Nr. 29. Erscheint täglich außer Montags. Breis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichIngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Poft Zeitungs- Preisliste für 1893 unter Nr. 6708. Vorwärts 10. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pig Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprech- Anschlu Ant I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Wie's gemacht wird. " " Freitag, den 3. Februar 1893. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Vom italienischen Panama. 1II. Bergbaulichen Vereins entspricht, wenn es sich über Maß- jeder rechtlich denkende Mensch auf diese Fragen giebt, kann nahmen der örtlichen Behörden in Zeitungskorrespondenzen nicht zweifelhaft sein. In einem Nachwort zu den unglücklichen Bergarbeiter ausläßt" was freilich feine Behörde abhalten wird, doch Mit dieser Antwort ist aber auch das Urtheil über die Ausständen der legten Wochen hat der„ Borwärts" bereits wieder bei der nächsten Festivität dieses bedeutenden" Art und Weise gesprochen, wie's gemacht wird" in den festgestellt, wie sie gelogen haben"- die Baare- und Vereins mit den Mitgliedern desselben in trefflichem Rhein- deutschen Kohlenrevieren. Die Kapitalistentlasse mit ihren Kruppblätter nämlich über die sogenannten Ausschreitungen wein wie in nichtteutschem Champagner anzustoßen. Also nahen und fernen Helfershelfern säet da eine Drachenfaat, der Streifenden. Die Ausschreitungen" waren in der auf direkten Beschluß dieses Zechenvereins hin besorgte der die noch mehr kampfbereite Krieger für die heilige Sache Hauptsache Lug und Trug jener Kapitalistenblätter, die bezahlte Sekretär desselben die Versorgung der großen des Proletariats aus dem Boden wachsen lassen wird, als hier ungefähr dieselbe Rolle spielen, wie der Bismarck'sche Kapitalistenblätter mit Hezartikeln. Und diese Herren sie die alte Sage dem Herkules erstehen läßt. Und dabei Lockspizzel. Inzwischen ist aber noch mehr herausgekommen haben gute Uebung in dergleichen Dingen! Es ist nämlich hat der Kapitalismus längst aufgehört, ein Herkules zu sein! nachdem sie haben zugestehen müssen, daß sie schändlich in Arbeiterkreisen noch viel zu wenig bekannt und sollte logen, ist man auch dahinter gekommen, wo der letzte Sih doch zum ABC der Kenntniß von den rheinisch- westfälischen der Lügenfabrik war und wie das kapitalistische Lockspitzel Buständen gehören: die Herren Dr. Beumer, Bueck und system hinter den Koulissen organisirt wurde. Dr. Reismann, alle diese bezahlten Geschäftsführer der be Ju dem ber- ühmten rheinisch- westfälischen Zechen- tannten großindustriellen Verbände, find ständige Mitverein, im Verein für die bergbaulichen Interessen des arbeiter der Kapitalistenblätter in Westdeutschland, die sich Oberbergamtsbezirks Dortmund", liefen alle Fäden zu- durch ihren rüden Ton gegen die Arbeiter auszeichnen. Dieser jammen. Der Bürgermeister von Essen, ein Herr Zweigert, rüde Ton wird von jenen Herren gemacht, nur in den seltensten Die Krisis war nicht mehr zu vermeiden. Von den Leuten, der von den Unternehmern wegen seiner angeblichen Un- Fällen von den Redaktionen der Baare- und Kruppblätter, die die mit der Bank gemogelt und ihre Fonds- auf dem Wege thätigkeit" gegenüber den Streitenden auf's schärfste an- lediglich den Apportirdienst besorgen. Wo eine Korrespondenz hatten, verfügte der eine Theil über die öffentliche Gewalt, der des ehrlichen Pumps, versteht sich vermöbelt und verjubelt gegriffen wurde, hat die Machenschaften der Zechen in der über Bergarbeiter, Arbeiterschutz- und Koalitionsfragen in andere nicht. Was war flarer als daß, sobald ihnen allen das Effener Stadtverordnetensizung vom 26. Januar in einer der Kölnischen Zeitung" oder der Rheinisch- Westfälischen Messer an die Kehle ging, der erste Theil den zweiten zum Opfer längeren Erklärung bloßgestellt, die von der Rheinisch- Zeitung" auftaucht, da kann man hundert gegen eins brachte Der eine Mitschuldige faßte den erhabenen Entschluß, Westfälischen Zeitung" des Baare wörtlich in gesperrter wetten, daß sie von einem der genannten Unternehmer- am anderen zum Henker zu werden. Ganz wie in Frankreich. Schrift abgedruckt werden muß. Dieses edle Blatt hat sekretäre herstammt, die sich dadurch nebenbei noch ein ganz Auch dort opferten die Rouvier, Floquet, Freycinet und Komes nämlich it a ch der Niederwerfung der Berg- hübsches Stückchen Geld verdienen. Wenn es die Herren pagnie diefelben Lesseps und Fontane, denen sie und leute für gut befunden, den Unschuldigen zu spielen, nach Beweisen gelüftet wir sind bereit, mit solchen vor ihre Helfershelfer oft genug das Meffer an die Kehle, obgleich es in der Streifzeit ebenso schändlich hezte, wie die jedem Richterstuhl zu dienen. Und neben der journalistischen tische Zwecke aus dem Banana herauszuschlagen. gefekt" wie Charles Lesseps fagt, um Fonds für poli " Kölnische Zeitung". Nun dadurch erfährt die Welt Hezarbeit, die Bürgermeister Zweigert mit dankenswerther so opferten Giolitti und Grimaldi ihren Busenfreund Tanlongo, wenigstens die ganze Niedertracht, die im Kohlenrevier Offenheit aufgedeckt hat, geht dann die persönliche Einwirkung nachdem sie und ihre Vorgänger ihm die Bankgelder für ihre während des Ausstandes herrschte. Bürgermeister Zweigert auf die Behörden. Der Dr. Reismann stellt den Bürger- Wahl- und Preßzwecke so lange abgezwadt, bis nichts übrig blieb ftellte also unter der lebhaften Zustimmung der Essener meister von Essen sogar Abends auf der Straße, versucht als der Krach. Und als Grimaldi's Schulden auf die bewußte Stadtverordneten- Bersammlung, und das will doch schon ihn durch anscheinend alarmirende Mittheilungen zur geheimnißvolle Weise abgezahlt, war er es, der am lautesten nach viel heißen, fest, daß der Dortmunder Zechenverein das Verstärkung der Gendarmerie, womöglich durch Militär, zu Tanlongo's Verhaftung schrie. Hauptquartier für den ganzen Verleumdungs- und Lock veranlassen, malt ihm die Lage in den schwärzesten Farben und durch geriebner alter Italiener, fein grüner Neuling in Aber Tanlongo ist ein in allen Wassern gewaschener, durch pizelfeldzug der rheinischen Kapitalistenpresse war. Getretär und als der Bürgermeister kühl und ruhig bleibt, als Schwindel wie Charles Lesseps und die anderen Marionetten, die den dieses Vereins ist der unseren Lesern wohlbekannte Dr. Reis- sich die Grundlosigkeit des Alarms, den der Zechensekretär Panama für die Reinach und Kompagnie machen mußten. Tanlongo mann, ein junger Mann, der einst auf der Universität bei sozialen schlägt, bereits am nächsten Tage erweist, da rächt sich der ist ein frommer Mann, der jeden Morgen um 4 Uhr in die Studien beffere Jdeale kannte, sich dann dem Unternehmer- bezahlte Beauftragte des Unternehmervereins dadurch, daß Messe girg, wo er die Geschäftchen abmachte, deren Träger und verband mit Leib und Seele verkaufte, die Schmähschrift über er den Bürgermeister in der Kölnischen Zeitung" in den Vermittler- blamir' mich nicht, mein liebes Kinder nicht den Durhamer Streit vom vorigen Jahre im Auftrage des Koth zieht. Herr Zweigert hat den diensteifrigen in seinem Bankfomtoir zu sehen wünschte. Tanlongo stand auf vors Vereins schrieb und kürzlich erst den Redakteur der west- Sekretär in seiner Rede kräftig abgefertigt abgefertigt, und trefflichem Fuß mit dem Vatikan, und nach dem für die italienische fälischen„ Bergarbeiter Beitung" zu einer harten Beleidigungs- die rheinisch westfälischen Kapitalistenblätter mit ihm, Polizei unantastbaren Vatikan soll er ein Kästchen in Sicherheit ftrafe verurtheilen ließ, weil dieser ihn ob feiner arbeiter- obgleich ja die Anmaßung der Zechenorgane erst gebracht haben, das diejenigen Dokumente enthält, die ihn sicherstellen gegenüber seinen mächtigen Freunden und Gönnern, diefeindlichen Haltung etwas unsanft angefaßt hatte. Im durch die Haltung der Behörden feit 1889 großgezogen jenigen Dokumente, die er der Justiz nicht voreilig anzuvertrauen Auftrage seines Bechenvereins, der auf eine direkte Anfrage worden ist. Wir aber fragen jeden Unbefangenen, was wünscht. Denn in Italien beim Panamino, wie in Frankreich beim des Bürgermeisters Zweigert den Sekretär nicht von seinen schändlicher ist: wenn es selbst vorkommen sollte, daß Panama, hat man die Justiz stark im Verdacht, daß ihre Haussuchungen Rockschößen zu schütteln wagte, überschwemmte dieser fich ein geknechteter Bergarbeiter im heiligen Feuer für eine manchmal auch dazu dienen, Dokumente nicht ans Tageslicht zu Dr. Reismann die„ Kölnische" und andere Zeitungen mit große, kameradschaftliche Sache zu Drohungen gegen zurück- bringen, sondern ganz verschwinden zu machen. Und Tanlongo feinen provokatorischen Artikeln, die bewirken sollten, gebliebene Kollegen hinreißen läßt, Drohungen, für die er hielt gewisse Aktenstücke, die ihn vertheidigen und den wahren daß möglichst bald im Streitrevier der Säbel haue und im gegebenen Fall mit seiner ganzen Gristenz büßen muß, Sachverhalt klarstellen sollen, für sicher nicht beim italienischen die Flinte schieße". Der hochmögende Zechenverein oder wenn es festgestellt wird, daß ein bezahlter Bechen Untersuchungsrichter, sondern nur im Vatikan. Genug. Kaum hatte das Ministerium den Handel der Banca mußte sich deshalb vom Bürgermeister Zweigert in öffent- sekretär aus sicherem Hinterhalt die Behörden gegen Nazionale zum Abschluß gebracht, wonach die letztere die gelicher Stadtverordneten- Versammlung sagen lassen, daß es die Arbeiter heßt und die legteren als Zeitungsschreiber fammten Attiva und Passiva der Banca Romana übernimmt und nicht der Würde eines Vereins von der Bedeutung des mit Hohn und Schimpf überhäuft?? Die Antwort, die den Aktionären für jede Attie von 1000 Fr. 450 Fr. zahlt Feuilleton. Nachdrud verboten.) [ 5 Die Laufbahn eines Nihilisten. Bon S. Stepniak. Autorisirte Uebersehung. Frei ins Deutsche übertragen von Bertha Braun. 9 Genau Treppe hinaufgenommen. David dankte ihm und gefellte bannungsorte entflohen und wollte sich bleibend im Aussich zu seinen Freunden. Bei solchen Gelegenheiten über- lande niederlassen. nachtete er immer bei Foma, obgleich dort nichts besseres Sein Gefährte Sasepin, ein kräftiger, junger Mann, als ein Feldbett zu haben war. Foma war der lokale einst Unteroffizier im Linienregiment, ein Mitverschworener sotsky", eine Art Dorfpolizist, und seine Hütte hatte den David's, war so ernstlich kompromittirt, daß er von der Borzug vollkommener Sicherheit. Partei, des„ Luftwechsels" halber, nach dem Auslande ges schickt worden war. Sobald David im Zimmer war, prüfte er Alles mit der Aufmerksamkeit eines dienstthuenden Offiziers. Die Fensterläden waren geschlossen, damit die Vorübergehenden " Beeilt Euch, Kinder", sagte David. Ihr müßt heut große Dinge verrichten und Ihr habt keine Zeit zu ver die Fremden drinnen nicht sehen konnten. Das Gepäck, lieren. Ich will das Frühstück vorbereiten." sein eigenes Bündel mit eingeschlossen, war in einer Ede Auf dem Hofe traf er Annie Wulitsch, ein Mädchen Er gedachte wehmüthig der goldenen Zeiten vor sechs aufgehäuft. Seine Gefährten schliefen, von der langen von neunzehn Jahren, das in eine Studentenunruhe unter fieben Jahren, als der Transport über die Grenze Reise ermüdet, auf den Bänken, welche längs den Wänden politischen Charakters verwickelt worden war. Da ihr von fünfundzwanzig, ja selbst fünfzig Rubel per Kopf betrug. Einige hinliefen. Jeder hatte ein Strohkissen und Bettdecken, wie der Polizei ein Auslandspaß verweigert worden war, Thoren hatten sich sogar bis zu hundert verstiegen. David fie der Wirth gerade herbeischaffen konnte. Alles war in willigte David bereitwillig ein, sie bei seiner nächsten hatte dies auf lumpige zehn reduzirt, ohne einen Neben- Ordnung; ein ähnliches Bett war auch für ihn bereit. Expedition über die Grenze mitzunehmen. Er war immer verdienst zuzulassen. Es war allerdings wahr, daß, seitdem Obgleich er sehr müde war, verspürte er doch großen Hunger. gene bereit, Jedem im Nothfalle über die Grenze zu Tavid die Zügel in die Hände genommen hatte, zehnmal Er schnitt sich deshalb eine Scheibe Brot von dem Laid, helfen. so viel„ Gojim" die russische Grenze nach beiden Richtungen welcher auf dem Tische lag, ab, nahm aus seinem Bändel Annie sah nach dem Samowar, den Foma angezündet passirten. Dies war ein kleiner Troft. Aber der gute Mann ein Stück Käse, welches sorgfältig in Papier eingewickelt hatte, und David konnte sich deshalb mit dem Frühstücke bemalte fich unwillkürlich seine Lage aus, wenn der Verkehr war, und versorgte sich wie ein alter Feldsoldat aus seinem schäftigen. Es war so luxuriös, als Foma's Speisekammer so lebhaft wie jetzt und die Tare für den Transport so eigenen Vorrathe. es bieten konnte. Dies galt David als eine Ehrensache. hoch wie früher wäre. Er träumte träumte fich derart in verlockende Zahlen hinein, daß sein Herz zuerst vor Als die Morgensonne durch die Ladenrizen ins Zimmer Für seine eigene Bequemlichkeit sehr wenig besorgt, zeigte er Freude hüpfte und ihm dann vor Kummer in die drang, war David der erste auf den Beinen. Er vervoll- für diejenigen, welche sich unter seiner Obhut befanden, eine ständigte schnell seine Toilette und öffnete die Läden. Seine Sorgfalt, welche manchmal geradezu ergözlich war. Er Schuhe fiel. Indessen hatte David Foma's Haus erreicht, woselbst Gefährten erhoben sich bei seiner fröhlichen Stimme und daß sie gut gefüttert und überhaupt in jeder Beziehung verwachte nicht nur über ihre Sicherheit, sondern trug Sorge, feine Gefährten ihr Nachtlager aufgeschlagen hatten. Der waren gleichfalls bald in Bewegung. sorgt wurden. Besizer öffnete ihm in eigener Person. David fragte nach Ostrogorsky, der ältere, war ein Mann in mittleren Die ersten rothen Sonnenstrahlen schienen durch die feinen Freunden. Alles war wohlauf. Sie hatten, wie er Jahren, dünn und gebeugt und hatte das Aussehen eines winzigen plumpen Fensterscheiben des Hauses und bes angeordnet hatte, zu Abend gegessen und waren jetzt zu vertrockneten, träuflichen Gelehrten. Eines unbedeutenden leuchteten das Gemach und die Gesichter der Reisenden. Bette gegangen. Die Männer schliefen im Vorderzimmer Bergehens halber vor einigen Jahren nach einer abgelegenen David besorgte selbst den Thee. Er hatte immer einen und Foma's Tochter Marina hatte die Dame zu sich die Stadt an der Wolga verbannt, war er von seinem Ver- ziemlichen Vorrath in seinem Bündel, da der Thee aus dem kaum glaubte es dadurch die Namen der politischen Bankschuldner vor der Veröffentlichung gesichert zu haben, so mußte der brave Tamongo dran glauben— nämlich an den Undank, der der Bour- geoispolitik Lohn ist Vom 16. Januar Abends an wurde sein Haus bewacht; am 19. wurde er und der Hauptkassirer Lazzaroui verhaftet. Das kam ihm keineswegs unerwartet. Schon vorher hatte er einem Iiedakteur des„Parlamento" gesagt:„Sie mögen mich mnsteaen, aber sie mögen dann auch bedenken, daß sie eine böse Karte ausspielen... will man mich ftir die Schuld anderer Leute verantwortlich machen, so zwingt man mich, einen Skandal zu machen.... Ruiniren will man mich? Daun werde ich die Namen der Leute vor's Publikum schleppen, die mir .91 1 l l» o n e n über Millionen abverlangt haben. Wie oft habe ich gesagt: ich kann sie nicht geben, ine einzige Antwort war: sie sind nöthig(occommo). Und dafür habe ich Beweise... so geht es immer; je mehr Dienste ich geleistet, desto mehr Fußtritte haben sie mir ins Gesicht gegeben; aber wenn ich falle, dann bin ich rn guter Gesellschaft." �nd als der kranke, alte Mann, den man bis dahin in seinem Palast in Haft gehalten, am 2b. nach dem Gefängniß Regina Coell abgeführt wurde, sagte er dem ihn begleitenden Beamten: „�ch komme, aber ich behalte mir vor, Enthüllungen zu machen," und seiner Familie:„Sie möchten, daß ich im Gefängniß stürbe. aber ich habe noch Kraft genug, um mich zu rächen." Der Mann sieht nicht aus, als wollte er in der öffentlichen Gerichtssitzung zusammenknicken, wie die Pariser Panama- Direktoren, die, statt ihre Ankläger mit den ihnen zur Per- sügung stehenden, zehnfach schwerer belastenden Thatsachen nieder- zuschmeltern. durch Schweigen um ein mildes Urtheil flehen. Glchtbrüchig wie er ist, schildern ihn die Blätter als einen großen knochigen Mann,„einen richtigen Kürassier von siedenzig Jahren." seine ganze Vergangenheit bürgt dafür, daß er weiß, wie nur im heftigsten Kampf, im zähsten Widerstand Rettung für ihn zu finden ist; und so wird wohl eines schönen Morgens die berühmte caszotta d'oro aus dem Vatikan in den Sitzungssaal swandern, und seinen Inhalt aus den Gerichtstisch ausbreiten. Wohl bekomm's! Inzwischen sind am selben 2S. die Kammern wieder eröffnet worden, und der Skandal ist auch dort losgegangen. Giolitti kann seinen 150 nur zurufen. was Rouvier seinen 194 zurief: Hätten wir jenes Geld nicht genommen, so säßen Sie nicht hier. Und so ist es. Und nur dasselve können Crispi und Rudini sagen. Damit aber ist die Sache nicht erledigt. Weitere Enthüllungen müssen folgen, sowohl in der Kammer, wie im Gerichtshof. Der Panamino. wie der Panama, steht erst im Anfang seiner Entwickelung. Und was ist die Moral von der Geschichte? Daß Panama und Panamino und Welsenfonds beweisen, daß die ganze heutige Bonrgcoispolitik, sowohl der angenehme Krakehl der Bonrgeoisparteien unter einander, wie ihr gemeinsamer Wider- stand gegen den Andrang der Arbeiterklasse nicht geführt werden kann ohne kolossale Massen Geld; daß diese Geldmassen verwandt werden für Zwecke, die man nickt öffentlich bekennen darf; und daß die Regierungen, bei dem Geiz der Bourgeois, sick mehr und mehr genöthigl sehen, für diese unsagbaren Zwecke die Mittel auf unsagbaren Wegen beizuschaffen.„Wir nehmen das Geld wo wir es finden", sagte Bismarck, der es wissen muß. Und„w o wir es finden", das haben wir soeben gesehin Dolikischie ItebevlMtk. Berlin, den 2. Februar. Ci» klassenderer Gegensatz läßt sich nicht denken, nls zwischen dem Schauspiel, welches der Deutsche Reichstag, und dem, welches das d e n t s ch e V o l k jetzt darbietet. Das deutsche Volk in seiner ungeheuren Mehrheit von zwei großen Fragen auf's stürmischste be- wegt: dem N o t h st a n d und der M i l i L ä r v o r l a g e — all sein Dichten und Trachten darauf richtend, das Elend der wirthschastlichen Krise abzuwenden und sich der tödtlichen Umarmung des Militarismus zu entziehen. Und die Volksvertretung in philosophischer Beschaulichkeit.bei bc- .schlußunfähigem Hans und vor leeren Bänken, den Noth- stand behaglich leugnend, mit dem Ernst eines Moliere- scheu AerztekollegmmS die Wunderwirkungen der Gold- und Silbmvährung, der Zunftzopf-Pommadc und ähnlicher All- Heilmittel der modernen Cagliostro's diskutirend und allen Ernstes daran denkend, sich in ein Konzil zu vcr- wandeln, das sich eingehend mit den häuslichen und unhäuslichen Einrichtungen des ZukunstSstaats beschäftigt. Der Zentrumskapnziner Bachem die Verdienste und den Verdienst der Richter'schen Spar- Krämerlaben zu theuer und zu schlecht war. Es ging bei kern frugalen Mahle sehr lebhaft her. Alle waren sehr munter und so heiter, wie Leute es gewöhnlich sind, die durch den Reiz der bevorstehenden Gefahr, welcher sie ge- meinsam entgegengehen, erregt sind. Der Gedanke, daß das Uebcrschreiten der Grenze des Zarenreiches irgendwie ein ernstes Geschäft sein müsse, wollte ihnen nicht ans dem Kopse. David versichert« sie, es wäre da» einfachste Ding der Welt. Hunderte von Leuten überschritten heimlich die Grenze, einjach um die Kosten eines Passes zu ersparen. Politische Misjethäter konnten, wenn sie nichts besonderes in ihrem Reicheren hatten, ebenso leicht hmiibertommen, wie sonst jemand. „Dennoch ist ein guter Thcil von ihnen an der Grenze verhastet worden," sagte Annie Wulitsch erröthend. Sie fühlte sich etwas nervös, denn sie war noch nie in einer ähnlichen Lage gewesen. Aber sie war stolz und fürchtete, daß ihre Bemerkung als Zeichen von Furcht aus- gelegt werden könnte. „Ja, das sind sie wohl!" sagte David aufgebracht. „Und durch wessen Schuld, wenn nicht durch ihre eigene. Ein Narr kann sich auch in einem Eimer Wasser ertränken, wenn er den Kopf hineinsteckt." Wie die meisten Menschen von sanguinischem Tem- pcrauiente, war er zu Uebertrcibungen geneigt. Wenn man ihm hätte glauben wollen, so war die Grenze der beste Platz zum Spazieren gehen. Er war wirklich böse auf die Faulpelze, welche die Grenze in einen üblen Ruf brachten und das Publikum mit thörichten Vorstellungen über deren Gefahren nährten. Ihr Gespräch über die Zufälligkeiten beim Ucber- schreiten der Grenze wurde durch Ostrogorsky unterbrochen, welcher zuerst bemerkte, daß der Schmuggler sich verspäte. Dies war richtig, denn bis zehn Uhr hatte Schmnl sich noch nicht eingestellt. David ging nach der Schenke herunter, aber Schmnl traf er nicht an. Ein unerwarteter . Zwischenfall mußte eingetreten sein. Ostrogorsky, ein reiz- karer Mann, begann die Geduld zu vertieren. '„Werden wir hier noch eine Nacht zubringen müssen?" fragte er mit grimmigem Lächeln. Agnes im Deutschen Reichstag zum wirthschastlichen Glaubenssatz erhebend und heiligsprechend, wie das Dogma von der unbefleckten Empfängniß der Maria— kann es etwas Groteskeres geben? Und diese verrückte Kapuzinade in einem Augenblick, wo das deutsche Volk gespannten Blickes nach dem Reichstag schaut, und nur auf das Eine lauert: die Entscheidung in der Militärvorlage. Wahrhaftig, eine tollere Verhöhnung des Parlamentaris- mus und des gesetzgeberischen Berufes der Kapitalisten» Parteien hätte der Zentrumsbourgeois Bachem nicht ans» tisteln können,— und wenn er eine Woche lang mit den grimmigsten Feinden des Parlamentarismus Rath ge- pflogen hätte. Thatsache ist: während die wichtigste Frage, die dem Deutschen Reichstag seit seinem Bestehen aufgedrängt war, der Entscheidung zudrängt, weiß der Deutsche Reichstag nicht, wie er seine Zeit todtschlagen soll, beschäftigt sich mit den nichtigsten Dingeyl und findet sein Vergnügen an Unter- Haltungen, welche die geistigen Bedürfnisse einer Schüler- Verbindung von Quartanern und Quintanern schwerlich be- friedigen würden. Und diese ganz unwürdige Komödie blas weil die Majorität des Reichstags nicht den Muth und die Kraft in sich suhlt, den Willen des deutschen Volkes zu thun und f-ans phrase— ohne Umschreibungen und Redensarten die Militärvorlage. dem.Herrn von Cäpkivi vor die Füße zu werfen! Das deutsche Volk möge sich das merken! Und am Tag des Gerichts möge es zeigen, daß es gelernt, und nichts vergessen hat.— Die Gönner des„kleinen Mannes", als welche Konservative und Zentrum sich aufspielen, welche die Mehr- heit des Reichstages bilden, zeigt sich in ihrem Verhalten bei den Anträgen, die sie als Köder für den Bauernfang im Reichstage, eingebracht haben. Gestern kamen im Reichstag die sozialpolitischen Anträge der Herren Ackermann und seiner Genossen aus der konservativen Partei und dem Zentrum zur Bcrathung. Sie haben die Mehrheit im Reichstage und als es zu einer Abstimmung kam, stellte es sich heraus, daß nur 53 Abgeordnete von jener Mehrheit erschienen waren. Wenn es sich um das Schnapsbrenncr- Geschenk oder um sonstige Liebesgaben für die feudalen und klerikalen Junker handelt, sind die Herren ganz anders am Platze. Herr Ackermann und die Herren vom Zentrum sollten doch ihre Anträge zurück- ziehen, wenn sie nicht einmal ihre intimsten Freunde dazu veranlassen können, ihrer Berathung beizuwohnen. Es wäre interessant, den Auftnthalt der scudalen und klerikalen Freunde des„kleinen Mannes" während jener VerHand- lnngen festzustellen, womöglich photographisch. Der kleine Gewerbetreibende hätte dann ein Bild von der Fürsorge seiner Gönner, die sich mit seiner Lage so ernsthaft be- assen, daß sie während der Rcichstagsverhandlniig in nistiger Zechgesellschaft verweilen.— Bon„Einem nnserer obersten Staatsbeamten" erzählt die„Barmer Zeitung", als ein gut liberales Blatt, ein Geschichtcheii, das diesem einen hervorragenden Anspruch auf einen Narrenorden erster Klafft gewährt. Dieser hohe Staatsbeamte soll ans einer nassauischen Eisenbahnstation das Znsamnienreiscu mit einem Herrn, den er für einen„Juden" ansah, in lebhafter Weise ver- weigert haben, weil sein„Nationalgesühl" das nicht zulasse. Sein Nationalgeftihl hat ihn aber gewiß nie gehindert, den devoten Diener des Fürsten Bismarck, des intimen Freundes des Juden von Blcichröder, zu machen. Ueberdies scheint bei den vielfachen zarten Beziehungen, welche die feudale und bnreaukratische Aristokratie Jahr- zehnte hindurch mit der Plutokratie, gleichviel ob christlichen oder jüdischen, unterhielt, dieses„Nationalgesühl" sehr jungen Datums zu sein. Dem hohen Staatsbeamten jcheint überdies diese Pflege des Nationalgefühls noch etwas Ungewohntes zu sein, und so ist denn nicht der Mißgriff zu verwundern, daß er es„einem unserer höchsten evan- gelisch-kirchlichen Würdenträger" gegenüber, den er für einen Juden hielt, zur Geltung brachte. Dieser anscheinende Jude soll sich mit den Entschuldigungen deS hohen Staatsbeamten nicht einmal zufrieden gegeben haben und will in dieser Sache weitere Schritte thun.— David erklärte ruhig, daß dies nicht zu befürchten sei. Wenn der Schmuggler bis elf Uhr nicht am Platze ein« träfe, so ließe sich die Angelegenheit aus andere Weise ab- wickeln. Sasepin allein murrte weder, noch fragte er nach etwas. Er fühlte zu David das Vertrauen eines Soldaten zu seinem Vorgesetzten und es lag nicht in seiner Natur, über irgend etwas Zweifel zu hegen. Als sich Schmut im Thorweg zeigte, übcrhänfte ihn David mit Vorwürfen. Ter Schmuggler entschuldigte sich: es wäre nicht seine Schuld, sondern«in reiner Zufall. Der Wachsoldat, mit welchem er seine Vereinbarungen getroffen, war wider Erwarten nicht zum Morgcndienst bestimmt und sei nicht vor Abend auf dem Posten. Dies war unangenehm. Es war Freitag. In einigen Stunden begann der geheiligte Sabbathabend und die schwerwiegendsten Ueberredungskünste würden einenSchmuggler mosaischen Glaubens nicht bewegen, durch Heben eines Fingers den Sabbath zu entheiligen. David's Augen blitzten zornig. „Seien Sie nicht böse, Herr David," sagte der Schmuggler,„Sie werden bis zum Sabbathschluß zu warten haben. Ich habe für die Herren zwei Pässe bekommen und meine Tochter wird uns auf den Weg zur Fähre treffen und den ihrigen der Dame geben. Wir können sofort hinüber- gehen, wenn sie wollen." David erklärte in russischer Sprache, was vorgefallen war und gab den beiden Männern ihre Papiere. Es waren keine regelrechten Fremdcnpässe, sondern eine Art Schein, welcher den Grenzlenteu, die auf beiden Seiten der Linie Geschäfte haben, zum fortwährenden Passsrc» der Grenze gegeben werden. Jeder von ihnen öffnete seinen Paß, um den Namen, auf welchen er im Nothfalle zu antworten hätte, auswendig zu lernen. Ans Sasepin machte diese Lektüre einen wahr- hast überraschenden Eindruck. (Fortsetzung folgt.) Auf de« Artikel: Die„politischen Entartungen", über welchen Professor v. Gneist in der„Deutschen Revue" schrieb, und den wir vor einigen Tagen besprachen, finden wir in der„Kreuz-Zeitung" folgende Erwiderung: „Wir möchten jeden unbefangen urcheilende» Menschen fragen, ob er, wenn der Name nicht genannt würde, hinter diesen Darlegungen noch die Feder eines geistig bedeutenden Mannes suchen würde, geschweige denn die einer„Zierde der Wissenschaft", die zu der ersten ihrer Art gerechnet wird. Nichts kommt dabei zum Vorschein, als die Angst des L i b e r a l i s- mus vor einem Gegner, mit dem er schlechterdings nicht fertig zu werden weiß, und den er deshalb in seinen eigenen Augen wie in denen der Welt möglichst herabzusetzen und zu ver- kleinern sucht. Ganz in dem bekannten Stile der Karlelljahre werden die Konservativen schlechtweg als„extreme Partei" be- zeichnet, die sich in ihrer Verlegenheit den Antisemiten in die Arme geworfen habe, wobei„Neid" und„Rassenhaß"„knmulirt" würden. Um diese Entdeckung zu machen, braucht man nicht Herr v. Gneist zu sein, das kann der erste beste publizistische „Judenjunge" auch, und jeder weiß, daß die ganze fteisinnige Presse— früher auch die nationalliberale und selbst die freikonservative— von dieser Weisheit voll ist. Wenn deren Urheber sick in der„Deutschen Revue" wieder- finden, nur mit dem„Geistesstempel Gn eist's" versehen, so mag sie das„stolz" machen, ihre innere Achtung vor dem Können des„großen Mannes" aber wird es nicht ver- mehren, daß sie sich auf der gleichen Höhe mit ihm finden." Herr v. Gneist hat in der Zeit der nationalliberalen Herrlichkeit und der Bismarckvergötterung die„politischen Entartungen", welche er jetzt beklagt, selbst herbeigeführt und das Niveau des Liberalismus auf eine Stufe herab- gedrückt, daß selbst die„Kreuz-Zeitung" ihn von oben herab behandeln kann.— Die Entstehungsgeschichte eines„Krawalls". In Dresden fand am letzten Januar eine Arbeitslosen-Ver- sammlnng statt, die polizeilich aufgelöst ward, und, Zeitunas- berichten zufolge, in einen Krawall ausgelaufen sein sollte. Obgleich wir des Vorgangs bereits Erwähnung gethan, lassen wir doch nachstehend den aus Dresdener Polizei- kreisen stammenden Bericht des„Leipziger Tageblatts" vom heutigen Tag folgen. Es ist ein wahrhaft klassisches Zeugniß, das in seiner verlegenen Naivität die Wahrheit mit wuchtiger Gewalt hervortreten läßt. Der Bericht lautet: Dresden, 31. Januar. Zu einer für heute Nachmittag nach dem Trianon einberufenen öffentlichen Versammlung der Arbeitslosen hatten sich gegen 2000 Personen eingefunden, um einen Vortrag des Redakteurs Fischer von Dresden über den Nothstand, seine Entstehung und seine Folgen anzuhören. Der Vortrag selbst gipfelte in höchst gewagten Be- hauptungen. Die auf den Vortrag folgende Debatte artete in Beleidigungen aller Art auS. Als eine solche über den Staatssekreiür Minister v. Bötlicher ausgesprochen worden war. entzog der die Versammlung überwachende Polizeikommissar dem Redner das Wort. Ein anderer Redner artete ebenfalls aus, und als ein Dritter sich zu den gröbsten Beleidigungen verstieg, wurde demselben ebenfalls das Wort entzogen. Nun- mehr entstand ein wüstes Schreien und Brüllen im Saale, so daß sich der Polizeikommiffar genöthigl sah, die Versammlung aufzulösen. Noch eine Zeit lang setzte sich der Lärm im Saale fort, dann begaben sich die Massen auf die Straße. Da die in ziemlicher Stärke aufgebotene Polizeimannschaft ein weiteres Ansammeln der Menge unweit des Versammlungslokals nicht buldete, so zog diese nach dem Stadtinnern, nach dem Post- platz, dem Alimctrkt, der König Johannstraße ic. Der größte Theil der Lärmenden waren junge Leute, ältere Arbeiter sah man weniger. Dem unbefangenen Beobachter kam es vor, als wenn die Lust am Skandal die meisten der Gruppen be- seele. Ein Theil der Arbeitslosen zog an dem Portal des königlichen Residenzschlosses und an der Altstädter Hauptwache vorüber, ohne jedoch die gering st eAusschreitu Mg zu begehen. Den Polizeimannschasteu. entsprechend verstärk. gelang es gegen ö Uhr, die angejammelten Menschenmengen zu zerstreuen. Wer diesen Bericht mit offenen Augen und offenem Kopf liest, kommt unfehlbar zu der Ueberzeugung, daß, wenn die Versammlung nicht aufgelöst worden wäre, auch das bischen Herumziehen, das da zum Krawall aufgebauscht ward, sich nicht hätte ereignen können. Der Geist der Ver- sammlnng war sicherlich kein bedrohlicher, und hätte man den Leuten erlaubt, ihren Gefühlen freien Ausdruck zu geben, so wäre zweifellos weniger Aufregung hervorgerufen worden, als durch die Wortentziehungen und die Auf- lösung. Leute, die. selbst gereizt,„nicht die geringste Aus- schreitung begehen", sind wahrhaftig in einer Versamin- hing keine Gefahr für die öffentliche Ruhe und Ordnung.— Der christliche Staat offenbart sich am prachtvollsten in seinen Vertretern. Er will aus dem CHristeutHiim beruhen und erkennt das Christenthum nur in den beiden Konfessionen, der lutherischen und der katholischen an. Diese beiden Kirchen, ob sie auch noch so oft von ihrer Gemein- ft.mkeit gegen den Unglauben und den Atheismus und die umstürzlerische Sozialdemokratie predigen, schimpfen in ihren Hauptorganen so auf einander, daß kein Hund ein Stück Brot von ihnen nehmen könnte. Alle beiden Kirchen könnten nicht den hundertsten Theil des Schimpfes über die Sozial- demokratie ausschütten, als sie es in vollen Kübeln über einander thun. Man lese den Leitartikel der„Ger- mania" von gestern.Abcnd:„Die Lehrbücher an den höheren Schulen der"Stadt Erfurt." Es handelt sich um evangelische Lehrbücher und die„Germania" zitirt einige Stellen ans derselben. An solche Infamien wie hier über die katholische Kirche verlautbart werden, reicht doch alles nicht hinan, was Häuschen Blum und andere Sozialistenfresser gegen die Sozialdemokraten geleistet haben.— Senat und Bürgerschaft von Hamburg stehen als glanzvolle Zierden der Verwaltung und Gesetzgebung da. Der Rcichstags-Abgeordnete von Hamburg III, Genosse Metzger, hatte in einer Volksversammlung am 28. De- zember v. I. aber so starke Zweifel über die Weisheit dieser beiden hohen Körperschaften ausgesprochen, daß dieselben sich einstimmig entschlossen,„ausnahmsweise" gegen Metzger den Strasantrag wegen schwerer Beleidigung zu stellen. Senat und Bürgerschaft sind die gewählten Vertreter eines ganz kleinen Theils der Hamburger Bevölkerung; die große Mehrheit derselben ist jedoch mit dem Genoffen Metzger»in vollem Einvernehmen. Wie der Richterspruch auch ausfalle, Recht behält doch Metzger.— Frankreich. Es scheint gewiß, daß Cornelius Herz auf die eine oder andere Weise der Auslieferung entgehen wird. Sein Gesundheitszustand wird von Tag zu Tag verzweifelter, und in Paris wettet man 1 gegen 1, daß Cornelius Herz niemals in einem Panamaprozeß auftreten wird. Es ist merkwürdig, wie unsicher der Lebens- faden von Leuten ist, die sehr werthvolle Geheimnisse * Unterm ,, nenen" Kurs sind die Redakteure der Elberfennen. Und bei Cornelius Herz fällt uns unwillkürlich| fnecht natürlich nicht eingefallen, der den heutigen Klassen- 1 Die Parteigenoffen Altenburgs verbreiteten innerhalb der Leipziger Millionenspitzbube Winckelmann ein, der auch staat, sammt Kaiser und Verfassung für ohnmächtig erklärte, der letzten 14 Tage 30 000 Flugblätter in vielen Orten des schließlich gepackt werden mußte, aber doch noch rechtzeitig die im Kapitalismus wurzelnden Uebelstände zu beseitigen. Herzogthums. für seine Mitschuldigen starb. Ein Gerücht besagt, die Wäre der Redner gefragt worden, so hätte er vermuthlich Regierung wolle auflösen, sobald sie das neue Knebelgeset gesagt, daß ein absoluter Monarch heutzutage noch ohn- felder" Freien Presse" mehr bestraft worden, als unterm alten. in der Tasche und den nächsten Panama- Prozeß hinter sich mächtiger ist als ein konftitutioneller, und er hätte vielleicht So wurde in einer Versammlung der Barmer Parteigenossen habe. Wir glauben nicht, daß die Regierung schon einen auf" Bäterchen" in Rußland verwiesen, das der vorjährigen festgestellt. Das wird wohl auf die meisten sozialdemokratischen festen Plan hat. Der nächste Augenblick kann Enthüllungen Hungersnoth gegenüber nicht mehr zu leisten vermochte, als Blätter zutreffen. Der Sache der Sozialdemokratie kann man bringen, die alle Berechnungen über den Haufen werfen. werfen. mit der Bestrafung ihrer Redakteure natürlich keinen Abbruch thun. Im Gegentheil. Verfolgungen von Personen wirken auf Die Homerulebill wird dem Parlament nächsten Mon- die Ideen, denen diese dienen, wie der Sommerregen auf den Acker. vorgelegt und kommit gleich zur ersten Lesung. der lumpigste Mujik( Bauer) in seinem Reich. Haufen wer Ein kapitalistischer Streik. In Marseille haben die Bäcker ihre Läden geschlossen, um ihrem Unwillen gegen die Verfügung des sozialistischen Maire's, welcher um die Bevölkerung vor Uebervortheilung zu schüßen, den Brotpreis amtlich feststellte. Die Behörden bemächtigten sich, um die Bevölkerung nicht Noth leiden zu lassen, der Backöfen, und stellten aus den Land- und Seetruppen Bäcker ein. Die Bevölkerung steht in diesem Streit nicht auf Seiten der ftreifenden Bädermeister, sondern pflichtet den Behörden bei. Die deutschen Bourgeoisblätter berichteten bereits über den Streik als einen Arbeiterstreik und waren frisch dabei, ihrer Entrüftung freien Lauf zu lassen. Das waren fie nicht vermuthend, daß ein kapitalistischer Streik und zwar gegen die Anordnungen der sozialistischen Behörde vor Liegen könnte. tag Herr Karl Wald schreibt uns: 310 Berlin, den 1. Februar 1893. Auf Grund des§ 11 des Preßgefeges fordere ich Sie hier durch auf, folgende Berichtigung über die mich betreffende, in Nr. 25 Ihres Blattes vom 29. Januar cr. gebrachte Notiz zu bringen. 21 Aus Luzern in der Schweiz wird uns gemeldet: Am 21. Januar fand in der Bierhalle Zur Eintracht" eine vom Allgemeinen Arbeiter: und Arbeiterinnenverein Luzern( als eines Gliedes der Organisation deutscher Sozialisten in der Schweiz) einberufene Versammlung statt, in welcher Genosse Kittower aus Zürich über die Kampfesstellung der Sozialdemokratie in der Gegenwart referirte. Auf grund der Protokolle der Parteitage, die vor und während des Sozialistengefeges abgehalten worden sind, entwickelte der Referent in seinem Es ist umwahr, daß ich schmähliche Rohheiten in einem geschichtlich sehr lehrreichen Vortrage, daß die Sozialdemokratie Café verübt habe. Es ist unwahr, daß ich in Kollision mit im politischen Kanpfe stets denselben Standpunkt einAffäre in einem hiesigen Café mich gegen 12 Mann in der abhängigen", die Partei wäre forrumpirt, fei ungerecht, den Behörden gekommen bin. Ich habe nur einmal bei einer genommen hat, wie heute. Der Vorwurf der„ Un Nothwehr befunden und hatte außerdem einen Herrn und dessen die Partei im Gegentheil revolutionärer geworden. Ohne den Frau zu schüßen. politischen Kampf zum einzigen Mittel erklären zu wollen, müsse Herr Pehramont hat auf die neulich von uns mit irgend jemals bei hohen Herrschaften um milde Beiträge für große agitatorische Bedeutung habe; es fei dabei der wirthEs ist ferner unwahr, daß ich vor Jahresfrist oder sonst die Partei an ihm theilnehmen, da er für uns unbedingt eine getheilte Antwort Bebel's, daß er sich mit ihm in keinerlei ein gutes Wert gebettelt habe. Wahr ist nur, daß ich vor schaftlich- ökonomische Kampf natürlich in feiner Weise zu vernach Auseinandersehungen einlasse, einen Brief an letzteren ge- drei Jahren im Verein mit einer größeren Zahl angesehener lässigen, sondern ihm dieselbe Bedeutung beizumessen, wie deur schrieben, in dem er unter Anderem sagt, daß die erhaltene Männer einen Verein zur Bekämpfung der Sozialdemokratie politischen. Zum Schlusse seines Vortrages fam Redner auf die Antwort, obwohl ausweichend"(?) das Materielle der begründet habe. Karl Wald, Parteitage zu Halle, Erfurt und Berlin zu sprechen und beThatsache anerkenne. Seine Ehre als politischer SchriftSchriftsteller und Buchdruckereibefizer. leuchtete die auf diesen gefaßten wichtigen Beschlüsse unter dem fteller gebiete ihm, sich zu rehabilitiren, er sehe teine Veran- Privatim hat Herr Karl Wald noch die Freundlichkeit, Beifall der Versammelten. Von den Unabhängigen" waren laffung, sich um Bebel's Feindschaft gegen den Fürsten Bismard uns mitzutheilen, daß er sich die Einleitung der Klage Gustav Landauer mit Frau und Baginski aus Zürich erschienen. Landauer brachte seine allbekannten Vorwürfe gegen die Partei willen als Mittel zum Zweck benutzen zu lassen. Schließ- durch einen Anwalt vorbehalte". vor; Die heutige offizielle Sozialdemokratie sage nicht, die soziale lich erklärt Herr Peyramont, daß er sein Recht vor den Herr Karl Wald hat über seine Thaten im Café Revolution fönne helfen, sondern die Reform;- könne jedoch Berliner Gerichten suchen werde, da es doch wohl noch Ronacher offenbar andere Ansichten als wir. Auch über den Arbeitern durch Reform geholfen werden, so habe der Richter in Berlin gebe. den Begriff milde Beiträge" und gutes Werk" läßt Sozialismus feine Berechtigung verloren. Liebknecht habe in " Man sieht, Herr Peyramont ist plötzlich sehr zahm sich streiten. Das gute Werk", für das Herr Karl seiner 69 er Broschüre einen anderen Standpunkt eingenommen geworden. Nach seinem zuerst an Bebel gerichteten Tele- Wald in seinem von uns veröffentlichten vertraulichen ats heute, er möge manches bitter bereiten", was er im„ Vorgramm, das wir mittheilten, schien es, als werde er, falls Birkular" ,, milde Beiträge" zu sammeln versuchte, wärts" schreibe, jedoch er müsse sich ducken", da er„ von Leuten Bebel's Antwort nicht ein pater peccavi enthalte, sofort war die Ausrottung der Sozialdemokratie es ist aber, bezahlt werde", die anderer Ansicht" sind.( Wörtlich nach den nach Berlin eilen, um denselben auf Degen oder Pistolen gleich der Sammlung und gleich Herrn Karl Wald, schmäh Notizen.) Zum Schlusse kam Landauer auf den Bergarbeiterstreit qu sprechen und meinte, die Reichstagsabgeordneten hätten sich zur Agizu fordern. Aber auch in Paris wird nicht so heiß gegessen lich ins Wasser gefallen. Nun ist er antisemitischer Agitator tation in das Streitgebiet begeben sollen, statt im Reichstag zu sprechen. als gefocht wird, und es mochte Herrn Peyramont bei das wenigstens bestreitet er nicht der Schriftsteller Die Genossen Malen und Heinrich 3 sprachen im Sinne des näherer Ueberlegung das Bewußtsein dämmern, daß er in und Buchdruckeretbefizer Karl Wald. Und damit ver- Referenten. Letzterer fragte, warum denn Herr Landauer nicht Berlin einen ganz anderen Empfang finden werde, als er abschieden wir uns vorläufig von dem vielseitigen Herrn,-selber ins Streifgebiet zur Agitation gegangen wäre, anstatt in erwartet. Herr Beyramont wird weiter finden, daß auch bei der gerichtlichen Klage nichts herauskommt eben weil der Klage jede Unterlage fehlt. Nach Zeitungsberichten hat Herr Beyramont sich auch an Bismard gewandt und gefragt, was es mit den Bebelschen Angaben für eine Bewandtniß habe, und natürlich hat Bismarck, der noch nie in seinem Leben gelogen hat, fofort zurück telegraphirt: Die sozialdemokratischen Angaben feien albern und Lügnerisch. Was sollte follte Fürst Bismarck auch anders sagen, da er sicher feine Neigung empfindet, nach den Erfahrungen mit der gefälschten Emser Depesche, seine Geheimnisse der Mogeleien von 1886-1887 preiszugeben. Immerhin ist es ein inter effantes Schauspiel, den deutschen Patrioten Bismarck dem französischen Chauvinisten Peyramont so hilfreich zur Seite stehen zu sehen und nur weil es gegen einen Sozial demokraten geht! Feinfühlige Politiker. Die Anständigeren" der deutschen Bourgeoiszeitungen waren in großer Berlegenheit über die Peyramont- Hanswursterei. Herr Peyramont ist ein so verrufenes Individuum, daß sich unmöglich Partei. für ihn gegen Bebel ergreifen ließ. Aber für Bebel gegen den Peyramont Partei ergreifen, das ist noch unmöglicher. Parteinachrichten. Protestversammlungen gegen die Militärvorlage haben weiter stattgefunden in Basbed( Ref. Theiß- Hamburg), Goldlauter( Ref. Hülle Erfurt), Burg in Süder Dithmarschen( Ref.& tus Elmshorn), Niederroden bei Offenbach( Ref. Ga Im Seeligenstadt). Zürich herumzulungern; die Herren" Unabhängigen" gingen nur in die organisirten Vereine, um in diese Zwiesvalt zu bringen. Baginsky meinte, die Sozialdemokratie habe zwei Gesichter, das von Mary geborgte theoretische und das fleinbürgerlichpossibilistische. Es sei Unsinn, wenn Bebel sage, je größer eine Partei, desto mehr Rücksichten habe sie zu nehmen. Man müsse Klassenbaß predigen und nicht Kompromißpolitik treiben.( Und dann, wenn man das Gesagte verantworten soll, ins sichere Ausland auskneifen. Nicht wahr, Herr Baginski?) Der Referent Genosse Kiitower wies die Angriffe der Unabhängigen" zurück, widerlegte ihre Einwände gegen Jn Dresden sprach Frau Klara Bettin in einer bie parlamentarische Mitarbeit, Die Maifeier die Versammlung über das Thema„ Die Frauen des Proletariats Militärvorlage( Bebel's Kommissionsrede) und führte und der Militarismus". Die Versammlung erklärte sich dann wenn die Unabhängigen" einmal etwas Positives gefür die Resolution, die vom Berliner Parteitag gegen den leistet hätten, möchten sie kommen, dann tönne man Militarismus gefaßt worden ist. Weiter wurde der Anschluß mit ihnen reden, bis jetzt hätten sie aber nur Krakehl gemacht der Frauen an die Organisationen dringend empfohlen. Gemeindewahlen. In dem braunschweigischen Dorfe Stroit, wo noch vor einigen Jahren faum ein Anhänger der dritten Klaffe an der Gemeinderaths- Wahl theilnahmen, find in worden. Im Dorse Ammen chen wurde gleichfalls ein Sozialdieser Klasse diesmal sämmtliche Kandidaten der Arbeiter gewählt demokrat zum Vertreter der dritten Klasse gewählt.. Reichstagskandidatur. In Schwelm i. W. ftellte am 29. Januar eine Parteifonferenz den Genossen Ernst Breil einstimmig als Kandidaten für den Reichstags- Wahlkreis HagenSchwelm auf. Es ist dies der 4. Wahlkreis des westfälischen Regierungsbezirks Arnsberg. In diesem Dilemma ist denn die„ anständige" Presse auf das Auskunftsmittel verfallen, Bebel zu tadeln, weil er die von Bismarck gekaufte französische Zeitung nicht geIm Reichstage- Wahlkreise Liegni soll ein Theil der nannt habe, wozu er moralisch verpflichtet sei. Weshalb Konservativen für den antisemitischen Kandidaten, Rechtsanwalt verpflichtet? weil ein Unberufener es verlangt hat? O diese Sertwig, eintreten, während ein anderer den Grafen Leo feinfühligen Politiker! Haben sie denn vergessen, wie die Rothkirch Trach als Kandidaten aufstellt. Von den Wahl von 1887 gemacht wurde? Haben sie vergessen, wie Freisinnigen ist bekanntlich der Rentier Junter als Kandidat die gesammte Bismarc'sche Reptilpreffe Jahre lang für proflamirt. Kandidat der Sozialdemokratie ist der SchneiderBoulanger und seine Revanchepolitik die Trommel gemeister Kühn in Langenbielau. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion wird zur Agitation während der Wahlkampagne rührt hat? wei ihrer Mitglieder entsenden. Ist einer der anständigen" Herren etwa so fühn, be: haupten zu wollen, er wisse nicht, daß von den Millionen des Reptilienfonds auch beträchtliche Summen ins Ausland gegangen find: nach England, Amerika u. f. m. und Frankreich? Es ist dieselbe Feinfühligkeit wie gegenüber den Welfenfonds- Quittungen. Keiner Die " an, und Zwiespalt gefät. B. Wagner beantragte dann folgende Resolution: Die heutige Versammlung des Allgemeinen Arbeiterund Arbeiterinnenvereins erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verspricht, fest und entschlossen zur Sozialdemokratie zu stehen." Diefe Resolution wurde mit allen und Baginsti, angenommen. Die Versammlung war von rund gegen 7 Stimmen, worunter die Stimmen der Herren Landauer 120 Personen besucht; der Zutritt ist nur gegen Vorzeigung der Organisationstarte gestattet gewesen. Aus Bern wird dem Berliner Tageblatt", berichtet: Der Sozialdemokrat Köster in Zürich, dessen Auslieferung Deutschland wegen Meineids verlangt, hat den Meineid im Verlaufe eines Prozesses wegen Majestätsbeleidigung gethan. Man befürchtet hier, Deutschland möchte Köster, wenn er ausgeliefert ist, auch wegen Majestätsbeleidigung, d. h. wegen eines politischen Ver gehens bestrafen. Der Bundesrath hat deshalb von der Reichsregierung die Zusicherung verlangt, daß sie Röster wegen des genannten politischen Bergehens nicht beftrafe, falls er wegen Meineides an Deutschland ausgeliefert werde." Unseres Wissens ist Köster, der ein Vertreter der sogenannten fchärferen" Tonart war und ist und nicht erst jetzt als einer der Führer der Unabhängigen" agirt, der Anstistung zum Meineid beschuldigt. " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. - Reichsländisches. Wegen eines Hochs auf die " 1 Von der Agitation. 50 to sto der Parteigenossen ver Todtenliste der Partei. In Mylau i. V. ist in der breiteten am Sonntag in sämmtlichen ländlichen Ortschaften Nacht zum 31. Januar der bewährte Genosse Anton ihrer Umgebung die Broschüre„ Gespräche zwischen einem Land- Do Bauer im 46. Lebensjahre gestorben. mann und einem Sozialdemokraten". Die Schrift wurde von den Landarbeitern ausnahmslos mit Wohlgefallen angenommen. Die Kameele werden verschluckt, die Mücken gesaicht. Daß Auch einige Lehrer nahmen sie dankbar an. Dagegen hatten die die Millionen und Abermillionen für die niedrigsten Zwecke Genoffen mit dem schweren Begriffsvermögen eines Großbauern revolutionäre Sozialdemokratie ist bekanntlich der Straßausgegeben worden sind, das weiß Jeder, das leugnetu kämpfen, der Hunde und Gendarm zu Hilfe rief; und in burger Parteigenosse Spingler unter Anklage gestellt worden. einem Kirchdorfe verkündete der Prediger feinen Gemeindemit- Der Staatsanwalt beruft sich dabei auf den Artikel 8 des Gesetzes aber sind die Quittungen auch echt? Kann das gliedern feierlichst von der Kanzel, daß die" Rothen" das Dorf vom 25. März 1822, worin es heißt: Alle öffentlich ausgestoßenen getaufte Blatt auch genannt werden? Geduld, Ihr fein- unsicher machten und sie sich gegen die Umstürzler" schützen aufrührerischen Rufe werden mit Gefängniß von sechs Tagen fühligen Herren! Die Hallunken des Welfenfonds im In- müßten, wie sie nur können. bis zu zwei Jahren und Geldstrafe von 16 bis zu 4000 Franks und im Ausland werden ihrem Schicksale nicht entgehen Am gleichen Tage waren die Parteigenossen aus Goldberg, bestraft. Was aufrührerische Rufe sind, darüber steht nichts im " Papierchen", die" Papierchen"! Apropos, Papierchen! Haynau und Warthau auf den Beinen, um im Kreise Liegni- Gefeß. Außerdem heißt es, wie die„ Elsaß- Lothr. Volts- Zeitung" Da hat ja der Haupt- Papierchen Besizer( Gr") den Goldberg Haynau ein Wahlmanifest zu verbreiten. Sie mittheilt, über den 8. Artikel in der Dr. v. Möller'schen SammDie Geltung Beyramont Spaß zu einem kleinen Reklametelegramm be- find fast überall gut aufgenommen worden, so daß fie auf ein lung der in Elsaß Lothringen giltigen Gefeße: günstiges Wahlresultat hoffen. In den Orten Hohendorf und dieses Artikels ist zweifelhaft; für die Aufhebung Urtheil nußt und dem Herrn Beŋramont erklärt, was Bebel gesagt, Bilgramsdorf gelang es ihnen, zwei Säle zu künftigen Versamm des Landgerichts Straßburg v. 14. April 1875, Buchelt, Zeitsei ebenso dumm wie unwahr".( S. die vorstehende Notiz.) lungen zu bekommen. schrift Band VII S. 106." Unser Straßburger Bruderorgan ist Der Welfenfonds Verwalter und Depeschenfälscher BisAus dem gerninger hal' wird der Schwäbischen nun darauf gespannt, ob das Landgericht dem Sozialdemokraten marck, der dem Lumpazius Peyramont seine Unschuld be- Tagwacht" berichtet, daß sich auch dort der Geist des gegenüber anders entscheiden wird, als am 14. April 1875, wo fcheinigt ist das nicht ein Bild von wunderbarstem Sozialismus regt. Am 8. Januar fand in Waldhorn es sich um Nichtsozialdemokraten handelte. in Unterſenningen eine Boltsversammlung ſtatt, in der Humor? In Frankfurt a. M. war der Vorsitzende der über Und bei dieser Gelegenheit stellen wir fest, daß First der dort wohnende Genosse Moroff über unsere Bestrebungen die Voltsstimme" gefegten Preskommission, Genosse Bismard bis auf den heutigen Tag nicht sprach. Die Gegner hatten vergeblich versucht, die Versammlung Seiligenstein, angeklagt worden, weil er die Sigungen der gewagt hat, die Mittheilungen des Vor- zu vereiteln, der Wirth des Lokals blieb seinem Worte treu und Kommission nicht angemeldet hatte. Das Schöffengericht bat so mußte man mit der Thatsache rechnen, daß die Versammlung jedoch am 1. Februar erkannt, daß eine Uebertretung des Vereinswärts" über die Welfenfonds Quittungen stattfinden würde. Sämmtliche Honoratioren tamen nun, um gefeges nicht vorlag. Die Klage ist daher zurückgewiesen und die zu dementiren. Und wenn er tönnte, hätte er es der Sozialdemokratie das Wasser abzugraben. Ein Fabrik Stoftensumme der Staatskaffe zur Laft gelegt worden. doch sicherlich gethan. Wie flehentlich mögen die auf dem direktor, der Pfarrer und ein Bäckermeister suchten den Referenten Von der Bielefelder, Volts wacht" sigen gegenRost Bratenden ihn angefleht haben! zu widerlegen, aber ihr Bemühen war vergeblich. Die Versamm wärtig zwei Redakteure im Gefängniß. lung verlief zu unseren Gunsten." In den Expeditions- und Redaktionsräumlichkeiten des Im Taunus verbreiteten am Sonntag 32 Genoffen aus 3eiger, Voltsboten" wurde am 31. Januar eine HausFrankfurt a. M. mit Hilfe der Genossen aus Homburg, suchung nach der Nummer 286 vorgenommen, in der ein Artikel Oberursel, Höchst zc. 20 000 Flugblätter und 3000 Broschüren enthalten ist, der den Bergrath Leuschner in Eisleben zur Stellung und Zeitungen im Amt Homburg, ferner in den Orten Ober- eines Strafantrages veranlaßte. Die Haussuchung war erfolglos. ursel, Rödelheim, Höchst, Gronberg, Falfenstein, Schwalbach, Nicht mehr Glück hatte die Mannheimer Polizei, die in den Volks= Ein sonderbares Mißverständniß ist einem italienischborn, Königstein, Schönberg, Hattersheim, Weilbach, Okriftel, Räumen der dort erscheinenden beiden Blätter schen Blatt pafsirt, das bei Besprechung der Berliner Arbeits- Eddersheim, Flörsbach, Hochheim, Sulzbach, Neuenhain, Schwan- st i m me" und" Bote von der Saar" nach dem Wanstript lofen- Bersammlungen aus einer Aeußerung Liebknecht's, es beim, Heddernheim und Griesheim. Mit Ausnahme einiger eines Artikels über den Bergarbeiterstreik fahndete. Trotz aller " Notirungen" durch Gendarmen sowie der Konfistation von gründlichster Suche fand man das Manuskript nicht, und auch habe keinen Sinn, fich persönlich an den Kaiser zu wenden, 200 Flugblätter durch den Ortsgewaltigen von Rödelheim durch die Leibesvisitation, die man dem Genossen Fentz zu theil Ser verfassungsmäßig nichts thun könne, den Schluß zieht,( 800 Flugblätter waren schon vertheilt) ging die Verbreitung werden ließ, sowie durch die zu gleicher Zeit in dessen Wohnung Liebknecht gebe also der Verfassung die Schuld, daß der glatt von statten. Die Bevölkerung nahm unsere Literatur durch- und in der Wohnung des Genoffen Keßler vorgenommene HausKaiser dem Nothstand nicht abhelfen könne. Das ist Lieb- weg mit Dant an. fuchung tonnte man es nicht erlangen. Das italienische Panama. Das Parlament des Herrn Giolitti ist angeschnitten". Der erste Panamitard": de Zerbi mußte preisgegeben werden. Er wird nicht lange allein bleiben. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 3. Februar. Opernhaus. Boabdil, der letzte Maurenkönig. Schauspielhaus. Des Meeres und der Liebe Wellen. Deutsches Theater. Zwei glückliche Tage. Berliner Theater. Der Komödiant. Leffing- Theater. Heimath. Wallner- Theater. Paragraph 330. Der sechste Sinn. Kroll's Theater. Die Hochzeit des Figaro. Viktoria Theater. Die Reise um die Welt in achtzig Tagen. Residenz Theater. Gläubiger. Familie Pont- Biquet. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Fürstin Ninetta. Adolph Ernst- Theater. Modernes Babylon. Circus Renz. ( Karlstraße.) Freitag, den 3. Februar 1893, Abends 71,4 Uhr: Große festliche Vorstellung. Auf vielseitiges Verlangen: Wiederholung der Gala- Festvorstellung. Danksagung. Für die vielen Beweise der herzlichen Theilnahme beim Begräbniß meines lieben unvergeßlichen Gatten und guten Vaters, des Restaurateurs Karl Schmidt, insbesondere dem Herrn Prediger Riemer für die trostreichen Worte am Sarge des Entschlafenen, sowie dem Personal der und Senftleben, auch allen denen, welche seinen Sarg so reich mit Blumen geschmückt, meinen herzlichsten Dank. Gr. Fest- Aufzug. Fabrik Wollkopf 1. Reigen der Ritter und Edeldamen. 2. Militärisches Divertissement( Gegenwart). Ferner Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Quadrille de la haute équitation etc. Zum Schluß: Grande Novität! Ein Künstlerfest. Novität! V Die trauernde Wittwe Anna Schmidt nebst Tochter. 1192b Danksagung. Für die liebevollen Beweise der TheilGroße Ausstattungs Pantomime vom nahme bei der Beerdigung meines lieben Hofballetmeister A. Siems. Mit über- Mannes, sage ich allen Verwandten, raschenden Licht- und Wassereffecten. Freunden und Bekannten, besonders den Auf das Glänzendfte in Szene gefetzt Herren Kollegen sowie dem Herrn Tröger 1182b vom Direttor Fr. Renz. Grosser meinen herzlichsten Dank. Die trauernde Wittwe L. Stötzer. Blumen- Corso. Ballet von 100 Damen. Morgen, Sonnabend: Ein Künstlerfest. Sonntag: 2 große Vorstellungen um 4 Uhr( 1 Kind frei) und um 71/2 Uhr. An die Mitglieder Billet- Borverkauf an der Zirkustaffe der Freien Volksbühne. u. beim„ Invalidendant", Markgrafenstraße 51a. Fr. Renz, Direktor. Thomas- Theater. Der Distanzritt. Gratweil's Bierhallen übertragen. Ich biete diefelben an zu Neues Theater. Durch die Intendanz. Die Lore. National- Theater. Maria Stuart. Alexanderplatz- Theater. Moderne Teutonen. Apollo Theater. Vorstellung. SpezialitätenTheater der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Gr. Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe- zu zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kommandantenstraße 77-79. Täglich: Germania- Konzert- u. Kouplet- Sänger. Kinder 10 Pf. Wochentags frei. Sonntags 30 Pfennig. Der Verfasser von„ Andere Zeiten", Herr Paul Bader, hat mir den Verfauf der Textbücher zu seinem Stück 1 Mark pro Exemplar. Hans Baake, Buchhandlung, Dresdenerstr. 52/53, City- Passage. 1190b* Feen- Palast Frühstücks- u. Mittagstisch. Burgstraße, neben der Börse. Zwei Säle Heute: Versammlungen und Bergnügungen. Gr. Spezialitäten- Vorstellung. sowie 6 Billards und 3 Kegelbahnen, F. Sodtke. Adolph Ernst- Theater. ori Play. 3um 41. Male: Modernes Babylon. Gesangspoffe in 3 Aften v. Ed. Jacobson und W. Mannstädt. Couplets theilweise von G. Görss. Musik von G. Steffens. In Szene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7/2 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. American- Theater. Novität! Novität! Der Dussel ( Nulpus) Parodistisch- realistischer Vorgang in der Dachkammer, frei nach Ibsen und Tolstoi von Oscar Wagner. ( Klemm Ede.. 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I. und IIà M. 0,50 --- in Halbfrz.( Liebhabereinb.) für Bd. 1. u. II. à M. 1,20 Einzelausgaben: Der Herausgeber schickt dem Werke eine interessante tritifchbiographische Einleitung voraus: Lassalle und seine Bedeutung für die Sozialdemokratie", die auch eine Fülle neuen Quellenmaterials enthält. In Form von Vorbemerkungen oder kritischen Randnoten zu den einzelnen Broschüren präzisirt der Herausgeber den heutigen prinzipiellen Standpunkt der Partei, wo dieser verändert ist, oder erleichtert das historische und politische Verständniß der Materie. Die einzelnen Broschüren folgen nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach ihrer inneren Zusammengehörigkeit geordnet. Zur Beurtheilung der geschichtlichen Entwicklung und des Wesens der deutschen Sozialdemokratie ist diese Gesammtausgabe unentbehrlich. Im Anschluß an die Ausgabe wird der Briefwechsel zwischen Laffalle und Mary- Engels folgen. Der erste Band ist mit einem Stahlstichportrait Lassalle's geschmückt. rend Meine Alfsenrede, gehalten vor den Geschworenen zu Düsseldorf am 3. Mai 1849 gegen die Anklage, die Bürger zur Bewaffnung gegen die Königliche Gewalt aufgereizt zu haben M.-, 40 Fichte's politisches Vermächtniß und die neueste Gegenwart. M.-, 15 Ein Brief. Gotthold Ephraim Leffing vom kulturhistorischen StandM.-, 15 punkt. Die Philosophie Fichte's und die Bedeutung des Deutschen Volksgeistes. Festrede gehalten bei der am 19. Mai 1862 von der Philosophischen Gesellschaft und dem Wissenschaftlichen Kunstverein veranstalteten Fichtefeier. M.-, 15 Ueber Verfassungswesen. Ein Vortrag, gehalten in einem Berliner Bezirksverein. Was nun? Zweiter Vortrag über Verfassungswesen. Macht und Recht. Ein offenes M.-, 35 Sendschreiben Ferd. Lassalle's. Arbeiterprogramm. Ueber den Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. M.-, 15 Die Wissenschaft und die Arbeiter. Eine Vertheidigungsrede vor dem Berliner Kriminalgericht gegen die Anklage: Die besiglosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen die Besitzenden öffentlich angereizt zu haben. M.- 30 Der Laffalle'sche Kriminalprozeß. II. u. III. Zweites Heft: Die mündliche Verhandlung nach dem stenographischen Bericht. Drittes Heft: Das Urtheil erster Instanz mit tritischen Randnoten zum Zwecke der Appellations- Rechtfertigung bearbeitet M.-, 50 Die indirekte Steuer und die Lage der arbeitenden Klassen. Eine Vertheidigungsrede vor dem Königl. Kammergericht zu Berlin gegen die Anklage, die befitlosen Klassen zum Haß und zur Verachtung gegen die Befihenden öffentlich angereizt zu haben. M.-, 60 Offenes Antwortschreiben an das Centralkomitee zur Berufung eines Allgemeinen deutschen ArbeiterKongresses zu Leipzig. 5. Aufl. M.-, 10 Mit diesem Schreiben eröffnete Lassalle die Agitation zur Gründung einer selbständigen Arbeiterpartei. Bur Arbeiterfrage. Rede bei der am 16. April 1863 in Leipzig abgehaltenen Arbeiterversammlung. Nebst Briefen Prof. Wuttke's und Lothar Bucher's. Arbeiterlesebuch. Rede Lassalle's zu Frankfurt a. M. am 17. und 19. Mai 1868. Nach dem stenographischen Berichte. M.-, 25 M.-, 10 Kleine Auffähe: Die französischen Nationalwerkstätten von 1848. Antwort an Herrn Professor Rau. Lassalle und die Statistik von Wadernagel. Herr Wackernagel oder der moderne Herostratus. Erwiderung auf eine Rezension der Kreuz- Zeitung". M.-, 15 Die Feste, die Presse und der Frankfurter Abgeordnetentag. Drei Symptome des öffentlichen Geistes. Eine Rede, gehalten in den Versammlungen des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins zu Barmen, Solingen und Düsseldorf. M.-, 25 Rede vor der korrektionellen Appellkammer zu Düffeldorf am 27. Juni 1864. Bertheidigungsrede gegen die Anklage, verschiedene Klaffen der Bevölkerung zum Haß und zur Verachtung öffentlich aufgereizt zu haben. M.-, 10 An die Arbeiter Berlins. Eine Ansprache im Namen der Arbeiter des Allgem. Deutschen Arbeiter- Vereins. M.-, 20 Der Hochverraths- Prozeß wider Ferdinand Lassalle vor dem Staatsgerichtshofe zu Berlin am 12. März 1864. Nach dem stenographischen Bericht. M.-, 40 Die Agitation des Allgemeinen Deutschen ArbeiterVereins und das Versprechen des Königs von Preußen. Eine Rede, gehalten am Stiftungsfeste des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins zu Ronsdorf am 22. Mai 1864. M.-, 25 Als Agitationsschriften haben die Lassalle'schen Broschüren ihre faszinirende Wirkung behalten; wie vor 30 Jahren begeistern sie noch heute die Leser und in populärer, feffelnder Behandlung des spröden ökonomischen oder geschichts- philosophischen Stoffes sind sie unerreicht geblieben. Herr Julian Schmidt, der Literarhistoriker mit SeherM.-, 75 Scholien. Die Anmerkungen des Sekerweibes" in dieser lite= rarischen Hinrichtung des bürgerlichen Mode- Literaten entftammen bekanntlich aus der Feder der späteren„ Erzellenz" Lothar Bucher! Franz von Sickingen. Eine historische Tragödie. 2. Aufl. M. 2, Wiederverkäufer erhalten Rabatt. E Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Bestellungen von Außerhalb ersuchen wir um gleich zeitige Einsendung des Betrages( Porto extra). Verantwortlicher Redakteur: Wilhelm Schröder in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Benthitrabe 2. 400/ 8* Hierzu eine Beilage, Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 29. Aus dem Reiche des Herrn v. Stephan! n Freitag, den 3. Februar 1893. fürchten"!! Und diesen Zustand verschuldet nicht zum Geringsten das Verbandstreiben". 10. Jahrg. den Antrag abgelehnt, nicht weil er schädlich, sondern weil er überflüssig sei. Es handle sich doch um einen Versuch, und Weiß Herr Köhne denn nicht, daß die Schulden" von daher sollte auch der Beschluß ausdrücklich ein provisorischer sein. 320 M. pro Kopf durch die Kautionen dieser Beamten mehr als Es sei nicht richtig, daß man durch die Budgetberathung jedes Jahr Wir sind heute in der Lage, einige Aftenstücke an's Tages reichlich aufgewogen werden, ja, daß letztere sogar noch ein fleines zu abweichenden Beschlüssen Gelegenheit habe. Sei einmal licht zu fördern, die so recht illustriren, wie unter dem Regime Bermögen" von 280 M. ihr Eigen nennen können? Hat Herr ein Beschluß gefaßt, so tönne er auch nur durch besonderen Ges der III. Abth. des Reichspostamts- Fischer Material" zur Köhne die Rehbock'sche Verfügung vergessen; bedenkt er meindebeschluß wieder aufgehoben werden. Man müsse sich aber Vernichtung des Verbandes Deutscher Poſt- und Telegraphen- zahlung den ersten Grund zur Verschuldung legt; ist ihm sich die Einrichtung bewährt habe; sein Antrag gebe die Hands nicht die Gehilfenzeit, die bei Der elenden Be- die Möglichkeit offen halten, nach gewisser Zeit zu prüfen, ob Assistenten gesammelt wird: Der Schulze Erlaß, = betreffend die Auswucherung der habe dazu. Beamten und Unterbeamten fremd? Berücksichtigt er nicht die hohen Steuern und Lebensmittelpreise in der dortigen Provinz? Fragt er etwa, ob diese Verschuldung" ein Produkt der Verbands angehörigkeit, oder ob sie nicht schon vor Gründung des Verbandes da gewesen ist? Nichts von alledem: Vernunft und das Wollen fehlen" und die Führer bewegen sich meist stetig im Taumel". Armer Köhne! Wer hat Dich auf Deinen unscheinbaren Posten gestellt? Du und Rehbock, Jhr Beide könntet die soziale Frage ja so spielend lösen! Wir Assistenten würden Euch jedesmal fußfällig um die Erlaubniß bitten, ein Glas Bier trinken zu dürfen. Düsseldorf, 23. Januar 1893. Weitere Wahrnehmungen bezüglich des Assistentenverbandes. In den letzten Tagen sind hier erhebliche Schulden von Assistenten- Verbandsangehörigen zur Sprache gekommen. Ich habe infolge dessen festgestellt, wie hoch fich, soweit dies bekannt ist, die Schulden der 40 eifrigsten Verbandsanhänger des hiesigen Bezirks belaufen. Es sind 17 357 Mart, woran der Spar- und Vorschußverein mit 12 864 Mart betheiligt ist. Die wirkliche Schuldsumme beträgt selbstverständlich weit mehr, denn solche Beamte borgen überall, der ermittelte Betrag erscheint aber schon im bedenklichen Grade geeignet, das Vertrauen und die Achtung nicht allein der Betreffenden sondern des Standes zu erschüttern, die Sicherheit des Dienstes zu gefährden und für die Betheiligten ein Ende mit Schrecken, wofür schon mehrere Beispiele vorliegen, zu befürchten. Nun handelt es sich thatsächlich doch auch nicht um unverschuldete Fälle, um einen allgemeinen Nothstand, sondern um unverheirathete, oder eben erst zur Gründung eines Hausstandes übergegangene jüngere Beamte, die mit ihrer Einnahme ausreichen könnten, wenn die Vernunft und das Wollen nicht fehlten, und wenn nicht die wohlwollende Einwirkung der Voigesetzten durch fremdartige Einflüsse zu nichte gemacht würde. Diesen Zustand verschuldet nicht zum geringsten das Verbandstreiben. Die Führer bewegen sich meist stetig im Taumel: zunächst am Orte regelmäßig in den Stammkneipen, dann in den Verbande versammlungen, sowie bei den Zusammenkünften der nebenher bestehenden geselligen Vereine, und endlich reisen sie von einem Ende des Bezirks zum andern, sei es zur Vorbereitung und Leitung, sei es zum Besuche ordentlicher oder außerordentlicher Versammlungen an anderen Orten. Zur besseren Veranschaulichung erlaube ich mir anzuführen, was das Postamt in N. N. über die Vorbereitung der daselbst vereitelten Agitationsversammlung verhandlungsschriftlich feststellte. Festnageln wollen wir noch das Hypothetische, Unpositive der Behauptungen: Die Versammlung soll" start besucht gewesen sein, die Zecherei foll" die Nacht durchgedauert haben, und wir wollen nun mal sehen, wie Herrn Fischer der Bruftton der Ueberzeugung stehen wird. Was sagte Liebknecht auf dem letzten Parteitage der Sozialdemokratie: Stadtv. Vortmann kann diesen Standpunkt nicht theilen. Komme man nach 5 Jahren zu der Meinung, die Sache sei gut, so würde einfach die Bewilligung erfolgen; fomme man zum entgegengesetzten Urtheil, so lasse sich in der That bei der Etat berathung Remedur schaffen. Mit der Anstalt für genesende Wöchnerinneu sei ganz ebenso verfahren worden. Stadtschulrath Bertram: Auf die Personen, die an der Anstalt wirken sollen, würde ein Beschluß nach dem Antrage Meyer I sehr nachtheilig wirken; ihre Leistungen und Kräfte würden ganz und gar gelähmt werden, wenn sie nicht wüßten, ob nach 5 Jahren die ganze Einrichtung überhaupt noch forts bestehen soll. Auch würde die Verwaltung gar nicht wissen, wie sie sich der Aufnahme von Zöglingen im dritten und vierten Jahre gegenüberstellen solle, wenn nach 5 Jahren die Einrichtung plöglich zu bestehen aufhörte. Stadtv. Meyer I hält gerade durch diese Ausführungen die Nothwendigkeit feines Antrags für erwiesen. Man spreche, immer von einem Provisorium; die Darlegungen des Schulraths hätten aber gar feinen Boden, wenn die Sache nicht als Definitivum in Kraft träte. Dazu aber könne die Versammlung doch, ihre Zustimmung nicht geben. Unter Annahme des Amendements Meyer I wird der Aus. schußantrag genehmigt. ,, Der heutige Staat tritt als Ausbeuter auf und sucht ganz nach manchesterlichen Grundsägen die Löhne herabzudrücken. Er legt dem Arbeiter das Doppeljoch der politischen und ökonomischen Knechtschaft auf". Und so ist es. Der Kampf der Postassistenten um das Die Vorlage betr. das zwischen Berlin und Chars Roalitionsrecht mußte solche Gestalt annehmen: Die Kühnemann- lottenburg zu treffende Abkommen, welches die schen Praktiken sind dem Herrn Fischer und Genossen zu sehr in Uebernahme der Kaiserin Augusta Allee in Martinickenfelde, Fleisch und Blut übergegangen. Ob die Assistenten das sacri- sowie des Charlottenburger und Salzufers durch Charlottenburg, ficium intellectus( Opfer selbständigen Denkens) bringen werden? den Ausbau der Bayreuther und Lutherstraße durch Berlin. Freiwillig nicht. sowie die Aufhebung des Wegezolls auf der Moabit- Charlottens, burger Chauffee betrifft, hat der Ausschuß mit einigen unwesentlichen Aenderungen angenommen. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Nachmittags 5 Uhr. Am 11. November 1892 Nachmittags trafen daselbst zwei auswärtige Vertrauensmänner ein, welche die Assistenten und Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 2. Gehilfen vom Postamte und Telegraphenamte in N. N. von N. N. und N. N. in das Assistenten- Vereinslokal, in welchem die Verbands- Zeitung ausliegt, beriesen, erst Stimmung machten und dann verhandelten. Man vertheilte Verbands- Liederhefte, zechte, fang, benutte Flugblätter von Funk zur Werbung von Mitgliedern und vertheilte unentgeltlich die Schandbroschüre„ Die neue Zeit und die alte Deutsche Reichspost". Der Besuch dieser Versammlung soll recht start gewesen sein und die Zecherei die Nacht durch bis zum Frühzuge am nächsten Morgen gedauert haben. = Die Versammlung beschließt ohne Debatte im gleichen Sinne. Auf Antrag der Deutschen Landwirthschafts- Gesellschaft, mit welchem sich der Magistrat einverstanden erklärt hat, soll ein Theil des Treptower Parks dieser Gesellschaft zum Zwecke der Abhaltung einer Allgemeinen Deutschen Landwirths Februarschaftlichen Schau im Monat Juni 1894 überlassen. werden. Die Vorlage wird nach kurzer Debatte, entsprechend einem Antrage Hütt abgelehnt, dem Magistrat wird anheimgegeben, die Sache in der Park- und Gartendeputation vorbes rathen zu lassen. Stadtv. Wohlgemuth zeigt Urlaub auf 8 Wochen an. Vor der Tagesordnung wird eine Anfrage verlesen, welche sich auf den Brand im Keller der Zentralmarkthalle bezieht. Es wird gefragt, ob durch die Versicherung die Entschädigung der Händler für die verdorbenen Waaren völlig gedeckt ist, und was Zur Kenntnißnahme theilt der Magistrat mit, daß in den Der Magistrat zu thun gebente, um solchen Brandschäden in nächsten Etat eine Forderung von 53 000 M. Aufnahme finden Bukunft vorzubeugen. wird, um für die Quisenschule an Stelle der vorhandenen, Stadtrath Ma mroth erklärt auf die erste Anfrage, daß mit vielfach bemängelten Luftheizung eine Warmwasser- Heiz= der Versicherungssumme von 500 000 m. jeder einigermaßen beanlage einzurichten. Die Auswärtigen haben sich in Begleitung der ganzen Ge- rechtigte Entschädigungsanspruch erfüllt werden könne.( Beifall.) Der Magistrat überreicht der Versammlung einen Entwurf sellschaft, alle schwer bezecht, aus dem Wirthshause zum Zuge begeben und sind dann nach Hause gefahren, um alsbald wieder in Dienst zu treten. Das ist die Neise zweier mit Agitationsmaterial ausgerüsteter Verbandsagitatoren, nicht angestellter Postassistenten im Alter von 26 und 27 Jahren! So ähnlich ist man übrigens auch an verschiedenen Orten mit den von der Zentralstelle Berlin entsandten Schneidern herumgezogen, zweifellos ist es, daß die verschuldeten Führer die Gelegenheit benußen, vom Verbandsgeschäfte zu borgen, sich wieder aus einer neuen Borgquelle mit Kleidern, Zigarren 2c. zu versorgen. Von einem leichtlebigen, verschuldeten Assistenten ist mir bekannt geworden, daß er sogar auch einen Geldvorschuß vom Verbande erhalten hat. Ich habe nicht verfehlen wollen, Vorstehendes nachträglich zur Kenntniß des Reichspostamts zu bringen. Dabei darf ich wohl erwähnen, daß ich erst infolge meines jüngsten Vorgehens dazu gekommen bin, den ungesunden Zustand völlig zu erkennen und die Größe der Gefahr ganz zu ermessen, und daß dieses Vorgehen auch zunächst nur den Zweck haben sollte, den Auswüchsen und bedauerlichen Wirkungen des Verbandes entgegenzutreten. An N Der Kaiserliche Ober Postdirektor Geheime Ober- Postrath ( gez.) Köhne. das kaiserliche Reichs- Postamt in Berlin. 1952 Berlin W., 26. Januar 1898. Reichspostamt. III. Abtheilung. Euer Wohlgeboren erhalten in der Anlage Abschrift eines Berichts der Kaiserlichen Ober- Postdirektion in Düsseldorf vom 28. Januar zur Kenntniß, mit dem Auftrage, in unauffälliger Weise ermitteln und feststellen zu lassen, ob bezüglich der Verschuldung von Mitgliedern des Verbandes Deutscher Post- und Telegraphen- Assistenten im tortigen Bezirke ähnliche Wahr nehmungen gemacht worden sind, wie im Bezirke der.Kaiserlichen Oter Postdirektion in Düsseldorf. Butreffendenfalls würde es dem Reichspoftamte erwünscht sein, noch vor Beginn der bald bevorstehenden zweiten Be rathung des Etats im Plenum des Reichstags in Besitz des bezüglichen Materials zu gelangen. Euer Wohlgeboren wollen daher binnen acht Tagen zur Sache berichten. ( gez.) Fischer. Stadtbaurath Blantenstein: Die Zeitungsberichte über zu den Wege und Gartenanlagen auf dem die nothwendigen baulichen Veränderungen in der Markthalle Gendarmenmarkt. Der Entwurf hat nach längeren Ver. dürfen Sie nicht erschrecken. Wir werden hoffentlich damit aus- handlungen die Zustimmung des Polizeipräsidiums und der reichen, daß wir das Holz möglichst beseitigen und überall Generalintendanz der Königlichen Schauspiele erhalten, bedarf Eisengitter anbringen; wir werden aber wohl nicht aber noch der Genehmigung des Ministers der öffentlichen Ars gezwungen werden, werden, freuz und quer durch die Kellereien beiten. Brandmauern zu ziehen. würde Das Feuer sich ja Die Versammlung nimmt von der Vorlage Kenntniß. dann leichter löschen, Verkehr und Ventilation aber aufs äußerste Die Stadtpv. Friederici und Gen. haben folgenden Ans behindert werden. Seiner Zeit hat das Polizeipräsidium dieselbe trag gestellt: Ueberzeugung gewonnen und wird jetzt hoffentlich an derselben festhalten. Feuer ist bereits wiederholt in der Markthalle aus gebrochen, aber stets schnell gelöscht worden; an Hydranten fehlt es nicht. Auch das jezige Feuer hätte jedenfalls beim Ausbruch gelöscht werden können; die Betheiligten müssen aber durchaus den Kopf verloren haben. Der Magistrat wird ersucht, möglichst baldigst nach dem Ende der Etatsjahres die Kassen Abschlüsse mit den Erläuterungen, den Anhängen und den Be gründungen der Etatsüberschreitungen der Versammlung vorzulegen." Nach der Begründung des Antrages durch den Antrag Stadtrath Mamroth erklärt bezüglich der letzten Bemer- ste II er bestreitet Kämmerer Ma as, daß er mit den Abschlüssen fung des Vorredners, daß, soweit es sich um die Markthallen im Rückstande sei; das noch rückständige Material werde in drei beamten handle, ein Vorwurf nicht zu erheben sei; diefelben Tagen vorliegen, hätten sofort ihre Kräfte zur Verfügung gestellt, um dem Brande Einhalt zu thun, seien aber sehr bald durch den undurchdringlichen Qualm vertrieben worden. Stadtv. Reich now, der die Anfrage gestellt hat, erklärt sich mit der Beantwortung zufrieden. Mit dem Ankauf des Grundstücks Thurmstr. 30 für 343350 M. zur Errichtung einer höheren Mädchenschule in Moabit hat sich der niedergesetzte Ausschuß einstimmig einverstanden er flärt. Die ziemlich gut erhaltenen Vordergebäude können zunächst erhalten bleiben und die eventuelle künftige Bebauung soll späterer Beschlußfaffung der Versammlung vorbehalten werden. Die Vorlage wird ohne Debatte angenommen. Hierauf wird der Antrag abgelehnt. Zur Verhandlung gelangt darauf der folgende Antrag der fozialdemokratischen Stadtverordneten( Dr. 3adet, und Ge nossen): Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, in den demnächst vorzulegenden Etatsentwurf eine entsprechende Summe zum Zweck der Errichtung und Unterhaltung eines städtischen Gesundheitsamts einzustellen. Hierzu liegen zwei Anträge der Stadtvv. Kalisch und Schwalbe auf motivirte Tagesordnung vor, die beide auf den Umstand Bezug nehmen, daß über die Uebernahme der Gesundneu- heitspolizei durch die Stadt gegenwärtig verhandelt wird. Es folgt die Einführung und Verpflichtung der beiden gewählten befoldeten Stadträthe, bisherigen Magistratsassessoren Der Wunsch des Antragstellers, die Berathung von der Mugdan und Bohm, sowie der beiden unbefoldeten Stadt heutigen Tagesordnung abzusetzen, findet Widerspruch; es wird räthe Mielenz und 3abel durch den Oberbürgermeister demnach in die Verhandlung eingetreten. Stadtv. 3 adet: Wir wollen die beschleunigte Einrichtung 3 elle. Für den bisherigen Stadtv. Mielenz, dessen Mandat derjenigen Institute für Berlin, die in einer Reihe von ausnoch bis Ende 1895 läuft, wird eine Neuwahl veranlaßt werden. ländischen Städten, namentlich in England, bereits mit großem Den vom Magistrat vorgelegten Plan eines ErSegen funttioniven. Dort hat man seit einigen Dezennien ziehungshauses für 20 verwahrlofte Mädchen städtische Gesundheitsämter mit ärztlichen Leitern und nichtärzte hat die Mehrheit des für diese Vorlage eingesetzten Ausschusses lichen Gesundheitsauffehern; feit zehn Jahren eriftivt eine äbn= gutgeheißen und empfiehlt die Zustimmung zu dem Vorschlage des liche Einrichtung auch in Wien. Die Nothwendigkeit und Nütz Magistrats, für diese Anstalt das Gutshaus und den Gutsgarten lichkeit gleicher Institutionen auch für Berlin bestreitet niemand; nur verweist man immer und dies thun auch die gestellten von Klein- Beeren zu benutzen. Die Mehrheit hat die Errichtung eines Mädchen- Erziehungs- Anträge auf motivirte Tagesordnung darauf, daß ein solches hauses mit Rücksicht auf die nachweisbar wachsende Zahl von städtisches Gesundheitsamt nur im organischen Zusammenhang Fällen frühzeitiger Verderbniß für ein Bedürfniß erklärt und die mit der Neu- Organisation der städtischen Gesundheitspflege ein moralische Verpflichtung der Gemeinde, auch für diesen idealen gerichtet werden kann, und daß, so lange die Stadt die übernommen Mit den Summen die jetzt Gesundheitspolizei nicht 3wed Opfer zu bringen, anerkannt. habe, man nicht Bei dieser Argumentation werden als Erziehungsgelder an Privatanstalten, wie das Magdalenen daran gehen könne. stift in plößenfee, Siloah in Pankow, Bethabara in Weißen- aber zwei Aufgaben, die der Gesundheitsauffeher der fee u. f. w. gezahlt werden müßten, sei in einer städtischen Anstalt Zukunft haben soll, mit einander vermengt. Die eine Aufgabe mehr zu erreichen. Es handle sich um 11- bis 13 jährige ist die, welche jetzt schon die Polizei- Organe ausführen, die gefallene Mädchen; hinsichtlich solcher könnten die vor natürlich erst mit dem Uebergang der ganzen Gefundheitspolizei handenen Rettungshäuser nicht in dem in dem Maße bessernd auf die Stadt übergehen faun: Marktpolizei, Ueberwachung der eingreifen, wie man dringend wünschen müsse. Mit Strenge Haltetinder u. dgl.; das andere ist, was wir hauptsächlich und religiösen Einflüssen allein sei es nicht gethan, es fomme atollen: Ueberwachung des Wohnungswesens, Nachdem Herr Seß gesprochen und Herr Köhne fürzlich diesen auch darauf an, die Gesundung des Leibes herbeizuführen und des Schlafstellen und Herbergswesens, ber Herrn in seiner Ausdrucksweise noch übertrumpft hat, bleiben auf das Gemüth einzuwirken. Einen großen Einfluß hierauf Wertstätten. f. w. Diese Dinge find bei uns absolut neu: uns Entrüstungsrufe nun in der Kehle stecken. 40 Personen übe die Beschäftigung mit Garten- und Feldarbeiten aus. Von sie haben unsere Polizei bisher gar nicht beschäftigt und den sollen beim Post- Spar- und Vorschußverein eine Schuld" von anderer Seite wurde dieses neue Prinzip bekämpft; die Anstalt Geh. Rath Pistor, den früheren Leiter der Polizei- Sanitäts12 864 M. haben- pro Kopf 320 M. und das sollen die würde ihren Zweck verfehlen, da das fortwährende Beisammen kommission, zu dem Standpunkte gebracht, die Einsehung städti. Schulden" noch nicht mal alle fein, denn solche Beamten fein gefallener Mädchen den Reiz zur Unsittlichkeit stets wachscher Gesundheitsauffeher zu verlangen, die leisten borgen überall!"; aber schon diese 320 M. pro Kopf erscheinen halten und den Keim zur Besserung garnicht aufkommen lassen würden, was Schuhleute nie und nimmer leisten können. Nach im bedentlichen Grade geeignet, das Verwerde; lediglich von der Erziehung in Familien feien demnach dem Ausspruch eines Gesundheitsaufsehers in Bristol haben die frauen und die Achtung nicht allein der Be Erfolge zu erhoffen. Diese Auffassung ist aber im Ausschuß in Pflichten eines Schuhmanns, eines Polizeihauptmanns und eines Gesundheitsaufsehers absolut nichts mit einander zu thun. Wir treffenden, sondern des Standes zu erschüttern, der Minderheit geblieben. Stadtv. Meyer I beantragt, in dem Beschlusse zu sagen: würden mit dieser Einrichtung jetzt schon arbeiten, wenn nicht die Sicherheit des Dienstes zu gefährden(!) und für die Betheiligten ein Ende mit Schreden zu bevorläufig auf die Dauer von 5 Jahren". Der Ausschuß habe die Frage der Uebertragung der Gesundheitspolizei dazwischen An den Kaiserlichen Ober- Pofidirektor Herrn N. N. Eilt. III. 2991. in M. gekommen wäre. Warum, ollen wir nun Gesundheitsaufseher nicht jeden Augenblick einrichten können, welche speziell daZ lcyten, was ich alS die andere Aufgabe bezeichnet habe, die ge- sundheitliche Ueberwachung der Wohnungen, Häuser und Höfe? Die vorbereitenden Schritte würden ja doch mindestens ein Jahr erfordern. Was die Uebertragung der Gesundheitspolizei an- betrifft, so haben wir ja erst Ende v. I. die Antwort des Polizei- l Präsidiums bekommen, das sich zunächst weigert, die Feuerwehr der Stadt zu übergeben. Damit wird der Abschluß der Verhandlungen ins Ungewisse hinausgeschoben. Unsere Forderung aber, die davon ganz unabhängig dasteht, darf deshalb doch nicht zurück- stehen, namentlich nicht in einer Zeit der permanenten Cholera- gefahr! Beim Ausbruch der Epidemie im September v. I. wies die Medizinische Wochenschrift aus die Bedrohung der nicht- lanalisirten Bezirke Berlins hin und verlaugte für diese die un- .verzügliche Bestellung von Gesnndheitsaufsehern, da doch die Leute, die dort wohnten, auch Steuerzahler seien, und die Ein- richtung nicht nur ihnen, sondern auch der ganzen übrigen Stadt i�u gute kommen würde. In diesen Bezirken dominiren Haupt- sachlich die besitzlosen Klassen, und ihnen würde diese Ein- richtung einen Vortheil gewähren; aber auch sonst sind die >GesnndheitSaufseher wesentlich Schntzorgane der Besitzlosen. Das wird überall»nid von Jedem zugegeben, der mit solchen Gesundheitsaufsehern arbeitet. Heute ist der Besitz- lose hinsichtlich seines einzigen Besitzes. der Gesundheit, dem Kapital ausgeliefert und zwar zugleich dem Hausbesitzer und dem Arbeitgeber. Aerzte und Gesundheitsanfseher sollen wenigstens in etwas dieser Ausbeutung Schranken setzen. I» den Berichten b« englischen Medizinalbcamte» wird wiederholt betont, daß diese Beamten unabhängige Personen, nichtpraktizirende Aerzte sein müßten. Einige klagen direkt über den einstweiligen Ein- fluß, welchen gerade die Erzeuger der Gesundheitsschädlichkeit, die großen Fabrikanten, auf die Gesundheitsämter ausüben. Die Bcsiylsoen können heute die Schäden, unter denen sie leiden, ohne Nachtheil für sich kaum zur Anzeige bringen. Geheim- rath Pistor erklärt es für ganz selbstverständlich, daß Gesellen und Miether vielfach ihre Klagen den zuständigen Behörden nicht melden, weil sie riskiren, um Brot und Woh- nung zu kommen. Leider scheinen die Nachfolger des Herrn Pistor nicht so viel sozialpolitisches Verständniß zu haben(Ruf: Aha!), denn sie haben nicht nur Alles beim Alten ge- lassen, sondern noch eine alte Bestimmung ausgegraben, welche die Verfolgung einer Klage viel schwerer macht, indem ausdrücklich vorgeschrieben wurde, daß jede Klage wegen eines sanitären Mißstandes sofort die Gebühr von 8 M. für das Physikatsattest nach sich zieht. Nun hat man ans die bestehen- den Revier-Sanitätskommissionen hingewiesen; bei denen könnten doch solche Meldungen Erfolg haben. Diese Kommissionen, die Herr Pistor mit Recht„sogenannte" Sanitätskommissionen nennt, sind, wie sie heute fnnktioniren, durchaus werthlos. Sie sind 1833 eingerichtet und eigentlich Leichen, die blos bei Epidemien künstlich erweckt werden. Schon ihre Zusammensetzung bedingt ihre Werthlosigkeit. Nicht die Arbeiter, die unter den sanitären Mißständen leiden, sitzen darin, sondern die Haus- besitzer, die doch eher das Interesse habe», etwaige Miß- stände in ihren Häusern nicht ans Tageslicht zu befördern(Un- ruhe). Diese Kommissionen stellen asto keine neutrale Behörde dar, die Klagen bei ver Polizei werden durch den hohen Ge- bührcnsatz äußerst erschwert; unter diesen Umständen hat sich in Berlin aus meine Anregung eine Arbeiter-Sanitätskommission ge- bildet mit der ganz bestimmten Aufgabe, die vorhandene» Miß- stände zu untersuchen und nnnachsichtlich zur Kennlmß der Behörden und der Oeffentlichkeit zu bringen. Sie ist in der kurzen Zeit ihres Bestehens außerordentlich wirksam geworden und hat von allen Seiten, sowohl von den Hausbesitzern, wie von der Polizei, wie von den Fabrik-Jnspektoren Beachtung gefunden. Die genannten Behörden sind sämmt- liche Veröffentlichungen sofort nachgegangen und die Prüfung hat einfach die Bestätigung dessen, was unsere Berichte besagten, ergeben. Die Verhältnisse sind danach in der That durchaus nicht glänzend und bezüglich gewisser Dinge geradezu horrend traurig. Ueberascht hat uns zuerst die ganz aligemeine Klage über geringe Zahl und nrangelhaste Beschaffenheit der Klosets. In den Hinterhäusern kommt fast durchweg ein Kloset auf 20, 80 bis 40, ja 60 und noch mehr Köpfe.(Widersprnct).) Sie können das in unseren Berichten nachgewiesen finden, und außerdem sagt Ihnen jedes statistische Buch dasselbe; in Wien liegen die Herhältnisse ganz ebenso. Nicht auf eine Haus- Haltung, wie es die Leipziger Bauordnung vorschreibt, die Ber- liner aber leider nicht, kommt ein Klosct, auch nicht aus zwei, sondern häufig aus 3, 10, ja 13 Familien; daß solche Verhältnisse von den Arbeitern als traurige empfunden werden, sollten Sie ihnen doch hoch anrechnen. Ganz ebenso steht es mit dem Trinkwasser. Eine ganze Reihe von Berichten besagt, daß die Hinterhäuser auf Brunnen angewiesen wären oder Ptivatleitnngen hätten. Wir müssen mindestens verlangen, daß alle Brunnen und Privatleitungen städtischersei ts kontrollirt werden. Vielfach liefern die letzteren ein ganz ungesundes Wasser. Dieselben außerordentlich traurigen Zustände sind in den Woh- nungen zum Theil wahrgenommen werden. Bei einer Enquete im Jahre 1880 wurde von 300 auf 1000 Werkstätten nach- gewiesen, daß sie als Schlafstellen benutzt wurden(Vorsteher Langerhaus bittet, nicht zu weit ins Allgemeine abzu- schweifen). Diese Zahle» stammen vom Geheimrath Pistor, der sie gerade anführt, um ein städtisches Gesundheitsamt zu verlangen. Mit den Schlafstellen sleyt es ebenso schlimm; darüber haben wir eine Arbeit des Dr. Bcrthold, die auf Grund der amtlichen Zahlen die Veranstaltung einer Wohmmgsenqnete für Berlin nach Baseler Muster fordert. Einen solchen Antrag würden Sie ja wohl ablehnen, wie unfern Antrag über die Arbeitslosenstatistik(Ruf: Sehr richtig!). S i e rufen: Sehr richtig! W i r schließen daraus, daß Sie nicht L u st haben, das Elend der ärmeren Bevölkerung zu sehen.(Vorsteher Langerhans rügt diese Aeußerung.) Seit der Einrichtung des Physikais ist nichts für diese Verhältnisse geschehen, sagt Herr Geheimrath Pistor.(Lachen.) Deshalb haben wir die frei- »villige Kommission ins Leben gerufen, und die Arbeiter haben sich ihr mit Begeisterung gewidmet. Wir haben eine Reihe von Arbeiten ge- leistet, aber sind uns auch über die Grenze unserer Leistiinasfähigkeit klar geworden; wir haben nicht die genügenden Mittel und unsere Mitarbeiter baben keine BeamtcnqUalität, und weil wir unser« Unzulänglichkeit einsehen, verlangen wir, daß die Stadt ein'Gesundheitsamt mit ärztlicher Leitung und sachverständigen Cjesundheitsanfsehcrn errichtet, nnt die vorhandenen Zustände und die Anssührung der ergangenen Verordnungen zu kontrolliren. Ich bitte Sie, den Asttrag dem Etaismisschuß zu überweisen. Stadtv. Dr. Ltetimann beantragt einfache Tagesordnung. Der Antrag habe weder formell noch sachlich genügende Be- grundung. Der Magistrat bekomme mit dem Wortlaut des An- lrags gar keine Direktive, da der Begriff eines Gesund- hritsamts sehr verschiedener Auslegung fähig sei. Ans die Ausführungen des Herrn Zadel allein kömie man doch den Magistrat nicht verweisen. Ter Antrag des Herrn . Pistor sei ja von der polizeilichen SanitätS-Kommission an- genommen worden; der Hauptgrund dafür, daß die Sache nicht weiter verfolgt fei, liege an der Berufung des Herrn Pistor in das Ministerium. Mit der Annahme einer inotivirten Tagesordnung würde die Bersanunlung eine Verantwortung übernehmen, die sie nicht tragen könne. Gegen den Vorwurf, daß die Stadt nichts für die Hygiene der ärmeren Bevölkerung gethnn, verweist Redner auf die Kanalisation und die von Berlin zuerst gepflegte Wohnungsstatislik. Die Antragsteller hätte» in einer besonderen Denkschrift das bezeichnete Material der Versammlung unterbreite» müssen. Stadtv. Vogtherr: Wenn verlangt wird, daß wir durch eine Denkschrift das Materiäl den Behörden zitgänglich machen sollen und zwar spezifizirt, so waren wir der Meinung, daß man sich mit gutem Recht aus eine Anregung beschränken könne daß man außerdem auf den Meinungsaustausch er-ahrener Männer, also vor allem der Aerzte. zu rechnen habe. Wenn Sie die An- gelegenheit einfach ablehnen und nicht einmal in eignem Ausschuß darüber sprechen wollen, dann bedauere ich um so mehr, daß Sie den Antrag aus Vertagung der Angelegenheit nicht angenommen haben. In namentlicher Abstimmung wird der Antra» auf einfache Tagesordnung mit LS gegen 23 Stimmen a n g e n o m m e n. An die freiwillig« Feuerwehr zu Friedrichshagen toll nach dem Vorschlage des Magistrats mit Rücksicht auf die dort vorhandenen, der Feuersgefahr besonders ausgesetzten interimistischen Baulichkeiten aus dem Grundstücke der neuen Wasserwerke am Müggelsee eine einmalige Unterstützimg von 1000 M. gezahlt werden. Die Versammlung tritt dem Vorschlage ohne Debatte bei. Mit der vorgelegten Skizze zum Neubau der 13. G e- meinde-Schule, Elisabethkirchstr. 10—21, erklärt sich die Vcrsaimnlung einverstanden. Schluß S'/s Uhr. ToKoles: Eiu Raubmord, dem neben der Beraubten auch deren Söhnchen zum Opfer fiel, ist gestern Abend bald nach Eintritt der Dunkelheit in der Gerichtsstraße, im äußersten Norden der Stadt, verübt worden. Hier wohnt in dem Hause Nr. 43, ziemlich abgelegen in der Nähe des städtischen Friedhofes und des Ruheplatzes der Werkmeister Leschansky, dessen dreißigjährige Frau einen Viktualienhandel betrieb. Gestern Abend kurz nach sechs Uhr fand man die Frau mit zerschlagenem Schädel und einem Stich in der Halsgegend noch schwach lebend, in ihrer Behausung liegend auf. Neben ihr lag ihr Lffsjähriges Söhnchen, das, am Kopse durch einen Schlag schwer verletzt, ebenfalls dem Tode nahe war. Das Kind starb bald nach der Auffindung in der Wohnung, die Frau wurde nach Anlegung von Nothver- bänden in die Charitee gebracht. Hier starb sie schon gestern Abend gegen neun Uhr, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Durch Augenzeugen ist demnach über die Blutthat nichts festzustellen gewesen. Nach dem Befunde dürfte sie sich folgendermaßen abgespielt haben: Die Leschansky'sche Wohnung und der Viktualienladen befinden sich im Keller des Hauses, zu dem einige ziemlich steile Stufen von der Straße hinabführen. Eine Flügelthür an der Straße steht gewöhnlich ganz auf, während eine dahinter besindliche Glasthür in der Regel geschlossen ist. An der Glasthür befindet sich eine Glocke, die den Eintritt von Künden anzeigen soll, aber wie erfahrungs- mäßig alle derartige Glocken, leicht abstellbar ist. Durch die Glasthür gelangt man in den Laden, in dem allerhand Waaren und sonstige Sachen, wie Holz und dergleichen liegen. Vom Laden gelangt man nach rechts in eine Rollkammer und von dieser in das Schlafzimmer, die beide ebenfalls nach der Gerichts- straße hinaus liegen. Nach hinten zu liegen diesen Räumen gegenüber andere, die indessen hier nicht in Betracht kommen, da sie bei der Blutthat nicht betreten worden sind. Die Frau hat nun nach dem Befunde gestern Abend zwischen 5V, und 6 Uhr, als der Thäter in den Keller eintrat. ein Butterbrot essend im Schlafzimmer auf dem Sopha gesessen. Neben ihr auf einer sogenannten Rutsche saß der kleine Knabe. Der Thäter hat zweifellos die Glocke an der Glasthür abgestellt gehabt, und Frau Leschansky hat ihn erst gehört, als er vom Laden ans bereits die Rollkammer betreten hatte. Als sie dann aufgestanden und dem Thäter einige Schritte entgegen gegangen war, hat dieser sie mit einem stumpfen JnMtMsnt, das er mit- gebracht hatte und auch wieder initgenoiiimen hat. so stark über die linke Kopsseite geschlagen, daß sie rücklings zu Boden fiel und betäubt liegen blieb."Die Beine der Hingestreckwn lagen in der Rollkainm'er, der übrige Körper noch im Schlafzimmer. Während die Betäubte am Boden lag, hat der Mörder noch möhrere Schläge nach ihr geführt und ihr dann, als er sah, daß sie noch Leben zeigte, ein der Frau gehöriges Küchenmesser, das auch in der Wohnung zurückgeblieben ist, in den Hals gestoßen. Nun hat wahrscheinlich bei dem Uebersalle das Kind geschrien, und um dieses unschädlich zu inachen, hat ihin der Thäter mit einem Mangelholze einen so wuchtigen Schlag auf den Kopf versetzt, daß nicht nur sein Schädel zer- triimmert, sondern auch die Rulsche, auf dem es saß. zerbrochen wurde. Dann ist der Mörder, da er die Frau jedenfalls für todt gehalten hat, an das Werk der Beraubung gegangen. Aus einer Ledertasche, die die Frau umgeschnallt trug, hat er einen Geld- betrag von einigen Mark herausgenommen und dann die im Schlafzimmer stehende Kommode erbrochen. Hier hat er in der obersten Schublade 130 M. baarcs Geld, und zwar 2 Zwanzig- und 2 Zehn-Markstücke, das Uebrige in Silbergeld, alles in Lein- wand eingehüllt, und außerdem eine goldene Uhr mit goldener Kette gefunden und geraubt. Es ist ihm darauf gelungen, unbemerkt, wie er ihn betreten hatte, den Laden mit der Beute wieder zu verlassen. Eine Spur, die auf seine Ermittelung führen könnte, ist in der Wohnung oder dem Laden der Ermordeten nicht zurückgeblieben. Auch draußen hat man weder Fußspuren noch etwa Blutflecken im Schnee finden können. Daß die That zwischen öl]2 und 6 Uhr verübt sein muß, ist außer Zweifel gestellt. Um 3ff2 Uhr hat nämlich eine in demselben Hause ivohnendc Frau Kühn zweimal hinter einander� ihren dreizehnjährigen Sohn Paul in den Laden hinuntergeschickt, um verschiedene Einkäufe zu machen. Dieser ist noch von Frau LeschanSky bedient worden. Als aber Frau Köhn etwa eine Viertelstunde später ihren 12 jährigen Sohn Ferdinand schickte, damit er noch einen Häring hole, war die That bereits geschehen. Ferdinand Köhn fand die Frau in der vorherbezeichneten Lage bcstnnungslos am Boden liegend vor. Er rief sofort seine Mutter herbei und diese im Verein mit herzngeholten Haus- genossen unterrichtete die Polizei und sorgte für ärztliche Hilfe, die indessen, wie gesagt, das Schlimmste nicht verhindern konnte, Daß nachträglich Nachbarsleute allerhand Verdächtiges gesehen haben wollen, ist nichts Neues, vielmehr die Regel bei allen Kapitalverbrechen. Gewohnlich kommt aber dabei nichts heraus. Ueber die Spuren, die von der Kriminalpolizei verfolgt werden, heute schon Mittheilungen zu machen, wäre verfrüht, da die Er- inittelungen nach allen Richtungen noch in vollem Gange sind. Der bedaucrnswerthe Mann der Ermordeten erfuhr die That, die sein ganzes Glück vernichtete, als er kurz nach 6 Uhr von der Arbeit heimkehrte. Die vorläufige Leichenschau der Frau hat ergeben: Zertrümmerung des Schädeldaches mit Verletzung der Hirnhaut und des linken Stirnlappens des Großhirns, Stichverletzung am Halle rechts mit Eröffnung eines großen Blutgefäßes(ingal int.); Blutung aus dtr ard. rnening. aüt. sin. Die Ermordete— Bertha Leschansky, geb. Buchmann, ist am 10. August 1862 in Brannschwendt, Kreis Mansseld, geboren. Prompte Justiz. Daß man in unserem Rcchtsstaate sehr leicht zu einet Anklage kommen kann, ist eine bekannte Geschichte, daß aber Jahre vergehen können, ehe man Mittheitung erhält, daß ein erhobenes Verfahren eingestellt werden mußte, ist immer- hin eine gewisse Seltenheit. Wir können mit einem solchen Fall answqrteii: Der Tischlermeister Albert ErdNiann, Friedrichs- gracht 61 wohnhaft, war in einer Verhandlung. die am 16. Ok- rober 1801 in Moabit anstand(Erregung öffentlichen Aerger- nisses) als Entlastungszeuge vorgeladen. Der Angeklagte wurde auf grund der Aussagen zweier Belastungszeugen vernrtheilt. Diese letzteren sandten kurze Zeit darauf eine Anzeige an die Staakßanwaltschast des Inhalts, daß der Entlastungszeuge Erb- mann 30 Pfennig Zeugengebühren zu viel gefordert und auch erhalten habe. Erdmann wurde beschuldigt, daß er sich als Tischler- meister bezeichnet habe, während er aber nur als Tischlcrgeselle arbeite. Die Staatsamvaltschaft eröffnete dann auch kurz vorJahres- schluß(1801) die Voruntersuchung. Der Angeschuldigte wurde vernommen, die Angeber werden wahrscheinlich auch ihre Aus- sagen gemacht haben. Damit schien die Sache abgethan zu sein, denn Erdmann erhielt während eines vollen Jahres keinerlei gerichtliche Zustellung. Natürlich aber war genügend bekannt ge- macht worden, daß noch eine Anklage wegen Betruges gegen ihn schwebe, die einen schlimmen Ausgang nehmen könne. Erdmann hatte unter diesem Gerede schwer zu leiden, so daß er sich ent- schloß, einmal an der kompetenten Stelle anzufragen, wie weit denn mm die Sache gediehen sei und wann dieselbe Aufklärung finden werde. Der Angeschuldigte konnte zudem Beweise bei- briiiMN, daß er seiner Zeit schon als Tischlermeister gearbeitet hatte und daß er sich wirklich nicht mir der Absicht trug. den Justizfiskus um ganze 30 Pfennige zu schaden. Er richtete also ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft unter dem t. Januar 139» und erhielt darauf folgende Antwort: Auf Ihr Schreiben vom 4. d. M. gereicht Ihnen zum Bescheide. daß das Strafversahren wider Sie wegen Betrugs bereits am 22. Januar 1893 eingestellt worden ist." Erdmami hat also beinahe ein volles Jahr mit einem durch- aus unbegründeten Verdacht herumlausen müssen und er hätte das noch länger thun können, wenn er nicht durch seine Eingabe eine Antwort der Staatsanwaltschaft provozirt hätte. Ob die- selbe irgend welche Schritte gegen die Angeber unternommen hat, weiß Erdmann nicht, auf jeden Fall aber ist sein Verlangen nach schnellerer Benachrichttgung über den Stand der Sache nicht un- berechtigt. Die Kaiser-GevurtStagSfeier in Merten's Salon. Friedrich- straßc 236. brachte ein drastisches Intermezzo, von welchem auch weitere Kreise lernen können. Vier Herren besuchten an jenem Abend das erwähnte Tanzlokal und erhielten am Büffet auf Bc- stellung Bier. Einer der Herren betrat ahnungslos den Tanz- saal und engagirte eine Dame. Da machte ihn ein Avancirter vom Garde- Kürassierregiment darauf ausmerksam, daß hier eine geschlossene Gesellschaft Kaisers Geburtstag feiere und daß nur derjenige das Recht habe zu tanzen, der im Besitz einer Einlaß- karte sei. Nach allen möglichen Entschuldigungen seitens des unbefugten Tänzers schien die Sache erledigt zu sein. Derselbe verließ sofort den Tanzsaal, setzte sich noch einen Augenblick zu seinen Freunden am Büffet, die ihr Bier austranken und sich zum Aufbruche rüsteten. Da trat ein Sergeant der Garde- Kürassiere zu ihnen heran und kündigte ihnen an, daß sie sofort herausgeschmissen werden würden, wenn sie nicht sofort verdufteten. Als der Koch Max Geisendorf, Belle-Zllliancestr. 103 wohnhaft, auf diese barsche An- rede erklärte, daß sie lediglich aus Unkcnntiiiß der Privatfestlich- keit in das Lokal gekommen wären und schon auf dem Sprunge ständen, dasselbe zu verlassen, wurde derselbe von dem Sergeanten und noch einigen Kameraden desselben gepackt und in den Hof hinausgestoßen. Bei der Karambolage wurde Geisendorf der Kragen mit Kravatte und Nadel abgerissen, die er bis heut noch nicht wieder erlangt hat. Im Hofe wurde der Hinausgeworfene an die Wand gedrückt und erhielt eine Anzahl Faustschläge ins Gesicht, das folgende Kontusionen aufzuweisen hatte: linkes Auge außen blau, innen blutunterlaufen, Nase heftig blutend und angeschwollen, das Stück eines Borderzahncs abgeschlagen. Als der Lärm zu groß wurde, ließ der Sergeant von demMißhandelten ab, der bat, man möge ihm seine Sachen, zum wenigsten seinen Hut aushändigen. Es dauerte auch nicht lange, so kam dieser in total ruinirtem Zustande ans dem Saal geflogen. Geisendorf gab sich zwar Mühe, den Namen des schlagfertigen Sergeanten zu erfahren, man drohte ihm aber mit Wiederholung der Hiebe. und so hörte er nur zufällig, daß die Mehrzahl der Anwesenden der 3. Schwadron angehörten. Den anderen drei Zivilisten war auch die Lust vergangen, mit den Herren vom Kommiß noch zu verhandeln, zudem dem einen schon der Hut vom Kopf gerissen worden war, weil er denselben zwischen Thür und Angel auf- gesetzt halte. Am nächsten Tage, also am 28. Januar, richtete Geisendorf an den Regimentskommandeur ein Schreiben, in welchem er diesem den Sachverhalt wahrheitsgetreu mitlheiTte und ersuchte. ihm Gelegenheit zu geben, den Sergeanten, der ihn geschlagen hatte, rekognosziren zu können, da er sich dessen Aussehens noch sehr wohl erinnere. Bereits zwei Tage später, am 80. Januar, wurde Geisendorf folgendes Schreiben zugestellt:, Berlin, den 30. Januar 1893. Urschristlich dem Absender mit dem Bemerken zurückgesandt, daß die auf den Brief hin angestellte Untersuchung behufs Fest- stellung des Namens zu keine m Resultat geführt hat. Äl. B. von Künemann, Premierlieutenant und untersnchungsführender Offizier im Garde-Kürassierregiment. Damit wäre die so stilvoll verlaufene Kaiser-Geburtstagsfeier für den Mißhandelten sowohl als auch für die„schneidigen" Soldaten vorläufig erledigt,— wenn nicht der Zufall bessere lltesultate erzielt, als die Untersuchinig des untersuchungsführendcn Offiziers. Erstickt. In der Nacht zum 31. v. M. schlief in Britz die 13jährige taubstumme Tochter. des Arbeiters Bartz in der Dorf- straße bei ihrer in demselben Hause wohnenden Großmutter und beide Frauen zündeten vor dem Schlafengehen in dem alter- thümlichen Ofen ein starkes Preßkohlenseuer an. Als am anderen Morgen weder Großmutter noch Enkelin aus der Stube herauskamen, begab sich Bartz in dieselbe und fand sein Kind todt im Bett, während die alte 73jährige Frau noch leise röchelte. Kohlendunst im Zimmer bewies, daß die Ofenklappe. mit welcher der Ofen noch versehen war. zn zeitig geschlossen ist. Die alte Frau liegt im Krankenhaus Bethanien hoffnungslos darnieder. Die von der Ttveik-Koiitrollkommission herausgegebene Liste Nr. 144 zur Deckung der Unkosten für die Gewerbegerichts- Wahlen ist verloren gegangen; zur Verhütung eines eventuellen Mißbrauchs werden die Genossen ersucht, sich obige Nummer zu merken. An den ehrlichen Finder ergeht die Bitte, diese Liste im Restaurant„Etysium", Landsberger-Allee, abzugeben. Arbeiter-Sanitätskommission. Berichtigung. Unter Bezug- nähme auf ß 11 des Preßgesctzcs werden wir um die Aufnahme der folgenden Berichtigung ersucht: Der Schlafraum in der Bäckerei von Rauch, Eichendorf- straße 10 ist nicht dunkel, er hat bei einer Breite von 2 m 18 cm eine Länge von 3 in 12 am, eine Höhe von 3 m 67 am, ein Fenster von 1 in 19 cm Breite und 2 m 33 cm Höhe, welches aus einen hellen Hos hinausgeht. Marktpreise i» Berlin am I. Februar, nach Ermittc- lungen des Polizeipräsidiums. Weizen" per 100 Kg. guter von 13,80— 15,20 M., mittlerer von 13,10—14,60 M., geringer von 14,30—14,00 M. Roggen per 100 Kg. guter von 13,70—13.30 M., mittlerer von 13.20—12,90 M., geringerer von 12,60—12,30 M. Gerste per 100 Kg. gute von 17,30—16,30 M., mittlere von 16,20—13,10 M., geringe von 13,00—13,80 M. Hafer per 100 Kg. guter von 13,80—13,10 M., mittlerer von 13,00—14,30 M, geringer von 14,20—13,30 M., Stroh, Richt- per 100 Kg. von 3,00—4,00 M. Heu per 100 Kilogr. von 7,90—3 M. Erbsen per 100 Kg. von 40,00—23.00 M. Speisebohnen, weiße per 100 Kg. von 50,00—20,00 M. Linsen per 100 Kg. von 80,00 bis 30,00 M. Kartoffeln per 100 Kg. von 7,00— 4,30 M. Rindfleisch von der Keule per 1 Kg. von 1,60—1,20 M. Bauchfleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Schweinefleisch per 1 Kg. von 1,50—1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1.60—0,90 M. Hainmel- fleisch per 1 Kg. von 1,30—0,90 M. Butter per 1 Kg. von 2,80 bis 1,80 M. Eier per 60 Stück von 7.00—3,60 M. Fische per 1 Kg.; Karpfen von 2,40—1,20 M. Aale von 3,00—1,00 M. Sander volt 2,40-0,80 m. Bechte von 1,80-1,00 m. Barsche von 1,80-0,70 ml. Schleie von 2,40-0,60 M. Bleie von 1,40 bis 0,80 m. Krebse per 60 Stück von 9,00-2,00 m. unseren Wertmeister am 30. v. M., den Leuten eine Woche Lohn demokratischen Abgeordneten energische Stellungnahme im Barvollständig ohne jeden Abzug als Entschädigung auszuzahlen. lament gegen die reaktionäre Vorlage." Es steht jedem Interessenten frei, sich von der Wahrheit unferer Nachdem die Versammlung 30 M. für die Beschaffung eines diesbezügliche Korrespondenz zu überzeugen. Achtungsvoll Angaben jederzeit in unserem Komptoir durch Einsicht in die Vereinsbanners bewilligt hatte, schloß dieselbe mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Loges u. Wernicke. Von vorstehenden Angaben haben sich die unterzeichneten Zuschneider durch Einsicht in die diesbezügliche Korrespondenz Berlin, 2. Februar 1893. Polizeibericht. Am 1. 5. M. Morgens wurde ein Haus: bicher auf dem Boden eines Hauses in der Dieffenbachstraße und ein Kürschner in seiner Wohnung in der Fennstraße erhängt In Adlershof fand am 23. Januar eine vom dortigen vorgefunden. Abends wurde die Heringshändlerin Leschansky Bildungsverein veranstaltete öffentliche Versammlung statt, in in ihrer int Keller des Hauses Gerichtstr. 43 belegenen Wohnung überzeugt. mit schweren Verlegungen am Kopfe bewußtlos und neben ihr welcher Genosse Bökert Bericht über feine Thätigkeit als Geliegend ihr 2/ ajähriger Sohn mit eingeschlagener Hirnschale, meindevertreter erstattete. Der Redner machte die Versammlung ebenfalls noch lebend, aufgefunden. Nachdem durch den herbeiW. Sebastian. A. Ratlewsti." mit dem Haushaltungsbudget der Gemeinde vertraut und legte gerufenen Arzt festgestellt worden war, daß die Frau im einzelnen seine Stellungnahme zu den verschiedenen behandelten Krankenkassen- Wesen. Auf Grund von§ 75a des Fragen dar. Die Versammlung folgte den Ausführungen des durch brei mit einem spiken Gegenstande ausgeführte Schläge Krankenkassen- Versicherungsgesetzes ist der Kranken- und Sterbe- Genossen mit großem Interesse und gab demselben wiederholt auf den Kopf und durch einen tiefen Schnitt in den Hals kaffe deutscher Gastwirthsgehilfen( E. H.) zu Berlin und der ihren Beifall zu erkennen. In der Diskussion wurden die Verschwer verletzt worden ist, wurde sie nach der Charitee gebracht, Krankenkasse des kaufmännischen Vereins Biberach( E. H.) in treter auf einige im Orte vorhandene Mängel aufmerksam ge= während der kleine Knabe, dem der Schädel anscheinend mit einer Biberach vom Reichskanzler- Amt die Bescheinigung ertheilt macht und ersucht, dafür zu sorgen, daß Abhilfe geschaffen Routeule von der im Nebenzimmer stehenden Wäscherolle ein worden, daß sie, vorbehältlich der Höhe des Krantengeldes, den werde. Eine Resolution, welche das Einverständniß der Vergeschlagen worden ist, bald darauf verstarb. Der mit den Ver: Anforderungen des§ 75 des Strantenversicherungs- Gefeßes ge- fammlung mit der bisherigen Thätigkeit der sozialdemokratischen hältniffen der Leschansty'schen Eheleute anscheinend vertraute figen. Thäter hat nach der That die Decke der im Wohnzimmer stehenGemeindevertreter ausdrückte, fand einstimmige Annahme. Die den Kommode abgesprengt und den darin aufbewahrten, in LeineDie Berliner Steinfeger haben beschlossen, in die Be- fein größerer Saal zur Verfügung stand, gab Veranlassung zu Lokalfrage, welche insoweit ihrer Lösung harrt, als uns bisher wand gewickelten Geldbetrag von etwa 150 m., sowie eine gol- wegung zur Durchführung der Neunstunden- Arbeitszeit einzu einer animirten Diskussion. Einige Genoffen wollten Wöllstein's dene Damenuhr geraubt. Der thäter ist bisher nicht ermittelt. treten. Das Motiv bazu ist die in den letzten Jahren ein- Lokal freigeben, damit unsere Vereine und namentlich der Ar- Abends fanden zwei kleine Brände statt. getretene umfassende Arbeitslosigkeit, welche ganz besonders im better- Bildungsverein ein Unterkommen fänden; da aber der Beletzten Jahre riesige Dimensionen angenommen hat. Nach einer sitzer aus Furcht vor der hohen Obrigkeit seinen Saal zu einer türzlich aufgenommenen Statistit beträgt die durchschnittliche öffentlichen Versammlung nicht hergiebt, so Arbeitsdauer im Jahre 1892 pro Mann 28 Wochen. Um den Innungsmeistern solche kommen faft nur in Betracht feine Veranlassung zur Ablehnung der Forderung zu geben, wollen die Gesellen von jeder Lohnerhöhung Abstand nehmen. Es handelt Arbeitslosen Beschäftigung zu verschaffen. Hoffentlich zeigen sich fich also einzig und allein darum, wenigstens einem Theil der die hiesigen Steinfegmeister so edlen Motiven nicht unzugängig. Gerichts- Beifung. Das Schwurgericht des Landgerichts verhandelte gestern gegen den Arbeiter" Paul Graubaum, der des Straßenraubes beschuldigt war. Der Angeklagte, ein mit hertulischen Körperkräften ausgestatteter Mensch, ist eine große Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Seine Vorstrafen, die thin insgesammt eine Gefängnißstrafe von 9 Jahren eingetragen haben, bewegen fich fast durchgängig auf dem Gebiete der Gewaltthätigkeiten gegen Beamte und Privatpersonen. Am 22. November v. J. hatte der Angeklagte die Bekanntschaft eines Tischlers K. gemacht. Sie zogen von Kneipe zu Kneipe. Als fie nach Einbruch der Dunkelheit eine Destillation in der Brunnen Straße verließen, schlug der Angeklagte feinen Begleiter mit einem einzigen Faustschlage zu Boden, entriß ihm Uhr und Kette und eilte mit dem Naube davon. Von mildernden Umständen konnte feine Rede fein. Das Urtheil lautete auf fünf Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen. Der Kommission der Arbeitslosen Zwickaus ist vom Oberbürgermeister Streit versprochen worden, daß die dort wohnenden Arbeitslofen bei der Vergebung städtischer Arbeiten nach Möglichkeit berücksichtigt werden sollen. In bezug auf die direkte Unterstügung der Bedürftigen verwies der Beamte auf die Armenpfleger. Die von der Armenfasse gezahlten Unterstützungen würden als Darlehen betrachtet werden, sofern sie von den Empfängern bis zur nächsten Reichstags, Landtags- oder Gemeindewahl wieder zurückgezahlt worden feien. Diese Sandlungsweise des Zwickauer Magistrats ist anzuerkennen. Mögen sich die Magistrate anderer Orte, wo man mit der Gewährung der Armenunterstützung immer noch den sofortigen Verlust des Wahlrechts verbindet, auf denselben vernünftigen Standpunkt stellen. Versammlungen. wurde die Sperre über das Lokal aufrecht erhalten. Dagegen wurden fämmtliche Kleinere Sotale freigegeben bis auf das von Pauligt. Wir sind der festen Ueberzeugung, daß es der Einigkeit unserer Genossen gelingen wird, den Widerstand der Wirthe, der natürverbot hat, baldigst zu überwinden. Gs herrscht ein guter Geist lich seinen wesentlichen Grund in der Furcht vor dem Tanzunter den hiesigen Genossen, und die Verbreitung unserer Ideen Es nimmt einen derartigen Fortgang, daß der Herr Amtsvorsteher tage sehr überrascht über die Zunahme der sozialdemokratischen bei der hoffentlich recht bald stattfindenden Neuwahl zum Reichse Stimmenzahl sein dürfte. : in Belten, bei Schröder. Rubowerstraße. Buch= Mai= Palme, Blaue Schleife, in Pantow, Mühlenstr. 24, bet gange. Vereinte Gangesbrüder Moabit" Stromstraße 28 Sängerverein Gorgenfrei" Melchiorstr. 15 bet Stehmann. Gesangverein„ Rosalia" Blumenstr. 45 bei Went., Nord: We st= Stern", Leffingste. 2 bei J. Griethe. Junge Eich e", Reinickendorf, bei 2. Hartmann. Gersten- ehre", Alte Jakobstr. 83 bei Wienecke. Bineta", Gwinemünderftr. 122 bei Gnadt. Freie Siebertafer, im lerandergarten, Alexanderstr. 30. Alle Zuſchriften sind zu senden an. Senter, Bergmannstr. 21, boutBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Freitag: Vergnüg ungsverein Grüne Zanne, Martusstr. 8.Verein Boruffia, Königsbergerstr, 24. Tambour- Verein Ruf, Insel= ftraße 1. Tambourverein Wir bel Gartenstr. 52. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesangverein union, Abends 9 1hr, Berliner Bockbrauerei. Quartettverein Wedding, Abends 8% Uhr, bei Schäfer, eue Hochstr. 49. Männerchor Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bet Weigt, Martgrafenftr. 87. Privat Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Punouferstr. 35. Mujit- Dilettantenverein Tonita", Abends 8% Uhr bei Schent, Strautpr. 9, Uebungsstunde. Mufitverein Frisch auf, jeben Freitag, Restaurant Schröder, Reichenbergerstr. 24. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung turnt Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des effing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen Die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8%-10% Uhr in der Turnballe des gessing- Gymnasiums, Pankſtr. 9-10. Bergnügungsverein Esperance, Abends 91 Uhr, Nosenthalerstr. 11-12, im Restaurant. Vergnügungsverein Ve il chen, Abend 9X Uhr, bei Brauns ,, Drantenir. 18. P Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8% uhr, Alte Jakobstr.( Logenhaus). Unterhaltungsflub Schiller, jeden 1810 Restaurant Golzbacher, Dreyfeſtraße s. Freitag Abend I Regeltlub Sintered, jeden Freitag 8% Uhr im Klubhaus Süd- Ost. Lepidopt. Bereinigung Orton, jeden Freitag Abends 9 Uhr Sizung uebungsstunde Prostauerstr. 35-37 bei Schneider. Schüßenstr. 29.- Musikverein offnung", jeden Freitag von 9-11 Uhr Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: SüdSchule, Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in doppelte Buchführung und mathematit und mathematische Geographie. Oft Schule, Markusfirgße oberes); Rechnen. Süd- Ostschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Nr. 31: Unterricht in Geschichte( neue). Nord- Schule, Müllerstraße Nr. 179a: Unterricht in Physiologie, Rechnen. In allen Unterrichtsfächern, Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, tönnen noch Schüler und Sefe- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Mary, Abends 8 Uhr, bei Grube, Mariendorferstr. 10. Westen, bei H. Werner, Bülowstr. 59. Veteranenfir. 22. -Solzarbeiter". Abends 8% Uhr im Lotale des Herrn Peterson, Lese- und Disfutirflub Otto Reimer, Abends 8 Uhr Ein Bierplanscher fland in der Person des Büffetkellners Wilhelmshavenerfir. 23 bei Kuba. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Alle Aenderungen Julius Schwandt aus Berlin am Donnerstag vor der ersten Straftammer am Landgericht II. In Brandenburg hat die Aufnahme der Arbeitslosen im Bereinstalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Manteuffelſtr. 70. Die verhältnißmäßig hohe Statistik folgendes Ergebniß geliefert. Im Ganzen waren her männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. KaiserNord, BergStrafe, die den Angeklagten getroffen hat, hat sich derfelbe ledig: 984 3äbitarten ausgegeben worden. Davon sind eingegangen ftraße 68, bet seller. Vorwärts 1, S.D. Adalbertjir. 21, bet Stoll. lich durch allzugroßen Eigennus zugezogen. Für den Sommer 408. Hiernach waren am 24. Januar arbeitslos 312 Ver- um mei's cher Gesangverein, Lan geftraße 65, bei Tempel. binder Männerchor Berlins, Holzmarktstraße 3, bei Deter. 1891 war der Angeklagte als Buffetier für das Gartenlokal des heirathete und 96 Ledige. Die Zahl der ernährungspflichtigen töd chen, Sochstr. 32a, bei mitte. Gemüthlichkeit Buyer, Herrn Kapelski in Lehnih bei Oranienburg engagirt worden. Angehörigen betrug 940. Das Alter der Arbeitslosen bewegte Sendelftraße 30. Fris, Naunynstraße 86, bei gubeil. Wiederholt wurde er von den Kellnern dabei betroffen, daß er sich zwischen 14 und 77 Jahren. Die längste Dauer der Arbeits- bei Stöhr.- Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. das sogenannte„ Leckbier", welches aus dem Hahne tröpfelt, losigkeit betrug 313 Wochen 1 Tag. Sie betraf einen 77 Jahre Wahrheit, An der Zwölf- Apofteltirche 7b, bet Framte. Karthausebenso von den Gästen stehen gelassene Bierneigen mit frisch ge- alten Mann, der feine Altersrente bekommt. Die Gesammtdauer fcher Gefangverein, Sichtenbergerstraße 21, bet Seife. Gesangs zapftem Biere verschenkt und außerdem das Münchener der Arbeitslosigkeit belief sich auf 4234 Wochen 2 Tage; durch verein Eintracht Alt- und Neu- Glienice, bet. Stabelhof, Bürgerbräu" mit hellem Oranienburger Lagerbier versezte. schnittlich war also jeder Arbeitslose 10/3 Woche ohne Be- Bismardstr. 74. Arbeiter- Gesangverein Fretes Sieb 1, Friedrichs Gesangverein Morgenroth 2, Charlottenburg, Als der Wirth von diesen Unregelmäßigkeiten Renntniß schäftigung. berg, Friedrich- Karlstraße 11 bei einecke. Gesangverein Berliner erhielt, entließ er det Buffetier Knall und Fall am 2. Juni, Typographia, Kommandantenstr. 20, Arminhallen. Gefangvereinobwohl dieser noch bis zum 1. Ottober vertragsmäßig engagirt Die Aufnahme der Stuttgarter Arbeitslosen- Statistik ordacht, Müllerstr. 7, bei Reichert. Gefangverein Schmargen= Dorf in Schmargendorf, Wirthshaus. 8utunft i, Stegltz, Ahornstraße ,, war. Der Entlaffene verlangte für jeden Monat bis zum Ab- loftete den vereinigten Gewerkschaften dieser Stadt insgesammt im Gambrinus. Offenbacher Gängertranz, Restaurant Prog lauf des Vertrages zirka 600 M. Schadenersatz und da sich der 534,14 m., wovon auf die 54 3ähler, die felber arbeitslos Annenſtr. 9. Gefangverein Collegia 1, Manteuffelstr. 9 bet Nowiacts. Wirth nicht dazu verstand, flagte er 2300 M. auf. dem Zivilwege waren, 256,50 M. Vergütung 4,75 M. pro Zähler entfielen. Gesangverein Freiheit Moabit, Kronen Brauerei, Alt- Moabit Nr. 47/49. ein. Der Wirth erhob den Einwand, daß er durch die vor Da durch die Statiftit in Stuttgart 2086 Arbeitslose ermittelt gekommenen Planschereien zur sofortigen Entlassung gezwungen wurden, kommen auf jeden 251/2 Pf. Ermittelungskosten. und berechtigt gewesen sei. Der Zivilrichter entschied jedoch, daß er die gerügten Unregelmäßigkeiten nicht zu prüfen habe. DieAus London wird berichtet: Da die gestrige Konferenz der vereinigten Gruben befizer von Südwales und felben würden ein Bergehen gegen das Nahrungsmittel- Gesetz in der Bergarbeiter gescheitert ist, stellten die Grubenbefizer volviren, dessen Brüfung lediglich dem Strafrichter obliege. fämmtlichen Arbeitern eine einmonatliche Kündigung zu. Die ver Wolle sich der Beklagte nicht zur Bezahlung der eingeklagten 2300 m. verurtheilen laffen, dann müsse er Anzeige bei der Staats- einigten Gruben beschäftigen gegen 65 000 Arbeiter. anwaltschaft erstatten. Aus diesem Grunde wurde die Entscheidung im Zivilprozeß bis auf weiteres ausgesetzt und nun erst tam bie Sache zur Kenntniß der Staatsanwaltschaft. In der ersten Verhandlung vor dem Schöffengericht in Oranienburg o seb wurde die Planscherei in mindestens 6 Fällen erwiesen und theils wegen Betruges, theils wegen Verfälschung von Nahrungsmitteln auf sechs Wochen Gefängniß erkannt. In der Berufungsinstanz, die der Verurtheilte anrief, gestaltete sich nach Der sozialdemokratische Wahlverein für den fünften umfangreicher Beweisaufnahme die Sache so, daß der Gerichtshof Wahlkreis hielt am 1. Februar eine gutbesuchte Versammlung auf einte höhere Strafe erkannt haben würde, wenn auch die Staats- ab. Der Reichstags- Abgeordnete Hoffmann( Chemnitz) anwaltschaft Berufung eingelegt hätte. Die Berufung wurde referirte über die dem Reichstage zugegangene Vorlage eines tostenpflichtig mit der Motivirung verworfen, daß ein berartiges Auswanderungsgesetzes. Der Redner wandte sich in längerer Berhalten eine strenge Strafe verdiene und daß das erfrischungs- Rede gegen die Vorlage, hauptsächlich die§§ 21 bis 24 derselben bedürftige Publikum vor solchen Planschereien energisch geschützt scharf tritifirend. Wenn die Vorlage Gesez werde, würde die werden iffe. persönliche Freiheit des Ginzelnen auf das ärgste beschränkt. So müsse nach§ 21 jeder, der auswandern wolle, dies Wuchergeschäfte an der Börfe. Herr Paradies war der Orts- Polizeibehörde seines Wohnortes anzeigen, um erst beschuldigt, der großen Maklerfirma Siegfried Sachs an nach vier Wochen einen Erlaubnißschein zur Auswanderung ter Börse vorgeworien au haben: fie treibe Wuchergeschäfte" zu erhalten. Und das nur, wenn sich nicht herausstelle, daß er und deshalb wegen Beleidigung auf Grund der Börsenordnung fich etwaigen Verpflichtungen durch die Auswanderung entziehen vom Besuche der Börse auf 14 Tage ausgeschlossen. Paradies wolle. Wenn letzteres offenkundig sei, tönne er auf Antrag schon appellitte hiergegen beim Bezirksausschuß, wurde aber mit seiner früher den Erlaubnißschein erhalten. Durch solche Bestimmungen Klage abgewiesen und der angebotene Wahrheitsbeweis abgelehnt. würden die Arbeiter den Unternehmern, den ländlichen sowohl Auf nunmehr beim Ober- Verwaltungsgericht eingelegte Revision wie industriellen, ausgeliefert. Der Unternehmer habe hob dasselbe das Urtheil auf und wies die Sache zur Beweis- es in der Hand, Den Angestellten, to dessen Absicht aufabme in die erste Fustanz zurüd. Gestern wurde die Klage des auszuwandern er erfahre, Sofort it entlaffen und P. auf's neue zurüdgewiesen, ohne daß die dazu geladenen dadurch in Verpflichtungen zu stürzen, welche ihn an Sachverständigen über den Begriff des Börsenwuchers gehört der Ausfibung feines Borhabens hindern. Vornehmlich der ländund in den beantragten Batheitsberei eingetreten werden liche Unternehnier, der Krautjunter, werde das ausnuten. Der Aus diesem Grunde wird auf's neute die Revision beim Arbeiter soll an die Scholle gefesselt werden, das wünschen diese Ober- Verwaltungsgericht eingelegt werden. Es wäre von Inter- Herren schon lange, und den 3ived habe auch die neue Vorlage. effe für die jetzt tagende Wuchergeseh- Kommission gewesen, durch Wie durch den§ 21 werde auch durch die folgenden Paragraphen gerichtliche Feststellung zu erfahren, unter welchen bisher versucht, die Auswanderungsmöglichkeit immer schwieriger zu unbekannten Formen an der Börse Wucher getrieben wird. gestalten. Nach§ 22 3. B. sollen Unternehmer die Auswanderung nur auf Grund eines schriftlich abgeschlossenen Vertrages Das Schwurgericht des Landgerichts I verhandelte am befördern lassen dürfen, dessen Abschluß erst erfolgen solle, wenn Dienstag unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen den Handels- die Bescheinigung der Behörde vorhanden ist. Der§ 23 enthalte das mann Moritz Beontein, welcher einer Reihe von Sittlichkeits- Verbot der Beförderung Wehrfähiger, während eine andere Beverbrechen, begangen gegen fein weibliches Dienstperfonal, bestimmung des Gesetzentwurfs der Hafenpolizei zur Pflicht macht, schuldigt war. Aus der Urtheilsverkündigung ging hervor, daß die Einschiffung von Leuten zu verhindern, welche die Bedie Geschworenen den Angeklagten in einem Falle freigesprochen, dingungen der vorhergehenden Paragraphen nicht erfüllen. Die die übrigen Fälle zu einer einzigen felbständigen Handlung su- Annahme der Vorlage würde zunächst zur Folge haben, daß ein fammengezogen hatten. Das Urtheil lautete unter Ausschluß Theil derer, die auswandern wollen, die Einschiffung einfach in von mildernden Umständen auf an derthalb Jahre 3ucht außerdeutschen Häfen besorgt. Andererseits heiße die ev. Annahme haus. des Gesetzes nichts anderes, als dem Unternehmerthum Waffen schmieden gegen die Ausgebeuteten. Das ganze Bolt werde auch gewissermaßen damit unter Polizei- Aufsicht gestellt. Außerdem würde das Verkehrsleben eine ungeheure Störung erfahren, gegen welche die Sozialdemokraten energisch protestiren müßten. Und die Arbeilerschaft im allgemeinen habe alle Ursache, sich diesem Protest anzuschließen, denn die Hauptsache bei dem vorgeschlagenen Berlin S., Kohlenufer 4, geht uns felgendes Schreiben ju:„ Auf barter Beifall. An der Debatte bethetentvog im Sinne Ein Beitrag zu den Lohn- und Arbeitsverhält Von der Firma Loges u. Wernicke, Schäftefabrit, ejeb sei doch die Aufrechterhaltung der weißen Silaverei.( Lebsich die Ihre Mittheilung über unsere Firnia in dr. 28 vom 2. b. M. Seiler, Gabor, Seigt und Griep entrog haben wir zu erwidert, daß fämmtliche Arbeiter für Schweben des Referats. Nach einem mit großem Beifall aufgenommenen engagirt sind mit freier Ueberfahrt und nach einem Jahre Schlußwort des Genossen Hoffmann gelangte folgende Reso Im Anschluß an den vorgeftrigen Bericht über die öffentliche freier Rückfahrt mit der ausdrücklichen Bedingung, daß, wenn lution einstimmig zur Annahme: Schneiderversammlung vom 30. Januar halte ich es für angebracht, nicht gearbeitet wird, auch der Lohn nicht bezahlt wird. Wir Die Versammlung protestirt nach Anhörung des Vortrages zum Verständniß der in der Schneiderei herrschenden Zustände bemerken nun, auf den erwähnten Fall eingehend, daß unsere gegen die dem Reichstage zugegangeue Vorlage betreffend das folgendes anzuführen. Arbeiter 2/2 Woche des Frostes wegen feiern mußten und haben Auswanderungsgeseh. Insbesondere die Paragraphen 21 bis 25 Bei der Firma Vaudsburger, Friedrichstraße, wird von dem wir dann sofort, am 21. v. W., angewiesen, den Leuten einen erachtet fie für geeignet, die fo wie so fchon fpärlichen Freiheiten Buschneider Holz ein Plaßgeld von 3 M. erhoben. Die LagerBorschuß zum Lebensunterhalt auszuzahlen unter der Bedingung, der Staatsbürger noch mehr zu beschränken. Die Versammlung schneider müffen bei ihrer Einstellung einen Revers unterschreiben, daß dieser Vorschuß durch Ueberstunden abgearbeitet werden soll, sieht in einem derartigen Gesetz nur die Stellung speziell der wonach ihnen erst der Lohn ausgezahlt wird, wenn das betreffende bamit die Leute feinen Schaden erleiden. Ferner beauftragten wir Arbeiterklaffe unter Polizeiaufsicht und erwartet von den sosial- Stück paßt. Dadurch ist es vorgekommen, daß bei einem Stücke, var. Soziale tebersicht. English Conversational Club Shakespeare. Meeting with Ladies every Friday at 9 p. m. at Behrens Restaurant Königstr. 62. Lecturer Mr. J. Bloch. are welcome. Sprechlaal. Guests Die Rebatiton flefft die Benugung des Sprechsaats, soweit der Raum dafür Intereffes zur Verfügung; sie wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifisirt zu werden. Freie Voltsbühne. Aufruf zur Gründung einer IV. 2 btheilung. In seiner Sigung vom 31. Oktober v. J. hat der Vorstand der Freien Voltsbühne" hefchloffen, eine IV. Abtheilung zu gründen und am Sonnte den 12. Februar, Nachm. 2½ Uhr, die erste Vorstellung f die Mitglieder der IV. Abtheilung ( braune Karten) im Naconal- Theater stattfinden zu lassen. Zur Aufführung gelangt dann zum vierten Male das Schauspiel von Paul Bader " Andere Zeiten". Die zweite Borstellung findet dann im Lessing Theater statt. IV. Abtheilung in allen Bahlstellen des Vereins aufgenommen. Von Freitag, den 3. Februar, an werden Mitglieder für die Das Einschreibegeld beträgt 50 Pf., der monatliche Beitrag abwechselnd mindestens 50 oder 60 Bf., im Februar 50 Pf. Die Damen und Herren, die sich bei dem Unterzeichneten zur Aufnahme gemeldet haben, werden gebeten, sich in einer Bahlstelle als Mitglied aufnehmen zu lassen. Der Vorstand der Freien Volksbühne. Im Auftrage: Julius Türt, SW., Solmsstr. 24, * nissen im Schneidergewerbe. welches von dem Zuschneider Holz einem Maaßschneider zum| woch Morgen um 2 Uhr ein weiter heftiger Erbstoß erfolgt; Aendern ül ergeben wurde, 4 M. 25 Pf. abgezogen ward. Der mehr als hundert Gebäude sollen eingestürzt, verschiedene Dörfer wirkliche Arbeiter erhielt so nur 25 Pf. für dieses Stück. Aus völlig zerstört sein. Weitere Verluste an Menschenleben seien der großen Sammlung von Fällen über Lohndrückerei, welche dabei aber nicht vorgekommen. vorlagen, konnte vom Referenten nur der kleinste Theil in der Beim Brande zweier Baumwollspinnereien in Versammlung vorgebracht werden. Derartige Fälle, die durchaus Osaka( Japan) sind über 80 Arbeiter in den Flammen nicht zu den Seltenheiten gehören, machen es erklärlich, daß die umgekommen. Versammlung einstimmig der Meinung war, daß eine Wiederaufbesserung der Löhne und vor allem die Aushängung von Tarifen gefordert werden muß. Im Auftrage des Bureaus der Versammlung: J. Timm. Vermischtes: Depeschen. Budapest, 2. Februar.( Privattelelegramm des Vorwärts".) Der Streit in der Waffenfabrik dauert fort, betheiligt sind 1500 Arbeiter. Maßregelungen und Verhaftungen sind vorge= tommen. Schnelle Unterstüßung nothwendig. ( Depeschen des Bureau Herold.) Befreit! Dieser Tage sind in der Brieger Strafanstalt zwei Verbrecher begnadigt worden, von denen der eine Spandau, 2. Februar. Wegen Lohndifferenzen ist unter Das Feuerwerksbereits 32 und der andere 27 Jahre in den Mauern des Zucht- den Töpfern ein Streif ausgebrochen. hauses zugebracht hatte. Beide waren zu lebenslänglicher Bucht- laboratorium kündigte einer großen Anzahl von Arbeitern. hausstrafe verurtheilt worden. Die in Freiheit gesezten Männer, ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) von denen der eine schon graues Haar hat, gebärdeten sich vor Bochum, 2. Februar. Die auf heute hierher einberufene Freude wie kleine Kinder. Sie sprangen in die Höhe, lachten, allgemeine Bergarbeiterversammlung, welche von etwa 3000 Berweinten und umarmten sich. Die Begnadigung war ihnen un- sonen besucht war, beschloß, die früheren Forderungen dem verhofft zu Theil geworden. Bergbaulichen Verein nochmals zu unterbreiten und bis zum 10. d. M. eine Antwort hierauf zu verlangen. Am 12. d. M. foll abermals eine Versammlung stattfinden, um über die nach dem Ausfall der Antwort zu unternehmenden Schritte Beschluß zu fassen. Schneesturm auf See. In dem fürchterlichen Schnee slurme, der am 25. v. M. über die Lofoten raste, find, wie man jezt mit Sicherheit weiß, sechs Fischerboote aus Deksnäs und Langenäs mit einer Besatzung von 36 Mann untergegangen, während eine Menge Fischerboote zertrümmert worden sind. Erdbeben. Nach einer Meldung des" Reuter'schen Bureaus" aus Athen ist auf den Inseln Zante und Kephalonia am MittAchtung! Maurer! Achtung! Sonntag, den 5. Februar, Vormittags 10 hr: Briefkaffen der Redaktion. A. B. N. Leider nicht druckreif, wenn auch noch so gut gemeint. Sie haben keine Adresse angegeben, sonst hätten wir hnen das Manuskript zugesandt. A. H., Döbeln. Ich nehme keine Kandidatur an außer der meines jetzigen Wahlkreises, falls sie mir wieder angeboten wird. Die beiden Anderen find treffliche Genossen. Gruß. W. L. H. K., Bruch i. W. War schon telegraphisch gemeldet. Besten Dant! B. 24. Ob Sie oder ob Kläger die Kosten zu tragen, bes züglich zu erstatten hat, hängt von dem Inhalt des Urtheils oder des Vergleiches ab. A. B. 50. Der Wirth würde mit Aussicht auf Erfolg sein Retentionsrecht u. f. w. gegen die Sachen geltend machen fönnen. O. K. A. 4. Erst nach Beitragsleiftungen von 5 Jahren fann das Mädchen, das sich dann verheirathet, die Hälfte ihrer Beiträge beanspruchen. Gustav G. Wenden Sie sich an die Berufsgenossenschaft mit dem Antrage auf zuerkennung einer Rente und Beschleunigung der Sache. Briefkaffen der Expedition. Für die Bergarbeiter gingen ferner ein: Bon Stammgästen in der„ Goldenen Krone", Leipzige Connewig 3,-. In der Expedition des„ Wähler" abgegeben 1,60. Europa hat Ruh 3,- Vergnügungsverein" Jugendfreunde" 7,45. Von einer rothen Krankenpflegerin 1,-. Gesammelt durch E. Friese 6,75. 3 Drudelbrüder Schleiermacher= straße 1,25. Maler, Hagenauerstraße 2,30. Summa 26,35 M. Bereits quittirt 8627,70 M.; in Summa 8654,05 M. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter[ Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. Februar, Vorm. präz. 10 thr: Mitglieder- Versammlung Branchenversammlung d. Mechaniker der Zahlstelle Berlin 11 des Zentralverbandes deutscher Maurer in der Ressource, Kommandantenstr. 57. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom vorigen Quartal. 2. Bericht über die Thätigkeit der örtlichen Verwaltung. 3. Neuwahl derselben sowie Wahl eines Vergnügungskomitees zu der am 1. Osterfeiertag stattfindenden Matinee. 4. Verschiedenes. 245/ 91* Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. Die örtliche Verwaltung. Deutscher Tischler- Verband. ( Zahlstelle Charlottenburg.) Sonntag, Nachmittags 3/2 Uhr, im Lokale des Herrn Kranse, Bismarckstraße 74: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 316/1 Aufstellung eines Delegirten zum Verbandstag nach Kaffel. Die Zahlstellen, die zu dieser Wahlabtheilung gehören, sind hiermit eingeladen. Briefe für die oben genannte Zahlstelle sind an G. Scharnberg, Wilmersdorferstr. 124, Hof 3. Etage, zu richten. Die Ortsverwaltung. Genossenschafts- Bäckerei für Berlin und Umgegend. 95/11 Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 12. Februar, Vorm. 10 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung bei Joël, Andréasstrasse 21. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung des Aufsichtsrathes. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Beschlußfassung über Erhöhung der Prozente für Wiederverkäufer. E3 werden laut Gesetz nur Mitglieder, die ihre vom Gericht Der Aufsichtsrath: Richter. Gumpel. im Restaurant Keßner, Annenstr. 16. Tages Ordnung: = 1. Vortrag des Herrn Dr. Pinn:„ Aus alter und neuer Zeit" 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Mitgliedern zur Fachkommission. 4. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Sonntag, den 5. Februar, Vormittags präz. 10 Uhr: Branchen- Versammlung der Schrauben- Façondreher u. Berufsgen. in Norbert's Festsälen, Beuthstraße 22, 1 Tr. Lages Ordnung: 228/15 1. Vortrag des Herrn Stüwe: Die Cholera in Hamburg. 2. Diskussion. 3. Wahl von zwei Mitgliedern zur Fachkommission. 4. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Nichtmutglieder in beiden Versammlungen als Gäste willkommen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Große öffentliche Achtung! der Tischler 1. s. w. Oertl. Verwaltung Berlin E. Sonntag, den 5. Februar, Vorm. 102 Uhr: Versammlung im Lokale von Wilke, Neue Hochstr. 32a. Tagesordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quart. 1892. 2. Innere Angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1185b Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Gönnern bringen wir den am 18. Februar im Eisteller stattfindenden Maskenball nochmals in Erinnerung. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler 1. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin B. Sonntag, den 5. Februar, Vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1892. 2. Verschiedene wichtige Raffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimirt. Töpfer- Versammlung f. Neuenhagen u. Umgegendum zahlreiches Erscheinen ersucht am Sonntag, den 5. Februar, Nachm. 4 Uhr, Tagesordnung: Die Ortsverwaltung. NB.' Die Versammlung wird pünkt im Lokale des Herrn A. Neubauer in Alt- Landsberg. lich eröffnet. Vortrag des Kollegen August Jacobei aus Berlin. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmanu. 328/5 301/3 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler u. s. w. und vom Vorstand zugesandten Mitgliedskarten haben, zur Versammlung zu Freie Vereinigung aller in der chirurgischen Branche Oertliche Verwaltung Berlin A. gelassen. Bentral- Verband der Maurer Deutschlands Zahlstelle I Berlin( Putzer). Sonntag, den 5. Februar, Vormittags 11 Uhr, Dresdenerstr. 96. Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Bericht der örtlichen Verwaltung über ihre Thätigkeit im verflossenen Vereinsjahr. 2. Neuwahl der örtlichen Verwaltung. Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Bevollmächtigte. beschäftigten Berufsgenossen. 130/6 Sonntag, den 5. Februar, Vorm. 102 Uhr, in Philipp's Salon, ( früher Stein), Rosenthalerstr. 38: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Die Zustände in der Fabrik des Herrn Krüger. 3. Antrag auf Herabsetzung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vortrag. Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 5. Februar, finden 3 Versammlungen 244/8 flatt. Die erste Nachmittags pünktlich) 4 Uhr Beuthstr. 22 in Cohn's Fettsälen: Vortrag des Herrn Hermann Stüve aus Hamburg über: Die NB. Unser diesjähriger Maskenball findet am 11. Februar im Böhmischen Cholera in Hamburg, illustrirt durch 40 Lichtbilder nach Natur- Aufnahmen. Die zweite Abends 71/2 Uhr, Kommandantenstr. 79 in Gratweil's Brauhaus, Landsberger Allee 11-18, statt. Billets find in den Zahlstellen Sonntag, den 5. Februar, Vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Hrn. Roll, Adalbertstr. 21. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1892. 2. Verschiedenes. 300/5 Mitgliedsbuch legitimirt. Die Ortsverwaltung. Kranken- u. Begräbnisskasse für die im Berliner Gürtler- u. Bronceurgewerbe beschäftigten Personen.( E. H. 60.) Sonntag, den 12. Februar 1893, Vormittags 10 Uhr, bei Th. Boltz, Alte Jakobstraße 75: Ordentliche 1184b und bei folgenden Personen zu haben: F. Schultz, Buttbuſerſtr. 19; C. Schmidt, Bierhallen: Vortrag des Herrn Waldeck: Manaffe über: Ethik und Frei Generalversammlung. 141/ 8* Die dritte Abends 8 Uhr Grenadierstr. 33: Vortrag des Herrn Julius Türk über: Lex Heinze. Nach den letzten beiden Vorträgen: Geselliges Brisammensein u. Tanz. Memelerstr. 60; E. Mohr, Wrangelfir. 5, Quergebäude 2. Gingang, parterre; denkerthum. A. Kulpin, Demminerstr. 11; F. Hannemann, Heimstr. 23; A. Mottes, Diedens hofenerstr. 5; G. Arndt, Landsbergerplatz 1; B. Simanowsli, Ackerstr. 57; F. Lücke, Dresdenerstr. 130; F. Gröschte, Lübbenerstr. 26; F. Kuhring, Solms: ftraße 31; H. Tiehlke, Schöneberg, Marstr. 2; H. Gröschte, Stephanstr. 38. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Soeben wurde fertig die Einbanddecke zur.Neuen Welt" 99 Jahrgang 1892. Geschmackvolle Ausführung in rothem Kaliko, Mit Goldtitelpresang · • • " Preis 1, M. Mit Schwarzdruck -, 80" Jeder Decke wird Titelblatt und Inhaltsverzeichniß gratis beigegeben.. Bestellungen find an die Expeditionen derjenigen Arbeiterblätter, denen die ,, Neue Welt beiliegt, oder unter Beifügung des Betrages an uns direkt zu richten. Zagesordnung: 1. Jahresbericht. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes und des Ausschusses. Zutritt haben nur großjährige Mitals Legitimation Gesangverein Berliner Buchdrucker.berlich. Um recht rege Beiheiligung 99 Der Vorstand. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Uebungsstunden bis auf Weiteres jeden Montag von 9-11 Uhr im Louisenstädtischen Klubhaus" Verband der Bauarbeiter ( Inhaber: Ehrenberg), Anneuftr. 16, stattfinden. Die Mitglieder werden dringend ersucht, vollzählig und pünktlich zu erscheinen. 157/19 Königlichen AmtsRechtsburcalulrichters a.. Alte JakobD. straße 130. Gewissenhafter Rath in allen Angelegenheiten. Unbemittelten unentgeltlich. Auch Sonntags. Arbeitsmarkt. 34952 1 Gesellen auf Büffets verl. Mundt, Fruchtstr. 36. 1177b Suche für meinen Sohn, welcher Luft Der Vorstand. Carl Möhler Berlin NO., Landsberger Plak 2, bringt sein reichhaltiges Lager in Cigarren, Cigaretten sowie in allen Sorten Rauch, Kau- und Schnupf- Tabaken in empfehlende Erinnerung. und Berufsgenossen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 5. Februar 1893, Vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Säger, Grünerweg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl des Schrift 1186b führers. 3. Verbandsangelegenheiten. Gäste willkommen. Die Mitglieder Bantischler- Kollegen. Zur Bethei- werden ersucht, die Statistikbücher zur ligung an einer Genossenschafts- Grün- Stelle zu haben. bung nimmt Adressen sofort entgegen Trešdowstr. 29a, im Restaurant. Größtes LagerBerlins hat Gifendreher zu werden, einen tücht. Kinderwagen. Andreasur. 33. Up. gr. Ausw. verleiht bill. I. Pieper, Lehrmeister. Off. an H. Pottschalck, 1187b Ruheplatstr. 18, 1 Tr. Eine alte deutsche Feuer- Vers.- Gesellschaft sucht für Berlin u. die Proving thätige Haupt- u. Spezial- Agenten. Hohe fortlaufende Bezüge event. auch festes Gehalt werden zugesichert. Offerten unter 0. P. 2 nimmt die Expedition entgegen. Die Ortsverwaltung. Maskenstiefel und Ballschuhe in Schuhmachermeister, Anklamerstr. 22, Homöopathische Klinik, Brunnen- Lieferant des Konsumvereins„ Norden". straße 40. Spr. 11-12, 4-5. Stg.9-10. 50 kleine Wohnungen u. 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