Nr. 77. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando? Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( jett. gedruckte) Wort 20 Bfg, jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Auswärtige Politik. Dienstag, den 31. März 1908. Klasse mit nicht geringerer Energie und nicht geringerer Schärfe alles bekämpfen wird, was den Frieden Deutschlands irgendwie wegen der Phantome der Weltpolitik gefährden Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Das Kanzlerblatt. tönnte. Die Meinung Bebels, daß es für Deutsch- Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" ist für den, der Simm Der deutsche Reichstag ist ein armes Parlament. Tritt lands nichts Gleichgültigeres geben könnte als Marotto, für unfreiwillige Komit befizt, oft ein recht lustiges Blatt. Ihr dies schon in der inneren Politik hervor, die immer mehr zu ist die Meinung der gesamten deutschen deutschen Arbeiter- pedantischer Geheimratsstil ist zwar höchst ledern und langweilig, einer Domäne der preußischen Junkerregierung wird, so schaft. Schlimm genug, daß zu Beginn des marokkanischen und ihre Auffassung der geschichtlichen Vorgänge bleibt noch um vollends in der auswärtigen Politik. Hier schaltet seit Abenteuers eine Kriegsgefahr auftauchen konnte! Wenn Bebel etliche Nasenlängen hinter der Geschichtsflitterung der zünftlerischen Bismarcks Tode der Träger der Krone fast unumschränkt. mit Recht sagte, die Algecirasatte liegt zerrissen zu preußischen Hofhistoriographie zurück; dafür aber bietet das BülowAus einem Mittel parlamentarischen Einflusses ist hier die Europas Füßen, so muß auch gesagt werden, daß die Blatt etwas, was selbst die, Staatsbürgerin" nicht in gleichem Maße tonstitutionelle Fiktion der Unverantwortlichkeit der Krone deutsche Diplomatie ihre Flickversuche an diesem Stück besitzt: eine starke Borliebe für Trivialitäten, Begabung für unfreiwillige zu einem Mittel geworden, jede freie Kritik der auswärtigen Papier, dem einzigen Ertrag ihrer langjährigen Tätigkeit, Selbstverspottung und vor allem eine an die komische Würde ge Politik zu behindern, die Verantwortung des Trägers dieser zwar fortsetzen mag, aber auch alles vermeiden wisser Stelzvögel erinnernde selbstgefällige Gespreiztheit, die fast Politik zu verhüllen und jedes rechtzeitige Eingreifen des muß, was den europäischen Frieden gefährden zu der Ansicht verleiten könnte, das offiziöse Blatt suche sich für die Parlaments unmöglich zu machen. Nirgends aber geht der tann. häufigen Rügen aus dem Reichskanzleramte dadurch zu rächen, daß Einfluß eines Parlaments Ileichter verloren, als auf dem Ge- Wäre der Dptimismus den herrschenden Klassen in Deutsch- es die genialen Gedanken des jeßigen Leiters der auswärtigen biete der auswärtigen Politit, wo die Kontrolle nur dann land nicht bereis zur notwendigen Lebenslüge geworden, die Politik absichtlich in eine möglichst triviale und lächerliche Form wirksam sein fann, wenn sie ständig ausgeübt wird. Diese Inhaltslosigkeit gerade dieser Debatten müßte fie traurig bringt, um die Spottlust des Auslandes herauszufordern. Und Möglichkeit fehlt aber dem deutschen Reichstage vollständig. stimmen. Während in England und Frankreich und selbst diese Begabung für das Fach des Komischen wird durch Sein Interpellationsrecht hängt gänzlich in der Luft, denn in Rußland auf eine stolze Reihe internationaler Verträge und eine derartige Unkenntnis der internationalen politischen die Beantwortung der Fragen steht im Belieben der Erfolge hingewiesen werden kann, muß sich Deutschland mit Literatur ergänzt, daß die Ausführungen des offiziösen Blattes oft Regierung. Andere wirksame Mittel, dringende Angelegen dem mageren Trost des Dreibundes begnügen, der zwar als noch viel prickelnder auf die Lachluft wirken, als Erzbergersche heiten sofort zur Sprache zu bringen und sie ent- Friedensbündnis ganz nüglich ist, aber für die Absichten der Phrasen über die Unsterblichkeit der Negerseelen. scheidend zu beeinflußen, stehen dem Parlament vollends deutschen Politik auch ganz bedeutungslos ist. Gerade in den Einen neuen Beweis für diese ihre Qualitäten liefert die ,, Nordd. nicht zur Verfügung. Und zu alledem kommt noch, daß die Verhandlungen über die internationalen Verträge trat die allgem. 8tg." in ihrer legten Sonntagsnummer. Sie beschäftigt deutsche Regierung geflissentlich dem Reichstag alle jene In- Schwäche der deutschen Politit offensichtlich zu Tage. Als sich dort mit unserer Notiz in Nr. 75 des Vorwärts", in der sie formationen vorenthält, die anderen Parlamenten zur Ver- Bebel die Wichtigkeit der Nord- und Ostsee- Verhandlungen des Streifbruchs geziehen wurde. Natürlich weist sie diesen Vorwurf fügung stehen. hervorhob und eingehend die Aalandsfrage behandelte, zurüd. Doch vermag sie nicht zu leugnen, daß sie Bülows Doch fehlt im deutschen Parlament nicht nur die Macht, hüllte sich der Staatssekretär v. Schoen in das diplomatische Rede vor der Beendigung des Journalistenstreits veröffentlicht sondern auch der Wille zur Macht, der die Hindernisse, die Geheimnis und versäumte die Gelegenheit, die schwedische hat; nur meint fie, die Vertreter der Bundesregierungen seien nicht die Geschäftsordnung bietet, überwände. Schon lange und Volksstimmung für Deutschland zu gewinnen. Ganz im Gegen- Mitglieder des Reichstages und deshalb gelte der Streit nicht für vollends in der Äera der Blockpolitik hat die Majorität faze dazu ließ Bülow sich die Gelegenheit nicht entgehen, die ihre Neden, und zweitens wären Bülowsche Neben eigentlich ihre Macht der Regierung überlassen, aus Angst, die englische Volksmeinung zu verlegen, indem er mit auf- gar teine Reben, sondern actes diplomatiques"( diplomatische parlamentarische Macht könnte einst einst aus einem Herr- fallender Schärfe die Reformvorschläge der englischen Re- Handlungen), bei denen höchst wichtige nationale Interessen auf dent schaftsmittel der Bourgeoisie zu einem solchen des gierung in Makedonien zurückwies und sich zum Schüßer des Spiele ständen. Doch wir wollen uns über diese Einschätzung der Proletariats werden! So find die Verhandlungen über türkischen Regimes aufwarf. Es sind Ungeschicklichkeiten, die politischen Bedeutung Bülowscher Reichstagsplaudereien nicht mit auswärtige Politik im deutschen Reichstage kein lebendiges dem Geiste von Diplomaten erwachsen, welche die Verachtung, dem Kanglerblatt in eine Diskussion einlassen; charakteristischer für politisches Einwirken auf die internationalen Verhältnisse, die sie im Innern allen Stimmungen und Wünschen des die Qualität des Blattes ist die kleine Anrempelung des Vorwärts", sondern eine Art historischer Rückschau, die aber deswegen sehr eigenen Volkes entgegenzusetzen gewohnt sind, auf das Ausan Wert verliert, weil diese Historiker mit ihrem Gegenstande land übertragen und auch die Völker des Auslandes mit dersehr wenig vertraut find; oder im noch schlimmeren selben Rücksichtslosigkeit behandeln, als ob es preußische oder Falle es öffnen sich die Schleusen einer Beredsamkeit, die sächsische Untertanen wären. um so selbstgefälliger ist, je mehr die Herren überzeugt Gerade in der Stellungnahme zu England enthüllt sich so sind, daß das Auftürmen und Einstürzen ihrer konjetturalen recht die Schwäche der deutschen Politit. Fürst Bülow hatte Phantasiegebäude in der Welt ber Tatsachen auch nicht den Beifall der Bürgerlichen auf seiner Seite, als er mit einmal die Luft erschüttert. seinem ganzen Pathos erklärte, in Wehrfragen lasse sich Deutsch11 " die es sich bei dieser Gelegenheit leistet. Es schreibt nämlich: Ausgeschlossen von der besseren Haltung haben sich natürlich die sozialdemokratischen Organe, wobei der Vorwärts" einen fleinen Unfall erlitt, der niemand mehr erfreut haben fann, als die edlen Sechs", feine früheren, wegen Mangels an Kenntniss lofigkeit entlassenen Redakteure. Das Blatt nahm einen noch nicht aufgeklärten Vorfall in der westdeutschen Presse zum Anlaß, um den bürgerlichen Journalisten insgesamt nun doch noch eins auszuwischen. Es wählte dazu die lebrschrift:" Hier ist Rhodus, hier tanzel" Am 14. März hatte nämlich derfelbe Vorwärts" in einer Feiernummer für Karl Marg ein lateinisches Bitat bei ihm Rhodus, hic salta" feinen Lesern berdeutscht mit: Hier ist die Rose, hier tanze"!! Jezt wollte er mithin auf einem Schleichwege jene fühne, allzu fühne Ueberfegung berbessern, wurde die böse" Rose" auch zugunsten der Insel los, behielt aber das„ Tanzen" bei. Heißt es unter den Genossen: Wer nicht pariert, der fliegt", so wird vermutlich für ihre Lateiner gelten: Wer nicht springen fann, der tanze." hic Es war daher ein lehrreiches Symbol, daß in diesem land nichts dreinreden, die Flotte werde weiter vermehrt Jahre die Debatten über die auswärtige Politik stattfanden, werden. Und doch deckt diese Bemerkung den Grund der deutschen ohne daß die Deffentlichkeit etwas davon erfuhr. Und diese Mißerfolge auf. Deutschland ist eine Landmacht; die Stärke Satire, die die nicht schreibenden Journalisten diesmal seiner Stellung liegt auf dem Kontinent. Seit Jahren aber schrieben, wirkt um so erheiternder, als die parlamentarische sucht es seine Zukunft auf dem Wasser. Ohne direkten Zu Komödie besonders sorgfältig inszeniert gewesen ist. Alle gang zum atlantischen Ozean ist es durch die natürlichen Redner der bürgerlichen Parteien versicherten feierlichst, daß alle geographischen Verhältnisse an dem Wettbewerb der Westmächte Interessengegensäte gegenüber dem Auslande schweigen, alle Zwie- um die Kolonien ausgeschlossen gewesen, Bei der Teilung Erde tracht der inneren Politik verstummen müßte. Selbst Fürst der fam es zu spät. Der Versuch einer Bülow versuchte, das erstaunte Ausland für den Augenblick Korrektur der geographischen Verhältnisse durch Das fenntnisreiche Blatt nimmt also an, die launige Ueber mit einem einigen Deutschland zu bluffen und berief sich da- beschleunigteren Ausbau der Flotte mußte bei den feßung des Sages ,, Hic Rhodus, hic salta" mit„ Hier ist die Nose, für, wenig geschickt aber um so auffälliger, auf eine Aeußerung großen Seemächten naturgemäß das Gefühl einer Bedrohung hier tanze!" fei von der Redaktion des„ Vorwärts" vorgenommen. Jur Bebels über Marokko. erweden. Und dieses Gefühl wurde noch verstärkt durch jene Wirklichkeit rührt diese Ueberfegung von Mary selbst her; und wer Aber gerade diese scheinbare Uebereinstimmung Bülows Briefe, Telegramme und Reden des Admirals des die Tendenz der Schrift, der sie entnommen ist, nämlich dem„ Achtmit Bebel enthüllt den scharfen Gegensatz, der zwischen den atlantischen Ozeans" und durch die Skrupellosigkeit einer zehnten Brumaire des Louis Bonaparte", Tennt und weiß, an Anschauungen des Proletariats und denen der herrschenden Politik, welche zu Wahlzwecken alle chauvinistischen Instinkte welcher Stelle der betreffende Satz steht, der weiß auch, daß es Klasse in Deutschland besteht und durch keine parlamentarische aufzupeitschen suchte. Derselbe Bülow, der an der Komödie sich hier um feinen Ueberfegungsfehler, sondern um Inszenierung verhüllt werden kann. Fürst Bülow sprach von dem des einigen deutschen Voltes" mitwirkte, hat zu Beginn des eine launige Satire handelt; sprach und schrieb doch Marg nicht nur sehr unbefriedigenden" Zustand in Marokko. Jedoch diese Zu- Jahres 1907 mit allen Regiekünsten, die dem Faiseur zu Ge- deutsch, französisch und englisch, sondern auch italienisch, russisch, stände sind in allererster Linie unbefriedigend für die Franzosen. bote stehen, jenen Wahlfeldzug gegen die Vaterlandsfeinde griechisch und lateinisch. Tatsächlich hat denn auch, obgleich seit der Wenn es aber nach dem Willen der herrschenden Selaffe ge- inszeniert, der das deutsche Volk der Blodmajorität aus. 1852 in Amerita veröffentlichten ersten Auflage des Achtzehnten gangen wäre, wenn deren unglückselige Politik, die in der geliefert hat. Aus dieser Situation in letter Linie erklärt sich Brumaire" vier starte deutsche Auflagen( bei Otto Meißner, Ham Zangerreise des Kaisers gipfelte, erfolgreich gewesen wäre, jener Ring von Allianzen, der unter Englands Führung um burg) erschienen sind und die betreffende Stelle der Schrift vielfach dann wären diese unbefriedigenden Zustände" in ihrer ganzen Deutschland geschlossen ist, und die völlige Unfruchtbarkeit von Margkritikern zitiert worden ist, fein verständiger Leser oder Verderbnis über Deutschland hereingebrochen. und der gänzliche Mißerfolg der deutschen auswärtigen Politik, Kritiker daran gezweifelt, daß Marx in die Uebersetzung Ironie Das deutsche Proletariat genießt jetzt einen lebendigen die nicht begreift, daß Deutschlands Stellung nur durch Ver- hineinlegen wollte. Zu der superklugen Entdeckung, der Name Anschauungsunterricht, was fapitalistische Kolonialpolitit träge zu verbessern ist, deren wichtigster Inhalt eine Ver- der Insel Rhodus wäre aus Sprachuntenntnis mit" Rose" Frankreich ist in Marotto in einen schweren ständigung mit England über die Einschrän übersetzt worden, sind erst in Krieg verwickelt, der ungezählte Millionen foſtet, der tung der Rüstungen wäre. Aber die kapitalistische die Gelehrten der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" gelangt. eine Armee von Zehntausenden erfordert, während die Sucht nach Expansionen, die die herrschende Klasse Deutsch- Allerdings, da ihr die Maryschen Werke wie auch die antimarxistische Aussicht auf Erfolg gering ist und die Kosten der Er- lands erfüllt, hindert eine solche Politik. Kritik, soweit nicht preußische Geheimräte zu legterer beigetragen werbung heute schon den Nugen übersteigen würden. Die deutsche Sozialdemokratie stimmt auch nicht in haben, völlig unbekannt ist, so nahm sie an, der Vorwärts" hätte Frankreichs Macht ist in Maroffo festgelegt; seine euro- einem Punkte mit dieser Politik überein, deren schärffte sich die Uebersetzung Hier ist die Rose, hier tanze" gepäische Stellung, soweit sie auf rein militärischen Stärke Gegnerin sie ist. Sie will sich im Innern die Demokratie er leistet. Sätte sie gewußt, daß diese Uebersetzung sich in allen, teilverhältnissen beruht, geschwächt. Das ist die Politik, welche fämpfen, um die Interessen der Arbeiterklasse auch in der weise von Marg selbst durchgesehenen Auflagen des„ Achtzehnten auch unsere Regierung in Deutschland einschlagen wollte. auswärtigen Politik, in dieser unumschränkten Domäne des Brumaire" befindet und von den Marykritikern bisher nicht beWenn dies vermieden worden ist, so ist es wahrhaftig nicht das Absolutismus, endlich zur Geltung zu bringen. Indem sie anstandet worden ist, so hätte sie vielleicht doch ihre tiefgründige Verdienst der deutschen Regierung, sondern die Folge der Ge- den Militarismus, den Marinismus. und die Kolonialpolitik Weisheit für sich behalten, ftaltung der internationalen Verhältnisse, des Bündnisses bekämpft, treibt sie die einzig wirksame Friedenspolitik, die Die„ Nordd. Allgem. 8tg." beweist demnach durch ihre Aeußerung zwischen den Westmächten, der Jsoiierung Deutschlands und den Interessen der großen Masse des deutschen Volkes ent- nur, daß sie weder die Warge, noch die Anti- Marg- Literatur fennt. nicht zuletzt der Gewißheit, daß jedes koloniale Abenteuer auf spricht. Indem sie für eine Verständigung mit Ihr daraus einen Vorwurf zu machen, fällt uns nicht ein; die den stärksten Widerstand des Proletariats stoßen würde. Aber England, vor allem auch auf dem Gebiete der Flotten- Weisheit der Bülowschen Schwäßereien, der actes diploauch unsere Herrschenden müßten lernen, daß der Widerstand politik eintritt, zeigt sie das einzige Mittel, das Deutsch- matiques", genügt mehr als reichlich für ihren geistigen Hausgegen die Kolonialpolitik nichts weniger als eine Sache des land aus der heutigen nichts weniger als glänzenden folie gebrauch.deutschen Proletariats allein ist. Im französischen Parlament rung herausführen kann. Die deutsche Arbeiterklasse hat spielt sich ja gerade auf dem Gebiete der äußeren Politit ein feinen Anteil an jenem unklaren und deshalb um so gefähr Stück schärfsten Klassentampfes ab. Mit unermüdlicher Aus- licheren Imperialismus, der die deutsche Bourgeoisie heute dauer und steigender Energie führt die französische erfüllt. Dieser auswärtigen Politik, deren Mißerfolge notSozialdemokratie den Kampf gegen die Gewissen wendig sind, deren Erfolge gefährlich wären, ist sie ein Tosigkeit des marokkanischen Abenteuers. Unsere Herrschende unerbittlicher Feind gerade im Interesse der friedlichen unKlasse mag die Lehre ziehen, daß die deutsche Arbeiter- I gestörten Entwickelung der deutschen Nation. bedeutet. B " ihrer findlichen Naivität Grigori Gerichuni. Am Sonntag wurde Grigori Gerschuni in Paris zu Grabe getragen. In ihm verliert die sozialrevolutionäre Partei Rußlands einen starken Geist, einen genialen Organisator Gerschnni starb in der Blüte seiner Kraft, nur 37 Jahre Kit. Die furchtbaren Qualen, denen die Zarenregierung diesen ihren hervorragenden Feind unterwarf, untergrub die Gesundheit dieses außerordentlich starken, ausdauernden Mannes und führten ihn vor der Zeit ins frühe Grab. Gerschuni entstammte einer wohlhabenden Kaufmanns- familie. Schon als Student der Kiewer Universität nahm er regen Anteil an öffentlichen Angelegenheiten. Nach Ab- folvicrung seiner Studien siedelte er nach Minsk über, wo er sich der öffentlichen Tätigkeit mit Leib und Seele hingab. Hier trat er auf dem Gebiete der kulturellen Tätigkeit sofort in den Bordergrund: in kurzer Zeit schuf er unentgeltliche Volksschulen, Bolksvorlesungen, eine Gesellschaft zur Ver- breitung der Bildung usw. Allein eben diese Tätigkeit lenkte die Aufmerksamkeit der russischen Gendarmerie auf ihn. und er wurde auf Befehl des berüchtigten Moskauer Oberspions Subatow in Haft genommen. Die fehlgeschlagenen Versuche, eine rein kulturelle Tätigkeit in umfassendem Maßstabe zu entfalten, überzeugten Gerschuni sehr bald, daß die Zeit für eine solche Tätigkeit noch nicht angebrochen war und daß man erst vor allem die Zarenregierung, die dieser Tätigkeit im Wege stand, beseitigen mußte. In allem konsequent und sich selber treu, gab er seine bisherige Existenz auf, brach alle per fönlichen Beziehungen ab und ging, nachdem er sich der sozial revolutionären Partei angeschlossen hatte, im Jahre 189st zur illegalen Tätigkeit über. Nach kurzer Zeit wurde er vom Zentralkomitee der sozial-revolutionären Partei mtt be- sonderen Vollmachten für die organisatorische Tätigkeit in Rußland ausgerüstet. Hier bewährte er sich als glänzender Organisator. Unermüdlich arbeitete er an der Organisation neuer Gruppen; eine Reihe gut funktionierender Geheim- druckereien wurden von ihm eingerichtet; er war es auch hauptsächlich, der den Transport der in der Schweiz heraus- gegebenen revolutionären Literatur über die russische Grenze organisierte. Die Zeit seiner Tätigkeit fällt zusammen mit einer energischen Kampftätigkeit der Partei. Damals wurden die Attentate auf den Minister des Innern, Sipjagin. den Gouverneur von Ufa, Bogdanowitsch, gegen Pobjedonoszew und den Fürsten Obolensky organisiert. Gerschuni nahm auch regen Anteil an der literarischen Tätigkeit der Partei und gehörte zu den hervorragendsten Mitarbeitern des Parteiorgans„Revoluzionnaja Rossija". Keine Ruhe bei Tag und Nacht kennend, bereiste dieser „stählerne Mann", wie ihn die Gendarmen nannten, jähre- lang die entlegensten Gegenden des ungeheuren Reiches. stützte durch Wort und Tat die erstehende Organisation, schuf neue Organisationen, vertiefte und verbreitete die revo lutionäre Tätigkeit der sozialrevolutionären Partei. Im Mai 1303 deckte ein unglücklicher Zufall seinen Aufenthalts- ort für die Polizei auf. Man ergriff ihn. schlug ihn in Ketten und brachte ihn nach der Peter-Pauls-Festung. Vor Gericht hielt er sich so mutig und würdevoll, daß selbst russischen Richtern der Ausruf entfuhr:»Das ist ein Mann!" Das hinderte natürlich nicht, diesen„Mann" zum Tode zu verurteilen. Drei Wochen erwartete er stündlich die Voll- streckung des Todesurteils, allein die russische Revolution stand schon vor den Toren und die Regierung wagte nicht, Gerschuni zu ermorden. Sie„begnadigte" ihn und brachte ihn nach der berühmten Schlüsselburger Festung. Nach dem ersten Sieg der Revolution wurde er Ende 1905 nochmals «begnadigt" und nach der„Katorga" in Akatny in Sibirien geschafft. Von hier flüchtete er Ende 1906. Die Einzel- heiten dieser berühmten Flucht sind von ihm selbst geschildert worden. Zur Freiheit gelangt, besuchte Gerschuni alle russischen Kolonien in Amerika und sammelte eine bedeutende Summe zur Unterstützung der revolutionären Bewegung in Rußland. Von dort zurückgekehrt, wohnte er dem 2. Kongreß der sozial- revolutionären Partei bei, wo er einstimmig in das Zentral- komitee gewählt wurde und wieder an die Spitze der revo- lutionären Tätigkeit seiner Partei trat. Allein seine physischen Kräfte waren schon gebrochen. Im Oktober vorigen Jahres wurden Gerüchte laut, daß er ernst erkrankt sei. Er lehnte jedoch den Vorschlag seiner Freunde ab, sich einer ernstlichen Kur zu unterwerfen und nahm ihn erst dann an, als er sich nicht mehr halten konnte. Im De- zember gelang es, ihn nach der Schweiz zu schaffen, wo er am 16. März im Züricher Hospital, fern von Freunden und Ver- wandten, seinen Leiden erlag... Das war das Leben Gerschunis, eines Helden des Geistes und Titanen des Willens. Sein Leben war kurz, aber schön! Sein Name ist mit unauslöschbaren Zügen in der Geschichte des russischen Freiheitskampfes verzeichnet und wird leben neben den Namen der Helden, die für die Ideale der Freiheit, kür die Ideale des Sozialismus gekämpft haben.. Das Begräbnis. Paris» 20. März. lPrivatdcPcsche dcS„VorwäriS".) Gerschuni ist auf dem Friedhofe von Moni Parnaß an der Seite Peter Lawroffs beigesetzt worden, der Mann der Tat. der russischen Revolution, neben ihrem tiefen Denker. ES war eine machtvolle sozialistische Traucrkundgebung von internationalem Charakter. Der Leichenzug begann auf Anord- nung der Polizei um 11 Uhr vorinittagS. Clcmenccau hatte sogar die Absicht gehabt, die aus der Schweiz übergeführte Leiche auszuweisen! Mindestens 8000 Personen marschierten im Zuge, zum großen Teil Russen aller revolutionären Richtungen. Die Kränze zählten nach vielen Hunderten. Genosse HuySman überbrachte den Kranz des internationale sozia- listischen Bureaus. Die belgische Partei war durch Genossen Macs vertreten. Die Genossen Ulianow und Onipko repräsentierten die Abgeordneten der ersten Duma. Die meisten sozialistischen Parteien hatten, ebenso wie die deutsche Sozialdemokratie, Beileidsschreiben geschickt. Am Grabe sprachen hervorragende russische, polnische und französische Gc- nassen. Unter den Klängen der Internationale wurde die Leiche in die Gruft gesenk'_ politilche öeber ficht. Berlin, den 30. März 1908. Parlamentarische Aufräumungsarbeit. Heute soll im Reichstage die dritte Lesung de? Etats zu Ende gebracht werden, damit am 31. März der Bundesrat sein Siegel unter die Reichstagsbeschlüsse drücken und sonnt der Etat noch am letzten Tage vor Beginn des Etatsjahres verabschiedet werden kann. Bei dieser'parlamentarischen SufräumlMgSarbeit mutz natürlich der Kehrbesen mit unheimlicher Hast arbeiten. Militäretat. Marine- etat, Postetat, Kolonialetat— alle? das harrte noch der Erledigung, als die Sitzuug begann. Den Löwenanteil der verfügbaren Zeit fraß natürlich der Militarismus auf. Eine Fülle Einzel- befchwerden wurden im Galopp vorgeritten. Unsererseits übte Genosse S ü d e k u m zunächst Kritik an der unheilvollen Stellung des Militärkabinetts und erwähnte dann im Anschluß an eine Bemerkung des Herrn Erzberger über die Be- günstigung der Firma Krupp, daß ein im Jahre 1871 dieser Kanonenfirma gegebenes Darlehen auS dem preußischen Kran- fideikommiß nicht zurückgezahlt, sondern als werbendes Kapital der Firma belassen worden sei. Der General S i x t v. Arnim regte sich darüber bis zu unparlamentarischen Ausdrücken ans, die er später dahin erläuterte, daß sie nicht auf irgend einen Abgeordneten gemünzt gewesen seien. Genosse Scheidemann brachte die vielen Unfälle bei den letzten Kaisermanövern im Paderbornschen zur Sprache und leuchtete dem meckleichnrgischen Patrioten v. Treuenfels heim. der so ungeschickt gewesen war, die Stellung eines Offiziers mit der eines sozialdemokratischen Parteiangestellten in Parallele zu setzen. Scheidemann zog daraus mit Recht den Schluß, daß nach junkerlicher Auffassung der Offizier nur ein uniformierter An- gestellter der konservativen Partei zu sein hat. Herr Gröber brachte den praktischen Antisemitismus des Offizierkorps zur Sprache, was dem Kirchenmaler Bindewald den Anstoß gab. dem Hause ein heiteres Biertelstündchen durch eine Galavorstellung aus dem Jdeenschatze des.indogermanischen" Rassen antisemitismus zu bereiten. Den Etat der Justizverwaltung nahm Herr Müller- Meiningen zum Lorwand, um— ausgesucht in dieser Zeit- bcdrängniS— dem Hause seine persönlichen Kümmernisse vor- zustöhnen. Er hielt eS aber doch für ratsam, den zweifelnden Hörern die feierliche Versicherung zu geben, daß er nicht aus persönlicher Eitelkeit— beileibe nicht!— darüber klage, daß seine Dichterehre schnöde angetastet sei durch Herrn Roeren und daß die böse Presse ihm— dem geschaftlhubernden Müller aus Meiningen— seine Zwischenträgerei im Pressestreik mit schnödem Undank und geflissentlicher Nichtachtung lohne, Und seine Tränen fließen, Wie Bächlein über Wiesen. Der Wehmut und Ergriffenheit deS HauseS gab Herr Roeren den passenden Ausdruck, indem er um 6 Uhr beantragte, das Haus möge sich nunmehr bis 8 Uhr vertagen, um mittlerweile seines Mitgefühls mit den Schmerzen des gekränkten Dichters Herr zu werden. Das ward denn auch beschlossen und um 8 Uhr trat dag Haus wieder zusammen, um nunmehr, währe eS auch bis nach Mitternacht, den Etat zu Ende zu bringen.— Das Börsengesetz-Kompromih. Die Freisinnigen erhalten ihre Belohnung für den von ihnen beim Reichsvereinsgesetz getriebenen Verrat. Die Bemühungen nationalliberaler Abgeordneter, zwischen den freisinnigen und den konservativen Fraktionen eine Verständigung über die Börsengesetz- Novelle zustande zu bringen, haben Erfolg gehabt. Die Konserva- tiven l)aben sich bereitfinden lassen, trotz ihres Widerwillens und ihres stetigen RäsonnementS gegen das„jüdische Börsen- tum", den Freisinnigen für die geleisteten reaktionären Dienste eine Abschlagsgratifikation zu gewähren. Die vereinbarten Anträge ür die morgen in die zweite Lesung eintretende Börsengesctz- kommission liegen bereits gedruckt vor. Möglich, daß an einigen dieser Anträge noch etwas geändert werden wird, im wesentlichen aber dürften sie in der Kommission Annahme finden. Die wesentlichen Zugeständnisse der Konservativen find fol- gende: Die im§ 54 der Vorlage von der Regierung vorgeschlagene Beseitigung deS BörsenregistcrS und seine Ersetzung durch das Handelsregister war in der ersten Lesung der Kommission abgelehnt worden. Jetzt wird die ursprüngliche Fassung der RegierungS- Vorlage wieder hergestellt, und zugleich den Kleingewerbetreibenden und Handwerkern, die in das Handelsregister eingetragen sind, ge- tattet, Börsentcrmingeschäfte abzuschließen. Ferner wird das Rück- orderungSrecht für bestellte Sicherheiten und der Diffcrenzeinwand beseitig!, sowie das Termingeschäft in Jndustrieaktien freigegeben, öweit nicht der Bundesrat eine Einschränkung für notwendig halten sollte. DaZ Termingeschäft in Getreide und Mehl bleibt dagegen formell verboten; doch wird das sogenannte Handelsrecht- lichc Lieferungsgeschäft auf Zeit(das Termingeschäft auf Umwegen) gestattet— aber nur innerhalb eines bestimmten engen Personen- kreiseS, nämlich zwischen Landwirten, Getreide- und Mehlhandlern, Müllern und Bäckern. Und zugleich wird im§ 08 bestimmt, daß für ein Geschäft, daS„in der Absicht geschlossen ist, der Unterschied zwischen dem vereinbarten Preise und dem Börsen- oder Markt- preise der Lieferungszeit solle von dem verlierenden Teile an den gewinnenden bezahlt werden", die Rechtssicherheit beseitigt wird, o daß also hier das Rückforderungsrecht wie bei verbotenen Termingeschäften in Getreide und Mehl im vollsten Maße Platz greift. Die Freisinnigen erlangen also keineswegs alles, waS sie im Auftrage der Börse forderten, aber doch eine ansehnliche Abschlags- Zahlung. ES bleibt ihnen die Gunst der Börse im kommenden Wahlkampf erhalten. Und diese Gunst wiegt nach der Ansicht der Mugdan-Wiemer-Müller die Preisgabe der Volksrechte reichlich auf. Die Spartaner des Herrenhauses. Das Haus der prcußisck?en Lords unterhielt � sich am Montag über den Etat— eine Beschäftigung, die so er- chöpfend wirkte, daß bei Sitzungsschluß nur noch etwa 20 Pairs zur Stelle waren. Die Debatten bewegten sich bei» nahe auf der Höhe des Dreiklassenhauses. Am interessantesten war noch, was über den Grunewald gesagt wurde, wobei sich zeigte, daß die geborenen Gesetzgeber doch nicht ganz so vom blinden Haß gegen Berlin verblödet sind, wie die Erkorenen lies Dreiklassenwahlunrechts. Es wurde sogar ein Antrag des Herzogs von Trachenberg— der im Reichstage als Fürst Hatzfeld geführt wird— angenommen, der so etwas wie eine Phantasiezügelung gegen die Berwiistung des Grüne- Walds sein soll. Eine hervorragende Rolle in der Sitzung spielte einer von den vielen Schulcnburg im Herrenhause— die Sippe Schulenburg ist daselbst fast so zahlreich vertreten, wie die ohnas und die Eulenburger von Botho bis Phili. Der besagte S ch u l e n b u r g, zur Vermeidung von Ver- Wechselungen mit den anderen Schulenburgern als Schulenburg- G r ü n t h al geführt, zeterte darüber, daß i)ie Gestütsverwaltung durch luxuriöse Dienstwoksnungen hre Beamten zu sträflichem Luxus verführe. Als gegen diese Junkerkapuzinade selbst der blockfromme Bender- Breslau aufzumucken und an gewisse nicht gerade rugale Gepflogenheiten des Korpslebens zu erinnern wagte, sprang Graf Mirbach der Sorquitter in die Bresche und stellte sich als moderner Spartaner vor, der all- täglich seine Frühstiickssuppe an einfach gehobelten Tischen auslöffele— nämlich bei Habel, Unter den Linden. Weil nun nach den Forschungen der Gelehrten Schweinefleisch die Hauptrolle bei der schwarzen Spartanersuppe gespielt hat, lag es nahe, daß der Staatsstreichgraf auch die Schweine- preise in den Kreis seiner Betrachtung zog.. Merdings als Produzent, nicht als Konsument. Graf Mirbach verlangte— Maßregeln gegen die„billigen" Schweine- preise! Der eben erwähnte Graf Schulenburg zeigte sich in der Montagssitzung nicht bloß als Spartaner, sondern auch als eifriger Verehrer der Legende vom Klapperstorch, der in höchster Besorgnis um die Sittlichkeit, insbesondere aue- ländischer Studentinnen, diese vom Besuch aller Vorlesungen, in denen von geschlechtlichen Dingen die Rede ist, aus- schließen will. Am Dienstag geht es weiter. Konsterniert— aber schnell gefaßt! In einer Versammlung in Stettin erzählte Herr K o p s ch über den O r d e n s s e g e n, der wegen der Verdienste um die Bülow- Politik über die bekannten„freisinnigen" Blockhandlanger nieder- gegangen war, folgendes Geschichtchen: Als man seinerzeit im Reichstage auf den Plätzen die Einladungen zum Ordensfeste vorgefunden, sei„man" ganz„konsterniert" gewesen. Die Freifinnigen seien zu einer Beratung zusammengetreten, mid man habe jemand abgesandt mit der Frage, ob die Absicht der Dekorierung nicht rückgängig zu machen sei. DaS wäre verneint worden. In weiterer Beratung habe man dann festgestellt, daß auch frühere verdiente Freisinnige: Forckenbcck, Mommsen, Birchow usw. Orden erhalten und angenommen hätten, und es eine Beleidigung dieser Männer noch im Grabe sei,- wenn man jetzt die Orden ablehne. Die zu Ordensrittern auSersehenen Freisinnshelden waren also anfangs selbst„konsterniert". Daß dem Verrat der freisinnigen Prinzipien der Lohn in Gestalt einer OrdenSanSzeichnung so un- mittelbar auf dem Fuße folgte, wurde selbst von den Fischbeck und Memer alS zu blamabel empfunden. Deshalb suchte man die offizielle Brandmarkung zu verhüten. Als daS aber nicht gelang. besann man sich rechtzeittg darauf, daß ja auch die Forckenbeck, Mommsen und Virchow Orden erhalten und angenommen hatten. Allerdings, nur trugen„damals die Ordensverleihungen einen weniger odiösen Charakter. Daß Forckenbeck als Ober bürger- meister von Berlin bei Ordensfesten nicht übergangen werden konnte, verstand sich ebenso von selbst, wie die Ordens- auszeichnung so bedeutender Gelehrter wie Mommsen und Virchoiv, eine Auszeichnung die diesen Männern zuteil wurde, trotzdem sie Freisinnige waren. Die neuen freisinnigen Ordensritter haben aber nicht den geringsten wissenschaftlichen Ruhmestitel aufzuweisen; sie erhalten ihren Roten Adlerorden IV. Klasse ausschließlich wegen ihrer Handlangerdienste für die Politik des agrarischen Kanzlers! Und dieweilen die Leutchen daS selbst ganz genau wußten, waren sie anfangs„konsterniert". Die alberne Ausrede von der G r a b s ch ä n d u n g ist ihnen erst später eingefallen. AlS ob eS nicht eine Grabschändung ohne gleichen wäre, daß die F i s ch b e ck, Wremer und M u g d a n fich mit Leuten wie Mommsen und Virchow zu ver- gleichen wagen, die zwar auch nur sehr mittelmäßige Politiker, aber sonst doch ganz andere Kerle waren I— Der Fall' Hill. Unsere Offiziösen haben sich krampfhaft bemüht, über die Affäre des amerikanischen Botschafterwechsels noch mehr Dunkel zu ver- breiten. Allein eS scheint, daß dieies Bemühen ziemlich vergebens ist, weil es bei der amerikanischen Regierung aus wenig Gegenliebe stößt. Jedenfalls steht fest, daß der Kaiser, nachdem«hm die Ab- berufung Towers bekannt war, Aeußerungcn gemacht hat, die sei» lebhaftes Bedauern über dieses Ereignis zum Ausdruck brachten. Dieses Bedauern soll damit im Zusammenhang stehen, daß Herr Tower ein sehr großes HauS führt, während Herr Hill, der kein größeres Privatvermögen besitzt, an eine einfachere Lebensweise gewöhnt ist. In Washington scheint man aber die Sache nicht ganz so leicht zu nehmen, wie die deutschen Offiziösen und ihr Meister ie genommen wissen wollen. ES heißt nicht nur, daß der Wunsch deS deutschen Kaisers, Herrn Tower in Berlin zu behalten, unerfüllt bleiben wird, sondern die Regierung in Washington scheint auch die Absicht zu haben, sehr auffällig gegen allzu große Liebenswürdigkeiten zu demonstrieren,«ic will den Posten eines Botschafters eine Zeitlang unbesetzt und die Geschäfte von einem Botschaftsrat versehen lassen. Nachdem die so sehr gerühmte politische vornehme Zurückhaltung, die sich die Engländer in der Kritik des Kaiserbriefcs auferlegt hatten, keinen Erfolg erzielt zu haben scheinen, scheinen die ungeschlachteren Amerikaner zu deutlicheren Ermahnungen greifen zu wollen._ Geistige Waffe» des Zentrums. In einer Versammlung des Volksvereins der Pfarre St. Maria in Aachen hat nach den in der Presse� er» schienenen Berichten ein K a p l a n V o v e n t e r sich in dieser geistvollen Weise über die Sozialdemokratie vernehmen lassen: „Das Natur- und Sittengesetz kommt von Goti. Selbst dw Heiden haben es geachtet. Jedoch bei den S> o z i a l d e m o- k raten gibt eS kein Sittengesetz, kein Gewissen, noch Jdealis- mus. Für sie ist nur der Materialismus da; sie kennen keinen Gott, keine Kirche und keine göttlichen und kirchlichen Gesetze. Wie derHund stirbt und in einer Ecke verendet. so hört auch, nach den roten Genossen, jedcS Leben nach dem Tode des Menschen aus. Wenn sie kein Seelenleben kennen, so kann es auch keine Moral für sie geben. Die Sozialdemokratie gibt alles preis, selb st der Dieb st ahl ist nach ihr erlaubt und das Gestohlene bleibt Eigentum des Stehlers. Man sieht, es handelt sich also um eine vollständige Ilmwälzuna der gesellschaftlichen Ordnung. Dieses kann aber nicht friedlich geschehen, sondern nur auf dem Wege der Revolution. Der Gc- banT- einer blutigen Revolution kommt auf fast allen Partei- tagen zur Geltung. Tie Sozialdemokratie ist also in der Tat eine Umsturzpartei und somit ist ein Kampf gegen sie e i n Kulturkampf. Wer nicht Gott über alles liebt, wird den Nächsten auch niemals lieben.. Man denke nicht, daß dieser„Kultnrkämpfer" ein besonders wüster Hetzer wäre: Dieser Kaplan Boventer ist der Typus des zentrümlicheu Dutzendagi- t a t o r s, wie er in den internen Versammlungen der Klerikalen in Stadt und Land auftritt. Wundern muß man ich nur, daß er gerade in Aachen in dieser Weise dem zolltischen Gegner die Moral abzusprechen wagt, in dem näm- ichen Aachen, wo eine ganze Reihe Zentrumsgrößen in den letzten Jähren, zum Teil gerichtlich, als Kassen- räuber im großen, als Ehebrecher, Maitressenhalter u. dergl. entlarvt worden sind._ Sächsische Justiz. Ein ungeheuerliches Urteil hat das S ch ö f f e n g e r i ch t zu Chemnitz gegen die Genossen H a u b o l d und R c i ch e l t er- lassen. Sie sollten bei der im November 1907 vorgenommenen Ver- treterwahlen der Ortskrankenkasse den„nationalen" Wahlleiter, Schneider K r ö n e r, gemeinschaftlich in einer daS Leben ge- fährdenden Weise mißhandelt, bedroht und dadurch genötigt haben, seinen Posten zu verlassen. Haubold gab zu. dem Kröner, der ihn in den Rücken gestoßen, eine Ohrfeige gegeben zu haben, sonst sei nichts geschehen. Wie schon bei den Erörterungen des Rates über die angeblich von der gewerkschaftlich organi- Herten Srvetterschaft verübten Wahlbeeinflussung nur die „nationalen" Macher gehört wurden und der Rat die Un- gültigkeitserllärung der Wahl mit den Behauptungen der „Nationalen" begründete, wie bei der RelurSberhandlung die Kreishauptmannschaft für unnötig gehalten hatte, den angegriffenen Teil zu hören, so hatte auch das Gericht eS abgelehnt, die von den An- geklagten benannten Zeugen zu laden. Dafür waren acht„nationale" Leuchten als Zeugen da. Aber trotzdem war die Anklage nicht zu halten. ES blieb außer der Nötigung nur einfache Körperverletzung übrig. Die Beweise für diese Delikte waren außerdem noch sehr magere und stützten sich in der Hauptsache auf die Angaben deS angeblich verletzten Kröner, den das Gericht für glaubwürdig erachtete, trotz- dem ihm Unwahrheiten und Uebertreibungen in feiner Darstellung der Vorkommnisse nachgewiesen Ivurden. Wie geringfügig sie ge- wesen sein müssen, geht schon aus dem Umstände hervor, daß keiner der Polizisten, die bei dieser Wahl in ungemein großer Anzahl in und am Wahllokal waren, eingegriffen hat. Im Rapport deS Inspektors war von der ganzen Sache nicht die Rede gewesen und auch die Schutzleute haben nichts davon gemerkt. Auch diese sonst so gern als Zeugen verwendeten Beamten zu hören, hatte das Gericht abgelehnt. Natürlich auch die von den Angeklagten sonst benannten Zeugen,„von denen man", wie der junge Amtsanlvalt bemerkte,„nicht wiffen kann, ob sie die Wahrheit sagen würden," weil sie von der Partei der Angeklagten seienl Trotz des Zusammenbruchs der Anklage erkannte das Gericht auf folgende, zu dem Erwiesenen in schreienden! Mißverhältnis stehenden Strafen: Gegen den unbescholtenen Haubold auf zwei Monate zwei Wochen, gegen Reichelt, der unter dem Sozialistengesetz einige Strafen erlitten, aber auf fünf Monate zwei Wochen Gefängnis I In der geradezu klassischen Begründung wurde unter anderem gesagt:„Jeder Angeklagte hat auf eigene Faust gehandelt. Hört man im Gerichtssaale nur von den einzelnen Phasen der Bor- kommnisse, so schwächt das ab. Man muß sich den Ernst der Sach- läge vorstellen. Kröner ist von den Angeklagten mißhandelt worden. Warum? Um die eigenen Grundsätze durchzusetzen. Warum ist die Strafe so hoch? Es ist während der Verhandlung daS Wort gefallen von der Partei. Das gehört nicht hierher, den Strafrichter soll das nicht berühren. Aber nicht außer acht zu lassen ist im gegebenen Falle, daß es das böse Prinzip war, daS die Angeklagten den Kröner brutalisieren ließ. U eberblickt man die Vorgänge, so wird jeder, der für Ehr- barkeit, Zucht und Pflicht Sinn hat, bekennen müssen, daß die Täter nicht nur sich selbst, sondern auch denen ein Schandinal gesetzt haben, die sie vertreten. Wie ist es möglich, daß Reichelt mit dieser Vergangenheit Kröner >mt Gewalt an der Ausübung verbriefter Rechte hindern konnte? Und wer leistet diesem Manne noch Gefolgschaft? Die Allgeinemheit ist in ihrem Empfinden verletzt worden, des- halb die hohen Strafen." ES gibt keine Klassenjustiz. Die Breslauer Polizeitaten vor Gericht. Stuttgart, 30. März.(W. T. B.) Die hiesige Straf- kammer verurteilte heute den Redakteur und Landtagsabge- ordneten H c y m a n n des sozialdemokratischen Witzblattes „Der wahre Jakob" wegen Beleidigung der Breslauer Polizei, begangen durch Veröffentlichung eines Bildes,„Das Pfingstwunder von Breslau", zu 150 M. Geldstrafe. Dein Polizeipräsidium wurde außerdem Publikationsbefugnis zugesprochen. Die Strafe von 150 M. ist kein zu hoher Preis für die erneute gerichtliche Enthüllung der Breslauer.Polizeitateu! Immer noch Steueraffären. Nicht allein Fürsten bezahlen nicht gerne Steuern, sondern auch die Klerisei, die Klöster. Wie der„Straßburger Zeitung" mitgeteilt wird, hat das Trappistenkloster Oeleuberg bei R e i n i u g e n noch niemals Erbschaftssteuer oder Mutations- gebühren bezahlt, obwohl schon öfters die gesetzliche Verpflichtung hierzu bestauden hat, infolge des Todes verschiedener PalreS. Das Enregistrement habe die Stenern zwar eingefordert, sei aber, nachdem sich der damalige Bischof ins Mittel gelegt hatte, von beut Direktor der Verkehrsteuern angewiesen worden, den Steuerbetrag vorläufig zu stundeii. Der S t u n- dungstermin verstrich, aber die Steuern wurden nicht bezahlt. Fürsten und Pfaffen haben es immer verstanden, sich von den Staatspflichten und Steuern zu drücken.— Strafen gegen den Wahlrechtskampf. Wegen der Straßendemonstrationen, die am 12. Januar in Tilsit stattfanden, waren bekanntlich die Genossen Hofer, Ludwigkeit, Kurschat und N a u j o k s wegen Auflaufs und Verletzung des Vereinsgesetzes angeklagt worden. Die Verhandlung vor der Strafkammer zu Tilsit ergab, daß die vier Genossen und die anderen Demonstranten ein hohes Maß von Selbstzucht bewiesen haben, so daß es trotz sehr aufgeregten Verhaltens der Polizei nicht zu Zusammenstößen kam. Das Gericht mußte die Angeklagten von der Anklage des Auflaufs fteisprechen, wegen Verletzung des Vereins« gesetzes wurde Genosse H o f er zu 100 M.. Genosse Ludwigkeit zu 50 M., Genosse K u r s ch a t zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Sie wurden als die Leiter au einem nicht genehmigten Aufzug angesehen. Genosse N a u j o k S erhielt als einfacher Teilnehmer 10 M. G e l d- (träfe.—_ Der Würgengel des Proletariats. In einem Artikel über die Bekämpfung der Lungenschwindsucht schreibt daS VerbandSblatt der christlichen Metallarbeiter: „Ein Würgengel in des Wortes schlimmster Bedeutung für die arbeitende Bevölkerung ist die Lungenschwindsucht oder Tuber- kulose. Jährlich werden Taufende und Zehmausende von dieser schleichenden Proletarierkrnnlheit dahingerafft. Die Ursachen dieser Krankheit liegen haupisächlich in sozialen Uebeln: UutcrernShruug und sanitäre Mißstände i m Arbeitsverhältnis, wie überlange Arbeitszeit, ungesunde ArbeitSräume usw. Furchtbar viele Opfer fordert diese Voltskrankheit in der Metallindustrie." Dabei laufen die christlichen Arbeiter dem Zentrum nach, d. h. einer Partei, die durch ihre Zollwucherpolitik die Unterernährung der Arbeiter fördert, die sich jedem wirksamen Arbeiterschutz, vor allen Dingen der Herbeiführung eines an- gemessenen Maximalarbeitstages, widersetzt. Die christlichen Arbeiter helfen so selber den«Würgengel" großziehen, der das Proletariat heimsucht.— Berechtigte iBaalabtreibungi" Die..Breslauerl VolkSwacht" schreibt:„Uächtig ist der Minister— mächtiger Herr Guradzel Der Staatssekretär des Innern, Herr v. Bethmann-Hollweg. hat bekanntlich am 19. Februar in der Reichstagsiommiffion, die oaS Bereinsgesetz beriet, klipp und klar erklärt: „In der polizeilichen Abtreibung eines Lokalö wegen der Parteistellung eines Bersammlungsveranstalters ist schon nach dem gegenwärtgen Stande der Gesetzgebung ein offensichtlicher Amtsmißbrauch zu erblicken, der nach z 339 R.-Str.-G.-B. strafbar ist". Da nun der Oswitzer Amtsvorsteher Dr. Guradze den Wirt Knabe deshalb schwer geschädigt hat, weil K. sein Lokal den Sozialdemokraten zur Berfüaung gestellt hatte, war e& klar ersichtlich. daß die Aeußerung des Staatssekretärs genau auf Herrn Guradze zutraf. Aus diesem Grunde zeigte Genosse Scholich als Parteisekretär des Landkreises den Herrn wegen Amtsmißbrauch aus§ 339 bei der Staatsanwaltschaft an. Aber die reicht an die Macht des Amtsvorftehers von Oswitz nicht heran. Nach- dem sie S'/h. lange Wochen Zeit zum Untersuchen gebraucht, schreibt sie heute an Scholich, daß der Herr Guradze befürchtet, es könne, wenn in einem von Sozis besuchten Lokal getanzt werde, zu Prügeleien mit den Ordnungsleuten kommen; deshalb stelle cr, der Herr Erste Staatsanwalt, das Verfahren gegen Guradze ein. Soldatenquäler. Die„Münch. Post" berichtet: Am 13. März abends erteilte der Sergeant des hiesigen Telegraphen-Detachemcnts Jäger einem Rekruten den Befehl, seine, des Sergeanten, Wasch- schüssel zu reinigen. Der Rekrut vollzog den Befehl, der Sergeant reichte aber die Schüffei mit dem Befehle zurück, sie auszulecken. da sie nicht rein genug sei. Der Rekrut ließ sich einschüchtern und leckte auf Befehl dreimal die Waschschüssel aus! Dann mußte der Rekrut die Waschschüffel nochmals mit Waffer reinigen, denn der Sergeant erklärte:„Glauben Sie vielleicht, ich wasche mich in einer Schüssel, in der sie mit Ihrer dreckigen Zunge herumgeschleckt haben?"-_ franftreieb. Die linvollständige Amnestie. Paris, 30. März. Die D e p u t i er t e n k a m m e r erörterte die Amnestievorlage und genehmigte mit großer Mehr- heit den Artikel 1, der die mit der Wcinbaukrise im Süden zu» sammenhängenden Vergehen mit Ausnahme der Weinfälschung amnestiert. Zu Artikel 2, welcher Preßvcrgchen und Streikvergehcn amnestieren will, erklärte Clemcneeau unter starkem Beifall, daß ausständige Beamte uno A n t i m i l i t a r i st e n die Amnestie nicht genießen sollen, da dann die antipatriotische Bewegung nicht aufhören würde. Ein Amendement S e m b a t, das die Antimilitaristen amnestieren will, wurde mit 460 gegen 73 Stimmen abgelehnt. Ein Amendement, das die Verleumdungsvergehen allgemein von der Amnestie ausnehmen will, mit 343 gegen 233 Stimmen angc- nommen. Die Beratung wird morgen fortgesetzt.-» Italien. Wahlunruhrn. Rom, 30. März. In Sansevero fanden gestern anläßlich der Provinzialwahlen Unruhen statt. Das Wahllokal und der Hof des Gemeindehauses mußten gewaltsam geräumt werden. Die erregte Volksmenge griff die Truppen und Gendarmen mit Stein- würfen an. Einige Schüffe fielen. Mehrere Soldaten und Gendarmen wurden verwundet. Hierauf wurde das Feuer von den Gendarmen erwidert, wobei ein Demonstrant ge- tötet wurde. Die Ruhe wurde alsdann wieder hergestellt. Nnsis Beispiel. Rom, 30. März. Der Skandal wegen der Vergeudung von Staatsgeldern zur Errichtung des Justizpalastes nimmt immer größere Ausdehnung an. Die bauführenden Architekten sowie mehrere BeamtedesZivilingenieurkorps wunden entlassen. Der der Kammer zugegangene Bericht der- sucht zwar, die Verantwortlichkeit der maßgebenden Persönlich- ketten zu verringern, indessen ist der Eindruck doch sehr tief, und mehrere frühere Minister sowie ein ehemaliger Unter st aatssekretär scheinen kompromittiert zu sein. Snglancl. Das britisch-russifche Abkommen und die Bagdadbahn. London, 28. März. In seinem Debüt vor dem Reichstage ließ sich der deutsche Minister des Aeußern auch Wer dcfZ britisch- russische Abkommen betreffend Mittelasien aus und sagte, daß dieses sich nicht auf den Persischen Golf beziehe und daß cS weder die Bagdadbahn noch ihre Endstation berühre.' Diese Erklärung hat in England befremdet und sie wird am Montag oder in den folgenden Tagen im britischen Oberhause besprochen werden. Vor allem ist zu bemerken, daß dem britisch- russischen Abkommen ein Begleitschreiben Sir Edward GreyS mit- gegeben wurde, in dem der Oeffentlichkeit mitgeteilt wurde, daß Rußland die bevorzugte Stellung Englands im Persischen Golf an- erkannte. Diese Mitteilung wurde vor einigen Wochen im Unter- hause— aus Anlaß einer Debatte über das erwähnte Abkommen— von Greh in unzweideutiger Weise wiederholt und bekräftigt; ebenso wurden in jenem Begleitschreiben wie in der Debatte des Unterhauses die Gründe angegeben, warum die russische An- erkennung der bevorzugten Stellung Englands im Golf nicht im Abkommen Ausdruck gefunden hat. Was die Bagdadbahn betrifft, so sind die Ansichten des Herrn v. Schön nicht mit denen in England verbreiteten in Einklang zu bringen. Hier herrscht die Meinung vor. die englische Einfluß- sphäre im Golf reiche bis Bagdad; England müsse deshalb einen ausschlaggebenden Einfluß auf die Strecke Bagdad- Kueit haben. Die Erklärung beS Regierungsvertreters im Oberhause wird zeigen, welche Ansicht die richtige ist.— England und die mazedonische Frage. Bekanntlich haben die Mächte die englischen Reformvorschläge abgelehnt. Daß aber England auf diese Vorschläge nicht endgültig verzichtet, lehrt ein Weißbuch, das heute von der Regierung ver- öffentlicht wurde. Darin wird auf die ernsten Folgen hin- gewiesen, die aus dem Glauben entstehen könnten, daß das euro- päischc Konzert nicht imstande oder nicht willenS fei, der gegen- wältigen kritischen Lage ein Ende zu bereiten. Um den neuen Gouverneur von der Regierung in Konstantinopel unabhängig zu machen, wird der Vorschlag gemacht, das Gehalt desselben durch die Mächte garantieren zu lassen. Weiter wird eine erhebliche Verminderung der türkischen Truppen in Maze- donien und eine Garantie der Integrität Maze- d o n i e n s durch die Mächte vorgeschlagen. In bezug auf die von Oesterreich-Ungarn und Rußland zum Ausdruck gebrachte Meinung, daß der jetzige Moment für neue Vorschläge nicht ge- eignet sei, bemerkt Grcy, daß die Lage in den mazedonischen Wilajets ein sofortiges und wirksames Einschreiten er- heische. DaS Abwarten eines Zeitpunktes, der für eine solche Aktion als besonders geeignet anzusehen wäre, würde die Fort- dauer der anarchischen Zustände auf unbestimmte Zeit in sich schlichen und die Mächte dem schweren Vorwurf der Gleichgültigkeit gegenüber den Leiden der Bevölkerung aussetzen. KuklancI Der Dank der Reaktion. Wie aus Riga berichtet wird, ist dort ein amtliches Rund- schreiben Stolhpins eingetroffen, in dem der Ministerpräsident den Befehl erteilt, entsprechende Maßregeln zu ergreisen, um den russischen Einfluß in den Ostseeprovinzen zu heben. Zur näheren Informierung der lokalen Behörden ist die Kopie eines außer- ordentlich scharf gehaltenen Artikels einer reaktionären Zeitung. der den Beifall des Zaren fand, dem Rundschreiben beigefügt. Die verstärkte Russifizicrung der baltischen Provinzen— das ist der Dank der Reaktion für die blutigen Handlangerdienste, die die deutschbaltischen Junker dem Zaren geleistet. Sie werden aber auch das in Devotion entgegennehmen, denn wertvoller als das„Deutschtum", als dessen Vertreter sie sich aus- gaben, ist ihnen der militärische und polizeiliche Schutz, Pen Väterchen ihrem«angestammten" Besitz angcdeihen läßt, Beschuhte Mörder. Moskau, 30. März. In Jekaterinoslakö wurde eine große Anzahl Proklamationen gefunden, in denen mitgeteilt wird, daß die M ö rd e r des Konstitutionalistcn K a r a w a j e w in Sicherheit seien. Die Proklamationen schließen mit den Worten, alle Konstitiltionalistcn würden KarawajewS Schicksal teilen._ Gegen die Deutschen. Petersburg, 30. März. Der Gouverneur von Esthland verbot die vom deutschen Verein in Esthland gegründeten p ä d a- gogischen Zirkel._ Verbannte Geistliche. Warschau, 30. März. Wie aus W i l na berichtet wird, wurden dort auf Grund eines Regierungserlasses die katholischen Prälaten Borcdzicz und Korn wegen ihrer Sympathiekund- gedungen für den seines Amtes enthobenen Bischofs Baron Ropp für die Dauer von 3 Jahren nach Sibirien verbannt, OfKei. Hingemordete Armenier. Konstantinopel, 29. März. Nach Konsulatsberichten auS W a n wurde vor einigen Tagen ein Armenier, der den türkischen Bc- Hörden eine Liste revolutionär gesinnter Armenier ausgeliefert hatte, von anderen Armeniern angegriffen und verwundet. Dies gab die Veranlassung, zu einem Uebersall der Armenier durch von der Polizei angestiftete Moham- medaner, wobei eine größere Zahl von Armeniern getötet bczw. verwundet und ein größeres.Blutbad nur durch das energische Eingreifen des Militärkommandanten sowie des rusii- scheu, des französischen und des englischen Konsuls verhindert wurde. Die Lag« ist andauernd kritisch. Es find Mtlitär- verstärkungcn nach Man abgegangen. Amerika. Ein Konflikt mit Venezuela. EaracaS, 28. März. Die vor einigen Tagen auf dem Postamt von La Ouaira erfolgte Oeffnung dreier für den amerikanischen Kreuzer„Tacoma" bestimmten Postsäcke hatten dem a m e r i k a n i- scheu Gesandten Veranlassung gegeben, die venezolanische Regierung um Aufklärung zu ersuchen, worauf die letztere geant- wartet hatte, daß hier ein einfaches Versehen des Postamtes vor- liege, das die Bricfsäcke für gewöhnliche Poststückc gehalten habe. Die jetzt erfolgte Rückkehr des Kreuzers„Tacoma" nach La Ouaira hat hier in Caracas große Aufregung hervorgerufen. DaS inspirierte Blatt„Constitucional" bringt einen Artikel, in dem es heißt, daß die Vereinigten Staaten beabsichtigen, die Flagge der Eroberung in Südamerika zu entfalten. „Die Polizei und die Arbeitslosen." New Aark, 30. März. Die Polizei hatte die Erlaubnis für eine Straßcnversammlung der Arbeitslosen der- weigert. Nichtsdestoweniger waren gestern nachmittag über 10000gekonimen. Sie waren im geordneten Zuge, die Mar- seillaise singend, marschiert, bis berittene Polizei mit Stöcken einHieb. Der bekannte amerikanische Sozialist Robert H u n t e r erklärt, die Polizei habe sich schmachvoll benommen. Ein Vorwand zu Verhaftungen. New Nork, 30. März. Im Zusammenhang mit dem Bomben- Wurf in New Uork am 28. März.ist jetzt Alexander Berg man.n, Ehemann der. Anarchistin Emma Goldmann vcr- hastet worden. Die' Polizei fand in der Wohnung Silbersteins in Brooklyn eine dessen Zugehörigkeit zur anarchistischen Bereinigung bestätigende Mi taliedS-karte, die von Bergmann unter- zeichnet war, tf«Schorn:; eNUySO'JS1'J'ifi;:-.nod. Hus der pami. Parteiliteratur. Im Berlage der Buchhandlung Vorwärts erschien soeben: ParvuS, DaS Proletariat und die kapitalistische Produktion. Die Buchhandlung Vorwärts gibt, wie unseren Lesern bekannt ist, unter dem gemeinsamen Titel„Der Klassenkampf des Proletariats" eine Serie aufklärender Broschüren über Ziele und Entwickelungstendenzen der Sozialdemokratie und der GeWerk« schaften heraus, verfaßt von Genossen ParvuS. Die erste Broschüre „Der gewerkschaftliche Kampf" fand in Arbeiterkreisen eine überaus günstige Aufnahme. Sie ist bereits in zweiter Auflage erschienen. Die uns jetzt vorliegende, oben angezeigte zweite Broschüre behandelt die wirtschaftliche Klassenstellung deS Proletariats. Der kapitalistische AuSbeutungsprozeß wird aufgedeckt. Der Verfasser begnügt sich aber nicht damit allein; das Hauptproblem, welches er sich stellt, ist bielmehr, zu zeigen, wie sich die Schicksale der Arbeitermassen innerhalb der kapitalistischen Produktionsemwickelung deS XX. Jahrhunderts gestalten. Es wird die Industrialisierung Amerikas und ihre Rückwirkung auf die Arbeiterverhältnisse in Europa erläutert, das Aufkommen einer ostasiatischen Industrie nebst Kuli- frage, die kapitalistische Kolonialpolitik mit besonderer Berücksichtigung der deutschen Kolonien, die Revolution in der Technik, auch politische Umgestaltungen, die aus die wirtschaftliche EntWickelung Europas zurückwirken wie z. B. die russische Revolution u. a. m. Aus dieser Inhaltsübersicht kann sich der Leser eine Vorstellung bilden über die Reichhaltigkeit des behandelten Stoffes. Der Preis für das zweite Heft beträgt 30 Pf. Es ist in jeder Parteibuchhandlung zu haben. Im selben Verlage erschien: DaS Submissionswesen. Bon Fritz P a e p l o w. Ein» Darstellung des heutigen Submissionswesens und seiner Auswüchse. Diese Arbeit wird den sozialdemokratischen Stadtverordneten und Gemeindevertretern willkommen sein.. Wer in der Gewerkschafls- bewegung tätig ist. wird mit besonderem Interesse die Kapitel: D i e Streikklausel— Wie stellt sich die organisierte Arbeiterschaft zum Submissionswesen?— und Geschichte der Lohnklausel lesen. In einem Anhang werden einige Submissionsblüten aufgeführt. Der Preis dieses Heftes beträgt 1 Mark. Die Agitationsausgabe kostet 40 Pfennig. Zu beziehen durch alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure._ Eine Erbschaft deS„Vorwärts". Ein vor einiger Zeit verstorbener Parteigenosse, Zahnarzt zu Wiesbaden, hat der Redaktion deS„Vorwärts" zu Parteizwecken die Summe von 1900 Mark hinterlasse!!. Das Geld ist dieser Tage ausgezahlt und von der Redaktion dem Parteivorstande überwiesen worden. Der Geber hat in seinem letzten Willen gewünscht, daß sein Name nicht genannt werde. Gemeindewahlerfolge. In Fellhammer im Waldenburger Bergrebier wurde in der dritten Abteilung der Sozialdemokrat öO gegen 24' Stimmen der „ReichStrenen" gewählt, in Häslicht bei Striega» erhielt unser Genosse 65 Stimmen, während auf den Gegenkaiididate» nur 10 fielen. In M ü r z d o r f bei Ohlau wurde ein und in N o ß w i tz bei Glogau zwei Vertretersitze erobert, desgleichen einer in G r ab fch en bei Breslau. Sogar in R an fern bei Breslau— bekannt geworden durch de» Overagrarier Rupprecht-Ransem und In Stettin wurde bei einer Ersatzwahl zum Stadtverordneten follegium ein Sozialdemokrat gewählt. In Slamen, Kreis Spremberg, wurden die sozialdemofratischen Kandidaten in der dritten und zweiten Abteilung mit großer Mehrheit gewählt. In der ersten Abteilung. unterlag unser Kandidat mit 7 gegen 11 Stimmen. In der dritten Klasse brachten unsere Genossen 71 und 70 Stimmen auf, während die Kandidaten der Hausbesizer, Kriegervereinler usw. deren nur 15 und 14 erhielten. In der zweiten Klasse hatten die Sozialdemotraten 45 und 32 Stimmen zu verzeichnen; die Gegner brachten es auf ganze 12 Stimmen. Ein Gedenktag. * Wir haben die Maßnahmen getroffen, so viel Mischgummi und fertige Materialien vorzuarbeiten, um auf alles gerüstet zu sein, falls die Arbeiter in den Ausstand treten. Gerade in diesem Monat haben wir ziemlich viel Rohgummiposten zu decken und es wäre uns daher sehr angenehm, wenn Sie uns für unser Guts haben laut mitfolgender Aufstellung Ihrer Anschaffung gütigst zukommen lassen wollten, bei welcher Sie selbstverständlich das dreimonatliche Ziel einhalten können in der Weise, daß Sie uns Ihr Akzept zur Verfügung stellen. Durch Erfüllung unserer Bitte leisten Sie nicht allein uns einen Dienst, sondern Sie unterſtügen auch die berechtigten Maßnahmen des Fabrikanten in der Abwehr zu hoher Lohnforderungen." neuerdings als Gig eines großen Sozialistentöters Amtsvorsteher 1 toährend sie heute als Berufsorganisation auf teine andere Brandje| den Tarif nicht zu fündigen, sondern stillschweigend ein Jahr weiter Dr. Guradze fonnten unsere Genossen einen der Ihren in dies Rücksicht zu nehmen brauchen. Wohl habe man von Verschmelzung laufen zu lassen. Nun hat aber die Firma den Tarif Dorfparlament entsenden. gesprochen, aber den Weg dazu habe man ebensowenig gezeigt wie gekündigt. Gleichzeitig die Notwendigkeit. Hätte der Metallarbeiterverband dem Verband streng vertraulichen girlular ihren Kunden die Mitteilung, macht die Firma in einem der Schmiede nicht so viel Knüppel zwischen die Beine geworfen, so wäre derselbe weiter als er heute sei. daß fie den mit der Arbeiterorganisation abgeschlossenen Die Befürworter, unter denen sich Bösche, Jansen, Vertrag gekündigt habe, um sich von der Herrschaft des Bohl, Siering( Schmied) und Cohen befinden, behaupten Verbandes zu befreien. In dem Zirkular heißt es weiter: demgegenüber, daß die Zeit der Vereinigung gekommen sei. Bei allen Lohnbewegungen müssen die Metallarbeiter aller Branchen gemeinsam marschieren. Der Schmiedeverband habe bis jetzt noch feine großen Kämpfe gehabt. Würde er aber in solche verwickelt, so werden die Schmiede durch die Wucht der Unternehmer einfach erdrückt. Auch haben sich die Kleinmeister bereits zu einem Arbeitgeberberband zusammengeschlossen. Wenn in Berlin auch Lohnbewegung erfolgreich war, so seien aber die Arbeiter selbst Am 29. März waren 20 Jahre verflossen, seit Mat Kayser, damit nicht zufrieden. Es wäre noch nicht einmal möglich geder begeisterte jugendliche Vorfämpfer der jungen sozialdemokratischen wesen, die im Jahre 1905 bei den Kleinmeistern errungenen Löhne Bewegung, noch nicht ganz 35 Jahre alt, in Breslau von seinem im Jahre 1906 aufrecht zu erhalten. Sehe man sich den Erfolg schweren Kehlkopfleiden durch den Tod erlöst wurde. Auf dem im Jahre 1905 nach vierzehnjähriger Ruhe an, so könne von einem jüdischen Friedhofe an der Lohestraße in Breslau, wo man 24 Jahre befriedigenden Resultat nicht gesprochen werden. Auch daß die Was die Firma hier in die Welt setzt, ist eine dice unwahrheit. vorher Ferdinand Lassalle zur legten Ruhe gebettet hatte, liegt auch Unternehmer in der Großindustrie sich immer mehr zu einer Or Die Arbeiter haben keinerlei Forderungen gestellt, und beträgt der Mar Kayser begraben, unter einem Denkstein, den ihm die ganisation zusammenschließen, könne doch nicht mehr bestritten deutsche Sozialdemokratie gesetzt hat. Dort legten die Breslauer werden. Solange die Finanzkraft der Schmiede noch eine gute, Anfangslohn für einen vollwertigen Arbeiter 2,80 M. Durch ihre Genoffen am Sonntagmorgen einen Stranz nieder, der die Inschrift ist es bei der Verschmelzung auch noch möglich, Vorteile zu er- Kündigung des Tarifs beabsichtigt die hochmögende Direktion diese trug:" In schwerer Zeit fielst Du im Streit. Wir danken Dir. reichen. Wollten diese aber erst warten, bis sie die Macht der Hungerlöhne noch weiter zu drücken, und um freieres Spiel zu Die sozialdemokratische Arbeiterschaft Breslaus." Vor dem Grabe Unternehmer dazu zwingt, so müssen die Schmiede dann froh sein, haben, verlangt sie von den Arbeitern, daß sie aus der Dro patrouillierte während der Kranzniederlegung ein einsamer Schuß wenn sie in den Metallarbeiterverband aufgenommen werden. ganisation austreten. Die Arbeiter haben in einer voll, mann auf und ab; im übrigen wurde der schlichte Aft durch Wenn die Schmiede behaupten, sie müssen sich dann nach den Ver- zählig besuchten Fabrikversammlung beschlossen, den Kampf mit aller die Polizei nicht gestört. hältnissen der Metallarbeiterorganisation richten, so sei doch wohl Energie aufzunehmen. Da die Firma bereits nach allen Eden mit Recht zu fragen, ob sich ihre Berufsorganisation nicht auch und Enden Streitbrecheragenten ausfandte, ist der 8uzug nac Polizeiliches, Gerichtliches ufw. nach den eigenen Verhältnissen richten müsse. Es sollen eben Strafkonto der Preffe. Wegen Beleidigung eines nach Reichs- durch die gemeinsamen Arbeiten größere Erfolge als durch das München fernzuhalten. berbandsmanier kämpfenden bürgerlichen Redakteurs wurde Genosse getrennte Marschieren errungen werden. Mr. Prüter bon der Schleswig- Holsteinischen In seinem Schlußwort sagt der Korreferent Ramps, daß Boltszeitung zu Kiel vom dortigen Schöffengericht zu einer näheren Verständigung nichts im Wege stehe, dazu sei die 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Aufgabe der Branchenorganisation jedoch nicht notwendig. Wenn Die fiegenden Bergherren. Am Freitag wurde der Genosse behauptet werde, daß der Schmiedeverband noch keine Kämpfe geführt habe, so sei nur zu bemerken, daß im letzten Jahre Anton Strunz zu Zwickau von der dortigen Straffammer wegen 14 000 Mitglieder im Kampfe ftanden. Er wolle einmal sehen, angeblicher Beleidigung der Bergherren vom Kästnerschacht zu menn der Metallarbeiterverband drei Viertel seiner Mitglieder im einem Monat Gefängnis verurteilt. Es handelte sich um Stampfe gehabt habe, wie es dann bei ihm aussehe. Im Jahre 1906 eine in unserem Zwickauer Parteiorgan dem" Sächsischen sei der Durchschnitt der Verbesserungen der Lohn- und ArbeitsBoltsblatt" erschienene Notiz. Wegen dieses Artikels ist seiner- bedingungen für die Mitglieder des Schmiedeverbandes über den zeit der Verantwortliche des„ Volksblattes" zu einer geringen Geld- Prozentsatz derselben bei den Gesamtgewerkschaften noch hinausgegangen. Aus den Reden der Kollegen, welche von den Schmieden In der ersten Instanz war Strunz freigesprochen worden, für die Verschmelzung gesprochen haben, flinge so recht der Ton der wegen Mangels an Beweisen. Auch diesmal ist der Beweis nicht Verärgerung über eine verlorene Lohnbewegung heraus. Dies erbracht worden, daß Strunz der Verfasser des Artikels im Volts- fönne aber niemals ein Verschmelzungsgrund sein. Wenn man blatt" sei. Das Gericht stützte sich auf Indizien. bon besonderen Rechten rede, so beweise doch der Beschluß des letzten Metallarbeiterverbandstages, die Branchen aufzulösen, sowie die Sonderrechte Berlins aufzuheben, gerade das Gegenteil. Solange der Zentralverband der Schmiede bestehe, gehören die Schmiede auch in diesen hinein. strafe verurteilt worden. Gewerkschaftliches. Die Friedensverhandlungen in der deutschen Holzindustrie. Die Leipziger Konferenz für die deutsche Holzindustrie, welche am vergangenen Sonnabend beendet worden ist, hat ein definitives Resultat nicht ergeben. Für 23 Städte( Elberfeld, Magdeburg, Wiesbaden, Potsdam, Kassel, Neumünster, Elbing, Herford, Straßburg, Liegnik, Stralsund, Jena, Forst, Chemniz, Breslau, Posen, 3oppot, Starnberg, Darmstadt, Meß, Eisenach, Detmold und Osnabrück) ist nur eine teilweise Verständigung erzielt worden, während über biele Fragen, besonders der Ar= beitszeit und Löhne, eine Einigung nicht zustande tam. Die Beratungen über Frankfurt a. M. und Luckenwalde find sogar gänzlich gescheitert. Hier dürfte es über kurz oder lang zum Kampfe fommen. Ueber die noch für obige 23 Städte soll mission fällen, die am kommenden Sonnabend, den 4. April, wiederum in Leipzig, und unter der unparteiischen Leitung des früheren Handelsministers b. Berlepich zusammentreten soll. Ihr gehören an je ein Vertreter beider Parteien aus fünf nicht an der Tarifbewegung beteiligten Städten Leipzig, Mainz, Dresden, Düsseldorf und Görliz. Als Referent betont Eggert nochmals, daß die Mehrzahl der Schmiede, welche im Metallarbeiterverband und Schmiedeverband organisiert seien, zu 75 Proz. in der Großindustrie tätig wären. Wenn man frage, wie der Uebertritt vor sich gehen solle, so sage er, so, wie es bei allen Branchen war. Auch die Schmiede werden dieselbe Bewegungsfreiheit wie alle anderen Branchen betommen. Wenn gesagt sei, daß der Industrieverband nicht in der Lage sei, dem Unternehmer mehr Widerstand zu leisten, als die Berufsorganisation, so behaupte er dieses doch. Aber auch im Metallarbeiterverband bestände die Branchendezentralisation, nur unter einer zentralistischen Leitung. Eine Grenze zwischen Schmied und Schlosser gebe es fast nicht mehr, da schon ein großer Teil der Schmiede als Schlosser arbeiten. Prinzipielle Gegensätze seien nicht vorhanden, auch von keinem der Redner vorgebracht worden. Verschmelzung beschließen. die letzte Grittigen eine Schlichtungskom- und so hoffe er, daß die Schmiede durch eine Urabstimmung die D Der fachlichen Debatte folgte dann noch eine persönliche, die ihre Ursache meist in Mißverständnissen hatte. Zu einem Beschluß kam es nicht. Deutsches Reich. " Husland. Deutsche Baumeister als Märchenerzähler in der Schweiz. Aus Zürich wird uns geschrieben: An der hier vor kurzem stattgefundenen Generalversammlung des Schweizer Baumeisterverbandes erschienen auch 4 Vertreter des deutschen Arbeitgeberverbandes für das Baugewerbe, um die Internationalität des Kapitals auch persönlich zu demonstrieren. Dabei hielt einer der Herren, Heppeler aus Freiburg i. B., eine Rede über die Lohnreduktionen im Berliner Bau gewerbe, die von den Unternehmern nur mit dem bekannten schweren Herzen" und nur auf Drängen der Arbeiter vorges nommen worden seien. Die Sache verhalte sich nämlich so: " In Berlin gibt es ungefähr 1200 Unternehmer, die außer halb der Arbeitgeberorganisation stehen. Diese waren es, die die gegenwärtige teure Zeit benutzt haben, um die Arbeiterlöhne herabzusehen; aber sie konnten es auch nur, weil sich die Arbeiter selber anboten. Leute, die letztes Jahr um 85 Pf. Stundenlohn streiften, boten sich jetzt selber um 50 Pf. an. Dadurch wurden der mit den Arbeiterorganisationen im Vertragsverhältnis stehenden Meisterorganisation die Arbeitsaufträge entzogen und es drohten Arbeiterentlassungen. Da baten die Arbeiter selber, die tarifmäßig festgesetten Löhne zu berlassen, und auf diese Weise wurden die organisierten Arbeitgeber, schier gegen ihren Willen, genötigt, die Löhne ebenfalls zu ver. mindern.' Unser Züricher Parteiblatt, das Boltsrecht", bemerkt dazu: " Das lieft sich fast wie eine Erklärung des Reichslügenvers bandes. Die Maurer Berlins werden sich bemühen, dem Herrn, der die Schweizer so meisterlich verkohlte, aus seiner freiburgischen Unbedeutendheit zu einer Lichtstelle in der Reichshauptstadt zu verhelfen." Die Konfektionsschneider Zürichs stehen in einer Lohnbewegung. Vor dem Einigungsamt fanden bereits zwei Verhandlungen statt und es wurde auch eine Einigung erzielt, aber der Meisterverband hat nachträglich diesen zustandegekommenen Vertrag abgelehnt, während sich die Arbeiter für dessen Annahme aussprachen. Falls die Arbeitgeber auf ihrer Ablehnung beharren, soll am nächsten Montag die Arbeit niedergelegt werden. höhung von 1 Bf., vom 1. April nächsten Jahres ab von 2 Pf. Am Sonnabend, den 28. März, bat die Firma 5. Behnisch alle Letzte Nachrichten und Depeschen. Ronflikt. In München wurde vor dem Einigungsamt des Gewerbe- Achtung, Metallarbeiter! Bei den Firmen Hermann Röbe, gerichts zwischen dem Holzarbeiterverband und der christlichen Or- Feuerlöschgeräte und Armaturen, und H. Behnisch, Maschinenganisation einerseits und dem Arbeitgeberverband andererseits fabrit, beide in Luckenwalde, haben die Schlosser, Dreher und eine Einigung erzielt. Der Tarif gilt auf die Dauer von Schmiede einen neuen Lohntarif unterbreitet, der gegenüber dem zwei Jahren und erfahren die Stundenlöhne sofort eine Gr zum 1. April gekündigten Tarif ganz geringe Verbesserungen enthält. Der Münchener Tarif unterscheidet sich von den Ausgleichsver- Arbeiter entlassen, weil sie sich weigerten, die Erklärung abzugeben, handlungen der Einigungskommission in Leipzig dadurch, daß nach dem 1. April zu den alten Bedingungen weiterzuarbeiten. bei Akkordarbeit die Garantie des Tagelohnes Wir bitten, den Zuzug nach Luckenwalde fernzuhalten. vereinbart, der seither vereinbarte Mindestlohn beibehalten und der Tarif, statt auf drei Jahre, wie es der Arbeitgeberschutzverband verlangt, nur auf zwei Jahre festgelegt wurde. Eine am Sonntag vormittag von mehr als 400 Gehilfen besuchte Die Werftarbeiteraussperrung. Versammlung stimmte den Vereinbarungen zu. Kiel, 30. März.( Privattelegramm des„ Bortvärts".) Da die Es darf als sicher angenommen werden, daß auch die Meistervollver- Verhandlungen in Hamburg ergebnislos blieben und die Ausspersammlung den Abmachungen zustimmt. In Hamburg sind bisher die Verhandlungen gescheitert. tungen fotdauern, nahmen die Streifenden auf den Howaldwerken In Hamburg sind bisher die Verhandlungen gescheitert. Die Arbeit nicht auf. In Kiel sind ungefähr 2500 Mann aus- Die Dissidenten" taaen nun im Volkshause, die Konföderation im In Wiesbaden und Frankfurt a. M. ist seitens der Arbeitgeber den Holzarbeitern schon die Entlassung ange kündigt worden. Berlin und Umgegend. Schmiede- oder Metallarbeiterverband? errt. Deutscher Metallarbeiter Verband. Berwaltungsstelle Luckenwalde. Rom, 30. März.( Privatdepesche des Vorwärts".) Die von der Konföderation der Arbeit organisierte Konferenz, die ein. berufen wurde, um über die Agitation für Herbeiführung einer Amnestie zugunsten der letzten Justizopfer zu beraten, hat sich gespalten. Eingeladen waren die Volksparteien und die gewerkschaft. lichen Zentralverbände. Die Spaltung erfolgte wegen des Ausschlusses der lokalisierten Gewerkschaften, der Syndikalisten und Anarchisten, Parteilokal. Ueberall Lohnkürzungen! Verhaftet enthaftet. New York, 30. März.( W. T. B.) Der verhaftete Anarchist Bergmann wurde, da eine besondere Anklage nicht vorliegt, vom Polizeigericht freigelaffen gegen das Versprechen, sich dem Gericht auf Verlangen zu stellen. Tödlicher Unfall. Drohender Kampf in der Nordhauser Kautabakindustrie. Riesenstreik in Turin. Die Kautabatfabrikanten haben infolge der start anziehenden Rohtabatpreise durchweg einen nicht unbedeutenden Preisaufschlag Mailand, 30. März.( B. H.) In Turin streifen 12 000 für das fertige Fabrikat vorgenommen, um sich für alle Fälle schad- Arbeiter der Maschinenfabriken und verwandter Industries Die Debatte über eine etwaige Verschmelzung beider Verbände, los zu halten. Hiermit allein haben sich jedoch die Arbeitgeber nicht zweige wegen Streitigkeiten über die Arbeitsordnung. über die wir schon kurz berichtet haben, wurde in einer zweiten begnügt. Sie haben das Gespinnst schwächer, die Abfassungen Versammlung fortgesetzt. Laut Beschluß der ersten Versamm- Leiner und die Stückzahl der Röllchen pro Pfund vermehren lung war die Redezeit auf zehn Minuten beschränkt. Von den lassen. Hierdurch entstand jedoch ein bedeutender, kaum erwarteter Gegnern der Verschmelzung, unter ihnen Battmer, Basner, Lohnausfall. Die Arbeiter wurden vorstellig und reichten Boston, 30. März.( W. T. B.) In den Baumwollspinnereien Hentschel, Ritter und Samereier, wird hervorgehoben, Lohnforderungen ein, um einen Ausgleich zu schaffen. Während der Neuenglandstaaten ist mit dem heutigen Tage eine zehnprozendaß es den Befürwortern nicht gelungen sei, sie von der Not- nun einige Fabrikanten mit ihren Arbeitern bereits annehmbare tige Lohnverkürzung in Kraft getreten, von welcher 120 000 Arbeiter wendigkeit einer Verschmelzung zu überzeugen. Wenn der Referent Lohnstaffeln ausgearbeitet hatten, trat die Fabrikanzenbcre igung vom 6. April ab betroffen werden. behauptet habe, die Schmiede seien zu 75 Broz. in der Großindustrie in einer Konferenz zusammen und bewilligte Lohnzulagen, die viel tätig, so sei das nicht richtig. Die Statistik der Schmiedeberufs- zu unbedeutend waren und den Lohnausfall auch nicht annähernd genossenschaft zeige, daß 50 Proz. der Schmiede noch im Klein- deckten. Die Gegensäte prallten nunmehr scharf aufeinander. betrieb beschäftigt werden. Wenn Eggert die Unternehmer- Während die Arbeiter die Bezahlung nach Millimeterstärke verorganisationen als Beispiel heranziehe für eine gute Zentralisation, langten, erklärten die Fabrikanten kategorisch, nur nach Nummern so wäre dies gleichfalls nicht zutreffend. Die Unternehmer sind zahlen zu wollen. Damit sind jedoch die Arbeiter durchaus nicht zum großen Teil in Berufsverbänden organisiert. Man habe in zufrieden. Eine zahlreich besuchte Versammlung beauftragte die diefen eine bessere Verständigung herbeigeführt, es sei aber niemals Betriebskommission, bei den Firmeninhabern noch einmal vorstellig eine Berufszentralisation deshalb aufgelöst worden. Wenn weiter zu werden. Beharren diese auf ihrem Standpunkte, dann ist es behauptet werde, daß eine Berufsorganisation nicht in der Lage nicht ausgeschlossen, daß es in Nordhausen abermals, wie vor sieben sei, ihren Mitgliedern bei großen Kämpfen den nötigen Schutz Jahren, zu einem großen Kampfe kommt, der auch, wie damals, zu gewähren, so müsse doch gesagt werden, daß auch die Industries nach Berlin überspielen dürfte. Wer bei diesem Kampfe der Unterorganisation der Metallarbeiter bei der großen Aussperrung nicht liegende sein wird, ist heute nicht zu sagen. in der Lage war, das Unternehmertum in gebührender Weise zurückzuweisen. Die Behauptung, daß die Werbekraft der größeren Organisation eine viel größere werde, sei unrichtig; die Tatsachen beweisen das Gegenteil. Als die Schmiede in Süddeutschland eine befoldete Straft anstellten, da sagte man ihnen: Was wollt Ihr denn? Hier sind wir ja schon; hier ist alles in Ordnung.. In Wirklichkeit sah es noch öde und traurig aus. Erst die Gründung von Zahlstellen seitens der Schmiede hat zur Verbesserung Abend haben darum alle Beschäftigten ihre Kündigung eingereicht. 90 Meter weit fortgeschleift. Das Pferd erlitt so starke Verihrer Lebenslage beigetragen. Würde der Metallarbeiterverband Sämtliche Arbeiter find organisiert. Zuzug ist fernzuhalten! die Werbekraft besißen, die ihm die. Befürworter der Verschmelzung zuschreiben, so müßte derselbe ja bereits mehr Schmiede als Mitglieder haben, als der Verband der Schmiede aufzuweisen habe. Wenn Cohen die Former als Beweis anführe, so sei damit noch fabrik von Mezeler u. Co. in München einen Tarifvertrag Im Jahre 1906 hatte der Fabritarbeiterverband mit der Gumminichts bewiesen, denn in derselben Zeit, wo die Former nur dreimal, ist der Schmiedeberband viermal so groß geworden. Auch müsse abgeschlossen, der am 1. Mai d. J. abläuft. Obwohl die noch immer bei einer Verschmelzung die Selbständigkeit der Schmiede aufhören, sehr niedrigen Löhne schon in Anbetracht der Teuerungsverhältnisse Innsbruck, 30. März.( B. H.) Von der Henscheutspike ist eine was nur zu ihrem Schaden geschehen könne. Sie müßten dann als eine Kündigung des Tarifs notwendig gemacht hätten, beschloß eine Lawine niedergegangen und verschüttete eine Schar Holzarbeiter, Branche sich nach den Verhältnissen der Gesamtorganisation richten, von mehr als 500 Personen besuchte Fabrifversammlung dennoch, Während einer getötet wurde, konnten die übrigen sich retten. Verantw. Redakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsbl. Jedenfalls steht auf Seite der Nordhauser Kautabatarbeiter auch diesmal wieder die Sympathie der Arbeiter Deutschlands. In der Hefenfabrik Osterland A.-G. zu Gera( Neu ß) sind Lohndifferenzen ausgebrochen. Bereits im September wurde den Arbeitern versprochen, im März einen höheren Tarif in Kraft zu setzen. Jetzt weigerte sich die Firma, ihr Versprechen einzulösen. Am Freitag Unternehmer- Kniffe. Magdeburg, 30. März.( Amtliche Meldung.) Heute vormittag 10 Uhr 30 Minuten wurde von dem von Debisfelde kommenden Personenzug 235 auf dem Uebergang der Rogäßerstraße über die Stendaler Bahn bei Bude 3 ein Kohlenfuhrwert überfahren. Der Hülfsweichensteller in Stellwert b 3 öffnete kurz vor Durchfahrt des Zuges aus bisher noch nicht aufgeklärten Gründen die Schranken noch einmal, worauf die zwei vor der Schranke haltenden Fuhrwerke über das Gleis weiterfuhren. Das erstere leichtere Gefährt kam in schneller Gangart noch glücklich über die Gleise, das zweite schwerere Gefährt wurde von der Zugmaschine erfaßt. Der Geschirrführer wurde sofort getötet und von der Maschine noch legungen, daß es getötet werden mußte. Der Wagen ging vollständig in Trümmer. Der schuldige Hülfsweichensteller wurde sofort von seinem Posten abgelöst. Lawinenkatastrophe. Nr. 77. 25. Jahrgang. t KilM»es Jotmiirt#" Krlim WsdIM pitnsfiuj, 31. März 1908. Bebel über auswärtige Polltlli. Am Montag. 23. März, hat Bebel den Standpunkt der sozial- demokratischen Partei über die deutsche aus'.värtige Politik in einer bedeutenden Rede dargelegt, deren wichtigste Ausführungen wir nach dem stenographischen Protokoll wiedergeben. Bebel. In bezug auf die Haager Konferenz heute nur ein paar ganz kurze Bemerkungen. Sie alle waren im vorigen Jahre unter die Schwarzseher gegangen, und alle bürgerlichen Parteien, den Herrn Reichskanzler eingeschlossen, waren der Meinung, daß die deutschen Vertreter auf der Haager Friedens- konferenz sich der größten Zurückhaltung befleißigen niüßten, insbesondere in der Frage eines Weltschiedsgerichts und der Abrüstungsfrage. Diesen Anschauungen gegenüber war es der Redner meiner Fraktion, der Abgeordnete v. V o l l m a r. der auf das nachdrücklichste riet, mau solle einen solchen unglück- seligen Standpunkt der Enthaltung verlassen, man sollte unter allen Umständen zu allen Fragen Stellung nehmen, und wir haben gelesen, daß der Rat der Sozialdemokratie auf der Konferenz im Haag von den deutschen Vertretern befolgt worden ist.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten,) Der Vertreter Deutschlands, Freiherr v. Marschall, hat durch sein Geschick und seine Gewandtheit sich eine Stellung erworben, die. ginge es nach den Wünschen und den Rat- schlagen, die damals der Herr Reichskanzler in bezug auf die Stellung der deutschen Vertreter gegeben hatte, niemals zu erreichen gewesen wäre. Es ist dann von allen Rednern über Marokko gesprochen worden. Graf K a n i h hat auseinandergesetzt, daß der legitime Sultan in Marokko Abdul Asis eigentlich ein Tropf sei, daß er nicht der Mann sei, der die Geschäfte Marokkos in der entsprechenden Weise leiten könne. Er hat deshalb geraten, man möge den Marokkanern ihr Selbst- be stimmungsrecht einräumen und ihnen überlassen, wen sie zu ihrem Sultan erküren möchten. Wir hoffen, daß wir einstmals ein ähnliches Ansimnen an Deutschland stellen können.(Große Heiterkeit.) Es versteht sich doch wohl von selbst, wenn man Barbaren, wie den Marokkanern, ein Selbstbestimmungsrecht in bezug auf die Wahl ihres Staatsoberhauptes einräumt, daß alsdann die zivilisierten und politisch hoch stehenden Deutschen erst recht ihr Selbstbestimmungsrecht bekommen müssen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Herr Abg. v. H e r t l i n g meinte, es gäbe m Deutschland niemand, der den Wunsch hege, wegen Marokkos einen Krieg anzufangen. Er irrt sich ein wenig: leider gibt es solche Leute. Ich habe zwei Preßäußerungen vor mir, die eine aus den„Münchener Neuesten Nachrichten", die andere aus der„Rheinisch-Westfälischen Zeitung", die beide erklären, daß, wenn in Marokko die Dinge nicht so aus gingen, daß die Interessen Deutschlands aufs auskömmlichste gewahrt würden, es notwendig sei, in energischer Weise vorzugehen. In den„Münch. N. Nachr." heißt es zum Beispiel:„Marokko könne die Ursache werden, daß Deutschland um seiner Pflicht, seines Ansehens und feiner Interessen willen auch vor dem Aeußersten nicht zurück- schreckt.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.— Sehr richtig! rechts.) Gegen eine solche Auffassung legen wir aufsentfchiedcnsteVerwahrung ein. Wir meinen, wenn irgend etwas, so kann uns Marokko völlig Hekuba sein. Ich stehe in diesem Falle ganz auf dem Standpunkt des Fürsten B i s m a r ck, der vor 28 Jahren den Standpunkt vertreten hat und auch heute, wie ich über zeugt bin, noch den Standpunkt vertreten würde, daß, wenn Frankreich nach Marokko gehe, wir den größtenVorteil davon haben. Gehen die Franzosen nach Marokko, so be kleines feuilleton. Theater. H'ebbel- Theater, Liebe, Komödie von Paul Apel. Die Apelsche Komödie hat in Stimmung, Stil und Milieu mancher- lei Lelwaiidtcs mit Hiniierks vor ein paar Monaten aufgeführter „Närrischen Welt". In beiden Stücken gibt es möblierte Herren und ein Dämchen, das evamäßig überlegen, voll ungetrübt naiver Skrupellofigkeit mit den Zimmernachbarn ihre koketten Spiele treibt. Llpels Marion hält das gleich der Hinnerkschen Ehefrau für ganz natürlich selbstverständlich und würde ebenso wenig wie diese durch die Existenz eines Gatten von einer solchen Auffassungsweise zurück- zubringen sein. Sie verfügen über das beste Gewissen und in jeder kritischen Lage über eine unerschöpfliche Fülle von Ausreden. Das Possierliche in ihnen überwiegt den peinlich abstoßenden Eindruck des Defekts. Die Komik steuert hart an allerhand Bedenklichem vorbei und greift, um die für einen Akt ausreichende Idee in drei Aufzüge auszuspinnen, zu stark grotesker Uebertreibung. Hinncrk spitzt die Situation in erster Reihe aus die Persiflage einer gewissen Weiblichkeit, Apel auf eine Jronisierung der blind ver- trauensseligen Jüiiglingsichwärmereien zu. Beiden dramatischen Skizzen ist ein Zug deS Persönlichen, des Selbsterlebten gemeinsam, aber der Humor Apels erscheint in der Wendung, die er der Sache gibt, als der originellere. Das Publikum bereitete dem Stücke, das übrigens eine glänzende Darstellung fand, eine sehr freundliche Aus- nähme. Das Lachen des Verfassers hat etwas Freundlich-HerzlicheS, in den« Spott, den er über die verliebten guten Jungen, den Konser- vatoriumschüler HanS und den Kandidaten Peter erzieht, klingt zu- gleich eine zärtliche Rührung an; man wird den Burschen, in deren pyramidalen Dummheit doch so viel liebenswürdiger verschrobener Jugendidealisinus spukt, unwillkürlich gut. Nach einer, nur allzu breiten, das Briesemanniche Pensionat schildernden Exposition brachte die Szene, in der die beiden Freunde ihre Herzen durch Geständnisse erleichtern, die Stimmung rasch in Fluh. Der Kandidat, der für ein paar Wochen verschwunden war, eröffnet dem Kameraden die tiefften Abgründe seiner Seele. Die Reise war ein Opfer auf dem Altar der Freundschaft. Die neue Pensionärin. Madame Marion, die Hans durch Rendezvous und Küsse zum Glücklichsten der Sterblichen ge- macht, hat auch den Frieden Peters untergraben. Er fürchtete das junge Liebesglück durch seine Eifersucht zu stören, darum floh er. Er schuldete das dem Freunde und einem Mädchen, das durch die Tücke eines schlechten Menschen Mutter zweier Kinderchen geworden ist und nunmehr ihn zum Bräutigam erkoren hat. Herr Richard Leopold wirkte prickelnd komisch und dennoch durchaus echt in dieser mit dem Tone schicksalsschwersten Ernstes vorgebrachten Beichte. Die Willigkeit des Geistes wird durch die übernnitige Marion, die sich bei ihre», Ritter Hans zu langweilen beginnt, alsbald auf eine neue und diesmal zu harte Probe gestellt. Sie animiert den armen Philologen, bis er alle Sittenlehre der alten und der neuen Welt vergißt und den dämonischen Gewalten weicht. Die kommen sie ein zweites Algier, aber ein s ch l i m m e r e s, als das erste. Ein Krieg unsererseits mit Frankreich würde sicher die meisten Signatarmüchte der Algecirasakte gegen uns ins Feld rufen, in erster Linie England, das wie kein zweites Land Frankreich nach jeder Richtung in dessen aggressiver Politik in Marokko schützt und stützt. Ich gehöre nicht zu den Verehrern der Politik Frankreichs in Marokko, im Gegenteil, ich erkläre rund heraus, daß Frankreich mit Ab- ficht und Vorbedacht den Einfall in Casablanca provoziert hat, um eine Gelegenheit zu bekommen, mit Marokko anzu- binden und dort festen Fuß zu fassen. Man ist in Marokko und speziell in Casablanca mit brutalster Gewalt aufgetreten l Das halte ich mich um so mehr für verpflichtet zu sagen, als man es uns gegenüber sonst liebt, unsere Haltung in politischen Fragen stets so darzustellen, als stünden wir alle Zeit auf Seiten des Auslandes. Stein, das ist nicht der Fall! Fragt man nun, was aus der Algecirasakte geworden se,. so lautet meine Antwort: die Algecirasakte liegt zerrissen z u Europas Füßen! Für mich ist es zweifellos, daß die französische Bourgeoisie darauf aus- geht, Marokko mürbe zu machen, um es der Herrschaft Frank- reichs zu unterwerfen. Wer die Dinge offeii betrachtet und sich keiner Selbsttäuschung hingibt, der muß sich sageii: im Augenblick gibt es kein Mittel niehr, in Marokko einzugreifen auf anderem Wege als auf dem Wege eines Krieges! Es war ein sehr unkluger Akt, als vor drei Jahren, bei der bekannten Landung in Tanger, ein sehr hoher Herr d i e A e u ß e r u n g inachte:„Die Unabhängigkeit Marokkos und die Souveränität seines Sultans unterliegt in Deutschland keinem Zweifel. Ich werde stets bereit sein, dafür einzutreten, und das Deutsche Reich wird ausschließlich mit dem souveränen Sultan verhandeln".(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wer ist denn gegenwärtig der souveräne Sultan? Das wissen wir nicht! Soll in der Tat das Wort, das damals aus offiziellstem Munde im Orient gesprochen und von allen Orientalen gläubig aufgenommen wurde, jetzt etwa eingelöst werden? Ich hoffe, der Reichs- kanzler wird dazu in keiner Weise geneigt sein. Offenbar operiert Frankreich in sehr geschickter und vor- sichtiger Weise zu seinen Gunsten in Marokko. Zweifellos, Abdul Asis ist sein Mann. Nurk verlautet neuerdings, daß Frankreich Abdul Asis bestimmt haben solle, an der West- grenze, am Atlantischen Ozean, südlich nach Assimur und Saffi zu marschieren. Wenn die Franzosen mit Hülfe Abdul Asis diese beiden Städte in ihre Gewalt bekommen, haben sie fast die ganze marokkanische Westküste in ihren Händen: ich möchte wissen, was wir dagegen zu tun vermögen. Wäre Deutschland geographisch so gelegen wie Spanien, dann lägen die Dinge sehr einfach, dann ließe sich die Frage sehr leicht lösen, dann hätte Frankreich überhaupt nicht können in Marokko die Pläne hegen, die es tatsächlich hegt. Nun wohnen wir aber sehr weit von Marokko.(Zuruf bei den Sozial- demokraten: Glücklicherweise!)—„Glücklicherweise" ruft einer meiner Freunde: er hat recht. Wie wollen wir uns also in Dinge mit Aussicht auf Erfolg einmischen?! Wir allein können nichts erreichen. Darauf müssen wir allerdings mit aller Energie dringen, daß llns d i e handelspolitischen Vorteile, die Marokko für unseren Handel bietet, unter allen Umständen gewahrt und gesichert bleiben.(Sehr richtig!) Das ist ein Punkt, in dem wir mit der großen Mehrheit des Hauses vollkommen übereinstimmen.(Sehr richtig!) Es ist dann die Frage des Nordmeerbundes aufgeworfen worden. Es verlautet mit großem Nachdruck, daß es Deutschland gewesen sei, das dem Abkommen der Staaten am Mittelmeer inklusive England folgend, jetzt ein Nordseeabkommen mit den Nordsee st aaten habe treffen wollen. Die Gerüchte gehen weiter, wonach auch wahre Liebe lebt eben über allem Gesetz! Mario» ist sogleich bereit zu schwören, daß sie noch nie für jemand so wie für ihn gefühlt hat. Er hält es für seine Pflicht, so schwer es ihm ankomint, Hans von dem ungeheuren Wandel des Geschicks in Kenntnis zu setzen und dieser kann sich seinerseits nach wenigen Tagen durch die Nachricht revanchieren, dah Marion ihn von neuem in Gnaden aufgenommen. Der Respekt der beiden vor der wunderbarem Wechsel der Gefühle unterworfenen Frau, die inzwischen in einem ordinären Schürzen- jäger, was sie braucht, gefunden, bleibt bis zu dem letzten Augen blicke unvermindert. Leopolds sanft melancholischer Peter hatte in Josef Mörz hochschultrig. schlappen, noch ganz jungenhaft dreinschauenden Hans einen ergötzlichen Partner. Gut war auch Herr Traeger als schneidiger Dutzend- Don Juan und BahnhofSassistent. Ganz vor- züglich, mit ebensoviel Temperament als seiner Diskretion gab Ida Roland die schwierige Rolle der Marion. ät. Musik. Richard Wagner- Feier deS Sozialdemokratischen Wahlvereins für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Wagners Allkunstwerke sind ausschliehlich für die Bühne geschaffen. Auherhalb dieses Rahmens ist diese Musik ihrer dramatischen Bestimmung völlig entkleidet. Bruchstücke im Konzert- saal vermögen nur allenfalls dann eine ungefähre Vorstellung vom Gcsamtcharakter zu geben, wenn sie durch ein Orchester von Streich- und Blasinstrumenten vorgeführt werden. Das Klavier aber versagt bei Wagner vollständig. Selbst Hofkapellmeister Franz Fischer in München, der unübertroffene Interpret Wagnerscher Musik auf dem Konzertflügel, hat nur illusionistische Wirkungen zuwege gebracht! Und dah sogar ein Franz LiSzt— fraglos der gewaltigste klavi- ristische Hexenmeister aller Zeiten!— das Problem einer völligen Verpflanzung der entwickelten Wagnerschen Kunst auf das Klavier nicht zu lösen vermocht hat, wurde nun wieder klar, wenn»vir seine Phantasie für dies Instrument über Motive aus„Rienzi" mit seinem„Einzug der Götter in Walhall" aus„Rheingold" vergleichen. Diese letztere Uebertragung ist ihm ungleich besser geglückt als die erstere. Sie ist daher auch dankbarer für den Pianisten, sofern er durch und durch Künstler ist. Als solcher erwies sich Herr Leo Kestenberg allerdings I. Für zwei Bruchstücke, nämlich die Vorspiele zu„Lohengrin" und„Parsifal" war das Harmonium zu Hülfe genommen. Sein weicher Toncharakter über- brückt die Härten des HammertonS. Dr. P l e h n e r spielte diesen Part mit geschmackvoller Registerführung: schade nur, dah das ihm zur Verfügung stehende Harmonium allzu schwachbrüstig war! Als Baritonist erzielte er mit dem recht ansprechend phrasicrten Vortrag des launigen Schusterliedes ans den„Meistersingern" den besten Erfolg. Dr. Plehner leitete auch das Programm durch einen Vortrag über„Richard Wagner als Künstler" ein. Einige irrtümliche An- gaben sollen da nicht allzu tragisch genommen sein. Es ist eine sehr schwere Aufgabe, ein so gewaltiges Kampfleben und Kunstschaffen im enggefahten Rahmen eines kurzen Vortrags auszuschöpfen. Jeden- falls verdient die gute Absicht Anerkennung. die O st s e c in ein derartiges Abkommen eingeschlossen werden solle. Zugleich soll bei dieser Angelegenheit Rußland das Verlangen gestellt haben, die Klausel iin Pariser Friedens- vertrage aufzuheben, die ihm die Befestigung der Alands- inseln verbietet. In dem Pariser Friedensvertrag haben Frankreich und England durchgesetzt, daß Rußland ein für allemal die Befestigung der Alandsinseln namentlich Bomarsunds aufzugeben habe. Ich verkenne nicht die großen Schwierigkeiten, die es unter allen Umständen hat, wenn einem Großstaate, wie Rußland es ist, eine derartige Verpflichtung auferlegt wird. Diese Verpflichtung wurde ihm aber von Frankreich und England auferlegt. Auf Antrag Oesterreichs wurde weiter beschlossen, daß diese Verpflichtung zugleich als eine Bestimmung in den Pariser Friedensvertrag aufgenommen werde. Danach hat also über die Aufhebung dieser Bestimmung nicht allein Frankreich und England, die in diesem Augenblick Rußland sehr günstig gesinnt sind, zu entscheiden, fondern auch Deutschland. Ich möchte also an den Herrn Reichskanzler die Frage richten, ob Verhandlungen in der eben angedeuteten Richtung in bezug auf die Alandsinseln gepflogen sind, und welcher Art die Abmachungen sind, die in bezug auf die Ostsee ver- einbart sein sollen. Wir sind bei dieser Frage sehr leb- Haft interessiert. Die Alandsinseln liegen mitten' im Eingang in den Bottnischen Meerbusen, sie liegen wenige Stunden von der schwedischen Küste, in wenigen Stunden könnte eine russische Flotte Stockholm erreichen. Es ist daher begreiflich, daß diese Frage besonders in Schweden eine ungeheure Aufregung hervorgerufen hat. Es ist aber auch kein Zweifel, daß, wenn Rußland in die Lage käme, die Alands- inseln zu befestigen, dies im Falle eines Krieges mit u n s in bezug auf die Beherrschung der Ostsee cineFrage von großer Bedeutung ist. Ich habe im Herbst 1936 in der Generaldebatte zum Etat bereits darauf hingeiviescn, daß eine der Folgen des Friedensvertrages zwischen Rußland und Japan die sein werde, daß, nachdem durch diesen Friedensvertrag Rußland vom Großen Ozean und vom chinesischen Meer zurückgedrängt sei, es jedenfalls künftighin seine politischen Interessen in weit höherem Grade, als es in den letzten 26 Jahren der Fall gewesen ist, im W e st e n und Süd- Westen Europas zu entwickeln suchen werde. Ich machte damals weiter geltend, daß nach meiner Ueber- zeugung die russische Bourgeoisie eine russische Politik in dieser Richtung entschieden unterstützen werde. Früher, als ich geglaubt habe, ist diese P r o p h e- zeiung in Erfüllung gegangen. Es kann nicht be- stritten werden, daß seit zwei Jahren Rußland in viel energischerer Weise als früher in d i e p o 11 t i s ch e n Ver- hältnisseEuropas eingreift. Das zeigt nicht nur der eben geschilderte Fall in bezug auf die Alandsinseln, dos zeigt auch seine Politik auf dem Balkan. Daß aber auch die russische Bourgeoisie, der russische Liberalismus, diese Richtung der russischen Politik unterstützt, wird durch einen Artikel bestätigt, den ein Herr Peter v. S t r u v e, ein Mensch, der sich von einem Marxisten zu einer Art modernen Rotkow gewandelt hat, in der„Rußkaja Mysl" veröffentlicht hat. Er entwickelt, daß die russische Politik ihr Augenmerk darauf richten müsse, unter allen Umständen die Sympathien der s I a vi s ch e n Nationen im SB e st e n Rußlands. speziell der Polen und auch der Balkan- s l a v e n, zu gewinnen. Da ist es interessant, welche Polen- Politik Herr v. Struve für Rußland, im Gegensatz zu der Polenpolitik des Fürsten Bülow, empfiehlt. Es heißt in seinem Aufsatz: Wir müssen, auf die ökonomische Zugehörigkeit Polens zu Rußland gestützt, sie benutzen, um unsere von der Natur gegebenen Beziehungen zu den Slawen Humor und Satire. Ludwig I., eine Märzerinnerung. Ludwig T h o m a singt ganz in der Partizipialweise Ludwig l. im„Simplicissimus": Lola, auf den Knien vor dir liegend. Lebend in den höchsten Wonnen hin, Und mein Haupt an deine Reize schmiegend, War ich selig, Andalusierin I Teutsclie Kraft in allen Gliedern fühlend Und besiegend die Bedenklichkeit, Niemals die Begierde gänzlich kühlend, Hab' ich meine Neste dir geweiht. Aber wütend, mein Idol bespeiend, Glaubele mein Volk sich heldenhaft; Immer Lümmel nur gewesen seiend, Spottet' es der Liebe Zauberkraft. Notizen. — Theaterchronik. Im Berliner Theater wird vom 7. bis inkl. 9. April das Tegernseer Bauerntheater ein Gastspiel geben. Am 19. April beginnen die Vorstellungen, die Direktor Halm mit einem Teil des Ensembles deS Neuen Schauspiel« Hauses bis Ende Juni veranstaltet. — Die erste Luftpumpe und andere Originalapparate deS Magdeburger Bürgermeisters und Physikers Otto v. G u e r i ck e sf 1686) werden im Deutschen Museum in München aufgestellt werden. Das Physikalische Institut der Berliner Universität, das die Apparate besaß, will sie dem Müuchener Zentralmuseum für Natunvisseuschaften und Technik schenken. — Zeitschriften schau. Die Zeitschrift für Be- kämpf n ng der Geschlechtskrankheiten, die bisher von Neisser, Lesser und Blaschko herausgegeben wurde, erfährt mit ihrem soeben beginnenden achten Bande eine beträchtliche Erweiterung. Die Redaktion führt Dr. Blaschko-Berlin. — Offiziere, die ihrenNamen schreiben können. Die Offiziere des Deutzer Kürassierregiments haben den„Simpli- cissimuS" verklagt und»vollen vor der Stuttgarter Strafkammer den Beweis antreten, daß— sie ihren Namen schreiben können. Aus Anlaß der zahlreichen»nilitärischen Spieler- und Wucheraffären»var von der Militärbehörde augeregt worden, den Offizieren Unterricht in der Wechsellehre erteilen zu lasse»», damit sie beiin Ouer- schreiben nicht zu sehr übers Ohr gehauen lverden. Der„Simpli- cissimuS" ließ nun einen Aristokraten zuin anderen dein Sinne»ach sagen, sein Bruder würde auch schon Wechsel ausgestellt habe», doch stehe er bereits lange Jahre bei den Deutzer Kürassieren, da habe er verlernt, seinen"Namen zu schreiben. Wenn»»»»>» aber der „SimplicissimuS" boshaft»vird und behauptet, die Herren hätten inzwischen Schreibunterricht genoininen? ind speziell zu den Weftslaten durch sie zu verstärken. Die die leicht hätte bermieden werden önnen,] Abg. Erzberger( 3) sieht den Antrag auf namentliche Ab Bolenpolitif muß unserer Annäherung an wenn nicht fortgefeßt diese Brobotationen gegen ftimmung zurüd. Desterreich dienen, das heute ein vornehmlich fla- die englische Seite gemacht worden wären.( Sehr geordneten Graberger an, daß die Pensionierung des Abg. Dr. Paasche( nail.) schließt sich der Meinung des Abs wischer Staat ist. Eine liberale Bolenpolitik wird richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es waren englische Grafen& hnar dem Militärpenfionsgefeß nicht entspreche. unser Prestige in der Slawenwelt unermeßlich Minister, die vor zwölf Jahren von der splendid isolation Bezüglich der Lieferungen für die Armee hat auch die nationalsteigern( hört! hört! bei den Sozialdemokraten) und auf sprachen, in der England sich befinde. Darüber hat man in liberale Partei stets den Standpunkt vertreten, daß Monopole nicht psychologisch ganz natürlichem Wege zum ersten Male im Deutschland gehöhnt und gespottet und sich darüber gefreut. geschaffen werden dürfen. Im Dezember vorigen Jahres habe Laufe der Geschichte ein moralisches Band zwischen Hätte man diese Situation auszunuzen verstanden, so wäre ich dem Herrn Kriegsminister vorgeworfen, er sei nicht genügend uns und dem slawischen Staate Desterreich schaffen usw. Sie nicht nur die Lage Deutschlands, sondern die Situation informiert gewefen, in den Stafinos hätten die jungen Offiziere gesehen, Herr v. Strube empfiehlt Rußland genau die ent- Europas und der Welt eine total andere und für uns Deutsche wisse Lieder über bestimmte Offiziere und Vorkommnisse gesungen. gegengesette Politik, die wir in der Polenfrage be- weit günstigere geworden. Ich habe mich überzeugt, daß meine Behauptungen nicht erweislic folgen. Für mich ist es keinen Augenblick ein Zweifel, daß, find und nehme fie zurüd. wenn diese Politit, die Herr Peter v. Strube der russischen Regierung empfiehlt, befolgt wird, wir die Geschlagenen sind.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Das wäre wieder ein Schlag, der sich gegen uns richtet, und den wir unseren eigenen Ungeschicklich teiten zu verdanken hätten. Nachdem nun Reden und Telegramme nach Möglichkeit dazu beigetragen haben, das Verhältnis Deutsch lands zu England immer ungünstiger zu gestalten, tommen neuerdings auch noch Briefe ob Unregelmäßigkeiten im Falle Lynar vorgekommen sind, schwebt Generalleutnant Sigt v. Armin: Die gerichtliche Untersuchung, noch. Detaillierte Angaben über die Vergebung von Lieferungen zu machen bin ich nicht in der Lage; jedenfalls sind wir bestrebt, die Schaffung von Monopolen zu vermeiden. Abg. Dr. Südekum( Soz.): hinzu.( Seiterkeit.) Es ist ja schon die Rede gewesen von Abg. v. Oldenburg( f.) befürwortet den Antrag Liebermann. Bei der zweiten Lesung wies ich gegenüber Angriffen auf das demi Briefe, den Lord Tweedmouth von dem Gardekorps darauf hin, daß bei St. Brivat 315 Junter gefallen Bon ähnlichen Gesichtspunkten aus wird unzweifelhaft Deutschen Kaiser empfangen hat. Es versteht sich seien. Daß darunter auch 200 bürgerliche Offiziere waren, weiß im Augenblicke auch die russische Politik in bezug auf den ganz von selbst, daß ein Kaiser geradeso gut das Recht hat, ich. Das ist ja das Große an unserem Offizierkorps, daß alle von Balkan geleitet. Briefe zu schreiben wie irgend ein Privater. Es kommt aber gleichen Geist beseelt sind, ob sie bei der Garde oder im Osten mit Was die Frage der von Oesterreich geplanten Sand- darauf an, was für ein Thema und was für einen In- Rönigszulage mit dem Gehalt eines Briefträgers stehen.( Bravo! shotbahn anlangt, so haben wir selbst in Deutschland an dieser halt die Briefe haben, und in welcher Situation greifen, fo fönnen Sie sich wohl denken, daß mir diese Gesellschaft rechts.) Wenn Herr Gädte und das„ Berliner Tageblatt" mich anBahn das größte handelspolitische Interesse folche Briefe geschrieben werden.( Sehr richtig!) Wenn die greifen, so können Sie sich wohl denken, daß mir diese Gesellschaft Die Bahn hilft in weitem Maße dazu beitragen, den Handel neuesten Flottenrüstungen Deutschlands abermals wieder ein gleichgültig ist.( Lachen links.) Deutschlands auf der Balkanhalbinsel zu entwideln; und großes Auffehen in England erregt haben, und nun ein dieser ist keineswegs unbedeutend. So hat im Jahre 1906 28riefwechsel zwischen dem deutschen Kaiser und dem zweiten Zeifung des Etats zurüdfommen. Es war bewundernsIch muß auf eine Erörterung über das Militärkabinett bei der für Deutschland die Einfuhr und Ausfuhr rund 325 ersten Lord der englischen Admiralität entsteht, der gerade wert, wie der Vertreter des Kriegsministeriums mit einer Gezweiten Seifung des Etats zurückfommen. Es war bewundernsMillionen Mark betragen. Ich habe schon zu der Zeit, als auf diesen außerordentlich heiflen Punkt sich be- fchwindigkeit, die an Hegerei grenzte, die Bedeutung des Chefs des hier im Reichstag die Debatten ausgebrochen waren über die zieht, so ist es ganz klar, daß, wenn ein solcher Briefwechsel be- militärtabinetts herabzusehen wußte. Dieser tommanStellung Deutschlands zur Balkanhalbinsel, namentlich bei fannt wird, er großes Aufsehen macht und eine er- bierende General wurde geradezu zu einem besseren der Frage der Stellung von Bosnien und Serbien hebliche Verstimmung hervorrufen kann. Ich stimme ganz in Registrator gemacht. Der Kriegsminister sagte, der Mones find jett rund 30 Jahre her geltend gemacht, daß die die Berurteilung der Times" ein, die mit einer arch braucht ein Organ zum Verkehr mit der Armee, und dazu Politit, die Fürst Bismard zu verfolgen bereit war, der wirklich raffinierten Zeufelei alles aufgeboten hat, das nicht brauchte man das Militärtabinett. Man braucht aber in der Geerklärte, die Dinge da unten gingen uns nichts an, eine günstige Berhältnis Englands zu Deutschland noch mehr zu fchichte des Militärtabinetts nicht weit zuüdzugehen, durchaus falsche sei. Nach meiner Ueberzeugung ist verschärfen. Aber in erster Linie sollte es doch an uns um auf so markante Persönlichkeiten zu stoßen wie den General der Balkan ein Zukunftsland von großer Ent- felbst liegen, daß wir nicht dazu beitragen, die Gegenfäße hatte. Go unbedeutend wie der Herr Kriegsminister es darstellte, b. Albedyll, der einen sehr weitreichenden Einfluß widelungsfähigkeit. Es wäre also verkehrt, wenn noch mehr zu verschärfen.( Sehr richtig! bei den Sozial- ist die Stellung des Militärkabinetts nicht, wenn es sich um die Deutschland die Vorteile, die es aus diesem Komplex von demokraten.) verschiedenen Staaten ziehen könnte, beiseite schöbe. Die Beförderung und Verabschiedung von Offizieren Es ist sehr charakteristisch, daß der Herr Abgeordnete handelt. Es ist eine Verschiebung der Tatsachen, wenn man hier jezige Entwickelung, die wir mittlerweile in bezug auf den Baffermann schließlich die Aeußerung tat, daß er glüd von der Kommandogewalt des Königs spricht, und wenn man beHandel erlebt haben, hat die Richtigkeit dieser Auflicherweise den Frieden nicht beeinträchtigt hauptet, daß die Abschaffung des Militärkabinetts und feine Um fassung bewiesen. habe. Schaden hat der Briefwechsel aber auf wandlung in eine Personalabteilung das Heer schädigt. Es ist Ich sage aber auch weiter: wenn ein Gegenabkommen alle Fälle angeftiftet. Es ist auch nicht wahr, wenn gar nicht daran zu zweifeln, daß die heutige Organisation den zustande käme, wonach die Donau- Adriabahn, die nunmehr man sagt, daß in England die Sache günstig aufgenommen heiten diejenigen Informationen zu haben, die er haben müßte. Kriegsminister vollständig außerstand seht, über wichtige Angelegen= Rußland befürworten soll, gebaut würde, wir unserer- worden sei. Die Stritit 3. B., die im Oberhaus Lord Lans- Das haben gerade wieder die jetzt erwähnten Fälle auf das ella feits nicht die geringste Ursache haben, gegen der downe, der frühere Minister des Auswärtigen, an diesem tanstete gezeigt. Der Abg. Erzberger hat mit Recht gesagt, daß artige Unternehmungen vorzugehen. Eisenbahnen in Ländern Briefwechsel geübt hat, enthält wahrlich keine Worte, die das Rechtsempfinden des Voltes auf das tiefste getroffen ist durch wie diese sind unter allen Umständen Kulturträger, Deutschland zum Ruhme gereichen. Das war eine Verur die Behandlung des Grafen Lynar. Der Fall hat noch zu und wir kämen zu diesen Eisenbahnen ohne das geringste von teilung, so scharf, wie sie von einem Ausländer nur ausge- einer anderen Diskussion Veranlassung gegeben. Der KriegsStaats wegen dazu beigetragen zu haben.( Sehr richtig!) sprochen werden konnte. Wir haben jedenfalls wieder einmal minister sagt, die Untersuchung darüber, ob Unregelmäßigkeiten Meine Herren, ich möchte dann ebenfalls auf unfere eine moralische Einbuße erlitten. Ich bin aber vorgekommen find, ist noch gar nicht abgeschlossen. Ich Stellung zu trotzdem noch heute der Meinung, daß, wenn Deutschland aber andererseits glaube ich, daß die Untersuchung doch abge glaube, daß der Kriegsminister das eben nicht anders weiß. England England ehrlich die Hand reichte wegen einer schloffen ist, denn wie sollte man es sonst verstehen, daß der kommen. Der Herr Abgeordnete Bassermann hat die An- Verständigung betreffs der Flottenrüftungen, diese Ber Serr Oberst v. Richthofen, der mit der Untersuchung beschäftigt war, flage gegen mich erhoben, daß namentlich eine Anzahl ständigung ohne große Schwierigkeiten zu befördert worden ist. Es zeigt sich eben hier wieder die Diskrepanz Aeußerungen von mir in erheblichem Grade dazu beige- erreichen wäre.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo.( Unstimmigkeit) zwischen Militärlabinett und Striegsminister. In tragen hätten, das Verhältnis zwischen Deutschland und Eng- fraten.) In England hat man die Rüstungen bem Falle Lynar- Hohenau hat der Kriegsminister im Dezember land ungünstiger zu gestalten. Das ist durchaus falsch, das gerade so fatt wie bei uns, ja vielleicht noch mehr, und wunderbare Ahnungslosigkeit Gegenteil ist eher richtig. Meine Herren, so oft ich in diesem zwar aus dem einfachen Grunde, weil in England die Hause auf die Frage der Stellung Deutschlands zu England lotten und Armeerüstungen zum großen leben, er hatte nichts von allem gehört, was man ihm nachgesagt zur Schau getragen. Er sprach von dem musterhaften Familiengekommen bin, habe ich, allezeit ein freundliches Busammenbestritten werden. Und wenn wir fortgesetzt dafür ein wieso dieser Mann in die preußische Armee hatte fommen können, Teil aus direkten Steuern der bejizenden lajien hatte. Auch bei dem Falle des Prinzen Arenberg wußte er nicht, gehen Deutschlands mit England in der energischsten Beise befürwortet.( Lebhafte Zustimmung bei den treten, daß ein gleiches auch in Deutschland geschieht, so tun bis ihm nachgewiesen war, daß er selbst ihn als Junter Sozialdemokraten.) Ich habe wiederholt erklärt, daß nach wir dies auch mit aus dem Grunde, weil wir unsere be angenommen hatte. Es ist einfach unrichtig, daß über die meiner Auffassung es gar feinen vernünftigen igenden lassen am empfindlichsten am Geldbeutel Grafen Lynar und Hohenau nicht gemuntelt wurde. Bring ArenGrund gibt, der einen Interessengegensatz zwischen Eng. treffen können, wenn wir sie zwingen, die Kosten der berg war nach Afrita gegangen, nicht uw zu sterben, sondern' um land und Deutschland zu konstruieren vermöchte. Ich habe üstungen zu tragen, damit sie sich erst bewußt wer- bort zu leben; vielleicht erfährt der Kriegsminister etwas Näheres erklärt, daß die Welt groß genug sci für beide, und die wirt schaftlichen Interessen, die beide Staaten in ihrer Ent- Bourgeoisie und Aristokratie, so opferwillig fie auch sein feinen Boh veranlaßten, von ihm fortzugehen. Trotzdem war es erklärt, daß die Welt groß genug sei für beide, und die wirt- den, was für Lasten das Reich fordert. Die englische darüber aus seinen Abenteuern in Bansibar, wo er aus der deutwickelung zu verfolgen haben, keinerlei Vorwand zu einem mögen, haben das fortgesette Rüften satt und möchten dem möglich, daß dieser Mann wieder zurückkam und in die Armee aufGegensab irgend welcher Art bilden könnten. Meine Herren, die Hand geboten würde, ich bezweifle nicht: feine vier prochen worden; denn alles Strafbare was ihm nachgewiesen wurde, ein Ende machen. Wenn also heute noch von deutscher Seite genommen wurde. Graf Hohenau ist vom Kriegsgericht freigewir haben im letzten Jahrzehnt Deutschlands Belt handel eine außerordentliche Entwidelung nehmen sehen. Wochen würden bergehen, und es tame war bereits berjährt, und was nicht verjährt war, war nicht Wir haben im Jahre 1906 einen Welthandel zwischen 15 und ein Vertrag ftrafbar im Sinne des§ 175. Man sollte nicht versuchen, den Ausgang dieser Brozesse zur Rechtfertigung eines Menschen zu ver16 000 Millionen Mark gehabt. Der englische Sandel zustande, der die Basten beider Nationen geerten, der sich in fchwerster Weise gegen die Gefeße vergangen hat. ist in ähnlicher Weise vorwärts gegangen, was beweist, daß waltig verminderte und zwischen diesen beiden( 8uftimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich wende mich nun weder England noch Deutschland einen Grund haben, sich Stulturnationen für alle Beit ein freundschaftliches noch zu einer anderen Angelegenheit; der Abg. Erzberger hat wegen ihrer wirtschaftlichen Entwickelung in die Saare zu Berhältnis herbeiführen würde!( Stürmischer Beifall auch auf die eigenartige geraten.( Sehr wahrl bei den Sozialdemokraten.) bei den Sozialdemokraten.) Reichstag. 134. Gigung. Montag, den 30. März, bormittags 11 Uhr. schäftsordnungskommission überwiesen. cinc Monopolstellung der Firma Krupp Aber, meine Herren, ich habe ebenso lebhaft und aufs hingewiesen, die vorhanden ist, auch wenn sie bestritten wird. allerentschiedenste eine ganze Reihe von eußeHerr Erzberger hat bon Gerüchten gesprochen, die er nicht hier rungen bekämpft, die von sehr hoher und maßgebender micbergeben wollte. Ich habe über diese Dinge mit Herrn ErzStelle im Laufe der Jahre gemacht worden sind, die not Gerüchte, und ich sehe gar nicht ein, wozu hier ein Verfted. berger neimals ein Wort gewechselt, ich lenne aber ebenfalls solche spiel nüßen foll. Es handelt sich um Folgendes: Nach dem Misstimmung gegen Deutschland, erzeugen Am Bundesratstisch: Shbow, Sigt v. Armin. Sriege bon 1870/71, als es sich um das Retablissement der preußischen mußten. Ich habe es als einen Att großer Unflugheit be- Der Präsident, Graf Stolberg, teilt mit, daß der Senat der Armee handelte, war die Firma Krupp nicht im stande, trachtet, als man bor 12 Jahren mit Behemenz von der freien Stadt Hamburg ihm seinen Dank für die Teilnahme des die großen Kapitalien für bie Aufwendung von neuen MaWe It macht sprach, die Deutschland geworden sei. Als die Reichstags anläßlich des Hinscheidens des regierenben Bürger- schinen usw. von sich aus aufzubringen. G3 wurde ihr deshalb Worte fielen: Der Dreizad gehört in unsere meisters Dr. Möndeberg ausgedrückt hat. bom Staate sowie bom preußischen KronfideiFaust" und wieder an einer anderen Stelle: Unsere Ein Gesuch um Genehmigung zur Einleitung eines Brivat tom miß ein Vorschuß zur Verfügung gestellt. Nun Bukunft liegt auf dem Wasser", als die berüchtigte beleidigungsverfahrens gegen den Abg. Brey( Soz.) wird der Ge- lautet das Gerücht dahin, daß der Vorschuß des Staates längst zurückgegeben und verrechnet ist, daß dagegen der Anteil des KronDepesche an den Präsidenten Krüger geschickt wurde, jene Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Etats; fideikommiffes in einen Depesche, die später der Absender selbst als eine ber- fie beginnt mit der Beratung des Etats für die Verwaltung des werbenden Geschäftsanteil hängnisvolle" bezeichnet haben soll; als ferner das böse Wort Reichsheeres. umgewandelt worden ist. Daraus ergibt sich, daß jede Bergröße fiel von dem„ Admiral des Atlantischen Ozeans Abg. Biebermann b. Sonnenberg( Wirtsch. Bg.) be- rung des Kruppschen Geschäftes auch eine Rergrößerung des auf an den Admiral des Stillen Ozeans" usw. usw. gründet einen Antrag der Rechten, im Striegsministerium statt biefen Anteil fallenden Gewinnes bedeutet, und deshalb sind die - das sind doch eine ganze Reihe von Aeußerungen, von 48 Offiziere in der Stellung als bortragende Räte" zu feßen 49" Mitglieder der Artillerieprüfungskommission nicht denen kein Zweifel bestehen fann, gegen wen fie fich in erster und statt 37 Stabsoffiziere ufm." zu ſehen" 88". frei in ihren Entschlüssen, sondern werden im ZweifelsLinie richteten.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Antrages. Generalleutnant Sigt v. Armin bittet um Annahme dieses falle mindestens immer für die Firma Krupp votteren. Das ist Daß das alles notwendigerweise im stärksten Maße Miß= es, um was es sich dreht. Mögen diese Gerüchte nun wahr oder Abg. Erzberger( 3.) wendet sich gegen den Antrag und bittet, falsch sein, fest steht jedenfalls, daß wir es mit einer Bestimmung in England erzeugen mußte, kann nicht es bei den Beschlüssen der Budgetkommission zu belaffen. Die Rechte vorzugung der Firma Krupp zu tun haben, die wir mißbilligen. dem geringsten Zweifel unterliegen. Ich habe seinerzeit hier hat früher dem Reichstag das Recht bestritten, Erhöhungen in den Wenn der Bertreter des Kriegsministers sagt, ein Monopol wolle wiederholt ausgesprochen, wenn es gelänge, den Dreibund da Etat einzusehen und das Dispositiv zu ändern; indem dieser Antrag die Verwaltung durchaus vermeiden, so kommt es doch darauf an, hin zu erweitern, daß England als vierte Macht das tut, ist er zu begrüßen, wenn er auch inhaltlich unbegründet ist. was man unter Monopol versteht. Formell tann eine Konhinzufäme, dies ein ganz toloffaler moralischer und materieller um aber die Abgeordneten der Rechten auf dieses Prinzip festzu- turrenz ausgeschrieben und können andere Firmen aufgefordert Gewinn für Deutschland sei. Man hätte alsdann Frankreich Antrag. Des weiteren führt Redner aus, daß bei der Ben- handeln.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Schließlich legen, beantragt das Bentrum namentliche Abstimmung über diesen werden, und troßdem fann es sich sehr wohl um ein Monopol genötigt, fich mit diesen Mächten zu verständigen.( Sehr fionierung des Grafen Lynar das richtig! links.) Es wäre alsdann auch von unseren unge pensionsgefeßberlebt sei.- Bum Schluß bemerkt Rebner, Brabant das Reserveoffizierspatent entzogen ist, weil er aufdas Militärweise ich noch auf das Vorkommnis hin, daß dem Rechtsanwalt heuren Flottenrüstungen teine tede gewesen, baß die Vergebung der Waffen- und Munitionslieferungen nicht gefordert hat, in der Stichwahl für den Sozial. Denn wir hätten alsdann an England die Macht befeffen, die zu einem Monopol einer einzigen Firma führen dürfe. zu Wasser das an dem Grundsatz festhalten, daß der Staatssekretär Sydow: Die verbündeten Regierungen müssen staatsbürgerlichen Rechte eines Mannes beweist von neuem, wie bemotraten zu stimmen. Ein derartiger Eingriff in die gehabt hätte. Die Vorteile für Deutschland wären also ganz Besoldungsverhältnissen nichts ändern darf; beim Antrag Lieber, gefährlich diese Institution und ihr Uebergreifen in das bürgerliche eminente gewesen, und die Situation Deutschlands wäre eine mann handelt es sich darum aber nicht, sondern um Uebernahme total andere, als sie heute ist. Stehen wir denn leider einer Stelle aus dem Extraordinarium ins Ordinarium. Generalleutnant Sigt v. Armin: Auf die Frage der Stel nicht Präsident Graf Stolberg schlägt vor, die von dem Abgeordneten Tung des Militärkabinetts gehe ich nicht noch einmal ein, nachdem in vollständiger Isolierung? Erzberger beantragte namentliche Abstimmung nach Genehmigung ich das in der zweiten Lesung getan habe. Ebenso auch nicht auf die Verabschiedung der Grafen Lynar und Hohenau. Von Be Was man noch vor kurzem für unmöglich gehalten hätte, ist des Titels des Kriegsministers vorzunehmen. mittlerweile ebenfalls eingetreten, nämlich, daß fich zwei Tod- Besetzung des Hauses, die namentliche Abstimmung auf einige aur Firma Krupp ist mir nichts bekannt. Wenn solche Be Abg. Singer( So.) bittet, mit Rücksicht auf die noch schwache 3ichungen des preußischen Kronfideikommisses feinde so schien es- tu Bland und England ber- Stunden auszusehen. ziehungen bestehen sollten, und der Abg. Südekum meint, Mitglieder ständigten. Rußland, England, Frankreich, Präsident Graf Stolberg hält dies für untunlich, da der Au- der Artillerieprüfungskommission könnten sich dadurch zugunsten Italien, Spanien gegen uns! Das ist eine Situation, I trag auf andere Etatspositionen von Einfluß ist, der Firma Krupp beeinflussen lassen, so weise ich das als eine uns Abg. Scheidemann( Soz.): hinter verschlossenen Türen ,, Lümmel" beliefene und unbelweisbare Berleumdung zurüd.( Brabo! rechts, sich in einem Alter von 27 bis über 30 Jahren befanden. Die 1 fofeit cs in menschlicher Macht steht, ähnlichen Mißgriffen vors Oho! bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Abg. Südefum sagt, Leute tlagen über zu große Anstrengung; man habe zubeugen.( Bravo!) ich weiß nicht, ob diefe Gerüchte wahr sind, so fehlt mir für die Marschleistungen von ihnen verlangt, die über jedes ver. Abg. Zubeil( S08.): Verbreitung derselben in diesem Hause der parlamentarische Aus- nünftige Maß hinausgegangen wären. Man habe sie schlecht be druck.( Beifall rechts, Unruhe bei den Sozialdemokraten.) töftigt, es wäre auch nicht für genügendes Nachtlager gesorgt Auf meine Rede vom 5. Februar über Soldatenmißhandlungen Abg. Kopsch( fri. Vp.) führt Beschwerde über Zurücksetzung worden, und zu alledem seien die Soldaten in standalöser und Beschwerderecht hatte der Stellvertreter des Kriegsministers jüdischer Einjähriger bei der Zulassung zum Reserveoffizier. Weise von Offizieren beschimpft worden.( Sört! hört! geantwortet, indem er versuchte, mein Verlangen nach der VerAbg. v. Czarlinski( Pole) führt Beschwerde darüber, daß pol- bei den Sozialdemokraten.) Die sogenannte nationale Preffe war fegung aller Beschwerdeführer in einen anderen Truppenteil nische Soldaten gezwungen worden seien, ihre Beichte in deutscher natürlich taub für die Klagen dieser Leute. Eine ganze Anzahl lächerlich zu machen. Ich hatte darauf hingewiesen, daß sonst den Sprache abzulegen. derselben wandten sich dann an Organe meiner Partei, die es Vorgesezten hundert Mittel blieben, mit Nadelstichen die BeBizepräsident Dr. Paasche kommt auf die Auseinandersetzung natürlich für ihre Pflicht hielten, diese von vielen Zeugen bestätigten schwerdeführer zur Verzweiflung zu treiben. Der General Sigt des Generalleutnants Sirt v. Arnim mit dem Abg. Südefum Vorfälle zu veröffentlichen. Der Verlauf war der übliche. Die v. Armin erwiderte, das könne ein schöner Zustand werden, wenn zurüd und fragt den Vertreter der Militärverwaltung, ob sein Dinge wurden nicht etwa untersucht, sondern der Staatsanwalt die Soldaten sich allmählich auf dem Beschwerdewege in bessere Ausdruck Verleumdung" sich auf Dr. Südetum oder auf die schritt gegen die beiden Redakteure in Solingen und Remscheid, die Garnisonen hineinbeschweren könnten; schließlich würden dann von ihm vorgebrachten Gerüchte bezogen habe. fich pflichtgemäß der Sache angenommen hatten, ein, und wegen alle in Berlin ankommen. Das letztere möchte ich schon im Generalleutnant Sixt v. Arnim: Der Ausdruck hat sich selbst. angeblicher Beleidigung wurde der eine zu drei Wochen, der andere Interesse der mißhandelten Soldaten nicht wünschen; denn das verständlich auf die Gerüchte bezogen. Herrn Südekum trifft zu 6 Wochen verurteilt.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Gardeforps nimmt in den Mißhandlungen der Soldaten nicht die aber doch der Vorwurf, daß er diese von ihm selbst als solchen dem Prozesse ist aber doch außerordentlich viel an die Deffent leste Stelle ein.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Aber bezeichneten Gerüchte zum Gegenstand langer Erörterungen ge- lichkeit gekommen, und auch das, was sich der ganzen Auffassung des Striegsministers muß ich die Auffassung macht hat. von Autoritäten gegenüberstellen, die für mich sind, Lie Auffassung Abg. v. Derhen( Rp.) findet es unverständlich, daß Graf bei der Vorvernehmung der Offiziere usw. abgespielt hat, ist mir von Fachmännern, die auch General Sirt v. Armin nicht Lynar die Stirn gehabt habe, eine Benfion zu beantragen, obwohl in Abschrift zugegangen. Gelegentlich des Prozesses in ohne weiteres beiseite schieben kann. Im Jahre 1903 erließ der er nicht wegen Dienstuntauglichkeit, sondern wegen seiner Ver- Elberfeld selbst wurde nach den zeugeneiblichen Aussagen festgestellt, damalige kommandierende General des 6. Armeekorps, der Grb fehlungen den Abschied erhalten habe. Die Maßregelung des daß in der Tat bei den Truppen die Betten nicht in Ordnung prinz von Sachsen- Weiningen, einen Befehl, wonach Rechtsanwalts Braband in Hamburg, war durchaus gerechtfertigt. waren, daß Strohsäde nur halb gefüllt waren, daß das Stroh alle Beschwerden über Soldatenmißhandlungen sofort an das Wer als Reserveoffizier die Sozialdemokratie unterstützen will, vielfach naß war, daß Deden fehlten und viele Leute boII Generalfommando weiter berichtet werden sollten, damit dieses die muß den Abschied nehmen.( Brabol rechts.) tommen angekleidet schlafen mußten, um die Bersetzung des Beschwerdeführers in einen anderen Truppenteil Abg. Erzberger( 8.): Graf Lynar sollte endlich auf seine Sälte auszuhalien.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) verfügen fönne. Der Erbprinz von Sachsen- Meiningen hielt also Pension verzichten. Es ist schlimm genug, daß man ihm das, was Unteroffiziere haben zugegeben, daß die Mannschaften über das diese Versegung auch für durchführbar und notwendig. feine Anstandspflicht als Offizier ist, erst von der Reichstags- Effen Beschwerde führten, daß das Effen teilweise fort. Er hat allerdings an diesem Grlaß wenig Freude gehabt, denn tribüne aus fagen muß. geschüttet werden mußte und die Mannschaften sich selbst beköstigt fcine menschenfreundliche Anwandlung Generalleutnant Sig v. Arnim betont nochmals, daß die Unter- haben. Ein Hauptmann hat unter Eid ausgesagt, daß hat ihn sein Kommando gekostet, fuchung im Falle Lynar noch nicht abgeschlossen ist. der Regimentskommandeur die Truppen geschimpft hätte, weil eine was, nebenbei bemerkt, auch ein bedeutsames Zeichen dafür ist, wie Kompagnie nicht vorschriftsmäßig gegrüßt habe. Der Hauptmann wenig ernst selbst an den obersten Stellen die Absicht ist, Soldatenstellte felbft fest, daß das Gelände daran schuld mißhandlungen zu unterdrüden.( Sehr wahr! bei den SozialBei der Geschäftslage des Hauses will ich nicht auf all das war, daß diefe Stompagnie den Regimentskommandeur nicht recht- demokraten.) Zu dem Thema Soldatenmißhandlungen muß ich eingehen, was die Borredner berührt haben, obgleich z. B. die zeitig fehen konnte. In der Verhandlung wurde weiter festgestellt, dann noch einen Fall aus den letzten Tagen vortragen, Fragen der Lieferungen für das Heer meinen Wahlkreis speziell baß ein Lieblingsausbrud eines Offisiers lautete: der besonders krag liegt. Im Januar d. 3. brach bei der 5. Kom berühren. Ich fann aber der Regierung den Vorwurf nicht er,, Blödsinnige Ramele!" pagnie des 172. Regiments in Stralsund die Genicstarre sparen, daß sie die Hauptschuld an der verzweifelten Geschäftstage,( Seiterkeit.) Der Hauptmann bestätigte, daß mehrere aus. Daraufhin wurde die Kompagnie bis zum 26. Januar ge über die wir alle klagen und auf die wir alle Rücksicht nehmen hundert Mann am ersten Tage infolge Ueberanstrengung zusammen- sperrt. Am 2. Februar meldete fich der Musketier Markhahn, gemüssen, trägt. Herr b. Oldenburg hat uns auch heute wieder eine gebrochen seien. Trotz der übermäßigen Anstrengungen sei die bürtig aus Osnabrüd, krank bei dem Assistenzarzt Dr. Zahn. heitere Biertelstunde bereitet. Bei der ersten Lesung behauptete Saltung der Leute eine gute gewesen. Bestätigt wurde auch, daß Dieser liebenswürdige und menschenfreundliche Arzt erklärte ihn er, die erfreuliche Erscheinung, daß fein Wort über Soldaten: die Leute beim Aufbruch morgens einmal feinen Kaffee bekommen unter allerhand Schimpfereien für gesund und mizhandlungen gefallen sei, sei jedenfalls darauf zurückzuführen, hätten. Ein anderer Offizier hat ausgesagt, daß der Oberst diensttauglich. Um jene Zeit war die Besichtigung der Res daß wir kein Material hätten, obgleich kurz vorher Bebel erklärt leutnant v. Bodungen am Besichtigungstage mit Aus- fruten. Die alten Mannschaften mußten den Rekruten als Zielhatte, er verzichte darauf, dies Kapitel anzuschneiden, obwohl es brüden wie Schweinerei und Hammelherde die Leute belegt hat. scheibe dienen, sich stundenlang hinwerfen und wiederaufstehen. ihm keineswegs an Material fehle. Da tam denn nachher mein weil sie den General nicht ordnungsmäßig gegrüßt hätten. Weiter Auch Markhahn war zu diesem Dienst kommandiert, obwohl selbst Freund Stücklen dem Wunsche des Herrn v. Oldenburg in fagte er, die lebungen mögen an den beiden Manövertagen wohl aien sein schlechtes Aussehen auffallen mußte. ausgiebigfter Weise nach. Herr b. Oldenburg aber 12-15 Stunden gedauert haben, etwa 500 Leute feien schlapp ge- Er meldete sich wiederholt frank, aber derselbe Arzt schickte zog es vor, sich zu drücken und in der Wandelhalle worden. Oberstleutnant v. Bodungen selbst hat ausgesagt, es sei ihn mit dem Bemerken weg, er leide nur an der Faultrankspazieren zu gehen, und ich wünschte, er hätte recht be- nicht ausgeschlossen, daß er zu dem Kompagnieführer geäußert habe, heit. Der diensttuende stellvertretende Feldwebel hatte wenigstens halten. Denn darüber sind wir uns ja alle einig, daß wir nichts die Kompagnie ist schweinemäßig an ihm vorbeigegangen, so viel Ginsicht und Mitleid, daß er den Kranten zum inneren dringender wünschen können, als daß die Soldatenmißhandlungen und er verbitte sich solche Schweinerei. Dagegen habe er die Dienst nach der Kammer schickte. So schleppte sich der Mann bis wirklich von der Bildfläche endgültig verschwunden sein möchten. Leute sicher nicht direkt beschimpft. Ein Major bestreitet nicht den zum 17. Februar unter furchtbaren Schmerzen hin. Er sagte aber, ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Auf die Ausführungen Ausdruc daß er des Herrn v. Oldenburg darüber, was ein Junker ist, will ich nicht lieber sterben als noch einmal zu diesem Arzt gehen wollte. eingehen. Wenn er zu den Junkern auch die bürgerlichen Offiziere rechnet, so stimmt das mit dem Begriff des Volfes über Junker gebraucht zu haben. Ein Zeuge führt an, der Hauptmann habe Am 18. Februar mußte er sich doch wieder krant melden. Der nicht überein. Im Volfe teilt man die Herren von und zu in gesagt, der Sterl hat ein reines Berbrechergesicht. Gin Leut- Arzt befahl ihm, auf einen Stuhl zu steigen, und da der Kranke nant von 23 Jahren gibt ohne weiteres au, bazu allein nicht mehr imstande war, stüßte er sich auf einen neben zwei große Gruppen: in die bösartigen Junker und in die harm- geschimpft zu haben; dieser junge Mensch braucht also ihm stehenden Musketier. Deswegen schrie ihn der Arzt erneut Tosen.( beiterkeit.) Und ich glaube, daß der Typus des harm- Schimpfworte gegen Leute im Alter von 30 Jahren, die in der häßlichsten Weise an und massierte ihn dann, während er Tofen Junkers beispielsweise Herr v. Oldenburg ist.( Abg. meist Familienväter sind. Ich habe mich bemüht, diese Schimpfe- auf dem Stuhl stand, obwohl der Mann unter furchtbaren v. Oldenburg: Danke sehr! Heiterkeit.) reien in ein bestimmtes System zu bringen. Mir ist das aber Schmerzen schrie.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Von Generalleutnant Sigt b. Arnim hat gegenüber meinem nicht gelungen, vielleicht gelingt es einem Sachverständigen.( Seiter dem Stuhl heruntersteigen konnte der Mann wiederum nicht mehr Freunde Südekum in einer Tonart gesprochen, die nicht nur von feit.) Ich habe sie nur alphabetisch geordnet, danach steht fest, daß allein, und als der Arzt ihn marschieren lassen wollte, konnte cr uns Sozialdemokraten, sondern auch von den militärfrommen Frei- die Leute mit den Schimpfworten belegt sind:" Faule Bande", auch nicht einen Schritt mehr vorwärts tun. Da schickte ihn denn finnigen beklagt worden ist. Es fönnte nichts schaden, wenn sich der Stellvertreter des Kriegsministers gegenüber Abgeordneten, die Tappen", " Blödsinniges Kamel"," Kerl mit dem Verbrechergesicht"." Jammer der Arzt ins Lazarett mit der Drohung, wenn er dort nicht Lump",„ Lümmel"." Hammelherde"," Schwein", ordentlich frank würde, werde er ihn auf 14 Tage in Arrest doch schließlich die Vertreter des deutschen Boltes sind, einer etwas Schweinebande" usw.( Seiterfeit.) Das zeugt doch von einer schiden. Auf dem Korridor fiel der Mann um und mußte in die anderen Lonart befleißigen würde.( Sehr gut links.) Herr fehr mangelhaften Bildung derjenigen, welche solche Worte ge- Mannschaftsstube getragen werden.( Sört! hört! bei den Sozialv. Arnim hat bei der zweiten Lesung gesagt, unsere Militärjuftis viauchen.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Derjenige, der bemokraten.) Am 18. Februar kam der Mann endlich ins Lazarett, erwede allgemein ausgenommen die Sozialdemokraten natür solche Ausdrücke gebraucht und dabei ausgerüstet ist mit der außer wo man am 22. Februar Genickstarre erkannte. Bis zum lich- Befriedigung. Wenn das richtig wäre, so würde wohl die ordentlichen Machtvollkommenheit eines deutschen Offiziers, und 9. März hat der Mann bewußtlos im Lazarett große Mehrheit dieses Hauses nicht zwei sozialdemokraber solche Schimpfworte gegen die Leute gebraucht, die ihm wehr- gelegen, dann hat ihn tische Resolutionen angenommen haben, in denen eine Ios überantwortet sind, auf den fällt jedes Wort, das öffentliche Verhandlung bei den Militärgerichten und eine durch er den Leuten an den Stopf schmeißt, zurück.( Sehr richtig! bei greifende Reform der Militärstrafrechtspflege gefordert ist. Als den Sozialdemokraten.) Die Dinge, die ich vorgelesen habe, sind von seinen Leiden erlöst.( Lebhaftes Hört! hört! bei den schlechter Beobachter hat sich Herr Sirt v. Arnim auch bewiesen, als auch in den Urteilen des Gerichts zugegeben. Das Gericht Sozialdemokraten.) Ich frage, ob ein solcher Arzt länger in der er die Behauptung aufstellte, er hätte noch nie irgendetwas vom hat für festgestellt erachtet, daß die Strohjäcke unzureichend und Armee geduldet werden kann. Man sollte ihn zu den Tierärzten Raftengeist beim Militär verspürt. Es ist ja eine ganz bekannte dünn waren, daß die Mannschaften nur eine Dede hatten und des- versezen( Seiterkeit und Sehr gut!), wenn man nicht Angst und sehr beklagenswerte Erscheinung diese Erklusivität des Offizier halb in ihren Drillichanzügen schliefen, daß die Anstrengungen hätte, daß er da Tierquälerei triebe. Dabei war der Arzt, der Torps.( Sehr richtig! links.) Was ich noch mehr beflage, ist der sehr groß waren, daß die Uebungen sehr beschwerlich und Umstand, daß eine ganze Anzahl von Dingen, die wir bei den ftrengend waren, daß der Oberstleutnant v. Bodungen die Aus Offizieren beobachten, z. B. der näselnde Ton, der ja eine gewiffe brüde Hammelherde"," Schweinebande" gebraucht habe usw. usw. Weltberühmtheit erlangt hat, nun auch nachgeäfft wird von den Ich habe dem Vertreter des Kriegsministeriums vor mehreren Unteroffizieren. Wie der Herr Leutnant fich räuspert und spudt, Wochen über diese Angelegenheit Mitteilung gemacht, damit er das haben ihm die Unteroffiziere glüdlich abgegudt. Diese Er Gelegenheit nehmen kann, fid) zu orientieren. Ich frage ihn nun, scheinung ist unbestreitbar. Sie ist nur insofern nicht allzu ge- welche Maßnahmen getroffen sind gegenüber fährlich, als diese Leute in verhältnismäßig furzer Zeit zum Bibil ben Offizieren, von denen erwiesen ist, daß sie sich in zurüdfehren und wenn sie dann den bunten Rod ausgezogen haben der von mir gekennzeichneten Weise den Mannschaften gegenüber angeführten Falles schließe ich mich den Ausführungen des Abg. und Schmalhans bei ihnen Küchenmeister ist, so tommen sie wieder benommen haben. Und ich frage den Vertreter des Striegsministers v. Derben an; wer den Offiziersrod tragen will. zur Vernunft und lassen diese Dummheiten sein.( Sehr richtig! weiter, ob Maßnahmen getroffen sind, durch welche unsere unter muß jederzeit gegen Sozialdemokraten aufbei den Sozialdemokraten.) Wünschenswert wäre es freilich, daß den Waffen stehenden Söhne in Zukunft gegen folche treien.( Bravo! rechts.) man schon während der Dienstzeit solchen Gewohnheiten entgegen- llebergriffe beffer geschüst werden. Gine flare Abg. Werner( Antis.): Die Behandlung der Soldaten ist gegen treten würde. Daran ist freilich nicht zu denken, solange solche Antwort hierüber kann ich wohl verlangen, nicht nur im Namen früher besser geworden. törichten Redensarten maßgebend sind wie: der Soldatenstand ist des Reichstages, sondern auch im Namen des ganzen Volkes.( LebAbg. Dr. Hermes( frs. Vp.): Die Frage der offenkundigen der beste Stand, das Wort vom vornehmsten Rod, der hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Zurücksetzung der Juden im Heere ist hier und in der Budget. beste Verkehr für den Soldaten ist der Soldat Generalleutnant Sigt v. Arnim: Das Material, das die Kommission wiederholt behandelt; gerade bei der Militärverwal ul.( Sehr gut bei den Sozialdemokraten.) Was die Reso- Serren Kopsch und Hagemann uns übergeben haben, wird gewiffen- tung wird der Grundsatz des gleichen Rechts verlegt. lutionen, über die hier noch abgestimmt werden muß, betrifft, fo haft geprüft werden. Auf den ersten Teil der Ausführungen des ftimmen meine Freunde für die Refolutionen, die verlangen, daß Abg. Scheidemann gehe ich nicht ein. Im allgemeinen befleißige Arbeiten der Militärverwaltung nur an Firmen vergeben werden ich mich einer ruhigen und objektiven Redemeise. Bei gewissen An- die sozialdemokratische Bresse übertriebe. Gerade in dem Munde Der Abgeordnete Werner hat gemeint, es sei ja bekannt, daß follen, welche Tarifverträge mit den Arbeitern abgeschloffen haben, griffen muß aber bei einem Manne, der mit jeder Faser an der eines antisemitischen Volksvertreters nimmt sich dieser Vorwurf und wir sind auch für den Zusakantrag, daß bei der Festsetzung der Armee hängt, das Blut in heftigere Wallungen kommen.( Bu- höchst sonderbar aus.( Sehr wahr! links.), Ich erinnere ihn nur Arbeitsbedingungen nicht nur die Arbeiterausschüsse, sondern je ftimmung rechts.) Bezüglich der von dem Abg. Scheidemann an nach den Verhältnissen auch die Arbeiterorganisationen hinzugeführten geitungsartitel ist festgestellt, daß diese Artikel Kampf gegen den Abgeordneten Liebermann v. Cnnenberg. Noch an die„ maßlosen Uebertreibungen" seiner Reformpartei im gezogen werden sollen. Wir stimmen auch für die Resolution, die maglofe uebertreibungen enthielten, weder schwere Er jüngst standen in Kassel zwei antisemitische Rebata Bezahlung des Lohnes für die gefeßlichen Feiertage berlangt, und tranfungen noch Todesfälle, wie in diesen Artikeln behauptet war, teure, beide reformerischer Richtung, fich vor Gericht für den Neunstundentag der in der Feldzeugmeisterei beschäftigten find vorgekommen. Die Rebatteure sind bestraft worden und als Kläger gegenüber. Der eine Redakteur beantragte, Personen. In enger Berbindung mit diesen Resolutionen steht ihre Berufung ist seitens des Reichsgerichts abgelehnt den anderen unsere Forderung auf worden. Somit fönnen die Gerichtsurteile jedenfalls eine Grundauf seinen Geisteszustand zu untersuchen. lage zur Beurteilung geben. Ich stehe aber nicht an, ohne weiteres Da ist es außerordentlich charakteristisch, daß alle Parteien, die dem zuzugeben, daß in der Tat die Anstrengungen bei dieser Das Gericht beschloß aber, ihn selbst auf seinen Geisteszustand hin ( Große Heiterkeit.) Also mit solchen fogenannten Block angehören, nur eine platonische Liebe dieser llebung fehr groß gewesen sind; sie wurden durch ungünstige untersuchen zu laffen. unserer Forderung entgegengebracht haben. Bon Herrn v. Lieber- Witterung, schlechte Wege und dadurch, daß die Leute nicht ge- Redensarten hätte gerade Herr Werner fortbleiben sollen. Der Abmann bis Herrn Gidhoff haben alle Redner betont, daß man mit nügend einmarschiert waren, gesteigert. Vielleicht sprach auch der geordnete v. Treuenfels hat die merkwürdige Frage aufgeworfen. Rücksicht auf die Kosten diese Löhne nicht schon jetzt erhöhen könne. Umstand mit, daß ein großer Teil der Leute aus Fabritarbeitern cb denn die sozialdemokratische Partei dulden würde, daß ihre Besonders bezeichend war es, daß Herr Eidhoff auch die Resolution bestand, welche weniger widerstandsfähig waren. Ganz ber eigenen Angestellten gegen fie arbeiteten. Herr b. Treuenfels hält Gröber ablehnte, die eine Erhöhung dieser Löhne gleichzeitig mit meiden lassen sich solche Dinge nicht, wenn die also das Seer für eine Armee der konservativen Bartei, denen für Unteroffiziere usw. fordert. Es ist immer bas- lebungen wirklich friegsmäßig verlaufen sollen. Es ist und will in ihr nur konservative Offiziere dulden. Wenn Sie diesen felbe: sobald es gilt, die Löhne der Aermsten der ein allgemeiner Grlaß an die Armee ergangen, in welchem darauf Gedanken konsequent zu Ende denken, so müßten Sie aus dem Heere Armen aufzubeffern. reicht das Geld nicht. Wir sind für hingewiesen ist, wie notwendig es ist, daß gerade bei den Uebungen auch alle sozialdemokratischen Mannschaften entlassen. das umgekehrte Verfahren und halten es für richtiger, zuerst die des Beurlaubtenstandes die Mannschaften erst allmählich wieder wären wir vollständig einverstanden.( Seiterkeit und aufzubessern, die am schlechtesten stehen.( Sehr richtig! bei an größere Anstrengungen und Marschleistungen zu gewöhnen sind. Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Stellvertreter des den Sozialdemokraten.) Wenn man darauf hingewiesen hat, daß Die schweren Vorwürfe der mangelhaften Berpflegung sind Striegsministers hat mir auf den Fall, den ich hier vorgetragen hier Soldaten in Betracht kämen, die nur zwei, drei Jahre in der durchaus unbegründet gewesen, wie im Gerichtsurteil festgestellt babe, bie Antwort gegeben, die ich erwartete. Trotz aller Kaserne wären, so tommt es doch auch auf die 8uschüsse an, ist. Wenn einzelne das Essen weggeschüttet haben, das von seiner entschuldigenden Redensarten steht fest, daß die Manna die die Eltern zu leisten haben, und wenn diese Soldaten einen Hunderten gegessen wurde, so müssen das sehr verwöhnte schaften von den Offizieren höheren Sold bekommen, dann wird manche arme Familie ihre Bungen gewesen sein.( Bustimmung rechts. Lachen bei den in ordinärer Weise beschimpft Sparpfennige, die sie jetzt dem Sohn, der unter den Waffen steht. Sozialdemokraten.) Daß sich einige Offiziere zu Schimpf- worden find. General Sigt v. Armin hat behauptet, der Artikel zuschicken muß, für ihre eigene Ernährung gebrauchen können. worten und ungehörigen Rebensarten haben hinreißen enthalte ma Blofe Hebertreibungen. Wenn das wahr ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Ich komme nun auf laffen, ist nicht zu vertreten, wohl aber menschlich erklärlich. Gegen. wäre, hätte es nicht 3 bis 6 Wochen, sondern mindestens 3 bis eine spezielle Angelegenheit, von der ich dem Bertreter des Kriegs- diefe Offiziere ist nach Abschluß der gerichtlichen Untersuchung die 6 Monate Gefängnis gegeben. Aber mit den tollen lleber. ministers schon vor einigen Wochen Mitteilung gemacht habe. Es militärische Untersuchung eingeleitet worden. treibungen, die anfangs in der Presse standen, haben handelt sich um größere Truppenübungen, die im Herbst 1906 in der 3ch fasse mich dahin zusammen, die Zeitungsartikel enthielten maß wir nichts zu tunisie sind von der nationalliberalen rheinischGenne stattgefunden haben. Besonders beteiligt war das 53. Re- loſe Uebertreibungen; soweit Mißgriffe und Verfehlungen vor weftfälischen Presse aufgebracht ivorden, und unsere Parteiblätter giment, zusammengestellt aus Reserven und Landwehrmännern, die gekommen find, und Maßregeln getroffen, fie zu fühnen, und haben durchaus wahrheitsaemäß berichtet. Die Beleidigung Erhöhung des Soldes für den gemeinen Soldaten. ana der Tow in so vichischer Weise feine Untergebenen mißhandelte, noch nicht einmal aus einer Stadettenanstalt hervorgegangen, sondern aus den Bildungs. anstalten der bürgerlichen Gesellschaft. Wir verlangen eine gründ liche Untersuchung des Falles und strenge Bestrafung des schulbigen Arztes.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. v. Treuenfels( t.): Bezüglich des von dem Abg. Südekum Abg. Scheidemann( Soz.): Damit hat man nur in einzelnen Worten gefunden, z. B. in der Behauptung, daß die Soldaten gequält" worden seien. Der Vertreter des Kriegsministeriums hat dann wieder viele Worte der Entschuldigung für Offiziere gefunden, die sich an den Mannschaften bergreifen. Ich frage ihn, ob er auch bereit ist, zu entschuldigen, wenn ein Soldat in der Empörung seinem Offizier hinter die Ohren schlägt.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aber da machen Sie den großen Unterschied: Was von oben nach unten hin geschieht, verteidigen Sie, setzt sich aber ein Soldat zur Wehr, so schiden Sie den Mann ins Zuchthaus.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Abg. Bindewald( Reformp.): Die Juden in der Armee werden nicht zurückgesetzt. Sie dienen nur zu geringerem Prozentsaz als die Christen. Wir erwarten von unserem Offizierkorps, daß es sich diese fremdrassigen Elemente vom Leibe hält. Mit der Religion hat diese ganze Frage nichts zu tun( mit erhobener Stimme:) Der Jude hat anderes Blut in seinen Adern.( Stürmische Heiterkeit.) Die Verpflegung in der Armee ist eine ausgezeichnete. Das beweist das Aussehen der Soldaten. Die Verpflegung der Armee ist besser, als die Ernährung der großen Mehrheit des Volkes.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Der Heeresdienst ist eine ärztliche Aur, wie es gar keine bessere geben kann.( Stürmische Heiterkeit.) Abg. Kopsch( frf. Bp.): Maßregelungen von Reserveoffizieren wegen ihrer politischen Gesinnung verurteilen wir entschieden. Weiter will ich nur feststellen, daß die rassenantisemitischen Aus führungen des Herrn Bindewald in diesem Haufe teine 3ustimmung, aber lebhafte Heiterkeit hervorgerufen haben.( Sehr richtig! links.) Generalleutnant Sigt v. Armin: In der Frage der Behandlung jüdischer Mitglieder des Heeres hat der Herr Kriegsminister bereits wiederholt Stellung genommen. Herrn Scheidemann glaube ich nicht alles bestätigt, sondern seine Slagen wesentlich eingeschränkt zu haben. Wenn er mich gefragt hat, ob ich geneigt sei, mildernde Umstände anzunehmen, wenn ein Untergebener sich gegen einen Vorgesezten empört, so kann ich nur wiederholen, daß Bergehen gegen die Disziplin allerdings anders beurteilt werden müssen, als wenn einmal ein Vorgesetzter im Eifer des Gefechts sich in Worten vergeht. Auf die weitere Frage, ob bei widerseßlichem Vorgehen von Untergebenen gegen Vorgesezte mildernde Umstände in Betracht kommen, kann ich nur erwidern, das tommt nicht auf mich an; in welchen Fällen das geschieht steht im Gesez. Wenn ein Soldat seinen Offizier hinter die Ohren schlägt, so würde ich in einem solchen Falle jedenfalls wohl taum geneigt soin, mildernde Umstände anzunehmen.( Heiterkeit rechts.) Damit schließt die Debatte. Judentum. Heiterkeit.) Abg. Giesberts( 3.) um ausnahmsweise Begnadigung der Naturlaute bin nun auch ich zum Dichten angeregt( große Heitet. wegen geringfügiger Vergehen in Südwestafrita unter dem Kriegs- keit) und schließe mit den Worten: zustande zu außerordentlich hohen Strafen verurteilten Soldaten. In einem Falle ist ein Soldat wegen einer Prügelei in angetrunkenem Zustande am Weihnachtsabend zu zehn Jahren Gefäng nis verurteilt worden.( Hört! hört!) Der Etat wird bewilligt. Wer andere tut verflatschen, Der seht sich in die Patschel. Drum, lieber Dichter Müller! Sei für die Zukunft stiller. Präsident des Reichsmilitärgerichts, General Linde, sagt zu,( Schallende Heiterkeit im ganzen Hause; lebhaftes Bravo! im daß, wo irgend möglich, solche Fälle zur Begnadigung vorgelegt werden sollen. Gewiß liege in derart hohen Strafen eine gewisse Zentrum.) Grausamkeit die zehn Jahre Gefängnis seien die Minimalstrafe Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.): Herr Roeren will - aber die Disziplin müsse unter allen Umständen gewahrt werden. sagte er im Februar, er machte sich durch seine Reimerei schließ mich nicht verstehen. Von dem Sänger Müller von der Werra Der Marineetat wird debatte los erledigt. Es folgt lich so unausstehlich,( Sehr richtig! im Zentrum ,; das ertönt von der allerchristlichsten Partei( wiederholtes Sehr richtig! im Zen der Justiz etat. Abg. Bassermann( natl.) hofft, daß die neue Strafprozeß- trum und Heiterkeit), das nenne ich eben Verhöhnung der Manen ordnung bald zum Abschluß gebracht und veröffentlicht werde. Die eines Toten.( Buruf im Zentrum: Dann dürfte man überhaupt Hinauffezung der Altersgrenze auf das 18. Jahr sollte nicht ver- nicht Literaturgeschichte schreiben!) Zuletzt hat Herr Gröber in schoben werden bis zu der allgemeinen Reform des Strafrechts, deutlicher Absicht einen Vers gegen mich gesprochen. Wer behauptet, die wohl noch Jahre auf sich warten lassen dürfte. Diese und daß ich Herrn Gröber der Presse absichtlich denunziert habe, den andere wichtige Fragen, wie auch die notwendigsten Aenderungen erkläre ich für einen Verleumder und Ehrabschneider. Zehn Jahre des Strafvollzugs, resp. seine reichsgesehliche Regelung, sollten Der Kampf galt in Wahrheit dem ominösen Schwein, und deshalb habe ich hier gegen Sie( zum Zentrum) gekämpft, aber stets offen. in besonderen Novellen möglichst bald geregelt werden. Staatssekretär Dr. Nieberding bestreitet, daß die Regelung der will ich mit dem Vers schließen:( Große Heiterkeit und Rufe: rechtlichen Behandlung Jugendlicher unabhängig von der Straf- Schon wieder!) prozeßordnung dringend sei; die Kriminalität Jugendlicher hat in den letzten 15 Jahren nicht zugenommen. Die Strafprozeßordnung wird hoffentlich im Winter an den Reichstag kommen. Es wird nunmehr der Antrag Liebermann zum Militäretat zur Abstimmung gestellt. Das Bureau bleibt zweifelhaft. Es erfolgt daher Hammelsprung. Für den Antrag stimmen 116, dagegen 132 Abgeordnete. Er ist daher abgelehnt. Die Diskussion über den Justizetat wird fortgesetzt. Abg. Kirfa( 3.) bleibt bei der Unruhe des Hauses auf der Tribüne unverständlich; Redner scheint die Beschleunigung einer Reform des Strafrechts, Strafverfahrens und Strafvollzugs bei jugendlichen Personen zu verlangen. Herr Roeren vom Rhein Träumt nur noch vom Schwein. Nur immer vom Schwein, Das ist ja ein Graus, Das hält selbst der beste Magen nicht aus. ( Große Heiterkeit.) Abg. Roeren( 3.): Die erziehliche Wirkung der Reminiszenz von dem Dichter Müller von der Werra auf Herrn Kollegen Müller hält nicht an; er fängt schon wieder an zu dichten.( Große Heiterfeit.) Abg. Stadthagen( Soz.): Ich muß das Verfahren gegen den Anarchisten Oesterreich zur Sprache bringen; das empörendste dabei ist das Strafmaß und die Justizministerium, seine Arbeiten bezüglich der Reform des Straf- politischen Gesinnung und Betätigung ist eine Ungeheuerlichkeit Abg. Dr. Müller- Meiningen( frs. Vp.) bittet das preußische Strafart. Er ist zu 3 Jahren Zuchthaus und zu 5 Jahren Chrverlust verurteilt. Eine Verurteilung zu Ehrverlust wegen einer rechts zu beschleunigen und wendet sich dann gegen die Ausführungen und steht in striktestem Widerspruch zu dem Strafgesetzbuch. Die des Abg. Roeren in der Situng vom 25. Februar. Das Land- Richter sind der Meinung, daß, wer ihre politische Ueberzeugung gericht München I und das Schwurgericht München werden in der legten Zeit von der Zentrumspresse systematsch angegriffen, weil dort nicht teilt, ehrloſe Gesinnung hat. Das erinnert an die Herenrichter des Mittelalters, die auch nach ihrer besten Ueberzeugung tünstlerische Sachverständige vernommen werden. Diese Angriffe müssen zurückgewiesen werden. Die Obszönität in den Bildern urteilten. Genau so steht es hier, wenn unzweifelhaft politisch Abg. Bindewald( Antis.): Herrn Kopsch gegenüber bemerke ich, daß die Heiterfeit bei meinen Ausführungen nur von den hat in dem letzten Jahrzehnt zweifellos zugenommen; es ist aber demokraten und Anarchisten zu Gericht ſizen.( Sehr wahr! bei den Nationalliberalen bis zur äußersten Linten reichte.( Heiterkeit.) der pornographischen Kunst. Die graphischen, vervielfältigenden Sozialdemokraten nicht Arbeiter und Beamte in den Staatsganz ungerechtfertigt, zu behaupten, Deutschland stehe an der Spike Sozialdemokraten.) Wir haben vom Bundesratstische gehört, daß Diese Verbeugung des Herrn Kopsch vor dem internationalen Künste haben ungemein zur Demokratisierung der Kunst beige- betrieben sein dürfen ein Bruch mit der Verfassung. Wir Präsident Graf Stolberg: Das ist nicht persönlich!( Große tragen.( Sehr richtig! bei den Freisinnigen.) Ich wollte mich von haben es gehört beim Postetat, beim Etat der Reichseisenbahnen, Herrn Roeren mit einigen Snittelversen verabschieden, selbstgemachten unter Herabjeßung jeder ehrlichen Gesinnung. Wir wissen, daß Die Abstimmung über den Antrag Liebermann v. Sonnenberg, natürlich.( Große Heiterkeit.) Ich unterlasse das aber( Rufe im Bismard im Gespräch mit Bosse sagte, daß er am Reichsgericht nur für den von den Freifinnigen die Abgg. Eickhoff, Dr. Hermes Zentrum: Oh! Schade!), ich unterlasse es, weil ich sonst wohl in politisch zuverlässige" Richter haben wollte.( hört! hört! den„ Kölnischen Volkszeitung" lesen, würde, daß der Müllerund Enders stimmen, bleibt zweifelhaft. Der Hammelsprung ergibt 94 Stimmen dafür, 103 dagegen; das Haus ist also beschluß- einingen in seiner wahnsinnigen Eitelkeit sich jetzt sogar um den bei den Sozialdemokraten.) So haben wir jetzt am Reichsgericht Richter, die ca cs gar nicht begreifen können, daß ein ( Stürmische Heiterket.) unfähig. Ich verab Unter großer Heiterkeit beraumt Voltsschillerpreis bewirbt. Präsident Graf schiede mich deshalb von Herren Roeren mit den Worten eines fommen kann, daß er dieselben Waffen anwenden muß wie Sie: Arbeiter, der das Glend und die Not sieht, zu dem Glauben Stolberg die nächste Sigung auf eine Viertelstunde später an. wirklichen Dichters, und zwar eines ganz großen Dichters, den er die Gewalt. Schluß 3% Uhr. Und so entstehen dann solche Bluturteile! bei seinen hervorragenden literarischen Kenntnissen sicher kennen Beit Johann Jakobys gab es noch aufrechte Richter, wie den PräfiZur wird. Ich verabschiede mich also von Herrn Roeren mit dem Vers: Senten Brüggemann, der erklärte: Je ferner er dem Angeklagten Wir haben Dir Klatsch und Geklatsche gemacht, politisch stehe, desto mehr müsse er sich hüten, daß diese politische Wie schief! Gesinnung ihn nicht in seinem Urteil beeinflusse.( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Das Reichsgericht aber konstruiert je nach der politischen Gesinnung des Angeklagten Hochverrat und erkennt gar noch auf ehrlose Gesinnung! Leute, die nach politischer Gesinnung oder Gesinnungslosigkeit zu Räten am Reichsgericht bcfördert sind, fällen solche Urteile, die das Rechtsempfinden des Voltes aufs tiefste berleben. Golche Tendenzurteile fönnen nicht scharf genug verurteilt werden.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) 135. Sibung, nachmittags 3% Uhr. Die dritte Lesung des Etats wird beim Militäretat fortgefeßt. Präsident Graf Stolberg schlägt vor, die Abstimmung über den Antrag Liebermann bis ungefähr 5 Uhr auszusehen Abg. Böhle( Soz.): entschieden protestiert werden, sie ist aber erklärlich, wenn die unmittelbaren Vorgesezten des Mannes mit der Untersuchung betraut werden, die ja ein Interesse daran haben, daß die vorgekommenen Dinge vertuscht werden. So ist jetzt auch wieder auf dem Artilleriedepot fünf Arbeitern zuni 1. April von König gekündigt worden, damit die Tatsache verschleiert werden kann, daß fünf in den Bureaus beschäftigte Schreiber in den Bezirken als Arbeiter geführt werden. Wir verlangen eine strenge Untersuchung.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Wir haben Dich recht in die Patsche gebracht, ( Rufe im Zentrum: O, ol und Lachen im Zentrum.) Wie tief! Wir lachen Dich aus! Nun mach Dich heraus! Ade! Und da red' ich dawider, so wird das den Klatsc Nur verschlimmern. Soll mein liebes Leben im nichtigen Batsch verkümmern? Schon bin ich heraus Ich mach mir nichts draus! Ade! Adel Ade!) Präsidenten bis 8 Uhr abends unterbrochen. Hierauf wird die Situng es ist 6 Uhr es ist 6 Uhr auf Vorschlag des Abendsibung. Staatssekretär Dr. Nieberding: Seit den 15 Jahren, die ich an Ser Spitze des Reichsjustizamts stehe, ist niemals bei der Beförde rung zum Reichsgerichtsrat nach der politischen Gesinnung gefragt worden, sondern immer nur nach juristischen Kenntnissen und Leistungen. Ich muß also die Vorwürfe des Abg. Stadthagen ent schieden zurückweisen.( Bravo! rechts.) Der Justizetat wird bewilligt. Beim Kolonialetat erneuert Abg. v. Treuenfels( f.) den Vorwurf gegen die Sozial. demokratie, daß sie die deutschen Truppen in den Kolonien bcschimpft habe und beruft sich auf Bebel. Abg. Eichhorn( Soz.): Bebel hat wohl einzelne Offiziere der Schußtruppe schwerer Vergehen beschuldigt, und das Verfahren schwebt noch, aber niemals die Soldaten der Schuhtruppe. Gcrichtsurteile beweisen uns gar nichts; wir wissen ja, wie Verurteilungen wegen formaler Beleidigung zustande kommen, auch wenn der Wahrheitsbeweis erbracht ist.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Die Behauptung des Abg. v. Treuenfels ist unwahr, und wenn er sie zehnmal wiederholt.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Etat wird bewilligt, ebenso der des Reichsschaamtes und des Invalidenfonds. Es folgt der Etat der Boftverwaltung. Abg. Singer( Soz.) beantragt die Abseßung der Frage der Ostmarkenzulagen von der Tagesordnung, da man diese wichtige Frage zu so später Stunde nicht vor einem schwachbesetzten Hause verhandeln dürfe. Das Haus stimmt dem Antrage zu. Auf eine Reihe meiner Ausführungen bei der zweiten Lesung habe ich von der Heeresverwaltung keine Antwort erhalten. Ich habe unter anderem von einer Verfügung gesprochen vom 4. Juni 1907, wonach den Arbeitern bei den Artilleriedepots, beim Proviantamt und den bei der Fortifikation beschäftigten eine Lohnerhöhung vom 1. April 1907 ab rückwirkend gewährt werden sollte. Nur eine Abteilung aber hat diese Lohnerhöhung erhalten, während alle anderen die Rohnerhöhung erst im November erhalten haben. Ich frage nun den Kriegsminister, ob er nicht heute Antwort geben will, ob diese Leute die Lohnerhöhung bis zum April nicht noch nach bezahlt erhalten sollen und was mit den( Stürmische Heiterkeit im ganzen Hause, Rufe aus dem Zentrum: in der angeführten Verfügung angewiesenen Mitteln geschehen ist. Ferner habe ich im Februar Ausführungen über den Zeugleutnant Sigmund gemacht und angegeben, daß derselbe von Straßburg bersett ist. Das letztere war ein Irrtum, er befindet sich noch in Straßburg, ist aber gegenüber den Arbeitern seit jener Zeit bedeutend höflicher geworden. Dagegen habe ich von neuem Klage zu erheben gegen den Feuerwerker Edert, von welchem die in der Am Bundesratstisch: Dr. Nieberding. Munitionsanstalt beschäftigten 60 Frauen in der nichtswürdigsten Die dritte Lesung des Justiz etats wird fortgefeßt. Weise behandelt werden. Noch einige Ausführungen habe ich im Abg. Zubeil( Soz.): Ich möchte die Aufmerksamkeit Falle König zu machen. Nachdem ich am 11. Februar die Tat- Vizepräsident Dr. Paasche: Darf ich den Redner bitten, auf fachen angeführt habe, die den Mann belasten, ist seitens die Tribüne zu kommen. Ich kann ihn nicht verstehen.( Große der Militärverwaltung die Untersuchung erst Heiterkeit, da nur etwa 15 Sozialdemokraten und 10 bürgerliche bier Tage später eingeleitet worden. Dabei sind Abgeordnete im Saale sind.) nur meine Behauptungen zum Gegenstand der Untersuchung ge= Abg. Zubeil( Soz.): Ich möchte die Aufmerksamkeit des Staatsmacht und sobald etwas weiteres von den Zeugen ausgesagt sekretärs auf gesundheitsschädliche Arbeiten in den wird, schneiden die untersuchungsführenden Bethüringischen Gefängnissen und Zuchthäusern amten das ab mit dem Hinweise, das gehöre lenten. Dort werden für eine Jenaer Firma Maßstäbe angefertigt nicht zur Sache. Gegen eine solche Art der Untersuchungs- und mit Bromgelb bestrichen, das aus Bleizuder und Bromführung muß ganz falt, bekannten gefährlichen Giften, besteht. Dadurch entsteht für die Gefangenen eine große Vergiftungsgefahr, die durch den Mangel an Bewegung noch vergrößert wird. Außerdem wechseln die Gefangenen nicht die Kleider, haben keine besonderen Bräume und kaum Seife. Infolgedessen sehen sie ständig wie Kanarienvögel aus.( Große Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Der erste Staatsanwalt in Erfurt, der die Aufsicht über diese Gefängnisse hat, sollte sich nicht so leichtfertig über die Arbeiterschutzgefeße hinwegsehen. Oft treten die Folgen dieser Vergiftung erst nach Jahren auf, und wer bezahlt dann den Vergifteten, feiner Witwe oder seinen Kindern eine Entschädigung? Wenn das am grünen Holze der Staatsbetriebe geschieht, was soll dann am Generalleutnant Sigt v. Arumin: Bei Prüfung des reichen dürren Solge der privattapitalistischen Betriebe geschehen? Außer Materials, das uns Herr Böhle zur Verfügung stellen will, wird dem müssen diese Maßstäbe mit einem hochprozentigen Spirituslack sich ja herausstellen, was von seinen Klagen zutreffend ist, und überzogen werden; das führt die Gefahr großer Katastrophen durch in welchen Punkten er unrichtig berichtet war. Ich möchte ihn Explosionen herauf. Wir verlangen, daß man diesen Verbrechen bitten, die Verfügung über die Zahlung von Lohnerhöhungen der an den Gefangenen endlich ein Ende macht.( Lebhafter Beifall Heeresverwaltung zu übergeben, denn ich weiß nicht, welche bei den Sozialdemokraten.) Verfügung er meint. Vielleicht liegt hier eine VerwechsePräsident Graf Stolberg: Herr Abgeordneter, Sie haben dem Staatssekretär Dr. Nieberding: Wenn die Schilderung des Staatssekretär vorgeworfen, er habe das Recht gebeugt; das ist lung vor. Der Zeugleutnant Sigmund ist allerdings in Borrebners zutrifft, so ist das Verfahren ungefeßlich. Ich ver unzuläffig. Straßburg belassen worden, und zwar weil von den Vorwürfen spreche Ihnen eine strenge Untersuchung.( Beifall.) gegen ihn der größte Teil sich als unhaltbar erwiesen hat.( Hört! Abg. Zubeil( Soz.): Ferner ist der Staatssekretär die Ants Abg. Wölzl( wildliberal) erklärt sich mit Roeren einverstanden wort darauf schuldig geblieben, ob eine Untersuchung gegen den hört! rechts.) Der Fall König wird untersucht werden. Irgend über die Bekämpfung des Schmutzes in Wort und Bild.( Bravo! Polizeisergeanten Hirschberg in Elbing stattgefunden hat, welcher etwas zu bertuschen, haben wir keine Beranlassung. Wenn der im Zentrum.) Herr Vorredner uns vorgeworfen hat, daß die Untersuchung in den Droese zu dem Verbrechen verleiten wollte, ihm einen Brief, Abg. Roeren( 3.): Der Zustimmung des Vorrebners Iege der an die Firma Loeser u. Wolf gerichtet war, auszuliefern; ich einem Falle erst nach vier Tagen erfolgt ist, so möchte ich ihn ich mehr Bedeutung bei als der Bekämpfung durch Herrn Müller- bin neugierig, ob heute eine Antwort erfolgen wird. bitten, in Zukunft solche Sachen nicht hier in der breitesten Deffent- Meiningen.( Zustimmung im Zentrum.) In meiner Erinnerung lichkeit zu erörtern, wodurch sie dann dem Betreffenden natürlich an den Dichter Müller von der Werra hat Herr Müller- Meiningen am nächsten Tage bekannt werden, sondern solche Sachen schriftlich eine Pietätlosigkeit gegen den verstorbenen Dichter gesehen. Ich oder persönlich der Heeresverwaltung zu übergeben, damit wir die habe doch nur erklärt, weil mir die dichterische Veranlagung fehlt, Untersuchung einleiten können. die Herrn Kollegen Müller auszeichnet, entlehne ich sie von einem Abg. Böhle( Soz.) übergibt der Heeresverwaltung die von ihm dritten. Wie darin, daß ich diesen dritten also mit dem Kollegen angeführte Verfügung, ich habe nicht behauptet, daß die Militärver- Müller in Parallele stellte, eine Bietätlosigkeit gegen ihn begangen waltung ein Interesse daran habe, die Fälle zu vertuschen, sondern sein soll, kann ich mir nur damit erklären, daß hier wieder ein die direkten Vorgesetzten in den betreffenden Depots. Beweis der grenzenlosen Bescheidenheit des Herrn Kollegen Müller Generalleutnant Sigt v. Arnim stellt fest, daß es sich um keine vorliegt.( Schallende Heiterteit im Zentrum und rechts.) Aber Verfügung des Kriegsministeriums handelt und sagt Prüfung wir wollen als gute Freunde scheiden. Meine Reminiszenz an darüber zu, auf wen die Verfügung zurückzuführen ist. den Dichter Müller von der Werra hat doch den erziehlichen EinDer Rest des Militäretats, abgesehen von dem Antrag Lieber- fluß gehabt, daß Herr Kollege Müller heute seine Rede nicht mit mann, wird hierauf bewilligt. Beim Etat des Reichs militär- eigenen Versen schloß, sondern mit Versen eines dritten, aus denen gerichts bittet nur Klatschen und Batschen heraustlang.( Heiterkeit.) Durch diese Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Abg. Hue( Soz.) flagt über die Zurücksetzung Essens, Dort munds und Bochums in postalischer Beziehung. Abg. Zubeil( Soz.): Ich habe am 18. Februar den Fall des Bostunterbeamten Droese zur Sprache gebracht, dem später Eruntenheit im Dienste vorgeworfen ist. Aus dem Urteil des Ges richts gegen den Beamten Apel, der wegen Beleidigung des Droese verfolgt war, aber wegen Zubilligung des Schuzes des§ 193 freigesprochen wurde, acht hervor, daß der Staatssekretär das Recht gebeugt hat, und fein Unterbeamter tann in Zukunft Vertrauen zu ihm haben.( Unruhe rechts.) Präsident Graf Stolberg: Ich schließe die Diskussion. Staatssekretär Kraette grinst höhnisch!! Abg. Zubeil( S03.): Sie wissen nichts zu antworten. Der Titel wird bewilligt, der Rest des Etats wird debatte los bewilligt, desgleichen der Etat der Expedition nach Ostasien, der Etat der Zölle und Steuern sowie der Etat der Reichsbant. Schlußabstimmung der Gesamtetat gegen die Stimmen der Sozial Darauf wird das Etatsgefeß angenommen und in der demokraten angenomme 1. Nächste Sigung: Dienstag 1 Uhr. Tagesordnung: Münzgefez, Dstmartenzulage, fleinere Vorlagen. Schluß 114 Uhr. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 77. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Das ,, Wohlfahrtsinftitut" der Berliner bem" Borworts" eine Auseinandersetzung über die wirtschaftliche Fleischerinnung. " Jm August 1907 hatte die ,, Wirtschaftliche Korrespondenz" mit Lage der Arbeiter im Jahre 1906. Der Vorwärts" hatte auf Grund der Lohnnachweisungen einiger Berufsgenossenschaften berechnet, daß das Lohnniveau im Jahre 1906 sich um 4,93 Proz. erhöht hätte, während gleichzeitig die Haushaltungskosten um 5 Proz. zugenommen hätten. Daraus ergab sich dann, daß die Konsum kraft der Arbeiter im Jahre 1906 zurückgegangen sei. Wir bestritten die Richtigkeit der Angaben des Vorwärts" und begründeten unfere start abweichende Auffassung in dieser Frage. Doch bemerkten wir damals, wir wollten diese wichtige Frage vorläufig ruhen lassen, da zur Zeit der Polemik die berufsgenossenschaftlichen Lohnnachweisungen für das Jahr 1906 noch nicht vollständig vorlagen. Nunmehr liegen sie vor und wir fommen daher auf die Auseinandersetzung mit einigen Worten noch einmal zurück. Auf Grund der Lohnnachweisungen der gewerblichen Berufsgenossenschaften ergibt sich, daß ein vollbeschäftigter 300 Tage lang tätiger Arbeiter im Jahre 1905 971,95, im Jahre 1906 aber 1027,59 M. verdiente. Die Lohnsteigerung von 1905 auf 1906 betrug 55,64 m. oder rund 5,75 Broz. Die Ausgaben des Arbeiterhaushalts dürften sich dagegen im Jahre 1906 bei gleichbleibendem Konsum durchschnittlich um annähernd 3,5-4,5 Proz. erhöht haben, so daß 1906 teine Schwächung, sondern noch eine Verstärkung der Konsumfraft der gewerblichen Arbeiterbebölferung eingetreten ist. Das war auch angesichts der wirtschaftlichen Entwickelung in der ersten Hälfte des Jahres 1907 gar nicht anders möglich. Wäre der Massenkonsum schon 1906 zurüdgegangen, so würde die wirtschaftliche Lage schon biel früher eine Abschwächung erfahren haben." " Dienstag, 31. März 1908. Parlamentarifches. Einlauf. Jm Reichstage gingen ein: Denkschrift über die Bekämpfung des Alkohol. tonfums in den afrikanischen Kolonien. Berichte über die Tätigkeit der Reichstommiffare für das Auswanderungswesen im Jahre 1907. Zusammenstellung der Beschlüsse des Reichstags zum Etat der Schußgebiete. 106. bis 111. Bericht der Petitionskommission. Aus der Frauenbewegung. " Vertrauensdamen." " Eine ganz neue Einrichtung ist in einer großen Dresdener Steingutfabrit, Villeroy u. Boch, getroffen worden: die Vertrauensdame". Es ist eine der Inneren Mission angehörende Dame, die für der Arbeiterinnen Seelenheil sorgen soll. Wie diese Vertrauensdame", die den bösen Namen" Hunger" führt, ihre hehre Aufgabe auffaßt, zeigen folgende Stellen aus einem von ihr gehaltenen Bortrage. Sie sagte darin u. a.: Ohne Erziehung und den festen Halt im Innern, der Gott und Glaube heißt, kommen solche Kinder nach ihrer Schulzeit und Nonfirmation in die Fabrit.... Nur als Koftgänger fristen sie ihr Leben in der elterlichen Wohnung. Ihre noch von der Schule herrührende Religion werden sie oft gezwungen zu verleugnen, wenn in ihrer Familie sozialdemokratischer Sinn herrscht, der von Kirche und Christentum nichts wissen will. Biel Geld verdienen, heißt die Barole. Oft fließt der Verdienst der die sauer verdienten Groschen im Wirtshaus leider durchbringt." jungen Mädchen in die Tasche des Vaters, der in eigennütziger Weise " Diese Menschen," heißt es an einer anderen Stelle von den Mädchen, die ihren religiösen Ratschlägen gegenüber verstockt bleiben, tragen das Zeichen ihrer niedrigen Denkungsart an der Stirn! In einzelnen traurigen Fällen, wo meine Ermahnungen erfolglos geblieben waren und wo ich Gefahr für die Mitarbeiterinnen erblickte, mußte ich mich genötigt sehen, um die Entlassung der Betreffenden bei der Direktion zu bitten." Am Freitagnachmittag fand im Gesellschaftshaus Berliner Musiker" eine große Arbeitslosenversammlung der Fleischergesellen Berlins statt. Der Saal war gefüllt und die Sitzplähe reichten nicht aus; dennoch bildeten die Anwesenden nur eine Minderheit der Fleischergesellen, die jetzt bei der Krise, die es der Arbeiterschaft mehr oder minder unmöglich macht, ein Stückchen Fleisch oder Wurst zu genießen, auf lange Zeit der Arbeitslosigkeit preisgegeben sind. Der erste Punkt der Tagesordnung: Die wirtschaftliche Krise, die große Arbeitslosigkeit und die Berliner Fleischerinnung", mußte abgesezt werden, da der Referent, Verbandsvorsitzender Hensel, geschäftlich verhindert war, rechtzeitig zu erscheinen. So wurde zunächst über den zweiten Punkt: Herr Drabert, Ehrenmitglied der Gelben, und die Sauwirtschaft im Arbeitsnachweis der Innung" verhandelt. Der Referent, Paul Bergmann, führte unter anderm aus, daß der Arbeitsnachweis der Berliner Fleischerinnung ja schon oft kritisiert worden sei, aber bisher ohne Erfolg. Der Arbeitsvermittler Drabert sei gewiß nicht allein schuld an den Zuständen, der Hauptschuldige sei selbstverständlich die Innung, die reichste der deutschen Fleischerinnungen, die wohl für pomphafte Empfänge am Brandenburger Tor Geld genug habe, aber feins zu einer anständigen Regelung ihres Arbeitsnachweises. Wohl sei es gelungen, in den letzten Jahren dem Stellenschacher im Fleischergewerbe einige Riegel vorzuschieben, aber leider nur hinsichtlich der privaten Vermittler, nicht auch den Innungsnachweis betreffend. Die Jnnung behaupte, ihr Nachweis sei ein Wohlfahrtsinstitut"( Algemeines Gelächter), aber wer als fremder Der Genoffe Calwer macht sich die Beweisführung wirklich Fleischergeselle nur die Schwelle des Hauses überschreite. gewinne etwas zu leicht. Auf die sonderbare Feststellung, die Ausgaben des schon den Eindruck, daß es mit der Wohlfahrt in Berlin ein eigen Arbeiterhaushalts dürften" sich um annähernd 3,5-4,5 Broz. er Sing sein müsse. Die Behörden und die Gewerbedeputation haben höht haben", wollen wir jetzt nicht eingehen. Hier handelt es sich fich ja auch schon mit den Zuständen auf der Herberge befaßt und es fei gesagt worden, daß die Polizei einschreiten müßte. Warum das nur um die Lohnnachweisungen. Um zu zeigen, wie Calwer vornicht geschieht, sei nicht bekannt. Vor dem Hause in der Mulad- geht, sei zunächst zitiert, was der Vorwärts" tatsächlich geschrieben ftraße feien ja immer Polizeibeamte zu finden, aber hineinzugehen hat. In unserer Nummer vom 31. August schrieben wir wörtlich: und sich die Zustände einmal anzusehen, das falle ihnen nicht ein. Um schließlich die Streitfrage nicht verschieben zu lassen, sei Der Redner erwähnte dann verschiedene der Uebel, unter denen noch folgendes festgestellt: Calwer hat wiederholt behauptet, die zugereisten und arbeitsuchenden Gesellen auf der Herberge und die wirtschaftliche Lage der Arbeiter habe sich im Jahre 1906 dem Nachweis zu leiden haben: die schlechten Betten, den Mangel allgemein gehoben. An einem von ihm als besonders an den nötigen Klosetts, dann die Vermittlergebühren, die noch beweisträftig angeführten Beispiel Wochenlöhne ungelernter immer in der Höhe von 50 Pf. bis 1 M. den Gesellen abgenommen Arbeiter in Berlin- haben wir rechnerisch nachgewiesen, daß sein werden, obwohl die Innung schon im Jahre 1904 versprach, in Zu- Material feine Behauptung nicht stügt. Auch darauf geht Calwer kunft nur noch eine Einschreibegebühr von 20 Pf. zu erheben. Ges vorsichtigerweise gar nicht ein. Es scheint ihm demnach neben fellen, die nicht 50 f. oder 1 M. zahlen fonnten, sind sächlich zu sein, daß seinem Material die Beweiskraft fehlt. Bir Der tgl. Amtshauptmannschaft Dresden- A. scheint die Tätigkeit einfach vom Sprechmeister Drabert abgewiesen tönnen aber Behauptungen nicht als Ersatz für positive Beweise der Vertrauensdame( der Betriebsleitung) so wertvoll, daß sie in worden, so daß sie, gleichsam als Strafe für ihre Mittellosigkeit, gelten lassen. Gegen sein allgemeines Urteil haben wir einem Rundschreiben an die Industriellen diese auffordert, in ihren auf die angebotene Stellung verzichten mußten. Wohl hat die weiter die berufsgenossenschaftlichen Nachweise angezogen. Dem Betrieben ebenfalls die Arbeiterinnen durch solche VertrauensInnung eine Einschreibung der Arbeitslosen eingeführt, aber nur Urteil Calwers haben wir entgegengestellt, daß für einzelne damen" für den Himmel retten zu lassen und sie damit den Gefakultativ, und sie dient gleichsam nur als eine Liste unlieb- Gruppen sich die wirtschaftliche Lage wohl etwas ber- fahren der bösen Welt und der Arbeiterbewegung zu entreißen. samer Gesellen. Mitglieder der Innung haben selbst er= bessert haben kann, für einen anderen Teil der Arbeiter sei die In dem grünweißen Sachsen ist eben auf dem Gebiete der flärt:„ Wir nehmen keine eingeschriebenen Gesellen." Wird die Lebenshaltung ziemlich gleich geblieben, während unzweifel- Ordnungsrettung kein Ding unmöglich! Liste zwecks Arbeitsvermittelung verlesen, so soll es nur zu leicht passieren, daß der Sprechmeister bei der durch Verklebung der Fenster noch fünstlich verstärkten Dunkelheit im Lokal diesen und jenen Namen übersieht. Vorschrift ist, daß die Arbeitsvermittlung bon 10 bis 12 und von 2 bis 4 Uhr vor sich geht, aber der Sprech meister kehrt sich nicht daran und vermittelt, wenn es ihm paßt. Die Gesellen sollen sich den ganzen Tag über in der Wirtschaft aufhalten, damit recht viel getrunken wird, obwohl die meisten nur mit Abscheu dort hineingehen. Die Sonntagsvermittlung abzuschaffen, dazu hat die Innung sich auch noch nicht aufschwingen können. Sie behauptet, das sei nicht durchführbar, solange die privaten Stellen vermittler noch Sonntags tätig sind. Die Innungsmeister brauch ten aber nur von den Privatvermittlern feine Gesellen zu beziehen, dann wäre diesem Uebel wie auch dem abgeholfen, daß meist nur Bruchstellen" nach kleinen Vororten auf dem Innungsnachweis bermittelt, die besseren Stellen aber privatim für 20 M. und zu höheren Preisen verschachert werden. Die Aufforderung der Gewerbedeputation an die Innung, beffere Zustände zu schaffen, da sonst andere Mittel ergriffen werden müßten, hat zu einer Besses rung der Verhältnisse nicht geführt, erklärte der Redner, und die Polizei, die so ungeheure Macht entfaltet, wenn einmal arbeitslose, streitende oder wahlrechtfordernde Arbeiter auf der Straße erscheinen, fümmert sich nicht darum. Er, Redner, habe schon im borigen Jahre gesagt, daß der Innungsnachweis ein Wuchergeschäft fei, und man habe auch gedroht, ihn vor Gericht zu stellen, es aber doch nicht getan, weil man teine Gelegenheit geben wollte, den Schmutz vor die Oeffentlichkeit zu bringen. " Man sieht, diese Dame ist nicht im mindesten durch Kenntnis der sozialen Seiten des Arbeiterlebens getrübt. Sie erblickt ihre Aufgabe darin, die Arbeiterinnen zum alleinfeligmachenden Glauben und zur gottgewollten Ordnung zurückzuführen. Wer sich nicht fügt, den schlägt die gottselige Dame zur Entlassung vor. Versammlungen Veranstaltungen. haft für eine große Menge die Lohnzunahme hinter der Steigerung der Warenpreise zurückgeblieben ist. Und dieses Urteil wird auch nicht erschüttert, wenn man die Calwerschen Rigdorf. Mittwoch, den 1. April, abends 8%, Uhr, bei Thiel, BergEinwände gelten lassen will, denn bei einer Reihe Berufsgenossenschaften hält sich die Lohnzunahme unter 3 Proz. Andererseits hat Calwer bisher noch kein beweiskräftiges Material für seine Behauptung erbringen können. Wenn er glaubt, mit seinen Schlußbemerkungen der Beweisführung enthoben zu sein, so registrieren wir das mit Bergnügen." Die neue Auslassung Calwers beweist, daß er sich trotzdem in dem Verfuch, die Streitfrage zu verschieben, nicht stören läßt. Unsere borstehenden Behauptungen werden durch die berufsgenossenschaftlichen Nachweise durchaus bestätigt. Unter den 66 Berufsgenossenschaften find 39 mit 3802 718 Bollarbeitern, in denen die Lohnsteigerung feine 5 Proz. beträgt. Es sind die folgenden gewerbtichen Berufsgenossenschaften: Süddeutsche Edel- u. Unedelmetall.| Straßen- und Kleinbahnen. Nordwestl. Eisen und Stahl. Gas- und Wasserwerke. Sächs.- Thüring. Eisen und Stahl. Tiefbau. Schlesische Eisen und Stahl. Südwestliche Baugewerk. Lagerei. Hannoversche Württembergische Magdeburger Schlef.- Bosensche Thüringische Norddeutsche Holz. Sächsische Bayerische Rhein- Westf. Tertil. Norddeutsche Textil- B.- G. in Elsaß- Lothringen. Tabak. Deutsche Buchdruckerei. Chemische Industrie. Brauerei und Mälzerek. See. Glas. Ziegler. Westdeutsche Binnenschiffahrt. Bekleidungsindustrie. Müllerei. Schornsteinfegermeister. Molkereien und Brennereien. Seiden. Papierverarbeitung. Ostdeutsche Binnenschiffahrt. Der Redner hatte in seinem Vortrage wiederholt auch den Gesellenausschuß, der nichts für die Interessen der Gesellen leistet, scharf angegriffen, sowie auch die Brüderschaft" und die andern Vereinchen der Fleischergesellen, die, wie die Gelben", wenn es irgendwo zum Konflikt kommt, Streifbrecher liefern. Es war nun auch ein Vertreter oder Mitglied des Gesellenausschusses anwesend, zugleich Vertreter der Brüderschaft. Dieser behauptete, daß er im Gesellenausschuß mit besten Kräften für die Interessen der Gesellen zu wirken versuche. Er habe auch schon zweimal ein Schreiben an die Innung gerichtet, aber Antwort noch nicht erhalten. Die Zustände auf dem Innungsnach- Musikinstrumentenindustrie. weis müßten allerdings verbessert werden. Er selbst könne bei Eine Zusammenstellung der B.-G., die mehr respektive weniger Arbeitslosigkeit nicht gut auf die Privatvermittler verzichten. Mit als 5 Broz, Lohnsteigerung aufweisen, ergibt folgendes Bild: Entrüstung verwahrte der Redner feine Brüderschaft" gegen den Vorwurf des Streifbruchs. Man solle die Namen solcher Streifbrecher nennen. Fleischerei. Elbschiffahrt. Nahrungsmittelindustrie. Zahl Vollarbeiter 1905 1906 1905 1906 Gesamtlohnſumme 7 159 842 7 512 728 6 959 009 239 7 720 015 061 3 617 056 247 4073 807 648 greiflichen Gründen nicht entsprochen; es schiebt nämlich zurzeit Die 27 B.-G. mit Diesem Wunsche wurde jedoch aus leicht be- Sämtliche B.-G. noch ein Prozeß gegen einen Vertreter des Verbandes, der Arbeitswillige mit dem in der Arbeiterschaft üblichen und zutreffenden mehr als 5 Proz. 3 511 540 3 710 010 Titel belegt haben soll. Man sagte dem Brüderschaftsvertreter Man sagte dem Brüderschaftsvertreter Lohnzunahme aber deutlich genug, wann und wo diese Art Organisationen oder D. übrig. 39 B.-G. ihre Mitglieder sich durch besondere Meistertreue ausgezeichnet mit weniger als 3648 802 3 802 718 3 341 942 992 3 646 207 413 haben. 5% Lohnzunahm. Im übrigen wurden die Zustände auf dem Nachweis nicht min- Demnach betrug in 39 B.-G. der Jahresdurchschnittslohn eines der scharf als vom Referenten von einem christlichen Gesellen kriti- Bollarbeiters im Jahre 1905: 916,03 m. und im Jahre 1906: fiert, der, wie er behauptete, aus einer Stellung entlassen worden 958,84 W. Die Steigerung stellt sich im Durchschnitt für über die war, weil er zum Jaucheschöpfen benutte Eimer nicht zur Wurstfabritation gebrauchen wollte, und danach auf dem Nachweis als Hälfte der Versicherten auf nur 4,67 Broz. Und die Lohnsteigerungen minder geschickter Arbeiter verschrien wurde. Ferner nahm auch gehen nicht nur beinahe bis auf O Proz.; für einzelne B.-G. ergeben der inzwischen eingetroffene Verbandsvorsitzende das Wort, der sich sogar Lohnrückgänge. Wo soll da die gestiegene Lebenshaltung unter anderm die schmähliche Behandlung auf dem Innungsnach- herkommen? weis erwähnte, die manchmal in Handgreiflichkeiten ausartet. Es gäbe allerdings schlechte Elemente auf der Herberge; das seien aber nicht die Arbeitsuchenden, sondern Leute, die junge Gesellen Die Bergbaugesellschaft Ife" verteilt für das mit Uhren, Ketten und Ringen zu neppen suchten. Dies Treiben sei ja freilich verboten, aber diese Kerle verständen es, immer letzte Geschäftsjahr 20 Proz. Dividende. wieder hineinzukommen, und sich beizeiten zu drüden, so daß, wenn Auf 20 Proz. ist die letzte Dividende der Aktionäre der Streit entstehe, in der Regel Unschuldige gefaßt würden. Ferner Lübecker Maschinenbau Gesellschaft festgesetzt. schilderte der Redner auch das verwerfliche Treiben der Brüder= Die Bergmann- Glektrizitäts- Gesellschaft brachte schaften und anderen Fleischervereine und ließ keinen Zweifel für das letzte Jahr 4 112 257,53 M. Betriebsgewinn heraus, gegen darüber, daß, wer ernstlich eine Verbesserung der Zustände will. 3 633 634,97 M. im Vorjahre. Die Dividende beträgt 18 Proz. sich dem Zentralverband anschließen muß. Die Deutsche Kontinental Gasgesellschaft berteilt 8 Proz. Dividende. Die Generalversammlung der Braunschweigischen Kohlenbergwerte beschloß die Verteilung einer Dividende von 14 Broz. für Borzugs- und 13 Proz. für Stammattien. Je schärfer übrigens ein Redner die Zustände auf dem Innungsnachweis berurteilte, um so lebhafter war der Beifall der Versammelten, ein Beweis dafür, daß es dort tatsächlich sehr schlimm aussehen muß. Hus Induftrie und Handel. Saloppe Beweisführung. In einer der letzten Nummern seiner Korrespondenz" schreibt der Genosse Calwer: Geschäftsergebnisse. " Den Aktionären der Wollwarenfabrik Merkur fließt eine Dividende von 14 Proz. zu. 10 Proz. Dividende schüttet die Aktiengesellschaft Chemische Fabrik vorm. H. Schneidemühl in Berlin aus. Eine Dividende von 9 Proz. erhalten die Aktionäre der GlasWirtschaftlichen Hüttenwerte Adlerhütten" zu Penzig. straße 151/152: Bersammlung des Vereins gewerbtätiger Frauen und Mädchen. Vortrag: Dr. Alfred Bernstein:" Alkoholismus und Kinderkrankheit." Verfammlungen. and Metallarbeiterverband. In der am Sonntag in der Neuen Welt" abgehaltenen Generalversammlung wurde über die Frage einer anderen Zusammensetzung der zukünftigen Generalversammlungen diskutiert. Die Angelegenheit hat schon im vorigen Jahre eine Generalbersammlung beschäftigt, sie ist dann in der Ortsverwaltung und in einer kombinierten Vertrauensmännerfonferenz beraten worden. Das Ergebnis dieser Beratungen ist ein Antrag, welcher besagt, daß in Zukunft die Generalversammlungen aus den Vertrauensmännern bestehen. Die gegenwärtige Generalversammlung be schäftigte sich sehr eingehend mit dieser Angelegenheit. Die beab fichtigte Aenderung wird lediglich damit begründet, daß selbst in dem größten Saale Berlins nur ein geringer Bruchteil der Mitglieder Plaz findet und deshalb ein Modus gefunden werden muß, der möglichst allen Mitgliedern eine von ihnen selbst bestimmte Vertretung auf der Generalversammlung sichert. Der vorliegende Antrag geht davon aus, daß die Vertrauensmänner die geeignetsten Vertreter ihrer Kollegen sind, da sie ja in den Betrieben gewählt werden, in ständiger Fühlung mit den Kollegen stehen, am besten über deren Wünsche und Ansichten informiert und auch am besten in der Lage sind, die Kollegen in den Betrieben über die Beratungen und Beschlüsse der Generalversammlungen zu unterrichten. Gegenüber dieser Anschauung machte sich eine andere Ansicht bemerkbar, welche dahin geht, daß nicht die Vertrauensmänner die Generalversammlung bilden, sondern in den Bezirksbersammlungen besondere Delegierte zur Generalversammlung gewählt werden sollen. Nur ein Redner trat gegen das Vertretungssystem an sich ein und forderte die Beibehaltung des gegenwärtigen Zustandes. Dem Antrage der Ortsverwaltung gemäß beschloß die Versammlung mit sehr großer Mehrheit, daß am 5. April die Urabstimmung vorgenommen wird über den Antrag, welcher den Vertrauensmännern das Mandat zur GeneralversammTung überträgt. Ferner beschloß die Versammlung auf Antrag der Baubranchen des Metallarbeiterverbandes, daß ein Bautenfontrolleur angestellt wird, der die Befolgung der Unfallverhütungsvorschriften, die Innehaltung der Tarife usw. zu überwachen hat. Mit diesem Amt wurde Dietrich betraut. Schließlich teilte Handke noch mit, daß am 18. März trob der Drohung der Unternehmer 2700 Metallarbeiter die Arbeit ruhen ließen, um die Nachmittagsversammlungen zu besuchen. In einem am 26. März im Vorivärts" veröffentlichten Bericht über eine Versammlung des Kupferschmiedeverbandes heißt wunderung darüber Ausdruck, daß im Vorwärts" vom 3. März es, der Vorstand( des Kupferschmiedeverbandes) gab seiner Vermitgeteilt war, Fritz sei in einer Versammlung der Kupferschmiede in die Agitationskommission der Rohrleger gewählt worden; Frizz könne als Vertreter der Kupferschmiede nicht in Betracht kommen. Hierzu fagte Handke: Karl Frizz war viele Jahre Mitglied des Kupferschmiedeverbandes und ist für die Verschmelzung desselben mit dem Metallarbeiterverbande eingetreten. Als der Kupferschmiedeverband die Verschmelzung abgelehnt hatte. trat Fritz mit anderen zum Metallarbeiterverband über. Fritz ist von den im Metallarbeiterverband organi fierten Kupferschmieden als ihr Vertreter in die Agitationskommission der Rohrleger entfandt worden, gehört der= felben also mit vollem Recht an. Von einer Jrreführung, wovon im Versammlungsbericht des Kupferschmiedeberbandes aesprochen wird, kann keine Rede sein. Eingegangene Druckfchriften. Große Modenwelt. Nr. 7. Erscheint monatlich zweimal. Bierteljährlich 1 M. Verlag: John Henry Schwerin. Berlin W. 57. Semper, der Jüngling. Ein Bildungsroman von Otto Cunft. Brosch. 4 M., geb. 5 M. Berlag: 2. Staadmain in Leipzig. Der Pfarrhof. Schauspiel von Karl Möllers. 1,50 M. Berlag: Modernismus" in Offenburg- Baden. Der Zölibaki. Eina Priestergeschichte von M. Edelem. 1,80 M. Verlag: E. Picrfon in Dresden Für den Inhalt der Juierate fibernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 31. März. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Tristan und Sfolde. Anf. 7 Uhr. Königl. Schauspielhaus. Niffenstoog Deutiches. Die Räuber. Auf Rammerspiele. Lysistrata.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Dummtopf. Der Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Leffing. Der Teufel. Neues. Meißner Borzellan. Lorging. Fra Diavolo. Berliner. Förster- Christl. " Sailler 0.( Wallner Theater.) Der Weg zum Herzen. Schiller Charlottenburg. Auf der Sonnenseite. Theater an der Spree. Ein Verbrecher. Komische Oper. Der Mastenball. Luftivielhaus. Bei uns da drüben. Kleines. 2X2= 5. # Friedrich Wilhelmstädt. Schau fpielhaus. Die Rangau und die Bogewisch. Sebbel. Liebe. Besten. Ein Balzertraum. Residenz. Der Floh im Dhr. Zentral. Ein seltsamer Fall Luisen. Die Kameliendame. Thalia. Dottor Klapperstorch. Trianon. Baron Toto. Bernhard Rofe. Die Heiratsfalle. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Mitislaw der Moderne. Spezialitäten. Folies Caprice. Mal was andres. Gebr. Herrnfeld. Papa und Genoffen. Salomonisches Urteil. Bürgerl. Schauspielhaus. De Jorah. stajino, Ein Dorfroman. Parodie. Die Rabensteinerin oder: Ein Walzertraum. Radtafpl. Rosenmontag. Wintergarten. Spezialitäten. Bajiage. Madame Sanato. Spe gialitäten. Reichsballen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Guerrero u. a. Balajt. Ringlampf- Konkurrenz. Spegialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. 8 JOSETTI VERA thr Gewicht wert in Gold, trotzdem 10 St. nur 30 Pfg. Joselli Urania. Passage- Theater. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Zentral- Theater. Alle Jakobstraße 80. 8um 127. Bale: Ein seltsamer Fall mit Alwin Neuß. Staffeneröffnung 71hr. Anf. 8%, Uhr. Morgen 8 Uhr: Ein seltsamer Fall. bends& hr: Stairo und die Luisen- Theater. Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62 Berliner Theater. Leyte Borstellungen abends 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese: Die Förster- Christl. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Mittwoch und folgende Tage: Simson. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: = 5. 2 mal 2= Mittwoch: 2 mal 2= 5. Donnerstag: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Luisen- Theater. Reichenbergerstr. 34. 8um 1. Male: Cameliendame. Mittwoch: Unsere Don Juans. Donnerstag: Cameliendame. Freitag Benefiz A. Blumenreich: Die Spree- Athener. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Das Abends: tapfere Schneiderlein. Die Maschinenbauer von Berlin. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Ma schinenbauer von Berlin. Abends: Cameliendame. Montag: Unsere Don Juans. DERNHARD ROSE THEATED Sr. Frankfurterstr. 132. Die Heiratsfalle. Letzter Tag: Abends 7-11 Uhr. Hanako Japans größte Tragödin mit ihrem Ensemble CIGARETTEN Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenthaler Tor. Abends 8 Uhr: Heute zum letzten Male: Das große März Programm. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Ballner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Der Weg zum Herzen. Lustspiel in 4 Allen v. Adolf L'Arronge. Mittwoch, abends 8 Uhr: Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag, abends 8 Uhr: Auf der Sonnenseite. Luftspiel in 3 Aufzügen von Dstar Blumenthal u. Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Stein unter Steinen. Zum ersten Male: Der Widerspenstigen Zähmung. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag, abends 8 Uhrr Der Widerspenstigen Zähmung. Der Revisor. Schiller- Saal( Schiller- Theater) Mittwoch 9 Uhr: Vortrag von Dr. Hans Mackowsky: Nafael- Fresken. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Große Massen- Konzerte Spezialitäten Vorstellung. Zirkus Schumann Dienstag abend 1/8 Uhr: Jubiläums- Vorstellung. Bum 100. Male: Amerika Bracht Ausstattungs- Pantomime mit einer Truppe 120 schwarzer Leute. Glänzend beurteilt bon Presse und Publikum. Der menschl. Chimpanse, Konsul Peter, das große Naturwunder. Nur noch kurze Zeit: Die heiligen Chinesen Resisto, base in ihren Gaufler und Bauberspielen. Kofta der Mann mit dem drehbaren Kopf und die übrigen internationalen Künstler. und das glänzende Morgen neues Programm. März- Programm. Passage- Panoptikum. Nur noch kurze Zelt! Deutschlands größter Soldat Josef Schippers der lange Kerl. Kunsttaucher Kapt. Gröbl m. s. Riesenbass. Sicilian. Briganten- Kapelle. Ohne Extra- Entree! Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. WINDER BARTEN Der Biograph. Wochentagspreise. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Romeo und Julia. Genaro u. Theol, Equilibrist. Die vier Bracks, Akrobaten. Hania de Vert, Sängerin. De Dio, Phantasietänzerin. Truly Tunnel: Regiments- Kapelle, Sänger, italienisches Drchester. Theaterbesucher freier Eintritt. Palast- Theater Burgstr. 24. Bhf. Börse. Ringkampf!!! Preis: 10000 M. Bau Endkämpfe! De Wolf Pohl- Abs I Belgien gegen Deutschland. Raykowica Elberfeld gegen Serbien. Ritzler Bürttemberg Kornatzki Polen gegen Chemjakin Rußland. Strenge gegen Berlin. Weltmeister Josef Steinbach- 2Bien tritt heute in die Stonkurrenz ein! Gebr. HerrnfeldTheater. Anfang 8 Uhr. Borbert. 11-2 Uhr. Heute und folgende Tage: Theater an der Spree Shattuck, Singerin. Mar Herrnfeld- Byklus Köpenider Straße 68. Abends 8 Uhr zum letzten Male: Gafspiel Magnus Stift: Ein Verbrecher Mittwoch: Ausgewiesen." Die Rantzau und die Pogwisch. Rixdorfer Theater Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Kriemhilds Nache. Donnerstag: Der Brivatdozent. Freitag: Der Privatdozent. Lortzing- Oper. Belle Alliance- Straße 7/8. Abends 8 Uhr: Fra Diavolo. Mittwoch 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Donnerstag 8 Uhr: Fra Diabola. Freitag 8 Uhr: Der Wildschüt. Sonnabend 8 Uhr: Figaros Hochzeit. Bürgerfäle, Bergstraße Nr. 147. Mittwoch, den 1. April 1908: Benefiz für das darstellende Personal. Das Stiftungsfeft. Luftspiel in a Aften v. G. v. Mofer. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Neues Operetten- Theater Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) Schiffbauerdamm 25. Abends 8 Uhr zum 12. Male: Der Mann mit den drei Frauen. Stoniggräger Hebbel- Theater, tr. 57/58. Abends 8 Uhr: Liebe. von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Residenz- Theater. Sonntag, 5. April, nachm. 8 Uhr: -Direttion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Neuestes! Allerneuestes! quis Dassie, dressierte Ponys. Die Tiller Girls, Tanztruppe. Paul Jülich, Humorist. Gr. Ringkampf- Konkurrenz Endkämpfe: Um den Preis von 10000 Mark ringen: WeltIwan Padoubny, meisterschaftsringer, Rußland, gegen Riese. Champion v. Rußland, Antonitch, der serbische Wachtorow, gegen Gambier II, Belgien. Um den Trostpreis ringen: Bambula, West- Indien, gegen Altmann, Berlin, apollo Theater Letztes Auftreten aller Spezialitäten- Attraktionen Zum letztenmal: Mitislaw der Moderne bon F. Lehár. Mia Werber a. 6. Morgen zum erstenmal: tmaranth Der Floh im Ohr. W. Noacks Theater Der kleine Chevalier Schwank in drei Alten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Jacoby. Sonntag, 5. 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Allen Genossen, Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß ich am 1. April in Alt- Glienicke, Köpenickerftr. 38, ein ZigarrenGeschäft eröffne. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichne Hochachtungsvol Gustav Belau, Maurer: Sozialdemokratischer Verein im fünften Berliner Wahlkreise. Dienstag, den 31. März, abends 8 Uhr, im Alten Schützenhause, Linienftr. 5: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. Referent: Reichstagsabgeordneter Stücklen. 2. Diskussion. 3. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Gäste willkommen. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Spandau. 221/ 6* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Augemeine OrtsZahlstelle Berlin. Mittwoch, den 1. April, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause: Kombinierte Sitzung der Kontrollkommisson und der Ortsverwaltung. Die Vertrauensmännerversammlungen der Bezirke und Branchen finden am Montag, den 6. April, ftatt. Krankenkaffe. Dienstag, den 7. April 1908, abends 8, Uhr, im Hotel„ Roter Adler": General- Versammlung. Zages- Ordnung: 1. Bericht der Rechnungsprüfungstommission. 2. Statutenänderung. Die Bureaus des Verbandes befinden sich jetzt Engel- Ufer 14, 3. Verschiedenes. parterre, in folgenden Räumen: Verwaltung: Zimmer 5 im Seitenflügel, lehte Tür rechts; Der Vorstand. Wolf, Vorfizender. Kajfferer und Auszahlung von Unterſtühungen, außer Stranten. Orts- Krankenkasse auteritügung: Zimmer 2, vorn rechts; Krankenabfertigung und Bibliothek: Zimmer 3, im Seiten. flügel, zweite Tür links; Arbeitsnachweis für die bisher im Gewerkschaftshause ver. mittelten Branchen: Zimmer 4, im Seitenflügel geradezu( von 9 bis 12 hr). Die Bureaus find geöffnet von 9 bis 1 Uhr vormittags und von 4 bis 7 Uhr nachmittags. 82/10 Die Bibliothek ist noch wegen Inventur geschloffen. Der Obmann des Bezirks Often I ist von Mühlenstraße 64 aach Stralauer Allee 26 verzogen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Charitéstraße 3. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Hof I. Amt 3, 1239. Hof III. Amt 3, 1987. Unsere erwerbslosen( Kranken) Mitglieder, welche Unter. stützung bestehen, werden ersucht, dieselbe bis zum Quartalsschluß ( 31. März) abzuheben. Ausgenommen davon sind die Kollegen, welche in Heilstätten und Krankenhäusern sind und nach Beendigung ihrer Krankheit die Unterstütung abgeben. 114/13 Die Ortsverwaltung. für Ober- Schöneweide. Am Dienstag, den 7. April 1908, findet im Restaurant Kaufholt, Wilhelminenhof Straße 18, die Ersatzwahl der Vertreter zur General- Versammlung statt. Die Arbeitgeber wählen von 5 bis 6 Uhr nachmittags 2 Vertreter. Die Arbeitnehmer wählen von 6 bis 8 Uhr abends 18 Vertreter. Wahlberechtigt und wählbar ist jedes großjährige fich im Befiße der bürgerlichen Ehrenrechte befindliche Mitglied. Die Wahl geschieht mittels Stimmzettel und sind soviel Namen als Vertreter aufzuschreiben wählen find. Bulässig find Stimmzettel aus weißem Papier. Als Legitimation ist das Kassenbuch mitzubringen und bei der Wahl abzugeben. Bekanntmachung! Zehnte Abänderung zu dem Statut der Orts Krankenkasse = der Weber und verw. Gewerbe zu Berlin bom 18. Februar 1893. Artikel I. § 11, 12, 19, 28, 29, 30 und 48, sowie die bisherigen Abänderungen, soweit sie diese Paragraphen betreffen, werden wie folgt abgeändert: § 11 erhält folgende Fassung: 1. Kaffenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag 3,76 M. und mehr beträgt 1. Klasse. 2. Kassenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag 3,26 bis 3,75 m. beträgt. 2. Klasse. 3. Kaffenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag 2,76 bis 3,25 M. beträgt.. 3. Klasse. 4. Kassenmitglieder, deren Arbeitsberdienst für den Arbeitstag 2,26 bis 2,75 M. beträgt. 4. Klasse. 5. Kassenmitglieder, deren Arbeitsberdienst für den Arbeitstag 1,76 bis 2,25 M. beträgt.. 5. Klasse. 6. Kassenmitglieder, deren Arbeitsverdienst für den Arbeitstag bis 1,75 M. beträgt 6. Klasse. Der durchschnittliche Tagelohn ist bis auf weiteres festgesezt: Für die 1. Klasse 4,00 M. " " 2. " 3,50 " 3. " " " 3,00 4. " " " 2,50 # 5. " " " 6. 2,00 1,50 12, Biffer 2" erhält folgenden $ 12, Wortlaut: Im Falle der Erwerbsunfähigkeit bom ersten Tage nach dem Tage der Erkrankung ab für jeden Arbeitstag sowie für jeden auf einen Wochentag fallenden Festtag ein Krankengeld, und zwar: Mitglieder der 1. Klasse von 2,00 M. b) 2. " " 9 " 1,75 " 3. ″ " 20 1,50 # 4. " " " 1,25 " " 5. 6. # " 1,00 " " " 0,75 " § 19 lautet fortan: Für den Todesfall gewährt die Staffe den Hinterbliebenen ein Sterbegeld: für Mitglieder der 1. Klasse von 120 M. 2. 105 " " " " 3. 90 zu nur " " n " 4. 75 " " " " 5. 60 " # 7 " " f) 6. 45 " " " Die ordentliche GeneralVersammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer findet am Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter Zweigverein Berlin Dienstag, den 25. April 1908, und Umgegend. Gruppe der Fliesenleger- Hülfsarbeiter. Mittwoch, den 1. April 1908, abends 8 Uhr, bei suth, Michaeltirch- und Wusterhausener- Straßen- Ede: Mitglieder- Versammlung. P Sages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Bahlreichen Besuch erwartet Der Zweigvereinsvorstand. abends 6, Uhr, im Restaurant Starte, Siemensftr. 5 statt. Tages- Ordnung: 1. Borlegung der Jahresrechnung und Bericht des Vorstandes. 2. Bericht der Revisoren und eventl. Entlastung. 3. Beteiligung an dem Allgemeinen Krantentaffentongreß in Berlin. 4. Abänderung der§§ 10, 12 und 30 des Statuts. 5. BerZentralverband der Handlungsgehülfen und schiebenes. Gehülfinnen Deutschlands. NO., Neue Königstr. 36. Bezirk Berlin. Telephon- Amt VII 1622. Dienstag, 31. März, abends 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 58-59: Oeffentliche Versammlung. Zages Drdnung: 1. Das soziale Empfinden der Handelsherren. Referent: Neichstagsabgeordneter Hoch. 2. Diskussion. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Konsumverein Friedenau und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Bilanz am 30. September 1907. Aktiva. Un Baren- Konto. • 74,40 Bor der gemeinsamen Sigung findet von seiten der Arbeitgeber eine Erfazwahl in den Vorstand statt. Die Einladungskarte legitimiert. Dber- Schöneweide, 27. März 1908. Der Vorstand. C. Liesegang, Vorsitzender. H. Rodenbusch, Schriftführer. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere Spezialrefervefonds- Stonto 30, elegante fertige Herren- Moden Dispositionsfonds- Konto 63,60 M. 4246, Debitoren " • . 20 Passiva. Per Geschäftsguthaben- Stonto 2226,50 1554,10 Reservefonds- Konto M. " Inventar- Konto 1075, " " Einrichtungs- Konto 100, " " Staffa- Stonto 323,08 D Spareinlage- Konto " Untoften- Konto 68, Kautions- Konto " " Tüten u. Papier- Konto 124, " " " Kaution- HinterlegungsNonto " Kreditoren- Konto Delcredere- Konto Netto- Gewinn . 0 O 84 Mitglieder 16 1204, 0 9> 470, • • 1666,49 . 716,03 1439,16 Massanfertigung, feinste Verarbeitung. Grosses Stofflager. 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Bruch- Pollmann 45 § 28, Abfat 2 erhält folgende Fassung: Dasselbe beträgt: Für die 1., 2., 3. und 4. Selaffe fe 1,50 M., für die 5. und 6. Klaffe je 1,00 m. § 29 lautet fortan: Die wöchentlichen Kassenbeiträge betragen: Für die 1. Klasse 0,96 M. 2. " # 0,84 " 3. 0,72 " " " " " " 0,60 # D " 5. 6. 0,48 0,36 § 30, Abfat 2 erhält folgende Fassung: Für diejenigen, welche im Laufe einer Woche Mitglieder der Kasse werden, ist für diese Woche der volle Wochenbeitrag zu entrichten. " § 48, Absatz 1, ist hinter dem Worte Wahlversammlung" zu sehen ſtatt für je 15" für je 30" Staffenmitglieder. Jm Absatz 3 ist hinter dem Worte gewählt" zu sehen statt Für je 30" " Für je 60" von den Arbeitgebern beschäftigte Staffenmitglieder. Artikel II. Borstehende Abänderung tritt nach erfolgter Genehmigung durch den Be statutenmäßiger zirksausschuß und Bekanntmachung vom ersten Montag ab in Kraft. Berlin, den 10. November 1907. Der Vorstand. C. Reißmann, Borsigender. G. Berndt, Schriftführer. Genehmigt durch Beschluß vom 4. Februar 1908. Der Bezirksausschuß zu Berlin. Abteilung II. ( L. S.) Siber. II. C. 4. 08. 1. No. 3370 Gew. II. 08. Diese Abänderung tritt Montag, den 6. April 1908 in Straft. Wanzen++ tötet uufehlbar mit Brut Reichel's verstärktes Wanzenfiaid. FI. 50 Pi., 1., 2., 3.-, Literfl. 5,-. Absolut fledfrei, fein übler Geruch. Nachhaltige Wirkung. Schwaben OF vernichtet mit Brut radikal und sicher Reichel's Spezial Schwabenpulver ,, Poudre Martial". Dose 50 Pf., 1., 2., Bfd. 4. Sprühapparate von 50 Bf. an. Einzig echt fam in Original. u. garantiert wirk: empfiehltjein Lager in Bruchbandagen, packungen Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, m. Warte Tod und Teufel" Suspensorien jowie sämtliche Artikel in den Drogerien und bei zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Otto Reichel, Berlin, Eisenbahnstr. 4. Liefer. f. Drts- u. Hülfs- Krankenkassen Berlin N., 1469* Fernsp. A. IV. 4751, 4752, 4753. jetzt Lothringer Straße 60. 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Der beste Beweis für die Güte meiner Bettfedern ist der Umsatz im Jahre 1907= 2480 Zentner Bettfedern Kein zweites D Bettfedern- Detail- Geschäft kann einen auch nur annähernden Umsatz nachweisen. Gleiche anderweitige Angaben sind unwahr; man lasse sich daher nicht täuschen. Metallbettstellen besonders preiswert, u. A.: Metallbettstelle No. 238 mit Zugfedermatratze Mit 6 Füllungsstäben, 90 cm breit 106 × 203 em mit 33 mm starken Pfosten, oberen Messing- tangen, Messingglocken, Messingkugeln und Messingverzierungen über den Fussrollen M. 39,50. zum Ausnahmepreise von M. 35 Andere Metallbettstellen schon von 5 M. an. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteilserantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u, Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 77. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. " Dienstag, 31. März 1908. 21 2 113 084 ermäßigt hat. Das Minus ist nicht bedeutend, es beträgt erlag. Gabbin hatte das unheimliche Wagestück, bei dem er sein nur 504 Personen( die Erläuterungen zu den Monatstabellen geben Leben lassen mußte, vorher noch nirgends ausgeführt. ibrigens irrtümlich ein Minus von nur 252 Personen an). AufBur Lokallifte. In Treptow T.-B. steht das Lokal Paradies- fallen muß aber dieser Rückgang deshalb, weil es für den Fegarten", Inh. Hiller, der Arbeiterschaft zu allen Ber- bruar eine ganz außergewöhnliche Erscheinung verbindungen beabsichtigt die Allgemeine Omnibusgesellschaft in Eine weitere neue Automobillinie und neue Pferdeomnibus anstaltungen zur Verfügung. Es sind nunmehr in Treptow alle ist. Alljährlich hat sonst der Februar einen Bevölkerungszuwachs allernächster Zeit einzurichten. Die Lotale frei. bisherige Linie Die Lokalkommission. gebracht, auch im Februar vorigen Jahres mehrte sich die Bevölke-( Nettelbeckrung noch um 2518 Personen. Im vorigen Jahr war an dem Zu beiden Teile zweckmäßig verlängert. Heinrichsplab) wird in ihrer Mitte getei't und die wachs vom Februar der Geburtenüberschuß mit 1566, der Zuzugs Pferdelinie, während der südliche Automobilbetrieb erhält. Schon Der nördliche Teil bleibt überschuß mit 952 beteiligt. In diesem Jahr wurde im Februar im Laufe dieser Woche, voraussichtlich am Freitag, den 3. April, der Geburtenüberschuß, der diesmal 1277 betrug, mehr als aufge- wird die abgeänderte Linie 21 Reinickendorfer Straße, Ecke der wogen durch einen Wegzugsüberschuß, den das Statistische Amt Schulstraße- Stronenstraße, Ede der Markgrafenstraße, eröffnet. auf 1781 Personen berechnet. Statt des Zuzugsüberschusses ist es Die Wagen gehen durch die Reinickendorfer, Gericht, Garten- und zu einem Wegzugsüberschuß gekommen, weil im diesjährigen Fe- Aderstraße, über den Pappel- und Koppenplatz, durch die Große, bruar 574 Personen weniger als im vorjährigen zuzogen und Hamburger und die Oranienburger Straße, über den Hackeschen andererseits 2159 mehr als im borjährigen Februar wegzogen. Martt, die. Neue Promenade, die Burgstraße, Friedrichsbrücke, die Diese Minderung der Zuzüge und die gleichzeitge Mehr Straße am Luftgarten, Schloßfreiheit, Werderstraße, Werderscher rung der Wegzüge muß erklärt werden aus dem Mangel Martt, Jägerstraße, Oberwallstraße, Hausvogteiplab, Jerusalemer an Arbeitsgelegenheit, der in Berlin in dem dies- Straße und Kronenstraße bis zur Ecke der Markgrafenstraße. Die jährigen Winter fich noch stärker als sonst fühlbar gemacht hat. Linie führt also vom äußersten Norden zum Konfettionsviertel bis Die freifinnigen Sozialpolitiker" der Berliner Stadtbevölkerung an die Leipziger und Friedrichstraße. Die neue Automobillinie pflegen zu erzählen, der Umfang der Arbeitslosigkeit werde in erhält die Nummer 39 Werderscher Markt- Hochbahnhof Oranien Berlin künstlich gesteigert durch massenhaften Zuzug Arbeitsloser, straße. Die Wagen machen den Weg Surstraße, Spittelmarkt, immer wieder sich dieselbe Erscheinung, daß eine förmliche Massen- Oranienplab, Heinrichsplat bis zum Hochbahnhof Oranienstraße. Das genaue Gegenteil ist der Fall: bei Beschäftigungsmangel zeigt Beuthstraße, Kommandantenstraße, Oranienstraße, Morigplatz, flucht aus Berlin eintritt. Die Eröffnung der Linie ist noch nicht festgesetzt. Auf der ganzen Strede wird ein Fahrpreis von 10 Pf. erhoben. Achtung! Fünfter Wahlkreis. Heute Dienstag, abends 81%, Uhr, Versammlung im Schüßenhaus", Linienstr. 5. ReichstagsAbgeordneter Stüdlen spricht über: Der Reichsverband gegen bie Sozialdemokratie". Gäste erwünscht. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Schöneberg. Heute Dienstag, abends 8 Uhr, findet die Wahl bereinsversammlung in den Räumen der„ Neuen Rathausfäle" statt. Redakteur Genosse H. Ströbel wird über„ Kolonialpolitik" referieren. Dann Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Friedenau. Heute abend 1/9 Uhr: Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist vollzähliges Erscheinen erforderlich. Der Vorstand. Wilmersdorf- Halensee. Heute abend 81%, Uhr findet im„ Luisenbark", Wilhelmsaue 112, unsere Wahlvereinsversammlung statt. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht es jedem Parteigenoffen zur Pflicht, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Königs- Wusterhausen, Hoherlehme, Wildan. Die Parteigenossen obengenannter Orte werden auf den am Mittwoch stattfindenden Zahlabend aufmerksam gemacht. Das Erscheinen eines jeden Genossen ist in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung notwendig. Der Vorstand. " Bankow. Heute Dienstag, abends 19 Uhr, finden im Gewerkschaftshaus", Kaiser- Friedrich- Straße 12, und im„ Gesellschaftshaus", Kreuzstr. 3/4, die Mitgliederversammlungen des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossen Hans Weber und Johannes aß über: Unsere Aufgaben in der Gegenwart". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Gäste willkommen. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Ofterumzug. Es hat in Berlin Zeiten gegeben, in denen alljährlich jeder sechste Haushalt die Wohnungen wechselte. Das war keine Modefache, wie man solche Fremde, die in die Berliner Wohnungsverhältnisse mal hineingerochen haben, oft schwaben hört, auch kein Nomadendrang. In einer Großstadt wie Berlin ist das ewige Umziehen von einer Scholle zur anderen einfach diktiert vom sozialen Leben. Hunderte Preußische Versammlungs- ,, Freiheit". Kutscher eines Lastfuhrwerks, gemeldet. Dieser erklärt, daß er eines In der Slaninaschen Mordsache hat sich ein wichtiger Zeuge, der Abends gegen 6 Uhr, etwa acht Tage vor Weihnachten, auf der Heimfahrt von einem 24jährigen Menschen in der Hauptstraße zu Schöneberg gebeten wurde, ihn samt einem schweren Paket eine Strecke mitzunehmen. Der junge Mensch hat sich dann neben das Paket, das beim Aufschlagen einen dumpfen Ton verursachte, gesetzt. Der Kutscher brachte ihn mit dem schweren Pappfarton durch die sprang der Fremde ab, nahm sein Paket und verschwand. Bei der Haupt- und Kolonnenstraße über die Kolonnenbrücke hinaus. Hier Gegenüberstellung Wagners mit dem Kutscher erkannte dieser den Verhafteten als seinen damaligen Fahrgast auf das bestimmteste wieder. Der Tag soll durch das Fabriktsbuch des Kutschers noch bestimmt festgestellt werden. Wagner ist in das Untersuchungsgefängnis nach Moabit gebracht worden. Der teure Omnibus. Von der Allgemeinen Berliner Omnibusgesellschaft wurde der neue Tarif, der im Januar eingeführt worden war, schon im Februar durch einen allerneuesten abgelöst. Auch dieser allerneueste Tarif, durch den an der Verteuerung der Om nibusfahrten so gut wie nichts geändert worden ist, hat die Scheu des fahrenden Publikums vor den Wagen dieser Gesellschaft nur wenig gemildert. Das Berliner Statistische Amt veröffentlicht jetzt die Verkehrsstatistik für Februar. Im Februar 1908 beförderte die Allgemeine Berliner Omnibusgesellschaft auf 35 Linien mit Pferdebetrieb nur 6 473 388 Personen, während sie im Februar 1907 auf damals 32 Linien mit Pferdebetrieb 7 654 473 Personen befördert hatte. Desto bessere Geschäfte sind wieder auf den drei Linien des Spediteurvereins gemacht worden, die ihren 5 Pfennig- Tarif beibehalten haben. Im Februar 1907 hatten sie nur 267 947 Personen befördert, im Februar 1908 aber beförderten fie 348 494 Personen. Auch die Große Berliner Straßenbahngesell- Ein folgenschweres Unglück ist am Sonntag in der Münzstraße schaft hat wieder eine bedeutende Verkehrssteigerung gehabt. Sie verhütet worden. In der Neuen Schönhauser Straße war das Pferd berechnet die Zahl der von ihr beförderten Personen für Februar einer Tarameterdroschte scheu geworden und jagte in der Richtung 1907 auf 27 300 899, für Februar 1908 aber auf 31 699 971. Ein nach der Alten Schönhauser Straße davon. An der Ecke der MünzTeil des bedeutenden Zuwachses an Fahrgästen, den die Straßen- straße wurde die Droschke gegen einen Laternenpfahl geschleudert, bahngesellschaft hatte, dürfte sich herschreiben aus Fahrgästen, die wobei die Deichselstangen zerbrachen, die Stränge des Geschirrs zerjetzt den Omnibus meiden. rissen und der Kutscher auf den Bürgersteig stürzte. Das nunmehr wagenlose Pferd rannte nach der Münzstraße und wollte auf das zu jener Zeit außerordentlich belebte Trottoir hinaufjagen. Hier wurde von Gründen können den Wohnungswechsel, namentlich für den versammlung in der„ Neuen Welt" ab. Bei solchen Gelegenheiten gefaßt und vom Bürgersteig zurückgerissen, wobei er eine Strecke mitAm Sonntag hielt der Metallarbeiterverband eine General- es zum Glück von dem an der Ecke stehenden Schußmann am Bügel fogenannten„ kleinen Mann", zur zwingenden Notwendigkeit übt der Verband, wie überhaupt jede Gewerkschaft, eine strenge geschleift wurde, bevor es ihm gelang, das Roß zum Stehen zu machen. Und obenan bei diesen Gründen steht die leidige Geldfrage, Kontrolle darüber, daß nur Mitglieder Zutritt haben. Das geschah bringen. die Allmacht des im Grundbesitz liegenden Kapitals und das Pascha- auch am Sonntag. Diesmal bekundete aber nicht nur die tum des Berliner Hauswirtstypus. Die erste Brandstiftung seit Sonnabend wurde gestern früh Ganz so schlimm wie früher Verbandsleitung, sondern auch die Polizei ein lebhaftes Inter- um 9 Uhr gemeldet. Es brannte der Dachstuhl des Hauses Invaist es nicht mehr. Als es an der Spree jahrelang eine notorische esse dafür, daß niemand den Saal betrat, der sich nicht lidenstraße 146, an der Bergstraße, in großer Ausdehnung. Die Wohnungsnot gab, konnte der Hauswirt sich auf das hohe Pferd als Verbandsmitglied ausweisen fonnte. Die beiden mit vierte Stompagnie war schnell zur Stelle. Die Treppenaufgänge fezen. Er warf aus dem Hause hinaus, was ihm irgendwie nicht der Ueberwachung der Versammlung beauftragten Beamten und Bodenräume waren bereits total berqualmt. Es wurde despaßte, suchte sich die Mieter nach seinen Spezialwünschen und dünkte stellten sich am Eingange des Saales auf und wachten mit Argus- halb über zwei große mechanische Leitern der erste Angriff ausgesich ein kleiner König in seinem viereckigen steinernen Reich. Die augen darüber, daß die Eintretenden den Kontrolleuren des Ver- führt, und nachdem etwas Luft gemacht worden war, mit drei enorme Bautätigkeit, die während des letzten Jahrzehnts einsetzte, die Beamten wollten sogar ein weibliches Verbandsmitglied zurüd- längere Zeit bis die Gefahr beseitigt war. Der größte Teil des bandes ihre Mitgliedsbücher vorzeigten. Aber nicht genug damit, Schlauchleitungen fräftig Waffer gegeben. Trotzdem dauerte cs hat diesem selbstherrlichen Hausregiment die Flügel stark beschnitten. weisen. Erst durch Funktionäre des Verbandes mußten die Polizei- Dachstuhls mit dem Inhalt der Bodenverschläge ist niedergebrannt. An Hartgesottenen Hauswirten, die sich von keiner Not rühren lassen beamten darüber belehrt werden, daß die weiblichen Mitglieder in Der Schaden, der ganz erheblich ist, soll nicht ganz durch Versiche und streng nach dem Buchstaben des Mietsvertrages berfahren, ist Arbeiterorganisationen dasselbe Recht haben wie die männlichen Mit- rung gedeckt sein; der Brandstifter ist noch nicht ermittelt. Gleichleider nach wie vor kein Mangel. Auch die nervösen Hauspafchas, glieder, und daß selbst das preußische Vereinsrecht gegen diese Gleichzeitig hatte die Wehr in der Belforter Straße 11 zu tun, two ein die am liebsten den Klapperftorch, das heißt nur für andere Sterb- berechtigung nicht angewandt werden kann. Pferd in einen Gully gestürzt war. Das Tier wurde von der liche, ins Pfefferland wünschen möchten, sind noch nicht ausgestorben. Gegen diese polizeiliche Bevormundung und Kontrollierung der Feuerwehr gesund herausgeholt. Die Tatsache aber, daß in Berlin und den Vororten über fünfzig- Versammlungsbesucher legte der Vorsitzende Handke entschieden tausend Wohnungen leerstehen, hat auch den prozigsten Hauswirten Protest ein und stellte eine Beschwerde über die Beamten in Aussicht. Rennen wieder gut besucht. Das Stundenrennen mit MotorRadrennen in Treptow. Infolge des guten Wetters waren die start zu denken gegeben. Vielfach haben sie sich sogar zur geforderten Lungsbefucher auszuüben. Sie darf die Versammlung überwachen, bestritten; drei von ihnen, Rosenlöcher, Schulze und Stellbrink, waren Die Polizei hat gar kein Recht, eine Kontrolle der Versamm führung( 800, 500, 300, 200 2.) wurde diesmal von vier Fahrern Ermäßigung des Mietspreises verstehen müssen, um alte Mieter, hat aber die Kontrolle der Besucher lediglich den Beauftragten schon am vorigen Sonntag tätig, als Vierter hatte sich der Trepdie pünktlich zahlten, nicht zu verlieren und das Risiko des Leer- des einberufenden Vereins zu überlassen. Und solche Einmischung in tower Lamla hinzugefellt. Der Dresdener Nosenlöcher erwies fich stehens zu vermeiden. Und das ist gut so. Sonst schwillt den die inneren Angelegenheiten einer Arbeiterorganisation hält die als der Beste, während Schulze, der Sieger vom ersten Sonntag, Herrschaften, denen in Wahrheit oft faum der Schornstein gehört, Bolizei für angebracht gerade zu einer Zeit, wo ein Reichsvereins- allerdings durch Motorwechsel benachteiligt, ganz berjagte. Stell gesetz beraten wird, welches ja die polizeiliche Ueberwachungsbefugnis brint leistete bis zum 30. Kilometer Hartnädigen Widerstand, dann, etwas einschränken soll. nachdem er einmal von Rosenlöcher überholt war, ließ er nach der Kamm allzuhoch. Trohalledem war auch bereits am Sonntag, dem Hauptziehtag, das Berliner Umzugsbild so ziemlich dasselbe wie sonst. Der Sonntag vor dem 1. April gehört nach altem Brauch dem umziehenden Nacht zum Sonntag gegen 1% Uhr wurde im Treppenflur des weiter zurück endete Lamla vor Schulze. Rosenlöcher fuhr so Raubmord oder Unglücksfall? Amtlich wird berichtet: In der und büßte bis zum Schluß über acht Runden ein; noch kleinen Mann. Er opfert den Ruhetag, um vom Wochenlohn nichts Vorderhauses Landsberger Allee 43 der 65 Jahre alte Fleisch- gut, daß er den Treptower Stundenrekord( 74,360 Kilometer) übereinzubüßen. Was man da für hübsche Einrichtungen sieht! An beschauer August Richter durch den ebenfalls in dem genannten bot, er legte 74,520 Stilometer zurück, Stellbrink 71,750 Stilometer, ihnen klebt der Schweiß des Proletariers, das Mark der Arbeiter- Hause wohnenden Hausdiener und Radfahrer Ferdinand Lippmann Lamla 68,680 Kilometer, Schulze 62,930 Kilometer. Die Fliegerknochen. Es ist der ganze Stolz der einfachen, aber braven Haus im leblosen Zustande aufgefunden. Mit Hilfe eines Schußmanns rennen fanden wie stets eine starke Beteiligung; sie verliefen sehr frau. Nickelweise ist das Geld jahrelang vom Munde abgespart und von Hausbewohnern trug man den Leblosen in seine Wohnung, spannend und ohne jeden Unfall. Willi Arend, der Weltmeister, der worden, um sich das einzige, was dem schaffenden Arbeiter noch wo der Arzt nur noch den Tod feststellen konnte. An Verlegungen freilich nur noch von seinem alten Ruhme zehrt, beteiligte sich an dem bleibt, gemütlich zu machen sein Heim. Kein Wohlstand sieht wurden nur wahrgenommen zwei Druckstellen über dem linken Vorgabe- und dem Tandem Rennen, endete aber in beiden im gebaraus hervor, feine Ueppigkeit, nur das Notwendige, das Menschen- Auge in der Nähe der Nasenwurzel und auf der Schädeldecke; schlagenen Felde. Das Vorgabefahren( 900 Meter, 40, 20, 10, würdige. Ueberall könnte es so sein, wenn die Menschenwürde im außerdem hatte die Nase leicht geblutet. Der Umstand, daß die 5 Mart) gewann Vierd( 50 Meter Vorgabe) vor Göze( 60), Bogs( 20) Uhr und das Portemonnaie fehlten, Deutschen Reiche besser gewahrt und das Recht des untersten Stan- kommen, daß ein Raubmord vorliegt. Es wurde deshalb die Mord- plazieren. Im Prämienfahren über 10 Kilometer( 25, 15, 10, ließ die Vermutung auf- und Rudel( 40). Die Mallente Stabe und Techmer konnten sich nicht des, die Möglichkeit der Schaffensfreude nicht getreten würde. tommission benachrichtigt, worauf man feststellte, daß Richter in 5 Mark) siegte Techmer vor Rudel, Rabe und Pawke. NundenTausenden, die Glück hatten mit den arbeitsschwieligen Händen, einer Gastwirtschaft gewesen war und dort Bier getrunken hatte. prämien a 4 M. erhielten Vogt, Hansen, Göße, Stabe, Nottnick( 2), ist es gelungen, sich über Wasser zu halten. Hunderttausenden sinkt Darauf ging er nach Haus und hat sich anscheinend in die Nische des Theiß( 2), Pawke( 3), Rabe( 3). Das Tandemfahren der Lebensmut immer tiefer. Das ist kein Leben mehr, nur noch ersten Flurfensters hingesetzt und ist eingeschlafen. Ob er nun die( 1800 meter, 80, 60, 40, 20 Mark) gewannen Pawke- Hoffmann vor Begetieren. Und solches Leben macht den Gottesmenschen fast dem achtstufige Treppe hinabgestürzt ist, oder ob ihn Lippmann er- Stabe- Techmer, Carapezzi- Rabe und Hansen- Ergleben. Fünf Paare Tiere gleich. Die Not und die Armut, die sonst verschämt hinter mordert hat, konnte bisher mit Sicherheit noch nicht festgestellt wer- waren in den Vorläufen ausgeschieden. den Wohnungstüren fauert, heute tritt sie unverhüllt auf die den. Das Nähere wird erst eine Obduktion der Leiche ergeben können. Es wurde dann weiter ermittelt, daß der bereits schwer vorbestrafte 31. März, und Sonnabend, den 4. April, findet der letzte Straße. Es dreht sich einem das Herz im Leibe um, wenn man Lippmann Richters Uhr und Portemonnaie geraubt hatte. Das Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Heute Dienstag, den fehen muß, mit welchem Gerümpel arme Familien ihr Obdach Geld und die Uhr wurden in seinem Bettsad vorgefunden, während Unterricht in Redeübung und Geschichte in diesem Kursus statt. wechseln, vielleicht aus Gründen, die dem hartherzigen Vertreiben er das Portemonnaie auf dem Wege zur Bolzeiwache zerrrig und Am darauffolgenden Montag, den 6. April, nehmen die Kurse verzweifelt ähnlich sehen. Sie sind arbeitskräftig, arbeitsfreudig, fortwarf. Gestern vormittag fand eine eingehende Bernehmung für das neue Quartal ihren Anfang. Der Unterricht mußte diese Leute, und doch gelingt ihnen unter der herrschenden Ge- statt. Lippmann gibt den Diebstahl zu, leugnet aber, mit dem Tode diesmal ohne Ferienpause sofort wieder aufgenommen werden, sellschaftsordnung nimmer der Sprung zur menschenwürdigen Richters irgendwie in Verbindung zu stehen. da er sich sonst, wegen der in diese Schulzeit fallenden OsterHöhe. Unwillkürlich schweift der Blick nach dem vornehmen Westen. Ein heftiger Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und Pfingstfeiertage, den 1. Mai und den damit verbundenen Dort ist oft ein daumengroßes Nippstück, an dem nur Sekunden der der Linie 78 und einem Geschäftswagen ereignete sich gestern nach Unterbrechungen bis allzuweit in den Sommer hinein erstreckt Blick der Reichen gelangweilt hängt, mehr wert, als der ganze mittag an der Ecke der Schickler- und Dircksenstraße. Der Straßen- haben würde. Es ist deshalb der frühe Anfang ganz besonders Wirtschaftsplunder des armen Mannes aus dem gefnechteten Volke. bahnwagen fuhr mit solcher Gewalt gegen den Geschäftswagen, daß zu beachten. der Kutscher desselben in weitem Bogen vom Bock geschleudert wurde. Todessturz im Zirkus Busch. Der Berliner Stadtschulinspektor Dr. v. Gizydki ist nach langem zum Glück scheint derselbe nicht erheblich verletzt worden zu sein. Leiden im Alter von erst 52 Jahren gest or ben. Er hat als Der Wagen selbst wurde schwer beschädigt. Schulmann mit erfolgreichem Eifer sich besonders auf dem Gebiete der Fürsorge für schwach befähigte Kinder betätigt. Seiner unermüdlichen Förderung ist zu danken der Ausbau der Nebentlaffen zu ganzen Hülfsschulen. Auch die Frage der Fürsorge Nebentlassen zu ganzen Hülfsschulen. Auch die Frage der Fürsorge für schulentlassene Schwachbefähigte ist mit durch ihn in Fluß gebracht worden. Im Zirkus Busch ereignete sich am Sonntagabend ein folgenochen das halsbrecherische Wagestück ausführte, von der Höhe eines schwerer Unfall. Der junge Franzose Gad bin, der seit einigen Stod hohen Sauses auf eine nach der Manege führenden Rutschberger Allee von der Hausburgstraße bis zur Verbindungsbahn wird Straßensperrung. Die nordwestliche Dammhälfte der Landsbehufs Umpflasterung vom 30. b. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerfe und Reiter stredenweise gesperrt. Die in der Grunewaldstraße 116 wohnende Frau Karoline Mordsache Emma Slanina genannten Frau Richter nicht Richter ersucht uns um die Mitteilung, daß sie mit der in der identisch ist. 6 bahn zu springen, verfehlte bei seiner vorgeftrigen Produktion sein Die Bevölkerungszahl Berlins hat alljährlich im März einen Siel und schlug mit dem Unterleib auf die Bahn auf. BesinnungsRüdgang. Er ist zumeist nicht sehr groß, und jedesmal tritt schon los rutschte er in die Manege, doch erst als er liegen blieb, erkannte im April eine erneute Zunahme ein. In diesem Jahre nun ist man, daß sich ein schweres Unglück ereignet hatte. Ein gerade anbereits für den Februar ein fleiner Rückgang der Bevölkerungszahl herausgerechnet worden. Aus den Monatstabellen des wesender Oberstabsarzt leistete dem Verunglückten, der schwere Berliner Statistischen Amts, die jetzt für Februar vorliegen, erinnere Verlegungen davongetragen hatte, die erste Hülfe und ordsehen wir, daß die Bevölkerungszahl, nachdem sie bis Anfang Fe- nete seine Ueberführung nach der Königlichen Universitätsklinik an, Auch hier lag zweifellos bruar auf 2113 588 gestiegen war, bis Anfang März sich auf wo der bedauernswerte Artist um 12 Uhr nachts seinen Verlegungen Von dem Täter fehlt noch immer iede areifbare Sbur, Feuerbericht. Ein größerer Dachstuhlbrand wurde gestern nach mittag aus der Kopenhagener Straße gemeldet. Dort stand der Dachstuhl des Eckhauses Nr. 69 an der Rhinower Straße in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten an dem Inhalt der Bodenerschläge reiche Nahrung gefunden, so daß die Feuerwehr mehrere Stunden lang mit der Löschung und Aufräumung zu tun hatte. Der Dachstuhl ist niedergebrannt, und der Schaden sehr erheblich. vorsätzliche Brandstiftung bor. belebungsversuche waren erfolglos. Auf einer Bank an der Ecke der Tempelherrenstraße und des Planufers hatte ein Mann einen Selbstmordversuch gemacht und aus einer Flasche Lysol getrunken. Die Feuerwehr schaffte den Lebensmüden nach dem Krankenhause am Urban. In der Brunnenstr. 162 brannte auf dem Hofe Backstroh u. a. Außerdem liefen noch Alarme aus der Admiralstr. 10, Petersburger Straße 68, Trebbiner Straße 14, Greifswalder Straße 12 u. a. Stellen ein. abgedeckt. Wegen einer Gasbergiftung wurde der dritte Zug nach der muß. Bei dieser Methode sind die Sicherheitsmaßregeln für Leben 1400 W. bewilligt zur Erhöhung der Feuersicherheit in den Schulen. Choriner Straße 51 alarmiert. Dort angekommen, stellte und Gesundheit der Arbeiter natürlich Nebensache, und so blieben zum Stat selbst gab der Bürgermeister einen kurzen Neberblic es sich heraus, daß ein Mann Selbstmord begangen hatte. Wieder denn zum Beispiel auf dem genannten Bau die Etagen bisher un- über die finanzielle Lage der Gemeinde. Durch die Asphaltierung der Kaiser- Wilhelm- Straße und den Schulhausneubau ist der Etat Jahres betrage nicht 43 000., sondern nur 36 000 M.. Des im vorigen Jahre stark belastet worden. Der Ueberschuß des vorigen weiteren fommen zu den Amtstoften noch 1000 W. hinzu, so daß dieselben 33 000 W betragen. Sehr start angeschwollen sei der Anleihefonds; sollen alle Arbeiten, die notwendig find, im kommenden Jahre ausgeführt werden, so müsse ein neue Anleihe von 320 000 M. aufgenommen werden. Im nächsten Jahre müsse wieder ein neues Schulhaus gebaut werden; es sei deshalb notanschlag weist in Einnahme und Ausgabe die Summe von wendig, damit wieder stabile Verhältnisse eintreten. Der Vor1116 200 M. auf. Vorort- Nachrichten. Zur Gemeindewahlbewegung. Nieder- Schönhausen. Der Termin für die Stichwahl ist auf Mittwoch, den 8. April, festgesetzt worden. Die Wahlzeit ist von 12-8 Uhr im Restaurant Liebemit. Die Genossen wollen diese kurze Zeit zu reger Agitation ausnügen, dann ist kein Zweifel, daß uns der Sieg wird. Wahlergebniffe. Gestern früh wurden durch die Eisenkonstruktionsfirma Steffens u. Mölle auf dem Kutheschen Bau in der dritten Etage Säulen auf gerichtet. Bei folcher Arbeit sollen Drahtseile um den Windebaum gelegt werden. Diese Vorsichtsmaßregel wurde hier nicht beachtet, und so geschah das Unglüd: der Windebaum schlug mit der eisernen Säule, die an ihm hing, um und schmetterte zwei Maurer, die das neben arbeiteten, zu Boden. Der eine fam wie es scheint einer leichten Berlegung davon; er konnte in seine Wohnung ge schafft werden. Den anderen mußte man bewußtlos ins Krankenhaus transportieren, wo er, schwerverletzt, hoffnungslos daniederliegt. - mit stramm zu tun: fie muß ihre Augäpfel, die„ Arbeitswilligen", hüten, Die Polizei hat augenblicklich mit leberwachung der Bausperre fann fich also um solche Lappalien wie Bauarbeiterschutz und der gleichen nicht fümmern. So ist denn auch der Unfall ereignete fich, wie gesagt, frühmorgens um 8 Uhr bis gestern abend die Unfallstelle polizeilich nicht untersucht worden. Da alles wieder in Ordnung gebracht wurde, wäre die Polizei also felbst bei einer nachträglichen Lokalbefichtigung nicht mehr imstande, noch irgend etwas zu eruieren! Treptow- Baumschulentweg. A. Ordentliche Verwaltungen. Allgemeine Vers waltung: 86 900 M. Ginnahme, 156 200. Ausgabe; Steuerverwaltung: 12 200 Einnahme, 91700 D. Ausgabe; Armenverwaltung: 332 900 M. Einnahme, 40 150 M. Ausgabe; Straßenverwaltung: 7600 M. Ginnahme, 23 100 M. Ausgabe: Wolfsschulen: 7450 M. Einnahme, 12 900 M. Ausgabe; höhere Stnabenschule: 10 110 M. Ginnahme, 134 600 Mt. Ausgabe; höhere Mädchenschule: 2150 M. Einnahme, 3150 W. Ausgabe; Friedhofsverwaltung: M. 6700 M. Einnahme, 4200 M. Ausgabe. Vermischtes. Explosion in einer Kohlenmine. Treptow- Baumschulenweg. Bei der gestern im ersten Kommunal. B. Betriebsverwaltungen: Wasserwerk: 84 700 2. bezirt vollzogenen Stichwahl übten von den 565 eingeschriebenen Einnahmen und Ausgaben; Kanalisation 112 500 M. Einnahmen Wählern 227 ihr Stimmrecht aus. Der tonservative Kandidat Nickel und Ausgaben. erhielt 117 und unser Genoffe Miellet) 110 Stimmen. Unfer Genosse C. Außerordentliche Verwaltung: 453 000 20. ist somit mit einer Minorität von 7 Stimmen unterlegen. Bei der Hauptwahl übten 259 Wähler ihr Stimmrecht aus. Davon erhielt Berliner gegen die Kreuzung ihrer Schienen am Spreetunnel durch Berliner Ferienkolonien, dafür sollen bedürftige Kinder aus der Aus der Gemeindevertretung. Der Einspruch der Großen Einnahmen und Ausgaben. In den Armenetat wurden neu eingestellt 600 M. für die Nickel 126, der Freifinnige 24 und unser Genoffe 109 Stimmen. die Untergrundbahn, wodurch eine Verbindung mit Baumschulen Gemeinde Aufnahme finden. Beim Titel Friedhofverwaltung Markgrafpieste. Bei der Gemeindewahl gelang es unseren Ge- weg resp. Stöpenick hergestellt werden soll, ist dadurch gegenstandslos wurde beantragt, die Ueberschüsse zu Verschönerungszwecken des noffen zwei neue Mandate in der III. Klasse zu erringen, so daß jetzt Nach einer Mitteilung hat die Regierung die Umgemeindung Kommunalsteuer 120 Proz., Grundwertsteuer 2½ pro Mille, Umfazgeworden, indem die Schleife an der Endhaltestelle verlegt wird. Friedhofs zu verwenden. An Steuerzuschlägen werden erhoben: fieben sozialdemokratische Vertreter im Drtsparlament figen. Das Treptow- Rigdorf zum 1. April d. J. bereits bekannt gemacht. Mandat in der II. Staffe ist uns leider verloren gegangen. Bei dem Krankenhausfonds find außer den 3000 M. des Herrn steuer 1½ Broz. für unbebaute Grundstücke und Kanalisationszahlreicher Wahlbeteiligung namentlich der gewerkschaftlich organi- Moosdorf und den 5000 M. des Herrn Gräß noch 10 000 M. von gebühren 3% Proz fierten Maurer hätten wir auch das Mandat halten können. den Geschwistern Zimmermann zugeflossen; damit hat dieser Fonds Nach kurzer Diskussion wurde der Etat angenommen. Der Es steht nunmehr noch die Ersatzwahl in der III. Klasse bevor. ieht die Höhe von 33 000 m.erreicht. Die Feststellung der Ge- Baumeister Schula hat betreffs der Leistungsfähigkeit des WafferEin Termin ist noch nicht bekannt geworden. Bei Wahlen für die meinberechnungen und Etatsüberschreitungen gab unseren Genossen 2750 Kubikmeter, womit die Versorgung für 24 000 Einwohner werkes genaue Erhebungen angestellt. Das Tagesergebnis beträgt III. Klaffe hat es die Behörde nicht so eilig. Immerhin darf auch überschreitungen den Gemeindeverordneten vorher vorgelegt werden 1915 erreicht werden. Dann aber müßte eine Vergrößerung des Veranlassung, auf einen Beschluß hinzuweisen, wonach die Etats- ausreicht. Diese Einwohnerzahl würde voraussichtlich im Jahre die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft den Vorarbeiten zur follen. Die Canner Chauffee, welche zum Teil bei der Ein- Wertes erfolgen. Wahl wie der Wahl selbst nicht teilnahmslos gegenüber stehen. gcmeindung an Rigdorf fällt, wurde in Königs- Alce" umgetauft, Hierauf folgte eine nichtöffentliche Sibung. Königs- Wusterhausen. Bei der Stichwahl ist unser Kandidat damit Verwechselungen mit der Canner Straße vermieden werden. Genosse Kaiser mit 122 Stimmen dem bürgerlichen Standidaten, auf Sierbei machte sich das Straßennamen- Menderungsfieber bei einem den 187 Stimmen entfielen darunter 30 Forensen unterlegen. Serrn bemerkbar, welcher empfahl, die Köpenicker Landstraße in Die Gegner haben alles, was ihnen möglich war, an den Wahltisch Kaiser- Allee umzutaufen. Die für dieses Jahr auf 146 000 22. geschleppt. Nicht unerwähnt lassen wollen wir, daß auch die un- festgesette Kreissteuer soll nach dem Verlangen des Landratsamtes günstige Anfegung der Wahlzeit nachteilig für uns war. um 35 300 M. erhöht werden. Um diese und andere notwendige Bei dem Versuch, auf einer der Union Pacificbahn gehörenden Ausgaben machen zu können, soll bei der Nitterschaftsbank eine Kohlenmine bei Hanna in Wyoming zwei durch eine Explosion Eine Million Mark mehr Steuern im Kreise Teltow. Den west- 4 Proz. Zinsen 3 Proz. Provision gezahlt werden sollen. Anleihe von 300 000 M. aufgenommen werden, wofür außer den verunglückte Arbeiter zu retten, ereignete sich, wie aus New York lichen und südlichen Berliner Vororten ist eine sehr unangenehme Gramena ging auf das Berlangen des Streises näher ein. Obwohl berichtet wird, eine zweite Explosion, durch die die RettungsmannUeberraschung zuteil geworden. Der Teltower Kreistag hat in seiner nicht nur unser Ort, sondern eine Reihe anderer Orte vom Kreise schaft verfchüttet wurde. Man fürchtet, daß alle, etwa siebzig Mann, Sigung am Sonnabendnachmittag den Zuschlag zur Einkommensteuer nichts haben, steigen die Forderungen des Kreises ins Unermeß- getötet worden sind. von 26 auf 38, den Zuschlag zur Betriebs- und Gewerbesteuer von liche. Das sei zum Teil wohl darauf zurückzuführen, daß das 52 auf 66 Prozent erhöht. Der neue Landrat v. Achenbach ent- Landratsamt anstatt in der Kreisstadt ein bescheidenes Dasein zu gestern vormittag dort aus der Mineralogischen Staatssammlung Ein Platinbiebstahl. Nach einer Meldung aus München ist schuldigt den ungünstigen Etat mit dem Hinweis auf die ungünstigen führen, in einer der teuersten Straßen Berlins seine Paläste er- gestern bormittag dort aus der Mineralogischen Staatssammlung wirtschaftlichen Verhältnisse, welche die neuen Kreisunternehmungen, 3% Proz. Provision zahlen solle, sei unerhört; sie müsse auch ohne Derfelbe befand sich in einem gefchloffenen Schaukasten, dessen ztvei baut hat. Daß die Gemeinde bei Aufnahme von Darlehen außer einigen anderen Mineralien ein Platinklumpen im Gewicht von 81% Kilogramm im Werte von 10000 M. gestohlen worden. besonders den Teltowlanal sehr beeinträchtigt hätten. Während dieselbe Gelb erhalten können, oder die jetzt nachträglich ein Schlösser mittels Nachschlüffels geöffnet worden find. für die Krankenhäuser ein Mehr bon 65 000 Mark, für gelaufene Forderung des Kreises ablehnen. Hierzu bemerkte der Hierzu bemerkte der das Kreis Eletrizitätswerk eine Nachforderung von 350 000 Bürgermeister, daß es ausgeschlossen sei, ohne Provision irgendwo Folgenfchwere Explosion. Einer Meldung aus Blankenburg a. H. Mark notwendig waren, habe der Zeltowtanal 276 000 Geld zu befommen; wir müßten schon in den fauren Apfel beißen. zufolge erfolgte gestern früh 7% Uhr in der dortigen Bulverfabrik Mark weniger als im Voranschlag, die neueingeführte Kreis- Gemeindevertreter Moosdorf( Sereisdeputierter) erläuterte den von Rübeland eine Explosion, durch die zwei Arbeiter getötet umfassteuer 200 000 W. und die Schankfongeffionssteuer 70 000 m. Etat des Kreises für 1908. Die Nachforderung, welche den Ge- und drei verlegt wurden. Der Materialschaden ist nicht bedeutend. tveniger als im Etat berechnet eingebracht. Noch ungünstiger seien meinden verspätet zugestellt worden ist, sei durch den Wechsel des Ein Kulturwert. Wie aus St. Gallen berichtet wird, erfolgte die Berhältnisse durch die Erhöhung der Provinzialabgaben um Landrats zu erklären.- Dem schloß sich Gemeindevertreter Beer- gestern früh 4 1hr 15 Minuten der Durchschlag bes 8604 Meter 1 Prozent geworden, was für den Kreis eine erhöhte Ausgabe von und Industriellen, nicht immer über den Kanal zu schimpfen, bahn, durch welche die Bodenseegegend direkte Verbindung mit der mann( Streisdeputierter) an, und empfahl den Bauunternehmern langen Ridentunnels der im Bau begriffenen Bodenfee- Toggenburg128 000 M. ausmache. Kreistagsabgeordneter Dr. Länger sondern ihn als Transportweg zu benußen und eventuell Härten inneren Schweiz erhält. Groß- Lichterfelde bedauerte die ungünstige Finanzlage des Kreises den Bedingungen der Verwaltung mitzuteilen. Die Steuern und bie im Interesse der Vororte, welche allein etwa eine halbe Million Aufnahme des Darlehens wurden genehmigt. Die Neubilbug der SchulUeber eine Schiffstatastrophe, die sich an der norwegischen Küste Markt mehr als bisher Steuern aufzubringen hätten; für deputation wurde nach den von der Schuldeputation gemachten Vor- abfpielte, wird aus Mandal( Norwegen) gemeldet: Das mit Naphtha cinzelne Gemeinden bedeutete die Steuererhöhung eine Mehr schlägen genehmigt. Ein Antrag unserer Genossen, in die Gruppe beladene Segelschiff Inglewood" aus Larwil, von New York nach ausgabe von 70-100 000 M. Mit der Politik des Herrn der Schulkundigen auch einen Gemeindeschullehrer zu wählen, Stockholm, das mehrere Tage auf der Neede zu Mandal gelegen hatte, v. Stubenrauch, die dahin geführt habe, daß der streis wurde abgelehnt. Die Fortbildungsschule soll am 1. Ottober d. 3. flog in die Luft. Zwanzig Minuten nach der Explosion fant das Schiff. ins Leben treten; die hier beschäftigten jungen Leute müssen, Der Stapitän war in Lartit, als die Explosion stattfand. Dreizehn im Falle eines Strieges, wo die Umiaksteuer aufhört, vor dem finan- wenn sie nicht schon eine längere Zeit aus der Schule entlassen sind, Mann sind umgekommen. Zwei Mann, die durch die Gewalt der ziellen Zusammenbruch stände, müsse entgültig gebrochen werden. dieselbe besuchen. Wenn irgendwo, so sei im Streife Teltow die altpreußische Sparsam Friedrichsfelde. Explosion ins Wasser geschleudert wurden, find gerettet und von feit am Blaze und der Kreistag habe zu dem neuen Landrat das cinem vorbeifahrenden Rutter aufgenommen worden. Bertrauen, daß es feine erste Aufgabe sein werde, die Streisunters nehmungen rentabel zu gestalten. Nachdem noch einige Rebner der Ueberzeugung Ausdruck gegeben hatten, daß mit einem Aufschwung der wirtschaftlichen Lage auch der Streis wieder zu geordneten finanziellen Verhältnissen tommen werde, wurde eine Finanz Tommission gewählt, welche dem Kreisausschuß zur Seite stehen und den Etat für die Zukunft vorberaten soll. Charlottenburg. Mit der Etatberatung pro 1908 beschäftigte sich die Gemeindevertretung in einer siebenstündigen Sißung. Nachdem der bürgerEin neues Luftschiff. In Petersburg unternimmt, wie eine liche Gemeindevertreter Megner zu dem Etat verschiedene Aus- Meldung von dort besagt, eine Stapitalistengruppe den Bau eines stellungen gemacht und unter anderem auch die herabsetzung des Aeromobils, nach dem System des Erfinders der kolbenlosen Preffe Fonds zur Bekämpfung der Kindersterblichkeit und zur Fürsorge. Tatarino Leher, der ein neues Prinzip des Schwebens der für Lungentuberkulose" tritifiert hatte. betonte Genosse Binseler Flugmaschine entdeďte. Der Bau des Aeromobils, das von be in der Generaldiskussion, daß das Gesamtbild des Etats wohl deutender Tragfähigkeit und Geschwindigkeit sein soll, hat bereits be einige Verbesserungen bringe, aber auch Verschlechterungen gegen gonnen. über den früheren Jahren aufweise. Beim Titel Gesundheitswesen begrüßte Rebner die Ginfeßung von 800 M. für zwei Schulärzte; den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Warktlage: Fleisch: Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Ein gewaltiger Dachstuhlbrand kam gestern gegen Abend er forderte ferner die Beteiligung der Gemeinde an Ferienkolonien Sufuhr start, Geschäft still, Breise für Gammelfleisch auziehend, für Schweines in der Bismarckstraße 3, Ecke der Berliner Straße, zum sowie die Beschaffung von Spielplägen und bekämpfte gana fleisch nachgehend, sonst unverändert. Bild: Bufuhr ganz gering, GeAusbruch. Als die Charlottenburger Feuerwehr unter energisch die Herabsehung des Dreitaufendmarkfonds zur Beschäft still, Breife gut. Geflügel: Zufuhr in Hühnern über Bebart, fonit Führung des Branddirektors Ba hrdt mit zwei Lösch- trante" auf 1500 Mt. Die Arbeiterschaft müsse es geradezu als fubr in lebenden Fischen mäßig, Geschäft sehr schleppend, Breise wenig ver fämpfung der Stindersterblichkeit und zur Fürsorge für Lungen- fnapp; Geschäft siit, Breise in Hühnern gebrüdt, fonit hoch. Fische: 8u. zügen anrüdte, stand der gesamte gesamte Dachstuhl des Berhöhnung auffaffen, wenn 1500 M. für ausreichend erachtet ändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Breise für Butter nach großen Eckhauses in Hellen Flammen. Angesichts werden. Die Verwaltung folle die Strankheitsherde aufsuchen, dann gebend. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Ge dieser gefährlichen Situation griff die Wehr die Wehr sofort werde sich zeigen, daß die frühere Summe viel zu niedrig sei. fchäft ſehr ſtill, Preise geörüdt. Witterungsübersicht vom 30. März 1908, morgens 8 Uhr. mit sechs Schlauchleitungen ein. Ueber givei Unter Schulwesen forderte Binseler für jede Schule 150 M. für mechanische Leitern und die Treppen die Treppen hinweg wurden Schulausflüge einzustellen; die gleiche Summe beantragte er beim die Rohrführer vorgeschickt. Eine starte Rauchentwide- Etat der Fortbildungsschule für Besuch von Kunst- und Gewerbe lung erschwerte die Löscharbeiten ungemein. Erst nach museen. Weiter verlangte Redner Auskunft, warum die Löhne der Straßenarbeiter nicht aufgebessert seien. Zum Schluß forderte Stationen fast zweistündigem Wassergeben war die Gefahr beseitigt. Der er die Bildung eines Grundstudserwerbsfonds und die Einführung Dachstuhl ist zum größten Teil eingeäschert worden. Ob der Wertzuwachssteuer. Begründend wies Redner besonders darauf Brandstiftung vorliegt. konnte bei dem großen Umfang des Feuers nicht mehr festgestellt werden. Ein schwerer Unglücksfall, der sich auf dem hiefigen Stadtbahnhof vorgestern abend ereignete, mahnt zu befonderer Vorsicht. Der 48 Jahre alte Gepädträger Guftab Kersche, Scharrenstraße 87 wohnhaft, befand sich gegen 11 Uhr abends auf dem Stadtbahnsteig und stand ziemlich dicht an der Bordschwelle des Perrons, als ein vom Zoologischen Garten kommender Zug einlief. Einer der Fahrgäste öffnete die Tür des noch in Bewegung befindlichen Trains und K., der darauf nicht achtete, wurde von dem Türflügel erfaßt und niedergeriffen. Der Gepädträger hatte schwere Unterleibs verlegungen erlitten und wurde nach der Unfallstation in der Kaiser Friedrich- Straße 57 gebracht, woselbst ihm ein Notverband angelegt werden mußte, um eine Verblutung zu verhindern. Dann wurde Serſche nach dem Krankenhaus Westend übergeführt, wo er in fast Hoffnungslosem Zustande daniederliegt. Schöneberg. Der hiesige Polizeipräsident, Graf Cuno von Westarp wird zum 1. April d. J. als Oberverwaltungsgerichtsrat an das Oberverwaltungsgericht zu Charlottenburg verfett. Wie amtlich von Königsberg gemeldet wird, ist dem Landrat Dr. Freiherrn von Lüdinghausen, genannt Wolff, in Gumbinnen, vom 1. April d. 3. ab die kommissarische Verwaltung der Stelle des hiesigen Polizeipräsidenten übertragen worden. Lichtenberg. Barometer. S Wetter Stationen 2 beiter 2 bedeckt Barometer. fluid inm Haparanda 753 Bind Suma Windstärke Better Temp. n. 6 2 wollen! 6 Betersburg 768 23523 1 wolfenl 6 Scilly 1762 5 5 mollig 6 berbeen 751 6 Baris 765 33 3 balb bb. 3 7 2 halb bd. 2 bedeckt 4 heiter 2 bebedt 1768 Still-wolfen! Wetterprognose für Dienstag, den 31. März 1908. Mild und vielfach heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen und Berliner Betterbureau. hin, daß die Gemeinde für ein Schulgrundstück in Karlshorst Stoinembe 763 150 000 m. zahlen müsse. Bürgermeister Ungewitter entgegnete pamburg 762 hierauf, daß auch er mit einem Tropfen sozialen Dels gefalbt sei. Berlin 763 SSD Für Schülerausflüge wie auch für die Fortbildungsschule eine ranta M. 765 28 Summe einzusetzen, hält Rebner für überflüssig. Dem Verlangen, Münden 766 23 eine Vorlage einer Wertzuwachssteuer einzubringen, glaubt Rebner Bien schon deshalb nicht nachkommen zu können, weil dadurch ein Zanfapfel in die Gemeindevertretung geworfen würde. Die nachfolgenden Redner wandten sich, mit Ausnahme des Gemeinde- mäßigen südwestlichen Winden. bertreters Grüßte, gegen die Ausführungen des Genossen Pinseler. Schöffe Bechardschef meinte, die Gemeinde habe in den legien Jahren Land gekauft, jedoch vergaß er, hinzuzufügen, daß das betreffende Land der Gemeinde aufgedrängt ist. Genosse Pinseler wies alle gegen ihn gemachten Ginwendungen zurüd. Die von unferem Redner geübte Kritit hatte den Erfolg, daß bei dem Fürsergefonds die frühere Summe von 3000 m. wieder eingefeit wurde. Desgleichen wurden die Beihüifen für Ferienkolonien für die beiden Frauenvereine um je 150 auf 300 M. erhöht. Im übrigen wurde der Etat ohne wesentliche Aenderungen angenommen. Trebbin( Kreis Teltow). Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. afferstand Memel, Zilfit Bregel, Sniterburg 156) Weichsel, Thorn Dder, Ratibor Stroffen am feit 29. 3. 26. 3. cm cm³) 4643)+6 +2 am 824 179 -10 Bafferfland cm cm³) Saale, Grochlig 169 gabel, Spandau) 140 Rathenow) 182 Spree, Spremberg) Beesfoto feit 29. 3. 28. 3. -5 106 191 Frankfurt Landsberg 190 3 Beser, Münden 182 12 Minden 108 197 -8 Rhein, Marimiliansau 356 82 +4 187 55 -8 Stölz 215 45 -14 Redar, Heilbronn 102 259 6 Dain, Wertheim 178 220 -1 Mosel, Zvier + bedeutet Wuchs, Fall, Unterpegel, Eisstand, Bauern Spiesecke zu Ahrensdorf aus, wodurch das ganze Gehöft Feuer tam am Freitagmorgen 5 Uhr auf dem Hausboden des desselben sowie Scheune und Stall des angrenzenden Bauern Barthe, Schrimm Braune niederbrannten. Das Vieh konnte gerettet werden, doch verbrannte viel Getreide und Futtervorrat. Die Entstehungs- Nege, Bordamm ursache des Feuers ist unbekannt. Der Schaden ist größtenteils Ibe, Leitmeriz Dresden durch Versicherung gedeckt. Barby Magdeburg Ein schwerer Bauunfall ereignete sich gestern früh um 8 Uhr in der Siegfriedstraße zu Lichtenberg. Dort führt das Baugefchäft Nieder- Schönhausen. Arnold Kuthe einen Bau aus. Kuthe ist bekannt als ein Mann, auf Die lehte Gemeindevertretersihung hatte sich hauptsächlich mit deffen Bauten sehr schnell gearbeitet.gefchindert werden der Durchberatung des Stats au beschäftigen, Zunächst wurden 14) Gisfret Raub Heute wurde uns ein Junge geboren. Karlshorst, 28. März 1908. Dr. Kurt Rosenfeld.. Frau Alice geb. Kristeller. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Stodarbeiter Robert Pietzker am 28. März gestorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 1. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Bantower Gemeindefriedhofes am Bahnhof Schönholz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein zu Berlin E. H. No. 89. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser langjähriges Mitglied Karl Schüler Stalizer Straße& wohnhaft am 28. März verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 31. März, nach mittags 4, Uhr, von der Halle des Thomas- Kirchhofes ans statt. Um rege Beteiligung ersucht 198/9 Der Vorstand. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Den Kollegen zur Nachricht, daß der Stollege Johann Brand Treibriemenbranche am 26. März an Gehirnschuß verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 31. März, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Zentralfriedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Um rege Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung. Dantjagung. Für die zahlreiche Teilnahme bet der Beerdigung meines lieben Mannes jage allen feinen Freunden und Kollegen, insbesondere den Genossen des 614. Bezirks, meinen besten Dank. Witwe Pauline Krause. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen Kranz Spenden bei der Beerdigung meiner licben Frau sage ich allen Ber wandten und Bekannten sowie meiner wwerten Kundichaft herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Emanuel Sajak und Kinder. Danksagung. Gage allen Freunden und Be Tannten fowie den Kollegen vom Zentralverband der Maurer Deutsch lands für die zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden am Grabe meines lieben Mannes meinen herzlichsten Dank. Die trauernde Witwe Auguste Reimann. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Hinscheiden meines lieben Sohnes, Bruders, Schwagers, Onfels und treuen Freundes, des Metalorehers 1154b Ernst Knobelsdorf fagen wir allen Freunden und Be fannten unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Blumen- und Kranzbinderei vax Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Butter fief, fet, garant, nature. Honia Stubbutter 10 Bld.- stori 7,50 honig 10 Pfd.- Dose echten Bienen 50 m. 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Preis 1 M., Agitationsausgabe 50 Pf. 4: Kommunale Wohnungspolitik. Von Paul Hirsch. Preis 1 M., Agitationsausgabe 50 Pf. 5: Steuern und Gebühren. Von Dr. H. Lindemann. Preis 60 Pf., Agitationsausgabe 30 Pf. 6: Die städtische Regie. Von Dr. H. Lindemann. Preis 75 Pf., Agitationsausgabe 40 f. Zu beziehen durch BA • Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68. Lindenstraße 69, Laden. 243/15 Sparsame Raucher rauchen Fehlfarben der 7 Pf.- Cigarre Nr. 22 10 Stück 50 Pf., vorzügliche Qualität, großes Format. direkt aus der Fabrik. Kein Laden! Nach beendeter Engros- Saison auch Einzelverkauf enorm billig UebergangsPaletots Capes 24402 Jacketts Staubmäntel Kostüme Kostüm- Röcke MädchenPaletots Robert Baumgarten Hausvogtei- Platz 11, I. Etage ( an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung dieses Inserates an der Kasse werden 5 Proz. Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet. Ich liefere J.NEUMANN auf Credit Cigarren- Fabriken. 150 Zweiggeschäfte, davon in Berlin: Brunnenstr. 32, E. Anklamerstr. 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Herr Pfarrer K. schreibt: Senden Sie 4 Exemplare Dr. Baczkowski„ Reinigung u. Auffrischung des Blutes" neueste Aufl. Dieses Buch, das Beste dieser Art was ich je gelesen, möchte ich in weiteren Streifen verbreiten. Nr. 20. Wie erhalten wir unsere Kinder gefund? Nr. 49. Die Ohrenerkrankung, eine Selbst oder Bakterien- Vergiftung. Wie entgiftet oder heilt man dieselbe radikal durch ein praktisch erprobtes hygienisch- diätetisches Behandlungs: verfahren? Bearbeitet von Dr. med. Walser. Spez. d. physik.- diät. Heilmethode.( 0,60 M.) II. Aufl. Bei Ohrenleiden," heißt es gewöhnlich, ist nichts zu machen." Diese Annahme ist grundfalsch. Sowohl die Vertreter der mediz. Wissenschaft wie auch diejenigen der Boltsheilkunde find raftlos tätig und bemüht gewesen, Mittel und Wege zu finden, die so zahlreich vorkommenden und so unangenehm in die Erscheinung tretenden Gehörleiden zu mildern oder, wenn möglich, zu heilen. In für jedermann verständlicher Weise gibt die billige Schrift Aufschluß über diese erfolgreichen Behandlungsmethoden. Nr. 44. Die Ohrenkrankheiten Nr. 57. Die Gallen, Nieren- und Blasensteine Nr. 56. Was und wie soll ich rauchen? oder: Der giftige und giftfreie Tabat, deffen Bes deutung, Wirkung und Gebrauch. Hygienische und deren einheitliche Entstehung, sowie ihre Ber: Stizze von Dr. med. Walfer.( 0,30 M.) Das hütung und Heilung durch Blutentiäuerung und Rauchen ist heutzutage vielen unsympathisch geworden, Blutregeneration. Bon Dr. med. Walfer.( 0,50 M.) weil man im Nitotingehalte des Tabaks eine Krant. Den Gallens, Nieren- und Blasensteinen liegt nach dem beitsursache sieht." fort mit allen Giften" ist die Autor dieselbe einheitliche Ursache, wie dem Asthma, der Parole unseres Jahrhunderts, und mit Recht. Aber Gicht und vielen anderen Krankheiten, nämlich„ Ueber- man fann den Schädlichkeiten des Nikotins aus dem schuß an Blut- und Säftesäure", zugrunde, und wenn Wege gehen, wie der Verfasser in der fleinen Schrift von diesem Gesichtspunkte aus die Behandlung geleitet nachweist, und einen hygienischen Tabat bereiten, so wird, so werden am sichersten Heil- resp. Berhütungs- daß von einer Giftwirkung beim Rauchen nicht die resultate erzielt, die eine Operation überflüssig machen. Rede sein kann. Es bleibt uns dann der Genuß ohne Das Berhüten allein ist die Morgenröte der fünftigen die schädlichen Folgen. Heilkunde". Aber auch das Volk muß nicht bloß das Getriebe des gesellschaftlichen, sondern auch des eigenen Organismus fennen, nur so fann es als aufgeklärt" die Bemühung des Arztes unterstützen. Von H. u. A. Müller, mit Beiträgen von bedeutenden und ihre Behandlung unter Berücksichtigung einer neuen Nr. 51. Chronisch kalte Füße. fonitige Nr. 28. Neurafthenie des Mannes. Urfachen, Berhütung, Heilung. Dr. Böche. ( 1,50 M.) Nr. 37. Die Hautkrankheiten und Hautausschläge, Nr. 46. Eine frohe Botschaft für jedermann oder die Nährsalzkur, deren Bedeutung, Anwendung und Erfolge. Von Dr. Walser.( Preis 0,25 M.) Aerzten.( 1,- M.)' Inhalt: Bilege und Nahrung Maffage- Methode des Trommelſelles und des Gehör- Wesen, Wirkung, Verhütung und Heilung. Bon Nr. 10. Jeder sein eigener Kräuterarzt! des Kindes. Gegen den Lutschbeutel. Nächtliches ganges und einem Anhange: Die Nasens und Nachen. Dr. Drieb und Dr. Walfer. III. Aufl.( 0,30.) Bei Anleit., für jede Strankheit einen paff. heilkräft. Tee zu Bettnässen der Kinder. Behandlung der Masern frankheiten. Bon Dr. Totanus. Spezialist für Dhrenund Halskrankheiten. II. Aufl.( 1,80 m.) Größer der für die Gesundheit höchst wichtigen Blutverteilung machen. Bon Dr. med. Bacztowsti.( 0,25 M.) Darf ( von Dr. Berger). Der Brechdurchfall, die Sommer als man denkt, ist die Zahl der Dhrenleidenden. im Körper kommt den Füßen eine große Bedeutung in keiner Familie fehlen. frankheit unserer Kleinen. Die Zehrkrankheit( don Dr. Schönenberger). Was sind wir unseren Kindern Bielfach herrscht die Ansicht, es sei nicht zu helfen, zu. Die Ursache der unter den Kulturmenschen leider schuldig?( von Dr. Schönenberger). Ohrenschmerzen diese Ansicht ist grundfalsch und wird in dem Buche lo sehr verbreiteten chronisch und ebenso unangenehmen der Kinder. Wie hilft man schnell bei Stroup?( von widerlegt. Besonders dürften sich die Leidenden für falten Füße ist keineswegs bloß die Folge un Sanitätsrät Dr. Meyner). Verschiedenes über Kinder. Die in dem Buche beschriebene neue Massage- Methode genügender Fußpflege, sondern kommt von immen. frankheiten( von Dr. Thiemann). Das magnet. Heil- interessieren, der schon viele Heilungen oder wenigstens zur Heilung beziehungsweise Verhütung des immer Besserungen zu danken find. Der Ohrenleidende fann eine mehr oder minder allgemeine Gesundheitsstörung verfahren bei Stinderkrankheiten( v. Dr. Grazinger) usw. sich aus dem von einem Spezialarzt geschriebenen anzeigenden Uebels genügt deshalb in der Regel einheitliche Grundursache, Berhütung und natur. Büchlein über vieles Aufklärung berschaffen. durchaus nicht die Anwendung bloßer äußerer Mittel, gemäße Heilung. Dr. Walser.( 1,20.) Nr. 5. Die chronische Darmschwäche, es treten vielmehr, wie uns dies Büchlein lehrt, eine das Grundübel des Kulturmenschen, ihr Einfluß Nr. 53. Migräne e Kopfschmerzen, größere Anzahl verschiedener Faktoren in die Er fcheinung, welche kennen zu lernen jedermann bestrebt auf alle Körperfunktionen und ihre Heilung. sein muß, der mit diesem folgenschweren Leiden zu Bon Dr. med. Baczłowsti.( Preis 0,80 M.) Die deren Ursachen, naturgemäße Behandlung und tämpfen hat, um es in zweckentsprechender Weise bechronische Darmschwäche oder Stuhlverstopfung ist sicherste Vorbeugung. Bon Dr. med. Baczkowski. feitigen zu tönnen. das am meisten verbreitete Uebel und die dadurch II. Aufl.( Preis 0,50 M.) Zu den peinlichsten Gehervorgerufene Verunreinigung des Blutes, die fundheitsstörungen, welche dem Menschen die Freude Grundursache der meisten Leiben. Leber, am leben und alles Lebensglad ganz bergällen nr. 54. Die Körper- und Seelenschmerzen Nr. 29. Richtige Blutmischung Lungen, Herz, Augen- und Ohrenleiden, Gicht, menschen so sehr verbreitete llebel zeitweiligen oder deren Grundlage: Selbst- und Fremdvergiftung, tönnen, gehört ohne Zweifel das unter den KulturRheumatismus, Zuckerkrankheit, Fettfucht, als Grundbedingung gesunder Nerven. Nerven und Nierenleiden, Hämorrhoiden, alle andauernden Kopfwehs. Nur zu häufig ist Kopf phyfiologische und philosophische Bedeutung, Katarrhe usw. entstehen nur, wenn der Darm frant Ichmerz ein sicheres Beichen langsamen, nicht genügend Erscheinungen und Erkennen( Diagnose), Ber: Ein Ratgeber für alle.( 0,75 M.) geworden ist, ebenso haben die meisten Wagentrant- beachteten Hinfiechens. Aufklärung über richtige hütung und gründliche Heilung durch ein heiten die Ursache in träger Funktion des Darmes Gesundheitspflege, wie sie vorliegende fleine Schrift rationell erprobtes Entgiftungs- und Blut Die Herzkrankheiten.' und nur dann sind genannte Strankheiten zu heilen, in furzer knapper Form gibt, ist das sicherste Mittel regenerationsverfahren. Von Dr. med. Baise Nr. 58. wenn die Schladen, welche zur Verunreinigung des zur Verhütung und möglichsten Beseitigung des Uebels.( 0,80 M.) Der Schmerz ist die Ursache der Ent- Ursachen, Guttehen, Erkennen( Diagnose), Blutes führen, aus dem Störper entfernt werden. widelung sowohl im Menschen als im Weltall. Der Formen, Behandlung. Vom neuesten„ biologischen" Entzündungsschmerz beseitigt die Selbstgifte, welche Standpunkt aus bearbeitet und reich illustriert von das Organ lähmen würden, der Schmerz zerstört ein Dr. med. Walser.( Preis 1,50 M.) Verlag von schwaches Geschlecht, daß sich ein fräftigeres auftun Edmund Demme, Leipzig. tinn. Der Schmerz ist also die Ursache des Fort: Die Leistungsfähigkeit sämtlicher Organe hängt vor schrittes im menschlichen, gesellschaftlichen und welt- allem von der Leistungsfähigkeit des Herzens und des lichen Organismus. Wenn aber der Schmerz eine nahrungsspendenden Kreislaufes ab, wie wichtig ist es so hohe Bedeutung für die soziale Entwidelung, für darum nicht auch für den Laien, in diese Verhältnisse feinem Entstehen nicht schon unterdrüden, sondern wir rastheniter sind nach dem Autor in erster Linie herzden Genesungsfortschritt bat, so sollen wir ihn bei einen Einblid zu gewinnen! Viele Nervöse und Neumüssen ihn verstehen lernen als Warnungsruf für trant und danach muß sich die Behandlung richten. die Besserung frantyafter Zustände. Auch viele andere Leiden sind auf Herzschwäche zurüdzuführen. Ueber alles dieses gibt die Broschüre Aufschluß. Nr. 11. Die Hämorrhoiden und ihre Nr. 21. Die magnet. Massage etc., ein neues erfolgreiches Heilsystem. Von Dr. Heilung durch ein erprobtes Verfahren. Balfer.( 0,50 M.) Bon Dr. Baczkomsti.( Preis 0,80 M.) V. Aufl. Die Ausscheidung des unbrauchbaren Blutes burch die Nr. 41. Gicht, Rheumatismus, Hüftweh goldene Ader", die große Pfortvene, ist für die gesunde( Ischias), Verhütung und naturgemäße Behandlung, Funktion unseres Körpers ebenso notwendig wie ein Gemeinverständlich dargestellt von Dr. G. Stollegg, Legelmäßiger Stuhlgang, ihre Berzögerung oder Ber- III. Aufl.(, M.) in unserem Störper wird burch hinderung führt eine große Anzahl quälender Symp den Verdauungsprozeß aus den genossenen Nahrungs tome herbei, die wir in ihrer Gesamtheit als mitteln ein Produkt, die Harnsäure, erzeugt, diese Hämorrhoidalleiden bezeichnen. Die Endgefäße wird bei gesundem Blute teilweise zu Harnstoff ver- Nr. 42. Die Fettleibigkeit, des Mastdarmes erweitern sich dann zu großen, start brannt und der Rest gelöst und mit dem Urin aus. mit Benenblut angefüllten Säden, sie rufen die geschieden. Sind jedoch in der Blutflüssigkeit die Heftigsten Schmerzen hervor, welche die Leidenden oft sogenannten Nährsalze( Stali, Natron 2c.) nicht geam Geben, Stehen und Siben hindern. Die Kranken nügend vorhanden, so kann die Harnsäure nicht vers fühlen sich matt und abgeschlagen, das immerwährende brannt und in Lösung erhalten werden. Es bilden Juden und Stechen macht sie verdrießlich, es entstehen sich dann Harnsäurekristalle, welche fich in den GeEingenommenheit des Kopfes, Spannung im Unter- lenten, Muskeln 2c. festseßen und äußerst schmerzhafte leibe, Streuzschmerzen und Verdauungsbeschwerden. Entzündungen: Gicht, Rhematismus, Reißen 2c. verursachen. Nr. 50. Arterienverkalkung Nr. 40. Die Halskrankheiten: des Herzens und des Gehirns. Huften, Schnupfen, Heiferteit, Kehlkopf- und Luftröhren Ursachen, Verhütung und Behandlung mit be: Entzündung, Grippe, Influenza, Berhütung und natur fonderer Berücksichtigung der Lähmungen und gemäße Behandlung. Bon Dr. E. Kollegg, II. Aufl. des Schlagflufjes. Von Dr. Honcamp und Dr. Breis 1,-.) Es sterben mehr Leute am Schnupfen Walfer. IV. Aufl.( Preis 0,50 M.) Abgenußte, un- wie an der Cholera." Mit diesen Worten will der große brauchbare, vom Organismus nicht aufnehmbare Thissant sagen, daß Halskrankheiten zu den häufigsten Stoffe suchen sich überall da festzusehen, wo ihnen der Heimsuchungen des Kulturmenschen gehören und daß Organismus den schwächsten Widerstand bietet, mehr sie durchaus nicht ganz harmlos sind. Man soll also oder minder große Schädigungen der gesamten Lebens- die sogenannten„ Erfältungsfrankheiten" durchaus nicht gungen schwerster Art ist die in ihren Grundursachen seitigung sorgen, damit sie nicht chronisch werden. noch immer nicht ganz feststehende, dafür aber nach ihren äußeren Merkmalen und nach ihren Beschwerden Ursachen, Verhütung und Heilung. Bon Dr. Kollegg( 1.-M.) III. Aufl. Was hat man nicht schon alles versucht, um die Fettleibigkeit zu befeitigen? Da werden zeitraubende, teure und an Nr. 23. Ein hochwichtiges Frauenbüchlein. Beibliche Kleidersünden 2c.) Bon Frau Dr. Anna. Fischer- Dückelmann.( Preis 0,50 M.) strengende Badekuren in Marienbad und Karlsbad Nr. 17. Lungenfchwindfucht verordnet, da werden langwierige Terrainturen, wie und Heilung von Dr. Petermann.( Preis 1.-M.) die Dertelsche, eingeleitet und durch die ebenso qual bolle wie gefährliche Bantinetur mit ihrer peinlichen Diät abgelöst. Hunger- und Schwenningerfur fommen Nr. 22. Pflege der Füße zur Anwendung. Alles vergebens! Es wird vielleicht von Entensperger.( Preis 0,60 M.) eine furze, zeitweilige Besserung erzielt, aber das lebel ist nicht radital gehoben. Wer hocherfreut 20 oder in furzer Zeit nicht nur das Verlorene eingeholt, fondern noch darüber zugenommen, mag er sich auch einer noch fo quälenden Diät und noch so großen Entbehrungen unterwerfen. mehr Pfund leichter aus Marienbad, zurüdkehrt, hat Nr. 7. Wir erlangt man gefunden Schlaf verrichtungen sind die Folge. Eine dieser Schädi- fich selbst überlassen, sondern zeitig für ihre Be- Nr. 38. Das Luft- und Sonnenbad, um so bekanntere, in der Jetztzeit leider besonders Nr. 47. Die Zuckerkrankheit heilbar. Nr. 52. Die Selbstvergiftung start berbreitete Arterien- Bertaltung oder-Berhärtung, b. i. die chronisch verlaufende Form der Arterien Ein neues Heilverfahren. Von Dr. Rehmann.( 1,50 M.) Entzündung, mit erschwertem Kreislaufe des Blutes III. Aufl. Diese böse Strankheit ist gar nicht selten, und in den Schlag- oder Bulsadern. Wie diese Strankheit es unterliegt ihr jährlich eine große Anzahl Leidender. entsteht, wie sie verhütet und behandelt wird, lehrt ueber den Ursprung des Zuckers im Harn ist sich das billige Büchlein. die Wissenschaft noch nicht flar, zumal es sich herausgestellt hat, daß der Buder nicht erst in den Nieren gebildet, sondern direkt aus dem Blute in dieselbe ausgeschieden wird. Daraus geht hervor, daß das die Grundursache der Krankheiten. Blut selbst in seiner Bildung und Mischung erkrankt fein muß. Hierauf baut Verfasser seine Behandlung, Gründliche Heilung resp. Berhütung derselben durch und da ihm viele Erfolge zur Seite stehen, so dürften eine erprobte Blutentgiftungskur, Blutentsäuerung und die in dem Buche niedergelegten Erfahrungen zum Blutentgajung. Populär dargestellt von Dr. med. Nugen der Leidenden alsbald verallgemeinert werden. Walser, III. Aufl.( Preis 0,80 M.) Das Buch erörtert Die Lektüre des Büchleins sei deshalb empfohlen. auf Grund vielseitiger praktischer Erfahrungen und Erfolge die Grundursache der Strankheiten, deren frühzeitiges Erkennen und deren ursächliche" nicht Nr. 55. Das Asthma, dessen Grundift babei auf die„ Entipidiung", nicht auf das heutige" urfache: Kohlensäure- Vergiftung und bloß symptomatische Heilung. Das Hauptaugenmerf Harufäure- Vergiftung. heitere Stimmung, Arbeitsfreudigkeit? Bon Dr. Baczkowski,( 0,80 M.) II. Aufl. Gefunder Schlaf, heitere Stimmung und Arbeitsfreudigkeita Wer möchte diese drei Güter nicht besitzen? Nr. 14. Das Wochenbett. ygienisches Verhalten vor, in und nach demselben. Bon Dr. Prager. Ein Ratgeber für Mütter. ( 1,80 M.) Nr. 43. Im Licht ist Kraft und Leben oder Heilwirkung des elektr. Lichtbades. Dr. Stollegg.( 0,25 M.) oder: Bedeutung und Heilwirkung der atmosphä rischen Kur". Bon Dr. med. Balser. II. Aufl. ( 1, M.) Großartig sind die Heilwirkungen des Lichtund Luftbades, und wenn man bedenkt, daß dieses Bad das natürlichste und einfachste Bad darstellt, so fann man begreifen, daß es fast kein Sanatorium mehr gibt, ohne Luft- und Lichtbad und daß man ferner fast in jeder Stadt heute schon Gelegenheit hat, fich der Wohlfat dieses Bades teilhaftig zu machen. Da jedoch Biele noch in Unkenntnis über die Art und Weise der Anwendung sowohl wie der Wirkung dahin Nr. 45. leben und infolgedessen einen der wichtigsten und wirkungsvollsten Heilfaftoren zu ihrem eigenen Nach als Mittel zur Heilung vieler Krankheiten, teile unbenutzt laffen, so dürfte vorliegende darüber zur Beseitigung von Nervenschwäche und zur aufklärende Schrift des bekannten Autors allseitig will- Verschönerung des Menschenkörpers. Von tommen geheißen werden. Schmieder.( 0,20 M.) Nr. 36. Die Nervosität, die Modekrankheit unserer Zeit, ihre Ursachen, die Selbstvergiftung und ihre Heilung durch Maffage Nr. 3. Das Auge und seine Pflege. Bon San. R. Dr. Bilfinger.( 0,60 M.) Nr. 48. Was jedermann von der Erkennung Krankheitsbild, auf die chemischen Verbindungen, auf ein erprobtes Blutreinigungsverfahren. das Spiel der Verwandlungen, auf die StoffwechselBon Dr. med. Walfer. II. Aufl.( 1,20 m.) unsere der Krankheiten und der Voraussage des veränderungen gerichtet. Die fleine Schrift gibt ferner Sellung durch rationelle Entgiftung und Blut. heutige rajchlebige Zeit mit ihren vielfach gesteigerten Krankheitsverlaufes aus dem Urin wissen muß. Mittel und Wege an die Hand, das Blut zu reinigen regeneration. Bon Dr. med. 23 aljer.( 0,80 M.) Ansprüchen an den Geist und die Nerven des Einzelnen, Bon Dr. G. Schulk.( 0,60 M.) Der Wert und Nuhen und in den Zustand zu versetzen, in welchem es zur Unter vielen anderen Krankheitsäußerungen ist die mit ihrem aufreibenden Stampf ums Dajein bedingt einer rationellen Harnuntersuchung fann weder in ber richtigen Ernährung aller Organe des Körpers unbe Schwäche unserer Zeit gefennzeichnet durch das Asthma. einen starken Berbrauch von Nervensubstanz, welche dingt sein muß. Wenn man bedenkt, daß das Blut Bielfach wechseln die zweifelhaften Methoden in der den Nerven, dem Gehirn und dem Rückenmart ent- boltstümlichen noch in der wissenschaftlichen Heilkunde der wichtigste Bestandteil unseres törpers ist, so er lokalen Behandlung desselben, was doch sicher ein 80gen wird. Durch Leistungsunfähigkeit des Darmes übersehen oder unterschätzt werden, da unter die wich hellt, daß die Lektüre des Buches notwendig und zu Fingerzeig sein dürfte, daß Asthma nicht nur ein entstehen Selbstgifte, welche erregend auf das Gefahr der frankhaften Borgänge im menschlichen Körper, tigsten Hülfsmittel zur Erkennung der normalen und empfehlen ist. lofales, sondern ein allgemeines Leiden sei. Die Grund der Blutgefäßnerven wirken, so daß beständige Blutursache des Asthma ist, wie der Autor nachweist, wallungen nach dem Kopfe stattfinden; hier heißt es ihres Sizes, ihrer Natur und ihres Stadiums gonz Säurevergiftung, und es muß deshalb der Entstehung rechtzeitig die Krankheitsurfache beseitigen.„ Entfernt unstreitig die Untersuchung ihrer Brodukte gehört, qufo gewiffer Säuren im Blut und in den Säften nach die Selbstgifte aus dem Blute," sagt der Autor, auch und nicht in letter Lime die Untersuchung ises geforscht werden, wenn wir diese qualvolle Krankheit und ihr werdet glückliche Menschen, denen des Barnes, als eines der wichtigsten dieser Produkte. Lie man diese Untersuchung vorzunehmen hat, lehrt das belämpfen wollen. Die billige Broschüre gibt über Lebens Mai zweimal erblüht!" Büchlein, dessen Leftüre empfohlen werden kann. alle einschlägigen Fragen Aufschluß. Nr. 4. Die Selbstvergiftung, die Grundursache der Krankheiten. Dr. Baczkowski. III. Aufl.( 2,-M.)„ Ein Buch, das jeder lesen follte," sagt Dr. Deimel. Nr. 59. Die Blinddarmentzündung, Nr. 81. Die richtige Ernährung Nr. 18. Wie Wie sollen wir leben? Nr. 8. Frauenkrankheiten, eine moderne Krankheit. Von Dr. Walfer.( Preis Ein Büchlein für die Familie. Von H. Müller, Bien. Migräne usw. Von Dr. Paczkowski.( 0,25 M.) 1,20 M.) Entstehen( Ursache), Bedeutung, Erscheinungen, des gefunden nnd kranken Menschen als Haupt- 75 Bf. Das Büchlein gibt Anleitung, wie unsere ganze frühzeitiges Erkennen( Frühdiagnose), Berhütung jaktor für förperliches und geistiges Wohlbefinden. Lebensweise zweckentsprechend, bernünftig und den resp. operationslose Heilung; Bau und Verrichtungen Gemeinverständlich dargestelt von Dr. C. Struch, Regeln der Gesundheit gemäß zu gestalten ist. Jeder nr. 16. Wert der Naturheilmethode. der Berdauungsorgane. Arzt in Chicago.( 1,80 m.) maun zu empfehlen. Bon Dr. Prager.( 0,50 M.) Verantwortlicher Redakteur: Geora Davidsohn, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 77. 25. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 31. März 1908. Sicherheit, Gesundheit. Also verstoße das polizeiliche Eingreifen nach einem Vierteljahresbon einführte. Sie schloffen mit der All gegen das Vereinsgefez. Von einem Unterricht im Turnen gemeinen Ortskrankenkasse und später auch mit anderen Kassen VerEin Kapitel aus dem Kampfe der Behörden gegen körper- fei die Rede. Gin richtiger Unterricht fei das aber garnicht gewefen. träge ab, in denen fie fich verpflichteten, eine bestimmte Anzahl von liche und geistige Erziehung der Arbeiterklasse. " " Wer könne behaupten, daß es ein Unterricht sei, wenn jemand einem Aerzten den Kassen zur Verfügung zu stellen". Dieses System der anderen irgendwelche körperlichen Fähigkeiten beibringe? Aber ärztlichen Kaffenversorgung ist seit dem Jahre 1895 in Kraft. Der selbst wenn es Unterricht" wäre, so würde doch die Sache so liegen, Abschluß der Verträge mit den Kassen geschieht durch die sicben Die Borturner Bertram und Busch vom Arbeiter daß jeder das Lehren einer technischen Fertigkeit, auch des Turnens, Privattläger auf Grund eines bestimmten Vertragsformulars und Turnverein in Verden erhielten am 1. November 1906 von betreiben könne. Der Umstand, daß eine solche Uebung zu die Aerzte, welche den Kassen ihre Dienste leihen wollen, haben der Ortspolizeiverwaltung Verfügungen folgenden Inhalts:" Dem einer Schädigung führen könne, gebe der Polizei fein Recht einen Revers zu unterschreiben und darin sich den aufhiefigen Arbeiter- Turnverein ist eine aus jugendlichen Arbeitern und zum Einschreiten. Kinder könnten sich beim Ballspiel ein Auge aus- gestellten Bedingungen zu unterwerfen. Es gehören diesem Lehrlingen bestehende Böglingsabteilung und eine aus Schultindern werfen, junge Leute beim Tennis oder bei irgend einem anderen Be- freien Aerzteverein rund 800 Aerzte in Berlin an. Der bestehende Jugendabteilung angegliedert. In denselben wird der Jugend wegungssport sich verlegen. Wie könne sich die Polizei ein Recht Angeklagte Dr. Lennhof ist Schriftführer des Vereins Turnunterricht von älteren Anhängern der Sozialdemokratie, unter nehmen, in allen den Fällen, womit eine Gesundheitsschädigung ver- für Einführung der freien Arztwahl und Mitglied einer anderem auch von Ihnen erteilt. Das fann ferner nicht geduldet bunden sein könne, verbietend einzugreifen, und, weil keine besondere Kommission der Aerztekammer, welche derartige Verträge daraufhin werden, und es wird ihnen daher untersagt, Kindern und Lehr- Erlaubnis da ist, jemand den Unterricht" zu untersagen? Wie falsch zu prüfen hat, ob sie der Würde des ärztlichen Standes entsprechen. lingen, sowie jugendlichen Arbeitern Unterricht im Turnen oder in die Auffassung der Behörde sei, ergebe ein Blick in die Gewerbe Der Angeklagte hat nun in zwei Artikeln der Medizinischen Reform" sonstigen Fächern zu geben". Es folgt dann die Androhung von ordnung, die den gewerbsmäßigen Turnunterricht vom 28. November und 12. Dezember 1907 den Vertrag zwischen Exekutibstrafen. regele. Der könne nur untersagt werden, wenn Tatsachen vor der Ortsfrankenkasse der Kaufleute und ihre Vertrauensärzte" diese Bertram und Busch flagten. Der Bezirksausschus in liegen, welche die Unzuverlässigkeit des Betreffenden dartun. Vertragsabschließerei seitens der sieben Privatkläger einer so abStabe erklärte aber die Verfügungen hinsichtlich des Ge feien Leute gemeint, die betwiesen hätten, daß fie fälligen Kritik unterzogen, daß sich die letzteren persönlich beleidigt angeblichen Turnunterrichts für berechtigt. andere törperlich oder sittlich schädigten, von denen Tatsachen fühlten. Er polemisierte dagegen, daß die sieben Privatfläger der ( Soweit andere Fächer" genannt waren, beanstandete der dieser Art festständen. Nun tönne man doch nicht an- Strantentaffe 500 Aerzte zur Verfügung stellten" und kennzeichnete Bezirksausschuß die Verfügungen, weil solche hier gar nicht nehmen, daß für das gelegentliche unentgeltliche Vorturnen, worum das Verhalten der Vertrauensärzte als" Zwischenmeister" system, in Betracht kommen.) In den Urteilsgründen wurde unter es sich hier nur handele, strengere Maßnahmen gelten sollen, wie eine Ausdruckweise, die Dr. Mugdan ohne Nennung der Quelle anderem gesagt: Die Verwaltung des Unterrichtswesens fei, wie in den für gewerbsmäßige Turnlehrer. Entschieden bestritten würden fürzlich im Reichstage ebenfalls angewendet hat. Beklagter beälteren, so auch in den neueren Landesteilen in Preußen nicht den die Ausführungen des Bezirksausschusses, daß nicht das Turnen der Hauptete, daß die Aerzte durch die Brivatfläger in eine unBolizeibehörden, sondern besonderen Behörden( Schulabteilungen der eigentliche Zweck des Vereins sei und daß den Kindern fozialdemo- würdige Zwangslage verfekt worden seien und daß die PrivatRegierungen usw.) übertragen, die fich erforderlichenfalls für die fretische Anschauungen eingeimpft werden sollten, Die Abficht fei, Kläger Grundsäge betätigt hätten, die allen gewerkschaftlichen Erekutive der Hand der Polizei bedienen könnten. Die die Schul- das Turnen zu lernen, die Jugend abzuhalten von unfittlichen Verhältnissen sonst Hohn sprächen. In dem zweiten Artikel wird aufsicht regelnden Bestimmungen müßten für ein selbständiges und schlechten Bergnügungen und den Sinn für die Störperpflege zu den Privatklägern zum Vorwurf gemacht, daß sie die Standesehre Eingreifen der Polizei in Unterrichtsangelegenheiten aus- fördern, der bei der Arbeiterschaft im Erwachen sei. Das sei eine grob verlegt haben und in höhnischer Weise wird ihr Verhalten mit scheiden. Die Verfügungen der Polizei wären darum der allgemeinen Wohlfahrt dienende Tätigkeit, nicht den Vermittlern verglichen, die die Sachsengänger" in Arbeit nur dann rechtlich begründet, tvenn ein allgemeines polizei- aber gemeingefährlich. Was der Bezirksausschuß in der Bes schicken usw. Ueber die Berechtigung oder mangelnde Berechtigung liches Interesse verlegt wäre und zu ihrem Erlaß den Anlaß ziehung sage, fei überhaupt keine juristische Ausführung. Es sei zu solchen Vorgängen wurde auf beiden Seiten sehr temperamentvoll gegeben hätte. Das sei aber der fall. Die Polizei fönne felbständig lediglich der Ausdrud politischer Gehäffigteit, eine geftritten. Es wurde auch die ganze Entwickelungsgeschichte der einschreiten auch in Angelegenheiten des Unterrichtswesens, wenn politische Deflamation, der im einzelnen entgegenzutreten, dem An- ärzlichen Organisationen zu den Krankenkassen aufgerollt. As burch die Art oder die Ausdehnung, in der Rechtsverlegungen auf walt die Würde des Berufungsgerichts verbiete. Sachverständige wurden der Dr. med. Wilhelm Heymann jenem Gebiete hervortreten, zugleich eine Störung der öffentlichen Das Oberverwaltungsgericht hob am 27. März und der Statistiker Geheimer Regierungsrat Professor Dr. Suhe oder Sicherheit oder wenn Gefahren für das Gemeinwesen die Vorentscheidung auf und sezte die polizei- Mayet gehört, die beide in langen Vorträgen diese entständen. Solcher Art und Ausdehnung feien aber hier die den Iichen Verfügungen wegen Unzuständigkeit der Entwickelungsgeschichte näher beleuchteten und die Bunkte Klägern zur Last fallenden Rechtsverletzungen. Denn wenn an Polizei außer Kraft: Die Aufsicht über Privatschulen liege andeuteten, auf welche es zur Beurteilung der Frage ankomme, eine unbeschränkte Zahl von Kindern weiblichen und männlichen im Rahmen der Kabinettsorder von 1834 und der Ministerial welcher der beiden ärztlichen Vereine bessere Resultate für sich in Geschlechts oder auch nur an eine folche Zahl von erwachsenen instruktion von 1839 den Regierungsabteilungen für das Schulwesen Anspruch nehmen könne. Rechtsanwalt Preibisch hielt es für Personen Turnunterricht von Leuten erteilt werde, die der erforder- ob, in letter Instanz dem Unterrichtsminister. Das treffe auch ganz zweifellos, daß es eine Beleidigung für die Privatfläger jei, lichen technischen Vorbildung für die Erteilung solchen Unterrichts für Hannover zu. Nach den Grundsäßen der Kabinetts wenn man ihr Verhalten mit denen von Zwischenmeistern in der entbehrten, bezw. solche Vorbildung nicht dartun könnten, so müsse order bedürfe jemand, der Privatunterricht erteilen wolle, Konfektionsbranche und mit Sachsengängern vergleiche, noch mehr hierin eine Gefährdung des Lebens und der Gesundheit des Publi- der Genehmigung, die ihm die Schulaufsichtsbehörde nach aber, wenn man ihnen vorwerfe, daß sie die Standesehre verlegen. fums erblickt werden. Es bedürfe keiner weiteren Ausführung dar pflichtmäßigem Ermessen versagen könne. Wenn aber eine Regelung Die Kläger find genau so wie Dr. Mugdan Geschäftsführer des über, welcher Schaden an Leben und Gesundheit der Turnenden in der Weise bestehe, daß die Staatsgewalt für gewiffe Gebiete be anderen Bereins Vorstandsmitglieder und Geschäftsführer ihres Verdurch ungeeignete Aufsicht beim Turnen und durch ungeeigneten stimmten Behörden bestimmte Befugnisse augewiesen und ihre Zu eins. Justizrat Dr. Bieber und der Angeklagte selbst suchten Unterricht, namentlich auch an weiblichen Personen, angerichtet ständigkeit damit begründet habe, so bleibe für den Fall für die all- dagegen nachzuweisen, daß der Vertrag, den die Privatkläger abwerden könne. Somit habe die Polizei auf Grund von§ 64 des gemeinen Befugnisse der Polizei aus dem allgemeinen Landrecht tein schließen, mit Bestimmungen gespickt sei, die der Würde des ärztBolizeiverwaltungsgesetzes( Schutz von Leben und Gesundheit) ein- Raum, abgesehen von ganz bestimmten Ausnahmefällen. Letztere feien lichen Standes nicht entsprächen, denn der Vertrag bringe die schreiten können. Aber auch aus dem Gesichtspunkt des Einschreitens bann gegeben, wenn für die speziell bestimmten Behörden ausdrückliche Aerzte in ein Arbeitsverhältnis, wie es nur bei gegen gemeingefährliche Handlungen(§ 6g) fei die Rechtsnormen fehlten oder wenn ein dringender Fall vorliege, in fozial stehenden Schichten gu finden fei. Nur Verfügung rechtlich begründet, soweit sie sich auf Kinder und den dem die berufene Behörde einzuschreiten behindert sei und eine Ver- dies habe durch den volkswirtschaftlichen Vergleich mit Unterricht im Turnen beziehe 11 Die Kläger feien zugestandener zögerung nicht eintreten dürfe. Davon tönne hier nicht die Rede den Zwischenmeistern" und den Sachfengängern" ausgedrückt maßen Anhänger der Sozialdemokratie. Gerichtsbekanntermaßen( 1) fein. Die Schulaufsichtsbehörde könne einen ohne ihre Genehmigung werden sollen. Dem Angeklagten müsse der Schuß des§ 198 habe die Erfahrung gelehrt, daß bebor bei solchem Turn- erteilten Brivatunterricht berbieten und Zwangsmittel anwenden. gebilligt werden. Das Schöffengericht sprach den Anunterricht den noch nicht urteilsfähigen Kindern in Erfüllung des Somit fei die Polizei unzuständig gewesen und die Ver- geklagten frei, da es ihm den Schuß des§ 193 zubilligt und eigentlichen 8weds des fraglichen Turnunterrichts von den fozial fügungen deshalb außer Straft zu fegen. Damit erledige fich alles in der Form der Artikel die Absicht der Beleidigung nicht erblidt. demokratischen Zurnleitern fozialbemotratif e An. andere. fchauungen und Lehren eingeimpft würden, die den Umstarz der gegenwärtigen Staats- und Re gierungsform bezwedten. Darin habe eine erhebliche Ge fährdung des Gemeinwohls erblidt werden tönnen. Die Kläger legten Berufung ein. Vor dem 8. Genat des Oberberwaltungsgerichts vertrat fte Rechtsanwalt Gerichts- Zeitung. Freie Aerzte" unter sich. Uns dünkt, eine Beleidigungsklage ist nicht der Weg zur zu treffenden Entscheidung, welcher von beiden Vereinen beffer oder fchlechter fei. Latfache ist, daß dem Verein, dem die Kläger angehören, wohl auch infolge der haltlosen Angriffe des Geschäftsführers des Vereins für Einführung der freien Aerztewahl" mehr Kaffen als vordem angehören. Sicherlich kann auch die in der Verhandlung zur Kenntnis gebrachte Tatsache, daß die Mitglieder des Bereins dem die Kläger angehören bei dem Ehrengericht denunziert sind, das Ansehen des ärztlichen Standes nicht erhöhen. Nicht die Frage, welches System unter den in Berlin obwaltenden Verhältnissen für Die Arbeiter, sondern welches für die Aerzte vorteilhaft ist, scheint beiden Richtungen freier Aerzte" die Hauptsache zu sein. Die Gegenfäße, die zwischen den beiden Systemen freier olfgang Seine. Er wiederholte zunächst aus der Berufungs- Aerzte bei der Krantenberfierung obwalten, stießen in schrift, daß das hannoveriche Schulgeset bom 25. Mai 1845 bie einer gestern vor dem Amtsgericht Berlin- Mitte geführten VerMaterie für Hannover erschöpfend regele und bei seiner allgemeinen handlung fehr heftig aufeinander. Es handelte sich um eine BrivatErlaubnis zum Privatunterricht polizeiliche Eingriffe nicht geftatte, flage des Geb. Sanitätsrats Dr. Koeppel, der Sanitätsräte Dr. foweit es folche nicht ausdrücklich zulaffe. Die zugelaffenen tämen afh, Dr. Baul, Dr. Rohde, Dr. Rahmer, Dr. Weigelt aber hier gar nicht in Betracht. Ferner machte er geltend: und des Dr. Lammers, vertreten durch Rechtsanw. Preibisch, Gegenstand der polizeilichen Verfügungen seien hier Beranstaltungen gegen den praktischen Arzt Dr. Rudolf 2 ennhof, Herausgeber der eines Turnvereins. Um Versammlungen dieses Turnvereins Medizinischen Reform", bertreten durch Rechtsanw. Bieber. Jm Arbeitslose Fleischergesellen! Heute mittag 1 Uhr: Große Ber handele es fich. Derartige Veranstaltungen unterlägen dem Jahre 1894 trat der Vorstand der Allgemeinen Ortstrantentaffe an fammlung im Gesellschaftshaus Berliner Musiker", Kaiser- Wilhelmpreußischen Vereinsgefes. Dieses regele erschöpfenb das die Vertrauensärzte des Gewerkskrantenvereins mit der Bitte heran, Straße 18m. Tagesordnung: 1. Die wirtschaftliche Krise, die große Vereins- und Versammlungswesen und grenze mit Bezug barauf ein Syftem der Aerztebersorgung der Kaffenmitglieder ausfindig zu Arbeitslosigkeit im Fleischergewerbe und die Berliner Fleischerinnung auf genau die Befugnisse der Polizei ab. Die allgemeinen polizeilichen machen, um die Kassen vor angeblichen Schädigungen, die ihnen durch der Lehrlingssuche. Referent: Kollege P. Henfel. 2. Das Gefindebuch" Befugnisse fchieden dadurch aus; weitere Beschränkungen, die freie Arztwahl beschieden seien, zu bewahren. Die Aerzte ber- der Berliner Fleischerinnung und der Gesellenausschuß sowie die Brüder. wie die dieses Spezialgefezes, tönnten nicht erfolgen. Im Vereins einten sich zum Vorstande des sogenannten Vereins Berliner fchaft als Geburtshelfer. Referent: Kollege Paul Bergmann. Tellergefeg gebe es nun teine Bestimmung, wonach das Turnen in Ver- Kaffenärzte, welcher die freie Arztwahl beibehielt, aber fammlung findet nicht statt. einen inhibiert werden könnte wegen Gefährdung der Ordnung, bezüglich der Aerzte einen numerus clausus und die Honorierung Turmstraße 76 Lachmann& Scholz Turmstraße 76 Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: Doppelte Rabatt- Marken. 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