Mr. 83. Hbonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 25. Jahrs. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 80 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", bas erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., fedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis& Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Mr. 1983. Aussperrung der Jugend aus dem öffentlichen Leben. Mit verstärktem Hochdruck wurde heute im Reichstag der Rest der zweiten Lesung des Vereinsgesetzes durchgepeitscht. Dabei gelangte noch eine zweite Bestimmung, die den Charakter eines Ausnahmegefeges trägt, mit 200 gegen Dienstag, den 7. April 1908. von den Sprengkolonnen jugendlicher Sozialdemokraten aufgewärmt hatte, die Debatte durch einen Blockantrag geschlossen. So trampelt diese Mehrheit nicht nur auf dem Rechte des Bolkes, sondern auch auf dem parlamentarischen Anstand herum. Ein Trost ist nur, daß alle solche Praktiken die Bildungsbestrebungen nicht ertöten können, sondern höchstens nötigen, andere Bahnen einzuschlagen, bis die wachsende Flut unserer Bewegung das Blockhindernis aus dem Wege schwemmt. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Hindernissen überwinden, die dem einfachen Bürger auf dem Mege zur höchsten Würde entgegenstanden. Und die Umstände waren ihm günstig. Nach zwei Jahrzehnten zügellosen Imperialismus begann sich das britische Bolt zu Anfang des neuen Jahrhunderts wieder nach einer freiheitlichen Politik und nach einfachen, starken Charakteren zu sehnen und Campbell- Bannerman schien ihm die Ziele seines politischen Sehnens verwirklichen zu tönnen. Die Unerschrockenheit seiner Kritik des Burenkrieges, die ihn bei den herrschenden Klaffen jedes anderen Landes zu einem ,, Vaterlandsfeind" gestempelt hätte, gewann ihm in Großbritannien, wo eine intensive freiheitliche Kultur tiefe Spuren in der Volksfeele Nach den imperialistischen Orgien kam die moralische Krise, in die England von Zeit zu Zeit verfällt, und es erinnerte sich des Mannes, der sein Gewissen war. Die moralische Krise brachte CampbellBannerman zur Herrschaft. 161 Stimmen bei einer Stimmenthaltung zur Annahme. Knebelung der Gewerkschaften durch hinterlassen hat, die Popularität aller demokratischen Elemente, möglich machen. H den Freifinn. Das war der neueingefügte§ 10 a, der jugendliche Personen unter 18 Jahren aus allen politischen Vereinen und Versammlungen ausschließt. Das bedeutet die Aussperrung der Jugend aus dem öffentlichen Leben überhaupt. In der gestrigen Reichstagssigung ist insbesondere von Eine solche Bestimmung besteht gegenwärtig bereits in sozialdemokratischer und Zentrumsfeite hervorgehoben, der Er wurde im Jahre 1836 geboren. Nach Vollendung seiner Sachsen; für das übrige Deutschland, auch für Preußen, ist sie§ 10a bedrohe die Gewerkschaften auf das eminenteste. Der Universitätsstudien trat er ins Geschäft seines Vaters ein. Im eine Neuerung. Aber schlimmer noch, diese Neuerung war Bentrumsantrag, ausdrücklich die Vereine mit Bestrebungen Jahre 1868- also vor genau 40 Jahren Jahre 1868- also vor genau 40 Jahren wurde er im Wahlnicht einmal von der Regierung geplant; fie fehlt in ihrem im Rahmen des§ 152 von dem Ausnahmegesez des§ 10a treise Stirling Burghs zum liberalen Parlamentsabgeordneten geEntwurf und in den Motiven wird ausdrücklich darauf hin- auszunehmen, wurde von der Blockmehrheit abgelehnt. Vor- wählt. Sein Wahlkreis blieb ihm seitdem unverbrüchlich treu, so gewiesen, daß einer solchen Bestimmung schwere Bedenken her hatte der freisinnige Redner eine Aeußerung des Staats- daß er zu den ältesten Unterhausmitgliedern zählte. Obwohl er sich entgegenstünden. Erst auf Drängen der Konservativen wurde sekretärs darüber erbeten, daß§ 10a nicht die Gewerkschaften in den ersten drei Jahren von allen parlamentarischen Debatten ferndiese reaktionäre Bestimmung in das Gesetz hineingebracht. Die bedrohe. Diese Erklärung blieb aus. Der Block hielt, erregte er die Aufmerksamkeit Gladstones, dessen MenschenFreifinnigen, die auch hierfür den Ausschlag gaben, sträubten sich schloß darauf schleunigst die Diskussion. Daß der Freiſinn tenntnis sehr bedeutend war, wie überhaupt Menschenkenntnis zu anfangs, sprangen aber schließlich mit einigen liberalen selbst weiß, daß§ 10a die Gewerkschaftsbestrebungen unter den wichtigsten Bedingungen des Erfolges eines Führers gehört. Grimassen und heuchlerischen Ausreden auch über diesen Stock, bindet, kann gegenüber dem Wortlaut des§ 10a in Verbin- Im Jahre 1871 ernannte ihn Gladstone zum Finanzsekretär des um sich die Gunst der Kraut- und Schlotjunker nicht zu ver- dung mit§ 3 faum einem Zweifel unterliegen. scherzen. Durch§ 10a des Reichsvereinsgeschentwurfes in der Striegsministeriums, in welchem Amte er bis zum Sturze der liberalen Regierung im Jahre 1874 verblieb. Dann fam Denn auch von dieser Ausnahmebestimmung hat das Aus- Kommissionsfassung werden alle Jugendlichen unter bas ministerium Beaconsfield, das bis zum Jahre 1880 regierte beutertum die Profite. Die wirtschaftliche Entwickelung reißt 18 Jahren auch von der Gewerkschaftsbeweund die imperialistische Periode einleitete. Das Wieders jährlich Hunderttausende im jugendlichen Alter hinein in die gung schlech hinausgeschlossen. Denn, im Gegen- aufleben des Liberalismus, das nur wenige Jahre dauerte, kapitalistischen Betriebe. Ihr Eigeninteresse wie ihr Klassen- fat zu dem preußischen Vereinsgesetz, das die Gewerkschaften brachte ein Ministerium Gladston ans Ruber, in dem Campbellinteresse drängt diese jugendlichen Arbeiter dazu, sich ratsuchend, nur dem preußischen§ 2 unterstellte( als Vereine, die eine brachte ein Ministerium Gladston ans Ruder, in dem CampbellBannerman zuerst sein altes Amt beffetbete und bann als Sekretär lernend, aber auch helfend den Berufsorganisationen ihrer Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken), Bannerman zuerst sein altes Amt bekleidete und dann als Sekretär erwachsenen Kameraden anzuschließen. Nicht einmal darüber nicht aber zu den politischen Vereinen im Sinn des preußischen schwieriger. Das irische Problem war wieder brennend geworden für Irland fungierte. Dieser Bosten war damals ein ungemein hat der Staatssekretär b. Bethmann SolImeg tro 8 zählte, will das Reichsvereinsgesetz alle Gewertichaften, aub to Unterhause führte Barnett die irische Fraktion. Jedoch ausdrücklicher Anfrage sich bemüßigt gefühlt Austunft zu politischen Vereinen im Sinne feines§ 2 ftigmatisieren. Diefe erteilen, ob die Jugendlichen dann wenigstens zu Verfamm- traffe, gefährliche, gewerkschaftsfeindliche Verschlechterung er- gelang es dem Talte, der Geduld und der Menschenfreundlichkeit des lungen zugelassen würden, in denen Lohn- und Arbeits- gibt sich klipp und flar aus dem§ 3 in Verbindung mit§ 3a neuen Sekretärs, die Iren einigermaßen zu beruhigen. Es ist auch möglich, daß die Erfahrungen und Ratschläge Campell- Bannermans bedingungen erörtert werden. Aber selbst wenn das zu- Absa 3. gestanden werden sollte, wird die Vieldeutigkeit des Begriffs§ 3 schreibt für öffentliche Versammlungen zur Er- Gladstone veranlaßten, im Jahre 1886 mit seiner Somerule. politische Versammlung" doch die Beteiligung der jugend- örterung politischer Angelegenheiten" die bill hervorzutreten, die zur Spaltung der liberalen Partei führte. Anzeige vor.§ 3a statuiert Ausnahmen von dieser Regel. Erst im Jahre 1892 hatte sich, die liberale Partei einigermaßen von lichen Arbeiter an der Gewerkschaftsbewegung nahezu un Eine solche Ausnahme bilden nach§ 3a Absatz 3 die Ver- biefem Schlage erholt und kam mit einer schwachen Mehrheit zur Zu der offenbar drohenden wirtschaftlichen Schädigung fammlungen der Gewerbetreibenden, gewerblicher Ge- Regierung. Gladstone bildete zum letzten Male ein Ministerium und Zwei der jugendlichen Arbeiter kommt aber noch die kulturelle Be- hilfen, Gesellen, Fabrifarbeiter ufiv. 3 ur ernannte Campbell- Bannerman zum Kriegsminister. 8wvej der jugendlichen Arbeiter kommt aber noch die kulturelle Berörterung von Verabredungen und Ber- Jahre später zog sich Gladstone endgültig aus dem politischen Leben einträchtigung. Die Teilnahme am Gewerkschaftsleben und an besonderen Jugendorganisationen, auf deren Vernichtung einigungen zum Behufe des Erlangens gii n- zurück und Rosebery wurde Premierminister, der aber seine Autorität gegen den Finanzminister Sir William Harcourt nicht behaupten es abgesehen ist, war bisher noch das hervorragendste Mittel, ftigerer Rohn- und Arbeitsbedingungen." Demnach ist die Erörterung von Verabredungen und konnte. Die liberale Partei war wieder gespalten. Da sich die durch welches die jugendlichen Arbeiter die großen Lücken ausfüllen konnten, die in ihrem Wissen durch die dürftige Volfs- Vereinigungen zum Behufe der Erlangung günstigerer Lohn- liberalen Imperialisten, die zu Rosebery hielten, schon start bemerkbar schulbildung und die technische Fachschulbildung gelassen wurden. und Arbeitsbedingungen" an und für sich eine„ Erörterung machten. Im Jahre 1895 fiel das Ministerium Rosebery infolge Durch die von der organisierten Arbeiterschaft ihnen gebotene politischer Angelegenheiten"; die Anzeige fällt nur aus beson- eines Mißtrauensvotums, das vom Unterhause gegen CampbellGelegenheit, sich in ihren Mußestunden allgemeine und politische deren Ausnahmegründen hinweg. it aber die Erörte- Bannerman ausgesprochen wurde, dem vorgeworfen worden war, er Bildung anzueignen, wurde ein kulturell und sittlich außer- rung" jener Verabredungen und Vereinigun- hätte für keinen genügenden Vorrat an Cordite( einen für ordentlich fördernder Einfluß auf sie ausgeübt. Das block- gen die Erörterung politischer Angelegen Granaten benutzten Explosionsstoff) gesorgt. Während seiner Amtsparteilich verschandelte Vereinsgesetz treibt sie hinaus aus beiten", so sindiene Verabredungen und Verzeit hatte sich Campbell- Bannerman den Haß des Hofes da durch zujenen Kulturgemeinschaften und hinein in solche unpolitische" einigungen selbst politische Angelegenhe i gezogen, daß er dem Herzog von Cambridge, dem Vetter Vergnügungsstätten, die eine verrohende Einwirkung auf ihre ten". Daß die Gewerkschaften eine ,, Einwirkung" auf politische der Königin, den Oberbefehl der Armee entzog und ihn in die Die Königin Vittoria war über Geistes- und Charakterentwidelung ausüben müssen. Und Angelegenheiten, d. h. auf solche Verabredungen und Vereini- Hände Wolseleys legte. eine solche Verfündigung an der Jugend haben die Leute auf gungen bezwecken, liegt auf der Hand; eine derartige Einwir diese Maßnahme besonders entrüstet, fich geladen, die besonders mit ihrer Stulturbegeisterung fung bildet das ureigenste Wesen, den Kern der gewerkschaft- Furcht vor prunken! Lieber wollen sie die Arbeiterjugend der Gefahr der lichen Tätigkeit. Demnach sind die Gewerkschaften generell bridge Verrohung aussehen, als ihnen die Möglichkeit offen halten, Vereine, die eine Einwirkung auf politische Angelegenheiten dann sich durch Teilnahme am öffentlichen Leben im Geiste der sozia- bezwecken; also politische Vereine nach§ 2 des Reichsvereins- fo listischen Weltanschauung zu schulen. Auch das ist die Politit gesetzes. Folglich sind nach dem famosen§ 10a Jugendliche Mißtrauensvotums fein Amt niederlegte, von den konservativen Nachder Angst, der charakteristischen Angst des zipfelmütigen auch gewerkschaftlich ein für allemal rechtlos: das ist schlimmer folgern in gemeiner Weise zur Uebergabe seiner Siegel und Atten Philistertums vor der jugendstarken um die Freiheit als bisher selbst in Sachsen. Es ist eine Rüd wärtsrevi gedrängt wurde. Er wurde förmlich aus seinem Amte gestoßen. dierung des Bereinsrechts hinter die trai. kämpfenden Emanzipationsbewegung des Proletariats. Und besonders heuchlerisch ist das zitterige Gestammel feste Reaktion der Konterrevolution. Daß die geplante reichsrechtliche Politisch- Erklärung der von der Unreise der Jugend für die Betätigung im öffentTichen Leben, weil die staatsretterischen Kapazitäten ihre Freude Gewerkschaften und aller„ Verabredungen und Vereinigungen Freude laut ausschnattern über jede jugendliche Kundgebung, zur Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsbedingungen" Die Hauptwahlen, die dem Sturze des Ministeriums Rosebery die sich in ihrem Sinne verwerten läßt. Oder ist es schon in den§. 152 der Gewerbeordnung seines we= Vergessenheit geraten, daß die Reimerei eines Kadetten Willi fentlichen Inhalts beraubt, kann auch nicht scharf folgten, brachten den Konservativen einen entscheidenden Sieg. Die liberale Partei litt unter innerem Hader zwischen den AnRamdohr, deren brutaler Inhalt den Januschauer Stempel genug hervorgehoben werden. Und das ist durch die Freisinnigen geschehen, hängern Roseberys und Harcourts, bis schließlich Rosebery trägt und deren sprachliche Form dem niedrigen Niveau der die trop des Ausbleibens einer Erklärung von der Führerschaft ber Partei und überhaupt bom Müllerschen Versdrechselei entspricht, zur Hebung patriotischen der Regierung, daß die gewerkschaftlichen Bestrebungen Parteileben zurüdtrat und eine einsame furche" au zichen begonn Geistes in ganz Deutschland verbreitet wurde? Wer die Aussperrung der Jugendlichen aus dem öffent- nicht als politische anzusehen seien, für das im§ 10a lie- Die Parteiführerschaft fiel Harcourt zu, der sie im Jahre 1899 lichen Leben gutheißt, legt es ab auf die Verdummung und gende Ausnahmegese gegen die Arbeiter und insbe- niederlegte. Campbell- Bannerman, der nie nach Ehren jagte, beVerrohung der Jugend im Interesse der skrupellosen Aus- fondere die Gewerkschaftler stimmten. beuter, die da glauben, um so bessere Geschäfte zu machen, je niedriger das Bildungsniveau, je geringer das Solidaritätsgefühl der Proletarier ist, die ihnen ins Garn gehen. " " Ministerwechsel in England. London, 4. April.( Eig. Ber.) δα fie. in fteter der Demokratie lebend, im Herzog von Cam ihren Schutzherrn sah. Der Hof nahm 50den Hohen Adel gegen Champell- Bannerman ein, daß dieser, als er infolge des früher erwähnten Diese persönliche Beleidigung hatte Campbell- Bannerman nie vergessen. Sie hatte seinen demokratischen Ueberzeugungen eine persönliche Bitterfeit gegen die Lords und die Konservativen hinzugefügt und war in den späteren Kämpfen gegen Balfour und das Oberhaus bemerkbar. warb sich auch damals nicht um die Leitung der Liberalen, aber die Partei beschloß in einer im Februar 1899 abgehaltenen Konferenz, ihn zum Führer zu wählen. Er übernahm sofort die Führung der parlamentarischen Opposition. Der Krieg mit Transvaal stand damals vor der Tür und Chamberlain wandte sich an den neuen liberalen Führer und bat ihn im Namen des Patriotismus, teine Opposition gegen die Kriegsvorbereitungen Auch bei dieser Gelegenheit zeigte es sich wieder, daß die Blockparteien die Kritik ihrer schäbigen Praktiken nach Möglichfeit zu unterdrücken suchen. Nachdem Genosse Hildenbrand die allgemeinen Gesichtspunkte erörtert hatte, von denen aus- Die schwere Krankheit, die Campbell- Bannerman vor längerer au machen. Campbell- Bannerman lehnte alle Anträge Chamberab; er wollte nicht die geringste Verantwortlichkeit gehend unsere Partei die Aussperrung der Jugend bekämpft, Beit niedergeworfen hatte, hat ihn, wie bereits gemeldet, zur lains ab; SD war unsererseits noch Genosse Frank zum Wort gemeldet, Demiffion gezwungen; diese ist gestern angenommen worden. Der für einen Schritt übernehmen, den er nicht billigen konnte. um die Angriffe zurückzuweisen, die seitens der Blockclique bisherige Schaßtanzler Asquith wird Premierminister Englands. fonnte er während des Krieges die Kriegführung gegen die Buren gegen die sozialdemokratischen Jugendorganisationen ge- Mit Campbell- Bannerman nimmt ein ehrlicher Demokrat, ein und die Methoden des Barbarismus" ungehindert brandmarken. schleudert waren. Trotzdem er nur noch als einziger Redner fluger Politiker und ein edler Mensch Abschied vom politischen Leben. Diese Kritit war um so mannhafter, als in der liberalen Partei auf der Liste stand und trotzdem er die Zusicherung erhalten Seine Stärke war sein Glauben an die Freiheit und die Furcht zahlreiche Elemente vorhanden waren, die den Krieg billigten und hatte, daß er zum Wort kommen sollte, wurde nach dem Tofigkeit, mit der er stets diesem Glauben festen Ausdrud gegeben die kritische Tätigkeit ihres Führers als höchst schädlich für die Freijinnigen Mugdan, der noch dazu das alberne Märchen hat. Dieser Glaube und diese Festigkeit ließen ihn die Berge von Liberalen betrachteten. Kaum aber war der Krieg zu Ende, so zeigte " es fich, dah Tampvel!- Bannerman die Partei gerettet hatte. Seine parlamentarische Opposition wurde immer kühner, die Nach- Wahlen fielen immer günstiger für die Opposition aus, bis die konservative Regierung gegen Ende des Jahres 1905 die Ueberzeugung gewann, dasi sie das Vertrauen nicht mehr besah und deshalb die Macht niederlegte. Die liberale Fraktion beaus- tragte dann ihren Führer, die Regierungsgeschäfte zu übernehmen und ein Mnisterium zu bilden. Mit unfehlbarem Takte suchte sich dann Campbell-Bannerman seine Minister aus und löste daS Par« lament auf. Die Neuwahlen des Januar 1906 ergaben eine er- drückende liberale Mehrheit. Die Wahlerfolge verschafften dem neuen Premierminister eine Autorität, der sich Freund und Feind willig beugten. Der einst verachtete und verlachte Campbell-Bannernian wurde nunmehr mit Respekt angehört. Die Konservativen, im Be- wußlsein ihrer Schuld gegen den einstigen Kriegsminister, fürchteten ihn und wollten ihm die Pairswürde verleihen, um ihn ins Ober- hauS zu schicken. Aber der Premierminister blieb bis zum Schlüsse im Untcrhause. Das Gute, das die liberale Regierung in den letzten zwei Jahren geschaffen hat, ist zum großen Teile ihm zu verdanken. Er trat für die Gewährung der freien Verfassungen an Transvaal > und Oranjekolonie ein, für die Unterstützung der Arbeiterpartei in ihrer Forderung eines freien Trade-UnionSrechts, für Einschränkung des internationalen Wettrüstens, für die Milderung des Einwanderungs- gesetzes und für eine Intervention zugunsten aller unterdrückten Völkerschaften. Unvergessen bleibt sein Ruf:.Die Duma ist tot, es lebe die Duma I- zu einer Zeit, als die britische Regierung mit dem Zaren um den mittelasiatischen Ausgleich verhandelte. Und wenn es nach dem Willen Campbell- Bannermans gegangen wäre, dann hätten die Frauen bereits das Wahlrecht, die Iren ihre Homerule und die Arbeitslosen ihre Reform. Sein Tod wird wahrscheinlich nirgends so tief betrauert werden wie in Südafrika und in Irland. Mit Campbell-Bannerman starb der letzte große Liberale, der in den Traditionen CobdenS, BrightS und GladswneS gelebt und gewirkt hat. Sein Nachfolger ist Mr. Asquith, der den neuen bürger- lichen Geist vertritt, den liberalen Imperialismus, der ein Kind der letzten zwei Jahrzehnte ist und früher oder später unter dem Drucke des sozialistischen Vormarsches im Konservatismus seine Ruhestätte finden wird.— poUtifcbe Qcbcr licht. verlin. den 6. April 1908. Junkersehnsucht nach der Prügelstrafe. Im Dreiklassenparlament gaben heute wieder einmal die Junker Proben ihres edlen Gemütes und ihrer vornehmen DenkungSart. Ein bürgerlicher Richter namens Böhmer forderte bei einem Anttage auf Reform der Strafvollstreckung an Jugendlichen anstatt besonderer Jugendgerichtshöfe die Prügelstrafe und erklärte das ganze Ver- langen nach besserem Schutz der verwahrlosten Jugend, die heute im Gefängnis die hohe Schule des Verbrechens besucht, für Wahlmache der anderen bürgerlichen Parteien. Herr Böhmer mag ja feine Kollegen aus dem Dreiklassenparlament kennen und trotz ihres entrüsteten Protestes gegen diese Unterstellung wissen, wie es um sie bestellt ist, daß er aber immer noch die Barbarei der Prügelsttafe beweihräuchert, zeigt eine Gesinnung, der kaum anders als mit seinem Mittel beizukommen ist. Ganz richtig ent- gegnete ihm der Nationalliberale Schiffer, daß augenscheinlich nicht uur bei der Jugend sich die Sitten sehr verschlechtert hätten. Sonst diskutierte inän im AbgeordNeteiihaUse über den Antrag Hitze auf Erweiterung des Kinderprivilegs in der Einkommensteuer. Der freisinnige Wolff-Lissa nahm dabei teilweise eine alte Forderung der Sozialdemokratie auf, die Einkommen unter 1509 M. gänzlich frei zu lassen und dafür die Millionäre energischer heranzuziehen. Ein SchlußaMrag der Mehrheit machte weiteren, für die Erwählten des Geld- sacks peinlichen Erörterungen ein Ende. Um so längere Zeit ver- schwendete man an einen Antrag Brütt(Freik.) auf Erzielung höherer Pachtbeträge aus dem Bahnhofsbuchhandel und mit allerlei auf- gewärmten MittelstandSrettereien des Malermeisters Hammer aus Zehlendorf. Am DienStag stehen die zweite Lesung der Teuerungszulagen und allerlei Kleinigkeiten auf der Tagesordnung.— Die Bürgermeister lernen strammstehen. Das Haus der geborenen Gesetzgeber nahm heute zunächst die Vorlage über den Bau des Masurischen Kanals einstimmig an, nicht ohne daß die ostelbischen Großgrundbesitzer, an ihrer Spitze Graf Mirbach, ihr Verlangen nach weiteren Liebesgaben für Ost- Preußen kräftig kundgetan hatten. Dann überwies das Herren- haus nach langer Beratung daS Polizeikostengesetz der Gemeindekommission. Die Oberbürgermeister von Danzig, Posen, Breslau, Königsberg und selbst Herr Kirschner protestierten lebhaft und erregt gegen diese Vorlage, die die großen preußischen Gemeinden, die königliche Polizei haben, es sind 25, mit einer neuen Extra- steuer von 5 Millionen belastet, darunter Berlin allein mit 2� Millionen, ohne daß ihr Verfügungsrecht über die Polizei- Verwaltung, das jetzt gleich Null ist, irgendwie vergrößert würde. Einstimmig drückten alle Bürgermeister den lebhaften Wunsch nach Ueberführung der gesamten Polizeiverwaltung in die Hände der Kommunen aus und erklärten sich bereit, dann alle Lasten der Polizeiverwaltung zu tragen. Unter dem jetzigen Zustande, bei dem sie nur zu zahlen und gar nichts zu sagen hätten, müsse jede Lust an der Selbstverwaltung schwinden. Der elend langweilige Streit zwischen der Kommune Berlin und der staatlich protegierten „Großen Berliner" wäre längst beendet, wenn nicht ein staatlicher Polizeipräfekt, sondern ein kommunaler Polizeiverwalter an der Spitze der Berliner Sicherheitsbehörde stände. Die Regierung kümmerte sich aber um den Widerspruch der Bürgermeister nicht im mindesten, und der dreiste Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben, der weiß, was er dem Bürgertum bieten kann, erklärte den Herren rund heraus, daß eigentlich die Städte alle Kosten für die königliche Polizei tragen müßten, und daß, wenn sie nicht gleich kuschten, der Staat sie noch mit ganz anderen Lasten belegen werde. Sofort knickten die tapferen Wahrer der städtischen Selbst- Verwaltung zusammen und baten flehentlich, sie nur mit den Stacheln dieses Gesetzes und nicht mit den Skorpionen einer noch viel schlimmeren Regierungsvorlage zu züchtigen. Selbst als Herr Kirschner in hülfloser Verzweiflung die Hände über dem Kopf zu- sammenschlug, schrie ihn der Finanzminister noch einmal an, er solle nicht so tun als ob er bete; und nun waren die liberalen Mannesseelcn geduckt genug, um kein Wort mehr gegen die Re- gierungsvorlage zu sagen, die sie wahrscheinlich in der Kommission unbesehen schlucken werden. Gegen die städtischen Arbeiter, die von ihnen wirtschaftlich ab- hängig sind, zeigen diese kleinen Bureaukratenseelen ganz anderen Mut. Am Dienstag wird das Herrenhaus seine Erbweisheit der Selundärbahnvorlage widmen.— Gegen das Koalitionsrecht. Di«.Kreuzzeitung" eröffnet bereits ihre Agitation für die preubische Landtagswahl. Anknüpfend an einen von der hamburgischen Firma L. Jsermann an die„Hamb. Nachr/ gerichteten Brief, in dem diese Firma behauptet, daß sie nur deshalb ihre Pianomechanikfabrik schließt, um von.den geradezu furchtbar werdenden Lasten und Aergern mit den Arbeitern abzu- kommen"(wunderliches Deutsch), rät das Blatt der Epigonen HammersteinS den„Arbeitgebern", sich zusammenzuschließen und den Arbeitern die Koalitionsfreiheit zu nehmen. „Indessen brauchen", meint das Blatt,»unsere Arbeitgeber darum noch lange nicht, wie der Hamburger Industrielle, den Mut zu verlieren. Sie brauchen nur nachzuholen, was sie jähre- lang versäumt haben. Schon jetzt haben sich die Arbeitgeber in verhältnismäßig kurzer Zeit machtvolle, leistungsfähige Zenttal- organisationen geschaffen und damit der sozialdemokratischen Be- wegung gegenüber namhafte Erfolge erzielt und für sich selbst größere Sicherheit erreicht. Aber auf eine zentralisierte Betätigung in wirtschaftlicher Hinsicht allein kommt es nicht an, so wirksam diese behufs Eindämmung der beunruhigenden gewerkschaftlichen Machtproben auch sein mag. Es gilt, diese Betätigung auch auf politischem Gebiete zu ent- falten. WaS nützt die gegenwärtige Stärke der zertralifierten Arbeitgeberverbände. wenn das unabläsfige Drängen der„sozialen" Reichs'tagsmehrhett nach Erweiterung der Koalitionsfreiheit und nach Verwirklichung bedenklicher sozialpolitscher Reformpläne weiteren Erfolg zu haben droht?" Diese„Betätigung auf politischem Gebiete' besteht darin, daß die Liberalen, wie weiter das ehrsame Blatt für Gott, König und Brotwucher ausführt, die Industriellen ihren letzten Rest von Libera« lismus, dem die Fabrikanten allein ihre jetzigen Bedrängnisse zu verdanken hätten, aufgeben und sich auf die Seite der Konservativen schlagen und zwar.schon bei den bevor st ehenden Land- tagswahlen". Das konservative Blatt gibt also offen zu, daß dieKon- servativen bereit sind, das Koalitionsrecht der Arbeiter zu- gunsten der Fabrikanten zu beschneiden. Ein Eingeständnis, das unsere Genoffen sich für die Landtagswahlagitation merken sollten.— Preußische«nd badische Polizei. Preußen marschiert bekanntlich nach der Behauptung des Reichskanzlers den übrigen deutschen Staaten voran, und in bezug auf eine der preußischen Institutionen trifft diese Behauptung BülowS tatsächlich zu: keine süddeutsche Polizei übertrifft die preußische an Schneidigkeit, Rücksichtslosigkeit des Eingreifens, äußeren Drill und— Zuvorkommenheit. Ermahnungen, wie sie kürzlich das badische Ministerium an die unteren Behöroen richtete, um den Bestrafungen von Bagatellsachen vorzubeugen, sind deshalb auch in Preußen durchaus unnötig; denn in Preußen kommen polizeiliche Ausschreitungen, wie erst jüngst wieder daS musterhafte Verhalten der Berliner Polizei bei den Wahlrechts- und Arbeits- losendemonstrationen bewiesen hat, niemals vor. In Baden und anderen nicht an das hohe Niveau der preußischen Kultur heran- reichenden süddeutschen Staaten liegt allerdings die Sache ganz anders, und deshalb hat es denn auch für Baden immerhin einen gewissen Zweck, wenn das badische Ministerium die Anweisung er- läßt, in Fällen, in denen entweder Polizeiübertretungen ganz un- bedeutender Art in Frage stehen oder begründeter Anlaß zu der Annahme vorliegt, daß eine Vorschrift lediglich aus Unkenntnis übertreten wurde, soll es künftig zuerst bei einer Verwarnung sein Bewenden haben und nur im Wiederholungsfälle strafend ein- geschritten werden.— Wie entsetzlich weit dieses Baden doch hinter Preußen her- hinkt.-_ Gegen das«Oprozentige Ausnahmegesetz. Leipzig, 5. April. Drei überfüllte Bolksversammlungen protestierten heute hier gegen den Wechselbalg des Reichsvereinsgesetzes, Die Redner geißelten besonders scharf die sogenannten Liberalen wegen ihres Volks- verräterischen Treibens bei der Beratung der Vorlage. Zu der Ver- sammlung für Leipzig-Stadt im.Volkshause" war der Abgeordnete dieses Kreises, Dr. Junck, geladen worden, der sich vor seinen Wählern inimer als ein besonders freiheillich und arbeiterfreundlich gesinnter Mann aufspielt; er hat es aber vorgezogen, nicht zu er- scheinen. Die von den Versammlungen angenommene gleichlautende Resolutton. die dem Reichstage zugesandt werden soll, kritisiert die volksfeindlichen Bestimmungen im einzelnen und verlangt ein völlig unantastbares Vereins- und Versammlungsrecht für daS deutsche Volk.—_ Kriegervereine, Sozialdemokratie und Konsumvereine. Die Kriegervereine sind immerfort bemüht, zu beweisen, daß ihre Behauptung, sie seien unpolitische Gebilde, nicht den Tatsachen entspricht. So ist jetzt wieder ein solcher Fall aus Hötensleben im Regierungsbezirk Magdeburg zu berichten. Und zwar hat der dortige Krieger-Landwehrverein gleich gründliche Arbeit zu verrichten versucht. In Hötensleben wählten im verfloffenen Monat die Arbeiter bei der Gcmeindevcrtretcrwahl einen Sozialdemokraten in das Gemeiirdeparlament. Die öffent- liche Stimmabgabe wurde den sozialdemokratischen Wählern zum Verhängnis, die noch dem Krieger-Landwehrverein als Mitglieder angehörten. Der Vorstand des Vereins sandte ihnen ein hekto- graphierteS Schreiben folgenden Wortlautes: „Laut Beschluß der Vorstandssitzung vom 29. März 1998 werden Sie benachrichtigt, da Sie, wie aus eingegangenem Schreiben an den Vorstand des Krieger-Landwehr- Vereins mitgeteilt wird, bei der letzt stattgcfundenen Gemeinde- Vertretungswahl einem Kandidaten der sozialdemokrati- scheu Partei Ihre Stimme gegeben und sich somit zur sozial- demokratischen Partei bekannt, daß Sie auZ dem Krieger- Landwehrverein ausgeschieden und der Rechte an vor- benanntem Verein verlustig gegangen sind. Der Vorstand." Da er nun einmal beim Aufräumen war, gedachte der Vor- stand auch gleich der Mitglieder seines Vereins, die auch dem Konsumverein angehörten. Hatte er aber die sozialdemo- kratischen Gemeindewähler ohne viel Federlesens aus dem Verein hinausbefördert, so ging er mit den Konsumvereinsmitgliedern etwas glimpflicher um. An dreißig von ihnen versandte er folgende Aufforderung: „Laut übersandtes Schreiben vom 19. März 1993 an den Vorstand des Krieger-Landwehrvereins Hierselbst sind Sie als Mitglied des hiesigen Konsumvereins eingetragen. Da der- selbe unter sozialdemokratischer Leitung steht, werden Sie als Mitglied des Krieger-Landwehrvereins Hötensleben auf- gefordert, binnen acht Tagen Ihre schriftliche Abmeldung aus dem Konsumverein dem Vorstande des Sieger-Landwehr- Vereins hier zu übersenden, anderenfalls Ihre Ausschließung aus letzterem Verein erfolgen wird. Der Vorstand." Zwar bringt der KriegervereinSverstand zu Unrecht den Konsumverein in Beziehungen zu der sozialdemokratischen Partei. Aber was verschlägt das? Das bewiese höchstens, daß er in diesem Falle seinen Mitgliedern Unrecht tut, wenn er glaubt, sie huldigten sozialdemokratischen Bestrebungen im Konsumverein. Aber bei dem so oft betonten unpolitischen Charakter der Kriegervereine sollte er sich um die politische Betätigung seiner Mitglieder über- Haupt nicht kümmern. Daß das Gegenteil der Fall ist und daß die Kriegervercine recht eifrig Politik treiben, beweisen die beiden Briefe mit dankenswerter Offenherzigkeit. Aber noch eins ist bei den beiden Schriftstücken bemerkenswert. In beiden wird auf ein Schreiben Bezug genommen, baS Beitt Kriegerb ereinSvorffand zugegangen ist und in dem ihm die„unbotmäßigen" Mitglieder denunziert wurden. Dem Ehrenmann, der so eiftig die Ab- stimmung der Kriegervereinsmitglieder überwachte und der so sorgsam die Liste der Konsumvereinsmitglieder, die nur auf dein Gericht einzusehen ist, mit der Liste der KriegervereinSmiigliedcr verglich, wird doch wohl die Ehrenmitgliedschaft im Kriegerverein angetragen werden? Verdient hat er sie!— TerroriSmuk aber treiben nur die Sozialdemokraten.,,, Der Segen der Fahrkartenstener. Anläßlich einer sozialdemokratischen Jnterpellatton über die Ein- führung eines Schnellzugpaares Würzburg-Saarbrücken erklärte im b a d i I ch e n Landtage der Eisenbahnininister v. Marschall, daß trotz Steigerung der Frequenz die Einnahme der Eisenbabnverwattung aus dem Personenverkehr im Jahre 1997 etwa eine Million Marl weniger betrage, wie im Jahre vorher. Der Ausfall sei zurückzu- führen auf die Personentarifreform und die Fahr- karten st euer, durch welche ein Herabsteigen in die untere« Klaffen stattgefunden habe. Daß die Fahrkartensteuer eine gesetzgeberische Mißgeburt ist, haben auch ihre ehemaligen Bäter eingesehen. Man geht denn auch mit der Absicht um, sie umzugestalten. Und zwar dadurch, daß die Fahrkarteiisteuer für die I. und H Klasse aufgehoben wird, damit diesen teueren Klassen ihre ehemalige Frequenz wieder- gewonnen wird. Die Fahrkartensteuer für die dritte Klasse soll bestehen bleiben! Käme eine solche Absicht wirklich zur Ausführung, so wäre das eine Begünstigung der Besitzenden und eine B e n a ch- teiligung der Minder- und Nichtbesitzenden, dit noch zehnmal schlimmer wäre, als der jetzige Zustand!— Zur Landtagswahl. AuS verschiedenen Gegenden wird gemeldet, daß aller Wahr- scheinlickikeit nach dort die Freifinnigen und Nattonalliberalen bei der LandtagSwahl gemeinsame Sache machen werden. In einigen Wahlkreisen scheint bereits ein Wahlbündnis zustande gekommen zu sein: so wird uns telegraphisch aus Wiesbaden mitgeteilt, daß die Borsitzenden der volksparteilichen Wahlvereine des Wiesbadener LandtagSwahlkreiseS gestern in einer Versammlung nattonalliberalcr Vertrauensmänner erklärt haben, ihre Partei würde auf die Auf« ftellung eines eigenen Kandidaten verzichten und von vornherein für den nattonalliberalen Kandidaten Bartling einteten.— Ein Konterfei. Die„B. Z. am Mttag" erörtert im Leitartikel ihrer heuttgen Nummer die politischen Fähigkeiten der freisinnigen Reichstagsabgeordneten und kommt aus Grund ihrer Kenntnit der Personen zu folgendem Ergebnis: ES würde sich wirllich einmal verlohnen, die polittsche Lauf« bahn der gegenwärttgen freisinnigen Volksvertreter und ihre Rechts- tttel auf den Namen Polittker zu untersuchen. Die EntWickelung ist mit ganz seltenen Ausnahmen typisch. Man fängt als Mitglied einc-Z Bezirksvereins an und beteiligt sich an der Diskussion: ist man Volks- schullehrer, so gibt die nützliche Gewohnheit, den Schülern der zweitcit oder der obersten BolkSschulklaffen die deutschen Aufsätze zu korrigieren berechtigten Anspruch darauf, als Vortragender mit einer jener Bc- zirksvereinsreden zu debütieren, die jedem selbständig denkenden Deutschen i» Laufe der letzten zwanzig Jabre den Besuch von freifinnigen Bezirksvereinsversammlungen verekelt haben. Komm: nun noch ein starkes Organ zu der Sicherheit des AufttetenS, die der tägliche Verkehr mit einer Schar von niemals widersprechenden Schullindern verleiht, so ist der Stoff zu einem Vereinsvorsitzende« gegeben, der sich im Verlaufe weniger Jahre zum Stadtverordnete::. Reichs- und Landtagsabgeordneten auswachsen kann. Einem Manne, der auf diesem Wege und mit den Mitteln der Bezirlsvereinsrednerei groß geworden ist, wird sich allerdings der Begriff der Polittk und der staatsmännischen Leistung notwendig mit der Vorstellung von Reden, Reden und wieder Reden völlig decken. Die gewaltigen wirtschaftlichen Interessen, die ein großes Staatsganze erfüllen,— die geschichtlichen Machtfaktoren wie du neu aufstrebenden Volkskräste werden ihm, der daneben niemals Gelegenheit hatte, eine umfassendere Bildung, weitreichende Kenntnisse, die Fähigkeit der Menschenbehandlung sich anzueignen— überall untct dem Bilde seiner kleinen Bezirksvereinsinttigen sich darstellen.... Und was das Schlimmste: im stillen Bewußtsein seiner eigenen Schwäche wird er darnach trachten, sich ausschließlich mit Leuten des eigenen Bildungsniveaus, der eigenen bescheidenen und bc' schränkten Anschauungen zu umgeben, jeden selbständig Denkender. sorglich fernzuhalten. Herr Kopsch und seine Genossen werden sehr erfreut sei/" über diese amüsante biographische Skizze.— Eine Wandlung zum Besseren. DaS Verlesen der Kriegsartikel bei den militärischen Kon- trollversammlungen brachte bisher stets das Verbot jedes Dritten gegenüber erkennbar gemachten revolutionären oder sozial. demokratischen Gesinnung durch Gesänge oder Ausrufe, weiter dak Verbot d"- Haltens oder Verbreitens anarchistischer oder sozio- listischer Schriften in Kasernen oder Diensträumen und schließlich das V: jeder Beteiligung an Vereinen oder Geldsa.nmlungeu ohne Genehmigung des Vorgesetzten. Wie uns jetzt aus Mag de« bürg berichtet wird, wurde dort bei den diesjährigen Frühjahrs- kontrollverjammlungen nur das Verbot des Verbreitens anar- chistischer oder sozialistischer Schriften unter den Kontrollpflichtige», Angehörigen d.'s Heeres oder in Diensträumen bekannt gegeben. Das Verbot des Haltens dieser Schriften und der Beteiligung an Vereinen oder Geldsammlungen ist also in Wegfall gekommen. Den Militärbehörden ist also wohl die Einsicht gekommen, daß diese letztgenannten Verbote sich nicht mit dem praktischen Lebek vereinbaren ließen, sondern nur auf dem Papier standen.— Was trieb den Man« in den Tod? Zum Selbstmord des Soldaten Nagel vom 6. Infanterie« Regiment in Bamberg veröffentlicht die„Neue Bayer. Landesztg/ einen Brief von Verwandten des Selbstmörders, woraus hervorgeht, daß nicht Schikanen der Offiziere oder Unteroffiziere an der unselige,: Tat schuld find, wohl aber das verfehlte militärische System. Nagel litt schon bor seiner Militärzeit an chronischem Kopfleiden und RheumatisinuS, war sehr schwächlich, blutarm und hochgradig kurz- sichttg. Trotzdem wurde er ausgehoben und im November v. I eingezogen. Seit dieser Zeit befand er sich mit kurzen Unter brechungen im Lazarett, wurde aber trotzdem nicht als untauglich entlassen. Am 21. März wurde er für gesund erklärt und verließ das Lazarett; er mußte sich aber schon am 26. März wieder beim Arzt melden, der ihn heftig angefahren haben soll. Der Mann bc- gab sich darauf vom Arzt weg zum Feldwebel, wo er sich zum inneren Dienst meldete, ein Schreiben kopierte und ein anderes auf die BataillonSlauzlei trug. Dann ging er auf sein Zimmer, verschloß die Türe und hängte sich an seiner Bettlade auf. Er hinterließ einen Zettel mit den Worten:.Ich ziehe den Tod meinen Schmerzen vor"._ Die unerbittliche Militärjnstiz. Der Musketier Schuck der 9. Kompagnie des Infanterie- Regiments Nr. 143 besuchte am 2. Januar dieses Jahres in Mutzig im Elsaß zwei Wirtschaften. Er betrank sich, vuf einen Heuvoden und schlief ein. MS er am nächsten Tage in die Kaserne wollte, konnte er nicht mehr laufen; er hatte beide Rfiiße erfroren. Ohne Speise und Trank blieb der arme Teufel vis aum 16. Januar auf dem Heuboden liegen, bis er von einem Maler entdeckt wurde. Noch am selben Tage wurden ihm im Ganiisonlazarett zu Straßburg beide Füße und ein Teil der Unterschenkel amputiert! Der Mann ist also gestraft f enug für seine Verfehlung. Aber das Gesetz will es, daß auch iese Leute bestraft werden, mag die gesetzliche Bestrafung dann tnit dem Strafzweck auch noch so sehr im Widerspruch stehen. Kurz, der verkrüppelte Mensch lag in seiner Hülflosigkeit auf einer Kranken- bare vor dem Kriegsgericht in Straßburg und erhielt wegen unerlaubter Entfernung, die durch sein Verschulden länger als sieben Tage gedauert hatte, die Mindeststrafe von 13 Tagen Gefängnis._ Die liberale Reichstagsfraktion unter polizeilichem Schutz. Dieser Tage sprach die Genossin Zieh in Straßburg i. E. kn einer öffentlichen Versammlung über die moderne Frauen- bewegung. Als sie bei der Besprechung des Frauenwahlrechts den Kahlrechtskampf der preußischen Genossen schilderte, wurde sie von dem überwachenden Polizeibeamten unter- brachen mit der Bemerkung, dieses gehöre nicht zur Sache. Selbstverständlich schickte sie den„Hüter des Gesetzes" ganz gehörig heim. Zeugte schon dieses Eingreifen des Beamten von einer er- schreckenden Urteilslosigkeit, so zeigte ein weiterer Zwischenfall, wie nervös die Polizei ist, wenn das Verhalten des Regierungs- blocks und der ihm angehörenden Parteien ins Kreuzfeuer ge- ncmmen wird. Unter anderem kritisierte Genossin Zieh das schmachvolle Verhalten der Liberalen und bemerkte dabei, daß diese, wenn ihnen Bülow den Stiefel hinhalte, auch diesen ablecken würden. Da erhob sich der überwachende Beamte abermals und ; orderte, die Redncrin zur Ordnung zu rufen; sie habe eine teichstagsfraktion beleidigt. Das ist Wohl das Kost- barste, was im Zeichen der Blockpolitik die reichsländische Polizei geleistet hat. Für den nötigen Spott braucht der Beamte selbst- verständlich nicht zu sorgen. Die Liberalen aber mögen daraus er- sehen, daß ihr Verholten unter aller Kritik ist, wenn die Kritik Vcr Haltung verboten sein soll.— Mißhandlung und tätlicher Angriff an Kaisers Geburtstag! Mit einem bemerkenswerten Fall von Mißhand- rnng und tätlichen Angriffs beschäftigte sich jetzt das Dresdener Kriegsgericht. Auf der Anklagebank nahmen Platz der Gefreite Steit- wann wegen vorschriftswidriger Behandlung, Mißhandlung Und Beleidigung eines Untergebenen und der Soldar Ber g e r wegen U n g c h o r s a m s und tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten. Der der Anklage zu Grunde siegende Sachverhalt ist folgender: Der Angeklagte Steilmann war in der 7. Kompagnie des 1(>2. Infanterieregiments zu Zittau Nekrutengefreiter und stellvertretender Korporalschaftsfübrer. Als solcher war er seinen Kameraden gegenüber Vorgesetzter. An Kaisers Geburtstag dürfen die Soldaten bis 12 Uhr nachts ausbleiben. Am genannten Tage wollte nun der Soldat Berger gegen Mittag ausgehen. Der Gefreite befahl ihm. um 6 Uhr in der 51ascrne zu fein. Als der Soldat auf die be- stehende Vorschrift hinwies, brüllte ihn der Gefreite an:.Halten Eie die Fresse, sonst gibtS ein paar in die Schnauze!" Berger entfernte sich schließlich, glaubte, der Regimentsbefehl gelte mehr als der des Gefreiten, und blieb bis Mitternacht auS, Ivo er dann in nicht mehr ganz nüchternem Zustande einpassierte. In der Mannschaftsstube angelangt, wurde er vom Gefreiten angeherrscht:.Warum ist mein Befehl nicht befolgt worden!" Darauf hat Beracr keine Antwort gegeben. Auch einige weitere„Befehle" soll er nicht de- folgt und auch keine Stellung vor dem Gefreiten genommen hoben. Schließlich trat der Gefreite auf Berger zu, packte ihn an der Brust und versetzte ihm einen Schlag ins Gesicht. daß dem Soldaten die Zigarre aus dem Munde flog. Durch diese Mißhandlung aufS schwerste erregt und gereizt, griff Berger nach dem Gefreiten, um ihn ab- auwehren und von sich zu halten, wobei er den Gefreiten an »er B r u st anfaßte. Die» der Tatbestand, und darauf eine ichwere Anklage wegen tätlichen Angriffs, st l I) Während der Verhandlung bestreitet Berger, gegen den Gefreiten tätlich geworden zu sein. Aber auch der Gefreite will nicht nach dem Soldaten geschlagen haben. Der Vertreter der Anklage beantragte gegen den Gefreiten »nter Annahme eines minder schweren Falles und unter Berück- fichtigung, daß er durch das Verhallen deö Soldaten zur Miß- Handlung gereizt worden sei— 3 Wochen mittleren Arrest! Gegen Berger aber unter Zubilligung des§ 98 des Militär-Strafgesetzbuchs sdurch Mißhandlung zurTat gereizt) tine Gefängnisstrafe von 6 Monaten 1 Woche.(Die Mindeststrafe wäre sonst 1 Jahr.) TaS Urteil lautete bei Steitmann wegen vorschriftswidriger Behandlung in vier Fällen auf--- 10 Tage mittleren Arrest!! vnd bei B e r g e r wegen Ungehorsams und tätlichen Angriffs >t-- 6 Monate und 2 Wochen Gefängnis!!! Militärjustiz!!—_ Schweiz. A«S der BundeSversammlang. Bern, 3. April. Der Nationalrat hat bereits in seiner zweiten Sitzung den Antrag der liberalen Wähler in St. Gallen be- treffend Errichtung eines eidgenössischen sozial« statistischen Amtes beraten und angenounnen. Der Demokrat Dr. Hochmann-Frauenfeld trat für die Angliederung einer be- züglichen Abteilung an das statistische Amt ein, also für eine Nach- ahmung der deutschen Einrichtung, der gegenüber wir ein selbst- ständiges Amt durchaus vorziehen. Bundesrat Deucher nahm den Antrag zur Prüfung entgegen, ohne sich jedoch von vornherein für v eine oder andere Art der Lösung zu binden.— franhrncb. Die Interpellation Jaur�S. � Paris, 6. April. In der Kammer stand heute die Jnter- pellation JaureS über die innere Politik der Regie- r u n g und das Rcformprogramm zur Beratung. Die Fraktionen der Linken haben bcschloffcn, die Regierung zu unterstützen. Dubicf wird namens der Radikal-Sozialisten ein Tagesordnung einbringen, welche die Notwendigekit betont, die dem Parlament unterbreitete Reformvorlage durchzuführen und das Vertrauen ausspricht, daß die Regierung sich dabei nur auf diejenigen Parteien stützt, die ernstlich diese Reformen wollen. In der Debatte wirft Jaures der Regierung vor, nicht alle im Programm angekündigten Reformen durchgeführt, als auch von der vorigen Kammer angenommene Reformen zur praktischen An- Wendung, gebracht zu haben. Weiter bemängelt Redner die Politik der Regierung gegenüber der Kirche und beschuldigt Cle- wenceau, den Finanzminister in Sachen der Steuerreform «licht genügend unterstützt zu haben. Der Finanzmini st er unterbricht den Redner mit dem Hinweis darauf, daß er es gc- Wesen sei, der namens der Regierung die Vertrauensfrage be- süglich der Steuerreform gestellt lzabe, ein Beweis, daß er mit der Regierung einig gewesen sei. Fortfahrend, wirft Jaures dem Ministerpräsidenten weiter vor, das Gesetz über die Altersklassen «m Senat nicht'durchgebracht zu haben. Die Debatte dauert an. Italien. Nachträgliches znm Generalstreik. V Rom, 4. April.(Eig. Ber.) Da fast all« unsere Telegramme Zensur anheimgefallen smd, seien die Ereignisse vom DonnerStag in ihrer tragischen SchNchtheit kurz geschildert. Der abgestürzte Maurer war im Hospital gestorben. Da er der anar- chistischen Organisation angehörte, folgte der Leiche auch die Fahne des Verbandes. Dieser Zug wollte, entgegen den Vorschriften der städtischen Behörden, über die Piazza Vcnejca an der öfter- reichischen Gesandtschaft vorbeiziehen. Als der Leichen- wagen in die Piazza del Gesei einbiegt, findet er nach der Richtung seines Zieles einen dreifachen Truppenkordon. Ein Polizei- kommissar fordert die Arbeiter auf, umzukehren. Da nicht Folge geleistet wird, stürzen sich die Polizisten mit der üblichen Brutalität auf die Menge. Die will sich nicht zurücktreiben lassen und drängt heftig gegen die Kordons. Unglücklicherweise kommt ein Wagen mit Mauersteinen des Wegs und einige Burschen schleudern Steine gegen die Truppen. Die Soldaten stehen reglos, aber in den Polizisten gewinnt sofort die brutale Roheit die Oberhand. Die Trompetenstöße, die die Menge zum Auseinandergehen aus- fordern, verhallen ungehört. Auf einmal ertönt der erste Schutz, dann der zweite, dann weiter Schuß auf Schutz und gellende Schreie und das Gewirr der auseinanderstiebenden Menge. Die Heldentat ist vollbracht. Auf dem Platz steht der Leichenwagen allein. Einige Schritte weiter liegt ein Toter: vornübergestürzt, ganz in sich zusammengesunken, unweit davon ein anderer, lang ausgestreckter. Zehn, fünfzehn Verwundete decken das glorreiche Kampffeld, zum Teil gräßlich blutend und bewußtlos. In fassungslosem Entsetzen, dann mit wilden, furchtbaren Per- wünschungcn, sieht die vorwiegend aus Arbeitern bestehende Menge auf das Bild. Einem Wagen, der einen Verwundeten fortbringt, schleudert ein Polizist einen Stein nach! Zwei der Verwundeten sind inzwischen gestorben, 16 andere sind schwer verletzt. Von der bewaffneten Macht hat keiner«ine ernste Verletzung davongetragen. Die 21 Opfer, die Giolitti in der Kammer anführt, sind durch Steinwürfe zu einigen blauen Flecken gekommen— weiter nichts. Es steht fest und soll mit Genugtuung verzeichnet werden, daß die Soldaten nicht ge- schössen haben. Polizei und Karabinieri haben dagegen 290 Schuß abgegeben. ** J Rom. 6. April. Von den Massenverhaftungen der letzten Tage sind nur 26 aufrecht erhalten worden. Die Ver- hafteten werden sich wegen Beleidigung der Polizeiorgane und der Truppen zu verantworten haben. In Bologna und einem Teil der Provinz F e r r a r a sind Teilansstände ausgebrochen. Rom, 6. April. Infolge der Beendigung des General st reites wurde heute der Wagen- und Nennverkehr in normaler Weise wieder aufgenommen, die Stadt bietet ihr ge- wohnliches Bild. Portugal. Blutige Wahlen. In Portugal haben gestern die Wahlen stattgefunden, wobei es in Lissabon wie im Lande zu blutigen Unruhen kam. Ihr Umfang läßt sich allerdings noch nicht erkennen, da in- folge der strengen Tepcschenzensur Einzelheiten fehlen. Es ist aber zweifellos, daß die Zusammenstöße von der monarchischen Re- gierung bewußt provoziert worden sind. In den Wahl» kreisen, in denen republikanische Majoritäten zu erwarten waren, wurden die Wahllisten von den Regierungsvertretern ganz offen und unverschämt gefälscht, Wähler an der Abstimmung gehindert, ihnen die Stimmzettel ans den Händen gerissen usw. Als die Republikaner erregt protestierten, ließ man das bereitgehaltene Militär einschreiten, das sofort und aus nächster Nähe scharf zu schießen begann. Die Zahl der Toten ist nicht bekannt, doch soll eine größere Zahl ermordet worden sein. Die Ruhe- störungen in der Provinz sollen unblutig gewesen sein. Heute durchzog eine erregte Menge die Stadt. Die Bureauräume der Zeitungen„Diario Jllustrado", Organ der Francisten,„Diario Populär", Organ der Regeneratoren und„Portugal", Organ der Nationalisten, wurden von der Volksmenge mit Sternen be- w o r f e n. Das Gesamtergebnis der Wahl steht noch nicht fest. Doch hat die monarchische Konzentration von 146 Sitzen bereits 99„erobert". Die Republikaner haben ungefähr 49 Mandate erhalten. Lissabon und Oporto haben republikanisch gewählt. finnlanä. D�r Landtag aufgelöst. Wie aus Helft ngfors telegraphisch berichtet wird, ist der finnländische Landtag vom Zaren aufgelöst worden. Mit einem Schlage sieht sich das Land vor neue Ereignisse gestellt, deren Trag- weite schwer zu ermessen ist. Der jetzige Landtag wurde im vorigen Jahre auf Grund deS demokratischsten Wahlrechts in Europa gewählt. Die Sozial- demokratie zog mit ungefähr 89 Mitgliedern(bei insgesamt 299) in den Landtag ein. Die zweitgrößte Partei des Landtages, die Altfennomancn, die Repräsentanten der Agrarier, bildeten den rechten Flügel, die Jungfennomanen und Svekomanen, die Ver- treter des finnländischen Liberalismus, das Zentrum des Land- tages. Aus den Reihen der letzteren ging 1995 der S e n a t hervor, der in Finnland das Mnisterkabinett ersetzt. Der Konflikt zwischen Landtag und Senat gab den äußeren Anstoß für die jetzt auSge- brochene ernste Krisis. Am 28. Mörz fand, wie bereits kurz berichtet, im Landtage die Debatte über die allgemeine politische Lage statt, in der der Vizepräsident des Senats, Mechelin, die gegen den Senat erhobenen Anschuldigungen zurückzuweisen suchte. Die Altfennomanen beschuldigten den Senat, nicht zuvorkommend genug gegen die russische Regierung und zu milde gegen die russischen Flüchtlinge und die revolutionären Elemente im Lande gewesen zu sein. Die Sozialdemokraten wiesen dagegen darauf hin, daß der Senat die innere Reformarbeit beständig gehemmt, die besten Elemente deS russischen Volkes durch seine Auslieferungspraxis beleidigt, sich gegenüber der russischen Reaktion zu nachgiebig gezeigt und so den Beweis erbracht habe, daß„er nicht imstande sei. die Angriffe abzuwehren, die von der russischen Reaktion gegen die innere Un- abhängigkeit unsere? Landes und die Freiheit unseres Volkes unter. nommen werden". Nach einer erregten Debatte gelangte ein Mißtrauensvotum der Sozialdemokraten mit 71 gegen 47 Stimmen bei 67 Stimmenthaltungen zur Annahme. DieS Ergebnis war ziemlich unerwartet und erklärt sich nur dadurch, daß die Alt- fennomauen aus Rache für die Ablehnung ihres Vorschlages den sozialdemokratischen Antrag durch Stimmenthaltung unterstützten, um den Senat zu Fall zu bringen. Hierzu schrieb die sozialdemo� kratische„Työmies" vor einigen Tagen:„Die Majorität des Landtages war in Wirklichkeit gegen unsere Resolution, die bloß dank der Stimmenthaltung der Altfennomancn zur Annahme gelangte. Dies bahnt ihnen aber noch nicht den Weg zum Senat, und die Lage bleibt ebenso unklar wie zuvor." Seitdem hat die russische Regierung sich bemüht, die Lage nach Möglichkeit zu„klären". Die„patriotische" Preßmeute fiel heulend und kläffend über die finnländischen Landtagsabge- ordneten her. Das Leibblatt StolypinS,„R o s s i j a", gab deutlich zu verstehen, daß die Auflösung deS Landtages und die Oktrohierung eines neuen Wahlrechts unmittelbar bevorstehe. Noch deutlicher wurde die„Nowoje Mremja". Sie schrieb:„Die finnländische Krists entwickelt sich schnell und heischt driligeni der Lösung. Wir glauben, daß es noch möglich ist, sie mit„schwarzer Tinte" zu lösen. Behüte Gott, daß man gc- zwungen wäre, zu„r.o ter Äicis" zu greifen. Sana würde die finnländische ffflige In Tat fchtiell ün5 radikal gelöst werden." Angesichts dieser unverhüllten Drohungen der Regierungsorgane gewinnen die verstärkten Truppe nansammlungen an der finnländischen Grenze und die Vereinigung der Zivil- und Militärgewalt in der Hand des Generals Böckmann eine ganz besondere Bedeutung. Allem Anscheine nach zieht es die Zarenregierung vor, die rein konstitutionelle Krisis in Finnland nicht mit „schwarzer", sondern mit„rote r" Tinte zu lösen,-r ZürUd. Besorgnisse vor Russlanss. Konstantinopel, 5. April.Infolge der fortwährenden russischen Truppenanhäufnngen an der türkischen Grenze erhielt das in Erzeruin stationierte 4. türkische Armee- korps Befehl, nach der türkisch-russischen Grenze ab- zugehen.._ GewerkfcbaftUcbee. Kein Streik- eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit. Der„Arbeitgeberzeitung" ist der Streik der Reichstagsjournalisten sehr unangenehm. Die Berechtigung ihres Vorgehens muß sie anerkennen und sie kann deswegen auch nicht in das übliche Geschimpfe verfallen, wie sie das pflichtschuldigst tun muß. wenn Arbeiter um ein Stückchen Brot mehr kämpfen, oder wenn sie gezwungen sind, ihre Rechte gegenüber einem herrschsüchttgen Unternehmertum wahren zu müssen. Sie verbricht deswegen über den Jonr- nalistenstteik folgende tiefgründige Weisheit: Erstens und vor allen Dingen: Es war kein Streik l Wenn eine bestimmte Presse aus gewissen, naheliegenden Gründen geflissentlich den„Streik der Journalisten" betont hat, stolz darauf, daß sich nun auch die Vertreter der jüngsten Großmacht zur Streiktaltik bekannt hätten, so ändert das nichts an der Tatsache, daß trotz alledem die Reichstagsjournalisten nicht gestreikt, sondern einfach eine gesellschaftliche Selbstverständlichkeit erfüllt haben I Wird jemand in einem fremden Hause, in dem er beruflich oder privatim zu Gaste ist. schwer beleidigt, so betritt er das Haus jedenfalls nicht wieder. bis ihm eine ausreichende Genugtuung zuteil geworden ist. Hätte es in der Absicht der deutschen NecchstagSjournalisten gelegen, nach Art gewöhnlicher Streik« den Reichstag zu schädigen und in Verlegenheit zu setzen, so wäre eS vielleicht der richtige Weg geivesen, wenn die Herren von der Journalistenttibüne mcht ge- wichen wären, sondern im Gegenteil ihren Lesern einmal Wort für Wort berichtet hätten, was an Witz und Weisheit von den hochwürdigen Volksvertretern tagtäglich hervorgebracht wird. Ob nicht bei einer großen Anzahl Abgeordneter eine größere Verlegen- heil darüber entstanden wäre, daß ihr Geistesprodult in ursprüng- lichster Form, als wenn eS gar nicht an die Oeffentlichkeit ge- langt wäre? Das Publikum aber hätte sich an einem schlagenden Beispiel davon überzeugen können, wie eine ganze Anzahl parla- menrarischer Reden erst durch die geistige Mitarbeit der Presse lesbar und genießbar wird 1 Vielleicht gefällt es den Unternehmern besser, wenn auch die Arbeiter in Zukunft nicht mehr streiken, sondern, indem sie ihre Rechte wahren, einfach gesellschaftliche«Selbst- Verständlichkeiten" erfüllen. SerUn und Qmgegend» Achtung» Metallarbeiter! Die Werkzeugmacher von der Firma Flohr(Abt. Reinhardt) sind noch immer ausgesperrt. Die Versuche der Kollegen, welche noch im Betrieb beschäftigt find, durch Verhandlungen mit dem Inhaber der Firma die Differenzen �beizulegen, wurden von dem Herrn Flohr kurzer Hand zurückgewiesen. Da somit eine fried- lichc Beilegung dieser strittigen Angelegenheit durch die hals» starrige ablehnende Haltung deS Arbeitgeber« unmöglich ist, so ist es um so mehr die Pflicht eines jeden anständig denkenden Ar- beiters, diesen Betrieb zu meiden. Die Firma Flohr ist bis auf weiteres für Dreher, Schlosser, Werkzeugmacher, Schleifer, Sattler und Maschinenarbciter gesperrt. Deutscher Metallarbeiterverband. OrtSvcrwaltung Berlin. Achtung, Metallarbeiter! Bei der Wahl der 6 Delegierten zum Gewerkschaftskongreß, die am Sonntag stattfand, wurden 19273 Stimmen abgegeben. Davrn waren 295 ungültig. Von den 19 968 gültigen Stimmen erhielten die Kollegen: Fritz Earl 5988, Adolf Cohen 7597, Her- mann Gries 5253, Max Gutschc 6242, Oswald Johannsen 5625, Auguste Radeit 7119, Alwin Körsten 5831, Hugo Petersdorf 5699, Karl Wücke 4513, Adolf Wuschick 5322 Stimmen. Demnach sind Cohen, Radeit, Gutsche, Johannsen. Körsten und Petersdorf als Delegierte zu dem diesjährigen GewerkschastS- kongreß gewählt. Die Abstimmung über die Neuregelung der Generalversamm- lung hat folgendes Resultat ergeben: Abgegeben waren 19 271, ungültig 277 Stimmen. Bon den 9994 gültigen Stimmen waren 7132 für, 2861 gegen Neuregelung der Generalversammlung. Somit ist die Neuregelung der Generalversammlung von den Mitgliedern durch die Urabstimmung mit großer Mehrheit be» schlössen. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Speichereiarbeiter im Streik. Die Speichereiarbeiter vom Lehrter Speicher(Firma Möbius) sind am Montag früh in einen Abwehrstreik eingetreten. Die Speichereibesitzer haben den mit dem Transportarbeiterverband im Jahre 1906 abgeschlossenen Tarifvertrag zum 1. April 1998 gc- kündigt zu dem Zweck, die bestehenden Lohn- und Akkordsätze her- abzusetzen. Verhandlungen, welche bereits im Februar mit ein- zclnen Unternehmern geführt wurden, sind resultatlos verlaufen. Obwohl die Tarife inzwischen abgelaufen sind, zahlen diejenigen Speichereibesitzer, bei denen die Arbeit im Lohn gemacht wird, den alten Stundenlohn weiter. Verhandlungen mit dem Inhaber des Lehrter Speichers, bei welchem das Akkordshstem besteht, haben zu einer Einigung nicht geführt. Ter Unternehmer Herr Damer beabsichtigte ursprünglich, die Akkordsätze so weit zu reduzieren, daß die Kolonne, bestehend aus 5 Mann, bei 199 Tonnen Getreide usw. einen Lohnverlust von 29 Mk. erleiden sollte. Bei den Ber- Handlungen machte er nur so weit Zugeständnisse, daß der Lohn- ausfall immer noch 15—16 M. betragen haben würde. Damit konnten sich die Arbeiter nicht einverstanden erklären. Sie er- klärten sich jedoch mit einer Reduktion von 6 M. pro Tonne ein- verstanden. Das Angebot wurde abgelehnt. Somit ist der Streik als berechtigt anzusehen und werden die Speichereiarbeitcr Berlins ersucht, ihre Kollegen in dem ihnen aufgezwungenen Kampfe zu unterstützen und strengste Solidarität zu üben. Die Einigung im Makergewerie ist so weit borgeschritten, daß zirka 59 Proz. der Lokalisten zum Verbände übergetreten sind. Vom Verband der Mal«, Lackierer usw. wird nun bekannt- gegeben, daß die UeberttittSbedingungen nur bis zum 15. April Geltung haben. Alle Kollegen, die nach dem 15. April ihren Beitritt erklären, können nur als neue Mitglieder aufgeiioimnen werden. Zcntralvcrbniid der Zivilmus, ker Deutschlands (Ortsverwaltung B e r l i n). Die Koßtrolllarte der Zivilmusiker für das H. Quartal ist weiß U»d muß mit dttn.BerbandSftempel versehen sein. Alle Legitimationen welche nicht>en vermerk»Zentralbervand der glbilmusiler Deutschlands' tragen, sowie Karten ohne Verbandsstempel weise man zurück oder halte sie an. Nur dann können sich die Vereine resp. Gewerkschaften versichern, von Verbandsmusikern bedient zu werden. Alle Fälle, wo nicht die betreffende Karte oder eine andere Legitimation vorgezeigt worden ist, wolle man unverzüglich an unser Verbandsbureau. Brunnenstraffe 188, Restaurant F. Wilke ge- langen lassen. Dorthin sind auch alle vorkommenden Beschwerden zu richten. Unsere Mitglieder sind verpflichtet, die Kontrollkarte stets bei sich zu führen. Der Vorstand der Ortsverwaltung Berlin. Berichtigung. Entgegen der Meldung des„Vorwärts", daß der bei mir angestellte Böttcher wegen seines mit meiner Erlaubnis geschehenen Ausbleibens am Mittwoch, den 18. März, nachmittags, von mir am Sonnabend, den 21. März, entlassen wurde, konstatiere ich, daß der Böttcher wogen Mangel an Arbeit entlassen wurde. C. Linzel, Greifswalder Straße 31. Die Schmiede der königl. Hofwagenfabrik von E. Zimmermann in Potsdam erreichten ohne Arbeitseinstellung eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 2,11 M. pro Mann und Woche bei btstündiger Arbeitszeit. Außerdem die Abschaffung der Akkordarbeit jür Feil- banker, so daß jetzt sämtliche Schmiede in Lohn arbeiten. veutfcdes Reich. In der Zementfabrik zu Wolgastastskassen, Beisitzer der Schiedsgerichte bei der Alters- und JnvaliditätS- und Unsallversichcrung, GewerbegerichlSbeisitzer u. a., auch wenn dritte Personen hinzugezogeu werden, finden die Bestimmungen der§8 3 viS 10 keine Anwendung. Abg. Trimborn(Z.) befürwortet den vom Zenwm beantragten Zusatz. Abg. Hein«(Soz.): Nicht nur die durch Gesetz und die zuständigen Behörden an» geordneten versammliingen wollen wir ausgenommen haben von den Beschränkungen, die durch das Gesetz vorgeschrieben sind, sondern auch die Lorberatungen der Mitglieder solcher V e r s a m nr l u n g e n. Man hat in der Kommission das für unnötig erklärt, da c3 sclbstverstüiidlich sei. Aber der Begriff der öffentlichen Versammlung ist in diesem Gesetz so wenig definiert, daß die Polizei eine weitgehende Willkür hat. ES soll hier Reichsgesetz werden, waS jetzt in Prenhen Rechtens ist, und die schikanöse Auslegung des Begriffs der öffentlichen Ver- sammlung in Preuszen mahnt zur Vorficht. Deshalb haben wir unseren Antrag gestellt. Auch die Zuziehung dritter Personen zu einer solchen Zusammenkunft toll diese»ach unserem Antrage nicht zu einer öffentlichen machen. Die Zuziehung dritter Personen, z.B. zur Belehrung über das komplizierte Wahlsystem zum Reichsversicherungsamt, ist zuweilen notwendig; das Kammcrgericht hat darin eine öffeutliche politische Versammlung erblickt.(Hörtl hört! bei den Sozialdemokraten.) Unter Ablehnung der Abänderungsanträge wird§ 12 in der KommissionSfassung angenommen. ZK 13 und 14 werden debatteloS angenommen. § 15 zählt die Gesetze auf, die infolge des NeichsvereinsgesetzeS außer Kraft treten. Die Sozialdemokraten beantragen hierzu auch die Aufhebung aller Bestimmungen, welche die Verabredung und Vereinigung zum Bchufe der Erlangung und Erhaltung günstigerer Arbeitsbedingungen untersagen oder unter Strafe stellen. Außerdem beantragen sie die Aufhebung des Plakatgesetzes und derjenigen Bestimmungen des Strafgesetzes, welche die Abhaltung von Versammlungen verhindern oder einschränken, endlich einen neuen§ 365 des Strafgesetzbuchs, wonach die Polizeistunde keine An- Wendung auf Versammlungen und auf Zusammenkünfte von Vereinen findet. Seitens der Polen wird die Aufhebung des Koalitionsverbots der ländlichen Arbeiter beantragt. Gleichzeitig mit§ 15 wird§ 16 zur Debatte gestellt, welcher die Vorschriften des Landesrechts aufzählt, die von dem neuen Gesetz un- berührt bleiben, darunter auch die Vorschriften über das Koalitions-- und Streikverbot der ländlichen Arbeiter. Das Zentrum beantragt eine Resolution, welche die Regierung ersucht, auch den landwirtschaftlichen Arbeitern unter Wahrung der besonderen Bedürfnisse der Landwirtschaft das Koalitionsrecht zu gewähren. Die Beratung dieser Resolution wird auf Vorschlag des Präsidenten Grafen Stolbcrg auf einen der nächsten Schwerins- tage vertagt. Abg. Heine(Soz.): Schon bei der ersten Lesung des Vereins- gesetzeS hat Abg. Ablaß eS für nötig gehalten, für die Befreiung des Plakatwesens von seinen unwürdigen Bestimmungen zu plädieren, aber dann haben uns seine Freunde in der Kom- Mission im Stich gelassen. Allerdings haben sie zur zweiten Lesung einen Antrag versprochen, aber eingebracht haben sie ihn nicht.(Zuruf: Resolution.) Ach nein, eine demütige Bitte an die Regierung genügt uns nicht, man muß das Eisen schmieden, solange es warm ist. Deshalb haben wir unseren Antrag gestellt. Auch unsere weiteren Anträge bitte ich anzunehmen. Präsident Graf Stolberg: Der Antrag Albrecht und Genossen nimmt Bezug auf das Plakativesen, ich kann also niemand hindern, darüber zu sprechen. Aber ich erinnere daran, daß noch eine Reso- lution vorliegt, die diese Frage speziell behandelt und daß diese Resolution demnächst auf die Tagesordnung eines Schwerinstagcs gesetzt wird. Abg. TrzcinSki(Pole) begründet den Antrag der Polen auf Auf- bebung des Koalitionsvcrbotes für ländliche Arbeiter. Es sei charakteristisch, daß das angeblich so freiheitliche Vereinsgesetz dies Verbot nicht ansspricht, obwohl in den 60er Jahren Preußen bereit war, den Landarbeitern das Koalitionsrccht zu gewähren. Warum solle gerade diese Arbeiterkategorie dies Recht entbehren? Abg. Herold sZ.) tritt für die vom Zentrum beantragte Resolution ein. Man müsse bei der Gewährung des Koalitions- rechts an ländliche Arbeiter stets die besonderen Verhältnisse der Landwirtschaft berücksichtigen, und deshalb müsse die Regelung dieser Verhältnisse in einem bejondcren Gesetze erfolgen. Abg. Köhler(wirtjch. Vg.): Ich betone noch einmal, daß zwar das VercinSrecht AeichSsache ist, nicht aber das Versammlungsrecht. , Abg. Brey(Soz.): Ucbcr die Landarbeiterfrage werden wir auS- fllhrlich bei der Beratung derResolution sprechen. Würde die Regelung nach den Wünschen des Zentrums erfolgen, so hätte daS KonlitionSrecht der Landarbeiter eine verdammte A e h n l i ch k e i t mit dem bekannten Lichtenbergischen Messer ohne Heft und Klinge. Die Materie hätte bei diesem Gesetze n. tgeregelt werde» müsse», denn durch Annahme der Resolution würde das HauS nur in die wenig angenehme Lage versetzt werden, den, eben verabschiedeten Gesetze sofort eine Novelle hinzuzufügen. In der Kommission wurde gesagt, die Landarbeiter selbst wollten gar keine Acudauug ihrer Lage. Das zeigt nur, daß die betreffenden Herren keine blasse Ahnung von den Wünschen dcS Volkes habe».(Sehr richtig! bei den Sozial- demokraten.) Schon bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuchs verlangte das Volk eine Regelung des Gesinde- und Landarbeiter- rechts. DaS scheiterte damals durch die Schuld der Frei- sinnigen.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Und jetzt helfen die Freisinnigen wieder dazu, die Materie auf die lange Bank zu schieben. Es ist not- Ivendig, ein einheitliches Arbeiterrecht zu schaffen. Das ist aber nur möglich, wenn das Vereins- und VersammlungS« recht gemeinsam mit dem Koalitionsrccht geregelt wird, weil beide einander ergänzen. Statt dessen will man den Zu- stand aufrecht erhalten, daß man sogar unter der Arbeiterklasse zwei verschiedene Schicbten hat, die gewerblichen Arbeiter, die daS LtoalitionSrecht haben und sich wehren können, und die land- wirtschaftlichen Arbeiter und das Gesinde, dem jede Waffe, sich zu wehren genommen ist. Deshalb verlangen wir die Regelung dcS Gesinde- und KoalitionSrechteS. Die Grundbesitzer haben jede Möglichkeit deS Zusammenschlusses, von der Erwerbsgcnossenschaft bis zum wirtschaftlichen Zusanienschluß sind ihnen alle Organisationssormen gegeben. Dadurch, daß sie gewaltige Untcrnchmcrorganisatioucn für die Landwirtschaft schaffen konnten, war eS ihnen möglich, die Lohn« und Arbeitsbedingungen in einer für sie sehr günstigcn Weise zu regeln. Wie geht eS dagegen den Landarbeitern? Deutschland hat die höchsten Lebensmittelpreise. Aber ein Ver- gleich der Landarbeiterlöhne etwa mit denen von England zeigt. wie weit unsere Löhne zurückstehen.(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Damit ist klar bewiesen, wohin wir in Deutschland mit diesem Unrecht und. Ausnahmerecht gekommen find. Jeder, der für gleiches Recht eintritt, muß mit uns dafür sorgen, daß diese Materie endlich geregelt wird.(Lebhafter Beifall bei den Sozial- demokraten.) Ich will jetzt auf die Frage nicht weiter eingehen, ge- schenkt wird es Ihnen aber nicht. Wir werden das bei der Besprechung der Resolutionen nachholen.(Große Unruhe beim Block.) Wir werden dann auch auf den Kontraklbruch eingehen. Die gegenwärtigen Zustände stellen einen wirtschaftlichen Absolutismus dar, der mir durch den Kontraktbruch gemildert wird.(Große Unruhe beim Block, lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Staatssekretär v. Bethmann-Hollweg: Der Auffassung des Abg. Köhler, daß die Regelung des Versammlungsrechtes nicht zur Kompetenz des Reiches gehört, muß ich entgegentreten; sie wider- spricht der Entstehungsgeschichte dcS Artikels i der Verfassung. Damit schließt die Diskussion. Sämtliche gestellten Abänderungsanträge werden abgelehnt und die M 15 und 16 in der Kommissionsfassung angenommen. Es folgt die Beratung des sozialdemokratischen Antrages, fol- genden Z 17 hinzuzufügen:.Soweit landesrechtliche Bestimmungen gelten, die dos Recht zur Vereinigung und Versammlung in geringerem Maße einschränken als dieses Gesetz, bleiben sie in Kraft und können nur durch ein besonderes ReichSgejetz aufgehoben werden." Abg. Emme!(Soz.) begründet den Antrag unter großer Unruhe des Hauses. Es sind hier im Hause Regiermigskommissare aufgetreten, die erklärten, daß ihre freiheitlichen Bestimmungen ihnen genügten, daß bei ihnen ein Bedürfnis nach schärferen Bestimmungen, wie sie das Reichsvereins- gesctz bringt, nicht vorliegt. Die Parteien, die ein einheitliches Vereins- gesctz verlangten, haben immer auch ein freiheitliches Recht verlangt. Es ist von keiner Seite nachgewiesen worden, daß die freiheitlichen Rechte einzelner Bundesstaaten mißbraucht worden sind, daher besteht auch kein Anlaß, sie zu streichen. DaS Gesetz bringt für keinen Staat nur Verbesserungen. ES kann aber nicht die Absicht des Reichstages sein, im 20. Jahrhundert ein Gesetz zu schaffen, daS für einzelne Länder schlechtere Bestimmungen schafft als die n a�ch der Reaktion von 1848 erlassen wurden. Für uns Elsaß- Lothringer besteht die Notwendigkeit der sogenannten Privatver- sammlungen, da die Polizei nicht nur uns Sozialdemokraten, sondern auch dein Zentrum gegenüber unter Hintoeis aus baupolizeiliche Bestimmungen Saalaitrcikierei treibt. ES bedeutet politische Korruption und p o I i- tischen Tief st and, wenn man den 8 7 zuläßt und dann wie der Abgeordnete Labroise die Regierung anbettelt, daß der Paragraph nicht seiner kleinen Partei gegenüber zur Anwendung gebracht werden niöge. Interessant ist, daß unS der Abg. de'Wendel erklärt, sein Name fei z u Unrecht unter die Resolution Gregoire gekommen.(Hört! hört l im Zentrum und bei den Sozialdemokraten. Der Präsident ruft den Redner zur Sache. Zuruf des Abg. Eickhoff.) Herr Eickhoff, ich rede solange ich will, ich verbitte mir Ihre Unterbrechungen. Das Verhalten des Abg. Gregoire überlasse ich dem Urteil der anständig denkenden Menschen.(Große llnruhe beim Block.) Präsident Graf Stolbcrg(sehr erregt): Ich rufe Sie dafür zur Ordnung. Abg. Emme! schließt kurz mit dem Wunsche, den Antrag seiner Partei anzunehmen.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg Dr. Zehnter(Z.): Ich verweise auf meine Ausführungen zu dem von unS beantragten 4o; aus den dort entwickelten Gründen werden wir dem sozialdemokratischen Antrage zustimmen. Abg. Ulrich(Soz.): Am 5. Oktober 1907 haben die National liberalen auf ihrem Parteitage in Wiesbaden beschlossen, dafür zu sorgen, daß durch ein neues Vereinsgesetz die Vereinsgesetze in den einzelnen Bundesstaaten nicht verschlechtert werden dürfen. Ich be rufe mich auch auf den Kollegen Osann, der in der Heisischen Zweiten Kammer ebenso wie der Präsident der Kammer Haas den Standpunkt ein- genommen haben, daßdurchdieseSGesetzunserehessischen Freiheit beschränkt werden. Dem Beschluß des nationall liberalen Parteitages sind die Afyp Graf Oriola und Frhr. v. Hehl nicht gefolgt.(Zuruf bei den Natronalliberalen.) Das können Sie nicht bestreiten. In der hessischen Zweiten Kammer haben 41 Abl geordnete, darunter 13 Natioualliberale(Hört! hört! im Zentrum und bei den Sozialdemokraten.) beantragt, daß unsere Regierung im Bundesrat für die Erhaltung unserer Zustände eintreten soll, und dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. DaS Gesetz bedeutet für u»s cincn Rückschritt auf eine niedrige Stufe.(Lauter Lärm und Unterbrechungen beim Block.) Durch Ihr Geschrei bringen Sie diese Tatsache nicht auS der Welt.(Rufe rechts: Lauter.) Wenn der Kollege schlecht hört, mag er etwas näher kommen. In jener Sitzung hat Herr Osann eine Rede gehalten, für die ich ihm die Hand nicht mein Freund ist.(Heiterkeit.) Ein für freiheitliche Ideen eintritt, macht (Heiterkeit.) Vor 60 Jahren allerdings haben die Nationalliberalen uns erst daS rungcn, da gingen sie noch mit den großen Hüten mit roten Federn einher.(Schallende Heiterkeit.) Der Minister hat in jener Sitzung gesagt, auch unter einem neuen Bereinsrccht würde doch die Ver- waltungspraxiS dieselbe bleiben. Er kann aber nicht wissen, wie die Gerichte entscheiden werden.(Sehr wahr! bei den Soziab demokraten.) Jedenfalls muß uuier Bundesratsbemächtigter im Bundesrat entsprechend dem Beschlüsse des Landtages und den Absichten der Regierung dahin wirken, daß dieser Entlvurf nicht Gesetz wird.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten, Unruhe und Lärm beim Block.) Damit schließt die Diskussion. Abg. Dr. Grsgoire(Elf., zur persönlichen Bemerkung): Ich er- kläre gegenüber Herrn Einmel. daß die Herren de Wendel und Labroise mir ihr Einverstäudnis zu der Ihnen bekannt gegebenen Resolution erklärt haben. Herr de Wendel ist hier nach meiner Rede auf mich zugekommen und hat mir dazu gratuliert. Abg. Emmcl(Soz.) szur persönlichen Bemerkungj: Diese Er- klärung trägt den Stempel eines osfiziöse» Dementis. Herr Grögoire erklärt, die Herren hätten sich mit der ihnen bekannt gegebenen Resolution einverstanden erklärt.(Vorher habe» sie sie also nicht gekannt.(Lärmende Unterbrechung beim Block und Rufe: Persönlich!) Vizepräsident Paaschc: DaS ist nicht persönlich. Abg. Emmel: Herr Gregoire sagt, der Abg. de Wendel habe ihm gratuliert.(Erneute Unterbrechungen seitens des Blocks. Vize- Präsident Paasche: Sie haben nur Angriffe gegen sich zurückzu- weisen.) Mir ist der Vorwurf der Unwahrheit gemacht worden. drücke, wenn er auch Nationalliberalcr, der mir innner Freude. war es anders, da Versammlungsrecht er Pizepräfident Paasche: DaS ist nicht der Fast! Abg. Emmel: Ich habe mitgeteilt, daß der Abg. de Wendel gewisse Aeußerungen gemacht hätte, Herr Grögoire bestreitet, daß es so sei. Dem gegenüber stelle ich fest, daß Herr de Wendel diese Aeußerungen(Lärmende Unterbrechungen beim Block und Rufe: Persönlich) zu Herrn Dr. Vondersckeer gemacht hat.(Andauernde lärmende Unterbrechungen seitens des Blocks, so daß die nächsten Aeußerungen des Redners verloren gehen.) Abg. Dr. Bonderfcheer(Z., persönlich): Der Mg. de Wendel wollte mir unmittelbar nach meiner Rede vorgestellt werden und hat mir zu meiner Rede gratuliert.(Große Heiterkeit bei der Minder- heit, lärmende Unterbrechung beim Block, Rufe im Zentrum: Ruhe!) Er sagte mir, er habe Herrn Grögoire nicht ermächtigt, zu erklären, daß er für den tz 7 stimmen werde.(Hört I hört I) Abg. Grögoire wiederholt nochmals, daß Herr de Wendel ihm zu seiner Rede gratuliert habe.(Heiterkeit und Lärm.) Abg. Wommelsdorf(nail.) bestätigt Herrn Grögoire, daß Herr de Wendel ihm gratuliert habe.(Lärm und Heiterkeit.) Der sozialdemokratische Antrag wird darauf vom Block ab» gelehnt. Abg. Dr. Junck(natl.) begründet darauf in längerer Rede einen Antrag, das Gesctz am 15. Mai 1S03 in Kraft treten zu lassen. Die Blockparteien unterbrechen ihn wiederholt mit Schlußrufen, Bravo I- Rufen und andauerndem Lärm.) Abg. v. Dzicmbowsky(Pole) bittet unter großer Unruhe des Hauses, den Termin des Inkrafttretens des verhängnisvollen Gesetzes möglichst hinauszuschieben. Die Diskussion wird geschlossen und der Antrag, das Gesetz am 15. Mai 1903 in Kraft treten zu lassen, wird mit Blockmehrheit angenommen. Es folgt die Diskussion über Ueberschrist und Titel des Gesetzes. Abg. v. Dziembomski(Pole)(vom Block mit Schlußrufen empfangen): Das Versammlungsrecht gehört eigentlich nicht zum Staatsrecht, sondern zum Naturrecht. Man sollte über das Gesetz nicht eine falsche Marke kleben, sondern eS der Wahrheit gemäß ganz wie das alte preußische nennen! Gesetz zur Festsetzung der polizeilichen Befugnisse gegen das Vereins- und Versammlungsrecht. (Heiterkeit bei den Polen und Sozialdemokraten.) Oder man nenne es auch Reich senteig nu nasgesetz, lveil eS das Versammlungsrecht der Polen enteignet.(Sehr richtig I bei der Minderheit, �Lärm im Block.) Oder man nenne es Gesetz zum Schutze des bedrängten Deutschtums gegen die pflichtvergessenen Polen.(Radau im Block, Rufe: Die reine Verhöhnung I Der Redner wird vom Präsidenten zur Sache gerufen.) Zu manchem Liberalen möchte ich sagen: Es tut mir in der Seele weh. daß ich dich in der Gesellschaft weh' I(Lärm bei den Freisinnigen. Schlußrufe, die immer stärker anschwellen, den Redner fast unverständlich machen.) Nennt das Gesetz kurzweg Antipolengesetz.(Erneutes Toben.) Es ist ein unerhörtes Ausnahmegesetz, das hier beschlossen... Präsident Graf Stolbcrg: Ich ersuche Sie, die Geduld deS Reichstages nicht länger auf die Probe zu stellen.(Beifall und Höndeklatschen im Block. Rufe bei der Minderheit: Ist daS Rede- freiheit?) Abg. v. DzicmbowSki(fortfahrend): Nennt daS Gesetz: Gesetz zur Sicherung der Ncgierungsautorität.(Erneute stürmische Schluß- rufe der Mehrheit. Das ganze Haus ist minutenlang von Lärm erfüllt. Endlich gelingt es dem Redner, mit folgenden Schlußworten den Lärm zu durchdringen): Keine Macht der Welt kann die Macht der Polen brechen.(Bravo I bei den Polen.) Hierauf werden Einleitung und Ueberschrist des Gesetzes von der Blockmehrheit angenommen. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung: DienStaa 12 Uhr.(Zweite Lesung des Börsengesetzes.) Schluß 3'/z Uhr._ Amtlicher Marktbericht der ftSMijchen Markthallen-Direktion über den Großhandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zusuhr start, Geschäft ruhig, Preise für Rind- und Schwelnesleisch anziehend, sonst unverändert. Wild: Zusuhr nicht vorhanden. Geflügel: Zusuhr mäßig, in Hühnern reichlich, Gelchäst still, Preise wenig verändert. Fische: Zusuhr mäßig, Geschalt ziemlich rege, Preise wenig verändert. Butter und Käse: Geschäft ruhig, Preise unverändert. Gemüse, Obst und Südsrüchte: Zujnhr genügend, Geschäft schleppend, Preise wenig verändert. WitternngSübersicht vom 6. April 1908, morgens 8 llhr. ftakUun swtnemde Hamburg Berlin a a I Settel 7S3NO 764 N 760 NNO Frantf.a M.>759 NO München I755N Wien! 756 OSO I »E C-- » i §» H& taparanda 1 766 S erersburg 768 Still Scilly ilberdeen Pari» 770 N 773 NW 763 ONO 2 Schnee bedeckt 5 wolkig 2 wolkig 4 bedeckt »bedeckt dbedeckt 3 Regen 3Regen 2 Regen 2 Regen Wetterprognose für Dienstag, den 7. April 1908. Pielsach heiter, am Tage etwas wärmer, aber noch veränderlich, leichten Regensällen und mäßigen südöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Statt««» - s ls 2= k— e S Ii Setter ws B* t- M 1 -2 2 7 4 6 mit WaflerstaiidS-Nach richten der LandeSanstalt für Gewässerkunde, mitgeteilt vom Berliner Wetterbureau. Wasserstand M e m e l. Tilsit Pregel, Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor , Ärossen , Frankfurt Warthe, Schümm . Landsberg Netze, Vordamm Elbe, Leitlneritz . Dresden , Barby . Magdeburg ')+ bedeutet WuchS,— Fall,— 4) am 4. um 6 Uhr nachm. 428 cm. seit 4. 4. cm1) +4 +8 0 —2 4-33 _ 2 -4-2 +16 440 +12 4-3 +5 ») Unlcrpegel,—*) heule 575 cm MOB hat bei einfacher Verwendung unübertreffliche Wirkung und ist daher so beliebt.dass sie den grössten Umsatz aller Reifen der Welt hat! Nicht nur bei feinen Stoffen efc., sondern bei jeglichem Materia! erweist sie sich bei grösstem Beinigungsvermogen als sparsam, weil sie sehr ausgiebig ist! BS BAN BAH ( BS) BAN ( BS) ( BS) BAN BS Neuzeitige, feine MassArbeit vornehmer Herrenkleidung aus erstklassigen deutschen u. englischen Erzeugnissen. Sauberste Ausführung Kleidsamste Fassons. AFT BS) BAGAN M. 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Es wird in einigen Kreisen versucht, diese Angelegenheit fälschlich als eine Arbeiterfrage darzustellen, um dadurch die Problem- Raucher irrezuführen und vom Kaufe dieser Marke abzulenken. Die Fabrikate bleiben nach wie vor unverändert und wird hiermit vor jeder Irreführung gewarnt. Cigarettenfabrik Mahala- Problem. 2623L 135 gebäude 1Treppe Eine Mark wöchentliche Teilzahlung Refere elegante fertige 15523 Herren- Garderoben Erfat für Maaß. Anfertigung nach Maass. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Gr. Frankfurlerstr. 37, Eingang Straußberger Blah. Ich liefere auf Credit an Jedermann Möbel Polsterwaren Compl. Wohnungsund Kücheneinrichtungen Betten, Steppdecken Teppiche Gardinen, Portièren Leib- und Bettwäsche Bilder, Uhren Gas- und PetroleumKronen Sport- und Kinderwagen ev. ohne Anzahlung bei kleinster Abzahlung Möbel- u. Waren- Credit- Haus S. DORN Alte Schönhauserstr. 3 am Tor. 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Bei größeren Arrangements bitte um rechtzeitige Anmeldung. Hochachtungsvoll Eduard Rutkowsky. Verantwortlicher Nebatteur: Geora Davidfohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW »..sä. W.WM-. 2. Seilllge ies.Hmiills" Kerlilter MIIisblM. � Die italienische Hamorra vor der IKamraer. Rom. 2. April. In kr Sißung Bom 1'. April, die in den Annalen des italienischen Parlaments mit großen Lettern verzeichnet zu werden verdient, hat Genosse G i a c o m o F er r i die schwersten Anklagen gegen die Neapolitaner Polizei und gegen die Regierung erhoben. In derBegründung seines Antrages, der eine parlamentarische Enguste über die Verbrechervereinigung der Kamorra fordert, hat unser Genosse in langer wuchtiger Rede dargelegt, daß gerade die Polizei und die Regierung es sind, die die Kamorra in Neapel schützen und sich ihrer für ihre Zwecke bedienen. Bei den Wahlen braucht die Regierung die Kamorra. die noch immer die machtvollste Wahlorganisation in Neapel darstellt. So hat sie z. B. 1904 bei den Wahlen des Wahlkreises Vicaria gegen die sozialistischen Wähler ganz offen mit Dolch und Revolver gearbeitet: und man hat nicht nur keines der am Wahltage begangenen Verbrechen bestraft, sondern auch alle die unzählbaren Erpressungen, Raubtaten und Diebstähle sind„unentdeckt" geblieben, die in den Tagen nach der Wahl ausgeführt wurden. Die Regierung hatte eben die Dienste der Kamorra gebraucht und ihr zum Dank Straffreiheit zugesichert. Zwischen Polizei und Kamorra besteht ein solches auf Dank und Gegendank begründetes Verhältnis seit Jahr und Tag. Genosse sverri stellte der Kammer den unter dem Spitz- nahmer„Totonno" bekannten Kamorristen als den eigent- lichen Polizeidirektor von Neapel vor. Dieser Totonno nennt die Polizeibeamten seine„Blutegel" und bezahlt z. B. dem Kommissar Jppolito 50 Lire die Woche, dem Wacht m ei st er Giannaccki30, einem anderen 4 0 0 L i r e m o n a t l i ch usw. Das Geschäft wirft es frei- lich ab, denn Totonno hat 300 Kamorristen unter sich, die sich als Erpresser, Zuhälter, Taschendiebe und Einbrecher be- tätigen. Kommt eine Abteilung solcher Kamorristen, s o m ü ssen die Polizisten schnell das Feld räumen. Einmal, berichtete Fern, hat ein Sergeant sich nicht schnell genug aus dem Staube gemacht und wurde dafür von Totonno in der unflätigsten Weise beschimpft. Wenn sie sich„taktvoll" zu benehmen versteht, ist dieser Kamorrist aber sehr wohlwollend gegen die Polizei. So hatte z. B. ein Polizeikommissar seine Blicke auf ein schönes Mädchen aus dem Volke geworfen, ohne seinen Willen durchsetzen zu können. Totonno weiß Rat. Man findet bei den Eltern Apparate zum Herstellen falschen Geldes, die armen ahnungslosen Leute wur- den verhaftet und zwei Tage darauf in Freiheit gesetzt, nach- dem der geile Kommissar bei der Tochter zu seinem Ziele ge- kommen war! In einem Kunst- und Antiquitätenladen Arnü wurde eines schönen Tages alles ausgeräumt. Während der Bestohlene d.er Polizei Anzeige machte, wurde in einem Gast- Hof am Bahnhof die Beute verteilt, in Gegenwart der Wacht- meister Giannaccki und zweier anderer Polizisten. Da es aber nicht gut angeht, daß die Polizei nie einem Verbrechen auf die Spur kommt, so versteht sich die Kamorra auch darauf, Ver- brechen eigens zum Entdecktwerden Zu organisieren. So wur- den z. B. bei einer Witwe Tortoro von Kamorristen Juwelen gestohlen, die Beute wurde gleich zwischen Dieben und Poli- zisten geteilt, nur ein Brillantring wurde für den Polizeikom- missar Jppolito aufgehoben: einige Beutestücke aber wurden von Totonno Unbeteiligten ins Haus gebracht, und dort von der Polizei beschlagnahmt. Tie Kamorra stellte auch zwei falsche Zeugen, so daß es ein wahres Wunder war. daß die Richter den Trick merkten und die Unschuldigen freisprachen. Ein andennal läßt Totonno die Kirche von San Giorgio ai Genovesi plündern. Die Polizisten müssen auf dem Platze Wache stehen. Kaum ist die Beute weggeschleppt, so kommt eine Schar junger Leute des Weges und die Polizisten fallen mit den Fäusten über sie her. Natürlich laufen die Angefal- lenen weg und die Polizisten mit den vor der Kirche gefun- denen Tiebesgcräten hinterher, um sich den Anschein zu geben, als verfolgten sie die Diebe! Die Sache ging insofern nicht ganz glatt ab, als der Wachtmeister beim Teilen der Beute außer sich geriet, weil die Kamorristen ein Fach, das Geld ent- hielt, nicht gesiinden hatten! Als nun aber im Juni 1906 das Kupplerpaar Caocolo, das selbst zur Kamorra gehört, aus Rache von Kamorristen er- mordet wurde, fingen die Carabinieri an, Jagd auf die Ver- brecherorganisationen zu machen. Der Hauptmann Fabbroni und der Wachtmeister Capezzuti mit nur 13 Untergebenen ver- hafteten in kurzer Zeit 60 der gefürchtetsten Verbrecher und schnitten der Kamorra damit die Sehnen durch. Der Mörder Erricone, der Kinder schändet und der Kuppler-Priester Vi- tozzi, der edle Totonno und viele andere wandern ins Ge- fängnis. Neapel atmet, wie erlöst, auf. Die Zahl der Ver- brechen gehen mit einem Schlag zurück. So erhalten die an- deren Carabinieri Befebl, ihre Tätigkeit einzustellen: natürlich gibt es für sie, die hundertmal ihr Leben riskiert haben, keine Auszeichnung. Medaillen gibt es für die, die auf wehrlose Arbeiter, auch Frauen und Kinder schießen. Und jetzt beginnt die Nettungsarbeit der Gerichte. Nach dielen, durch direkte Einflüsse der Kamorra veranlaßten Ver» zögerungen, wird die Voruntersuchung im Prozeß Caocolo am 20. Oktober 1907 beendet und die Eröffnung des Hauptver- fahrens gegen 60 Kamorristen beschlossen. Aber was wt der Staatsanwalt? Er beantragt eine Erweiterung der Vor- Untersuchung lind diese wird vom Gericht bewilligt und das im Laufe von 24 Stunden, obwohl die Akten der Voruntersuchung 24 Bände von je 800 Seiten ausfüllen! Das Gericht sprach sich also für die Notwendigkeit einer weiteren Voruntersuchung aus, ohne auch nur im entferntesten Zeit gehabt zu haben, von den Akten Kenntnis zu nehmen! Und die Akten wurden sofort du-, Untersuchungsrichter entzogen und der Prozeß ver- tagt, bis ein neuer Richter nach Neapel kam, der den Kamor- risten und der Regierung zuverlässig erschien. Inzwischen hat man sogar versucht, die Dokumente des Prozesses zu stehlen und namentlich die zahlreichen Schuld- scheine von Polizeibeamten, die von den Carabinieri bei Kamorristen beschlagnahmt wurden. Als der Präfekt Gas- parini nach Neapel versetzt wurde, bedauerte er den„Anta- gonismus" zwischen Polizei und Carabinieri und lädt den Polizeidirektor zu sich, zusammen mit dem Hauptmann Fab- broni. dem Obersten und dem Oberstleutnant der Carabinieri. Er hält ihnen eine Rede, um Frieden zu stiften und fordert dann den Hauptmann Fabbroni in höflicher Weise auf, dein Volizeidirektor die Hand zu geben.«Wer der Hauptmann"« wir zitieren Ferris Worte,„blieb regungslos stehen, blaß und entschlossen, und verweigerte, als rechtschaffener und tapferer Mann, jemandem die Hand zu geben, der seine Achtung nicht verdiente." Giolitti unterbricht:„Das ist nicht möglich. Der Präfekt selbst hat es mir gegenüber in Abrede gestellt." F e r r i:„Ihnen mag er es in Abrede gestellt haben, aber die Tatsache ist wahr." Giolitti:„Noch einmal: es ist nicht möglich." F e r r i(sehr laut):„Ich sage Ihnen, es ist wahr und ich kann es beweisen.(Beifall.) Und der Präfekt, der höchst ent- rüstet war, ließ sich die Worte entschlüpfen:„Ich werde hier reinen Tisch machen", worauf ihm der Oberst antwortete: „Wenn wir fallen, fallen wir als anständige Menschen." Der Eindruck der Rede des Genossen Ferri war unge- heuer und Giolitti war ungemein verlegen um die Antwort. Auf einmal ivar er ganz Geschichtsmaterialist und erklärte, die moralische Sanierung Neapels könne nur von einer Hebung der wirtschaftlichen Lage des Volkes kommen. Natürlich sprach er sich gegen die von den Sozialisten vorgeschlagene Enquöte aus und die gehorsame Kammer wies sie zurück. Ohne Folgen aber kann eine Anklagerede, wie die Fenis, die die Polizei im Bunde mit dem schwersten Verbrechertum zeigt, nicht blei- ben, ohne daß die Regierung offiziell sich als Mitschuldige der Verbrechervereinigung bekennt. Huö der Partei. TaS Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Rußlands über die nächstliegenden Aufgaben der Partei. Nach langer Unterbrechung ist endlich das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Rußlands,„Der Sozialdemokrat", er- schienen. Die furchtbaren Verfolgungen, denen die Partei während des verflossenen Jahres, insbesondere nach dem Staatsstreich vom IS. Juni, ausgesetzt war, und die Notwendigkeit, den ganzen Partciapparat entsprechend den neuen Verhältnissen umzuwandeln, waren in erster Linie schuld daran, daß die Partei seit dem Londoner Kongreß(Mai 1907) kein führendes Organ besaß. Es wurden zwar von Zeit zu Zeit„Nachrichten des Zentralkomitees" herausgegeben, in denen die wichtigsten Mitteilungen aus dem Parteilebcn veröffentlicht wurden, sie konnten aber ein autoritatives Organ der Partei nicht ersetzen, das in Anbetracht der schwierigen Zeitverhältnisie notwendiger war denn je. Gegenwärtig ist es dem Zentralkomitee endlich gelungen, diese Aufgabe zu lösen, und vor kurzem erschien denn auch in Rußland(natürlich illegal) die erste Nummer des Zentralorgans der Partei, ein neuer Markstein auf dem Wege der Entwickelung der Partei, ein neuer Kämpfer für die Emanzipation des russischen Proletariats. Vom reichen Inhalt der vorliegenden Nummer ist in erster Linie der Artikel hervorzuheben:„Die nächsten Aufgaben der sozialdemokratischen Arbeiterpartei in Rußland", der die Per- spektiven der Parteitätigkeit in knappen Umrissen vorzeichnet. Nach einer kurzen Uebersicht der„reformatorischen" Bestrebungen der Regierung und der Majoritätsparteicn der Duma kommt der Autor des Artikels zum Schluß, daß die wichtigsten objektiven Aufgaben der Revolution—„die(wenn auch nur teilweise) Lösung der Agrarfrage und die(wenn auch nur unvollständige) Verwirklichung der Grundprinzipien der politischen Freiheit"— auf friedlichem Wege nicht gelöst werden können. Unter diesen Bedingungen darf die sozialdemokratische Partei ihre revolutionär- demokratischen Aufgaben und Losungen nicht aufgeben. Im Gegenteil:„vor der Partei des Proletariats stehen jetzt wie zuvor in ihrem vollen Umfange revolutionär-demokratische Aufgaben, deren Verwirklichung den ersten bedeutenden Schritt vorwärts im siegreichen Kampfe für den Sozialismus bedeutet". „Wie können aber diese Aufgaben am besten, mit den meisten Chancen auf Erfolg, verwirklicht werden? Hier muß die Praxis der Vergangenheit und vor allem der jüngsten Vergangenheit in Betracht gezogen werden." „Zur Zeit des ungeheuren revolutionären Aufschwunges, unter dem belebenden Hauch grandioser Massenstreiks und blutiger Auf- stände, lenkte die Partei naturgemäß ihre Hauptaufmerksamkeit unmittelbar auf das Gebiet politischer Fragen und Beziehungen____ Allein die kurzen Freiheitstage gaben nicht die Möglichkeit, das Bewußtsein der Massen in entsprechender Weise zu festigen und zu vertiefen, und waren nicht imstande, die politischen Aufgaben mit den alltäglichen dringenden ökonomischen Bedürfnissen dieser Massen, die von ihnen tief empfunden wurden, mit unzerreißbaren Banden zu verknüpfen. Gegenwärtig ist es eine der un- aufschiebbarsten nächstliegenden Aufgaben, die ökonomische Organi- sation der Massen und ihren ökonomischen Kampf zu entwickeln." „Die Gewerkschaften und Genossenschaften sind eine mächtige Waffe dafür. Hierher muß darum die energische Arbeit der Parteiorganisationen und der mit ihnen in Verbindung stehenden Genossen gelenkt werden. Es versteht sich von selbst, daß die Sozialdemokratie bestrebt sein muß, eine aktive Kampfestätigkeit hier zu entfalten und die ökonomische Organisation des Prole- tariats auf dem Wege t>es Klassenkampfes zu lenken, dessen ein- gedenk, daß die Arbeiterbewegung der Einheitlichkeit bedarf. Eine verstärkte Tätigkeit auf diesem Gebiete lehrt uns nicht nur die jüngste, sondern auch die mehr entfernte, vorrevolutionäre Ver- gangenheit: alle Streiks in Rußland, insbesondere seit 1896, wurden unter der Fahne der Sozialdemokratie geführt, und eben dieser Umstand bildete die Grundlage für die Popularität, die die Partei in den breiten Massen der Arbeiter genießt, die ge- wohnt sind, die Vertreterin ihrer alltäglichen rechtlichen Jnter- essen in ihr zu erblicken." Doch nicht nur das allein ist notwendig. Neben der Aufgabe. den politischen und wirtschaftlichen Kampf des Proletariats zu leiten, steht vor der Partei eine andere: die intensive Tätigkeit auf kulturell-wissenschaftlickem Gebiete. Abgesehen von der Aufgabe, die den Parteitheoretikcrn zu- fällt, das ungeheure Material, das die Revolution geliefert, an der Hand der marxistischen Methode zu analysieren und zu be- leuchten, steht jetzt mit besonderer Schärfe vor der Partei die Auf- gäbe, auf dem Gebiete der kulturell-wissenschaftlichen Aufklärung der Massen(in Klubs, Bildungsvereinen, Abend- und Sonntags- schulen usw.) tätig zu sein und den revolutionären Geist des Klassenkampfes in diese Institutionen hineinzutragen.... Auf speziell politischem Gebiete endlich besitzt die Partei eine Waffe, die die Reaktion nicht imstande war, ihr zu entreißen,— die Dumatribüne.„Auch in der dritten Duma ist es die Stimme der Sozialdemokratie, die die Interessen des Proletariats und der breiten Volksmassen verteidigt. Von der Partei hängt es nun in bedeutendem Maße ab, dieser Stimme größere Stärke und Sicherheit zu verleihen und im ganzen Lande Widerhall zu ver- schaffen."—_ Zur Maifeier. Wie in Leipzig und Frankfurt a. M. haben auch die Partei« genossen und Gewerkschaftsmitglieder von Gera in einer Versamm- lung gegen die von Parteivorstand und Generalkommission verein- barte Mairesolution Stellung genommen. In der zur Annahme gelangten Resolution heißt es darüber:„Die Gewerkschaftsmitglieder »nd Parteigenossen Geras lehnen die zwischen Parteivorstand und Generalkommission getroffenen Abmachungen über die Unterstützung der Maiausgesperrten als ungeeignet ab. Sie erblicken in dieser Abmachung den Versuch, die ArbeitSruhe indirekt zu beschränken. Die Partei« Mb GewerkschaftSmstglieder Geras erwarte� daß der nächste Parteitag und der Gewerkschaftskongreß die Regelung der Frage vornehmen wird." Der übrige Inhalt deckt sich mit der Leipziger Resolution.__ Gememdewahlcrfolge. Gemcindewahlsicge wurden in Schlesien von unseren Ge» nassen in Heinersdorf und O ch e l h e r m s d o r f bei Grünberg sowie in E i s d o r f bei Stricgau errungen. Personalien. Am 1. April trat Genoffe M e h I i ch, bisher Berichterstatter, als zweiter Redakteur an Stelle des ausscheidenden Genossen Po up ar in die Redaktion des.Volksboten" zu Stettin ein. Die sozialdemokratische Partei in Basel hat beschlossen, für die in wenigen Wochen stattfindenden Großratswahlen in allen Kreisen eigene Kandidaten, insgesamt 68, aufzustellen. Gegen- wärtig sitzen 34 sozialdemokratische Vertreter im Großen Rate. Vor drei Jahren waren bei der Neuwahl bei der erstmaligen An- Wendung des Proporzes 38 gewählt worden. Ein JuVilSum. Die tschechische Sozialdemokratie feierte in diesen Tagen das Jubiläum ihres 3l)jährigen Bestandes. Es war am 7. April 1878, als sich im Gasthaus zur„Heiligen Margareta" in Breivuow bei Prag etwa 20 Leute zu einer vertraulichen Konferenz zusammenfanden. Hier wurde die tschechische Sozialdemokratie be- gründet und das Programm festgelegt. Alle Teilnehmer wurden wegen Vergehens der Geheimbündelei angeklagt und zu vielen Monaten strengen Arrestes verurteilt. Heute, nach 30 Jabren, zählt die Partei mehr als 1000 politische Organisationen, verfügt über drei Tageblätter nebst einer langen Reihe sonstiger Blätter, hat 24 Ab- geordnete im Parlament und fast eine halbe Million Wähler steht hinter ihr. Die tschechische Sozialdemokratie ist heule die be- rufene und legitimierte Vertreterin der tschechischen Arbeiterschaft. Die anarchistische Bewegung liegt längst in Trümmern, die klerikale Arbeiterbewegung besteht nur dem Namen nach und die gelben Organisationen bemühen sich vergeblich um die Zertrümmerung der sozialdemokratischen Organisationen. Die jungtschechische Partei, die bisherige Vertreierin des tschechischen Bürgertums, ist dezimiert, die radikale» tschechischen Parteien desorganisiert, unfähig zur politischen Führung und bar aller politischen Ideen, und selbst in das flache Land muß sich die agrarische Partei mit der Sozialdemokratie teilen. Die tschechische Sozialdemokratie ist eine starke, politische Macht ge- worden. Dessen können sich unsere Genossen in Böhmen nach dreißigjähriger mühevoller Arbeit und heldenhaften Kämpfens freuen.__ Hiis Industrie und Kandel. Ter Kampf um den Export in Textilwaren. Seitdem die Hochkonjunktur von den internationalen Industrien, die im Vorjahre auf dem Gipfel stand, vorübergcrauscht, das Ge» schäft in normale Bahnen zurückgekehrt ist, beginnen sich die großen Betriebserweitmiugen mit ihrer Steigerung der Produktion in einer verschärften Konkurrenz auf dein Weltmarkt geltend zu machen. Die Abschwächung in der Textilindustrie hat diesmal ihren Anfang in England genommen. Die englichen Spinnereien, gleichwie die Webereien habe» infolge der Verschlechterung der Absahverhält- nisse Betreiebseiiischränkungen vorgenommen. Im Laneashirer Distrikt stehen von 700 000 Webstühlen 80 000 still und weitere Still- setzungen. werden erwogen. Die Betriebserwetterungen sind coen der Zunahme des Konsums weit vorangcetlt, und die Ziffern der englischen Handelsauswcise für die Monate Janaar Und Februar zeigen gegenüber den Vorjahren einen bedeutenden Rückgang. Be- sonders groß war der Ausfall im Verkehr mit der Türkei, China, Aegypten und Chile. Auch die deutsche Textilindustrie ist stark iu Mitleidenschaft gezogen worden. Die Nachfrage im Jnlande ist aus verschiedenen Gründen sehr zurückgegangen und die Intensität der Beschäftigung deshalb überaus gesunken. Die östere chischcn Weber besitzen zwar noch aus dem Vorjahre größere Bestellungen; aber im ersten Quartal des Jahres waren die neuen Austräge wesentlich geringer als sonst. Kurz, die Absatzverhältnisse der Textilindustrien Europas haben sich, was den Jnlandkonsum anlangt und teilweise auch hinsichtlich einzelner Exportgcbiete, ganz erheblich verschlechtert, und die Folge ist ein erbirterter Kampf um die ausländischen, bisher weniger ge- pflegten Märkte. Die englische Konkurrenz hat überall bedeu'cnd zugenommen und macht sich gegenwärtig auch der österreichischen Bauniwollindustrie, und zmar hauptsächlich in den feiuercir Itum- mern von 00 aufwärts, fühlbar. Bezeichnend für die Lage ist, daß die englischen Maschinen- fabriken, welche Textilmaschinen bauen, im abgelaufenen Jahre eine ungcwöhilliche Steigerung des Exports zu verzeichnen hatten. Auch in den ersten zlvei Monaten dieses Jahres zeigt sich nach den englischen Handelsausweisen eine starke Zunahme der Ausfuhr ton Spinnerei- und Webcreimaschinen. Genossenschaftliche Eigenproduktion von Zigarren. Die Fabrl- kation von Zigarren durch Genossenschaften hat in keinem Lande der Welt einen solchen Umfang erreicht, wie in Dentsctlland. Die im Jahre 1891 in Hamburg gegründete Tabakarbeiter-Genossenschaft hat sich durch die enge Verbindung mit den in den Konsumvereinen organisierten 51onsumenten im Laufe der Jahre zu einem Groß- betriebe von erheblicher Bedeutung entwickelt. Im Jahre 1907 er- zielte dieselbe einen Umsatz von über eine Million Mark(1051455 Mark); sie beschäftigte am Schlüsse des Jahres 514 Personen. Die von den Arbeitern in der Genossenschaft erzielten Löhne übersteigen die in der Privatindustrie um ein beträchtliches. Der Verdienst der Zigarrenarbciter betrug in der Hamburger Fabrik pro Woche durchschnittlich 26,45 Mk., in der Fabrik in Frankenberg 17,66 Mk., in der Hockenhcimcr Filiale 18,66 Mk. Die Zigarrcnsortiercr ver- dienten im Jahresdurchschnitt pro Woche in Hamburg 37,35 Mk., in Frankenberg 26,01 Mk., in Hockenheim 27,92 Mk. Da sämtliche Arbeiter Mitglieder ihrer Gewerkschaft sind, bedoutct die Entwicke- lung der Tabakarbeiter-Genossenschaft gleichzeitig eine Stärkung der gewerkschaftlichen Organisation. Von Interesse für die Konsumenten ist nun der Nachweis, daß sich durch den entwickelnden Großbetrieb die Unkosten prozentuell immer mehr verringerten. 1899 betrugen z. B.'die Unkosten 14,1 Prozent vom Umsatz, im Jahre 1907 dagegen nur noch 8,1 Proz. Diese Differenz von 6 Pro;., die auf das Tausend Zigarren be- rechnet 1,82 Mit. ausmacht, ist den Abnehmern der Waren größten- teils zugute gekommen. In der Zigarrenindustrie bildet der Lohn den Hauptteil der Produktionskosten der Waren; bei der Tabakarbeiter-Genossenschaft betrug derselbe im Durchschnitt mehrerer Jahre zirka 40 Proz. vom Fakturenwert: diese Feststellung beweist, eine wie geradezu unhcil- volle Wirkung aus die Löhne der Arbeiter eine nach dem Wert des Fabrikates bemessene Fakturensteuer haben müßte. Eine Herab- drückung des Lahnes um vielleicht nur 1 Mt. per Tausend würde bei einigen Sorten bewirken, daß dieselben in eine niedrigere Steuerklasse kommen, und dem Fabrikanten dadurch mehrere Mark Steuer erspart würden. Eine Banderolesteuer würde also schon im System die Tendenz des Lohndrucks enthalten. Gegenüber der fortgesetzten Behauptung, der Tabak sei in Deutschland noch nicht hoch genug belastet, ist die Tatsache be- merkenswert, daß die Tabakarbeiter-Genossenschaft bei einer Ver» arbeitung von 370 944 Pfund Rohtabak im Werte von 325 008 Mk. im Jahre 1907 157 651 Mk. Zoll bezahlte. Tie Belastung durch dm, Zoll Beträgt also 48.4 Proz. vom Werte des Rohtabaks. Net der Bonderolesteuer auf Zigarren Bürde also zunächst der km Fabrikat steckende Arbeitslohn, bann auch der bezahlte Zoll— zusammen 53 Proz. des Wertes der Zigarren— versteuert werden müssen. Steuer auf Zoll— eine genialere Erfindung zur„Veredelung" unseres indirekten Steuersystems erscheint kaum denkbar. Von dem seitens der Tabakarbeiter-Genosscnschaft im Jahre 1907 erzielten Reingewinn von 31623,20 Mk. wurden zur Ver> zinsung der Anteile 4131,36 Mk. verwandt, dem im Geschäft ar- bettenden eigenen Kapital von 144 162,83 Mk. wurden 8649,77 Mk., dem Baufonds 18 000 Mk..dem Dispositionsfonds 822,07 Mk. zu- gewiesen. Die Genossenschaft hat im letzten Jahre in Hockenheim bei Mannheim eine Fabrik und einen Grundbesitz im Werte von zirka 39 000 M. erworben und läßt in diesem Jahre dort eine zweite Fabrik erbauen, deren Kosten mit den inneren Einrichtungen zirka 70000 Mk. betragen dürften. Bei der EntWickelung der Konsum- vereine in Deutschland steht zu erwarten, daß die genossenschaftliche Eigenproduktion in Zigarren in den nächsten Jahren noch fortgesetzt vermehrt werden und die im Bau begriffene neue Fabrik bald voll- besetzt sein wird. Rheinisch.WrstfSlischeS Zementsyndikat. Der Gesamtabsatz des Syndikats im Jahre 1907 betrug 62,87 Prozent des ganzen Kon- tiugentS. Diese verhältnismäßig günstige Zahl ist auf die lebhafte Nachfrage in den letzten drei Monaren des verflossenen Jahres zurück- zuführen. Für das Jahr 1908, das sich bisher namentlich auch im Exportgeschäft nach Amerika weniger vorteilhaft angelassen hat, rechnet das Syndikat mit einem etwa 30prozentigen Absatz ein- schließlich der Auslandsverkäufe. Mit dem Arbcitgeberverbande wurde ein Abkommen dahingehend getrosten, daß die dem Verbände anaehörigen Unternehmer sich auf den Bezug von SyndikatSmarken beschränken._ Sozialee* Zum Kampf gegen die Arbeiterheime. AuS Halle a. S. be- pichtet man uns: Im Landgerichtsbezirk Halle und weit darüber hinaus ist jetzt seitens der Behörden eine Verfolgung der Arbeiter- Heime ausgebrochen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt. Par.eigenossen und Gewerkschaften greifen zu der Grün- dung von Arbeiterheimen usw., weil ihnen besonders auf den Land- orten Säle zu Versammlungen systematisch verweigert werden. Polizei, Schöffengericht, Landgericht und in letzter Linie auch das Kammergericht in Berlin stützen sich bei der Verfolgung auf die §8 33 und 147 der Gewerbeordnung sowie auf die 88 39, 60 und 70 des Gewerbesteuergesetzes. ES wird die polizeiliche Erlaubnis zum Betriebe der Schankwirtschaft verlangt. In einem Falle wurde nun jüngst der gewerbsmässige Ausschank darin erblickt, daß der Wirt das zu verabreichende Bier von einem Konsumverein bezog und den Arbeiterheimmitgliedern übermittelte. Ein gewerbsmäßiger Vorteil, so sagte man begründend, liege schon in dem Nutzen der Rabattmarken von dem Konsumvereine. Die letzte Verurteilung erfolgte nach der neuesten Kammergerichtsentscheidung vom 24. Fe- brnar dieses Jahres. Danach kommt es nun nicht mehk auf die besondere Bezahlung der Wirte, sondern wesentlich darauf an, ob der Ausschank, das heißt die Verabfolgung der vom Inhaber für eigene Rechnung angeschafften Getränke an die Gäste gewerbs- mäßig erfolgt.— Wie es trifft, bald so, bald so. Die Majeltst des Schutzmanns HSHer als das Geletz. In den Brauereien in Liegnitz wurde im vorigen Jahre ge- streikt. Der Brauer Hiller hatte vom Streikkomitee den Auftrag, in der Nähe der Timmlerschen Brauerei und der benachbarten Brauerei Braukommune Streikposten zu stehen und festzustellen, wer Arbeitswilliger spielte. Der Polizeisergeant vläblcr wies ihn von jener Stelle fort. Hiller entfernte sich auch, kchrto aber nach einiger Zeit zurück. Nun wurde er festgestellt und demnächst erhielt er eine Anklage auf Grund des§ 132 der Straßenpolizeiverord- nung, der die bekannte Bestimmung aller Straßenpolizeiverord- nungen enthält, daß unbedingt Folge zu leisten sei den zur Er- Haltung der Sicherheit und Ordnung auf öffentlichen Straßen er- gehenden polizeilichen Anordnungen. Angeklagter wandte ein, das Streikpostenstehen gehöre zur Ausübung des Koalitionsrechtes und die Wcgweisung sei zu Unrecht erfolgt.— Das Landgericht Liegnitz verurteilte jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe und führte unter anderem aus:„Wenn man berücksichtige, daß Angeklagter selbst zugegeben habe, daß 30 Mann Streikposten dazu bestimmt ge- Wesen seien, abwechselnd zu Zweien oder Dreien die öffentlichen Straßen der Stadt abzupatroullieren und sich an den Orten aufzu- stellen, von wo aus die Ab- und Zugänge der genannten Brauereien, in denen gestreikt wurde, beobachtet werden konnten; wenn man ferner berücksichtige, daß nach Zeugenaussagen bereits Beschwerden bei der Polizeibehörde eingegangen waren, daß die willigen Brau- arbeiter von den streikenden Arbeitern von der Arbeit abgehalten worden seien: so habe der Polizeisergcant im Hinblick auf 8 k32 der Straßenpolizeiverordnung eine berechtigte Aufforderung zur Erhaltung der Sicherheit auf den öffentlichen Straßen erlassen, indem er H. von seinem Standort wegwies. H. hätte nicht dahin zurückkehren dürfen." DaS Kammergericht verwarf dieser Tage die hiergegen vom Angeklagten eingelegte Revision mit folgender Begründung: Die Vorentscheidung sei ohne Rcchtsirrtum ergangen. Durch die oben zitierten Ausfiihrungen des Landgerichts sei genügend dargetan, daß der Polizeibeamte seine Anordnung, den Ort zu meiden, zur Er- Haltung der Sicherheit auf der öffentlichen Straße erlassen habe. Die Feststellung, daß der Beamte damit diesen Zweck verfolgte, rechtfertige aber die Bestrafung. Daß es sich um Streikposten handelte, sei für das Urteil von keiner Bedeutung. Es gehe aber nicht, Streikposten das Recht einzuräumen, Polizeivorschriften zu übertreten, die jeder andere Staatsbürger beachten müsse. Denselben Ausgang wie dieser Prozeß nahmen die Straf- verfahren gegen die Brauereiarbeiter Sellerie und Werner auS Liegnitz. In beiden Sachen handelte es sich um ähnliche Tat- bestände. Die drei Arbeiter sind verurteilt— rechtskräftig verurteilt, aber nicht gerecht. Die Polizei hat trotz dieses Urteils keine von einem Gesetz ihr eingeräumte Befugnis, Arbeiter von der Straße zu weisen, weil sie von dem ihnen reichsgcsetzlich zustehenden Recht des Streikpostenstehens oder von dem auch durch die Städteord- nung ausdrücklich allen Einwohnern eingeräumten Recht des Ge- brauchs der Strgßen Gebrauch machen. Das gefällte Urteil ist nicht daö erste dieser Art. Solche Fehlsprüche beruhen auf der polizeistaarUchen Anschauung: höher als das Gesetz stehe des Schutz- mannes Majestät._ Arbeit und Arbeitslohn in ITapan. Im„Musee Social" veröffentlicht E. Sautter eine eingehende Studie über die Arbeitsverhältnisse in Japan. Seit dem Jahre 1886 ist Japans Handel von 32 492 000 Mk. auf 1 739 006 000 Mk. ge- stiegen, und es sind ungefähr in demselben Zeitraum 2800 neue Betriebe in Industrie. Handel, Landwirtschaft entstanden. Der Krieg mit Rußland hat natürlich für Japan noch einen bedeutenden Aufschwung mit sich gebracht. Aber Japan ist wegen seiner Ar- beiterverhältnisse eine große Gefahr für die alten Nationen. Ein Beispiel unter vielen ist sehr lehrreich. Ein französisches Haus hat in Japan eine Filiale errichtet, die das Rohmaterial zudem noch auS Frankreich kommen läßt. Das Absatzgebiet der fabrizierten Ware ist England, und das Mutterhaus findet mehr Nutzen, wenn es sein für Europa bestimmtes Fabrikat mit 13000 Km. Fracht und mit Zöllen belastet, in Japan fabrizieren läßt, als wenn iä in Frankreich ein zweites Geschäft ausmachte, Zer Vorteil rührt zknzlg und allein von dem Arbeiter Material her, das Japan besitzt. Die sehr starke Mehrheit der japanischen Arbeiter bildet sich aus Frauen und Kindern. Anno 1904 waren von 326 000 Arbeitern 318 200 Frauen und unter diesen 34 000 unter 14 Jahren. Im Hausbetrieb kommen auf 23 600 Männer sogar 598 000 Frauen. Bei der fügsamen, demütigen Art der Japanc- rinnen, bei der Bedürfnislosigkeit des Volkes überhaupt, ist es nun natürlich, daß diese Arbeitskräfte für den kapitalistischen Betrieb das Ideal bedeuten. Schon 6— 8jährige Kinder arbeiten von früh bis spät in den Fabriken, und zwar mit bewundernswerter Ge- schicklichkeit und Genauigkeit und ohne sich durch irgend etwas ab- lenken zu lassen. Dabei herrscht ein ungeheures Angebot von Ar- beitskräften, da sich die Bevölkerung in Japan sehr stark der- mehrt: seit 1900 übertrifft die Geburtsquote die Todesquote jähr- lich um 300 000 Seelen. Aber auch in Japan wird die Menschenhand nach und nach durch die M a s chi n e verdrängt. Die Kulis, die in einer Kor- poration von 60 000 Mann in Tokio eine Macht bedeuteten, werden durch Tramways und andere moderne Beförderungsmittel zurück- gedrängt. Diese Leute, die nun irgendwie in der Industrie unter- zukommen suchen, können, da sie nichts weiter gelernt haben, als ihre„Rickshaw" ziehen, im günstigsten Fall gegen 80 Pf. pro Tag verdienen. Im Durchschnitt verdient ein Arbeiter 90 Pf., besser gestellt sind nur die Kunsthandwerker, die z. B das Glotsonne machen(3,20— 4 M. pro Tag). Frauen bekommen lächerliche Löhne, z. B. für das Ueberziehen von je 300 Zigarrenschachteln mit Papier 14 Pf., für das Kolorieren von 300 Postkarten 40 Pf., für die Herstellung von Lithographien 14 Pf. pro Tag. Doch steigen auch hier die Löhne, und zwar im allgemeinen rascher als die Lebensmittelpreise. Es ist aber trotzdem nur der ungeheuren Anspruchslosigkeit des Japaners zu verdanken, daß er überhaupl bei diesen Hungerlöhnen noch existieren kann. Diese Anspruchs- losigkeit teilt er mit allen Kreisen seines Volkes. ReiL und Tee sind bekanntlich die Hauptlebensmittel in Japan; leider hält der AlloholismuS auch schon seinen Einzug. (ZencKte-Deining. In vierter Instanz freigesprochen. Der Gewerkschaftssekretär Himpel hatte sich gestern bor der 6. Strafkammer des Landgerichts I zum vierten Male wegen eines Artikels zu verantworten, den er im„Courier" über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Erfurter Straßenbahnangestellten vcr- öffentlicht hakte. Der Direktor Hühn von der Erfurter Straßen- bahngesellschaft fühlte sich dadurch beleidigt, daß in dem Artikel gesagt war:„Beschwerden der Straßenbahnführer sind nutzlos, denn Umbau resp. Aendcrung der Weichen kostet Geld, wohingegen jetzt bei Zusammenstößen der Führer bestraft und für den Material- schaden verantwortlich gemacht wird." Hühn hatte Strafantrag gestellt, und Genosse Himpel wurde in erster Instanz zu 10 M. und in zweiter Instanz sogar zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Das Landgericht hatte dem angeklagten Gewerkschaftssekretär sogar den Schutz des 8 103 abgesprochen, in- dem es annahm, daß er ein eigenes Interesse an der Angelegenheit nicht habe, da er— in Erfurt weder gewohnt noch verkehrt habe. Auf die Revision des Angeklagten wurde dies unhaltbare Urteil alsdann vom Kammergericht aufgehoben. In der Begründung wurde hervorgehoben: Der Angeklagte hatte als Gewerkschafts- sckretär einen Anspruch auf den Schutz des§ 193 des Strafgesetz- buchcs, da ihm von den Verbandsangehörigen die Wahrung ihrer Standesinteressen übertragen worden war. Diese Interessen könne er auch durch die Presse vertreten. In der erneuten Verhandlung vor der Strafkammer be- antragte Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld die Freisprechung des An- geklagten und auch die Uebernahme der notwendigen Auslagen der Bertcibigung äuf'die Staatskasse. Er führte aus, daß über- häüpt keitie Delelisigung des Direktors Hühti vorliege Und daß keinesfalls aus. der Form der inkriminierten Aeußerung oder den begleitenden Umständen die Absicht der Beleidigung gefolgert werden könne. Es fehle an irgend einem beleidigenden Ausdruck und der Artikel wäre sicherlich unbeanstandet geblieben, wenn er nicht gerade in einem Arbeiterblatt erschienen wäre. Charakteristisch sei, daß die Erfurter Staatsanwaltschaft Herrn Hühn auf den Weg der Privatklage verwiesen habe, als er wegen eines dieselben Be- hauptungen enthaltenden Flugblattes Strafantrag gestellt hatte, daß aber Herr Hühn diesen Weg nicht beschritten habe. Der Staatsanwalt beantragte die Aufrechterhaltung deS land- gerichtlichen Urteils, ohne sich aber, wie der Verteidiger hervorhob, der Mühe zu unterziehen, nachzuweisen, inwiefern der Artikel die Absicht der Beleidigung erkennen lasse. Das Gericht sprach den Angeklagten frei und legte auch die notwendigen Auslagen der Verteidigung der Staatskasse anf. Die durch Landgerichtsdirektor Goebcl verkündete Begründung war höchst seltsam. Sie ging dahin: Der Artikel enthalte gröbliche Beleidigungen der Direktion der Straßenbahngesellschaft. Das Kammergericht habe aber dem Angeklagten den Schutz des§ 193 zugebilligt: deshalb müsse er freigesprochen werden. Die Begründung verkennt dabei, daß der in Wahrnehmung berechtigter Interessen Handelnde nach dem Strafgesetzbuch eine Beleidigung nicht begeht, wenn nicht aus der Form der Aeuße- rungen oder aus den Umständen die Beleidigungsabsicht hervor- geht. Die vom freigesprochenen Angeklagten gemachten Aeutzerungen sind trotz der Eigenartigkeit der Begründung keine Beleidigungen, sondern berechtigte Aeußerungen zur Wahrnehmung der Rechte seiner Auftraggeber._ Ans einer Edelschmiede. Im Sommer und Herbst vorigen Jahres wurde die Hallenser Bürgerschaft durch rund 25 schwere Einbrüche stark beunruhigt, indem wohlhabenden Privatleuten, während sie in den Ferien weilten, besonders Uhren und Schmucksachen entwendet wurden. Die Beute der Diebe zählte nach Tausenden; in einem Falle wurden einem Rentier Goldsachen im Werte von etwa 300 M. weggenommen. Als endlich im Januar dieses JahreS die Diebe, Schlosser Mühlen- bcck und Handlungsgehülfe Barkisch, festgenommen wurden, erregte es peinliches Aufsehen, daß die renommierte Edelschmiede von Wravke u. Steiger, die gelegentlich des Kaiscrbefuchs den Ehrenpokal geliefert hatte, aus dem dem Kaiser der Ehrentrunk geboten wurde, von Mühlenbeck in nicht einwandfreier Weise„altes Gold" gekauft hatte. Nachdem die Sache in der Presse bekannt geworden, be- antragte Herr Wravke, der als Käufer in Frage kam, selbst eine Untersuchung gegen sich, und die Staatsanwaltschaft lehnte ein Ein- schreiten gegen W. ab, infolgedessen W. drei Zeitungen auf Grund der Veröffentlichungen mit Klagen wegen Beleidigung drohte. In der Strafkammersitzung vom Sonnabend standen nun Mühlenbeck und Barkisch wegen Einbruchs vor der Strafkammer zu Halle. Herr Wratzke trat als Zeuge auf. Da Zeuge Wratzke zugeben mußte, in sechs bis acht Fällen von Mühlenbeck„Bruchgold" gekauft zu haben, beschloß das Gericht, den Edelschmied nicht zu ver- eidigen, da er der Hehlerei verdächtig erscheine. Mühlenbeck wurde zu 12 Jahre» und Baxkisch zu 6 Jahren Zuchthaus verurteilt. Stellenvermittelungsschwindler. Eine große Reihe von Betrügereien gegenüber Stellesuchenden und Geldbsdürftigen hat der„Redakteur" Hermann Schneeweiß in Oranienburg verübt, dessen Buchhalter fflarl Amelang gestern wegen Betruges vor der Strafkammer des Landgerichts III stand. Schneeweiß selbst ist nicht zu fassen, weil er inzwischen als gemein- gefährlicher Geisteskranker einer Irrenanstalt überwiesen worden ist. Hermann Schneeweiß, der sich als»Direktor eines Handels«. institukS und Bücherrebisor" bezeichnete, gab eine„Vakanzen-Lifle' unter dem Titel„Cito" heraus, auf dessen Ankündigungen sehr viele Leute, die ein Darlehen suchten, oder eine Stellung zu haben wünschten, hineingefallen sind. Ter Betrieb in dem Schneewcißschcn „Institut" war ein außerordentlich lebhafter: es sollen etiva sechzig Briefe täglich eingegangen sein und die Einnahmen des Herrn Direktors sich auf 1700— 1800 M. monatlich belaufen haben. Gc- leistet wurde dafür so gut wie nichts. Die Leute, die sich an Schnee- weiß wandten, glaubten durch dessen Ankündigungen und die Ant- Worten, die sie auf ihre Anfragen erhielten, bestimmte Stellungen und Beschäftigungen nachgewiesen zu erhalten. Sie wurden aber zunächst aufgefordert, einen Betrag von 2,20 M. einzusenden und erhielten dafür nichts lveiter, als eine gedruckte Zusammenstellung von allerlei Offerten und Ankündigungen offener Stellen, über die Schneeweiß eine Verfügung überhaupt nicht hatte. Dieser„Stach- weis für Darlchns-, Heimarbeit- und Existenzsuchendc" war ledig- lich eine Zusammenkleisterung von Inseraten aus anderen Zei- tungen. Ter Nachweis sollte angeblich alle Monate erscheinen; es ist jedoch auch vorgekommen, daß Schneeweiß aus ein altes Exemplar einfach ein neues Datum setzte und in dieser Weise den Anschein erweckte, als ob es sich um ganz neue Angebote auf dem Arbeits- markt handelte. Auf den Exemplaren, die den Reflektanten zuge- stellt wurden, befand sich noch der famose Vermerk, daß, wenn die Bemühungen bei allen angeführten Firmen einen Erfolg nicht haben sollten, die 2,20 M. zurückgezahlt werden würden. Dieser Vermerk bedeutete natürlich auch nur„Sand in die Augen", denn es war ganz ausgeschlossen, daß die Stellungsucher ihr Heil bei allen in der Liste ausgeführten Firmen usw. versuchen würden. Zahllose Beschwerden über das Treiben in dem Schneeweißschen Institut wurden laut, es wurde auch öffentlich in den Zeitungen davor gc- warnt. Der Angeklagte war längere Zeit bei Schneeweiß tätig. ihm konnte, nach Ansicht der Anklagebehörde, nicht verborgen bleiben, daß dort arger Schwindel getrieben wurde. Er hat trotzdem in einem Falle zwei Leuten, die persönlich im Bureau er- schienen waren, je 2,20 M. abgenommen und ihnen dann nichts weiter zugestellt, als die wertlose„Vakanzen-Liste". Das Schöffen- Gericht hatte ihn seinerzeit zu 1 Monat Gefängnis verurteilt. Die hiergegen eingelegte Berufung wurde von der Strafkammer per- werfen._ Versammlungen. Die Lage im Berliner Baugewerbe kam zur Sprache in einer Versammlung der Putzer vom Zentral- verband der Maurer, die am Sonntagvormittaa in den Armmhallen stattfand. E. Schulze schilderte den Verlaus der Verhandlungen der jüngsten Zeit, wie sie den ,Vorwärtö"lesern wohlbekannt sind. und er erklärte dann, daß man von einem Frieden im Baugewerbe noch lange nicht reden könne. Vorläufig liege noch alles im Dunkeln. Die freien Gewerkschaften haben gezeigt,'daß sie Widerstandsgeist noch genügend besitzen, als sie im März mit den Bausperren den Ansang machten. Am 16. März zählten die Maurer 82 Bausperren mit 1062 beteiligten Kollegen. Davon sind gegenwärtig noch 660 zu unterstützen; im ganzen zählen die Maurer zurzeit in Berlin etwa 1000 Arbeitslose. In Anbetracht der allgemeinen Lage haben die Vauhandwerker es noch nicht am schlechtesten und können mit Ruhe und Festigkeit dein weiteren Verlauf der Unterhandlungen entgegensehen. Die Putzer zählten im März letzten Jahres 122 Arbettsloie; diese Zahl war nur um 10 höher, also 132, im diesjährigen März. Freilich habest sie darunter zu leiden, daß schlechtere Preise gezahlt werden. Die Lohnfrage steht jetzt im Vordergrund bei den Verhandlungen und da ist die größte Wachsamkeit geboten. Es ist nicht daran zu denken, daß die Bauhandwerker mit den Preisen, die die Unternehmer zahlen möchten, zufrieden sein können. Der Redner rügte, daß auf den Bauten jetzt manche Mißstände zu beobachten seien. So werde zum Beispiel die Arbeitszeit zu lang ausgedehnt. Die Putzer sollten streng daraus achten, daß sie um 5 Uhr Feier- abend machen. Von organisierten Arbeiterii müsse man verlangen, daß.sie- die Beschlüsse ihres VerbäiideS hochhälten. Die Bau- deputierten sollten mehr als bisher ihre Pflicht tun. Die Einberufung einer Bandeputiertenoeriämmlung wurde in der Diskussion als wünschenswert bezeichnet und einem Antrage gemäß beschlossen._ Die Filiale Berlin deS ZentralverbandcS der Schmiede hielt am Sonntag in den„Musikersälen" eine aiißerordeiitliche General- Versammlung ab. in der zunächst der Bericht über die Revision um Bezirk 11 gegeben wurde, wo eine größere Anzahl von Beitrags- marken verloren gegangen ist. Durch die Revision ist festgestellt/ daß dem Bezirksführer kein Vorwurf zu machen sei. Ferner wuriw die Wahl der Delegierten zun: Gewerkschaftskongreß vor- genommen, soweit die Zahlstelle Berlin in Betracht kommt. Das Ergebnis wird dem Verbandsvorftande überiviesen; der Verband ivählt drei Delegierte; entscheidend ist die Abstimmung aller Zahl- stellen zusammen. Sodann wurden die Kandidaten für die Delegierten- wählen zum B er b a n d S ta g e aufgestellt, der Mitte Mai in Dresden stattfindet. Gewählt werden die Delegierten in der nächsten Ber- sammlung.— Hierauf folgte Stellungnahmezu den An trägen zum VerbandStag. D�e Frage der Verichmelzuiig mit dein Metallarbciter-Berbande wurde bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Es wurden verschiedene Anträge beraten, die mehr oder minder wichtige Aenderungen des Verbandsstatuts bezwecken.. Zu den wichtigsten gehören die Anträge zur Einführung von Staffel- beitragen. Den Delegierten der Zahlstelle Berlin soll bei der prinzipiellen Abstimmung über diese Frage freie Hand gelassen werden.— Bei Erwähnung eines Antrages zur Maifeier wurde die Befürchtung laut, daß man es anf eine„Abwürgung" der Feier ab« gesehen habe. Es wurde beschlossen, die Maifeier als besonderen Punkt auf die Tagesordnung einer der nächsten Versammlungen zw setzen._ H119 der frauenbewegung* Franenlöhne im Bergbau. Die jetzt vorliegenden Nachweisungen über die Löhne im Berg» bau zeigen aufs neue, daß die Frauenarbeit ganz miserabel entlohnt wird und daß die Löhne im letzten Jahre mir minimal gestiegeit sind, teilweise sogar starken Rückgang erfahre» haben. Nach der amtlichen Slatistii erzielten die weibliche» Arbeiter im preußische»* Bergbau folgende TagesdurchschniltSlöhne: Oberschlcsien........ 1,17 1,24 Niederschlesien....... 1,66 1,60 Halle(Braunkohlen)..... 1,75 1,89 „(Salz)........ 1,96 1,66 Clausthal(Salz)...... 2,23 1,89 Siegen(Erz)........ 1,61 1,73 Nassau und Wetzlar(Erz)... 1,24 1.24 Sonst, rechtsrhemifcher(Erz).. 1,37 1,45 Linksrheinischer(Erz)..... 1,53 1,60 Für solche Jammerlöhne müssen Frauen gesundheitsschädigende schwere Bergarbeit verrichten._ Der vordringende Gedanke deS Frauenwahlrechts. Aus Madrid wird unterm 6. April gemeldet: Der republika» nische Abgeordnete Pi h Arsuaga hatte einen Antrag eingebracht, welcher verheirateten Frauen die Beteiligung an den Gemeindewahlen- gewähren wollte. Dieser Antrag ist mit 65 gegen 35 Stimmen ab- gelehnt worden. Wenn auch der Antrag diesmal noch abgelehnt worden ist, daß er überhaupt eingebracht wurde, beweist schon, daß der Gedanke an Die Gewährung des bollen Staatsbürgerrechts an die Frau nicht nur lebt, sondern auch siegreich vordringt. Uebrigens hat der Antrag im vorliegenden Falle schon eine stattliche Stimmenzahl er halten. Versammlungen Veranstaltungen. Karl Okonsky. Friedenau. Dienstag, den 7. April, im Rheinschloß": Vortrag. Zehlendorf. Mittwoch, den 8. April, 8 Uhr, bei Mied, Karlstraße: Vortrag. Bankow. Donnerstag, den 9. April, bei Großfurt, Berlinerstr. 27: Vortrag. Natur und Wissenschaft". Steglis. Donnerstag, den 9. April, 81/2 Uhr, bei Wahrendorf, Schloßstr. 117: Vortrag. Herr Dr. Sommerfeld: Frauenleiden und ihre Ursachen". Gäste willkommen. Nummelsburg. Freitag, den 10. April, 8% Uhr, bei Tempel, AltBorhagen 56: Vortrag. Herr Ingenieur Grempe: Beleuchtungsund Heizungsfragen im Hause des Arbeiters". Kaufmännische Kranken- und Sterbekaffe von 1885( G.§. 71) Heute abend 9 Uhr bei Landre, Stralauer Straße 36/37. Vermifchtes. Opfer der Arbeit im Industriegebiet. Auf dem Kruppschen Werte bei Friemerheim wurde ein Anstreicher beim Ueberschreiten der Gleise überfahren und getötet. Auf dem Rangierbahnhof zu Dortmund wurde der Rangierer Schmalfeld totgefahren, auf der Brunkschen Fabril der Arbeiter Vollmer durch einen Flaichenzug erschlagen. Auf Zeche Konkordia"-Oberhausen wurde ein junger Bergmann von herabfallenden Gesteinsmassen getötet, ebenso ein Unter Reffelwärter der Eisenhütte infolge einer effelerplosion. fallendes Gestein geraten und erstickt ist der Bergmann Jaspert aus Kirchhörde auf Beche„ Friedrich". Jm Grubenbetrieb der Zeche Ewald", Schacht 1 und 2, erlitt der 20jährige Bergmann Kleimann cinen Schädelbruch. Auf Zeche„ Kaiserstuhl II" stürzte der Bergmann Walter in einen Bremsberg und starb an den Folgen eines Schädelbruches. Auf Zeche„ Bonifazius", Schacht 1 und 2, stürzte der Hauer Metz ab und verletzte sich lebensgefährlich. 11 -PO beim Besteigen des Förderkorbes. Ein zweiter Bergmann wurde| infolge Steißens des Gegengewichtes plöglich ber eiserne Borhang schwer verlegt. Auf Zeche„ Bonifazius" erlitt der 18jährige Berg- herunter. Eine Frau wurde schwer verlegt, eine Schauspielerin er mann Metz aus Kray- Süd nach Beendigung seiner Schicht einen litt einen schweren Nervenchock. Schädelbruch dadurch, daß er vom Stapel herunterfiel. Sein Zustand Die Dynamit- Patrone. Wie eine Melbung aus Dbiebo be ift hoffnungslos. Auf den Hochöfen des Schalter Gruben- und sagt, wurden in einer dortigen Grube durch die Explosion einer Hüttenvereins wurde dem 18jährigen Schlosser Mertens, der, um Dynamitpatrone vier Personen getötet und eine verden untenstehenden Arbeitern etwas zuzurufen, feinen Kopf durch das wundet. Eiſengerüst des Erzaufzuges steckte, da im gleichen Augenblick ber Korb hinunterfauste, der Stopf vom Stumpfe getrennt. Briefkaften der Redaktion. Schülerselbstmord. Weil er eine schlechte Bensur aus der Schule nach Hause brachte, erhängte sich am Sonnabend früh der 11jährige Sohn des Barbiers Hesselbarth in Altenburg in der Bodenkammer machentäglich abends von 7 bis 9½ 1hr statt. Sof, dritter Eingang, vier Treppen, der elterlichen Wohnung. Schwarze Poden. Einer Meldung aus Hildburghausen zufolge, ist von polnischen Arbeitern auf dem nahen Rittergute Heßberg ein Fall von echten Boden eingeschleppt worden. Der Kranke ist in das Kreisfrankenhaus in Hildburghausen eingeliefert. Alle Vorsichts maßregeln find getroffen. Der Frankfurter Oderzeitung" zufolge ist in der Nacht zum Sonntag im Frankfurter städtischen Krankenhause eine sechzehnjährige russisch- polnische Schnitterin an den echten Boden gestorben. Totschlag. Aus Stettin wird berichtet: Im Hause Elysiumstr. 16 bersegte in der letzten Nacht zwischen 12 und 1 Uhr der Arbeiter Paul Mattje dem Arbeiter Lehmann, den er dorthin begleitet hatte und mit dem er wegen der Frau des leẞteren in Streit geraten war, auf dem Hausflur mit einem schweren Instrument einen wuchtigen Hieb über den Kopf. Dann schleppte er ihn in Gemeinschaft mit einem Heizer auf das freie Feld und tötete den Verletzten burch Schläge mit einem Ziegelstein. Wattje wurde verhaftet. Eisgang auf der Wolga. Amtlich wird aus Bromberg berichtet: Die Moskau- Kafaner Bahn stellt infolge Eisganges die lleberfuhr sämtlicher Güter, die die Wolga und die Swijafhst zu paffieren haben, voraussichtlich vom 7. April ab ein. Zwei Häufer eingestürzt. Nach einer Meldung aus London sind in einer in der Nähe von Orford Street belegenen Straße gestern nacht zwei Häufer eingestürzt, die von etwa vierzig Personen bewohnt waren. Bis jetzt sind zwei Tote und vierzehn Verletzte aufgefunden worden. Die Bewohner des Hauses waren zum größten Teil deutsche Angestellte des York- Hotels. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, gwelter Fahrstuhl Geöffnet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Budhitabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. könnte der andere Chegatte die Ehe anfechten. 2. Das Dargelegte reicht 2. B. 37. 1. Innerhalb sechs Wochen nach Kenntnis des Umstandes zur Scheidung aus. 5. 34. Es muß ein Gerichtsbeschluß vorliegen, der die Gründe angibt. Gegen diesen Beschluß können Sie Beschwerde er heben. Heine. Der Verwalter ist im Recht. 5. W. 1. bis 4. Der Vormund hat den Antrag auf Beschlagnahme des Gehalts an das Amtsgericht zu richten, in dessen Bezirk der Schuldner wohnt. Dem Schuldner muß das Notdürftige verbleiben. C. F. 100. Beide Aufschriften sind üblich. A.. 2. Sie hätten die Miete hinterlegen oder alsbald nach Mitteilung von der Pfändung den Pfändenden von der ersten Pfändung in Stenntnis jeben sollen. Das geratenste ist, noch jetzt die Miete zu hinter legen, den Eritpfändenden zu dem Termin zu laden und zu beantragen, 5. 2. 27. 1. Mein. 2. Der Birt die stoften dem Stläger aufzuerlegen. geht vor. 5. 5. 28. Verklagen Sie die Staffe. Waren Sie bereits solange in Arbeit, Sie so toaren traft Gesetzes Mitglied der staffe; diese wäre Ihnen gegenüber zur Bahlung verpflichtet und könnte mun ihrerseits Regres vom Arbeitgeber nehmen. 3. Nein. 100. G. D. Der Wirt ist in Ihrem Falle im Recht; er hätte nur eine vierzehntägige Sündigungsfrist einhalten brauchen. Zufälligkeit. Das D. F. 99. Eine Reklamation fönnen Sie halten, wie Sie wollen. hätte Aussicht auf Erfolg. Sie hätten darzulegen, was Sie im Jahre 1907 insgesamt verdient haben. O. B. 1. Für die Schulden hasten Sie nicht. St. J. 28. Ihre Kirchensteuer wird etwa 3-4. betragen. Gegen bie zu hohe Beranlagung hätten Sie reklamieren fönuen. K. H. Noch nicht 20. K. 371. 1. Die Birtin hat nicht das Recht, Ihnen den Zutritt zu Ihrer Stube zu verwehren; Sie sind aber verpflichtet, dreißig, nicht vanzig Mart zu zahlen. 2. Sie bleiben voraussichtlich im Landsturm mit Waffe eingetragen. 8. 15. 3ft Ihre Arbeit ordnungsmäßig ge Kontrolle liefert, so lagen Sie auf Bahlung beim Gewerbegericht. M. W. 1. Sie müßten beantragen, Shnen den Baß zurückzugeben und eventuell dem Bezirkskommando Mitteilung machen, wenn bis zum 10. April die Rüdfgabe nicht erfolgt. 2. Eine Beschwerde hätte wenig Zwed. In der Regel dauert das Verfahren drei bis vier Monate. E. 22. Mein. G. 8. 32. Benn ein wirkliches Berlöönis vorlag, B. 11. Wenden Sie fich an Frl. Baar, Wilmersdorf, Kaiserplag 17. May 100. Etwa 25 M. monatlich werden als angemessen erachtet Auf dem Schienenwalzwert der Kruppschen Fabrik wurde der London, 6. April. Bis 10 Uhr morgens waren neun Leichen aus Arbeiter Jors durch eine glühende Rolle getötet. Er hinterläßt den Trümmern der eingestürzten Häuser hervorgezogen. 20 Personen Frau und acht Kinder. Auf Zeche„ Neumühl" wurde der Bergmann find gerettet und nur leicht verletzt; fieben werden noch vermißt. Steiner von einem Stein aus dem Hangenden so unglücklich ge- Unter deu Toten befindet sich ein deutscher Kellner Georgia. troffen, daß der Tod sofort eintrat. Auf dem Rangierbahnhof Albrecht und zwei Desterreicher, Friedrich Tischbauer und Eving wurde beim Zusammenkuppeln zweier Wagen ein Rangierer Arnold Glor. totgequetscht. Auf der chemischen Fabrik von Brund- Dortmund Ein Millionendefraudant. Aus Madrid wird gemeldet, daß ein verunglückte ein 35jähriger Arbeiter derart, daß er kurz darauf Steuerpächter der Provinz Almeria nach Unterschlagung von seinen Verlegungen erlag. Auf Schacht 1 der Zeche Konfordia"- 4800 000 Besetas, die er der Provinzialsteuertasse entnommen hat, Oberhausen geriet der 19jährige Schlepper Hora auf der fünften ins Ausland geflichtet ist. Nach amtlicher Untersuchung wird die Sohle im Bremsberg unter das Gegengewicht und blieb auf der Unterschlagung auf zwei Millionen Besetas geschätzt. Der Stopf abgerissen wurde auf Schacht 4. Der eiserne Vorhang. Budapester Meldung zufolge ftürzte der Grube„ Nheinpreußen"- Mörs dem Hauer Joseph dem Hauer Jofeph Witt in der vorgestrigen Abendvorstellung im dortigen ungarischen Theater Stelle tot. Turmstr. 76 werden. 23. S. 2. S. 100. 1. und 2. Ja. G. R. 100. Neue Friedrichftraße 10. 3. 28. Jnnerhalb eines Monats fönnen Sie durch einen Streitfumme hinterlegen zu dürfen. Eine dirette Zahlung wäre ziedlos. Anwalt Berufung einlegen lassen, gleichzeitig fönnen Sie beantragen, die M. 101. Ravenéstr. 6, Bureau des sechsten Kreises. A. K. 34. Da teine wirkliche Verlobung vorlag, würde die Klage auf Rückgabe abgewiesen werden.-. K. Lichtenberg. Es genügt die bresse Rönigliche Re gierung, Botsdam". Belcher der Herren das Dezernat im einzelnen hat, ist uns nicht bekannt. O. 3. 29. Ja. Robinson 11. Der Eintabung naisten Sie folgen, tönnen aber an die betreffende Behörde das Ersuchen richten, den Termin auf eine andere Tageszeit zu verlegen. Dienstag Mittwoch, Donnerstag Lachmann. Scholz doppelte aven Juba ser Jumerate übernimmt die Nedattion dem ublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 7. April. Anfang 7 Uhr. Königl. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Johann von Paris. Die Königl. Schauspielhaus. Journalisten. Seutiches. Die Räuber. Stammerspiele. Lyfiftrata.( Anjang 8 Uhr.) Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Dummkopf. Der Nenes Operetten. Der Mann mit den drei Frauen. 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April, verstarb unser langjähriges, treues Mitglied, der Holzbildhauer Wilhelm Reiche im 51. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. April, nachmittags 5 Uhr, auf dem Emmaus. Friedhof in Briz, Chausseestraße, statt. 20/8 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Am Mittwoch, den 1. d. M., 10% Uhr, entschlief sanft nach langem, schwerem Lelden mein innigft geliebter Mann, unser treu forgender Bater, Onkel Schwager, der Bierfahrer und Hermann Kiesling im 48. Lebensjahre. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme tiefbetrübt an Helene Kiesling geb, GIII nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 7. d. M., nach mittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in 26272 Friedrichsfelde aus statt. Köpenick. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und-Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Köpenid. Am Sonabend, den. April, starb unser Mitglied Anna Müller. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause Charlottenstr. 14 aus statt. 63/10 Der Vorstand. Frauen- a. Mädchen- Bildungsverein der Arbeiterklasse Lichtenbergs. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Frau Anna Pieckenhagen verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dientag, nachmittags 5 Uhr, von der Halle des Gemeinde- Friedhofes in Lichtenberg, Bornigstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 55/9 Der Vorstand. Die Mitglieder versammeln sich Bunft 4 Uhr im Bereinslotal „ Schwarzer Adler". g Todes Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, Tochter, Schwester und Schwägerin 26262 Emma Steiniger geb. Ewald nach furzem sehr schmerzvollem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet morgen Mittwoch, den 8. April, von ber Leichenhalle des städtischen Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Der trauernde Gatte Osk. Steiniger nebst Tochter, Königsberger Straße 17. Familie Ewald. Sozialdemokrat. Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Nachruf. Am 3. d. Mts. berstarb unfer Mitglied, der Maurer 14/7 Albert Berndt. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Blumen- und Kranzbinderei Don Robert Meyer, unr Mariannen- Straße 2. HECHT DEALE • Stempel Fabrit bon 15302* Robert Hecht, Berlin S., Oranienstr. 142, Itefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschut Typen„ Perfekt zum Zusammensetzen einzelner Wörter fowie ganzer Säge von 1,50 M. an Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 88. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 7. April 1908. Am Ifittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend statt. Davon stammt etwa ein Drittel aus Schenkungen und Stif- bei Maier, Dranienstr. 103, gemeinschaftlich abhalten; der wichtigs In der Berliner Stadtbibliothek. tungen. Ihrer Bedeutung nach kann die Stadtbibliothek selbst- feit wegen werden die Genossen ersucht, vollzählig zu erscheinen. Tn Der Abteilungsführer. verständlich nicht mit der königlichen Bibliothek in Konkurrenz treten, doch überragt sie bei weitem ähnliche Einrichtungen Wilmersdorf- Halensee. Zu dem am Mittwoch stattfindenden Magistratsbibliothek und Stadtbibliothek, die von der treten, doch überragt sie bei weitem anderer Großstädte. Zahlabend treffen sich die Genossen aus der 1. Abteilung gemeinsam feit überwiegenden Mehrheit der Berliner für ein und dasSehr wichtig ist ihre amtliche Stellung als Zentrale für bei R. Wegner, Johann- Georg- Straße 11. Die Genossen aus der felbe gehalten werden, sind zwei vollständig getrennte Insti- die 28 Berliner Wolfsbibilothefen und die 13 öffentlichen 4. Abteilung bei F. Fischer, Durlacher Straße 8. Die Genoffen aus tute. Die Magistratsbibliothek im Rathause hat das ehrwür- städtischen Lesehallen. Die Ueberordnung macht es möglich, den übrigen beiden Abteilungen treffen sich in ihren Bezirken. Der Vorstand. dige Alter von fast hundert Jahren. Sie ist sehr reichhaltig, daß jetzt die Bestände der Volksbibliotheken auf ihren heutigen fehr gut geordnet, soll aber in der Hauptsache nur den Wissens- Wert hin genau geprüft, viele veraltete Werte ausgesondert Groß- Lichterfelde. Ter Zahlabend für morgen, Mittwoch, burst des magistratlichen Beamtenstandes befriedigen. Einen und neue eingestellt werden. Das ist ein sehr bedeutsamer Ge- findet außer bei asogga, Chausseestraße, und im Kaiserhof ganz andern, viel bedeutsameren Charakter trägt die erst in winn, da das Büchermaterial der Volksbibliotheken den ge- auch noch im Lofal von 8ierath, Ede Bahn- und Drakestraße folge eines Beschlusses der Stadtverordneten vom Jahre 1901 steigerten literarischen Anforderungen der Neuzeit nicht mehr( Besten), statt. Die in diesem Bezirk wohnenden Genossen werden eingerichtete Berliner Stadtbibliothek, die vorläufig im städti- recht entsprach. Auch können nunmehr Bücher aus der Stadt- darauf noch ausdrücklich aufmerksam gemacht. fchen Universalgebäude Zimmerstraße 90/91, wo sich außer der bibliothek ohne irgendwelche Umstände direkt in der nächsten Steglik. Mittwoch in allen Bezirken Zahlabend. Die Monats. Markthalle auch das Gewerbegericht und das Kaufmanns- Volksbibliothek bestellt werden. Die Ueberweisung erfolgt versammlung fällt aus. Zahlreicher Besuch wird erwartet. gericht befindet, untergebracht ist. Es sei vorweg bemerkt, daß innerhalb 24 Stunden. die Räumlichkeiten dem Zuspruch des Publikums auf die Dauer schwerlich genügen. Schon jetzt hat in dieser Beziehung die fonst sehr rührige, offenbar mit großer Sachkenntnis und anerkennenswertem Geschick arbeitende Bibliotheksverwaltung geitweise mit Unzuträglichkeiten zu kämpfen, die sich mehren müssen, sobald die in ihrem Prinzip vorzügliche Einrichtung der breiten Masse erst näher bekannt ist. Schon diese kurze Skizzierung des Wichtigsten beweist, daß die Einrichtung der Stadtbibliothek ein literarischer Treffer ersten Ranges war. Sie wird noch populärer werden, wenn erst neue vergrößerte Räumlichkeiten, die aber vor 5 bis 6 Jahren kaum zu erwarten sind, den Wert der Stadtbibliothek im wahren Lichte zeigen. Partei- Angelegenheiten. An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg. Die neue Lokalli ste liegt der heutigen Nummer des" Vorwärts" bei und empfehlen wir dieselbe wiederum der Arbeiterschaft dringend zur Beachtung. Marienfelde. Am Mittwoch, den 8. April, findet abends 8 Uhr bei Herrn Hermann Berger eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Die Parteibeiträge werden daselbst entgegengenommen. Um vollzähliges Erscheinen ersucht Der Vorstand. Schmargendorf. Am Mittwoch, den 8. April, abends 8, Uhr, findet im„ Wirtshaus Schmargendorf" der Zahlabend der Wahlvereins statt. Wegen Besprechung der bevorstehenden Landtagswahlen ist es dringend notwendig, daß jeder Genosse sich daran beteiligt. Der Vorstand. Johannisthal. Der Zahlabend am Donnerstag fällt aus. Am Sonntag, den 12. April, nachmittags 5 Uhr, findet die Generalversammlung bei A. Gobin, Noonstr. 2, statt. Hierzu ist jeder Ges Der Vorstand. nosse verpflichtet, zu erscheinen. Karlshorst, Die Wahlvereinsversammlung am Dienstag, den 7. April, fällt aus; dafür Mittwoch, den 8. April: Bahlabend bei Sabrosti. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Köpenick. Der Bahlabend findet diesmal für die Altstadt beim Genossen Scholz, Alter Markt, und für die Köllnische Vorstadt beim Genossen Stippekohl, Schönerlinder Straße 5, statt. Der Vorstand. Die Stadtbibliothek zerfällt in zwei örtlich getrennte Abteilungen, in die Bücherausgabe im linken Erdgeschoß und in die erst ein knappes halbes Jahr bestehende, direkt von der Straße erreichbare öffentliche Lesehalle. Beide stehen dem Bublifum mit Ausnahme einiger Sondertage im Jahre wochentäglich mittags von 12-3 Uhr und abends von 6-10 Uhr zur Verfügung. Aus der Besuchsordnung sind folgende Bestimmungen von weiterem Interesse: die Benutzung der Ausleihbibliothek ist jedem Berliner Einwohner gestattet, der mindestens 16 Jahre alt ist und sich über seine Person ausGerade mit Rücksicht auf die nun beginnenden Ausflüge und weisen kann. Schüler städtischer Schulen haben einen Empfeh- Partien der Vereine, Klubs usw. in die verschiedenen Provinzorte Iungsschein ihres Klassenordinarius vorzulegen. Die Ver- ist es die unerläßliche Pflicht jedes denkenden Arbeiters, sich stets leihung geschieht unentgeltlich, nur für die Formulare der vor Augen zu halten, unter welch schwierigen Verhältnissen und Kaulsdorf. Morgen Mittwoch, den 8. d. M., findet bei Mees Empfangsscheine wird die geringe Gebühr von 5 Pfennig für mit wie schweren Opfern unsere Parteigenossen in der Provinz ge- der Zahlabend statt. Da es sich um unsere Zeitungsspedition handelt, 10 Stück erhoben. Mehr als drei Bände zu gleicher Zeit zwungen sind, den Kampf um Versammlungslokale zu führen. ist das Erscheinen aller Genoffen unbedingt erforderlich. Der Vorstand. werden in der Regel nicht ausgelichen. Die Leihfrist beträgt Wohl find die Herren Wirte jederzeit gern bereit, bei Beraneinen Monat und kann auf Antrag verlängert werden. Für staltung von Vergnügungen und Partien das Geld der Arbeiter das Ueberschreiten der Leihfrist sind kleine Strafbeträge fest- einzustecken, aber so bald dieselben Arbeiter das Verlangen stellen, gefeßt, wie das in fast allen andern öffentlichen Bibliotheken daß ihnen zur Erörterung ihrer ureigensten Interessen oder der ebenfalls üblich ist. Die Bestimmung, daß Leser, in deren politischen Verhältnisse ein Saal zur Verfügung gestellt werden Wohnung eine ansteckende Krankheit herrscht, die Bibliothek möge, so wird ihnen dies in den allermeisten Fällen in der und den Lesesaal in der Zeit der Ansteckungsgefahr nicht be- höhnendsten Weise verweigert. Hinzu kommt noch allenthalben nußen dürfen, steht wohl nur auf dem Papier, da eine Kon- der vereinte Drud unserer Gegner auf diejenigen Wirte, die uns trolle hierüber gar nicht durchführbar und auf Selbstzucht der ihre Räume zur Verfügung stellen und nicht zuletzt die Maßnahmen beteiligten Kreise kaum zu rechnen ist. Sehr liebenswürdig der Behörden und behördlichen Organe, die schon so oft als reine ist es dagegen wieder, was allerdings nicht in den offiziellen Echikanen bezeichnet worden sind. Bestimmungen steht, daß auch an vertrauenswerte Bewohner der nächstgelegenen Vororte Bücher ausgeliehen werden, ein Entgegenkommen, dessen sich umgekehrt diejenigen NachbarStädte, welche eigene öffentliche Bibliotheken bejizen, nicht rühmen dürfen. Beachtet stets die Lokalliste! Königswusterhausen- Hoherlehme- Wildau. Am Mittwoch findet in den bekannten Lokalen Zahlabend statt. Da die Maifeier und andere wichtige Fragen zur Sprache kommen, ist das Erscheinen eines jeden Genossen Pflicht. Die Bezirksführer. Erkner. Die regelmäßige Mitgliederversammlung des Wahlbereins fällt wegen der Stontrollversammlung morgen Mittwoch aus, dieselbe findet dafür heute Dienstag abend 8 Uhr statt. Zahlreiches Der Vorstand. Erscheinen ist unbedingt notwendig. Nieder- Schönhausen. Infolge der Stichwahl am Mittwoch findet der Zahlabend am heutigen Dienstag statt. Wir ersuchen die Genossen, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Wilhelmsruh- Niederschönhausen- West. Die Mitgliederversammlung findet heute nicht statt. Die Genossen werden ersucht, sich morgen zum Bablabend in den Lokalen von Barth, Viktoriastr. 7 und KollFür die Genossen mann, Seronprinzenstr. 2, zahlreich einzufinden. Niederschönhausen- West findet am Donnerstag ein Extrazahlabend statt, das Lokal wird durch Handzettel bekannt gegeben. statt, das Lokal wird durch Handzettel bekannt gegeben. Der Vorstand. Potsdam. Die Wahlvereinsversammlung findet am Mittwoch, den 8. April, abends 8, Uhr, bei Ladenthin, Kaiser- Wilhelm- Straße, statt. Tagesordnung: Maifeier, Stellungnahme zur Generalversammlung des Wahlkreises, Verschiedenes. Um das Erscheinen aller Genossen wird ersucht. Berliner Nachrichten. Das sparende Volk. Allen diesen vereinten Mächten unserer Gegner gegenüber gilt es, die Solidarität der gesamten Arbeiterschaft hochzuhalten und zu pflegen. Jeder auch nur einigermaßen aufgeklärte Arbeiter muß stets dessen eingedent sein, daß Bersammlungsräume für die weitere Entwickelung unserer ganzen Bewegung das erste ErDer Zutritt zum Lesesaal steht jeder über 16 Jahre alten fordernis sind. Darum ist es unbedingte Pflicht, auf die beste Berson ohne jede förmlichkeit, mit besonderer Erlaubnis auch Partie und das schönste Vergnügen zu verzichten, wenn man dabei jüngeren Leuten, frei. Zu benutzen sind hier die bekanntesten unsere Genossen irgendwo in ihrem Lokalkampf in den Rücken Nachschlagewerke und die gelesensten Zeitungen, darunter auch fallen muß. der Vorivärts", ferner die acht Kataloge der Stadtbibliothek, Stets müssen wir an dem Standpunkt festhalten: Boykottbruch die stenographischen Berichte der Parlamentsverhandlungen ist Streifbruch!" und eine sehr reiche Auswahl von Zeitschriften aus nicht Selbst in der näheren Umgebung Berlins haben unsere Geweniger als 28 hervorragenden Wissensgebieten. Die lett- noffen in einer ganzen Anzahl Orten einen Kampf zu führen, der erschienenen Zeitungsnummern und Zeitschriftenhefte sind leider bisher erfolglos geblieben ist. So steht uns in Rudow ohne weiteres aus den Fächern zu entnehmen, früher datierte bei Johannisthal noch kein einziges Saallokal zur VerDrucksachen werden auf Wunsch vorgelegt. Im Lesesaal ist fügung. In rummensee bei Schenkendorf, das sehr auch jedes in der Stadtbibliothek vorrätige Buch innerhalb viel von Ausflüglern besucht wird, sind unsere Genossen höhnisch weniger Minuten zu erhalten; es wird sogar der speziellen Be- mit dem Bemerken zurüdgewiesen: sie sollten nur ruhig nugung seitens dieses Lesers auf Verlangen eine Woche lang sperren! Ebenso erging es unseren Genossen bei den Lokal- In der städtischen Sparkasse am Mühlendamm spielt sich borbehalten. Eine Ausnahme findet nur für die unter beson inhabern an der Machnower Schleuse, worauf wir be in den Vormittagsstunden ein lebhafter Verkehr ab. Dieses derem Verschluß stehenden Bücher und Sammlungen, die in sonders diejenigen aufmerksam machen, welche Dampfer- Leben und Treiben in den Sälen im Erdgeschoß bietet dem ihrer Seltenheit großen Wert darstellen, statt. Solche Werke partien auf dem Teltow kanal planen. Den Besuchern ruhigen Beobachter sehr interessante Bilder. An den Tischen find nur nach Anmeldung bei der Bibliotheksverwaltung zu des Grunewalds empfehlen wir, speziell das Schmargen schieben und stauen sich, eng zusammengepreßt, all die fleinen benutzen. Dazu gehört auch, was die sozialdemokratischen dorfer Schüßenhaus zu meiden. Auch an die Bauhand Sparer meist sind Frauen anwesend, überall sind Kreise besonders interessieren wird, die in ihrer Art einzige, werker, die in den Landorten arbeiten, richten wir das dringende Blafate sichtbar, die das Publikum ermahnen, nicht zu aus und 5000 Bänden bestehende Friedländersche Sammlung Ersuchen, sich ihre Verkehrslokale beffer noch als bisher anzusehen, drängen", oder auf die Gefahren verweisen, die hinsichtlich zur Geschichte der 1848er Revolutionsbewegung. Nach Hause und nicht, wie leider noch sehr oft, dem ersten besten Wirt das Geld der Taschendiebe drohen. Hinter den Tischen stehen die werden diese Bände selbstverständlich mitgegeben. Sieben ins Haus zu bringen. Beamten, die mit unerschütterlicher Ruhe ihres Amtes walten starke Mappen, die mit zu der Spezialfammlung gehören, entund mit kalter, geschäftsmäßiger Miene große und kleine Summen halten Originalabdrücke sämtlicher Aufrufe aus jener granDes weiteren ersuchen wir die Vorstände und Komitees, bei einstreichen oder auszahlen. diosen Zeit, so auch die königliche Farce" An meine lieben allen ihren Veranstaltungen dafür zu sorgen, daß das notwendige Der fahle Schein der Lampen, der sich mit dem hellen Der Lesesaal ist sehr hoch und ziemlich qut ventiliert, auch Bedienungspersonal stets vom fostenlosen Arbeitsnachweis des Ver- Tageslicht, das durch die hohen Fenster fällt, vermengt, läßt elektrisch erleuchtet und sonst mit gediegener Inneneinrichtung bandes deutscher Gastwirtsgehülfen bezogen wird.( Ortsverwaltung die Gesichter der Anwesenden bleicher und in frankhafter Blässe erscheinen. Auf den Zahlbrettern reihen sich die Rollen Gold bersehen, aber nicht übermäßig groß. Es können gleichzeitig Berlin, Gr. Hamburgerstr. 18/19. Tel. Amt III 1813.) und Silber wie eine Front Soldaten hin, dazwischen treiben an den Tischen höchstens 60-70 Personen Plaz nehmen. Wiederholt war der Besuch, namentlich nach 8 Uhr abends so fich zerknitterte, abgegriffene Hundertmarkscheine herum, blaue start, daß viele Lefer sich mit Stehplätzen begnügen mußten. Rappen, wie man sie in jenen Streisen wegwerfend nennt, für Die Beleuchtung der Tische muß als unpraktisch bezeichnet werdie 100 Mark eine Bagatelle bedeuten. Verwunderlich dünkt es uns, wieviel Geld gerade in den den. Ueber jedem Platz befindet sich eine nicht verstellbare Alle sonstigen Anfragen, Mitteilungen usw. find stets durch die ersten Tagen des Monats abgehoben wird. Wir verfolgen elektrische Lampe, die aber so niedrig angebracht ist, daß das Arbeiten mit der Feder erschwert wird. Abhilfe ist mit Leich in der Lokalliste angegebenen Kommiffionsmitglieder an den Obmann das Treiben an einem Tische und können konstatieren, daß tigkeit durch entsprechende Erhöhung der Endstüßen zu erzielen. Der Lokalfommission zu richten, soweit Lokale Berlins und der Kreise die Zahl der Einzahler verschwindend gering ist, gegenüber der Da es Vorschrift ist, daß jeder Besucher den Ueberzieher ab- Nieder- Barnin, Teltow Beeskow und Potsdam Osthavelland in der Abheber. Schiveigend oder plaudernd stehen sie in Legen muß, find die paar Garderobenhalter nicht ausreichend. Frage kommen. Für die übrigen Provinzorte find alle Anfragen Gruppen beisammen, in den Händen die Bücher und BlechAuf das Konto dieses Mangels entfallen zahlreiche vorgefom- direkt an den Obmann zu richten, in feinem Falle jedoch direkt marken haltend. Eine Nummer wird aufgerufen. In die Menge tommt Bewegung. Eine hagere, ältere Dame bahnt mene Paletotdiebstähle. Auch Entwendungen von Zeitschrif- an die Redaktion des Vorwärts"; dies bitten wir zu beachten. ten sind nicht ausgeblieben; sie überschritten aber bisher nicht Zum Schluß ersuchen wir die Parteigenossen, die jeweilige sich mühsam einen Weg durch den Menschenwall. Mit ihren das an allen solchen öffentlichen Stellen leider übliche Maß. Lokalliste stets bis zum Erscheinen der nächsten aufzubewahren, schmalen, feinen Händen rafft sie zitternd die Goldstücke zuDie Besucherzahl des Lesesaals, der im vorigen Oftober er- fowie von allen in der Zwischenzeit eintretenden etwaigen Aende- fammien. Sorgfam zählt sie die Summe nochmal aus einer öffnet wurde, ist erfreulich gestiegen, nämlich von 2733 auf rungen Notig zu nehmen. Für verloren gegangene Listen kann Hand in die andere, dann vertraut sie das Geld ihrem alten, 8951 im März, was einem Tagesdurchschnitt von 180 zu 350 jederzeit Ersatz von allen Kommissionsmitgliedern bezogen werden. zerschrammten Ledertäschchen an und tritt wieder aus dem Streis zurück. Eine junge Witwe im schwarzen Kleid, von entspricht. Unter den Besuchern überwog offensichtlich das dem sich das blasse, verhärmte Gesichtchen grell abhebt, läßt kaufmännische Element; auch finden sich recht viele fademiker sich einige hundert Mark in Papiergeld geben. Dann folgt und Leute von der Feder ein, doch vorerst noch selten Angehörige des Arbeiterstandes. Sie sollen sich nicht genieren ein Mann in ländlich einfachem Anzug, mit ernsten, wetterharten Zügen. Auch er hebt eine kleinere Summe ab. Gin altes, Bildung macht frei! gebrechliches Mütterchen läßt sich vierzehn Mark auszahlen. ezt geht ein unwilliges Gemurmel durch die Runde. Ein dicker, großer Mann drängt sich rücksichtslos bor. Den umfangreichen Bauch schiebt er wie eine Biertonne vor sich her. Seine zusammengefniffenen, wasserblauen Augen läßt er herausfordernd umherschweifen. In der fleischigen Berliner". Außerdem ist es im eigenen Interesse der Vereine selbst bringend notwendig, daß allen Verträgen mit Lokalinhabern eine Klausel angefügt wird, wonach für den Fall, daß das betreffende Lokal später für Arbeiterverfammlungen verweigert werden sollte, der Vertrag feine Gültigkeit verliert. 9 9 Die Lokalkommission. Zum morgigen Zahlabend. Die LandWir ersuchen die Parteigenossen Groß- Berlins, am morDie acht vorläufig zum Abschluß gelangten Abteilungen gigen Bahlabend Mann für Mann zu erscheinen. Der Stadtbibliothek( Geschichte, Erdkunde, Literaturgeschichte tagswahlen bedingen, daß eine Reihe von Informationen geund Dichtung, Kunst, Rechtswissenschaft, Staatswissenschaften, geben werden, von denen alle Wahlvereinsmitglieder Kenntnis Volkswirtschaft und Sozialwissenschaft, Naturwissenschaften) haben müssen. Der Aktions- Ausschuß. umfassen die für den jungen Anfang außerordentlich stattliche Bahl von rund 85 000 Bänden, deren übersichtliche Unter- Dritter Wahlkreis. Den Mitgliedern der 6. Abteilung zur bringung angesichts des beschränkten Raumes musterhaft ist. Kenntnisnahme, daß die Bezirke 250-258 und 278 ihren Bahlabend Rechten hält er zwei Bücher und die Linte schwingt probend chten Deute! mit Geld. Mächtig prustet sich der Protz auf. Ach. diese Hungerleider holen alle ihre drei Kröten, aber er er bringt Geld, einen ganzen Klumpen.«Was kost' die Welt ich will sie kaufen, ich Hab' ja Geld,'nen großen Haufen! Großkotz, von Pankow," ruft eine kecke Stimme. AlleS kichert.„Det is woll Friedeberg!" klingt es von der anderen Seite. Der Protz rollt fürchterlich mit den Augen, sein schwammiges Gesicht wird kirschrot und wütend wendet er sich nach einem anderen Tisch. Neue kommen hinzu. Das Bild wechselt, aber die Typen bleiben dieselben. Hier kann man psychologische Studien treiben, seelische Eindrücke gewinnen. Satte Befriedigung, herber Schmerz. bittere Enttäuschung, tiefe, stille Wehmut, alles, alle inneren Regungen spiegeln sich in den Gesichtern wider. Hier finden sich erschütternde Beispiele, wo Leute lange Jahre auf jegliche Annehmlichkeiten ihres Lebens verzichtet und sich die Groschen am Munde abgedarbt haben, um in späterer Zeit einen kleinen NotfondS zu besitzen und die nun sehen müssen, wie all ihr Mühen vergebens war und das Geld verrinnt wie Wasser im Sande. Die schreckliche Krise als die Folge der verwüstenden Tätigkeit des Kapitalismus, die fluchwürdigen Wucherzölle, die exorbitanten Lebens mittel- und Mictspreise, die indirekten Steuern. die Lasten des Militarismus schlagen auch dem gutgläubigsten und loyalsten Bürger tiefe Wunden, demokratisch fallen die Hiebe herab auf das arbeitende Volk und lähmen ihm den Lebensnerv. Spart, ja spart, ihr guten Leutchen, predigt man von oben herunter, in blutigem Hohn, während jene famosen Berater bis jetzt das gute Beispiel schuldig geblieben sind Selbst in einem Blatte wie die„Morgenpost", die ja noch vielfach von Arbeitern gelesen wird, konnte man vor kurzer Zeit, in der schweren Krise, die besten Ratschläge über das Sparen der unteren Schichten lesen. Leider fehlen bisher alle Vorbedingungen hierfür und nur der zähe Kampf um Volks- und Menschenrecht ist imstande, erst einmal jenen Millionen, die noch im tiefsten Elend stecken» zu einem menschenwürdigen Dasein zu verhelfen, für die heute das Wort Sparen der reine Hohn ist. Diesen Kampf aber führt heute einzig und allein die moderne Arbeiterschaft, er wird, statt leerer Ratschläge, greifbare Früchte zeitigen. Der Obdach-GeneralissiumS aus der Fröbrlstraße schwimmt in eitel Wonne. In voriger Woche haben dreißig Landtagsabgeordnete seinem Prügelinstitut einen Besuch abgestattet. Die Herren ließen sich während des Betriebes die Badeeinrichtungen sowie ein paar Schlafsäle zeigen, kosteten vom Brot sowie vom Mehlkleister und sprachen sich über alle Genüsse sehr anerkennend aus. So besagen wörtlich die Berichte einiger bürgerlicher Zeitungen. Alle Achtung — wir bewundern den Mut des Herrn Fischbeck. Nach den bekannten Enthüllungen über die scheußlichen Zustände im Obdach die Ein richtungen desselben den Landtagsboten auf den Präsentierteller zu lege», das war immerhin ein Wagnis. Freilich werden sich unter den Be suchern nbcrivicgend neugierige ostelbische Junker befunden haben, und die können ja an den Obdachverhällnissen kaum etwas Absonderliches finden, da es bei ihnen zu Hause in den Lentewohnnngen oft ziemlich genau so und noch schlimmer aussieht. Wie die parlamentarischen Gäste, wennS überhaupt wahr ist, ein paar Brotkrumen herunter� würgte» und von dem Kleister naschten, das muß ein Schauspiel für Götter gewesen sein. Hinterher werden sie bei Siechen oder KeinpinSki den.Obdachfraß' um so kräftiger fortgespült haben. Nun sind für die nächsten Tage die Neichstagsabgeordneten an der Reihe. Denen kann Herr Fischbeck nicht so leicht mit einem„Bluff kommen. Man wird sehr genau aufpassen, wie eS am Besuchstage aussieht und zugeht, und man wird kontrollieren lassen, ob es ganz genau so bleibt. Hoffentlich vergißt Herr Fischbeck nicht, seinen Parlamentskollegen auch das von ihm eingeführte Folterwerkzeug, de» famosen Gummiknüppel, unter die Augen zu halte». tlcber das Krankenhau» in der Gitschinerstrasie, das der Stadt Berlin gehört, sind uns mancherlei Beschwerden bor- getragen worden. Wir wollen hier hauptsächlich auf einen Miß stand hinweisen, den wir für den erheblichsten halten. Von Patientinnen dieser Anstalt ist bemängelt worden, daß für die Wolldecken, mit denen sie sich zudecken müssen, die Vorschriften der modernen Hygiene keine Geltung zu haben scheinen. Jeder Kranken stehen zwei solcher Decken zur Verfügung. Die obere Decke, die sich dem Auge des Besuchers präsentiert, steckt in einem Bezug, der ausgewechselt und gewaschen werden kann. Dagegen wird für die untere Decke, die verborgen bleibt, aber mit dem Körper der Kranken in Berührung kommt, ein schützender Bezug als überflüssig angesehen. Man hat uns versichert, daß die Decken nicht mal immer gereinigt und desinfiziert werden, wenn eine Patientin die Anstalt verläßt und nun das Bett mit einer anderen Kranken belegt wird. Manche dieser Decken sollen zeit- weise so unappetitlich ausgesehen haben, daß sie bei den Patien- tinnen, die sich damit zudecken mußten, Widerwillen und Ekel er- regten. Wenn eine Patientin, die im glücklichen Besitz einer appetitlichen Decke war, das Krankenhau« zu verlassen sich an- schickte, dann entstand zwischen minderbcvorzugtcn Patientinnen ein Wetteifer, diese verfügbar werdende Decke rechtzeitig an sich zu bringen. Wir haben keinen Grund, an der Wahrheit der uns gemachte» Mitteilungen zu zweifeln, aber wir wollen offen ge- stehen, daß loir diese Dinge eigentlich nicht für möglich gehalten hätten. Die Bedeutung der Hygiene für den Erfolg der Kranken- pfleg« wird mehr und mehr auch in Bcvölterungsschichten erkannt, denen eS bei der Dürftigkeit ihres Einkommens sonst nicht leicht wird, nach den Vorschriften der Hygiene zu leben. Um so bc- dauerlicher ist e«, daß ein Krankenhaus— und zwar sogar ein Krankenhaus der Stadtgemeinde— in diesem Punkte ein recht schlechtes Beispiel gibt. Fehlt es denn in der genannten Anstalt an Decken? Fehlt eS an Bezügen, um auch die untere Decke einzuhüllen? Das Krankenhaus in der Gitfchiner Straße ist ja alt; es soll auch über kurz oder lang ein- gehen. In diesem Gebäude kann manches nicht so sein, wie die Hygieniier cS sonst für nötig halten und vorschreiben. Aber des- halb braucht man doch nicht auch noch Vorschriften zu vernach- lässigen, deren Befolgung nicht durch Mängel des Gebäudes er. schwert oder verhinoert wird. Freilich kann«S in Krankenanstalten nur zu leicht dahin kommen, daß die Äerzte und das Pflegepersonal samt- den BerwaltungSbeamten den rechten Maßstab für die Wünsche und Bedürfnisse der Kranken verlieren. Kranke sind ja rasch geneigt, zu mäkeln und zu nörgeln: da dürfen dann sogar Klagen, die durchaus berechtigt sind, von vornherein nicht auf allzu willige Beachtung rechnen. Im Krankenhaus haben Kranke sich erfolglos darüber beschwert, daß in Gegenwart aller Insassen efiies Saales an einigen Kranken Manipulationen vorgenommen wurden, deren Anblick bei anderen Kranken starke« Unbehagen und Uebelkeit hervorrief. Der betreffend« Ar�t antwortete im kurz angebundenen Tone, die Beschwerdeführerinnen sollten sich nur nicht so haben. Fehlt eS in diesem Krankenhaus an der Möglichkeit, in solchen Fällen Kranke samt dem Bett zeitweilig in einen anderen Raum zu bringen? Wahrscheinlich werden hier die Fachleute uns belehren wollen, ein Krankcnhausinsaffe müsse sich eben an manches gewöhnen. Gewiß, da« mutz er und soll er. Aber darüber, an was ein KrankenhauLinsasse sich gewöhnen kann, vermag nicht immer der Arzt das zutreffendste Urteil abzugeben. Er selber gelangt bei der Ausübung seines Berufes allmählich auf den Standpunkt vollkommenster„Wurschtigkeit". Dill et dasselbe sofort 6ön Kranken fordern, deren Empfindlichkeit vielleicht durch ihren Krankheitszustand ohnedies gesteigert ist? Der Berein für Kinder-Volkökiichen hat im Monat März 1908 in seinen 15 Anstalten 220 503 Portionen Mittagessen an de dürftige Kinder verteilt. Seitens der städtischen Behörden sind den bedürftigen Kindern 112 100 Marken in den Schulen zucrteilt worden, gegen welche die Kinder in den Kinder-Volksküchm ein Mittagessen erhielten, wofür dem Verein pro Marke 10 Pf. ver- gütet wird. Wie in den früheren Jahren, so hat der Verein auch in diesem Jahre am 8l. März seine Anstalten geschlossen. Die Zahl der im Winter-Halbjahr 1907/1908 seitens deS Vereins verausgabten Portionen beträgt 981287 Portionen gegenüber 103 454 Portionen im Arbeitsjahr 1900/1907.. Die Anstalten sind zwar geschloffen, allein das Bedürfnis ist nach wie vor vorhanden. Hier sollte der Magistrat der Stadt Berlin nicht untätig zusehen, sondern selbst sofort Hand anlcgeg» Der diesjährige Struerzettrl hat bei vielen Veranlagten nicht geringe Ueberraschung ausgelöst. Nicht zum wenigsten sind eS gerade die Arbeiter, die am schärfsten von der Steuerschraube gesaßt werden. Da der famose§ 23 des Einkommensteuergesetzes den Arbeitgebern die Pflicht auferlegt hat. da« genaue Einkommen der von ihnen Beschäftigten der Steuer- behvrde mitzuteilen, ist eS soweit gekommen, daß der letzte Pfennig deS ArbeitercinkommenS steuerlich erfaßt wird. Der Arbeiter hat nicht die Privilegien der Besitzenden, der Hauswirte, der Groß- kapitalisten, die entsprechend hohe Abzüge von ihrem Einkommen machen können, ihm sind sehr enge Grenzen bezüglich der Abzugs- fähigkeit gezogen worden. Welche Abzüge zulässig sind, ist im„Vor- wärtS* in den Nummern vom 20. und 22. März dargelegt worden. In ihrer Steuerwut scheint aber unsere Steuerbehörde gar keine Grenze zu kennen. Die Fälle mehren sich, nach denen Personen ohne jedwedes Einkommen zur Steuer veranlagt worden sind. Erst dieser Tage teilten wir einen Fall mit, nach welchem ein noch schulpflich- tigcr Knabe 0 M. Einkommensteuer zahlen soll, der auch nicht einen Pfennig verdient, vielmehr den Eltern noch viel Geld kostet. Dieser Fall wird illustriert durch einen anderen, nach dem ein zwölf- jähriger Schüler Erich H., Nostizstraße 83, zu 6 M. Einkommensteuer veranlagt ist. Wenn das so weiter geht, werden nächsten« noch die Säuglinge als Steuerpflichtige betrachtetet werden. Ein anderer Fall, der uns vorgetragen wurde, bezieht sich darauf, daß ein Lehrling, der ein wöchentliches Kostgeld von 3 M. erhält, von welchem aber noch Kranken« und Jnvalidenbeiträge abgehen, nicht weniger denn 18 M. Steuern blechen soll. Bereit« im Vorjahre wurde der junge Mensch, der im ersten Jahre lernte, auf Grund einer Reklamation von der Steuer befteit, in diesem Jahre wird er eben wieder zur gleichen Höhe veranlagt, obwohl die Sachlage sich in leiner Weise geändert hat. Wir haben an« der Zahl der uns zugegangenen steuerlichen Ab önderhciten zur Charakteristik der Steuerwut nur diese paar Fälle herausgegriffen, um zu zeigen, wie willkürlich und ohne jede nähere Prüfung manchmal veranlagt wird. Alle aber zu Unrecht Vera» tagten oder ihrer Meinung nach zu hoch Veranlagten wollen nicht versäumen, unter Beifügung etwaiger Beweismittel rechtzeitig unter Jnnehaltung des auf der Veranlagung angegebenen Termins an die im Veranlagungsschreiben näher bezeichnete Adresse ihre Reklamation einzureichen. Verspätete Reklamatiooen finden keine Berücksichtigung, auch ven» dieselben noch so sehr dkgrüudct find. Die Stadt Berlin und die Feuerbestattung. Der Magistrat von Berlin hat beschlossen, dem Berliner Verein für Feuerbestattung den alten städtischen Friedhof an der Gerichtstraße gegenüber dem Conrbiöre-Platz zur Errichtung einer„Urnenhalle" und eines .Urnenhauses" gegen eine jährliche Pacht von 500 Mark auf fünfzig Jahre zur Verfügung zu stelle». Die Urnenhalle mit dem Urnen- Hain soll an der Adolfstraße errichtet iverden, und zwar soweit der verfügbare Platz nicht von Erbbegräbnissen in Anspruch genommen wird. Die Urncnhalle des Vereins im Treptower Park ist voll- ständig besetzt. Für die Ausstellung einer Aschenurne in dem dafür hergenchteten Urnenhain sollen 10 Mark berechnet werden. Zurzeit töimen in Berlin nur amtliche Urnen auf dem städtischen Zentral riedhof in Friedrichsfelde aufgestellt werden. Zwei Berkehrsstörungen im Stadtbahnbetriebe sind Sonnabend und Sonntag durch Maschinendefekte herbeigeführt worden. Bei der Einfahrt eines über die Stadtbahn verkehrenden Vorortzuges der Strecke Erkner in den Schlesischcn Bahnhof entstand in dem Dampfzylinder der Maschine ein Riß, aus dem unter tosendem Geräusch gewaltige Dampfwolken herausquollen. Die Lokomotive wurde nach einem toten Gleis gefahren. Das Einfahrtsgleis, auf dem der Zug stehen geblieben war. wurde so lange gesperrt, bis eine Ersatzmaschine ihn weiter befördern konnte.— Durch den Bruch der Kolbenstange einer Stadtbahnlokomotive zwischen den Stationen Börse und Friedrichstraße entstand am Sonnabend nachmittag eine größere Verkehrsstörung. Während dieser Zeit wurde ein Teil der Stadtbahnzüge über die Ferngleise geleitet. Durch die auf dem Lehrter Bahnhof stationierte Reservemaschine wurde der defekte Zug nach dem Bahnhof Charlottenburg geschleppt. Einem geriebenen Gauner ist die Portierfrau deS Hauses Grimmstraße 0, Witwe Kregenbrinck, in die Hände gefallen. Der Besitzer des obengenannten HauseS, Herr Wunderlich, WilmerS- dorf, Gasteiner Straße, hat Frau K. mit der Einziehung der Mieten beauftragt und holt gewöhnlich am 2. oder 3. eines jeden Monats den Betrag von der Portierfrau ab resp. läßt sich oenselben von der letzteren in seine Wohnung bringen. Am vergangenen 2. April wird nun Frau K., wie das schon öfter geschah, an das Telephon des in demselben Hause wohnenden Tischlermeisters Fischer ge- rufen; Herr Wunderlich wünsche sie zu sprechen. Da Frau K. etwas chwerhörig ist, so übernahm e« Herr Fischer, mit Herrn Wunderlich u sprechen und dessen Wünsche entgegenzunehmen. Wie sich jetzt herausgestellt hat, war es ein falscher Wunderlich, der telephonisch mitteilte, daß ein Angestellter von ihm in ein paar Stunden hin- kommen und die bisher einkassierten Gelder von der. Portierfrau abholen würde. Den noch ausstehenden Zins sollte Frau K. dann nach der Gafieincr Straße bringen. Niemand schöpfte Verdacht, ö daß dem später erscheinenden, sicher und gewandt auftretenden ungeii Mann, der etwa 20—22 Jahre alt sein mochte, anstandslos alle« Geld übergeben wurde. Während der Uebergabe de« Geldes brachte noch ein Mieter den fälligen Zins in Höhe von 50 M. und freudig nahm der Gauner auch diesen Betrag noch an. dem über 700 M. in die Hände fielen. Erst am Sonnabend stellte sich der Betrug zur Ueberraschung aller Beteiligten heraus. Am chlimmsten ist die Portierfrau daran, von der der Hauswirt den Schoden ersetzt verlangt. Einem ähnlichen Gaunertrick ist ein Werkstattschreiber der Gesellschaft„Neptun" zum Opfer gefallen. Am 2. April wurde die Filiale O. angeblich von der Zentrale in der Oranienstraße antelephoniert, ihr durch einen abgesandten Arbeiter einen größeren Posten Kupferblech zu schicken. Der Werkstattschreiber M. bändigte das Material auch aus, um später zu erfahren, einem Betrüger in die Hände gefallen zu sein. DaS gleiche Manöver ist auch bei der Filiale 17. in der Lothringer Straße versucht worden und auch gelungen. Au« dem Zuge gestürzt. Zu polizeilichen Ermittelungen gab gestern ein noch nicht aufgeklärter Vorfall Veranlassung. Als' der V-Zug 41 morgens auf dem Ankalter Bahnhofe ankam, vermißte mau eine Reisende, ein Fräulein Bertha Bold au« Zehlendorf bei Berlin, da« in Frankfurt a. M. eingestiegen war und eine Fahrkarte nach König«- berg i. Pr. gelöst hatte. Durch Rückfrage stellten die Beamten fest, daß die Vermißte unterdessen bei Langensebold in der Nähe von "anau tot auf dem Gleise liegend aufgefunden worden war. Der ug wurde daraufhin untersucht, die Fahrgäste wurden vernommen. ES ergab sich, daß die Türberschlüsse überall in gutem Zustande waren. Von den vernommenen Reisenden wußte niemand zu sagen, ob die Dame aus dem Zuge gesprungen oder hinausgeworfen oder verunglückt sei. Angehörige der Verstorbenen wurden in Zehlendorf noch nicht ermittelt. Ein schwerer llufall hat sich am Sonntag auf der Hochbahn ereignet. Abends gegen 0 Uhr wurde in der Gegend der En, maus- kirche ein Streckenwärter Fritz von einem Wagen erfaßt und so schwer verletzt, daß er nach dem Krankenhause Bethanien gebracht werden mußte. In Feucrsgcfahr. Auf bisher noch nicht aufgeklärte Weise kam gestern iMontag) nachrniitag gegen 3 Uhr auf dem Boden des Hauses Besselstraße 23, Ecke Friedrichstraße, ein Brand aus, der drei H o t e l m ä d ch e n in ernste Lebensgefahr brachte. Die Mädchen hatten die Nacht hindurch gearbeitet und sich dann am Morgen zur Ruhe begeben. Plötzlich wurden sie durch einen Feuer« schein aus dem Schlafe geschreckt. Ein Wohnzimmer brannte bereits lichterloh. Nur notdürftig bekleidet flüchteten die Mädchen aus dem im vierten Stock des Vorderhauses belegenen Schlafzimmer auf das Dach und riefen laut um Hülfe. Straßen- Passanten alarmierten sofort die Feuerwehr, die auch bald zur Stelle war. In wenigen Sekunden wurde eine mechanische Leiter am Hause errichte,, über die hinweg Feuerwehrleute auf das Dach stiegen und die geängstigten Mädchen von übereilten Schritte» zurückhielten. Da das Feuer bald erstickt werden konnte, war ein Herabschaffen der Mädchen vom Dache nicht nötig. Alle drei konnten vielmehr allein in ihre Wohnung zurückgehen.— Noch war ein Läschzug der Wehr an dieser Brandstelle mir den Aufräumungsarbeitcn beschäftigt, als nicht weit davon, in der P u t t k a in e r st r a ß e 22, ein großer Dachstuhlbrand zum Ausbruch kam. In diesem Falle scheint Brand st iftung vorzuliegen. Die Feuerwehr mußte fast eine Stunde mit mehreren Dampfspritzenrohren Wasser geben, um die Flammen, die auch die Nebenhäuser Nr. 21 und 23 bedrohten, zu ersticken. Der Dachstuhl ist in seiner ganzen Ausdehnung vernichtet. Radrenne» zu Steglitz, g. April. Zu den Eröffnungsrennen hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, das in dichten Reihen die Bahn umsäumte. Die Nennen verliefen sehr spannend; als eine weise Maßregel erwies sich wieder die Einteilung des Dauerrennens in zwei Läufe mit derselben Besetzung. Neben Bruno D e m l e hatten sich Wo 61, der Kölner M a u ß und der Belgier Verbist eingefunden, um das lange Rennen über 30 und 45 Kilometer zu bestreiten. Der Berliner erwies sich heule als der beste, er gcwairn beide Läufe in hervorragender Weise. Mauß, der auch sehr gut fuhr, kam im ersten Lauf infolge Reifenschadens zu Fall und verlor, ehe er Ivieder in das Nenne» eingreifen tonnte, gegen 10 Runden, so daß er in diesem Lauf als letzter endete. Rodt fuhr nicht be« sonders; mit Mauß aus dem Spiele belegte er den zweiten Platz. Ver bist versagte ganz; er kam nie in Betracht und endete weit zurück. Die Fliegerrennen wurden von starken Feldern bestritten, sie verliefen ohne nennenswerten Unfall. Das Aprilprogramm de» Passage-TheaterS enthält mehrere Nummern, die sich weit über den Durchschnitt der gewöhnlichen Varietedarbictunaen erheben. Hierher gehören in erster Linie die vorzüglichen Leistungen des„Mannes mit den drei Geigen", Ota Gypi, der seinen wunderbaren Instrumenten wahre Zauber» klänge entlockt. AlS Vortragskünstler am Flügel zeigt sich Otto Röhr, der sich diesen Titel mit vollem Recht zulegt. Seine witzigen Couplets wie seine ulkige Parodierung berühmter Komponisten und Klaviervirtuosen wurden lebhaft applaudiert. Als dritte Kraft auf diesem Gebiete wirkt Rita Tauca, die ihre Lieder mit der Violine selbst begleitet. Daneben ergänzen noch der Komiker Hermann Strebet im Verein mit Exzentrikern und Gymnastikern und ungarischen Tänzerinnen in angenehmer Weise das reich, haltige Programm. Zu rekognoszieren. Am I. April 1908, nachmittags gegen Uhr, wurde hinter dem Grundstück Stralauer Allee 3, dis Leiche einer unbekannten Frauensperson aus der Spree gelandet. Die Leiche war etwa 35 bis 40 Jahre alt, 1.05 Meter groß, unter- setzt, schwarzes Haar, volles Gesicht. Bekleidet war dieselbe mit schwarzem Jackett, blauer Taille mit blauen, viereckigen Knöpfen, blauem Oberrock, einem grauen, einem schwarzen und einem ge- strickten Unterrock, grauen Beinkleidern, schwarzen Strümpfen, schwarzen Schnürstiefeln und schwarzen Handschuhen. Ein bei der Leiche vorgefundene» Taschentuch ist mit„M" gezeichnet. Mcl- düngen zu Nummer 2190. IV.59. 08. sind an die Kriminalpolizei, Zimmer 320 zu richten.— Am 29. März 1008 ist aus dem Tegeler See ein zirka 45 bis 50 Jahre alter, unbekannter Mann als Leiche gelandet. Derselbe ist zirka 1,50 bis 1,65 Meter groß, hat dunkle« Haar, Voll- und Schnurrbart, rundes volles Gesicht, hohe Stirn, Doppelkinn und ist bekleidet mit dunklem Winterüberzieher, schwarz und weiß gestreifter Hose, schwarzer Weste, dunkelbraunem Jackett, schwarzen Zugstiefeln, grau und schwarz gestreiften Hosenträgern, weiß wollenen Unterhosen und grauen Strümpfen. In den Taschen wurden ein weiße« Taschentuch, ein schwarzes Ledcrportemonnaie, zwei Haarbürsten mit Futteral, ein Notizbuch, ein paar braune Glacehandschuhe und ein LeseglaS gefunden. RckognoSzenten wollen sich beim Amtsvorsteher in Tegel melden. Auskunft erteilt auch jedes Polizeirevier, sowie die Kriminalpolizei, Zimmer 331, Polizeipräsidium. Feuerwehrbericht. Die Brandstifter scheinen ihre gcmeinge- fährliche Tätigkeit eingestellt zu haben. Weder am Sonnabend, noch am Sonntag ist in Berlin eine Brandstiftung oder ein Dach, stuhlbrand gemeldet worden. Dafür wurden desto mehr andere Brände verzeichnet. U. a. ein größerer Wohnungsbrand am Sonntagabend am Kottbuserdamm 33, wo die Feuerwehr tüchtig Wasser zu geben hatte, um die Flammen zu löschen. Am Sonntag, nachts um 101b Uhr wurde die Wehr zur Verhütung einer Gas- explosion nach der Markgrafenstr. 30, Ecke Krauscnstraße gerufen. Dort hatte sich starker Gasgeruch bemerkbar gemacht. In der Pförtnerloge fand die Wehr einen GaShahn offen, das Stübchcn voller Gas und den Pförtner bewußtlos auf einem Stuhle sitzend vor. Der Gashahn wurde geschlossen, der Pförtner ins Freie gc- tragen und mit Sauerstoff behandelt. Leider vergeblich. Ein Arzt stellte den Tod durch Gasvergiftung fest. Die Leiche wurde von der Polizei beschlagnahmt. Gestern früh um 3 Uhr brannte in der Elisabethstr. 37 ein Zimmer und um 4 Uhr in der Soldincr Straße 104 ein Petroleum- keller. Ferner wurde der 1. Zug wegen einer Gasvergiftung nach der Gollnowstr. 29 zum kleinen Cohn gerufen. Dort gelang es durch Anwendung von Sauerstoff die Gefahr mit Erfolg zu be» seitigen. Auch in der Bülowstr. 99 wurde in einem ähnlichen Fall ein Sauerstoffapparat mit Erfolg benutzt. Grober Unfug lag einer Feuermeldung aus der Wiechertstr. 153 zugrunde. Durch die Explosion einer Petroleumlampe gerieten in der Sebastian» straße 3 Betten und Möbel in Brand. Vorort- I�acbricbten. NIeder-Tchönhause«. Achtung! Gemeindestichwahl! Heute Mittwoch von 12—8 Uhr findet die Stichwahl zwischen unserem Genossen Georg Lunow und dem bürgerlichen Kandidaten statt. Parteigenossen! Ihr wißt. daß uns bei der Hauptwahl nur drei Stimmen an der Majorität fehlten. Wollt Ihr, daß zu dem ersten sozialdemokratischen Genieinde» Vertreter der zweit? hinzukommt, so müßt Ihr mit allen Kräften für die Wahl agitieren. Der Kampf wird von den Bürgerlichen mit aller Energie geführt. Es ist daher auch die Pflicht der am 1. April verzogenen Genossen, sich am heutigen Tage in Nieder-Schönhausen zur Wahl einzufinden. Die Berliner Parteigenossen, welche mit Niedcr-Schönhauscnem zusammenarbeiten, ersuchen wir, dies« an ihre Pflicht zu erinnern. Durch Kampf zum Sieg I Wilmersdorf. fehung genereller Bedingungen für die Benukung der öffentlichen| wachten, daß sie von dem sogenannten Plebs unbehelligt bleiben. Selbstmord eines Oberstabsarztes. Der in der Westfälischen Regenwasserleitung wurde beschlossen, die Entwässerung auf Kosten In diesen Spießertneipen werden nicht nur dringende Privat Straße 54 wohnhafte Oberstabsarzt a. D. Dr. Paul Gielen stürzte der Gemeinde auszuführen, ohne dieselben auf die Anlieger zu geschäfte erledigt, sondern hier finden auch oft die Geschicke der sich gestern vormittag aus dem Fenster seiner in der zweiten Etage berteilen; die anschließenden Hauseigentümer für die Benutzung Gemeinde ihre Regelung. Eine Hauptperson für solche Beratungen belegenen Wohnung und blieb mit zerschmetterten Gliedern auf dem der Regenrohrleitungen mit 1 Bf. pro Niederschlagsfläche und Jahr ist der Nedatteur des Ortsblattes; er muß wiffen, wie die Dinge Pflaster liegen. Baffanten brachten den Lebensmüden nach seiner heranzuziehen. Zur Anschaffung der Einrichtungsgegenstände für laufen", wenn anders er die Deffentlichkeit nicht falsch" informieren Behausung, wo ihm der herbeigerufene Dr. F. Röseler, Surfürsten- die zu errichtende höhere Schule wurden 2700 M. und gleichzeitig foll. Ueber distrete Dinge hat er natürlich nichts zu berichten. Jm vorliegenden Fall handelt es sich aber nicht um solche Bes damm 112, die erste Hilfe leistete. Trotz der Bemühungen des der Wietskontrakt mit der Eigentümerin Frau Leppert, AugusteArztes erlag Dr. Gielen alsbald seinen schweren Verlegungen. Viftoria- Straße, auf zwei Jahre für einen Mietspreis von jährlich ratungen; ein Teil der Bevölkerung hält das Vorkommnis jedoch Ueber das Motiv zu der traurigen Tat ist vorläufig nichts bekannt. 1100 M. angenommen. Ebenfalls wurde die Pflasterung der Auf- für wichtig genug, daß er einen Bericht hierüber im hiesigen Ortsgänge zum Gemeindeamte beschlossen. Unter Geschäftlichem wurde blatt erwartet hätte. Und zwar umso mehr, weil, wenn es in einer Köpenick. von unseren Genossen wiederum die Errichtung von öffentlicher Arbeiterkneipe passiert wäre, das Blatt am anderen Tage einen LeitBürgermeister Bergmann, der vom Jahre 1871 bis 1904 als Badegelegenheit zur Sprache gebracht und die Einberufung der artikel darüber gebracht hätte. Kommission gefordert. Aus der Antwort des Gemeindevorstehers Vor einigen Tagen saßen ein Oberlehrer der Realschule, ein Bürgermeister Köpenids fungierte, ist gestern früh gestorben. war zu ersehen, daß die öffentliche Kennzeichnung des Verhaltens Fabrikant und einige andere Herren gelangweilt beim Glafe Bier. Friedenau. der Majorität, welche unsere Anträge an einzelne Kommissionen Blöglich versuchten zwei ihre Stärke zu probieren und durch Finger Die Sache ging ganz gut bis Mit den Vorarbeiten zur Landtagswahl beschäftigte sich die letzte berweist, wo dieselben gut aufgehoben bleiben, doch gefruchtet hat, hateln sich die Zeit zu vertreiben. Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Der Vorsigende Genosse, da nicht nur die angeregte Angelegenheit zur baldigen Verabschie- den Schwächeren der Merger packte und zu seiner Verteidigung Eine schallende Meyer erläuterte in längeren Ausführungen die einzuschlagende dung gelangen, sondern Adlershof nunmehr auch in Kürze sein anstatt des Fingers fich der Faust bediente. Dhrfeige war der Schluß des erst harmlosen Spiels. Taftit. Bei den Wahlen gelte es alles aufzubieten, um durch riesen- Gewerbe- und Kaufmannsschiedsgericht erhalten soll. Der Wirt machte Bekanntschaft mit dem Fußboden feines hafte Stimmenabgabe die Schande des Dreiklassenwahlrechts in Friedrichshagen. Lokals, weil er als Schiedsrichter das Ende des Kampfes grelle Beleuchtung zu rücken. Der Wahlkampf müsse auch so geführt In der legten Gemeindevertreter fitung erfolgte, da gegen die herbeisehnte. Die Herbeiholung fremder Hülfe brachte erst werden, daß die Zahl der das gleiche Wahlrecht Fordernden eine Gültigkeit der am 4., 5. und 6. März stattgefundenen Gemeinde- die Kampfhähne auseinander. Ein gerichtliches Nachspiel wird die immer größere werde. Bu diesem Zwede müsse sich jeder Genosse wahlen Ginsprüche nicht erhoben sind, die Einführung der neu- Folge sein, wenn nicht durch Vermittelung die Sache erledigt wird. zu bestimmter Zeit mit ganzer Kraft dem Wahlfomitee zur Ber- bezw. wiedergewählten Vertreter Arnic, Conrad, Geselbracht, Dem hiesigen Blatte ist die Sache sehr wohl bekannt, jedoch ist noch fügung stellen. Gloede, Görling, Kunzke, Sonnenburg und Stephan. Dem An- teine Beile der Kritik hierüber erschienen. Ein ähnlicher Fall wurde Adlershof. trage des Gemeindevorstandes auf Einziehung des östlichen Zeils erst fürzlich unter die„ kritische Lupe" genommen, doch hier gehörten des Schöneicher Weges stimmte die Vertretung zu, da der Weg für die Kampfhelden dem Arbeiterstande an. Auch der Vorgesetzte des Nachdem die Gemeindevertretung sich des öfteren mit der An- die Bebauung hinderlich und der südliche Teil desselben schon seit Oberlehrers hat Kenntnis von dem Vorfall. Der Oberlehrer ist Tage eines Markt- und Schmuckplates auf dem Gemeindegrundstück Jahren aus hygienischen Gründen dem öffentlichen Verkehr ent- Brotektor des hiesigen chriftlichen Arbeitervereins und will mit deffen in der Bismarckstraße beschäftigt hatte, wurde in der letzten Ge- 30gen ist. Um den vielfachen Klagen über mangelhafte Beleuchtung Sülfe die Sozialdemokratie aus dem Gemeindetempel jagen. Er meindevertretersizung beschlossen, den Blaz nach einem vorliegen insbesondere in den Morgenstunden während der Herbst- und war auch eine Zeitlang Berwalter des christlichen Arbeitsnachweises den Entwurfe des Amtsbauinspektors Königsberger anzulegen. Der Winterzeit gerecht zu werden, hat die Vertretung für vermehrte und wollte durch Vermittelung von Arbeitskräften feinerzeit bie Entwurf sieht an der verlängerten Genossenschaftsstraße, dem Feld- Beleuchtung 2000 m. mehr in den Etat eingestellt und die Beleuch Bauarbeiterbewegung niederreiten. Wie es scheint, will sich nun der wege und der Helbigstraße eine 10 Meter breite, mit Mosaitpflaster tungskommission beauftragt, einen neuen Brennkalender aufzu- an sich schon vielseitige Herr noch zum Ningtämpfer ausbilden. bersehene Fläche vor, welche zur Aufstellung der Marktbuden dienen stellen. Die Kommission hat diesen Auftrag ausgeführt und die soll. Der übrige Teil des Blazes wird durch einen Mittelweg in awei gleiche halbkreisförmige Rasenflächen geteilt, in deren Mitte Anzündezeit früher und die Löschzeit später festgesetzt. Für die Zeit Nowawes. bom 15. Dezember bis 15. Januar erfolgt die Löschung der Laternen Nach längerem Leiden starb einer unserer ältesten Bartelgenossen, Blumenrabatten dem Auge eine wohltuende Abwechselung bieten erst morgens um 7½ Uhr. Für den westlichen Teil der Seestraße der Bigarrenfabrikant Albert Gärtner im 66. Lebensjahr. werden. Den Mittelweg schließt ein 40 Zentimeter hohes Postament sind die Laternen vermehrt, die erst nach der Durchfahrt des letzten Schon vor dem Sozialistengefeß war er der eifrigsten einer, wenn zur eventuellen späteren Aufstellung eines Bierbrunnens usw. ab. Wagens der elektrischen Straßenbahn gelöscht werden. Auf der Längs des Weges fowie in dem nach der Bismardstraße entstehen Schöneicher Chaussee sind bis zu den Eisenbahnbeamtenwohnhäusern es galt, für die Interessen der Partei einzutreten. den Halbkreis, welcher als Spielplab dienen soll, werden 10 Bänke fünf neue Laternen aufgestellt. Für den südlichen Teil der Wil- Im Jahre 1894 30g Gärtner als erster Vertreter der Sozialihre Aufstellung finden. Der zur Benubung kommende Teil des helmstraße empfiehlt die Kommission die Aufstellung von zwei neuen demokratie in unseren Gemeinderat ein, welches Amt er sechs Jahre Feldweges soll mit Asphalt versehen werden und als Etandplak Paternen. Den Vorschlägen der Kommission wurde zugestimmt. inne hatte. Wenn ihn auch der Kampf ums tägliche Brot zwang, für die Marktwagen dienen. Gleichzeitig soll hier eine aus Fach- Ter Fluchtlinienplan der zur Stadt Köpenid gehörenden Friedrichs- von einer weiteren Tätigkeit im Gemeindeparlament abzusehen, so werk zu errichtende Bedürfnisanstalt ihre Aufstellung finden. Die Hagener Chaussee und der Bellevuestraße fand die Zustimmung der war er doch immer an erster Stelle zu finden und somit den übrigen Herstellungskosten sind auf 16 500 W. berechnet und sollen im Wege Bertretung, jedoch soll der Köpenicker Magistrat ersucht werden, Genossen ein leuchtendes Beispiel. einer Anleihe Dedung finden. In dieser Sibung traten nochmals die Einfahrt in die Bellevuestraße mit einem größeren Bogen die Gegenfäße bezüglich der Herrichtung des Plazes scharf hervor, auszuführen. Die Festsetzung des Tarifes über die von den Grunddoch wurde schließlich der Entwurf gegen 2 Stimmen gutgeheißen. ftüdsbefizern für Hausanschlüsse an die Kanalisation und WasserIm Anschluß hieran machte der Gemeindevorsteher davon Mit- leitung zu zahlenden Bergütungen erfolgt nach den Eäßen des teilung, daß derselbe den Forstfiskus nach der im Jahre 1903 statt- Borjahres. Die Beratung des umgeänderten Ortsstatuts über die Der„ Süddeutsche Postillon" bringt in Nummer 8 ein zeitgemäßes gefundenen Gingemeindung des 1541 Heftar großen Forstgeländes Anstellungs- und Bensionsverhältnisse der Gemeindebeamten zeitigte Leitgedicht: Das rote meer.- Zukunftsbilder vom journaliſtiſchen Kriegszur Grund- und Geländesteuer veranlagt hat, gegen welche der eine längere Debatte. Diefelbe endete mit dem Beschluß, die schauplay. Konfequent. Der neue Regimentschef( Gedicht). Fiskus Widerspruch und Klage erhoben hat. Zur Steuer wurden Bureaubeamten lebenslänglich, die Polizeibeamten auf Ründigung Revolutionsfeier in Schleswig- Holstein( Gedicht). Preußischer Hahnen. 232 Hettar Baufläche herangezogen und pro Hektar mit 50 000 M. anzustellen. Die den Gemeindebeamten bei Dienstreifen zustehen- tampf. Rätsel. Die ultima ratio der Frommen. Bier Bollbilder bewertet, so daß im ganzen 16 186 000 20. Wert zur Versteuerung den Reisekosten und Tagegelder werden mit einigen Abänderungen in fünstlerisch gewählten Farben: Der China- Japanſtreit, ein hübsches mit 4 pro Tausend gelangt. Das würde eine jährliche Einnahme nach den alten Säßen angenommen. von 66 567 M. ergeben. Dadurch würde der Gemeinde die Mög- nach den alten Säßen angenommen. lichkeit gegeben, den Kommunalsteuerzuschlag auf 100 Broz. sowie Weißensee. auch die anderen Arten Steuern bedeutend herabzusehen und ihren Stützen der Gesellschaft. Ein eigenartiges Vorkommnis in einer der hiesigen Bevölkerung. Sein Andenken wird in unseren Herzen stets lebendig bleiben. Eingegangene Druckfchriften. Studentenbild, ein solches aus dem modernen Soldatenleben und ein Monarchensujet:" Unter Sollegen." Der rührige Verlag von M. Ernst in München feilt uns mit, daß Nr. 9 als Mainummer 12seitig und besonders inhaltsreich wird, trotzdem der gewohnte Preis mit 10 Bf. bleibt. Jahresbericht des Arbeitersekretariats und Gewerkschaftskartells in Kunstgewerbe und Gemeindeaufgaben dennoch gerecht zu werden. In sämtlichen Jn. Spießerineipe bildet gegenwärtig den Gesprächsstoff unter einem Zeil Strefeld 1907, 129 Seiten. Selbstverlag Berner Sombart. Berlin W. 50 stanzen ist der Fistus mit seiner Klage abgewiesen worden und wurde die Sache vom Oberverwaltungsgericht an den Bezirksausschuß zur besonderen Wertfestseßung zurüdgewiesen. Zur Fest Wir würden nicht Notiz davon nehmen, wenn nicht die in solchen befferen Lotalen verfehrenden Drtsstüßen mit Argusaugen darüber Marquardt u. Co., Berlagsanstalt, G. m. b. 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Alle Mitteilungen, Anfragen 2c. find für Berlin an das unterzeichnete Stommissionsmitglied des Obmann der Rommission: Richard Henschel, N. 28, Wollinerftr. 51, II. in der Zwischenzeit eintretenden Aenderungen Notiz zu nehmen. Die Lokalkommission. Diefe Lifte ist bis zum Erscheinen der folgenden aufzubewahren, und bitten wir, von den wir darum bitten, alle Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jederzeit gern bereit, uur müssen unternehmen zu wollen. dringend, Vereins-, Werkstatt- oder sonstige größere Partien nicht nach diesen Lokalen * bezeichneten Orte bezw. Lokale gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen Bur besonderen Beachtung empfehlen wir folgendes: Die in der Liste mit einem = P.- O.- H. Für alle übrigen Orte sind Anfragen usw. direkt an den Obmann der Kommission zu richten. bezeichnet: Nieder Barnim= N.-B., Teltow Beeston= T.-B., Potsdam Dst- Havelland Die zu den genannten drei Kreisen gehörenden Drte sind durch folgende Buchstaben besonders Biftoria Brauerei, Lügowst. 111/12. Schulze, Mittenwalderstr. 15. Variété Süd- West, Inh. Wilhelm Unions- Brauerei, Hasenheide22/ 31. Thiems Festfäle, Blücherstr. 61. Schwarz, Hasenheide21, Jahnst.8. Schnegelbergs Feftsäle, Inh. Carl Hasenheide 57. Reinhardts Neues Gesellsch.- Haus, Raabes Festfäle, Fichtestr. 29. Mürichs Festfäle, Stegligerstr. 35. Martgrafentajino, Markgrafenst.83. Leuchtturm, Fontane Promenad.15 Linden- Kafino, Lindenstr. 106. Königshof, Bülowftr. 37-40. Kliems Festfäle, Hasenheide 13/15. Hoffäger- Palaft, Hasenheide 52/53. Hochbahn- Rest., Tempelhofer Ufer 30. Happolds Brauerei, Sasenheide 32/38 Habels Brauerei, Bergmannstr.5-7. Gründer, Schwerinstr. 13. Grumbach, Schönleinstr. 6. Gramtau, Stegliterstr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. Gliefing, Wasserthorstr. 68. Girods Festsaal, Friedrichstr. 232. Dindas Festsäle, Gneisenaustr. 67. Bohne, Hasenheide 45-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg. Anhalt. Ressource, Mödernstr. 114. 2. Wahlkreis. Paul Bartsch, Lessingstr. 32. Lokal- Kommissions- Mitglied: Bum gold. Löwen, Jüdenstr. 55. Balast- Theater, Burgstr. 22. Louisen- Belt, In den Zelten 9a. Dräsels Festfäle, NeueFriedrichfl.35. 1. Wahlkreis. Berlin. Arminhallen, drinenstr. 110. Megandrinen Festfäle, Meran3. Wahlkreis. Schröder, Hagelbergerstr. 27. Lotal- Komm.- Mitglied: Heinrich E. Bühlle, Dennewigstr. 13. Neues Klubhaus, Kommandanten Michael- Festfäle, Michaelfirchstr. 39. Meyer, Dranienſtr. 103. Märkischer Hof, Admiralstr. 18 c. Luisenhof, Bukowerstr. 9( M.Rusch). Jakobstr. 37( Inh. Jal. Lis). Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Lehmannsgeftf., Alexandrinenstr.32 G. Bouschläger, Adalbertstr. 21. Köpenider Festsale, Stopeniderstr.127a Walter( Urania), Brangelstr. 9/10. Stalizer Garten, Stalizerstr. 54. Köpeniderstr. 96/97. Schuhmacher, Stalizerstr. 126. Sellers Neue Philharmonie", Schlesischen Tor. Industrie- Festsäle, Beuthstr. 19/20. Schode( Drachenburg), Bor dem Insel- Festsäle, Inselstr. 10. Sanssouci, Kottbuserstr. 6. Januszkiewicz, Melchiorftr. 15. straße 147. Hintsches Festsäle, Köpeniderstr. 62. Reichenberger Hof, Reichenberger Grupes Festsäle, Annenstr. 16. bantenstr.77/ 79( Inh.Haberland). Oranien- Salon, Dranienstraße170. straße 6. Gratweils Bierhallen, Komman Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Nauyn Festsale( Hollbach), NaunynGesellschaftshaus, Prinzenstr. 94. Mar Nowad, Manteuffelstr. 9. Fürstenhof, Köpeniderstr. 137/138. Ufer 2. Mariannen Festsäle, Mariamen straße 39( Inh. J. Meier). B. Frankes Festsaal, Sebastian. Köpenider Hof, Köpeniderstr. 174. Industrie Festsäle, Mariannenstr.31 straße 75( Inh. W. Kube). Feuersteins Festfäle, Alte Jakob- Graumann, Naunynstr. 27. Glebe ,,, Süd- Ost", Waldemarstr.75. Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Central- Festfäle, Dranienstr. 180. straße 45( Inh. A. Hoffmann). Dresdener Garten, Dresdener Café Alsen, Vor dem Schles. Tor 2. Dresdener Kasino, Dresdenerstr.96. Borchardt, Köpeniderstr. 158. Dietrichs Festfäle, Dresdenerstr.116. Behrends Festfäle, Manteuffelstr.95. Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. 4. Wahlkreis. Süd- Ost. straße 52/53. City- Hotel( D.Holzky), Dresdener Carl König, Urbanstr. 93. Central- Festfäle, Alte Jakobstr. 32. Lokal- Kommiffions- Mitglied: Buggenhagen, Morigplay. Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2. dantenstr. 20. Berchts Rittersale, Ritterstr. 71/75. 3ur Lebensquelle", Komman brinenstr. 37 a. Beckers Festsäle, Kommandantenstraße 58/59. [ ftr. 62. Bum Alexandriner", Meganstraße 72. Kommandanten. 1 Oit. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftsh., Langest.108. Andreas Festfäle, Audreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. Otto Baat Festfäle, Blumenstr. 10 ( b. 1. 10. 08 ab). Lands: Am H. Behrend, Sängerheim, Landsberger fee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-13. BoekersGesellsch.- Haus, Weberst.17. Brauerei Friedrichshain, Friedrichshain 22/29. Breuer, Große Frankfurterstr. 117. Bürger Hof, Nüftriner Blaz 10. A. Diez, Landsberger Allee 76/77. Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderstr.27c. Feindt, Weinstr. 11. Flechs Festfäle, Fruchtstr. 36a. Fortuna- Sale, Strausbergerftr. 3. Germaniabrauerei, Franks. Allee53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerst.16 Gieste, Landsbergerstraße 89. Keller, Koppenstr. 29( Inh. Freher). Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Stolwigs Festfäle, Gr. Frankfurterstraße 99. C. Koczorowski, Schillingstr. 36. Königstadt- Kasino, Holzmarktstr.72. Königstädtisches Rafino, Große Frankfurterstr. 76. G. Krüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. P. Litfin, Memelerstr. 67. Markgrafenfäle, Martgrafendamm 84 R.Mayers Vereinshaus, Gr.Frantfurterstr. 133. C. Nidel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Dit- Kafino, Frankfurter Allee 106. Ditbahnpart, Rüdersdorferstr. 71. Patriafestfäle, Gr.Frankfurterstr.28. Bazenhofer, Landsberger Allee 24. Residenz- Festfäle, Landsbergerst.31. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. Schröders Gesellschaftshaus, Frankfurter Allee 127. B. Schumsti, Langeftr. 65. Siegels Festfäle, früher Haberecht, Große Frankfurterstr. 30. Zauert, Große Frankfurterstr. 85. Bimmermann, Grüner Weg 29. Lofal- Kommissions- Mitglied: Carl Rott, Straßmannstr.29, ptr. 5. Wahlkreis. Bordes Vereinsfäle, Neue Königft.7. Diesener, Landsbergerstr. 37. A. Ernst, Prenzlauerstraße 41. Fürstenberg Säle, Rosenthalerftraße 38. Gesellschaftshaus Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Heufelder, Dragonerstr. 15. Königsjäle, Neue Königstr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Kuhns Festfäle, Linienftr. 8. Leybeders Salon, Sophienstr. 34. Logen- Reftaurant, RI.Auguftstr. 14. 32. Müller, Restaurant, Linienftr. 65.| Schultheiß, Seeftr. Mündner, Linienstr. 19. Neues Konzerthaus, Alexanderpl Bachuras Klubhaus, Landsberger straße 85. Philadelphia, Greifswalderft. 138/39 Restaurant Bürgerheim", Alte Schumanns Vereins- H., Rösliner. straße 17. Schönhauserstr. 23/24. Rosenthaler Hof, Rosenthalerstraße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstraße 57. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Schweizergarten, Am Königstor. Sophien- Halle, Gipsstr. 9. Sophien- Sale, Sophienstr. 17/18 Inion- Festfäle, Greifswalderstr.222 Verbandshaus der Gastwirtsge. hülfen, Gr. Hamburgerstr. 18/19. Wendts Bracht- Säle, Münzstr. 17, Eing. Königsgraben. 2otal Komm.-Mitglied: Albert Hahnisch, Auguststr. 51, Querg. pt. 6. Wahlkreis. Moabit. Artus Hof, Perlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Eisschlößchen( Plögensee). Gieshott, Infel- Reft.( Blößensee). Nud. Gohlke, Beuffelstr. 22. Kron.- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. MoabiterBürgerfäle", Beuffelstr.9. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kafino, Wilsnaderstr. 63. Moabiter Schüßenhaus( Plökensee). Bieleke, Waldstr. 8. Schüler( Brauerei Moabit), Turmstraße 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Bittoria- Salon, Berlebergerstr. 14. Walhalla- Theater, Alt- Moabit104/ 5 Bacharias, Stromstr. 28. Wedding und Oranienburger Vorstadt. Altmanns Bereinshaus, Invaliden ftraße 146. Berliner Bod- Braueret, Abt. II, Chauffeestr. 64. Berliner Nordpart, Müllerstr. 148. Gebr. Tranz' Festsäle, Köslinerstr. 8. Detloffs Festfäle, Snvalidenftr.84/ 85. Funkes Gesellschaftshaus, Triftstr.41 Genossensch. Wirtsh.IV Nordufer10 Germania- Säle, Chauffeeftr. 110. Gesellschaftshaus, Jnh. M. Schölzel, Boyenstr. 12. Hoffmann, Bajewalferstr. 3. Humboldt Säle, Hussitenstr. 40. Hübners Festfäle, Chauffeeftr. 120. Köhlers Salon, Ziedstr. 24. Stromreys Festsaal, Eichendorffstr.8. Meeses Gesellschaftshaus, Schulft.29 Milbrodts Gesellschaftsh., Müllerft.7 Dranienburg.Festfäle, Chauffeeft.16 Pharus- Salo, Müllerstr. 149. Raabes Festfäle, Stolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Karl Schraderhof, Liebenwalderst.36 Schreiners Vereinshaus, Schulftraße 66. 2 Schwantes Festfäle, Chauffeeft. 102. H. Schwarz, Tegelerstr. 55/56. Bereins- Restaurant, Wilh. Reinelt, Sparrftr. 14. Bum Bollsheim, Aderstr. 123. Zum Schillerpart, Paul Mann, Müllerstr. 59. 9 Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Borussia, Aderftr. 6/7. Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. E. Daaje, Brunnenstr. 154. Dietrichs Feitjale, Brunenſtr. 34. Elfaffer Ball- Salon, Elsasserstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. Sof. Frantes Festfäle, Badftr. 19. Frischs Victoria- Garten, Badstr. 12. Gramotte, D., Bergstr. 12. Harmonie, Snvalidenstr. 1 a. Welchert, Bergstr. 68. Noads Festfäle, Brunnenstr. 16. Dlböter, Usedomstr. 33. Roeivers Festfäle, Elisabethkirchstr.14 Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Schuster, Aderstr. 144. F. Wilkes Feftfäle, Brunnenstr. 188. Bum Sängerheim, Veteranenstr. 18 Ballschmieder, Badstr. 16. Bernhard Rose- Theater, Badftr. 58. M. Gradhandt, Bellermannftr. 70. Gregory- Brauerei, Badstr. 67 Mar Hahn, Kolonieftr. 124. Leonhardt, Kolonieftr. 147. Marienbad, Badstr. 35/36( Inh. Nagel). Schmidt, Herm., Brinzen- Allee 33. Boltsgarten- Theater, Badstr. 8 ( Behm und Bellermannstraße). Schönhauser Vorstadt. Arndts Festfäle, Belforterstr. 15. Arnim- Festfäle, Schönfliegerstr. 22 Adolph Neumanns Klubhaus, Stolpischestr. 10. [ Allee 28. Berolina Festfäle, Schönhauser Bier- Sprudel, Gaudystr. 10. Brauerei Bögow, Brenzlauer Allee. Brauerei Groterjan, Schönhauser Allee 130( Inh. Stein). Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Allee 176. Brauerei Gabriel út. Jäger, Delon. Wendorf, Zehdeniderstr. 10. Brauerei Stönigstadt, Defon. Rob. Liebing, Schönhauser Allee 10. D. Hoffmann, Kaftanien- Allee 23. Forper, Prenzlauer Allee 165 ( Ringbahn- Station). Fröbels Allerlei- Theater, Schön. hauser Allee 148.[ garberftr.3. Genossenschafts- Wirtshaus, Star Kopenhagener Klubhaus, Hube, Kopenhagenerstr. 74. Maertins Festsale, Pappel- Alee 25. Dbiglos feitfäle, Schwedterst.23/ 24. Brater Theater, Kastanien Allee7/ 9. Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148A. Saner, Schönhauser Allee 134a. Lotal- Kommissions- Mitglied: R. Henschel, Wollinerstr. 51, IL F.Göride, Wirtshaus ,, Bur Tanne", Nordbahnstr. 11. Otto Brudner, Provinzstr. 81. Hermann Giese, Hausotterstr. 55. E. Großmann,„ Schönholz. Flora", Provinzstr. 76. Herm. Falt, Familien- Restaurant, Hausotterstr. 43. Schlachtensee. Beelighof, T.-B. Sommerfeld.( Schwiebus.) Wilhelmshöhe und Zum Kurfürsten, Bahnhofstraße. Raftanienwäldchen, Inh. Krüger, Sommerfeld b.Kremmen.P.O.H frei; alle anderen Lotale gesperrt. Brauerei Weber frei. Schmargendorf. T.-B. Barthel's Wirtshaus, Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. Westen, Tegeler Chaussee.indenbaum", Spandauerstr. 40, Ernst Muster, Berlinerstr. 29. I. Franke, Eichbornstr. 18, Ede Augusta Bittoria- Allee. J. Gördes, Waldschlößchen, Waldstraße 50/51. W. Otto, Berlinerstr. 113/114. Engel, Eichbornstr. 73. Eichborn Säle, H. Krenz, Eichbornstraße 60. Aug. Bettwell, Wilhelmstr. Reppen( D. u. W.- Sternberg). Verkehrslokal:„ Hotel Karl". Alle übrigen Lokale gesperrt. Rixdorf. T.-B. Vereinshaus am Richardplak gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Röntgenthal. N.-B. E. Braun, Restaurant Röntgenthal. Rosenthal. N.-B. e. Stabelig, Gasthof Bur Mühle", Hauptstr. 38. Rudersdorf( Dorf). K.-B. R. Marg, Luisenstr. 31. Büdersdorf( Raltb.). N.-B. Grewe, Gasth.z.Linde, Heinigerst.19. H. Möller, am Stallsce, Starlstr. 8. Rudow bel Johannisthal T.-B. Verkehrslokal: Aug. Palm, Köpeniderstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf 6. Teltow. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Rummelsburg. I.-B. Me Lotale frei. Saarmand( Luckenwalde). Hildebrandt. Saatwinkel. P.-0.-H. Alle Lokale frei. Sachsendorf. ( Cottbus- Spremberg.) Aug. Dobring. Saero.( Gorau- Forst.) Bw. Ziegler, Brauerei. Sadowa. T.-B. Plugs Rest. a. d. Dberspree. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Zur grünen Zanne. Schenkendorf. T.-B. Dtto Pätsch( Saah). Scheuno.( Sorau- Forst.) G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß). * Schildhorn. P.-0.-H. * Hans Righaupt. * Schmidt, Wirtshaus Schildhorn. * Schröder. Schildow. H.-B. Alle 2otale gesperrt Inh. Ad. Pöttscher. Schmellwitz( Cottb.- Sprembg.). Alb. Lobedan u. Otto Hoffmann. Schmertzke bei Brandenburg a. d. H. Restaurant Geride. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof Zur Balme", am Seddinsee, Herm. Peter. " Noad, Restaurant Zum Seddinsee. Murfeldt, Seglerschloß". Wald- dyll", Witwe Lorenz. Schöneberg. T.-B. Alle Säle frei. 13 Schöneiche- Schönebeck, H.-B. Emil Süßmilch, Waldschloß. Schönerlinde. N.-B. Sperrlieski. Schönfliess. N.-B. Restaurant Schirmer gesperrt. Schönholz. N.-B. H. Ramlow, Kastanienwäldchen", Schönholz 14. B. Baumgärtner, Bartrestaurant, Schönholz 11.[ holzer Weg 31. H. Papriz, Birkenpart, SchönSchönow. N.-B. Otto Schulze. Schönwalde i. d. M. N.-B. H. Schulz. 2. Liebenhagen. Gust. Dornemann, Internat. Sportshaus a. Gorinsee. Schulzendorf. N.-B. Rest. ,, Hubertus", Triller. Schwanebeck. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Schwedt a. 0. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwiebus. Gasth. z. deutsch. Eiche, Groffenerstr. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Gold. Stern, R. Schüler, Angerstr. Weißer Schivan, Rutschlauerstr. 3. weißen Lamm, R. Weber, Poststr. Seifersdorf bei Sorau. Alle Lokale frei. Senftenberg II ( Calau- Ludau). Beusters Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale frei. Slamen.( Cottb.- Sprembg.) E. Fischer; Rest. F. Lemke; Adolf Jurt, Bellevue. Slamen Ziegelei: Otto Hoffmann. 7 Sonnenburg. ( D.- u. W.- Sternberg). Wilh. Greiser und Hotel Friz Eichler, Prinz Albrecht, ftraße. Flora. Sorau. Gasthof zur Elle. Gasthof zum goldenen Anker. Spandan. P.-0.-H. Verkehrslotale: Paul Kumle, Schönwalderstr. 80. St. Schwabe, Seegefelderstr. 54/55. E. Stopnids Ball- Salon, Pichels. dorferstr. 39. Gust. Borchardt, Seeburgerstr. 26. Ullrichs Ballsalon, Havelstr. 21. Jnh. Böhle. Spreenhagen. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Spremberg. Paul Heinze, Gesellschaftshaus. Baul Robelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Springelberg. N.-B. Restaurant Fathte. Staaken. P.-O.-H. Gasthof Bum braunen Hirsch", Hamburger Chaussee. StahnsdorfKlein- Machnow. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Steglitz. T.-B. Frei: Schellhase, Saal u. Garten Ahornstr. 15a, u. Birkenwäldchen Saal und Garten, Schüßenstr. Steinfurt. 0.-B. Wilh. Schleusener.. Stolpbrück. H.-B. Wilhelm Lehmann. Stolpe a. d. Nordbahn. H.-B. Bergemann, im Dorf. Storkow. T.-B. Hermann Schloß, Rathaus Hotel, Markt 12. Stralan. N.-B. Alle Lokale frei. Strasburg( Udermark). Schwarzer Adler. Strausberg( Stadt). Restaurant Franz Magnus Wilhelmstraße. Karl Albrecht, Bürgergarten, Wriezenerstraße. Strausberg( Borst.u.Umg.). Landhaus Wolfsthal See bad Schlagmühle Rot täppchen Neue Spizmühle Alte Spigmühle- Reft. zum Hungrigen Wolf. Mönchwinkel, H.-B. Alle Lokale gesperrt. Mönchsmühle b.Schildow N.B. prinzen. Wilh. Kranich, Gasthof zum KronMittenwalde. T.-B. Rest. zur Mühle, Inh. E. Lier. Miersdorf. T.-B. Alle Lotale gesperrt. Marzahn. I.-B. Nieder- Schönhausen.| Thieles* Schröder, Nest. Reichsgarten. Seeschloß, Haase- Braueret. 5. Kühne, Rest. Staisergarten. " Pichelsberge. T.-B. Gesellschaftsgarten, Bismard- u. Kirche und Waldstr. Gesperrt: Liedemit, an der N.-B. Schönhausen, Linden- u. Kaiserin Schloß Rheinsbergs Gartenlokal( C. Rupp Kaiserin Augustastr. Pichelsdorf. P.-O.-H. recht). Mückenberg 6. Guben. Fleischer, Wittenbergerstraße. ( Zauch- Belz.- Luckenw.) Alle anderen Lokale frei. hof, Kaiser Wilhelm- u. Eichenstr.* Wilh. Radwit. Augustastr. * P. Schmidt, Hotel Wilhelms- Pichelswerder. P.-0.-H. Lenz. Alle Lokale frei. Müggelheim. T.-B. Neuer Grund", Schönborn. Alle Lokale gesperrt. Münchehofe. N.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstraße. Ad. Baersch, Woltersdorferstraße. Mühlenbeck. H.-B. August Schulze Nr. 91. Niemegk straße 31. May Singer, Voltsgarten, PriesterNowawes T.-B. Straffes Lofal frei. Nossdorf.( Sorau- Forst.) Alles andere frei. Gesperrt: Café Asmus. Nordend. N.-B. Schüßenhaus, Inhaber D. Kumte, Ob.- Schöneweide. H.-B. gesperrt. Alle anderen Lokale mit Tanzsälen Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Nahmitz bei Lehnin. Ernst Schmidt, früher Kaiser- Saal Scholz, Marktstr. 16. Nauen. P.-O.-H. Chauffeeftr. 33. Dimar, Bechliner Chaussee. Neu- Ruppin. Klub- Haus( Dietrich). Rest. Bellevue( Jos. Reichelt). mann). Gasthof zur Schleuse( B. Thor. Neumühle. T.-B. Gasthof Treplin frei. Neu- Golm. T.-B. Wiese, Nest. Zur Vogelwiese. Haaker, Wald und Seeschloß. T.-B. Neu- Dabendorf b. Zossen. Wilh. Bedmann. Neubrück. P.-O.-H. Aug. Wünsche. Neuenhagen. H.-B. Fischwassers Lokal. Nehesdorf.( Calau- Ludau.) Bungart, Zur Römerschanze". Nedlitz. P.-0.-H. Oderberg i. M. helminenhofstr. 18. Verkehrslokal: E. Kausbolt, Wil Alle Lokale frei. brandenburgerstr. Reicherts Etablissement, Neu. Prenzlau am Bahnhof Charlottenhof. Alte Louisenstr. 32, Schulz, Elisabethstr. 18. Kaiser Wilhelmstr. 38 und Georg Verkehrslokale: Wilh. Ladenthin, Potsdam. P.-O.-H. Restaurant Kühl, Zentralherberge. Plane a. H. Bereinshaus. Frankfurt- Lebus. Plathkow bei Gusow. tehrslotal: Freunds Inselgarten. Ber Bruder, Wilhelmshöhe.. Königgräßer Garten.-* Herm. Viktoriagarten, Zum Schweizerhäuschen. Pritzwalk( Ost- Prigniß). Prenden. H.-B. Engelhardt. Carl Trebesch, An der Schnelle 67. Gesperrt: A. Irrlis, Sur grünen Pumpe( Cottbus- Sprembg). hausen( Saal), Schüßenstr. E. Schumann, Waldhaus SandBraun, Kurfürstenstr. 48( Saal). Oranienburg. N.-B. Alle anderen Lokale frei. Aue" und Schüßenhaus". Landsberg. N.-B. Radebrück 6. AltAlle Lokale gesperrt. Putlitz.(.- Prigniß.) Bw. Kubo, frei. F. Heider, Verkehrslokal, Mühlen- Wilhelmsruh", Juh. Schulz. ftraße 31. Restaurant Bur Dubrow". Pätz bei Gr. Besten. T.-B. Berthold Gerths Lokal. Lehmann, Cottbuser Vorstadt. Ernst Stegling, Reichshallen. Peitz ( Lenz). ( Donay) und Rest. Havelschloß Restaurant Endrigat, Eichenhain Papenberge. P.-0.-H. Ausschant, Berlinerstr 80/82. Baldschlößchen, Schulz, Goſenerstr. A. Auerbach, Willners Brauerei Renters Boltsgarten, Schloßftr. 2. Neu- Zittau. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofstr. Rozydi, Gesellschaftshaus, Kreuz[ straße 3/4. straße 113. Neuzelle( Guben). Zum Roland, C. Müller, Bollant. Großkurt, Feldschlößchen", Ber [ linerstr. 27. Friedrichstr. 12. W. Warlich, Paradiesg., Kaiser Berlinerstr. 102. " Bum Kurfürsten", Ebersbach, Buge, Vereinshaus, Schulzestr. 28. Jul. Redow, Dameronstr. 19. Pankow. N.-B. Nieder- Schöneweide. Kein Lokal fret. ( Oberhabel) P.-0.-H. Nieder- Neuendorf Gust. Heiß. M. Mörschel; Rest. ,, Ziegenhals", Zum Sportshaus" Biegenhals", Niederlehme Abbau. T.-B. Müllers Restaurant, Inh. Stärkow. Niederlehme. T.-B. Gesperrt: dan", T.-B. ( Cottbus- Spremberg). „ Neptunshain",.Se Petersdorf b. Ketschendf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Perleberg. " Neuer Strug". Verkehrslokal: Jul. Fischer, Ber Alle anderen Lokale find frei. linerstraße 92. Petershagen. I.-B. Gasthof Ferd. Roggisch. Otto Bräfike. 6 Reinickendorf. A. Müller. Gasthof zum großen Stein, Inh. Gasth. 3. Löwen, Inh. Baul Heinze. Rauen. T.-B. Rutkowskis Waldhaus. Rauchfangwerder. T.-B. Bentral- Herberge, Waldemarstr. 9. Schlachthausstr. 1 a. Oppermanns Volksgarten, Krystallpalast, Inh. Stockfisch. Rathenow. Verkehrsl.: Gafth. v. Bw. Klemm. N.-B. Alle Lokale frei. Rahnsdorfer Mühle. gesperrt. v. Müller, am Bahnhof, Alle Lofale inkl. Bärenhöhle Rahnsdorf. H.-B. H.-B. Schaller, Schönholzer Tivoli", D. Knebel, Hauptstr. 51. Kopenhagenerstr. 71. A. Schorsch, Zur Wartburg", F. Sadau, Residenzstr. 124. Residenzstr. 109. B. Lüde, Kastanienwäldchen", E. Kirsch ,,, Seepark", Markstr. 2/3. Osten. J. bahn, Nordbahnstr. 22. Weber, Restaurant zur Eisen Provinzftr. 69-72. Provinzstr. 79. Schiller, Zum Storchneft", Adlershof. T.-B. Beyers Gesellschaftshaus R. Kaul, Bismardstr. 15. Bollsteins Luftgart., Bismardstr. 24. Wirtshaus an der Banke. . Rest. Thom. Schmidt. Alt- Landsberg N.-B. Colonie Baufelde bei Fischers Gasthof, frei. Clettwitz.( Calau- Luckau.) Sul. Werner ,,, Zum Lindenbaum". 3. Rühn, 8um weißen Noß". A. Fischer, Fischersruh". Borsigwalde. N.-B. staurant, Fallenruh", Billa Kahl. Verkehrslokal: Carl Mentel, ReBohnsdorf. T.-B. Brauerei Buchwald. ( Büllichau- Crossen). Blankensee bei Mühlbock * Blankenfelde. H.-B. Blankenburg. H.-B. Provinz Brandenburg. Ahrensfelde. straße 3/4( Gehrke). Kaiser Friedrichgarten, SedanBismarckstr. 60. Adlershofer Garten, Inh. Dähne, mardstraße 10. Bis-* Stab. Alle Lotale gesperrt. H.-B. Oberreich, Schwarzer Adler", Straßen- Ede. Hoffmann, Kaisers und ChausseeChaussee. M. Klee, Waldkater, Wandliger Hörnide, Elysium", Stönigstor. Kunze, Gasth. Bum gold. Hirsch". Mühlentor. Großmann,„ Schüßenhaus“, Bernan. H.-B. Gasthof Köppen. Berkenbrück b.Luckenwalde. Gasthof Dunarsti. Berkenbrück b.Fürstenwalde. Restaurant Wille. Beetz b. Kremmen. P.-0.-H. Kein Saal frei. Beeskow. T.-B. Gasth. z. Stadt Beelig, Brüderstr.285 Beelitz i. M. Alle Lokale frei. Baumschulenweg. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Basdorf. N.-B. Gasthof z. Löwen( Bw. Schimming) Arnswalde. Alle Lokale gesperrt. Angermünde Gasthof z. grün. Baum( H.Möbius). Alt- Stahnsdorf. T.-B. Alle Lokale gesperrt. walde a. 0. Alt- Ranft bei FreienNeft. Lenz, Berkehrslokal. Alt- Mönchwinkel. H.-B. Alle Lofale gesperrt. Alt- Landsberg. H.-B. Stern", H.Saß, Grünauerstr. 29. Berfehrsl.: Wirtshaus Zum gold. Alle Lokale frei. Alt- Glienicke. T.-B. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-O.-H. Café Belgoland, WilhelmsdorferBürgerhalle, Gr. Gartenstr. 1. der Spree. Bolksgarten, Bergstr. 20. Gust. Schulz, Zum grünen Strand Brandenburg a. d. H. Rob. Müller, Kap d. guten Hoffnung Bötzow. P.-0.-H. Fr. Rhinow. Herm. Stolfivit, Stonzerthaus. A. Boywodt, Schi.Adl., Mittelstr.12 Starnante, zur Krone. August Schulz, Friedr.- Wilhelmstr. Biv. Flohr, Schüßenhaus. Bornstedt- Bornim. P.-0.-H. Dröscher, Bur Meße. A. Döring, Gesellschaftshaus. Alle Lokale frei. Cottbus. Jacobi, Plantagenstraße 25/26. Cistrin- Neustadt. Schulz, Wachsbleiche. Alle Saallokale gesperrt. M. Wolt. straße 12. Dissenchen( Coltb.- Spremb.) Verkehrslokal: N. Klein, ChausseeAlle Lokale gesperrt. Buckow bei Britz. T.-B. D.- Wusterhausen. T.-B. Buch. H.-B. Alle Lokale frei. Restaurant zum Kaisergarten. Nagel, 3. Prinz.Heinrich".Pikoller. Dahme. Bruchmühle bei Alt- Landsbg. H.-B. Alle Lokale gesperrt. Dahlem. T.-B. Britz. T.-B. Sämtl. Säle frei. Bettermann, Wilhelmsdorferstr.111 Bogelwiese( Wiese). Wald- und Seeschloß( Haaker). straße 3. Zentral- Herberge. Gasthof zur Mühle, Wollenweber- Bum deutschen Kaiser( G. Fiedler). ftraße 17. Dabendorf b. Zossen T.-B. ( Frankfurt- Lebus) Drewitz. T.-B. Domsdort( Soraú- Forst). ( Ruppiner Kanal) frei, Buckow.( Märt. Schweiz.) Döhringsbrück. P.-0.-H. Koal. Gr.Buckow Cottb.Spremb. August Buhlmann, Potsdamerstr. Otto Stolbe, Budow, Lindenstraße. Anfragen sind zu richten an: Rich. Reinsch, Schweizerhaus". Marie Elias, [ buser Chauffee. Driesen. Berkehrslokal: Gratias Stadthof. Drossen( D.- u.W.- Sternberg) [ ,, Roß- Trappe". haus". A. Bartsch, Rosinenstr. 3, Bolts Charlottenburg. T.-B. Carow. H.-B. Breitkopf. Ernst Liesche, Weberstr. 36. ( Saal). Caputh.( Bauch- Belzig.) Eduard Eisrath, Gasthof a. d. Kott- Ferdin. Buchholz, Rittergutsgarten Ferd. Müller, Spandauer Chauffee, Auguste Bittoria- Säle( Körting), Eiche b. Botsdam. P.-0.-H. " Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, Alle Lotale gesperrt. Leftfäle". Eggersdorf b.Strausberg, H.-D. Waldkater". May Fallnich, Tegeler Weg 40, Schröders Voltsgarten, Freien sammlungslokal)[ walderstr. 8. werderstr. 55.( Berkehrs- u. Ber Restaurant Bur Mühle", Eich Eberswalde. Lutherstr. 31/32. radiesgarten". B. Fiedler, Tegelerweg 63, Pa- Bum Rutschberg( Brunow) gesperrt. haus". F. Kant, Tegelerweg 38/39 ,,, Wald[ gnügungspart". Eichwalde. Erkner. Wittes Waldschlößchen. N.-B. T.-B. Pferdemarkt, Königsdamm. Alle anderen Lokale frei. Salomon, Charlottenburger zur Traube" gesperrt. Höhne, Tegelerweg 74/75 ,,, Ber. Rest. Klosterhof" und" Gasthaus „ Gesellschaftshaus", Inh. F. Lindstedt, Biesdorf. H.-B. Nothwald, a. Bahnhof, Kaiserstr. 82. Berlinerstr. Heins Bindow. T.-B. gesperrt. Biesenthal. B. Fengler, Dorfstr. 30/31. Alle Lokale Alle Lotale gesperrt. Birkholz. N.-B. H. Schulz, Baradiesgarten". Birkenwerder. H.-B. Alle Lokale gesperrt. zum Englischen Am Spand. Schiffahrtskanal: Garten, Salzufer 1 a. Eulo ( Sorau- Forst). Falkenberg. manns Lokal frei. A. Schulze, Brauerei und Pfiz Mar Broß, Gasth. z.deutschen Kaiser. Falkenhagen b. SeegeBruno Woiths Kastanienwäldchen. Nur die„ Carlsburg" frei. K. Dyd, Deutscher Kronpring". Wiemer, Karlshof". Rudolph ,, Klostergarten". Fangschleuse. H.-B. feld. P.-0.-H. P. Schöneberg. Baul Fritsche, Heideschlößchen",&.Schulze, Hotel Bum Dampfschiff" Königsdamm. 8 Fr.Karolewsky, Restaurant Werksee.