Nr. 91. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. mummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsBreisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fctt. gebrudte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition i bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlia". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 16. April 1908. Lehrermangel und Lehrermangel.feb die Grundfäße fehlen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Wahlrechts- ,, Aufruhr“. ersehen worden. Tews ist ein waschechter Liberaler, immer stellt sich bei ihm zur rechten Zeit ein Wort ein, wo die BeDas jüngste Beispiel von Mannestro hat er erst fürzlich gegeben, als er sich mit der von ihm geleiteten Gesellschaft in der Bibliotheksfrage dem die Verhandlung fortschreitet, Der große Aufruhrprozeß" zu Moabit erweist sich, je weiter In den Kreisen der deutschen Volksschullehrer rüstet man ehemaligen Eisenbahnbeamten, jezigen Kultusminister Holle leiner Prozeß oder ein Prozeß um Kleinigkeiten und Klein als ein im Grunde recht auf die zu Pfingsten in Dortmund stattfindende Deutsche gehorsamst unterwarf. Freilich wird Tews von einigen ver- lichkeiten. Lehrerversammlung. Da der Termin dieses Kongresses bissenen Finsterlingen und orthodoxen Eiferern angefeindet; daß einer Wenn nicht die Zeugen bisweilen belundeten, seit langem feststand, so ist den Lehrern insoweit kein Vor- aber es hieß doch mit Kanonen nach Spaßen schießen, als in Scharen, in deren Nähe die Angeklagten festgenommen wurden, der Angeklagten oder Demonstrantenzüge und wurf daraus zu machen, wenn sie die Zagung nicht mehr zu der vorlegten Nummer der Pädagogischen Zeitung" der Hoch das allgemeine Wahlrecht! Nieder mit Bülow!" gerufen einer bedeutsamen Kundgebung für die preußischen Landtags- gesamte geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Lehrer- haben, nichts würde an das große politische Ereignis erinnern, das wahlen ausnuten tönnen. Aber wir müssen leider annehmen, vereins mit tomischer Grandezza für Tews in die Schranken seinen Schatten auf diesen Prozeß wirft. Zum Schaden der An daß der Dortmunder Lehrertag auch dann keine Stellung zu trat und gegenüber dem Verein zur Erhaltung der evange- geklagten, denn dieser Schatten läßt die Taten, der sie beschuldigt den Wahlen genommen hätte, wenn er noch vor den Ur- lischen Volksschule in einer feierlichen Erklärung versicherte, werden, in den Augen der Polizei und des öffentlichen Anklägers wahlen stattgefunden hätte. Hat doch die Königsberger daß Tews gar nicht ein so gefährlicher Sterl sei, wie es den ob auch der Richter, das muß sich erst noch ergeben weit Tagung im Jahre 1904, die unmittelbar nach dem Bekannt- Anschein habe. So wisset denn, daß er Hans Schnock, der schlimmer erscheinen, werden des schmachvollen Kompromisses in der Schulunter Schreiner ist, kein böser Löw' fürwahr, noch eines Löwen denen, die heute unter der Anklage des Aufruhrs stehen, als sie sind. Die meisten on haltungs- und Schulverpfaffungsfrage stattfand, nicht einmal Weib." über dieses schamlose Attentat auf die ohnehin dürftige Frei- Tews zeigt durch die Thesen, die er dem Dortmunder zu verantworten haben. Denn es wäre gar nicht möglich, die würden sich sonst wahrscheinlich wegen weit harmloserer Delifte heit der preußischen Volksschule ein deutliches Wort gesprochen. Lehrertag vorlegen will, daß er weder bis an die eigentliche Kleinen, lofen, zusammenhanglosen Personentrupps, in denen sich Die deutschen Volksschullehrer sind sich leider der in Ursache des Lehrermangels gedrungen ist, noch die durch verschiedene der Angeklagten befunden haben sollen, als Zusammen, ihrer Gesamtheit schlummernden Straft noch nicht bewußt ge- greifenden Mittel zu seiner Beseitigung erkannt hat. Tews rottungen zu betrachten, die mit vereinten Kräften Beamte in der worden, sie fühlen sich noch zu sehr als Beamte mit der fieht die Ursache lediglich in der den Anforderungen und dem rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes durch Gewalt oder durch Bes üblichen staatstreuen Gesinnung, als daß sie es wagten, mit Wesen des Volksschulamts nicht entsprechenden materiellen drohung Widerstand leisten oder sie tätlich angreifen wollten, wenn ungestümem proletarischen Troke an den unwürdigen Fesseln und amtlichen Stellung der Volksschullehrer sowie in man sie nicht mit den Zügen der Wahlrechtsdemonstranten in zu rütteln, in die junkerlich- bureaukratischer Hochmut die Volks- der unzwedmäßigen Organisation des Lehrerbildungs- organische Verbindung brächte, denen die obige unfinnige Absicht schule und ihre Lehrer zwingt. Der Deutsche Lehrerverein wesens." Das sind auch schon wieder Folgeerscheinungen fälschlicherweise von Polizei und Anklage zugeschrieben wird. Weil zählte Ende 1907 in 46 Vereinen 116 284 Mitglieder. Das der eigentlichen tieferliegenden Ursache, die nirgends eine im Verhältnis zu den vielen Behntausenden von Demonstranten bedeutet zahlenmäßig eine Organisation von gewaltiger wo anders als in dem voltsbildungsfeindlichen Wesen der fleine Anzahl von Menschen sich angesichts des Vorgehens der Stärke. Und auch organisatorisch ist der Lehrerverein in herrschenden kapitalistischen Wirtschaftsweise zu suchen ist. Bolizei nicht zu beherrschen vermochte und ihrer Erbitterung in mancher Beziehung mustergültig. Aber der Geist, der diese Die Herrschenden Klassen brauchen keine bessere Bildung der Borten und Geberden Luft machte schließlich auch gegenüber machtvolle Korporation erfüllt, ist nicht mustergültig. Soweit Arbeiter, ihrer Ausbeutungsobjekte, als sie die jeßige erbärm Beamten, mit deren Säbeln oder Fäusten sie noch nicht zusammenüberhaupt von einem einheitlichen Geiste geredet werden kann liche Voltsschule schafft. Sie brauchen kaum so viel, wie sie geraten war. gerade in den letzten Jahren gibt es auch der inneren liefert, und wenn nicht der unabläffige trogige Druck von hauptung der Polizei zu sogenannten tätlichen Angriffen" auf Nur an ganz wenigen Stellen ist es nach Be Kämpfe im Lehrerverein genug ist es der Geist des steif- unten wäre, würde es um die Volksschule noch viel fläglicher Beamte gekommen und diese Angriffe stellen sich bei näherer Beleinenen Liberalismus, der in Worten ebenso schwagschweifig bestellt sein. Wo immer die herrschenden Klaffen, Junter wie trachtung meist als instinktive Versuche heraus, einer drohenden und ruhmredig wie in Taten armselig und feige ist. Bourgeoisie, der Boltsschule einen Fußtritt versehen können, Berhaftung zu entgehen aber Polizeibiebe abzuwehren. Es ist mit dem Lehrerliberalismus ebenso bergab ge- tun sie es mit Bergnügen, sei es in der Frage der Schulgangen wie mit dem Liberalismus überhaupt. Ja, die Höhe, aufficht, der Schulunterhaltung, der Lehrerbesoldung, der zurüdschreden, wenn sie zuungunsten von Leuten sprechen, die mit Vor welch fühnen Annahmen Polizeibeamte bisweilen nicht von der der Lehrerliberalismus in unaufhaltsamem Zuge Schulorganisation. Das legte Mittel zur Beseitigung der ihnen in Konflikt geriefen, das zeigt eine Episode, die, erheiternd herabgeglitten ist, ist fast noch steiler als die schiefe Ebene des Schulmifere besteht deshalb im rücksichtslosen Kampfe gegen wirken könnte, wenn sie eben nicht auf eine schwere Gefahr für den politischen Liberalismus.. Wenigstens soweit einzelne hervor die schulfeindliche herrschende Gesellschaft, besteht in Preußen Bürger hinwiese. Der nichtuniformierte Kriminalschußmann, der ragende Führer in Betracht kommen. Die Differenz Diester- gegenwärtig in der möglichst entschiedenen Führung des Wahl- den Angeklagten Priebe verhaften ließ, meinte, dieser habe geweg- Stopsch ist noch klaffender als die zwischen Waldeck und rechtskampfes, um durch Erlangung des allgemeinen, gleichen, mußt, daß er es mit einem Polizeibeamten zu tun hatte. Das Biemer. Allerdings hat Diesterweg seinerzeit schon Slein- geheimen und direkten Wahlrechts zum preußischen Landtage habe er an dem Fahrrad erkennen müssen, das er( der Beamie) bei geister, wie sie heute im Liberalismus das große Wort den Junkern, Pfaffen und Schlotbaronen das Bildungsmonopol fich hatte, denn dieses Rad sei durch seinen Anstrich als Polizeirad führen, gekannt und mit solcher ungeschminkten Deutlichkeit zu entreißen. fenntlich gewesen. Die Verteidigung parierte die Bekundung sehr gekennzeichnet, daß es sich verlohnt, diesem interessanten Tews richtet in seinen Thesen zum Schluß überflüffiger- glücklich durch eine Vernehmung des Polizeihauptmanns Stephan, Rapitel gelegentlich eine besondere Betrachtung zu widmen. weise an das deutsche Volk" die Mahnung, seine Schule so der nun zur Erheiterung der Anwesenden erklären mußte, daß er In Dortmund geht den zwei Hauptverhandlungsgegen zu schüßen und zu pflegen, daß sie die nationalen Stultur- ganz genau und bestimmt die Farbe der Polizei- Fahrräder nicht ständen wiederum wie üblich ein Festvortrag voran, den güter( ohne Kulturgüter" fann Tews keinen zusammen- anzugeben wisse. Was der Polizeihauptmann nicht weiß, soll der diesmal der Marburger. Universitätspädagoge Natorp über hängenden Sah mehr schreiben) der gesamten Voltsjugend zu Bürger wissen! Volt und Schule Preußens vor hundert übermitteln und die geistigen und sittlichen Kräfte des jungen Jahren und heute" halten wird. Wenn Natorp mit Geschlechts zur vollen Entwickelung zu bringen vermag." Das über die 16 Einzelanklagen, die Weit wichtiger und bedeutsamer als die Beweiserhebung gestern verhandelt wurden, der Tapferkeit reden würde, die er gelegentlich als Schrift eigentliche Volt", die Arbeiterschaft, bedarf dieser Mahnung war der Nachtrag zur Erörterung der Polizeiattade an steller allerdings wissenschaftlich verklausuliert bewiesen nicht; durch ihren opfervollen rücksichtslosen Stampf auf der Gertraudtenbrüde, den die Mittwochsizung brachte. Es hat, so müßte sein Festvortrag eine einzige donnernde Anklage politischem und gewerkschaftlichem Gebiete dienen die Arbeiter ergab sich, daß im Moment, da der Polizeileutnant Busch mit gegen die Erbärmlichkeit der Schule von heute werden. der Schule mehr als alles liberale Gerede jemals getan hat. feinen Beamten die Friedrichsgracht gegen die Gertraudtenstraße Natorp ist ein guter Pestalozzikenner, und auch Fichte ist ihm Beffer wäre es gewesen, Tews hätte diese Mahnung an seine absperrte, der Zug der Demonstranten bis auf 4, 5 Schritt an die vertraut genug. Wenn er nur den zehnten Teil der rücksichts- Parteigenossen, an die Liberalen gerichtet, die die Schule sehr Gertraudtenstraße herangekommen war. Die Schlacht aber, losen Offenheit Pestalozzis und der stürmenden Draufgängerei wenig pflegen; die sie genau so verächtlich behandeln wie die die die Schutzleute unter Polizeihauptmann Stephan, der LeutFichtes aufzubringen vermöchte, so würde das genügen, Junker, wenn sie irgendwo die Macht in Händen haben; die nant Busch gleich darauf ablöste, den Demonstranten geliefert haben, dem Dortmunder Lehrertage eine Duverture auf- fich sogar mit den schlimmsten Schulreaktionären zu einer hat sich etwa 100-150 Meter von der Gertraudtenstraße ab in der zuspielen, wie sie in unseren Zeiten feiger Servilität und widerwärtigen Blockgemeinschaft zusammengetan haben, und Friedrichsgracht abgespielt. Hauptmann Stephan selbst fagte aus, streberhafter Rechnungsträgerei geradezu unerhört wäre. Aber die in diesem edlen Vereine vor einigen Tagen ein Gesetz daß er mit seinen Leuten im Laufschritt tief in die Friedrichs Natorp ist ein deutscher Professor, und daß auch er aus seiner verabschieden halfen, durch das die geistigen und sittlichen gracht hineingekommen sei, ehe er vor der Spiße des Zuges Halt Haut nicht heraus tann, das hat er bei dem Bremer Schul- Kräfte des jungen Geschlechts" zur vollen Verkrüppelung gemachte. Die logische Folgerung ist, daß der Bug in den wenigen Augen fampf bewiesen. Auch er hat es nicht fertig gebracht, mit bracht werden sollen. blicken, die zwischen dem Rückzug des Leutnants Busch und dem 11m " den Bremern entschlossen für die volle Weltlichkeit der Schule Im zweiten Hauptthema soll die Notwendigkeit Gintreffen des Hauptmanns Stephan lagen, bereits eine erhebliche einzutreten; er fand Gründe- tiefsinnige und wissenschaft- und der Wirkungstreis einer Reichsschuletrede zurüdgewichen war! Daß also zur Befürchtung, der Zug liche natürlich!, die ihm ermöglichten, von den radikalen behörde für Volksbildung und Volksschulwerde sich auf die Polizeifette stürzen, um sie zu durchbrechen, Stürmern in Bremen abzurücken. Diese Vorsicht hat Natorp wesen erörtert werden. Referent ist der Blockgenosse nicht der mindeste Anlaß borlag, daß die ganze blutige damals manche seiner früheren Freunde entfremdet. Inzwischen Reichstagsabgeordneter Sommer aus Burg bei Magdeburg. Attade unnötig und finnlos war! Im blinden Eifer für seinen ist die radikale Richtung in Bremen vorläufig wieder von der Die Notwendigkeit eines Reichsschulamts ist schon vor Jahren König und Herrn hat Polizeihauptmann Stephan nicht Zeit ge iveniger radikalen überſtimmt worden und Natorp wird an dieser Stelle ausführlich dargelegt worden. Und auch im funden, sich über die Sachlage richtig zu informieren. Er hatte Männer wie Holzmeier und Lüdeking nicht vor sich sehen. Reichstage ist von der sozialdemokratischen Fraktion schon schon stundenlang den Feind" erwartet, es war anscheinend aus Da mag es denn sein, daß Natorp selbst wieder einer der mehrere Male eine reichsgesetzliche Regelung des gesamten gemacht für ihn, daß der Tag einen Angriff der Sozialdemokratie radikalsten in Dortmund ist. Schulwesens befürwortet worden. Die Thefen des Referenten bringen müsse, so daß er angesichts des schon weit zurückgewichenen Das erste Hauptthema der diesjährigen deutschen Lehrer- auf dem Dortmunder Lehrerkongreß tragen eine imperialistische Demonstrantenzuges nicht mehr zweifelte, den Feind" vor sich zu versammlung betrifft den Lehrermangel nach seinen Tendenz an der Stirn, die wir rundweg ablehnen. In haben. Und da die Menge vor dem Aufgebot des Hauptmanns Ursachen und Wirkungen. Das ist eine sehr zeit- anderer Beziehung aber drücken sich die Leitsäße so vorsichtig nicht schnell genug zurüdging, offenbar, weil sie durch das vorhergemäße Frage. Wohl gibt es auch eine pädagogische Reserve- und zaghaft aus, daß sie gleichsam für ihre Forderung von gehende Zurückweichen schon eng zusammengepreßt worden war, Aber sie setzt sich nicht aus.arbeitslosen Lehrkräften, vornherein um Entschuldigung zu bitten scheinen. Es ist leider kaum so begann die Schlacht.... sondern aus Hunderttausenden deutscher Schulkinder zusammen, anzunehmen, daß der Lehrertag selbst den Thesen noch das Eine Ortsbesichtigung, die das Gericht auf Antrag der Ver. die so gut wie feinen Unterricht und noch weniger Erziehung Rückgrat steifen wird. Die Regierung und die herrschenden teidigung nach Schluß der Verhandlung in der Friedrichsgracht genießen. So fraß ist der Mangel unterrichtlicher Versorgung Parteien werden sich freilich weder so noch so um die Beschlüsse selbst vornahm, hat den Gindrud, den der Vergleich der Aussagen hier und da, besonders in Preußen, daß Präparanden und des Lehrertages fümmern. des Hauptmanns Stephan und des Leutnants Busch hervorrief. armee. Seminaristen schon mit allen Mitteln moderner Reklame an- Und das wird so lange auch in Zukunft nicht geschehen, noch wesentlich verstärkt. geworben werden, um nur die allerärgsten Blößen zu decken. wie die deutsche Lehrerschaft geduldig am Gängelbande des Heute wird die Beweisaufnahme nach Bernehmung einiger Damit ist erzieherisch natürlich nichts geholfen, denn abgesehen Liberalismus marschiert. Erst wenn sie zum proletarischen noch nachträglich benannter Zeugen geschloffen werden, worauf die davon, daß auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege schon Klassenbewußtsein erwacht ist, erst wenn sie in proletarischem Blaidoyers beginnen. Die polizeilichen Wahlrechtsdemonstranten rein zahlenmäßig nicht viel erreicht wird, eignet sich auch zum Troge den herrschenden Stlassen die Zähne zeigt und ihnen Staffube und Draber bleiben dank der Fürsorge des Herrn Polizei Lehrer nicht jeder beliebige Jüngling, dem anderswo das Glück die Fäuste unter die Nase hält, wird die Lehrerschaft sich präsidenten davor bewahrt, auf dem Zeugenstand zu erscheinen und nicht recht blühen wollte. Achtung verschaffen. Aber dazu gehört viel Mut und Opfer- über ihr Verhalten in den Demonstrationszügen Auskunft geben Zum Referenten über die Frage des Lehrermangels ist willigkeit. Und das sind rare Artikel in der deutschen Lehrer- zu müssen. Die Aenderung des Beweisthemas in dem Antrage der bekannte ehemalige Lehrer und jezige Generalsekretär der schaft. der Verteidigung, die die beiden Herren lediglich nach ihren Wahr Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung J. Tews aus- 1 nehmungen im Verlauf der Kundgebungen befragen wollte, hat den Herrn Polizeipräsidenten nicht bewogen, seinen Vertrauens- leuten die Genehmigung zur Aussage zu erteilen. Die Polizei bedient sich der Spitzel, aber sie sieht sie nicht gern dem Lichte der Oeffentlichkdt ausgesetzt. Das Spitzelhandwerl blüht nur im Dunkeln. Ver(lärM die HcaMion? Es war vorauszusehen, daß die vom sozialdemokratischen Zentralwahlkomitee festgelegte Wahltaktik dem Blockfreisinn wenig behagen würde. Diese neue Spielart des National- liberalismns hätte es ganz in der Ordnung gefunden, wenn die Sozialdemokratie die sogenannten freisinnigen Kandidaten bei Stichwahlen unbesehen unterstützt hätte, wofür dann die Fischbeck, Wiemer, Kopsch, Mugdan und Konsorten dadurch den Dank abgestattet hätten, daß sie ihrerseits jedem Reaktionär der Sozialdemokratie gegenüber zum Siege verhalfen. Da nun die Sozialdemokratie diesmal so wenig als im Jahre 1903 Leute in den Steigbügel heben will, die mit wirklichem Freisinn nichts gemein haben, als den mit trügerischer An- maßung annektierten Namen, gefällt sich die Freisinnspresse in heuchlerischen Verdächtigungen der Sozialdemokratie. So predigt uns die Tante Voß folgendermaßen Moral: „Die Hoffnung und der Wunsch einiger Genossen von der revisionistischen Observanz, die Partei möge jedenfalls diejenigen Kandidaten unterstützen, deren Wahl die Aussichten aus eine Wahl- resorm verbessern würde, sind unerfüllt geblieben. Der Zweck der sozialdemokratischen Wahlbeteiligung ist n i ch t die F ö r d e- rung der Wahlreform, nicht die Zurückdrängung der Rechten, sondern die Erlangung von Mandaten und die Agitation. Ob im Abgeordnetenhaus eine Mehr- h e i t einzieht, die die Schule unter daSJoch der Kirche beugt, die Selbstverwaltung einschränkt, die Einführung der geheimen Abstimmung verhin- dert, oder aber eine Mehrheit, die entgegengesetzten Anschauungen huldigt, ist dem Zentralwahlkomitee, das heißt der Parteileitung einerlei. Es ist alles.eine reaktionäre Maffe"." Ja, wenn es dem Freisinn so ernst mit der Befreiung der Schule vom Joche der Kirche ist, warum schließt er dann so zahlreiche Bündnisse mit den National- liberalen ab, die doch gerade die preußische Schul- Verfassung unterstützt haben? Und wie kann der Freisinn mit den Nationalliberalen zusammen gehen, da doch die Nationalliberalen am 10. Januar 1908 gegen die Ueber- tragung des Reichstagswahlrechts auf Preußen gestimmt haben! Warum will der Freisinn da nicht lieber die Be- dingungen der Sozialdemokratie erfüllen, warum will er nicht die Sozialdemokratie unterstützen, deren Zuverlässigkeit in allen Wahlrechts- und Kulturfragen über jeden Zweifel erhaben ist? I Der Freisinn sollte sich überhaupt hüten, auch nur an- beutungsweise der Sozialdemokratie vorzuwerfen, daß sie aus Parteiegoismus indirekt die Reaktion st ä r k e. Hat doch gerade der Freisinn bei der Reichstagswahl des Jahres 1907 die Reaktion der Wahlrechtsfcinde und Brot- Wucherer in nngeheuerlichstem Maße gestärkt. Und nicht etiva nur durch W ah lent Haltung, sondern durch direkte Unter st ützung des Konservativen oder Antisemiten! Bei den Stichwahlen 1907 hat der Freisinn der Rechten nicht weniger als 32 Mandate zugeschanzt! Infolge des Blockbündnisses unterstützte allerdings auch die Rechte den Freisinn und leistete ihm in 15 Wahlkreisen Hülfe. Aber dafür verhalf der Fr-eifinn der agrarischen Reaktion zu mehr als doppelt so vielMandateni Und daS, trotzdem dcrFreistnn 40 Prozent aller Mandate, nämlich 20 von 49, der syzial- dem o k r a ti s che n U nt erstü tz un g zu danken hatte! Will sich der Freisinn bei der Landtagswahl wiederum mit der Reaktion verbünden, so mag er das tun. Aber dann mag er auch gefälligst zusehen, wie weit er ohne sozial- demokratische Hülfe kommt! Auf den krampfigen Scherz, der Sozialdemokratie dann die Schuld an der Stärkung der Reaktion zuzuschieben, sollte er aber doch lieber verzichten! keia billige! fleisch, nur billige Hrbeitchrskt. Durch die Politik der Grenzsperre für ausländisches Fleisch ist. besonders nach Inkrafttreten der neuen Handelsverträge, die deutsche Bevölkerung a» der holländischen Grenze schwer getroffen worden. Die meist in der recht niedrige Löhne zahlenden Textilindustrie in Bocholt i. Wests, beschäftigten Arbeiter konnten sich früher immerhin hin und wieder ein Stückchen Braten leisten, indem sie über die mir eine Stunde entfernte holländische Grenze gingen und jenseits der schwarz-weißen Pfähle billiges Fleisch einkauften, daS sie in Mengen bis zu 4 Pfund zollfrei über die Grenze bringen durften. Mit dieser Herrlichkeit ist es seit In- krafttreten der neuen Handelsverträge vorbei. Die arme, fronnne Bevölkerung, die von der ZentrumSprefie über den Zweck der vom Zentrum unterstützten Zoll- und Grenzsperrpolitik in wohlverstandenem Parteiinteresse nicht aufgeklärt wird, glaubte in ihrer Harmlosigkeit, sie brauche der Regierung nur ihre Not zu klagen und sicher dürfe sie wieder zu den Fleischtöpfen Hollands zurückkehren. Der katholische Arbeiterverein, der natürlich von Geistlichen geleitet wird, die anscheinend ebenfalls die Schönheiten der Zentrums- Politik nicht kennen, richtete an den Bundesrat und an das Finanz- »nnisteriuin eine Petition, in der um die Gestattung einer zollfreien Einführung kleiner Quantitäten Fleisch für den Hausgebrauch gebeten wird. Diese am 20. Mai 1906 abgesandte Bittschrift ist erst dieser Tage, dafür aber auch in ablehnendem Sinne beantwortet worden. Bielmehr ist die Grenzsperre dieser Tage durch eine Bersügung des Regierungspräsidenten von Münster(v. Gescher) noch erheblich ver« schärft worden, denn nach§ 1 dieser Bersügung ist nun auch die Einfuhr von Heu und Stroh aus den Niederlanden verboten. Als Grund wird die Gefahr der Uebertragung der in den Niederlanden herrschenden Maul- und Klauenseuche auf den inländischen Vieh- bestand angegeben. Mehr Glück mit ihren Bestrebungen, billige« Fleisch zu erlangen. haben die Unternehmer. Allerdings, diese verlangen nicht billiges holländisches Schweinefleisch. Sie können das Fleisch de? teuren nationalen Borstenviehes bezahlen. Ihr Hunger zielt nach billigem holländischen Menschenmaterial. Und für dieses wird nicht nur Einfuhr- erleichterung geschaffen in Gestalt von Sondertarifen, jetzt soll auch eine von den Unternehmern projektierte Bahn, die hauptsächlich dem Berkehr holländischer Arbeiter mit den angrenzenden deutschen Jndustricplätzen dienen wird, aus den Mitteln der Allgemeinheit subventioniert werden._ Das Mental auf den galizifchen Statthalter. Aus Wien wird uns vom 13. April geschrieben: In einem Augenblick, da die politischen Kämpfe in Golizien schwächer geworden zu sein schienen, ist der Statthalter von Galizien von einem jmtgen ruthenischen Studenten ermordet worden. Den unmittelbaren Antrieb soll der 24jährige Student, der aus einer von nationalem Drange tief bewegten Familie stammt, in den Vorgängen gefunden haben, die die letzten LandtagSwahlen in Galizien ebenso ausgezeichnet haben, wie bisher alle Wahlen in diesem durch eigene und fremde Schuld so verwahrlosten Lande. Zwar ist der nationale Aufstieg der Ruthenen unverkennbar, und deutlich ist die Lkraft zu spüren, mit der sie die nationale Fremd- Herrschaft, die Herrschaft der polnischen Schlachtschitzen, wenigstens politisch abschütteln. Jahrzehntelang waren die ruthenischrn Ge- biete die Wahlbezirke der polnisch- chauvinistischen Feudale», und eS hat Zeiten gegeben, wo das mehr als drei Millionen zählende Ruthenenvolk im österreichischen Abgeordnetenhause überhaupt ohne Vertreter war. Diese Periode der dumpfen Unbewntztheit haben die Ruthenen sichtlich überwunden; und wie sie schon bei den RcichsratSwahlen fast alle Bezirke, die der Mehrheit der Bevölkerung nach ruihenisch sind, gegen den polnischen Ansturm behauptet haben, so haben sie auch bei den LandtagSwahlen merkliche Erfolge erzielt, wenngleich eS hier die List des SiatlhalterS zuwege gebracht hat. den größeren Erfolg den sogenannten Jungruthenen zuzuschanzen, den Rusiophilen, deren Begünstigung der polnische Statthalter zur Schwächung der nationalen Einheit der Ruthenen planmäßig betrieb. Die ruthenischen Abgeordneten vermochten eS nicht, die MißbrSuche im Wiener Parlament zur Sprache zu bringen— die Regierung hat durch einen parlamentarischen Trick ihre Dringlichkeitsanträge in den Hintergrund gedrängt— und ebenso hatten sie mit ihrer parlamen- tarischen Aktion für die Errichtung einer ruthenischen Universität wenig Glück. DaS alles mag den dumpfen Groll im Volke genährt und in dem fanatischen Jüngling die Stimmung zu seiner Frevellat ausgelöst haben. Die Ruthenen find allezeit die Paria? unter den Völkern in Oesterreich gewesen. Keine österreichische Nation hat im Staate und in ihrem Heimatlande weniger Macht, keine lebt unter so harren, sozialen und nationalen Drucke, keines Volkes Bedürfnisse sind der österreichischen Oeffentlichkeit so völlig unbekannt wie die der Ruthenen. Daß ihnen daS versagt bleibt. waS alle anderen Völker sich zu er- kämpfen wußten, hat in der sozialen Gliederung der ruthenischen Nation seine Ursache; 93 Prozent deS ruthenischen Volkes suchen noch in der Landwirtschaft ihre Nahrung, Die Ruthenen sind immer noch eine reine Bauern nation und diese Bauen, haben als Eigen nur einen Zwergbesitz, den sie kaum besser bebauen, als wie heute noch der Bauer Rußlands sein Land bebaut. Die Bevölkerung vermehrt sich sehr schnell. daS Bauernland kann sie bei der primitiven landwirtschaftlichen Technik nicht ernähren. Die Ausdehnung des Bauernlandes aber ist nicht möglich; denn unermeßliche Ländereien gehören den polnischen Grundbesitzern. So drängt sich die wachsende Bevölkerung in den elenden Hütten zusammen. Der Hunger herrscht in Ostgalizien. WaS der Boden bringt, verzehrt der Bauer mit den Seinen; er kann kein Getreide, kein Vieh verkaufen, sein Feld bringt ihn, keinen Kreuzer Geldes. Aber er muß Steuern bezahlen, Salz kaufen; so geht er auf die Felder des Großgrundbesitzers, sich dort ein paar Heller zu verdienen; und mit elendem Hungerlohn bezahlt ihm der polnische Schlachtschiz. Wagt der Bauer aber, höheren Lohn zu 'ordern, dann wenden sich die Beamten und Richter gegen ihn, die Klassen- und Volksgenossen des polnischen Edelmannes, und alle Macht», ittel des militärischen KapitalistenstaateS werden mobilisiert, um die„AuflehnungSgeliiste' niederzuschlagen. Die Ausbeutung der Bauern wird in Galizien zur Knechtschaft eines ganzen Volkes. die Rechtlosigkeit einer Klasse zur Ohnmacht einer ganzen Nation. Nationale und soziale Unterdrückung fallen bei den Ruthenen zu- lammen. Vier Jahrzehnte haben die Wiener Staatsmänner die ruthenische Nation der polnischen Schlachta ausgeliefert, um sich im Reichsrate die Stimmen des Polenklubs zu erkaufen. Nun hat das allgemeine Wahlrecht die Möglichkeiten der politischen Fremdherrschaft beseitigt, und die wachsende Masse der Bauern wird auch der wirtschaftlichen AuSwucherung Grenzen setzen. Mehr als jeder seiner Vorgänger (was freilich bei der Qualität der galizischen Statthalter nicht viel besagen will) hat sich der Graf Potocki bemüht, den Notwendigkeiten der Zeit Durchbruch zu verschaffen und in Galizien eine halbwegs leidliche Verwaltung einzuführen. Mehr als jeder seiner Vorgänger hatte er auch für die Bedürfnisse deS ruthenischen Volkes Verständnis gezeigt und sich nicht ohne Redlichkeit bemüht, ihren dringendsten Beschwerden abzuhelfen. Daß also gerade er der rächenden Kugel verfiel, entbehrt nicht der Tragik. »• • Die Lemberger Polizei fahndet eifrig nach Mitwiffern SiczynSkiS, obgleich dieser dabei bleibt, ohne Mitwisser gehandelt zu haben, und auch die ursprüngliche Selbstbezichtigung seiner Mutter zurückweist als Opfer, um sein Schicksal zu erleichtern. Im ganzen wurden sieben Personen verhaftet, die Mutter, drei Schwestern, deren Frei- lassung fälschlich gemeldet, eine Cousine, die wieder freigelassen wurde, und zwei Freunde SiczynSkiS. Ueber die Person deS Attentäters weiß die»Köln. Ztg.- zu berichten, daß er ein sehr überspannter Mensch sei. Er hatte schon mehrfach Zusaminenstöße mit der Polizei. Er ist der Sohn eines ruthenischen Pfarrers und Landtagsabgeordneten, der vor 14 Jahren im Kampfe gegen die Verwaltungswillkür starb. Sein Fortkommen nach dem Tode des Vaters verdankt Siczynski der Fürsprache der galizischen Schulverwaltung, die seine Mutter gegen seinen Willen erwirkte. Sein älterer Bruder beging vor fünf Monaten Selbstmord. Lemberg, Ib. April. Abends spät veranstalteten mehrere Hundert polnische Studenten und halbwüchsige Burschen Sttaßendemon- strationen gegen die Ruthenen. Die Polizei schritt mit blanker Waffe ein und trieb die Menge auseinander, wobei einige Personen verwundet wurden._ Genosse yardie über Indien. London, 10. April.(Eig. 23er.) Keir Hardie, der von seiner Reise um die Welt nach der Heimat zurückgekehrt ist, sprach in einer von den hier lebenden Hindus einberufenen Versammlung über indische An- gelegenheiten. Er führte ungefähr folgendes aus: „Meine Reisen in Indien waren sehr umfassend. Man verbreitete die Nachricht, ich hätte mich dort in Händen von indischen Agitatoren befunden und einzig und allein deren An- sichten gehört. Das ist nicht wahr. Ich habe vielmehr überall mit den leitenden Männern der indischen und mohammedanischen Bevölkerung verkehrt und ich sprach auch mit dem Vizekönig. den Mitgliedern der Regierung und den Gouven, euren der Provinzen. Ich ging nicht nach Indien, um Reden zu halten und zu agitieren, sondern zu lernen. Ich habe deshalb dort keine bestimmten Meinungen ausqesprochen. Desto mehr war ich überrascht über die in England über mich verbreiteten Nachrichten, daß ich in Bengalen aufreizende Reden gehalten hätte. Ich habe im öffentlichen Leben gelernt. Entstellungen zu mißachten, aber ich frage mich, ob es nicht im Interesse Indiens wäre, die Verbreiter der Entstellungen zur Verantivortlichkeit zu ziehen, um dem britischen Volke zu zeigen, wie schlecht es von seinen, Reporter über indische An- gelegenheiten insonniert wird. „Es gibt keine kandesberräkerische Bewegung in Indien, und ich wundere mich, daß dem so ist. Das merkwürdigste an der indischen Bewegung ist, daß ihre Führer so geduldig und gesetzlich vorgehen. Aber sie werden schließlich durch ihre geduldige und gesetzliche Taktik siegen. Es war eine grösie Prüfung für sie, während der letzten zwei Jahre der Ver- folgungen, Beschimpfungen und Entstellungen sich als loyale Bürger zu benehmen. Lord Curzon schätzte das Einkommen der indischen Völkerschaften auf durchschnittlich 40 M. jährlich pro Kopf und das der indischen Bauern ans 26 M. Das Durchschnittseinkommen eines Briten ist 900 M. jährlich. Die Besteuerung der Hindu ist angeblich 50 Proz. des Bodenertrages, in Wirklichkeit ist sie 75 Proz. Solche Lasten drücken ungeheuer schwer auf eine hungernde Bevölkerung. In den Jahren von 1860 bis 1900 sind nach amtlichen Feststellungen 15 Millionen Hindu an Hunger gestorben. Für diese Leute ist England verantivortlich. Sir William Hunter wies nach, daß dort 40 Millioneu Menschen nie ihren Hunger befriedigeu können. „Indien hat gegenwärtig eine sehr hoffnungsvolle Be- wegung, die pädagogische, wirtschaftliche und politische Ziele verfolgt. Meiner Ansicht nach braucht Indien mehr verantwortliche Regierung. Das Land wird gegenwärtig von einer militärischen und zivilen Bureaukratie regiert; dae Volkselement fehlt vollständig in dieser Regierung. DaS ist ein ungesunder und gefährlicher Zustand. Es wird in Indien noch schlimmer werden, da dem herrschenden System keüi Einhalt getan wird. Und dieser Einhalt kann nicht vom englischen Parlament kommen; er muß vom indischen Volke kommen. Es ist nicht wahr, daß religiöse Streitigkeiten den Fortschritt in Indien hindern. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften leben friedlich mit einander. „Ich kann nur wiederholen, Indien braucht etnc freiheitliche Regierungsweise. Man muß dabei selbstredend die verschiedenen Zustände, die dort in den verschiedenen Gegenden herrschen, berücksichtigen und den verschiedenen Völkerschaften keine einheitliche Regierungsform aufdrängen. DaS britische Unterhaus sollte sich mehr um Indien kümmern. Englische Politiker sollten Indien besuchen und daS Land verstehen lernen. Ehe die von Morley, dem Staatssekretär für Indien, vorgeschlagenen Reformen eingeführt werden, sollte eine kleine parlamentarische Kommission nach Indien gesandt werden. Ich glaube, sie würde mit der Ueberzeugung zurückkehren, daß es notwendig und möglich ist. Indien ein gewisses Maß von Selbstregierung zu gewähren. Dem indischen Volke rate ich, alle seine Energie darauf zu verwenden. Selbstregierung zu erhalten, denn nur durch diese können Verwaltungsreformen wirkungsvoll gemacht werden." Hardies Rede wurde mit großem Beifall von der Ber- sammlung aufgenommen. Es sprachen noch die bekannten anglo- indischen Reformer Sir William Wedderbum und Sir- Henry Cotton. poUtilcbe Qebcrlicbt. Berlin, den 15. April 1908. Die Zentrumskoalition gegen die Wahlreform! Der neue Landtag wird im Zeichen der Wahlreform stehen. Da sollte doch für alle Parteien, die vorgeben, ernst- lich eine demokratische Wahlreform zu wollen, jedes andere Moment hinter der Frage zurücktreten: Wie stärken wir die Zahl der Anhänger einer Wahlreform! Auch das Zentrum hat ja pathettsch erklärt, daß es für die Uebertragung des SßeichstagSwahlrechts-für Preußen eintrete. Dabei hat es allerdings bisher noch keinen Finger gerührt, um die Wahlrechtsbewegung zu unter- stützen. Ja, es hat sogar am 10. Januar gegen die Forde- rung der Neueinteilung der Wahlkreise gestimmt I Heute nun bringt die„Märkische V o l ks zettung", der Ableger der„Germania" einen Artikel:„Der Kampf beginnt." Endlich also soll, so wird der Leser wähnen, auch beim Zentrum der Kamps um daS Wahlrecht beginnen I Aber der Leser irrt sich; das Zentrum kündigt an, daß nunmehr der Kampf gegen die Wahlreform beginnen müsse! Die„M ä r k. V o l k s z t g." kennt kein»vichtigeres Ziel des Wahlkampfes, als zu verhindern, daß die konservativ- klerikale Mehrheit des alten Landtages. Konservative+ Zentrum — 239 Abgeordnete, gefährdet werde. Das ist für das Zentrumsblatt daS A und O l Das Wahlrecht ist ihr total schnuppe, denn daß mit den Konservativen eine Wahl- reform gemacht werden könne, wird ja wohl selbst die „M ä r k. V o l k s z t g." nicht zu behaupten wagen l Das Zentrnnisblatt schreibt: „Das nächftliezcudc ivütde ja sein, daß Rechte und Zentru» ein Wahltartell abichlicßen würden. daS ist aber im allgemeinen ganz ausgeschlossen. Einmal sind die Gegensätze zwischen beiden Parteien in der Wahlrechisfrage sehr groß, sodann steht die Rechte im Blocke und kann daher nicht leicht mit dem Zentrum zu- sammeugehen. Aber aus der anderen Seite sollten doch von beiden Parteien jene Kompromisse ausrecht erhalte» bleiben, die bisher bestanden haben. Ferner ist zu überlegen, ob die gentrumswähler nicht in jenen Kreisen, die dem liberalen»nsturnr besonder« ausgesetzt sind, für die Erhaltung des konservativen Besitzstandes eintrete» sollten. Gewiß sind hierfür Gegenleistungen zu fordern: in einer ganzen Reihe von Kreisen können sich Zentrum und Konservative zu- s a m m e n f i n d e n, um den Liberalen Mandate abzunehmen. Wo es nur irgend möglich ist, empfehlen wir solche Bündnisse." So empfiehlt die ZentrumSprefie eine Koalition gegen die Wahlreform! Es gilt alle Kraft aufzubieten, um den christlichen Ar- beitern über diesen schamlosen Verrat an den Volksinteressen die Augen zu öffnen!_ Der Freisinn und das Wahlrecht! Man schreibt unS: Die Freisinnige Volk Spartet hatte kürzlich eine „öffentliche Versammlung" in Steglitz einberufen, wo der Abgeordnete, Herr Rektor Kopsch, über die Landtagslvahlen referierte. Man kann sich die Slusführungen des Herrn Kopsch schenken, da sie nichts NeueS enthielten. Dagegen verdienen einige Aeußerungen in dieser Versammlung höher gehängt zu»verde». Ein Herr Dr. Tuben- t h a l teilte der Versammlung mit. daß es den Freisinnigen im Wahlkreise Teltoiv- Beeskow gelungen sei, ein Bündnis mit den Nationallibe- ralen abz»lschließen. Von der Versammlung»vurde diese Mitteilung echt freisilnng mit lebhaftem Beifall auf- genonlmen. Der Redner bemerkte erklärend dazu. daß j» wesentliche MeinungSverschicdenheite» zwischen den Frei- fiuuigcn u»d de» Nationalliberalen in der Wahlrechts- frage gar nicht vorläge»! Jedenfalls würden die frei- sinnigen Parteien vorläufig recht zufrieden überhört! Biertel des bisherigen Bollsages. Die Gerber in der zollfreien Bone Herabminderung des Bolles für Häute und Felle auf ein von Hochsavoyen dürfen jährlich frei vom schweizerischen Ausfuhrzoll Biertel des bisherigen Bollsages. Die Gerber in der zollfreien Bone 5400 rohe Ochsen- und Suhhäute und 9000 rohe Kalb-, Schaf- oder Biegenfelle ausführen; aus der zollfreien Zone von Ger dürfen 300 Schlachtochfen zu 15 Fr. und 800 Mastfälber zu 8 Fr. Zoll pre Stück eingeführt werden. Alles ab 1. Januar. fein, wenn sie die Forderungen der National- füberlaffen dürfen, daß die Kirche gerade die befferen Stände| folgende Bollerleichterungen: Freie Einfuhr von 5000 Seftolitern liberalen, also Pluralwahlrecht, sowie geheime und ihre Sünden mit besonderer Rüdsicht behandelt. Die Wein; einen Boll von 15 Fr. pro Stück für 2000 Schlacht und direkte Wahl, erreichen würden! Weiter meinte driftliche Liebestätigkeit hat viel zu sehr den Fehler gemacht, ochfen, bon 8 Fr. pro Stück für 25 000 Mastfälber; der Redner, daß sie ja in allen Kulturfragen mit den National- Imosen zu geben, Wohltätigkeit zu erweisen, fiatt dafür zu liberalen einer Anschauung seien. Einige Zwischenrufe fämpfen, daß jedem das Recht zu menschenwürdigem Dasein wird. wie: Zedlitsches Schulgesetz" wurden geflisfentlich nicht Gnade, sondern Recht wollen die Sozialdemokraten. Sie sagen, die Kirche gehört zu den Besitzenden, sie ist auf Seite des Besonders bezeichnend für die Auffassung der Freifinnigen Stapitals, deshalb ist sie unsere natürliche Feindin." ist noch, daß Herr Kopsch bei der Aufführung der Mängel Ueber die geistige Hebung der Massen meint der Pfarrer:„ Es des Dreiklassenwahlrechts mit einem Worte darauf ist ja gerade die sozialdemokratische Partei, welche Aufeinging, daß die größte politische Partei, die flärung der Massen auf ihre Fahne geschrieben hat. Die Gewert Sozialdemokratie, im Landtage völlig fchaften haben gute Bibliotheken; die Büchereien der Jugendunbertreten ist! Alle diejenigen, welche bisher noch vereine übertreffen unfere christlichen Jünglingsvereins- Caracas, 15. April. Ein neuer Konflikt ist in Venezuela ents glaubten, daß es den Freisinnigen mit der Beseitigung des bibliotheken bei weitem an wirklich belehrender Leftüre. Nebenbei standen, indem die Regierung von dem früheren Liquidator der Dreitlassenwahlsystems und mit seiner programmatischen bemerkt: Als ich vor einigen Wochen die Thomaskneipe" der Asphaltgesellschaft Garner die Hinterlegung einer Kaution von Forderung des allgemeinen, gleichen, direkten freien Gewerkschaften besuchte, musterte ich sehr eingehend die aus- 1 Million Fr. verlangt, bevor er die Erlaubnis zum Berlassen des Staates erhält. geheimen Wahlrechts in Preußen ernst sei, liegenden Jugendschriften. Mein Urteil darüber kann ich dahin zutönnen hieraus wiederum erkennen, wie irrig diese Auffassung faffen: Es war ein Buch darunter, das ich nicht gern irgend einem ist, da der Freifinn jetzt sogar dazu übergeht, die lästige Snaben auf den Weihnachtstisch gelegt hätte." Maste abzuwerfen! und Auch eine Parität. 糖 „ Der schlimmste Vorwurf, welchen die Sozialdemokratie- meint der Pfarrer weiter der Kirche macht, ist der: Ihr vertröstet die Menschen immer nur auf ein besseres Jenseits. Das ganze Um ihren Anhang zur bevorstehenden Landtagswahl zu präpa- Leben des Arbeiters wurzelt aber im Diesseits, der Kampf ums tieren und in die nötige Stimmung zu versetzen, bedient sich die Dasein nimmt die ganze Kraft in Anspruch. Es ist die ZeitZentrumspresse der seltsamsten Mittel. So veröffentlicht die strömung mit ihrer Kultur, ihren Maschinen, ihrem Berkehr, ihren ,, Germania" einen Artikel über„ Strafvollzug und Konfession", in Zukunftshoffnungen, welche das ganze Denken und Wollen der dem sie sich darüber entsetzt, daß Gefängnisse, deren In Menschen im Diesseits aufgehen läßt... zum Heil der Menschheit fassen größtenteils größtenteils Statholiken find, manchmal von pro- tönt es uns entgegen: Macht hier das Leben gut und schön! testantischen Direktoren und Dberbeamten geleitet werden. Das Christentum aber wurzelt in einer Zeit, die das Weltende Auch in dieser Hinsicht, meint das ultramontane Blatt, müsse nahe glaubte. Es ist nicht so ganz unrichtig, wenn gesagt die Barität gewahrt worden; wenn die Infassen einer Strafanstalt wird: Die Arbeiter verschmähen den Trost des Evangeliums, weil zu drei Vierteln aus Katholiken und nur zu einem Viertel aus man dieses dazu benutzt hat, um die Arbeiter über ihrem Elend zu Protestanten beständen, müßten auch die Aemter in den verschiedenen beruhigen." Beamtentategorien so verteilt werden, daß drei Viertel der Stellungen fatholischen und nur ein Viertel protestantischen Beamten zufielen. Schade nur, daß die komische Alte auf Halbem Wege flehen bleibt und nicht auch bezüglich des Brummens die Barität ftreng gewahrt wissen will. Die Konsequenz verlangt, daß dann auch, wenn in einer Anstalt mehr Protestanten figen, als dem Verhältnis der protestantischen zur fatholischen Bevölkerung der betreffenden Gegend entspricht, zur Herstellung der Parität schnell noch einige Katholiken eingeſtedt werden. Bruft als Landtagskandidat. Was der Geistliche über die Ausbeutung des Arbeiters fagt, hört man auch nicht alle Tage aus dem Munde eines geistlichen Herrn:... Heute würde Christus seine Stimme erheben gegen jeden Mißbrauch des menschlichen Körpers... Der Gegensatz ( zwischen den Worten Jesu und den Taten der heutigen Kirche) wäre vielleicht nicht so groß geworden, wenn die Kirche z. B. in seinem Namen gekämpft hätte gegen Wohnungsnot, gegen die Zerstörung des Familienlebens durch die Fabrikarbeit der Frau, gegen die Gefährdung der heranwachsenden Generation durch Heimarbeit uſw." Es steckt sagt der Geistliche weiter- eine ungeheure Straft in der Internationalität der Sozialdemokratie.... Christentum und Sozialdemokratie fämpfen beide für ein erhabenes Ziel; die SozialDas Wahlkreistomitee der Zentrumspartei für den Wahl- demokratie für einen völkerbefreienden und völterverbindenden freis Borten- Recklinghausen hat die bisherigen Zukunftsstaat, das Christentum für das Reich Gottes, das nicht von Landtagsabgeordneten, die Herren August Brust und dieser Welt ist." Dr. Dstrop wieder als Kandidaten aufgestellt. Der Aber auch was er über die Gelben und die Christlichen Kandidat Brust ist derselbe Mann, von dem der Berg- fagt, ist recht interessant:" Der Haß gegen die Gelben ist allgemein, tnappe", das christliche Gewertvereinsblatt, benn sie erkaufen sich selbst ein ruhiges Dasein... Ebenso am 16. November 1907 schrieb: allgemein ist die Feindschaft gegen die Christlichen. Denn die Der Gesetzesschmied August Brust hat längst das 8ersplitterung der Arbeiterbewegung raubt ihr die Stoßkraft, Bertrauen der Arbeiter eingebüßt... Er scheint aber immer noch welche der Einigkeit innewohnt... Aber nicht nur vom Stand nicht einzusehen, daß er in einer Arbeiterorganisation nicht mehr punkte der Sozialdemokratie, sondern auch von unserem eigenen zu gebrauchen ist und daß ihn die Bergleute lieber steinigen als zu Standpunkte aus müssen wir in den christlichen Gewert ihrem Führer wählen. Er könnte sich heute von einem Unterschaften ein Uebel erbliden..." nehmerverband anstellen laffen. Es ist nicht nur das Recht, Und einen solchen Mann stellt das Zentrum als Landtagskandidaten auf! Werden die christlichen Arbeiter, die ihn nach der Erklärung des Bergknappen" lieber steinigen als zu ihrem Führer wählen, Herrn Bruft als Gesegesschmied" afzeptieren? Herr Behrens blamiert sich weiter. ſtand." ... sondern auch die Pflicht, den Herrn Abgeordneten Bruft falt zu Die moralische Seite der Sozialdemokratie würdigt der Pfarrer stellen, damit er nicht der Arbeiterschaft im allgemeinen und der also:"... Achten wir lieber auf die sympathischen, oft bewundernschriftlichen Gewerkschaftsbewegung im besonderen unendlichen werten Züge, die uns beim sozialdemokratischen Arbeiter entgegen Schaden zufügt." treten. Es ist ein hartes, freudearmes Leben, das die meisten führen. und gerade hier zeigt sich oft ein rührender Familienfinn, der den Spießbürger, der jeden Abend beim Bier figt, beschämen fönnte. Die Ehe wird im allgemeinen in den Vorstädten treuer gehalten, als in den schönen, reichen Stadtvierteln. Vielleicht fehlt nirgends das warme Herz für den Arbeiter so fehr als im MittelDer Prediger schließt mit den Worten: Wir müssen Der Abgeordnete Behrens hat das Bedürfnis, sich noch mehr selbst mit dem Christentum ernst machen das allein ist der zu blamieren, als er es durch seine Abstimmung beim Reichs- Kampf, den wir mit Erfolg gegen die Sozialdemokratie führen vereinsgefeß und seine bisherigen Rechtfertigungsversuche schon tönnen 1" getan hat. Er hat neuerdings wiederum in dieser Sache das Wort ergriffen, und zwar im evangelischen Arbeiterverein in Essen. M18 Feuilleton- Politiker" Dort führte er nach dem Bericht der Effener Volkszeitung" aus, verhöhnte der nationalliberale Reichstagsabgeordnete Dr. Sieber, das Reichsvereinsgesetz sei durch die nationale Mehrheit des Reichstages, die dem Willen des Volkes ent- der Vorsitzende der Reichsvereinsgesetz- Kommission, die demokratischen spreche, zustande gekommen. Die Regierung habe erklärt, unter Politiker, die dem Reichsvereinsgesetz in der Kommissionsfaffung ihre feinen Umständen auf den Sprachenparagraphen und den Ausschluß Bustimmung bersagten. Nach dem führenden Organe der württemder Jugendlichen(?) berzichten zu fönnen; ein Rüdzug der Re- bergischen Demokratie, dem Stuttgarter Beobachter". hat gierung würde diese vor der ganzen Welt lächerlich Herr Hieber auf der betreffenden Versammlung der nationalliberalen gemacht haben. Das neue Gesetz bedeute im ganzen eine Partei in Stuttgart am letzten Freitag weiter gefagt: wesentlich freiheitlichere Gestaltung gegenüber den bisherigen Verhältnissen, und aus diesem Grunde hätte der§ 7 geschludt werden müssen. Der§ 10a ridhte fich gegen die sozialdemo fratischen Jugendorganisationen, deren Wirten standalös sei. Als die Deputation des Deutschen Arbeiterfongresses beim Fürsten Bülow war, habe dieser in bezug auf§ 7 gesagt, er müsse doch Rücksicht auf die rechtsstehenden und natio= Das demokratische Organ berzeichnet zum Schluß: nalen Parteien nehmen. Das Deputationsmitglied Abgeordneter Schad habe sich das gleich aufnotiert. Es sei auch ganz starten Beifall! Sonst kein Wort der Kritik oder Abwehr der natürlich, daß ein Minister Rücksicht auf die Mehr- Berhöhnung der Feuilletonpolitiker" Dr. Elias, Quidde. heit nehme. Die Mitteilungen des Abgeordneten Wiedeberg Mufer, Beneden, Osthoff Heidelberg, denen die Grund. an die„ Germania", daß der Kanzler fich bezüglich des§ 7 auf fäße und Programmforderungen der bürgerlichen Demokratie noch rheinisch- westfälischen Großindustriellen nicht zur„ politischen Phraseologie" geworden sind, wie den Herren berufen habe, sei böswillige Erfindung. Baher, Naumann und Blodgenossen Idie Herr Behrens täte gut, fich weitere Rechtfertigungsversuche " Amerika. Neuer Konflift in Venezuela. Aus der Partei. Zu den Landtagswahlen. Die oberschlesischen Parteigenoffen beschäftigten fich dieser Tage mit der Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen. Nachdem die beiden Bezirks- Agitationskommissionen ( polnische und deutsche) in einer gemeinschaftlichen Sigung befchloffen hatten, den Parteigenossen die Nichtbeteiligung vorzuschlagen, und stimmig diesem Beschluß beigetreten war, nahm auch der sozial die polnisch- sozialdemokratische Organisation( P. P. S.) nahezu ein demokratische Berein des Wahlkreises Kattowitz in einer Bersammlung Stellung und beschloß mit allen gegen fünf Stimmen die Annahme folgender Resolution: " In der Erwägung, daß der ungeheure wirtschaftliche Druck, den das oberschlesische Kapital auf seine noch sehr schlecht organisierten Arbeiter ausübt, diesen Arbeitern die Beteiligung an den Landtagswahlen mit ihrer öffentlichen Stimmabgabe im fozialdemokratischen Sinne unmöglich macht in fernerer Gr wägung, daß weder die Kandidaten des Zentrums noch die des so genannten, Blockliberalismus" irgend eine Sicherheit für demokratische, Ben Interessen der Arbeiter entsprechende Leistungen bieten, erklärt die Bersammlung, fich den Vorschlägen der beiderseitigen Bezirksagitationsfommissionen und der polnisch sozialdemokratischen Organisation anschließen zu wollen und empfiehlt den Parteigenossen die Nichtbeteiligung an den Urwahlen zum Landtage." Der Referent, Genosse Bruhns, erklärte, daß es ihm, der seit mehr als zehn Jahren und zu einer Zeit, als die meisten Genoffen noch Gegner der Beteiligung waren, für diese eingetreten sei, schwer falle, diese Resolution zu empfehlen, aber die besonderen Verhältnisse Oberschlesiens zwängen dazu. Das Grubenkapital fürchtete infolge des Stompromisses zwischen Polen und Zentrum an lezteres die drei Mandate des Industriebezirts zu verlieren und werde deshalb mit allen Mitteln feiner gewaltigen wirtschaftlichen Uebermacht auf die Arbeiter drücken. Die äußerst schlecht organisierten Arbeiter tönnten teinen Biberstard leiſten und wir würden trotz der sehr geringen Zahl fozialdemokratischer Urwähler schwere materielle Opfer tragen müssen und die in der Entwidelung begriffenen schwachen gewerkschaftlichen und politischen Organisationen schwer gefährden. Würden wir aber felbst Wahlmänner gewinnen, so würden diese doch für feine der hier in Betracht kommenden bürgerlichen Parteien stimmen fönnen. Die Polen, obwohl im Besitz der Reichstagsmandate des Bezirks, mußten aus dem gleichen Grunde wie wir aus Besorgnis vor der Maßregelung ihrer Der Arbeiterklasse angehörenden Wähler, von einer selbständigen Beteiligung absehen. Wir können weder bei den Urwahlen noch bei einen hatatistischen, boltsfeindlichen Vertreter des Grubenkapitals natürlich nie und nimmer. Bliebe der Freifinn, der im Städtebezirk den Reichstagsabgeordneten Doormann aufstellte. Dieser Herr hätte im Reichstage für das Ausnahmegefez im Reichsvereinsgefeg, für den gegen die Bolen gesichteten Sprachenparagraphen gestimmt und fein polnischer Arbeiter würde diesem Kandidaten oder einem feiner Arbeiter im Induſtriebegirt würden sich schämen für eine Bartei zu Barteigenossen die Stimme geben. Aber auch die deutschen stimmen, die, wie die freifinnige, ihren polnischen Klaffengenoffen den Gebrauch ihrer Muttersprache verschränkt, fie eines ihrer wichtigsten politischen Rechte beraubt haben. Aus allen diesen Gründen würden die Barteigenolien in Preußen es gewig verstehen, wenn die Genoffen in Oberschlesien zu einem Entschlusse tamen, der in direktem Gegensatz zu dem Eifer und der Begeisterung steht, mit der die übrigen Genossen in den Landtagswahlkampf, als einer trefflicher Waffe im Wahlrechtskampf, ziehen. Bersammlungsrecht von Polizei Gnaden. In Kulm a. b. W. wollte Genosse Crifpien- Danzig in einer von Frauen und Männern 30hlreich besuchten Volksversammlung über das Thema:„ Die wirtschaftliche Not des Volfes und die Erlösung" sprechen. Mitten im Vortrage sprang der„ leberwachende" plötzlich auf und verlangte im Befehlshaberton Name und Art des Redners. Dieser er Die links von den Nationalliberalen sigenden Freifinnigen suchte den Polizeibeamten, sich ruhig zu verhalten, am Schluffe und Demokraten hätten durch ihre Haltung beim Reichsvereins der Versammlung würde ihm das Gewünschte mitgeteilt werden. gefeß gezeigt, daß fie von der politischen Phraseologie Derleberwachende" erklärte aber, wenn man ihm das nicht sofort abgekommen, und daß sie namentlich auch zu der gefunden dazu hätte der„ Ueberwachende" kein Recht; es täte ihm leid, wenn sage, löse er die Versammlung auf. Der Vortragende erwiderte, Anschauung zurüdgefehrt seien, daß es zwischen dem ein überwachender" Beamter das Vereinsgefeß nicht tennen sollte. deutschen Bürgertum und der Sozialdemokratie Der Versammlungsleiter werde aber Namen und Wohnung des teine politische Gemeinschaft gebe." " Redners des lieben Friedens willen sofort auf einen Bettel schreiben und diesen Zettel dem Beamten übergeben. Der Beamte möge jetzt weitere Störungen der Versammlung unterlassen. Das alles fruchtete nichts; der Beamte rief dem Genoffen Crifpien zu:„ Sie haben mich jekt breimal beleidigt! Die Bersammlung ist aufgelöst!" Unter stürmischen Proteftrufen gegen das provozierende Verhalten des Polizeibeamten verließen die Versammelten den Saal. zu ersparen und einfach zu bekennen, daß er im Interesse des Es hatte übrigens den Anschein, als ob die Versammlung Die Verfassungsreform unter allen Umständen vereitelt werden sollte. Der Wachtmeister Blocs die Rechte der Arbeiter verraten hat. Gespannt darf man geht das mecklenburgische Volt nichts an! erschien erst nach Gröffnung der Versammlung und bersein, ob des Herrn Lizentiaten Mumm Einfluß in der christlichen Die Verfaffungsreform sei eine Sache, die zwischen der Regie langte dann einen angemessenen Blab". Mit dem ihm anArbeiterbewegung groß genug ist, um seinem Schüßling im Poften rung und den zwei Ständen des Landtages( Gutsbefizer und gewiesenen Platz, wo sonst die Polizeibeamten gefeffen haben, war als Generalsekretär bes Gewerkvereins christ. Bürgermeister) abgemacht werden könne, so erklären die Junker, er nicht zufrieden; es mußte ein anderer besorgt werden. licher Bergleute zu erhalten. Es wäre ein erhebendes und sie haben jezt die Genugtuung, sich hierfür auf die e- Vierzehn Tage früher bersuchte weiter der Ueberwachende" Schauspiel, Herrn Behrens, der bereit war, die polnischen Arbeiter gierung berufen zu fönnen. Die Nationalliberalen in einer Volksversammlung, den Gebrauch der polnischen Sprache ans Messer zu liefern, in der Leitung einer Organisation batten sich nämlich mit einer Eingabe an die Regierung gewandt zu berhindern, trotzdem das neue Versammlungsunrecht doch erst amtieren zu sehen, die Taufende von polnischen Ar- und um Bekanntgabe der Verfassungsvorlage gebeten. Das Staats- bom 15. Mai 1908 ab in Straft tritt. beitern als Mitglieder hat! ministerium antwortet nun, daß es dazu„ nicht in der Lage" sei; Der Feldzug der Polizei in Kulm wird nicht verhindern die Vorlage werde bekannt beim Zusammentritt des Landtages. fönnen, daß auch in dieser Stadt der moderne Sozialismus Boden Um diese Geheimhaltung richtig würdigen zu fönnen, muß er- findet. Zahlreiche Frauen und Männer wünschen die Einberufung innert werden, daß auch der außerordentliche Landtag, der die einer neuen Versammlung, zu der sie erst recht erscheinen wollen. Reform beschließen foll, unter Ausschluß der Deffentlich. So ist auch die Stulmer Polizei ein Teil jener Straft, die das Böse Reichsvereinsgefeges den Sozialdemokraten verboten ist, öffentliche teit tagen wird, und daß es bis zum Inkrafttreten des will und das Gute schafft. politische Versammlungen abzuhalten. Jener außerordentliche Landtag tritt aber zusammen, ehe das Reichsvereinsgesetz Wirksam feit erhält! Ein Pfarrer über Sozialdemokratie und Kirche. Pfarrer W. Stählin in Nürnberg hielt unlängst einen Vortrag fiber: Sozialdemokratie und Christentum". Die Nede ist nun im Drud erschienen. Der Pfarrer ist kein Sozialdemokrat; im Gegener erklärt, die Sozialdemokratie überwinden zu können durch wahres Christentum. Hören wir einige besonders interessante Stellen aus seinem Vortrage, den zu halten nicht jeder unter seines gleichen den Mut hätte. teil Der Pfarrer ist entrüstet darüber, daß die Kirche zwar predige, r Gott seien alle Menschen gleich, aber die Menschen bei der Taufe, bei der Trauung nnd bei der Beerdigung trotzdem nach ver schiedenen Klassen behandele, je nach der Höhe des Geldbetrages, den der einzelne bezahle. Diese unheilvolle Berbindung der Kirche mit dem Gelde hat viele Arbeiter der Kirche entfremdet!" Gerade der Sozialbemotrat habe ein feines Gefühl dafür, wie un würdig cs einer christlichen Kirche sei, die Menschen nach der Größe des Geldsacks zu behandeln. Und weiter sagt der Geistliche: " Das medlenburgische Bolt soll also geduldig warten, was Regierung und Stände ihm huldvollst bescheren! Oefterreich- Ungarn. 30 Millionen unterschlagen! Wien, 15. April. Nach einer Pariser Meldung der Neuen Freien Presse" verlautet dafelbst, daß eine Gruppe ruffiicher StonBeffionäre gegen ein hiesiges Bankhaus Anzeige wegen Unterschlagung in Höhe von dreißig Millionen Frants erstattet hat. Schweiz. Zollerleichterungen. Ahndung einer schoflen Verleumdung. Am 7. Dezember vorigen Jahres wurde der verantwortliche Redakteur der nationalliberalen Fränkischen Morgenzeitung", Dr. Richard Tannert, wegen des Vorwurfes, die" Tagespost" Laffe sich in ihrer redaktionellen Haltung durch Inseratenaufträge bestechen, vom Schöffengericht Nürnberg unter dem Vorsitz des Amtsrichters Bierlein zu 100 Mark Geldstrafe verurteilt. Die Kläger, Chefredakteur Eisner und Geschäftsführer Feng erhoben gegen dieses Urteil Berufung zum Landgericht Nürnberg. Die Berufungsverhandlung endete nunmehr mit Aufhebung des Bierleinschen Urteils und Erhöhung der Strafe auf 400 W. schen Morgenzeitung" ein Artifel, worin die Behauptung auf Am 27. September erschien in der nationalliberalen Franti gestellt war, die Fränkische Tagespost" fei bor die Alter. native gestellt worden, entweder Angriffe auf GeschäftsLeute und Brinzipale zu unterlassen oder auf fämto liche Inserate der in Betracht kommenden Inserentens „ Wer will leugnen, daß die Kirche ihre sozialen Pflichten sehr mangelhaft erfüllt hat? Man hätte viel mehr ernst damit machen tönnen, daß vor Gott alle Menschen gleich sind; man hätte nicht Der Bundesrat beantragte bei der Bundesversammlung für die gruppe zu verzichten. Die Tagespost" habe in diefem inneren dem berühmten Behn Gebote Hoffmann" den Nachweis| Einfuhr aus der sollfreien Zone von Hochsavoyen unter anderem Konflikt" über das ideale und reale Brinaib bie 50 000 Mart für Inserate höher gewertet, als die ideale Seite, sei unter daZ »kaudinischeJoch" gekrochen und habe sich verpflichtet, in Znlunst keinerlei Kritiken über Prinzipale mehr zu bringen. Der Artikel Ivar noch mit einer Reihe anvercr schwerer Beleidigungen gespickt. Wegen des schweren Vorwurfs der B e st e ch l i ch k e i t strengte darauf Genosse Eisner und der Leircr des technischen Betriebes gegen Tannerl Beleidigungsklage an. Der Prozeß endete, wie schon erwähnt, mit der Verurteilung'deS Tannert zu hundert Mark Geldstrafe. In der Begründung des schössen- gerichtlichen Urteils wurde festgestellt, daß nicht nur der Wahrheits- beweis mißlungen, sondern der Beweis der ll n w a h r h e i t er- bracht sei. Nachdem die Kläger wegen dcS Strafmaßes und der Strasart Berufung einlegte», ergriff Tannert wegen zu hoher Strafe Berufung. Vor dem Landgericht gab der beklagte Redakteur Tannert die Erklärung ab, daß in der ersten Instanz der Wahrheitsbeweis für die Bestechlichkeit der„Tagespost" nicht nur nicht erbracht. sondern daß das gerade Gegenteil bewiesen worden sei, was er loyalerweise zugeben wolle. Er gebe auch weite: zu, daß er überzeugt worden sei, daß die redaktionelle und geschäftliche Leitung der„Tagespost" von dem Jnseratenboykott seinerzeit k e i n e Kenntnis gehabt habe. Die Begründung des oben mitgeteilten Urteils lautet: Die Verurteilung erfolgte antragsgemäß auf Grund des§ 186 deS R.-St.-G.-B. Das Gericht hatte nur zu prüfen, ob die Strafe der ersten Instanz angemessen war. Das Gericht kam zur An- schaumig, daß die Strafe viel zu gering ist. Der Vorwurf der Käuflichkeit der Gesinnung ist äußerst schwer. Nur in Anbetracht des Um st an des, daß der Angeklagte von der Wahrheit seiner Behauptung überzeugt war und das Opfer falscher Berichterstattung geworden, ist von einer Gefängnisstrafe abgesehen worden. Immer- hin müßte auf eine empfindliche Geldstrafe erkannt werden. GewerhlcbaftlicbeQ. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Der Streik im Autobau der A. E.-G. Oberschöneweide dauert Unverändert fort. Der Betrieb ist für alle Branchen gesperrt. Deutscher Metallarbeitervcrband, Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Schuhmacher! In der Schuhfabrik von Krause, Wein- Bergsweg 2, sind Differenzen ausgebrochen. Die Ortsverwaltung. Deutsches Reich. Zum Kampf im deutschen Malergewerbe. 'Die Zentrallcitung des Süddeutschen Maler- und Tüncher- mcisterverbandes hat im Einverständnis des Hauptvorstandes deutscher Arbeitgcbcrverbände für das Malergewerbe(Sitz Berlin) soeben folgendes Rundschreiben, unterzeichnet: Emil Kruse- Berlin, an alle Mitglieder des Süddeutschen Maler- und Tünchermeisterverbandes in denjenigen Orten gerichtet, wo gegen- wärtig Tarife abgelaufen sind oder in nächster Zeit ablaufen: Vertraulich! Sehr geehxter Herr Kollege? Die Würfel sind gefallen; der Freie Verband der Maler, Tüncher, Wcißbindcr(sozialdemokratische Organisation), Sitz Hamburg, hat die zum gewerkschaftlichen Frieden gebotene Hand zurückgewiesen! In Erlangen ist der Kampf bereits entbrannt. Die freie Gewerkschaft rüstet zu weiteren Taten. In ihrem Organ, dem„Vereinsanzeigcr", fordert die sozialdemokratische Organisation alle unverheirateten Gehülfen auf, aus Süddeutsch- land abzureisen und triumphierend wird verkündet, daß in dieser oder jener Stadt bereits Hunderte von jungen Leuten freudig diesem Rufe gefolgt seien. Was hiervon Wahrbeit oder Dich- tung ist, ist zurzeit noch nicht zu übersehen. Tatsache ist jedoch, daß von feiten der Gehülfenleitung jetzt alle Versuche gemacht werden, unsere Kollegen von Arbeitskräften zu entblößen, um bei beginnender Saison dann dieselben gefügiger zu finden, um den erhöhten Lohnforderungen zuzustimmen. Kollegen! Soll es so weit kommen wie in früheren Jahren, daß eine Stadt nach der anderen von erhöhten Lohn- usw. Forderungen überrascht wird und bei Nicktbewilligung mit Streik bedrobt wird? Soll die Praxis der Einzelabschlachtung in gleicher Weise wie bisher fortgeführt werden? Soll die jahrelange uneigennützige Arbeit Eurer füh- rcnden Kollegen eine vergebliche gewesen sein? Diese Fragen haben wir uns torgelegt, als wir am Sonntag, den 5. April, zu einer Vorstands�ung uns in Würz- bürg zusammenfanden, um zu beraten w« den jetzt unhaltbar gewordenen Zuständen auf schnellste Art ein Ende be- reitet werden kann. Kollegen! Nach langem Winter steht jetzt unsere Arbeits- saison vor der Tür; während wir in früheren Jahren hosfnungs- voll dem Frühjahr und der damit verbundenen Arbeitsgelegen- heit entgegensahen, ist in diesem Jahre infolge der schweren wirtschaftlichen Depression, die über ganz Deutschland lagert, auch unsere geschäftliche Lage eine sehr flaue. Geringerer Per- dienst, höhere Löhne, das ist die Signatur des heutigen Tags und im Hintergrund droht uns, sobald die Arbeit etwas besser ein- setzt.'der wirtschaftliche Kampf, der Streik! Die Führer der freien Gehülfenorganisation lassen uns über ihre Mehrforderungen im Unklaren. Kein Kollege weiß, was ihm der nächste Tag bringen wird. Die Unsicherheit im ge- schäftlichen Leben verhindert jede vernünftige Kalkulation. So kann und darf es auf die Dauer nicht weitergehen. Süddcutschland ist der Kriegsschauplatz, auf dem in diesem Jahre der wirtschaftliche Kampf aus- gefochten werden soll. In gerechter Würdigung, daß der Hieb die beste Abwehr ist. haben die in W ü r z b u r g versammelten Borsitzenden der Landesverbände beschlossen, daß an allen Orten, m denen die Tarife bereits abgelaufen sind, am Samstag, den 11. April 1368 alle der Freien Organisation (Sitz Hamburg) angehörenden Maler-, An- st reicher-, Tüncher- und Weißbindergehülfen zu entlassen sind. In denjenigen Orten, in denen die Tarife in nächster Zeit ablaufen, tritt diese Maßnahme mit dem Tage des Tarif- ablaufs ein. Die Gehülfen, die nachweisen können, daß sie dieser Organisation nicht an- gehören, dürfen nicht entlassen werden. Kollegen! Wir sind uns der schweren Verantwortung dieses Beschlusses wohl bewußt; wenn wir aber nun an Eure Kollegiali- tat appellieren und die bestimmte Erwartung aussprechen, daß alle unserem Verband angehörenden Maler-, Tüncher- usw. Meister unsere Parole streng befolgen, so leitet uns dabei der Gesichtspunkt, nur in Eurem eigensten Interesse ge- handelt zu haben. Aus unserer Fachpresse habt Ihr erfahren, daß die freien Gewerkschaften es abgelehnt haben, mit den Ver- trctern anderer Organisationen, die nicht auf sozialdemo- tratischem Boden stehen, gemeinsam zu verhandeln. Im Maurer- und Zimmerergewerbe Deutschlands ist eS jedoch vor wenigen Tagen gelungen, einen für ganz Deutschland gültigen Tarifvertrag mit allen Arbeitnehmer- organisationen zustande zu bringen. Was bei der sozialdemokratischen Maurerorganisation, die sich st o l z die Elite der deutschen Gewerkschaften nennt, mög- lieh war. ist auch im Malergewerbe möglich. Es sind bereits Schritte unternommen, daß in kurzer Zeit die. Verhandlungen wieder aufgenommen werden können. Diese Verhandlungen können aber nur dann für unsere Kollegen er- folgreich durchgeführt werden, wenn durch Arbeiterentlassungen ein Druck auf die sozialdemokratische Gewerkschaft ausgeübt werde» kann. Kollegen! Euer ferneres Wohlergehen liegt in Eurer Hand; beweist, daß unsere jahrelange Organisationsarbeit nicht vergeb lich gcivesen, daß Ihr von den Arbeitnehmern gelernt habt, Eure eigenen Interessen wirksam zu vertreten. 25 606 deutsche Berufskollegen blicken auf Süddeutschland; unsere gutgefügtc Organisation wird ihnen beweisen, daß wir bereit sind, mit heiligstem Ernst unsere Interessen zu vertreten. Wenn jeder Kollege seine Pflicht tut, ist der Sieg in kurzer Zeit unser! Noch nie war die Situation so günstig für uns wie jetzt. Klärt die etwa noch schwachen und loankclmütigen Kollegen auf, wirkt auf die uns noch fernstehenden Kollegen Vorbild- l i ch. Beweist, daß auch Ihr im Laufe langer Jahre gelernt habt, für Eure Existenz Opfer zu bringen. Aus denn zum Kampf! Auf zum Sieg! Bei der ganzen Aussperrung oder richtiger dem Aussperrungs- versuch handelt es sich also nur um einen, wie man jetzt schon sagen kann, mißlungenen Bluff. Die 25 666 deutschen Tünchermcister werden die rosenrote Hoffnung auf Niederwerfung der Gehülfenorganisation in grauer Trübsal ersaufen müssen. Der einzige wahre Trost, den dieses Geheimzirkular ihnen bietet, dürfte der Hinweis darauf sein, daß Schritte zu neuen Verhandlungen unternommen sind._ Aussperrung der Pflasterer in Frankfurt a. M. Der Verband der Pflasterermeister Mitteldeutschlands ließ Ende der vorigen Woche durch die Telegraphenbureaus verkünden, die gesamte Arbeiterschaft im Pflasterergewerbe werde am 11. April ausgesperrt, falls die ver- hängte Sperre über eine Finna in Frankfurt a. M. von dem Ver- bände der Steinsetzer nicht ausgehoben würde. Die Drohung machte auf die Arbeiter nicht den geloünschien Eindruck, die Sperre wurde aufrecht erhalten. Letzten Sonnabend kam es nun zur Aussperrung. Aber nicht die gesamte Arbeiterschaft im Pflasterergewerbe, sondern nur ungefähr 56 Pflasterer in Frankfurt a. M. wurden von ihr betroffen. Dabei arbeiten in Frankfurt a. M. über 266 Pflasterer.__ Die vaterländischen Arbeitervereine auf dem Mitgliederfang. Man schreibt uns aus Dresden: Der Vorsitzende des Bundes vaterländischer Arbeitervereine, der ganz offenbar mir eine versteckte Filiale des llteichSverbandeS ist, macht zurzeit in Sachsen Versuche, Mitglieder zu fangen. Am vorigen Sonntag war er auch nach dem großen Jndustriedorse Gröba bei Riesa gekommen, um dort sein Glück zu versuchen. Der Herr, Schriftsteller S ch a p e r aus Berlin, wurde von den Unter- nehmern per Automobil von der Bahn abgeholt. Er erschien in dem zur Versammlung bestimmten Lokal, das aber schon zu vier Fünfteln von den organisierten Arbeitern von Gröba, die kein Lokal zur Ver- fügung haben, besetzt war, inmitten der ganzen Honoratioren des Ortes: Psarrer, Gemeindevorstand, Rittergutsbesitzern. lonservativenLondtags« abgeordneten und Fabrikanten und Direktoren. In herablassender Weise suchte er die Arbeiter für seine arbeiterfeindlichen Pläne ein- zufangen, hatte damit aber um so weniger Glück, als es unserem von Dresden gekommenen Redner mit leichter Mühe gelang, die ganze Arbeiterfeindlichkeit deS Bundes an der Hand der ausliegenden Druckschriften und der Ausführungen deS Referenten nachzuweisen. Interessant ist das Zugeständnis des Herrn Schoper. daß der Bund der vaterländischen Vereine besonders dadurch Mitglieder zu werben versuche, daß er den Unternehmern empfehle, dieselben unter allen Umständen bei Entlassungen von Arbeitern zu bevorzugen; dann meinte er:„Man kann es doch den Unternehmern nicht verdenken. daß sie die Freunde der Unternehmer bevorzugen." Es gelang dem Herrn nunmehr natürlich erst recht nicht, unter den Versammelten Mitglieder zu fangen. Er mußte am Schluß der Ver- sammlung resigniert zugestehen, daß seine Hoffnungen schmählich in die Brüche gegangen seien. Uebrigens bestritt der Herr auch, daß die vaterländischen Arbeitervereine irgend etwas mit den gelben Gewerkschaften und mit dem Reichsverband zu tun hätten. Trotzdem waren extra aus Dresden Reichsverbändler und Gelbe mitgekommen. Man sieht also, was davon zu halten ist. In Sachsen, das kann dem Herrn Schriftsteller und Vorsitzenden dieser neuesten Blüte am ReichsverbandSbaume verraten werden, dürfte er kein Glück haben. Das wird er Wohl bei seinem Streifzuge gemerkt haben. Bon der Werftarbeitcraussperrnng in Norddeutschland waren auch die Arbeiter der„Neptunwerft" in Rostock i. M. betroffen worden. Am 6. April ist nun die Aussperrung als beendet erklärt worden, jedoch wurden in Rostock von 180 Ausgesperrten nur 56 wieder eingestellt. Eine Versammlung des Metallärbeiter-Verbandes hat deshalb beschlossen den Wochenbeitrag bis aus weiteres von 66 auf 70 Pf. zu erhöhen, um die ausgesperrten Kollegen weiter ge- nügend zu unterstützen. Die Rostocker Zahlstelle dieses Verbandes zählt 1193 Mitglieder. Im letzten Quartal waren 32 Prozent der Mitglieder arbeitslos._ Folgen der Scharfmacherei. Vor einigen Monaten hat die Firma Hcinle u. Weiß, Kraft- Wagenfabrik in Augsburg-Oberhausen, ihre Arbeiter a u S- gesperrt. Die Organisation der Arbeiter, die ver- n i ch t e t werden sollte, lebt und gedeiht vorzüglich— die„Herren im Hause" aber haben nun Konkurs angemeldet.— Noch ein Stückchen zu diesem Kapitel: Während des Brauerstreiks in Augsburg haben sich die meisten Wirte in der Nachbarjtadt Lech- hausen auf die Seite der Unternehmer gestellt, weil ihnen ein gutes Trinkgeld versprochen wurde. Der Lohnkampf ist längst zu Ende und den Wirten wurde erst jetzt die Mitteilung, daß sie— nichts bekommen._ HusUnd. Schweizerischer Arbeiterta«. Zürich, 14. April.(Eig. Ber.) Der große Schweizerische Ar- beitcrbund, an dessen Spitze das Arbeitersekretariat in Zürich steht. beruft auf den Ostermontag nach Atel den schweizerischen Arbeiter- tag ein mit nachfolgender Tagesordnung: die Kranken- und Unfallversicherung(Referenten Scharrcr-St. Gallen und Sigg-Genf). die Angriffe gegen das Koalition s- und Streikrecht der Arbeiter(Referenten Lang-Zürich und Dr. Brüstlein-Bern), Wahl des Arbeitcrsekretärs und des Bundes- Vorstandes. Die Scharrerschen Thesen begrüßen die im Krankenversichc- rungsentwurf vorgesehene Kompetenz für die Gemeinden, die Krankenversicherung für bestimmte Bevölkcrungsklassen obligatorisch zu erklären, die Anerkennung aller Krankenkassen, ohne jede Aus- nähme. Die Erleichterung der Freizügigkeit und den höheren Bundesbeitrag an die weibliche Versicherung. Für die Unfallversiche- rung wird eine angemessene Vertretung der Arbeiter im Verwal- tungsrat, die Einbeziehung� aller heute schon haftpflichtigen Ge- werbe in die Versicherungspflicht, die Ausdehnung der Versicherung auf die Nichtbetriebsunfälle und Berufskrankheiten, die Festsetzung der Unfallentschädigung mit 80 Proz. und der Rente mit 70 Proz., eine zweite Instanz des Versicherungsgerichts und unentgeltliches Prozeßverfahren gefordert, und schließlich eine solche Form des Ver- sicherungsgesetzes gewünscht, daß die Arbeiterschaft auch für seine Annahme eintreten kann. Die Thesen Längs betreffend das KoalitionS- und Streikrecht der Arbeiter lauten: „Die kapitalistische Wirtschafsordnung hat durch Hochentwick- lung der Produktions- und Verkehrsmittel zu einer Steigerung des gesellschaftlichen Reichtums geführt, die in der Menschheits- geschichte ohne gleichen ist. Aber diese Zunahme der Produktivkräfte und des Reichtums kam nicht dem ganzen Volke zugute; für den größten Teil be- wirkte sie wirtschaftliche Abhängigkeit, Entwertung der mensch-« lichen Arbeitskraft, Verdienftlosigkeit und viel Not und Elend. Das einzige Mittel gegen die Gefahren und Schäden deS Kapitalismus ist die vom Solidaritätsgefühl getragene Organi- sation der Arbeiter und ihre Betätigung auf gewerkschaftlichem und politischem Gebiete. Das letzte Mittel zur Erkämpfung des Vertragsrechts im Arbeitsverhältnis ist die organisierte Arbeits- einstellung. Da aller Kulturfortschritt darauf beruht, daß die Lebens- läge des ganzen Volkes gehoben und jedem die Möglichkeit zu freier Entfaltung und Betätigung seiner Kräfte eröffnet wird, ist es Pflicht des Staates, die Arbeiterbewegung als bedeutsamen Kulturträger zu fördern, mindestens der Wirksamkeit der Ar- beitcrorganisationen keine andern Schranken z»t ziehen als solche, die sich aus dem gemeinen Recht ergeben. Dieser Forderung widersprechen aber die Strafbcstimmungcn, die„zum Schutze der Arbeitswilligen", in Wahrheit aber zum Schutze der Untcrnehmerinteressen, in einigen Kantonen erlassen, in andern geplant sind. Sie bedeuten einen schweren Einbruch in den Grundsatz der Rechtsgleichheit, denn sie bestrafen Handlungen, die unter andern Umständen straffrei sind oder weniger hart bestraft werden. Das Unrecht solcher Ausnahmegesetze ist um so schwerer, als der Staat zwar die„ernstliche Belästigung" eines Streikbrechers mit Strafe bedroht, aber die Arbeiter schutzlos läßt vor der Ver- kümmerung des Vcreinsrcchts. vor schwarzen Listen und all jenen Maßregelungen, die Tag für Tag von den Unternehmern geübt werden. Gegen dieses Unrecht erhebt der Arbeitertag energischen Protest. Er fordert nicht nur die Arbeiterschaft, sondern alle ge- recht und billig denkenden Bürger aus, gegen diese Versuche, das Koalitionsrecht der Arbeiter, die einzige Waffe im Kampfe um die Existenz, zu erdrücken, ihre Stimme zu erheben und die diesem Zwecke dienenden Gesetze zu verwerfen."— Wir hoffen, der Arbeitertag des über 16 666 Mitglieder zählen- den Arbciterbundes werde zu einer wuchtigen Kundgebung gegen die Entrechtung der Arbeiter sich gestalten. Letzte JViicbncbten und Depefcben, Der Sieg der Besonncnkjkit. Washington, 15. April.(W. T. B.) Des Repräsentanten- lehnte den Antrag Hobson. der den Bau von vier Schlacht- schissen anstatt der vom Marinekomitce befürworteten zwei vorsieht, mit 190 gegen 79 Stimmen ob. Das Ergebnis der Abstimmung wurde mit lautem Beifall begrüßt. Die Ab- lehnung erfolgte auf eine Rede des Vorsitzenden der Kom» Mission für die Bewilligungen. Tawney. worin dieser auf die große Zunahme der Geldbewilligungen hinwies und erklärte, Amerika gebe für Kricgsrüstungen mehr aus als irgendein anderes Land._ Für'n Rubel B-lkSrechte k Petersburg, 15 April.(W. T. S.) Die Duma prüfte heute das Budget der Kanzlei des Verkehrsministeriums, wobei die Budgetkommission 11660 Rubel zu streichen beantragte, da das Ministerium eS ungesetzlich, nämlich 10 Tage vor Einberufung der Duma, zur allerhöchsten Bestätigung vorgelegt habe. Graf Bobrinsty(gemäßigte Rechte) wies darauf hin. daß es Pflicht der Duma sei. die Grundgesetze zu stützen und dadurch dem Monarchen, der die Befolgung der Grundgesetze befehle. Ergebenheit zu beweisen, und beantragte daher,. obigen 11000 Rubeln noch einen Rubel hinzuzufügen, um dodurcki die Budgetreckite der Duma zu betonen. Die äußerste Rechte ließ erklären, sie werde den Saal verlassen müssen, da ein derartiger Beschluß die selbstherrlichen Rechte des Monarchen verletze. Dies rief aus den Bänken des Zentrums und der Linken großen Lärm hervor. Zurufe„hinaus!" wurden laut. Die äußerste Rechte verließ während der Abstimmung den Sitzungssaal. Die Duma nahm ein- stimmig den Antrag Bobrinskh an. bestätigte ferner den Etat der Verwaltung der Wasserwege und Chausseen, von dem laut Vorlage der Budgetkommijsion 1300 000 Rubel gestrichen wurden. Wie englische Minister über VolkSrechte denken. London, 15. April.(W. T. B.) Lord Twecdmouth erklärte in einer in Dartmouth gehaltenen Rede, fein Rücktritt als erster Lord der Admiralität sei nur deshalb erfolgt, weil der nunmehrige Premierminister Asquith von der Ucberzcugung durchdrungen sei, daß die Chefs der große» Verwaltungen, die große Aufwendungen erheischen, Mitglieder des Unterhauses sein müßten, um dort den Volksvertretern Rechenschaft ablegen zu können. Nene Wirrrn in Perflen. vrmia, 15. April./, Uhr vertagt. Im Anschluß an dw Sitzung findet ein Lokaltermin in der Friedrichsgracht statt._ ein Mliment modernen Sklaventums. Was für„Arbeitsverträge" im zwanzigsten Jahrhundert und noch dazu in nächster Nähe einer Großstadt Arbeitem zugemutet werden, dafür ist das nachfolgende Kulturdoktiment ein drastischer Beweis. Es lautet wörtlich: Arbeitsvertrag. Zwischen der RittergutSverwaltuna in Burgk, vertreten durch Herrn Oekonomieinspcktor Pörsdorf daselbst, und dem ll) Ernst Otto Schubert ist folgender Arbeitsvertrag vereinbart und abgeschlossen worden. � pp. Schubert tritt am heutigen Tage beim Rittergute Burgk als Arbeiter und wenn nötig als Kutscher in Dienst und ver- pflichtet sich, die ihm aufgelrage,iei, Arbeiten stets willig und geivissenhaft zu verrichten, allezeit nüchtern zum Dienst zu er- scheinen und den Anordnungen und Weisungen der Gutsverwaltung pünktlich Folge zu leisten. Ohne ausdrückliche Geneh- migung der letzteren darf er niemals flllj ander- iv ä r t s Arbeit annehmen, vielmehr hat er mit seiner Ehefrau ausschließlich beim Rittergut« Burgk zu arbeiten. 2. MS Lohn erhält Schubert 1. den jeweilig, üblichen Tagekohn für sich und seine Ebefrau. 2. freie Wohnung und 3. monatlich einen Zentner Kartoffeln für sich und seine Ehefrau. Treten Akkordarbeiten ein. so wird der Lohnsatz vorher seitens der Verwaltung mit ihm vereinbart. Die Auslohnung, die wöchentlich Mittwochs erfolgt, umfaßt jedesmal die Tage von Sonnabend bis mit Freitag. 8. Alles Halten von Vieh ist dem pp. Schubert untersagt. 4. Die der Familie Schubert angewiesene Wohnung ist jederzeit pfleglich zu benutzen und in gutem Zustande zu erhalten. Nameullich haftet Schubert für allen Schaden, der durch ihn und seine Familie an Fenstern, Oefen, Türen, Schlössern usw. entstanden ist. Untervcrmietung wie VaS Beherbergen von erwachsenen über 16 Jahre alten Familienangehörigen ist verboten. 5. In allem seinem Tun und Handeln hat Schubert stets das Interesse der GutSherrschaft zu beobachten. Er verspricht, weder sozialdemokratischen Ver- einen be»zutreten, noch sich an den Bestrebungen lind Versammlungen der Sozialdemokratie zu beteiligen. 0. Das Arbeitsverhältnis kann beiderseits durch eine viertel- jährliche Aufkündigung, gebunden an die Termine 1. April, 1. Juli, 1. Oktober und 1. Januar gelöst werden. Der Ritterguts- Verwaltung steht jedoch das Recht zu, das Ar- beitSverhältnis auch ohne vorherige Kündigung sofort zu lösen, wenn Schubert oder seine Familie sich grober Pflicht- Verletzung schuldig macht, wenn er sich betrunksn zu und wahrend der Arbeit zeigt oder sich unehrerbietig gegenüber der Gutsherrschaft und deren Vertreter benimmt. Mit dem Aushören des Arbeitsverhältnisses beim Rittergute Burgk erlischt auch die Wohnungsberechtigung ohne weiteres. Mit Einstellung der Arbeit hat Schubert mit seiner Familie die ihm ein- geräumte Wohnung sofort und ihn« Verzug zu verlassen. 7. Mit vorstehenden Bestimmungen find beide Teile einverstanden und zufrieden, ste sagen sich gegenseitige Festhaltung derselben auS- drücklich zu und haben diesen Bertrag m doppelten Exemplaren eigenhändig unterschrieben. Rittergut Burgk, am t. März lSv3. Parsdorf, Jnfp. , Otto Schubert. Wenn man solches Sklavendostlment liest, und dann die mo- deinen Sklavenhalter über Leulenol Nagen hört, dann bekommt man ein Verständnis für die grenzenlose Verachtung, die die Nachfahren der ehemaligen Strauchdiebe für die arbeitende Be- völkerung haben. Wo solche Arbeitsverträge noch möglich sind, da lebe» die Arbeiter schlechter als unter der unverschärsten Form der antiken Sklaverei. Diese veranlaßte den Sklavenhalter doch wenigsten«, au» RützlichleitSerwägungen. den Menschen nicht schlechter zu behandeln al» sein Bich. Solches Motiv der Rückficht- nähme fällt bei dem modernen Sklaven fort; die Arbeitskraft wird skrupellos ausgebeutet und ist der Träger kranl und schwach ge- worden, fliegt er aufs Pflaster. Der Plünderer braucht ja leinen neuen Sklaven zu kaufen, er kauft, für ein paar Bettelpfennige, lediglich die Arbeitskraft. Longe hat Schubert die Herrlichkeiten und Annehmlichketten des„feinen" Arbeitsvertrages übrigens nicht ausgekostet. Es war ihn, unmöglich, mit dem jeweilig üblichen Tagelohnsatz von 14 M. pro Woche für sich und seine Ehefrau auSzukomme«. Ob dem Herrn RittergulSbesttzer wohl für eine Familienmahlzeit 14 M. genügen? Aber ein Arbeiter braucht sich ja auch nicht satt zu essen; für da« Recht, hungern zu dürfen, nimmt ihm der„Brotherr" die Last der Staatsbürgerrechte ab. Und für diese Ordnung kämpfen im trauten Verein: Scharf- macher, Agrarier, Zentrümler und— Freisinnige! Klus der frauenben>egung. Fraue»- Wnhlveret«. Für den Frauen- Wahlverein nehincn im Kreise Teltow- Beedkow Anmeldungen entgegen in AdlerShof: Frau Schindhelm. Bismarckstr. 86. Köpenick: Frau TiniuS, Eliiabethstr. 2. Biliiiiischiilenweg: Frau Ktnzel, Marieuthaler Straße 3- Rixdorf: Frau Mohr, Wißmannstr. 10. Btarirndors: Frau Händel. Blumenweg 18. Königs-Wusterhnusrll: Frau Lorenz. Luckenwalber Straße i. Schenlendorf: Frau Fischer, Gartenstr. 5. Schöneberg: Frau Baumler, Mciningerftr. 8. Steglitz: grau Dräger, Ahornstr. 15. Friedenau: Frau Budrnß, Ringstr. 25. Wilmersdorf: Frau Tolle, Schöneberg. RegenSvurgerfir. 83 v Zrhlendorf: Frau Schulz, Hnnptstr. 46. Teliorn: Frau Keßler, Hoher Steinweg 7. Charlottenburg: Frau Burkert, Brauhofstr. 2. Grvß-Lichterfclde: Frau Senst, Moltkcstr. 21. Tempelhos: Frau Thiel, Friedrich Wilhelmstr. 20. Frauenarbeit i» der TcLtilindustrie. In den Webereien in Bocholt wurden im Januar zirka 6142 Fabrikarbeiter und Fabrikarbeilerliinen beschäftigt. Die Zahl der Fabrikarbeiterinnen belief sich auf 2054 gegen rund 2000 vor zehn Jahren, hat also seitdem nur unwesentlich zugenommen, stellte sich aber doch auf über 33 Proz. der Gesamtarbeilerschast. Annähernd die Hälfte der Fabrikarbciterilmen(nämlich 03ü> waren über 21 Jahre alt. Unter den 4088 Fabrikarbeitern waren 8738 über 16 Jabre, 850 unter 16 Jahre alt. Rund 500 der Arbeiter wareil holländischer Skotionalität. Mit dem 1. April traten 102 ans der Schule ,nt- lasse, icn Kinder(1l4 Knaben und 78 Mädchen) in die Webereien ein. damit nahm diese Industrie 5>! Proz. der Knaben und 42 Proz. der Mädchen auf. die am 1. April die Volksschule verlassen hatten. Dieser Hoppen biNiger Arbeitskräfte ermöglicht e«, besonder« jetzt bei der Sauen Geschäftszeit, erwachsene, teuere ArbeitSkräkte auss Pflaster zu wetfen. Von den schulentlassenen Knaben erlernen nur 30 (---- 10 Proz.) ein Handwerk._ Der grundsätzliche Freisinn. Wie das„Verl. Tagebl," zu berichten in der Lage ist, wird auf dem Delegiertentage der Freisinnigen Vereinigung Pfarrer v. Lehmann folgende Resolution vorlegen: „Wir treten für ein« allmähliche Zuziehung der Frauen zu den eigentlich politischen Vertretungen tn Reich, Staat und Ge- lneinde ein, bleiben unS aber bewußt, daß der Eigenart der Ge- schlechter entsprechend die aktive Politik Männersache ist und um der Wohlfahrt der Natlou willen Männersache bleiben muß. Wir sind deshalb der Ansicht, daß ein Frauenwahlrecht in den ver- schiedenen politischen Körperschaften grundjatzlich so zu gestalten ist. daß das männliche Element bei Wählern wie bei Gewählten auch ziffermäßig das Uebergewicht behält." Der hier aufgestellte Grundsatz paßt zweifellos zu der grund- sätzlichen Verleugnung liberaler Grundsätze durch den Freisinn. Geradezu komisch aber wirkt eS, wenn die Apportierpudel der Konservativen sich als Vormünder der Frauen ausspielen. Christliche Kulturbilder. Das Münchener Organ für geistige Verkrüppelung der katho- tischen Dienstboten findet es in seiner letzten Nummer wieder einmal notwendig, die guten Schäfchen graulich zu machen vor den roten Ehristenfemden. ES orakelt eingangs:„ES gibt ein sehr bedeutungsvolles Theaterstück, in dem ein gewisser Herr Doktor Faust und«in schönes, aber auch frommes Mädchen namens©retchen drin vorkommen." Wir kennen nun zufällig diese«„sehr bedeutungsvolle Tcheatcr- stück" und«rinnern uns, daß eS vor kurzer Zeit in einem katho- lischen Seminar als ein hodsst unmoralisches, fluchwürdiges Machwerk symbolisch verbrannt wurde und einen der unglückseligen Seminaristen, der«s vor der hl. Kommunion gelesen hatte, beinahe direkt in die Hände des Teufels geführt hätte. Tie„Monatsschrift de« Vereins für die Interessen ver i�aus- angestellten", alle unsere Parteiorgane werden der Reihe nach und di«„Gleichheil" ganz besonders an den Schandpfahl genagelt. lind zuletzi stellt der gesalbtr Artikelschreiber den„fozialbemokra- tischen Toktor Faust", Herrn August Bebel, vor die Gewissensfrage: „Nun sag, wie hast Du'S mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann... Allein ich glaub', Du hältst nicht viel davon." Ohne nun mit unserem Genossen Bebel Rücksprache genommen zu haben, können wir erklären, daß er es mit Schiller hält, der da sagt:„Keine Religion au» Religion!"— Um nun die„Religion" der katholischen Dienstbotenfreunde und-freundinnen näher zu de- leuchten, teilen wir folgenden Fall mit: Vor einiger Zeit kam ein unerfahrene« Mädchen aus einet erzkatholischen Gegend nach Berlin und trat bei einer sehr frommen Frau Landgerichtsrätin in Dienst. Hier hatte da« junge Mädchen neben anderen Arbeiten ein« A. ch t zimmerwohnung instand zu halten. Weil eS den an sie gestellten Ansprüchen nicht gewachsen war, bat e« die gnädige Frau um Entlassung. Die Dame willigte «in und wt noch ein üorige», indem sie das Mädchen nach dem A... stift, einer Art klösterlicher Anstalt in Berlin brachte. Hier begann cjne wahre LeidenSperiod« für die Aermste. Von morgens früh bis in den sväten Abend mußte«S Plätten und beten, beten und plätten. Das Mittagbrot genügte nicht, zum Frühstück gab c» zwei Schmalzstullen, am Tag deSHerrnaber nur einr. Prügel setzte es in diesem GotteSheim reichlich, und die persönliche Fr»iheit war so beschränlt, wie im Gefängnis. Endlich faßte sill, das Mädchen doch ein Herz und ersuchte die Oberin, die daselbst „liebe Mutter" tituliert wird, um ihre Freilassung. Da kam sie aber schön an. Sie sei verpflichtet, 3 Jahre(I) zu bleiben. Eines Tagez nun gelang dem Mädchen, durch einen glücklichen Zu- fall, die Flucht aus der christlichen Anstalt und es wollte in seiner Harmlosigkeit schnurstracks zu der Landgerichtsrätin laufen, als eS zum Glück erst eine Frau um Rat fragte. Da« war eine organi- siert« Genossin und diese führt« di« gehetzte Fremde �ur Genossin M., wo sie herzlich aufgenommen wurde und vorlaufig bleiben konnte. Genossin M. setzte sich nun mit dem Genoflen Z., einen, alten Veteranen der Partei, in Verbindung, und beide gingen nun in Begleitung des Madchens in da» Kloster und stellten die„liebc Mutter" zur Red«, ob sie das Fräulein kenne.„Freilich," lautete die süßliche Anttvort,„daSiftjaunserKind!"„Ihr Kind?" fragten die beiden Genossen erstaunt.(DaS„Kind" ist 22 Jahre alt.)„Na, wir nennen unsere Mädchen alle unsere Kinder! er- widert« die Oberin ganz treuherzig. Nun stellte sich die Genossin M. al» Waisenpflegerin vor. Das wirkte. Die Kleider des Mäd- chen? wurden ausgehändigt, und als die Schuhe nicht zu finden waren, ging eine Nonne mit und kaufte in einem Schuhgeschäft ein Paar neu«. Später erhielt dann da« Mädchen»och von der Oberin zwei Karten, auf denen groß vorgedruckt der Spruch stand: Gelobt sei Jesus EhristuSl und c? wurde ihm prophe- zeit, daß es rettungslos dem Teufel verfallen würde, sofern cS nicht wieder zurückkehrte. Den geistigen Tiefstand in der Heimat des Mädchens kennzeichnet die Stellungnahme der Stiefmutter der Aevmsten. die das Mädchen„opfern" will, weil sie selbst geheiratet und ihrem„himmlischen Bräutigam" Jesu« die„Treue ge» brechen" hat._ Versammlungen— Veranstaltungen. Britz. Im Monat April fällt di« Versammlung au». Soziales. Die sittliche Verwahrlosung. Unsere Mucker können nicht genug über die„sittliche« Verwahr- losiing" der Kinder des arbeitenden Volke» jammern. Deshalb propagiert man auch da» Füriorgegesctz in allen Stücken, baut neue Anstalten, in di« dies«„verwahrlosten" Kinder der Arbeiter gebracht werden sollen. Kinder werden ans der Schule durch Schutzleute abgebolt und tn Polizeigefängnisse gebracht, bis sie der Anstalt zugesührt werden können. Lehrer drohen jetzt schon vielfach un- austncrlsame» Schalen, mit der„Fürsorgeerziehung'. Wegen ganz geringer Vergehen armer Kinder wird die Zwangserziehung amtlich auSiprochcn. Wie sehr man sich da irren und armen Kindeni Unrecht zufügen kann, beweist wieder ein Fall, den vor einigen Tagen unsere Frankfurter Genossen im dortigen Stadtparlament zur Sprache brachten. Ein zwölfjähriges Mädchen machte allerlei bedenkliche Streiche, die der Schulvcrwaltung und Armenbehörde Veranlassung gab. ohne weitere« den Antrag auf Zwangserziehung zu stellen. Nur der Vormund des KindcS wehrte sich dagegen und erklärte, daß da« anne Kind nach seinem Verhalten unmöglich geistig normal sei» könne und verlangte ärztliche Untersuchung seines Mündel«. Als dies jedoch abgelehnt wurde, entschloß sich der Mann dazu, da« Kind auf seine Kosten von einem hervorragenden Nervenarzt untersuchen zu lassei«. der daö Kind für— geisteskrank erklärte und«»staltSpflege, jedoch in einer Irrenanstalt empfahl. Die Srnienverwallung be- stand jedoch aus Fürsorgeerziehung, bis endlich gerichtlich die Beobachtung deS Kindes in der Irrenanstalt verlangt wurde. Nach längerer Beobachtmig wurde auch vom Chefarzt der Irrenanstalt da» Zeugnis ausgestellt, daß das Kind unheilbar geisteskrank sei und dauernd wohl in der Jrrenpflege gehalten werden müsse. Jetzt lehnte auch das Amtsgericht die beantragte Fürsorgeerziehung ab und bleibt da? Kind unter ärztlicher Aufsicht tn der Jrrc»anstalt. So wurde ein anneS Kind vor ständigem Prügeln und ähnlichen„Erziehungsmethoden" unserer Muckeranstalten bewahrt I Mit Recht haben unsere Franlfurter Genossen dieses Fiirsorgcgesetz als ein Ausnahmegesetz gegen arme Leute bezeichnet, das doch in der Praxis niemals gegen die Kinder reicher Leute angewendet würde- " AusReichtum schützt den verwahrlosten Bengel eines reichen fann sich die gefährliche Untersalpetersäure, fenntlich an ihren rot. Imeister Sandfort aus Batrop von einem glühenden Eisen Mannes vor dieser Erziehung durch die Gesellschaft". Das braunen Dämpfen, entwideln, und wenn nicht für rasche Unschäd- slab so schwer verbrannt, daß sein Zustand ein hoffnungs wollen natürlich unsere Batrioten" nicht gelten laffen und erklären, lichmachung resp. Ableitung derselben gesorgt wird, ihre verhäng- lofer ist. Durch ausströmendes Feuer aus den Stolsöfen daß doch ziffernmäßig bewiesen sei, daß die Kinder des arbeitenden nisvolle Wirkung auf die anwesenden Menschen ausüben, bie um der Zeche„ Hannover" bei Gunnigfeld wurde ein Italiener lebensso schlimmer ist, als sie von den Betroffenen gar nicht gleich ge Auf Zeche„ Maximilian"- Hamm verBolles viel mehr verwahrloft wären und deshalb dieses treffliche" mertt, b. h. empfunden wird, bie daher oft, wenn sie nicht gewarnt gefährlich verbrannt. Gesetz nachdrücklich angewandt werden müſſe. Nun tommt aber ein werben, noch längere Zeit ruhig in den betreffenden Arbeiten fort- unglückten 6 Bergleute infolge einer Explosion; 3 wurden schwer, falter Wasserstrahl für diese Beute!. Mendelsohn- Bartholdy zu fahren und sie erst gewahr werden, wenn die Einwirkung der giftigen 8 leicht verlegt. Durch herabfallendes Gestein erlitt der BergA. Würzburg befpricht in der Frankfurter Zeitung" eine Studie von Dämpfe schon so start geworden ist, daß Rettung nicht mehr mög- mann B. auf Zeche Statharina" Lebensgefährliche Verlegungen. Fr. Waffermann über Beruf, Konfession und Verbrechen" und er lich ist. Bor einiger Zeit glaubte man im Chloroform ein sicheres Auf Beche Sterkrade" bei Oberhausen trafen bei Berufes Gegengift gegen die Wirkung der Untersalpetersäure gefunden zu übung feines dent Bergmann Niedermeyer tlärt zum Schluß: aus Der Tod trat sofort In einer Hauptfrage hätte der Verfasser vielleicht seinen haben. Leider hat dieses Mittel aber auch mehrfach in Stich ge- dem Hangenden fallende Steinmassen. eraften Ausführungen noch einen menschlichen Ton mitgeben sollen: lassen und sich diese Hoffnung als trügerisch erwiesen. Nur sichere ein. Auf Zeche„ Wolfsbank" des Essener Bergwerksich meine die Frage der Bedeutung von Wohlhabenheit und und vollständige Absaugung der Dämpfe und eingehende Instruk Ein Arm abfallenden Stengel der Schädel zertrümmert. Pauperismus für die Kriminalität( 3. B. G. 56/67). Hier wäre tion der Arbeiter und Aufseher über das nötige Verhalten fann vereins wurde dem Bergmann Stomolinski burch einen herabmeines Erachtens stets hervorzuheben, daß die Wohlhabenheit nicht hier bor tödlichen Unfällen schüßen, Das alles ist wohl sämtlichen Gewerbeaufsichtsbeamten be- gequetscht wurde dem Arbeiter Wintjes in der Lederfabrik Lindgens in sowohl vor der Begehung, als vor der Entdeckung und Berkannt und es sind auch, wie schon gesagt, in den größeren Fabriken Broich durch die Auswaschmaschine.- Auf einem Wert bei Duisburg flog folgung von Delikten schützt. Ueber sittliche Verwahrs Losung der Kinder läßt sich eine zwischen Armen und Steichen dementsprechende Vorkehrungen getroffen, auch wird in den Jahres einem Arbeiter beim Nieten der Hammer vom Stiel. Dieser traf seinen Bei Ausübung vergleichende Statistit wohl taum aufstellen; ich neige zu der berichten dieser Beamten ständig auf diese Gefahren hingewiesen. Mitarbeiter und spaltete diesem den. Schädel. Ansicht, daß fie bei den Rindern der Reichsten So wurde schon in den Amtlichen Mitteilungen" aus den Jahres feines Berufes wurde dem Schlosser Sandforth auf der Zeche„ Gute berichten der Gewerbeaufsichtsbeamten vom Jahre 1889, verhältnismäßig am häufigsten zu finden ist." Seite 213, vor der Ginatmung dieser Salpetersäuredämpfe als ge: Hoffnungshütte in Oberhausen eine glühende Eisenstange in den Trotzdem werden nur die Kinder der Armen in die Fürsorge- fährlich gewarnt und Vorkehrungen dagegen empfohlen. Und doch Leib gestoßen. S. dürfte nicht mit dem Leben davonkommen. erziehung gestedt! Auf Zeche Friedrich der Große" bei Herne erlitt der Bergmann müssen noch jest fast jedes Jahr tödlich verlaufene Unfälle dieser Art gemeldet werden, was wohl der beste Beweis dafür ist, daß Schriluga durch Abfallen eines großen Gesteinsblods einen Bruch Ein Notschrei einer Invalidenversicherungsanstalt. diese Bekanntmachungen und Warnungen nicht zur Verhütung der Wirbelsäule. Auf Zeche Gneisenau" stürzte der Bergmann Während fast alle Berichte unserer Landesversicherungsanstalten weiterer Unfälle genügen und daß die Gewerbeaufsicht hier viel Kirchderne von der zweiten in die dritte Sohle. Seine Leiche konnte bebauern, daß so wenig Leute von dem Rechte der freiwfüligen Berbedauern, daß so wenig Leute von dem Rechte der freiwilligen Bergenauer nachsehen und rechtzeitiger Mißstände erst nach längerer Zeit geborgen werden. Beim Schieben eines stcherung Gebrauch machen, die unteren Verwaltungsbehörden in beseitigen muß, die, wie der in Rede stehende Fall zeigt, nicht stohlenwagens auf den Storb auf Beche Wilhelmine" kam der Berg dieses Echo lebhaft einstimmen, heult die Versicherungsanstalt nur in fleinen entlegenen Orten, sondern selbst noch inmitten von mann Groll zu Fall und starb sofort. Schwaben- Neuburg" über die große Ausnutzung durch die Ber- Großstädten vorhanden sind. ficherten". " Fast ein Zehntel ber entenempfänger hat knapp die Wartezeit erfüllt. Danach drängen sich und das gilt wie für die Männer, so für die Frauen biele erst im Alter zur Invalidenversicherung, welche Beit ihres langen Borlebens nie Arbeiter waren oder es nicht sein wollten und es dann wirklich oder scheinbar nur werden, um rasch und auf billige Weise sich die Vorteile des Gesetzes noch zu eigen zu machen." " Frauen, die mit einem anderen in einer Weise zusammenleben, die bislang nichts weniger, denn als ein Unterordnungsberhältnis betrachtet wurde, erscheinen plöglich als dessen Haushälterin. Mütter, Großmütter und Schwiegermütter, welche mit denselben Kindern, Enkeln und Schwiegersöhnen bezw. Schwieger töchtern, Tanten, welche mit demselben Neffen seit langer Zeit zu sammen wohnen und wirtschaften, werden unversehens deren Dienstmägde und zwar sowohl in den Fällen, in welchen sie vorher Privatiere, wohlfituierte Bauers- oder Bürgersfrau waren, wie in dem anderen, wenn die Verhältnisse ihrer Kinder auch derart bescheiden sind, daß unter denselben niemand sonst einen Diensta boten hält, und sie felbft weder var noch nachher einen folchen gea halten haben; dabei stört es nicht, daß die Frau schon 70 und 74 Jahre zählt und nie zubor in ihrem Leben gedient hat, bringt Sie doch ein Zeugnis bei, daß fie verhältnismäßig noch rüftig und arbeitsfähig ist. " Entgleifung, Amtlich wird aus Roblenz vom 15. April gemeldet: Rolandsed von dem Güterzuge 6260 infolge Bugtrennung 7 Wagen, wodurch beide Hauptgleise gesperrt wurden. Bersonen sind nicht vers letzt. Materialschaden erheblich. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen aufrecht erhalten. Fernschnellzüge wurden über rechtsrheinische Strede umgeleitet. Bis 5 Uhr morgens wird voraussichtDas lich der eingleisige Betrieb wieder aufgenommen werden. zweite Hauptgleis wird gegen 9 Uhr frei. Untersuchung ist eingeleitet. Ostereier auf Festung. Von Wichtiges vom§ 53 bes Kommunalabgabengesetzes. großer Bedeutung für alle fogenannten Arbeiter- Wohnsitgemeinden Gestern abend 8 Uhr 40 Minuten entgleisten zwifchen Remagen und im Sinne des§ 53 des Kommunalabgabengesetes ist ein Grundfab, den in Auslegung dieses Paragraphen das Ober- Berwaltungsgericht aufgestellt hat. Der Paragraph bestimmt u. a.: Wenn eine Gemeinde, welcher ein Besteuerungsrecht nach§ 35 nicht zusteht, durch den in einer anderen Gemeinde stattfindenden Betrieb von Berg, Hütten- und Salzwerken, Fabriken oder Eisenbahnen nachweisbar Mehrausgaben für Zwecke des öffentlichen Boltsschulwesens oder der öffentlichen Armenpflege usw. erwachsen, welche im Verhältnisse zu den ohne diese Betriebe für die erwähnten Bwede notwendigen Gemeindeausgaben einen erheblichen Umfang Als am 21. Oftober des vergangenen Jahres der zu ein erreichen und eine leberbürdung der Steuerpflichtigen herbeizuführen geeignet sind, so ist eine solche Gemeinde( die fogenannte einhalb Jahren Festung verurteilte Genosse Liebknecht in einer Arbeiter- Wohnfitgemeinde) berechtigt, von der Betriebsgemeinde Versammlung in der Neuen Welt" vor Antritt seiner Strafe - In einem Verwal- über seinen Prozeß referierte, hatte sich auch eine ältere Handelseinen angemessenen Zuschuß zu verlangen. tungsstreit, derartige Ansprüche betreffend, verlor die Arbeiter- frau im Saale eingefunden, um dem„ Staatsverbrecher" ihre Wohnsitgemeinde Bennedenbed gegenüber der Betriebsgemeinde Sympathie auszudrüden. Und wie eine Mutter oft Tränen ber Magdeburg ihren Anspruch für 1902 und für 1903 gänglich, weil gießt, wenn fie ihren Sohn auf längere Zeit scheiden sieht, so sie die Ansprüche nicht innerhalb des betreffenden quollen auch dieser alten Dame Tränen aus den Augen, Geschäftsjahres erhoben hatte. Jm§ 53 steht nichts dar- ais über. Das Ober- Verwaltungsgericht legte aber durch Entscheidung vom 13. April die Bestimmung dahin aus, daß ein Anspruch gemäß § 53 innerhalb des Geschäftsjahres, für das er erhoben wird, geltend gemacht und der Betriebs. gemeinde zur Kenntnis gebracht sein muß. Wie Benneckenbed erging es auch Groß- Ottersleben mit dem Anspruch für ein Jahr. Bug um Zug. Besonders oft fehrt die Erscheinung wieder, daß ehemalige Anwesensbesitzer und Gewerbetreibende bei lebergabe ihrer Antvesen und Geschäfte( Oekonomen, Müller, Maurermeister, Bimmer meister und Bildhauer) als Knechte und Gesellen betrachtet werden wollen, fogar wenn ihr früherer Befis oder Betrieb einen beträchtlichen Umfang hatte, ja es tommt vor, daß solche Personen in den notariellen Uebergabsvertrag eine ausdrückliche Bestimmung auf. nehmen lassen, der Uebernehmer habe für sie wegen ihrer( ünver- Der Baugewerksmeister Tichuske hatte den jugendlichen Th., der bindlichen) Hülfeleistung im Haufe die Invalidenversicherungs. später zur Baugewerfsschule gehen wollte, auf zwei Jahre in die beiträge zu leisten, um so ihr vorgebliches Dienstverhältnis glaub- Lebre genommen. Weil T. etwas vor Ablauf der Zeit die Lehre barer zu machen und ihr vorhabliches Rentenbegehren f. 3. beffer verließ, behielt Tschuste das lezte Wochengeld von 7,50 M. zurück. begründen zu können. Leute, die sich früher gefträubt und es wie Der Lehrling klagte auf Auszahlung. Der Beklagte hatte Gegeneine Ehrenkränkung angefehen hätten, wenn sie zur Leiftung von flage erhoben, durch die er Feſtſtellung eines EntschädigungsInvalidenversicherungsbeiträgen aufgefordert worden wären, wollen aufpruches wegen Kontrattbruches verlangte. Außerdem bean plöblich versicherungspflichtig sein. sprucht er Rückgabe eines Stemmzeuges, das der Kläger irgendwo batte liegen laffen. Eventuell sollte Kläger den Geldwert erfeßen. Die Kammer 3 des Berliner Gewerbegerichts unter Vorfiz des Magistratsaffeffors Dr. Prerauer veranlaßte den Beklagten zu Mücknahme des Entschädigungsanspruchs wegen Kontraktbruchs, Da eine Einigung im übrigen nicht zustande fam, so erging das Urteil dahin: Der Beklagte wird verurteilt. Zug um Bug gegen Aus= lieferung des Stemmzenges oder von 3,50 M.( feinem Werte) an den Kläger das rückständige Wochengeld von 7,50 M. zu zahlen. Bom Reichsversicherungsamt. Liebknecht fich entfernte.„ Ich schicke Ihnen eine Kiste Gier," rief unsere alte weinende Dame dem Scheidenden Nanu! Der Festungsaufseher foll wohl wohl denken, nach. es ist eine Höllenmaschine, menn Liebknecht eine Stifte friegt." warf ein junger Mann ein. Die alte Frau eine Gierhändlerinhat ihr Versprechen wahr gemacht. Vor einigen Tagen schleppten in Glatz zwei Musketiere eine gewichtige Stifte auf den Berg und ließen sie auf Anordnung des Festungsaufsehers hinter der Lieb fnechtschen Behausung verschwinden. Gänse, Enten und Hühnereier Man wahre Prachtegemplare waren der Inhalt. versucht, die Absenderin zu ermitteln, da man ein fträfliches Be ginnen darin erblickt, daß gerade die schönste Ware nach Glaß geschickt wird. Doch die Spenderin meint, die schlechtere Qualität schicke fie schon längere Zeit nach Sachsen in die Leipziger Gegend. ifte Gier? Er müßte diefelben ja gerabe ausbrüten; und da Aber immerhin: Was soll ein Festungsgefangener mit einer ber Empfänger hierzu wenig Luft verspürt, fo tocht und färbt er dieselben, um seiner Familie in Berlin eine Osterfreude zu be reiten. Der Empfänger hat sich für die mütterliche Freundlichkeit zwar herzlich bedankt, jedoch mit dem Vorbehalt, daß fich die alte Dame nicht noch einmal in solche Mühe und Soften stürzen solle. Der Polizei gestellt. Der Ehemann Elsmann, der am 4. Februtar d. I. in Essen( Ruhr) seine Frau erschossen hat, hat sich, wie eine Meldung aus Effen befagt, vorgestern abend der dortigen Polizei gestellt. Gerüsteinsturz. Wie aus Ibing berichtet wird, stürzte vor gestern abend bei einem Neubau in der Vorbergstraße das Gerüst ein. Ein Maurerpolier blieb tot, ein Arbeiter wurde schwer verletzt. Gekentert. Einer Meldung aus Gotenburg zufolge fenterte der " Nicht selten wird auch alternden und fränkelnden Bersonen, deren Leistungsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkte längst als unzulänglich eingeschäßt wird, noch ein geringer Dienft über tragen, mit dem man ihre Versicherungspflicht glaubt begründen au fönnen, um für sie noch die Invalidenrente zu bekommen. Selbst für Leute, die schon im Arbeitshause untergebracht sind und die wegen der Unfähigkeit, sich den notdürftigsten Unterhalt zu verdienen, aus der öffentlichen Armentasse unterstübt werden müssen, wird, so lange sie die Wartezeit nicht erfüllt haben, die Versiche rungsberechtigung in Anspruch genommen und da und dort der gange Betrag der Beitragsmarken direkt aus der Gemeinde. oder Armentasse bezahlt. Anderseits wird versucht, Epileptiker, die in fremden Diensten nie ein Unterkommen fanden, von Jugend auf minderwertige und idiotenhafte Personen, die es in ihrem Leben nie über die Vorbereitungsklasse der Volksschule hinausgebracht haben, gleich in jungen Jahren auf die Invalidenversicherung ab. zuwälzen und ihnen für wenige Mart, die man für fie unter allen möglichen Behauptungen über ihre Tätigkeit bezahlt, eine lebenslängliche Rente zu sichern. Wir halten ein Ginschleichen Unbefugter in den Kreis der Verficherten auf Hintertreppen und jede Begünstigung solcher Verfuche Nach vorläufiger Grmittelung wurden 663 053 Unfälle anals eine ernste Gefahr für eine normale, gesunde Entwickelung der gemeldet. Für 144 410 Fälle wurden erstmalige Entschädigungen 8 Versicherungsanstalten und werden deshalb dem Tun und Treiben gezahlt. Im ganzen gab es 1007: 1124 874 ventenberechtigte auf biefem Gebiete unausgefeßt die gebührende Aufmerksamkeit Bersonen und zwar: 887 921 Werlegte, fowie 77 807 2itwen, schenken, werden, wie wir es seit Jahren tun, über das Bor- 106 712 Kimber und Gnkel und 4125 Verwandte von Getöteten; leben jeder Person, welche erst nach ihrem ferner als Angehörige von Verletzten, welche in Heilanſtalten unter 50. Lebensjahre eine Karte Nr. 1 einliefert, ge- gebracht waren: 15 504 Ghefrauen, 32 541 Stinder und Entel und naue Erhebungen vornehmen lassen und uns durch 264 Verwandte. einen unserer Beamten bei jeglicher Verhandlung vertreten lassen, bei der die Versicherungspflicht in Frage sieht." Nach dem Geschäftsbericht pro 1907 gehörten dem Reichsverficherungsamt an: 70 höhere und 332 Subalterne und Unter beamte. Außerdem 6 Bundesratsmitglieder, je 130 Bertreter der Arbeitgeber und der Versicherten und 88 richterliche Beifizer. Aus dem Bericht über die Unfallversicherung ist zu entnehmen, Dampfer Göta- Elf gestern nachmittag furz nachdem er vom Kai daß die Zahl der Berufsgenossenschaften von 114, davon 66 gewerbliche fos gemacht hatte. Von den an Bord befindlichen Personen, deren und 48 landwirtschaftliche, unverändert geblieben ist. Für die Reichs, Bahl auf 30 bis 40 angegeben wird, sind sieben gerettet; bisher find Staats-, Provinzial- und Kommunalbetriebe, welche feiner Berufs- drei Leichen geborgen. genoffenschaft angehören, waren ferner 585 Ausführungsbehörden vorhanden. Ueber die Rechtsprechung wird berichtet, daß 417 957 berufungsZentralverband der Bäcker und Konditoren. Heute abend 8, Uht Sektionsversammlung in den Arminballen", Stommandantenstr. 58/59. Uhr bei Buhl, Danziger Straße 93. Lefe und Diskutierklub Wilhelm Liebknecht". Heute abend Wasserstands.Nachrichten der Lanbesanstalt für Gewässerfunde, mitgeteilt pom Berliner Wetterbureau. Wafferstand So interessant diefe Bemerkungen sind, so unwahr ist die fähige Befcheide erlaffen wurden. 70 957 Berufungen wurden bei den Schiedsgerichten eingelegt. Bei den Reichs- und Landes- Memel, Tilfit fernere Behauptung der geängstigten Versicherungsanstalt, daß in verficherungsämtern wurden anhängig gemacht 21 773 Retife. Aufregel, Sniterburg der leichten Zugänglichkeit der Rente" die Haupt- je 100 berufungsfähige Bescheide entfallen 17 Berufungen und gefahr liege! Invalidenrente au erhalten ist jedenfalls sehr schwer, schwerer macht es tein Gesetz den Versicherten. Lieft man die Berichte der landwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaften Bayerns über das Verhalten der Bauern nach, so gibt dies eine hübsche Ergänzung obigen Angstschreies der Versicherungsanstalt. Was wohl die Zentrumspreffe Bayerns über diese Anfchuldigungen gegen ihre frömmften Leser sagen wird? 5,48 Refurse. Rathenow³) 177 am feit am felt 14. 4. 13. 4. Basserstand 14. 4. 13.4. cm em') cm cm³) 5673) -4 Saale, Grochlitz 250-6 297 -12 abel, Spandau) eifel, Thorn 138+1 286 +6 Ober, Natibor 242 28 Spree, Spremberg) 126 Stroffen Frankfurt Landsberg 137 73 113 217 +3 Beeskow 163 213 46 eser, Münden 92 112 0 192 -15'e in, Marimiliansau 440 Staub 268 Köln 814 46 Nedar, Heilbronn 180 364 Main, Wertheim Mosel, Trier 209 Fall, Unterpegel heute um 6 Uhr Barthe, Schrimm Nee, Bordamm Elbe, Leitmeritz Dresden Barby Magdeburg 320 + bedeutet Wuchs, Minden Die Zahl der Schiedsgerichte betrug 124. Außer den schon angeführten Berufungen wurden noch 21 050 Anträge gemäß§ 88, bf, 2 des Gewerbeunfallversicherungsgefeßes begin, der ent sprechenden Paragraphen der anderen Unfallversicherungsgeseze gestellt. Jm ganzen wurden mithin 92007 Streitfachen anhängig gemacht. Davon kommen auf die gewerbliche Unfallversicherung 66,23 Broz.ber Berufungen und 57,76 Proz. der Anträge. In 6826 Sigungen der Schiedsgerichte beschäftigten sich dieselben ganz oder zum Teil mit Unfallversicherungsfachen. Durch Urteil des Schiedsgerichts wurden 89,59 Broz, burch Burücknahme 3,69 Proz. und durch Vergleich 3,09 Broz. aller Be- morgens 564 om. tufungen erledigt. Der Nest fourde zum Teil durch Bescheid des Borsigenden des Schiedsgerichts, teils auf andere Weise erledigt. Von den 21 778 Returfen waren 19 604 beim Reichsversicherungsamt geftellt. Ferner lagen noch 412 Anträge auf Feststellung ber zur Entschädigung verpflichteten Berufsgenossenschaft usw. vor. Von biefen Anträgen waren 256 im Jahre 1907 gestellt. Von den 18 188 Returfen waren 4508 von den Versicherungsgeworden waren, wenn auch nicht in so hohem Grade, daß sie daran trägern und 13 680 von den Versicherten eingelegt. Davon wurden wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Evrechstunde bor, geftorben wären, was leider am Mittwoch bei ben Arbeitern durüdgewiesen 1902 Refurfe der Berficherungsträger 46,80 Proz. 2. Paul und J. Krüger der Fall war. Diese Untersalpetersäure und 972980 Proz. Returfe der Versicherten. Die Bergiftungen durch Untersalpetersäurebämpfe, Wie traurig es noch mit unserer Gewerbeaufsicht bestellt ist, zeigt wieder einmal recht grell die am vorlegten Mittwoch erfolgte töbliche Vera giftung zweier Arbeiter beim Abbrennen von Meffingteilen mit Salpetersäure durch die dabei sich entwickelnden Dämpfe von Unterfalpeterfäure in der Gaszählerfabrik Aron G. m. b. 6. in Char lottenburg, Wilmersdorfer Straße 39. Der Direttor hat diese gefähr lichen Arbeiten immer noch in einem ganz engen Raum ausführen laffen, obwohl fchon öfter bort bei dieser Arbeit Arbeiter ohn mächtig oder, richtiger gesagt, an atuten Stidanfällen bewußtlos Vermischtes. Opfer der Arbeit im Industriegebiet. Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Lindenstraße Nr. 3, zweiter Dritter Eingang, vice Treppen. Gabrftu bl Bof. wochentäglich abends von 7 bis 9% 11hr statt. Geöffnet 7 the Sonnabende beginut die vrechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Rahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort B. 3. 37. Siche Adreßbuch, 2. Band, Teil IV, Seite 143. 6. S. 33. Wenden Sie sich an den Transportarbeiterverband, Sektion dämpfe haben wirklich schon genug Menschenopfer hingerafftDroichtenführer, Schillingstr. 6 part. 2 Wettendo 6. 0. 360 Pfennige. 2. M. 100. Auskunft erhalten Sie vielleicht durch J. Siebert, allein in ben chemischen Fabriken von E. Schering hier, den Farben. Bringenstr. 98 II. 5. S. 12. 8entral- Stranten- und Begräbniskasse fabriken in Elberfeld, Ludwigshafen, Griesheim und Höchst, den für Frauen und Mädchen in Offenbach( C.. Nr. 26), Borfizender W. Hinz, Sprengstoffabriken Rottweil, Strümel und Köln sowie in den Gah Prinzenstr. 66. 2. D. 10. Säuglingsfürsorgestelle Großbeerenstr. 10. Luffactürmen und Säuretransportwagen verloren wohl über G. S. 5. Benden Sie sich an Herrn E. Stein, Charlottenburg, 30 Menschen dadurch ihr Leben, so daß man wohl mit Recht ver langen fann, daß die Gewerbeaufsicht in allen in Betracht kom bem stofsarbeiter Biewald beim Loshacen des Calzes ein großer zivilrechtlich haftbar. Außerdem halten wir es geraten, Strafanzeige wegen In der Ammoniaffabrit der Zeche Shamrod" bei Herne stürzte Staiser- Friedrich- Straße 40. A. K., Potsdam. Die Arbeitgeber und der Arbeitgeberschußverband find wegen Aufstellung der schwarzen Lifte menden Betrieben die schleunige Abstellung der Gefahr veranlaßt slumpen auf den Körper. Der Berunglückte, Vater von 5 Kindern, Nötigung und Erpressung zu erstatten. Sm Interesse der Sache ersuchen und darauf sieht, daß die gegen diese Gefahr nötigen Vorkehrungen starb an ben erlittenen inneren Verlegungen, Auf Zeche Rhein wir Sie aber, nicht ohne Suftimmung des Vorstandes der Gewerkschaft getroffen werden und die nötige Vorsicht beobachtet wird. Aber starb an ben erlittenen inneren Verlegungen, nicht nur in den genannten Betrieben, in denen jeht wohl meist preußen" geriet ber Rangierer Tripp zwischen die Buffer zweier Gesez, trifft feine ausbrüdliche Borschrijf. Die Entscheidung bes Obergtveier und nicht ohne anwaltlichen Beistand vorzugeben. Steuer. 1. Das für die erforderlichen Vorkehrungen gesorgt ist, sondern überall, Stohlenwagen. Ihm wurde der Brustkorb eingebrüdt. Auf verwaltungsgerichts ist schwankend. Machen Sie jebenfalls den Bersuch. wo Salpetersäure auf andere Stoffe einwirkt, Idem alten Walzwert" in Osterfeld wurde der Walz- 12. Das fanm als zulässig erachtet werden, wird in der Regel aber verneint. " BAER SOHN Entzückende KnabenPaletots von 4.50 M. an Chausseestr. 29-30 11 Brückenstr. 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Praktische LodenPelerinen von 4.75 M. Der Haupt- Katalog No. 34 Knaben, u. Jünglings. Kleidung, kostenlos u. portofrei Knaben- Anzüge Norfolk- Anzüge schönste Moden einfacher und luxuriöser Genres 18.- 15.- 12.- 9.- 6.- 5.- 4.Falten Joppen Formen Praktischste Stoffe 18.- 14.- 12.- 10.- 9.- 8.- 7.Moderne gemusterte Stoffe an 25. 6M Jünglings- Anzüge allerneuest.Geschmacksrichtungen 9M. Hüte, Mützen, 33.- 30.- 27.- 24.- 21.- 18.- 15.- 12.Wäsche, Krawatten usw. sehr preiswert. Dürkopp Kataloge bestes Material vorzüglichste Arbeit umsonst. eleganteste Ausstattung 10 Jahre Garantie Mensch lies blos die Preise! Neue elegante Fahrräder 45, 50, 55 Mk, ca. 500 St. gebr. 15, 20, 25, 30; Luftschläuche 1,75, Laufdecken 2, 2,50, 3,50, Pedale 0.75, Acetylenlaternen 1,25, Ketten 1,50, Torpedofreilaufn. 12,50, Glocken 0,10, Fusspumpen 0,60 Korkgriffe 0,10, Eugländer 0.15 u. s. w. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 91. 25. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. " Dritter Wahlkreis. Am Karfreitag findet eine Herrenpartie statt. Treffpunkt früh 9 Uhr Station Eichkamp. Zu erreichen mit der Bahn Stadtbahn Grunewald oder mit der Straßenbahn Nr. 91 bis Halensee( Endstation), von da 1 Stunde zu Fuß bis Eichkamp. Abmarsch von Eichkamp Punkt 10 Uhr nach Pichelswerder zum alten Freund( Mittagspause), dann zurück über Westend. Am ersten Osterfeiertag, mittags 12 Uhr, veranstaltet der Wahlberein im großen Saale des Deutschen Hofes, Luckauerstr. 15, eine Matinee. Stonzert, ausgeführt von Zivilberufsmusitern, unter Mitwirkung von Frau Magarete Wallotte und des Humoristen Hans Fredy( Apollo- Theater). Am Flügel Herr Bernhard Nigiche. Billetts a 30 Pf. find bei den Bezirksführern und in den mit Plakaten belegten Geschäften zu haben. " Sechster Wahlkreis. Am Karfreitag findet eine Herrenpartie ftatt. Treffpunkt früh 9 Uhr im Restaurant" Roßtrappe", Westend, Spandauer Chaussee. Abmarsch 912 Uhr zum Alten Freund" auf Bichelswerder. Die Genossen von Moabit treffen sich um 8 Uhr bei Rapp, Turmstr. 62, an der Beusselstraße, zum gemeinsamen Marsch nach Westend. Montag, den 20. April( zweiter Osterfeiertag), werden durch die Abteilungen neun Matineen veranstaltet. Billetts a 25 Pf. find an den bekannten Stellen zu haben. Alle Mitteilungen, die den Wahlverein betreffen, find zu richten an Theodor Fischer, alle Geldsendungen an Hermann Müller, Berlin N. 39, Ravenéstr. 6: Bureau des Wahlvereins. Fernsprecher Amt III Nr. 2187. Bureauzeit 9-1 und 4-8 Uhr. Der Vorstand. Ober- Schöneweide. Die Genossen werden ersucht, sich heute Donnerstag, den 16. d. M., abends 7 Uhr, zur Entgegennahme von Material zur Landtagswahlagitation in den Bezirkslotalen ein zufinden. Jeder Genosse hat sich an dieser Arbeit zu beteiligen, es darf daher niemand fehlen. Der Vorstand. Tegel. Die Parteigenossen werden ersucht, am Karfreitag, bormittags 8 Uhr, sich an der Herrenpartie nach Tegelort- Heiligensee bis Belten recht rege zu beteiligen. Treffpunkt im Lokal W. Götze, Schloßstr. 7/8. Berliner Nachrichten. Ausgewiesen. Donnerstag, 16. April 1908. sache, daß trotzdem Deutschland den höchsten GeburtenüberDie juristische Sprechstunde chuß aufweise. Während in Deutschland auf tausend Einwohner fällt am kommenden Sonnabend und am nächsten Dienstag Ther Geburtenüberschuß sich auf: 13,9 ftellt, beträgt derselbe in( dritten Feiertag) aus. Frankreich nur 1,91 Um Klarheit über diese Frage zu haben, hatte " " geht! Und die Verluste der Familien! Dieselben betrugen: bei den Reichen bei den Arbeitern Todesfälle 9,85 Proz. 32,75 Pro3. Fehlgeburten. 8,17 Pro3. 17,89 Proz. Busammen 18,02 Broz. " 50,64 Proz. Nach dem Muster der Berliner Armenpflege. Unter vorstehender Ueberschrift lesen wir in hiesigen Blättern: " Das englische Parlament hat sich jüngst mit der Frage einer Reform der englischen Armenpflege beschäftigt. Die zur Vorberatung dieser Reform eingesetzte Kommission hat den Berliner Stadtrat Dr. Münsterberg um ein Gutachten ersucht. Dr. Münsterberg wird im Mai der Einladung der Kommission nach England folgen und sich vor der Kommission über die Frage der Armenpflege äußern, die zurzeit weite Kreise in England be schäftigt." Zum Knabenmord. Zur Lokalliste. In Neumühle( Teltow- Beeskow) steht das Lokal von Riedel der Arbeiterschaft nach wie vor zur Ver- sich der Verfasser zu einer Privatenquete entschlossen, die sich über Kurfus für Säuglingspflege. Dr. Schmoller beginnt am fügung. Die Aufführung in der Lokalliste ist irrtümlicherweise zwei Jahre erstreckte, da er amtliches Material nicht 1. Mai, nachmittags 6 Uhr, einen vierwöchigen Kursus über unterblieben. Die Lokalkommission. erhalten konnte. Er konnte in der Zeit vom 15. Dezember 1904 Säuglingspflege und Ernährung für Frauen und junge Zweiter Wahlkreis. Am 17. April( Karfreitag) findet eine bis 8. Januar 1907 bei 1042 Arbeiter frauen Berlins feft- Mädchen. Der Kursus findet Dienstags und Freitags von 6-7 Herrenpartie statt, und zwar nach Friedrichshagen und Umgegend. ſtellen, daß diese insgesamt 7261 Schwangerschaften hatten; Uhr in der Säuglingsfürsorgestelle 6, Großbeerenstraße 10, Treffpunkt morgens 72 Uhr Schlesischer Bahnhof( Seite, wo die die durchschnittliche durchschnittliche Fruchtbarkeit der Arbeiterfamilie betrug statt. Anmeldungen werden schon jetzt von 2-3 Uhr oder schriftUntergrundbahn abfährt). Abfahrt 7.53. Frühstück in Friedrichs- also 6,97 oder 7 per Frau und Familie! Selten sind Familien mit lich angenommen. hagen( Gesellschaftshaus, schrägüber dem Bahnhof). Für Nach einer Schwangerschaft( 3,26 Proz.), am stärksten 5 Schwangers Neue Briefmarkenautomaten. Die Aufstellung von Briefzügler bis 10 Uhr Friedrichshagen, von mittags ab Schöneiche, schaften mit 12,76 roz., bis 15 Schwangerschaften marfenautomaten neuer Bauart wird jekt in größerem Umfang Baldhaus"( Süßmilch). Am Montag, 20. April( 2. Osterfeiertag), findet in den Lokalen 39 jährige Arbeiterfrau mit 25 Schwangerschaften erreicht durchgeführt. Die neuen Apparate sind zum größeren Teil schon Am Montag, 20. April( 2. Osterfeiertag), findet in den Zofalengar 2,88 Proz. der Familien. Die höchste Ziffer hatte eine in Berlin und in vielen anderen Städten des Reichs- Postgebiets „ Kliems Feſtiäle", Hasenheide 13/15, und" Berliner Bod- Brauerei"( achtmal Zwillinge). Ganz anders war jedoch das Resultat in in Tätigkeit, zum Teil kommen sie demnächst zur Aufstellung. Im je eine Matinee statt, unter Mitwirkung der Norddeutschen Sänger" und der Spre- Athener"-Sängergesellschaft." Eintrittspreis 20 Bf. Familien der Reichen, die der Arzt in 119 Fällen beobachten konnte. ganzen werden 13 neue Säße verteilt. Jeder Eaz umfaßt drei In Familien von mehr als 6000 Mark Jahreseinkommen hatten zu 10 Pf. In Berlin sind die neuen Apparate für das BriefpostApparate, einen für Postkarten und je einen für Marken zu 5 und Anfang pünktlich 12 Uhr. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. 119 Frauen nur 416 Schwangerschaften 3,49 pro Familie amt, das Postamt 8 in der Taubenstraße, das Amt 12 in der also genau die Hälfte derjenigen in den oben Zimmerstraße und das Amt 66 im Gebäude des Reichs- Poſtamtes aufgeführten Arbeiterfamilieu"! bestimmt. Außerhalb Berlins kamen oder kommen Apparate in Stettin und Wiesbaden je auf das Postamt 1, in Leipzig auf die Aemter 1 und 5, in Darmstadt auf das Postamt 1, ferner nach Neumünster und Guben. Neu bestellt sind Apparate für das Postamt 2 in Kiel und das Postamt 1 in Flensburg. Bei den neuen Apparaten ist die Tätigkeit des Publikums auf ein Minimum verringert, so daß es möglichst wenig Schaden stiften kann. Es hat nur noch das Geldstück durch den Schlitz zu stecken und das Wertmithin bei den Arbeitern fast dreimal soviel wie bei den zeichen herauszunehmen. Die zuletzt eingeſtedten Geldſtüde erReichen. Der Prozentsatz der Ueberlebenden ist bei den Reichen scheinen eine Zeit lang unter einer Glasplatte. Ungeeignete Stüde, 81,97 Broz., die den Arbeitern sehr viel geringer: 3. B. Fünf- und Fünfzigpfennigstücke, wirft der Apparat weit von 49,36 Pro 3."! Und trotzdem der hohe Geburtenüberschuß ich auf den Boden. Ebenso gibt es Geldstücke zurüd, die zwar im Hunderte und Tausende bon Arbeiterfrauen Format, aber nicht im Gewicht genau unseren Zehnpfennigstücken geben an diesem sogenannten Kinderfegen" zu entsprechen. Die Apparate sind von der Dabag, d. i. der Deutschen zu- Abel- Briefmarkenautomaten- Gesellschaft gebaut. grunde", meint Dr. Hamburger. Weiter:„ bedarf es eines Hinweises, wie eng diese Frage des Kinderreichtums mit der wohnungsnot zusammenhängt? zusammenhängt? Sehr richtig! Für vier Zur Ergänzung des Belastungsmaterials gegen Heider wurde Menschen könne ein Raum gesund fein, dagegen wird er eng und deffen Wohnung gründlich durchsucht. An dieser Ortsbesichtigung ungesund, wenn er für die doppelte Zahl ausreichen solle, wovon die nahmen der Erste Staatsanwalt Steinbrecht und Staatsanwalt Hälfte auch noch unmündig und unsauber sei! der Staatsanwaltschaft beim Landgericht I, die Porzelt von Aus den Leitsägen des Verfassers geht hervor, daß er die hohe Kindersterblichkeit durch eine maßvolle Beschränkung der Kon- Gerichtsärzte Medizinalrat Dr. Stoermer und Dr. Strauch, der Gerichtschemiker Dr. Jeferich und der Chef Chef der zeptionszahl" bekämpfen will. Das Dogma vom Segen des Kriminalpolizei Oberregierungsrat Hoppe mit dem Regierungsrat größtmöglichen Kinderreichtums müsse verschwinden:" Für die Be- Dr. Lindenau und den Kriminalkommissaren Wannowski und kämpfung der Kindersterblichkeit ist unter den heutigen Verhältnissen das wirksamste Mittel: Die herabfegung der Kon- Peters teil. Eine taufendköpfige Menschenmenge drängte 3eption." Als Arzt hätte der Verfasser aber doch auch die zu, von einem größeren Schußmannsaufgebot, das das Haus sich in der engen Liegmannstraße nach dem Mordhause Ernährungsfrage erwähnen müssen. Sicher ist doch, daß bie schlecht genährte Bevölkerung„ fruchtbarer" ist, die Mehrzahl der absperrte, mit Mühe in Schranken gehalten. In einer Droschke Ernährungsfrage erwähnen müssen. Sicher ist doch, daß zu, von einem größeren Schuhmannsaufgebot, das das Haus Kinder auch an Unterernährung größtenteils zugrunde tigung vorgeführt. Er bestreitet nach wie vor die Tat. Die ersten wurde Heider von zwei Kriminalbeamten gefesselt zur Drtsbesich Blutspuren entdeckte man an dem Holzgriff des Bügels und an dem unteren Rande eines weißen Emaileimers, der hinter der Eingangstür in der Küche stand, der Griff war noch stark bejubelt, fast nicht minder der Stehrand. Die Innenseite der Tür des alt modischen Küchenspindes wies deutlich sichtbare blutige Fingerabbrüde auf. In der Stube zeigte die Tapete in der Gegend des Kleider spindes mit der blutigen Hose dret ziemlich erhebliche Blutspriser. Sie wurden herausgeschnitten und in Verwahrung genommen. Aus den Dielenrizen wurde Füllung herausgefragt und zur mikroskopischen Untersuchung aufgehoben. Auf dem Fensterbrett am Hofe fanden sich wieder Blutflede. Spuren ausgewaschenen Blutes zeigte auch noch ein Kopffissen, Blutflecke auch noch die Wandung neben der WafferEs ist ja sehr hübsch von dem Reiter des Berliner Armen- leitung, deren Stnie zu weiterer Untersuchung abgenommen wurde. wesens, wenn er anderen Gemeinden und Ländern mit seinen als die Kriminalbeamten das erste Mal die Wohnung betraten, reichen Erfahrungen zur Seite steht. Herr Münsterberg ist sogar war der Kachelofen, ein gewöhnlicher weißer Berliner Ofen ohne mit seinem Rat nach dieser Richtung hin sehr freigebig. Er war Rost, noch warm. Er hatte fo start gebrannt, daß ein erst ganz fürzlich in Amerika und ist auch sonst auf vielen Nongeführter Tod dem Leben eines braven, opferwilligen Sozial träge für die verschiedensten Zeitschriften und hat fich auch in fuchte, fand man darin den Rest eines verbrannten " Am 16. Juli 1881 machte ein durch Polizeibrutalität herbei greffen zu finden; er hält zahlreiche Vorträge, verfaßt diverse Bei- Paket, das darauf lag, zwar angewärmt, aber nicht angebrannt war. Als man gestern nachmittag die Asche unterDemokraten ein Ende. Erst aus Berlin, dann aus Hamburg und einer größeren Arbeit über die Reform der Armenpflege geäußert. Fingers, eines Fingergliedes der rechten Hand. Gerade die zuletzt noch aus Leipzig ausgewiesen, hatte der Former Gustav So anerkennenswert diese Tätigkeit auch ist, so meinen wir doch, Fingers, eines Fingergliedes der rechten Hand. Gerade die Anlauf am 11. Juli 1881 in Halle an der Saale in der Maschinenfabrik von Dehne Arbeit gefunden. Er hatte eine schwangere Frau läge es auch sehr nahe, im eigenen ihm von der Stadt anvertrauten arme und Hände des Opfers fehlen noch. Ohne Zweifel hat der und vier Kinder in Leipzig zurückgelassen und arbeitete Ressort mit der Tat zu wirken. Schöne Redensarten machen noch Mörder fie und die fehlenden Fleischteile in dem Kachelofen verbrannt. nun mit Riesenfleiß, die Seinen mit ausreichenden Mitteln feinen Armen satt. Und wir meinen, im Berliner Armenwesen Die ganze Asche wurde herausgenommen umn chemisch auf Bestandteile verbrannter Knochen untersucht zu werden. Auch diefer Fingerzu versorgen. Da wird ihm am 16. Juli die Mitteilung, daß die gäbe es noch viel, sehr viel zu bessern. Unser Genosse Hinge hat Polizei ihn der Fabrikdirektion als einen gefährlichen Sozial- erst fürzlich in der Stadtverordnetenversammlung mit vollem Recht fund wurde dem Verhafteten einstweilen noch nicht mitgeteilt. Die demokraten" denunziert und er sich auf Ablohnung gefaßt zu machen darauf hingewiesen, daß die von der Berliner Armenverwaltung Ausführung der Tat denkt man sich nach den bisherigen Ermitte habe. In der ſtickigen ige von gegen 40 Grad, in der der Mann gezahlten Unterstüßungssäße äußerst geringe sind und dringend lungen so, daß der Mörder sein Opfer vor dem Bett erdrosselt und zu arbeiten hatte, packte ihn furchtbare Aufregung; Sorge um einer allgemeinen Erhöhung bedürften. Hier hätte Herr Münster- zerstückelt hat. Dabei ist ihm ein Stiffen heruntergefallen und blutig feine Familie, Grimm über die Gemeinheit der Polizei übermannen ihn, ein Schlagfluß tritt ein, und vier Stunden später berg ein großes Feld für Betätigung. Wir wissen zwar, daß auch geworden. Heider hat sich auf dem Paukboden der Studentenverbindungen war der Gehetzte eine Leiche. Mit welchen Empfindungen ihn Herr Münsterberg nicht allmächtig ist und mit gewissen Wider- als ein geschickter Bandagist erwiesen. Die Zerstückelung des Körpers feine Arbeitskameraden und Genossen zu Grabe trugen, fann man ständen zu rechnen hat; allein manches tönnte auch heute anders wird ihm nicht allzuschwer geworden und auch nicht zu sehr auf die fich denken. Die Polizei inhibierte jede Ansprache am Grabe. und besser sein. In dem Ressort der Armendirektion geht es so Nerven gefallen sein. Das beweist schon die scharfe Ueberlegung Das stille Gebet" aber, das dem hinabgesenkten Ausgewiesenen weit, daß ein Armer, der sich wegen Abweisung durch die Armend der große Bedacht, mit denen er alle Störperteile beseitigte und nachgeschickt wurde, lautete, so ward dem Züricher Sozial- fommission an die Armendirektion wendet, nicht einmal eine Ant- zerstörte, die zur Erkennung des Ermordeten und damit zur Ent demofrat" berichtet: Ehre seinem Andenken, Fluch seinen wort bekommt, auch nicht, wenn sich der Betreffende an den Magi- dedung des Mörders führen konnten. Die Ortsbesichtigung förderte strat wendet. Wir wollen hier gleich mit einem Beispiel aufwarten. fo viel Material zutage, daß der Gerichtschemiker Dr. Jeferich zum Ein anderer Berliner Ausgewiesener, der Sattler H. Büttner, Gin nach ärztlichem Gutachten erwerbsunfähiger 59 Jahre alter Schluß einen ganzen Sad boll zu genauerer Untersuchung nach der in Dresden Arbeit gefunden hatte, wurde dort, weil er beim Mann bezieht seit etwa einem Jahr eine laufende Unterstüßung feinem Laboratorium mitnehmen konnte. Austragen von Wahlflugblättern abgefaßt worden war, in UnterGestern vormittag wurde Heider aus der Einzelhaft vorgeführt fuchungshaft geworfen; da der Att selbst durchaus gefeßlich war, bon 10 M. pro Monat. Er wendet sich wiederholt an den Vorsteher wollte man ihn für den Inhalt des Flugblattes verantwortlich seines Bezirks um Erhöhung, erfährt aber Ablehnung seiner Bitte. und eingehend verhört. Er leugnet die Tat, wurde aber noch weiter machen und erhob Anklage wegen Vergehen gegen den§ 131 des Schließlich schreibt er Mitte Januar an den Magistrat und trägt belastet. Als ihm die Kommiffare vorhielten, daß sie noch ein Strafgesetzbuches. Alle Gegenvorstellungen Büttners halfen nichts, ihm seinen Wunsch um Erhöhung der Unterstützung vor. Es ber- Fingerglied in der Afche des Kachelofens gefunden hätten, sprang der Hinweis auf die Notlage feiner Familie, auf den geht eine Woche nach der anderen, es erfolgt keine Antwort. Heider erregt auf und rief:" In dem Kachelofen fönnen Sie Umstand, daß seine Frau vor der Niederkunft stehe, nichts konnte Schließlich nach Verlauf von 4 Wochen entschließt sich der arme überhaupt nichts gefunden haben, barin habe ich ja gar nichts verden Untersuchungsrichter, Dr. Flechfig, bewegen, den Mann aus Teufel, sich mit einer Betition an die Stadtverordnetenversamm- brannt 1" Dann erklärte er, daß er nun überhaupt nichts mehr der Untersuchungshaft zu entlassen. Inzwischen kommt die Frau lung zu wenden. Der mit Beratung der Petitionen betraute Aus- fagen werde. nieder, der Mann erfährt's, er weiß, Frau und Kinder bedürfen Unterdessen meldeten sich noch zwei Zeugen, die eine wichtige seiner dringend, aber man hält ihn hartnädig hinter Schloß und schuß tritt anfangs März zusammen. Als die betreffende Petition Riegel. Da übermannt ihn die Verzweiflung, er tann die ihn zur Verhandlung kommen soll, erklärt der Vertreter der Armen Befundung machten. Es war mitgeteilt worden, daß der später quälenden Sorgen nicht länger ertragen, und am 21. November direktion, erst müsse letztere darüber beraten, bevor der Ausschuß ermordete Knabe Blecher seiner Erzählung nach am Sonntag vor morgens finden ihn die Wächter erhängt in der Zelle!" die Sache verhandeln könnte. Als ob in zwei Monaten nicht Zeit acht Tagen, also kurz vor seiner Ermordung, von einem Freunde Genosse Bernstein hat ein Buch geschrieben im Auftrage genug gewesen wäre, die Angelegenheit zu erledigen! Der in verschiedene Cafés der Friedrichstadt mitgenommen worden sei. der Berliner Parteigenossen. Es soll ein dauerndes Denkmal Petitionsausschuß vertagt die Sache, damit die Armendirektion Diefer Freund hat sich nicht gemeldet. Kein Wunder, denn der der Erinnerung sein an die Verfolgungen, denen die Berliner sich schlüssig machen kann, wünscht aber eine baldige Erledigung. Freund ist Heider selbst gewesen, den zwei Männer in einer„ KaffeeArbeiterbewegung ausgesetzt war; es wird aber zugleich Lehre Wir haben heute Mitte April; soweit wir unterrichtet sind, hat flappe" in der Alexanderstr. 9 gefehen hatten, als er Blecher unUm diese Aussage vor der Gegenüberstellung und Ermutigung sein in den Kämpfen und Verfolgungen der die Armendirektion auch bis heute noch nicht die Sache geordnet. fittlich berührte. Gegenwart. Andere Fälle sind uns bekannt, in denen solchen Personen, die auf ihren Wert zu prüfen, stellten die Kommiffare Heider in eine Unferer heutigen Nummer liegt ein Prospett über das in Zukunft teine Unterstüßung mehr erhalten sollen, dies erst dann Gruppe von Männern. Die Zeugen erkannten Heider sofort, Werk bei, den wir unseren Lesern zur Beachtung empfehlen. mitgeteilt wird, wenn sie sich am 1. des Monats beim Armenvor- Db Heider mit Blecher auch noch in anderen Cafés gewesen ist, ist steher zur Abholung einfinden. Hier sollte sich Berlin an Char- noch nicht ermittelt. Die Aussage der beiden Männer findet eine Die Kindersterblichkeit in Berliner Arbeiterkreisen. lottenburg ein Beispiel nehmen, dessen Armenverwaltung die Kom- unmittelbare Bestätigung durch die Bekundung des Knaben Zwie Eine sehr interessante Arbeit veröffentlicht der Berliner Arzt misfionen angewiesen hat, Gesuche um Hülfe schleunigst zu erledigen baum. Dieser hat Blecher Montagabend in der Aleganderstraße Dr. Hamburger über dieses Thema in der Zeitschrift Soziale und von die Unterstützungsfrage anders regelnden Entschlüssen getroffen, furz bevor die beiden Männer herantamen und jedem Medizin". Er will die Frage wenigstens in Angriff nehmen: ter Kommissionen den Betroffenen sofort Kenntnis zu geben. einen„ Sechser" gaben. Auf Zwiebaum machte es den Eindruck, als „ Stehen Geburtenziffer, richtiger gefagt Konzeptionsziffer und Kinder Gerade im Armenwesen ist eine Beschleunigung der Unter- ob Heider und Blecher sich schon gefannt hätten. Wahrscheinlich hat sterblichkeit in fester Relation"? Er vergleicht die hohe Kinder- stüßungsgesuche am dringendsten erforderlich, damit die Armen der Mörder sein Opfer schon am Sonntagabend in seine Wohnung Sterblichkeit in Deutschland, von der sogar ein Schmoller sagte, daß in ihrer Verzweiflung nicht von Bontius zu Pilatus laufen müssen. loden wollen. Im„ Bouillonkeller" in der Alleganderstraße sah es ein handmal der deutschen Nation ist, die größte Wenn je eine Revision angebracht ist, so nicht zuleht im Ber Heider, daß Blecher dort bekannt und gut gelitten war, wie er fich Kindersterblichkeit der Welt zu haben", mit der Tat- liner Armenwesen, auch sonst beliebt zu machen wußte. " Zu einer Zeit, in der die Reaktion ängstlich bemüht ist, febe merkbare Regung des Volfes mit Säbel und Revolver zu unterdrücken, dürfte es ganz besonders angebracht erscheinen, an einige Polizeiheldentaten" aus sozialistengesetzlicher Zeit zu erinnern. Versucht man heute die harmloseste Demonstration im Blute zu ersticken, so glaubte die Reaktion der damaligen Zeit durch brutale Ausweisungen die Sozialdemokratie vernichten zu können. In der Geschichte der Berliner Arbeiterbewegung" ist folgendes zu lesen: Mördern!". BP " " " Nach dem Morde hat ihn Heider gerade aus diesem Grunde Bis zur p Unkenntlichkeit gerſtüdelt, weil der Mörder fich fagen mußte, daß fofort nach Feststellung der Persönlichkeit der Verdacht auf ihn fallen mußte. Der Kopf des Ermordeten sollte Heider gezeigt werden. Es fann aber erst später geschehen, da der Kopf augenblicklich zur Aufbewahrung präpariert wird. Lichtenberg. Vorort- Nachrichten. Ses unbebauten Teiles der Bellebuestraße, beren anliegendes Ge lände Berliner Grundstücksspekulanten gehört und die auf Kosten der Gemeinde ein recht profitables Geschäft machen möchten. Auch der Professor Dr. Kübler nahm sich dieser Straße wärmstens In der letzten Stadtverordnetenversammlung machte der Vorsteher an und forderte deren Regulierung durch die Gemeinde und auf unter anderem die Mitteilung, daß der längere Zeit frant gewesene Kosten der Gemeinde. Er mußte fich aber vom Vorstandstisch Stadtverordnete Grauer von dem Amte eines Beisigers im Bureau allerdings in höflicher Form sagen lassen, daß er von diesen Am gestrigen Nachmittag wurde Heider gefeffelt in einer geschlossenen entbunden fein möchte. Die Versammlung entsprach dem Wunsche. Dingen nichts verstehe; dieser Versicherung hätte es aber gar nicht Droschte nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Er hatte nichts mehr Die Wahl von vier Vorstandsmitgliedern für die Städtische erst bedurft. Schöffe Lange erklärte, daß gar keine Veranlassung be ausgefagt. Die Kriminalpolizei segt ihre Ermittelungen noch fort. Sparkaise wurde nach den Vorschlägen des Wahlausschusses beschlossen. stehe, die Grundstücke der Terrainspekulanten auf Kosten der GeDer bereits früher genannten Frau aus Budow wurde gestern vor- Unsere Vertreter sind durch den Genossen Düwell vertreten. Die meinde besser verkaufsfähig zu machen. Es ist erfreulich, daß mittag die Schürze vorgelegt, in die einige Zeichenteile gewickelt Bürgersteigherstellungskosten für einzelne Grundstücke werden dem endlich einmal in dieser Beziehung der Anfang gemacht wird, mittag die Schürze vorgelegt, in die einige Zeichenteile gewidelt Wortlaute des Drtsstatuts entsprechend festgesetzt und mit 75 Broz. finanzolitisch besser zu wirtschaften. Dazu mag die fortgefeßte waren. Die Frau erkannte sie wieder. Die weiteren Nachzur Erhebung kommen. Die Baukostenbeiträge für Anlegung einer Stritif unserer Parteigenossen, besonders in dem Flugblatt bei den forschungen würde es erleichtern, wenn sich der zweite Mann, der Regenwasserleitung in den neu anzulegenden Straßen außerhalb lekten Wahlen, das die bisherige finanzielle Mizwirtschaft auf dem mit Heider zusammen den jungen Blecher in der Alexanderstraße der Ringbahn werden mit 35 M. pro laufenden Meter Baufront Rathause und die Liebesgabenpolitik gegenüber den Baustellentraf, unverzüglich bei der Kriminalpolizei meldete. Es ist das der festgesezt. junfern in aller Schärfe bloßlegte, ihr Teil beigetragen haben. Unbekannte, der mit Heider, Blecher und dem Aushülfskellner Für die nicht an die Berliner Schwemmtanalisation angeDer Kirchengemeinde sollen nach einem früheren Abkommen Stutenberg den Bouillonfeller von Hoffmann Dienstag morgens fchloffenen Unternehmerstraßen wird in Zukunft an Baukosten für schon jetzt 40 000 m. als Beitrag zu der Errichtung eines Pfarrum 5 Uhr, als sonst teine Gäste mehr im Keller die Schmutzwasserleitung ein Beitrag in Höhe von 30 m. und hauses im westlichen Ortsteil bewilligt werden. Da auf dem weilten, verließ. Seider sagte beim Abschied, er wolle Blecher 60 M. bei doppelseitiger Leitung für das laufende Meter Baufront Friedrichplatz jetzt nur Bäume und einige Sträucher stehen, ist die beim Ausbau erhoben. Bebauung desselben mit einer Kirche ein unabweisbares Bedürfnis zu seinem Vater nach der Lothringerstraße bringen, weil er auch dort 6500 M. wurden auf Antrag des Magistrats von der Versamm geworden. wohne. Er entfernte fich auch mit ihm nach dieser Richtung. Der lung verlangt, um die Fundamente der Maschinenanlage des In einigen Jahren wird auch dieses freie Pläßchen ein Erbau Unbekannte ging mit Rutenberg nach der anderen Richtung. Dieser Elektrizitätswertes zu verantern und auf dem Grundstücke dieses ungshaus der wirklich und angeblich Gläubigen zieren, zum Teil Unbekannte hat mit der Tat nichts zu tun, wird aber als Zeuge Berfes Besserungen vorzunehmen und die Untergrundsverhältnisse errichtet auch von den Steuergroschen derjenigen, die längst innergesucht. der Anlagen eingehend zu ermitteln. Genosse Düwell hatte hier lich und äußerlich mit der Kirche gebrochen haben. Das Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Jeserich über die in Gelegenheit, auseinanderzusetzen, wie das Bauamt bei der Anlage der Wohnung Heiders vorgestern gefundenen und beschlagnahmten Gegenstände und Spuren ist noch nicht eingegangen. Bei der Gemeindevertreterwahl eroberten unsere Genossen von des Werkes hätte verfahren sollen und verlangte mit anderen Stranenid. Rednern der Bürgerlichen eine strenge Untersuchung über die Ursache der angeblich dringlichen Gefahr für Gebäude und vier zur Wahl stehenden Mandaten zwei. Es wurden gewählt in Maschinenfundamente und möglichste Feststellung der Verantwort lichen für die anscheinend fehlerhafte Anlage. Die Mittel wurden bes der dritten Klasse der Maurer Genosse Karl Gromm mit 32 willigt, aber auch sofort eine Kommission aus der Stadtverordneten gegen 5 Stimmen, in der zweiten Klasse der Maurer Genosse Start versammlung gewählt, die der Untersuchung Fortgang geben und ehmann mit 17 gegen 11 Stimmen. Die Sozialdemokratis Bericht erstatten soll. Unsere Genossen entsandteu die Stadtverordneten hat somit jetzt fünf Mandate im Befizz. Heckert und Grauer in die Kommission. Johannisthal. Die geforderten 2000 M. als Teilbeitrag der Stadt Lichtenberg zur Aufstellung eines Bebauungsplanes für Groß- Berlin wurden nach Befürwortung des Antrages durch unseren Genossen Eisenstädt bebattelos angenommen. Ein Elendsbild. Ein Leser schreibt uns:„ Gestern stand ich morgens gegen 9 Uhr am Fenster meiner Wohnung, Rüdersdorfer Straße 35 am Stüftriner Blas, als ich einen Mann wahrnahm, der plöblich die eiserne Umfriedigung der dortigen Anlagen überstieg, sich büdte und von der nassen Erde etwas aufhob, im Weitergehen davon essend. Trotzdem mir, als altem, eifrigen Refer Ihres Blattes die große Not und das Glend vieler Menschen offenbar Die Generalversammlung des Wahlvereins fand am legten ift, muß ich doch gestehen, daß mir dieser Anblick einen Stich in das Sonntag im Gobinschen Lokale statt. Aus dem Bericht des VorHerz gab. Ich eilte auf die Straße, ging dem Manne nach und sibenden, Genossen K. Schmidt, ist hervorzuheben, daß die Gesprach ihn an. Dabei sah ich, daß er an einer halben mit Erde Die Städtische Sparkasse hat ihre Sagungen durch die Remeindevertreterwahl zahlreiche Borstandsfisungen, öffentliche und beschmußten Schrippe, die den Bögeln als Futter hingeworfen war, gierung genehmigt erhalten, jedoch soll die im Statut vor- Mitgliederversammlungen nötig machte. Mit dem Resultat tönnen mit großer Begier taute. Auf mein Befragen erzählte er mir, daß gesehene Revisionstommission in Wegfall kommen und die Revisionen wir zufrieden sein; den Gegnern ist gezeigt worden, daß es für sie er ſeit 6 Wochen ohne Arbeit und völlig ohne jede Mittel froh durch den Vorstand erledigt werden. Die Versammlung beschließt in in der britten Abteilung keine Hoffnungen mehr gibt. Die Mitgewesen sei, diese halbe Schrippe gefunden zu haben, um seinen dem Sinne. gliederzahl hat sich gehoben und beträgt jest 110. Troßdem die nagenden Hunger etwas stillen zu fönnen. Bu betteln habe er sich Der Magiftrat schlägt vor, die Termine für die Aufstellung und Gemeindevertreterwahl hohe Anforderungen an die Staffe stellte, straft zu werden. Der Mann war noch vorläufig gang ordentlich wahl gegen die bisherigen Bestimmungen um vier Wochen hinaus von 20,35 M.. G3 find 183" Vorwärts" abonnenten vorhanden. Die bisher noch nicht getraut, da er befürchtete, noch obendrein be- Auslegung der Liste der stimmfähigen Bürger zur Stadtverordneten wurde das dem Ort zustehende Drittel der Ginnahme nur mit 7,15 M. überschritten. Die Spedition brachte einen Ueberschuß gekleidet, im Alter von 45-50 Jahren und machte auch einen durch zuschieben und die Auslegung der Liste durch Ortsstatut für die Zeit Versammlung nahm hierauf Stellung zur bevorstehenden Landaus vertrauenerwedenden Eindruck. Ich gab ihm etwas, das ihm vom 15. bis 30. September festzulegen, während die Aufstellung vom tagswahl. Einzelne Redner sprachen sich dahin aus, daß der ermöglichte, fich warmes Effen kaufen zu können und lud ihn auch 1. bis 15. September erfolgen soll. ein, mal in meiner Wohnung vorzusprechen. Tief erschüttert und wortete Grauer die Verlegung der Termine in die zweite Hälfte müffe lauten:„ Wer nicht mit uns ist, ist wider uns". Am 1. Mai Von unseren Genossen befür Wahlkampf mit aller Schärfe geführt werden muß. Unsere Devise mir so meine Gedanken machend über unsere herrliche Welt- bes Dftober, um so ungestört durch den Oktoberumzug eine nehmen die Genossen vormittags an der Versammlung in Hafsel= ordnung, eine Ordnung, wie sie ja dieser Tage im Prozesse gegen möglichst brauchbare Liste für die Ende November zu erfolgenden werder- Nieder- Schöneweide teil, während sie am Nachmittage von die armen Arbeitslosen- Demonstranten allen denkenden Menschen Wahlen zu haben. Technische Gründe sollen dem Antrage entgegen- 4 Uhr an mit ihren Angehörigen zu einer Festlichkeit zusammen offenbar wurde, ging ich wieder in meine Behausung." stehen. Die Versammlung beschloß dem Magistratsantrage ents tommen. Maffenflucht von Fürsorgezöglingen bei der Musterung. Neun sprechend. Fürsorgezöglinge sind gestern während der Musterung ausgerüdt. Die jungen Leute waren von der Anstalt nach dem Musterungslotal in Lichtenberg transportiert worden, wo sie für das Militär aus gehoben werden sollten. In einem unbetvachten Augenblick entflohen bie neun 8öglinge. Selbstmord in der Deutschen Bant. Erhängt hat fich gestern nachmittag der 32 Jahre alte Buchhalter Willi Brobst aus der Ringbahnstraße 18.. war in der Deutschen Bant in der Mauerstraße als Buchhalter angestellt. Gestern nachmittag verließ er das Arbeitszimmer und vergeblich warteten die Kollegen auf seine Rüd fehr. Schließlich suchte man nach dem Vermißten und man fand ihn auf der Toilette erhängt auf. Ein hinzugerufener Arzt bemühte fidh vergeblich zwei Stunden hindurch, den Selbstmörder wieder ins Leben zurüdzurufen. Die Leiche ist durch die Polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhaus gebracht worden. Angeblich haben Familienzerwürfnisse den Anlaß zu dem Selbstmord gegeben. Der zu bildenden Schuldeputation sollen als Mitglieder nach ben bisherigen Bestimmungen u. a. drei Magistratsmitglieder und fünf Stadtverordnete angehören. Die Versammlung beschloß, auch die Bahl der Magistratsmitglieder auf fünf zu erhöhen. Eine Vorlage auf Abänderung der Besoldungsordnung usw. der mittleren Beamten wurde auf Antrag unserer Genossen der au bildenden Etatskommission überwiesen. Charlottenburg. Einen Selbstmordverfuch im Stadtbahnzuge berübte vorgestern nachmittag ein etwa 40jähriger Mann, der auf dem Potsdamer Bahnhof einen Südringzug bestiegen hatte. Auf Bahnhof Schöneberg bemerkten Bahnbeamte, daß der Fahrgast plöhlich von Strämpfen befallen wurde. Der Zugführer begab sich in das betreffende Abteil, um dem Erkrankten Hülfe zu leisten. Da die Krämpfe immer ärger wurden, veranlaßte der Stationsvorsteher des hiesigen Bahnhofs die Ueberführung des Mannes nach der Unfallstation XVIII in ber Kaiser- Friedrich- Straße, woselbst eine Lysolvergiftung feftgestellt wurde. Nachdem dem Lebensmüden der Magen ausgepumpt worden war, wurde er nach dem Krankenhause Westend gebracht. Bei dem Manne wurden verschiedene Papiere vorgefunden, die auf den Namen des Versicherungsagenten Bruno Boffe, Köthener Straße 3, lauteten. Aus der Gemeindevertreterfibung. Die Konzentration auf dem Gebiete des Warenverschleißes macht weitere Fortschritte. Das Kaufhaus beziehungsweise das Waren haus firedt polypenartig seine Arme immer weiter aus, zahlreiche Heine Eristensen vernichtend. Zwar tommt es vor, daß auch auf häuser, vielleicht weil sie von vornherein nicht genügend fundiert find, ihre Räume schließen müffen, wie das in legter Beit ben Kaufhäufern Sonntag und Pfingst erging, dafür aber Groß- Lichterfelde. bergrößern sich wieder andere. Wir fahen uns gestern ein. mal den Erweiterungsbau von Tiez auf dem Alexanderplat des näheren an und müssen gestehen, daß er mit seinen mit allem Komfort und Errungenschaften der Neuzeit ausgestatteten Räumlich keiten auf den Käufer einen anziehenden Eindruck macht. Man mißverstehe uns nicht; wir schreiben diese Zeilen nicht zur Reklame für eine bestimmte Firma; diese ungeheuere Entwickelung des Waren. vertriebes ist volkswirtschaftlich außerordentlich bemerkenswert. Nahezu 3400 Quadratmeter Grundfläche umfaßt jetzt dieses moderne Waren haus, das auch dem Architekten manches Neue bietet. Zu dem Bericht über die freisinnige Bersammlung, teilen uns unsere Genossen nun mit, daß nicht der Referent Lehrer Foht- Köpenic, sondern ein hiesiger Lehrer, namens Dreibrodt, bcfagte Aeußerung in bezug auf den§ 7 des Reichsvereinsgefeßes gemacht hat. Der uns zugegangene Bericht ließ dies nicht klar er tennen, weshalb irrtümlicherweise die polen feindliche Aeußerung dem Referenten in den Mund gelegt wurde. Es wird uns sogar mitgeteilt, daß der Lehrer Foht noch einer von den wenigen Liberalen fei, die liberale Grundsätze vertreten. Dahmsdorf bei Strausberg. Ein eigenartiger Bahnunfall ereignete fich in der Nähe der hiesigen Station. Auf dem Güterbahnhof waren drei wertvolle Pferde ausgeladen worden, als zwei der Tiere plößlich scheuten und auf das Gleis liefen, auf dem der Schnellzug aus Berlin herangebraust tam. Die Pferde rannten vor der Maschine her, was jedoch der Lokomotivführer in der Dunkelheit nicht bemerkte, bis fchließlich die Tiere von dem Zuge überholt und durch die Räder der Maschine zermalmt wurden. Der Schnellzug erfuhr durch den Unfall einen Aufenthalt von etwa einer Stunde. Nowawes, Am 13. April fand eine Zusammenkunft sämtlicher Getverk schaftsvorstände mit der Zentralleitung des Friseurgehülfenverbandes statt, um Stellung gegen das Verhalten der hiesigen Barbier Brinzipale und Gehülfen zur Organisationsfrage zu nehmen. Mit nicht geringer Spannung sah die Wählerschaft der Ent- Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen:„ Die verscheidung der Gemeindevertretersizung über die gegen die Wahl lammelten Vorstände von Nowawes verpflichten sich, die für organisierte vom 11. beam. 25. März d. J. erhobenen Proteste und Anträge auf Friseurgehülfen gesperrten Betriebe von Schulz, Großbeerenstraße, ungültigkeitserklärung derselben entgegen, die sowohl von bürger. Lüscher, Eisenbahnstraße, Wache, Wilhelmstraße, Krüger, Wallstraße, sicher wie von sozialdemokratischer Seite erhoben worden sind. und Gerres, Luisenstraße, nicht zu empfehlen. Die Anwesenden verDie bürgerlichen Proteste fußten auf der Tatsache, daß infolge der urteilen ferner das Berhalten der hiesigen Barbier- und Friſeurungenügenden und verfehlten Anordnungen des Gemeindevorstandes gehülfen, die sich als Weifzeuge ihrer Arbeitgeber gebrauchen lassen, bei der Hauptwahl der Andrang der Wähler so groß gewesen war, um gegen die gewerkschaftlich organisierte Arbeiterschaft Front zu daß die Wählenden stundenlang warten mußten, Tische zerbrachen machen. Die Versammelten erklären daher, für die Beseitigung des und sogar ein Ohnmachtsanfall zu verzeichnen gewesen sei. Infolge Trinkgelderunwesens energisch einzutreten." Pflicht eines jeden dieser Uebelstände hätte eine große Zahl Wähler auf die Ausübung organisierten Arbeiters ist, die Sperre durchzuführen, Boykottbruch ihres Wahlrechts verzichtet. Das Resultat hätte daher bei ordnungs- ist Streifbruch. mäßiger Erledigung der Wahlhandlung ein anderes sein können. Von anderen Gefichtspunkten ging der sozialdemokratische Antrag aus auf ungültigkeitserklärung der Stichwahl am 25. März. Betanntlich haben die sozialdemokratischen Kandidaten bei der Hauptwahl die meisten Stimmen auf sich vereinigt und famen in die Stichwahl mit drei bürgerlichen Kandidaten. Gerichts- Zeitung. Milde Justiz. Auf der Brandstätte der alten Garnisonkirche wurden gestern früh die Aufräumungsarbeiten durch drei Züge der Feuerwehr fortgesetzt. In der Hauptsache beschränkte man sich darauf, große Ballen, die herunterzuftürzen drohen, zu beseitigen. Mehrere dieser Balfen müssen aber unberührt bleiben, da zu befürchten steht, daß sie beim Herunterfallen die Dede des Konfirmandensaales durch fchlagen würden. Unter dem Schutt tonnte gestern eine Gedenttafel bon gefallenen Ariegern hervorgeholt werden. Sie ist nur wenig beschädigt. Ferner wurden die goldenen In der Nacht zum 2. Februar zogen in Chemniz zirka vierzig Standleuchter des Altars ins Freie befördert. Diese sind Der bürgerliche Wahlvorstand half sich nun mit einem ebenso Gewerbeakademifer, zumeist Fabrikantensöhne, von ihrer Verawar berbeult, aber nicht geschmolzen. Die beiden Glocken liegen einfachen wie anständigen Mittel aus der Klemme. Er setzte die bindungsfneipe tommend, in recht animierter Stimmung durch die noch unter den Trümmern und sind anscheinend gesprungen. Zeit für die Stichwahl auf vormittags 10 Uhr bis abends 7 Uhr Im Laufe des gestrigen Nachmittags fonnten von der Feuerwehr an, während bei der Hauptwahl von 3-8 Uhr gewählt werden Straßen der Stadt. Die jungen Leute schrien, johlten und lachten weitere wertvolle Gegenstände geborgen werden. So gelang es ohne tonnte. Damit schlug man zwei Fliegen mit einer Klappe: einmal in rubestörender Weise und antworteten zwei ihnen entgegenkommenden Bwischenfall, die Stangel mit den alten Schnitzereien aus den bedeutete dies ein Entgegenkommen gegenüber den bürgerlichen und Ruhe verlangenden Schußleuten mit dummen Redensarten. Einer der Trümmern herauszuholen. Ebenso wurde das noch gut erhaltene Wählern, die Mann für Mann in der ihnen günstigen Zeit heran. Strafeeler, namens Lochmann, sollte sich legitimieren, was er aber wertvolle aufbeden ins Freie gefchafft. Der ebenfalls nicht geschleppt werden konnten, zum anderen wurde man einen Teil der verweigerte. Da er zu entwischen versuchte, wurde er festgenommen. beschädigte Sodel steht noch. Ferner ist gestern noch die Saifer- fozialdemokratischen Wähler los, die ja, wie den Leuten vom Wahl- Auf dem Wege zur Bache folgte gröhlend die ganze Korona, die loge abgetragen worden. Heute( Donnerstag) wird die Feuerwehr vorstand bekannt war, meistens weitab von der Wohnftätte ar- Schuhleute es war noch einer dazugekommen berhöhnend. zuerst daran gehen, den Altar freizulegen und herauszunehmen. beiteten und daher nicht in der Lage waren, noch vor Schluß des Auch mit Stöden wurden die Hüter der öffentlichen Der Marmortisch des Altars ist bereits geborgen. Die Aufräumungs- Wahlaktes das Wahllokal zu erreichen. Das Resultat war denn Ordnung geschlagen, mit Füßen getreten und ge arbeiten müssen mit der größten Vorsicht ausgeführt werden, um auch, daß die Sozialdemokratie bei der Stichwahl 72 Stimmen it oßen und schließlich von den Fabrikantensöhnchen-- anEinstürze zu vermeiden. Bis zum Sonnabend dürften die Auf- weniger erhielt als bei der Hauptwahl. eine weitere Festnahme oder Fests räumungsarbeiten beendet sein. In dem diesbezüglichen Protest wurde min darauf hin- geschifft, ohne daß gewiesen, daß die Anberaumung einer anderen Wahlzeit für die ftellung der Täter erfolgte. Auch auf der Wache, in die einige Gefeßen muß ein Arbeiter Kleidungsstücke, die einem anderen Stichwahl ungefeßlich sei. Stände dem Wahlvorstand ein solches 30 der angeheiterten Schar einzogen, wurde der in diesem Falle gehörten und die sich in einem Paket befanden, das vorige Woche Recht zu, dann sei er auf Grund seiner Kenntnisse der örtlichen unglaublich geduldigen Bolizei arg mitgespielt. Die Studenten in der Stadtbahn von Charlottenburg bis Schlesischen Bahnhof Verhältnisse fast stets in der Lage, durch eine entsprechende fetzten sich die Helme der Beamten auf, liefen aus einem Zimmer vermißt wurde. Der auf diese Weise hart betroffene Arbeiter Firierung der Wahlzeit as Wahlresultat nach einer gewünschten in das andere, nahmen die Aften aus dem Regal und die tittet den etwaigen Finder um Abgabe des Batets an Oppermann, Richtung zu beeinflussen. Das habe aber der Gesetzgeber offenbar vigilanzkarten aus den Kästen, rissen von den Aderstt. 187, born 2 Treppen. In dem Paket befanden sich ein verhindern wollen und deshalb ordne der§ 66 der 2.-G.-O. an, dränken die Schilder ab, verlangten auf den Abort Sommerpaletot und ein Jakett. daß die Stichwahl nach denselben Vorschriften stattzugeführt zu werden, riefen nach Bier und Wasser, erhoben Feuerwehrbericht. Die 4. Kompagnie hatte in der letzten Nacht finden habe wie die Hauptwahl. Einer verschaffte sich ununterbrochen zu tun. Um 9 Uhr kam in der Fennstr. 26 durch Der Gemeindevorstehet Schulz gab im Wesentlichen die Tat- die Tintenfässer und schrien Prost!" die Explosion einer Petroleumlampe Feuer aus. Um Mitternacht fachen, soweit sie in den Protesten gerügt worden, zu, und empfahl in dem allgemeinen Radau Ruhe, indem er laut Silentium!" rief und eine Ansprache hielt, in der er von den„ Bolypen" sprach. brannte Chauffeeftr. 52 eine Stube und um 1 Uhr in der Schulzen- der Gemeindevertretung, die Wahlen für ungültig zu erklären. Den rechtlichen Deduktionen des sozialdemokratischen Brotestes Schließlich drehten sie Gashähne zu und verließen nach Festdorfer Straße 8 eine Küche. Früh um 4% Uhr erfolgte ein Alarm nach der Reinickendorfer Straße 81. Teile der Dachkonstruktion glaubte der Herr Gemeindevorsteher nicht folgen zu fönnen, weil ftellung ihrer Personalien bas Bachtlofal nicht oder lehrten in das eines Lagerschuppens standen bort in Flammen. Diese konnten nach seiner Meinung es sich lediglich um die allgemeinen gefe- felbe zurüd, obwohl sie auf den Hausfriedensbruchparagraphen aufmit dem fleinen Löschgerät gedämpft werden. In der Zionskirch. Iichen Vorschriften handelt. straße 58 tam in einem Keller Feuer aus, zu dessen Löschung eine Die Gemeindevertretung erklärte hierauf mit großer Majorität merkiam gemacht worden waren. Die Hälfte der Gesellschaft drückte sich Schlauchleitung vorgenommen werden mußte. Ferner hatte die die Wahlen vom 11. und 25. März im Wahlbezirk für ungültig. von der Namensfeststellung. 19 Festgestellte hatten sich nun als Angeklagte Wehr in der Michaelfirchstr. 26 zu tun, wo Matraßen und anderes Nach Erledigung dieses Punttes referierte Dr. Damino über wegen Widerstand, Hausfriedensbruch, Beamtenbeleidigung und ruhe brannten. Außerdem liefen Alarme aus der Kurfürstenstr. 156, das diesjährige Pflasterungsprogramm. Bei dieser Gelegenheit störenden Lärms vor der Straflammer zu verantworten. Erfolg Strelißer Straße 61 und anderen Stellen ein, nahm Baumeister Böhme das Wort und verlangte die Pflasterung fiebzehn Angellagte wurden freigesprochen, ein Angellaater, Bennewi der einen Polizisten mit Schmeicheleien wie„ lappcher Unter- p offizier" und" lappches... loch" titulierte, soll dafür mit SO M. bißen. Außerdem erhielt er wegen Ruhestörung 15 M. Strafe. Der Angeklagte Lochmann wurde zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Und da fage noch einer, daß die Justiz teine milden Strafen fennt! Freilich ist uns noch kein Fall bekannt geworden, in dem von einem Gericht etwa gegen streifende Arbeiter, die sich gegen die heilige kapitalistische Ordnung vergangen haben, ähnlich milde Urteile gefällt wurden. Beleidigte Richter und Staatsanwälte, In der neuen Verhandlung, die am 10. Januar 1908, stattfand, 1 er das geraubte Geld serborgen hatte. Die Ehefrau des G. Hatte erhob nun der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Ostar Cohn, den sofort am frühen Morgen einen Teil des Geldes zu ihrer Einwand, daß das ganze Verfahren gegen den Angeklagten Heinrich Schwägerin, der jetzigen Mitangeklagten Otto, geschafft, eine Braun, trotzdem das Reichsgericht schon gesprochen habe, dennoch weitere größere Summe hatte Guntel felbst einem Zigarrenhändler unzulässig sei, weil die Beuthener Herren feinen richtigen Straf- aur Aufbewahrung übergeben. Vor Gericht waren die Angeklagten, antrag gestellt hätten. mit Ausnahme der Frau Otto, die in Abrede stellte, die strafbare Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn beantragte daher von Herkunft des Geldes gekannt zu haben, geftändig. Gunkel versuchte neuem, das Verfahren einzustellen und der Staatskasse die Kosten seine Tat mit der Notlage zu entschuldigen, in der er sich damals aufzuerlegen, ba der erste Strafantrag nicht klar sei, also überhaupt befunden habe. Die Geschworenen bejahten bei Gunkel die Schuldnicht beachtet werden dürfe, und der zweite Strafantrag erst nach frage nach qualifiziertem Raub unter Bersagung mildernder Um Ablauf der Verjährungsfrist gestellt sei. Nach langer Beratung stände, bezüglich der Ehefrau die Frage nach Begünstigung. Bei schloß sich das Gericht diesem Antrage an. der Angeklagten Frau Otto wurde die Schuldfrage verneint. Die von den Genossen Dr. Heinrich Braun und Lily Braun Die Gültigkeit des Strafantrages hat das Gericht in jeder Lage Staatsanwalt Fuisting beantragte gegen Gunfel 8 Jahre geleitete Zeitschrift Neue Gesellschaft" hatte ein Urteil der Straf- des Verfahrens von Amts wegen zu prüfen. In zwei Verhand- Buchthaus, gegen die Ehefrau G. 4 Monate Gefängnis. Das fammer in Beuthen O.- Schl., das zwei Kindern im Alter von 12 lungen vor dem Landgericht und in einer vor dem Reichsgericht ist Gericht erkannte gegen Frau Otto auf Freisprechung, und 13 Jahren die zwar dem Geseze entsprechende, darum aber feiner der gelehrten Richter auf die gar nicht so weitliegenden Bes gegen Frau Gunfel auf 3 Monate Gefängnis und gegen nicht weniger ungeheuerliche Strafe von je einem Jahre Gefängnis denten gegen den Strafantrag der Beuthener Herren gekommen, von Gun fel auf 5 Jahre Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und auferlegt hatte, fritisch besprochen. Die Frankfurter Volks. der Staatsanwaltschaft ganz zu geschweigen, die ja als objektive Stellung unter Polizeiaufsicht. stimme" benutzte den Artikel der Neuen Gesellschaft" zu einer Behörde doch auch für den Angeklagten Einwände zu erheben hat. Notiz, die im wesentlichen mit jenem Artikel übereinstimmte. Diese Notiz der Frankfurter Volksstimme" schickte der Frankfurter Der Raubmorbversuch in der Bülowstraße, Die Angeberin als Angeklagte. Staatsanwalt feinem Kollegen nach Beuthen D.- Schl. zur liebe dem seinerzeit der Geschäftsfutscher Hermann Böttcher beinahe Die Berkäuferin Helene A., die gestern auf Zahlung von vollen Kenntnisnahme, worauf denn auch der Landgerichts- Präsi- zum Opfer gefallen wäre, beschäftigte gestern unter Borsiz des 173 M. Restgehalt gegen die Butterfirma Gebrüder Groh dent und der Erste Staatsanwalt gegen fämtliche an der Zeitungs- Landgerichtsdirektors Dr. Leue das Schwurgericht des Land- vor der zweiten Kammer des Kaufmannsgerichts lage nachricht beteiligten Personen" wegen Beleidigung der Beuthener gerichts II. Aus der Untersuchungshaft wurde der 27jährige erhob, war 5% Jahre zur Zufriedenheit ihrer Chefs Richter und Staatsanwälte Strafantrag stellten. In dem darauf Kutscher Hermann Gunkel vorgeführt, der sich wegen versuchten in beflagtem Hause tätig, bis sie sich aus nicht ganz aufgeklärter in Frankfurt a. M. eingeleiteten Strafverfahren wurde der ber- schtveren Raubes vor den Geschworenen verantworten mußte. Mit Ursache die Miggunst der Mitangestellten Mittinger zuzog. antwortliche Redakteur Bander von der Straffammer freige- ihm war seine Ehefrau Anna G. geb. Otto und seine Schwägerin Diese Angestellte wollte eines Tages herausgefunden haben, daß sprochen und der Frankfurter Staatsanwalt nahm seine Revision die Frau Franziska Otto wegen Hehlerei beziv. Begünstigung die Klägerin sich in einer Tüte eine Mandel Gier für ihren Vater angeklagt. gegen dieses Urteil zurüd. Am Abend des 29. Februar d. J. wurde auf dem hatte zurückstellen lassen, die sie als Anideier" bezahlen wollte, britten Hofe des Grundstücs Bülowstr. 52 eine schwere Bluttat während in Wirklichkeit nur 9 Gier leicht angestoßen, 6 Stüd berübt. An diesem Tage gegen 8 Uhr abends war der Kutscher dagegen gänzlich ungefnidt waren. Wegen dieses angeblichen Hermann Böttcher beschäftigt, die Pferde eines Geschäftswagens Bergehens wurde die Klägerin sofort entlassen. Sie beauszuspannen und in den Stall zu bringen. B. war kurz vorher streitet mit Entschiedenheit die ihr zum Vorwurf gemachte Unvon seiner Geschäftstour gekommen und hatte noch die Ledertasche, treue. Sie beteuert, wie stets, so auch am fraglichen Tage, nur in der sich des Tags über von ihm eintassierte Geldbeträge in Höhe Anideier ausgesucht zu haben. Wenn sich hernach einige von 620. befanden, an einem Leberriemen umgehängt. In ganze Gier in der Tüte fanden, so müßten diese ohne ihr feiner Beschäftigung wurde er durch einen unbekannten Mann Wissen, wahrscheinlich aus Rachsucht von fremder Hand, mit unterbrochen, der im Stall erschien und ihn nach einem anderen Senideiern bertauscht worden sein. Die Zeugin Mittinger Rutscher fragte. Böttcher gab Auskunft über diesen und wendete stellt den Vorgang so dar, daß sie im Geschäftsteller die von der sich dann wieder seiner Arbeit zu. Kaum hatte er den Rüden ge- Klägerin zurüdgestellte Tüte entdeckt habe. Unter Hinzuziehung dreht, als der Unbekannte auf ihn zusprang und ihm von hinten einer zweiten Verkäuferin 2. seien die Gier herausgenommen mit einem schweren Hammer einen wuchtigen Schlag auf den Kopf und revidiert worden, wobei sich ergab, daß 6 Gier keinen Anid Sie habe nunmehr die Tüte im Tresor bera berfekte. Böttcher fant wie vom Blis getroffen um, hatte aber trob hatten. der durch den furchtbaren Schlag hervorgerufenen Betäubung noch schlossen und drei Tage später dem von der Reise das Gefühl, als wenn ihm die Geldtasche entriffen werde. Nach zurüdgefehrten Broturisten davon Mitteilung gemacht. einigen Minuten tam er wieder zu Bewußtsein; er schleppte sich Das Kaufmannsgericht berurteilte die Firma zur nach dem Hofe, wo er aber wieder, nachdem er einige Hülferufe Bahlung der geforderten 173 M., indem es die sofortige Entlaffung ausgestoßen hatte, ohnmächtig wurde. Als schließlich Hausbewohner als ungerechtfertigt erachtete. Der Aussage der Belastungs aufmerksam wurden, war der Täter längst verschwunden. Bei zeugin Mittinger hat das Gericht nicht vollen Glauben geschenkt; Kinder hatten ihn aus dem Hause herausstürzen und die Bülow- ihre Aussage war mit großer Vorsicht aufzunehmen, straße entlanglaufen sehen. Aus den Büchern der Firma wurde denn sie hat sich recht unaufrichtig gezeigt. Die Zeugin festgestellt, daß der jetzige Angeklagte Gunkel etwa eine Woche bei hätte die Eier sofort der Klägerin vorlegen und auch unverzüg der Firma beschäftigt gewesen war. Der Verdacht lenkte sich auf lich den Geschäftsinhabern Mitteilung machen müssen, wenn sie G., zumal dieser schon wiederholt wegen Bettelns, Landstreichens glaubte, eine Untreue der Klägerin entdeckt zu haben. Das Ge und Arbeitsscheu vorbestraft und auch schon im Arbeitshause ge- richt hat nicht die Ueberzeugung gewinnen fönnen, daß die der wesen war. Nach einigem Zeugnen bequemte sich G. au einem Ge- Klägerin nach 8 Tagen vorgelegten Eier dieselben waren, die sie ständnis, als man ihm vorhielt, daß sogar schon festgestellt sei, wol ausgesucht hatte. Im Laufe dieses Verfahrens kam der Frankfurter Staatsanwalt auf die Idee, auch den Genossen Heinrich Braun, als den für die„ Neue Gesellschaft" verantwortlichen Redakteur, wegen des Originalartikels verfolgen zu lassen, und wandte sich deshalb an den Berliner Staatsanwalt. Dieser wollte die Beuthener Herren nicht einer neuen Niederlage aussehen, teilte ihnen deshalb mit, daß das Frankfurter Gericht in der aus der Neuen Gesellschaft" entnommenen Notiz nichts Strafbares gefunden hatte, und fragte fie an, ob sie unter diesen Umständen noch die weitere Verfolgung der Sache wünschten. Die Beuthener Herren aber fühlten sich noch immer beleidigt. Mitte November 1906 erklärten fic, auch wegen der Veröffentlichung in der Neuen Gesellschaft" Strafantrag zu stellen. Nunmehr begann das Berliner Verfahren. Das Landgericht III Berlin verurteilte den Genoffen Heinrich Braun zu 100 M. Geldstrafe wegen einfacher Beleidigung. Die Revision des Angeklagten wurde vom Reichsgericht verworfen, da gegen billigte das Reichsgericht die Revision des Staatsanwalts, weil gegen den Angeklagten nicht die schärfere Strafbestimmung des§ 186 des Strafgesetzbuches( üble Nachrede) angewendet worden sei, und wies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht III Berlin zurüd. Von diesem Urteil des Reichsgerichts wird noch öfter zu reden sein: Das Reichsgericht schränkt darin nämlich die Anwendung des§ 193 des Strafgesetzbuches ( Wahrnehmung berechtigter Interessen) noch viel mehr ein, als es bisher schon geschehen war, und bricht auch mit der früher von ihm selbst vertretenen Auffassung, daß richterliche Urteile wiffenschaftliche Leistungen seien und deshalb so kritisiert werden dürfen, wie andere wissenschaftliche Leistungen. Für den Inhalt der Jnerate übernimmt die Rebattion dem Publikum gegenüber feinerlei Nerantwortung. Theater. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Simson. Sonnabend: Ueber den Wassern. Sonntag und Montag: Die gute Partie. Donnerstag, 16. April Kleines Theater. Anfang 7, Uhr. Königl. Opernhaus. Hauptprobe zum Sinfonie- Konzert. Königl. Schauspielhaus. fchloffen. Ge Dentiches. Die Räuber. Kammerspiele. Gyges und fein Ring.( Anfang 8 Uhr) Luftivielhous. Freschbolzen. Der Brandstifter Neues Schauspielhaus. Judith. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 8 Ubr. Neues Operetten. Frühlings Cre wachen. Reffing. Das Lumpengefindel. Neues. Simson. Lorging. Fra Diavolo. Anfang 8 Uhr. 2 mal 2= 5. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend: 2 mal 2= 5. Sonntag 3 Uhr: Ein Puppenheim ( Nora). 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Theater des Westens. Donnerstag u. Sonnab.: Gefchloffen. Starfreitag 8 Uhr: Aufführung des Pfanfchmidtschen Chors Paulus mit Aleg. Heinemann. Friedrich- Wilhelmstädtisches Schauspielhaus. Schiller 0. Wallner Theater.) Donnerstag 8 Uhr zum ersten Male: Kaiser und Galilaer. • Schiller Charlottenburg. unter Steinen. Stein Theater an der Spree. Ausgewiesen. Romische Oper. Tiefland. Kleines. 2X2= 5. Friedrich Wilhelmstädt. Schan. spielhaus. Die Brüber bon St. Bernhard. Hebbel. Frau Warrens Gewerbe. Westen. Geschlossen. Reüdenz. Der Hüttenbefizer. Quisen. Des Mädchens Lebenswege. Thalia. Nora. Trianon. Das Ende der Liebe. Bernhard Rose. Die Loreley. Metropol. Der Budel- Hans. Apollo. Elfentüde. Spezialitäten. Gebr. Herrnfeld. Die Meyerhains. Kasino. Ein Dorfroman. Die Brüder von St. Bernhard. Schauspiel in 5 Aufz. v. Anton Chorn. Freitag: Geschloffen. Sonnabend: Die Brüder von St. Bernhard. Neues Operetten- Theater Schiffbauerdamm 25, an der Luisenstr. Gastspiel des Deutschen Theaters: Frühlings Erwachen. Sortzing- Oper. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Schiller- Theater Charlottenburg. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag, abends8Uhr: Kaiser und Galiläer. Belthistorisches Schauspiel von Henrit Jbsen. Deutsch von E. Brausewetter. Erster Teil: Cäsars Abfall. Schauspiel in 5 Aften. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend, abends 8 Ubr: Kaiser und Galiläer. Saison- Schluk 22. April. Zirkus Schumann Heute 8 Uhr abends: Große Vorstellung. Allerneueste Sensation! Konsul Peter, der menschl. Chimpanse. Resisto, das elektrische Rätsel, und weitere 10 erft. Nummern. Die große Ausstatt.- Pantomime Amerika mit eigens dazu engagierten 120 schwarzen Leuten. Belle- Alliance- Straße 7/8. Metropol- Theater Abends 8 Der Trompeter von Säckingen, Freitag: Relig. geiftliches Konzert. Sonnabend: Der Waffenschmied. Sonntag nach. 3 Uhr: Bar und Anfang 8 Uhr. Stein unter Steinen. Schaufp. in 4 Atten v. H. Sudermann. Freitag: Gefchloffen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Hexenkessel. Hierauf: Jungfer Immergrün Lustspielhaus. Abends 8 Uhr zum ersten Male: Fräulein Frefchbolzen. Hierauf: Der Brandstifter. Theater an der Spree Köpenider Straße 68. Anfang 8 Ubr. Ausgewiesen. Soziales Drama in vier Aften. Von Sonntag ab wieder täglich: Der Outel aus Rottbus. DERNHARD ROSE THEATED 3r. Frankfurter Str. 132. Täglich: Die Loreley. Romantisches Bollsschauspiel mit Gesang und Tanz von Hersch. Anfang 8 Uhr. Bochentagspreise. WIND BARTEN Der Buckel- Hans. Neues abwechslungsreiches Bimmermann. 8 Uhr: Fra Diavolo. Mimodrama in 8 Att. v. Blanchard de Bürgerl. Schauspielhaus. Die Hebbel- Theater, Stoniggråter la Bretefche. Mufit v. Charles Thony. Autorität. Parodie. Geschlossen. Wintergarten. Spezialitäten. Vanage. Ota Bogi. Spezialitäten Beichshallen. Stettiner Sanger. Abends 8 Uhr: Str. 57/58. Frau Warrens Gewerbe. Drama in 4 Aften v. Bernhard Shawv. Guftav Behrens. Spezialitäten. Luisen- Theater. Carl Haverland. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Folies Bergère. Spezialitäten. Llane d'Eve. Palast. Geschloffen. Reichenberger Straße 34. Anfang 8 Uhr. Zu halben Preisen: Uranio. Tauvenitraße 18/49. Des Mädchens Lebenswege. Nachm. 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Abends 8 Uhr: Eine Milfahrt bis zum zweiten Kataralt. Sternwarte, Juvalidenftr. 57/62. Berliner Theater. Donnerstag abend 7%, Uhr: Alt- Heidelberg. Freitag: Geschlossen. Residenz- Theater. Direktion: Richard Alexander. Anfang 8 Uhr. Zu volkstümlichen Preisen: Der Hüttenbesitzer. Schauspiel in 4 Alien von G. Dhnet. Deutsch von N. Schelcher. Freitag: Geschloffen. Sonnabend: Der Hüttenbefizer. Sonntag, Montag: Der Floh im Dhr. I Giampietro, Jesephi, Massary etc. Karfreitag geschlossen. Sonnabend, den 18. April 1908: Bum legten Male: Der Buckel- Hans. Des Mädchens Lebenswege. Ofter- Sonntag und Dfter- Montag Freitag und Sonnabend: Geschlossen. Sonntag nachm.: Des Mädchens nachmittags 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Abends 8 Uhr: Lebenswege. Abends: Der wilbe Das muß man seh'n! Reutlingen. Montag nachm.: Die Cameliendame. Abends zum 1. Male: Der Mann mit vier Frauen. Dienstag nachm.: Maria Stuart. Abends: Die Spree- Athener. Walhalla Varieté- Theater Reichshallen- Theater. Weinbergsweg 19/20, Rosenthaler Tor. Abends 8 Uhr: Stettiner Sänger. Das neue April- Programm. Das neue April- Programm. Der geheimnisvolle Geldschrank? Grete Gallus! 8. Schluß, 3. 113. Male: Husaren Streiche. Anj.woch.8U. Sonnt. 71. ReichshallenRestaurant: MilitärKonzert. und die übrigen glänzenden Variétékräfte. Tunnel: Konzerte. Theaterbesucher freien Eintritt. Programm. May de Souza, amerikanische Sängerin. Millmann- Trio, Drahtseilakt. Tschernoff, Dresseur. John a. Louis Boller, Radfahrer. Ada Pagini, Violin- Virtuosin. 3 Braggs, Akrobaten. Andos, Japanertruppe. Hagedorns Wundergrotte. Selma Braatz, Jongleuse. Enionboltas, Luftgymnastiker Corwey, musikalische Produktionen. Der Biograph. Passage- Panoptikum. Yom 11. April b. Volkstage!!! inkl. 27. April Jed. Erwachsene ein Kind frei! Jedes Kind erhält ein Geschenk! ,, Die lange Dora". Das 99 gr.Wund., Gesamthöhe 2,19 m. Alle Darbietungen frei! Alles ohne Extra- Entrée. Eintritt 50 Pf. Kinder ohne Begleitung und Soldaten 25 Pf. Freie Volksbühne Freitag 24. April, 81% Uhr: Luisen- Theater 21.( 1.) Abendabteilung: Robinsons Eiland. Lortzing- Theater 23.( III.) Abendabteilung: Der Troubadour. Gastkarten a 1 M. sind in allen Zahlstellen und beim Obmann im Theater zu haben. Sonntag, den 19. April, nachm. 3 Uhr: Berliner Theater Neues Schauspielhaus 17./18. Abteilung: Das Wunder des heilig. Antonius. I 8./9. Abteilung: Die Kralle. April( 2. Feiertag): 10./11. Abteilung. Der Arzt seiner Ehre. Montag, den 20. 19./20. Abteilung. Dienstag, den 21. April( 3. Feiertag) 1./2. Abteilung. 12./13. Abteilung. 240/7 Dieselben Vorstellungen. 29. Kunstabend im Rathaus Sonnabend, 25. April, 8% Uhr: Jungösterreichischer Dichterabend. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Palast- Theater Burgstr. 24. Bhf. Börse. Urania. Wissenschaftliches Theater. 15., 16., 17., 18. April 1908 Taubenstr. 48/49. Theater nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Theater abends 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Passage- Theater. Die Sensation Berlins! Ota Gygi der Mann mit den 3 Geigen. Otto Röhr, der Humorist am Flügel. Rita Tanca, Lieder zur Violine. Herm. Strebel, der Unwiderstehliche. Rakoczy- Sextett, die reiz. Ungarmädchen, u. d. kolossale April- Programm! !! Gewöhnliche Preise!! W. Noacks Theater Direction: Rob. Dill. Brument. 16. Seute: Gefchloffen! An allen drei Feiertagen: geschloffen. Ab 19. April( 1. Feiertag): Neues erstklass. Programm. Anfang 8 Uhr. Bollstümliche Preise. Avis! Ab 3. Feiertag( 21. April) haben die ausgegebenen Familien und Ehrenfarten sowie Gutscheine wieder Gültigkeit. Kasino- Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 8 Uhr: Nur noch kurze Zeit! Ein Dorf- Roman. Vorher das glänz. April- Programm. Sonntag 4 Uhr( 1. Feiert.): Nick Carter. Montag 4 Uhr( 2 Feiert.): Biederieute. Trianon- Theater. Seute und Sonnabend abends 8 Uhr Das Ende der Liebe. Verführt and entert. Berliner k- Trio. in 4 Anj. 8 Uhr. Entree 30 Bi. Zanz. Fellx Scheuer Stralsunderstr. 1. Orts- Krankenkasse Gebr. Herrnfeld- Buggenhagen Deutscher Holzarbeiter- Verband. Theater. Anfang 8 Uhr. Vorvert. 11-2 Uhr. Herrnfeld- Zyklus II. Serie: Heute und Sonnabend, 18. April: Die Meyerhains. Komödie in 3 Aften. Bom 19. bis infl. 23. April: III. Serie: Elfe aus der Bar. Es lebe das Nachtleben! Bom 24. bis infl. 29. April: IV. Serie: Letzte Ehre. Fall Blumentopf. Schluß diesjähriger Spielsaison Mittwoch, den 29. April cr. a pollo Theater Donnerstag, den 16., und Sonnabend, den 18. April cr.: Kätchen Loiffet Bertha Geerts Elfentücke Fina Montjoie Blue Bell Rolf Rafaëly Geisha Remond Kun Arpad Enrico Caruso ( Auretophon). Mittelmeerreise des Kaisers. Karfreitag: Geschlossen. Brauerei Friedrichshain früher Lipps. Um Königstor. Defonom: Ernst Liebing. Vom 19. bis 26. April: C. M. Ziehrer aus Wien. Hoftapellmeister, Dirigent der faifert tönigl. öfterr. Hofballmufit mit auf 60 Künstler verstärktem Drchester. Kottbuser Sanssouci, Straße 6. Direttion: Wilhelm Reimer. Wegen Vorbereitungen 3. Ofterfest: geschlossen. An allen drei Feiertagen: Große Extra- Fest- und im Theatersaal täglichs Albert Böhme Das brillante April- Programm. U. a.: Lina Golt, Artur Wolff, M. Bendig, Alexander Bros, Noranas Sifters. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Sonnt. reserv. 1 M. Barf. 0,75, Entree 50 Pf., in d. Woche Familienbilletts 5 St. 2 M. Jm unteren Konzertsaal: Täglich: Konzert. Jede Dame lese! der Gastwirte u.verwandten Gewerbe zu Berlin. Ordentliche General- Versammlung der gewählten Rassenvertreter am Dienstag, den 28. April 1908, nachmittags präzise 4 Uhr, im Lokal des Herrn A. Kube, Alte Jakobftr. 75( Feuersteins Festfäle). Tages- Ordnung: 1. Bericht der Rechnungsprüfungsfommission. 2 Abnahme und Bes sprechung des Jahresberichtes 1907. 3. Genehmigung der Erhöhung der Gehälter für die Spezialärzte. 4. Be amtenanftellung. 5. Besprechung der Tagesordnung zum bevorstehenden Kongreß der Krankenkassen Deutsch Reisemuster lands am 10. und 11. Mai 1908 zu Berlin. 6. Verschiedenes. Frühjahrs- Kostüme Berlin, den 7. April 1908. einschließlich Modelle in entzüdendster Ausführung v. 21-58 M. Bert das Doppelte, eine Modell= Kollektion Paletots und Staubmäntel in allerfeinst. Stoffen, schwarz u. farbig, von 12 M. an, ferner ein Boften eleganter Jacketts b. 10 M. an in der feinsten Ausführung. Blusen u. Röcke, tadellos fizzend, = enorm billig. Damenkonfektion 1 Treppe, Seydelstraße 2, am Spittelmarkt. Karfreitag und 2. 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Hinrichsen und Frau die herzlichsten Glüdwünsche zur silbernen Hochzeitsfeier. Die Kollegen der Brauerei Böhow. Ortskrankenkasse für die Wäschefabrikation. tal- franken- und Der unterzeichnete Vorstand macht hierdurch bekannt, daß am Dienstag, den 28. April, abends 7%, Uhr, in ,, Dräsels Festsälen", Neue Friedrichstraße 35, die 47. ordentl. Generalversammlung Berliner Spar- und Bauverein ftattfindet. eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonntag, den 26. April 1908, bormittags 9 Uhr, in den Sophien- Sälen, C., Sophienstraße 17/18: Sechzehnte ordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Erstattung des Geschäftsberichtes unter Borlegung der Bilanz nebst Gewinn und Verlustberechnung für das Jahr 1907. 2. Bericht der Revisionsfommission. 3. Beschlußfassung über die Genehmigung der Bilanz und die Verteilung des Gewinnes. 4. Beschlußfassung über den Bericht des Verbandsrevisors über die am Tages Ordnung: 1. Berlesung des Protokolls der Herbst- Generalversammlung. 2. Erstattung des Jahresberichts pro 1907. 3. Beschlußfassung über die Abnahme der Jahresrechnung. 4. Verschiedenes. Anfragen, zu deren Beantwortung Einsicht in die Geschäftsbücher notwendig ist, sind bis zum 24. d. M. schriftlich bei der Kaffe einzureichen. 126/13 Eintritt zur Generalversammlung haben nur die für 1908/1910 ges wählten Vertreter. Dieselben erhalten besondere Einlaßtarten, welche bei der Bersammlung gleichzeitig als Ausweis dienen. Berlin, den 9. April 1908. Der Vorstand der Ortskrankenkasse für die Wäschefabrikation. Emil Sternberg, Borsigender, Klosterstr. 86. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. of I. Amt 3, 1239. Charitéstraße 3. Hauptbureau: Hof III. Amt 3, 1987. Der Feiertage wegen bleibt das 16. Februar cr. vorgenommene Re- Bureau an folgenden Tagen geschlossen: vifion. 5. Neuwahlen zum Aufsichtsrat. 6. Bericht über den Verband der auf der Grundlage des gemeinschaftlichen Eigentums stehenden deutschen Bau genossenschaften. 7. Beschlußfaffung über den Gesamtbetrag, welchen Anleihen der Genossenschaft und Spar einlagen bei ihr nicht übersteigen sollen. 8. Beschlußfassung über die Ausschließung von fäumigen Genoffen. Die Bilanz sowie die Gewinns und Berlustberechnung für das Jahr 1907 find in der Geschäftsstelle, Sidingenstraße 8, einzusehen. 105/5 Der Vorstand. 2. Schmidt. Ernst Noscher. Gustav BehrensTheater. Berlin W., Goltzstr. 9. Das phänomenale April- Programm! Neu! Les Leocartis, Afrobat.- Botp. New! Hübele- Trio, Melange- Alt. Ein luftiger Witwer. Boffe mit Bejang. Neu! 20 erstklassige Nummern. Anfang 8 Uhr Sonntags 5%, Uhr. 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Mts., nach mittags 2 Uhr, von der Halle des Biesdorfer Gemeinde- Friedhofes aus statt. 286/7 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Tischlers und Schankwirtes Wilhelm Frehland fagen allen Genoffen und Genoffinnen des 4. Berliner Reichstagswahlkreises, Stadtbezirk 111, sowie dem Verband der freien Gaft- und Schankwirte und insbesondere dem Gesangverein " Allegro" unseren innigsten Dank. Witwe M. Frehland und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner innig gelieben Frau Martha Schönfeld, geb. Huhn fage id) allen Freunden, Verwandten und Bekannten, den Kollegen der Firma A. Schulbe meinen innigsten Dant. Wilhelm Schönfeld. Danksagung. Für die vielen Beweise inniger Zellnahme an dem Dahinſcheiden meiner geliebten Frau, unserer gute:: Mutter 14555 Auguste Lindemann geb. Brink fagen wir allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere Herrn Prediger Ewald für seine troftreichen Worte auf diesem Wege unseren herzlichsten Dant. Adolf Lindemann. Georg Lindemann. N., Rheinsbergerstr. 37. Danksagung. Für die rege Beteiligung und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdi gung meines lieben Mannes, unseres Sohnes, Bruders und Schwagers Wilhelm Grewig fage allen Berwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Berein 27472 Deutsche Liedertafel", den Arbeitern " Grüner Weg 87 berima.hicle u. Co. auf am Andreasplah. Jeder Käufer erhält bei Abgabe dieser Annonce eine Hutbürfte gratis. Frühjahrs- Neuheiten Jackettkleider, Paletotkleider in neuesten Fassons und Farben aus feinem Stoffen 20, 25, 30, 40. 12, 18, 24, 30. Elegante französische Kleider u. Trauerkleider mit reicher Spachtelgarnierung 24, 30, 40 M. Woll., seid., Tüll- u. Spachtel- Blusen. 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Abnahme der Jahresrechnung 1907. 2. Wahl der Krantenbesucher. 3. Verschiedenes. 278/3 Der Vorstand. Ohne Delegiertenfarte fein Zutritt. NB. Die Nummer des Kaffenlofals ift jest 30( fie ist von seiten des Hauses geändert). Orts- Krankenkasse für das Gewerbe der Tischlera.Pianofortearbeiter zu Berlin. 14396 General Versammlung der Vertreter der Kaffenmitglieder und der im Arbeitgeber am Donnerstag, den 23 April 1908, abends 8 Uhr, Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15 ( Saal D). Zagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung pro 1907 nebst Bericht der Revisorent. 2. Wahl eines Borstandsmitgliedes der Arbeitnehmer. 3. Statuten änderung: 29. Erhöhung der Beiträge. Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidjohn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 91. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblaff. Dounerstag, 16. April 1908. Hus Induftrie und Bandel. Startellpolitik Gewaltpolitik. Bevor die Strife in das afute Stadium trat, das derzeit zu beGründungen und Kapitalserhöhung. standes 23 040,95 M. Nach Verrechnung der Ausgaben des ViertelDas heute erscheinende April Heft der Zeitschrift„ Die Bant, jahres verblieben der Filiale als Vermögen: 3000 M. Anteil am Monatshefte für Finanz- und Bankwesen", enthält eine Aufstellung Getvertschaftshaus, 16 162,80 M. Bankbepot, 800 W. in der Hand Anz über Neugründungen und Kapitalerhöhungen im ersten Quartal 1908, des Vorsitzenden und 11,27 M. in der Hand des Staffierers. der wir folgende Angaben entnehmen: Schluß des Quartals hatte die Filiale 890 Mitglieder. Es find 89 Proz. der im Beruf Tätigen. Attiengesellschaft, Bahr Summe in 1000.. Gesellsch. m. b. H., Zahl Summe in 1000 m.. Neugründungen 1. Quartal 1907 Kapitalerhöhung 1908 1908 59 66 322 45 52 916 766 100 541 1. Quartal 1907 104 215 500 137 15 128 690 98 631 78 73 386 204 36 263 obachten ist, wurde von fartellfreundlicher Seite wiederholt darauf hingewiesen, daß den Kartellen das Verdienst zukomme, frisenmildernd zu wirken. Ihrer geschickten Preispolitik sei es zuzuschreiben, wenn der Abstieg vom Hochgipfel der Konjuktur sich ohne Erschütterungen vollziehe. Bisher sah man nur die wahnwißig geschraubten Profite der Kartelritter, die mit raffinierter Kunst den Konsum auspreßten. Und nun sollte ihre brutal egoistische Gewaltpolitik die wohlerwogene Fürsorge für die Industrie sein?! Es ist zum Lachen, und jeder unbefangene Beobachter auf dem Weltmarkte mußte Demnach wurden beansprucht für Gründungen von Aftien- Ges.fich sagen, daß so ziemlich das Gegenteil von dem richtig sei, was und Gesellsch. m. b. H. im zum Lob und Preise der Kartellwucherer gefällige Federn der Welt I. Quartal 1908 158 457 000 2., I. Quartal 1907 164 953 000 m., borfesten. Zweifellos haben die Kartelle allerwärts auf für Kapitalserhöhungen: die Vorbereitung und Entwickelung der Krise einen viel I. Quartal 1908 109 649 000 m., I. Quartal 1907 230 628 000 M., fach entscheidenden Einfluß genommen, aber in der ents Gesamtanspruch im gegengesetzten Richtung: Sie stauten die wirtschaftlichen Kräfte, I. Quartal 1908 263 106 090 r., I. Quartal 1907 895 581 000 bis fie in tataraktartigem Falle über die gesamte Wirtschaft fich ergossen und alle, auch die bedächtigsten Unternehmer, im wilden Strudel entführten. An der Ueberspannung der Produktion, an der leberspekulation und Geldversteifung sind die Kartelle wesentlich schuld, und in voller Glorie zeigt sich ihre Gewalttätigkeit eben jezt, da die Produktion in voller Krisis sich befindet und diese immer weiter greift. . Hafenbauprojekt. Die Stadtvertretung von Rostock hat nunmehr den Plänen zu gründlichen Umbauten des Hafens zugestimmt. Früher schon find zirfa eine Million Mark für den Ankauf von Ländereien, die zu den geplanten Erweiterungen erforderlich waren, bewilligt worden. Nach den jest beschlossenen Plänen sollen noch 31/10 Millionen Mark aufgewendet und durch Anleihen flüssig ge= macht werden. berDer nordamerikanische Stabltrust führt einen energischen Kampf, um trotz des Umschlages der Konjunktur die Preise zu behaupten. Die Großeinkaufsgesellschaft englischer Konsumvereine im Jahre Vor kurzem hat in New York eine Beratung der größten Stahl- 1907. Einem Artikel von Dr. Hans Müller in der Konsum industriellen stattgefunden, die der Frage galt, ob fich nicht eine Er- genossenschaftlichen Rundschau" entnehmen wir folgende interessante mäßigung der Kartellpreise empfehle, um den daniederliegenden Mitteilung über die Entwicklung der englischen Cooperative Wholesale Konsum wieder zu frischem Leben zu erwecken. Der Präsident des Society im Jahre 1907. Die Gesellschaft, eines der größten Stahltrusts widersetzte sich aber einem darauf abzielenden Beschlusse, Handelsunternehmen der ganzen Welt, erzielte im da eine Kenderung der Preise nicht notwendig erscheine. Vor- flossenen Jahre einen limfag von 495 731 360 W, 9,12 Proläufig besteht die Wirkung in einer Verschärfung der Absatz- zent mehr als im Vorjahre. Nahezu der vierte Teil der von stockung, nachdem es im Januar den Anschein hatte, als der C. W. S. an die Konsumbereine bermittelten Waren, nämlich ob die amerikanische Eifenindustrie infolge der gewaltigen Produktions- für 110 787 740., entstammte eigenen Fabriken, Mühlen, werkeinschränkungen das ärgste überstanden hätte. Die Eisenverbraucher stätten usw. Die Zunahme der Eigenproduktion betrug 18 687 460 2. decken nur ihren notwendigsten Bedarf und warten bis die Trust oder 20,25 Broz, war also bedeutender als die der Handelsmagnaten sich eines Besseren befinnen. abteilungen. Und so wie in Amerika ist es auch anderwärts, in England, Deutschland, Desterreich. Ueberall find die Startellritter bemüht, ein Herabgehen der Preise soweit es nicht durch die Konkurrenz verhältnisse erzwungen wird zu vermeiden, und während man in früheren Jahren durch alle möglichen Konzessionen zu belieben fich anstrengte, geschieht jetzt das Gegenteil. Anstatt die Wirkung des Rückschlages nach Kräften abzuschwächen, wird sie verschärft, derart, daß man die Kartelle als das stärkste Hindernis für eine Belebung des Marktes bezeichnen kann. Jedenfalls dienen sie mehr noch als zur Vermeidung von Krisen, zur Verzögerung der Wiedertehr normaler Produktionsverhältnisse. Verfammlungen. d Ueber verschiedene der zum Nürnberger Verbandstag vorliegenden und im Fachblatt veröffentlichten Anträge wurde nach einer Einleitung durch Serebs lebhaft diskutiert. Gegen die Erwerbslosenunterfiügung sprachen sich einige Mitglieder prinzipiell aus. Sie wurden darauf verwiesen, daß sich die Filiale Berlin schon durch Urabstimmung im Prinzip dafür erklärt habe. Es handele sich nur um die Durchführung im einzelnen. Krebs findet die Vorlage des Hauptvorstandes im großen und ganzen gut, nur möchte er die Bezugszeit auf zehn Wochen ausgedehnt sehen. Rösner regte an, auf Staffelung des für die Unterstügungszwecke vorgesehenen Beitragszuschlags und demgemäß der Unterstützungssäge hinzutvirken. Auch von Wengels u. a. wurden Verbesserungsvorschläge gemacht. Eine Abstimmung darüber wurde nicht vorgenommen. Der Ents wurf zu einem deutschen Generaltarifvertrag, der ebenfalls den Ber bandstag beschäftigen wird, wurde gleichfalls besprochen. Die Bes fprechung wird voraussichtlich in einer späteren Versammlung forts gefeßt werden. Die Maifeier foll nach einem Beschluß, der einstimmig gefaßt wurde, durch Arbeitsruhe begangen werden. Vormittags 10 Uhr ist Versammlung Kaiser- Wilhelm- Straße 18m. Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen Direktion über Zufuhr schwach, Geschäft ruhig, Breise unverändert. den Großhandel in den Zentral- Markthallen. Marktlage: Fleisch: inapp, Geschäft leblos, Preise gut. Geflügel: Zufuhr im allgemeinen Wild: Zufuhr ganz genügend, Geschäft etwas lebhafter, Breife gut. Fische: Zufuhr reichlich, Geschäft für lebende Fische lebhaft, für Seefische matt, Breife wenig verändert. Butter und Käse: Zufuhr nicht genügend, Geschäft ruhig, Breise unverändert. Gemüse, Obst und Südfrüchte: Zufuhr um Teil ungenügend, Geschäft zunächst leblos, später reger, Preise wenig verändert. Witterungsübersicht vom 15. April 1908, morgens 8 Uhr. Stationen 762D Better Stafienen Better Temp. n. 6. 2wolten! 3 wolfen! 3 heiter 6 Haparanda 769 Still 7 Petersburg 778 Still 6 Scilly wolten! wollen!-0 5 wolfig 2 6 776 NND 764 RD 2 moltig 6 2 wollent 3 767 NO Stoinembe. 772 ND Damburg 771 DND Der Verband der Stuffateure( Filiale Berlin) hielt am Berlin 770 D Montag eine Generalversammlung bei Elsner, Kaiser Wilhelma Frantj.a.M. 764 ND Straße 18m ab. Zunächst wurde die Abrechnung vom 1. Quartal München zur Kenntnis genommen. Die Haupttasse balanziert in Einnahme Bien und Ausgabe mit 2897,50 M. Die Filialtasse hatte am Schlusse des 4. Quartals 1907 einen Bestand von 19 572,19 9. Die Ge- Vielfach heiter und am Tage mild bei mäßigen füdöstlichen Winden, famteinnahme des 1. Quartals 1908 betrug einschließlich jenes Be- teine erheblichen Niederschläge. 1 heiter 9 Aberdeen 4 heiter 8 Baris 767 NO 1 bedeckt Wetterprognose für Donnerstag, den 16. April 1908. Berliner Wetterbureau. Jeder Berliner kauft zu 27072* Mampe Gold 8dler deutscher Likör aus feinstem alten Weinbrand 5.00 Mk. Zu haben in 150 ersten Geschäften in Berlin und den Vororten. Otern: Mampe Halb und Halb mit den Schimmelgespann 1.25 Mk. Bisher füber 5 Millionen Hl. verkauft. Für Ausflügler Neu! empfehlen wir: 100 Neu! Ausflüge um Berlin mit 12 Jlustrationen und 20 Starten von Georg Stegerist. Preis gebunden 1,50 Mart. Märkisches Wanderbuch. Mit 38 Starter Preis 2,50 W. Wanderbuch für die Mark Brandenburg und angrenzende Gebiete. Mit 53 Starten. Erster Teil: Nähere Umgebung Berlins Bweiter Teil: Weitere Umgebung Berlins, westliche Hälfte.. Dritter Teil: Weitere Umgebung Berlins, östliche Hälfte Karten- Atlas Wanderführer mit Karten- Atlas für 6berspree und Dahme... In Berlin allein 7000 Verkaufsstellen. Peek& Cloppenburg Gertraudten- Straße 25-26-27 bei der Petri- Kirche Spezial- Geschäft für moderne Herren- und Knaben- Bekleidung. Zum Frühjahr: Sacco- Anzüge Preis 1.50. Preis 2.00 M. Preis 2,50 M. 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