Ztr. 93. BSonnf mcnfs-Rcdingungcn: MonnemmtS- Preis prSnumerimdo r Siertcljährl. 3,30 SRI, monttü. 1,10 MI, wöchentlich 28 Pfg. frei ms Haus. Einzelne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illuskierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mail, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien. Dänemarl, Holland. Italien. Luxemburg, Portugal, Rumänien. Schweden und die Schweig. 35* Jahrg. kllchiliit tZgllch ul«» UlonUsi. Devlinev Volksblakk. BIc fnkrUon$'Gcbfll)f lelrägi für die sechsgespaltene Kolonel« »eile oder deren Raum ö0 Pfg, für politische und gewcrlfchastliche Bereins- und Bersammlungs-Anzeigeii 80 Pfg. „Aleine ZZnieigen". das erste(fclt- gedruckte) Wort 20 Pfg, jedes weitere «ort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über lö Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen diS S Uhr nachmittags in der Expeditton ihgegeben werden. Die Expedition ist VIS 7 Uhr abends geöffnet. »elegramm- Adresse: .SMUimitoRnt BtrllD". Zentralorgan der lozialdcmohrati fehen Partei Deutrchlands. Redaktion: SM. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 19. April 1908. 1 SxpcdlHon: SM. 68, Llndenetrasec 69. Fernsprecher: Amt IT, Nr. 1984. Huf zur Maifeier! Die Maifeier, der Festtag des internationalen klaffen- bewußten Proletariats, steht wiederum vor der Tür. Trotz aller Ränke, trotz aller brutalen Knebelungsversuche eines ein- sichtslosen Unternehmertums hat speziell auch das deutsche Proletariat den 1. Mai immer kraftvoller und würdiger ge- feiert. War auch das Ideal der absoluten Arbeitsruhe bisher nicht zu verwirklichen, so hat es doch der Teil der Arbeiterschaft, der es vermochte, als seine Ehrenpflicht be- trachtet, den Festtag der Arbeit durch Arbeitsrnhe zu be- gehen. Und wir hoffen, daß die deutsche Arbeiterschaft gemäß den von ihren Vertretungen wiederholt gefaßten und noch auf dem Essener Parteitag erneuten Beschlüssen dafür sorgen wird, daß auch in diesem Jahre die Maifeier zu einer eindrucksvollen Kundgebung wird. Wir erwarten eine imposante Feier um so mehr, als der 1. Mai 1908 mitten in den preußischen Wahlkampf fällt. Me Demonstration nicht nur des preußischen, sondern des gesamten deutschen Proletariats erhält deshalb den Charakter einer Wahlrechtsdemonftration Z Das preußische Proletariat kämpft ja nicht nur»m die Eroberung einiger Mandate, sondern um Bresche zu legen iu das Dreikfassenwahlrecht, dies Bollwerk preußisch- deutscher Reaktion! Die Maifeier war gedacht als Kundgebung für den Acht stundentag, d. h. für eine wahrhafte Sozialreform. Sie sollte ferner eine Demonstration für die internationale Verbrüderung des Volkes der Arbeit sein, eine wuchtige Absage an alle VolkSverhehuug. Es gibt aber keinen grimmigeren Gegner einer entschiedenen Sozialreform, als das plutokratische Kraut-, Schlots unkcr- und Bureaukratenparlamcnt von Gnaden des elendesten aller Wahlsysteme. Und alles, was in Deutschland an säbelklirrcudcm Chauvinismus, an hochnäsigem BureaukratiS- mus, an diplomatischer Ränkesucht und nationalem Größen- wahn vorhanden ist. findet seinen Rückhalt in dem preußischen Dreiklassenparlament! Darum wird die Maifeier des Wahlkampfjahres auch zur kraftvollen Kundgebung gegen die schmachvolle Volkseutrechtnng in Preußen Z Proletarier rüstet zum Weltfeiertag der Arbeit! Ostern. Die„Deutsche Tageszeitung" höhnte unlängst einmal darüber, daß die Sozialdemokratie in ihrem Kunstgeschmack so stark— agrarische Neigungen zeige. Die im Schaufenster der Vorivärts- Buchhandlung ausgestellten Bilder zeigten häufig ländliche Szenen. Das beweise die künstlerische Unfruchtbarkeit des Sozialismus, der dem Agraricrtum ästhetische Motive entlehnen müsse. Also die Freude an der Natur ist nach dem Junkerblatt gewissermaßen ein agrarisches Privileg. Weil die feudal- kapitalistische Gesellschaftsordnung der Masse deL Volkes das Eigentunisrecht an der heimischen Scholle geraubt hat, soll der Proletarier eigentlich auch kein Recht haben, sich der ländlichen Idyllen, des blühenden Obstbaums, des reifenden Roggenfeldes, der sonnendurchflutetcn Kicfernheide und der blitzenden Ströme zu erfreuen! Nein, das Volk der Rechtlosen liebt die Natur, liebt die Wälder und Auen seines Vater- landes, auch wenn die unersättliche Besitzgier der besitzenden Klassen ihm seinen Anteil an den Erträgnissen der heimatlichen Fluren vorenthält! Und wenn in den' Ostertagen das Volk der Besitzlosen hinausschweist auf das Land und den ersten Schauer des iviedercrwachenden Frühlings durch seine Brust wehen läßt, so läßt es nicht scheu und verstohlen seine Blicke über Felder und Forsten schweifen, als handele es sich um verbotene Ge- nüsse: Nein, mit dem freudigen Blicke des Erben saugt es den Duft und die leuchtende Frische der Natur ein, die dem Volke gehört, der ganzen Nation, nicht den wenigen Nutznießern eines selbstsüchtigen Wirtschaftssystems. Das ist ja gerade das Ziel der Sozialdemokratie: dem Volke seine Rechte auf sein Vaterland, auf die heimatliche Erde, auf die Natur nicht minder, wie auf alle Erzeugnisse der höchsten Kultur zurückzuerobern! Deshalb ist die Freude an der Natur, ist die Pflege der Naturliebe durch die Kunst auch ganz und gar nichts Agrarisches. Im Gegenteil, sie ist sozialistisch! Wer das Licht, das satte Grün der Fluren und das tiefe Blau des Himmels liebt, der empfindet es als Fluch, ewig in die finsteren Kerker der Fabriken gesperrt zu sein und in dumpfigen Mietskasernen das Dasein zu der- trauern I Wer mit offenen, schönheitsfreudigen Sinnen durchs Leben geht, den muß es empören, wenn er sieht, wie Millionen in den Massenquartieren der Armut geistig und körperlich verkümmern, während eine vernünftige Gesellschafts ordnung selbst die Parias des heutigen Klassenstaates zu glücklichen, für alles Schöne und Tüchtige empfänglichen Menschen emporheben könnte! Sinnlos vergeudet die heutige Gesellschaftsordnung die Schätze der Natur und die menschliche Arbeitskraft. Die Erde ist reich genug, um alle reichlich zu ernähren. In Ländern. wo der Boden karg ist, erlaubt es die vorgeschrittene Technik, Werkzeuge und Geräte zu fertigen, um in Fülle die Schätze eines ergiebigeren Bodens dafür einzutauschen. Aber in törichtem Hader schließen sich die Nationen gegeneinander ab. Statt durch eine vernünftige Teilung der Arbeit je nach dem Charakter des Landes die Pro duktion nach Möglichkeit zu steigern, schädigen sich die kapitalistischen Staaten gegenseitig durch erbitterte Konkurrenz Die Einfuhr billigen Getreides, billigen Fleisches, billiger Rohprodukte wird erschwert durch Zollschranken und Grenze sperren. Und dieselbe Sinnlosigkeit, die im Verkehr der Nationen herrscht, herrscht im nationalen Wirtschaftsleben. Das Maß der Gütererzcngung richtet sich nicht nach den Be dürfnissen der Massen, sondem nach der Kaufkraft. Wenn die Magazine am gefülltesten sind, wenn die Geschäftsleute nicht wissen, wohin mit den Waren, hungert und darbt das Volk am meisten! Und während das kapitalistische System einerseits die ProduMvkraft künstlich niederhält und die Erzeugung de3 sür die Gesellschaft Notwendigen verhindert, treibt es auf der anderen Seite Raubbau mit der menschlichen Arbeitskraft, verdammt es die Masse des Volkes zu über- mäßiger, einseitig körperlicher Arbeitsfron, die ihm jede echt« Daseinsfreude raubt! Wie unendlich viel mehr menschliche Arbeit könnte der eiserne Sklave des Menschen, die Maschine, ersetzen! Aber der Kapitalismus verzichtet darauf, da ja der Sklave aus Muskeln und Nerven so billig ist! Daß die„unsterbliche Seele" dieser Sklaven des Kapitalismus unter der öden, freudlosen Fron schmerzlich zuckt und blutet, was kümmert das die heutige Gesellschaftsordnung? Die da auf der Menschheit Höhen wandeln, die eigent lichcn Stützen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, fühlen ja nicht den Fluch der heutigen Zustände. Sie fühlen sich wohl, und sie können es. Ihnen hat ja die moderne Technik, die kapitalistische Kultur nur Vorteile gebracht. Und hat das fieberhafte Getriebe der modernen Wirtschaftsweise, die rastlose Gier nach Gewinn auch die Nerven einmal etwas zu sehr stra paziert: man kann sich ja erholen in den schweigenden Fjorden Nor wegens, in der Firnenluft der Alpen, in der heilenden Wüstenglut im Lande der Pharaonen oder in der salzigen Brise der hohen See. Und wenn man reist, braucht man nicht einmal mehr in die„Bäzillenkutsche" eines D-Zuges. in ein Coups I. oder II. Klasse, einzusteigen; man flitzt per Auto von der See zum Hochgebirge, von Ostende nach Nizza. Und wie lange wirds dauern, dann kutschieren unsere oberen Hunderttausende durch die Luft und sehen dann noch verächtlicher herab auf die im Staube kribbelnde und schwitzende Masse der Stiefkinder des Geschicks, der gewöhnlichen Erdenbürger. Sollen nun diese Zustände ewig dauern? Soll die Menschheit der Herrschsucht und des raffinierten Ge- nusses einiger Hunderttausender wegen sich ewig um ihr Menschenrecht bringen lassen? Es ist Zeit, daß das Volk sich seiner Rechte und seiner Kraft bewußt wird! Früher, vor hundert Jahren noch, lag das Volk im Banne der Unwissenheit und blinder Ehrfurcht vor geistlicher und weltlicher Macht. Selbst die führenden Geister des Fortschritts glaubten nicht an die Möglichkeit einer Selbstbefreiung des Volkes. Die Unwissenheit der Massen war zu groß, zu groß der Nimbus der Herrschenden. Heute wissen bereits Millionen und Abermillionen, daß sie nichts von Obrig- keit und Kirche, aber alles von sich selbst, von der demokrati- scheu Organisation des Volkes zu erwarten haben. Und noch ein Hindernis der Eroberung der Menschenrechte durch das entrechtete Volk ist im raschen Schwinden begriffen: Der kindische Haß und Argwohn gegen die fremden Nationen. Solange die herrschenden Klassen den abgeschmackten Nationalitätenhaß zu schüren vermochten, solange sie die Massen in dem verbrecherischen Wahne erhielten, der Nachbar im Osten oder Westen, im Norden oder Süden sei. nur weil er dieselben Gefühle in Worte von anderem Klang kleidet, der geborene Gegner, der Erbfeind, vermochten sie die Massen zu beherrschen. Doch bereits zählen die Proletarier nach Millionen, die im Proletarier einer anderen Zunge ihren Bruder und Bundesgenossen sehen, der ihnen in seinem ganzen Fühlen und Denken, seinem Streben und Hoffen unendlich viel näher steht, als die Zwingherrn- klaffe des eigenen Volkes l Aber noch immer ist die Zahl der in stumpfer Ergebung Dahinlebenden allzu groß. Noch immer gibt eS breite Massen Entrechteter, die das Elend stumpf gemacht gegen den Druck der Ketten, deren Seele in der Not und Enge ihres Daseins Stolz und Spannkraft verloren hat. Ihnen gilt es die Osterbotjchaft des Sozialismus zu bringen! Heute«ad ehedem. Die Polizeitaten gegen Wahlrechtsdcmonstrantcn und Arbeits- lose, die zuletzt am Donnerstag die in Preußen übliche„Erledigung" fanden, rufen die Erinnerung an ein ähnliches Ereignis aus früheren Tagen wach. Wir meinen die Gummischlauch» a f f ä r e des 18. Januar 1894. Auch damals handelte es sich um eine Attacke der bewaffneten Macht gegen wehrlose Personen, auch damals erfolgte der polizeiliche Angriff unter der Motivierung, daß auf alle Fälle das Königliche Schloß vor dem„Pöbel" geschützt werden müsse, auch damals spielte im Schlachtplan der Polizei das Spitzeltum eine ähnliche Rolle wie neuerdings bei den Wahlrechts- demonstrationen. War doch der Anarchist Brand, der als Einbcrufer jener Arbeitslosenversammlung fungierte, an die sich dann der wilde Polizeiangriff knüpfte, selber ein Werkzeug der Polizei, das sich vor Beginn der Versammlung aus dem Staube gemacht und so dem überwachenden Beamten Anlaß gegeben hatte, die Auflösung auszusprechen, weil die Anmeldebescheinigung nicht zur Stelle war. Nur zwei Unterschiede sind vorhanden. Einmal im Verhalten des Polizeipräsidiums, soweit die verkleideten Kriminal- beamten in Betracht kommen und dann, wenn man die Stellung der bürgerlichen Presse von damals mit der heutigen ver- gleicht. In beiden Hinsichten ist eine Wendung zum Schlechteren eingetreten. Oder darf man es als moralische Besserung auslegen, daß heute der Polizeipräsident trotz aller Bemühungen des Gerichts nicht zu bewegen ist, den berühmt gewordenen Kriminalbeamten Kassube und Draber die Erlaubnis zur Aussage zu geben? So zimperlich war man 1894 nicht. Damals erklärte Kriminal- kommissar Bösel als Zeuge dem Gericht mit der harmlosesten Miene von der Welt, daß unter seinem Kommando ein Wachtmeister und 13 Schutzleute absichtlich in schäbige 5ilei» dung gesteckt und dann mit Gummischläuchen bewaffnet worden waren! ES entspann sich in der Verhandlung vom 8. Mai 1894 zwischen dem Verteidiger Rechtsanwalt Masse und dem Beamten Bösel ein Frage- und Antwortsptel, daS wir nach deni stenographischen Bericht hier wiedergeben wollen: Verteidiger: Nach Art der Arbeitslosen waren sie(die Beamten) gekleidet? Zeuge Bösels Ja, Rock, Hose. Weste in den verschiedensten Farben. Verteidigerz Waren eS Jacketts von Tuch, Stoff oder dergleichen? Zeuge Bösel: Gewiß, ganz verschieden. Vorsitzender: Warum diese Kleidung? Zeuge Bösel: Es sollte für radaulustige Personen nicht sicher sein, ist das ein Genosse oder ist das ein P 0 l i- zeibeamter? Es sollte damit Unordnung in die Menge gebracht werden. Staatsanwalt: Wenn der Zweck war. Wiederherstellung der Ordnung oder Verhütung von Unordnung, so war diese daraus abzielende Maßregel eine wohldurchdachte. Zeuge Bösel: Es steht uns in solchen Fällen erfahrungs« gemäß ein anderes Mittel nicht zu Gebote. Verteidiger M 0 s s e: Sie sagten, ihre Mannschaften seicn auch verletzt worden durch die Polizei s e I b st. Halten Sie für möglich, daß dadurch, daß sie in Arbeiter« kleidung waren, nicht zu ihnen gehörige Arbeitslose über ihre Be- Handlung durch die Polizei empört waren und die Polizei angriffen? Zeuge Bösel: Ueber diese Möglichkeit kann ich nichts sagen« Hier also gab die Polizei ohne weiteres zu, daß sie ihre B-- muten zu ordnungsretterischcn Zwecken heimlich unter die Menge geschickt hatte. Heute hingegen ist der Polizeipräsident nicht zu be« wegen, die Kriminalbeamten Draber und Kassube zur Aufklärung über ihre provokatorische Rolle zu ermächtigen, und der G e r i ch t s» vo r s i tz e n d e, der offenbar von den Vorgängen von 1894 kein« Kenntnis gehabt hat, glaubt in seiner Urteilsbegründung zugunsten der Polizeibehörde annehmen gu müssen, daß die beiden bei Lock- spitzelcien ertappten Kriminalbeamten ihre Rolle nicht mit Wissen oder im Auftrage ihrer vorgesetzten Behörde gespielt haben. Im Jahre 1894 fand der Landgerichtsdircktor Brause. Wetter, jener unheilvolle Staatsretter, der bald darauf im Wahnsinn endete, es ganz in der Ordnung, daß Beamte„in schlechtester Garnitur" sich unter die ahnungslose Menge mischten. Nicht so sehr ein anderer Richter. Landgerichtsdirektor R ö s e l e r. der am 30. Mai 1894 eine mit der Schlacht am Friedrichshain im Zusammenhang stehende Anklage gegen den Anarchisten Paw* lowitsch abzuurteilen hatte. In dieser Verhandlung, in der der Angeklagte mit der ver« hältnismäßig milden Strafe von 14 Tagen Gefängnis davon kam, fragte der Gerichtsvorsitzende einen Polizeibeamten: „Liegt bei einer solchen Praxis aber nicht die Gefahr nahe, daß, wenn das Publikum glaubt, sich Angriffe von Zivilpersonen nicht gefallen lassen zu brauchen, der Krakeel, der vermieden werden soll. er st recht geschürt wird?... Wird durch solche Angriffe nichtunisormierter Leute den zu vermeidenden Putschen ge. wissermaßen in die Hände gearbeitet, ist«4 politisch klug, durch Angriffe solcher Person. lichkeiten den Zündstoff zu hellem Flammen zu bringen?..." Wenn man nun mit gelinder Anwendung von Gewalt zu dem Schluß kommen kann, daß der ncuernannte Polizeipräsident v. S t u b e n r a u>ch die von den beiden Kriminalbeamten gespielte Rolle derart bedenklich findet, daß er glaubte, die weitere Bloß, stellung dieser Leute uaA Mözlickjkeij pMütei» zu«wM, Lg löff sich fm Verhalten des allergrößten Teils der bürgerlichen Presse auch bei der gewagtesten Auslegung kein Lichtpunkt ent- decken. Hier und da stammelt ein demokratisches Blatt unter allem Vorbehalt ein schüchternes Wort des Bedenkens ob der Polizei- taten. Im übrigen zeichnen sich gerade Blätter vom Schlage der „Freisinnigen Zeitung" durch ein wüstcA Geschimpfe auf die Wahl- rcchtsdemonstration und ihre Teilnehmer aus. Wie anders 1894! Auch damals gab es eine große Justizaktion, die sich jedoch nicht gegen die Verprügelten, sondern gegen die Presse richtete. Gegen die Presse sagen wir, weil sich unter den acht Redakteuren, die ein besonderer Trick der Staats- anwaltschaft vor die Brauscwettcrkammer gebracht hatte, nicht weniger als drei Verantwortliche bürgerlicher Blätter be- fanden. Reben Robert Schmidt vom„Vorwärts". Keßler vom „Tcltowcr Voltsblatt", Zach au vom„Sozialdemokrat", Har- n i s ch von den„Atheistischen Lichtstrahlen" und Schütte von der „Allg. Fahrzcitung"(Redakteur Adam vom„Sozialist", nach dem der Prozeß genannt wurde, war flüchtig) saßen Grüttefin und Perl vom„Berliner Tageblatt" und Wißberger von der„Berliner Zeitung" auf der Anklagebank, weil sie durch die Ber- urteilung des polizistischen Vorgehens gegen die Arbeitslosen die Polizei beleidigt haben sollten. Die meisten der Angeklagten wurden zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt. Sowohl nach dem 18. Januar als auch nach der Gerichts- Verhandlung war, wenn man selbstverständlich von dem damals schon polizistischen„Lokalanzeigcr" absieht, fast die gesamte Presse sich einig darüber, daß das Erscheinen der Polizei gegen eine wehrlose Menge mit scharfen Worten verdammt werden müsse. Die„Vossische Zeitung" meinte: „Wer eine ungünstige Wirkung des Prozesses herbeiwünschte. könnte sich jeder Besprechung der Verhandlung enthalten. Der Bericht wirkt durch sich selb st." Die„Nationalzeitung" schrieb: „Die Auffassung, daß gegen die Teilnehmer der Versamm- lung bereits eingeschritten wurde, als sie sich noch in großer Nähe des Versammlungslokals befanden und nachher sich notwendiger- weise in kompakter Masse vorwärts bewegen mußten, ist kaum überzeugend widerlegt worden." Und weiter: „Der Gesamteindruck der gerichtlichen Verhandlung enthält ausreichenden Anlaß, um wenigstens den Wunsch auszusprechen, daß die Verwechslung von Energie und Brutalität durch alle, auch die untergeordneten Organe des polizeilichen Dienstes nach aller Möglichkeit vorgebeugt werden möge." Die„Kölnische Zeitung" meinte, „daß die Arbeiter sich ganz ruhig verhalten hätten, während die Polizei einen Uebereifer gezeigt habe, für den kein rechter Anlaß borgelegen habe." Oberstleutnant von E g i d h hatte der„Schlacht am Friedrichs- Hain" persönlich beigewohnt. Er schrieb in seinem Blatte„Ver- söhnung" vom 7. Februar 1894, daß er noch nie eine B e- erdigungSversammlung den Kirchhof so ruhig habe ver- lassen sehen, wie hier die Menge sich erhob, um auseinander zu gehen und auseinanderging. Weiter heißt es in seiner Schilderung: „Jedermann im Vaterlandc, welcher für sich die Bezeichnung „christlich" oder„religiös" oder„gesittet" oder„vernünftig" oder „gut" oder„anständig" oder„seinfühlend" in Anspruch nimmt, würde, wenn er jene IS oder 20 Minuten mit erlebt hätte, von einem unsäglichen Schmerz erfüllt sein. Nicht etwa eine ernste Schlachten- oder Gcfechtsszene war eL, nein, das sind willkommene Momente gegenüber dem Eindruck, der sich hier deS empfindenden Menschen bemächtigte... Ich glaube, daß selten die feindselige Erregung der deutschen Soldaten in Frankreich(1870) einen so hohen Grad erreichte, wie er sich bei den einschreitenden Schutzleuten teilweise offenbarte."� Als Herr v. Egidh dann als Zeuge vor Gericht auftrat und der Vorsitzende etwas von Ausschmückung sprach, verwahrte der Oberst. leutnant sich mit aller Entschiedenheit dagegen, nicht jedes Wort in seiner Schilderung mit peinlicher Sorgsalt geschrieben zu haben. Selbst ein so„staatserhaltendes" Blatt, wie der christlich-konser- vative ,. R e i ch s b o t e" schrieb damals, daß das scharfe Vorgehen der Polizei dem ruhigen Charakter der Volksmasse nicht entsprochen habe. Es war damals in der bürgerlichen Journalistik noch mehr Mannhaftigkeit vorhanden. Man kannte noch keinen Block, an den die liberale Presse mit Händen und Füßen ge- fesselt war._ Die neue form der idchMchen Glahl- entrechtung. Zwischen der nationalliberalen und konservativen Fraktion des sächsischen Landtags ist bekanntlich ein Kom- kulturpolitische Glossen. Christus in Berlin. Alljährlich, wenn der Tag seiner Leiden wiederkehrt, da er am Kreuze in Qualen verging und Mörder seine Todesgenossen waren. kommt Christus wieder zur Erde. Mit forschendem Blick in den tiefliegenden Augen und mildem Lächeln um die traurigen, schmerz- lich bewegten Mundwinkel sucht er. ob er nicht wenigstens ein Menschenherz fände, an dem das Werk der Erlösung sich vollzogen hätte, das Friede und Freude genösse. Und diesmal kam er nach Berlin. Da spürte er im Herz solch freudig Rühren und ging dem nach. Seiu Weg führte ihn in die Behausung eines PolizeiwachlmeisterS. Das Herz dieses Mannes pochte in stolzer Freude so heftig, daß die Fensterscheiben zitterten. „Mein Freund, welches Glück bewegt Dich und welches Heil hast Du Deinen Nächsten zu verkünden!" Also redete ihn der Ge- kreuzigte an. „Ich habe einen Mörder gefangen,' antwortete jener,«und ihn den Nichtern überliefert." Da wurde Christus nachdenklich. „Was," frug er.«werdet Ihr Menschenkinder mit dem Mörder beginnen?' „Wir werden ihn anklagen.' antwortete der freudig erregte Mensch. „Glaubst Du,' versetzte der Erlöser mit Bitterkeit(denn er ge« dachte der Mörder, die neben ihm die Todesqual litten, und seine eigenen Wunden schmerzten ihn)„glaubst Du. daß es der Morde weniger wird, wenn man die Mörder mordet!' „Er war ein Scheusal, er war wie ein reißendes Tier, und ich habe ihn zur Strecke gebracht. „Weh I"— seufzte der Erlöser.—„Wenn der Wolf das Lamm wegträgt, hinterläßt er eine blutige Spur, dem dampfenden Blute folgt die Tigerin und zerreißt den Wolf samt seinem Opfer. Du dauerst mich. Freund, denn Du bist das armseligste aller Geschöpfe. Denn Du wirst vom Blute Deiner Mitmenschen groß, und ihre Träne» ernähren Deine Freude.' promiß abgeschlossen worden, wonach ein reines Plnral- Wahlrecht mit 3 Z u s ch l a g s st i m m e n zur Einführung gelangen soll, und zwar sollen die Mehrstimmcn gewährt werden: 1. Alter und Grundbesitz, 2. Selbständigkeit, 3. Steucrleistung und Bildung. Welche Momente für die Stimmenzuteilung sonst maß- gebend sein sollen, darüber ist zwar noch nichts verraten worden, es ist aber sicher anzunehmen, daß hierfür die früheren Beschlüsse der Wahlrcchtsdeputation wenigstens vor- läufig maßgebend sein sollen. Danach soll eine Altersstimma jeder Wähler erhalten, der 45 Jahre alt ist. S e l b st ä n d i g ist jeder, der einen Gehülfen beschäftigt. Als Steuergrenze soll 1900 M. Einkommen gelten. Der Nachweis der Bildung endlich soll durch das Einjährigenzeugnis bei- gebracht werden. Dieses Pluralwahlrecht hat bisher die Zustimmung der Regierung noch nicht gefunden? diese hängt noch iinmer an ihren Reformen, die sie in Gestalt von Kommunalvertretern fordert. Ein Pluralwahlrccht mit drei Zuschlagsstimmen bietet dem Grafen Hohenthal noch keine ausreichende Garantie gegen eine„Ueborflutung derZweitcn Kammer mit staatsfeindlichen Elemente n". Gleichzeitig aber wird in einem offiziösen Artikel des„Chemnitzer Tage- blattcs" mitgeteilt, eine, offenbar von der Regierung ange- stellte, Wahrscheinlichkeitsberechnung habe ergeben, daß sich bei Einführung des oben skizzierten Pluralwahlsystems das Verhältnis der sozialdemokratischen zu den bürgerlichen Stimmen wie 1: 2 gestalten werde. Das heißt mit anderen Worten, es würden dabei doppelt so viel bürger- Ii che wie sozialdemokratische Stimmen heraus- kommen! Bei den letzten Landtagswahlen erzielte die sächsische Sozialdeniokratie unter dem jetzigen Dreiklassen- Wahlrecht insgesamt 144 212 Stimmen, die Gegner 164 800 Stimmen, es entfielen somit auf 100 abgegebene Stimmen 46,7 sozialdemokratische. Bei einem anderen Wahlsystem wäre allerdings eine stärkere Wahlbeteiligung auf sozialdemokratischer Seite wahrscheinlich gewesen. Es würde sich das Verhältnis der sozialdemokratischen zu den bürgerlichen Wählern also ungefähr wie 1: 1 gestalten. Es würde sich somit, wenn das Pluralwahlsystem ein Verhältnis der bürgerlichen zu den sozialdemokratischen Stimmen von 2: 1 herbeiführt, als Folge der plutokratischen Wirkung des tluralwahlrechts eine Verdoppelung des gegnerischen timmengcwichtes bei den Landtagswahlen ergeben. Be- trachtet man nun die Wahlergebnisse in den einzelnen Wahlkreisen, so ergibt sich, daß für die Sozialdemo- kratie nur in den Wahlkreisen eine Aussicht auf Erfolg besteht, wo sie 70 und mehr Prozent der abgegebenen Stimmen hat. Es würden z. B. im 23. ländlichen Wahlkreise, wo wir nach der amtlichen Statistik 3033, die Gegner aber nur 2021 Stimmen erhielten, wo wir also 60,1 Proz. der ab- gegebenen Stimmen errangen, unter den obenerwähnten Vor- aussetzungen bei einer Wahl unter dem Pluralwahlrecht 4092 gegnerische 3933 sozialdemokratischen Stimmen gegenüber- stehen. Man sieht also, cS würden uns noch Wahlkreise verloren gehen, wo wir 66 Proz. der Stimmen aufbrächten! Mit anderen Worten: Wir haben nur in den Wahlkreisen Aus- ficht auf Erfolg, wo wir mehr als 70 Proz. aller abgegebenen Stimmen haben. Das ist aber in Sachsen nur in 5 5treisen der Fall. Somit würden wir im günstigsten Fall nur auf 5 Vertreter von 82 rechnen können! Es spricht aber vieles dafür, daß sich das Verhältnis zwischen sozialdemokratischen und bürgerlichen Stimmen noch ungünstiger gestaltet als 1: 2. Denn die Wahl- rechtsmacher werden noch alles aufbieten, um den Ausspruch des konservativen Führers Edler v. Ouerfurth in der Wahl- rechtsdeputation zur Wahrheit zu machen: Plural- stimmen dürfen möglichst nur solche Wähler erhalten, die für die Ordnungsparteien zu haben sind. Verwirklicht man beim Pluralwahlrecht diesen Grundsatz noch mehr als bisher, so wird die jetzige sozialdemokratische Mehrheit in allen Kreisen durch das Uebergewicht bürgerlicher Pluralstimmen erdrückt werden. Dann bliebe die Sozialdemokratie ohne jede Vor- tretung, dann wäre die Entrechtung der Wähler noch schlimmer, als dies jetzt der Fall ist, wo wir noch die Möglichkeit haben, in zwei Wahlkreisen durch- zudringen. Diese kurze Betrachtung ergibt, welcher Art die sächsische Wahlrechtsflickerei ist. Sie ist durch und durch reaktionär! „Ihr irrt Euch, Herr!' antwortete der andere verdrießlich. „Man sieht, Ihr kennt nicht den Lauf der Zeiten. Das Handwerk der Häscher ist nicht mehr verachtet wie früher; uns ehren die Fürsten und die Menge preist unS; in Büchern und Zeitungen werden unsere Taten verherrlicht, denn eS ist nicht jeder so einfältig — verzeiht. Herr!— daß er sich selbst den Häschern ausliefert, und um einen modernen Verbrecher abzufangen, braucht eS viel Ueberlegung. Zum Beispiel, um diesen Mörder zu überführen, steckte ich mich hinter seine Frau. Sie lag im Krankenhause. Ich ließ ihr, ohne daß sie wußte, um was eS sich handelt, die Schürze zeigen, in der die Leichenteile des Ermordeten eingewickelt waren. Die kranke Frau erkannte ihr Eigenüun und lieferte uns dadurch den Kopf ihres Mannes aus." „Warum aber sagtest Du nicht erst der armen Frau, daß eS sich um Leben und Tod ihres ManneS handelt, um sie nachher zu fragen?" versetzte ChristuS streng. Da lachte der andere auf: „Wenn aber die Frau ihren Mann liebt, glaubt Ihr, sie würde ihn dann verraten? Ihr wäret mir ein schöner Detektiv I Sherlock Holmes handelte anders!" „Wenn aber die Frau ihren Mann liebt, welche Qual für sie, den Mann als Mörder und sich selbst als die Mörderin ihres ManneS zu wissen?" Nach einer Weile setzte der Nazarener fort: „Du kalter Mörder, der Du hinterlistig den Dolch'zückst, um einer menschlichen Seele einen nie heilenden Stich zu versetzen, der, wie die Frau zur Todesverräterin ihres Manne?, bereit ist. das Kind zum Henker seiner Eltern zu machen." warum sprichst Du nur immer vom St ö r d e r und sagst mir nichts vom Mord? Denn Ihr seid in dieser Stadt viele Tausende von Tausenden Menschen; wie war eS, haß Ihr ein Kind nicht habt schützen können? „Herr, es war ein vagierender Junge, der wie ein herrenloser Hund in den Straßen sich herumtrieb— wer sollte da aufpassen? wo sollte man ihm überall nachfolgen'?" „Warum aber irrte er herum? Sind doch andere Kinder da, die in diesem Alter in die Sckule gehen, genährt und gepflegt werden!" „O du lieber Himmel. Weil eS halt Kinder von r e i ch e n Leuten find J Diesem aber wurde kein Kapital in die Wiege gelegt. Und Graf Hohenthal erklärt, daß er ein solches Wahlsystem noch für keinen ausreichenden Schutz gegen die„sozialdcmo- kratische Ucbcrflutung" halte! Gin kommunales Panama. Schon vor einiger Zeit zierten die Spalten der Rcichslügcn- Verbandspresse Notizen im Depeschenstil: Offrnbach. Die Staatsanwaltschaft leitete... gegen die Offenbacher sozialdemolratische Stadtverwaltung wegen der unaufgeklärten Defizite in der Stadtkasse das Strafcrmittclungs- Verfahren ein." Und seitdem tauchten mehrfach in der konservativen Amtsblair- und Winkelpresse Schaudermären über„sozialdemokratische Miß- Wirtschaft, Korruption in Stadtverwaltungen mit sozialdemokro- tischer Leitung" usw. auf. Gegenwärtig macht folgende„Depesche" die Runde in der gegnerischen Presse: Korruption in einer Stadtverwaltung. Darmstadt, 14. April. Die Unterschlagungsaffärc der sozial- demokratischen Stadtverwaltung, in Osfenbach zieht immer weitere Kreise. Nunmehr ist auch gegen vier weitere sozialdemokratische Stadtbeamte Untersuchung wegen Beiseiteschaffung von städtischen Geldern eingeleitet. Eine weitere Verhaftung ist gestern erfolgt. Soweit die Sozialdemokratie damit in Verbindung gebracht wird, ist an der ganzen Geschichte kein wahres Wort. Die Sache liegt vielmehr folgendermaßen: In Offcnbach herrschte 24 Jahre lang ein Oberbürgermeister namens Brink: ein Autokrat, Arbeiterfeind u>d Sozialistenfresser. Als seine Amtszeit zu Ende war, wählte rhu die sozial- demokratische Mehrheit nicht wieder. Ter nationale Klüngel schäumte in ohnmächtiger Wut. Er veranstaltete B r t n k feiern mit Fackelzug, Serenaden und Illumination. Sein Nachfolger, der linksliberale Dr. Düllo- Königsberg wurde von der- selben Clique des Liebäugelns mit der Sozialdemokratie verdächtigt, bespitzelt und ihm auf alle Weise die Amtsführung erschwert. Aehnlich erging es dem Direktor deS Gaswerks König. Ter Mann hatte in übertriebenem Ehrgeiz sich mehr Arbeit aufgeladen als er überschauen und bewältigen konnte. Sein Bestreben, billig zu bauen, dabei das Neueste und Praktischste herzustellen, obendrein geringe Herstellungskosten für das Gas zu erzielen, führte ihn an den Abgrund. Um das Gas zu„strecken" entnähme er heimlicl einem anderen Unternehmen Druckluft und führte cö dem Gase zu. Nebenher beging er gewaltige Ucberschreitungcn beim Bau deS Gaswerts. Zur selben Stunde als das Stadwcrordnctcn- kollegium seine Verfehlungen erörterte, erschoß er sich. Inzwischen waren die Ergänzungswahlen zum Stadtparlamcnt. Das Bürgertum bemühte sich in heißem Ringen, der Sozialdemo- kratie die Mehrheit im Kollegium zu entreißen. Die Aussichten dazu waren gering. Da tauchten plötzlich— zwei Tage vor der Wahl!— Nachrichten auf. wonach der Bürgermeister Dr. Düllo 500000 Mark Aktien der Kaiser Hof. Gesellschaft als Faustpfand genommen haben sollte. Es handelte sich um eiur gewagte Transaktion mit dem berüchtigten Spekulanten Eber- dach durch Vermittelung des Bankiers Wölfs, der unter Ober- bürgermeister Brink schon Anlegung von Geldern vermittelt hatte. Die Nachricht erwies sich als wahr. Darauf stürzte sich der na- tionale Klüngel. Die SOOOOO Mark wurden als direkt verloren hingestellt, die Bevölkerung in ungeheure Erregung versetzt— die Sozialdemokratie unterlag bei der Wahl. Nun versuchte der Klüngel Dr. Düllo zu stürzen. Im selben Atemzug. in dem ihr Organ, die„Ofsenbacher Zeitung", den Selbstmord dc- Direktors König meldete, versuchten sie dem Bürgermeister den Revolver in die Hand zu drücken! Da wendete sich das Blättchen. Schon Ende August 1907 war ein Obcrstadtsekretär Schmidt gestorben, der in seiner Kasse rin Manko von 4500 Mark„hinterließ". Auf Änlaß von Dr. Düllo veranstaltete die ObcrrechnungSkainmcr in Darmstadt eine Unter- suchung und stieß dabei auf Unregelmäßigkeiten bei dem Stadt- rcchner Grcbe sen. Er gab 18000 Mark als fehlend zu. an: anderen Tage brachte er das Geld: EL hätte sich in einem alten Jackett„gefunden". Tarauf schickte man den Mann, der noch nie Urlaub genommen hatte, zwangsweise in die Ferien und rechnete weiter nach. Nach und nach wurden uu- geheuerliche Unterschlagungen in Höhe von etwa 57 000 Mark ent- deckt, die um 24 Jahre zurückreichen. Der alte Grebe wurde verhaftet. Ihm folgte sein ältester Sohn, der mit dem Alten Hand in Hand gearbeitet hatte, da er in derselben Verwaltung als Oberbuchhalter beschäftigt war. Der Froschteich der Brinkschcu Wirtschast war einmal in Bewegung geraten, ein dritter Beamter wurde wegen Unterschlagung verhaftet, mehrere andere erschienen schwer kompromittiert. Die vierte Verhaftung, die deS 35jährigen Buchhalters E. Dammel, der an der Schlamperei beteiligt ist, erfolgte in diesen Tagen. Sie war der Anlaß zu der Schwindcldepesche. Er mußte arbeiten, um sein Leben zu fristen. Und als er feine Stellung verlor, konnte er weder Nahrung noch Obdach finden. Darum zog cr von Spelunke zu Spelunke— da kannte er sich meisterhast aus." „Ich weiß", sprach der Heiland,„aufgewachsen im Straßenkot. verluinpl und verdorben, die willenlose Beute seiner erwachenden Triebe, so irrte dieser Knabe mit hungrigen und sehnsüchtigen Augen im Staub, den die Prachtkarossen des aufdringlichen Wohl- lcbenö der Reichen anflvirbelten und atniete seine Gifte ein. Und im Stimmengewirr der großen Stadt war für ihn kein einziger zarter Laut, keine Mutterstimme, um die wirren Sinne zu klären und zu sänstigen. und es fand sich im Menschenmeer keine hülfreiche Hand, die ihm Nahrung bot, keine?" „Nein... Oder doch! Einer gab ihm Nahrung und bot ihm Schutz an.' „Nun— und?' „ES war der Mann, der ihn erschlagen hat.' Da verbarg ChristuS sein Gesicht in den zuckenden, fiebernden Händen und sprach voll Wehmut: „Was Ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt Ihr mir getan." Ist es denn wirklich notwendig, daß das Großstadtelend in der Gestalt einer zerstückelten Leiche vor unsere Augen trete, um zu unserem Bewußtsein zu gelangen? Sehen wir cS denn nicht Tag für Tag und auf jedem Schritt in weniger blutigen, dafür aber massenhaften Formen vor uns? Armut. Siechtum und Laster l Ich frage die Proletariereltern: Wißt Ihr. was aus Euren Kindern wird? Wißt Ihr daö sicher? Hat das Euch noch nie herzbeklemmende Sorge bereitet? Hat die Aussicht auk die Zukunft Eurer Kinder noch nie Euer eigenes, knappe» Glück getrübt? Und wie habt Ihr vorgebeugt? Was habt Ihr getan? Was könnt Ihr tu»? Ihr schleppt Eure Lebenslast, Ihr Mühseligen und Beladenen, und seid froh, wenn eS einmal zu Ende ist. Und Ihr zittert um das bißchen Leben, so lange Ihr lebt! Proletariereltem! Hat man Euch schon um Euer eigenes Leben betrogen, so seht zu. daß Ihr nicht selbst Euere Kinder um eure bessere Zukunft betrügt. Lsrvus. Wie fyit nun solch ungeheure Schlamperei einreißen und ja�r zclzntclang fortgeführt werden können? Ganz einfach: Wci der von der Sozialdemokratie gc stürzte Ober bürgern! ei st er Brink die Brut züchtete! Seit mehr als einem Jahrhundert ist die Familie Grebe in städtischen Acmtern sie erbten vom Vater auf den Sohn. Ein Beamter hatte Fund gegenstände unterschlagen usw., Brink beschäftigte ihn gegen den Willen der sozialdemokratischen Stadt- verordneten, ja er bezahlte ihn aus dem Dispositionsfonds! Ter mit verhaftete SImbcrg war wegen Eigcntumöv�rgehcn mehrfach vorbestraft, trotzdem bekam er Anstellung und einen Ver trauensposten in der Stcucreinnchinerei. Dort unterschlug er 1000 Mark und gestand dies dem 2, Sohn des Grebe, der diesem Zweige der städtischen Verwaltung vorstand. Ter machte keine Meldung. Der andere schaffte aber nicht nur die 1000 Mark nicht heran, sondern unterschlug noch weitere 800 Mark Selbstverständlich tobte dieser Älüngcl verbrecherischer Rats bcamtcn am lautesten gegen die„sozialdemokratische Mißwirtschaft" Sie waren es, die die„nationale" Presse mit„Material" versorgten gegen die Sozialdemokraten. Am tollsten trieb es die Sippschaft in der Nacht nach den Äommunalwahlen. Der„Sieg des Bürger tums" wurde bei Champagner gefeiert, das Geld dazu stammte aus dem Offenbacher Stadtsäckel. Und nun ermesse mtrn an diesen Tatsachen die Verlogenheit der„anständigen" Presse, die von sozialdemokratischer Mißwirtschaft fabelt. Das kommunale Panama von Offcnbach ist die Folge des Systems eines„nationalen" Autokraten und feiner Anhänger, die jahrzehntelang die Stadtverwaltung beherrschten. Die Angst vordem zu erwartenden Prozeß, der die krasseste bürgerliche Miß- und Vetternwirtschaft ans Tageslicht ziehen wird, läßt die Sippe lügen, daß sich die Balken biegen. €h> neuer Kriegsschauplatz in Marokko. Nun ist cs auch im Süden der inarokkanisch-algcrischen Grenze zu blutigen Zusammenstößen zwischen Franzosen und Marokkanern gekommen. Auf baldigen Abschluß des Kriegech den die französischen Minister in der Kammer immer wieder in Aussicht stellen, so oft Jaures seine mahnende Stimme erhebt, deutet nichts. Ter Kampfesmut der Marokkaner ist offenbar eher im Steigen als im Fallen bcgriffm, und die Erregung und der Wille, die Fremden zu verjagen, breitet sich aus, anstatt abzunehmen. Davon ist dieses Aufflammen des Kricgsfeucrs an der Grenze Süd-Orans, wo bisher alles still geblieben war, ein deutliches Zeugnis. Ten Marokko spekulanten ist das Gefecht ein willkommener Vorwand, den Krieg immer weiter zu treiben, Verstärkungen zu fordern. Heißt cs doch schon, daß Süd-Oran bedroht und daß die Bo völkcrung in lebhafter Erregung sei. Ter Kommandant der Grenztruppen kommt den Kriegstreibern entgegen: er hat die Verfolgung dcS Feindes befohlen, so daß neue Gefechte in Aussicht stehen. Bemerkenswert ist das Gefecht, das am 16. April bei Menabba stattfand, durch die starken Verluste der Franzosen. Sic haben erheblich mehr Tote gehabt, als sie das aus den bisherigen Kämpfen gewöhnt waren. Das kann allerdings darauf zurückzuführen sein, daß die Truppe des Obersten P i e r r o n in der Nacht überfallen wurde. Den Ausschlag gegen den! tapferen und geschickten Angreifer hat wieder die Artillerie gegeben. Die amtlichen Meldungen, auf die wir uns zunächst stützen, aeben übrigens bedeutend geringere Verluste an als die Privatnachrichten der Pariser Blätter. . Wie aus Colomb�Aechar vom 16. April gemeldet wird, setzte sich am Mittwoch eine Harka Eingeborener in Be wegung, um Bcni Unif zu gelvinnen, als aber drei Kolonnen französischer Truppen ihr den Weg verlegten, schwenkte sie «ach Süden ab. ohne Zweifel in der Absicht, den Djebel Amkar zu erreichen. Auf dein Marsche dahin stieß sie auf eine Kom pagnie Sahara-Spahis von dein Vortrab der Kolonne Pierron und cS entspann sich ein lebhaftes Gefecht, in dessen Verlauf vier Spahis getötet und dreizehn verwundet wurden. Die Spahis zogen sich zurück und nahmen ihre Toten und Verwundeten mit sich. General Vigy befahl den Vormarsch der vier Kolonnen, um die Harka zurüch zuwerfen. Die Truppe unter dem Befehl des Obersten P i e r r o n wurde in der Nacht zum 16. April überfallen. Ter Kampf, der sich um C o l T a l z a z a abspielte, war sehr heftig. Die französischen Truppen zerstreuten die Harka und verfolgten sie energisch auf einer Strecke von 16 Kilometern. Die Ein- geborenen ließen zahlreiche Tote und Verwundete zurück, ebenso eine Fahne und ein Cchnellfcucrgeschütz. Die fran- zösischen Truppen hatten einen Verlust von 19 Toten, darunter ein Offizier, und etwa 166 Verwundete, unter ihnen zehn Offiziere. Die Harka hat nach Pierrons Bericht aus mehr als 2666 Mann zu Fuß und 366 Reitern bestanden und hat um $>/* Uhr morgens angegriffen. Der Kricgsminister hat dem Befehlshaber der Truppen in Süd-Oran die Weisung erteilt, die Harka von Mengcb zu verfolgen. Ein neues Gefecht gilt daher als un- mittelbar bevorstehend. Offiziös wird erklärt, daß die Lage in Süd-Oran keineswegs beunruhigend sei. Paris, 18. April.(W. T. B.1 Nach den letzten offiziellen Depeschen betragen die Verluste der französischen Truppen in dem Kampfe von Talzaza zweiundzwanzig Tote und 68 Bcrwnildctr, von denen vierzig nur leicht verletzt sind. poUtilche Qebcrlicbt Berlin, den 18. April 1908. Beschneidung der Selbstverwaltung. DaS„Berliner Tageblatt" will über die Reform der Arbeiterversicherung bereits nähere Angaben machen können. Danach besteht die Absicht, „eine Vereinheitlichung der Versicherung in zwei Punkten zu schaffen: Erstens will man eine Gleichstellung deö Kreises der Versicherten herbeiführen. Die landwirtschaftlichen Ar- beitcr, Dienstboten und Heimarbeiter müßten in die Kranken- Versicherung einbezogen werden, so daß schließlich alle Ver- sicherungvpflichtigen gleichzeitig in allen drei VersichcrungZzweigen versichert sind, Ferner soll für alle AersicherungSarten eine einheitliche, behördliche Stelle geschaffen werden, an die sich sowohl das Publikum mit allen Anträgen in Versicherungsangelegen- heilen wenden kann, und die auch das Jnsinanderarbeiten der ver- schiedenen Versicherungen gewährleistet. Heute ist es so, daß zum Beispiel jemand, der infolge eines Unfalles trank wird, sich ledig- lich an die Berufsgenossenschaft wenden kann, während sich die übrigen Versicherungszweige nicht um ihn kümmern. Gleichzeitig erscheint es auch erwünscht, daß die Festsetzung der Renten in erster- Instanz, die bisher von seilen des Bersicherungs- n e h m e r S. also von einer Partei, erfolgt, in Zukunft bon einer unparteiischen Stelle unter Beteiligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer geschieht. Gelingt es, einen gemeinsamen Unterbau für die drei Verwaltungen zu schaffen, so würde auch die Möglichkeit bestehen, daß man diesen Unterbau zu einem Spruchkollegium unter Beteiligung der Arbeitnehmer und -gcbcr ausgestaltet und ihm die Festsetzung der Renten in erster Instanz überträgt. Im Anschluß hieran würde dann durch eine zeitgemäße Um- g e st a I t u n g des Jnstanzenzuges und des Rechtsmittelverfahrens die dringend notwendige Entlastung des Reichs- verstcherungSamtes durchzuführen sein, das heute in dem Wust der Detailarbeit erstickt. DaS ReichSversicherungSaint hätte sich dann in Zukunft sctwa analog dem Reichsgericht) nur über Rechtsfragen und prinzipielle Angelegenheiten zu entsckeiden." Diese Angaben, falls sie sich bewahrheiten, lassen die Be- fürchtung, daß sich hinter der Reform die Absicht versteckt, die Selbstverwaltung zu erdrosseln, leider nur zu berechtigt erscheinen. Die„bewährte" Blockpolitik gibt der Reaktion anscheinend den Mut, ihre schwärzesten Pläne auszuführen.— Eine neue Afrita-Spritztour Tcrnbnrgs. Das„ B e r l. T a g e b l." meldet: „Staatssekretär Dernburg wird anfangs Mai von seinem Urlaub zurückkehren und nach Erledigung der Kolonialbahnvorlagen seine Reise nach Südwestafrika antreten, lieber das Programm dieser zweiten Afrikatour können wir folgendes mit- teilen: Nach den bisher vorliegenden Bestimmungen wird sich Herr Dernburg zunächst über London nach Kapstadt begeben und von dort auch das Kapland und die anderen englischen Kolonien in Südafrika besuchen. Er wird Natal, den O r a n j e f r e i st a a t, Transvaal und Rhodesia bereisen, um sich über die dort erzielten Resultate zu unterrichten. Alsdann wird er aus dem Landwege in einer etwa vierzehntägigen Tour nach dem Norden von Deutsch-Südwestafrika gehen. Von Interesse ist eö, daß gegenwärtig— wie wir in unserer gestrigen Morgew nummer mitgeteilt— von englischer Seite die Idee einer Vor- bindung deö deutschen und des englischen Afrika-BahnnetzeS iviedcr aufgenommen wird, die auf Betreiben des englischen Minen- millionärS Wernher Beit bereits feste Gestalt gewonnen hatte, seit BeilS Tode aber geruht hat. Die Reise deö Staatssekretärs Dem- bürg dürfte im ganzen etwa vier Monate beanspruchen." Der Ertrag dieser Reise wird wohl in neuen B a h n b a u Projekten bestehen I. Und wenn Dernburg den Norden SüdwestafrikaS zu besuchen gedenkt, so wäre cs nicht aus geschlossen, daß dann auch dieOvambofrage aktuell wird. d. h. ein neuer, überaus kostspieliger Kolonialkrieg in drohende Nähe rückt!_ Unter Christenbrüdern. Die Christlichen, die sonst die Spalten ihrer Blätter mit Fällen von„sozialdemokratischem Tcrrorismus" füllten, ver gnügen sich neuerdings zur Abwechselung damit, daß sie jetzt die Anklagen wegen Terrorismus wider einander richten. In den christlichen Gewerkschaftsblättern kann man wöchentlich lange Listen solcher Schandtaten lesen, die den katholischen Fachabteilern zur Last gelegt werden, und umgekehrt bringt der„Arbeiter", das Blatt der Berliner Richtung, ebenso oft einen duftenden Blntcnstrouß christgewerkschaftlicher Greuel. So ist im„Fachblatt" des christlichen Mctallarbeiterverbandes zu lesen: „In Rössel(Ostpreußen) fand kürzlich eine christliche Ge- Werkschaftsversammlung statt. An der Diskussion beteiligte sich auch der Vorsitzende der katholischen Fachabteilung, Bauu ntcr- n« Hmc r(!) Fischöder........ Die Versammlung scheint aber dem Herrn nicht gut bekommen zu sein, denn nach Schluß der Ver- sammlung holte er aus dem Vorsaal seine„geistigen Waffen", bestehend in einem mit Blei aufgerollten dicken Guinmischlauch(Totschläger) hervor, um den bösen Christlichen Berliner Jachabteilungsidecn beizubringen. Einem Unbeteiligten gelang eS mit List, dem Manne die durchschlagende Waffe abzunehmen. Als dauerndes Andenken wurde sie dem Bürgermeister übergeben." Wie verträgt sich so etwas mit der von den Berlinern ge- predigten Tugend der Demut?— fragt das christliche GeWerk- schaftsblatt? Die Berliner rächen sich für derartige Liebens- Würdigkeiten, indem sie den christlichen Gewerkschaften ähn- liche oder noch schlimmere Dinge nachsagen. So berichtet der „Arbeiter" von einem Zahlstellenfcst des christlichen Berg- arbeitcrverbandes im Saarrevier: „Dort haben die„Christlichen" bis zwei Uhr nachts gefeiert. Da auf einmal entstand eine gewaltige Keilerei. Tische und Stühle mußten als Hieb- und Schußwaffen dienen, und alles, was nicht nict- und nagel- fest war. wurdp kurz und klein geschlagen. Die Polizei hatte große Mühe, die Kämpfenden ausein- ander zu bringen. Der Wirt fordert 450 M. Schaden- ersah." „So machen es die«Christlichen", wenn sie unter sich sind. wehe aber erst ihren Gegnern"— fügt das Blatt der Berliner dem Bericht hinzu. Wir wollen uns diese Kennzeichnung der christlichen Brüder merken, wenn sie wieder einmal über „sozialdemokratischen Terrorismus" zetern. Auch eine gerichtliche Feststellung. Gerichtliche Feststellungen sind harte Dinger— selbst das lieichSgericht kann sie nicht umstoßen, noch korrigieren. Also 'ollten sie auch stets richtig sein I Damit hapert cS mdes manchmal bedenklich. So heißt cs z. B. in der Begründung des IrteilS gegen die WahlrechtSdomonstranten: „Bei Paschke und Wermnth war das jugendliche Alter MilderungSgrund. Indessen hätten sie bedenken sollen, daßinanderenKreisen Leute ihreSAlterS noch indieSchule gehen, statt für politische Rechte zu demonstrieren, und sich schon d-ShaW zurückhalten sollen." An und für sich schon ist dieser Hinweis auf die Jugend Oer beiden Verurteilten und auf den Umstand, daß solche Leute„in anderen Kreisen" noch die Schule zu besuchen pflegen, arg verfehlt. Eins schickt sich nicht für alle. Das Proletarierkind. das schon mit 14 Jahren in den Kampf umL tägliche Brot hinausgestoßen wird, hat ein viel unmittelbareres Interesse an den politischen Zuständen, als die Söhne der Besitzenden, die noch auf mehrere Jahre die Schulbänke zu drücken haben. Außerdem gibt es wieder„andere Kreise", in denen ein junger Mann mit 18 Jahren schon für großjährig und eventuell sogar für befähigt gilt, ein großes Volk zu regieren. Aber ganz abgesehen von dem allen in welchem Alter stehen denn eigentlich die beiden Angeklagten, die daS Urteil im Alter etwa mit Gymnasialprimanern vergleicht? Wie die Anklageschrift misweist, wird Paschke am 16. Juli dieses Jahres das 21. Lebensjahr vollenden, Mermuth aber ist sage und schreibe fünfundzwanzig Jahre alt! Er hat schon im Januar das Alter erreicht, in dem der Deutsche zum Reichstag wählen darf und in die gesetzgebende Körper-. schaft des Reiches gewählt werden kann I Mit fünfundzwanzig, ja auch mit zwanzig Jahren pflegen einigermaßen begabte Bourgeoissöhnchen im allgemeinen nicht mehr die Schulbänke zu drücken: Das Gericht hat also offenbar, als es von der Jugend der beiden Angeklagten sprach. nicht an Ein- und Fünfundzwanzigjährige, sondern an jüngere Leute gedacht. Es ist bei diesem Teil des Urteils von falschen Voraussetzungen ausgegangen— es hat sich über das Alter der beiden Verurteilten nicht richtig informiert. So kommen öfter richterliche„Feststellungen" zustande. Nachklänge zum„roten Sonntag". In Erfurt wurden am 12. Januar drei Versammlungen in verschiedenen Stadtteilen abgebalten. Zwei derselben wurden bald nach Eröffnung wieder geschloffen, weil die Referenten in letzter Stunde ihr Erscheinen abgesagt hqtten. Darauf zogen die Ver- sammelten nach dem Tivoli, wo die dritte und größte Ver- sammlung abgehalten wurde. Zufällig trafen sich die Teil- nehmer beider Versammlungen unterwegs' auf dem Anger, der Hauplstraße, von wo sie gemeinsam den etwa eine Viertel- stunde langen Weg in zwanglosem Spaziergange zurücklegten. Kurz vor dem Tivoli kam der etwa 000 Köpfe zählenden Menge ein starkes Polizeiaufgebot entgegen, dem der An- führcr, Kommissar Gay. fortwährend zurief:„Aufschreiben, Auf- schreiben!" Die Polizisten befolgten eifrig diesen Befehl. Lange Zeit hörte man nichts mehr von diesem Vorfall, bis auf einmal richterliche Bernehniungen folgten: es schien, als sei irgend eine große Aktion geplant. Doch das„Belastungsmaterial" muß doch wohl nicht ausgereicht haben, denn es blieb nur bei amtsgerichtlichen Strafbefehlen in Höhe von 10 und 15 M. Die damit Bedachten riefen richterliche Entscheidung an. DaS Erfurter Schöffengericht verwarf in allen Fällen den Einspruch, es sah einen„polizeilich nicht erlaubten Aufzug" als erwiesen an._ Die Landtagswahlen in Breslau werden ebenso wie 1903 wieder eine interessante Situation bringen. Ob diesmal die Freisinnigen gewillt sein werden, ihre 1003 verlorenen Mandate wieder zu gewinnen, das heißt also, der sozialdemokratie ein Mandat abzugeben, um ihre Unterstützung zu erlangen, steht noch dahin. Eine diesbezügliche Anfrage des Sozialdemokratischen Vereins für Breslau toird erst in einigen Tagen beantwortet werden. Aber inzwischen sind die Freisinnigen nicht untätig. Zunächst setzten sie sich anfs hohe Roß. Prahlerisch erklärten sie bereits vor Wochen, daß sie gewillt seien, nur v o l k ö p a r t e i l i ch e Kandidaten aufzustellen. DaS war eine direkte Abschüttelung deS„Ouit- sidcrs" Gothein, der den Oehlke und anderen Kopschianern schon lange ein Dorn im Auge ist. Zugleich sollte eS so etwas wie „Unentwegtheit" markieren. Davon aber kam man bald wieder ab. In einer nationalliberalen Versammlung teilte plötzlich Professor Kaufs mann mit, seine Partei stände mit den Konservativen und— Freisinnigen i!!) in Verhandlungen, die ein günstiges Resultat erhoffen ließen.(Das schien eine Ausschaltung desZentrums sein zu sollen, das zurzeit mit den Konservativen und Freikönservativen gemeinsam im Besitze der drei Mandate ist.) Jetzt aber ist plötzlich die Konstellation eine ganz andere— für die Freisinnigen ebenso heikle— geworden: Die Freisinnigen Kopich- Wiemerscher Richtung gaben bekannt, daß sie zwei echte Volks- männer ihrer Richtung aufzustellen gedächten: Einen U n i v e r s i t ä t S- I ehrer Gürich und einen Lehrer Kapuste. Beide natür- sich politisch, unbeschriebene Blätter, dainit.sich an ihrer Politik nie- mand stoße. Abe�be�s�sehr� abhängige, sehr abhängige Beamte. denen man ja in Verhandlungen stand, mit ihrem Vorschlage herauS: Sie akzeptierten die beiden„Volksparteiler", wohl weil sie ihnen völlig ungefährlich erschienen und präsentierten als ihren (dritten) Kandidaten einen Bahnhofsvorsteher Wünsche Schlesisch-Rom(Neiße). Also auch einen Beamten und einen noch abhängigeren wie die beiden anderen! Jetzt ist Holland in Not! So viel Verstand ist selbst den Freisinnigen geblieben, daß sie einsehen, daß sie den Wählern einer Großstadt nicht mit drei unfreien Beamten kommen dürfen. Was aber tun? Ihr Organ, die„Breslauer Zeitung", teilt Sonntag pikiert mit, daß die Freisinnigen diese nationalliberale Kandidatur nicht akzeptieren könnten, daß sie lieber das Kompromiß scheitern lassen würden. Die Situation ist mithin sehr trostlos für sie. Wenn sie sich an- strengen, werden sie ja schließlich noch einen dritten DurchsallSkandidaten auftreiben. Aber iver soll die drei wählen? Die Konservativen haben erst kürzlich ebenso wie ihre Verbündeten, die Klerikalen, erklären lassen, daß sie nach wie vor an ihren bisherigen drei Kompromißkandidaten(Wagner(frk.Z. S t r o s s e r(kons.), Zisjchlä(klerikal)) festzuhalten gedächten. Alle aber vergessen die Hauptsache: daß zwischen ihnen als ausschlaggebend die Sozialdemokratie steht, in deren Hand diesmal mehr noch wie 1903 die Entscheidung über alle drei Mandate liegt. Denn wenn wir damals schon mit 222 Wahlmännern zwischen 700 und 500 gegnerischen daS Zünglein an der Waage bildeten, um wieviel mehr wird das diesmal der Fall sein, wo wir die Zahl unserer politisch Organisierten verfünffacht und die Zahl unserer„Volkswacht"-Lcser verdreifacht haben, und wo uns die neue Stcuereinschätzung in den Arbeitervierteln manch todsicheren neuen Erfolg in de» Schoß wirft? Kühl berechnend und seelenruhig abwartend stehen unsere BreSlauer Genoffen dieser interessanten Situation gegenüber. DaS Bestreben der„BreSl. Ztg.", den eventuellen Sieg der Reaktion(man rechnet also schon wieder damit, daß man der Sozialdemokratie ihre berechtigte Forderung abschlagen wird 1 1!) der Sozialdemokratie in die Schuhe zu schieben, bereitet ihr diesmal noch mehr Vergnüge» tvie 1903.— Die Einberufung des württembergischcn Landtages ist, wie be- reits gemeldet, auf Dienstag, den 5. Mai, erfolgt. In Abgeordneten- kreisen hatte man mit der Einberufung auf Ende April gerechnet. Die spätere Einberufung wird zur Folge haben, daß der Landtag vor Mitte Juli kaum mit seinen Arbeiten fertig sein kann. Vorausgesetzt, daß das Haus sich bis dahin beschlußfähig zusammenhalten läßt. Es wird aber Wahrscheinlich so kommen, daß die Vorlagen besonders gegen Schluß der Tagung durchgepeitscht werden. DaS wäre sehr zu bedauern in Hinsicht auf die wichtigste Vorlage, die einer gründlichen Beratung bedarf, nämlich der B a u o r d n u n g. In langwierigen Verhandlungen hat die Kommission unter Vorsitz unseres Genossen H. Lindemann den Eni- Wurf der Regierung einer gründlichen Revision unterzogen. Unsere Genossen haben sich besonders bemüht, den Einfluß der Gemeinde scharf zu umgrenzen und einer vernünftigen Wohnungspolitik die Wege zu ebnen. Im Plenum der Kammer wird eS darüber wohl noch zu scharfen Auseinandersetzungen mit den Vertretern des„soliden" TerrainspekulantentumS kommen. Im allgemeinen wird die Rechts- schwenkuiig der Volkspartei den Verhandlungen Wohl ihren Charakter geben. Die Sozialdemokratie Wird noch mehr als bisher allein stehen in der Vertretung der Interessen der arbeitenden vevölke- rung.—_ Der Wert Polizeilicher„Ermittelungen" erfuhr eine drastische Beleuchtung in einer Verhandlung vor dem Kriegsgericht in E r f u r t. Ein zur Disposition entlassener früherer Musketier der Garnison Eisenach au» einem kleinen Orte bei Weimar wurde, weil schon wegen Eigentumsvergehen vorbestrajtz zu zwei Monaten Gefängnis et bongen Sommer ein Paar fast neue! In Breslau sind die Verhandlungen bot dem Ehtigungs- unterschlagen hatte, die ein Kamerad ihm! amt nach einem uns von dort zugehenden Privattelegramm übergeben hatte. Die angeblich unterschlagenen! gescheitert. Verurteilt. weil Stiefeletten zum Aufbewahren übergeben hatte. Die und dann beschlagnahmten Stiefeln lagen auf dem Zeugentisch in einem Znstande, der an sich schon zum Lacken reizte, denn von den Sohlen waren nur noch dürftige Fragmente vorhanden, und auch das Ober- leder war stark mitgenommen. Dem Angeklagten wurde vorgehalten, daß er�die Stiefeln gehörig abgenutzt habe, worauf derselbe erklärte, das wären gar nicht die ge stöhle neu Stieseln, sondern seine eigenen, die ihm auf der Polizei� in Weimar ein- fach von den Füßen gezogen worden seien. Als er, der Angeklagte. die Polizei auf den Irrtum aufmerksam gemacht habe, sei ihm ent gegnet worden: Das wäre egal! Verblüfft über diese Polizen Weisheit brachen selbst die gestrengen Richter in Uniform in fröhliches Lachen aus. Der als Zeuge vernommene Bestohlene sagte dann zum Ueberfluß noch mit aller Bestimmtheit aus, daß die vorliegenden Stiefeln nicht die seinen wären. Genoffe Bernstein ersucht uns um Aufnahme dieser Er k l ä r u n g: Die„Freisinnige Zeitung" erzählt von einer Konferenz der Freifinnigen Barlhscher Richtung, an der neben anderen sozialdemo kratischen Revisionisten auch ich teilgenommen haben foll. Ich habe dem gegenüber zu erklären, daß ich niemals an einer Beratung von Freisinnige» irgendwelcher Richtung teilgenommen habe, noch an mich je eine Aufforderung oder Einladung zu solcher Konferenz ergangen ist. Die„Freisinnige Zeitung" will weiter wissen. daß ich den Herren Barth und Genossen den Rat gab, innerhalb der freifinnigen Parteien zu bleiben, weil eine neue Partei ein absolut aussichtsloses Beginnen sei. Herrn Dr. Barth einen solchen Rat zu geben, lag für mich keine Veranlassung vor, da er zu mir nie davon gesprochen hat, eine neue Partei gründen zu wollen. Ich habe aber keinen Grund zu bestreiten, daß ich Mit- gliedern der freisinnigen Partei, die mir ihre Unzufriedenheit mit der jetzigen Politik ihrer Partei ausdrückten, erklärt habe, daß, wer e-Z nicht mit seiner Ueberzeugung für vereinbar halte, der Sozial- demokratie beizutreten, besser täte, bei seiner Partei zu bleiben, statt auf eine neue Parteibildung zu hoffen. Daß dies meine Ueber zeugung ist, habe ich in politifchen Aufsätzen wiederholt sehr unmiß verständlich ausgesprochen. Berlin W. 80, 18. April 1008, Ed. Bernstein. franhmcb. Der Anfang vom Ende der Anarchistenaffäre. Die Anarchisten Rüssel und Kuhn, welche vor einigen Tagen zu Paris unter dem Verdachte, imBesitze von Explosivstoffen zusein. verhaftet wurden, sind vorläufig in Freiheit gesetzt worden. Der dritte Verhaftete, der Anarchist Row, wurde zurück- behalten, da er der einzige war, der tatsächlich im Besitz von Sprenge stoffen angetroffen ivorden ist._ Bluturteile gegen Antimilitariste». DaZ Schwurgericht zu LenS verurteilte zwei Journalisten wegen Beleidigung der Armee, den einen zu zwei Jahren und den anderen zu sechs Monaten Gefängnis. Spanien. Bombeufunde. In Barcelona wurde am 17. April eine mit Explosivstoffen geladene Bombe gefunden, welche nach dem Artilleriewerk trans portiert ivurde. In Valencia wurden eiserne Kästen aufgefunden, welche ebenfalls Pulver und Explosivstoffe enthielten. Die Kästen waren in den Kirchen Santa Klara und Salvador aufgestellt. Die Lunten brannten bereits, doch gelang es, sie rechtzeitig zu löschen. CKina. Reformarbeit. AuS Peking wird vom 18. April gemeldet: Fünf Departe .ncnts werden demnächst Abordnungen von je acht Mitgliedern nach den Vereinigten Staaten, England, Frankreich und Deutschland entsenden, zu dem Zwecke, die verschiedenen Verwaltungssysteme, speziell die Gemeindeverwaltungen, Lehrin st itute usw. zu prüfen. Die Abwesenheit der Delegierten wird volle sechs Jahre betragen. Bemerkenswert ist, daß keine Abordnung nach Japan entsandt werden wird.— Gewerkfcbaftlicbc**. Die Situation im Baugewerbe. Immer deutlicher tritt jetzt zutage, daß auch für das Unter nehmertum schwerwiegende Gründe vorlagen, den Bogen nicht allzu straff zu spannen. Einmal hatte man in den eigenen Reihen genug Elemente zu fürchten, welche die beginnende Periode der leichteren Geldbeschaffung und der billigeren Materialien lieber zum Bauen wie zum Aussperren auszunutzen ge dachten, auf die mithin im Notfalle sehr wenig Verlaß blieb. Zudem meldeten sich von außen her sehr unbequeme Mahner— die eine reaktionäre Masse ist nun einmal fast immer in sehr verschiedene Jntcressenschichten geteilt. Es ist sicherlich kein Zufall. daß in den letzten Wochen aus den großen Lieferungsindustrien der Baugewerbe heraus recht deutlich und vernehmlich die Stimmen ertönten: die Eisenindustrien, der Holz Handel, die Zement-, Mörtel« und Steinliefc- r a n t e n hätten jetzt das denkbar größte Interesse, ihre Absatzgelegenheiten nicht zu einer Katastrophe auswachsen zu sehen; ganz naturgemäß schloffen sich daran eine Menge ähnlicher Stimmen aus den Kreisen der Kredit gcber und Banken an, ja sogar aus den Kreisen der großen Kon sumtionsgewcrbe, der Brauereien, der Warenhäuser. Trotz des äußerlich zur Schau getragenen Mutes und Gleichmutes hätte allen diesen Kreisen ein Riesenkampf wie ein Alp auf dem Herzen gelegen. Gerade die Eisengewerbe, sonst ein Hauptsitz deS Scharfmacher- tumS, fühlen ihre Bedrängnis im steigenden Maße.»Am rheinisch- westfälischen Eisenmarkt," schreibt die„Deutsche Wirtschafts- zeitung", hat sich die Verstimmung weiterhin verschärft, da die großen gemischten Werke noch außerordentliche Quanti- täten erzeugen und zwischen Produktion und V e r- brauch noch kein Einklang hergestellt ist. Die Roh- eiscnproduktion hat sich erheblich verringert; so überschritt sie bei- spielsweise im Siegerlande noch weit die beschloffenen Ein- schränkungen von 25 Proz. Auch auf anderen Gebieten herrscht vollständig stockende Geschäftslage." Aehnlich heißt es in einem Situationsbericht der»Rheinisch. Westfälischen Zeitung":„Man komme allmählich einem Tiefstand nahe wie 1900/1901; die Beschäftigung sei schwach, der Betrieb sei nicht mehr voll aufrecht zu erhalten, obwohl selbst dabei ein gut Teil auf Lager gearbeitet werde; bei noch fortlaufenden Abschlüffen müßten die Besteller durch energische Anmahnung, nicht selten Zwangsmittel", zur Abnahme willig gemacht werden.— Wenn man erwägt, wieviel Eisen heute unsere Bauten ver- schlingen, so läßt sich denken, daß man dieser Seite nicht auch noch eine künstlich erzwungene Stockung wünschte. Am Donnerstag beschäftigten sich drei Versammlungen der Maurer, Zimmerer und Bauhülfsarbeiter in Dresden mit dem Schiedsspruch des Einigungsamtes, der dahin lautete, daß der Ar- beitslohn für Maurer und Zimmerer unter Aufrechterhaltung der gültigen Lohnabstufungen für Bauarbeiter und der in der Um- gcbung Dresdens Beschäftigten bis 31. März 1909 auf 59 Pf. und vom 1. April 1909 bis 31. März 1910 auf 60 Pf. festgesetzt wird. Das bedeutet für jedes Jahr eine Erhöhung des Stundenlohnes um 1 Pf. Die Untcrnehmervertreter akzeptierten diese Be- dingungen, die Organisationsvertrcter der Arbeiter lehnten sie vorläufig ab, um die Mitglieder dazu Stellung nehmen zu lassen. Alle Versammlungen waren sehr stark besucht und verliefen sehr lebhaft, ja stürmisch. Eine starke Opposition erhob sich gegen die Annahme des Schiedsspruches des Einigungsamtes betreffs der Lohnhöhe, während der Tarifvertrag weniger angefochten wurde. Bei den Zimmerern wurde schließlich mit zirka 200 Stimmen Majorität bei geheimer Stimmabgabe der Vertrag und der Schieds- spruch akzeptiert nach sehr scharfer und langer Debatte. Bei den Bauhülfsarbeitern war das Resultat der Abstimmung erst zweifei- Haft. Es ergab sich aber schließlich eine schwache Majorität für die Einigung. Ebenso war bei den Maurern die Opposition eine heftige, aber auch hier wurde schließlich nach langer Debatte der Einigung zugestimmt.— In Dresden ist also die Einigung im Baugewerbe perfekt. Die Tarifverträge sind bereits gestern unterzeichnet worden von beiden Seiten._ Berlin und Omgegenck. Maifeier und Unternehmer. Außer den Holz- und Metallindustriellen hat jetzt auch der Verband der Glasereien von Berlin und den Vororten in außerordentlicher Generalversammlung beschlossen, diejenigen Arbeitnehmer, welche am 1. Mai feiern, zu entlassen Neu einstellungen finden nur nach Bedarf statt, jedoch nicht vor dem 6. Mai. Dieser Beschluß soll, ebenso wie in beiden obigen Industrien, in Plakaten in jeder Arbeitsstelle rechtzeitig den Ar- beitnehmcrn bekannt gegeben werden.— In derselben Versammlung wurde ferner einstimmig beschlossen, den am 1. A u g u st d. I. ablaufenden Tarifvertrag zum 1. Mai zu kündigen, in eine Beratung über den neuen Vertrag aber erst nach erfolgter Kündigung einzutreten. Die Mitglieder werden ferner aufgefordert, über die Wirkung, die diese Kündigung bei den Arbeitnehmern hervorruft, beim Vorstande Bericht zu er- statten._ Achtung, Fliesenleger. Diejenigen Mitglieder der freien Vereinigung, welche die Beschlüsse bezüglich des Uebertritts in die Sektion der Fliesen- leger des Zentralverbandes der Maurer anerkennen, ersuchen wir. dieses an folgende Kollegen mitzuteilen und die Bücher abzugeben: Schöneberg und Berlin West: H. Waldheim, Meiningerstraße 8. Wilmersdorf und Friedenau: E. Lehmann. Wilhelms- Höherstratze 26. Norden: Fr. I ä h n k e. Graunstratze 29. 2 Tr. Osten: E. Kamjunke, Eckertstratze 12. Moabit: P. Schwabe, Helmholtzstr. 33. Fr. H ü p p k e. Am Friedrichshain 26. Verbandsbureau der Maurer, Engelufer 15, Gewerb schaftshaus. Zimmer 28—29. Der Sektionsvorstand. I. A.: H. Waldheim. Achtung, Gewerkschaftsmitglieder und Parteigenossen! Die Unterzeichneten als Schiedskommission erklären hiermit, daß die zwischen dem Parteigenossen Zigarrenhändler Paul Horsch Engel-Ufer 15, Gewerkschaftshaus, und der Tabakarbeiter-Genossen- schaft„Produktion" bestandenen Differenzen durch gegenseitige Aussprache ihre Erledigung gefunden haben. Alle gegen Paul Horsch gerichteten Verdächtigungen sind daher unbegründet. Insbesondere erklären wir das Gerücht, Horsch sei von der Berliner Gewerkschaftskommission boykottiert, als unwahr. Berlin, 18. April 1908. A. K ö r st e n. G. L i n!. O. WelS. Achtung, Frisrurgehülfen! Zwecks Kontrolle, daß am zweiten Feiertage nicht gearbeitet wird, melden sich die Kollegen am genannten Tage zwischen 9 bis 10 Uhr in: Bureau, Rosenthalerstraße 57. _ Verband der Fnseurgehülfen. Achtung, Friscurgehülfcn! Da die Freigabe der drei zweiten Feiertage teilweise von den Arbeitgebern anerkannt worden ist, haben die Kollegen am 2. Osterfeiertage zur Kontrolle dafür zu erscheinen, daß sie nicht arbeiten. Die Kontrolle findet statt in dem neu ver- legten Arbeitsnachweis: Steinstr. 2, in der Zeit von 9—11 Uhr. Verband deutscher Barbiere. Friseure und Perückenmachergehülfen Berlins. Bureau: Steinstr. 2. Telephon A. HI. 1040. Der Vorstand. I. A.: P. Baumgart. Der Besitzer des Etablissement Voigts Krampenburg schreibt uns in bezug auf die vorgestrige Veröffentlichung des Verbandes der Gastwirtsgehülfen: „Es ist unrichtig, daß ich den kostenlosen Arbeitsnachweis der Gastwirtsgehülfen nicht anerkannt habe. Ich habe stets, also schon in meinem früheren Geschäft«Rittersäle", sowie auch in der Krampenburg nur Kellner vom Verband der Gast- wirtsgehülfen beschäftigt. Ter Grund, aus welchem die Differenzen ausgebrochen sind, ist folgender: Als ich vor 3 Jahren Lohnkellner brauchte, schickte mir der Verband selbst unter anderen auch den Kellner Rappolt, welcher auch zu meiner wie meiner Gäste Zufriedenheit arbeitete, so daß ich denselben für est anstellte. Als die Saison im Jahre 1907 anfing, bestellte ich beim Verband auch den Kellner Rappolt wieder, welcher auch zcfandt wurde und bis zum Herbst, also Schluß der Saison, auf 3er Krampenburg arbeitete. Als ich nun auch in diesem Jahre wieder an den Verband schrieb und ersuchte, den Rappolt wieder als ersten Kellner zu senden, schrieb man mir uncrwarteterweise, daß der Verband den Rappolt nicht nach„Krampenburg" plazieren wolle. Es wurde behauptet, der Kellner Rappolt sei während einer Arbeitslosigkeit im Winter dreimal nach Krampenburg" ge- :ommen, um angeblich sich für die kommende Saison vornotieren zu lassen. Das ist unrichtig. Wahr ist, daß Rappolt einmal in Krampenburg" war, und zwar infolge eines Schreibens von mir, worin ich ihn aufforderte, nach hier zu kommen, um Rücksprache betreffs Engagements zu treffen." Das Engagements Rappolts erfolgte durchaus in den Formen, die der Gastwirtsgehülfenverband bisher gutgeheißen hat. Der Ver- band sandte durch seinen Arbeitsnachweis auf Wunsch des Wirtes immer bereitwillig die Leute, welche in dem betreffenden Etablisse- ment schon beschäftigt waren und die dort geforderte Arbeit kannten. Warum bei Rappolt. der 7 Jahre lang Verbandsmitglied war und auch politisch organisiert ist. eine Ausnahme gemacht wird, ist unerfindlich. Deutsches ReleJi. Die Töpfer in Pose» sind durch die dortigen Unternehmer am vergangenen Mittwoch aufs Pflaster geworfen worden. Die Unter« nehmer traten zu Anfang dieses Jahres mit dem maßlosen Ersuchen an die Gesellen heran, einen von ihnen ausgearbeiteten Tarif, tvelcker eine Lohnreduzierung von 50 Prozent, die bis jetzt für die meisten Arbeiten als Zuschlag gezahlt wurden, vorsieht, anzunchmeir. Darauf konnten diese natürlich nicht eingehen. Die Ver- Handlungen haben sich infolge des trotzigen Willens der Unternehmer am vergangenen Sonntag zerschlage». Obwohl die Gesellen den Meistern entgegenkamen und sich eine Lohnreduzierung von 25 Prozent gefallen lassen wollten, bestanden diese doch strikte auf ihrem Standpunkte, welcher darauf hinzielt, die Töpfer auf alle Fälle auszusperren, um die Organi« salion zu vernichten. Dies wird ihnen indes nicht gelingen. Tis Ausgesperrten wollen ihrerseits den Kampf nur speziell anwenden und sind sonst froher Zuversicht. Bis jetzt haben zwei Firmen den von den Gesellen aufgestellten Tarif akzepliert, welcher sich— leider blieb kein anderer Ausweg— mit der 25 prozeutigen Lohnreduzierunz einverstanden erklärt. In Betracht kommen acht größere, leistungs« fähige Firmen mit 80 Töpfern. Eine neue Anssperrrnig. DerArbeitgeberverband der Etuibranche für P f o r z« heim und Umgebung faßte den Beschluß, allen in den Etui- und Kartonnagefabriken beschäftigten Arbeitern und Arbeiterinnen zum 2. Mai zu kündigen, nachdem der Deutsche Buchbinderverband über mehrere Fabriken die Sperre ver- fügt hat. �_ Eine richtige Komödie führen zurzeit in Dresden die Bäckermeister mit Hülfe der gelben Organisation auf. Der Verband der Bäcker hat eine Reihe von Forderungen betr. Arbeitszeit, Lohn, sanitäre Einrichtungen uto. aufgestellt und will diese in Form eines Tarifvertrages mit der Bäckermeisterorganisation durchführen. Die Bäckermeister wollen natürlich nicht heran, weil sie ganz besonoers fürchten, daß durch Aufhebung des Kost- und Logiszwangcs ihr Einfluß auf die Ge- sellcn verloren geht und diese bis auf die Meisterssöhne in da» Lager der modernen Arbeiterbewegung abschwenken. Um nun der Oeffentlichkeit Sand in die Augen zu streuen, veranstalten sie gelbe Gesellenversammlungen, in denen aber auch die Meister in großen Scharen anwesend sind und Gesellen mimen. um nach außen mit starkbesuchtcn Gesellenversammlungcn renom- micren zu können. So waren sie wieder am Mittwoch nachmittag versammelt. Von den zirla 200 Anwesenden waren über 120 Meister und nur zirka 80 Gesellen. Ein Führer der Gelben aus Berlin, Wischnöwsky, referierte, d. h. er erging sich in wüsten Schimpfereien über die moderne Arbeiterbewegung. Er sprach dabei meistens von den angeblichen Verhältnissen in Berlin und als Quelle für seine lächerlichen Bchautungen bezeichnete er aus- gerechnet den L e b i u s,„der zehn Jahre Gewerkschafts» redakteur und Redakteur des„Vorwärts" gewesen sei, was nebenbei eine faustdicke Lüge war. Interessant war die Klage eines Gesellen, daß er, als er einmal mit irgendeiner Ein- richtung nicht zufrieden gewesen sei, von dem- Meister sofort als „Sozialdemokrat" bezeichnet worden sei. In der Versammlung waren auch noch verschiedene Leute vom Rcichsvcrband und dem sogenannten„Vaterländischen Arbeiterverein" anwesend. Diese kombinierte Meister- und Gcsellcnvcrsammlung faßte sodann den Beschluß, mit allen Mitteln das ehrsame Bäckerhandwerk vor den bösen Verbandsgesellen zu schützen. Kuslanck. Der Streik und die Ausiperrung im Baugetöerbe Stockholms werden wahrscheinlich noch längere Zeit andauern. Die Unter, nehmer wollen nicht den vom Zivilminister vorgeschlagenen Weg zur Einigung beschreiten. Die Vorstände der drei großen Arbeit- geberverbände Schwedens haben gemeinsam darüber beraten und erklären, daß der Vorschlag des Ministers, wonach schießlich die Entscheidung über die Streitfragen einem außerhalb der Parteien stehenden Schiedsgericht überwiesen werden soll, zu den„bedenk- lichsten Folgen für die Arbeitgeber" führen müsse und„unvereinbar mit den Interessen der Industrie" sei. Mit dieser Erklärung wollen die Unternehmer nicht nur den zur Schlichtung des Kampfes im Baugewerbe vorliegenden Vorschlag ablehnen, sondern auch ähu» liehen Vermittelungsversuchcn der Regierung bei irgendeinem Lohn» kämpf vorbeugen. Die in Betracht kommenden Bauarbeiterorgani, sationen haben dagegen dem Minister mitgeteilt, daß sie seinem Vcrhandlungsvorfchlag mit einer kleinen Acnderung, die die Zu» sammcnsetzung des Schiedsamtcs betrifft, gutheißen. Später hat sich der zentrale Acbcitgebcrverband doch noch zu Verhandlungen bereit crtlärt. jedoch unter der Bedingung, daß die Arbeiter von vornherein alle Forderungen auf Lohnerhöhung und Arbeitszeit, Verkürzung preisgeben. Letzte JVacbncbtcn und Dcpcfcbca Moloch braucht Menschenfleisch. Petersburg, 18. April.(W. T. B.) Die Dumakommission für die Landesverteidigung hat nach einer Reihe von nicht- öffentlichen Sitzungen die Beratungen über die vom Kriegs- nünister eingebrachte Vorlage über das Rckrutenkontingent für das Jahr 1968 abgeschlossen. Tie Kommission sprach sich im allgemeinen für Gutheißung des Kontingents aus und nahin nur einige Veränderungen vor. Gleichzeitig drückte sie den Wunsch aus, daß 13 Millionen Mann der- jenigen Volksstämme, die gegenwärtig der Wehrpflicht nicht unterliegen, zur Wehrpflicht hinzugezogen würden. Ferner hielt die Komniission es für notwendig, die Wehrpflicht der Finnländer„den allgemeinen Reichsgesetzen nntcrzw, ordnen"._ DaS alte traurige Lies. Lübeck, 18. April.(B. H.) Im benachbarten DaldhuS wurde der Postbeamte Berg wegen Unterschlagung zahlreicher Post- anweisungen und Wertbriefe und wegen Urkundenfälschung verhastet. Polnischer Flecktyphus t Güttingen, 18. April./. Million auf die Alters« und Invalidenversicherung. Bei dieser Gesellschaft ist das Gesamterfordernis an Steuern und Gefällen von 1835 bis 1907 von 20,80 auf 34.76 Prozent des Reingewinns gestiegen. Die BergwerkSgesellschaft Hibernia hat ün Jahre 1907 für Stenern und Gefälle 3 406 515 M. oder 88,06 Prozent des Reingewinns aufbringen müssen, darunter allein für Knappschafts- gefalle 923 000 M. In der Hauptversammlung der Hibernia wurde jüngst mitgeteilt, daß infolge des neuen KnoppschaftSstatutS für die Zwecke der Knoppschaft diese Gesellschaft allein im laufenden Jahre 40 000 M. monatlich mehr an Beiträgen als im Vorjahre zuzahlen hat. Im Verhältnis trifft das auf alle Bergbaubetriebe»m Ruhr- kohlenrevier zu. Die Bergwerksgesellschaft„Konsolidation" hat 1283 715 M. oder 28.65 Proz. deS zur Verteilung gelangende» Reingewinns verausgabt." Da sollte man ja bald Mitleid mit den Aktionären bekommen. AVer Aufregung ist wirklich nicht nötig. Die Dividendencmpfänger, die in den beiden Vorjahren 11 Proz. einstreichen konnten, bekamen für daS Jahr 1907 sogar 12 Proz., für die Aktionäre der.Hibernia" stieg die Dividende von 11 Proz. für daS Jahr 1905 auf je 14 Proz. in den beiden letzten Jahren und die Papicrinhaber von„Kon- solidation", die pro 1905 mit nur 23 Proz. sich begnügen mußten, heimsten für die beiden letzten Jahre 30 und 28 Proz. ein. WaS aber leisten die Dividendencmpfänger? Nichts I Die so- genannten sozialen Lasten gehören, genau so wie Schmieröl und Putzwolle, zu den Selbstkosten und müssen von den produktiv Tätigen erst verdient werden, ehe ste ausgegeben werden können. Die Dividendenempfänger können gar kein Verdienst nachiveisen, das sie legitimitierte, von einer Belastung des Reingewinnes durch soziale Abgaben zu reden; mit vollem Recht können dagegen die Produzenten über wachsende Belastung der produktiven Arbeit durch die Kapitalsrente klagen._ Die GefchäftSergebnisse der deutsche» SchiffahrtSgescllschaften für daS Jahr 1907 lassen sich jetzt zu einem ziffernmäßigen Gesamt- überblick vereinigen, da die Geschäftsberichte nunmehr fast voll- ständig vorliegen. Nur die Deutsche Levantelinie und die Dampf- schiffahrtSgesellschaft„Union" sind dabei nicht berücksichtigt, weil ihre Abschlüsse noch nicht veröffentlicht sind. ES fehlen natürlich die Privatreedereien wie die Woermann- Linie A. Kirsten, Sloma», de Freitav, GehrkenS usw., ferner die SegellchiffSreedereien und einige kleinere Gesellschafien. Für die neun größten Gesellschaften ergibt sich die folgende Uebersicht: Der Reingewinn aus diesen 342 000 000 M Aktienkapital bestes sich auf 69,3 Millionen Mark, das sind 20,4 Proz. Die Durchichuilts- dividende stellt sich auf 5,95 Proz., im Vorjahre auf 7.72 Proz. Für das verflossene Jahr hat nur die Deutsche DampsschiffahrtS- Gesellschaft„Hansa" eine höhere Dividende gezahlt als im Vorjahre. In den verminderten Gewinnen drückt sich die Krisenwirlung deS JahreS 1907 aus._ OstmärNschr Dividendenmacherei. Daß auch in der Ostmark da« kapitalistische Geschäft seine Ueberschüsse abwirst, dafür zeugt folgende Zusammenstellung von Gewinnen. ES erzielten Dividenden: Posener Straßenbahn«'/e Proz., Bank Parzelazyina(polnische Parzellierungsbank) 8 Proz., Chemische Fabrik Milch u. Co. IS Proz., Posener Spritaktiengesellschaft 18 Proz., Hermannmühlen Aktien- aesellschaft 7 Proz., Ostbank für Handel und Gewerbe 7 Proz., Löhnert Aktiengesellschaft in Brombcrg 7 Proz., Norddeutsche Kredit- anstalt in Königsberg 7 Proz. Die höchste Dividende fließt aus der Posener Fuselproduktion. Preußische Junkerkultur I Huö der frauenbewegunof. Maschinen- und Frauenarbeit in der Elektroindustrie. Im„Kapital" schildert Marx die Wirkungen des Maschinen- mäßigen Betriebes auf die Arbeiter.„Sofern die Maschine Muskel- kraft entbehrlich macht, wird sie zum Mittel, Arbeiter ohne Muskel» kraft oder So« unreifer Körperentwfckelung aver größerer Ge- schmeidigkeit der Glieder anzuwenden. Weiber- und Kinderarbeit war das erste Wort der kapitalistischen Anwendung der Maschinerie." Noch vor 25 Jahren beschäftigten die damals großen clektro- technischen Firmen ausschließlich Männer. Die ersten Apparate, Bogenlampen, Schalter, Sicherungen usw. waren Handarbeit. Aber bald setzte ein wilder Konkurrenzkampf ein; in jedem Betriebe wurden die Werkzeugmaschinen immer sorgfältiger ausgebildet, um die verhältnismäßig teuren Handarbeiter zu ersparen und un- gelernte Arbeitskräfte an ihren Platz zu stellen. Eine weitgehende Arbeitsteilung wurde eingeführt und der Arbeitsprozeß in einfache monotone Teiloperationen zerlegt. Damit war die Möglichkeit der Frauenarbeit gegeben, deren Anfänge in den elektrischen Fabriken etwa 20 Jahre zurückliegen. Heute sind die Säle für Massenfabri- kation in der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft, bei den Siemens- Schuckert-Werken. Siemens u. Halske, Bergmann usw. fast nur durch Frauen besetzt. In den Abteilungen, in denen die Teile vor- gearbeitet werden, in den Montagcsälen, überall sind es Mädchen, welche die Arbeiten ausführen. Selbst die kompliziertesten Bogen- lampen will man nach den neueren Rezepten durch Mädchen zu- sammensetzen und sogar kontrollieren lassen. Eme der wichtigsten Abteilungen aber ist die Stanzerei. Die Zeiten sind vorüber, in der ein Mechaniker oder ein Schlosser einen Blechhaken oder einen Bügel von Hand aus feilt und be- arbeitet. Durch Massenfabrikation werden jetzt solche Teile aus- gestanzt. In der Stanzabteilung steht Presse neben Presse und werden durch Bedienung von Mädchen täglich Tausende von Ar- beitsstücken aus Blechtafeln zugeschnitten, gepreßt, gebogen, gelocht und so weiter. Diesen Pressen verdanken wir aber auch die höchsten Unfallziffern. Zieht die Arbeiterin dm Hand nur ein einziges Mal nicht schnell genug von dem Arbeitsstück unter der Presse zurück, werden von dem schweren niedersausenden Stempel die Finger zcr- quetscht oder gar die ganze Hand ist ruiniert. Freilich sind Schutz- cinrichtungen konstruiert worden. In der Charlottenburger Aus- stcllung für Arbeiterwohlfahrt nehmen sich solche auch ganz gut aus, aber in der Praxis werden sie nicht überall angewendet. Oft- nials entfernt sie die Arbeiterin selbst mit Zustimmung der Be- triebsleitung, weil ohne die Schutzvorrichtungen schneller gearbeitet werden kann. Die Akkorde find niedrig, so daß ein fabelhaft schnelles Arbeitstempo angeschlagen werden muß, sollen die Mädchen über- Haupt etwas verdienen. Es bleibt dann der alte Zustand. Die er- höhte Unfallziffer am Jahresabschluß zeigt, wie mit der Gesund- heit der Arbeitskräfte gewirtschaftet worden ist. Professor Hund- hausen-Dresden, ein früherer Betriebsleiter von Siemens u. Halske, macht in der Zeitschrift„Die Werkstattstechnik" seinen Fachgenossen einen Vorschlag, der ein charakteristisches Beispiel für die moderne Fabrikorganisation bildet. Um die verhältnismäßig hohe Unfallrentc zu sparen, die Ar- beitslöhne erniedrigen zu können, will Hundhausen die heutigen Pressen so umbauen lassen, daß die reine Handarbeit noch mehr ausgeschaltet wird. Wenn z. B. jetzt 20 000 kleine Blcchhebel in der Stanzabteilung hergestellt werden sollen, so werden die Teilopera- tioncn entweder hintereinander oder nebeneinander ausgeführt. Wird die Arbeit hintereinander hergestellt, so werden an einer Dtaschine die SpezialWerkzeuge je nach den Teiloperationen etwa sechsmal ausgewechselt. Beim ersten Gang werden die Schnitte für das Ausstanzen eingespannt, bei dem zweiten für das Pressen, dann für Lochen, Biegen. Börteln usw. Im anderen Fall würde man die Arbeit von 6 Pressen zugleich ausführen lassen und zu gleicher Zeit die Arbeitsstücke stanzen, pressen, lochen, biegen, börteln usw. Im erstcren Falle hätte man an einer Maschine die sechsfache Ar- bcitszeit gebraucht, im letzteren Falle 6 Maschinen in dem sechsten Teil der Zeit arbeiten lassen. Hundhauscn macht nun den Vorschlag. an einer einzigen ArbcitSmaschine die betreffenden Arbeitsstücke ohne AuLivcchselung der jeweiligen Werkzeug- in einem Gang fix und fertig herzustellen. Dafür wird von ihm eine sehr sinnreiche Stcmpclaussührung konstruiert, durch welche der gedachte Zweck technisch vollkommen erreicht wird. Es wird dann durch einen ein- zigen Hebeldruck das Arbeitsstück in allen seinen Stadien fertig hergestellt. Nach dieser Anordnung wird man die Tagesproduktion von Stanzstücken ungeheuer steigern können; sie würde etwa das fünf- und sechsfache gegen früher betragen. Das Arbeitspensum, welches früher von fünf Maschinen geleistet wurde, bewältigt dann eine einzige Maschine; das Anschaffungskapital für den Unter- nehmer wird ermäßigt, ebenso reduzieren sich die Löhne auf ein Fünftel und noch mehr. Bei Anwendung der von Hundhauscn vorgeschlagenen Presse wird ähnlich wie bei den Automaten in der Dreherei nach Ein- stellung der Maschine nur ein einziges Mädchen zur Bedienung notwendig sein, welches dafür sorgt, daß der Maschine immer ge- nügend Material zur. Verarbeitung zugeführt wird, während auf der anderen Seite die Arbeitsstücke fix und fertig in den Lieferkorb hineinfallen. Es zeigt sich hier dasselbe Bild, wie wir cS bei Massenfabrikation der Großindustrie oft beobachten können. „Tic Arbeit der Proletarier hat durch die Ausdehnung der Maschinerie und die Teilung der Arbeit allen selbständigen Cha, rakter für die Arbeiter verloren. Er wird ein bloßes Zubehör der Maschine, von dem nur der einfachste, eintönigste, am leichtesten erlernbare Handgriff verlangt wird." Wie finnlandifche Dienstmägde in Deutschland missbandelt werden. Unser finnisches Bruderorgan„TömieS"(„Der Arbeiter") veröffentlichte kürzlich zwei Briefe finnischer Dienstmädchen. d,e ihm aus Deutschlands gesegneten Fluren. Ostertrop und Alsleben in Schleswig-Holstein. zugegangen waren. Die Mädchen haben ihre Stellungen durch Agenten in Helsingfors und Tammerfors erhalten. Sie klagen in den Briefen über unmensch- liche Behandlung und unerträglich schwere Arbeit. Aufstehen müssen sie uni 3 Uhr morgens und schlafen gehen können sie oft erst um 12 Uhr nachts. Den Tag über müssen sie Wasser schleppen. eine große Zahl Kühe melken oder sonstwie hart arbeiten. Die Kost sst schlecht.„Oft müssen wir uns Schlage und Fuß- t r i t t e gefallen lassen," beißt es in dem Briese au» Ostertrop. „Als wir fort wollten, wurden uns 182 M. abverlangt, obwohl die Reise hierher nur 30 M. kostete. Wir können natürlich jene Summe nicht aufbringen, und darum müssen wir hier bleiben. Unser Nachtlogis ist im Viehstall. Die anderen Dienstleute treiben ihren Spott mit uns." In dem Briefe aus Alsleben, der von der Verfasserin des ersten Briefes mit unterzeichnet ist, wird über ebenso schlechte Behandlung geklagt, außerdem aber über einen brutalen Vergewaltigungsversuch, der eines Nachts gegen das Mädchen unternommen wurde. Leider werden die Namen der Dienstherren nicht mitgeteilt. Jedenfalls muß alles aufgeböten werden, um die Finnländerinnen auS der deutschen Sklaverei zu befreien. In der arbeiterfreundlichen und anständigen Presse Finnlands wird jetzt überall vor jenen gewissenlosen Seelen- Verkäufern gewarnt, die ihre Opfer nach Deutschland schicken, wo sie vielfach der Mißhandlung, ja sogar der Vergewaltigung aus- gesetzt sind.__ Versammlunge»— Veranstaltungen. Marienborf. Dienstag sg. Osterfeiertag). nachmittags 4 Uhr: Gemütliches Beisammensein bei Reichert. Chausseestraße 27. SchSneberg. DonnerZiag, 23. April, in den Neuen Rathaussälen, In- Haber Grosser(früher Obst), Meininger Straße 8: Ocffent- liche Versammlung. Vortrag. Reichstagsabgeordneter Fritz Z u b e i l:„Welches Interesse haben die Frauen an den preußischen Landtagswahlen?" ßeriebtö- Zeitung. Prämie» für Kinderausbenter. Schon in den Städten werden die Arbeiterschutzbestimmungen, besonders die über die Jugendlichen und weiblichen Arbeiter häufig genug übertreten, auf dem Lande aber, wo keine gewerkschaftliche Organisation den Unternehmern auf die Finger sieht, scheren sich die Herren überhaupt den Teufel darum, was Gesetze und Ver- ordnungen ihnen zur Pflicht machen. Das zeigte wieder eine Ver- Handlung vor dem Schöffengericht K r o u a ch, das über die Glas- fabrikantcn Robert, Eduard, Wilhelm und Heinrich Heinz von Alexanderhütte wegen mehrfacher Verfehlungen wider die Gewerbeordnung abzuurteilen hatte. Am buntesten trieb es Robert Heinz, der neben der Glashütte in einer ehemaligen Kegelbahn eine Schleiferei einrichtete und darin Frauen, Jugend- liche und schulpflichtige Kinder beschäftigte. Dabei war auch eine ganze Familie, die in der Schleiferei arbeitete, kochte und speiste; selbst der Säugling war in diesem Räume untergebracht. Zwei Mädchen dieser Familie von 13 und 10 Jahren sind feit ihrem siebenten Jahre in diesem Betriebe be- schäftigt worden. Sie mußten auf Verlangen des Fabrikanten so- gar öfters von der Schule wegbleiben, wenn die Ar- beitdrängte. Die Kinder arbeiteten so lange wie ihre Mutter, nicht selten bis 11 Uhr nachts. Arbeiterinnen wurden schon acht Tage nach ihrer Entbindung wieder in der Schleiferei beschäftigt. Heinz will die Kegelbahn als„Hausbetrieb" angesehen haben. Die Bestimmungen über die Sonntagsruhe wurden eben- falls nicht eingehalten. Ein als Zeuge vernommener Schürer be- kündete, daß er seit Jahren, solange er in dieser Fabrik arbeitet, bis in die jüngste Zeit keinen freien Sonntag hatte.„Sonntag war wie Werktag." Auch den anderen Angeklagten lag zur Last, in vielen Fällen Jugendliche und schulpflichtige Kinder über die gesctz- liche Zeit hinaus beschäftigt zu haben. Diese Zustände dauern seit vielen Jahren an; erst als im vorigen Jahre die Organisation ihren Einzug hielt und ein Streik ausbrach, wurden sie aufgedeckt. DaS Gericht verfuhr sehr milde mit den Angeklagten; Robert Heinz wurde zu 6 und 7, Eduard und Heinrich Heinz je zweimal zu 3 M. Geldstrafe verurteilt. Die Verhandlung hat eine so schmachvolle Ausbeutung der Arbeiter aufgedeckt, daß man sich verwundert fragen mutz: wie kann das Gericht einen derartig krassen Fall von Gesetzesüber- tretung so milde beurteilen? Aber auch die Tatsache, daß Kinder von ihrem siebenten Jahre an in der Fabrik beschäftigt werden konnten, ohne daß die Gewerbeinspektion sechs Jahre lang davon etwas merkte, läßt den hohen Wert der jetzigen Art der behördlichen Aufsicht in hellstem Lichte erstrahlen. Immer wieder ist im Interesse der Arbeiter die Forderung zu erheben: Beaufsichtigung der ge- werblichen Betriebe durch Beamte, die durch die Arbeiter selbst ge- wählt werden._ Fristgerechte und dennoch ungültige Kündigung. Eine bemerkenswerte Entscheidung in bezug auf die Aufhebung einer Kündigungsfrist sprach gestern die fünfte Kammer des Kaufmannsgerichts aus. In dem zur Beurteilung stehen- den Rechtsstreit lvar dein Verkäufer B. des Tcppichgeschäfts von B. Hurwitz am 31. Dezember v. I. zum 31. Januar d. I. gekündigt worden. Am 17. Janaur jedoch wurde das Vertragsverhältnis mit vierwöchentlicher Kündigungsfrist erneuert, unter gleichzeitiger Zubilligung einer Gehaltserhöhung, wogegen der Verkäufer in mündlicher Abrede die Verpflichtung übernahm, auch während der im März beginnenden Saison im Geschäfte zu verbleiben.� Am 31. Januar kündigte indessen der Angestellte das Vcrtragsverhältnis zum 1. März, der Prinzipal erklärte sich mit dieser Kündigung nicht einverstanden und entließ B. sofort. Letzterer erhob nunmehr vor dem Kaufmannsgericht Klage auf Zahlung des Februargchalts, indem er die Entlassung als unbegründet anfocht, da er fristgerecht gekündigt hätte. Der Beklagte wandte demgegenüber ein, daß er bei Erneuerung des Engagements damit gerechnet habe, sich den Kläger für die S a i s o n zu sichern, er hätte sonst gar keine Per- anlassung gehabt, B. für den Februar, wo noch„tote Saison" sei, noch dazu mit einem höheren Gehalt, zu verpflichten. Das Kaufmannsgericht trat den Ausführungen des Beklagten bei und wies den K l ä g e r a b. Nach§ 133 des Bürgerlichen Ge- setzbuches war der wahre Wille der Parteien bei Vertrags- schluß zu erforschen. Im allgemeinen ist es zwar zulässig, daß ein Anstelluugsvertrag vor Antritt der Stellung gekündigt werden kann. Hier aber war verabredet, daß Kläger auch während der Saison tätig sein sollte. Dadurch, daß der Kläger dennoch kündigte. hat er dem Beklagten die ihm obliegende Leistung nicht so angeboten, wie er sie anzubieten hatte. Er hat deshalb gegen§ 204 des Bürger- lichen Gesetzbuches verstoßen, und Beklagter konnte mit Recht die nur auf e i n e n Monat angebotene Leistung zurückweisen. Der falsche Gerichtsvollzieher. Eines schweren Vergehens im Amte hat sich der Kairzleigehülfe Lothar L ü d k e r schuldig gemacht, der sich wegen Diebstahls, Be- trugeS, Unterschlagung und Urkundenfälschung im Amte vor der 2. Strafkammer des Landgerichts I verantworten mußte. Der An- geklagte war als Kanzleigehülfe bei dem Amtsgericht Berlin- Mitte angestellt. Am 30. November v. I. nach Schluß der Bureaustunden wurde B. von der Reinemachefrau Günzcl in den: Sekretariat der Abteilung Sie noch angetroffen. Auf ihre verwunderte Frage, was er um diese Zeit hier suche, ant- wartete der Angeklagte, er müsse des«onntags arbeiten und wolle sich dazu nur ein paar Formulare holen. Die Reinemachefrau glaubte auch dieser Angabe und erstattete keine Meldung. Der Angeklagte hatte sich jedoch Kosteiirechnungsformularc in der Absicht angeeignet, sie zu einem raffinierten Betrüge zu verwenden. Er schrieb sich aus den Akten der Gerichtskasse das Rubrum und das Aktenzeichen von verschiedenen Sachen auf und füllte die entwende- ten Formulare mit einer bedeutend höheren Summ, als die gerichtlich festgesetzte, aus. Mit der so präparierten Kostenrechnung begab cr sich dann zu verschiedenen Firmen, die in einem Zivil- Prozeß verwickelt waren, und versuchte unter der Angabe, er sei Hülfsgerichtsvollziehcr, die Beträge einzuziehen. In sechs Fällen gelang ihm dies auch. Um eine Entdeckung zu verhindern, sandte er dann den von der Kasse festgesetzten Betrag an diese ab, während er den Mehrbetrag in seine Tasche steckte. Zugleich machte sich der Angeklagte hierdurch der Urkundenfälschung schuldig. Außerdem verübte er auch noch eine„Leichenfledderei" an einem Kollegen, mit dem er eine Bierreise unternommen hatte. Als dieser infolge des genossenen Alkohols einschlief, entwendete ihm'Lüdker aus der Tasche ein Zwanzigmarkstück.— Vor Gericht war der Angeklagte trotz eines klaren SchuldbewciscS nur teilweise geständig und machte allerlei Ausslüchte. Das Gericht erkannte mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit, andererseits aber auf die raffinierte Ausführung der Tat und des groben Vertrauens- bruchs auf eine Gefängnisstrafe von 9 Monaten. Nahrungömittesvergehen. Zu der unter obiger Spitzmarke in unserer Nummer vom 17. d. M. gebrachten Verurteilung eines Schlächtermeisters B i e- d e r m a n n ersucht uns der Schlächtermeister Franz Biedermann, Rixdorf, Neißestraße 4, mitzuteilen, daß er mit dem Verurteilten nicht identisch ist. VeiTammlungen. Die wirtschaftliche Notlage der Zivilbernfsmussker vntz ihre Ursachen. Dies war der erste Punkt der Tagesordnung einer Versamm« lung, die der VereinBerliner Musiker am Gründonncrs- tag im Musikcrvercinshause in der Kaiscr-Wilheliir-Stratze abhielt. Der Saal war gedrängt voll, größtenteils von Mitgliedern jenes eingetragenen, im Jahre 1869 gegründeten Vereins, zu einem kleineren Teil von Mitgliedern des Zentralverbaltdes der Zivil- berufsmusiker, Außerdem waren Vertreter aus verschiedenen Städten Deutschlands anwesend und auch aus London war ein Vertreter erschienen. Zahlreiche telegraphische und schriftliche Sympathie- kundgebungen waren eingelaufen, von denen der Obmann Paul Zimmer einige verlas; aus Paris unter anderem ein Schreibe» des Präsidenten der Internationalen Musikerkonföderation, worin ausgeführt wird, daß man sich in Deutschland zur Beseitigung oder Einschränkung der Militärmusikerkonkurrenz die französische Gesetzgebung zum Muster nehmen könnte. Als Referent sprach Drl jur. P l e i ß n e r, der Herausgeber der Zeitschrist „Deutscher Kampf". Er schilderte das wirtschaftliche Elend der deutschen Orchestermusiker, die mit Monatslöhnen von 40 bis 80 M. auf allerlei Nebenerwerb, Mitarbeit der Frau usw. augewiesen sind, wenn sie nicht geradezu verhungern wollen, die zudem durch Berufskrankheiten, besonders durch Nervenleiden, frühzeitig arbeits- unfähig werden, so daß ein alter und noch berufstätiger Musiker eine große Seltenheit ist. Daß dieses Elend bestehen kann, schrieb der Redner dem Mangel au straffer Organisation, dem Umstand zu, daß von 65 000 Musikern Deutschlands nur IS 000 bis 16 000 organisiert sind. Berufsbcwnßtsein, Klassenbewußtsein sei auch für den Msisiker notwendig. Den Begriff Klasseubelnuvtsein habe man der Sozialdemokratie zu verdanken, und gut sei es, daß man nun diesen Begriff habe. Auch hätten die glücklichen Musiker, die großen Dirigenten wie Strauß, Nikisch, Weingart- n e r, die doch ihren Ruhm den Orchestermusikern verdankten, die heiligste Pflicht, ihnen tatkräftig unter die Arme zu greifen. So- dann sprach der Redner über die Militärkonkurrenz, erwähnte die Armeeverordnung vom 28. November 1906, wonach die Militär- musiker zu gewerblichem Spielen nur dann Erlaubnis erhalten sollen, wenn berechtigte Klagen der Zivilberufsmusiker dein nicht entgegenstehen. Es sei unglaublich, in welcher Weise sich einzelne Regimentskommandeure über diese Verordnung hinwegsetzten. Der Redner führte dafür einige merkwürdige Beispiele an. wie die Rheinfahrt der„Pankgrafenschast"(ein bürgerlicher Juxvcrein). bei der die Militärmusik zugelassen wurde, weil es sich nach Meinung der Militärbehörde um einen„Aufzug in Uniform" handelte. An- zuerkennen sei, daß die süddeutschen Regierungen mehr Rücksicht auf die Zivilmusiker nehmen. Die bayerisch« Regierung habe den Beamten und Militärmusikern jedes gewerbliche Musizieren ver- boten, und ausdrücklich werde erklärt, daß darunter jedes Musizieren, das auf Gegenleistung ausgeht, zu verstehen ist. In Preußen erkläre man es nicht für gewerblich, wenn Militärmusiker für freie Kost und Zeche spielen. Als eine weitere schwere Schädigung dcs Musikerberufs bezeichnete der Redner die Lehrlingskapellen, aus denen sich die Militärkapellen rekrutieren. Die Lehrlinge seien meist Proletarier- linder. Es herrsche ein furchtbares Elend unter ihnen. Pflicht des Bundesrats sei es, sich dieser jungen Leute anzunehmen. Die Be- rufsmusikcr selbst müßten auch dafür sorgen, daß dem Publikuni Verständnis und Mitgefühl beigebracht werde. Ferner müsse die Gesetzgebung eingreife». Die Musiker müßten der Gewerbeordnung. der Gcwerbegerichtsbarkcit, dem Krankenkassengesetz unterstellt werden, soweit sie nicht über 2000 M. verdienten,©ie sollten den törichten Stolz ablegen, sich in ihrer Organisation die moderne deutsche Arbeiterschaft zum Muster nehmen, die das K la s senbewußtsein großgezogen habe, das ein e d e r größten Errungen s cha si t eit sei.' DaS sage er. Redner, obwohl er überzeugter Monarchist sei. Dann müsse man auch die Presse in Anspruch nehmen, die freilich nur zu oft versage. DaS sei nicht Schuld der Redakteure oder Reporter, sondern der Verleger, die immer erst überlegten, ob sie nicht Annoncen einbüßten, ehe sie einen Artikel über Musikerelcnd aufnehmen. Hinsichtuch der Or- ganisation sprach sich der Redner für strenge politische Neutralität aus und sagte, es sei ganz verkehrt, wenn man im Verein Agitation gegen die Sozialdemokratie betreibe. Getrennt marschieren und vereint schlagen, meinte cr. sei das Richtige. Im übrigen vermied der Redner in seinem Vortrag jeglichen Angriff auf den Zentral- verband. Das konnte man leider nicht von dem zweiten Referenten. Herrn Wo r ch, sagen, der über:„Unsere Gegner und ihre Kampfes- weise" sprach. Er hielt es für angebracht, in seinem Vortrag unter Vorlesung von Briefen, die vom Ortsvorsitzenden des Zentralver- bandes in Bremen geschrieben sein sollen, den Zentralverbaub maßlos zu beschimpfen. Was diesen Angriffen zugrunde lag. tonnte nicht festgestellt werden, da den Mitgliedern des Zentralverbandes nickst Zeit zu einer einigermaßen ausreichenden Erwiderung ge- geben wurde. Das Bureau der Versammlung legte folgende Rc- solution vor: „Die heute im„Musiker-VereinshauS" tagende öffentliche Versammlung erkennt die Berechtigung der Klagen über die wirtschaftliche Notlage der Zivilberufsmusiker(hervorgerufen durch die Konkurrenz der Militär- und Beamtenmusiker, Lehr- lings- und Ausländerkapellen) voll und ganz an; protestiert leb- hast gegen die Art und Weise der Erledigung dieser Klagen durch die Militär, und Zivilbchördcn und fordert weitgehendsten gesetzlichen Schutz dieses von allen Seiten hart bedrängten Standes. Vor allem Verbot des gewerblichen Musizierens der Militär- und Beamten musiker und Regelung des besonders arg daniederligendcn Lehr- lingSwefensl Mit den vom Allgemeinen Deutschen Musikerverbaud und oem Berein Berliner Musiker(E. V.) eingeleiteten Schritten zur Beseitigung dieser Mißstände erklärt die Versammlung sich durch- aus einverstanden. An die Mitbürger aber richtet die Versammlung die drin- gende Bitte, bei ihren festlichen Veranstaltungen ZivilberufS- musiker zu beschäftigen und die Sorge für eine auskömmliche Lebenshaltung der Militär- und Beamtenmusiker den in Frage kommenden Behörden zu überlassen." Aus ber_ Versammlung wurde dazu der Zusatz vorgeschlagen: „Im übrigen ist die Versammlung der Uebcrzeugung, daß nur eine auf dem Boden des Klassenkampfes stehende Einheits- organisation die Lebenslage der Musiker zu heben vermag." Das Bureau brachte es jedoch, gestützt auf eine Mehrheit in der Versammlung, fertig, jede Diskussion über Resolution uist» Zusatzautrag zu hintertreiben. Man ließ zunächst die Resolution annehmen,� und dann sollte die„freie" Aussprache stattfinden. Da wurde auf Vorschlag des Bureaus beschlossen, die Redezeit gleich von vornherein auf 10 Minuten zu beschränken. Di« Mitglieder des so schwer angegriffenen ZentralverbandeS protestierten energisch gegen diese Vergewaltigung, aber es half-nichts. Aufgefordert von ihrem Hauptvorsitzenden F a u t h schickten sie sich an. den Saal zu verlassen. Herr Dr. P l e i ß u e r sagte dem Vorsitzenden Z im m e r und der Versammlungsmehrhcit mit anerkennenswerter Freimütigkeit. daß sie u n p a r l a m e n t a r i s ch und töricht gehandelt hatten. und auch ein Vereinsmitglied, Herr M c i x n e r, verurteilte scharf die Vergewaltigung der ZentralverbandSmitglieder. 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Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 93. 25. Mrgaug. 2. SkilU Ks Jotmärts" Kcrlimr NckslilM Sonntag. t9. Apnl 1998. Virtichsttlicher Nochenbericht. Bcrlw. 18. April 1908. Snbufititfle Berhältnisie in Amerika— Halbzcugmarkt— Export stcigerung— Kohlenindustrie— Getreidemarkt— Warenpreise. Schon Ausgang des vorigen Jahres sollte nach Mitteilungen von drüben, die intcressentcn Kreisen des Kontinents starkes Echo fanden, die Krise in Amerika als überwunden gelten dürfen; ja man wollte sogar bereits uiwcrkcnnbare Ansätze einer neuen industriellen Hochkonjunktur konstatieren können. Seitdem hat in den verschiedenen Industrien die rückläufige Bewegung noch weiter Fortschritt« gemacht. Die„New Dorkcr Handelözeitung" weist in ihrer letzten Nummer daraus hin, daß die Meldungen über große Llufträge, die in der Textilindustrie hereingekommen sein sollten, einfach Phantasieproduktc sind. Wenn aber auch einzelne llnter- nehmen, durch irgend welche Umstände, sich eines reichlicheren Ar- bcitöstocks zu erfreuen hätten, würde das für die Gcsamtindustrie wenig besagen. Diese ist im allgemeinen, sowohl im Auslande als wie auch auf dem heimischen Markt, durchaus unbefriedigend. Ter Umfang der Beschäftigung ist übrigens nicht immer der richtige Wertmesser der Marktlage; es muß auch die Dualität der Auf- träge in Berücksichtigung gezogen werden. Eine gute Produktions- Ziffer in einer Warcngatlung kaim einen Krankheitszustand in einer lveitcrverbreitcndcn Industrie ankündigen. Die Fachzeitschrift „Stahl und Eisen" schreibt in ihrem letzten Vicrteljahrmarktbcricht vom Halbzcuggeschäft: „Die Nachfrage nach Halbzeug ließ bei Beginn des Jahres zu wünschen übrig, da einzelne Abnehmer sich nicht eher ein- deckten, als bis die alten Abschlüsse erledigt waren, andere wegen der unübersichtlichen Marktlage in der Bemessung der Abschluß- mengen sehr vorsichtig waren. Der Abruf besserte sich im Laufe des Vicrteljahrcs, und der Versand erfuhr von Dezember 1907 Ins Ende Februar 1008 eine Steigerung von 27 000 Tonnen. Mitte März wurde der Verkauf für das zweite Vierteljahr zu den bisherigen Preisen freigegeben, und die Kundschaft begann, ihren Bedarf für den genannten Zeitraum einzudecken. Der Versand in den Monaten Dezember 1907 bis Februar 1908 war wohl 146 000 Tonnen niedriger als in derselben Zeit 1906/1907, das prozcirtualc Verhältnis des Versandes zur Beteiligung, die 1906/07 in Halbzeug erheblich größer war, weist jedoch nur einen geringen Unterschied gegenüber der Verglcichszeit des Vorjahres auf. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß mehrere früher rcchl bc- deutende Vcrl'raucher von Halbzeug als Zlbnehmer des Verbandes ganz oder teilweise verschwunden sind bczw. mit den entsprechen- den Mengen in den Bctciligungsziffern für L-Produkte des Stahlwerksvcrbandcs in Erscheinung treten." Danach wäre das Äcichäst noch gar, nicht so schlecht gewesen. Die Sache bekommt aber ein wesentlich anderes Gesicht, wenn man den Außenhandel berücksichtigt. Es stieg z. B. allein nach Lester- rcich-Ungarn die Ausfuhr von Rohluppcn in den beiden Monaten Januar und Februar d. I. um 121 269 Doppelztu.(löO'Proz., näm- lich von 33677 Doppelztu. in der entsprechenden Periode 1007 ans 184 964 Doppclztn. im laufenden Jahre. Und von der Zunahme cnt- fallen% allein auf den Monat Februar. In den beiden Monaten hob sich weiter die Ausfuhr von Stabcisen von 6687 Doppelztu. ans 68 473 Doppelztu. und bei Brobblcchen von 1130 Doppelztu. auf 9436 Doppelzentner. Gan� selbstverständlich bedeutet diese Zniiahlnc dcr AuS- fuhr in Halbzeug eine Einengung der Aufnahmesähigkeit des aus- lä irdischen Marktes für Fertigerzeugnisse. Die Arbeitsgelegenheit in der Halbzcugherstcllung wird erkauft auf Kosten der Weitcrver- orbeilung. Zieht man weiter in Betracht, daß die Ausfuhr nur möglich ist durch wcitgcgchende Pretskoiizessioncli, die man dem einheimischen Verbraucher aber verweigert, dann wird der Wert der i Ausfuhrsteigerung sehr problematisch. Unter demselben Gesichts m., swinkel ist auch die Produktionsinten- „tät in der Kohlenindustric zu bewerten. Nach dem Märzausweis haben sich Förderung und Versand der Ruhrgruben noch auf ziem- lich respektabler Höhe gehalten. Wenn der Minderabfatz gegen das Vorjabr auch rund 17 000 Tonnen beträgt, so ist der Rückgang doch nicht so stark, als wohl befürchtet werden könnte, stellt er sich ar- beitstäglich doch auf noch nicht 10 Prozent. Tatsächlich ist der Be- darf aber stärker zurückgegangen. Das relativ günstige Resultat wurde erzielt, weil man, unterstützt durch einen günstigen Wasser- stand, allerorts die Läger auffüllen konnte. Besonders Koks wurde in großen Quantitäten gestapelt. Sodann trug zu dem Ergebnis die forcierte AuSftlhrtätigkcit der hauptsächlich Brennmatcrialien konsumierenden Industrie bei. Dadurch profitieren natürlich auch imedcr in erster Linie die gemischten, Halbzeug produzierenden Werke, die ihren Brennmaterialienbedars aus eigenen Anlagen deckten. Das verschärft die Gegensätze zwischen diesen Unternehmen und den reinen Walzwerken. Das Verlangen dieser nach Herab- setzung der Preise für Kohlen und Koks, neben Preisherabsetzung ans andere Rohmatcrialicii, findet gerade bei den gemischten War- ken den stärksten Widerstand. Die»lohlei, Produzenten verstecken sich dabei hinter der Ausrede, sie wollten helfen, die verfeinerten Er- zeugnisse der Eisenindustrie �u syndizieren, damit auch in diesen Artikeln die Grundlage zu einer Stabilität der Preise geschaffen werde. Dabei sind es wiederum die gemischten Betriebe, die den reinen Werken aus dem Auslandsmarkt durch niedrigere Preis- cngcbote das Wasser abgraben. In dem Widerstreit der Jnter- essen wird manchem reinen Werk die Erlstenzmöglichkeit genommen. Tie Äombinationsbetriebe sind die stärkeren und werden die anderen mehr und mehr aussaugen. Das ist die kapitalistische EntWickelung, die unaufhaltsame industrielle Konzentration. Günstige Ernicstandsberichie haben auf dem Gctreidemarkt einen ivcnn auch noch nicht erheblichen Preisfall veranlaßt. Die Aussicht auf ergiebigeres Erträgnis in Winterweizen eröffnenden Berichte ans fast allen Staaten haben die Befürchtung, daß even- tuell eintretende Warenknappheit die Versorgung des Konsums cr- schweren könnte, ziemlich zerstreut. Die bisher zurückgehaltenen Bestände kommen nun mehr an den offenen Marti, während ander- scils die Nachfrage zurückhält, die Konsumenten nur die drin- gcndcn Bedürfnisse decken. Zwar sträubt sich die Spekulation, mit den Preisen nachzugeben, aber sie muß den Verhältnissen doch folgen. Die Zufuhren nach Europa haben gegen das Vorjahr zu- genommen. Für die vergangene Woche wird der Gcsamtexport aus Amerika, Australien, Indien, Rußland, Rumänien und Argen- tinien auf 2 020 000 Quarters Weizen geschätzt, gegen nur 2123 000 Quartcrs in der gleichen Zeit des Vorjahres und 1 970 000 Quarters im Jahre 1906. Immerhin sind die Preisnach- lässc an den Getreidemürkten noch sehr minimal. Wenn die günstigen Ernteaussichten nicht noch durch Wittcrungseinflüsse große Verschlechterung erfahren, kann aber wohl mit einem weiteren Rück- gang gerechnet werden. Der heimische Markt hat sich allerdings der rückläufigen Preisbewegung gegenüber noch sehr widersetzt. Während z. B. in der Zeit vom 8. bis 14. April der Preis für Mai-Wcizen in Chicago mit geringen Schwankungen von 91� Cents pro Bushcl auf 99yj Cents zurückging, verzeichnet Berlin in der- selben Zeit eine Avance von 204 M. pro Tonne aus 206 M. Roggen büßte hier in der angegebenen Zeit pro Tonne Y* M. ein und ging auf 192% M. zurück. Qbwobl die Gctreidepreise von ihrem Höchststande Ende 1007 weit zurückgewichen sind, ist die Differenz gegenüber den Preisen des Jahres 1906 doch noch sehr groß; dagegen haben die Preise für industrielle Rohprodukte und andere Waren teilweise nicht un- wesentlich nachgeben müssen. Stellt man die letzten Preise des Jahres denen am Ende März 1908 gegenüber, ergibt sich folgendes Bild: Im allgemeinen zeigt sich folgendes Verhältnis: Die Preise der Lebensmittel halten sich auf einem sehr hohen Niveau. Die Artikel der Verfcinerungsindustrie sind, der rückläufigen Kon- junktur folgend, mit den Preisen herabgcgangcn. Dasselbe gilt für die Rohmaterialien, bei denen das spekulative Moment einen starken Einfluß aus die Preisgestaltung hat. Dagegen werden die Preise derjenigen Waren, für die monopolistische Organisationen bestehen, von der abflauenden Bewegung wenig oder gar nicht bc- einslußt. Solche Unstimmigkeiten fördern die Rückkehr zu nor- malen Verhältnissen sicher nicht; sie enthüllen erneut den anarchistischen Charakter der kapitalistischen Wirtschaftsweise, v. WittcrungSübersicht vom 18. April 4908, morgenS 8 Uhr. L 8 1- Ii Swtnnndr. ? i«j "f nrlin Franss.a.M. M milbeu Wien > 74g WSW 750 ANW 750 NW 755 NO 754 SW 725 W »wer 2 Regen 3 bedeckt 2 Regen 2 bedeckt Ibedeckt wolkig c» e 1 £• M2s SUHooni £ 8 i! ii 85? Haparanl>al7V7NO Petersburg! 754 ONO Scilly 761 N Mcrdeen 767 NNW Pari» 758 NNO leuer 4 bedeckt 1 Regen 4 heiter "Nebel öbedeckt ws E 5- Ä i s* H Sl — 0 Wetterprognose für Sonntag, de« 19. April 1998. Zeitweise aufklarend, jedoch kühl und sehr unbeständig mit Regen-, Hagel- oder Eraupelschauem und stischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. WasserstandS-Rachrichten der LandeSanstalt für Kewäsferkunde, mitgeteilt vom Berliner Wettcrburcau. O+ bedeutet Wuchs,— Falk,—») Unterpegcl—>) heute um 6 Uhr morgen? 540 cm. Die O sterglocken lauten den Frühling ein; überall er- wacht neue Lebenslust. Wer sich aber seines Lebens freuen will, muß gesund sein. Wenn Sie täglich Kathreiners Malz- kaffee trinken, dann tun Sie auch täglich etwas für Ihre Gesundheit. Darin liegt der große' Wert von Kathreiners Malzkaffee, der ihm Millionen Anhänger gewonnen hat. Ein Versuch überzeugt! Jflöbclj. Oolstsraaren kauft man am reellsten bei 20362* Theodor Knorn, Reichhaltigstes Lager in l Ii. 2 Zimmer-Einrichtungen, kompl. Küchen von 50 M. an. FünCJlihrlge(»urantle.__ J. Baer Bärtsirio.prinz0-1*!!«« Herren- und Knaben- Moden, Berusskleidung, El. Paletots u.Havelocks Grobes Lager iln- und aueiandieeher 'Stolfe zur Anfertigung nach Mab.* Allerbilligste, streng faste Preis«. GtnfccUoti ISxC :s«ac ixaacxssn: Qröfificße Oßern: / ; Damentuche n/Ä 1 PaLetots' �cketts' �ubmäntei. Muster, Seiden Plüsch, Samt, Seide, Futter- Costumes, Costumes-Rocke Stoffe etc.| in größter Auswahl. C. Pelz. 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Abteilung, nachmittags 8 Uhr: im Berliner Theater: Das Wunder des heiiigenAntoniuS und Der Arzt seiner Ehre. Montag und Dienstag: 19.120. und 1.12. Abteilung: Das Wunder des heiligen Antonius und Der Arzt seiner Ehre. Neue Freie Volksbühne. Nachmittags L>/, Uhr: Extravor- ftellung in den Kammerspielen: Frühlings Eiwachen. RachmMaa «ach mittags 21/, Uhr: 14. Abteilung im Deutschen Theater: Romeo und Julia. Nachmittags 3 Uhr: 17. Abteilung im Neuen Theater: Die Hemsöer. Nachm. 3 Uhr: Extravorstellung im Hebbel-Theater: Liebe. Montag, den 20. April: NachmitagS 2>/, Uhr: Extravor« ftellung in den Kammerspielen: Frühlings Erwachen. Nachmittags 2>/, Uhr: IS. Abteilung im Deutschen Theater: Romeo und Julia. Nachmittags 3 Uhr: 18. Abteilung im Neuen Theater: Die Semsöer. Montag, abdS. 8 Uhr: lt. Abteilung im Lortzing-Theater: Die Zauber- flöte. Dienstag. abdS.8Uhr: 12. Abteilung im Lortzing-Theater: Fra Diavolo. BerUner Theater. An beiden Feiertagen: Wintersport. Neues Theater. An beiden Feiertagen 8 Uhr: Sie gute Partie. DienStag: Die gute Partie._ Kleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Ei» Puppenheim. Abends 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Montag nachm. 3 Uhr: Mandragola. Abends 8 Uhr: 2 mal 2— S. Dienstag 8 Uhr: 2 mal 2= 5. Bebbel-Theater.sÄSK' - I,iebe.-»»,. Montag: Frau Marrens Gewerbe. Theater des Westens. An den Osterfciertagen nachm. 3>/,Uhr halbe Pr.: I»ie IuhIIkc Witwe. 8 Uhr: Ein Walzertramn. Dienstag 8 Uhr: Ein Walzerttaum. Neues Operetten-Theater Schiffbauerdamm 25, an der Luiscnstr. 3 Uhr zu halb. Pr.: Der Operubafl. Abends 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen. Montag nachm. 3 Uhr: Der Opern- ball. 8 Uhr: Der Mann mit den drei Frauen._ Sorizlng-Oper. Bellc-AUInncc-StcaBe 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Zar uml Zininiennann. Abends 8 Uhr: Fra Diavolo. Montag nachm. 3 Uhr: Der Trou. badour. Abends 8 Uhr: Die Zauber- flöte. DienStag 8 Uhr: Fra Diavolo. kesillölü-IliezlU. � Direktion: Richard Alexander.— Abends 8 Uhr: Der Floh im Ohr. Echwanl in drei Akten von Georges Feydeau. Deutsch von Wolss-Jacoby. Sonntag, den 28. Slpril, 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Luisen-Theater. Reichcnberger Strafte 31. Nachmittags 3 Uhr: Des Miidchetts Leltkilsutege. Abends 8 Uhr: Der wilde Reutlingen. Montag nachm. 3 Uhr: Die Game« liendame. Abends zum 1. Male: ' Der Mann mit den vier Frauen. DienStag nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: DieSpree-Athener. Trianoa-Theater. Gastsvicl Charlotte Wiehb. Seine erste Frau. Die Hand(La main). Ansang 8 Uhr. ■fiNWROSfTHEAT Gr. Franksurter Str. 132. Abends 8 Uhr: Die Loreley. SotmtagSpreise. Nachm. 8 Uhr: Der Veilchenfrefser. Montag<2.Osierseiertag): Die Loreley. Nachm. 3 Uhr: Die zärtlichen Ver- wandten. Dienstag 3 Uhr: Die Loreley. Nach- mittag» 3 Uhr: Maria Stuart. Urania. Wissenschaftliches Theater. Taubenstr. 48/49. Nachmittags 4 Uhr: lieber den Brenner nach Venedig. Theater abends 8 Uhr: Eine Xllfahrt bis» zum zweiten Katarakt. Montag 8 Uhr: Eine Nilfahrt bis zum zweiten Katarakt. Dienstag 4 Uhr: lieber den Brenner nacb Venedig. Abends 8 Uhr: Kairo und die Pyramiden. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Sohadow-Straße No. 14. An den drei Feiertagen EIntreittsprele iw- 50 pf. •Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc._ Schiller- Schiller-Theater 0. lWallner-Tbealer). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Daria Mtaart. Trauerspiel in 5 Akten v. Fr. Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: DI« Schmuggler. Komödie in 5 Akten von Artur Dinier. Montag nachm. 3 Uhr: ver Widerspenstigen läbmnng. Montag, abend« 8 Uhr: Dan» Bachebeln, DienStag, abend« 8 Uhr: Dan» Dncbebein. Theater. Sohlller- Theater Charlottenbnrg. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Dexenhe.sel. Schauspiel In 3 Akten v. Georg Engel. tieraus:.Inngfer Immergrün olksstück i. 1 Att V.Ernst v Wildcnbruch. So Ii»lag. adendS 8 Uhr: Die Brant von De.slna. Ein Trauerspiel mit Chören von Friedrich Schiller. Montag nachm. 3 Uhr: Fb Hilter. Hieraus: Die Lore. Montag, abends 8 Uhr: Gebildete Denschen. Dienstag nachm. 3 Uhr: Die Brant von Deaelna. Dienstag, abend« 8 Uhr: �nfl der Sonnenseite. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr; Pension Schöller. Abends 3 Uhr: Dante Eramers Testament. Montag nachm. 3 Uhr: Ei» toller Einfall. Abends 8 Uhr: Tante CramerS Testament. Dienstag 8 Uhr: Tante EramerS Testament._ m Köpenicker Straße 68. An beiden Feiertagen t lies Mel aus Kotibus. Große Posse mit Gesang und Tanz. An leiden Feiertagen 3 Uhr: AuSgewiefen. Saisonkarten ä 6£*=!* für die Kroße Berliner Xunsiansstellnng ms und den Landesausstellungspark Verkaufsstellen: Pförtner des AussteUungsparkes (kleine Pforte, Alt-Moabit), Thormayer, Zigarren- geschäft, Königgrätzer Straße 129, 12 Filialen der Zigarrenfabrik J. Neumann. ErSIfnang: Freitag, den 1. Mal H)08. Friedrich-WIHielmstädtisches Schauspielhaus. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der blinde Passagier. Abends 8 Uhr: Sein Pnnzcßchen. Montag nachm. 3 Uhr: Der Privat. dozcnt. Abends 8 Uhr: Die Brü der von St. Bernhard. Dienstag 8 Uhr: Die Brüder von St. Bernhard. Meiropol-Theater Oster-Sonntag und Oster-Montag nachmittags 3 Uhr: DI« Dorren von Daxlm. AbendS 8 Uhr: C*.$i c f- o*1 9 c Panoptikum cl. 9 t- C« 11 9 165 Friedrichstr. 165 Non! 850 Nen! Kolossal-Reptilien. Berliner Originale. X Riese Andries.* Revue in 12 Bild. v. I. Freund. Mufil v. V. Hollaender. Regie Dir. Schultz Josephi Tbielseher Darniand-Massary. Rauchen gestattet. DienStag und die solgenden Tage: Das muü man seh'ii! An beiden Ofterfeiertageu, »ach«, s'/. uhr- Heine Preise! Mltlslaw der Moderne von F. Echstr und die SpcKlalitäten- Attraktionen. Abends 8 Uhr: Das Feiertags- Programm. 9llt: Der kleine Chevalier. freiheitliche Bühne An den beiden Osterfciertagen, nachmittags 3 Uhr, finden im Theater an der Spree, Köpenicker Str. 68, die beiden letzten Vorstellungen des sozialen Dramas „Ausgewiesen" MM- Dieses aus der Zeit des„Sozialistengesetzes" stammende Eulturbild war Mgr*„wegen Geraiirdnng der öfTentltchen Ordnung" zwölf Jahre hindurch polizeilich verboten! MM- Nunmehr freigegeben, ist es nicht weniger als Dal vor der Berliner M>U- Arbelterscnart gegeben worden! Jetzt kommen die S letzten Vorstellungen! MAM- Im„JubllliainsJahr" des„Sozialistengesetzes" t Arbeiter erscheint in Massen!! Um einen demonstrativen Massenbesuch zu ermöglichen, zahlen die Leser des„VerwUrts" nicht. die Kassenpreise, sondern 95 Pf. für Parkett-Fauteuil. Knr gegen Abgabe dieser ausgeschnittenen Anzeige an der Kasse des Theaters an der Spree, Köpenicker Straße 68. Brunnen-Theater Badstraße 58. Direkt.: Bernh. Rose. 1. Ostersciertag, den IS. April IWS, nachmittags 3 Uhr:_ DSM- Die Ahnfran."DKI Abends 7 Uhr: Der Herrgotts- selinltzer von./kinmergan. Montag(2. Ofterseiertag), d. 20. April, nachm. 3 Uhr: Kyrltz-Pyrltz. Abends 7 Uhr: Unschuldig verurteilt. Nach der Vorstellung: t.r. Ball. DienStag(3. Feiertag), den 21. April: Dte A ngen der Liebe. Kasscnerössnnng 7 Uhr. Ans. 8 Uhr. Nach der Vorstellung: bir. Ball. iGebr. Herrnfeld- Theater* Ansang 8 Uhr. Voroerk. Ii— 2 Uhr. An allen drei Osterselertagen: Herrnfeld-Zykws III. Serie: (bis inkl. 23. April.) Else ans der Kar. Komödie in 1 Alt. Hieraus: Es lebe das Nachtlelitn. Folgen einer Separce-Affäre' in 2 Akten. Vom 24. bis inkl. 29. April: IV. Serie t Letzte Ehre. Fall Blumentopf. Schluß diesjähriger Spielsaison Mittwoch, den 2S. Aprtt.cr. Brauerei Friedrichshain' Fr. Lipps._ Oek.: Ernst Liebing. Am KSnigstor. Am 1. und S. OsterCelertage: Popullres Konzert von C. HR. Ziehrer«»Wien Hofkapellmeister, Dirigent der k. k. Ssierr Hofballmuslk, | mit auf sechzig Künstler verstärktem Orchester. Anfang O Uhr. Am 8. Ostcr Feiertage: Wiener WalzersAbend."1WI Anfang 6 Uhr. Entree SO Pf., reserv. PI. 1 M., num. Tisch 1,25 M. Berliner Prater-Theater. Kastanien-Allee 7—9. DDf- Eröffnung der Vorsaison l Am I.. L. u. 3. Ofterseiertag: Konzert-, Theater- u, Spezialitäten-Vorstellung. Zur Ausführung gelangt: Der Bombardier im Feuer. 47%: Die Oortmusikanten. Gr. Pantomime der Marzany-Treupe. Ansang i'l, Uhr. Entrce 30 Ps. Am 2. und 8. Feiertag im Saale: WW- GoSer BÄU. R i Y d O ff Fritz Hoppe" Festsäle t\I /V. v** z« KAAA Bermannstraße 4». 6€€€ Sonntag, den 19. Slpril(1. Oster-Feicrtag), abends 6 Uhr: Gefangverein Hchnccglöckchcn(M. d. A.-S.-B.) und Artisten- verein Union. Montag, den 20. April(2. Oster-Feiertag). vormittags 11 Uhr: Enroßer Frühschoppen. Hierzu ladet btt Gesangverein Schneeglbckchon(M. b. A.-S..B) alle Freunde, Gönner und SangeSbrüder freundlichst ein. S. Ofter-Felertag, 6 Uhr abends: Verein der Qltbograpben und Stein drncker unter Mit. Wirkung deS Gesangvereins Soncrelder(M. d. A.-S.-B.). QroLe unü kleine LÄle bis zu 2000 Personen sowie Bereinszimmer bis ISO Personen flehen den geehrten Vereinen sowie zu Privat-FesUichlette» und Hochzeiten— auch Sonntags— zur Verfügung.____ DIB Gertrud, Tänzerin. «elma Brantz, Jongleuse. Hagedorns Wundorgrotte. Jolin a. Lais Boller, Radfahrer. Knlonboltas, Luftgymnastiker 3 Bruggs, Akrobaten. Dny de Souza, amerikanische Sängerin. TschcrnofT, Dresseur. Dillmann-Trio, Drahtsoilakt. Corwey, musikalischer Clown. Palace Girls, englische Gesangs- und Tanz-Truppe. liiil Schreiber, Soubrette. Der Biograpli. alhaila- Variete-Thealer Bentsehe Konzerthallen An der Spandaaor Brücke 3. Täglich Große Massen-Kouzerte SiicMliiäleii-Nsrflellistig. Vlelnbei'gsr'eg 19/20, stosenlbaler Tor. Heule Sonntag und morgen Montag je 2 Vorstellungen. Nachm. 31/, Uhr: Kleine Preise. Jed. Erw. ein Kind frei. Abends 8 Ubr. ■W In beiden Vorstellungen das vollständige Programm. Grete �rallns. Erstklassige Spezialitaten. ÄlSt 0.70, t.10, 1,60, 2». Tunnel: Dllltkr- Konzerte. Theaterbesucher freien Eintritt. keicliLdslleu-TIiekler. Satson-Schluft 38. April. I l Ostersonniag und Ostermontag. SV Jeden Tag '/,4 und VI, Uhr: gr. brillante Galavorstellung. Nachm. aus allen Sitzpl-, ohne Ausnahme, jed. nur i. Begleit. d. Angehörig.. R Kind unter 10 Jahren frei, i«d. weitere Kind unler 10 Jahren' halbe Preise saußer Galerie). In Heid. Vorsiell.: Konsul Peter, der menschliche Chimpause. daS gr. Naturwunder der Gcgenw. Programm jed. Vorstellung besteht! aus 12 erftflafiigen Nummern. Bcslsto.daSeleftr. Wunderl j Die große Ausstatt-Pantomime Amerika Nachm. 3 Alte u.abdZ. wie gewöhn!, i Kasino-Theater. Lothringer Straße 37. Täglich 3 Uhr: Nur noch kurze Zeit! Ein Dorf-Roman. Vorher das glänz. AprU-Programm. sonntag4 Uhr kl. Feiert): stick Garter. Montag 4 Uhr(2 Feiert.): Biederleute. Bmüs-IWös. S Heute zwei Vorstellangen. Nachm. 3—7 Uhr(kleine Preise).* Abends 8—11 Ubr. p Dia Sensation Berlins I{J OtaGygil der Mann mit den 8 Geigen. j> Otto Rbhr, der Humorist? am Flügel. Rita Tanca, Lieder zur n Violine.* flerm. Strebet,| der Unwiderstehliche. Rakoczv-Sextctt, die reiz, g Ungarmädchen, u. d. kolossale h April-Programm t| II Gewöhnliche Preisen p Passage-Panoptikum. Während der Osterforien Vom 11. April b. inkL 27. April{ Volkstage!!! Jed. Erwachsene ein Kind frei!( Jedes Kind erhält ein Geschenk I[ Alle Extra-Sehenswiinilnkeüen freit „Die lange Bora", das] größte Wund., 2,19 Mtr. groß. Kunsttaucher Kapitän GröbL Vilascop-Theater. Alles ohne Eztra-Enträe.-WG Eintritt 50 Pt Kinder ohne Begleitung und| Soldaten Palast-Theater * Burgstr. 24. Bhf. Börse. Täglich 8 Uhr: DaS U. a.: Agnc» Krenibuer, Jongleur-Att. Volkstümliche Preise. W.KoacksTheatei* Dtreklion: Hob. Olli. Briiniienur. 16. An allen drei Feiertagen: Verfükrt unä entekrt. VckkSstück in 4 Akten von R. Heine. Ans. 8 Uhr. Entree 30 Ps. Nach der Vorstellung: Fest-Ball. Mittwoch und solgende Tage: Der Flüchtling._ Volksgaiien-Tliealer. Badsir.8. Behui-�Bellermaiinsir. An allen drei Oster-Feiertagen: Koaiert, Ideater- uni! 8pek!aIi!äten-Vots!eIIuitg. Tie Kaffreküche ist geöffuct. Ssnssvuvi, Ä'V Direktion: Wilhelm Reimer. SV CeHt-Programm.-UMH Sonnig. Monlg.,Dlcnzig.i Große Os'er-Fesl-Soireen von liulTiiiuiins NorddeutsctieSäRgGru. Spezialitäten-Vorstellung. Hervorragende Künstler. Hochint.Frstprogramin. Aktuelle Einakler.EouplelS, die modernsten Schlager. 1. Feiertag u. a.: Der Haus. schlüssel(Posse). Der Mann mit den drei Frauen fNooftät).— 2. Feiertag: Oer Mann mit den drei Frauen. Ellto- Soiree.— 3. Feiertag: Gr. Spezialität.- Vorstellung. Hervorragende Künstler. Am 1. u. 2 Feiert. Ans. d.Konz. S U., d. Borst. 7 U. 3. Feieri. Ans. 8'/, U. A. 2. u. 3. Feiert, n. d. Vorst. Dsler-Kränzchen. �Ihamhrs Lallner-Theaterstraße 15. Mm Ball Jeden Sonntag; Große« Orchester. Ansang Sonntag« 5 Uhr. A. ZameitaS. Sozialdemokratischer Wahlvereio für den IV. Berliner Reichstagswahlkreis Sonntag, den 19. April(ersten Osterfeiertag): n Große Matineen in folgenden Lokalen; Kellers FestsSlen(Inh. Freyer) Koppen-Strasse 29: & Konzert Konzerthaus„Sanssouci" Kottbuser Strasse 6: & Konzert Aaltreten des Berliner Ulk-Trio. Gesangv. X orddentsche Schleife. ErSflnong II Ubr.— Anfang pünktlicb 12 Uhr. Billett 80 Pf. Billett SO Pf. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ I Schöneberg. Sozialdemokratischer = Wahl verein.= Heute Sonntag(!• Osterfeiertag), in den Eäomen der„Neuen Rathaussäle", Meininger Straße 8; Walkotte- Kunstabend unter gütiger Mitwirkung der 15/30 Frau Margarete Walkotte, der Konzertsängerin Frl. Oiddern, Herrn H. Werkmeister vom Thalia-Theater, Herrn Goigenvirtuos Voß und am Flügel Herr L. Nitzsche. Anfang des Konzerts 6 Uhr. Eröffnung 5 Uhr. Programm 50 PI.— Garderobe 10 PI. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand* B ❖ Schwarzer fldkr Friedrichsberg I'""k,Ä:.c.hsö" Stadtbahnstatlon Frankf. Allee' Inh. 1 ßebV« AtVUhOlÜ« fe�sgr�riedrlohsberg�l�� Sonntag, den 19. April(1. Osterfeiertag): = Große Fest-Vorstellung.== („Kraft-Hrtiftenhlub Orten 190z.") Slontag. den SO. April(2. Osterfeiertag): 6r5ffnungs-Solrce der HpoMo-Sänger Anfang 6 Uhr. Nach der Vorstolluhg: Die Voratellungan der Apolls• Sänger finilon zwischen Ostern and Mittweoh nei gutem Welter im Garten, bei ungünstiger Witterung 3«! Tischler'Verein zu Berlin. E. II X'o. 89. Montag, den 20. April 1008(2. Osterfeiertag). in de» ncuerbmiten Arminhallen. Koinniandailtenstr. 58/59: Familien- Unterhai tu ngs- Abend. Konzert. Vorträge, Theater. Ball. Milwirlende: Berliner Theater-Eniemdle.Luftig' --- Eintritt 30 Pf. Anfang 6 Ehr. 198/12 Der Vorstand. »»•••••••••••••••»•• "o.os„Markgrafen-Säle" 48-/'!! Ind. Bormann Schölt», Ilarkgraiendamm Z4,a.d. Stralauer Allee, jeden Senntag Ibeater und Spezialitäten sowie grober Sa»:: leden Mittwoch Theater-Abend der Berliner Volksbühne und Freitanz Säle von 100 bis 1000 Personen zu Festlichkeiten und Versammlungen:: Vereinszimmer:: Zwei Kegelbahnen noch einige Tage frei. 91nf7pnspp Ärmanns Snsel- Restaurant | lUlAlillOtoUe 3ee{t<81. gtiijuber A. fciieshoit. Seestr. 81. _ Haltestelle der Straßenbahn.Linien 11 und 12.» An den Ofter-Feiertagen: Lroßos KsnasrK. Im«aal und Vai champetre: Tann. Kaffcetiiche von 2 Nhr an geöffnet.— Zwei verdeckte Kegelbahnen. - Volk.betnMtlgungcn,- Sorussia-TestsäleÄÄi7 gftf- Jeden Sonntag u. Donnerstag: Groller Ball. Vier Säle (100 bis 1000 Perlenen) für Vereine, Hochzeiten, Versammlungen unter kulantesten Bedingungen, 8 Verelnszimmor einige Tage frei. Amt HI, 2671. Großer Naturgarlen, 600 Personen fassend, zu Sommerlesten za vergeben.* yerhandshatis der pastmirtsgelittlfen. Bsstaurant ewerkschafts- � haus. � Engolufer 15. Oekonom: Paul KobuS. Berlin n, 24, Gr. 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Lach» mit Kaviarsauce oder Spinat mit Kotelette. Hammelkeule oder Kaldssricandeau. Kompott oder Salat. X Reicbbaltige Abendkarte. X Wocheniäglich: Grosser bürgerlicher Miiagsiiooheim.Kliri BBr* 2 franz. Billards, TBS Neu eröffnet:'' 2 Kegelbahnen mehrere Abende in der Woche frei! _ R.Augustin. Germania-PraclitSäle Chausseestr.>10. Karl Richter. 1. Osterfeiertag: Otto Steidl's Hamburger Siinger. VollstdgncueS Programm, Auf. 6'/, Uhr. Nachdem Familien. Kränzehen. 2. i�ikrjeici lag: Otlo Steidls Hamburger Sänger. Anfang 61/, Uhr, Eintr, 50 Pf. Anschlich, Familien- kränzchen.— Im weißen Saal von 5 Uhr: GroBer Ball. 3. Osterseicrtag, Ansang 7 Uhr: Grußer Ball. Jeden Mittwoch: Otto Steidl'e Hamburger Sänger mit Freitanz. SozialdemoMifcher Vahlverein des Vi. Berliner KeichstagZ-Nahlkreiies. Monfagv den 20* April— Zweifer Osterfeiertag: Neun große Matineen in folgenden Lokalen: Kronen-Brauerei, AitMoabit i?/« PharUS-Säle, MOHerstr. U2 Germania-Säle, chausseestr. no Cranz' Feslsäle, Kösiinerstr.s Balisebmieders Etablissement, Badstr. 16 Bernhard Rose-Thealer, Badstr. ss Franke(früher Schirm), Badstr. ,? Berliner Prater- Thealer, Kastanien-Allee 7—9 Fröbels Allerlei- Thealer, Scbönbauser-AIlee 148 Hitwirkende: 228/10» Volkssänger• Gesellschaften H. Anke, Strzelewicz, Schmelzer, Henry Balzd, Otto Steidels Hamburger Sänger, Apollo-Sänger, Steyrisches Jodler-Duett Renoit u. Huber, Berliner Ulk-Trio, Gnörich-Jescheck-Ensemble, Magarete Walkotte, Konzertsänger Herr Franz und andere Künstler und Spezialitäten. Gesangvereine: Liederlust II, Nord, Freier Männerchor, Nordwacht, Freiheit Nord. »sss Großes Konzert«««« Anfang pünktlich 12 Uhr.— Billetts 25 Pf. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Die Komitees* Gustav Behrens- Theater. Berlin W., GoltzstP. 9. Das phänomenale AnrO-Propnun Miß BelverhO mit ihren dressierten prBären.-9e Mexiko In Berlin.— Ein lustig. Witwer. Posten mit Gesang. 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Partei-?Zngelegenkeiten. Ostermatineen veranstalten die verschiedensten Parteivercine an den Feier- tagen. Die Veranstalter dieser Matineen haben die Absicht, den Genossen einige angenehme Stunden der Unterhaltung zu bieten. Um den Besuch dieser Veranstaltungen im wei- testen Maße zu ermöglichen, ist das Eintrittsgeld auf 20, 25 bezw. 30 Pf. pro Person bemessen worden. Bei Festsetzung dieser mäßigen Gebühr wurde natürlich vorausgesetzt, daß die Genossen die Matineen zahlreich besuchen möchten. In fol- genden Kreisen finden solche statt: 2. Wahlkreis. Montag, den 20. April(2. Osterfeiertag): Zwei Matineen in den Lokalen Kliems Festsäle, Hasen- Heide 13—15, Berliner Bockbrauerei, Tcmpelhofcr Berg. Mit- wirkende:„Spree-Athencr", Berliner Sänger-Gesellschaft (Direktion M. Zerner) und„Norddeutsche Sänger"(Direkion H. Zimmermann). Anfang pünktlich 12 Uhr. Eintritt 20 Pf. Billetts sind bei den Abteilungs- und Bezirksfllhrern, den mit Plakaten belegten Geschäften und an der Kasse zu haben. Z.Wahlkreis. Sonntag, den 19. April(1. Osterfeiertag), im großen Saale des„Deutschen Hofes", Luckauer Straße 15: Große Matinee. Konzert ausgeführt von Zivilberufs- musikcrn unter Mitwirkung von Frau Margarete Walkottc und des Humoristen Herrn Hans Fredy: am Flügel: Herr Bernhard Nitzsche. Ansang präzise 12 Uhr. Billett 30 Pf. Programm an der Kasse gratis. 4. Wahlkreis. Sonntag, den 19. April(1. Osterfeiertag): Große Matineen in folgenden Lokalen:„Kellers Festsäle" (Inhaber Freyer). Koppenstr. 29(Konzert; Auftreten des Berliner Ulk-Trio);„Konzerthaus Sanssouci", Kottbuser Straße 6(Gesangverein„Norddeutsche Schleife"). Eröffnung 11 Uhr. Anfang pünktlich 12 Uhr. Billett 30 Pf. 5. Wahlkreis. Sonntag, den 19. April(1. Osterfeiertag): Große Matinee in den„Musiker-Festsälen"(großer Saal), Kaiser-Wilhelm-Straße 18m. Konzert. Gesang, ernste sowie humoristische Unterhaltung. Anfang mittags 12 Uhr. Ein- laßkarte 25 Pf. 6. Wahlkreis. Montag, den 20. April(2. Osterfeiertag): 9 große Matineen in folgenden Lokalen: Kronen-Brauerei. Alt-Moabit 47— 49; Pharus-Säle, Mllllerstr. 142; Germania- Säle, Chausseestr. 110; Cranz' Festsäle, Kösliner Straße 8; Vallschmieders Etablissement, Badstr. 16; Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58; Franke(früher Schirm), Badstr. 19; Berliner Prater-Theater, Kastanien-Allee 7— 9; Fröbels Allerlei-Theater, Schönhauser Allee 148. Mitwirkende: Volkssänger-Gesvllschaften H. Anke, Strzelewicz, Schmelzer. Henry Balzch Otto Steidels Hamburger Sänger, Apollo- Sänger, Steyrisches Jodler-Duett Renoit und Huber. Berliner Ulk-Trio, Gnörich-Jescheck-Ensemble, Margarete Walkotte. Konzertsänger Herr Franz und andere Künstler und Spezialitäten; Gesangvereine: Liederlust II, Nord. Freier Männerchor, Nordwacht, Freiheit Nord. Großes Konzert. Anfang pünktlich 12 Uhr. Billetts 25 Pf. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Während wir sinnend dem Raunen entschwundener Jahre Herrschaften mit 77481 Dienstboten. Es wird nur freie Konsultation l lauschen, dringt ans dem Gewirre der Straßen das Brausen � des Arztes in der Sprechstunde(nicht zu Hause), ferner Zahnziehen [ der Weltstadt dumpf und verschwommen zu uns herauf. Das'- � eattert und tobt und faucht und ächzt und dampft, das kichert und brüllt und schluchzt wie ein toller Hexensabbat, und in wildem, gierigem, ruhelosem Jagen spielt sich hier der Kampf ums Dasein ab. Und aus diesem Höllenlärm dringen helle, frohe Llinderstimmen; auf dem staubigen, schmutzigen Straßendamm, zwischen holpernden Lastwagen, eilenden Rad- sahrern, rasenden Autos treiben die bleichwangigen Groß- stadtkinder ihr kindlich sorgloses Spiel. Was wissen sie von keimenden Saatfeldern, von sprudelnden Bächen, von Busch und Baum im zartesten Grün? Wohl blickt auch mal ein solches Kind nachdenklich zu der kahlen, schweigsamen Ulme empor, die jämmerlich zwischen den harten Steinen einge- klemmt ist und nicht weiß, wo sie bei den vielen Röhren, die den Boden durchziehen, ihre Wurzeln ausstrecken soll. Kaum, daß einige schüchterne Knöspchen an den Aesten sichtbar sind, während draußen, in Wald und Fluren, die Sonne schon überall die schönsten, jungfrischen Büschel hervorgezaubert hat.— Zur Lokalliste. Sein Lokal kurz»or den Feiertagen zurück- gezogen hat der Inhaber des Heinsschen GesellschaftshauseS, Herr Pengler in Biesdorf, Dorfstr. 30/31. Die Genossen wollen das bei ihren etwaigen OsterauSflügen streng beachten. In Schönelierg findet heute, �am 1. Osterfeiertage, nachmittags 5 Uhr, in den Neuen Rathaussälen, Meiningersttatze 8. ein Walkotte- Kunstabend, vom sozialdemokratischen Wahlverein veranstallet, statt. Die Mitwirkung tüchtiger Kräfte versprechen jedem Einzelnen einen genutzreichen Abend. Rixdorf. Die auf die LandtagSwahl bezüglichen äutzerft not wendigen Angaben sind leider von einer Anzahl UrWahlbezirken bis heute noch nicht gemacht worden. Die Bezirke werden deshalb er- sucht, diese Angaben schleunigst an den Obmann des Wahlkomitces gelangen zu lassen. Trcptow-Baumschnlenweg. Die Generalversammlung deS Wahl Vereins fällt am Dienstag, den 3. Feiertag aus und wird dafür am Dienstag, den 28. April stattfinden. Die Maifeier wird in diesem Jahre im„Parlschlötzchen", Köpenicker Landstratze, Ecke Parkstratze und in Speers Festsälen. Baurnschulenstr. 78, abgehalten. Billetts sind bei den Bezirksführern zu haben. Am 3. Osterfeiertag findet die Besichtigung deS BettiebeS der Dereinsbrauerei in Rixdorf statt. Treffpunkt nachmittags Vo4 Uhr bei Kliding, Nestauransi Baumschulenweg 67. Für Nachzügler um S Uhr. Haupteingang der Brauerei, Jägerstratze. Rege Beteiligung der Genossen ist erwünscht. Der Borstand. Teltow. Am Dienstag, den 21. ds. Ms., abends S'A, Uhr. findet im Lokal des Genossen W. Bonow, Zehlendorferstratze 4 die regelmätzige Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht:„Die Vorarbeiten zur Landtagswahl und Mai- frage". Genossen, agitiert für guten Besuch dieser Versammlung Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. Berliner JVachrichtm Osterglocken. Freundliche Erinnerungen tauchen vor unserem Blicke auf. Bilder aus der Kindheit, sonnige, poesieumwobene Bilder aus der südlichen Heimat, die selbst der rauhe, bittere Alltagskampf, das stete Ringen und Streben um ein hohes, lichtes Ideal, nicht ganz aus der Seele zu löschen vermochte. Ein kleiner weltabgeschiedener Ort, inmitten grünender Saat- felder und steiler Rebgelände, und von waldigen Höhen um- rahmt, wie ein zierliches Vogelnest ins liebliche Tal gebettet, das war die Welt unserer Kindheit und Spiele. Und freudig begrüßten wir das Auferstehungsfest der beglückenden All- mutter Natur nach dem langen, mürrischen Winter, und was die Hauptsache war: damals ließ es sich der Osterhase nicht verdrießen, für die liebe Jugend Eier zu legen, richtige, rot, blau und grün gesprenkelte Eier, die er dem eigens zu diesem Zweck in einem heimlichen Winkel des Speichers errichteten Neste anvertraute. Und das Moos zu holen, woraus das Nest bestand, war natürlich unsere Aufgabe, der wir um so williger nachkamen, als der Lohn ja am Ostermorgen todsicher und greifbar in dem improvisierten Moosneste zu finden war. Und verließen wir auch gleich schon vor Tagesgrauen die Federn, wir erreichten Gevatter Lampe doch nie, obwohl uns die Mutter mit der ernsthaftesten Miene von der Welt per- sicherte, daß der kleine Schelm in diesem Augenblicke zur Dachluke hinausgeflogen sei.— Vorbei und Krankenhauspflege gewährt, dagegen weder Arznei noch Krankengeld. Nach dem letztjährigen Geschäftsbericht fanden 6016 Dienstboten mit durchschnittlich 21 Tagen Aufnahme in Krankenhäusern. Acrztliche Behandlung begehrten 44 578 Dienst- boten mit durchschnittlich drei Konsultationen. Obwohl bei diesen Leistungen, die nicht entfernt an die Höhe derjenigen der Orts- krankenkassen heranreichen, die Verwaltung verhältnismäßig ein- fach sein muß, enthält der Rechenschaftsbericht recht wunderbare. mindestens auffällige Zahlenangaben. So figurieren unter den Ausgaben 775 M.„Krankenhausgratifikationen". Wer diese Zu- Wendungen erhält, ob etwa die Acrztc oder die Beamten, davon wird kein Sterbenswörtchen gesagt. Ferner sind 5000 M. als Ent- schädigung für den Aufsichtsrat gebucht, dem außer zehn anderen Herren als elfter der Reichstagsabgeordnete, Sanitätsrat Dr. Mug- dan angehört. Letzterer sprach bei geeigneter Gelegenheit im Reichs- tage über die Ausnutzung der Ortskrankenkassen durch hohe Ver- waltungskosten. Sehr richtig bemerkt dazu die„Krankenkassen- Zeitung", daß der Dicnstbotenvcrein mit rund 12 Proz. Ver» waltungskosten trotz vereinfachter Verwaltung hinter den ent- Arme Jugend! kein liebliches Bild, keine freundliche> sprechenden Kosten der Ortskrankenkasscn in keiner Weise zurück Erinnerung begleitet dich einst auf dem schweren, harten Lebensgang. Tieselben nackten, engen Höfe, in der die Kind- heit verkümmert, umschließt auch das Alter, und auf dem Straßendamm, dem Spielplatz der Jugend, eilt das Alter dem mühseligen, kärglichen Erwerb nach. Dröhnend, mit gewaltigen Schwingen verkünden von den Kirchtürmen die Glocken die Auferstehung des Erlösers. Und von der Kanzel herab schwätzen satte, zufriedene Hirten dieselbe Fabel den gläubigen Schäfchen, die alte wuchernde Fabel, mit der man nun schon über 2000 Jahre das darbende, geknebelte, ausgebeutete Volk auf das herrliche Jenseits ver- tröstet, dicwcil die reichen Prasser an der Tafel der Freuden sitzen und den Himmel gütigst den Armen überlassen. Nicht Osterglocken, sondern Sturmglocken braucht das kämpfende Proletariat, denn nur unter den Wehen einer kampfbewegten Zeit wird der neue Erlöser geboren. Sein Kommen wird die Auferstehung und die Befreiung des Proletariats sein. Verkchrsfragen. Das Urteil des Schiedsgerichts in Sachen der Großen Berliner contra Stadt Berlin befriedigt nur teilweise. Wie wir bereits mitgeteilt haben, geht der Schiedsspruch dahin, daß der Anspruch der Großen Berliner auf Schadenersatz, soweit er sich auf die Unterpflasterbahn Spittelmarkt— Schön- hauser Allee bezieht, zurückgewiesen wird. Dagegen wird der Straßenbahn ein Anspruch an die Stadt Berlin auf Ersatz desjenigen Schadens zuerkannt, der ihr durch den Betrieb der städtischen Nord-Südbahn erwachsen würde. Das Schieds- gericht ist von folgenden Erwägungen ausgegangen: „Der Klägerin(der Straßenbahn) war darin nicht beizu- treten, daß als Naturale aller Ileberlassungsverträge die Aus- schließlichkeit des Betriebs anzusehen sei; demzufolge ist bei dem Schiedssprüche von der Auslegung des zwischen den Parteien ab- geschlossenen Ueberlassungsvertrages auszugehen. Daß bei Ab- schlietzung dieses Vertrages der Vertragswille der Parteien dahin gegangen sei, die Klägerin gegen den Mitbewerb von Schnell- bahnen auch nur auf den ihr überlassencn Straßen unter allen Umständen zu schützen, erscheint ausgeschlossen, weil die Klägerin, obwohl ihr zur Zeit des Vcrtragsschlusses der Plan der Hochbahn und deren Linienführung bekannt war, dagegen weder Wider- spruch erhoben noch Berücksichtigung im Vertrage verlangt hat. Bei der Entscheidung erschien es angemessen, von den Rechts- sähen auszugchen, welche das Reichsgericht in dem Vorprozesse für die Auslegung von Ueberlassungsverträgen von der hier in Rede stehenden Art aufgestellt hat. Daneben war zu berücksich- tigen, daß in dem Ucberlassungsvertrage mit der Klägerin Be- klagte sich beträchtliche finanzielle Vorteile über das im Klein- bahngesetz vorgesehene Entgelt für die Straßcnbenutzung hinaus ausbedungen hat. Wägt man gemäß den vom Reichsgericht auf- gestellten Rechtssätzen das von der Beklagten vertretene öffent- liche Interesse und das finanzielle Interesse der Klägerin betreffs der Schnellbahn Spittelmarkt— Alexanderplatz— Schönhauser Allee-Ringbahnhof gegeneinander ab, so mutz davon ausgegangen werden, daß die ganze Linie ein einheitliches Unternehmen bildet und die Strecke Alexanderplatz— Ringbahnhof, welche für sich wohl einer anderen Beurteilung fähig wäre, ein notwendiges Glied derselben ist. Für die Herstellung und den Betrieb der ganzen Linie ist ein so dringendes Verkchrsbedürfnis anzu- erkennen, daß die finanziellen Interessen der Klägerin ihm weichen müssen. In bezug auf diese Linie war daher der Ersatz- anspruch der Klägerin um so mehr abzuweisen, als seine Durch- führung die baldige Inbetriebsetzung der Schnellbahn zu ver- hindern geeignet war. Für die Beurteilung des Ersatzentspruchs betreffs der Nord— Süd-Unterpflasterbahn kommt dagegen in Betracht, daß der Klägerin für die ganze Friedrichstraße, unter der diese Bahn zum großen Teile geführt werden soll, die städtische Zustimmung erteilt ist. und daß die Unternehmerin dieser Konkurrenzbahn gerade die Beklagte ist, welche von dem Betriebe der Klägerin eine sehr hohe Einnahme bezieht. Unter diesen Umständen fallen die finanziellen Interessen der Klägerin gegenüber dem Verkehrsinteresse hier entscheidend in die Wag- schale, und es muß bei billiger Auslegung des Vertrages die Bc- klagte für verpflichtet erachtet werden, mangels Verständigung über einen anderen wirtschaftlichen Ausgleich der Klägerin den Schaden zu ersetzen, der ihr durch den Betrieb der Nord— Süd- Unterpflasterbahn, und zwar gleichviel, inwieweit sie der Klägerin überlassene Stratzenstrecken benutzt, erwachsen wird. Die Entscheidung betreffs der Kosten rechtfertigt sich ourch die Anerkennung des Klageanspruchs betreffs der einen und seine Zurückweisung betreffs der anderen Linie, die Festsetzung des Wertes des Streitgegenstandes durch den Vergleicht mit der Fest- setzung des Wertes des Streites um die eine Linie Potsdamer Platz— Spittelmarkt in dem Vorprozesse. Soweit sich der Spruch auf die Fortführung der Hoch- und Untergrundbahn bezieht, war er die reine Selbstverständ- 'ichkeit, so daß hierüber kein Wort zu verlieren ist. Ebenso elbstverständlich wäre aber auch die Abweisung des Schaden- ersatzanspruchs bezüglich der geplanten städtischen Nord-Süd- Linie gewesen. Uns erscheint es geradezu absurd, der Großen Berliner nach dieser Richtung hin einen Entschädigungs- anspruch zuzubilligen, weil die Stadt Berlin auf ihrem eigenen Grund und Boden eine Bahn bauen will. Durch diese Entscheidung wird der Bau der städtischen Nord-Süd-Linie wieder sehr in Frage gestellt, da es eine Berufung gegen dieses Urteil nicht gibt. steht. Gegenüber dem zehnfach schwierigeren Verwaltungsapparat der Ortskrankenkassen ist in der Dicnstbotenversicherung der Ver- waltungskostensatz von 80 Pf. pro Kopf der Versichertne außer- ordentlich hoch. Daß in der von drei Revisoren bestätigten Bilanz die Prämienausstände am 31. Dezember 1907 genau 60 000 M. betragen haben sollen, ist ein höchst merkwürdiger Zufall. Nach einer exakten Bilanz sieht das gerade nicht aus. Auf der Tagesordnung der für den 23. April anberaumten Mitgliederversammlung steht u. a. ein Antrag der Rechnungs- revisoren, betreffend Aenderung der Entschädigung des Auffichts- rats. Man darf einigermaßen neugierig sein, ob die Herren für ihre kaum nennenswerten Bemühungen etwa noch höher entschädigt sein wollen. Von Herrn Dr. Mugdan, der gegen hohe Verwal- tungskostcn so sehr eifert, muß man natürlich voraussetzen, daß er seine Verwaltungstätigkeit im Dienstbotenverein bisher mehr ehrenamtlich aufgefaßt und ausgeübt hat! Oder nicht, Herr Mugdan?_ Pom Schwinden des Kindersegens in Berlin. Die Geburtenhäufigkeit hat in neuerer Zeit bedeutend nachge« lassen. Seit Jahrzehnten schon ist sie in einem Rückgang begriffen, den nichts aufzuhalten vermag. Das gilt für das ganze Deutsche Reich, im besonderen aber gilt es für Berlin. In Berlin ist die Zahl der Geburten heute an sich etwas höher als z. B. v o r d r e i ß i g I a h r e n. Vergleicht man sie aber mit der Bevölkerungszahl, die ja seitdem auf das Doppelte gestiegen ist, so ergibt sich, daß die Geburtenziffer Berlins inzwischen ziem- lich bis auf die Hälfte der damaligen herunter- g e g a ng e n ist. Im Jahre 1876 wurden in Berlin 46 293 Kinder geboren(einschl. Totgeborene), das waren reichlich 47 pro Tausend der durchschnittlichen Bevölkerungszahl jenes Jahres. Die Geburten- ziffer hatte hiermit den höchsten Stand erreicht, der in Berlin jemals beobachtet worden ist. Wie aber sieht es dreißig Jahre fpätcr aus? Im Jahre 1905 wurden hier 51300 Kinder geboren (einschl. Totgeborene), das waren nur 25—26 Kinder pro Tausend der Bevölkerungszahl des genannten Jahres. Das Jahr 1906 brachte eine kleine Steigerung, 53 372 Kinder(einschl. Totgeborene), knapp 26 pro Taufend der Bevölkerungszahl. Aber im Jahre 1907, aus dem ein vorläufiges Ergebnis schon mitgeteilt werden kann, ging die Zahl der Geburten schon wieder zurück auf nur 52 494 Kinder (immer einschl. Totgeborene), das sind nur noch 25 pro Tausend der Bevölkerungszahl des Jahres. Noch deutlicher tritt die Abwärtsbewegung hervor, wenn man nur die ehelich geborenen Kinder berücksichtigt und ihre Zahl Jahr für Jahr mit der jeweiligen Durchschnittszahl der in Berlin vorhandenen Ehefrauen vergleicht. Auch da fällt die höchste Ge- burtenziffer auf das Jahr 1876: die 40 302 ehelich geborenen Kinder jenes Jahres waren 240 pro Tausend der Ehefrauen, deren Zahl damals mit 167 725 ermittelt wurde. ES begann dann der Rück- gang der Geburtenziffer, der von da bis auf den heutigen Tag an- gedauert hat. Das Jahr 1905 brachte 42 673 ehelich geborene Kinder, das sind an sich mehr als die Neugeborenen aus 1876, sie sind aber nur noch 110 pro Tausend der nun vorhandenen Ehefrauen, deren Zahl für 1905 mit 388 968 ermittelt worden ist. Wir sehen, daß hier ein Rückgang auf bereits weniger als die Hälfte herauskommt, von 240 auf 110. Die diesbezüglichen Bc- rechnungen des Berliner Statistischen Amtes reichen noch nicht über das Jahr 1905 hinaus; doch ist als sicher anzunehmen, daß auch in 1906 keine Besserung, in 1907 aber eine weitere Verschlechterung eingetreten ist. Wir möchten den Rückgang der Geburtenziffer noch von einer anderen Seite aus beleuchten. Die Zahl der Geburten hat nicht Schritt gehalten mit der Jahr für Jahr wachsenden Bevölkerung»- zahl, noch mehr aber ist sie— wie wir sahen— zurückgeblieben hinter der gleichfalls Jahr für Jahr wachsenden Zahl der Ehefrauen. Da ist es nun sehr merkwürdig, daß bei den Erstgeburten und ähnlich auch bei den Aveitgeburten sich eine absolute Zu- nähm e zeigt, die nicht viel zu wünschen übrig läßt, während schon die Drittgeburtcn und mehr noch die Viertgeburten, die Fünftgeburten usw. sich absolut sehr beträchtlich vermin- d e r t haben. Für diese Betrachtung reicht das uns zur Verfügung stehende Zahlenmaterial nicht bis in die siebziger Jahre zurück. Wir wollen mit dem vorläufigen Ergebnis aus 1907 die Ergebnisse aus 1897 und aus 1887 vergleichen. Zwischen diesen drei Jahren liegen zwei Jahrzehnte, in allen drei Jahren war aber die Zahl der ehe- lichen Geburten ziemlich gleich. In 1887, 1897, 1907 wurden in Berlin 42 559, 43 045, 42 850 Kinder ehelich geboren. An diesen Gesamtzahlen waren beteiligt: 1887 die Erstgeburten mit 9992 die Zweitgeburten mit 8816 die Drittgeburten mit 6647 die Viertgeburten mit 4920 Neber den AbonnementSverein von Dienstherrschaften für kranke Dienstboten zu Berlin macht die neueste Nummer der „Deutschen Krankenkaffen-Zeitung" einige recht nette Bemerkungen. Hiernach umfaßte der Verein im vergangenen Jahre LI 792 Dienst. die Fünftgeburten mit 3571 die Scchstgcburten mit 2632 dieSiebentgeburtcnmit 1892 die Achtgeburten mit 1106 die Neuntgeburten mit 911 die Zehntgeburten mit 579 die Elftgeburten mit 340 die Zwölftgeburten mit 233 Die Zahl der Drcizehntgeburten. Vierzchntgeburtcn usw. nsw ist an sich so gering, daß bei Vergleichungcn der Zufall die Klarheit des Bildes beeinträchtigen kann; beispielsweise ergibt sich für die Dreizehntgeburten die Zahlenreihe 129, 138, 92, für die Vierzehnt- geburten die Zahlenreihe 74. 77. 74. Doch ist im ganzen auch hier das Bild immer noch klar genug. In den drei Jahren waren die Dreizehnt- bis Scchzehntgeburten beteiligt mit 271, 282, 216 Kindern, die Siebzehnt- bis Zwanzigstgeburten beteiligt mit 35. 24, 23 Kindern, darüber hinaus kommen nur noch Einzelfälle vor, bei denen jede Verglcichsmöglichkeit aufhört. In der oben mitgeteilten Zusammenstellung fällt sofort die bc- deutende absolute Zunahme der Erstgeburten auf, die Zahl der Erst- geburten war in 1907 um 43 Proz. höher als in 1887. Für die Erstgeburten kommen hauptfächlich die neuaefchlojfenm Ehe in Vc» kracht, die Hmifigkeit der Eheschließungen kann mithin als ein zwar keineswegs ganz fehlerfreier, aber doch annähernd richtiger Maßstab für die Häufigkeit der Erstgeburten gelten. Es wird sich aber empfehlen, hier den Durchschnitt der Ehcschliehungszahl zweier auf- einanderfolgendcr Jahre zu nehmen. Für 1886 und 1887 stellt dieser sich auf 11 386 Eheschließungen pro Jahr, für 1666 und 1667 ergeben sich durchschnittlich 23 276 Eheschließungen pro Jahr. Das macht für 1666/67 ein Eheschließungsplus(gegenüber 1886/87) uon 57 Proz., während für 1667 das Erstgeburtenplus(gegenüber 1887) nur 43 Proz. beträgt. Man sieht, daß sogar die Erst- g c b u r t e n. obwohl ihre Zahl absolut sehr stark zugenommen hat, doch relativ gleichfalls noch zurückgeblieben sind. Für die Zweitgeburtcn dürfte das noch mehr zutreffen; zahlenmäßig ist hier der NachiociS nicht ohne weiteres zu führen. Bei den Dritt. gcburten macht sich schon eine absolute Berminderung bemerkbar, von den Viertgeburten an tritt sie mit aller Deutlichkeit auf. Die Ursachen dieser Erscheinung können von mancherlei Art sein. Selbstverständlich spricht dabei die Frage mit, wie groß in den betreffenden Jahren die Zahlen der Ehen war, in denen überhaupt ein zweites, drittes, viertes usw. Kind hätte geboren werden können. Würde jemand eine allgemeine Verringerung der Zeugungs- bezw. Gebärfähigkeit annehmen wollen? Eher darf erwartet werden, daß die Neigung, die Kinderzahl zu beschränken, im Wachsen ist. Bei den Besitzenden ist die Beschränkung der Kinderzahl längst ein ziemlich allgemeiner Brauch. Allmählich hat aber auch die Arbeiterklasse mehr und mehr begriffen, daß Eltern, die eine schrankenlose Zahl von Kindern in die Welt zu setzen sich befleißigen, ihre und ihrer Kinder Lebenshaltung nicht verbessern. Dem Unternehmertum die nötigen Ausbeutungsobjekte und dem Staat ein ausreichendes Kanonenfutter zu liefern, das mag sehr löblich scheinen. Aber kein Mensch hilft einem Arbeiter und einer Arbeiterfrau, ihre Herde Kinder satt zu machen. Di«„Notstandsarbeiten", die von den Gemeindebehörden Berlins beschlossen wurden, kommen nun allmählich in Gang. Lange genug hat's gedauert, che überhaupt mit ihnen begonnen wurde. Ein Vierteljahr ist verflossen seit Einbringung jenes Antrages der sozialdemokratischen Stadtverordneten, der schleunigste Maß. regeln zur Linderung der herrschenden Arbeitslosigkeit forderte. Die freisinnige Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung hat dafür gesorgt, daß aus der Beratung des ihr unbequemen Not. standsantrageS nicht viel mehr als nichts herausgekommen ist. Der Beschlutz, den Müllbcrg an der Stralauer Allee wegzuräumen, war so ziemlich das einzige greifbare Er. gebnis, das übrig blieb. Aber selbst zu dieser unbedeutenden Maß. rcgel hätten die freisinnigen„Arbeierfreunde" unseres Rathauses sich noch nicht bequemt, wenn der Müllbcrg nicht ohnedies jetzt be- seitigt werden müßte. Die Bebauung ist dort in den letzten Jahren so weit vorgerückt, daß endlich auch das Gelände des Müllablade- Platzes freigelegt werden muß. Nach langem hin und her ist mit den AbräumungLarbeiten begonnen worden. Wenn aber erwartet worden war, daß dabei Hunderte von Arbeitern Beschäftigung finden würden, so wird jetzt wieder von dem Unternehmer, der glücklich den profitablen Auftrag ergattert hat. jene Hoffnung zu schänden gemacht. Nicht Hunderte von Arbeitern, nur ein paar Dutzend sind bisher von ihm eingestellt worden. Ihm selber wäre wirklich nicht damit gedient, wenn er genötigt würde, eine größere Zahl einzustellen. Je weniger Arbeiter er beschäftigt, desto leichter kann er sie„im Zaum halten". Werden sie ihm zu„begehrlich", so schüchtert er sie ein mit dem Hinweis auf die Reservearmee, die draußen wartet und bereit ist, sofort an die Stelle der Entlassenen zu treten. Geregt hat sich die„Begehrlichkeit" sogar schon unter den paar Dutzend Leute», die bisher in dem Müllhaufen umherbuddeln durften. Ihr Stundenlohn betrug anfangs 35 Pf., das ergab bei zehnstündiger Arbeitszeit einen Tagclohn von 3,50 M. Im Rathause war es von den Sozialdemokraten als selbstverständlich bezeichnet worden, daß man dem Unternehmer nicht gestatten dürfe. aus der Not der Arbeitslosen sich durch Herabdrückung der Löhne einen Extraprofit zu schaffen. Es wurde gefordert, ihn zur Zahlung eines Mindestlohnes zu verpflichten. Dabei wurde natürlich an einen Lohnsatz gedacht, der über diese 3,56 M. erheblich hinausginge. Leider ist dem Unternehmer keine Verpflichtung dieser Art auf» erlegt worden. Er hat sich dag zunutze gemacht und die Arbeiter zunächst mit 3,50 M. abgespeist. Erst als die Arbeiter selber energisch einen höheren Lohn forderten. setzten sie es durch, daß 46 Pf. pro Stunde bewilligt wurden. Die Arbeit, die dafür geleistet werden muß, ist überaus an- strengend. DaS Müll, das dort seit vielen Jahren lagert, ist im Laufe der Zeit so fest und zäh geworden, daß mit dem Spaten oder der Gabel gar nicht durchzukommen ist und mit der Picke vor- gearbeitet werden muß, um die verschlackte Masse zu lockern. Viele der Leute, die sich zu dieser Arbeit anbieten, sind wohl überhaupt nicht fähig, sie zu leisten. Wer von vornherein nicht danach aus- sieht, daß er sich dazu eigene, wird kurzerhand abgewiesen. ES ist auch schon vorgekommen, daß Arbeiter, die sich rastlos abrackerten. aber als nicht leistungsfähig genug erkannt wurden. schon nach etlichen Stunden abgelohnt und erbarmungslos wieder entlassen wurden. Ungeachtet der Schwere der Arbeit sind den Arbeitern sogar noch Ucberstunden zugemutet worden. Die Weigerung, sie zu leisten, wurde beantwortet mit der Drohung, daß die nicht Gefügigen am anderen Tage nicht weiter- beschäftigt werden würden. Auch das Verfahren, das von dem Unternehmer bei der A u S. Zahlung des Lohnes befolgt wird, ist Gegenstand der Un. Zufriedenheit. Arbeiter, die feit Wochen und Monaten ohne Be- schäftigung und Verdienst gewesen sind und Entbehrungen haben ertragen müssen» sollte man nicht eine volle Woche auf ihren sauer verdienten Lohn warten lassen. Sie haben ein Recht auf tägliche Lohnzahlung oder auf Gewährung eines Vorschusses. Aber da draußen auf den Müllbergen der Stralauer Allee muß wohl erst einer vor Hunger umfallen, ehe er von seinem längst erarbeiteten Lohn ein paar Groschen Vorschuß kriegt. Viele sind genötigt, bei den benachbarten Gastwirten Schulden zu machen, die hinterher von dem Lohn bezahlt werden. Alles in allem: es sieht fast so aus. wie wenn der Unternehmer, dem die Abräumnng des MüllbergcS übertragen worden ist. es förmlich darauf anlegt, die Arbeitslosen Berlins von dieser Arbeitsgelegenheit Wegzugraulen. Es ist ihm zur Bedingung gemacht worden, nur Einwohner Berlins zu beschäftigen und nur solche, die mindestens drei Monate in Berlin gearbeitet haben. Die Schachtmeister haben aber bereits geäußert, daß nach Ostern wohl Arbeiter von außerhalb würden eingestellt werden müssen. Wahrscheinlich wird man mit der Be- hauptung hervortreten, daß die Berliner Arbeitslosen„keine Lust zur Arbeit" haben oder doch„zu anspruchsvoll" seien. Die Notstandsarbeiten an der Stralaucr Allee werden, so fürchten wir, den Arbeitslosen Berlins keine Reichtümer in die leeren Taschen tragen. Sie sind bei dem Verfahren, das der Unter- nehme r dort befolgen darf, geradezu ein Hohn auf daß Wort„Rot- standsarbriten". Die„Selbstkosten" der Steinsehmeificr. Auf unsere Notiz in der Nr. 86 des„Vorwärts":„Ernte der Ringunternchmer" veröffentlichte dieser Tage die..Volkszeitung" eine offensichtlich aus dein Bureau des Ringes der Steinsetzmeister stammende Erklärung. ES wird da behauptet, daß die ftüheren preise meistens nicht den fünften Tei! der Selbstkosten gedeckt hätten. Auch jetzt— trotz des Ringes— fei es„in Wirklichkeit noch nicht einmal gelungen, die Preise auf die Selbstkosten zu heben." Hierzu einige Beispiele: Im Sommer vorigen JahreS wurden mehrere Steinsetzmeister aufgefordert. Offerten abzugeben für die Regulierung und Befestigung des Schulhofes und des Bürgersteigcs für den Neubau der Gemeinde- schule in Lichtenberg. Die geforderten Preise waren aber so hoch. daß sie auch dem Gemeindebaumeister auffielen. Es wurde nun noch ein Unternehmer aufgefordert: dieser gab ein ganz be- deutend niedrigeres Angebot ab uns verdiente an der Arbeit — Objekt etwa 2566 M.—. die in etwa zwei Wochen fertig war— netto die Hälfte. Die Pflasterung deS Weißenseer Weges in Lichten- berg war öffentlich ausgeschrieben. Auch hier verlangten die koalierten Steinsetzmeister solche Preise, daß die ganze Submission verworfen wurde. Die Pflasterung wurde dann einem Unternehmer übertragen, der um etwa ein Drittel billiger war, als die im Ring vereinigten Steinsetzmeister, und dieser Unternehmer hat auch noch gut verdient.— Bei einer Submission im Kreise Ruppin waren die Preise— infolge vorheriger Vereinbarung der Unternehmer— so hoch, daß sämtliche Angebote verworfen wurden. Nachdem die« bekannt gen, acht war, erbot sich der Unternehmer Z. in Neu-Ruppin— welcher auch dein Ringe der Steinsetzmeister angehört— von seinem An- gebot 46 Proz. nachzulassen. Dieser Nachlaß machte etwa 36 666 M. aus. In Berlin selbst stellten die Ringunternehmer bei der Vcr- gebung der Pflasterarbeiten derartig hohe Forderungen, daß die Tiefbaudeputatton der Ansicht zuneigte, die Steinsetzerarbeitcn in eigener Regie ausführen zu lassen. Es wurde eine diesbezügliche Borlage ausgearbeitet. Als die Ringunternchmer dies erfuhren, setzten sie ihre Forderungen so erheblich herab, daß nunmehr die ursprüngliche Absicht auf Einführung der eigene» Regie wieder fallen gelassen und zu den herabgesetzten Preisen abgeschlossen wurde. Die Brandstelle der alten Garnisoakirchr war am Karfreitag das Ziel vieler Berliner. Von früh bis spät strömten die Menschen von allen Seiten herbei. Im Befinden der erkrankten Feuerwehrmänner Hoppe, Fehrmann, Glcnnewinkel und Hahn, der Oberfeuermänner Rothe und Binde! ist die Besserung von Dauer gewesen. Hoppe befindet sich noch in der Charitü und dürfte, wenn die Besserung weitere Fortschritte macht, in einigen Wochen nach Heilung der Knochenbrüche ent- lassen werden. Gestohleae Osterbraten. Die Einbruchsdiebstähle in den Laubenkolonien haben in der letzten Woche einen ganz ungcwöhn- lichen Umfang angenommen. Die Täter hatten es hauptsächlich auf die Diebstähle von Geflügel abgesehen. Es dürfte wohl kaum eine Laubenkolonie um Berlin herum geben, in der nicht min- bestens ein Einbruchsdicbstahl verübt wurde. Hunderte von Hüh- nern und Tauben und auch Kaninchen wurden gestohlen. Zumeist sind die Tiere an Ort und Stelle abgeschlachtet worden. Ganz be. fonders wurden die um Rixdorf herum liegenden Kolonien heim- gesucht und so mancher FcsttagSbraten fiel den dreisten Dieben zur Beute._ Opfer des Straßenverkehrs. Unter die Räder einer Automobildroschke geriet in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend der Brauereiarbeiter Bruno Fiebel, Kolbcrger Straße 32, wohnhaft. Von seiner Arbeitsstelle kommend, passierte er die Prinzenallce und wollte an der Bellermannstraße den Fahrdamm überschreiten. Indem er einer herannahenden Automobildroschke auswich, geriet F. gegen einen zweiten der- artigen, aus entgegengesetzter Richtung kommenden Kraftwagen, dessen Annäherung er nicht bemerkt hatte, und wurde überfahren. Der Chauffeur bracht« den Verunglückten»ach der Unfallstatton in der Badstrahe, wo der anwesende Arzt feststellt«, daß Fiebel Brüche beider Unterschenkel und schwere innere Verletzungen erlitten hatte. Er wurde nach dem LazaruS-Krankenhaufe übergeführt. Zum Knabcnmorb wird weiter gemeldet: Die Ermttteltmgen der Kriminalpolizei geben ein immer schärferes psychologisches Bild des Mörder Heiders, so daß kein Zweifel mehr bestehen kann; es handelt sich um einen typischen Fall von Sadismus. ES steht jetzt fest, daß Heider, der noch vor einiger Zeit als Portter im Nestau- rant Fürst Bülow in Stellung war, dort häufig Amvandlungen be- kam, m denen er seine sadisttsche Grausamkeit betätigte. So hat er als Fahrstuhlführer häufiger Personen im Fahrstuhl eingesperrt und stundenlang in hilfloser Lage jammern lassen. Er ergötzte sich an ihrer Aufregung, und trotz häufiger Tcttoarnungen ließ er nicht nach, auf diese Weise seinen Grausamkeitsgelüsten zu frönen. Es kam schließlich so weit, daß er aus der Stellung entlassen wer- den mußte, zumal noch andere Dinge vorgekommen waren, die eine Weiterbeschäftigung unmöglich machten. Er hatte nämlich im Keller des Restaurants chemische Versuche gcniacht. und zwar mit so scharfen Säuren, wahrscheinlich Natriumverb-indungen. die bei einem zufälligen Platzen der Flasche daS Holzwerk in hellen Flammen fetzten. Die Chemikalien hatte er teilweise in einer Apotheke und teilweise in einer Drogerie gestohlen. Bei weiterer Durchsuchung seiner Wohnung fanden sich auch eigentümliche Steine mit Explo- sionSflöchen, über deren Verwendung die Kriminalpolizei eine sichere Kenntnis noch nicht geivonucn hat. Das Hcider den Knaben Blecher in seiner Wohnung ermordet hat, darüber besteht nach den Feststellungen, die der Gerichtsarzt Dr. Strauch gemacht hat, jetzt nach keiner Richtung hin mehr ein Zweifel. In der Asche, die sorgfältig auS der Feuerstelle des Kachel- ofens gekratzt wurde, fanden sich.nachdem sie gesiebt war. Knochen- splittec, die ohne weiteres als von Menschen herrührend erkannt werden konnten. Ferner, und das ist gravierend, endteckte der unter- suchende GcrichtSarzt Stiefelknöpfe, die zu den Stiefeln des Knaben Vlecher gehörten, über deren Existenz clinvandsfreic Zeugnisse vorliegen. Bekanntlich war bereits festgestellt, daß der ermordete Knabe an dem fraglichen Tage zerrissene schtvarze Knöpfstiefel trug. Auch deutlich erkennbare Reste der grauen Hose, über die gleichfalls verläßliche Zeugenaussagen voxliegen, wurden der Brandstätte des Kachelofens entnommen. Verbramitc Fleischreste konnten ebenso mit unweigerlicher Sicherheit ermittelt werden. Wie uns auS der Heimstätte HeinerSdorf mitgeteilt wird, sind die Behauptungen, Heider habe sich während feines dorttgen Auf- enthaltS durch besondere Roheiten bemerkbar gemacht, unzutreffend. Heidcr hat sich dort ruhig und verständig benommen, still für sich hinaclebt und den Schwestern keinen Anlaß zu Klagen gegeben. Auf Wunsch dortiger Patienten nehmen wir von dieser Feststellung Notiz, die nicht etwa im Interesse Heiders geschrieben ist. sondern im Interesse der Wahrheit und Objektivität und der Anstalt. Durch einen brennenden Personenwagen wurde auf der Ostvahn eine Betriebsstörung herbeigeführt. Bei einem mit Urlaubern be- setzten Militärzug hatte sich an einem Personenwagen die Border- achse warmgelaufen und hinter Hangelsberg schlugen die hellen Flammen an dem Waggon empor. Der Zug fuhr noch bis Fürsten« walde. woselbst der Brand mit leichter Mühe gelöscht werden koimte. Der betreffende Mafien wurde ausrangiert, wodurch eine Verkehrs- stvrung von etwa einer halben Stunde herbeigeführt wurde. Ein verdächtiger Freund der Arbeiterbewegung. Von verschiedenen Besuchern der vom Monistenbund veranstalteten Vorttäge wird unter Bezugnahme auf die in der Freitagönummcr unter obiger Spitz- marke veröffentlichten Nottz ergänzend und berichtigend mitgeteilt, daß der Leiter der VorttagSabende nicht Herr Dr. Körbcr. sondern Dr. phil. Walter Vielhaber war. der sich in der von uns kritisierten Weise ausließ. Auch habe sich an diese Auslassungen eine Diskussion angeschlossen, in der Herr Dr. Vielhaber und Freunden vom Monisten» bund gesagt worden sei, daß sie der Sozialdemokratie beitreten müßten, wenn sie wirkliche Freiheitskämpfer sein wollten. Ein tödlicher Unfall ereignete sich gestern morgen in Eichkamp. Dort war der Dachdecker Emil Neumann mit Arbeiten auf dem Wasserturm einer Eisenbahntoerkstatt beschäftigt, als er plötzlich aus einer Höhe von SS Meter abstürzte, Der Aermst/ vor sofort tot. Aufsehen eKegke am Karfreitag früh �>16 Uhr in der Andrea?» straße ein Mann, der im Adamskostüm durch die Straße eilte. An- scheinend geisteskrank, entledigte sich der Mann gegenüber der Markthalle seiner Kleidung und ging nackend die Andreasstraß« entlang nach dem Grünen Weg zu. Obwohl die Gegend sehr belebt ist und sich bald eine große Menschenmenge ansammelte, war kein Schutzmann zu sehen. Passanten brachten den Unglücklichen in einen Hausflur und kleideten ihn notdürftig an. Endlich erschien ein Schutzmann und ein Kriminalbeamter, fesselten den Menschen und fuhren mit ihm in einer Droschke davon. Wären sozialdemo- kratische Manifestanten durch die AndreaSstraße gezogen, wir wetten: Dutzende von Schutzleuten wären dagewesen. Ein tödlicher Strasienbahnunfall hat sich am Donnerstag abend in der Karlstratze ereignet. Der in der Nürnberger Straße 58 wohnende, 61 Jahre alte Reittier Moritz Münzer wollte an der Straße am Zirkus den Fahrdamm überschreite», als ein Straße». bahnwagen der Stadtringlinic herankam. M. hatte jedenfalls die Entfernung nicht richtig bemessen, und gedachte noch vor dem Waggon über das Gleis zu kommen. Dies gelang ihn» aber nicht. Der Rentier wurde von der Plattform erfaßt, niedergerissen und kam in einer so unglücklichen Lage unter die Vorderplattform, daß ihm die Füße gegen die Brust gepreßt wurden. Münzer, der«inen schweren Schädelbruch erlitten hatte, wurde zunächst nach der Rcttungstvache in der Ziegelstrahe und von dort auf seinen Wunsch nach seiner Wohnung übergeführt. Hier ist er in der Nacht zum Charfreitag gestorben. Den Straßenbahnfahrer trifft nach Zeugen. aussagen an dem Unglücksfall keine Schuld. Am ersten Osterfeiertag abends 5 Uhr veranstaltet der Gesang. verein„LiedcSfreiheit I"(M. d. A.-S.-B.) in der„Königs- bank". Er. Frankfurter Straße 117, ein volkstümliches Vokal, und Jnstrumentalkonzert. Im Thalia-Theater geht an beiden O st e r fe i e r t a g e n und dann täglich abends der neue erfolgreiche Schwank mit Musik:„Die Brunncn-Nymphe" in Szene. Die studentischen Unterrichtskurse für Arbeiter und Arbeite» rinnen, die im vergangenen Semester zirka 1866 Hörer zählten. wollen den Hörern, besonders älteren Arbeitern, die nicht mehr die Fortbildungsschule besuchen können, zu einer gründlichen AuSbil- dung in den elementaren Unterrichtsfächern, in Deutsch, Rechnen, Geometrie. Geographie und Schönschreiben Gelegenheit bieten. Ter Unterricht wird von Studenten der Berliner Universität erteilt. Das Unternehmen wird geleitet durch eine aus ihrer Mitte gebildete Kommission unter Mitwirkung von Vertrauensleuten der Hörer. Jeder Kursus findet wöchentlich einmal statt in den Abend. stunden von 8—16 Uhr. Für Bäcker, Buchdrucker und andere Be- rufe mit Nachtarbeit sind einige Kurse in den späten Nachmittags. stunden eingerichtet. Beginn des Unterrichts am 4. Mai. Ende in der zweiten Woche des August. Zur Deckung der Unkosten wird für jeden Kursus ein einmaliger Beitrag von 56 Pf. erhoben; außerdem in einigen Kursen für Lehrmaterial 25 Pf. Die Bezahlung des Kursus» geldcs und der Lehrmittel muß bei der Anmeldung erfolgen. Die Kurse finden statt im Gebäude des ZentralarbeitSnachweiscs, Rüaerstr. 6, in der 63. Gemeindcschule. GipSstr. 23»(5 Minuten vom Bahnhof Börse), in der Friedrich.Äerderschen Oberrealschulc, Niederwallstr. 12(am Spittelmarkt) und in der VIl. Realschule, Mariannenstr. 47(am Hcinrichsplatz). Die Anmeldungen zu allen Kursen(auch denen der Gipsstraße, Niedcrwallstraße und Mariannenstraße) werden am 27., 28., 26. April, abends 8— 6'ch Uhr Rückerstr. 6, linker Seitenaufgang, parterre(Kantine) entgegengenommen. Die Hörer deS vorigen Halbjahres können sich schon am 23. und 24. April, abends 8 bis 9V£ Uhr, melden, damit sie den Kurs, den sie belegen wollen, nicht besetzt finden. Schriftliche oder spätere Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Doch können sich diejenigen, die an den An- mcldungsabenden verhindert sind, zu kommen, durch Bekannte an- melden lassen. Ausnahmsweise werden auch noch bei der Hörer- Versammlung, die am Donnerstag, den Ä). April, im großen Saale des Zentralarbeitsnachweises, Gormannstt. 13, stattfindet und bei der die Teilnehmer nähere Mitteilungen über die Art des Unterrichts und die Organisation deö Unternehmens erhalten, An- Meldungen entgegengenommen— nicht aber an den Unterrichts- abenden. Außer den Kursen finden gelegentlich Theaterbesuche, Museumöführungen und Ausflüge statt. Anfragen und schriftliche Mitteilungen sind zu richten an den Vorsitzenden des Arbeitcrausschusses. Herrn Ernst Schmidt. O 17, Langestr. 66, IV, bei dem auch Programm« in beliebiger Anzahl—. auch auf schriftliche Bestellung zu haben sind. Eine Kaninchen-AuSstcllung ist am Karfreitag im Schulzeschen Etablissement, Kommandantcnstr. 26, eröffiiet ivorden; sie wird bis zum 21. April(3. Osterfeiertag) noch offen gehalten werden. Die im Berliner Aquarium eingetroffenen Sendungen führten dieser biologischen Schauanstalt gegen 36 verschiedene Tierarten zu, Vertreter aller größeren Gruppen des Tierreiches von den Rcp- tilien und Fischen an bis zu den Pflanzenticreii. von denen uns nur der Eingeweihte sagen kann, ob wir wirtlich ein Tier oder aber eine Pflanze vor uns haben. Zu diesen merkwürdigen Lebe- wescn gehört ein zum crstenmale aus der Nordsee hierher gc- brachter Ouellcnpolyp aus der Gattung Sertularia, deren Volks- tümliche Benennung„Seemoos" schon andeutet, daß der Laie diesen gelblichen oder horngrauen, fein verästelten, in der Gestalt eines zierlichen Nadelbäumchens etwa fußhoch von feiner Muschel- oder Stcinunterlage aufragenden Stock als eine Pflanze ansieht, während er in der Tat einer der reizendsten, feinstgegliedertcn Polypenstöcke ist. der mit den Korallen, Quallen, Blumenpolhpcn und anderen zu ein und demselben Tierkreis gehört. Bevor das „Seemoos" in den Handel kommt, wird cö aus chemischem Wege grün gefärbt. Aus dem Bereich der Blumentiere selbst ist eine stattliche Goldrose oder CcreactiS mit schön rotem Körper und langen, fingerförmigen, rotgespitzten Fühlern und eine durch far- bige Ringe angenehm auffallende Aiptasia besonders hervorzuheben. Za rekognosziere». Das kgl. Polizeipräsidium teilt mit: Am 10. dieses Monats trank eine dem Arbeiterstande an« gehörige Frau, welche sich Laura Schröder nannte, vor der Hedwigskirche in selbstmörderischer Absicht Salzsäure und verstarb ipäter in der Eharitö. Die Verstorbene ist 45 bis 53 Jahre alt. 1,66 Meter groß, mittel, hat dunkelgrau meliertes Haar, rundes Gesicht, dunkle Augenbrauen und ist bekleidet mit schwarzem wollenen Kopftuch, weißem Beinkleid, blau und grauem Rock, gelblich braunem Unterrock, schwarzer Taille, dnnkelgraucm Wintermantel und Jacke, wollenen schwarzem Kragen, bunten Struinpsbälidern, grauen zcr- rissenen Slrümpsen und gelben defekten Schnürstiefeln. Personen, welche über die Verstorbene Auskunft geben können, wollen sich zu 2265 IV. 53. 68 im Polizeipräsidium. Zimmer 249 melden. Im Wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt in dieser Woche der Bortrag„Eine Nilfahrt bis zum zivcitcn Katarakt", welcher mit zahlreichen farbigen Bildern und Wandelpanoramen ausgestattet ist. am Sonntag, Montag. Mittwoch und Freitag zur Darstellung; am Dienstag, Donnerstag und Sonnabend wird der ebenfalls mit farbigen Bildern und Wandelpanoramcn erläuterte Vortrag„Kairo und die Pyramiden" wiederholt. Außerdem finden noch ain Sonntag, dem ersten Osterfeiertag, Dienstag, Mittwoch und Sonnabend Nachmittagsvorstellungen zu kleinen Preisen statt, und zwar wird der Bortrag„Ueber den Brenner nach Venedig" gehalten werden.— Im großen Hörsaal der Urania-Sternwarte m der Jnvalidenftratze spricht am Montag, dem zweiten Osterfeiertag, abends 8 Uhr, Herr Privatdozcnt Dr. Ristenpart über„Die Wunder der Sternenwelt". Feuerwehrbericht. Die Brandstiftungen und Dachstuhlbrände haben in Berlin aufgehört. Die Feuerwehr erfreute sich in den letzten Tagen einer verhältnismäßig großen Ruhe. Sie wurde nur ao ebtem Dutzend vekner« Feuer alarmiert. II. a. nach dem ReichStagZufer IS, wo Bretterwände, Hausrat usw. brannte und die Wehr Wasser geben mutzte. Weitere Alarme liefen aus der Alexanderstraße 63, wo ein Keller brannte, aus der Gaudhstratze 8, vom Lausitzcr Platz 12a, aus der Mariannenstraße 2, Kopenhagener Strotze 1, Putbuser Straße 21, Turmstratze 18. Kesselstratze 8, Boxhagener Chaussee IS. Stephanstratze 60 und anderen stellen ein. Vorort- ISacbricbtem Lichtenberg. EtatSberatuug. Später als sonst zulässig hat die Siadiverord- Netenversammlung mit der Beratung de» ersten Haushaltsplans beginnen können. Am 14. April ist der Etatentwurf mit seinen Nebencntwürfen und einer großen Anzahl von Petitionen an den aus S Mitgliedern bestehenden Rechnungsausschutz, dem unsere Parteigenossen Düwell, Eisenstädt und Spicckerman angehören, überwiesen worden. Der Ausschutz wurde für die Etatsberatung um 8 Mitglieder, darunter Gen. Grauer, verstärkt. Der zweite Bürgermeister Unaer vertrat den Entwurf des Magistrats in längerer Rede, dabei aus die großen Aufgaben der Stadt hin. loeisend. Von der sozialoemokratischen Fraktion brachten die Ge- nassen Düwell und Grauer die Hoffnungen und Wünsche zum Etat zum Ausdruck. Genosse Düwell wies im besonderen auf den Opti- miSmuS hin, dem sich die Mitglieder des Magistrats, die allerdings als Glieder der besitzenden Klasse die schwere Not der Zeit nicht in dem ganzen Jammer zu erfassen vermögen, bei der Aufstellung des Entwurfs, im besonderen des Steuersolls, hingegeben haben. Tie der Stadt obliegenden sozialen Pflichten, ebenso die Entlohnung und Fürsorge der Angestellten, der Lehrer, der städtischen Arbeiter und so weiter, die der Redner im einzelnen anführte, haben nicht die notwendige Berücksichtigung gefunden. Die Finanzgebarung der Stadt bezeichnete der Redner als reformbedürftig und rief mit seinen sachkundigen Ausführungen die beiden Bürgermeister zu wiederholten Entgegnungen auf den Plan. Genosse Grauer brachte dann im besonderen die nun beendete Vcrfassungsreform der Gemeinde im Zusammenhang mit den auf- reizenden Zahlen der ersten Stadtverorduetenwahlen zur Sprache, besprach die Sinnlosigkeit des Hausbesitzerprivilegs und kündete einen Antrag der Sozialdemokratie an. in dem die Staatsregierung ersucht werden soll, für die Kommunalwahlen das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht ohne Unterschied des Geschlechts an alle Angehörige der Gemeinde bei den zuständigen Körperschaften zu beantragen. Die bevorstehende Landtagswahl gab dem Redner Per- anlassung, die Bedeutung der Zusammensetzung des Abgeordneten» Hauses für die Gemeinde und deren Entwickelung zu besprechen, auch hier auf die Pflicht der Stadtverordneten und des Magistrats hinweisend, jedes Bestreben zu unterstützen, das den Staatsbürgern ein wirkliches Wahlrecht zu sickern geeignet ist. Der Redner gab der Erwartung Ausdruck, daß der Magistrat zunächst die Urwahl» bezirke sofort bekanntgeben und auch die Wahlzeiten bei der Frist» wähl so festlegen wird, daß jedem Wähler die Beteiligung an der Wahl möglich ist. Zum Schluß besprach der Redner noch die An. gelegenheit de» Kanalisationszweckverbandes in der 100 060 Mark» affäre und unterzog die Stellungnahme der Lichtenbcrger Ausschuß. Mitglieder einer scharfen Kritik, wobei er dieselben aufforderte. ihre Mandate niederzulegen. Bezeichnend für die.liberalen" Mit- gliedcr der Stadtverwaltung war es, daß nicht ein Stadtverordneter auf die Wahlrechtsfragen einging, während der erste Bürgermeister sich vorbehielt, zu diesen Fragen bei Beratung der angekündigten Anträge Stellung zu nehmen. In der Zweckverbandsfrage lehnten die Mitglieder des Ausschusses die Amtsniederlegung ab mit der von Herrn Stadtrat Glaschke vorgetragenen Erklärung,„daß ja schon so mancher Wunsch des Stadtverordneten Grauer nicht er- füllt worden wäre, auch dieser könne sich den nicht erfüllten Wünschen anreihen". Auch ein Standpunkt. Der erste Bürger» meister gab zu, daß der Versuch der Uebervorteilung gemacht sei, aber die Verwaltung glaube, alles getan zu haben, die Schädigung hintenanzuhaltcn. Auch zu dieser Frage schwiegen die Herren der Majorität sich vollständig aus. In den Lorstand der Städtischen Sparkasse ist nicht Genosse Düwell. sondern, wie unö mitgeteilt wird, Genosse Seikel gewählt. Rixdorf. Schwer verunglückt ist der 31 Jahre alte Zuschneider Bruno Dalkcwitz, Hermannstr. 67. D. hatte einen Straßenbahnwagen der Linie 29 bcnützt. in der Hermannstraße wollte er den Wagen ver- lassen. Etwa 1b Schritt vor der Haltestelle sprang er von der Vorderplattform während der Fahrt ab. Er glitt dabei aus und kam zu Fall. Unglücklichcriveise blieb er mit den Kleidern an der Plattform hängen und infolgedessen wurde er eine Strecke mit. geschleift. Schwerverletzt wurde der Verunglückte unter dem Wagen hervorgeholt und in einer Droschke nach dem städtischen Kranken» hause gebracht. Außer schweren Brust» und Rückenquetschungen hat D. einen schweren llnterschenkclbruch erlitten. Ein aufregender Vorfall spielte sich gestern nachmittag in der Kaiscr-Friedrich-Straße ab, woselbst nur durch die Aufmerksamkeit eines Straßenbahnfahrers ein schweres Unglück verhütet wurde. Die beiden Kinder des in der Kaifer-Friedrich-Straße 193 mohnenden Tischlers Lick. ein fünfjähriges Mädchen und ein zwei Jahre alter Knabe wollten, sich einander an der Hand haltend, den Fahrdamm überschreiten und gingen um eine Droschke herum, ohne zu beachten, daß der Straßenbahnwagen Nr. 1716 der Linie 65 herannahte. Sie betraten unmittelbar vor dem Motorwaggon das Gleis und da der Wagenführer auch erst in demselben Augenblick die Kinder sehen konnte, war es ihm unmöglich, den Wagen recht» zeitig zum Stehen zu bringen. Die Kleinen wurden nieder. gerissen und gerieten unter die Vorderplattform. Es gelang dem ,hahrcr, das schwere Gefährt noch so rechtzeitig zum Halten zu bringen, daß die Kinder zwar vor dem Schutzrahmen zu liegen kamen, aber nicht mehr mitgeschleift wurden. Beide wurden dann unter dem Wagen hervorgezogen. Das Mädchen war völlig un» verletzt geblieben, während der Knabe unerhebliche Haut» abschurfungen an der Stirn erlitten hatte. Der NIxdorser Männerchor veranstaltet heute, am 1. Feiertag, in Kliems großem Konzertsaal. Hasenheide 14/15, abends 7 Uhr präzise, sein zwölftes populäres Konzert. Mitwirkende sind die .Herren Max Steinicke, Klavier; Bertold Heinze, Violine; Albrecht Löffler, Cello(vom Professor Waldemar Meyer-Quartett). Der Verein unt>.e der bewährten Leitung seines Dirigenten Herrn Alex Kietzlich bietet den Freunden einer guten Gesang, und Musitauf. führung Gelegenheit eines wirklichen Kunstgenusses; Programme mit Liedertexten sind zum Preise von 50 Pf. in beschränkter Anzahl noch im Konzcrttolal zu haben. Am Mittwoch, den 15. April, ist in der Gegend der Hermann- siraße ein Notizbuch verloren gegangen, in welchem sich acht Haus» listen, eine Lcgitimationskarte für Zwecke der Landtagswahl sowie acht Maifeierbillets befunden haben. Der ehrliche Finder wird gebeten, das Buch bei Alex Hecker, Knesebeckstr. 116, Hof I. oder in der Parteispedition Neckarstr. 2 abzugeben. Zur Förderung des Konsumgenossenschaftswesens in Rixdorf findet am Dienstag, den 21. d. M.(dritten Ofterfeiertag) im Lokale von Heikhaus, AarlSgarten 10 ein Familienabend statt. Beginn 4 Uhr. Bortrag des Genossen Hetschold, Rezitationen und Tanz. Schöneberg. Die hiesige Zahlstelle deS Deutschen HolzarbeiterberbandeS nahm In ihrer ordentlichen Generalversammlung zunächst den Kassen- bcricht vom 1. Quartal entgegen. Die Hauptkasse hatte eine Ein» nähme von 1324,30 M. uwd eine Ausgabe von 1641,46 M. Unter den Ausgaben sind für die Arbeitslosenunterstützung 1040,75 M., Krankenuntsrstutz ung 320,50 M. enthalten. Einer Einnahme der SskltaBe fern 3872,50 M, stM eine Ausgabe tum 2034,57 ät. gegen, über. linier Ausgaben sind für Arbeitslosenunterstützung 710,02 Mark, für Krankenunterstützung 102,35 M. verausgabt. Die Mit- gliederzahl betrug am Schluß des Quartals 238. Da die Anträge zum Vcrbandstag noch nicht sämtlich veröffentlicht waren, wurde nur ein Antrag des Hauptvorstandes, der den Anteil der Lokal- kassen vom Verbandsbeitrag regeln soll, diskutiert. Die Versamm- lung erkannte an, daß eine Herabsetzung des Prozentsatzes gerecht- fertigt sei und beschloß, den Delegierten zum Verbandstag zu be- auftvagen, für 15 Proz. einzutreten. Zum Schriftführer wurde Kollege Papfch neugewählt. Charlottenvurg. Die Delegierten der Charlottenburger Gewerkschaftskommifsion nahmen in ihrer letzten Sitzung Kenntnis von dem Kassenbericht pro 1. Quartal 1908, den der Genosse AhrenS erstattete Sodann gab der Obmann. Genosse Flemming, eine Uebersicht über die zu behandelnden Tagesordnungspunkte des kommenden 6. Gcwerk- schaftSkongresses zu Hamburg. Redner legt Wert darauf, wenn der Kongreß endlich einmal Stellung zur Frage der Jugendorgani- sation nehmen würde, denn über diese Frage herrsche in der Ge- werkschaftsbewegung, soweit er die Dinge beurteilen könne, keine einheitliche Meinung. Daß den Gewerkschaftskartellen eine Ver- tretung auf den Gewerkschaftskongressen nicht eingeräumt sei, sei zu bedauern, zumal den Kartellen außerordentliche Arbeiten auf- gehalst würden. Nach einer kurzen Debatte verließ man ohne Stellung von Anträgen an den Gewerkschaftskongreß diesen Punkt und nahm daraufhin die Berichte der einzelnen Gewerkschaften über ihre Stellungnahme zur Verschmelzung der Charlottenburger Gewerkschaftskommifsion an die Berliner Gewerkschaftsiommission als Unterkommission entgegen. Nach den Berichten haben sich nur drei Gewerkschaften, und zwar die Fabrikarbeiter, Schneider und Zimmerer mit großer Mehrheit gegen die Verschmelzung auSge- sprachen, dagegen, außer ein paar kleineren Gewerkschaften, die sich zu der Frage noch nicht geäußert haben, die übrigen Gewcrk- schaften in ihrer übergroßen Majorität für dieselbe. Da einige größere Gewerkschaften ihre Zustimmung nur mit der Ge- Währung einer möglichsten Ellenbogenfreiheit seitens der Berliner Gewerkschaftskommission motivierten und die Meinung der Dele» gierten ebenfalls dahinzielte, so soll, ehe die Delegierten endgültig zu der Verschmelzung Stellung nehmen, der beiderseitige Ausschuß sich vorher verständigen.— Den Schluß der Sitzung bildete noch eine Aussprache über die Vorarbeiten zur Maifeier.— Unentschuldigt fehlten die Delegierten der Bäcker und Putzer. In dem am 1. April eröffneten neuen Charlottenburger Ledigenheim, Danckclmannstr. 43/49, sind bereits über 100 Zimmer bezogen worden. Zahlreiche weitere Mietungen sind zum 1. Mai erfolgt. Die Besichtigung der Zimmer durch Mietlustige kann jeder- zeit erfolgen. Die Mieter des Hauses wohnen höchst bequem und sind in keiner Weise in ihrer Freiheit beschränkt. Das Haus ist von 5 Uhr früh bis 12 Uhr nachts geöffnet. Alle Zimmer haben Zentralheizung und elektrisches Licht. Für Fahrräder steht den Mietern ein besonderer Aufbewahrungsraum zur Verfügung. Im Hause befindet sich für die Mieter ein behaglich ausgestat- teter Gesellschaftsraum, ferner eine öffentliche Zweigstelle der städtischen Volksbibliothek mit großem, reich mit Büchern und Zeit- schriften ausgestatteten Lesesaal, eine öffentliche Zweigstelle der städtischen Badeanstalt mit Brause- und Wannenbädern sowie ein für jedermann zugängliches Restaurant ohne Trinkzwang mit billigen Preisen. Ober-Schöneweide. Gcmeindevcrtrrtrrfltznnq. Der Vertrag mit der Gesellschaft Berliner Ostbahnen betreffend den Bau einer Straßenbahn nach KarlShorst wurde gegen die Stimmen unserer Genossen endgültig angenommen. Wenn die behördliche Genehmigung ein- geht, soll mit dem Bau sofort begonnen werden. Als vierten Schössen wählte die Vertretung einstimmig den Fabrikbesitzer Feldmann. Die Petition der Vertmung auf Einführung der Fristwahl anläßlich der Wahlmännerwahlen am 8. Juni ist vom Landrat mangels dringenden Bedürfnisses abgewiesen worden. Genosse Grunow stellte fest, daß auf dem Landratsamt wohl sehr wenig Verständnis für die Bedürfnisse einer Industrie» bcvölkerung wie der Ober- Schöneweider zu finden sei. Beschlossen wurde, die Petition an den Minister weiter zu geben. Die Baukommission beantragte, das ihr zur Begutachtung über» lviesene Gesuch der Maschinisten und Arbeiter der Kläranlage wegen Aufbesserung der Löhne abzulehnen, was den Beifall Haupt- sächlich der Herren Fabrikdirektoren fand. Trotz Einspruchs unserer Genossen fand dieser Vorschlag eine Mehrheit. Auch die in dieser Sitzung neu eingeführten Vertreter legten damit ihre erste Probe ihrer so oft gerühmten Lrbeiterfreundlichkeit ab. Mit unseren Genossen stimmte nur Herr Steller. Anläßlich der Erweiterung deS GemeindefriedhofeS wurde die Errichtung einer neuen Sezierhalle an einer anderen Stelle beschlossen. Die Einrichtung derselbe» soll eine zweckentsprechendere werden als dies in der alten der Fall ist. Betreffs Ausführung der Kanalisation im neuen Ortsteil sollen einem Sachverständigen zwei verschiedene Projekte zur Begutachtung vorgelegt werden, nachdem die beauftragte Firma mit den Angaben des GemeindebauamteS im Widerstreit steht. Die von der Firma vorgeschlagene Art der Ausführung wird einen Mehraufwand von zirka 230 000 M. erfordern. Zur Vor» beratnng zwecks Besetzung der Kommissionen wird eine Kommission gewählt. Dem stellvertretenden Gemeindevorsteher Bcrthold sind auch die AmtSvorstehergeschäfte in Vertretung übertragen worden. (Srünau. Die letzte WahlvereinSversammlung beschäftigte sich eingehend mit der bevorstehenden LandtagSwahl, nachdem Genosse Steimel dahingehende Erläuterungen gegeben hatte. Sodann wurde zur Maifeier Stellung genommen und beschlossen, vormittags 10 Uhr im„Jägerhaus" eine öffentliche Versammlung stattfinden zu lassen. Tresfpunkt der Genossen um 9 Uhr in der Grünen Ecke". Am Abend findet ebenfalls im„Jägerhaus" eine familiäre Feier statt. Bei dieser Gelegenheit machte Genosse Pietsch als Mitglied der Lokalkommission darauf aufmerksam, daß das„Jägerhaus" nun- mehr einen am Wasser gelegenen Konzertgarten mit zirka 4000 Sitzplätzen eröffnet hat. Zur Generalversammlung von Groß. Berlin wurden die Genossen Steinick und Bluhme delegiert. Unter Verschiedenes gab Genosse Mitzner den Bericht der Gemeindever- tretersitzung. Vritz-Buckow. In der Generalversammlung de» Wvhlvereinö erstattete der Vorstand Bcricht über seine Tätigkeit im ersten Vierteljahr 1908. Danach haben stattgefunden 13 Vorstandssitzungen, 4 Verein?» Versammlungen, davon eine in Buckow, 2 öffentliche Versamm- lungen, 5 Flugblatt- und 2 Handzcttelverbreitungen und eine Landagitation. Die Mitgliederzahl betrug 280. Einer Einnahme von 201,10 M. steht eine Ausgabe von 75,78 M. gegenüber. AuS der Bibliothek wurden 61 Bücher und Zeitschriften entliehen. Zum zweiten Punkt:„LandtagSwaPen" fand eine rege DiS» kussion über die Wahltechnik statt. Alle Genossen gelobten in der Agitation für die Wahlen ihre ganze Kraft einzusetzen. Unter Verschiedenes brachte Genosse Sollmer zur Sprache, daß von der im Vorjahre stattgehabten Tombola im Schlotzgarten der Gräfin Bredo, wozu seinerzeit die Reklametrommel von den bürgerlichen Blättern gerührt und deren Ertrag zum Besten der Armen deS Ortes bestimmt wurde, bis heute nichts von dem Ver- bleib des Geldes bekanntgeworden sei. Es verlaute zwar, daß für das Geld im Armenhause zu Britz Oefen gesetzt worden seien. Wenn dem so wäre, so sei mit Recht die Frage aufzuwerfen, ob Britz nicht selbst verpflichtet sei, das Nötige für die Instandhaltung seiner Anstalten zu tun. Zum Schluß mahnte der Vorsitzende noch zu reger Agitation für die LandtagSwahl und Maifeier. FriedrichSfelde. Ueber die Kreuzzüge im Lichte der materialistischen GeschichiS» auffassung referierte Genosse Schwenk in einem zweiten Vortra im WahRkrein. Der dritte Vorlag soll in fei aitt 28, TprU statt« findenden Wahlvereinsversammlung bei Haberland gehalten Werden. Genosse Gronwald forderte die Genossen unter Hinweis auf die bevorstehende Landtagswahl zu reger Agitation aus. Weitzensee. Aus der Gemeiudevertretuug. Zunächst wurden die lesitefl Wahlen zur Gemeindevertretung für gültig erklärt und die Neu» gewählten eingeführt, darunter unsere Genossen Frentz, Kastelle und Seifert. Der Gemeindebaurat Bühring hielt dann Vortrag über den Ilmfang des Neubaues für die Oberrealschule. Danach ist eine 24klassige Anstalt mit Aula, Chemie- und Physiksaal sowie eine Direttorwohnung projektiert; vorläufig soll darin auch das neu aufzubauende Realgymnasium untergebracht werden.— Dis teilweise Neupflasterung der Bürgersteige in der Gürtelstraße soll baldigst in Angriff genommen werden, ebenso die südlichen Bürger« steige in der Königschaussee zwischen Elsaß- und Wörth-Straße. Die Eigentümer des Grundstücks Gustav-Adolfitr. 168 und Heiners- dorfcr Straße 1 haben die von beiden Straßen gebildete Eckparzello in einer Fläche von 90 Quadratmeter unentgeltlich an die Ge- mcinde abgetreten unter der Bedingung, daß auf der abgetretenen Fläche eine Bedürfnisanstalt nicht errichtet wird. Trotzdem gerade dort eine solche Anstalt hingehörte, wurde der Antrag mit Mehrheit angenommen. Der Gemeindehausbauverein kam zum Schluß noch mit einem Antrag auf eine Beihülfe aus Gemeindemitteln für ihren demnächst auszuführenden GemeindehauLbau. Es war be- antragt, vom Kreise ein Darlehn in Höhe von 60 000 M. aufzu» nehmen; die jährlichen Zinsen soll die Gemeindekasse tragen. Unsere Vertreter erklärten, für Vereinsunternehmungen keinen Pfennig zu bewilligen, auch wenn es sich um segensreiche Wohl- tätigkeitScinrichtungen handeln sollte. Staat und Kommune seien verpflichtet, solche Einrichtungen selbst in die Hand zu nehmen. Hierauf begann dann eine stark gefärbte sozialpolitische Debatte. Alle möglichen und unmöglichen Dinge wurden hervorgekramt, um zu beweisen, die Sozialdemokraten verständen gar nichts von Sozialpolitik; auch hier wolle man wieder einer sozialen Einrich» tung die lviittel verweigern. Der Vorsitzende des Gemeinbehaus- bauvereinö erklärte sogar, nicht alle Genossenvertreter denken so wie nur einige in unserem Parlament und ihm wäre daran ge» legen, möglichste Einstimmigkeit für diesen Beschlutz zu erlangen. Gemeindevertreter Taubmann(Soz.) kennzeichnete dann auch gerade die letzten Ausführungen unter Zugrundelegung unseres Kommunalprogramms. Herrn Könitz als Vorsitzenden muß cS daran gelegen sein, recht viel für diesen Zweck herauszuschlagen» denn ihm fehle bis jetzt noch der„Stern" auf der Brust. Am 23. April, aus Anlaß der Grundsteinlegung, wird dann auch fein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gehen. Mit allen gegen die Stimmen unserer Vertreter wurde angeführter Antrag ange» nommen. Für den Rieselfeldetat mußte wiederum eine Summe von 663.48 M. nachbewilligt werden. Mit den bevorstehenden LandtagSwahlett beschäftigte sich eine Ver» sammlnng des sozialdemokratischen Wahlvereins im VereinShauso. DaS Referat hatte Genosse Eduard Bernstein an Stelle des ver- hinderten Genossen Hirsch übernommen. Von oftmaligem stürmischer« Beifall unterbrochen, unterwarf Redner an der Hand von reichem Material das bestehende Wahlunrecht einer vernichtenden Kritik. Auch den bürgerlichen Parteien hielt Genosse Bernstein ihre politischen Sünden vor Augen und steigerte seine Kritik stellenweise zu beißendem Spott. Die vorzüglichen Ausführungen des Referenten gipfelten in dem Appell an dre Versammelten, rastlos zu arbeiten, um ein anderes gerechteres Wahlrecht an Stelle des„elendesten aller Wahlsysteme* zu setzen. Nach einem ernsten Mahnwort de» Vorsitzenden schloß die Versammlung mit einem Hoch auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Hohen-Tchönhausen. Auf der Tagesordnung der letzten GemeindeSerketersitzuttg stand die Einführung der neu. bezw. wiedergewählten Vertreter.-- Gegen die Wahl des bürgerlichen Vertreters Herrn Gröpler hatten der Wahlverein sowie auch die andere unterlegene bürgerliche Partei Protest erhoben. In dem Protest unserer Genossen wird behauptet, daß die für Herrn Gröpler abgegebenen Papierstimmen ungültig sind und demzufolge unser Genosse Emil Albrecht hätte als gewählt erklärt werden müssen. Der Protest der unterlegenen bürgerlichen Partei stützt sich auf die Behauptung, der Genosse Albrecht wäre nicht rechtmäßiger Hausbesitzer, demnach wären die aus ihn entfallenden Stimmen ungültig und ihr Kandidat, der Herr Fischer, hätte zur Stichwahl zugelassen werden müssen. Einige.Herren der Vertretung er- klärten, daß auch sie, wenn der Genosse Albrecht gewählt worden wäre. Protest erhoben hätten, aber trotzdem wiesen sie nunmehr beide Proteste zurück. Bei der Wahl verschiedener Kommissionen beantragt Herr Eisermann, die Kommissionen durch der Vertretung nicht ange« hörende Gemeindemitglieder zu besetzen. Unsere Genossen wandten sich dagegen und zwar aus dem Grunde, weil sie ja schon früher bc- antragt hatten, daß die Vertretung um einige Mitglieder erhöht werden sollte. Ihr Antrag wurde aber damals abgelehnt, aus Furcht, oaß noch mehr Sozialdemokraten in die Vertretung ein- ziehen könnten. Unsere Genossen erklärten ferner, daß nunmehr die Herren schon die Arbeit auf sich nehmen müßten, sie selbst machen die vermehrte Arbeit ganz gerne. Der Antrag des Herrn Eisermann wurde auch abgelehnt. Man schritt nun zur Bildung der Kommissionen. Genosse Grütt wurde in die Beleuchtung�, kommission und Genosse Siebenwirth in die Bau- und Friedhofs, kommission gewählt. Nieder-Schönhausen. In der letzten Gemeindevertretersttzung erfolgt« die Einführung der neugewählten Vertreter Pätzold, Thormann/ A. Kuhtmann, Lüdersdorf und HermS. Hierauf erfolgte die Neuwahl der Mit« glieder zu den verschiedenen Kommissionen. In die Baukommissto» wurden gewählt HermS und Thonnann. Die Wasserwerk- und Kanalisationskommission wurde ergänzt durch A. Kuhlmann und Lüdersdorf. Der StraßenreinigungS» und Beleuchtungskommission gehören an Schöffe Schulz und Genosse Päpold. Den Steuerausschuß bilden Jeratsch, Rückert, Brame. Pätzold und Thormann. Da aus der«rmenkommisfion H. Kuhlmann ausscheidet. wurde an dessen Stelle Thormann und als Marktkomnnssar Lüdersdorf gewählt. Ein Gesuch der Anlieger der Platanenstraße um Regulierung derselben zwischen Kreuzgraben und Kaiser-Wilhelm« Straße soll der Baukommisston zur Vorprüfung überwiesen werden. Zum Schluß machte der Bürgermeister noch die Mitteilung, daß die Steuern lünftig auch durch Ueberweisung auf die Mitteldeutsche Kreditbank gezahlt werden können. Hierauf fand eine nichtöffentliche Sitzung statt. Tegel. Mit den bevorstehenden LandtagSwahlen beschäftigte sich eine stark besuchte Mitgliederversammlung deS Wahlvereins. Genosse Mafia erläuterte die wichtigsten Bestimmungen deS Wahlgesetzes und forderte zugleich die Genossen auf. sich zu der zu leistenden Kleinarbeit den Bezirksführern vollzählig zur Verfügung zu stellen. Es wurde l'-sthlossen. dem Kreis 200 Mk. zur Agitation zu über, weisen. NowaweS. Mit de» Borbereitungen zur LandtagSwahl hatte sich die letzte Gemeindevertreterfitzung zu beschäftigen. Da bei der letzten Volks- zählung die Einwohnerzahl des Ortes 19 025 Seelen betrug, wurde beschlossen, die Gemeinde in 15 UrWahlbezirke zu teilen. ES sind 72 Wahlmänner zu wählen, wobei auf die dritte Klasse 24 Wahl» männer entfallen. Bei der Feststellung der Wahlvorsteher wurden u. a. die Genossen Wagner und Ncumann als solche ernannt. DeS weiteren wurde der Gemeindevorstand beauftragt, beim Minister die Festsetzung der Fristwahl für die Gemeinde zu beantragen.—• Erwähnen wollen wir hierbei die noch wenig beachtete Tatsache, daß die in der Entwickelung begriffenen Jndustricorte zugunsten tzkS fMtcjj LMes und hgmit Agrarier guch bei der Feftsetzuna •w Nah! Jfct WahlmTMiek keLsussnd kMachteikigt Berken, kndem hierbei nicht der gegenwärtige Bevölkerungsstand sondern derjenige der letzten Volkszählung zugrunde gelegt wird. Würde z. B. die gegenwärtige Einwohnerzahl berücksichtigt, so wären in Nowawes, das jetzt zirka 22 000 Seelen zählt, nicht 72 sondern 83 Wahlmänner zu wählen. Dasselbe Verhältnis wird sich insbesondere in vielen Berliner Vorortgemeindcn ergeben; aber auch andere Orte, die in »er Nähe von Großstädten liegen und in den letzten Jahren zu Jndustriedörfern geworden sind, werden darunter zu leiden haben. Da nun das platte Land auch nicht entfernt eine derartig schnelle Bevölkerungszunahme zu verzeichnen hat, so liegt es auf der Hand, daß der geltende Modus der Festsetzung der Wahlmännerzahl eine große Benachteiligung gegenüber den Jndustricorten zugunsten der Agrarier bedeutet. VermilcKtes. Fn bea Flammen umgekammen. Dortmunder Meldung zu» folge kamen in Olpe bei einem großen Brande der Schneider- meister Quast, seine 70jährige Mutter und sein drei Monate altes Kind. umS Leben. Die Ehefrau Quast und ein zwei Jahre altes Kind konnten gerettet werden; die Frau ist wahnsinnig geworden. Einen� schaurigen Fund machte der Führer des gestern früh. auf dem Schlesischen Bahnhof eingetroffenen Güterzuges Nr. 1728 bei Fürstenwalde. Er entdeckte auf dem Bahnkörper die Leiche einer weiblichen Person, welcher der Kopf buchstäblich vom Rumpf abgeschnitten war Die Verstorbene wurde nach dem Fürsten- walder Bahnhok gebracht und dort als die 23jährige Tochter eines Monteurs Kieband erkannt, die vermutlich Selbstmord verübt hat. DaS junge Mädchen litt an Krampfanfällen und wurde hierdurch in eine derartig verzweifelte Stimmung versetzt, daß sie schon öfter die Absicht ausgesprochen hatte, sich das Leben nehmen zu wollen. Sie hatte sich am Karfreitagabend heimlich aus der elter- lichen Wohnung entfernt und jedenfalls vor die Räder tws um 4 Uhr in Berlin eintreffenden FrühzugeS geworfen. Durch ausströmende Gase erstickt. Wie aus HildeSheim ge. meldet wird, erstickten durch ausströmende Gase in der vorletzten Nacht zwei Mädchen im Alter von 17 und 18 Jahren, die bei einer Zerrschaft in der Bernwardstraße in Dienst standen. Fünf Kinder getötet. Nach einer Meldung aus Luzern, hat in RömerSwyl eine plötzlich irrsinnig gewordene Frau gestern ihre fünf Kinder getötet, indem sie ihnen mit einer Axt den Schädel einschlug. Vermißter Dampfer. Eine Meldung aus Glasgow besagt: Hier ist man seit längerem ohne Nachricht über den Verbleib des Dampfers»Chateau Rock". Man vermutet, daß das Schiff mit seiner ganzen Besatzung in Stärke von 23 Mann untergegangen ist. Folgeaschwerer HauSeinsturz in Mailand. Nach einer Meldung aus Mailand stürzte bei der Belastungsprobe ein neugebauter dreistöckiger Flügel des Hauses deS Konsumvereins Union« Coo- perativa ein. 10 Arbeiter wurden unter den Trümmern begraben. Der bauführende Ingenieur erlitt vor Aufregung einen Schlag. anfall und starb kurz darauf. Die verschütteten Arbeiter dürften gleichfalls tot sein. Ein UnglllckSbote. In Biarritz wurde vorgestern, wie eine Meldung von dort besagt, eine Möwe eingefangen, welche am Fuße in einer Hülse einen Zettel trug, auf welchem verzeichnet war, daß sechs Matrosen des Schiffe»„Laotour" nach Schiffbruch sich auf einer, auf der Karte nicht verzeichneten Insel unter 32 Grad nördlicher Breite und dem 46. Längengrade sich befänden und verloren seien, wenn sie auch noch Lebensmittel für Monate hätten. Die Schiffbrüchigen ersuchen dringend um Hülfe. Dreißig Personen durch eine Lawine getötet. Nach einem Telegramm aus Winnepeg. ging in den Rocky Mountains eine Schneclawine nieder, welche den Eisenbahndamm und die Wohn- räume der Eisenbahnarbeiter in die Felsenschlucht hinabriß. Dreißig Japaner wurden getötet, vllocKeti-SpielpUm der Berliner Cbeater. Montag: Die h: Cosi fan rSIag: Ble Hugenonen. grenag: Maoama riulterfih. Sonn- abend: Miguon. Sonnlag: Gölterdämmerung.(Ans. ö'/, Uhr.) Montag: Der Evangelimann._ Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Ein Erfolg. Montag: Die Rabcnslcinerin. Dienstag- Maria Stuart.(Ans. 7 Uhr.) Mittwoch: Die Nabciisleincnn. Donnerstag: Julius Cäsar. Freitag: Ein Eisolg. Sonn- abend: Maria Stuart.(Ans. 7 Uhr.) Sonntag: Ein Erfolg. Montag: Die Rabensteinerin. Neues tönigl. Opern. Theater. Sonntag: Nathan der Weise. Montag nachm. 2'/, Uhr: Hänsel und Grete!. Die Puppenjce. Sw-nds: Doktor KiauS. Sonntag. 2ö. April: Da? große Licht.(Ansang 7',, Uhr.) Deutsches Theater. Sonntag: Was ihr wollt. Montag: Ein SomniernachtSwaum. Dienstag: Das Wintermärchen. Mittwoch: Die vtäuber. Donnerstag: Ein Sommernachtstraum. Freitag: Robert und Bertram. Sonnabend: WaS ihr wollt. Sonntag: Ein Sommernachts- träum. Montag: Was ihr wollt. Deutsches Theater(K a m m e r s p i e l e). Sonntag: Lhststrata. Montag: Frühlings Erwachen. Dienstag: Lhflstrata. Mittwoch: GygeS und sein Ring. Donnerstag: Frühlings Erwachen. Freitag: Der Tor und der Tod. Nju. Sonnabend i Lhfiflrata. Sonntag: Lhsistrata. Ron- tag: Erdgeist. Berliner Theater. Sonntag bis Dienstag: Wintersport. Mittwoch: Alt-Heidelberg.(Ansang 7'/, Uhr.) Donnerstag und Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: Hopsenraths Erben. Sonntag und Monlag: Unbestimmt. Lesstng-Theatcr. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Biberpelz. Abend?: Das Lumpengesindel. Montagnachmittag 3 Uhr: Die Stützen der Gesell- schast. Abends: Der Tcusel. Dienstag: John Gabriel Borkman. Mitt- woch: Lebendige Stunden. Donnerstag: Das Lumpengesindel. Freitag: Der Teufel. Sonnabend: Das Lumpengesindel. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Das Lumpengesindel. Montag: Rosmersholm. (Ans. 7-/. Uhr.) Neues Theater. Slb Sonntag: Die gute Partie. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Freitag: Der Dummkops. Sonnabend: Judith. Sonntag: Der Diunmkops. Montag: Unbestimmt. Trianon-Theaeer. Sonntanachmittag 3 Uhr: Fräulein Josetle— meine Frau. Abends: Seine erste Frau. Die Hand. Montagnachmittag 3 Uhr: Fräulein Josette— meine Frau. Abends und die folgenden Tage: Seine erste Frau. Die Hand. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Puppcnheim Abends: 2 X 2_ o. Montagnachmittag 3 Uhr: Mandragola. Abends: 2X2= 5. Dienstag bis Sonnabend-2X2= 5. Sonnlagnachmiltag 3 Uhr: Mandragola. Abends und Montag: 2X2= 5. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Wends: Tiefland. Montagnachmittag 3 Uhr: Die verlauste Braut. Abends: Die f ledermaus. Dienstagnachm 3 Uhr: Hofsmanns Erzählungen. Abends: iesland. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Ticjland. Freitag: f ostmannS Erzählungen.«Sonnabend: Die Fledermaus. Sonntagnachm Uhr: Carmen. Abends: Tiesland. Montag: HofsmannS Erzählungen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3'/, Uhr- Die lustige Witwe. AbendS: Ein Walzertraum. Montagnachmittag 3'/, Uhr: Die lustige Witwe. Abends: Ein Walzertraum. Dienstag bis Sonnabend: Ein Walzertraum. Sonntagnachmitlag S'U Uhr: Die lustige Witwe. Abends und Montag: Ein Watzerlraum. Luftspiclhaus. Sonnlagnachmiltag 3 Uhr: Pension Schöller. Abends: Tante Eramers Testament. Montagnachmittag 3 Uhr: Ein toller Einsall. AbendS: Tante Ciamers Testament. Dienstag bis Sonnabend: Tante Eramers Testament. Sonntagnachmtttag 3 Uhr- Paune. AbendS und Montag: Tante Eramers Testament. Schiller-Tbeater v. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Die Schmuggler. Montagnachmittag 3 Uhr: Der Widerspenstigen Zähmung. Abends und Dienstag: HanS Huckebetn. Mittwoch: Kaiser und Galiläer. Donnerstag: Der Weg zum Herzen. Frettag: HanS Huckebein. Sonnabend: College Crampton.«onnlagnachmittag 3 Uhr: Das Glück im Winkel. Abends: Hans Huckebein. Montag- Der Weg zum Herzen. Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Hexcnlessel. Jungscr Immergrün. Abends: Die Braut von Mcssina. Montagnachmittag 3 Uhr: Philister. Die Lore. AbendS: Gebildete Menschen. Dienslagnachmittag 3 Uhr: Die Braut von Messina. AbendS: Aus der Sonnenseite. Mittwoch: Der Weg zum Herzen. Donnerstag und Freitag. Der Widerspenstigen Zähmung. Sonnabend: Der Weg zum erzen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: DaS vierte Gebot..Abends und !ontag- Der Widerspenstigen Zähmung. Hebbel-Thrater. Sonntag: Liebe. Montag: Frau WarrenS Ge- werbe. Dienstag und Mittwoch: Liebe. Donnerstag: Frau WarrenS Gewerbe. Freitag: Liebe. Sonnabend: Hosinung aus Segen. Sonntag- DaS siebente Gebot. Montag: Unbestimmt. Friedrich-WilhelmstädtifcheS Schauspielhaus. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der blinde Passagier. MendS- Sein Prinzetzchen. Montag- nackm. 3 Uhr: Der Privatdozent. Abends- Die Brüder von St. Bern- Harb. Dienstag bis Donnerstag: Die Brüder von St. Bernhard. Frei- tag: Der Privatdozent. Sonnabend: KriemhildS Rache. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der gehörnte Siegfried. SiegsriedS Tod. AbendS: Sein Prin- zeßchen. Montag: Die Brüder von St. Bernhard. Rrstdeuz-Theater. Sonntag und Montagnachmittag 3 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Von Sonntagabend bis Sonnabend: Der Floh im Ohr. Nächsten Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Haben Sie nichts zu ver- zollen? AbendS und Montag: Der Floh Im Ohr. Thalia-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Abends: Die Brunnen-Nymphe. Montagn.ichmittag 3 Uhr: Ihr sechs-Uhr- Ontel. Von Montagabend bis Sonnabend: Die Brunnen-Nymphe. Nächsten SonntagnachmUtag 3 Uhr: Der Hochtourist. Abends und Montag: Die Brunnen-Nymphe. Neues Operetten-Thcater. Sonntag und Montagnachmittag 3 Uhr: Der Opernball. Allabendlich: Der Mann mit den drei grauen. Nächsten Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Opernball. Lorning> Theater. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: gar und Zimmer- mann. ildendS: Fra Dtavolo� Montagnachmittag 3 Uhr�Der Troubadour. ilbendS: Die Donnerstag: Der Wildschütz. Luiien-Theater. Sonntaanachmittag 3 Uhr: DeS Mädchens Lebenswege. Abends: Der wilde Reuttingen. Montagnachmtttag 3 Uhr: Die Kameliendame. Abends: Der Mann mit vier Frauen. DtenSlagnachmtttag 3 Uhr: Maria Stuart. AbendS: Die Spree-Athener. Mittwoch: Der Mann mit den vier Frauen. Donnerstag: GebUdete Menichen. Kreitag: Mutter Erde. Sonnabend: Unsere Don Juans. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Des Mädchens Lebenswege. Abends: Der Man» mit den vier Frauen. Monlag: Der wilde Reutlingen. Zcntral-Theatcr. Sonntag und Montagnachmittag 3 Uhr: FreiheitS- drang. Allabendlich: Ein seltsamer Fall. Bernhard Rofe-Theater. Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Der Veilchen- fresser. Montagnachm. 3 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Allabendlich: Die Loreley. Nächsten Sonntagnachmtttag 3 Uhr: Der Trompeter von Iältingen. Theater an der Spree. Sonntag und Montagnachmtttag� 3 Uhr: Ausgewiesen. Allabendlich: Der Onkel aus KottbuS. Nächsten Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Nassauer. Metropol- Thealer. Sonntag- und Montagnachmtttag 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Allabendlich: DaS mutz man seh'n l Nächsten Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Die Herren von Maxim. Casino- Theater. Sonntagnachmtttag 4 Uhr: Nick Carter. Montag- nachmittag 4 Uhr: Biederleute.' Allabendlich: El» Dorfroman. Nächsten Sonntagnachmitlag 4 Uhr: Nick Carter. Gustav Behrens- Theater. Goltzstratze 9. Speztalttäten. Anfang Zaubcrflöte. Dienstag: Fra Diaoola. Mittwoch: Undlne. zigaroS Hochzeit. Freitag: Der Troubadour. Sonnabend: 7 Uhr. Gebr. Herrnfeld lebe das Nachtleben. Theater. Allabendlich- Else aus der Bar. ES Parodie-Theater. Sonntag- und Montagnachmtttag&J, Uhr: Tannhäuser. Nachtasyl. Allabendlich: Tannhäuser. Nachtasyl Monna Vanna. Npollo-Theater. Sonntag-, Montag- and nächsten l. � 3'/, Uhr: Familienvorstellung. Allabendlich: Der kleine Chevalier. Spezia- Malen. Walhalla-Theater. Heute und morgen nachmittag sowie jeden Abend: Spezialitäten. Pasiage-Theater. Am 1. und 2. Ostcrfeiertag sowie nächsten Sonntag« nachmittag 3 Uhr: Spezialiiäten. Allabendlich: Ota Gygi. Spezialitäten. Wintergarten. Allabendlich: Spezialitäten. Reichst, allen- Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Folies Caprice. Allabendlich: Mal was andres. Folics Bergörc. Allabendlich: Liane d'Eve. Spezialitäten.(Anfang 81/, Uhr.) Carl Havcrland-Theater. Spezialitäten. Auf. 8 Uhr. Sonntag»? Uhr. Urania-Theater. Taubensttatze 48/49. Sonntag, Montag, Mittwoch, Freitag und Sonntag, den 2S. April: Eine Nttjahrt bis zum zweiten Katarakt. Dienstag, Donnerstag und Sonnabend: Kairo und die Pyra- miden.(Anfang 8 Ubr.) Sonntag. Dienstag. Mittwoch und Sonnabend nachmittags 4 Uhr: Ueber den Brenner nach Venedig. Sternwarte, Jnvalidenftr. 57—62. Eingegangene Druckfcbnften. Prof. August Forel, Leben und Tod. 80 Pf. Verlag: E. Rcwhardt in München. Der Strafprozeß ein Kunstwerk der Zukunft. Ew Vortrag von Dr. Erich Wülsten, Staatsanwalt in Dresden. Geheftet 75 Pf. Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. Weltgeschichte. Lieferung 10—15. Herausgegeben von Profesior Dr. I. v. Pslugk-Harttang. Einzelhest 60 Pf. 80 Lieserungen. Verlag: Ullstein u. Co.. Berlin SW. 68. Die ökonomische Bedeutung der Technik in der Seeschiffahrt von H. J. Haarmann. Brosch. 2 M.. geb. 3 M.— Dt« volkswirtschaftliche Bedeutung der technischen Entwickelung der deutschen Zuckerindustrie von Dr. Th. Schuchart. Brosch. 5 M., geb. 6 M. Verlag: Dr. W. Klinghardt in Leipzig. Das literarische Echo. Halbmonatsschrift für Literaturfreunde. Herausgeber: Dr. Joses EtUinger. Verlag: Egon Fleifchel u. Co.. Berlin W. 35. Jesus im Urteil der Jahrhunderte. Die bedeutendste» Aus- saffungen Jesu in Theologie, Philosophie, Literatur und Kunst 613 zur Gegenwart. Von Hosbibliothekar Lio. theol Gustav Plannmüller. Ge- Gegenwart. bmiden 5 M. Hosbibliothekar Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. Briefkasten der Redaktion. Dl« surtstitche Sprechstunde stnde« Liudcnftraste Str. 3, zweiter Hof, dritter Eingang, vier Treppe», BV Fahrstuhl Wft wochentögli» abends von?>/, bis O'/t llyr statt.(Seöstuet? Uhr Sonnabends beginn« die Sprechstunde um st Uhr. Jeder Zlnfrag? ist ein Buchstabe und ein« Kahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche'Antwort wirb nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde Nor. M. Ivv. Versicherungsprämie aus die eigene Person bis 600 M — Rt. IIS. 1». 1. Januar bis 31. Dezember, d. Verdienst vom lchten Jahre. 2. Nein. 3. Ja. 4. Nein. 5. Eventuell, stellen Sie einen dies- bezüglichen Antrag.— W. M. t.— 4. Wenden Sie sich an Spezial- gejchäste. 5. Nein.— B. A. IVO. Reklamation wird erfolglos sein. - W. Z. 7. Bon.Dir' ist richttg.- E. M. L. 1857. Die an- geführten Taffachen find keine Scheidungsgründe.— H. G. 73. Ein Verteidiger genügt.— Heinrich Rademacher 100. Sie müssen zahlen. — I. B. SS. 1. Berlitz School, Leipzigerstr. 123». 2. Siehe Adretzbuch, Teil IV, Seite 233.— A. I. Preutze.— ft. S. 26. Erfolgt vorher keine Auslösung, so ist die nächste ReichstagSwahl 1912.— G. 19. Die gesetzlich gestatteten Steuerabzüge haben wir im.Vorwärts' Nr. 63 vom 20. März ausführlich dargelegt.— F. K. SSI. Nein. Die Reklamation gegen die Staatseinkommensteuerveranlagung genügt.— A. 7. Nein. Jedensalls werden Sie auch nicht danach gefragt.— Ausländer O. G. 1. Für Preutzeti besteht dieses Gesetz. Die Karten heitzen LegiffmattonSkarten sür Ausländer. 2. Jandors.— O. P. 11. Obne Genehmigung verboten. - Ww. 101. 1. Nein. 2. Ja.- P. K. 100. 1. Ja. 2. Ja. Der Finderlohn beträgt bei Sachen bis 300 M. Wert 5 Proz., darüber hinaus 1 Proz., bei Tieren t Proz.— M. 19. Es ist keine bestimmte Frist vor- gesehen.— Gcwerbcgericht 25. Sie müssen bei Gericht die Erteilung einer Ausfertigung des Vergleichs beantragen, eventuell das Gericht erinnern. — P. S. 13. 1. Kündigung ist nur für den Schluß der Kalenderwoche zulässig. 2. Ja. 3. Nein. 4. Nein.— Sch. 15. 1. Der Gastwirt kann machen, was er will. 2. Nicht zur Reserve.— W. 1. Der Gendarm war nicht verpflichtet, Sie anzuhalten. Erfolg sehr zweifelhast. Kosten nicht besffmmbar.— R. H. 29. Für 24 Tage mutz der Käufer die Miete zurückzahlen.— Abonnent Lausanne. Fragen Sie bei der Redattion der„Münchener Post' in München an.— W. W. 99. Nein. — P. M. 190. Zahlen Sie. Widerspruch Ist aussichtslos.— Zähne 87. 1. Nein. 2. Kommen Sic mit dem Statut der Kaste in die jurffffschc Sprechstunde.— E. N. 100. Nein.— N. 23. Der Polizeipräsident ist zuständig.— W. I. 55. Sie sind an den Vertrag gebunden und müssen weiter zablen.— K. St. 12. Wenn die Bilder gestohlen sind, mästen sie herausgegeben werden.— A. P. 4. Schulden der Erblasterin und die Beerdigungskosten sind aus dem Nachlatz zu zahlen. Der Erlös sür Nachlatz- gegenstände gehört zum Nachlatz.— E. S. 18. G. 7. Kommen sie in die Sprechstunde.— Otto S. 49. 1. Ja. 2. Nein. — Parteigenosse 540. 1. Ja. 2. Ja.— H. 34. Verjährung tritt in zwei Jahren ein, wird aber durch jede aus Vollstreckung der Strase ge- richtete Handlung der Strafvollstreckungsbehörde unterbrochen.— A. T. Wtstcmlich falsche Angaben werden nicht gemacht sein. Gegen den Anwalt werden Sie nicht» erreichen, da er in Wahrnehmung berechtigter Interessen handelte.— H. W. 32. 1. Ja. 2. Ja. 3. Die Hcrrschäst kann sechs- wöchige Kündigung vereinbaren. 4, Eine solche Stelle existiert nicht.— M.(£. 15. Sie müssen die Zustimmung der Mutter haben.— M. O. 27. Sie können die Sachen einbehalten.— F. P. 48. 1. Wir können nur vor einzelnen Gesellschaft«», wanien, nicht einzelne empsehlen. 2. Welche Rechte meinen Sie?— E. 2. 1881. An das'Amtsgericht JhreS Wohnortes. — W. S. 90. Gehen Sie in eine Valksbibliothcl, deren Adressen wir in der vorigen Woche veröffentlichten, und schlagen Sie im Katalog(Band t, Geschichte, Seite 395 und folgende) nach. Sie werden dort sür Ihre Zwecke vieles finden. Wenn Sie sich genügend legitimieren können(polizeiliche itnmeldung, Militärpapiere und dergleichen), bekommen Sie Bücher mit nach Hause, und zwar unentgeltlich. verlinsrll Ilk-lno. Felix Scheuer Anton Boekers u Stnlnilintt.l. Ball-Salon. Habe noch Sonnabends und Sonn» tags Säle zu vergeben, auch sind Bereinszimmer in der Woche frei. Anton Boekcr, Wcbcrslr. 17, T..A.- VII, Hh. 13,14. Empsehl« Belannten und Partei. genossen mein 151 Sb zvriß-u.Knljrisch-Klkr-Fok«il Eniil Holtmann, GroSer Naturgarten. 2 werdeckte Kegelbahnen. Katteeküche. Früher: Mendelsfohnftr. 15. 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Kür den Inseratenteil VNBÜW� TH.Gl»cke.Berlin. Truitu.Verlag:VorwärtsBuchdruckerei u.VcrlaLsanstalt'Paul Singer L- Co.. Berlm LW. Nr. 98. 25. Jahrgang. 4. Keilm des Jonnärts" Knlim WlksdlM Sonntag, 19. Apn! 1998. Die Bchleidungsinduitrie in der Heimarbeit!-üuzitellulig in Frankfurt. Frankfurt a. M., 17. April 1908. Tic Bekleidungsiirdustrie nimmt in der Aufstellung den breitesten Raum ein, ihre Erzeugnisse füllen einen großen Saal. Vornehmlich sind es die Herrenkonfektion, die MaKschneü»erei und die Wäschekonfektion, die sehr viel Heimarbeitsprovukte ausgestellt baden. Die südwestdeutfche Herrenkonfektion erfreut sich eines guten Rufs bezüglich der Güte ihrer Sachen. Die Arbeitsverhältnisse sind aber auch im Ausstellungsgebiete, wie anderswo, alles andere eher als gut. Tie Herrenkonfektion ist fast ausschließlich Heimarbeit, nur wenige Betriebswerkstäten existieren. In großen Massen werden die zugeschnittenen Swffe den Heimarbeitern übergeben, die den Anzug vollkommen fertig wieder abliefern. Innerhalb der Haus- Industrie selbst herrscht eine gewisse Arbeitsteilung insofern, als ein Teil der Arbeiter nur Hosen, ein anderer nur Westen und wieder ein anderer nur Großstücke, Sakko oder Rock anfertigt. Das AusstellungSgebiet weift zirka 1600 Heimarbeiter der Herrenkonfektion auf, die in zahlreichen Ortschaften verstreut ivohnen, in Frankfurt a. M. und nächster Umgebung zirka 350, im übrigen Teil des Regierungsbezirks Wiesbaden zirka 250, im Re- gierungsbezirk Kassel zirka 150, in Oberhessen zirka 50, im Kreise Offenbach a. M. zirka 100, im Odenwald med an der Bergstraße zirka 200 und in der Provinz Rheinhessen zirka 500. Tie Heim- arbeiter arbeiten fast alle nach Frankfurt a. M„ Mainz, Darmstadt und Worms, vereinzelt auch nach Speyer und Köln. Es handelt sich fast ausschließlich um Männer, nur zirka 50 weibliche Heim- arbeiter kommen in Frage und diese nur für Knaben- und Arbeiter- konfektion. Männer wie Frauen sind sämtlich„gelernte Arbeiter", von den Männern haben viele früher in der Maßschneiderei gearbeitet. Aus den für die Ausstellung vorgenommenen Erhebungen entnehmen wir, daß von 565 männlichen Heimarbeitern 5 unter 20 Jahren, 123 zwischen 20 bis 30. 291 Mischen 30 bis 40, 81 zwischen 40 bis 50, 44 zwischen 50 bis 60, 14 zwischen 60 bis 70 und 2 über 70 Jahre alt waren. Die große Mehrzahl, zirka 430, fiird verheiratet. Tie Familienangehörigen werden vielfach zur Hülfe heran- gezogen, am häufigsten die Frauen, ferner arbeiten 87 Kinder über 14 Jahren und zirka 40 andere Angehörige mit, auch werden Kinder unter 14 Jahren mit dem Ausziehen der Näbfäden und mit Abholen und Abliefern beschäftigt. Trotzdem es auch in der Konfektion eine Saison gibt, ist die Beschäftigung doch ziemlich während des ganzen Jahres gleichmäßig, nur im Frühjahr und Herbst erfährt sie eine Steigerung und im Sommer besorgt ein Teil der Heimarbeiter nebenbei landwirtschaftliche Arbeiten, einige finden auch in der Arbeit für Privatkuirdschaft einen Neben- erwerb. Tic Arbeitszeit ist sehr lang, von morgens 6V3 Uhr bis abends 8sb Uhr ist die Regel, dieser Arbeitstag von 14 Stunden wird durch kleine Essenspausen um höchstens 1 bis V/2 Stunden gekürzt. Während der Saison wird die Arbeitszeit noch verlängert und im Winter bis tief in die Nacht hinein ausgedehnt. Die eigenen Kinder der Heimarbeiter im Alter von 14 bis 16 Jahren arbeiten fast in allen Fällen genau so lange wie die Erwachsenen. Der geringe Schutz, den die Gewerbeordnung jugendlichen Arbeitern gewährt, existiert für sie nicht. Den Bemühungen der Gewerkschaft verdanken die Konfektions- schneider einen Tarifvertrag, der im Jahrel906 zwischen dem Verband süddeutscher Kleiderfabrikanten und den Verbänden der Schneider(freier und christlicher) abgeschlossen worden ist. Der Tarif enthält nicht weniger als acht Lohnklassen. Hierdurch und durch die Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der einzelnen Ar- beiter werden große Verschiedenheiten in den tatsächlichen Stunden- Verdiensten bedingt. Die Bruttolöhne schwanken nach einer Be- rechnung des Fachausschusses in den geringen Lohnklassen zwischen 20 bis 30 Pf., in den höheren zwischen 25 bis 35 Pf. für die Stunde, sie sinken vereinzelt unter 20, j a b i s a u f 13 Pf., und steigen in seltenen Fällen bis auf 40 bis 55 Pf. bei besonders tüchtigen Schneidern. Der durchschnittliche Brutwstundenlohn wird— abgesehen von den Heimarbeitern des Spessarts und der Rhön, die niedriger sind— auf 25 Pf. für Hosen und Westen und 30 Pf. für Sakkos und andere Großstücke anzunehmen sein. Von dem Brutto- lohn kommen die Auslagen für Garn, Seide, Nadeln, Bügelkohlen u. a., sowie die Kosten für Abnutzung der Maschine und anderes Handwerkzeug in Abzug, was insgesamt auf 3 bis 5 Pf. für die Stunde berechnet werden muß, so daß die Nettolöhne sich auf 22 bis 30 Pf. im Durchschnitt belaufen. Wenn man sich daran erinnert, daß in dieser Branche ausschließlich gelernte Arbeiter in Frage kommen, so müssen die Löhne als außerordentlich gering bezeichnet werden und es ist zu verstehen, daß übermäßig lange Ar- beitszeiten die Regel bilden und Sonntagsarbeit häufig anzu- treffen ist. Die Konfektion aus Aschaffenburg hat Sportkleidungsstücke ausgestellt, die nach Angabe der Etiketten den Heimarbeitern Stundenlöhne von 70 bis 84, ja bis 91 Pf. eintragen sollen.. Jeder Kenner der wirklichen Verhältnisse kann hierdurch aber nicht ge- täuscht werden, denn die Löhne in Aschaffenburg sind bedeutend niedriger. Die gewerkschaftliche Organisation hat unter den Konfektions- schneidern in Südivestdeutschland bereits guten Fuß gefaßt und sie wird auch nach Ablauf des jetzt geltenden Tarifs wieder für Ver- besserung der Verhältnisse ihre Kraft einsetzen. Die soziale Versicherung ist nur äußerst mangelhaft durch- geführt, noch nicht einmal die Hälfte der Arbeiter ge- hört der Krankenversicherung an und die Invalidenversicherung steht überhaupt nur auf dem Papier. Die Wäschekonfektion, die Sachen aller Art und der der- schiedensten Qualität, von der gewöhnlichen Stapelware bis zu den elegantesten Stücken, ausgestellt hat, beschäftigt fast nur weib- liche Heimarbeiter, deren Zahl nicht genau festgestellt, aber sehr hoch ist. Von zirka 500 Heimarbeiterinnen, von denen genaue Angaben vorliegen, ist die größere Hälfte verheiratet. Die Beschäftigung in der Wäschebranche ist fast im ganzen Jahre gleichmäßig, nur vor Weihnachten erfährt sie eine Steigerung und in den Monaten Januar und Februar fällt sie etwas. Das Charakteristikum der Heimarbeit, unendlich ausgedehnte Arbeitszeit, ist in der Wäschekonfektion häufig zu treffen, auch Sonntags- arbeit ist nicht selten. Die zu beiden gehörige Begleit- erscheinung, niedriger Lohn, fehlt natürlich auch nicht, finden wir doch Stundenlöhne von 9 Pf. gar nicht selten. Ver- einzelt erreichen sehr geschickte Arbeiterinnen Löhne von 40 Pf. für die Stunde, im Durchschnitt bewegen sich aber die Löhne in der bescheidenen Grenze von 12 bis 20 Pf. Der Leiter des FachauS» schusses konstatiert, daß die Löhne für bessere Arbeit infolge der darauf verwendeten längeren Arbeitszeit trotz der verhältnismäßig hohen Stücklöhne meist keinen höheren Slundenverdienst ergeben, als er bei den einfachen Lager- und Massenartikeln erzielt wird. In fast allen Fällen hat die arme Näherin die Maschine auf 5lb- Zahlung erwerben müssen und zwar zu einem sehr hohen Preise und muß sie neben den Ausgaben für Garn usw. regelmäßige Abgaben an den Maschinenhändler von ihrem geringen Verdienst leisten. Die Notwendigkeit der Organisation haben die Wäschenäherinnen noch nicht erkannt, nur wenige gehören der gewerkschaftlichen Organi- sation an. Die gesundheitlichen Verhältnisse werden als nicht besonder? günstig bezeichnet. Unterleibslciden, Blutarmut und Nervosität sind sehr verbreitet. Neben diesen beiden Abteilungen sind die anderen Branchen der Bekleidungsindustrie in geringerem Maße vertreten. Wir finden noch die Hutfabrikation, die rund 260 Heimarbeiterinnen saison- weise beschäftigt und etwas bessere Verhältnisse als die Wäsche- konfektion aufweist. Daneben steht aber die Filetstrickerei mit sehr feinen Erzeugnissen und unendlich traurigen Löhnen: 1?� Pf., 4 bis 7 Pf., wenns hoch kommt 10 Pf. kann die im hohen Taunus wohnhafte Filetstrickerin bei ihrer an Geschick und Kunstfertigkeit große Ansprüche stellenden Arbeit erwerben. Auch die Häkelei und Stickerei, die hauptsächlich in Hessen und Unterfranken betrieben ivcrden und zirka 1000 Arbeiterinnen, wovon st, im Alter von 14 bis 16 Jahren sind, beschäftigen, bringen nur Stundenlöhne von? bis 10 Pf., selten mehr. Aehnliche Löhne verzeichnen die ausgestellten Gegenstäirde der Blusen- und Korsettnäherei, die Gürtelnäherei trägt sehr geschickten Arbeiterinnen etwas mehr ein bis zu 24 bis 30 Pf. Die Arbeitszeit ist siir alle lang, 10, 12 auch 1 5 u nd 1 6 S t u n d e n und dazu kommt nicht selten Sonn- tagsarbeit. Die Gesundheitsverhältnisse sind ebenfalls ungünstig, auch bei diesen Arbeiterinnen sind Blutarmut und Ncr- vosität oft ständige Gäste. Soweit Frauenarbeit in Frage kommt, und das ist bei der Mehrzahl der erwähnten Branchen der Fall, sind also die Löhne so niedrig, daß sie eine angemessene Lebensführung nicht gestatten. Selbst gesundheitsgefährliche Ueberarbeit reicht in vielen Fällen nicht aus, den alleriwtwendigsten Lebensunterhalt zu erwerben. Mit dem Eindringen der Organisation in das Gebiet der Heimarbeit wird wenigstens die allerkrassefte Ausbeutung hintan- gehalten. Von Grund aus können die elenden Arbeits- und Lohn- Verhältnisse jedoch nur durch die Errichtung von Betriebswcrkstätten gebessert werden. Freilich findet diese Forderung bei den be- teiligten Unternehmern den schärftten Widerstand. Ermöglichk ihnen doch die Heimindustrie, die den Unternehmern obliegenden sozialen Verpflichtungen auf die beschäftigten Arbeiter abzuwälzen. Unterstützt wird dieser Widerstand durch das Gerede reaktionärer Parlamentarier, die in der Heimarbeit ein idyllisches Familien» leben erblicken. Eingegangene Dmcferdmften. Von der Kommunalen Praxis sind die Nummern 14 und 15 er. schienen. Zeitschrift siir Sozialwiffenschaft. Heft 4. Herausgegeben von Dr. Jul. Wolf. Monatlich ein Heft. Viertels. 5 M. 12 Hefte bilden einen Band. Verlag: A. Deichert Aachs, in Leipzig. Freitag, den 24. April 1908, abends«'/, Uhr: Qeaeral- Versammlung im Gewerkschaftshanse. Engel-Ufer IS, großer Saal. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes vom 1. Quartal und Neuwahl eines Revisors. 2. Stellungnahme zur Maifeier.-3. Verschiedenes. 192/9 Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet vor Torstand. Verband der Jldater, Sackierer, Anstreicher Melchiorstraße 28. Tiliale Serlin. usw. Fernsprecher Amt IV Nr. 4787 Donnerstag, den 23. April, abeuds 8V2 W, int Gewerkschaftshause, Engelnfer 15: General-Versammlung TageS-Ordnung: i. Reichsverband gegen die Sozialdemokratie. Reserent-Gewerklchastziekretär.N.l'vadsi. 2. Mrechnung vom 1. Quartal 190Z. 3. Verbandsangelegenhelt. 131/19* ____ Die Ortsverwaltung Wer Ortsverwaltung Berlin. Die Bureaus des Verbandes sind am m» Ä'Ä Sil™: Sgl g-schl°ss°«. Modell- und 7abriktischler sowie Modelldrechsler. Donnerstag, den 23. April, abends 8'|, Uhr: « Brauchen- Versammlung= bei Schmidt. Gartcnstr. S. TageS-Ordnung: 1. Der Verb an KS tag in Stettin. 2. Die Maiseier. S. Branchen- angelegenheitel». 4. Verschiedene». ZKssvlilnLN-Arbeiter. DonnerSiag. de« 23. April, abrndS 8'/, Uhr: Brancheu Versammlung � in Boekers Festsälcn. Weberstr. 17. TageS-Ordnung: 1. Bortrag deS Genossen Iin>l»Iti über:»Krise. DrustS und Kartelle-. 2. DtSlusstow 3. Der 1. Mai. 4. Branchcnangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert.——. Die BranctaonkomniisHlon. Möbelpolierer. DounerStag, den 23. April, abends 8«Hr. in den Andreas- FoHtHNIcn, Andreasstr. 21: Krancheuversammlung In Möbel- ii-Slulilpolierer srair Hagazinarbeiler. TageS-Ordnung: Sozialpolitik. 1. Rechte und Pflichten auS dem KrankenverficherungS- Geseh Relerent: Genosse Fiixen Bl-llokner. 2. Diskussion. 3. ver« band», und Branchenangelegeiiheiten. jM- Die Vertrauensleute werden ersucht, die Kollegen aus den KontioUscheln im Vcrbandsbuch ausnterlsani zu machen. Auch werden die arbeitslosen Kollegen ersucht, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Die Uranclionlcltting. NkrliaiidinPiirtcftilillcraLkdcrgiililiilcric- Arlicitn«m-Arlicitrriliilkii«z-hüiriltKrM Mittwoch, den 22. April, abends 8'/, Uhr: Sräenlliche(ienei'aivei'samwlulig bei KranulQna, Nauuynstr« 27» TageS-Ordnung: t. Bericht der Ortsverwaltung. 2. Kassenbericht vom 1. Quartal 1903. S. VerbandSaugelegenheiten und Verschiedenes. Da unter Verbaiidsaiigelegeiihciien sehr wichtige Sachen zu erledigen sind, so ersuchen wir die Mitglieder, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Ulf Ohne Mitgliedsbuch kein Zntriit."WQ Die Ortsverwaltung. Unsere diesjährige Bai-Veriammlun« findet in den neuen »Arminhallen-. Kommandanlenstr. bS�bS ttlcüier Saal), vormittags 10 Uhr, statt. Treffpmilt um 9 Uhr bei Hahn, Lausitzer Platz 3, und bei H a up t, Adaldcrtslr. 4.___________ D. O. ZcntraHSf ankcnMfe IRaurcr-r. .Grundstein zur Einigkeit". ?sti>slsllo ebarlottondurg. Montag, den 20. April(2. Öfterstiertng), Bonn. O'/j Uhr, im Boltshause, Rosinenslr. 3 tlleiner Saal): AußerordtMjche Wgliedtr-zltrsdmmltlng. � -MS Tages. Ordnung: 1. Mrechnung vom l. Quartal 2. Wahl des ersten SchristsührerS. 8. Stichwahl der Delegierten zur Generalversammlung. Kollegen! Der wichtigen Tagesordnung wegen ist pünltliche» und zahlreiches Erscheinen unbedingt notwendig. 179/3 Die Ortwverw altnng. I. A.: W. Strahl. Dampscrexlrasahrten von der Waiscnbrück« an den Osterikicrtagen nach Xi'ampsnkui'g» Absahrl vormitlags 9'!., nachmittags 2 Uhr. Nach Hetdcschlosi Hohcnbinde .Zum Gutenberg- Abfahrt 10 Uhr vormittags. Fahrpreis hin und zurück 75 Ps.. einfach 50 Pf. Kinder 25 Pf. «pedorei L.«ahnt, Stralau-verlin. Tel. Amt Vll Sö0 u. 13 459. x' Bekanntmachung der gemeinsamen Orts-Krantenkassc für Martendorf und Umgegend. Am Montag, den 27. April d. I. nachmittags«'/, Uhr. findet im Restaurant Rosche zu Mariendors, Chausscestr. 305, die ordentliche General- Veraurnnluiig statt, zu der die Herren Delegierten hierdurch ergebenst eingeladen werden. TageS-Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht zu der Jahrcsrechnung für 1907. 2. Bericht der Revisoren und Wnahme der Jahresrechnung. 3. Zur Einführung von vohnllaffen, Aenderung der ZA 10, 12, 13, 20, 29, 30 und 32 des Statuts und der ZK 1 und 5 der Vorschriften über das Verhalten der Kraulen usw. 4. Verschiedenes. Etwaige Anfragen, Beschwerden oder dergleichen, zu denen die Ein- sichtnabme der Geschästsbücher er- forderlich ist, sind dem Vorstande mindesten» drei Tag« vorher schrist- lich einzureichen. 27319 Mari-iidors. 6. April 1908. gez. P. Saeriler, F. Fisciror, Schrislsührer. Vorsitzender. Ordentl. General-Versammlung d« Orts- Krankrukiksse v« hulmnchkr, fjntfoiirititnrrn und lilparfu- ilerfkrtiger in Berlin. Dienstag, den 28. A p r l l. Im Restaurant ,,ftjr Lebensquelle1 Kommandanlenstraß« 20. Tages-Ordnung: 1. In getrennter Versammlung der Arbeitgeber abendS 7 Uhr a) Wahl eines Vorstandsmitgliedes, Amtsdauer bis 31. Dezember>908. 2. In getrennter Versammlung der Arbeitnehmer abends 71/? Uhr b) Wahl von 2 VorstaildSmitglicdern. Amtsdauer btS 31. Dezember 1903. Den getrennten Versammlungen an- schließend findet in demselben Lokal abendS 8 Uhr eine gemein *«:l>aftllcla« Veraauimlung statt. 14686 TageS-Ordnung: 1. JahrcS- und Kassenbericht. 2. Bericht der Revisoren pro 1907 und eventuellen Antrag aus Erteilung der Decharge de» Vorstandes und des Rcndanien. 3. Antrag des Vor slandes ans Abänderung der KZ 22, 24, 27 und 28 deS Statuts. 4. Ver- schiedeneS. MM- Eintritt nur gegen Bor zeigung der Einladung gestatteL Die Delegierten werden ersucht vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Hermann Lentz, Voi sitzender, Gneisenaustr. 102. zu Berlin. Am Montag, den 27. April er., abend» 8 Uhr. sindet in BrUsols Festsair n. Neue Friedrichstr.35, die Ordenil. Generalversammlung statt, zu der die für 1908/1909 ge- wählten Vertreter hiermit ergebenst eingeladen weiden. Tagesordnung: 1. Abnahme der JahrcSrechmmg pro 1907. 2. Bericht des Prüfungsausschusses und Entlastung des Rendanten. 3. Dcsiiiilive Einstellung von bis» herigen Hülfsarveiterii. ' 4. Abänderung von ß 41 deS Statuts. 5. Verschiedenes. 273/13 Versammlung der Vertreter der Kasteiimttglieder. Tagesordnung: Wahl eines Vorstandsmitgliedes für die Zeit bis 31. Dezember 1908 an Stelle des anSgcichicdencn Hm. Runge. Berlin, den 18. April 1903. Der Borstand. WUh. Plelil, Vorsitzender. I Orts-Krankenkasse der Kürschner n. verwandt. Gewerbe zn Berlin. Ordentliche General- Versammlung der Delegierten am Donnerstag, den 23. April er., im alten Schiihenhanse. Linienstr.5. In getrennter Versammlung abends um 8 Uhr Berfammlnng der Arbeitnehmer. Tagesordnung: Ersatzwahl eine» VoestandSmtt- gliedeS bis Ende 1909. Um B'l, Uhr Bersammlnng sämtlimer Delegierten mit sorgenden Punkten: 1. Verlesung d«S Protokolls. 2. Jahresbericht und Bekanntgabe der Restanten. 3. Bericht der Revisoren. 4. Erhöhung deS GehaltS sür einen Beamten. 5. Aenderung deS ß 49 (anderweitige Festsetzung der Tele- giertenzahl). 3. Einreihung sämt- licher Abänderungen in die beireffen- den Paragraphen deS Statuts. 7. Eon- sitae Kaffenangelegenheiten. Um pünktliches Erscheinen wtrd dringend ersucht. 273/10 Die zugesandte Ginladnng le- gitimiert, ohne dieselbe kein Einlaß. Der Vorstand. E. Fritze, Vorsitzender, Kottbuserdamln 101._ Orts- Krankenkasse der Konditoren. Geuelelveisemmluiig der Delegierten am Freilag. 24. April 1908, abends S'l, Uhr im.Elub-HauS-, Ohmstratze Nr. L. Ta ges. Ordnung: 1. Kassenbericht des JahreS 1907. 2. Bericht der Revisoren. 3. Antrag laut tz 49 der Statuten aus Aenderung der § 7. betreffend Anmeldungen, § 10. betreffend Anmeldungen, § 12. Anderweitige Festsetzung de» durchschnittlichen Tagelohn», § 13 u.§ 1 3a. Regulierung der Krankenunt-lffiützung, ß 13. betreffend Doppclvcrstche� rung, § 28. Einführung von wöchentlichen Beiträgen, § 29. Fälligkeit der Beiträge, § 30. Abänderung des Absatz 3, § 39. ist zu setzen: anstatt.mo- natlich-:.für jede Sitzung-. 4. Geschäftliches. 15096 Das Loiltungsbuch legittmlerL Der Vorstand. <8. Naumann, Vorsitzender. Orts-Krankenkasse der Drechsler und verw. Gewerbe zu Berlin. Montag, den 27. April 1908, abends 8 Uhr: —— Ordentliche General• Versammlung im Gewerkschaltshausa, Enget• User Nr. 15, Saal 7, wozu die Herren Vertreter- hiermit ergebenst eingeladen werden. Tag eSor dnung: 1. Wahl eines Vorstandsmitglied«» (Arbeitgeber), wozu die Herren Arbeitgeber um 7'/, Uhr im Saal 2 eingeladen. Nachdem für alle Herren Vertreter 2. Jahresbericht Pro 1907. 3. Bericht des RechnungsauSschusseZ. 4. Aenderung deS S 30 deS Statut» (Erhöhung der Besträge). 5. Verschiedenes. 1403 Der Borsland. I. A.: G. Tiedt. Vorsitzend«. Orts-Krankenkasse der Stellmacher Dienstag, den 28. April 1908, abends S'/j Uhr: Ordentliche General-Bersammlong in Orfisels FestsSlen, Neue Friedrichstratz« Str. 35. TngeS-Ordnung i 1. Bericht deS Borstande». 2. Rech. nungstegung des JahreS 1907. 3. Bericht der Revisoren. 4. Statulcn- ändemng der§§ 10, 12, 13, 18 u. 27. ° Verlchiedene Kasscnangelcgenheilen. Der Voraland. I.A.: F. JosewSli. Orts-Krankeukasse der Schlosstr llndvkrlv.Grwtlbt zu Berlin. Moetag, den 27. April dieee» Jahres, abend» 8 Uhr: General-Versammlung in den Musiker-Sälen. Kais«- Wilhelm-Stratze 18m. Tage«- Ordnung: Gemeinschaftliche Sitzuna der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. 1. Bericht d« Kommission zur Prüfung der JahreS« Rechnung pro 1907. 2. Entlastung deS RechnungSIeger». g. Vortrag deS Herrn G Ludailch über:»Der Gewerlskranlen- verein-. S. Verschiedene». Die Herren Delegierte» w«den ersucht, zahlreich zu erscheinen. Die zugesandte Legitimation ist am Ew- gange vorzuzeigen. Der Borstand. P. Heinrich, Vorsitzender. Neue Viihelmstr. IT M ittn. Großer wissenschaftlicher :: Lichtbilder-Vortrag:: nur für Damen. Freitag, den 24. April. abendS 8'/, Uhr, Saassouel, SO., Kotibnser Strafte 6* Sonnabend, den 25. April, abendS 8'/, Uhr. lloablter Gesellschaftshans, NW., Wiclcfstr. 24. Montag, den 27. April, abendS 8'/, Uhr. »«algsladt, S., Schönhauser Allee 10/11. DienStag, den 28. April, abendS 8'/, Uhr, Qerniaala-Draeht-Stile,'S., Chanffeestr. 110. Mittwoch, den 29. April, abends 81/, Uhr, Ballschmieder, St., Badstr. 16. Minna Kube, spricht 05«; Privatgelehrte, Liebe und Ehe. DaS Glück der Liebe i» der Ehe, wie eS gewönne», gewahrt und erhalte« wird. Wie die Fra» den Mann m der Eh« fesseln und erzieht» kann. » Die Neform-Ehe.== (Glücksehe.) Ein Mittel znr Erhöhung der DaseinSfreude»nd znr Bercdelnng deS Menschengeschlechts. ::: Das Erwachen der Liebe ttt und das Liebesleben. Weiterer Inhalt des BortragcS: DI« H«ablvürbigung d« Liebe.— Keuschheit und Unkeuschheit.— Prostitution und Mädchenhandel.(Alljährlich werden 15 000 deutsche Töchter nach dem Auslände verkaust.)— Die wahre Erziehung zur Ehe.— Wen darf man heiraten?— Vererbung und BlulSverwandllchast.— Hochzeit, Flitterwochen, Mutterschaft.— Versehen der Frauen.— Wie man die Ehe glücklich gestattet und wodurch sie oft unglücklich wird.— Eisersucht und Untreue.— Kindersterblichkeit.— Kinderlose und kinderreiche Ehen.— Die Entstehung der Geschlechter.— Die Furcht vor dem Kinde und die Freude am Kinde.— Die satsche Scham der Elten: und die wahre Moral.— D« Fluch der doppelten Moral.— DaS Erhalten der jungen Leute in Un- wisscnhcit. sast die einzige Ursache ihre» Verderbens und deS Fehltritt».— Die GeschlechtSlrankheiten.— Nur w achthast moralische med rew denkende Eitern können ebensolche Kinder erziehen.— Die heutige Prüderie und falsche Erziehung.— Die Körperpflege— Kleidung, Diät und BerusSIeben. — Der LiebeSlraum und der Brautstand.— Jungsrau und Gatttn.— Die Mutterschasi und daS Kind.— Die Sünden w und vor d« Ehe und die daran» resultierenden Frauenleiden und Kindergebrechen. Was sage« die Aerzte znr veschräuknng der Kind erzähl? Wann ist sie gesetzlich erlaubt? Die 3V Schönheiten des Weibes. Wie erhalte« wir«nS gesunde, glückliche«nd schöne Frauen bi» ins hohe Alter? Wie verhüten wir das Verblühe» der Frane»? Wie werde ich schön?(Methoden werden bekanntgegeben.) Wie begründet und erhalt sich die Frau daS Eheglück? Verheiratet«nd doch glücklich sei«. Die Kunst, einen gesunde« Mann z» bekomme«. Warum gibt eS so viele kranke Frauen und Mädchen?— Könne» nicht viele Op«attonen durch rechtzeitige Austtärung vermieden werden?— Die Krankheiten der Wechseljahre.— Die größtmögliche Verhütung de» Krebse» durch rechtzeitige Untersuchungen.— Wie bewahrt sich die Frau und daS Mädchen vor Knickungen, Senkungen, falschen Lagen, Verwachsungen, Weiß. flu g. Blutungen, Entzündungen, Gewächsen und anderen weiblichen Leiden? Warinn gibt es so viele kalte Frauen? Schadet die LiebeSkälte ihrer Gesundheit, LebenSglück vud LrbcnSkraft? Eintritt 50 Pf. Jede Frau erhält wertvolle Aufklärung für ihr ganzes ferneres Leben! :::: Nur für FrlMtll vild Mädchru über 18 Jahre! v. n Kerren-Sloff- Reste zu Herrenanzügen spottbillig, feinste Fabrilaie, Kammgarne. Cheviots, neueste Muster von 4 M. an per Meter, retue Wolle. 125/4 l-advlg Engel, Prenzlaner- ftrafte 23, IX(Alexanderplatz.) Wer— Stoß— hat SS. Konkarren: ihii'äÄ Hld. Medaille. l-ndivlg Engel, Prenzlaner» ftrafte23,ll.(AIcxanderpl.)Gegr.18S2 Spezialität: Anzug kompl. nach Maß„Napoleon" Mk 36,00. gy Gin Versuch füdrt znr dauernden Kundschaft!-Mg Lsndpsrzellen Jsldenborst, hinter der Bangenoffenschaft �ParadicS-, Bahnhos Grünau, in herrlicher Lage, zulnnstSreicheS Garieniand, billig und leicht zu erwerben. AuSkunsl Landhaus UOralUU und M Zaeperolck, Falkenberzerstratz� dort. fii Statt Karten. Else Noacb Alfred Schneider Verlobt«. Hedwig Schneider Robert\oack Verlobte. MartgrafenstraCe 89/90. Allen Freunden und Bekannten l dte traurige Nachricht, daß mein Iiieber Mann, unser guter Vater | und Großvater, der Putzer �jbert Kedreackt I nach kurzen Leiden sanst ent- \ schlafen ist. 15395 Die Beerdigung findet heute, I Sonntag, den 19. April, nachmittags 4 Ubr, von der Leichen- Halle des Schöneberger Fried- | Hofes, Maxftraße, aus statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Frau Helene Behrendt, geb. Galle, nebst Kindern Sozialdemokrat Mereio für Schoneberg. Bezirk 9. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges MUglied. der Maurer(Putzer) widert kefirendt im Alter von öl Jahren ver- starben ist. 15/11 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag(1. Osterseiertag), nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen Halle des Schöneberger Friedhofes, Maxftraße, auS statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht Der Vorstand. SozialdemoMcliJailM Kirdorf. Tode.-Anzeige. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Werver Lcdeiäe (7. Bezirk) verstorben Ist. Ehre seine« Andenken k Dte Beerdigung findet am Montag den 20. dS.(2. Feiertag), nachmittag« 2'/, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rixdorfer FriedhoscS(Mariendorfer aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 235/1 Der Vorstand. Sozialdemokratiseber Wahlyerein Bezirk Pankow. Am Mittwoch, den 15. April verstarb unser langjähriger treuer Genosse Henmno Weiland. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am ersten Oster-Feiertage nachmittags � 3 Uhr von der Leichenhalle des Gemeinde- FriedhoscS III(bei -chönholz) aus statt. Um recht rege Beteiligung ersucht 238/4 Der Borstand. Dode.- A nzclge. Am Donnerstag, früh 1'/, Uhr, I enlschlies nach kurzem Krank- n> tager mein lieber Mann, unser Vater, Großvater und Schwieger- Ivatcr(1519b �dolf Krenzlin. | Die trauernden Hinterbliebenen; Frau Krenzlin nebst Familie Die Beerdigung findet am 1 2. Osterseiertag, nachmittags 3 Uhr, I von der Leichenhalle de« neuen ' Luisen-KirchhoseS aus statt. H» Am tonnerSIugnachmittag starb ! plötzlich mein lieber Mann, der I Meister in der Strickerei der Auer- | Gesellschaft Bermann Müller in feinem 55. Lebensjahre. Um stilles Beileid bittet Die trauernde Witwe Angn.te SlUller. DI- Beerdigung findet am zweiten Feiertag, nachmittags 5'/, Uhr, von der Leichenballe des MarkuS-KirchhofeS in Wilhelms- berg auS statt Für die Beweise herzlicher Teil- nähme bei der Beerdigung meines lieben Manne» Dr. Isert Perl spreche ich allen meinen innigsten Tank auS. Frau Elee Perl geb. Hlrschfelil. Berlin, April 1908. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichen Kranz- spenden bei der Beerdigung meines inntggelieblen Gatten widert l-akres sage ich allen Freunden und Be- k-nintcn sowie den Arbeitskollegen der Turbinenfabrik der A. S. G. und dem Tentschen Transportarbeiter-VerSand den herzlichsten Dank. Die trauernde Witwe 1520b Id» Lahres. Todes-Anzeige. Allen Verwandten. Freunden I und Bekannten die traurige Nach- richt, daß meine inniggeliebte Frau, unsere Tochter, Schwester I und Schwägerin Eiüssbetk Steinicke geb. SchQtze am Mittwoch, den 15. d. M. ver- starben ist. Die Beerdigung findet am Dienstag, den 21. d. M., nach- mittags!>/, Uhr, von der Leichen- Halle des ZentralsriedhoseS in Frtedrichsfelde aus statt. Im Namen 2799b der trauernden Hinterbliebenen: Panl Steinicke. Verein iiirFraoeo und Müdebeo der Arbeiterklasse Berlin. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 15. April. verstarb unser treues Mitglied Fr«, Elisabeth Steinicke. Ehre ihre« Andenke«! Die Beerdigung findet am 3. Oftertag l1/, Uhr von der Leichenhalle in FriedrichSfelde statt. Um rege Beteiligung ersucht 55/11 Her Vorstand. Ranksiignng. Allen denen, die unserem Bruder MAX aus seinem letzten Wege daS Gclett gegeben, unseren herzlichsten Dank. Iblllbf Geschwister Kanlfuft. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau sage ich allen Verwandten, Bekannten und Vereinen meinen herzlichsten Dank. Hermann Sommer, 1535b Restaurateur. Or. Schünemann Svezial-Arzt für 2529Ü» Bant- nnd Harnleiden, Eranenkrunkhelten. Frledrichstr. 203, Ecke Schnyenstr. 10—8, 5-7, äonnl. 10-18 Ubr Dr. Simmel Spezial-Arzt für Haut- und Harnleiden. Priiizenslr.4I,MdicÄ 10— 2. 5— 7. Sonntags 10—12. 2—4. Sonntag, den 86. April 1008, vormittags 10 Uhr: General-Versammlung der 1474b Orts-KrankenUasse der Sackierer im Retlaurant Schumacher, Skalltzer StraBe 126. Tagesordnung: 1. JabreSberichl pro 1907. 2. Bericht der Revisoren. 3. Ersatzwahl deS Vorstandes(ein Arbeilnehmer). 4. Verschiedene Kassenangelegenhetten. Her Voratand. Robert Zindlor, Vorsitzender. Geineinsaine Ortskrankenkasse für 273/11 Köpenick u-Umoegend. Zu der am Dienstag, d. 88. April, abends 7 Uhr. im Restaurant Franz Kähne zu Adlershof, am Bahnhof, stattfindenden Brdentlieben Generalversammlung laden wir hiennit die Vertreter der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber ein. Tagesordnung: 1. Bcfchlußsassung über die Ab. nähme de, Rechnung deS Vorjahres. 2. Ersatzwahl eineS Vorstandsmitgliedes der Arbeitnehmer. 3. Geschäftliches. Adlershos, den IS. Slprtl 1905. Der Vorstand. R. Hansen, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Weber nnd verwandten Gewerbe. Sonntag, den 80 April 1S08. vorm. 10'/, Uhr Pünktlich: General-Versammliing sämtlicher Delegierten in Schmidts großem Saal (.Freischütz-), Frnchtstr. 3ka. Tagesordnung: 1. Vorlage der JahreSrechnung pro 1907. 2. Bericht der Revisoren und An- trag aus Erteilung der Dccharge. 3. Wahl eines KasfiererZ und dessen Vertreters. 4. Verschiedenes. 11755 Berlin, den 19. April 1908. Delegiertenkarte legitimiert. Der Vomtand. Karl Reistmann, Vorfitzender. Panl Liepelt, Schrislsührer. I Genossenschaft. Dücht. Tischler, welche gewillt sind, einer mit gut. Austräg, vcrseh. Genostenschaft'wizutr., woll. ihre Adresse unter 0. H. 8098 Rudolf Messe, Franksurterstr. Ml einreich RrankenunlepstiltzDnis-iBegpäbnis- vereio gewerliliehep Arbeiter en Berlin. Sonnabend, den 85. April 1908, abends 81/, Uhr, in den Industrie- Festsälen. Beuthstr. 20: General-Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag deS Genossen Mllntner. 2. Kassenbericht pro 1. Quartal 1908. 3. Wahl eines Schristsührers. 4. Ver- schiedenes. 286/3 Eine recht rege Beteiligung auch von Gästen einschl. Frauen erwartet Friede. Freudenreich, Vorsitzender, L. 59, Wißmannstr. 17 IV. Orts-Krankenkasse der Sattler nnd verw. Gewerbe zu Berlin. Dienstag, den 88. April 1908, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschafts- Hans, saal 1, Engel-User 15: Ordentliche General-Versammlung der gewählten Vertreter der Kassenmitglieder u. Arbeitgeber. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes über das verflossene Gcschästsjahr. 2. Bericht des RechnmigsausschusteS und Ab- nähme der Jahresrechnung. S. Ver- IchiedeneS. 273/14 Nur die mttDeiegiertrnkartrrvemk: Mitgliedskarte versehene» Delegierten haben Zutritt. NB. Beschwerden der Mitglieder, wo- zu die Einsichtnahme der Bücher notwendig ist, sind drei Tage vorher schristlich beim Vorstand einzureichen. Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen ersucht Oer Toratand, G u»1. Sänger, V ors. P Scholz, Schrifts. Orts- Krankenkasse iierSuehbinder und verw. Gewerbe. Ordünllicbe GeneraMersammlung am 89. April, abend« 81/, Uhr, im OewerkMchaftHhauMe, Engel- User 15(Saal I). TageS-Ordnung: 1. Abnahme der JahreSrechnung für 1907. 2. ErgänzungSwahl ekeS Vorstands- Mitgliedes bi» Ende 1908(Arbeit- nehmer). 3. Bcschlußsastung über die Ver- gcbung einer Hypothek von 50000 M. 4. Verschiedenes. 273/12 Um zahlreichen Besuch bittet Der Borstand. Gernh. lest, Karl Gottesmann, Vorsitzender. Schrislsührer. teeiffler Konkursmasse Fürst& Liebner, Berlin YS,, Mohrenstr. 37 a, I. Etage, ■■ sowie andere Gelegenheltsposten In———■ Samen-Konfektion bestehend»us hochfeinen, mittleren und einfachen Genres in Kbendmänteln, Theatermänteln, Capes, Staubmänteln, gediegenen Tranenmänteln, Kostümen, Köchen, Sinsen, gediegene Kunfebtion*7390* anlangend von Mk. 5.—, 10.—, IS.—, 15.—, 80.—, 80.—, 45.—, 50.— bis Mk. 800.— nur Neuheiten, sollen direkt Clnzeln aU Private abgegeben werden. Das Lokal Clllö SChnGllStCDS gCfälHHt werden, daher ist die grÖßtS EÜS geboten! Verkaufszeit: 8-1, 3—8 Uhr, an den Feiertagen 8—10, 12-2 Uhr* ftlillloneufaeh erprobt nnd bewährt"MI n'1";, Kognak, 9!« in, Ä" Likören-c. lloa-s Original-Exlrskle, Preis p. PI. 23, 35, 40, SO, 60, 75 Pf. etc. Nach beigegcbencr, einfachster Vorschrist bereitet, ergeben dieselben zirka 21/] Liter vollkommen echte und wahrhaft reine Getränke von köstlichem Aroma und exquisitem Wohlgeschmack, allseitig als mustergültig anerkannt. 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Sie stützte sich hierbei auf die seitens des Verstorbenen er- folgte Namensübertragung, was einer Annahme an Kindesstatt ?le>ch zu erachten wäre. Das Vormundschastsgericht kam jedoch mit olgender Begründung zur Abweisung der Klage: Von einer Annahme an Kindesstatt, die von der Mutter be- hauptet wurde, kann schon aus dem Grunde keine Rede sein, weil nach§ 1744 B. G.-B. der Annehmende das 50. Lebensjahr vollendet haben muh, der verstorbene M. aber erst 35 Jahre alt war. Ebensowenig kommt Legitimation in Frage. Denn nicht der Getötete war nach der eigenen Angabe der Mutter des E. M. besten Bater, sondern ein anderer. Die Uebertragung des Namens auf ein Stiefkind gemäh§ 1706 Absatz 2 B. G.-B. hat jedoch außer der Namenserteilung keine weiteren recht- lichen Folgen; insbesondere bewirkt sie keinen Eintritt in die Familie des Eheniannes, kein Erbrecht und keinen Unterhaltungsanspruch gegenüber dem Ehemann der Mutter. Sonach kann der Kläger auch keinen Anspruch aus dem Gewerbe-Unfallversicherungsgesetz erheben, dg der Getötete ihn als„sein Kind' nicht hintcrlasten hat. Versammlungen. Der Verband der Sattler hielt am Donnerstagabend in den „Arminhallen' seine Generalversammlung ab. Der Kassierer Weyher wie? in seinem Bericht über das 1. Quartal 1908 auf die wachsende Arbeitslosigkeit und zugleich auf die Hülfe hin, die der Verband den Arbeitslosen bringt. Unter den Ausgaben der Haupttasse von 14 479,06 M. steht die Arbeitslosenunterstützung mit 6823,60 M. und die für die Kranken mit 2885 M. verzeichnet. Be- stand und Einnahmen der Haupttasse in dem 1. Quartal 1908 be- trugen 15 592,32 M. Mithin bleibt am 31. März 1908 ein Bestand von 1113,26 M. In der Lokalkasse betrugen die Einnahmen nebst Kassenbestand 16 715.48 M.. die Ausgaben 8214 M.. also bleibt ein Bestand von 8501,48 M. Unter den Ausgaben der Lokalkasse stehen als Zuschuß der Unterstützung für Arbeitslose 4505,50 M. und für Kranke 1602 M. Die Berliner Verwaltung verzeichnete an Einnahmen und Bestand 4888,19 M.. an Ausgaben 3163,59 M., Mit- hin betrug der Bestand am 31. März 1724,60 M.— Im Arbeits- Nachweis wurden 528 Arbeitslose eingeschrieben, die mit den vom vorhergehenden Quartal vorhandenen annähernd 700 betrugen. Verlangt wurden 200 Arbeitskräfte. 176 Stellen wurden besetzt. Der Verband hatte am 1. Januar 2123 Mitglieder, darunter 103 Weib- liche. Am 31. März war der Mitgliederbestand auf 2019 gesunken, darunter befanden sich 96 weibliche Kollegen. 105 Mitglieder wurden gewonnen, aber 209 verloren, darunter 158 durch rückständige Bei- träge. Der Versammlung lag ein Antrag der Vertrauensmännerver- sammlung vom 27. März vor, um die Finanzen der Lokalkasse zu verbessern. Der Zuschuß, den die Lokalkasse zur Krankenunter- stützung leistet, soll erst gezahlt werden, wenn die Hauptkasse daS Mitglied„ausgesteuert' hat, dann zahlt die Lokalkasse für 33 Tage der andauernden Krankheit 1 M. pro Tag. Der Zuschuß zur Ar- beitslosenunterstützung soll erst nach dem dritten Tage der Arbeits- losigkeit eintreten. Diese Anträge fanden nach längerer Diskussion einstimmige Annahme. Zum 4. Punkt der Tagesordnung, der Stellungnahme zum 1. Mai. hielt der Vorsitzende Er n st Schulze eine längere Ansprache, in der er betonte, daß die Sattler seit Jahren darauf gehalten haben, die Demonstration am 1. Mai wirkungsvoll zu machen, indem sie Mann für Mann, soweit organisierte Kollegen in Betracht kommen, die Arbeit ruhen lassen. In drei Branchen ist die Maifeier kontraktlich von den Unternehmern anerkannt. Der Redner wies auf ein Flugblatt hin, weiches unter den Sattlern verbreitet worden ist, und in dem zur Maifeier aufgefordert wird. Es heißt darin: „Kollegen i Kolleginnen! Mit Stolz können wir zurückblicken auf die Maiversammlungen früherer Jahre; imposante Kund- geHungen waren es, die jedermanns Achtung herausforderten. So muß es auch diesmal wieder sein. Jeder einzelne von uns muß dafür eintreten, daß an diesem Tage die Arheit ruht, denn die vornehmste Feier des Tages besteht in strikt durchgeführter Arbeitsruhe. Sorgt auch dafür, daß alle unsere Berufskollegen in der von uns einberufenen Festversammlung erscheinen, die vormittags 10 Uhr in den„Arminhallen", Kommandanten- straße 58/59, stattfindet." Ein Ausschluhantrag gegen sieben Mitglieder, die gegen be- stimmte Beschlüsse der Organisation in bezug auf die Akkordarbeit gehandelt hatten, wurde angenommen. Wegen der vielen Angriffe I unserer verehrten Konkurrenz haben wir uns entschlossen, das Setöneberger Geschäft Hauptstr. 10 und die anderen 4 Geschäfte anfzugeben, das heißt, wir werden das gesamte Unternehmen in eine Gesellschaft umwandeln, und zwar am Li. 12. 08, Aus diesem Grunde veranstalten wir einen 0/o unter Preis 50%. Wir haben uns entschlossen, bis zum 25. 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