Mr. 80. Abonnements- Bedingungen: • bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 t, monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 fg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Boſt. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Numänien, Schweden und die Schweiz. B Erideint täglich außer Montaga. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile odere beren Raum 50 Bẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 30 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Freifinnige Begriffsverwirrung. worden Freitag, den 3. April 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. daß selbst Erwachsene oft Schwierigkeit haben, sie zu be- Bei der neuen Anleihe ist es zunächst charakteristisch, daß das stimmen. Jugendliche unter 18 Jahren aber sollen es Reich und Preußen den Binsfuß von 31 Prozent aufgeben und fönnen denn der Vorsitzende ist durch das Gesetz nicht ver- nunmehr 4 Prozent zahlen müssen. Diese Verschlechterung der Anpflichtet, fie aufzufordern, die Versammlung zu verlassen!-leihebedingung hat zur Hauptursache das wahnsinnige Tempo, in Das Durchpeitschen des Reichsvereinsgefeßentwurfs durch Für die gewerkschaftliche Arbeit in Berufen mit einem dem unsere Anleihen vermehrt werden. Das Angebot an die zwei Lesungen, die er noch im Plenum des Reichstages großen Anteil jugendlicher Arbeiter ist der§ 10a absolut sicheren, feft verzinslichen Papieren wird rascher verdurchlaufen muß, hat begonnen. Der Freisinn ist, wie der von ganz besonderer Schädlichkeit. Von den Dienstboten steht mehrt, als es es dem Anlagebedürfnis entspricht. Um die gestrige erste Tag zeigt, voll Eifers dabei, die erste Frucht des vielleicht der größte, jedenfalls ein erheblicher Teil in einem Konkurrenz mit den höher berzinslichen Dividendenpapieren aushalten Blocks in die Scheuer zu bringen. Er tann um eines Alter unter 18 Jahren. Eine Erörterung der Gesindeordnung zu können, muß daher der Zinsfuß erhöht und so die Last der Grundsages willen nicht ein Gesetz ablehnen, das für dürfen diese jugendlichen Dienstboten fünftig weder in Ver- Steuerträger ständig vermehrt werden. Bugleich gerät der Staat in Preußen, Sachsen und Mecklenburg überhaupt erst ein an- sammlungen von Dienstbotenvereinen, noch in öffentlichen immer stärkere Abhängigkeit von den Banten, die dahin zum ständiges Vereins- und Versammlungsrecht herstellt, ver- Dienstbotenversammlungen anhören! Ausdruck kommt, daß die Uebernahmebedingungen für die Banken fündete Herr Naumann in der letzten Nummer der„ Hilfe". Aber bisher war in Preußen das Vereinsrecht der immer günstiger werden. Noch bei der Reichsanleihe vom April 1906 Wie sieht dies, anständige" Vereins- und Versammlungs- Jugendlichen doch auch kein unbeschränktes, hat die gescheite betrug die Berzinsung 3 Proz., der Uebernahmekurs, das ist der recht von Blocks Gnaden aus? Der Entwurf befreit die Tante Voß jüngst zur Verteidigung des freisinnigen Verrats Betrag, den die Banken an den Staat wirklich zahlen, betrug Frauen von den Beschränkungen, die ihnen die Vereinsgefeße bemerkt. Allerdings nicht. Aber die Beschränkung galt nur 99,40 Broz. Der Zeichnungsturs, das ist der Kurs, zu dem die verschiedener Bundesstaaten auferlegen. Schranken werden für Schüler und Lehrlinge, die den kleinsten Teil der Banken die Anleihe dem Publikum verkaufen, betrug niedergerissen, die längst morsch und wurmstichig waren, die Jugendlichen unter 18 Jahren ausmachen. Denn die jugend- 100,10 Proz. Heute beträgt die Verzinsung, wie bereits er über kurz oder lang hätten fallen müssen, die allen Parteien lichen Arbeiter und Arbeiterinnen, die nicht in einem ausdrück- wähnt, 4 Proz.. der Zeichnungskurs 99% Proz., ber Uebernahmekurs schon lästig wurden und deren uneingeschränkte Erhaltung lichen Lehrverhältnis stehen, gelten nicht als Lehrlinge und 98,40 Broz. Jezt erhält also das Reich für je 100 m. des aufselbst die Konservativen nicht mehr zu fordern wagten. Ein außerdem endet die Lehrzeit im allgemeinen mit dem 17.Lebens- genommenen Betrages trop der größeren Verzinsung eine Mark Fortschritt, der selbstverständlich ist. Außerdem ist die An- jahr. Dann ist aber den Schülern und Lehrlingen auch weniger als damals; im ganzen berliert das Reich so 2 Millionen. meldung von Versammlungen erleichtert, teilweise ganz be- nur die Mitgliedschaft politischer Vereine und der Besuch der Die Bantiers dagegen, die damals nur einen Zwischengewinn von seitigt worden und schließlich sind die Vereine von der Versammlungen solcher Vereine verboten- öffentliche 0,7 Broz. machten, machen jezt einen solchen von 1,10 Proz., sodaß läftigen Verpflichtung zum Einreichen der Mitgliederliste befreit politische Versammlungen stehen ihnen in Preußen offen, der Gewinn bei der Anleihe allein ohne Schatzscheine sich auf nur die politischen Vereine müssen die während sie ihnen künftig samt und sonders verboten werden! ungefähr 7 150 000 m. beläuft, ein Betrag, von dem allerdings noch Sagungen und die Vorstandsliste einreichen. Viel Der Freifinn mag sich drehen und wenden wie er will, Stempel und Gebühren abgehen. haben die Regierungen Preußens und Sachsens mit er tann es nicht bemänteln, daß er in§ 10a für Preußen Die Lage des Geldmartts allein erklärt diesen Unterschied diesen Zugeständnissen nicht aufgegeben. Der Polizei selbst eine starke Verschlechterung geschaffen hat. Ab er er hat auch leineswegs. Denn wenn auch augenblicklich der Bankdiskont wird eine Last überflüssiger und unnüber Arbeit das schier unglaubliche Kunststück fertig gebracht, selbst das Broz. höher ist als im Jahre 1906, so war das Jahr 1906 abgenommen, während ihr die Möglichkeit der Aufsicht über unendlich miserable Vereinsrecht Sachsens noch in einem doch ein Jahr der Hochkonjunktur und das Eintreten einer das Vereins- und Versammlungsleben in feiner Weise be- Punkte zu verschlechtern, und zwar in einer sehr bedenklichen größeren Geldflüffigkeit damals nicht zu erwarten, während wir schränkt wird.( Denn die wichtigeren Befugnisse der Polizei, Weise. Das sächsische Gesetz ist nämlich in den Bestimmungen gegenwärtig infolge der wirtschaftlichen Depression vor einer Periode die Ueberwachung der Versammlungen, das Recht zur Auf- über die Versammlungen unter freiem Himmel liberaler als größerer Geldflüffigkeit stehen, die auch außerhalb Deutschlands auflösung, sind nicht verkürzt worden; in dieser Beziehung das preußische Gesetz. Nach sächsischem Vereinsrecht bedürfen bereits eingetreten ist. Nicht aus den Geldverhältnissen, sondern geben die Bestimmungen des Entwurfs lediglich das geltende nicht alle Versammlungen unter freiem Himmel der polizei- aus der drängenden Not des Reiches erklären sich also 60 Jahre alte preußische Recht wieder!) Und was die lichen Genehmigung, sondern nur jene, die auf öffentlichen die ungünstigeren Bedingungen für unsere Anleihe. Das Reich Bürger anlangt, so gewinnen sie bei den oben angeführten Straßen und Plätzen stattfinden. Solche, die auf Privat- hatte 1885 410 millionen Schulden, 1907 waren wir bereits auf Verbesserungen gewiß einiges es werden ihnen allerlei grundstücken tagen, stehen den Versammlungen in ge- eine Reichsschuld von 4003 Millionen Mark gekommen, wozu jekt Scherereien erspart, die Grundlage für mannigfache Schikanen schlossenen Räumen gleich, bedürfen nur der Anmeldung. eine neue Viertelmilliarde kommt. Diese Finanzwirtschaft kann in fällt fünftig fort- aber an Bedeutung bleiben diese Ver- Das Reichsvereinsgesetz wird mit dieser für die Bürger sehr Europa nur noch mit der russischen verglichen werden. besserungen weit zurück hinter den Verschlechterungen, wertvollen Unterscheidung aufräumen. Alle Versammlungen Trotz alledem sperren sich die deutschen besitzenden Klaffen mit die andere Bestimmungen des Entwurfs gegen das jebige unter freiem Himmel werden der Polizeiwillfür ausgeliefert aller Macht gegen eine halbwegs erträgliche Sanierung der ReichsRecht selbst in Preußen und Sachsen bedeuten! einerlei ob sie auf Privatgrundstücken oder auf öffentlichen finanzen. Die enorme Schuldenlast danken wir ausschließlich den Für Preußen ist diese wesentliche Verschlechterung des Straßen und Plägen stattfinden sollen, für alle ist Genehmi- Ausgaben für Militär, Marine und Weltpolitit. Aber die, die diese § 10a, der die Jugendlichen aus politischen Vereinen und gung durch die Polizeibehörde Bedingung. Es bedarf keiner Ausgaben bewilligen, wollen nicht das geringste davon wissen, ihrerpolitischen Versammlungen ausschließt. Der Blockfreisinn hat, weiteren Auseinandersetzung, um die Tragweite dieser Ver- seits zur Deckung dieser Ausgaben etwas beizutragen. Die neue um sein böses Gewissen zu ve bergen, den Protest der schlechterung gegen das geltende sächsische Recht darzulegen. Reichsanleihe ist nur ein Tropfen auf einen heißen Stein. Soll das Sozialdemokratie gegen diesen Rückschritt lächerlich zu machen Es ist klar-alles, was das Reichsgesez für Sachsen an Ver- Defizit endgültig verschwinden, so brauchen wir für ungefähr eine halbe gesucht die Bossische Zeitung" machte den frampfhaften besserungen bringt, alles das wiegt an Bedeutung diese eine Milliarde neuer Steuern. Der Blockreichstag und seine Regierung ist Wig, die Sozialdemokratie würde selbst dann von einem Verschlechterung nicht auf! Denn die schikanösen Er- zwar entschlossen, diese halbe Milliarde zum allergrößten Teil aus ,, reaktionären Attentat" reden, wenn etwa nur Kinder unter schwerungen der Versammlungsanmeldung, die das sächsische den Taschen der breiten Voltsmassen herauszuholen. Aber das zehn oder sechs Jahren von Versammlungen ausgeschlossen Vereinsgesetz enthält, können überwunden werden und sind Problem, wie man zu einer Zeit schweren wirtschaftlichen Niederwären. Die grenzenlose Albernheit dieser Verteidigung überwunden worden, die Verpflichtung der politischen Ver- ganges und gleichzeitiger Teuerung aller Lebensmittel eine halbe zeigt, wie jämmerlich es um die Sache des Freisinns bestellt eine zum Einreichen der Mitgliederliste hat auf die Dauer Milliarde den schwachen Schultern" aufbürdet, ist nicht ganz leicht ist. Die Bestimmung ist sehr ernst zu nehmen, sie ist um so die Erstarkung sozialdemokratischer Vereine nicht hindern zu lösen. Daher die fortwährende Verschiebung der Finanzreform gehäffiger, als sie eine Ausnahmebestimmung gegen die prole- fönnen, das Präventivverbot konnte doch nur in besonderen und die Notwendigkeit von Anleihen, die zwar für die Börse immer tarische Jugend ist. Für sie, die mit 14 Jahren ins Erwerbs Fällen angewendet werden und war stetig feltener geworden, bessere Geschäfte werden, aber die Finanzen Deutschlands vollständig leben hinausgestoßen wird, bedeutet das Vereins- und Ver- das allerdings für mündige Bürger entwürdigende Recht des ruinieren. fammlungsleben eine Bildungsgelegenheit, die die viel länger Ueberwachenden, den Rednern das Wort zu entziehen, konnte auf den Schulen befindlichen Kinder der Besitzenden wenigstens zum Teil durch das Auftreten neuer Redner unallerdings noch auf Jahre hinaus entbehren tönnen. wirksam gemacht werden. Alle diese Bestimmungen waren Daß die Unterdrückung freier Jugendorganisationen den firch- ärgerlich und unwürdig, aber die Hindernisse waren zu überlichen Jugendvereinen, die die Rekrutenschulen der reaktionären winden. Das Recht der Polizei aber, jede Versammlung Parteien sind und diesem Zwecke ganz bewußt durch die unter freiem Himmel zu verbieten, ist nicht unwirksam zu Die Konfervativen und das Börsenkompromiẞ. Das von den Nationalliberalen eingefädelte Börsenkompromis Züchtung eines ausschweifenden Hurrapatriotismus und machen, der Schaden, der durch diese Verschlechterung ent- ist heute in zweiter Lesung von der Börsentommission angenommen Byzantinismus dienen, die Arbeit erleichtern heißt, darauf steht, nicht auszugleichen. Und wenn der kleinen Verbesse- worden. Unter Ablehnung aller Anträge der nicht dem Block an haben wir schon mehrfach hingewiesen. Die größte Gefahr des rungen ein Schock wäre( die Gewährung des vollen Ver- gehörenden Parteien stimmten sämtliche Mitglieder der kon§ 10a liegt aber darin, daß er das Vereinsrecht auch der einsrechts für die Frauen ist, nebenbei bemerkt, für Sachsen fervativ- liberalen Schachergesellschaft m. b. S. für das Kompromis, Erwachsenen in Gefahr bringt. Zwar soll die Anwesenheit kein Fortschritt, da dort Beschränkungen für das weibliche nur das Mitglied der Wirtschaftlichen Vereinigung trennte sich von Jugendlichen in einer politischen Versammlung kein Auf- Geschlecht nicht bestehen), diese Verschlechterung könnten sie vom Blod und stimmte gegen das Kompromiß. So erhielt, da der lösungsgrund sein, und auch der Vorsitzende der Versammlung nicht aufwiegen. Vertreter der polnischen Fraktion fehlte, der nationalliberale Roma ist nach dem Entwurf deswegen nicht strafbar. Indes, wir wissen So hat der Blockfreifinn wirklich mit seinem„ modernen" promißantrag 15 Stimmen, während die Gegner nur 12 Stimmen aus langjähriger Erfahrung, wie wenig preußische und Reichsvereinsgesetz noch hinter das sächsische Vereinsrecht aufbrachten. fächsische Ueberwachende ihre Rechte kennen, und so zurückzumarschieren fertig gebracht, wie er ja auch in Preußen Die Agrarkonservativen haben also für die neue Fassung geist es schon jetzt an den fünf Fingern abzuzählen, daß die Verbesserungen durch eine wesentliche Verschlechterung stimmt, trotz ihrer vorgeblichen Börsenfeindlichkeit. Nicht nur immer und immer wieder Versammlungsauflösungen sich ausgleichen läßt. Und das nennt er dann ein anständiges ihre kleinen Lokalblättchen, sondern auch ihre beiden hiesigen ereignen werden, die auf die Anwesenheit von Jugendlichen Vereins- und Versammlungsrecht für Preußen und Sachsen Hauptblätter, die„ Kreuz- Zeitung" und die„ Deutsche Tagesztg.", in der Versammlung fußen. Die hinterher erfolgende Kor- überhaupt erst herstellen". betreiben die Beschimpfung der jüdischen Börse" als gewerbsrektur des Auflösenden durch die vorgesetzte Behörde ist kein Welch eine widerliche Verwirrung der Begriffe! Die Be- mäßigen Sport. Die Börse ist nach ihrer tausendmal wieder. Ersatz für die vereitelte Versammlung. griffsverwirrung des Schuldbewußtseins! holten Versicherung nichts anderes als eine jüdische Institution zur schamlosen Aussaugung der im erwerbstätigen Mittelstand steckenden Volts. traft; aber diese so oft von ihnen in ihren Versammlungen und Blättern verkündete heilige Ueberzeugung" hat sie nicht verhindert, Die Schuldenwirtschaft. Der Paragraph wird der Polizei auch Handhaben bieten, die Arbeit der Gewerkschaften zu erschweren. Die Gewerkschaften müssen sich mit politischen Angelegenheiten beschäftigen fie müssen sich mit den sozialpolitischen Gesezen befassen, haben für die in ihnen organisierten Berufs- Das Reich und Preußen haben heute wieder eine An- nun doch für die Erweiterung der Börsenspekulation einzutreten gruppen besondere Schuhmaßregeln von der Gesetzgebung zu leihe aufgenommen, bei der es sich um die Riesensumme und sich denen zuzugesellen, die sie bisher als Börsen und fordern usw. Immer wieder wird deshalb von dieser oder von 850 Millionen Mark handelt. Davon entfallen Judenknechte" beschimpften. jener eifrigen Polizeibehörde der Versuch gemacht, Gewerk- 250 Millionen auf bier prozentige Reichsanleihe, Wie so oft, wenn materielle Erfolge winkten, hat auch diesmal schaftszahlstellen für politische Vereine zu erklären. Gelingt 400 Millionen auf 4 Proz. preußische Konsols und 200 Millionen wieder die nach ihrer eigenen Behauptung christliche und vatercs, so dürfen Jugendliche unter 18 Jahren nicht als auf 4 Proz. preußische Schaßscheine. Es ist zunächst zu bemerken, ländische Ideale verfechtende agrarische Adelspartei eingesehen, Mitglieder aufgenommen werden. Sie machen fich daß die Anleihen Preußens und des Reiches verschieden zu beurteilen daß die eigenen Vorteile wichtiger sind als die idealen Güter des auch strafbar, wenn sie öffentliche gewerkschaftliche find, da der größte Teil der preußischen Anleihen für Eisenbahn- Volkslebens, und dementsprechend vorläufig ihre heilige Ueber. Versammlungen besuchen, in denen politische Themata bauten dient, also produktive Ausgaben darstellt. Anders bei der zeugung" auf einige Zeit kaltgestellt. Trotz ihrer Verachtung bes beraten werden. Und hier tut sich eine ganz Reichsanleihe, die durch die skandalöse Finanzwirtschaft des Reiches Freisinns, glauben die Herren doch, ihn durch einige fleine Bu besondere Tücke des§ 10a auf. Die Grenze zwischen verursacht ist und zur Dedung eines Defizits dienen soll, das bei geständnisse am Block halten zu sollen; denn unumschränkter Laben politischen und nichtpolitischen Angelegenheiten ist so flüssig, jeder ordentlichen Finanzgebarung nur aus Steuern zu beden wäre. sie nie regiert, als feit der Begründung der Blockherrlichkeis selbst nicht zur Zeit, als sie noch mit dem Zentrum die bereinigte Regierungspartei bildeten. Das Zentrum war immerhin eine große, mächtige Partei, die respektiert sein wollte; der jetzige frei- sinnige Blockslügel ist dagegen nichts als ein Häuflein durcheinander schreiender Gernegroße, die, Wenn sie sich auch zuerst sperren, sich doch später regelmäßig»der konservativen Diktion fügen. Noch vor kurzem haben die leitenden Blätter der Agrar- konservativen versichert, die konservative ReichstagSfraktion könnte, dürfte und werde in keinem Fall für derartige Bestimmungen stimmen, wie sie die von der Regierung vorgelegte Börscngesetznovelle enthalte— und heute stimmten die konservativen Mitglieder der Börsengesetzkommission für dieselben Bestimmungen. Hier nur einige Beispiele dafür, was noch in den letzten Wochen die„Deutsche Tagesztg." sich an heiligen Versicherungen leistete. Am 10. März, als es hieß, es sei ein Kompromiß geplant, schrieb sie: „Selbst wenn das Unmögliche geschehen sollte, daß die rechts st ehenden Parteien in der Frage der Börsenreform nachgäben, um die Bestimmung über die Versammlungssprache im Vercinsgesetze zu retten, so würden die beiden Gesetze, mindestens das Börsengesetz, dadurch nicht ge- rettet sein... Es ist anzunehmen, daß das Zentrum in diesem Falle gegen das Gesetz unbedingt�timmcn würde. Die Sozialdemokraten haben bereits durch ihr Zentralorgan erklären lassen, daß sie im Falle eines solchen Kompromisses auch dann nicht für das Börsengeseh stimmen würden, wenn die Wünsche des Freisinns erfüllt werden sollten. Nun ist weiter zu er- warten, daß auf der Rechten einige Mitglieder der Deutschen Reformparkei und der Wirt. s ch a f t l i ch e n Vereinigung für ein dem Freisinne ge- nehmcs Börsengeseh nicht zu haben sein würden." Am 17. März wird selbst das, was in der Kommission zu- stände gekommen war, als unannehmbar bezeichnet: „Was die Kommission geschaffen hat, ist noch unvollständig und geht zum Teile über das Maß dessen hinaus, was zugestanden ioerdcn kann. ES fehlt in ihren Beschlüssen noch der DeklarationS» zwang." In der Nummer vom IS. März heißt es: „Von der Preisgabe des RücksorderungSrechteS und der Strafbestimmungen, die endlich nach langen Kämpfen eingeführt werden sollen, kann aber absolut keine Rede sein. Im Gegenteil, die Linksliberalen werden sich ebenso wie die Regie» rung dazu verstehen müssen, auch unsere dritte Grundforderung. nämlich die Einführung eines Deklarationszwanges, zu bewillige». Vielleicht läßt sich unter gewissen Voraussetzungen über das Börsenterminregister reden. Nur auf dieser Grundlage kann eine Verständigung gesucht und gefunden werden." Und noch am 24. März schreibt das Blatt: „Für uns enthält das Börsengesetz vier Hauptpunkte, die unter«llen Umständen conäitiones sine qua non bleiben müssen: I. Unbedingte Aufrechterhaltung und völlige Sicherung des Getreideterminhandelsverbotes. 2. Aufrechterhaltung des RücksorderungSrechteS des bei verbotenen Börsengeschäften Geleisteten.... 3. Einführung von S t r a f b e st i m m u n g e n für die Vergehen gegen das Wörsengesetz und für die Umgehungen des Gesetzes.... 4. An der Produktenbörse muß ein Deklarations- z w a n g'eingeführt werden...." So hieß es noch vor 10 Tagen. Heute stimmten die Agrarier ,ür das Kompromiß. El.ne echt konservative Konsequenz. siesmte und Candtagswahl. Die Beamten sind über den Bruch des Versprechens, ihnen endlich eine Gehaltsaufbesserung zu gewähren, begreif- .icherweise höchlichst erbittert. Der Leitartikel der„ B e r l i n e r veamten-Zeitung" vom 29. März legt davon Zeugnis ib. Heißt es doch darin: „Und wieder lvird das Volk zur Wahl gerufen! Die Regie» rung scheint sich allerdings ziemlich sicher zu fühlen. WaS wollen Sie— wir haben ja die v f f e n t l i ch e Wahl. Wer wird es da lvagen, gegen uns zu votieren? Man weih nicht, ist das Wort wirklich gefallen... Aber es könnte wahr sein und das offiziöse Dementi glaubt kein Verständiger. Die Musik knurrender Magen ist der Regierung ein wohltönende Sinfonie. 524 Petitionen von Be- amten, Geistlichen und Lehrern hat allein der Landtag der StaatSregierung zur Erwägung— wie flau— überwiesen. Die Nonchalance, mit der die Regierung jedoch die Hoffnung Tausender in die unergründlichen Tiefen des Staats» Papierkorbs versenkt, um sie vielleicht, wennS Glück besonders günstig ist und ihr einen wohlgefüllten Napf neuer Steuern be- schert, übers Jahr wieder hervorzusuchen. grenzt wahrlich an Provokation. Gibrs darauf wirklich keine Antwort? Ist die Beamtenschaft denn bedingungslos dazu ver- urteilt, alle Bitternis hin unterzu würgen, die ihr serviert wird?... Aber sie wird sich entsinnen, daß nicht sie es gewesen ist, die dieses Motiv in die Wahl- a g i t a t i o n warf, sondern daß ihr die Regierung mit praktischem Beispiel voranging, als sie im Januar 1SVS, als ihr das Wasser bis zum Mnnde ging, die Besoldungsreform an die Wand malte, wo sie zum allgemeinen Ergötzen ja auch hellte noch als Phantom prangt. Gegenüber dem bei- spiellosen Bruch eines feierlich st gegebenen Bersprechens, für das bekanntlich selbst das Wort des Monarchen verpfändet worden ist, zwingt schon die Selbstachrung das Beamten- tum, die Antwort nicht schuldig zu bleiben." Man kann den Beamten die Empörung über die Nas- lührung nachfühlen, namentlich in einer Zeit, wo durch die Zölle und Grenzsperren die Lebensinittelpreise so außer- ordentlich in die Höhe getrieben worden sind. Daß den Beamten geraten wird, die Antwort auf die an ihnen verübte Prellerei zn geben, ist ebenso in der Ordnung. Aber welche Antwort wird den Beamten empfohlen? Man höre: .Bleibt nur ein Weg, und den hat uns die Weisheit der StaatSregierung selbst gewiesen, als sie die O e f f e n t l i ch l e i t der Landingswahl entscheidenden Einfluß auf ihr Handeln ge- Winnen ließ. ES öffnet sich die Aussicht auf eine wuchtige und imposante Demonstration, die auf die Regierung zwar auch nur als solche Eindruck machen könnte, um so schwerer und nachhaltiger aber die Parteien treffen würde, die zu Mit- schuldigen dieser Regierung wurden:— Die Wahle, lthaltung. Wahlenthaltung überall da, wo nicht eine nationale Gefahr im Verzuge ist. In Wahlkreisen, die von Polen oder Sozialdemokraten stark bedroht sind, hätten gegenüber der nationalen Pflicht alle übrigen Erwägungen selbst- verständlich zu schweigen. Sonst aber gelte die Devise: Dieser Regierung und diesen Parteien keine Stimme!" Die Beamten sollen sich also der Stimme enthalten, sollen„passive Resistenz" leisten. Wir nehmen an, auch dem Freisinn gegenüber, denn er ist ja durch sein Block- Verhältnis genau so Mitschuldiger der Re- gierungspolitik, wie Konservative und National- liberale I Da die Beamten bei der öffentlichen Wahl nicht sozialdemokratisch stinlmcn können, hätte die Bestrafung der Blockparteien einen Sinn, wenn absolute Wahl- «ithaltung proklamiert würde. Aber die Beamten sollen, wo eS gegen Polen und Sozialdemokraten geht, die passive Resistenz aufgeben und sür die Blockbrüder stimmen I Die ganze„Antwort" wäre damit ein Schlag ins Wasser! Ja mehr: eS wäre für die Beamte» ein Schlag i«S eigene Gesicht! Denn warum sollen den Beamten die bereits 1996 versprochenen Gehaltsaufbesserungen vorenthalten werden? Weil die Marine- und die Kolonialpolitik nicht nur alle Reichseinnahmen auffressen, sondern auch noch Hunderte Millionen von Anleihen beanspruchen! Wenn die Ausgaben für Herr, Flotte und Kolonien im Reichsetat für 1998 allein 1569 Millionen betragen, d. h. mehr, alS durch sämtliche wirkliche Reichseinnahmen zusammengekommen, kann natürlich von Aufbesserung der Beamtengehälter nicht die Rede sein! Weder im Reich, noch in Preußen! Denn so lange die Reichsfinanzen durch die E i n z e l st a a t e n gestützt werden müssen, bedeutet der Reichsdalles auch die B e- lastung Preußens! Wer aber stimmte für die neue Marinevorlagr, wer bewilligte alle Kolonialforderungen? Nicht nur Kon- s e r v a t i v e und Nationalliberale, sondern auch der Freisinn! Ja auch das Zentrum suchte, den Blockparteien in Bewilligungsfreudigkeit für die marinistischen und kolonialen Ausgaben den Rang abzulaufen! Die einzige Partei, die diese unfinnige Geldverschleuderung, die den Reichsdalles und die Ausgaben, die es verhinderten, die Gehälter der Beamten auf- z u b e s s e r n. bekämpft hat, ist die Sozialdemokratie. Und diese soll von den Beamten bekämpft werden, weil sie, und sie ganz allein, eine Politik vertreten hat, die im Interesse der Beamten lag?!—_ poUtffche öcberlicbt» Berlin, den 2. April 1998. Die Durchpeitschung des Vereiusgesctzes. Als heute im Reichstag die zweite Lesung des Vereinsgesetzes begann, stellte es sich sofort heraus, daß die Blockparteien die Ver- abredung getroffen hatten, nur beim 8 1 des Gesetzes kurze Er- klärungen abzugeben, um dann in völliges Schweigen zu versinken. durch Schlußanträge auch die Oppositionsreden nach Möglichkeit zu hindern und alle Verbesserungsanträge abzulehnen. Das hat für die Blockmehrheit den doppelten Vorteil, daß sie das Gesetz mit beschleunigter Geschwindigkeit durch die Beratung durchpeitschen kann und obendrein sich noch der unbequemen Kritik der Opposition entzieht. Angesichts dieser ebenso feigen wie brutalen Taktik war eS eine Leistung von ungewöhnlicher Dreistigkeit, daß der Herr Ab- geordnete Müller- Memingen sich herausnahm, der Sozialdemo- kratie vorzuwerfen, sie spekuliere auf die Unbekanntschaft der großen Masse der Bevölkerung mit dem Gesetz. Denn gerade die Block- brüder suchen ja durch ihre Schweigetaktik und Schlußmacherei es zu verhindern, daß eine gründliche Diskussion volle Klarheit über das Gesetz schafft. Ungenierter kann jemand'also kaum der Wahr- heit ins Gesicht schlagen, als es Herr Müller aus Mciningen mit jener Verdächtigung getan hat. Nur bei dem g 1 des Gesetzes kam es so zu einer lebhafteren Auseinandersetzung, die durch Erörterung allgemeiner Gesichts- punkte eine Art Generaldebatte wurde. Namens der Zentrums- Partei brachte der Abgeordnete T r i m b o r n die Bedenken gegen das Gesetz vor. Für die Sozialdemokratie sprach Genosse Heine, der von dem Staatssekretär bestimmte Auskunft darüber verlangte, ob die Regierungen auf das Prävcntivverbot von Versammlungen, wie das in Weimar noch gehandhabt wird, verzichten wollten oder nicht. Eingehend erörterte er die Frage der Zulassung von AuS- ländern zu Vereinen und Versammlungen, die gegenwärtig in der Praxis meist so gelöst wird, daß Ausländer, die auf Seiten der Sozialdemokratie oder der Gewerkschaften sich betätigen, einfach ausgewiesen werden. Um diesen und anderen Polizeipraktiken ent- gegenzuwirken, sei die bessere Fassung des 8 1, wie sie von der Sozialdemokratie vorgeschlagen werde, notwendig. Der Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg lehnte jede Gewährung von Versammlungsrechten an Ausländer ab verstand sich aber zu der Erklärung, daß Präventivverbotc von der Polizei nicht erlassen werden dürften. Dieser Erklärung schloß sich später auf die direkte Provokation des Genossen Legten hin auch der Bundesratsbevollmächtigte sür Sachsen-Wei» mar an. Von den Blockparteien gaben nur kurz die Herren Hieber und Müller- Meiningen ihre Erklärungen ab, daß ihre Par- teien„voll und ganz" für das Blockfabrikat eintreten wollten und prahlten mächtig mit den großen Errungenschaften, die das Gesetz dem Volke bringen werde. Ein Mißton in das Blockkonzert wurde indes durch den Anti- semiten B i n d e w a l d gebracht, der für seine Person das Gesetz ablehnte, da es für Hessen unbedingt eine Verschlechterung bedeute. Da Herr Bindewald sich, durch höhnische Zurufe der National- liberalen gereizt, gewaltig in Eifer hineinrodete und auch die hessische Regierung angriff, entspann sich ein hessischer Frosch- mäusekrieg, in dem der hessische Bundesratsbevollmächtigte Neidhard und Bindewalds eigener Fraktionskollege Zimmermann gegen Bindewald und Neidhard und Zimmermann wieder gegenseitig auseinander losschlugen. Genosse Legten wies nach, wie schwer dir Gewcrkschafts- bewegung unter dem Fortbestehen der Ausländerschikane leiden müsse, und führte er den Freisinnigen zu Gemüte, daß sie die Mit. schuld trügen, wenn die Gewerkschaften für die Propaganda unter den Hunderttausenden ausländischer Arbeiter nicht die gesetzlich garantierte Freiheit bekämen. Dann erfolgte der Schlußantrag des Blocks, und nach Ab- lehnung aller Anträge wurde der 8 1 in der Kommissions- fassung in namentlicher Abstimmung mit 194 gegen 164 Stimmen angenommen. Bei den folgenden Paragraphen trat das Schweigegelöbnis der Block-Trappisten in Betracht, wenigstens was das öffentliche Reden anbetrifft, denn der Grad ihres Interesses für die Sache ließ sich daran ermessen, daß sich eine Anzahl Block-Konventikel im Saale bildeten, die durch lautes Schwatzen die sozialdemokratischen De- battcredner Heine und Legion zu übertönen suchten. Bei den folgenden Paragraphen wurde die Blockguillotine schon nach je. einem Redner des Zentrums und der Sozial- demokratie in Bewegung gesetzt. Die Schamlosigkeit des Blocks ging so weit, daß bei dem§ 2 den Polen, die ein Amendement dazu eingebracht und deshalb einen Redner gemeldet hatten, d a S Wort überhaupt abgeschnitten wurde. Als der Abgeordnete v. Dzicmbowski diese Leistung gebührend festnagelte, gab die Opposition durch laute Pfuirufe ihr Urteil über die Blocktaktik zu erkennen. Es verdient vermerkt zu werden, daß Herr Müller- Meiningen den Oberwürger bei dieser Debattenmcuchelei abgab, während als Vorsänger bei dem Triumphgcjohle Herr Mugdan sirfx auszeichnete. Morgen wird eS bei dem§ 7(Sprachenzwang) wohl noch heißer hergehen. Die Reaktion in beiden Häusern des Landtag?. Das Dreiklassenparlament nahm heute in zweiter Lesung den Entwurf eines neuen Polizeikostengesctzes an, einer der Entwürfe, die die Regierung noch vor Sessionsschluß vcrab- schiedet zu sehen wünscht. Es handelt sich dabei um eine Mehr- belastung der Städte mit königlicher Polizei zugunsten der Staats- lasse. Namentlich Berlin soll wieder einmal tüchtig bluten und die Ausgaben für die Polizeiverwaltung, die bisher 2,50 M. pro Kopf der Berliner Bevölkerung betrugen, werden unter dem neuen Gesetz auf 3,69 M. steigen. Dabei hat die Kommission noch an- nähernd 2� Millionen Kommunalgeldcr den Fangarmen des Fiskus entrissen. Fortschritte im Rechte der Gemeinden innerhalv der Polizeiverwaltung, in der sie heute bekanntlich nur zu zahlen und gar nichts zu sagen haben, bringt der Entwurf nicht. Gerade deshalb wurde er von allen Parteien des Abgeordnetenhauses mit Ausnahme der Freisinnigen freundlich aufgenommen und bewilligt. Die Wünsche nach fortschrittlicheren Bestimmungen tat man in zwei harmlosen Resolutionen ab, von denen die eine die lieber- lassung der Wohlfahrtspolizei an die Städte, die andere die lieber- nähme der städtischen Polizeibeamten in den Staatsdienst bei einer weiteren Verstaatlichung der Polizei fordert. Morgen soll außer kleineren Vorlagen das Gesetz in dritter Lesung verabschiedet werden.. Das Herrenhaus nahm heute den Gesetzentwurf über die Erschließung neuer staatlicher Kohlenfelder im Oberbergamtsbezirk Dortmund an und erledigte einige Petitionen. Bei der Regierung-- Vorlage sprach die hohe Versammlung der geborenen Gesetzgebor den dringenden Wunsch aus, man möge sie nicht so oft mit Denkschriften behelligen, die sie doch nicht lesen oder verstehen. Bei den Petitionen gebärdetc sich der Danziger Oberbürgermeister Ehlers in seinem Schwärmen für kommunale Biersteucrn und Maßregeln gegen die Freizügigkeit so reaktionär, daß selbst die nationalliberalo Exzellenz Hamm sich darüber leise wunderte. Am Montag— bis dahin ruht sich das Herrenhaus aus— stehen auch hier das Polizei- kostengesetz und kleinere Vorlagen auf der Tagesordnung. Rüstet Euch zur Landtagswahl! Daß unsere Meldung, daß bereits am 4. Juni die Land- tagSwahlen stattfinden sollen, richtig ist. beweist die uns zugegangene weitere Meldung, daß in Berlin die Aus- l e g u n g der Wählerlisten vom 26. bis 23. April stattfinden soll. Und zwar am 26. April seinem Sonntag) von 12—5 Uhr, am 27. und 28. April von 12—8 Uhr. Die Genossen haben also Ursache, schleunigst alle Vor- bereitungen zu treffen, um die Wahlschlacht mit Ehren zu bestehen l_ Von der Produktenbörse. Ein mit der Praxis der Berliner Produktenbörse genau bekannter Leser schreibt uns: Zu Ihrer Notiz über die Aufregung cm der Berliner Produkten- börse gestatten Sie mir einige Bemerkungen: Die Drohung, den Verkehr nach Abwickelung der bestehenden Geschäfte einzustellen, wird die Agrarier ganz kalt lassen. Denn erstens hätten sie ja dann ganz einfach und schmerzlos die Beseitigung der Produktenbörse erreicht, andererseits kennen sie ihre Pappenheimer ganz genau und wissen, daß in Geldsachen der Widerstand der Produktenbörse aufhört.— Schon ist auch der BeruhigungSrat an der Arbeit. Dieser, ein neugebackener Kommerziell- rat, der im Vorstande der Produktenbörse ist und seine Befähigung dazu dadurch bewiesen hat, daß er vor einigen Wochen einen Börsenberichterstatter durch die Drohung, seine Korrespondenz ab- zudestellen, zu einer falschen KurSnotiz veranlassen wollte, läuft auf der Börse herum und Ivarnt vor lautem Schreien gegen das Kompromiß. Er war beim Handelsminister und dieser soll ihm gesagt haben, die Börse könne ruhig und zufrieden sein, daß ihr nur eine Hand abgeschlagen ist, sonst könnten es noch beide werden. Der Herr Kommerzienrat hat aber auch allen Grund, zur Ruhe z» mahnen. War er doch bei den Reichstagswahlen 1907 der Geldsammler für die Freisinnigen! Und nun dieser Erfolg für die Pro- duktenbörse! Kurios dabei ist, daß der§ 63 de? Kompromißantrages von: börsenmäßigen Termingeschäft einzig dasjenige trifft, welches allein volkswirtschaftliche Berechtigung hat: die Arbitrage, d. h. die Deckung für Käufe oder Verkäufe in effektiver Ware. Hierbei beab- sichtigt keiner der Kontrahenten, daß Ware geliefert wird, sondern eS ist stillschweigende Voraussetzung, daß nur die Differenz gc- zahlt wird. Im übrigen wird unter dem neuen Gesetz genau so weiter spekuliert werden wie unter dem jetzt bestehenden. Heute heißen die Geschäfte„handelsrechtliche Lieferungsgeschäste", weil sie auf Grund bestimmter Paragraphen des Handelsgesetzbuches abgeschlossen werden. Sie find aber reine Termingeschäfte, wenn auch im Schluß- schein bestimmte Vorschriften über Nachfriststellung beim Verzuge in der Lieferung usw. stehen. Bor einigen Jahren wollte eine Berliner Firma Hafer liefern. Infolge von Hochwasser kamen ihre Kähne aber nicht zum bestimmten Termin an. Sie verlangte infolge dessen die Ein- räumung einer Nachfrist. Diese Forderung, die bewilligt werden mußte. erregte damals ungeheure Erregung an der Produktenbörse, weil sie eine Verletzung des bestehenden„Komments" bedeutete. Will die Regierung die Spielwut und das Spekulantentum in Brotgetreide bekämpfen, so gibt eS nur ein Mittel, den Deklarationszwang für alle Geschäfte. Er wird von der Berliner Böse bekämpft, weil er jeden Schwindel klar legt, trotz- dem er im Staatskommissar. Geheimrat Hemptenmacher, einen eifrigen Befürworter hat._ Blockpläne. Ein starker Teil des Blocks möchte den Reichstag noch vor Ostern bis zum Herbst vertagt wissen. Der Wunsch ist von der Befürchtung diktiert, daß der Block der LandtagSwahlen wegen über Ostern hinaus nicht zusammen- halten wird, daß ein Teil der Rechten dem Hause fern bleiben und die dem Freisinn am Herzen liegenden Gesetze ihrem Schicksal überlassen wird. Und die Blockmehrheit ist nicht so groß— die heutige namentliche Abstimmung weist 194 gegen 164 Stimmen auf. So möchte denn namentlich der Freisinn neben dem Vereins- gesetz auch die Börsengesetznovelle noch schleunigst vor Ostern fertigstellen. Die Kominission, die für die erste Lesung soviel Zeit brauchte, hat die zweite Lesung heute schleunigst beendet; schon am Sonnabend soll der Bericht fertiggestellt werden und Montag oder Dienstag soll die Beratung im Plenum beginnen. Man will bis in die Karwoche tagen, um einem Scheitern der Reform in späterer Zeit— das die konservativen Börsengesetzgegncr wünschen— vor- zubeugen. Ohne Börsenreform wagt der Freisinn nicht vor seine Landtagswähler 1. und 2. Klaffe zu treten. Und sie will die Vereinsfreiheit doch auch nicht umsonst verraten haben.— Die Ersatzwahl in Norden-Emden. Bei der heute vorgenommenen Stichwahl zum Reichstage im ersten Hannoverschen Wahlkreise sind 21702 Stimmen abgegeben worden. Davon entfielen auf Fegter( frf. g.) 12 687, auf Groeneveld( Dtsch.- Soz.) 9015 Stimmen. Fegter ist somit gewählt. Wie ein Vergleich der Stimmenzahl in den einzelnen Orten beweist, haben die meisten Nationalliberalen und teilweise auch unsere Genossen für Fegter gestimmt. Nationalliberaler Vertretertag. Wie nationalliberale Blätter melden, werden die Führer der nationalliberalen Partei in Preußen am 25. und 26. April in Magdeburg zusammentreten, um zu den preußischen Landtagswahlen Stellung zu nehmen und den Wahlaufruf festzustellen. Freifinnige Verräterei. ihren wie sie sagten Naumann. cola Frankreich. Staat und Kirche. Herr Naumann hat nach einigem Schivanken endlich wieder seine politische Nuhelage für die nächsten Wochen erreicht. Das Schwanken dauerte so lange, solange es zweifel- die Beratung des Gefeßentwurfs über die Berteilung der Paris, 2. April. In der gestrigen Senatssigung wurde haft war, ob die Majorität der Freisinnigen den Prinzipien Stirchengüter fortgefeßt. Minister Briand wies barauf verrat beim Vereinsgesetz wird ausführen können. Nachdem hin, daß die Regierung dieses Gefeß nur ungern eingebracht habe, dies sicher ist, geht Naumann beruhigt mit der Majorität. aber sie sei durch die Haltung der Kleritalen dazu ge uns überrascht diese Entscheidung nicht und wir wollen mit zwungen worden. Der Minister wies weiter auf die UnverHerrn Naumann darüber nicht rechten. Dies mögen jene antwortlichkeit der Klerikalen hin, die schuld an der jebigen Lage tun, welche an dem politischen Charakter dieses Mannes ein- feien, und lobte unter Beifall des Hauses mit Ausnahme der Nechten mal geglaubt haben. Herr Naumann befindet sich diesmal den anwesenden Abbé Lemire, welcher bemüht gewesen sei, die ausnahmsweise in feiner Selbsttäuschung und ist sich der Gegensätze zwischen Staat und Stirche zu überbrüden. Bedeutung seines Schrittes voll bewußt. Denn er schreibt Der Lieferungsskandal. " Italien. Polizeiskandale. Nom, 2. April. In der Kammer wurde gestern die jüngst in einer Gerichtsverhandlung enthüllte Storruption ber Polizei in Neapel zur Sprache gebracht. Der Abg. Noni wies darauf hin, daß viele Polizisten gemeinschaftliche Sache mit den Mitgliedern der Camorra Man schreibt uns aus Solingen: selbst, daß die Herren Barth, Gerlach und Breit- Baris, 2 April. Die Untersuchung wegen der Skandale Vor einigen Tagen hat eine Versammlung der national- scheid nicht mehr in der freisinnigen Fraktionsgemeinschaft in der Fleischlieferung für die Armee wird mit Tiberalen und freisinnigen Vertrauensmänner des hiesigen Kreises werden bleiben können, eine Auffassung, über die die Müller, großer Energie fortgefeßt. Weitere Schuldige sollen bereits entdeďt einstimmig beschlossen, die bisherigen Abgeordneten Wiemer und Fischbeck gewiß sehr erfreut sein werden. Nau- fein. Auch die moralische Verantwortlichkeit gewiffer Storpsführer Friedberg- Berlin( natl.), Dr. Gottschalt- Solingen( natl.) ntann weiß also, daß die ehrlichen und entschiedenen Libe- foll ernstlich in Mitleidenschaft gezogen sein. So hat z. B. ein und Professor Gidhoff- Remscheid( frs. Bp.) wieder aufzustellen. ralen nicht mehr bei jener Partei bleiben können, von der General eine unglaubliche Fahrlässigkeit an den Tag gelegt. Der Der Freifinn gibt also zwei Mandate an die Nationalliberalen er sich nicht trennen will. Er entschuldigt sich damit, daß Unterstaatssekretär für den Krieg hatte den General auf die Er entschuldigt sich damit, daß Militärlieferungen aufmerksam gemacht, von diesem aber die Antpreis und überträgt das andere einem der faulsten Freisinns- die Aussichten für eine neue Partei aussichtslos feien:" Man wort erhalten, daß die Lieferungen in dem Korps unter den besten mannen, dem Ueberpatrioten Professor Eidhoff. Um diese Un- fann Sozialdemokrat sein oder man muß zur Gemeinschaft Umständen erfolgen. Acht Tage später wurden dann die bekannten geheuerlichkeit in ihrer ganzen Bedeutung zu erkennen, muß man des Liberalismus halten. Etwas drittes gibt es nicht." Das Bustände aufgedeckt. Wahrscheinlich wird ein ministerieller Ve fich die hiesigen Verhältnisse etwas genauer ansehen. mag schon richtig sein, nur vergißt Herr Naumann hinzu schluß gegen den General gefaßt werden. Jm Landtagswahlkreise Remscheid- Lennep- Solingen haben zusehen, daß es in Deutschland seit der Verschacherung der die Freifinnigen einen ziemlich großen Anhang, der in Solingen freisinnigen Programmfäße in der Blockpolitik keinen Libefich besonders radikal geriert. Als es galt, in den Kampf um das ralismus mehr gibt. Herr Naumann mag fünftighin mit Reichstagswahlrecht für Preußen einzutreten, verschrieben sich die größerer Sicherheit als bisher auf einen Siz im Barlamente Solinger Sozialliberalen unter dieser Flagge segeln diese rechnen. Aber auf politische Achtung hat dieser Mann Herren hier den Landtagsabgeordneten Hoff- Stiel. In einer feinen Anspruch mehr. ungeheuer start besuchten Versammlung wurde eine sehr scharfe Resolution gegen Bülow und für ein freies Wahlrecht angenommen. Die großen Gelehrten der Nordd. Allgem. Ztg." haben sich machen und Leichen schänden, um denselben die Juwelen, Auch weiterhin gaben angesehene Solinger Freifinnige immerfort allem Anschein nach über unseren Nachweis ihrer Einfältigkeit mit denen sie beerdigt wurden, zu entwenden, und ähnliche festen Willen fund, nur für solche dermaßen erregt, daß sie völlig ihre geistige Balance verloren Schandtaten berüben. Der Redner tadelte dann die Feindschaft Kandidaten eintreten zu wollen, die unentwegt zur Fahne des haben, denn sie halten in der letzten Nummer ihres unfreiwilligen zwischen den Carabinieri und den Polizisten. Die Polizei tue Reichstagswahlrechts schwören. Noch am 18. März beteiligten sich Bigblattes nicht nur ihre Behauptung aufrecht, daß der Vor- bleiben und gäbe sogar die auszuführenden Verbrechen an. Gio alles mögliche, damit die Verbrechen der Camorra ungestraft gegen hundert Freifinnige an unserer Märzfeier; einer ihrer wärts" das Zitat" Hic Rhodus, hic salta" falsch übersetzt habe, Iitti erwiderte, die Regierung habe alles getan, um die Camorra Sprecher versicherte uns, daß seine Parteifreunde in der Frage fondern fügen in ihrem Aerger noch folgendes unverständliche zu vernichten. Wirkliche Heilung fei nur von der Industrialisiedes Preußenwahlrechts mit uns gehen würden. Wenige Tage Gedankenragout hinzu:" Jest soll nicht Marg, sondern gar Hegel rung Neapels zu erwarten, die das Lumpenproletariat beseitigen vorher noch hatte ein hiesiger Industrieller für die Idee des schuld daran sein, daß die Vorwärts"-Redaktion weder Latein werde. Generalstreiks propagiert. Und nun dieser schändliche Verrat. noch Lebensart genug befitt, um eine falsche Verdeutschung, mit Obwohl Eickhoff sich selbst in den Kreisen seiner eigenen Partei- oder ohne Motiv, selbständig zu erkennen, und um dieses endgültig freunde nur sehr geringer Sympathien erfreut, trotzdem die Chancen erwiesene Mißgeschick dann ehrlich zuzugestehen. Es war uns für ein energisches Vorgehen der Freisinnigen die denkbar aber eine interessante Feststellung, daß die„ Verehrung" der günstigsten waren, diese Verräterei. Es wird sich nun eine sehr Sozialdemokratie für Karl Marg nicht einmal so weit reicht, um sonderbare Situation bei den Wahlen ergeben. Unsere Parter- ihm bei der„ Vorwärts"-Leserschaft den Verdacht zu ersparen, genossen sind bereits mit aller Energie in den Wahlkampf ein- er habe kein Latein verstanden." getreten die Kandidaten werden nächstens nominiert Selbst Gröber dürfte kaum imftande sein, für diese GehirnZentrum geht gesondert vor und die Vereinigten Liberalen" fehen sich so zwei Fronten gegenüber. Unsere Genossen werden Baralyse die nötige Bezeichnung zu finden. gum mindesten 30-35 Proz. der Wahlmänner durchbringen, das Zentrum auch 20-25 Proz., so daß eine Stichwahl ohne weiteres im voraus iu Aussicht gestellt werden kann. Nun aber kommt das Bezeichnende, daß auch das Zentrum sich mitschuldig machen in Augsburg in der sogenannten Freibant dem Verkaufe Arantes, aber nicht direkt gesundheitsschädliches Fleisch wird will an dem Verrat der Volksrechte. Es ist nämlich bereits in der unterstellt. Arme Leute sind die Käufer dieses Fleisches. Im Zentrumspresse erklärt worden, daß die Liberalen auf die Hülfe gemeindlichen Unterhaus wurde über ein passendes Verkaufslokal des Zentrums gegen die Sozialdemokratie rechnen dürfen. Es der Freibant beraten. Ein Borschlag wurde von einem liberalen wird sich also wahrscheinlich hier das Schauspiel entwickeln, daß Stadtvater mit den Worten bekämpft, es sei nicht jedermanns die unentwegten Solingen- Remscheid- Lenneper Blockliberalen durch Geschmack, die Freibank gegenüber seinem Anwesen zu haben. Zentrumsgnade ins Preußenparlament einziehen. Vielleicht aber Die anderen liberalen Stadtväter, darunter zwei gelbe Ar verrechnen sich doch beide Partner. Die Arbeiterbewegung ist in beiter, stimmten dem zu und erklärten sich für Verlegung der dem letzten Jahre im hiesigen Bezirke so sehr erstartt, daß es viel Freibant nach der äußersten Grenze der Stadt. Den leicht bei entsprechender Führung des Wahlkampfes möglich sein braven Leuten schauderte vor dem„ armen Gesindel", das gezwungen wird, den Liberalen sowohl wie den Zentrumshelden einen ist, das Fleisch von teilweise tuberkulösen Kühen usw. zu effen! träftigen Strich durch die Rechnung zu machen. das Wieder ein Schlag gegen die Versammlungsfreiheit in Sachsen. Pfui! die armen Leute. Wann in der Militärjuftig die Oeffentlichkeit ausgeschlossen wird. Vor dem Oberkriegsgericht in Straßburg stand Wie an vielen anderen Orten, so hatten auch die Arbeiter in der gegen das Urteil des Kriegsgerichts, das ihn wegen Unterdieser Tage ein Wachtmeister der Saarburger Ulanen, Beu cha bei Leipzig schwer unter der Saalabtreiberei zu schlagung anvertrauter Gelder zu zwei Monaten Gefängnis und Leiden; die Aufklärungsarbeit unter den Steinarbeitern am Orte Degradation verurteilte, Berufung eingelegt hatte. Es handelte war dadurch fast unmöglich gemacht worden. Unsere Genossen gründeten deshalb im vorigen Herbst einen Kasinoverein, sich um 394,53 M. Quartiergelder, die der Wachtmeister nicht abSer ihnen ein vor den Eingriffen der Behörden und der Gegner geliefert hatte. ficheres Heim schaffen sollte. Doch bald erschien die Staatsgewalt In der Verhandlung stellte sich heraus, daß der Eskadronchef auf dem Plane. Das Inventar wurde beschlag dem Angeklagten meist freie hand gelassen, daß der Angeklagte nahmt und erst auf Beschwerde wieder freigegeben, um schließlich über seine Korrespondenz kein Buch geführt und überhaupt Briefe endgültig beschlagnahmt zu werden, obgleich es geschrieben hat, die eigentlich der Rittmeister hätte schreiben Eigentum einer Brauerei war. Gleichzeitig wurden die 12 Bor- müssen. Als der Angeklagte gefragt wurde, ob er einen Brief standsmitglieder mit einer Anklage wegen Ausübung des Schantgetverbes ohne Konzession(§ 33 der Gewerbeordnung) bedacht an den Bürgermeister als dienstlich oder persönlich betrachtet habe, und zu Strafen von 15 bis 150 m., insgesamt 1000 M., verurteilt. trat der Verteidiger vor und gab folgende Erklärung ab: Dagegen legten Staatsanwalt und Verurteilte Berufung ein, die beide verworfen wurden. Dem Verein sei der Bierverschant die Hauptsache gewesen, seine sonstigen Bestrebungen seien bemgegenüber in den Hintergrund gedrängt worden. Der Verein charat terisiere sich so als Konsumberein, der eine Konzession haben müsse. Mit diesem Urteil ist der Saalabtreiberei ein neues Feld eröffnet, wenn nicht noch das Reichsaericht einen Strich durch die Rechnung macht. Mein Klient hat mich gebeten, bei meiner Verteidigung unter feinen Umständen einen Schatten auf seinen Rittmeister fallen zu lassen. Das ist ein schöner Zug bei meinem Klienten, im Interesse der Wahrheit und Gerechtigkeit aber kann ich den Herrn Rittmeister nicht schonen. Die Art und Weise, in der der Eskadrondjef des Angeklagten denselben " Weiter tam der Verteidiger nicht. Die Oeffentlichkeit wurde ausgeschlossen, weil das Gericht annahm, daß die Worte des Verteidigers eine Kritik des Rittmeisters seien und deshalb Die militärische Disziplin Disziplin gefährden fönnten. Wie die Sache weiter verlief, läßt sich nicht berichten, da die Oeffentlichkeit nicht wieder hergestellt wurde. Eigentümlich ist es jedenfalls, daß die Oeffentlichkeit bei den Militärgerichten immer dann ausgeschlossen wird, wenn Offiziere ins Kreuzfeuer kommen. 0 Der Liberale Verein mißbilligt das Kompromiß über§ 7 des Reichsvereinsgefeß- Entwurfs und gibt der bestimmten Erwartung Ausdruck, daß alle freiheitlichen Abgeordneten im Reichstage gegen den§ 7 in jeder Form stimmen werden." 32 Wahlrechtsdemonftranten vor Gericht. Vor dem Schöffengericht in Calbe a. G. standen am Dienstag 32 Angeklagte, die beschuldigt waren, am Sonntag, den 12. Januar an einem nicht genehmigten öffentlichen Aufzug teilgenommen zu haben. Zwei von ihnen, die Genossen Undeutsch- Magdeburg und Ritter- Calbe, waren angeklagt, als Leiter und Ordner fungiert zu haben. Die Angeklagten hatten sämtlich gegen Strafbefehle über 9 W., Ritter und undeutsch gegen solche über 30 M. Einspruch erhoben. Die Straftaten sollten sie nach Beendigung der WahlAn die Adresse der Mugdan, Wiemer u. Co. rechtsversammlung, in der Undeutsch referiert hatte, begangen haben, indem sie in geschlossenem Zuge durch die Stadt marschiers Der Liberale Verein( freisinnig) in Hamburg hielt am Dienstags feien. Der Polizeikommissar Thielscher fagte als Zeuge aus, abend eine Hauptversammlung und nahm nach einem Vortrag des daß er vergeblich versucht habe den Zug" aufzuhalten. Schließlich Dr. Peterson über den Reichsvereinsgefeß Entwurf folgende habe er die Menge zum Auseinandergehen aufgefordert. Als ihm Resolution an: geschienen habe, daß diese Aufforderung nicht genügend beachtet werde, habe er seinen Beamten den Befehl gegeben, blant zu ziehen und die Straßen zu fäubern. Aus der Verhandlung ging hervor, daß zu solchem Vorgehen gar keine Veranlassung vorlag, denn die Menschenmenge war durchaus ungeordnet und verhielt sich anständig und ruhig. Der Kommissar bekundete ferner, es sei zur Kenntnis der Polizei gekommen, daß für den 12. Januar von den Sozialdemokraten etwas besonderes geplant sei. Näheres darüber auszusagen, berweigerte er unter Berufung auf das Amtsgeheimnis. Der Amtsanwalt beantragte, sieben Angeflagte freizusprechen, da ihnen eine Beteiligung nicht nachgewiesen sei. Im übrigen verlangte er die Bestätigung der Strafmandate. Das Gericht entsprach diesem Antrage mit Ausnahme der über die Genoffen Ritter und Undeutsch verhängten Strafen, die auf je 100 m. erhöht wurden! In der recht eigenartigen Begründung des Urteils hieß es, daß ein solcher Zug ohne jegliche Aufforderung nicht organisiert werden könne. Es sei nicht nachgewiesen, daß Ritter und undeutsch aufgefordert hätten, aber aufgefordert worden müsse sein. Was liege näher als die Annahme, daß dies durch Ritter als den Einberufer der Versammlung und Undeutsch als den Referenten geschehen sei. Sie seien mithin Ordner und Leiter gewesen und als folche zu bestrafen, zumal fie fich an der Spitze des Zuges aufgehalten hätten! = Ferris Verhaftung vor der Kammer. Rom, den 31. März. Die Diskussion über die Anwendung des Urteils gegen Nasi ist von einem Teil der Kammer benutzt das Parlament zu bringen. Es wurde ein Borschlag angenommen, worden, um die Frage von Ferris Verhaftung wieder vor am 2. April über alle schwebenden Anträge zum Strafverfahren oder zur Urteilsvollstreckung gegen Abgeordnete zu diskutieren. Die Antragsteller haben der Regierung einen recht schlechten Dienst erwiesen, denn es ist eine recht lange Liste, über die entschieden werden soll. Da sind die Abgeordneten Scaglione und Bara. nello, gegen die Strafantrag wegen Wahlbestechung gestellt ist, da ist der edle Abgeordnete von Abersa, Romano, der des Betrugs, der Urkundenfälschung und der Unter der einem persönlichen Feinde in einem Gerichtsgebäude Neapels schlagung öffentlicher Gelder angeklagt ist, da ist Vetroni, ins Gesicht gespuckt hat. Gegen all diese Herren soll fation der Kammer- Strafverfahren eingeleitet werden. Und in dieser Gesellschaft befindet sich Ferri, der die 14 Monate abzubüßen hat, die ihm seine Stampagne gegen die Mißwirtschaft in der Kriegsmarineverwaltung eingetragen hat. Natürlich ist diese Vermengung bürgerlicher und sozialistischer" Delinquenz" der Regierung nicht angenehm. Die Betrüger, Wahlmogeler und Rohlinge find auf ihrer Seite, während der sozialistische Abgeordnete wegen eines Vergehens verurteilt ist, dessen selbstlose und eble Absichten selbst das Gerichtsurteil anerkennt. nach Autori Run fagt man wohl, daß gegenüber dem rechtskräftigen Urteil alle Erwägungen aufhören müssen: das Urteil ist zu vollstrecken. Aber die italienische Verfassung schließt jede Verhaftung eines Abgeordneten bei offener Session aus, ohne ausdrückliche Autorisation des Barlaments. Diese Autorisation ist nur dann nicht nötig, wenn cine Autorisation nötig. der Berurteilte durch das Urteil der bürgerlichen Ehrenrechte berlustig geht, wie das im Prozeß Nasi der Fall war. Für Ferri ist Da die Regerung sehr wohl weiß, daß Ferris Berhaftung eine ungeheure propagandistische Wirkung haben würde und allem Gerechtigkeitsgefühl Hohn spricht, wird sie alles tun, um die Dis= fussion noch einmal aufzuschieben. Und so wird, aller Wahrschein= lichkeit nach, die Kammer noch einmal um die Frage herumgehen, Freiheit bleiben, damit die Peaktionäre jagen tönnen, er genieße und der rechtskräftig verurteilte Genosse Ferri wird weiter in unrechtmäßige Vorteile, während in Wirklichkeit der Regierung der Mut fehlt, das Urteil ihrer Richter zu vollstrecken. England. England in Persien. London, 1. April. Unterhaus. Wedgwood( liberal) regte in einer Anfrage an die Regierung an, fie möge ihren Einfluß bei der persischen Regierung dahin geltend machen, daß bei den Stellenbesetzungen im persischen Bolldienste innerhalb der englischen Einflußsphäre Engländern der Vorrang ge währt werde. Unterstaatssekretär Runciman erwiderte, die englische Regierung beabsichtige nicht, der persischen Regierung einen Vorschlag zu machen, der darauf hinauslaufe, die bestehenden Einrichtungen unnötigerweise zu stören. Auf eine weitere Anfrage Wedgwoods, ob dem Auswärtigen Amt eine amtliche Mitteilung darüber zugegangen fei, daß die persische Regierung beabsichtige, die im Zolldienst beschäftigten Belgier durch Deutsche zu er sehen, gab Runciman die Erklärung ab, daß die Regierung keine berartige Mitteilung erhalten habe, daß aber dem Staatssekretär des Aeußern Grey von der deutschen Regierung mitgeteilt worden sei, sie wünsche keine Aenderung in der Nationalität der Zollbeamten. Cürkei. Die mazedonischen Reformen. London, 1. April. Dem Reuterschen, Bureau zufolge übermittelte der russische Botschafter Graf Bendendorff dem Staatssekretär Grey eine Note, welche die russischen Vorschläge in betreff Mazedoniens enthält. Es finde ein Meinungsaustausch statt, der zur Ausarbeitung eines Uebereinkommens führen dürfte, das die Vorschläge beider Länder miteinander verschmilzt.Amerika. Der Konflikt mit Venezuela. Die Versammlung erklärt, daß sie mit der Adresse Barth, Gerlach und Genoffen an die Fraktion der Freifinnigen Vereinigung New York, 2. April. Die amerikanische Regierung hat bedurchaus einverstanden ist." schlossen, rohibitivzölle gegen alle waren venezuelaAbstammung zu erheben. Diese Maßregel richtet sich gegen den Präsidenten Castro. Die Parteileitung wird beauftragt, das Bufammengeben mit nischer den Konservativen aufzugeben, sofern der Sprachenparagraph nicht fallen gelassen wird, und nicht jeder deutsche Staatsangehörige das Recht erhält, in der Versammlung in seiner Muttersprache zu reden." Zum bevorstehenden Parteitage wurde dieser Antrag an genommen: Der Liberale Verein in Hamburg beantragt: Der Delegierten tag wolle beschließen:„ Die Parteileitung wird beauftragt, dahin zu wirken, daß bei kommenden Reichstagswahlen nur solche Herren als Kandidaten für die Partei aufgestellt werden, die Gewähr dafür bieten, daß sie die Frage der Uebertragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen allen anderen Forderungen und allen taktischen Erwägungen, wie etwa der Rücksichtnahme auf die sogenannte Blocpolitik und die liberale Fraktionsgemeinschaft, boranstellen." Haiti. Verschlimmerung der Lage. Paris, 2. April. Wie aus Port- au- Prince berichtet wird, hat sich die Lage dortselbst neuerdings verschlimmert. Zwischen Schwarzen und Mulatten finden fortgesetzt hart. nädige Kämpfe statt. General Gabriel, Sekretär des Präfidenten, will den General Cioen verhaften lassen, welcher wegen feiner Grausamkeit verhaßt ist und in der Nacht vom 13. zum 14. März mehrere Tischgenossen ermorden ließ, nachdem er ihnen vorgespiegelt hatte, mit ihnen für den General Firmin zu konspirieren. Eine Landung amerikanischer Truppen ist sicher für den Fall, daß das Leben der weißen Bevölkerung bedroht ist. Stadtverordneten-Verfammlung. IB. Sitzung vom Donnerstag, den 2. April 1908, nachmittag 5 Uhr. Der Vorsteher M i ch e l e t eröffnet die Sitzung nach Wj Uhr. Es hat in den Abteilungen eine Masienwahl von Ausschüssen stattgefunden: nicht weniger als 0 Ausschüsse und 2 Abordnungen in gemischte Deputationen waren zu wählen. In dem Ausschuß für die Vorberatung der neuen Ortsstatuten wegen Anstellung und Reliktenversorgung der Kommunalbeamten und Lehrer ist die sozialdemokratische Fraktion durch die Stadtverordneten Borgmann, Dupont, Manasse und Schubert vertreten; der gemischten De- putation zur Vorbereitung der Hundertjahrfeier der Städteordnung gehören die Stadtverordneten Singer und Borgmann an; im Aus- schusse für die Vorlage betr. die Unterbringung von Fürsorge- erziehungszöglingen in Mielczhn sitzen die Stadtverordneten Dr. Bernstein, Manasse, Tolksdorf, Wurm. In die S ch u I d e p u t a t i o n muß ein Mitglied an Stelle des nicht bestätigten Stadtv. Singer gewählt werden. Vorgeschlagen sind Dr. I s a a c(N. L.) und Dr. Ritter(frs Fr.). Gewählt ist crsterer mit 27 von S3 Stimmen; 25 erhält Ritter: 1 Singer; 26 Zettel sind weiß. Um 6 Uhr findet die Wahl eines Stadtbaurats statt. Herr Ludwig Hoff mann wird mit 77 von 91 Stimmen wiedergewählt: 5 Stimmen fallen auf Stadtbaurat Linde mann. 1 erhält Stadtv. Borgmann, 8 Zettel sind un° beschrieben. Stadtv. Rettig(A. L.) hat den Ausschußbericht über den Antrag A r o n s„den Magistrat aufzufordern, schleunigst Maßnahmen zu ergreifen, um die zurzeit in Berlin herrschende Arbeitslosigkeit und ihre Folgen �u lindern" erstattet. Die Bc- schlußfassung der Versammlung über das positive Ergebnis der Ausschutzberatungen ist bekanntlich längst erfolgt. Von der-Vcr- anstaltung einer Arbcitslosenzählung hat die Mehrheit nichts wissen wollen; auch alle übrigen Anregungen fanden bei der Mehrheit keinen Boden. Stadtv. Dupont(Soz.): Ich kalvr heute ehrlich eingestehen, daß ich bei der Beratung unseres Antrages am 30. Januar allzu große Hoffnungen auf Erfüllung unserer Wünsche nicht hatte; aber etwas mehr hatte ich doch erwartet. Die Initiative des Magistrats fand in der Vorlage wegen Abtragung des Müllberges auf dem Stralauer Anger ihren Ausdruck. Im Ausschuß bejahte der Magistrat meine Frage, ob dies die einzige Abhülfe sein sollte. Von den 7— 800 000 M. ging nun doch noch der llnternehmergewinn ab;„ja, das ist nun einmal so", antwortete man mir im Ausschusse. Die Abtragung des Müllberges hat sich bis in diese Tage hinein verzögert; haben jetzt endlich die Arbeiten begonnen? Unsere westere dringende Bitte, die Arbeiten in Tagclohn zu ver- geben, ist n i ch t erfüllt worden, sondern die Arbeit ist einem Unternehmer übergeben worden, der schon einmal von der Liste der Submittenten gestrichen worden war, weil er der Stadt starke Prozeßkosten verursacht hatte. Tie Arbeiten werden in Akkord statt in Tagelohn vergeben. Dieses Verfahren können wir nicht billigen. Warum haben diese Abweichungen stattgefunden und warum ist gerade dieser Unternehmer beauftragt worden? Sind denn nun auch wirklich schleunigst die von der Versammlung verlangten Anordnungen wegen Beschleunigung der städtischen Bauten ergangen? Die Bauräte zu einer neuen Sitzung einzuladen, hat der Ausschuß leider als nutzlos ab- gelehnt. Ich will nicht wünschen, daß lediglich ein Versprechen ge- geben worden ist. Denn es wird doch nicht angenommen werden, daß die Arbeitslosigkeit schon vorüber ist. Die wirtschaftliche De- Pression ist so stark in der ganze» Welt, daß es eigentümlich wäre, wenn gerade Deutschland und nur Deutschland davon nicht bc- troffen wäre. Wir haben unsererseits keine Ursache, besonders schwarz zu malen, weil wir selbst in unseren Kämpfen dadurch ge- schädigt werden; aber das, was ist, müssen wir feststellen. Ich verweise auf den Bericht der Berliner Handelskammer; danach befinden wir uns mitten in der rückläufigen Konjunktur. Auch der A r b e i t s m a r k t" des Dr. I a st r o w hebt hervor, daß in diesem Februar der Stand der Arbeitslosen 31 Proz. höher war als im Vorjahr; auch die gesteigerte Nachfrage nach Weib- lichen Arbeitskräften sei kein gutes Zeichen. Das„Reichs- A r b e i t s b I a t t" vom März betont gleichfalls, daß die schlechte Konjunktur keineswegs nachgelassen hat, und daß in vielen Be- trieben nur beschränkte Arbeitszeit gilt. Zu dem Uebel der absoluten Arbeitslosigkeit gesellt sich also das Uebel der relativen Arbeitslosigkeit, denn von der vorübergehenden, von der Aushülfsarbeit kann ein Arbeiter seine Familie nicht ernähren. (Sehr richtig!) Unser Antrag wollte nicht bloß für den Augenblick, sondern auch für die Zukunft Vorsorgen. Wir fanden aber keine Gegenliebe: es hieß, das sei nicht unser Auftrag; man wollte keine soziale Tat tun, sondern nur den Anschein einer solchen nach außen erwecken. Ein Vertreter dcS Kapitalismus in diesem Saale, der Stadtv. Jacobi, zeigte sich im Ausschusse als Fatalist; der meinte, gegen Arbeitslosigkeit gebe es kein Rezept, das werde so bleiben, so lange die Welt stehe. Herr Jacobi weiß doch gewiß, daß es solche Rezepte gibt, nur möchte er sie nicht anwenden, weil er fürchtet, das ganze Wirtschaftsgebäude des Kapitalismus bricht darunter zusammen. Da man uns in keiner Weise entgegen- gekommen ist, zitiere ich noch die Aeutzcrung eines Stadtrats, der in einem Artikel über den Unterstützungswohnsitz im„Tag" An- schauungen verlautbart, die denen unserer Freunde entspricht: „Armenpflege überflüssig machen, ist besser als Armenpflege üben". Genau diesen Standpunkt vertrat unser Antrag. Man sollte den Berufsorganisationen einen Teil ihrer Last abnehmen, hatten wir gebeten; man sollte sich doch mit'dem Genter System beschäftigen. Berlin könnte doch einmal vorangehen, und der Magistratstisch für eine soziale Tat sich einlegen. In einer ganzen Reihe von Kultur- ländern, Frankreich, Dänemark, England behandelt man jetzt die Frage der Unterstützung der Arbeitslosen. JnDänemark zahlen die Kommunen einen Zuschuß neben der staatlichen Unterstützung. In England geben 25 Kommunen Unter- stützungen bei Arbeitslosigkeit. Die Auffassung unter den Arbeiter- Vertretern in Deutschland über Arbeitslosenversicherung unid Arbeitslosenunterstützung ist nicht die gleiche; Dr. Max Hirsch wandte sich 1891 gegen die Zwangsunterstützung. Wir unsererseits halten die Regelung durch eine Rcichsversicherung für das einzig Richtige. Solange daran in Deutschland und auch in Preußen nicht zu denken ist, müssen die Kommunen diesen Weg beschreiten. Straßburg ist vorangegangen; ob Berlin vorangehen müßte, wollten wir gar nicht behaupten, sondern nur im Ausschuß darüber Erörterung pflegen. Aber es erfolgte ein einfaches Nein und die Ablehnung einer zweiten Beratung! Der Straßburger Versuch hat nach einem unverdächtigen Zeugnis gezeigt, daß die bcrufsgenossenschaftliche Grundlage dafür die praktischste ist; jeder Verstoß gegen Tarif- Verträge wird dort als Kündigung angesehen; das städtische Arbeits- amt nimmt einen durchaus neutralen Standpunkt ein; wer nach überstandener Krankheit nicht sofort Arbeit erhält, wird ebenfalls von der Stadt unterstützt, und zwar bis zu 1 M. pro Tag. Auch die Unterstützungen der Berufsorganisationen können dach nur ein Fristen des Lebens, kein normales Dasein ermöglichen. In meinem Berufe müssen wir jetzt neben einem Wochenbeitrag von 1 M. noch «inen Extrabeitrag von 1 M. pro Woche erheben, um unsere Arbeits- losen über Wasser zu halten.(Hört! hört!) Auch für die AuSge- steuerten soll jetzt etwas getan werden. Die neueste Nummer des Fachblattes der Tischlermeister und Holzindustriellen weist nach, daß noch über 3099 Arbeitslose in diesem einen Zweige vorhanden sind. Berussarbeiter kann man auch nicht einfach mit solchen unqualifi- zierten Arbeiten wie auf dem Anger beschäftigne� dem müßte doch auch Rechnung getragen werden. Ueber die Spezialberhält- wisse der Bildhauer hätten wir uns gern ebenfalls gründlich im Ausschusse ausgesprochen. Der Magistrat hat nun den Versuch eipier laufenden Arbeitslosenstatistik machen wollen; haben wir baldigst eine Vorlage darüber zu erwarten? Eine augenblicklich Zählung ist abgelehnt worden. Ter Berichterstatter nannte die Zahl 10 990; Vcrantw. Redakteur: Hans Weber« Berlin. Inseratenteil verantw. genaues ist nicht festgestellt Kordeik. Die GewerlschastS- komission hatte«dem D Magistrat 24 000 Zähler kostenfrei angeboten; man ging darauf nicht ein, weil man auch in die so ermittelten Ziffern kein genügendes Vertrauen haben könne. Erfreulich ist aber immerhin, daß laufende Zählungen stattfinden sollen. Eine Aende- rung der Aufnahme muß stattfinden, da die Krankenkassenziffern deshalb unrichtig sind, weil ein großer Teil der Arbeiter in kleinen Betrieben bis zu 11 Tagen bei Arbeitslosigkeit nicht abgemldet wird.(Hört! hört!) Dem Kern unseres Antrages ist also nicht nahegetreten worden; man hat sich an der Oberfläche gehalten. Der Berliner Sarlasmus meint denn auch:„Bringt nur recht viel Schutt und Müll nach Berlin, damit die Arbeitslosen zu tun haben!" Folgen Sie doch wenigstens dem Kollegen Nathan, der ja auch die bestehende Wirtschaftsweise nicht umstürzen(Heiterkeit), sondern die Arbeiterklasse versöhnen will. Wir beantragen zunächst, die Materie an den Ausschuß zurückzugeben.(Beifall bei den Sozial- demokvaten.) Stadtrat Fischbeck: Die Bedingungen der Vergebung der Ab- räumung des Müllberges hat die Straßenreinigungsdeputation zu bestimmen; sie gehören nicht ganz hierher. Die Vorarbeiten dafür sind sofort in Angriff genommen worden. Ter Lohn für die Ar- beiter wird auf 4— 4,30 M. pro Tag sich belaufen. Der schleunige Antrag, den die Versammlung am 13. Februar annahm, ist vom Magistrat am 13. Februar angenommen, und die entsprechenden Weisungen sind an sämtliche Betriebsverwaltungen und Deputa- tioncn ergangen; von einigen liegen uns schon Berichte über die Ausführung dieser Beschlüsse vor. Zum Teil hatten schon vorher die betr. Verwaltungen ähnliche Beschlüsse gefaßt, so die Tiefbauverwal- tung, die statt 300 Arbeiter 860 Arbeiter beschäftigte. Die Hoch- bauverwaltung hatte Kredite von 24 Millionen zur Verfügung und erwägt bereits, wie die Arbeitsgelegenheit vermehrt werden kann. Das Anerbieten der Gewerkschaftskommission mußte abgelehnt werden, weil die geplante Art der Aufnahme keine wissenschaftliche werden, weil die geplante Art der Aufnähme keine wissenschaftlich verbürgte, zuverlässige Statistik ergeben konnte, weil jede Kontrolle fehlte. Die Deputation für Statistik berät über eine Ausgestaltung ihrer Arbeiten dadurch, daß mit den Arbeitnehmer- und Arbeit- geberorganisationen in Verbindung getreten wird. Nach der uns heute zugegangenen Berliner Arbeitsnachweisstatistik des Dr. Freund, scheinen die Dinge doch anzufangen, sich zu bessern. Auch die Krankenkassenzahlen weisen eine kleine Zunahme auf. Stadtv. Goldschmidt(N. L.): Hat der Ausschutz seine Ausgabe bereits erfüllt? Mir scheint nein. Die Anwendungsmöglichkert des Gentcr Systems müßte gründlich geprüft werden. Schwierig- leiten sind ja dabei zu überwinden; aber die Unmöglichkeit der praktischen Durchführung ist nicht dargetan. Für die Arbeits- losenvcrsicherung hat sich auch Dr. Max Hirsch spater erklärt. Die Deputation für Statistik hat noch wenig getan. Die Mitwirkung der Arbeiterberufsvereine sollte man nicht ablehnen; man kann doch für jedes Haus noch einen Ehrenzähler für die Kon- trolle ernennen und hätte eine billige und doch brauchbare Sta- tistik. Die heute für die An- und Abmeldung bei der Ortskranken- lasse gebräuchlichen Formulare sind nicht einheitlich; dieser Mangel müßte abgestellt werden. Der vom Kollegen Dupont erwähnte Miß- brauch ließe sich wohl in der Presse bekämpfen und so beseitigen. Uebrigens hat auch Herr Schippet durchaus bestritten, daß wir es mit einem besonderen Krisenjahr zu tun hätten. Die gute Zeit ist aber einstweilen vorbei. Ich bitte wiederholt, den Ausschuß nochmals mit der Frage zu befassen. Wir sollen doch vorbeugend wirken. Stadtv. Dr. Nathan(soz.-fortschr.j: Eine wesentliche Klärung der Frage ist immerhin seit dem 30. Januar zu verzeichnen; Stadt- rat Fischbeck hat heute zugeben müssen, daß damals eine Arbeits- losigkeit bestand, was er damals b e st r i t t. Die Lebensmittel- preise sind im März gegen Februar weiter gestiegen. In normalen Zuständen sind wir noch längst nicht wieder, ob Krifis, ob nieder- gehende Konjunktur, ist nur ein Streit um Worte. Die Hauptsache ist eine annähernd richtige Arbeitsloscnstatistik nach Kategorien. Sie zu beschaffen ist nicht leicht, aber auch nicht un- möglich. Die Zurückweisung des Angebots der Gewerkschaften war nicht zweckmäßig. Von der Mitwirkung der großen Betriebe verspreche ich mir nicht viel. Eine Kommyne wie Berlin mutz über diese Frage fortlaufend gut unterrichtet sein. Neben anderen käme auch noch das Stuttgarter System hier in Betracht. Ist der Umfang der Krise erkannt, so muß für Beschäftigung gesorgt werden. Schon sind 2 Monate vergangen, und der Scherbenberg wird noch nicht abgetragen! Damit ist den Arbeitslosen nicht ge- dient; es zeigt das wieder unsere bureaukratische Schwer- fälligkeit. Solche Arbeiten müssen parat gehalten werden. Es handelt sich hier gar nicht bloß um ein Interesse des vierten Standes, sondern auch um die Interessen der bürgerlichen Gesell- schaft. Der Liberalismus muß zeigen, daß er auch zu aufbauender Tätigkeit fähig ist. Die bisherige Tätigkeit des Ausschusses war ein llnikuui; in einem Nachmittag wurde die schwierige Frage erledigt! Desavouieren Sie ihn, indem Sie die Materie ihm nochmals zur Beratung übergeben! Solche Borgänge wie diese Ausschuhberatung liefern dem Professor Wagner den Stoff zu seinem bekannten Urteil über Berlin! Stadtv. Brnnzlow(A. L.): Ich habe am 30. Januar die Ar- beitslosigkeit auf Streiks zurückgeführt. Dem hat Kollege Glocke widersprochen, da die Arbeitnehmer gar keine Forderungen auf- gestellt hätten. Tatsächlich sind damals von den Holzarbeitern so- wohl zehnprozentige Lohnerhöhungen als auch Verkürzung der Arbeitszeit gefordert worden. Auch wurde der obligatorische pari- tätische Arbeitsnachweis gefordert, den die Arbeitgeber niemals zu- gestehen können, ebensowenig wie die Abschaffung der Akkordarbeit, die schon im Interesse der Kalkulation nicht entbehrt werden kann. Die Zentralstelle des Holzarbeiterverbandes hat im Januar 1907 an die Zahlstellen ein Zirkular erlassen, worin vor leichtfertigen Streiks, wie sie zahlreich im Jahre vorher inszeniert worden seien, gewarnt wird. Gegen nochmalige Ausschußberatung habe ich nichts einzuwenden. Stadtv. Werner(N. L.) behauptet, daß die Steigerung der Arbeitslöhne in den letzten Jahren die Verteuerung der Lebens- mittel und Bedarfsgegenstände durch den Zolltarif usw. immer noch erheblich übersteigt. Auch sei das Ausnahmejahr 1006 als allge- meiner Matzstab ungeeignet. Der radikalsozialistische Minister John Burns sei den Arbeiterforderungen betr. der Sicherung gegen Arbeitslosigkeit in England als zu weitgehend entgegengetreten. Die 25 englischen Kommunen, die solche Maßregeln getroffen hätten, kämen der Gesamtheit der 30 000 englischen Kommunen gegenüber nicht in Betracht; auch die Leistungen nach dem Genter System in Belgien und diejenigen in Frankreich und Dänemark seien recht unbedeutend. Stadtv. Glocke(Soz.): Der Koll. Wrunzlow hat mir Unrichtig- leiten nachgesagt, die ich in der Sitzung vom 30. Januar vorgebracht haben soll. Die Dinge liegen so. daß wir sowohl wie die Arbeit- geber den Vertrag gekündigt haben und wir bereit waren, auch ohne Vertrag weiter zu arbeiten, wenn aber ein Vertrag abgeschlossen werden sollte, wir dann auf Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Verkürzung der Arbeitszeit bestehen würden. Das kann Herr Brunzlow nicht bestreiten. Es wurde uns dann auch entgegen- gehalten:„Ja, das glauben wir schon, daß Sic jetzt nichts fordern, aber wie, wenn eine Hochkonjunktur kommt?" Die Aussperrung ist eingetreten, weil wir erklärt hatten: wir wollen keinen Vertrag, wenn wir keine Verbesserung erhalten; die Unternehmer aber er- klärten:„ohne Vertrag wird nicht weiter gearbeitet". Wenn Herr Brunzlow dann noch einen Gegensatz zwischen mir und dem Kollegen Dupont konstruieren wollte in der Auffassung der Wirkung der Arbeitszeitverkürzung, so ist er auf dem Holzwege, das würde er auch erkennen, wenn er sich mit der Frage genauer beschäftigen wollte. Wenn die Akkordarbeit deshalb unentbehrlich fein soll, weil die Arbeitgeber sonst nicht kalkulieren könnten, so liegt darin doch eine Umkehrung des wirklichen Verhältnisses. Das erwähnte Zirkular läßt nur erkennen, daß wir in der Tat keine Streikhetzer sind, sondern daß möglichste Zuriickhaltung geübt werden soll, also auch wieder ein Beweis, daß nicht der Verband, sondern aus- "Th�GlockHBerlin. Druck n. Verlag: Vorwärts Buchdr, u.Vcrlagsanstall schließlich die Arbeitgeber ati ver Aussperrttckg Schulb ffaS. Di« großen Summen, welche die Gewerkschaften für Streiks ausgeben, könnten besser für die Arbeitslosen verwendet werden, meinte Herr Werner. Ja, aber die Aussperrung hat uns auch 2ih Millionen gekostet; da hätten wir viel mehr für Arbeitslose tun können, wenn die Unternehmer die Aussperrung nicht provoziert hätten. Heute ist die Existenz der Arbeitslosigkeit und der niedergehenden Kon- junktur anerkannt worden; der kleine Aufschwung, der sich schon wieder gezeigt haben soll, ist nur scheinbar. Stadtv. Dupont: Von Herrn Brnnzlow wurde schon in der Aus» schußbe ratung der Versuch gemacht, Vorkommnisse in einer bestimm- ten Berufsgruppe zum Ausdruck zu bringen, und wäre nicht energisch dagegen Protest erhoben worden, so wären wir dabei hängen geblieben. Auch hätte Herr Brunzlow das sehr gut unter- lassen können. Kollege Werner ist wenigstens sachlich auf die wich- tigstc Frage der Materie eingegangen. In Dänemark wird durch die staatlichen Unterstützungen keineswegs die anderweite Tätigkeit der Gewerkschaften unterbunden; die Entschädigung wird gezahlt bei„unverschuldeter" Arbeitslosigkeit. Wenn man uns Schippet und Calwer als Kronzeugen gegen unsere Auffassung vorführt, so wird doch damit nichts bewiesen. Aus eine dauernde Zählungsvornahme dürfen wir ja jetzt rechnen. Der Vorwurf, den Stadtrat Fischbcck gegen die gewerkschaftlichen Zähler erhob, könnte auch anderen ehrenamtlichen Zählern, wie bei der Volkszählung usw. gemacht werden. In Magdeburg hat Prof. Silberglcit mit ge- werkschaftlichen Zähler» sehr gute Arbeit gemacht. Stadtrat Fischbcck: Gegen die Zuverlässigkeit der Zähler habe ich kein Wort gesagt; es würde aber an jeder Kontrolle gefchlt haben, denn die betreffenden männlichen und weiblichen Personen hätten nur die Zettel abgegeben und nach einigen Tagen wieder abgeholt. An der weiteren Debatte beteiligen sich nochmals die Stadtvv. Brunzlow und Werner, der dabei bleibt, daß in Dänemark die Zahlungen nicht geleistet werden dürfen bei Streiks und Aus» sperrungen. Stadtv. Ritter(Soz.) stellt als Mitglied der Gewerkschafts- kommission fest, daß dem Stadtrat Fischbeck ein Irrtum unterlaufen sein mutz. Es seien 20 000 männliche Zähler, keine weiblichen dem Magistrat angeboten worden. Stadtv. Dupont: Herr Werner hat von den gewerkschaftlichen Verhältnissen in Dänemark keine Ahnung, sonst würde er nicht glauben, daß die dänische Arbeiterschaft sich so etwas bieten lassen würde. Damit schließt die Diskussion. Nach dem Antrag Dupont beschließt die Mehrheit, die Sache im Ausschuß nochmals beraten zu lassen. Der„Pflasterausschuß" hat an der Vorlage betr. die Auswahl der im Rechnungsjahre 1908 neu- und umzupflasternden Straßen und Plätze einige Veränderungen vorgenommen. Die Vorlage wird nach dem Beschlüsse des„Pflasteraus- schusses" ohne Debatte verabschiedet. Schluß 9 Uhr. Letzte JVachnebten und Depe leben. Die Einigungsverhandlungen im Baugewerbe. München» 2. April.(W. T. B.) Bei den Tarisverhandlungen im Baugewerbe wurde heute nachmittag eine Einigung erzielt über die Frage der Ueberstunden, die Einteilung der Arbeitszeit und der Akkordarbeit. Ueber die Frage der Lohnzahlung und dis Höhe des Lohnes wird morgen nachmittag weiterberateri« Kavaliere! Metz, 2. April.(B. H.) Vor kurzer Zeit wurde gemeldet. daß in Metz ein Leutnant des dort garnisonierenden 4. bayerischen Jnfanterie-RegimentS wegen Betruges verhaftet worden sei. Fast gleichzeitig verlautete mit Bestimmtheit, daß das hiesige Dragoner-Regiment Nr. 9(weiße Dragoner) verlegt werden soll, und zwar wegen unliebsamer Wechselangelcgenheiteu zweier Leutnants. Die Verlegung des Regiments dürfte unmittelbar bevorstehen, zumal mit aller Bestimmtheit auftretenden und bisher unwidersprochen gebliebenen Angaben zufolge ein weiterer höchst peinlicher Fall das gleiche Regiment betroffen hat. Danach soll in diesen Tagen ein Leutnant des Regiments wegen Wechsrlfälschung, deren Entdeckung am 1. April als dem Fälligkeitstage unmittelbar bevorstand, ins Ausland gegangen und wegen Fahnenflucht und Wechselfälschung nunmehr steckbrieflich verfolgt werde. Ungetreuer Postbeamter. BiSmarckhütte. 2. April.(B. H.) Mit 17 900 M. amtlichen Geldern ist der Postbeamte Mrofek vom hiesigen Postamt ver« schwundcn. Von dem Verschwundenen fehlt jede Spur. Die Schwester erschossen. Liegnitz, 2. April.(B. H.) Aus Unvorsichtigkeit erschoß gestern der Fleischermeisterssohn Zircler seine neunjährige Schwester Li?« beth. Das Mädchen war sofort tot. Ueberschäumender Patriotismus. Wiesbaden, 2. April.(B. H.) Wegen nächtlicher RuhestSruag, begangen bei der letzten Kaifer-Geburtstagsfcier im Hotel- restaurant„Burghof"(es war damals ein Schutzmannsaufgebot von 8 Mann gegen die Ruhestörer ins Feld geführt worden), hatten 5 Teilnehmer dieser Feier Strafmandate zu je 19 M. seitens der hiesigen Polizei erhalten. Sie hatten gegen diese Strafmandate Einspruch erhoben, über den heute vor dem Schöffengericht ver- handelt wurde. Ein Teilnehmer wurde fteigesprochen, bei den vier anderen wurde die Geldstrafe auf je 5 M. herabgesetzt. Ein Blutbad. Rom, 2. April.(W. T. B.) Heute nachmittag fand hier das Begräbnis eines bei der Arbeit verunglückten Maurers statt, an welchem etwa 1500 Personen und mehrere Bereine mit Fahnen teilnahmen. MS der Zug, vom Spital Confolazione kommend, entgegen den polizeilichen Dispositionen die Palazza Venczio erreichen wollte, fand er auf dem Wege dahin die Bia Plebiscit» abgesperrt und suchte nun den Durchgang dadurch zu erzwingen, daß der Leichenwagen gegen den Polizeikorton vorgeschoben wurde. Die Menge bewaffnete sich mit Ziegelsteinen, drängte dem Wagen nach und schleuderte die Steine gegen die Polizei, wobei ein Kommissar und mehrere Agenten verwundet wurden. Es fiel auch ein Schuß, wie der diensttuende Kommissar und mehrere Schutzleute versichern, ans den Reihen der Manifestanten. Als die Polizei sich bedroht sah, wurden auch von ihrer Seite einige Schüsse abgegeben, worauf die Menge sich zerstreute. Zwei Tote und zwölf Verwundete wurden nach dem Hospital Santo Maria Confolazione gebracht. Die«einige Schüsse", die die Polizei abgab, scheint ein rcgel- rechtes Salvenfeuer gewesen zu sein, denn zwei Tote und zwölf Verwundete bedeckten das Schlachtfeld l Diamantschleiferansstand. Amsterdam, 2. April.(W. T. B.) Die in der Diamant« schleiferei angestellten Arbeiter haben mit 5001 gegen 390 Stimmen beschlossen, für die Dauer von vier Woche» in den Generalausstand zu treten. S Der unangenehme Botschafter. Washington» 2. April.(W. T. B. Auf dcutsch-atlantischem Kabel.) Der S e n a t hat die Ernennung Hills zum Botschafter s» Berlin bestätigt.____ PaulSingxr Li Co.« Berlin LW, Hierzu 3 Beilage» u.UntcrhaltungSbk, Nr. 80. 25. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt Freitag, 3. April 1908. gierungsvertreter für die Aufrechterhaltung der polizeilichen richtet, ob nach seiner Auffassung unter dem neuen die Befugnisse gekämpft haben, und zwar mit Erfolg. Das ist auch in Reichsvereinsgesetz Polizei oder irgend eine den Beschlüssen der Kommission so ziemlich zum Ausdruck gekommen. 3entralbehörde eines Bundesstaates das Recht Nach den Beschlüssen der Kommission heißt es: Dieses Recht, näm- haben werde, 188. Sigung vom Donnerstag, den 2. April 1908, lich das Versammlungsrecht, unterliegt polizeilich nur den in diesem Präventivverbote gegen Bersammlungen nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: v. Bethmann- Hollweg. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Entwurfs eines Vereinsgesches. § 1 lautet nach den Kommissionsbeschlüssen: Alle Reichsangehörigen haben das Recht, zu Zwecken, die den Strafgesehen nicht zuwiderlaufen, Vereine zu bilden und sich zu bersammeln. Dieses Recht unterliegt polizeilich nur den in diesem Gesetz und anderen Reichsgesezen enthaltenen Beschränkungen. Die allgemeinen sicherheitspolizeilichen Bestimmungen des Landesrechts finden Anwendung, soweit es sich um die Verhütung unmittelbarer Gefahr für Leben und Gesundheit der Teilnehmer an einer Versammlung handelt". Die Abg. Trimborn und Genoffen( 3.) beantragen, hinzuzu fügen: Ausländer können Mitglieder von Vereinen werden und an Versammlungen teilnehmen. Beschränkungen dieser Rechte der Ausländer als Ertviderung der im Auslande gegen Reichsangehörige angeordneten Beschränkungen bleiben dem Bundesrat vorbehalten." Im Falle der Ablehnung dieses Antrages aber hinzuzufügen: „ Ein Verein darf von der Behörde nicht deshalb aufgelöst werden, weil ihm Ausländer als Mitglieder angehören. Wegen Beteiligung von Ausländern darf eine Bersammlung durch die Behörde weder verboten, noch in ihrem Verlaufe behindert, noch aufgelöst werden." bon Gesez und anderen Gesezen enthaltenen Beschränkungen. Nach zu erlassen. Ich habe darauf hingewiesen, daß im Großherzogtum meinem Sprachgefühl ist das geschmacklos und unklar. Würde man Sachsen- Weimar sozialdemokratische Versammlungen sagen, das Recht unterliegt ben polizeilchen Be- vornherein auf Grund der allgemeinen Befugnisse der Landesverschränkungen, so wäre das zwar auch fein gutes Deutsch, aber waltung, die öffentliche Ruhe und Sicherheit aufrecht doch wenigstens tlar. Was es aber bedeuten soll, das Recht zu erhalten, verboten werden. Ich habe auf meine wiederunterliegt polizeilich den Beschränkungen, weiß ich nicht. Das muß, holten Fragen glaube ich, schon aus stilistischen Gründen geändert werden. Es genügt teine Antwort erhalten. aber nicht nicht, die allgemeine Frage der polizeilichen Befugniffe weiter habe ich in der Kommission gefragt, ob auch nach dem neuen im§ 1 zu regeln. Wir haben deshalb wieder beantragt, deen§ 1 in folgeuder Weise zu fassen: Reichsvereinsgesetz die Polizeibehörde das Recht haben sollte, Vereine und Versammlungen aller Art sind nur den Be- Auskunft über die Mitglieder und die Zusammensetzung eines schränkungen der Reichsgeseze unterworfen. Die geltenden Landes- Vereins zu verlangen. Auch darüber habe ich keine Erklärung vom rechtlichen Gesetze über Vereine und Versammlungen sind auf- Regierungstische erhalten.( Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialgehoben, neue dürfen nicht erlassen werden. demokraten.) In der zweiten Lesung hat der Entwurf in dieser Be Anordnungen von Verwaltungsbehörden aller Art, wodurch ziehung eine etwas günstigere Fassung erhalten als früher. die Abhaltung von Versammlungen und Vereinszusammenfünften Deshalb frage ich heute noch einmal den Staats. allgemein oder in einzelnen Fällen verhindert oder beschränkt wird, sekretär, ob nach seiner Auffassung und nach der der Mehrheitsfind nur nach Maßgabe des Reichsrechts zulässig. parteien, wenn der Entwurf Gesetz wird, solche Präventivberbote Belehrende und religiöse Vorträge sowie Zusammenfünfte zum wie sie in Sachsen- Weimar üblich waren( Buruf bei den Polen: In Zwecke förperlicher Ausbildung der Teilnehmer unterliegen mur Preußen auch!), nein, in Preußen sind sie unzulässig, möglich sein diesem Gesetz. Soweit der Betrieb eines schulmäßigen Unterrichts sollen. Eine bündige Erklärung von möglichst vielen Seiten ist für von Personen, die der staatlichen Volksschulpflicht noch nicht die fünftige Auslegung des Gefeßes von der größten Wichtigkeit. genügt haben, vorliegt, unterstehen sie der staatlichen Schul- Allgemein ist es natürlich besser, sich nicht auf Erklärungen zu ver aufsicht." lassen, sondern die Frage deutlich im Gesez zu regeln, wie es Abfag 2 und 3 unseres Antrages tun. Wir halten es also für notwendig, allen Verwaltungsbehörden Abg. Brandys u. Gen.( Pole) beantragen, diesen Eventualantrag gegenüber die Vereinsfreiheit zu schüßen. Denn sonst könnte die Noch einige Worte zu der vom Abg. Trimborn erörterten • überhaupt hinzuzufügen. Judikatur irgend eine Verwaltungsbehörde für nicht polizei Frage. Eine Petition des Gesamtverbandes christlicher Gewerkschaften Abg. Trimborn( 3.): Bei§ 1 beabsichtigen meine Freunde nicht, I ich erklären, und dann fäßen wir mit unserer protestiert gerade gegen die Beschränkung der Vereins eine Generaldebatte herbeizuführen, denn wir wollen unseren schönen Definition im Reichsvereinsgefeß auf. freiheit auf die Reichsangehörigen.( Hört! hört! bei den ganzen Widerstand auf§ 7 tonzentrieren. Wir be-( Sehr wahr! bei den Sozialdemokr.) In Preußen hat man neuerdings Sozialdemokraten.) Sie führt aus, daß Hunderttausende fremder schränken uns hier auf den Inhalt des§ 1, wobei wir anerkennen, Vorträge wissenschaftlichen oder politischen Charakters für Schul- Arbeiter in Deutschland beschäftigt seien, daß fie zum Teil ausdrück daß die Frage der polizeilichen Beschränkungen in der Kommission unterricht erklärt, und ihn dann durch die Schulbehörde, nicht durch lich als eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat. Nicht genügend die Polizei verboten, oder nur durch die Polizei als Beauftragte der Lohndrücker gelöst ist dagegen die Frage der Rechte der Ausländer. Deshalb Schulbehörde. Das hat dann die preußische Judikatur nicht für eine herangezogen würden( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten) und haben wir unseren Zusagantrag zu§ 1 gestellt. Sollte er ab- polizeiliche Verfügung angesehen. Sollte er ab- polizeiliche Verfügung angesehen. Deshalb haben wir in unserem baß die deutsche Arbeiterschaft daher das größte Interesse daran gelehnt werden, so muß doch mindestens unfer Eventualantrag an Antrag die Verwaltungsbehörden aufgenommen und uns im Schluß- habe, die fremdsprachlichen Arbeiter für die gewerkschaftliche genommen werden. Der Staatssekretär hat zwar in der Kommission faze noch ausdrücklich gegen die Uebergriffe der Organisation zu gewinnen. In der Kommission ist biel davon ge eine Erklärung abgegeben, die dahin geht, daß in der Praxis nach staatlichen Schulbehörden gewandt.( Während dieser Aus- redet worden, ob das Deutsche Reich sich nichts vergäbe, wenn es diesem Antrag verfahren werden soll. Die Erfahrungen aber, die führungen des Redners ist es auf der Rechten und bei den National- den Ausländern Rechte einräume. Aber die Auländer haben ja in mit der preußischen Polizei gemacht sind, nötigen zur Vorsicht und liberalen immer lauter geworden, so daß schließlich von Heines Deutschland schon gewisse Rechte. Das Recht auf den Schuß der zur gesetzlichen Festlegung der Befugnisse.( Sehr richtig!) im Zentrum Ausführungen gar nichts mehr zu verstehen ist. Unter Gerichte und der Polizei haben sie genau wie die Inländer. Es ist und bei den Sozialdemokraten.) diesen Umständen spricht der Redner nicht weiter. Laute also nichts als eine irreführende Redensart, daß Burufe rechts: Hört! hört!) Präsident Graf Stolberg Ich habe nicht die Absicht, Sie zu den Ausländern aus fremden polizeilichen Gründen feine Rechte überschreien. Dazu ist mir meine Stimme zu schade. teilt mit, daß über§ 7 und§ 10a namentliche Abstimmung be- gut! bei den Sozialdemokraten, große ( Sehr eingeräumt werden dürften. Wir befürchten auch eine schifanöse rechts, bei der nun auch keine einzige Silbe des Redners mehr zu daß Ausländer eine Versammlung aufgelöst worden, Unruhe Handhabung des Gesezes gegen die Inländer unter dem Vorwand, antragt ist. teilnehmen. an Versammlungen In Abg. Heine( Soz.): hören ist. Schließlich nimmt Abg. Heine sein gesamtes Schlesien ist Aftenmaterial unter den Arm und verläßt mit weil Ausländer an ihr teilnahmen und auf Weisung den Worten: Bor solchen Manieren muß ich von der Reichstags- des überwachenden Polizisten nicht hinaus gingen. Die Ortspolizei, tribüne weichen!"" unter lebhaftem Beifall bei den Sozialdemokraten der Regierungspräsident und der Oberpräsident haben diese Maßregel bestätigt mit der Begründung, daß Ausländer überhaupt keine Rechte Versammlungen ausgewiesen werden könnten.( beiterkeit links.) Der hätten, von der Polizei aus dem ganzen Bezirk, also auch aus Oberpräsident, der diese Entscheidung gefällt hat, ist mit. alied des Hauses.( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Dabei ist sie natürlich ganz falsch, denn zwischen der Ausweisung aus dem Staatsgebiet und der aus einer Versammlung ist ein großer Unterschied. Nach dem Grundsatze in majore re minus( in dem weitergehenden Begriff ist der engere enthalten) anhaltende Die Herren von der Mehrheit, denen wir den Entwurf der Kommission verdanken, stehen ja auf dem Standpunkte, fie hätten cine der größten nationalen und freiheitlichen Taten seit der Gründung des Deutschen Reiches getan, beinahe möchte ich sagen, das Rednerpult.) berbrochen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Der Abg. Müller- Meiningen hat den Gefeßentwurf eine der größten das Wort. Ich bitte diejenigen Herren, welche dem Präsident Graf Stolberg: Ich erteile dem Abg. Heine wiederum freiheitlichen Errungenschaften genannt. Daß Sie ihn dafür halten, Redner nicht zuhören wollen, ihre Unterhalgeht ja wohl auch daraus hervor, daß Sie so große Opfer gebracht tungen draußen zu führen.( Stürmischer Beifall bei den haben, um wenigstens das zu erreichen, Opfer des Intellektes und Opfer der Ueberzeugung( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), Sozialdemokraten, große anhaltende Unruhe rechts.) um nicht von ernsthafteren Dingen zu sprechen.( Heiterkeit.) Wir Abg. Heine( Soz.): berkennen nicht, daß der Entwurf auch einige Verbesserungen gegen- Da der Herr Präsident so freundlich war, mir wieder das Wort über dem bestehenden Zustand bringt, nämlich gegenüber dem zu geben, werde ich fortfahren.( Lautes Brüllen rechts: Lauter! fönnte man schließlich auch den Ausländer aus seiner Wohnung oder bestehenden Zustand in Mecklenburg.( Sehr wahr bei den Lauter!) Ich denke nicht daran, mit Ihnen, die Sie über Hundert aus seiner Hofe ausweisen.( Große Heiterkeit links.) In Preußen Sozialdemokraten.) Wir pflegen allerdings die deutsche Freiheit und sind, um die Wette zu reden.( Gebrüll rechts: Lauter! Lauter! hatten die Ausländer bisher ein Recht darauf, zu Vereinen die nationale Ehre nicht gerade am Maßstab von Mecklenburg zu Stürmische oft wiederholte zurufe bei den Sozialdemokraten: Gehen und zu Versammlungen zusammenzutreten. Erst neuerdings hat messen.( Buſtimmung bei den Sozialdemokraten.) Wir erkennen Sie doch raus! Machen Sie doch, daß Sie hinauskommen!) Jch die Polizei, nachdem sie es ein halbes Jahrhundert lang geduldet hat, an, daß auch am Maßstab von Preußen gemessen das Gesetz habe in der Kommission darauf aufmerijam gemacht, versucht, mit Hülfe der Fremdenpolizei die Versammlungen wenigstens einen wesentlichen Fortschritt zeigt. Herr Müller daß eine ganze Reihe von Beschränkungen des Vereins der Inländer, an denen Ausländer teilnehmen, zu schifanieren. Des Meiningen hat ihn mit den Worten ausgedrückt: Die erste Frucht und Versammlungsrechts nicht auf vereinsgefeßlicher Basis beruht. halb wünschen wir, die Beschränkung des§ 1 auf Reichsangehörige des Blockes ist der deutschen Frau in den Schoß gefallen. Aber das Der Staatssekretär hat darauf erwidert, daß er jeden schikanösen überhaupt zu streichen; sollte aber unser Antrag abgelehnt werden, ist auch alles, was wir in dem Gesez an wesentlichen Fortschritten Eingriff in die Vereins- und Versammlungsfreiheit vermeiden, aber so empfehlen wir Ihnen den Antrag Brandys. Wir protestieren finden, felbst für Preußen. Im übrigen zeigt das Gesetz eine nicht jedes polizeiliche Einschreiten gegen Beraber gegen diesen§ 1 nicht nur mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen verhängnisvolle Neigung, die vereins- und versammlungsrechtlichen eine und und Versammlungen des Vereinsrechts und politischen Interessen der Inländer, sondern auch, weil wir die Zustände des ganzen Deutschen Reiches auf das Niveau Preußens zu wegen ausschließen könne. Niemand könne deswegen eine nationale Ghre Deutschlands vor dem Auslande beschüßen wollen. bringen, kurz gefagt, Befreiung von den allgemeinen polizeilichen Bestimmungen ver-( Lautes anhaltendes Lachen rechts.) Sie mögen lachen, so viel Sie alles zu verpreußen. langen, weil er von seinem Vereins- und Versammlungsrechte wollen, wir sind der Ueberzeugung, daß wir von nationaler Ehre Gebrauch mache. Ich habe daraufhin im Laufe der Kommissions- mehr verstehen als Sie.( Lautes Lachen rechts.) Sie mögen beratung wiederholt an den Staatssekretär die Frage ge- noch so laut lachen, Sie mögen noch gröbere Töne an ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) In der Kommission hat sich dies auch in dem Löwenmut gezeigt, mit welchem die ReKleines feuilleton. Theater. Notizen. " dt. ein Hauch in diese stille, nur mit fich, mit Eriverben, zurütteln sucht, damit er sie in ihrer Maskerade bewundere, gleitet Lieben und Genießen beschäftigte Philistergesellschaft. Und doch der Körper starr und leblos vom Stuhle auf den Boden. Der enthält Menanders Komödie fast alles, was in Athen seiner Zeit Mann hat Bankrott gemacht und sich erschossen. Und als ob es des noch echt und lebendig war. Aus der großen Politik war der kleine Grellen damit noch nicht genug wäre, stürmt gleich die Polizei Ein modernes Dramenproblem in altgriechischer Fassung. Vor Stadtstaat so gut wie ausgeschieden; als Erbe einer unvergleichlich mit einem Verhaftsbefehl ins Zimmer und jemand erklärt in einem Jahr gelang es dem französischen Gelehrten G. Lefebvre in reichen Kultur waren Feinheit der Lebensformen, Anmut des Ge- einem Tone moralischer Genugtuung: der Tote hat die Sühne selbst Aegypten einen Papyrus mit 1300 Bersen des altgriechischen Dichters nießens, Bartheit der Empfindung noch immer in Athen vor allem an sich vollzogen. Merander aufzufinden. Menander( † 290 v. Chr.) gehört zu den heimisch. Menander schildert die Gesellschaft, in der er lebt, mit Dichtern der sogenannten neuen Komödie, die nach Athens poli- peinlicher Trene; und doch steht er immer über ihr und weiß in das tischem Verfall das altgriechische bürgerliche Drama und Sitten- bunte Spiel Gedanlen über Götter und Menschenlos, über Schuld Lustspiel pflegten. Von seinen Werken ist keines ganz erhalten. Aber und Verantwortung zu verweben, die damals nicht die Köpfe der - Die Hypnose im Drama. Ludwig Fulda, der bisweiblich geplündert. Auch die neuen Funde geben nur Bruch die Athen ihre geistige Heimat nannten die römischen Komödiendichter Plautus und Terenz haben seine Stücke Durchschnittsathener, aber die der großen Philosophen beschäftigten, her alle literarischen Moden mitmachte, hat in seinem neuesten Drama Sen Anschluß verpakt. Ein Drama im entscheidenden Augenblick durch teile aus vier verschiedenen Dramen Menanders. Das besterhaltene die Künste eines Hypnotiseurs entscheiden zu lassen, das ist schon Stüd ist die Komödie" Epitrepontes"( bas Schiedsgericht"); es jenseits aller literarischen Moden. Der Traum eines interessiert uns in besonderem Maße, da es, abgesehen von den üb- Trianon Theater:" Seine erste Frau". Lust- Glücklichen"( vorsichtigerweise mit dem Nebentitet einer„ Phantasie") lichen Berwickelungen und Vertauſchungen, die an die moderne fran- spiel von Soulié und Thorel. Gastspiel von Charlotte hatte denn auch bei der Uraufführung im Hamburger Schau zösische Bosse erinnern, ein Problem behandelt, das uns sehr modern wie hé. Der diesmal abwechselungshalber als Lustspiel be- spielhause nur einen mäßigen Erfolg. Ein plöglich heimkehrender anmutet. Prof. A. Körte hat im Aprilheft der„ Neuen Rundschau" zeichnete Schwant war ein nach abgebrauchten Rezepten pedantisch Gatte das ist der Inhalt findet zuerst im Traume und dann darauf hingewiesen. Es handelt sich um Charifios, der Pamphile, arrangierter Unsinn. Die besseren Erzeugnisse des Genres ent- in der Wirklichkeit, daß er betrogen wird. Ein Freund, der die Tochter des reichen Smitrines, bei einem Feste verführt und schädigen für das Opfer des Intellekts durch einen Elan der Ver- vorsichtigerweise gleich dabei ist, hypnotisiert ihn und suggeriert ihm einige Monate später ohne sie wiederzuerkennen geheiratet hat. Nach turzen Flitterwochen macht er eine längere Reise und in seiner theit, einen Wirbel toller Ueberraschungen, der eine Art ver- dann, daß die unliebsame Entdeckung nur ein Tramn war. Der freisinnige Dichter grüglicher Verwunderung und hier und da ein herzhaft aus= Schutzpatron. In Abwesenheit gebiert Pamphile ein Söhnchen, das im Walde aus gelassenes Lachen weckt; man hat den Eindruck erfinderischer Laune, der für ein Parterre von Banausen berechneten Weltreimerei, die gesezt wird. Charifios ist außer sich, als er bei seiner Rückkehr dies die fich zwanglos gehen läßt und selber Lust an ihren Kreuz- und Herr Müller- Meiningen mit Herrn Roeren im Reichstage des öfteren erfährt; er behält zwar die Frau im Hause bei sich, aber er fängt Querzügen empfindet. Hier aber spürt man jeden Augenblick den zu veranstalten pflegt, wurde auch der famose Dichter Müller ein wüftes Schlemmerleben an. Tag für Tag sucht er durch Gast- 3wang, die Absicht, das faure Bemühen. Nirgends blizt ein halb von der Werra herbeizitiert. Der wackere Meininger nahm sich mähler und Bechgelage in Gefellschaft einer Bitherspielerin seinen wegs origineller Einfall auf. Die Personen sind nicht nur un- des Dichtergefährten mit Emphase an und ließ etwas wie GrabKummer zu betäuben. Schließlich wird durch eine Intrige dieser möglich, wie es ja zum Charakter dieser dramatischen Spezialität schändung oder ähnliches fallen, weil die Manen dieses Treff Bitherspielerin Charifios auf den Gedanken gebracht, daß sie selbst gehört, sondern ermangeln dabei auch jeder tarikaturistisch lichen nicht genügend respektiert würden. Und siehe da: die in jener Nacht von ihm Verführte ist und daß sie ihm einen amüsanten Wendung. Ein Gatte, der sich von seiner hübschen, Nicht genug, daß dieser Verseschmied dem Müller- Meiningen Sohn geboren hat; und nun erscheint ihm sein eigenes Verhalten doch allzu ungetreuen Frau scheiden ließ, hat in einer zweiten Ghe als Dichter tongenial ist, er ist auch als Prinzipienwahrer ein echter gegen die Gattin in ganz anderem Lichte. Was hat er ihr denn feufzend das ungleich schlimmere Regiment einer aggressiven Tugend- Freifinniger meiningischer Sorte. Zu den Briefen deutscher Bettelvorzuwerfen, das er nicht auch getan? Er hat ein Bastardkind so rednerin kennen gelernt, verliebt sich, als er der Geschiedenen be- patrioten an Napoleon, die nach Louis Badinguets( alias Napoleons III.) gut wie sie, und gewiß ist ihre Schuld geringer gewesen als die gegnet, von neuem und geht mit ihr nach Abwickelung der üblichen Sturz in den Tuilerien gefunden wurden, hat auch der wackere feine. Seine Reue wird noch verschärft durch die Standhaftigkeit, Verwechselungsszenen durch. Die Gemahlin zweiter Instanz Müller von der Werra beigetragen. Er bekam auch eine goldene mit der fie alle Aufforderungen ihres Vaters, den liederlichen Gatten findet in einem trottelhaften Philosophieschwäter einen kongenialen Schnupfdabacusdose( und hoffentlich Bargeld). Daß dieser zu berlassen, abgewiesen hat. Die Entschiedenheit, mit der hier, Tröster. Nur das flotte Spiel hans Junkermanns und echte Deutsche und gutnationale Sozialistenbekämpfer aber auch freilich von einem verliebten jungen Mann, die Fehltritte beider Baula Winklers milderte ein wenig die Verdrießlichkeit des noch turz vor Siebzig Napoleon anfang und dann nach Geschlechter gleich bewertet werden, ist vielleicht die größte lleber Ganzen. Wörth dasselbe Opus König Wilhelm Barbarossa" weihte, dabei raschung des ganzen Papyrus. Das Motiv von Björnsons Hand- Charlotte Wiehe, die bekannte dänische Pantomimin, aber im Inhaltverzeichnis den alten Titel stehen ließ, das verrät schuh bei einem grichischen Dichter des vierten Jahrhunderts v. Chr. hatte für ihr Gastspiel ein wenig glüdliches Opus, eine sog. musika- jemand zur rechten Zeit in der Franff. 8tg." Diese schnorrende erflingen zu hören, hätte sicherlich niemand erwartet." Charifios ist völlig lische Novelle von Henri Berény: Fastnacht in Nizzi", mitgebracht. Wetterfahne für sich zu reklamieren, ist ein beinahe genialer Einfall verzweifelt und macht sich feinen früheren Tugendstolz bitter zum Vor- Ihre Bewegungen, wie sie, vom Starnevalstrubel heimkehrend ins des Müller- Meiningen. Der Werrafänger ist der geborene Schutzwurf; damit ist er reif geworden für das erlösende Wort, das ihm Gattin Zimmer schlüpft, hinter den Rücken ihres scheinbar schlafenden, patron der Freifinnigen. und Kind zugleich beschert, und dieses Wort wird von der Zither in der Fensternische fizenden Mannes neckisch übermütig ein-Girardis Heimkehr. Girardi ist nach den Berliner spielerin ausgesprochen. Es ist eine enge Welt", so faßt Profeffor Pierrotkostüm anlegt und fröhlich darin tänzelt, zeigten, daß ihr Festfeiern glücklich nach Wien zurückgekehrt. Bei seinem ersten Nörte feine Charakteristik zum Schluß zusammen, in der Menanders dieselbe temperamentvoll elegante Rhythmit des Gliederspiels wie Auftreten als Zinpan im Zigeunerbaron"( im Naimund- Theater) Stomödie lebt. Von den großen Beitbegebenheiten, den gewaltigen früher zu Gebote steht. Aber zum Schluß fam ein Effekt, der wie wurde er wie ein Sieger gefeiert. Die Wiener wollten den Berlinern Kämpfen der Diadochen um das Weltreich Alexanders dringt kaum ein Sturzbad talten Waffers wirkte. Als sie den Gatten wach zeigen, daß sie mindestens so damisch sind wie diese " schlagen sHeiterkett), Sie mögen wiehern, das Zndert an unserer Auffassung nichts. iSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Nach der Kommissionsfassung des§ 1 kann jeder subalterne Schutzmann, jeder untergeordnete Polizeivorsteher, wenn ein internationaler wissenschaftlicher Kongreß das Unglück hat, unter dem Schutze des preußischen Adlers zu tagen, erklären, daß der Professor Soundso, Mitglied vieler Akademien, in Deutschland nicht reden darf, weil er kein Inländer ist. Schon die Möglichkeit von solchen Vorkommnissen, die Deutschland Schande machen müßten, sollte Sie veranlassen, diese Beschränkung des Vereinsrechts aufzuheben.(Zuruf bei den Freisinnigen:§ 7 I) Nein, darum handelt es sich hier nicht, der Ausländer darf in Deutschland künftig nicht mehr reden, auch wenn er deutsch sprechen will.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Ich bitte Sie daher, die Beschlüffe der Kommission abzulehnen und unsere Anträge anzunehmen.(Bravo I bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Ich will heute nur zur Ausländerfrage sprechen. Welche? ist bezüglich der Ausländer der gegenwärtige Rechtszusland nach den einzelstaatlichen Bereinsgesetzen? Mir ist kein einzelstaat« liches Vereinsgesetz bekannt, das den Aus- ländern das Vereins- und Versammlungsrecht garantierte. Trotzdem aber beteiligen sich tatsächlich im Deutschen Reiche Ausländer alle Tage an Versammlungen. Dieser Zustand wird auch nach Inkrafttreten deS Bereinsgesetzes b e st e h e n bleiben. Ich verstehe deshalb nicht, daß der Abg. Heine sagen konnte, wenn dieser Entwurf Gesetz würde, dann erst würden wir es erleben, in welcher Weise den Ausländern die Möglichkeit der Teil- nähme an Bereinen und Bersammlnnaen beschnitten wird. Es wird gar kein neuer Rechtszustand geschaffen, sondern der gegenwärtig in Preußen bestehende Zustand auf ganz Deutschland ausgedehnt. In einigen wenigen Bundesstaaten gibt es allerdings die Be- stimmung, daß nur Angehörige des betreffenden Staates Mitglieder der politischen Vereine werden können. Diese Beschränkung fällt in Zukunft weg. Mir ist auch keine ausländische Gesetzgebung be- kannt, die den Ausländern das Vereins- und Versammlungsrecht garantiert und meiner Ansicht nach mit Fug und Recht. Gewiß gibt es eine Menge Vereine geselliger und künstlerischer Art, an denen Ausländer ohne weiteres teilnehmen können. Aber diese Vereine interessieren uns bei diesem Gesetz cko facto gar nicht, sondern nur die politischen Vereine und die politischen Versammlungen. Da be- greife ich es vollkommen, wenn ein Staat, der das Recht der politi- schen Vereine und Versammlungen regelt, diese Rechte den Aus- ländern nicht garantiert. Andere Rechte mag man den Ausländern gewähren, aber nicht das Recht, politische Vereine zu bilden. Der Abg. Trimborn sagte, er verfolge mit seinem Antrage praktische Zwecke: einmal wollte er die Inländer in der Ausübung ihres Vereins- und Versammlungsrechtes vor Beeinträchtigungen schützen und außer- dem wolle er den Ausländern eine gesetzliche Sicherheit gewähren. Was die Inländer anlangt, so habe ich in der Kommission aus- drücklich erklärt, daß aus der Tatsache, daß an einem Vereine oder einer Versammlung Ausländer teilnehmen, den Inländern in keiner Weise Schwierigketten erwachsen würden und auch nicht er- wachsen können.(Hört, hört I im Zentrum.) Denn das Vereinsgesetz umgrenzt ja die Befugnis der Polizei- behörden rllcksichtlich ihres Einschreitens gegen Vereine und Versammlungen ganz genau und ich verstehe nicht, wie man begründete Besorgms haben kann, daß trotzdem die Rechte der Inländer nicht gewahrt werden. Was die Aus- länderfrage anlangt, so befindet sich der Abg. Trimborn in einem Irrtum. Gewiß wird kein Staat Ausländer, die an Vereinen und Versammlungen teilnehmen, ohne dadurch diejenigen Pflichten, die ihr Aufenthalt in einem fremden Staate ihnen auferlegt, deswegen schikanieren. Wenn aber der Abg. Trim- boni den Ausländern dieses Recht ausdrücklich garantieren will, dann beschwört er die Gefahr herauf, daß ein Staat Ausländern gegenüber, welche sich ungastlich benehmen, schnell zu dem allerschwersten Mittel, dem Mittel der Ausweisung greifen muß und das möchten wir doch verhütet wissen. Dann hat der Abgeordnete Heine mich provoziert auf eine Erklärung über das Präventivverbot. Er hat gesagt, ich sei dieser Erklärung in der Kommission aus dem Wege gegangen. Die Mit- glieder der Kommission werden mir bestätigen, daß das Gegenteil richtig ist. Ich will aber meine Erklärung hier wiederholen. Ebenso wenig wie in Preußen heute ein Prävcntivverbot zulässig ist, wird das künftig in Deutschland der Fall sein. Das OberverwaltungS- g e r i ch t hat ausdrücklich die U n z u l ä s s i g k e i t des Präventiv- Verbots festgestellt, weil im preußischen Gesetz davon nichts steht. Genau derselbe Zustand wird künftig im Reich bestehen. Ich hoffe, daß diese Erklärung klar und unzweideutig ist.(Beifall beim Block.) Abg. Dr. Hieber(natl.): Der Abgeordnete Heine behauptet, das Gesetz bringe fast gar keine Fortschritte. Aber der Prof. Labandt, auf den er sich berufen, nennt den Entwurf freiheitlicher als irgend eines der in Deutschland bestehenden Vereinsgesetze. Herrn Trim- born bemerke ich, daß der von ihm zitierte Profeffor Francke den Entwurf als einen sozialpolitischen Fortschritt und eine nationale Tat begrüßt. Abg. Dr. Müller-Meiningen(frs. Vp): Ich beschränke mich auf die Erklärung, daß wir an der Koinpromißfassung deS Gesetzes festhalten und alle AbändrrungSantröge ablehnen, so sympathisch sie unS auch im einzelnen sind(Lachen bei den Sozialdemokraten), weil sonst das Zustandekommen des Gesetzes gefährdet wäre. Diese Ver- antwortlichkeit wollen wir nicht übernehmen• denn trotz des Sprachen- paragraphs und des Verbotes für Jugendliche in H 10a enthält das Gesetz sehr wesentliche Fortschritte.(Zustimmung bei den Frei- sinnigen. Lebhafter Widerspruch im Zentrum und bei den Sozial- demokraten.) Sie haben doch die Regierungsvorlage als einen Fort- schritt bezeichnet(Sehr richtig I bei de» Freisinnigen), wir habe» sie noch verbessert, weshalb also bekänipfcn Sie uns so leidenschaftlich? Nichts ist leichter als sich hinter dem Schilde der vollen und ganzen Unentwegtheit aufzustellen. Auch einer der Ihrigen hat Ihnen einmal zugerufen:„das Prinzip hoch halten kann jeder, der nichts gelernt hat. dazu gehört nichts." Auch wir jubeln nicht über das Gesetz, auch uns befriedigt die gegenwärtige Fassung nicht; da es aber einen sehr wesentlichen Fortschritt bedeutet(Lebhafter Wider- spruch bei den Sozialdemokraten), tväre sein Scheitern eine unver- antwortliche Torheit. Deshalb müsien wir wünschen und verlangen, daß der Gesetzentwurf möglichst rasch zur Annahme kommt.(Leb- haster Beifall bei den Freisinnigen. Starker Widerspruch bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) Abg. Graes(wirtsch. Vgg.) befürwortet die unveränderte An- nähme des§ 1 nach den Beschlüssen der Kommission. Im Interesse der christlichen Arbeiter hätten wir gern eine Ausdehnung der Versammlungsfreiheit gesehen, aber wir halten an dem Kompromiß fest und lehnen alle AbänderungSanträge ab. Abg. Brcjstt(Pole): Das NeichsvereinSgesetz entspricht in seiner» Wortlaute genau der kleinen Umsturz- vorläge von 1897. Gewiß sind auch wir für eine reichsgesetzliche Regelung der ganzen Materie, auch der Rechte der Ausländer. Es ist aber nicht wahr, daß der gegenwärtige Zu st and für die Ausländer erträglich sei und deshalb zum künftigen Zustand gemacht werden könne. Die preußische Polizei- praxis schikaniert täglich Ausländer, nur weil sie an politischen Versammlungen teilnehmen. (Hört! hörtl bei de» Polen.) ES ist ferner nicht wahr, daß es in Preußen keine Präventivverbote gibt. Ich könnte zahlreich« solche Verbote anfzähle».(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten und bei den Polen.) Man sollte ruhig Verbesserungen an dem Eniwurf vornehmen, denn wir glauben nicht, daß die Re- gierung das Gesetz an Geringfügigkeiten scheitern lassen wird. Abg. Bindcwald(Reformp.) tritt für die ursprüngliche Fassung deS Regierungsentwurfs ein, die den Vor- zug der Einfachheit und Klarheit hat. Ich kann mich nicht damit befreunden, daß freiheitliche Bestimmungen, die sich jahrzehntelang in einzelnen Bundesstaaten bewährt haben, durch ein Gesetz ersetzt Werden, das polizeilichen Schikanen Tür und Tor öffnet.(Hörtl hörtl bei den Sozialdemokraten und im Zentrum.) ES ist ungerecht, bestehende Freiheiten zu verkümmern. Ich spreche allerdings nicht für meine Fraktion, sondern ich spreche als Hesse gegen daS Gesetz. Mit einer Minderung der vereinsgesetzlichen Freiheiten in meiner hessischen Heimat kann ich mich nicht einverstanden erklären und werde deshalb gegen das Gesetz stimmen.(Unruhe bei den Freisinnigen, Bravo I bei den Sozialdemokraten.) In§ 3 deS Gesetzes.... Vizepräsident Dr. Paasch«: Wir sind in der Spezialberatung von ß 1. Abg. Bindewald(fortfahrend): Die Dinge hängen zusammen, und Graf Stolberg hat den anderen Rednern das Eingehen auf diese Dinge gestattet. Also bei den Bestimmungen über die Notwendigkeit des Anmeldens von Versammlmtgen (Länn bei den Freisinnigen und Rufe: 8 1 1) hat die Kommission in Z 3 hinzugefügt, daß„öffentliche" Versammlungen einer Anzeige nicht bedürfen, und daß die Erforderniffe der Bekanntmachung die Landeszentralbehörde bestimmt. Das kann dazu führen, daß in einzelnen Bundesstaaten als Erfordernis der Oeffentlichkeit die Bekanntmachung im Kreisblatt bestimmt wird. (Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) lieber§ 7 mag man sagen was man will, in der ursprünglichen Fassung war er wenigstens klar. Wenn er Gesetz wird, kmm man nicht mehr von einem Rechtsstaat sprechen; denn er stellt ein Ausnahmegesetz gegen die Polen dar, ohne daß man das doch gerade heraus zu sagen wagt. (Lärm bei den Freisinnigen, Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Trotzdem könnte ich, um dem Block entgegenzubommen, bei milder Handhabung der Bestimmungen für den Z 7 stimmen, aber das Vereinsgesetz als solches kann ich nicht an- nehmen.(Lärm. Lachen und ironisches Bravo I) Was ist da zu lachen? Das Gesetz geht mir freiheitlich in keiner Weise weit genug. Unsere Zustände nicht zu verschlechtern, sind wir den Männern von 1843 schuldig.(Lärmende Unter- brechungen im Block); damals sah sich der Großherzog von Heffcn genötigt, zu erklären, daß die Hessen sich frei versammeln können, ohne jede polizeiliche Ucberwackmng.(Andauernde Unruhe bei den Freisinnigen.) Die Zweite hessische Kammer, der auch der national- liberale Regierungsrat Haas angehört, hat einstimmig den Besckluß gefaßt, die Regierung zu ersuchen, im Bundesrat gegen das Gesetz zu stimmen.(Lärm bei den Natl. und Freis.) Ich weiß also, daß meine Gesinnung von dem größten Teile der hessischen Bevölkerung geteilt wird. Dieses Gesetz würde uns nicht vorwärts, sondern rückwärts bringen.(Zustimmung im Zentrum und bei den Sozialdemokraten, andauernde Unruhe bei den Freisinnigen und Nationalliberalen.) Mögen die Nationalliberalen dafür sorgen, daß der Herr Regierungsrat Haas hier bei den namentlichen Abstimmungen zugegen ist. (Lärm bei den Liberalen, worunter die nächsten Worte des Redners verloren gehen.) Hessischer Bundesratsbevollmächtigter RegierungSrat Dr. v. Neid- Hardt: Hessen hat kein Bedürfnis nach Aenderung der gesetzlichen Zustände auf dem vereinsrechllichen Gebiete; aber in Rücksicht auf die Schaffung eines einheitlichen Vereinsrechtes für ganz Deutschland hat die hessische Regierung im Bundesrat für den Entwurf gestimmt. UebrigenS möchte ich doch betonen, daß man auch in Hessen auf Grund der bestehenden Gesetze und Ver- ordnungen die Versammlungen sehr beschränken kann. Abg. Trimborn(Z.): Der Herr Staatssekretär hat er- klärt, nirgends seien im Vereinsgesetz Ausländer einbegriffen. DaS st i m m t nicht. DaS braunschweigische Gesetz spricht von Landeseinwohnern, und daS können auch Ausländer sein. Und in Schwarzburg-SonderShaufen(Stürmische Heiterkeit) heißt es: j e d e r m a n n hat das Recht usw. Also sind dort Ausländer ausdrücklich eingeschlossen. Weiter hat der Staatssekretär gesagt, wenn den Ausländern daS Recht, an den Vereinen teilzunehmen, ausdrücklich zugestanden würde, so würde man gegen ungastliche Ausländer stets sofort mit der scharfen Maß- regel der Ausweisung vorgehen, diese Folgerung ist aber keines- wegS nötig.(Zustimmung im Zentrum und bei den Sozial- demokraten.) Ich kann die Herren nur bitten, die hier so zahlreich und schön um mich herumstehen, daß sie unsere Anträge annehmen. (Heiterkeit und Bravo I im Zentrum.) Abg. Legieu(Soz.): DaS neue Vereinsgesetz enthält irgendeine Bestinnmmg über ein Präventivverbot nicht. Preußen hat das Prävenlivverbot, und es würde infolgedessen nach diesem Entwurf auch im ganzen Reiche gelten. Im Großherzogtum Sachsen-Weimar hat das Prävcntivverbot nicht bestanden, trotzdem hat die Polizei- behörde sich das Recht herausgenommen, solche Verbote zu erlassen.(Hört I hört I bei den Sozialdemokraten.) Ich möchte den Vertreter von Sachsen-Weimar fragen, ob die Polizeibehörde das auch in Zukunft tun wird. Keine Antwort haben wir auf die Frage erhalten, ob die Polizei auch in Zukunft das Recht haben soll, von den Vereinen Auskunft über die Mitglieder zu fordern. In Preußen war das bisher zulässig, die Polizei hat sich aber .niemals auf die Bestimmung deS Vereinsgesetzes gestützt, sondern 'auf ihre allgemeinen Befugnisse. Die Bestinunung bezüglich der Ausländer, sagt der Staatssekretär, sei nicht von weit- tragender Bedeutung, denn sie beziehe sich nur auf politische Vereine und Veriammlungen. In unserer Judikatur pießcn aber öffeutliche und politische Angelegenheiten ineinander; der höchste preußische Gerichtshof sagte in einen: Urteil über gewerkschaftliche Angelegenheiten: zu politischen Gegenständen im Sinne des VercinSgesetzes gehören auch solche, welche die Sozialpolitik betreffen, insbesondere die Arbeitszeit. Wir müssen deshalb in diesem Gesetz eine Definition geben, was politische Augelegenheiten sind. Und da? wollen wir mit unseren Anträgen. Der Staatssekretär sagt, die Gewerkschaften sollen nicht mtter dieses Gesetz fallen. Warum wollen Sie aber dann unsere Anträge nicht annehmen? Wenn Streik- brecher in großer Zahl inS Land kouunen, find wir genötigt, Ausländer kommen zu lassen, die ihre Lands- leute durch Borträge in Versammlungen aufklären, um sie vom Streikbruch abzuhalten. Wir haben eS aber erlebt, daß die Polizeibehörde solchen Ausländern erklärt hat: Wenn du in der Versammlung sprichst, wirst du ausgewiesen.(Hört! hört I bei den Sozialdemokraten.) Wenn Sie das nicht wollen. Herr Staatssekretär, warum weigern Sie sich dann, eine Be- stimmung zu treffen, durch welche den Ausländern der Zutritt zu Vereinen freigegeben wird. Wollen Sie eS aber, so besteht die Absicht, den Großunternehmern einen Dienst zu erweisen, Streikbrecher für sie heranzuziehen und unS die Möglichkeit zu nehmen, die Ausländer vom Streikbruch abzuhalten.(Lebhaftes Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Alles das trifft auch für Sie zu(zu den Freisinnigen). Sie dokumentieren, wenn Sie unsere Anträge ablehnen, daß Sie weit davon entfernt sind, die Interessen der deutschen Arbeiter vertreten zu wollen.(Widerspruch bei den Freisinnigen. Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Herr Hieber sagte, auch im Auslande haben Angehörige einer fremden Nation nicht da? Recht, politischen Bereinen anzugehören. Das ist nicht richtig. In Frankreich dürfen sie lediglich nicht Vor- standSmitglieder sein. Schließlich ist aber für uns nicht das Ausland maßgebend, sondern entscheidend sind die Verhält- nisse in Deutschland.(Sehr richtig I b. d. Sozialdemokraten.) Und wir haben uns durch die Praxis zu unseren Antragen gezwungen gesehen, weil man den ausländischen Arbeiter au? unseren gewcrkschaft- lichen Organisatiouen fernhalten und den Unternehmern entgegenkommen will. Namentlich haben die Verhandlungen der Kommisston uns gezeigt, daß diese Gefahr für unsere wirtschaftlichen Organisationen besteht. Entscheidend ist. daß man es im Ausland, trotzdem dort eine solche Bestimmung nicht vorhanden ist, als selbstverständlich ansieht, daß dort Angehörige anderer Nationen Mitglieder der Organisationen sind und an den ver- sammlungen teilnehmen. Die Praxis geht dort dahin, dem Aus- länder dasselbe Recht einzuräumen wie dem Inländer. Bei uns in Deutschland dagegen ist das nicht der Fall. Hier haben wir die Praxis, den Ausländern die Teilnahme zu erschweren. Weil wir diese Praxis für die Zukunft verhindern wölken, müssen wir bestimmte Bedingungen schaffen.(Sehr richtig l bei den Sozialdemokraten.) Nun erklärt Herr Müller-Meiningen, seine Fraktion werde gegen alle Abänderungsanträge stimmen, weil die Regierung erklärt habe, diese Anträge seien unannehmbar. Wenn man von diesem Gesichtspunkt ausgeht, so ist der Reichstag eigentlich überfiüssig. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wenn alles, was für die Regiennig unannehmbar ist, auch für den Reichstag unannehmbar sein soll, wozu brauchen wir dann diesen zweiten Faktor der Gesetzgebung? Von solchen Gesichtspunkten dürfen wir nicht aus- gehen. Der Reichstag hat ein Recht zur Mitbestimmung bei den Gesetzen, und wenn die Regierung eine Bestimmung für un- annehmbar erklärt, warum soll man dann das Gesetz nicht lieber fallen lassen und noch einige Jahre warten? (Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Widerspruch bei den Frei- sinnigen.) ES ist nur die Frage einer sehr kurzen Zeit, daß ein Reichsvereinsgesetz kommt.(Sehr richtig! bei den Soz., Wider- spruch bei den Freisinnigen.) Denn der heutige Zustand ist nicht aufrechtzuerhalten. Man sieht eben hieran nur, wie weit die Frei- sinnigrn nach rechts gerutscht sind. Die Praxis der Rechten war eS immer, wenn eS sich um Bolksrechte handelte, alles anzunehmen, waS die Regierung verlangte, weil eS schon reaktionär genug war. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Sie(zu den Frei- sinnigen) als Volksvertreter aber sollten zur Regierung sagen: Wenn euch unannehmbar ist, waS wir vorschlagen, so ist auch für uns unannehmbar, waS ihr vorschlagt.(Sehr richtig l b. d. Soz.) Statt dessen geben Sie alle liberalen Grundsätze preis, bloß um das Gesetz zu stände zu bringen, und rühmen eS dann als eine Frucht der liberalen Aera, als Frucht der Blockpolitik! Herr Müller-Meiningen erklärte, der Entwurf habe in der Kommission eine sehr weitgehende Verbesserung erfahren.(Sehr wahr! bei den Freisinnigen. Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich verstehe nickt, wie eS zu einer solchen Erklärung kommen kann. Ist vielleicht der§ 10a, der das Verbot der Teilnahme der Jugendlichen an politischen Vereinen und Versammlungen enthält, eine solch Verbesserung? (Rufe rechts: Ja!) Diese Bestimmung geht noch über die reaktionäre Verordnung von 1850 hinaus, und die Liberalen bringen sie in das Gesetz hinein, obwohl die Regierung hier bei der ersten Lesung erklärt hat, sie könne daraus verzichten.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) WaS bringt denn die Vorlage überhaupt an Verbesserungen des bestehenden Zustandes? Die Teil- »ahme der F r a u e n an politischen Vereinen und Versammlungen, ein Verbot, das schon lange nicht mehr aufreckt zu erhalten war, ich erinnere nur an den bekannten Segmenterlaß des preußischen Ministers des Innern.. Weiter bringt daS Gesetz Befreiung der Vereine von der Verpflichtung, Mitgliederlisten an die Polizei einzu- reichen. Aber auch daS will nichts besagen, denn was lvill die Polizei mit dem vielen Papier machen? Ferner fällt die Ueber- wachungSmöglichkeit der Mitgliederversammlungen fort. Nun, praktisch war die Ueberwachung längst nicht mehr möglich und durchführbar, schon aus dem Grunde, weil nickt genügend Beamte vorhanden sind. Diesen sogenannten Verbesserungen stehen aber sehr erhebliche Verschlechterungen gegenüber. Unsere Anträge zu§ 1 stützen sich auf unsere lang- lährigen Erfahrungen. Wir bitten Sie, sie anzunehmen. (Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Die Frage, wie die Polizei sich im einzelnen Verhalten soll, kann nur mit den allgemeinen Grundsätzen des Vereinsgesetzes be- antwortet werden. Und diese allgemeinen Grundsätze bestimme», daß die Landesgesetzgebung ausgeschlossen ist, soweit sie nicht aus- drücklich ausrecht erhalten ist.— Auf die Frage, ob die Polizei in Zukunft daS Recht haben soll, Mi t g l» e d er l ist e n von politischen Vereinen einzufordern, erwidere ich, daß dies nach dem vorliegenden Entwurf nicht zulässig ist. Abg. Zimmermann(Reformp.) legt Protest gegen die Behauptung de? hessischen Bundesratsbevollmächtigten ein, daß die antisemitische Bewegung in Hessen Ausschreitungen begangen habe. Wenn Aus« schreitungen vorgekommen sein sollten, so waren sie provoziert durch das iibermütige und das Volk auSwuchernde Judentum.(Heiterkeit links.) Wenn in einer Versammlung das Wort Jude fiel, so wurde sie sofort aufgelöst.(Lachen links.) Bauernfeste wurden damals verboten, während man den Sozialdemokraten Umzüge in Offenbach gestattete.(Stürmische Heiterkeit links.) Herr Bindewald hat nur für seine Person gesprochen; die Mehrzahl meiner Partei wird für das BereinSgesetz stimmen. (Heiterkeit.) Großherzoglich hessischer Bundesratsbevollmächtigter Neidhardt: Herr Zimmermann hatte es damals in der Hand, die Bewegung im Zügel zu halten.(Zuruf: Haben wir getan.) Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt Abg. Heine(Soz.), daß der Oberpräsident, von dem er vorhin gesprochen habe, nicht Mitglied dieses Hauses sei. In der Abstimntung wird der Antrag Albrecht gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Polen abgelehnt. Gleich- falls abgelehnt werden mit den Stimmen des Blocks die Anträge Trimborn und Brandys. Die Abstimmung über den ß 1 in der KommissionSfaffung ist eine namentliche. Sie er- gibt die Annahme des Paragraphen mit 194 gegen 104 Stimmen. ES folgt die Beratung deS§ Ii. § la lautet in der Kommissionsfassung:„Ein Verein, dessen Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft, kann auf- gelöst werden. Die AuflösungSverfugung kann im Wege des Ver- waltungsstreitverfahrcns und, wo ein solches nicht besteht, im Wege des Rekurses nach Maßgabe der Vorschriften der§8 20 und 2l der Gewerbeordnung angefochten werden. Die endgültige Auf» lösung eines Vereins ist öffentlich bekannt zu machen." Die Abgg. Albrecht und Gen.(Soz.) beantragen, dem 8 1a folgende Fassung zu geben:..Ein Verein, dessen Zweck den Strafgesetzen zuwiderläuft, kann aufgelöst werden. Auf- lqsungen von Vereinen können durch Beschwerde an die vorgesetzte Behörde angefochten werden. Die Frist zur Beschwerde beträgt 14 Tage und ist von der Zustellung deS Beschlusses an zu be- rechnen. Gegen die Entscheidung in der Bcschwerdeinstanz kann der Beschwerdeführer innerhalb zwei Wochen nach seiner Wahl die Verwaltungsbeschwerde oder die Klage erheben. In Staaten, in denen ein Verwaltungsgerichtsvcrfahren besteht, finden auf die Beschwerde und die Klage die Vorschriften über das Verwaltungs» §erichtsverfahrcn Anwendung. Als oberste Instanz ist in allen •allen die Berufung an ein oberstes Verwaltungsgericht zu- gelassen, das aus unabhängigen richterlichen Beamten besteht und an denen Mitglieder der Verwaltungsbehörden nicht teilnehmen dürfen. Wo kein solches Verwalwngsgerichtsvcrfahren besteht, ist die Klage bei der Zivilkammer des Landgerichts zu erheben, gegen deren Entscheidung der Kläger Berufung an das Oberlandesgericht einlegen kann. Gegen das Urteil deS OberlandeSgerichts steht dem Kläger die Revision an das Reichsgericht ohne Rücksicht auf die Höhe des festgesetzten Streitwertes zu. Die Bestimmungen des Gerichtskoftengcsetzes und der Zivilprozeßordnung finden auf dies Verfahren Anwendung. Die Verwaltungsgerichte und Zivil- geeichte sind in keiner Weise an die Entscheidungen der Ver- waltungsbehörden gebunden." § Sa lautet:„Auf die Anfechtung der Auflösung einer Ver- sammlung finden die Vorschriften deS§ la Anwendung." Abg. Heine(Soz.): Wenn wir die 88 1» und Sa gemeinsam behandeln, fo�oll unser Antrag natürlich ohne weiteres auch den Rechtsweg gegen die Auf- lösung von Versammlungen regeln. Unser Antrag hat folgenden Zweck: Nach den Kommissionsbeschlüssen soll für Auflösung von Versammlungen und Vereinen ein Rechtsweg cingcsührt werden. In Preußen haben wir dafür die BerwaUungsbejchwerde und die Klage tm DsrwaltungSstreilderfahren. Andere Dundesstaaten haben kein Verwaltungsstreitverfahren, und da hat sich die Kom- Mission dadurch geholfen, daß sie den Rechtsweg der Gewerbcord- nung, das Rekursverfahren in Konzessionsangelegenheiten hierauf ausdehnt. Aber diese Form genügt uns nicht, sie läßt den Landcsgesetzen hinsichtlich der Einrichtung der Richterkollegien und des Jnstanzenzuges viel zu viel Freiheit. Wir wünschen alle Fälle in der obersten Instanz durch ein oberstes Berwaltungsgericht beurteilt zu sehen, das mit unabhängigen richterlichen Beamten be- setzt ist und an dem Mitglieder der Verwaltungsbehörden nicht teil- nehmen.'(Die folgenden Ausführungen des Redners gehen im Lärm der Rechten vollständig verloren. Schließlich ruft die Rechte wieder: Lauter! Lauter!) Ich spreche so laut, daß mich jeder verstehen kann(Widerspruch rechts), wenn es still ist.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich habe die Erfahrung ge- macht, daß es in diesem Hause manchen Mitgliedern geht wie den Kanarienvögeln: Je lauter man spricht, desto mehr schreien Sie auch!(Große Heiterkeit.) Meine Stimme soll in diesen Tagen noch manches aushalten, und ich kann sie nicht deswegen strapa- zieren, weil Sie so unhöflich sind, sich laut zu unterhalten. Wenn die Mehrheit so geschlossen ist wie bei der letzten Abstimmung und auch noch so gutbegründete Anträge ablehnt, so sollte sie doch wenigstens nicht so unhöflich sein, mir das Reden noch zu er- ,a/weren. Das verlangt die Kollegialität und der Anstand.(Leb- hafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Gestatten Sie mir nun, daß ich zur Sache zurückkehre.(Heiterkeit.) Jetzt ist in manchen Bundesstaaten das Ministerium die letzte Instanz. Da können wir ein objektives Urteil nicht erwarten, denn es ist Richter in eigener Sache. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir wollen ferner der- hindern, daß die Gerichte sich an die Zweckmäßigkeitsentscheidungen der Verwaltungsbehörden gebunden glauben und sich in ihrem Urteil ausschließlich auf die Formalien beschränken. Es besteht bei der Verwaltungsjustiz und bei der Justiz auch ein eigentümliches Devolutionsprinzip, die Entscheidung möglichst auf eine andere Be- Hörde abzuschieben.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Ich wüßte daher nicht, was sich gegen unseren Antrag einwenden ließe, sei es vom liberalen, sei es vom konservativen Standpunkt. Lehnen Sie unseren Antrag ab, so tun Sie es nur, weil er von gegne- rilcber Seite kommt. Uns aber erscheint er besonders notwendig »aly den letzten Erklärungen des Staatssekretärs über die Grenzen des Vereinsrechts und des sonstigen Polizeircchts, die Konflikte nicht hindern werden. Er sagte z. B., daß vereinsrechtlich kein Verein zur Auskunftserteilung verpflichtet sei, daß die Polizei aber von ihm Auskunst wie von jeder Einzelperson verlangen könne. Der Nachsatz hebt den Vordersatz einfach auf. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Man braucht danach nur landesgesetzlich oder landesbehördlich zu bestimmen, daß jeder Mensch Auskunft erteilen muß, wo er seine Abende zubringt, und das Reich-vereinsgesetz ist aufgehoben. Als höchste Instanz schlagen wir das Reichsgericht vor, um eine einheitliche Judikatur zu be- kommen. Das Reichsvcrcinsgesctz ist ein Polizeigesetz des Reiches, die Handhabung aber ist den Einzelstaaten überlassen. Deshalb wird man uns, wenn wir Mißbräuche zur Sprache bringen, ant- Worten, daß die Handhabung des Vereinsgesetzes nicht Reichssache sei. Tic Rechtsprechung des Reichsgerichts zu kritisieren, haben wir hingegen ein formales Recht. Deshalb bitte ich Sie, unseren Antrag anzunehmen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Trimborn(Z.): Meine politischen Freunde können dem Antrage Abbrecht nicht zustimmen. Damit schließt die Debatte. In der Abstimmung wird der sozialdemokratische Antrag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und der Polen abgelehnt. Es folgt die Beratung des§ 2, der folgenden Wortlaut hat: „Jeder Verein, der eine Einwirkung auf politische Angelegen- heilen bezweckt(politischer Verein), muß einen Vorstand und eine Satzung haben. Der Vorstand ist verpflichtet, binnen einer Frist, von zwei zuständigen Polizeibehörde einzureichen, lieber die erfolgte rcichung ist eine kostenfreie Bescheinigung zu erteilen. Ebenso ist jede Aenderung der Satzung sowie jede Aenderung in der Zusammensetzung des Vorstandes binnen einer Frist von zwei Wochen nach dem Eintritt der Aenderung anzuzeigen. Die Satzung sowie die Aenderungen sind in deutscher Fassung einzureichen. Ausnahmen von dieser Vorschrift können von der höheren Verwaltungsbehörde zugelassen werden." Die Abgg. Albrecht u. Gen.(Soz.) beantragen, die Ab- sätze 2, 3 und 4 wie folgt zu fassen: „Als politisch im Sinne des Vereinsgesetzes sind nicht an- zusehen die Zwecke, günstige Lohn- und Arbeitsbedingungen für die Teilnehmer oder weitere Kreise herbeizuführen oder zu er- halten, oder die geistige oder körperliche Ausbildung der Teil- nehmer weiterer Kreise zu fördern, sowie religiöse Zwecke, auch wenn diese Zwecke durch Einwirkung auf die Gesetzgebung verfolgt werden. Der Vorstand eines politischen Vereins ist verpflichtet, die erfolgte Gründung des Vereins binnen zwei Wochen der für den Sitz des Vereins zuständigen Polizeibehörde einzureichen. Die Anmeldung von Vereinen, die ihre Tätigkeit über den Bezirk eines Ortes ausdehnen, z. B. durch Abhaltung von Ver- sammlungen, Versendung von Druckschriften, Errichtung von be- sonderen Zweigvcreinen, Filialen, Zahlstellen oder dergleichen, hat nur an dem Ort zu erfolgen, wo der Sitz der Zentral- Verwaltung ist." Die Abgg. Brandys u. Gen.(Polen) beantragen, dem Absatz 1 des§ 2 folgende Fassung zu geben: „Jeder Verein, der eine Erörterung politischer Angelegen- heiten in Versammlungen bezweckt(politischer Verein), muß einen Vorstand und eine Satzung haben." Die Abgg. Trimborn u. Gen.(Z.) beantragen, dem Z 2 Absatz 1 folgenden Satz hinzuzufügen: „Vereine, welche diese Einwirkung nur im Rahmen der Be» rufs- und Standesinteressen bestimmter Personenkreise bezwecken, gelten nicht als politische Vereine." Ferner beantragen sie im zweiten Absatz dcS§ 2 nach dem ersten Satz folgenden Satz einzufügen: „Bei Vereinen, die ihre Tätigkeit durch Errichtung von Zweig- vereinen, Filialen, Zahlstellen, Ortsgruppen und sonstigen ört- lichen Unterabteilungen über den Bezirk eines Ortes ausdehnen, bat die Einreichung nur an dem Ort zu erfolgen, wo der Sitz der Hauptverwaltung ist." Abg. Schiffer(Z.) begründet den Antrag des Zentrums, der notwendig sei, damit die Gewerkschaften nicht als politische Vereine erklärt werden. Die Er- fahrungen, die wir Arbeiterführer gemacht haben, müssen uns vorsichtig stimmen: mehr als einmal ist eS mir vorgekommen, daß eine Gewerkschaftsversammlung, die noch gar nicht eröffnet war, als eine politische erklärt und ver- boten wurde. Nun hat zwar der Abgeordnete Dr. Müller- Meiningen gesagt, sie würden keinen Antrag heute mehr annehmen. Aber darauf ist nicht so viel zu geben. Hat er doch feierlich zwei. mal in der Kommisston erklärt, daß er keinen Schritt hinter die freisinnigen Anträge erster Lesung zurückgehe.(Widerspruch Müller-MeiningenS.) Ja. Sie haben es zweimal gesagt, Träger und Sie.(Lebhaftes Sehr wahr!«ft Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Auch die freisinnigen Ar- beiter haben gegen dieses Vereinsgesetz pro- t e st i e r t. Aber Sie(zu den Freisinnigen) haben längst jede Fühlung mit den Arbeitern verloren.(Sehr wahr! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Die gesamte organisierte deutsche Arbeiterklasse ist der Uebcrzeugung, daß in diesem Bereinsgesetz ihre Interessen nicht gewahrt sind. lSebr richtig! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Abg. Legten(Soz.): Der Abgeordnete Dr. Müller- Mciningen hat vorhin ge- meint, wir hätten ein großes Interesse daran, dem deutschen Volk nicht zu sagen, wie große Fortschritte dieses Vereinsgesetz bringt. Anscheinend ist es mit diesen Fortschritten nicht so sehr weit her, denn sonst läge doch nichts näher, als daß Dr. Müller-Meiningen sie hier zur öffentlichen Kenntnis brächte. Das Schweigen der Blockparteien deutet aber auf kein gutes Gewissen. (Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Sie(zu den Freisinnigen) spielen sich ja sonst gern als Vertreter der Hirsch-Duncker- scheu Organisationen auf. Weisen Sie uns doch einmal nach, daß von diesem Gesetz die organisierte Arbeiterschaft nicht die Nachteile hat, die wir befürchten.(Sehr gut! bei den Sozial demokraten.) Wir sehen diese Schädigungen voraus, und haben deshalb unsere Abänderungsanträge gestellt. deren Not- wendigkeit sich aus unserer praktischen Erfahrung ergibt. Im§ 2 beantragen wir, das Erfordernis der Einreichung der Satzung zu streichen. Die preußische Polizeipraxis und Judikatur bezeichnet nämlich auch alle AgitationS- nnd L-hnkommissionen als politische Vereine und verlangt von ihnen Satzungen, die sie gar nicht haben. Der Staatssekretär hat wiederholt erklärt, die Polizei beanspruche kein Aufsichtsrecht über Vereine und Versammlungen. Was soll denn das Einreichen der Satzungen sonst bedeuten? Wt»! die Polizei etwa den Vereinen Ratschläge über zweckmäßige Statutenfassung geben?(Heiterkeit.) DaS glauben Sie wohl selbst nicht.„Staatsfeindliche" Vereine legen ihre staatsfeindliche Tendenz auch nicht in den Satzungen fest. Die Einreichung der Satzungen ist also ganz überflüssig.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Weiter beantragen wir, den Begriff der poli- tischen Angelegenheiten näher zu definieren, damit gewerksckmstliche Organisationen künftig nicht wie bisher mit den lästigen Be stimmungen behelligt werden, die für. politische Vereine gemacht sind. Wenn sie das nicht klar und deutlich zum Ausdruck bringen, werden in Zukunft die gewerkschaftlichen Organisa- t i o n e n noch schlechter gestellt s ein als bisher.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Denn das bisherige Vereins� recht verlangt die Einreichung der Mitgliederlisten. Jetzt aber sollen die Vorstandsmitglieder der Polizei bekannt gegeben werden, und dadurch werden gerade die leitenden Personen und treibenden Kräfte der Organisation der Maßregelungsgefahr ausgesetzt. Denn allzu oft teilt die Polizei unter Bruch der Amtsverschwiegen. heit und des Rechtes den Arbeitgebern ihre Listen mit. Aus unserem sehr reichhaltigen Material nur ganz wenige Fälle. Der Bürgermeister in Staßfurt teilte der Fabrikantenver- einigung regelmäßig mit, welche Arbeiter sich in den Ver- sammlungen besonders hervorgetan hätten, und hielt es mit seiner besonderen Ehre als preußischer Beamter vereinbar, den Unternehmern die Maßregelung der politisch und gewerkschaft- lich tätigen Personen zu empfehlen. Der Amtsvorsteher von Ochtersleben gewährte den Unternehmern Einblick in die Listen des Verbandes der Fabrik- und Hülfsarbeiter. Die Be- schincrbe wurde zurückgewiesen, auch von dem Landrat, weil den Arbeitgebern die Listen nicht„ausgehändigt", sondern nur zur Einsichtnahme gezeigt worden seien. Der Bürgermeister in K u l m b a ch hat, wie gerichtlich festgestellt wurde, der Direktion der Aktienbrauerei nach den Berichten des überwachenden Polizeibeamten die Arbeiter namhaft gemacht, die in den Versamm- lungen öffentlich auftraten.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) In den kleineren Orten sind die A m t s v o r st e h e r vielfach zugleich Arbeitgeber, und dem sollen ihre eigenen Arbeiter sich jetzt als Gewerkschaftsvorstände an- zeigen. Wenn der 8 2 in der Kommissionsfassung angenommen wird, wird die Maßregelungsgefahr für die Arbeiter noch erhöht. Denn danach soll jeder Verein einen Vorstand und Satzungen haben und diese sowie die Mitglieder des Vorstandes der Polizei ein- reichen, welche nach altgewohnter preußischer Polizeipraxis die Namen der Vorstandsmitglieder dem Unternehmer aus direktem oder undirektem Wege zugänglich machen wird. Die Unternehmer haben es dann in der Hand, jedes gewerkschaftliche Leben, besonders an kleinen Orten» zu vernichten.(Sehr wahr! bei den Sozialdemo- kraten.) Wollen Sie das nicht, so müssen Sie nach unserem Antrage eine Definition des Begriffes„politische Ange- legenheiten" geben. Außerdem genügt es, wenn der Polizei einfach Mitteilung von der Gründung des Vereins gemacht wird. Nach der polizeilichen Praxis in Preußen und Sachsen werden auch Bil- dungsvereine, Turnvereine, Gesangvereine als politische Vereine erklärt. Wollen Sie, daß das in Zukunft nicht mehr stattfindet, so müssen Sie unseren Antrag annehmen. Daß Vereine nur an der Stelle des Sitzes des Zentralvorstandes angemeldet werden sollen, beantragen wir ebenso wie daS Zentrum, und in der Be- gründung kann ich mich dem Vorredner anschließen. Vielfach ist tatsächlich von Zweigvereinen der Gewerkschaften die Ein- rcichung besonderer Statuten verlangt worden. Wenn Sie diese Praxis n i cht wünschen, müssen Sie unsere Anträge an- nehmen: Wenn ich auch überzeugt bin, daß bei der Geschlossenheit des Blocks das Reden vergeblich ist, so erspare ich es Ihnen doch nicht. vor aller Welt zu zeigen» welche Bewandtnis es mit der Erklärung des Herrn Müller- Meinigen auf sich hat» daß dieses Gesetz große Vorteile bringt. Sie haben hier den zweiten Beweis, daß es eine Verschlechterung sogar des preußischen Gesetzes ist.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Schließlich wenden wir uns noch gegen den Absatz dcS Kommissionsantrages, daß die Satzungen in deutscher Sprache eingereicht werden müssen. Auch diese Verpflichtung ist nichts als eine Schikanierung der fremdsprachlichen Reichsangehörigen. Aber nach der Meinung der Frei- sinnigen soll wohl auch das eine Verhesserung der Vorlage sein. Wenn Sie wirklich das Interesse der Mehrheit des Volkes wahren wollen, hätten Sie andere Borschläge machen müssen, dann müßten Sie unseren Anträgen zustimmen.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Ein seitens der Blockparteien gestellter Antrag auf Schluß der Debatte wird angenommen. Persönlich bemerkt Ab- geordneter Dr. Müllinger-Meiningen(frs. Vp.), er habe i» der Kommission nicht erklärt, daß die Freisinnigen den§ 7 nicht annehmen würden. Abg. Schiffer(Z.) verbleibt bei seiner gegenteiligen Be- hauptung, die Müller-Meiningen nochmals unter Heiterkeit des Hauses für einen Irrtum erklärt. Abg. v. Dziembowski(Pole)(persönlich): Obwohl wir A n- träge zu§2 gestellt haben, ist kein' einziger unserer Redner zu Worte gelassen, sondern die Debatte ge- schlössen worden.(Stürmisches Hört! hört! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) Abg. VrejSki(Pole)(zur Geschäftsordnung): Die Debatte ist geschlossen worden, entgegen der ausdrücklichen Bestimmung der Geschäftsordnung, daß dem Antragsteller das Wort verstattet werden muß.(Lebhaftes Hört! hört! bei den Sozialdemokraten und im Zentrum, Rufe rechts: Wo steht das in der Geschäfts- ordnnng?) In der Abstimmung wird unter Ablehnung aller Abänderungs- antrüge der 8 2 in der Kommissionsfassung mit den Stimmen des Blocks angenommen. Für den Zentrumsantrag, nach dem die Vereine, die eine Einwirkung im Rahmen der Berufe und Standesinteressen bezwecken, nicht als politische Vereine gelten sollen, stimmten auch die Freisinnigen Abgg. Pott ho ff und Neumann-Hofer. § 2a, der die Wahlversammlungen von der Anmeldepflicht ent- bindet, wird dcbattclos einstimmig angenommen. Bei 8 3 beantragt Abg. Trimborn(Z.) Vertagung. Der Antrag wird angenommen. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr. Fortsetzung. Schluß 6% Uhr._ Die oMrifeaniicheD Molenialbahnen ver der Kudgetkemmiiiieo. (Sitzung vom 2, April.) Die Debatte über den Ankauf von Anteilscheinen der Ost afrikanischen Eisenbahnsieseilschaft wird fortgesetzt: es sind hierfür 15 Millionen in den Etat eingestellt. Mit der Erwerbung der Anteilscheine würde die Regierung Einfluß auf die Bahn Dar es Salam— Morogoro erlangen, denn diese Bahn gehört der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschast, und es ist der Ge- sellsckiaft seinerzeit eine Koiizession erteilt worden, die ein würdiges Seitenstück zu den Tippelskirchverträgen bildet. Aus der Denkschrift über den Weiterbau der Bahn von Morogoro ab ist zu ersehen, daß erstens das Reich seinerzeit eine dreiprozenti�e Garantie des Kapitals der Gesellschaft übernahm und sich verpflichtete, die Anteile mit 120 Proz. einzulösen, daß aber auch dann noch den ehemaligen Aktienbesitzern ein Anrecht auf die 5 Proz. übersteigende Dividende verbleibt auf die ganze Lebenszeit der Eisenbahn. Ferner erhielt die Eisenbahngesellschaft das Vorrecht auf den Weiterbau der Bahn bis zum Viktoria-Nyanfa und Tanganjika-See, will die Regierung hier vorgehen, kann sie es nicht ohne Zu- stiinmung der Gesellschaft. Weiter hat die Gesellschaft ab- solute Tarifhoheit und endlich erhält sie ganz bedeutende Landkonzessionen, die obendrein noch die Klausel enthalten, daß die Gesellschaft bei Landankäufen oder Verpachtungen durch die Re- gierung das Recht hat, in einer gewissen Frist in diesen neuen Ver- trag einzutreten. Durch diese geradezu unglaublichen Konzesfionen an die Gesellschaft wird die Regierung nach ihrem eigenen Ge- ständnis in der Denkschrift vollständig in ihrer Bewegungsfreiheit gehindert.— Vielleicht erfährt man im Plenum, wer verantwortlich für diese Abmachungen mit der Eisenbahnczesellschast zu machen ist. Nach langer Debatte werden die 15 Millionen für den Ankauf von Anteilscheinen der Gesellschaft bewilligt. Nunmehr geht die Kommission zur Beratung de? neuen Bahn- Projekts selbst über. Es handelt sich um eine Linie von 700 Kilo- meiern, welche rund 70 Millionen Baukosten erfordert. Für später ist noch eine Fortsetzung nach dem Tanganjika-See geplant, das ist wiederum eine Strecke von rund 300 Kilometern, so daß die ganze Linie Dar es Salam— Tanganjika-See zirka 1200 Kilometer lang sein würde. Als erste Baurate sind 8 Millionen gefordert, welche als Darlehn der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft gegeben werden sollen.— Die Eisenbahnbanpläne des Kolonialamtes haben eine ganze Flut von neuen Eisenbahnwünschen und Bauprojekten gezeitigt; wo eine Ansiedelung ist oder geplant wird, da soll eine Bahn hinführen. Was das in einem Lande, das doppelt so groß als Deutschland ist, besagen will, braucht nicht besonders erörtert zu werden. Diese Eisenbahnwünsche sind natürlich alle von den direktesten Gewinn- interessen diktiert; wie diese Leute denken, das zeigt eine Petition der Kilimandscharo- Pflanzungsgesellschast, dessen AufstchtSratS- Vorsitzender Dr. Schroeder-Poggelow in Berlin ist. Die Gesellschaft beschwert sich bitter darüber, daß der Lohn der Eingeborenen von 3 auf 4 Rupien pro Monat, das ist von 12 auf 15 Pfennig pro Tag bei eigener Beköstigung gestiegen ist. Die Gesellschaft verlangt Erhöhung der Hüttenstener, um die Eingeborenen zur Arbeit zu zwingen. Ferner bedauert sie, daß ein vom Bezirks- amt Mofhi vorgeschlagener direkter Arbeitszwang dergestalt, daß jeder Eingeborene vor Bezahlung der Hütteiisteuer unter allen Um- ständen bei einem Europäer gearbeitet haben muß, vom Gouvernement abgelehnt wurde. Der Staatssekretär Dernburg bespricht alle diese Wünsche und Projekte und kommt in den eingehenden Darlegungen dazu, daß vom Staiidpmilt der Kolonialverwaltung einzig und allein die vor- geschlagene Bahn Morogora— Tabora in Frage kommen könne. In späterer Zeit würde wohl auch die Südbahn von Kilwa nach dem Njassa-See und im Norden eine direkte Verbindung nach dem Vikroria-See in greifbare Nähe rücken, aber man könne doch dieses gewaltige Gebiet nicht in einem Jahrzehnt mit einem ganzen Eisen- bahnnetz versehen. Die Südbahn allein würde 78 Millionen Kosten verursachen, ohne große wirtschaftliche Bedeutung zu haben. Im Norden genüge vorerst die englische Uganda-Bahn. In der Debatte spricht sich Lieb ert flir die geplante Bahn aus. Abg. Ar ning bespricht einige andere Projekte, stimmt aber auch der Regierungsvorlage bei, wie auch das Zentrum und die Freisinnigen zustinnnen. Auf Anfrage schildert Dernburg nochmals die wirtschaftliche Bedeutung der Bahn. Nach seiner Darstellung durchschneidet die Bahn ein fruchtbares Land mit einer arbeitsamen Bevölkerung, die nur durch die Plünderungspraktiken der Karawanen von der Straße weggetrieben sei. Die Bahn würde der Viehzucht und dem Bau landwirtschaftlicher Produkte sehr zu statten kommen. Lcdebour greift die zur Sprache gekommene Landkonzession des Konsortiums Schöllert auf und richtet an Liebert die Frage, ob er diesem Konsortium erst großen Landbesitz verschafft und hinterher Teilhaber desselben geworden sei. Für Liebert antwortet Dernburg, der andeutet, daß Liebert über seine Tätigkeit als Gouverneur nicht aussagen dürfe. Er versichert: Liebert sei niemals Mitglied eines ostafrikanischen Konsortiums gewesen, Liebert werde daS selbst noch bestätigen. Der Angegriffene schlpeigt aber. Nach weiteren kurzen Bemerkungen wird die Bahn Wie vor- geschlagen genehmigt. Endlich findet noch Genehmigung die letzte der Kolonial- bahnen, die 183 Kilometer lange Strecke von S e e h e i m nach Kalk- f o n t e i n in S ü d>v e st a f r i k a. Der Bau soll 16 Millionen Mar! kosten. Hier handelts sich weniger um eine wirlschastliche, als um eine Kriegsbahn. Der Staatssekretär glaubt zwei Kompagnien Sol- daten, das sind 500 Mann, damit sparen zu können. Und da der Soldat in Südwestafrika jährlich 6000 M. koste, würde durch diese Ersparnis schon die Verzinsung aufgebracht. An sich sei die Bahn nicht rentabel, aber sie sei. abgesehen von dem militärischen Wert» auch nicht ganz unwirtschaftlich. Nach kurzer Debatte wird dem Vorschlag der Regierung zu- gestimmt. Einige kleine weiterhin für Südwestafrika geforderte Summen finde» keine Beanstandrmg. nur die beabsichtigte Unterstützung von Privatärzten führt zu einer kleinen Debatte. Morgen wird der Rest des südwestafrikanischen NachtragSetatS und die Finanzierungsfrage behandelt. ZM gegen Zn/luenA! Die Isflaense ergreift aar dlejanlgea, deroo aiut reap. Blatkfirperehea aloU atark genug alnd, tun alegreloh dea Kampf gegen die eiadrtagaadeu Influeaaa- BaxlUen aufxnnehmea. Die Wallung des Bintea musa at&rker aela, die Hera- tltlgkelt erhöht werden; dsahalb trinke man'/i Stunde vor jeder Mahlzelt, also vor dem 2tsa rrühatöok, vor dem Mittag- nnd Abendessen je V, Olas Santa Kiweia. IKraft�Btotwein. Osraalhe wirkt ketiaam auf des ganzen ateasebUebes Orgasluns- Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Puzer. Achtung! Putzer! Achtung! Sonntag, den 5. April 1908, vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 58/59. Zages Drdnung: Möbel! 2335* Spezialität: Bürgerliche WohnungsEinrichtungen von 300-10000 Mark. Einzelne Ersatzmöbel in großer Auswahl spottbillig. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Schullokal: Grenadierstr. 37, Hof geradezu 1 Tr. Umsonst Lehrplan für das 2. Quartal 1908. und ohne Kaufzwang ist die Besichtigung meiner Läger jedem Interessenten gern gestattet. Langjährige Garantle. Kulante Zahlweise. 1. Die gegenwärtige Lage im Baugewerbe. 2. Vereinsangelegen Hermann Piehl heiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Ohne dasselbe keinen Zutritt. 131/16 Der Vorstand. J. A.: E. Schulze. Schwedterstr. 10. Fernsprecher: III, 5684. Deutscher Metallarheiter- Verband. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Sof 1. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hof III. Umt 3, 1987. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Sonntag, den 5. April, Rahmenvergolder. bormittags 10 Uhr bis nachm. 1 Uhr, Montag, den 6. April, abends präzise 7%, Uhr, bet Mertowski, finden die Wahlen der Delegierten zum diesjährigen Gewerkschaftskongreß als wie auch die Urabstimmung über Neuregelung unserer Generalversammlung in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Obiglos Festsäle, Schwedterstr. 23. Borussia- Säle, Ackerstr. 6/7. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Sauers Restaurant, Schönhauser Allee 134a. Litfins Festsäle, Memelerstr. 67. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal I). Fröhlichs Restaurant, Muskauerstr. 1. Grumbachs Festsäle, Schönleinstr. 6. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Volkshaus, Charlottenburg, Rosinenstr. 3. Thiel, Rixdorf, Bergstr. 152. Hoppe, Rixdorf, Hermannstr. 49. Fritsch, Steglik, Florastr. 2a. Huth, Spandan, Linden- Ufer 17. Warnecke, Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Tempel, Rummelsburg, Alt- Borhagen 56. Lehmann, Köpenick, Bahnhofstr. 40. Roßkopf, Weißenfer, König- Chaussee 38. Halfes, Tegel, Brunowstr. 23. Rozyeki, Pankow, Kreuzstr. 4. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen! Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Andreasstraße 26: Versammlung. Zages Ordnung: 82/12 1. Unser Zarif bon 1907. 2. Verschiedenes. Da um 9 Uhr in demselben Lokal die Vertrauensmännerfizung stattfindet, wird ersucht, pünktlich zu erscheinen. Der Branchenleiter. Heute, Freitag, nachmittags 2 Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain: Versammlung der arbeitslosen Verbandsmitglieder. Zages Drdnung: Krise, Trusts und Kartelle. Referent Genosse J. Kaliski. Ber bandsangelegenheiten. Die Bezirksvertrauensmännerversammlung findet Montag, den 6. April statt. Zentralverband der Lederarbeiter. Filiale I Berlin. Sonntag, den 5. April, vormittags 10 1hr, im Lokale des Herrn Schmidt, Prinzen- Allee 33: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Stellungnahme zur Maifeier. 2. Bereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 144/6 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünktliches und zahlreiches Er. scheinen notwendig. Der Vorstand. Bolero ist nach dem Urteil aller Sachverständigen die feinste 2 Pf.- Zigarette. Garantiert Handarbeit! ArbeiterWahlleiter ist der Kollege Otto Handke, Radfahrer- Bund Charitéstr. 3. Sonntag, den 5. April, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Bauanschläger im ,, Englischen Garten", Alexanderftr. 27 c. Zages Drdnung: 1. Bortrag des Genoffen E. Heilmann über: Die Tattil in Ar beitertämpfen. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Es ist Pflicht aller Kollegen zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Graveure! Achtung! Ziseleure! Sonntag, den 5. April 1908, abends 6 Uhr: Versammlung mit Damen in der Lebensquelle"( früher Arminhallen), Kommandantenstraße 20. Bortrag mit Lichtbildern über: Constantin Meunier. Referent: Dr. Ds born. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Sitz: Offenbach a. M. Montag: Gesetzeskunde.( Die Entwickelung des neueren deutschen Rechts. Bis zur Gründung des Deutschen Reichs.) 1. Der Ausbau der landesherrrlichen Gewalt. Verfall des Rittertums. Die Landstände. Reichsgewalt und Landesfürsten. Bauernaufstände. 2. Die Unterdrückung des Bauernstandes. Die Einführung der Leibeigenschaft. 3. Das römische Recht. Aufkommen des Berufsbeamtentums und der stehenden Heere. Staats4. Die Kirchenrevolution. Enteignung der Kirche. kirchentum. 5. Niedergang der Städtefreiheit. Verfall der Zünfte. Die Gesetzgebung gegen die Arbeiter. 6. Der Höhepunkt des Despotismus. Aufgeklärter Absolutismus. preußische Landrecht. 7. Der Zerfall des Reiches. wirkungen der französischen Revolution: Selbstverwaltung" und Bauernbefreiung". 8. Die staatlichen Umwälzungen von 1803-1866. 9. Der Sieg der bürgerlichen Gesellschaft: Gewerbefreiheit und Konstitution. 10. Die Kämpfe um das Kirchenrecht. Partikularismus und Rechtseinheit. Vortragender: Simon Katzenstein. Das EinMontag: Geschichte.( Aus der Geschichte der politischen Parteien in Deutschland.) Die konservative, nationalliberale, Zentrums- und freisinnige Partei in ihrem aktiven Verhalten gegenüber der praktischen Politik seit der Gründung des Deutschen Reiches. Rückblick auf die Geschichte dieser Parteien in Preußen seit 1848. Die Programme und theoretischen Grundsätze der bürgerlichen Parteien. Vortragender: Julian Borchardt.( Dieser Kursus findet in Steglitz bei Schellhase, Ahornstr. 15 a, statt.) Dienstag: Rednerschule. 1. Die Bedeutung und Notwendigkeit der freien Rede. Die Grenzen der natürlichen Beredsamkeit. Die Redekunst. Die Rede nach Form und Inhalt. Dispositionslehre. 2. Technische Hülfsmittel: Die Registratur. Die Nachschlage- Bibliothek. Das Manuskript. 3. Praktische Uebungen im Reden und Diskutieren. Vortragender: Max Grunwald. Donnerstag: Nationalökonomie.( Theorie und Methode der Statistik.) 1. Begriff und Inhalt der Statistik als Wissenschaft. Die Gesetzmäßigkeit gesellschaftlicher Massenerscheinungen. 2. Die Technik des statistischen Verfahrens. Zeit- und Kostenanschläge. Das Zählungsverfahren. Die Beobachtungen bei Zählungen und ihre Fixierung. Die Zusammenstellung. Die Darstellung der Ergebnisse. 3. Geschichte der amtlichen deutschen Statistik, insbesondere der Arbeiterstatistik. 4. Statistische Leistungen und Aufgaben der gewerkschaftlichen und politischen Arbeiterorganisationen. Vortragender: Max Grunwald Sonnabend: Geschichte.( Geschichte des Wahlrechts und der Wahlrechtsbewegungen.) 1. Das englische Wahlrecht vom Mittelalter bis zur englischen Revolution. 2. Das Wahlrecht in England und Amerika während des 18. Jahrhunderts. 3. Die französische Revolution und das Wahlrecht bis zum Jahre 1792. 4. Das französische Wahlrecht von der ersten Republik bis zur Julirevolution. 5. Der Kampf um die Parlamentsreform in England. 6. Chartistenbewegung. 7. Französische Reformbewegung und Februarrevolution. 8. Das deutsche Reichstagswahlrecht seit 1848. 9. Geschichte des preußischen Wahlrechts. 10. Wahlrecht und Wahlrechtskämpfe in den letzten Jahrzehnten. Vortragender: Dr. A. Conrady. In Berlin beginnt der Unterricht in Gesetzeskunde: Montag, den 6. April; Rednerschule: Dienstag, den 7. April; Nationalökonomie: Donnerstag, den 9. April; Geschichte: Sonnabend, den 11. April; Geschichte in Steglitz: Montag, den 6. April. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 1,11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen." Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engelufer 15; Schellhase, Steglitz, Ahornstr. 15a. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Otto Geithner, Berlin NO. 18, Friedenstraße 70 III, rechts, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. Berichtigung. Im Inserat der Firma Carl Röcker, Berlin O., Grüner Weg 112 ( ,, Vorwärts" No. 78, vom 1. 4. 08) muß es heißen unter Cigaretten: Kyriazi Frères. Solidarität Mitgliederzahl: 90 000. Gegründet 1896. Der Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität", welcher sich über ganz Deutschland, die Schweiz und einen Teil Oesterreichs erstreckt und die größte radsportliche Organisation ist, bietet seinen Mitgliedern für ein Eintrittsgeld von 60 Pfg. und einen Monatsbeitrag von 20 Pfg. folgendes: 1. Das monatlich zweimal erscheinende Bundesorgan: ,, Der Arbeiter- Radfahrer", 2. Unfall- Unterstützung und zwar im 1. Jahre der Mitgliedschaft 1 Mk., im_2. Jahre 1,25 Mk. und im 3. Jahre 1,50 Mk. pro Tag für die Dauer von 13 Wochen, für Rad- und Motorrad- Unfälle. Bei Unfällen mit tödlichem Ausgang 50 Mk. und nach einer einjährigen Mitgliedschaft 100 Mk. 3. Sterbe- Unterstützung nach einer einjährigen Mitgliedschaft an die Hinterbliebenen 50 Mark. 4. Gewährung von Rechtsschutz in Fällen, welche für das Radfahrwesen von Bedeutung sind. 5. Zollfreie Ueberschreitung der Grenzen nach allen Ländern für Rad- und Motorfahrer. 6. Wegekarten für Rad- und Motorfahrer werden an die Bundesvereine gratis sowie an die Mitglieder zu ermäßigten Preisen abgegeben. Alle Sportsgenossinnen und-Genossen, welche unserem Bunde noch fernstehen, fordern wir auf, sich unserem Bunde als Mitglieder anzuschließen. Tretet ein in die Reihen Euerer Klassengenossen, in den Arbeiter- Radfahrerbund ,, Solidarität". 11/4 Alle Zuschriften resp. Meldungen sind zu richten an die Geschäftsstelle: Karl Fischer, Offenbach a. M., Bismarckstraße 32. Rheumatismus Gicht-, Gliederreißen, Nervenschmerzen, Hüftweh etc. find oft unerträglich. Deshalb gebrauche man Reichels Elektrikum" ( Aetherisches Kiefernadel- Waldwollöl). Einfaches u. unschädliches Naturprodukt von starker durch greifender, schmerzstillender Wir fung. Tausende verdanken ,, Elektrikum ihre Gesundheit, Fi. 1.u. 2.-. Die Wirkung wird noch erhöht durch d. inneren Gebrauch bon Reichels Wachholder- Extrakt ,, Medico", Fl. 75 Pf., M. 1.50 1. 2.50, in den Drogerien und Apotheken erhältlich u. zu bezieh. durch Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. BERLIN SO. 43 Grosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, 2 Riffen) mit doppeltgereinigten neuen Betts febern, beffere Betten 15, 19, 24 mt.; 1 fchl. Betten 15, 20, 23, 29, 36 m. usw. Bersand geg. Nachnahme. Preise liste, Proben, Berpackung fostenfrei, Berlin S. 390 Gustav Lustig, Prinzenstr, 46 Größt. Spezial Geschäft Deutschl. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 80. 25. Jahrgang. 2, KcilM ilcs Lmiirls" Knlim NxllisdlM kreitag, 3. April M8. Sie smeriksnilche liriiiz in ioÄsliitiicher Beleuchtung. Genosse H i l l q u i t, der Vertreter der amerikanischen Sozial- Demokratie im Internationalen Bureau, wurde von seinen Ge- nassen beauftragt, dem Bureau einen Bericht über die amerikanische KrisiS einzurelchen. Diesem Auftrag ist Hillquit jetzt nachge- kommen und wir bringen in Nachstehendem einen Auszug aus diesen interessanten Schilderungen: Hillquit tritt zunächst den Versuchen der Kapitalistenklasse ent- gegen, als ob der schwere, wirtschaftliche Niedergang für Amerika bereits gehoben sei. Die herrschende Klasse habe natürlich ein starkes Interesse daran, die Lage als möglichst günstig zu schildern, wogegen die Sozialisten weder Recht noch Ursache haben, die ganze Größe des Elends, in das das Land durch die planlosen und verwüstenden Produktionsmethoden geworfen wurde, zu verheim- lichen. Sie betrachteten es vielmehr als ihre Pflicht, ihren Arbeits- genossen in Europa die zurzeit bestehenden wirtschaftlichen Ver- Hältnisse im richtigen Lichte zu zeigen und nur in Erfüllung dieser Pflicht der Interessengemeinschaft und nicht von dem engherzigen Wunsche beseelt, ausländische Arbeiterkonkurrenz von den Küsten der Vereinigten Staaten fernzuhalten, wünschten sie ihrer Ueber- zeugung dahin Ausdruck zu verleihen, daß die Vereinigten Staaten heute sich nicht nur einer leichten Geschäftsstörung gegenübersehcn, sondern daß sie vor einer schweren, richtigen und wahrscheinlich langen, wirtschaftlichen Krise stehen. Seitdem die Vereinigten Staaten die Laufbahn der kapitalistischen Produktion betreten haben, seien Perioden allgemeinen, wirtschaftlichen Stillstandes mit furchtbarer Regelmäßigkeit in Zeitläufen von 16 bis 20 Jahren ' wiedergekehrt. Im vergangenen Jahrhundert waren solche zu ver- zeichnen 1818, 1837. 1857, 1873 und 1803. Allen diesen Krisen gingen Perioden außerordentlicher, wirtschaftlicher Tätigkeit, die sich durch Eröffnung neuer Märkte und Industrien, sowie einer ungeheuren Ausdehnung des Kredits auszeichneten, voran. Im letzten Jahrzehnt seien alle Zweige der Industrie in einem Um- fange und auf einer Basis geführt worden, wie das bisher in den Vereinigten Staaten nicht bekannt gewesen. Hillquit fährt dann wörtlich fort: „Große Trusts und Riesenkombinationen wurden die BeHerr- scher des Tages und mit ihnen kam die unvermeidliche Ver- außerung der Aktien und der Handel in Kommunalpapieren". Man schätzt den Nennwert dieser„Sicherheiten" im Jahre 1907 auf nicht weniger als 4 0 Milliarden oder fast ein Drittel des gesamten Nationalvermögens des Landes. Aber auch der Geld- markt folgte dieser Ausdehnung in allen seinen Zweigen. Von 1898 bis 1907 produzierten die Vereinigten Staaten 3,2 Milliarden Dollar Gold oder halb so viel wie in den ganzen hundertfünfzig Jahren von 1700 bis 18S0;.im Jahre 1907 gab es nicht weniger als 14 000 Banken in diesem Lande, die über 18 Milliarden Dollar in Depositen, von denen aber der bei weitem größte Teil in der Industrie angelegt und an diese ausgeliehen war, verfügten. Die Gruben, Fabriken und andere Betriebe arbeiteten mit höchster Anspannung aller Kräfte, Arbeiter aller Gewerbe wurden gebraucht, und die Löhne stiegen. Als alle regulären Industriezweige über die Maßen ausgenutzt und ausgesogen worden waren, suchten sich die unternehmungslustigen Kapitalisten neue Felder für ihren Raubbau, etablierten neue Trusts, gründteten abenteuerliche Ge- sellschaftcn. In allen größeren Städten wurden Tausende von Gebäuden einzig aus Spekulation errichtet, unbebautes Land in den neueren Teilen der Ortschaften im Preise verdoppelt und ver- dreifacht, die Mieten in den bewohnten Sektionen ins Ungeheure in die Höhe getrieben und die Preise aus eine bisher ungeahnte Höhe gebracht. In der zehnjährigen Periode von 1896 bis 1906 stieg der Preis der Nahrungsmittel um durchschnittlich 20 Proz. und die der übrigen Lebensnotwendigkeiten um über 30 Proz. Und als das wahnsinnige Rennen vorüber war, kam der unvermeidliche Zusammenbruch unerwartet und mit vernichtender Gewalt. Gleich zu Anfang des Jahres 1907 fand man, daß die großen Waren- lagcr, die man in Erwartung künftiger Verkäufe geschaffen hatte, nicht verringert werden konnten; die Kleinhändler selbst hatten einen übergroßen Vorrat. Die Fabrikanten, die zum großen Teile auf Kredit fabriziert hatten, vermochten nicht, ihren Verpflich- tungen nachzukommen, das Gefühl der Ungewißheit und der Mangel an Vertrauen erfaßte den Markt, man suchte überall Kredit und schließlich wurde das Kartenhaus, hier unser„finanzi- clles System" genannt, vom ersten Windstoß zusammengeblasen. Aber die allgemeine industrielle Depression, die sich mit der finanziellen Panik einstellte, machte sich bald trotz aller offiziellen Proklamationen und Erklärungen in grimmiger Weise geltend. Das Ende des Jahres 1907 zeigte 10 265 Fallissements in der Geschäftswelt, die eine Gesamtvcrbindlichkeit von 383 Millionen Dollars fürs ganze Jahr hinterließen, gegen 9385 Fallissements mit einer Gesamtverbindlichkeit von 127 Millionen Dollars fürs Jahr 1906. Die meisten Bahnerweiterungen oder Verbesserungen, die begonnen oder beabsichtigt waren, wurden aufgegeben, ein Schritt, dessen verderbliche Wirkung auf die Industrie man be- greifen wird, wenn man bedenkt, daß die veranschlagten Kosten dieser Arbeit in New Uork allein über 500 Millionen Dollars betrugen. Zur selben Zeit wurde der Fracht- und Passagier- verkehr auf allen Bahnlinien stark reduziert und Tausende von Bahnangestellten in allen Teilen des Landes wurden temporär entlassen oder„abgelegt". Der amerikanische Stahltrust schränkte seine Arbeiten ein und reduzierte die Zabl der Arbeiter um die Hälfte; der Tabaktrust schloß viele seiner Fabriken ganz und gar; die Chicagocr Schlachthöfe, die Eisen- und Glaswerke und andere der hauptsächlichsten Industrien wurden nur zum Teil betrieben und in ben Baugewcrkcn und den Baumaterialfabriken wurde die Beschäftigung zur Ausnahme und die Arbeitslosigkeit zur Regel." Genaue Daten über die Ausdehnung der Bescyaftlgungslosigkeit stehen leider auch in Amerika nicht zur Verfügung, Hillquit kommt aber auf Grund der Berichte der staatlichen Arbeitsämter zu dem Schluß, daß innerhalb der letzten Monate das stehende Heer der Arbeitslosen in den Vereinigten Staaten um mehr als eine Million vermehrt worden ist. Und das trotz der ungemein starken Rück- Wanderung von Arbeitern nach Europa. Hillquit tritt ferner der Auffassung entgegen, als ob der höchste Punkt der wirtschaftlichen Krisis schon erreicht sei. Seiner Meinung nach stehe diese erst in ihrem Anfange. Die gegenwärtige Situation in Amerika, dem klassischen Lande der Trusts und Kombinationen, demonstriere beut- lich, daß industrielle Krisen vom kapitalistischen Regime unzertrenn- lich sind, und daß der Sozialismus die einzige Heilung für die periodisch aufbrechenden Geschwüre der modernen Gesellsckjaft sei. „Mögen"— so schließt der Bericht—„die Arbeiter Amerika? Lehren aus dieser harten Lektion ziehen und sich endlich zum Kampf gegen die verbrecherische kapitalistische Mißwirtschaft auf die Seite der internationalen sozialistschen Arbeiterbewegung stellen," Eue der Partei. Gemeindewahlerfolge. Breslau. 2. April.(Privatdepesche des.Vorwärts'.) In Kleinleubusch brachte die Gemeinderatswahl einen prächtigen Sieg unserer Genossen, die die Mehrheit im Gemeinderat erreichten. Sie haben jetzt im Dorfparlament von zwölf Sitzen acht Sitze inne. Die gccinigtcn Sozialisie» und die französische» Gemcindcwahlen. Paris, 31. März.(Eig. Ber.) Der Nationalrat der geeinigten Klrtet, der am Sonntag zusmumentrat, hatte sich namentlich gut. der Taktik der Partei in den bevorstehenden Gemeindewahlen zu befassen, da in Bezug auf die Auslegung der Beschlüsse des Partei- tages von Chalon über diesen Gegenstand Meinungsverschiedenheiten bestanden. Es wurden schließlich folgende Leitsätze angenommen: Im ersten Wahl gang hat die Partei, wo es nur irgend angeht, den Kampf mit ihren eigenen Kräften aufzunehmen. Koalitionen mit bürgerlichen Parteien sind a u s g e- s ch l o s s en— doch wird die Möglichkeit außerordentlicher Ausnahmen vorgesehen, die indes aus ein Minimum einzuschränken sind. In solchen Fällen ist die Zustimmung der föderalen Organisation notwendig. Die Parteikandidaten sind verhalten, das Parteimanifest zu plakatieren und in den Versamm- lungen die sozialistischen Prinzipien zu erläutern, sowie die Bc- schlüsse der nationalen und internationalen Kongresse als bindend anzuerkennen. Im zweiten Wahlgang hat die Taktik zu gelten, die durch die Interessen der Partei und der sozialen Republik geboten ist. Zur Entscheidung über die unter dein heutigen Wahlsystem unver- meidlichen Vereinbarungen mit anderen Parteien sind die Sektionen und Föderationen berufen. Die Parteigenossen werden vor den Projekten gewarnt, die eine angebliche freiwillige Einführung des Proportionalsystems zum Gegenstand haben und in Wirklichkeit auf eine Blockpolitik im Wahl- kämpf hinauslaufen, Die Partei hält die Forderung des Listen- skrutiniums mit Proporz aufrecht. Alis der Debatte ist namentlich eine Episode l>erborzuheben. Ein Deputierter der Betragne brachte zur Sprache, daß in machen Gemeinden die Konservativen eher geneigt wären, den Sozialisten eine proportionale Vertretung in der Gemeinde zu gewährend als die Radikalen. Die folgenden Redner wiesen eine solche Abmachung von sich, darunter I a u r e s, der sie als unmoralisch bezeichnete und Lasar gue, der bemerkte, unmoralisch seien alle Koali- tionen mit bürgerlichen Parteien, aber eine solche wie die vorgc- schlagene würde in der Meinung des Volkes Mißdeutungen hervor- rufen. Von den anderen Beschlüssen des Nationalrats sei noch der über das Recht der Organisationen, über die Unterschrift ihrer Erwählten zu disponieren, hervorgehoben. Ein solches Recht wurde nur für den Nationalrat in Anspruch genommen. Die Föderationen und Sektionen der Partei dürfen über die Unterschrift der Gewählten nicht ohne deren Zustimmung verfügen. Ueber die P a r t e i st e u e r der Deputierten konnte der Kassierer diesmal einen günstigeren Bericht erstatten. Die Rück- stände sind teils abgeführt, teils auf angemessene Abzahlungs- termine verteilt. Der Nationalrat beschloß in diesem Sinne, der Verwaltungskommission die Ausarbeitung eines Reglements zu übertragen, das die regelmäßige Entrichtung der Steuer von April an vorsieht und für die Abzahlung der noch geschuldeten Beträge Termine festsetzt, deren letzter mit dem Ende der laufenden Gesetz- gebungsperiode zusammenfällt.__ Der ausierorbentliche Parteitag der sozialdemokratischen Partei des Kantons Zürich am Sonntagnachmittag in Altstetten bei Zürich war überaus zahl- reich besucht. Genosse M a n z referierte über die Gesetzesvorlage betreffend den Neubau der Universität, über die am 26. April das Volk abzustimmen hat. Er beantragte im Auftrage der Geschäftsleitung der Partei, die Abstimmung der Partei- genossen über die kantonale Vorlage freizugeben. Es gilt, auch in dieser Frage die völlige Einigkeit der Partei herzustellen und alle Kräfte zu konzentrieren auf den Kampf gegen das Antistreikgesetz. In der Diskussion trat sehr lebhaft Genosse Regierungsrat Ernst für die Annahme der Vorlage ein, gab sich aber mit der Frei- heit der Stimmabgabc zufrieden. Mit 136 Stimmen wurde schließlich die Freiheit der Stimmabgabe beschlossen, für Verwerfung der Vorlage stimmten nur 9 Delegierte. Ueber das Awtistrcikgcsetz referierte Gen. Bezirksrichter L u ch i n g e r. Er faßte seine Ausführungen in folgende Resolution der Arbeiter- Union zusammen: „Die Arbeiterklasse erblickt in dem vom Kantonsrat an- genommenen Streikgesetz einen bewußten Einbruch in die all- gemeine Rechtsordnung, eine Parteinahme des Staates zu- gunsten des Unternehmertums im proletarischen Befreiungs- kämpf. Sic empfindet das neue Gesetz als ei» Ausnahmegesetz, gegen das sie den entschiedensten Protest erhebt und das sie mit allen Mitteln bekämpfen wird. Der neueste Versuch des Unter- nchmertums, die staatlichen Machtmittel seinem Klasseninteressc dienstbar zu machen, beweist von neuem die Notwendigkeit des politischen Kampfes und die Einheit und Zusammengehörigkeit der politischen und gewerkschaftlichen Aktionen. Die Arbeiter- schaft hat die Pflicht, geschlossen wie ein Mann, mit Einsetzung aller Kraft, den schmählichen Versuch des Unternehmertums zurückzuweisen, den bisher am schlechtesten gestellten Bolksklassen durch ein elendes Gclegenheitsgesetz den Kampf um die Lebens- Haltung zu erschweren. Sie wird das Antistreikgesetz damit beantworten, daß sie mit erneutem Mute am Ausbau der Arbeiterorganisation und an der Eroberung der politischen Macht fortarbeitet. Sie wird bor allem die bevorstehenden Wahlen in das kantonale und eidgenössische Parlament benutzen, um ihren politischen Einfluß zu stärken und zu befestigen." Sodann machte der Referent Mitteilungen über die um- fassende Organisation der Agitation gegen das Ausnahmegesetz. In Sachen ber Regierungsratswahlen wurde beschlossen, zu dem bisherigen einen sozialdemokratischen Sitz in der Regierung einen zweiten Sitz in der Regierung zu beanspruchen. Es wurde sodann einstimmig Genosse Dr. med. Kraft, Stadtrat in Zürich, als Kandidat aufgestellt neben dem bisherigen Regierungsrat Ernst als zweiten Kandidaten.__ polizeiliches, Oeridbtlicbes ukw, Ablehnung eines Richters. Am Mittwoch sollte sich der Genosse Schlegel von der „Fränkischen Tagespost" vor dem Schöffengericht Nürnberg wegen Beleidigung der Vorstände der gelben Organi- sation in dem Augsburger Werk der Maschinenbau-Aktiengesellschafl Nürnberg-Augsburg verantworten. Es kam jedoch nicht zur Ver- Handlung, da vor Eintritt in dieselbe der Beklagte folgende Er- klärung abgab: Als vor einigen Wochen vor dem gleichen Gericht und dem gleichen Vorsitzenden, Amtsrichter Bierlein gegen die Genossen Schlegel und Dr. Weill in einer anderen Privatklagesache, in der beide unter Ablehnung des Wahr- heitsbeweiseö zu je vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt wurden, verhandelt wurde, habe der klägerische An- walt in seinem Plaidoyer behauptet, daß die Beklagten andere gewerbsmäßig in den Schmutz zögen. Als darauf der Ver- teidiger Dr. Süßheim diese schwere Beleidigung zurückwies, habe der Amtsrichter ihn unterbrochen mit der Bemerkung, er habe diese Worte wohl gehört, aber keine Veranlassung gesehen, sie zu rügen. Ferner habe der Richter in der gleichen Sache in dem schriftlichen Urteil es den Beklagten straferschwerend angerechnet, daß sie versucht hätten, den Wahrheitsbeweis anzutreten. AuS diesen Gründen sei der Beklagte zu der Ueberzeugung gekominen, daß der Richter nicht unbefangen über ihn zu urteilen vermöge, weshalb er ihn zu seinem Bedauern ablehnen müsse. Dem Gesetze gemäß mußte die VerHand- lung ausgesetzt werden.__ Sozialem GesnideordnungS-Taielle. Welche Mannigfaltigkeit auf dem Gebiete de? GesinderechtS herrscht, zeigt nachfolgende Zusammenstellung, in der lediglich die GeöndeoronWgeu«chve Luft�mg der be�ooderea gegen das Gesinde in den einzelnen deutschen Vaterländern bestehenden Ausnahmegesetze enthalten sind. Die Verschiedenheit der Rechts- satzungen erschwert auch abgesehen von dem mittelalterlichen Inhalt der Gesindeordnungen die Rechtsverfolgung dem Gesinde ungemein. Und doch hat die Reichsregierung noch keine Zeit zur einheitlichen Regelung dieser Materie gefunden: 1) Preußen hat 19 Gesindeordnungen, nämlich folgende, dem Alter nach geordnete: 1. Dienstbotenedilt für daS Herzogtum Lauenburg vom 22. De- zember 1732. 2. Gesindeordnung für die Stadt Kassel, Marburg, Rintelen und Hanau vom 15. Mai 1797. 3. Kurhessische Verordnung vom 18. Mai 1801, das Gestndewescn in den Landstädten und auf dem Lande betreffend. 4. Gesindeordnung für die Altpreußischen Pro« vinzen vom 8. November 1810. 5. Verordnung vom 28. Dezember 1816, das Gcsindewcsen in dem Grotzherzogtum Fulda betreffend. 6. Nassaüische Verordnung, die Dienstverhältnisse des Gesindes betreffend, vom 15. Mai 1819. 7. Gesindeordnung für die freie Stadt Frankfurt a. M. und deren Gebiet vom 5. März 1822. 8. Dienstbotenverordnung für den Regierungsbezirk Osnabrück vom 28. April 1833. 9. Gefindeordnuiig für SchleSwig-Holstein vom 25. Februar 1840. 10. Allgemeine Dicnstbotenordnung für das Fürstentum Hohen- zollern-Sigmaringen vom 31. Januar 1843. 11. Allgemeine Dienstbotenordnung für das Fürstentum Hohen- zollern-Hechingen vom 30. Dezember 1843. 12. Gesindeorduung für die Herzogtümer Bremen und Verden vom 12. April 1844. 13. Dienstbotenordnung für die Landdrosten-Bezirke Hannover, Hildesheim, Lüneburg und für den Harzbezirk von: 15. August 1844. 14. Gesiudeordnung für die Rheinprovinz vom 19. August 1844. 16. Gesindeordnung für Neu- Vorpommern und Rügen vom 11. April 1845. 16. Dienstbotenordnung für das Land Hadeln vom 12. Oktober 1853. 17. Großherzoglich Hessische Verordnung, die polizeiliche Aufsicht über die Dienstboten betreffend, vom 7. April 1857. 18. Landgxäflich Hessische Verordnung vom 9. Oktober 1357. 19. Dicnstbotenvcrordnung für Ostfriesland und Hagelinger Land vom 10. Juli 1869. vom 9. Juni 1899. 31. Mai 1898. 28. Juli 1899. 20. August 1893. vom 3. August 1899. 9. April 1899. 11. Oktober 1899. 9. April 1899. 15. Mai 1899. 16. August 189g. 12. März 1901. 25. November 1897. 8. Dezember 1899. 21. April 1899. 28. Februar 1900. 2) Bayer«: 3> Sachsen: 4) Württemberg: 5) Baden: 6) Hessen: 7) Mecklenburg-Schwerin: 8) Sachsen-Weimar: 9) Mecklenburg-Strelitz: 10) Oldenburg: 11) Braunschweig: 12) Sachsen-Meiningea: 13) Sachsen-Altenburg: 14) Sachscn-Koburg-Gothn: 16) Anhalt: 16) Schwarzbnrg-Rudolstadt: 17) Schwarzburg-Sv, ldcrshauscn: 29. Juli 1899, 18) Waldeck: 19) Reuß ältere Linie: 20) Reuß jüngere Linie: 21) Schanmburg-Lippe: 22) Lippe: 23) Lübeck: 25) Bremen: 25) Hamburg: 26) Elsaß-Lothringen: 14, März 1850. Mit Zusätzen und Abänderungenvom31,März 1856, 22. Dezember 1860, 9. Dezem- ber 1891 und Artikel 11 des AuS- sührungsgesetzes zum Bürger- lichen Gesetzbuch. von: 25. März 1823. vom 11. November 1893. vom 14. August 1899. 17. November 1899. 19. Juli 1899. 22. Juni 1894.(Abgeändert durch das Ausführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch vom 18. Juli 1899). Vom 7. Dezember 1893.(Mt Ab- änderuitgenvom11.Oktober1901.) Vom 26. Juli 1903. Hus Industrie und Handel. Bom rheinisch-westfälischen Eiseumarkt. Die Fachschrift„Stahl und Eisen" schreibt in ihrer letzten Nummer:„Vom deutschen Noheisenmarkte ist zu berichten, daß das Roheisensyndikat in seiner Sitzung vom 21. v. M. beschlossen hatte, mit Rücksicht auf die unabänderlich festen Preise des KohlensyndikatS die Preise für Puddel- und Stahleisen ebenfalls wie bisher mit 74 und 76 M., beides Frachtgrundlage Siegen, bestehen zu lassen. Daraufhin hat die Verkaufstätigkeit auch in den genannten Sorten begonnen; verschiedene Abschlüsse sind bereits zustande gekommen. Das Geschäft in Gießereiroheisen ist in den letzten Tagen wesentlich lebhafter geworden." Die„RH.-Wesif.'Ztg.' urteilt über die Lage des Eisenmarkres folgendermaßen: Die Beschäftigung ist schwach, der Betrieb nicht mehr voll aufrecht zu erhalten; Einschränkunge» und Feierschichten sind an der Tagesordnung. Die Preisbewegung nach unten scheint noch nicht abgeschlossen: die Unterbietungen im Inland wie im Aus- land sind noch stark. Die Aussichten auf eine Aenderung in diesem Jahre sind gering und maßgebende industrielle Kreise glauben nicht daran. Die Lage des internationalen Marlies ist ebenfalls ungeklärt. Kein Preisnachlaß für Erzengnisse der Kleineisenindustrie. Eine Versammlung des Vereins der märkischen Kleineisenindustrie beschloß, an den bisherigen Verkaufspreisen festzuhalten, weil die fort- bestehenden hohen Kohlen- und Roheisenpreise eine Ermäßigung nicht zulassen und die Aufschläge in der Kleinindustrie bisher äußerst gering waren. Allgemeine Berliner Omnibus-A.-G. Die von der Gesellschaft vorgenommene Tarifreform, die angeblich den Zweck haben sollte, die nicht bcftiedigend erachteten Ueberschiisse zu steigern, hat ihre Schuldigkeit getan. Für das Geschäftsjahr 1906 wurde eine Divi« deude von 5 Proz. auf 6 300 000 M, alte und von 4 Proz. auf 6 300000 M. neue Aktien ausgeschüttet. Ueber das Erträgnis des letzten Jahres macht die Verwaltung folgende Mitteilung: die Ein- nahmen betrugen 0109 816 M.(i. V. 8 445 456 M.), die Aus- gaben 8 057 159 M.(6 800565) und der Ueberschuß 1052 657 M. (1644 891). Neben den ordentlichen Abschreibungen von ins- gesamt rund 1 300 000 M., worin etwa 600 000 M. für Pferde und etwa 280 000 M. für Lkraftwggen enthalten sind, sollen außerordentliche Abschreibungen erfolgen: aus dem RiickstellungS- konto Viktoriaspcicher auf das Grundstück Köpenicker Straße 24a 90 000 M. und für Pferde der älteren Jahrgänge bis einschließlich 1906 250 000 M.. so daß sich ein Fehlbetrag von 549 948 M. ergibt, der aus dem gesetzlichen Reservefonds zu decken ist. Dieser er- mäßigt sich damit von 5 045 000 M. auf 4 495 000 M. Im Betriebs- jähre sind aus dem Bankguthaben etwa 3>/z Millionen Mark für Erwerb und Bebauung von Grundstücken für Depotzwecke sowie für Bezahlung der früher bestellten Kraftwagen verausgabt. Die Ein- nahmen im laufenden Geschäftsjahr haben sich bisher ungünstig ge- stellt. Im März betrugen die Lruttoetgebnisse des Pferde- und Llutomobildetriebcs SIL 236 M.(764695). Die Mmdereümahme voa 135399 M. entfällt- angeblich zu gleichen Teilen auf den Kraft- und Pferde-OmnibuSbetrieb. Der amerikanische Eisenmarkt. Iran Age berichtet: DaS Ge- schäft in Schienen. Platinen und Baustahl war während der Berichtswoche unbedeutend, und im Export kommt das Nachlassen der Nachfrage in den haupsächlichsten Industrieländern zum Ausdruck. Besonders gering iügig ist der Begehr für Vriickenbaumaterialien. Der Preis für leichte Schienen erfuhr eine Abschwöchung bis 23 Dollar per Tonne franko Walzwerk. Die im Staate Alabama ge- legenen Hoipfen nehmen die meisten Aufträge für Gieherei- roheisen zum Preise von 12 bis 12'/� Dollar pro Tonne franko Birmingham, und zum Preise von 14 biS ll'/r Dollar pro Tonne franko Birginia-Hochöfen herein. GewerKfcbaftlicbe�. Mistmutige Scharfmacher! Die Wmachungen, die in Berlin für das Baugewerbe getroffen ivorden sind, haben nicht überall den Beifall der Scharfmacher gefunden. Der Bauunternehmerverband in Bielefeld versendet an alle Bauunternehmer-Verbände ein Zirkular, welches ein Anschreiben an den Bundesvorstand enthält. Es wendet sich gegen die Abmachungen der Einigung .» Berlin. Das Zirkular selber lautet: In den, dortseitigen Schreiben vom 28. d. M. und dem anliegenden Vertrags«, uster finden wir zu unserem größten Er- staunen und Bedauern die Bestätigung der sensationellen Preß- berichte über die vor dem Gewerbcgericht in Berlin gepflogene Verhandlung beziehungsweise erzielte„Einigung". Eingedenk der früheren geraden Hallung und der denselben in den General- Versammlungen zu Berlin und Hannover durch die geradezu im- posante Einmütigkeit der Bundesmitglieder zuteil gewordenen Ver» trauenskundgebungen und Unterstützungen wegen wagen wir bei den, Anblick des neuen„Vertragsmusters" unseren Augen nicht zu trauen. In unseren Reihen erhebt sich nur eine Stimme der Entrüstung über die dem Bunde wider- fahrene Niederlage. Leider vermögen wir nur eine solche in der sogenannten„Einigung" zu erblicken. Den Einwendungen der Gewerkschaften ist entgegen den in Hannover niit absoluter Ein st immigkeit und wahrer Begeisterung gefaßten Besch! iissen in allen Punkten fast entsprochen, und diese General- Versammlung sowie die im Geiste derselben anschließend daran mit den Unternehmern geführten lokalen Verhandlungen erhalten dadurch den Stempel der Komödie. In Wirklichkeit lag für einen derartigen Rückzug absolut kein Anlaß vor. Im Gegenteil, und jetzt kommt die Hauptsache: Die Chancen des Bundes waren zur- zeit so günstig wie nie zuvor. Denn man hatte überall die Bor- kehrungen getroffen, den Kampf eventuell aufzunehmen und dann auch zum Siege zu führen. Wie ist die Lage jetzt? Jeder weiteren Verhandlung ist der Boden entzogen, und was wir am schlimmsten empfinden: Das unverständliche Vorgehen des Vorstandes ist nur zu geeignet, die Festigkeit des Bundes zu erschüttern. Dazu darf es nicht kommen! Wir halten nach Lage der Sache die Einberufung einer General- versa», n, lung für unu in gänglich behufs Wahrung unseres Ansehens und Wiederherstellung unserer Macht. Wir richten daher an den Vorstand das ergebene Ersuchen und glauben darin mit sämtlichen Mitgliedern übereinzustimmen— ohne Verzug eine G e„ e r a l v e r s am m l u n g einzuberufen und bis dahin jede» Abschluß eines Tarifvertrages auf Grund des neue» Bcrtragsmnsters zu verhindern. Bon dem vorstehenden Schreiben haben wir sämtlichen Unternehmerverbänden Kenntnis gegeben. (Folgen die Unterschriften vom Bielefelder Verband.) Diesem Zirkular liegt noch ein Anschreiben bei. daß auch andere Ortsverbände gegen die Einigung Protest erheben müßten. Man kann den Schmerz der Herren begreifen, die nach eigenem Geständnis überall Vorkehrungen ge- troffen hatten, den Kampf aufzunehmen, daß es nun zu einem solchen unter Umständen nicht kommt. Sie sollten aber doch überlegen, daß in Wirklichkeit trotz aller Vorbereitungen dieser Kampf nur ein improvisierter lvar, während der eigentliche Schlag im Jahre 1910 beabsichtigt war. Die Zcntralleitung des Ärbeitgeberbundes für das Bau- gewerbe verdient wahrlich nicht den Vorwurf, daß sie die Interessen des Unternehmertums nicht rückhaltlos wahr- nähme. Wenn sie den Boden der Einigung mit den Arbeiterorganisationen betrat, tat sie es wahrlich nur, »veil sie die Ueberzeugung hatte, daß die Niederringung eines solchen Gegners— zumal nach der Einigung der Arbeiter in Berlin— selbst in dieser Zeit der schlimmsten Konjunktur kein kleines Stück Arbeit und ein Unternehmen von höchst zweifel- haftem Erfolge sei. Das Aufflattern solcher Scharfmacherwünsche aber, wie der oben angedeuteten, zeigt, daß die Arbeiter keine Ver- anlassung haben, sich von den Friedensschalmeien im Scharf- macherlager in den Schlaf wiegen zu lassen. Es heißt für die Arbeiterschaft nach wie vor, den Gegnern mehr auf die Fäuste als aufL Maul zu sehen._ Berlin und Umgegend.. Der Streik hei Härtung dauert unverändert an. Die Streiken- den kamen gestern morgen zu einer Besprechung zusammen und konstatierten mit Genugtuung, daß aus ihren Reihen nur ein einziger(unter 143) abtrünnig geworden ist, obgleich der Kampf jetzt vier Wochen währt. Tie Zahl der angeworbenen Streikbrecher beträgt allerdings schon 98, dock) ist der Mut der ausständigen Ar- beitcr noch uimebrochcn. Sie verfolgen aufmerksau, den Lauf der Dingo in Hartuugö Fabrik und sind der Ueberzeugung, daß kein Geschäftsmann auf die Dauer mit Schaden arbeiten kann. Und der Schaden ist gegenwärtig groß in Hartungs Betrieb, größer, als der Besitzer selbst es sich träumen laßt. So hat man festgestellt, daß Herrn Härtung viel„Bruch" verheimlicht wird. Sobald man oeS Morgens seine Ankunft erwartet, wird viel verdeckt und versteckt, damit er nicht den ganzen Schaden, den die Arbeits- willigen»lachten, wahrnehmen kann. Jedenfalls kommt ihm die wirklich geleistete Arbeit jetzt weit teurer zu stehen, als jemals vor- her. Die Streikenden erwarten, daß Herr Härtung über kurz oder lang die Hand zum Frieden bieten wird. veutkebes Reich. Zimmererstreik. In A ke n a. E. traten die Zimmerer in den Ausstand. Zu den Vergleichsverhandlungen, die vom Bürgermeister Fischer geleitet werden sollten, erschienen die Unternehmer nicht. Streik der Schuhuiacher in Magdeburg. Am Mittwoch haben die Schuhmacher in Magdeburg, wie erwartet, beschlossen, in den Streik zu trete». Tie Ursache des Streiks ist die Ablehnung der Innung, mit der Gehülfenschaft in Unterhandlungen zwecks Ab- schluß eines neuen Tarifvertrages zu treten. Der alte Tarif war von den Gehülfen zum 1. April gekündigt worden. Gleichzeitig stellten sie eine Forderung auf Erhöhung des Lohnes um 29 Proz. für den Abschluß eines neuen Tarifvertrages. Eine Anzahl Ar- beitgeber hat bereits bewilligt; sie wollen nämlich den Lohn zahlen, den sich die Gehilfenschaft durch ihre Lohnbewegung erkämpft. Die Schuhmacher beschlossen jedoch, auch die diese Arbeitgeber mit in den Streik dnzubeziehe». In den Ausstand getreten sind am 1. April die Lübecker Steinsetzer, Ran, mer und Hülssarbciter, da die Unternehmer ihren Forderungen gegenüber nicht das geringste Eni- gcgenkommen bewiesen haben.— Auch die organisierten Schuh- macher Lübecks traten am 1. April in den Streik, weil die von ihnen aufgestellten Forderungen in keiner Weise erfüllt werden sollen. Der Streik der Gärtner Lübecks ist am Montag beendet war- den. nachdem die bedeutenderen Gärtncrcibesiher den wesentlichsten Teil der Forderungen der Streikenden bewilligt haben. Zum Tarifkampfe der Maler und Anstreicher in Mittel- und Süddeutschland. Die Maler und Anstreicher in Hessen und Hessen-Nassau nahmen in stark besuchten Versammlungen erneut Stellung zu den Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband in Mannheim. In allen Versammlungen herrschte frohe Kainpfesstimmung zum Streik. In Frankfurt a. M., Darmstadt, Hanau, Fried- berg-Rauheim, Wiesbaden und Homburg wurde nachfolgende Resolution angenommen: „Tie Versammelten erklären sich mit der seitherigen Taktik der Verbandsvertreter einverstanden; insbesondere mit deren Stellung gegen die Zulassung der Hirsch-Dunckerschen und der christlichen Organisation. Sie betrachten das Ansinnen der Ar- beitgeber, mit Organisationen zu verhandeln, die über keine oder nur wenige Mitglieder verfügen, als eine offene Heraus- forderung des freien Verbandes. Die Versammlung lehnt den von den Arbeitgebern über- mittelten TÄrif a b und erklärt sich durch die Verbandsvertreter auf Grund des von den vier Landesvorsitzenden(Baden, Hessen, Hessen-Nassau und Pfalz) mit den Bezirksleitern ausgearbeitetem Vcrtragsmustcr zu weiteren Verhandlungen bereit. Um der von den Arbeitgebern beabsichtigten Verschleppungs- taktik entgegen zu treten, erwartet die Versammlung, daß d i e leblgen Kollagen abreise n. Uejberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit sind bis zur Bei- lcgung der Differenzen strikte zu vermeiden, ebenso wird ein vernünftiges, sauberes Arbeiten empfohlen. Die Verbandsleitung wird beauftragt, alle weiteren, notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um einen zufriedenstellenden Tarif herbeizuführen." In Mittelfranken scheinen die Unternehmer den Ablauf der Tarife tatsächlich zu einer Kraftprobe benützen zu wollen. In Erlangen sind bereits am 1. April, an welchem Tage der Tarif ablief, die Arbeiter ohne weiteres ausgesperrt worden. In N ü r n- b e r g haben die Unternehmer auf die schon im Februar einge- reichten Forderungen der Arbeiter endlich Bescheid erteilt dahin, daß sie alle örtlichen Verhandlungen ablehnen müßten, biS jcl Haupvorstand des Zentralverbands der Maler den von den Unter- nchmerorganisationen ausgearbeiteten Generaltarif für ganz Deutschland anerkannt habe. Dieser Tarif ist aber den Arbeitern bisher überhaupt noch nicht vorgelegt worden. Eine Versammlung der letzteren nahm mit Bedauern Kenntnis davon, daß die Unter- nehmer am Orte auf keine Verhandlungen eingehen wollen, wies aber mit Entschiedenheit die Zumutung zurück, daß der Haupt- vorstand einen Generaltarif annehmen solle, den die Arbeiter gar nicht kennen. Die Maler Nürnbergs wären gern bereit gewesen, auf friedlichem Wege zu unterhandeln, wenn das nicht möglich sei, so falle die Verantwortung für die Folgen den Unternehmern zur Last. Der Verbandsvorstand hat ganz Süddeutschland mit Hessen-Nassau für Maler gesperrt. Zuzug ist fernzuhalten._ Die Gipseraussperrung in Heidelberg. �Dicsc.Aussperrung, zeitigt von Tag zu Tag tollere Blüten. Drei Ausgesperrte wurden mit polizeilichen Strafmandaten von je 199 M. bezw. 15 Tagen Haft bedacht, weil sie ein Flug- blatt verbreitet hatten, ohne vorher das vorgeschriebene Pflicht. exemplar beim Bezirksamt hinterlegt zu haben. Dieses Straf- maß ist ein exorbitant hohes; das Strafmaximum ist nur 159 M., und in anderen ähnlichen Fällen pflegte man stets nur die verant- wortliche Streikleitung mit einem einzigen Mandat in Höhe von 3 bis 5 M. zu belegen. Daß unter solchen Umständen die Erbitte- rung nicht nur der an der Aussperrung beteiligten, sondern auch der gesamten rechtlich denkenden Arbeiterschaft von Tag zu Tag zunimmt, ist nur zu begreiflich. Geadezu skandalös ist die Haltung, die die bürgerliche Presse Heidelbergs dazu einnimmt. Diese hetzt die Polizei unausgesetzt gegen die Ausgesperrten, indem sie ihr deren Verhalten als aufrührerische Verkehröhemmung und Freiheits- beschränkung denunziert. Im übrigen ist eine Anzahl Streikbrecher wieder abgereist, nachdem sie zur Erkenntnis der ihnen zugemuteten Handlungsweise gekommen sind; weitere werden in den nächsten Tagen folgen. Es steht zu hoffen, daß die ausgesperrten Arbeiter, wenn sie standhaft bleiben, den Kampf trotz Polizei und Preßhche gewinnen werden. Ausland. Aussperrung in der schweizerische» Stickereiinbustrie. Die größte Stickereifabrik in der Schweiz, die von Heine u Ei«., Aktiengesellschaft, in Arbo» am Bodensec, hat nach erfolgter Kündigung ihre Arbeiter ausgesperrt, nachdem zirka 199 Bleicher. Ausrüster usw., meistens Arbeiterinnen, seit etoa vier Wochen im Streik stehen. Nach der Arbeiterpresse beträgt die Zahl der Aus- gesperrten zirka 799, nach der bürgerlichen Presse 1599, mahrschein- lieh ist erstere Zahl richtig. Die Aussperrung ist nicht nur die Antwort auf den Streik, sie ist auch das Gewaltmittel, um den noch bis zum August laufenden, mit der organisiertezi Arbeiterschaft abgeschlossenen Tarifvertrag zu brechen. Wiederholt machte der Leiter der Firma, der vor mehreren Jahren aus Amerika ein- wanderte reiche Jude Heine, den Versuch, den Tarif durch Lohn- reduktionen zu brechen, aber jedesmal ohne Erfolg, und nun soll der Tarifbruch jetzt durch die Aussperung gewalttätig durchgesetzt werden. Dabei hat die Firma genügende Aufträge und für 1997 hat sie ihren Aktionären 19 Proz. Dividende verteilt. ES ist«ine brutale Machtprobe, die Heine macht und deren erfolgreiche Zurück- Weisung durch die gut organisierte Arbeiterschaft von der Summe der verfügbaren Mittel abhängt. Der Streik der 39 Konfektionsschneider der Firma„Globus" in Zürich endete nach eintägiger Dauer mit einem schönen Erfolge. indem die Löhne für Maßkonfektion um 29 bis 25 Proz., für die gewöhnliche Konfektion um 19 bis 15 Proz. erhöht, und der minimale Wochenlohn für die Atclierarbeiter auf 36 Franks bei neunstündiger Arbeitszeit festgesetzt wurde._ Arbeitseinstellung in der holländischen und belgische» Diamant- industrie. Der Vorstand des Allgemeinen niederländischen Diamant- arbeiterverbandes hat nach Beratung mit den beiden christlichen Verbänden beschlossen, alle Arbeit in der Diamantindustrie vom 4. April ab auf die Tauer von vier Wochen ruhen zu lassen, und dieser Beschluß wird sicherlich auch die Billigung der Mitglieder finden. Es ist«ine Gcgenmahregel gegen die von der Juweliers- Vereinigung ausgegangene Kündigung der Lohntarife. AIS Grund oder Vorwand für die Kündigung diente den Juivelieren der Um- stand, daß bei der großen Arbeitslosigkeit, die im letzten Sommer einsetzte, ein Teil der Diamantarbeitcr selbständig arbeiteten. Von Ersparnissen aus der guten Geschäftszeit der letzten Jahre kauften sie sich Rohdiamont, bearbeiteten ihn und verkauften ihre Ware, berechneten aber fiir ihre Arbeit geringeren Lohn, als sie bei den Juwelieren erhalten hätten. Der Diamantarbeiterverband verhandelte lange Zeit mit den Juwelieren über die Beseitigung dieser„Eigenwerkmacherci", die ja l>eiden Parteien zum Schaden ge- reichen mußte, verlangte aber dafür, daß der Brillantschleifertarif um mindestens 29 Proz. erhöht werde. Dies lehnten die Juweliere ab, obwohl es sich nicht um eine wirkliche Lohnerhöhung, sondern nur darum handelte, den Minimal tarif mit den während der guten Geschäftszeit erzielten höheren Löhnen einigermaßen in Einklang zu bringen und so Lohnverschlcchterungcn abzuwehren. Als der Beschluß der Arbeitseinstellung bekannt wurde, wollte ein Teil der Ergenwerkmacher nach Antwerpen, der belgischen Konkurrenzstadt der Amsterdamer Diamantindustrie, verziehen. um dort die Arbeit fortzusetzen. Dies erscheint jedoch zwecklos, da der Antwcrpcner Diamantarbeiterverband jedenfalls dieselbe Maß- regel treffen wird wie der niederländische, der Kampf sich also auf beide Städte erstrecken wird. Em der frauenbewegung. Der JudiffcrentiSmns der Frauen. „Darum brauche ich mich nicht zu kümmern, das verstehe ich nicht und es geht auch wohl ohne mich," hört man oft. leider noch allzu oft, die Frauen sagen, wenn man gelegentlich ihr Interesse für das politische Leben zu wecken versucht. Daß eine große Anzahl Frauen von den Dingen des öffentlichen Lebens, die oft erschütternd in das Dnsein des Proletariers eingreifen, nichts oder wenig per- steht, ist leider nur zu wahr. Man fragt sich: wie ist das nur möglich? Muß nicht jede Frau, die tagtäglich am eigenen Leibe er» fährt, daß sie in einem Klassenstaate lebr, Interesse daran haben, die Ursachen, warum es so ist, zu erforschen? Ursachen? DaS ist eö ja eben, daß die meisten Frauen überhaupt nicht darauf kommen, daß alle Erscheinungen bestimmten Ursachen entspringen. Es war eben inimer so I Der Fatalismus, der aus solcher Auffassung entspringt, ist der Erkenntnis Hindernis. Die Sehnsucht nach besseren Verhältnissen besteht überall, die Unzufriedenheit mit den jämnierlichen Zuständen ist vorhanden, nur die Erkenntnis, daß diese Zustände zu beseitigen sind, fehlt. Nicht jede Frau findet jemand, der ihr das Evangelium des Sozialismus predigt und zwar so predigt, daß sie überzeugt wird. Der Frau muß die kapitalistische Wirtschaftsweise als Quelle der Armut, Sorgen und Plagen gezeichnet iverden. Dann ist sie nicht nur unzufrieden mit ihrem Lose, sondern sie kennt, die Ursachen, und wer diese begriffen hat, wird auch leicht den Gedanken des Sozialismus in sich aufnehmen. Und die Erkenntnis gebiert den Willen, das Be- stehende durch Besieres zu ersetze». Aber schwer ist es, den Frauen die Quellen der Erkenntnis zu erschließen. Alle die Armen, die in harter Fron der Heimarbeit seufzen oder die eine große Familie haben und in der eigenen Häuslichkeit kaum die Arbeit bewältigen können, kommen selten mit Leuten zusammen, die ihnen Aufklärung geben. Eine Zeitung oder ein Buch zu lesen haben sie keine Zeil, oft auch kein Geld, um den Leseftoff zu beschaffen. Die Mäimer, Brüder und sonstigen männlichen Hausgenossen gehören vielfach ent- weder selbst zu den Indifferenten oder sie sind wegen ihres eigenen geringen Wissens nicht imstande, andere zu belehren. Allerdings soll nicht verschwiegen werde», daß es auch Männer und gute Parleigenojsen gibt, die sich nicht der Mühe unterziehe», im eigenen Hause den Sozialismus zu lehren. Die Frau, die als industrielle Arbeiterin in der Fabrik mit vielen Kollegen und Kolleginnen zusammenkommt, ist schon leichter für den Sozialismus zu gewinnen. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Frauen ist in den letzten Jahren bc- deutend gestiegen, ein Beweis für das erwachende und wachsende Interesse fiir wirtschaftliche Angelegenheiten. Sobald eine Frau Interesse für wirtschaftliche Fragen an den Tag legt, läßt sie sich auch leicht für politische Dinge interessieren. Daß unter den Fabrikarbeiterinnen auch noch zahlreiche Indifferente vor- handen sind, die sich keiner Organisation, keiner Belehrung zu» gänglich erweisen, ist leider wahr. Einen großen Teil der Schuld tragen in diesem Falle teilweise die männlichen Arbeitskollegen. Sie betrachten die Frau nicht als vollwertig und lassen sich nicht auf ernste Unterhaltung mit ihr ein. Allerdings gibt es auch Frauen, deren politisches Verständnis hoch entwickelt ist, aber man darf im allgemeinen nicht vergepen, daß das weibliche Geschlecht durch seine Erziehung von frühester Jugend an in dem Bannkreis bürgerlicher Auffassung gefangen gehalten wird. Jahrzehnte waren nötig, den männlichen Proletarier aufzu- klären. An dieser Tatsache ist zu ermessen, wieviel Arbeit auf- gewendet werden muß, um die viel rückständiger erzogene Frau zu einer denkenden, zielbewußten Mitstreiteri» zu machen. Daß dies aber notwendig ist, sollen dem Vormarsch der modernen Arbeiter- bewegung nicht schwere Hindernisse und Hemmungen erstehen, hat jeder weitsichtige Politiker nun doch wohl erkannt. Hält man aber etwas für dringend nötig, dann muß man auch das tun, was der Erreichung des Ziele? zweckmäßig entspricht und daS ist: Förde- rung und Unterstützung der proletarischen Frauenbewegung!_ Versammlungen— Veranstaltungen. Charlottenburg. Mttwoch, den 22. April, 8>/z Uhr, im VolkShauS. Rosinenstraße 3: Vortrag und Rezitation. Frau Johanna Meyer:„Vom Kinde und für das Kind". RummclSbnrg. Sonnabend, den 4. April, in den Markgrafen-Sälcn. Markgrafendamm 34: Stiftungsfest. Beginn 9 Uhr. Sericbts- Leitung. Nnzulässigkeit des BerwaltungSstreitS bei Verfügungen im SchulaufsichtLwege. Nachdem dem Schriftsetzer Max Papist in Rixdorf als Borturner der„ F r e i e n T u r n e r s ch a f t" behördlich verboten worden war, an Kinder Turnunterricht zu erteilen, wandte er sich an die Regierung in Potsdam und suchte die Genehmigung nach. Die Genehmigung wurde versagt und ihm der Turnunterricht an die Jugend untersagt. Er erhob Beschwerde bei», Ober» Präsidenten und verlangte eine materielle Entscheidung. Der Oberpräsident lehnte aber eine solche aus Zu- ständigkeitsbedenken ab. Nunmehr klagte P. beim Oberverwaltungsgericht. Der 8. Senat, vor dem Kläger durch Rechtsanwalt I. Friedländer vertreten war, wies aber am 31. März die Klage wegen U n z u l ä s s i g k e i t des Ver- waltungSstreitverfahrenS ab: Nach dem vierten Teil des Landes- Verwaltungsgesetzes sei das Klagerecht im Verwaltungsstreit gegen Bescheide des Oberprästdenten nur gegeben, wenn ortS- polizeiliche oder landespolizeiliche Verfügungen vorausgegangen seien. Hier sei aber weder eine ortspolizeiliche noch eine landes» polizeiliche Verfiignng vom Bescheide des Oberpräsidenten betroffen worden. ES handele sich vielmehr um eine Verfügung von Schul- auisichtSwegen gemäß der Kabinettsorder vom 19. Juni 1834, bc- treffend Aufsicht des Staates über Privatanstalten und Privat- Personen, die sich mit dem Unterricht und der Erziehung der Jugend beschäftigen. In solchen Fällen sei nur die Beschwerde vor dem Minister gegeben, nicht aber die Klage im Verwaltungsstreit. DaS Gericht habe deshalb auf die materielle Seite der Sache nicht ein- zugehen brauchen. Der Kläger könnte, wie wir schon früher erwähnt haben, da- durch ein verwaltungSgerichtliches Verfahren erzwingen, daß er gegen Entgelt unterrichtet. Dann hat nach§ 33 der Gewerbeordnung die Schulbehörde nichts hineinzureden. Leichtgläubigkeit. Der 23 jährige Hausdiener Hermann Lobenstein stand gestern unter der Anllage der Urkundenfälschung, deö Diebstahls und der Sachbeschädigung vor der Strafkammer des Landgerichts III. Der Angeklagte war als Hausdiener bei dem Hotelier Brückner in Charlottenburg in Stellung, wurde aber wegen Vernach- lässigling seiner Pflichten entlassen. In dem im Hotelgebäuoe befindlichen CafS finden abends m.ffikaliiche Unterhaltungen unter Leitung des Kapellmeisters G y c z y statt. Dem Angeklagten war bekannt, daß die Mitglieder der Kapelle nach Beendigung der Konzerte ihre Instrumente an einer bestimmten Stelle am Büfett aufzubewahren pflegten. Eines Tages erschien nun bei dem Oberkellner des Hotels ein Junge Ein Musterchef. D Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Folgende Resolution wurde der Versammlung vorgelegt: und überreichte ein paar auf ein Notenblatt geschriebene Beilen,| Anstellung son Handelsinspektoren gerichteten Beschluß des Deut- 1 durch welche ein Mitglied der Kapelle bat, seine Geige dem Ueber schen Handelstages. Eine wirksame und fachverständige Kontrolle bringer auszuliefern. Der Oberfellner ließ sich hierauf aber nicht über die Einhaltung der gesehlichen Schußvorschriften fei das" Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen eine cin, sondern erklärte, daß er das Justrument nur dem Eigen- Wichtigste, was die Handlungsgehülfen in dieser Sinsicht forderten. berstanden. Gie protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die tümer persönlich aushändigen aushändigen würde. Dieses Notenblatt- Ueber die Verhandlungen des Handelstages, der maßgebenden scharfmacherische Erklärung des Deutschen Handelstages, daß Schreiben war vom Angeklagten angefertigt woorden. Letzterer Vertretung der Handelsherren, liege ja ein ausführlicher Bericht durch Handelsinspektionen nur das gute Einbernehmen zwischen ließ sich durch das Miglingen des Planes von einem noch nicht vor; aus der Zeitungsnotiz über ihren ablehnenden Chefs und Angestellte gestört werde und daß. Handels zweiten Bersuche nicht abschrecken und hatte mit diesem mehr Glück. Beschluß fönne man aber schon ersehen, aus welchen Gründen die inspektionen überflüssig seien. Die Versammlung ersucht Er schickte wiederum einen Jungen mit dem ominösen Notenblatt ab, Brinzipale gegen eine Handelsinspektion sind. Da wurde zunächst vielmehr die Gesetzgebung, im Interesse der Durchführung Dirigierte ihn diesmal aber an den Hausdiener des Hotels. Nach den gesagt, es sei gar nicht nötig, die kaufmännischen Betriebe zu über der bereits bestehenden Gesetze und zum Schuß des Lebens und von ihm aufgesetzten Zeilen erbat sich der Kapellmeister selbst die Heraus wachen, weil die Prinzipale so gefebestreu und wohlwollend feien, der Gesundheit der Angestellten für schnellste Schaffung von gabe feiner Geige, bie recht wertvoll ist, und der gutgläubige Haus- daß Berstöße kaum bortämen. Dem Redner war nun ein ganzes Handelsinspektionen Sorge zu tragen. Um aber schon jeht einen diener trug keine Bedenken, dem Boten das Instrument zu übergeben. Der Aftenbündel über allerlei Uebertretungen der Schutzvorschriften im Schuß zu haben, fordert die Versammlung die Kollegen und Angeklagte hat die Geige dann einem Instrumentenmacher für Handelsgewerbe zur Verfügung gestellt worden, er erklärte jedoch, Kolleginnen auf, fich dem Zentralverband anzuschließen, damit 500 M. zum Kaufe angeboten, der Verkauf gelang ihm aber nicht daß es hier gewiß nicht nötig sei, dies Material vorzutragen, da aus eigener Straft der Angestellten die nötige Kontrolle durchund so hat er sie dann schließlich aufs Leihamt getragen. Der An- ja die Anwesenden selbst und aus eigener Erfahrung müßten, wie geführt werden kann." geflagte hatte aber auch das Bedürfnis, seinem Rachefühl ob seiner es mit der Gefebestreue und dem Wohlwollen der Prinzipale be- Es folgte eine Diskussion, in der Redner verschiedener Handerfolgten Entlassung Ausdruck zu verleihen. In einer Januarnacht stellt sei. Uebrigens zeige ja schon ein Blick in das Handelsgefeß- lungsgehülfenorganisationen sprachen. Zunächst stellte ein Vere verfchaffte er sich vom Café aus Zutritt zum Buffetraum des buch, wie auch der Gefehgeber von der Ueberzeugung ausgegangen treter des Deutsch- nationalen Berbandes die Versammlung mit Hotels, erbrach eine dort stehende Kaffette des Buffetiers, in fei, daß derartige Vorschriften ohne Zwang und ohne Strafbeftim allerlei Geschwät auf eine harte Geduldsprobe. Offenbar ganz welchem er irrigerweise Geld vermutete und versuchte, eine andere mungen nicht allgemein befolgt werden. Sollten fie aber wirklich unbekannt mit parlamentarischem Anstand, fafelte er davon, daß Staffette mit einer Feile zu öffnen, was ihm aber nicht gelang. Aus ihren 3wed erfüllen, so müsse eine ausreichende Kontrolle ge- Herr Hoch den Mund recht voll genommen hätte", fchwäßte bon Merger hierüber schnitt er von zwei Hüten des Herrn Bürchner die schaffen werden. Die Polizeibehörden seien dazu nicht imstande; sozialbemokratischem Schwindel", von dem sozialdemokratischen Krempen ab und zerschnitt außerdem die Telephondrähte, die zu dem ihre untergeordneten Organe tönnten wohl darauf achten, ob 8. B. Verbändchen", über die Marrsche Verelendungstheorie", wovoit Privattelephon des Herrn B. führten. Der Angetlagte, der die Läden rechtzeitig geschlossen werden, sie seien aber im allgemeinen er natürlich nichts begriffen hatte, und fühlte sich schließlich be geständig war, wurde vom Gericht zu einem Jahr sechs mo- nicht befähigt, zu beurteilen, ob in den Betrieben felbft alles in wogen, der Berliner Polizei ein Loblied zu singen, weil sie ihm so uaten Gefängnis berurteilt. Ordnung ist. Dazu seien sa chverständige Beamte notwendig. höflich Auskunft erteilt habe, wenn er sich in Berlin nicht zurecht Deutschland sei ja auch das Land, wo die Polizei fich am meisten finden fonnte. Die Versammlung spendete ihm ironisch Beifall, und eifrigsten betätige. Darum möchten die Prinzipale wohl, daß als er endlich fertig tvar mit seinem Gerede. Mitglieder des Grobe Angriffe auf seine weiblichen Angestellten hat sich der ihr die Aufsicht überlassen bleibe, weil sie wüßten, daß die Schutz Bentralvorstandes, wie Herr Horn und Frau Friedländer, Kaufmann Joseph Kreja zufchulden lommen lassen, der borschriften bei der Polizei gut aufgehoben feien. Weiter wurde antworteten ihm und zeigten an manchen Beispielen, welch traurige gestern vor der fünften Straffammer des Landgerichts I zur Ver- bon den Handelsherren gesagt, die Forderung nach Sandelsinfpef Rolle dieser Deutsch- nationale Verband in der HandlungsgehülfenDas sei falfa und gewiffer bewegung spielte, der ja schon darum nicht als eine zwedmäßige antwortung gezogen wurde. Der Angeklagte betreibt einen Gänfe- toren wäre sozialdemokratisch". handel und engagiert für sein Geschäft junge Mädchen, die bei ihm maßen auch richtig, meinte der Redner. Falsch, weil alle Handels- Vertretung des Berufes anzusehen ist, weil er nur germanische" Ein paar freie Station und Gehalt beziehen. Eines dieser Mädchen, die als gehülfenorganisationen nun in dieser Forderung einig find; richtig und nur männliche Handlungsgehülfen aufnimmt. Verkäuferin bei ihm eingestellt worden war, war gleich nach ihrem bemotrat ist, der seine Rechte zu wahren fucht. Der Redner zeigte über den letzten Bassus der Resolution gesondert abgeftimmt werde, im Sinne der Bringipale, nach deren Auffassung jeder Sozial- Redner demokratischer und freisinniger Richtung wünschten, daß Eintritt sehr erstaunt über die breifte Liebenswürdigkeit, die ihr " Chef" ihr gegenüber zeigte, und erfuhr bald sehr dentliche Angriffe dann, wie fich, gefördert durch die modernen Arbeiterorganisationen, weil sie mit ihm nicht einverstanden wären, stellten aber keinen Anunfittlicher Natur. Sie machte ihren Eltern Mitteilung und Unternehmertum mit denselben Scheingründen anfämpfte, die jetzt aber so fonfuses Zeug vor, daß der Referent in feinem Sie machte ihren Eltern Mitteilung und die Gewerbeinspektion entwidelt hat, gegen die das industrielle trag bagu. Herr il big fing dann nochmals an zu reden, brachte erflärte, daß fie in deffen Geschäft unmöglich weiter tätig unmöglich weiter tätig fein tönne. Der Vater des Mädchens stellte infolge deffen den die Handelsherren sich zu eigen gemacht haben. Zur Widerlegung Schlußwort sagen konnte, jener habe den Eindruck gemacht, als Der Vater des Mädchens ftellte infolge dessen den der Behauptung, daß die Handelsinspektion überflüssig sei, wies ber ob er nicht ganz richtig sei. Der Referent wies die Strafantrag gegen den Angeklagten. Dieser wurde hierdurch Redner auch darauf hin, daß in Württemberg und Bayern Re- Beschimpfungen ber Sozialdemokratie gebührend zurüd, nicht besonders eingeschüchtert, sondern machte sich auch an die Nach gierungsbeamte ausdrüdlich hervorhoben, daß die Schußvorschriften gab auch eine treffende kurze Aufklärung über die" BerelenSöffengericht verurteilte ihn seinerzeit zu 1000 mart nicht eingehalten werden, und daß ein württembergischer Minister dungstheorie", indem er ausführte, daß der Tendenz des KapiGeldstrafe. Siergegen legte der Angeklagte Berufung ein. erklärte, es müßten dazu besondere Beamte angestellt werden. talismus zur Berelendung der Massen die Tendenz der modernen Die gestrige Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffentlichkeit Uebrigens würden die Handelsinspektoren in den Geschäften, wo Arbeiterbewegung zur Sebung der Klassenlage der Arbeiterschaft statt und endete damit, daß die Berufung verworfen wurde. Wie Ordnung herrscht, nicht läftig fallen und sie gewiß nicht überlaufen, und zur schließlichen Ueberwindung des Kapitalismus gegenüberder Borsigende Landgerichtsdirektor Göbel berkündete, hat der äftig werden sie eben nur den Prinzipalen werden, die die geseb- steht. Bum Schluß bemerkte der Redner, daß es im sozialen Kampf Gerichtshof bedauert, daß der Staatsanwalt feinerseits nicht auch ichen Vorschriften mißachten. Der Redner führte weiter aus, daß feine Achselträgerei geben kann, wie sie die gegnerischen Hand die strenge Durchführung dieser Vorschriften und ein ausreichender lungsgehülfenorganisationen betreiben, daß aber der ZentralBerufung eingelegt hat, denn der eine dem Angeklagten zur Laft Schuß von großem Wert für die Gefundheit wie für die Entwid- verband tein sozialdemokratisches Glaubensbekenntnis von seinen fallende Att tätlicher Beleidigung grenze fast an berfuchte lung und Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Handlungsgehülfen Mitgliedern verlangt, sondern nur eine ernste Auffaffung und BeNotzucht und hätte eine langfristige Gefängnisstrafe verdient. und Gehülfinnen ist, wies auch darauf hin, daß der Reichstags- tätigung für die Besserung ihrer Berufsverhältnisse, und daß das, abgeordnete Singer schon im Jahre 1897 bei Beratung des was zur Sozialdemokratie führt, das wirtschaftliche Leben selbst Handelsgesetzbuches die Anstellung von Handelsinspektoren ber ist. Die Resolution wurde dann gegen eine oder zwei Stimmer langte, und sagte zum Schluß, daß für die Handlungsgehülfen und angenommen. -Gehülfinnen Deutschlands die Konsequena aus der ablehnenden Haltung der Pringipale die fein müsse, daß sie ihren Bentralverband stärken, die Mißstände in den Betrieben aufdecken und wo fein anderes Mittel möglich ist, fie der Polizei melden. Dann März, Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: würden die Prinzipale bald selbst nach unparteiischen Aufsichts- 2. Thoma. H. Hesse, A. Langen, St. Aram. Erstes Aprilheft. Breis 1,20 M., beamten rufen. Die Klassengegenfäße seien eben im Handels- im Abonnement: das Quartal( 6 Hefte) 6 M. Verlag von Albert Langev gewerbe ebenso start ausgebildet wie in der Industrie. in München. Verfammlungen. Das Das foziale Empfinden der Handelsherren Tautete die Tagesordnung einer vom Zentralverband der Handlungsgehülfen- und Gehülfinnen einberufenen öffentlichen Verfammlung für diesen Beruf, die am Dienstag den großen Gaal der Arminhallen füllte. Der Reichstagsabgeordnete och aus Hanau referierte. Der Redner sprach zunächst über den gegen die Eingegangene Druckfchriften. SUNLICHT Garanken SEIFE Doppelstück zu 25 Pfg. für die grosse Wäsche! Sunficht Seife steht in Bezug auf Absatz und Verbreitung einzig da in der Welt. Ihre Qualität ist stets gleichbleibend und konkurrenzlos!.Jeder praktischen Hausfrau ist Sunlicht Seife Lieblingsmarke geworden. Die meisten Geschäfte führen die beiden neben gezeigten Packungen SUNLICHT. SEIFE Achteckstück zu 10 Pfg. für Handgebrauch und zur Toilette. Für den nyait der Juierate bernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 8. April. Anjang 7%, Uhr. Königl. Opernhaus. Die Hugenotten. Königl. Schauspielhaus. Die Braut von Messina. Deutsches. traum. Stammerspiele. Der Tor und der Zod. Nju.( Anfang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Ein SommernachtsNenes Schauspielhaus. Beh dem, der ligt.( Anfang 7 Uhr.) Nenes Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. Leffing. John Gabriel Borkman. Neues. Simson. Lorning. Der Wildschuh. Berliner. Förster- Chriftl. Schilller 0. Bürgerl. Schauspielhaus. Das Evangelium. Parodie. Die Rabensteinerin ober: Ein Balzertraum. Nachtasyl. Rosenmontag. Wintergarten. Spezialitäten. Basiage. Dta Gygi. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Gustav Behrens. Spezialitäten. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Caprice. Parifiana. Nacht arbeit. Ein unheimlicher Besuch. Der ganze Papa. Folies Bergère. Llane d'Eve. Spezialitäten Balajt. Ringtampf- Konkurrenz. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Stairo und bie Pyramiden. Sternwarte, Invalidenftr. 67/62. Berliner Theater. Regte Vorstellungen abends 8 Uhr: Gastspiel Hansi Niese: Die Förster- Christl. ner- Theater.) Neues Theater. Kaiser und Galilaer. Schiller Charlottenburg. unter Steinen. Stein Theater an der Spree. Aus gewiesen. Komische Oper. Tiefland. Lustspielhaus. Bei uns da drüben. Kleines. 2 × 2= 5. = Friedrich Wilhelmstädt. Schan spielhaus. Der Privatdozent. Hebbel. Frau Barrens Gewerbe. Besten. Ein Walzertraum. Residenz. Der Floh im Dhr. Zentral. Ein seltsamer Fall. Luifen. Die Spree- Athener. Thalia. Doktor Klapperftorch. Trianon. Seine erste Frau. Fastnacht in Nizza. Bernhard Rose. Dntel Toms Hütte. Metropol. Das muß man seh'n. Apollo. Der fleine Chevalier. Spezialitäten. Gebr. Herrufeld. Hausierer Jodele. Endlich allein. Klabrias- Partie. Rafino. Ein Dorfroman Anfang 8 Uhr. Simson. Morgen und folgende Tage: Simson. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. 5. Sonnabend: 2 mal 2 Sonntag 3 Uhr: Ein idealer Gatte. Abends 8 Uhr: 2 mal 2 5. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25. Abends 8 Uhr zum 15. Male: Der Mann mit den drei Frauen. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Kaiser und Galiläer. Welthistorisches Schauspiel von Henrit Ibsen. Deutsch von E. Brausewetter. Erster Teil: Cäsars Abfall. Schauspiel in 5 Aften. Sonnabend, abends 8 Ubr: Der Widerspenstigen Zähmung. Sonntag, nach m. 3 br: Das Glück im Winkel. Sonntag, abends 8 Ulbr: Der Widerspenstigen Zähmung. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Ubr: Stein unter Steinen. Schaufp. in 3 Aften v. H. Sudermann. Sonnabend, abends 8ubr: Stein unter Steinen. Sonntag, nahm. 3 Uhr: Das vierte Gebot. Sonntag, abends 8 Ubr: Der Weg zum Herzen. Schiller- Saal( Schiller- Theater) 9 Uhr: Vortrag von Dr. Paul Ertel: Bruch. Theater des Westens. Zentral- Theater. 8 Uhr: Ein Walzertraum. Sonntag nachm. 3, Uhr halbe Preise: Die lustige Witwe. Alte Jakobstraße 30. Bum 130. Male: Zirkus Schumann Freitag abends 1/8 Uhr: Gr. komische Vorstellung. Allerneneste Sensation! Konsul Peter, Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. 200 Anfang 8 Uhr. Der Floh im Ohr. Schwank in drei Alten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolff- Sacoby. Sonntag, 5. April, nachm. 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? der menschl. Chimpanse. DERNHARD ROSE THEATER Resisto, bas elettrijdje und weitere Wunder 10 erstklassige Nummern. Große Ausstattungs Pantomime B Amerika mit eigens da 120 fargen Friedrich- Wilhelmstädtisches Ein feltsamer Fall engagierten Schauspielhaus. Der Privatdozent. Anfang 8 Uhr. mit Alwin Neuß. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Morgen 8 Uhr: Ein seltsamer Fall. Sonnabend: Bajemanns Löghter. Luisen- Theater. Sonntag 2 Uhr: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Abends 8 Uhr: Der Privatdozent. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Hebbel- Theater, töniggråber Benefiz Albert Blumenreich: Str. 57/58. Abends 8 Uhr: Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Aften v. Bernard Shaw. Theater Folies Caprice. Parisiana. Sensationserfolg Nachtarbeit. bon Ein unheimlicher Besuch. Der ganze Papa. Zum 1. Male: Die Spree- Athener. Boffe mit Gesang in 4 Aften. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Schlaraffen Leuten. Sonntag nachm. zum 2. Male: Amerika, die drei hervorragen den Alte. Urania. Br. Frankfurter Str. 132. Onkel Toms Sütte. Anfang 8 Uhr. Wochentagspreise. Sonnabend 4 Uhr Stindervorstellung: Der Strutvelpeter. Abends: Der Beilchenfreffer. Theater an der Spree Köpenicker Straße 68. Abends 8 Uhr: Ungültig. Sonntag nachm.: Ausgewiesen. Wissenschaftliches Theater. W. Noacks Theater Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. land, obee: Das tapfere neiber Brunnen- Theater lein. Abends: Die Maschinenbauer von Berlin. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Ma. schinenbauer von Berlin. Abends: Cameliendame. Montag: Unsere Don Juans. Lustspielhaus. Abends 8 Uhr: Bei uns da drüben. Badstraße 58. Direft.: Bernh. Rose. Freitag, den 8. April 1908: Wahn u. Wahnfinn. Schauspiel in 2 Aufz. von M. Lembert. Vorverkauf vorm. 10-2 Uhr. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum 7. Male: Der Flüchtling. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Einmalige Aufführung: atbile, ein deutsch. Frauen. herz. Trianon- Theater. Seine Gaftspiel Charlotte Wiehe. erste Frau. Fastnacht in Nizza. Anfang 8 Uhr. Berliner Felix Scheuer U lk- Trio. Stralsunderstr. L. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Das muß man seh'n!! Gr. Revue in 4 Akten( 12 Bildern) von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Bender, Giampietro, Josephi, Thielscher, Darmand, Massary. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 5. April, nachm. 3 Uhr: Neuestes! Allerneuestes! pollo a 9½ Uhr 1 Theater Täglich 9% Uhr! Gebr. HerrnfeldTheater. Anfang 8 Uhr. Borvert. 11-2 Uhr. Heute und folgende Tage: Herrnfeld- Zyklus 1. Serie. 8: Hausierer Jockele. 915: Endlich allein. Original 10 15: Klabrias- Partie. Donat Herrnfeld als Hauflerer Jodele, Ifidor Blumentopf", .Simon Dalles". Anton Herrnfeld als Laszlo Janos", de Franz". Profop Janitczed. Der kleine Chevalier palast- Theater Musikalisches Luftspiel v. A. M. Willner. Mufil von H. Lierté. Chevelier Fablas: Mia Werber a.. Ab 8 Uhr: Die neuen bedeutenden Spezialitäten Attraktionen. Passage- Theater. Die Sensation Berlins! Ota Gygi der Mann mit den 3 Geigen. Otto Röhr, der Humorist am Flügel. Pia Carozzi, die italienische Schönheit. Herm. Strebel, der Unwiderstehliche. Rakoczy- Sextett, die reiz. Ungarmädchen, u. d. kolossale April- Programm! Tosend. Lachen! Stürm. Applaus! !! Gewöhnliche Preise!! WWW.STBARTEN 8 Das neue April- Programm. Ferner: Gr. Ringkampf- Konkurrenz Entscheidungskämpfe. Heute ringen um den Preis von 10000 Mark Weltmeister, Jakob Koch, Deutschl, geg. Burgstr. 24. Bhf. Börse. End- Ringkämpfe: Preis: 10000 M. Der wegen eingetretener Polizeistunde abgebrochene Entscheidungskampf: Pohl- Abs II, Deutschland, gegen Kornatzki, Polen steht heute an erster Stelle, da der Kampf unbedingt zu Ende geführt wird. Wenn es die Zeit erlaubt ringen noch: Illa, Ruba, gegen Foßleitner, Bien. Strenge, Berlin, geg. De Wolf, Belgien. Beginn der Kämpfe 9 Uhr. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. 8. Schluß, z. 100. Male: Husaren Streiche. Anf.moch.8U Sonnt. 7 1. Reichshallen. Restaurant: MilitärKonzert. Kasino- Theater. S Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Neu! Das glänzende April Progr. Schönburg, Humorist. Terra Brothers Gymnastikalt. Anton Sattler, AstralSänger. The 3 Cornells musik. Comedians. Gr. Erfolg! Stürm. Beifall! Ein Dorf- Roman. Sonntag Uhr: Biederlente. Kottbuser Sanssouci, Strabo 6 Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen Beg. Sonnt. 5, wochent.8 U. Buggenhagen Moritzplatz im Gesellschaft für Volksaufklärung. Großer wissenschaftlicher Lichtbilder- Vortrag nur für Damen Montag, den 6. April, abends 8, Uhr: Brauerei Friedrichshain( früher Lipps). Mittwoch, den 8. April, abends 8, Uhr: Kellers Festsäle, Koppenstraße No. 29. Freitag, den 10. April, abends 8%, Uhr: Germania- Prachtsäle, Chausseestraße No. 110. iheatersdal täglich Reinhold Gerling( Berlin) Albert Böhme und das großartige April- Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 ubt. Entree 50 Pf. Sonnt. reserv. 1 M. Entree 50 Bf. Familienbill. a 40 Bf. Im unteren Konzertsaal täglich bie allerersten Militär. Kapellen: Beder, Przywarski, Görisch, Neumann, Dffeney, Lüttich. Gustav Behrensspricht über: Unserem Genoffen Karl Rott ebt Frau zum 25332 25jährigen Ehejubiläum die besten Glüdwünsche. Die Genossen des Landsberger Viertels. 986666 Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Leo Pätzold am 30. März, nachmittags 4 Uhr, gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 3. April, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs- Kirchhofes, Weißen feer Weg, aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Warum verblühen viele Frauen so früh? 114/17 Wie erhält sich die Frau jung und schön bis ins hohe Alter? Warum sind so viele Ehen unglücklich? Aus dem Inhalt: Was die Fran vom Liebesleben und vom Manne wissen muß. Ein Blick ins Innere des weiblichen Körpers. Vernichtende Folgen der Unwissenheit.- Mädchen- und Frauenleiden. Verkrüppelte Frauen. Das Werden des Kindes und sein Leben vor wie nach der Geburt. Die Gefahren der Mutterschaft und deren Verhütung. Schmerzlose Entbindungen. Früh- und Fehlgeburten. Was bei Frauenleiden: Knickungen, Senkungen, Entzündungen, falschen Lagen, Kindbetterkrankungen geschehen soll. Kranke Frauen und Kindersterblichkeit. Der Malthusianismus und die Beschränkung der Kinderzahl. Gesunde Frauen, gesunde Kinder sind ein Segen, sieche und kranke ein frauen und Mütter. Theater. Unglück für Familie und Volk.- Vertrauliche Worte an EheBerlin W., Goltzstr. 9. Das phänomenale April- Programm! New! Les Leocartis, Akrobat. Potp. Hübele- Trio, Melange- Att. Gesang. 20 erstklassige Nummern. Anfang 8 Uhr Sonntags 5%, Uhr. Nach dem Vortrage Fragebeantwortung. 1214c Jede Fras wird aufgeklärt und belehrt für das ganze fernere Leben. Eintritt 50 Pfennig. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Steglitz. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 31. März, verstarb nach langem Krankenlager unser Kollege Albert Dräger. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. April, nach mittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Birkbuschstraße 75, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 30/6 Allen Verwandten und Bekannten • Welche begeisterte Aufnahme die Vorträge allerorten fanden, geht aus den glänzenden Zeitungsreferaten in Frankfurt a. M., Neu! Gin luftiger inver. Neu! Wiesbaden, Mülhausen i. E. Dresden, Leipzig, Hannover der sowie dem Bersonal der Firma ebenso hervor wie aus mehreren Hundert an den Vortragenden GIsner und dem Verbande der gerichteten privaten Zuschriften, in denen es u. a. heißt:„ Ich Buchdruderei Hülfsarbeiter, Bahlunterschreibe jedes Wort." Prof. Dr. B. B. in W. Bin ganz einverstanden mit Ihren Ausführungen, die sich auch freihielten ftelle I, fage hiermit für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie von jeder Begünstigung der Kurpfuscherei." Dr. H. F. in O. für die reichen Stranzspenden bei der " Mögen alle Mütter mit ihren Töchtern Ihre Vorträge besuchen, Beerdigung meiner Tochter Emma da ihnen dann die schwere Arbeit der Aufklärung der Kinder ermeinen herzlichsten Dant. spart bleibt." Frau L. in C. Innigsten Dank für die beiden Vorträge. Als Mutter zweier Töchter haben sich mir Ihre beNoch lehrenden Worte tief eingeprägt usw." Frau A. D. in D. stehe ich unter dem Banne des von Ihnen gehörten Vortrages. Sie müssen das stolze Gefühl haben, vielen, vielen Menschen auf den rechten Weg geholfen zu haben." M. G. in D. Deutsche Konzerthallen An der Spandauer Brücke 3. Täglich Laurent le Beaucairois Große Massen- Konzerte Weltmeister, Frankreich. Ahmed Madrali, Türkei, gegen Max Schneider, Berlin. Bürgerl. Schauspielhaus früher Prater- Theater Kaftanien- Allee 7-9. Freitag, den 8. April 1908: Der grüne Zweig. Morgen: Hofgunst. Passage- Panoptikum. Zum erstenmal in Berlin! Die lange Dora. Das Junge Riesenkind Gesamtgröße 2 Meter 19. Kunsttaucher Kapitan Grobi Riesenbassin. in seinem Experimente mit der 4. Dimension.. Neapolit. Briganten- Kapelle. Eintr. 50 Pf. Kind. u. Sold. 25 Pf. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenthaler Tor. Abends 8 Uhr: Das April- Programm пепе Der geheimnisvolle Geldschrank? Grete Gallus, Berting beliebteste Soubrette. Eine Szene vor dem Affenhause im Zoolog. Garten, Pantomime der Sennet- Companie und die übrigen glänzenden Variétékräfte. Zunnel: Konzerte. Theaterbesucher freier Eintritt. Brauerei Friedrichshain früher Lipps. Am Königstor. Detonom: Ernst Liebing. Vom 19. bis 26. April: C. M. Ziehrer aus Wien. Softapellmeister, Dirigent der faifert tönigl. österr. Hofballmujit mit auf 60 Künstler verstärktem Drchester. Spezialitäten- Vorstellung. Schockschwerenot warum habe ich niemals elegant glänzende Schuhe! Probieren Sie Nigrin, Sie werden hochbefriedigt sein. Göppingen Nigrin ยาง ganten Car Gen Vertreter: Andr. Caspar, Berlin SO., Josephstr. 11. Fernsprechamt IV, 6266. KNABEN HERREN KLEIDUNG S.LEVY CHARLOTTENBURG Teilzahlung oder Bar SpezialMöbelGeschäft SCHARRENSTR.36 CREDIT AnALLE Kein Prelsaufschlag Teilzahlung oder Bar Wilhelm Misch Gr.Frankfurterstr. 45-46 I, u, II. Großer wissenschaftlicher Lichtbilder- Vortrag nur für Herren Dienstag, den 3. April, abends 8%, Uhr: Brauerei Friedrichshain( früher Lipps). Am Friedrichshain 16-23. Donnerstag, den 9. April, abends 8, Uhr: Kellers Festsäle, Koppenstraße No. 29. Reinhold Gerling( Berlin) spricht über: Was der Mann vom Geschlechtsleben des Weibes wissen muß. Aus dem Inhalt des Vortrages: Das junge Mädchen. Gefahren. Jugendtorheiten und-Sünden. Die falsche Scham 12065 Bitme M. Luschnat geb. Merker. Dr. Simmel Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden. dicht am Prinzenstr. 41, Moritzplatz, 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Begen Rheumatismus buft Zarembas Burgunder Pechpflaster. Drogerie Weinbergsweg 1, direkt am Rosenthaler Tor. Aut Teilzahlung Wöchentlich nur 1 Mark! Große Auswahl Uhren, Goldiaren jeder Art. Zithern, Phonographen, Grammophone, Musikwerke usw. Berkauf von prima Platten und Walzen. jett Juhre& König, warschauer Straße 68, 1. Etage, und Reinickendorfer Straße 101, I Etage. Charlottenburg. moderne Ketten, Die Entwickelungsjahre und ihre Solide Uhren, Reparaturen an Lützower Str. 15 Meltestes Teilzahl.- Geschäft. für Brennabor- Räder! der Eltern und die wahre Moral. Das Erhalten der jungen Uhren u. Goldwaren preiswert u. gut. Leute in Unwissenheit, fast die einzige Ursache ihres Verderbens Friedrich Stabenow,( am Rathaus). und des Fehltritts. Die Geschlechtskrankheiten. Die heutige Prüderie und falsche Erziehung. Die Kinderpflege. Kleidung, Diät, Berufsleben. Der Liebestraum und der Brautstand. Jungfrau und Gattin. Die Mutterschaft und das Kind. Die Sünden in und vor der Ehe und die daraus resultierenden Frauenleiden und Kindergebrechen. Was muß der Mann wissen, um sein Weib glücklich zu machen und gesunde und lebensfrische Nachkommen zu haben? Die Kindersterblichkeit. losigkeit. Zu viele Geburten, schwere Geburten, Fehlgeburten, falsche Schwangerschaft usw. Das Weib als Sklavin des Mannes. Das Weib als seine Vertraute und tapfere Mitkämpferin im Leben. Vertrauliche Worte. Eintritt 50 Pfennige. Nach dem Vortrage Fragebeantwortung. KinderHerren- Stoff- Reste Wer- Stoff- hat Kein Laden! Günstigste Bedingungen. Berlin SO., Louis Barth, Brückenstr. 10a, pt. Offeriere bet Entnahme von 5 Pfd. an Jagdwurft, Braunschweiger Landleberwurst, zu Herrenanzügen ſpottbillig, feinste fertige Serren- ohne Konkurrenz weiche Schlackwurst, LandFabritate, Stammgarne, Cheviots, anzug, 20 Mr. Meter, reine Wolle. 122/15 Für gut. Siz bekam 1210b* rotwurst, Landbratwurst neueſte Muster von 4 M. an per a 2npr., feinste But, gold. Medaille. a Pfund 70 Pf. Ludwig Engel, Prenzlauer Ludwig Engel, Prenzlauer: Richard Sommer, Schlächtermſtr. straße 23, II.( Meranderplaz.) Kantsr. 151, Eingang Uhlandstr. ftraße23, II.( Alexanderpl.) Gegr.1892 Spezialität: Anzug tompl. nach Maß ,, Napoleon" t. 36,00. Ein Verfuch führt zur dauernden Kundschaft! von 99 Für Zigarrenhändler billigste Einkaufsquelle Zigarren, Zigaretten and Tabaken. Alle bekannten eingeführten Sorten zu Original- Fabrikpreisen, Max BERLIN NO. 18, dicht am Alexanderplatz. Telephon: Amt VII, 3047. Ziegenhals, Kelbelstr. 20, Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle Reste! Mocquetts. Satteltaschen. Muster b. näh. Angabe franko. Berlin, Oranienstr. Emil Lefèvre, P. 158. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil berantw.: Tb. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 80. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 3. April 1908. Die Furcht vor dem freien Wahlrecht freundlichen Nachbargemeinde, nach der der unerfättliche nur drei bis vier Gefellen, ebenso viel Arbeiter und einige Lehrlinge nun mal anders als andere Menschen. " Im Schillertheater zu Charlottenburg follte Jbsens Schau piel Kaiser und Galiläer" aufgeführt werden. Es kommt darin Boll, viel Bolf vor, das begeistertzu schreien hat: och lebe Kaiser Julian!" Die elf jungen Leute gehörten zu den Statisten, die für ein paar Groschen die kaisertreuen Schreier mimten. Am 13. Januar, dem Tage nach dem Wahlrechtssonntag, hatten sie Probe, nach deren Beendigung fie nach mittags nach Berlin zurüdfehrten. Als sie mit der Straßenbahn Schmetterlinge von Bienen nicht mitlamen, wurde ihnen von dem Kutscher eines leer vorüber- fleißige und andere. Dhren und horchten auf. Sie hörten zwar, daß die In12 " teilung fostenfrei zugehen lassen. Die Mitteilungen sind an den der Standesbeamte über die Zuständigkeit des Pfarramts im Zweifel Pfarrer der Kirchengemeinde des Geburtsortes zu richten. Wenn ist, so soll er an den Superintendenten, das Konsistorium, den Erzder Standesbeamte über die Zuständigkeit des Pfarramts im Zweifel priester oder Bischof sich wenden. Wir durchschreiten den Viadukt und sind nun in der fegmeister in einem Vorort, der im vorigen Jahre im Durchschnitt Großstadtpolyp schon lüstern die Arme ausstreckt. Schon hat beschäftigte, etwa 3000 M. ausgezahlt erhält. Eine nette Gratiübt auf Polizei und Gericht ganz merkwürdige Wirkungen die moderne Kultur das sagenhaft alte, ehrwürdige Dorf be filation zu den um etwa 50 Proz. erhöhten Preisen. Die Ring aus. Die harmlosesten Uebertretungen werden für Bolizisten, leckt, dessen Entstehung durch die Templer die Lokalchronik genoffen find natürlich wütende Gegner von Regiearbeiten. Staatsanwälte und Richter sofort zu einer öffentlichen Gefahr", bis in das 13. Jahrhundert zurückverlegt. Schwere Stürme sobald sie vermuten, daß dahinter so etwas wie ein Verfuch zu hatte es zu bestehen und im dreißigjährigen Kriege wurde es Zur Landtagswahl einer Wahlrechts demonstration stede. Am Donnerstag standen bor fast vollständig zerstört. Jetzt sieht man es dem Orte freilich rüstet der Berliner Freifinn. Die Kandidatenfrage für die den Schöffen bes Amtsgerichts Berlin- Mitte( 141. bteilung) vier junge Leute, die für das freie Wahlrecht in nicht mehr an, in dessen Schoß sich schon über 10 000 Ein- zwölf Berliner Landtagswahlkreise ist nach der„ Volksztg." mit Ausnahme der Bezirke 4 und 11 bereits gelöst. Die Preußen demonstriert haben sollten: ein Arbeiter Stiegler, wohner niedergelassen haben. ein Handlungsgehülfe Winzer, ein Hausdiener Läßt man den Blick beobachtend umherschweifen, so macht sämtlichen bisherigen freisinnigen Abgeordneten werden wieder Hanne, ein Hausdiener Rast. Sie hatten zusammen sich der Parvenu in seiner aufdringlichen Art bemerkbar. fandidieren, nur der Abgeordnete Kreitling hat mit Rücksicht mit noch sieben anderen jungen Leuten, die diefelbe Neben unscheinbaren, altersgrauen Häuschen mit lächerlich auf sein hobes Alter eine Wiederwahl abgelehnt. Es werden Schreckenstat begangen haben sollten, jeder follten, jeder ein polizei- fpißen Giebeln pflanzen sich protend vierstöckige Bauten mit daher aufgestellt werden: im ersten Kreise Abgeordneter Justizrat liches Strafmandat über eine Woche Haft gefriegt. Die fieben Stuckverschnörkelungen und hohen, breiten Fenstern auf. Albert Traeger, im zweiten Abgeordneter Fabrikbesizer Dr. Gerandern hatten das Strafmandat widerspruchslos hingenommen; Spöttisch blicken die gewaltigen Riesen auf die winzigen Zwerge schel, im dritten Abgeordneter Rektor Stopsch, im fünften AbgeordStiegler, Winzer, Hanne, Naft hatten richterliche Entscheidung bean herab, die sie unter der Bucht ihrer Mauern zu ersticken neter Goldschmidt, im sechsten Abgeordneter Großdestillateur Mar tragt. Die Vernehmung der Angeklagten sowie dreier Schuyleute ergab ein Bild, das nur erheiternd wirten konnte. Aber ein Schutz- drohen. Auch ihre Tage sind gezählt, bald werden sie der Schulz, im fiebenten Abgeordneter Justizrat Cassel, im achten mann, der auf Wahlrechtsdemonstranten Jagd machen soll, empfindet Spighacke zum Opfer fallen und Mietshäuser sich würdig den Abgeordneter Fabrikant Rosenow, im zehnten Abgeordneter jetzt schon stehenden anreihen. Dr. Müller- Sagan. Als neue Kandidaten der freisinnigen Wehmütig ruht unser Blick auf einem kleinen, fnofpen- Volkspartei ist im neunten Kreise Rektor Kaehler aufgestellt umranften Todeskandidaten, der sich inmitten einer idyllischen worden, der bei der letzten Reichstagswahl in Berlin VI für Umgebung erhebt. Wie lieblich muß es sich hier wohnen in die freisinnige Volkspartei kandidiert hat, und im zwölften der schönen Jahreszeit, rings in der grünenden, blühenden,( Moabit) soll der Landgerichtsdirektor vom Landgericht I reifenden Umgebung, wo im schattigen Laubdache der Berlin, frühere Staatsanwaltschaftsrat Kanzow in Frage Bäume die gefiederten Sänger jubilieren, jubilieren, wo bunte fommen. Für die noch nicht besetzten Bezirke vier und elf Blume zu Blume gaukeln, wo sollen der zweite Vizepräsident des Reichstags Kaempf und aus allen Blütennäpfchen naschen der Schriftsteller Schöler in Charlottenburg präsentiert werden. fahrenden Viehwagens der Vorschlag gemacht, bei ihm aufzufteigen. und die Sonne, die liebe, heitere Freudenspenderin noch un- Unsere Beteiligung an der Landtagswahl hat zunächst Den Statisten war wohl nach den Schreiübungen, die sie eben ab- gehindert die Erde küffen kann und der süße, reine Hauch der den Zweck, zu zeigen, wie ungerecht und widersinnig das zum folviert hatten, noch ein Rest von animierter Stimmung geblieben. unverdorbenen Natur die Menschen erquickt; nur noch eine Junkerparlament geltende Wahlrecht ist, das die breite Masse Sie nahmen den ultfigen Vorschlag an. Die Fahrt im wich- leine Weile, dann ist es dahin, verweht wie ein Traum. der Bevölkerung einfach rechtlos macht. Je intensiver, je to a gen ging los. Unterwegs wurden Lieder gesungen, das von und uns ist es, als riefe uns eine fragenhafte Gestalt höhnisch machtvoller wir uns an diesem Kampf beteiligen, desto wirf Der„ ſtolzen Müllerin", das vont Brunnen bor dem Tore", Brüder zu: Sonnenschein, Blumenduft, Vogelsang, Du Narr, fom- famer fallen auch dem Blödesten die Schönheiten" dieses Auch ließen die Luftigen ihren geliebten Kaifer Julian noch einige Male hoch pletter Narr, bringt denn das Geld ein, hartes, klingendes Wahlrechts in die Augen. Eine tiefgehende Landtagswahlleben. Schließlich famen ein paar der Teilnehmer auf die Idee, Gold?" Ach ja, wir unverbesserlichen Träumer, daran haben agitation ist ein gut Teil des vom preußischen Proletariat auch mal zu rufen: Das allgemeine gleiche Wahl- wir wirklich nicht gleich gedacht. Geld, natürlich Geld, wir geführten Wahlrechtskampfes. recht hoch!" So fuhr die ganze Gesellschaft durch den Tiergarten vergaßen wieder einmal, daß wir in einer Kulturzeit und unter und zog ein durch das Brandenburger Tor, das um diese Zeit durch Kulturmenschen leben und Stultur ist Geld, oder nicht? Bersonen mit wechselndem Vornamen. Die Eintragungen in die einen Ball von Schuhmannspidelhauben umschirmt war. SchutzLeute, denen fie schon im Tiergarten begegneten, spizten die gefängnis fertiggestellt. Hohe Mauern, Fenster an Fenster, und dieselbe Person über mehrere auf verschiedene Namen lautende Dort drüben haben sie gerade so ein privates Massen- Standesregister kommen häufig nicht zum Vermerk in die Kirchenbücher. Man hat die Erfahrung gemacht, daß so nicht selten ein faffen des Viehwagens einen Saifer hoch leben ließen, aber und wenn das Nachbarhaus erst steht, dann sind die„ Glück- Atteste verfügt. Die Feststellung des Personenstandes wird dadurch dazwischen vernahmen sie auch Hochrufe auf ein freies Wahl- lichen", die in diesen Häusern wohnen dürfen, für schweres natürlich erschwert. Um diesen Uebelstand zu beseitigen, hat der recht. Da die ihnen gegebene Instruktion auf diesen furiofen Geld natürlich, von aller Welt abgeschlossen. Und solche Minister des Innern angeordnet, daß die Standesbeamten fünftig Fall wohl nicht paßte, so wußten fie nicht, wie sie sich zu lächerlichen Phantastereien von Sonnenschein, Blumenduft und über jeden zu beurkundenden Vorgang gleich nach der Eintragung verhalten hatten und ließen den Transport ungehindert durch. Am Vogelsang vergehen dann von selbst. Die phantasiebegabten des Randvermerkes dem Kirchenbuchführer eine entsprechende MitBarijer Platz machte der Wagen Halt. Seine Insaffen begaben sich Hausbesiker aber und sie haben alle Phantasie werden in ein benachbartes Kellerlokal, um die troden gewordenen Kehlen in dem düsteren Hofe ein einziges Rosenrondell anlegen, auf anzufeuchten. Selbstverständlich nahmen sie auch den Kutscher mit, dem fauliges Gras fümmerlich sein Dasein fristet, und an der aber das wurde ihnen zum Verderben. Pflichteifrige Schußmannsaugen erspähten bald, daß der Wagen unbeaufsichtigt auf der Straße Haustür wird in zierlicher Rundschrift die Anzeige prangen: stand. Der Kutscher wurde aus dem Steller herausgeholt, die jungen Hier find herrliche Gartenwohnungen zu vermieten. Leute begleiteten ihn zu seinem Wagen, und vergnügt stiegen fie Ueber Berliner Verkehrsfragen hat am Mittwochabend Professor Wir schlendern die breite Dorfstraße entlang, wo alte, wieder auf, in der Absicht, die Linden" entlang ihre fidele Fahrt stattliche Linden in fünf Reihen eine prächtige Allee bilden Dr. Blum von der Technischen Hochschule in Hannover in einer gut besuchten Versammlung des Berliner Bezirksvereins deutscher fortzusetzen. Aber da sahen sie sich plöglich von Schußleuten umringt: und lenken dann unsere Schritte nach dem einsamen, idyllischen Ingenieure einen eingehenden Vortrag gehalten, in welchem er sich der Wagen mußte unter polizeilicher Eskorte den Weg zur nächsten Gutspart, wo eine kleine Stirche, die aus Feldsteinen erbaut mit den verschiedensten Verkehrsprojekten beschäftigte. Einen breiten Revierwache nehmen. Das Ende vom Liede war das schon erwähnte ist und aus dem 13. Jahrhundert stammt, ernst und schwer Raum in feinen Darlegungen nahm die Erörterung über die TunnelStrafmandat, das jedem Teilnehmer wegen groben mütig die Jahre verträumt. Von Weiden umtranft, breitet projekte der Großen Berliner Straßenbahn ein, deren Ausführung Unfugs" eine Woche Haft zudiftierte. Eine Woche Saft billiger tut es die Bolizei nicht, wenn sie Wahlrechts- fich in schweigender Ruhe ein See aus, in dessen dunklen er als undurchführbar und schädlich im einzelnen nachwies. Die demonstranten vor sich zu haben glaubt. Spiegel die Strahlen der Mittagssonne blizen. Nur wenn Direktion der Großen Berliner Straßenbahn hatte die Einladung Die vier, die ihre Sache vor die Richter brachten, bestritten in eine leichte Brise über den Garten streicht, kräufelte sich die zu dieser Versammlung abgelehnt, da sie in Rüdficht auf die bevorftehenden Konferenzen im Ministerium der öffentlichen Arbeiten jede der Gerichtsverhandlung, daß sie selber sich an den Hochrufen auf blanke Fläche wie im Unmut und mit gluckfendem öffentliche Erörterung ihrer Entwürfe sich versagen müsse. Es mag ein freies Wahlrecht beteiligt hätten. Auch von den drei als Geräusch verlieren sich die Wellen im dichten, dürren Schilf das auch recht schwer werden. Zeugen vernommenen Schuleuten Erdmann, Martice, Ein Mann füttert die Fische, von denen ab und zu einer Moride tonnte teiner mit Sicherheit sagen, daß diese Hochrufe mit einem munteren Saltomortale auf der Oberfläche gerade von den vier Angeklagten ausgegangen feien. Geschrien erscheint. Und ich, armer Narr, fomme plötzlich zu der An- von Berlin jetzt Besichtigungen städtischer Anstalten durch Reichstagshätten fie aber alle, und besonders dann, wenn sie an einem Schußnahme, daß es doch noch Leute geben muß, die noch auf der die Angeklagten verteidigte, stellte durch Befragung des Zeugen Sonnenschein, Blumenduft und Vogelsang etwas geben. So Erdmann fest, daß die jungen Leute, die ja zunächst gar nicht von wie diefer Park gibt es noch viele, viele auf der Erde, und der Polizei verfolgt worden waren, bei der Suche nach dem Stutscher ihre Besizer müssen sich ganz wohl darin fühlen, ohne als nur deshalb mit zur Wache genommen wurden, weil( wie Erdmann Narren zu gelten. Im Gegenteil, alles neigt sich vor ihnen. fich ausdrückte), verhindert werden sollte, daß es so während jene, die in den engen Höfen wohnen, gut genug weiter gehe". Für das, was sie vorher getan haben sollten, find, immer nur zu arbeiten, ohne genügend Licht und Luft gab's dann das Strafmandat. Womit auch hätten sonst die Schutz- und Sonne zu haben, genießen einige Auserwählte die Bei dem Bau der städtischen Straßenbahnlinie Baltenplat- Wattfah der Staatsanwalt als erwiefen an. Daß gerade diese vier Herrlichkeiten dieser Erde in vollen Zügen und überlassen die Straße ist jetzt mit der Legung der Stromzuführungskabel begonnen Die Hochrufe auf ein freies Wahlrecht ausgestoßen hätten, stehe nicht fabelhaften Genüsse im Himmel jenen, die nun einmal nicht der Querdrähte in Angriff, genommen, so daß gleichzeitig mit den worden. Gleichzeitig ist die Aufstellung der Masten und Anbringung feft; aber auch sie hätten in bewußter Uebereinstimmung mit jenen alle werden. Wann endlich wird das gesamte Proletariat Gleisanlagen auch die Streckenarbeiten beendet werden. Die Schienen Hochrufern gehandelt. Der Zusammenhang mit den Wahl- diese göttliche" Weltordnung einer gründlichen Revision der städtischen Straßenbahn werden nicht wie bei anderen derartigen rechtsdemonstrationen gebe schon hervor aus der Absicht, durch die unterziehen? Bahnstrecken durch Sperrstangen gehalten, sondern sind auf EisenHochrufe gerade immer die Schugleute zu ärgern. Die öffentliche schwellen aufgelegt, die in einer Riesbettung ruhen. Man glaubt, Ordnung sei hierdurch in gemeingefährlicher Weise gestört worden, daß durch diese Einrichtung das Pflaster den Stößen bei dem das erfordere eine noch höhere Strafe, er beantrage zwei Der Ring der Steinfegmeister von Berlin und Umgegend Hat Betriebe besseren Widerstand leistet und nicht neben den Schienen Wochen Haft. Der Verteidiger Rechtsanwalt Lieb sein erstes Geschäftsjahr beendet. Die Beteiligten sind mit dem beschädigt wird. necht führte aus, von„ grobem Unfug" tönne feine Rede fein, Abschluß zufrieden; und sie haben Grund dazu! Der Zweck des Sommerschalter für den Fahrkartenverkauf werden jetzt auch auf das Publikum habe sich nicht beunruhigt gefühlt, höchstens vielleicht Ringes: die Preise um etwa 50 Broz. in die Höhe zu treiben, durch den Stadtbahnhöfen in Berlin, soweit es die Räumlichkeiten gedie Sajugleute. Aber deren Empfinden sei nicht maßgebend. Wegen des Lärms könne doch nicht Haftstrafe verhängt werden. Wie weit ausschluß der gegenseitigen Konkurrenz und sonstige Abmachungen, statten, angelegt. So ist am Bahnhof Friedrichstraße ein derartiger die Angeklagten sich daran beteiligten, sei nicht nachgewiesen, fie ist erreicht. Die Ringunternehmer arbeiten nach folgendem Plan: Sommerschalter, der lediglich zur Abfertigung des Ausflüglerverkehrs feien daher freizusprechen. Die Beobachtungen der Beamten feien Bor jeder Submission auf Pflasterarbeiten werden die Ringmitglieder bestimmt ist, neben dem Stadtbahneingang an der Zufahrtsstraße zum Fernbahnhof erbaut worden. unsicher, sie seien gespigt gewesen auf Wahlrechts zu einer natürlich streng bertraulichen Versammlung zusammendemonstranten, mir deshalb feien fie schließlich eingeschritten. berufen. Hier wird zunächst ausgefnobelt", wer die betreffende Das Gericht entschied: die Angeklagten feien überführt des Arbeit ausführen soll. Nach den Sagungen des Ringes hat dabei verursachte gestern früh um 10 Uhr eine unbeschreibliche Aufregung groben Unfugs, des rubestörenden Lärms, der Er- jedes Mitglied Anspruch auf Berücksichtigung, d. h. es soll der in der Koloniestr. 82. Gellende Hülferufe alarmierten um diese regung eines Auflauf 3. Sie feien mitverantwortlich für Reihe nach gehen". Bei ganz großen Arbeiten kommen natürlich die Hochrufe auf das freie Bahlrecht, die aus ihrem Wagen ge- auch nur große, tapitalkräftige Firmen in Betracht; während Zeit das gesamte Haus. Alle Hausbewohner eilten herbei. In der tommen feien. Da aber nicht feſtgeſtellt fei, wer biefe be- Küche der Frau Wölfel lag diese vor der Kochmaschine und brannte auf fleinere Arbeiten angewiesen fonders aufreizenden Rufe" ausgestoßen habe, so sei die kleinen Unternehmer nur auf eine Gelb( trafe bon fünf Mark( eventuell 1 Tag find. Abweichungen von diesen Normalien find aber oft vor wehr, die den Brand, der auch den Fußboden ergriffen hatte, löschte, lichterloh. Man erstickte die Flammen und benachrichtigte die FeuerGeldstrafe gekommen. Die schon vorhandenen Beziehungen zu den aus. Die schwerverlegte, bewußtlose Frau Wölfel, eine Mutter im Alter schreibenden Behörden, Bekanntschaften mit den in Frage kommenden Die schwerverlegte, bewußtlose Frau Wölfel, eine Mutter im Alter Baubeamten spielen bei der Zuteilung der Arbeit fast immer eine bon 48 Jahren, wurde von der Wehr nach dem Paul Gerhardt- Stift in der Müllerstraße gebracht. Sie hatte Brandwunden am gewisse Rolle. Bei solchen Rennen gibt es heiße Stämpfe um die Kopfe, den Händen und beiden Beinen bis zum Unterleib erlitten. Beute; oft hat sogar das Los die Entscheidung bringen müssen. Der Unternehmer, dem eine Arbeit zugesprochen ist, gibt die Preise bekannt, die er feiner Offerte zugrunde gelegt hat, und alle anderen Ringgenoffen, die sich an der Submission beteiligen, müssen vertraglich höhere Preise einfegen. Zur Sicherheit dafür, daß das auch geschieht, haben die Ringmitglieder Sicherheitswechsel hinterlegt. Derjenige Unternehmer, der zur Ausführung der Arbeiten be- in Flammen. Wann wird mit der Unfitte, Petroleum zum Feuerstimmt wird und diese auf Grund der abgegebenen Offerte auch er- anmachen zu benutzen, gebrochen? hält, zahlt an die Ringfasse 10 Proz. des Bruttobetrages. Bei Rangiererlos. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich vorgestern engeren Submissionen, bei denen nur einige Unternehmer von den abend auf dem Anhalter Bahnhof zugetragen. Der 35 Jahre alte Ueberschreitet man den weiten, grünen Rafenteppich, der betreffenden Behörden zur Einreichung von Offerten aufgefordert Rangierer Friedrich Lözel aus der Yorfstr. 78 hatte beim Zusammendas Tempelhofer Feld überzieht, wo die Söhne des Voltes werden, gelangen außerdem noch Entschädigungen" an die zurück- stellen eines Buges die Wagen aneinander zu toppeln. Als er einen systematisch auf den Brudermord abgerichtet werden, so ge- tretenden Unternehmer zur Berteilung. der Waggons an die Maschine ankoppeln wollte, stolperte er über wahrt man schon in einiger Entferming hochaufragende, Von den von jeder Arbeit an die Ringtaffe gezahlten Beiträgen das Gleis hinweg und stürzte zu Boden. Das linke Bein tam auf qualmende Schlote, die Wahrzeichen des nimmer rastenden werden zunächst die Verwaltungskosten gedeckt, darunter für zwei herangefahren und die Räder der Maichine gingen dem Bedauerns das Nebengleis zu liegen. In diesem Alagenblick kam ein Zug Kapitalismus, zu deren Füßen massige Fabrikgebäude sich Geschäftsführer 23 000 m. Gehalt. Der am Jahresschluß vorwerten über den Oberschenkel hinweg. Der letztere wurde vollweit ausdehnen. Daneben schlängeln sich die Gleise der handene Ueberschuß wird prozentualiter an die Ringgenossen verteilt. ständig zermalmt. In einem Krantenwagen wurde der Verunglückte Stadtbahn hin und von Zeit zu Zeit fauft donnernd und Diese Verteilung soll nun erfolgen. Daß die Ringmitglieder Grund nach dem Elifabeth- Krankenhause gebracht. Der Zustand ist recht polternd ein langer Zug den Bahndamm entlang. haben, zufrieden zu sein, geht schon daraus hervor, daß ein Stein bedenklich, da 2. starke Blutverluste gehabt hat. mann vorüberfuhren. Rechtsanwalt Theodor Liebknecht, Haft) erkannt worden. Partei- Angelegenheiten. Französisch- Buchholz. Der Vorsitzende des Wahlvereins Genoffe Ernst Neumann wohnt von jetzt ab Pantstraße 6, 1 Treppe. Alle Buschriften find an obige Adresse zu richten. Berliner Nachrichten. Bei uns in Tempelhof. " Ernte der Ringunternehmer. " aller Parteien des Reichstags folgend, veranstaltet der Magistrat Abgeordnete auf Besuch städtischer Anstalten. Einer Anregung abgeordnete. Es find fieben Führungen geplant: Die erste durch das Birchow- Krantenhaus fand vorgestern statt. Abgeordnete aller Fraktionen beteiligten sich und äußerten zum Teil ihre Begeisterung über die schönen und hygienischen Einrichtungen des Krankenhauses. Gestern wurde, wie berichtet, der Vieh- und Schlachthof besichtigt. Schulen, Rieselgüter und die Frrenanstalt in Buch. Es folgen das städtische Obdach, einige Säuglingsfürsorgeanstalten, Ein schreckliches Brandunglück Ihr Zustand war sehr bedenklich. Das Unglück war durch die eigene unvorsichtigkeit der Verletzten entstanden. Sie hatte das Feuer in Diefes explodierte in der Flasche, der Inhalt übergoß sich auf die der Kochmaschine anfachen wollen und dazu Petroleum benutzt. Kleiber und den Fußboden und im Nu standen die Kleider der Frau Eine gefahrbolle Luftballonlandung hatten vier Mitglieder des 1 Durch die Behördlichen Schilanen find nun auch die Mitglieder-, 18735 000 Mart, 1906 19 798 000 Mart; 1907 20 206 000 Mark Jufolge Berliner Luftschiffervereins bei Eberswalde zu bestehen. In der die sich bisher nicht sonderlich um Barteiangelegenheiten gefümmert, und wird für 1908 auf 20 282 000 Mart geschätzt. Jahre Nähe des Riebnigsees war der Ballon Helmholz", der in Berlin auf die Sozialdemokratie hingewiesen und hoffentlich zu wackeren der Wertsteigerung der Grundstücke innerhalb dreier aufgestiegen war, niedergegangen. Als er sich dem Erdboden dicht Mitkämpfern gemacht worden. Der nächste Bundestag dieser Orga um 11%, Millionen Mark ist der Steuerzuschlag zur Grund- und genähert hatte, sprang einer der Insassen sofort aus der Gondel nisation findet Pfingsten dieses Jahres in Berlin statt. Die aus- Gebäudesteuer vollauf gerechtfertigt. Wenn auch die Spekulation heraus und auch die anderen drei Personen wollten folgen. Mit gezeichneten Kassenverhältnisse gestatten es, daß den Mitgliedern etwas nachgelassen hat, so konnte dennoch wie im Vorjahre auch für 1908 die Umsatzsteuer mit 15 000 M. in Anfaz gebracht werden. großer Schnelligkeit stieg der Ballon jedoch im nächsten Augenblick neue Vorteile geboten werden können. wieder in die Höhe. Am Werbellinsee sentte er sich dann zum Den radfahrenden Arbeitern, soweit sie noch nicht Mitglieder Die lettere wird bei bebauten Grundstücken mit 1 Broz., bei uns ziweiten Male und jetzt blieb er in den Zweigen einer mächtigen des Arbeiter- Radfahrerbundes„ Solidarität" find, kann nur empfohlen bebauten mit 1 Proz. des Verkaufspreises erhoben. Die KreisBirte hängen. Ohne irgend welchen Schaden zu nehmen, fonnten werden, sich dieser Vereinigung anzuschließen. die Jusassen aus der Gondel herausspringen. Der Ballon konnte nur mit schtverer Mühe aus den Zweigen herausgeschafft und geborgen werden. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. steuer stellt sich für dieses Jahr auf 25 Broz. der Gemeinde Steuer; es müssen demnach 18 000 Mark an den Kreis abgeführt werden. Von den größeren Ausgabenposten im Etat find hervorzuheben: Für Kirchen- und Schulwesen 48 000 Mark, hiervon entfallen auf 12 Lehrkräfte 31 000 m.; für Straßenbauwesen und Reinigung 22 500 M.; für Beleuchtung 11 000 M. Die elektrische Straßenbeleuchtung, die infolge Vertrages mit der Elektrizitätsgesellschaft noch bis November 1909 beibehalten werden Ueber ein schweres Unglüd meldet der Polizeibericht: Am Mittwoch gegen 6 Uhr früh wurde der Arbeiter Kaiton Motikar aus Zitowa in Galizien, in Weißensee wohnhaft, vor dem Grundstück Greifswalder Straße 196 in dem im Bau befindlichen städtischen Kanalbauschacht von herabfallenden Erdmassen zu Tode gequetscht. Die Gewerkschaftskommiffion beschäftigte sich in ihrer legten muß, wird nach Ablauf dieses Zeitpunktes durch Gasbeleuchtung Die Delegierten erklärten fich erfekt werden, da lettere fich rentabler gestalten und die Beleuchtung Motitar hatte mit zwei anderen Arbeitern für einen Dampffran Sigung mit der Feier des 1. Mai. und der Berliner eine bessere sein soll. die Hebekäften zu füllen. Zu diesem Zwecke gruben sie die Erd- mit den Beschlüssen des Aktionsausschusses wände von unten ab, wodurch diese unterhöhlt wurden. Er kam Gewerkschaftskommission einverstanden und beschlossen, eine Vor- Hohen- Schönhausen. einer solchen Stelle zu nahe, als die überstehende Erde abrutschte mittagsversammlung in Obsts Festsälen abzuhalten. Die NachmittagsAn Stelle des nichtbestätigten Genossen Thiele zur Schul und ihn verschüttete. Man befreite ihn zwar sogleich wieder von festlichkeit findet in der Schloßbrauerei statt. Hierauf wurde eine den Erdmassen und rief einen Arzt herbei, doch fonnte nur der Auskunftstelle zu errichten beschlossen, um Ratsuchenden in allen deputation wählte die Gemeindevertretung den bürgerlichen Gemeindeverordneten Tita in dieselbe. Der Aufforderung unseres Genossen, Die Leiche ist dem Schauhauſe überwiesen Fragen des gewerblichen Rechts sowie der Versicherungsgesetz der Regierung Rückgrat zu zeigen und den Vorschlag zu erneuern, Tod festgestellt werden. gebung unentgeltliche Auskunft zu erteilen. Die Auskunfterteilung worden. damit auch die arbeitende Bevölkerung einen Vertreter in der SchulTreppen. ein Mitglied zu wenig gewählt war, so wählte die Gemeindes dem Verdacht, zahlreiche Sittlichkeitsverbrechen begangen zu haben, Vom Spiel in den Tod. Die neun Jahre alte Schülerin vertretung noch den Gemeindevertreter Eisermann in die Schulin Untersuchungshaft genommen wurde, fördert die Untersuchung immer neues Belastungsmaterial zutage. Es hat sich herausgestellt, Gertrud Schmiedecke aus der Meiningerstr. 12, hat beim Spielen deputation. Hierauf wurde noch eine Petition unterzeichnet, wodaß Riedel den Doftortitel zu Unrecht geführt hat und auch feines- den Tod gefunden. Im Eifer des Spiels rannte sie gegen einen nach der Bahnhof der Industriebahn„ Tegel- Friedrichsfelde", welcher wegs fchriftstellerisch in der Art tätig gewesen ist, daß man von der vorüberfahrenden Speditionswagen und kam zu Fall. Sie stürzte sich auf Hohen- Schönhausener Gebiet befindet, den Namen HohenDie Ver- unter das Handpferd und wurde von diesem durch Huftritte so Schönhausen, Weiße Taube" erhalten soll. Ausübung eines literarischen Berufes sprechen könnte. nehmung der Zeugen vor dem Untersuchungsrichter wird immer schwer verletzt, daß sie nach kurzer Zeit starb. Löwendorf bei Trebbin. umfangreicher, weil auf mehrere Jahre zurückgegriffen werden muß, um das Bild der Vergehen zu vervollständigen, das zur Beurteilung der Persönlichkeit des Angeschuldigten dienen soll. Gegen den Rentner Bittor Riedel, der, wie gemeldet, unter übernimmt Genosse Kosante, Meiningerstraße 8, Seitenflügel deputation habe, kamen die Bürgerlichen nicht nach. Da außerdem Im Hörsaal der Treptow- Sternwarte im Restaurant Benner, Treptower Chauffee 21/22, finden Sonntag, den 5. April, nachmittags 5 Uhr und 7 Uhr, sowie Montag, den 6. April, abends 9 Uhr, öffentliche mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattete Vorträge statt. Das Thema lautet:" Die Bewohnbarkeit der Welten." Mit dem großen Fernrohr wird von 2 Uhr an die Benus, von 7 Uhr an der Mond und von 11 bis 12 Uhr der Jupiter, mit den kleinen Fernrohren Doppelsterne und Sternhaufen gezeigt. Im Apollo- Theater hat die Direktion auch im neuen Monat tpieder für ein neues, eigenartiges Programm Sorge getragen. Schönheit, Kunstfertigkeit, felten gesehene weibliche Kraft und last not least eine neue Operette wetteifern miteinander, das Publikum zu unterhalten. Jm Spezialitätenteil interessiert zunächst Kätchen Loisset mit ihrem drolligen Hund„ Mime". Dieser Vierfüßler entwickelt eine felten zu findende Geduld und Poffierlichkeit als Charakterdarsteller. Beachtung verdienen die unter der künstlerischen eines Münchener Malers. Leitung von Franz Thoma stehenden Darstellung von Frauenschönheiten und modernen Plastiten von Grischa Remond. Ueber eine ausgezeichnete Stimme verfügt Frl. Fina Montjoie, die französische Chansons recht gelungen zu Gehör bringt. Jm Wigeerzählen hat der Wiener Humorist Jofeph Dobl etwas los. Der zweite Teil des Programms brachte ein musikalisches Lustspiel, Dertleine Chevalier" von A. Willmer. zu welchem der Wiener Komponist H. Berté eine hübsche Mufit geschrieben hat. Der Inhalt dieses neuen Singiangs tristalliert sich auf ein kleines Liebesabenteuer, in dem der Herr Marquis feiner jungen Frau den als Mädchen berkleideten Chevalier selbst ins Schlafgemach bringt, damit er bei ihr übernachte. Diese Rolle war der zierlichen, temperamentvollen Mia Werber direkt auf den Leib geschrieben. Ihr Paravent- Liedchen schlug gut ein. Straßensperrung. Die Kleine Alexanderstraße wird bebufs Pflasterung der neuen Weydingerstraße jofort bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Der hiesige Arbeiter- Turnverein begeht am morgigen Sonnabend in Obsts Festsälen, Meiningerstr. 8, sein erstes Stiftungsfest, wozu alle Genossen und Freunde des Turnens eingeladen find. Steglik. Bei der Stichwahl in der zweiten Klasse erhielt unser Kandidat wiederum 9 Stimmen, während auf den Gegner 10 Stimmen ent fielen. Reinickendorf. erfordert Ein wenig erfreuliches Bild bot die Beratung des Etats für Wie unglaublich leichtsinnig zutveilen die herrschenden Klaffen 1908, der mit 5 200 000 W. gegen 3 680 000 M. des Vorjahres ab- mit Leben und Gesundheit der Arbeiter spielen, zeigt die Etatsschließt. Wenn auch die Säße der Zuschläge zur Einkommen- und Eichborn, Hausotter-, Herbst- und Humboldt- Straße Betriebssteuer mit 100 Proz. zur Gewerbesteuer 1. und 2. Klasse beratung in unserer Gemeinde. Der Zustand einzelner Straßen mit 175 Proz. und der 3. und 4. Klasse mit 135 Proz. die gleichen dringende Besserung. Der Bürgermeister empfahl daher eine größere geblieben sind, so muß andererseits berücksichtigt werden, daß zur Summe als die vorgesehenen 8000 Mark für Ausbesserung dieser Balancierung des Etats ein Ueberschuß aus 1907 in Höhe von Straßen in den Etat einzustellen und zur Deckung der Kosten den 80 000 M. berwandt wurde und außerdem dem" Spartopf", e- Buschlag zur Gewerbesteuer für die erſte und zweite Klaſſe auf nannt Ausgleichsfonds, 75 000 M. entnommen wurden. Eine neue 300 Prozent zu erhöhen. Es wäre das insofern gerecht, als der Anleihe von 3 000 000 M. erhöht unsere Schulden auf beinahe 16 000 000 M., bei deren gleichmäßigen Verteilung jeder Ein- schlechte Zustand der Straßen durch die hier in Betracht kommenden wohner 340 M.„ erhalten" würde. Im Jahre 1890 betrugen die Streise, die großen Fabriken und deren schwere Wagen verursacht würde. Letzteren Standpunkt vertraten auch unsere Genossen. Schulden erft 45 M. pro Kopf. Der Schuldendienst erfordert für 1908 die nette Summe von rund 631 000 M. Die Erhöhung der Genosse Prange schilderte die Gefahren, denen der Verkehr in der reissteuern von 25 auf 33 Proz. bringt unserer Gemeinde eine Eichbornstraße ausgesezt ist, und warnte, es nicht erst zu einem Un Lachend riefen ihm da die Herren Mehrausgabe von rund 95 000 M. Der Schuletat erfordert einen glüd kommen zu lassen. Zuschuß von rund 706 000 M., trotzdem das Schulgeld an den Schemmel, Reichhelm und Kühnemann zu:„ Die Gemeinde ist ja Was schadet es auch diese Herren, höheren Schulen nicht unwesentlich erhöht wurde. Für das Feuer- gegen Unfall versichert." löschwesen sind 5000 m. mehr, für Verschönerungszwede 27 000 m. wenn so ein armer Teufel, der mit seinem schweren TrägerIhre auf einem anderen Gebiet. Mit Ent mehr eingestellt. 50 000 M. follen zur Aufbesserung der Lehrer- oder Kohlenwagen umtippt, sich die Knochen zerbricht. gehälter berausgabt werden. Die Armenverwaltung erfordert Interessen liegen schiedenheit wandten fie fich gegen die vorgeschlagene Erhöhung der 18 000 m. mehr wie 1907, die Polizeiverwaltung 104 674 M. gegen Gewerbesteuer, die dann auch zugleich mit der Ausbesserung der 87 164 M. im Vorjahre. Die wirtschaftlichen Unternehmungen Beim Titel„ Drucksachen" beantragten arbeiten im ganzen mit einem kleinen Ueberschuß. Der Buschuß Straßen abgelehnt wurde. zur Grünewaldbahn ist von 35 100 auf 32 000 m. zurückgegangen unsere Genoffen, Arbeiten für die Gemeinde nicht an Mitglieder des und dürfte sich auch weiter von Jahr zu Jahr verkleinern. Das Gemeindevorstandes und der Gemeindevertretung zu vergeben, Riefelgut Klein- Biethen foll 28 500 M. Ueberschuß bringen, während mindestens aber in Submission auszuschreiben. Das war wieder für die neue Badeanstalt ein Zuschuß von 15 500 M. angenommen ein so fürchterlicher Antrag, daß er bei den bürgerlichen Herren lautes Gelächter hervorrief. Diese Drudiachen werden Von der Dreimillionenanleihe sollen verwandt werden: wird. Als unsere Genossen 150 000 M. zu Grundstücksankäufen, 460 000. zur Druckrohr- dem Schöffen Herrn Schemmel ausgeführt. berlegung und Erweiterung der Pumpitation, 400 000 m. als den Antrag begründet hatten, erteilte der Bürgermeister unauf1. Rate zum Bau des Realgymnasiums, 230 000 m. au Gemeinde- gefordert Herrn Schemmel das Wort mit der Bemerkung: Nun, schulbauten, 168 000 M. zu Straßenpflasterungen, 405 000 M. zum err Schemmel, was sagen Sie dazu." Vollständig entrüstet erklärte Bau eines Regenwassertanals, 30 000 M. zur Anlage von Schmuck- dieser: Jch beantrage Uebergang zur Tagesordnung" und so geschah es denn auch. Eine Sensation brachte noch die Schlußabstimmung Dachstuhlbrände ohne Ende. Gestern nachmittag um 2 Uhr stand plätzen uſw. des Etats, der in der ordentlichen Verwaltung mit 2248000 2. der Dachstuhl des Hauses Brunnenstraße 182 in Flammen. Die Westend. und in der außerordentlichen mit 1600000 M. abschließt. Bei der Züge 13 und 14 waren zur Stelle. Bei der Anfahrt der Feuerwehr Ein schwerer Unglüdsfall ereignete sich vorgestern auf einem Abstimmung erhoben sich alle, außer dem Bürgermeister, daran verbildeten die dort aufgestellten Mittelstügen kurze Zeit ein Hindernis Neubau in der Kuno- Fischer- Straße. Der auf diesem befchäftigte mochte auch das freundliche Bureden seiner Freunde nichts zu ändern. für den Verkehr. Derselbe mußte auf der westlichen Seite eingestellt werden, bis die Gefahr vorbei war. Die Feuerwehr gab mit 45jährige Arbeiter Ferdinand Radtke hatte nach der Mittagspause Nur einen Wunsch hatte man ihm nicht erfüllt und das genügte mehreren Schlauchleitungen kräftig Waffer. Zum Angriff wurden das Gerüst in der Höhe der zweiten Etage bestiegen, berlor plöglich ihm, den Etat ganz abzulehnen. zwei große mechanische Leitern benutzt. Es gelang, den Brand auf infolge eines fehltritts das Gleichgewicht und stürzte auf die Straße Potsdam. den Dachstuhl und die Bodenverschläge zu beschränken. Der Brand- Rippenbruch und innere Verlegungen erlitten hatte, wurde nach der hinunter. R., der einen Bruch des rechten Schlüffelbeins, doppelten stifter ist unerkannt entkommen. Unfallstation XVIII in der Kaiser- Friedrich- Straße gebracht und von dort, nachdem ihm ein Verband angelegt worden war, nach dem Krankenhause Westend übergeführt. Ober- Schöneweide. Deutscher Monistenbund. Heute abend 8 Uhr behandelt in den Sophiensälen", Sophienstr. 18, Schriftsteller M. H. Baege das Thema:" Wie ist der Mensch entstanden". Anschließend Diskussion. Eintrittskarten a Person 30 Pf. an der Abendkasse. W Kommunales. von Es anderem mit dem Straßenpflasterungsplan von 1908-1911. Jm Die lebte Stadtverordnetenfihung beschäftigte sich unter diesjährigen Haushaltsplan find hierzu 722 425 M. vorgesehen. Von verschiedenen Stadtverordneten wurde die Verwendung von Gußasphalt bemängelt. Stadtverordneter Bergemann bemerkte, daß an den sich zeigenden Mängeln an den neu hergerichteten Gemeindevertretung. In awei aufeinander folgenden Straßen einen großen Teil Schuld die Unternehmer haben. Wan Der foeben erschienene Jahresbericht des Arbeiter- Radfahrer- Sizungen wurde der Rest des Etats erledigt. Der Gemeinde- müsse den Meistern zurufen, gewissenhafter zu arbeiten; es sei bundes Solidarität ist in mancher Hinsicht interessant. Die mit zuschlag zur Staatseinkommensteuer wurde wie bisher auf taum zu glauben, was alles zusammengepfuscht würde. So habe gliederzahl ist im Jahre 1907 von 57 000 auf 87 000 geftiegen, das 125 Broz. festgesetzt. Eine Petition der Gastwirte auf Aufhebung man z. B. in einer Straße als Unterbettung sog. Bornstedter Kies, Bundesvermögen von 76 000 m. auf 118 000 M. Die Organisation der Biersteuer wurde von unseren Genossen befürwortet, aber ein ganz minderwertiges Material, verwendet. Vom Stadtbaurat bietet den radelnden Arbeitern für ein Eintrittsgeld von 60 Pf. und gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ebenso erging es dem Antrage, die mußte letteres leider zugegeben werden. Weiter bewilligte die den geringen Monatsbeitrag von 20 Pf. eine Reihe von schäzens- schitanöfe Lustbarkeitssteuer aufzuheben. Betreffs der Versammlung einen Betrag von 4000 M. als Beitrag zu den Kosten werten Bergünstigungen. Freistellen für die höhere Schule entspann sich eine aus- des Wettbewerbes für die Erlangung eines Grundplans der BeWir erwähnen, daß insgesamt für 1698 Radunfälle die Summe gedehnte Debatte, in welcher Herr Engel den Standpunkt ver- bauung von Groß- Berlin. bon 34 188,35 m. aus der Bundeskasse gewährt worden ist. Für trat, daß den Kindern minderbemittelter Eltern die höhere Bildung Sterbeunterstügung wurde in 131 Fällen 6550 M. und für Rechts- nicht viel nüßen könnte. Eine Petition der Maschinisten und Arfchutz 4622,40 m. bezahlt. Bon weiteren Einrichtungen des Bundes beiter der Klärstation gab ihm wiederum Gelegenheit, seinen erwähnen wir das monatlich zweimal erscheinende Organ Der Fabrikantenstandpunkt hervorzukehren. Genoffe Grunow sprach Arbeiter- Radfahrer"; derselbe erscheint gegenwärtig in einer Auflage diesem Herrn mit seinem Einkommen das Recht ab, einen StundenAus der Stadtverordneten- Versammlung. bon 100 000 Eremplaren. Ferner tommt, in Betracht, die Lieferung lohn von 60 Pf. als äußerst hoch zu bezeichnen und glatte Abvon Radfahrer- Wegefahrkarten, Führer usw., eine Anleitung zum lehnung zu beantragen. Beschlossen wird, daß die Baukommission Aus dem Ausschuß, der über Maßregeln zur Lin Reigenfahren, die Einkehrstellen usw. Die Bundesmitglieder genießen über die Verhältnisse berichten soll. Eine Petition des liberalen berung der Arbeitslosigkeit zu beraten hatte, ist auch zollfreie Grenzüberschreitung mit Motor- und Fahrrädern Vereins auf Einführung der Frist wahlen für den Landtag wenig mehr als nichts herausgekommen. Gestern nach dem Auslande, es wurden im verflossenen Geschäftsjahre nicht wurde von unseren Genossen unterstützt und angenommen. Die erstattete er den Bericht über seine Untätigkeit. weniger wie 4500 Grenztarten ausgestellt; an gefährlichen Wegstellen Beschlußfassung über die Gültigkeit der Gemeindewahlen führte ist geradezu erstaunlich, wie leicht die Mehrheitsvertreter sich find Warnungstafeln aufgestellt. zu reger Debatte, in welcher eigenartige Ansichten hervortraten. ihre Aufgabe gemacht haben, jenen Antrag der sozialdemo Neuerdings wird dem Genossenschaftswefen im Bunde ein leb Gegen die Wahl unserer Genossen Jakobsen, Muth und Liesegang fratischen Frattion zu erledigen". An den Bericht knüpfte sich haftes Interesse entgegengebracht. Die Genossenschaft Solidarität lagen zwei Einsprüche vor. Die Katholiken glaubten im trüben Fahrradhaus" in Berlin wurde durch ein Darlehn von 10 000 Mart fischen zu können, als sie beantragten, ihre Kandidaten, welche die eine dreistündige Debatte. Sie wurde eröffnet von unserem in den Stand gesetzt, fich erheblich zu vergrößern und Verkaufsstellen zweitmeisten Stimmen erhalten haben, als gewählt zu erklären. Gen. Dupont, der den Nachweis führte, daß der Ausschuß in Berlin, Leipzig, Magdeburg usw. zu errichten. Ihre wohlfeilen Genosse Grunow legte in längeren Ausführungen klar, daß es seine Arbeit von vorn beginnen oder vielmehr überhaupt Fahrräder und Fahrradzubehörteile finden in den Streifen der Bundes- nach der Landgemeindeordnung sehr wohl möglich sei, daß auf erst mit seiner Arbeit beginnen muß. Er zeichnete mitglieder großen Absaz. Grund von Vollmachten seitens Angesessener auch nichtangesessene die Richtlinien für die Wege, die die Stadt Berlin bezüglich Es ist natürlich, daß eine Arbeiterorganisation, welche so nüßlich gewählt werden können, wie es hier geschehen sei. Die Katholiken des Arbeitslosenproblems einzuschlagen hätte, wenn sie auf für ihre Mitglieder wirkt, bei den Behörden nicht gut angeschrieben feien auf dem Holzwege, wenn sie meinten, ihre Kandidaten, welche diesem Gebiete etwas Ernstliches tun will. Da Dupont ift. Maßregelungen wegen der Bundeszugehörigkeit, Lofalabtreibereien, girta 60 Stimmen von 600 abgegebenen erhalten haben, sind nach an den Magistrat einige sehr sehr dringende Anfragen Verbote von Tanzvergnügungen, Umzügen usw. find harmlose Nadel- Kassierung unserer Mandate als gewählt zu betrachten. Der Gestiche, auf welche man im Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität" fein wählte müsse die meisten und zugleich mehr als die Hälfte aller richtete, fo war Stadtrat Fischbeck, der bekannterGewicht mehr legt. Daß eine große Anzahl von Bundesvereinen, besonders abgegebenen Stimmen erhalten haben. Ein Unterschied zwischen maßen für die" Sozialpolitik" des Berliner Stadtfreisinns in Sachsen, zu politischen Vereinen erklärt worden sind und keine gültigen und ungültigen Stimmen wird nach der Landgemeinde- zuständig" ist, genötigt zu antworten. Wenn Herr Fischbeck Minderjährigen( unter 21 Jahren) als Mitglieder aufnehmen dürfen, ordnung überhaupt nicht gemacht. Unsere Partei hat es allerdings redet, dann rechnet unten im Saal und oben auf der Tribüne hat ebenfalls den Vereinen keinen Summer bereitet. Im Gegen in der Hand, wenn sie Bosheitspolitik treiben wollte, die Wahl jedermann darauf, daß es saftig wird". Nach dem legten teil, die Gauvorstände der beiden sächsischen Gaue fonstatieren mit von Angesessenen in der dritten Klasse zu hintertreiben. Bei der Standal scheint er es aber doch für ratsam gehalten zu haben, freudiger Genugtuung, daß gerade die behördlichen Maßregeln zu Abstimmung wurden unsere Mandate für ungültig erklärt. fich mal etwas nüchterner zu geben. Das ist ihm denn auch, dem ungeahnten Anwachsen. des Bundes ungeheuer biel beigetragen Hiergegen wird der Klageweg beschritten werden. wider Erwarten, so ziemlich gelungen; er vermochte diesmal haben. Im Herbst vorigen Jahres holten die sächsischen Behörden Stralau. wenigstens die äußere Form zu wahren. Genosse Dupont endlich zu einem Schlage gegen den Bund selbst aus und wollten die ganze Organisation unter das sächsische Vereinsgefez stellen. Es Der Boranschlag zum Gemeindectat stellt sich für das Jahr 1908/9 war in seinen Ausführungen zu dem Schluß gelangt, daß die war ein Schlag ins Wasser, denn die Bundesleitung verlegte nun ihr in Einnahme und Ausgabe auf 219 000 M. An Steuerzufchlägen Angelegenheit an den Ausschuß zurüdauber. Domizil von Chemnitz nach Offenbach a. M. und die sächsischen Be- werden erhoben: zur Personalsteuer 100 Proz., Betriebssteuer weisen sei. Der dahingehende Antrag, den die sozialhörden hatten das Nachsehen. Es ist natürlich ohne weiteres flar, 100 Broz., Gewerbesteuer 150 Broz. und Grund- und Gebäudesteuer daß der Bund keine öffentliche Tätigkeit in politischer Beziehung ent- 298 Proz. An Stelle der Grund- und Gebäudeſtener tritt die demokratische Fraktion stellte, fand in der Versammlung faltet, wenn auch die Mitglieder als solche selbstverständlich außer sogenannte Grundwertsteuer, welche mit 2,75 vom Tausend des ge- tedners konnte auch ein erheblicher Teil der Freifinnigen sich eine Mehrheit. Den überzeugenden Darlegungen unseres halb der Organisation ihre Pflicht als tlassenbewußte Arbeiter er meinen Wertes erhoben wird. Der Wert der steuerpflichtigen füllen. Liegenschaften und Gebäude des Ortes betrug im Jahre 1905 nicht verschließen, sie wurden unterstügt von Herrn Gold. " schmidt und mehr noch von Herrn Nathan. Ein Versuch, die Debatte auf ein Einzelgebiet hinüberzuspielen, wurde von Herrn Brunzlom gemacht. Genosse Glocke gab diesem Unternehmerführer die verdiente Antwort. Die weitere Debatte brachte feine neuen Gesichtspunkte mehr. Durch die Annahme des Antrages auf 3urück verweisung an den Ausschuß ist noch einmal die Möglichkeit geschaffen, in eine ernstliche Prüfung der Arbeitslosenfrage einzutreten. Wird der Ausschuß es zum zweiten Male dahin kommen lassen, daß die Berliner Arbeiterbevölkerung sich durch den Stadtfreisinn in ihren Er wartungen betrogen sieht? Die Neue Zeit erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch-| Interventionsflage der Frau würden die Sachen aber freigegeben werden. handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3.25 M. pro Jegliches Beweismittel dafür, daß die Frau bereits vor der Che die Sachen Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Boft mur pro Duartal besessen hat, ist zulässig. B. W. 36. Ein solches Institut tennen wir abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Pf. nicht; es würde Privatunterricht erforderlich sein, nach dein Inhalt Ihres Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Briefes ist ein solcher aber nicht mehr erforderlich. Ein bestimmtes Bon der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Examen in dem von Ihnen gewünschten Sinne gibt es nicht. K.. Lübeck. Die Anfechtung des Testaments hat durchaus Aussicht auf ( Stuttgart, Berlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 7 des 18. JahrDer Achtstundentag im Lichte der Braris. Von Henriette Fürth. Erfolg. Gefordert werden könnte das Pflichtteil. Das Pflichtteil besteht in gangs zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Geschichtliche Zeichen. Aus der Hälfte der gesetzlichen Erbportion. 23. R. 1908. Den Brief beder flerifalen Hochburg Aachen. Von Wilhelm Reimes. Eine unglaub- wahren Sie als Beweismittel auf. Die Forderung fann innerhalb dreißig Sächsische Fabritinspektion 1906. II. Jahren noch geltend gemacht werden, ist aber aus dem von Ihnen an liche Gemeinheit. Bon Luise Biez. Bon H. Fl. Frauenrecht und Handelsschulen in Baden. Von m. g. gegebenen Grunde hinfällig. O. 5. 14. Nein. 5. 3. 75. 1. Die Dienstbotenverhältnisse und Hauswirtschaft in Amerika und Deutschland. Schwester ist zur Zahlung verpflichtet, nicht deren Eltern. Die Schwester ( Schluß.) Aus der Bewegung: Von der Agitation. Von den sollte gegen den Vater des Kindes flagen. 2. Ein Viertel bis ein halb des Organisationen. Jahresbericht der Genossinnen von Burg bei Magde- Strankengeldes. 3. Nein. 4. Soviel uus bekannt, ja. 5. Sie können den burg. Die Frauen bei den Wahlrechtsdemonstrationen am 18. März. Antrag nicht mehr rüdgängig machen. W. S. 2. Nein, unbestimmt. Der badische Landesparteitag und die Organisation der Frauen. Bernhard 685. Soviel uns bekannt, nein. C. 3. 20. 1. Ja. 2. Ja. Der Nürnberger Magistrat im Kampfe gegen das Vereinsrecht der 3. Zum Austritt aus der Kirche genügt, daß Sie und Ihre Frau an das Arbeiterinnen. Politische Rundschau. Bon H. B. Gewerkschaftliche Amtsgericht Ihres Wohnortes schreiben: Ich melde hiermit meinen AusRundschau: Eine Konferenz der Tertilarbeiter des linksrheinischen Gaues. tritt aus der( evangelischen, tatholischen) Kirchengemeinschaft an und beArbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. antrage den Austritt aufzunehmen. Innerhalb des 29. bis 42. Tages nach Gewitter. Wie aus Roburg berichtet wird, ging vorgestern Notizenteil: Dienstbotenfrage. abend ein schweres Gewitter, verbunden mit starkem Hagelschlag, Die Gewalt der Herrschenden. Bon J. Gottlieb Fichte. Frauenstimmrecht. Feuilleton: Eingang dieses Antrages erscheinen Sie und Ihre Frau damn ohne Vor Fürsorge für Mutter und Kind. Nähritele. Bon ladung bei dem Amtsgericht und geben dort Ihren Austritt zu gerichtlichem über den südlichen Teil des Herzogtums Koburg und Oberfranken Gottlieb Schnapper- Arndt.( Schluß.) nieder. Der Bliz schlug mehrere Male ein und zündete. In Stein Jungfrauen zu Mannheim um Amnestie, gerichtet an die NationalEingabe deutscher Frauen und Protokoll. feld, Oberfranken, wurde durch einen Blitz der Turm und das Dach versammlung zu Frankfurt. Ein Erinnerungsblatt aus dem Jahre 1848. der Kirche start beschädigt. Jn Staffelstein schlug der Blitz in das Der Sohn. Bon A. R. Stationsgebäude und zerstörte die Telegraphenleitungen und das Läutewerk. Vermischtes. Drei Hinrichtungen. Gestern früh fand, einer Meldung aus Bonn zufolge, im Gefängnishof durch den Scharfrichter GröpelMagdeburg die Hinrichtung der drei Kroaten Baic, Kantar und Beslac statt, die am 19. Juli 1907 die Wirtseheleute Naaf und die bei ihnen wohnende Witwe Lohmar zu Durbusch ermordeten und am 27. Dktober zum Tode verurteilt worden waren. Der jüngste der Verurteilten Sokotowic wurde zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Eine Stadt in Flammen. Nach einer Meldung aus Budapest ftehlt die Stadt Sateralja Ujuely in Flammen. Bisher find drei ganze Straßenzüge eingeäschert. Begen des herrschenden Sturmes find die Löscharbeiten so erschwert, daß man für die ganze Stadt * fürchtet. Ingenieur Lemoine, der, wie wir bereits berichteten, in die Angelegenheit der fünstlichen Herstellung von Diamanten verwidelt ist, wurde, nach einer Meldung aus Paris, vom Untersuchungsrichter gegen Kaution in Freiheit gesezt. Ein Bultan- Ausbruch. Ein Telegramm aus San Francisco bejagt: Der Dampfer" Panama" berichtet, daß in der Nähe von San Felipe in Guatemala ein Vultan in Tätigkeit sei. Die Einwohner flüchteten aus der Stadt, da sie überzeugt find, daß diese von der Lava zerstört wird. Eingegangene Druckfchriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 27. Heft des 26. Jahrgangs erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Bürgerliche, und proletarische Presse. Die Bedingungen des erneuten Aufschwungs der russischen Revolution. Bon Th. Dahn. Desterreichische Stolonialpolitik. Bon Sigmund Kaff. Die staatliche Versicherung und die Rettung des neuen Mittelstandes". Bon Paul Lange( Hamburg). Nochmals Marg und die Sklaverei. Bon Karl Kautsky. Literarische Rundschau: Achim v. Winterfeld, Was will die Schulreform? h. sch. Martin Spahn, Das deutsche Zentrum. Von Hermann Wendel. Beit schriftenschau. Bibliographie des Sozialismus. Feuilleton der Neuen Zeit" Nr. 4: Alexander Herzen. Bon F. Mehring. Die Entwidelung des Weltalls. 1. Erde und Welt. Von Anton Bannetoet. Vom Bildungsausschuß: Eine Klaffiferbibliothek für Arbeiter. Bücherschau: Karl Borländer, Geschichte der Philosophie. Heinrich Mann, Zwischen den Rassen, Hermann Thurow, Kinder- Joyllen. Johannes V. Jensen, Das Rad. Rose Blätter: Kant und die neudeutsche Bourgeoisie. BAN BS ( BS BAN BS BARTIN ( B5) ( BS BACHN ( BS) BAN BS BAN ( BS BAN BAGAIN BS BAGHN BS RAF " RAE RAF -Für unsere Mütter und Hausfrauen: Morgen. Von Gottfried Keller.( Gedicht.) Etwas vom Leben. Von Hannah Dorsch, Zürich. II.( Fortsetzung.) Frühzeitiger Frühling. Von Wolfgang Goethe. ( Gedicht.) Neue Literatur zur Hebammenreform. Bon M. Kt. Die Mutter als Erzieherin. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 M. " Ultramontaner Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: Bufuhr start, Geschäft ruhig, Preise unverändert. Bild: Zufuhr ganz gering, Geschäft schleppend, Preise behauptet. Geflügel: Zufuhr in Hühnern über Bedarf, sonst nicht genügend, Geschäft flau, Preise in Hühnern gedrückt, sonst hoch. Fische: Bufuhr etwas reichlicher, Geschäft ziemlich rege, Breise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig. Preise kaum verändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr genügend, Geschäft schleppend, Breise fast unverändert. Witterungsübersicht vom 2. April 1908, morgens 8 Uhr. Stationen Bout Wahren Jacob ist uns soeben die 7. Nummer des 25. Jahrganges zugegangen. Aus ihrem Inhalt erwähnen wir die beiden farbigen Bilder Naturwissenschaftliches Wunder" und" Internationales Bettrüſten", sowie die Illustrationen" Zur polnischen Frage", Der neueste Finanzzauberkünstler"," Aus einer schwäbischen Kleinstadt"," Berichtsverhandlung", akaien"," Der Polizeihund"," Politik auf der Straße", Fatirtanz"," Bekämpfung der Umsturzpartei",„ Der entrüftete Steuerzahler", Sminembe. 760 3 " Hofball" und" Im stillen Ozean". Der tertliche Teil der Nummer bringt die Gedichte Der verwandelte Dernburg",„ Märzgedanken"," Maulforb- amburg 762 5 juftig"," De fäch'sche Wahlreform"," Bom Fidibus zum Weltbrand"," Bor frühling"," Den Leugnern der Klaffenjustiz"," Die Rolle"," Rabbi ben Atiba und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch die Novelle ,, Liebe" von spricht", De Blodörgel"( medlenburgisch),„ Die Verbündeten", Barum?" J. Zehdenicker und die größeren satirischen Feuilletons b. Arnim Schnodderheim an v. Below- Bleitenburg", Goldene Regel für Monarchen", Die Sozialisten" und Moderne Unzurechnungsfähigkeit". Der Preis der 16 Seiten starken Nummer ist 10 Pf. Briefkaften der Redaktion. Berlin 751 N Frantj.a.M. 76723 München 766 Bien Better Stationen Better 2 bedeďt 4 Haparanda 758 2wollenl 4 heiter 4 Petersburg 762 SD 3 bedeckt 4 moltig 3 Scilly 2 Dunst 2 Aberdeen 3 heiter -0 Baris 765 S 755 SS 766 SSW 4 bedeďt 1 moltig 2 bedeckt 3 Schnee 3 Temp. n. C. முல் 761 NB Wetterprognose für Frettag, den 3. April 1908. Bunächst vielfach heiter, am Tage wärmer bei mäßigen südwestlichen inden; später wieder zunehmende Bewölkung und etwa Regen. Berliner Wetterbureau. Wafferstands- Nachrichten der Landesanstalt für Gewässertunde, mitgeteilt vom Berliner Betterbureau.. Wasserstand Memel, Tilfit Bregel, Insterburg Weichsel, Thorn Dder, Ratibor am ſeit 1. 4. 31. 3. cm cm ¹) 5283)+120 327)+63 Basserstand aale, Grochlit avel, Spandau) am 1. 4. 31. 3. cm cm³) 1188+18 147 Rathenow³) 178 Spree, Spremberg) 104 Beeskow 53efer, Münden Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. zweiter Dof, britter Eingang, vier Treppen, Fahrstuhl Geöffnet 7 Uhr wochentäglich abende bon 7 bis 9½ Uhr statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. J. D. A. Völker. Die Kosten tönnen etwa 10 R. betragen. J. D. 35. Verschwägert. H. J. 1. Nur bis Januar. 2. Versuchen Sie es, den gesamten Beitrag in Abrechnung zu bringen, die Praxis ist dagegen. m. P. 17. Der Ausgang einer Klage wäre zweifelhaft. In der länger andauernden Strankheit tann ein berechtigter Entlassungsgrund trog des Vertrages erblidt werden. D. E. 15. Sie könnten Jhre Forderung mit der der Brauerei verbinden. D. gegen B. 1. Ja. 2. Ja; eine Zeitgrenze besteht nicht, amedmäßig ist es, bei der Heirat die Baterschaft anzuerkennen und die Umschreibung des Namens zu beantragen. B. 93. Eine Fortsetzung der Revision wäre unmöglich. Ebenfalls eine erneute Revision. Es fönnte nur Wiederaufnahme in Frage fommen, diese wäre aber nur möglich, wenn Bernteilung des betreffenden Zeugen wegen Falscheides erfolgte. W. K. 50. Die Pfändung ist zulässig. Auf heute um 6 Uhr morgens 534 cm bei geringem Eistreiben.) eisfrei. RAB Tausende Exemplare eigener Erzeugnisse, daher höchste Leistungsfähigkeit. Knaben- Anzüge Norfolk- Anzüge schönste Moden einfacher und luxuriöser Genres 18.- 15.- 12.- 9.- 6.- 5.- 4. Mart Falten- Joppen- Formen. Praktischste Stoffe 18. 14.- 12.- 10.- 9.- 8.- 7.BS BAGAN Strossen Frankfurt arthe, Schrimm Nee, Bordamm Ibe, Leitmeriz 77777777 1771 288-10 190 +2 175 <-6 186 181 31+11 112 Minden 102 Landsberg 165 -13 Rhein, Marimiliansau 372 80 61 Kaub 176 +8 Köln Redar, Heilbronn Main, Wertheim Motel, Trier 98 177 Fall, Dresden C 49+5 234 Barby Magdeburg 201 1)+ Bedeutet Buchs, 3) Unterpegel, Eisgang; BS ( BS) RAE BACHIN H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 BS RAE ( BS) BAGAN BS BAGAN BS BAGAN BS 50 6 Mark BS Pyjacks, Pelerinen, Paletots und Ulster, in überraschend großer Auswahl, zu niedrigen Preisen. Baer Sohn Chausseestraße 29-30 11 Brückenstraße 11 Gr. Frankfurter Str. 20. Die Kataloge Nr. 34( Moden 1908) und Nr. 33( Livréen) kostenlos und portofrei. BS RAE BAS BAN BS BAN BS BS BADAN ( BS) Heute und morgen: Billige Lebensmittel- Preise. Räucher- Lachs 60 P Elsbelne.. Pfd. PL Echte Kiel. Sprotten. 20 P. Spitzbeine Pr. 40 Pr. Zwiebelleberwurst P. 48. Prd. 25 P. Prima Blutwurst. P. 50 Pr. do, Kiste ca. 8 Pre 1.20 Dickbeine Pr. 55 P. Landleberwurst ..Pra. 85. Pfd. o la Sprott- Bucklinge. 15. Pa. Pökelrippen Pr. 60. Prima Jagdwurst. PM. 88 P. Pfd. Prima Cassier Rippespeer Ptd. 70 P.| Feiner Eier- Cognac Flasche 95 Pf. Prima Suppenhühner..... 1.75 Feiner alter Portwein/ Flasche 95 Pf. Prima Bratenschmalz Pf. 53 Pr. Hochfeine Tafelbutter. Pfd. 1.20 Melange- Marmelade& Pfd.- Elmer 95 P Dose Pa. Schnittbohnen 2 prd- 26 Pf. Gemischtes Gemüse 2 P- 55Dose Pf. Pf. Cognac ,, Mercier la Roche". 98 PT. Prima Apfelsinen.. 10 Stack 28 PE Prima Citronen. 3 Stück 10 Pt. Prima Mirabellen Erbsen und Karotten 2 P- 50 Dose In Schelben 2 Pfd.- Dose pr. 2 Pfd.- Dose 63 P. Junger Kohlrabi- 26 Pr. Während der ,, Wohlfellen Woche": Ausserordentlich preiswerte Gelegenheitsposten u. Doppelte Rabatt- Marken mit Ausnahme von Lebensmitteln und élniger anderer Artikel. Jch hab's! Urbin Bester Schuh- Putz In Dosen zu 10, 20 und 25 Pf. überall erhältlich. Fabrik: Urban& Lemm, Charlottenburg. Inh. Adolf Kohl !!! Ev. Ohne Anzahlung!!! Herren- Anzüge, Sommer- Paletots, u.andere Gebrauchsgegenstände. 50 1762L Pf. wöchent lich an. Kohl& Reimann, Tresckowstr. 14, II. Direkt am Wörther Platz. !! Bitte genau auf Hausnummer 14 zu achten!! Jenensia- Räder! Mod. I 10 Jahre Garantie! ☐ Adler= Räder! 2428L* I. Teilzahlung! Phänomen= Räder! Groskurths Social- Räder von M. 56.- an! Auswahl in gebrauchten Rädern! Motorzweiräder! Fahrradzubehör spottbillig! R. Groskurth, Berlin C., Münzstraße 23. JOSETTI JUNO Cigaretten. Cigaretten gerade so gut" Kosten das doppelte und mehr Josellis te 10 St. für 20 Pfg. „ Berliner ArbefferRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeitev Radfahrer- Lundes Solidarität. Touren zum Sonntag, den 5. pril: 1. Abt. früh 7, Uhr: Dra'sienburg. 2 Uhr: Hermsdorf. Start: Bülowftraße 58. 2. Abt. früh 7%, Uhr: Lutenwalde. Nachm. 1%, Uhr: Teltow. Start: Fontane- Bromenade. 3. Abt. 1, Uhr: Hakenfelde( Boltsgarten). Start: Mariannen plak. 4. Abt. 2, Uhr: Karlshorst( Fürstenbad). Start: Kustriner Plas. 5. Abt. 9 1hr: Biesenthal 1 Uhr: Bernau( Waldlater). Starts Elysium. 6. Abt. 8 Uhr: Nauen. 1 Uhr: Fallenhagen. Start: Oderberger Straße 28. 7. Abt. 10 Uhr: Wannsee. 1 Uhr: Zehlendorf( Mied). Start: Grenz ftraße 21. Start: 8. Abt. 1 Uhr: Teltow. Oldenburger Straße 32. 9. Abt. 1 Uhr: Budo bei Brit ( Klein). Start: Schilling, 15/16. 10. Abt. 1%, Uhr: Schöneiche. Start: Kasino- Theater. Pantow- Schönhaufen fub 6%, Uhr: Liepnisfee. Start: Mütenstr. 67. Agitationskommission früh 6 Uhr an den Abt.- Starts. Bei fchlechtem Wetter 8 Tage[ påter. Freitag, ben 10. April, abends 8 Uhr: Auferorden. Generalverfammlung in den Arminhallen, Kommandantenstraße 58/59. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Rich. 2oldt über: Große Tage aus der Berliner Bartelbewegung. Anträge und Verschiedenes. 11/5 Um zahlreiches und pünktliches Ers fcheinen ersucht Der Borstand. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Kleine Anzeigen ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Pfandleihhaus! Hermannplatz 6. Miche, gefiebte, für Rabit. und Pfänderverkauf! Gardinenverlauf! Einschalwände billig. Staaferafde hat Staunend billige Herrenanzüge! billig abzugeben. Amt Rigdorf 1069. Sommerpaletots! Restbestände diesHalbrenner, Brennabor, 35, jähriger eleganter Winterpaletots! Frau Stipphaut, Brunnenstraße 14, Teppiche mit Farbenfeblern Fabril. Extrabilliger Bettenverkauf! Wäsche of I. niederlage Große Frankfurterstraße 9, verlauf! barterre. fein Laden. Mauerhoff. Borwärtsleser 6 Prozent Stabatt.[+27 Gardinenhaus Großerantiurter ftraße 9, parterre. Kein Laden. Mauerhoff. +27 Stevybeden billight Febrit Große Frankfurterstraße 9, parterre.+27 10,00, Dedbett, Unterbett, Stiffen, rotrofa Inlett. Pfandleihe Andreas ftraße 38. 3468+ Landbett, zwei Dedbetten, zwei Stiffen, weifchläfrig 18,00, große Lafen 1,00, Pfandleihe tindreas ftraße 38. 3478+ Steppdeden! Plüschtischbeden! Teppichberlauf! Uhrenverkauf! Stettenverlauf! Ringeverlauf! Schmud fachen! Nähmaschinen! Sonntags ebenfalls geöffnet. Brenuaborrad, gut erhalten, 35,00. Damenrab 45,00 Große Frant. furterstraße 14, Quergebäude Steller. Monatsanzüge und Sommer. paletots von 5 Mart sowie olen Don 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Frads von 2,50, fowie für forpulente Figuren Neue Garderobe zu ftaunend billigen Preisen, aus Biandleiben Plüschportieren. Borwärtslefer erhalten trok spottbilliger Inventur. breise 5 Proz. Extrarabatt. Thomas, Oranienstraße 160, Dranienplatz. Baureife Vorortparzelle, fleine straße 21. Anzahlung, verkauft Crahé, Bernauer +108 Anzüge, Baletots, zurüdgebliebene Maßfachen spottbillig. Bluhm u. Co., Friedrichstraße 212 L. Kein Laden! Krautstraße 50 billige Möbel, Spiegel, Bolfterwaren, toer im Möbel fpeicher Strautstraße 50 fauft, fpart viel Geld, weil kein Laden, nur im abrilgebäude; großartige Auswahl. Bettstelle, Matrage billig Melchior 122/14 ftraße 14, II. Wollen Sie wirklich eine reelle Die Beleidigung, die ich im März gegen Herrn Dito Bahr ausgesprochen habe, nehme hierdurch zurüd." Gustav Schröder, Jägerstraße 12. 12126 Vermietungen. Wohnungen. Sofort zu vermieten Stube, Südje, Sebastianstraße 85, born IV. Bettstellen, fienen, nußbaumpoliert, mit Matragen spottbillig. Stahlen, Stallschreiberstraße 43.[ 5488 Möbelverkauf Neue Königstraße 29, nahe Alexanderplat, stehen billige 5648ohnungseinrichtungen, auch einzelne Möbel billig zum Verkauf: Geschnigtes Rußbaumbüfett 120 Mart, Ausziehbertito 28, Kommode, Baschtoilette, gut und trotzdem preiswert laufen, so tisch 17, Muschelkleiderfpind, Muschel Elmichtung oder einzelnes Möbelstüd Bettstelle mit Matraße 20, Muschel muß man zu Hasemanns Möbel fpiegel 12, Herrenschreibtisch 50, fpeicher hingehen! Einrichtung mit Bücherspind, Antleideschrank 80, Gar- moderner Küche zusammen 250 Wart! 24 derobenspiad 38, Säulentrumeau 36, Bin billiger als fast alle Möbel Muschelbettstellen, fomplett 39, mo- händler. Durch größere Abschlüffe Zimmer. derne Küchenmöbel. Federbetten, meiner Lieferanten bin ich imftande, Stand 20. Bierzugtisch, Lederstühle. Möbel bis 30 Prozent billiger zu Möbliertes Bisumer Utrechter+29 Gardinen werden wegen Erb. Gebe auch Möbel auf Teilzahlung verlaufen, als die Möbel regular ftraße 23, Frau Ben. 121/19 foften! Einrichtung 250-1500 Mart! fchaftsregulierung und Auflösung des Transport frei. Verkaufe Möbel ganze Birt Große Auswahl! Besichtigung in 5 Schlafstellen. Geschäfts unter Preis ausverkauft. Salon, 5769 Spelfezimmer, am Grüner Beg 80, parterre. verfallene Sachen lauft man fchaften spottbillig. Arnbt, Grüner Etagen. Littauer: Nähmaschinen ohne An- weg 72. +26 perrenzimmer, Schlafzimmer in jeder Freundliche Schlafstelle für zwei billigften bei Rag. Muladitraße 14. Bauerndeckbett, Unterbett, gwei Preislage! Transport frei. Loth Herren bei Kupke, Gartenstraße 89, Teilzahlung 0,50 wöchentlich. zahlung, wöchentlich 1,00, gebrauchte Billige Möbel aus Konkurssachen ringerstraße 26, Schönhauser Tor! Duergebäude IV. +70 Riffen 27,00, große Freischwinger, Regulatore 9,00. fandleihe Andreas: Teppiche, Bortieren, Läuferstoffe, Gar- pottbillig, Bienerstraße 1-6, und Gelegenheitstäufen offeriere einen Geöffnet 8-8, Gonntag 8-2. 12115 Schlafftelle fofort für Herren. Boften Möbel ausnahmsweise( pottftrage 38. Fahrgeld wird vergütet.* dinen, Steppdecken, Tischdecken, Band- haueritraße 67. Im Möbellaufhaus Stopenider Schwerma, Marienburgerstraße 10, und Taschenuhren, Bilder, Spiegel, Damenhemden, Herzfaffon, mit billig: Elegante Kleiderschränke, straße 29, direkt an der Stopenider Hof H. +51 Betten, Bettwäsche, Gastronen, geftidter Bajje 1,25, Herrenhemden1,30, Bertilo 28,-, Sofas 28,-, elegante brüde, ftehen biele WohnungsSchlafftelle zu vermieten. Senk, Senabengarderobe. Bettbezug nebst zwei Stopffisjen 4,75. Garnituren 60.-, Trumeaus 27,- einrichtungen von 150,- an forie tebenwalderstraße 16, vorn. +29 Meisels, Große Frankfurterstraße 57. Normalwäsche, Arbeiterhemden, fo Bettstellen mit guter Matraße 26, einzelne Möbelgegenstände aum Aufsehenerregen verursachen bie pie einzelne Reisemufter spottbillig. Tische 5,-, bunte, komplette Küchen schleunigen Berfaus aus. Außerdem spottbilligen Breise im Deutschen Bäschefabrik Salomonsth, Dirdjen. 35, außerdem ein großer Boften auch viele verliehen gewesene Möbel, Rigdorf, Sägerstraße 63, born I. † 100 Leihhause, Schönhauser Allee 110. ftrage 21, Alexanderplatz. Sonntags hochfeiner, besserer Möbel, Büfette, die weit unterm Wert verkauft 249/7 Großer Pfänderverkauf: Jadett geöffnet. Speisezimmer, Herrenzimmer, Salons, werden, darunter Nußbaum- Kleideranzüge, Gehrodanzüge, Tomplette Schlafzimmer geschnigte pind 24,-, dito Bertito 27,-, Auspaletots, einzelne Hosen, AussteuerMöbel, viele einzelne Lurusmöbel ziehtisch 16,-, Bettstellen mit Matrage Junger Mann fucht möbliertes wäsche, Brautbetten, Vermietungs- Geschäftsverkäufe. unter halben reellen Preisen. Seeligs 19,- Waschtoiletten 20, elegante Bimmer bis 18 art. Dfferten betten, einzelne Bettftüde, entzüdende Zigarrengeschäft, Jahresumsat Lagerspeicher, Elsasserstraße 8, Border Taschensofas staunend binig, Büfetts Borwärts, Laufizer Plaz 14-15. 4285+ Gardinen, Stores, Portieren, Teppiche, sirta 9000 Mile, 700 Mart verkäuflich. baus I. Rein Laden. englische Bettstellen mit Bettvorleger, Steppdecken, Tischdecken, Schrolle, Gozlowskystraße 29. Möbel billig. In meiner feit 1880 Matraße und Steilliffen 40,-, HerrenUhrenverkauf, Bilder, Schmucksachen, 5325 Bigarrengeschäft verkauft Tabat bestehenden Möbelfabril, Gneisenau- schreibtisch 28, moderne Küchen in Bianinos. arbeiter Genossenschaft Rirdorf, straße 15, am Halleschen Tore, stehen allen Farbentonen von 40,- an. Beichielplay 5. +40 viele Wohnungs- Einrichtungen, ber Gefaufte Möbe! tönnen in meinem neue Aus- Speicher tostenlos lagern. Trans. Stehbierhalle, lebhafte Gegend liehen gewesene und im Norden, gute Brotftelle, fofort stattungen zu sehr billigem Bertauf. port frei. Auch Sonntags geöffnet. für 2000 Mart zu verkaufen. Boft. Teilzahlung bei geringer Anzahlung amt 54, B. Z. 101. 12135 gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Fahrräder, Teilzahlungen. Inva libenstraße 20 Staligerstraße 40. 3208* Steppdecken sportbillig. Fabrit Große Frankfurterstraße 60. 29935* Gastronen, Petroleumtronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Louis Böttcher ( selbit): Boghagenerstraße 32( Bahn verbindung Barschauerstraße), Neis nidendorferstraße 116, Schönhauser Allee 80, Potsdamerstraße 81, Rig dorf, Kaiser Friedrichstraße 247. Teppiche!( feblerbaite) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn. Hadeicher Markt 4, Babibot Borie. 264/11 Herrenund SommerLinoleumteppiche, Linoleumreste, Gummischläuche Wachstuchdecken, spottbillig. Jonas, Josephstraße 11 eine Treppe. 1128* Möbel. +40 100, 11775* Verschiedenes. Schlafftelle vermietet Witwe Apel, Mietsgesuche. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stublflechter bittet m Arbeit. Stühle werden abgeholt und gurudgeliefert. ul. Gläser, Mulad ftrage 27. 1468b 0 Pfaubleibhaus, Stüftrinerplay 7, am Grünenweg. Berfallener Pfänder berlauf, spottbilliger GardinenverTauf, Portierenverkauf, Wäscheperfauf, Deckenverkauf, Anzügeverkauf, Uhren100 Harzer Kanarienhähne, Zuchtverkauf, Goldsachen, Silberfachen weibchen, Graupapageien. Stomman Ich liefere gediegene Einrichtungen passende Einsegnungsgeschente. 331st dantenstraße 52, Restaurant. 464K* für 150,- 200,- 300,-, 400,- Mart, Federbetten. Stand 11,00, große Reichgestickte Bortieren, Filstuch hochelegante 500,- bis 10 000 Mart. Besonders empfehlenswert ist der Batentanwalt Beffel. Gitfchiner 16,00, Pfandleibhaus, Stüftrinerplay 7. 3,75, 2olltöper 3,85, Plüsch 7,85, 25558 Tischdecken spottbillig. Dekoration. 332 ganze Plüschsofas, reell gearbeitet, mit große Borrat verliehen gewesener traße 94a Inventur Nur noch furze schönen Bezügen, große Auswahl, Möbel, die noch fast nen und im Lernt die Muttersprache beberrichen! Stellenangebote. serreniahrrad, Dameniahrrad Räumungspreis. Teppichhaus Emil Lefevre, billigst. Stahlen, Stallschreiberstr. 43 I. Breife bedeutend herabgesezt sind. Erfolgreichen, leicht faßlichen Unterricht Gürtler und Former Lehrling wie neu, 45,00. Holz, Blumen Beit. Brautpaar tann billig Möbel seleiderfpind 20,-, Sofa mit Auszug in Wort und Schrift der deutschen stellt ein Karl Millar, Bronzewaren ftraße 36b. 212 Dranienstraße 158. faufen Stallschreiberstraße 43, I links. 30, Bettstelle mit Sprungfeber Sprache erteilt Damen und Herren Fabrit, Berlin, Gogerftraße 20. 432% Heberzählige Herrenanzüge, Inventur- Extralifte Spottbilliger Tüchtigen Einspanner für DampfHerrenpaletots, nur hochfeinste Aus- Artikel gratis. Nur noch turze Zeit. Thieles Speichermöbel nur Brunnen- matraße 23, Muschelspinde, Bertito( feparat) auch abends ein tüchtiger führung, ausverkauft Engrosfabrit Teppichhaus Emil Lefèvre, Dranien- ftrage 182, Gelegenheitstäufe ganzer 34,-, Ruhebett 18,- Säulentrumeau und gewiffenbafter Brivatlebrer. Die Paneelfofa Stunde loftet eine Mart. Eine Unter- Balanziers und Erzenterpreffen vereinzeln zu Engrospreisen. Enorme straße 158. 113 Wohnungseinrichtungen wie einzelner 30,-, Taschendiwan 43, 12086 englische richtsstunde wöchentlich genügt Ge langt 3. Hirschhorn, Köpenickers Möbel, Säulentrumeau, Taschensofas, mit Satteltaschen 73,-, ftraße 149. Geldersparnis. 2-4 gefchloffen. Sonntagsverkauf 12-2. Neue FriedrichHerrenfahrrad, hochschid, feden Muschelbetten, Englischbetten, Muschel. Plüschgarnitur 95,- Muschelbettstelle fällige Angebote find unter G. 4 an Fünf Korbmacher auf Rohrarbeit annehmbaren Preis, Weißenburger- vertito, Teppiche, Buschelschrank 23,-, mit Matrage 36, Schreibtisch 25,- Expedition des Borwärts zu richten. ftraße 37, III. 294/ 5* ftraße 78, born I rechts. 567 Spiegel, Spiegelspinden, Kommoden, geschnitztes Büfett 115,-, englisches Kunststopferei von Frau Kolosty, berlangt Leitloff, Teltowerstraße 31. Botenfrauen finden dauernde Anzüge, Baletots nach Maß. Aus Getaufte Schlachtenfee, Surstraße 8, III. Ia Stoffresten, Monats und nicht Halbrenner, Hochelegant, spott- moderne Küchen, Marmortoiletten, Schlafzimmer, Speisezimmer, beson Ausziehtische, Sofatische und viele ders preiswerte Salons. billig fofort verkäuflich Seleine Franta Wer ein Geschäft taufen oder und sehr lohnende Beschäftigung Meldungen abgeholte Sachen staunend billig. andere Gegenstände spottbillig. 452 Möbel werden fostenfrei aufbewahrt, furterstraße 25 II. durch eigene Gespanne geliefert. verlaufen will, wende fich an Boll( our Wilhelmstraße). Schüßenstraße 24/25. 121/ 18* Maßschneiderei Voß, Brummenstraße 3, Billige Möbel aus Bersteigerungen, Musterbuch gratis. Sonntags von rath u. Co., Elsafferstraße 21, Amt 3a, eine Treppe, am Rosenthalertor. Gastocherhaus!!! Gefchloffene Auflösungen, Schränke, Bertilos 27, 8-10 und 12-2 Uhr geöffnet. 3888 4375. Schulmappen Fabrit auch einzeln, weilochgastocher, Gasbügelapparat, Bettstellen 25,- Taschenfofas 45, Pfandlethe Heinersdorferstraße, Auktionsmöbel, eleganter Schreib- Ede Greifswalderstraße Richard Heller, Schönhauser Allee 177c, 5.00. Gasplätteisen![ pottbillig! Extra- hochelegante Salongarnituren, Büfette, Jm Arbeitsmarkt durch Nähe Brauerei Pfefferberg. 5178 große Spargastocher! 2,00, Bas Trumeaus 33,-, Bücherschränke 58, tifah 28,-, Chaiselongue 18,-, SäulenTyren 1. Bohlauer, Ballnertheater. Schreibtische, Berzugtische, Lederstühle, trumeaus 30,-, Schlafsofa 35,- Gar Leihhaus Merkur, Große Frant befonderen Druck hervorgehobene 500 gebrauchte Fahrräder wegen ftraße 32. 21 88 Stlubfeffel. Leberfofas, bunte Küchen, nitur 40,-, Baneelofa 60,- Kronen, furterstraße 116 I. Hobe Beleihung Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Lagerüberfüllung 5,- 10,-, 15, Nähmaschinen. Bergüte bis 20,00 Stronen, Delgemälde, toloffale Aus- Delgemälde, Teppiche, viele Tausch für Uhren, Goldwaren, Barderoben, Achtung! 20,25,- Günstigste Gelegenheit für Händler, Blandleiher. Machnow, Gämtliche Systeme. Bostkarte. Brauser. legenheitstäufe tompletter Speise- einige gediegene neue Schlafzimmer, Bertgegenstand. wer Teilzahlung fauft oder nachweist, wahl biniger Wirtschaften, feltene es möbel, Büfett, Bücherschrank, Umbaut, Belzwaren, wäsche, Möbel forte jeben Achtung! Prfonaplag 1. 5638* Salons, Wohnzimmer, Speisezimmer, Herren Küchenmöbel Spezialist streicht Klavierarbeiter! Frankfurter Allee 101, Raben. 2970s zimmer, Herrenzimmer, Schlafzimmer, Küchen. Lennert, zimmer, Salon, Küchen spottbillig. Kücheneinrichtung, 15 Mart, in jeder Teppiche. Vorwärtslefer erhalten Gastronen jeder Art für Woh- Lothringerstraße 55. 560Stafch, Grüner Weg 3, Auktions- Holzart an. Bunge, Nigdorf, Kaiser Wegen enormer Lohnabzüge haben frop spottbilliger Inventurpreise 4478+ Friedrichstraße 176. +100 die Stollegen der Fabrit Neufeld 5 Prozent Ertrarabatt. Teppich nungen, Geschäftslotale. Adlerbilligste Verschiedene beffere Möbel billigft annahme. die Arbeit niedergelegt. Wegen Thomas, Oranienstraße 160, Dranien- Bezugsquelle für Installateure und dieser Differenz ist auch der Zwischenplat. 5738( auch gelegentliche) Wiederverkäufer. verfäuflich! Speisezimmer, HerrenBesichtigung erbeten. Baumann, zimmer, Salon, Schlafzimmer, Ledermeisterbetrieb von E. Schlenner, Fahrräder, Spottpreis, verkauft te Satobftraße 125, Spezial- Groß- fofa, Klubjeffel, Gastronen, moderne 4798 Stüche, sirka die Hälfte des Wertes. für Panoptikum auf fofort gesucht. Schriftliche Offerten mit Gehalts- Rigdorf, Pflügerstr. 52, gesperrt. Grabs, Bödikerstraße 12.+104 handlung. 285/14 Zuzug ist streng fernzuhalten! Transport und Aufbewahrung frei. ansprüchen und Zeugnisabschrift an Vereinigung Schulbücher empfiehlt Genossen Gastocher Alte Jakobftraße 125, Lothringerstraße 26, Schönhauser Zor, C. Spieker, Hannover, Renterstraße 9. ber Musikinstrumenten- Arbeiter. Streligerstraße 82. + 70* Spezialhandlung. 480s Aufbewahrungsspetcher. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderet u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, f 5688* 11765 Wachs- Modelleur 1458 +51 5035 •