Vorteile und Nachteile beider Projekte gegen einander abzuwägen. Der Antrag der Großen Berliner Straßenbahn um Zustimmung zum Einbau einer doppelgleisigen Kurve zur Verbindung der Gleise der Müller» und Fennstratze wurde genehniigt. Ebenso wurde der von Kommissaren der Stadt und der Gesell- schaft vereinbarte Vertragsentwurf über Mitbenutzung von Gleisen der Großen Berliner Straßenbahn durch die städtischen Straßen- bahnen bezw. gemeinsames Befahren der Gleise gutgeheißen. Ein Antrag der Aeltesten der Kaufmannschaft Berlins betreffend die Errichtung von elektrischen Krananlagen und Anlegung von Lade» straßen wurde abgelehnt. Bezüglich der städtischerseitS geplanten Untergrundbahn Süd- Nord, Kreuzberg— Müllerftratze, fragt der Polizeipräsident an, ob die Stadt sich bereits für eine der beiden in Aussicht genommenen Tracen— Friedrichstratze oder Charlottenstraße— endgültig entschieden habe. Die Genehmigung für beide Strecken würde keinesfalls erteilt werden. Die Behörde zrehe das Friedrichstraßen- Projekt vor. Für die Charlottenstratze würde vorläufig wenigstens die Ge- nehmigung nicht erteilt werden, weil dieses Projekt mit den Tunnel- Plänen der Großen Straßenbahngesellschaft nicht vereinbar und die Frage, ob diese Tunnels zur Ausführung gelangen, noch nicht ge- klärt sei. Die Stadt ist auch hier wieder in der unangenehmen Lage, sich nicht frei entscheiden zu können, weil die Durchführung des Friedrichstratzeu-Projektes, abgesehen von technischen Schwierig- leiten, abhängig ist von dem Ausgang der Verhandlungen mit der Französischen Kolonie und dem MilitärfiskuS über den Erwerb von Grund und Boden und von diesen die Verhandlungen gar nicht oder nur auf daS langsamste gefördert werden. Das neue Opernhans soll, nach einer Erklärung der Regierung in der Vndgetkommission des'Abgeordnetenhauses, auf dem Terrain des Krollschen Etablissements entstehen; ein bestimmtes Projekt liege zurzeit nicht vor. Das alte Opernhaus könnte der Staat eventuell der Stadt Verlin überlassen, die bei dem Mangel an Saalbauten das Gebäude gut brauchen könnte. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Bersamm- lung am Donnerstag, den 5. März d. I., nachmittags 5 Uhr. Be- richterstattung des Etatsausschusses über die nachstehend bezeichneten Etats für das Etatsjahr 1908, und zwar: Grundstücke in der Stadt,— ländliche Grundstücke in und außerhalb sowie MietS- grundstücke außerhalb der Stadt und Kalksteinbruch zu Rüdersdorf,— Berechtigungen,— Badeanstalten.— Desinfektionsanstalt in der Reichenberger Strasse,— Heimstätten für Genesende und ver- schiedene Einrichtungen für' die öffentliche Gesundheitspflege,— Zentrale Buch.— Städtisches Untersuchungsamt für hygienische und gewerbliche Zwecke, Gymnasien, Realgymnasien und Ober»> realschulen,— Realschulen,— höhere Mädchenschulen,— Turn- hallen der städtischen höheren Lehranstalten, Spielplätze und Turn- Wesen im allgemeinen,— verschiedene Einrichtungen für die städti- schen höheren Lehranstalten und die höheren Mädchenschulen,— Krankenhaus im Friedrichshain,— Krankenhaus Moabit.— Krankenhaus am Urban,— Krankenhaus Gitschiner Strasse,— Kaiser und Kaiserin Friedrich-Kinderkrankenhaus,— Rudolf Virchow-Krankenhaus,— Irren- und Jdiotenanstalt Dalldorf.— Irrenanstalt Herzberge in Lichtenberg,— Irrenanstalt in Buch.— Ansialt für Epileptische„Wuhlgarten" bei Biesdorf,— Gemeindc- schulen(Volksschulen),— Taubstummenschule,— Blindenanstalt nebst Betrieb der Beschaftiaungsanstalt,— Wahlfortbildungsunter- richtswesen,— PflichtfortbildungSunterrichtSwesen und Gewerbliches Unterrichtswesen,— Berichterstattung über die Vorlage be- treffend die Erwerbung eines Schulgrundstücks an der Duncker- stratze,— desgl. über den Antrag von Mitgliedern der Versamm- sung betreffend die Ueberwackung der Zahnpflege der Schulkinder in Verlin,— Vorlagen, den Erlaß einer neuen Ordnung für die Erhebung einer Gemeindesteuer bei den« Erwerbe von Grundstücken im Bezirke der Stadt Berlin,— den Etat des Silberschen Fonds für das Etatsjahr 1908,— die Nachbewilligung von Mitteln für die Befestigung der Hauptverkehrswege um den Sparrplatz mit Mosaik- Pflaster.— den Verkauf einer in Nieder-Schönhausen belegenen Grundstücksparzelle an den preußischen Cisenbahnfiskus,— die Genehmigung eines Vertrages über den Austausch von Grund- stücken in Rüdersdorf.— den Verkauf einer an der Sonnenburger Stratze, Ecke der Gleimstratze, belegenen städtischen Bauparzelle,— den Erwerb einer 123 Quadratmeter grossen Fläche vor dem Grund- stücke Hollmannstratze 27 zu Stratzenzwecken, die Enteignung der Grundstücke Neue Friedrichstratze 93, Waisenstratze 15 und Nr. 16,— die unentgeltliche Lieferung von Gas für die an der Gordon- Bennet-Wettfahrt beteiligten Ballons und Stiftung eines Ehren- Preises— und die versuchsweise anderweite Regelung der Ver- waltung des Waisenhauses in Rummelsburg für'das Etats- jähr 1908. Die Aufnahme in die städtische Taubstummenschule findet anfangs April und Oktober statt. Eltern, Vormünder usw. taubstummer schulpflichtiger, schulfähiger und noch nicht eingesckiulter Kinder haben Anmeldungen zum bevorstehenden Sommerseinester bis spätestens 1. April er. bei dem Direktor Gntzmann, Markusstr. 49, anzubringen. Die Gründung eines Pflegeheims für erblich kranke Kinder bat sich ein Komitee zur Aufgabe gestellt, dos aus der hiesigen Ortsgruppe der Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrank- heiten hervorgegangen ist. In dem Aufruf heißt es:„Ohne eigene Schuld init schwerer Krankheit belastet das Licht der Welt zu er- blicken, ist das Los des von syphilitischen Eltern erzeugten 51indes. Nebenbei besteht die furchtbare Gefahr, datz diese Kinder— wie leider häufig genug vorgekommen ist— die Krankheit auf ihre Umgebung, Ammen. Pflegeeltern. Großeltern usw. übertragen. Nach dem heutigen Stande der Wissenschaft kann man sagen, datz für die meisten dieser unglücklichen Geschöpfe durch zweck- mätzige Behandlung und Pflege eine vollständige Genesung herbei- geführt werden kann, während bisher der größte Teil von ihnen zugrunde gegangen ist. Krankenhäuser sind nicht in der Lage, dieser Gefahr zu be- gegnen, da sie die Kinder nur während der akuten Ausbrüche der Krankheit aufnehmen können, sie aber in den längeren oder kürzeren, für die Umgebung nicht gefahrlosen Zwischenräumen ent- lassen müssen. Hier müssen Stätten geschaffen werden, die, nach hygienischen Grundsätzen geleitet, die betreffenden Kinder behufs zweckentsprechender sachverständiger Behandlung die ersten vier bis fünf Lebensjahre beherbergen. Gesund und ohne Gefahr für ihre fernere Umgebung können die Kinder dann in andere Aufsicht über- gehen" Für Besitzer von Fuhrwerken ist die folgende abgeänderte Polizeiverordnung von Interesse: Die Bestimmungen in den 3, 24. 27— 30 der Stratzenordnung vom 3l. Dezember 1899 werden wie folgt abgeändert bezw. aufgehoben: k. Der 8 3 erhält folgende Fassung: 8 3. An jedem Fuhrwerk, welches nicht seiner Bestimmung gemäss zur Beförderung von Personen dient, mutz daS Eigengewicht des Wagens einschließlich des Zubehörs(Schrotleitcrn, Ketten, Aufsatz- und Schutzbretter uns dcrgl.) angegeben fein. Auch ist an dem Fuhrwerk entweder der Vor- und Zuname und die Wohnung(Ortschaft. Stratze und Hausnummer) des Eigentümers oder die Firma, deren Zwecken der Wagen dient, und deren Geschäftslokal, bei mehreren derartigen Fuhrwerken eines Eigentümers oder einer Firma ausserdem eine fortlaufende Nummer anzubringen. Im Falle der Bezeichnung mit der Firma ist jeder Inhaber der Firma, bei eingetragenen Ver- einen. Aktiengesellschaften. Gesellschaften in. b. H., eingetragenen Genossenschaften und anderen Gesellschaften und Vereinen mit Ncchlsfähigkeit jeder gesetzliche Vertreter strafrechtlich verantwort- Ilch, selbst wenn der Wagen nicht im Eigentum des Firmeninhabers oder der genannten Gesellschaften und Personenvereinigungen steht, sondern nur gemietet ist. Diese Aufschrift ist entweder an der rechten und linken oder an der Hinteren Seite des Fuhrwerks selbst, oder an Tafeln, welche an demselben befestigt sind, in beut- lichcr und unverwischbarer Schrift von mindestens 5 Zentimeter Höhe in einem Abstände des unteren Randes derselben von wenig- stens 45 Zentimeter vom Erdboden dergestalt anzubringen, datz sie stets sichtbar ist. Bei Hunde-, Handwagen und Schubkarren (sowie Transportfahrrädern) ist die Angabe des Eigengewichts nicht erforderlich. II. Dem§ 24 in der Fassung der Polizeiverordnung vom 18. Juni 1993 wird als Nr. 5 folgende Bestimmung hinzugefügt: Bei Bc» Nutzung der Zinnowitzer und der Heringsdorfer Stratze darf der mit dieser Straß, in Verbindung stehende Vorplatz des Stettiner Bahnhofes nur»on Personenfuhrwerken und auch nur von solchen' berührt werden, welche Personen von oder zu dem Stettiner Bahn- Hofe befördern. III. Die§8 27—29 werden aufgehoben. An Stelle des 8 27 treten folgende Bestimmungen: 8 27. Fuhrwerke, welche den Kemperplatz befahren, haben rechts um den Rolandsbrunnen herumzufahren. Hierbei ist von den aus der Lennestratze nach der Siegesallce. Bellevueallee, oder Trcrgartenstratze sowie von den aus der Sieges- alles oder Tiergartenstratze fahrenden Fuhrwerke der äussere, zwischen dem Tiergarten und den Schutzinseln liegende Fahrdamm, von den übrigen Fuhrwerken der innere, zwischen den Schutz- inseln liegende Fahrdamm zu benutzen. Ausgenommen von de» vorstehenden Vorschriften sind die Fuhrwerke, welche zwischen der Tiergartenstratze und der Bellevueallee und zwischen der Bellebue- stratze und der Vittoriastratze verkehren, ferner diejenigen, welche aus der Bellevueallee und der Tiergartenstratze nach der Lenne- stratze, Bellevuestratze oder Viktoriastratze und aus der Viktoria. strotze nach der Lennestratze fahren; allen diesen Fuhrwerken ist der direkte Weg gestattet. IV. Der 8 39 erhält folgende Fassung: 8 39. Diejenigen Fuhr- werke, welche auf der Fahrt nach und von der Skalitzer Stratze den Platz am Schlesifchen Tore kreuzen, haben eine derartige Fahr- richtung einzuschlagen, datz das auf diesem Platze befindliche Bahn- Hofsgebäude der Hochbahn„Schlesisches Tor" links von ihnen bleibt. Die Wahrnehmung der Geschäfte des Gemeindevorstehers, die � nach§ 83 des GelverbegerichtsgcsetzeS dem Gemeindevorsteher ob- ' liegen, ist für die Stadtgemeinde Berlin mit Genehmigung des Oberpräsidenten von Berlin bis zum 31. März 1909 an Stelle de? Stadtrats Hübner dem Stadtrat Rast übertragen worden. Bom Berliner Berfammlungswesen. Im Monat Januar d. J. 1 Die Wahlen für die dritte Klaffe finden für Bris am Sausbefizer. Es wird ihm also nichts weiter übrig bleiben, als fanden in Berlin 516 bei der Polizeibehörde angemeldete öffent- 16. 2 ära statt. Bu wählen find zwei Vertreter. Daß auch hier den bewußten Schimmel hervorzuholen und nach früherer Sitte den liche Veranstaltungen statt, von denen 212 polizeilich überwacht der Gemeindevorsteher der Arbeiterklasse bezüglich einer günstigen Reichsverband als Vorspann zu nehmen. Das alles darf uns aber und 1 aufgelöst wurden. Im Januar 1907, zur Zeit der Reichs- Festfeßung der Wahlzeit kein Entgegenkommen zeigt, geht aus unsere Siegeszuversicht nicht rauben. Es gilt jezt, die noch vortagswahlbewegung, hatte die Zahl der bei der Polizeibehörde an- folgendem hervor: Als einige unserer Genossen beim Bürgermeister handenen Reserven heranzuholen. Stellen sich alle Genossen in gemeldeten öffentlichen Versammlungen 694 betragen. Hiervon vorstellig wurden, die Wahl an einem Sonntage stattfinden zu den Dienst der Sache, dann müssen die beiden Mandate unser wurden 316 polizeilich überwacht und 4 aufgelöst. laffen oder zum mindesten die Wahlzeit zu verlängern, damit es Ein großer Silberdiebstahl ist vorgestern nachmittag in dem den auswärts Arbeitenden ohne allzu großen Zeitverlust ermöglicht werden. Hause Michaelfirchstraße 6 verübt worden. Die im Barterregeschoß werde, an der Wahl teilzunehmen, fagte ber Herr wohlwollendes Nieder- Schöneweide. des Hauses wohnende Witwe Löwh hatte sich gegen 3 Uhr nach gesprochen werden kann, beweist die Festsegung der Wahlzeit. Bei Entgegenkommen zu. Daß aber von einem Entgegenkommen nicht Der von unseren Genossen an die Gemeindevertretung gestellte mittags entfernt, um ihre erfrantie Schwiegertochter zu besuchen früheren Wahlen wurde in der Zeit von 1-1/ 7 reip. 2-1/ 7 geantrag, die Wahlzeit bei den Gemeinderatswahlen für die dritte und nahm auch das Dienstmädchen mit. Als Fra 2. gegen 5 Uhr wählt, diesmal aber von 2-6 Uhr. Die Arbeiter mögen sich ein Wählerklasse in die Zeit von 4-7 Uhr nachmittags zu verlegen, ges nach ihrer Behausung zurüdfehrte, fand sie die Korridortür er brochen. Die Diebe waren in das Wohnzimmer gedrungen, hatten solches" Entgegenkommen" merken. Arbeiter, Partei- langte in der letzten Sizung zur Beratung. Es fand sich denn auch den Silberschrank gesprengt und des gesamten Inhalts beraubt. genossen! Erscheint in der in den nächsten Tagen stattfindenden ein Vertreter der dritten lasse, der die Annahme unseres Antrages Auch die in dem Schrank aufbewahrten goldenen Schmudsachen Bersammlung, in der auch unsere Kandidaten aufgestellt werden, befürwortete. Mit fünf gegen vier Stimmen wurde der Antrag an fomie 100 M. Bargeld hatten sie sich angeeignet. Der Wert der Mann für Mann und ebenso am Tage der Wahl. Zeigt, daß Ihr genommen. Der Gemeindehaushalt balanziert in Einnahme und gestohlenen Gold- und Silbersachen beträgt mehrere Tausend Mark Such durch kleinliche Schikane nicht abschrecken laßt, Eure winzigen Ausgabe mit 232 319,89 M. Zu dem Kanalisationsverband, der aus den sechs Ortschaften Grünau, Alt Glienicke, Adlershof, Rechte zu wahren. und ist um so höher, als sich darunter alte Erbstücke von hohem Nieder- Schöneweide, Johannisthal und Rudow besteht, hat Rieders antiquarischen Werte befanden. Der Umstand, daß die Einbrecher, Mariendorf- Südende. Schöneweide 22 042,51 Wt. gegen 9464,27 Mt. im Vorjahr zu zahlen. ohne die Wohnung weiter zu durchforschen, ihre Aufmerksamkeit Diefer Unterschied erklärt sich dadurch, daß der Beitrag im Vorjahr nur dem Silberschrank zuwendeten, deutet darauf hin, daß fie in nach der Kopfzahl in diesem Jahre nach dem Wasserverbrauch beder Behausung der Witwe 2. genau Bescheid wußten. gewiesen, daß im nächsten Jahre für die Gemeindegasanstalt Errechnet wurde. Vom Gasinspektor Gerold wurde darauf hin weiterungsbauten in Höhe von 100 000 Mt. notwendig feien. Zur befferen Kontrolle und Erledigung der immer umfangreicher werdenden Arbeiten wurde beschlossen, noch einen jungen Mann mit tauf männischer Bildung und einem Anfangsgehalt von 1500 M. einzustellen. Baletotmarber treiben im Osten der Stadt ihr Unwesen. In fester Zeit sind in der Frankfurter Hütte" in der Frankfurter Etraße wiederholt Kleidungsstüde, die Gäste an den Kleiderriegel gehängt hatten, entwendet worden. Personen, die größere Lokale besuchen, tun gut, auf ihr Ueberzeug zu achten, da die Wirte es gewöhnlich ablehnen, für den Schaden aufzukommen. Ein Geständnis abgelegt hat der Hausdiener Heinrich Gunkel. Er gibt zu, den Kutscher Böttcher in der Bülowstraße überfallen und um 761 m. beraubt zu haben. 17 Die Tage der Entscheidung rücken immer näher. Nach den Erklärungen, die Bürgerliche in unseren Wählerversammlungen über die Tätigkeit unseres bisherigen Vertreters, Genossen Reich hardt, gemacht haben, fönnte es scheinen, als liege ihnen nichts daran, die beiden Mandate zu erobern. Das anzunehmen, wäre indes töricht. Unsere Gegner verrichten von Haus zu Haus eine ganz intensive Tätigkeit; auch beweist die Hülfe des Reichslügen berbandes bereits, daß es ihnen ernst ist mit der Erringung der beiden Mandate. Marienfelde. = die„ Mariendorfer Zeitung", unsere Kandidaten in den Schmuh Aufstehung des Etats. Es werden erhoben 123 Broa. Zuschlag als Nicht unerwährt lassen wollen wir, daß das hiesige Amtsblatt, Die lette Gemeindevertreterfihung erledigte an erster Stelle die zu ziehen sucht. Wenngleich es auch nur versteckte und nichts- Gemeindesteuer, 180 Broz. Gewerbesteuer, 100 Broz. Betriebssteuer Jm Apollo- Theater tritt feit Montag vette Guilbert wieder fagende Angriffe find, so beweisen fie doch zur Genüge, daß man und 2,50 M. pro Taufend als Grundwertsteuer. auf an der Stätte, wo fie bor elf Jahren zum erstenmal in Berlin damit auf den Gimpelfang ausgehen will. Die Arbeiterschaft hat Grundbesig ist mit 19%, Millionen abgeschäßt. Die Gemeindes Der gesamte ihre Triumphe feierte. Und auch diesmal faszinierte sie das alle Ursache, die uns noch von der Wahl trennende turze Zeit zur verwaltung erfordert eine Ausgabe von zirka 13 000 M.; die AmisBublifum durch ihre Kunst, aus kleinem, unscheinbarem etwas zu Agitation auszunüßen. Die Wahlen finden statt für Marien- untoften 7500 M.; die Straßenbeleuchtung 6000 M.; die Volksschule machen. Ihr zuzuhören, wie sie den einfachen Chansons Leben einhaucht, ist ein Genuß. Am Montag war die Künstlerin, denn eine dorf am Donnerstag, den 5. März von 12 Uhr mittags 31 000. oder pro Kopf der Schüler 68 M. Der Etat balanziert folche ist sie, besonders spendabel; fie gab Liedchen ernsten, heiteren bis 7 Uhr abends im Restaurant Herold, Chausseestraße 283 in Einnahme und Ausgabe mit 697 150 M., darunter befindet sich und tragischen Inhalts in ungezählter Fülle zum besten und immer und für Südende am Freitag, den 6. März von allerdings eine aufzunehmende Anleihe von 500 000 m. als erste wollten die Zuhörer fie nicht loslassen. 12 bis 4 Uhr nachmittags im Restaurant Dahl, Lichter- Rate zur Anlegung der Kanalisation und 54 000 M. zu neuen Außerdem hat das Apollo Theater in das reichhaltige März felder Straße 21. Unsere Kandidaten sind Schriftfeher Paul Straßenpflasterungen in der Kolonie. Im vorigen Jahre hatte die programm noch zahlreiche Spezialitäten ersten Ranges aufgenommen. 23 e ber und Maurer Heinrich Brudert. Wer von den Berlinerstraße in den Morgenstunden zu beleuchten. Bertretung auf Antrag des Genossen Greulich beschlossen, die Sierher gehört zunächst Paul Spadoni, der als Jongleur und Wahlberechtigten Mariendorfs am morgigen Tage seine Stimme Manns stellte nun den Antrag, die Beleuchtung der Kosten Schöffe Gladiator über ausgezeichnete Gewandtheit und erhebliche Körper- nicht abgibt, geht entgegen früheren Bestimmungen, wonach es wegen einzustellen. fräfte verfüngt. Anklang fanden auch die Gesänge und Tänze der noch gestattet war, am anderen Tage in Südende zu wählen, daß, als es fich vor ein paar Jahren darum handelte, die Beleuchtung Genosse Greulich wies darauf hin, vier Black Diamonts". Daneben aber übt die kleine Leharsche Operette Mitislaw, der Moderne" durch ihre prickelnde Musik nach daher die Wähler ganz besonders hierauf aufmerksam machen. wurde, weil es fich um beffer fituierte Einwohner handelte, die spät Operette Mitislaw, der Moderne" durch ihre prickelnde Musit nach seines Wahlrechtes verluftig. Die Genoffen wollen um eine Stunde zu verlängern, nichts von den Kosten erwähnt wie vor ihre Wirkung aus. Feuernachrichten. Die Feuerwehr hatte am Montag einen Bu bemerken ist noch, daß die Wahl in Lokalen stattfindet, die aus den Berliner Theatern kommen; wo es sich nun um Arbeiter schweren, aber feinen schwarzen Tag. Sie wurde rund 30mal für die Arbeiterschaft nicht zu haben sind. Also vorwärts! und kleine Gewerbetreibende handelt, sollen mit einemmal die alarmiert und hatte Brände zu löschen, die glücklicherweise nicht ieder agitiere unablässig für die Wahl der sozialdemokra. Rosten zu hohe sein. Die Mehrheit lehnte vernünftigerweise den Antrag ab. oft zu verzeichnen sind. Außer den schon gemeldeten beiden großen tischen Kandidaten Jm vorigen Jahre betrug die Grundwertsteuer 1,75 pro 1000 m. Dachstuhlbränden wurde abends noch ein dritter aus Moabit ge= meldet. Dort stand das Eckhaus Lübecker Straße 22 an der PerleDa dieselbe in diesem Etat auf 2,50 W. erhöht ist, glaubte der berger Straße in großer Ausdehnung in Flammen. Der 15. Zug müssen, daß der Grundbesitz immer mehr belastet würde. Er hätte bürgerliche Vertreter Herr Merten ein Klagelied anstimmen zu mußte längere Zeit mit mehreren Schlauchleitungen Waffer geben, es lieber gesehen, wenn die Einkommensteuer erhöht wäre. Ihm um des Feuers Herr zu werden. Es war dies die 16. Brandstiftung wurde von seinen eigenen Gesinnungsgenossen erwidert, daß man innerhalb acht Tagen. bei einer hohen Gemeindesteuer nicht auf Zuzug rechnen könne und in anderen Gemeinden der Grundbefiz noch viel mehr belastet sei. Erkner. Gin In der am Sonntag stattgefundenen, gut besuchten öffentlichen Wählerberfammlung referierte Genoffe Fendel Weißensee über das Thema:" Warum beteiligen wir uns an den Gemeindewahlen?" Der Referent entwickelte in anderthalbstündiger Rede ein bom Weit gefährlicher war ein Kellerbrand, der abends aus der fozialen Geiste geleitetes Kommunalprogramm. Hierauf gab der bis Ackerstr. 44 gemeldet wurde. Da Menschenleben in Gefahr waren, herige Gemeindevertreter Genosse Werner einen furzen Bericht über begab sich Branddirektor Reichel gleich persönlich dorthin, wo die die bisherige Tätigkeit der Gemeindevertretung. Er ties in Teltow. Feuerwehr in großer Stärte eingetroffen war. Auf der Keller- treffender Weise nach, wie wenig die Bürgerlichen die allgemeinen Die Beratung des Etats stand auf der Tagesordnung der treppe des rechten Seitenflügels war dem Kutscher Stichler beim Interessen: wahrzunehmen die Gewähr böten und forderte Ichten Stadtverordnetenversammlung. Die Kommission, welche den Abladen eines Ballons Benzin der Ballon von der Treppe ge- zum Schluß die Anwesenden auf, energisch die Agitation zur Wahl Etat borberaten und in der auch unsere Partei vertreten war, fallen und zersprungen. Die Dämpfe hatten fich an der Treppen- aufzunehmen. Der Vorsitzende gab bekannt, daß unsere bisherigen stellte noch wichtige Anträge zu demselben. So wurde das Ruhebeleuchtung entzündet und im Nu stand der Treppenaufgang bis Vertreter, Genossen Werner und Degebrodt, wieder als Standidaten gehalt eines erblindeten Nachtwächters um 100 m. erhöht. Ferner zum Dach des vierstödigen Hauses vollständig in Flammen. Das aufgestellt sind. Mit verdächtiger Eile sind diesmal die Gemeinde- beantragten unsere Genossen, auf Stadtfosten einen neuen SprengBenzin, das in den Keller geflossen war und natürlich ebenfalls wahlen anberaumt; dieselben finden am Donnerstag, den 5. März, wagen anzuschaffen, da der jetzige Befizer des Wagens auch brannte, entsandte immer neue Flammengarben über die Treppen. Nachmittag von 2-6 Uhr für die dritte Klasse in Degenbrodts Gefell- Fäkalien damit befördert, mithin der Wagen für die Einwohner Diese waren nicht zu passieren, den Hausbewohnern jeder Aus- schaftshaus statt. Die Arbeiterschaft wird sich deshalb nicht über- gesundheitliche Gefahren in sich berge. Der Antrag fand indessen gang abgeschnitten und feine Möglichkeit vorhanden, zu ihnen zu raschen lassen. Handelt es sich doch bei uns nicht um eine Personen- feine Annahme. Die Badeanstalt, welche vom Kreise als Ersatz für gelangen. Das Verhalten der zahlreichen Hausbewohner war über frage, sondern um das Prinzip des Sozialismus, das ohne Rücksicht auf die Badegerechtigkeit im Teltower See erbaut ist, spottet jeder Bealles Lob erhaben. Türen und Fenster hielten sie sämtlich fest die Berfon propagiert wird. Deshalb wird es Sache der Arbeiter- schreibung. Man beschloß daher, zweds Besserstellung und Beverschlossen und wenn ihnen auch die Sekunden zur Ewigkeit schaft sein, die noch furze Zeit wahrzunehmen, um alle Freunde und seitigung der Hauptsächlichsten Mängel 2000 m. in den Etat einzuwurden, ruhig warteten sie, bis die Feuerwehr erschien und An- Arbeitsgenossen für die Wahl zu interessieren. Speziell alle Mit- ftellen. Ferner nahm noch die Versammlung den Antrag der ftalten zur Rettung und Löschung traf. Mit vier Schlauchleitungen glieder des Wahlvereins müssen es als ihre heiligste Pflicht be- Kommission an, den Magistrat zu ersuchen, sich mit dem Bau eines wurde gegen das entfesselte Element vorgegangen, außerdem noch trachten, sich am Nachmittag der Wahl der Partei zur Verfügung zu Krematoriums in Stürze zu beschäftigen. Sand in den Keller geworfen. Schließlich war die Gefahr be- stellen. Versäume niemand, rechtzeitig zur Wahl zu gehen, denn feitigt. Die Feuerwehrmänner waren über Leitern in die Wohnungen Punkt 6 Uhr wird das Lokal für die dritte wählerklasse geschlossen. Johannisthal. gebrungen. Auf Wunsch einer Mutter wurde ein fleines Kind von Deshalb hinein in den Kampf, auf zum Sieg! In der Mitgliederversammlung des Wahlvereins gab Genosse der Wehr über eine solche Leiter aus dem 4. Stock nach unten ge= Frost den Bericht über die Generalversammlung des Kreises. Zu bracht. Der Kutscher Stichler ist merkwürdigerweise mit nicht Französisch- Buchholz. Delegierten für die Generalversammlung Groß- Berlins wurden die lebensgefährlichen Brandwunden davongekommen. Das Treppen- Zur bevorstehenden Gemeindewahl nahm am Sonntag eine gut Genoffen K. Schmidt und Retslag gewählt. Als Bezirksführer haus ist total ausgebrannt. besuchte öffentliche Versammlung Stellung, in der Genosse Hans wählte die Versammlung den Genossen ro st. Um dem hiesigen In der Anklamer Straße 60 schwebten drei Kinder in Lebens- 23eber über die Forderungen der Sozialdemokratie" referierte. Arbeiter- Gesangverein entgegenzukommen, findet der Zahlabend in gefahr. Sie waren allein in der Whonung, als Betten in einer Am Schlusse seines Bortrages forderte der Referent die Verfammelten Zukunft am zweiten Donnerstag im Monat statt. Einem Antrage, Stube in Brand gerieten. Kurz vor Ankunft der Feuerwehr holten auf, für die Wahl der Kandidaten der Sozialdemokratie, im ersten gegen den Genoffen Diesner das Ausschlußverfahren einzuleiten, Hausbewohner mit einem Schußmann die kleinen Kinder aus der Bezirk den Eigentümer Karl Radloff und im zweiten Bezirt ftimmte die Versammlung nach eingehender Diskussion zu. Die brennenden Wohnung heraus. Ferner wurde die Feuerwehr noch den Eigentümer August Bohl, lebhaft zu agitieren. In der Berichte der Gemeindevertreter, Genoffen Dühring und Ra nach dem Hebbel- Theater, wo eine Störung in der Meldeleitung Diskussion verbreitete sich der Gemeindevertreter Sielaff in längeren dumfe, lieferten reiches Agitationsmaterial zu den Gemeindevorlag, nach der Kopenhagener Straße 37, wo ein Keller brannte, Ausführungen über die Wertzuwachs- und Grundwertsteuer und vertreterwahlen. Genosse ta dumte teilte mit, daß die beantragte Nachts um 4 Uhr brannte auf dem Gesundbrunnen, Wrießener meinte, daß die Grundstücksspekulanten jederzeit eine solche Steuer Erhöhung der Vertreterzahl von 9 auf 12 vom Landratsamt für Nachts um 4 Uhr brannte auf dem Gesundbrunnen, Wriebener von sich wälzen würden. Hierauf wurde erwidert, daß das Beispiel unfere Gemeinde genehmigt ist. Genosse Krieg verwies zum Straße 9, die Lederfabrik von G. in zwei Stockwerken. Der anderer Orte eine solche Annahme nicht bestätige. Der Vorsitzende Schluß darauf, daß zum 5. März in Ober- Schöneweide vom Ge16. Bug fand bei seinem Eintreffen schon einen ausgedehnten richtete zum Schluß noch mahnende Worte an die Versammelten, wertschaftskartell eine Versammlung einberufen ist, die sich mit den Brandherd vor. Brandinspektor Julius ließ sofort drei Schlauch- nun auch voll und ganz ihre Schuldigkeit zu tun. Berhältnissen der dortigen Gasanstalt befassen soll, insbesondere mit leitungen von Dampfsprißen vornehmen, wodurch es gelang, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhüten. Die Entstehung Schöneberg. den seit Jahr und Tag stattfindenden Maßregelungen organisierter und anderen Stellen alarmiert. Arbeiter. fonnte noch nicht aufgeklärt werden. Durch Zerbrechen einer Betroleumlampe fam in einer Wohnung in der Bettenkoferstr. 25 Tödlicher Absturz von einem Eisenbahnwagen. In der Eisenbahn- Tegel. Feuer aus, wobei Kleider u. a. verbrannten. betriebswerkstätte an der Papestraße hat sich vorgestern Nachmittag Ueber die preußische Reaktion referierte in der Mitgliederber Arbeiter- Samariterkolonne. Die lebungsstunde der 4. Ab ein bedauerlicher Unglüdsfall zugetragen. Der 30jährige Schloffer teilung in Lichtenberg- Rummelsburg bei Lindner, Grünberger Ferdinand Edinger aus der Coburgerstraße 14 hatte auf einem sammlung des Wahlvereins Genosse Weber. Nach dem beifällig 3. Hirschfeld über Krantenpflege.- Morgen Donnerstag: 3. Ab- Fehltritt und stürzte kopfüber in die Tiefe. Der Verunglückte hatte Robel, in der zweiten Klasse die Genossen Robeite, Beter. Straße 10, findet heute abend statt. Vortrag des Herrn Dr. reparaturbedürftigen Güterwaggon gearbeitet. Er machte dabei einen aufgenommenen Vortrage wurden zur bevorstehenden Gemeindebertreterwahl in der dritten Klasse die Genossen alfes und icilung in Schöneberg bei Wieloch, Grunewaldstraße 110: Vortrag einen schweren Schädelbruch erlitten. In hoffnungslosem Zustand sohn und Bauer aufgestellt. Als Delegierte zur Verbands. des Herrn Dr. Schwab über Krankenpflege, und 5. Abteilung in fand E. im Schöneberger Krankenhaus Aufnahme. generalversammlung wählte die Bersammlung die Genossen Grell, Rigdorf bei Thiel, Bergstraße 151/152: Vortrag des Herrn Dr. Halfes, Bichtenberg und Massa. Echwabach über Verbrennungen und Erfrierungen. An den VorLankwik. trägen schließen sich praktische Uebungen an. Neue Mitglieder tönnen jederzeit eintreten. Vorort- Nachrichten. Zur Gemeindewahlbewegung. Rigdorf. Schwer verunglückt ist vorgestern Nachmittag der 54jährige Weber Heinrich Hoffman, Manteuffelstraße 57 wohnhaft. Vor dem Am Mittwoch, den 11. März, nachmittags von 5-8 Uhr finden Grundstück Berlinerstraße 1 rannte H., der sich in angetrunkenem die Wahlen zur Gemeindevertretung der dritten Klasse statt. Ein Zustande befunden haben soll, gegen einen vorüberfahrenden jeder ist verpflichtet, die kurze Spanne Beit auszunüßen und Omnibus und geriet unter die Räder. Das schwere Gefährt ging überall da, wo sich die Gelegenheit bietet, für unsere Kandidaten über ihn hinweg.: wurde so schwer verletzt, daß er in recht be- Reinhold Theurig und Paul Radice zu agitieren. denklichem Zustande dem städtischen Krankenhause zugeführt werden Der Gemeindeborstand hat unserem Antrag stattgegeben und Legis mußte. timationstarten eingeführt. Wir ersuchen unsere Wähler, fich diese Legitimationstarten forgfältig aufzubewahren und am Tage der Wahl mitzubringen. Wer eine solche Karte am Wahltisch nicht vorzeigen kann, muß sich eine Burüdstellung hinter die mit Starten versehenen Wähler gefallen lassen. Am Montag, den 9. findet abermals eine öffentliche Stommunalwählerversammlung statt, in welcher der Reichstagsabgeordnete Genoffe Moltenbuhr das Referat hält. Sorge auch hier jeder für zahlreichen Besuch. Kut Gemeindewahlen finden am heutigev Tage in Steglik. Klosterfelde( Niederbarnim) in der Zeit von 8 bis Ein Zuwachs von 156 Stimmen gegen das Borjahr und doch 10% Uhr vormittags im Gasthof des Herrn Zernikow Stichwahl. Das ist das Ergebnis der Gemeindewahl vom Montag. statt. Trotz dieser furiofen und für die Arbeiterschaft mit unserer Stimmenzahl von 761( im Vorjahre 605) stehen wir im ungünstigen Wahlzeit übe jeder Wähler der III. Klasse ersten Bezirt an erster Stelle, der Mieterverein erhielt 588 fein Wahlrecht aus und gebe seine Stimme den sozial-( 462), der Hausbefizer- und Kommunalverein 214( 223). Insgesamt demokratischen Kandidaten Maurer Franz Krecklow und wurden abgegeben 1568 Stimmen, die absolute Mehrheit beträgt ein jeder seine Pflicht, so muß uns der Sieg werden. Tischler Paul Gildemeister. 782, so daß uns also 21 Stimmen zur Erringung der beiden Man- Nieder- Schönhausen. date fehlten. Im zweiten Bezirk find die Zahlen in obiger Mit der Anstellung eines neuen Amtsdieners hatte sich die Tette Reihenfolge: 368( 283), 526( 369), 429( 304), also auch hier haben Sigung des Amtsausschusses zu beschäftigen. Der Amtsvorsteher besuchten Bersammlung in Budow Genosse sonrad. Den aus erfreuliches Zeichen Ueber Schul- und Gemeindepolitik referierte in einer gut wir einen Zuwachs von 85 Stimmen zu verzeichnen. Jedenfalls ein meinte, es habe sich seit der Einrichtung der Polizeiwache herausgestellt, daß sechs Amtsdiener nicht mehr ausreichend wären. Er bon Intereffe der Arbeiterschaft an führlich auf Grund des Kommunalprogranims gemachten Dar- erfreuliches Zeichen fchlug vor, die Nachtwächterstellen eingehen zu laffen und dafür legungen des Referenten folgten die Versammiten mit lebhaftem dem kommunalen Leben und kommunalen Leben und zugleich für die eifrige Agi- Amtsbiener einzustellen, so daß bei Tag und Nacht je fünf Beamte Intereffe. An der nach dem beifällig aufgenommenen Vortrag an- tation unferer Parteigenossen. Der Mieterverein hat also tätig find. schließenden Distuffion beteiligten sich die Genossen Hannemann, abermals einen Kampf nach zwei Fronten zu führen, im Die Schöffen Sörger und Rathnow verwiesen auf den NachbarBeuthmann und Friedrich. erften Beairt gegen die Sozialdemokratie, im aweiten gegen die ort Pantow, wo bei einer weit größeren Einwohnerzahl bisher nur Briz- Buckow. zwölf Amtsdiener angestellt sind. Die beantragte Amtsbienerstelle wurde abgelehnt. Hierauf erfolgte die Vorberatung des Etats für das Jahr 1908/09. Die Ausgaben betragen 48 150 M., im Vorjahre 35 805 M., da die siebente Amtsdienerstelle nicht bewilligt wurde, so wird sich die Summe um 2000 M. verringern. Der Zuschuß der Gemeinde beträgt 35 000 M. und der des Gutsbezirts 1300 m. Spandau. ,, Grober Unfug" am Wahlrechtsfonntag. Den Gerichts- Zeitung. Ein Noheitsakt Harte Strafe. boten, also auch nicht die Fortfehung eines erlaubten Tanzes. Wenn hier von 12 Uhr nachts bis 4 Uhr morgens getanzt wurde, so sei bas eben lediglich eine Tanzluftbarkeit am zweiten Feiertage, die verboten gewesen sei, da sie vor 3 Uhr nachmittags begann. Mit Recht seien die Angeklagten deswegen verurteilt worden. Was die Oeffentlichkeit des Vergnügens angehe, so habe das Landgericht diese ohne Nechtsirrtum aus der Leichtigkeit geschloffen, mit der drei Leute zum Tanz Zutritt erlangten, ohne Mitglieder und ohne eingeführte Gäste des Vereins zu fein. Vermischtes. Der Storch im Pfarrhaus. Die goldene" Jugend. Einer Meldung aus Sankt Johann ( Saar) zufolge wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen in zahlreichen Fällen an Kindern von 9 bis 10 Jahren der Millionenerbe Frib Bruch verhaftet. Die Staatsanwaltschaft lehnte es ab, gegen eine Soution bon 60 000 m., welche von den Verwandten des Bruch angeboten wurde, den Verhafteten auf freien Fuß zu sehen. Von allen Heiligen verlaffen. In dem tschechisch- klerikalen las Lidu" in Budweis stand vor der Landtagswahl folgender Wahlaufruf:" Im Namen Gottes! Seiliger Wenzel, Grbe und Patron des Landes Böhmen, bitt' für uns beim Throne Gottes am 20. Februar! Jungfrau Maria, Selferin der Christen, stehe mit uns und verhelfe zum Siege dem Benzel olansky!" Der heilige Wenzel und die Jungfrau Maria wählten aber anders: der Klerikale fiel durch! lag einer Anklagefache zugrunde, welche gestern vor der 4. Straf. fammer des Landgerichts I zur Verhandlung fam. Wegen gefährlicher Störperverlegung in zwei Fällen, Bedrohung, Beleidigung und Hausfriedensbruch war der Schneidergeselle Hubertus SoffUm den Genossenschaftsgedanken mehr und mehr in die Arbeiter- mann angeklagt.- Am Abend des 23. September v. J. erschien fchaft zu tragen, soll in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung der Angeflagte in angetrunkenem Zustande vor einem Sinematoabgehalten und Flugblätter, die sich mit dem Genossenschaftswesen bes graphentheater an der Ede der Stendaler und Havelberger Straße fassen, berbreitet werden. In der kürzlich vom Konsumverein und verlangte eine Eintrittskarte. Die Kassiererin verweigerte ihm Merkur" abgehaltenen Generalversammlung wurde zwar zahlen jedoch mit Rücksicht auf seinen Zustand den Eintritt. Hierüber mäßig nachgewiesen, daß fich eine langfame und ständige Entwide geriet S. in Wut und bedrohte und beschimpfte die Kaffiererin in lung des Vereins bemerkbar mache, daß diese Entwickelung aber ber schlimmsten Weise. Durch den Lärm wurde der Geschäftslange nicht dem sozialen Bewußtsein der werftätigen Bevölkerung führer Thomas herausgelockt. Der Angeklagte überhäufte auch entspräche. Die Zahl der Mitglieder beträgt gegenwärtig 320, doch diesen sofort mit wüsten Schimpfereien. Er drohte u. a. er werde Die Salzburger Wacht" berichtet: Seit etlichen Tagen waltet haben sich nur 107 Mitglieder an dem Einlauf beteiligt. Es wurde den dämlichen Berlinern" zeigen, wie man in Stettin mit dem draußen im Dechantshof zu Bergheim die Hebamme ihres zünftigen diefe niedrige Biffer auf den Umstand zurückgeführt, daß die Ver- Messer umzugehen pflege, denn in Stettin gebe es ohne weiteres Handwerks. Bergangenen Freitag vollzog sich im fittfamen Heim Taufsstelle für die Mitglieder der Wilhelmsstadt zu entlegen sei. Der Messerstiche". Bei dieser Worten zog H. sein Taschenmesser hervor des hochwürdigen Herrn" Dechanten Kroiß das freudige Gra Umsatz im neuen Vierteljahr betrug 10 724 m. gegen 8932 im ver- und fuchtelte damit in drohender Weise in der Luft herum. Thomas eignis", daß eine seiner Mägde einem strammen Weltbürger das gangenen Jahre. Die Untosten sind um 3 Broz. gefallen. äußerte in dieser gefährlichen Situation, daß es das beste wäre, Leben gab. Wer ist der glückliche Papa? Darüber schweigt man den Angeklagten durch einen Schußmann festnehmen zu lassen. fich im Dechantshof gründlichst aus. Als vor einigen Monaten Raum aber hatte er dies gesagt, als der Angeklagte in gebüdter selbst dem simpelften Piusvereinsbruder die verdächtige Rundung Saltung auf ihn zustürzte und ihm das Messer bis an das Seft des pfarrherrlichen Magbleibes aufzufallen begann und man in in den Unterleib stick. Der rohe Patron begnügte sich jedoch noch Bergheim und Umgebung dies und das tuschelte, da behauptete nicht mit diesem brutalen Aft, er stach vielmehr auch auf den wohl der fittenstrenge Herr Dechant, ein reisender Handwerkszufällig des Weges tommenden Buchbrucer Mioczed los und ver. bursche habe seine Magd am hellichten Tage auf offener Straße Die Haupt- und Staatsattion gegen die Teilnehmer an den lehte diesen an der Schulter. Der schwerverlette Thomas wurde einmal überfallen und daher komme jetzt ihr Zustand. Warum Wahlrechtsdemonstrationen vom 12. Januar soll erst noch kommen. sofort nach dem Moabiter Krankenhaus geschafft, wo es der ärzt erstattete denn der christliche Hausvater" Dechant Aroiß nicht sofort Gin Vorspiel dazu sind die schon jest erfolgenden Aburteilungen lichen Kunst gelang, ihn am Leben zu erhalten. Wie der als Sach- nach der angeblichen Vergewaltigung die Anzeige bei der Der kleineren Frebler", d. h. derjenigen Personen, die aus Anlaß verständiger geladene Assistenzarzt Dr. Elsner, der Th. behandelt Gendarmerie? Ist doch ein recht herzensguter Mann, der Herr der Vorgänge jenes Sonntags mur ein polizeiliches Strafmandat hatte, bekundete, muß der Angeklagte nach dem Befunde sogar Dechant von Bergheim. Wenn früher einmal eine ledige Fabriksgefriegt haben und nun richterliche Entscheidung beantragen. Vor eine schneidende Bewegung mit dem Meffer gemacht haben, da der arbeiterin oder eine Bauerndirn Mutter geworden war, schimpfte Schöffen des Amtsgerichts Berlin- Mitte Reib des Verletzten förmlich aufgeschlitt gewesen war. In der und zeterte er am Sonntag von der Stanzel herab über die„ vers stard der Maler Redesdy, um sich zu verantworten wegen eines gestrigen Verhandlung versuchte der Angeklagte sich mit seiner ba worfenen Geschöpfe", über diese Schandweiber" usw. Schau, " groven Unfugs", den er am Wahlrechtssonntag berübt haben maligen Angetrunkenheit zu entschuldigen. Der Staatsanwalt be- schau, aber jest richtete derselbe fittenstrenge Gottesmann einer follte. Eine Woche Haft war von der Polizei furzerhand antragte mit Rüdsicht auf die überaus rohe und brutale Gesinnung, seiner Mägde im fürsterzbischöflichen Dechantshof zu Bergheim über ihn berhängt worden, weil er am 12. Januar den Schuß die der Angeklagte an den Tag gelegt habe, eine Gefängnisstrafe gar die Wochenstube ein. mannspielhauben nicht Reverenz bewiesen" hatte. Am Abend von 1 Jahr und 9 Monaten. Das Gericht hielt dem Angeklagten gegen 16 Uhr sollte er an der Ecke der Kottbuser und der Brißer seine damalige Angetrunkenheit zugute und erkannte auf eine Straße vor einer Gastwirtschaft angesichts der die Menge aer Strafe von einem Jahre Gefängnis. Zugleich wurde S. wegen streuenden" Polizei ausgerufen haben: Genossen, uns hat Fluchtverdachts sofort in haft genommen. fein Mensch was zu sagen!" Ein Schußmann, der diesen Ruf gehört zu haben meinte, war bem A. in das Lofal gefolgt und hatte ihn herausgelangt und das Ergebnis war dann die Strafverfügung. Vor Gericht erklärte R., er habe in dem Lokal Karten gespielt, seine Mitspieler seien vor die Tür gegangen, Wegen einer groben Fahrlässigkeit, welche den Tod eines um dem Walten der Polizei zuzuschauen, da sei er ihnen gefolgt Kindes zur Folge gehabt hatte, verurteilte dieselbe Straffammer und habe ihnen zugerufen, doch hereinzukommen und weiter- den Kutscher Karl Heine zu einer Gefängnisstrafe von 2 Jahren. zuspielen. Demgegenüber wurde von dem Schußmann, der Der Angeklagte, der schon 30 Jahre Kutscher ist, fuhr am Nach als Beuge auftrat, mit absoluter Bestimmtheit versichert, daß der mittage des 20. Januar d. 3. mit einem Steinwagen von der Angeklagte, der ohne Kopfbedeckung auf die Straße hinausgelaufen Oberbaumbrüde nach der Schlesischen Straße zu die Faldensteinsei, mit brüllender Stimme den oben angegebenen Ruf aus- straße entlang. An der Ede machte sich. einer alten Kutschergestoßen habe: Genoffen, uns hat fein Mensch was zu sagen!" unfitte schuldig, durch welche schon häufig schweres Unheil herbeis Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, geführt worden ist. Er fuhr anstatt den sogenannten großen bot Beweis dafür an, daß die Angaben des Angeklagten der Wahr Bogen" um die Ecke, im Trabe scharf nach links hinüber. In heit entsprechen und der Schuhmann sich in der Person demselben Augenblic fam von links das 8jährige Schulmädchen geirrt habe. Im übrigen lasse sich nachweisen, daß dem Anna Müller die Schlesische Straße entlang und wollte die Gde Rufer das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit passieren. Der Angeklagte fuhr trosdem drauflos und richtete ba. gefehlt habe. Zu diesem Zweck feien als Beugen zu laden der durch furchtbares Unheil an. Die kleine M. wurde zu Boden Reichskanaler Fürst Bülow und der frühere gerissen und beide Räder des viele Zentner schweren Wagens Bolizeipräsident v. Borries, die befunden würden, daß gingen über das Kind hinweg. Der Tod trat auf der Stelle ein. die nächtlichen Straßendemonstrationen, die aus Anlaß der Reichs- Vor Gericht bestritt H. fich irgendwie einer Fahrlässigkeit schuldig tagswahlen von 1907 inszeniert wurden, von ihnen nicht gemiz- gemacht zu haben. Der Staatsanwalt beantragte eine GefängnisDas Gericht ging jedoch noch erheblich billigt worden sind. Der Reichskanaler habe am 5. Februar strafe von 1½ Jahren. dem Rufe der lärmenden Wahlnachtsdemonstranten Folge geleistet über diesen Antrag hinaus, da durch die gröbliche Fahrlässigkeit des und sogar an sie eine Ansprache gehalten, die zwar nach dem Ver- Angeklagten ein blühendes Menschenleben vernichtet worden sei. sammlungsrecht nicht zulässig war, durch die er aber deutlich genug Das Urteil lautete deshalb auf 2 Jahre Gefängnis wegen fahrzu erkennen gab, daß die Demonstration ihm Freude bereitete. lässiger Tötung. Der Polizeipräsident habe in einer Aeußerung, die durch die gesamte Presse ging, sein Bedauern darüber ausgesprochen, daß die ähnliche Demonstration aus der Nacht des 20. Januar von den Polizeiorganen falsch aufgefaßt und durch rücksichtsloses Gin- Die für die Provinz Brandenburg erlassene Oberpräsidials schreiten verhindert worden fei. Wenn aber über Straßen- verordnung vom 4. Juli 1898, die zum Gegenstande ihrer Vordemonstrationen, die sogar mit Störung der Nachtruhe verbunden schriften den Schuß der äußeren Heilighaltung der Sonn- und ivaren, von höchsten Beamten Genugtuung ge= Feiertage hat, verbietet durch ihren§ 11 unter anderem an den äußert werde, so müsse im Volt die Meinung entstehen, solche ersten Feiertagen der drei großen Feste( Ostern, Pfingsten, Weih Rundgebungen feien in jedem Falle zulässig. nachten) Tanzmusiken, Bälle und ähnliche Luftbarkeiten, auch wenn Denn selbstverständlich könne es feinen Unterschied ausmachen, ob sie von geschlossenen Gesellschaften veranstaltet werden. Ferner eine Rundgebung den herrschenden Klaffen genehm sei oder nicht. dürfen solche Veranstaltungen nach einer weiteren Bestimmung Der Amtsanwalt erklärte all diese Beweisanträge für uns an den zweiten Feiertagen und gewöhnlichen Sonntagen nicht vor erheblich und forderte Ablehnung. Das Zeugnis des Schußmannes 8 Uhr nachmittags beginnen. Wegen Uebertretung dieser Vorfönne nicht erschüttert werden durch Zeugen, die etwa befunden schrift war der Gastwirt Behrend zu Nauen in der Mart, sowie wollten, daß er sich geirrt habe. Den Reichskanzler und Polizei- der Dachdeckermeister Hübner angeklagt worden. Am ersten Oster- swtnemde 760 SD präsidenten a. D. zu laden, sei überflüssig, da die Vorgänge von tage des vergangenen Jahres hatte im Lokal von Behrend das pamburg 759 DSD 2halb bb. 2 1907 in feiner Beziehung zu den Demonstrationen von 1908 Fest eines Vereins begonnen, dessen Vorsitzender der zweite An Berlin 759 DSD 3 beiter ständen. Das Gericht trat der Meinung des Amtsanwalts bei geflagte war. Es fanden theatralische Aufführungen und Vor- Franti.a M. 757 D und ersparte sich jede weitere Beweiserhebung. Zum Strafträge statt. Nach 12 Uhr nachts begann man dann zu maz führte der Amtsanwalt aus, man müsse berücksichtigen, tanzen, was sich bis 7 Uhr morgens ausdehnte. Der Tanz erdaß Zusammenstöße vorgekommen feien, ja daß die Schußleute folgte also in den ersten vier Stunden des neuen Tages, des zweiten hier hob seine Stimme sich zu flingendem Pathos fogar ge- Csterfeiertages. Die Anklage stützte sich nun darauf, daß am nötigt worden seien, Blut zu bergießen. Da habe der zweiten Feiertage Tanzmusiken, Bälle usw. nicht vor 8 Uhr nachAngeklagte feine acht Tage Haft vollzählig verdient. Der An- mittags anfangen dürften und daß hier eine Tanzluftbarkeit vorgetlagte war, nebenbei bemerkt, an keinem der Zusammenstöße be- liege, die an diesem Tage verbotswidrig vor 3 Uhr nachmittags teiligt gewesen und kein Tropfen seines Blutes hatte vergossen zu begonnen habe. Das Landgericht verurteilte auch beide Anwerden brauchen; in einem ganz anderen Stadtteil, war's, wo er, geklagte wegen Uebertretung jener Vorschrift der Sonntags- und wie gesagt, nur in die Menge hineingerufen haben sollte, fein Feiertagsverordnung, indem es sich der Auffassung der Staats. Mensch habe ihm und ihr etwas zu fagen. Angesichts der Gering anivaltschaft anschloß. Behrend wurde außerdem noch bestraft, fügigkeit dieses zur Anklage stehenden Delittes erfuchte der weil es eine öffentliche Tanzluftbarkeit gewesen sei, für die ent Verteidiger das Gericht, fich durch die temperamentvolle Redes gegen der Verordnung vom 7. März 1904 eine polizeiliche Erlaubnis weise des Anklägers nicht beeinflussen zu lassen. Für die bes nicht nachgesucht worden sei. Die Angeklagten legten Revision hauptete Uebertretung seien nicht mal die Tatbestands- ein und beriefen sich auf eine im 19. Band des Johow abgedruckte merkmale des graben. Unfugs gegeben; denn das Entscheidung. Bublifum sei nicht in seiner Allgemeinheit beunruhigt und gestört Der erste Straffenat des Kammergerichts verwarf dieser Tage irorden. Dr. Heinemann beantragte Freisprechung, für den die Revision der Angeklagten und führte begründend aus: Die Fall der Schuldigsprechung höchstens eine fleine Geldstrafe. Das Entscheidung des Kammergerichts im Johow, Band XIX, fönne Gericht entschied, durch das Zeugnis des Schuhmanns sei der nicht von den Angeklagten mit Erfolg herangezogen werden. Sie Angeklagte überführt, groben Unfug verübt zu haben; solche beziehe sich auf ein Sonnabendvergnügen, von dem in den Sonntag lärmenden Zurufe bei solcher Gelegenheit seien geeignet, hineingetanzt worden sei, bis zu einem Zeitpunkt, wo das eigentcine Beunruhigung des Publikums zu beliche Sonntagsleben noch nicht begonnen hatte, die äußere Heiligwirken; boch werde eine Geldstrafe bon 25 M. haltung des Sonntags also nicht habe gestört werden können. Unter ( ebentuell 5 Tage Haft) als ausreichende Sühne erachtet. diesen Vorausseßungen habe das Kammergericht jenes HineinWeshalb ist, wenn grober Unfug" in diesem Falle als tanzen in den Sonntag für statthaft erklärt. Ganz anders lägen vorliegend angenommen wurde, gegen die Blockjünglinge der Wahl- die Dinge hier. Dort die Fortseyung eines erlaubten Tanznacht Anklage nicht erhoben? vergnügens. Hier am ersten Feiertage gar kein Tanz, weil ver-) schwaches Eistreiben. Anfang 8 Uhr. Für den Inhalt der Jurerate Berliner. Förster- Chriftl übernimmt die Redaktion dem Neues. Simfon Publikum gegenüber teinerlei guftipielhans. Panne. Verantwortung. Schiller 0. ( Walner Theater.) Der Weg zum Herzen. Schiller Charlottenburg. Auf der Theater. Mittwoch, 4. März Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Lohengrin. Anfang 7 Uhr. Königl. Schauspielhaus. Die Raben. fteinerin. Deutiches. Die Räuber. Kammerspiele. Lysistrata[ An fang 8 Uhr. Leffing. Lebendige Stunden. Neues Schauspielhaus. Alt- Heidel berg. Sonnenseite, • Zur Berfrommungsverordnung für die Proving Brandenburg. Apollo. Mitislam der Moderne. Yvette Guilbert. Spezialiäten. Folies Caprice. Jeunesse dorée. Baragraph 343. Mal was andres. Papa und Gebr. Herrnfeld. Genoffen. Salomonisches Urteil. Bürgert. Schauspielhaus. Krieg im Frieden. Kafino. lichkeit. Urania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Satarakt. Nachmittags 4 Uhr: Ueber ben Brenner nach Benedig. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Theater an der Spree. Ungültig. Stafing Die Freuden der Häus zagl. 8 Uhr: Gaftſpiel Hansi Niesi: Lortzing. Bar und Zimmermann. Komische Oper. Die Fledermaus. Kleines. 2 × 2= 5. Friedrich Wilhelmstädt. Schau. spielhaus. Kriemhilds Nache. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. 2eiten. Ein Walzertraum. Residenz. Bibi. Der felige Octave. Zentral. Ein seltsamer Fall. Luisen. Des Mädchens Lebenswege. Thalia. Immer oben auf. Trianon. Baron Toto. Bernhard Rofe. Ein toller Einfall. Wietropol. Das muß man seh'n. Parodie. Tannhäuser. Nachtasyt. Die Förster- Christl. Die Förster- Christl. Rosenmontag. Wintergarten. Spezialitäten. Ringtampf- Stonkurrenz. Passage. Madame Hanako. Spe gialitäten. Meichshallen. Stettiner Sänger. Guftab Behrens. Spezialitäten. Carl Saverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Palast. Ringlampf- Stonfurrena. Spe zialitäten. Zentral- Theater. Heute und folgende Tage: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Kaffeneröffn. 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein seltsamer Fall. Schiffszusammenstoß. Der deutsche Dampfer Portugal" stieß, wie aus Brest gemeldet wird, gestern beim Einlaufen in den Hafen mit dem Torpedobootszerstörer Fauconneau" aufammen, dem dabei mehrere Platten eingebrüdt wurden, und karambolierte dann mit einem Handelsdampfer, welcher ebenfalls Beschädigungen erlitt. Auch der deutsche Dampfer muß sich einer Ne paratur unterziehen, zumal er auch vorher schon einen heftigen Stoß erhalten hatte. Der Thphus. In Budapest nimmt, wie aus einer Meldung von dort hervorgeht, der Fledtyphus epidemische Formen an. Gestern sind abermals elf Personen, darunter fünf Mit glieber einer Familie, erkrankt. Da auch aus Agram Typhusfälle gemeldet werden, so scheint die Krankheit bereits in die Provinz verschleppt worden zu sein. Eine Dynamitexplosion. In dem Kassejowizer Goldbergwerke ereignete sich, wie aus Bilsen berichtet wird, aus unbekannter Ursache eine Dynamitexplosion. wobei ein Arbeiter getötet und zahlreiche verwundet wurden. Witterungsübersicht vom 3. März 1908, morgens 8 Uhr. 6tationen München Wien Barometer Better Stafionen 3 Nebel 8 3 Windstarle Beller bedeďt 8 bedeckt 755 NW 757 NND 767 SS 5 mollig 3 wolfig 1 Rebel Temp. n. 6. 3831 Haparanda 771 Still Petersburg 767 SD Scilly 1 heiter 1 Aberdeen 756 23 2 Schnee 2 Baris 758 30 1 Schnee Wetterprognose für Mittwoch, den 4. März 1908. Biemlich trübe und nebelig, am Tage etwas fühler mit Niederschlägen und mäßigen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterburea ut. Wasserstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau. Bafferstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor . cm am feit am 2. 3. 1. 3. Wasserstand 2. 3. 1.8. cm ¹) 320) cm cm³) -7 229) +4 272)+18 182 0 Saale, Grochlik Sabel, Spandau) Nathenow) Spree, Spremberg) 221 157 169 130 284 +10 268 +7 Beeskow Befer, Münden 207 132 Minden 238 Stroffen Frankfurt Barthe, Schrimm 298 Landsberg 249 GIbe, Leitmerik Dresden Barby • Rhein, Marimiliansan 448 Raub Köln Nedar, Heilbronn 132 78 -27 -15 349 -25 Main, Wertheim Magdeburg 309 -21 Mosel, Trier + bedeutet Wuchs, Fall. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Simson. Morgen und folgende Tage: Simson. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Morgen und folgende Tage: 2 mal 2= 5. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Panne. 348 472 170 270 306 [ 9 7 7 8 7 7 7 7 8 77 Unterpegel.) Eisstand. Urania. Wissenschaftliches Theater Taubenstr. 48/49. Nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hebbel- Theater, niggräßer Str. 57/58. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Sham Neues Operetten- Theater Eröffnung Donnerstag, den 5. März 1908 Anfang 8 Uhr. Der Opernball. Theater des Westens. S Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Kriemhilds Rache. Anfang 8 Uhr. Donnerst.: Lokomotivführer Claussen. Freitag z. 1. M.: Hasemanns Töchter. Boitsftüd in 4 Aften v. Adolf L'Arronge. Lortzing- Oper. Abends 8 Uhr: Zar und Zimmermann. Donnerstag 71, Uhr: Die Zauberflöte. Freitag: Figaros Hochzeit. Sonnabend: Der Tromp. v. Gading. Sonntag 3 Uhr: Martha. Abends 8 Uhr: Rigoletto. Residenz- Theater, Direttion: Richard Alexander. Uhr. Bibi." 8 Uhr. Schwant in 3 Aften von de Gorffe und de Marsan. Bretillot Richard Alexander. Hierauf: Der felige Octave. Sonntag, den 8. März, 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Zum ersten Male: Der Weg zum Herzen. Lustspiel in 4 Aften v. Adolf L'Arronge. Donnerstag, abends 8 Uhr: Der Weg zum Herzen. Freitag, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Lustspiel in 3 Aufzügen von Dstar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Kaiser und Galiläer. Freitag, abends 8 br: Auf der Sonnenseite. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Charlottenburg 9 Uhr: Vortrag von Frik Stahl: Michelangolo 1. Deutsche Konzerthallen An der Spandaner Brücke 3. Täglich Deutsch- Amerikanischer Urbock- Trubel. Theater an der Spree Zirkus Schumann Stöpenicker Straße 68. Abends 8 Uhr: Gastspiel Dir. Sborowit: Ungültig. ( Das Geheimnis einer Ehe.) Täglich 8 Uhr: ungültig. DERNHARD ROSE THEATED ( Gr. Frankfurterftr. 132. Ein toller Einfall. Anfang 8 Uhr. Bochentagspreise. Donnerstag Premiere. Die Heiratsfalle. Heute Mittwoch, 4. März, 28 Uhr: Brillante Vorstellung. Das Tagesgespräch von Berlin prolongiert! Resisto das elektrische Rätsel. Neuengagiert! Das Loja- Trio Bhänom. Akrobaten a. d. Drahtseil mit dreifachem Saltomortal und bas Riesen Programm, endigend mit der Bracht AusstattungsBantomime Luisen- Theater. AMERIKA Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Des Mädchens Lebenswege. Donnerstag Benefiz für Herrn Georg Wald: Fuhrmann Henschel. Freitag: Der eingebildete Krante. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Abends: Unser Doktor. Sonntag nachm. 3 Uhr: Des Mäd. chens Lebenswege. Abends: Ma schinenbauer von Berlin. Montag: Ein verlorener Sohn. Rixdorfer Theater . 147. Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Mittwoch, den 4. März: Benefiz für die Herren Grävenik und Krüger: Cornelius Voß. Luftsp. in 4 Aften v.Franz v.Schönthan. Anfang 8 Uhr. Gastspiel pollo Theater Yvette Guilbert dazu d. Attrakt. Paul Spadoni The 4 black Diamonds Die vier Athlétas Rolf Rafaely X Hedy Stanwey Hella- Trio. Mia Werber. Mitislaw der Moderne Operette von F. Lehár. 8 Theater 8 Uhr Folies Caprice hr Neu! Jeunesse dorée. Mal was Anderes Paragraph 343. Revue mit Gesang in 3 Bildern. Kasino- Theater. Herrliche Licht- und Waffer: Effekte. Passage- Theater. Heute 2 Vorstellungen Nachm. 3-7 Uhr( kleine Preise). Abends 8-11 Uhr. Hanako Japans größte Tragödin mit ihrem Ensemble und das und das glänzende März- Programm. Passage- Panoptikum. Deutschlands größter Soldat Josef Schippers der lange Kerl Kunsttancher Kapt. Gröbl m. s. Riesenbass. Sicilian. Briganten- Kapelle. Ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. W. Noacks Theater Dtreftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Das Schloß am Meer. Schauspiel in 5 Alten v. D. Walther. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Gr. Extra- Vorstellung: Robert der Teufel. In Borbereitung: Verführt u. entehrt. Trianon- Theater. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: 8 Uhr. Baron Toto. 8 ubr. Das neue glänzende Programm. Sonntag nachm. 3 Uhr: Cyprienne. Nesemann usw. noch Die Freuden d. häusligheit. Walhalla Sonntag 4 Uhr: Hanni weint Variete- Theater Hansi lacht Weinbergsweg 19/20, Rosenthaler Tor. Abends 8 Uhr: Das neue März- Programm. Gebr. Herrnfeld- Die heiligen Chinesen Theater. Allabendlich interessante Prozeß wie er stürmischer nie der belacht wurde: Salomonisches Urteil. Ein Nachspiel zu Papa und Genossen Beide Stüde mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Sonntag 3 Uhr: Endlich allein! Der Fall Blumentopf. in ihren geheimnisvollen Sitten und Gebräuchen. Ein Tag in der Opinmhöhle. Kofta der Mann mit dem drehbaren Kopf und die übrigen internationalen Künstler. Tunnel: Bockbierfest, Reg.- Rapelle, Sänger, italienisches Orchester. D Theaterbesucher freier Gintritt. XIII. Saison. X X X X X X WARTEN Möbel- Kaufhaus 1 Genaro u. Theol, equilibrist. Produktion.- Der Biograph, der enge Schuh. Die vier Bracks, Akrobaten. Hania De Dio, Truly de Vert, Sängerin. Phantasietänzerin. Shattuck, amerikan. Sängerin. Marquis Dassie, dressierte Ponnies. Die Tiller Girls, X engl. Gesangs- u. Tanztruppe. Paul Jülich, Humorist. Große Ringkampf- Konkurrenz um die Sieges- Prämie von 10 000 Mark. Heute ringen: Jakob Koch, Deutschl.- Weltmstr., gegen Gerigkoff, Polen. Noéle le Bordelais, Süd- Frankreich, gegen Albert Sturm, Berlin. Banola, Italien, gegen Schneider, Sachsen. Oskar Ferner Entscheidungskampf: Willy Chase, Singhalese, gegen Savanné, Rheinland. Zirkus Busch Buggenhagen abends 7, Uhr: Gala- Vorstellung. Bisher noch nie gezeigt! Sturz aus der Höhe v. sechs Etagen!( Mon Gadbin). Neu! Neu! Neu! 12 Japaner. Jokada- Truppe! Original Japaner. Herr Kommissionsrat Gustav Stensbeck, Direktor des Berliner Tatters falls, als Gaft. Herr Ernst Schumann, Neudreffur. Um zirka 10: Auf der Hallig! Vorher: Gala Programm. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 8. März, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! Palast- Theater Burgstr. 24. Bhf. Börse. Ringkampf- Konkurrenz Es ringen Mittwoch, den 4. März: Chemjarin, Rußland, gegen Fritz Woldt, Berlin. Ritzler, Württemberg, gegen Strenge, Berlin. Kuchelsdorf, Berlin, Elberfeld. gegen Bau, Ali Ogli, Zurteftan, gegen Erdmann, Berlin. F. Schmidt, Leipzig, gegen V. Illo, Infel Kuba. Dazu: Das März- Programm Anfang 8 Uhr. Sanssouci Kottbuser Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu: HusarenStreiche. Anfang: Bochent. 8 Sonnt. 7. Fappoldt's Neuer Konzertsaal Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Großes Militär- Konzert. .. Rauchen Sie Phänomen Cigaretten! Devise: Qualität ist die beste Empfehlung. im Theatersaal täglich! Albert Böhme und das großartige März- Programm. Entree 50 Pf. Vorverkauf 40 Pf. 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In Ostafrika sind infolge des Krieges, der Hungersnot und iM Seuchen 75 000 Menschen, darunter viele Weiber und Kinder weggerafft worden. Die neue Taktik stellt nun als ersten Grundsatz auf: Schonung von Menschen und Eigen- tum, weil die Vernichtung von Eingeborenen und ihres Besitzes den Kolonisierenden gleich empfindlich schädige, lvie den Betroffenen. Der Zweck und das Ergebnis der Erklärung geht dahin: Es toll die S ch u tz t r u p p e zwar nicht vermehrt werden, denn eine Verstärkung der'Schutztruppe könnte die Reibuugsflächen vergrößern, dafür sei notwendig E i s e n b a h n e n z u bauen. Damit könnte dann auch eine schwächere Schutztruppe Ruhe und Ordnung aufrecht- erhalten. Die Erklärung ist also mehr eine Begründung der kommenden E i s e n b a b n v o r l a g e. Dernburg erklärte, er habe sie nur jetzt schon vorgelegt, damit ihm nicht der Vorwurf der Ucberrumpelung gemacht werden könne.— Die Ausgaben werden bewilligt. Ohne erhebliche Debatte finden alle Resolutionen bis zu den Ausgaben für die Flottille Annahme. Bei diesen Aus- gaben, welche sich auf zirka 683 000 Mark jährlich belaufen, schildert Dernburg. daß die Einrichtung und Unterhaltung der Flottille ein böser Fe h lg ri ff gewesen ist. Er will die ganze Geschichte ver- pachten, um so Geld zu ersparen. Nun ist ein sogenannter s e e- m ä n n i s ch e r Beirat dem Gonverneur beigegeben, der Haupt- sächlich die Schuld an der verpfuschten Einrichtung trägt. Der Staatssekretär gibt auf Anfrage zu, daß der Mann sich seiner Aufgabe nicht gewachsen gezeigt habe, aber er habe festen Vertrag und werde mit anderen Arbeiten beschäftigt. Nach den Er- klärunaen Demburgs wird beschlossen, daß die Ersparnisse infolge der Rctormen bei der Flottille nicht dem Reservefonds zufallen sollen, sondern als Minderausgaben vom Reichszuschuß zu kürzen sind. Bei den Ausgabeil für das Gesundheitswesen regt Arn'ulg weitere Arbeilen zur Bekämpfung der Malaria an. ES sei ungeheuer, wie viel Menschen früher von der Malaria hingerafft wurden. Bei dem Kapitel der Eisenbahnen weist Deruburg noch- mals auf den kommenden Nachtragsetat hin und teilt mit, daß infolge eines Vertrages mit der Firma Lciiz sich die Einnahmen um 143 000 Mark erhöhen. An den Positionen wird vorerst nichts verändert, sie finden Genehmigung. Die Ausgaben von 60 000 Mark zur Unterstützung von Bnumwollkulturversuchen gaben Anlaß zur Besprechung der Resultate der vaumwoll- aupflanzuugen. Nach DernburgS Erklärungen sind bisher nur vereinzelt günstige Erfolge erzielt ivorden. Meist fehlt e s an der Bewässerung und künstliche Be- Wässerungsanlagen sind sehr kostspielig. Die Re- gierung könne �roße Mittel hierfür nicht anlegen. In einem Bezirk sei der Versuch fehlgeschlagen, weil die schwarzen Arbeiter zu schlecht entlohnt worden. Zusammenfassend glaubt Dernburg sagen zu können, daß sehr erhebliche Ouailtitäten Baumwolle ge- Wonnen werden können und daß sie auch konkurrenzfähig sein werde. Auf eine Frage nach der Tragweite der neuen Dcrnburgschen Landordnung, den Preis, zu welchem der G r u n d und Boden an Pflanzer abgegeben werde und der Anregung, den Preis zu erhöhen, gibt Dernburg wieder eine programmatische Erklärung über die Landvergebung. Er führt aus, daß der Preis des Landes selbst gar keine Rolle spiele, das Schwer- gewicht liege auf dem Anbau des Landes. Um Spekulation zu ver- hindern, iverde Betriebszwang eingeführt und dein Käufer der Barpreis für einen Teil des Landes abgenommen. Wer 1000 Hektar haben wolle, bekomme 100 oder 150 Hektar, die er mit 3—4 Rupien pro Hektar bezahlen muß. Ist dort der Betrieb ein- gerichtet, so erhalte er mehr. Es sei großes Kapital zum Anbau des Landes nötig. Der Pflanzer brauche beim Sisalbau z. B. pro Hektar über 500 Rupien, nach einer Rechnung, die Paaswe aufgestellt habe, sogar 892 Rupien, ehe das Land Er- trägnisse abwerfe. Dazu känien noch 25 000 M. für Häuser. Maschinen und sonstige Betriebsmittel. Seniler und Paasch- ersuchen die Regierung, nicht so rigoros gegen die Pflanzer zu sein. Man dürfe ihnen nicht so schwere Verpflichtungen in Bezug auf den Betriebszwang auferlegen, es würden viel inehr Weiße in die Kolonie gehen, wenn die Be- dingungen weniger hart seien. Die Redner bezweifeln, ob mit den selbständigen Negerkulturen ettvas erreicht werde, man brauche also die Weißen. Abg. Aruing und Dernburg sind anderer Meinung. Letzterer weist dabei nockimals auf die klimatischen Gefahren hin; der Weiße, der sich dauernd dort aufhalten tvolle, könne den ständigen Gebrauch des Chinin gegen Malaria gar nicht aushalten, das gehe bei de» Reitenden auf ein paar Monate, oder dem Beamten auf zwei Jahre, aber nicht für Lebensdauer. Aus diesen Gründen, und weil er nicht an eine große Zukunft des Plantagen- b a u e s glauben kann? und imr der Spckulatiou nicht Vorschub zu leisten, könne er sich für eine Milderung der Bedingungen nicht aussprechen. Ledebour ist der Meinung, daß die Landpolitik in Ostafrika viel gesünder ist. wie in anderen Kolonien: bei der Differenz zwischen Paaschs und Dernburg tritt wieder der alte Gegensatz zutage; Paaschs will die agrarische Plantage nkultur gefördert sehen, Dernburg die Eigenkultur der Neger. Der letzteren ist zweifellos der Vorzug zu geben. Wie die Negerkulturen in Amerika zeigen, liegt in den bäuerlichen Negerkulturen die bessere Gewähr für die wirtschaftliche Entwickelung der Kolonie. Darum müsse auch dem Streben nach großen Gebietserwerbungen entgegen. getreten werden. Hätte man in Togo diese Landpolitik befolgt. dann wären die skandalösen Landwuchereien dort vermieden worden. Dernburg icheint die Zustimmung Ledebours unangenehm zu empfinden, er schränkt seine Ausführungen wesentlich ein Und macht die ganz unverständliche Bemerkung, vorläufig sei man noch nicht in d c r s o z i a l i st i s ch e n G e s e l l s ch a s t. Es bekomme jeder, der sich in der Kolonie betätigen wolle, Land zu seinem Betrieb.— Dietrich spricht sich ähnlich wie Paaschs aus und Erzbcrger verlangt eine weseitiliche Preiserhöhung des Landes, man solle statt 2—5 Rupien vielleicht 20 Rupien für den Hektar Land nehmen. Lattuiann begrüßt die Dernburgsche neue Landordnung, sieht aber darin das Gegenteil, wie Ledebour. er ist für die Plantagenkultureu. Pansche tritt Ledebour entxlegen: die kleinbäuerliche Methode versage bei der Baumwollkultur, mit der Handarbeit ließe sich das Quantum Baumwolle nicht gewinnen, das für eine Rentabilität not- wendig sei. Ein Neger könne ohne Maschinen kaum einen halben Morgen Land bebauen. Er bitt--' nochmals, die Landordnuiig etwas lax zu handhaben, die Baumwollkultur könne nur im Großbetrieb prosperieren. Ledebour verspottet die Furcht des Staatsekretärs vor sozialdemokratischer Unterstützung: vielleicht schreibt er morgen wieder einen Brief an die„Rheinisch-W'estfälische Zeitung", um sich von jedem Verdacht zu reinigen. Im iveiteren polemisiert Ledebour ein- gehend gegen Paaschs und beruft sich dabei auf Decnburgs amtliche Berichte über die Kolonien. Arniug und Teniburg antworten kurz, wobei Dernburg gegen Paaiche bestreitet, einen Z i ck z a et k u r s zu steuern: er wolle auch erklären, daß er mit vielen Bemerkungen Ledebours einverstanden sei. Damit ist die Debatte erschöpft, die 60 000 M. werden be- willigt. Die Forderung von 100 000 M. für den Bau eines festen Forts in Muänsa am Viktoria-Nyausasee— 120000 M. sind schon bewilligt— führt zu einer Debatte über die G e s u n d h e i t s- Verhältnisse von Muansa. Deruburg gibt zu, daß es das ungesundeste Nest in der Kolonie sei; es sollen Sanieruugsarbeiten gemacht werden. Dietrich bespricht die Gefahr der Schlaf- krankheit und verlangt spstematische Vertilgung der Krokodile, die im Viktoria-Nhansa sehr zahlreich seien. Derw bürg kündigt an, daß nächste Woche in London eine internationale Konferenz zusammentrete, welche die Aufgabe habe, ein intcr- nationales Komitee zur Bekämpfung der Schlafkrankheit zu bilden und durch internationale Maßnahmen gegen diese furchtbare Krank- heit vorzugehen. Die B e v ö l k e r u n g ganzer Ortschaften sei dieser Krankheit zum Opfer gefallen. Arendt verlängt bei einem anderen Posten, daß die Eingeborenen nicht zur Bedienung der Maschinengewehre zugelassen werden, man möge die weiße Militärmacht verstärken: Dernburg versichert, daß die Erfüllung des Areudtschen Wunsches 270 000 M. Mehrkosten verursachen würde, es ließe sich der Gefahr vorbeugen, wenn gewisse Verschlußtcile immer in den Händen des Offiziers blieben. Auf das Ersuchen v. Richthofcns» einige durch den Auf- stand geschädigte RlissionSgesellschaften zu unterstützen, antwortet Dernburg ablehnend, es würden zirka 20 Proz. des wirklichen Schadens aus verfügbaren Mitteln gedeckt werden können. Der Etat ist hiermit erledigt. Die Kommission geht über die Petition der Pflanzer mu Zwangs- Zuführung von Arbeitern und besserer Unterstützung der Plantogen- ivirtschaft zur Tagesordnung über, nur Arendt tritt für die Petition em. Auf Verlangen Ledebours wird der sozialdemokratische Antrag auf Vorlegung der Disziplinarurteile gegen Peters noch behandelt. Dernburg lehnt die Vorlage ab, die Urteile seien als Buch erschienen und für 40 Pf. zu haben. Arendt würde dem Autrag zustimmen, wenn Vorlage der ganzen Akten verlangt würde. Das Zentrum spaltet sich, Spahn und seine Richtung werfen sich zu Rettern des Peters auf, sie stiminen auch gegen den sozialdemokratischen Antrag, Erzbcrger und Kalkhoff stiminen mit einigen Freisinnigen für den Antrag, der mit allen gegen sieben Stimmen abgelehnt wird. Mittwoch: Etat für Kamerun. Geoeralscharfinacher und ionderbarer heiliger des organisierten Scharfmachertums. Diese Bezeichnungen hat die„Holzarbeiter-Zeitung" auf den Oleneralsckretär Nasse angewandt und zwar in zwei Sätzen eines längeren Artikels, der die Tätigkeit des Herrn Nasse bei der Gründung einer Organisation der Wagenbauunternehmer be- lcuckitetc. Auch als Scharfmacher war Herr Raffe bezeichnet. Er fühlte sich dadurch beleidigt und verklagte den Redakteur der , Holzarbeiter-Zeitung", Genossen Dcinhardt in Stuttgart beim Berliner Schöfsengcricht. Dasselbe erklärte die Bezeichnung „Scharfmacher� für nicht beleidigend, verurteilte den Genossen Deinhardt aber zu einer Geldstrafe von 10 M., weil die Ausdrücke „Gcncralscharfmacher" und„sonderbarer Heiliger des Scharf- machcrtums" für überempfindliche Leute beleidigend seien. Mit diesem Erfolg seiner Klage war der Generalsekretär Nasse noch nicht zufrieden. Er wollte eine höhere Strafe durchsetzen und legte deshalb Berufung ein. Danach machte dann auch der An- geklagte von dem Rechtsmittel der Berufung Gebrauch. Am Dienstag kam deshalb die Sache vor der 8. Strafkammer beS Landgerichts l zur Verhandlung. Der Vorsitzende machte die üblichen VcrgleichSvcrsuche und fragte dabei den Kläger Nasse, ob ihm denn die Bestrafung des Beklagten mit 10 M. nicht ge- nüge, ob denn im Streit der Parteien kein Mensch sagen dürfe, daß jemand ein Scharfmacher sei. Auch durch die Worte General- scharfmacher und sonderbarer Heiliger brauche sich doch niemand beleidigt zu fühlen.— Aber weder Herr Nasse noch sein Ver- leidiger, Rechtsanwalt Hennigsolm, waren diesen vernünftigen Vorstellungen zugänglich. Sie erklärten wiederholt, daß die Strafe von 10 M. keine ausreichende Sühne für die Herrn Nasse angetane Beleidigung sei.— Rechtsanwalt Heine, der den Beklagten vertrat, hatte eine� Anzahl Zeugen geladen, Mitglieder des Holzarbeiter- und des Mctallarbeiterverbandes sowie den Borsitienden des Ge- Werbegerichts, Herrn v. Schulz, welche Auskunft geben sollten über die scharfmacherische Tätigkeit des Herrn Nasse. Rechtsanwalt Heine erklärte, er habe nur ein Interesse an der Feststellung, dafi der Kläger als Störer des sozialen Frieden?, also als Scharfmacher gewirkt hat. Wenn das Gericht diesen Be« weis nicht zulassen sollte, sei er bereit, die Berufung zurückzuziehen, falls der Kläger ebenfalls die Berufung zurücknehme.— Das lehnte der Anwalt des Klägers jedoch ab, denn er wollte durchaus eine höhere Bestrafung des Beklagten erzielen. Nachdem der Vergleichsversuch des Vorsitzenden erfolglos ge- blieben war, begründete Rechtsanwalt Heine seine Beweisanträge. Durch Vernehmung der Zeugen sollte erwiesen werden, daß Herr Nasse seit Jahren bemüht ist, Kämpfe der Arbeitgeber gegen die Arbeitnehmcrorganisationcn zu provozieren, daß er namentlich bestrebt sei, Arbeitsnachweise einrichten zu lassen, zu deren Ver- waltung die Mitwirkung der Arbeiter ausgeschlossen ist. Es solle ferner"bewiesen werden, daß der Arbeitsnachweis der Metall- industriellen, den Herr Nasse leitet, nicht eigentlich der Arbeits. vermittclung, sondern der Maßregelung von Arbeitern dient. Durch diesen Arbeitsnachweis werde nicht Arbeit nachgewiesen, sondern Arbeiter, die Beschäftigung gefunden haben, würden an der Arbeit gehindert. Solche Arbeitsnachweise auch in anderen Gewerben einzurichten, sei das Ideal des Herrn Nasse. Im Jahr.e 1901 habe er bei den Arbeitgebern der Holzindustrie für einen solchen Arbeitsnachweis agitiert, es sei allerdings trotzdem ein paritätischer Arbeitsnachweis eingerichtet worden. Rechtsanwalt Hennigsohn erwiderte darauf, der Arbeitsnach- weis der Metallindustriellen diene nicht nur der Maßregelung, viele Arbeitsstellen würden durch den Nachweis besetzt. Hetzer und Aufwiegler würden allerdings von der Arbeit ausgeschlossen.— Der Vorsitzende fragte den' Kläger, wie er denn feststellen könne, ob die Arbeiter, welche er von der Arbeit ausschließe, zu denen ge- hören, die in den Betrieben keine Unterkunft finden, ob er denn eine schwarze Liste führe.— Der Kläger Nasse erklärte darauf ganz bestimmt, schwarze Listen habe er nicht. Jedoch bestritt Herr Nasse nicht, daß Listen existieren, auf Gtund deren bestimmte Ar- beiter gemastregelt werden.— Weiter stellte Rechtsanwalt Heine unter Beweis, daß Herr Nasse im Jahre 1904, als die Klavier- arbeiter Lohnforderungen stellten, die Arbeitgeber zum Widerstande gegen dieselben und zur Aussperrung aller Arbeiter aufforderte. Die Folge dieses Auftretens des Herrn Nasse war ein Streik, der 17 Wochen dauerte. Auch als die Kämmarbeiter Lohnforderungen stellten, habe Herr Nasse die Arbeitgeber zum Widerstande organi- siert und dadurch einen Streik hervorgerufen.— Das alles solle durch die Zeugenvernehmung festgestellt und dadurch bewiesen werden, daß der Kläger eine Tätigkeit betreibt, die man als die eines Scharftnachers zu bezeichnen pflegt. Das Gericht lehnte die Beweiserhebung als unerheblich ab und verzichtete auf die Vernehmung der geladenen Zeugen. Rechtsanwalt Heine beantragte Freisprechung, da der Ange- klagte in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe und die Ausdrücke, durch die sich der Kläger beleidigt fühlt, nicht beleidigend seien, denn die Worte Scharfmacher und Generalscharf- wacher seien sinngemäße Bezeichnungen für die Tätigkeit, welche Herr Nasse ausübt, und sonderbarer Heiliger sei ein scherzhafter, aber kein beleidigender, Ausdruck. Rechtsanwalt Hennigsohn beantragte eine höhere Strafe und führte aus, durch das Wort Scharfmacher suhle sich Herr Nasse nicht beleidigt, aber verhöhnt sei er durch die Worte General- scharfmacher und sonderbarer Heiliger. Das Gericht gab der Berufung des Klägers statt und erhöhte die Strafe auf 50 M. mit der Begründung, daß der Angeklagte zwar in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt, aber doch die Form des Artikels zu erkennen gegeben habe, daß er den Kläger lächerlich machen wolle. Demnach ist also die Ernennung zum General eine Beleidi- gung?_ Lese- und DiSkutierklnb„Wilhelm Siebknecht«. Heute abend 8'/, Uhr bei Buhl, Danziger Straße 93 i Portrag, Gäste wllllommen. Lese- und DiSkutierklnb„Heinrich Heine«. Heute abend 8'/z Uhr bei Bolze, Nodenbergstr, 8: Vortrag, Gäste willkommen, Lese-«nd Diskiitierklub„Südost". Heute abend 8'/, Uhr bei Tolksdors, Görlitzerstr. 58: Vortrag des Herrn Schütte:„Die große stau« zösische Revolution von 1789—1793", Gäste willkommen. Zentralverband der HandtungSgehülse» und Gchülfinnen Deutschlands. Bezirk NO. Morgen(DoimerSiag) abends 9 Uhr in „Pachuras Klubhaus", Landsberger Straße 93: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rob, Schmidt:„Sozmlpolitijche Gejetzesvorlagen". Beritner Marktpreise. Ans vem anilllchen Berich! der städtische» Markldallen-Dircktion,(Großhandel.) Ochsensteisch la 68-70 pr, UXi Psd., IIa 62 67, lila 54-57, Bullensicisch la 65-70, IIa 54-64, Kühe, seit 48—56, do. mager 36—44, Fresser 50—58, Bullen, dänische 51—63. Kalbsteisch, Dopvellendcr 105—125, Mastkälber la 80-87, IIa 6g-76, Kälber ger. gen, 47—62, do. doli 45—50. Hammelfleisch Mastlämmer 73—75, Hammel la 67—69, IIa 59- 64. Ungar, 0,00, Schafe 44—57. Schmemefleiiq 48—56. Rotwild la per Pfund 0,50—0,55, do, IIa 0,00. Damwild 0,50—0,60. Wildichweine IIa 0,40. Frischlinge 0,00. Kaninchen, St. 0,70—0,95. Hasen, plomb. 1,75—2,75. Wildenten v. St 0,00. Falanenhälme la, junge 3,50, do. IIa u. alt 0,00. Schneehühner, Slück 0,65—0,95. Birkhähne, Stück 1,60—1,65. Birkheimen, Stck. 1,35. Schnepfen, Stck. 2,25—2,40. HUbner. la ver Stück 1,50—2,30, dito IIa 0,80— 1,50. do. Wolga- St. 1.40-1,75. Hamb. Külen, St. 1.00-1,10, Poulcss 0,90-1,20. Poularden, deulschc, p. Psd. 0,00. Rauben, Stück 0,60—0,80, dito alte 0,60 bis 0,65, do. italienische 0,95—1,00. Enleu, per Stück 0,00, dito russische per Stück 0,00, dito Hamburger, per Stück 2.50—4,00. Gäule, gesr. per Psd. 0,50, do. russ. 6,30—0,50, do. jg. Hamburger 0,80—1,05. Puten la p. Psd. 0,75—0,85, do. IIa. 0,60. Hechte ver 100 Piund 71—81, do. Kein 0,00, do. groß 61, do. mittel 0,00, do. Ha 0,00. Fander, unsortiert 0,00, do. groß-miltcl 0,00, do. 160. Schleie, groß 0,00, dito mittel 0,00, dito IIa 84—93. Aale, klein 0,00, do. Nuttel 0,00, do. groß 0,00. Karpsen 5— lOcr 0,00, do. 20—25er 0,00, da. 80— 100er 0,00, do. 50er, Lausitzer 0,00, do. 60— er 60—64, do. 50er, stumps, 0.00. Plötzen 40—42, dito klein 0.00. Aland 0,00. Quappen 0,00. BIcisische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 51-52. Barse, klein 31—36, Bleie 0,00. Karauschen 0,06. Wintcr-Rheinlachs, p. 100 Psd. 0,00, Amerika». Lachs la, per 100 Pfund 110-130, do. lla 90-100. Seelachs, per 100 Psmid 20—30. Flundern, Kieler, Stiege la 2—6, do. mitlcl, Kiste 0,00, do. Hamb. Stiege 3—6, halbe Kiste 2—3, pomin. la Schock 0,00, lla 0,00. Bücklinge, Kieler per Wall 0,00, schwedische 1,00, englische 3,00, Strals. 3—4. Sprotten, Danziger, Kiste 0,30—0,40, do. Rügcnwaldcr, Kiste 0,30—0,40. Aaie, grog per Piund 1,10—1,40. do. mittelgroß 0.80—1,10, klein 0,60—0,80, Heringe per Schock 5,00—9,00. Schellsische, Kiste 3,00— 4,00, dito'/, Kiste 2,00—2,50. Sardellen. 1902 er per Anter 98, > 904er 98, 1905cr 98, l90kcr 85—90. Scholtiiche Vollheringe 1905 0,00. large 40—44, fuU. 38— 40, med. 36— 42, deutsche 30—40. Heringe, neue MatjeS, per To. 9,00. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, do. Büchse(4 Liter) 1.40-1.70. Neunaugen. Schocksaß 8. do. kleine 4—5, do. Niesen- 10. Krebse per Schock 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, dito kleine 0,00 cm 0,00, do. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00. Seemuschcln 100 St. 1,00. Eier, Land-, unsortiert per Schock 3,30—3,75, do. groge 4,00—4,50. Butter per 100 Psd. la 130—132. lla 124-126. llla 120—124. absalleude 115—120. Saure Gurken Schock 4,50. Psetsergurken Schock 4.50. Kartoffeln per 100 Piund Dabersche 3,25—3,50, weiße runde 2,75—3,00, mag. bon. 2,75—3,25. Porree, per schock 0,75—1,25. Meerrettich, Schock 6—13. Spinat per 100 Pjimd 15—20. Sellerie, per schock 3—6, do. pomm. 6—14. Zwiebel» per 100 Psd. 2,00—5,00. Petersilie, grün. Schockbund 0,80—1,50. Rettich, bayrischer, per Stück 0,06—0,10, hiesiger, per Schock 0,00. Mohrrüben, 100 Psuud 1,50 bis 3.50. Karoiten. per 100 Psund 12—18. Wirsingkohl v. Schock 3—6. Rotkohl, Schock 2,10—3. Weißkohl p. 100 Psd. 1,60—2,50. Blumenkohl, hiesiger 100 Stück 0,00, do. Erfurter 0,00, do. italienischer 100 Stück 20—35, do. in Körben 18 Stück 1,50—2,25. Rosenkohl, per 100 Psund 18—30. Grünkohl 10,00—12,00. Kohlrüben, Schock 4,00—4,50. Pelersilienwurzeln, p. 100 Pfd. 4,50— 5,00, Schockbund 5—6. Schnittlauch, Töpfe Dutzend 2—2,50. Tomaten, kanarische, per Kiste 0,00. fltote Rüben, per 100 Psund 4,00—5,00. Rhabarber 100 Bund 7—10. Rabunzcn 0.40-0,50. Rübchen 12-18. Eskarol, 100 St.20,00. 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