Mr. 79. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Buxemburg, Bortugal, Rumänien. Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Ble Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile ober beren Raum 60 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 20 Bfg, jebes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 16 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm breffe: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: 8. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Armenunterstützung und Wahlrecht. Donnerstag, den 2. April 1908. Glieder, die nicht in der Lage sind, sich ohne fremde Hülfe existenzfähig zu erhalten, einzuspringen. In materieller Beziehung unterscheiden sich die beiden Arten der Unterftügung nur insofern, als in dem einen Fall die Mittel der Gesamtheit nur in dem Maße zur Verfügung gestellt werden, daß die Notleidenden vor diretter Vernichtung geDas Dreiflaffenwahlrecht wie das allgemeine gleiche" fchützt werden, während im anderen Falle den UnterstützungsReichstagswahlrecht enthält eine Bestimmung, die nichts mit empfängern auf Voltstoften eine forgenfreie, behagGleichheit zu tun hat, denn nach dieser Bestimmung fönnen liche, luguriöse Eristenz garantiert wird. direkt gegenfäßliche Folgen haben die Unterjene Personen ihr Wahlrecht nicht ausüben, die Armenunter- Aber direkt stüßung empfangen haben. Beim Kommunalwahlrecht stügungen für die Empfänger als Staatsbürger. wird diese Bestimmung sogar so weit interpretiert, daß schon eine Teil verliert sein Wahlrecht, die Krankenhausgewährung für Familienmitglieder als n- nur noch Objekt der Gesetzgebung; der andere Teil dagegen anspruchnahme bon Armenunterstüßung gilt. Und diese Be- behält nicht nur sein politisches Recht, sondern seine Macht stimmung wird ganz mechanisch angewandt. Die Frage, ob wird noch verstärkt. Er kann noch ungehinderter als bisher der Unterstützungsempfänger seine Lage selbst verschuldet hat die ihn Unterstützenden mit Lasten belegen und sich selbst oder ob er unter der Einwirkung einer höheren Gewalt entlasten! So wirkt die Armenunterstügung auf der einen stand: eine Frage, die in der zibil- und strafrechtlichen Seite als Entrechterin, auf der anderen Seite als Spruchpraris eine erhebliche Rolle spielt, ist hierbei belanglos. Mehrerin des politischen und gesetzgeberischen Einflusses! Es wird einfach der Grundsatz aufgestellt, daß derjenige, der für sich oder seine Familie in irgend einer Form, Die Kommandogewalt Ruin Der er ift über den Reichstag. und be das Recht zum Tragen Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. „ Die ungebedten Matrikularbeiträge der Einzelstaaten, das heißt also das eigentliche Reichsdefizit, im Drdinarium sollte nach dem Etatssoll sich auf rund 125 Millionen belaufen. Diese Summe vermindert sich natürlich um diese Besserung des Ordinariums von rund 8 Millionen, so daß ungedeckte Matrikularbeiträge noch rund 1221 Millionen notwendig wären. Davon müssen die Einzelstaaten 24 Millionen an das Reich abführen. Die übrigen 98%, Millionen werden nach dem Finanzreform geset bon 1906 bis aum Jahre 1911 gestundet und sind natürlich im Reich, da es sich um laufende notwendige Ausgaben handelt, auf andere Weise zu deden; gebedt werden fie durch die Höhe der Schaz. anweisungen. Nun aber ist in legter Stunde noch ein Nachtragsetat über die Teuerungszulage für die unteren und mittleren Beamten hinzugekommen, der rund 27 Millionen Mart erfordert und also das Defizit des Reichshaushaltsetats noch um diesen Betrag auf rund 149 500 000 Mark erhöht. Dazu kommt noch der außerordentliche Etat in Be tracht, welcher ausschließlich auf Schuldenvermehrung aufgebaut ist. Derselbe betrug nach dem Boranschlage der Regierung rund 260 Millionen Mart. Gestrichen wurden hiervon nur rund 29 000. und in Abzug tommen ferner die obenerwähnten 71 Millionen Mark, die auf das Drdinarium übernommen worden sind, so daß die Anleihe sich auf rund 253 Millionen Mark vermindert. Zu dieser Summe werden noch hinzutreten die Nachtragsforderungen für Kolonialbahnen mit 33 250 000 m., so daß sich die Gesamtanleihe für 1908 auf 286 280 098 m. stellen wird. Rechnet man hierzu den Fehlbetrag im ordentlichen Etat mit 149 500 000 m., fo find im ganzen als Fehlbetrag 435 780098 M. zu beschaffen." " gleich aus welchen Ursachen, auf die Hülfe der Gesellschaft angewiesen ist, seines Rechtes als Staatsbürger verlustig geht. Aber dieser Grundsatz findet auf verschiedene Arten von Armenunterstügung, nämlich auf solche, die den PriviBekanntlich hatte der Bizepräsident des deutschen ReichsIegierten gewährt werden, oder die sich diese selbst als tages, Herr Abgeordneter Pa afche, am 8. Dezember den KriegsGesetzgeber zuwenden, keine Anwendung. Mit hohlem Pathos haben die Agrarier in den gefeß- minister wegen des Moltke- Harden Prozesses angegriffen und unter Die Germania", das führende Zentrumsorgan, stellt die gebenden Körperschaften fortgesetzt die Behauptung aufgestellt anderen Einzelheiten auch erwähnt, daß im Offizierkorps einiger Situation unserer Reichsfinanzen also noch weit schlimmer und zu erweisen versucht, daß die Landwirtschaft ohne Kavallerieregimenter zhnische Lieder gesungen worden seien, wenn Staatshülfe nicht in der Lage sei, weiter zu Graf Moltke erschienen sei. In einer der letzten Sitzungen hat dar, als selbst wir in unserem Artikel vom letzten Sonntag. zurüdgenommen Nach ihrer Darstellung beträgt das Defizit bereits heute mehr existieren, daß sie ohne weitgehende Unterstützung Paasche diese Behauptung als 400 Millionen! Das Zentrumsblatt kommt zu diesem rettungslos dem in seinen Aeußerungen zu weit gegangen Ergebnis, indem es die gestundeten Matrikularentgegengehe. Die Ursachen dauert, daß er Soweit, so gut. gut. Jezt wird aber bekannt, daß hierfür liegen nach ihrer Behauptung außerhalb ihrer sei. beiträge aus den Einnahmen des Reiches ausscheidet. Machtsphäre. Ihre Notlage sei, behaupten sie, lediglich Folge diese Zurücknahme nicht ganz freiwillig erfolgt sei. Paasche Das ist im Grunde auch ganz in der Drdnung, denn es ist der wirtschaftlichen Entwickelung, beispielsweise der Erschließung ist nicht nur Abgeordneter, Bizepräsident, ehemaliger Professor, weiter Strecken jungfräulichen Bodens für die Agrifultur, Gutsbefizer usw., sondern auch Rittmeister der Land- nur zu wahrscheinlich, daß diese durch ReichsschatAls solcher unterſteht er dem Offiziers- anweisungen einstweilen gedeckten Beträge der Einzelbillige Produktion, außerordentliche Fruchtbarkeit, niedrige web r. staaten überhaupt nicht gedeckt werden! Dann werden an Arbeitslöhne, minimale Bodenpreise, Verbilligung des Trans- Ehrengericht, und mit der Drohung, ihn vor dieses Ehren- die Stelle der Reichsschaganweisungen, dieser vom Reiche ausports, hohe Belastung der heimischen Produktion durch die gericht zu stellen, soll man Herrn Baasche zum Widerruf gezwungen gestellten Wechsel, einfach Anleihen treten! haben. Es ist die„ Nationallib. Korresp.", die zuerst diese VorSozialgesetzgebung und dergleichen mehr. Also schon heute beträgt das Defizit des Reichs mehr als Diesen Behauptungen der Agrarier wird von anderer gänge andeutete, indem sie die Frage aufwarf, inwieweit 400 Millionen Mark! Durch die Kosten der neuen FlottenSeite allerdings widersprochen. Es wird dabei hingewiesen die parlamentarische Immunität einen Abgeordneten, vorlage, die Beamtenbesoldungsreform usw. wird sich dies auf die selbst nach tapitalistischen Begriffen ungesunde der Offizier ist oder spekulative Steigerung der Boden- und Güterpreise, die sinn- Uniform hat, auch vor dem Eingreifen der Kommando- Defizit in den nächsten Jahren auf 600 Millionen erhöhen, selbst wenn der Landmilitarismus und die Koloniallose Schuldenwirtschaft, die ausschweifenden Ansprüche an die gewalt und ehrengerichtlicher Verfolgung wegen Lebenshaltung und die Nichtberücksichtigung der Errungenschaften Aeußerungen im Barlament, insbesondere auch wegen etwaiger An- politit keinerlei besondere Ausgaben erheischen sollten! Es ist also Deckung für jährlich mindestens 600 der agrarwissenschaftlichen Forschung. Hier mag es jedoch griffe gegen die Heeresverwaltung oder Mitglieder der Armee schützen ununtersucht bleiben, ob die Behauptungen der Agrarier, daß würde. Und die Hamb. Nachr." erzählen, daß das Kriegs- Millionen Defizit zu schaffen! Es versteht sich von selbst, daß das nur möglich ist bei ihre Unterſtügungsbedürftigkeit nicht auf ihr eigenes Schuld- ministerium selbst auf Zurücknahme der Paaschefchen Aeuße- unerhörter Mehrbelastung der nichtbesikenden Klaffe durch neue fonto zu setzen ist, der Berechtigung entbehren oder nicht. Uns rungen bestanden habe. indirekte Stenern! Die Sache zeigt wieder den deutschen Absolutismus in schönster interessiert hier lediglich die Tatsache, daß die Agrarier die Zentrum und Freifinn aber haben durch ihre BeHülfe der Gesellschaft als ein ihnen zustehendes Recht Beleuchtung. Die vom Bolke gewählten Abgeordneten, denen die willigung der kolonialen und marinistischen Forderungen soin Anspruch nehmen und in weitestem Maße Verfassung die Immunität garantiert, werden für Aeußerungen, willigung der kolonialen und marinistischen Forderungen sogefunden haben. Die Zucker- und Branntweinliebesgaben die sie in der Ausübung ihres Mandats machen, von einer in Wirt- wohl das ungeheuerliche Defizit wie die unausbleibliche Steuerschröpfung verschuldet! und vor allem die Schutzölle, die von den Juntern lichkeit selbst unverantwortlichen Gewalt zur Verantwortung geausdrücklich gefordert worden sind als Mittel zur fünft- 30gen. Die Kommandogewalt, die in letzter Instanz über lichen Steigerung der Lebensmittelpreise, die Beschlüsse der Offiziersehrengerichte souverän entscheidet, zieht sind nichts anderes als eine besondere Form also einen Abgeordneten zur Rechenschaft, bloß weil er das Recht" von Armen unterstügung. Von der Unterstügung, auf Tragen der Uniform besitzt. Es ist klar, daß dies einen Die Affäre Wahrmund, die die Gemüter in Desterteich so die wirklich armen Tenfeln zugebilligt wird, unterscheidet sie Gingriff des Militärabfolutismus in ein versich nur insofern, als sie in der Hauptsache von der fassungsmäßiges Recht bedeutet, das zu den wichtigsten lange und andauernd bewegt hat, ist nun zu Ende. Die„ Affäre" ärmeren Bevölkerung an wohlhabende Kreise, teil- und grundlegendsten des Parlaments gehört. Es ist selbstverständlich, besteht bekanntlich darin, daß Dr. Ludwig Wahrmund, Proweise sogar an reiche Grundbesitzer, darunter Fürsten daß sich fein Parlament, das sich selbst noch irgendwie ernst nimmt, feffor des Kirchenrechtes an der Universität in Innsbrud, eine und Grafen, gezahlt werden muß. Logischerweise einen solchen Eingriff in die Immunität seiner Mitglieder gefallen Broschüre veröffentlichte, die im Wesen die Wiedergabe cines müßte daher auch den Empfängern dieser Unterstützung lassen fann. Selbst das deutsche Parlament wird nicht anstehen öffentlich gehaltenen Vortrages war, worin er sich mit der das Wahlrecht entzogen werden. Das ist aber nicht können, diesen Uebergriff der Militärverwaltung auf das ener- katholischen Weltanschauung, wie sie in den Botschaften Pius X. so grell sichtbar geworden ist, mit der notwendigen Deutlichkeit der Fall; im Gegenteil, gerade die Nutznießer der gischste zurückzuweisen. agrarischen Armenunterstützung haben gegenüber den meisten Aber die Sache ist nur so lange ernst zu nehmen, solange man auseinandergefeßt hat. Die Broschüre rechnet mit der klerikalen der für sie zahlenden Staatsbürger ein vielfaches Stimmrecht. fie als Symptom dafür betrachtet, was sich der Abfolutismus bei Verflachung und Veräußerlichung des Katholizismus unerbittlich Durch die Unterstützung, die die Gesellschaft für die Agrarier uns gegenüber dem Parlament herausnehmen darf. Sie wird sofort ab und zeigt uns die römische Kirche als eine Machtorganisation, leistet, hat sich deren Einkommen so gehoben, daß sie bei der lächerlich, sobald man den Fall unter persönlichen Gesichtspunkten die die religiösen Empfindungen ihren weltlichen Interessen bea Landtagswahl in der ersten oder zweiten Wählerklasse wählen, ins Auge faßt. Jeder Abgeordnete, der nur halbwegs auf Würde denkenlos aufopfert. Den mannhaften Geist des fleinen, aber barum doch inhaltsreichen Werkes kennzeichnet am besten Wahrwährend die Unterstützungszahler vielfach in der hält, hätte den Gewissenszwang" einfach als tomische zu munds Bekenntnis:" Professor bedeutet nicht bloß eine leberzurüdgewiesen. Lächelnd wäre er aus einem dritten Abteilung wählen oder gar kein Wahlrecht haben! mutung zeugung haben, sondern sie auch bekennen".Gelehrter heißt In der Praxis stellt sich also die Sache so: Ein fleißiger Kleidungsstück geschlüpft, das nur seine Einbildung allein au nicht bloß ein Dulder, sondern, wenn's not tut, auch ein Krieger solider Arbeiter, der durch eine von ihm sicher nicht ver- einer Zwangsjade machen kann. Vor die Wahl gestellt, die Würde nicht bloß ein Dulder, sondern, wenn's not tut, auch ein Krieger sein." Gegen die Broschüre, die in dem klerikalen Oesterreich in schuldete Strife oder ein sonstiges Ereignis, z. B. Krankheit, und das Recht des Parlaments zu wahren, oder das Recht auf Hinsicht ihres Autors ebenso eine Rarität ist, wie sie eine Tat arbeitslos wird und die öffentliche Hülfe durch Armen Tragen der Uniform aufzugeben, hätte kein Abgeordneter, der auch darstellt, ist nun im„ heiligen Land Tirol" ein wahrer Kreuzzug unterstüßung in Anspruch nehmen muß oder auch nur auf nur das geringste Empfinden für seine Pflicht besitzt, einen Moment entbrannt. In dem Lande der ehemaligen Glaubenseinheit find ein Junker aber, der in der Form von Schutzöllen, Liebes- hat, ist ebenso bezeichnend für die jämmerliche Bürdelofig verdrängt worden, und diese scheinen das Bedürfnis gehabt zu gaben und Prämien öffentliche Unterstützung empfängt, ver- teit dieses nationalliberalen Boltsvertreters", als für haben, den frommen Bauern zu beweisen, daß der Ultramontanis fiert nicht nur nicht sein Wahlrecht, sondern er hat obendrein die militaristische Verseuchung des deutschen Bürgertums, das um mus in ihnen nicht minder fanatische Streiter erworben habe, felbst gegenüber dem Arbeiter, der teine Unterstügung erhält des Offizierstitels willen auf seine Unabhängigkeit verzichtet. wie sie die alten Kleritalen waren, die um das Land einen Wall Für die Wähler ergibt sich daraus jedenfalls die Lehre, daß der Unduldsamkeit, legen wollten, der noch höher war, als der Wall und sich und seine Familie ehrlich durchbringt, ein erhöhtes Wahlrecht. Durch den Griff in den Säckel der AII- Reserveoffiziere, die auch als Volksvertreter solche bleiben wollen, seiner Berge. Die Heze hatte infofern Erfolg, als sie die Wiener gemeinheit wird also erstens das Einkommen der Agrarier jener Unabhängigkeit entbehren, die die erste Voraussetzung der Staatsanwaltschaft, die das Zensurrecht gegenüber den aus. gesteigert und dann aus dieser Einkommensteigerung wieder parlamentarischen Tätigkeit ist, und daher nicht ins Parlament geländischen Druckschriften( die Broschüre ist in München verlegt)] das Recht eines größeres Einflusses dieser Sippe auf das hören. Staatsregiment hergeleitet. bird organisierte Plünderei zum Mitteler Erhaltung poli@ " Das Vierhundertmillionen- Defizit. Die Freiheit der Forschung. Aus Wien wird uns bom 29. Mära geschrieben: handhabt, veranlaßte, die Broschüre zu konfiszieren. Neben dem Bann des Staatsanwaltes traf den tapferen Bekenner auch der Bann des Ministerpräsidenten, der in einer Konferenz der christlichsozialen Abgeordneten erklärte, daß er über die Broschüre tischer Vorrechte! Beide Arten der Unterstübungen, sowohl die so- Ein Artikel der Germania" über den Reichshaus- entrüstet" und also entschlossen sei, gegen Wahrmund die bolle genannten„ Armenunterstützungen als die Zuwendungen haltsetat für das Jahr 1908 malt die Lage der Reichs- Strenge des Gesetzes walten zu lassen". durch Schutzölle und Liebesgaben, basieren auf dem Prinzip, daß finanzen in düsterstem Grau. Wir geben folgende Stelle des die Gesellschaft die Verpflichtung hat für einzelne fchwache Artikels wieder: Aber aus der angekündigten Rezerverbrennung ist nichts ges worden und wird nichts werden. Vor allem ist keine Rebe dabon dah Wahrnwnd wegen der Broschüre, in der der Wiener Staats- emwalt an fünf Stellen das Vergehen der Herabwürdigung von Lehren der katholischen Kirche gefunden haben will, straftgericht- lich verfolgt werden wird. Das könnte für den Staat und seinen Anwalt auch übel ausgehen, denn da in Oesterreich strafbare Handlungen, die durch die Presse begangen sind, vor die Ge- schwor enen kommen, wäre der Effekt der strafgerichtlichen Verfolgung kein anderer, als daß die JnnSbrucker Geschworenen Wahrmund glänzend freisprechen würden. Das österreichische Pretzrecht läßt es bekanntlich auch zu, daß statt der subjektiven Verfolgung deS Täters das sogenannte objektive Verfahren em- tritt: daß das Gericht über Antrag deS Staatsanwalts„darüber erkenne, ob der Inhalt einer Druckschrift eine strafbare Handlung begründe", in welchem Falle das Verbot der weiteren Verbreitung der Druckschrift ausgesprochen wird. Dieses Verbotscrkenntnis, das über die Wahrmundsche Broschüre verhängt ist, wurde nun am Donnerstag vor dem Wiener Pretzgericht auSgefochten, und die Verhandlung endete mit dem im„objektiven" Verfahren ganz seltenen Ergebnis, daß dem Einsprüche stattgegeben wurde: das Verbot von drei Stellen wurde aufgehoben, und so bleiben nur fünfundzwanzig Zeilen mit dem Interdikt belegt. Damit ist aber auch der politischen Verfolgung des Professors der Boden entzogen, und cS ist ausgeschlossen, daß Wahrmund etwa noch in Disziplinaruntersuchung gezogen wird. Der klerikale Angriff ist abgeschlagen, und der„Atheist" wird trotz dem Begehren des apostolischen Nuntius, der seine Entfernung forderte, an einer österreichischen Universität weiter Kirchenrccht lehren und vor- tragen können. Der Ausgang der Sache beweist, daß auch in Oesterreich die klerikale Macht ihre sicheren Grenzen hat, und daß diese Grenzen heute ungleich enger sind als jemals zuvor. Wohl erfreut sich das österreichische Abgeordnetenhaus einer klerikalen Partei, die größer ist als je dieses Staates, und daß die Negierung nicht ungern bereit wäre, ihr zu folgen und ihren Wünschen zu entsprechen, hat das klerikale Bekenntnis Becks und haben die Hetzreden GeßmannS bewiesen. Aber die geistige Freiheit hat in der sozialdemokratischen Fraktion eine so starke Wehr erhalten, daß die ungeschcutc Erfüllung einer klerikalen Forderung der Regierung versagt ist, wenn sie nicht Konflikte heraufbeschwören will, die ihre Existenz in Frage stellen müßten. Vor einem Dezennium noch hätte man einem solchen „Frevler", wie eS Wahrmund in den Augen der Pharisäer sein muß, in Oesterreich einfach auf kaltem Wege erwürgt; und die bürgerlichen Freiheitshelden hätten, außer dem Geflenne über die klerikale Macht, mit der sie ihre Feigheit traditionell entschuldigt haben, nichts zu erwidern gewußt. Aber die Sozialdemokratie hat auch hier nachgeholt, was das Bürgertum verabsäumt hat: die Organisierung des Widerstandes gegen die Knechtung der Geister, und sie läßt es nicht zu, daß der mutige Mann der römischen Herrschaft ausgeliefert wird. Wie immer man Wahr- mund werten will, er hat die Wissenschaft verteidigt und ihre Rechte gegen die klerikale Bedrängnis verfochten: deshalb ward seine Sache zur Sache aller derer, die die Forschung ehren und die Freiheit lieben. Indem der klerikale Angriff abgeschlagen wurde, ist der Verklerikalisierung Oesterreichs endlich Halt ge- boten worden.— politifcbe deberficbt« Berlin, den 1. April 1908. Preußische Reaktion in der Flußschiffahrt. Der Reichstag hatte heute wieder einmal mit einem Vor- stoß der preußischen Reaktion sich zu befassen, der diesmal die Verteuerung der Flußschiffahrt bezweckt. Die Reichs- berfassung schreibt im Z 54 ausdrücklich vor, daß auf den natür- lichen Wasserstraßen des Reiches Abgaben nicht erhoben werden dürfen, die über die Kostendeckung für besondere Anstalten hinausgehen. Trotzdem bat die preußische Regierung sich vom Landtage ein Gesetz bewilligen lassen, in welchem die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den Flüssen in Aussicht genommen ist. Erst als sich dagegen der öffentliche Unwille regte, trat sie in Verhandlungen mit den übrigen deutschen Regierungen, um eine Verständigung über die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf allen deutschen Flüssen herbeizuführen. Diese Tatsachen gaben sowohl der sozialdemokratischen wie der freisinnigen Partei Anlaß zu Interpellationen, welche Stellung die Reichsregierung zu diesen gegen die ReichSverfassung verstoßenden Plänen der preußischen Regierung einnehme. Beide Interpellationen waren auf die Tagesordnung der heutigen Sitzung gestellt. Genosse F r a n k- Mannheim begründete die sozialdemokratische Interpellation, indem er die Unvereinbarkeit des Vorgehens der preu- ßischen Negierimg mit der Reichsregierung nicht nur, sondern auch mit internationalen Verträgen scharf betonte und den Uebermut der Handlauger des Junkertums in Amt und Würden zurückwies, die nun auf Geheiß der Agrarier die Schiffahrt verteuern wollten. Sehr wirksam waren seine Zitate aus den Schriften der für diesen Agrarvorstoß mobil gemachten Juristen, deren einer über„die philisterhafte Heiligkeit" des 8 64 der Reichsverfassung und„die juristischen Zwirnsfäden" höhnte, über welche die materiellen Interessen hinwegschreiten würden. Zum Schluß appellierte Frank an die„kleinen" BundcSratsmitglieder gegen den inneren Feind. die preußische Reaktion. Nachdem auch Herr K a e m p f in stark abgeschwächter Tonart, aber in ähnlichem Sinne, die freisinnige Interpellation begründet hatte, verlas Herr v. Bcthmann-Hollwcg eine offizielle Erklärung, aus der hervorgeht, daß der Weg der authentischen Interpretation, also nur durch die Gesetzgebung deS Reiches beschlossene Auslegung der Reichsverfassung, betreten werden solle, um die Einführung der SchiffahrtZabgabcn zu ermöglichen. Der preußische Vcrkchrsminister Breitenbach ergänzte das durch mündliche Ausführungen, die eine selbst bei preußischen Bureaukraten ungewöhnlich herausfordernde Schneidigkeit und entsprechende geistige Dürftigkeit sich auszeichneten. So drohte er damit, wenn die preußische Regierung nicht ihren Willen bc- komme, werde sie nichts mehr für die Verbesserung der Fluß- fchiffahrt tun. Genosse David holte sich, im Laufe der Debatte für die Kennzeichnung dieser Breitenbacherei als.Erpressung" einen Ordnungsruf. Die Agrarier aller Schattierungen stimmten jedoch den beiden Bülow-Adjutanten zu. so daß Herr Breitenbach mit einigem Recht behaupten konnte, die Stimmung der Mehrheit deS Hauses pi auf seiner Seite. Vor dieser Verhandlung wurde die Forderung der Ost- markenvorlage in namentlicher Abstimmung von der ge- schlössen«! Blockmchrheit angenommen.— Des Landtags Sterbetag. Das Drciklassenhaus denkt augenscheinlich nur »loch an sein Sterbestiindchen. Es plapperte am Mittwoch noch drei Stunden über die Sekundärbahnvorlage, strich vom Fonds für Betriebsmittel 50 Btillionen ab und setzte das Polizeikostengefetz und sonstige Bagatellsachen auf die Tages- vrdmlng der nächsten, DonnerStagssttzung. Das Herren!) aus unterhielt sich zur selben Zeit über den Etat, den es glücklich zu Ende beriet, und ganz besonders über den Kultusetat. Der Kieler Professor R e i n k e schalt auf Höckel und ein paar Funker schimpften auf die angeblich zu strenge Nahrungsmittelkontrolle. Fn dieser Gesellschaft erschien der alte Graf H a e s e l e r als ein moderner Kultur- mensch. Der Etat wurde gegen die Stimmen der Polen an- genommen, die auf diese Weise gegen das Korsarengesetz de- monstrierten. Am Tonnerstag will man noch einige Kleimq- leiten erledigen, vom Freitag an wird blau gemacht. So ein geborener Gesetzgeber hat es schwer! Das blamierte Kanzlerblatt. DaS Publikationsorgan des Fürsten Bülow, die„Nordd. Allg. Ztg.", sucht unseren Nachweis seiner Stupidität durch allerlei faule Ausreden zu entkräften, gerät aber dabei infolge seiner gloriosen Unfähigkeit noch tiefer in die Patsche. Wir hatten in unserer Dienstagsnummer dargelegt, daß die Uebersetzung deS Zitats„Hio Ehodus, hio salta" mit„Hier i st die Rose, hier tanze!" nicht, wie daS Kanzlerblatt in seiner Superklugheit angenommen hatte, von der Redaktion des „Vorwärts" herrührt, sondern von Marx selbst, daß ferner diese Nebersetzung sich in allen Ausgaben des„Achtzehnten Brumaire" befindet und auch von den bürgerlichen Maixlritikern allgemein als „launige Satire" aufgefaßt wurde. Daß Marx selbst das obige Zitat aus Aesops bekannter Fabel mit „Hier ist die Rose, hier tanzet" übersetzt hat, wagt daS Blatt nicht zu bestreiten, zumal es höchstwahrscheinlich von der Existenz der ge- nannten Marxschen Schrift erst durch Nummer 63 des„Vorwärts" erfahren hat; dagegen will es nicht gelten lassen, daß Marx seine Uebersetzung ironisch gemeint hat. unterstellt also, Marx hätte den Sinn de S Zitats nicht gekannt. Wir haben diese AuSrede erwartet, und deshalb in der letzten DienStagnummer verschwiegen, daß Marx einen Vorläufer gehabt hat. der das Zitat ebenso scherzhaft übersetzt hat, und von dem Marx wahrscheinlich erst zu seinem Schalkstreich veranlaßt worden ist. Dieser Borläufer ist der Philosoph Hegel, der in seinen Grundlinien der Philosophie des Rechts ebenfalls den Satz„Eis Rhodas, hio saltus(nicht salta)" zitiert und ihn mit.Hier ist die Rose, hier tanze" übersetzt. Vielleicht werden, selbst auf die Gefahr hin, sich noch mehr zu blamieren, nun die Gelehrten des Kanzlerblatts behaupten, auch Hegel sei so ein Einfaltspinsel gewesen, der nicht das Zitat richtig zu übersetzen vermocht habe. Warum auch nicht? Vielleicht befinden sich doch einige Armen im Geiste unter den Lesern des Bülowschen LeibblatteZ, die ihm auch diese Behauptung glauben. DaS Kanzlerblatt ist also gründlich hereingefallen. ES hat be« wiesen, daß es in sein« Redaktion und unter seinen geheimrätlichen Instrukteuren nicht nur keinen Kopf hat, der die Marxsche Literatur kennt, sondern auch keinen Mann, der Hegel gelesen hat. Um so besser hat das Kanzlerblatt die„Geflügelten Worte" deS großen Weltweisen Georg Büchmann studiert, aus den eS sich auch in seiner letzten Notiz wieder dafür beruft, daß daS Aesopsche Zitat nur allein mit„Hier ist NhoduS, hier springe' übersetzt werden dürfe. DaS offiziöse Blatt folgt auch darin nur den Spuren seines großen Herrn und Meisters, der bekanntlich gleichfalls seine geist- reichen Sentenzen dirett aus Büchmann bezieht. Kanzler und Kanzlerblatt arbeiten an derselben hohen Aufgabe; sucht der erste der Welt zu beweisen, wie sehr auf die deutsche Regierungskunst Oxenstjernas bekanntes Wort zutiifft, so die„Nordd. Allgem. Ztg.", mit wie wenig Verstand in Preußen offizielle Regierungsblätter redigiert werden.—_ Teuerungszulage. Wie die.„Neue Ges. Korr." zu melden weiß, wird demnächst von der Regierung eine Vorlage im preußischen Abgeordnetenhause eingebracht werden, die eine Erhöhung der Zivilliste fordert, die Wilhelm II. bezieht, und zwar soll diese Zulage, ebenso wie die Gehaltserhöhung der Beamten, mit der„erheblichen Steigerung der Kosten der Lebensführung" infolge der neuesten Schutzzoll- gcsctzgebung begründet werden. Um wieviel die Zivilliste, die zurzeit 15,7 Millionen Mark beträgt, gesteigert werden soll, wird nicht gemeldet; aber um etliche Millionen dürfte es sich sicherlich handeln. Schon heute wird die Zivilliste des Königs von Preußen nur von denen des Königs von England und des Zaren übertroffen(mit dem österreichischen Kaiser steht sich der preußische König gleich), doch kommt dabei in Betracht, daß in England der Geldwert ein niedrigerer ist, als in Deutschland.— Wilhelms II. Tank an Tirpitz. Tirpitz, der Vater dreier Marinevorlagen und einer der Haupt- schuldigen an dem RcichSdalleS und der uferlosen Pump- und Defizit- Wirtschaft, ist zum Zeichen der kaiserlichen Anerkennung über daS Durchbringen der jüngsten Floitenvorlage zum Mitglied der preußischen Pairskammer ernannt worden I Der offiziöse Telegraph meldet: Syrakus, 1. April.(W. T.®.) Der Kaiser richtete gestern aus O t r a n t o folgendes Telegramm an den Staatssekretär v. Tirpitz: Ihre Meldung über die Annahme de« Marine- Etat« hat mich hoch erfreut, ist doch hiennit ein sehr wichtiger Abschnitt im Ausbau der Marine erreicht worden. DaS Be- wußlsein deS errungenen Erfolges im Dienste des Vaterlandes wird Ihnen und Ihren Mitarbeitern der beste Lohn für alle Mühen und Sorgen sein. Es ist mir aber ein persönliches Be- dürfnis, meiner dankbaren Anerkennung Ihrer Verdienste sichtbaren Ausdruck zu geben und ich habe deshalb beschlossen, Sie aus be- sonderem Vertrauen in daS preußische Herrenhaus zu berufen. Indem ich Ihnen dieS mitteile, ersuche ich Sie, mir Vor- schlage zu Auszeichnungen für Ihre Mitarbeiter einzureichen. Gezeichnet Wilhelm I. R. Die Tirpitz-Ehrung an sich und der Wortlaut des Telegramms beweisen, welche Bedeutung der Kaiser dem neuen Flottengesetz beimißt, dessen Tragweite nicht nur von der offiziösen„Nordd. Allg. Ztg.", sondern auch der gesamten bürgerlichen Presse geflissentlich verhehlt und verleugnet worden wart Natürlich: da sowohl Frei- sinn wie Z e n t r u m für die Vorlage eintraten, verbot sich jede offene Würdigung dieses Gesetzes, das nichts weniger bedeutet, als eine dauernde Steigerung der Marineausgaben um j ä h r l i ch 100 Millionen k_ Zur Aufstellung freisinniger Laudtagskandidate« schreibt man unS: „Vielleicht fragen Sie einmal, wer eigentlich jetzt die Volks- parteilichen Landtagskandidaten ausstellt? Die Wähler werden überhaupt nicht mehr einbemfen: Der- sammlungen der Vertrauensmänner, in denen sich die Kandidaten vorstellten und wo über jede von 50 Vertrauensmännern unter- stützte Kandidatur abgestimmt werden mußte, wagt man nicht mehr einzuberusen. Da die volksparteiliche Organisation nach den Reichstags- wahllreifen, nicht»ach den Landtagswahlkreisen, eingeteilt ist, so haben sich einfach, über den Kopf der bestehenden Wahttörperschaften hinweg, nach den Wünschen der leitenden Herren stille„Wahl- komiteeS" aus im voran» designierten Herren gebildet, dt« jetzt da» „Volk von Berlin' spielen und willkürlich einen einzigen Mann für jeden Bezirk aufstellen und bekanntgeben. ES ist die Frage, ob sich die Berliner Wähler daS bieten lassen.—_ Die ungehaltene Rede des Reichsverbändlers. Der Reichsverbandsgeneral v. L i e b e r t ist unerschöpflich in der Erfindung neuer Methoden, um einesteils seinen Auftrag- gebern, den Scharfmachern, gerecht zu werden, und auf der anderen Seite nach Möglichkeit von sich reden zu machen. Jetzt veröffentlicht er sogar ungehaltene Rcichstagsredcn. Diese Rede ist nickst allein in seinem Leiborgan, den„Leipziger Neuesten Nachrichten", abgedruckt, sondern erscheint außerdem als Flugblatt des Reichsverbandes, der natürlich seinen Herrn und Meister nach Möglichkeit herausstreichen muß. Die Rede ist offenbar ausgearbeitet auf Anweisung der Scharf. macher in der Glasindustrie, die dafür geneigt sein werden, dem Reichsverband Geld zur Verfügung zu stellen. Liebert behauptet, daß ihm das Wort abgeschnitten worden sei, deshalb schlage er diesen Weg ein, damit seine Leistung der Mit- weit nicht verloren gehe. Seine Polemik richtet sich gegen unseren Genossen Horn-Sachsen, der seit Jahren für die Interessen der Glasarbeiter im Reichstage eingetreten ist. Bis jetzt hat sich noch kein Abgeordneter gefunden, der den Mut gehabt hätte, die Zu- stände in den Glashütten zu beschönigen. DaS ist dem Liebert vorbehalten geblieben, der anscheinend eine Generalvollmacht der Scharfmacher aller Berufe hat. ihre Ansichten im Reichstage zum Ausdruck zu bringen. Auf den sachlichen Inhalt des Flugblattes einzugchen, lohnt sick) nicht; es verrät eben in jeder Zeile Liebertsche Auffassung, und das sagt jedenfalls gerade genug. Aber zweifellos ist es originell, sich den Auftraggebern gegenüber der Aufgabe dadurch zu erledigen, daß man seine un- gehaltenen Reden veröffentlicht.— Die Tweedmouth-Briefe. In der neuesten Nummer des„März" vom 1. April wird der angebliche Wortlaut des vielbesprochenen Briefes, den Kaiser Wilhelm II. an den Ersten Lord der englischen Admiralität, Tweedmouth, gerichtet hat und der der Antwort des.- Lords veröffentlicht. Der Inhalt wäre danach nicht gerade Welt- erschütternd. Wir sparen uns deshalb ein etwaiges nähere» Ein- gehen, bis die Echtheit der Veröffentlichung feststeht. Nationalliberale Arbeiterkandidaturea. In den industriellen Wahlkreisen des Westens bestehen die evangelischen Arbeitervereine darauf, daß die Rationalliberalen für die bevorstehende LandtagSwahl einige Arbeiterkandidaten ausstellen. Namentlich wird das gefordert für einen der drei LandtagSwahlkreise. auS denen der ReichStagSwahlkreiS Bochum besteht. Die„Heina Zeitung" deutete bereits vor einiger Zeit an, daß die Arbeiter und ein erheblicher Teil der Intelligenz von der nattonalliberalen Partei abfallen würden, wenn man diesmal dm Wünschen der Arbeiter nicht Rechnung trage und wieder einen Vertreter deS Großkapitals aufstelle. Die Kandidatenfrage ist darauf in Bochum schon von Partei wegen verhandelt worden, doch ist man noch zu keiner Eni- scheidung gekommen. Auch in Dortmund spielen ähnliche Dinge, doch hat man sich dort bereits entschieden, den Arbeitern die verlangte Kandidatur— nicht zu bewilligen. Wie die„Dortmunder Zeitung" meldet, bc- schloß das nattonalliberale Wahlkonntee des Landkreises Dortmund einstimmig die Ausstellung deS Rechtsanwalts Dr. Crcmer- Hagen. der die Kandidatur auch annahm.„Der Wunsch der evangelische» Arbeitervereine', heißt«S dann weiter,„aus ihrm Reihen einen Vertreter in den Landtag zu wählen, konnte leider keine Erfülluns, finden, weil cS an einer geeigneten Kraft fehlt, welche die Interessen der Srbester ebenso nachdrucksvoll und sicher zu führen in der Lage wäre, wie daS bei dem hierorts gutbekanntcn Rechtsanwalt Dr. Cremer der Fall ist. Der Kreiswahlausschuß spricht aber die Hoffnung auS, daß bis zu einer kommenden Wahl sich diese augenblickliche Schwierigkeit durch shstematisdic Fortsetzung der UnterrichtSbeftrebungen innerhalb der evangelischen Arbeitervereine und von feiten der Partei wird überwinden lassen." Der rheinisch- westfälische Verband der evangelischen Arbeiter- vereine zählt Sö 000, die sogenannte Bochumer Richtung 10 000 Mit- glieder, so daß also unter 45 000 evangelischen Arbeitcrvercinlern nicht einer zu finden wäre, der genügend politische und geistige Fähigkeiten zum LaudtagSabgeordneten besäße. Wie sträflich müssen da die politischen und kirchlichen Gönner der evangelischen Arbeiter- vereine, die Nationalliberalen und die Pastoren, die Bildung dieser Leute vernachlässigt haben. Wir wollen aber, ohne die evangelischen Arbeitervereinler zu hoch einzuschätzen, doch annehmen, daß eS sich hier weniger um den Mangel an einer geeigneten Kraft, als midie Abneigung der Nationalliberalen vor einer Arbeiterkandidatrn handelt.—_ Aufregung an der Produktenbörse. Dm Freisinnigen wird die Bereitwilligkeit, mit der sie stch in den Dienst der Börse gestellt und die Volksrechte gegen die Börsen- gesetznovelle verschachert haben, schlecht gelohnt. Die Fondsbörse ist mit dem Erreichten ziemlich zufrieden und wird bei Gelegenheit ihre freiwilligen Mandatare durch Spenden zum freisinnigen Partei- und WahlsondS sicher entschädigen; dagegen ist die Produkten- börse wegen der Beschränkung de» versteckten Terminhandels und besonders wegen der im§ SS des Komproinißentwurfs enthaltenen Ungültigkeitsbestimmungen in arger Aufregung. So verbreitet„Wolfis Telegraphen-Bureau" folgende Mitteilung: Die Produktenbörse ist in großer Erregung infolge der Börsen- gesetzreform. insbesondere über die Unklarheiten des§ gg. g.j werden Anträge an den Vorstand des Vereins Berliner Getreide- und Produktenhändler vorbereitet, den Verkehr nur bis zur gh- wickelung der bestehenden Geschäfte aufrecht zu erhalten. Freisinnige Politiker und freisinnige Demagoge». Unter dieser vielsagenden Uebcrschrift bringt die„Kölnische Zeitung" einen Bericht über zwei Versammlungen, die am Montag in Köln stattfanden. Die eine war eine Mitgliederversammlung des Vereins der Freisinnigen BolkSpartei, in der zwei politische Lokalgrößen siebenter Ordnung, die Herren Schaaf und Feilchenfeld, die Halttmg des Freisinns in der Wahlrechts« und ReichSvereinSgesetzsroge priesen und den Block als daS Heil und die Zukunft Deutschlands prollamiertm. DaS warn» die„frei- sinnigen Politiker" im Sinne der„Kölnischen Zeitung". Die andere Versammlung war vom sozialliberale n Verein emberusen; in ihr redete Dr. Barth, der natürlich weder mit der Herrlichkeit der Blockpolitik noch mit der staats- männischen Weisheit der Freisüuissührer einverstanden, der aber auch weiter die Verwegenheit befaß,, in der WahlrecbtSfrage ein Zu- fammmgehen mit der Soffaidiimokratie zu befürworten. In feinem Sinne sprachen sich anch�nifgrke liberale Redner an?. Da» warci: die„freisinnigen Demagogen", um mit der„Kölnischen Zeitung- zu sprechen..yNiMütfr Bemerkenswert ist,, haß"unter dm Rednern, die sich auf den Standpunkt Barths stelst�i, ifeuch der sozialliberale Dr. Brunhubcr befand, der vor kurzem noch Hedaltcur an der„Kölnischen Zeitung" war. Wud er mug es ftd) gefallen laffen, zu Dr. Barth in die John Redmonds, des Führers der irischen Nationalisten: p Wolfsschlucht der Demagogen geworfen zu werden, während die Herren Schaaf und Feilchenfeld sich zur Würde" freifinniger Politifer" erhoben sehen. Was die Blockära nicht alles für Unheil enrichtet! Die gegenwärtige Regierungsweise Jrlands steht im Gegenfake zum Willen der irischen Volkes, das teine Stimme in der Verwaltung seiner Angelegenheiten hat; diese Regierungsweise entspricht ihrem Zwede nicht und ist außerordentlich kostspielig; fie genießt nicht das Vertrauen irgend eines Teiles der Bevölke rung; fie erzeugt allgemeine Unzufriedenheit und Unruhe und erweist sich vollständig unfähig, die materiellen und geistigen Interessen des Voltes zu fördern. Die Reform der irischen Regierung ist eine Frage, die die Lebensinteressen Irlands betrifft, und deren Lösung auch das Wohlergehen des Voltes Großbritanniens fördern wird. Das Haus spricht seine Ansicht aus, daß die Lösung dieses Problems nur erreicht werden kann, wenn das irische Volk die gefeßgebende und ausführende Macht über alle rein irische Angelegenheiten erhält." Ein faulenzender Abgeordneter. Bekanntlich hat die Reichsregierung schon im ersten Abschnitt der laufenden Session des Reichstags einen Gesezentwurf eingebracht, wonach der§ 68 des Handelsgesetzbuches dahin abgeändert werden foll, daß die Fortzahlung des Gehalts auf sechs Wochen nicht mehr durch Vertrag ausgeschlossen werden kann. Die Kommission, die zur Vorberatung der Borlage eingesetzt wurde, hat sie noch verbeffert durch die Bestimmung, daß dem Gehilfen auch das Krankengelb boll auszubezahlen ist. Mit der Berichterstattung be Das ist eine Resolution zugunsten der Einführung von Hometraute die Kommission den Abg. Schad. Von ihm glaubte Rule. man annehmen zu zu dürfen, daß er als Borfizender Eines der leitenden Mitglieder der konservativen Fraktion, des deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes für diese Lord Perch, bringt folgenden Gegenantrag ein: Materie ein ganz besonderes Interesse an den Tag legen, fich der übrigens geringen Arbeit mit Luft und Freude unterziehen und sie schnell erledigen würde. Leider hat Herr Schack das in ihn gesetzte Vertrauen nicht gerechtfertigt. Obgleich seit der letzten Sigung der Kommission schon mehr als fieben Wochen vergangen find, ist über allen Wipfeln Ruhe. Und dabei hatte Herr Schad Zeit genug, sich vorzubereiten, denn bereits in der ersten Rule an Irland. Das ist eine Resolution gegen die Gewährung von HomeKonstituierenden Sigung vom 14. Januar ist er zum Berichterstatter Die Wichtigkeit der Debatte zeigt der Antrag der Regierung, ernannt worden. Verschiedene Kommissionsmitglieder haben unter die Sigung des Unterhauses bis über 11 Uhr nachts( d. h. über die sich die Vermutung geäußert, daß Herr Schack von dem Kampfe von der Geschäftsordnung festgelegte Schlußzeit) fortseßen lassen gegen den, toie er ihn nennt, sozialdemokratischen 8entralverband der Handlungsgehülfen" der- zu dürfen. Die irische Fraktion hielt vor einigen Tagen artig in Anspruch genommen fei, daß ihm zur Wahrung der all- eine Sibung ab und bestimmte die Redner. Der parlamentarische gemeinen Berufsintereffen feine Beit mehr bleibt. Sekretär der Arbeiterpartei fandte eine Aufforderung an die Fraktionsmitglieder, möglichst vollzählig im Hause zu erscheinen, um den irischen Antrag zu unterstützen. Reherfurcht im Triererlande. " Parlamentarifches. Die Nome Wahlprüfungskommiffion. Sigung vom 1. april. miffion fetzte zuerst den Bericht über die Nachprüfung der bereits vollzogenen Beweiserhebungen über die Wahl des Abgeordneten Schwabach, Wahlkreis Memel Heydetrug fest. Es wird beantragt, nochmals Beweiserhebungen über be hauptete Wahlbestechung zu machen. Dann wurde die Berechnung über die Wahl des Abgeordneten Dabei stellte sich heraus, daß Schwarz übed aufgemacht. unter Berücksichtigung aller für das Mandat Schwarz ungünstigen Momente, felbft derjenigen, die aus den Aften in bezug auf formelle Verstöße geschlossen werden könnten, und nach Abzug aller der dabei in Betracht tommenden Stimmen zahlen, immer noch eine Stimme Mehrheit für Schwarz verblieb. Daher beschloß die Kommiffion einstimmig, die Wahl Schwarz' für gültig zu erklären. Bnr zweiten Lefung des Reichsvereinsgefehes hat die fozial. „ Ein Verzicht des Reichsparlaments auf ihre gefeßgebende demokratische Reichstagsfrattion eine größere Anzahl und ausführende Verantwortlichkeit innerhalb des Vereinigten bon bänderungsanträgen eingebracht. Königreichs würde das wirtschaftliche Leben Jrlands schädigen und die Sicherheit Großbritanniens gefährden. Das Haus ist Aus der Partei. deshalb entschieden gegen die Schaffung eines irischen Parlaments mit einer verantwortlichen Regierung." Maifeier- Beschlüsse. Die Parteigenoffen von Leipzig- Stadt und Land beschäftigten sich am Dienstag abend in einer Versammlung mit der Maifeier. Nach dem Vorschlage des Maikomitees soll sie in diesem Jahre wie in früheren durch Arbeitsruhe begangen werden. Am Vormittag des 1. Mai werden fünf große Versammlungen abgehalten, dann geht es in gemeinsamem Spaziergang nach Stötteriß. Zur Aufa stellung des allerdings losen oder ungeordneten Buges hat die Polizei diesmal den Königsplab freigegeben. In der Festhalle in Stötterit wird dann die Festrede gehalten werden. Ueber die zwischen dem Parteivorstand und der General. fommission vereinbarte Resolution zur Maifeier wurde sehr lebhaft diskutiert. Gegen wenige Stimmen wurde eine vom Agitationsfomitee vorgeschlagene Resolution angenommen, die in ihrem entscheidenden Teile lautet: " Die Parteigenossen Leipzigs lehnen die zwischen Parteiborstand und Generalfommission getroffenen Abmachungen über die Unterstübung der Maiausgesperrten als unannehmbar ab. rube am 1. Mai indirekt zu beschränken und auf die Gewerkschaften Sie erbliden in dieser Abmachung den Versuch, die Arbeitseinzuivirken, daß die Beschlüsse der einzelnen Gewerkschaften für die Unterstüßung der Maiausgesperrten aufgehoben werden. Den den zentralen Körperschaften gefaßten Beschlüsse den lokalen Instanzen aufzubürden, weisen sie als eine Verleugnung des Prinzips der Zentralisation zurück. In der Debatte über die Resolution erklärte Redmond, in Der Ortslehrerverein in Neunkirchen( Saarrebier), dem teiner Beriode ber Home- Rule- Bewegung sei Jrland schlechter fast alle evangelifchen und katholischen Lehrer des Ortes angehören, regiert und unzufriedener gewesen als in der gegen beranſtaltete eine Reihe wissenschaftlicher Vortragsabende. Zu dem legten dieser Abende hatte man Bruno Wille aus Berlin ein- wärtigen, und entschloffener von seinem Streben nach Home- Rule geladen, der dort über, Modernismus" redete. Die Neun- nicht abzulassen, bis zur Erlangung derselben. Er bringe die Resofirchener Lehrer scheinen demnach der vernünftigen Meinung zu sein, lution ein, um die Regierung und das Haus in die Lage zu ber daß es urteilsfähigen Menschen nicht schaden fann, auch mal die fezen, ihre Ueberzeugungen so darzulegen, daß die Home- Rule- Frage Meinung eines Mannes zu hören, deffen Weltanschauung nicht die bei den nächsten allgemeinen Wahlen nicht ausgeschlossen würde. ihrige ist. Anders denkt die ultramontane Trierische Landes Perch( f.) sagte, Redmond habe gezeigt, daß Home- Rule eine noch Beitung". Sie nennt Wille einen eingefleischten Sozialisten lebende Frage sei. Aber es sei eine verlorene Sache, weiteren Versuch, die Verantwortung und Durchführung der von und Atheisten", beschuldigt ihn, die althergebrachten Lehren des da im britischen Bolte die Begeisterung für einen ideellen engeren Christentums geleugnet" und den Unglauben verherrlicht" 8u8usammenschluß des Reiches im Wachsen sei. haben. Namentlich ist das Blatt entfet darüber, daß die Versammelten dem Redner lebhaften Beifall spendeten, Schazsekretär Asquith erklärte, er könne der von statt daß jede Aeußerung verstummt wäre im Unwillen über die Redmond eingebrachten Resolution in ihrer gegenwärtigen Form Schmach, die hier dem Christentum zugefügt worden sei. Wie muß nicht zustimmen, und schlug einen Zusak vor, nach dem die höchste allmählich," so schließt das Blatt feinen Jammertitel, die Er Gewalt in irischen Angelegenheiten beim Reichsparlament liegen ziehung der Jugend sich gestalten, wenn Lehrer von soll. Er könne teiner Resolution zustimmen, in der es heiße, daß einem Sozialdemokraten schlimmster Art sich Vorträge es die Pflicht des gegenwärtigen Parlaments sei, ein legislatives halten laffen! Das läßt tief bliden." oder exkutives System für Irland zu schaffen, da dies ein großer Bertrauensbruch gegen die Wählerschaft sein würde. Das Problem der nächsten Zukunft werde sein, ein freies Reichs parla. ment für Reichsangelegenheiten zu schaffen und in rein lokalen Angelegenheiten sich auf die lokale Meinung und Verwaltungsmaschinerie zu berlaffen. Schließlich wurde der von Perch eingebrachte Abänderungsantrag mit 384 gegen 142 Stimmen abgelehnt und die Resolution Redmond mit dem Zufazantrag Asquith mit 313 gegen 157 Stimmen angenommen. " Die Denunziation im legten Sage wird wohl fruchten. Die Neunkirchener Lehrer werden demnächst wohl angewiesen werden, daß fie in Zukunft ihre Belehrung nur noch von politisch und religiös abgeftempelten Personen zu beziehen haben. Wir leben nicht umsonst unter dem System Holle! Das Patentgesek. Die Parteigenoffen sprechen ihr lebhaftes Bedauern aus, daß die einzelnen Parteiinstanzen nicht, wie die Verbandsborstände, worden sind, und erwarten vom nächsten Parteitag die Regelung bor Abschluß der Vereinbarungen gehört und benachrichtigt der Maifeierfrage." Die Abmachungen zwischen Parteivorstand und Generalfommission haben auch verschiedene Parteiorganisationen und Gewertschaftskartelle beschäftigt. In Flensburg haben die Vertrauensmänner der Parteiorganisation und des Gewerk. fchaftskartells folgende Resolution beschlossen: " Die Sigung des Flensburger Gewerkschaftskartells und der dem genteinschaftlichen Zirkular der Generalfommission und des Vertrauensmänner der Flensburger Parteiorganisation erklärt au Barteivorstandes in Frage der Unterſtügungsregelung der etwa ausgesperrten Maifeternden, daß durch diesen Beschluß den Ansichten der übergroßen Mehrheit der deutschen Delegation auf dem Stuttgarter internationalen Kongreß und des deutschen Parteitages in Effen nicht Rechnung getragen wird. Die Versammlung erblidt in dem Befchluß, die Gemaßregelten nicht aus Zentrallaffenmitteln zu unterstüßen, eine Abwürgung der Maifeier. Gie protestiert gegen eine derartige Lahmlegung der Maifeier und fordert von der Generalfommission und dem Parteiborstand, daß schnellstens eine Aenderung des im Birkular enthaltenen Beschluffes herbeigeführt wird, um den Arbeitern eine würdige Maifeier auch in Zukunft zu ermöglichen. Im übrigen kann konstatiert werden, daß der kritisierte Beschluß sich in direktem Widerspruch befindet mit den Bestimmungen einer ganzen Anzahl von Zentralverbandssagungen, in welchen vom 2. Tag der Aussperrung ab Unterstüßung aus der Verbandskasse statutarisch festgelegt ist, Rechte, die sich die Mitglieder wohl nicht so mir nichts dir nichts nehmen lassen werden." Die Schwindelbroschüre des Amandus Schubert ist vom Gericht wieder um einige Stilübungen des Verfaffers gefürzt worden. Wie Ehren- Schubert mutig zurüdwich, als ihm der Bevollmächtigte der Kasse vor Gericht Gelegenheit gab, das in seiner Broschüre Gesagte zu beweisen, so auch in dem Beleidigungsprozeß, den ihm Genosse Bald angehängt hat. Dieser hatte sich durch eine Stelle in der Lonbon, 31. März. Im Unterhaus fragte Haddod( f.), ob zweiten Auflage der Broschüre beleidigt gefühlt, wo Schubert die Deutschland oder eine andere auswärtige Macht Vorstellungen Behauptung aufstellte, daß in der Ortstasse Schuster, Schneider, wegen des neuen britischen Patentgefebes gemacht habe. Eisenbahner und andere, die nicht schreiben tönnten, angestellt Grey erwiderte, von Deutschland und den Vereinigten Staaten würden, wenn sie nur tüchtig für die Sozialdemokratie wirkten. feien Vorstellungen wegen gewisser Borschriften des neuen PatentUm diese Berleumdung zu beweisen", hatte er dann noch hinzugefeßes eingegangen, die sich auf die ausschließlich im Auslande gesetzt, daß er nie vergessen könne, daß er einem ehemaligen erivirten Batente beziehen. Die Vorstellungen Deutschlands haben ihren Grund darin, daß Färber, der Vorfizender eines sozialdemokratischen Vereins war, bei das neue englische Batentgesetz ausländische Patente in England feinem Eintritt in die Stasse erst habe zeigen müssen, wie beim nur ganz ungenügend schüßt und eine Auswanderung einzelner Schreiben der Federhalter zu halten sei. Ein Name war nicht ge- deutscher Industriezweige nach England zur Folge haben tönnte. nannt, aber die Kennzeichnung der Person gab dem Genoffen Wald die Gewißheit, daß er und fein anderer damit gemeint fei. Auch andere, die die Personen und die Verhältnisse in der Stasse fannten, hatten diese Auffassung. Schubert leugnete jedoch vor Gericht, Wald Stocholm, 30. Mära.( Eig. Ber.) Mit 68 gegen 29 Stimmen gemeint zu haben. Zugleich weigerte er sich entschieden, den Namen hat sich die erste Kammer des schwedischen Reichstags für WiederPolizeiliches, Gerichtliches ufw. desjenigen zu nennen, den er gemeint haben will. Schließlich in einführung der Prügelstrafe erklärt; doch hat es teine Straffonts der Presse. Die Görlißer Volksztg." der dritten Verhandlung stellte er aber doch bezüglich Walds praktische Bedeutung, da es sich nicht um einen fertigen Gefeß- hatte seinerzeit einer Zuschrift aus Lauban Raum gegeben, die von die Behauptung auf, daß dieser nicht schreiben gefonnt entwurf, sondern nur um eine Aufforderung an die Regierung dem dortigen Pastor Müller erzählte, er trage den Kindern im habe, als er eingetreten fei. Schriftproben aus der ersten zur Untersuchung der Frage handelte und dieser Antrag, wie wir Konfirmandenunterricht allerhand Geschichten von den bösen Woche seiner Tätigkeit bestätigten aber die Aussage des Vor- schon mitteilten, von der zweiten Kammer berworfen Sozialdemokraten vor, um ihnen vor diesen Menschen gruselig zu fizenden der Kasse, daß Wald schon damals eine tadellose Hand- Justizrat Afzelius, vom Höchsten Gericht, entschieden gegen Taubadel als Verantwortlichen zu 15 M. Geldstrafe verurteilt, fizenden der Kaffe, daß Wald schon damals eine tadellose Hand- wurde. In der Debatte hatten sich erfahrene Juristen, wie der machen. Dafür hatte das Laubaner Schöffengericht den Genossen fchrift gehabt hätte. Schubert wurde deshalb der Bedie, in Schweden seit 1855 abgeschaffte Prügelstrafe ausgesprochen. und die Görliger Straftammer hatte diese Strafe auf 50 M. erleidigung schuldig gesprochen und zu 30 Mart ber die prügelluftigen Junter wollten nun einmal für diese bar höht. Jetzt ist die vom Angeklagten eingelegte Revision bom Geldstrafe verurteilt. barische Strafart demonstrieren, wenngleich sie keine andere Be- Breslauer Oberlandesgericht verworfen worden. gründung hatten, als die des Gesetzausschusses, der erklärte:„ Man fann sich dem Gedanken nicht verschließen, daß Prügel möglicherweife nüßen fönne." Das Gericht hatte aus dem Gange der Beweisaufnahme die Ueberzeugung gewonnen, daß Wald und lein anderer gemeint gewesen sei. Den Wahrheitsbeweis habe Sh. jedoch nicht erbracht und der Schutz des§ 193 habe ihm nicht zugebilligt werden können, da er erst nach seiner Entlassung und im Dienste einer gewiffen Intereffengruppe gegen die Ortstaffe vorgegangen fei. Es schweben noch mehr Klagen gegen Schubert. Fuftritte und Ohrfeigen. Schweden. Die Prügelstrafe in der ersten Kammer. Türkei. Die mazedonischen Kämpfe. Ein ähnlicher Beschluß ist vom Gewerkschaftstartell zu Frankfurt a. M. gefaßt worden. Soziales. Ueber Boykott Preußens durch ausländische Landarbeiter. Der Legitimationsfartenzwang gegen die ausländischen Arbeiter Athen, 1. April. In Monastir entdeďte man, wie von dort und die Aufklärung über die Rechtlosigkeit, in der sich in Preußen gemeldet wird, eine Verschwörung bulgarischer Ban= den zur Ermordung des griechischen Konsuls und des Personals ausländische Arbeiter befinden, hat zu einer Boykottierung bes des Konsulats. In der Bevölkerung der Stadt herrscht lebhafte preußischen Feldarbeitermarktes durch Polen geführt. Aufregung über diesen Plan, dessen Ausführung die jüngst erfolgte 1500 galigische Landarbeiter, die sonst nach Preußen gingen, find nach Ermordung des Dragomans im griechischen Generalfonfulat von den franzöfifchen Departements Saone und Loire abgereift. Leider Saloniti nur allzu wahrscheinlich macht. ist die Boykottbewegung noch nicht so start, daß man auf einen sofortigen Erfolg noch in diesem Jahre hoffen darf. Scharen preußischer Agenten, auch Landwirte, sind zurzeit in Rußland, Polen und Galizien emsig dabei, durch verlockende Versprechungen Landarbeiter nach Breußen zu ziehen. Es ist für die Agenten ein recht lohnendes Geschäft: bis 30 Mart Werbegeld wird für den Kopf gezahlt. Die Boykottbewegung ist im Marsch. Wenn es gelingt, Griechenland. Die Balkanbahnen. Vor dem Kriegsgericht in Koblenz stand ein Sergeant vom Pionierbattaillon Nr. 8, weil er einen Refruten, der beim Ofen. heizen in gebüdter Stellung dastand, gegen das Gefäß getreten hat. Der Sergeant ist schon wegen eines ähnlichen Ver= gehens vorbestraft! Das Gericht erkannte auf sieben Tage Mittelarrest. Der Unteroffizier G. von der nämlichen Rompagnie hatte einem Refruten, der beim Effenholen angeblich Athen, 1. April. In der Kammer erklärte der weinifter nicht schnell genug ins Glied eingetreten war, eine Ohrfeige des Auswärtigen Stuses, die griechische Regierung habe in einer gegeben. Das Gericht erkannte auf acht Tage gelinden Arrest Note an die Pforte eine Verbindung der griechischen wobei erschwerend in Betracht kam, daß die Mißhandlung im Dienst und türkischen Eisenbahnen verlangt und die Mächte die ausländischen Arbeiter über ihre Rechtlosigkeit in Preußen geschehen war. Ob das Gericht glaubt, mit solchen Strafen um Unterstüßung dieses Wunsches ersucht. den Unteroffizieren die Luft zu dem gewohnheitsmäßig geübten ihren Vertretern in Stonstantinopel Anweisung erteilt, das griefeigen Malträtieren wehrloser Soldaten auszutreiben? Wenn aber ein so mißhandelter Rekrut sich in seiner Erregung zur Wehr chische Gesuch zu unterstüßen, mit Ausnahme von England, ſetzt, dann ist ihm eine Strafe ficher, die mehr an Jahren Ge- Desterreich- Ungarn gerichteten Note erklärt habe, es halte die Frage welches zwar dem Projekt günſtig gesinnt sei, aber in einer fängnis zählt, als die Soldatenpeiniger Wochen Mittel- oder ge- der Reformen für dringender als die der Eisenbahnen. linden Arrest bekommen. Belgien. Eine Volfsabstimmung. Brüffel, 31. März. Im Senat brachte heute der Senator Sanrez einen Gefeßentwurf ein, der darauf abzielt, die Kongofrage einer Voltsabstimmung zu unterwerfen. England. Fine irische Debatte. London, 30. März.( Eig. Ber.) Gestern fand im englischen Unterhause eine große Debatte über Jrlanh statt. Gingeleitet wurde sie durch folgende Resolution Amerika. fprechungen und des Werbeagenten Hunger die Leutenot wenn Die Mächte hätten Deutschland aufzuklären, so wird trotz der verlodenden Vernicht schon in diesem, so im nächsten Jahre infolge der bekannten Maßregeln gegen die Polen erheblich an Umfang wachsen. Werden endlich die Agrarier einsehen, daß sie es sind, die die Leutenot berschulden? Eine Differenz mit Rußland. Washington, 31. März. Rußland machte Borstellungen wegen ber Haltung des amerikanischen Konsuls in Charbin, der sich geweigert hat, die russischen Ansprüche auf eine besondere Jurisdiftion innerhalb der Eisenbahnzone Charbin- bailar anzuer tennen, und fortgefegt betont, daß er allein bei China beglaubigt sei. Dem Vernehmen nach handelt der Konsul nicht nach eigenem Ermessen, sondern gemäß einem sorgfältig überlegten Plane des Staatsdepartements, das die Integrität des chinesischen Gebiets und die Aufrechterhaltung des Systems der offenen Tür in der Mandschurei sichern will. Ein feltsamer Stadtreisender. Sammer des Kaufmannsgerichts zu beschäftigen. Die Butter Mit einem eigenartigen Fall hatte sich gestern die atveite mann Rich. Siebert, der früher ein eigenes Buttergeschäft betrieb, und Käse- Engroshandlung von Haefe und Höfig hatte den Kaufals Stadtreifenden engagiert. Bevor S. die Stellung antrat, erfuhr bie Firma, daß dieser am 22. Januar wegen Nahrungsmittelverfälschung und Vergehens gegen das margarinegefeß zu 100 Mark Geldstrafe ver urteilt worden war. In der schöffengerichtlichen Verhandlung wurde festgestellt, daß in dem Geschäft des Siebert die Butter durch Margarinezusatz bis aur Höhe bon bierzig Brozent verfälscht wurde, und daß die Angestellten von S. an gehalten wurden, den Käse durch vrinzusatz weich zu erhalten. Die Firma u. H. verzichtete au» diesen Gründen aus die Reise- tätigkeit des S. Sie erklärte in der gestern vor dem Kaufmanns- geeichte stattgehabten Verhandlung, in der S. aus Zahlung von Gehalt für 3 Monate klagte, daß sie den Vertrag auf Grund der schöffengerichtlichen Verurteilung wegen Irrtums ansechte. Der Kläger gab dieNahrungsm ittelfälschung zwar zu, hat aber doch gegen das milde Urteil des Schöffengerichts Be- rufung eingelegt. Unter Hinweis auf das noch ausstehende Urteil der Berufungsmstanz verlangt er eine Entscheidung des Kaufmanns- gerichts darüber, ob die Vorkommnisse der Firma einen genügenden Grund geben, den Anstellungsvertrag nicht innezuhalten.— Das Kaufmannsgericht entschied, daß die Be- klagte berechtigt ivar, das Vertragsverhältnis aufzulösen. Zwar ist die Anfechtung wegen Irrtums nicht begründet, denn der Kläger konnte trotz der Verfehlungen als selbständiger Kaufmann doch die erforderlichen Qualitäten eines Stadtreisenden besitzen. Aber aus§ 70 des Handelsgesetzbuchs ist die Entlassung begründet. Die Vergehen des Klägers sind als wichtiger Grund zur Lösung des Dienstverhältnisses anzusehen. Die Beklagte mußte, wenn sie den Kläger beschäftigt hätte, damit rechnen, daß dies in der Branche abfällig beurteilt werden würde, und daß die Verfehlungen des Klägers auf sie zurückfallen würden._ Gewcrhrcbaftliche� Das soziale Herz. Bei den Verhandlungen zwischen Untertwhmern und Ar- Leitern spielt der Hinweis der Unternehmervertreter auf ihr soziales Verständnis gewöhnlich eine große Rolle. Auch die Herren Tapezierermeister gebärden sich gern, als hätte nicht die Macht der Gehülfenorganisation ihnen Zugeständnisse ab- gerungen, sondern ihr soziales Herz sie gezwungen, die Ver- Hältnisse der Gehülfen fast ohne deren Zutun zu verbessern. Wie es in Wirklichkeit mit der Freiwilligkeit bei der Auf- besserung der Gehülfenlage durch die Unternehmer steht, mag folgendes Geheim zirkulär erweisen: Berlin, den 2b. März 1908. Werter Herr Kollegel Trotz der schlechten Geschäftslage sind die Gehülfen auch dieses Frühjahr an zahlreichen Orten mit erhöhten Lohn- forderungen hervorgetreten. Soweit uns bekannt, haben diese Forderungen bis jetzt in Frankfurt a. M. und Potsdam zu einem Generalstreik geführt, der am 16. bezw. 23. März ausbrach. Wir machen Ihnen davon Mitteilung und zugleich zur Pflicht: 1. Bis auf weitere Mitteilung keine aus Frankfurt a. M. oder Potsdam zureisenden Gehülfen in Arbeit zu stellen, und. wo dies innerhalb der letzten 8 Tage geschehen, diese Gehülfen wieder zu entlassen und die Stellung anderweitig zu besehen. 2. Ihre Söhne sowie Ihnen bekannte Arbeitswillige zu veranlassen, nach dem schönen Frankfurt a. M. bezw. Potsdam zu reisen, um unseren dortigen Kollegen nach Kräften zu helfen, dem Angriffe der Gehülfen zu begegnen. Vorherige schriftliche Anmeldungen sind an Herrn Franz I ö r r e n s, Frankfurt a. lvi., Bornwiesenweg 27, oder an Herrn Obermeister W. Sandner, Potsdam, Jägerstr. 19, zu richten. Die bisherigen Lohnverhältnisse in Frankfurt a. M. sowohl wie in Potsdam sind durchaus günstige und da, wie vorbemerkt, das Geschäft mit Ausnahmen nirgends zu sehr drängt, so er» scheint es uns ein leichtes, die beiden an Sie und alle Kollegen gerichteten Wünsche zu erfüllen. Vergessen wir nie, daß das, was heute den Kollegen eines Ortes passiert, morgen oder nächstes Jahr am anderen Ort vor- kommt, daß das Verlangen von Hülfe vorher geleistete Hülfe voraussetzt. Die Namen der streikenden Gehülfen senden wir Ihnen, sobald sie uns bekannt gegeben werden. Einigkeit macht stark! Der geschäftsführende Vorstand des JnnungsverbandeS„Bund deutscher Tapezierer und verwandter Gewerbetreibender", Der Vorstand des Zentralverbandes der Arbeitgeber- Schutzverbände. Inzwischen hat der Potsdamer Arbeitgeberverband für �as Tapezierergewerbe den Wunsch der Zentralstelle in Berlin nach Bekanntgabe der Streikenden erfüllt, und so kann diese schon mit dem Datum vom folgenden Tage nachstehendes charakteristische Schriftstück versenden: Zentralverband der Arbeitgeber-Schutzverbände für das Tape- zierer-, Dekorateur, und Möbelgewerbe Deutschlands. Berlin, den 26. März 1903. Zur gefl. Beachtung für unsere Mitglieder! Durch den Beschluß der Versammlung des Arbeitgeber- Schutzverbandes für das Tapezierergcwerbe zu Potsdam vom 20. März 1908 sollen nachbenannte Gehülfen nicht in Arbeit genommen werden, da diese trotz wiederholter War- nung die Arbeit niedergelegt und in den Streik getreten sind. Der Vor st and. „Trotz wiederholter Warnung" wagen also die Potsdamer Tapezierer zu strelken. Es fällt ihnen nicht ein. die Pots- damer und Berliner Scharfmacher um Erlaubnis zum Streik zu fragen, sondern sie stützen sich frech lediglich auf ihr gesetz- liches Koalitioirsrechtl Das blutende soziale Herz der Unter- nehmer muß sich dann anläßlich dieser Unbotmäßigkeit zur Versendung schwarzer Listen entschließen, durch die 14 Pots- damer Tapezierergehülfen dem Hungertode überliefert werden sollen. Sollen! An den Kollegen der Verfehmten liegt es, ob dies möglich ist. Meiden sie die Stellen der in Ver- ruf Erklärten, so müssen die Scharfmacher diese notgedrungen wieder einstellen. Außer in P o t s d a m und F r«a n k f u r t a. M. stehen die Tapezierer auch in G e r a in der Bewegung. Berlin und Umgegend. Arbeitslosigkeit und BerrufSerklärung im Fleifchergewerbe. Die Mulackstraße war am Dienstagnachmittag gegen Uhr der Schauplatz eines mächtigen Polizeiaufgebots. Ungefähr zwei Dutzend Schutzleute, ihren unentbehrlichen Revolver umgeschnallt, waren mit den nötigen Leutnants herbeigeeilt, als gelte es, eine Horde besonders gefährlicher Verbrecher abzufangen. Aus allen Fenstern steckten Leute die Köpfe heraus. Passanten sammelten sich an. um Augenzeugen der schrecklichen Ereignisse zu sein und Mut und Tatkraft der Polizei zu bewundern. Aber die Polizei war zu spät gekommen. Die Gefahr, die sie herbeigelockt hatte, war schon ganz gefahrlos vorübergegangen. Irgend welche Ver- brecher konnten auch ganz ruhig seip; ihretwegen hatte die Polizei nicht die großen Anstrengungen gemacht. Es handelte sich nur um— arbeitslose Fleischergesellen. Diese waren in großen Scharen aus der Versammlung im Gesellschafts- hause Berliner Musiker gekommen und nach dem JnmxngS- Nachweis gegangen, um ihrem verehrten Sprechmeister Dräbert einmal zu zeigen, daß sie auch noch da seien. Hierzu lag besonderer Grund vor. Der Jnnungsstellenvermittler, seiner Anweisung fclgend, auch die privaten Stellenvermittler des Fleischergewerbes, hatten nämlich verkündet, daß an diesem Tage die guten Stellen erst nach 2 Uhr ausgegeben werden sollten. Das war eine besondere Schlaumeierei, um die Arbeitslosen vom Besuch der Versamm- lung abzuhalten, die auf 1 Uhr einberufen war und natürlich vor 4 Uhr nicht erledigt sein konnte. Vielleicht ist Herrn Dräbert nun durch den Zug der Arbeitslosen klar geworden, daß solche Mittelchen nicht mehr verfangen. Ob er wirklich Stellen aus Lager hatte und was für welche, das war natürlich sehr fraglich. Die Versammlung war so zahlreich besucht, wie die am Frei- tag voriger Woche. Die Anwesenden bildeten aber gewiß kaum den fünften Teil der in ihrem Beruf tatsächlich arbeitslosen Fleischergesellen. Viele sind jetzt bei Umzügen und dergleichen Ar- betten tätig. Ein Fleischergeselle, der nicht verhungern oder moralisch verkommen will, ist eben zu jeder ehrlichen Arbeit bereit.„Die wirtschaftliche Krise, die große Ar- beitslosigkeit und die Berliner Fleischer- innung auf der Lehrlingssuche", war der erste Punkt der Tagesordnung. Der Verbandsvorsitzende Paul Henscl referierte. Er machte auf die allgemeine Krise und besonders auch aus die Lage im Baugewerbe aufmerksam und zeigte, wie Arbeits- losigkeit und Lohndrückerei in anderen Berufen ganz besonders verderblich auf das Fleischergewerbe einwirkt, wie töricht es ist, wenn Fleischermeister und andere Geschäftsleute, die von der Kauf- kraft der Arbeiterklasse abhängig sind, sich noch freuen über Nieder- lagen der Arbeiterorganisationen in irgend einem Beruf. Sollte es trotz der Aussichten auf eine Einigung im Baugewerbe noch zum Kampfe kommen, so werden sehr viele Fleischcrgesellen auch direkt darunter zu leiden haben, alle die, die zur Sommerzeit im Baugewerbe Arbeit finden und nicht so verkommen sind, um viel- leicht bei einem Kampfe Streikbrecherdienste zu verrichten. Im allgemeinen ist es so, daß sich der Fleischergeselle als Bauhülss- arbeiter menschlicherer Arbeitsbedingungen erfreut als in seinem eigenen Beruf, sich dann auch gern organisiert, aber in manchen Fällen später für seine Berufsorganisation doch nicht zu haben ist. Die Arbeitslosigkeit im Fleischergewerbe ist nun in diesem Jahre ganz besonders groß und wächst noch von Tag zu Tag, wird ihren Höhepunkt jedenfalls erst im Sommer erreichen. Trotz dieses ungeheuren Ueberflusses an Gesellen, trotz des Elends, das die Arbeitslosigkeit unter ihnen hervorgerufen hat, brachte der Obermeister Moritz Schmidt der Berliner Fleischer- innung es fertig, einen Artikel in das„Deutsche(Klatsch-) Blatt" zu setzen, worin die Erlernung des Fleischerberufes als „besonders empfehlenswert" geschildert wird. Der Beruf sei nicht anstrengend, sei der Gesundheit zuträgli� und man müsse staunen, wie oft schwächliche junge Menschen st � in der Lehrzeit stattlich entwickeln. An Trinkgeld und gelentlichen Vergütungen fehle eL natürlich auch nicht, und die Arbeitszeit de- trage im Sommer 5 bis 6, im Winter 11 bis 12 Stunden; nachmittags sei meist Ruhezeit. Die Gehülfen hätten neben Wohnung und Kost mindestens 15, auch 18 M. und mehr Wochenlohn, unv in Großbetrieben würden sogar 50, ja 100 M. wöchentlich verdient. Die meisten Gesellen gelangten mit ersparten 4000 bis 5000 M. zur Selbständigkeit. Das Verhältnis zwischen Meister und Ge- sellen sei sehr gut, und Bemühungen, Unfrieden zu stiften, kämen gar nicht mehr auf. Daß das alles nicht wahr ist, brauchte natürlich vor den ver- sammelten Fleischergesellen nicht ausführlich dargelegt zu werden. Die Krankenkassen wie die Reichsstatistik beweisen, daß es schwäch- liche Leute in diesem Berus überhaupt nicht aushalten können. Die Arbeitszeit beträgt durchschnittlich 15 Stunden täglich, dazu noch 6 Stunden Sonntags. Die Löhne betragen bei dieser un- endlich langen Arbeitszeit im Durchschnitt in Berlin und Umgegend 13 M. Nur selten verdient ein Geselle unter 20 Jahren mehr als 10 M. pro Woche. Hinzu kommt der ungeheure Stellen- Wechsel, der vielfach noch durch die Stellenvermittler— sogenannle Seelenverkäufer— hervorgerufen wird, die den Gesellen Ver- mittelungsgebühren von 3 bis 20 M, und mehr für eine Stelle abnehmen. Selbst die Berliner Fleischerinnung scheut sich nicht, angemessene Gebühren von den arbeitslosen Gesellen für die Stellenvermittelung zu erheben. Wie so manche Fleischer- meister nicht zur Lehrlingserziehung geeignet' sind, das ist schon in vielen Strafprozessen zutage getreten. Die Lehrlinge werden nur zu oft in rohester Weise mißhandelt. Wenn vielleicht manche Fleischergesellen auf Abwege geraten, so ist es eben vor allem der gewissenlosen Lehrlingszüchterei zuzuschreiben, die das Heer der Arbeitslosen immer mehr vergrößert.— Der Redner schloß mit den Worten, daß der wirksamste Protest gegen die Schönfärbereien des Obermeisters eine starke und tatkräftige Organisation der Ge» sellen ist. Hierauf referierte Bergmann über„Das Gesindebuch der Fleischerinnung und der Gesellen- ausschuß sowie die Brüderschaft als Geburts- helfe r". Es handelt sich hier um ein Jnnungs-Wanderbuch, das, nachdem die Berliner Fleischerinnung aus dem Verbände deutscher Fleischermeister ausgetreten ist, an die Stelle des Ver- bands-Wanderbuches treten soll und diesem im allgemeinen gleicht. Es enthält jedoch darüber hinaus noch den Passus: „daß alle aus der Ausstellung dieses Buches entstehenden Streitigkeiten niemals der Rechtsprechung eines Gerichts unter- liegen sollen, sondern stets dem Jnnungsvorstand zur Erledigung zu unterbreiten sind." Im Herbst vorigen Jahres klagte bor dem Amtsgericht in Berlin ein Fleischergeselle, weil ein Meister ihm durch die Ein- tragung:„Entlassen wegen Denunziation gegen m i ch" sein ferneres Fortkommen erschwert oder unmöglich gemacht hatte. Er hatte den Meister bei der Polizei angezeigt, weil er Geschlechtsteile mit verarbeiten sollte. Das Gericht wies die Klage ab, weil das Jnnungsbuch kein Zeugnis im Sinne des§ 113 der Gewerbe- ordnung sei.(!) Das Jnnungs-Wanderbuch ist übrigens wie ein Steckbrief ausgestattet. Auf dem Titelblatt werden Statur, Augen, Haar, Mund, Nase und besonder« Merkmale der Inhaber geschildert. Dann folgen allerlei strenge Bestimmungen über Entlassungs- gründe. Was für Zeugnisse die Meister oft in ein solches Buch hineinschreiben, darüber wurden der Versammlung verschiedene Beispiele angeführt, wie: „War bis zuletzt fleißig, brach aber mein Vertrauen und wurde frech, weshalb ich ihn entlasse." Dies Zeugnis stammt von einem Berliner Schlächtermeister und richtet sich gegen einen Gesellen, der nicht satt zu essen bekam und dann so„frech" war, sich selbst ein Stück Wurst abzuschneiden. Da den JnnungSmeistern wie den Stellenvermittlern dringend an? Herz gelegt wird, keinen Gesellen ohne dies Wanderbuch in Arbeit zu nehmen oder zu bringen, so stellen solche Zeugnisse eine BerrufSerklärung dar und es wird tatsächlich eine Art groben Unfugs mit den Büchern getrieben, der leider von der Obrigkeit nicht geahndet wird. Das schlimmste ist, daß der Gesellenausschuß und mit ihm die„Brüderschaft" die Sache stillschweigend billigt, wenn nicht gar fördert. Gefragt hat die Berliner Fleischer- innung den Gesellenausschuß nicht, als sie Anfang dieses Jahre? das„Gesindebuch" einführte, obwohl sie laut Gewerbeordnung dazu verpflichtet wäre. Der Obermeister erklärte selbstherrlich, als ob kein Gesetz existiert:„Der Gesellenausschuß braucht nickt hinzu- gezogen zu werden." Die„Brüderschaft" aber hatte gleichsam den Geburtshelfer bei der Sache gemacht und um Wiedereinführung eines Wanderbuches gebeten. Die Fleischergesellen können daraus wieder ersehen, was sie an jenem Verein und seinem Gesellen- ausschuß haben.— Alle Redner sprachen sich entrüstet über das Jnnungsbuck aus. Man müsse es so wenig wie möglich beachten und dafür ein Zeugnis auf Grund des 8 113 der Gewerbeordnung verlangen, vor allem aber für die Stärkung des Zentralverbandes sorgen, als den besten Schutz gegen derartige Machenschaften. Zur Tarifbewegung in der Portefcuiller« und Ledergalimterie- warcn-Jndustrie nahm am Dienstag eine verhältnismäßig sehr gut besuchte Versammlung der im Bnchbinder-Verband organisierten Portefeuiller und Ledergalanterie-Arbeiter Stellung. Der Ver- sden Bericht über den Stand der Bewegung. Die dm den beiderseitigen Vertretern vereinbarten„Einheitlichen Gesichts- punkte für den Abschluß von Tarifverträgen in der Lederwaren- | industrie Deutschlands" konnten, obwohl in der Diskussion in mancker Hinsicht eine Verbesserung gegenüber den bestehenden Verhältnissen anerkannt wurde, eine allgemeine Befriedigung nicht auslösen. Insbesondere wurde bedauert, daß bezüglich der Heim- ! arbeit keinerlei generelle Bestimmungen gegen die weitere AuS- dehiumg derselben getroffen wurden und die weitere Einführung der Akkordarbeit durch die Vereinbarung eine wesentliche Förderung erfahren habe. Auch das Verhalten, welches der Portefeuiller-Verbcmd bei dieser Gelegenheit dem Bnckbinder-Verbande gegenüber beobachtete, wurde einer scharfen Kritik unterzogen und als dem von beiden Organisationen eingegangenen Kartellverhältnis durchaus nicht ent» sprechend bezeichnet. Die Versammlung beauftragte die Branchen- Vertrauensleute dahin zu wirken, daß der noch zu vereinbarende örtliche Tarifvertrag den berechtigten Wünschen der Kollegenschast entsprechend ausfällt._ Zur Beachtung! Mit dem I. April d. I. trat für die organisierten Friseur» gehülfen eine neue Kontrollkarte in Kraft. Die bisherige tonfarbene Karte ist daher ungültig und gegen eine neue Karte umzutauschen. Dieselbe wird nur an Betriebe mit geregelten Verhältnissen abge- geben. Es haben daher nur grüne, mit weißem Rand versehene Karten, die laufend gestempelt sein müssen, Gültigkeit. Um Nach- ahmungen vorzubeugen, ersuchen wir zu beachten, daß die Originale in der Vorwärtsdruckerei hergestellt sind. Verband der FriseurgeHülsen. Zweigverein Berlin und Vororte. Bureau: Rosenthaler Straße 57.— Tel.-Amt III, 1296. veurkcbes Rdd). Ein Streik der Schuhmacher steht in Magdeburg bevor. Die Innung lehnte die Verhandlungen über einen von der Gehülfen- schast eingereichten Tarif ab und beschloß, sich gegebenenfalls im nächsten Jahre zu Verhandlungen bereit zu erNären. Eine Ver- fammlung der Gehülfen beschloß darauf, in eine Lohnbewegung ein- zutreten. In der nächsten Versammlung wird voraussichtlich der Streik proklamiert werden. In der Zigarreukistenfabrik von Karl Schröder in Nagde- burg-Neustadt sind sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen wegen Ablehnung einer geringfügigen Lohnforderung in den Streik ge- treten. Die Firma versucht nun durch verlockende Inserate Ersatz für die Streitenden zu bekommen. Wir erwarten, daß kein Arbeiter auf diese Inserate hereinfällt. Zuzug nach Magdeburg ist streng fernzuhalten._ Steinsetzer-AuSspernm». Breslau, 1. April.(Privattelegramm deS»Vorwärts".) Die hiesigen Steinsetzer find ausgesperrt, weil ein von den Unternehmern verböserter Taris für sie unannehmbar ist. Praktische Erfahrungen der Harmonieapafirl. Auf dem Stahlwerk bei Gebr. van der Zygen in Köln- Deutz waren Differenzen infolge bedeutender Lohnkürzungen auS- gebrochen. Die Arbeiter traten in den Ausstand, mußten aber. weil sie nur teilweise organisiert waren, die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen. Die Kölner Ortsgruppe des Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereins der Maschinenbau- und Metallarbeiter schreibt nun an die dortige bürgerliche Presse: Die Firma wies die Kommission der Arbeiter ab; desgleichen lehnte sie die Vermittelung des Geweroegerichts alSEinigungsamt ab. Die Organi- sationslefter rieten einer Kommission der Arbeiter, vorstellig zu werden, um fich über die Wiederaufnahme der Arbeit zu informieren und um zu hören, ob die Einhaltung der Kontrakt- bruchstrase(ein Wochenlohn) zurückgezogen werde. Das alles lehnte die Firma ab; fie werde alle einstellen, jedoch sei die Wiedereinstellung eine neue, die mit ärztlicher Untersuchung verbunden werde. Die Arbeiter waren bereit nachzugeben, da sie einsahen, daß fie in der Auf- regung einen unüberlegten Schritt getan und gegen die Arbeits- ordnung verstoßen hatten. Nunmehr erwartete man auch ein Entgegenkommen der Firma; ein solche» erfolgte jedoch nicht So wie in dieser Veröffentlichung die Hirsch- Dunckerschen Harmonieschwärmer, haben noch nie Vertreter eines Systems ihr« eigenen Lehren als völlig falsch selbst dargetan. Eine Damenfchueiderbewegung ist in Dresden durch Einigung vor dem Gewerbegericht nach kurzer Zeit beendigt worden. Damen- schneidergehülfen erhalten 30 M., Hülfsarbeiter 22'/� M. Wochenlohn. Stücklohnarbeiter 15 Proz. und Zeitlohnarbeiter 10 Proz. Lohnerhöhung._ Die letzte Nummer des Dresdener gelben Organs ist Dienstag morgen erschienen. Die Zeitung verabschiedet sich von den paar Lesern mit einem kläglichen Gesaire darüber, daß„zlvar die Abonnenten immer mehr zugenommen haben"— was natürlich eine faustdicke Lüge ist— daß aber diese nicht imstande seien, die Kosten zu decken. Kurz vorher hatte die Firma Seidel u. Naumann noch eine Rettungsaktion ein« geleitet, indem sie ein Zirkular an die Industriellen versandte, in dem sie ersuchte, Summen zu zeichnen und einem Patronatsverein der Gelben beizutreten. Hat also alle« nichts genutzt. HusUnd. 50000«nSgrsperrte Kohlengriterl Nachrichten auS den amerikanischen Fettkohlendistrllten besagen, daß die Gruben von Ohio und West-Pennsylvanien, welche über 50 000 Arbeiter beschäftigen, heute Mitternacht geschlossen werden sollen, biS ein Lohnübereutkommen getroffen sein wird. Letzte JVachnchten und Depcfchen« Die Kolonial-Aera. Hamburg, 1. April.(W. T. B.) Die Bürgerschaft ge» nehmigte in ihrer heutigen Sitzung gemäß dem Antrag des Senates die Errichtung eines Kolonialinstituts in Hamburg im Anschluß an die wissenschaftlichen Anstalten und das Vorlesungs- Wesen und bewilligte die erforderlichen einmaligen und laufenden Mittel. Das Institut soll zur Ausbildung von jährlich 20 Kolonial, bcamten dienen. England schützt seine Bürger. London» 1. April.(B. H.) Die englische Regierung wird der russischen eine Forderung wegen einer erheblichen Ent- schädigung wegen der Verhaftung deS hiesigen Kaufmanns Luxemburg überreichen sowie auch wegen der dauernden Schädigung seiner Gesundheit. Eine Interpellation über diesen Fall ist im Unterhause angekündigt worden. Drohender Kohlengräberstreik. New Nork, 1. April.(B. H.) Der Streik von 200 000 Kohlengräbern erscheint unvermeidlich. Die Arbeitgeber trauensmann Brucks'erstattete an der Hand des Protokolls werden den Betrieb wahrscheinlich einen vollen Monat ruhen über die in Berlin gepflogenen Unterhandlungen der Vertreter lassen da iie Massenvorräte baben. der Verbände der Portefeuiller und Sattler mit den Vertretern'"''" 1 des Verbandes deutscher Lederwaren- und Reiseartikel-Jndustrieller B«äütw7Äedakt.: Georg Davidsohn, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th-Glocke, Berlin. Druck u.Verlag:VorwärtsBuchdr.u.VerlagsanstaItPaulSingerLct5o.,BcrlinL1V. Hierzu 3 Beilagen«.Unterhaltung»»� Nr. 79. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 2. 3pril 1908. 187. Sigung vom Mittwoch, den 1. April 1908, nachmittags 1 Uhr. die volkswirtschaftliche Seite der Wasserstraßenfrage ist, so abstoßend müssen.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.). Die Hülfe ist das juristische Zwischenspiel.( Sehr wahr! bei den Sozialdemo- auswärtiger Mächte wird von uns erhofft gegen einen inneren fraten.) Dieser Feldzug der Regierungsjuristen gegen die Verfassung eind. Wer der innere Feind ist, darüber find wir uns hat das Rechtsempfinden des Volkes in starkem Maße verwirrt und klar. Wir geben darin jenem bayerischen Schulkind recht, vielleicht auch verwirren sollen.( Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) das auf die Frage des Lehrers uns wie aus dem Herzen Man wird dadurch unwillkürlich an gewisse Erscheinungen früherer tommend mit den Worten antwortete:" Der innere Feind, Am Bundesratstisch: v. Bethmann- Hollweg, Breiten Jahrhunderte erinnert, ich erinnere nur, mit welchem Born Martin dös san die Preiße!"( Große Heiterfeit.) Nicht das ɓach. Luther sich gegen gewisse Rechtsgelehrte gewendet hat, die erst einen preußische Volt, wohl aber die preußische Bureaukratie, die Auf der Tagesordnung steht zunächst die namentliche Ab- Rechtswall aufrichten, gegen welchen sie dann streiten. Es ist das die Geschäfte der Junker besorgt.( Sehr richtig! links.) In weiten stimmung über die Resolution Frhr. v. Gamp- Maffaunen zu finden in seinen Worten, die gerichtet sind an den christ- Streifen herrscht die Auffassung, daß durch die Einführung der Schiff und Genossen( Rp) über die Dstmartenzulagen. lichen Adel deutscher Nation. Mir scheint diese Schrift fahrtsabgaben wieder der alte bedenkliche Zustand hergestellt wird, Zunächst wird der Abänderungsantrag Ablaß( fri. Bp.), die auch heute noch sehr aktuell.( Sehr richtig! bei den wonach zugunsten von Preußen die füddeutschen Konsumenten beZulagen unwiderruflich zu gestalten, e in stimmig angenommen. Sozialdemokraten.) Bir Sozialdemokraten behaupten, daß das Recht steuert werden sollen. Wenn Baden und Württemberg so früh für den Bei der namentlichen Abstimmung wird der geänderte Antrag mit nichts weiter sei, als der Ueberbau der wirtschaftlichen Verhältnisse, Anschluß an den deutschen Norden eingetreten sind, so war das kein 163 gegen 142 Stimmen bei einer Stimmenthaltung angenommen. und daß es daher mit den Interessen der herrschenden Wirtschafts- Bufall, sondern nur begründet durch die wirtschaftliche Notwendig Es folgen die Interpellationen Albrecht und Genossen( Soz.) freise wechsele. Dem hat man stets widersprochen. Nun kommt aber feit. Gerade der Süden des Reiches hat durch die wirtschaftliche und Ablaß und Genossen( frs. Vp.) über die Schiffahrtsabgaben. ein Staatsrechtslehrer Otto Meier und muß zugeben, das Recht Zersplitterung sehr gelitten. Man lese die Petitionen, die schon 1840 Die sozialdemokratische Interpellation lautet: sei gedrückt und verschoben worden im vermeintlichen Interesse aus Süddeutschland an die verschiedenen Parlamente gerichtet Ist dem Reichskanzler bekannt, daß in Widerspruch mit Artikel 54 einer bestimmten Schicht. Und die juristischen Aufklärungspatrouillen wurden und in denen immer wieder gegen die Flußzölle protestiert der Reichsverfassung und unter Verlegung internationaler Ab- der preußischen Regierung haben ihre Geschosse nicht nur gegen ein- wurde. Im Bewußtsein des deutschen Volkes ist die Abgabenfreiheit machungen die Einführung von Schiffahrtsabgaben zelne Bestimmungen der Verfassung gerichtet, sondern gegen die Ver- unlöslich verbunden mit der nationalen Einheit. Man kann die eine auf deutschen natürlichen Wasserstraßen durch den Bundesstaat fassung selber. Es ist gesprochen worden von der philisterhaften nicht schädigen, ohne die andere zu treffen.( Sehr wahr! links.) Wir Preußen geplant ist? Was gedenkt der Reichskanzler zum Schutz Heiligkeit des§ 54 in der Verfassung und von den juristischen im Süden von Deutschland sind wirtschaftlich darauf angewiesen, daß der Reichsverfassung und der durch Preußens Plan gefährdeten Zwirnsfäden, die man zerreißen müsse, man hat die Souveränität die Ströme freibleiben. Die Industrie Süddeutschland? wichtigen wirtschaftlichen Interessen zu tun? der öffentlichen Meinung und der materiellen Interessen proflamiert. braucht die Nubrkohlen. Erschwert man ihr den KohlenDie freisinnige Interpellation lautet: Das ist ein revolutionärer Grundjaz, deffen Anwendung der preußischen transport, so macht man sie weniger tonturrenzfähig Hält der Reichskanzler die Einführung von Schiffahrtsabgaben, Regierung recht unangenehm werden könnte.( Sehr wahr! bei den gegenüber dem deutschen Norden. Die Mannheimer wie sie in§ 19 des preußischen Gesetzes, betreffend die Herstellung Sozialdemokraten.) Vielleicht kommt einmal wieder die Zeit, wo Handelskammer hat über die mutmaßliche Mehrbelastung durch Abund den Ausbau von Wasserstraßen, vom 1. April 1905 vorgesehen die preußische Regierung sich an gewiffe Paragraphen der Verfassung gaben eine Enquete veranstaltet, und die Berechnungen haben erfind, für vereinbar mit der Reichsverfassung und mit den bestehen und an juristische Zwirnsfäden anklammert. Das Verfahren der geben, daß allein die Mehr belastung des Mannheimer den internationalen Verträgen? Billigt der Reichskanzler die Er- preußischen Regierung stellt sich nicht nur als ein Eingriff gegen Verkehrs ungefähr Ilärung, welche der preußische Minister der öffentlichen Arbeiten in einzelne Bestimmungen der Verfassung dar, sondern der 10. Sigung der Budgetkommission abgegeben hat? charakterisiert sich als ein Auf Anfrage des Präsidenten Graf Stolberg erklärt sich Staatssekretär v. Bethmann Hollweg bereit, die Interpellationen fofort zu beantworten. # Abg. Frank( Soz.): Verstoß gegen den bundesstaatlichen Charakter des Reiches geschlachtet werden. überhaupt. auf die Löhne zu drücken. Am eine Million Mark ausmachen würde.( Hört! hört! links.) Eine große chemische Firma in Mannheim- Ludwigshafen würde allein 71 000 m. jährlich mehr auszugeben haben, eine Mühle 26 000 m., ein Zementwerk 18 000 M. ( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Denn nach dem Artikel 4 und für Getreide, das nach Mannheim tommnt, würden Es ist geraume Zeit vergangen, seitdem wir die Interpellation der Verfassung hat das Reich die Aufsicht über die Wasserstraßen. 460 328 Mart mehr auszugeben sein.( hört! hört! links.) eingebracht haben. Die verbündeten Regierungen haben sich zu ihrer Demgegenüber hat die Denkschrift der preußischen Regierung ihr Ich will nicht so weit gehen, zu behaupten, daß mit der Einführung Beantwortung Zeit gelassen. Am 10. Dezember 1903 hat der Reichs- ausdrücklich das Recht vorbehalten, Schiffahrtsabgaben durch autonome der Schiffahrtsabgaben nun die Industrie sofort verschwinden Aber Entschließungen der preußischen Regierung einzuführen.( Hört! hört! würde. fanzler die bekannte Erklärung abgegeben, daß nach der Reichs bei den Sozialdemokraten.) Ich bedaure, daß die betroffenen füd sicher erheblich erschwert werden. bie Neuansiedelung von Industriellen würde ( Sehr wahr links.) verfaffung die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf den natüre deutschen Staaten sich überhaupt in Unterhandlungen hierüber mit schlimmsten würde es natürlich den Arbeitern ergehen, denn lichen Wasserstraßen nicht angängig fei. gleicher Zeit mich Zn gab der preußische Handelsminister eine ähn- Breußen eingelaffen haben. Als ich das las, habe ich an einen sie werden doppelt belastet: einmal als Konsumenten durch ganz liche Erklärung an den Präsidenten alten Holzschnitt denken müssen, auf dem ein Bauer dargestellt ist, die Berteuerung des Getreides und dann als Pro des preußischen Handelstages ab. Aber schon der seine Hühner darüber zur Beratung eingeladen hat, in welcher duzenten.( Sehr richtig! links.) Davon sind wir fest überzeugt zwei Monate später hat der preußische Eisenbahnminister der Budgetkommission Sauce sie gekocht werden wollen.( Heiterkeit.) Allerdings antworten und die jetzige Beit der Krisis gibt uns Beweise dafür. Wenn die des preußischen Abgeordnetenhauses im Namen des preußischen die Hühner auf diesem Holzschnitt: Wir wollen überhaupt nicht Betriebskosten steigen, dann besteht bei den Unternehmern keine Staatsministeriums, dem Und ich hoffe, daß auch die süddeutschen Neigung, die Dividenden herabzusehen, sondern man versucht zunächst, ja auch der Reichskanzler an- Staaten noch die Antwort finden: Wir wollen ja nicht gehört, erklärt, daß die Bestimmungen der Verfassung ihn nicht hindern, Abgaben auf den natürlichen Wasserstraßen geschlachtet werden.( Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) Aber zu erheben. Diesem Wort ist bald die Tat gefolgt. Es abgesehen davon, daß die Interessen der Bundesstaaten verlegt werden,( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Für Baden würde die fam das preußische Wasserstraßen- Gesez vom 1. April 1906, ist das Vorgehen Preußens auch unbegreiflich, wenn man die inter- Einführung der Schiffahrtsabgaben noch besondere Gefahren mit Ein Beamter der Generaldirektion der Badischen in welchem bestimmt wird, daß auf regulierten Wasserstraßen nationalen Intereffen des Reiches berücksichtigt. Durch die Rhein- fich bringen. die Schiffahrtsabgaben zulässig seien. Das ist kurz und bündig. schiffahrtsatte und den Elbschiffahrtsvertrag ist die Abgabenfreiheit Eisenbahuen hat berechnet, daß mehr als die Hälfte des badischen Damit hat Preußen einen auf diesen Strömen zu internationalem Vertragsrecht geworden. Eisenbahngüterverkehrs vom Rheinumschlagsverkehr herrührt. Der ( Sehr wahr bei den Sozialdemokraten.) Wir haben nicht soviel badische Staat hat daher Hunderte von Millionen in Hafenbauten Freundschaft bei anderen Völkern, daß wir es wagen könnten, einer gesteckt, und konnte nicht annehmen, daß alte Abgaben wieder einmal es ist bis hinter die Zeit vor Jena zurückgegangen, sogar hinter den auswärtigen Macht gegenüber unsere Vertragstreue in Zweifel ausgegraben werden. An dieser Stelle wird die badische Frage zu Reichsdeputationsbauptschluß. Wie man sich zu den Schiffahrts- ziehen zu laffen.( Bustimmung bei den Sozialdemokraten.) Ich weiß einer deutschen, nationalen und wirtschaftlichen Frage. Die deutschen abgaben auch stellen mag, ob freundlich oder feindlich, das eine wohl, daß wir in sehr guten Beziehungen stehen zu dem einen Eisenbahnen haben schon jetzt schwer zu leiden unter der Konsteht jedenfalls fest, daß das ganze vorige Jahrhundert erfüllt war oder anderen Herrscher von Maroffo.( Heiterkeit bei den Sozial- furrenz der belgischen und französischen Linien, der abgabenvon dem Bestreben, diese Frage einheitlich für das ganze Deutsche demokraten.) Und ebenso auch wohl zu dem Herrscher von freien französischen Kanäle. Es besteht die Gefahr, daß der Reich zu regeln.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Montenegro.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Wertvoller Berfehrsradius zum Nachteil Deutschlands verändert wird. Der Dadurch, daß Preußen hier den Versuch macht, für einen aber für uns ist es doch wohl, freundschaftliche Beziehungen mit Berkehrsmittelpunkt zwischen Mannheim und Genua liegt ungefähr Teil des deutschen Wirtschaftsgebietes und unter Umgebung Desterreich und den Niederlanden zu haben.( Lebhafte Zustimmung bei Luzern und Zürich. Zehn Tonnen Getreide kosten von Rotterder Bentralgewalt nur für einen Teil Deutschlands die Frage bei den Sozialdemokraten.) Die Verlegung der Rheinschiffahrtsatte dam nach Zürich über Mannheim 222 Fr., über Genua 234 Fr. auf besondere Art zu regeln, hat es wieder einmal bewiesen, daß und des Elbschiffahrtsvertrages aber stellt sich dar als ein unfreund- Bei Luzern ist die Sache umgekehrt. Ueber Mannheim beträgt die der alte preußische Partitularismus der gefährlicher Aft gegen diese Länder.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokr.) Fracht 235,5 Fr., über Genua 228 Fr. Wenn die Schiffahrtabgaben lichste von allen ist. Der Verwirklichung des Planes stand In der Thronrede hat man versprochen, daß die internationalen Ber- auch nur eine kleine Mehrbelastung bringen, werden sich die Zahlen der Artikel 54 der Reichsverfaffung entgegen. Man hat sich in träge weiter ausgebaut werden sollen. Damit verträgt sich die sehr zuungunsten der Rheinhäfen verschieben. Daß der Breußen nicht entschließen fönnen, diesen Artikel durch die Nichtachtung dieser Verträge keineswegs.( Zustimmung b. d. Soz.) Schiffer- Mittelstand diese Mehrbelastung tragen Gesetzgebung zu ändern. Man hat vielmehr versucht, ihn im Nun wird behauptet, daß die beiden vertragschließenden Mächte taun, ist bolltommen ausgeschlossen. Die großen Interesse der herrschenden Klassen weg zu interpretieren, und man Desterreich und Holland festbleiben wollen und mit der Einführung Schiffahrtsgesellschaften werden durch Kartellierung und Kapitals hat die Regierungsjuristen gegen die Verfassung losgelassen und von Schiffahrtsabgaben nicht einverstanden sind. Wir hoffen, daß vermehrung imstande sein, die Abgaben zu tragen und sie eventuell auf diese haben dann feinen Stein auf dem anderen gelassen und haben das so bleibt. Gerade für die Leute, die nationalen Stolz befizen, die Abnehmer abzuwälzen. Die fleinen Schiffer werden es aber nicht tun alle juristischen Begriffe geradezu auf den Kopf gestellt.( Zustimmung muß es ein eigenartiges Gefühl sein, daß wir in Deutschland unfere fönnen.( Sehr richtig! links.) Wenn die preußische Regierung trog bei den Sozialdemokraten.) Man hat mit dem Schein wissenschaft- Hoffnungen auf Abwehr einer großen wirtschaftlichen dem darauf besteht, Abgaben einzuführen, so beweist sie wieder licher Gelehrsamkeit Tendenzschriften veröffentlicht, und so intereffant Gefahr auf Hülfe auswärtiger Mächte gründen einmal, was von ihrer Mittelstandsfreundlichkeit Rückschritt um 100 Jahre getan, Kleines feuilleton. Humor und Satire. SZ. das neben dem Tische hing, so daß darüber kein Zweifel war, wer so und so vielten Male unterdrücken: welche soziale Bedeutung in der Folge nicht mehr auftreten durfte. Einmal allerdings oder Bedeutungslosigkeit hat dieses allabendlich bielfache Treiben widerfuhr ihm doch ein Mißgeschick; er vergaß die Puppe in den im Konzertsaal? Er ist ein verhältnismäßig junger Kulturfaktor. Kasten zu werfen und prompt trat der Held kurz nach seiner Er- Noch vor einem Jahrhundert finden wir statt seiner das Privatmordung wieder auf, um die Leser mit neuen wunderbaren Taten haus sowie das Vereinslokal als die Stätten der Musik, neben In ber ,, Romanfabrik". Die Massenherstellung jener fürchter zu entzücken. Hof und Kirche und Straße, die noch früher die Vorläufer unserer lichen Abenteuerromane, in denen bald im modernen Gewande, bald in der rafselnden Ritterrüstung entschwundener Zeiten die Menschliche und tierische Schnelligkeit. Der Ingenieur Josef Kenzertsäle waren. Wo steht die Tonkunst dem wirklichen und Helden Verbrechen auf Verbrechen oder heroische Tat auf heroische Ohlshausen hat Messungen der Geschwindigkeit angestellt, mit der wirksamen Menschenleben am nächsten? Am fernsten wohl in Der Soldat legt in der Stunde eben diesem Typus von tönendem Raum. Und dazu nun die Zaten häufen, wo Liebe und Haß in wüster Wildheit sich zer- sich Menschen und Tiere betwegen. fleischen und damit das Herz der naiven Leser rühren und die auf- 5 Kilometer zurück, wenn der Marsch nicht allzu lange dauert. gegenwärtige Kompofitionsart, dem Fachmanne von Interesse, dem wachsende Jugend zu wirrem Tatendrang aufstacheln, blüht heute Die höchste Geschwindigkeit, die ein Schwimmer erreicht, ift Fachfreund eine Sache der Hochachtung, dem Lebensfreunde fremd, ein Meter in der Sekunde. Ein Achtruder Gig fährt allen eine mehr künstliche Welt. noch wie in früheren Zeiten. Die Rezepte, nach denen dieses LeseSti Läufer legen 9-10 futter bereitet wird, haben sich im Laufe der Jahre kaum geändert, in der Sekunde etwa 4,5 Meter. und die gestammelten Liebesausbrüche, die donnernden Ver- Meter( in der Abfahrt auch bedeutend mehr) in der Sekunde - Preisgekrönte Entwürfe für das Branden. wünschungen, die fürchterlichen Flüche und die herzbeklemmenden zurück. Gissegelboote gleiten in der Minute bis zu eineinhalb KiloDrohungen sind noch die gleichen, wie sie schon in alten Zeiten meter über die glatte Fläche hin. Das höchste, was ein Radfahrer burger Tor. Motto:" Praktisch". Das Tor wird als Aquarium die Leserseele erschütterten. In Paris florieren diese Roman- an Geschwindigkeit erzielte, ivar 22 Meter in der Sekunde. Ein ausgebaut. Zur bequemen Besichtigung dienen die eisernen Treppen Motto: Einfach". Das eigentliche Tor unternehmen aufs glänzendste, die alten Stoffe, die schon oft ihre Pferd kann im Galopp 10 Meter die Sekunde ziemlich lange aus vom alten Opernhaus. Der schnellste Hund der Welt, der russische Wolfs- wird in der Mitte auseinander gesägt, auf Räder gestellt und durch Zugkraft bewährt haben, werden immer von neuem wieder halten. läuft 25 Meter in der Sekunde, während die Hebeldruck geöffnet, sobald ein Hofwagen hindurch will.( Systeni variiert, und der zerlumpte Verbrecher, der das Herz der Gräfin hund, Die Gazelle, Thor- Walzen.) Motto: Originell". Ueberraschende Lösung des in wilder Liebe entflammen läßt, das arme Wäschermädchen, das Gazelle in derselben Zeit 27 Meter durcheilt. schließlich doch den großen Dipiomaten heiratet, feiern ihre alten so schnell fie ist, ist doch nicht so rasch als der Strauß, Problems nach dem Prinzip der Umfehrung. Die Durchfahrt ist Triumphe. Der schlaue Romanunternehmer, der in Paris unter der 33 Meter in der Sekunde zurücklegt. Allerdings hilft er mit unbehindert, der historische Boden bleibt erhalten, an dem Gesamtdem Namen„ Vater Zeilenschinder" bekannt ist, hat sich ein regel- feinen Flügeln nach. Der Walfisch, der von einer Harpune getroffen bild wird nichts geändert, sobald man von rückwärts durch die ( Luftige Blätter".) rechtes Bureau eingerichtet, wo alle Zeitungsberichte über graufige ist und in seiner Angst in die Tiefe taucht, bewegt sich mit einer Beine gudt. Mordtaten, über geheimnisvolle Verbrechen, Millionenunter- Geschwindigkeit von 300 Meter die Minute. Der bekannte RegenHumor des Auslandes. Erster Pianist:„ Hatten Sie schlagungen, romanhafte Entführungen und blutige Chetragödien pfeifer durchfliegt 750 Meter in der Minute und unsere Schwalbe gestern ein großes Publikum?" Zweiter Pianist:" Großartig! 800 Meter. Der Wanderfalle fliegt von Nordafrika nach Nord- Es waren zwei Herren da, drei Frauen und ein Knabe. Der Knabe forglich gesammelt und möglichst rasch und prompt zu den schönsten Romanen berarbeitet werden. Eine ganze Schar von armen, deutschland ohne jede Unterbrechung und braucht zu diesem Wege wurde, wie ich später erfuhr, im Hause beschäftigt, und die beiden schlecht bezahlten Schreibern hat hier das Amt, die Geschehnisse 11 Stunden. Herren hatten im Saal Schutz gesucht, weil es draußen regnete. Musik. durch phantastische Aufbauschungen und freie dichterische" Zutaten Aber mit den drei Frauen stimmte es. Sie tamen, um mich zu schmadhaft zu machen. Und die Machwerte dieser Mitarbeiter Am Montag fand das zehnte und lehte Großfonzert des hören, das weiß ich, denn ich habe ihnen die Freibilletts felbst gewerden dann einer flüchtigen Durchsicht unterzogen, die Phantasie Mozart- Orchesters im Mozartsaale statt. Damit schenkt." ( Boston Transcript".) der Schreiber durch einige möglichst schauerliche Geheimnisse" auf- ging die erste Jahresleistung eines Unternehmens zu Ende, das Erster Arzt: Wie hat er seine Gesundheit verloren?" Befrischt. Wenn dann noch ein schöner Titel gefunden und eine fich in fürzester Zeit den anerkannten Konzertunternehmungen grauslige Umschlagszeichnung ersonnen ist, kann der Roman ins gut ergänzend zur Seite gestellt hat. Unsere Berichte konnten 8weiter Arzt: Indem er die Gesundheit anderer trant." ( Illustrated Bits".) Volt gehen. Aber auch die romantischen Rittergeschichten aus alter sein Wirken nicht ins einzelne verfolgen; um so mehr benüßen wir Zeit sind noch sehr begehrt, und der umsichtige Fabrifleiter hat alle diese Gelegenheit, unsere Anerkennung dem Leiter des Orchesters, Notizen. Sorge, der Nachfrage zu genügen. Diese Rittergeschichten sehen Professor Karl Panzner, auszusprechen. Sein Dirigieren freilich eine gewisse Kenntnis vergangener Zeit voraus und der überschreitet allerdings nicht das, was gegenwärtig in musikalischer- Borträge. Das Schiller Theater widmet den Unternehmer, der etwas auf sich hält, wird es vermeiden, daß die Reproduktion geleistet wird. Während rings die Künste ihr legten Dichterabend dieser Saison am Sonntag, den 5. April, beiden Ritter just auf einem Kartoffelader ihren Strauß aus- Sezessionswesen bis in die tollsten Nuancen hinein treiben, bleibt Heinrich Heine( im Bürgerfaale des Berlinischen Rathauses). fechter- lange bevor die Kartoffel in Europa bekannt war. Selbst diese Kunst allein bei einer altwürdigen Gleichmäßigkeit mögEin zweiter Schönheitabend wird Montag, den Dumas' Mitarbeiter ist solches Mißgeschick einmal widerfahren. lichst ein Ton wie der andere! Der Klavierkünstler Alexander 6. April, im Mozartsaal mit neuem Programm( darunter lebende Aber die Abfassung von Abenteuerromanen sekt nicht nur eine Giloti ist einer von den wenigen, die genug Temperament und Bildwerke und Tänze) stattfinden. wilde Phantasie voraus, sondern auch ein leidlich gutes Gedächtnis. Kunstgefühl haben, um etwas bei Schuberts Wanderphantasie" May b. Eyth, der hervorragende Ingenieur und feine Ponson du Terail, ein vielgelesener Schauerromanfabrikant, tam sogar eine reiche Abwechselung im Zeitmaße zu wagen; und wenn Schilderer, wird in Berlin ein Denkmal erhalten und zwar im seinem Gedächtnis beim Schreiben seiner Werke" in folgender eine Sängerin von dem Rang einer Tilly Koenen ihre sonore Hofe des Gebäudes der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in der Weise zu Hülfe Alle Persönlichkeiten, die in der Dichtung vor- Stimme zu einer start charakteristischen Vortragsweise verwendet, Dessauer Straße. Das Denkmal, das Professor Ernst Herter ent famen, wurden durch kleine Puppen dargestellt, die vor ihm auf so überschreitet das noch nicht die Grenzen des Konzertsaales. worfen hat, hat die Form eines Brunnens. Eyths Porträtbüste dem Tische standen. Jedesmal, wenn ein Held oder eine Heldin Dem allmählichen Werklingen des winterlichen Konzertreigens und zwei allegorische Gestalten aus seiner Erzählung Hinter Pflug glücklich umgebracht war, verschwand die Puppe in einem Kästchen, I nahe, tönnen wir auch diesmal nicht die alte bange Frage zum lund Schraubstock" weisen auf die Bedeutung des Brunnens hin. au halten tit.( Sehr gut! links.) Es werden ummer Worte ge- fchaftlichen Intereffen liegen häufig außerhalb der Grenzen bes- 1( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Deshalb find wir Gegner macht, denen feine Taten folgen. Nun will man die Abgaben das jenigen Staates, der nach dem bisherigen Territorialprinzip auf der Schiffahrtsabgaben. Auch die landwirtschaftliche Bevölkerung durch schmackhaft machen, daß man verschiedene Landesteile zu be- Werbefferung des Fahrwaffers in Anspruch genommen werden muß. an den Strömen wird durch sie erheblich geschädigt werden, da sie stechen versucht, nicht durch Liebenswürdigkeiten, sondern dadurch, Die Entwickelung der legten Jahre hat diese Erfahrung in mehr alles Baumaterial vom Wasser beziehen muß. Und nicht nur die daß man ihnen den Bau wertvoller Kanalnege in Aussicht stellt, falls als einem Falle bestätigt. Verkehrsinteressen und Strombaulast Bauhölzer, auch alle Kolonialwaren werden für den Bauern ebenso Daraus ergeben sich starke verteuert werden, wie für den Arbeiter und Geschäftsmann in der die Abgaben eingeführt werden. Diesen Versuchen gegenüber habe decken fich nicht in allen Fällen. Ausschaltung im Interesse des Stadt.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Mit schönen ich zu erwidern: entweder die Abgaben werden niedrig sein, und Reibungswiderstände, deren der deutschen Staaten Versprechungen hat man die ländlichen Kreise für die Schiffahrtsdann bringen sie keine Ueberschüsse, oder die Abgaben werden hohe bundesfreundlichen Zusammentoirfens deren Ueberwindung nur da abgaben zu gewinnen versucht. Die Vertiefung des Rheins hat sein, und dann wird einfach dem Verkehr mit der rechten Hand ge- wünschenswert erscheint, und daß man wenigstens die finanziellen man versprochen, die Mainkanalisation, die Neckarkanalisation und nommen, was ihm mit der linken Hand gegeben ist.( Sehr richtig! durch möglich ist, links.) ir find der Ueberzeugung, daß allen diesen Versprechungen Intereffen hinsichtlich der Strombaulast verschmilzt und aus- so fort. Aber alle diese schönen Versprechungen sind nichts als Wir man das Territorialprinzip durch das der schönes Blendwert.( Bustimmung bei den Sozialdemo nicht zu trauen ist, denn die Seite, die die Einführung der gleicht, indem Wenn diese Verkehrsverbesserungen eingeführt Schiffahrtsabgaben betreibt, ist keine verkehrsfreundliche, fondern organisierten Interessenbaulast ersetzt. Das tann nach der Ansicht traten.) eine verkehrsfeindliche. Wenn die Abgaben einmal da sind, dann der preußischen Regierung erreicht werden durch die Bildung von würden und die Kosten aus Schiffahrtsabgaben gedeckt werden sie nicht niedrig bleiben, sondern werden steigen. Wir haben Zweckverbänden mit eigener Finanzverwaltung etwa in der Weise, werden sollten, so würden Ihnen über das Geschenk die Augen Das in der Tat kein Vertrauen zu den schwankenden Erklärungen der daß sämtliche Einnahmen aus den Schiffahrtsabgaben eines Strom- übergehen und die Benuzung der Wasserstraßen schwankenden Vertreter der Regierung.( Heiterfeit und Zustimmung gebietes in eine gemeinsame Kasse fließen und unter die beteiligten würde ganz erheblich eingeschränkt werden. links.) Wir erblicken in der Einführung von Schiffahrtsabgaben eine Bundesstaaten nach einem zu vereinbarenden Maßstabe verteilt Ganze ist eine Preisgabe des bisherigen Prinzips. wirtschaftliche Kriegserklärung des Nordens gegen den Süden. Die preußische Staatsregierung glaubt sich nach der fürzlich im Seit jeher sind die Ströme verbessert worden aus den Mitteln der Und deshalb wehren wir uns. Wir halten uns für verpflichtet, die Abgeordnetenhause stattgehabten Berhandlung und nach der bis- Gesamtheit, aus den landesstaatlichen Kassen, aus direkten Steuern. Reichsverfonung in Schuß zu nehmen gegen den Reichskanzler und die nationale wirtschaftliche Einheit in Schutz zu nehmen gegen das herigen Haltung des Herrenhauses zu der Annahme berechtigt, daß Nach der Absicht der preußischen Regierung sollen sie verbessert sie für die Durchführung dieses Programms ihren Landtag und werden aus partikularistische Preußen.( Lebhaftes Bravo! bei den Sozial- beffen sämtliche Parteien hinter sich hat. Sie ist nicht nur von der demokraten.) Zwedmäßigkeit und Gerechtigkeit, fondern auch von der wirtschaft Die freisinnige Interpellation begründet lichen Notwendigkeit ihres Vorgehens überzeugt und wird die Aufwendung weiterer Mittel für die Verbesserung der natürlichen Wasserstraßen von der Verwirklichung jenes Programms abhängig machen. Auf Antrag des Abg. Bebel( Soz.) wird Besprechung der Interpellationen beschlossen, in welcher zuerst das Wort erhält werden. aus einem indirekten Steuern auf Rohstoffe und Lebensmittel, die Masse des Volkes soll die Kosten auf die breiten Schultern Abg. Kaempf( fri. Vp.): Eine authentische Interpretation des nehmen. Dabei vergessen die Herren ganz eine Kategorie der Nuznießer der Stromverbesserung: die anliegenden Landwirte, § 54 der Reichsverfassung, der den großen Gedanken der Abgabederen Gelände durch die Stromregulierung ganz bedeutend verfreiheit der deutschen Ströme enthält, ist dringend zu wünschen. bessert wird, zu den Kosten heranzuziehen. Nicht nur die SchiffDas große Kulturwerk des Mittellandkanals hat man bei Hannover im Sande verlaufen lassen.( Sehr wahr! links.) Die Schiffahrts- Abg. Gerstenberger( 8.): Nachdem Preußen erklärt hat, nicht fahrtsunternehmer, auch die anliegenden Grundbefizer sin Inters essenten. Es werden durch die Regulierungen neue Landstücke abgaben belasten im agrarischen Interesse die Industrie. Sie be- einseitig vorgehen zu wollen, können wir uns mit der Erklärung in den Schoß geworfen werden. Nun schlägt die Regierung vor, wegen sich in derselben verkehrsfeindlichen Richtung wie die Er- des Staatssekretäre einverstanden erklären. Wenn Zweifel über die gewonnen, die Millionen an Wert haben und die den Betreffenden höhung des Ortsportos, die börsenfeindliche Gesetzgebung usw. Die Auslegung der Verfassung bestehen, so ist eine Interpretation zu die Schwierigkeiten auf dem Wege der Interpretation der Reichsa Regierung hätte deshalb dem agrarischen Andrängen im Ab- lässig. Die Interessenten müssen zu den Kosten beitragen. Die berfassung zu beseitigen. Die Verfassung bedarf aber keiner Intergeordnetenhause energischen Widerstand entgegensegen müssen.( Bei- geringfügigen Abgaben werden keine Getreideverteuerung herbei- pretation( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), fie ist absolut führen. Gegen gemeinsame Strombautassen haben wir in Süd- flar. Wer über den§ 54 im Zweifel ist, findet eine nähere Grfall bei den Freifinnigen.) Zur Beantwortung der Interpellationen nimmt das Wort deutschland nichts einzuwenden. Hoffentlich wird die Sache möglichst flärung an der Rheinschiffahrtsatte. Die Interpretation ist aber auch überflüssig, weil die bisherige Pragis der beste Staatssekretär v. Bethmann- Hollweg: Ich habe im Namen des bald geregelt.( Beifall im Zentrum.) Abg. Kreth( fons.): Die Klagen über preußischen Partikularismus Interpret ist. Heute will man wieder einen Zweifel über Herrn Reichskanzlers folgende Erklärung abzugeben: Die Frage, wie weit die Einführung von Schiffahrtsabgaben auf natürlichen Wasser- find ungerecht. Ohne die großen Kosten, die Preußen auf die die Verfassung konstruieren, als ob die verantwortlichen des Rheins berwandt hat, fönnten große Staatsmänner die letzten 40 Jahre ohne feste Grundlage an ihrer straßen, wie sie im§ 19 des preußischen Gesetzes über die Herstellung Regulierung ( Sehr richtig! Meinung festgehalten hätten. Es liegt aber auch schon ein und den Betrieb von Wasserstraßen vom 14. April 1905 vorgesehen Seeschiffe nicht nach Mannheim gelangen. Wir haben gerade im Interesse der wefträgebensfall in den Annalen dieses Hauses vor, der ist, mit dem Artikel 54 der Reichsverfassung vereinbar ist, hat noch rechts.) den Mittelland Kanal abgelehnt. feinen Zweifel über die Auffassung der Reichsverfassung mehr zunicht zum Austrag gelangen können. Die fönigl. preußische Staats- deutschen Landwirtschaft regierung, welche die Erhebung von Schiffahrtsabgaben nicht nur auf Ein übermäßiges Wachstum der Industrie kann die Landwirtschaft läßt. Das ist das Unterwesergeseh vom Jahre 1886. den preußischen, sondern auch auf den nichtpreußischen Stromstreden nicht wünschen, die schon ohnehin unter Arbeiternot leidet. Will man Bei der Unterweserregulierung wurden Eingriffe in die Stromder gemeinsamen Ströme erstrebt und die Schaffung von Zweckverbänden teine Schiffahrtsabgaben, dann muß man auch auf Kanäle ver- verhältnisse äußerst tiefgreifender Art gemacht, so daß Graf Posafür die einzelnen Stromgebiete sowie die Verwendung des Ertrages zichten, wogegen wir nichts einzuwenden haben.( Sehr wahr!) Das bow 3th fagte, die Unterweser wurde dadurch aus der Schiffahrtsabgaben zur Verbesserung der Wasserstraßen ohne amerikanische Getreide kommt hente sowieso schon billiger nach Stromlaufe in einen anal verwandelt. Trotzdem damals Unterschied der einzelstaatlichen Gebiete herbeizuführen gedenkt, wird Mannheim als das ostpreußische. Meine Freunde find gern bereit, geradezu radikale Aenderungen stattfanden, wurde die Geihrerseits die Schritte tun, die ihr geeignet erscheinen, für diese wenn die Regierung eine Vorlage macht, der Abänderung des bührenerhebung nur auf Grund eines Reichsgesehes Frage eine dem deutschen Verkehrswesen dienliche Lösung zu finden. Artikels 54 der Reichsverfassung zuzustimmen, mit Ausnahme natür genehmigt. Und dieses Reichsgeseh tam nur zustande auf Insbesondere wird sie zur Abänderung der der Erhebung lich unserer fächsischen Freunde Dr. Wagner und General v. Liebert. Grund der Erklärung des Staatssekretärs, daß die Bestimmung des Artikels 78 der Verfassung innegehalten worden sei, nämlich von Schiffahrtsabgaben entgegenstehenden Bestimmungen entgegenstehenden Bestimmungen des( Heiterkeit.) öffentlichen Rechtes Abg. Wölzl( natl.): Die Diskussion über die Rechtsfrage tann daß im Bundesrat weniger als 14 Stimmen in der Opposition sowie namentlich zur Abänderung der bezeichneten Verfassungsbestimmung den Weg der Reichsgesetz ausgeschaltet werden, nachdem die Regierung erklärt hat, daß der gewesen seien. Damals waren alle Barteien in ihrer Auffassung gebung beschreiten, Sobald und Weg der Interpretationsgesetzgebung beschritten werden soll. Den einig, daß eine Gebührenerhebung, wo sie auch eintreten möge, die zwischen Prenzen den übrigen Bundesstaaten im Sinne Schiffahrtsabgaben selbst steht der größte Teil der nationalliberalen bei einer Stromverbesserung eine Verfassungsänderung bundesfreundlichen geführten Verhandlungen zu einer Uebereinstimmung geführt haben Partei wohlwollend gegenüber, während ein fleiner Teil meiner fei. Interessant ist, daß damals auch die Zentrumspartei auf werden. Die von ihr angestrebte nicht aus fiskalischen Rücksichten Freunde sich ablehnend verhält. Jedenfalls scheint es beffer, mit diesem Standpunkte stand.( hört! hört! links.) Die Erklärung, erstrebte Lösung der Frage soll allen an der Schiffahrt Beteiligten Hülfe der Schiffahrtsabgaben Kanäle zu bekommen, als Schiffahrts- die der Reichskanzler am 10. Dezember 1903 abgab, hat er auch wie dem gesamten deutschen Wirtschaftsleben einen wesentlichen abgaben nicht einzuführen und zugleich Kanäle nicht zu bekommen. nicht allein für seine Person abgegeben, sondern er nahm ausAbg. Schrader( frf. Vg.): Die Leute, welche die Reichsverfassung drücklich Bezug auf das Unterwesergesetz. Daran ist nichts au Dienst leisten und das nationale Interesse durch neue gemeinsame Interessen fördern.( Schallendes Gelächter und ironisches: Sehr gemacht haben, wollten, daß die Schiffahrtsabgaben nicht erhoben tüfteln und zu deuteln. Diese Erklärung besagte: Jede Ausnahme gut! links.) Da für die von preußischer Seite angestrebte Gin- werden, darüber kann gar kein Zweifel bestehen. Will man Schiff von der reichsgesetzlichen Grundlage der Gebührenfreiheit werde führung von Schiffahrtsabgaben auch internationale Berträge in fahrtsabgaben einführen, so muß man die Reichsverfassung der Genehmigung durch ein besonderes Reichsgesetz be Betracht kommen, wird wegen der Erhebung von Abgaben mit den ändern.( Sehr wahr! links.) In das preußische Gesetz ist die dürfen, und zwar wie bei den Verhandlungen über das Gesez vom beteiligten fremden Staaten in Verhandlung getreten werden, Bestimmung über die Schiffahrtsabgaben durch die Gegner der Jahre 1886 ausbrüdlich hervorgehoben worden sei, eines Reichsnachdem die Angelegenheit in Deutschland felbst entschieden fein wird. Kanäle gekommen, welche die Schiffahrtsabgaben als equivalent für gefeßes, welches im Bundesrate unter Wahrung des Artikels 78 die Instandhaltung der S. le forderten. Aber durch die Erhöhung der Reichsverfassung zustande gekommen sei. Der oberste der Reichsbehörden erklärte also bor diefer verkehrsfeindlichen Abgaben verlegen wir die Intereffen der Vertreter heimischen Industrie sowie die Interessen Desterreichs, der Schweiz wenigen Jahren, eine Belastung könne nicht eintreten, und der Niederlande, nicht im Interesse der Allgemeinheit, sondern im mißverstandenen Interesse einer Kleinen Minderheit.( Bravo! links.) Abg. David( Soz.): Preußischer Minister der öffentlichen Arbeiten Breitenbach: Unter den Aufgaben, welche ich bei meinem Amtsantritt als preußischer Verkehrsminister vorfand, war auch diejenige der Durchführung des§ 19 im preußischen Wafferstraßengesetz vom 1. April 1905, der bekanntlich die Erhebung von Schiffahrtsabgaben auf den natürlichen Wasserstraßen des Staatsgebietes anordnet. Ich bin an die Ausführung des verkehrspolitischen Programms, welches in dieser Niemand, der das Entstehen der Frage der Schiffahrtsabgaben Gesezesbestimmung vorgezeichnet war, herangegangen mit der vollen verfolgt hat, wird den schönen Versicherungen des Ministers Glauben Ueberzeugung, daß hier eine solche Lösung gesucht und gefunden schenken. Alle diese schönen Worte, die er gebraucht hat, sind nichts werden müsse, welche nicht nur den preußischen, sondern auch den als ein Att der Verschleierung( Sehr wahr! b. d. Soz.). großen allgemeinen deutschen Interessen entspricht. Ich konnte als slipp und klar ist die Absicht von denen, welche die Aftion in die Verkehrsminister mich nur auf einen verkehrsfreundlichen Standpunkt Wege geleitet haben, ausgesprochen worden. Bei den Verhandlungen stellen und ich konnte mir gleichzeitig nicht verhehlen, daß aus fach über die preußische Kanalvorlage ist in dem Kommissionsbericht des lichen Gründen die genossenschaftliche Regelung der Frage für die preußischen Abgeordnetenhauses gesagt worden, daß die Bedingung gemeinsamen Stromgebiete den Vorzug verdiene vor einer partikularen, der Schiffahrtsabgaben an die Zustimmung zu dem Kanal geknüpft auf die preußischen Stromanteile beschränkten. Und dieses um so werden müsse, denn, so hieß es wörtlich, der einheimischen mehr, als die preußische Wasserstraßenpolitit ihre Wirkungen über 2andwirtschaft bringen die großen Ströme durchweg Nach die Staatsgrenzen hinaus erstrecken muß, nicht nur bei dem gemein- teile, indem sie den ausländischen Produkten als famen, sondern auch bei einem großen Teil derjenigen Wasser- Einfalltore bienen, wodurch unsere Schutzollpolitik straßen, die ausschließlich der preußischen Staatshoheit unterstehen. burchtreuzt wird. Der preußische Anteil an dem Gesamtnetz der deutschen Wasserstraßen ist so groß, von solcher geographischen Gestaltung und von folchem Schwergewicht, daß seine gedeihliche Entwickelung zugleich will man Schiffahrtsabgaben. Es kommt In der Begründung des Antrages Sehdebrand auf Einführung eine nationale Bedeutung für ganz Deutschland hat. Hinzu, daß die Verkehrspolitik hinsichtlich der Wasserstraßen unlösbar der Schiffahrtsabgaben wurde gesagt, die Erhebung dieser Abgaben zusammenhängt mit der Eisenbahnverkehrspolitik; beide Verkehrs- sei besonders notwendig auf dem Rhein, der ein Einfallstor hat, anstalten find integrierende Bestandteile des großen Apparates der egochen( ein ganz besonderes) sei, dessen Gefährlichkeit durch den staatlichen Fürsorge für die Entwickelung des deutschen Wirtschafts- angebauten Kanal noch erhöht werde; und die Abgaben sollen die Einfuhr erschweren. Auch Herr v. Pappenheim sagte im Das Verkehrswesen ist wie taum ein anderes Gebiet der staat- preußischen Abgeordnetenhause zu der Frage, weshalb die Herren lichen Tätigkeit der gemeinsamen Regelung und Pflege durch ein- bie Schiffahrtsabgaben wollen, weshalb sie der preußischen Re. mütiges Busammenwirken der verbündeten Regierungen fähig und gierung dieses caudinische Joch des Artikels 19 für ihre Bu bedürftig. Dreißig Jahre sind vergangen, feit zum erstenmal von Stimmung zum Kanal auferlegten:" Ich erkläre ganz offen, ich Bismarck der Versuch gemacht wurde, den Gemeinschaftsgedanten auf erhoffe, daß der JImport des Getreides in erster Linie durch dem Gebiete des Verkehrswesens zu verwirklichen. Es handelte sich die Schiffahrtsabgaben getroffen wird, und daß durch die verum das Reichseisenbahnprojekt, dessen Scheitern heute in süddeutschen schiedene Tarifierung ein Faftor geschaffen wird, um uns die Kreisen vielfach bedauert wird. Obwohl in der Zwischenzeit Konkurrenzmöglichkeit am Rheine zu erhalten." Was hätte es sonst die Einrichtungen der deutschen Eisenbahnen auf dem Gebiete des auch einen Sinn für die Gegner des Kanals, daß sie die Baues, des Betriebes, des Verkehrs, der Personen- und der Güter- Schiffahrtsabgaben auferlegten. Wenn das jetzt in Abrede gestellt tarife so gut wie einheitliche geworden sind, trat doch vor wenigen wird, so ist das nur ein Verschleierungsmanöver. Jahren derselbe Gedanke in abgeschwächter Gestalt von neuem lebens. Darum also bie Neichsverfassung stände davor, machen Sie sich daher keine Sorge. Da greift man sich doch an den Kopf, wenn dieselbe Regierung jezt kommt, diese Erklärung einfach wegwischt und sagt: die Sache ist frag= Iich, wir müffen erst eine Interpretation haben. Nein, die Sache ist ganz geklärt. Weshalb sträubt sich die Regierung, den Weg des Artikels 78 zu gehen? Auch das ist bedeutsam. Die Interpretation der Verfassung würde im Bundesrat stattfinden, wir im Reichstage hätten dabei nicht mitzuwirken, und wer im Bundesrat das Heft in Händen hat, das wissen wir. Dort würde die ganze Sache hinter geschlossenen Türen berhandelt werden. Wenn der Reichstag sich auf den Weg der Interpretation begibt, würde er damit seine Kompetenz aus den Händen geben. Ich nenne das Verfahren der Reichsregierung, sein Ziel auf Schleichwegen verfolgen. Nun hat der preußische Verkehrsminister nationale Töne angeschlagen, und hat die Sache so dargestellt, als ob Preußen eine große nationale Tat im Interesse der übrigen Bundesstaaten vollbringe. Preußen im Interesse des Reiches Opfer bringen zu sehen, das ist eine Konstruktion, an die ein vernünftiger Wenn Preußen so Mensch nicht glaubt.( Sehr richtig! links.) borgeht, so geschieht das, um seinen Sädel zu füllen. Preußen nimmt den§ 19 feines Ranalgefeßes auf, der nach dem Kanzler ein flagranter Eingriff in die Reichsverfassung ist. Wenn ein Bundesstaat die Bundestreue wahren will, so hätte er die Pflicht, bevor er einen solchen Paragraphen macht, die Frage zum Aus trag zu bringen. Noch kurzer Zeit vorher hat ber Minister Thielen im preußischen Abgeordnetenhause erklärt, es sei nichts zu machen, die Reichsverfassung stehe im Wege. Auch Herr Budde konnte also nicht im Zweifel sein, daß die Sache zum mindesten fraglich sei. Was hätte da die preußische Regierung zu tun gehabt? Sie hätte sich in diesem Stadium an die Reichsregierung wenden müssen und nicht das Kanalgefet fig und fertig machen und nachträglich die Frage aufwerfen müssen: ob es mit dem Reichsrecht in Ginklang zu bringen sei. Reichsrecht ist von jeher vor Landesrecht gegangen. Hier aber foll preußisches Landesrecht über Reichsrecht stehen. Hier soll das Reichsrecht geändert werden, weil das preußische hervor. Man strebte nach einer Gemeinschaft der Eisenbahn( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Sie sehen, daß es un Landesrecht mit ihm nicht in Einklang zu bringen ist. Es ist auch betriebsmittel im weitesten Sinne, aber auch dieser Plan praktisch ist, wenn heute Ihre Absicht ausgesprochen wird, und des. hat sich in in der damals erstrebten Form nicht ausführen halb sprechen Sie von den Verkehrsinteressen, von der nationalen fein gweifel, daß das preußische Ranalgeset unsere Verträge mit Holland und Oesterreich durchbricht.( Sehr richtig! links.) Welche laffen, wenn auch zurzeit die besten Kräfte und wie es 3dee, ein großes Wasserverkehrsneß zu gewinnen. Nein, Sie find scheint nicht ohne Erfolg tätig find, eine anderweite, den die geschworenen Verkehrsfeinde, und die Absicht der Schiffahrts. Methode hat nun Breußen befolgt, um den Widerstand der anderen Bundesstaaten zu beseitigen? Es hat den einen Bundes. deutschen Verkehrsinteressen dienliche Lösung in einem engeren Rahmen abgaben ist eine verkehrsfeindliche.( Sehr wahr! bei den Sozialstaat gegen den anderen ausgespielt, ist also den zu finden. Wenn aber für die deutschen Eisenbahnen der Gemeinschafts- demokraten.) Alles andere ist Sand in die Augen. Im Weg des divide et impera gegangen. Man hat Bayern gedanke trotz weitgehender Einheit nicht verwirklicht ist, so fann er auf Interesse der Landwirtschaft verlangen Sie auch die Tarifierung mit der Maintanalisation gefödert, hat Württemberg durch die dem Gebiete der gemeinsamen Wasserstraßen eher verwirklicht werden. und Differenzierung der Abgaben. Wenn Sie behaupten, daß die Aussicht auf die Nedarkanalisation breitgeschlagen, und auf Baden Denn hier haben wir praktisch jetzt schon die Betriebsmittelgemeinschaft, Abgaben so niedrig geplant sind, daß sie auf die Preise keinen und Bessen mit der Vertiefung des Rheins einzuwirken gesucht. weil der Betriebspark der Schiffahrt dank seiner Eigenschaft als Einfluß haben, so ist auch das nur eine Berschleierung.( Sört! hört! links.) Also man hat einem Bundesstaat nach dem Privatbesitz der Reeder und Einzelschiffer innerhalb unseres Wenn die Abgaben nach Ihren Wünschen differenziert werden, deutschen Reichs- Wasserstraßengebietes unbeschränkt zirkuliert, für alle fo müffen fie einen empfindlichen Aufschlag auf den Preis be- anderen den Sped vorgehalten und nennt das dann eine nationale Empfänger und Versender nuzbar, freizügig und tatsächlich gemeinsam wirken. Wir fennen ja die preußischen Agrarier zu gut, als daß Methode, eine Wahrung der Interessensolidarität und des Zuift. Die Schiffe und Schlepper folgen den Stromläufen und deren wir nicht wüßten, daß sie alle Machtmittel, die sie an die jammengehörigkeitsgefühls.( Seiterfeit links.) Das find schon Verzweigungen. Wenn ihrem Laufe ein Ziel gefegt wird, beruht Hand bekommen, auch ausnuten.( Sehr wahr! bei ben feine Versprechungen mehr, das find Bestechungen. es vielfach auf den Mängeln der Wasserstraßen, und diese sind eine Sozialdemokraten.) Die Wirkung der Schiffahrtsabgaben wird Folge der Schwäche der einzelstaatlichen Finanzen, welche den Aus eine weitere Verteuerung sein, von der in erster Linie die Kon( Sehr richtig! links.) und wo sie nicht geholfen haben, da ist man bau der partitularen Stromanteile bis zu dem technisch erreichbaren fumenten getroffen werden, und des weiteren alle Industrien, die mit Drehungen vorgegangen, vor allem mit der Drohung, daß und vom Verkehrsstandpunkte wünschenswerten Grade der Schiff auf den Wasserfrachten aufgebaut sind. Bunächst werden die die preußische Regierung fortan nichts mehr für barkeit lange verzögern und sogar dauernd hindern zum Schaden Kohlen, das Eisen, die Hölzer und sonstigen Baumaterialien ge- die Berbefferung der Ströme ausgeben würde. großer gemeinsamer Interessen. Und man tann es den Einzelstaaten troffen werden, und die darauf basierten Betriebe werden schwer( Sört! hört! links.) Das haben wir heute aus dem Munde des auch nicht verdenken, wenn sie zur Investierung großer Kapitalien leiden, zunächst die Unternehmer, in letter Linie aber werden die Vertreters der preußischen Regierung gehört und das ist zwei. für Strombauzwede unter entsprechender Belastung ihrer ohnehin Lasten auf die Schwächsten abgewälzt werden, auf die Konsumenten ma I im breußischen Abgeordnetenhause vorgetragen worden. Der Minister weiß wohl gar nicht, daß Preußen auf start beanspruchten Steuerzahler nicht ohne weiteres bereit sind. und die Denn die durch den Ausbau einer Stromstrede geförderten wirt- l Grund des Schiffahrtsvertrages zu der Regulierung der Ströme breiten Maffen der Arbeiter. berpflichtet ist, und daß seine Worte nichts anderes bebeuten, als I einen Bruch dieses Vertrages.( Sehr wahr! links.) Die Aufkündigung der Berpflichtung ist nichts anderes als eine bon Preußen hier angewandte Erpresfertaktit. Abg. Günther: Wenn Breußen weniger Agrarpolitik machen| Herren schließlich ja selbst an ihre rofigen Stimmungsbilder glauben. würde, so würde dies ein Fortschritt in nationalem Sinne fein. Ein starkes Stück ist es aber, was sich Herr Generaldirektor Nirdorf in der Generalversammlung der Gelsenkirchener Bergwerks- Gefell ( Bravo! bei den Freifinnigen.) der Abg. Zimmermann( Ant.) erklärt sich gegen die Schiffahrts- ichaft leistet. Offensichtlich um die Preispolitik des Kohlensyndikats abgaben; in dieser Frage sind in Sachsen alle Parteien einig, da die zu verteidigen, prophezeite er ein recht baldiges wirtschaftliches AufSchiffahrtsabgaben alle Kreise der Bevölkerung gleichmäßig blühen; der Anbruch einer neuen Hochkonjunktur steht nach ihm für schädigen. die nächsten Monate bevor. Die beschlossene Einschränkung in Kots Abg. Hauß( 8.) erklärt sich für Schiffahrtsabgaben; die Kosten werde sicher nicht lange beibehalten. Unter solchen Umständen könnte der Rheinregulierung legen den Elsaß- Lothringern sehr erhebliche man die Preise ja noch etwas erhöhen. Die Krisis in der Textilindustrie im Elsaß verschärft sich. In Lasten auf, die durch Schiffahrtsabgaben erleichtert werden müssen. Abg. Dr. Heinze( natl.) wendet sich im Namen der Minder= heit seiner Partei gegen die Schiffahrtsabgaben; in Sachsen Erstein, Markirch, Rohrweiler und Sennheim ruht feien sämtliche Parteien einschließlich der Konservativen in der Ab- in verschiedenen Fabriken der Betrieb an einem Tage in der Woche. Die Kammgarnspinner beschlossen, vom 1. April ab bis auf weiteres lehnung der Schiffahrtsabgaben einig. in allen Kammgarnspinnereien des Elsaß nur fünf Tage in der Woche arbeiten zu lassen. ( Lebhafte Zustimmung links, Lärm rechts.) Wir haben hier einmal wieder einen eklatanten Fall, der beweist, daß das Bundes verhältnis, das föderative Verhältnis zwischen Preußen und den anderen Bundesstaaten in der Tat nur ein leerer Schein ist, daß Preußen ohne weiteres über die Schranken, die ihm gezogen find, aur Verfolgung seiner partikularistischen Interessen hinwegspringt, wenn es das Interesse der kleinen Schicht ber Iangt, die im Abgeordneienhause das Heft in Händen hat.( Sehr richtig! links.) Ich bebauere, daß gerade Ein Vertagungsantrag wird angenommen. aus Bayern zwei Herren aufgetreten sind, die für die SchiffahrtsPräsident Graf Stolberg: Der Abg. Dr. David hat die abgaben Propaganda gemacht haben. Gewundert hat mich das Taktik der preußischen Regierung als eine Verbrechertaktik gegenBegleiterscheinungen der Krise. Die Arbeitslosigkeit in den nicht, denn im preußischen Abgeordnetenhause hat über den beteiligten Staaten bezeichnet.( Sehr richtig! bei den 2ebereien in Gera greift immer weiter um sich. In der großen das Zentrum ja die ganze Sache mitgemacht, da es in dieser Sache nur die Interessen der großen Agrarier im Auge Sozialdemokraten.) Für diese Aeußerung rufe ich ihn nachträglich Weberei Weißflog ist an den letzten beiden Lohntagen je 40 und zur Ordnung. An einer anderen Stelle feiner Rede hat er das 70 Webern gefündigt worden. In der Greiz- Geraer Kammgarn Berhalten der preußischen Regierung illoyal genannt. Ich rufe spinnerei in Zwögen wird vom 1. April ab nur noch von 8 bis ihn beshalb zur Ordnung.( Große Seiterfeit.) Persönlich bemerkt Abg. Naumann( frs. Bg.), daß er die Nedar- 4 Uhr gearbeitet. Auch in einigen Webereien ist eine Betriebseinschränkung angeordnet worden. fanalisation für sehr wünschenswert hält. Nächste Sizung: Donnerstag 1 Uhr. Tagesordnung: Zweite Beratung des Bereinsgesetzes. Schluß 27 Uhr. Abgeordnetenbaus. 65. Sigung vom Mittwoch, 1. April, 12 Uhr, Am Ministertische: Freiherr b. Rheinbaben. Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung der Sekundärbahnvorlage. Syndikatspolitik. Die als syndikatsfreundlich bekannte„ RheinischWestfälische Zeitung" schreibt: Wie aus Köln gemeldet wird, hat sich die Roheisen- Einkaufsvereinigung, der hauptsächlich reine Walzwerke angehören, aufgelöst, weil sie beim Roheisensyndikat nicht das geringste Entgegenkommen hinsichtlich der Preise fand. Da Roheisen im freien Markt mehr als genug zu haben ist, so hat die Vers einigung mit Recht ihre Auflösung beschlossen, um freie Hand zu bes tommen und sich außerhalb des Synditats zu decken. Die unfluge Politit des Düsseldorfer Roheisen- Syndikats, die ja noch gestern bon uns gewürdigt wurde, bringt es fertig, daß seine Mitglieder das hergestellte Noheisen aufstapeln müssen, während die Dutsider, wie das Kraftwerk, und die Engländer in guten wie in schlechten Beiten Oberschlesische Eisenindustrie Alt.- Gef. für Bergbau und Hüttenbetrieb in Gleiwik. Die Gesellschaft erzielte im Jahre 1907 einen Aus dem mit Bruttogewinn von 5 336 855( 4587 274) 02. 2 270 611( 1 799 093) 2. verbleibenden Reingewinn soll eine Dividende von 6 Proz.( wie im Vorjahre) auf das von 25 200 000 Mart auf 28 000 000 m. erhöhte Attienkapital ausgeschüttet werden. Die Budgetkommission beantragt die unveränderte Annahme der Vorlage sowie folgende Resolution: Die Staatsrecht gute Geschäfte machen. regierung zu ersuchen, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob und inwieweit das Gesetz vom 3. Mai 1903 dahin abgeändert werden kann, daß die Bereitstellung des Dispositionsfonds für die Eisenbahnverwaltung im Betrage von 30 Millionen Mart von dem jeweiligen Vorhandensein rechnungsmäßiger Ueberschüsse un abhängig gemacht wird." hat.( Lachen im Zentrum.) Ich möchte jedoch darauf hinweisen, daß bei uns in Hessen bei den lebten Reichstagswahlen die an didaten des Zentrums hoch und heilig sich da= gegen verwahrt haben, Anhänger der Schiff fahrtsabgaben zu sein.( hört! hört! links.) Wir hatten ihnen das im Wahlkampf vorgehalten; wir hatten besonders die Aeußerung des Abg. Herold zitiert, der gesagt hatte, der Rhein fei eigentlich eine natürliche Wasserstraße nicht mehr zu nennen, und darauf hat sich das Zentrum hoch entrüftet in einem Flugblatt gegen diese Unterstellung verwahrt.( Hört! hört! links.) Wir begreifen ja, daß die Herren der Zentrumspartei, die aus rheinischen Gegenden kommen, von dieser Frage höchst unangenehm berührt werden. Deshalb haben sich in Baden und Hessen auch die Landtagsabgeordneten des Zentrums aus genau denselben Gründen wie wir gegen die Schiffahrtsabgaben erklärt.( Hört! hört! links.) Es ist deshalb doppelt wichtig, zu fonstatieren, daß hier, wo das 8entrum die Gntfcheidung in der Hand hat, es der schweren Verkehrsbelastung zustimmen will. Die Nationalliberalen haben erflären laffen, daß sie in der Mehrheit für die Schiffahrtsabgaben find. Sie sind also ebenfalls bereit, die Errungenschaft einer liberalen Beit wieder zu streichen.( Sehr gut! links.) Es ist ja über haupt ein Hohn, eine Fronie auf die sogenannte liberale Alera, daß man jetzt darauf ausgeht, die liberale Errungenschaft einer früheren Zeit von der Bildfläche wegzunehmen. Danach wird sich also leider im Reichstage eine Mehrheit für Schiffahrtsabgaben zusammenfinden. Von den Konservativen haben sich die Herren aus Sachsen ausgeschlossen. Sie wissen sehr wohl, weshalb sie das getan haben. In Sachsen haben sich die Regierung und die Oberbürgermeister Beutler, scharf und energisch gegen Schiffahrts bürgermeister der Städte, an ihrer Spitze der Dresdener Oberabgaben ausgesprochen. Soviel ich weiß, steht Sachsen heute auch noch aufrecht.( Abg. Singer: Wie lange noch?) Das kann ich natürlich nicht sagen.( Heiterkeit.) Was meine Partei anlangt, so kann sich die sächsische Regierung, wenn fie feft bleibt, darauf verlassen, daß sie in dieser Frage an ihr eine treue Bundesgenoffin haben wird.( Heiterfeit und Zustimmung links.) Die Herren vom Norden ahnen ja gar nicht, von welch ungeheuerer Be deutung diese Frage für Sachsen und Süddeutschland ist. Die ganze Industrie an den Strömen ist aufgebaut auf der Zu- b. fuhr des Rohmaterials und der Abfuhr der Massenprodukte. Eine Hemmung dieser Entwickelung muß die Abg. v. Quast( f.) empfiehlt die Resolution der Kommission. Abg. Gykling( frf. Vp.): Der Ausgleichsfonds, der auf Grund des Gefeßes von 1903 gebildet wird, sollte auf 200 Millionen aufgefüllt werden, er hat aber am Schlusse des Vorjahres nur 50 Millionen Mart enthalten, seine vorgesehene Auffüllung ist follte erwägen, ob es nicht zu ermöglichen ist, daß die Eisenbahnbisher nicht möglich gewesen trok günstiger Jahre. Die Regierung verwaltung auch in mageren Jahren zu ihrem Rechte kommt. Abg. v. Arnim- Büfedom( f.) begründet einen Antrag, von der Forderung von 220 Millionen Mark für die Beschaffung von Betriebsmitteln 50 Millionen Mark abzusehen mit dem Hinweise darauf, daß bei dem ungünstigen Stande unserer Anleihen es not wendig sei, den Anleihebedarf möglichst zu vermindern. Unterstaatssekretär Fled bittet, den Antrag abzulehnen. Die Resolution der Kommission und der Antrag Arnim- Züsedom werden angenommen. Nach kurzer weiterer Debatte wird die Vorlage angenommen. Bu der dritten Beratung der Sekundärbahnborlage liegt ein Antrag Macco( nail.) vor, die durch den Antrag b. Arnim gestrichenen 50 Millionen bei den Betriebsmitteln wieder einzusehen. Abg. Dr. Dahlem( 3.) beklagt die geringe Berücksichtigung von Nassau in der Vorlage. Abg. Macco( nati.) begründet seinen Antrag. Abg. v. Arnim bittet, es bei dem Beschluß der 2. Lesung zu belaffen. Abg. Cahensly( 8.) spricht ebenfalls für die weitere Aufschließung des Westerwaldes. schließung des Westerwaldes. Der Antrag Macco wird abgelehnt. Die Vorlage an. genommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Aus der Frauenbewegung. Was sollen die Arbeiterinnen lesen? wirtschaftlichen Kämpfen ist die Breffe. Sie ist der Brennpunkt, in Ein unentbehrliches Hülfsmittel in den heutigen politischen und dem sich alle Nichtungen und Bestrebungen der einzelnen Klassen und Parteien konzentrieren. Die bürgerliche Presse allerdings ist nur der Reflex bemagogischer, frömmelnder und mordspatriotischer Tendenzen, die durchweg darauf ausgehen, die allmählich erwachende arbeitende Klasse auch weiterhin am Gängelbande zu führen, sie zur Dennut, Unterwürfigkeit und Fürstenverherrlichung zu erziehen und sie auf den Himmel zu vertrösten. Mit frommen Traftätchen und wässerigen Bibelsprüchen sättigt man das darbende, hungernde Volt, um es auf der anderen Seite durch Wucherzölle, indirekte Steuern und politische Rechtlosigkeit des Unentbehrlichsten zum Leben zu berauben. Die bürgerliche Bresse steht im Dienste des Kapitalismus und hat das größte Interesse an der Zurückdrängung der vorwärtsstrebenden, um ihre Rechte kämpfenden Arbeiter. O Für die Arbeiterfrau tommt hier noch ganz besonders ein Punkt in Betracht: die politische und soziale Rechtlosigkeit des weiblichen Geschlechts in einer Zeit, wo acht Millionen deutscher Frauen ge zwungen find, oft unter den schwersten, schädlichsten und ents würdigendsten Anforderungen in gewerblicher Beschäftigung ihr Brot zu verdienen. Alle Anträge von sozialdemokratischer Seite in den Barlamenten wurden bisher stets mit den lächerlichsten Argumenten Nächste Sibung: Donnerstag, 1 Uhr( Kleine Vorlagen: und Schlagwörtern abgetan, oft genug sogar mit bitteren und Polizeifoftengeses). Schluß: 2% Uhr. Aus Induftrie und Handel. Ein Streif. 0 schamlosen Spöttereien übergossen. " 1 allerschwersten Erschütterungen im Wirtschaftsleben hervorrufen.( Sehr richtig! links.) Darum handelt es sich hier hervorrufen.( Sehr richtig! links.) Darum handelt es sich hier in der Tat um eine Frage, in der der Norden gegen den Güden steht, um eine Frage, die die wirtschaftliche Einheit des Reiches aufs schwerste gefährden kann. Wenn die preußische Regierung ein Gefühl hätte für das, was im Interesse der nationalen Einheit notwendig ist, dann würde sie sich in dieser Frage auf den Boden der Reichsverfassung stellen. Unsere Bäter und Großbäter haben genau gewußt, was fie taten, als sie die Stromzölle abschafften.( Sehr richtig! links.) Nun noch ein Wort zu den Strombaufaffen. Nach meiner Ansicht werden sie zu Interessen gegensägen zwischen den beteiligten Staaten führen. Was die Tariffeftfeßung anlangt, so ist das eine Frage, bei der der Reichstag seine Rechte wahren muß. Der preußische Minister hat an anderer Stelle erklärt, die Festsetung der Tarife fei natürlich eine Sache der Krone, da habe der Reichstag Die bürgerlichen unparteiischen" Blätter spekulieren auf die nicht mitzusprechen. Diese Auffassung ist falsch. Der niedrigsten Instinkte der unaufgeklärten Volksmassen, indem sie ihre Reichstag muß darüber wachen, daß diese Auffassung Spalten mit dem ödesten Klatsch, den blutigsten Schauergeschichten, nicht in die Wirklichkeit übergeführt wird. Sollte den intimsten Familienangelegenheiten einzelner Personen füllen das Ziel, was Rechte und Zentrum erftreben, erreicht werden, so hat dessen ungeachtet der Reichstag das Recht, die Tarife festzuund somit auf die Hirne der Leser verdummend wirken. Ab und zu bringt man auch mit schmagendem Behagen die Nachricht, daß diefer feten und über alles zu wachen, was in dieser Beziehung geschieht. Die Verteidiger ber göttlich kapitalistischen Wirtschaftsordnung ( Sehr richtig! links.) Kein Wort steht in der Verfassung, daß das ein Kronrecht sei, dagegen wird flipp und flar ausgesprochen, daß laffen es oft fich angelegen sein, die Riefengewinne, die die Bant- oder jener Kommerzienrat und Millionär es vom armen Schlucker durch Fleiß und Sparfamkeit" zu seiner jezigen Größe gebracht die Tariffestsehung tönige und Industriebarone einstreichen, als gerechten Lohn für deren habe, und schließt daraus die Folgerung, daß es jeder Arbeiter, ein Hoheitsrecht des Rejces eminent wichtige Arbeit im Wirtschaftsprozeß anzusprechen. Man sollte Besonders die die bekannten Familienblättchen arbeiten mit mäßiges, gefetgeberisches Recht des Reichstag 3. mitarbeite, gäbe es überall Stockung, fo daß es für die Menschheit sentimentalen Erzählungen auf die Verschleierung der Gegensätze hin. fei.( Sört! hört! links.) Es ist also ein verfassungsglauben, ohne den Unternehmer ginge es gar nicht; wenn dieser nicht wenn er nur wolle, ebensoweit bringen könne. Selbst wenn die Agrarier ihren Plan durchsetzen könnten, würde eigentlich kein größeres Unglück geben könnte, als wenn es den In Die entseglichen Zustände in unserer heutigen Gesellschaft, die der Reichstag nicht dulden, daß die Tarife auf den Wasserstraßen dustriellen einmal einfallen sollte zu streiken. Und nun haben grauenhafte Ausbeutung der Frauen und Kinder, die Sklaverei der werden, wie das bei den Eisenbahnen der Fall ist. Es steht hier die Herren die Arbeit wirklich eingestellt. Die schrecklichen Folgen Dienstboten und ländlichen Arbeiter, die erschütternden Bilder der Heimindustrie sucht man zu verschleiern. Erst kürzlich schrieb ein ein außerordentlich wichtiges Reichsrecht in Frage und Reichsrecht werden sich sicher in den nächsten Tagen bemerkbar machen. Die ist Reichstagsrecht, in letter Linie also Wolfsrecht. Wir als Ver- Ausständigen haben auch bereits das Streitgebiet verlassen. Die katholisches Drgan, daß man den Weg durch dieses irdische„ Tränentreter des Bolles haben darüber zu wachen, daß dieser Eingriff in Dauer der Arbeitseinstellung ist auf zirka fünf Wochen festgefeßt. tal" aufnehmen müsse, je mehr man hier erdulden müsse, desto größer Das Reichsrecht nicht geschieht, und wir als Umstürzler müssen Streitbruch ausgeschlossen. Streitpostenſtehen ist nicht nötig. Auch würden die Freuden und Herrlichkeiten im Jenseits sein. Natürlich dafür sorgen, daß Preußen die Reichsverfassung nicht umstürzt. werden die Ausständigen nicht von der Polizei belästigt. Im Gegen war's ein Blättchen für Dienstboten, nicht für Herrschaften, das jene ( Sehr gut! links. Lachen rechts.) Hoffentlich stoßen wir in dieser teil, fie erfreuen sich der weitgehendsten Unterstüßung staatlicher und Frage im Reichstage und auch anderwärts noch einigermaßen auf tommunaler Behörden, sie genießen Fahrpreisermäßigung und werden Verständnis. Sollte das nicht der Fall sein, so hoffe ich, daß die Masse des Volkes bei der nächsten Gelegenheit die richtige Antwort gratis gefüttert und getränkt. Am 80. März abends rollte aus dem Bahnhof Friedrichstraße darauf gibt.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Minister Breitenbach: Die Sozialdemokraten haben mich jüngst ein Extrazug mit Wagen nur zweiter Güte, der direkt bis Wien mit einem brutalen Unternehmer und südamerikanischen Stlaven- durchgefahren ist. Die Insassen gehören dem Bunde Berliner Kaufbaron berglichen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Heute leute und Industrieller an und haben den verwegenen Entschluß haben sie mir den Vorwurf der Erpressertaktik und Jlloyalität ins gefaßt, ohne Rücksicht auf das Wohl des Vaterlandes, diesem für die Stimmung der Mehrheit dieses Hauses zur Frage der Schiff Geficht geschleudert; ich protestiere gegen diese Ausbrüde. Ueber 5-6 Wochen ihre unentbehrliche Arbeitskraft zu entziehen und eine fahrtsabgaben hat die Debatte uns Klarheit berschafft.( Choi fogenannte Studienreise zu unternehmen. In Wien sind die Herr links.) Dem Abgeordneten David bemerke ich, daß er mich miß- fchaften von den städtischen Behörden festlich empfangen und reich verstanden hat; die Interpretation der Verfassung soll durch lich bewirtet worden. Aehnliche Strapazen sind den„ Walzbrüdern" Am 2. April geht die Fahrt weiter Gesetz erfolgen, der Reichstag wird also gehört noch mehrfach zugedacht. werden. Herrn Schrader weise ich darauf hin, daß früher frei nach Budapest, dann nach Sofia, Konstantinopel, Athen, Korfu, finnige Abgeordnete sich für Schiffahrtsausgaben ausgesprochen Neapel, Rom usw. haben, so Eugen Richter im Jahre 1894 und Theodor Barth im Die ganze Bartie toftet den Teilnehmern, dank diverfer PreisJahre 1886. Die hier geäußerten Bedenken werden durch unfere ermäßigungen, nur 1500 m. Wegen der günstigen Gelegenheit wollte Vorlage hoffentlich zerstreut werden.( Bravo! rechts.) Abg. Bogt- Hall( wirt. Vg.) polemisiert gegen den Abgeord- man zunächst die pp. Gefährtinnen mitnehmen. Bis furz vor Abfahrt neten David. Württemberg fei für die Redartanalisierung auf batten fich jedoch so viele tommandierenden Generale aus Industrie und Handel von ihrer Ueberflüssigkeit überzeugt und sich zur Mitreise die Schiffahrtsabgaben Preußens angewiesen. Abg. Günther( frs. Vg.) erklärt sich gegen die Schiffahrts- entfchloffen, daß für Vertreterinnen des zarten Geschlechts fein abgaben. Der§ 19 des preußischen Gesetzes ist in Sachsen nicht als Bläschen übrig blieb und manche Dame sich nun mit den Vorschußbundesfreundlicher Aft angesehen worden. Die fönigl. sächsische freuden von der Studienfahrt begnügen muß. Die Gewaltigen der Staatsregierung wird in dieser Frage wohl auch kaum von dem Bankwelt und der Industrie beweisen durch ihre korporative Abeinmal eingenommenen Standpunkt abgehen. Das geht jedenfalls wesenheit, daß es auch ohne sie geht. In 99 von 100 Fällen wird aus den Erklärungen der fächsischen Regierung noch aus letzter Beit ja die geistige Arbeit, die man den Gewinneinstreichern anrühmt, hervor. Das Königreich Sachsen ist wie kein anderer Bundesstaat auf die Industrie angewiesen. Es kann unmöglich dulden, daß von bezahlten Angestellten geleistet. diese Industrie durch Schiffahrtsabgaben geschädigt werde. Möge Der Optimist als Verteidiger der Syndikatspolitik. der deutsche Reichstag dafür sorgen, daß die Reichsverfassung feinen Schaden erleidet! Es ist nicht zu billigen, daß Preußen einen Man kann gerade nicht sagen, daß die Leitungen der Rohstoffmoralischen Drud auf andere Bundesstaaten ausübt.( Buruf bei synditate und des Stahlverbandes die Verhältnisse auf dem Weltden Sozialdemokraten: Einen unmoralischen Drud!) Jawohl, markt richtig beurteilt haben; im Gegenteil, die optimistischen einen unmoralischen Druck. Stimmungsbilder, die von jener Seite verbreitet wurden, ton Bizepräsident Kaempf: Sie haben der preußischen Regierung trastierten in frasser Weise mit den tatsächlichen Verhältnissen. Aber borgeworfen, einen unmoralischen Druck auf die anderen Bundes- die Verbände kämpften für ihre Konjunkturpreise. Und so lange der ftaaten ausgeübt zu haben. Das ist unzulässig; ich rufe Sie zur Ordnung. Umschlag am Wirtschaftsmarkt nicht greifbar war, konnten die Weisheit auftischte. Deshalb hinaus aus dem Hause mit den Klatsch- und Verdummungsblättern! Arbeiterfrauen, abonniert auf die Arbeiter3eitung, die den Kampf gegen jegliche Unterdrückung und Ausbeutung führt. Vor allem aber, Genossinnen, left die Gleichheit", die schneidige Workämpferin für Frauenrechte, die wadere Streiterin gegen die grenzenloſe Unterdrückung und Ausbeutung, die glänzende, lichtvolle Belehrerin in allen politischen, wirtschaftlichen, fozialen und ethischen Fragen, die sichere, vorwärtsschreitende Führerin auf dem Wege zur Freiheit und Erlösung. In keinem Arbeiterheim dürfte diefes Drgan fehlen, das eine Fundgrube an Wissen, ein nie versiegender Quell der Belehrung und Aufklärung, eine unerschöpfliche Rüstkammer für den politischen und wirtschaftlichen Stampf ist. Nicht zu vergessen, die prächtige Stinder beilage, die von dem verderblichen Schund der heutigen rohen und Genoffinnen! Lest die Arbeiterpresse, den Vorwärts" und die geschmacklosen Jugendliteratur fich wohltuend abhebt. " Gleichheit"! Reliktenversorgung. Bei der Beratung der Beamten, Wittenund Waisenversorgung im anhaltischen Landtage bemühten unsere Parteigenossen sich vergeblich, für die Witwen der Unterbeamten einen höheren Prozentfas als 25 Broz. des letzten Diensteinkommens herauszuschlagen. Nach dein Regierungsentwurfe würden die Witwen der höheren Beamten fünftig Benjionsbeträge bis zu 2500 M. beziehen, während die niedrigste Witwenpension 350 M. betragen soll, also um 2150 M. unter dem Höchstsatze bleibt. Ohne finanzielle Mehebelastung des Staates hätte sich nach Ansicht der sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten ein gerechter Ausgleich dadurch schaffen lassen, daß man oben fortnahm, um unten zuzulegen. Allein die Staatsregierung versteifte sich auf ihre Gesezesvorlage, die dann auch angenommen wurde. Gewiß ist die Neliftenversorgung der anhaltischen Unterbeamten dürftig genug, aber sie steht doch nicht bloß auf dem Papier, wie die im Jahre 1902 von der Reichsregierung versprochene Versorgung" der Hinterbliebenen von Arbeitern aus den Ueber. schüssen der Zölle. Orts- Krankenkasse Deutscher Metallarheiter- Verhand Zentralverband Schmiede strakentafe Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Sof I. Amt 3, 1289. Charitéstraße 3. Hof III. Amt 3, 1987. Zahlstelle Berlin. Bureau: Stralauer Straße 48. Telephon: Amt Ia, Nr. 7779. Sonntag, den 5. April 1908, vormittags 9½, Uhr: der Schmiede usw. Sonnabend, 11. April, abends 8 Uhr, bei Tabert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg: 2496L Sonntag, den 5. April, Außerordentliche General- Versammlung Ordentl. General- Versammlung. Nur noch kurze Zeit! vormittags 10 Uhr bis nachm. 1 Uhr, finden die Wahlen der Delegierten zum diesjährigen in den Musikerfälen", Kaiser Wilhelm Straße 18 m. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die ftatigehabte Revision im Bezirk 11. 2. Wahl eines Bureauangestellten für die Registratur. 3. Wahl der Delegierten zum Gewerkschaftskongreß. 4. Aufstellung der Kandidaten für die Delegierten zum Verbandstag. 5. Stellungnahme zu den Anträgen zum Verbandstag. 6. Anträge und Verschiedenes. Kollegen, wir richten an Euch das dringende Ersuchen, für einen guten Besuch dieser Versammlung zu agitieren, da die Tagesordnung für alle Kollegen durchaus wichtig Die Vertrauensleute haben die Pflicht, die Kollegen für 1. Vorlage der Jahresrechnung 1907. 2. Bericht der Revisoren und Antrag auf Erteilung der Decharge. 8. Statutenänderung:§ 28( Erhöhung der Beiträge) f.§ 39. 4. Berschiedenes. 11995 Der Vorstand. 3. A.: Ad. Pilgrim, Borfigender. Gewerkschaftskongreß als wie auch die zum Beluch blejer Versammlung anzubaliem. Sorgt te bou Orts- Krankenkaffe Eine Partie Urabstimmung über Neuregelung unserer Generalversammlung in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Obiglos Festsäle, Schwedterstr. 23. Borussia- Säle, Ackerstr. 6/7. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderftr. 42. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Sauers Restaurant, Schönhauser Allee 134a. Litfins Festsäle, Memelerstr. 67. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal 1). Fröhlichs Restaurant, Muskauerstr. 1. Grumbachs Festsäle, Schönleinstr. 6. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenſtr. 3. Thiel, Rixdorf, Bergstr. 152. Hoppe, Rixdorf, Hermannstr. 49. Fritsch, Steglit, Florastr. 2a. Huth, Spandan, Linden- Ufer 17. Warnecke, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Lehmann, Köpenick, Bahnhofstr. 40. Roßkopf, Weißenfee, König- Chaussee 38. Halfes, Tegel, Brunowstr. 23. Rozycki, Pankow, Kreuzstr. 4. Ohne Mitgliedsbuch fann niemand wählen! Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Otto Handke, Charitéstr. 3. Die Ortsverwaltung. Verband deutscher Gastwirtsgehülfen. Drtsverwaltung Berlin II.- Abteilung für das Hülfspersonal. Bureau und Arbeitsnachweis: Große Hamburger Straße 18/19. Tel.: Amt 3, 1813. Achtung! Achtung! Freitag, den 3. April, nachts 12 Uhr, in den Industries Festsälen, Beuthstraße 19/20: Oeffentliche Versammlung für das im Gastwirtsgewerbe beschäftigte Hülfspersonal: Zapfer, Hansdiener, Hoteldieuer, Kupferpuker usw. Zages Ordnung: 1. Weshalb fordern wir die Ausdehnung der Arbeiterschuhs gesetzgebung auf das Hülfspersonal im Gastwirtsgewerbe? Referent: Kollege R. Diefing. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Kollegen! Das Hülfspersonal im Gastwirts gewerbe gehört zu den am schlechtest gestellten und von der Arbeiterschutzgesetzgebung am meisten bernachlässigten Arbeiterberufen. Beweist durch den Besuch dieser Ber fammlung, daß Ihr damit nicht länger einverstanden seid. Der Einberufer. NB. Bei Arbeitslosigkeit ersuchen wir die Kollegen, unseren lostenlosen Arbeitsnachweis in Anspruch zu nehmen. 11935 Arbeiter- Abstinenten- Bund. Ortsgruppe Berlin. Freitag, den 3. April 1908, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung im Englischen Hof", Neue Roßftr. 3. " 1. Bortrag des Benoffen Albert Sohn über Arbeiterverficherung and Alkoholfrage". 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Sonntag, den 5. April 1908, abends 6 Uhr, im„ Neuen Klubhaus", Stommandantenstr. 72: Humoristischer Abend. Unter anderem Rezitationen vom Genossen G. Davidsohn. Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Billetts a 10 Bf. find beim Genossen E. Spießhofer, Bankom, Kaiser- Friedrich- Straße 68, und beim Unterzeichneten 285/13 zu haben. Um zahlreichen Besuch beider Veranstaltungen bittet Der Vorstand. J. A.: Paul Lenzner, O. 34, Borndorferstraße 59. Kranken- Unterstübungsbund der Schneider Das Bureau befindet sich vom 3. April ab 11915* Engelufer 19, vorn parterre. Die Ortsverwaltung. zähliges Erscheinen. Mitgliedsbucb legitimiert. Ohne dasselbe hat kein Kollege Zutritt! Die Ortsverwaltung. 176/ 3* Möbel komplette Einrichtungen von den einfachsten bis zu den elegantesten. Möbel schon von 1 Mark wöchentl. Teilzahlung an. S. Gottlieb Rosenthaler Straße 54, I. Allerbequemste, wöchentliche Teilzahlungen. Eigene Werkstätten! H.Kunz Für bestes u. trockenes Material garantiert! Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. des Maurergewerbes zu Berlin. Donnerstag, den 16. April cr., abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal 3: General- Versammlung der Vertreter d. Kaffenmitglieder und der Arbeitgeber. Zages Drdnung: 1. Borlegung des Verwaltungsberichtes und Rechnungsabschlusses pro 1907. 2. Bericht der Prüfungs. tommission und Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 3. Antrag auf Bewilligung einer Entschädigung für die Kaffenmitglieder des Rechnungsausschusses. 4. Ver schiedenes. Berlin, 1. April 1908. Der Vorstand. 10095* M. Daehne, Borfizender. E. Stmanowski, Schriftführer. Bei Husten, Heiserkeit wirten Boichels Hustentropfen #berrafenb schnell und sicher. Nur echt, wenn mit Marke ,, Medico" Derich offen. lafche 50 B In den meisten Drogerien, und be Otto Reichel, Berlin 48, Eisenbahnstr.4 Zum InventurRäumungspreis! Smyrna Teppiche imit. ein farbenprächtiges Gewebe in echt orientalischen Mustern 90X165 cm M. 4,85( Wert 6,50) " 9" 19" 8,25 99 12,75 18,00 28,75 39,00 5 11,50) 17,50) " 24,00) 36,00) " " 48,00) 99 97 130X195 160X230 200X300 250X350 300X400 Pass. Bett- und Pult- Teppiche Stück 1,75, 2,25 a. 3,00 Mark. "" " Nach auswärts per Nachnahme. Teppich- Spezial- Haus Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882: nur Oranienstr. 158. Habe nirgends Filialen! 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Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 79. 25. Zchrgang. 2. WM des Joiutts" Kttlim Dovaerstag. 2. Apck 1908. An unsere Korrespondenten und Mitarbeiter, ob staudige oder gelegentliche, möchten wir das Ersuchen richten, alle für die Redaktion bestimmte Sendungen und Zuschriften ausschließlich:„An die Redaktion" zu adressieren und nicht an die persönliche Adresse eines bestimmten Redakteurs. Es ist das dringend nötig, sollen unliebsame Verzögerungen vermieden werden. Lia Opfer des Polizcilchutzcs für sandorf kst der Lithograph Haberkern geworden. Ueber die Waren- Häuser der Firma Jandorf hatte, wie noch in frischer Erinnerung ist, die Arbeiterbevölkerung Berlins im Herbst den Boykott verhängt. Die s�irma rief die Polizei zu Hülfe, diese stellte sich bereitwilligst zur Verfügung— wie immer, wenn es gegen die Arbeiterklasse geht, die einen Streik oder einen Boykott durchfechten mich— und so gab es denn vor Jandorfs Warenhäusern bald auch die üblichen Menschenansammlungen, die überall zustande kommen, wo Polizei umhersteht. Noch am Abend des S. November, als be- reits die Verhandlungen über die Beilegung des Streites zum Ab- schhch gelangt waren, führte vor dem Jandorfschen Warenhause an der Brunnen- und Veieranenstrasie sowie in den benachbarten Strichen der ,ZerstreuungS"-Eifer der Polizei zu stürmischen Szenen. Einer derjenigen, die bei dieser Gelegenheit festgenommen wurden, war Haberkern. Am Mittwoch hatte er vor der 133. Schöffen- abteilung des Amtsgerichts Berlin-Mitte sich zu verantworten unter der A n k l a g e. am 9. November abends um �/«11 an der Kreuzung der Veteranen- und Fehrbelliner Straße trotz der dreimaligen Aufforderung, die von einem Polizeihauptmann an die Menge gerichtet worden fei. sich nicht entfernt zu haben.(Vergehen gegen Straf« gesetzbuch ß 316 Abs. 1). Die Vernehmung des Angeklagten ergab, daß er an dem- selben Abend schon einmal, etwa um 3/49, den Polizeieifer zu spüren f ekriegt hatte. An der Ecke der Brunnen- und der Veteranenstraße ollte er der Aufforderung eines Schutzmanns zum Weitergehen nicht Folge geleistet haben, daher wurde er festgenommen und in einen Keller des Jandorfschen Warenhauses gesteckt, den die Firma für diesen Zweck hergegeben hatte. Als H. wieder entlassen wurde, ging er in ein Bierlokal der Brunnen- striche. Er versichert, er sei dort bis nach VzU geblieben und habe dann mit einem Begleiter durch die Veteranenstraße, die bereits menschenleer war und daS normale Bild bot, nach seiner in der Schönhauser Allee gelegenen Wohnung gehen wollen. An der Ecke der Veteranen- und der Fehrbelliner Straße habe er noch eine kleine Menschenansanunlung bemerkt. Er wisse nichts davon, daß hier ein Polizeihauplmann dreimal aufgefordert habe, sich zu entfernen. Er habe nur mit angehört, wie ein Polizei- Hauptmann einem Angetrunkenen riet, sich weiter zu trollen. Mit Bezug hierauf habe er, der Angeklagte, zu seinem Begleiter gesagt, „so anständig" solle die Polizei immer ver- fahren. Schon wollte H. gehen, da hörte er hinter sich kommandieren:„Den Mann hier nehmen Sie festl" und im nächsten Augenblick wurde er verhaftet. Anders wurde der Hergang von dem Polizeihauptmann Paul Schmidt dargestellt, der als Zeuge geladen war. Schmidt sagte ans, gerade H. sei von ihm längere Zeit in der Menge beobachtet worden, er müsse auch alle drei Aufforderungen gehört haben. H. habe gestikuliert, anscheinend habe er kritisierende Bemerkungen über die Polizei gemacht. Er selber, der Herr Hauptmann, habe nach jeder Auf- forderung„mehrere Minuten" gewartet, auch nach der dritten„noch einige Minuten", dann erst habe er H. herausgreifen lassen. Er habe ihn genau wiedererkannt. Als der Verteidiger Rechts- anwalt Dr. Theodor Liebknecht durch eingehende Be- fragung festzustellen suchte, daß auch ein Polizeihauptmanu irren kann, regte Herr Schmidt sich gewaltig auf. Liebknecht erinnerte daran, daß die Sache schon einmal verhandelt, aber vertagt worden ist, weil zur weiteren Aufklärung noch Zeugen gebraucht wurden. Damals habe der Herr Hauptmann gesagt, er wisse nicht genau, ob H. der richtige sei, heute aber erkläre er. daß er eS genau wisse. Der Vorsitzende �stellte aus dem Protokoll fest, daß Schmidt damals gesagt hat:„Ich glaube, den Täter wiederzuerkennen." Zeuge Schutzmann Pohle, der H. auf den Befehl des Hauptmanns festgenommen hatte, wußte selber nicht, ob der Hauptmann die Menge aufgefordert habe, sich zu entfernen. Er habe nur gehört, daß Hauptmann Schmidt„zur Menge etwas sagte". Haberkerns Begleiter Höhne be- kündete, daß auch er keine Aufforderungen gehört habe, und er unterstützte H.S Angabe, daß der gar nicht iu einer Menge gewesen sei. Auch ein anderer Zeuge sagte ganz ähnlich aus. Als ver- sucht wurde, noch einmal die Länge der Pausen festzustellen, die zwischen den Aufforderungen vergangen seien, erklärte jetzt der Hauptmann, es könnten 5 Minuten oder auch 10 Minuten gewesen sein. Der Hinweis aus die Unsicherheit seiner Angaben führte aufs neue zu einem erregten Auftritt. Trotz allen Widersprüchen der ZengenauSsagen hielt der Staatsanwalt den Angeklagten für überführt. H. habe fich gegen die öffentliche Ordnung vergangen, daS Ansehen der Schutzmannschaft müsse geschirmt werden, er ver- diene 100 Mark Geldstrafe. Noch einmal wurden jetzt die besonders in Frage kommenden Zeugen vorgerufen, noch einmal wurde H.S Begleiter auf die Folgen eines Meineids hingewiesen. Er blieb dabei, H. fei nicht in der Menge ge- Wesen; und wieder stimmte der andere Zivilzeuge bei. Und auch der Polizeihauptmann blieb dabei, H. sei doch in der Menge gewesen. Rechtsanwalt Liebknecht betonte die Unvereinbarkeit der Widersprüche. Der Polizeihauptmann stehe allein da, auch durch seine Beamten werde seine Aussage nicht unterstützt. Er könne sich irren, auch habe er in der ersten Verhandlung sich»veniger bestiinmt geäußert. Glauben verdiene nicht die Aussage deS Polizeihauptmanns; er gehöre zu jenen Zeugen, die man gerade deshalb mit Vorsicht aufnehmen müsse, weil sie die Möglich- teit eines Irrtums für ganz ausgeschlossen halten. Glauben verdiene die Aussage der beiden Zivilzengen. H. könne bei so kurzem Verweilen nicht drei Aufforderungen gehört haben, die durch Pausen von fünf bis zehn Minuten getrennt waren. Er fei freizusprechen. Das Gericht kam zu einem Schuldigspruch. Daß Auf- forderungen ergangen waren, habe H. wissen müssen. Warum? Nach eigener Angabe habe er die Menge lärmen gehört, da habe er sich sagen müssen, daß die Menge allemal dann lärmt und johlt, wenn sie aufgefordert wird, sich zu entfernen. Auf Grund dieser Logik wurde Haberkern ver» urteilt zu 60 Mark Geldstrafe(oder 10 Tage Haft). lernfreudig" gemacht werde. Diese unabweisbare Pflicht hätten Staat und Gemeinde bis jetzt„edlen Menschenfreunden und Wohl- tättgkeitsvercinen" überlassen, was, wie Herr Ernst wörtlich sagt,„zwar bequem und billig sei", aber auf einer völligen Verkeimung der Wichtigkeit des vorschillpflichtigen Alters für die ganze spätere Entwickelung des Menschen beruhe. Im Gegensatz zu seinen liberalen Freunden im Berliner Rathaus ist Herr Ernst der Ansicht, daß die in Berlin vorhandenen Kinderfürsorgeanstalten dem vorhandenen Be- dürfnis nicht entsprechen, und wiederum im Gegensatz zu seinen liberalen Freunden meint er, daß namentlich der „großarttge" Aufschwung der Industrie es der Arbeiterfrau unmöglich macht, ihren Mutterberuf zu erfüllen. Nur wenige Wochen sind es her, daß der Berliner Rathaus- freisinn den Antrag unserer Fraktton, städtische Krippen und Kindergärten zu errichten, abgelehnt hat. weil die Annahme eines solchen Antrags„die Zerstörung des Familienlebens zur Folge hätte". Meinte doch sogar einer der freistningen Herreu: „Es sei zwar traurig, daß manchmal die Mutter auch auf Arbeit gehen müsse, häufig liege aber dazu gar keine Nottvendigkeit vor, sondern nur die Sucht, etwas mehr Geld für Genuß- zwecke zu erwerben". Ernst erwähnt freilich die ganze Berliner RathauSverhandlung mit keinem Worte, mit keiner noch so leisen Andeutung. Ja, er be- zeichnet den für Berlin schändlich geringen Zuschuß von 30 000 M., den die Stadt einigen wohltätigen Kindergarten-Bereinen gewährt, als„gewiß dankenswert". Dieses verfehlte Kompliment ändert nichts an der Tatsache, daß ein Schulfachmann, selbst wenn er freisinnig ist. die Freisinnigen iin Berliner Rathause wegen ihrer sozialen Rückstäudigkeit an den Pranger stellen und unserem Anttage das Wort reden muß I Die Verletzung des Briefgeheimnisses. Ueber diesen Gegenstand wird uns geschrieben:„Die letzt- tägigen Debatten im Reichstage zwischen den Herren Staatssekretär Krätke und Abgeordneten Bebel über die Verletzung des Brief- geheimnisses geben mir Veranlassung, auf einen Uebelstand in dem Bereiche der Postverwaltung hinzuweisen, der nicht dazu beitragen kann, daS Briefgeheimnis voll und ganz zu wahren, ja. der sogar die Gefahr in sich birgt, daß Briefschaften für den Adressaten über. Haupt verloren gehen können. Wenngleich ich auch in diesem Falle nicht von einer Pflichtverletzung unserer Postbeamten reden will, so ist es doch eine postalische Einrichtung, die hier das Verletzen des Briefgeheimnisses durch andere Personen begünstigt. Diese Ein- richtung betrifft unsere Briefkästen, und zwar die Ein- Wurfsöffnung derselben. Solange der Kasten nur bis zur Hälfte mit Postsachen angefüllt ist, mag sich die Art der Einwurfs öffnung noch bewähren, sobald aber die Briefkästen bis über die Hälfte gefüllt sind, ist es eine Leichtigkeit, mit der Hand einen Brief nach dem anderen- aus dem Kasten herauszunehmen Schreiber dieses hat, um sich von der Tatsache des Vorgesagten zu überzeugen, kürzlich 2— 3 Briefe ohne Schwierigkeit den gefüllten Briefkästen entnommen und es hätten noch mehr herausgenommen werden können. Natürlich wurden die Postsachen dem Kasten sofort wieder übergeben. Gewiß, ein großer Prozentsatz der nicht bestellten Postsachen mag auf diese Weise verloren gehen, sei es durch Markenräuber oder durch Leute, die die Neugierde zur Herausnahme der Brief- schaften aus den Kästen treibt. Die Einwurfsöffnung an unseren jetzigen Briefkästen ist, vom Standpunkte der Sicherheit aus be- trachtet, eben einfach unpraktisch und könnte bedeutend sicherer ein- gerichtet werden. Mir entsprechenden Vorschlägen würde Ein- sender dieser Zeilen der Postverwaltung gern an die Hand gehen Solange wir jedoch keine sicheren Postkästen aufzuweisen hvbcn, ist es ratsam, um sich vor Verlust seiner Briefe usw. zu schützen; Postsachen nicht in einen bereits stark gefüllten Briefkasten zu werfen, sondern sich lieber der kleinen Mühe zu unterziehen, einen etwas weiter abgelegenen, weniger angefüllten Kasten zu benutzen.� Berliner J�acbrichten* Ein freisinniger Schulmann gegen den Berliner RathanS-Freisinn. Im„Berliner Tageblatt' vom 1. April 1908 bespricht der freisinnige Landtagsabgeordnete und Schulrektor A. Ernst die Fürsorge für die noch nicht schulpflichtigen Kinder. Zu seinem Be- dauern künunern sich Staat und Gemeinde, obwohl sie daS Kind mit vollendetem sechsten Lebensjahr zum Schulbesuch zwingen, Vicht darum, daß dies kleine Wesen vorher schon«lernfähig und Die Versenbuna mehrerer Pakete mittels einer Postpaket- adresse ist für die Zeit vom 12. bis einschl. 19. April weder im inneren deutschen Verkehr noch im Verkehr mit dem Ausland— ausgenommen Argentinien— gestattet. Nach Argentinien können auch in dieser Zeit mehrere, jedoch höchstens drei Pakete, mit einer Postpaketadresse versandt werden. WaS ist ein Schnellzug? In der Bezeichnung der schnell- fahrenden Züge herrscht zum Teil immer noch eine gewisse Ver- »virrung. In den Fahrplänen und im Betrieb der Eisenbahnen »vird zwar jetzt allgemein und deutlich zwischen Schnellzügen und Eilzügen unterschieden, die sich eben dadurch von einander unter scheiden, daß sie Zuschlag haben oder nicht. Der Reichskanzler unterscheidet aber jetzt in einer Aenderung der Militär-Transport- Ordnung für Eisenbahnen wieder„zuschlagpflichtige Schnellzüge einschließlich der O-Züge und zuschlagfreie Schnellzüge(Eilzüge)". Er nennt also beide Gattungen Schnellzüge. Im Gegensatz dazu unterscheidet wiederum der preußische Kriegsminister zwischen Eil- zügen und Schnellzügen. In einein neuen Muster zu Urlaubs scheinen für Militärpersonen vom Feldwebel abwärts ist die Rede von der Benutzung von Eilzügen und von allen Schnellzügen. Davon unterscheidet aber wieder die preußische Militärverwaltung tarifarisch die O-Züge. Auf der Rückseite des Scheines heißt es: Bei Benutzung von O-(Durchgangs-) Zügen sind Schnellzugs- zuschlagskarten zu lösen. Militärpcrsoncn müssen demnach in Schnellzügen, die noch nicht in O-Züge umgewandelt sind, keinen Zuschlag bezahlen, wohl aber in O-Zügen. Die alte Platzgebühr erlebt also hier wieder ihre Auferstehung. Wenn in etwa zwei Jahren alle Schnellzüge in O-Züge umgewandelt sind, werden somit die Militärpersonen von allen Schnellzügen ausgeschlossen sein, vorausgefetzt, daß nicht inzwischen wieder ein neues Muster für Urlaubsscheine eingeführt wird.| Eine Klage über die Kriminalpolizei wurde uns dieser Tage übermittelt, die entschieden ein öffentliches Jittereffe besitzt. Borige Woche durcheilte die Stadt Schöneberg und Berlin die Nachricht der Auffindung von Leicheitteileu einer Frauensperson aus Schöneberg. Bald gelang es festzustellen, daß ein Mord vorliege und der Verdacht lenkte sich aus einen gewissen Wagner, der der Zuhälter der Ermordeten gewesen sein soll. Die Kriminal- Polizei setzte daraufhin alle Hebel in Bewegung, diesen Wagner zu ermitteln. Sie stellte fest, daß W. in der letzten Zeit in der Brunnenstraße 13 a bei einer Frau K. gewohnt habe und begab sich dahin. W. hatte sich aber hier seit etwa 1t Tagen nicht sehen lassen und nun galt eS, den W. irgendwo aufzufinden. Frau K. wurde aufgefordert, der Kriminalpolizei sofort zu folgen, um W. zu suchen. Man ließ der Frau K. gar nicht erst Zeit, sich entsprechend anzukleiden. Wie Frau K. ging und stand mußte sie mit. Zunächst ging eS per Droschke nach dem Leipziger Platz, aber hier war W., der handelte, nicht-zu sehen. Dann ging es zu Fuß durch die Leipziger Straße und die Friedrich- straße entlang bis zur Kranzler-Ecke. Auf diesem Wege, so be« hauptet Frau K., hätten die Beamten sie ständig vor sich her ge- stoßen. An der Kranzler-Ecke sei sie des Wagner ansichtig geworden und habe ihn den Beainten gezeigt, worauf die Festnahme W.'s erfolgt sei. Diese ganze Prozedur habe von l/s7 Uhr abends bis 1 Uhr nachts gedauert. Zum Schluß, so behauptet Frau K.. habe sie den Kommissar gebeten, ihr 10 Pf. zu geben, damit sie nach Hause fahren könne. Dieses Gesuch sei in schroffem, barschein Ton abgelehnt worden, wobei dem Sinne nach die Worte gefallen sein sollen, ob denn Frau K. denke, der Geldbeutel des Kommissar? sei so sehr groß. Es liegt kein ersichtlicher Grund bor, an den Angaben der Frau K. zu zweifeln. Ist dem aber so, dann muß daSVerfahren derKriminal» Polizei entschieden scharf getadelt werden. Mehr noch. Die Kriminal» Polizei kann bei allen Kapitalverbrechen der Mithülfe der Oeffcnt» kichkeit und des Publikums nicht enttaten; sie selbst fordert sogar in ihren öffentlichen Bekamitmachungen das Publikum zur Mithülfe auf. Im vorliegenden Falle hat die Polizei den W. auch nur fassen kännen, Iveil eine Privatperson ihr behülflich war. Die Art aber, wie die Polizei daS Publikum zu behandeln scheint, das mit ihr in Beziehung tritt, ist sicher nicht geeignet, andere Personen zu ver» anlassen, der Polizei auf Entdeckung von Kapitalverbrechen bezügliche Mitteilungen zu machen. In diesem Umgange mit dem Publikum scheint unsere? Er» achtens auch der Schlüssel zu liegen, wieso die Polizei trotz aller schönen Versprechungen auf Belohnung usw. immer mehr die Hülfe des Publikums entbehren muß und viele Verbrechen leider uuauf- gehellt bleiben._ Mörder Zirkus.„Die TodeSfahrt".„der Sturz aus dem siebenten Stock",„das Automobil in der Luft" und ähnliche sensationelle, itervenspannende Nummern sind beliebte Reklamemittel des Zirkus geworden. Alle niedrigen Triebe des Menschen aufzupeitschen, mit unheimlichen Wirkungen, die auf Leben und Tod gehen, Bestien- geschmack großzuftitten,, scheint der Zweck dieser grausigen Ex- perimente zu sein. Außer der allergemeinsten Spänuung bieten sie nicht das geringste Interesse, und diese Spannung konzentriert fich darauf, ob einer das Genick bricht oder nicht. Meistens geht'S gut. Aber häufig genug fällt ein Opfer auf dem Altar dieser Epe- kulatton. Der geringste Zufall, der außerhalb des Macht- bereiches menschlicher Geschicklichkeit und Berechnung liegt, genügt — und ein Zerschmetterter wird hinausgetragen. Das Publikum wird beruhigt, am nächsten Tage liest man eine dürftige Notiz und die Sache ist erledigt. Im Zirkus Busch ist der Fall wieder aktuell geworden. Ein französischer Artist, der hier ohne Verwandte und Bekannte ist, hat die verrückte Sensationsmanie mit dem Leben büßen müssen. Vorläufig ist die halsbrecherische Nmnmer vom Repertoire gesetzt. Aber schon sollen sich andere Männer— arme Teufel, durch die Not zum Aeußersten getriebene oder waghalsige Toren müssen es sein— gemeldet haben, bereit, dem Publikum für angemessene Bezahlung denselben Kitzel zu bieten und ihr Leben für eiite Nummer aufs Spiel zu setzen, die weiter nichts als ein frevel- hafter Wahnsinn ist. Wenn wir gegen diese und ähnliche Ausflüsse vom Geschäfts- interesse geborener, verrückter Sensationen protestieren, so geschieht das sowohl im Interesse der Opfer wie des Publikums. Wie das Leben der in gewerblichen Berufen tättgen Arbeiter zu schützen ist, so auch das von Artisten und angeblichen Artisten und das Publikum inuß geschlitzt werden vor solchen verrohenden und jedes feinere Em« pfinden verletzenden Darbietungen. Di« militärischen Berkehrsstörungea am WeinbergSweg. welche infolge unserer neulichen Beschwerde hierüber eine Weile ausgesetzt hatten, haben schon wieder begonnen. Dabei ist die Straße infolge der dort vorgenommenen Kanalisationsarbeiten derart beengt, daß sie stellenweise nur mit Lebeiiögesahr passiert werden kann. Sobald sich durch den Engpaß jetzt noch Militär windet, müssen die nur auf einem Gleise verkehrenden Straßenbahnzüge minutenlang halten, und das Publikum, welches ebenfalls nur auf den Fahrdamm an- gewiesen ist, wird rücksichtslos beiseite gestoßen. Fürchtet sich die tapfere Berliner Polizei, dem Militär die Benutzung des gesperrten Weges zu untersage»? Sonst müßte man verlangen, daß die Sperr- tafeln am Ende des WeinbergSwegeS die Worte tragen:»Auch für Militär gesperrt I" Eine volnminSf« Großtat— mit lautem Krach erzielte ein Rollkutscher vorgestern abend dadurch, daß er mit seinem voll- gepackten Möbelwagen die eiserne Anschlagsäule bei der Admiral- brücke, Ecke Kottbuser Ufer,— aus Versehen— anfuhr und in ihre Bestandteile zerlegte. Sockel, Schaft und Kranz mit rost- zerfressenem Deckel waren die Trümmer der gefallenen Pflaster- große, welche die Bordkante des Bürgersteiges in der Admiral- straße wie Teile eines riesigen Kanalisationsrohres bedeckten. Die Interna der Straßengröße waren bubenhaften Blicken enthüllt und gewährten Einblick in bedenkliche Rostzustände, so daß den maß- gebenden Faktoren der öffentlichen Arbeiten der Stadt Berlin eine Berücksichtigung der Erhöhung der leichten Standfestigkeit gegen Zerstörung durch Feuchtigkeit für die Zukunft auch dann empfohlen werden kann, wenn die Ausstellung der Anschlag- faulen Sache der Unternehmer ist. Rost schien auch die Ursache des Reißens der Verankerungen gewesen zu sein, durch welches daS Umfallen der Säule ermöglicht wurde. Ein aufregender Unglücksfall hat sich vorgestern auf dem Ge- sundbrunnen zugetragen. Der 1b Jahre alte Laufbursche Ernst Hock aus der Liebcnwalder Straße 30 hatte, auf einem Zweirade sitzend, eine Last auf dem Rücken fortschaffen wollen. Als er mit dem Rade von der Bad- in die Grünthalerstraße einbiegen wollte, geriet er zwischen einen Straßenbahnwagen und ein Lastfuhrwerk, und zlvar so unglücklich, daß er von der Deichsel des Lastioagcns vor die Brust gestoßen und gegen den Straßenbahnwagen ge- schleudert wurde. In bewußtlosem Zustande schafften Passanten den Verunglückten nach dem Lazarus-Krankcnhause, wo bei ihm eine schwere Gehirnerschütterung und innere Verletzungen festgestellt wurden. Der Zustand des jungen Menschen ist recht be- denklich. Die Arbeitslosigkeit. Eine traurige Aufklärung hat das Ver- schwinden des 50 Jahre alten Mechanikers Friedrich Gutschneidcr aus der Hennigsdorfcrstraße gefunden. G. ist als Leiche aus dein Nordhafen gelandet worden. Als Motiv zu dem Selbstmord wird dauernde Arbeitslosigkeit angegeben. Eine Schießaffäre hat sich gestern vormittag in der Flieder- straße 1 zugetragen. Dort feuerte der erst dieser Tage mit keiner jungen Ehefrau nach Berlin zu Besuch gekommene Steward Arthur Satz auf seine Frau, welche, an der Stirn getroffen, blutüberströmt zusammenbrach. Darauf richtete S. die Waffe gegen sich selbst und verletzte sich schwer. Ehemann und Ehcftau wurden nach dem Krankenhause Am Friedrichshain gebracht. Streitigkeiten sollen die Ursache der Tat sein. In ernste Gefahr gerieten gestern morgen Passanten in der Univcrsitätsstraße. Von dem obersten Stockwerk des am Neubau der Königlichen Bibliothek errichteten hohen Gerüstes löste sich plötzlich ein schwerer Balken und sauste mit großer Wucht auf die Straße hinab, wo er sich quer über Bürgersteig und Fahrdamm legte. Der Zufall fügte es, daß ein die Stelle passierender Rad- fahrer glücklicherweise die Gefahr rechtzeitig bemerkte und durch Zuruf die um diese Zeit dort zahlreich passierenden Menschen veranlassen konnte, sich in Sicherheit zu bringen. So ging die Sache noch glimpflich ab. Der Vorfall mahnt jedoch zu großer Vorsicht Dachstuhlbrände. Feuerwehrnachrichten. Der 15. Bug wurde in der letzten Nacht nach der Lübecker Straße 19 alarmiert. Dort war durch die Explosion einer Benzinlampe in einer Wohnung Feuer ausgelommen, wobei der Wohnungsinhaber Brandwunden an der rechten Hand erlitten hatte. Die Flammen hatten Papier, Möbel usw. ergriffen, fonnten aber bald gelöscht werden. In der Landsberger Allee 48 tam nachts um 1 Uhr Feuer aus. Auf dem Hofe brannten ein Wagen, Lumpen, Säcke u. a. Gestern früh wurde der 7. Bug um 6 Uhr böswilligerweise nach dem Küftriner Plaz gerufen. Der Täter entzog sich seiner Ergreifung durch eilige Flucht. Ferner hatte die Wehr in der Höchste Straße 26 zu fun, two Möbel usw. in Brand geraten waren. Schwefel brannte in der' VeteranenStraße 25, die Baltenlage ufiv. im 1. Stock und Erdgeschoß Thaer straße 57 und ein Schornstein Gräfestr. 5. Weitere Alarme veranlaßten das Ausrüden der Feuerwehr nach der Kochhannstr. 14, nach der Petersburger Straße 71, nach der Birkenstr. 28 und nach anderen Stellen. Gestern früh wurden 65 Rekruten bei der Feuerwehr eingestellt. " und vier Monaten Ge Der An zu das auch mit der nötigen Schärfe und wünschenswerten Deutlich- Freiheitsstrafen von drei Ein gewaltiger Dachstuhlbrand wurde gestern nachmittag noch feit. Das stieg dem Allgebieter aber mächtig in die Krone. Auf- fängnis erlitten. Durch die Verhandlung wurde festgestellt, daß aus der Dorotheenstraße 31 gemeldet. Als die Feuerwehr mit geregt unterbrach er unseren Genossen mitten im Sah, sich jede der Angeklagte am 31. Januar d. J., als er von einem Geburtsmehreren Bügen an der Brandstelle, die nahe der Bunsenstraße liegt, Stritit seiner und feiner Polizeibeamten Tätigkeit verbittend. Wenn tagsschoppen nach Hause zurückkehrte und seinen Knecht Mait anrückte, schlugen die Flammen schon an mehreren Seiten aus dem man etwas wolle, möge man sich bei seiner vorgesetzten Behörde beim Ausspannen antraf, ohne daß dieser wie befohlen, drei SandDache empor. Dichter Qualm füllte die Treppen und Bodenräume. beschweren. Genosse Ohl wies darauf hin, daß er wohl das Recht fuhren gemacht hätte, diesem einen Faustschlag unter das Ueber zwei mechanische Leitern wurde vorgegangen und Luft ge- habe, an den von der Gemeinde angestellten und besoldeten Be- Kinn verseht und darauf zum sofortigen Berlassen des Dienstes macht, mit vier Schlauchleitungen wurde längere Zeit unausgefest amten Stritit zu üben, dazu sei die Etatsberatung da. Hierauf aufgefordert hat. Als Mait dieser Aufforderung nachlam, folgte ihm Wasser gegeben. Erst nach mehrstündiger Tätigkeit fonnte die Feuer- entzog der Bürgermeister ihm das Wort. Sang- und klanglos der Angeklagte nach der Straße. Als hier Maik seinem Dienstwehr wieder abrüden. Der Schaden ist wieder ganz erheblich. wurde der Teil des Etats seitens der Bürgerlichen bewilligt, sogar herrn zurief, ihn hier auf der Straße in Ruhe zu lassen, da er hier Ein zweiter Dachstuhlbrand kam nachmittags im„ Bayerischen Viertel", eine Vermehrung der Polizei um 1 Wachtmeister und 4 Sergeanten doch nichts zu sagen habe, geriet Angeklagter derart in But, daß er Münchener Straße 16, einem ganz neuen Gebäude, das erst fürzlich wurde im Ramsch mitgeschluckt. 60 Mann( 1 Kommissar, 2 Wacht- ein Taschenmesser aus der Tasche hervorholte mit bezogen worden ist, zum Ausbruch. Die Flammen bedrohten das meister, 29 Sergeanten, 6 Vollziehungsbeamte, 4 Gemeindediener, den Worten: Ich reiße Dir die Kaldaunen aus dem Edhaus Nr. 17 an der Speherer Straße. Nach längerer Tätigkeit der Totengräber und der Rest Gendarmen) stehen jest dem Amts- Reibe!" einen Stich in den Unterleib zu versetzen Feuerwehr wurde auch dieser Brand auf seinen Herd beschränkt. vorsteher zur Verfügung, wenn die Revolution ausbricht oder fuchte. Der Angeklagte traf indessen nur den zum Schutze wenn in Ermangelung einer solchen vorläufig Streitposten zu ver- vorgehaltenen Handrücken der linken Hand. Die Verlegung vierzehn haften find. Werden fie aber auch sehen, wie u. a. in der belebten war eine sehr gefährliche, denn der Mann war Der Anklagebertreter beantragte Seestraße fast täglich Müllwagen auf offener Straße entleert Tage erwerbsunfähig. werden? Bur Aufbefferung der Gehälter der Lehrer und der wegen der an den Tag gelegten außerordentlichen Roheit Bureaubeamten find 24 000 Mart nachträglich in den Etat ein- eine Gefängnisstrafe von drei Monaten. gestellt worden. Eine der Gemeindevertretung zu machende Vor- geklagte sowohl als auch sein Verteidiger baten um die Vers lage soll die Verteilung der Summe regeln. Von unseren Ge- hängung einer, wenn auch noch so hohen Geldstrafe. Das nossen wurde beantragt, auch die Löhne der Gemeindearbeiter zu Gericht erkennt auf eine Freiheitsstrafe in Höhe von nur se ch s Der Vorfißende begründete diefes erhöhen, und zwar um 5 Pf. pro Stunde. Aber so bewilligungs- Wochen Gefängnis. Die luftig der Gemeindevorstand auch bei den Beamten war, so sehr Urteil auf den Hinweis derjenigen Angeklagten, Arbeiterstande angehören und die bei einer regte ihn dieser Antrag auf. Die Führung im Kampfe übernahm de m wieder der Bürgermeister. Zunächst führte er aus, daß die gleichen Roheit und den vielen Vorstrafen zweifellos Straßenfeger, um die es sich in der Hauptsache handelte, minder- bier bis sechs Monaten Gefängnis verurteilt würden. wertige Arbeiter seien, die froh sein können, noch Arbeit zu be- Man würde Klaffenjuftig üben, wollte man einen Angeklagten, der tommen, aus purem Mitleid schleppe man sie so mit durch, für in sozialer Hinsicht weit über dem Arbeiter stehen sollte, mit einer biele sei es eine wahre Wohltat, sich mal am Besen festhalten zu Geldstrafe belegen. fönnen". Gleich hinterher verriet er aber, warum diese Leute be- Uns dünkt, auch die im Verhältnis zu den Arbeitern gegenüber schäftigt würden; die Gemeinde müßte ihnen sonst Armenunter- üblichen Strafen auffallend niedrige Strafe gegenüber dem wegen stützung zahlen. Ja, wir" verstehen's! Haben billige Arbeits- Roheit ein duzendmal vorbestraften Hauseigentümer und Unterfräfte und sparen Armenunterstügung. Unsere Genossen wiesen nehmer läßt der Auffassung Raum, daß das Gericht troß der Abauf die herrschende Teuerung hin und auf den Umstand, daß die lehnung des Antrages, auf Geldstrafe zu erkennen, dem Einfluß der Löhne schon seit Jahren keine Aufbesserung erfahren haben. Ge- stlassenjustiz unterlegen ist. noffe Chl machte darauf aufmerksam, daß die Arbeiter feineswegs faulenzen dürfen, sondern ihr Bensum zu erledigen haben, auch habe er nicht den Eindruck gewonnen, daß es die Leute bei ihrer Die Straftammer in Dortmund berurteilte am Dienstag den gewiß nicht gefunden und sauberen Arbeit leicht haben. Das ehemaligen Generaldirettor der Caftroper Sicher brachte den Bürgermeister wieder gewaltig in Harnisch. Er be- heitsiprengstofffabrit, Dr. Wolpert, wegen Untreue streite dem Genossen Ohl, sich als„ Oberaufseher" der Gemeinde- zu 7500 M. Geldstrafe, im Unvermögensfalle zu einem Jahre Gearbeiter aufzuspielen, er und die Vorarbeiter wissen die Leistungen fängnis. Der Betriebsleiter Hartmann der genannten des einzelnen beffer zu beurteilen, als Genosse Ohl. Er verbittet Fabrik erhielt wegen Urkundenfälschung in drei Fällen sich wiederholt jede Kritik und macht darauf aufmerksam, daß die 4 Monate Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungs, Gemeindevertretung andere Arbeiten zu erfüllen habe, als dem haft für verbüßt erachtet wurden. „ Obersten der Oberen"(??) Gelegenheit zu geben, leere Reden zum Fenster hinaus zu halten". Es ist natürlich, daß sich unsere Genoffen das nicht ruhig gefallen ließen, so daß die Situation in diesem Augenblick eine hochdramatische war. Als der Bürgermeister unter dem Beifallegetose seiner Getreuen sich endlich wieder beruhigt hatte, übernahm die weitere Führung in diesem Intermezzo der Schöffe Dr. Kühnemann, der Sohn des bekannten Kühnemann". Er machte scharf. Ein Lohn von 35 Pf. pro Stunde ist zurzeit fein schlechter, er bekomme dafür alle Tage so viel Arbeiter als er haben wolle, und er wisse, daß sich seine Leute wohl dabei fühlten. Die Gemeinde habe aber auch gar tein Recht, höhere Löhne zu zahlen, das sei sie den Steuerzahlern, wozu auch die Fabrikanten gehören, schuldig. Das heißt, mit Rüdjicht auf die Privatunternehmer darf die Gemeinde nicht höhere Löhne zahlen als diese, und so wurde der Antrag dann auch abgelehnt. Bumpige 3000 Mart hätten genügt, jedem Arbeiter pro Stunde f zuzulegen. Werden diese Arbeiter denn endlich einsehen, wie töricht sie waren, als sie bei der vor kurzem stattgefundenen Wahl samt und sonders für die bürgerlichen Kandidaten stimmten? Pankow. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Bon feinem eigenen Wagen überfahren und schwer verletzt wurde gestern mittag der Kutscher Rattag, Friedrich- Karl- Blas 15 wohnhaft. St. tam auf einem mit Steinen beladenen Wagen den Kaiserdamm entlang gefahren, als er plöglich aus unbekannter Ursache vom Wagen fiel, so daß derselbe über den Leib und das linke Bein hinwegging. In schwerverlegtem Zustande wurde N. zunächst nach der Unfallstation in der Wilmersdorfer Straße 8 und von dort nach dem Krankenhause Westend gebracht. Jm Krankenhause Westend verstorben ist der Gepädträger Krische, der am Sonnabendabend auf dem Bahnhof Charlottenburg von einem ausfahrenden Buge erfaßt und niedergerissen wurde. N., der durch die Trittbretter girta 30 Meter weit mitgeschleift worden war, hatte schwere innere Verlegungen erlitten. Der Verstorbene hinterläßt Frau und zwei Kinder. Lichtenberg. Von der Neueinteilung der Polizeirevlere scheinen die Rentenempfänger nicht in Kenntnis gesetzt worden zu sein, denn am gestrigen Tage fonnte man dieselben scharenweise nach dem RatHause ziehen sehen, wo bisher die Polizeiverwaltung domizilierte, um von dort nach den einzelnen Revieren zu wandern. Die Einteilung der Reviere ist folgende: Revier I, Bureau: Scharnweber Straße 50, Ecke Finomstraße, umfaßt den gesamten Ortsteil vor dem Verbindungsbahnhof, also die Frankfurter Allee mit allen Nebenstraßen, ausschließlich der Häufer Gürtelstr. 1-6. Revier II, Frank furter Chauffee 119, umfaßt die Frankfurter Chauffee 1-46 und 111-156 mit allen Nebenstraßen; Weißenseer Weg, Landsberger Chauffee und den Ortsteil Wilhelmsberg. Revier III, Gudrunstr. 4, Ede Gunterstraße, umfaßt die Frankfurter Chauffee von Bürgerheimstraße bis Eckertstraße, einschließlich Neu- Lichtenberg und des Geländes am Zentralfriedhof bis Herzberge. Die von der Stadt eingerichtete Rettungswache ist in dem ersten Monat ihres Bestehens in 60 Fällen in Anspruch genommen worden. Die mit allen Erfordernissen der modernen Krankenpflege und ersten Sülfeleistung ausgestattete Wache ist zu jeder Tages- und Nachtzeit zum fofortigen Eingreifen bereit. Untergebracht ist die Wache im Erdgeschoß des Edhauses Rathausstraße an der Frankfurter Chauffee. Friedrichsfelde. Fabrifleiter unter Anklage. Vermischtes. Auf der Bühne gestorben. Nach einer Meldung aus Paris starb borgestern auf der Bühne des Cluny Theaters während der Generalprobe einer neuen Posse plöglich der bekannte Romifer Armand Marie. Die Vorstellung mußte abgebrochen werden. Wegen Totschlag verurteilt. Das Schwurgericht Wiener Neustadt verurteilte den Gärtnergehülfen Ludwig Nowak wegen Tot schlags seiner Dienstgeberin, der Baronin Biedermann in Baden, zu vier Jahren schweren Sterkers. Die Leiche im Coupé. Versailler Meldung zufolge wurde vorgestern in einem Eisenbahnabteil zweiter Klasse eine männliche Leiche mit durchschnittener Gurgel aufgefunden. Es steht noch nicht fest, ob es sich um einen Selbstmord oder ein Verbrechen handelt. Das Attentat am Altar. Nach einer Meldung aus Triest wurde in der Kathedrale von Capodistria der 24jährige Priester Martic, während er die Messe las, am Altar von einem anscheinend Irrsinnigen namens Kosnet durch Dolchstiche schwer verletzt. Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülsinnen Deutschlands. Bezirk Rirdorf. Heute( Donnerstag) abends 9%, Uhr in den Bürgerfälen", Bergstr. 147: Versammlung. 1. Bortrag. 2. Distussion. 3. Verschiedenes. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Heute abend 9%, Uhr, Rosenthaler Straße 11/12: Bortrag des Genossen Zimmermann über: Starl Marr. Lese- und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Heute abend Uhr bei Buhl, Danziger Straße 93: Generalversammlung. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen- Direktion über Der Bericht über die Geschäftstätigkeit des Gewerbe- sowie des Kaufmannsgerichts für 1907 liegt vor. Nach demselben sind für bas Gewerbegericht 225 Streitfachen in 42 Sizungen, in denen 37 mal ohne Beifizer und 7 mal mit Beisigern berhandelt wurde. Bon den angegebenen Streitsachen wurden von Arbeitgebern 9, von ben Arbeitnehmern 215 und zwischen Arbeitern desselben Arbeit gebers 1 Slage anhängig gemacht. Der Wert des Streitgegenstandes betrug bis 20 m. in 104, bis 50 m. in 65, von 50-100 m. in 35 und mehr als 100 m. in 21 Fällen. Berufung ist in keinem Falle eingelegt worden. Als Einigungsamt ist das Gewerbegericht nicht in Aftion getreten. Das Kaufmannsgericht hatte 14 Streitfachen zu er- 8 ledigen. Der Wert des Streitgegenstandes betrug bis 20 m. in Zum befoldeten Schöffen wurde in geheimer Sigung der letzten 3, bis 50 m. in 4, bis 100 M. in 4 und bis 300 m. in 3 Fällen. Gemeindevertretung der Assessor Dr. jur. Schönewald aus Branden- Berufung ist in keinem Falle eingelegt worden. Eine gegen den den Großhandel in den Sentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: burg a. H. einstimmig gewählt. Aus der öffentlichen Sigung ist die Vorsitzenden des Gewerbes sowie des Kaufmannsgerichtes ein- Bufuhr schwach. Geschäft still, Preise unverändert. Bild: Bufuhr bereinzelt, Geschäft still, Preise befriedigend. Geflügel: Zufuhr in Aenderung des Statuts der Freibanfordnung zu erwähnen. Die gereichte Beschwerde ist von den betreffenden Aufsichtsbehörden als Hühnern über Bedarf, sonst knapp; Geschäft nicht rege genug, Breise in Benuzungsgebühren für die einzelnen Tiergattungen werden danach unbegründet zurückgewiesen worden. Hühnern gedrückt, sonst hoch. Fische: Zufuhr mäßig, Geschäft etwas um die Hälfte ermäßigt. Neu ist die Bestimmung, daß nur Fleisch Die Gemeindevertretung beschloß, die Restaurationsräume im lebhafter, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, in Stücken von höchstens 212 Kilogramm an einem Tage pro Haushalt abgegeben werden darf. Die Zahl der Waisenratsbezirle be- Bürgerpark zu vervollständigen und die Wirtschaftsräume zu ber- reise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr schloß die Vertretung zu verdoppeln. Für Karlshorst fungieren als größern. Für die Erweiterung der Restaurationstüche wurden 5000 genügend, Geschäft sehr still, Preise behauptet. folche Kaufmann Sauer, Privatier Than, Eisenbahnbetriebssekretär Dart bewilligt, für die Errichtung einer Unterkunftshalle 21 500 M., Mufilpavillons 6000 m., für Liebe und Privatier Schallert; für Friedrichsfelde Kaufmann Striz für die Herstellung eines 5000 Mark berlangt. kowsky und die Lehrer Abel, Mahlle und Freudenberg. Bei Ver- die Herstellung von Tennisplätzen beantragten diese Summe für Errichtung gebung der Straßenlehrichtabfuhr und Sprengwagenbespannung hatte Unsere Genossen Bürgerpart im berwenden. Nach Spielplätzen Der jezige Unternehmer das niedrigste Gebot von 1400 m. eingereicht. Da jedoch über denselben allseitige Unzufriedenheit herrschte, wurde längerer Debatte wurde beschlossen, 6000 m. für Errichtung bem zweitniedrigsten, dem Fuhrherrn Beutert, mit 1500 2. ber von Tennisplägen und allgemeinen Spielplätzen zu bewilligen. Des Bufchlag erteilt. Unfere Vertreter hatten hierbei beantragt, die weiteren wurden 4000 M. für Herstellung einer Brüde über die lebernahme der Abfuhr in Gemeinderegie au erwägen; der Antrag sogenannte Wolfsschlucht im Bürgerpark betvilligt. Die Errichtung amburg 752 353, 4 bebedt einer neuen Hülfslehrerstelle an der höheren Mädchenschule zu Berlin 753 W 4 wolkig fand jedoch bei der Versammlung feine Gegenliebe. Ostern 1908 wurde bewilligt. Die Statuten für die von der Franf.a M 757 SW 1 halb bb. Gemeinde begründete Rechtsauskunftstelle und für den öffentlichen München Weißensee. Arbeitsnachweis der Gemeinde Pankow genehmigte die Vertretung Bien mit einigen Abänderungen. Nowawes. bon Bu Die Bestätigung des Genossen Taubmann zum Mitgliede der Schuldeputation ist abgelehnt. Der Wahlausschuß lehnte mit 4 gegen 2 Stimmen ab, unseren Genossen wieder zur Wahl vorzuschlagen. Im Plenum selbst ergriffen nur unsere Genossen das Ein größerer Fabrikbrand wütete in der vorlegten Nacht in Wort, um das sogenannte Selbstbestimmungs- und Verwaltungsrecht der Stommunen gebührend zu fennzeichnen, was zur Folge Nowawes. Passanten bemerkten furz nach Mitternacht, daß auf dem hatte, daß sich zwei Bürgerliche„ ermannten", für unseren Genossen Grundstück Uhlandstraße 24, wo sich die Schuhwarenfabrit von Krüger befindet, ein Brand ausgebrochen sei, der besonders im WerkstattGenoffe und gegen die Regierungsverfügung zu ftimmen. Durch fofortiges Bugreifen aller Saufschild, der als Bürgerdeputierter der Tiefbautommiffion an- und Maschinengebäude mütete. gehörte, hatte sein Amt wegen Mangel an Zeit niederlegen wollen; mobiler Hülfskräfte konnte der Brand bis zum Eintreffen der Wehr Die für das Wohnhaus bes diefen Posten hatte er vor zirka einem halben Jahre auf Vorschlag auf seinen Herd beschränkt bleiben. unserer Genossen angenommen. Da der Wahlausschuß und das stehende Gefahr wurde abgewendet und schließlich gelang es auch der Plenum feinen Ablehnungsgrund nicht anerkannte, wurde er nach Feuerwehr, den Brand in seinem Herd zu löschen. Das Maschinen§ 65 der Landgemeindeordnung aufgefordert, diesen Poften weiter haus ist gänzlich ausgebrannt. Auch die Werkstätten haben arg ge= zu bersehen, widrigenfalls er 3 Jahre fein öffentliches Gemeinde- litten. Der angerichtete Schaden ist ziemlich erheblich, jedoch burch Versicherung gebedt. ehrenamt befleiden darf und außerdem mit ein Achtel Mehr zur Steuer herangezogen wird. Reinickendorf. Gerichts- Zeitung. Witterungsübersicht vom 1. April 1908, morgens 8 hr. Stationen Barometer fland mm Bind eltung Bindstarke Better Sminembe 751 SW 3bedeckt Teup. n. G. 5º G.= 4° R Stationen Barometer. ww quo Binde 28indstarle Better Regen 2 wolfen! 763 WNS 4 bedeďt 4 Haparanda 752 Still 3 Betersburg 761 SD 4 Scilly 2 Aberdeen 753 WN 3 wolten! 0 Baris 761 NNW 3 woltig 5 Zemp. n. T. -Un 11937 8 757 Still Schnee 756 NW 2 heiter Wetterprognose für Donnerstag, den 2. April 1908. Biemlich fühl, vielfach heiter, jedoch sehr unbeständig mit geringeren Niederschlägen und mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt bom Berliner Wetterbureau. Wasserstand Memel, Tilsit Bregel, Insterburg Dder, Ratibor eichfel, Thorn Kroffen Frankfurt Warthe, Schrimm Landsberg Rege, Vordamm Elbe. Leitmerik am feit 31. 3. 30. 3. am feit Bafferstand 31. 3. 30. 3. cm cm ¹) 4083)-58 264)+60 298)-12 Saale, Grochliz avel, Spandau) 157+11 Rathenow³) 180 cm cm³) 170 +2 188 +5 Spree, Spremberg) 106 181 Beeskow 189 186 -4 Befer, Münden 20 116 Minden 96 178 -10 Rhein, Maximiliansau 354 82 +3 Kaub 178 53 0 Köln 205 -54 3 -11 Redar, Heilbronn 95 Main, Wertheim Mosel, Trier 172 Dresden Barby 239 Magdeburg 208 1)+ bedeutet Buchs, Fall, heute nach telegraphischer Meldung 518 2) Unterpegel,*) eisfrei; Zentimeter bei mäßigem Eisgang Eine Protestversammlung gegen den Reichsvereinsgesehentwurf, in welcher Reichstagsabgeordneter Eichhorn referieren wird, findet zu teilweise recht scharfen Zusammenstößen kam es in der am Freitag, den 3. April, abends 8% Uhr, im Singerschen festen Gemeindevertretersizung. Die Ursache hierzu gab der Lokale statt. Das Gewerkschaftskartell als Einberufer dieser VerBürgermeister Wilke burch sein Benehmen gegenüber unseren Ge- fammlung erwartet, daß die Arbeiterschaft in Massen erscheint. noffen gelegentlich der Etatsberatung. Diesen Herrn scheinen dic Lorbeeren des Herrn Fischbeck nicht schlafen zu lassen, und so berfuchte er ganz in dessen Manier unseren Genossen den Mund zu berbinden. Wir hatten schon öfters Gelegenheit gehabt, uns mit diesem Herrn beschäftigen zu müssen. Von Hause aus ein Erzreaktionär, hat der Verkehr mit den sich immer mehr in Reinicken dorf breitmachenden Großindustriellen durchaus nicht veredelno auf Der Großfuhrunternehmer und Hausbesizer Die juristische Ebrechstunde Andet Lindenstraße Nr. 3, gweiter ihn gewirkt. Im Gegenteil. Glaubte er sich früher berufen, bei Wilhelm Lämmchen in Bosen hatte sich am Dienstag vor dem britter Eingang, vier Treppen, D Fahrstuhl jeber Gelegenheit die Interessen des Grundbesißes wahrnehmen zu Bofener Schöffengericht wegen Bedrohung mit der Sof, britter Eingang, Geöffnet 7 Uhr müssen, so ist er heute ebenso davon überzeugt, Sachwalter der Begehung eines Verbrechens sowie wegen gefähr- wochentäglich abende von 7 bis 9% the ftatt. Großbourgeoisie zu sein. Unwillkürlich kommt er dabei mit der licher Körperberlegung, begangen mittels eines Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 dr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort aufstrebenden Arbeiterschaft in Konflikt. Nur einmal im Jahre, Messers, zu verantworten. Nach Eintritt in die Ver- wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. gelegentlich der Etatsberatung, ist es möglich, an seiner Tätigkeit handlung stellte der Borsigende aus dem Strafregister fest, 23. 300. Eine fichere Bank, die das täte, ist uns nicht bekannt. Die als Gemeindevorsteher Kritik zu üben. Angenehm ist ihm das daß der Angeklagte wegen törperberlegung außer Sparkasse würden wir Ihnen empfehlen. P. S., Rigdorf. 1.- 4. aber natürlich nicht. In diesem Jahre lag mie allbekannt anderen Bestrafungen nicht weniger als dreizehn Diese Steuerfragen find ausführlich in dem Artifel Steuerfragen" bom hinreichender Anlaß aur Kritit vor. Unser Genosse Ohl besorgtelmal vorbestraft ist, und zwar hat er auch mehrfache 20. März und im lofalen Teil vom 22. März beantwortet. 5. bis 7. Rein Ein Mefferheld befferer Stände. Briefkaften der Redaktion. Gutt. Ja, die Starte tönnen Sie R. S. 48. Die Stadtberordnetenversammlung fann Erhöhung der Sie sich von der Polizei einen Erfaß geben lassen. Der Antrag auf Rüd 14. Lindenfir. 69, III. of 3 Treppen. 40 R. 3. Sie sind falsch Steuer für den Fall der Ablehnung eines unbesoldeten Kommunalamts zahlung fann mit Erfolg gestellt werden, wenn vor der Ehe mindestens sich durch die Polizei selbst beschaffen. 21. p. 1908. beschließen. Der Antrag muß innerhalb eines Jahres berichtet. Wenn Kläger und Bellagter in der A. R. 18. Das erste der von Ihnen genannten Bücher ift 200 Marken geflebt sind. unverändert geblieben, der Inhalt der beiden anderen ist geändert. nach geschlossener Ehe gestellt fein. 8medmäßiger ist es, die felben Gemeinde wohnen, fo muß der Anstellung der Klage ein Bum Sühneversuch beim Schiebsmann borangehen. M. N. Nein. G. A. 34. 1. Ja. 2. Nein. Es kann nur auf Erfüllung und Schadenersaz Stellung des Antrages zu unterlaffen und weiterzufleben. C. 2. 36. Rein. 2. S. 33. 100. 3. 5. 33. Der neue Wirt getlagt werden.- O. H. 29. Es genügt ein Antrag an den Polizeipräsidenten. Weitertleben genügt es, daß innerhalb je zweier Jahre minbestens Tann die volle Miete verlangen; Sie fönnen aber von dem alten Schaden. M. 73. 1. Ja. 2. Ihren Staatsangehörigkeitsausweis, Ihre Geburts- 20 Marken irgend einer Klasse geflebt werden. M. B. Waisenstraße. 1. Ja, wenn das Amts. urkunde und Ihre Militärpapiere. 3. Ja. R. S. 345. Nein. erfah beanspruchen. gericht von dem Alterserfordernis dispensiert. 2. Ja. 3. Der Adoptions. bertrag muß notariell oder gerichtlich geschlossen werden und bedarf der Genehmigung des Amtsgerichts. Der Bertrag ist zwischen dem Adoptive pater und den Eltern des Kindes zu schließen. Die Kosten für den Vertrag betragen 50 Mart. 2. 3. 1. Uns nicht bekannt. Sie müßten bei 20. 23. Leider nicht. einem Kolletteur bie Liften durchsehen. 2. Nein. O. B. 1876. Kaufen Sie den überall erhältlichen Pharusplan. 100 G. 2. Ja, ein bestimmter Preis ist nicht anzugeben. Wenden Sie fich an ein Antiquariat. Obermüller Eidelstedt. Der Verein braucht nicht angemeldet zu werden. R. A. 17. Der Antrag auf Rückzahlung der Hälfte der Klebemarken ist an den Magistrat, Abteilung für Invaliden. versicherung, Köllnischer Park, zu richten. Für die verlorene Starte müssen Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Nedaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 2. April. Anfang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Aida. Königl. Schauspielhaus. Quibows. Dentiches. Die Räuber. Die Stammerspiele. Lysistrata.( Anfang 8 Uhr.) Neues Anfang 8 Uhr. Schauspielhaus. Dummkopf. Der Neues Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Reffing. Der Teufel. Neues. Simson. Lorging. Fra Diavolo. Berliner. Förster- Christl. Schiller 0.( Wallner Theater.) Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Hörsaal 8 Uhr: Prof. Rathgen: Kupfer, Gold und Platin. GURO Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Der Floh im Ohr. Schwank in drei Alten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff Jacoby. Sonntag, 5. April, nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Tausend. Ja. A. B. 200. Laffen Sie die Sache ruhig weitergeben. Die Koften würden im Falle der Zurüdnahme der Klage etwa 15 M., im Falle des G. 2. 31. unterliegens in erster Instanz etwa 60-100 m. betragen. 2. 47. Eine Den Antrag müßten Sie an das Polizeipräsidium richten. bestimmte Summe läßt sich von hier aus nicht angeben. Das müßten Sie felbft schätzen. 5. B. 999. 1. Ja. 2. Zmedmäßig ist es, die Gesell schaft zur Zahlung aufzufordern und eventuell bald zu flagen. 3. Rein. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).[ Donnerstag, abends 81br: Der Widerspenstigen Zähmung. Luftspiel in 5 Aufz. v. B. Shakespeare. Freitag, abends 8 Uhr: Kaiser und Galiläer. Sonnabend, abends 8 Ubr: Der Widerspenstigen Zähmung. Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8Uhr: Der Revisor. Qustspiel in 5 Aften v. Nikolaus Gogol. Deutsch von E. v. Schabelski. Freitag, abends 8 Ubr: Stein unter Steinen. Sonnabend, nahm. 3 Uhr: Stein unter Steinen. Schiller- Saal( Schiller- Theater Freitag 9 Uhr: Vortrag von Dr. Paul Ertel: Bruch. Freie Volksbühne Zentral- Theater. Freitag, 10. April, 8% Uhr: C Alte Jalobftraße 30. Bum 129. Vale: Der Biderſpenſtigen Zähmung Ein seltsamer Fall Schiller Charlottenburg. Revisor. Theater an der Spree. gewiefen. AusKomische Oper. Der Mastenball. Luftspielhaus. Bei uns da drüben. Kleines. 2X2= 5. Friedrich Wilhelmstädt. Schau spielhaus. Der Privatdozent. Sebbel. Liebe. Weften. Ein Walzertraum. Residenz. Der Floh im Dhr. Zentral. Ein seltsamer Fall. Laisen. Die Kameliendame. Thalia. Doktor Klapperftorch. Trianon. Seine erste Frau. Faft. nacht in Nizza. Bernhard Rose. Der Bellchenfresser. Metropol. Das muß man seh'n. Sipollo. Der fleine Chevalier. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld. Haufierer Jodele. Endlich allein. Stlabrias- Partie. Bürgert. Schauspielhaus. Anne- Life. Die Kasino. Ein Dorfroman. Parodie. Die Rabensteinerin oder: Ein Balzertraum. Nachtasyl Rosenmontag. Wintergarten. Spezialitäten. Waffage. Ota Gygi. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Parisiana. Nachts arbeit. Ein unheimlicher Besuch. Der ganze Papa. Folies Bergère. Stante d'Eve. Spezialitäten. Balast. Ringtampf- Ronkurrenz. Spe zialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 1hr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Sataratt. mit Alwin Neuß. Raffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Morgen 8 Uhr: Ein seltsamer Fall. Luisen- Theater. Neichenbergerstr. 34.. Abends 8 Uhr: Cameliendame. Freitag Benefiz A. Blumenreich: Die Spree- Athener. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Das tapfere Schneiderlein. Abends: Die Maschinenbauer von Berlin. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Maschinenbauer von Berlin. Abends: Cameliendame. Montag: Unsere Don Juans. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Luisen- Theater 24.( IV.) Abendabteilung: Robinsons Eiland. Lortzing- Theater 22.( II.) Abendabteilung: Der Troubadour. Gastkarten a 1 M. sind in allen Zahlstellen und beim Obmann im Theater zu haben. Sonntag, den 5. April, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater Neues Schauspielhaus 13./14. Abteilung: Das Wunder des heilig. Antonius. Der Arzt seiner Ehre. 4./5. Abteilung: Die Kralle. 29. Kunstabend im Rathaus Sonnabend, 25. April, 81, Uhr: Jungösterreichischer Dichterabend. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Das muß man seh'n!! Zirkus Schumann Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 5. April, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! Horfaal 8 Uhr: Prof. Rathgen: Theater Folies Caprice. Kupfer, Gold und Platin. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Berliner Theater. Lekte Vorstellungen abends 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese: Die Förster- Christl. Parisiana. Sensationserfolg Nachtarbeit. bon Neues Theater. Ein unheimlicher Besuch. Anfang 8 Uhr. Simson. Morgen und folgende Tage: Simson. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Freitag: 2 mal 2= 5. Sonnabend: 2 mal 2 Sonntag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Sibends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. 5. Theater des Westens. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 31, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Der Privatdozent. Ein Stüd aus d. akademischen Leben in 4 Aufzügen von F. Wiltenbauer. Freitag: Der Brivatdozent. Sonnabend: Hasemanns Töchter. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25. Abends 8 Uhr zum 14. Male: Der Mann mit den drei Frauen. Königgräger Hebbel- Theater, Gr. 57/58. Abends 8 Uhr: Liebe. DERNHARD ROSE THEATED Sr. Frankfurter Str. 182 Der Veilchenfresser Anfang 8 Uhr. Bochentagspreise. Freitag: Dntel Toms Hütte. Der ganze Papa. Gebr. HerrnfeldTheater. infang 8 Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Heute und folgende Tage: Herrnfeld- Zyklus 1. Serie. 8 15: Hausierer Jockele. 915: Endlich allein. Original 10 15: Klabrias- Partie. Donat Herrnfeld als Haufierer Jodele", Ifidor Blumentopf", " Simon Dalles". Anton Herrnfeld als Laszlo Janos", de Franz"," Brolop Janitczed". Buggenhagen Moritzplatz ...... im Theatersaal täglich Albert Böhme und das großartige April-Programm. anfang 8 br. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnt. reserv. 1 M. Entree 50 Pf. Familienbill. a 40ẞf. Im unteren Konzertsaal täglich die allerersten Militär Kapellen: Beder, Przywarski, Görisch, Neumann, Offeney, Lüttich. Donnerstag abends 18 Uhr: Brillante Vorstellung. Glänzend beurteilt von Bresse und Publikum. Die Sensation des Tages Konsul Peter, der menschl. Chimpanse bas größte Naturwunder der Gegenwart. Resisto, bas de und weitere Rätsel 10 erstklassige Nummern, enbigend Amerika, mit die gr. Ausstattungs- Pantomime mit 120 schwarzen Leuten. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenthaler Tor. 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Sozialdemokratischer Wahlverein für den für die reichen Stranzſpenden am Grabe 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. meines lieben Mannes, meinen herzlichen Dant. 11926 Die trauernde Witwe Schmil nebst sind. Todes- Anzeige. Am 81. März verstarb nach zweijähriger Krankheit unter Mitglied, der Maurer Der kleine Chevalier Arbeiter- Curnverein Schöneberg Hermann Gossow Mufifalisches Luftspiel v. A. M. Willner. Mufit von H. Lierté. Cheveller Fablas: Mia Werber a. 6. b 8 Uhr: Die neuen bedeutenden Spezialitäten Attraktionen. Fertige Herren- und KnabenGarderobe für Frühjahr und Sommer. Elegant and tadellos sitzend. Vollständiger Ersatz für Maßarbeit. Carl Stier Fabrik für Herren- u. Knabengarderobe BERLIN SO. BERLIN W. Oranienstr. 166. Potsdamerstr. 118a. POTSDAM, Nauenerstr. 23. Möbel Teilzahlung auch auf Wohnungseinrichtungen zu M. 165, 230, 303, 365, 437, 540, 600, 725, 830 etc. bis M. 3000. 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Aufführungen aller Abteilungen, Vorträge, Konzert, Tanz, Festrede. Freitag, den 3. April, nach. Eintritt 50 Pl. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. Turnab.: Dienst. u. Freit.( M.-A.), Donnerst.( Fr.-A.), Turnh. Berchtesgadenerstr. Partei- Speditionen: Zentrum I: Fri 8inte, Mauerftr. 89. Zentrum 11: Albert a hnisch, Auguftstr. 50, Eingang Joachimstraße. Umzahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 2. Wahlkreis, eiten: Gustav mibt, Stirchbachstr. 14, Boch- Zentral- Verband der Maurer parterre. 2Süden und Südwesten: Germann Berner Gneisenauftr. 72, Laden. 8. Wahlkreis: St. Fri. Brinzenftr. 31, of rechts part. 4. Wahlkreis: Diten: Robert Bengels, Rüdersdorferstr. 8, am Küstrinerplatz. Wilhelm Mann, Petersburgerplat 4( Raben). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 8ucht, Immanuelkirchstr. 12( DoD). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Rarl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Karl Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Germann Raichte, Aderstr. 36, Eingang Antlamerstraße. Gesundbrunnen:. Trapp, Stettinerftr. 10. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Lychenerstr. 123. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Rudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Tolle, Sigmaringenftr. 5. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Seitel, Kronprinzenstraße 50, I. Dtto Rummelsburg, Boxhagen: A. Rosenkranz, At- Borhagen 56. Grünan: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Genoffenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Kaminsky, Cunostraße 2 Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, tm Laben. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonftr. 10, L Nieder- Schöneweide: Bonatowsty, Hasselwerderftr.& Johannisthal: Bielide, Kaiser- Wilhelm- Blat 4. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergftr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Ludenwalder. straße 4b. Köpenick: Friedrich Boid, Riegerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende: Q. Bernfee, Schloßftr. 119, Hof I, in Steglik. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 82, und Fr. Schell base, Ahornstr. 15 a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeestr. 27. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Laden. Neu- Weißensee: Rurt Fuhrmann, Sedanstr. 105, parterre. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und P. Gurich, Provinzstraße 92( Eingang Grünerweg). Tegel, Borsigwalde, Wittenau Schönholz: Waidmannslust, Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul Kienast, Borfigwalde, Räuschstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: G. Freiwaldt, Mühlenftr. 73. Bernau- Röntgental: Heinrich Brose, Hohesteinstr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Mitschte, Eichwalde, Bismardstr. 19. Teltow: Wilhelm Regler, Hohersteinweg 7. Nowawes: Wilhelm Jappe, Briefterstr. 46. Spandau: Köppen, Jagowftr. 9. Mahlsdorf und Kaulsdorf: Scheibe, Mahlsdorf, Bahnhofftr. 1 Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Annahme von Inseraten für den„ ,, Vorwärts". Bitte ausschneiden. Warnung vor Nachahmung. Kapitän- Kantabak Wer den echt haben will, achte auf den in jedem Stüd liegenden Bettel oder auf das Etikett der 10 Pf.Rollen mit Aufschrift Kapitän- Tabak, gefejl. gefügt. Gen. Bertr.:C. Röcker, BerlinO., Grüner Beg 112. Amt 7,3861 Sie fahren vornehm und billig mit Neckarsulm Fahrräder, Motorräder, Bremsnaben, Motorwagen. Weltberühmte Marke. Verlangen Sie Katalog. Neckarsulmer Fahrradwerke A.G. Königl. Hoflief. Neckarsulm. Fillate: Berlin SW., Industriehof Belle- Alliance Belle- Alliance- Straße 92. 245/ 1* Deutschlands. Zweigverein Berlin. Bezirk Norden. Am 31. März verstarb unser Mitglied Hermann Gossow nach langem Leiden im Alter von 45 Jahren an der Proletarter. frankheit. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 8. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Stons Kirchhofes in Nieder Schönhausen- Nordend aus ftatt. Am 28. März berstarb ber Sollege Franz Langnick im Alter von 87 Jahren an Gehirnerweichung. Ebre feinem Andenken. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 2. April, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen Nordend aus ftatt. Um rege Beteiligung ersucht 137/7 Der Vorstand. Perband der Maler, Lackierer, Auftreicher usw. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Am Montag, den 30. März, verstarb unser Mitglied, der Kollege Leo Jarantowski. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. April, nach mittags 4 Uhr, vom Rigdorfer Gemeinde- Friedhof, Mariendorfer Weg, aus statt. 131/15 Am Montag, den 30. März, verstarb unser Mitglied, der Kollege Paul Menz. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 2. April, nachmittags 3/2 Uhr, vom Krantenhause Moabit", Birkenstraße, aus ftatt. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Statt besonderer Meldung. Am Dienstag, den 31. März, früh 5 Uhr, verschted infolge eines Schlaganfalles unser lieber Bater, Großvater, Bruder und Schwiegervater, der Droschtenführer Friedrich Heinrich. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Die trauernden Hinterbliebenen Fritz und Otto Heinrich, G. Lüpke nebst Frau geb. Heinrich, P. Larisch u. Frau geb. Heinrich, J. Müller- Sachs u. Frau geb.Heinrich Die Beerdigung findet Freitag, den 3. April, nachmittag 320 Uhr, bom Krankenhause am Urban aus statt, die Beisehung auf dem Rigdorfer Gemeinde Friedhof, Mariendorfer Weg, nachmittags 425 Uhr. 25162 Hiermit die traurige Nachricht, bag meine liebe Frau, Tochter, Schwester und Schwägerin Elisabeth Lanzky, geb. Sünder nach langen schweren Leiden am Montagabend 10%, Uhr fanft ent schlafen ist. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 32 Uhr vom Rigdorfer Gemeinde- Friedhof, Mariendorfer Beg, aus statt. Um stille Tellnahme bittet Im Namen der Hinterbliebenen Aug. Lanzky. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davibfohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 79. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 2. April 1908. Die Heimarbeitsausstellung in Frankfurt a. M. I. " Gerichts- Zeitung. das große Verdienst, die Initiative in der Methode der unmittel Wie weit diese theoretisch ja äußerst lobenswerte Organisation fich baren Aufklärung der hausindustriellen Verhältnisse ergriffen zu haben. auch praktisch bewährt hat, das werden wir erst in den nächsten Den Heimarbeitern gebricht es an fast jeder Organisation, um Wochen feststellen können. Im Gegensatz zu der Berliner Ausstellung, von innen heraus den Kampf aufzunehmen, der Rechte und Geseze die die Heimarbeit aus allen deutschen Gebieten umfaßte, be ertrogt. Dankenswert ist jedes Unternehmen, das dazu angetan ist, schränkt sich die Frankfurter auf das Rhein- Mainische das in der Hausindustrie einmal begonnene Wert der Aufklärung Wirtschaftsgebiet", führt aber aus diesem Gebiet alles vor, und Aufrüttelung vorwärts zu bringen. Namentlich wenn es dazu was sich darin an Hausindustrie vorfindet. Die Ausstellung gibt Zu der Zeit, wo die völlig unzulängliche Regierungsvorlage zur angetan ist, die Berliner Veranstaltung zu ergänzen und fortzu- ein umfassendes Bild der Heimarbeit in ihren Regelung der Heimarbeit durch die Gewerbeordnung in der führen. Dies scheint nun bei der Heimarbeitsausstellung in Frant technischen, wirtschaftlichen und sozialen Voraus. Kommission beraten wird, ertönt in Frankfurt der gellende Ver- furt a. M. der Fall zu sein. Sie unterscheidet sich nach zwei Rich segungen, Formen und Folgen für das vom Westerivald, zweiflungsschrei jener Aermsten der Armen und Elendesten der tungen von ihrer Vorgängerin in Berlin, nämlich in der Methode dem Vogelsberg, dem Rhön, dem Spessart und Odenwald umgrenzte Gebiet einschließlich Rheinhessens, also für das Großherzogtum Elenden, von denen man sonst, unter normalen Verhältnissen", der Untersuchung wie in der Umfassung des Gebietes. so gut wie gar nichts zu hören bekommt. Von der bleiernen Last Am 20. Februar 1906 wurde im Frankfurter Stadtverordneten Hessen, den Regierungsbezirk Wiesbaden, einen großen Teil des der Heimarbeit niedergedrückt, fehlt es ihnen ja gewöhnlich sogar follegium von freisinniger Seite der Magistrat ersucht, geeignete Regierungsbezirts Raffel und des nordwestlichen Bayerns, sowie an der nötigen Energie, Klagen über ihr Schicksal zu führen und Schritte zu unternehmen, um die Berliner Veranstaltung nach einige fleinere angrenzende Teile der Rheinprovinz und Westfalens Vorwürfe gegen thre Ausbeuter zu erheben. Das mag Frankfurt bringen zu lassen. Da wiesen unsere sozialdemokratischen( Westerwald), Badens( Odenwald) und Thüringens( Rhön). wohl mit ein Grund sein, daß für den Uneingeweihten das Stadtverordneten auf die technische und wirtschaftliche UnzulänglichWort Heimarbeit noch immer einen freundlichen, gemüt- feit dieses Vorschlages hin und traten für die Veranstaltung einer Lichen Klang befigt, eine Art Erinnerung ant jene völlig neuen Ausstellung ein. Der sozialdemokratische Redner stellte comantische Zeit der Spinnstuben, in denen an langen Winter- dabei einen Eventualantrag, durch welchen der Magistrat ersucht Der schlaue Raftelbinder und der überlistete Ortsschulze. abenden im wohlig durchwärmten Raume beim Erzählen alter wurde, zwecks Organisierung einer Ausstellung der Produkte der HauptVor der ersten Straffammer des Posener Landgerichts hatte sich Märchen und beim Gesange trauter Volkslieder die brave Bürgers- sächlichsten Zweige der Hausindustrie im Maingau mit den familie noch eine sogenannte harmonische Einheit von Arbeit und interessierten und in Betracht kommenden Kreisen Verhandlungen in die am Dienstag der Gemeindevorsteher Franz Szumi. Leben bilden fonnte. Wege zu leiten und im Falle des Zustandekommens der Ausstellung gata aus Gultowy zu verantworten, der der vorsäglichen Vor zwei Jahren freilich riß die erste Heimarbeitsausstellung in einen Teil der Kosten auf die Stadt zu übernehmen. Die große Gefangenenbefreiung angeklagt ist. Der Angeklagte, der Berlin von der Heimarbeit den beschönigenden Schleier. Was sich Mehrheit des Stadtverordnetenkollegiums einigte sich schließlich auf der deutschen Sprache nicht mächtig ist und mit dem das Gericht dahinter zeigte, war ein Grauen erregendes Bild, eine furchtbare einen fombinierten Antrag, der die freifinnige Anregung mitsamt mit Hülfe eines Dolmetschers verhandeln muß, legt folgendes köst. Antlage gegen die heutige Gesellschaftsordnung. Die längsten dem sozialdemokratischen Erweiterungsvorschlag in sich enthielt. Im liche Bekenntnis ab:„ Am 29. Juni v. J. überbrachte ihm der GenArbeitszeiten, die niedrigsten Löhne, die größte Unsicherheit der darauf folgenden Sommer konstituierte sich ein alle Streife ber Arbeitsbedingungen, die ungefundeſten Wohnungsverhältnisse: das Frankfurter Bevölkerung umfassendes Komitee, um den Plan im darmerie- Wachtmeister Homann einen ungarischen Mause. offenbarte auch dem größten Optimisten die Ausstellung als den in Sinne der angenommenen Resolution zu verwirklichen. Bald tam fallenhändler, den er mit einem ihm nicht gehörigen WanderWirklichkeit allein noch wahren Charakter der modernen Hausindustrie. es zu der Erkenntnis, daß die Ueberführung der Berliner Ausstellung gewerbeschein betroffen hatte, mit der Aufforderung, den Delinquenten Verfinnbildlicht wurde durch die Ausstellung die Not und Pein jener nach Frankfurt a. M. unausführbar sei, wie dies ja von sozial zu dem zuständigen Distriktsamtskommissar in Dominowo transHeimarbeiter, die in unzulänglichen Behausungen darben, jener abges demokratischer Seite vorausgesagt worden war. So ließ das Komitee portieren zu lassen. Alle Bemühungen, einen Transporteur zu härmten Männer, Frauen und Kinder, die in den engsten und bald die freisinnige Anregung fallen und behielt nur noch den sozial- finden, waren vergeblich, bezw. fand sich feiner der Dorfinsassen bunfelsten Räumen zusammengepfercht, in atemloser Haft vom demokratischen Erweiterungsvorschlag im Auge, als dessen Frucht bereit, den gefährlichen Rastelbinder allein nach seinem Bestimmungsort Morgengrauen bis in die Nacht hinein über ihre Arbeit gebüdt wir die jetzt beginnende Heimarbeitsausstellung mit vollem Recht zu transportieren. In seiner Not war der Gemeindevorsteher am fizen, taum zum Einnehmen des färglichen Mahles fich eine fleine ansehen dürfen. Bause gönnend. Die Frankfurter Ausstellung hat folgende Organisation, um folgenden Tage gar sehr erfreut, als ihm der Arrestant er. Man kennt die äußerliche Wirkung des Berliner Unternehmens. die größtmöglichste Sachlichkeit und Unparteilichkeit zu gewährleisten. lärte, daß er den Weg zum Distriktsamt sehr Bon der Kaiserin herab bis in die niedrigsten" Schichten des Es wurde ein besonderer wissenschaftlicher Ausschuß genau tenne und er sich dort schon allein melden Es fand unter Vor- unter dem Vorfize des Professors Dr. Paul Arndt eingefeßt, der werde. Bürgertums war alles aufs tiefste" gerührt. Da der Mann fein Ehrenwort gab, nicht auszukneifen, fo siz des Königs ein Kronrat über Heimarbeit statt. Graf Posadowsky die Materialfammlung für die Ausstellung nach ihrer wirtschaftlichen schenkte ihm der Schulze sein Vertrauen und übergab ihm den sprach von einem wahrhaft ergreifenden Bilde". Das Reichsamt und sozialen Seite zu leiten und zu überwachen hat. Von dem wissen Transportschein. So transportierte sich der schlaue des Innern ließ hausindustrielle Erhebungen anstellen, die die schaftlichen Ausschusse als Zentralstelle für die wissenschaftlichen a stel binder selbst zum Distrittstommissar, wo er Regelung der Heimarbeit lediglich verschleppt haben. Im Reichstag arbeiten, wurde dann eine Reihe von Fachausschüssen er aber bis heute noch nicht eingetroffen ist, obwohl er schon 8 Jahre war es ein freifinniger Abgeordneter, der gegen die ganze Veran- wählt, deren Aufgabe die Untersuchung der einzelnen Zweige der auf dem Marsche ist.- Das Gericht nahm bei dem sehr primistaltung den Vorwurf der Tendenz und Mache erhob und Heimarbeit war. Nach dem juristischen Grundfag audiatur et altera auf dem Marsche ist. fte beschuldigte, bon vornherein lediglich auf die Heraus-| pars( man höre auch den anderen Teil) sollten in jedem Fach- tiven Bildungsgrade des preußisch- polnischen Ortsschulzen nur fahrtehrung der schlechtesten Seiten in der Heimarbeit zugeschnitten ge- ausschuß Vertreter der Arbeitnehmer und Arbeitgeber mitwirten, läffiges Entweichenlassen eines Gefangenen an und verurteilte ihn wesen zu sein. Der ersten deutschen Heimarbeitsausstellung gebührt denen man einen unparteiischen Leiter als oberste Instanz beigab. I zu einer Geldstrafe von 30 Mart. HERMANN TIETZ LEIPZIGER STRASSE ALEXANDERPLATZ Diese Woche- soweit Vorrat: Damen- Konfektion FRANKFURTER ALLEE 109-111 Ein grosser Posten Staub- und Reise- Mäntel aus vorzüglichen la Verarbeitung. 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