Nr. 69. Abonnements- Bedingungen: bonnements. Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit Wustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Insertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 50 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pig., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Zur Wahlrechtsbewegung.*) II. Sonnabend, den 21. März 1908. berichteten. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. " Reformen dies Klassenbewußtsein einzu- tagsschwaben. Vor wenigen Tagen erst erklärte der Sohn schläfern und dadurch die eigene Herrschaft zu befestigen. Bayers, der Rechtsanwalt Bayer II, in einer volksparteiFehlt diese Furcht, so fehlt jeder Anlaß für lichen Versammlung in Stuttgart, daß alle Meldungen über die Machthaber, eine Reform zu bewilligen! die Bereitwilligkeit der volksparteilichen Reichstagsfraktion zum AbEine träftige Agitation, die die Massen über den lassen- schluß eines Stompromisses in Sachen Reichsvereinsgesetz unwahres Immer noch, wenn in irgend einem Lande die Arbeiter- charatter der Reformverweigerung aufklärt, versetzt die Organ der württembergischen Voltspartei, der Er wisse das ganz genau. Und das führende flasse mit bürgerlichen Gruppen zusammen eine Agitation für Herrschenden in die Notwendigkeit, etwas zur Be- Stuttgarter Beobachter", leistete sich am Dienstag, den die Wahlreform oder eine andere Reform unternahm, haben ich wichtigung der Volksmasse zu tun. Von vornherein 17. März, noch einen Artikel, der nicht bloß die eigene Partei, die Bürgerlichen gegen sie den Vorwurf erhoben, sie treibe bei auf die agitatorische Ausnutzung der Wahlrechtsfrage für den sondern auch die freisinnige Volkspartei unter wütenden Ausfällen den gemeinsamen Veranstaltungen Agitation für ihre Partei Sozialismus verzichten, wäre also die sich erste Methode, auf Sozialdemokratie und Zentrum gegen die beleidigende Unterund gefährde dadurch das unmittelbare Ziel der Aktion, die die Reform selbst zu hintertreiben! stellung des Kuhhandels verteidigte. Reform, indem sie die sonst zu gewinnenden Angehörigen des Freilich, ein unmittelbares Resultat werden wir weder Das Bayer- Haußmannsche Familienblättchen wagte die Deffent Bürgertums abstoße. Der erste Vorwurf war nicht unrichtig; in der einen, noch in der anderen Weise erzielen. Die Machtlichkeit mit Einschluß der eigenen Barteimitglieder noch am 17. März über die Absichten der linksliberalen Fraktionsgemeinschaft zu selbstverständlich mußte die Aftion unserer Genossen den haber wissen so gut wie wir, um was es sich handelt. Das täuschen und die Gegner zu beschimpfen. Vierundzwanzig Stunden Stlassencharakter. des Stampfes hervorheben. Unsere Ge- einzige Mittel für uns, um überhaupt unser Ziel zu erreichen, später plagte die freifinnig- konservative Kompromiß- Stinkbombe nossen waren eben überzeugt, daß sie nur dadurch besteht in der Stärkung der Macht der Arbeiterklasse bis zu bereits. Man kann sich nun die Wirkung vorstellen, die die Berliner die Bewegung zu einer träftigen Massen dem Grade, daß sie imftande ist, die Reform zu erzwingen. Telegramme vom Abschluß des schimpflichen Handels just am bewegung machen könnten. Das fürchteten aber die Die Agitation, die auf die Vergrößerung unserer Macht hin- 18. März in Württemberg hervorriefen. bürgerlichen Reformfreunde; sie wünschten ja gerade die zielt, ist die Vorbedingung dieser Reform. Umgekehrt Die Erbitterung der Arbeiterschaft gegen die volksparteilichen Reform, um den Klassenkampf der Arbeiter zurückzu- gibt die Forderung gerade diefer Reform, der Ruf nach Be- Schußengel der Börse ist aufs höchste gestiegen. Zu allen sonstigen drängen, und es war ihnen höchst unangenehm, daß durch feitigung des reaktionären preußischen Regierungssystems, eine Verschlechterungen der württembergischen Vereins- und Versammlungsden Widerstand der Herrschenden die Reformbewegung selbst zündende Losung für unsere Agitation ab. Wie in der ganzen zu einer Massenbewegung anwuchs. Sie möchten die Pro- Geschichte der Arbeiterbewegung sind auch hier Reform paganda bloß mit Gerechtigkeitsphrasen geführt sehen; das und Agitation eins! offene Aussprechen dessen, was ist, das die proletarische BeBestände nun die Mehrheit des Voltes aus wegung anschwellen ließ, denunzierten sie als Mißbrauch der Bürgern, die Interesse an der Erhaltung des Kapitalis Reformbewegung zu Parteizweden. Der Schluß war in der mus, also an der Niederhaltung des Proletariats haben, so Regel ein Strach, eine Trennung. Jede Klasse hat, auch bei wäre der Kampf um die Macht eine unrichtige und die Dardem Verfolgen des nämlichen Ziels, ihre eigene, besondere legung der Harmlosigkeit des allgemeinen Wahlrechts davon, das Ziel der demokratischen Politik müsse sein, die ArbeiterKampfesmethode. die richtige Zaktif. Nun bilden zwar nach den massen wieder zu gewinnen. Herr v. Payer hat es anders Aber nicht nur bon Angehörigen anderer Parteien letzten Reichstagswahlen unsere Anhänger nur ein beschloffen. Er hat das Tischtuch zwischen Voltspartei und Sozial bernimmt man solche Einwände gegen unser Vorgehen; fo- Drittel, unsere Gegner zwei Drittel der Bevölkerung. demokratie endgültig zerschnitten. Er hat die gutgemeinten Phantasien gar manche Genossen hört man dann und wann in dies Aber e8 wäre völlig verkehrt, all diese angebehrlicher Demokraten gründlich ad absurdum geführt, den Klassen. bürgerliche Gerede einstimmen. Sie erkennen selbstverständlich lichen Gegner als eingeschworene, natürliche lampf in schärfster Form proflamiert und der Sozialdemokratie nur die Nüglichkeit der Agitation für die Partei an, aber die, Anhänger der liberalen, fleritalen oder tonservativen Drd- eine Aufgabe gelassen: Krieg der Boltspartei bis zur meinen fie, folle man anderswo führen und nicht in eine nungsparteien zu betrachten, die wir also durch eine Agitation Bernichtung! Reformbewegung hineintragen. Wolle man ernsthaft eine im jozialistischen Sinne von der Beteiligung an der Sprachigen Arbeitern, die Abschließung der ausländischen Lohnbrückerpraris nun auch noch die Unterbindung der Agitation unter den fremdund Streitbrechertruppen des Unternehmertums gegen die Aufklärungsund Organisationsarbeit der Partei und der Gewerkschaften, weiter der Ausschluß der Minderjährigen, die Bertrümmerung der blühenden Jugendorganisationen des tlaffenbewußten Proletariats! Auf der legten volksparteilichen Landesversammlung redete der inzwischen wegen seiner demokratischen Gesinnung gegangene" Vorsitzende der württembergischen Volkspartei, der alte Demokrat Dr. Elsaß, noch Terroristen zetern über Terrorismus! " Reform, so sagen sie, so solle man die sie gefährdende Agitation Wahlrechtsbewegung abstoßen würden. Ein bedeutender für Parteizwecke ruhen lassen; beabsichtigten wir aber vor Teil sind bloß noch nicht unsere Anhänger! Nicht Bürgerallem eine Agitation für die Partei, so sollten wir es offen tum und Intelligenz bilden die Mehrheit der Bevölkerung, Die Scharfmacherpreffe entrüstet sich wieder einmal weidlich über sagen, daß die Reform nur ein Vorwand, ein Aushängeschild, sondern die Arbeiterklasse. Die Arbeiter und auch fozialdemokratischen Terrorismus. Daß sich unter diesen Heuchlern und ihr Zustandekommen für uns Nebensache sei. Und mit die anderen Ausgebeuteten, die nur dem die Deutsche, Tageszeitung" befindet, versteht sich von Rücksicht, zwar nicht einmal auf wirkliche Bundesgenossen, Scheine nach selbständig sind, haben alle Interesse am selbst. Aber auch das offiziöse Organ, die„ Norddeutsche sondern bloß auf möglicherweise zu gewinnende Teile allgemeinen Wahlrecht und auch alle Interesse am Allgemeine Beitung" schlägt die Hände über den ausdes Bürgertums, soll man im Falle des Wahlrechts- Sozialismus. Unsere Sache ist ihre Sache, und um gefeimten Wahlterrorismus" der Sozialdemokratie zusammen. Es tampfes die Reform voran- und die Partei- die jetzt noch Abseitsstehenden für den Wahlrechts- handelt sich um ein Zirkular der Vertrauensperson der agitation zurüdstellen. tampf zu gewinnen, brauchen wir mit dem Sozia sozialdemokratischen Frauen Deutschlands, in dem es heißt: Diese Auffassung bertennt den ganzen lismus nicht hinter dem Berge zu halten. Wir Charakter der Arbeiterbewegung. Die Ge- haben sie noch nicht gewonnen, weil eben die Bewußtschichte unserer Bewegung bestand nicht darin, daß wir durch werdung der Arbeitertlasse ein historischer Versammlungs- und Flugblattagitation die Schönheiten des Prozeß ist, in dessen Mitte wir noch stehen. Die Zukunftsstaates aufzeigten und dafür Anhänger zu gewinnen uns entgegenwirkenden Mächte der persönlichen Umstände und suchten, sondern in einem stetigen, sich immer fräftiger ent- der Tradition sind hie und da noch start und fönnen erst durch wickelnden Klassenkampf der Arbeiter gegen die Bourgeoisie. weitere Aftionen besiegt werden. Um was fämpfte man? Um die direkte Einführung einer Eine agitatorische Ausnutzung des Wahlrechtskampfes für sozialistischen Gesellschaft? Nein, um allerhand Reformen, um unsere Partei wird also bei der Hauptmasse der noch zu greifbare, unmittelbare Gegenstände. In der Werkstatt um gewinnenden Voltsmasse nicht Widerwillen, sondern eine Lohnerhöhung, eine Verkürzung der Arbeits- gera de Antlang finden. Der Wahlrechtskampf mit den Sozialreformen, zeit, im Parlament um um Wahl- Wahlrechtsdemonstrationen bilden eben ein treffliches Mittel, Was aber die öffentliche Stimmabgabe bei den Landtagswahlen anbelangt, an welcher Regierung und reaktionäre Barteien zähe festhalten, und die der waschlappige Freifinn nur sehr schüchtern betämpft, muß uns Frauen zu einer Waffe werden, die wir bei richtigem Gebrauch gegen das der Wahlrechtsreform feindliche Kleinbürgertum mit Erfolg benutzen fönnen. Sie wird uns dazu dienen, eine scharfe Kons trolle über die Stimmabgabe der Milchhändler, Krämer, Bäder, Fleischer, Kohlen, Holz- und Grüntramhändler usw. auszuüben. All die betreffenden Geschäfte existieren meist nur dank der Arbeiterfundschaft. Stimmen ihre Inhaber gegen uns, d. h. nicht für Sozialdemokraten, so beweisen fie damit, daß sie bemüht sind, sich Bourgeoisfundschaft zu erobern. Nicht nur eine Frau muß bei einem Händler nach seinem politischen Glaubens bekenntnis forschen, sondern eine größere Anzahl Frauen soll es tun, damit dem Manne bange wird vor den vielen Kunden, die ihm abtrünnig werden könnten. Kurz, fie( die Frauen) müssen auf die betreffenden Kreise einen Terrorismus ausüben, der so start wie nur möglich ist. Die Tagespresse muß uns dabei zur Seite stehen. In jeder öffentlichen Versammlung muß diesem Terrorismus bas Wort geredet werden." OP recht oder andere politische Rechte, oder um Gefeße, die uns noch fernstehenden Arbeiter zu gewinnen, die bei den die im Interesse der Unternehmer die Arbeiter schädigten. Wahlkämpfen bisher fernblieben oder gar ihre Bedrücker Um jeden einzelnen Absatz eines Artikels, wo die Inter- unterstützten. Ihr Zutrauen zu den bürgerlichen Parteien essen der Klassen follidierten, wurde von unseren Vertretern wird erschüttert, ihre Einsicht in deren Charakter leidenschaftlich mit denen der Bourgeoisie gefämpft. Dieser geflärt werden. Die Masse der Gleichgültigen, denen Rampf um Reformen in Broschüren, Versammlungen und es an Glauben in die Sache des Proletariats fehlte, Wahlagitation weiter ausgenutzt und beleuchtet war zu wird durch unsere Demonstrationen aufgerüttelt und mit Die Masse der Zaghaften, gleich unsere hauptsächlichste Agitation; durch ihn lernten die Zuversicht erfüllt werden. Arbeiter das Wesen der Bourgeoisie und die Herrschaft des denen die gewaltige Macht des Gegners unbesiegbar Die Norddeutsche Allgemeine 8eitung" bemerkt Stapitalismus durchschauen, lernten sie praktisch die Richtigkeit erscheint, wird aus dem Stampfesmut ihrer Klassengenossen dazu:" Haben die Genoffen" bergeffen, daß ihre eigene unserer Auffassungen und Ziele verstehen, lernten sie in der mehr Selbstvertrauen schöpfen. Und diejenigen, die aus Miß- Stimmabgabe ebenfalls öffentlich sein wird?" und Sozialdemokratie ihre eigene Vertretung, die Arbeiter verständnis und Vorurteil unserer Partei feindlich gegen- droht dann, daß die Arbeitgeber gleiches mit gleiche m partei erblicken! So entwickelten sich Klassenbewußtsein überstanden, werden durch ihre Erbitterung über das preußische bergelten und die Arbeiter, die für Sozialdemo und Kenntnisse bei der immer wachsenden Anhängerzahl; Regiment mit uns zufammen einen fräftigen Wahlrechtskampf traten stimmen, einfach entlassen fönnten. Natürlich hat aus den gewerkschaftlichen Kämpfen wuchsen Drganisation und führen und durch diesen gemeinsam geführten Kampf zugleich die Sozialdemokratie ganz und gar nicht vergessen, daß die AbDisziplin empor; so stieg die gesellschaftliche Macht der Sympathie für unsere Partei fassen. Arbeiterklasse. So wird die Wahlrechtsbewegung, wenn sie als Dieses Wachstum an Macht ist die hauptsächlichste ein Stück proletarischen Klassentampfes geführt und die immer sichere Frucht des Kampfes um Reformen; wird, immer weitere Schichten des ausgebeuteten Voltes aufob die Reform selbst in unserem Sinne zustande tommt, rütteln und sie zugleich der Partei des Klassenbewußten Proleob ein Recht erobert wird, ob ein Ausnahmegefeß a b tariats zuführen. gewehrt werden kann, das hängt nicht von dem bloßen Willen der Arbeiter ab. Darüber entscheiden die Machtverhältnisse der Klassen. So lange die besitzende Klasse noch herrscht, tut sie, was ihren Interessen am meisten zu entsprechen scheint. Einerseits kommt die Also auch die Herren Demokraten" aus Württemberg machen Furcht in Betracht, den Arbeitern durch neue Rechte neue den schmählichen Handel: Boltsrechte gegen Börsen. Machtmittel zu verschaffen. Diese Furcht wirkt um so stärker, rechte fröhlich mit! Herr v. Bayer und seine fechs Basallen im je drohender die Gefahr einer Herrschaftseroberung durch die Reichstage stimmen dem Stompromiß zum Reichsvereinsgefegentwurf Arbeiterklasse erscheint. Daher dürfen wir bei dem preußischen zu, um die Börse, die Börse zu retten! Die Nachricht hat in Wahlrecht auf den hartnädigsten Widerstand gefaßt Württemberg wie eine Bombe eingeschlagen. Die Sozialdemokratie sein. Andererseits spricht die Furcht mit, durch Verweige- allerdings wußte, woran sie mit den vollsparteilichen Herrschaften ist. Etliche Evolutionäre" ausgenommen. Und sie hat aus ihrer rung elementarer Boltsrechte das Straffenbewußtsein Wertschägung" des Bayer und seiner Gefolgschaft nie ein Hehl der noch unaufgetlärten Masse zu weden gemacht. Die anderen bürgerlichen Parteten und nicht wenige und dadurch die Macht der fämpfenden Arbeiterklasse zu Demofraten vom alten Schlage find aber einfach starr ob des steigern; und umgekehrt die Hoffnung, durch demokratische neuesten Meisterstuds des Führers der württembergischen Volkspartei. ) Bergl. Nr. 61 des Borwärts. Herrn v. Payers Meisterstück. Aus Stuttgart wird uns geschrieben: stimmung der Arbeiter ebenfalls öffentlich ist. Im Gegenteil! Gerade. dieser öffentlichen Abstimmung wegen oder genauer: gerade tegen des bei der öffentlichen Abstimmung bon den Scharfmachern den Arbeitern und Abhängigen gegenüber geübten Terrorismus ist die Sozialdemokratie entschlossen, diesmal nach Kräften Gleiches mit Gleichem zu bergelten. In welcher Weise aber von den Scharfmachern und ihrem Organ, der Regierung, den wirtschaftlich Abhängigen gegen über Terrorismus angedroht wird, beweist gerade die Nr. 68 der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung", in der sich der Entdemokratie befindet. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt rüftungsschrei gegen den ausgefeimten Wahlterrorismus" der Sozial nämlich: Unter ordnungsfeindlichen Bestrebungen versteht der Chef der preußischen Staats- und der Reichsbahnen in erster Linie jede Betätigung für die sozialdemo tratische Partei, weil diese die bestehende Ordnung des Staates nicht anerkennt, fie vielmehr umzustürzen bemüht ist. Ein Beamter oder Arbeiter, der sich zur Sozialdemokratie offen bea tennt oder für sie agitiert, taugt nicht für den Staatseisenbahndienst und kann im Dienst nicht geduldet werden." Die Sozialdemokratie befindet sich also nur in der Notwehr Unverfrorener ist das Boll aber auch wohl noch nie getäuscht gegenüber dem ausgefeimten Wahlterrorismus" der Scharfmacher worden als in diesem Falle von den fieben vollsparteilichen Reichs- und der Regierung! Räme es diesen Scharfmachern darauf an, den WaWerroriZmuS zu berhüten, so krauchten sie sa nur die geheime Wahl für den Landtag einzuführen! Aber die öffentliche Wahl besteht ja gerade deshalb, um die Ab- hängigen in ihrer Stimmabgabe kontrollieren zu können. Die Maßregelung solcher Arbeiter oder Beamten, die nach ihrer politischen Ueberzeugung wählen, ist uralter Brauch. Schon im Jahre 18S6 erließ der preußische Minister des Innern von Westphalen einen Erlaß an die Regierungspräsidenten, in dem es hieß: „Insbesondere sind dieselben allen Ernstes darauf aufmerksam zu machen, daß zwar, wenn sie sich in ihrem Gewissen g e- b u n d e n fühlen, nicht für die Regierung stimmen zu können, ihnen unbenommen bleibe, sich der Teilnahme an den Wahlen zu enthalte», daß aber ein Auftreten gegen die Re- gierung Er. Majestät ihrer amtlichen Stellung und ihrer Dienst- Pflicht zuwiderlaufe und keinrusalls geduldet werden könne." Und als der Liberalismus, der damals der leidende Teil war, Beschwerde gegen diesen„auZgefeimten Terrorismus" erhob, schlug eine Kommission, die zur Untersuchung der Wahlbeeinflussungen ein- gesetzt war, dem Plenum Uebergang zur Tagesordnung mit der Motivierung vor, daß die Beamten, im Falle sie nicht für die Regierungs- resp. Junkerkandidaten stimmen wollten, sich„ihres Wahlrechts begeben" möchten. Glaubten sie aber zur Ausübung des Wahlrechts im öffentlichen Sinne verpflichtet zu sein, so bliebe es ihnen ja unbelassen, ihr Amt aufzugeben. Inzwischen ist es nicht besser, sondern schlechter ge- worden. Der Wahlterrorismus wird nicht nur gegenüber Beamten. sondern auch gegenüber den in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeitern, deren Zahl sich auf zirka 800 000 beläuft, geübt I Und das unsäglich Traurige und Beschämende ist, daß der bürgerliche Liberalismus diese schamlosen Wahl- beeinflussungen nicht bekämpft, sondern zufrieden ist, wenn die Regierung auf sein Betteln ihm verspricht, wenigstens ihn selbst mit dem amtlichen Wahlterrorismus zu verschonen. Es ist also eine Pflicht der Notwehr für die Arbeiterklasse. Terra- rismus mit Terrorismus zu vergelten I Wer dabei am schlechtesten fährt, wird sich ja zeigen.______ 9er Preffettrells im Reichstage. Wir sind auch heute nicht in der Lage, über die Ver- Handlungen deS Reichstages berichten zu können, da der gestrige Zwischenfall, der zu dem Streik der Journalisten auf der Reichstagstribüne führte, noch nicht beigelegt ist. Ueber die Ursache des Streiks haben wir aus parlamentarischen Kreisen erfahren. daß die Jnvektive des Herrn Gröber„Das sind wieder die Journalisten, diese Sau- bengels da oben" im Reichstage nicht allgemein ver- standen wurde. jedenfalls von den Mitgliedern der sozialdemokratischen Fraktion nicht gehört worden ist. Auch den Journalisten selbst soll die Kunde von diesem gröblichen Ausbruch des Abgeordneten Gröber erst durch den Herrn Müller-Meiningen zugetragen worden sein, Herr Müller-Meiningen spielte also danach bei der Affäre eine doppelt blamable Rolle l Während er einerseits die Journalisten gegen das Zentrum scharf zu machen suchte, mimte er auf der anderen Seite dem Reichstage gegenüber den Biedermann, der sich über den angeblichen Exzeß des einen Journalisten sittlich ent- rüstete. Das„Berliner Tageblatt" urteilt über die Parla- mentsaktion des Herrn Müller-Meiningen folgendermaßen: „Einige Fournaki st en. hatten das Mißgeschick, sich an den Abgeordneten Müller-Meiningen zu wenden; dieser aber rügte nicht sowohl die Taktlosigkeit Gröbers als die Taktlosigkeit eines einzelnen Herrn der Journalistentribüne." Wenn Herr Müller-Meiningen tatsächlich derjenige war. der die Journalisten erst gegen Gröber aufputschte, so ist seine nachträgliche jammervolle Verleugnung der Journalisten um so kläglicher! Die Journalisten haben sich auch heute wieder an den Präsidenten Graf Stolberg gewandt. Dieser erklärte ihnen, daß es ihm schwer sein würde, nachträglich auf die Sache zurückzukommen. Er teile vollkommen den Standpunkt der Pressevertreter. Wenn er den Zwischenruf gehört hätte, würde er sofort gegen den Abgeordneten Gröber eingeschritten sein. Er wolle aber versuchen, dadurch einen Ausgleich herbei- zuführen, daß er das Zentrum resp. Herrn Gröber zur Zurück- nähme des beleidigenden Ausdrucks bestimme. Herr Gröber und das Zentrum scheinen sich zu einer Zurücknahme indes Nicht bereit gefunden zu haben. Inzwischen sind übrigens auch mehrere Zentrums- journali st en umgefallen. Sie behaupten, daß auf der Journalistentribüne seit dem 13. Dezember 1906 Haupt- sächlich gegen das Zentrum demonstriert worden sei. Es sei deshalb natürlich, daß der Abgeordnete Gröber seine Be- leidigung nicht eher zurücknehmen könne, bis von der Journalistentribüne ein Bedauern über die Beleidigung des Zentrums ausgesprochen worden sei. Das ist natürlich eine faule Ausrede. Die Journa- listen, die ja keine Schreibautomaten, sondern politisch tnter- essierte Menschen sind, pflegen seit jeher, in mehr oder minder diskreter Weise, ihrer polittschen Richtung nach ihrer Stimmung Ausdruck zu geben. Es läßt sich darüber streiten, ob diese Stellungnahme der Journalisten, die zum mindesten natürlich ist, zu tadeln ist oder nicht, Aber es ist ein Unsinn, daß sich die Kundgebungen ein- seitig gegen das Zentrum gerichtet hätten. Im vor- liegenden Falle handelt es sich aber auch gar nicht darum. sondern einfach um die Frage, ob ein Reichstagsabgeordneter eine Aeußerung zurückzunehmen hat, die die Journalisten zu beleidigen geeignet ist. G e st e r n st a n d e n auch die Zentrumsjournalisten solidarisch zu den übrigen Journali st enl Wenn Sie inzwischen durch Bearbeitung der Zentrumsfraktion oder andere Einflüsse umgefallen sind, so ist das nichts anderes. als was man bei dem gewerblichen Arbeiter als Streik- b r u ch bezeichnet! Die übrigen Journalisten haben beschlossen. bis auf weiteres zu streiken, sofern ihnen nicht angemessene Genugtuung wird._ Die Diktatur der Hnarchckourgeois. Paris. 17. März.(Eig. SScr.) Elemenceau und seine Leute sind, im stolzen Gefühl ihres letzten parlamentarischen Sieges, eifrig bemüht, die letzten Zweifel daran zu zerstören, daß ihnen noch etwas an der Zustimmung des Links- radikalismus, aus dem sie hervorgegangen sind, läge. Jeder Tag bringt ministerielle Akte, die, wenn sie für die Arbeiterschaft ein Fausischlag, so für die Bourgeoisradikalen ein verachtungsvoller Hohn sind. Gestern hat Briand seinen Amnestieantrag vorgelegt. Der Entwurf beschränkt seine Wirksamkeit hauptsächlich aus die an- läßlich der Winzerrevolte Verurteilten und auf diejenigen, die anläßlich der Durchführung des RuhetagsgesetzeS der- verurteilt worden sind. Daneben sind Preßdelikte und Delikte, die anläßlich von Streiks, Wahlen usw. begangen worden sind, ein- bezogen. Nicht teilhaftig der Amnestie sollen alle„Anti- Patrioten" sein, ob sie nun nach dem famosen Gesetz von 1831 oder wegen Beleidigung der Armee verurteilt sind. Es ist, wie man sieht, eine ausgesprochene Klassen- a m n e st i e. die der Klaffen j u st i z, deren Effekte sie noch ver- stärkt, vollkommen entspricht. Bezeichnend dafür ist der Gegensatz zwischen dem Verfahren gegen die zumeist den be- sitzenden Klassen angehörenden Aufständischen deS Südens, die in offener Rebellion, im Kampfe mit der Armee waren, und dem gegen die Gewerkschaftler, die die Armee nur„beleidigt" haben. Die Amnestie schafft die Ungeheuerlichkeit, daß Leute, die dainals die Truppen angegriffen, öffentliche Gebäude in Brand gesteckt und einen allgemeinen Widerstand gegen die Staatsgewalt organisiert haben. straffrei werden, wogegen etliche andere, die ihre Handlungsweise gutgeheißen haben, jahrelang im Kerker sitzen müssen. Allerdings zeigt sich in jener Amnestierung nicht nur die bürgerliche Klassen- solidarität, sondern auch ein politisches Kalkül. Die Regierung will für die bevorstehenden Gemeindewahlen die ihr ergebenen Kandidaten im Süden möglich machen. Ob sie diesen Zweck erreichen wird, ist allerdings noch die Frage. Ausgesprochen bourgeoisfreundlich ist auch die Bestimmung, die auf die Durchführung des RuhetagSgesetzes Bezug hat. Denn sie bedeutet hauptsächlich, daß den Unternehmern, die dem einen dreisten Widerstand entgegengesetzt haben, die— fast immer äußerst geringfügige— Strafe nachgesehen wird. Auch Herr Doumergue, der Nachfolger BriandS im Unter- richtsministerium ist nicht müßig. Demnächst soll ein gemischter Kongreß von Gewerkschaftlern und Lehrern statt- finden, auf dessen Tagesordnung die Reform der Volks- erzieh ung steht. Der Minister erklärt nun öffentlich in einem an den Radikalsozialisten Buisson gerichteten Antworischreiben, er werde alle Lehrer, die an dieser Veranstaltung teil- nehmen werden, unnachsichtlich maßregeln. Als Grund gibt er an. daß die hinter der Unternehmung stehende Arbeitskonföderation antipatriotisch sei und den General- streik im Kriegsfall predige. Bekanntlich hat Elemenceau in der großen Debatte über die Gewerkschaftsfreiheit die Legalität der Konföderation anerkannt. Wäre sie aber wirklich das, als waS sie Herr Doumergue hinstellt, so hätte die Regierung sie längst auf» gelöst. Aber es handelt sich hier eben nur darum, jede Annäherung der Lehrerschaft an die Arbeiter zu verhindern und da kommt's ihr auf Logik nicht so sehr an. In der traurigen Hetze gegen die Arbeiterorganisationen und alle über den AuSbeuterstaat hinausführenden Bestrebungen kehlt es auch nicht an heiteren Episoden. Alljährlich stellen sich mit dem Nahen des ersten Mai in der Boulevardpresse Tatarennachrichten über angebliche Verschwörungen und Revoluttonsprojekte ein, deren Ziel ist, ganz Paris in die Luft zu sprengen, die Minister zu entführen oder etwas ähnliches. Diesmal wurde allen Ernstes berichtet, die Arbeitskonföderation habe sich in den Besitz eines Planes deS unterirdischen Telephon- netzes gesetzt, so daß sie bei der bevorstehenden Revolution alle Verbindungen unterbrechen könne. Neber diesen Blödsinn wurden in den Zeitungen Interviews von Leuten ve> öffentlich, die sonst Anspruch darauf machen, ihren Angelegenheiten mit Vernunft vorzustehen. Run ist es natürlich absurd, anzunehmen, daß die jetzigen Leiter der Konföderation, mag man an ibrer Taktik gerade vom Standpunkt einer sozialistischen Arbeiterpolitik noch so vieles auszusetzen haben. an dergleichen Putschklndereien denken sollten, aber ein winziges Kömchen Wahrheit steckt doch in dem ungeheuerlichen Märchen. Por einigen Jahren nämlich, als Anarchisten und Jntelligenzproletarier in der Arbeiterbewegung noch beträchtlichen Einfluß hatten, gab es in der Tat eine geheime Verbindung, die sich stolz„Ritter der Arbeit" titulierte und in Hinterstuben von Weinwirten allerhand Projekte ausbaute, wie man der bürgerlichen Gesellschaft ohne Zeitverlust den Garaus machen könne. Einer der Sturmgesellen bekam die hochwichtige Rolle zugeteilt, am Tage der Revolution die Telephonverbindung zwischen dem ClysSe, dem Palast des Präsidenten der Republik, und der Polizeipräfeklur zu zerstören. Unvorher- gesehener Hindernisse wegen mußte die Revolution immer wieder verschoben werden. Manche von den Verschwörem nahmen in der Folge den Sturm auf den bürgerlichen Staat auf eigene Faust auf. wobei sie jedoch die Rinaldo Rinaldini-Formen gegen sanftere ver- tauschten. Am erfolgreichsten war der zur Telephonzerstörung delegierte. Denn es gelairg ihm. daS— I u st t z m i n i st e r i u m in seine Hand zu bekommen. Politische Üebcrncbt. Berlin, den 20. März 1908. Lehrerinnens eminare, Sechandlung nnd Scharf- machercien. DaS preußische AbgeordnerenhauS. besten joumalistische Bericht- erstatter durch eine Kundgebung die Aktion ihrer Kollegen vom Reichstage unterstützten, setzte am Freitag die dritte EtatSlesung fort und führte sie noch vor Schluß der Sitzung zu Ende. Der Feind der zerlegbaren Borhemden. Herr v. Branden st ein, brachte beim KultuSetat einen Anttag auf vermehrte Heran- ziehung weiblicher Lehrkräfte ein. Der Antrag konnte von fem beinahe modem aussehen; aber der Antragsteller sorgte in seiner spießigen BegründungSrede dafür, den Verdacht deS „Modemismus" gründlich von sich abzuwälzen. Im weiteren Verlauf der Debatte über den Antrag, der schließlich angenommen wurde, wurde von der Linken der stark konfessionelle Charakter der Lehrerinnenseminare zur Sprache gebracht. R o s e n o w aus der Luisenstadt entrüstete sich über den Ausschluß jüdischer Schülerinnen weit heftiger, als neulich über die Aussicht aus das Jubiläums- vergießen von Bürgerblut. In der Sache hat er natürlich recht; aber auf Holle Hoffnungen zu setzen, dürften allmählich selbst die Paragraph-Siebener des Blockfreisinns gründlich verlernen. Eine längere Debatte entfeffelw der Etat der famosen See- Handlung, deren Verwaltung dem Herm v. Zedlitz noch so viel Zeit zu.Post"leitartikeln ließ und die Herr Eugen Nichter ein- mal als die Staatskasse des Staatsstreichs bezeichnete. ES kam dabei zu wührungspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den Blockbrüdem und Herr Crüger, der KonsumvereinSfeind, brauchte dabei gegen seinen Blockbmder Arendt Ausdrücke, die, wenn ein Sozialdemokrat sie getan hätte, von Herrn Raab sicherlich als„antisemitisch" denunziert worden wären. Beim Etat des Finanzministeriums unterhielt man sich über diverse bureaukratische Zöpfe und beim Justizetat seufzte der Scharfmacher Krause- Waldenburg über zu langsames gerichtliches Vorgehen gegen die Wahlrechts- d em o nstr anten. In seiner Erwidemng bewies Schönstedts Nachfolger, daß der auf ihn von Brandenstein herabbeschworene Geist TessendorfS längst in seiner Brust wohnt. Es machte sich hübsch, daß an demselben Tage, an dem der Haß des Dreiklassenhauses gegen daS allgemeine Wahlrecht wieder einmal zum Ausdruck kam, ein Antrag zur Annahme gelangte, der die materielle Lage der Erkorenen deS Drei- klasienwahlrechts verbesiern soll. Künftig soll die Tätigkeit eines preußischen Laiidtagsabgcordneten gleich der eines deutschen ReichStagsabgeordneten honoriert werden. Da die Annahme des Antrags von vornherein sicher war, konnten sich diverse Kon- servative und Freikonservative das Gratisvergnügen gönnen, die noblen Aristokraten zu spielen und gegen ihre eigene Aufbesserung zu votieren.—_ Ergänzung des sächsischen Berggesetzes. Die erste sächsische Kammer beriet heute über den Entwurf eines Gesetzes zur Abänderung und Ergänzung des allgemeinen Berggesetzes und die dazu eingegangenen Petitionen. Nach dem Bericht der Deputation, die die Annahme des Eiü- Wurfes empfiehlt. erklärte Finanzminister Dr. von R ü g e r, der Zeitpunkt zur Regelung deS Berggesetzes nach den Bestimmungen der Gewerbeordnung und der Bcrsicherungsgesetz- gebung sei jetzt günstig. Durch die Borlage werde auch den Bestrebungen nach einer ReichSbcrggesetzgebung jede sachliche Grund- läge entzogen. Geheinicr Finanzrat Dr. Zancke ging auf die Frage der ArbeiteranSschüsse ein. Bon der Möglichkeit, ArbciterauSschüsse zu errichten, sei in Rheinland-Westfalen nie Gebrauch gemacht worden. Erst im Jahre 1000 sei in den preußischen Bergwerken die obligatorische Einführung der BrbeiterauSschüsse durchgeführt worden. Damit sei der preußische Bergbau unter ein Ausnahme- gesetz gestellt worden, welches für die gesamten anderen Industrien nicht gelte. Er sehe keine zwingenden Gründe, daß man den sächsischen Bergbau unter dieses Ausnahmegesetz stelle. Im Gesetz sei weiter das Verbot des Nullius enthalten; das Nullen sei nicht so schlecht wie sein Ruf. Diese Strafgelder flössen wieder in die Kasten der Belegschaften. Das Institut der Vertrauensmänner fei gteignet, zu großen Differenzen zu führen. Dr. v. Frege-Weltzien erklärte, er habe eigentlich Ab- änderungsanträge zu§ 22 stellen wollen, habe aber davon Abstand genommen. Wie die Kammer sich niemals habe verleiten lasten, einseitig agrarische Wünsche zu befriedigen, so werde sie auch nicht einseitig industrielle Wünsche fördern. Die Berg- gesetzgebung müsse stets Sache der einzelnenLandeS- regierungen bleiben. Nach weiterer Debatte wurde der Entwurf mit einigen Ab- änderungen angenommen und die Sitzung geschlosten. Nach dem offenen Zugeständnis des als konservativen Reak- tionärs bekannten sächsischen Finanzministers v. Rüger, verfolgt also die sächsische Berggesetzvorlage den Zweck, gegen das Streben der Bergarbeiter nach einer Reichsberggesetzgebung einen Damm aufzurichten.—_ „Reformen" in Mecklenburg. Seitdem in den Bürgervertretungen der größeren Städte Mecklenburg« Sozialdemokraten sitze», ist in das kommunale Leben dieser Orte ein frischer Zug hineingekommen. So haben es in R o st o ck vor längerer Zeit unsere� Genossen dahin gebracht, daß Rat und Bürgerschaft sich mit dem Miinsterium wegen der O e f f e n t- lichkeit der Rostocker Bürgerschaftssitzungen in Verbindung setzten. In der letzten Sitzung wurde über den Stand der Sache Bericht erstattet. Rat und Bürgcrvertretung hatten dem Ministenum folgende Vorschläge gemacht: In den„öffentlichen" Sitzungen haben nur Bürger Zutritt.(Die Erwerbung deS Bürgerrechts kostet 15 M.) Die Zeitungen sollen das Recht haben, zu den Sitzungen auch einen Nichtbürger als Berichterstatter zu entsenden, doch muß der betreffende Reporter vorher durch den Rat begutachtet sein. Diese Vorschläge der Nostocker, die in Mecklenburg überhaupt als Vorwärtsstürmer verschrien sind, erschienen einer hohen mecklen- burgischen Regierung natürlich zu radikal. Die Verstöße, die die Nostocker an dem geheiligten Herkommen begehen wollten, sind durch die mannhafte Haltung der Regierung verhindert. In der erwähnten Sitzung der Rostocker Bürgerschaft kam übrigens die Ansicht mehrfach zum Ausdruck, daß man der Regierung gegenüber die Rostocker Forderungen nicht entschieden genug ver- treten habe. Man wählte eine Kommission, die den Austrag erhielt, sich nochmals an das Ministerium zu wenden und zu versuchen, die „radikalen" Nostocker Forderungen in Schwerin durchzudrücken. Wenn man von diesem Verhalten der Regierung einen Schluß zieht auf die voraussichtliche Beschaffenheit der versprochenen famosen Verfassungsreform, so kann man sich auf inancheS gefaßt machen l— Uuternehmerorganifatione» über die Arbeitskammern. Die Handelskamnter in B o ch u m hat zu dem Gesetzentwurf über die Arbeitskammern folgenden Beschluß gefaßt: „Die Handelskammer spricht sich entschieden gegen die Er- richtung paritätisch z u s a in m e n g es e tz t e r Arbeits- kammern auS. Ihren Hauptzweck, den sozialen Frieden und ein gedeihliches BerhältniS zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern zu fördern, werden sie nicht erfüllen, vielmehr zu einer Verschärfung der Gegensätze beitragen, sofern sie über- Haupt eine praktische Wirksamkeit haben sollten." Die Handelskammern in Elberfeld, Barmen, Solingen und Lennep haben an den Bundesrat eine Eingabe gerichtet, die zu folgenden Schlußfolgerungen kommt: „Wir sprechen uns mit aller Entschiedenheit gegen die Er- richtung von paritätischen Arbeitskammern aus, wir lehnen ins- besondere den vorliegenden, auch in seinen Einzelheiten größten- teils nicht brauchbaren Entwurf ab und befürworten mit Rücksicht darauf, daß eine gesetzliche Vertretung der Arbeiter nach dem Willen der Regierung und de« Reichstag« geschaffen werden soll, die Errichtung von Arbeiterkammern." Die Handelskammer von Köln ist der Ansicht, daß das Ver- langen nach Bildung von Arbeitskammem insofern berechtigt er- scheint, als die Arbeiter im Gegensatz zu den Arbeitgebem eine staatliche Organisation für die Vertretung ihrer Interessen bisher noch nicht besitzen. Sie bezweifelt jedoch, ob mit der im Ent- würfe vorgesehenen Vertretung der Arbeitgeber und Arbeit- nehmer in diesen Kammern der Zweck dieser Einrichtung, nämlich die Pflege des wirtschaftlichen Friedens und die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Arbeit- gcbern und»nehmern erreicht werden wird. Dennoch will die Handelskammer der paritätischen Gestaltung der ArbeitSkammern nicht widersprechen, weim auf beiden Seiten Neigung für solche Kammern vorhanden ist. Alsdann müßte jedoch statt der im Eni- Wurf vorgesehenen sachlichen Gliederung der Kammern im Anschluß an die verusSgeuossenschaften die territoriale Gliederung treten, da diese vor jener erhebliche praktische Vorzüge hat. und es müßte statt des vorgesehenen indirekten Wahlrechts das direkte, nach den Grundsätzen der Verhältniswahl ein» gerichtete Wahlrecht treten. Zentrum und Wahlrechtsbewegung. AuS der Rheinprovinz wird uns geschrieben: Endlich hat sich auch die Zentrumöpartei, die bisher in einer tm Wahlrechtsvcrrat grenzenden Art sich dem Kampf gegen das preußische Dreiklastenwahlstzstem fernhielt, genötigt gesehen. über die bis- herigen von keinem verständigen Menschen ernst genommenen papierenen Versicherungen hinaus aktiv in die Bewegung einzutreten. Der Grund dieser Veränderung ist einerseits das Drängen der katholischen Arbeiter» und andererseits die näherrückende LandtagSwahl. Bisher hat daS Zentrum weder in seiner Presse noch in Bersamm- lungen irgend etwas zur Förderung der Wahlrechtsbewegung getan! ja noch mehr: eS hat den sozialdemokratischen Wahlrechtskampf bei jeder unpassenden Gelegenheit mit Spott und Hohn verfolgt. Die Nähe der Landtagswahl hat nun einen Umschwung bei der Zentrumspartei hervorgerufen. Ungefähr zu gleicher Zeit mit der Berliner Wahlrechtsversammlung fanden im Rheinland einige ähnliche Veranstaltungen statt. Der Delegiertentag der katholischen Arbeitervereine deS Bezirks Bo nn-Siegburg- Euskirchen nahm einstimmig eine Resolution an, worin eine durchgreifende Reform deS preußischen Wahlrechts als zu den dringlich st en Aufgaben gehörend bezeichnet wird; die Ein- führung des für den Reichstag geltenden allgemeinen, gleichen geheime» und direkten Wahlrechts in Preußen sei dringend geboten." Merkwürdig, daß man trotz dieser wiederholt betonten Dringlichkeit er st jetzt in den schon so lange bestehenden Wahlrechtskampf einzugreifen für nötig findet! In dem Jndustrieorte Kalk bei Köln fand eine von dem Zentralwahlkomitee der Zenlrumspartei einberufene Volksversammlung statt, in der der Sekretär der rheinischen Zentrumspartei, Dr. Jörg- Köln, redete. In einer einstimmig beschlossenen Resolution sprach die Versammlung die Ucberzeugnng aus. daß nur auf der Grundlage eines auf dem Boden des Reichstagswahlrechts fußenden Wahlrechts «eine gerechte und voll befriedigende Lösung der preußischen Wahl- rcchtsfrage erreicht werden kann". Auch der GauverbandStag der Windthorst-Bunde deS Bezirks Köln beschloß, im Anschluß an seine am 5. April stattfindende nächste Tagung eine öffentliche Versammlung abzuhalten, in der »u. a. auch die Wahlrechtsfrage behandelt" werden soll.— Gegen die Schulprügelei. Herr Holle hat ausnahmsweise einen Erlaß heraus- gegeben, der nicht der Schulverpfaffung, sondern einem der- nünftigen Zwecke dient. Die Verfügung, die an die Provinzial- schulkollegten gerichtet ist, hat folgenden Wortlaut: «Mit lebhaftem Bedaueni habe ich ans Vorgängen der letzten Monate entnehmen müssen, daß trotz aller gemessenen Vorschriften und ernsten Warnungen noch immer schwere Mißgriffe in d.er Handhabung der Schulzucht, insbesondere der Strafmittel vorkommen. Ich nehme Veranlassung, den königlichen Provinzialschul- kollegien die s o r g s a m st e Aufmerksamkeit auf die Handhabung der Schulzucht zur Pflicht zu machen. Insbesondere werden Sie nicht unterlassen dürfen, die amilichen Vorschriften über die körperliche Züchtigung den Leitern und Lehrern Ihre« Aussichtsbezirkes von neuem in Erinnerung zu bringen, auf ihre genaue Befolgung sorgfältig zu halten und bei Verstößen gegen sie mit unnachsrchtlicher Strenge disziplinarisch einzuschreiten." Der Erlaß ist freilich nur eine Halbheit. Wir müssen die vollständige Beseitigung des Prügel- rechts verlangen, das in Oesterreich zum Beispiel schon in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aufgehoben ist. Aber zu einem kulturellen Fortschritt langt's ja beim preußischen Junkerparlament nicht.—_ 229 Fälle von Soldatenmißhandlungen! Posen, den 18. März. Vor dem Oberkriegsgericht des b. Armeekorps hatte sich heute der Unteroffizier der Reserve, Otto Fischer zu verantworten, der von demselben Gericht im Dezember vorigen Jahres wegen Mißhandlung Untergebener in 50 Fällen und wegen zweier Fälle von vorschriftswidriger Be- haiidluug Untergebener sin einem Falle in Verbindung mit Be- leidigung) zu einer Gesamtstrafe von zwei Monaten Ge- fängnis und Degradation verurteilt worden war. Gegen dieses Urteil hatte der Angeklagt« Revision beim Reichsmilitär- gericht eingelegt. Dieses hob das Urteil wegen eines Falles der vorschriftswidrigen Behandlung Untergebener auf, weil bezüglich dieses Falles daS Berufungsgericht cö unterlassen hatte, in eine nochmalige Prüfung der Schuldsrage einzutreten. Die Sache wurde zur nochmaligen Verhandlung und Entscheidung an das OberkriegS- gericht zurückverwiesen. In der heutigen Verhandlung wurde fest- gestellt, daß der Angeklagte im September 1S03 bei der 2. Kompagnie des Infanterieregiments Nr. 47 eingetreten und bereits im Herbst 1905 zum Unteroffizier befördert worden ist. Durch Urteil des Oberkriegsgcrichts des 5. Armeekorps vom 12. Juni 1997 wurde Angeklagter das erste Mal wegen Mißhandlung Unter- g e b e n e r in 164 Fällen und wegen vorschrifts- widriger Behandlung Untergebener in 14 Fällen zu einer Gesamtstrafe von drei Monaten Gefängnis ver- urteilt, die er in der Zeit vom 1. Juli bis 1. Oktober 1997 im Festungsgefängnis in Neiße verbüßt hat. Vor Verbüßung dieser Strafe zog sich Angeklagter die neue Anklage zu, in der er wegen der 51 Fälle von Mißhandliingen verurteilt wurde. Die G e- samtzahl der Straffällc, deren sich der Angeklagte schuldig gemacht hat, erreicht also die respektable Höhe von 229! Vorwiegend hatte eS der Angeklagte auf den Musketier Olefch abgesehen, der infolge der vielen Mißhandlungen sahnen- flüchtig gclvorden ist. Im vorliegenden Falle handelt es sich noch um einen Fall der Mißhandlung gegenüber dem Musketier Wirth. Wie festgestellt wird, hatte der Angeklagte, als Wirth un- sauber zum Dienst antrat, den Mannschaften seiner Korporalschaft befohlen, den p. Wirth nach Beendigung deS Dienstes ordentlich zu schrubben. Dies geschah in der Weise, daß Wirth sich bis an die Hüften entblößen mußte und 19 bis 12 Kameraden mit ihren Wurzelbürsten und Sand den festgehaltenen Mann etwa 19 bis 15 Minuten lang bürsteten, so daß von der Prozedur der Mann rot wie ein gekochter Krebs wurde. Auf Grund dieser Feststellung beantragte der Anklagevertreter wiederum eine Ge- samtstrafe von zwei Monaten Gefängnis und Degradation, da ein solch spstematischer Leuteschinder unmöglich, selbst im Beurlaubten. Verhältnis, Borgesetzter i'n der Armee bleiben könne. Das Gericht erkannte entsprechend diesem Antrage.> Hütejungen. Die agrarische Presse zetert über das entsittlichende Getriebe der Großstadt und die„Zuchtlosigkeit der Arbeiterjugend", die nach ihrer Behauptung im schärfsten Gegensatz steht zu der Aufgewecktheit und erfrischenden Naivität der Landarbeiterkinder, die schon von früh auf lernen, sich im landwirtschaftlichen Betriebe nützlich zu machen. Wie eS um diese Behauptung bestellt ist, beweist ein Bericht der«Prcnß. Lehrerztg." über die Ergebnisse einer Prüfung, die ein Lehrer mit seinen Hütejungen angestellt hat. Von 49 Schülern der Mittel- und Oberstufe waren 1? vom I. Mai bis zum 81. Oktober zum Hüten beurlaubt. Die sehr leichte Prüfung zeitigte klägliche Ergebnisse.»Die große Zahl der Hüteknaben drückt daS Niveau der ganzen Schule herab". Nicht nur, daß diese Knaben in ihrem Wissen zurückgeblieben sind, sondern sie bilden auch ein schweres Hemmnis für den Fortschritt der andern. Stumpf und dumpf, mit blödem Gesicht und blödem Blick sitzen sie da. Alle pädagogischen Kunstgriffe versagen gegenüber einer Geistesverfassung, die man mit dem Goetheschen Wort bezeichnen könnte:«Und Marmorbilder steh» und sehn mich an; was hat man dir, du armes Kind getan?" Das einzige Mittel, das noch berfängt, ist der Stock. Noch betrübender ist die sittliche Verwilderung, die die Hütelinder aus der Atmosphäre der Bergknechte mitbringen... Derselbe Knabe— er ist 12 Jahre alt— der die Fragen nach den elementarsten Wissensdingen eines christlichen Kulturmenschen nicht zu beantworten wußte, hat ein Schulmädchen auf der Straße umgeworfen und es unsittlich zu be- rühren versucht, während seine Kameraden, andere Hüteknaben, dem zusahen und sich darüber amüsierten". ReichtagSersatzwahl im Wahlkreise Norden-Emdcn-Leer. Bei der gestrigen ReichstagScrsatzwahl im 1. bannoverschcn Wahlkreise wurden 23 422 Stimmen abgegeben. ES erhielten: Fegter(frs. Bg.) 8316, Groeneveld sdeutschsozial) 9579. Fürbringer(natl.) 4996. Hug(Soz.) 3115 Stimmen. Zwischen Fegter und Groeneveld ist also Stichwahl erforderlich. Bei der Hauptwahl im vorigen Jahre erhielten Fürst zu Inn- und Knyphausen(I.) 11 487, GnorelS(stf. Vg.) 8151, Wagner(Soz.) 3711 Stimmen.—_ Naive Kriegersmänner. In dem Mainstädtchen Ochsenfurt herrscht die größte Aufregung. Die wackeren Spießbürger sehen schon den Zukunftsstaat vor der Türe stehen. Seit einigen Monaten hat nämlich dort die Arbeiter- bewegung Eingang gefunden. Es wurden Gewerkschaften und eine Sektion des sozialdemokratischen Vereins Kitzingen gegründet. Um das drohende Unheil abzuwehren, steht alles, was auf die geheiligte Ordnung schwört, fest und treu zusammen, allen voran natürlich her Kriegerverein, der neulich schon eine Anzahl seiner Mitglieder aus- geschlossen hat, weil sie verdächtig waren, zu den roten Umstürzlern zu gehören. Er mußte aber in der nächsten Sitzung die Ausschlüsse zum größten Teil wieder rückgängig machen. Um herauszubekommen, wer eigentlich die Schwerverbrecher sind, die trotz ihrer Kriegereigenschaft zur roten Fahne schwören, verfiel der Vorstand auf ein geniales Mittel: er sandte dem Vorstand deS sozialdemokratischen Vereins eine Liste des Kriegervereins init der ganz ergebenen Bitte, um die- jenigen zu bezeichnen, die auch dem sozialdemokratischen Verein an- gehören, da der Kriegerverein von der Bundesleirung den Auftrag erhalten habe, alle Sozialdemokraten auszuschließen. Der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins hat die Bitte dahin erledigt, daß er die Anfrage beantworten werde, wenn er mehr Zeit habe. Oertemicfo-Cliigarti. Die Passive Resistenz. Prag, 29. März. Eine in Brüx abgehaltene Versammlung der Eisenbahner deS tschechischen Landesverbandes der Eisenbahner, die von 599 Delegierten besucht war, nahm die Entschließung an, daß die passive Resistenz auf den Staatsbahnen einzu- setzen habe, falls die Forderungen der Eisenbahner nicht erfüllt würden.— Gegen de» magyarischen Statthalter. Agram, 29. März. Der Banns von Kroatien Baron Rauch wurde gestern m Begleitung seines Sektionschefs auf offener Straße von einer großen Menschenmenge, größenteils Studenten, attackiert. Ein großes Polizeiaufgebot konnte nur mit Mühe und blanker Waffe den Banns und dessen Begleiter vor gröberen Insulten bewahren, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Die Polizei nahm einige Verhaftungen vor.— franhmcb. Der gehorsame Handelsminister. Paris, 29. März. Bei einem Bankett der Textil- industriellen hielt der Präsident des Syndikats des Baugewerbes, Soulö, eine Rede, in der er den anwesenden Handels- minister Cruppi um Schutz gegen den alkgemeinen Arberterverband ersuchte, durch dessen zügellose«Streik- Hetzereien" die Bautätigkeit seit Jahresfrist fast ununterbrochen ge- stört worden sei. Wenn die Unternehmer von den Arbeitern, die bedauerlicherweise blindlings den Weisungen des revolutionären ArbeiterverbandeS gehorchten, nicht entsprechende Zugeständnisse er- halten sollten, so würden sie zu Beginn des nächsten Monats sämtliche Arbeiter aussperren. Der Handelsminister antwortete, er halte eS in der Tat für notwendig, einem so «matzlosen demagogischen Treiben" entgegenzutreten. — Dem„Echo de Paris" aufolge würden, falls die Unlernehmer ihre Drohung verwirklichen tollten, in Paris und Umgegend über 299099 Arbeiter beschäftigungslos werden. foißlanck. Eine Mordtat der Echt-Russen. Petersburg, 19. März. Einer Blättermeldung aus JekaterinoSlaw zufolge wurde der F ü h r e r der A r b e i t S g r u p p e der zweiten Reichsdumo Karow ajew gestern von zwei unbekannten Männern durch Revolverschüsse schwer verwundet und st a r b in der Nacht an de» erlittenen Verletzungen. Der Verstorbene hatte in letzter Zeit zahlreiche Drohbriefe erhalten, deren Absender sich als Mitglieder des Verbandes echt russischer Leute bezeichneten.—_ Gerschuni. Das Mitglied der sozialrevolutionärcn Partei, Gerschuni. ist an Rippenfellentziindung g e st o r b e n. Gerschuni war zum Tode verurteilt, dann aber zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in Sibirien „begnadigt" worden. Bor einem Jahre gelang es ihm, aus Sibirien zu entfliehen._ Die Flotte. In der Landesverteidigungskommission der Duma hielt Ministerpräsident S t o l y p i n eine melancholische Rede. Er war diesmal recht bescheiden, verteidigte die Rcgierungspläne nur matt, und versprach die schleunige Rcorganisatton des Marineministe- riums. Die Kommission verwarf jedoch mit 19 gegen 4 Stimmen die Kredite für den Bau neuer Linienschiffe für das Jahr 1998. Die Kredite für die im Bau begriffenen Schiffe, sowie für Artillerie, Torpedoboote, Unterseeboote und Flottenbasen wurden bewilligt. Der planmäßige Wiederaufbau der Flotte wurde nur bei voller Reorganisation des Marineininisteriums und bei gesetzlicher Festsetzung deS Bauprogramms auf mehrere Jahre für möglich erachtet.— Inclien. Die größte Hungersnot. London, 29. März. Aus C a l c u t t a wird gemeldet: Während der gestrigen Versammlung im Rathause, die sich mit der Hungersnot in Indien beschäftigte, wies der Vizekönig Lord Minto darauf hin, daß die Hungersnot in Indien in diesem Jahre einen bisher unerreichten Umfang angenommen habe. Die Zahl der Hungerleidenden betrage etwa fünfzig Millionen. l'/a Millionen Personen seien bereits auf StaatSimtcrstützuug an- gewiesen, um ihr Leben zu fristen. Der Schaden durch Ernteausfall wird auf dreihundert Millionen geschätzt. ES wurde ein Ausschutz ernannt, um Mittel und Wege aus diesem Verhängnis ausfindig zu machen.— Amerika. Die Einwanderungsfrage. Washington, 19. März. Die in den letzten Tagen in Tokio überreichte amerikanische Note billigt im wesentlichen die japanischen Pläne für die Einwanderungskontrolle. Meldungen aus Tokio zeigen an, daß Japan vollkommen befriedigt ist. Die hiesige Negierung nimmt an, daß die EinwanderungSfrage damit endgültig geregelt ijß— Hiis der parte!* Gemcindewahlcrfolge. In Hessen-Nassau wurde zu Bonames und M a m m o l S» Hain je ein Sozialdemokrat gewählt. In Höhr entfielen von 244 abgegebenen Stimmen 185 auf zwei Genossen. DaS Ende eines ParteiblattS. Rom, 17. März.(Eig. Ber.) Am 19. März hat unsere T u r i n e r TageSzeilung, der„Grido del Popolo" sein Er- scheinen eingestellt. Wie es scheint, hat die Redaktion daS Blatt auf zu großem Fuße angefangen, denn es sollen in 6 Monaten 129999 Li-ee verbraucht worden sei». Es ist bedauerlich, daß das so trefflich organisierte Pimonteser Proletariat seine Tageszeitung nicht hat halten können, um so bedauerlicher als der„Grido del Popolo" ein sehr gut geleitetes Blatt loar, daS große Erziehungsarbeit im Proletariat verrichten konnte._ Kcir Harbke, der Führer der englischen Arbeiterpartei, trifft am Montag nach einer Rundreise um die Welt wieder in England ein. Er verlieh am 12. Juli 1997 seine Heimat, um durch eine längere Reise seine heruntergekommene Gesundheit zu stärken. Zunächst besuchte er Kanada, segelte von dort nach Japan, sodann besuchte er Indien, Australien und schließlich die südafrikanischen Republiken und die Kapkolonie. Bon Kapstadt aus trat er dann den Rückweg nach Eng- land an. Keir Hardie hat seinen Aufenthalt in den überseeischen Ländern dazu benützt, ihre wirtschaftlichen, politischen und sozialen Verhältnisse zu studieren. Neber die englische Mißregierung in Indien hat er bereits eine Anzahl Artikel im«Labour Leader" ver- öffentlicht. poUreUlckies» Oerlcimicbes ufw. Ei» unerhört hartes Urteil wurde am Mittwoch vom Landgericht in Görlitz gegen den Ge- nossen Herm. Fleißner von der„Sächsischen Arbeiter- zeitung" zu Dresden gesprochen. In der Nr. 212 der .Görlitzer BolkSzeitung"(Kopfblatt der„Sächsischen Arbeiterzeitung" mit eigenem lokalen Teile) vom 11. September vorigen JahreS stand ein Leitartikel, überschrieben: Uni« formierte Bestien. Der Artikel behandelte eine Berliner Landgerichtsverhandlung gegen mehrere Schutzleute, die mtt der Verurteilung der Angeklagten wegen Mißhandlungen auf der Polizeiwache endete. An den Bericht wurde eine eindringliche Kritik der Mängel des Polizeiwesens geknüpft, die solche Mißhandlungen von Bürgern auf den Polizeiivachcn möglich machen. Im Anschlüsse daran wurde geschildert, daß wiederholt die Gerichte nicht imstande gewesen seien, die Vergehen der Polizeibeamten festzustellen. Durch diesen Artikel sollen die preußische Schntzmannschaft und die preußischen Richter beleidigt worden sein; von den preußischen Ministen, des Jimern und der Justiz war Strafantrag gestellt worden. Genosse Fleißner hatte damals vertretungsweise (der eigentliche Verantwortliche war in Ferien) den politischen Teil der„Görlitzer Volkszeitung" mit dem inkriminierten Artikel als ver- antwortlicher Redakteur gezeichnet. Genosse Taubadel, der Görlitzcr Redakteur, sollte nach der Anklage für die Verbreitung der Zeitung verantwortlich gemacht werden. Die zirka drei Stunden währende Verhandlung endete mit der Verurteilung des Genossen Fleißner zu sechs Monaten Gefängnis. Trotzdem nur formale Beleidigung nach§ 185 angenommen und die erst mit angezogenen ßZ 189 und 187 fallen gelassen worden waren l I Strastonto der Presse. Die Strafkammer zu Görlitz verwarf die Berufung des Genossen Taubadel von der„Görlitzer V o lks z ei t ung" gegen ein Schöffengerichtsurteil, das ihn wegen Beleidigung eines in der Schule sozialistensressenden Lehrers mit 39 Mark Geldstrafe belegte. Dagegen hatte eine zweite Be- rufung TaubadelS Erfolg. Das Urteil des Schöffengerichts, das ihn wegen Begünstigung,— es handelt sich um Zeugnis- Verweigerung in einem Verfahren wider Unbekannt wegen an- geblichen Diebstahls eines in der„Volkszeitung" veröffentlichten freisinnigen Flugblattes— mit 20 Mark Geldstrafe belegte, wurde aufgehoben und auf Freisprechung erkannt. Wegen Beleidigung eines übereifrigen Benrather Polizei- kommissarS erhielt Genoffe Hoch von der„ V o l k S z e i t u n g" zu Düsseldorf bor dem Schöffengericht 39 Mark Geld st rase auferlegt. Soziales. § 74 dt» Handelsgesetzbuchs bezieht sich nicht auf selbständige Kaufleute. Durch den erwähnten Paragraphen soll eine unbillige Er- schwerung des Fortkommens des Handlungsgehülsen, die durch Kon- kurrenzklauseln vielleicht hervorgerufen wird, ausgeschlossen werden. Der Absatz 2 von§ 74 des Handelsgesetzbuches bestimmt hierzu, daß die Beschränkung der Konkurrenzklausel nicht auf eine» Zeitraum von mehr als drei Jahren von der Beendigung des Dienst» Verhältnisses erstreckt werden kann. In einem Vertrag vom 21. Januar 1993 zwischen der Firma B. in Oppeln und dem Kaufmann S. in Falkenberg i. O.-Schl., der seit 1999 in der Firma B. als Prokurist tätig war, übernahm S. die in Falkenberg bestehende Filiale B. als eigenes Geschäft. Er verpflichtete sich 15, seine frühere Prinzipalin fünf bestimmte Orte bei einer Konventionalstrafe von 6999 M. für jeden Fall der Zu- Widerhandlung geschäftlich zu meiden. Nach Ablauf von drei Jahren erhob S. Klage unter Berufung auf Absatz 2 des 8 74 des Handels- Gesetzbuch? gegen seine Vertragökontrahentin mit der Behauptung, baß daS Konkurrenzvcrbot für ihn nicht mehr rechtswirksam sei. Das Landgericht Oppeln verurteilte die beklagte Firma auch nach dem Klageantrag». Ihre Berufung wurde vom Oberlandes- gericht zu Breslau zurückgewiesen. Die von der Beklagten gegen das oberlandcSgcrichtliche Urteil beim Reichsgericht eingelegte Re« Vision hatte jedoch de» Erfolg, dasi daß Urteil des OberlniidcSgerichtS vom I. Zivilsenat aufgehoben und Kläger mit seinem Klageanspruche abgewiesen wurde. Der erkennende Senat des höchsten Gerichts- Hofes geht dabei von folgenden Erwägungen aus. Er stellt zunächst fest, daß der ß 74 des Handelsgesetzbuchs das Ticnstvcrhültniz zwischen Prinzipal und Handlungsgehülsen regeln will. Zwar brauche die sogenannte Konkurrenzklausel nicht gleich bei der An- stellung des Handlungsgehülsen getroffen zu werden, sondern es genüge auch ihre nachträgliche Abrede, jedoch müsse daS Dienstver- hältniS noch bestehen. Wenn es gleichzeitig mit der Konkurrenz- klausel aufgelöst werde(was hier angenommen wird), so sei für die Anwendung des§ 74 kein Raum mehr. Für diese Auslegung spreche sowohl der Wortlaut des Gesetzes, wie sein Zusammenhang mit dem§ 75, der sich dem Grundgedanken nach bereits im 8 67 Abs. 2 des im Juni 1896 veröffentlichten Entwurfs eines Handels- gesetzbuchS befunden habe, während der Absatz 1 dieses Paragraphen mit der Vorschrift deS§ 74 Abs. 1 neues Handelsgesetzbuch übercin- stimme. Hieraus folge, daß das Handelsgesetzbuch, dessen§ 75 aus- drücklich eine Vereinbarung der tn§ 74 bezeichneten Art voraus- setze, durch die Vorschrift dieses Paragraphen Fälle treffen solle, bei ocnen der Handlungsgchülfe der in der Konkurrenzklausel cnthal- tenen Beschränkung seiner persönlichen Freiheit sich unterwerfe, weil er im Geschäfte des Prinzipals sein weiteres Fortkommen erhalten soll. Dies treffe hier aber nicht zu. Denn mit dem Vertrage vom 21. Januar 1993 sei daS Dienstverhältnis zwischen S. und B. auf- gelöst worden und gleichzeitig die Konkurrenzklausel ln Kraft ge- treten. Infolgedessen habe der Kläger diesen Vertrag nicht als Handlungsgehülfe des Beklagten, sondern als Kaufmann im Sinne SeS§ 1 des Handelsgesetzbuchs abgeschlossen, weil der Kauf deS Falkcnberger Geschäfts zur Verwirklichung seiner Absicht, ein Handelsgewerbe zu betreiben, bestimmt gewesen sei. Der Bertrag falle somit also nicht unter die Borschrift des 8 74 des Handelsgesetz- buchs._ Zum Arbeitsvertrag der Firma Zeitz. Am Dienstag spielte sich vor dem Jenenser Gewerbegericht ein interessanter Prozest ab. Es klagte ein Hulssarbeiter, der von der Firma plötzlich entlassen worden war, weil er sich zum Nachteil der Betriebskrankenkasse eines Betruges schuldig gemacht haben sollte. Er verlangte von der Firma eine Entschädigung in Höhe von 468 M. Das Statut der Carl Zeist-Stiftung gewährt den in künd- baren Verträgen stehenden Beamten, Geschäftsgchülfen und Ar- beitern der Stiftungsbetriebe einen klagbaren Anspruch gegen ihre Firma aus Gewährung einer Entschädigung für Verlust ihrer Stel- lung. wenn Auflösung des Dienstverhältnisses seitens der Firma erfolgt, ohne daß sie zur Fortsetzung der vertragsmäßigen Tätigkeit unfähig geworden sind oder ihrerseits schuldbare Veranlassung zur Bertragsauflösung gemäß besonderer Bestimmungen dieses Statuts gegeben haben. Diese Entschädigung hat in jedem Fall nicht weniger zu betragen als die Summe des festen Zeitlohnes oder Gehaltes, auf welche der Betroffene bei Fortdauer seines Dienstverhältnisses für das nächste halbe Jahr nach seinem Austritt Anspruch gehabt hatte. Professor Abbe, der Begründer der Carl Zeitz-Stistung. wollte die Geschäftsangehörigen durch diese Abgangsentschädigung gegen eine willkürliche Entlassung, sowie gegen Arbeitslosigkeit in- folge schlechten Geschäftsganges schützen. Im vorliegenden Fall l>atte die Firma den Arbeiter entlassen, weil er während seiner Krankheit, für deren Dauer er Krankengeld bezog, häusliche Ar- beiten, wie Holzsägen, Holzhacken und dergleichen verrichtete. Schon vor Jahresfrist seien ihm Pslichtwidrigkeiten nachgewiesen und es sei ihm damals die sofortige Entlassung angedroht worden, wenn er sich wieder etwas zuschulden kommen laM. Die Zahlung der Ab- gangsentschädigung lehnte die Firma ab, weil der Arbeiter eine schuldbare Veranlassung zur Bertragsauflösung gegeben habe, „wegen Tatsachen, welche das Vertrauen auf zuverlässige Erfüllung der Dienstobliegenheiten oder auf ehrliche Wahrung anvertrauter Interessen der Firma in Frage stellen müssen". Das Gcwerbegericht verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung von insgesamt S13,S0 M.(Entschädigung von 4 M. pro Tag bis zum Ablauf der Kündigungsfrist und Abgangsentschädigung laut Stif- tungsstatut.) Das Gewerbegericht vertrat die Auffassung, daß in dem Verrichten von häuslicher Arbeit während der Krankheit ein strafrechtlicher Betrug nicht zu erblicken sei. Die übrigen Pflicht- Widrigkeiten liegen andcrthaalb Jahre zurück; nach so langer Zeit könne die Firma aus dem Vergehen des Arbeiters keine Konse- quenzen gegen ihn ziehen. Dah der Kläger sich während der Krank- heit in unerlaubter Weise mit häuslichen Arbeiten beschäftigte, sei erwiesen, diese Tatsache sei aber nicht ausreichend, um dem Eni- lassenen die Abgangsentschädigung vorzuenthalten. Es komme nur eine Ucbertretung der Krankenvorschriften in Betracht. Das Ver- halten des Klägers sei auch nicht ein derartiges, daß es„das Ver« trauen auf zuverlässige Erfüllung der Dienstobliegenheiten oder auf ehrliche Wahrung anvertrauter Interessen der Firma in Frage stellen" müsse. Das Urteil entspricht der sozialen Ansicht, die Professor Abbe zu seinen Lebzeiten vertreten hat und von denen die von ihm ent- worfenen Statuten beseelt sein sollten. GewerK rcbaftUcbce. Zum Kampf im Baugewerbe. Die BauhülfSarbeiter wehren sich sehr energisch gegen den Abzug, der ihren Lohn auf 45 Pf. pro Stunde herunterdrücken soll. Letzten Sommer wurden auf Bauten in Groß-Berlin den Bau- arbeitern nicht selten 65 und 60 Pf. bezahlt. 55 Pf. galt als ge- ringer Verdienst, und jetzt soll gar 45 Pf. die Regel werden. In vielen Fällen hat die kräftige Opposition der Arbeiter schon Er- folge gezeitigt, und verschiedene Unternehmer haben ihren Ver- such, den Lohn so tief zu drücken, wieder aufgegeben. Die meisten verlassen sich auf die herrschende Arbeitslosigkeit und die dadurch bedingte Nachgiebigkeit und Schwäche der Arbeiter. Wo sie aber die erwartete Nachgiebigkeit nicht an- treffen, da haben sie oftmals Bedenken, es auf einen offenen Kampf ankommen zu lassen, und sie sind überrascht, sobald sie merken, daß die Arbeiter trotz der herrschenden ungünstigen Ver- Hältnisse energisch mit Bausperren vorgehen und auf den alten Lohn bestehen. Der Arbeitsnachweis der Unternehmer funktioniert nicht ganz nach Wunsch. Gewiß melden sich genug Leute, sangen auch an zu arbeiten, aber gewöhnlich hören sie bald wieder auf. Manchem ist für den billigen Lohn die Arbeit gar zu schwer, andere aber wollen ihre Kameraden nicht verraten und lassen sich leicht überreden, von den gesperrten Bauten wieder zurückzutreten. Die Zimmerer haben die Verteilung von Handzetteln bei solchen Gelegenheiten sehr vorteilhaft gefunden. Den Zimmerern gegenüber sind die Unternehmer überhaupt noch etwas vorsichtiger mit den Lohnreduktionen, wenn sie auch beständig auf jede Ge- legenheit lauern, ihre Pläne durchzuführen. In einigen Fällen haben Bauspcrren von Stunden oder halben Tagen ge- nügt, um die Unternehmer zu veranlassen, ihre Reduktionen zurück- zunehmen. Wo aber die Unternehmer glaubten, die Arbeiter seien schwach, mutlos und zur Nachgiebigkeit geneigt, da wurden sie stets rücksichtslos und zögerten mit den Reduktionen der Löhne nicht. UebrigenS stoßen die Bauunternehmer auch bei ihren Auftrag. gcbern auf Widerstand. Ein Teil der Bauherren will es sich nicht gefallen lassen, daß ihre Bauten wegen des Lohnabzuges liegen bleiben. Sie berufen sich darauf, dah sie ihren Bauvertrag unter den alten Lohnbedmgungen abgeschlossen hätten und dah die Streikklausel, soweit sie vereinbart ist. für sie keine Gültigkeit haben könne, da eS sich nicht um einen Angriff der Arbeiter. sondern um einen solchen der Unternehmer handele. Vermutlich handelt es sich dabei kaum um die Absicht, den Bauarbeitern bei- zuspringen, viel wahrscheinlicher um die, noch nachträglich an den gemachten Lohnabzügen durch Vertragsänderung selbst zu partizipieren. Da eS den Bauunternehmern aber wirklich egal sein kann, ob sie den Arbeitern höhere Löhne zahlen oder bei ihren Auftraggebern niedrigere Preise erzielen, so dürften sie bei solcher Sachlage vielleicht den Appetit an der Lohnreduktion ver- lieren. Die Dresdener Zimmerer haben nun auch, wie bereits die Maurer, in einer am Donnerstag stattgefundenen, von zirka 1200 Personen besuchten Versammlung den Mustertarif des Ar- beitgeberverbandes einstimmigabgelehnt. In einer langen Debatte erklärten sich alle Redner mit aller Entschiedenheit gegen ein derartiges Monstrum von Vertrag. Nachdem nun diese beiden starken Organisationen den Tarif einmütig abgelehnt haben, dürfte den Arbeitgebern wohl etwas anders zumute werden. Sie haben noch immer geglaubt, die Arbeiterschaft würde auf diesen Muster- tarif eingehen. Wenn nun die Arbeitgeber an den Berliner Scharfmacher- beschlüssen festhalten, dann kommt es in Dresden am t. April zu einer Aussperrung. Die Arbeiterschaft wird aber angesichts der Einmütigkeit oen Kampf mit Energie zu führen wissen. Die Dresdener BauhülfSarbeiter werden in den nächsten Tagen eben- falls ihr Urteil über den Tarif sprechen._ Berantw. Redakt.: Georg Davidk-bn. Berlin. Jnferatenteil verantw,: | ßerlln und vmg-egend. Fortschritte in der gewerkschaftlichen Einigung. Am Mittwochabend fand im„Gewerkschaftshaus" eine Ver- Handlung zwischen einer Kommission der Gewerkschaft der Maler und der Ortsverwaltung des Verbandes der Maler statt. Zweck dieser Verhandlung war, Bestimmungen festzulegen, unter welchen der Uebertritt zum Verbände vor sich gehen kann. Es wurden � folgende Bedingungen festgelegt. I Allen Kollegen, die länger als ein Jahr dem Lokalverbande i angehören, wird der Tag ihres Eintrittes in denselben ins Ver- ' bandsbuch eingeschrieben. Gehören die Kollegen dann dem Verbände«in Jahr an, so wird ihnen die ganze Zeit ihrer Zugehörigkeit zur Organisation (auch die Zeit im Lokalverband) angerechnet und sie erhalten die dementsprechenden Unterstützungssätze. Die Rechte zum Bezug der Streikunterstützung erhalten die Kollegen sofort beim Uebertritt. Die Kollegen, die erst kurze Zeit der Lokalorganisation ange- hören, treten als neue Mitglieder dem Verbände bei; jedoch sind dieselben vom Eintrittsgeld befreit. Obige Bedingungen haben bis zum 15. April Geltung. Wer nach dem 15. April 1008 übertritt, kann nur als neues Mitglied aufgenommen werden und haben obige Bedinaunaen keine Geltung._ Die Bautischler hielten am Donnerstag eine Vertrauens- männerversammlung ab, welche über die Art der Arbeits- vermittelung im Bautischlerberuf diskutierte. Die Erörterungen gingen davon aus, dah es bei den Bautischlern und Einsetzern von jeher üblich war, sich unter der Hand, durch Umschau, Arbeit zu suchen. Mit diesem Brauch rechnen auch die Arbeitgeber. Unter solchen Umständen ist es erklärlich, dah der paritätische Arbcitsnach- weis für die Holzindustrie von der Baubranche sehr wenig benutzt wird, worüber sich Mitglieder anderer Branchen des Holzarbeiter- Verbandes schon oft beklagt haben. In der Versammlung wurde hervorgehoben, dah sich das Arbeitsuchen unter der Hand in der jetzigen Zeit der großen Arbeitslosigkeit besonders stark bemerkbar macht. Wer beim Umsöbauen vom Glück begünstigt ist, findet bald wieder Arbeit, während andere Kollegen lange Zeit arbeitslos bleiben. Ein Beschluß Ur Branct<, nur den Arbeitsnachweis zu benutzen, würde erfolglos bleiben, weil die Unorganisierten, die Angehörigen anderer Organisationen, sowie die Kollegen in den Vororten einen solchen Beschlutz nicht befolgen würden. Um zu verhindern, dah ein Teil der Kollegen durch besonders lange Ar- beitslosigkeit schwer leidet, wird eine indirekte Benutzung des Ar- beitsnachweises empfohlen. Den in Arbeit stehenden Bautischlern und Einsetzern wird zur Pflicht gemacht, dem Arbeitsnachweis mit- zuteilen, wenn etwa in ihrer Werkstatt Arbeitskräste eingestellt werden sollen, damit dann solche Kollegen, die schon lange arbcits- los sind, sich um die betreffenden Stellen bewerben können. Ein Erfolg der Einmütigkeit. Die Speichereiarbeiter befinden sich in einem Ab- Mehrkampf gegen beabsichtigte Lohnkürzungen. Ihre Tarifverträge sind am 1. April abgelaufen und von den Unternehmern gekündigt worden. Diese versuchen. jetzt, den Lohn und die Akkord- preise herabzusetzen. Die Arbeiter, die schon erwogen hatten, ob sie nicht einen Stundenlohn von 60 Pf. im neuen Tarifjahr fordern sollten— bisher wurden' 55 Pf. bezahlt—. beschlossen in Anbetracht der schlechten Lage im allgemeinen keine neuen Forderungen aufzustellen, auf keinen Fall aber wollen sie sich noch Kürzungen gefallen lassen. Sie beauftragten eine Kommission, noch vor?tb- lauf der Kündigungsfrist mit den Unternehmern zu verhandeln, um den Tarif zu verlängern. Ein Teil der Unternehmer war bei den Verhandlungen vertreten, aber diese wollten nur auf neue Verträge eingehen, wenn der Stundenlohn um 5 Pf. und die Akkordlöhne entsprechend gekürzt würden. Andere legten neue Tarife mit ganz unannehmbaren Bedingungen vor. Die Frankfurter Güter-Eisenbahn-Gesellschaft, Breslau, mit einer Agentur in Berlin, wurde zuerst ins Treffen gegen die Arbeiter geschickt. Sie hatte bisher dieselben Löhne wie in an- deren Betrieben gezahlt, kürzte dann plötzlich die Preise für die Tonne Getreide um 10 Pf., das bedeutet bei regulärer Beschäf- tigung einen wöchentlichen Lohnausfall von 21 M. für eine Kolonne von 5 Mann. Das sahen die Arbeiter, 18 Mann, eine Woche mit an, dann traten sie geschlossen am Montag, den 16. März, in den Streik. Vier große Kähne, schwer beladen, lagen an der Fruchtstrahe am Spreeufer. Der Vertreter der Gesellschaft versuchte Streikbrecher zu gewinnen, er zog 10 Mann heran, die aber bald wieder die Arbeit niederlegten, von den Streikenden dazu veranlaßt. Nach drei Tagen hatten die Strei- kenden durch ihre Einmütigkeit gesiegt. Am Donners- tag früh erklärte sich die Firma bereit, die alten Löhne weiter- zuzahlen. Den ersten Vorstotz haben die Unternehmer verloren und nehmen sich hoffentlich ein warnendes Beispiel daran! Als Vorbild sollten sie sich die Firma: Getreidespeicher Lagerhaus Südost, Berlin, I. P. Wissinger, nehmen, die in der Abteilung Samenhandlung 18 Arbeitern eine wöchentliche Zulage von 2 M. gewährte, als die Arbeiter wegen einer Lohnerhöhung bor- stellig wurden� so daß sie jetzt statt 26—28 M. 23—30 M. ver- dienen._ Deutfcbes Reich. Tarifverhandlungen in der Holzindustrie gescheitert. Die Vertragsverhandlungen in Magdeburg zwischen dem Deutschen Holzarbeiterverbande und dem Arbeitgeberschutzverband für die deutsche Holzindustrie sind nach achtstündigen Verhandlungen von den Arbeitnehmervertretern als resultatlos abgebrochen worden. An den Verhandlungen nahmen teil autzer je drei Magdeburger Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern der jetzige stellvertretende Zentralvorsitzende des Holzarbeiterverbandes und Gauvorsteher Bauer und vom Arbeitgeberschutzverband der Hauptvorsitzcnde Rahardt-Berlin. Autzer einigen geringen Zugeständnissen neben- sächlicher Art wurde über den wichtigsten Punkt, Stundenlohn- erhöhung, keine Verständigung erzielt. Die Arbeitgeber wollten nur für das zweite Vertragsjahr I�H Pf. und für das dritte 1 Pf. Zulage pro Stunde bewilligen. Alle Hinweise der Arbeitnehmer- Vertreter, daß in anderen Städten, z. B. wie Spandau, ein Durch- schnittslohn pro Stunde von 52 bis 54 Pf. bei einer 54- bezw. 53stündigen Arbeitszeit gezahlt werde, in Kiel sogar 56 Pf. und vom 1. April ab 58 Pf., konnten die Arbeitgeber zu keinem weiteren Entgegenkommen bewegen. Diese erklärten sogar:„Mehr wird nicht bewilligt, wir fürchten uns nicht vor einem zweiten Kampfe!" Ueber die Verkürzung der Arbeitszeit konnte nicht verhandelt werden, weil hierüber die Klassifizierungs- kommission zu entscheiden hat. Da also eine weitere Lohnzulagc nicht zu erreichen war, lehnten die Arbeitervertreter eine weitere Verhandlung ab. Zu diesen resultatlos verlaufenen Verhandlungen nahmen sechs äußerst zahlreich besuchte BezirkSversamm» l u n g e n der im Holzarbeiterverbande organisierten Arbeiter Stellung. In den Versammlungen wurde allgemein schon für das erste Jahr eine Lohnzulage verlangt und überall einstimmig folgende Resolution angenommen: „Die Versammelten nehmen Kenntnis von dem dem Arbeit- geberschutzverbande am Dienstag, den 10. d. M. unterbreiteten neuen Vertrage. Die darin stipulierten Forderungen werden als das mindeste dessen angesehen, was den augenblicklichen Teuerungs- Verhältnissen entsprechend gezahlt werden muß. Mit diesen Foroe- rungen bleiben die Magdeburger Kollegen noch weit hinter den- jenigen von Hannover, Leipzig, Kiel, Bremen usw. zurück und be- dauern, dah die Unternehmer so wenig Entgegenkommen gezeigt haben, dah die Verhandlungen abgebrochen werden muhten. Die Versammelten sprechen der Verwaltung auch ferner ihr Vertrauen aus und erwarten von ihr, dah bei den eventuell noch zu führenden �Glocke. Berlin. Druck».Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanktait~ 'Verhandlungen die Rechte der Magdeburger Kollegen in jeder Be» zichung gewahrt werden. Ein Kampf wie 1005 soll vermieden werden, aber nur unter Wahrung unserer Ehre als vertrag- schließende Partei. Die Versammelten sind aber auch bereit, jedes Opfer zu bringen, sollte der Schutzverband uns Bedingungen auf» zwingen wollen, die den heutigen Verhältnissen nicht entsprechen. Deshalb wird jedem Kollegen die Stärkung der Organisation zur Pflicht gemacht, denn nur hierin liegt unsere Macht." � Wie in diesen Versammlungen mitgeteilt wurde, finden die Schlutzverhandlungen für alle Orte, wo eine Verständigung nicht zu erzielen war, am 25. und 26. d. M. in Leipzig statt, und zwar zwischen den beiden Zentralvorständcn unter dem Vorsitz des früheren Handelsministers v. Berlepsch. Unternehmcrterrorismus. Mit welchen schmutzigen Mitteln Kapitalisten jede Regung deS Proletariats gewaltsam niederzuhalten suchen, wurde wieder einmal durch eine Gerichtsverhandlung vor dem Schöffengericht zu Lörrach in Baden enthüllt. Ter dortige Geschäftsführer des deutschen Textilarbeiterverbandcs hatte im Herbst vorigen Jahres im Wiesen- thal ein Flugblatt verbreitet und darin u. a. auch gesagt, die „Spinnerei und Weberei Steinen A.-G." habe im Jahre 1006 einen Reingewinn von 601 M. pro Arbeiter verdient. In diesem Zu- sammenhang war das Wort„herauspressen" gebraucht. Der Direktor der Gesellschaft, Köchlin, fühlte sich beleidigt und klagte. Durch die Verhandlung wurde zunächst festgestellt, dah die Angabe des Rein- gewinns nicht richtig ist. Das Unternehmen setzt sich aus 2 Fabriken zusammen, eine in Steinen mit 560 Arbeitern und eine in Maul- bürg mit 420. Der Gauleiter Gsell, dessen öffentlich publizierten Angaben die Zahlen des Reingewinns entnommen waren, hatte von der Existenz der zweiten Fabrik in Maulburg keine Kenntnis und infolgedessen seinen Berechnungen nur die Arbeiterzahl der Fabrik in Steinen zugrunde gelegt. Als Zeugen waren zwei Direktoren des Unternehmens, der Gauleiter Gsell und der christliche Gewerk» schaftssekretär Kiefer geladen. Festgestellt wurde, daß die Direktion in Maulburg sich von den Arbeitern ein Schriftstück unterzeichnen lieh, wodurch sie sich verpflichten, aus dem Textilarbeiter- verband auszutreten; dah Arbeiter, welchen die Arbeit gekündigt wurde, auch gleichzeitig die Fabrikwohnung räumen müssen; dah die Eltern gezwungen werden, ihre Kinder in der gleichen Fabrik zu beschäftigen, anderenfalls ihnen mit Kündigung gedroht wird; dah den Arbeitern pro Zahltag mehr für Hauszins abgezogen wird, als sie zu bezahlen haben. Das zu Unrecht inne- behaltene Geld wird den Arbeitern erst am Jahresschlutz ohne Zinsen ausgezahlt. Es wird dort die Praxis geübt, den Miets- betrag in allen Fällen noch oben auf die volle Mark abzurunden. Der Verteidiger berechnete den Betrag auf jährlich zirka 13 000 M. Weiter wurde die Existenz schwarzer Listen festgestellt. Einer der Herren Direktoren erklärte als Zeuge:„Es gibt Listen, die sich die Arbeitgeber gegenseitig mitteilen, wenn sich ein Arbeiter unbot- mähig aufführt. Was unter unbotmäßiger Aufführung verstanden wird, ergab die Aussage des christlichen Gewerkschaftssekretärs Kiefer. Dieser hatte bis 1006 in dem Betrieb gearbeitet, mit ihm feine Eltern. Seine Mutter war 32 Jahre in dem Betrieb be» schäftigt. Kiefer hatte sich organisiert und schliehlich eine begründete Beschwerde an die Fabrikinspektion geschrieben. Er kam in Ver- dacht der Missetäter zu sein, wurde mit„Saubube" tituliert und entlassen. Mit ihm wurden seine ganz unbeteiligten Eltern auf die Straße gesetzt. Der als Zeuge ver- nommene Direktor wollte anfangs nicht mit der Sprache heraus. Er meinte, der Vater sei wegen Krankheit entlassen worden.„Aber warum ist die Mutter entlassen worden?" Der Direktor wollte cS nicht mehr wissen. Erst nach den eindringlichen Fragen des Vor- sitzenden:«Antworten Sie, warum ist das alte Mütterchen entlassen worden?", sagte er zögernd: Nachdem Kiefer entlassen war, habe man halt auch der Mutter gekündigt. Der Verteidiger, Rechts- anwalt Grumbach-Freiburg, erklärte sofort, es sei somit festgestellt, dah die Firma sogar die Eltern brotlos mache, deren Kinder von dem Koalitionsrecht Gebrauch machen. Die Verhandlung endete nach diesen Feststellungen mit der Freisprechung des Ange- klagten. Der Freispruch wurde im Zuschauerraum mit lebhaftem Beifall begrüßt, was der Vorsitzende rügte. Dem Angeklagten wuvdo der Schutz des 8 103 zugebilligt. Hushmd. Der Fetisch von Paris. Paris, 20. März. Bei einem Bankett der Pariser Textilindu, striellen hielt der President des Syndikats des Baugewerbes, Soule, eine Rede, in der er den anwesenden Handelsminister Cruppi um Schutz gegen den allgemeinen Arbeiterverband ersuchte, durch dessen zügellose„Streikhetzereien" die Bautätigkeit seit Jahresfrist fast ununterbrochen gestört worden sei. Wenn die Unternehmer von den Arbeitern, die bedauerlicherweise blindlings den Weisungen des revolutionären Arbeiterverbandes gehorchen, nicht entsprechende Zu» geständnisse erhalten sollten, so würden sie zu Beginn des nächsten Monats sämtliche Arbeiter aussperren. Der Handelsminister ant- wartete, er halte es in der Tat für notwendig, einem so„maßlosen demagogischen Treiben" entgegenzutreten.— Dem„Echo de Paris" zufolge würden, falls die Unternehmer ihre Drohung verwirklichen sollten, in Paris und Umgegend über 200 000 Arbeiter bcschäfti- gungslos werden. Letzte JVacbnchten und Deperdm Sympathie-Resolution für die ReichstagI-Journalisten. München, 20. März.(W. T. B.) Der Vorstand des Münchener Journalisten- und SchriftstellervereinS beschloß, den Journalisten der Reichstagstribüne folgende Kundgebung zu über» Mitteln: „Die Vorstandschaft des Münchener Journalisten, und Schrift» stellervereinS bekundet den Kollegen von der Reichtstagstribüne ihre lebhafte Zustimmung zu dem Protest gegen die schwere Be- lcidigung aus der Mitte des HauseS." Zwei schwere Betrüger. Elbing, 20. März.(W. T. B.) Wie die„Elbinger Zeitung" meldet, verurteilte daS hiesige Schwurgericht den ehemaligen Direktor der Marienburger Privatbank, Wölke, wegen betrüge. rischen Bankerotts. Unterschlagung von Depots, Bilanzfälschung und Beiseiteschaffung von Vermögensobjekten zu 10 Jahren Zucht. Haus, und den früheren Prokuristen der Bank, Schneider, wegen Beihülfe zu 5 Jahren Gefängnis. Die russischen Gefängnisse find voll. Petersburg, 20. März.(W. T. B.) Die Duma nahm heute in erster Lesung einen vom Justizminister eingebrachten Gesetzentwurf an, welcher die bedingte Freilassung vor Ablauf des Endtermins der Haft zur Einführung bringt. Hirnlose Lügengespinste._ London, 20. März.(B. H.) Eine Verschwörung fön Arbeitslosen in Manchester wurde durch einen Verschworenen verraten; vier Rädelsführer wurden verhaftet. ES war beabsichtigt, Eigen- tum zu zerstören, einen Beamten aufzugreifen und Bomben in die Stadthalle zu werfen. Ein Verhafteter gab als Grund die Ab- lehnung des Arbeitslosenantrages durch die Regierung an. Der deutsche Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemo- kratie und zur Verleumdung der Arbektcrschaft scheint in England Filialen errichtet zu haben.... Laul Singer ch Co., Berlin LW. Hierzu 3 Beilage»».llnterhaltnngSbl. Nr. 69. 25. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Abgeordnetenbaus. 58. Sigung vom Freitag, den 20. März 1908, bormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Beseler, Dr. Holle. Der Gefeßentwurf über die Erweiterung des Stadtkreises Serne wird in erster und zweiter Beratung angenommen. Dann wird die Beratung des Kultusetats fortgesetzt. Abg. v. Brandenstein( t.) begründet einen Antrag, die Staatsregierung zu ersuchen, für Ausbildung und Heranziehung von weiblichen Lehrkräften für den Elementarunterricht in weit stärkerem Maße als bisher Sorge zu tragen. tommt. Kultusminister Dr. Holle: Die Verwendung von Lehrerinnen an den Volksschulen hat sich durchaus bewährt, und das Streben der Verwaltung muß auf eine stärkere Verwendung von Lehrerinnen gerichtet sein. Ausscheiden muß ihre Verwendung an einklassigen Schulen, an zweiklassigen fann sie nur insoweit stattfinden, als keine volle Beschäftigung der zweiten Kraft in Frage Die Abgg. Glattfalter( 3.) und Ernst( frs. Vg.) erklären die Zuftimmung ihrer Parteien. Ebenso Abg. Rosenow( frs. Vp.), der die Notwendigkeit der Vermehrung der staatlichen Lehrerinnenseminare betont. Weiter weist er darauf hin, daß die August a schule in Berlin, die kürzlich eine jüdische Schülerin zurückgewiesen habe, in den siebziger Jahren durchaus einen paritätischen Charakter gehabt habe. Minister Dr. Holle erwidert, daß der Leiter der Augustaschule erflärt habe, diese sei stiftungsgemäß eine evangelische Schule, die Frage unterliege zurzeit einer Prüfung. Nachdem die Abgg. Lusensty( natl.) und v. He hting( t) den Antrag v. Brandenstein befürwortet haben, wird dieser angenommen. Ein Antrag des Abg. Dr. v. Wohna( ft.) auf Bereitstellung von Mitteln für die Errichtung einer Versuchsstation zur Erforschung der industriellen Verwertung der Moore in Angliederung an die Technische Hochschule in Hannover wird nach kurzer Debatte an die Budgetkommission verwiesen. Der Kultusetat wird bewilligt, ebenso der Etat der Verwaltung der Zölle und indirekten Steuern. Es folgt der Etat der Seehandlung. Abg. Eickhoff( frs. Vp.) wendet sich gegen den Vorwurf, daß Freifinnige und Sozialdemokraten stets Schildhalter des Großfapitals gewesen seien. Er, Redner, habe sich niemals als solcher betätigt, und er fönne nur mit dem bekannten Wort antworten: Majestät, Sie überschätzen mir!( Heiterkeit und Beifall links.) Auf eine Anfrage des Abg. Dr. Crüger( frs. Vp.) antwortet Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Die Dampfmühlengeſellschaft in Mrodzan hat nicht 100 000 aus einem Fonds, sondern lediglich 20 000 m. aus dem Allerhöchsten Dispositionsfonds erhalten. Die Angelegenheit der Nordischen Stahlwerke ist noch in der Schwebe. Abg. Dr. Arendt( ft.) verteidigt seine währungspolitischen Anfichten. Abg. Dr. Crüger- Hagen( frs. Vp.): Sie( nach rechts) wenden sich immer nur gegen das mobile Großfapital, aber nicht gegen den immobilen Großgrundbesig. Daß die liberale Bresse vom Großtapital abhängig sei, für diese Behauptung werden Sie( nach rechts) kaum einen Beweis erbringen können. Herr Arendt ist vom Abg. v. Zedlig als Jeremias auf den Trümmern Jerufalems verglichen worden und vom Abg. Caffel mit Bileams Esel in Vergleich gestellt worden. Ich überlasse Herrn Arendt, sich den passenden Propheten auszusuchen.( Heiterkeit und Bravo! links.) Der Etat wird bewilligt. Beim Etat des Finanzministeriums bringt Abg. Eickhoff( fri. Vp.) einen Fall zur Sprache, in dem einen in Heidelberg wohnenden Pensionär, wenn er seine Quittung erst am Ende des Monats einsende, seine Pension oft erst in der Mitte des nächsten Monats erhalte. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben erklärt sich bereit, den erwähnten Fall zu prüfen. Der Etat wird bewilligt. Beim Justiz etat flagt Abg. Krause- Waldenburg( ft.) über den langsamen Gang der Strafverfahren. Namentlich wenn es sich um die Eins Teitung bon Strafverfahren gegen Teilnehmer an Straßens demonstrationen handle, müsse im Interesse des Ansehens der Staatsregierung und der Parlamente gegen die Elemente, die die Ordnung stören, schnell vorgegangen werden.( Beifall recht 3.) Justizminister Dr. Beseler: Jch stehe vollkommen auf dem Standpunkt des Vorredners. Es ist eine Lücke in unserer Geseb gebung, daß ein schnelles Einschreiten nicht immer möglich ist. Hoffentlich wird bei der Neuordnung des Strafverfahrens eine wesentliche Besserung der Verhältnisse eintreten.( Beifall.) Nach Kleines feuilleton. Sonnabend, 21. März 1908. den mir gewordenen Mitteilungen sind nach den Straßendemonstrationen Entgegenstehende Vereinbarungen sind nichtig." Gegen die sozial im Januar innerhalb 4 Tagen 17 Anklagen erhoben worden, es ist demokratischen Stimmen wurde aber auch folgender nationalmit möglichster Schnelligkeit vorgegangen worden. Bei liberaler 8ufa gantrag genehmigt:" Die Verpflichtung zur schweren Anklagefällen wird eine längere Untersuchung notwendig Innehaltung der ortsüblichen Kündigungsfrist besteht jedoch nicht im sein.( Beifall rechts.) Falle des Betruges, der Unterschlagung, des Diebstahls, der Brand stiftung und des Versuchs, Fabrikgeheimnisse zu verraten oder im Falle der Verleitung zu derartigen Vergehen." Abg. Dr. Beumer( natl.) rügt den Ton, der in VorLadungen der Amtsgerichte Frauen gegenüber angeschlagen wird, die sich in den Dienst der freiwilligen Vormundschaft stellen. Ein Antrag des Abg. Behrens ausdrücklich festzulegen, daß eine Der Ton erinnere an den Kasernenton. Veränderung richtig ist, die den Besuch oder Mitwohnen von Vers Minister Dr. Beseler: Es sind Verfügungen ergangen, wandten des Wohnungsinhabers für den Fall verbietet, daß wonach das Publikum von den Gerichten angemessen und freundlich die Verwandten nicht bei dem Unternehmer arbeiten, wurde behandelt werden soll. Vielleicht empfiehlt es sich, eine allgemeine zurückgezogen, weil allseitig erklärt wurde, daß eine solche VereinRevision der Formulare vorzunehmen.( Beifoll.) barung schon heute nichtig ist, da sie aegen die guten Sitten verstößt, Abg. Baensch- Schmidtlein( t.) kommt auf den in der zweiten und weil diese Ansicht im Protokoll Aufnahme finden soll. Lesung von ihm zur Sprache gebrachten Fall zurück, in dem eine arme Frau wegen angeblicher Berausgabung von Preise als den Anschaffungs- oder durchschnittlichen Selbstkosten die Die Vorschrift in§ 115 Absatz 2, nach der zu einem höheren falschem Gelde verfolgt worden ist. Wenn der Vertreter Wer abfolgung von Werkzeugen und Stoffen für des Magistrats in der Stadtverordnetenversammlung Görlitz einen in Akkordarbeiten zulässig sein soll, wenn derselbe den ortsVorwurf gegen ihn erhoben habe, er unter dem Schuße der Immunität den Fall besprochen habe, so strichen. Interessant hierbei ist, daß die Einfügung dieser jetzt geweil üblichen nicht übersteigt und im voraus vereinbart ist, wurde gehabe er dies erst getan, nach dem er dem Ministerium Mit- strichenen Bestimmung im Jahre 1891 auf einem Antrage des teilung davon gemacht habe, und er sei auch bereit, außerhalb des nationalliberalen Abgeordneten Möller beruhte. Vergeblich wurde Hauses seine damaligen Ausführungen zu widerholen. Der Frau sei er damals insbesondere von sozialdemokratischer Seite bekämpft. vom Ministerium die von ihr verlangte Genugtuung zuteil Der jetzt endlich angenommene Antrag auf Streichung ging von den geworden, und verschiedene Abgeordnete hätten ihm Geld für die Frau gegeben. Er sei auch zur Entgegennahme weiterer Mittel bereit.( Beifall.) Der Justiz etat wird genehmigt. Der Etat im ganzen wird angenommen, ebenso das Etatsgesetz. Einem Antrage Hobrecht( natt.), der von allen Parteien unter ftügt ist, entsprechend, werden die sämtlichen eingegangenen Betitionen von Beamten, Geistlichen und Lehrern der Staatsregierung zur Erwägung überwiesen. - nationalliberalen Mitgliedern der Kommission aus: wäre die nationalliberale Fraktion 1891 den sozialdemokratischen Mahnungen gefolgt, so hätte die insbesondere für Heimarbeiter verderbliche Vorschrift nicht 17 Jahre lang Unheil anstiften können. Eine interessante Debatte entspann sich über einen zu§ 115 bon sozialdemofratischer Seite gestellten Antrag zur Verhütung des Umgehens der die Strafvorschriften einengenden Vorschriften durch Prämien und dergleichen. Die Augsburger Tertilfabrik, die Hallesche Maschinenfabrik und eine große Reihe anderer Großbetriebe haben Prämien, Tantiemen aber und dergleichen eingeführt, die für den Es folgt die Beratung des Antrages Dr. Arendt( ft.) und Ge- Fall zum Beispiel des Zuspätkommens, der Androhung bon noffen auf Regelung der Diäten der Abgeordneten und der Streits und dergleichen verwirkt sein sollen. Gegen diese Umgebung Freifahrkarten in gleicher Weise, wie diese Frage für die des Gesetzes wandte sich der Antrag, festzulegen:„ Als Lohn im Reichstagsabgeordneten geregelt ist. Sinne dieses Gesetzes gelten auch Prämien, Tantiemen und sonstigen Die Kommission beantragt unveränderte Annahme des Antrags. Geldbezüge, welche den Arbeitern versprochen oder in Aussicht gestellt Abg. v. Brandenstein( f.) begründet einen Antrag, in dem für sind." Der Antrag wurde von allen bürgerlichen Seiten bekämpft. den Fall der Annahme des Antrages Arendt eine Verfassungs- Er verstehe sich von selbst, er gehe zu weit, man dürfe die freie Veränderung verlangt wird. Weiter soll eine Freifahrkarte nur für die einbarung nicht beschränken Strecke zwischen dem Wohnsitz der Abgeordneten und Berlin gewährt Einwände. Er fiel mit allen gegen die Stimmen der Sozialdemo waren die gegen ihn vorgebrachten werden. Ein Geschenk aus der Staatstasse sei es, wenn dem Abgeordneten eine Freifahrkarte für ganz Preußen gegeben würde. Redner beantragt prinzipiell die zurückweisung des Antrages an die Kommission. Dieser Antrag wird abgelehnt. fraten. " Bei der Beratung über einige zum§ 115 Absatz 1 gestellten Anträge wurde die Debatte vertagt. Es will zu diesem Absatz ein sozialdemokratischer Antrag die gesetzliche Verpflichtung festlegen, all wöchentlich Lohn- und Abschlagszahlungen Abg. Dr. Arendt( ft.) befürwortet die Annahme seines Antrages. vorzunehmen: ein Zentrumsantrag will flar stellen, daß die Ver um eine Verfassungsänderung handle es sich nicht. Im Herrenhause pflichtung zur Barzahlung sich auch auf Stostenvorschüsse be feien die Freifahrkarten durch eine Verwaltungsmaßregel eingeführt zieht. Die nächste Sigung findet am 26. März statt. worden. Abg. Krause- Waldenburg( tf.) erklärt, daß er mit einer Anzahl seiner politischen Freunde gegen den Antrag Arendt stimmen werde. Wenn man nicht das Reichswahlrecht einführen wolle, so brauche man auch nicht die Diäten und Freifahrkarten für die Abgeordneten nach dem Muster des Reiches zu regeln. Aus Induftrie und Handel. Geschäftsabschlüsse der großen Banken. Die ungünstigen Geldverhältnisse des vorigen Jahres haben Abg. Dr. Porsch( 3.): Mit Argumenten, wie sie Herr naturgemäß auch das Ergebnis der Banten ungünstig beeinflußt, v. Brandenstein vorgebracht hat, schafft man einen folchen Antrag aber der erhöhte Gewinn den die Reichsbank erzielte, hat die Ver nicht aus der Welt.( Sehr richtig!) Die Verfassungsbedenten sind luste der anderen großen Banken nicht nur wieder wett gemacht, von der Mehrheit bei der Enteignungsvorlage und dem sondern noch überholt. Wir machen dazu folgende Aufstellung: Quellenschutzgesetz zurückgestellt worden; dann sollte man sie Aktienkapital Reingewinn in 1000 m. hier schon gar nicht erheben. in Millionen M. Abg. Pritsch( natl.) tritt namens der Mehrheit feiner Partei für den Antrag Arendt ein, ebenso Abg. Stroffer( f.) für die Minderheit seiner Partei. Damit schließt die Debatte. Der Antrag Arendt wird unverändert angenommen. Hierauf vertagt sich das Haus auf Montag 11 Uhr.( Quellenschutzgesetz, fleinere Vorlagen und Initiativanträge.) Schluß 5 Uhr. Parlamentarifches. Aus der Gewerbeordnungsnovellenkommission. Deutsche Bant Dresdner Bank Diskonto- Gesellschaft. Darmstädter Bank. Schaffhausener Bankverein Berliner Handelsgesellschaft Nationalbant. 200 1906 29 148 1907 30 319. 180 • 20 940 17 030 170 18 845 18 959 154 13 072 9 801 145 14 286 11 867 100 12 502 11 400 80 9 162 6159 85 • 7 224 6 036 54 4 377 8 510 80 6 726 7356 75 7 979 8665 60 6 568 6 675 60 4 660 5113 Busammen 1443 155 735 · • 143 748 . 180 40 263 • . 52 314 Zusammen 1623 195 998 196 062 Commerz- u. Diskontobant Mitteldeutsche Kreditbank Rhein- Westf. Diskontogesellsch. Bergisch- Märkische Bank. Essener Kredit- Anstalt Barmer Bant • Nach längerer Beratung gelangte die Kommission gestern zur Abstimmung über die Anträge zu§ 115, welche die Wohnungsfrage Reichsbant betreffen. Es wurde nach Ablehnung des gestern mitgeteilten sozialdemokratischen Antrages der Zentrumsantrag in folgender Fassung angenommen:" Wird von einem Gewerbetreibenden dem Der Reingewinn der aufgeführten Banken geht demnach pro Arbeiter eine Familienwohnung vermietet oder als Entlohnung über- 1907 noch um eine Kleinigkeit über das vorjährige Resultat hinaus laffen, so ist die Kündigung nur zum Schluß des Kalendermonats und stellt sich auf 12,08 Broz. des Grundkapitals, ausschließlich der zulässig. Sie hat mindestens am 15. des Monats zu erfolgen. Reichsbant, auf 9,96 Proz. Begeisterung, bis die Gläubigen jest wieder ausgezogen find, um die Gefahr nicht vor, da jedermanu weiß, daß er kein Roßtäuscher den Marsch ins Ungewisse aufs neue zu beginnen. sondern nur ein Roßgetäuschter ist. Humor und Satire. Die Duchoborzen auf dem Marsch. Aus New York wird be- Der Fremdenlegionär oder der glorreiche Unbekannte: richtet: Die Duchoborzen beginnen einen neuen Pilgerzug. Bei den Als ich aus dem Zuchthause ausbrach, ließ ich mir auch nicht seltsamen russischen Heiligen, die vor acht Jahren ihr Vaterland träumen, daß man mich eines Tages beauftragen würde, Marokko berließen, um im nordwestlichen Kanada fich anzusiedeln, regt sich zu zivilisieren. wieder jener wunderliche, von religiösen Wahnideen genährte Wandertrieb, der sie, in der Suche nach dem Heil, barDas Endziel( Der Führer zu den Truppen): Die fuß und unbekleidet durch die eisigen Schneewüsten Kanadas Republik gesteht Euch dieselben Vorteile zu, die der große Napoleon ziehen läßt, bis nach langen Monden die von Hunger und ſeinen Generälen bewilligte: Seid Helden, die Beute gehört Euch. Sette bon zur ... L'Assiette au beurre: Marokko. Notizen. Breslau in Preußen boran. Wir rieten hier vor einiger Zeit einem wildgebärdigen Bohemien, wenn er seinen Drang lauer Polizei wegen ihrer Verdienste um Kunst und Literatur zuerst nach Denkmalfezung durchaus nicht unterdrücken könne, der Breseins zu stiften. Wie sehr wir mit diesem Rate im Rechte waren, zeigt die neueste Heldentat Breslauer Kultur klärlich. Das Breslauer Landgericht, Abteilung Straffammer, die wir unter dem Begriff Bolizei mitversehen, hat uns nicht im Stiche gelassen. Sie führt ihren Kampf gegen die schamlose Kunst mit schönem Erfolge weiter. die lieblichen drei Grazien( aus dem Louvre), die herbe Männlichkeit des Früher hatte sie bereits Abbildungen der Venus von Giorgione verboten, eingezogen und bernichtet. Jetzt sind zu demselben Schicksale verdammt: Ares( aus Sammlung der Borghese), der Diskoswerfer und-Vegas Gruppe Kentaur und Nymphe", die im Zoologischen Garten zu Berlin die Welt unzüchtig vergiftet. Wenn es den Breslauer Nuditätenjägern ernst ist mit ihrer Aufgabe( und das muß man doch wenn man sich nicht strafbar machen will), so dürfen sie nicht bloß bei einer föniglich preußischen Behörde ohne weiteres annehmen, die unichuldigen Bildlein verfolgen. Auf zum Nachezug gegen die Originale, rufen wir ihnen zu, demoliert die Museen, schmeißt Begas in den Teich und verbietet die Nacktheit vom Mutterleibe an. - Die schredliche, die denkmallofe geit will für Heinrich Heine, der glücklicherweise auf diese Vermarmorung nicht angewiesen ist, noch immer nicht weichen. Das Hamburger Denkmalskomitee hat 21 000 m., der Berliner Ausschuß ebenso viel gesammelt. Man will weiter sammeln. Entbehrungen dezimierte Echar wieder zur Ruhe kommt und wieder ihre Arbeit aufnimmt, bis die nächste Wanderzeit über sie tommt. Stampfes in Sicherheit gebracht:) Seien wir froh, wenn wir ihn Der Vordermann.( Offiziere, die sich während des Als im Jahre 1900 taufende der Anhänger dieser eigenartigen alten loswerden, wir kommen nach ihm in der Avancementsliste. schon zur Zeit Peters I. traten sie auf und nannten sich „ die christliche Gemeinde der allgemeinen Brüderschaft" - Die höhere Notwendigkeit. Kolonialexpeditionen Rußland nach Kanada übersiedelten, überwies man ihnen einen find notwendig. Wie sollte ein Offizier sonst in die Lage kommen, 300 000 Acres großen Landesdistrikt seine Garnisonschulden zu bezahlen. Winnipegsee ain Solonisation und hier begannen die stillen, arbeitsamen Der sterbende Soldat: Für Schneider( den franAsketen ihr neues Leben. Aber die religiösen Exaltationen, zösischen Krupp), für Clemenceau, fürs Vaterland bin ich gedie das träge Blut der einstigen russischen Muschits zeit- fallen! weise zu leidenschaftlicher Erregung auflohen lassen, sind ihnen auch hier nicht fremd geblieben. Erinnerung, Zeit, Eigentum, alles Auch ein Tro ft.( Der Offizier zu den Verwundeten): scheint mit dem Ausbruch dieser Epidemie zu entschwinden, sie Die Altersversicherung der Arbeiter hätte bloß 272 Millionen gewerfen ihre Kleider von sich, und in Frost und Kälte fostet. Wieviel mehr hat man es sich kosten lassen, Euch fremde zitternd ziehen dann die fanatischen Scharen durch den Schnee Länder zu zeigen. dem Heil entgegen". Allumfassende Menschenliebe, Abtötung des Fleisches und der Leidenschaften, Gleichgültigkeit gegen das eigene Schicksal, Bereitschaft, zum Wohl der Menschheit zu- Der Arzt als solcher und der Professor leiden, und Liebe gegen ihre Verfolger, das ist das religiöse Nüst- schlechthin. Der famose Herr Stumpf, Entdecker der Pferde- Eine Biographie Tolstois, über dessen Gesundheitszeug, mit dem sie sich gegen das Leben wappnen, und das diese mathematik und derzeit Rektor der Berliner Universität, sucht sein zustand eben wieder bedrohliche Nachrichten umlaufen, wird, der Fanatiker der Tat alle Beremonien, Kirche, Priester, Sakramente furioses Verbot an die Studenten, über feruelle Fragen sich von Rebue" zufolge, in furzem unter dem Titel„ Meine Beziehungen und das äußere Zeichen des Kreuzes verwerfen ist. Die Führer anerkannten Fachmännern aufklären zu lassen, nachträglich zu recht zu Tolstoi und seine Tätigkeit als Schriftsteller" von seiner Frau der kanadischen Duchoborzen haben schon vor einiger Zeit die fertigen.( Der akademische Senat, der nicht gescheuter scheinen will, herausgegeben werden. Frau Tolstoi ist immer die Sekretärin ihres Notwendigkeit einer neuen Suche nach dem Heile angekündigt. Die oder auch nicht ist als sein Rektor, stimmt mit ihm einstimmig, Mannes gewesen, hat sein literarisches Schaffen beobachtet und ihm Gläubigen sollten ihre Kühe verkaufen; es geschah. Sie sollten ihre nachdrücklich und vorausseßungslos überein.) Herr Stumpf erklärt ratend zur Seite gestanden, und sie hat die Veröffentlichung beHühner verkaufen; es geschah. Dann fam eine Verordnung, die ihnen also, daß er dem Arzt nicht ohne weiteres, nicht schon kraft seiner trieben. verbot, mehr Kleidungsstücke als ein einfaches Hemd zu besigen, die medizinischen Bildung und Praxis die Qualifikation zuerkenne, als Eine chemische Reichsanstalt nach dem Vorbilde Uhren wurden abgeliefert, um den Zeitbegriff in ihrer Vorstellung Lehrer der Ethik zu wirken, aber hingegen und vielmehr leugne er der physikalisch- technischen Reichsanstalt ins Leben gu rufen, ist das zu ertoten. Grad um Grad stieg der religiose Fanatismus, die nicht, daß der Arzt im einzelnen Falle, bei spezieller Bertiefung usw. Biel eines besonderen Komitees, das in diesen Tagen in Berlin zuNahrung ward auf Wurzeln und Gemüse beschränkt und die zu ethischer Lehrwirksamkeit berufen sein könne. fammentrat. Es hat sich jetzt ein Verein Chemische Reichsanstalt" astetische Lebensweise, die schlechte Nahrung, die ungesunde Wohn- Bei den Aerzten Dr. Moll und Dr. Jwan Bloch trifft das aber gebildet, dem bereits ein Fond von 800 000. und jährliche Beis art, bei der Hunderte von Gläubigen zusammengepfercht in engem offenbar nicht zu, denn das Verbot bleibt bestehen. Wenn ein Nicht- träge in der Höhe von 34 000 M. zur Verfügung stehen. Man Raum schlafen und leben, rafften Erwachsene und vor allem Kinder philosoph diese offenbar philosophische Methode anwendete, so könnte hofft, mit Unterstüßung des Reiches noch in diesem Jahre einen zu Hunderten dahin. Immer höher schlugen die Wogen fanatischer I man von Roßtäuscherkünften sprechen, aber bei Herrn Stumpf liegt definitiven Plan aufstellen zu können. genommen. Syndikats- Tätigkeit. Bersammlungen Veranstaltungen. Tegel- Borsigwalde. Mittwoch, den 25. März, 19 Uhr, im Lokal des Herrn W. Fall, Tegel, Treskowstr. 11: General- Ver sammlung. Neuwahl des Gesamtvorstandes. Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaẞ. von Arbeitern gemieden wird. Herr Pape meldete das bem 122. März ist der Treffpunkt pünktlich 410 hr vor der National Die Breßglashüttenwerte gründeten in Dresden eine Polizeibeamten Johnecke. Dieser wies Genossen Landskron von Galerie. An der Führung können sich nur diejenigen beteiligen, die Vereinigung in Form einer Genoffenfchaft mit beschränkter Haftung dem Plak. Da der Polizist mit Festnahme drohte, wich der bereits mit Billetts versehen sind. und befchloffen einen sofortigen Preisaufschlag von 10 Proz. unter Bandrat, jebiger Polizeipräsident von Stubenrauch ab, da die Boykottposten der Gewalt. Eine Beschwerde lehnte der damalige Zugrundelegung der gegenwärtigen Mindestpreise. Bom Verbande deutscher Flaschenfabrikanten wurde 3offener Polizei die Befugnis hat, Boykottposten fortzuweisen. eine weitere Preiserhöhung von 50 Pf. pro 100 Flaschen bor- groben Unfugs. Das Zoffener Schöffengericht erhöhte diese Strafe Landskron erhielt ein Strafmandat in Höhe von 15 M. wegen Die Schrauben und Muttern fabriten haben die nach einer flammenden Rede des Amtsanwalts, Bürgermeisters Preise herabgesetzt, indem sie die Rabatte für Maschinenschrauben fratie auf 30 M. In der Berufungsinstanz beantragte der BerDr. Wirth, über Terrorismus und Zukunftstaat der Sozialdemoum 4 Proz., für Schloßschrauben und Muttern um 2 Proz. und für teidiger, Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, Freisprechung und Ueber- nukung für jedermann, SW., Megandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von Oeffentliche Bibliothek und Resehalle zu unentgeltlicher Be. In der Mühlenindustrie ist der Abschluß von Konventionen nahme auch der Verteidigungskosten auf die Staatstaffe, da nach 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. bollzogen. Neben der Regulierung der Kredit- und Zahlungs- liegen. Der Staatsanwalt trat dem Verlangen auf Freisprechung und Richtung aus. feiner Richtung die Kriterien einer strafbaren Handlung vor. In den Lefefälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art bedingnisse dem Hauptzwecke will man auch Einfluß auf die bei. Die Streffammer erhob den Antrag auf Freisprechung zum Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 22. März cr., vormittags Preise und die Mehlerzeugung selbst gewinnen. Bald wird Deutsch Erkenntnis, lehnte aber den weitergehenden Antrag ab, da es doch 8 Uhr, in der neuen Gemeindehalle, Bappel- Allee 15-17: Bersammlung land nach allen vier Himmelsrichtungen von einem Netz von Mühlen- nicht ganz ausgeschlossen gewesen sei, daß die öffentliche Ruhe ge- aula, Kleine Frankfurter Straße 6: mit freireligiöser Vorlesung. Sonntag, vormittags 10%, Uhr, in der Schulfartellen überzogen fein. In der weiterverarbeitenden Drahtindustrie sind die fährdet werden konnte und das ponizeiliche Einschreiten nicht völlig Dr. A. Gehrke: Am Webstuhl der Zeit". Damen und Herren als Gäste Kartellbestrebungen nach Erneuerung des Walzdrahtverbandes wieder Wie oft wird der Versuch sich wiederholen, gefeßlich gestattetes energisch aufgenommen worden. Einen hübschen Beitrag zum Terrorismus der Kartelle gegen Bohkottpoftenstehen in groben Unfug umzuwandeln? ungetreue Kunden liefert die Vereinigung der Damenwollstumpenfabrikanten. Die Herren beschlossen, von Konsumenten, die bei Dutsiders taufen, nachträglich einen Preisaufschlag von 10 Proz. gegen den ursprünglich vereinbarten Preis einzuheben. Mit diefer Rabatttlaufel glauben sie die Kundschaft an sich fesseln zu können. 1 fehr willkommen. Sof, --Vortrag von Herrn Professor Briefkaften der Redaktion. Fahrstuhl Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter ( E. H. 29 Hamburg), Filiale Berlin 3: Heute abend 9 Uhr bei Stayser, Reichenberger Straße 157. Filiale Berlin 4: Heute abend bei MerPferdewurst. komsfi, Andreasstr. 26. Filiale Berlin 6: Heute abend 29 Uhr bei Ertelt, Graun- und Gleimstraße( Ede). Pferdewurstschwindel in Lichtenberg" war ein Artikel in der 4,10 Uhr bei Gundlach, Waldenserstraße 24 Filiale Berlin 9: Heute abend Filiale Rigdorf: Heute Lichtenberger Boltszeitung" überschrieben, der Lichtenberger abend 9 Uhr bei Thiel, Bergstr. 151. Filiale Charlottenburg: Heute Firmen vorwarf, in betrügerischer Weise Pferdefleischwurst als abend s uhr im Boltshaus, Rosinenſtr. 3. Wurst von Rind- und Schweinefleisch verkauft zu haben. Der berantwortliche Redakteur Sommerburg und der Drucker und VerDas Seiden- und Samtgeschäft. Nach Berichten aus Krefeld leger Koch wurden deshalb wegen Beleidigung verklagt. Das bewegt sich der Verkehr in Seidenwaren immer noch so matt wie Schöffengericht verurteilte Sommerburg zu 500 M. Geldstrafe und Die furistische Svrechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, sweiter Beide Teile legten Berufung ein. Die Straf- wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Geöffnet 7 hr etwa in der stillen Saison( Juli- August). Einigermaßen befriedigend sprach och frei. britter Eingang, vier Treppen, find nur die Strawattenstoffabriken beschäftigt. Aber die Aufträge kammer sprach gestern beide Angeklagte frei, weil ihnen als Ein- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein werden nur noch einige Monate hindurch Arbeit geben. Denn die wohnern von Lichtenberg der Schutz der Wahrnehmung berechtigter Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Autwort Krawattenfabrikanten halten zurück in der Hoffnung, daß die Roh- Intereffen zustehe und aus der Form der Verbreitung der Be- wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. feidenpreise und damit die Warenpreise noch weiter sinten werden. Hauptungen, die sie für wahr hielten, eine Absicht der Beleidigung B. B. 123. Leider nein. 2. Y. 3. Das ist nicht der Fall. In der Schirmstoffbranche ist zwar Saison, dennoch aber fann man nicht zu erkennen sei. 5. 46. 1. Der deutsche Kaiser. 2. 15 Millionen. 1000. Am nur wenig davon merken. Die gemusterten Regenschirme graben 1. Januar 1891. M. 24. 1. Uns nicht bekannt. 2. Sie fönnen ein den Sonnenschirmen immer mehr das Feld ab, da dieselben WebGesuch dorthin richten und werden dann vorgemerkt 3. Nein. effette, Streifen, Karos, schottische Farbenstellungen, Chinés, für S. G. 100. 1. Nein. 2. Hinterlegungsfasse. 3. Das wäre Pachtung und Rauf. 4. Ja. Sonnen wie für Regenschirme benutzt werden. Wie in der SeidenWahrheit 32. Nach einiger Zeit würden Sie wieder Die erwerbstätige Frau und der Haushalt. bei der Behörde anfragen können, wie die Sache liegt. Ein besonderer branche( Blusen- und Kleiderstoffe) ist auch die Lage in der Mäntelfonfektion eine ungünstige. Nur die gewohnten halbseidenen Die Einfüchenhäuser kommen in Mode. Kürzlich sprach darüber abhängig von der Strafsache einen Schadenersazprozeß anzustrengen. Antrag auf Beschleunigung hätte keinen Zwed. Unbenommen ist es, unAtlaffe und Serges finden Abnehmer; reinseidene Sachen nur dann, Fräulein Schimer aus Budapest in einer von der Deutschen Gesell- Oftelbien. Der Vertrag tönnte mit Aussicht auf Erfolg angefochten wenn sie auf 50 M. Rohseide basieren und nicht auf 70 M., wie sie schaft für ethische Kultur anberaumten Versammlung. Im Anschluß werden, wenn sinnlose Trunkenheit nachgewiesen wird. C. R. 100. der Fabrikant jetzt noch viel zu bekommen hat. Sehr zurückgegangen daran schreibt man uns: Schon der Vortrag bewies, daß man 1. Ja, durch Klage. 2. Ja, Sie müssen eine entsprechende Mitteilung ist der Verkehr in Stoffbändern seit September b. J., wo bei der Forderung nach dem neuen Heim gar nicht an die Prole- nachweisen, daß der Aufenthalt unbekannt ist. machen. P. R. 100. Sie können ohne weiteres flagen, wenn Sie das Seidenband von anderen Hutpuzartikeln verdrängt wurde. tarier und Proletarierinnen denkt, bei denen der Kampf ums stehen hierüber teine gesetzlichen Vorschriften. M. K. 6. Leider bcIn den Samt- und Plüschfabriken S. 57. Ja.-F. H. 77. wird meist nur sechs Dasein die Sorge um den Haushalt tatsächlich zu einem sehr Stunden am Tage gearbeitet. Der Zustand ist genau das unbequemen Fattor gemacht hat. Gegenstück zu dem vom Jahre 1907, wo boller Betrieb herrschte. Der Bieriener Seiden- und Samtindustrie eröffnet der Rüdgang der Seidenpreise bessere Aussichten. Bisher sind Blusen und Kleiderstoffe nur wenig begehrt, beffer ist es mit Schirm- und Futterstoffen bestellt. In einzelnen Betrieben wird mit berkürzter Arbeitszeit gearbeitet. Pliische haben unter der Geschäftsstille weniger zu leiden; hier kommt vornehmlich das Auslandsgeschäft in Frage. Eine Bankpleite. Den Blättern wird aus Neufchateau im Departement Boges gemeldet, daß das Bankhaus Jules Didier feine Zahlungen eingestellt habe. Die Passiva belaufen fich auf 2 Millionen Frant. Die Geschädigten sind zumeist fleine Geschäftsleute und Beamte. Gerichts- Zeitung. Aus der Frauenbewegung. Eine ganz vortreffliche Einrichtung find die Einfüchenhäuser für alle die Leute, deren Einkommen hoch genug ist, um insgesamt mindestens 1000 M. für den Jahresverbrauch des erwachsenen Familienangehörigen aufwenden zu können. Die breiten Massen des Proletariats sind dazu nicht in der Lage. Sie haben nicht einmal soviel, daß die Mutter, die ge= nötigt ist, mitzuarbeiten, sich jemanden nehmen kann, um an ihrer Statt die hauswirtschaftlichen Arbeiten zu machen. Die auf Arbeit gehende Frau muß froh sein, wenn eine Großmutter da ist, die oder wenn Krippen und Kinderhorte ihr in etwas die Sorge um die Kinder warten und wenigstens das nötigste besorgen kann, die Kinder abnehmen oder erleichtern, Wenn 2. P. 30. -W 1. Die Rechte übertragen fich auf die neue Anstalt. 2. Die Unterstüßung ist nicht anzugeben. 3. Sie müßten sich an das Bezirkskommando wenden. Friedrich 200. 1. Eine Frist besteht nicht. Benden Sie sich noch cinmal an den Vorstand. 2. Nur bei einer freien Hülfstaffe. 3. Nein. .. 49. 1-3. Das hängt von der Hausordnung und den betr. Statuten ab. Sie damals noch minderjährig waren, nicht vor, wenn die Buchhandlung einen Eigentumsvorbehalt gemacht hat. so würde die Buchhandlung abzuweisen sein. Verjährung Пtegt Uferstr. 13. Nach den von Ihnen unterschriebenen Vermietungsbedingungen haften Sie leider für den gesamten Schaden. O. R. 10. Benn aus der uns nicht befannten Police nicht das Gegenteil erhellt: nein. F. St. 23. 8medmäßiger ist es, Sie nehmen den Bosten nicht an. sein; das geratenste ist, daß Sie vorher vereinbaren, was mitzunehmen ist 2. m. 1725. Wenden Sie sich an die Hochschule für Musik, Charlottenburg, Hardenbergstraße. Straßburg, Jehser. 1. Das fann strafbar und falls die Wirtin oder der Verwalter die notdürftigen Sachen als solche Im übrigen aber muß fie alle Hausarbeit felbst schaffen. nicht anerkennen till, auf Anerkenntnis gegen den Birt flagen. 2. Rein. Vor der Arbeit, nach der Arbeit, zwischen der Arbeit! Viele 3. Ja. 4 Nein. R. R. 55. Wenden Sie sich an die Landwirtschaftliche Leserinnen erfahren tagtäglich am eigenen Leibe, wie das tut. Hochschule, Invalidenstraße. 2. R. 25. 1. Jede Kirchenbehörde sest Da die Einfüchenhäuser, wie immer man sich zu ihnen stellen die Höhe und die Stufe, von der ab Stirchensteuer zu erheben ist, selbst fest. möge, heute für Hunderttausende nicht in Frage kommen, erhebt scheidet, versichert man sich dadurch weiter, daß man für je zwei Jahre 2. Das Jahr 1907. 3. Ja. 4. Wenn man aus dem Arbeitsverhältnis aus Abermals die Härten des Sprengstoffgefehes. fich folgerichtig die Frage, ob es nicht Mittel und Möglichkeiten mindestens 20 Marten irgend einer Klasse flebt. 5. Uns nicht bekannt. Bom Landgericht Wiesbaden ist am 16. Dezember v. J. der gebe, die bestehenden Verhältnisse etwas günstiger zu gestalten. G. 2. 18. Die Schriften von Haedel und Darwin tönnen Sie Ziegeleibefizer und Steinbrecher Karl Philipp Dörner auf Grund Verbesserungen und Erleichterungen im Rahmen der Hauss durch die Buchhandlung Borwärts beziehen. Lassen Sie sich den Katalog des Sprengstoffgefeßes zu drei Monaten Gefängnis berurteilt wirtschaft sind möglich. Sie sind vorhanden und leichter erreichbar, fommen. worden. Er hat die Erlaubnis zum Gebrauch und zur Aufbewahrung als man gemeinhin denkt, liegen sie doch alle auf dem Gebiet der von Dynamit. Eines Tages wurde er von der Sprengarbeit ab- fich in der Arbeiterschaft immer mehr einbürgernden Konsumberufen. Da er hoffte, bald zurückzukehren, legte er acht Patronen genossenschaft. Die Hauptaufgabe der Konsumgenossenschaften ist in die Werkzeugtifte im Steinbruch. In seiner Abwesenheit tam bekanntlich, ihren Mitgliedern, die, einzeln genommen, wenig kauf- Bilanz per 30. September 1907. der Gendarm und fand die Sprengstoffpatronen an dem nicht zu kräftig und treditfähig sind, beim Einkauf von Lebensmitteln und Die Revision des An- dergl. alle die Vorteile zu verschaffen, die der Großkonsument ihrer Aufbewahrung bestimmten Orte. geklagten wurde am Donnerstag vom Reichsgericht verworfen. oder Kapitalist vermöge feiner wirtschaftlichen Machtstellung weil zweifellos eine Uebertretung der über die Aufbewahrung von genießt. Auf dem gleichen Prinzip beruhen die Baugenossenschaften, Dynamit erlassenen Vorschriften vorlag und die Mindeststrafe drei die Organisation der Krankenpflege und ähnliches mehr. Monate beträgt. Expreffungsverfuch gegen Prinzen. Aber auch nach anderer Seite als der der Beschaffung von Lebensmitteln, Wohngelegenheit usw. ist der genossenschaftliche Gedanke fortbildungs- und entwidlungsfähig. So ließen sich durch fachgemäße Ausgestaltung und zugleich praktische und energische Handhabung der Konsumbereine bedeutsame Erleichterungen und vielleicht auch Ersparnisse auf hauswirtschaftlichem, auf dem Gebiete des unmittelbaren Verkehrs bewerkstelligen. Ein Erpressungsmanöver hatte der frühere Bereiter Otto Schlaeger unternommen, welcher gestern aus der Untersuchungshaft der siebenten Straffammer des Landgerichts I vorgeführt wurde, um sich wegen wiederholt versuchter Erpressung zu verantworten. Die Verhandlung fand hinter verschlossenen Türen statt. Der Angeklagte war vor mehreren Jahren in der Hof- Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse zu haltung des Prinzen Albrecht von Preußen als Bereiter angestellt Berlin hielt am 17. März seine Generalversammlung ab. Die Vorund wurde wegen eines Unfalles mit Benfion entlassen. Anfang fißende, Frau Stod, erstattete den Bericht über das verfloffene legte dieses Jahres erhielt der Sohn des verstorbenen Prinzen, der Prinz Halbjahr. Sie stellte fest, daß der Verein gerade im legten Jahre Friedrich Heinrich von Preußen, sowie deffen Hofmarschall v. d. Often bedeutend gewachsen sei. Die Mitgliederzahl ist in einem Jahre oon dem Angeklagten, der in Landeshut ansässig war, mehrere Briefe, von 653 auf 1045 geftiegen. Seit September wurden 14 Vorträge in denen dieser unter Anspielung auf die Hohenau- Lynar- gehalten, welche das Gebiet der Nationalökonomie, der Pädagogik, Affäre Geld verlangte. Als ihm nicht geantwortet wurde, nahm der Naturwissenschaft, der Gewerkschaftsbewegung usw. behandelten. der Angeklagte zu deutlicheren Drohungen Zuflucht und drohte, Die Vorträge waren außerordentlich gut besucht, ganz besonders, er würde, wenn ihm nicht bis zu einem bestimmten Tage 500 M. als der Vortragszyklus zur Geschichte der Frau" einsetzte. Die geschickt würden, dem Kaiser verschiedene Mitteilungen machen. Vorsitzende Fräulein Petereit berichtete über die Ausflüge, über den In ähnlicher Weise versuchte der Angeklagte von dem Prinzen äußerst wirkungsvollen musikalischen Abend, über die stimmungsvolle Joachim Albrecht Geld zu erpressen. Das Gericht erkannte nur Weihnachtsfeier und das Stiftungsfest. Frau Kulicke schilderte den interauf eine Gefängnisstrafe von einem Jahre. Der Staatsanwalt effanten, lehrreichen Besuch des Erziehungsheims in Zehlendorf, an dem hatte zwei Jahre Gefängnis beantragt. fich 88 Mitglieder beteiligt hatten, und die Besichtigung der Arbeiter Der Ausschluß der Deffentlichkeit ist bebauerlich, zumal er Wohlfahrts- Ausstellung in Charlottenburg. Hierauf gab die Kassiererin unmöglich macht, die Triebfeder zu erkennen, die den ehemaligen Frau Klozsch den Kassenbericht und es wurde derfelben nach dem prinzlichen Angestellten zu der Erpressung veranlaßten. Berichte der Revisorinnen Decharge erteilt. Eine recht lebhafte Dis fuffion folgte den Berichten. Bei der Neuwahl wurde der alte Vorstand einstimmig wiedergewählt. Boykottposten in Zoffen. " Vor dem Lokal von Hansche zur deutschen Eiche" in Boffen Die nächste Versammlung am 30. März wird dem Andenken Stand Genoffe Landskron Boykottposten. Er machte den Schmiede- Wilhelm Holzamers durch einleitende Worte über den Dichter, Vormeister Pape, den er für einen Arbeiter hielt, höflich darauf auf- lefung aus seinen Werken, Vortrag Beethovenscher Musik von Herm merksam, daß das Lokal Arbeitern Säle nicht hergibt und deshalb Kestenberg, gewidmet sein. Für die erste Museumführung am An Aktiva. Kassa- Konto. M. 1735,13 4 Betriebs- Konto " 3304,98 Bäckerei Utensilien- Konto 3920, " Gas- Kaution- Stonto. 110, " D Gerichtskosten VorschußRonto. 30, Wechselgeld- BestandkasseEine Mark Konto. 640, " Berliner Spar u. Bau berein- Anteil- Konto. 105,70 Paffiva. Per Geschäfts- Guthaben der Genoffen. Darlehen- Konto wöchentliche Tellzahlung Itefere elegante fertige 15528 9845,81 Herren- Garderoben M. " 1274, 5850, Kreditoren- Konto. 762,50 n " Reservefonds- Konto. 7,14 a General- Untoften- Stonto 105,28 0 . Gewinn und Verlust. Konto. 1846,89 9845,81 Im Laufe des Geschäftsjahres sind 3 Mitglieder eingetreten. Ausge Schlusse des letzten Geschäftsjahres schteden find infolge Kündigung zum 6 Genossen. Am Jahresschluffe gehörten der Genossenschaft 182 Wit glieder an, deren haftsumme 1950, Mart betrug. Das Geschäftsguthaben hat sich im Geschäftsjahre um 48,- M. vermindert, die Haftſumme um 65, Mart. 104/16 Berlin, 19. März 1908. Bädereigenossenschaft Boltsbrot. Eingetragene Genossenschaft mit be schränkter Haftpflicht. Der Vorstand. 2. Barz. Dunder. A. Fielik. Paul Hallensleben. Kohllahn. Erjat für Maaß. Anfertigung nach Maass. Zabellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Frankfurterstr. 37, Eingang Strausberger Blah. Greift zu! n " . 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Die Räuber. Nachmittags 4, Uhr: Tänze der Schwestern Wiesenthal. Kammerspiele. Lysistrata.( Anj. 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Neues Schauspielhaus. Dummkopf. Der Leffing. Die Stüßen der Gesellschaft. Neues. Meigner Porzellan. Lorking. Fra Diavolo. Berliner. Förster- Christ. Panne. Schiffbauerdamm 25. Morgen und folgende Tage 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Sonntag 3 Uhr: Der Opernball. Hebbel- Theater, Soniggräßer , Str. 57/58. Frau Warrens Gewerbe. Drama in vier Aften von B. Shaw. -Residenz- Theater. Direftion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Der Floh im Ohr. Schwank in drei Atten von( Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Sonntag, den 22. März, 3 Uhr: Haben Sie nichts verzollen? Zentral- Theater. Schiller. Wallner Theater. Zentral- Theater. 0. Auf der Sonnenseite. Schiller Charlottenburg. Der rote Beutnant. Alte Jakobstraße 30. Zum 118. Thale: Nachm. 3 Uhr: Die Hermanns. Ein seltsamer Fall fchlacht. Theater an der Spree. Cin Berbrecher. Komische Oper. Die Fledermaus. Kleines. 2 × 2= 5. Friedrich Wilhelmstädt. Schau, Die Rantau und spielhaus. die Bogwisch. Hebbel. Frau Barrens Gewerbe. Westen. Ein Balzertraum. Residenz. Der Floh im Dhr. Zentral. Ein seltsamer Fall. Lutsen. Unser Doktor. mit Alwin Neuß. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Freiheits. drang. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Ballner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Lustspiel in 3 Aufzügen von Dslar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Der Kaiserjäger. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Weg zum Herzen. Montag, abends 8 Uhr: Der Weg zum Herzen. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonnabend, nach m. 3 Uhr: Die Hermannschlacht. Ein Drama in 5 Aufzügen von Heinrich v. Kleist. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Akten von Eduard Goldbeck und Hermann Kienzl. Sonntag, nach m. 3 Ub r: Das vierte Gebot. Sonntag, abends 8 Uhr: Weh' dem, der lügt. Montag, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. ( Charlottenburg Schiller- Saal( Schiller- Theater) Sonnabend 9 Uhr: Bortrag von Dr. Max Burkhardt: Hugo Wolf. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879.- Chormeister Alexander Weinbaum. M. d. A.-S.-B. Sonntag, den 22. März, abends 6 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Hasenheide: KONZERT. Mitwirkende: Hugo Birkigt Joseph M. van Veen( Violine), ( Violine), Richard Heber( Viola), Max Zeidler, Königl. Kammermusiker( Cello), Joh. Kapell( Klarinette). Eintritt 50 Pf., an der Kasse 60 Pf., Kinder 20 Pf. Kinder unter 6 Jahrrn haben keinen Zutritt. Eintrittskarten in folgenden Zigarrengeschäften erhältlich: Parske, Büschingstr. 2; Ebert, Prenzlauer Str. 10; Horsch, Gewerkschaftshaus; G. Schulz, Kottbuser Tor; H. Köppe, Tilsiter Str. 45; Böttger, Skalitzer Str. 107; Rich. Köhler, Urbanstr. 29; W. Otto, Stallschreiberstr. 20; Emil Schulz, Mittenwalder Str. 2; Franz Mühlsteph, Rixdorf, Kirchhofstraße 48; K. Bennihn, Rixdorf, Hermannstr. 152/153; Alb. Meyer, Schöneberg, Kolonnenstraße, Ecke Krimhildstraße; Paul Pätzold, Alt- Boxhagen 30. 65/8 Deutsch- Amerikanischer Sanssouci, Urbock- Trubel. Lustspielhaus. Zirkus Schumann Abends 8 Uhr: Panne. Sonnabend 28 Uhr abends: Die größte Sensation Berlins! admittags 4 Uhr:" Sneewittchen. DERNHARD ROSE THEATER Der menschl. Chimpanse. Thalia. Der Verschwender. Trianon. Baron Toto. Bernhard Roje. Dntel Toms Hütte. Nachmittags 4 Uhr: Robinson Crusoe. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislam der Moderne. Spezialiäten. Folies Caprice. Menschen.§ 848. Mal was andres. Gebr. Herrnfeld. Papa und Genoffen. Salomonisches Urteil. Gr. Frankfurterstr. 132. Der Kaufmann v. Venedig. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Robinson Crusoe. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Hei ratsfalle. Abends: Onkel Toms Hütte. 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Tägl 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niesi: Die Förster- Christl. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Sonntag: Meißner Borzellan. Montag zum 50. Male: Meißner Porzellan. Kleines Theater. Sonnabend, ben 21. März: 2 mal 2= 5. Anfang 8 Uhr. Sonning 3 Uhr: Mandragola. Sonntag 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag: 2 mal 2= 5. Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Anfang 8 Uhr. Rauchen gestattet. Sonntag, 22. März, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! WING! 65 PARTEN Genaro u. Theol, Equilibrist. Der Biograph. Die vier Bracks, Akrobaten. Hania de Vert, Sängerin. De Dio, Phantasietänzerin. Truly Shattuck, Sängerin.-Marquis Dassie, dressierte Ponys. Die Tiller Girls, Tanztruppe. Paul Jülich, Humorist. Theater des Westens. Gr. Ringkampf- Konkurrenz 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. 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März, abds. 8 Uhr: Lezte Boltsvorst. zu halben Preisen: Flachsmann als Erzieher. in ihren geheimnisvollen Sitten und W. Noacks Theater Gebräuchen. Ein Tag in der Opiumhöhle. Rosta der Mann mit dem dreh. baren Kopf und die übrigen internationalen Künstler. Tunnel: Bockbierfest, Reg.- Stapelle, Sänger, italienisches Drchester. Theaterbefucher freier Eintritt. Direttion: Rob. Oill. Brimenitr. 16. Große Extra- Vorstellung. Trene Liebe. Schauspiel in 5 Aften v. C. Devrient. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach der Vorstellung: Tanz. Sonntag 8 Uhr: Treue Schule. Kornatzki, Polen, gegen Raykowicz, Serbien. Illa, Anjel Kuba, gegen Erdmann, Berlin. Ferner: Pugatschoff, Rußland, geg. Fößleitner, Ritzler, Württemberg, gegen Ogli, Defterreich. Zurkestan. Anfang 8 Uhr. Beginn der Ringkämpfe: 9 Uhr. Brunnen- Theater Babstraße 58. Direft.: Bernh. Rose. Morgen Sonntag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr: Die Elfe vom Erlenhof. Abends 7 Uhr: Kyritz- Pyritz. Emil Käthe Bach. Susanne Emmy Behrens- Carlsen. Nach der Vorstellung: Großer Ball. Borverkauf Sonntags 10-1 Uhr. Montag, 13. April: Benefiz für Lina u. Karl Moeller: Unschuldig verurteilt. Kasino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Ein Dorf- Roman. Schaufp. i. 4 Att. v. Erdmann- Chatrian. Borher der durchweg erstklassige bunte Teil. Sonntag 4 Uhr: Die Freuden der Häuslichkeit. Passage- Panoptikum. Deutschlands größter Soldat Josef Schippers der lange Kerl. Kunsttancher Kapt. Gröbl m. s. Riesenbass. Sicilian. Briganten- Kapelle. Ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Trianon- Theater. 8 Uhr. Baron Toto. 8 uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Fräulein Josette meine Frau. Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. Gr. Damen- Ringkampf Preisgekrönte Ningerinnen. Neu! Richter als Walzerkönig. Posse in 1 Aft. 16 Spezialitäten. DuskesVitograph. Anjang 8 Uhr Sonntags 5%, Uhr. und das großartige März- Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnt. reserv. 1 M. Entree 50 Pf. Familienbill. a 40ẞj. 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Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. März, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Luthers Kirchhofes, Lantivig, Marienfelder Straße, aus statt. 0 Fahrt Verbindung: Bahnhof Yorkstraße- Lankwik, Bittoriastraße. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme und reichen Kranzspenden der Vereine, Freunde und Bekannten bei der Beerdigung unseres lieben Sohnes und Bruders 23602 Karl Gänsrich. fagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Familie Gänsrich. Danksagung. Für die liebevolle herzliche Teil nahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau un zuten Mutter, Tochter, Schwester, Eägerin und Tante 8215 Ana Zyttkowski geb. Gethke fage ich allen Beteiligten, insbesondere dem Berband der Freien Gast- und Schankwirte Deutschlands sowie den Kollegen der Firma Schön u. Hase, Fürstenstr. 4, dem Chef und Personal der Firma Hartseil, Fürstenstr. 20, dem Wirt sowie den Mietern des Hauses Fürstenstr. 2 besten Dant. nebst Adolf Zyttkowski Rindern. SWestmann Allen Freunden, Genossen, Kollegen und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter am Donnerstag, 19. März, abends 1,10 Uhr, nach furzem, schwerem Leiden ver storben ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Berlin, den 20. März. Max Möckel, Gastwirt. Marie und Ernst Möckel. Fritz und Hedwig Böttger, geb. Möckel. Die Beerdigung findet Montag, den 23. März, nachm. 42 Uhr, von der Halle des städtischen Friedhofs, Müllerstr. 44/45, aus statt. Verband der freien Gastu. Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau unseres Kollegen Jacob Elisabeth geb. Bauer Soldinerstr. 36, nach längeren Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstr. 44/45 aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Frau unseres Kollegen Möckel Anna geb. Gilewski Kaiser- Wilhelm- Straße 18 m, plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 23. März, nachmittags 4%, Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes in der Müllerstr. 44/45 aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 74/16 Die Ortsverwaltung. Allen Kollegen und Genossen die traurige Nachricht, daß unser langjähriger Kollege Richard Teicher heute an seinem 46. Geburtstage verstorben ist. Zeit und Ort der Beerdigung wird noch bekannt gemacht. Berlin, den 20. März. Die Kollegen und Kolleginnen der Firma J. Lazarus, 8195 Waldemarstr. 27. Zentralverband deutscher Brauerei- Arbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Am 18. März starb nach langen Leiden unser Kollege, der Mitfabrer Robert Mikutta am ( Spandauer Bergbrauerei). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhoss in Spandau( in den Kisseln) aus statt. Rege Beteiligung erwartet 42/15 Der Vorstand. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teil nahme und vielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters 23592 Albert Hirsch fage allen Freunden, Verwandten und Bekannten sowie den Kollegen der Firma Langer u. Frey, dem Deutschen Transportarbeiter Verband, Berwaltung Berlin I, den Genossen des 339. Wahlbezirks des 4. Berliner Neichstagswahlkreises und der Kolonie Wilhelmshöhe meinen innigsten Dank. Wwe. Luise Hirsch nebst Kindern. Danksagung. Für die vielen anerkennenswerten Beweise aufrichtiger Teilnahme und die großartige Unterstützung bei der Beerdigung meines leider zu früh dahingeschiedenen lieben Mannes, unferes guten Baters, Schwiegerund Großvaters Hermann Biermann fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, besonders der Direftion in Firma Bergemann, als auch dem gesamten Personal obiger Firma( Maschinenabteilung Dudenarderstraße) unseren verbindlichsten Dant. 7935 Witwe Biermann nebst Kindern. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise herzlicher Anteilnahme beim Verlust unseres lieben Sohnes und Bruders Fritz fagen allen Beteiligten, besonders dem Turnverein " Fichte", der Sängerschaft Fichte", sowie den Kollegen der Firma Herm. Klockow unsern innigsten Dank. Wilhelm Berner nebst Frau und Kindern. 8185 Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herren- Moden Massanfertigung, feinste Verarbeitung. Grosses Stofflager. Erstklassige Schneider- Werkstatt im Hause. Spezial- Geschäft für Herren Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, Rosenthalerstrasse 40-41, I ( Hackescher Markt) und An der Jannowitzbrücke 1,1 Bahnhof Jannowitzbrücke. Besondere Vorteile bietet das neueröffnete Centralhaus moderner Herrenkleidung Neue Friedrichstr. 35, I neben der Zentral- Markthalle, da es an Jedermann gediegene schide Garderobe fertig und nach Maß gegen [* wöchentl. Teilzahlung von 1 M. an liefert.-Eigene Zuschneiderei u. Werkstätten. 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Bis zur Gründung des Deutschen Reichs.) 1. Der Ausbau der landesherrrlichen Gewalt. Verfall des Rittertums. Die Landstände. Reichsgewalt und Landesfürsten. Bauernaufstände. 2. Die Unterdrückung des Bauernstandes. Das EinDie Einführung der Leibeigenschaft. 3. Das römische Recht. Aufkommen des Berufsbeamtentums und der stehenden Heere. 4. Die Kirchenrevolution. Enteignung der Kirche. Staatskirchentum. 5. Niedergang der Städtefreiheit. Verfall der Zünfte. Die Gesetzgebung gegen die Arbeiter. 6. Der Höhepunkt des Despotismus. Aufgeklärter Absolutismus. preußische Landrecht. 7. Der Zerfall des Reiches. wirkungen der französischen Revolution: Selbstverwaltung" und Bauernbefreiung". 8. Die staatlichen Umwälzungen von 1803-1866. 9. Der Sieg der bürgerlichen Gesellschaft: Gedas werbefreiheit und Konstitution. 10. Die Kämpfe um Kirchenrecht. Partikularismus und Rechtseinheit. Vortragender: Simon Katzenstein. Montag: Geschichte. Parteien in Deutschland.) ( Aus der Geschichte der politischen Die konservative, nationalliberale, Zentrums- und freisinnige Partei in ihrem aktiven Verhalten gegenüber der praktischen RückPolitik seit der Gründung des Deutschen Reiches. blick auf die Geschichte dieser Parteien in Preußen seit 1848. Die Programme und theoretischen Grundsätze der bürgerlichen Parteien. Vortragender: Julian Borchardt.( Dieser Kursus findet in Steglitz bei Schellhase, Ahornstr. 15a, statt.) Dienstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Die Grenzen der natürlichen Beredsamkeit. Die Redekunst. Die Rede nach Form und Inhalt. Dispositionslehre. 2. Technische Hülfsmittel: Die Registratur. Die Nachschlage- Bibliothek. Das Manuskript. 3. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Donnerstag: Nationalökonomie.( Theorie und Methode der Statistik.) 1. Begriff und Inhalt der Statistik als Wissenschaft. Die Gesetzmäßigkeit gesellschaftlicher Massenerscheinungen. 2. Die Technik des statistischen Verfahrens. Zeit- und Kostenanschläge. Das Zählungsverfahren. Die Beobachtungen bei Zählungen und ihre Fixierung. Die Zusammenstellung. Die Darstellung der Ergebnisse. 3. Geschichte der amtlichen deutschen Statistik, insbesondere der Arbeiterstatistik. 4. Statistische Leistungen und Aufgaben der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterorganisationen. Vortragender: Max Grunwald. Sonnabend: Geschichte.( Geschichte des Wahlrechts und der Wahlrechtsbewegungen.) 1. Das englische Wahlrecht vom Mittelalter bis zur englischen Revolution. 2. Das Wahlrecht in England und Amerika während des 18. Jahrhunderts. 3. Die französische Revolution und das Wahlrecht bis zum Jahre 1792. 4. Das französische Wahlrecht von der ersten Republik bis zur Julirevolution. 5. Der Kampf um die Parlamentsreform in England. 6. Chartistenbewegung. 7. Französische Reformbewegung und Februarrevolution. 8. Das deutsche Reichstagswahlrecht seit 1848. 9. Geschichte des preußischen Wahlrechts. 10. Wahlrecht und Wahlrechtskämpfe in den letzten Jahrzehnten. Vortragender: Dr. A. Conrady. In Berlin beginnt der Unterricht in Gesetzeskunde: Montag, den 6. April; Rednerschule: Dienstag, den 7. April; Nationalökonomie: Donnerstag, den 9. April; Geschichte: Sonnabend, den 11. April; Geschichte in Steglitz: Montag, den 6. April. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 1,11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15; Schelihase, Steglitz, Ahornstr. 15a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Geithner, Berlin NO. 18, Friedenstraße 70 III, rechts, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. Prinzenbad, Prinzenstr. 42, am Moritzplatz, empfiehlt seine russisch- römischen Bäder, elektrische Licht-, Dampf-, Heißluft-, Kasten-, billige Wannenund sämtliche medizinischen Bäder. Carl Krieg. 21252* ann ornehme Herrenbekleidung nach Maass Feinste Verarbeitung Herren- Anzüge Herren- Anzüge Herren- Anzüge Jackett- Façon, aus neuesten FantasieStoffen, ein- u. zweirelhig. Mk. Sacco Form, aus original englischen Stoffen, aparte Neuhelten Mk. 9 Rock Jackett, aus schwarz., dunkel u. hellgemust. Kammg. u. Cheviots. Mk. 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Britz: 3 Uhr, Landhaus, Chaufseeftr. 97. Referent: Reh bei«. Groß- u. Klein-Besten: 2 Uhr, Lokal Schmidt, Klein- Besten. Referent: Otto Franke. Marienfelde: 4 Uhr, Lokal Oberschmidt, Berlinerstr. 34. Referent: D a v i d s o h n. Mittenwalde: 3 Uhr, Lokal Kranich. Referent: Julius Cohn. Schenkendorf: 3 Uhr. Lokal Putsch. Referent: Schöning Emden. Senzig: 4 Uhr. Lokal Kurth. Referent: Fromke. Steglitz: 12 Uhr mittags im Birkenwäldcheu. Referent: Berten- Düsseldorf. Storkow: 3 Uhr, RathauShotel, Marktplatz. Referent: M a r ch i o n i n i- Königsberg. Teltow: 3 Uhr. Lokal Preuß. Referent: Ströbel. Zehlendorf: 3 Uhr, GesellschaftShanS, Karlstr. 12. Referent: P a g e l s. Zossen: 4 Uhr, Lokal Schimke, Baruther Straße. Referent: K u b i g. Tagesordnung in allen Berfammlunge»: Prcuhcu t848-1S«8. Für Massenbesuch bitte» wir zu sorgen. Die Einberufer. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. In der Versammlung am 1 8. M ä r z ist ein L a n d st u r m s ch e i n gefunden tvorden; der Verlierer kann sich denselben beim Genossen R. Köckeritz, Plan-Ufer 92s, 4 Treppen, abholen. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 22. März, abends S Uhr, findet in den Arminhallen. Kommandanten- stra ß e S8/SS, eine Versammlung mit Frauen statt. Genossin Frau Klara Wehl spricht über: Warum mutz sich die Frau mit Politik beschäftigen? Nach der Versammlung: Gemütliche» Bei» sammensein. Entree inklusive Garderobe 20 Pf. Tanz frei. Achtung! Friedrichstadt, HallescheS Tor usw.! Sonntag, den 22. März, abends ö'/a Uhr, findet imLokale von E. Schmidt, L i n d e n st r. 3, 2. H o f. eine Versammlung mit Frauen statt, in welcher Genosse Woldt einen Vortrag hält über:.Geschichtliches zur LandtagStuahl'. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Der Vorstand. Grost-Lichterfelde. Am Sonntagmorgen findet eine Flugblatt- Verbreitung wegen der bevorstehenden Stichwahl für den west- lichen Bezirk statt. Die Parteigenossen werden ersucht, sich den Bezirksführern zur Verfügung zu stellen. Zehlendorf. Sonntagmorgen 8 Uhr: Flugblattverbreitung von dm bekannten Bezirkslokalen aus. Pflicht jedes Parteigenossen ist eS, sich zu beteiligen. Mittags 2 Uhr: Versammlung bei Mick, Karlstr. 12. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März für die Arbeiter. Referent Genosse PagelS. 2. Gemeindewahlen. An spräche der beiden Kandidaten. Zossen. Am Sonntag, den 22. März, abends S Uhr, findet im Schinikeschen Lokale eine Volksversammlung statt. Genosse K u b i g- Pankow wird über.Der 18. März 1843 und die Wahl- rechtsbewegung" referieren. Arbeiterl Parteigenossen! Erscheint in Massen zu dieser Versammlung, denn eS gilt gegen das bestehende Wahlrecht zu protestieren. Treptow-Baumschulenweg. Die in der gestrigen Nummer deS „Vorwärts* an dieser Stelle für morgen angekündigte Besichttgung des Maschinenbetriebes der Vereinsbrauerei Rixdorf kann nicht statt- finden. Lichtenderg. Die Bibliothek ist wieder geöffnet. Die Bücher- auSgabe erfolgt Mittwochs und Sonnabends, abends von 6—8 Uhr. Reinickendorf-Ost. Am Sonntag, den 22. März, findet früh 8 Uhr von folgenden Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt: 1. Bezirk vom Restaurant Knebel, Hauptstt. 51; Bezirk 1» vom Restaurant Franke. Amendestr. 21; 2. Bezirk von Reu- mann, Zigarrenbandlung, Residenzstr. 66; 3. Bezirk vom Resta rant B o l i e n, Gesellschastsstrabe, Ecke Seestrahe; 4. Bezirk vr Restaurant V o h, Grüner Weg, Ecke Kamekestratze; 5. Bezirk vom Restaurant Schiller. Provinzstr. 79; 6. Bezirk vom Restaurant Brückner. Provinzstt. 82. Pflicht jedes Genossen ist es, sich daran zu beteiligen. Der Vorstand. Tegel. Sonnlag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr, findet in Heilgenfee im Lokale von Paul Zierow eine Volks- Versammlung statt. Die Parteigenossen von Tegel wessen sich um 2 U h r beim Genossen Julius Krause. Berliner und Brunowswahen-Ecke und gehen gemeinsam nach Heiligensee. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Neuenhagen. Sonntag, den 22. d. MtS., nachmittags 4 Uhr. findet im Lokale von Wünsche eine Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vorwag über die Technik der Wahlen zum preuhischen Landtag. 2. Berichterstattung von der KreiSgeneral- Versammlung. 3. Verschiedenes.— Da die Versammlung eine sehr wichtige ist, wird zahlreiches Erscheinen erwartet. Wittenau. Am Sonntag, den 22. März, nachmittag? 4 Uhr. findet im Lokal deS Herrn A. Schulze. Hauptstr. 23. eine öffentliche Gemeindewählerverfammlung statt. Tagesordnung: Unsere Ge- meindewahl. Zahlreicher Besuch wird erwattet. Berliner IVacbncbten* Der Fischbeck geht um. Wenn im Rathause eine Angelegenheit verhandelt wird. die in das Dezernat des Stadtrats Fischbeck fällt, weiß man von vornherein, daß es nicht ohne ernstliche Zusammenstöße zwischen ihm und den Mitgliedern der Stadtverordneten- Versammlung abgeht, die sich erdreisten, die kritische Sonde m die Verhältnisse der von Herrn Fischbeck ressortierten Ver- waltung anzulegen. Es ist bezeichnend fiir die städtische Verwaltung Berlins, daß es gerade ein Fischbeck ist, dem die Ressorts zugeteilt sind, in denen sozialpolitische Fragen von großer Bedeutung hineinschlagen. So kam es kürzlich erst t anläßlich der Arbeitslosendebatte zu hefttgen Zusammen- stößen zwischen ihm und sozialdemokrattschen beziehungsweise sozialfortschrittlichen Rednern ob seiner reaktionären Haltung und am letzten Donnerstag wiederholte sich das Schauspiel bei Besprechung des Etat? für das städtische Ob- dach. Zwar ist Herr Fischbeck nicht reaktionärer in Fragen der Sozialpolitik wie der Kommunalfreisinn überhaupt, aber er bringt diese seine rückschrittliche Haltung mit einer gewissen brutalen Rücksichtslosigkeit zum Ausdruck. Wenn Fischbeck vom Magistratstische aufsteht, weiß man, daß was Besonderes kommt. Wie von der Kette losgelassen, stürzt er sich auf den „Nörgler" und sucht ihn abzuwürgen. Das„Berliner Tage- blatt" hat gar nicht so unrecht, wenn es Herrn Fischbeck wie folgt charakterisiert: «Wenn man den Russen kratzt, kommt der Tatar zum Vor- schein, sagte Napoleon I. Kratzt man den Berliner Stadtrat Fischbeck, dann zeigt sich unter der liberalen Haut der waschechte Reaktionär. Die„Kreuz-Zeitung" hat das mit dem feinen Instinkt, der ihr bisweilen eignet, gewittert; sie hat Herrn Fischbeck wegen seiner Haltung in Per Arbeitslosenfrage Schmeicheleien gesagt; Herr Fischbeck ist Fleisch von ihrem Fleisch und Bein von ihrem Bein. Herr Fischbeck wird für seine Tätigkeit als Stadwat der Reichshauptstadt Berlin bezahlt; dagegen ist nichts einzuwenden. Aber er wütet in der städtischen Selbstverwaltung herum wie irgend ein Vierfüßler im Porzellanladen; an dieser verwüstenden Tätigkeit sollte man ihn hindern. Nicht die völlig gleichgültige Persönlichkeit des Herrn Fischbeck steht auf der Tagesordnung; wohl aber die kommunale Selbstbestimmung.* Wie Herr Fischbeck sich von Zeit zu Zeit öffentlich gibt, souuch in den seinem Regiment unterstellten Verwaltungen. Es wäre sonderbar, wenn es anders wäre; niemand kann aus seiner Haut heraus, auch Herr Fischbeck nicht. Wo Fischbeck herrscht, sind seine Spuren zu erkennen. Daß durch ihn gerade die kommunale Sozialpolittk vertreten wird, ist charatteristisch für die Stadt Berlin._ Berlins Bevölkerungsaustausch mit den Bororteu war im Jahre 1907 wieder noch stärker als im vorhergehenden Jahre. Die Meldungen der Zu- und Wegzüge nach bezw. von Berlin ergeben, daß diesmal von den nach Berlin zuziehenden Personen 63 322 aus den Vororten kamen und andererseits von den aus Berlin wegziehenden Personen 30 003 nach den Vororten gingen. In den letzten fünf Jahren, von 1907 zurück bis 1903, stellte sich für Berlin der Zuzug aus den Vororten auf 63 322, 61 490, 62 847, 68 174, 57 490 Personen, andererseits der Wegzug nach den Vororten auf 80 003. 77 196, 74118, 68 245. 65 735 Personen. Man sieht, datz bei diesemHinundHerBerlin sehr viel mehr am die Vororte abgibt als die Vororte an Berlin. Die Meldungen sind freilich nicht vollständig, besonders nicht bei den Wegzügen. Will man von der UnVollständigkeit absehen, so hatte Berlin im Jahre 1907 aus dem Bevölkerung? auStausch mit den Vororten einen Verlust von 16 681 Personen. Das Minus, das sich da alljährlich ergibt, wird auch von Jahr zu Jahr größer; in den fünf Jahren von 1907 zurück bis 1903 war es 16 681, 15 706, 11271, 10 071, 8245. Will man die Uubollständigkeit der Meldungen berücksichtigen, so muß in jedem dieser Jahre, da ja namentlich die Wegzugsmeldungen, wie schon gesagt, sehr unvoll- ständig bleiben, das MinuS noch größer angenommen werden. Zwar bleibt für die Stadt Berlin aus der Gesamtzahl ihrer Zu- und Wegzüge alljährlich ein U e b e r s ch u ß an Zuzügen; nur einige ganz besonders ungünstige Jahre machen hiervon eine Aus nähme. Aber im Bevölkerungsaustausch Berlins nur mit den V o r- orten ist schon seit einer Reihe von Jahren das die Regel, daß Berlin ihre„Nährmutter* sein muß, wie in der Berliner Stadtverordnetenversammlung einmal ein Hausagrarier. führer klagte. Reuer H-chbahnfahrpla«. Ein neuer Fahrplan der elektrischen Hoch- und Untergrundbahn wird am 1. April mit der Eröffnung der neuen Untergrundstrecke von der Bismarckstraße zum Reichskanzler- Platz eingeführt. Der Betrieb zwischen Bismarckstraße und Reichs- kanzlerplatz beginnt morgens schon um Va6 und endet nachts um Vgl Uhr. Werktags folgen sich vorläufig die Züge von morgens 50z bis S'/a Uhr in Abständen von 10 Minuten. Von 3>/.z bis 10'/a ist Fllnfmimitenbetrieb. Während der Mittagsstunden von" lO1/« Uhr bis 4 Uhr ist wieder Zehnminutenbettieb, während von 4 bis 9 Uhr nachmittags sich die Züge wieder in Abständen von 5 Minuten folgen. Abends ist von 9 bis 11 Uhr Zehnminutenbetrieb, von dann bis zum Schluß Betrieb in Abständen von 15 Minuten. Werktags erfolgt der Betrieb durch Anschlußzüge mit Um. steigen auf der Haltestelle Bismarckstraße, wo alle Züge der Westendbahn Amchlutz haben. Sonntags laufen nach Bedarf Züge der Stammstrecke ohne Umsteigen bis Reichskanzlerplatz durch. Die Strecke von der Bismarckstraße bis zum Reichskanzlerplatz weist eine erhebliche Steigung auf. Infolgedessen brauchen die Züge in dieser Richtung 6, in umgekehrter nur 5 Minuten. Der Fahrpreis beträgt III. Klasse nach dem Reichskanzlerplatz vom Knie 10 Pf., vom Nollendorfplatz 15 Pf., vom Halleschen Tor und Leipziger Platz 20 Pf., vom Schlesischen Tor 25 Pf. Die II. Klasse kostet die Halste mehr mit einer wirklichen Abrundung nach unten. So werden z. B. in einer Fünfzehnpfennigstrecke Hl. Klasse auf der Hochbahn statt 22'/a Pf. nur 20 Pf. in der II. Klasse erhoben. Auf der Straße verstorben ist vorgestern abend ein unbekannter Mann, der anscheinend kurz vorher mit der Eisenbahn auf dem Bahn- hose Gesundbrunnen eingetroffen war. Der etwa 45 bis 50 Jahre alte, anscheinend dem Arbeiterstande angehörige Mann brach, als er, aus dem Bahnhofe kommend, in die Badstraße einbog, plötzlich be- innungSlos zusammen. Der Erkrankte wurde nach der Unfallstation in der Badstraße gebracht und von dort nach dem Lazarus-Kranken- Hause übergeführt, verstarb jedoch schon auf dem Transpott dorthin an den Folgen eines Herzschlages. Ein aufregender Borsall spielte sich gestern abend um ValO Uhr am Halleschen Tor ab. Passanten beobachteten einen 24— 26 Jahre alten, gut gekleideten Mann, der auf der Halleschen Tor-Brücke hin- und herlief, bald an das Geländer herantrat, bald ivieder in der Richtung nach der Bellealliancestraße fortging. Plötzlich schwang sich der Unbekannte über das Geländer hinweg in den Landwehrkanal und verschwand sofort in den Fluten. Leider wurde es verabsäumt, das Rettungsboot gleich frei zu machen und als dies endlich ge- chah, war der Körper des Lebensmüden bereits durch die Strömung abgetrieben.- Die Leiche konnte trotz sorgfältigen Absuchens des Wassers nicht gesunden werden. Ein neuer Urnenfund in der Mark. In Freienwalde a. O. ist ein interessanter Urnenfund gemacht worden. Auf dem Grundstück Fischerstraße 36, das dem Landschaftsgärtner SkalischuS aus der Wriezenerstraße 57b gehört, sind in den letzten Tagen Ausgrabungen ur Geivinnung von Gartenerde vorgenommen worden. Hierbei tieß man auf mehrere Urnenteile. Es wurden vier verschiedene Arten von Urnenteilen freigelegt. Die Steinlage spricht dafür, daß es sich hier um ein größeres Urnenfeld handelt. Auch menschliche Knochen wurden bei den Urnen entdeckt. Die Ausgrabungen werden fortgesetzt und sie dürsten noch interessante Urnenfunde zur Folge haben. Der letzte Ausweg. In der Jungfernheide erschossen hat sich der 33 Jahre alte Schlosser Oskar Becker aus der Shbelstr. 44. B. hat die Tat angeblich wegen andauernder Arbeitslosigkeit aus- geführt. Vergeblich hatte er sich bemüht, Beschäftigung zu erhalten und in der Verzweiflung griff er jetzt zum Revolber. Von Spazier- gängern wurde seine Leiche aufgefunden. Zu dem gestern von uns gemeldeten Selbstmord des Chauffeur? Meumann— nicht Ruhmann— aus der Weihenburger Straße 67 leilt uns der Vater des Meumann mit, daß sein Sohn offenbar in einein Anfall von Geistesgestöriheit den unseligen Schritt beging. Durch die aufreibende Tätigkeit als Chauffeur seien die Nerven des jungen Mannes seit einiger Zeit zerrüttet gewesen. Dachstuhlbrände kamen gestern aus in der Prinzenstraße 77, Brnnnenstraße 57 und Große Frankfurter Straße 67 gegenüber der Schillingstraße. Vermißt wird seit dem 14. März der Dreher Paul Geldner. Derselbe ist groß: 1,78 Meter, kräftig; Haar: schwarz; Schnurr- bart: blond. Kleidung: braune Hose, graue Joppe, braunen Filz- Hut mit buntem Band, grauwollene Unterwäsche und Strümpfe. Zweckdienliche Mitteilungen erbittet seine Frau, Lindower Str. 17, und nimmt jedes Polizeirevier entgegen. Vermißt wird seit Sonntag, den 16. März, der Kausinann Oskar Levin, Berlin, Ansbacher Str. 3. Der Vermißte ist 43 Jahre alt, mittelgroß, hat kurzgeschorenes, graumeliertes Kopf- haar, kleinen, fast weißen Schnurrbart. Er trug, als er sich von Hause entfernte, einen graumelierten Anzug mit roter Krawatte, ein schwarzgrauen Ueberzieher und kleinen steifen schwarzen Hut. Seine goldene Uhr mit seinem Monogramm trägt auf dem Ziffer- blatt das Bild seiner Frau. Gefällige schnellste Mitteilungen werden erbeten: Ansbacher Str. 3. Tel. Amt Charl. 1845. Feuerwrhrbrricht. Gestern früh um 7 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Friedrichsgracht 14 gerufen. Dort war ein Schornsteinfeger beim Besteigen eines Schornsteins in Gefahr geraten. Er konnte in dem engen Schornstein weder vor- noch rückwärts. Die Feuerwehr befreite ihn durch Aufreißen des Schornsteins an der engen Stelle. Um 8 Uhr entstand in der Weinstr. 13 1 durch die Explosion eines OfenS ein Brand, der den Fußboden ergriff. Um O'/n Uhr mußte in der Gcrichtstr. 14 ein Kellerbrand gelöscht werden. Ferner hatte die Wehr in der Glogauer Straße 19 zu tun, wo au; dem Hofe Müll und anderes brannte. Der 16. Zug hatte in der Reinickendorfer Straße 24 zu tun, wo in einer Wohnung Feuer aus- gekommen war. Außerdem liefen noch Alarme aus der Wrangel» straße 104, Turnfftr. 62 und anderen Stellen ein. Vorort- l�acbrickten. Zur Sememclevpaklbenegung. Reinickendorf. Neber die Aufgaben unserer Gemeindevertretung sprach am 18. März vor überfüllter Versammlung der bisherige Gomeindcber- treter Genosse Ohl. Redner kennzeichnete treffend die soziale Rück- ständigkeit des Gemeindevorstandes sowohl wie der bürgerlichen Vertreter. Besonders erwähnte er die arbeiterfeindliche Rolle, die diese anläßlich der Beratung über die Arbeitslosenfürsorge und der Gewährung von Frühstück an bedürftige Schulkinder eingenommen haben. Gegen die Behauptung eines bürgerlichen Vertreters, wenn Kinder ohne Frühstück zur Schule kommen, so wäre die Faulheit der Mutter daran schuld, die zu lange in den Federn läge, wandten sich die Versammelien durch einstimmige Annahme nachstehender Resolution: „Die in der heutigen Kommunalwählerversammlung Anwesenden protestieren gegen die soziale Verständnislosigkeit des Gemeinde- Vorstandes und der bürgerlichen Gemeindevertreter. Sie weisen vor allem mit Empörung den den Arbeiterfrauen gemachten Vorwurf der Faulheit zurück und versprechen den Herren am 23. und 24. März durch die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten die wohlver- diente Antwort zu geben.* Genossen I Agitiert unter Kollegen und Hausgenossen für eine vollzählige Wahlbeteiligung l QlaMergebmfte. Friedenau. Bei der Gemeindevertreterwahl am Mittwoch übten von etwa 3300 Wählern nur 1000 ihr Wahlrecht aus; die beiden Bürgerlichen erhielten je 677 Stimmen, während unser Genosse Richter nur 327 Stimmen auf sich vereinigte. Bei der Wahl vor zwei Jahren machten 516 Wähler von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Die Bürgerlichen erhielten damals 274, 165 und 110 Stimmen, unsere Genossen 240 und 236. Die Stimmenzahl der Gegner stieg diesmal also um rund 400, während unsere nur um 87 stieg. ES zeigt sich hier deutlich, wie intensiv unsere Gegner in den letzten Wochen vor der Wahl gearbeitet haben. Der Kriegerverein trat geschlossen an, ebenso die ganze Ortsgruppe des antisemittschen Handlungs- gehülfenverbandes. Sie haben in ihrer Angst vor der Sozial- demokratie die äußersten Anstrengungen gemacht und den letzten fiir sie in Bettacht kommenden Wähler an die Urne geschleppt. Daß unsere Stimmenzahl nicht, eine höhere war, liegt wesentlich daran, daß viele Arbeiter dem kommunalen Leben noch zu teilnahmlos gegen- über stehen, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Auf- gäbe unserer Genossen wird eS sein, auch diese Arbeiter aufzuklären und sie zu klassenbewußten Kämpfern zu erziehen, damit bei der nächsten Wahl der Sieg auf unserer Seite ist. Königs- Wusterhausen. Die am 19. März stattgefundene Gemeindewahl in der dritten Klasse ergab folgendes Resultat: Die fünf gegnerischen Kandidaten erhielten zusammen 196 Stimmen, während auf unseren Genossen Kaiser 104 Stimmen entfielen. ES findet Stichwahl statt zwischen Kaiser und dem Schlossermeister Städt. Aufgabe der Arbeiterschaft ist eS nun. diejenigen Wahl- berechtigten auf ihre Pflicht aufmerksam zu machen, die ihr Wahl« recht noch nicht ausgeübt haben. Ober-Schöneweide. Gemeindevertretung. AuS Anlaß deS 10jährigen Bestehens der Gemeinde und des bevorstehenden 25jährigen Jubiläums der All» gemeinen Elektrizitätsgesellschaft ernannte die Vertretung den Geheimen Baurat Emil Rathenau zum Ehrenbürger des Ortes.— Als zweckmäßige Form der höheren Schule wurde die Schaffung eines Realgymnasiums Frankfurter Systems beschlossen. Sodann lag der Vertretung der Voranschlag zum Etat des Jahres 1903 vor. Derselbe balanziert einschließlich deS Haupt, und der neun Nebenetats in Einnahme und Ausgabe mit 2 876 460 M. Der Etat der Volksschule erfordert einschließ. lich der ersten Baurate von 250 000 M. für den Neubau der vierten Schule die Summe von 556 000 M.. Das höhere Schulwesen erfordert eine laufende Ausgabe von 90 200 M. und zum Bau des Realgymnasiums eine erste Ausgabe von 350 000 M.— Der Etat der obligatorischen Fortbildungsschule ist' mit 11800 M. veranschlagt.— Die Bedürfnisse des Gemeinde» friedhofeS sind mit 14 200 M. laufenden Einnahmen und Ausgaben etattsiert. Für die Erweiterung derselben �ist ferner zur gegen die Aufnahme einer Anleihe von 250 000 m. notwendig. Das braucht sich deshalb zwei Jahre lang feinen 3wvang anzutun, um fommen, daß ein Arbeiter, der organisiert ist und feine Wasserwert erfordert einen Aufwand von 7800 M. und das arbeiterfreundlich zu schillern. Die Vorlage wurde auf ein Jahr Arbeitskollegen als Organisation auffordert, Kanalisationswert einen solchen von 86 900. Jm vertagt. Ueber einen Nachtrag zur Grundsteuerordnung, einer die guten Sitten verstoßend, gemaßregelt werden könnte. Der Baufe der Beratung wurden alle Personalfragen der Etats- Aenderung der Umsatzsteuerordnung und der Wertzuwachssteuer von der 3. Wählerabteilung bei der letzten Stadtverordnetenwahl kommission zur Vorberatung überwiesen. Gin Antrag des Herrn wurde eine Finanzdebatte heraufbeschworen, die verständlich wird gewählte Stadtverordnete Betriebsschreiber Simon betont: Ich bin Herwig, einen Teil der bisher von den Hausbesitzern und Fabriken dadurch, daß der Pankower Grundbesitz für das Etatsjahr 1908 um dafür, daß der Sah stehen bleibt. Ich bestreite dem Stadtzu zahlenden Kanalisationsgebühren auf die Gemeinde 250 000 Mark stärker als bisher zur Steuer herangezogen werden verordneten Pieck das Recht, zu sagen, die ganze Einrichtung der Arzu übernehmen, wurde, nachdem sich unsere Genossen dagegen aus foll. Von der Grundwertsteuer sollen für unbebaute Grundstücke beiterausschüsse sei keinen Schuß Pulver wert, wenn dieser Sah nicht gesprochen, abgelehnt. Statt der im Stat vorgesehenen 10 Frei- ftatt wie bisher 2 Proz. deren 4 erhoben werden. Die verschiedenen gestrichen wird. Zu fordern hat hier niemand etwas, ftellen für frante Kinder in Genesungsanstalten wurden deren Interessenten suchten nun so viel wie möglich die Vorlage zu durch sondern nur zu bitten. Auch der Arbeiter= 30 bewilligt. Die hohen Ausgaben für Feuerlöschwesen löchern. Es wurde beschlossen, unbebaute Grundstücke höher zu be- ausschuß hat nichts zu fordern, sondern nur gaben Anlaß, die Errichtung einer kleinen ständigen Wache in Er- steuern; der Prozentsatz soll später festgelegt werden. Billen zu bitten. Grtrogen läßt sich nichts, sondern wägung zu ziehen. Die Forderung von 14 500 2. zur Erbauung grundstücke mit großen Gärten und Parts follen als bebaut gelten, nur erbitten! Aljo bitten, bitten und nochmals bitten, eines neuen Steigerturmes sowie 9500 M. als Teilbetrag zur Bimmer- und Lagerpläte als unbebaute Grundstücke und Bauchrutschen und Speichellecken sollen die Arbeiter vertreter, Anlage einer elektrischen Alarmvorrichtung wurde auf Antrag des Gärtnereien als gewerbliche Grundstücke angesehen werden. Bei die Arbeiter ausschüsse, nur nicht fordern. Nun, für einen Genoffen Grunow abgesetzt, da ein Steigerturm vorhanden und die der Wertzuwachssteuerordnung ist folgende Aenderung hervorzu- solchen Arbeiterausschuß wird sich jeder nur einigermaßen auf sich geplante Alarmvorrichtung recht zweifelhaften Wert habe. Es soll heben:" Zur Zahlung der Wertzuwachssteuer sind der jeweilige etwas haltende Arbeiter wohl bestens bedanken. Am Rande sei später eine Vorlage gemacht werden. Die Weiterberatung des Veräußerer und auch der Erwerber verpflichtet." dann noch bemerkt, daß auch der Stadtverordnete und Vorsitzende Etats wird auf Dienstag, den 24. März, vertagt. des Neuen Wahlvereins, Lüdicke, in dieselbe Serbe seines SchützReinickendorf. lings hieb. Er meinte, solche Arbeiter dürfen nicht städtische Charlottenburg. Arbeiter sein, die für sozialdemokratische Gewerkschaften agitieren. Da könne der ganze städtische Betrieb darunter leiden. Auch der Oberbürgermeister Koelbe ist der Ansicht, wenn städtische Arbeiter offen für die Sozialdemokratie agitieren, dann müßten sie gehen, sonst würde aber keiner wegen seiner politischen Ansicht gemaßregelt. Hierauf wurde der Antrag Pied abgelehnt und die Vorlage angenommen. Schwer verunglückt ist auf dem hiesigen Bahnhof der Kaufmann Mentol, der einen Potsdamer Vorortzug benutzt hatte und umsteigen wollte. Mentol war unterwegs eingeschlafen und erwachte, als der Train in den hiesigen Bahnhof einfuhr. In der Schlaftrunkenheit bemerkte der Staufmann aber nicht, daß sich der Zug noch in Bewegung befand, öffnete die Abteiltür und stieg aus. Er fiel auf den Perron nieder und zwar so unglücklich, daß er erhebliche Verlegungen am Stopfe erlitt. Mentol wurde nach der Unfallstation in der Kaiser Friedrich- Straße gebracht, wo er einen Notverband erhielt Eichwalde. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich vor dem Hause Residenzstr. 42. Das von dem Kaufmann Geitow geführte Privatautomobil tam in ziemlich schnellem Tempo von Rosenthal her heran gefaust, als plöglich die Steuerung versagte und der Kraftwagen auf den Bürgersteig hinaufjagte. Hier riß er den Vorgartenzaun um, während der Wagen zertrümmerte. Die Insassen, der Staufmann G., der Rechtsanwalt B. und zwei Damen wurden aus dem Wagen geschleudert und erlitten sämtlich erhebliche Kontusionen. Ein in der Nähe wohnender Arzt legte ihnen Verbände an. Tegel. Vermifchtes. Fünfzig Stunden mit gebrochenen Beinen hülflos im Walde geleber Karl Marg, fein Leben und Wirken referierte in der letzten tegen hat der Arbeiter Gnewefow aus Nauen. G. hatte im StadtMitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Mag Schütte. walde am Zuch im Auftrage der Gartenbauverwaltung WeidenDie lehrreichen Ausführungen des Redners fanden lebhaften Beifall bäume zu fröpfen. Hierbei stürzte er aus einer Höhe von zwölf bei den Genossen. Metern in die Tiefe und blieb mit gebrochenen Unterschenkeln und Nach lebhafter Debatte über die preußische Wahlrechtsfrage ge- einem Bruch des rechten Unterarmes hülflos liegen. Der Aermste langte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, in der zum Aus- rief um Hülfe, aber vergeblich. Weit und breit war fein Mensch, brud kommt, daß, in lebereinstimmung mit dem Vorwärts", die der die Rufe hätte hören können. So lag der Unglückliche, der Kälte Versammelten im preußischen Wahlrechtskampf einen Klassenkampf und den Unbilden der Witterung ausgefeßt, vom Dienstag bis erblicken und daß deshalb jedes Anfinnen an die Liberalen zu unter- Donnerstag mittag. Zwar war G. vermißt worden, doch wurde er bleiben habe. Der Vorsitzende machte noch bekannt, daß die vergeblich gesucht, besonders, da niemand wußte, in welcher Gegend Gemeindewahlen in der dritten Klasse am 27. März von vormittags des Luches der Arbeiter beschäftigt war. Erst Donnerstag mittag 11 bis abends 8 Uhr stattfinden. Da die Gegner eine intensive wurde er fast völlig erstarrt aufgefunden und nach dem Krankenhause Tätigkeit entfalten, sei es notwendig, daß auch die Genossen ihre in Nauen gebracht. Hier erholte sich G. schon in ganz kurzer Zeit, agitation danach einrichten, damit unsere Kandidaten, die Genossen so daß er sich außer Gefahr befindet. Gerhard Halfes und Mag Robel mit großer Majorität gewählt werden. Gleichzeitig wurde bekannt gemacht, daß am 22. März, nachmittags 3 Uhr, in Heiligensee im Lokal von Paul Biekow eine öffentliche Bersammlung stattfindet und ersucht, zahlreich zu er scheinen. Spandau. jeßt, wie eine Meldung aus Paris besagt, die Sachverständigen ihre In der Angelegenheit des Diamantenschwindlers Lemoine haben Berichte fertiggestellt und kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, daß Remoine mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln niemals Diamanten herstellen konnte. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Ein gespanntes Verhältnis besteht seit ungefähr Jahresfrist zwischen einem großen Teile der Einwohnerschaft einerseits und dem Gemeinde und Amtsvorsteher bezw. der Gemeindevertretung andererseits. Ihren Grund hat diese Unzufriedenheit der bürgerlichen Elemente in amtlichen Handlungen des Amtsvorstehers Beschorner, die man als von gleichem Rechtsgefühl diktiert nicht anerkennen will. Die Arbeiterschaft des Amtsbezirks Zeuthen aber mußte auf Grund der verschiedensten Vorkommnisse( feind jelige Stellungnahme des Amtsvorstehers im vorjährigen Zeuthener Lokaltampf und die exorbitante Höhe der daraus resultierenden Strafmandate, widerrechtliches Verbot und Auflösung von Verſammlungen usw.) zu der Ueberzeugung kommen, daß sie in dem Amtsvorsteher einen Mann vor sich habe, der äußerst feindselig jeder freiheitlichen Betätigung der Arbeiterklasse gegenüberstehe. Solange nun die Amtshandlungen des Amtsvorstehers sich nur Revolverattentat im Schöffengerichtssaal. Aus Söln wird vom gegen die Arbeiterschaft richteten, überließ man dieser ruhig die gestrigen Tage berichtet: Der Fremdenführer Heinrich Mingels war Abwehr ungerechtfertigter Angriffe. Mit dem Augenblick aber, wo heute vom hiesigen Schöffengericht wegen Beleidigung des Kriminaldas autokratische Bewußtsein des Amtsvorstehers dem sogenannten fommissars Hönig und des Polizeipräsidiums zu zwei Monaten Honetten Bürgertum am eigenen Leibe verspürbar wurde, verGefängnis verurteilt worden. Als der Kommissar das Gerichtswandelte sich auch dessen Milch der frommen Denfart in gährend gebäude verlassen wollte, feuerte Mingels aus einem Revolver vier Drachengift! Prozesse wurden angestrengt usw. In Erinnerung Stadtverordneten- Versammlung. Anlaß zu einer längeren Schüsse auf ihn ab, wovon, da der Kommiffar die Geistesgegenwart wird unseren Lesern noch ein Prozeß sein, der gegen den Amts- Debatte gab die geforderte Anstellung von vier befoldeten Armen- hatte, den Mingels festzuhalten, nur einer den Beamten am linken borsteher Beschorner angestrengt wurde wegen Urkunden pflegerinnen resp. die Bemessung der Entschädigung für dieselben. Arm traf. Der Täter wurde sofort verhaftet. fälschung, der aber mit dessen Freisprechung endete, Die Anstellung selbst ist von der Versammlung bereits in einer Sturm auf der Donau. Ein orfanartiger Sturm hat auf der weil dem Beklagten das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit seiner früheren Sizung beschlossen worden. Gefordert wurden vom Donau und der Save großen Schaden angerichtet. Wie aus Handlungsweise nicht nachzuweisen war! Mittlerweile wurden in Magistrat für jede der anzustellenden Armenpflegerinnen 600 M. Semlin berichtet wird, sind mehrere Schiffe gesunken, der Dampferbürgerlichen Kreisen Interna aus der Gemeindevertretung Eich- jährlich. Der Magistrat hatte bereits eine Auswahl der bier an- verkehr mußte eingestellt werden. tvalde bekannt, die dazu dienen mußten, den glimmenden Funken zustellenden Berfonen getroffen und drei unverheiratete Damen der Empörung zur hellodernden Flamme anzufachen. So hat diese und eine Witwe gewählt. Aus der Versammlung wurde ge- Feuer an Bord. An Bord des Transportschiffes Vinlongh" Gemeindevertretung( um nur zwei Beispiele zu nennen) angesichts wünscht, daß man für dieses Amt nicht unverheiratete Damen, brach einer Meldung aus Toulon zufolge vorgestern abend Feuer ans. der nicht gerade günstigen Finanzlage der Gemeinde es fertig sondern beffer verheiratete Frauen oder Witwen wählen möge. Es entstand eine Panit, indessen gelang es schnell, des verheerenden gebracht, dem Gemeindevorsteher Beschorner als Anerkennung für Der Magistratsvertreter, Stadtrat Reichhardt, erklärte hierauf in Elements Herr zu werden. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. die Durchführung des Baues der Gasanstalt aus dem Gemeinde ziemlich schroffer Weise, daß die Anstellung Sache des Magistrats fädel ein Geschenk von 500 Mart zu machen, trotzdem bon allen sei und die Versammlung nur das Geld zu bewilligen habe. Das Fachleuten die eigene Gasanstalt als Schmerzenstind der Ge- hatte dem Faß den Boden ausgestoßen und es fehlte nicht allzu meinde angesehen wird. Ja, noch mehr! Troßdem der Gemeinde- viel, so wäre die Vorlage noch zum Schluß zu Falle gekommen. vertretung die Unzufriedenheit weitester Kreise der Einwohner Seitens der sozialdemokratischen Fraktion wird vom Stadtſchaft bekannt war, entſpradh ſte einem uniche ben Wahl erneut jelaje Damen, wie sie der Magistrat gewählt habe, zu den Aemtern des Herrn B. und verordneten Genossen Schmidt der Standpunkt vertreten, daß wählte ihn bereits 3 Jahre vor Ablauf felner Fener in einem Pulvermagazin. Nach einer Meldung aus auf weitere sechs Jahre zum Gemeindevorsteher wieder in geber Armenpflegerinnen nicht geeignet erscheinen. Sie würden Warschau brach infolge einer durch verbrecherische Hand herbeiheimer Sigung.( Die Bestätigung diefer Wiederwahl durch einerseits die Berhältnisse der Armen viel zu wenig fennen, und geführten Explosion in der Vorstadt Nowo Praga in den Artillerieden Landrat steht bis heute allerdings noch aus. D. B.) Alle andererseits würden auch die Armen zu ihnen kein Vertrauen be- wertstätten Feuer aus, welches erft nach vieler withe gelöscht werden diese geschilderten Verhältnisse führten dazu, daß auch das Bürger- fizen. Es gelangte schließlich folgender Kompromißantrag zur fonnte. Der angerichtete Schaden ist bedeutend. Wäre es der tum sich ermannte und für den verflossenen Mittwoch eine Volts. Annahme: Das Geld wird unter der Bedingung bewilligt, daß Feuerwehr nicht gelungen, das Munitionsmagazin rechtzeitig zu versammlung nach dem Wiechertschen Lotal berief, in der nur Frauen oder Witwen zur Anstellung kommen. retten, so wäre eine furchtbare Katastrophe eingetreten. Amts- und Gemeindeangelegenheiten" beraten Bei der Vorlage, Regulierung der Charlottenburger Chauffee, werden sollten. Das einleitende Referat hierzu erstattete Herr stellte Stadtverordneter Genosse Schmidt I den Antrag, daß der Kaufmann Richn. Wir müssen es uns, da eine Prüfung des Versammlung bekannt gemacht wird, an welchen, Unternehmer die Martthallen- Direttion.( Großhandel.) Ochsenfleisch Ia 66-68 br. 100 Bib., vom Referenten benutten Materials nicht möglich ist, leider ver- Arbeiten und zu welchen Bedingungen dieselben vergeben feien. a 60 65, a 52-55, Bullenfleisch Ia 63-68, IIa 52-62, Rühe, fett fagen, alle bie bageldicht auf die Amtsführung des Herrn Diesen Antrag lehnte die Bersammlung glatt ab und begab sich 46-56, bo. mager 34-42, Greffer 48-56, Bullen, dänische 40-61. Amts- und Gemeindevorstehers B. herniederrasselnden Vorwürfe dadurch wieder des Rechts der Mitbestimmung bei der Vergebung Kalbfleisch, Doppellender_105-125, Mastfälber Ta 83-90, a 72-79, Als erster Diskussionsredner nahm Ge- von Arbeiten, während die Vorlage selbst angenommen wurde. lämmer 69-72, Hammel la 63-65. IIa 55-60, ungar. 0,00, Schafe Kälber ger. gen. 50-65, do. boll. 50-55. Hammelfleisch Mastwiederzugeben. noffe Hoffmann- Beuthen das Wort und erläuterte an Bei- Eigentümlich ist, daß der Stadtverordnete Schob, der in voriger 41-54. Schweinefleisch 49-56. Rehwild, plomb. per Pfund 0,70-0,80, spielen, weshalb auch die Arbeiterschaft des Amtsbezirks in erster Sißung sich darüber beschwerte, daß die Drudarbeiten öffentlich do. mit Abschuß 0,00. Damwilb, plomb. 0,00. Rentiere 0,43-0,45. WildFrischlinge 0,00. Kaninchen, Stüd 0,60-0,90. Hasen, bringen könne. Mit Recht verwies er ferner gegenüber den Klagen der Versammlung bei Vergebung von städtischen Arbeiten forderte, plomb. 0,00. Schneehühner, Stück 0,75-0,90. Birthähne, Stüd 0,00. Birt über die Gemeindevertretung darauf, daß im Laufe der letzten jebt gegen den Antrag Schmidt stimmte. Es geht doch nichts über bennen, Std. 0,00. Schnepfen, IIa 0,00. Hübner, Ia per Stüd 1,80 zwei Jahre seitens der Sozialdemokratie genügend getan fei, um solche Konsequenz. Eine ebenfalls recht ausgedehnte Debatte bis 2,50, dito a 1,00-1,70, dito Wolga, Stüd 1,30-1,85. Ham Stüd 0,00, die Einwohnerschaft Eichwaldes aufzuklären über die Schädlichkeit zeitigte die Borlage betreffend die Erhöhung der Friedhofsgebühren. burger Stüfen, Boulets 0,00. Kapaunen, deutsche, einer Klassen- und Interessenvertretung, wie sie sich im gegen Man hat nämlich die Gebühren für die Stadt und für den Fried- italienische 0,70-0,80. per Stück 0,00. Tauben, Stüd 0,40-0,60, dito alte 0,35-0,50, 50. Enten, per Pfund 0,00, dito per Stüd wärtigen Gemeindeparlament ausdrücke. Der nächstfolgende Hofsinspektor fast durchgängig um 50 Pf. bis 1 M., bei Wahlstellen 0,00, dito Hamburger, per Stüd 3,25-4,75. Sanfe, gefroren per Redner, Genosse Seifert Eichwalde ,, verbreitete sich in ein- um 10 M., bei Erbbegräbnisstellen um 100 M., bei Aufbewahrung ib. 0,00, do. russische 0,35-0,50, do. junge Hamburger 0,80-1,05. gehendster Weise über die am Orte bestehenden Mißstände. Wenn von Aschenurnen um 20 M. erhöht. Begründet wird diese Vorlage Buten Ia p. Bfb. 0,00, bo. IIa. u. alte 0,00. Hechte per 100 Bfund sich der Herr Gemeindevorsteher darüber beklage, daß ihm Miß- vom Magistrat damit, daß erstens die Stadt jährlich etwa 14 000 9.65-82, do. mittel 77-84, bo. groß 51-56, do. groß mittel 0,00, trauen entgegengebracht werde, so sei darauf zu erwidern, daß zuschießen müßte, und daß die Gebühren für den Friedhofs do. matt 0,00. Bander, mittel 0,00, bo. groß- mittel 0,00, 5o. unfort. 0,00. man Vertrauen nur da entgegenbringen kann, wo man überzeugt inspektor seit 1886 nicht erhöht worden find, troßdem die Arbeits- Schleie, groß mittel 100, dito tlein mittel IIa 71-84, bito Klein 0,00. fei, auch Recht zu finden. Die auch von Arbeitern gut besuchte löhne mit der Zeit sich um das Doppelte erhöht haben. Schon ale, flein 84, do. mittel 106--115, bo. groß 127. 68-75, do. 20er 80, do. 35-40er 68-73, bo. 50er Laufiber 0,00, Versammlung faßte schließlich gegen 3 Stimmen und einigen vor Jahren haben unsere Genossen im Stadthause dafür gekämpft, bo. 70er 60-63. wenigen Enthaltungen folgende von bürgerlicher Seite eingebrachte daß der Friedhofsinspektor mit festem Gehalt angestellt würde lland 06-70. Quappen, flein 40. Wels 0,00. Bunte Fische, flein 0,00, Resolution, die dem Landrat übermittelt werden soll: und die ganzen Gebühren der Stadt zufallen sollten. Bei der dies- do. 38-68. Barje 88-97, do. flein 55. Bleie, groß 0,00. Bleifische 0,00. " Die heute im Wiechertschen Lokale in Eichwalde zahlreich maligen Vorlage beantragte der Referent, Stadtverordneter Sarautchen 0,00. Winter- Rheinlachs, p. 100 Pfd. 0,00, Amerikan. Lachs la, per versammelten Bürger des Amtsbezirks Zeuthen, insbesondere Tieße, die Ablehnung derselben. Er meinte, er könne nicht der 100 Bfund 110-130, δο. Πε 90-100. Seelachs, per 100 Pfund der Gemeinde Eichwalde, bitten den Herrn Landrat, sie gegen Vorlage zustimmen, bevor er nicht weiß, welches Einkommen der Flundern, Kieler, Stiege Ia 2-6, do. mittel, Stifte 0,00, event. Uebergriffe des Amts- und Gemeindevorstehers Beschorner Friedhofsinspektor habe. Seine Anfrage danach in der Kom- do. Hamb. Stiege 3-6, balbe Stifte 2-3, bomm. Ia Schod 0,00, IIa der nach einem in der Strafsache gegen ihn wegen Urkunden mission habe der Oberbürgermeister unbeantwortet gelassen. Nach Stralf. 3-4,50. Sprotten, Danziger, Stifte 0,40-0,50, do. Rügenwalder, Büdlinge, Kieler per Wall 0,00, schwedische 0,00, englische 0,00, fälschung ergangenen Gerichtserkenntnis sich der Rechtswidrigkeit langer Debatte, in welcher unsere Genossen Pieck und Schmidt I stifte 0,40-0,50. Alale, groß per fb. 1,10-1.20, do. mittelgroß 0.80-1,10, feiner Handlungsweise nicht bewußt sein soll durch strenge Heringe per Schod 5,00-9,00. Schellfische, Ktifte leberwachung seiner Amtstätigkeit in Schuh nehmen zu wollen. gegen die Erhöhung sprachen, wurde die Vorlage mit 20 gegen flein 0.60-0,80. 14 Stimmen angenommen. Die nahste Vorlage behandelte die 3,00-4,50, dito Stifte 2,50. Sardellen, 1902 er per Anfer 98, Zu dieser Bitte zwingt uns nicht allein der Ausspruch des Ge- Bestimmungen über die Einrichtung von Arbeiterausschüssen für 1904 er 98, 1905 er 98, 1906er 85-90. Schottische Bollheringe 1905 richts sowie die Behauptung seines Verteidigers, daß es sich um städtische Arbeiter. Ueber die Funktionen der Arbeiter sind Be- 0,00, large 40-44, full. 38-40, med. 36-42, deutsche 30-40. einen hochgradig nervösen Mann handelt, sondern auch die bis- ftimmungen ausgearbeitet, die in 10 Paragraphen niedergelegt 1,50-1,60. Bratheringe Faß 1,20-1,40, bo. Büchse( 4 Liter) 1,40-1,70. herige Amtsführung des Herrn B. und sein krankhaftes Ver- find. Seitens unserer Genossen wurden bei den einzelnen Bara- Reunaugen, Schockfag 8. do. fleine 4-5, do. Riesen- 10. Streble per Schod halten überhaupt. graphen zweckentsprechende Abänderungsanträge gestellt, die aber 0,00, große 0.00, do. mittelgroße 0,00, dito fleine 10-11 cm 0,00, Wir hegen die Befürchtung, daß ein weiteres Verbleiben fämtlich abgelehnt wurden. Im§ 8 der Bestimmungen ist zum bo. unsortiert 0,00, Galizier, groß 0,00. Ceemuscheln 100 St. 1,00. Gier, dieses Herrn im Amte seinen Krankheitszustand verschlimmern Schluß gesagt:" Die Vertreter sind berechtigt und verpflichtet, and, unsortiert per Schod 3,00-3,20, do. große 3,50-4,00. Butter per und dadurch auch der Entwickelung der Gemeinden des Amts- über die zur Erörterung gestellten Fragen ihre Anficht frei und 100 Bfb. Ia 130--132, IIa 124-126, IIIa 120-124, abiallende 115-120. bezirks Beuthen nicht förderlich sein kann." offen auszusprechen. Nachteile für ihre Beschäftigung sollen Saure Gurfen Schod 4,50-5. Bieffergurten Schod 4,50-5. Kartoffeln 3,25-3,50 weiße runde ihnen hieraus nicht erwachsenfofern sie durch per 100 Pfund Dabersche Bankow. ihr Benehmen und ihre Aeußerungen nicht mag, bon. 2,75--3,25. Borree, per Schod 0,75-1,25. Meerrettich, Schod 8-12. Spinat per 100 Pfund 18-23. Aus der Gemeindevertretung. Vor einigen Wochen wurde in gegen die Gesebe und die gute Gitte berstoßen. do. pomm. 0,00. 8wiebeln per 100 Bfd. 3,00-4,00. Sellerie, per Schod 6-12, Beterjilie, grin, der Gemeindevertretung im Prinzip beschlossen, zum 1. Mai eine Der Stadtverordnete Genoffe Pied beantragte, diesen Schlußpassus Schodbund 0,80-1,40. Rettich, bayrischer, per Stüd 0,06-0,10, gewerbliche Pflichtfortbildungsschule zu errichten. Da es kurze zu streichen. Dieser Schlußsah sei jedenfalls aus den Bestimmungen hiesiger, ber Schock 0,00. Mohrrüben, 100 Pfund 2,50 bis Zeit vor den Gemeindewahlen war, stimmten sämtliche bürgerliche für die Arbeiterausschüsse der Staatswerkstätten entnommen. 3,00. Karotten, per 100 Pfund 12-18. Wirsingkohl v. Schock 6-10. Vertreter für die Errichtung der Fortbildungsschule. In der Wenn man diesen Bassus stehen lasse, dann sei die ganze Ein- Rotkohl, Schock 4-10. Weißfohl p. 100 Bfb. 3,50-5,00. Blumentohl, Giefiger lebten Sitzung sollte das Ortsstatut zum Beschluß erhoben werden, richtung der Arbeiterausschüsse keinen Schuß Pulver wert. Nach 100 Stüd 0,00, do. Erjurter 0,00, bo. italienischer 100 Stud 20-30, Rosenfohl, per 100 Bjund 20-22. und siehe da: man ivar überzeugt, daß die Einrichtung der Fort- den Erfahrungen, die man hier im Saale schon gemacht, tönnte do in Körben 18 Stüä 1,60-2,50. Grünkohl 8,00-10,00. Kohlrüben, Schod 2,00-4,00. Petersilienwu, gelir, bildungsschule verfrüht und mit zu großen Kosten für die Ge- es nach Ansicht des Oberbürgermeisters und des Stadtverordneten p. 100 Bid. 4,50-5,00, Schodbund 5-6. Schnittlauch, Töpfe Duzend meinde verknüpft sei. Der Redner der Bürgerlichen, Töpfermeister Lüdice schon gegen die guten Sitten verstoßen, wenn die Arbeiter 1,75-2,25. Tomaten, fanarische, per Stifte 1,25-4,00. Rote Rüben, Geeger, entpuppte sich als ein Gegner jeder Volksbildung, indem bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen fordern. Oberbürgermeister per 100 Bfund 5,00-6,00. Rhabarber 100 Bund 7-10. Rabungen 25 bis er es überhaupt als überflüssig hielt, für Pankow eine derartige Roelge hat das Vertrauen zu den städtischen Arbeitern, daß fie 35. Stübchen 12-18. Estarol, 100 St. 15-20. Endivien, 100 St. 20-25. Schule zu errichten. Die Lehrlinge gingen nach Berlin in die nicht gegen die guten Sitten verstoßen. Der Passus müsse aber Birnen, Stochbirnen hiesige, per 100 Bid. 6-9,00, Tafelbirnen la 14-32, Fachschulen und für hergelaufene polnische Judenjungens aus darin stehen bleiben, denn wenn es trobdem vorkomme, müffe man do. Ila 6-17, Staliener la 25-28, do. Ila 18-20. Alepfel, per 100 Bfund, Odessa gemeint sind die jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen fagen können, ein solcher Arbeiter sei nicht mehr würdig, städtischer Tiroler Ia 20-28, do. Ila 22, do. Tofe, per 100 Pfund 0,00, do. der Zigarettenfabrik Garbaty brauche Bankow feine Fort- Arbeiter zu sein. Genosse Bied erwiderte hierauf, wenn die Stiften 120 Pfd. 30-50, Most, bies., 100 Bfb. 3-12, Stothe-5-14, Tafeläpfel Ia 15-23, Do. IIa 8-16, Amerikaner, per Faß 15-28, bildungsschule zu errichten. Vergebens versuchten der Gemeinde- städtischen Arbeiter dafür bekannt seien, daß sie nicht gegen die Staliener, loje, 100 Bid. 8-18, do. in Sörben per 100 Bid. 10-16, do. in borstand und unsere Genossen, welche lebhaft in die Debatte ein guten Sitten verstoßen, dann könne der Passus auch gestrichen stiften 10-20. Weintrauben, Almeria, per Faß 13-16. Ananas I, per griffen, die Borlage au retten; die Wahlen find jetzt vorbei, man I werden. Wenn der Satz stehen bleibe, dann könne es leicht vor- Pfund 0,80-0,90, bo. II 0,65--0,70 25-30. 0,00. H Starpfen, unsortiert Roddow 0,00. Blößen 43-58, dito flein 40. Beringe, neue Matjes, bero. 0,00. Sardinen, russ., Fay 2,50-3,00, Konsumgenossenschaft Berlin und Umgegend 5. Berliner Wahlkreis. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 29. März, nachmittags präzise 1 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophien- Straße 17-18: Außerordentliche General- Versammlung. Zagesordnung: 1. Bahl von vier Aufsichtsratsmitgliedern resp. vier Erfagpersonen. 2. Anstellung eines Geschäftsführers und Genehmigung des Vertrages mit Sonntag, den 22. März, abends 6 Uhr, Jeder Arbeiter, in den ,, Union- Sälen", Greifswalder Straße Nr. 217/218: jeder Handwerker Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: follte zur Arbeit die Lederhose Herkules fragent. Unerreichte Leistungsfähigkeit. Allein- Berkauf. Sehr starkes Leber in praktischen grauen u. braunen Streifen, Stud gearbeitet. Sehr feste Sappe Haltbarfte Pilot- Taschen. demselben. 3. Bericht über die Einigungsverhandlungen mit dem Berliner 1. Vortrag des Genoffen Julian Borchardt: Barum find wir arm?" auch einfarbig. Am Bund aus einem Consumverein. 4. Antrag des Aufsichtsrats auf Einfte, ung von Hausanteilscheinen( Bäckerei).*) 5. Antrag von Genossen in Wilhelmsruh a. d. Nordbahn auf Errichtung etner Verkaufsstelle fleineren Umfanges. 6. Ano träge, die nach§ 7a des Statuts eingegangen find. Eventuelle Anträge bitten wir bis zum 24. März an unfer Rontor, Billdenowftr. 30, einzusenden. Bu zahlreichem und pünktlichem Besuch laden wir unsere verehrten Mitglieder hiermit höflichst ein; der Saal muß um 5 Uhr geräumt werden. Nur das Mitgliedsbuch legitimiert. Der Aufsichtsrat: C. Mücke. Der Vorstand: Max Menzel. F. Tutzauer. Entwurf befindet sich auf der legten Seite von Nr. 6 des Konsum genoffenschaftlichen Stopsblattes. 104/15 Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Montag, den 23. März 1908, abends 6%, Uhr, im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstr. 59 Oeffentliche Versammlung aller in Buchbindereien und Buchdruckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Zages Drbnung: 2. Disfussion. Sierauf: Geselliges Beisammensein und Tanz. Bahlreiches Erscheinen erwartet 221/5 nähte. Der Vorstand. 6. Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den 22. März, abends 6 Uhr: Versammlung für Männer und Frauen 226/1 in den ,, Berolina- Festfälen", Schönhauser Allee Nr. 28. Tages- Ordnung: 1. Bortrag bes Paul John aber: Märzstürme". 2. Distuffton. Genoffen " Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Der Vorstand. Achtung! Metallarbeiter, Achtung! Montag, den 23. März 1908, abends 6% Uhr: Große Fliden umsonst. 4M. 50 Die Herkules Hose Monteur Jadetts, Edison", 0 echtblau Stoper ober Drell 2 M. 65 Monteur- Hosen Ebison", echtblau Röper oder Drell 2 M. 25 Manchester- HosenGambrinus 6 M. 50 Manchest.- Jacketts Gambrinus 11M.50 Maler- Stittel 3,50, 2 M. 40 Mechanifer Kittel( braun) 3,35, 2 M. 75 Weiße Leberhofsen 4,50, 3. Steffel- Anzüge 7,23, 6,-, 5 M. 50 Weiße Jadetts für Friseure, Kelner, Konditoren, Roche usw. Die Preise gelten für normale Größen. Baer Sohn Chauffeeftr.29/ 30. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Haupt- Katalog gratis und franto. Bei Bestellung von Hosen ist bie Bundweite und ble Schrittlänge, bei Sacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. Rachbrne U 14712* verboten! Orts Krankenkasse der Schlosser wärtige Lage im Beruf unter besonderer Beenie Metallarbeiterversammlund werwandten Gewerbe D 1. Vortrag des Kollegen Georg Binte Leipzig: Die gegenrücksichtigung des tariflichen Verhältnisses. 2. Distusfion. In Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung erwarten wir bollzähliges Erscheinen. Die Agitations- und Zariffommission. ,, Pharus- Säle", Müller- Str. 142. Sonntag, den 22. März 1908: Kunst- Abend H Leitung: Margarete Walkotte. Mitwirken be: err Hans v. Wolzogen, Rezitator; Herr Gustav Fanz, Opernsänger; der 10jährige Felix Robert Mendelsohn, Cellist; am Flügel Herr Ludwig Mendelsohn; Herr Werckmeister, Humorist; Margarethe Walkotte; Herr Bernhard Nitzsche am Flügel. Entree im Vorverkauf 50 Bf. Abendkasse 60 f Borverkauf bei: Wernau, Bharus- Säle, Müllerstr. 142; Mazanke, Bigarrenhandlung, Bankstr. 18, und Fahrow, Stavenéstr. 6. 284/15 Margarete Walkotte, Steglitz, Fichtestr. 10. Maglige Anzüge nad 12 tüchtige Hohlschleifer, Paletots Maß perfett auf alte und neue Meffer, zu aus la Stoffreften. Monats- u. nicht abgeholte Sachen stannend billig. Maßschneiderei Voß, nur Brunnenstr. 3.1( Rosenthal. Zor) A. B. Koch sofortigem Eintritt gesucht. 8105 Affordlohn: 1/2 8/4 12 ¼ hohl M. 8,-, 7-, 5-, 4,- pr. D. G. W. Ruff, 95& 97 Charlotte St. London W. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. Kohlen- Groß- Handlung Prinzenstr. 41, dicht am Moritzplatz, Berlin 0. 34, Brombergerstr. 16. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Preise für nur la Marken ab Plat von 10 3tr. an: Prima la Salbiteine( befannte Marken). pr. 8tr. 97 Bf. Pfännerschaft 1,02 m. 1,05 M. la Diamant pr. 8tr.( 110 bis 120 Std.). la Jlse u. Afw. 9 1,05 M. la Anthrazit Cadbp.8tr. 2,40m. 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März d. 3. in Kraft. § 13 Nummer 3 bes Statuts erhält folgende Faffung: Im Falle der Ertverbsunfähigkeit bom dritten Tage nach dem Tage der Erkrankung, und zwar für jeden Tag für Mitglieder der Stlaffe 1 2,10 m. II 1,58 III 1,26 IV 0,79 V 0,58 § 23 bes Statuts erhält folgenden 8wischenfat: Der 18. März, die Metallindustriellen und das Landtags- n Gantungsfällen, in denen der wahlrecht für Preußen. Referenten find die Stolfegen: Bahn, Behrend, Eggert, Handke, Hartmann, Jakobsen, Mahle, Maus, Wuschick, Wücke und Cohen. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint alle in diesen Versammlungen, um Stellung zu nehmen zu dem Beschluß der Kühnemänner, die uns nicht nur unfer Koalitionsrecht streitig machen, sondern auch verhindern möchten, daß wir uns unsere politischen Rechte als preußische Staatsbürger und Steuerzahler erringen fönnen. Der Einberufer: M. Cohen, Charitéftraße 3. Borstand eine Nachuntersuchung durch einen Bertrauensarzt für notwendig hält, ist das Mitglied verpflichtet, biefer Aufforderung innerhalb dres Tagen nachzukommen. Der Vorstand. 3. A.: Paul Heinrich, Rud. Neumann, Borfizenber. Schriftführer Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter Wohnungs- Einrichtungen Berlins und Umgegend. Montag, den 23. März, abends 6%, Uhr, in Graumanns Festfälen, Nannynftr. 27: Mitglieder- Versammlung. Zagesordnung: Erziehungs. 1. Vortrag des Genossen Alfred Bernstein über: fragen. 2. Distuffion. 3. Der Streit bei der Firma Neufeld. 4. Drgantfationsangelegenheiten. Die Frauen der Mitglieder sind hierzu besonders eingeladen. 141/2 Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Castan's Panoptikum 165 Friedrichstr. 165 Abdul Hamids Harem Bauchtänzerinnen. Zauberer Fakire Schlangen- Ungeheuer von Sumatra. Sonntags kein Extra- Entree Wochentags 20 Pt. durch besonderen Eingang. H. sowie einzelne Möbel zu äußerst billigen Preisen. Kulante Zahlungsbedingungen. Bis 81. März cr.: Ausnahmepreise. Bel Arbeitslosigkeit größtes Entgegenkommen. Möbel- und Ausstattungsmagazin AlexanderW. L. Adomeit, Straße 28. Greifenhagen Nachf. Brunnen- Straße 17-18. Veteranen- Straße 1-2. Heute Sonnabend: Verband der Maler, Billige Preise für Lebensmittel. Lackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787. Montag, den 23. März, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- User 15, gr. Gaal: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Kulturfragen im Malergewerbe. Referent: Stollege H. Sillig Hamburg. 3. Verbandsangelegenheiten. Achtung! Maler! 2. Distuffion. Die Ortsverwaltung. Achtung! Zwischen der Kommission der lokalorganisierten Maler und dem Vorstand des Verbandes der Maler wurde vereinbart, daß für alle die Kollegen, die bis zum 15. April 1908 ihren Beitritt zum Verbande erklären, die vereinbarten Uebertrittsbedingungen Blaz greifen.( Siehe unter Gewerkschaftlichem.) Die Kollegen, die nach dem 15. April übertreten, fönnen nur als neue Mitglieder aufgenommen werden. Die Kollegen, die zum Uebertritt geneigt sind, versammeln sich am Sonntag, den 22. März, vormittags 10 Uhr, bei Hahn, Stralauer Straße 48. Die Ortsverwaltung des Verbandes der Maler, Die Kommission der Gewerkschaft der Maler. . • Feinste Zervelatwurst Pla. 1.25 M. Hallesche Leberwurst ff. Leberwurst Landleberwurst Zwiebelleberwurst Räucher- Lachs Herbalin .. Pta. 95 PL e Pta. 88 Pt. Pid. 48 PL in Stücken Pfund ( Pflanzenbutter) vor60 PL. züglich zum backen 53. und braten.. Pfund PL. .... Pa. 18, 14 P. Ptd. 15 PL Weiße Bohnen Grüne Erbsen Große Erbsen, halbe, ohne Hülse 17 Pt. Große Erbsen, mit Hülsen Pfd. 16 Pt. Pfd. . Pfa. 1.10 M. Pa. Fleischwurst.. Pta. 95 Pt. Braunschw. Mettwurst.. Pfd. 95 Pt. Westf. grobe Mettwurst.. Pta 95 Pt. Bestes Landbrot Feinstes Berliner ca. 3 Pfd. schwer 42 PL Bratenschmalz Pa. 52 PL. Gebrannter Kaffee, Spezialmisch. Pfd. 90 Pl. 2 Pfd. 5 Pfd. 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Namentlich treffe das für den Kamps im Baugewerbe zu, da der Metallarbeiterverband rund 10 090 Mitglieder hat, welche in Bau- berufen beschäftigt sind. Dazu kommen die Arbeiter derjenigen Berufe, die zwar nicht auf dem Bau, aber für den Bau arbeiten und deshalb auch durch den Kampf teilweise in Mitleidenschaft ge- zogen waren. Ter sinkenden Konjunktur entspricht das Bild, welches die Zahlen des Arl>oitsnachweises und der Arbeitslosenunterstützung ergeben. Während in? Jahre 1906 262 826 M. für Arbeitslosen- Unterstützung ausgegeben wurden, erforderte das Jahr 1907 für diesen Zweck 489 377 M. Aus den Kopf der Mitglieder der einzelnen Branchen berechnet, betrug die Arbeitslosenunterstützung 1907: Für Schlosser 7,05 M., Klempner 12,15 M., Rohrleger und Helfer 19,95 Mark, Dreher 10,85 M., Former 8,95 M.> Arbeiter 6,45 M., Gürtler 10,35 M., Anschläger 40,15 M., Schleifer 8,50 M., Mechaniker 4,85 M., Drücker 8,05 M.. Hobler, Fräser 6,45 M., Schmiede 4,45 Mark, Elektromonteure 4,55 M., Arbeiterinnen 1,15 M., Nicht» Metallarbeiter 11,65 M., Nadler 13,35 MJ., Feilenhauer 6,75 M., Goldarbciter 1,75 M., Ziseleure, Graveure 1,65 M.— Im ganzen haben 18 340 Mitglieder für 444 395 Tage im Jahre 1907 Arbeits- losenunterstützung erhalten.— Krankenunterstützung erhielten 17 000 Mitglieder für 408 450 Tage im Betrage von 440 996 M.— Der Arbeits nachlveis des Verbandes zeigt vom �ahre 1901 bis 1906 eine fortgesetzte Steigerung der Zahl der vermittelten Stellen. Er war im Jahre 1906 mit 10 543 Vcrmittelungcn an die erste Stelle der in der Metallindustrie bestehenden Arbeitsnachweise gerückl. ?!m Jahre 1907 sank die Zahl der Vermittelungen unter dem Ein- luß der Krise auf 6418. Das ist immerhin eine noch größere Zahl alZ wie die des Arbeitsnachweises der Metallindustriellen in der Gartenstraße. Bei diesem sind im Jahre 1907 von 105 Firmen 5077 Arbeiter verlangt worden. Ob diese Stellen alle besetzt wurden, ist nicht bekannt. Nach dem Bericht des Verbandes der Metall- industriellen sind im Jahre 1907 in seinem Bereich 63 000 Stellen besetzt worden, daran ist also ihr eigener Arbeitsnachlvcis mit noch nicht einem Zwölftel beteiligt. Ein Beweis, daß der sogenannte Arbeitsnachweis der Metallindustriellen viel weniger eine Stelle für Arbeitsvermittelung, als vielmehr eine Kontrollstelle der Ar- beitcr ist.— Die Lohnkämpfe, welche der Metallarbeiterverband im ver- gan�encn Jahre führte, waren zwar nicht der Zahl nach, aber doch hinsichtlich des Umfanges und der Bedeutung geringer als im Jahre 1906. Eine Tatsache, die in der ungünstigen Konjunktur ihre Er- klärung findet. Im Jahre 1907 wurden 25 Angriffstrciks geführt, an denen 612 Mitglieder beteiligt waren. Es handelte sich in cinom jFalle um Verkürzung der Arbeitszeit, in 4 Fällen um Lohnerhöhung, in 10 Fällen um Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung, in 10 Fällen um Anerkennung des Tarifs. Von den Angriffsstreiks hatten 7 vollen, 12 teilwcistn, 6 keinen Erfolg. Weiter hatte der Verband 31 Abwehrstroiks zu führen, an denen 1016 Mitglieder beteiligt waren. Abzuwehren waren in 3 Fällen Maßregelungen, in 14 Fällen Lohnkürzungen, in 1 Fall Verlängerung der Arbeits- zeit, in 2 Fällen eine Verschlechterung der Fabrikordnung, in einem Fall schlechte Behandlung, in 1 Fall Mißstände, in 5 Fällen lieber- stunden, in 4 Fällen Verletzung des Tarifs. Von den Abwehrstreiks hatten 14 vollen, 6 teilweisen, 11 keinen Erfolg.— Anläßlich der Streiks wurden viele Polizeistrafen gegen Streikposten verhängt. Infolgedessen waren 40 626 M. für Rechtsschutz aufzuwenden. An Streikunterstützung zahlte die Hauptkasse 223 786 M. und die Lokalkasse 66 908 M. Die Maßregelungen haben seit dem Vorjahr zu- genomnien, dadurch haben sich im Berichtsjahre die Ausgaben für Unterstützung der Gemaßregelten vermehrt. Es wurden für diesen Zweck aufgewandt aus der Hauptkasse 97 073 M., aus der Lokal- lasse 25 667 M.— Für andere Unterstützungszweige wurden aus- gegeben durch die Hauptkasse: Reisegeld 22 910 M., Umzugsgeld 10 350 M.. in Notfällen 8178 M.. Sterbegeld 11385 M. Aus der Lokalkasse: An Reisende 2360 M., in Notfällen 2192 M.— Ein Zeichen für das rege Bildungsbedürfnis der Mitglieder ist es, daß 24 484 Bände aus der Bibliothek entliehen wurden, obgleich dieselbe wegen Rcnovierungsarbcitcn 5 Monate geschlossen War. Der Einfluß der Konjunktur macht sich auch auf die Mitglieder- bewegung bemerkbar. Die Zahl der Zugereisten hat gegen das Vor- jähr um 698 abgenommen, die Zahl der Slbgereisten ist dagegen um 1341 gestiegen. Das ergibt eine Minderzahl von 2039 Mit- gliedern. Bedenkt man aber, daß im Reiche die Zahl der organi- sierten Metallarbeiter hmner mehr steigt, dann wird der Unter- schied gegen das Vorjahr noch augenscheinlicher. Daraus ergibt sich, daß der Beschäftigungsgrad im Jahre 1907 weit geringer war als im Jahre 1906. Am �Schluß des Berichtsjahres hatte die Ber- liner Verwaltungsstelle des Verbandes 63 109 Mitglieder, an denen die einzelnen Branchen mit folgenden Zahlen beteiligt sind: An- schläger 759, Drahtarbeitcr 269, Dreher 6597, Elektromonteure 1871, Feilenhauer 98, Former 2886, Gießereihülfsarbeiter 659, Goldarbeiter 592, Graveure und Ziseleure 929, Gürtler 2540, Heizer und Maschinisten 62, Klempner 3305, Rohrleger 1430. Kupfer- schmiede 26, Mechaniker 4164, Drücker 628, Schleifer 1694, Optische Industrie 123, Schlosser 18 210, Schmiede 1232, Werftarbeiter 34, Zinngießcr 14, sonstige Metallarbeiter 10 848, Arbeiterinnen 3544, Nichtmetallarbeiter 325, ohne Angabe des Berufs 761. Ein Mitgliederverlust in dem Umfange, wie ihn die Gegner als Folge der schlechten Konjunktur erwarteten, ist nicht eingetreten. Trotz der Krise, trotz der Drohungen und Verlockungen der Unter- nehmer ist die Organisation vollkommen intakt geblieben und hat die ungünstige Zeit gut überstanden.— Als vor 10 Jahren die Verschmelzung des Berliner Lokalverbandcs mit dem Deutschen Ver- bände vollzogen wurde, hatte Berlin im ganzen 8000 organisierte Metallarbeiter. Damals hätte wohl niomand gedacht, daß die Zahl derselben� in 10 Jahren auf 63 000 steigen würde. Die Absplittc- rung der Rohrleger hat jetzt ein solches Ende gcncmrmen, daß man die Verführten nur bedauern kann. Wer von ihnen wieder zum Verband kommt, dem steht die Tür offen, ausgenommen die Aus- geschlossenen. Diese müssen das Aufnahmeverfahren einleiten. Den anderen aber wird, falls sie sich bis zum 1. April wieder beim Ver- bände mimeldcn, ihre frühere Mitgliedschaft angerechnet.— Im Verband der Schmiede wird gegenwärtig die Verschmelzung mit dem Mctallarbeiterverband diskutiert. Die Schmiede in Hamburg- Altona haben den Ucbcctritt bereits beschlossen. In Berlin ist die Frage noch nicht entschieden. Hoffentlich kommt es zum Anschluß des Schmiedeverbandes und zur Verwirklichung deS Gedankens der Einheitsorganisation aller Metallarbeiter. Der Kassierer Henning erstattete den Kassenbericht. Ihm wurde Entlastung erteilt. Dann erfolgten die Neuwahlen zur Ortsverwaltung, die folgendes Ergebnis hatten: Cohen, erster Bevollmächtigter: Blumenthal, zweiter Kassierer; Beisitzer Menz und Eggert; Revisoren Dräger und Hilpert. Hierauf sprach Cohen über den bevorstehenden Gewerkschaft?- kongrcß, der im Juni in.Hamburg stattfindet. Der Redner er- wähnte unter anderem, daß die Tagesordnung des Kongresses noch nicht bekannt gemacht, aber durch die Generalkommission bereits festgestellt ist. Außer den Berichten der Generalkommission, des Zentralarbeitersekrctärs und des„Correspondenzblattes" werden auf die Tagesordnung gesetzt: Das Kost- und Logiswesen, die Grenz- strcitigkeiten, Stellung der Gctverkschaften zuni Genossenschaftswesen, und, falls es nach Lage der Sache erforderlich sein sollte, der Gesetzentwurf über die Arbeitslainmern. Die Versammlung stellte eine Anzahl Kandidaten auf für die Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß, die am 5. April durch Urabstimmung vorgenommen wird. WasserstandS-Nachrichten der Landesanitalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. ') 4- bedeutet Wuchs,— Fall.—•) Unterpegel.—•) EiSlland.— 4) Grundcis.— 5) heute vormittag 448 cm.—•) höchster Wasserstand: 271 vm am 18. um 6 Uhr nachmittags. WitterungSuberstcht vom IS. März 1908, morgen? 8 Uhr. Wetterprognose für Tonnabend, den 31. März 1908. Zeitweise heiter und am Tage mild, aber veränderlich mit leichten Regensällen und mäßigen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. eingegangene Druckfchnften. „März«, Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: Ö Thoma. H. Hesse, A. Langen. K. Aram. Zwelles Märzhcst 1308. Preis ILO M. Verlag von Awert Langen in München. Charles Baudelaire,.Die Blumen des Böien'. Eine Anthologie deutscher Uebertragungen, mit einer Vorrede BaudelatrcS. Oesterheld u. Co.. Berlin Vf. Preis drosch. 1 M.. geb. 1,75 M.' Unsere vereinigten Firmen bieten dem geehrten Publikum durch kolossal günstige Möbel- Offerten solch enormen Vorteile, wie sie niemal» wieder geboten werden können. Nirgends kauft man Einrichtunsen auf Kredit oder gegen bar billiger und besser als In unserem Riesen- Unternehmen. Zum Beispiel kostet Eine kompl. Einrichtung bei Bar- auf Teil« Anzah- zahlung Zahlung lungvon bestehend aus Stube und KQche in einfach., aber solider Ausführung Eine bessore Einrichtung bestehend aus Stube und KQche in besonders sorgfältig. Ausführung bei Bar- auf Teil- Anzah- zahlung Zahlung lung von 398* 442* 30! 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