Mr. 74. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Breis pranumerando Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Boste Abonement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs. Preisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freitag, den 27. März 1908. Wohlfahrt eines Voltes allein oder auch nur überwiegend von Verfassung und Wahlrecht abBülow gegen das Reichstags- bangi it?" Und er beantwortete dann ſelbſt herablaſſend wahlrecht! Frage mit einem Gleichnis. Mecklenburg habe tein freies Wahlrecht und stehe trotzdem doch wohl höher als Haiti, das ein allgemeines und gleiches Wahlrecht besitze. Der geistreiche Kanzler! Das ist gerade so, wie wenn Der Kanzler sprach heute, anläßlich der sozialdemokratischen etwa ein Anthropologe sagte: Für die Entwickelung der Resolution, die Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Säugetiere ist es ganz unerheblich, ob sich ihre Preußen forderte, über die preußische Wahlreform. Das Gehwerkzeuge zu Händen entwickeln. Der Mensch heißt: er sprach nicht über die Reform des preußischen hat zwar im Gegensatz zu den Vierfüßlern zwei Hände, Wahlrechts, sondern gegen das gegen das Reichstags- aber der Affe hat deren gar bier und ist doch wahlrecht. Was er über die preußische Wahlreform nur ein Viech! Folglich beweist das Vorhandenfagte, beschränkte sich auf die Wiederholung der Zusicherung sein von Händen gar nichts für die höhere Entwickebom 10. Januar, daß die Regierung eine Wahlrechts- lung." Eine solche antidarwinistische Vierhändertheorie wird reform beabsichtige. Welcher Art diese Reform aber sein soll, natürlich fein Anthropologe riskieren; aber unser genialer Darüber schwieg sich der Kanzler wiederum völlig aus. Reichskanzler nimmt feinen Anstand, das Inkommensurabelſte Nur daß sie nicht einmal die Beseitigung der öffentlichen Ab- ohne jede Berücksichtigung der entscheidenden organischen Verstimmung bringen foll, betonte Fürst Bülow ebenso entschieden schiedenheiten miteinander zu vergleichen, wenn das seine wie am 10. Januar. jämmerlichen Trivialitäten nur mit etwas auspuhen kann, Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. • um das Schicksal der Polen nicht besorgter zu sein, als diese selbst es sind. Aber auch wenn alle pessimistischen Erwartungen fich erfüllen sollten kann das Freifinnige veranlassen, einen politischen Grundsay preiszugeben, der zum Fun bament der liberalen Weltanschauung gehört?" Der Berufung auf die Notwendigkeit, die Einheit der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft zu wahren, tritt die Adresse wie folgt ent gegen: Wir wissen, daß manche Abgeordnete alle unsere Bedenken und Besorgnisse teilen, aber glauben, der Fraktionsdisziplin ein Opfer des Intellekts bringen zu wollen. Rücksichtnahme auf die Erfordernisse der Fraktionsdisziplin erkennen wir bei kleineren Fragen willig an, aber die wichtigsten Grundfäße der Partei einer Parteidisziplin unterwerfen, heißt den Parteiinhalt der Parteiform opfern. Wenn Fraktionsgemeinschaft zum Instrument für die Unterdrückung von Parteis prinzipien gemacht werden kann, dann ist ihr weiterer Bestand ein Unheil." In einem Begleitschreiben, worin um Unterzeichnung der Adresse ersucht wurde, hieß es: Es liegen bereits Erklärungen von Drganisationen unferer Partei vor, in denen der Austritt aus der Partei bei Annahme des Kompromißantrages durch die Abgeordneten unserer Partei im Plenum des Reichstages angekündigt wird...." Den größten Teil der Rede des Reichskanzlers bildete das von ferne nach einem feuilletonistischen Schlager aussieht. eine hämische Verspottung und dreiste Ver- Freilich vermag Bülow mit solch traurigen Wischen nur unglimpfung des Reichstagswahlrecht 8. Zwar denen zu imponieren, die von der Demokratie grundsäßDie Adresse geht von Mitgliedern der Freifinnigen Bereinigung war Fürst Bülow so gnädig, die Versicherung abzugeben, I ich nichts wissen wollen. Die entrechteten Massen aus und wendet sich an die Abgeordneten der Freifinnigen Verdaß die verbündeten Regierungen nicht daran dächten, wissen, weshalb sie statt des Regiments der privilegierten einigung. Unter den freifinnigen Volksparteilern scheint die Blockdas Reichstagswahlrecht anzutasten. Auch habe seine Massen, der Junker und Kapitalisten, die Selbstre vertrottelung schon so groß und allgemein zu sein, daß die Müller, herabſegende Stritit des allgemeinen und gleichen Wahl- gierung vermittelst des allgemeinen und gleichen Wahl Wiemer, Kopsch und Fischbed eine Behelligung durch Proteste nicht rechts am 10. Januar nicht das Reichstagswahlrecht treffen rechts verlangen. Aber wenn Bülow der Meinung ist, daß zu befürchten haben. Wenigstens verlautet nichts über derartige sollen, das ja für das Reich erträglich sei, solange es auf die Form der Verfassung gar nicht ankommt, so Regungen in den politischen Organisationen der ehemaligen Wassers sich die Masse der Wähler durch den Appell an die nationale fönnte er ja leicht einmal dem Volke Gelegenheit geben, stiefler. Ehre", will heißen durch schwindelhafte Bluffs wie bei der die Probe auf das Erempelzu machen! Daß das Um so lebendiger find die Protestler in der Süddeutschen Volks Hottentottenwahl von der Reaktion düpieren lasse. Dann Bolt bei einem demokratischen Wahlrecht nicht allzu schlecht partei. Ein Gegenstück zu der Aktion der Barth und Breitscheid aber, nach diefem diplomatischen Vorbehalt, übergoß der fährt, dafür liefert ja um nicht nach Haiti zu schweifen-bildet dort ein Brief des Profeffors Quidde an die demokratischen Kanzler des Deutschen Reiches das Wahlrecht dieses Reiches Süddeutschland den Beweis! Wenn aber die Brivi- Drganisationen, worin er sie auffordert, seinen Antrag auf Bea fübelweise mit Spott und Hohn! Alles, was von politi- legierten das nicht wollen, wenn sie der Form des Wahl- rufung eines außerordentlichen Parteitags beim schen Zelebritäten der Rechten und des Zentrums gegen rechts so große Bedeutung beilegen, daß fie partout das allge- engeren Ausschuß( Professor Heimburger- Karlsruhe) zu unterstützen, Das allgemeine gleiche Wahlrecht jemals eingewendet meine und gleiche Wahlrecht bekämpfen, so ist das für das ihre Auffassung der Fraktion mitzuteilen und Vereine oder Vereins worden war, wurde mit schmaßendem Behagen wieder- 2.0 If der beste Beweis, daß es feinerseits unifo r üdvorstände zu Sundgebungen zu veranlassen. Das Schreiben ist gefäut; sogar ein liberaler Denker", der für ein fichtsloser gerade für dies den herrschenden Klassen so vertraulich versandt worden, doch ist das Stuttgarter Zentrumsständisches Wahlrecht schwärmte, wurde zitiert. Dieser liberale un bequeme Wahlrecht zu kämpfen hat! organ Deutsches Volksblatt" in der Lage gewesen, es zu ver Denter war Notabene nicht etwa Herr Fisch bed oder Herr Der Reichskanzler hat den Wahlrechtskampf mit einer öffentlichen. Das Stuttgarter Demokratenblatt, ber, Beobachter", schäumt Wiemer, sondern Herr Friedrich Dernburg, der dreisten Verhöhnung des allgemeinen und gleichen Wahl- über den schmählichen Vertrauensbruch", findet aber nicht den Mut, Bapa der Kolonialexzellenz, ein ausrangierter Nationalliberaler, rechts, mit einer Verspottung des Wahlrechtskampfes einge seinen Lefern den Inhalt des Briefes mitzuteilen, sondern begnügt der gnadenhalber im Mosseblatt den Lesern ab und zu feuille- leitet. Entrechtete, gebt dem Kampfkanaler fich mit der Angabe:" In dem Schriftstück legt Quidde eine abfonistische Schlafpulber verabreichen darf. Wenn Bülow dann eine de 3 Wahl unrechts, gebt der Reaktion die verweichende Meinung in der Frage des Sprachenparagraphen dar und besondere Sottise gegen das Reichstagswahlrecht vorgebracht dien te bollwichtige Antwort! hatte, versicherte er mit listigem Augenzwinkern, daß ja nicht er Vorwärts für das allgemeine und gleiche Wahlrecht! das sage, sondern daß er nur zitiere, referiere. Aber Nieder mit jedem offenen und verkappten Anhänger des einmal fiel er doch aus der Rolle: nämlich, als er die Linke Privilegierten- Wahlrechts! fragte, ob sie bestreiten könne, daß es ein Wahlrecht gäbe, das weniger rationell sei, als das Reichstagswahlrecht! Da fam der Erzreaktionär zum Vorschein, für den bas Freifinniger Proteft Reichstagswahlrecht nur solange erträglich ist, als es in der preußischen Reaktion, der agrarischen Wahlkreisgeometrie und der politischen Unintelligenz breiter Schichten der Reichstagswähler selbst ein Gegengewicht findet! " stellt seinerseits Konsequenzen bei Annahme des§ 7 in Aussicht, wie sie in drastischeren Formen, ja mit unartigen Wendungen, bon Nürnberg aus schon zuvor öffentlich bekannt geworden sind." Man begreift die Abneigung des„ Beobachters" vor der Wiedergabe des Schreibens, wenn man sich die Schärfe der Quiddeschen Ausführungen ansieht. Er sagt u. a.: Das, was niemand für möglich hielt, ist nun doch geschehen. gegen Freifinns- Verrat. geben. Bir haben jetzt auch unſeres Führers Begründung für Die Staatsmänner der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft, die Und wie motivierte Bülow diese spöttischen, hämischen beit als Verdienst ums deutsche Volt, um den deutschen Liberalismus ihren schmählichen Abfall vom liberalen Grundsatz der RechtsgleichAusfälle gegen das Reichstagswahlrecht? Er sagte:" Ihr und um die undankbaren Polen in die Welt pofaunen, werden die fritisiert das preußische Wahlrecht in Grund und Boden hin- teuer erkaufte Blockfrucht des Reichsvereinsgefezes nicht so ganz glatt ein. Ihr beansprucht das Recht der Kritik an Allem und in die Scheuer bringen. Es regt sich eine Opposition im Schoße Jedem. Gut, dann kann auch das Recht der Kritik des all- des Freisinns- ein Fähnlein Aufrechter, die den Namen Freigemeinen und gleichen Wahlrechts nicht bestritten werden." sinnige noch mit Fug beanspruchen fönnen, haben der Fraktion Und dann kritisierte er natürlich nur durch einen Haufen der Freifinnigen Bereinigung einen Mahnbrief und Protest natürlich nur durch einen Haufen von Zitaten das Reichstagswahlrecht! Aber Fürst Bülow will doch angeblich! gesandt und suchen durch ihr ihr Beispiel die freifinnigen felbst das Wähler zum Anschluß an ihre Attion aufzurütteln. Es sind Dreiklassenwahlsystem reformieren. Ja, der Freiſinnige die Barth, Breitscheid, Gädke, v. Gerlach, Kötschle, Nathan usw., die Potthoff imputierte ihm heute sogar, daß er eine" grund- diesen Schritt tun und was sie sagen, das ist eine schneidende legende" Reform in bestimmte" Aussicht gestellt hatte. Da stritit nicht nur des Umfalls selbst, sondern auch der Art und Weise, sollte er sich doch über jede Kritik des elendesten aller Wahl- wie die freisinnigen Kompromißler vor ihren eigenen Barteigenoffen systeme freuen! Aber seltsam! Der Wahlreformer Bülow giftet bas Werden des Verrats zu verbergen suchten, wie sie die Argüber jede Kritik der preußischen Dreiklassenschmach und sucht wöhnischen über ihre wahren Absichten bis zur Entscheidung gefür die Wahlreform dadurch Stimmung zu machen, daß täuscht und dann plötzlich vor die vollendete Tatsache des Umfalls cr sich zum Phonographen alles reaktionären Geteifes macht, durch das das allgemeine und gleiche geftelt haben. Es heißt darüber in der Adresse: Ein wahrhaft Bahlrecht jemals angebelfert worden ist! Klassischer Vertreter der preußischen Wahlreform! Ein Kanzler, wvert jenes freisinnigen Vertrauens, das ihm denn auch heute Herr Potthoff wieder ausgesprochen hat! Herr Aber Bülow tennt seine freisinnigen Pappenheimer. Um dem Freisinn das Reichstagswahlrecht für Preußen zu vergällen, malte er als Konsequenz des staatlichen allgemeinen und gleichen Wahlrechts auch das demokratische Wahlrecht für die Kommune an die Wand. Potthoff erklärte stolz wie ein Spanier, daß ihn persönlich auch ein demokratisches Gemeindewahlrecht nicht schrecke( das Parteiprogramm des Freifinns enthält bekanntlich die Forderung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts für die Ronimune absichtlich nicht!) Aber der kommunale Freisinnsschreck hatte doch die Wirkung gehabt, daß der freisinnige Redner die höhnische, provokatorische Verunglimpfung des Reichstagswahlrechts für„ biel weniger unbefriedigend" erklärte, als Bülows Backpfeifen vom 10. Januar. Die ganze politische Aktion des Freisinns besteht ja nur noch darin, auf jeden Fußtritt der Regierung mit einem Rotau zu antworten! Fürst Bülow, der große Historiker und Soziologe, warf u. a. die famose Frage auf: Glauben Sie wirklich, daß die Hinzu kommt, daß bis vor wenigen Tagen selbst weit geringere Bugeständnisse, als die im Kompromißantrag gemachten, von führenden Männern der freisinnigen Barteien in der Kommission, in der Presse, bei vertraulicher Aussprache und in öffentlichen Reden für unmöglich und undentbar erklärt worden sind. Man hat einmal über das andere versichert, daß die Bülowsche Blockpolitik nie die Partei dahin bringen werde, gegen ihre Grundsäge zu handeln. Man hat in der Kommission die bei der ersten Lesung gemachten Bugeständnisse als das Magimum bezeichnet, über das unter feinen Umständen hinausgegangen werden solle, und nun schickt man fich an, einem hassenswerten Ausnahmegesez, einem Attentat auf die Muttersprache, einer flagranten Verlegung des Prinzips der Rechtsgleichheit zuzustimmen, ja diese durch seine Mitwirkung überhaupt erst möglich zu machen." Die Ausrede der Kompromißler, man müsse durch den Umfall Schlimmeres verhüten", wird zutreffend mit folgenden Sägen abgetan: Rechtss die unerwartete Nachgiebigkeit tennen gelernt. Sie macht meines Erachtens durch den Hinweis auf den Zusammen hang mit der gesamten Polenpolitit der preußischen Regierung das Ungeheuerliche dessen, was von uns gefordert wird, besonders flar. Wir werden einig fein in dem Urteil, daß diese Polenpolitik eine einzige fchamlose Verlegung der gleichheit und des modernen Kulturempfindens ist, zugleich eine nationale Gefahr für das Deutsche Reich; denn fie legitimiert eine fünftige polnische Revolution. Nun sollen wir eine Vergewaltigung, die die Konsequenz dieser berderblichen Politif ist, mit beschließen helfen, damit sie nicht vielleicht in etwas schärferer Form gegen uns beschlossen werde! Auf diese Weise kann man die attive Beteiligung an jedem Unrecht, an jedem Verbrechen motivieren. Das gesunde Empfinden von uns allen, auch gewiß das unserer Abgeordneten, lehnt sich dagegen auf, und wir dürfen nicht durch Bwedmäßigkeitserwägungen dieses gefunde Empfinden unterdrüden oder so lange vernünfteln, bis wir Recht in Unrecht berkehrt haben. Wir dürfen uns nicht zu Mitschuldigen machen an der fluchwürdigen Politit des Unrechts und der Vers gewaltigung, aus der nur schweres Unheil folgen kann. Nach einer kräftigen Betonung, daß weder die Rücksicht auf die Blockpolitik noch auf die linksliberale Einigung die Preisgabe von Parteigrundsätzen entschuldigen kann, fährt Quidde fort: „ Es ist schon schwer genug in der Partei ertragen worden, daß die Wahlrechtserklärung des Fürsten Bülow nicht Schlag auf Schlag die gebührende Antwort gefunden hat. Nun folgt auf die erste Demütigung die zweite, und sie wird bermutlich nicht die legte sein. Geben wir hier nach, so ist, fürchte ich, auf dem Wege, den bor uns andere Parteien gegangen sind dem Wege poli tischer Grundsazlosigkeit, fein Salten mehr. Man wird uns, wenn wir uns einmal wieder auf unsere Grundsäge berufen, höhnend auf dieses Sprachenkompromiß berweisen, als Beweis, daß wir auch anders tönnen". leber andere Protestkundgebungen wird uns von unserem Rorrespondenten geschrieben: " " Am letzten Sonntag waren die Delegierten der Jungen Bollspartei" in Ulm a. D. versammelt. Der Vorsitzende der .... Ob die verbündeten Regierungen ein vom Sprachen Jungen Volkspartei", Stadtgeometer Kercher Stuttgart, fonst berbot gereinigtes Gesetz, nachdem es im Reichstage eine Mehrheit einer der rabiatesten Bewunderer Payerscher Weisheit, kam in seinem gefunden hat, ablehnen würden, ist ebenso zweifelhaft wie die Regelung des Sprachenverbots mittels der preußischen Gesetzgebung Referat über die Blockpolitik doch zu dem Schluß, daß die Demoim ftriften Gegensatz zu Mehrheitsbeschlüssen des Reichstages. fratie dem§ 7 des Vereinsgefezes auch in der Kompromißfaffung Jedenfalls wollen die Zunächstbeteiligten das Risiko einer etwaigen unmöglich zustimmen fönne. Die gleiche Auffassung vertrat der KorVergewaltigung in Preußen laufen. Die Freifinnigen brauchen referent Redakteur Ed Göppingen. Nach reger Debatte wurde foO Gnadenwirkungen zu kleinen Preisen. dann nahezu einstimmig eine Erklärung angenommen, welche u. a. 1 anderen deutschen Landesteilen zu begründen. Heute noch, Ueberlebt. Die Münchener Allgemeine Zeitung, eine der Gesagt: nach 37jähriger Zugehörigfeit zum Deutschen Reiche ältesten deutschen Zeitungen, die im 100. Jahrgang steht, wird vom Da... der Reichskanzler augenscheinlich nicht gefonnen ist, werden die ,, wiedergewonnenen Brüder" als Reichs- 1. April ds. Js. ab ihr Erscheinen als Tageszeitung einstellen und sein bei der letzten Reichstagsauflösung gegebenes Versprechen auch angehörige zweiter Klasse behandelt. Sie bilden tein felb- fortan nur als Bochenschrift erscheinen. wirklich im Ernst einzulösen und dem Liberalismus entgegen- ständiges Gemeinwesen wie die anderen Staaten. Eigentlich sind zukommen, fönnen Demokratie und Liberalismus, ohne sich selbst Bundesrat und Reichstag ihre Regierung und ihre Landesunberechenbaren Schaden zuzufügen, die Politik des Kanzlers nicht vertretung. Nur als Provinzialvertretung fungiert unter jenen tweiterhin durch Vertrauen und Entgegenkommen unterſtüßen. Auf welche Weise oft das Geld für großartige Kirchenbauten Insbesondere muß die Zumutung, bei§ 7 des Vereinsgefeges Körperschaften der Landesausschuß, der nicht direkt vom Bolte zufammengebracht wird, lehrt ein Rundschreiben des katholischen einen groben Angriff auf das selbstverständliche Recht des Ge- erwählt, sondern durch diverse kommunale und provinzielle Stirchenbaufomitees zu Riesa a. E., in dem für den laufenden Monat brauchs der Muttersprache mitzumachen, auch in der Form des Körperschaften ernannt wird, so daß er den Charakter eines 31 heilige Messen angekündigt werden, und jedem, der mindestens Rommissionskompromiffes einmütig abgelehnt werden, selbst auf Honoratiorentonventikels trägt. Die vom Kanzler in Aussicht eine Reichsmart zum Baufonds der Marienkirche beiträgt, versprochen die Gefahr hin, daß dadurch das Vereinsgefeß fallen follte." gestellte Reform kann bei des Kanzlers Feindschaft gegen wird, an den Gnadenwirkungen dieser 31 Messen teilnehmen zu Nachmittags fand eine Märzfeier statt. Festredner war Prof. bas allgemeine, gleiche Wahlrecht wenig Vertrauen er- tönnen. Börtlich heißt es in dem fonderbaren Schreiben: Duidde München, der sich gleichfalls in schärfster Form gegen weden, meinte Emmel. Von einer fortschrittlicher gesinnten den Sprachenparagraphen wandte. Der Stuttgarter Beobachter". Regierung in einer hoffentlich baldigen Zukunft erwarte das brachte in seiner Montag- Nummer die Absage Quiddes an die elfäffische Volt mit den übrigen Bundesstaaten die DurchBahersche Kompromißpolitik, die Erklärung der Gleichführung der schon in den Grundrechten von 1848 verheißenen berechtigung der Sprachen der nicht deutsch Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts auch für alle redenden Boltsstämme Deutschlands, wie sie in den Einzelstaaten. 〃 Grundrechten" von 1849 niedergelegt ist, in Sperrbrud. Auf " Als es dann zur Abstimmung über die zum Reichs" Die eingehenden Gelder kommen unserem sehr bedürftigen Kirchenbaufonds zugute und werden die Gnadenwirkungen sicherlich noch vermehrt werden dadurch, daß Sie einen Baustein für unsere projeftierte Marienkirche spenden. Es hat doch gewiß jeder irgend wie besondere Wünsche oder Anliegen für sich, seine Frau, Familie oder sonstige Verwandte und und möchte Erfüllung derselben erlangen, oder es leidet jemand an Krankheit und Not und möchte hiervon befreit sein. Auch lassen sich diese heiligen Messen der anderen Seite las man in einem Gratulationsartifel zum tanzleramt gestellten Resolutionen fam, wurde die sozial- für die Seelen Verstorbener. z. B. für Verwandte oder 50. Geburtstag Quiddes: Sein tiefes Empfinden für demokratische Forderung der Einführung des Reichstags- Bekannte aufopfern, also gewiß eine Gelegenheit, wo durch einen Recht und Gerechtigkeit läßt ihn auch im politischen wahlrechts für Frauen und Männer in allen Bundesstaaten fleinen Betrag reichliche Gnadenwirkungen erzielt werden können, Stampfe nie im Stich." Auch eine Würdigung der Baher von der Gesamtheit der bürgerlichen Parteien abgelehnt. um so mehr, da sonst schon eine heilige Meffe teurer tommt und schen Politik. In der Spezialberatung des Auswärtigen Amtes erhob in diesem Falle die Gnaden von 81 heiligen Meffen ungeteilt erder nationalliberale Dr. Diann die Forderung, daß auch langt werden." bürgerliche Kapazitäten für Gefandtschaftsposten verwendet einer Mark sind die verheißenen Gnadenwirkungen sehr reichlich; Das Kirchenbaufomitee hat recht, für den kleinen Betrag" von werden sollten. Der Staatssekretär v. S ch o en meinte, grund- einer Mark find die verheißenen Gnadenwirkungen sehr reichlich; fäßlich liege dazu kein Bedenken vor, doch ließ seine Geltend- fraglich dürfte nur manchem sein, ob die Wirkungen auch eintreten. machung der Qualifikation für solche Posten teinen Zweifels wäre deshalb angebracht, daß das Komitee gestempelte darüber, daß sie praktisch ein Vorrecht des Adels bleiben Garantieſcheine ausstellt, vielleicht gegen eine Zuschlagsgebühr. werden. Die Bourgeoisie wird für diese Plätze an der Krippe nicht würdig erachtet. Am tommenden Sonntag wird der Weitere Ausschuß der Deutschen Voltspartei in Stuttgart tagen, um die in die Brüche gegangene Parteieinigkeit wieder herzustellen. Optimisten versichern, dort werde den kompromißlüsternen Parteiführern gründlich der Kopf gewaschen werden. Warten wir's ab. Unter den württembergischen Sozialdemokraten, die die Bolks. partei genugfam fennen gelernt haben, ist wenig Hoffnung auf Erfolg der Protestler. Rumänien unter Despotenjoch! Bukarest, 22. März 1908. Genosse Ledebour brachte die Beschwerde eines deutschen Reichsangehörigen Sullat in Südbrasilien über Nichtachtung feiner Rechte durch die dortigen Behörden zur Sprache und fragte an, was denn eigentlich an der mert würdigen Geschichte wahr sei, daß der hiesigen chinesischen Gesandtschaft der Chekontrakt des chinesischen Raisers zum auf angeboten sei. Das laffe doch darauf schließen, daß das Schriftstück auf ähnliche unftatthafte Weise wie die aftronomischen Instrumente, die jetzt in Sanssouci aufgestellt sind, nach Europa gekommen sei. Ein zurückgewiesener Botschafter. Wie freisinnige Wahlrechtskundgebungen gemacht werden! hinreichend bekannt, daß weite liberale Kreise für eine Die Vereinigten Staaten hatten zu ihrem Botschafter in Berlin an Stelle des abberufenen Charlemagne Tower den bisherigen Ge. fandten im Saag, D. J. Hill ernannt. Es ist eine diplomatische öflichkeitsform, bei einem Botschafterwechsel vorher bei der RegicMan hat den wütenden Feldzug der liberalen" Rerung anzufragen, ob ihr die Persönlichkeit angenehm ist. Gestern gierung Rumäniens gegen die sozialistische Arbeiterbewegung Die Gründe für dieses überraschende, in dieser Form ungewöhnliche wurde nun bekannt, daß die deutsche Regierung Herrn Hill ablehne. als eine psychologische Folge der Bauernaufstände im März und verlegende Bergehen sind nicht bekannt gegeben worden. Es ist die Gründe für dieses überraschende, in diefer Form ungewöhnliche 1907 erklären wollen als eine Art vorübergehende Ratlofig und verlegende Bergehen sind nicht bekannt gegeben worden. Es ist keit, die jene geschichtliche Katastrophe in den herrschenden möglich, daß es sich dabei um eine höfifche Angelegenheit handelt. In den Bereinigten Staaten erregt der Vorgang große lleberraschung. Klassen des Landes verursacht hatte. Man sagte sich, schließ lich werde auch die Regierung einsehen müssen, daß die soziaDer Minister des Auswärtigen Herr v. Schoen gab zu, daß Es ist zu fürchten, daß hier wieder eine jener Blöglichkeiten" aulistische Bewegung nichts mit den Aufständen gemein hatte, tatsächlich das fragliche Schriftstück hier aufgetaucht sei. Es grunde liegt, die für die Gestaltung unserer ausländischen Beziehungen und daß es nichts törichteres gebe, als die gefeßlose Willkür- fei jezt dem Eigentümer schon wieder zugestellt. Bahr so wenig nützlich sind. herrschaft gegen Arbeiterschaft und Sozialdemokratie. fcheinlich sei es jedoch in völlig harmloser Weise gefunden" Diese vertrauensseligen Propheten haben sich gründlich worden. geirrt. Nicht um eine vorübergehende Heze, sondern um Ein. Schließlich gelang es Herrn v. Schoen dann noch, die führung einer permanenten Sozialistenver. Blockmehrheit des Hauses zur Bewilligung eines Konsulatsenberung der preußischen Wahlgesetzgebung nicht viel übrig haben, folgung handelt es sich; unsere durch sozialistisches gebäudes für Tientsin zu bewegen, welche Forderung von der weil sie von derfelben eine auf ihre stoften vor sich gehende Stärkung Renegatenblut verjüngten Biberalen verschmähen es sogar, Budgettommission abgelehnt worden war. der Sozialdemokratie vermuten. Deshalb stehen sie auch der Wahlsich von Kammer und Senat erst ein Gesez zu erwirken. Das rechtsbewegung sehr gleichgültig gegenüber. Aus dem Dreiklaffenhause. Das wissen die führenden Personen und ist zu langwierig; da sind die geheimen Erlasse der Herren hüten sich vor Wahlrechtsdemonstrationen Minister, wenn sie auch allem Rechte Hohn sprechen, viel Nachdem das Dreiklassenhaus durch Annahme eines frei großen Stils, weil sie doch feinen Hund vom Ofen wegloden und rascher wirksam. fonfervativen Antrages, der den Gemeinden der Provinz Hannover fich durch schlechtbesuchte Versammlungen nur blamieren würden. Allen voran schreitet der Minister des Innern, Jonell die Einführung obligatorischen Fortbildungsschulunterrichts burd) Das wußten auch die liberalen Führer in Röslin. Deshalb Bratianu, die Hoffnung der Linkfsliberalen", ein Männ- Ortsstatut gestattet, sich auf dem fulturellen Gebiete betätigt hatte, riefen sie die liberalen Mannen zu einem Vortrage des bekannten liberalen Kolonialschwärmers Dr. Rohrbach zusammen, in dem chen, der sich als fünftiger Chef der Nationalliberalen den feste es ſeinen Marsch durch die Wüste der Sekundärbahnberatung diefer in gewohnter Weise für Kolonialpolitit Stimmung Bortugiefen& ranco und den Russen lehwe zum Bor- fort. Müller- Berlin regte in geziemender Befcheidenheit an, daß der machte. Der Einladung war man zahlreich gefolgt- also hatte die beste bild genommen hat. Ein hohler Schädet, aber ein starker Staat bei der Elektrisierung der Berliner Stadtbahn fich nicht mit Gelegenheit für eine liberale Wahlrechtstundgebung. Nachdem Mann! Sein Werk ist die Errichtung der berüchtigten gebundenen Händen und Füßen den Syndikatsmonopolisten aus- Dr. Rohrbach im Schweiße feines Angesichts die Derrlichkeiten und dritten Sektion im Ministerium des Innern, deren spezielle liefern möchte. Die ganze Beratung bot so wenig fachliches Interesse, Annehmlichkeiten unferer teuren" Kolonien gefchildert, verlas der Aufgabe ist es, jede freie Regung der Arbeiter sofort gu daß es fich nicht lohnt, über sie einen Bericht zu bringen. An Leiter der Versammlung ohne jeden llebergang eine Resolution zu ins für ein freies Preußenwahlrecht! Die Anwesenden unterdrücken. Ein weitberzweigtes Spionage- Freitag wird die Rederei ihren Fortgang nehmen, waren zwar verdußt, hatten aber natürlich gegen dieselbe nichts einsystem ist im ganzen Lande cingeführt. Ein Heer von zuwenden. Spigeln belagert förmlich die Klubs, die VersammlungsDas ist freisinniger Wahlrechtsfanipf". Wobei man noch bedenken möge, daß sich derselbe im Wahlkreise des Herrn lokale und sogar die Arbeitsstellen der Arbeiter; jeder des Dr. Barth abspielt es fich also um 2intsliberale handelt! Sozialismus Berdächtige wird auf Schritt und Tritt ver Die Frankf. 8tg." wirft auf den beendeten Journalistenstreit Solche Wahlrechtsfundgebungen auf Umwegen wie fich der folgt. In Galatz hat der Präfekt Atanasiu( dieser einen Rückblid und tommt zu dem Ergebnis, daß während der Borsigende jener Versammlung ausdrückte sollen feineswegs fo niederträchtige Schuft war noch 1896 sozialistischer Dele- Streiftage zwischen den Reichstagsabgeordneten und den Journalisten felten fein! gierter zum internationalen Rongreß in London!) das Ver- ein gewiffer Gegenfaz hervorgetreten sei: eine furiose Selbstüberfammlungsrecht der Arbeiter einfach aufgehoben. Noch fchätzung der Parlamentarier, die, wie sie auf Grund eigener Erschlimmer ist es in der Gegend der Petroleumquellen im fahrungen berfichert, nur allzu oft an der Schwäche der Eitelkeit Prahovatale. Die Arbeiter werden polizeilich und mili. litten: tärisch überwacht und Campina befindet sich wie im Belagerungszustande. Freisiunige Journalisten gegen freisinnige Parlamentarier. " Der Sprachenparagraph im Reichsland. Der§ 7 bringt auch für die französisch sprechende Bevölkerung des Reichslandes schwere Gefahren, natürlich ganz besonders wie „ Aber woher diese Kühle der Abgeordneten?", fragt das Frank- anderwärts für die arbeitende Bevölkerung in Stadt und Land. furter Blatt. Nun, man weiß es. Es gibt natürlich sehr ver- Und bei der bekannten Vorliebe der reichsländischen Behörden und ständige Leute unter ihnen, aber auch andere und nicht wenige. Regierung für die französische Sprache ist nicht anzunehmen, daß die, ebenso wie Leute aus verschiedensten Kreisen, die Journa die Regierung in entgegenkommender Weise Ausnahmen zuläßt. listen für ein minderes Geschlecht halten. Der Staftengeiftwer fennt ihn nicht! M. b. N." ist zwar noch Sozialdemokratische Versammlungen und solche der freien Gewerld. schaften dürften auf Ausnahmen lange nicht so viel wie 2. 6. R." wie Leutnant der Reserve schaften dürften auf Ausnahmen im französischen Sprach aber schon manches M. d. N. meint, Journalisten seien nur dazu gebiete wohl kaum Es ist eine er zu rechnen haben. da, ihnen zu dienen und ihren Ruhm zu verkünden. Sie hebliche Anzahl von Kreisen, die von dem Sprachenberbet vergeffen dies: Abgeordneter tann schließlich jeder getroffen wird. Nur ein einziger Kreis, nämlich werben, aber nicht jeder Abgeordnete tann Chatau Galins, verfügt über 60 Proz 60 roz. franzöfifd) Journalist sein. Und sie übersehen noch manches andere. sprechender Bevölkerung. Folgende Kreise haben aber start franDer befcheibenfte Journalist lernt es, jedes Uebermaß diefer Eigen- ösisch sprechende Minderbeiten: Wey Land mit 47,38 Broz, fchaft abzulegen, wenn er eine Zeit lang tätig war. Denn die appoltsweiler mit 82,08 Proz.. Diedenhofen we st Redaktionen und die Korrespondenten der Blätter lernen ein folches Maß menschlicher Schwäche und Gitelteit mit 26,70 Prog.( 18,50 Broz italienisch), Molsheim mit 28.75 Broz, in Berfonen, die an fie mit Wünschen herantreten, tennen, daß Saarburg mit 22,80 Prog. Met Stadt mit 21,28 Proz, schon eine gewiffe Festigkeit nötig ist, um sich nicht zu überheben, Bolchen mit 11,79 Prozent. Auch in den übrigen elfaß und manche Rebattion tenntmanchen Abgeordneten, den sie unsterblich blamieren und für immer aus dem öffentlichen Leben ausschalten tönnte, wenn sie bloß befannt gäbe, was man ihr an mutete. Und was täte mancher Abgeordnete ohne die fachliche Arbeit der Presse? Gewiß, dieser und jener hat sie nicht nötig, aber manche leben geradezu von den 3deen, welche die Breffe gebiert und verarbeitet." Die dritte Sektion hat über jeden Arbeiter und über jede des Sozialismus verdächtige Person je ein spezielles Dossier eingerichtet, genau wie für gemeine Verbrecher, mit Personalbeschreibung, Photographie und allen Details über die politische oder gewerkschaftliche Tätigkeit. Ein der Beobachtung der dritten Sektion verfallener Arbeiter ist für sein ganzes Leben unglücklich. Er bekommt nirgends mehr Arbeit. Gelingt es ihm doch, in einer Fabrik aufgenommen zu werden, so interveniert die dritte Sektion fofort beim Fabrikleiter und zwingt ihn, das gefährliche Individuum" zu entlassen. Der„ Adeverul" hat einige solche Anforderungen der dritten Sektion veröffentlicht. Daß die schwarze Kammer im Bostamte und der Briefdiebstahl weiter lustig funktionieren, daß die geheimen Erlasse an die Bostorgane, an die Polizei und an die Lehrer, sozialistische Beitungen und Schriften nicht abzuliefern, nicht verbreiten und nicht lesen zu lassen, weiter gehandhabt werden, daß ausländische und jüdische Arbeiter willkürlich ausgewiesen werden, daß in den Polizei- und Arrestlokalen weiter blutig mißhandelt wird, hat Genosse Seliger unlängst in der österreichischen Delegation dargelegt, indem er die Frechheiten der rumänischen Regierung zur Sprache brachte. Während so die Arbeiter drangfaliert und gehegt werden, der freijsinnigen Abgeordneten gemacht haben! bollzieht sich im Barlament die Komödie der Bauernreformen". Da votieren sich vor allem die Großgrundbefizer Entschädigungen" aus dem Staatsfädel. Da wird täglich ettvas von den Königlichen Versprechungen" weggelogen oder weggeschachert. Und diese geldfiichtige Räuberklique, die in Stadt und Land Elend, Haß und Empörung fät, hat die Stirne, die Sozialisten als Anarchisten" zu bezeichnen! Politische Uebersicht. Muß die Frantf. 8tg." schlechte Erfahrungen mit dem Dünkel g lothringischen Kreisen ist die französische Sprache in nicht un erheblichem Maße vertreten. Der Landesausschuß beichloß in Bor aussicht der Dinge, die da kommen können, in feiner Sigung vom Mittwoch die Regierung zu erfuchen, beim Bundesrat darauf hinzuweisen, daß durch den am 19. März b. J. von den Mehrheitsparteien des Reichstags unter Zustimmung der Reichsregierung in Sachen des§ 7 bes Reichsvereinsgefeges gefaßten Kommissionsbeschluß die Elsaß Loth ringer franzöfifcher Bunge schwer benachteiligt würden. Der Landesausschuß fpricht die Erwartung aus, daß die elias lothringische Regierung nichts unversucht lassen werde, um diese durch nichts gerechtfertigte Maßregel von einem Teile der elsaß lothringischen Bevölkerung abzuwenden." 9 Die Germania" und Herr Cahensly. Kürzlich berichteten wir, daß in Limburg an der Lahn fich Der Abg. Blumenthal gab namens der liberalen Fraktion 250 Geschäftsinhaber mit einer Eingabe an den Reichstag gewandt die Erklärung ab, daß fie in dem Paragraphen eine schwere Gefahr haben, in der sie barum ersuchen, die Verkaufszeit an Sonntagen für Elfaß- Lothringen erblickt und daß fie aus diesem Grunde möge nicht weiter beschränkt werden, und daß diese Eingabe in der also nicht etwa aus prinzipiellen Gründen für den Antrag ehriamen„ Germania" eine Fürsprecherin gefunden hat. Der stimme. Die Regierung meint, die Sache sei gar nicht schlimm, Grund diefer Stellungnahme des frommen Blattes gegen die der§ 7 fönne ja durch die Landesgefeßgebung geändert werdent. Sonntagsruhe tvar uns nidjt gleich erfichtlich. uns nicht gleich ersichtlich. Erst später Darauf erwiderte der Kleritale Abg. Dr. Ridlin, daß er dem fiel uns ein, daß der Vertreter Limburgs im preußischen nicht traue. Die Landesgefege müßten durch den Bundesrat ges Berlin, den 26. März 1908. Abgeordnetenhause und früher auch im Reichstage der Stom nehmigt werden. Dort aber habe Breußen den größten Einfluß und merzienrat und Präsident des Sankt Raphaelvereins Beter es fönne feine Ausnahmen für Elfay- Lothringen zulaffen, weil sich Reichslandsbeschwerden und Deutschlands Vertretung Baul Cahensly ist, und diefer Herr Cabensly nicht nur zu den fonit flar ergebe, daß der§ 7 nur gegen die Polen gerichtet sei. im Auslande. Hauptaftionären der Aktiengesellschaft Germania"( in deren Betrieb Damit kann der Mann recht behalten. Als der dekorative Reichskanzler heute im Reichstage in die Germania" hergestellt wird) gehört, sondern auch Vorfigender offener Feindschaft gegen das Reichstagswahlrecht seine viel ihres Aufsichtsrates ist. deutigen Redeschnörkel um die preußische Wahlreform herum- Also daher Herr Gahensly ist nämlich bei der letzten Reichsgezirfelt hatte, nahm Genosse Emmel Anlaß, in einigen tagswahl im Oberlabukreis Limburg gegen den Nationalliberalen kräftigen Worten dies neue tanglerische Attentat auf den Buchfieb durchgefallen. Gar zu gern möchte er aber wieder in die gefunden Menschenverstand zu kennzeichnen. Dann wandte er heiligen Hallen des Reichstages einrücken, und dazu braucht er die fich feiner eigentlichen Aufgabe zu, die Ansprüche der elsaß- Stimmen der Kleinen fatholischen Geschäftsleute. Eine niedliche Lothringischen Bevölkerung auf Gleichberechtigung mit den Rechnungsträgerei. Zu einer Wahlrechtsdebatte tam es am Dienstagabend in der Lübecker Bürgerschaft anläßlich der Beratung des Staatsbudgets. worden:" Die Bürgerschaft erfucht den Senat, balbigst eine VorVom Genossen Stelling war folgender Antrag eingebracht lage einzubringen, nach welcher bei den Wahlen zur Rübeder Bürgerschaft das allgemeine, gleiche, geheime und dirette Wahlrecht auf der Grundlage des Ver. hältniswahlsystems eingeführt wird." Genosse Stelling IvicS in seiner ausführlichen Begründung daraus hin, daß es ein unbestreitbares Unrcchl sei, wenn bei jeder Vürgerschaftswahl 33 Proz. der Bürger(nämlich die Wohlhabenden) 80 Vertreter zu wählen haben, während die übrigen 67 Proz. der Bürger nur ganze 4 Vertreter wählen könnten. Der Antrag Stelling wurde jedoch abgelehnt. Für ihn stimmten außer den Sozialdemokraten nur einige Freisinnige und sogenannte Liberale. Aus der Debatte verdient hervorgehoben zu werden, daß der Führer derFrci sinnigen, Fabrikant Aug. Pape, sich scharf gegen die Verleihung des Wahlrechts an Frauen und an„Mjährige Herrchen", wie er sich ausdrückte, Ivandte. Auch verlangte er als Vorbedingung für die Wahl- üerechtigung mindestens zweijährige Ortsansässigkeit. Ocftcrmcb. Eine angemessene Strafe. Lemberg, 26. März. Das Militärgericht in Przmysl verurteilte den Unteroffizier des 8. Landwehrregiments, Darac, wegen Soldaten Mißhandlung zu dauernder Degradation und sieben Monate schweren, durch Fasten und Einzelhaft verschärften Kerker. Schweiz. Der gesetzliche Zehnstundentag. Zürich, 24. März.(Eig. Ber.) Die schweizerische Experten- kommission für die Revision des Fabrikgesetzes, in der die Arbeiter und Unternehmer in gleicher Zahl vertreten sind, hat in Zustimmung zu dem Gesetzentwurf der Fabrikinspcktorcn den Zchnstundentag an Stelle des geltenden Maximalarbeitstages von elf Stunden, für die Sonnabende den Neunstundentag, der bereits nach einem Sondergesetzc besteht, beschlossen. Verschiedene kantonale Arbeiterinnenschutzgesetze, so die in Zürich, Basel und Bern, enthalten bereits den Zehnstundentag.— Frankreich. Der Fall Rochette vor der Kammer. Paris, 26. März. Die Kammer beschloß Heute die sofortige Besprechung der Interpellation C e c c a I d i über die Banque franco-espagnole des Millionenschwindlers Rochette. Der Beschluß erfolgte mit 302 gegen 25l Stimmen, trotzdem der Justizministcr Briand den Wunsch geäußert Hatte, die Besprechung bis nach Schluß der eingeleiteten Untersuchung zu vertagen. Ceccaldi Hielt eine lange Anklagerede und fragte, welche Matznahmen die Regierung in Aussicht genommen habe, um die kleinen Sparer zu schützen. Wenn es der Regierung an Waffen dafür fehle, so werde das Parlament sie ihr zur Verfügung stellen. Briand antwortete, das Justizministerium habe den Unter- suchungSrichtern keine Befehle zu erteilen. Kein Mitglied des Kabinetts habe sich bei ihm verwandt; es würde eine Beleidigung sein, irgendeinen Verdacht auf Parlamentarier zu lenken.(Beifall links.) Rochette sei zur/ rechten Zeit verhaftet worden. Das in Rochettes Gründungen steckende Geld sei nicht ganz vergeudet, solche Unternehmungen hätten einen wirklichen Wert und würden, wenn sie einmal von Spekulation frei sind, prosperieren können. Rabier erklärte, daß alle Berichte der Zeitungen, die seine Person beträfen, falsch seien. Es wurde dann mit Händeheben die einfache Tagesordnung angenommen. Morgen wird über die Rarokkokredite beraten werden. Die Sitzung wurde geschlossen. Spanien. Ein Anarchistenprozeß. Madrid, 26. März. Heute beginnt in Barcelona der Pro- zctz gegen den A n a r ch i st c n Rull, welcher beschuldigt wird, Urheber des Attentats gu sein, das kurz vor dem Besuche König Alfons verübt worden ist. Außer Rull sitzen noch v andere An» archistcn auf der Anklagebank. Der.Eeileralprokuxator wird gegen Rull die Todesstrafe und gegen die übrigen Angeklagten eine Kercherstrasa.pon je 18 Jahr»« beantragen Belgien. Die Kongovorlage. Brüssel, 26. März. Auch in der Kammer wird erwartet, daß sich für die Kongovorlage die Zweidrittelmehrheit finden werde. Einige liberale und die sozialistischen Blätter führen eine heftige Kampagne gegen die Borlage. Sie weisen darauf hin, daß die neue Kolonie den belgischen Staat eine Summe von 241 Millionen kosten werde.— Schweden. Gegen die Prügelstrafe. Die Zweite Kammer des schwedischen Reichstages hat die Ein« führung der Prügelstrafe mit 12! gegen St Stimmen abgelehnt. Einige konservative Abgeordnete wollten diese barbarische Strafart für besonders rohe und boshafte Verbrecher eingeführt haben, und die Mehrheit des GesetzauSschusseS der Kammer hatte sich merk- würdigerweise auch dafür erklärt. Begründet wurde der Antrag mit den.guten Erfahrungen", die man in Dänemark mit der Prügelstrafe gemacht babe— von denen man jedoch in Dänemark selbst noch nichts gespürt hat—. dann mit einer erschrecklichen Zu- nahine der Roheilöverbrechen in Schweden, obwohl man aus der schwedischen Kriminalstatistik vielmehr auf eine Abnahme der Ber- brechen schließen muß, Die Kammer debattierte nicht weniger als sechs Stunden über den Antrag, Durch besondere Roheit und Gewissenlosigleit in seinen Redelvendungen zeichnete sich der Freiherr Hermelin aus, der der sozialdemokratischen Presse vorivarf, sie billige es und freue sich. wenn Schutzleuten Pflastersteine und Bramilweinflaschen an den Kopf geworfen würden. In Stockholm, meinte er, vergehe kaum ein Tag. ohne daß ein Schutzmann im Dienst verwundet oder miß- handelt werde.-- Daö ist selbstverständlich Schwindel und die Stockholmer Abgeordneten protestierten auch soiort dagegen. Später antwortete Genosse B r a n t i n g dem Freiherrn und sagte unter anderem, es sei im schwedischen Reichstag nicht Brauch, einander mit dergleichen Argumenten zu begegnen. In Hermelins Rede seien Junkerlöne aus dem Lande südlich der Ostsee erklungen. Die Mehrheit der Kammer war natürlich auch der Ansicht, daß dke Manieren der preußischen Junker im schwedischen Reichstag nicht angebracht sind, und gab das in lebhasteir Bravo I- Rufen kund.— Rußland. Verspäteter Lerneifer. Petersburg, 2S. März. Vom Finanzministerium ist eine Kom- Mission eingesetzt worden zur Ausarbeitung von Maßnahmen zur Einführung des Unterrichts in der japanischen Sprache in den Elementar- und Mittelschulen� sowie für Studienreisen nach Japan seitens solcher Personen, die die japanische Sprache erlernen, und zur Förderung des Selbstunterrichts in der japanischen Sprache.—__ Ein Opfer der Konterrevolution. Das Begräbnis Dr. Karawajews, des von den Echtrussen in JekaterinoSlaw ermordeten Führers der Arbeitsgruppe in der zweiten Duma, gestaltete sich zu einer grandiosen Demon» stration. Alle Straßen und Plätze waren von Menschen über- füllt. Die Arbeiter der ungeheuren BrjanSki-Werke traten mittags in den Ausstand, um dem Opfer der schwarzen Banden die letzte Ehre zu-erweisen.--_ Ter russische Holle. Als der unlängst stattgefunoens Kongreß der Volks- Universitäten die Tatsache feststellte, daß überall in Stadt und Land eine intensive Bewegung im Gange' sei, daS Bildungs- Niveau der Massen zu heben, da erhob sich in den reaktionären Blättern, vor allem in der offiziellen„Rossija", eine wüste Hetze gegen die„Kulturarbeit", hinter der sie neue revolutionäre Ge- fahren ivitterten. Diese Hetze hat, wie nicht anders zu erwarten war, Erfolg gehabt. Wie jetzt bekannt wird, hat Stolhpin in einem Rundschreiben vom 10. Februar den Generalgouverncuren, Gouver- neuren und Stadthauptleuten anbefohlen, die Aussicht über die Tätigkeit der Bitdungsgcsellschaften, vor allem der Bolksuniversi- lätcn. zu verstärken und„bei der Entscheidung der Frage über Genehmigung der von diesen Gesellschaften veranstalteten Vor- lcsungen den Themen sowie der Persönlichkeit der Lektoren besondere Aufmerksamkeit zu schenken". Es liegt auf der Hand, daß dieser Befehl des Ministers die kulturelle Tätigkeit der BolksbildungSanstalten vollkommen untergräbt.— Raiti. Der Ordnnngsmann. Port au Prince, 26. März. Die Regierung von Haiti teilt mit, daß heute alle in die Gesandtschaften geflüchteten Per- s o n c n dieselben verlassen müssen, widrigenfalls sie unverzüg- lich aus dem Lande gewiesen werden. Präsident Alexis erklärte seinen Freunden gegenüber, daß keine weiteren stand. rechtlichen Hinrichtungen stattfinden werden, daß die Verfassung geachtet wird, und daß alle Fälle und Komplott- beteiligten von den gewöhnlichen Gerichtshöfen abgeurteilt werden. Der Präsident fügte noch hinzu, wenn die betreffenden Gerichte die Angeklagten für schuldig erkennen würden, so würde die Todesstrafe jedenfalls ausgeführt werden. Es sei seine Pflicht. die Ordnung aufrecht zu erhalten und die Verschwörer zu ver- hindern, 2000 und vielleicht noch mehr Personen zu töten, wie dies am IS. März beabsichtigt gewesen war.— Htnenha. Rooscvclts Botschaft. Washington, 2S. März. Präsident Rooscvelt hat in einer an den Kongreß gerichteten kurzen Sonderbotschaft, die in sehr maßvollen Ausdrücken abgefaßt ist, seine bisherigen Forderungen� wiederholt, ein Gesetz betreffend Kinderarbeit. wenigstens für den Distrikt Kolstmbia. ferner ein Gesetz betreffend die Haftpflicht der Arbeitgeber und ein Gesetz, das die Praxis gerichtlicher Anordnungen bei Arbeits streitig- leiten regelt, zu schaffen. Die Botschaft richtet alsdann die Auf- forderung an den Kongreß, das Gesetz über den zwischenstaatlichen Handel und das Antitrustgesctz so zu verbessern, daß sie den W- schluß von den Handelsverkehr betreffenden Abkommen unter der Kontrolle der Regierung gestatten. Der Präsident führt weiter aus, daß das Antitrustgesetz in seiner gegenwärtigen Form Ar- beiterverbände und Farmervereinigungen zu ungesetzlichen mache und schlägt für Delikte der dabei ,n Betracht kommenden Korporationen eine Verjährungsfrist von einem Jahre vor. Die Botschaft betont, daß die Zeit gekommen sei, sich mit der Zo l l tar i fr e v i si o n zu befassen und regt an, während der gegenwärtigen Session eine eigene Kommission mit der Sammlung des notwendigen Materials zu betrauen, welches den nächsten Kongreß in den Stand setzen würde, sogleich nach seinem Zusammentritt zu handeln.— Soziales* TerroriSmuS der Aerzte vom Reichsgericht anerkannt. Endlich ist das Reichsgericht in die Lage versetzt worden, den erpresserischen Terrorismus, den der Verband der Aerzte auch Aerzten gegenüber übt. als rcchtunverbindlich anzuerkennen. Folgender Sachverhalt führte zu dieser Entscheidung: Aus Anlaß des Kölner Aerztcstrcikö im Jahre, 1004, der dort wie überall- mit den Ortskrankcnkassen tobte. Hatte der Verband der' Lerzt« DrutfchlovdS zuyi Zweck des Schutzes, fettrer praktizierenden�, Mitglieder auch mit dem Dr. med. Multhaupt eisten Äcrtr'ag Ä.' geschlossen, demzufolge M. die Summe von 16 750 M.'erhielt. M. hatte dafür seine feste Stellung als Kassenarzt in Köln aufgegeben und verpflichtete sich, dem Verband der Aerzte gegenüber, bei einer Konventionalstrafe von 6060 M., innerhalb zehn Jahren ohne vor- hrrige Genehmigung des Verbandes weder in Köln noch in einem anderen Orte des Deutschen Reiches zu praktizieren. M. hatle dann auch seinen Wohnsitz aus Köln nach Münster i. Wests, verlegt, jedoch nicht so schnell, wie es der Verband der Aerzte gewünscht haben mochte. Denn letzterer klagte bald daraus gegen M. auf Zahlung der Vertragsstrafe von 6000 M., weil er in Köln nach Vertragsabschluß noch praktiziert habe. Der Beklagte behauptet. daß bei Abschluß des Vertrages seine Notlage ausgenutzt worden sei und der Vertrag überhaupt unsittlich sei und ihn deshalb mit so langer Beschränkung nicht verpflichten konnte. WaS die Behandlung nach Abschluß des Vertrages in Köln anlange, so habe er nur unentgeltlich einem Verwandten und einem Freunde Rezepte verschrieben, sowie noch zwei andere Rezepte in der Notlage von Verletzten. Jedoch alles unentgeltlich. DaS Landgericht Leipzig, das als erste Instanz in dieser Sache zu entscheiden hatte, sah eine Vertragsverletzung als vorliegend an und verurteilte zur Zahlung einer Strafe.von 4000 M. Gegen dieses Urteil hat der Angeklagte Berufung eingelegt, die jedoch vom Oberlandeögericht Dresden zurückgewiesen wurde. Das Ober- landesgericht führt aus, daß der den Beklagten zur Aufgabe der Stellung verpflichtende Vertrag für ihn auch nennenswerte Vorteile bot und deshalb auch als ordnungsmäßiger Vertrag angeschen werden mußte. Wenn der Beklagte gegen die Angaben des Klägers einwende, daß die Behandlung von ihm unentgeltlich stattgefunden habe, so sei daö nicht stichhaltig; denn es läge ein Vertragsbruch vor, da er sich zu diesem Zeitpunkt verpflichtet hatte, nicht in Köln zu praktizieren. Wenn er auch lein Entgelt für diese Behandlung genommen habe, so seien die anderen Kassenärzte, die von dem Kläger geschützt werden sollten, doch um diese Beträge gekommen. Auch erheische der Zweck des ganzen Vertrages eine strenge Aus- legung. DaS OberlandcSgericht nahm infolgedessen eine schuld- hafte Auslegung deL Vertrages an und wicS die Berufung des Bc- klagten zurück. Gegen dieses Urteil hatte letzterer mit Erfolg Revision beim Reichsgericht eingelegt. Der dritte Zivilsenat deS höchsten Gerichts- hofeS sah eine Vertragsverletzung nicht als zu Recht bestehend an und erkannte dieser Tage auf Aufhebung des oberlandesgrrichtlichcn Urteils und Abänderung des Urteils vom Landgericht Leipzig da- hin. daß der klagende Verband der Aerzte Deutschlands mit seiner Klage gänzlich abgewiesen wurde. Wird nunmehr gegen die ärztlichen Vcrbandsleitcr, die di: Klagen angestrengt haben, Anklage wegen Erpressung erhoben werden? Unter Zugrundelegung der von uns keineswegs gcbillig- ten Rechtspraxis aeo-n Arbeiter müßte eine Verurteilung er- folgen. Kommunale Arbeitslosenversicherung. Bei der„Stadtkölnischen Versicherungskassc gegen Arbeitslosig- keit im Winter" in Köln hatten sich für daS Geschäftsjahr 1907 bis 1908 1696 Arbeiter versichert gegen 1265 im Jahre vorher. Von den Versicherten waren 1106 gelernte, 399 ungelernte Arbeiter; vorwiegend gehörten die Versicherten den Bauverufcn an. Die größte Zahl befand sich im Alter von 32 bis 40 Jahren. Die Ver- sicherten haben zu leisten: Ungelernte pro Woche 35 Pf., Gelernte 45 Pf. Dafür können sie in der Zeit vom 1. Dezember vis 1. März Arbeitslosenunterstützung beziehen, sofern ihnen nicht geeignete Arbeit nachgewiesen werden kann. Zu dem letzteren Ziocae ist die Vcrsicherungskasse mit der ArbcitsnachweiSanstalt der Stadt Köla verbunden. Die Stadt Köln übernimmt die Garantie für die Kasse und gewährt jährlich 20 000 M. Zuschuß zu den Ausgaben. Die Zahl der Ansprnchsberechtigten hatte sich bei Beginn der Be» zugszeit auf 1382 Versicherte verringert. Davon wurden 1127 oder 81 Proz. arbeitslos, und zwar 50 917 Tage. Davon wurden wieder' 891 Versicherte an 20 042 Tagen beschäftigt, so daß für 29 896 Tage, Unterstützung gezahlt wurden, und zwar für 18 770 Tage je 2 M.' gleich 37 640 M., und für 11120 Tage je 1 M., zusammen also 48669 M Die Kasse hat ein Vermögen von etwa 140 000 M. Weit mehr könnte eine Kommune zur Verringerung der Nach, teile der Arbeitslosigkeit durch ständige Zuschüsse an die gewcrk,� schaftlichen Organisationen leisten. Die überängstlichen Gelnhäuser! Man spottet oft in städtischen Kreisen über die Riickständigkeit. der ländlichen Bevölkerung und wundert sich, daß im 20. Jahr» hundert die Aufklärung so langsame Fortschritte macht. Kam eK früher zun: Beispiel vor, daß sich diese oder jene Bauerngemeinde gegen die Ernchiung einer Lungenheilstätte beim Landrat beschwerte. diese als große Gefahr für„die ganze Ortschaft, für Mensch und Vieh", bezeichnete, so lachte man einfach über die„rückständigen/ dummen Bauern"! Daß aber heute nach eine Stadtvcrwallung und Bürgerschaft sogar große Angst vor der Errickinng eines— Erholungsheims für Kinder auf ihren Gmnd und Boden haben könnte, wird man nicht für möglich hallen. Und doch ist es so l Man höre: Der„Frankfurter Verein zur Bckämpfnng der SchwindsuchtS- gefahr" wollte ein zweites Kinderheim für 20—24 Pfleglinge' in der Gemarkung der Stadt Gelnhausen erbauen. Alles war. soweit in Ordnung, das Banterrain gefunden und der Neubau sollte. bald in Angriff genommen werden, da Hunderte von Kindern der Aufnahme harren. Da kam aus Gelnhausen die Kunde, daß die, städtischen Körperschaften in Gelnhausen in gemeinsanrer Sitzung beschlossen haben, gegen die beabsichtigte Errichtung eines Kinderheims des Frankfurter Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgefahr Prote st zu erheben, und daß eine Bürgerversamniluna sich mit diesem, Protest einverstanden erklärte, da jene Niederlassung„für die Eni- Wickelung der Stadt eine schwere Gefahr bedeute". Der höchst erstaunte Verein wollte dies zuerst gar nicht glauben und verössentlicht nun. nachdem er sich Gewißheit über die Wahrheit dieses Gerüchts geholt hatte, folgende, für die Stadt Gelnhausen blamable Erklänmg in den Tagesblättern:. „Der Frankfurter Verein zur Bekämpfung der Schwindsuchts- gefahr beabsichtigt in der Tat, em zweites Kinderheim für erholungs- bedürftige Kinder zu errichten. ES ist für ,20 bis 24 Kinder geplant und nicht für kranke, der Behandlung bedürftige, sondern aus- schließlich für erholungsbedürftige Kinder bestimmt. Um kranke Kinder ausnehmen zu können, würde ja eine ganz andere Einrichtung und eine ganz andere Organisation notwendig' sein. Die Kinder unseres Kinderheims werden vor der Aufnahme ärztlich untersucht und nur dann aufgenommen. wenn eine übertragbare Krankheit(wie Tuberkulose, Kinder- kranlheiten usw.) nicht nachweisbar ist. Freilich stammen unsere Kinder aus tuberkulösen Familien; das ist sogar der Zweck unseres Kinderheims, denn wir glauben eben, daß solche Kinder, wenn sie erholungsbedürftig sind, zunächst für eine Zeit ans ihren Familien entfern! werden müssen, daß sie in dieser Zeit gut genährt, vor- nünftig gepflegt, an Reinlichkeit, Freiluft. Atemgymnastik usw. gewöhnt werden müssen, um sie widerstandsfähig gegen die ihnen zu HauS, drohende Gefahr zu machen. Zweckmäßcg ist eS ferner, ein solches Kinderheim an einem Badeort zu errichten, um die Möglichkeit von Trink- und Badekuren zu haben. Bei unserem Besuch in Geln- hausen haben wir der zuständigen Stelle genau über alles dieses Aufschluß gegeben«nd auch weitgehende Unterstützung bei dein Suchen nach geeignetem Terrain gefunden. Und nun diese öffentliche Absage! Die ist uns deswegen lehrreich, weil wir daraus"Dehen,� wie bttter nvt eine größere Auf» kläruna auf dem Tubertulofegebiet tut. Glanben die'GelniMs'erstvirkllch,'Paß' �S mnkerHnen.selbst Und unter ihren Badegästen keine Angehörigen tuber�löser Familten gibt? Und daß die in Gelnhausen während des Sommers Erholung suchenden Rinder nie aus tuberkulösen Familien stammen? Dilflcile est satiram non scribere!(Schwer ist es. keine Satire zu schreiben.) Wir kennen nicht die Gründe des plötzlichen MeinungSumschwungS, die für uns auch ohne Belang sind. Nur daS mnßieU wir mtt aller Deutlichkeit aussprechen, daß auch nicht der geringste sachliche Grund gegen die Gründung eines Erholungsheims für etwa 20 erholungs- bedürftige Kinder, auch wenn diese auS tuberkulösen Familie» stammen, geltend gemacht werden kann." Die„Gelnhäuser" wohnen nicht nur in Gelnhausen, sondern überall wo Dreillassenwahl-Abgeordnete über Dinge des Allgemein« Wohls zu beschließen haben. Stscktveronlnete»• verismmlung. 14. Sitzung vom Donnerstag, den 26. Äärz» nachmittags 5 Uhr. Die Sitzung wird vom Vorsteher M i ch e l e t nach 5% Uhr eröffnet. Die Tagesordnung ist außerordentlich umfangreich, da sich, in den letzten Wochen eine Menge Beratungsstoff angesammelt hak, der wegen der Dringlichkeit des Abschlusses der Etatsberatung unerledigt geblieben ist. Zunächst soll die definitive Berichterstattung des Ausschusses erfolgen der über den Antrag Arons u. Gen. wegen schleu- nigster Maßnahmen zur L i n d e r u n g der zurzeit in Berlin Herr» schenden Arbeitslosigkeit und ihrer Folgen zu beraten hatte. Bekanntlich ist aus den Ausschußberatungcn nichts weiter heraus» gekommen, als eine Aufforderung au alle städtischen BetriebSver» waltungen. die raschere Inangriffnahme und Weiterführung der. Arbeiten und Bauten zu veranlassen, und dieser AuLschußaptrag ist schon vor Wochen auch vom Plenum angenommen wordene. Alle weiteren Anregungen, so die Forderung einer statistischen Auf- nähme der Arbeitslosen, sind abgelehnt worden. ES wird beantragt, den Gegenstand von der heutigen TageZ- ordnung abzusetzen. Stadtv. B o r g m a n n(Soz.) wider- spricht dem. eS werde draußen einen sehr schlechten Eindruck machen, wenn zum zweiten Male eine so wichtige Angelegenheit von per Versammlung verschoben werde. Die Mehrheit beschließt die Absetzung. Der Wahl des Stadtv. Singer in die Schuldeputation hat daS Provinziatkollegium b»c Bestätigung versagt. Der Ma-' gistrat hat bereits am 4. März davon Mitteilung gemacht und um die möglichst baldige Vornahme der Neuwahl ersucht. Stadtv. Rosenow(N. L.l: Der neue Kultusminister hat sich von dem bösen Geiste Schwartzkopff nicht loömachcn können, der sein«?' Amtes nach wie vor waltet. Wir lwben bei Herrn von Sindt kein, Glück mit der Wahl deL Kollegen Singer gehabt, wir haben eS nickt bei Herrn Holle. Unser-« gute Absicht, die Schulverwaltung und die Verlvaltungskontrolle unter Teilnahme aller Gruppen der Bär-. gerschaft funktionieren zu lassen, ist zunichte gemacht, und wir haben jetzt auch nicht einmal mehr ein Anfechtungsrecht. Wir soll- ten aber wenigstens unser Bedauern über diese reaktionäre Eni- scheidung des Ministers aussprechen. Auch di- Regierung wird einst erkennen, daß sie hiermit einen falschen Weg betreten hat. Die Ersatzwahl wird in der nächsten Sitzung erfolgen. Zu den Kosten der Verbreiterung der Universität S- straße zwischen Georgen- und Dorothecnstraße sollen. die Besitzer der Grundstiicke Nr. 1, 2, 3 und 3a auf Grund deS§ 9 des Kommunalabgabengesetzes zu Beiträgen von. 19 840, 36 439, 25190. 83 949 M herangezogen werden. Die Stadt hat seinerzeit für die Erwerbung des StratzcnlandcS und der Bürgerstcigregulierung 740 609 M. ausgegeben. Das Gesetz statuiert die Beitragspflicht/ für diejenigen Grundeigentümer, denen durch kommunale.Anlagen besondere wirtschaftliche Vorteile erwachsen; der Magistrat bat 50 Proz. des entstandenen Mchrtverts als Bcitrckg normiert. Tie Beiträge sollen spätestens am 1. April 1013 fällig sein. " Stadtb. Heimann( Soz.): Wir sind erfreut über diese Vorlage ,, garantiert. Weitere 40 3öglinge a 450. und weitere| Arbeiterfreisen tätig waren. Nach den pessimistischsten Berechnungen Sie schneller kommt, als wir es nach der Ablehnung der Wertzu- 60 a 300 M. soll die Stadt dem Verein überweisen können. zählt sie gegenwärtig trotz aller Mißgeschicke etwa 3000 mehr oder wachssteuer erwarten fonnten. Wir befürworten sofortige Ver- Was Zucht und Strenge anbetrifft, dürfte hier die Erziehung eine weniger attive Parteimitglieder. Von Intelligenten" find abschiedung der Vorlage, von einer Ausschußberatung müßten wir sehr energische sein, da ja die Zöglinge ein Beschwerderecht kaum sehr viele ausgefchieden:" man kann ohne Uebertreibung sagen, daß lediglich Nachteile für sie befürchten. In Charlottenburg ist dem bejizen. Aus vielen Orten, wo man unsere Fürsorgezöglinge hin- etwa neun Zehntel von ihnen die Organisation gleichen Vorgehen des Magistrats bezüglich der Verbreiterung der gegeben hat als Dienstboten beiderlei Geschlechts oder als verlassen hat. Das hatte aber auch seine guten Seiten. Die Bismarckstraße durch den Bezirksausschuß die Genehmigung ber- Knechte und dergleichen werden mir wenig erfreuliche Tat- Arbeiter selbst nahmen nun die Sache in die Hand. Der größte sagt worden, weil der Vorteil nicht für jedes Grundstück der gleiche sachen, namentlich bezüglich der Handhabung des Züchtigungs- Teil der Parteiarbeit in den Rayons ruht in den Händen der sei, und gegen die weitere Absicht des Magistrats, jedes Grund- rechtes, berichtet. Die Pflicht, die Berlin den Fürsorgezöglingen Arbeiter. Der Einfluß der Organisation auf die Massen wächst: das Stück gesondert zu behandeln, ist im voraus Beschwerde beim Pro- gegenüber hat, wird in solchen Privatanstalten nicht in der ge- hat der Streit vom 5. Dezember( aus Anlaß des Prozesses der binzialrat eingelegt. Alles dies ist auf Betreiben der dortigen hörigen Weise wahrgenommen, wie die Erfahrung mit dem sozialdemokratischen Dumafraktion) deutlich bewiesen. Grundbesißervereine erfolgt, und dieses Vorgehen eröffnet auch für Josephshaus in Potsdam bewiesen hat. Wir beantragen AusschußBerlin eigentümliche Perspektiven. Auch uns gefällt manches an beratung. Gegenwärtig wird die Parteiorganisation in gewissem Sinneе vollkommen umgebaut: es ist beschlossen worden, dem ökonomischen der Vorlage nicht, so ist der Satz von 50 Proz. des Mehrwerts viel Stadtv. Dr. Langerhans ersucht um sofortige Annahme der Kampf und den Tagesfragen des Fabriklebens besondere Aufmerk zu niedrig. Um aber mit der Vorlage schnell fertig zu werden, Vorlage. wollen wir alle unsere Bedenken zurüdstellen. samkeit zu schenken. Neben einer regen Agitation für den gewerk Stadtv. Borgmann: Wenn schon uns selbst so große fchaftlichen Zusammenschluß wurde beschlossen, daß die ParteiSchwierigkeiten bei der Erziehung dieses Menschenmaterials ent- organisationen selbst sich im Namen der Partei am ökonomischen stehen, wieviel schwerer wird das anderen Anstalten werden! Gerade Kampf beteiligen und ihn nach Möglichkeit unterstützen. Die hier muß die peinlichste Vorprüfung erfolgen: ob unsere eigenen Gewerkschaften( 34 an der Zahl) sind hier zwar legalisiert, allein Anstalten so schlecht sind, daß wir uns an Privatanstalten wenden selbst die stärksten von ihnen fristen, wie allgemein anerkannt wird, misssen. ein fümmerliches Dasein. Es ist ihnen unmöglich, sich irgendwie attiv hervorzutun, weil sie sonst unverzüglich aufgehoben werden würden. Sie beschränken sich deshalb darauf, das Unterstügungswesen auf eine mehr oder weniger solide Basis zu stellen und an der Bildungstätigkeit in geringem Grade teilzunehmen." regeln gegen die Arbeiter. Die Unternehmer greifen unterdessen zu immer schrofferen Maßs „ Wenn diese nicht rechtzeitig zur Abwehr rüsten und der Verteidigungskampf nicht in geschlossener Bhalang von der Partei und den Gewerkschaften geführt wird einer maßlosen Verschlechterung der Arbeitsbedingungen." stehen wir vor für diesen Kampf aufzubieten, wie auch die Sozialdemokraten innerDie Parteiorganisation beschloß aus diesem Grunde, alle Kraft halb der Gewerkschaften zu organisieren. beschloß desgleichen, den Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Be Das Parteifomitee triebskomitees zu übertragen, wo sich, wie in früheren Jahren, die einflußreichsten Arbeiter zu konzentrieren anfangen." Endlich übernahm das Komitee eine energische Agitation gegen die Ueberstundenarbeit, beteiligte sich an der Arbeit in den Genossenschaften und arbeit, beteiligte sich an der Arbeit in den Genossenschaften und Bildungsinstitutionen und trat in nähere Verbindung mit den Handwerkern, in deren Mitte die sozialdemokratische Agitation bolltommen ins Stocken geraten war. Stadv. Haberland( A. L.): Auch wir wollen diesem ersten Berfuch auf einem neuen Boden nicht entgegen sein, wünschen aber doch Ausschußberatung, um die Fristbestimmung näher zu prüfen. Die Mehrheit beschließt die Ueberweisung der Vorlage an einen Ausschuß. In der Ausschußberatung sind die Magistratsvorschläge betr. die Bermehrung der etatsmäßigen Stellen im Statsjahr 1908 und betr. die in den Etat für 1908 aufzunehmenden neuen oder abgeänderten Gehaltsffalen unverändert gutgeheißen worden. Der Ausschuß empfiehlt außeroem, den Magistrat aufzufordern, den Sched- und Ueberweisungsverkehr einzuführen und dies der Bürgerschaft durch geeignete Mittel be= tannt zu machen. Die Versammlung nimmt die Resolution an und genehmigt die Vorlagen ohne Debatte. Von der Freien Fraktion( Stadtv. Ahlmann u. Gen.) ift der Antrag eingereicht: " Die Versammlung wolle den Magiftrat ersuchen, die städtische Kunstdeputation durch zwei Bürgerdeputierte, Künstler bon Beruf, zu verstärken." Stadtv. Kyllmann: Unsere Künstler bedauern, daß sie bei unserer Kunstdeputation feine Möglichkeit der Mitwirkung haben. Reben einem Künstler könnte bielleicht ein Kenner der Kunstgeschichte gewählt werden. Um die nötige Freiheit der Wahl au gewährleisten, verzichte ich auf die drei Worte in meinem Antrag: " Künstler von Beruf". Die Stadtbb. Stapf( A. L.), Rosenow, Dr. Nathan ( soz. fortschr.) und Dr. Langerhans( A. 2.) erklären sich für den Antrag, der darauf angenommen wird. Für die Pfeilergründung der neuen Inselbrüde und für die Herstellung der Normaluferlinie auf dem linten Spreeufer find weitere Teile des Inselspeichergrundstücks erforderlich, die mangels jedes Entgegenkommens der Besitzer auch im Wege der Enteignung erworben werden müssen. Der Magistrat beantragt, ihn zu den erforderlichen Schritten zu ermächtigen. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Die Ortsstatute 1. wegen Anstellung und Pensionierung der Kommunalbeamten, 2. wegen Hinter bliebenenversorgung der Kommunalbeamten und 3. wegen Hinterbliebenenversorgung der Direttoren und Reftoren sowie der angestellten Lehrer und Lehrerinnen der Berliner städtischen Schulen legt der Magistrat in einer revi= dierten Fassung zur Beschlußfassung vor. In den neuen Ente würfen sind die in den Novellen zu dem staatlichen Bensions- und Relittengesetz enthaltenen Aenderungen des Beamtenrechts sowie die seit 1902 in der Organisation der städtischen Verwaltung ein getretenen Aenderungen berücksichtigt worden; auch soll die Normierung fester Grundsäße für die Pensionierung der Kommunalbeamten in dem ersten Entwurf erfolgen. Auf Antrag Liebenow( A. 2.) gehen diese sehr umfangreichen Vorlagen sofort in einen besonderen Ausschuß. Der mit 872 300 M. Kostenüberschlag abschließende Vorentwurf zum Neubau einer Gemeindeboppelschule und eines Straßenreinigungsdepots auf dem städt. Gelände an der Thorner, Schneidemühler, Schönlanter und Paul Heyse Straße wird auf Antrag Stapf einem Ausschuß überwiesen, Der Kaufmann Lohff in Bantom prozessiert seit zehn Jahren gegen die Stadt Berlin, die ihm die Verwertung und den Betrieb seiner Flugbadeanstalt durch Verunreinigung der Banke unmöglich gemacht habe. Die Verunreinigung ist nach den erstatteten Gutachten auf die Berliner Rieselwässer zurückzuführen. Da die Prozesse zum Teil schon durch alle Instanzen getrieben und für Lohff günstig ausgegangen sind, will der Magistrat sich mit dem Kläger vergleichen und seine Grundstücke in Pankoto und Niederschönhausen gegen 400 000 M. übernehmen. Der für die Angelegenheit eingesetzte Ausschuß empfiehlt, dem Vergleich zuzustimmen. Die Versammlung beschließt demgemäß ohne Debatte. Dem Entipurf und Kostenanschlag für die Ueberbrüdung des Landwehrkanals im Zuge der Stöthener Straße hat der niedergesetzte Ausschuß seine Zustimmung gegeben. Der Referent Stadtv. Kyllmann geht in seinem Referat auf die genialen Berkehrsreformpläne des Stadtbaurats Krause zur Entlastung des Potsdamer Plages, Pläne, deren Ausführung etwa 100 Millionen fosten werden, näher ein. In diesem Gesamtplan spiele die neue Köthener Brücke eine große Rolle. Die sämtlichen Einwände habe der Stadtbaurat fiegreich widerlegt; die Ueberleitung der vier abzulentenden Straßenbahnlinien und einer neuen städtischen Linie über die Schöneberger Brüde sei ganz ausgeschlossen. Stadtv. Körte( Fr. Fr.) kann die Vorteile des Brückenbaues namentlich für den Lastverkehr nicht einsehen. Der Wert der Brücke werde auch im Zusammenhang mit dem großen Krauseschen Programm sehr überschäßt. Die Schöneberger Brücke sei noch feines wegs überlastet. Der Stadtbaurat selbst sei dafür Autorität. Die neue städtische Linie Großgörschenstraße- Markgrafenstraße sei zu ewiger Rentabilität verurteilt. Man solle nicht so mit dem Gelde herumschmeißen. nommen. Stadtv. Dr. Langerhans: Wir können nicht länger warten, wir haben schon zu viele Beispiele von Verbrechern, die aus den Anstalten hervorgegangen sind. Die Böglinge sollten aber vielleicht gesondert werden nach dem Grade der Hoffnung, die unsere Erzieher noch an sie knüpfen: die, welche einer längeren Zwangserziehung unterworfen werden müssen, fönnten weggeschickt werden. Stadtv. Dr. Bernstein( Soz.): Nach dem Vertrage soll die Dienstvorschrift für Lichtenberg eine" finngemäße" Anwendung auf die neue Anstalt finden. Diese Dienstvorschrift hat aber feinen Sinn, tann also keine sinngemäße" Anwendung finden!( Heiterfeit.) GEs sind pädagogische Verkehrtheiten darin: es darf Bett und Kost entzogen, es dürfen auch hiebe ausgeteilt werden! Diese systematische Prügelei begreife ich ganz und gar nicht. Ich ber stehe nicht, wie Herr von Friedberg sich zum Träger solcher mittelalterlichen Ideen machen kann. In Zweifelsfällen soll der Arzt zu Nate gezogen werden." Was versteht der Arzt von der Prügelei? Wahrscheinlich soll er verhindern, daß ein schwer Herz- oder Lungenkranker zu Tode geprügelt wird.( Unruhe.)" Die Haut foll nicht blutig geschlagen werden." Die Lichtenberger Instruktion muß verbessert werden; Ausschußberatung ist daher dringend notwendig. Uns schwebt als Ideal die Erbauung eigener Anstalten und die Anstellung von Bädagogen vor, die psychiatrisch erfahren sind. Ein Teil der Zöglinge ist geistesschwach oder geistestrant( zurufe); Herr Kollege Michelet, Sie wissen doch nichts von der Psychiatrie.( Große Seiterkeit.) Stadtrat v. Friedberg: In der Lichtenberger Anstalt wird nicht, wie es nach dem Vorredner scheinen könnte, im Uebermaß gehauen. Ich als Leiter der Waisendeputation bin absolut gegen die Prügelstrafe, habe mich aber durch den sehr verdienten Vorsteher der Anstalt, einem älteren, sehr humanen Herrn, überzeugen lassen müssen, daß er dieses Mittel als ultima ratio( legte Zuflucht) nicht entbehren kann. Er vollstreckt Prügel mit eigener Hand( 1), er glaubt, in Notfällen damit etwa Gutes( 1) erreichen zu können. Wir kontrollieren auch durchweg jeden Fall, wo Prügelstrafe verhängt worden ist; noch niemals hat konstatiert werden können, daß eine Züchtigung zu Unrecht erfolgt ist. Gemeindewahlerfolge. Jm Landkreise Rassel hat die Sozialdemokratie bei den eben beendeten Gemeinderatsergänzungswahlen beachtenswerte Ers folge errungen. Es find in 19 Orten insgesamt 31 Mandate erobert worden. Sozialdemokratische Gemeindevertreter wurden gewählt in Röhren furth, Körle, Helja, Breitenbach. Großenritte, Altenritte, Wollmarshaufen, Nords hausen, Elgershausen, Eschenftruth und Wolfs. anger je einer, in Ochshausen, Heiligenrode und Waldau ie zwei, in Harleshausen drei der britten Abteilung, in Sandershausen je einer in der dritten und zweiten Abteilung, in Bergshausen und Crumbach einer in der dritten und zwei in der zweiten Abteilung und in Niederbellmar zwei in der dritten und einer in der ersten Abteilung. In den vor dem Tore von Staffel gelegenen Dörfern Sandershausen und Grumbach befizen unsere Genossen jetzt die Mehrheit im Gemeinderat. Ueberall find die Stimmenzahlen gegen die früheren Wahlen erheblich gestiegen; in vielen Fällen wurden die Arbeitervertreter ohne Gegenfandidaten gewählt. Es geht infolge der Ausbreitung von Organisation und Presse auch auf dem Lande vorwärts! In Bommerensdorf bei Stettin und in 8illow, beides fleine Industrieorte, brachten wir bei den Gemeinderats wahlen je einen Genossen in der dritten Abteilung durch. Stadtv. Dr. Ritter: Wir werden für die Vorlage stimmen. Stadtv. Dr. Langerhans: Herr Dr. Bernstein hat für meinen Vorschlag gesprochen. Wenn seine Ausführungen alle zutreffen, dann ist es nur um so nötiger, daß eine Trennung vorgenommen wird. Stadtv. Singer( Soz.): Es find Ausschüsse schon für unwich tigere Vorlagen eingesezt worden. Nachdem wir den Sachverhalt fennen gelernt haben, wollen wir doch lieber spät als gar nicht auf Abhülfe sinnen. Die Berechtigung des Lichtenberger Direktors ohne weiteres auf einen anderen, uns Unbekannten, zu übertragen, ist doch geradezu gefährlich; die Rechte dieses Anstaltsleiters sollten etwas genauer umschrieben und nicht so schematisch behandelt Berjonalien. Der Meldung, daß Genosse R. Wagner eine werden. Gerade weil die Frage" Familienpflege oder Anstalts- Gefängnisstrafe antritt( siehe unter Redakteurfreuden) fügt das pflege" streitig ist, muß man um so vorsichtiger sein. Züchten Nordd. Voltsblatt zu Bant Wilhelmshaven unfere Anstalten mur Verbrecher, dann wird es damit faum wesente hinzu: In die oldenburgische Freiheit" lehrt Genosse Wagner nicht lich anders stehen in Anstalten, wo eine Reihe von Vorbedingungen mehr zurüd, da er von den Braunschweiger Genossen in die fehlt, die für unsere städtische Anstalt gegeben sind. Es mag ja Medallion des dortigen volts freund" gewählt worden ist und vielen Kollegen nicht passen, daß von verschiedenen Seiten verlangt die neue Stelle nach Verbüßung der Gefängnisstrafe anzutreten gewird, daß auch die geistige Beschaffenheit der einzelnen beachtet denkt. Mit dem Konflikt der Redaktion mit der wird; aber diese Forderung läßt sich nicht einfach ignorieren. Die Landtagsfraktion hat das Ausscheiden des Ges Prügelstrafe entehrt sowohl den, der prügelt, als auch den, der nossen Wagner nichts zu tun, da die Braunschweiger geprügelt wird. Diese Frage, die in der ganzen modernen Ent- Stelle schon längere Zeit vor der Abstimmung der Landtagsfraktion widelung ihre Rolle spielt, ist wohl auch eine Erörterung in einem ausgeschrieben war. Seine Redaktionskollegen wie wohl auch die Ausschuß tert. Zeit geht darüber nicht verloren. Mehrheit der Parteigenoffen in Stadt und Land sehen Genossen 28agner ungern aus der Redaktion des„ Boltsblattes" scheiden. Stadtrat v. Friedberg: Die Dienstvorschrift ist nicht einseitig vom Magistrat erlassen worden, sondern hat auch die Versammlung passiert. Auch die von Dr. Bernstein angeregte Frage ist wiederholt von der Versammlung erörtert und entschieden worden. Stadtv. Schulze( A. L.): Durch die Vorlage können wir in einem großen Zuge Luft schaffen und gleichzeitig sichten, indem wir die besonders Rauhbeinigen fortgeben. Es wird Ausschußberatung beschlossen. Dem Verein zur Speisung armer Kinder und Notleidender sollen einmalig und außerordentlich 4000 M. zum Zwecke der Frühstüdsverteilung an bedürftige Gemeindeschulkinder gewährt werden. Der Magistrat legt die Polizeiverordnung zur Regelung der Entwässerung der Grundstücke durch die städtische Kanalisation zur Kenntnisnahme vor. Auf Antrag des Stadtb. Salinger ( N. L.) wird zur Vorberatung ein Ausschuß niedergesetzt. Bauprogramm und Vorentwurf der neuen( IV.) Jrrenanstalt in Buch werden vom Magistrat vorgelegt. " " 1 Bon der schweizerischen Sozialdemokratie. Das fozialdemo fratische Parteikomitee ist von der Geschäftsleitung auf den 19. April nach Biel einberufen, um unter anderm folgende Geschäfte zu behandeln: Internationales Bureau, Revision der Parteistatuten, Vorbereitung der Tagesordnung des nächsten Barteitages, auf dem die Einführung der obligatorischen Mobilienversicherung, die Revision des Obligationenrechts, Kranken- und Unfallversicherung, Getreide monopol und Nationalratswahlen behandelt werden sollen. fozialdemokratische Partei des Kantons Zürich hält am nächsten Sonntag in Altstetten bei Zürich einen Parteitag ab, auf dem die am 26. April zur Volksabstimmung gelangenden Vorlagen: Antistreifgesetz und Hochschulbauten, ferner die am gleichen Tage stattfindenden Regierungs- und Kantonratswahlen besprochen werden. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Redakteurfreuden. Genosse Richard Wagner bom Nord. deutschen Voltsblatt" zu Bant- Wilhelmshaven Stadtv. Gottfried Schulz( Soz.): Wir beantragen Ausschuß- tritt am Sonnabend in Oldenburg die dreimonatige Gefängnisstrafe beratung. Es handelt sich hier um ein Objekt von 12½ Millionen. an, zu der er am 22. Januar wegen angeblicher Beleidigung des Die Anstalt soll 1% Kilometer weit von der Zentrale erbaut werden Bürgermeisters von Delmenhorst in einer Rede, mehreren Artikeln Stadtv. Dr. Ritter( Fr. Fr.): Der größere Teil meiner und sollte daher eine eigene Steffelanlage erhalten. Die Zentrale des„ Volksblattes" und einer Sonntagsplauderei verurteilt worden würde u. a. nicht genügenden Druck liefern, weil bei der weiten war. Freunde billigt das Projekt durchaus und tritt für die Vorlage ein. Entfernung 2 bis 2% Atmosphären verloren gehen werden. Hätte Damit schließt die Erörterung. Die Vorlage wird ange- man früher schon die Zentrale näher an die Stettiner Bahn gelegt, Solsteinischen Volkszeitung zu Riel die Staatspension Am Mittwoch bezog Genosse Brecour bon der Schleswiga Die Vorentwürfe zu den Neubauten eines Direttorial. fo hätte man bedeutend an Kohlen gespart und auch keine Extra in Neumünster, um die einmonatige Gefängnisstrafe„ abzubüßen", gebäudes für das Friedrichs- Gymnasium auf dem gleise gebraucht. Am liebsten wäre es uns, wenn eine Jurh, wie die ihm wegen angeblicher Beleidigung des Bürgermeisters Muns in Grundstück Albrechtstr. 26, einer Gemeinde- Doppelschule e feinerzeit der Reichstag machte, die praktischste Herstellung der Uetersen aufgebrummt worden ist. an der Tegeler Straße und einer Feuerwache an der Anlage ergründete. Sehen Sie einen Ausschuß von 15 Personen Straße 31 zwischen der Ungarn und Türtenstraße find Die Stadtvv. Gremer( frs. Fr.) und Dr. Isaac( N. L.) wünschen von dem betreffenden Ausschusse einstimmig angenommen worden; ebenfalls Ausschußberatung. vorher aber hat man dem Stadtbaurat Hoffmann wegen feines angeblich zu langsamen und zu teuren Bauens ordentlich die Hölle heiß gemacht. Auch die Frage der Anlegung von Dach gärten und Dachspielplägen hat man bei dieser Gelegenheit ventiliert. es ein! Stadtv. Dr. Zabek( Goz.): Die Vorlage fiebt kein besonderes Letzte Nachrichten und Depeschen. Haus für die Pfleger vor, sondern bringt sie wie bisher in den Dachgeschossen der einzelnen Anstaltsgebäude unter! Die Motive führen dafür nicht stichhaltige, ja einander sogar widersprechende Gründe an. Die Pfleger haben allerdings nur 4 Stunden Mits Im Plenum ertönt von diesen Kämpfen nicht der geringste tagspause; aber das ist geradezu ein Unfug, der noch sozusagen aus Widerhall; ohne Debatte werden die drei Entwürfe genehmigt. Für eine besondere Entwässerungsanlage für die mene Leute mit einer Mittagspause abspeist, wie sie sich fein Arder Gesindeordnung stammt, daß man so start in Anspruch genomstädtischen Anstalten in Buch sind 180 000 m. erforderlich. Die beiter gefallen ließe. Hätten sie 1%-2 Stunden Pause, dann würde Borlage hat in der Ausschußberatung allgemeine Billigung ge- auch der Weg nach dem besonderen Hause nicht ins Gewicht fallen. funden; ohne Disfussion wird sie auch vom Plenum angenommen. Wir müssen eben dahin kommen, daß das gesamte Pflegepersonal Zum Etat des Gesindebelohnungsfonds weist die innere Anstalt nur zum Dienste betritt. Stadto nustein( soz.- fortschr.) auf den erfreulichen Verfall Die Vorlage geht an einen Ausschuß. diefer Steuer für die Dienstboten hin, die 1906 nur noch 20 000 m. Die öffentliche Sibung schließt hierauf um 8 Uhr. erbracht habe. Hoffentlich gehe der Ertrag weiter zurüd. Der Etat wird nach dem Entwurf festgesetzt. Aus der Partei. Aus dem russischen Parteileben. Das Drgan des Petersburger und Moskauer Komitees der sozialdemokratischen Partei,„ Der Proletarier", bringt nachstehenden Bericht über die Tätigkeit der Petersburger Parteiorganisation: Arbeitsniederlegung auf dem Bulkan". Der Stettiner General- Anzeiger" meldet: Schiffswerften, wegen des Streits auf den Howaldtwerken in Stettin, 26. März. Infolge der Absicht der deutschen Kiel die Arbeit vom kommenden Sonnabend ab allgemein einzuschränken, haben heute nachmittag 400 Nieter vom hiesigen Vulkan" die Arbeit niedergelegt. " Spendable Paten". Kiel, 26. März.( W. T. B.) Der Provinziallandtag der Provinz Schleswig- Holstein bewilligte in feiner heutigen Sigung 10 000 zur Beschaffung eines Patengeschenkes für das Linienschiff„ SchleswigHolstein". Für die Offiziersmesse ist ein Bildnis der Kaiserin Auguste Vittoria, für die Mannschaft eine Bibliothek in Aussicht genommen. Der Magistrat sucht für die Waisendeputation die Ermächti gung nach, mit einer in Mielczyn, Kreis Witkow, zu begründenden Anstalt zur Erziehung männlicher, schulentlaffener Fürsorgeerziehung33öglinge einen Vertrag abzuschließen, monach die Stadt 100-140 3öglinge gegen eine jähr liche Vergütung von 500 M. pro Kopf dahin abgibt. Stadtv. Hinge( Soz.): Der Verein, von dem hier die Rede„ Die Lage der sozialdemokratischen Organisation ist bei weitem Toulon, 26. März.( B. H.) Während der gestrigen Marines ist, will eine Erziehungsanstalt einrichten ganz und gar auf Kosten nicht so schlimm, wie es vor etwa zwei Monaten schien. Unsere manöver gelang es den Unterseebooten, zwei Panzerfreuzer Stadt Berlin, die ihm mindestens 45 000 m. jährlich Organisation erwies fich standhafter als alle anderen, die in den ltheoretisch in den Grund zu bohren. ,, Theoretisch in den Grund gebohrt"! antw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Nr. 74. 25. Jahrgang. 1. Kcilm Ks M« KM,. 27. pii 1908. kecke Bebels über ckle HusweiiuDgsfcbmacb und ck!e Schande des DrelMalleoumhIrechts. In der Sitzung deZ Reichstags vom 24. März 1908, in der über die äußere und innere Politik des Reichs verhandelt wurde, hielt Genosse Bebel eine ausgezeichnete Rede, die wir nach dem amtlichen Stenogramm im Auszuge wiedergeben. Abg. Bebel: In der Hauptsache bin ich von den Auslassungen des Reichs- kanzlers und des Staatssekretärs über die auswärtige Politik be- friedigt. Besonders begrüße ich, was die beiden Herren in bezug aus die Hallung Deutschlands gegenüber Marokko, dem Balkan und unsere Stellung gegenüber Persieu ausgeführt haben. Der Herr Reichskanzler ist im Laufe seiner Ausführungen auf den Brief des Kaisers an den Lord Twecdmouth zu sprechen ge- kommen. Wenn, wie er sich äußerte, dieser Brief von jedem von uns unterschrieben werden könnte, wenn das richtig ist— und ich bezweifle es nicht im geringsten—. dann wundere ich mich im höchsten Grade, warum der Briesschreiber selbst keine Veranlassung genommen hat, sobald die Angriffe auf jenen Brief dazu ausgenutzt wurden,. gegen Deutschland Stimmung zu machen, dessen Veröffent- lichung zu veranlassen.(Sehr richtig I b. d. Soz.) Vor allem hätte die. Norddeutsche Allgemeine Zeitung", das offiziöse Organ der Regierung, nicht eine Reihe von Tagen hingehen lasse» sollen, ohne überhaupt eine Aeußerung zu machen. lSehr richtig Ij Das hat in weiten Kreisen den Glauben erweckt, daß die denunzia- torischen Angriffe der.Times" mehr oder minder be- rechtigt wären. Es läge doch im Interesse der regierenden Männer selbst, daß, sobald sie entdecken, daß nach irgend einer Richtung ihren Absichten falsche Unterstellungen gemacht werden, sie Richtigstellungen veranlaßten. Das läge aber auch ganz besonders im Interesse des Volkes. Die Ver- hetzungeu betteffen aber nicht bloß einen Teil der englischen. sondern auch einen Teil der deutschen Presse. Besonders die Flotte ninteressenten-Presse macht fortgesetzt gegen England scharf und sucht nachzuweisen, daß wir eines Tages mit England in Krieg kommen müßten, und daß deshalb unsere Flotte in höherem Matze als bisher ausgebaut werden müsse.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Daß man jenseits des Kanals diese Auffassung zu teilen anfängt, darf uns nicht wundern. Dabei möchte ich einer von mir schon lange gehegten Ansicht Ausdruck geben, von der ich verwundert bin, daß sie nicht auch bei uns in den regierenden Kreisen zum Durch- bruch gekommen ist. Zu unserer allgemeinen Ueberraschung haben wir erlebt, wie die sehr scharfen Jnteressengegen- sätze zwischen Frankreich und England und ebenso, wie die noch schärferen Gegensätze zwischen England und Ruß- land durch Verträge ausgeglichen worden sind. Wenn diese Gegensätze, die weit schärfer waren, als sie zwischen England und Deutschland bestehen können, überbrückt worden sind, so muß es im höchsten Grade verwunderlich er- scheinen, daß keine Verständigung zwischen Deutschland und England möglich sein soll. Ich kann mir das nicht anders erklären, als daß zwischen den Leitern beider Staaten Stimmungen existieren, die die Abschließung eines solchen Vertrages unmöglich machen. Mit lebhafter Genugtuung werde ich es begrüßen, wenn es gelingt, die vier Großstaaten und die fünf Kleinstaaten, die um die Nord- und Ostsee gelagert sind, dahin zu einigen, daß der Status guc> in der Nord- und Ostsee aufrecht erhalten wird. Es wäre dies insofern etwas sehr Erfreuliches für uns, weil damit ein w e f e n t- licher Grund für tv eitere Flotten- und Militär- r ü st u n g e n wegfällt.(Sehr richtig! b. d. Soziald.) Gelingt es, unter angrenzenden Meeresstaaten solche Verträge znstande zu bringen. so sehe ich nicht ein, Waruni AehnlicheS nicht auch möglich sein soll in bezug aus die Grenzverhälttiisse auf dem Lande; denn dann wäre kein Grund mehr vorhanden, daß die Staaten aufeinander los- schlagen könnte» und Eroberungen zu machen hätten.— Wenn der Herr Staatssekretär in Aussicht gestellt hat. daß dem Reichstag in Bälde ein Weißbuch zugehen soll über Marokko, so möchte rch bitten, dieses Weißbuch etwas vollständiger zu machen, als jenes war, das von feiten seines Vorgängers veröffentlicht worden ist.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das Gelb- bnch, das die französische Regierung ihrer Kammer vorlegte, kleines femUeton. OpernauStausch. Die preußisch-deutsche Auslandspolitik liebt den Wechsel zwischen dreinfahrender Vrüskierung und aufgenötigten Liebenswürdigkeiten. Wenn sie sich irgendwo durch prahlerische Brutalitäten genügend verhaßt gemacht hat. sucht sie durch kleine Auf- inerksainkeiten wieder umzustimmen.(In älteren Familienkomödien ist dieser Stoff des öfteren behandelt.) Naive Gemüter durchschauen diese Zusammenhänge nicht und reden von wohltuender Initiative impctuoier Kunsipolitik, die dem deutschen Geiste neue Bahnen erschließe, und ähnlichein. Die Erfolge, die mit den verschiedenen nach auS- ivärts gestifteten Denkinälern, mit der pomphaften Ehrung von mäßigen und zweifelhaften ausländischen Künstlern, womit man die betreffenden Nationen zu gewinnen dachte, mit Austauschprofessoren usw. erzielt wurden, sind vom Standpunkte eines nüchternen Handels- Politikers aus sehr unrentable Geschäfte gewesen. Von dem kulturellen Einfluß gar nicht zu reden. Trotzdem werden diese Methoden, die in absolutistischen Zeiten angemessen geivesen sein mögen, mit Eifer fortgesetzt, obwohl die bemühten Völker bisher mit eisigem Schweigen geantwortet haben. In Berlin ist in demselben königl. Operuhause, das in der schmäh- lichsten Weise die ihm obliegenden Ausgaben gewissenhafter Musik- Pflege vernachlässigt, kürzlich eine„H u g e n o t t c n"-Aufführung herausgebracht worden. Mit all den historischen Kinkerlitzchen, die man bisher als lächerliche Meiningerei verspottete, mit dem Massen- pomp, der mit belebender, individualisierender Inszenierung nichts zu tun hat. Zwei Direktoren der großen Pariser Oper waren dazu in einer Weise eingeladen worden, daß sie nicht ablagen konnten. lind nun geht das bekannte Spiel los. Interviews in der reaktiv- näre» Parlser Presse, die für gesellschaftsfähig gilt. Lobsprüche über kaiserliches Kunstverständnis, die deutschen Byzantinern erneuten Anlaß zu ähnlichem geben. Die kaiserlichen Privatansichte» über Meyerk�r? werden aufgetischt, als ob sie von den musikliebenden und musikverständigen Deutschen geteilt würden.(Diese halten Meyerbeer für einen großen Macher und Effektarraugeur.) Ilnd schließlich_ taucht zunächst bescheiden und versteckt der Plan auf, zwischen der Pariser und Berliner Oper einen Austausch zu veranstalten. Deutschland soll die.Hugenotten" unv Frankreich GounodS„Faust" beisteuern! Das wäre, dann glücklich die gröbst? Blamage, die— künstlerisch die beiden Länder ein- ander antun können. Um so mehr Aussicht auf Verwirklichung hat freilich dieser neueste VölkeranStausch. Unsere Politik steht im Zeichen der großen Oper MeyerbeerS und GounodS I Theater. Lessina-Theater.„Der Teufel�, ein Spiel von Franz Molnar. Das Stück des jungen ungarischen VerfafferS wurde mit starkem Beifall aufgenommen, obfchon, vielleicht auch weil Herr Molnar den Teufel nur als Schutzpatron einer grob ge« f enthielt damals ungefährbmal soviel alsdasunserige' �Das ist entschieden eine Zurücksetzung des deutschen Neichstages. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich komme nunmehr zu der von meiner Fraktion eingebrachten Resolution: Den Reichs- kanzler zu ersuchen, dem Reichstag einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach dem Ausweisungen von Ausländern aus einen: deutschen Bundesstaate nur auf Grund eines richterlichen Urteils zulässig sind, das auf Grund reichsgesetzlicher Vorschriften über die Zulässigkeit von Ausweisungen ergangen ist.— Die Konservativen und Nationalliberalen haben bereits ihre ablehnende Stellung begründet. Wir sehen in dem Antrag nichts weiter als eine Folge eines cinstiinmig gefaßte» Beschlusses, den die deutsche Krimiiialisteuvereinigung, eine hoch angesehene Ver- einigung, die in dieser Frage als besonders kompetent angesehen werden muß, 1906 angenommen hat. Bei der heute be- stehenden Polizeiwillkür hinsichtlich der Ausweisungen sollte jedermann, der auf dem Standpunkt steht, daß der Staat alle seine Handlungen nur vom Standpunkt des Rechts ausführen soll, dafür eintreten, daß einem solchen Antrage Folge gegeben wird.(Sehr richtig I bei den Soz.) Ich mache daraus aufmerksam, daß im Januar 1905 der Reichstag eine Resolutton annahm, welche forderte, daß die Auslieferungsverträge der Einzelstaaten— zwischen Preußen und Rußland und Bayern und Rußland— gekündigt und durch solche des Reichs ersetzt würden. Jene Verträge waren zustande gekommen, indem Fürst Bismarck, da er beim Reichstage nicht zu seinem Ziel gelangen konnte, sich an das preußische Dreiklassenparlament wandte, das den Vertrag genehmigte. Der Reichstag war jedenfalls in früheren Perioden der Meinung, daß er aus diesem Gebiete sehr ernst und entschieden mitzuwirken habe. Ich erinnere nur an den P r o t e st Windthor st s gegen die Massenausweisungen der russischen und österreichischen Polen, die 1889 unter dem Fürsten Bismarck stattfanden. Nun erfolgen ja bekanntermaßen die Ausweisungen unter dem Vorgeben, der Betreffende, der aus- gewiesen wird, habe sich lästig gemacht. Der Begriff„lästig machen" ist nun jedenfalls sehr dehnbar, so daß jeder Polizeibcamte, der aus irgend einem Grunde einen Ausländer gern außer Landes bringen möchte, die Möglichkeit besitzt, ihn aus dem Reichsgebiet hinauszu- bringen. Welche sehr üblen Wirkungen diese Ausweisungsmethode häufig im Gefolge hat. beweist eine Verordnung des Herrn v. Bethmann- Hollweg, als er»och Miinster des Innern in Preußen war, in der er sich gegen die geübte Polizeipraxis wandte. Es ist offenbar— das zeigt dieser Erlaß ebenfalls—, daß in vielen Fällen es sich um Ausweisungen handelt, die nicht etwa von den betreffenden aus- ivärtigen Regierungen, sondern von der preußischen Polizei aus' eigenem Antriebe veranlaßt worden sind.(Hört! hörtl bei den Sozialdemokraten.) Wie weit aber die Polizei geht, um Ausländern, die politisch unangenehm sind, im Jnlande das Leben sauer zu machen, davon hat meine Partei im Herbst vorvorigen Jahres ein besonderes Bei- spiel erlebt. Wir hatten bekanntermaßen die Gründung einer Parteischule geplant; an dieser Parteischule sollten zwei Aus- l än d er, ein Dr. meid. Hilserding ans Wien und ein Professor Dr. Pannekoek, dozieren über durchaus abstrakte Wissenschaft- liche Themata, wie„Nationalökonomie, Soziologie, materialistische Geschichtsauffassung" usw. Sobald bekannt wurde, daß diese beiden Männer an der Parteischule angestellt wurden, wurde ihnen von der hiesigen Polizei mitgeteilt, daß sie, wenn sie sich unterstünden, dort Vorträge zu halten, sofort ausgewiesen werden würden.(Lebhafte Zurufe. Hörtl hörtl bei den Sozial- demokraten.) Nun hat ja die preußische Verfassung einen sehr schönen Artikel, der lautet: Die Wissenschaft und ihre Lehre ist frei.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Daß dieser Artikel nur eine Phrase ist, wissen wir. Dies hat schon der Fall Arons gezeigt, der als Physiker — ich betone, als Physikerl— an der hiesigen�Universitär lehren wollte, dem dies aber verboten wurde, weil er Sozialdemokrat ist. Das ist die Freiheit der Wissenschaft im Kulturstaate Preußen. Daß der preußische Staat ein wirklicher Kulturstaat sei, das ist eine der größte» Lügen, die jemulS ausgesprochen sind.(Leb Haftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten, Widerspruch rechts.) Nun haben die betreffenden zwei Personen, denen unter so eigen- tümlichen Umständen die Ausweisung augedroht war, Beschwerde bei ihren Regierungen erhoben, und ich habe zu konstatieren, daß sie die Auffassung ihrer Regierungen auf ihrer Seite hatten.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Denn diese gingen auf die Beschwerde ein und erhoben hier beim Auswärtigen Amt Beschwerde. Das zeigt deutlich, daß man im Auslande seine schnitzten Ehebruchskomödie Pariser Fasson herbeizitiert hatte, um die abgenutzten Pikantcrien durch die Bermittelung dieses hohen Herrn mit ein paar neuen Würzen aufzufrischen. Molnars Mephisto ist ein Kavalier, ein Weltinaun, dessen ganze Welt nicht weiter als vom Salon bis zu dem Boudoir reicht, ein Teufelsspezialist, der sich darauf beschränkt. Männlein und Weiblein aus dieser Sphäre, an denen wirklich nicht viel zu verderben ist. zu flüchtigem Sinnenrausche aufeinander zu hetzen. Er soll ja wohl das„Schicksal" personifizieren, auf welches die feinen Damen nach dem begangenen Fehltritt die Schuld gern ab- zuschieben pflegen: die kleinen Umstände und Znfälligkeiten, die schon bei dem Erwachen der Begierde mitwirken und gefällig die Wege zur Erfüllung ebnen. Er soll der schadenfrohe Arrangeur und Macher der Gelegenheiten sein, der mit den Seelen der Verliebten wie die Katze mit der Maus spielt. Aber dieser Einfall hätte in dramatischer Ausführung nur dann auf eine intimere Anteilnahme rechnen können, wenn die Subjekte, die der Teufel für feine Experi- mente auswählt, niehr als bloße Marionetten wären, so" daß sich aus dem Spiele der Eindruck irgend einer psychologisch bedeut- samen Notwendigkeit herauslösen könnte. Schnitzler, der in seinem „ParacclsuS" Spuk und Wirklichkeit zu einem gedankenvollen, ein- heitlich geschlossenen Ganzen verwob. hätte einer solchen Aufgabe vielleicht zu genügen vermocht. Bei Molnar aber ist das Spiel des Teufels nur ein äußerer Effekt, der den Mangel tiefer verankerter Motivierung verdecken soll. So bringt es der Autor wohl zu manchen witzigen, mitunter recht zweideutigen Pointen, doch nirgends entfaltet sich eine tragende Stimmung. Die Kunststücke Satans verbinden sich mir einer höchst banalen Nüchternheit. Nachdem im ersten Akt die Absicht klar geworden, erscheint das weitere als ein überflüssig leeres, nur durch gewisse Tricks der Mache aufgeputztes Weiterspinnen. Eine Dame der Gesellschaft läßt sich von ihrem Gatten zur Sitzung in das Atelier eines befreundeten Malers begleiten, den sie vor ihrer Heirat geliebt hat. Sobald der Eheherr gegangen, ver- sucht der Künstler, nach sechsjähriger Unterbrechung die alte Lieb- haberrolle wieder aufzunehmen, wird aber tugendhaft zurückgewiesen. Da tritt der fremde Herr, der elegante Gottseibeiuns, in das Zimmer und sagt der Dame die Wünsche und Ge- danken, die unterhalb der Schwelle ihres Bewußtseins sich dämmernd bewegen, dreist ins Gesicht. Sie leugnet einpört und fühlt zugleich mit Schrecken die Macht, die der Unbekannte auf sie ausübt. Sie will entfliehen, doch er versteht es, die Einladung zu einein Fest in ihrem Hause zu erzwingen. Diese Szene, der Auf- takt, ist im Verhältnisse die wirkungsvollste des Schauspiels. Die Kosten des zweiten Auszuges werden größtenteils durch eine Er- findung im Residenz-Theater-Stil aufgebracht. Der Teufel scheint Monna Vanna zu kennen. Er verlangt von Jolantha, daß sie beim Feste nackt allein, mit einen» Mantel angetan, in deir Saal konune. Nur so werde sie den flatterhaften, eben noch von ihr abgewiesenen Maler, von neuem an sich fesseln. Sie er- scheint in der Tat in einer zweifelhaften Hülle. Der Maler rast, eigenen Gedanken hat über die AusweisungSmethode, die Preußen« Deutschland befolgt; denn bei allen diesen Vorgängen handelt eS sich ja immer nur um Vorkommnisse in Preußen— ein Beweis, daß Preußen die Inkarnation aller Reaktion in Deutschland ist(Bravo I bei den Sozialdemokraten, Lachen rechts), daß Preußen das Unglück Deutschlands ist.(Lebh. Sehr richttg l bei den Sozial- demokraten, Unruhe rechts.) Ohne Preußen wäre Deutschland in der Tal wohl der vorgeschrittenste Staat der Well.(Lebh. Sehr wahr l bei den Soziald., große Unruhe.) Es ist sehr merkwürdig, daß eS in dem preußischen Ministerialerlaß vom 31. Dezember 1907 heißt: Betreffend die Zulassung ausländischer Arbeiter zur Arbeit in der Landwirt- schaft und gewerblichen Betrieben in Deutschland. Seit wann hat ein einzelner Staat das Recht, Verfügungen über ganz Deutschland zu erlassen.(Hört! hörtl und Zuruf bei den Sozialdemokraten: Schon lange!) Mir ist das neu! Jedenfalls ist es in den bestehenden gesetzlichen Verhältttissen nicht begründet. Der Staatsrechtslehrer Laband hält jedenfalls daran fest, daß der einzelne Staat nur innerhalb seiner LandeSgrenze, nicht, wie eS jetzt geschieht, aus ganz Deutschland die Aus- Weisung verfügen kann. Die zitierte Verfügung aber nimmt das AuSweisungSrecht aus ganz Deutschland in Anspruch. Ich habe hier eine Verfügung des Rintelner Landrats, wodurch ein seit neunzehn Jahren in Deutschland beschäftigter(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten) russischer Staatsangehöriger aus dem Gebiete des Deutschen Reiches ausgewiesen wird.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Diese Ausweisung eines ManneS, der sich nicht? hat zuschulden kommen lassen, ist ein geradezu schamloses Verhalte» von feiten preußischer Behörden, ein skandalöser Borgang.(Vize» Präsident Kaempf ruft den Redner zur Ordnung— Bravo rechts.) Es ist und bleibt ein starkes Stück, daß ein Arbeiter, der nie ein Vergehen begangen, nicht eine einzige Strafe auferlegt be- kommen hat, nach neunzehnjährigem Aufenthalt urplötzlich aus Deutschland ausgewiesen wird. (Zurufe bei den Nationalliberalen.) Sie rede» soviel von der Ehre Deutschlands, lassen dieselbe aber, wo sie wirklich in Frage komnrt, mit Füßen treten.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Das sind ja nur Arbeiter I Wenn es Bourgeois wären, wäre es etwas anderes I) Selbst die dritte Duma wird alsbald die Handhabung der Aus- Weisungen in Preußen zum Gegenstand ihrer Erörterungen machen. (Zuruf links.) Natürlich die russische Duma, oder denken Sie etlva, die preußische Duma?(Große Heiterkeit.) In der österreich-ungarischen Delegation ist bereits die preußische Ausweisungspraxis zur Sprache gebracht worden, ist die Polenpolitik Preußens und insbeiondere auch der von mir gekennzeichnete Erlaß des preußischen Ministers des Innern Gegenstand der Verhandlungen und heftiger Angriffe gewesen. Ganz besonders meine Parteigenossen richteten dort ihre schärffte Opposition gegen das durchaus unfreundliche, arbeiterfeindliche Benehmen, das die preußisch-deutsche Regierung sich gegen die österreichisch-ungarischen Arbeiter erlaubte.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) selbst der sogenannte deutsch-nationale Arbeiterkongreß vom vorigen H e r b st hat sich über die Ausweisung eines italienischen Sekretärs der christlichen Gewerkschaften beschwert.(Hört! hört! b. d. Sozialdem.) Die Frage wird uns beim§ 7 de? Vereinsgesetzes noch bescväftigen. Bei der Masseneinfuhr ausländischer Arbeiter in die Jndustriebezirke, besonders Rheinland-Westsalens, engagieren die Gewerkschaften aller Richtungen führende Elemente aus den fremden Nationen und stellen sie als Arbeitersekretäre an. Vor ein paar Jahren wurde der italienische Sekretär der freien Gewerkschaften aus allen Staaten Deutschlands ausgewiesen und jetzt nimmt man bereits die Vertreter der christlichen Arbeiter am Schopf und jagt sie außer Landen, damit unsere deutschen Arbeiter jedes Mittel der Verbindung mit den fremdsprachlichen Arbeitern verlieren. (Hört! hört I links.) Es ist eine famose Politik, die Sie, meine Herren Freisinnigen, mit Ihrem§ 7 im Vereinsgesetz zu treiben gedenken. Die preußische Polizei nimmt bei ihren Ausweisungen noch ganz besonders agrarifcheJnteressen wahr.Der in einer BerlinerGoldleisten- undRahmen- fabrit beschäftigte russische Pole Menkoviak wurde ausgewiesen, weil er in einem gewerblichen Betriebe nicht als Ausländer beschäftigt werden dürfe. Hinzugefügt wurde:„Wenn Sie nachweisen, daß Sie in einem landwirtschastlichen Betriebe tätig sind, dann ist eS etwas anderes."(Lebhaftes Hört I hört! bei den Sozialdemokraten.) Es ist wieder unser Mustcrstaat Preußen, der aus diese Weise agrarische Politik treibt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.)— Im das Publikum ist sehr gespannt, bis sich die Sache. Gott fei Dank, in Anstand auflöst. Die Dame hat unter ihrem Mantel ihre Robe anbehalten! Statt des Abschiedöbriefes, den sie dem Maler sende» will, schreibt sie nach dem Diktat des Teufels eine Liebeserklärung und sucht den Adressaten, immer mit den angeblich besten Absichten. in seiner Jungaesellenivohnung auf. worauf der Teufel nach glücklich beendigtem Geschäfte sich empfiehlt. B a s s e r m a n n brachte den höhnischen Zynismus, das boshaft Ueberlcgene in der Figur des Salonsatans mit virtuoser Meister« schaft heraus. Von den anderen Mitspielenden gab diesmal Ida Wüst in der kleinen Episodenrolle eines Modells das Interessanteste. Sie wirkte überraschend echt._ dt Notizen. Das abgelehnte Denkmal. Daß die Bürgerschaft einer deutschen Stadt irgend ein ihr von hoher Seite zugemutetes, ja aufgedrängtes Denkmal, daS sie zudem noch selber zu bezahlen hat, ablehne— das wird man sobald nicht zu lesen bekommen. So weit versteigt sich keines braven Bürgers ManneSmut. Ungefährlicher war die Situation, von der hier berichtet wird. Der Bohememann Danny Gürtler hatte zu seiner eigenen Ehrung und des ReklamehumbugS wegen der Stadt Köln ein Heinedenkmal stiften wollen. Dieses unfreiwillige Danaergeschenk ist nun ein- stimmig voll der zuständigen Kommission abgelehnt worden. — Musikchronik. Die humoristischen Abende. die Sonntags im Mozartsaal veranstaltet werden, sollen fortgesetzt werden. — Eine Ausstellung holländischer Künstler wird in Berlin unter der Leitung des Professor HanS v. Bartels vorbereitet. — Darf ein Theaterdirektor die Aufführung eines angenommenen Stücks verweigern? Diese oft diskutierte Frage wird in nächster Zeit die Pariser Gerichte beschäftigen. Octave M i r a b e a u und sein Mitarbeiter N a t a n s o n hatten vor einem Jahre der Eomedie Franyaise ein Schauspiel„Ds Foyer" (Der Herd) eingereicht. Der Direktor JuleS Claretie nahm daZ Stück an. 17 Proben hatten schon stattgefunden, als am 4. März Claretie den Autoren plötzlich mitteilte, er könne in den Proben nicht fortfahren, wenn nicht gewisse Aenderungen vorgenommen würden. Vor allein forderte er, daß die Gestalt der wichtigsten Person des Stückes geändert werde. Diese ist ein Mitglied der französischen Akademie und Herr Claretie, der selbst Mitglied der „Unsterblichen" ist, will offenbar seine Kollegen nicht beleidigen. Er schützt allerdings vor, daß die in ein ungünstiges Licht ge« stellte Persönlichkeit auch als Senator borgestellt werde. In einem vom Staate subventionierten Theater sei aber eine Beleidigung des hohen Hauses unzulässig. Daß die Vorführung eines Unwürdigen Gesetzgebers die Würde des Parlaments verletze, ist eine Argumentation, die einem preußischen Zensor eher anstünde, als einem Literaten von Namen, wie es Herr Claretie immerhin ist« Die beiden Autoren.des„Foyer" haben nun eine Klatze eingereicht. vorigen Frühling wurde hier eins Razzia auf die russischen Lesehallen veranstaltet; ohne weiteres wurde eine große Anzahl Studierender ausgewiesen, ob- gleich man ihnen nichts Ungesetzliches nachweisen konnte. Der russische Staat nimmt alle solche Liebesdienste wie eine selbstverständliche Pflicht hin. Vor zwei Tagen hat der Abg. Bassermann darauf hingewiesen, wie wenig Anerkennung Ruß- land für das deutsche Entgegenkommen während des russisch- japanischen Krieges bewiesen.(Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Wenn einer hier in diesem Saale ein infernalischer Feind des osfi- ziellen Rußlands ist, dann bin ichs, und doch imponiert mir die russische Regierung, die nicht einmal„Danke" für die deutschen LiebenS- Würdigkeiten sagt und nicht um eines Haares Breite ihre Politik gegen Deutschland ändert. Die russische Politik bleibt nach wie bor deutschfeindlich.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Äönigöhütter Polizei hatte auf eigene Faust versucht, dem Polen Zabrzewski, der sich nichts anderes hatte zuschulden kommen lassen, als die mit 6 M. Strafe gebüßte Nichtanmeldung in einem preußischen Ort an Rußland auszuliefern.(Lebhaste Rufe bei den Sozialdemokraten: Hört! hört!» In dem Prozeß gegen den „ P 0 r w ä r ts"* R c d a k t e u r Weber wegen angeblicher Be� leidigung der Königshütter Polizei wurde festgestellt daß russische Polizeibeamte im Gefängnis gewesen waren, um sich den Z. anzusehen. Der Polizeirat M ä d l e r, der Oberführer der gesamten Polizei indemBezirk lZuruf bei den Sozialdemokraten: Obcrspitzel!) meinelwegen Oberspitzel— berichtete: Gestern war der russische Polizeiwachtmeister da. Für den Fall der Haftentlassung wird um polizeiliche Zuführung gebeten. ein kleiner Schritt logischer Konsequenz. Sollte seine heutige Erklärung auf einer veränderten Haltung beruhen, so wäre ja zu hoffen, daß wir noch zum prak- tischen Zusammenarbeiten in dieser Frage kommen. Sollten cS nur Rücksichten auf das andere Milieu hier sein, so verstehe ich nicht, wie er in diesem Hause des allgemeinen Wahlrechts so absprechend von dem allgemeinen Wahlrecht sprach. Daher müssen wir nach wie vor sehr auf der Hut sein und dafür sorgen, daß bei künftigen Wahlen nur wirk- lich energische Freunde des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts gewählt werden. Wenn der Herr Reichskanzler auf die Konsequenzen bei den kommunalen Wahlrechten hin» wies, so habe ich durchaus kein Bedenken gegen ein freies Wahlrecht auch in den Kommunen. Wir be» treiben die Wahlrechtsagitation nicht aus parteitaktischen Zwecken, sondern aus Ueberzeugung.(Lachen rechts.) Redner fordert eine Denkschrift über die rechtlichen und Anstellungsverhältnisse der Reichsbeamten. Wir verlangen die volle Freiheit der Vereins- bildung für die Beamten. Ein Streikrecht wird von den Beamten selbst nicht gefordert. Ebenso müssen die Reichsbcamten volle Frei- heit bei den Wahlen haben. Ich wünschte, daß der Herr Reichs, kanzler hier die Erklärung abgibt, daß bei den bevorstehenden Land- tagswahlcn auch die Reichsbeamten vollste Freiheit der Abstimmung haben werden. Das würde auch für die preußischen Beamten sehr wertvoll sein.(Bravo! links.) � Staatssekretär des Innern v. Bethmann-Hollweg: Auf wieder, holte Anfragen kann ich heute die bestimmte Hoffnung aussprechen, daß der Entwurf zu einer Reform der Staatszugehörigkeit dem Reichstag bald zugehen wird. Sie wird sich in der Richtung einer Erschwerung des Verlustes und einer Erleichterung der Wieder- erwerbung der Staatszugehörigkeit bewegen.(Bravo!) Abg. Stortz(D. Vp.) legt dar, daß die Sandschakbahn nur von untergeordneter Bedeutung und die Aufregung des Auslandes darüber ganz unberechtigt fei. Des weiteren befürwortet der Redner seine Resolution, wonach bei dem Gesetz über die Bundes- und Staatszugehörigkeit ein Deutscher seine Reichszngehörigkeit nicht gegen seinen Willen verlieren dürfe. Weiter verteidigt der Redner den Abg. Naumann gegen den vom Abg. Lattmann erßobenen Vor- wurf des Demagogentums, allerdings schwebe Naumann mit Glanz über die Realitäten des Lebens hin« weg.(Große Heiterkeit.) Was der Reichskanzler über das Wahl» recht in Preußen gesagt hat. war in der Form konzilianter, in der Sache aber dasselbe, was er schon im preußischen Abgeordtcnhause gesagt hat. Wenigstens für das geheime Wahl. recht hätte er sich aussprechen müssen, um der Volksstimmung Rechnung zu tragen.(Zustimmung bei den Freisinnigen.) Hierauf wird ein konservativer Antrag auf Schluß der De« bcrttc angenommen. Der Titel„Gehalt des Reichskanzlers" wird bewilligt. Von den Resolutionen wird die fezialdemokratische Wahlrechtsresolution gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Agg. Dr. Naumann und Dr. Potthoff ab, gelehnt: die sozialdemokratische Resolution auf Schutz der AuS. länder gegen Ausweisung ebenfalls abgelehnt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen.(Rufe rechts: Potthoff hoch! hoch Potthoff!— Heiterkeit rechts.) Die Resolution Dr. Heckscher und Genossen wird in Punkt 2 und 3(Er, richtung von Beamtenausschüssen und Unterstellung der Staats- betriebe unter die Gewcrbeinspcktion) gegen die Stimmen der Frei» sinnigen, der Sozialdemokraten, der wirtschaftlichen Vereinigung und einzelner Nationalliberaler abgelehnt, in Teil 1 und 4 gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Alle anderen Resolutionen finden Annahme, die über das Beamtenrccht und Sicherung des Wahlgeheimnisses gegen die Stimmen der Rechten, lieber die Re- solution Brandys soll auf Antrag der Polen namentlich abgestimmt werden. Die Abstimmung wird auf morgen verschoben. Der Rest des Etats wird dcbatteloS bewilligt. Es folgt die Beratung des Etats für das Auswärtige Amt. Beim Titel:„Gehalt des Staatssekretärs, 66 666 M., wünscht Abg. Dr. Osann(natl.) eine Erweiterung des Kreises, aus dem die Beamten für den diplomatischen Dienst genommen werden. Nicht die Geburt, sondern die Tüchtigkeit des Beamten müsse cnt- scheiden; die bürgerlichen Kreise genießen eine ebensogute Er- ziehung wie die Mitglieder des hohen Adels und wissen sich ebenso- gut zu bewegen>oie diese. Staatssekretär v. Schön erwidert, daß eine neue diplomatische Prüfungsordnung in Vorbereitung wäre und dem Abschluß nahe sei. Abg. Erzbcrgrr(Z.): Trotz meiner demokratischen Gesinnung scheint mir ein Eindringen der Plutokratie in unsere Diplomatie nicht vorteilhaft. (Schluß in der 2. Beilage.) WasserftaudS-Nochrichteu der LandeSanstalt für(Aeiväilcirimde, mitgelellt vom Berliner Wettcrburcau. Wasserstand M« m e l, Tilstt P r e g e l, Jnsterburg Weichsel. Thon» Oder, Ratibor , Krossen Franksnrt Warthe, Schrimm Landsberg Netze, Bordamm Elbe, Leilmeritz , Dresden , Bardo , Magdeburg Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau') , Natbcnow') Spree, Soremberg') „ Becslow Weser, Münden Minden Rhein, MaximUianSau Kaub , Köln Neckar, Heilbrom» Main, Wertheim Mosel, Trier am 25.3. cm 200 154 162 103 196 38 116 186 227 123 194 110 seit 24.3. cm1) _ 2 _ 2 _ 2 _ 2 -2 + 1 —7 -3 -10 —1 +1 -a It. 71. 25. Jahrgang. 2. KtilW 1(5„Wmiick" Strliiitt üdlifililntt. fttikj, 27. Man 190& Reichstag. lSchluß aus der 1. Beilage.) Abg. Ledebour(Soz.): Ich will cme Beschwerde brasilianischer Deutscher zur Sprache bringen. Ein dort angesiedelter Deutscher sollte im vorigen Sommer wegen Anlage einer Eisenbahn enteignet werden, und es ist auch geschehen, ohne daß er entschädigt wurde. Da er das "ickt leiden wollte, wurde er verhaftet und 31 Tage im Gefängnis behalten, dann gegen Bürgschaft freigelassen und in der Schwur- gerichtsverhandlung freigesprochen. Ich frage nun bei dem Staats- sekretär an ob jetzt endlich— die Sache ist ja schon ein halbes Jahr her— Auskunft über die Tatsachen von der Gesandtschaft in Rio de Janeiro erhältlich gewesen ist, und ob es gelungen ist, für den Deutschen Entschädigung zu erlangen und eine Straf- Verfolgung gegen den brasilianischen Kommissar einzuleiten, der den Deutschen zu Unrecht verhaftet und in dem Prozeß gegen ihn Fälschungen begangen hatte. Weiter bitte ich um Aufklärung über folgenden Fall. Vor einigen Tagen ging die Nachricht durch die Presse, daß der chinesischen Gesandtschaft von einer Frau ein Gegenstand zum Kauf angeboten wurde, der sich als ein Ehe- kontra! t, des chinesischen Kaisers, geschrieben auf gelber Seide, herausstellte. Zweifellos handelt eS sich hier um ein Wertstück, das bei dem sogenannten Beruhig ungs- feldzug gestohlen ist. Es liegt im Interesse des Ansehens des Deutschen Reiches, daß festgestellt wird, wer das Wertstück gestohlen hat, oder ob es jemand in gutem Glauben mitgenommen hat, wie ja auch die astronomischen Instrumente jemandem an den Fingern kleben geblieben sind.(Heiterkeit.) Daß vollkommene Klarheit Seschaffcn wird, sind wir dem Ansehen des Deutschen Reiches huldig.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Dr. Gorrcke(natl.) führt Beschwerde über mangelhaften Schutz von Deutschen im Auslände. Staatssekretär v. Schorn erklärt gegenüber dem Abg. Erzberger, daß die Regierung nicht versäumen werde, mit Nachdruck für die Interessen der deutschen Aktionäre der Gotthardbahn einzutreten. Die Behauptung des Herrn Ahlhorn, daß deutsche Handelshäuser in Marokko vor dem Ruin ständen, stimmt mit den uns gewordenen Nachrichten nicht Lberein. Was den von Herrn Ledebour vor- gebrachten Fall des Deutschen Kullack in Brasilien anlangt, so ist eS richtig, daß Kullack in erster Instanz freigesprochen ist. Die Staatsanwaltschaft hat aber Revision eingelegt und die Angelegenheit schwebt jetzt in zweiter Instanz. Wir müssen also ahwarten, wie sie verläuft und ob wir Anlaß haben, in irgend einer Weise diplomatisch vorzugehen. Was dann die so etwas mysteriöse Sache mit dem Heirats- kontrakt eines.chinesischen Kaisers aus gelber Seide anlangt, to ist vorläusig anzunehmen, daß der Mann, der ttns das Ding gebracht hat, eS ganz harmlos gefunden hat. Sollte sich das Gegen- teil bestätigen, so wird er nicht straflos ausgehen. Inzwischen haben wir uns beeilt, die Urkunde nach Peking dahin zurückzugeben, wo sie hingehört.— Herr Goercke führte einen Fall an, in dem ein Deutscher in Paris in den Verdacht gekommen sei, ein Spion zu sein. Das kam während meiner Amtstätigkeit in Frankreich alle Tage vor. Die Franzosen sind etwas lebhafter ver- anlagt als die Deutschen und nehmen es mit den Worten nickt genau. Kommt es doch dort vor, daß Minister, gewiß sehr ehrenwerte Leute, von Abgeordneten, ebenfalls sehr ehrenwerten Leuten, als Räuber, Mörder und Diebe bezeichnet werden.(Große Heiterkeit.) Damit schließt die Debatte. Der Titel: Gehalt deS Staatssekretärs wird bewilligt. Eine Reihe weiterer Titel wird dcbattclos bewilligt. Beim Titel„Nuterstützungen für hilfsbedürftige ReichSangehörigc im Ausland 72 000 21?/- bittet Mg. Llebert(Rp.) dem dcutichen Krankenhaus in Neapel die Unterstützung von 10 OVO M. jährlich, die ihm bisher gewährt ist, zu belassen. Staatssekretär v. Ichocn sagt dies zu. Der Titel wird bewilligt. Den Titel„Zur Errichtung eines Konsulatsgebäudes in Tientsin, erste Rate, 175 000 M." hat die Kommission gestrichen. Staatssekretär v. Schoen bittet um Wiederemstellung der Position. Der Titel wird vom Block wieder hergestellt. .Der Rest des Etats wird debattclos bewilligt. Es folgt die Beratung des Etats der ReichZschuld sowie eine Reihe von Etatsresten und das Etatsgesetz. Damit ist die zweite Etatsberatung erledigt. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr.(Dritte Lesung deS Etats.) Schluß 83/4 Uhr. Kolsnlalflnanzeit und Kolonialelfenbahnen vor der Kudgetkommllllon. (Sitzung vom 26. März.) In der Fortsetzung der Debatte über die Frage, ob Kolonialanleihen oder Darlehen des Reichs und damit Neichsanleihen zur Deckung der außerordentlichen Ausgaben in den Kolonien dienen sollen, spricht sich Lattmann für selbständige Kolonialanleihcn aus. Erzberger begründet nochmals den Zentrums- antrag und schlägt vor, eine Subkommission einzusetzen, welche aus der Regierungsvorlage und dem ZcutrumSantrag ein brauchbares Gesetz zu machen hat. Arendt neigt der Regierungsvorlage zu, ist aber mit Bildung einer Subkommission einverstanden. Nach einigen weiteren Rednern, die sich in gleicher Weise aussprachen, erklärt ein Vertreter des Reichsschctzamtes, daß dieses seinen ursprünglichen Widerstand gegen diese neue Kolonialfiuanzpolitik aus- gegeben habe, weil die ganze Kolonialpolitik gegenwärtig unter ganz neuen Gesichtspunkten zu betrachten sei. Es wird nunmehr die sub- kommission gebildet, welcher angehören Singer, v. Richthofen. Semler, Lattmann, Wiemer, Arendt und Erz- berger. Den Vorsitz wird v. Richthofen führen. Eö werden nunmehr die einzelnen Eisenbahnvorlagen beraten. Die Beratung beginnt mit der projektierten Linie Lome—-Atak- P ame auf Togo. Die Gesamtkosten dieser 170 Kilo- meter langen Strecke sind auf 1l>/4 Millionen Mark ver- anschlagt, wovon dies Jahr vier Millionen als erste Rate verlangt werden. Die bestehenden Bahnanlagen sollen an die deutsche Kolonialeisenbahnbau. und-Betriebsgesellschaft in Berlin verpachtet werden zu einem jährlichen Pachtzins von 30« 000 M. Die neu zu erbauende Strecke soll natürlich später auch verpacktet werden. Für die Zukunft ist vorbehalten, die Bahn Lome— Atakpame bis Banjeli weiterzubayen, das ist eine Strecke von weiteren 270 Kilometer,, so daß die ganze Linie eine Länge von 440 Kilometer haben wird. Dernburg begründet noch kurz die gegenwärttge Borlage; die Rentabilität sei gesichert, die BerkehrSstraße Lome— Atakpame habe die Zählung deS Verkehrs ermöglicht und daraus habe sich ohne weiteres ergeben, daß ganz abgesehen von der Pachtsumme sich die Bahn renttere. In der Diskussion fragt Erzberger an, weshalb man die neue Strecke nicht an die bestehende Bahn Lome— Palime angegliedert habe, die Strecke würde dann viel kürzer sein. D e r n- bürg erklärt, das würde zu teuer geworden sein. Die für später borbehaltene Weiterführung der Bahn nach Banjeli erscheine gerecht- fertigt, da in der dortigen Gegend Erzbergwerke seien. ES soll in- dessen sehr vorsichtig an die Realisierung jener weiteren Pläne gegangen werden. Storz möchte Ausdehnung deS wirtschaftlichen Machtbereichs der Kolonie in nördlicher, dem englischen Schutzgebiete zugewandter Richtung.— An der sehr lebhaften und langen Debatte über die Linienführung beteiligt sich auch Ge- nosse Ledebour, der nachweist, daß technisch die Linienführung von Palime oder einer anderen Station nach Atakpame wohl durch- führbar ist. Die angeblichen Schwierigkeiten bestehen nur in der Pvantafie des Herrn Staatssekretärs. Dernburg erwidert ziemlich heftig und meint, er stütze sich mit seinen Argumenten auf die An- gaben der Beamten, welche in Togo waren, besonders auch auf den Gouverneur.(Ledebour ruft: Lassen Sie die Beamten doch selber reden!)„Die sind zu meiner Unterstützung da, zu sonst keinem anderen Zweck, ich allein habe das Kolonialamt zu ver- treten/ ist die Antwort Dernburgs. Ledebour läßt sich aber damit nicht abspeisen, er weist darauf hin, daß eS Uebung in der Kommission sei, die Sachverständigen direkt zu Worte kommen zu lassen. Wenn Dernburg eine andere Praxis eingeführt habe, so liege das wohl nur an seiner geringen parlamentarischen Er- fahrung.— Noch eine ganze Weile datiert die Auseinandersetzung zwischen Ledebour und Dernburg; schließlich beantragt nach beendeter Debatte der Referent Semler die Bahn Lomc-Atakpame in der, von der Regiernng vorgeschlagenen Weise zu bewilligen, samt der an- geforderten 1. Rate von 4 Millionen Mark. Der Antrag wird mit großer Mehrheit angenommen. Morgen folgt die Beratung über die ostaftikanische Kolonial- bahn-Vorlage.. Uns der Gewerbeordnungsnovellen-Kommifflon. Die Beratungen der Kommission zur Vorberatung der Gewerbe- ordnungsnovelle bezogen sich gestern auf zwei für die Arbeiterklasse nicht unerhebliche Punkte. Im 8 115 Abs. 1 der Gewerbeordnung ist die Barzahlung des Lohnes angeordnet und das Trucksystem mir Strafe bedroht. Die Zenlrumspartei beantragte, diese Bestimmung auch ausdrücklich auf die L o h n v o r s ch ü s s e auszudehnen. Zwar verstehe sich dies eigentlich von selbst, indessen müsse man der hier und da entgegenstehenden Auffassung einen Riegel vorschieben. Die Regierungsvertreter bezogen sich darauf, daß ja das Reichs- gericht bereits bereits in diesem Sinne entschieden habe. Von sozial- demokratischer Seite wurde hervorgehoben, daß ftcilich im Jahre 1880 und später das Reichsgericht in Entscheidungen in Strafsachen dem§ 115 eine solche Auslegung gegeben habe. Indessen habe sich insbesondere um die Wirkungen des im§ 304 B. G.-B. ausgesprochenen AufrechnungsverbotS abzuschwächen. ein wahrer Rallenschwanz von Streitigkeiten gebildet. So werde zum Beispiel, hier und da auch von Gerichten, der Vorschuß als Darlehen bezeichnet. Die Regierungen feien selbst schuld daran, daß man sich bei der Rechtsprechtmg des Reichsgerichts nicht bc- ruhigen könne. Sei auch nicht anzunehmen, daß das Reichs- gericht seine Ansichten ändern werde, so sei seine Rechtsprechung doch für zivil rechtliche Streitigkeiten nicht maßgebend. Bei der Be> ratung der Zivilprozcßordnungsnovelle im Jahre 1807 habe die Kontmission zuerst dem Drängen der Sozialdemokraten auf Schaffung eines einheitlichen Gerichts für zivil- rechtliche Streitigkeiten über den gewerblichen Arbeitsvertrag nachgegeben. Später habe man im Vertrauen auf die Zusage der Regierung, daß durch ein besonderes Gesetz diese Materie geregelt werden würde, der Anregung keinen weiteren Fort- gang gegeben. Wenn in zehn Jahren der von der Regierung aus- gestellte Wechsel nicht erfüllt sei, so sei eS durchaus notwendig, nun wenigstens für die dringlichsten Fälle dem Wirrwarr der Recht- sprechung, den zum größten Teil die Unklarheit der 88 115—120 G.-O. und die Tatsache verschulden, daß eigentlich erst Lotmar den Arbeitsvertrag nach seiner juristischen Seite hin wissenschaftlich darzustellen versticht habe, ein Ende zu machen. Der Antrag fand Annahme. Um dem tatsächlichen Borgsystem und der Unsicherheit über die Lohnzahlnngsmethoden etwas entgegenzutreten, beantragten die sozialdemokratischen Vertreter, in§ 115 oder an einer anderen Stelle eine mit keiner Strafvorschrist umgebene Bestimmung einzuschalten, dahinlautend: „DieLohnzahlung beiZeitlohnoder Abschla gS- Zahlung bei Akkordlohn hat allwöchentlich zu erfolgen." Der Antrag wurde durch die drückende Lage begründet, in welche lange Lohnzahlungsperioden den Arbeiter bringen. Die Absicht des Antrages wurde von Abgeordneten des Zentrums und von dem Abg. Behrens als erstrebenswert bezeichnet. Die Regierung wendete sich gegen denselben; es sei hinreichend, daß im 8 klOa die Gemeinden die Ermächtigung haben, zu bestimmen, daß in Wochenterminen der Lohn zu zahlen sei. Man solle in die Freiheit des Arbeitsvertrages nicht eingreifen; eine Stellungnahme der Re- giernng selbst sei noch nicht möglich gewesen. Von konservativer, frei- konservativer und nationalliberaler Seite wurden ähnliche Er- wägungen angeführt; es sei auch bedenklich, daß die Bestimmung ohne Strafvorschrift bleiben solle, dann hänge sie doch in der Luft. Erwidert wurde, daß die rein zivilrechtlichen Folgen der Nicht- beachtung einer solchen Vorschrift völlig genügen. Von national- liberaler Seite wurde angeregt, den 8 1 l 0 n dahin zu erweitern, daß auf Antrag beteiligter Arbeitgeber oder Arbeitnehmer die höhere Verwaltungsbehörde an Stelle der Gemeinde eine statutarische Bestimmung über Lohiizahlnugsfristen erlassen könne. Entgegnet wurde von sozialdcmokralischer Seite: der Versuch einer ortsstatuta- rischen Regelung, wie 8 ll6a sie anbahne und der nationalliberale Antrag n'och weiter verfolge, sei ein verfehlter. Schwerlich hätten mehr als zehn Gemeinden in ganz Deutschland seit 1801 von der Befugnis deS 8 110s Gebrauch gemacht. Beruhen doch die Gemeinde- Vertretungen im wesentlichen auf dem Dreiklassenwahlrecht, das die Arbeiter in die Minderheit setze. Eine solche Regelimg sei auch nicht Aufgabe der Kommune. Der vorgeschlagene Weg habe auch auf anderen Gebieten völlig versagt. ES wurde an den Hergang in Preußen erinnert. Dort habe im Jahre 1845 die Gemeinde daS Recht der Errichtung ortsstatutarischer Krankenkassen erhalten: so gut wie kein Gebrauch sei davon gemacht. Die R e- gierung habe im Jahre 1354 anerkannt, daß hieran der Einfluß der Fabrikbesitzer auf die Ge- meinden und die soziale BerständniSlosigkeit der letzteren schuld seien. Eine ähnliche Vollmacht wie jetzt von nationallibcraler Seite beantragt, sei im Jahre 1854 von der Regierung erbeten und vom Landtag erteilt. Aehnlich sei es 1860 und später im Reich gewesen und doch hätten die Regierungen im Jahre 1881 und 1882 noch an- erkannt, daß diese Ennächtignng in außerordentlich geringem Maße benutzt worden sei. Die Zentrumsabgeordneten versuchten, durch verschiedene Fassungen den sozialdemokratischen Antrag umzu- gestalten und brachten schließlich folgenden Antrag ein: „Arbeitslohn und Gehalt ist, wenn die KttiidigimgSfrist vier- zehntägig oder kürzer ist. spätestens wöchentlich, wenn sie länger ist. spätestens monatlich zu zahlen. Soweit bei Akkordarbeiten eine Berechnung nicht für diese Zeitabschnitte erfolgt, ist für den Akkordarbeiter an den bezeichiieten Terminen ein der verwendeten Zeit entsprechender Lohnbelrag zu zahlen. Entgegenstehende Vereinbarungen sind nichtig." Der fretsinnige Abgeordnete Manz wollte als Unterantrag zu dem sozialdemokratischen Antrag den ß 110», Ziffer 1 etwas anders gestalten. Bei der Abstimmung wurde der freisinnige Antrag und der Antrag der Sozialdemokraten abgelehnt, der Zentrums- antrag mit 12 Stimmen(Zentrum, Sozialdemokraten, Behrens, Schack und Naumann) gegen 10 Stimmen angenommen. Die Nationalliberalen zogen hierauf ihren gegenstandslos gewordenen Antrag zurück. Die nächste Sitzung soll am Dienstag stattfinden. Hiid Induftm und F>andeU Harmonie der Interessen. Die Aktionäre des Magdeburger Bergwerksvereins genehmigten sich in der in den letzten Tagen stattgefundenen Generalversammlung 38 Prozent Dividende.— Aus einer großen Reihe Gruben sind bereits Lohnkürzungen vorgenommen worden; die Feierschichten nehmen zu und das Einkommen der Arbeiter geht stark zurück. Vom Sicgerländer Eisenmarkt berichtet die„K. Ztg.". daß der Rückgang der Konjunktur unaufhaltsam fortschreite; eS läßt sich im Augenblick gar nicht absehen, wann dieser Zustand aufhören wird, denn es ist nirgends ein Anhaltspunkt gegeben, der auf eine Besserung in naher Zukunft schließen läßt. Das Vertrauen ist derart verloren gegangen, daß man selbst den derzeitigen geringen Bedarf noch zurückhält, und die Lust zu neuen Unternehmungen fehlt ganz. Bergwerksgesellschaft Dahlbusch, Rotthausen. Nach dem Geschäfts- Bericht betrug die Kohlenförderung im Jahre 1007 1 048 783 Tonnen (gegen 1 006 850 Tonnen in 1006) und die Koksproduktion 177 053 Tonnen(178 307 Tonnen). Der erzielte Rohgewinn beläuft sich auf 3 453 604 M.(3 680 383 M.) Nach Abschreibungen von 1 203 328 M.<1 417 760 M.) verbleibt ein Reingewinn von 2 250 276 M.(2 262 620 M.). aus dem wieder 16 Proz. Dividende (wie im Vorjahre) aus das 12 000000 M. betragende Aktienkapital verteilt werden sollen. Es wurde demnach im letzten Jahre pro Tonne Förderung 2,146 M. Reingewiitn erzielt, gegen 2,063 M. im Vorjahre._ Direktor Koch über die Wirtschaftslage. Von der Generalversammlung der Deutschen Bank wurde die vorgeschlagene Dividende von 12 Proz. genehmigt. Ueber die AuS- sichten des neuen Geschäftsjahres und die allgemeine Lage äußerte Direktor Koch sich folgendermaßen: Auf die Frage, lvie sich die Aussichten in diesem Jahre gestalten, kann ich natür- lich, da erst drei Monate verflossen sind, noch nichts Definitives sagen. Jedenfalls befinden wir uns in einer besseren Lage, als im Vorjahre insofern. als wir heute weniger Sorgen haben, daß eine allgemeine KristS eintreten wird. Eine' Gesundung ist im Anzüge. Besonders sind die Vereinigten Staaten für uns von Bedeutung, die iin ganzen Jahre den Gegen- stand größter Sorge bildeten. Da ist jetzt zweifellos eine Besserung festzustellen und dies wird zurückwirlen auf unsere Verhältnisse. Was die Konjunktur in der Industrie betrifft, so ist man dort aller- Vings noch nicht so weit. Auch die Lage unseres Geldmarktes ist nicht gerade berückend schön. Während in Amerika, Holland usw. das Geld außerordentlich leicht ist, ist es bei unS noch immer rar. Arbeiterentlassungen. Der Georg?- Marien- Bergwerks- und Hüttenverein nimmt erhebliche Bctrieböeinschränkungen vor; eine größere Anzahl Arbeiter ist entlassen worden. „Eintracht", Braunkohlenwerke und Brikettfabriken zu Neu« Welzow N.-L. Die Generalversammlung setzte die Dividende für das letzte Geschäftsjahr auf 24 Prozent fest. Für daS laufende Jahr wird ebenfalls ein günstiges Ergebnis erwartet— der Lohndruck hat begonnen. Gute Geschäfte. Die Borsigwalder Terrain- Aktiengesellschaft erzielte laut Geschäftsbericht für 1007(einschließlich des Vortrages aus 1000 mit 266 010 M.) einen Bruttogewinn von 745 011 M. Krisis in der italienischen Automobil-Herstcllutisi. Der Abschluß der Gesellschaft Fiat, der einen Verlust von 7t/g Millionen Lire für das abgelaufene Geschäftsjahr ausweist, hat. nach der„Franks. Ztg.", ein Fallen der Aktien der A.-G. Fiat auf 30 verursacht. Der Auf- und Abstieg dieser Automobilfabrik ist enorm. Die Aktien von nur 25 Lire stiegen auf nahezu 2000 Lire. Bei der Umbildung der Gesellschaft standen die neuen Aktien lange auf etwa 800 Lire, und heute sind sie auf 30 Lire gefallen. Vom englischen WirtschastSmarkt. Aus Manchester wird ge- meldet: Die vereinigten englischen Baumwollspinnereien beschlossen, alle Etablissements Ostern auf eine Woche zu schließen, falls 80 Proz. der Mitglieder ihre Zustimmung versichern. Eine Meldung auS London lautet: Infolge der schlechten Lage des ReedereigeschästS hat die Vereinigung der Schiffseigentünter in Sunderland es dem Ermessen ihrer Mitglieder anheimgestellt, einen Teil ihrer Dampfer ausliegen zu lassen, um die Zahl der Konkurrenten zu verringern. Die Verstaatlichung der Gottharddahn stößt auf Schwierigkeiten. so daß jedenfalls der Prozeßweg betreten und das Bundesgericht entscheiden wird. Von Interesse ist die Tatsache, daß die über- wiegend große Mehrzahl der Gotthardaklien sich im Auslande de- findet. Auf keinen Fall dürste die Verstaatlichung bis zu dem mit 1. Mai 1000 in Aussicht genommenen Termine erfolgen. GexverkfckaftUckey. Berlin und Qmgegcnd. Der Erweiterungsbau des Gewerkschaftshauses ist vollendet und wird jetzt von den Gewerkschaften bezogen. Einfach und solide wie das alte Haus, ist auch der Neubau ausgeführt. Er ist nur zur Aufnahme von Bureaus bc- stimmt und bietet für diesen Zweck ebensoviel Raum, wie das alte Gebäude. Die neuen Räume sind bereits vollständig besetzt, teils durch Gewerkschaften, denen es infolge ihres er- frculichen Wachstums im alten Hause zu eng geworden ist. teils durch solche, deren Bureaus bisher außerhalb des Ge- werkschaftshauses lagen. Durchgehende Korridore in allen Stockwerken verbinden das alte Gebäude mit dem neuen zu einem einheitlichen Ganzen. In die Parterreräume des Neil- baues ist der Holzarbeitervcrband aus dem alten Hause über- gesiedelt. Der Gauverein Berlin des Buchdrucker- Verbandes, dessen Bureaus sich seit langer Zeit in der Ritterstraße befinden, hat das ganze erste Stock- Werk im neuen Teil des Gewerkschaftshauses gemietet und wird es nach einigen Monaten beziehen. In den Räumen der anderen Stockwerke haben sich verschiedene Ge- wcrkschaften niedergelassen. In den Kellerräumen des Neu- baues sind zwei gute Kegelbahnen einaerichlet als Ersatz für die Kegelbahnen im alten Hause, die schon seit längerer Zeit zu Sitzungszimmern benutzt worden sind. Durch den Erweiterungsbau ist das Gewerkschaftshaus, soweit es sich um die Bureauräume handelt, auf das doppelte seiner bisherigen Größe ausgedehnt worden und doch reicht das vergrößerte Haus nur eben aus, um den gegenwärtigen Anforderungen der Gewerkschaften zil genügen. Nach einigen Jahren werden voraussichtlich die Gewerkschaften soweit ge- wachsen sein, daß ihnen auch das neue Heim zu eng wird. So wachsen die Organisationen der Arbeiter zu immer größerer Ausdehnung und Macht erypor, ein sicheres Boll- werk bildend gegen den Ansturm des Unternehmertums und eine starke Position zur Wahrung der Arbeiterintercsscn. Der Streit bei Hartung. hätten am Morgen des 18. März ohne Einhaltung der Kündigungs- Der Vorsitzende Sante machte einige mündliche Bemerkungen Die streifenden Arbeiter und Arbeiterinnen von Hartungs frist die Arbeit niedergelegt. Diese Behauptung ist unwahr. zum Jahresbericht. Am Schluß seiner Rede gedachte er der VerStahl- und Eisenwerk in Moabit tamen am Mittwoch zu einer Schon am 17. März sind unsere Kollegen an die Inhaber heran- schmelzung mit der Freien Vereinigung der Maurer und hieß die Besprechung zusammen, an welcher Franke vom Transport- getreten um Freigabe des 18. März von nachmittags 2 1hr früheren Mitglieder derfelben, die heute zum ersten Male an der arbeiterverband und Maus bom Metallarbeiter. an. Es ist unseren Kollegen bedeutet worden:„ Wer nicht arbeitet, Generalversammlung des Zweigvereins teilnehmen, willkommen. verband als Vertreter der beiden Organisationen teilnahmen. Der fliegt." Am Morgen des 18. März wurde nochmals um Frei- Der Kassierer Wartenberg erstattete die Abrechnung für Der Streit dauert jezt 3 Wochen, und es ist der Firma gelungen, gabe des Nachmittags nachgesucht. Die Arbeiter erhielten die Ant- das 4. Quartal 1907. Dann wurde dem Vorstand Decharge 83 Streifbrecher zu finden. Die Zahl der Streifenden resp. der wort, so etwas gäbe es nicht, wer nicht arbeitet, wird entlaffen. erteilt. Ausgesperrten Für den Verband der Bigarrenfortierer und Kisten bekleber. Robert Hentschel, Gaudystraße 40, Deutfches Reich. - denn den Streit haben nur die 28 Hülfsarbeiter Die Arbeiter gaben darauf die Erklärung ab, dennoch zu feiern, Hierauf teilte Hante die Korrespondenz mit, welche zwischen erflärt beträgt 148, alles geübte Leute, die durch die Arbeits- worauf ihnen die Antwort zuteil wurde, daß sie entlassen der Unternehmerorganisation und dem Zweigvereinsvorstand an= tvilligen nicht so leicht ersetzt werden fönnen. Den Streitenden ist seien. Bemerkenswert sind noch die Zeugnisse, welche die Firma läßlich der von den Arbeitgebern ins Wert gesetzten Bewegung bekannt, daß jest biel" Bruch" produziert und Hartung täglich unseren Kollegen aushändigte. Diese Zeugnisse enthalten den Nach- gepflogen worden ist. Am 4. März erhielt der Zweigvereinsschwer geschädigt wird. Als ein Beispiel der Unfähigkeit der Ar- fab:„ Er legte heute vormittag die Arbeit nieber." Unsere Kollegen vorstand ein Schreiben des Arbeitgeberverbandes. Dieser fragte beitswilligen wurde erzählt, daß man in großer Verlegenheit war, protestierten gegen dieses Zeugnis. Da die Firma Kurze u. wie der Mehlfand" für die kernmacher herzustellen sei. Selbst Sering sich weigerte, ein anderes Zeugnis auszustellen, haben die an, ob der Zweigverein bereit sei, auf Grund des von den Unter die Meister wußten feinen Rat, bis einer von den Streifenden sich Kollegen den Klageweg beschritten. nehmern aufgestellten Tarifs mit dem Vorstand der Arbeitgeber überreden ließ, die Mischung bekannt zu geben. Zu spät sah er zu berhandeln. Die wesentlichsten der von den Unternehmern aufein, daß er eine Dummheit begangen hatte und er mußte manchen gestellten Bedingungen sind 9stündige Arbeitszeit und 65 Pf. Vorwurf hören. Es wird jeder gewarnt, mit der Firma in irgendStundenlohn. Gleichzeitig wiesen die Arbeitgeber darauf hin, welche Verbindung zu treten, ohne der Streitkleitung vorher Kenntnis daß ein Vertrag für Berlin nur abgeschlossen werden könne unter zu geben. Für die arbeitswilligen Former hat der Geschäftsder Voraussetzung, daß auch in den anderen Orten des Reiches führer erst Werkzeug kaufen müssen, das bedeutet, daß nur sehr Wegen Lohndifferenzen haben 100 Arbeiter der chemischen ein Vertragsabschluß zustande kommt. Ein Schreiben desselben minderwertige Former angeworben sind, denn jeder gute Former Fabrit A.-G.( vormals Ostar Heymann) in Breslau- Oswig die Inhalts haben die Arbeitgeber auch den anderen Organisationen hält unbedingt auf eigenes Werkzeug. Aus diesen und manchen Arbeit niedergelegt. Sämtliche Streifende find Mitglieder des im Baugewerbe gesandt. Der Vorstand des Zweigvereins hat anderen Gründen sind die Streifenden überzeugt, daß die Firma Fabritarbeiterverbandes. Nur 6 Arbeitswillige und die ArbeiteHartung in der gegenwärtigen Situation durchaus nichts zu lachen rinnen verblieben im Betriebe. Die Streifenden verlangen die nach Beratung mit den Leitungen der anderen Organisationen, hat. Verhandlungen anzubahnen wird vorläufig nicht als zwed- Einführung des Zehnstundentages, eine Erhöhung des Minimal- die mit ihm im Kartellverhältnis stehen, den Arbeitgebern geentsprechend angesehen. Man ist darin einig, daß der Kampf stundenlohnes von 30 auf 35 f. für männliche und von 17 auf antwortet, er sei bereit, zu berhandeln. Am 17. März teilte der energisch fortgesetzt werden muß. Ueber verschiedene Mittel und 20 Pf. für weibliche Arbeiter, für den schweren und gesundheits- Vorstand der Arbeitgeber dem Zweigvereinsvorstand mit, daß sich Wege wurde beraten und man verspricht sich davon guten Erfolg, schädlichen Dienst in der Knochenmühle" so nennt der Volts- alle angefragten Arbeiterorganisationen zu Verhandlungen bereit wenn jeder mithilft und Hand ans Wert legt, unbekümmert um die mund die Fabrik gewiß kein übertriebenes Verlangen. Die erklärt hätten. Es sind dies die Zentralverbände der Maurer, Drangsalierung durch die Polizei, über die viel geklagt wurde. Betriebsleitung hat hochfahrend die Vermittelung der Arbeiter Zimmerer und Bauhülfsarbeiter, der Verein der Zimmerer, der Ueber den Gastwirt Opig in Hartungs Haus, wo zuerst das Streit organisation abgelehnt. Verband christlicher Bauhandwerker, der katholische Arbeiterberein, bureau fich befand, gab sich große Entrüstung kund, weil Opitz für die Arbeitswilligen Partei zu nehmen schien. Er versorgt sie mit der Bund vaterländischer Arbeitervereine und der( gelbe) BauEssen und Trinken während der Arbeit und verhielt sich den handwerkerbund für Groß- Berlin. Dir Arbeitgeber fragten nun Streikenden gegenüber ablehnend als diese verlangten, daß er zu schaft mit Vertretern der genannten Arbeiterorganisationen zu an, ob der Zweigvereinsvorstand bereit sei, mit ihnen in Gemeinwählen habe zwischen ihnen und den Arbeitswilligen. berhandeln. Darauf hat der Zweigvereinsvorstand geantwortet, er sei zu gemeinsamen Verhandlungen bereit, doch müßten die drei zuleht genannten Organisationen davon ausgeschlossen werden, da sie keine Berufsorganisationen sind. Auf dies Schreiben ist eine Antwort bis jetzt nicht erfolgt. Vielleicht deshalb noch nicht, weil zurzeit Verhandlungen schieben, die bestimmt sind, die Tarif= frage für ganz Deutschland zu regeln. Es sei ja möglich, sagte Hante, daß ein ehrlicher Friede zustande komme, jedoch lasse sich das noch nicht mit Bestimmtheit sagen. Infolge des Beschlusses der Unternehmer, den Lohn in Berlin von 70 auf 65 Pf. herabzusehen, seien jett 27 Bauten gesperrt. Mit Rücksicht auf die gegenwärtig stattfindenden Verhandlungen sei der Vorstand der Meinung, daß vorläufig von weiteren Maßnahmen in dieser Angelegenheit abgesehen werde. Nach Lage der Sache könne auch augenblicklich kein Beschluß über das Anerbieten der Unternehmer gefaßt werden. Da diese Sache nur die Maurer, aber nicht die Bußer und die Gips- und Zementarbeiter angehe, so soll in der nächsten Woche eine Versammlung nur für Maurer einberufen werden, welche zu dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen hat. Zur Krifiis in der Textilindustrie. In Reichenbach am Gulengebirge hatte eine Textilfirma bereits vor einiger Zeit die ArbeitsTag berkürzt werden sollte, legten die Arbeiter überhaupt die Arbeit woche auf 4 Tage herabgefeßt. Als sie jetzt noch um einen weiteren nieder. Malerstreit. Aus der Frauenbewegung. Ueber den Stand der Tarifbewegung im Schneidergewerbe niachte der Ortsbevollmächtigte Sunge in ber Mitgliederversamm- Münster, 26. März.( Privattelegramm des Vorwärts".) Tung am Mittwoch unter anderem folgende Mitteilungen. Soweit Sämtliche Maler- und Anstreichergehülfen der freien und christ, die Vorbedingungen dafür erfüllt sind, wird der Maßschneider tarif noch in dieser Woche den für die Bewegung in Betrachtlichen Organisationen find wegen Verweigerung einer Lohnerhöhung fommenden Geschäften zugestellt. Der in der öffentlichen Schneider in den Ausstand getreten. bersammlung am Sonntag erwähnte Konflikt mit der Firma Albert Erich ist durch Verhandlungen erledigt, da sich die Firma bereit erklärte, den Gemaßregelten weiter zu beschäftigen. Die Firma G. Kös ist in eine höhere Tarifflasse gefommen, nachdem die dort beschäftigten Maßschneider dies selbst verlangt und die Orts-, verwaltung sich damit einverstanden erklärt hatte. Außerdem steht noch bei einer anderen Firma die Beförderung in eine höhere Tarife tlasse bebor, wo dies schon im vorigen Frühjahr bestimmt in Aussicht genommen war. Zu den Geschäften, die den Tarifbertrag der Konfettionsbranche anerkannt haben, sind die Firmen Macholl u. Bewin und Fabisch u. Co. hinzugekommen. Mit dem Kaufhaus des Westens wird über den Kostümschneidertarif verhandelt. Tarifbewegung der Portefeuiller. = Bersammlungen Veranstaltungen. Berlin. Montag, den 30. März. 8% Uhr, im Neuen Klubhaus, Kommandantenstraße 72, Holzamer- Abend. Vorlesung aus feinen Werken mit einleitenden Worten über den Dichter. Musikalische Vorträge: Leo Kestenberg. Die Fortsetzung der Museumsführung findet für die mit Billetts versehenen Mitglieder( diejenigen, welche die erste Füh rung besuchten) am Sonntag, den 29. März, statt. Treffpunkt pünktlich 11 Uhr Seiteneingang der National- Galerie. Steglik. Sonntag, den 29. März, nachmittags 4 Uhr, bei Schellhase, Ahornstraße 15, Deffentliche Versammlung. Vortrag des Genossen Eduard Bernstein:„ Die Landtagswahl und die Frauen". Wahl der Vertrauensperson. Verfammlungen. Zentralverband der Maurer. Während der Bohnbewegung wurde in 77 Fällen seitens der Leitung mit einzelnen Unternehmern wegen Abschluß eines Vertrages unterhandelt; in 67 Fällen waren Differenzen verschiedener Natur zu erledigen, in 20 Fällen handelte es sich um Bausperren und in 2. Fällen um die Baubude, die nicht in Ordnung war; insgesamt 166 Fälle. Am Montag fand eine gemeinschaftliche Konferenz der Bertreter der Lederwarenfabrikanten Deutschlands und der Vertreter des Portefeuiller- und Sattlerverbandes in Berlin statt. Es han delte sich darum, ob der Tarif am 31. März gekündigt werden solle und wie man sich über neue Bedingungen einigen könne. In der Konferenz saßen als Vertreter der Arbeitnehmer BIumBerlin vom Sattlerverband und einschild Offenbach und Hauptmann Berlin vom Verband der Portefeuiller. Ver- Am Mittwoch fand eine stark besuchte Generalversammlung treter der Arbeitgeber waren Schloß macher- Frankfurt a. M., für den Zweigverein Berlin statt. Auf der Tagesordnung stand Both Berlin und Gmelin Stuttgart. Die folgenden Orte der Vorstandsbericht für das Jahr 1907. Derfelbe lag gedrudt bor. kommen für den Tarifvertrag hauptsächlich in Betracht: Berlin, Wir entnehmen ihm folgende Angaben: Die Agitation war Stuttgart, Leipzig, Offenbach. Freiberg. Der wesentlich durch die Lohnbewegung beeinflußt. Der größte Teil Iekte Vertrag ist im Jahre 1905 abgeschlossen worden und läuft am der Viertel- und Generalversammlungen sämtlicher Sektionen be30. Juni 1908 ab. In einer öffentlichen Versammlung, die am schäftigte sich zu Anfang des Jahres mit den Beratungen in der Dienstagabend im Gewerkschaftshause stattfand, erstattete der Ver- Verhandlungskommission. Außer 6 Generalversammlungen haben bandsvorsitzende Weinschild Bericht über die Berliner Kon- im gesamten Zweigverein 488 Sektionsa, Viertel- und Zahlstellen ferenz. Die Unternehmer legten zunächst ihre Bedingungen vor, versammlungen stattgefunden. In 112 dieser Versammlungen bie aber als unannehmbar gelten mußten. Die Vorstände des wurden 39 politische, 2 sozialpolitische und 71 gewerkschaftliche Sattler-, und der Portefeuillerberbandes hatten sich über gemeinsam Vorträge gehalten. An Sizungen wurden 684 abgehalten. zu vertretende Forderungen in dem neuen Vertrage geeinigt und Die Tätigkeit der Verbandsleitung auf den Bauten war im Behätten lieber eine tariflofe Beit gewünscht, als daß fie auf die richtsjahre, trop der Lohnbewegung, mit der des vorigen Jahres Vorschläge der Unternehmer eingegangen wären. Es gelang im nicht zu vergleichen, da ein Teil derselben durch die Streit Laufe der Verhandlungen indessen, die Vertreter der Unternehmer fontrolleiter ausgeführt wurde, während die Zweigvereinsleitung au Bugeständnissen zu bewegen und das Gefüge des neuen Ver- durch andere Arbeiten der Lohnbewegung start in Anspruch ge trages im allgemeinen festzulegen. So soll die Arbeitszeit höchstens nommen war. 54 Stunden pro Woche betragen, und zwar für ganz Deutschland. Diefelbe Arbeitszeit sowie Mindestlohne gelten auch für die Heimarbeit, bei Zwischenmeistern und in Filialbetrieben. Für Ueber Stunden werden. 25 Bros. Buschlag bezahlt. Die Mindestlöhne find in jedem Industriebezirk zu regeln, den örtlichen Verhältnissen entsprechend. Ein Affordtarif ist noch bis zum 1. Juli genauer auszuarbeiten. Der Tarif ist in jeder Werkstatt auszuhängen, ver- Während der übrigen neun Monate wurden 392 Fälle auf fehen mit der Unterschrift des Arbeitgebers. Wo neue Artikel den Bauten durch die Leitung erledigt. Hierbei handelte es sich faltuliert und Preise festgesetzt werden, da müssen die Arbeiter in 126 Fällen um Maßregelung von Kollegen, in einem Falle wurde eines Betriebes gemeinsam hinzugezogen werden. Wo Afford- die Wiedereinstellung durch die Unterkommission der Achtzehnerarbeit eingeführt wird, darf sie nirgends dazu dienen, den bisherigen Verdienst zu drücken. Bei Streitigkeiten foll die Schlich tungskommission in Tätigkeit treten. Gin Tarifamt soll eingerichtet werden. Bei Tarifbrüchen kann der Vertreter der Organisation als Antläger auftreten, dafür sollen aber Gewerkschaftsbeamte nicht Beisiber der Schlichtungskommission sein dürfen. Die Arbeitsnachweise der Arbeiter sind tunlichst zu berücksichtigen. Diese und Rechtsschutz wurde 67 Kollegen in 57 Fällen gewährt. Davon andere fleine Zugeständnisse bewilligten die Vertreter der Unter- tommen auf die Lohnbewegung 36 Fälle, in denen 41 Kollegen nehmer. Der alte Vertrag fvird von beiden Seiten mit dem wegen Streifvergehens angeflagt waren. Von diesen wurde ein 30. Juni als abgelaufen erklärt. In der Diskussion über Fall durch Bergleich erledigt, 8 Fälle endeten mit Freisprechung, diese Vorlage erklärten sich die Versammelten einverstanden damit. in 27 Fällen erfolgte Berurteilung zu insgesamt 3 Jahren wenn auch noch einige Wünsche laut wurden, wie z. B. Einrichtung 6 Monaten 6 Wochen und 16 Tagen Gefängnis und 758 M. von Betriebswerkstätten auf alle Fälle für Berlin zu fordern. Ber- Geldstrafe. treter der Verbände der Sattler, Täschner und der Buchbinder, in Aus der Bibliothek wurden 4437 Bücher an 906 Stollegen ausberen Reihen sich mancher Portefeuiller befindet, sprachen ihre geliehen. Sympathie und Bereitwilligkeit der Unterstübung zur Tarifbewe- Ueber die Lohnbewegung soll später ein besonderer ausführgung der Portefeuiller aus. Eine Resolution wurde einstimmig licher Bericht veröffentlicht werden. An der Lohnbewegung waren angenommen, in der die Wichtigkeit einer festen Organisation für 10 936 Maurer beteiligt. Hiervon reisten 2532 ab, 7723 waren die gegenwärtige Bewegung besonders betont wurde und in der direkt am Streit beteiligt. Von den Buzern beteiligten sich 2581 die Bersammelten sich dafür erklären, daß die beiderseitig verein- an der Rohnbewegung und 1500 Mitglieder der Gips- und Zementbarten Grundlinien für Tarifverträge an allen Orten zur Geltung branche waren durch dieselbe in Mitleidenschaft gezogen. Ins direkt als Ausgesperrte, Streifende oder in Mitleidenschaft gezogene an der Lohnbewegung beteiligt. fommission, noch unter dem Vertragsverhältnis, in 8 Fällen durch Verhandeln mit dem Unternehmer selbst erreicht. 261 Kollegen wurden als gemaßregelt anerkannt und durch die Organisation unterstützt. Im ganzen Berichtsjahre, die Lohnbewegung eingerechnet, machte sich in 582 Fällen ein Eingreifen der Verbandsleitung auf der Baustelle notwendig. Hierauf wurde das Ergebnis der Wahl des Zweigvereinsvorstandes bekannt gegeben. Gewählt find: ante, 1. Vorfizender; Wartenberg, 1. Kassierer; Emil Lehmann ( Charlottenburg), 2. Kassierer; Haase, Beifiber; Grau I und Lehmann( Friedenau), Revisoren. Beschwerdekommission: Mattusched, Midner, Rudolph. Seitens der früheren Mitglieder der Freien Vereinigung find schon vorher in den Vorstand gewählt worden: Mette als 2. Vorsitzender und 3eglin als Schriftführer. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 24. März verstarb unfer Mitglied, der Arbeiter Maximilian Krause Bohenftr. 14. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. März, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Friedhof der Gnadengemeinde, Barfusstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied. der Schloffer Willy Gröpler an Typhus geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente Freitag, den 27. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Zentral- Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser lieber Stollege gebracht werden und daß der Ablaufstermin für alle örtlichen Gesamt waren von den Mitgliedern des Zweigvereins 11 804 brett Gustav Förster Tarifverträge der gleiche sei. Die Branche der Täschner beschäftigte sich in einer außer ordentlichen Bersammlung, die am Mittwoch bei Graumann in der Während das Jahr 1906 einen durchschnittlichen MitgliederNaunynstraße stattfand, mit derfelben Angelegenheit. I um stand von 16 154 aufwies, schließt das Jahr 1907 mit einer Mitvom Sattlerverband referierte. Die Diskussion hielt sich in engen gliederzahl von 11 124. Davon sind 6951 Maurer, 2131 Buber, Grenzen. Die Bersammelten waren zum Teil überrascht, denn sie 2042 Gips- und Bementarbeiter. Der Mitgliederrüdgang wird er glaubten, daß sie erst die Kündigung des Vertrages zu beschließen klärt aus dem Rückgang der Bautätigkeit und aus dem Umstand, hätten. Sie waren offenbar mit den Ergebnissen der Konfernz daß viele Mitglieder infolge der Lohnbewegung abreisten und bom 28. März soweit zufrieden, denn Opposition wurde von feiner nicht wieder zurückkehrten. Geite gemacht, wenn auch mancher noch weitergehende Zugeständ- Der Kaffenbericht gibt eine Abrechnung über die Lohnniffe gern gesehen hätte. Achtung, Schuhmacher! Das Die Differenzen bei der Firma Backhaus sind beigelegt. Bureau befindet sich jetzt Blankenfelder Straße 10. Bentralverband der Schuhmacher. Ortsverwaltung Berlin. hewegung. Dieselbe verursachte eine Gesamtausgabe bon 1 014 348,97 m. An Streifunterstübung wurden 958 179 M. gezahlt. Ferner: 12 460 M. Fahrgelder an abgereifte Streifende, 12 327 M. für Fernhalten des Zuzuges, 1463 M. für Fortschaffung Rugereister, 3175,50 M. für polizeiliche Strafmandate, 1293 M. für Gerichtstoffen, 2310 M. Berteidigungskosten. Die Zweigvereinskasse zahlte 47 144 M. Kranfenunterstüßung, 11 615 M. Sterbegeld, 41 358 m. bei Maßregelungen, Mais Die Firma Kurke u. Hering, Berlin, Magazinstraße 14, be- aussperrungen, Baufverren usw. Die Gesamteinnahme des Zweig hauptet in einer Erklärung im Vorwärts" vom 25. März 1908, vereins betrug 689 977,93 M., die Ausgabe 460 028,94 M., der BeDie betreffenden Arbeiter, ein Sortierer und zwei Stiftenmacher, I stand beträgt 229 048,99.. am 24. d. M. gestorben ist. Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 5 Uhr auf dem Georgentirchhof, Landsberger Allee, statt. Die Kollegen der Pianofortefabrik L. Schmidt. Allen Berwandten und Freun den die traurige Witteilung, daß meine liebe Frau Emma Sajak geb. Papenfuß nach kurzem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet Sonnabendnachmittag 4%, Uhr von der Wohnung, Wienerstr. 40, aus auf dem Emmauskirchhose statt. Der trauernde Gatte nebst Kindern. Deutscher Transportarbeiter- Verband. Hiermit diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser altes langjähriges Mitglied, der Portier August Dutschke am 19. d. Mts. im Alter von 57 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 27. März, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle bes neuen Thomas- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Verwaltung 2. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 25. März verstorbenen Mitgliedes, des Steindruders Adolf Feltzin findet statt am Sonnabend, ben 28. cr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle der Dantesgemeinde, Reinickendorf- West, Blankeftr. 12. Das Komitee. 1003b Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bohrer Robert Kerwitz an Lungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 28. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten Nazareth Kirchhofes an der Seestraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten fo mie den Mitgliedern des Deutschen Raucherbundes für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Bruders unseren herzlichsten Dant. 10125 Louis und Julius Winkel. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, die meiner Frau und meiner Mutter die letzte Ehre erwiesen haben, sagen wir unseren herzlichsten Dant. 10065 Paul Schulz, Töpfer, nebst Zochter. Für den Jubalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Freitag, den 27. Mär& Zentral- Theater. Anjang 7, Uhr. Rönigl. Opernhaus. Konzert der tgl. Stapelle. Sinfonic Alte Jakobstraße 30. Zum 122. Dale: Mittags 12 Ubi: Sinfonie- Matinee. Ein seltsamer Fall Königl. Schauspielhaus. Slein Dorrit. Deuriches. Die Räuber. Kammerspiele. Gyges und sein Sing.( Anfang 8 Uhr.) Lustspielhaus. Bei uns da drüben. Anfang 8 Ubr. Neues Schauspielhaus. Dummlopf. Der Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Leffing. Das Tal des Lebens. Neues. Meißner Porzellan. Sorging. Figaros Hochzeit. Berliner. Förster- Christl. 9 Satller 4. Wallner Theater.) Kollege Crampton. Schiller Charlottenburg. Der rote Leutnant. Theater an der Spree. Unter Spiritisten. Romische Oper. Der Maskenball. Kleines. 2X2= 5. 3 Friedrich Wilhelmstädt. Schan spielhaus. Die Rankau und die Bogwisch Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. eiten. Ein Balzertraum. Der Floh im Dhr. Residenz. 3entral. Ein feltsamer Fall. Luisen. Robisons Eiland. Thalia. Jmmer oben auf. Trianon. Baron Toto. mit Alwin Neuß. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8, Uhr. Morgen 82 Uhr: Freiheitsdrang. Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. Gastspiel M. Stift: Robinsons Eiland. Anfang 8 Uhr. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Klein Däumling. Abends: Unser Doktor. Sonntag nachm. 8 Uhr: Der Pfarrer von Stirchfeld. Abends: Unsere Don Juans. Montag: Unsere Don Juans. Theater an der Spree Köpenider Straße 68. Abends 8 Uhr: Unter Spiritisten. Schwank in 3 Aften. Sonnabend: Ein Verbrecher. Sonntag nachm.: Unter Spiritiften. Abends: Ein Verbrecher. Bernhard Roie. Die Heiratsfalle. DERNHARD ROSE THEATED Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Spezialitäten. Folies Caprice. Mal was andres. Gebr. Herrnfeld. Вара und Genossen. Salomonisches Urteil. Bürgerl. Schauspielhaus. Das Evangelium. Kajino. Ein Dorfroman. Parodie. Die Rabensteinerin oder: Ein Walzertraum. Nachtafyl. Rosenmontag. Wintergarten. Spezialitäten. Passage. Madame Hanako. Speczialitäten. Neichsballen. Stettiner Sånger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. ( Suerrero u. a. Palaft. Ringkampf- Konkurrenz. Spezialitäten. Hrania. Taubenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Zagl. 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese: Die Förster- Christl. Sr. Frankfurteritr 132. Die Heiratsfalle. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Sonnabend 4 Uhr Kindervorstellung: Rotkäppchen. Ab.: Ontel Toms Hütte. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Sonntag, 29. März, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! Rauchen überall gestattet. Neues Theater. Pollo Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Morgen und folgende Zage: Meißner Porzellan. Kleines Theater. Freitag, den 27. März: 2 mal 2= 5. Anfang 8 Uhr. Sonnabend 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends 8 1hr: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3%, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Theater Abends 8 Uhr: Die unerreichten Attraktionen. Paul Spadoni, in fein. Neuheiten. Josef Modl, Wiens popul. Humor. The black Diamonds. Die vier Athlétas ( Olympische Spiele). Dazu: Mitislaw der Moderne mit Mia Werber a. G. Letzte Woche! Letzte Woche! WINTER CARTEN Friedrich- Wilhelmstädtisches Phantasietänzerin. Schauspielhaus. Die Rantzau und die Pogwisch. Anjang 8 Uhr. Die vier Hania Genaro u. Theol, Equilibrist. Der Biograph. Bracks, Akrobaten. de Vert, Sängerin. De Dio, Truly Shattuck, Sängerin-Marquis Dassie, dressierte Ponys. Die Tiller Girls, Tanztruppe. Paul Jülich, Humorist. Sonnabend: Der gehörnte Steg- Gr. Ringkampf- Konkurrenz fried. Siegfrieds Tod. Sonntag nachin. 2 Uhr: Der ge hörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. gibends 8 Uhr: Madame Sans Gène. Lortzing- Oper. Belle- Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Endkämpfe: Um den Preis von 10000 Mark ringen: WeltIwan Padoubny, meisterschaftsringer, Rußland, gegen Albert Sturm, Berlin. Neues Operetten- Theater Wachtorow, Champion v. Rußland, Schiffbauerdamm 25. Abends 8 Uhr zum 8. Male: Der Mann mit den drei Frauen. Stöniggräger Hebbel- Theater,. 67/58. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. gegen WeltmeisterJakob Koch, schaftsringer Deutschland. Um den Trostpreis ringen: Albano, Frankreich, gegen Drama in vier Aften von B. Ghato. Hans Schwarz, Bayern. Residenz- Theater. Brunnen- Theater Direktion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Der Floh im Ohr. Schwank in drei Aften von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Saben Sie nichts zu verzollen? Badstraße 58. Dirett.: Bernh. Rose. Freitag, den 27. März 1908: Der Hypochonder. Luftspiel in 4 Aften( 5 Bildern) von G. v. Mojer. Borverkauf vorm. 10-2 Uhr. Lustspielhaus. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Bei uns da drüben. Montag, 18. April: Benefis für Lina Abends 7 Uhr zum 1. Male: Voranzeige! u.Karl Moeller: Unschuldia verurteilt. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- beater). Freitag, abends 8 Ubt: College Crampton. Stomödie in 5 Aften v. G. Hauptmann. Sonnabend, abends 8 Uhr: Kaiser und Galiläer. Sonntag, nach m. 3 11 br: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Uhr: Monna Vanna. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 116 r: Der rote Leutnant. Schauspiel in drei Akten von Eduard Goldbeck und Hermann Kienz. Sonnabend, nahm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sennabend, abends 8 11 br: Stein unter Steinen. Sonntag, nam. 3 1 bt: Das vierte Gebot. Sonntag, abends 8 u br: Stein unter Steinen. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Freitag 9 Uhr: Vortrag von Dr. Mar Burkhardt: Richard Strauß. Sonnabend 9 Uhr: Vortrag von Dr. Mag Burkhardt: Die modernen Liederkomponisten. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Große Massen- Konzerte Spezialitäten- Vorstellung. Zirkus Schumann Heute 18 Uhr abends: Groke Allerneuest. Sensation! komische Vorstellung. Konful Peter, der menschl. Chimpanse bas elektrische Wunder Resisto, ber und weitere 10 erstklassige Nummern. Große Ausstattungspantomime Amerika mit eigens das 120 schwarzen zu engagierten Leuten. Sonntag nachm. zum erstenmal: Amerika, die drei hervor. ragendsten Afte. Happoldt's Neuer Konzertsaal Jeden Sonntag, Dienstag und Donnerstag: Großes Militär- Konzert. Achtung! Schluß der Saison am 2. April. Zirkus Busch Freitag, abends präzise 7 Uhr: Gr. Gala Wohltätigkeitsvor stellung zum Besten der Ret tungsgesellschaft der Wassersportver. v. Berlin und Uing. !! Mons. Gadbin!! der tollkühne Springer. Die austral. Holzfäller. Herr Kom missionsrat Gustav Stensbeck. Jokoda- Truppe! Herr E. Schumann Neudreſsuren. 101: Auf der Hallig! Große Ausst.- Bant. in 4 Bildern. Vorher: Gala- Programm. Palast- Theater Burgstr. 24. Bhf. Börse. Ringkampf!!! Preis: 10000 M. 2 Entscheidungskämpte: Strenge, Berlin, gegen Raykowicz, Serbien. Daumas, Frankreich, gegen Kornatzki, Polen. Ferner: Paxon, Amerila, geg. Ogli, Zurkestan. Beginn der Stämpfe 9 Uhr. Achtung! ( Großer Saal) ,, Neue Welt"( Großer Saal) Sonnabend, ben 28. März 1908 Gemeinsames Stiftungs- Fest der Zahlstelle Berlin des Deutschen Buchbinder- Verbandes und des Buchbinder- Männerchors, Berlin( M. d. A.-S.-B.). Dirigent: Herr R. Stig. Künftler- Konzert. Mitwirkende: Männerchöre. Frau Marg. Brieger- Palm, Stonzerthängerin, Herr Engen Brieger, Stonzertfänger, Fräulein MIB Anni Luxenburg, Biolinvirtuofin. [ 23/ 8* Nach dem Konzert: GROSSER BALL. ( Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach.) Anfang des Konzerts 8%, 1hr. Eintrittskarten: 40 Pfg. Die Saaltüren bleiben während der Vorträge ge fchloffen! Rauchen erst nach dem Konzert gestattet!- Kinder unter sechs Jahren haben feinen Zutritt! Programm mit Liedertexten am Saaleingang gratis. Eintrittskarten sind zu haben: Bureau, Engel- User 15, II, Zimmer 21, in allen Zahlstellen, bei den Vertrauensleuten und Mitgliedern des Buchbinder- Männerchors. HERREN KNABEN KLEIDUNG S.LEVY CHARLOTTENBURG Laden, kein Keller! SCHARRENSTR.36 Monats- Garderoben- Haus Prinzenstraße Die schönsten 2146L* Herren- Sommer- Paletots und-Anzüge in getragener, speziell Monats- Garderobe. 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Schauspielhaus früher Prater- Theater Freitag, den 27. März, Novität: Deborah. Morgen: Zar und Zimmermann. Sanssouci, Straße 6. Kottbuser Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger u. Tanzkränzchen. Beg. Sonnt. 5, wochent. 81. Morgen Sonnabend: Othello. Tanzkränzchen. Aeltestes Teilzahl.- Geschäft für Brennabor- Räder! Kein Laben! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., in ihren Gauller- und Zauberfpielen. Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. Kofta der Mann mit dem dreh. baren Kopf und die übrigen internationalen Künstler. Tunnel: Bockbierfest, Reg.- Rapelle, Sånger, italienisches Orchester. Theaterbesucher freier Eintritt. Gebr. HerrnfeldTheater. Anfang 8 Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Nur noch bis Freitag! Papa und Genossen und Salomonisches Urteil. Sonnabend, den 28. März: Herrnfeld- Zyklus I. Serie. 8 ur: Hausierer Jockele. 9 15: Endlich allein. 10 Uhr: Klabrias- Partie. Billetts hierfür schon heute. Sonntag 3 Uhr: E8 lebe das Nachtleben. Sonntag 8 Uhr: Serrnfeld- Zyklus I. Serie. Möbel! 2335L Spezialität: Bürgerliche WohnungsEinrichtungen von 300-10000 Mark. Einzelne Ersatzmöbel in großer Auswahl spottbillig. Umsonst und ohne Kaufzwang ist die Besichtigung meiner Läger jedem Interessenten gern gestattet. Langjährige Garantie. Kulante Zahlweise. Hermann Piehl Amt III, 5684. Schwedterstr. 10. Fernsprecher: Möbelfabrik ,, Fortuna Eingetr. Genossensch. m. beschränkter Haftpflicht. Bilanz am 31. Dezember 1907. Aktiva. Staffa- Konto Bank- Konto . Inventar- Konto Rautions- Sonto W. Noacks Theater Stonto- torrent- tonto Otreftion Rob. Oill. Brunnenstr. 16. Trene Liebe. Schauspiel in 5 Aften v. C. Devrient. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Baren- onto Kapital- Konto Darlehn- Konto 149,94. 1118,79 2272,30 180, 1517,40 10022,98 15261,41 Passiva. 2750,-. 4100, 54, 2057,60 5824,60 475,21 15261,14 4. Guthaben der Mitglieder 2750,-. Mitgliederzahl bei der Gründung 11. Eingetreten Ausgetreten 0. Zinsen Konto Sonnabend große Ectraborstellung: Bechsel- Konto Der Flüchtling. Schauspiel. 8 Cheater 8 Uhr Folies Caprice hr Menschen. Pantomime in drei Bildern. Paragraph 343. Mal was Anderes. Kasino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Ein Dorf- Roman. Stonto- torrent- Konto Reingewinn. Mitgliederzahl am 31. Dez. 1907 11. Die Hastsumme beträgt 5500,-. 104/19 Wilhelm Gesche. Gustav SchönburgRichard Wolf. Blumen- und Kranzbinderei von Robert Meyer, Schaufp. i. 4 Att. v. Erdmann- Chatrian nur Mariannen- Straße 2. Borher der durchweg erstklassige bunte Teil. Sonntag 4 Uhr: Die Freuden der Häuslichkeit. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Bum Schluß: Husaren- Streiche. Anf. wochent. Sonnt. 7 1. Reichshallen Restaurant: MilitärKonzert. Gustav Wir empfehlen folgende Neuerscheinungen: Sozialdemokratische Agitationsbibliothek Heft 11: Wahlrecht und Wahlrechtsdemonstrationen vor dem deutschen Reichstage Preis 20 Pf. Der Klassenkampf des Proletariats bon Parvus. Heft 1: Behrens- Degeertſchaftliche Kampf. 15 Theater. Die Klassengegensätze im Zeitalter der franz. Berlin W., Goltzstr. 9. Gr. Damen- Ringkampf Preisgekrönte Ningerinnen. :::: Revolution:: 00 bon Karl Kautsky. Preis brosch. 75 Pi. ,, geb. 1 M. Neu! Richter als Walzertönig. Expedition d. ,, Vorwärts" Boffe in 1 Att. 16 Spezialitäten. DustesVitograph. Anfang 8 Uhr Sonntags 5, Uhr. Berlin SW. Lindenstr. 69, Laben. Deutscher Holzarbeiter- Verband Deutfcher Metallarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung, Am 12. und 20. April finden Urania- Vorstellungen statt. Am 12. April: Eröffnung vormittags 10 Uhr, Borstellung 11 Uhr. Kairo und die Pyramiden. Am 20. April: Eröffnung nachmittags 4 Uhr, Borstellung 5 Uhr. Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. J. A.: Die Ortsverwaltung. Einsetzer. Arbeitsnachweis: Hof I. Amt III. 1239. Verwaltungsstelle Berlin. Charitéstraße 3. Haupt- Bureau: Hot III. Amt III. 1987. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiteve Radfahrer- Bundes Solidarität". Sonntag, den 29. März: Sonntag, den 29. März, vormittags 10 Uhr, in der„ Neuen Welt", Vereins- Tour. 1. Montag, den 30. März, abends 8 Uhr, Brauchen- Versamm. 2. Tung im Gewerkschaftshause. Tagesordnung: Fortsetzung der Tagesordnung der vorigen Ber Tammlung. Die Kollegen der Firma Sommerlatte, Prenzlauer Allee, sind hierzu besonders eingeladen. 114/8 Hasenheide 108-114: General- Versammlung Zages Drdnung: Der Antrag der Ortsverwaltung betreffend die Zusammensehung unserer General: versammlung. Der Antrag der Baugruppen betreffend Wahl eines Bautenkontrolleurs. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 1 1hr Hirschgarten( Wilhelmshof). Die Abteilungen von ihren Starts. 11/3 Achtung, Motorfahrer! 1 Uhr: Königswusterhausen ( Wedhorn). Start: Schlesische Brücke. Bankow Schönhausen: 1 Uhr: Gorinsee( Dornemann). Start: Mühlenstr. 76. Heute abend: Fahrwart Sigung = bei Lehmann, Neue Friedrichstr. 1. Dr. Simmel Spezial- Arzt Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands Tischler- Verein(&. H. 89.) Rheumatismus für Haut- und Harnleiden. Sonntag, den 29. März, nachm. 5 Uhr, in der Lebensquelle", Kommandantenstr. 20: Kombinierte öffentliche Versammlung beider Filialen mit Frauen. Tages Drdnung: Vortrag der Genoffin Jda Altmann über:" Die Liebe ist des Gesetzes Erfüllung". Sonnabend, den 28. März, abends 8%, Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Begen Gift Zarembas Burgunder Pechpflaster. Prinzenstr. 41, Moritzplatz, Unterstübungsgesuche. Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billetts zum Ostervergnügen. Der Vorstand. Zentralverband der Bauarbeiter. Bezirk Rixdorf- Britz. Nach dem Betrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Sonntag, den 29. März, vormittags 10 Uhr, in Hoppes Festfälen, 171/ 9* Zahlreiches Erscheinen, insonderheit der Frauen, erwarten Die Ortsverwaltungen. Berlin I und II. 20 Arbeiter- Bekleidung Größtes Spezialgeschäft Kohnen& Jöring Hauptgeschäft: Alexanderstraße 12 zwisch. Alexanderpl. u. Jannowitzbr. 2. Geschäft: Landsberger Allee 148, Ecke Langenbeckstraße. Berufskleidung f. alle Zweige d. Industrie u. Gewerke. Bolero ist nach dem Urteil aller Sachverständigen die feinste 2 Pf.- Zigarette. Garantiert Handarbeit! Möbel! Stube und Küche Anzahl 15 M. An von Einzelne Möbelstücke Anzahl. 3 M. Bessere Wohnungseinrichtungen in jeder Stilart, jedem Geschmack entsprechend bei denkbar kleinster An- und Abzahlung. M. Beiser Lothringer Straße 67 Lieferung frei Haus! Hermannstraße 49: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung befannt gegeben. Pflicht eines jeden Kollegen ist es, zu erscheinen. Der Einberufer. Orts- Krankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin Sonntag, den 5. April d. J., vormittags 10% Uhr: Ordentliche General- Versammlung im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engel- Ufer 15. Zages- Ordnung: 1. Rechnungslegung für das Jahr 1907 durch den Rendanten. 2. Bericht des Rechnungsausschusses bezw. Decharge- Erteilung. 3. Bereinheitlichung der Arbeiter- Bersicherungsgesetze. 4. Berschiedenes. Berlin, den 15. März 1908. Der Vorstand: J. Benz, Borfitender. Otto Wonitzki, Schriftführer. 271/15 Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Drogerie Weinbergsweg 1, direkt am Rosenthaler Tor. dicht am 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Orts- Krankenkasse der Gastwirte und verw. Gewerbe zu Berlin. Der unterzeichnete Raffenvorstand beabsichtigt per sofort anzustellen. 1. Einen Einkaffierer 2. Zwei Krankenbefucher Anstellungsgesuche sind bis zum 6. April unter Beifügung von Zeugnissen bei dem Borsigenden Herrn H. Poppe, Berlin W., Lühowstr. 93, einzureichen. Berlin, 25. März 1908. Der Vorstand. Poppe, Borfikender. Braun, Schriftführer. Commerz- und Disconto- Bank. Bilanz für das 38. Geschäftsjahr, abgeschlossen am 31. Dezember 1907. Aktiva. Kassa und Reichsbankguthaben Sorten und Zinsscheine Guthaben bei Banken und Bankiers Wechsel Reports und Lombards Effekten Aktien der London and Hanseatic Bank, Ltd., in London Kommanditbeteiligungen Konsortialbeteiligungen Debitoren:( davon ungedeckt M. 50 030 487,93) außerdem Avaldebitoren 14 092 354,14 " Grundstück„ Posthof" in Hamburg. M. 2 320 000, abzüglich Hypotheken Achtung! Vertrauensleute! Achtung! Immobilien in Hamburg Heute Freitag, den 27. März 1908, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 1: Allgem. Vertrauensmänner- Versammlung Zages Drdnung: 1. Stellungnahme zu den Extra beiträgen im 2. Quartal 1908. 2. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Montag, den 30. März 1908, abends 8, Uhr, in den Armin- Hallen, Rommandanten Straße 58/59: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Debatte über die Verschmelzungsfrage. 2. Ausschlußantrag gegen 7 Mitglieder wegen Verstoßes gegen § 4 Abjak 2a des Verbandsstatuts. 3. Verschiedenes. Kollegen! Da in dieser Versammlung eine äußerst wichtige Ent. scheldung herbeigeführt werden soll, erwarten wir das vollzählige Erscheinen der Kollegenschaft. Achtung! Treibriemen- Sattler! Achtung! Der außerordentlichen Mitglider- Versammlung wegen muß diesmal die Branchen- Versammlung ausfallen. Die nächsten Branchen- Versammlungen finden an nachfolgenden Tagen ftatt: Geschirrbranche: Mittwoch, ben 1. april 1908. Taschens, Koffer- und Galanteriebranche: 156/14 abzüglich Hypotheken • 7 744 439,05 784 913.90 13 254 116,56 65 368 734,30 37 981 871,50 29 481 761,89 5 119 013, 5 000 000, 12 849 991,26 • . 165 931 601,50 1 300 000, 1 020 000, 99 M. 1 192 000, 200 000, 992 000, 1 1 605 000, 9 M. 3 995 000, 170 000, 9 Bankgebäude und Inventar in Hamburg( Zentrale und Depositen- Kassen) Bankgebäude und Inventar in Berlin ( Zentrale und Depositenkassen) abzüglich Hypotheken Bankgebäude in Kiel . • Passiva. 8 825 000, 750 000, M. 351 708 442,96 85 000 000, 8 500 000, 4 100 000, M. 108 720 911,58 80 618 929,68 " 189 339-841,26 57 875 385,12 Aktienkapital Reservefonds I Reservefonds II Kreditoren: auf feste Termine in laufender Rechnung Akzepte außerdem Avalverpflichtungen M. 14 092 354,14 Beamten- Pensions- und Unterstützungsfonds Dividenden- Rückstände Gewinn 1907.. 839 767,60 17 224, 6 036 224,98 M. 851 708 442,96 Gewinn- und Verlust- Rechnung per 31. Dezember 1907. Unkosten Steuern Ausgabe. Abschreibung auf zweifelhafte Forderungen Abschreibung auf Bankgebäude und Inventar einschl. Einrichtungskosten für Depositenkassen Reingewinn für 1907 Gewinnvortrag von 1906 Zinsen Provision. Einnahme. • Gewinn auf Effekten und Konsortialbeteiligungen Kursgewinn auf Wechsel Donnerstag, Kursgewinn auf Sorten und Zinsscheine den 2. April 1908. * Militärbranche: Sonnabend, den 28. März 1908. Linoleumleger und Teppichnäher: Donnerstag, 2. april 1908. Wagenbranche: Donnerstag, den 2. April 1908. Eisenmöbels u. Lederstuhlpolsterer: Donnerstag, den 2. April. Die Kollegen werden ersucht, diese Branchenversammlungen recht zahlreich zu besuchen. Achtung! Die Ortsverwaltung. Das Bureau der Ortsverwaltung befindet sich jetzt im Neubau des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 14/15, Aufgang B. II, Zimmer 37. Beiträge werden in allen Versammlungen entgegengenommen. Die Ortsverwaltung. Hamburg, den 25. März 1908. Der Vorstand. von W. Heintze. Lincke. 4 445 874,93 499 182,84 437 496,26 898 129,51 6 036 224,98 M. 11 816 908,52 270 007,10 7 828 083,82 8 596 211,28 53 249,42 487 742,24 81 614,66 M. 11 816 908,52 Für Zigarrenhändler billigste Einkaufsquelle Zigarren, Zigaretten and Tabaken. Alle bekannten eingeführten Sorten zu Original- Fabrikpreisen, BERLIN NO. 18, dicht am Alexanderplatz. Telephon: Amt VII, 3047. Buggenhagen Charlottenburg. Unsere neuen Kegelbahnen Max Ziegenhals, Kelbalstr. 20, u. Reparaturen an im Theatersaal täglich Uhren n. Goldwaren preiswert u. gut. Friedrich Stabenow. Lutzower Str. 15 Albert Böhme und das großartige März- Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnt. reserv. 1 M. Entree 50 Pf. Familienbill. a 40 ẞf. Im unteren Konzertsaal täglich bie allerersten MilitärKapellen: Beder, Przywarski, Görijah, Neumann, Offeney, Lüttich SchutzMarke. ( am Rathaus). find eröffnet. Gewerkschaftshaus. 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März, findet im Gewerkschaftshause unter Mitwirkung der Genoffen Dr. Pleßner und Leo Kestenberg ein Kunstabend zum Gedenten der 25jährigen Wiederkehr des Todestages Nichard Wagners statt. Der Vorstand. 2. Wahlkreis( Süden). Sonntag, den 29. März, abends 6 Uhr, im Lokal von Rabe, Fichtestr. 29, Versammlung mit Frauen. Vortrag des Genoffen Göhre. Nachdem gemütliches Beisammensein und Tanz. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Garderobe 10 Pf. Um recht zahlreiche Beteiligung bitten Die Abteilungsführer. Rigdorf. Die Parteigenoffen werden ganz besonders darauf hingewiesen, daß Sonntag, den 29. März, abends 6 Uhr in Hoppes Festfälen, Hermannstr. 49, ein Vortrag für Männer und Frauen stattfindet. Das Parteivorstandsmitglied Genosse Pfannkuch spricht über das Thema: Unsere politische Lage". Hierauf: Gefelliges Beisammensein und Tanz. Genossen, agitiert für Massenbesuch und pünktliches Erscheinen. Der Vorstand. Charlottenburg. Die achte Gruppe hält am Sonntag, den 29. März, abends 6 Uhr, im Boltshause, Nofinenstr. 3( fleiner Saal), einen Unterhaltungsabend mit Tanz ab. Die Parteigenoffen und Freunde find darauf aufmerksam gemacht. Groß- Lichterfelde. Am Sonntag, den 29. März, findet eine Flugblattverbreitung statt. Die Genoffen werden ersucht, sich zahlreich den Bezirksführern zur Verfügung zu stellen. Freitag, 27. März 1908. Lüftungszeit fönnten die Kinder gymnastische Uebungen vor- j des Bieres auch in jedem Falle die Gläubigerin sei und als solche nehmen." Die Schuldeputation empfiehlt die Befolgung dieser alle Ausfälle auf das eigene Risiko nehmen müsse. Hiernach wird Vorschläge und ersucht, auch solche Lehrkräfte dazu anzuhalten, die der Kutscher im Klagefalle allerdings nicht mehr sein Geld einaus persönlichen Gründen geneigt sind, die frische Luft nach Mög- Lüßen, wohl aber in jedem Falle seine Stellung. Die Geschäftslichkeit zu meiden. 4. Aus gesundheitlichen Rücksichten find all unfitte, den Fahrern die Ausfälle aufzuhalsen, besteht in allen gemein die Kinder nach der Größe und nicht nach Berliner Brauereien. Noch fürzlich haben die Brauereibefizer die den Leistungen zu sehen. 5. Wenn es der Schuldeputation erneute Forderung, die Kutscher von der aufgezwungenen Haftauch bekannt ist, daß der von ihr angeordnete Schulanfang der pflicht zu entbinden, rundweg abgelehnt. Ob es jetzt anders 8. Klassen um 9 Uhr im Winter und um 8 Uhr im Sommer für werden wird? den Lektionsplan Schwierigkeiten bereitet, ersucht sie doch, diesen späteren Anfang in den 8. Klassen allgemein durchzuführen und, soweit als möglich, auch die 7. Klassen den Unterricht eine Stunde später beginnen zu lassen. Was die Anordnung betrifft, die Kinder nach der Größe zu setzen, so ist der Grund nicht recht ersichtlich. Zweckmäßiger er sehen und schwer hören, in die Reihen der vordersten Bänke geseht schiene es uns, wenn angeordnet würde, daß die Kinder, die schlecht würden. • hardt wurde eine Sammlung von Radierungen und HandzeichBilderpreise. In der Kunsthandlung von A m s I eru. Rut. Wert von Mar Klinger, das in einer solchen Vollständigkeit nungen versteigert. Das größte Interesse erregte das radierte noch nie auf den Kunstmarkt gekommen war. Es wurden für die Künstler zu den Lebenden zählt( denn gemeinhin werden die Werke Blätter Preise erzielt, die einen in Anbetracht dessen, daß der erst nach dem Tode gewürdigt), wirklich märchenhaft anmuten. Im Interesse des Publikums wird darauf hingewiesen, daß der Gleich Opus I, enthaltend acht radierte Stizzen, Jugendarbeiten Verkehr auf den Standesämtern, besonders vor Ostern, sich nicht des Künstlers, erste Abdrücke von den unverstählten Originalgleichmäßig auf die einzelnen Stunden verteilt. Viele erscheinen platten, brachte 2100 M. Die Platten dazu find völlig verschollen. in der letzten Geschäftsstunde. Hierdurch erwachsen Unguträglich Opus II enthielt in 13 Blättern die Rettungen Obidischer Opfer". keiten. Es ist daher zu empfehlen, zur Anmeldung von Geburten es ging für 2050 M. weg. Opus III:„ Eva und die Zukunft", ein und Sterbefällen, Beantragung des Aufgebots, Erforderung von Ur- Capriccio in 6 Blättern, 900 M. Opus IV: 12 Blatt Intermezzi tunden usw. nicht bis kurz vor Schluß der Geschäftsstunden zu warten. mit einer Widmung an den Kupferstecher Hermann Sagert in Die Berliner Standesämter find an den Wochentagen von 9-2 Berlin, bei dem Klinger die Radierkunst erlernt hatte, 590 M. Uhr, an Feiertagen zur Anmeldung von Totgeburten und Sterbe. Opus VI:„ Ein Handschuh", Zyklus von 10 Kompositionen mit fällen von 12-1 Uhr geöffnet. An den Sonntagen find die Klingers Exlibris auf dem Titel, brachte 1650 M. Opus VIII: Standesämter geschlossen. „ Ein Leben", Zyklus von 15 Blättern, erzielte den höchsten Preis Vom Bau der Untergrundbahn wird uns gemeldet: In der mit 6700 mt. Es war das Handeremplar Slingers, erste Ausgabe Ober- Schöneweide. Die zum Donnerstag festgefegte Flugblatt- Mohrenstraße, zwischen Bietenplatz und Friedrichstraße, ist die Tunnel- bonden understählten Platten, dem Schriftsteller Dr. Georg Brandes gewidmet. verbreitung findet erst am Sonntagmorgen 8 Uhr von den Bezirks- überdeckung nahezu fertig gestellt, so daß in etwa 14 Tagen mit der lofalen aus statt. Bollzählige Beteiligung der Genossen erwartet Regulierung der Pflasterung begonnen werden kann. Auch auf dem Bollzählige Beteiligung der Genossen erwartet Wilhelmplaz und Gendarmenmarkt find die Arbeiten soweit vor 10 Uhr in der Tischlerei von Sommerlatte in der Prenzlauer Allee 100. Ein erheblicher Unfall ereignete sich gestern vormittag gegen Der Vorstand. geschritten, daß noch vor Ostern die Baupläge zur Hälfte geräumt Bernsdorf. Am Sonnabend, den 28. März, abends 8 Uhr, werden können. Der Bauzaun am Gendarmenmarkt ist zum Teil Dort flog eine Wärmplatte in die Luft, wodurch drei Arbeiter mehr finder im Knorr schen Lokal ein 3ahlabend des Wahlvereins schon gefallen, und hier sollen die Aufräumungsarbeiten besonders oder minder schwer verletzt wurden und nach der Unfallstation gejatt. Die Mitglieder werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. beschleunigt werden. Auch in der Taubenstraße und am Hausbogtei- bracht werden mußten. Diese Wärmplatte ist schon länger in cinem Mühlenbeck( Bezirk Nieder- Schönhausen). Sonntag, den 29. März, plaz ist man schon mit der Tunneleindeckung beschäftigt, voraus- defekten Zustande und wiederholt geflickt worden; es war sehr leicht nachmittags 4 Uhr, findet im Rofal von Adolf Bärsch die fällige fichtlich wird fie in drei Wochen beendigt sein. In der Niederwall- möglich, daß ein noch größeres Unglüd hätte eintreten können. Monatsversammlung des Wahlvereins statt. Pflicht der Mitglieder Straße endlich, woselbst die Arbeiten wegen Abbruchs der Eckgrundist es, vollzählig zu erscheinen. Treffpunkt der Nieder- Schönhausener Ausschachtung hinter der zum Schuße des Neubaues errichteten um die Liquidation zu beschließen. Zu dem Liquidationsantrage stüde am Spittelmarkt eine erhebliche Verzögerung erlitten, ist die Die Aktionäre des Berliner Aquariums traten gestern zusammen Genossen nachmittags 2 Uhr bei Bratvogel, Nordend. Der Vorstand. Fundamentmauer in vollem Gange, so daß der Tunnel an dieser äußerte fich Dr. Hermes, der Leiter des Instituts, dahin, daß er in Stelle bald auf die erforderliche Breite gebracht sein wird; in etwa Unterhandlungen stehe mit dem zuständigen Minister und der Veracht Tagen foll hier mit den Betonierungsarbeiten begonnen werden. waltung des Zoologischen Gartens zieds Ueberlaffung eines GartenEbenso ist die Uferdurchbrechung an der Spree zwischen Spitttelmarkt terrains am Kurfürstendamm. Es solle eine neue Gesellschaft zur Fortund Grünstraßen- Brücke jegt soweit gediehen, daß demnächst der führung des Unternehmens gegründet werden. Es bestehe begründete AusAufbau der neuen Kaimauer und das Einwölben der Zummelgalerie ficht, daß der Staat und auch die Stadt Berlin das neue Projekt finanziell wird in Angriff genommen werden können. unterstüßen würden. Um eine Konkurrenz mit den Beständen des Zoologischen Gartens zu vermeiden, sollten von dem neuen Unternehmen alle Vögel und Affen ausgeschieden werden. Berliner Nachrichten. Wer seinen Wohnort wechselt, Ein Frauenmord in Schöneberg. also bon einer Gemeinde nach einer anderen zieht, ist verpflichtet, auch der Gemeindebehörde hiervon Witteilung zu machen und zwar aus steuerlichen Rücksichten. Diese Mitteilung Gestern nachmittag 1 Uhr fanden zwei Bahnarbeiter zwischengeräumt fein. Die Uebergabe des Grundstücs an die Norddeutsche Bis zum 10. April 1909 müßte das jezige Aquarium vollständig ig spätestens am 31. März in den Händen der Gemeinde- der Kolonnenbrüde und dem Bahnhof Bapestraße an der Oftseite Bodengesellschaft folle erfolgen, wenn die sämtlichen Aktien des behörden sein, will der von seiner Wohngemeinde Verziehende des Rangierbahnhofes zwischen den Kilometersteinen 2,2 und 2,3 in Aquariums, die nominell auf 600 M. Lauten, mit 900 M. übernicht ristieren, für den April an zwei Drten Steuern zu einem Entwässerungsschacht einen großen Bapplarton. Als fie den nommen und bezahlt worden seien. entrichten. mit Bindfaden zusammengeschnürten Karton in die Höhe hoben, fiel Seltsame Folgen hatte eine Gasvergiftung, die sich gestern Das hängende Prengasglühlicht ist bereis in vielen Hauptstraßen aus demselben der Rumpf einer Frauensperson. Die Brust war von Berlin eingeführt worden. Es hat ungeteilte Anerkennung völlig entblößt. Der Stopf fehlte und war glatt vom Rumpfe morgen in früher Stunde in der Leipziger Straße 130 zutrug. Der Kopf fehlte und war glatt vom Rumpfe Der Geschäftsraum wird dort gegenwärtig renoviert, und damit die gefunden, so daß von vielen der Wunsch geäußert worden ist, alle getrennt, ebenso die Beine, die tunstgerecht aus dem Wände besser trocknen, ist im Innern ein großer Kotsofen aufge= Straßen möchten damit versehen werden. Das ist zurzeit nicht Sugelgelenk geschnitten waren. Auf dem rechten Ring- stellt. Der Heizungsmonteur Bruno Hoffmann aus der Krausenmöglich, weil es an Stationen zum Pressen des Gases und an finger trug die Leiche einen fleinen goldenen Ring mit straße 2 hatte nun in der vergangenen Nacht in dem Laden gewacht. Leitungen für das Breßgas fehlt. länglichem blauen Stein. Bekleidet tar sie mit weiß und Durch die sich entwickelnden giftigen Gase wurde er gegen Morgen Die städtischen Wahlfortbildungsschulen für Mädchen beginnen schwarz gestreifter Blufe und schwarzem Unterrock. Die Fingernägel vollständig betäubt, und als sich mit vieler Mühe endlich erhoben ben Unterricht im bevorstehenden Sommerhalbjahr am Mittwoch, waren sehr flein, wie man zu sagen pflegt abgeknabbert". Als hatte und nach der Straße gehen wollte, brach bei ihm plößlich die den 1. April. Die Kurse werden am Mittwoch, den 30. September Täter kommt in Betracht nur ein mit der Dertlichkeit sehr Ver- Tobsucht aus. Echreiend raste der Bedauernswerte umher. dieses Jahres geschloffen. Die Schulen sind folgende: Erste, Fort- trauter. Bor 14 Tagen wurde der Schacht zum letzten Male rebi- Mehrere Männer eilten daraufhin von der Straße herbei, und nach bildungsschule, Friedenstr. 23; 2. Fortbildungsschule, Hochstr. 4; diert. Der Karton ist sehr stark und an den Seiten dreifach ge- der Unfallstation in der Stronenstraße zu schaffen, wo sich der Arzt vieler Mühe gelang es ihnen, den Rasenden zu bändigen und nach 3. Fortbildungsschule, Langeftr. 76; 4. Fortbildungsschule, Turm- nagelt. Bermutet wird, daß der Mord an der Frau, die wahrscheinlich mit Erfolg um ihn bemühte. straße 75; 5. Fortbildungsschule, Gubener Straße 51/32; 6. Fort- eine Prostituierte ist, in einer Wohnung geschehen ist und daß der bildungsschule, Culmftr. 15; 7. Fortbildungsschule, Waldemarstraße 77; 8. Fortbildungsschule, Danziger Straße 23; 9. Fort- Täter Kopf und Beine irgendwo anders vergraben hat. Ein breister Diebstahl ist nachts auf dem Grundstück Hussitenbildungsschule, Elifabethfirchstr. 19/20. In allen neun Schulen Der Bolizeipräsident hat folgende Bekanntmachung erlassen: straße 63 verübt worden. Dort befindet sich die Pferdestallung wird auch Unterricht erteilt in Französisch und Englisch, Butz- 1000 Mart Belohnung. Heute nachmittag 1 Uhr wurde von Bahn- Dieben entführt worden. Die Täter erbrachen gewaltsam den eines Kaufmanns Weiß. Eines der Tiere ist nun von dreisten machen, Stenographie und Maschinenschreiben. In kaufmännischer arbeitern der Rumpf einer weiblichen Leiche, in einen Karton ein verschlossenen Stall, banden dem Pferde Lappen unter die Hufe, Korrespondenz und Turnen wird( mit Ausnahme der zweiten gehüllt, auf dem Staatsbahngelände westlich der Kolonnenbrücke in damit es nicht beim Auftreten aum Verräter werden konnte, und Fortbildungsschule) ebenfalls in allen Schulen unterrichtet. Unter einem Entwäfferungsschacht gefunden. Stopf und Beine find offenbar führten es unbehindert davon. richt im Schönschreiben wird in der vierten und siebenten Fort- mittels eines scharfen Instruments vom Rumpfe getrennt worden bildungsschule nicht, sonst aber in allen übrigen Schulen erteilt. Handelsgeographie wird gelehrt in der zweiten, dritten und fünften, doppelte Buchführung in der britten, Maschinenstiden, Schrift zeichnen und Stochen in der fünften und Geschichte in der achten Fortbildungsschule. monatlich 1,50 M. schulen zu richten. und fehlen. Die Leiche muß schon längere Zeit im Wasser gelegen In der Oberfpree ertränkt hat sich der Kaufmann Robert haben. Für Personen, die für Ermittelung des Täters geeignete Seelig aus der Nostizstraße. S. wurde bereits seit zwei Monaten Mitteilungen machen, wird obige Belohnung ausgesetzt. Meldungen fie war bereits in Verwesung übergegangen. Unglückliche Liebe vernißt. Gestern wurde seine Reiche aus der Oberspree gelandet; werden im Polizeipräsidium in Schöneberg oder auf jedem Polizei- hatte den 27 Jahre alten Mann in den Tod getrieben.. rebier in Schöneberg und Berlin entgegengenommen. Der Polizeipräsident. Wie die Brauereien rcich werden. Ge= Schnürschuhen. war Der Unterricht wird an den Wochentagen abends, an den Sonntagen vormittags erteilt. Die Schülerinnen haben für den gesamten Unterricht, ausschließlich des Blättens und Schneiderns, Zu dem Ehedrama in der Königsberger Straße, wo der Sattler Brandt auf seine von ihm geschiedene Ehefrau einen Schuß monatlich 50 f. im voraus zu zahlen. Schülerinnen, welche auch abgab und sich selbst lebensgefährliche Schußverlegungen beibrachte, am Blätten oder Schneidern teilnehmen, zahlen monatlich 1 M.; diejenigen, welche am Plätten und Schneidern zugleich teilnehmen, den Arbeiter- und Mittelstand! Das ist die Parole, unter der un- gehabt habe, seine frühere Frau zu töten, sondern, wie sich aus Die großen Lasten auf die Kleinen Schultern wälzen auf wird uns von Kollegen des B. mitgeteilt, daß B. nicht die Absicht Für Französisch und Englisch sowie kaufmännische Korrespon- gezählte Tausende ihr Schäfchen ins Trodene bringen. Zu diesen einem uns vorgelegten Briefe ergibt, ihr nur einen Denkzettel zu Für Französisch und Englisch sowie kaufmännische Korrespon- Spetulanten dens find halbjährlich soviel Mart im voraus zu entrichten, als Spekulanten auf die Tasche anderer gehören auch viele Brauereien. geben für die Unannehmlichkeiten, in die B. durch das Scheidungswie sie reich werden auf Stosten ihrer eigenen Angestellten, das hat urteil gekommen. Auch habe B. feineswegs gewünscht, feine Stunden in den betreffenden Kursen wöchentlich erteilt werden. Für den Unterricht in der Stenographie sowie im Maschinenschreiben fürzlich eine interessante Verhandlung vor dem Berliner Stauf- frühere Frau wiederzuhaben, sondern sei froh gewesen, fie los zu wird ein Schulgeld von je 50 Bf. monatlich, für den Unterricht mannsgericht ergeben. Im Publikum glaubt man immer, daß die fein. Wie wir hören, liegt Brandt besinnungslos im Krankenhaus im Stochen ein solches von 4 M. halbjährlich erhoben. Meldungen Stellungen der Bierfahrer wahre Sinekuren feien. Dies trifft am Friedrichshain, an seinem Aufkommen soll nicht zu denken sein. bon Schülerinnen sind an die Zeiter der betreffenden Fortbildungs- ein Bierfahrer faule Stunden, so mußte er bisher nach einer Art die Leiche einer unbekannten, ca. 22-27 Jahre alten, anscheinend nur sehr bedingt zu. Es kommt stets auf die Kundschaft an. Hat Zu refognoszieren. Am 28. b. M. wurde an der Hansabrüde Die Fortbildungsschule für Schwachbegabte, aftflichtgefeß, das die Brauereien selbst erlassen haben, für die dem Arbeiterstande angehörenden Frauensperson angeschwemmt und Brunnenstr. 186, erteilt Unterricht in weiblichen Handarbeiten, herein. Der Bierfahrer erhält außer bestimmten Prozenten vom 1,47 Meter groß, untersetzt und hatte dunkelblondes Haar. Belleidet Ausfälle eintreten. Dafür sichert sich sogar die Brauerei von born nach dem Zeichenschauhause geschafft. Die Verstorbene Deutsch und Rechnen. Die städtische Kochschule befindet sich in der Dunderstr. 65/66. umfaß einen ziemlich reichen Wochenlohn, von dem aber nur die war sie mit grauem Jadett, blauer Bluse, schwarzem Oberrod und Der Unterricht findet dort an den Wochentagen vormittags von Hälfte bar ausgezahlt wird. Die andere Hälfte behält die 0-1 Uhr statt. Das Schulgeld beträgt für ein halbes Jahr 4 M. Brauerei als„ Spargeld", d. h. in Wörtlichkeit als Staution ein. rotbraunem Ünterrock, weißleinenem Hand gez. B. K. und schwarzen Nähere Auskunft erteilt und Anmeldungen nimmt, ausschließlich mehrfach ist nun dieses Spargeld für Ausfälle durch faule Stunden Mitteilung über die Persönlichkeit nimmt die Kriminalpolizei der Ferienzeit, jeden Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonn- seitens der Brauerei einfach in die Tasche gesteckt worden. abend von 2-5 Uhr die Leiterin der Schule, Fräulein Hedwig wöhnlich haben die Betroffenen dazu geschwiegen, weil sie einer- und jedes Polizeirevier zu 1980 IV. 58. 08 entgegen. Grube, Dunderftr. 65/66, entgegen. seits fürchteten, entlassen zu werden, und anderseits die Hoffnung Berliner Adreßbuch. Der zweite Nachtrag zum Adreßbuch hatten, den Verlust bald wieder einzuholen. In einem Falle aber 1908 erscheint Ende April und wird an alle Abnehmer der HauptZur Gefundheitspflege in den Berliner Gemeinbeschulen. Die ist es zur Klage gekommen. Dabei ergab sich die nette Tatsache, ausgabe unentgeltlich verabfolgt. städtische Schuldeputation hat an die Rektoren der Berliner Ge- daß zahlreiche Brauereikutscher mit Beträgen bis zu 8000. größter Genauigkeit und Vollständigkeit werden alle Beteiligten Zum Zweck der Erreichung meindeschulen eine Berfügung erlassen, in der sie mitteilt, daß an der Kreide sißen. Wollen die Kutscher aus Furcht vor Regreß- bringend gebeten, Anmeldungen für den zweiten Nachtrag möglichst der Bericht der Berliner Schulärzte für das Jahr 1906/07 ihr ansprüchen faulen Kunden nicht mehr Bier hinfahren, so werden umgehend, spätestens bis zum 6. April, der Redaktion des AdresBeranlaffung gegeben habe, eine Reihe von Erläuterungen zu ver- fie durch Drohung mit fofortiger Entlassung dazu gezwungen. buchs, Zimmerstr. 37-41, zugehen zu lassen. Insbesondere believe öffentlichen und auf die Anregungen die Herren Rettoren hin- Auf die Beschwerde eines Fahrers, daß er auf diese Weise seine Haut man, bis zu diesem Tage Witteilung zu machen von Geschäftezuweisen: für andere zu Martte trage und niemals auf einen grünen Zweig eröffnungen und-berlegungen, von Wohnungs- und Grundbesitz1. Alle Fälle bon anstedenden Krankheiten sind, wie dies fomme, sondern das Ersparte unbedingt wieder loswerden müsse. beränderungen, die seit Erscheinen des Buches stattgefunden haben bisher schon vielfach geschieht, dem zuständigen Schularzt sogleich gab der Brauereidirektor zur Antwort:" Ohne Risiko möchte ich und im ersten Nachtrag noch nicht berücksichtigt find oder zu einem mitzuteilen. 2. Zur Berhütung von Erkältungen nach Benutzung auch Bierfahrer sein!" der Brausebäder ist es nötig, daß die Kinder nach dem Bade fich jezt schon feststehenden Zeitpunkt im laufenden Jahre stattfinden Eine derartige Geschäftspraxis führt für die Kutscher einen werden. gründlich abtrocknen. Die Schuldeputation ersucht, die Kinder unlösbaren Stellungszwiespalt herbei. Als Kutscher sind sie im darauf aufmerksam zu machen. 3. Der Schularzt Dr. Seydel macht inneren Betriebe untere Angestellte und als solche den gewöhnlichen Ein Brand fam gestern auf dem Boden des Haufes Chauffee für die Lufterneuerung in den Klassen folgende Vorschläge: Betriebsvorschriften, selbst der Hausordnung und den Straf- ftraße 59/60 aus. Als die Gefahr bemerkt wurde, brannte schon Bentilation durch dauerndes Offenhalten der Oberfenster oder bestimmungen, wie jeder andere Brauereiarbeiter unterworfen. der ganze nördliche Flügel vom Dachstuhl des 17 Fenster Front Ventilationsöffnungen an den Fenstern ist nur ratsam bei Außen- Sobald es fich aber um 8ahlungsansprüche gegen die Stunden haltenden Borderhauses. Mit unheimlicher Schnelligkeit sprang das temperaturen bis 12 Grad Celsius, weil sonst die in der Nähe der handelt, soll der Bierfahrer als selbständiger Bierverleger auftreten. Feuer auch bald auf das Dachgeschoß des linken Seitenflügels über. Fenster fizenden Kinder durch die falte einströmende Luft gesund- Eventuell ließ sich die Brauerei die Forderung von dem Kutscher Brandmeister Hammer ließ daher sofort mit mehreren Schlauchheitlich gefährdet werden. Bei tieferen Temperaturen und in der gedieren und wurde flagbar. Hatte die Klage feinen petuniären leitungen eingreifen. Nach einstündiger Löschtätigkeit galt die Hauptfalten Jahreszeit sollen die Oberfenster geschlossen bleiben, dafür Erfolg, so blieb trotz der Bedierung immer der Kutscher haftbar. aber soll etwa in der Mitte der Stunde durch ein kurz dauerndes gefahr für beseitigt. Die Hälfte des Vorderdachstuhls ist zerstört. Diesem Treiben hat das Kaufmannsgericht jetzt einen Riegel Auf dem Boden wurden zwei Brandherde vorgefunden, so daß Oeffnen aller Fenster die Luft erneuert werden. Während der vorgeschoben, indem es entschied, daß die Brauceri als Lieferantin les fich zweifellos um Brandstiftung handelt. Vorort- JSacfmchtem Zur Gctneindewahlbewcgutig. Gemeindewahlen finden heute statt in Hohen-Schön- Hausen von S— 8 Uhr nachmittags» in Nieder-Schön- Hausen von— 8 Uhr abends und in Tegel von vor- mittags 11 bis abends 8 Uhr. Nieder-Schönhanseu. Heute findet die Ersatzwahl für die dritte Wählerklasse von 12 bis 8 Uhr abends im Restaurant Liedemit statt. Da die bürger- lichen Parteien ganz gewaltige Anstrengungen machen, um das Mandat zu erobern, müssen die Genossen Mann für Mann antteten. damit die säumigen Wähler an ihre Pflicht ennahnt werden. Die Genossen, die bereits früher abkommen können, treffen sich 8/412 Uhr vor dem Wahllokal. Durch die Erfahrungen der letzten Jahre ist es wate unbedingte Pflicht und Notwendigkeit, datz das Wahlbureau aus unseren Reihen besetzt wird. Diejenigen, die sich erst auf den Abend dem Wahlkomitee zur Verfügung stellen können, treffen sich von '/z6 Uhr ab bei Radsek. Kaiser-Wilhelmstr. 10. Parteigenossen! Da es auf jede Stimme ankommt, müssen wir unsere ganzen Kräfte einsetzen, um unserem Kandidaten Genossen Georg Lunow zum Siege zu verhelfen. Hohen-Schönhansen. Die Stichwahl zwischen dem Genossen E m i l A l b r e ch t und dem Schuhmachermeister Gröbler findet heute, Freitag, den 27. März, nachmittags von 6 bis 3 Uhr statt. Die günstige Festsetzung der Wahlzeit ist nur möglich geworden, weil es den Parteigenossen bei der Hauptwahl gelang, das Wahlbureau zu besetzen. Es ist aber nunmehr Pflicht eines jeden Genossen, daß er seine Schuldigkeit tut und sich möglichst früh dem Wahlkomitee zur Verfügung stellt. Ins- besondere bitten wir die Berliner Parteigenossen, wenn sie mit Ar- beitern von Hohen-Schönhausen zusammenkommen, dieselben aus ihre Pflicht aufmerksam zu machen. Tegel. Die Gcmeindcvertretcrwahlen der dritte« Kkasse finden mn heutigen Freitag von 11 Uhr vorniittags bis 8 Uhr abends statt. Das Wahllokal befindet sich Hauptstr. 14 im„Alten Krug". Die Genossen, die Zeit haben, stellen sich bei Halses. Brunow- straße 23, um 10 Uhr vormittags zur Verfügung. Parteigenossen I Sorgt dafür, dasi möglichst frühzeitig gewählt wird und helfe jeder, sobald eS ihm möglich ist. damit unsere Kandidaten, die Genossen Gerhard HalfeS und M a r R o b e l mit grober Stimmenzahl gewählt werden. Treptotv-Baumfchulenweg. Am Montag, den 30. März, findet im 1. Kommunalwahlbezirk in der Zeit von 1—3 und 4—7 Uhr nachmittags die Stichwahl zwischen unserem Genossen Max Miekley und dem Konservativen. Gärtnereibesitzer Paul Nickel statt. Unsere Gegner geben sich der Hoffnung hin. dah, wenn auch unser Genoffe in der Stichwahl siegt, er doch nicht bestätigt wird, weil er kein Hausbesitzer sein soll. Doch dem ist nicht so. Unser Genoffe entspricht allen Anforderungen, die die Landgemeindeordnung an einen Grundbesitzer stellt. Partei- genossen! Agitiert mit allen Kräften für unseren Kandidaten. Die Zeit, die uns noch vom Stichwahltage trennt, ist sehr kurz. Ein jeder einzelne mutz nun ein Agitator sein. Rüttelt die Säumigen auf, die bei der Hauptwahl der Wahlurne fenigeblieben sind. Groß ist die Zahl derer, die noch für uns zu haben sind. Wir haben die besten Aussichten, den Sieg zu erringen, wenn ein jeder sich bis zum Stichwahltage in den Dienst der Partei stellt. Drum auf zum Kampf, auf zum Sieg l_ CdablergebnilTc. Groß-Lichterfclde. Bei der Stichwahl am Mittwoch sind unsere Genossen mit 410 Stimmen gegen die vereinigten bürgerlichen Parteien mit 8öS Stimmen unterlegen. Daff wir gegen die Haupt- Wahl»och einen Verlust von 72 Stimmen zu verzeichnen haben, erklärt sich daraus, daß die Wahlzeit für die Stichwahl ungünstiger festgesetzt wurde als für die Hauptwahl. Das ist nun zwar gesetz- widrig und wird zur Ungültigkeitserklärung der Wahl führen, aber auf diese noble Weise haben die bürgerlichen Kreise ihren Sieg vor- läufig errungen. Der größte Teil der Arbeiterschaft von Lichrerfelde arbeitet weitab von seiner Wohnstätte und konnte vor Schluß der Wahlzeit das Wahllokal nicht mehr erreichen. Diese Kenntnis der Dinge benutzte man und setzte einen früheren Schluß der Wahlzeil für die Stichwahl fest. Die Reichsverbandsschwindler und auch die übrigen Gegner— von einigen ehrlichen Leuten abgesehen— werden dieses Mittel für ebenso klug wie moralisch einwandsfrei halten. Sie würden es ebenso für verwerflich und gemein gehalten haben, falls ein solcher Modus gegen sie angewendet worden wäre. Senzig. Bei der Gemeindewahl in der dritten Klaffe wurde unser Genosse W. Krüger gewählt. Die Gegner hatten keinen Kandidaten aufgestellt. Germrndorf. Bei der Gemeindevertreterwahl in der dritten Klasse wurden unsere Genossen Hermann Mücke und Adolf Dill mit je 22 Stimmen gewählt. Die Gegner erhielten je 2 Stimmen. Somit ziehen die ersten beiden Sozialdemokraten in das Orts- Parlament ein. Unsere Genossen beteiligten sich zum erstenmal an der Gemeindewahl., Herzfelde. Bei der Gemeindewahl am 24. März erhielt unser Genosse Karl Schröder 72, der Gegner 124 Stimmen, letzterer ist somit gewählt. Von 500 eingeschriebenen Wählern haben nur 220 gewählt. An Stimmen verloren hat der Bürgerliche gegen 1900 11 Stimmen, während unser Kandidat 10 Stimmen gewann. In Reinickendorf wurden in der zweiten Klasse die beiden bürgerlichen Kandidaten Pohl und Hentschke gewählt. kharlottenburg. Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung hat am Mittwoch die Beratung des Etats zu Ende geführt, so daß die für Donnerstag in Aussicht genommene außerordentliche Sitzung aus- fallen konnte. Zum Etat der Gemeindeschulcn brachte die sozialdemo- kratische Fraktion wieder ihren Antrag auf Gewährung freier Lernmittel ein. Bekanntlich hat der Magistrat vor zwei Jahren mit den Freisinnigen--inen Kompromiß geschlossen, wonach die Frage der Gewährung freier Lernmittel solange ruhen soll, bis die Maßnahmen zur Hebung der Volksschulen durch- geführt sind. Wie Genosse Dr. B o r ch a r d t in der Begründung des Antrags hervorhob, können die Sozialdemokraten dies Kam- promiß für sich nicht als bindend betrachten, sie bleiben vielmehr auf ihrer prinzipiellen und programmatischen Forderung bestehen. Um aber den Freisinnigen entgegenzukommen, beantrage er für den Fall der Ablehnung seines Prinzipialantragcs, wenigstens den Schülern der untersten Klassen der Gemeindeschulen freie Lern- mittel zu liefern. Die Freisinnigen reden immer davon, daß es sich dabei um eine liberale Forderung handele. Gewiß, aber was nutzen all diese schönen platonischen Beteuerungen, wenn die Forde- rung im entscheidenden Moment, sobald es sich darum handele, sie in die Tat umzusetzen, wieder abgelehnt wird? Die Vertreter des Magistrats, Stadtschulrat Dr. N e u f e r t und Bürgermeister Matting sowie der freisinnige Redner Otto sprachen ggen den sozialdemokratischen Antrag, der denn auch mit großer Mehrheit abgelehnt wurde. Uebcr den Eventualantrag fand namentliHz Abstimmung stalt. Außer den 11 anwesenden Sozial- Dwnoltofen stimmten noch 9 bürgerliche Stadtverordneten dafür, aber diesen 20 Stimmen standen 26 Stimmen gegen den Antrag gegenüber, der Eventualantrag war also gleichfalls gefallen. dagegen wurde ein von allen Fraktionen eingebrachter Antrag, der zur Ausdehnung der Maßnahmen betreffend Hebung der Gc- meindcschulcn auf das ganze Stadtgebiet und zur Einrichtung eines vierten Kindergartens im Norden der Stadt die Einstellung von 8000 Mark in den Etat fordert, einstimmig angenommen. Der Etat„Verschiedene Einnahmen und Ausgaben" gab unse- rem Genossen Bogel Gelegenheit, die Maßnahmen zur Bc- kampfung der Säuglingsfürsorge zu besprechen und die eigene Milchproduktion durch die Stadt anzuregen. Eine Vergewaltigung der Sozialdemokraten versuchte die Mehrheit bei der Beratung des Kapitels„Gemeinde- steuern". Die sozialdemokratische Fraktion hatte hierzu einen An- trag gestellt, der den Magistrat ersucht, der Versammlung eine Vor- läge betr. Einführung der W c r t z u w a ch s st e u e r zu machen. Dies war den Herren Liberalen recht unangenehm, bei den Wahlen waren sie nämlich mit der Wertzuwachsstcuer krebsen gegangen, obwohl sie in ihrer großen Mehrheit prinzipielle Gegner derselben sind. Unter Führung des Stadtv. Dr. C r ü g e r suchten sie sich nun dadurch aus der Affäre zu ziehen, daß sie unmittelbar, nach- dem Genosse Dr. Borchardt den Antrag begründet hatte, die Vertagung desselben beantragten. Genosse Hirsch bezeichnete diesen Antrag als geschäftsordnungsmäßig unzulässig: entweder es müßte die Beratung des Etats überhaupt vertagt werden oder eben der zum Etat gestellte Antrag sofort miterledigt werden. Gleich- zeitig drohte unser Redner, für den Fall, daß die Liberalen die Geschäftsordnung mißbrauchen würden, die gesonderte, und zwar namentliche Abstimmung über jede einzelne Position des Etats an. Diese Aussicht auf einige Dutzend namentliche Abstimmungen ver- fehlte ihre Wirkung nicht, die Liberalen lenkten ein, sie erklärten, daß es ihnen ja nur auf eine gründliche Beratung der Frage der Wertzunkachssteuer ankomme und daß sie nur deshalb die Ver- tagung wünschten: sie zogen auf Vorschlag der Sozialdemokraten schließlich ihren Vcrtagungsantrag zurück, worauf die Sozial- demokraten sich damit einverstanden erklärten, daß ihr Antrag betr. die Wcrtzuwachssteuer als selbständiger Antrag auf die Tages- ordnung der nächsten Sitzung kommt. Damit war der Zwischen- fall aus der Welt geschafft, die Liberalen haben indirekt die ge- schäftsordnungsmäßige Unzulässigkcit ihres Antrages anerkannt. Zu ungewöhnlich heftigen Auseinandersetzungen kam es beim Etat der M ü l l b e s e i t i g u n g. Wie erinnerlich, hatte im Mai des vorigen Jahres anläßlich der Interpellation über die Aus- sperrung der Müllkutscher der Oberbürgermeister eine scharfmache- rische Rede gehalten, wie sie wohl'einzig dastehen dürfte. Er hatte von Terrorismus, Anarchie, Gewalttätigkeiten gesprochen, hatte wahre Schaudermärchen über angebliche Schandtaten der Streiken- den erzählt, heftige Angriffe gegen den Leiter des Transport- arbeiterverbandes, den inzwischen zum Stadtverordneten gewählten Genossen Gebert, gerichtet, die ausgesperrten Müllkutscher als Buben bezeichnet, die ihre Strafe ereilen werde, u. dergl. mehr. Auf diese Rede kamen nun unsere Genossen Gebert und Hirsch zurück; sie führten an der Hand der gerichtlichen Urteile den Nachweis, daß zwar Ausschreitungen vorgekommen seien, daß aber der Oberbürgermeister übertrieben habe. Unter anderem hatte Herr Schustehrus wörtlich gesagt:„So ist z. B. an einer Stelle jenseits der Spree, wo nicht viele bewohnte Häuser stehen, einer dieser schweren Wagen mit den darauf sitzenden drei Leuten von Leuten auf der Straße umgestürzt und in einen Graben ge- warfen worden. Die Leute sind blutig unter dem Wagen hervor- gezogen worden. Es ist eine glückliche Fügung Gottes, daß hier kein Todesfall vorgekommen ist." In direktem Gegensatz hierzu hat das Landgericht III festgestellt, datz der Wagen im Sande stecken geblieben und umgestürzt ist. Äehnlich verhält es sich mit den meisten anderen Behauptungen des Oberbürgermeisters. Wie kolossal aufgebauscht der ganze Vorfall war, geht daraus hervor, daß von 14 Anklagen in 10 Fällen Freisprechung erfolgt ist, ein Arbeiter ist mit 6 M„ ein anderer mit einem Tage, ein dritter mit 8 Tagen und ein vierter mit 4 Wochen bestraft worden. Mit Recht hob Genosse Hirsch hervor, daß der Oberbürgermeister, gestützt auf einseitige Informationen der Arbeitgeber, lediglich dem Reichs- lügenverband Material geboten habe.«Seine Aeutzerung, daß an- ständige Menschen diesem Verbände nicht angehören, zog unserem Genossen einen Ordnungsruf zu. Genosse Gebert unternahm es besonders, die mangelhaften Kenntnisse des Oberbürgermeisters über die Arbeiterbewegung einer beißenden Kritik zu unterziehen, die in dem Rat an das Stadtoberhaupt gipfelten, die Gewerkschafts- schule in Berlin zu besuchen. Trotz der Feststellungen unserer Genossen hielt der Obcrbürger» meister, der sich wiederum mit Material von den Arbeitgebern ver- sehen hatte, alle seine Behauptungen aufrecht; nur in Kleinigkeiten, meinte er, hätten die Gerichtsverhandlungen ein anderes Bild ge- geben. Ihm sekundierte der Stadtv. Dr. C r ü g e r, der bekannte Genossenschaftsanwalt, der sich die Gelegenheit zur Bekämpfung der Sozialdemokratie natürlich nicht entgehen lassen wollte. Un- mittelbar nachdem er seine Rede beendet hatte, nahm die Mehr- heit einen Antrag auf Schluß der Debatte an— ein parlamentarisch um so unanständigeres Mittel, als unser Genosse Z i e t s ch, dem dadurch daL Wort abgeschnitten wurde, ursprünglich vor Herrn Dr. C r ü g e r in der Rednerliste stand, aber mit ihm getauscht hatte, damit nicht zwei Sozialdemokraten hintereinander zu Worte kamen. Die Liberalen redeten sich damit heraus, daß sie von diesem Abkommen nichts gewußt hätten(!). Beim Etat der allgemeinen Verwaltung endlich kündete der Magistrat die Einbringung einer Vorlage betr. Wciterbewilligung der Teuerungszulagen bis zur Revision des Normaletats an. Uebcr den Termin der Revision des Normaletats aber ver- mochte er keine Angaben zu machen. Die Stadtvv. Otto, Dr. (5 r ü g e r und Z i c t s ch traten lebhaft für eine Revision der Ge- hälter ohne Rücksicht auf das Vorgehen Preußens ein. Die ganze Angelegenheit wurde schließlich einem Ausschuß von 12 Mit- gliedern überwiesen, dem von unserer Frakion die Genossen Dr. Borchardt, Will und Z i c t sch angehören. Der Konsumverein hat am 22. März ein neues schönes Heim in der Wallstr. 23 bezogen. Seit dem Jahre 1900 befindet er sich in einem zwar sehr langsamen, der Bedeutung der Charlottenburger Arheiterschaft hei weitem nicht entsprechenden, aber doch stetigen Aufschwünge. Im Jahre 1892 von Personen gegründet, die mit der Arbeiterbewegung in keiner Beziehung standen, führte er jahrelang kein wirkliches Leben, sondern vegetierte mühsam, bis es im Jahre 1900 gelang, das Interesse der Arbeiterschaft für die in den letzten Zügen liegende Genossenschaft zu erwecken. Es kostete viel Mühe und Arbeit und bedurfte seitens der Mitglieder großer Nachsicht und Geduld, bis die Genossenschaft soweit ge- kräftigt war, daß ihr Weiterbestehen gesichert erschien, zumal mit der Sorge um die Verbesserung der Leistungen auch die Sorge um eine menschenwürdige Stellung der Angestellten Hand in Hand ging—- beschäftigte die frühere Verwaltung doch schulpflichtige Kinder als Laufburschen und kannte natürlich auch keine Sonn- tagsruhe und keinen Achtuhrladenschluß. Aber stetig entwickelte sich der Verein und konnte im Laufe der Zeit drei weitere Ver- kaufsstellen eröffnen(in der Tauroggcner Straße 10, in der Pots- damer Straße 12, in der Weimarer Straße 29). Auch die Gründung der Bäckereigenossenschaft„Produktion" war nur durch die kräftige Unterstützung des Konsumvereins möglich, und in aller- nächster Zeit wird die Konsumgenossenschaft die Bäckerei vollständig übernehmen. Möge die Charlottenhurger Arbeiterschaft dafür sorgen, daß die Genossenschaft weiter blühe und gedeihe! Schöneberg. Bei einem Mauereinsturz sind vorgestern nachmittag mehrere Personen gefährdet worden. Die beiden Bauarbeiter Schüler und Richter waren gestern nachmittag gegen 2 Uhr auf dem Grund» stück Hauptstraße, Ecke Akazienstraße, mit Ausschachtungsarbeiten beschäftigt, als sich plötzlich eine mit Mauersteinen belastete Sand- wand lockerte und zusammenstürzte, die beiden Männer unter sich begrabend. Der sofort hinzugerufenen Feuerwehr gelang es nach kurzer Zeit, die Verschütteten zu befreien, die dann nach der Un- fallstation in der Herbertstraße gebracht wurden. Wie dort fest- gestellt wurde, hatten die beiden Verunglückten, abgesehen von einigen leichten Hautabschürfungen, merkwürdigerweise keine Ver- lctzungen erlitten. Rixdorf. Der„Freiwillige ErziehungSbeirat für die Jugend RixdorfS" feierte am Dienstagnachmittag fein zehnjähriges Stiftungsfest in der „Neuen Welt". Man mag anerkennen, daß die Bestrebungen des Vereins auf eine Linderung des sozialen Elends gerichtet sind, aber die Erfolge sind doch nur gegenüber der Größe de» Elends und der Not in de» untersten Proletarierschichten ein Tropfen auf den heißen Stein, ein Pflästerchen auf eine große Wunde. Die Beseitigung des Elends und der Not muß erst durch die Verwirklichung des Sozialismus erfolgen. Wir würden auch von dem Fest keinerlei Notiz nehmen, wenn nicht einige Vorkommnisse auf demselben uns einen gewissen Anlaß böten. Zur Feier des Tages wurden musikalische Darbietungen, Gesänge und lebende Bilder veranstaltet, zwischen denen die ver- schiedenen Festreden nicht fehlten. Die Herren vom Vorstande und Deputierte bestreuten sich reichlich mit Weihrauch, in dem stolzen und erhebenden Bewußtsein, den Acrmsten der Armen einige Wohl- tätigkeitSbrosamcn erwiesen zuhaben. Besonders bemerkenswert war die Ansprache des Herrn Polizeipräsidenten v. Glasenapp, der dein Verein ganz besonders die weitere Entwickelung deS Jugendklubs ans Herz legte, in den« die aus der Schule entlassenen jungen Leute einen Sammelpunkt finden sollen. Hier sollen sie zu guten patriotischen Bürgern herangebildet werden, um dem Vaterland zu nütze» und, im Falle der Gefahr einen ganzen Mann zu stellen befähig: werden. — Es wirkten bei dem Feste auch Knaben und Mädchen der Rixdorfer Gemeindeschulen in größerer Anzahl mit. Wenn man jedoch glaubte, durch die kindlichen, wahrhaft herzerfrischenden Gesänge dein Feste einen größeren Glanz zu verleihen, so mußte der Vorstand des Vereins den Kleinen gegenüber auch gebührende Rücksich: nehmen. Diese fehlte vollständig. Die Kleinen wurden um 2 Uhr bestellt. Um Va7 Uhr wurde von ihnen das erste Lied gesungen. dann folgten: Prolog, Musikstücke, Gesänge des Oratorienvereins und die endlosen Festreden und Ansprachen. Erst um 9 Uhr kamen die schwierigen Chöre:„Die Musik kommt" und„Der Bauer und sein Taubenhaus" zum Vorwage. Da die Gesänge große Ansprüche an das Können und die Ausdauer der Kinder stellten, mußten sie ihre ganze Kraft aufbieten. Das erste Lied wurde, weil es die Hörer entzückte, da capo gesungen. Das war schon zu viel;. ohne Pause folgte dann das nächste Lied, dessen letzte Strophe auch zweimal gesungen wurde. Die lebenden Bilder hatten sogar erst um 11 Uhr ihr Ende erreicht. Wenn man bedenkt, daß die Kleinen schon von 2 Uhr ab in gewisser Erregung warteten und endlich erst um 9 Uhr ihre Hauptgesänge vortragen dursten, so ist das eine Rücksichtslosigleit, die ganz entschieden zu verurteilen ist. Es wurden denn auch nach der Aussage eines freiwillige» Samariters acht Kinder ohnmächtig. Das ist aber noch nicht das schlimmste. Es waren viele Kinder ohne Eltern und Angehörige dort, die während der ganzen Zeit nichts zu trinken und zu essen hatten. Sie stürzten denn auch in ganzen Haufen während der Pausen in den Büfetwaum, um aus der Zisterne, die ziun Spülen der Biergläser dient, Wasser mit Biergläsern zu schöpfen und be- gierig zu trinken. Wenn der Verein sich der Kinder zur Mit- Wirkung seines Festes bedient, so sollte er auch dafür sorgen, daß den Kleinen wenigstens einige erfrischende Getränke aus Wunsch kostenlos verabfolg: werden. Es handelt sich doch nur um die Kinder, die ohne Angehörige dort waren. Aber es waren eben nur Proletarierkinderl Alle diese Vorkommnisse lassen eS doch ratsam erscheinen, daß die Eltern der Gemeindeschulen Rixdorfs ihre:: Kindern zur Mitwirkung bei solchem Feste die Erlaubnis ver- weigexn, weil sie dabei Schaden an ihrer Gesundheit erleiden können. Ueber die unzulänglichea BerkehrSverhältnisse am Orte haben wir bereits mehrfach Klage geführt. Jedoch eine wesentliche Besse- rung:st, soweit die Große Berliner in Frage kommt, nicht eingc- treten. Zwar ist mit der Eröffnung der Linie 65, Rixdorf— Zentralviehhof, im Anfang dieses Jahres einem schreienden Mangel abgeholfen worden, jedoch auch hier zeijst sich, wie aus einer Zu- schrift hervorgeht, daß frühmorgens kein Mitkommen auf dieser Strecke ist. Der erste Wagen dieser Linie, so schreibt uns ein Abonnent, fährt morgens 6,32 vom Hcrzbergplatz. Das ist für eine große Anzahl Bewohner viel zu spät, um pünktlich im Geschäft sein zu können. Auch ist für den größten Teil an ein Mitkommen nicht zu denken; an jeder Haltestelle(von der zweiten an gerechnet) tönt einem das allbekannte„Besetzt" entgegen. So habe ich es in den letzten Wochen Tag für Tag beobachtet, daß zirla 40 bis 50 Personen an den Haltestellen stehen bleiben. Es ließe sich doch sicher einrichten, daß vor dem ersten fahrplanmäßigen 62 er ein Ein- ichwagen geht, wie sie am Tage von 4 Uhr nachmittags an ver- kehren, oder daß wenigstens der erste Wagen einen Anhänger hat; derselbe kann ja schließlich am Herzbcrgplatz angehängt werden. Der Bahnhof Cannerstratze von der Großen Berliner liegt doch so bequem, daß ein Anhängcwagen von den Linien II und V mit- genommen und am Herzbergplatz abgehängt werden kann. Viel- leicht ließe sich ein Ausweg dahin finden, daß die ersten Wagen der Linie 62 überhaupt vom Rixdorfer Bahnhof ausgehen, ähnlich so wie eS früher war. als die 62 er nur bis zum Moritzplatz fuhr. Die jetzige Kalamität wäre also bei etwas gutem Willen mit Leichtigkeit zu beseitigen. Baumschulenweg. In der Wahlvereinsverfammlung hielt Genosse Stadtverord- neter Boeske einen interessanten Vortrag über die Landtags- wählen. In eingehender Weise erörtert er die Entstehung des Dreiklassenwahlsystems und machte auf die Bestimmungen des neuen Wahlgesetzes aufmerksam. Die Sünden der bürgerlichen Parteien, speziell des Freisinns, unterzog er einer herben Kritik und forderte die Genossen zur regen Agitation auf.— Zum Punkt ..Maifeier" wurde nach längerer Diskussion beschlossen, für Baum- schulenwcg in Speers Festsälcn eine Maifeier abzuhalten, wozu die Treptower Genossen eingeladen sind.— Hierauf brachte Genosse Hcnscl Mißstände über hiesige Schlächtereien zur Sprache. Gc- nasse Karow als Mitglied der Gesundheitskommission teilte auf eine Anfrage mit, daß ein Bericht der Gesundheitskommission vom Bürgermeister an den Kreisarzt abgegangen sei, den er gar nicht zu Gesicht bekommen habe. Uebcrhaupt sei er mit Recherchen sehr überlastet worden; die ihm von amtswegcn zugeteilten Herren (natürlich Hausbesitzer) hätten ihm auch nicht die geringste Unter- stützung gewährt, ja, einige waren direkt gegen die vorzunehmenden Kontrollen! Auch alle Vorschläge, die er gemacht, seien abgelehnt worden.— Genosse L ü d k e besprach noch in längeren Ausführun- gen die hygienischen Zustände des Ortes und regte an,. daß unsere Genosse von amtswcgcn verlangen sollten, der Gcsundheitskom- Mission Arbeiter beizuordnen; diese würden gewissenhafter und energischer die Bcscttigung der Seuchenherde fordern. Obcr-Schöneweide. Gcmeindevertreterfitzung. Der zum besoldeten Schöffen ge- wählte Assessor Berthold ist von der Regierung bestätigt worden. Dem vorliegenden Vertrag mit dem ForstfiskuL wegen Erwerbung von Terrain zur Fricdhofserweiterung wurde zugestimmt. Der Preis des 2,7 Hektar großen Terrains beträgt pro Quadratmeter 8 Mark inkl. Baumbestand. Einem eingereichten Projekt für die Es wird dann in der Etats" 4. Gemeindeschule will die Regierung die Zustimmung erteilen, zu den Kosten von Straßenverbreiterungenj Rohrpostbrief geschrieben und nach 1 Stunden sei ein Bole ge wenn keinerlei Aenderungen der Ausführung stattfinden. Da nun auch die Grundbesitzer herangezogen werden, die davon kommen, welcher ihr 20 Hundertmarkscheine überbracht habe. die Vertretung gerade an der Fassade sparen will, sollen weitere ihren mühelosen Gewinn haben. Unser Genosse Heimann Auf die verwunderte Frage, woher denn so schnell das Geld komme, beratung fortgeschritten. Ein Gesuch der Militäranwärter auf begrüßte die Vorlage, die die Verbreiterung der Universitäts- sehr reichen Schatz, der ihr wohl oder übel bis an sein Lebensende habe Fräulein Sch. erwidert: Das sei sehr einfach; sie habe einen Anrechnung eines Teiles ihrer Dienstzeit auf das Besoldungs- straße betraf, mit Genugtuung. Er wies aber sogleich Geld geben müsse, denn er wisse, daß sie ihn wegen begangener Bes dienstalter wird abgelehnt. Die Alterszulagen der technischen darauf hin, mit welcher Zähigkeit die Hausagrarier trügereien ins Zuchthaus bringen könne. Diese Mitteilung habe Lehrerinnen werden denen der übrigen gleichgestellt. Der Antrag unserer Nachbarstadt Charlottenburg sich gegen folche ihr die Privatklägerin später noch mehrmals wiederholt und ihr unferer Genossen, die Beihülfen an die Kirchengemeinden in Höhe Heranziehung zu den Kosten wehren. In auch Brillanten, Perlen und andere Kostbarkeiten gezeigt, die sie von von 4000 M. zu streichen, wird abgelehnt. Ebenso erging es dem Berlin muß man sich auf ähnlichen Widerstand gefaßt machen, ihrem Schatz erhalten habe. Die Widerklage stützt sich darauf, daß, Antrage, den Turnvereinen die Turnhallen unentgeltlich zu über- deshalb suchte Heimann wenigstens die Ueberweisung der Vor- als Fräulein Cohn eines Tages von der Privatflägerin 80 M., laffen. Auf Anregung unserer Genossen sollen die Berichte der lage an einen Ausschuß zu verhüten, der wahrscheinlich sich die sie noch von ihr zu bekommen hatte, abholen wollte, dieſe ihr Schulärzte vervielfältigt und den Vertretern übermittelt werden. Für die Zwede der Kochschule soll auf dem Grundstück der 3. Ge- nur als Beerdigungskommission betätigen würde. Die Haus- ben nicht zu vereinigenden Darstellungen der Parteien hielt Rechtsunter einer beleidigenden Redewendung die Tür gewiesen habe. Bei meindeschule ein Küchengarten angelegt werden. Zu diesem agrarier schickten Herrn Haberland vor, der es für nötig anwalt Dr. Werthauer weitere Erhebungen für nötig und beanZwede werden 500 m. in den Etat eingefeßt. Zur Verivaltung der erklärte, daß man Härten" vermeide. Was das heißt, tragte die Zeugenvernehmung des Kriminalkommissars a. D. Voltsbibliothek wird eine Kommission von drei Vertretern ein- das wird sich in dem Ausschuß zeigen, den die Mehrheit Waldemar Müller und beschloß das Gericht Beweiserhebung durch gesezt. Ein Bild des Elends ist durch eine Umfrage an den beschloß. Vernehmung des Kriminalkammissirs a. D. Waldemar Müller, drei Gemeindeschulen entrollt worden. Es sind 134 Kinder festZu einer Aussprache über die Berliner Fürsorge- des noch zu ermittelnden Berichterstatters, der die Anschuldigungen gestellt, welche norgens ohne jedes Frühstück zur Schule gehen erziehung führte eine Vorlage, durch die der Magistrat gegen Fräulein Sch. in den Zeitungen veröffentlicht hat, und des müssen. Es wird beschlossen, diesen Kindern ab 1. April ein ben Abschluß eines Vertrages mit einer privaten Erziehungs. Direktors Bohn. Die Verhandlung wurde deshalb vertagt. warmes Frühstück zu verabfolgen, bestehend in ¼ Liter warmer Milch und zwei Brötchen. Zu diesem Zwede werden 1000 m. anstalt beantragte. Genosse Hinze empfahl Ueberweisung Ein Schwindelfassen- Gründer. etatifiert. Inwieweit die Kochschule auch für Mittagessen hier an einen Ausschuß. Er warnte davor, sich mit Privatsorgen tann, soll dem Leiter derselben anheimgestellt werden. In den 90er Jahren gründete der Lebensversicherungsagent anstalten dieser Art einzulassen. Die Stadt Die Weiterberatung wird auf Montag und Dienstag vertagt. dürfe Julius Werner aus Essen die Kranken- und Sterbekasse„ Arminia". nicht das Recht, ihre Fürsorgezöglinge selber Da er hier zu diesem Unternehmen vom Oberbürgermeister in Köpenick. zu erziehen, aus den Händen geben, sie solle lieber Effen nicht die erforderliche Genehmigung erhielt, verlegte er seine Einen schrecklichen Tod hat der Händler Hermann Dieterich geihre eigenen Anstalten vermehren. Gegenüber Herrn Tätigkeit nach Schwerin in Medlenburg. In Rostoc wurde er funden. D. war vor etwa zehn Tagen von seinen Angehörigen angerhans, der zu sofortiger Annahme riet, forderte bald darauf wegen zahlreicher Betrügereien zu 1 Jahr 6 Monaten fortgegangen und vergeblich wartete man daheim auf die Rückkehr auch Genoffe Borgmann vorherige Prüfung durch einen Gefängnis berurteilt. Nach Verbüßung dieser Strafe zog es ihn des Ernährers. Gestern wurde nun nicht weit von Köpenick entfernt Ausschuß. Genosse Bernstein bemängelte, daß in der wieder in das Kohlenrevier und er gründete in Oberhausen, wo in einem Wiesenfumpf die Leiche eines Mannes aufgefunden, dessen fraglichen Anstalt dieselbe Erziehungsmethode" Anwendung Union" eine Baugenossenschaft, die ein Stammkapitil von 60 000 er früher als Bergmann gearbeitet hatte, unter dem Namen Stopf im Waffer stat, während der Körper am Ufer lag. Der Tote finden solle, wie in der Berliner Anstalt zu Lichtenberg. Er Mark befizen sollte, auf das 25 Proz. einzuzahlen waren, was war der vermißte D. In der Dunkelheit war er an den Sumpf brandmarkte diese Erziehungsmethode" aber nicht geschah. Er ließ die Gesellschaft am 12. Juni 1903 herangeraten und bei dem Versuch, sich aus dem Moraft heraus als Barbarei, und er kam zu dem Schluß, daß in unseren ins Handelsregister eintragen, doch geriet diese nach 2 Jahren zuarbeiten, geriet er immer tiefer hinein. Uebermüdet brach er schließlich zusammen, fiel mit dem Kopf ins Wasser und mußte nun mehr Einfluß auf die Behandlung der Zöglinge eingeräumt vergehens zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Als er diese abErziehungshäusern dem Arzt, vor allem auch dem Frrenarzt, in Konkurs und wurde W. als Geschäftsführer wegen Konkurs elend ertrinken. In der Wahlvereinsversammlung am Dienstag referierte Genoffe werden müsse. Stadtrat v. Friedberg gestand, auch er gefessen hatte, gründete er in Effen die„ Handels- und BaugesellIn der Wahlvereinsversammlung am Dienstag referierte Genosse sei ein Gegner des Prügelns, die Prügelstrafe müsse aber von Stellen als Buchhalter, Techniker, Streich- und Betonmeister, schaft Union". Seine Haupttätigkeit war jetzt das Ausschreiben Mar Sütte über„ Vor 30 Jahren“. Redner versezte die Ver- als„ lettes Mittel" beibehalten werden. Genosse Singer Sassenboten usw in bürgerlichen Zeitungen und nahm er dann den sammelten durch Vorführung trefflicher Beispiele sowie eigener Erlebnisse in der Zeit vor dem Sozialistengesetz und erntete durch hielt ihm vor, daß diese Antwort den Kern der Frage zu um sich meldenden Leuten ansehnliche Kautionen ab, ohne diesen Stelseinen einstündigen Vortrag lebhaften Beifall. Vierzehn Neuauf- gehen suchte. Bierzehn Neuauf gehen suchte. Auch Singer forderte, daß die Erziehungs- lungen zu verschaffen. Der von Werner verursachte Vermögensnahmen wurden einstimmig vollzogen. anstalten ständig durch Frrenärzte überwacht werden, die schaden beläuft sich auf zirka 14 000 M. Die Essener Straftammer Erkner. wahrscheinlich sehr bald der Prügelwirtschaft ein verurteilte ihn heute wegen mehrfachen Betruges zu vier Jahren einem Ausschuß überwiesen. Ende machen würden. Die Vorlage wurde ließlich Gefängnis und 5 Jahre Ehrverlust. Feuer in der chemischen Fabrik. Nach einer Meldung von gestern abend steht die chemische Fabrik der Aktiengesellschaft für Teerund Erdölindustrie in Ertner in Flammen. Spaudau. Folgenschwerer Betriebsunfall. Im Großmaschinenbau der Siemens- Schuckert- Werte am Nonnendamm erfolgte gestern vormittag durch Explosion eines Dynamos ein Unfall, bei dem zehn Personen Verlegungen erlitten. Einer der verletzten Arbeiter mußte nach dem Westender Krankenhause geschafft werden. Ein Ausschuß soll auch das Bauprogramm für die geplante rrenanstalt IV in Buch prüfen. Es wurden hierzu etliche Wünsche vorgetragen, die Beachtung verdienen. Genosse Schulz wies hin auf Bedenken, die bezüglich Versorgung dieser Anstalt mit Kraft, Wärme usw. bestehen, und Genosse 3 adek forderte die Schaffung eines besonderen Hauses für das Pflegepersonal. Gerichts- Zeitung. " Vermischtes. Genicftarre in Bommern. In Züllchow bei Stettin find, wie uns aus Stettin berichtet wird, zwei Erkrankungen an Genicstarre eingetreten. Auch in Stargard hat die unheimliche Krankheit Einzug gehalten. Gerädert. Nach einer Meldung aus Rottbus wurde gestern früh 3 Uhr der Zugführer Heinrich Hoffmann von Kottbus vor Antritt seines Dienstes beim Ueberschreiten der Gleise auf dem dortigen Bahnhof von einer Leermaschine erfaßt und überfahren. Er war fofort tot. Feuer im Gerichtssaal. Wie aus Deutsch au berichtet wird, gemeiner Schnelligkeit ging das Podium in Flammen auf, so daß entstand dort während einer Gerichtsverhandlung unter dem Bodium, auf welchem die Richter Platz genommen hatten, Feuer. Mit uns Sie darauf befindlichen Personen nur mit größter Mühe gerettet werden konnten. Briefkaften der Redaktion. Die furistische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter F Fabrftu hl Geöffnet 7 1hr Das Siemens- Schudert- Wert besitzt eine große Maschinenhalle, die am äußersten Ende des Fabrifterrains liegt. In der Halle selbst befindet sich eine umfangreiche Versuchsanlage mit Wie leicht ein Landarbeiter angeklagt werden kann. einem Versuchszelt. Hier werden alle Maschinen, die zur Versendung gelangen sollen, auf ihre Stabilität und Zuverlässigkeit Anklagebehörde in einer Anklage gegen Landarbeiter selber erEs ist wohl ein sehr seltener Fall, daß der Vertreter einer hin erst geprüft. Gestern ging man daran, einen auf achttausend flärt, die Anklage sei zu Unrecht erhoben. Dieser Fall passierte Pferdekräfte berechneten und für die Schweiz bestimmten Dynamo am Mittwoch vor dem Spandauer Schöffengericht. Es waren zwei zu prüfen. Vorsichtshalber wurde die Maschine anfangs nur mit Gutsarbeiter, die auf dem der Deutschen Ansiedelungsbant geeiner Geschwindigkeit von achtzig Touren in der Sekunde an hörigen Gute Seegefeld arbeiteten, wegen Diebstahls angeklagt berichtet: Infolge einer Gaserplosion geriet nachts im Ostbahnhofe Ein brennender Eisenbahnzug. Hierüber wird aus Budapest gelassen, trotzdem sie auf eine weit höhere Tourenzahl berechnet Die Angeklagten wendeten ein, sie haben von dem Gute Brenn der Semliner Zug in Brand. Mehrere Wagen wurden zerstört, ebe ist. Kaum war die Maschine in Tätigkeit, fo löfte fich der etwa holz als Deputat zu verlangen. Bei ihrem Zuzuge nach Seegees gelang, das Feuer zu löschen. zehn Tonnen schwere Anter aus der Nabe und flog mit ungeheurer feld haben sie eine Quantität Brennholz mit nach dort gebracht. als zu mei Gewalt gegen die Decke, die er durchschlug. Andere Maschinen- Da das erste Deputatholz, welches sie in Seegefeld erhielten, tcile trafen die Außenwände der Halle und zertrümmerten mehrere grün und naß war, also erst getrocknet werden mußte, so hätten mittag 2 Uhr im Gesellschaftshaus Berliner Musiker", Kaiser- WilheluiArbeitslosenversammlung aller Fleischergesellen heute nach. Fenster. Das eigentliche Fundament, das ein Gewicht von mehr sie inzwischen ihr mitgebrachtes Holz verfeuert. Sie hielten sich Straße 18m.( Tellersammlung findet nicht statt.) als 40 Tonnen hat, blieb stehen. Durch die herumfliegenden Eisen- deshalb auch für berechtigt, bei ihrem Wegzuge von dem Gute teile wurden zehn Personen mehr oder weniger verlebt. Der Seegefeld eine gleiche Quantität Holz, wie sie nach dort mitArzt Dr. Böttcher nahm sich der Verunglückten an. Bei einem gebracht, von dem Seegefelder Deputatholz mitzunehmen. Der Arbeiter Müller waren die Verlegungen so schwerer Natur, daß Gutsverwalter, welcher die Strafanzeige erstattet hatte, im Vorder Patient sofort nach dem Westender Krankenhause geschafft verfahren aber gar nicht vernommen worden war, gibt vor Gericht werden mußte. Müller hatte neben anderen Wunden auch zwei diese Berechtigung der Angeklagten zu. Er will die Strafanzeige gefährliche Kopfverlegungen davongetragen. Bei den übrigen Per- auf Grund eines anonymen Briefes erstattet haben, in welchem sonen handelte es sich um leichtere Kontusionen im Gesicht, an den gedroht wurde, ihn selber anzuzeigen, falls er nicht Strafantrag Händen usw. Noch in den Vormittagsstunden wurden die Auf- stelle. Der Amtsanwalt Wolf führte aus, da das Deputatholz ein zäumungsarbeiten durch Arbeiterkolonnen in Angriff genommen. Aequivalent für geleistete Arbeit sei und dasselbe bei der Ueber Amtlich wird über den Vorfall berichtet: Heute früh er- gabe in das Eigentum der Angeklagten übergegangen wäre, die etgnete sich in der Halle für Groß- Maschinenbau der Siemens- beiden Angeklagten auch eigenes Holz mitgebracht und berbraucht Schuckert- Werke am Nonnendamm ein Betriebsunfall, bei dem hätten, so falle der Moment der rechtswidrigen Zueignung. Gegen brei Arbeiter ganz leicht und einer anscheinend etwas schwerer die Angeklagten sei zu Unrecht Anklage erhoben. Wenn man im am Kopfe verletzt worden sind. Der Unfall ist darauf zurück- Vorverfahren den Gutsverwalter gehört hätte, wäre die Anklage zuführen, daß eine für die Schweiz bestimmte große Dynamo- wohl nicht erhoben worden. Er beantrage deshalb Freisprechung. maschine, welche normal mit 500 Touren arbeiten sollte, aus- Das Gericht erkannte unter derselben Begründung auch auf cinandergeflogen ist in dem Moment, als sie mit der vertrags- Freisprechung. gemäß ausbedungenen, um 80 Broz. erhöhten Tourenzahl probeBedauerlich ist, abgesehen von der Erhebung der Anklage, daß weise in Betrieb genommen wurde. Einzelne Teile der Maschine nicht auch alle Auslagen der Angeklagten der Staatskaffe oder, flogen auf ziemliche Entfernungen in der Halle und beschädigten wozu das Gesez berechtigt, dem fahrlässigen Denunzianten aufauch die unmittelbar angrenzende Kopfwand der letteren. Der erlegt wurden. Schaden ist zurüdzuführen auf einen Gußfehler an der aus Stahlguz hergestellten Maschinennabe; die Bruchstelle weist eine ungefähr zwei Drittel der Fläche bedeckende Ungangstelle auf, die sich von außen auch nach der Bearbeitung nicht erkennen lassen fonnte, Kommunales. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Schmutige Wäsche. wochentäglich abends von 7 bis 9% Uhr statt. Sof, britter Eingang, vier Treppen, Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. -F. W. 1. Verlangen Sie Leistung des Offenbarungseides seitens des die Alimente. 2. Die Mutter kann die Herausgabe des Kindes verlangen. Polizeisergeanten und beantragen Sie ferner Beschlagnahme des Lohnes für 3. Ja. R. V. 111. An den Oberpräsidenten. F. V. 39. Wir ver mögen die Kasse nicht zu empfehlen. A. M. 50. Reichen Sie Jbre lage event. durch den Arbeitersekretär ein und bestehen Sie auf Zahlung des Lohnes für 14 Tage. Der Bescheid des Gemeindeſchreibers iſt irrig. wenn spätestens vor dreißig Jahren der Betreffende feine Pflicht anerkannt M. V. 45. Das gerichtliche Anerkenntnis wäre heute noch vollstrecbar, hat oder der Versuch einer Pfändung vorgenommen ist. Hat feines bon Melden Sie das Geschäft bei der Verwaltung der direkten Steuern beiden stattgefunden, so liegt Verjährung vor. 2. R. 100. -und beim Magistrat an. Ein Gewerbeschein ist nicht erforderlich. O. 9. 15. 1. und 2. In jeder größeren Stadt. 3. Das ist außer ordentlich verschieden. Sie können etwa dieselben Säße wie für Deutschland rechnen. Für Ihren Zweck würden wir Paris für den geeignetsten Drt halten. F. N. 2. 28. Die Sachen dürfen Sie nicht verkaufen, auch nicht nach einem Jahre, sonst könnten Sie Gefahr laufen, angeklagt zu werden. Sie können lediglich Ihre Forderung ausflagen. Wenn die Woh mung der Schuldnerin nicht zu ermitteln ist, würde öffentliche Zustellung für die slage zu erwirken fein. Am wenigsten Kosten entstehen, wenn Sie erereinbarung über die Belaffung der Gegenstände oder über den Verkauf treffen. Die Wohnung erfahren Sie eventuell durch Anfrage auf dem polizeilichen Meldebureau. 2. W. 1. Nein. - O. S., Gubener Straße. Die rückständigen Steuern müssen Sie zahlen; Ratenzahlung ist die Steuerdeputation auf Antrag zu bewilligen berechtigt, aber nicht verpflichtet. 2. K. 22. Ja. G. 5. 25. Ihre W. 2. 79. Lesen Sie zunächst Handlungsweise entspricht dem Gesek. ohnarbeit und Kapital" von Mary, dann den 2. und 3. Teil von Engels ben Klassen in England" und die Schriften von Stautsky Erfurter Pros Dührings Umwälzung der Wissenschaft", ferner Engels Lage der arbeiten. gramm" und" Marr ökonomische Lehren". R. 30. 1. Ja, er tann aber auch statt dessen den dreifachen Betrag der Jahresrente als Abfindung ver langen. 2. Die Pflichten aus dem Mietsvertrag laufen trop der Ausweisung weiter. 2. S. 101. Kosten würden Ihnen nicht angerechnet, indessen ist es awedmäßig, ausdrücklich der Fürsorgestelle zu erklären, daß Sie Kosten nicht zahlen und auch nicht etwa die Kosten als Armenlait sich auferlegen laffen Drte einen Hausierschein lösen. B. 32. Sie müßten bei den Polizeibehörden der verschiedenen Handlungsweise verstößt, soweit ersichtlich, gegen fein Strafgeset.- E. M. 50. 5. 137. Die von Ihnen beschriebene Sa, aber zur Zurüderstattung würde die Berufsgenossenschaft nur so weit verpflichtet sein, als die letzten beiden Jahre in Betracht kommen. Witterungsübersicht vom 26. März 1908, morgens 8 Uhr. wollen. 1 Eine mit dem Friedberg- Strach zusammenhängende Privatflage beschäftigte gestern das Schöffengericht Berlin- Schöneberg. Als Klägerin stand Fräulein Jsabella Scheybel dem Fräulein Ella Cohn in Schöneberg gegenüber. Die Klägerin war früher die Verlobte des Direktors Bohn, der in der Angelegenheit Friedberg und Genossen flüchtig geworden war und sich dann der Polizei selbst gestellt hat. Sie hatte von Fräulein Cohn deren Konfitürengeschäft in der Maaßenstr. 19 für 2000 m gekauft. Später brachen zwischen den Parteien Differenzen aus. Als die ersten polizeilichen Die Wahl des Genossen Singer zum Mit- Ermittelungen in der Friedberg- Sache durch den Kriminalfomglied der Schuldeputation hat, wie im Vorwärts" missar Waldemar Müller statfanden, verfügte letterer u. a. auch die schon gemeldet wurde, wieder mal nicht den Beifall der Verhaftung der jetzigen Privatklägerin, die jedoch bald wieder auf staatlichen Aufsichtsbehörde gefunden. Manchen wird es ver- freien Fuß gefeßt wurde. Sie beschuldigt nun das Fräulein Cohn, langt haben, zu wissen, wie die Freisinnigen unseres Stadt- daß sie dem Kriminalkommissar Müller und einigen Zeitungsparlaments fich hierzu stellen würden. In der gestrigen reportern Mitteilungen schwer beleidigenden Inhalts gemacht habe, die im wesentlichen darauf hinausliefen, daß in der Wohnung des Sigung erfuhr man's: fie legten es gehorsam Fräulein Scheybel Orgien unfittlicher Art gefeiert worden feien, z u dem übrigen. Warum auch hätten sie auf daß die Privatklägerin Erpressungen gegen Friedberg und Bohn muden sollen! Im stillen sind sie ja froh, daß die verübt habe usw. Die Privatklägerin behauptet, daß von allen Regierung ihnen wenigstens aus der Verwaltung der„ teuren" diesen Anschuldigungen kein Wort wahr fei. Die Angeklagte habe Volksschule die begehrlichen Sozialdemokraten fernhält. Zwar wahrscheinlich nicht erwartet, daß die Privatklägerin infolge der ciferte gestern gestern der der Stadtv. Rosenow, Nervenüberreizung des man müffe tonftatierten Kriminalfommissars „ protestieren". Aber keiner seiner Freunde ging hierauf ein, Fräulein Cohn für wahr gehalten, durch richterliches Eingreifen Stallonen Waldemar Müller, der jene kaum glaublichen Mitteilungen des und auch er selber machte teine bestimmten Vorschläge dar fobald entlassen werden würde und sie habe wohl geglaubt, ihre über, in welcher Form protestiert" werden solle. Die sozial Feindschaft ungestraft befriedigen zu können. Fräulein Cohn, demokratische Fraktion sah keinen Anlaß, durch eine Debatte ute übrigens Widerklage erhoben hat, bestreitet dagegen, behauptet die freifinnige Mehrheit in ihrem Ruhebedürfnis zu stören. zu haben, daß in der Wohnung des Fräulein Sch. Orgien unfitt- Swinemde 77166D 2wolfen! Die Wahl zur Besetzung des nun noch freien Sizes in der licher Art gefeiert worden seien; sie will auch keinem Reporter Mit Pamburg 770 Berlin teilungen über die Privatklägerin gemacht haben Was sie der Schuldeputation wird in der nächsten Woche stattfinden. Frantj.a. M. 767 ND Das Arbeitspensum der Stadtverordneten war gestern Polizeibehörde bei ihrer Vernehmung mitgeteilt, beruhe auf den Münden 767 D etivas reichlich bemessen, sie wurden aber geschwinder damit eigenen Witteilungen der Privattlägerin. Als sie dieser ihr Ge- Bien schäft verkaufen wollte, habe sie Baarzahlung von 2000 m. verfertig, als man es hatte erwarten dürfen. Zu einer kurzen, langt. Fräulein Sch. habe darauf erwidert, daß sie augenblicklich doch sehr bemerkenswerten Debatte tam es bei einem fein Gelb habe, aber wetten wolle, es in einer Stunde beschaffen ziemlich warm bei mäßigen östlichen Winden. Magistratsantrag, der zum ersten Male forderte, daß zu können. In ihrer Gegenwart habe dann Fräulein Sch. einen 770 D Better Staflenen Barometer. stand mm Binb Bun Bindstärke Beller Tenip. n.. 2 heiter-11 2Schnee -5 1 Haparanda 7746 3 wolfenl 2 Betersburg 770D 1 Scilly 764 SD 1 lberdeen 767 SGD 764 23 3 wolkig 4 wolfig 3 bededt 7 3 wolfen! 2 heiter 4 wollen!-4 Baris 769 Still halb bd. 1 Wetterprognose für Freitag, den 27. März 1908. Troden und vorwiegend heiter, nachts leichter Frost, am Mittag Berliner Wetterbureau L. Katz& Co. Spandauerstr. 45, a. Molkenmarkt Filialen: Ecke Kaiser- u. Schillingstraße Rixdorf, Bergstraße 65, am Bahnhof. Brandenburg a. H., Hauptstraße 59/60. Größtes Spezialgeschäft sämtlicher GastwirtsArtikel. 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