Nr. 25. Erscheint täglich außer Montags. Prets pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eernsprech- Anschluß Amt I, Nr. 4186 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonntag, den 29. Januar 1893. Die Tage in Frankreich.ung zurüd, um II. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. nicht den Reaktionären in die Agent des katholischen Blattes La Croix"( Das Kreuz) zu Hände zu arbeiten, den Reaktionären, die voller sein. Er mußte nun, um nicht das wenige Vertrauen, das Berzweiflung sehen müssen, wie die Republikaner bei allen ihm die öffentliche Meinung barbringt, zu verlieren, öffentIch sprach in meinem vorigen Briefe von der Gleichgiltig- Departements- und Kammerwahlen, die seit Beginn dieses lich diese kompromittirende Brotgeberschaft in Abrede stellen. feit, mit welcher die Arbeiterbevölkerung von Paris und der Skandals stattgefunden haben, die Monarchisten aus dem Er begreift die Gefahr sehr wohl, welche für das Ansehen der AntiProvinz den Panama- Skandal aufnimmt. Die Revolutionäre Felde schlugen. semiten in ihren klerikalen Beziehungen liegt, und deshalb versind von diesem Zustand der Volksseele überrascht; die Man tauft sich eine Zeitung, um die Namen derer tündete er seine Absicht, ein neues Organ neben die Reaktionäre, welche sich ihren Gewinn aus den Straßen zu suchen, welche die Panamagese llschaft ausgeplündert Libre Parole" zu stellen, da diese, wie er sagt, zu unruhen schon vorweg geholt hatten, sind entrüstet. Sie haben," sagt der Abgeordnete Delafosse, der die Lage ganz viel vom lieben Gott, den Priestern und der Religion werfen dem„ Volf von Frankreich, das einst so rasch in gut auseinandersetzt.„ Man plaudert mit seinem Nachbar| spricht. edler Entrüstung und heiligem Zorn erglühte", vor, es lasse darüber und schleudert die heftigsten Beschimpfungen gegen Während die Versammlung der Reaktionäre kläglich die Tagesskandale stumpfsinnig pasfiren, wie ein Ochs, der das Parlament. Das ist alles. Nach diesem Anathema scheiterte und jene der Antisemiten zu gunsten der Sozia einen passirenden Zug betrachtet"." Matt sind seine( Bannfluch) ist der Gerechtigkeit Genüge gethan. Und in sechs listen ausschlugen, verlief die Versammlung, welche die soAugen und träge sein Gewissen," sagt der Bonapartist Monaten wird man dieselben Abgeordneten oder ihnen ähn- zialistische Union am 14. d. M. in Tivoli- Vauxhall abhielt, Delafoffe im Figaro" vom 23. Januar. liche Politiker wieder wählen," weil man vor allem die Republik trotz der scharfen Kälte auf das Glänzendste. Mehr als Man lebt nun schon so lange Jahre in den Finanz- aus der monarchistischen Gefahr erretten will. Die Republik 6000 Personen füllten den Saal und Tausende fanden skandalen, daß man sich an sie zu gewöhnen beginnt. Die wird, dank ihrer Unpersönlichkeit, nicht für die Verbrechen keinen Platz mehr. Die Resolution, welche die Sozialisten aufArbeiter werden so von den Unternehmern bestohlen, daß der opportunistischen Republifaner verantwortlich gemacht. forderte, sich zu vereinigen, um in einheitlicher Agitation die Geldleute in ihren Taschen nichts mehr zum Stehlen Diese Anhänglichkeit an die Republik hat sich auch auf die Wahl einer Kammer zu fordern, welche die politische finden. Die Krachs unter den Gelbleuten interessiren nur andere Weise offenbart. Nach den ersten Panama- Ent- und ökonomische Verfassung der Gesellschaft revidiren soll, die Kapitalisten und die Kleinbürger, die noch einige Erspar- hüllungen suchten die Monarchisten in Paris eine Bolts- wurde angenommen. niffe für die jüdische und christliche Finanz haben. Die bewegung zu schaffen, die sie in der Hand haben und zu Schließlich sind es die Sozialisten allein, welche Vortheil Kleinbürger sind gutmüthige Hämmel. Sie laffen sich ganz ihren politischen Zwecken gebrauchen wollten. Sie organisirten aus dem Panama- Skandal ziehen, weil die Bevölkerung weiß, tahl scheeren und blöken höchstens dabei: Ein Kleinbürger wird, in der Avenue Wagram eine große Versammlung, von der daß sie Republikaner sind und nöthigenfalls auch die entwie dies in letzter Zeit mehrfach vorgekommen ist, mitleidlos einen die Bewegung ausgehen sollte; man wurde nur gegen Vor- schiedensten Vertheidiger der republikanischen Staatsform armen Teufel, der sein Feld betritt, um sich einige Rüben zu weisung eines Einladungsschreibens zugelassen. Aber sie hatten wären. Viele Sozialisten glauben, daß diese Gleichgiltigstehlen, niederschlagen. Aber noch nie hat sich in Frank- die Rechnung ohne die Sozialisten gemacht, denen es gelang, keit der Bevölkerung nur scheinbar ist, und sie nur auf die reich oder einem anderen Rande Europas oder Ameritas fich 200 Schreiben zu verschaffen. Sie befehten den Saal, Gelegenheit wartet, um ihre Entrüftung kund zu geben. ein Kleinbürger gefunden, der sich, mit einem Revolver be- bemächtigten sich des Bureaus und zersprengten die Monwaffnet, aufgemacht hätte, um die Lesseps, Grants oder archisten, die, beschämt über ihre Niederlage, seitdem nicht Goults niederzuschießen, die ihm seine ganze kleine Habe wieder versucht haben, eine derartige Versammlung zu geraubt haben. Von den Geldleuten ausgeraubt zu werden, wiederholen. Dann haben sie ihre antisemitische Mente los erscheint ihm als Naturgefez. Aber im Panamafall gelassen. Die Morès, Guerin und Drumont von der tion! Warum ist es in Paris und den Departements jüdische Kapital einen gewissen Einfluß auf das Kleinbürgerzu feinen Aeußerungen des Volksunwillens gekommen? thum gewonnen. Um ihn zu erhalten, müssen sie schärfer Ich habe mit vielen Abgeordneten, die aus ihren Wahl- vorgehen und etwas unterschiedslos drauf schlagen. Sie sind Theilnahmlosigkeit im Reichstage so überschreibt bezirken tamen, gesprochen, ich habe zahlreiche Briefe über eine Gefahr, und die Klügeren unter den Reaktionären sehen die„ Kölnische Zeitung" einen Leid- und Jammer- Artikel, die Lage in der Provinz empfangen und ich kenne die Ver- sie mit Mißtrauen an, denn sie begreifen, daß das christ in dem sie den jetzigen Zustand des Reichstags beklagt, wo hältnisse in Paris. Und folgendes halte ich für die Ur- liche Kapital das Schicksal des jüdischen in dem Augenblick die wichtigsten Debatten bei leerem Haus stattfinden. Hinter sache dieser scheinbaren Gleichgiltigkeit. theilen wird, wo man sich am lekteren vergreift. Die dem Leid und Jammer der rheinischen Oberkloake versteckt Christen sind unangenehmer Weise bestimmt, die Schüßer sich die zynischste politische Heuchelei. Oder sollten die Geder Juden zu sein, wie diese sehr wohl wissen. lehrten der Babylonierin von Köln nicht wissen, daß der Zustand, den sie beklagen, von ihnen selbst und ihren Brot gebern und Mithandlangern planmäßig herbeigeführt wor den ist? Haben sie vergessen, daß der geniale Staatsmann", dessen Speichel sie ein Vierteljahrhundert geleckt haben, mit eiserner Stirn es höchsteigenmündig als seine Absicht bekundet hat, den Parlamentarismus durch den Parlamentarismus zu Grunde zu richten? xyz. verbindet sich ja der finanzielle Raub mit politischer Korrup- Libre parole" haben durch ihre heftigen Angriffe auf das Politische Ueberlicht. In der Monarchie ist der König der Sündenbock für alles. Regnet es zur Unzeit, so hält man sich an ihn. Mit wie viel mehr Recht, wenn man gegen die öffentlichen Ge- Die Antisemiten beriefen für den 7. Januar ein Meewalten den Vorwurf der Bestechlichkeit erheben tann! Die Re- ting nach Tivoli- Vauxhall. Das Publikum war nicht so gierung verkörpert sich in seiner Person, und gegen diese Person zahlreich erschienen, wie sie gehofft hatten, und um ihm zu richtet sich jeder Widerstand. Unter dem Kaiserreich ent- genügen und seinen Beifall zu erhaschen, mußten Morès hüllte man die Diebstähle von Mirès, griff man die poli- und sein Schildknappe Guerin sich als revolutionäre Sotischen Maßregeln von Rouher und Emile Ollivier an, um zialisten geberden. Napoleon III. und in ihm das kaiserliche Regiment zu Die beiden Versammlungen, welche sie in der Folge treffen. Das System trug die Verantwortung für sein in Lyon veranstalteten, brachten ihnen noch weniger Er Personal. Die Monarchisten wünschen innig, daß es sich folge. Beide Male waren die Sozialisten Herren des in der Republik ebenso verhalte. Und deshalb halten auch Saales und die beiden Antisemiten hatten es nur der Dulddie Republikaner, troy aller Mißbilligung der im Banama- samkeit ihrer Gegner zu verdanken, daß fie reden konnten. Prozeß zu Tage getretenen Rorruption, mit ihrer Ent- Bum Ueberfluß beschuldigte man nun noch Morès, ein Feuilleton. Nachdrud verboten.] [ 1 Die Laufbahn eines Nihilisten. Von S. Stepniat. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. Erstes Rapitel. Endlich. Provinzblatt anzufertigen, dem er wöchentlich einen Artikel lieferte. Er wandte das Haupt und streckte seinem Besuch beide Hände zum Willkomm entgegen. " Hier ist ein Brief für Sie," sagte Helene, seinen Händedruck erwidernd. ,, D," rief er aus,„ endlich!" Er war ein junger Mann von sechs- oder siebenundzwanzig Jahren mit ernsten, gutmüthigen, ziemlich regelmäßigen aber festen Zügen. Seine Stirn trug Spuren früher Sorgen, seine Augen blickten ungewöhnlich nachdenklich in die Welt. Dies minderte jedoch nicht den Eindruck der Festigkeit und der Selbstbeherrschung, den sein Antlitz und seine fräftige wohlgeformte Gestait hervorriefen. Berlin, den 28. Januar. Wer sein Möglichstes dazu beigetragen hat, die Volks vertretung herabzuwürdigen, sie zum Feigenblatt des Absolutismus, zur Kulisse des brutalsten persönlichen Regiments zu machen, das die moderne Geschichte kennt, der hat nicht das Recht, sich über die nothwendigen Folgen einer solchen, beiLandschaft, der Photographie des verstorbenen Mannes der Hauswirthin, sowie deren Schulzeugniß unter Glas und Rahmen, schwammen im Zwielicht. Helene hatte mit weiblicher Haft die erste Seite des Briefes rasch überflogen. " Der Brief enthält ja nur dummes Zeug!" rief sie. Kaum des Lesens werth." So sonderbar dies Gutachten auch flingen mochte, auf Andrej schien es nicht den geringsten Eindruck zu machen. " Gregor's Handschrift. Der bringt oft etwas von Bedeutung ,, Nein, warten Sie," erwiderte er ruhig, das ist mit hinein. Es wird uns ja auch nicht lange in Anspruch nehmen." Eilig beendete Helene ihr frugales Mahl in der kleinen Eine leichte Röthe stieg ihm bis in die Stirn, während „ Mein lieber Andrej Anempodistowitsch, beeile mich, Genfer Garküche dem Lieblingsschlupfwinkel der russischen die Finger der mageren, muskulösen Hand mit nervöser Dich zu benachrichtigen- hm.. hm hm... Er entfaltete einen Bogen daß infolge der strengen Fröste- hm... Verbannten ohne jedoch die übliche Tasse Kaffee zu sich Haft das Kouvert aufrissen. hm zu nehmen. Ein langersehnter russischer Brief in ihrer Bapier, der mit weit von einander abstehenden Zeilen, von" die Schafe und das junge Bieh- hm.... murmelte Tasche wartete feiner Bestimmung. Eben erst war er ihr fleiner unregelmäßiger Handschrift herrührend, bedeckt war, von dem grauhaarigen Uhrmacher, unter dessen Adresse ihre schob den Lampenschirm zurecht, so daß auf die Ecke des Andrej, schnell die Beilen überfliegend." Oh, hier ist ausländische Post anfam, eingehändigt worden. Sie brannte Tisches, welche er gewöhnlich zum Schreiben benutzte, mehr etwas über häusliche Angelegenheiten, sehen wir mal zu." Was unsere häuslichen Angelegenheiten betrifft," tas por Ungeduld, dies kostbare Schreiben ihrem Freunde Andrej, Licht fiel, und begann mit gespannter Aufmerksamkeit zu den es zunächst anging, zu überbringen und solche allgemeine lesen. Helene, fast noch ungeduldiger als er, ließ sich dicht er im Tone eines berichterstattenden Sekretärs,„ habe ich Nachrichten, die es enthielt, entgegenzunehmen. an seiner Seite nieder, um mitleſen zu können. Sie saß ihm Dir mitzutheilen, daß Schwester Käthe den heirathete, den im vergangenen Herbste fennen gelernt. Sie tauschte rasch einige Worte mit einem Genossen, so nahe, daß ihre Haare manchmal die seinen berührten; sie Der Mann zeigte sich ohne Grundsäße und Ehre, schritt an den Reihen fleiner, von Blousenmännern besetzter aber sie achteten nicht darauf in ihrem Eifer. und was Die kleine Lampe mit dem grünen Papierschirm be- der schlimmer ist, ge= Tische vorüber und trat auf die Straße. Da die Uhr erst Ich hätte nie geglaubt, daß sie halb acht zeigte, mußte Andrej bestimmt zu Hause sein. leuchtete das armselige Zimmer sehr dürftig. Nur die kahlen brochenes Herz. ergraut. Unsere Er wohnte ganz in der Nähe, und in fünf Minuten stand Dielen, die Beine einiger einfacher Stühle, der untere Theil Der Vater ist sehr niedergedrückt und Helene vor seiner Thür. Ihr schönes, etwas faltes einer Mahagonikommode, des vornehmsten Zimmerschmuckes, einzige Hoffnung, daß der alles heilende Balsam der Gesicht hatte sich infolge des raschen Gehens leicht ge- sowie die Bücher und Papiere, die in bunter Unordnung Beit der Tröster der Betrübten sein wird." röthet. auf dem Tische herumlagen, waren einigermaßen erhellt. Andrej war allein und gerade damit beschäftigt, aus Die gelbtapezirten Wände hingegen, mit einer billigen Lithoeinem statistischen Werke einen Auszug für ein russisches graphie des schweizer Generals Dufour, einer stereotypen • B ... . Die pathetische Stelle wurde durch das fröhliche Lachen Helenens- oder Lena's, wie ihr Freund sie nannte unterbrochen. Täufig ebenso thörichten als nichtswürdigen Taktik zu wun bern, geschiveige denn zu entrüsten. Gewiß ist es ein trauriger Anblick, daß der Reichstag fich thatsächlich aus ein paar Dutzend gelangweilten Leuten zufammenfeßt, die einen sie langweilenden Redner gleich giltig anhören, oder richtiger nicht anhören. Und wenn wir uns vorstellen, daß diese mitleiderweckende Bruppe von Menschen das Parlament des Deutschen Reiches ist, das deutsche Volt darstellt, die Interessen von 50 Millionen Menschen vertritt, von denen jetzt die größere Hälfte unter einem wirthschaftlichen Nothstand ohne Gleichen zu leiden hat, dann muß uns bei dem Anblick dieses Reichstages ein wahrer Ingrimm, ein brennender Zorn erfassen. Aber den Herren der„ Kölnischen Zeitung" und ihren Patronen und Konforten rufen wir zu, wie dem George Daudin der Komödie zugerufen ward: Ihr habt es so gewollt! Ihr seht die Früchte Gures Thuns! Der Graf von Limburg Stivum, der sein Warte- 1 ist, wie wir jeht erfahren, identisch mit dem spekulativen Indigeld, das er viele Jahre als zur Disposition gestellter viduum, das sich vor Jahresfrist in einem damals von Diplomat genoß, eingebüßt hat, machte heute im Ab- uns veröffentlichten vertraulichen" Zirkular den hohen geordnetenhause seinem Aerger darüber Luft, daß die Re- Herrschaften als Sozialistenvertilger empfahl, und um milde gierung im Reichs- Anzeiger" Kundgebungen veröffentliche, Beiträge für das gute Werk bettelte. zu denen sich Bismarck der hinterlistigen und heimtückischen Angriffe der Reptilienpresse zu bedienen pflegte. Die Abfertigung wurde dem Minister Graf Eulenburg sehr leicht. Die Getreideeinfuhr in das Deutsche Reich betrug im Jahre 1892 gegenüber den in Klammern beigefügten Ziffern des Vorjahres 12 962 126( 9 053 317) Doppelzentner Weizen, 5 485 991( 8 426 541) Doppelzentner Roggen, 878 368 5 832 966 ( 1 198 885) Doppelzentner Hafer, ( 7 255 193) Doppelzentner Gerste, 7 173 102( 4 083 266) Doppelzentner Mais und Dari. Er kennt fie. Dr. Sigl schreibt im Bayerischen Vaterland": Von der Zentrumspartei werden gewiß nicht mehr für die Militärvorlage stimmen, als man zu deren Annahme braucht; die anderen, die man nicht mehr braucht, dürfen dann alle dagegen stimmen damit der Schwindel vom Zentrum als„ Volts partei" unentwegt fortgesetzt werden fann! Wir kennen unsere Pappenheimer vom Zentrum." " Pindter an der Arbeit. Aufgepast! " Konstanz und Weiterentwicklung der modernen Kultur An Dornbüschen wachsen keine Trauben, und vom Als Ausbeutungsobjekt wird der Staat von den hängen wesentlich davon ab, ob und wie lange der Technik Wir berichteten das erforderliche Brennmaterial zur Verfügung stehen wird, Schein parlamentarismus tann niemand verlangen, daß fapitalistischen Patrioten" betrachtet. er den Ernst, die Leidenschaft des echten Parlamentarismus bereits über die Angriffe, welche die Marineverwaltung in um die bewegende Kraft zu erzeugen." Also hebt Bindter's habe. Die Diätenfrage, auf welche die Fortschrittler so habe. Die Diätenfrage, auf welche die Fortschrittler so der Budgetkommission durch die Vertreter der rheinisch- neuester Leitartikel an. Wer versteht's? Wir ahnen blos, großes Gewicht legen, spielt dabei eine ganz untergeordnete westfälischen Kapitaliſtentlique erfuhr, weil sie eine Lie- daß gegen die arme Stadt Konstanz irgend etwas Fürchter Rolle. Das englische Parlament bat auch keine Diäten. ferung von 20 000 Tonnen Kohlen von englischen Lieferanten liches geplant wird. Bindter kann nämlich auch fürchterAllein die englischen Parlamentsmitglieder vertreten, wenn bezog. Auf die Submission der Marineverwaltung forderten lich sein. die Vertreter des westfälischen Kohlenrings 12,50 M. für auch nicht das gesammte englische Volt, doch die herrschenden Schiffsmaschinen- Stückfohlen, und 11 W. für LandkeffelAlberne Vorwürfe werden von deutschen Zeitungen Klassen. Gleich den franzöfifchen Abgeordneten find fie Rohlen, einen Preis, den sie bei einer zweiten Submission diese die fremden Gesandten" nicht gegen die frechen Ani gegen die französische Regierung erhoben, weil die wirklichen Träger der souveränen Volts. fraft, lebendige Machtfaktoren, nicht Statisten. Und auf 12 resp. 10,50 M. ermäßigten. Gleich bei der ersten griffe" der Bariser Bresse geschützt" habe oder schüße. Aber bas Gefühl, blos Statiſt zu sein, das ist es, was den Submission hatte eine ſchlesische Zeche Schiffsmaschinen- Kohlen was fällt diesen Zeitungen denn ein? Glauben sie, Frankdeutschen Parlamentarier so niederdrückt, ihn so gleich für 10 M. angeboten, und dieses Angebot war angenommen, reich sei Rußland oder giltig macht,„ bie Theilnahmlosigkeit im Reichstage" ver- ebenso das Angebot einer westfälischen Zeche, welche bei der daß in Frankreich Preßfreiheit besteht, und daß die franDeutschland? Wissen sie nicht, ursacht. Ist es auch seit dem Sturze Bismarc's in dieser zweiten Submission 11 refp. 9 M. forderte. Den nicht ge- zöfifche Regierung ebenso wenig wie die englische und Beziehung etwas besser geworden, wird auch seitens der beckten Bedarf bezog nun die Marineverwaltung von Eng- amerikanische im stande ist, die Presse zu kontrolliren? als unter dem ersten Kanzler, der, russischer als russisch", denen er den Preis auf 11 und endlich auf 9 M. ermäßigte. Niemand zwingt sie, Gesandte zu sein, und sie könnten Reichsregierung das Parlament etwas anständiger behandelt 12 M. gefordert hatte, machte freilich später Angebote, in Wenn die Herren Gesandten in einem Lande mit freier Presse nicht leben können, dann mögen sie wegbleiben. feine Gelegenheit vorübergehen ließ, ihm seine Verachtung Bei einer solchen Unreellität, oder, um uns eines anti- sicherlich Nüglicheres treiben. in rohester Form zu bezeugen, das Bewußtsein, blos Statisten zu sein, lastet bleiern und lähmend auf den Mit- semitischen Ausdrucks zu bedienen, bei solchem jüdischen Ge- unanständiger Sprache der Presse" die Rede ist möchten gliedern des Reichstags. Die Fuselbegeisterung der ersten natürlich, daß die Marineverwaltung auf die Nachofferten gegen Deutschland um kein Atom übelwollender oder bosschäftsverfahren der westfälischen Grubenbefizer war es Jahre der Reichsgründung ist vorüber, die Surrah- vir doch bemerken, daß die Sprache der französischen Preffe Kanaille" hat Kazenjammer oder ist reichsfeindlich geworden, sich nicht mehr einließ. hafter ist, als die der deutschen gegen Frankreich. Und die 01 land. Der westfälische Kohlenring, der zuerst 12,50, dann " 1 da Don und der dümmste Kerl im Reiche der Gottesfurcht und Für den 1. Mai, als Weltfeiertag der Ardeutschen Zeitungen, die unter Fürst Bismarck und theilfrommen Sitte weiß heute, daß die Erfüllung des beit, tritt mit großer Energie Professor Dr. Jäger weise noch jezt in der pöbelhaftesten und verletzendſten nationalen deals" durch Bismarck und sein Welfenfonds- ein, der trotz seiner Seelenriecherei und Wollen- Marotten Weise von Frankreich reden, waren und find Blätter, die Back nur ein frecher Schwindel gewesen. Und jedermann einer unserer tüchtigsten Hygieniker ist. In Nr. 4 seiner mit der Regierung Fühlung haben oder doch so thun, in dem Reich und in dem Reichstage weiß in dem Reichstage weiß im Zeitschrift für Gesundheitspflege" führt er in einem län- in Frankreich dagegen sind die Blätter, die Deutschland, jetzigen Augenblick, daß hinter dem Deutschen geren Artikel, betitelt Der Streit, oder: Das kommt d. h. die deutsche Regierung angreifen, durchweg solche, die Reichstag- nicht in ihm gegenwärtig ein Schacher- davon, den Nachweis," daß das Bedürfniß" der Arbeiter notorisch mit der französischen Regierung nichts zu thun geschäft verhandelt wird, welches das Licht scheut und dessen tlaffe nach Ruhepausen ein berechtigtes sei. Daß der Sonn- haben, ja meist ihr feindlich sind. Abschluß dieser Reichstag nicht zu verhindern in der tag, auch wenn streng beobachtet, nicht genüge, daß deshalb Lage ist. Jedermann weiß, daß die Verhandlungen, welche im Interesse der Arbeiter, die jetzt zu viel arbeiten müssen, eines Pariser Blattes, betitelt Revanche", hat die neuliche Ein Herr Peyremont, Redakteur oder Eyredakteur den Reichstag seit Beginn dieser Session beschäftigen, blos der Ausfall der vielen kirchlichen und bürgerlichen Feier- Meußerung Bebel's in der Militärkommission, Bismarc die homerische Wolfe find, hinter welcher der Kompromiß tage des Mittelalters zu beklagen sei. Und Jäger be- habe den Krieg mit Frankreich erstrebt und zu diesem Zweck über die Militärvorlage sich vollzieht. Und da die deutschen merkt dann: ein Chauvinistenblatt in Paris gegründet oder subventionirt, Barlaments Auguren nicht den nöthigen Humor haben, zu Es war für mich psychologisch interessant und für lachen, so langweilen fie fich oder bleiben lieber fort. Das meine Auffassung bestätigend, daß die Arbeiterschaft gerade höchst merkwürdiger Weise auf sich bezogen und an Bebel folgendes Telegramm in den Reichstag geschickt: ist der Grund der Theilnahmslosigkeit im Reichstage". einen bürgerlichen Feiertag, den 1. Mai„ Sie haben vor der Militärkommission des Reichstags Die gemeinste Demagogie wird von den Offiziösen das ist ein Feiertag, der früher viel allgemeiner erklärt, Bismard habe 1887 einen Krieg mit Frankreich und deren Anhang, um Stimmung für die Militärvorlage als solcher gefeiert ward,- zurückfordert. hervorrufen wollen und zu diesem Zweck ein Blatt in Paris zu machen, getrieben. Der Humbug, der damit getrieben Ich gönne ihr nicht blos die Durchsetzung dieser Forderung gekauft, das glühendste in dem Verlangen nach Revanche". wird, als würden bei Annahme der Militärvorlage im Falle von Herzen, sondern hoffe, daß sie dieses Verlangen auf Stein Zweifel ist möglich; niemand hier hat sich darüber eines Krieges die Familienväter mehr zurückgestellt werden, alle bürgerlichen Feiertage ausdehnt, sie wird bei haben wir schon genügend beleuchtet. Im Falle eines dieser Forderung auch alle, alle die zahllosen, den oberen getäuscht: Sie meinten die" Revanche", das einzige Blatt, bas 1887 zum Krieg drängte. Ich Krieges würden sie ebenso wie die Linie und Reserve sofort Klassen angehörigen Bureaustlaven auf ihrer Seite haben." einzige Blatt, fordere Sie auf, sofort die Beweise für Ihre Behauptung mobil gemacht und ins Feld geschickt werden. Kein Ver- Wir nehmen Akt von dem Zeugniß. Den Lesern zu erbringen. Hoffen Sie nicht, Ausflüchte machen zu was wir wiederholt fönnen. Müßte ich Sie in Berlin aufsuchen, so würde ich theidiger der Militärvorlage hat auch nur den Versuch ge- wird dadurch auch bestätigt macht, dem Volk klar zu machen, welch ein Umsturz der geltend machten, daß der 1. Mai früher ein Sie für diese feige Berleumdung zur Rechenschaft ziehen. Feiertag war, sämmtlichen wirthschaftlichen Verhältnisse schon eingetreten allgemeiner Louis Peyremont." sein muß, wenn auch nur die dritte Million Soldaten aus- in Deutschland und allen germanischen Ländern( England Bebel antwortete auf dieses seltsame Telegramm, daß gehoben werd en müßte; ehe man überhaupt daran denken mit Amerika, Holland, Schweden, Dänemark und Norkönnte, die vierte oder gar fünfte Million einzuberufen, wäre wegen), sondern auch in den romanischen, wenigstens in er über dasselbe sehr erstaunt gewesen sei; Herr Peyremont müsse über seine Bebel's- Ausführungen in der der vollständige Bankrott des Staates, des siegreichen wie Frankreich und Italien. des besiegten, besiegelt. Das moderne Bürgerthum, das nur auf Ausbeutung Kommission mangelhaft unterrichtet worden sein. Er müſſe der Arbeiterklasse erpicht ist und ein Interesse hat, die es ablehnen, in Grörterungen mit einer Berfon einzutreten, tägliche Zeit dieser Ausbeutung möglichst zu verlängern, die er nicht einmal dem Namen nach kenne und die er hat dem Volk seine Feiertage geraubt. folglich auch nicht habe beleidigen können. Der einzige Zweck, den er mit seiner Aeußerung in der Kommission verfolgt habe, sei der gewesen, zu zeigen, wie Bismarck gearbeitet habe. nicht blos Der Kaifer hat dem früheren Justizminister v. Fried berg zu seinem 80 jährigen Geburtstag fein Bildniß verehrt mit der Unterschrift: Nemo me impune lacessat - niemand reizt mich ungestraft. Die Freifinnige So find fie. Vor kurzem kam hier ein gewisser Zeitung" meint dazu: Welche besondere Bewandtniß die Wald," Schriftsteller", durch schmähliche Rohheiten, die Anwendung dieses Spruches bei dieser Gelegenheit hat, er in einem Café verübte, in Kollision mit den Behörden. wissen wir nicht zu sagen. Dieser Wald ist natürlich ein antisemitischer Agitator, und er Man sieht sofort", sagte fie, daß ein Dichter dies geschrieben hat." Durch ihre kaum zu der Gelegenheit passende Heiterkeit fühlte sich Andrej durchaus nicht verlegt, sondern ging um so schneller vorwärts, indem er den Rest des Briefes nur noch vor sich hinmurmelte. Ja, Sie hatten recht, es war nicht des Lesens werth," sagte er schließlich, jedoch ohne ein Zeichen der Enttäuschung. Er nahm vom Kaminsims ein kleines schwarzes Fläschchen herunter, das dort neben einer Blech- Spirituslampe stand. Nachdem er sorgfältig den Brief geglättet, tauchte er einen Pinsel in das Fläschchen und fuhr damit mehrmals über die Seite vor ihm. 1 Wenn Herr Peyremont sein Telegramm nicht in die Presse gebracht hätte, so würden wir diesen albernen find. Sei versichert, daß es von jeher unser Aller lebhafter fonnten. Die ersten Borte, welche sie las, berührten fie Wunsch war, Dich in unserer Mitte zu sehen. Wenn wir gleich einer possenhaften Stelle in einem Trauerspiel. bisher zögerten, Dich zurückzurufen, so hatte das seinen Sie nahm Fläschchen und Binsel und befeuchtete schnell Grund in der Gefahr, die gerade Dir hier droht. Wir die übrigen Seiten. In wenigen Minuten erfuhren sie dies warteten daher immer auf den Augenblick dringendster Noth- selbe Berwandlung. Sie saben aber etwas anders aus. wendigkeit. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Sicher Die gewöhnliche fließende Handschrift war durch lange hast Du in den Blättern von unseren jüngsten Siegen ge- Biffernreihen unterbrochen, welche augenscheinlich Nachlesen; Du weißt aber wahrscheinlich nicht, wie theuer fie uns richten von besonderer Wichtigkeit enthielten. Die Ziffern zu stehen kamen. Unser Bund hat schwere Verluste erlitten, boten in ihrer nur für Eingeweihte verständlichen Bedeutung mehrere unserer besten Genossen sind umgekommen, die besonderen Schutz gegen die Polizei, falls diese, arg Gendarmen glauben uns alle vernichtet wir sind jedoch wöhnend, zu Chemikalien greifen sollte, um etwaige verüberzeugt, daß wir durchkommen werden. Sehr Viele sind borgene Nachrichten, wie fie der vorliegende Brief enthielt, bereit, mit uns gemeinsame Sache zu machen, aber wir zu Tage zu fördern. Anfangs standen die Ziffern nur spärs Die schwarzen, mit gewöhnlicher Tinte geschriebenen müssen sie erst auf ihre Zuverlässigkeit prüfen. Wir können lich; einzelne Gruppen von Zahlen erhoben sich gerade über Zeilen verschwanden schnell, als ob sie durch die äßende Deiner Dienste nicht länger entbehren. Komme möglichst die Linien der gewöhnlichen Handschrift gleich Baumgruppen Flüssigkeit aufgelöst würden. Einen Augenblick blieb das rasch; es erwarten Dich die alten Freunde, die Dich nie und Büschen auf einer Grasfläche. Dann wurden die Papier weiß, dann ward plöglich alles Leben und Be- vergessen haben, und die neuen, welche eben so begierig wie Biffergruppen immer dichter, bis in der Mitte der dritten wegung. Wie von unten hinaufgestoßen tamen, einander wir selbst sind, Dich zu begrüßen. Komme so schnell als Seite die Figuren sich zu einem richtigen Walde verdrängend und jagend, Buchstaben, Worte, Säße aus der einigten, ohne daß sie im mindesten durch Punkte unterTiefe hervor hier, ba, überall! Es war ein wirres Ge brochen gewesen wären. dränge, wie Soldaten, die beim Allarmruf aus ihren Belten stürzen, um in die Reihen einzutreten. Dann standen fie still; die Bewegungen hörten auf. Nur in einer entlegenen Ecke suchte noch ein verspäteter Buchstabe, ein Wort, die dünne Hülle zu durchbrechen, unter welcher sie begraben gelegen, um unbemerkt an ihren Platz zur Seite der flinkeren Gefährten zu schlüpfen; in der oberen Hälfte der Seite war aber alles schon in Ruhe. An Stelle der früheren Maskenworte standen nun zusammengedrängte Zeilen einer festen, knappen Handschrift, welche die eigentliche Botschaft enthielten. Mit erregten Gesichtern, glänzenden, eifrigen Augen, fogen fie, weit über den Tisch gelehnt, haftig die Worte des Briefes ein. möglich." Lena hielt inne. Sie freute sich aufrichtig um ihres Freundes Andrej's willen. Ihr Haupt erhebend sah sie ihn mit einem Blicke voll Sympathie an. Andrej schob den Stuhl zurück und stützte sich auf die Lehne; das Kinn in der Hand sah er sinnend und starr auf den Boden. Brief ließ sich über emige andere Angelegenheiten ziemlich Ohne ihn auzureden, fezte Lena ihre Lektüre fort. Der ausführlich aus. Er wies auf einige andere Veränderungen hin, welche kürzlich auf dem Gebiete der praktischen Politik eingetreten waren, sowie auf die unmittelbaren Biele, die die Partei fich gesetzt hatte. Sehen Sie her, Andrej, welcher Hochgenuß für Sie!" sagte Lena, indem sie auf die Masse von Ziffern zeigte. Ich bin überzeugt, daß Gregor nur aus Liebe zu Ihnen so viele hineinbrachte!" Ein Freundschaftsdienst, auf mein Wort," erwiderte der junge Mann. Schleunigst ging er an die Arbeit, wobei er mehrmals hervorhob, daß das für ihn eine reine Strafe sei. Wissen Sie," fuhr er fort, wir haben wenigstens sechs Stunden mit diesem Zeug zu thun." " Nicht so lange, Sie fauler Bursche. Zu zweien tommen wir schon schneller voran." " Ich bin aber ziemlich außer Uebung gekommen. Sie sollten mir den Schlüssel aufschreiben, um meinem Gedächtniß nachzuhelfen." All dieses", schloß der Schreiber, wird Dich wahr scheinlich überraschen und Dir vielleicht im ersten Augen " Lassen Sie mich vorlesen," rief Lena aus, und ohne blick mißfallen. Als praktischer Arbeiter wirst Du aber, Andrej's Einwilligung abzuwarten, hatte das ungeduldige das bezweifle ich nicht, bald damit einverstanden sein." Dies that sie denn auch sofort und jeder machte sich, Mätchen sich des Briefes bemächtigt und begann: Hier mußte Helene umwenden und stieß wieder auf mit einem Blatt Papier bewaffnet, geduldig an die Auf" Theurer Bruder, von unsern Freunden beauftragt, den Unsinn des ursprünglichen Briefes. Sie hatte im gabe. Sie war durchaus nicht leicht. Gregor hatte den Deinen Brief zu beantworten, theile ich Dir mit, daß wir Augenblick vergessen, daß er ausgelöscht werden mußte, boppelten Schlüssel der Organisation angewandt. Die mit Deiner Rückkehr nach Rußland vollkommen einverstanden bevor die eigentlichen Mittheilungen zum Vorschein kommen ursprünglichen Bifferreihen im Briefe mußten vermittelst and Parlamentarisches. * 4 Hanswurstenstreich, der nicht einmal für das„ Bermischte" Bayern, mit der Grilärung, daß, wenn dem Reichskanzler die Freisium„ jede Erhöhung des Militäretats bekämpfen wird, wenn interessant genug ist, gar nicht erwähnt haben. Der Herr Angebote des Zentrums und der Freifinnigen un annehmbar die Geschichte ernst wird, das haben die Dresdner durch ihre wollte eben einmal von sich reden machen; auch in den sind, die Forderungen der Regierung einschließlich der Abstimmung bewiesen. An der Resolution hat ihnen ganz gewiß französischen Blättern war, anläßlich der Aeußerung Bebel's, Bennigsen'schen Vorschläge für das Zentrum un annehm das Wörtchen entschieden" am meisten mißfallen. sein Name gar nicht genannt worden. Wennbar feien. Herr Peyremont durch ein anderes Motiv, als Reklame- Diplomatie und dem Völkerleben leider nicht so feststehe, um In Greiz sprach am 21. Januar der Reichstags- Abgeordnete Der Kanzler erwidert, daß der Begriff„ Necht" in der Zur ,, Freiheit" der Meinungsäußerung in Deutschland. sucht geleitet worden ist, dann um so schlimmer stets danach handeln zu können und den Krieg überflüssig zu Förster aus Hamburg in einer von 2000 Personen besuchten für ihn. machen. Er vertheidigt die offiziöse Presse, will aber nicht Boltsversammlung über das neue preußische EinkommensteuerBlaine, der talentvollste und gewissenloseste der re- gemacht werden. für Alles, was diese Bundesgenossin thut, verantwortlich Gesetz und die damit verbundene Beschneidung des LandtagsWenn der Borredner auf die Frage, Wahlrechts. Er zitirte wie die Arb. Chronik" berichtet publikanischen Geschäftspolitiker in Amerita, ist gestern ob das Volk die geplante Mehrbelaftung tragen fönne, dabei die Erklärung des Reichskanzlers v. Caprivi, wonach jedes gestorben. Um sich beliebt zu machen, radante er in Bis- mit Nein antworte, so antworteten im Gegensatz dazu Gesetz auf seine Wirksamkeit gegen die Sozialdemokratie" gemarc'scher Weise, und war auch, gleich seinem deutschen die verbündeten Regierungen ,, unbedenklich mit prüft wird, und bezeichnete es als wunderbar, daß, wo faum ein Kollegen, der Mittelpunkt aller politischen Korruption. I a". Wenn das Volk erit einmal richtig herausgefunden Jahr vorüber, seitdem die Greizer Parteigenossen bedeutende ErSchade, daß seine zahlreichen Geistesverwandten und habe, um was es sich bei der Borlage wirklich handele und was folge erzielten, schon jetzt die preußische Regierung Maßnahmen Schüler nicht sämmtlich mit ihm von der Bühne ver- für das Baterland auf dem Spiele ſiehe, so werde es den Forde ergreife, durch welche den Arbeitern das Landtags- Wahlrecht schwunden find. rungen der Regierung freudig zustimmen". Gegenüber dem theilweise entzogen wird. Bei diesen Worten erklärte der überAbg. Hinze verbreitet er sich eingehend über das Aushebungs- wachende Beamte Herr te Bart:„ Ich erachte es nicht, und Ersagverfahren. Er stellt dabei die etwas seltsam flingende für objektiv, die Intentionen der hohen Behauptung auf, daß eine größere Anzahl von Rekruten Fehler,& andesregierung Gr ließ besprechen." 3 น fie haben, verbergen. um nicht zurückgewiesen zu werden, denn auch die Abstimmung über folgende Resolution nicht zu: also zu gunsten ihrer Einstellung simuliren! Da man bei der„ Die heute im Tivoli zu Greiz tagende Volksversammlung verersten Untersuchung nicht all dies erfeninen tönne, so täme es eben urtheilt es mit aller Entschiedenheit, daß der Landtag, indem ec vor, daß viele Ausgehobene erst nach längerer Beobachtung als die Einkommensteuer für alle Einkommen von 600 M. und darMilitärkommission. Siebente Sigung. In Fort- unbrauchbar erkannt und dann entlassen würden, unter erließ, zugleich einen großen Theil der jetzigen Landtags setzung der Generaldiskussion wendet sich der erste Redner, Schazsekretär von Malzahn behauptet, das Bolt sei sehr wähler ihres Wahlrechtes verlustig machte. Wir fordern, daß früherer Major a. D." Hinze, zunächst mit einigen Biffern- wohl in der Lage, die geforderten Mehrkosten für das Militär dasselbe Wahlrecht, also das allgemeine, gleiche und direkte Wahlberichtigungen gegen Herrn Stumm, sowie gegen den General zu tragen. Er reproduzirte dabei hauptsächlich das, was er im recht mit geheimer Abstimmung, wie es für das Reich gilt, auch v. Goẞler. Redner beharrt auf seiner Berechnung, daß wir Plenum schon über die Erhöhung der Brausteuer gesagt hat. für die Landtage der Partitularstaaten, wie auch für die Romnicht genug taugliche Leute haben, um die Rekrutenver- An der weiteren Diskussion betheiligen sich wiederholt die Abgg. munen eingeführt werde. Das Bureau wird beauftragt, diese mehrung in der Höhe der Regierungsvorlage durchführen zu Hinze, Major Wachs, Dr. Lieber, welch letterer außer Resolution der Regierung und dem Landtag zu übermitteln," fönnen. Ohne Schädigung des Ersatzwesens und der gesammten auf die allgemeine Voltsbelastung auch auf die Zunahme Die formelle Abstimmung war freilich gar nicht nöthig. Förster Volkskraft trast der Schuldenlast infolge der unausgesetzten außer- sprach nach dem Verlesen der Resolution nach einige Worte, die lichen" zur Einstellung in die Linie nicht gethan werden. Nicht ordentlichen Militärausgaben hinweist. Dem den Deutschen mit derartigen Beifallsbezeigungen aufgenommen wurden, daß Jeder, der im Falle der Kriegsgefahr eingezogen wird, ist auch von andern Wölfern mit Recht gemachten Vorwurf gegen ber, über das Einverständniß der Versammlung mit der Resolution in Frieden dienstfähig. Im Kriege riskirt Jeder fein daß sie den Anfang mit dem gegenwärtigen militaristischen feinerlei Zweifel entstehen konnte, und wenn noch ein Beweis Leben, muß sich also eventuell auch eine Schädigung seiner System gemacht haben und dasselbe ununterbrochen fortsetzen, hierfür fehlen sollte, so ist er durch die Verfanumlungsauflösung Gesundheit gefallen lassen; lassen; im Frieden aber sollen sei der von Schädler und ihm ausgesprochene Wunsch, daß geliefert, die Herr te Bart wegen der dem Abg. Förster gebie nicht gänzlich Tauglichen geschont werden, daß sei eine be- Deutschland auch den Anfang damit machen müsse, dieses System stimmt ausgesprochene Tendenz unserer Gesetzgebung. Der endlich zum Stillstand zu bringen, wohl berechtigt. Gr verbeabsichtigte Aushebungs- und Ersatzmodus der Militärverwaltung wahrt sich auch gegen die vom Kanzler angedeutete und von müsse zum Milizsystem führen, gegen das die Regierung sich doch einem Theil der Preise ausgeschlachtete Unschuldigung, daß Redner bemängelt die statistischen Militär- diejenigen Abgeordneten, welche der Stimmung ihrer Wähler nach mittheilungen, welche den Abgeordneten gemacht werden. Die geben, nicht mannhaft" handelten. Nicht zugeben fann er felben feien viel zu allgemein gehalten, die Statistifen der fran- ferner die Berechtigung der Anschauung Stumin's, daß die Regiezösischen und der österreichischen Heeresverwaltungen feien weit rung einfichtiger sei als die Abgeordneten und diese wiederum detaillirter und übersichtlicher. Er stellt an die Vertreter der den Wählern überlegen seien. Militärverwaltung diverse Fragen über die Gruppirung der Der Reichskanzler antwortete auf die Frage der Zentrums- Von der Agitation. Bei der Bertheilung der Broschüre Ziffern in den amtlichen Nachweisungen, welche auf redner, ob seitens der Regierungen etwas geschehen sei, auf diplo- Nieder mit den Sozialdemokraten" trug sich in dem Orte seinen Wunsch von dem General von Goßler und Major matischem Wege eine Annäherung der Nationen herbeizuführen, nge In in Holftein ein heiteres Vorkommniß zu. Ein patrioWachs sofort, innerhalb des Rahmens feiner Stede daß dies in erster Linie durch den Abschluß der Handelsverträge tischer Hofbefizer hielt den Inhalt der Broschüre des Titels beantwortet werden. An der Hand der von den Militärvertretern versucht worden sei. Herbeizuführen, daß die sämmtlichen Völler wegen für sozialistenfeindlich und lud aus Freude hierüber den bestätigten Ziffern weist Redner nun ausführlich nach, daß Europas als eine friedliche Gemeinschaft nebeneinander leben, Genossen, der sie ihm übergeben hatte, zum Mittagessen ein, ließ seine fürzlich vorgetragenen statistischen Angaben, die von den dieser Gedanke scheitere zunächst an der Haltung Frank auch sofort eine Anzahl Exemplare der für unsere Agitation sehr Herren v. Goßler und Wachs zu berichtigen versucht wurden, reich 3. Und bittend fömme sich Deutschland an jenen Staat werthvollen Broschüre unter seine, Leute vertheilen. 213 er den richtig sind. Hiernach steht fest, daß schon seit Jahren die nicht wenden, da es befürchten müsse, von demselben zurück- Irrthum gewahrte, war er nicht aufs angenehmste überrascht. die Zahl der bedingt Tauglichen und der gänzlich Ausgemusterten gewiefen zu werden. Getne persönliche Ansicht Hoffentlich hat er die Schrift unseres unvergeßlichen Genossen sich fortgesetzt vermindert, die der Tauglichen" fich vermehrt, feiß, daß, wenn auch den nächsten Jahrzehnten Bracke bis zu Ende gelesen, er wird dann gefunden haben, daß die der wegen Dienstuntauglichkeit nach der Einstellung wieder eine politische Ginigung Ginigung nicht herbeizuführen sei, die die Bestrebungen der Sozialdemokratie nichts weniger als unverEntlassenen sich bedeutend erhöht hat, woraus hervorgeht, daß Nationen doch durch ihre wirthschaftlichen Interessen zu nünftig sind. die Militärverwaltung schon seit geraumer Zeit das Menschen einer Annäherung gezwungen werden würden. Der Vorwurf, material in ausgiebigster Weise für den Friedensdienst ausgenügt daß Deutschland, speziell Preußen, den Anfang mit dem Parteiorganisation. In Bell bei Gßlingen wurde nach hat, weshalb ein noch weiter gehender Griff eben nicht mehr Militarismus gemacht hat, fei ja berechtigt; aber wenn dies nicht einem Vortrage des Genossen Th. v. Wächter über die Sozialdurchführbar sei. geschehen wäre, so wäre eben Deutschland nicht Deutschland ge- demokratie die Errichtung eines Arbeitervereins beschlossen. worden(?!). Zum Abschluß der Generaldiskussion wolle er den 10 Mann zeichneten sich sofort als Mitglieder ein. Für Herren vom Zentrum nur sagen, daß er hoffe, fie in der Dessau und Umgegend wurde ein sozialdemokratischer WahlSpezial diskussion doch noch zu überzeugen, daß ihr bis- verein gegründet. beriges Angebot nicht ausreiche, um das, was auch sie wollen, nämlich die Sicherung Deutschlands zu garantiren, und Bürich, 27. Januar. Der Sozialdemokrat Friedrich Köster, daß sie, um ihren besonders betonten Patriotismus zu beweisen, der Führer der hiesigen Jungen, früher Nedakteur in Magdewohl doch den Wünschen der Regierung ihre Zustimmung geben burg, ist unter der Antlage der Anstiftung zum Meineid ver müßten. hastet worden. Das Auslieferungsbegehren ist bereits gestellt werden. Köster soll sich der Handlung gelegentlich einer gegen ihn gerichteten Anklage auf Majestäts- Beleidigung dadurch schuldig gemacht haben, daß er einen Zeugen bestimmte, auszusagen, die inkriminirte Menßerung nicht gehört zu haben. Der Beuge ist mit einem Jahre bestraft worden. Köster ist verheirathet und hat er seine Familie nach der Schweiz fomnien lassen. spendeten Beifallsbezeigungen vornahm. Schaden hat die Sozialdemokratie durch diesen Herrn also nicht erlitten. Was er that, ist lediglich von Nachtheil für den Klassenstaat, den er vertritt. Sogar die Philister in Greiz dürften an ihrer Zuversicht auf den konstitutionellen Staat einigermaßen Einbuße erlitten haben, seitdem sie wissen, daß ein Polizeibeamter es unternehmen darf, einem Staatsbürger" in bezug auf die Intentionen der hohen Landesregierung" den Mund zu verbieten. * General v. Goßler giebt, in bedingter Weise" zu, daß allerdings eine Verschiebung, und zwar auf dem Verordnungswege, fiattgefunden hat. Dazu sei die Militärverwaltung aber nicht blos berechtigt, sondern im Interesse des Baterlandes" Seinen langen Biffernvorführungen hier zu folgen, hat kein Interesse. Der ultramontane Pfälzer Dr. Schädler hielt hierauf einen längeren Vortrag, der nach der seitherigen Dauer der Generaldebatte und den vorausgegangenen Erflärungen seiner Partei- Nachdem noch Herr von Stumm einige angebliche Mißgenoffen gerade nicht nicht mehr absolut nöthig gewefen deutungen" seiner in den vorausgegangenen Sigungen gehaltenen wäre. Er sprach von der politischen Lage von den Reden richtig zu stellen versucht und Abg. Richter einige AnAnschauungen Stumm's über die Stellung der Abgeordneten griffe Stumm's auf ihn zurückgewiesen, sowie auf diverse or zu ihren Wählern, von den Wühlereien der offiziösen Preffe ganisatorische Renderungen in der französischen Armee hingewiesen und betonte, daß es weder dem Reichskanzler noch den Rednern hat, wendet sich auch Dr. Lieber noch einmal gegen Stumm, der Kartellpartaien gelungen sei, die Mehrheit der Kommission woraufendlich!- die General diskussion gevon der Nothwendigkeit der Vorlage zu überzeugen. fchloffen wird. Todtenliste der Partei. In Köpenick starb am Gegen Stumm, welcher erwähnt hatte, daß die Kosten für die Die nächste Sigung findet am Dienstag Vormittag 27. Januar früh 7 Uhr plöglich, am Herzschlage, unfer altHeeresvermehrung ja nur anderthalb Mart per Kopf der Ge- ftatt, da am Montag die Budgetfommiffion, welcher auch ver- bewährter Genoffe, der Bigarrenarbeiter Hermann Eweller. fammtbevölkerung betrügen, macht er geltend, daß eben diese Lasten schiedene Mitglieder der Militärfommission angehören, Sigung Er war schon seit Mitte der 60er Jahre ein eifriger Förderer zu den schon vorhandenen noch hinzu kommen, daß in der abhält. In der Dienstagssigung beginnen die finanziellen der sozialdemokratischen Bewegung und hat sowohl auf politischem Familie ein Kopf für viele zahlen muß, und daß sie von Gesell Erörterungen. wie gewertschaftlichem Gebiete immer tapfer seinen Mann gefchaftstlassen getragen werden müssen, deren Angehörige nicht mit 50-75 000. Rapitalrentenfteuer angelegt sind, sondern in harter ftanden. Twelfer hinterläßt eine Wittwe, die ihm im Leben als Arbeit des Lebens Nothdurft erwerben müssen. Redner schließt, überzeugte Genoffin treu zur Seite geftanden hat, in dürftigen Verhältnissen. Die Köpenicker Genoffen werden dem Dahinnach einer Polemit gegen Buhl wegen der oft er wähnten Lieber'schen Aeußerung über die Stimmung in geschiedenen dauernd ein ehrendes Andenken bewahren. Polizeiliches, Gerichtliches ze. -Wegen Majentätsbeleidigung ist in Dessau der Genosse Bünther aus Köthen zu 4 Monaten Gefängniß verurtheilt worden. Er hat Revision angemeldet. Außer Verfolgung gefeht wurde vom Nürnberger Staatsanwalt der Reichtags- Abgeordnete Redakteur Grillender Weidenberger Gendarmerie Voruntersuchung eingeleitet. Das berger. Es war gegen diesen wegen angeblicher Beleidigung der Weidenberger Gendarmerie Vorunterfuching eingeleitet. Das in ähnlicher Sache gegen den Redakteur M. Segi anhängige Berfahren ist noch nicht abgefchloffen. - Einige Mitglieder des Allgemeinen Arbeitervereins in Sigung der VII. Kommission lex Heinze, Bormittags 10 Uhr. Die Debatte beginnt über den§ 181a, der vom Bu hälterthum handelt. Abg. Bebel beginnt die Debatte, indem er den Antrag, den Paragraphen abzulehnen, in längerer Ausführung begründete. Ein Theil des Paragraphen sei im Widerspruch mit dem vorhergehenden Paragraphen und müsse eines Schlüffels in geordnete verwandelt werden und diese schon deshalb fallen. Der Paragraph sei juristisch von fautwurden mit Hilfe eines zweiten Schlüssels endlich in Worte Schutartigem Inhalt und erlaube eine Ausdehnung, die viele verwandelt. Daraus ergab sich eine unendliche Verschieden. Unschuldige treffe; überdies biete die bestehende Gefeßgebung Handhaben genug, das zu erreichen, was mit dem Paragraphen heit von Zeichen für jeden Buchstaben des Alphabets und erreicht werden solle, aber ohne die Gefahr mißbräuchlicher Anmachte selbst dem geschichtesten Sachkundigen der Polizei wendung. Ob wohl ein Mann einer höheren Gesellschaftsklasse, gegenüber die Chiffreschrift vollkommen sicher vor Ent- der manchmal nur der Zuhälter seiner Frau sei, wohl auch ge deckung. Wenn die Ausführung fehlerhaft war, blieb sie troffen werden würde? In ähnlichem Sinne sprach sich der auch denen, für die sie bestimmt war, ein Räthsel. Abg. Stadthagen aus. Es entstand eine sehr lebhafte und hochGregor war, wie es bei Dichtern häufig vorkommt, interessante Debatte, an der sich Redner eller Parteien betheiligten, Magdeburg waren angeklagt, durch Abhaltung eines am durchaus kein Muster der Ordnung und er brachte seine neben den Regierungskommissaren, die ebenfalls mehrfach in 5. September 1891 in Bremers Sälen stattgehabten VereinsFreunde mit seinen chiffrirten Briefen zeitweise an den schiedenen Redner tamen durch eine ungewöhnlich große Zahl von An- vergnügens eine Sonntags- Entheiligung begangen zu haben. G3 die Debatte eingriffen. Die Meinungsverschiedenheiten der verRand der Verzweiflung. Einige seiner Chiffregruppen erträgen zum Ausdruck, deren Tragweite fich vorläufig nicht übersehen fanden in dieser Angelegenheit einige Verhandlungen statt, die gaben trotz aller Mühe nichts anderes als sinnlose Buch- läßt, da dieselben zunächst nur handschriftlich vorlagen. Bei der großen letzte im November 1892, welche mit Freisprechung endete. Gegen ftabengruppen, aus denen ein lesbares Wort zusammen- Bahl der noch eingeschriebenen Redner mußte die Debatte ab- dieses Urtheil legte der Amtsanwalt Berufung ein, die wieder zustellen unmöglich schien und dies zumeist an Stellen, die gebrochen werden. Die nächste Sigung wurde in Rücksicht auf verworfen wurde. Die Kosten der überflüffigen Anklage wird die wichtigsten und interessantesten waren oder zu sein ben Feiertag am Donnerstag auf Freitag nächster Woche an wohl wie immer der Staat, d. h. die Gesammtheit der Steuerschienen. beraumt. Gegen eine frühere Einberufung erklärten sich eine sahler zu tragen haben. Ohne Lena's Beistand wäre Andrej oft in Verlegen ganze Anzahl Redner mit Hinweis auf die Ueberlastung mit heit gerathen; das Mädchen aber im De Arbeiten, denen gegenwärtig die anwesenden Mitglieder des Reichstags durch ihre Betheiligung an den verschiebenen Rommissionen chiffriren außerordentlich außerordentlich geschickt und hatte eine ausgefeßt seien. besondere Fähigkeit, das zu errathen, was unklar blieb. Wenn Andrej's Bemühungen vergeblich waren und er schon die Hoffnung aufgeben wollte, die Stelle zu entziffern, so pflegte sie die beiden Blätter in die Hand zu nehmen, um durch eine plögliche Eingebung das zu ent räthseln, was Gregor selbst falsch gemacht hatte. In etwas mehr als zwei Stunden hatten sie den ersten Theil der Chiffregruppen übersetzt. In diesem waren die Einzelheiten für Andrej's Reise mitgetheilt, die Namen und Adressen der Leute, an welche er bei seiner Ankunft in St. Peters burg und an der russischen Grenze sich wenden follte. Andrej schrieb die Adressen forgfältig auf ein Stückchen Papier, welches er in sein Geldtäschchen legte, um sie vor seiner Abreise auswendig zu lernen. Jezt hatten sie nur noch das länger zufammenhängende Stüd zu beuten. Es bezog sich augenscheinlich auf ein anderes Thema, welches wahr scheinlich besonders gefährlicher oder fompromittirender Art, da sich Gregor die Mühe genommen hatte, jedes Wort zu chiffriren. Fortfegung folgt). war Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die Militärvorlage find weiter abgehalten worden in Hall und Jishofen.( Deferent ildenbrand- Stuttgart). Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Bei einer amerikanischen Auktion bei Hermerschmidt, Perlebergerstraße 28 3,60. Fachverein der Uhrmacher und verwandten Amerit. Berufsgenossen Berlins 25,-. J. St. Czempin 3, Auktion bei Drügemüller 6,-. Ein Steinmetz bei Jchiroda 1,-. Gesangverein„ Nord", 2. Rate 30,-. Tischlerei Erdmann, Böchstr. 25 5,25. Lese- und Diskutirklub Gesundbrunnen" 10,55. Bon Arbeitern bei Frost y. Göhne 7,50. Stockfabrik Ernst Hoyer 6, Kollegen von S. u. H., Charlottenburg, durch G. H. Die Deutsch freifinnigen Dresdens hielten auch 47,20. Telegraphenanstalt, Neuenburgerstraße 4,-. Von einigen eine Versammlung gegen die Militärvorlage ab. Referent war Paßern( nicht Pußern) durch Fatschel 3,45. ber Reichstags- Abgeordnete Sambammer aus Sonne- Durch die Streif- Kontrollkommission: bergi. Th. Die Dresdener Sozialdemokraten hörten sich die Gesammelt bei Rückwardt u. Riegel auf Liste Nr. 57 8,50.; Rede mit an und hatten das Vergnügen, das die von ihnen ein auf Liste Nr. 59 4,30. Gesammelt durch Seifert auf Lifte gereichte Resolution angenommen wurde. Bei der Abstimmung Nr. 60 6,95; auf Lifte Nr. 61 3,45. Gesammelt bei Rückwardt ereignete sich etwas Köftliches. Die Refolution wurde nämlich u. Riegel auf Liste Nr. 84 6,70. Gesammelt bei Wiesener auf erft einstimmig und dann, nachdem sie der Borfißende zum zweiten Liste 9r. 85 6,60. Von den Arbeitern der Stockfabrit Und Kalinowsky 2,35. Summa 191,40 M.; bereits quittirt 7691,05 W.; was stand in diefer fürchterlichen Resolution? Sie lautet:" Die in Summa 7882,45. Male verlesen hatte, gegen 20 Stimmen angenommen. heute in Meinhold's Sälen tagende deutschfreifinnige Verfamme lung protestirt entschieben gegen jebe Erhöhung Der heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Möbeltischlerei des Militäretats und beauftragt den Referenten, dies im von Rudolf Lorenz, Reichenbergerstr. 157, bei, auf welchen wir Reichstage zum Ausdruck zu bringen." Wie entschieden" der hiermit unsere Leser aufmerksam machen. Für den Juhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum Freunde und Circus Renz. sermann Lick zum morgenden Ge( Karlstraße.) Sonntag, den 29. Januar 1893: gegenüber keinerlei Verantwortung 2 gr. Vorstellungen. Theater. Sonntag, den 29. Januar. Opernhaus. Die Here. Montag: Oberon. Schauspielhaus. Das Käthen von Heilbronn, oder: Die Feuerprobe. Montag: Kriemhilde. Deutsches Theater. 3wei glückliche Tage. Montag: Romeo und Julia. Berliner Theater. befizer. Der Hütten Montag: Die Journalisten. Leffing- Theater. Heimath. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater. Paragraph 330. Der sechste Sinn. Montag: Die Großstadtlust. Kroll's Theater. Der Wildschüß. Montag: Konzert. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Rendenz- Theater. Die Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Gruft- Theater. Modernes Babylon. Montag: Dieselbe Vorstellung. In beiden Vorstellungen Auftreten sämmtl. Künstlerspezialitäten I. Ranges, sowie Reiten und Vorführen der bestdressirten Schul- und Freiheitspferde. Nachm. 4 Uhr( 1 Kind unter 10 Jahren frei): Komiker- Vorstellung mit zur Belustigung der Jugend besonders gewähltem Programm. Zum Schluß: Die lustigen Heidelberger. Abends 712 Uhr: Sermanu die beften Glückwünsche und zich zum morgenben Ge- Achtung! Winter- Vergnügen. Achtung! ein dreifach donnerndes Hoch. 18 Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein sämmtlicher Berufszweige 1078b Lieber Hermann, sei an diesem Zag recht heiter, Und kämpfe muthig, fröhlich weiter. E. L. 5. S. W. B. Herrn H. Ließ die besten Glückwünsche zu seinem 30. Geburtstage von seinem Freunde C. W. 1081b Heute Mittag 1 Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager mein lieber unvergeßlicher Mann und unser guter Vater, der Restaurateur Karl Schmidt Novität! Ein Künstlerfest. Novität! Große Ausstattungs- Pantomime vom im Alter von 54 Jahren. Hofballetmeister A. Siems. Mit überraschenden Licht- und Wassereffecten. Auf das Glänzendste in Szene gesetzt vom Direktor Fr. Renz. Grosser Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Außerdem u. A.: Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Markir. Morgen, Montag, Abends 71/4 Uhr: Gr. Vorstellung mit neuem Programm und Ein Künstlerfest. Fr. Renz, Direktor. Kaufmann's Variété Am Stadtbahnhof Alexanderplatz. Das altbekannte vorzügliche Programm: Braselli, Jessy, Maakwoods, Zierrath, Wellini, Barnum, Rappo, Peretti, Lees, Bellona 2c. Das Theater ist durch Thomas- Theater. Die Wettschwim die neue Heizanlage schr merinnen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neues Theater. Logirbesuch. Durch die Intendanz. Montag: Baronin Ruth. National- Theater. Liane, die zweite Frau. Montag: Die Räuber. FreieVolksbühne( National- Theater) II. Abth. Nachmittag 22 Uhr: Andere Zeiten. Alexanderplat- Theater. Maria Stuart. Montag: Mutterſegen. Apollo Theater. Vorstellung. Spezialitätenwarm. Mittwoch, den 1. Februar, vollständig neues Programm. Anfang Wochentags 8 Uhr. Entree 50 Pf. Welt- Restaurant S. Dresdenerstr. 97. Theater der Reichshallen. Spezia- Norddeutsche Sänger, 7 Pers. litäten- Vorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. 2. Sual: Hr. Schauss, Frls Fiori, Melanie, Sternau. Etablissement Adolph Ernst- Theater. Buggenhagen. Bum 36. Male: Modernes Babylon. Gesangsposse in 3 Akten v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Mufit von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Moritz Play. Um stille Theilnahme bittet Anna Schmidt nebst Tochter Martha. Berlin, den 28. Januar 1893. den 1. Februar, Nachm. 3 Uhr, vom Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem Alten Jakobi- Kirchhofe in der Trauerhause, Prinzenstr. 12, aus nach Hermannstraße statt. Köpenick. Den Mitgliedern des Sozialdemokratischen Arbeitervereins zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Gigarrenmacher Hermann Twelker am Freitag, den 27. d. Mts., am Herzschlag verschieden ist. Wir verlieren in ihm einen treuen Genossen, dessen Andenken wir stets in Ehren halten werden. Die Beerdigung findet Montag, Nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Rosenstraße 109, aus statt. Der Vorstand. 104/6 Am Mittwoch, den 25. d. M., verstarb nach kurzem Leiden meine liebe Frau Anna Hollhoff geb. Steffen. Die Beerdigung findet heute, Sonntag Nachmittag 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Emmaus- Kirchhofes statt. Um stilles Beileid bitten 1080b Die Hinterbliebenen. Orts- Kr.- Kasse d. Steindruder und Lithographen zu Berlin. Am 27. Januar cr. verstarb unser Anf. in der Woche 7 Uhr, Sonnt. 5 Uhr. Mitglied der Steindrucker Herr Nud. Heife. Die Beerdigung findet statt am Montag, den 30. d. M., Vorm. 11 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Louisen- Kirchhofes, Herrmannstr. Um Moriz Play. zahlreiche Betheiligung bittet 1092b Der Vorstand. Täglich: Instrumental- Konzert. Danksagung. 11326 ir. Spezial- Ausschank von Pahen- herzlicher Theilnahme, sowie die reichen Großer Frühstücks- u. Mittags- Für die überaus reichen Beweise tisdy. hofer Lagerbier, hell und dunkel. Kranzsvenden bei der Beerdigung meines An Sonn- und Festtagen lieben Mannes, des Tischlers Hermann findet das Konzert in den oberen Fischer, sage ich allen Genossen des Sälen statt. zweiten Wahlkreises, den Leseklubs West"," Empor" und Neuzeit", den Gesangvereinen Gerechtigkeit West", „ Frühlingsluft"," Froh Hoffnung", so wie seinen Kollegen meinen tiefgefühlEntree Wochent. 10 Pf. Sonnt. 25 Pf. Säle für Versammlungen, Kommerse, Festlichkeiten 2c. " " " American- Theater. Gratweil's Bierhallen testen Dank. Die trauernde Wittwe. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Jbsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. Martin Bendix.) Alfred Bender in feinem neuesten Originalvortrag Der Volksmund in Berlin. Blank, der beste Bauchredner. Anhaltender Erfolg. Die Trockenwohner. PassagePanopticum. Nen! Das unerklärliche. Verschwinden eines frei in der Luft hängend. Mädchens. Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Gr. Frühstücks- u. Mittagstijd). Bwei Säle zu Versammlungen und Vergnügungen. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. BRAUERE! RIEDRICHSHAIN AktienBrauerei Friedrichshain am Königsthor. Heute Sonntag: Grosses InstrumentalKonzert W. Böhme Concordia- Festsäle C. Säger Andreasstr. 64 und Krautstr. 38. Größtes und schönstes PrachtEtablissement der Residenz. Heute, sowie jeden Sonntag: Gr. Instrumental- Konzert. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Nach dem Konzert: Grosser Ball, ausgeführt von 2 stark besetzten Orchestern. Meine auf das komfortabelste eingerichteten großen und kleinen Säle, sowie 5 neue Regelbahnen, Billard und Vereinszimmer, stehen den geehrten Vereinen zur gefl. Benugung unter toulantesten Bedingungen. 49/18 Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. Februar, E in Hoffmann's Festsälen, Oranien- Strasse No. 1801 Groker Ball. 176/ 5* Während der Pausen: Gesangs- Vorträge der Frau Pracht, sowie Auftreten der Herrn Gebr. Shag. Anfang 5 Uhr. Entree für Herren( intl. Tanz) 50 Pf., für Damen 25 Pi. Alle Freunde des Vereins ladet freundlichst ein Das Komiter. Deutsch. Tischlerverband ( Bahlstelle Berlin). Sonnabend, den 4. Februar 1893, in den ,, KonkordiaFestfälen", Andreasstr. 64: Grosser Wiener Masken- Ball. Anfang 8, Uhr. Billets à 50 Pf. find auf allen Zahlstellen, sowie bei den Vorstandss mitgliedern zu haben. Hierzu ladet Freunde und Kollegen ein 316/ 20* Die Ortsverwaltung. Spitzig's Ball- Salon, Frankfurter Allee No. 198. Sonnabend, den 4. Februar 1893: Grosser Wiener Masken- Ball zur Feier des 2. Stiftungsfestes des Allgemeinen Arbeiterinnen- Vereins Berlins und Umgegend Filiale Friedrichsberg. Anfang 9 Uhr. Herren- Billet 50 Pf., Damen 30 Pf. Billets sind in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. Um zahlreiches Erscheinen bittet 176/ 6* Das Komitee. Charlottenburg! Wallstraße 46, Gambrinus-Brauerei, Bismarckstr. 23. GF Sonnabend, den 11. Februar 1893: E Gr. Wiener Maskenball. Arrangirt vom 1076b* Deutschen Tischler- Verband( Zahlstelle Charlottenburg). Anfang 8 Uhr. Entree 40 Pf. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Achtung! Arbeitgeber! Gewerbegerichtswahlen! Mittwoch, den 1. Februar, Abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung im Lokale des Herrn Hensel, Invalidenstr. 1. Tagesordnung: 1. Stellungnahme der Arbeitgeber zu den Gewerbegerichtswahlen. 2. Aufstellung von Kandidaten. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der geschäftsführende Ausschuss der Berliner Streik- Kontrollkommission. Deutscher Tischler- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 1. Februar 1893, in Bolk Festfälen, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal): Ausserordentl. Generalversammlung. Zages Ordnung: D 1. Vortrag über Gewerkschafts- Kartelle und Industrie- Verbände. Ref.: Rollege Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Stellungnahme zu dem im April stattfindenden 5. ordentlichen Verbandstag und Wahl der Vertreter zu demselben. 4. Verbandsangelegenheiten. 816/19 Bei der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Große öffentliche Versammlung der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplätzen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend am Sonntag, den 29. Januar, Nadm. 4 Uhr, in Bolk Festsälen ( früher Feuerstein), Alte Jakobstraße 75. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Schmidt Frankfurt. Nach dem Vortrag: Kränzchen. Um zahlreiches Erscheinen bittet 173/6 Die Agitations- Kommission. Arbeiter- Bildungs- Schule( Oftbezirk). Sonntag, den 29. Januar, Abends 6 Uhr, Versammlung. Genossen empfehle meinen Früh- im Böhmischen Brauhaufe, Landsberger Allee 11-13: fücks-, Mittags- und Abendtisch. Vereinszimmer mit Piano. Für gute Getränke sorgt stets 3613L* aunyn0 Tages Ordnung: Vortrag und Diskussion. Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Gäste sehr unter Mitwirkung der neuen großen Fritz Fröhlich, rake 43. willkommen. Konzert- Orgel. HF Anfang 42 Uhr. Eintritt 30 Pf. Kinder frei. Programmi unentgeltlich. Castan's Märkischer Hof Panoptikum. E Admiralstr. 18c. Jeden Sonntag im prachtvollen Spiegel- Saal: Großer Felt- Ball. Herren zahlen für Tanz 50 Pi. lichkeiten und Bersammlungen. 3595L Tai- za- Wunder. Empfehle mein Lokal zu allen FeſtGeheimnißvollste Seelenwanderung. Lotosblume. Etablissement ,, Süd- Ost" Fantoche- Theater. Waldemarstr. 75. Sämmtlich ohne Ertra- Entree. ſammlungen z. im Märd, April, Mai 2c. Allen Freunden u. Gen. empfehle mein Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Vereinszimmer mit Piano zu vergeben. P. Schulz, Jahnstr. 1, Ece Urbanstr. 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Januar 1893. 1 Uhr. Um Bundesrathstische: v. Bötticher, v. Berleps ch. Regierungspräsident v. Rothe ist zum stellvertretenden Bevollmächtigten im Bundesrathe an Stelle des erkrankten Herrn v. Rottenburg ernannt worden. Sonntag, den 29. Januar 1893. 10. Jahrg. staaten; das Reich kann nur subsidiär eingreifen. Eine Kon- faum die Bibliotheken sich anschaffen können. Hier sollte man zentration diefer Angelegenheit in den Händen des Reichs ist sich nach amerikanischem Muster die größte Billigkeit zum Prinzip auch praktisch nicht rathsam. Gewiß wird auch die Thätigkeit machen. Einen gewissen Spielraum müssen bezüglich der äußeren der Reichsverwaltung sich auf diesem Gebiete fruchtbar erweisen, Ausstattung der deutschen Ausstellung in Chikago die deutschen indem dieselbe über eine aus privaten Kreisen zur Verfügung Kommissare haben, und der Reichstag wird in der Hoffnung, gestellte Summe zu diesem Zweck disponiren wird. daü ein gewisses Maß der Sparsamkeit gleichfalls nicht außer Augen gesetzt wird, gewiß entgegenkommen. hier eine Art von Begeisterung für möglichst ausreichende BeAbg. Bebel( Soz.): Es ist mir sehr erfreulich, daß sich Staatssekretär v. Bötticher: Es muß vorbehalten bleiben, schickung der Ausstellung in Chikago bemerkbar gemacht hat. ob wir einen Nachtragskredit oder eine nachträgliche Geneh Auf der Tagesordnung steht die zweite Berathung des Auch wir sind jederzeit bereit, für derartige Zwecke alle noth- migung zu beantragen veranlaßt sein werden. Den Preis des Reichshaushalts- Etats für 1893/94 und zwar der wendigen Mittel zu gewähren. Aber die Begeisterung für Chikago Berichtes möglichst billig zu stellen halte ich für eine selbstverSpezialetat des Reichsamts des Innern. und die Hoffnungen, die man an diese Ausstellung knüpft, stehen ständliche Forderung. Die trüben Anschauungen des Herrn Zu diesem Etat liegt folgender Antrag der Deutsch- in grellem Widerspruch zu der Thatsache, daß wir uns gegen zwei Bebel über die Ergebnisse der Beschickung der Ausstellung durch freifinnigen vor: Ausstellungen, die uns bedeutend näher waren und für das Gewerbe Handwerker vermag ich nicht zu theilen. Wir besigen schon Die verbündeten Regierungen zu ersuchen, die von ihnen größere Erfolge gehabt hätten, vollständig ablehnend verhalten Aeußerungen darüber, daß alles, was auf unserer dortigen auf Grund des§ 29 der Gewerbe- Ordnung erlassenen Bor: haben: gegen die Pariser Weltausstellungen von 1877 und 1889. Ausstellung mit der Hand und mit Runstfertigkeit der schriften über den Nachweis der Beschäftigung als Arzt einer Beiden sind wir demonstrativ fern geblieben, als die einzige Kultur- Hand hergestellt ist, in Amerika kaum von Anderen Revision in dem Sinne zu unterziehen, daß auf Grund dieses nation Europas, zum größten Schaden für uns, unzweifelhaft aus und nur mit sehr hohen Kosten zu erlangen ist. Nachweises auch Frauen die Approbation als Arzt ertheilt wesentlich politischen Motiven: man wollte zum Ausdruck brin- Frankreich, war von je für uns ein gutes Absatzgebiet; wir hatten werden muß. gen, daß man Frankreich für ein wildes Land ansah. Wir waren also auf eine Beschickung der beiden Pariser Weltausstellungen Abg. Goldschmidt( dfr.) befürwortet eine schnellere Heraus- ftets anderer Ansicht. Da wir mit diesem Lande zu rechnen gar nicht hinzudrängen; auch bestand damals eine weitgreifende gabe des Berichts über die Ergebnisse der Weltausstellung in haben, wäre es von großem, auch politischem Vortheil gewesen, Ausstellungsmüdigkeit. In der Frage der deutschen Weltaus= Chikago, als bisher meistens beliebt worden sei. Der General wenn wir die versöhnende Hand gereicht und damit gezeigt stellung hat die Regierung sich ganz neutral verhalten und ihre bericht müßte theilweise schon während der Ausstellung, nicht erst hätten, daß alle Misstimmung von 1870 auf unserer Seite nicht Entscheidung erst nach den überwiegend ablehnenden Aenßerungen nach derselben erstattet werden. Redner wünscht ferner die mehr vorhanden ist. Dazu hätten wir in Paris ein ungleich der deutschen Industrie gefaßt. Dafür daß unsere Kommissare in Entsendung von Handwerkern auf Reichskosten zur Ausstellung. günstigeres Absatzgebiet gehabt als in Chikago. Der dortige Be- Chikago nicht zu weit gehen in der Verausgabung von ReichsStaatssekretär von Bötticher: Bisher hat die Reichs- such, namentlich auch von Asien aus war weit größer, als ihn geldern, wird selbstredend gesorgt werden. Verwaltung nicht in Aussicht genommen, ihrerseits einen solchen Chitago zu erwarten hat, und unsere Vertretung in Paris war Abg. Möller( ntl.): Ausstellungen werden immer nnd ewig Generalbericht überhaupt herzustellen; zunächst müsse den einzelnen nicht so kostspielig. Der Erfolg der Ausstellung in Chikago wird nothwendig sein; aber alle diejenigen Industrien, welche MassenIndustrie- und Wirthschaftsgruppen der Nation und event. der bedeutend überschäßt, immerhin wird ihr Besuch von großem Vor- produkte erzeugen, haben keinerlei Interesse daran, und es ist Thätigkeit der einzelnen Bundesstaaten überlassen sein, an diesem theil sein, wenn auch nur, um die große Ueberraschung zu er- falsch, diesen Großindustrien vorzuwerfen, daß sie durch ihre AbBuntte anzusetzen. Ausgeschlossen sei damit nicht, daß soweit leben, daß die Amerikaner uns technisch weit überlegen sind. Dem neigung dieses oder jenes Weltausstellungs- Projekt vereitelt das Reich für einzelne Zweige ein besonderes Interesse habe, Eifer für die Chikagoer Ausstellung widerspricht auch, daß, als es sich haben. Baumwollen- Spinnerei und-Weberei haben fein Inter wie z. B. im Patentamt, es auch in dieser Beziehung das um eine internationale Ausstellung in Deutschland handelte, esse, ebensowenig die meisten Zweige der Eisenindustrie. Der Seinige thun werde. Die Berichterstatter werden veranlaßt gerade die Regierung mit aller Macht diesem Plan entgegentrat. Gedanke einer Berliner Ausstellung ist durch die brüskirende werden, ihre Berichte so schnell als möglich zum Gemeingut zu Und doch ist es keine Frage, daß, wenn neue Abfaßgebiete Handlungsweise Frankreichs gerade auch in den Kreisen der ober machen. Auch die Förderung des Besuchs der Ausstellung durch eröffnet werden sollen, das im höchsten Grade erreicht worden rheinisch- westfälischen Industrie freundlicher aufgenommen worden reichsangehörige Handwerker, welche die Mittel dazu nicht be- wäre, wenn wir die ganze Welt zu uns eingeladen und ihr vor und schon 2 oder 3 Tage nachher war auch die Regierung davon fizen, von deren Besichtigung der Ausstellung man sich aber Augen geführt hätten, was wir zu leisten vermögen, nicht nur verständigt. Die Regierung hat aber bekanntlich ihre Stellung einen Nugen versprechen darf, wird seitens der Reichsverwaltung auf dem Gebiete der stehenden Heere, der besten Mordwerkzeuge nach der anderen Seite genommen. Zur Zeit muß Ruhe sein auf ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Ich habe Ihnen aller Kulturnationen, sondern auch im Wettbewerb in Werken des dem Gebiet, und wir müssen uns mit dem Gedanken, daß das das Bild des deutschen Ausstellungsgebäudes in Chikago vor Friedens und der Kultur. Den Vorschlägen in bezug auf die Unternehmen gescheitert ist, abfinden. Das Fernbleiben von der stellen lassen.( Dasselbe ist vor dem Tisch des Hauses aufgestellt Beschickung der Ausstellung durch Delegationen aus Handwerker- Pariser Ausstellung hat thatsächlich viele Industrielle geschädigt. und wird mit großem Interesse von den wenigen anwesenden und Arbeiterkreisen stehe ich sehr steptisch gegenüber. Ich habe Was die Ausstellung in Chikago betrifft, so wirft Herr Bebel Abgeordneten, unter Anderen besonders von dem Abg. Alexander zwar nichts dagegen, aber Vortheile davon verspreche ich mir bei seiner Beurtheilung der Fortschritte der Maschinentechnik ver Meyer in Augenschein genommen.) Sie werden daraus ersehen, nicht. Mit welcher Stimmung und Gesinnung werden die schiedene Dinge durcheinander. Steigende Löhne und vervolldaß Deutschland in würdiger Weise in Chikago repräsentirt sein kleinen Handwerker aus Chikago zurückkehren? Sie werden tommnete Maschinen gehen neben einander her. Steigende wird. Nun ist uns allerdings yon unserem Kommissar mit- gesehen haben, wie sehr und wie unweigerlich sie auf dem Aus- Löhne werden mit vervollkommneten Maschinen ausgeglichen. getheilt worden, daß eine Gleichstellung in dem Auftreten sterbe- Etat stehen, wie die Entwickelung der Technik das ganze Deshalb ist es auch grundfalsch zu glauben, daß der Anblick der Deutschlands mit den übrigen Staaten noch ganz erhebliche Handwerk überflüssig gemacht hat.( Bustimmung links.) Die amerikanischen Maschinen die deutschen Handwerker entmuthigen Mehrkosten erfordern würde; dazu ist aber nöthig, daß ich Stimmung, in der sie nach Hause kommen, wird also eine sehr werde. Bahlreiche Maschinen, welche in Amerita möglich sind, nochmals mit der Finanzverwaltung in Verbindung trete. gedrückte sein. Etwas anders steht die Sache mit der Entsen- sind es bei uns nicht, weil sie ein zu großes Anlagekapital er Sollte die Ueberzeugung von uns gewonnen werden, daß für dung von Arbeitern. Aber zur persönlichen Ausnutzung dessen, fordern würden. eine würdige äußere Repräsentation unserer Leistungsfähigkeit was sie in Chikago gelernt haben, fehlen ihnen ja doch die Abg. Goldschmidt: Mir scheint doch, als wenn den noch weitere Mittel nothwendig sind, dann wird auch der Reichs- Mittel; und andererseits steht es doch sehr in Frage, ob man Industriellen im Westen das Interesse an der Berliner Austag hoffentlich nicht zurückbleiben! auch die richtigen Personen für diese Delegation auswählte. Hier stellung erst post festum gekommen wäre. Diese Ausstellung ist Abg. Lieber( 3.) ist mit dem Wunsche des Abg. Goldschmidt werden meistens die gröbsten Fehler gemacht. Die Herausgabe gescheitert an der Indolenz der deutschen Industrie( Widerspruch durchaus einverstanden. Sollte für die äußere Ausstattung der eines ordentlichen Berichtes über die ganze Weltausstellung ist bei den Sozialdemokraten), die Regierung hat an der Sache feine deutschen Abtheilung das bisher Bewilligte nicht ausreichen, so viel wirksamer; dieser Bericht muß möglichst ausführlich und Schuld. Ich kann Sie jetzt nur bitten, der geplanten Berliner wird der Reichstag sicher für den Mehrbedarf aufkommen, sei es fachverständig verfaßt und mit genauen Zeichnungen versehen Gewerbe- Ausstellung für 1896 Ihr Interesse zuzuwenden. Die daß die verbündeten Regierungen noch eine besondere Vorlage werden und außerdem recht billig sein. So würde das erstrebte Herstellung eines Generalberichtes, zusammengestellt aus den machen, sei es, daß für eine eingetretene Ueberschreitung der Biel viel leichter und viel wirksamer erreicht werden. Ginzelberichten, halte ich nach wie vor für das Hauptmittel, die Mittel nachträglich die Genehmigung nachgesucht wird. Der Abg. Schrader( dfr.): Ich habe es auch nicht gebilligt, daß Ergebnisse der Ausstellung der Allgemeinheit wirklich nutzbar zu Reichstag zollt dem deutschen Reichskommissar und seinen Herren wir uns von Paris fern gehalten haben, aber eine nachträgliche machen. Mitarbeitern für ihre bisherige Thätigkeit seine volle Anerkennung. Kritik ändert nichts daran und die maßgebenden Potenzen Abg. Hirsch widerspricht der pessimistischen Auffassung Er ist es ihnen schuldig, das hier öffentlich zu erklären, damit sind ja auch von ihrem Abschließungssystem zurückgekommen. Bebel's von der Bedeutung der Entfendung von deutschen Handdie Herren wissen, daß der deutsche Reichstag hinter ihnen steht. Für eine deutsche Weltausstellung ist in diesem Jahrhundert werkern und Arbeitern nach Chitago, und wiederholt, daß die ( Beifall). feine Aussicht mehr. Die Wünsche Bebel's wegen der Entfendung| Gewerkvereine dringend wünschen, daß ihre besseren Kräfte Ge Abg. Hirsch( dfr.) tritt dafür ein, daß für den Zweck der von Arbeitern fallen zum Theil mit denen Goldschmidt's zu legenheit erhalten, nach Chikago zu kommen. Woher das Geld Entsendung von Handwerkern und Arbeitern nach Chikago aus sammen. In der Hauptsache ist diese Angelegenheit Sache der dafür komme, sei ihm im wesentlichen gleichgiltig. Reichsmitteln etwas gethan werde. einzelnen Interessenten; von diesen sollten auch die Mittel ge= Abg. Bebel: Ich habe nur vor einer Ueberschäzung der stellt werden, wie ja die deutschen Gewerkvereine dazu bereit sind. Entsendung von Arbeitern und Handwerkern nach Chikago Das sollten auch die großen Arbeiter- und industriellen Ver- warnen wollen. Daß das deutsche Kunsthandwerk dem einigungen thun. Sie haben doch gewiß an der Mitwirkung amerikanischen heute noch überlegen ist, will ich nicht bestreiten. bieran ein Interesse, zumal wenn sie von Reichswegen dazu auf- Aber Amerika ist in der Lage, Vieles, was wir mit der Hand gefordert werden. Vermieden wissen möchte ich vor Allem, daß arbeiten, durch Maschinen zu leisten. Ich erinnere an den der Bericht über die Ausstellung wieder so theuer ist, daß ihn ungeheueren Schlag, den unsere Spielwaaren- Industrie, welche wollen bei Leibe nicht weiter gehen, denn unter es war nur ein falter Trost, den er ihnen spenden konnte. dem Tagen der Kommission für die lex Heinze ist man nie Er konnte ihnen nur seinen Segen zu der amerikanischen R. C. So wie jeder Mensch seine Fehler hat, so zieren sicher, daß man nicht unter einen bisher ungeahnten Lotterie widmen, die ja, unbegreiflicher Weise, in unserem ihn auch meistentheils einige Vorzüge. Der Eine schmiedet Paragraphen des Strafgesetzbuches fällt, wenn man über- preußischen Vaterlande noch nicht verboten ist. Das war niedliche Verse, der Andere wirft mit sicherer Hand haupt so intime Kleidungsstücke erwähnt, und den Be- immer besser wie garnichts, und man muß dem lieben Gott historische Gemälde auf die Leinemand, der Dritte ist der richtigungen der Frau Bieber- Böhm geht man auch herzlich für Alles danken, sagte bekanntlich der berühmte Fischer, liebenswürdige Schwerenöther im Ballsaal und schwingt gern aus dem Wege. Aber der Fackeltanz will uns troß der vier Wochen geangelt hatte, und endlich einen Frosch das Tanzbein, wenn es nicht anders sein kann. Zwar alledem nicht aus dem Kopfe. Wenn das Finanzministerium sein eigen nannte. Und wenn das Herz nur gut ist, die - ein Händedruck, alles hat seine Zeit, das ist richtig, aber wenn die Minister des Herrn Miquel beispielsweise aus einem großen Pulver- Seele darf dreift einen Sprung haben, das Tanzen kriegen, dann ist es Zeit, daß sich das Herz sack bestände, so würden wir es verzweifelt finden, wenn der von Bonhommie zeugt, täuscht leichtgläubige Menschen eines jeden Aftenwurms vor stolzer Freude aufbäumt und man mit einer brennenden Wachsfackel auf demselben tanzte! manchmal aber nicht immer. Jedenfalls ist es sehr an Da hilft kein Stude und fein rauchsicherer Helm: unweiger genehm, wenn man mit Jedermann auf gutem Fuß großer Jubel herrscht im ganzen Lande. einer Rutscherzigarre haben sich Also der Fackeltanz! Du lieber Himmel, was thut lich würde der Minister bei einem faux pas in die Lust steht, und, mit schon andere Leute über eine brenzliche man nicht alles, wenn es verlangt wird. Haben sich die fliegen und eine regelrechte Verwaltung der Finanzen hätte man Situation hinweggeholfen. Leider ist der Hunger ein ehrwürdigsten Parlamentarier bereits zu Eskarpins und erst dann wieder, wenn er wieder heruntergekommen ist. Grauenvoller Gedanke! Sollten die preußischen Staats- sehr unangenehmer Gast, und es bedarf häufig bedeutender Schnallenschuhen bekannt, so ist es kein Verbrechen, wenn die ersten Würdenträger des Staates im entscheidenden Augenblick minister vielleicht vorgestern Abend den Keller der großen Geisteskräfte, um sich über denselben mit Redensarten hinwegdie Wachsfackel ergreifen und ein Tänzchen wagen. Es er- Markthalle zu einer Uebungsstunde benutzt haben? Bewahrt zuhelfen. Schon Geldforgen bohren sich wie der Holzwurm höht die Würde des Amtes und auch der Beschränkteste das Feuer und das Licht, sangen früher, d. h. in der guten unerbittlich in das Gehirn des Sterblichen, aber der gewöhn sieht ein, daß die ersten Diener des Staates vollwichtige alten Zeit die Nachwächter, aber wenn die Minister mit liche Dalles unterscheidet sich von dem hohläugigen Elend Pflichten zu erfüllen haben: da hilft auch kein Rang und schlechtem Beispiel vorangehen, was nüßen da alle Er- wie Tag und Nacht, und vor dem öden, das Herz zerTitel oder Geld. Plagt den Minister auch das Zipperlein mahnungen der Nachtwächter? Stolz will ich den Spanier, fleischenden Nichts erstirbt der Wig, und wenn der heisere oder gar das böse Podagra, so hilft ihm kein ärztliches und die Balleteusen vom Opernhaus werden mit berech- Schrei des Hungers nach Brot ertönt, soll man nicht nach Attest: hic Rhodus, hic salta das ist gehüpft wie ge- tigtem Konkurrenzneid auf die tanzenden Minister sehen oder dem werthlosen Stein der guten Aussicht auf eine ferne Bu funft greifen. Mit einer Bigarre lindert auch ein Staats sprungen. Es wird uns hoffentlich niemand einen Vorwurf gesehen haben. Man tann aber nie wissen, wie eine Geschichte enden minister keine Nother müßte sonst gleich eine handvoll daraus machen, wenn wir ohne Weiteres zugeben, daß unsere Phantasie nicht ausreicht, uns ein vollkommenes Bild wird. Hat der Löwe einmal Blut geleckt, so fennt sein Banknoten zum Anzünden mitspenden. Und auch das dem majestätischen Anblick zu machen, Durst keine Grenzen, und wenn sonst die Thorheit als ein ist keine Linderung, denn man verlangt keine Gefälligdas preußische Staatsministerium von höherem Impuls Vorrecht der Jugend gepriesen wird, so geben eben unsere feiten von dem Menschen. Viele Menschen sind gute getrieben, sich hinreißen läßt, das Tanzbein zu schwingen. Gesetze leider keinen Anhalt dafür, wo eigentlich die Alters- Kerle, wie man zu sagen pflegt, aber schlechte Musikanten. Vielleicht veranstaltet In Rigdorf geht man gewiß mit dem Plan um, dem Um so mehr als uns eine böswillige Vorsehung über- grenze für die Jugend aufhört. haupt die Gabe versagt hat, unseren armseligen Körper bas Staatsministerium einmal einen Maskenball mit ver- Minister einen Fackelzug zu bringen es brauchen ja teine nach dem Takte der Musik zu drehen. Das aber glauben tauschten Rollen, und es wäre dann vielleicht nicht ganz Wachsfackeln zu sein, denn die sind in unseren schlechten wir nicht, daß die Gesichter der Minister jene glückselige unmöglich, daß die Welt genau mit derselben Weisheit weiter Beiten zu theuer. Aber Jeder, der es erschwingen kann, Verzuckung zur Schau getragen haben, welche die lieblichen regiert würde wie vorher. Doch davon weiß unser be- kommt mit einer brennenden Zigarre, und wer das nicht Physiognomien junger Damen erklärt, wenn die Klänge schränkter Unterthanenverstand natürlich nichts, und man kann, der markirt das Rauchen, wie man es heut zu Tage eines Strauß'schen Walzers locken, und sie bei dieser thut immer weise daran, wenn man sich nicht um Dinge beim Militär manchmal thun muß, wenn sonst die Berichte aus den Mecklenburgischen Ferienkolonien zutreffend find. Gelegenheit ihre zarte Taille von einer kräftigen Männer fümmert, die einen nichts angehen. faust umfaßt fühlen. So blicken wir denn auf eine glorreiche, ereignißreiche Sollten es jene es jene unfagbaren Auch Herr v. Bötticher tanzte mit, aber leider hatte er Sentiments gewesen sein, welche das Korset eines die Fackel nicht mehr, als er den Rirdorfer Arbeitslosen Woche zurück, und wenn irgendwo, so bewahrheitet sich heute mozartbezopften Backfisches ชิน zersprengen drohen, Bigarren anbot, um ihnen auch zugleich Feuer zu geben. So das Wort:„ Saure Wochen, frohe Feste!" wenn man von dem ersten Ball spricht? Wir mußten sie denn mit den kalten Giftuudeln abziehen Staatssekretär von Bötticher: Wir sind durchaus der Meinung, daß es sehr wünschenswerth ist, auch Arbeiter auf diese Ausstellung zu senden, aber das Maß der für diesen Zweck überhaupt bereit zu stellenden Mittel muß dabei doch berücksichtigt werden. Die Entsendung solcher Sachverständigen ist in erster Linie Sache der betreffenden Industriegruppen und der Einzelvon Sonntagsplauderet. wenn auch f- 3. teil omnifauifiijeu SOJavIi beherrschte, durch die Einführung der maschinell»»! Herstellung der Spielwaaren in Amerika er- litten Dat. Die Amerikaner haben zu diesem Zweck ausgezeichnete .Aaschliie» erfunden und liefern nun zu unserer großen Ueber- raschung viel schönere und preiswerthere Maaren, als die deutsche Hausindustrie mit ihrer Frauen- und Kinderarbeit. Auch dl« Schwauwülder- und Schweizer Uhrenindustrie ist durch die amerikanischen Maschinen aus dem Felde geschlugen worden. Die Amerikaner haben sick weiter unsere Solinger Werkfuhrer geHoll und machen nun der Solinger Slahlwaaren-Jndustrie bedrohliche Konkurrenz. Es werden heute mit Maschinen kunstgewerbliche Gegenstände fabrizirt, wie wir es vor 10, 15 Jahren für unmöglich geHallen haben. Heute ist eigentlich nicht mehr von einem Kunstgewerbe, sondern von einer kunstgewerblichen Fa- brikation die Rede. Amerika ist uns auch in der Landwirthschafl überlegen, nicht blos in bezug auf landwirlhschaftliche Maschinen, sondern auch in feineren Kulturen der Obst- und Beerenzucht. Die Aussührunnen des Abg. Möller beweisen nichls gegen meine Aussassung. Genau was er von den hohen Löhnen sagt in bezug auf die technische Entwickelung, das gilt auch von der Einführung eingreifender Arbeiterschntzmaßregeln. Die Herabsetzung der Arbeitszeit, die Eonnlagsruhe hat überall die Wirkung gehabt, daß, wenn in der Thal dadurch eine Vertheuerung der Produktion eintrat, die Fabrikanten durch verbesserte Maschinen das wieder einzubringen suchten, was ihnen durch Arbeilerschutz am Profit verloren ging. Der Claalssekretär hat das Fernbleiben vo» den Pariser Aussiellungen der Ausslellungsmü�igkeil der Industriellen in die Schuhe ge- schoben. Wo sind denn eigentlich die Ausstellungsmüden? Wir hoben doch lauter kleine Provinzialausstellimaen gehabt und in's Ausland find sie nicht gegangen.(Zuruf des Slaatssekretärs v. Bätticher: Sidneyl) Dorthin sind nur ein paar deutsche Aussteller gegangen. Nach Paris ist 1S7S eine kleine deutsche Auswanderung gegangen und man war erstaunt über die Groß- artigkeit der Ausstellnug. Es sind lediglich politische Griinbe gewesen, welche damals die Reichsregierung, das heißl den Fürsten Bismarck veranlaßten, Deutschland von diesen Ausstellungen fern zu halten. Die Gründe gegen die Ausstellung in Berlin sind auch hervorragend politischer Natur; man wollte den Agrariern sich gefällig erweisen, um nicht die Hunderttausende von der Landbevölkerung schon vorher nach Berlin zu ziehen, die dann nie wieder auss Land zurückgekehrt wären. Dazu kam, daß das Schwanken der Reichsregierung die Franzosen zu ihrem Entschluß brachte, den Deutschen durch Beranslaltung einer eigenen Ausstellung 1000 in Paris das Prävenire z» spielen. Deutschland hat in dieser Frage ohne allen Zweifel eine geivaltige Niederlage erlitten. Abg. Bamberger(dfr.): Es fragt sich bei der Beschickung der Aiisstslluug durch Handwerker und Arbeiter nur, ob die ge- brachten Opfer im Berhältniß zu den erreichten Resultaten stehen. Ich kann dies nicht uneingeschränkt bejahen. Biel werthvoller wäre es doch, Arbeitern und Handwerkern Reisestipendien zu gewähren, womit sie dieses oder jenes Land bereisen und die Arbeit und die Arbeiter in ihrer ruhigen regelmäßigen Thätigkeit stuöjrten, statt bei Gelegenheit einer Weltausstellung, also au »iiier Stelle, wo statt der Ruhe»in sinnverwirrender Trubel harscht. In bezug auf die Uhrenfabrikation in Amerika hat Bebel doch die Fortschritte der Eiitwickelung in allerneuester Zeit nicht verfolgt; die Schweiz hat die maschinellen Fortschritte Amerikas durch subttlere Arbeit wieder well gemacht. Was die Ausslelluug von 1878 betrifft, so habe ich damals mit dem Fürsten Bismarck über die Frage der Beschickung konferirt, und »cd habe mich damals ganz ruhig zunächst aus politische», dann aher auch ans praktischen Gründen gegen die Beschickung aus- gesprochen. Auf einem Jahrmarkt, der wie in Paris darauf de- rechnet ist, die Masten zu blenden, hätte damals Deutschland keinen großen Einpxuck gemacht. Der Gedanke, wenigstens «ine Ausstellung der deutschen Kunstleistungen in Paris zu per- cmstalten, ist vom Fürsten Bismarck selbst ausgegangen. Die Debatte darüber, wie eine Ausstellung in Berlin anzusehen ist, scheint mir die wichtigste. Ich bin mit der negaliven Enlscheitzung der Regierung durchaus zufrieden gewesen. Ich halte dafür, daß die Zeit der Weltausstellungen unserer jetzigen Situation nicht mehr ganz entspricht. Di» Fülle der Möglichlette», sich aus andere Weise zu belehren, ist i»s Unendliche gewachsen. Ebenso ivie die Messen ihre Glanzzeit hinter sich haben, sind die Weltausstellungen, ihre Nachsolgerinnen und höchste Ausgestaltung, über ihren Höhe- punkt schon hinweg; ihr Eharakter hat sich, nicht zu ihrem Bor- theil, verändert, sie sind aus Znsammenfastungen der Erzeugnisse des Gewsrbefleißes der ganzen Welt zu Schaustellnngen geworden, deren bleibender Werth recht zweiselhaft ist. Das gilt besonders von der letzten Ausstellung in Paris. Mich hat es dort geradezu lbiruhigt, zu misten, daß Deutschland nicht mit erschienen war. Wenn ich gegen eine Weltausstellung in Berlin bin, so wird das wohl nicht an meinen agrarischen Gesinnungen liege»; ich hin gegen Monstrc-Ausstellungen mit ihrem Luxus von Humbug und Krastverschweudung und Frivolitäten, nicht aber gegen lokale oder provinzielle Ausstellungen. Berlin bat sich ungemein rasch ent- wickelt, und diese Entwicklung nicht zu verwildern, muß das Streben aller ernsten Deutschen sein. Berlin hat keine Ber- anlastung, mit Paris im Punkte deS Amüsements konkurriren zu wollen. Darum habe ich der Regierung für ihre SteUnngnahme ausrichtigen Dank gewußt. Abg. Möller tritt den letzten Ausführungen des Vorredners ausdrücklich bei und wendet sich gegen die betresseuden Ausfüh- rnngen Bebel?, die er als unrichtig bezeichnet. Abg. Singer(Soz): Ter ÄusstellungspessiNiismus Bam- berger's herrscht in den Berliner Kreisen zum größten Theil nicht. Seine Ausführungen sind zum Theil berechtigt, aber die Unmöglichkeit, in Berlin«ine Weltausstellung zu veranstalten, welche allen Anforderungen der Kulturvölker entspricht, sehe ich nicht«in. Ich wünsche, daß im Reichstag sich eine Stimme er- hebt, welche der Reichsregicrung Unrecht aiebt in ihrem Verhalten gegenüber der geplante» Weltausstellung. Ich kenne die Berhältniste ganz genau und weiß, daß die Abneigung der Groß- industrie gegen das Projekt von der Reichsregierung erst an- gestachelt ist. Es ist ein öffentliches Gehennniß. daß die Bereitwilligkeit � einer der bedeutendsten Großindustriellen. i» Chikago auszustellen bezahlt worden ist mit der Verzichtleistung aus«ine Berliner Wellausstellung. Wenn die Stell una der Regierung einer solchen gegen- über von Ansang an ein« gewähren lassende gewesen wäre, würde die Abneigung der Industrie gegen oieselbe nicht in dein Maße zum Ausdruck gekomme» sein, wie es geschehen ist. Wie lag die Sache? Große gewerbliche Kreis« hatten sich für das tustandekominen der Berliner WeUmisstellung interessirt. Die tadtverwaltung hat sogar eine für ihre Berhällnisse ziemlich bedeutende Geldsumme ausgeworfen. Man versuchte auch, ans die ReichSregieruug«inzuwirien. und bekam vo» da eine außerordent- lich kühle Antwort, welche darauf schließen ließ, daß auf«ine wesentliche Förderung des Projekts seitens der Reichsregierung nicht zu rechnen sei. Erst als diese geringe Bereitwilligkeit der Reichsregierung zur öffentlichen Kenntniß gekommen war. hat Frankreich das Prävenire gespielt nnd das Jahr 1900 für die nächste Weltausstellung in Paris in Aussicht genommen. Ge- wisse Kreise in Berlin meinte», daß wir auch trotz dieser Entschließung Frankreichs in der Lage wären, um 1898 herum eine Weliansstellung in Berlin zu veranstalten, und ich ziveifle picht im Geringsten daran, daß dies gelungen wäre. Ich bin auch der Meinung, daß die Franzosen von unserer Ausstellung sich nicht ferngehalten hätten. Sie sind viel zu weitsichtige Po- liliker, als daß sie aus allgemeinen politischen Stimmungen heraus die Betheiligung an dem Mettkampf der Kulturländer ablehnen sollten. Sie sind in dieser Beziehung klüger, als es nach Herrn Bamberger scheinen könnte, der 1889 vo» einer Be- schicknug der Pariser Ausstellung abrieth.(Heiterkeit rechts. Ruf des Abg. Bamberger: Tie Maler!) Die Maler sind nicht das Volk. Was bei solchen exklusiven Kreisen möglich ist, ist bei den gesunden Anschauungen im Volke unmöglich. Trotz der ablehnenden Haltung der Reichsregierung gegen eine Ausstellung wird sich Berlin weiter entwickeln, aber es ist keine Rede davon, daß die Ausstellung nur den Zweck gehabt haben könnte, den Berlinern niateriellen Nutzen zu bringen. Tie Berliner Kreise, die von der Nolhwendigkeit einer Ausstellung überzeugt sind, lassen sich von der Erwägung leiten, daß es nunmehr auch Zeit ist, in Deutschland etwas zu tbun, daß die anderen Kullurvölker für eine Ehren- Pflicht gehalten haben. Wir sollen nicht nur in der Anfertigung von Waffen und Mordwerkzeugen den anderen Völkern voran- leuchten. Eine Vertretung der deutschen Industrie auf einer Wellausstellung in Berlin wäre von ganz anderer Bedeutung, als wenn diese Vertretung im Auslande gezeigt wird. Gerade die Rücksicht aus die Kosten und das Unvermögen einiger In- dustrieller hätte dazu bestimmen sollen, eine Weltausstellung in Berlin zu veranstalten. Herr Bamberger bietet eine recht ver- einzelte Erscheinung, indem er hier eine abweisende Stellung gegenüber seinen Parteigenossen einnimmt. Der Werth einer Ausstellung für die Belehrung der eigenen und fremder Völker wird von Herrn Bamberger so sehr unterschätzt, daß ich den- selben nicht unwidersprochen lassen konnte, zumal dies nicht der Stimmung entspricht, welche in Berlin über diese Frage herrscht. Preußischer Handelsminister v. Berlepsch: Ich habe, als der Reichskanzler die preußische Regierung offiziell wegen der Betheiliguug der preußischen Industrie befragte, eineUinfrnge bei den preußischen Industrielle» geHallen; das Ergebniß ist in einer Denkschrift niedergelegt, welche besagt, daß die preußische Groß- industrie sich nicht inil dem nöthigen großen Umiange für die neue Veranstaltung ausgesprochen bat; die Ueberzeugung, daß eine solche Ausstellung als dringendes Bedürsniß empfunden werde, habe die Staatsregiernng nicht gewonnen. Die Berliner Industrie wäre natürlich fast durchweg für eine solche Aus- stellung, und die Stadt Berlin hatte der Unternehmung«ine be- deutende Summe zur Verfügung gestellt. Das war begreiflich, weil ja der Vorlheil der Ausstellung Berlin zu Gute kam, nicht in erster Linie den Gewerbelreibenden, sondern den Gasthof- besitzern, Fuhrherren, Zimmervermiethern und dergleichen. Die Regierung mußte aber nach dem Einflüsse des Unternehmens für die Gesammtheit der preußischen Interessen die Frage beurtheilen. Die Darlegung des Herrn Singer von dem Verzicht einiger Großindustrieller auf Berlin ist vollständig unbegründet. Die große Eisenindustrie giebt bekanntlich Hunderttausende aus, ohne etwas dafür zu haben, sie bringt ihre Opfer nur vaterländischen Interessen; nnertlärlich ist es denn doch nicht, daß sie nicht auf zwei Ausstellungen gleich hinter einander ausstellen mögen. Daß Frankreich das Prävenir« gespielt hat, ist auch unrichtig. Schon zu einer Zeit als von dem Berliner Projekt noch gar keine Rede war, wurde in den maßgebenden Pariser Kreisen die Wiederholung dieser Ausstellung von 1889 auss bestimmleste in Aussicht genommen. Abg. Bamberger: Ich habe mich heute hier geäußert, weil ich im Sommer bereits literarisch zu der Frage der Berliner Ausstellung mich geäußert hatte und hier heute entgegengesetzte Meinungen zum Ausdruck kamen. Ich habe demgegenüber meine abweichende Meinung markiren wollen. Wie die Sache mit den Maler» sich 1889 abgespielt hat, ist Herrn Singer schon aus dem Gedächtniß entschwunden. Die Platzsrage spielt auch«ine Rolle, und eine so große Auestellung hätte der Stadt gewiß mehr geschadet als genützt. Die Schallenseiten eines solchen Unter- nehmens werde» gar zu leicht und gar zu gern übersehen. Abg. v. Stumm(Rp.) äußert seine Freude über die Stellung, welche der Abg. Bamberger der Frage gegenüber ein- genommen hat. Die preußische Regierung nnd der Reichskanzler sind in der ganzen Angelegenheit so objektiv wie nur jemals vorgegangen. Ich betheilige mich allerdings an der Ausuellnng in Chtkago, aber erst nachdem ich nicht habe verhindern können, daß die Regierung dafür eintrat, daß Reichsmittel dafür bewilligt sind. Ich halte die'Ausstellung noch heule für keinen Portheil für unsere deutsche Industrie. Hier i» Berlin hanbette es sich darum zu verhindern, daß die Ausstellung stattfindet. Das ist für mich viel wichtiger. Staatssekretär v. Bötticher: Die Ausführungen des Mi- »isters von Berlepsch werde» Herrn Singer schon darüber be- lehrt habe», daß er sich im Unrecht besand. Was für Preußen zutrifft, trifft auf sämmtliche übrigen Bundesregierungen zu. UederaU hat«ine Vernehniung der betheiligten Industrie» statt- gesunden, und auf Grund derselben habe» sich die Regier», igen über ihre Stellungnahme schlüssig gemacht und die überwiegende Zahl der Regierungen hat sich dann gegen das Projekt erklärt. Der Standpunkt der Reichsverwaltung wäre eine fast isolirte gewesen, wenn sie dann noch das Projekt weiter verfolgt hätte. Herr Singer sollte demnächst seine öffentlichen Geheimnisse aus sicheren Quellen beziehe». Abg. Speiser(Volksv.): Die industriellen Kreise Süddeutsch- lands haben der Entscheidung der Frage einer Weltausstellung in Berlin mit flipjiein Interesse entgegengesehen und haben den ab- weisenden Standpunkt der verbündeten Negierungen freudig begrüßt. Die Erfahrung hat uns gelehrt, daß mit derartigen Aussiellungen für die Aussteller Kotten verknüpft sind, die mit den Erfolgen in gar keinem Verhältniß stehen. Der wahre Fort- schritt der Industrie findet in diesen Ausstellungen nicht den wahren Ausdruck. Jeder Industrielle wird das Neueste und für ihn Wertiivollsie niemals zur AuesteUiiug bringen, weil er wohl weiß, daß nur die Konkurrenz davon Vorlheil zieht. Ii» übrigen sage ich mit Bamberger: eine Weltausstellung in Berlin ist in absehbarer Zeit weder nothwendig noch nützlich. Auf eine Anfrage des Abg. v. KcudeU(Rp.) erklärt Staatssekretär v. Bötticher, daß von der Vorlegung eines Trunksuchtsgesetzes in dieser Session wegen der sehr starken Be- lastung de« Reichstags Abstand genommen worden ist. Im nächsten Jahre werde die Vorlage voraussichtlich an den Reichs- tag gelange». Abg. Krause(dsr.): Solche Anregung, wie die des Herrn von Keudell haben doch ihr sehr bedenkliches. Keine Vorlage ist im ganzen Volke anslbjziger empfunden worden, als diejenige gegen die Trunksucht. Das Volk erklärt gegenüber dieser Vor- iage: Wir sind kein Volk von Gewohnheilssäusern.(Stürmische Heiterkeit.) Abg. von Stumm verlangt demgegenüber ein Tnmksuchts- gesetz, um endlich dem Kleinhandel mit Branntwein und Spirituosen gründlieh zu Leibe gehen zu können. Dieser Wunsch werde sich aber auch aui dem Wege der Annahme der Zentrumsanträge erjüllen. welche diese» Kleinhandel durchweg konzessioi spsiichtig machen. Dringt dieser Antrag durch, dann brauche man ei» Trunlsnchisgesetz nicht so dringend. Hiernach wird ein Vertagungsantrag angenommen. Schluß 4l/s Uhr. Nächst« Sitzung: Dienstag l Uhr. (Etat des Reichsamts des Innern.) RbgeordnetenhauS. 23. S i tz u n g vom LS. I a n u a r, 12 U h r. Ani Ministertische: Graf zu Eulenburg. Das Haus setzt die zweite Berathung des Staatshaus- h a l t s e t a t s für 18uB/94 fort und zwar beim Etat des Bureaus des S t a a t s m i n i st e r i u m s/ Slbg. Arendt polemisirt gegen die Trennung des preußischen Minister-Präsidentenpostens vom Reichskabzleramt. Der Redner meint: Ter Herr Ministerpräsident hat allerdings erklärt, daß die Vereinigung der beiden A-mter eine zu große Belastung hervorgernse» hätte. Aber Fürst Bismarck hat beide Aeinter 25 Jahre lang in seiner Person vereinigt, wobei man allerdings seine geniale Größe in Betracht ziehen muß. Aber ich glaube doch, daß eine Vereinigung dieser beiden Aemter, im Interesse Teutschlands und Preußens noihwendia und auch möglich ist. Ich erinnere nur an die Vorgänge vor Einbringung der Militär- vorläge, welche wenigstens den Anschein erweckten, als ob eine Uneinigkeit in den höchsten Stellen der Staatsleitung vorhanden sei. Es kamen damals eigenthümliche Artikel in der osiiziLsen Presse zum Vorschein über die Mitwirkung des preußischen Staats- Ministeriums bei den Akten der kaiserlichen Gewalt u. s. w., die den Kaiser als einen reinen Begriff, nicht als eine wirkliche Gewalt erscheinen ließen. Da der Rerchskanzler die Verantwortung für alle Schritte des Kaisers trägt, so muß die Stelle des Reichs» kanzlers und des preußischen Ministerpräsidenten in einer Person vereinigt sein. Das Wort des Abgeordneten Lieber:„Lieber bayrisch sterben als kaiserlich verderben" kann leicht im Aus- lande als eine Drohung aufgefaßt werden. Deshalb bedauere ich lebhaft, daß das Wort gefallen ist. Lieber kaiserlich verderben und sterben ist besser als an den Grundpieilern der Verfassung, an der Kaiserwürde der Hobenzollern rütteln, denen Deutschland seine Einigkeit verdankt.(Zustimmung rechts.) Redner will eine „einheitliche und starke Leitung" in Preußen und im Reiche. Das heißt Eaprivi soll gehen und zwar so bald wie möglich. Abg.».Zedlitz(fk.) desavouirt den Vorredner, der als enlavt torriblo bekannt, die Gewohnheit hat, das offen aus- zusprechen, was die meisten seiner Parteifreunde denken und nur im vertrauten Kreise verlauten lassen. Bei den Gehältern für 3 Regierungsrärhe führt Abg. Graf Liniburg-Ttiruni(k.) aus, daß unter diesen drei Rathen sich derjenige besiudel, der als Kurator des Staats- 'Anzeigers sunktiouirt. Die Veröffentlichungen des Staats- Anzeigers haben in der letzten Zeit berechtigtes Aussehen erregt. Da waren im vorigen Sommer die Depeschen, welche dem be- rühmtesten Mann Deutschlands seine gesellschastlichen Beziehungen unterbinden wollten, deren Ausführungen fast bei jedem Satze mit einem Fragezeichen zu begleiten gewesen wären. Da war die Depesche über die Welsensonds-Quittungen, wo es sich um einen offenen Erpressungsversuch handelte, und wo man mit Kanonen nach Spatzen schoß. Da war endlich der Erlaß des Ministers des Innern an den Landrath des Friedeberaer Kreises wegen Unterzeichnung eines Wahlansrufs. Die Veröffentlichung eines Verweises ist in unfern Disziplinargesetzen nicht vorgesehen, und deshalb müssen wir uns darüber beschweren. Die Regierung soll nicht Partei ergreifen, am allerwenigsten hastig, wie dies ge- schehen.(Das heißt natürlich nur, nicht Partei gegen die Konser- valiven ergreife». Geschieht dies aber gegen die.Reichsfeinde", dann hat der kaltgestellte Herr Graf nichts dagegen einwenden. R. d. V.) Auch Bemerkungen des Reichskanzlers im Reichstage gefallen dem Redner nicht.(Zustinunung rechts.) Ministerpräsident Graf zu Eulenburg: Ich bestreite, daß der„Reichs-Anzeiger" mit Vorliebe zu solchen Kundgebungen be- nutzt wird. Die Veröffentlichungen, die der Vorredner zuerst an- gezogen hat, gingen nicht von mir aus und können von mir auch nicht gewürdigt werden, sondern nur von dem, welcher sie ver- anlaßt hat. Der letzte Fall betrifft mich. Die Veröffentlichung war kurz und ruhig gefaßt und zeugte durchaus nicht von Ner- vosität und Hast. Daß der Borredner daraus kommen kann, die Regierung gehe darauf aus, die Konservativen schlecht zu be- bandeln, läßt sich nur erklären aus den Erfahrungen, die der Vorredner selbst gemacht hat.(Sehr richtig! rechts. Heiterkeit.) Es handelte sich nicht um die Beurlheitung oder Verurtheilung einer Partei, sondern um die Kennzeichnung eines bestimmten Kandidaten. Wenn die Regierung sich dieserbalb nicht geäußert hätte, so wäre das Urtdeil berechtigt gewesen, daß die Regierung den Mantel nach zwei Seiten trüge. Zu meiiiem Bedauern habe ich die Veröffentlichung machen müssen.(Zustimmung links und im Zentrum.) Abg. Hobrecht(natl.) hielt hierauf eine Rede gegen die Aiitisemilen, welche sehr im Widerspruch steht mit dem sonstigen Verhallen der Nalionalliberalen im Lande. Diese Partei bedient sich des antisemitischen Appells an die„niedrigsten Instinkte" bei den Wahlen und schimpft nachher auf dieses„T-reiben." Echt staalsmännisch!' Auch der Abg. Richert(dfr.) beschäftigt sich mit Ahlwardt's Wahl und hält außerdem sein« bekannte Antisemitenrede. Abg. v. Minnigerode(kons.): Sobald die freisinnige Partei in Verlegenheit komnit, wendet sie sich an die Regierung und ruft nach der Polizei! Ich will auf die meisten Dinge, die Herr Rickert vorgebracht, nicht eingehen, weil berufenere und rüstigere tände das nach mir thun werden. Herr Hodrecht hat den ganzen ntifemitismus in die Debatte gezogen; ich lehne deshalb die Ver- ankworlung für diese Debatte ab. Die antisemitische» Bestie- bungeu find sehr verschieden, die sich durchkreuzen und zu ver- schiebe, iarligen Erscheinungen Anlaß geben. Den Antisemittsmus als solchen können Sie heute eigentlich noch gar nicht greifen und fassen. Ich kann nicht annehmen, daß H«rr Hobrecht im Namen seiner Freunde gesprochen hat. Ich möchte Ihnen ralhen, in dieser Beziehung sehr vorsichtig zu sein. Der Anti- semitismus ist in weiten Kreijen verbreitet, wo man ihn nicht vermuthet. Miulsterpräsident Graf zu Eulenburg: Ich muß es anf das entschiedensle zurückweisen, daß die Meinung der Regierung dahin geht, eine große Partei schlecht zu behandeln; dafür ist kein Beweis erbracht. Wenn ich mich anerkennend über Herrn von Bornstedt ausgesprochen habe, so folgt daraus noch nicht. daß ich mich über alles, was er thut, anerkennend äußern muß. Tie Veröffentlichung eines Verweises ist nicht vorgeschrieben, aber auch nicht verboten, und sie mußte erfolgen, um die Sach- läge klar zu stellen. Die Regierung durfte nicht zugeben, daß ihr irgend welche Konnivenz für die Wahl deS Herrn Ahlwardt nachgesagt wird. Abg. von Waldow(k., Landrath von Arnswakde): Daß die freisinnige Agitation hier beleuchtet werden soll, schien vorher Herrn Rickert gar nicht unangenehm. Wir sind keine Anhänger des Herrn Ahlwardt; blos weil er der Gegner der freisinnigen Partei ist, die unsere größte Gegnerin im politischen Leben überhaupt und in Arnswalde insbesondere ist, wurde er gewählt. Sobald eine Wahl bevorsteht, erscheint der Freisinn bei uns; die Wanderredner ziehen umher; sie werben theils angehört, theils rausgeschmissen.(Heiterkeit.) Da ist besonders der eine Wanderredner, Herr Buchholz, der überall gehetzt und über den schweren Steuerdruck gellagt hat, während doch die ländlichen'Arbeiter gar keine Steuern mehr zahlen. Redner verliest einen Bericht aus einer Versammlung. (Zuruf: Ist das das Stenogramm?) Nein, aber es ist richtig! (Zuruf: Sie sind ja gar nicht dagewesen!) In einem Flugblatt wird der Bauer gegen die Junker gehetzt, welche weniger Stenern bezahlen und dabei Vorrechte beanspruchten, ihre alten Arbeiter aus die Bauern abwälzten u. f. w. Wenn auch die Partei nicht für alles verantwortlich gemacht werden kann, was in ihrer Presse geschrieben wird, für das„Deutsche Reichsblatt" sind Sie (zu den Freisinnigen) verantwortlich, denn es ist von Partei wegen als Flugblatt vertheilt worden; in dem.Reichsblatt" wird von den Rittergutsbesitzern gesprochen, die mehr oder weniger adlig, aber selten edel zu sein pflegen.(Heiterkeit.) Ein anderer Artikel beschäftigt sich mit dem Ge- meindebullen, den ich für meine Bauern halte; da kommt so ein Agitator, der Unfrieden säen will. Es wird behauptet, daß die adligen Rittergutsbesitzer ihre Slr- beiter mit der Reitpeitsche prügeln, das ist der sittliche Einfluß der Gutsbesitzer. Wenn so etwas als Flugblatt vertheilt wird, so verbittert das. Vor der Stichwahl erschienen 30 Agitatoren; ich habe nicht alle gesehen, aber die Juden leiten die Agitation und aus dieser Quelle fließen die Mittel dazu. Ein Agitator war mit Revolver und Patronen bewaffnet und schoß auf die Leute. Wie weit er dazu berechtigt war, werden die Gerichte entscheiden. Die Agitatoren berechtigen uns zu wünschen, einmal Hanerecht zu gebrauchen und uns von dieser Agitation zu be- freien. Wir standen vor der Frage: sollen wir den Vertreter einer Partei, gegen dessen Person wir nicht das Geringste ein- zuwenden haben, der aber eine Partei vertritt, welche der Re- gierung grundsätzlich entgegentritt, wählen in einem Augenblicke. Ivo eine Vorlage an den Reichstag kam, vo» der die Existenz 27 Leider wurde ein Theil der Löschzüge gegen 7 Uhr Abends auf den Ruf Mittelfeuer" hin nach ber Rosenthalerstraße abberufen, wodurch eine momentan sehr empfindliche Schwächung der Löschkräfte stattfand, doch konnten eine Stunde später sämmtliche Mannschaften wieder antreten. Um 1/28 Uhr Abends fand die erste Ablösung der total erschöpften Leute statt, im Laufe der gestrigen Nacht mußten noch vier weitere Ablösungen der übermenschlich arbeitenden Mannfchaften erfolgen. des Reichs abhängt, gegenüber einem Manne, der monarchisch| die Bibel hat die Sünden und Uebergriffe des Judenthums aufs die Agitation u. f. ro. Herr Stadtverordneter Baums und christlich aufgetreten ist, der die Militärvorlage gebilligt äußerfte zurüidgewiesen, und wir sollen das nicht? Es ist eine garten machte den Vorschlag, die gewerblichen Vereine hat. Wir haben uns entschieden aus Interesse für Thron deutsche, christliche, sittliche und eble Pflicht, den Einfluß des follten zur Kostendeckung beitragen, während Here Müller, und Altar für die Wahl Ahlwardi's, des Gegners der Frei Judenthums abzuschwächen. Das Judenthum hat auf das Gelb Optifer, meinte, jeder der 42 Wahlbezirte tönne doch wohl eine finnigen.( Zustimmung rechts.) und die Presse, auf die beiden Lebensadern des Volfes, seine Mart aufbringen, damit würden die Kosten doch schon gedeckt Im gleichen Tone fuhr Abg. v. Plöh( t.) fort. Derfelbe ist Hände gelegt; die Herren auf der Linken wissen, welche Schreckens fein! Auf eine Anfrage aus der Bersammlung, daß man sich doch Leiter des konservativen Bauernbundes gegen deffen Agi- herrschaft von der jüdischen Bevölkerung geübt wird. Auf dem auch über die Person des Kandidaten vergewiffern müßte, meinte tation unter amtlichem Schuß Rickert gesprochen hatte. Gebiete des Erwerbslebens, da steht es den Herren nicht gut Herr Müller, daß zur Aufklärung über die event. Kandidaten Darüber äußerte fich nun Herr von Plög: Der an, von unferem Fanatismus zu fprechen Bauernbund ist ein politischer, ein wirthschaftspolitischer links); ( Lachen doch wohl eine Unirage bei den Innungen genüge, man würde Fanatismus ist auf der Seite des die beste Auskunft über jeden Kandidaten erhalten. Verein, der das Standesbewußtsein der Bauern heben foll. Wir thums vorhanden, wenn es gift, die Gegner zu vernichten. Heer Müller hatte bei Beantwortung dieser Frage jedenfalls feine wollen den Frieden zwischen Klein- und Großgrundbesiß, den der Wer den Verlockungen des Geldes nicht folgt, der wird durch die zu Beginn der Versammlung gemachten Ausführungen, daß es Freifinn stören will, befestigen; wir wollen durch Bildung und Presse bedroht. Sie mögen das nicht mehr empfinden, es giebt gleichgiltig fei, welcher politischen Partei der Kandidat angehöre, Belehrung den Bauernstand heben. Herr Rickert sollte dem ja eine gewisse Dickhäutigkeit, aber Thatsache ist es. Wir wollen vergessen. Die Innungen werden schon Auskunft geben wer Reichsblatt" empfehlen, anständiger vorzugehen; es wird dadurch das Schicksal Desterreichs und Frankreichs nicht theilen. Die Sozialdemokrat, freisinnig oder konservativ ist. die Stimmung vergiftet und der kleine Besitzer und Arbeiter gegen Prozesse in Dafterreich, wo das jüdische Bestechungsgeld bis an Es wurde beschlossen, die Agitation in folgender Weise einzu den Großgrundbefizer aufgehezt. Herr Rickert hat ein Formular die höchsten Beamten ging, wo ein Menschenhandel getrieben wurde, feiten. Aus jedem der 42 Wahlbezirke waren Arbeitgeber" verlesen, was vollständig richtig ist. Wie sollen wir denn auf als wären wir mitten in Afrika, haben Sie diese verfolgt? mittels gedruckter Einladung zur Versammlung bedacht worden. das Land gehen? Wir können doch die Wanderlehrer nicht in Sehen Sie nach Paris, wo Minister, Senatoren, Politiker der Diesen sogenannten Vertrauensleuten wurden nun die Bezirksdie einzelnen Häuser schicken! Wir schicken die Briefe Bestechung zum Opfer gefallen sind, und wer steht dahinter? listen, welche das sich selbst gebildete Komitee" vom Magistrat an die Gemeindevorsteher.( Hört! links.) An wen sollen Herz, Arton und Reinach; und das geschieht in einer erhalten hatte übermittelt. Diese Vertrauensleute sollen nun wir fie denn schicken? An den Stachtwächter? Wir Republik. Selbst wenn Sie die Scheu vor Thron und in den einzelnen Bezirken die Agitation treiben, Zusammenkünfte fennen doch keine Person in den vielen tausend Dörfern. Altar losgeworden wären, die Juden wären Sie doch nicht los- abhalten u. f. w. Auf diese Weise hofft man eine große Zahl Bedenklich soll nun der Satz sein: Der Landrath und der Amts geworden, darum haben wir die Bewegung unterstützt. Herr von„ parteilosen" Arbeitgebern in das Gewerbegericht hineinvorsteher find verſtändigt. Daß wir uns des Antisemitismus Aylwardt ist vielfach sehr unbesonnen vorgegangen. Er ist den zubringen. An Mühe hatte es das Komitee zwar nicht fehlen bemächtigt haben, muß ich ablehnen. Wir kehren uns nur gegen Aufgaben des öffentlichen Lebens nicht gewachsen; er tann nicht lassen, doch ist dieselbe schlecht belohnt worden; von 160 Gindie zerseßende Wirkung des Judenthums; daß dabei die Worte prüfen und untersuchen, was stichhaltig ist oder nicht; aber sehr ladungen, welche das Komitee abgesendet hatte, haben 56 Erfolg nicht auf die Waagschale gelegt werden, kann auch vorkommen. patriotisch war es doch nicht, daß Löwe mitten in kritischer Zeit gehabt. Gin Beweis mehr, daß die meisten Unternehmer über Wenn ein Gemeindevorsteher einem freifinnigen Vereine oder der in Paris Angebote gemacht hat.( Burufe: Krupp Woher diese Institution fich ebenso unklar sind, wie über manche andere, Judenschutztruppe die Wege geebnet hätte, würde Herr Rickert fommt es, daß Rektor Ahlivardt- barüber kann sich die Me-&. B. die Sonntagsruhe u. f. w. ihn hier auch angreifen? Man würde seinen Mannesmuth ge- gierung nicht täuschen eine der populärsten Persönlichkeiten lobt haben! Wenn ich das Lob des Freisinns hätte, würde ich Deutschlands geworden ist?( Widerspruch links.) Tas Gericht hat ihn Bu dem Braude in der Zentral- Markthalle. Die vor glauben, auf falschem Wege zu sein!( Bunimmung rechts.) nur wegen Beleidigung verurtheilt, also ihm bona fides zugesprochen. gestern Abend von der Feuerwehr gehegte Hoffnung, den Brand Abg. Rickert: Der Minister weiß ja ganz genau, um was Das Berliner Tageblatt" brachte den Prozeß Ahlwardt mit dem der Kellereien auf seinen derzeitigen Heerd zu beschränken, hat es fich handelt. Der Bauernbund ist ein politischer Verein, der Prozeß Heinze in Vergleich und nannte die Konservativen eine sich leider nicht erfüllt, vielmehr sind die gesammten das antisemitische, tonservative Programm angenommen hat. Der Partei der Zuhälter. Solche Banditen sollten wir nicht zu ellereien des riesigen Gebäudes dem Feuer zum Opfer Bauernbund wendet sich an die Ortsvorsteher, um die Verfamm- züchtigen versuchen? Wir müßten ja sonst jedes Schamgefühl gefallen. Bei der fortgefeht zunehmenden Ausdehnung des lung anzuberaumen und das Lokal zu beforgen. Die Herren verloren haben.( Bustimmung rechts.) Wenn es sich um eine Flammenmeeres war die Zahl der wassergebenden Schläuche wollen weiter damit fortfahren.( Zuruf der Nationalliberalen: Stichwahl handelt zwischen einer Partei, die vor Thron und auf zwanzig vermehrt worden, in der Absicht, die Kellereien Was ist dabei?) Was dabei ist, wenn die Herren die Altar nicht scheut( Buruf links: Eine Partei? Welche Partei unter Wasser zu setzen; trotzdem aber fraß sich das Feuer immer Behörden in Anspruch nehmen!( Buruf der Nationalliberalen: denn?), und einem Rettor Ahlwardt, dann wählt man das weiter durch, bis gegen 10 Uhr Abends sämmtliche Gemeindebeamten) Der Gemeindevorsteher ist Polizeibeamter. fleinere Uebel. Als ein Landrath sich gegen einen fonservativen Kellereien in hellen Flammen ftanden, und um diese Beit Herr v. Waldow macht mich verantwortlich für das Reichsblatt. Randidaten, Herrn von Hammerstein, erklärte mit Drohungen offen hatte die Berqualmung etwas nachgelassen, so daß einzelne mit Ich habe diese Verantwortung oft genug abgelehnt, weil ich das und versteckt, da ist nichts gegen den Landrath geschehen. Das muß Rauchhelm versehene Löschmannschaften dem Brandheerd von Blatt oft wochenlang nicht zu Gesicht bekomme. Die Flug die Meinung erwecken, daß, wenn es sich um Konservative handelt, fie einem Seitengange aus sich nähern tonnten. blätter gegen uns habe ich nicht hier; da kommen noch ganz an- es selber ausfechten mögen, sobald aber die Juden verlegt werden, dere trästige Stellen vor: Die Freifinnigen und die Juden sollen tritt die Regierung ein.( Heiterkeit.) Wie schlecht die Konservativen die armen Leute auspressen.( Sehr richtig! rechts). Im Kreis- beim Boltsschulgesetz behandelt sind, dafür weiß ich keine Parallele. blatt stand, daß die Juden mich in corpore auf dem( Lebhafte Zustimmung rechts.) Ich kann nur dringend wünschen Bahnhofe empfangen und mir 700 Mart gegeben hätten aus meinem deutschen und christlichen Herzen heraus, daß die ( Heiterkeit). Ich habe alles aus meiner Tasche bezahlt und Regierung dieser tiefgehenden nationalen Bewegung ihre Be bin nur von wenigen Personen empfangen worden. Giebt Herr achtung fchenten möge. Der Ministerpräsident wird aus Hessen v. Bleichröder nicht auch manchmal 10 000 m. in die fonser wissen, mit welcher elementaren Kraft die Bekämpfung des Juden vative Parteikasse? Die Strousberg und Rothschild, die viel thums aufschießt und sich bald in firchlicher und politischer BeGeld hatten, saßen auf den konservativen Bänken als Abziehung der Herrschaft bemächtigt. Unsere Regierung soll doch Am gestrigen Morgen gegen 3 Uhr hatte sich die Gewalt geordnete. nicht blos unsere Geschäfte führen, sondern sie soll den deutschen des Feuers etwas gelegt, so daß gegen 4 Uhr früh die ersten Abg. Stöcker( t.): In der ganzen Welt ist die antisemitische Geist leiten, und das ist gewiß, daß das Judenthum die schwerste Löschzüge die Halle verlassen konnten und nun wurde damit beBewegung vorhanden, und es gehört ein Mangel an Verständniß Klippe ist, an welcher unser deutsches Boltsschiff vorbeifährt. gonnen, das Wasser aus den Kellereien herauszupumpen, welche dazu, um die Sache mit so ein Baar Redensarten abzumachen. Ich sage: diese Bewegung ist eine Aeußerung der deutschen Arbeit gegen 6 Morgens fast beendet war. Sofort wurden die Die Sache paßt durchaus nicht in den Etat des Ministeriums, Geistesmacht, deutsch, edel und christlich!( Lebhafter wiederholter Aufräumungsarbeiten vorgenommen und jetzt erst zeigte sich die Sie ist von großer Tragweite und verdient gründlicher erörtert Beifall rechts. Bifchen lints.) enorme Größe des Schadens in vollem Umfange! Stunden zu werden als manche andere Dinge. Damit ist es nicht ab- Abg. Meyer- Berlin( dfr.): Der Vorredner hat die eine Frage hindurch, bis zum späten Vormittag hinein, wurden große gemacht, daß man fragt: wollt Ihr die Juden unterdrücken, die nicht in den Vordergrund gestellt, die eigentlich allein in Betracht Stapel verbrannten oder gebratenen Obstes, halbversengte Körbe, Gleichstellung derselben abschaffen? Wir müffen fragen: Wie haben tommt; ist es jemals erlaubt, die Fehler die ein Einzelner oder viele hundert Zentner verdorbenen, halb oder ganz verbrannten fich die Juden betragen? Die Gleichberechtigung fordert doch, viele Ginzelne begehen, irgend einem Kollettivum zur Laft zu Fleisches, geschmortes und angebranntes Gemüse zu Taufenden daß man in das Wesen eines Volfes aufgeht. So weit es ihnen legen, die Fehler eines Juden oder vieler Juden dem Judenthum von Scheffeln, Alles bunt durch einander ans Tagesnüßlich ist für Erwerb, Kultur und Agitation, wollen die Juden vorzuwerfen und ist es erlaubt daraus den Schluß zu ziehen, licht gefördert. Viele Verkaufsartikel sind zu Bulver verin das deutsche Volksleben aufgehen. Sie wollen aber ander daß dieses Kollektivum bekämpft werden muß, auch die brannt. Hier und dort schlugen gestern Vormittag gegen feits auch wieder jüdisch bleiben und wollen international unter jenigen, welche an diesen Fehlern keinen Untheil haben? Dieser neun Uhr immer noch Flammen aus dem dampfenden, sich vereinigt bleiben. Sie bleiben ein fremder Körper, der Punkt hat für mich allein ein Interesse. Durch das Evangelium qualmigen unübersehbaren Schuttmaffen und aus 8 Schläuchen fagt, wie es ihnen paßt: ich bin ein Jude oder ich bin ein ist ein für allemal der Wahn gebrochen, daß man einen einzelnen gaben die noch an der Brandstätte ftationirten Züge fortgesetzt Deutscher, und der in diefer Zwitterstellung unheilvoll Menschen verantwortlich machen kann für die Fehler und Sünden, Wasser. wirkt. Gs ist in der That nicht zu viel gesagt: was uns noth- welche die Vorfahren begangen haben. Die christliche Sittenlehre In der Halle felbft lagert eine unerträgliche dunftige Size, thut, ist eine Befreiung der Christen von der Uebermacht der Juden, beruht auf dem Umstande, daß vor dem höchsten Richter der die jedes längere Verweilen unmöglich macht; die Verqualmung die Befreiung des Boltes von der Judenpreſſe, die unser Bulk Menschen alle Menschen gleich sind, daß man keinen die Sünden ist noch derartig, daß man nicht einen Schritt weit thun kann und vergiftet!( Bustimmung rechts). Wenn mit dem Judenthum seines Geschlechts vorwerfen darf. Ist es mit dem modernen unfere braven Löschmannschaften arbeiten unausgefeht beim Schein eine Partei verbunden ist, die im Reichsblatte vertreten wird, so Begriff des Staats vereinbar, Jemand in feinem Recht zu der Pechfackeln. ist das eine Gefahr für Thron und Altar( Zustimmung rechts). tränken um seiner Abstammung und feines Bekenntnisses willen? Natürlich ist die Markthalle jeht für die Händler sowohl, Die Herren, welche nicht selber Juden find, spielen eine wenig be- Gs fann Niemand entgangen sein, daß der gebildete und hoch wie für das Publikum geschlossen und es ist fraglich, ob Morgen neidenswerthe Rolle, wenn sie sich auf die Seite des Judenthums stehende Theil des jüdischen Stammes das Bestreben gehabt hat, schon die Aufräumungsarbeiten so weit gediehen sind, um den stellen. Ich höre von Herrn Rickert und Hobrecht völlig ver- sich mit der deutschen Bevölkerung zu verschmelzen. Das wurde Markthallenverkehr zu ermöglichen! nichtend gegen den Antisemitismus sprechen. Das Recht, gegen verhindert, weil man die Juden nicht als gleichberechtigt be= So traten viele Händler gestern Morgen zeitig zusammen, die Ausschreitungen des Antisemitismus zu deklamiren, haben die bandelte. In diesem Zone sprach der sonst so wißige Redner um über die Abhaltung eines Marktes unter freiem Herren, aber nur, wenn sie gegen die antichriftliche Haltung weiter ohne Erhebliches zur Sache beizubringen. Ihm folgte Himmel zu berathschlagen; schnell wurde der Entschluß des Judenthums deklamirt haben. Die Herren haben Christobal gefaßt, auf den Neuen Martt" feilzuhalten und in tein Recht, gegen den Antisemitismus zu donnern; erst Cremer- Teltow( wild): Neues wußte derfelbe aber nicht den Vormittagsstunden entwickelte sich ein lebhaftes Gehätten sie ihr Bolt schützen müffen gegen das Judenthum und mehr vorzubringen. Stöcker hatte den ganzen Wortschaß der schäft daselbst. Zum Feuerschaden wird aus gegen die Schädigung des deutschen Boltes durch daffelbe. Sonst Antisemiten erschöpft. amtlicher Quelle folgendes mitgetheilt: Die follten Sie schweigen!( Lachen links; Buruf: Das ist der Nach Christobal Cremer zankten sich Rickert und Stöcker Bentralmarkthalle wird voraussichtlich für längere Zeit gefchloffen Prediger der Liebe!) Ich bin der, der die Judenfrage aus noch über des legteren christliche Nächstenliebe", worauf um bleiben, da durch das Feuer der Fußboden derart gelitten hat, dem literarischen Gebiet die Volksversammlung und 4/2 Uhr die Debatte geschlossen wurde. Der Titel wird ge- daß ein Zusammenbruch desselben an 12-14 Stellen zu bein die praktische Politik hineingeführt hat. Das war nehmigt und darauf die weitere Berathung bis Montag 11 Uhr fürchten ist. nöthig; denn die liberale Breffe schnitt durch Todtschweigen jede vertagt. Grörterung dieser Lebensfrage ab. Die schlimmsten Fälle von Wucher und Verbrechen waren durch ein stillschweigendes UebereinTommen der jüdischen Presse geschützt.( Widerspruch links.) Ich halte es für eine Ehre für Berlin, daß von hier aus diese 3been ausgegangen find. Mit Bedauern fann ich feststellen, daß Ausschreitungen und Berfolgungen vorgekommen sind. Das Aufwerfen der Judenfrage halte ich für die Welt, für die europäi Der Deputation der Arbeitslosen Rigdorfs, die gestern schen Nationen für so nothwendig, daß, wenn ich die Verfolgung beim Staatsminister von Bötticher Audienz hatte, gab der vorausgesehen hätte, ich doch nicht davor zurückgeschreckt wäre, Staatsmann außer einigen Rathschlägen je zwei Bigarren. Die weil diese Ausschreitungen nicht so große Bedeutung baben wie guten Rathschläge wird die Deputation hoffentlich verdaut haben, der Schaden, den es zu beseitigen gilt. Das Bedürfniß sich an wie es mit den Bigarren geworden ist, fonnten wir leider nicht Nationen anzuschließen, ist ja recht gut; es fommt nur darauf erfahren. Die Abendzeitungen berichteten, daß dieselben in einer an, zu welchem 3wed man das thut. Der Blutegel( Heiterkeit), amerikanischen Auftion versteigert werden follten; vielleicht über- Alle derartigen Schäßungen find imaginär und unzutreffend. der Parasit schließt sich auch eng an. Das Judenthum führt eine weisen die Gewinner die Liebeszigarren dem märkischen Museum. Die Markthallen Verwaltung wird in den nächsten Tagen die parasitische Existenz, nicht um Antheil zu nehmen an dem wirthHändler auffordern, den ihnen durch den Brand entstandenen schaftlichen und Geiftesleben der Nation, sondern um ohne Arbeit Eine Versammlung von Arbeitgebern tagte am Mitt Sch a den nachzuweisen und es soll dann völliger zu leben. Es giebt gewiß einen Antisemitismus, der weder edel, woch Nachmittag bei Bolg, um Stellung zu den Gewerbe- Graz geleistet werden. Die Markthallen- Verwaltung noch deutsch, noch christlich ist; aber im tiefsten Sinne des Worts gerichtswahlen zu nehmen. Einberufer dieser Versammlung war bat nämlich sämmtliche in der Zentral- Martthalle vorhanden ist der Antisemitismus, der Kampf gegen die aufgedrungene neben anderen der freisinnige Stadtverordnete Baumgarten. geweſenen Waaren versichert und zwar bei der AachenHerrschaft des Judenthums, edel und deutsch, und wenn Sie das Die Klagen über die unpraktische Einrichtung des Gewerbe- Münchener Feuer- Versicherungs- Gesellschaft. nicht verstehen, dann verstehen Sie das wahre Deutschthum und gerichts in bezug auf seine Zusammensetzung wurden auch in Tariren läßt sich dagegen der Brandschaden, welcher die Christenthum nicht.( Lachen links). Die antisemitische Bewegung diefer Versammlung laut, trotzdem es teine fozialdemokratische Baulichkeiten betrifft; derselbe dürfte girta 60 000 Mart bes stammt aus der Beit nach dem französischen Kriege. Die scham war. Ein Herr Müller, welcher zu dem sich selbst ge- tragen." lose Unredlichkeita Gründerthums, an dem die Juden zu neun bildeten" Romitee gehört, erläuterte die Zusammensehung und Von etwa 200 Verschlägen der Kellereien konnten nur neun Behntel betheiligt waren, verbunden mit einem irrreligiösen die Thätigkeit des zukünftigen Gerichts, führt unter anderem an, den Flammen entrissen werden. Breßtreiben und einem Abfall von der christlichen Kirche, daß im vorigen Jahre 10 800 gewerbliche Streitigkeiten in Berlin Der amtliche Bericht des Branddirektors Stude über das das ist der Ursprung des Antisemitismus. Der Deutsche ist zwischen Unternehmern und Arbeitern vorgekommen sind und Feuer lautet, wie folgt: zu fimpel, so daß er jetzt noch eine Schuhtruppe für die kam sodann zu der Meinung, daß die Gewerbegerichte eine Es hat in der Zentral- Markthalle am Alexanderplatz 8/4 Juden bildet. Dazu ist nur der Deutsche fähig und Herr Hicfert! fegensreiche Einrichtung feien, welche wesentlich zum lang vom Inhalt des Kellers, welcher sich ohne Trennung unter der Als der Kaiser nach Wittenberg ging zur Einweihung der Kirche, da ersehnten Frieden zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer führen ganzen Halle hinzieht, gebrannt. Der Inhalt bestand in allen schrieb die Berliner Morgenzeitung" daß man an einen ton würden. Es müsse auch in dieser Frage die Politit voll- Arten von Verkaufsgegenständen in Verpackungen von großen fessionellen Herrscher nicht gedacht habe. Ist eine solche Schamlofig- ständig ausgeschlossen bleiben. Ob Sozialdemokrat, freifinnig Quantitäten, Fässern, Kisten, Brettern, Kohlen, Brennholz, teit der Judenpreffe zu ertragen? Die Deutschen müßten kein Ehr oder konservativ, das sei ganz gleichgiltig. Herr Poppe, Wagen, Backpapier, Stroh und Heu, Häcksel. Hunderte gefühl haben, wenn Sie einer solchen Wirthschaft nicht entgegenträten. Gastwirth und Kellnertontrolleur", stellt den von Büchsen Konserven und Schmalz und Butterfässer Jedes Bolt hat eine Seele, und es ist zwischen einer deutschen sozialdemokratischen Gegnern das Zeugniß aus, daß sie weit explodirten mit lautem Knall ununterbrochen im Laufe Seele und einer jüdischen Seele ein großer Unterschied.( Lachen besser gearbeitet hätten, als die Versammelten. Die Sozial der Stunden. Die Vorräthe befanden sich in dichten, bis zur lints.) Daß die Juden sich durch Talent auszeichnen, bestreite demokraten wären mit ihren Vorarbeiten schon fertig. Uebrigens Decke reichenden Verschlägen, so daß ein Vorwärtskommen kaum ich. Die Juden zeichnen sich in niedrigen Gebieten durch die fonnte man in der Versammlung die Wahrnehmung machen, daß zu ermöglichen war, Hiße und Qualm waren enorm. Gin äßende Kritik aus, aber auf dem Gebiet der Vernunft, der Er- der größte Theil der Anwesenden sich durchaus nicht klar über Offizier und etwa 20 Mann mußten schließlich wegen vollfindung u. f. w. zeichnen sie sich nicht aus. Wenn Mr. Low das Gesetz und dessen Wirkungen war; ja, Herr Spaarmann tommener Erschlaffung nach Hause geschickt werden. Es waren fchreibt: G8 giebt teine deutsche Literatur mehr, sondern nur war sogar ganz im Gegensatz zu der Aeußerung des Herrn 21 Rohre in Thätigkeit, davon 8 von 4 Dampfsprißen, 13 von eine jüdische Literatur in deutscher Sprache," so ist das zwar Müller ber Meinung, das Gewerbegericht werde nicht zur Zu- Druckspritzen und Hydranten, dazu 4 Feuerschußanzüge und feuilletonistisch zugespigt, aber hat doch einen tiefen Grund. friedenheit der streitenden Parteien arbeiten, sondern dieselben 4 Rauchhelme. Die Mannschaften waren sehr brav, dieselben Dagegen muß bas Volt fich wehren, bas muß würden meist als Gegner auseinandergehen." Großes Kopf- mußten 12 Stunden ohne Unterbrechung arbeiten und konnten mit Mäßigung geschehen.( Lachen links.) Selbst zerbrechen verursachte die Aufbringung der Unkosten für dann erst abgelöst werden, da die noch in Wachbereitschaft vers aber Tokales. " Nachdem Branddirektor Stude im Berein mit der städtischen Baufommission eine Kontrolle der Halle vorgenommen hat, wird der Fußboden abgesteift werden und dann erst dürfen die Händler ihre Waaren foweit solche noch vorhanden und nicht durch Feuer oder Wasser verdorben sind herausnehmen. Die Wiedereröffnung der Zentralmarkthalle wird erft erfolgen, nachdem die gußeifernen Träger, welche durch Feuer und Hitze theilweise geschmolzen, durch neue ersetzt sind. Der Fußboden ist zum Theil gesprungen, an vielen Stellen sind die Wlauersteine herausgefallen. Die Höhe des Schadens, so erfahren wir weiter, ist noch gar nicht, soweit solcher die verbrannten und verdorbenen Waaren anbetrifft, zu schäßen. bliebenen 5 Züge während des Feuers in der Markthalle zu vier| branche) im letzten Jahre die allgemeine Geschäftskrise in deutlich anderen Feuern rücken mußten. Die Aufräumungsarbeiten werden wahrnehmbarer Weise bemerkbar gemacht hat; wie andererseits noch etwa 12 Stunden dauern. Einzelne Gewölbe haben er- auch in lezter Zeit der leidende Zustand des verstorbenen Kollegen heblich gelitten, über denselben sind die Gänge vorläufig, dies- ihn daran hinderte, so intensiv zu arbeiten, als ihm dies in gefeits abgesperrt worden. Die ganzen Marktgegenstände in der funden Tagen möglich war. Bedenkt man nun, daß er zu Hause Markthalle sind fast unversehrt, so daß wahrscheinlich ein Theil eine tranfe Frau und vier Kinder hatte( das jüngste ist erst des Marktverkehrs heute daselbst stattfinden kann. Bei Ankunft der sieben Wochen alt), so ist es kein Wunder, daß der BedauernsFeuerwehr stand mehr als der halbe Keller bereits in Brand. Ueber werthe mit seiner Familie in so harte Bedrängniß gerathen die Entstehung ist nichts Sicheres ermittelt; angeblich soll jemand mußte. mit brennender Petroleumlampe hingefallen sein. Die Zugangs Eine Fahrt auf Tod und Leben unternahm dieser Tage verhältnisse zum Keller erwiesen sich als durchaus ungenügend." ein Schlächtergeselle aus Velten nach Berlin. Derselbe hatte sich Ein offiziöser Berichterstatter fügt diesem Bericht noch folgendes hinzu: Es unterliegt keinem Zweifel, daß die ganz feuer- mit einem Hackemesser aus Versehen die Pulsader durchschlagen, polizeiwidrige Ausführung des Markthallenbaues die Katastrophe welche zwar in Belten unterbunden wurde, aber doch, da Berveranlaßt hat. Man wird sich erinnern, daß der frühere Brand- blutung eintreten konnte, eine Ueberführung des Verletzten in eine direktor, Major Witte, sehr energischen Einspruch gegen den Bau Berliner Klinik nothwendig machte. Die Begleiter desselben sahen erhoben hat, derselbe blieb infolge dessen auch einige Monate fich nun während der ganzen Fahrt gezwungen, den verlegten liegen, schließlich gelang es unter inzwischen geänderten Verhält- Armen ferzengerade in die Höhe zu halten, um eine Verblutung nissen der städtischen Bauverwaltung aber doch, den Bau nach zu verhindern. Trotzdem den sehr kräftigen Mann in Hennigs ihren Plänen weiter zu führen. Das Fehlerhafte der Keller- dorf die Kräfte zu verlassen drohten, langte derselbe doch noch anlage tennzeichnet sich nach jenen zwei Seiten, die im amtlichen rechtzeitig, wenn auch schon zur Nachtzeit, in Berlin an und beBericht treffend angedeutet sind, in dem Mangel an trennenden findet sich jetzt außer Lebensgefahr. Brandmauern mit eisernen, feuersicheren Thüren, die entweder feibstthätig schließen oder deren Verschluß doch von Punkten außer halb des Kellers bewirkt werden kann und in der ungenügenden Fürsorge für Zugänge. Der„ Sozialist" ist der„ Volts- Zeitung" zufolge wegen seines in" Nr. 1 enthaltenen Artikels über die Prostitution, der unsittlichen Inhalts sein soll, unter Anklage gestellt worden. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Große öffentliche Vers fammlung am Montag, den 30. Januar, Abends 8½ Uhr, in den Arminhallen Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: Gedenten wir zum Frühjahr Forde rungen an die Unternehmer zu stellen und welche? Referent. Täterow. Industrie. Große öffentliche Bersammlung am Montag, den 30. Januar, Arbeiter und Arbeiterinnen der Buch-, Papier- und Lederwaarenbends sy Uhr, bei Bolg, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Stüne über die Cholera in Hamburg. 1 Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag Vormittag 10-12 Uhr: Oft= Schule, Marfusstraße 31: Unterricht in Buchführung und oberes Rechnen. Arminhallen, Kommandante nstr. 20: Unterricht in der Nationalötonomie. Montag, Abends 8-10% Uhr: Süd- Schule, Hagelsbergerstr. 43, Unter richt in Physiologie. Süd- Ostschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Buchführung und oberes Rechnen. Ost- Schule, Martusstr. 31: Deutsch ( oberes) Logit. Nord- Schule, Müllerstraße 1794: Deutsch( Oberes), g allen Unterrichtsfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schüler innen, auch jest im Laufe des Semesters, eintreten. Sprecisaal. abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür Interesses zur Berfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dent Inhalt desselben identifizirt zu werden. Freie Volksbühne. Aufruf zur Gründung einer IV. Abtheilung. Der Verein Freie Volksbühne zählt jekt 3359 Mitglieder; sämmtliche drei Abtheilungen sind also gefüllt. Da aber täglich Die Lage der Feuerwehr war eine ganz verzweifelte. Schon Polizeibericht. Am 27. d. M. Morgens fiel ein Arbeiter an die Zahlstellen und an die Vorstandsmitglieder Meldungen zum als die ersten Mannschaften erschienen, war der Keller nicht vor dem Hause Engel- Ufer 2 zur Erde und erlitt eine schwere Eintritt gelangen, hat der Vorstand die Bildung einer vierten mehr zu betreten. Man suchte daher zunächst den Keller zu über Verlegung der Rippen, so daß seine Ueberführung nach dem Abtheilung ins Auge gefaßt. Doch kann die Gründung schwemmen. Diesem Vorhaben trat aber ein besonderer Umstand Krankenhause Bethanien erforderlich wurde. Morgens wurde bei den großen Kosten, die jede Vorstellung verursacht, entgegen. Der Keller ist derartig fanalisirt, daß alles hinein- ein Rentier in seiner Wohnung, in der Grenadierstraße, und erst dann vor sich gehen, wenn genügende Aussicht gepumpte Wasser sofort wieder abfloß. Erst als sich durch den Nachmittags ein Arbeiter auf dem Boden eines Hauses in der vorhanden ist, daß auch diese Abtheilung einigermaßen geBrandschutt der Abfluß verstopft hatte, gelang es, in dem Wilhelmshavenerstraße erhängt vorgefunden. Nachmittags füllt wird. Sie soll dann erfolgen und ihre erste Vorstellung brennenden Keller einen gewissen Wasserstand zu erreichen. wurden eine Frau und ihr Sohn in ihrer Wohnung in der am Sonntag, den 12. Februar, stattfinden, wenn sich bis zum Sechs Stunden lang stand die Feuerwehr vor dem brennenden Großen Frankfurterstraße vergiftet vorgefunden. Der Sohn Mittwoch, den 2. Februar 400 Theilnehmer finden. Keller, ohne in ihn eindringen zu können. Erst in der ersten verstarb bald darauf, während die Mutter noch lebend nach Alle diejenigen, die Mitglieder des Vereins werden wollen, Nachtstunde fonnte man direkt gegen das Feuer vorgehen und dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht können sich in die Listen einzeichen, die von heute ab in allen zwar von der Panoramastraße aus und von der nach der An der Ecke der Charlotten- und Französischenstraße ge- Bahlstellen des Vereins ausliegen oder an den Unterzeichneten Königstraße zu gelegenen Seite der Neuen Friedrichstraße. rieth ein Bildhauer unter die Räder einer Droschte und eine Karte mit Bezeichnung des Namens und der Wohnung einHier hatte eine Spritze erst längere Zeit Luft in den erlitt anscheinend innere Verletzungen. Im Keller der senden. Seller pumpen müssen. Bis dahin hatte mu das Wasser Zentral- Markthalle brach Nachmittags Feuer aus, das die dort Einschreibegeld und Mitgliedsbeiträge sind jetzt noch nicht, durch die Lichtschachte leiten müssen. Das aus diesen Schachten gelagerten großen Vorräthe von Verkaufsgegenständen zc. ergriff sondern erst dann zu zahlen, wenn die Abtheilung gegründet und fofort hohe Flammen emporstiegen, mußte man die Rohre und sich so schnell verbreitete, daß beim Gintreffen der Feuerwehr bie erste Vorstellung bestimmt ist. an Halen und Mistgabeln binden, um sie überhaupt nur den bereits die Hälfte des unter der ganzen Halle sich hinziehenden Die Vorstellungen finden nach wie vor abwechselnd im Deffnungen nähern zu können. Mehrfach verfengte die Gluth Raumes in Flammen stand. Der Angriff der Feuerwehr erfolgte Lessing- und im Nationaltheater statt. Das Einschreibegeld beRohr und Schlauchleitung. In der Halle selbst hatte sich ein so mit 21 Robren, davon 8 von 4 Dampfsprigen und 13 von Hand- trägt 50 Pf., der monatliche Betrag abwechselnd 50 oder 60 Pf. intensiver Rauch festgeseßt, daß man nicht einen Schritt weit drucksprißen und Hydranten; die Mannschaften mußten 12 Stunden Der Vorstand der Freien Voltsbühne. sehen konnte. Um dem Rauch Abzug zu schaffen, erstieg man das lang ohne Unterbrechung arbeiten, da die übrigen noch in WachDach und schlug die Oberlichtfenster ein. bereitschaft verbliebenen fünf Züge zu vier anderen Feuern ausrücken mußten. Infolge der großen Hiße und des überaus starten Qualmes wurden ein Offizier und 20 Mann so erschöpft, daß sie von der Brandstätte entlassen werden mußten. Ein Theil der Gewölbe hat anscheinend bedeutend gelitten, so daß die Absperrung der darüber befindlichen Gänge erforderlich wurde. Erst um 1/23 Uhr wurde die Macht des Feuers gebrochen, um 144 Uhr konnte der 17. Zug als erster die Brandstätte verlaffen, um 1/46 Uhr rückte der Branddirektor Stude mit der Hauptwache ab. Es sei noch bemerkt, daß es zuerst auch sehr an Absperrungsmannschaften mangelte, weil das Gros der Schutz mannschaft der Jllumination wegen an anderer Stelle konzentrirt war.( Das war auch wichtiger!) Die Höhe des Schadens läßt sich vorläufig noch gar nicht übersehen, er wird von kundiger Seite auf Millionen geschäßt. Gerichts- Beitung. Wie die Edelsten der Nation ,, arbeiten". Eine sonderbare Geschichte knüpft sich an das letzte Ordensfest. In mehreren Entscheidung des Reichsgerichts. Der Verleger einer hiesigen Zeitungen erschien ein Zirkular, das ein Theil der Zeitung tann, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 1II. Straf letthin dekorirten Personen erhalten hat. Darin wurde, an- senat, vom 2. November 1892, seine Verantwortlichkeit für Preßgeblich infolge einer von allerhöchster Seite ergangenen Anregung delitte aus§ 21 Abs. 1 des Reichs- Preßgesetzes nicht ohne weiteres zur Betheiligung an der Widmung eines für den Kaiser be- dadurch ablehnen, daß er nachweist, er habe für seine Zeitung stimmten Prachtalbums aufgefordert und zugleich um Einzahlung verantwortliche Redakteure bestellt; vielmehr hat er nachzuweisen, von je 20 Mart an den Schatzmeister Herrn von Schlieben in daß diese Redakteure zuverlässige und für ihre Stellung geeignete Friedenau gebeten. Die Unterschrift lautete: Das Komitee, im Personen gewesen und daß der Umfang seines Verlagsgeschäfts Auftrage Graf Kurt von Kalkreuth." Der Kriminalpolizei er eine Prüfung des Inhalts der einzelnen Nummern der Zeitung schien es auffallend, daß von allerhöchster Seite der Wunsch nach durch ihn persönlich ausgeschlossen habe. einer derartigen Widmung ergangen sein sollte. Sie trat der Sache näher und erhielt zunächst von dem Grafen v. Kaldreuth die Erklärung, daß er, der Angelegenheit vollständig fern ftehe. Herr von Schlieben, Redakteur eines Vorortblattes, hat zugeben müssen, daß ein Komitee gar nicht besteht, daß er vielmehr allein die Sache betrieben hat. Das Zirkular will Herr von Schlieben zunächst nur an solche Personen gesandt haben, die mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen ausgezeichnet worden sind, in der in den Zeitungen veröffentlichten Ordensliste von unten anfangend. Er giebt auch zu, in fünf Fällen je 20 M. bekommen zu haben. So haben sich also fünf D- eutsche gefunden, die Herrn„ von" Schlieben in großer Menschenfreundlichkeit unter die Arme griffen. D, daß sie ewig grünen bliebe, die Dämlich feit im ersten Triebe! Zu dem Bericht, den wir über den verstorbenen Genoffen Liebetraut veröffentlichten, wird uns von Arbeitskollegen des Dahingeschiedenen mitgetheilt, daß sich in unseren Bericht ein kleiner Irrthum eingeschlichen hatte. Es war nämlich von uns behauptet worden, daß Liebetraut ein halbes Jahr nur halbe Tage gearbeitet hatte. Demgegenüber wird uns aus dem Arbeitsbuch des Verstorbenen der Nachweis geführt, daß er nur in der Zeit vom 18. November bis 8. Dezember v. J. halbe Tage gearbeitet hat. Ergänzend wird uns hierzu noch mitgetheilt, daß sich allerdings auch in unserem Geschäft( d. h. in der DrechslerVersammlung Tanz. Versammlungen. Vergnügungsverein Luftige Jugend". Sonntag, den 29. Januar, sigung, Stachel's Planina- Grotte. Anfang präzise ühr. Fidelitas und Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 29. Januar, Abends 6 Uhr, in der Berliner Bodbrauerei, Tempelhofer Berg. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Robert Wolf, Bahnarzt, über Bourgeoifte und Sozialismus". Nachher Fidelitas. Privat- Theatergesellschaft und Artistenklub„ Humor". Sonntag, den 29. Januar, Abends 6 Uhr, Sigung bei Dietrich, Alexandrineufir. 32. Geschäftliches, Aufnahme, Billets zum Mastenball am 18 Februar bei Bohne, Safenhaide 45-47. Nach der Sizung: Gesellschaftsstunde, Vorträge und Tanz. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Sonntag, den 29. Januar, Abends 7 Uhr: Vortrag des Herrn Stüwe über die Cholera in Hamburg im Jahre 1892( mit ca. 50 auftrationen), in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Andreasstr. 3. Privat- Theatergesellschaft Preciosa". Sonntag, den 29. Januar, Abends 5% Uhr: Sigung und Fidelitas, im Restaurant Bur Kornblume", Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 29. Januar, Abends 6 Uhr, bet Otto Klein, Schönleinstr. 6. Bortrag des Genoffen Sildebrand über Soziale Reformen". abends 9 Uhr: Sigung, Glisabethkirchstraße 14. Spiel- und Gesellschafte klub Ber". Montag, den 30. Januar, Brudervereine sind ein geladen. Große öffentliche für Männer und Frauen Versammlung Sonntag, den 29. Januar, Abends der in der Kürschnerbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 6 Uhr, Beuthstr. 20, 1 Tr. Tagesordnung: 1097b 1. Vortrag über:„ Der Einfluß der Religionen und ihre Stellung in der Gegenwart." 2. Diskussion. 3. Ver- am Montag, den 30. Januar, Abends 812 Uhr, Landsbergerstr. 31. schiedenes. Nachher: Gemüthliches Beisammensein und Tanz, arrangirt Tagesordnung: 1. Vortrag des Ge vom Sozialistischen Lese- u. Diskutirklub. nossen Roland über:„ Die Lösung des sozialen Problems." 2. Diskussion. Achtung! Rixdorf! Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler und anderer gewerbl. Arbeiter. Oertliche Verwaltung Rixdorf. Mitglieder Versammlung am Montag, den 30. Januar 1893, Abends 81/2 Uhr, bei A. Hoffmann, Bergstr. 188. Tagesordnung: Die jebige age der Mützenfabri Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht der Kollegen und Kolleginnen, dahin zu wirken, daß sämmtfiche Wertstellen in dieser Versamm lung vertreten sind. 190/2 Die Vertrauenslente. Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgegend. Versammlung 1. Rassenbericht vom 4. Quartal 1892. 2. Erklärung der neuen Statuten. am Montag, den 30. Januar, Abends 3. Verschiedenes. 1095b Die Ortsverwaltung. Achtung! Alle diejenigen, welche noch Sammellisten von den streifenden Korbmachern haben, werden ersucht, dieselben bis zum 4. Februar Ritterstr. 25 im Restaurant an das Streitkomitee der Korbmacher abzuliefern, sonst müssen die Namen der Säumigen veröffentlicht werden. 1096b J. A.: Robert Kiersch. 8 Uhr im Lokale des Herrn Bolt, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Rob. Wolf über:„ Soziale Streiflichter." 2. Diskussion. 3. WerkstattAngelegenheiten. 4. Bereinsangelegenheiten und Fragekasten. 311/9 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Helle freundl. Wohn., best. a. Stube, K., R., 228, 240, 270. fof. u. 3. 1. April zu verm. Gartenplay, 3. 11376* | J. A.: Julius Türt, SW., Solmsstr. 24. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Bremerhaven, 28. Januar. Laut Meldung der„ WeserZeitung" ist das deutsche Schiff„ Rudolf von Bennigsen" auf der Reise von hier nach Philadelphia gesunken. Die Mannschaft wurde gerettet. Petersburg, 28. Januar. In den Nothstandsgegenden ist die Lage der Bevölkerung infolge der außerordentlichen Kälte schrecklich. Die Regierung wird demnächst abermals namhafte Unterstügungen vertheilen laffen. Budapest, 28. Januar.( Abgeordnetenhaus.) Der Handelsminister erklärte sich heute gegen die Errichtung einer Arbeiterbörse, weil solche die sozialistischen Umtriebe nur fördere. Er billige dagegen die Schaffung eines Friedensgerichtes für die Entscheidung gerechter Ansprüche der Arbeiter. Er verfolge aufs aufmerkſamste die Interessen, der Arbeiter und werde deren Schutzsicherung eventuell auch weiterhin durch legislatorische Maßnahmen bewerkstelligen.( Das tlingt ja ganz nach deutschen Rezepten! D. R.) Helsingfors, 28. Jan. Der Heilsarmee ist die Abhaltung öffentlicher Versammlungen verboten worden. Wegen Agitation für die Heilsarmee haben 9 Schweden und 2 Engländer die Ordre erhalten, binnen 14 Tagen das Land zu verlassen, widrigenfalls sie mit Gefängniß bestraft und zwangsweise aus dem Lande gebracht werden würden. Bombay, 28. Jan. Die Weizensaaten, in Ostindien haben sich etwas gebessert; die Ernte wird auf 30 Millionen Quarter geschäßt. Infolge niedriger Preise stockt der Getreidehandel vollfommen. Briefkaffen der Redaktion. Vertrauensmann Werner. Sie haben gewiß übersehen, daß wir des traurigen Vorfalls bereits in der gestrigen Nummer Erwähnung gethan haben. H. S. Die Wette, ob das Herzog'sche oder Werthheim'sche Geschäftshaus an Patriotismus und Dekorations pracht an Kaisers Geburtstag Höheres leistete, wagen wir nicht zu entscheiden. 3eutral- Kranken- u. Sterbekasse straße 70, v. 8 Tr. Eingeschriebene Hilfstaffe zu Hamburg.) der Tischler 11. s. 1. ( Eingeschriebene Hilfskaffe zu Hamburg.) Oertliche Verwaltung Berlin G. Montag, 30. Januar, Abends 8/2 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Lorenz, Boppenstraße 43e. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1892. 2. Verschiedene wichtige Raffenangelegen heiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen aller Mitglieder iſt erwünscht. 305/2 Die Ortsverwaltung. Pape's Lokal, Badstr. 58, ift mehrere Sonnabende frei. 1077b Vereinszimmer zu vergeben Meyer, Sebastianstr. 3. 1094b Meyer's Lexikon, uneingebunden, für 45 M. zu verk. b. E. Reiß, Grünauerstr.10. Größtes LagerBerlins Kinderwagen. Andreasftr.23. Hp. Zahnz., Nervt. Süss, Schmerzloses Faldensteinstr. 32. Homöopathische Klinik, Brunnenstraße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg.9-10. Eine Schlafft. b. D. Ficius, Lange- 1 Gin tüchtiger Möbelpolirer, welcher 3 9736 felbft. arb. fann und ca. 3-4 Polirer zu beaufsichtigen hat, wird für eine größ. Alexandrinenſtr. 79,§. I. 1 Tr. Freundl. Schlafit. bei Frau Müller, Möbeltischlerei in Stettin ges.; ebenfalls Alexandrinenstr. 79, H. 1. 1 Tr. 11216 wird daselbst ein tücht. 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Off. unter Nr. 3000 besorgt die Expedition 36122 dieses Battes. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW.. Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 25. den liberalen " Marx. -GOO Sonntag, den 29. Januar 1893. es London. 10. Jahrg. Discours sur le Englisch, Boston 1889. Misère de la Philos tommuni" Soziale Ueberlicht. Achtung Vergolder! Der Zuzug von Politurarbeitern nach dem Geschäft von Plaagemann u. Maack, Hame burg, Zollvereinsniederlage, ist fernzuhalten. bis auf schworenen zu erscheinen, am 7. II. 1849 wegen Breß Folgendes ist die möglichst vollständige Liste der im Druc vergehens und am 8. wegen Aufforderung zum bewaff- erschienenen Schriften von Mary: Eine Biographie von Marx aus der Feder von Friedrich verweigerung, November 1848); beide Male erfolgte Freisprechung. Provinziallandtags- Verhandlungen, über die Lage der bäuerlicher neten Widerstande gegen die Regierung( zur Zeit der Steuer- Rheinische Zeitung, Köln 1842: Artikel über die rheinischen Engels bringt der jetzt erscheinende 4. Band des Handbuch s der Staatswissenschaften, die wir nachstehend zum Paris, wurde aber nach der Demonstration vom 13. VI vor 1842. Nach der Unterdrückung der Zeitung ging Mary wieder nach Winzer an der Mosel, über Holzdiebstahl; Leitartikel Ott.- Dezbr. Abdruck bringen: Deutsch- französische Jahrbücher von A. Ruge und Marg, Heinrich Karl, wurde geboren in Trier am 5. V. laffen oder Frankreich abermals den Rücken zu kehren. Natürlich Rechtsphilofophie; zur Judenfrage.- K. Marx und F. Engels, die Wahl gestellt, entweder sich in die Bretagne interniren zu R. Mary, Paris 1844: Einleitung zur Kritik der Hegel'schen 1818 als der Sohn des Advokatanwalts und späteren Justizraths zog er das letztere vor und ging nach London, wo er nun ent- Die heilige Familie. Heinrich Mary, der, wie aus dem Taufschein des Sohnes erfichts giltig seinen Wohnsiz aufschlug. Gegen Bruno Bauer und Konsorten. lich, 1824 mit feiner Familie vom Judenthum zum ProtestantisFrankfurt a. M. 1845. Kleinere Artikel( anonym) im Pariser mus übertrat. Nach beendigter Vorbildung auf dem Trierer ökonomische Revue, Hamburg 1850, wovon sechs Hefte erschienen in der Deutschen Brüsseler Zeitung", Brüssel 1846-47. Misère In London gab er heraus:„ Neue Rhein. Zeitung", politisch- Vorwärts", 1844. Diverse Aufsätze, anonym und gezeichnet, Gymnasium studirte Karl Marx seit 1835 in Bonn, sodann in find. Seine Hauptarbeit hierin ist: 1848 bis 1849", eine de la Philosophie, réponse à la philosophie de la misère de Berlin erst Rechtswissenschaft, später Philosophie und promo- Darstellung der Ursachen und des inneren Zusammenhange der M. Proudhon, Bruxelles et Paris 1847. Deutsch, Stuttgart, virte in Berlin als Dr. phil. 1841 mit einer Dissertation über Ereignisse dieser Jahre, namentlich in Frankreich; ferner( mit 2. Aufl. 1892. Spanisch, Madrid 1892. die Philosophie Epikurs. In demselben Jahre siedelte er nach Engels zusammen) Rezensionen und politische Uebersichten. An libre échange, Bruxelles 1848. Bonn über, um dort sich als Dozent zu habilitiren, aber die die erstere Arbeit schloß sich bald darauf als Fortfehung: Der Deutsch in der deutschen Ausgabe von Schwierigkeiten, die die Regierung seinem ebendaselbst als Dozent 18. Brumaire des Louis Bonaparte, New- York 1852, neu auf sophie". Mit F. Engels: Manifest der der Theologie fungirenden Freunde Bruno Bauer in den Weg gelegt Hamburg 1869 und 1885. Der große Kommunistenprozeß stischen Partei, London 1848. Buleht deutsch: London 1890; legte und die mit Bauer's Entfernung von der Universität in Köln veranlaßte eine weitere Broschüre: endigten, machten ihm bald klar, daß für ihn tein Platz sei an den Kölner Kommunistenprozeß", Boston 1853, neueste Auflage Neuen Rheinischen Zeitung", Leitartitel 2c., Köln 1848-49. Enthüllungen über übersetzt in fast alle europäischen Sprachen. Auffäße in der einer preußischen Hochschule. Um dieselbe Zeit wurde von Zürich 1885. Von 1852 an war Mary Londoner Korrespondent Davon mehrfach separat abgedruckt:„ Lohnarbeit und Kapital", den junghegelisch angehauchten jüngeren Elementen der und jahrelang gewissermaßen Redakteur für Europa der zuletzt Berlin 1892; erschien russisch, polnisch, italienisch, fran rheinischen radikalen Bourgeoisie, im Einverständniß mit New York Tribune". Seine Artikel sind theils Führern Camphausen und Hansemann, feinem mit zösisch. Zwei politische Prozesse, Köln 1849( zwei BertheiNamen unterzeichnet, theils die Gründung eines großen Oppositionsblattes in Köln Leitartikel; figurirten sie als bigungsreden von Mary). Neue Rheinische Zeitung", Revuc. Mit find nicht gewöhnliche Korrespondenzen, Hamburg 1850. 6. Heste. Darin von Mary: 1848-49. angeregt; Mary und Bauer wurden als tüchtige Hauptmitarbeiter sondern auf gründlichen Studien beruhende, oft eine ganze Engels verfaßt: Rezensionen und Monatsrevue. Der achtebenfalls zu Rath gezogen. Eine damals nöthige Konzession war in der Stille auf Umwegen besorgt, und ökonomischen Lage der einzelnen europäischen Länder. Artikelreihe umfassende, Darlegungen der politischen und zehnte Brumaire des Louis Bonaparte. New- York 1852. Dritte Ent Die Auflage Hamburg 1889. Erschien auch französisch. so erschien die„ Rheinische Zeitung" am 1. I. 1842. Mary militärischen Aufsätze darunter, über den Krimkrieg, die indische hüllungen über den Kölner Kommunistenprozeß. Basel 1852. schrieb von Bonn aus größere Artikel in das neue Blatt; die haupt- Rebellion 2c., sind von Engels. Einige der Mary'schen Artikel( Auflage konfiszirt.) Boston 1853. Zuletzt Zürich 1885. fächlichsten waren: eine Kritik der Verhandlungen des rheinischen über Lord Palmerston wurden in London als Broschüren ab- Artifel in der New- York Tribune 1853-1860. Darin einige Provinziallandtages, eine Arbeit über die Lage der bäuerlichen gedruckt. Diese Mitarbeit an der Tribüne nahm erst ein Ende über Palmerston vermehrt Winzer an der Mosel, und eine andere über den Holzdiebstahl mit dem amerikanischen Bürgerkriege. in London 1856 als Pamphlete und die ihn betreffende Gesetzgebung. Im Oftober 1842 übererschienen. Free Press, Sheffield Juni 1856 und London bis Das Jahr 1859 verwickelte Mary einerseits in eine aus April 1857: Revelations of the Diplomatic History of the nahm er die Oberleitung des Blattes und siedelte nach Köln dem italienischen Kriege entspringende Bolemit mit Karl Vogt, 18. Century( über die fortlaufende interessirte Abhängigkeit über. Von da an erhielt die Beitung einen scharf oppositionellen die ihren Abschluß fand in: Herr Vogt, von Karl Mary, englischer Whigminister von Rußland). Das Volt, London Charakter. Allein die Leitung war eine so geschickte, daß troß London 1860. Andererseits aber brachte es die erste Frucht 1859: Aufsätze zur diplomatischen Geschichte des italienischen der über die Zeitung verhängten erst doppelten, dann dreifachen seiner jahrelangen ökonomischen Studien im Britischen Museum, Krieges 1859. Zur Kritik der politischen Dekonomie, 1. Heft, Zensur( erst der gewöhnliche Zensor, dann der Regierungs- in der Gestalt des ersten Heftes von: Zur Kritik der politischen Berlin 1889. Polnisch 1890. Herr Vogt, London 1860. Präsident, endlich ein von Berlin ad hoc hergesandter Defonomie, Berlin 1859. Raum aber war dies erste Heft er- Inaugural Address der Internationalen Arbeiterassoziation, Herr von Saint= Paul) die Regierung dieser Art schienen, da entdeckte Mary auch, daß er mit der Detail- Aus- London 1864; ferner alle Veröffentlichungen des Generalrathes, Bresse schwer beikommen konnte und sich daher entschloß, das führung der Grundgedanken der folgenden Hefte noch nicht voll- bis inklusive The Civil War in France, London 1871.( Deutsch Weitererscheinen der Zeitung vom 1. 1. 1843 an zu untersagen. ständig im Reinen sei; das noch vorhandene Manuskript ist der zuletzt Berlin 1892, auch französisch, italienisch, spanisch erDurch den an jenem Tage erfolgten Rücktritt Mary' von der beste Beweis dafür. Er fing also sofort wieder von vorn an, schienen.) Redaktion erkaufte man eine Galgenfrist von drei Monaten, aber und so erschien, statt jener Fortsetzung, erst 1867: Das Kapital. Erstes Buch, Hamburg 1867, legte Auflage, 4. 1892. Erschienen Das Kapital. Kritik der politischen Dekonomie. dann erfolgte doch die schließliche Unterdrückung des Blattes. Erstes Buch: Der Produktionsprozeß des Kapitals. Ham- russisch, französisch, englisch, polnisch, dänisch. Marg entschloß sich nun nach Paris zu gehen, wohin burg 1867. Dasselbe. Zweites auch Arnold Ruge nach der ungefähr gleichzeitig er Buch, Hamburg 1885, zweite Auflage in der Presse. Erschien Während er die ganzen drei Bände des„ Kapital" folgten Unterdrückung das russisch. Das dritte Buch wird 1893 erscheinen. der" Deutschen Jahrbücher" fich zweite und dritte wenigstens im Entwurfe ausarbeitete, fand wenden wollte. Buvor aber heirathete er in Kreuznach Marx endlich auch wieder eine Gelegenheit zu praktischer ThätigFriedrich Engels. Jenny von Westphalen, seine Jugendgenossin, mit der er feit in der Arbeiterwelt. 1864 wurde die internationale Arbeiterschon seit Beginn feiner Universitätszeit verlobt gewesen war. assoziation gegründet. Viele, namentlich Franzosen, haben sich Das junge Paar tam im Herbst 1843 nach Paris, wo Mary und den Ruhm angemaßt, als Gründer dieser Assoziation zu gelten. Ruge die Deutschfranzösischen Jahrbücher" herausgaben, einc Es ist selbstredend, daß so etwas nicht von einem allein geZeitschrift, von der indeß blos das erste Heft erschien; die Fort- gründet werden kann. Aber so viel ist sicher: unter allen fehung scheiterte theils an den übergroßen Schwierigkeiten der Betheiligten gab es nur einen, der sich flar war über das, was heimlichen Verbreitung in Deutschland, theils an den sehr bald zu geschehen hatte und was zu gründen war, das war der zu Tage tretenden prinzipiellen Differenzen zwischen den beiden Mann, der schon 1848 den Ruf in die Welt geschleudert: Rebatteuren. Ruge blieb im Fahrwasser der Hegel'schen Philo Proletarier aller Länder, vereinigt Euch! sophie und des politischen Radikalismus, Mary warf sich aufs Bei der Gründung der Internationale versuchte auch Joseph Studium der politischen Dekonomie, der französischen Sozia- Mazzini, die sich zu zusammenfindenden Elemente für seine bereits angekündigte Streit in der Lowe'schen Waffen Aus Budapest wird uns telegraphisch mitgetheilt, daß der listen und der Geschichte Frankreichs. Das Resultat war mystische konspiratorische Demokratie des Dio e popolo zu gefabrik voraussichtlich noch eintreten wird. Die deutschen fein Uebergang zum Sozialismus. Im September 1844 winnen und zu verwerthen. Aber der in feinein Namen vor Arbeiter werden dringend ersucht, fam Fr. Engels auf einige Tage nach Paris zu Mary, beide gelegte Entwurf zu Statuten und Inauguraladresse wurde ver- weiteres jedes Arbeitsangebot der genannten waren seit der gemeinsamen Arbeit an den Deutsch- französischen worfen zu Gunsten der von Mary redigirten, und von nun an Fabrit abzuschlagen. Jahrbüchern" in Briefwechsel getreten, und von hier an datirt war Mary die Leitung der Internationale gesichert. Von ihm das Zusammenwirken Beider, das nur mit dem Tode von Mary find sämmtliche Erlasse des Generalrathes geschrieben, namentein Ende nahm. Seine erste Frucht war eine Streitschrift gegen lich auch der nach dem Fall der Pariser Kommune erschienene furt a. M. find auf den 27. Februar festgesetzt. Die Wahlen für das Gewerbegericht zu Frank Bruno Bauer, mit dem man, im Verlauf des Zersehungsprozesses und in die meisten Sprachen Europa's übersetzte Bürgerkrieg in der Hegel'schen Schule, ebenfalls prinzipiell auseinandergekomnien Frankreich". In Landan( Pfalz) wurde nach der Mannheimer war: Die heilige Familie. Gegen B. Bauer und Konforten." Es ist hier nicht die Geschichte der Internationale zu er- Boltsstimme" über eine Wirthschaft das Militärverbot Frankfurt a. M. 1845. zählen. Es genüge, daß es Mary gelang, Statuten nebst prin- verhängt, weil daselbst eine öffentliche GewerkschaftsMary half mit bei der Redaktion eines kleinen deutschen zipieller Motivirung zu entwerfen, unter denen französische Versammlung abgehalten worden war. Nächstens werden Wochenblattes, das in Paris unter dem Namen Vorwärts" er: Broudhonisten, deutsche Kommunisten und englische Neugewert von den Militärbehörden hoffentlich auch noch die Lokale boyschien und das die Misère des damaligen deutschen Absolutismus schaftler einmüthig zusammenwirken konnten, und daß die Har- fottirt werden, in denen die Fachvereine der Großgrundund Scheinkonstitutionalismus mit beißendem Spotte überschüttete. monie der Vereinigung keine Störung erlitt, bis die Leute ans besiger, Fabrikanten, Pastoren 2c. ihre Versamm Dies war für die preußische Regierung die Veranlassung, vom Licht traten, die seitdem jede Arbeiterbewegung zu stören gesucht, lungen abhalten, denn was diese Leute im Verlästern der Ministerium Guizot die Ausweisung von Mary aus Frankreich die Anarchisten unter Bakunin. Es versteht sich, daß die jetzigen Zustände leisten, das muß gerade den unver zu verlangen. Sie wurde bewilligt; Anfang 1845 siedelte Mare Macht der Assoziation lediglich in der bisher uner- borbenen, treuherzigen deutschen Soldaten ganz gewiß zu nach Brüssel über, wohin bald darauf auch Engels tam. Hier hörten Thatsache der versuchten Vereinigung des euro- bedentlich sten 3 weifeln an der Vortrefflichkeit veröffentlichte Mary Misère de la Philosophie, réponse à la päischen und amerikanischen Proletariats lag; andere der jeßigen Weltordnung präpariren, als deren unPhilosophie de la Misère de M. Prudhon, Bruxelles et Paris als moralische Mittel hatte der Generalrath nicht, ersehlichste Stüße sich die Militärbehörden doch gewiß betrachten. 1847, ferner: Discours sur la question du Libre Echange, fogar nicht einmal Geldmittel, statt der vielberufenen Millionen Bruxelles 1848. Außerdem schrieb er dann und wann der Internationale" verfügte er meist nur über Schulden. Wohl Artikel in die Deutsche Brüsseler Zeitung". Im Januar nie ist mit so wenig Geld so viel geleistet worden. 1848 arbeitete er mit Engels er mit Engels das„ Manifest der kom- Nach der Kommune war die Internationale in Europa unmunistischen Partei" aus, im Auftrag der Zentralbehörde möglich geworden. Den Kampf gegen die Regierungen und die des Bundes der Kommunisten, einer geheimen Propaganda- in allen Ländern gleich erregte Bourgeoisie in der bisherigen Gesellschaft, der Mary und Engels im Frühjahr 1847 beigetreten Form fortzuführen, hätte folossale Opfer gefoftet. Dazu die Volksstimme" mittheilt, ein Herr Honbous, Mitglied eines waren. Das Manifest ist seitdem in unzähligen autorisirten und der Kampf im Innern der Assoziation selbst gegen die Anarchisten unautorisirten deutschen Ausgaben erschienen und in fast alle und die zu ihnen neigenden proudhonistischen Elemente. Le jeu europäischen Sprachen übersetzt. ne valait pas la chandelle. Nachdem also auf dem Als die Februarrevolution 1848 ausbrach und auch in Haager Kongreß der formelle Sieg über die Anarchisten erkämpft Brüssel Volksbewegungen hervorrief, wurde Mare verhaftet und war, schlug Marx vor, den Generalrath nach New- York zu veraus Belgien ausgewiesen; inzwischen hatte ihn die provisorische legen. Die Fortdauer der Assoziation war so sicher gestellt für Regierung der franzöfifchen Republick eingeladen, wieder nach den Fall, daß veränderte Umstände die Wiederaufnahme derselben Paris zu kommen und so kehrte er dorthin zurück. in Europa nöthig machten. Als aber solche Umstände eintraten, In Paris trat er zunächst mit seinen Freunden der Legions- war die alte Form veraltet; die Bewegung war der alten Interspielerei entgegen, die der Majorität der neuen Regierung ein nationale weit über den Kopf gewachsen. bequemes Mittel bot, sich die„ lästig fallenden" fremden Arbeiter Bon jetzt an blieb Mary der öffentlichen Agitation fremd, vom Halse zu schaffen. Es war klar, daß die so bei hellem Tage aber darum nicht minder thätig in der europäischen und eines Nothstandes anerkannt und 5000 m. zur Beschaffung Die Deffaner Stadtkollegien haben das Vorhandensein organisirten belgischen, deutschen 2c. Legionen die Grenze nur amerikanischen Arbeiterbewegung. Er stand in Briefwechsel mit von Arbeitsgelegenheit bewilligt. überschreiten fonnten, um in eine wohlvorbereitete Falle zu gehen, fast allen Führern in den verschiedenen Ländern, die ihn, wenn wie dies denn auch thatsächlich der Fall war. Mary und die irgend möglich, bei wichtigen Anlässen persönlich zu Rathe Die Kölner Arbeitslosen- Kommission hat sich aufs übrigen Leiter des Kommunistenbundes verschafften an vier- zogen; er wurde mehr und mehr der vielgesuchte und gelöst, nachdem sie vergeblich die städtischen Kollegien davon hundert arbeitslosen Deutschen dieselbe Reiseunterstützung wie iets bereite Berather des Berather des streitbaren Proletariats. Bei den Legionären, so daß sie ebenfalls nach Deutschland heimkehren alledem zu überzeugen gesucht hat, daß in Wirklichkeit ein großer Nothaber fonnte fich Marr jetzt wieder seinem stand besteht. Man hat sich sogar nicht entblödet, die Bewegung Studium zuwenden, dessen Feld sich inzwischen sehr erweitert der Arbeitslosen als eine künstliche Ma che" zu bezeichnen. Im April ging Mary nach Köln und am 1. VI. erschien hatte. Bei einem Manne, der jeden Gegenstand auf seine ge- Dabei ist seitens der Arbeiter ermittelt worden, daß allein in dort unter seiner Leitung die Neue Rheinische Zeitung", die im schichtliche Entstehung und seine Vorbedingungen prüfte, ent vier Fabriken seit Oktober v. J. und später gegen 600 Ar= folgenden Jahre am 19. V. zuletzt heraustam: die Redakteure sprangen selbstredend aus jeder einzelnen Frage ganze Reihen beiter wegen Arbeitsmangels entlassen worden sind. wurden entweder gerichtlich mit Verhaftung oder als Nicht- neuer Fragen. Urgeschichte, Agronomie, russische und amerikanische preußen mit Ausweisung bedroht. Letzteres Schicksal traf Mary, Grundbesiz- Verhältnisse, Geologie 2c. wurden durchgenommen, Viele Gemeindeverwaltungen beuten die Mothlage der der während seiner Brüsseler Zeit seine Entlassung aus dem um namentlich den Abschnitt des Ill. Buches des Kapital" über Arbeiter nach Kräften aus. Sie zahlen den von ihnen beschäfpreußischen Staatsverbande genommen hatte. Während des Grundrente in einer bisher nie versuchten Vollständigkeit auszu- tigten Arbeitslosen Löhne, die zu den Löhnen, welche die Privat Bestandes der Zeitung hatte er zwei Mal vor den Gearbeiten. Zu den sämmtlichen germanischen und romanisthen unternehmer zahlen, oft im ärgsten Mißverhältniß stehen. In Sprachen, die er mit Leichtigkeit las, lernte er auch noch alt- Darmstadt wird von der Gemeinde für das Steinklopfen pro *) Handwörterbuch der Staatswissenschaften. Heraus- slavisch, russisch und serbisch. Leider aber verhinderte ihn zu Rubikmeter 9 M. an berufsmäßige Steinklopfer gezahlt. Den segeben von Prof. Dr. J. Conrad, Halle a. S., Prof. Dr. L. nehmende Kränklichkeit an der Verwerthung des so gesammelten Arbeitslosen dagegen, die noch dazu mit solcher Arbeit schlecht sister, Breslau, Prof. Dr. W. Lexis, Göttingen, Prof. Stoffes. Am 2. X11. 1881 starb seine Frau, am 9. 1. 1883 seine vertraut sind, zahlte die Gemeinde nur 6 M. Sie konnten dabei, Dr. Edg. Loening, Halle a. G. Berlag von Gustav Fischer älteste Tochter, am 14. 111. desselben Jahres entschlief er sanft in wie man zu sagen pflegt, nicht das Salz zur Suppe verdienen in Jena. seinem Lehnstuhl. und ließen deshalb die erst so heiß begehrte Arbeit wieder im Das Handwörterbuch" erscheint seit dem Juni 1889 in Die meisten im Druck erschienenen Biographien von Mary Stich. Jetzt ist das Steinklopfen abermals für 9 M. pro RubikLieferungen von mindestens 11 Bogen im Preise von 3 M. Das wimmeln von Irrthümern. Authentisch ist nur die im Bracke meter vergeben worden. Darmstadt scheint auch sonst zu glauben, ganze Werk ist auf einen Umfang von 300-350 Bogen ver- schen Volkskalender für 1878 in Braunschweig erschienene( von daß die in städtischen Diensten beschäftigten Arbeiter von der Luft anschlagt und wird den Preis von 100 M. nicht übersteigen. Engels). oder von der Ehre satt werden, für die Gemeinde arbeiten zu tonnten. " " " Die gewerkschaftliche Erziehung, welche den Arbeitern in den Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereinen zu theil wird, trat in einer Magdeburger Konditoren Versammlung in bemerkenswerther Weise zu Tage. Es wurde über die lange Arbeitszeit der Konditoren geklagt. Dagegen wandte sich, wie Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereins, mit der Bemerkung: Er habe 21 Stunden gearbeitet und sei wohl und zufrieden gewesen. Dieser Muster- Gewerkschafter mußte sich von einer Arbeiterin sagen lassen: Wenn alle so wären wie Sie, müßten wir verhungern." Bedarf es noch eines weiteren Beweises dafür, daß die Ge werkvereine des Herrn Dr. Max Hirsch die reine Parodie find auf die englischen Gewerkschaften, deren Kopist zu sein sich jener freisinnige Agitator stets mit so amüsanter Selbstgefälligkeit rühmt? 9 " dürfen. Seine Holzhauer stellten sich beim Durchforsten auf ganze gerichts natürlich auch abgeschlagen. Es könnte durch eine Veranlassung zu seinen gemachten Neußerungen gehabt haben, 60 Pf. täglichen Verdienst, und da dies nicht einmal für das liebe folche Institution ein frischer Luftzug in die Weihrauch gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Die Brot reichte, legten sie die Arbeit nieder und wandten sich mit Atmosphäre fommen, in welcher sich's die fromme Unternehmer- Bersammlung stellt an Staat und Kommune bdie Forderung, bei einer Beschwerde an die Stadtverordneten- Versammlung. Man schaft jeht gar wohlig sein läßt, soweit die Konkurrenzverhält Herstellung ihrer Lieferungen nur solche Unternehmer zu berück schichte sie von Pontius zu Bilatus; sie warten jetzt noch auf Benisse nicht ihr Stillleben stören. Die tlaffenbewußten Arbeiter sichtigen, welche diefe Produkte in eigenen Betriebswerkstätten scheid. Es ist hieran wieder ersichtlich, daß zur Schaffung erträg Regenburgs sind aber anderer Ansicht, als der Magistrat. Sie anfertigen lassen, mindestens den von den Gewerkschaften festlicher Verhältnisse für die Arbeiter auch die Einführung des all- bestehen auf ihrer Forderung und wollen bei der Stadtbehörde gestellten Minimallohn zahlen und eine den allgemeinen Vergemeinen, gleichen Gemeinde- Wahlrechts gehört. Das in den nochmals vorstellig werden. Falls wiederum abschlägige Ant- hältnissen angemessene Arbeitszeit von 9 Stunden nicht überStadtverordneten- Versammlungen herrschende Bürgerthum sorgt wort erfolgt, werden sie die Kreisregierung und in weiterer fchreiten. Die Versammlung protestirt entschieden dagegen, daß nur für seine Interessen. Folge das Ministerium ersuchen, die Schaffung des Gewerbe- angesichts der herrschenden Arbeitslosigkeit solche Unternehmer diese Arbeiten erhalten, welche dieselben in Zuchthäusern und gerichts anzuordnen. Bester Erfolg ist ihnen zu wünschen. Gefängnissen anfertigen lassen und somit den freien Arbeitern Submissionsblüthe. Bei der Submission auf ca. 650 Ronkurrenz machen. Die Vertreter unserer Partei im Rothen Quadratmeter Schlackenbeton- Decke für ein Mainzer Polizei- Hause und im Reichstag werden aufgefordert, in diesem Sinne gebäude betrug das niedrigste Gebot 1644 Mark, das höchste zu wirken." " Auch in kleinen Orten herrscht der Nothstand. Die Behauptung der ungläubigen Thomasse, er herrsche, wenn überhaupt, so nur in den übervölkerten" großen Städten, ist demnach so windig, wie die Leugnung des Nothstandes felber. So berichtet die Schwäb. Tagwacht" aus Württemberg, daß 4577,10 Mart, in Sulzbach eine Armentüche eingerichtet werden mußte. Nicht weniger als rund vierzig Bedürftige erhalten daselbst Mittagessen. In Bietigheim bewilligten die Gemeindekollegien zur Linderung der großen Noth eine ansehnliche Summe Geldes, was zur kostenlosen Verausgabung von Holz an die Armen verwendet wird, und in Nedarwestheim beschloß der Gemeinderath ebenfalls die unentgeltliche Abgabe von Brennmaterialien an ver dienstlose Personen. Zur Nothlage der Landbevölkerung wird der Münchener Post" aus Murnau geschrieben: Wer noch im Zweifel ist, daß ein Nothstand herrscht oder solchen nur für Städte gelten läßt, der befuche einmal unsere Gegend, betrete die Hütten der armen Leute, Tagelöhner 2c., und wenn er noch fein Bild des Nothstandes gesehen hat, so bietet sich bei uns hundertfache Gelegenheit, folches fennen zu lernen. Selbst die scheinbar Bessergestellten find in schlimmer Lage; es gehört ihnen oft taum ein Ziegel auf dem Dach des Hauses, das ihr Eigenthum sein foll. Dabei haben die Lebensmittel großstädtische Preise, ein Pfund Fleisch loftet 70-75 Pfennig, ein Gi 8 Pfennig, ein Pfund Schmalz wird mit 90 Pf. bis 1 M. bezahlt; ferner fehlt es an Arbeitsgelegenheit und die Löhne bezw. die Einnahmen der Arbeitenden sind mit den Ausgaben in gar feinen Vergleich zu bringen. Schreiber dieses war fürzlich in Oberammergau, um für vor drei Monaten verkaufte Startoffeln Gelder einzufaffiren. Derartige Geschäftchen würden sich für den Minister v. Bötticher eignen; wenn er, so von Haus zu Haus wandernd, überall die felbe Ralamität finden würde, dürfte er wohl faum noch den herrschenden Nothstand läugnen. Und wenn Herr v. Bötticher meint, die Gemeinden müßten für die schlimmste Noth sorgen, da muß eben die Regierung trachten, daß die Gemeinden überhaupt etwas zum Hergeben haben. Armen Gemeinden ist eine größere Ausgabe nicht möglich. Abhilfe thut noth. Doch die Behörden, anstatt sich mit der Nothstandsfrage zu beschäftigen, auf Mittel und Wege zur Linderung des Schlimmsten zu finnen, berathen über die Militärvorlage, falfuliren, wie viel der deutsche Michel noch zu schleppen vermag, warnen das Volk vor den Sozialdemokraten und bereiten neue, indirekte, den armen Mann noch mehr belastende Steuern vor. Die Schraube wird nochmals gedreht, doch auch diese ist nicht unzerbrechlich. Die Zahl der zugereiften mittellosen Wanderer betrug in der Verpflegungsstation zu Gifhorn in Hannover in den Jahren 1890: 1691, 1891: 2880 und 1892: 4628 Personen. Allein in den Monaten November und Dezember v. J. mußten 1085 Personen verpflegt werden. Beweist diese Steigerung der Wandererzahl einen großen Nothstand oder nicht, Herr von Bötticher? erscheint." im Einverständniß mit dem Kreisausschuß erlassen hat, müßte Versammlungen. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Die Das Leben der arbeitenden Klaffe ist ein langfames Ausschußsihung des Bundes am 22. Januar nahm zum ersten Dahinsterben. Das besiglose Volt vergeht vor Elend, und Punkt der Tagesordnung 9 Vereine auf. Der Bericht des die Besigenden ersticken ihre Gesundheit im Ueberfluß. So er: Delegirten Schrader vom Delegirtentag aller Acbeiter- Sängerlärte in einer 2üdenscheider Versammlung Dr. med. bünde Deutschlands fand allgemeinen Beifall. Derselbe führte and mann aus Barmen. Er hat nur zu wahr gesprochen. unter anderem aus, daß zwar nur eine lose Organisation geschaffen, jedoch dieselbe einer Zukunft entgegengehe, in welcher auch die Arbeitergefänge in Dichtung und Musik gebührend zur Geltung gelangen würden. Die Protokolle vom Delegirtentag gelangten zur Ausgabe und ist beschlossen, dieselben an Einzelmitglieder à 5 Pf. zu verabfolgen. Zum geschäftsführenden Ausschuß der Liedergemeinschaft, welcher in Berlin seinen Siz hat, find folgende Personen gewählt: F. Schrader, A. Kaiser, D. Rasche, J. Meyer, D. Schuster, H. Lund, G. Krause, D. Kirst, 5. Böhling. Die hierauf folgende Wahl der Revisoren des Bundes fiel auf die Vertreter Wilsdorf( Freundschaft), Jakob ( Nordwacht) und Rösner( Stuckateure). Zur Kontrollfommission find 7 Ausschußinitglieder gewählt. Zur Frage: Gehalt des Bundesdirigenten, ist beschlossen, dasselbe beim Alten zu belaffen, jedoch 8 Üebungsstunden pro Jahr anzuberaumen. Die ge mischten Chöre haben laut Beschluß in der zweiten folgenden Uebungsstunde eine Probe abzulegen. Dem Verein Vorwärts" ( Rathenow) wurde Rechtsschuß gewährt. Ein Antrag, den ausgesperrten Bergleuten im Saar- und Ruhr- Revier 500 M. aut bewilligen, wurde einstimmig angenommen. die " Eine öffentliche Schneider- und Schneiderinnen- Verfammlung, zu welcher die Stadtverordneten schriftlich eingeladen und, was unsere Genossen anbetraf, auch zum Theil erfchienen waren( von den anderen Parteien tros Einladens Niemand), tagte am Montag in den Arminhallen. Da bei Gröff nung der Versammlung der Referent, Kollege Pfeiffer, nicht an wesend war, schilderte der Borsigende, Rollege Timm, in Kürze die Krisen im Schneidergewerbe und die Bergebung staatlicher und städtischer Arbeiten. Der Redner geißelte in scharfen Worten das Submissionswesen sowohl wie das Zwischenmeistersystem; und hielt es für eine Pflicht, unsererseits an Staat und Kommune die Forderungen zu stellen, Arbeiten, die von der Kom mune Berlin aus den Taschen der Berliner Steuerzahler bezahlt werden, auch in Berlin anfertigen zu lassen, nicht aber in den schlesischen Gefängnissen und Zuchthäusern, wie dieses mit den Schuh In Trebbin sprach am 22. Januar Genoffe Koopmann manns- und Postlieferungen, wie auch mit den Feuerwehrlieferungen in einer öffentlichen Volksversammlung über Boltsbildung. An durch die Unternehmer Mohr u. Speier geschehe. Angesichts der den Vortrag, welcher die wärmste Aufnahme fand, schloß sich Thatsache, daß Gefängniß- und Zuchthausarbeiten nicht nur der eine lebhafte Distuffion, nach welcher der Vorsitzende bekannt freien Arbeit Konkurrenz, sondern den freien Arbeiter brot- und gab, daß vor 14 Tagen ein Arbeiter- Bildungsverein in Trebbin existenzlos machen, haben wir hierbei das Recht, ein energisches gegründet worden ist, welcher bereits 49 Mitglieeer zählt. Nach Wort mitzusprechen. Die allgemein traurigen Verhältnisse gerade dem der Vorsigende zur weiteren Betheiligung aufgefordert hatte, im Schneidergewerbe haben sowohl in Amerika, wie in England ließen sich 16 neue Mitglieder aufnehmen. Genoffe Koopmann Veranlassung zum Erlaß eines Anti- Schwizgesetzes gegeben. Der theilte unter Verschiedenem noch mit, daß er auf der Fahrt nach unterdessen erschienene Referent Pfeiffer bestätigte in seinem Trebbin gesehen habe, wie in Großbeeren 20-25 Gefangene Vortrage die Ausführungen Timm's, einiges hierzu an der Hand unter Führung eines Aufsehers den Bahndamm vom Schnee befeines Materials ergänzend, und legte ausführlich die un- freiten. Wahrscheinlich seien in der Gegend freie" Arbeiter zu fontrollirbare Arbeitszeit und beren schädliche Begleit- dieser Beschäftigung nicht zu haben. Zum Schluß richtete Kooperfcheinungen und Folgen in der Hausindustrie flar. mann an die Versammelten noch die Aufforderung, fleißig auf Auch erklärte er, wie auf diese diese Art und Weise das„ Voltsblatt für Teltow- Beeskow" zu abonniren. ein Arbeiter gegen den anderen ausgespielt und die Löhne gedrückt werden. So find in letzter Zeit die Arbeitslöhne um Die Arbeiter- Bildungsschule hielt am 27. Januar eine 20-25 pet. zurückgegangen, trotzdem immer erhöhtere Anforde- gut besuchte Generalversammlung ab. Bevor in die Tages rungen von Staat und Gesellschaft gestellt werden. Der Redner ordnung eingetreten wurde, widmete der Vorsitzende dem verfritisirte die unmäßige Preissteigerung der Waaren durch Ab- storbenen 2. Schriftführer, dem Genossen Folger, einen herzzahlungsgeschäfte. In einem Großkonfektionsgeschäft in der lichen Nachruf. Die Versammlung ehrte den dahingegangenen Friedrichstraße werden dieselben Kammgarn- Anzüge für 17,50 M. Vorfämpfer für Gerechtigkeit und Wahrheit durch Erheben von 3n jenen Polizeiverordnungen, welche die Nichtbeach verkauft, die eine andere bekannte Firma von dort bezieht und den Plägen. Dann gab Genoffe Mattutat den Bericht des tung geradezu herausfordern, dürfte folgende gehören:„ Die Ver- für einen Preis bis zu 36 M. an den Mann bringt. Durch Vorstandes über die Gestaltung der Verhältnisse des Vereins abreichung von Gaben irgendwelcher Art an bettelnde steklame sucht diese Firma ihren Kundenkreis hauptsächlich in während des letzten Vierteljahres 1892. Die in der letzten GeneralWandersleute ist bei Geldstrafe bis zu 30 Mart ver= boten.§ 2. Die Gewährung von Nahrungsmitteln und Klei dieselben Anzüge der Arbeiterschaft. Ein Waaren- Abzahlungsgeschäft bezieht verfammlung gehegte Hoffnung, daß die finanziellen Schwierig gedachter von Firma, läßt sich feiten der Schule nun ihr Ende erreicht hätten, wäre nicht ganz dungsstücken zur Beseitigung eines augenscheinlichen Nothstandes felben im Wege der Abzahlung mit 60-64 m. bezahlen. in Erfüllung gegangen. Jedoch seien die in der bürgerlichen bleibt straflos, wenn die Möglichkeit, daß der Empfänger jene Bon der Stadtgemeinde Berlin sei zu fordern, daß sie alle zubanfrott werden würde. Sie könne bestehen und werde bestehen. Presse ausgesprengten Gerüchte falsch, daß die Schule bald Gaben in Geld oder Branntwein umsehen kann, ausgeschlossen vergebenden Arbeiten in eigene Regie nehmen und dieselben in Da diese Möglichkeit nur selten ausgeschlossen ist, so be- Betriebswerkstätten bei geregelter achtstündiger Arbeitszeit und Der Vorstand babe so zu wirthschaften vermocht, daß ein Defizit nicht zu verzeichnen ist. Wie im Oktober in deutet dieses Verbot einfach die Unterdrückung eines der elementarſten einem täglichen Lohn von 4 M. herstellen laffe. Genosse Stadtv. Vogtherr hielt die Forderungen der der Generalversammlung festgestellt wurde, habe der Schulbesuch Gefühle des zivilisirten Menschen, daß der Barmherzigkeit. Alle Vorrebner für berechtigt, erklärt, daß die Krisen im Schneider zu Anfang des legten Semesters im Jahre 1892 bedeutend zuReligionen schreiben vor, dem Bedürftigen ausreichend zu helfen, und dazu gehört im vorliegenden Falle auch die Verabreichung gewerbe nicht allein dastehen und deren spezielle Klagen von der genommen. Dann sei aber derselbe Umstand wieder wie schon Stadt nicht besonders berücksichtigt werden würden. Diese früher eingetreten, daß die Schüler in ihrem Eifer erlahmten von Geld, damit der Wandernde das Nachtquartier bezahlen Zustände seien als ein Ergebnis der privatkapitalistischen Pro- und der Besuch des Unterrichts ein immer geringerer wurde. tann. Der Landrath für den Kreis Plön, der die Berordnung buktionsweise zu betrachten und würden erst mit dem Aufhören Redner führt das u. a. zurück auf die Thatsache, daß so mancher das als Beamter des allerchriftlichsten Staates Preußen jeden- derfelben beseitigt werden. Im Uebrigen fühlte sich Redner Schüler sich einem Unterrichtsturfus zuwende, den zu absolviren falls noch viel beffer wissen als die gottlose Sozialdemokratie. einigermaßen enttäuscht, indem er gehofft hatte, handgreiflichere, er für leichter halte als dies thatsächlich der Fall sei. Der Be Er wird mit seiner Verordnung sehr trübe Erfahrungen machen, pofitivere Beweise als Material zu bekommen. Es sei Niemandem treffende schwenkte dann natürlich ab. Auch gehöre eine sehr falls er sie nicht selber blos als papierne betrachtet. Praktische neu, daß Staat und Kommune die Arbeiter ebenso ausbeuteten, wie große Energie dazu, nach der Anstrengung des Tages des Abends Nächstenliebe zu üben wann und wie man will, darüber läßt sich jeder Privatunternehmer. Anträge, wie sie von Timm und Pfeiffer noch geistig zu arbeiten. Und diese Energie befize nicht Jeder, Den Unterricht haben Anfang niemand Borschriften machen. gestellt, sind von den Stadtverordneten in viel bestimmterer und der es sich zuerst einbilde. umfassenderer Form gefaßt und nicht angenommen worden, weil Oftober 1074 Theilnehmer besucht, während Ende Dezember nur noch 798 daran theilnahmen. dadurch die ganze Kommune ihre tapitalistische Eigenart verDie Mitgliederzahl Die Gotteslästerung ist wie die Majestäts- leugnen würde. Daß die Einrichtung des Arbeitsnachweises eine habe gerade nicht gerade nicht abgenommen, jedoch reftirten viele. beleidigung ein Begriff, der nach unserer und der Ansicht derartige ist, wie gegenwärtig, liege daran, daß die Privat- Die Zyklusvorträge, auf welche im letzten Vierteljahr Bieler nicht mehr in ein Strafgesetzbuch des 19. Jahrhunderts fapitalisten in ihrem beschränkten Unterthanenverstand nicht ver- ein besonderer Werth gelegt werden sollte, feien anfangs gehört, so rückständig dieses Jahrhundert auch in vieler Be- ftehen, was wir wollen, oder es auch nicht verstehen wollen. Ein gut besucht gewesen, der Besuch habe dann aber auch abgeziehung sein mag. Wenn wirkliche Vergehen gegen die„ Gott Gegenstück zur den auch von Pfeiffer angeführten, magiftratlicher- nommen, sodaß sie vor Weihnachten eingestellt wurden. Die Vorbeit“ und regierende Fürsten vorliegen, so ist schon die gute feits als nothwendig anerkannten 24 Mart ist das Bugeständniß träge follen aber wieder aufgenommen werden. Die Bibliothek Sitte ein Faktor, der den Schuldigen genügend durch Miß in einer öffentlichen Stadtverordnetensigung, laut welchem für umfaßt 224 Bände. Mattutat sprach die Erwartung aus, daß billigung seiner That straft. Aus Rottweil meldet nun die Echwäb. Tagwacht", daß der Baumwart Karl Lorch aus eine fünftöpfige Familie 1 Mark Tagelohn( bei den Rieselfeldern) der Ueberschuß des Stiftungsfestes die Schule in materieller Hin Günstig für ihre Entwickelung Winterlingen wegen Gotteslästerung, die er in einem Wirthshaus genüge. Forderungen an Staat und Kommune müssen erkämpft sicht wieder etwas heben werde. werden, begangen hat, zu zwei Jahren Gedazu ist es nöthig, daß Männer in die Ver- werde auch wirken, daß der Widerstand, welchen sie unter den Zimm erwidert hierauf, Genoffen selbst gefunden, nun beseitigt sei. Genosse Gumpel fängniß verurtheilt worden ist. Dieses Strafmaß fann fein waltungstörper gewählt werden. Menfch billigen, mag das Gericht formal noch so treffend ent- daß Gen. Vogtherr nicht begriffen habe, was wir wollen. Die berichtete hierauf über die Kaffenverhältnisse. Am 1. Oftober schieden haben. Zwei Jahre Gefängniß wegen Beleidigung Sälle, welche vorliegen, sind von glaubhaften Kollegen und guten war banach ein Bestand von 1078,09 M. vorhanden. Nach Bereines übersinnlichen Wesens, deffen wirkliches Dasein treuen Genoffen angegeben, welche jedoch in Rücksicht auf ihre rechnung der Ein- und Ausgaben blieb noch niemals von einem dann sofort erfolgende Entlaffung aus der Arbeit nicht genannt ein Bestand von 482,89 m. Der Kaffirer wurde entlastet. Menschen sinnenfällig, also werden können. Auch biete die klarlegung des Schwigsystems zum zweiten Schriftführer wählte die Versammlung den Genoffen auch juristisch juristisch nicht, bewiesen worden ift und wiesen werden kann, das ist ein Ereigniß, welches genau so gewirken, zu interpelliren und eine sachliche Diskussion herbei-( Kaufmann). Zu Revisoren wurden Herzhoff und Dreher würdigt werden muß wie die Prozesse, die wegen der Echtheit des heiligen Rockes und der Teufelaustreibung des Pastors Au- zuführen. Frau Gubela führt erschreckende Beispiele von gewählt. Punkt 3 der Tagesordnung: Anträge des Vorstandes", relian erhoben wurden. Welche Stimmung über lettere Prozesse schlechten Löhnen aus Moabit an und verlangt, daß von der wurde mit Annahme folgenden Untrages erledigt: im Bolke herrscht, wird jeder Richter felbft wissen. Wenn es gitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen hierin 1. April ab ist anstatt in vier in drei Schulen zu unterrichten.eine Gottheit giebt, so hat sie selber die Macht, den Sünder" energische Schritte unternommen werden. Gen. Stadtv. Me- Die bisher in der Müllerstraße befindliche Nordschule ist in die zu strafen. Auch nach theologischer Grundanschauung ist daher ner glaubt, daß die Auslassungen Vogtherr's von Timm miß- Gegend zwischen Oranienburger- und Rosenthaler Thor zu verder Gotteslästerungsparagraph im Strafgesetzbuch überflüssig. verstanden seien, für die Stadtverordneten sei es eine Noth- legen. Die Südschule( Hagelsbergerstraße) ist mit der SüdostEr ist aber auch unchristlich, denn wenn der Richter der so- wendigkeit, daß sie unausgesetzt Fühlung mit der Arbeiterschaft Ichule( Reichenbergerstraße) zu vereinigen und diese in der Nähe des Moritz oder Oranien- Plates unterzubringen. Der Vorgenannten Religion der Liebe gebietet, dem Bruder zu vergeben bekommen. An prinzipiellen Anträgen hat es nicht gefehlt, jedoch funde einzuführen.( Genoffe Stadthagen hat sich bereit erklärt, haben; er habe aber auch gehofft, ganz bestimmtes Material zu 707 mal, so wird der Gott" diefer Religion das Prinzip der find diese als sozialdemokratische Anträge stets abgelehnt oder im ben Unterricht zu ertheilen.) Ein anderer Antrag des Borstandes, stand wurde ferner ermächtigt, als neues Lehrfach die GesetzesVergebung erst recht als das höchste betrachten, demnach das sind diese als sozialdemokratische Anträge stets abgelehnt oder im funde einzuführen.( Genosse Stadthagen hat sich bereit erklärt, günstigsten Falle einer Kommission überwiesen worden mit dem Prinzip der Strafe bei Beleidigungen seiner selbst verwerfen, ausdrücklichen Bemerken, ganz bestimmtes Material zu unter- betreffend die Eintreibung der Beiträge, wurde an diesen zu reifbreiten. Auf Anträge, die sich gegen das Submissionswesen rich- licher Erwägung zurückgewiesen. Mit einem Hoch auf die Ueber den Streit der Baumwollspinner Lancashires teten, hat man erwidert, daß man an dem System festhalten Bildungsschule schloß die Versammlung. meldet das Wolff'sche Bureau: Eine große Anzahl von Spinnerei- werde, welches seit 50 Jahren möglichste Ersparnisse erzielt habe. besizern ist dem Vorschlage der Arbeiter nicht abgeneigt, daß die In betreff der Bauarbeiter sei die Antwort gegeben worden, die Löhne um 5 pGt. herabgesetzt, in drei Monaten aber wieder Stadtverwaltung habe nicht mit den Arbeitern, sondern mit den erhöht werden sollen, wenn die Geschäftslage es gestatte. Unternehmern zu thun. Aufgabe sei es stets und bei jeder Gelegenheit darauf hinzuweisen, daß von jener Seite einfach das Rapitalinteresse vertreten wird. Zum Schluß empfiehlt Redner die Annahme der von Timm gestellten und verlesenen Resolution. Nachdem verschiedene Redner die vorhergehenden Ausführungen ergänzt hatten, sprach Stadtv. Genosse Dr. Zadek für Annahme der Resolution Timm und ersuchte um Einhändigung bestimmt geordneten Materials. Es sei nothwendig, immerfort zu agitiren, H. Pfefferkorn. Beachten Sie die obige Notiz. damit die Gewerkschaften erstarken und als Macht hinter der R. Jäger, Leipzig. Die Angelegenheit ist zu fehr lokaler politischen Bewegung ständen. Vogt berr bedauerte lebhaft, Natur, als daß sich der Vorwärts" damit befassen könnte. daß Timm als alter Genoffe ihn mißverstanden habe, und forderte Sch. 49. 1. Der Anspruch des Wirthes besteht. 2. Die die betreffenden Personen auf, ihm oder einem der Kollegen Hebeamme hat im allgemeinen 2-4 Mart für den ersten, 1 bis persönlich das Material zu unterbreiten, selbstverständlich werde 2 Mark für die folgenden Besuche zu beanspruchen. Der Sah Der Magistrat des ultramontanen Regensburg hat Berfinwiegenheit zugesichert. Nachdem Timm erklärt, hätte er von 9 Mark war in dem angegebenen Fall aus besonderen Um den Wunsch der Arbeiter nach Schaffung eines Gewerbe- Dr. Zadek vor Genossen Bogtherr gehört, so würde er teine ständen gerechtfertigt. vielleicht im Rausch wie wir. " be= Fiskalische Noblesse. Auf den herrschaftlichen Schieferbrüchen bei Lehesten in Sachsen- Meiningen werden, wie die„ Reuß. Tribüne" mittheilt, jährlich gegen 200 000 m. Ueberschuß gemacht. Obwohl nun der Staat diese Summe einheimst, so weiß er es doch mit der jahraus, jahrein auf seinen Kanzeln gepredigten christlichen Nächstenliebe zu vereinbaren, daß er eine ganze Reihe von Familienvätern mit 1,60-1,80 m. pro Tag bezahlt, so daß die Stadt Lehesten diesen Nermsten der Armen Steuern erlaffen und sie schließlich noch unterstützen muß, wenn sie nicht in Noth und Elend untergehen sollen. Material am 1. Januar Vom Briefkasten der Redaktion. Berichtigung. Im Versammlungstheil der Nr. 23 des Vorwärts" wird irrthümlich von einer Versammlung der Tischler Charlottenburgs berichtet. Diese Mittheilung beruht auf einen Sabfehler; es muß heißen: Eine Versammlung der Töpfer Charlottenburgs. Möbeltischlerei und Polsterwaaren- Fabrik von A. Schulz, 5. Reichenbergerstraße 5. 8592L Größtes Lager einfacher und besserer Wohnungs- Einrichtungen von 240-3000 Mark. Zirka 100 komplette Einrichtungen stets am Lager. Garantie für dauerhafte Arbeit. Fernsprech- Anschl. 7, Nr. 928. Schonet Eure Wäsche! Ruinirt wird Wäsche nicht durch Tragen, sondern durch das viele Reiben beim Waschen. Karol Weil's SeifenExtract löst sich schnell, macht das Reiben unnöthig, die Wäsche wird blendend weiss und es ist frei von ätzenden Bestandtheilen. Käuflich überall. Gardinen- Reste. 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Aus Neigung und Interesse habe ich mitunter Aufsätze in verschiedenen Zeitungen veröffentlicht und dann ein fleines Buch geschrieben über: Wie verunreinigen sich selbstthätig Luft und Wasser und wie reinigen sich diese Elemente wieder, resp. wie können dieselben wieder gereinigt werden? Welches sind die Ursachen der Schwindsucht oder Cholera, wie entstehen diese Krankheiten und wie werden dieselben thatsächlich geheilt? Wie tödtet man Bakterien? Eine Kritik über die wunderbare, nimmerruhende, rastlose, ärztliche For schung. Allgemeine Bemerkungen über die Börse, sowie über die Sozialdemo fratie. Betheiligung der Arbeiter, sowie des faufmännischen und technischen Personals am Gewinn großer, gewerb licher Unternehmungen. Ueber eine neue Organisation ge nossenschaftlicher Unternehmungen. Wie, in welcher Weise tönnen Fa briken, Bergwerke, Domänen, sowie ein jedes größere Unternehmen derart genossenschaftlich geleitet und betrieben werden, so daß diese Genossenschaften den Einzelbetrieben gegenüber fontur renzfähig und leistungsfähig sind? Im Verlaufe von nun 20 Monaten habe ich diese fleine Broschüre in immer neuer vermehrter Auflage bereits 4 mal, an fast fämmliche resp. sämmtliche deutsche Universitäten, an erste Aerzte, sowie an die bedeutendsten Zeitungen und Zeitschriften zur geneigten Prüfung refp. Kritik gesandt.. die meisten Herren Landtags- AbgeordIm November v. J. haben ebenfalls neten, sowie durch gütige Vermittelung des Reichstags= Bureaus, sämmtliche Berlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. In unserem Verlage erschien: Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm Don Karl Kautsky und Bruno Schönlank. Groß- Ottav 64 Seiten. Zweite durchgefeheue Auflage. Preis geheftet: 10 Pf., in Barthieen zum Massenvertrieb Rabatt. Im ersten Theil ist die Prinzipien Erklärung des Programms behandelt. In den Rapiteln Kleinbetrieb und Großbetrieb, Kapitalist und Proletarier, Privatmonopol und Staatsmonopol, die Erhebung des Proletariats, der Sozialismus sind die grundlegenden sozialdemokratischen Lehrsätze populär- wissenschaftlich nieder gelegt; während im zweiten Theil unsere Programm- Forderungen, Sie von dem klassenbewußten Proletariat als Mittel aufgefaßt werden, um das schließliche Ziel, die sozialistisch organisirte Gesellschaft, zu er reichen, erläutert sind. Es handelt sich bei dieser Broschüre darum, allen Parteigenossen, die sich in den Dienst der Partei- Organisation geftellt haben, den Massen- Bertrieb" besonders zu empfehlen, da mit dieser Schrift die Möglichkeit gegeben ist, immer neue, ungezählte Anhänger für unsere gemeinsame Sache zu gewinnen. Der Preis ist aus dem Grunde so niedrig gestellt worden. Ferner empfehlen wir folgende Erscheinungen unferes Berlages als zur Massenverbreitung besonders geeignet: Bur Landagikation. 16 Geiten. Preis 10 Pf. In Partien: 100 Gremplare 3 Mart. Nieder mit den Sozialdemokraten!" 26 Seiten. Von Wilhelm Bracke. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 7,50. Die Soldaten- Mißhandlungen vor dem Deutschen Reichstage. Rede Bebel's in der Sizung vom 13. März 1891. ( Stenographischer Bericht.) 26 Seiten. Preis 15 Pf. 100 Exemplare 10 Mart. Freiherr von Stumm und die Sozialdemokratie. Stenographischer Bericht über die Verhandlungen des Deutschen Reichstags am 10. und 12. Mai 1892, betreffend die Maßregelung der fozialdemokratischen Arbeiter in den Staatsbetrieben. 82 Seiten. Preis 10 Pf. 100 Exemplare 5 Mart. Herren Reichstags- Abgeordnete dieselbe Programm der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands erhalten. Troß dieser bedeutenden Verbreitung und der danach verflossenen langen Zeit und trotzdem diese Broschüren viele etwas revolutionäre Jdeen enthalten, welche den heute herrschenden Anschauungen vollständig widersprechen, so ist doch die Macht der ihnen gegen über stehenden Interessen so groß, daß folche Ideen noch nicht einmal fritifirt, geschweige denn widerlegt werden. Um aber die Wirklichkeit und die über solche Anschauungen urtheilende öffentliche Meinung fennen zu lernen, halte ich eine Kritik für oder gegen dieselbe für recht wünschenswerth. Einzig und allein zu diesem Zwecke empfehle ich die lezen Auflagen meiner Broschüre bei Frankozusendung zu sehr billigen Preisen; die 5. Auflage für 30 Pf. 6. 50 " H " " beide zusammen 70 " welchen Betrag ich in Briefmarken er gebenst einzusenden bitte. Halberstadt. 1188b Serdinand Koenig. H. Richter, Optifer, Berlin, C. Spittelmarkt,( Wallstr. 1) und Weinbergsweg 15b, nahe am Rosenthaler Thor. 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Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von 8 bis 10% Uhr Abends. Sonntags von 10 bis 12 Uhr früh. Montag do. Dienstag do. Mittwoch do. • Donnerstag. Freitag. do. Sonnabend Montag Dienstag . Mittwoch. do. Donnerstag do. Freitag. do. Sonnabend Sonntag • • Nordschule. Müllerstr. 179a. * Deutsch( ob.). Geschichte( neue). . Kaufm. Rechnen, Wechselrecht, Korrespondenz. Deutsch( unt.). * Mathematik und mathematische Geographie. Chemie. Rechnen. * Physiologie. . Buchführg. u. ob. Rechnen. Ostschule. Markusstr. 31. Deutsch( ob.) Logit. Deutsch( unt.). = Physiologie. Geschichte( neue). Südschule. Hagelsbergerstr. 43. Physiologie. Deutsch( mittl.). Geschichte( alte). Deutsch( ob.). Buchführung ( doppelte) und oberes Rechnen. Südost- Schule. Reichenbergerstr. 183. Buchführg. u.ob. Rechnen. Deutsch( mittl.). Deutsch( ob.) Logik. * Rechnen( unt.) Geschichte( mittl). Raufm. Rechnen, Wechsels recht, Korrespondenz. * Mathematik und mathe matische Geographie. Physiologie. .Rechnen( unt.) Buchführg. u. ob. Rechnen. Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benuzung der Doppel Näume ertheilt. * Für alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vormittags 10-12 Uhr: National- Oekonomie in den„ Armin- Hallen", Kommandantenstr. 20. Unterricht für Nachtarbeiter: Nachmittags von 2%, bis 4 Uhr Dienstag Donnerstag. •• • Ostschule. Markusstr. 31. Buchführung u. Rechnen. Nordschule. Müllerstr. 179a. Für sämmtliche Lehrfächer werden neue Schüler und Schülerinnen aufgenommen. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder kann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Dafelbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zur Urania à 25 Pf.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen sind folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43, " Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116, Klein, Schönleinftr. 8. Ehrenberg, Annenstr. 14 SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 133. Kehr, Röpnickerstr. 126. * Schulz, Admiralstr. 40 a, Ulrich, Wrangelstr. 84. Zubeil, Naunynstr. 86. Schayer, Reichenbergerstr. 54. Fafforke, Wrangelstr. 16. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. Kirchner, Junkerstr. 1. Goepel, Ratzbachstr. 1. * Antrick, Steinmehstr. 60. 0. Ostschule, Markusstr. 31. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74. 402/ 5* Radke, Rrautftr. 48. * Lock, Friedrichsbergerstr. 11, Ungering, Breslauerstr. 27. C. " Berndt, Alte Schönhauserstr. 18, Wernau, Rosenstr. 30. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Swinemünderstr. 120. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenstr. 83. Schmidt, Tresckowstr. 24. Thierbach, Schwedterstr. 44, Raabe, Ruppinerstr. 42. * Stritzkowsky, Kastanien- Allee 35 Kruse, Pappel- Allee 3/4. NO. " Gumpel, Barnimstr. 42. Drescher, Linienſtr. 50. NW. * Vogtherr, Stephanstr. 27a. Voss, Lübeckerstr. 8. Der Vorstand. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 29. Januar, Abends 7 Uhr: Zwei Versammlungen. 1. In den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Bortrag des Genossen J. Türk über: Herenprozesse. 2. Bei Seefeldt, Grenadierstraße 33. Vortrag des Genossen Rudolf Köster über: Die Pariser Kommune 1871. Gäste sehr willkommen. Nach beiden Versammlungen: Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Fachverein der Tischler. General- Versammlung am Montag, den 30. Januar, Abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Boltz, Alte Jakobstrasse No. 75. Tages- Ordnung: Der Vorstand. Bericht des Rendanten, des Vorstandes u. s. w. Neuwahl des Bor Gr. Frankfurterfir. 75, empfiehlt standes. Anträge. Verschiedenes.- Um zahlreiches Erscheinen ersucht eine Auswahl von 2000 Kostümen. 309/ 1* Große Auswahl von Aufzügen. Lebende Bilder. Vereinen 15 Prozent Preis ermäßigung. J. Semmel, prakt. 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Superczynski, künstliche Zähne, Juvalidenstr. 105, II. Krebs, Wrangelstr. 14, Hof 4 Tr. Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2