Nr. 101. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando? Bierteljährl. 3,30 R., monatl. 1,10, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Buremburg, Bortugal, Bumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 25. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ., Kleine Anzeigen". das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition. abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramın Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 30. April 1908. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984. Proletarier! Feiert, agitiert und demonstriert am 1. Mai! Fürsten durch eine Haussuchung habe feststellen lassen und allzusehr zu brennen begann. Was will es demgegenüber besagen, weshalb nicht dasselbe beim Fischermeister Ernst geschehen sei: daß in der Zentrumsflugschrift damit renommiert wird, daß sich Der Fürft und fein Staatsanwalt. Der Grund liegt völlig far zutage. Die Staatsanwaltschaft das Zentrum im Jahre 1883 für den Antrag Stern erklärt bat fann unmöglich den Schloßfrieden von Liebenberg stören, ehe der nicht etwa die Uebertragung des Reichstagswahlrechts sie sich nicht pflichtgemäß und mit aller Sorgfalt überzeugt auf Breußen verlangte, sondern nur die Einführung der ge hat, daß Fürst Eulenburg wirklich des Meineides dermaßen heimen Stimmabgabe. Mit dieser Heldentat, einen frei. hinreichend verdächtig ist, um eine solche unangenehme sinnigen Antrag unterstüßt zu haben, kann das Zentrum Maßregel gegen ihn zu rechtfertigen. ebensowenig Staat machen wie damit, daß es im Jahre 1886 den Neum Tage find ins Land gegangen, feit der Prozeß Hardens gegen den Redakteur Städele zu München jeden Menschen von fünf gefunden Sinnen zu der Ueberzeugung gebracht hat, daß der Fürst Eulenburg vor dem Das genannte Organ, das freilich, wie der Fall Butt- gleichen Antrag des Abgeordneten Uhlendorf unterstüßte. Auch Berliner Landgericht einen Meineid geschworen hat. tamer gezeigt hat, nicht immer aufs beste unterrichtet ist, hier handelte es sich, was in der Zentramsflugschrift nicht einmal Mit löblicher Sorgfalt hat in diesen neun Tagen die Berliner will auch wissen, daß für heute im Justizministerium mitgeteilt wird, um einen Antrag eines freisinnigen AbStaatsanwaltschaft ihre Erhebungen gepflogen, und zu Konferenzen angefeßt seien, in denen schwerwiegende Ent- geordneten. welchem Ende sie gekommen ist und ob sie überhaupt schon scheidungen in der Meineidaffäre Eulenburg getroffen werden Wenn sich weiter die Zentrumswahlschrift darauf beruft, daß zu einem Ende gekommen ist, das weiß man nicht. Mit dürften. Am Mittwochabend ist nämlich der Justizminister das Zentrum im Jahre 1893 eine soziale Ausgestaltung des Wahllöblicher Sorgfalt hat sie ihres Amtes in diesem Fall ge- Beseler vom Osterurlaub zurückgekehrt. Ob er aber zu den gesebes verlangt habe, so muß demgegenüber festgestellt werden, waltet wir wiederholen es. Denn wir vermögen schwerwiegenden Entscheidungen wirklich nötig ist? Wir daß das Zentrum schließlich mit den Konservativen ein nicht in das allgemeine Geschrei nach der Verhaftung trauen denn doch dem Herrn Oberstaatsanwalt Jfenbiel zu, Rompromiß einging, das den Widersinn des Dreiklassenwahl des Fürsten Eulenburg einzustimmen. Wir sind Gegner der daß er in dieser juristisch doch gar nicht so sehr komplizierten systems cher noch steigerte als verminderte. Auf der einen ohne zwingende Not vorgenommenen Verhaftungen und wenn Angelegenheit schon sich allein durchzufinden wisse! Seite sollte nach diesem Kompromiß die über 2000 M. Hinwegder Herr Oberstaatsanwalt Isenbiel nach pflichtgemäßem Er- Fürst Eulenburg liegt, wie er gleich nach der Münchener gehende wirklich bezahlte Steuer nicht angerechnet, auf der anderen messen der Ansicht ist, daß der Fürst Eulenburg nicht daran Verhandlung dem Ausfrager eines Berliner Mittagblattes Seite aber. 3 ugunsten der Agrarier die überhaupt denkt, ins Ausland zu gehen und daß er nichts tun wird, um fagen ließ, hülflos, als schwerkranker Mann im Liebenberger nicht bezahlte Grund- und Gebäudesteuer in auf den von ihm abhängigen Fischer Ernst einzuwirken Schloſſe. Harden glaubt das zwar nicht und hat gegen Anrechnung gebracht werden. Ferner bestimmte dieses konzur Verdunkelung des Tatbestandes, so darf der Herr Ober- einen anderen Ausfrager bon einer Krantheits- fervativ- ultramontane Kompromiß, daß die steuerfreien staatsanwalt den Herrn von Liebenberg natürlich gar nicht in tomödie gesprochen, die schon in seinem Prozeß wähler, denen drei Mart angerechnet werden sollten, stets auf Untersuchungshaft nehmen. Was wir fordern ist lediglich, daß von Eulenburg mit großem Apparat aufgeführt worden sei die dritte Klasse beschränkt sein sollten! Des weiteren verdient den Renommistereien des Zentrum? diefe peinliche Sorgfalt auch angewendet werde, daß vor- und die den durchsichtigen Zwed habe, den Fürsten schnelle und unnötige Haftbefehle auch vermieden werden, in einem kritischen Moment als bernehmungsunfähig der Ver- gegenüber erwähnt zu werden, daß sich der Abgeordnete Bachem, wenn es sich einmal nicht um einen Fürsten, sondern handlung zu entziehen. Aber Harden ist Partei in der Sache einer der angesehenften Zentrumsführer, wiederholt für ein lassenwahlsystem nach Maßgabe einer höheren Steuerum einen einfachen Arbeiter oder gar um einen und die Aerzte sind unparteiisch. Immerhin hat der schwerbatteure sind nämlich leider schon öfter auf Grund gegeben. Wenn wir dem„ Berliner Börsen- Courier" trauen Steuerleistung unter allen Umständen ein Wahlrecht für die Preßverbrecher handelt. Sozialdemokratische Re- tranke Fürst in diesen Tagen einige Lebenszeichen von sich leistung ausgesprochen hat. So bezeichnete er am 22. Januar 1896 einen Vorschlag der Kreuz- Zeitung", wonach bei einer gewissen ganz nngerechtfertigten Fluchtverdachts in Untersuchungshaft ge- dürfen was allerdings nicht so ohne weiteres feststeht, nommen worden, was gar kein Wunder ist, da die Staats- denn es sind in diesen Tagen allerlei Meldungen über Am 23. Januar 1904 äußerte er sich abermals dahin, daß das erste und zweite Klasse anzuerkennen sei, als„ bistutabel". anwaltschaften in solchen Fällen meist mit einer über die Affäre in die Welt gegangen, die hinterher dementiert Reichstagswahlrecht als das reine Ideal" nicht an stürzenden Haft zu arbeiten pflegen, die von der wie gesagt wurden so hat Fürst Eulenburg, weniger heifel als erkannt werden könne! roten löblichen Sorgfalt und Bedächtigkeit im Fall Eulenburg sehr Harden und Bernstein, die ihn nicht des Meineids absticht. Da aber in Preußen alle Bürger vor dem Gesetz bei der Staatsanwaltschaft beschuldigt haben wollen, sünden aus der Vergangenheit. Schon die Tatsache, daß Im übrigen bedarf es gar nicht der Aufzählung der Zentrums gleich find, so getrösten wir uns, daß in Zukunft auch sozial- Meineidsanzeige gegen die beiden Münchener Zeugen das Zentrum dies mal die Konservativen unterstützt, also die demokratischen Preßverbrechern die gleiche rücksichtsvolle Be- Riedel und Ernst erstattet. Die Berliner Volts Bartei, die es selbst in seinen Flugblättern als wahlhandlung wie dem meineidsverdächtigen Fürsten zu Eulenburg Zeitung" weiß zu melden, daß bei der Staatsanwaltschaft rechtsfeindlich brandmarkt, beweist, wie wenig von den platonischen und Hertefeld zuteil werden wird. Wie es ja auch wohl des Landgerichts I in Berlin ein Schriftsah des Fürsten Liebeserklärungen des Zentrums für eine demokratische Wahlaußer Zweifel steht, daß hinfort keinem sozialdemokratischen Eulenburg eingetroffen sei, in dem er seinen Eid aufrecht reform zu halten ist! Ja, die„ Germania" selbst schlägt am Ende Redakteur mehr die Selbstbeköstigung im Gefängnis ber- erhält und meint, nicht mehr tun zu können. Die eidlichen ihres Artikels ihren eigenen Darlegungen ins Gesicht, indem sie weigert werden wird, nachdem sie dem Grafen Lynar ge- Beugenaussagen des Münchener Prozesses sollen dagegen ausführt: währt worden ist, der wegen Mißbrauchs Untergebener zu un bon Eulenburg in diesem Schreiben nicht angefochten sittlichen Zwecken verurteilt wurde. Bisher ist die Erlaubnis zur worden sein. Selbstbeköstigung nämlich den meisten sozialdemokratischen Also Fürst Eulenburg fann nicht mehr tun, als er Preßverbrechern verweigert worden, obgleich fie ebensowenig tut in seinem Schreiben, nicht mehr tun, als seinen durch ihre Verurteilung die bürgerlichen Ehrenrechte eingebüßt Eid aufrechthalten. Und die Staatsanwaltschaft zu Berlin hatten, wie der Graf Lynar, dem der Gefängnisinspektor das fonnte bisher auch nicht mehr tun, als Ermittelungen in seiner bekannten Erklärung besonders bescheinigte, um die anstellen, ob der Fürst Eulenberg hinreichend des Gewährung der Vergünstigungen zu rechtfertigen. Wenn es Meineids verdächtig ist. Wenn sie sich darüber erst eine nicht zu boshaft wäre, wir könnten uns beinahe darüber sicher gegründete Ueberzeugung gebildet hat, dann wird sie freuen, daß auch einmal Grafen und Fürsten ins Gefängnis natürlich mehr tun. Bis dahin haben wir vertrauensvoll zu tommen, bezw. eines Verbrechens verdächtig werden. Es gibt warten. Nun stellt es der Vorwärts" so dar, als würde nur um das Wahlrecht gestritten, als ständen zur Wahl gar keine anderen Fragen, als habe sich der neue Landtag nur mit der Wahl. reform zu befassen; dann müßte freilich die Parole des Zentrums lauten: nur für die Freunde der Reform. Aber jedes Kind weiß, daß der neue Landtag sich auch mit anderen Fragen zu befassen hat, darunter mit solchen, die tiefer ins Volksleben eingreifen als die Wahlrechts. reform. Die Sozialdemokratie fann sich mit ganzer Wucht auf diesen einen Punkt stürzen, weil sie weiß, daß jede Förderung der Wahlrechtsreform ihr zugute tommt, und zwar auf allen Gebieten, namentlich auch in der Schulpolitit. Für das Zentrum gibt es auch noch andere Fragen von höchster prinzipieller Bedeutung. Und will selbst die Sozialdemokratie sich verpflichten, im neuen Abgeordnetenhause nur die Wahlrechtsreform zu behandeln und sonst nichts?" das offenbar den Justiz- und Gefängnisbehörden Anlaß, ihre Harden ist nach einer Aeußerung gegen einen Pressealtgewohnten Methoden etwas genauer anzuschauen, wobei ausfrager der Ueberzeugung, daß Eulenburg niemals sie dann, da in ihnen doch gescheite Leute sigen, die Ver- wieder, weder als Zeuge noch als Angeklagter vor Gericht besserungsbedürftigkeit erkennen und Reformen herbeiführen. erscheinen wird. Worauf sich diese Ueberzeugung gründet, hat Was dann auch der übrigen nicht gefürsteten Einwohnerschaft er nicht gesagt. Wir halten solche Prophezeiungen für sehr Also auch hier wieder erklärt die Germania" die WahlrechtsPreußens zu gute kommen wird. Das Gegenteil zu glauben wäre unvorsichtig. Denn es ist doch gar nicht ausgeschlossen, daß frage für eine politische Frage zweiten Grades. Andere Beleidigung, denn alle Bürger sind befanntlich vor dem Gesetz Herr Jfenbiel noch die Anflage wegen Meineids gegen den Fragen, das heißt in erster Linie die Schulverpfaffungsgleich und Standesvorrechte finden, wie die Verfassung schwarz Fürsten Eulenburg erhebt. Er wird es ganz gewiß tun, wenn frage, greifen nach Ansicht des Zentrums tiefer ins Wolfsleben auf weiß beweist, gar nicht statt. er die Ueberzeugung von der Schuld des Schloßherrn von ein! Und um die Schulberpfaffung aufrecht zu erhalten, Da die Staatsanwaltschaft Berlin vorläufig noch nicht Liebenberg gewinnt. Denn vor dem Gesetz sind alle Preußen unterstützt das Zentrum die schlimmsten Gegner einer Wahlflar genug in der Sache Eulenburg sieht und sich pflichtgemäß gleich und Standesvorrechte finden gar nicht statt. Harden reform! in acht nimmt, einen vielleicht ganz Unschuldigen zu tränken, sollte doch die preußische Verfassung kennen! Zentrums- Verlegenheiten. Das Zentrum spricht sich damit selbst ein für allemal das Recht so ist über ihre Taten zurzeit nichts zu berichten. Einige Nur Geduld! ab, als demokratische Partei zu gelten. Denn wer für ein demoUngeduldige beschweren sich darüber, daß die Ermittelungen tratisches Wahlrecht eintritt, muß eben auch wollen, daß die Mehr für die Berliner Staatsanwaltschaft in München und Starnheit der Wähler über alle Fragen der Politik, also auch berg, die Vernehmung der Zeugen kontra Eulenburg nicht über die Schulpolitik entscheidet. Da die„ Germania" aber vom Amtsrichter des Bezirks, sondern in München von einem befürchtet, daß ein demokratisches Wahlrecht die von den Polizeikommissar und in Starnberg vom Bürgermeister, einem Wie große Verlegenheiten der Zentrumspresse unsere Fest. Juntern und Pfaffen geförderte Bolfsverdummung nicht privatisierenden Töpfermeister, vorgenommen werden. Borstellung seiner bon alters her" höchst zweifelhaften Stellung zur fördern würde, die sie für die wichtigste Frage des Volfslebens schnell, wie uns scheint, wird geschlossen, daß die Berliner Wahlrechtsfrage macht, beweisen ihre trampfhaften Ausflüchte, erklärt, so können ihre Freundschaftsbeteuerungen für ein demo Behörde den bayerischen Amtsrichter, bei dem sie nach§ 160 durch die sie sich immer tiefer hineinreitet. In feiner legten tratisches Wahlrecht unmöglich ernst genommen werden! die Vornahme einer richterlichen Untersuchungshandlung zu Nummer drudt das führende Zentrumsorgan ein ganzes Kapitel beantragen hätte, völlig übergangen hätte. Vielleicht aus einer von Zentrumsmitgliedern verfaßten Flugschrift„ Das hat der bayerische Amtsrichter selbst die beiden Zentrum und die preußischen Landtagswahlen" ab, um damit den Der Freifinn an der Steuerfchraube. juristischen Laien mit der bedeutungsvollen Aufgabe Beweis zu erbringen, daß das Zentrum ernstlich für ein demobetraut. Vielleicht auch hat die Berliner Staats- fratisches Wahlrecht in Preußen eingetreten sei. Die vor einiger Zeit erschienenen Berichte der preußischen anwaltschaft geglaubt, sie müsse der zeitgemäßen Forderung Die lange Abhandlung aus der Zentrumsflugschrift beweist Fabrifinspektoren enthalten eine Menge Material über die nach stärkerer Heranziehung des Laienelements in der Rechts- aber ganz und gar nichts gegen unsere Feststellung. Die Tat- wirtschaftliche Lage der Arbeiter, insbesondere konstatieren sie pflege etwas entgegenkommen. Was hoffentlich bei der Straf- sa che läßt sich nicht hinwegreden, daß das Zentrum zwar im fast durchweg die Erschwerung des Lebensunterhalts. Von prozeßreform Früchte tragen wird. Jahre 1873 einen Antrag auf Einführung des Reichstagswahl- besonderem Interesse aber ist eine Bemerkung, die wir in In der Neuen Ges. Storr." fragt ein Ungeduldiger an, rechtes gestellt hat, diesen Antrag aber erst im Jahre 1907 dem Bericht des Inspektionsbeamten für den weshalb die Staatsanwaltschaft nicht sofort nach der Münchener 24 Jahre später also wiederholt hat, als ihm infolge der sozial- Bezirk Düsseldorf finden. Auf Seite 487 wird da Verhandlung die Korrespondenz und den Geldverkehr des demokratischen Wahlrechtsagitation das Feuer auf den Nägeln gesagt; „Seider hat die allgemeine Teuerung der SeBensmittel nicht nur angehalten, sondern noch zugenommen. Es kommt hinzu die schärfere Besteuerung der Arbeiter»ach Einführung der Erklärungs- Pflicht der Arbeitgeber über das Einkommen der Arbeiter." Dieser Satz ruft die Erinnerung wach an eine ganz besondere Ruhmestat deS Freisinns. Denn diese schärsere Heranziehung der Arbeiter zu der Steuer ist dem Frei- sinn zu danken! Das Zentrum hatte im Landtag den Antrag gestellt, die Absätze im§ 23 des Einkommensteuer- gesetzes zu streichen, welche besagen, daß Haushaltungs- Vorstände resp. Arbeitgeber die Pflicht haben, der Behörde Auskunft zu geben über Namen, Berufs- und Erwerbsart, Geburtsort.-Tag und Religionsbekenntnis der zu ihrem Haus- stand gehörigen Personen, resp. über das Einkommen(bis 3060 M.) der von ihnen gegen Gehalt oder Lohn Beschäftigten zu erteilen. Bei dieser Gelegenheit stellte der Abg. Gerschel (Freisinnige Volkspartei) den Antrag den§ 23 dahin abzuändern: „daß die Hausbesitzer auch verpflichtet sind, der Behörde über den Arbeitgeber und die Arbeitsstätte der auf ihrem Grundstücke wohnenden Arbeiter, Dienstboten und Gewerbegehülfen Auskunst zu erteilen und daß demgemäß die Arbeiter. Dienstboten und Gewerbegehülfen verpflichtet sind, ihre Haushaltungsvorstände über ihren Arbeitgeber und ihre Arbeitsstätte zu unterrichten." Zur Begründung dieses Antrages führte der Abgeordnete Gerschel in der Sitzung des Landtages vom 3. Mai 1907 nach dem amtlichen Stenogramm aus: „WaS die Arbeitsstätte betrifft, so erkläre ich, daß deren An- gäbe von mir im Interesse des Arbeitgebers gefordert wird. Denn die Berhältnisse liegen oft so, daß z. B. bei auswärtigen Bau- Unternehmungen, beim Eisenbahnbau usw., der Arbeitgeber die Arbeiter gar nicht kennt, die bei einzelnen seiner Unternehmungen beschäftigt werden und daß ihm durch die Angabe der Arbeits- stätte wenigstens ein Fingerzeig gegeben ist, wo er die Arbeiter, über die er Auskunst geben soll, zu suchen hat." Bei der Abstimmung wurde der Antrag des Zentrums bgelehnt, der Antrag Gerschel aber angenommen! In .«er gleichen Sitzung wandte sich der Abg. Gerschel ganz .ntschieden dagegen, daß Bankgeschäfte, Depofitenkassen, Spar- .äffen und ähnliche Geldinstitute gezwungen werden sollten. über die hinterlegten Vermögensobjekte Auskunft zu erteilen! Der Freisinn trat also hier dafür ein, daß der Arbeiter auch zur Versteuerung des letzten Pfennigs seines Ein- .ommens herangezogen wird, dagegen wollte der Freisinn absolut nichts davon wissen, daß durch Nachfrage bei den Banken und anderen Geldinstituten das Vermögen reicher Leute zum Zwecke der Besteuerung festgestellt werden könnte! Der Arbeiter mutz Auskunft über Heller und Pfennig seines Einkommens geben, zu diesem Zweck hat er seinem Hauswirt Auskunft über seme Arbeitsstätte zu geben, damit derStaat aber die reichenSteuer- hinterzieher nicht fassen kann, hat sich der Freisinn dahin geäußert, daß hier jede Nach- forsch ung oder Auskunstserteilung zu unter- bleiben habe! DaS nennt der Freisinn die Interessen deS Volkes vertreten I Jeder Arbeiter, der, ohne daß sein Einkommen gestiegen wäre, dies Jahr h ö h e r zur Steuer veranlagt wurde, möge nicht vergessen, daß er das dem Wirken des Freisiuns im preußischen Landtag zü verdanken hat! Wie diese scharfe Anziehung der Steuerschraube auf die Lebenshaltung der Arbeiter wirkt, das hat der Fabrikinspektor für Düsseldorf klar und deutlich konstatiert. Eine Partei, die für die reichen Steuer hinterzieher eintritt und gleichzeitig die Arbeiter stärker belastet, darf keine Stimme aus Arbeiterkreisen kriegen! � Der böhmische Sprachenhampf. Aus Wien wird uns vom 27. April geschrieben: Die ganze konstitutionelle Geschichte Oesterreichs ist erfüllt von dun Kampfe der Deutschen und Tschechen in Böhmen, die eS noch immer nicht getroffen haben, die Formel für ein fticdlicheS Neben- einanderleben zu finden und deren ungelöstes Verhältnis sich aller Kulturarbeit in Oesterreich hindernd in den Weg' stellt. So viele erstaunliche Episoden die„böhmische Frage" auch schon gezeitigt hat: bunter und verworrener ist c-Z noch selten zugegangen, als es jetzt geschieht, da Deutsche und Tschechen zusammen in einer Liegierung sitzen. Die böhmische Sprachenftoge artet derzeit in einen wahren Krieg der Gerichte untereinander aus, und jeder Tag zeitigt Vorfälle, die einen daran fast zweifeln machen, daß Oesterreich doch ein geordneter Rechtsstaat sein will. Den Außenstehenden, die die merkwürdige Gewalt der nationalen Triebkräfte nicht aus eigener Wahrnehmung kennen, wird dieser Sprachenkonflikt ganz unerklärlich erscheinen; aber in Oesterreich kennt man seinen schweren Ernst und fühlt den Druck, den er auf das gesamte politische Leben ausübt. Der gegenwärtige Streit dreht sich vornehmlich um die Sprache der Gerichte. Im Wesen beruht das sprachliche Recht bei den Gerichten in Böhmen auf einer Verordnung StremayrS, des ersten Justizministers im Kabinett Taaffe, vom Jahre 1880, worin als grundlegende Ordnung bestimmt wird, daß die Gerichte in Böhmen verpflichtet sind, die an die Parteien ergehenden Erledigungen„in jener der beiden Landes« sprachen auszufertigen, in welcher die Eingabe abgefaßt ist". Diese Verordnung ist allmählich, obwohl ihre Rechtsgültigkett theoretisch von den Deutschen immer bestritten worden war, auch das geltende Recht geworden: die Gerichte in Deutschböhmen nahmen tschechische Eingaben an und erledigten sie in tschechischer Sprache. Der Bruch mit dieser Praxis geschah erst ün borigen Jahre, und zwar bei dem Bezirksgericht in Eger. Dieses erklärte die alte Verordnung für ungültig und wies die tschechische Klage mit der Begründung ab, daß im Egerer Gerichts- sprenge! nur die. deutsche Sprache landesüblich fei. Diese Auffassung eigneten sich dann so ziemlich alle deutsch-bohmischen Gerichte an, und überall wurden tschechische Eingaben entweder glatt abgewiesen oder wenigstens deutsch erledigt. Zwar fällte der Oberste Gerichts- Hof die entgegengesetzte Entscheidung und das OberlandeSgericht teilte sie allen Gerichten in Böhmen mit; aber die dcutschböhmischen Richter blieben bei ihrer Anschauung und setzten die Abweisung tschechischer Ein- gaben unverdrossen fort. Man sah auch kein Nüttel, den Widerstand zu brechen. Wohl hat der Oberste Gerichtshof wiederholt erkannt, daß die Stremayrsche Verordnung rechtsgültig fei— tatsächlich ist bisher die Frage der sprachlichen Ordnung bei Behörden und Gerichten ausschließlich durch Verordnungen bestimmt worden—, aber da nach dem Staatsgrundgesetze die Gerichts„über die Gültig- keit von Verordnungen im gesetzlichen Jnstanzenzuge z» entscheiden haben", so ist die Prüfung der Gültigkeit einer Verordnung, und sei diese wie lange immer in„Geltung", eine Sache der fteien Rechtsprechung, der nur im Wege des Rechtsmittelverfahrens bei- zukommen ist. Run endet das betreffende Rechtsmittelverfahren bei der zweiten Instanz, den Kreisgerichten, aber diese find in Deutschböhmen vollends nationalisiert und erklären nun mcht minder entschloffen, daß die tschechische Sprache im deutschen Gebiete nicht„landesüblich" sei. Den Eingriff auf Grund der Dienstaufsicht, den die Tschechen begehrten, lehnte aber das vorgesetzte Oberlandes- gericht und der Justizminister entschieden ab, so daß keine Möglich- keit schien, den deutschen Widerstand zu brechen und den Tschechen das Recht, das fie durch dreißig Jahre besaßen, als Besitz zu er- halten. Da begab sich etwas Merkwürdiges, was in seiner schein- baren Naivität nur in Oesterreich möglich ist. BiS zum 14. April hatte das böhmische OberlandeSgericht und zwar kon- sequent erklärt, daß ihm eine Ueberprüfung der richter- lichen Entscheidung nicht zustehe. Die Entscheidung über daS Sprachenrecht gehöre zur gerichtlichen Judikatur und nicht in die Kompetenz der Justizverwaltung; sie könne also nur im ordentlichen Instanzenwege, durch den Rekurs an die übergeordnete Instanz, nicht aber im Auffichtswege einer weiteren, überprüfenden Entscheidung untertvorfen werden. Hier setzt nun die originelle„Lösung" ein. Man schickte nämlich den Präsidenten deS OberlandeSgerichteS, der ein Deutscher ist, auf Urlaub, und bettaute mit der Leitung des AmteS den Vizepräsidenten, der ein Tscheche ist. Und sofort änderte sich daS Bild; seither findet das Oberlandesgericht,„über die Aufsichtsbeschwerde zu verfügen", und ttägt den deutsch- böhmischen Gerichten auf, die tschechischen Eingaben, und zwar in tschechischer Sprache zu erledigen. Der Stand, bevor die deutsch- böhmischen Richter mit der alten Praxis brachen, scheint nun wiederhergestellt. Freilich nicht der S p r a ch e n- friede; denn eS hat sich nichts geändert. als daß früher die Tschechen enlrüstet waren, nun die Deutschen aufgeregt sind. Doch kann das Oberlandesgericht eben nur die einzelne Entscheidung des Untergerichts aufheben, und da die deutschen Richter bei ihrer Auffassung beharren, so geht nun der Krieg zwischen den Unter- gerichten und den Obergerichten lustig weiter. Den wunderlichen Streitfällen liegt allerdings ein tieferer Gegensatz zugrunde. Den Tschechen erscheint daS alte Königreich als ein einheitliches, unteilbares Land, in deffen ganzem Gebiete beide Sprachen gleichberechtigt sein müssen, das also doppelsprachig verwaltet werden muß von Eger bis Tabor, und deffen Beamte überall beider Landessprachen mächtig sein sollen. Die Deutschen dagegen wollen Deutschböhmen als deutsches Land, also ein- sprachig verwaltet haben, wo daS Tschechische ebenso eine fremde Sprache sein soll wie etwa in Tirol. ES ist also der uralte Gegensatz zwischen dem Länderrecht und dem BolkSrecht, zwischen der staatsrechtlichen Jndwidualität der Königreiche und der nationalen Autonomie— wenn auch die Auf- faffung in den beiden Lagern natürlich nicht in dieser Reinheit auf- ttitt. Daß die Konflikte nur ausgetragen werden können durch die feste Regel des Gesetzes, ist einleuchtend, und tatsächlich hat sich die Regierung Beck entschlossen, den Entwurf eines Sprachengesetzes für Böhmen im Reichsrat einzubringen. Ob das Unternehmen glücken wird, ist allerdings mehr als fraglich, denn die Gegensätze sind vor- läufig noch zu stall, als daß für sie die ausgleichende Mitte gefunden werden könnte. Hua dem Maklkampf. Feindliche Blockbrüder. Nationallibrrale gegen Freikonservative. Im Wahlkreis Rotenburg-Verden-Zeven, den zurzeit der wegen unsauberer Geldmanipulationen von den Nationalliberalen abgewimmelte Held im Landtag vertritt. haben die Freikonservativen den Neichstagsabgeordneten Varenhor st aufgestellt. DaS bietet der„National-Zeitung" Anlaß zu bemerken: „Herr Varenhorst hat also tatsächlich die Unverfroren- heit, den Nationalliberalen ein LandtagSmandat streifig machen zu wollen, was ihm ftsilich kaum gelingen wird. Wer sich aber erinnert, wie dieser Herr dazu kam. in dem alten nationalliberalen Wahlkreis Harburg in den Reichstag gewählt zu werden, der wird es selbstverständlich finden, daß die Nafionalliberalen Herrn Varenhorst bei der nächsten Reichs- tagswahl die Antwort auf diese Kandidatur geben und ihn glatt unter den Tisch fallen lassen werden." Herr Varenhorst, der den Nafionalliberalen bei den Hottentottenwahlen den Wahlkreis Harburg abgenommen hat, dürfte diese Absage kaum tragisch nehmen, denn er weiß so gut wie wir, daß ihn die Nafionalliberalen doch wieder ivählen, wenn nicht die Sozialdemokraten bei den nächsten Wahlen den ganzen bürgerlichen Kuddelmuddel im ersten Wahl- gang an die Wand drücken. Je näher der Wahltermin heran- rückt, desto mehr geraten sich die Blockbrüdcr in die Haare. * Christlichsoziale gegen Nationalliberale. Die Christlichsozialen im Siegerlande wollen den Nattonal- liberalen ihre Macht fühlen lassen. Auf einem Bezirkstag in Siegen haben sie beschlossen: „Da das gegenwärtige LandtagSwahIrecht mit seinen Klasien und seiner öffentlichen Stimniabgabe weite VolkSschickNen in un- gerechter Weise benachteiligt, da im Siegerlande die Fälle unver- § essen sind, in denen„liberale" Arbeitgeber Arbeiter aus politischen jründen gemaßregelt haben, soll für die bevorstehende Landtags- Wahl allgemeine Wahlenthaltung geübt werden." Der Vorsicht halber fügten aber die Stöckerleute gleich hinzu, daß dieser Beschluß nur für den Wahlkreis Siegen- Wittgenstein Geltung hat. In den anderen Kreisen werden die Christlichsozialen, soweit sre überhaupt in Betracht kommen, natürlich mannhaft für die arbeiterfeindlichen Nafionalliberalen eintreten. Der AllerweltSpolittker Lic. Mumm hat seinen Segen zu dem Abkommen gegeben. » Freikonservative gegen Konservative. Frhr. v. Zedlitz, der erwerbssinnige Scharfmacher, sollte in seinem bisherigen Wahlkreise Mühlhausen-Langensalza dem Zentrum geopfert und nicht mehr aufgestellt werden. Die Ungültigkeit der Wahl des dortigen Reichstagsabgeordneten Arnstadt ist sicher. Für die Neuwahl besteht zwischen Zentrum und Konservativen bereits ein Abkommen, wonach das Zentrum für den Konservafiven einttitt. Voraussetzung ist aber die Abhalfterung des Herrn v. Zedlitz. Dieser hatte, den Verhältnissen Rechnung tragend, auch bereits eine Kandidatur in Waldenburg angenommen, hat aber nunmehr den Verttauensleuten seines alten Kreises mitgeteilt, daß er die Kandidatur in Mühlhausen wieder annehme. Die Folge war eine Trennung der Konservativen. Die Freikonservativen halten an Zedlitz fest, die Deutschkonservativen haben gemein- sam mit dem Bund der Landwirte einen deutschkonservativen und einen freikonservafiven Kandidaten aufgestellt. In diesem Kreise werden also die Konservativen gegen einander kämpfen. * Dieser elende Mandatsschacher ist nur mög- l i ch unter dem elende st en aller Wahlsysteme. das die große Masse des Voltes völlig ausschaltet. Wenn in den nächsten Tagen ein einigermaßen klares Bild über die Kandidaturen zu gewinnen ist, dann werden wir zeigen, wie bei den bürgerlichen Parteien die Prinzipien völlig beiseite gelegt sind. In der Tat treiben diese Parteien geradezu Schindluder mit den wirklichen Interessen des Volkes!--_ Ei« beweiskräftiges Zeugnis. Bekanntlich hatten im vorigen Frühjahr die„entschieden liberalen" Fraktionen im preußischen Abgeordneten- hause Anträge betreffend die Reform des Wahlrechts ein- gebracht, die immer wieder verschoben und erst am 10. Januar d. I. verhandelt wurden, wo sie dann keinen anderen Erfolg hatten, als den bekannten Fußtritt, den der Reichskanzler den„Entschiedenen" versetzte. Als am S. Juni 1907 der Freisinn seine Blocktreue bewies, indem er beschloß, von einer sofortigen Verhandlung seines Antrages abzusehen, beleuchtete das„Berliner Tageblatt" die Situation in einem Leitartikel, worin eS u. a. ausführte: „Kein Kundiger wird daran zweifeln, daß der konservativ- liberale Block höchstens im Reichstage ein Scheindasein führt, während man im preußischen Abgeordnrtenhause noch nicht einmal den Versuch gemacht hat, sich die PaarungSgedanken des Fürsten Bülow anzueignen. Die preußischen Konservativen gingen konsequent mit dem Zenlrum, zunächst in Schnlsragen, zuletzt auch noch in Sachen der Teuerungszulage für die notleidenden Beamten. Die linksliberalen Parteien wurden überall geflissentlich ausgeschaltet." Kein twndiger wird daran zweifeln, daß auch seit dem Juni vorigen Jahres die Sache genau in der gleichen Weise weiter gc- gangen ist. Im Reichstage haben die-„Entschiedenen" alles gc- schluckt, wa-Z man ihnen vorsetzte, nur um nicht ausgeschaltet zu werden, wie Herr von Paher so offenherzig zugegeben hat. In, Landtage dagegen hat man ihnen nicht einmal etwas zum Schlucken gegeben, sondern sie ohne weiteres ausgeschaltet. Und diese Leute, die nach dem Geständnis ihrer eigenen Presse im Abgeordnetenhause nicht einmal den Versuch gemacht haben, liberale Reformen durchzusetzen, die wollen nnS einreden, eS sei für die Sache des Fortschritts irgend etwas erreicht, wenn man die Zahl ihrer Mandate verstärkt!_ Die Wahlverbündeten des„demokratischen" Zentrums. In der im„Germania"-Verlage erschienenen Zentrums- flugschrift:„Das Zentrum und die preußischen Land- tagswahlen", aus der die„Germania" lange Auszüge bringt, heißt es von den Konservativen: „Die Konservativen betrachten das preußische Wahlrecht als ein„wohlgefügtcs Gebäude", an dem nicht ge- rüttelt werden darf; sie haben sich in diesem Gebäude ja - auch recht wohnlich eingerichtet. Ein konserativer Führer— v. Rauchhaupt— hat eininal im Parlament er- klärt, er betrachte eS geradezu als einen Treu- bruch, wenn ein Arbeiter entgegen den Intentionen seines Arbeit- gcbrrS wähle. Die freikonservative Partei ist gleichfalls gegen jede grundsätzliche Aenderung des preüßi- schen Wahlsystems; allenfalls will fie in nebensäch- lichen Fragen im Sinne der Nationalliberalen einige Zugestäiid- nisse machen, sofern das ReichStagSwahlrecht gleichzeitig verschlechtert wird." Gleichwohl hat das Zentrum am 10. Januar gegen eine Neueinteilung der Wahlkreise gestimmt, durch die gerade die wahlrechtsfeindlichcn Konservativen erheblich geschwächt werden könnten! Trotzdem hat das Zentrum den Kon- servattven ein Wahlbündnis angetragen I So sieht die„Freundschaft" des Zentrums für das all gemeine, gleiche, geheime und dirctte Wahlrecht aus l»» politifcbe(leberNckt. Berlin, den 29. April 1908. Unterstützungswohusitz und Vogelschutz« Bei der Aufarbeitung der noch ausstehenden Gesetze-?- vorlagen erledigte der Reichstag heute in dritter Lesung das Gesetz betr. die Beschäftigung von Hülfs- Mitgliedern im Patentamt und nahm dann die zweite Lesung dcö Gesetzes betr. die Aenderung deS Unter- stützungswohnsitzeö vor. Die Neuerungen, die der Entwurf bringt, sind durch die stärkere Fluktuierung der Bevölkerung veranlaßt worden. ES sind aber für die Regierung und die Mehrheitsparteicn nur agrarische Gesichtspunkte bei Festsetzung neuer Bestimmungen gelten b gemacht worden. Ihre Tendenz geht dahin, die Unterstützung tülssbedürffiger wesentlich der Arbeitsgemeinde an Stelle der eimatsgemeinde aufzubürden. Deshalb ist der Verlust der Unterstützungsberechtigung sowie deren Neuerwerb an eine Frist von einem Jahre statt bisher z w e-i Jahren geknüpft. Außerdem ist die UnterstützungSmündigkeit von 13 auf 16 Jahr herabgesetzt. Letztere Br- sttmmung steht in einem auffälligen Gegensatz zu dem§ 10» des VereinSgesetzeS, der jungen Leuten unter 18 Jahren die Teilnahme an polittschen Versammlungen vor- bietet. Ueber solche Inkonsequenzen machen sich unsere Gesetz- geber aber keine Sorgen. Als unsere Genossen Stolle und Kaden auf diese und ähnliche Sinnwidrigkeiten hinwiesen. predigten sie tauben Ohren. Vergeblich waren auch die Bemühungen unserer Parteigenossen, die sozial- demokrafischen Verbesserungsanträge zur Annahme zu bringen. Sie zielten wesentlich darauf hin, eine grundsätzliche Besserung der Uebelstände, die sich auS dem Fluktuieren der Bevölkerung ergibt, dadurch herbeiznführen. daß große Zweckvcrbände über ganze preußische Provinzen oder kleinere Staaten geschaffen werden sollen, denen'die Armenunterstützung zur Last fallen würde. Dadurch erst würde der Ueberlastung einzelner Gemeinden mit Armeu- lasten abgeholfen werden können. Für diesen Gedanken waren aber die bürgerlichen Parteien nicht zu haben. Sie bchalfen sich mit ihren Palliattvmittelchen. die nach kurzer Zeit die alten Uebelstände in etwas veränderter Form wieder zeittgen werden. Auch die zweite Lesung des Vogelschutzgesetz c c wurde erledigt. In der Kommission war daS Gesetz durch daS grundsätzliche Verbot des Kramtsvogelfangs im Dohnen st ieg, überhaupt des Fanges bei Vögel in S ch l i n g e n vervollständigt worden. Dagegen machten nur noch einige agrarische Vertreter des ZentruntS. der Freikonservattven und der Konservativen Front. Sie fanden aber nicht einmal Unterstützung bei allen ihren Partes genossen. Mit welcher Sachkenntnis der Kramtsvogelblock seine Fangbedürfnisse rechtfertigte, ging besonders aus den AuSfiihrungen des Herrn Schultz- Blomberg hervor, der da gegen sprach, daß man den„Fang der Dohnen in Schlingen" verbieten wolle. Offenbar hielt er das Wort„Dohne" für die Bezeichnung für eine Vogelart, während man darunter die Schlinge selbst versteht. Er meinte auch, man werde das Verbot wieder ausheben müssen, wie man die AuL- fuhrpramie auf Zucker wieder hätte einführen müssen. Mit dieser Betätigung seiner politischen Unwissenheit hatte Herr Schultz jedenfalls den Vogel ab- geschossen, denn Ausfuhrprämien auf Zucker sind in Deutsch- land nicht wieder eingeführt worden. Alle Anträge der Freunde des Dohuenstiegs werden denn auch mit großer Mehr- heit abgelehnt und das Gesetz in der Kommissionsfassung an- qenominen._ Zur Geschäftslage des Reichstags. Im Seniorenkonvent des Reichstags gelangte heute die Ge- schäftslage des Reichstags zur Besprechung. Sicherheit darüber, ob die Session geschlossen oder vertagt werden wird, besteht noch nicht. weil die Regierung sich darüber noch nicht geäußert hat. Die Wahrscheinlichkeit besteht, daß mit dem Ende der nächsten Woche Vertagung bis zum Oktober stattfindet. Zur Beratung sollen folgende Materien gelangen: Der Gesetzentwurf über Stempelabgaben(Kraftfahrzeuge), das Müuzgesetz, das Postscheckgesetz, die Gesetze über Teuerungszulagen, über Postdampfer- subventionen, den Versicherungsvertrag, Wechselprotest, die Minderung der Haftung deS Tierhalters, den Befähigungsnachweis(kleine Gewerbeordnungsnovelle), die Maß- und Gewichtsordnung und über die Kolonialbahnen. Ferner sollen noch der Bericht der Budget- kommission über die Militäranwärter, einige Wahlprüfungen, Rechnungssachen und Petitionen zur Beratung gelangen. Der nichtgeadelte August Scherl. Die„München« Post" berichtet: „Seit mehreren Wochen geht eine Notiz durch die bürgerliche Presse über ein Angebot Scherls, dem Vaterlande die„Allgemeine Zeitung" weiter zu erhalten, wenn die bayerische Regierung dieieS Opfer durch einen Orden lohnen wolle. August der Scherl habe aber einen ganz bestimmten Orden verlangt, einen hohen nämlich, nachdem er sich von Preußen und Baden mit einem verhältnismäßig niederen hatte abfinden lassen. Er wollte Ordensbruder der Herren von Orterer und von Daller werden und verlangte darum sie Mitgliedschaft des Ritterordens der bayerischen Krone, mit der der persönliche Adel verbunden ist. August von Scherl, wie schön das klingen würde. Der ReichSrat Freiherr v. Würtzburg habe sich eifrig für den adelsbedürftigen Scherl verwendet: aber trotz dieser Verständnis- innigen Verwendung hätte die bayerische Regierung nicht Dank- gefübl genug für die politische Liebe der„Allgemeinen Zeitung" empfunden, um sie auf so billige Mani« den Zeitgenossen zu er- halten. So blieb der Scherl der Scherl und drehte der Allgemeinen den Hals um.—_ Die ertappte Vossin dreht und windet sich hin und her. weil ihr für ihre Zitaten- fälschung vom Genossen Wurm so gründlich auf die Fing« geklopft wurde. Und da sie zu ihr« Entschuldigung gar nichts zu erfinden weiß, quält sie sich die Ausrede ab. der„Vorwärts" habe ja selber erklärt, gegen solche Luxussteuern sei in der Tat nicht viel einzu- wenden I Dabei passiert ihr wieder das-- Versehen, daß sie das weder noch d«„Vorwärts"-Erklärung für ein sowohl— als auch liest— und damit sich vor ihren Lesern als engelreine Unschuld hinstellen und vergessen machen will, daß sie WurmS Erklärung gegen die Schauniweinsteuer in eine für diese um-- zitiert hat. Obwohl wir es für hoffnungslos halten, wünschen wu ihr doch gute Besserung._ Freiherr v. Gamp gratuliert! / Eine für die Blockfreundschaft zwischen Konservativen und Freisinnigen bezeichnende Szene spielt« sich am Dienstag kurz vor der Wiedereröffnung des Reichstages im Sitzungssaal ab, die ver- dient mit einigen Strichen festgehalten zu werden: In der ersten Reihe der Sitze für die Froisinnigen stehen, im ernsten Gespräch begriffen, Pachnicke und Schräder. Mit elastischem Schritt nähert sich ibnen der bekannte frcikonservative Parteiführer Freiherr von Gamp, jovial streckt er Herrn Schräder die Rechte hin und mit freudig erregter Stimme sagt er:„Ich gratuliere zu Ihrer Reinigung. Das war doch wieder einmal eine angenehme Nach- ticht." Dem alten Herrn Schräder schien dieser Glückwunsch zu der Barth-Gerlachschen Absplitterung wider den Strich zu gehen, denn er verzog das Gesicht, als ob er aus Versehen Essig ge- trunken hätte und stammelte, ein wenig verlegen, etwas von gütiger Nachfrage und dergleichen. Anders Herr Pachnicke. Mit freudigem Gesicht sprang er auf, umschloß die ihm ein wenig nonchalant hinaehaltenc freiherrliche Hand mit beiden Händen und redete, unbekümmert um die in der Nähe stehenden sozial-» demokratischen Abgeordneten, auf den freikonservativen Block- bruder ein, ihm die unbedingte Blocktreue der gereinigten Linken versichernd. Und der alte Herr Schräder sah dabei und verzog das Gesicht._ Bon dem Hochverräter. Heute hat vor dem Ehrengericht der hiesigen Anwalts- kammer der Hauptverhandlungstermin erster Instanz in der Tisziplitmrsache gegen den Genossen Liebknecht statt- gefunden. Die Verhandlung endete, wie nicht anders zu er- warten, mit der Freisprechung unseres Genossen. Fortsetzung folgt in Leipzig! Fischbeck-Deutsch. Herr Fischbeck macht sich jetzt das Vergnügen, Berlin zu reprä- sentieren. Natürlich ist die Repräsentation danach. Zwischen diversen Eß- und Fahrgelegenheiten wird ein Viehhof oder ein Irrenhaus gezeigt. Bestenfalls Potemlinsche Dörfer. In diesen Tagen soll den Reichstagsabgeordneten das Irren» haus Buch und seine Umgegend gezeigt werden. In dem Einladungsschreiben, das hierzu geziemend einladet und von Herrn Fischbeck gezeichnet wird, findet sich folgende anmutige Stilblüte: ..Sodann Fahrt mit der städttscheu Feldbahn durch den Bucber, der Bcvöllerung geöffueicu Wald nach den in der Aplierung begriffenen im Großbetriebe selbst bewirtschafteten Rieselfelder» d e S im Bau begriffenen Gutes Hobrechtsfelde." Wir empfehlen Herrn Fischbeck, den Schriftsatz der nächsten Ein- ladung in B u ch selbst entwerfen zu lassen. Einen Unterschied wird man nicht merken.—_ Das Ende eines ReichsverbandsschwindelS. Mitte November v. I. ging durch die bürgerliche Presse eine der„Korrespondenz des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie" entnommene Notiz, nach der ein„mehrfach vorbestrafter Sozial- demokrat" in SchackenSlcben bei Magdeburg einem reichs- treuen Arbeit« nach kurzem Wortwechsel sieben Messerstiche in den Kopf versetzt haben sollte, so daß der schwer Verletzte ärztlicher Hülfe übergeben werden mußte. Der Sozialdemokrat war dem nichtsozialdemokratischen Arbeiter„spinnefeindlich gesinnt", hieß eS in der Notiz, weil er dem reichstreuen Arbeiterverein beigetreten war. Die Parteipresse stellte damals sofort fest, daß einmal der Borfall stark übertrieben war. zum anderen aber der Gegen- satz zwischen Sozialdemokratie und„Reichstreuen" nichts mit dem ganzen Streit zu tun hatte. Der„Sozialdemokrat"— sein Name ist Appel— wurde dartsi vom Schöffengericht in Neuhaldms- leben wegen Körperverletzung und Hausfriedensbruch zu sechs Monaten und einem Tage Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil vom Staatsanwalt sowohl wie vom An- geklagten eingelegte Berufung wurde dieser Tage vom Landgericht Magdeburg verworfen. Vom Staatsanwalt wurde angeführt, daß der Angeklagte bei sein« Vernehmung in NeuhaldenSleben wiederholt erklärt habe, er sei selber reichstreu und habe deshalb keine Veranlaffung gehabt, seinem Widersacher wegen seiner Zugehörigleit zum reichStteuen Arbeiterverein feindlich ge- sinnt zu sein. Der Angeklagte bestritt in der BerufungS- Verhandlung zwar, diese Aeußerung getan zu haben, er- klärte aber, daß er keinem Vereine irgendwelcher Rich- tungangehöre. Ueber die Ursache deS Streites konnte nichts Bestimmtes fe st ge st ellt werden. Was also damals vom Reichsverband als ärgst« sozialdemokratischer TerroriSmuS ausgemünzt wurde, das entpuppt sich schließlich als eine rohe Keilerei, wie sie sich öfters ereignet.— Tie Sozialpolitik des Blocks. In einer der letzten Nummern des„Berliner Tageblatt" schreibt der freisinnige Abgeordnete P o t t h o f f über die Sozialpolitik des Blocks: „Eine Resolution, die auch mit in die Versenkung ver- schwunden ist, verdient wieder ans Licht gezogen zu werden, weil sie die bedeutsamste ist, die überhaupt zum Punkte„Sozialpolitik" gestellt wurde. Ich meine die Resolution Nr. 544: Albrecht und Genossen. Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, baldigst einen Gesetzentwurf vorzulegen, der alle Arbeits- und Dien st Verhältnisse, durch welche sich jemand verpflichtet, einen Teil seiner geistigen od« körperlichen Arbeitskraft für die häusliche Gemeinschaft, ein wirtschaftliches oder ein gewerbliches Unternehmen eines anderen gegen Lohn zu verwenden, durch reichsgesetzliche Vor- schriften einheitlich regelt, die insbesondere 1. die Zeit, die Dauer und die Art der Arbeit so regeln, wie es die Erhaltung der Gesundheit, die Gebote der Sittlich- keit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr An- spruch auf gesetzliche Gleichberechtigung fordern, 2. die Kraulen-, Unfall-, JnvaliditätS-, Alters-, Arbeitslosen«. Relikten- und Mutterschaftsversicherung ausbauen. Man ver steht nicht, wie bei ein« richtigen Würdigung dieser Antrag abgelehnt werden konnte. Denn da die Etats- resolutionen im allgemeinen nicht konkrete Forderungen, sondern allgemeine Wünsche, Richtlinien für die Sozial- Politik enthalten, so hätte eigentlich dieser Antrag einstimmig angenommen werden müssen. Denn er formuliert das Endziel, auf das unsere soziale Gesetz- gebung hinstreben mutz und auf das auch die Anregungen der Parteien hinstreben, soweit sie überhaupt nicht Demonstrationen zum Stimmenfang, sondern Politik sind." Was Herrn Potthoff in Erstaunen setzt, dafür hat der konservative Landtagsabgeordnete M e r t i n kürzlich in der Hauptversammlung des Wahlvereins der konservativen Parteien für den Wahlkreis Frankfurt-Lebus eine hin- längliche Erklärung gegeben. Er sagte: „Der Block ist im großen und ganzen aus einem Notkind ein ausgewachsenes Produkt geworden. ES kommt niemandem mehr zugute als den Konservativen." Der Redner hob alsdann hervor, der Block werde in der Sozialpolitik rückläufig wirken: „Ein Erfolg der Blockpolitik wird sein, daß jetzt in ruhiger Weise Sozialpolitik getrieben wird und falsche Einrichtungen revidiert werden können." Der Block habe zur Folge gehabt, daß jetzt die Sozialpolstil „vernünftigere Wege" einschlagen wird. „Die Blockpolitik nützt also den Konservativen. und wird sie kaum zwingen, einen ihr« tvesentlichen Grund- iätze aufzugeben." �i« Blockpolitik ist nicht nur eine Polittk der Volks- entrechtung, fondern auch eine Politik gegen jede ernsthafte soziale Reform!—_ Eine neue Posidampfervorlage. Dem Reichstag ist ein Gesetz- entwurf zugegangen, der den Reichskanzler ermäckstigt, die Reichs- fubvention für den Norddeutschen Lloyd um 500, 000 M. zu er- höhen, wofür der Lloyd sich verpflichtet, eine vierwöchentliche Ver- lnndung zwischen Ostasien(Japan) mit Australien und Deutsch- Neu-Guinca einzurichten. Die einzelnen Verpflichtungen, die der Nordd. Lloyd zu über- nehmen hat, sind folgende: 1. Beibehaltung eines vierwöchentlichen Dienstes zwischen Sydnet) und Japan unt« jeweiligem Anlaufen von Simpsonhafen im BiSmarckarchipel, Friedrich-Wrlhelm-Hafen in Kaiser-Wilhelm- Land und Uap in den Westkarolinen, 2. Wieveraufnahoic der Linie Neu-Guinea— Singapore mit achtwüchentlichem Verkehr von Singapore aus, wobei außer Batavia, Samarang, Soerabaja, Mekassas, Amboina und Rauda, die Häfen Rumleo, Berlinhafen. Friedrich-Wilhelm-Hafen, Erima-StephanS- ort und Finfchhafen. 3. Ein« regelmäßige dreimonatliche Küstenschiffahrt von Simpsonhafen nach den Regierungsstationen und den übrigen wichtigen Plätze» im Bismarck-Arckzipel. Die VertragSdauer soll sich bis zum l. Oktober 1S14 erstrecken. Arbeitslosigkeit. Das Stattstische Amt der Stadt Köln veröffentlicht soeben seine Ermittelungen üb« den Arbeitsmarkt im Monat März. Es berichtet, daß die BeschäftigungSverhältnisie weit ungünstiger als zur gleichen Zeit deS vorigen Jahres waren. Der Bestand der Krankenkaffenmitglieder stieg in Köln gegen den Monat Februar nur um 1171 oder 1.10 Proz. Er betrug am 1. April III 824. In den beiden vorigen Jahren war die Steigerung 3234 und 1041 od« 3.02 und 1.85 Proz. gewesen. In den beiden vorigen Jahren kamen auf 1000 Einwohner am 1. April 24S.S und 246,7 arbeitsfähige Kasienmitglieder, am 1. April dieses JahreS ab« waren«S nur 233,7. Die OrtSlrankenkaffe der Bauhandwerker hatte gegen den 1. April des vorigen JahreS einen Mitgliederverlust von 1730 männlichen Personen, die OrtSlasse für daS stehende Gewerbe einen solchen von 377, die OrtSlasse für Fabrikbetriebe einen solchen von 229, die OrtSkranlenkassen der Vororte Nippe», Ehren- feld und Lindenthal Verluste von 338, 335 und 297. Bei einem Teil der genannten Kasten war trotz deS starken Rückgangs der männlichen Mitglieder ein erheblicher Zu- wachs an fw eiblichen Mitgliedern zu verzeichnen. Bei der Allgemeinen Arbeitsnachweisanstalt der Stadt Köln ging die Zahl der offenen Stellen im März gegen den Bonnonat von 2344 auf 1317. also um 1027 zurück. Die Arbeitsnachfrage ver- minderte sich zur gleichen Zeit von 6266 auf 4931, also um 1335. Die Zahl der Stellenvermittelungen ging von 2273 auf 1225, also um 1043 zurück. Preußische Volksschule. Nicht nur OstelbienS Gefilde verkünden durch ihre Schulpaläste den Ruhm des Knlturstaotes Preußen; der industrielle Westen macht ihnen erfolgreiche Konkurrenz. Mit der rapiden Bevölkenings- Vermehrung halten weder die Neuanftellungen von Lehrpersonen noch die Schulneubauten gleichen Schritt. Die einzelnen Klaffen der Volksicknlen sind überfüllt, 70 bis 80 Schüler entfallen auf eine Lehrperson. Die Zahlen der mit Beendigung des Schuljahres zu- und abgehenden Schüler beleuchten kratz das Schulelend im rheinifch-weftfälischen Industriegebiet. So meldet ein Zentrums- blatt aus Saarn, einem eingemeindeten Lorort von Mülheim- Ruhr, daß in dea einzelnen schon laugst überfüllten Schulen die Zahl der neueintretenden Schüler die der abgehenden um 74 bis 197 Proz. übertreffe. Dabei hatte man in diesem Vorort wegen der erfolgten Stillegung der Zeche„Selbel" einen allge- meinen Rückgang der Schiilerzahl erwartet. Auch über den baulichen Zustand der dortigen Schulen führt das Blatt heftige Klage. Der Zustand der dortigen evangelischen Schule sei besorgniserregend, in den letzten Tagen sei in einem Klassenzimm«— glücklicherweise zur Nachtzeit— die Decke eingestürzt, das gesamte Holz- iverk sei vom Schwamm durchseucht lind der Auf- enthalt für Lehrer und Schüler gesundheitsgefährlich. Nur mangelhaft könne das Tageslicht in die Schul- räume eindringen, von dem Zustand der Aborte wolle das Blatt lieber schweigen. Andere Schulen sind so überfüllt, daß sogar eine Klasse in der früheren Scheune auf dem Hofe einer Wirtschaft unter- gebracht ist. Die Kinder fürchten in diesem Fall gar die sonst so ersehnte Versetzung, um nicht in den„Ferkel-lSchweme-)Stall zu kommen. DaS find preußische VolkSschulzustände im industriellen Westen.— Die Bordellkafse der Lübecker Polizei. Die sogenannte S-Kaste ist nunmehr in eine Krankenkasse der Sittenpolizei umgewandelt worden. Die Bürgerschaft stimmte am Montag einem entsprechenden SenatSantrage zu. Be« kanntlich sind die Einnahmen der S-Kaste auf ungefetz« lichem Wege erhoben worden? das gab unseren Genossen Veranlassung zu einer scharfen Kritik und zur Stellung deS Antrages, die 28 000 Mark betragenden L-Kasten-Gelder, die man ihren rechtmäßigen Eigentümern nickt mehr zurücker« statten kann, zur Gründung eines Wöchnerinnen- heimö zu verwenden. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt; die S-Kaste wird also unter veränderter Firma weiter- geführt werden. Allerdings hat man sich dazu bereit finden lasten, diese Kaste alljährlich einer Revision durch die RechnungS- behörde zu unterziehen; früh« fehlte überhaupt jegliche Konttolle. Unsere Genosten benutzten auch die Gelegenheit, die ganze selt- same Kastengebarung deS Polizeiamtes, wie sie durch den Prozeß gegen den Beamten Fischer aufgedeckt worden ist, an den Pranger zu stellen. ES wurden bekanntlich keine ordnungsmäßigen TageS- abichlüsse gemacht, große Geldsummen lagen in einfachen Pult« schieblade» herum, eS wurden sog. Schiebungen gemacht, die Revisionen waren äußerst mangelhaft und dergleichen mehr. Vom SenaiSlische mußte zugegeben werden, daß Mängel im System bestanden hätten; dieselben seien jedoch nunmehr abgestellt. Ein Mitglied der Bürger- schaft, der als Geschworener im Fischer-Prozeß mitgewirkt hatte, er- kläne, seiner Auffassung nach hätte eS nicht schlimmer auf der Polizeikaste zugehen können, als es tatsächlich geschehen sei; diesen Eindruck habe er auS den Gerichtsverhandlungen gewonnen. Dieser Meinung wird, trotz der Erklärungen der Regierungsvertreter, die Mehrheit der Einwohner Lübecks fein. Wenn jetzt wirtlich eine Besserung eintreten sollte, so ist das den Sozialdemokraten in aller- erster Linie zu danken, die eifrig bemüht waren, die Eiterbeule aus- zubrennen.—_ Ein neues Schreckensurteil in Elsaß-Lothringen. Die Strafkammer Mülhausen t. Elf. verurteilte am Sonnabend nach fünfftündiger Verhandlung den Redakteur und Herausgeber H. Zislin des illustrierten humoristisch- satirischen Wochenblattes „Dur's Elsaß"(daS Blatt«schien im Dialekt) wegen Be- leidigung des Osfizi«korpS des 22. Dragoner-Regiments in Mlll- hausen und der elsässischen Lehrerschaft zu ein« Gesamt- Gefängnis strafe von acht Monaten und ordnete die sofortige Verhaftung deS noch jungen Mannes wegen Fluchtverdachts an. Die durch den Vorwurf des ServiliSmuö und der Kriecherei beleidigten Mitglied« de» KantonallehrervereinS von Dammerkirch an der französischen Grenze hatten in ein« tatsächlich gefaßten und veröffentlichten Resolutton die Forderung der Gehaltserhöhung mit ihren germanisatorischen Leistungen(I) begründet; desgleichen ergab der Wahrheitsbeweis üb« den karikierten Borgang mit fünf Offizieren de» 22. Drayoner-RegimentS, daß diese Herren vor ver- sainineltem Publikum im Zentralhotel zu Mülhausen ihre Hotel- rechnung zerrissen und ohne Bezahlung fortgingen, weil— die Rech- nung französisch ausgestellt ivar. DaS Urteil erregt in weitesten Kreisen Befremden und Verbitterung. Oefteirdd). Die Sprachcnfrage. Wien, 29. April. Nach dem gestrigen Ministerrat verlautete in parlamentarischen Kreisen, daß die deutschen Minister erklärten, sie werden von ihren Parteien abgerufen werden. wenn der derzeitige Leiter des Prager OberlandcsgerichtL Hofrat Rhnefch seine Praxis weiterführe und man die deutschen Bezirks- gerichte zwingen würde, tschechische Klagen anzunehmen und tschechisch zu erledigen._ Der Nachfolger PotockiS. Wien, 28. April. Die morgige„Wiener Zeitung" veröffentlicht die Ernennung des Universitätsprofessors Geheimrats Michael Bobrzynski zum Statthalter und des Gcheimrats Grafen Badeni zum Landmarschall in Galizien. frankreick. Die Maifeier. Pari», 23. April. Die Arbeitersyndikate des D e p a r l e- ments der Seine beschlostcn gestern, die Maifeier durch Arbeitsruhe zu begehen und Meetings zu veranstalten, Italien. Landarbciteraussperrung.„ Mailand, 29. April. Da die Liga der Grund bes itzTr zahlreiche Landarbeiter ausgesperrt hat, so hat sich die Situation bedeutend verschärft. Eine Delegiertenkonferenz der Landarbeiter sprach sich für die Prollamicrung des General- streiks aus. Die Erbitterung ist auf beiden Seiten sehr groß. Portugal. Die Thronrede. Lissabon, 29. April. Die Thronrede, mit welcher der König heute das Parlament eröffnete, gedachte in erster Linie des tragischen Ereignisses, dem König Carlos und der Kronprinz zum Opser fielen. Angekündigt wird die Revision aller Ge- setze aus der Zeit der Diltatur. ferner der Zivilliste dcö Königs. eine Reform der Verfassung und des Wahlgesetzes, sowie verschiedene Projekte zur Verbesserung der ökonomischen und finanziellen Lage des Landes.— England. Tie indischen Kämpfe. London, 28. April. Unterhaus. Lynch(liberal) lenkte die Aufmerksamkeit des Hauses auf die letzte Rede Lord KilchenerS, worin dieser erklärt habe, daß gewichtige Gründe der äußeren und inneren Sicherheit Indiens gegen jede Verringerung der Heeres- ausgaben sprächen. Redner fragte, tvelchcr Art diese äußeren Gründe seien und ob die indische Regierung mit Rücksicht aus die Verteidigung der nordwestlichen Grenze eine Verminderung der Ausgaben als Ergebnis des e n g l l s ch- r n s s i sch c n lieber- «in kam mens crlväge. Der neue UnterstaatSsckretär für Indien, Buchanan, erwiderte. Staatssekretär Morley stehe mit der indischen Regierung über diese wichtige Frage im Schriftwechsel und könne zurzeit noch keine Erklärung abgeben. In Beantwortung einer anderen Frage bemerkte der UnterstaatZsekrctär, der Emir habe seine Zustimmung zu dem auf Afghanistan bezüglichen Teile des englisch-russischen Uebereinkommens noch nicht gegeben. Sir Edward Grey erklärte auf«ine Anfrage wegen der A a l a n d s- I n s e l n, er wifle nichts von etwa schwebenden Ver- Handlungen, und soweit er unterrichtet sei, stehe eine Abänderung des Vertrages über die Aalands-Jnscln jetzt nicht zur Erörterung. Dann wurde in die Beratung des Schankstättengesetzcs eingetreten. London, 29. April. Unterhaus. In Beantwortung einer Anfrage erklärte Unterstaatssckretär Hodhouse, der Emir von Afghanistan habe Maßnahmen getroffen, um seine Untertanen an der Unterstützung der a u s st ä n d i s ch e n M o h m a n d s zu ver- hindern; diese Maßnahmen hätten das gewünschte Ergebnis ge- habt. Premierminister A-quith kündigte die Einbringung des Budgets zum 7. Mai an. Eticn, China und Japau. ZapanS brüskes Auftreten in der Tatsu-Marnangelegenheit hat in China große Erbitterung erregt und bekanntlich den Anlaß zu einer Boykotterklärung gegeben, die dem japanischen Handel schwere Wunden schlägt. Der Boykott nahm seinen Aus- gangSpunkt von Kanton und pflanzte sich von da rasch nach Hong- kong und Shanghai fort. Es ist natürlich, daß Japan von der Regierung in Peking Maßnahmen gegen den Boykott verlangt. Jedoch ist die chinesische Regierung dieser Bewegung gegenüber, die für das Erwachen des Nationalbewußtseins des chinesischen Bürgertums so charakteristisch ist, ziemlich machtlos. Es ist daher erklärlich, daß der Gegensatz zwischen de» ostasiatischen Mächten im Wachsen ist, wenn es wohl auch nur sensationelle Aufbauschung ist, daß dieser Gegensatz bereits eine Kriegsgefahr bedeute. Da- gegen erscheint Herrn Roosevelt die Gelegenheit günstig, um für seine Flottenpläne, für die er im Senat nicht das richtige Verständnis findet, neuerdings Propaganda zu machen. Er läßt in seiner Presse fortwährend die japanische Gefahr an die Wand malen, gegen die es natürlich nur einen Schutz gäbe, eine starke amerikanische Flotte im Pacific und die schleunigste Herstellung der Befestigungen aus den Philippinen. Jedoch wird der bluff- gewohnte amerikanische Senat wohl kaum aus dcß neuesten Trick des unruhigen Präsidenten hineinfallen.—, Hmcriha. Wahlpolitik. Präsident Roosevelt hat eine neue Botschaft an den Kongreß gerichtet, in der er wieder auf eine Gesetz- gebung zur Vermehrung der Bollmachten der Bundesregierung dringt, und die unter anderem fol- gende Punkte enthält: Regelung des zwischenstaatlichen Handels- Verkehrs der großen Korporationen, Prüfung des Tarifs durch eine Parlamentskommission und Regierungsexperten, um die für eine Tarifrevision im nächsten Herbst nötigen Informationen zu sichern, Schaffung zeitweiliger finanzieller Maßregeln zur Vorbeugung einer Krisis im nächsten Jahre und endlich Einsetzung einer Kom- Mission von Sachverständigen zur gründlichen Prüfung der Finanz- frage in Amerika und im Auslande. Der Hauptteil der Botschaft behandelt die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit. Der Präsident verurteilt die Demagogen, die Haß dem Reichtum predigen, brandmarkt aber auch in den stärksten Ausdrücken jene Multimillionäre, deren Sohn ein Dummkopf, deren Tochter eine a u s län d i sche P r i nz es si n ist. die ihr Vergnügen in einem geschmacklosen Luxus sehen und ihr Lebenswerk in einer Anhäufung von Macht und in deren Gebrauch in der s ch m u tz i g st e n Form. Während so Roosevelt die amerikanischen Spießbürger gleich- zeitig mit Sozialistenfurcht und antikapitalistischer Demagogie für die Wahlen zu ködern sucht, scheinen hinter den Kulissen Vorgänge ganz anderer Art vorzugehen. Herr Roosevelt hat durch sein Auf- treten gegen den Petroleumtrust sich den Unwillen Rockefellers zu- gezogen. Aber seine Partei hat keine Neigung, gegen die all- mächtigen Trusts etwas zu unternehmen und will die Geldmittel. über die die Kapitalmagnaten verfügen, für die Wahlkampagne nicht missen. Während Roosevelt öffentlich gegen die Multimillionäre losdonnert, spinnen sich heimlich leise Fäden zwischen Regierung und Trusts an. Von Herrn Taft, dem voraussichtlichen republi- kanischen Präsidentschaftskandidaten, erwartet man die Zusicherung, daß während seiner Präsidentschaft nichts Ernstliches gegen die kapitalistischen Monopole unternommen, am wenigsten etwas am Hochschutzzoll geändert werde. Erst dann werden die Trusts die Republikaner bei den Wahlen wieder unterstützen. Herrn Roose- velt sind natürlich diese Verhandlungen bekannt und danach sind seine antikapitalistischen Tiraden zu bewerten. Der Senat hat übrigens Herrn Roosevelt eine deutliche Lektion erteilt. Er hat dessen Verlangen, vier neue Schlachtschiffe zu bauen, mit 59 gegen 23 Stimmen abgelehnt. Für die Ufer- losigkeit der Präsidentenpläne sind die Amerikaner doch zu praktisch, wenn sie auch sonst immer rascher in den Imperialismus hinein- kommen. Das gesamte Flottenbudget beträgt jetzt 123 Millionen Dollar. Alljährlich sollen zwei neue Schlachtschiffe gebaut werden. Seilverkfcbaftlicdey. Berlin unck Umgegend. Zweierlei Recht. Der Bäckerverband ließ in der Bäckerherberge zu Frankfurt an der Oder ein Plakat aufhängen, welches zum Eintritt in den Verband auffordert. Die Bäckerherberge ist nicht etwa Eigentum der Innung, sondern sie gehört dem betreffenden Gastwirt, und mit dessen Zustimmung ist" das Plakat aufgehängt worden. Eines Tages kam ein Jnnungsmeister in das Herbergslokal. Ohne Wissen, des Wirtes nahm der Meister eigenmächtig das Plakat fort und„deponierte" es beim Obensieister, wo es dann auch liegen blieb. Der Bäckerverband wollte dem Meister die Rechtswidrigkeit seiner Handlung dadurch begreiflich machen, daß er ihn wegen Diebstahls des Plakats beim Amtsanwalt anzeigte. Dieser lehnte jedoch ein Einschreiten gegen den Bäckermeister ab, denn— so sagt der Amtsanwalt— der Bäckermeister wollte sich das Plakat nicht seinem Sachwert nach zueignen, sondern nur verhindern, daß es von den Besuchern der Herberge gelesen würde; es liege demnach kein Diebstahl vor. Auch die Staatsanwaltschaft am Landgericht trat diesem Standpunkt des Amtsanwalts bei. Abgesehen davon, daß die eigenmächtige Wegnahme des Plakats durch den Bäckermeister unter allen Umständen eine rechtswidrige Handlung ist, könnte man dem Amtsanwalt und dem Staatsanwalt darin zustimmen, daß hier nicht gerade ein Diebstahl vorliegt, wenn die Staatsanwälte in gleichartigen Fällen immer den- selben Standpunkt einnehmen würden, ohne Ansehen der jeweils in Frage kommenden Person. Das ist aber keineswegs der Fall. Wenn beispielsweise die Arbeiterpresse in der Lage war, irgend ein geheimes Schriftstück im allgemeinen Interesse zu veröffent- lichen, dann hat in der Regel die Staatsanwaltschaft ein Verfahren wegen Diebstahls gegen denjenigen eingeleitet, von dem man an- nahm, daß er die Veröffentlichung veranlaßt habe, und doch handelte es sich in solchen Fällen nur um die Veröffentlichung des Schriftstückes, nicht aber um eine„Aneignung nach dem Sachwerte" desselben. Ja, es sind sogar schon Personen wegen Diebstahls be- straft worden, die aus der Druckerei einen Makulaturbogen des „Armee-Verordnungsblattes" mitnahmen, nicht, um sich den Verantw. Rcdakt.; Georg Davidsohn, Berlin, Inseratenteil verantw� Zeitungsbogcn seinem Sachwert nach zu eigen zu machen, sondern um einen Teil seines Inhalts vor dem Erscheinen des Blattes in der Arbeiterpresse abdrucken zu lassen.— In s o l ch e n Fällen waren Staatsanwälte und Richter niemals in Zweifel darüber, daß eine Bestrafung wegen Diebstahls eintreten müsse. Wir glauben auch, daß kein Staatsanwalt zögern würde, einen sozialdemokratischen Arbeiter des Diebstahls anzuklagen, der etwa aus einem öffent- lichen Lokal ein Plakat des evangelischen Jünglingsvercins, des vaterländischen Arbeitervereins, des Flottenvereins oder eine ähn- lichen staatstreucn Vereinigung wegnehmen würde, damit die an jenen Orten verkehrenden Personen es nicht lesen. In solchen Fällen würde dem„frechen Dieb" eine schwere Strafe gewiß sein. Wenn aber ein Jnnungsmeister den Aushang einer freien Gewcrk- schaft widerrechtlich entfernt, dann ist das etwas anderes. Die Stellung der Fliesenleger zur Maiseier. Gestern abend beschloß die Sektion der Fliesenleger des Maurerverbandes in einer Versammlung bei Meyer in der Oranienstraße über die Maifeier. Der Sektionsvorstand machte hierzu den Vorschlag,� daß diejenigen Kollegen, die in Geschäften arbeiten, wo wegen der Maifeier Aus- sperrungen verbunden mit größeren wirtschaftlichen Schädigungen nicht zu erwarten sind, am 1. Mai die Arbeit ruhen lassen. Der Vorsitzende W a l d h e i m begründete den Vorschlag unter Hinweis auf die trauAgen Wirtschaftsverhältnisse, die es mit sich brachten, daß jetzt noch gut ein Drittel der Mitglieder arbeitslos sind, sowie damit, daß, wenn die Sektion allgemeine Arbeitsruhe bc- schließen würde, die Stellen der feiernden Mitglieder durch andere Fliesenleger besetzt werden, zumal die cnsktstlichen schon beschlossen haben, sich in jeder Hinsicht den Anwciiungen der Firmeninhaber zu fügen, also die Arbeit der Feiernden zu übernehmen.— In der Diskussion machte sich eine starke Strömung für unbedingte allgemeine Arbeitsruhe am 1. Mai geltend. Ter Vor- schlag des Vorstandes wurde mit mehr als Zweidrittelmehrheit ab- gelehnt und beschlossen, den 1. Mai zu feiern. Deutsches Reich. Schon wieder eine Aussperrung auf dem Stettiner„Vulkan". Dienstag abend sind auf dem Stettiner„Vulkan" 29 Nieter- kolonnen, etwa 89 Mann, ausgesperrt worden, weil sie Ueberstun- den verweigert hatten. Bereits früher waren deshalb Geldstrafen verhängt worden und, nachdem diese nichts gefruchtet, setzt die Firma, der im verflossenen Jahre jeder Arbeiter fast 799 M. Mehr- wert erschuftete, die Leute einfach auf die Straße. Die Direktion droht gleichzeitig mit Betricbscinschränkungen, obwohl die Werft außerordentlich gut beschäftigt ist. In der Arbeiterschaft herrscht eine außerordentliche Erbitterung über die Gewaltpolitik des Werkes. Arbeitswillige sucht die Firma F. A. Braun, Möbelfabrik in Sangerhausen. Sie posaunt in alle Welt, der Streik bei der Firma wäre beendet. In Wirklichkeit dauert der Streik fort. Polierer, Stuhlbauer, Gestellbauer, Umbautischler, Büffettischler, Packer usw. seien darauf aufmerksam gemacht. Die Straßburger Straßenbahner stehen seit Ostern in einer Lohnbewegung. Tie Forderungen halten sich in sehr mäßigen Grenzen. Verlangt wird: für das Fahrpcrsonal und die ständigen Arbeiter eine Lohnerhöhung von 19 Proz. und Erhöhung des Höchst- geholtes von 135 M. auf 169 M., für das Reservepersonal ein An- fangslohn von 199 M.(bisher 99 M.) und eine jährliche Zulage von monatlich 5 M., für Streckenarbeiter. Patrouilleure, Weichen- steller, Wagenputzer und Nachtarbeiter eine löprozentige Erhöhung ihres bis jetzt 2,69 bis 3 M. betragenden Tagelohnes, für Strecken- schmiede und Leitungsarbeiter eine Lohnerhöhung von 19 Proz. und für die Rottenarbeiter einen Mindestlohn von 199 M. monat- lich bei jährlicher Steigerung von 2,59 M. Ferner sollen die Ueber- stunden von 19 Uhr abends einen Zuschlag von 59 Proz. erhalten. Außerdem ist eine Erweiterung des Urlaubs(bisher wurden 5 Tage gewährt) nach folgender Skala vorgesehen: nach einjähriger Dienst- zeit 6 Tage, nach fünfjähriger Dienstzeit 19 Tage und nach zehn- jähriger Dienstzeit 14 Tage Ferien und für Streckenwärter und Weichensteller monatlich zwei freie Tage. Das Fahrpersonal ist im Deutschen Transportarbeiterverbande, das Werkstättenpersonal in großer Zahl im Metallarbeiterverbande organisiert. Die Ver- treter der Organisationen wurden von der Verwaltung der Straßenbahn als Unterhändler abgelehnt; nur mit den eigenen Angestellten wollte sie verhandeln. Im Interesse des Publikums und des Verkehrs wollen die Arbeiter einen Streik nach Möglichkeit vermeiden und haben deshalb zu Unterhandlungen mit der Direktion Ausschüsse gewählt. Die Verwaltung der Straßenbahn selbst rechnet mit einem Streik. Sie hat frühere Angestellte und die Werkstättenarbeiter verpflichten wollen, zu fahren, falls ein Streik ausbricht. Die Werkstättenarbeiter aber haben sich mit den Fahrern solidarisch erklärt. Am Dienstag haben die Verhandlungen be- gönnen. Es kommen gegen 699 Mann bei der Bewegung in Betracht. Streikbrecher und christliche Gewerkschaften. In Metz sind bei der Firma Höckel u. Nonnweiler die Metallarbeiter in den Ausstand getreten. Es hat sich nun eine Anzahl jener traurigen Elemente gefunden, die ein anständiger Arbeiter nur mit Ver- achtung betrachten kann. Bei einigen christlichen Gewerkschafts- führcrn scheint man diese Elemente aber als geeignet zur Ver- stärkung der christlichen Gewerkschaften zu betrachten. Denn man hat die Streikbrecher zu einer Privatversammlung eingeladen, u m sie für den christlichen Verband zu gewinnen.— Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, wer du bist. Die tarlfveichandlungen der Iflaler. Die Verhandlungen vor dem Einigungsamt wurden am Mittwoch morgen wieder aufgenommen. Fruchtlos wie am ersten Tage spann sich die Debatte über den vorgelegten Tarif bis zum Mittag aus, ohne daß über irgend einen wesentlichen Punkt ein Einverständnis erzielt worden wäre. Es wurde sogleich von Jacobeit-Hamburg festgestellt, daß der Tarifentwurf nur für die gegenwärtigen Lohnbewegungen im Malergewerbe Geltung haben könne, und daß eine Ver- längerung der später ablaufenden Verträge bis zum 31. De- zember 1909 erst von der Zustimmung der Verbandsmitglieder abhängig gemacht werden müsse. 8 4 stand zuerst zur Beratung. Die Akkordarbeit soll prinzipiell anerkannt werden, ein örtlich festzusetzender Akkordtarif soll für die Bezahlung maßgebend sein. Die Par- teien waren sich über die Fassung dieses Paragraphen nicht einig, und gingen vorläufig weiter. § 5 handelt von der Lohnzahlung, die wöchentlich und innerhalb der Arbeitszeit stattfinden soll. s 6 sagt, daß die gegenseitige Kündigung ausgeschlossen ist, daß vielmehr das Arbeitsverhältnis zu jeder Zeit und Stunde ohne vorherige Kündigung gelöst werden kann. Die Bestimmungen des 8 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs wür- den für die den Vertrag schließenden Parteien nicht gelten. Dazu wünschten die Arbeitgeber das Recht auf Sonderver- träge oder persönliche Vereinbarungen, die die Arbeitnehmer aber nur bedingungsweise zugestehen wollten. Der 8 6 bot noch mehr Gelegenheit zu Auseinandersetzungen. Bei Auf- lösung des Arbeitsverhältnisses soll dem Arbeitgeber sechs TH.Slscke, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanstgh Stunden vorher Mitteilung gemacht werden, wenn er am Abend seinen Lohn haben will. Für Schaden, der dem Arbeit- gcber durch Schuld eines Gehülfen erwächst, hat der Gehülfe aufzukommen, und der Arbeitgeber beansprucht das Recht, jede Woche 1 Mark vom Lohn abzuziehen und einen Betrag bis zur Höhe eines Wochcnlohnes als Kaution cinzubehalten. Weitergehende Schadcncrjatzansprüche kann der Arbeitgeber auch geltend machen. Gegen diese Bestimmungen wehrten sich die Verbands» Vertreter sehr energisch. 8 7 spricht von der Ueberwachung des Tarifs, Schlich- tung von Differenzen usw. 8 8 wendet sich unter anderem gegen die Schmutz- konkurrcnz, zu deren Beseitigung sich die Parteien unter- stützen sollen. Bei einem Arbeitgeber, der unter den orls- üblichen Preisen Aufträge übernommen hat. ist besonders darauf zu achten, daß er die Tarifpreise bezahlt. Ist dies nicht der Fall, so ist über sein Geschäft die Sperre zu ver- hängen, wenn der Unternehmer auch nicht zum Verband der Arbeitgeber gehört. Tie Arbeitgeber verpflichten sich, die betreffenden Gehülfen in ihren Geschäften einzustellen. Die Parteien sollen aber dann auch verpflichtet sein, einander auf Anfrage Auskunft über die Zugehörigkeit bestimmte? Personen zu ihren Organisationen zu geben. Ter Tarifvertrag soll bis zum 31. Dezember 1999 Gel- wng haben. Da die fortdauernde Beratung zu keinem Resultat führte, empfahl der Unparteiische, Dr. Wiedfeldt- Essen, den Parteien, eine Kommission von je drei Mitgliedern einzu- setzen, die nach dem voraufgegangenen Meinungsaustausch in der Lage sein sollte, über die umstrittenen Punkte Vorschläge zu machen, die zu einer Einigung führen könnten. Diesem Rate gemäß bildeten sich die Kominissionen der Arbeitnehmer aus den Verbandsmitgliedern T o b l e r und Zimmer- mann und dem Vertreter der Christlichen, M e l ch e r- Düsseldorf. Zu der Kommission der Arbeitgeber gehörte Kruse, der fast allein die Sache der Unternehmer bei allen bisherigen Verhandlungen führte. Als Unparteiische fun- gieren Magistratsrat v. S ch u I z. Dr. P r e n n e r- München und Dr. Wiedfeldt- Essen. Um 4 Uhr nachmittags sollten die Beratungen im Plenum wieder begingen, aber bis nach 7 Uhr war die Konr- Mission noch in Tätigkeit, die erst heute Bericht erstatten wird. Der Schiedsspruch wird heute nachmittag erwartet. Letzte JVacbncbtcn und Depefeben. Ein neuer Mord in Berlin. Gestern(Mittwoch) nachmittag wurde im Hause Duncker- stratze 87 ein Mord begangen, über den bisher folgende Einzelheiten bekannt sind: Seit etwa einem Monat lebte das Ehepaar Ondracek in Berlin und hatte im Hause Dunckerstr. 90 eine Wohnung bezogen. In derselben Straße, drei Häuser weiter, wohnt ein Bruder der Frau Viktoria Ondracek. der Bauarbeiter Jörgcr. In letzter Zeit waren Streitigkeiten zwischen den Eheleuten Ondracek ausgebrochen, so daß Jörger seine Schwester zu sich nahm. Am gestrigen Mittwoch, als Jörger seiner Arbeit nachgegangen war und auch Frau Jörger die Woh- nung verlassen hatte, um Besorgungen zu machen, benutzte Ondracek— in der fünften Nachmittagsstunde— die Abwesenheit der beiden und drang unter irgend einem Vorwande in die Jörgersche Wohnung. Als Frau Jörger gegen 6 Uhr zurückkehrte, fand sie die Wohnung verschlossen. Sie ließ gewaltsam öffnen. Den Ein- tretenden bot sich ein schauriger Anblick: Mit durchschnittener Kehle lag Frau Ondracek tot im Bette; außerdem trug die Leiche eine Reihe Stichwunden zur Schau. Die Kriminal- Polizei, sofort benachrichtigt, erschien nach kurzer Zeit mit der sogenannten„Mordkommission". Die Behörde nimmt an. daß der Mörder ins Ausland zu fliehen versuchen wird. Daher sind sämtliche Hafenbchörden entsprechend benachrichtigt worden. •» liebet den Täter war folgendes zu ermitteln: Kyrill Ondracek, von Beruf Schlosser, ist am 25. März 1881 in Böhmen geboren. Er ist 1,69 bis 1,63 Meter groß, hat wolliges Haar, graugelbe Gesichtsfarbe und trug einen blonden Schnurrbart. Rechts am Halse hat er zwei sichtbare Narben. Beim Gehen hält er den Kopf etwas schräg nach vorn geneigt. Er spricht tschechisch und gebrochen deutsch. Seit vier Wochen war er in der Schlosserei von Berger, Danziger Straße 84, beschäftigt. Sein Chef schilders ihn als eines fleißigen und zuverlässigen Arbeiter. Maifeier. vrüffel. 29. April.(B. H.) Die sozialistische Gemeinde« Vertretung der Borstadt Moelenbeck beschloß, anläßlich der Maifeier den Kommunalbeamten und Schulen frei zu geben. Grubenunglück— Marineunglück. Essen, 29. April.(B. H.) Auf Zeche„Deutschland" stießen zwei Förderkörbe zusammen, wobei fünf Bergleute schwer verletzt wurden. » �» Kiel, 29. April.(B. H.) Auf dem Linienschiffe„Elsaß" wurde gestern abend gegen 8 Uhr bei einer in der Kieler Bucht ob- gehaltenen Sprengübung auf noch nicht aufgeklärte Weise eine Sprengpatrone vorzeitig entzündet. Hierbei wurden der Torpedo- Bootsmannsmaat Löwe und der Oberheizer Wurm getötet. Die Obermatrosen Damerow, Müller III, Wentzlaff und Spenzinger wurden schwer verwundet, während der Fähnrich z. See Jürgen und der Maschinistenmaat Groth leichtere Verletzungen erlitten. Bier Kinder verschüttet! Schwadach. 29. April.(W.T.B.) In einer nahegelegenen Sand» grübe wurden vier Kinder durch abstürzende Sandmassen verschüttet. Ein zehnjähriger und ei» siebenjähriger Knabe wurden tot hervor- geholt, zwei konnten gerettet werden. Erdbede«. Catania. 29. April.(W. T. B.) In Zafferana und Santa Venerina wurden neue starke Erdstöße verspürt. Am Aetna öffnete sich in der Richtung nach Balle del Bove ein neuer Krater, aus dem eine hohe Rauchsäule aussteigt und heißer Aschenregen niederfällt. Die Bevölkerung im Gebiete des Aetua ist sehr beunruhigt und befürchtet ähnliche Verwüstungen wie bei dem letzten Ausbruch. Die großen Rauchmengen lassen vermuten, daß sich noch ein neuer Krater an anderer Stelle bilden könne. Pgül Singer s Co., Berlin L W, Hierzu 3 Beilage» tt. Unterhaltung»� St. 101. 2ö. Iahrgllllg. t KeW te.Fmiick" Kerlim lloltelilntt. Donnerstag. 30. April 1908. Reichstag* 145, Sitzung. Mittwoch, den 29. April, nachmittags 1 Uhr. Am Ministertisch: v. Bcthmann-Hollwcg. Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Beratung eines Gesetzentwurfs betreffend die Beschäftigung von Hiilfsmitgliedern im kaiserlichem Patentamte. Nach den Beschlüffen zweiter Lesung wird die Befugnis des Reichskanzlers, Hülfsmitglicder im Patentamte anzustellen, nur bis zum 31. März 1911 erteilt. Abg. Kirsch Weiter begründen Sie die Herabsetzung der Altersgrenze mit der Landflucht, die Sie in agrarischem Interesse bedauern. Wo- durch wird denn die Landflucht bedingt? Doch lediglich durch die unerhörte und ungerechte Behandlung der Arbeiter und Arbeite- rinnen auf dem Lande, wie sie in zahlreichen Gerichtsverhand- lungen aktenkundig festgestellt ist.(Sehr richtig! bei den Syzial- dcmokratcn.) Unter solchen Umständen können Sie es keinem Arbeiter und keiner Arbeiterin verargen, wenn sie ihren Heimat- liehen Wohnsitz verläßt und nach Jndustriegegenden zieht, um dort nicht nur Beschäftigung, sondern auch menschenwürdige Existenz und Behandlung zu suchen. Wenn wir also der Herabsetzung dec Altersgrenze zustimmen, so sind unsere Gründe dafür wesentlich andere, als die der Agrarier.(Bravo! bei den Sozialdemokraten./� Abg. Kreth 16.58 Prozent und 2 227 872 Tonnen---- 15,80 Prozent). die übrigen Mengen gehen nach Luxemburg(1229 715 Tonnen — 8,72 Prozent), Frankreich(600 751 Tonnen) und Belgien(207 880 Tonnens. Steinkohlenbergwerke wurden drei betrieben mit einer Produktion von 2 194 279 Tonnen. In sechs Bitumenbergwerken wurden 25 994 Tonnen Erdöl und 6318 Tonnen Asphalt gefördert. 17 Steinsalz- und Solquellenbergwerke lieferten 68 003 Tonnen Siedesalz. In 30 unterirdischen Kalksteinbrnchen und Gipsgruben wurden 104 123 Tonnen Kalksteine und 60 893 Tonnen Gips gegraben. Die bergbaulichen Betriebe zählten im Jahre 1907 durchschnitt- lich 25 585 Arbeiter gegen 23 896 im Jahre 1906. In den Eisenbültenwerken wurden im Durchschnitt 23 850 Arbeiter beschäftigt gegen 21373 im Vorjahre. Die Nordseehäfen de» Festlandes, von den drei hauptsächlich mit einander in Wettbewerb stehenden Häfen des Festlandes, Ham- bürg, Antwerpen, Rotterdam, steht Hamburg nach wie vor in bezug auf den Schiffsverkehr an erster Stelle. Selbst in Anbetracht der zurzeit recht ungünstigen Lage der Schiffahrt weisen die Werte für das erste Vierleljahr 1908 gegenüber dem gleichen Zeitraum des vorigen Jahres noch einen beträchtlichen Fortschritt auf, während die Verkehrsziffern von Antwerpen und Rotterdam zurückgegangen sind. Die nackstebcnde kleine Zusammenstellung gibt eine Uebersicht über den Schiffahrtsverkehr in den ersten Vierteln der Jahre 1907 und 1908. 1907 1908 Schiffe Tonnen Schiffe Tonnen Prozentwahlrecht bewilligen wollte. Man könnke ja„das deutsche Volk in 400 Wahlkreise für Männer und 100 Wahlkreise für Frauen einteilen, so daß dann im Reichstage unter 400 Männern 100 Frauen sitzen würden". Auch könnte das Wahlrecht der Erauen ruhen, wenn sie verheiratet sind. Mit Ingrimm und !rechtigtem Neid verwiesen einige Nednerinnen demgegenüber auf die so grundverschiedene Stellung der Frauen in der sozial» demokratischen Partei, die Schulter an Schulter mit den Männern kämpfen. Die freisinnigen Wortführerinnen verstiegen sich sogar zu der Drohung, daß der Mangel an tatkräftiger Unterstützung bei den Liberalen, die„auch in der Frauenfrage den richtigen Zeitpunkt verpaßt hätten", ihre bisherigen Parteigängerinncn in das Lager der Sozialdemokratie treiben könnte. Trotzdem erklärte Naumann in seiner Schlußrede unter dem Beifall seiner Partei- genossen:„Es wäre ein Fehler, die preußische Landtagswahl- bcwcgung zu verquicken mit der Forderung des Frauenwohlrechts". Die Frauen sollten erst mithelfen, den Männern das Reichstags- Wahlrecht für den Landtag zu erkämpfen.— So tritt der Freisinn für das gleiche Bürgerrecht der Frau ein? Nur ja keine Störung seiner staatsmännischen Zirkel! Wie im Hause, so will er auch in der Politik„sei Ruh' hab'n". Das war für viele— nicht für alle— unter den Frauen- rcchtlcrinnen eine bittere Pille, die ihnen noch dazu ihr Held und Abgott Naumann zu schlucken gab. Aber sie werden sie hinunter- würgen. Und wie sie bisher— von ihrem Klasseninteresse geschoben— dem Freisinn trotz seiner erbärmlichen Schwäche treue Gefolgschaft geleistet, so werden sie auch in Zukunft unentwegt hinter seinem Leichnam einhcrwallen; seit der Frankfurter Tagung hat der Liberalismus auch das letzte Restchen von demo- kratischem Geiste aufgegeben.— Bom romische» Frauenkongreß. Auf dem in Rom tagenden Frauenkongreß kam es nach einem Telegramm des„T. B." zu stürmischen Szenen. Den Anlaß dazu gab die Forderung, den Religionsunterricht aus der Volksschule zu entfernen. Als die Präsidentin sich weigerte, den Antrag zur Abstimmung zu bringen, entstand ein wüster Tumult. In einer später stattgefundencn Plenarsitzung wurde dann der Antrag mit großem Enthusiasmus angenommen.—'' in Hamburg Antwerpen Rotterdam 3265 2 616 291 1553 2 337 693 2083 2179 622 3621 2 860 440 1452 2 200 085 1936 2 006 716 Die United States Steel Corporation erklärte eine Quartals dividende von% Proz. für die Stammaktien und von 1% Proz. für die Vorzugsaktien gegen% bezw. 1% Proz. für das erste und letzte Quartal des Vorjahres. Die Nettocinnahmen stellen sich nach Abzug der gewöhnlichen Betriebskosten für das am 31. März 1908 beendete erste Quartal auf 18299000 Dollars gegen 39 122 492 Dollars für den entsprechenden Zeitraum des Vorjahres und 32 553 995 Dollars für das vierte Quartal 1907. Demnach beträgt die Abnahme gegen das erste Quartal 1907 un- gefähr 20 823 000 Dollars. Der Ueberschuß des ersten Vierteljahrs beläuft sich auf 8000 Dollars, gleich einer Abnahme von 3 677 000 Dollars gegen das gleiche Quartal des Vorjahres. Der Auftrags- bestand betrug Ende März 1908 3 765 000 Tonnen gegen 8 043 858 Tonnen am entsprechenden Termin des Borjahres und 4 624 553 Tonnen Ende Dezember 1907, weist daher gegen das gleiche Quartal des Vorjahres eine Abnahme von zirka 4 279 000 Tonnen auf. Hub der f rauenbewegung* Liberalismus und Franeufrage. Der.Frankfurter Parteitag der freisinnigen Vereinigung hat sich— mehr der Not gehorchend als dem eigenen Triebe— im Vorübergehen auch mit der Frauenfrage beschäftigt. Die liberalen Damen hatten wohl auf eine gründliche Erörterung ihrer Forde- rungen gerechnet, muhten sick' aber mit bestenfalls ziemlich lauen und nichtssagenden Sympathieerklärungen abspeisen lassen. Eine vcn der Referentin, Fräulein Else LüderS, eingebrachte Resolution forderte Heranziehung der Frauen zu allen kommunalen VeQ Vertretung in Staat und Gemeinde. Diese Resolution fand> einigen Zusätzen auch Annahme. Aber was die Debatte, soweit sie von den freisinnigen Mannen bestritten ivurde, an Philister- iveishcit zutage förderte, war derart, daß es den mehr ooer weniger schüchternen Protest des wahrlich nicht verwöhnten grauentrüppchens herausfordern mußte. Als ErzPhilister ent- puppte sich schon der Korreferent, Pfarrer Dr. Lehmann, der die Politik für Männersacke erklärte- trotzdem aber den Frauen ein Soziales. Wie Arbeiter seßhaft gemacht werden. DaS Hallesche Kohlenwerk, eine größere Grubengesellschaft, zeichnet sich durch niedrige Löhne aus. Infolgedessen erhält eS dafür nicht genügend Arbeiter und muß auswärtige Kräfte her- locken. Auf ein Gesuch nach Bergleuten in auswärtigen Zeitungen meldeten sich die Bergarbeiter Wilhelm Buhle und Ernst Buhle, beides Familienväter aus Calbe a. S. Es wurde den beiden Arbeitern mitgeteilt, daß sie pro Schicht„5.30 M. und darüber" ver- dienen könnten und daß das Werk auch geneigt sei, Wohnungen für die Familien zu besorgen. Die Gesellschaft verpflichtete sich auch. Umzugs- kosten sofort nach Ankunft der Familie zu ersetze», wenn die Bergleute unter Bürgschaftsleistung sich verpflichteten, mindestens ein Jahr im Kohlenwerk zu arbeiten. Die Ge« brüder Buhle gingen darauf ein und verkauften an die sEe- sellschaft— so verlangt eS der raffiniert ausgeklügelte Kontrakt— ihre Möbel, die dadurch in das Eigentumsrecht der Gesellschaft über- gingen. Die Gesellschaft bezahlte dafür die WohnungSmiete für beide Familien in Beträgen von je 156 M., gestattete den Bergleuten jedoch gnädigst daS Benutzen der Möbel. Die Berg- leute konnten sogar daS Eigentumsrecht an„ihren, der Gesellschaft verkauften" Möbeln wieder erwerben, wenn sie wöchentlich darauf 3 M. abzahlten. Did nach Zelle Gelockten waren töricht genug, auf den FesselungSkontrakt einzugehen. Nachdem sie hier einige Wochen gearbeitet hatten, behaupteten sie, unter Täuschungen hier hergelockt worden zu sein, da sie das nicht verdienten, toas ihnen versprochen worden war. Sie zogen mit ihren Familien wieder ab und erhielten auf Anzeige der Gesellschaft eine Anklage wegen Unterschlagung, weil sie sich„ihre der Gesell- schaft gehörigen" Möbel rechtswidrig angeeignet haben sollten! DaS Schöffengericht verurteilte am Mittwoch die beiden unglücklichen Familienväter auch zu je fünf Mark Geldstrafe mit der Begründung, daß sie in einer Notlage gehandelt hätten, weil sie als Bergleute in Halle das nicht fanden, was sie gesucht haben. Das merkwürdige Urteil erscheint haltlos, wenn man erwägt, daß die beiden Bergleute durch einen Vertrag gefesselt worden sind, der mindestens gegen alle guten Sitten verstößt. Sollten die beiden Bergleute, die hier das nicht fanden, was ihnen versprochen worden war, ihre Wirtschaft dem Kohlenwerk überlassen und mit ihren Familien auf der Straße kampieren? Zu- treffend wäre eS, nicht die Arbeiter, sondern den Arbeitgeber, und zwar wegen ossenstchtlicher wucherischer Ausbeutung anzuklagen und zu verurteilen. Wird daS Landgericht die Freisprechung der Arbeiier aussprechen und die Akten zur Erhebung der Anklage gegen den Arbeitgeber der Staatsanwaltschaft übersenden? VcrmittelungSfreiheit. Unter der Flagge der Sozialistenfrefferei suchen auch die privaten Stellenvermittler, denen durch die Gewerkschaftsbewegung einerseits und die von Gemeinden und Staat in immer höherer Zahl ein- gerichteten Arbeitsnachweise, wie auch durch solche der Unternehmer das Wasser abgegraben wird, im Trüben zu fischen. Sie sind dabei von einer herzerfrischenden Offenheit und vertreten ihre privaten Interessen in geradezu un— verfrorener Weise. Dieser Tage war der Verband der sächsischen Stellenvermittler in Dresden zusammen- gekommen. Ein Herr Meißner-Dresden sprach von den Stellenvermittlern als von einer„unentbehrlichen Einrichtung", als einem„nützlichen Bindeglied zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer". Dieser Phraseur schloß mit den üblichen Hochs auf die Fürsten. Der Dresdener Verein, dem die von der Kreishauptmannschaft unter Hinzuziehung von Vertretern aller Stände betriebene Einrichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises besonders schwer im Magen liegt, lag ein Antrag an den Landtag vor. in dem dieser angebettelt wird, gegen die beabsichtigte Unterstützung dieses Arbeitsnachweises mit 20 000 M. zu stimmen; denn— eS muffe die Befürchtung aus- gesprochen werden, daß sich die Sozialdemokratie eines solchen Nachweises für die Zwecke ihrer Organi- fation bemächtigen würde!— Auch die Konkurrenz der österreichisch-böhmischen Kollegen paßt den Herren nicht, ebenso wie die der„wilden", nichtlonzessionierten Vermittler. Sie wollen eben allen's nur für sich, diese Geschäfts-Patrioten. Zur Landflucht. Eine eigenartige Ursache für eine Massenauswanderung aus Rössel in Ostpreußen, enthüllte eine Gerichtsverhandlung, die am Sonnabend in Trieft stattfand. Vor einigen Monaten waren in Trieft zwei Frauen, die aus Ostpreuße» kamen, eingetroffen, und hatten in dem kleinen Dorfe San Giovanni, das etwa 9L Stunde von Trieft entfernt liegt, sich eine Wohnung genommen. Beide verdienten sich als Näherinnen ihren Lebensunterhalt, waren sehr religiös und besuchten jeden Tag die Kirche. Die ältere der beiden Frauen hatte in ihrem Zimmer einen Altar mit Statuen der heiligen Maria und ver- schiedener anderer Heiligen errichtet, und bald wurde im Orte be- kannt, daß dort jeden Donnerstag die heilige Maria sichtbar sich zeige, umgeben von einem leuchtenden Scheine. Beide Frauen stammen aus Hohenfeld in Ostpreußen und hatten zuletzt in Rössel ül Ostpreußen gewohnt. Die ältere heißt Justina Dargel, die jüngere Katharina Alfinger. Der Dargel, die gegenwärtig 47 Jahre alt ist. angeblich bereits als sie fünf Jahre alt»par- die heilig« Maria zum ersten Male erschienen. Sie mächte damals ihrer Mutter und auch dein Pfarrer hiervon Mitteilung. Während der Pfarrer der ganzen Sache skeptisch gegenüberstand und sich darauf beschränkte, die Kleine zu ermahnen, fromm zu bleiben, förderte die Mutter die mystischen Tendenzen ihres Ltindes, und so setzte sich in der Dargel die fixe Idee fest, daß sie die Auserwählte Gottes und der heiligen Maria sei. Mit zwanzig Jahren übersiedelte die Dargcl von Sohenfeld nach Rössel. Bald wurde auch hier erzählt, daß ihr die Mutter Gottes bisweilen erscheine Der Pfarrer von Rössel, der die Dargel für geistig nicht normal hielt, erklärte rund- heraus, daß er an diese Erscheinungen nicht glaube, sein Koopera- tor, namens Rcddig, war jedoch anderer Meinung. Zwischen dem Pfarrer und dem Kooperator entstanden daher ernste Differenzen, nird schließlich kam es eines TageS zwischen beiden während einer kirchlichen Handlung, in Gegenwart vieler Andächtiger zu einem heftigen Konflikt. Die Diözesanbehörde sah sich zur Jnter- vention gezwungen: der Kooperator wurde zeitweilig g divinis suspendiert. Der Dargcl hatte diese Affäre den Aufent- halt in Rössel verleidet; sie beschloß, auszuwandern und wendete sich nach Trieft. Bevor sie jedoch Rössel verließ, hatte sie neuerliche Visionen, auf Grund deren sie prophezeite, daß in ganz kurzer Zeit ein furchtbarer Krieg zwischen Deutschland und Rußland aus- brechen werde. Das russische Heer werde in Ostpreußen eindringen und das ganze Land total verwüsten. Und nicht genug an dem: was an Menschen hierbei übrig bleibe, das werde durch eine furcht- bare Seuche dahingerafft werden, die bald danach ausbrechen werde. Diese Prophezeiungen übten eine ungeahnte Wirkung. Insgesamt etwa hundert Leute aus Rössel und Umgebung hatten nichts Eiligeres zu tun, als schleunigst ihr Hab und Gnt zu Gelde zu machen und gemeinsam mit der Seherin nach Trieft auszuwandern, um den Schrecken des angekündigten Krieges und der drohenden Seuche zu entgehen. Angstvoll erwarteten sie in Trieft tagtäglich vergeblich die Nachricht vom Ausbruch des furchtbaren Krieges zwischen Deutschland und Ruhland. Als nach mehreren Wochen ihre Barmittel zu Ende gingen, gerieten sie in bittere Not, da sie der Landessprache unkundig und für die Arbeiten im Hafen nicht tauglich waren. Ein Teil fand schließlich als Feldarbeiter in Jstrien Beschäftigung, ein Teil ging nach Kärnthcn. Das Nichteintreffen der Prophezeiungen hatte jedoch die Leute in ihrer Begeisterung für die„Seherin" merklich abgekühlt und schließlich erstatteten so- gar einige gegen die Dargel die Bctrugsanzeige. Sie beschuldigten sie, daß sie ihnen Geld herausgelockt habe. Bei der Gerichtsverhand- lung gab die Dargel zu, daß sie wohl hier und da ein kleines Geld- gescheut von einzelnen Leuten erhalten habe, doch bestätigten diese, daß die„Seherin" niemals Geld von ihnen verlangt habe, daß die Gaben durchaus freiwillige waren und daß außerdem die Dargel die Geldspenden jedesmal für wohltätige Zwecke verwendete und nicht für sich. Da außerdem die Psychiater die Angeklagte als eine hysterische Person bezeichneten, die in gutem Glauben handele, wenn sie erzähle, daß ihr die heilige Maria erschienen sei, zog der Staatsanwalt die Anklage zurück- worauf die Angeklagte frei- gesprochen wurde. Wäre die Massenauswanderung möglich gewesen, wenn die Agrarier Deutschlands nicht mit Macht für Erhaltung der Dumm- heit des Volks Sorge trügen? Clngegangene vruckfcdrlften. ReelamS Universal-Bibliotbek. Nr. 4931. Sophie JunghanS. Wisel.— Das Gelübde. Zwei Novellen.— 4382. Opernbücher 62. Band. Otto Nicolai, Die lustigen Weiber von Windsor. Lustspiel, gedichtet von Hermann S. Moscnthal. Herausgegeben und eingeleitet von Georg Richard Kruse.— 4VS3. Ernst Ritter von DombrowSki, Grüne Brüche. Skizzen au« dem Jägerleb cn. Geb. 60 Ps.- 4234-4386. Friedrich August Wolfs Prolegomena zu Homer. In» Deutsche übertragen von Pros. Dr. Hermann Muchau. Geb. 1 M.— 4987. Rudolf Lothar, Das Andere. Ein Akt. Regie- und Soufflierbuch nach der Aufsührung am Hosburg. Theater in Wien.— 4988. Bismarcks Humor. Heitere» aus dem Leben und Wirken des Altreichskanzlers. Zusammengestellt von Alfted Gottwald. Verlag Ph. Reclam in Leipzig. Gewerkschaftsbeweauna und Altoholfrage. Von R. Wissell, Ar« beiterselretär. Pceis 19 Ps. In Partien billiger. Verlag Deutscher Ar« beiter-Absti»entcn-Bund, Johannes Michaelis, Berlin O. 17, Langestr. 11. 7. Jahresbericht der Dresdener VoltZ-Sing-Akademte. 12 Seiten. Selbstverlag in Dresden. Lriekkatten der Redaktion. Dt« InriftilAe Sprechstunde finde» Lindenftraße Nr. 8, zweiter Hof, dritter Eingang, vier Treppen, NW" Fahrstuhl-ME wochenliiglich abends von 7Vi bi» O'/i Uhr statt. Geöffnet 7 Uhr Sonnabends beginnt die Sprechstunde om ff Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl al? wlerkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteil». Eilige Fragen trage»an in der Sprechstunde vor. W. R. 100. Der Magistrat ist zuständig.— Juvalidenverstcherung, Schiffer. Ein Anspruch aus Rückzahlung ist nicht gerechtfertigt.— Kant. 1. Keine. Zu den neueren gehört Ed. Engel, Geschichte der deutschen Literatur(2 Bände 12 M.). 2. Mehrings Geschichte tostet gebunden in 4 Bänden 29 M.— Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts. — H. D..14. Ja.— G. T.>14. Eine Klage hätte leider keine Aus« ficht aus Ersvlg. Sie könnten lediglich ernstlich Erfüllung de» Versprechen» verlangen oder sollten den Bruch aussprechen.— W. V. 9. Grundsätzlich lehnen wir die Empsehlmig bestimmter Firmen ab.— R. R. 47.. Die gerichtlichen Depotzinsen betragen 2 Prozent:— P. 83. 1. Sech» Wochen. 2. Ja.— Steuer 1«4. Die Reklamation hätte keine Aussicht aus Erfolg, well ein solcher Abzug dem Gesetz widerspräche.— O. H. 14. Nein.— Amtlicher Marktbericht der städtischen Markthallen-Direktlon über den Großhandel in den Zentral-Markthallen. Marktlage: Fleisch: Zusuhr schwach, Geschäst still, Preise unverändert. Wild: Zusubr sehr knapp, Geschäft rege, Preise fest. Geflügel: Zusuhr gering, Geschäft lebhast, Preise hoch. Fische: Zusuhr ziemlich genügend, Geschäst rege, Preise besrledigcnd. Butter und Kasc: Geschäst ruhig, Preise un- verändert. Geniüse, Ob st und Südfrüchte: Zufuhr zum Teil sehr knapp, Geschäft ruhig, Preise mehrfach anziehend. WasserstandS-Nachrichte» der Landesanstalt für Gewässerkunde. milgeleÄ vo« Berliner Wetterbureau. Wasserstand M- m e l, TUflt P r e g c l. Jnsterburg Weichsel, Thorn Oder, Ratibor » Krassen , Frankfurt Warthe, Schrimm , LandSberg Netze, Vordamm Elbe, Leltmeritz , Dresden , Barbh , Magdeburg am 28. 4. om 415 135 274 292 217 228 98 126 76 35 -63 253 213 seit 27.4. omy —17 —6 4-2 4-16 -14 -8 — 6 4-1 —5 _ 2 — 1 —8 -S Wasserstand Saale, Grochlitz Havel, Spandau 1 . Rathenow') Spree, Spremberg') , BeeSkow Weser, Münden „ Minden Rhein, MaximillanSau , Kaub . Köln Neckar, Heilbronn Main, Werlhcim Mosel, Trier am 28. 4. om 183 122 179 198 146 67 166 428 221 248 85 162 seit 27. 4. cm'); 42 —1 4-1 -2 _ o -26 4-4 4-3 0 —7 0 4- bedeutet Wuchs,— Fall,—•) Unlerptgel. WitterungSstberstcht vom SV. April 1908. morgens 8 Uhr« etatiflitn LS ~= i- c 5 Ii ef i 8 eilet Srolnemde 1753N Hamburg 759 WNW Berlin>757 NW Franks.a M.i769W München>761 W Wien>759 Still 2 Regen 2 bedeckt 2 heiter 3 wolkig 6 ball> od. 0 Regen » R E t- » Ii E** WS: Slastonen v a Ii £=■ ö s II Haparanda 1 768NNO Petersburg 761 ONO Seillh Aderdeen Part, 759 S 764 O 764 W ■(HR 4 wölken! 2 wolkig 4bedelÜ 1 wolkig »heiter woi n» U M» 7 9 7 11 Wetterprognose für Donnerstag, den 3V. April 1008. Zunächst etwas kühler, vorwiegend wollig mit leichten Rcgensällen und mäßigen westlichen Winden; später vielsach heiter und wieder etwas wärmer, Berliner Wetterbnrran. Holzarbeiter! Nach dem Beschluß der Vertrauensmänner- Versammlung soll die Maifeier durch Arbeitsruhe begangen werden. Die Stukkateure! Freitag, den 1. Mai, vormittags 10 Uhr, im gr. Saal von Elsner, Kaifer- Wilhelm- Straße 18 m: Fest- Versammlung mit Frauen. Die Bedeutung des 1. Mai. Ref.: Genosse Robert Bahn. Treffpunkt in den Zahlstellen 9 Uhr. Die Anwesenheit wird am Tür eingang im Verbandsbuch durch den Maistempel festgestellt. Ehrensache ist es, den Tag durch Arbeitsruhe, wie immer, zu feiern. 173/6 Der Einberufer. 2496L* Letzte Woche! Zum InventurMai- Versammlung Deutscher Holzarbeiter- Verband. Räumungspreis! findet statt Zahlstelle Berlin. vormittags 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Sasenheide 108/114. Sente Donnerstag, den 30. April, abends 8%, Uhr: Referent: Genosse Koblenzer. Die Mitglieder der einzelnen Branchen treffen sich um 8 Uhr vormittags in folgenden Lokalen: Bürstenmacher bei Preuß, Holzmarktstraße 65. Bodenleger im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 14/15. Einsetzer im„ Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 14/15. Jalousiearbeiter bei Mühle, Mariannenstraße 41. Kammacher bei Walter, Adalbertstraße 62. Kistenmacher bei Baudach, Breslauer Straße 28, Klavierarbeiter im Märkischen Hof", Admiralstraße 18 c. Korbmacher bei Krause, Muskauer Straße 20. Modelltischler bei Woite, Gartenstraße 90. Perlmuttarbeiter bei Thomas, Melchiorstraße 5. Rahmenmacher bei Stramm, Ritterstraße 123. Stellmacher, Rosenthaler Straße 57. Stockarbeiter bei Lehmann, Neue Friedrichstraße 1. Vergolder bei Merkowski, Andreasstraße 26. Moabit, bei Hube, Moabiter Brücke. Die Tischler, Polierer, Maschinenarbeiter u. Drechsler treffen sich in den Lokalen, in denen sie ihre Werkstattsizungen abhalten und gehen von dort nach der„ Neuen Welt“. Die Holzarbeiter der östtichen Vororte treffen sich vormittags 8 Uhr bei Wildner in Friedrichsberg, Friedrich- Karlstraße 11b. Jeder feiernde Rollege erhält zur Kontrolle eine Maimarke in der Neuen Welt". Achtung! Arbeitslose! Branchen- Versammlung der Stellmacher im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthaler Straße 11-12. 83/5 Tages- Ordnung: 1. Was führen die Stellmachermeister und Wagenfabrikanten " gegen die Berliner Stellmacher im Schilde"? 2. Bericht der Kommission vom 1. Quartal. 3. Stellungnahme zur Maifeier. 4. Branchenangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Die Branchen- Kommission. Neu eröffnet! Robert Guhle, Famlien- Restaurant Vereinszimmer Friedrichsfelde, Berliner Str. 112 empfiehlt seine 1765b auch zu Privat. Familien- Kaffeeküche. festlichkeiten. Achtungsvoll Robert Guhle, Gastwirt. Achtung! TANZLEHRER SBAND VER B BAND Կ.Մ Eine Partie imit. Smyrna Teppiche ein farbenprächtiges Gewebe in echt orientalischen Mustern 90X165 cm M. 4,85( Wert 6,50) 130X195 160X230 200X300 " 9 "" 8,25 99 " 12,75 11,50) " 17,50) " 18,00 99 " 24,00) 99 28,75 99 " 36,00) 39,00 " " 48,00) 250X350 300X400 Pass. Bett- und Pult- Teppiche Stück 1,75, 2,25 u. 3,00 Mark. Nach auswärts per Nachnahme. Bitte ausschneiden! Achtung! Teppich- Spezial- Haus Parteigenossen, Vereine und Komiteemitglieder! Der Aktionsausschuß, Gewerk schaftskommission sowie der Ausschuß des Arbeiter Sängerbundes haben beschlossen, daß bei Festlichkeiten, wo ein Tanzmeister gebraucht wird, die Mitglieder des Emil Lefèvre Berlin Süd. Seit 1882: Tanzlehrerverbandes Solidarität nur Oranienstr. 158. zu berücksichtigen sind. Wir erfuchen nun deshalb bei Abschließung von Fest. lichkeiten bei den Wirten auf diesen Beschluß zu achten. Auskunft über die Lokale gibt Richard Heinrich, Wrangelstr. 107. Amt IV, 10381. Bestellungen werden jederzeit im Gewerkschaftshause, Engelufer 15( Brieffaften am Büffet), im Restaurant Babel, Gr. Frankfurter Straße 99, Amt 7, 8028, sowie beim Unterzeichneten entgegengenommen. 200/2 Die Arbeitslosen brauchen am 1. Mat den Arbeitsnachweis nicht zu befuchen und die Der Vorstand. Richard Heinrich, Brangelftr. 107. Amt IV, 10 381. Arbeitslosenkarte nicht stempeln zu lassen. 83/14 Das Verbandsbureau bleibt am 1. Mai den ganzen Tag geschlossen. Die Ortsverwaltung. Achte Männer- Abteilung Mitglied des ArbeiterHabe nirgends Filialen! Inventur= Extraliste billiger Sonderangebote gratis u. franko. 3 Turn- Verein„ Fichte“. Turner- Bundes. 286/20 Zentralverband der Maurer Deutschlands. Sonntag, da 3. Malier. Zahnjähr. Siftungsfest. Zweigverein Berlin. Donnerstag, den 30. April, abends 8½ Uhr, finden in untenstehenden Lokalen Zahltellen und Bezirks- Versammlungen Der Maurer ftatt. Zages Ordnung in allen Versammlungen: Abstimmung über den Vertragsentwurf. Westen. Rönigshof, Bülowftr. 37. Charlottenburg. Voltshaus, Rofinenstr. 3. Rixdorf. Bei Thiel, Bergstr. 151. Schöneberg. Neue Rathausfäle, früher Obst, Meininger Str. 8. Friedenau. Bei Schönfeld, Rheinstr. 31. Wedding. Rolberger Salon, Kolberger Str. 23. Lankwitz. Bei Brenert, Marienfelder Str. 17a. Norden I und II. Bei Obiglo, Schwedter Straße 23/24. Steglitz. Bei Schellhafe, Ahornftr. 15a. Tempelhof. Bei Müller, Berliner Str. 41. Pankow. Bei Clemen, Bollanfstr. 122. Süd- Westen. Bei Sabel, Bergmannstr. 5-7. Friedrichsberg. Bei Piekenhagen, Scharn weberstr. 60. Friedrichsfelde. Bei Sommerfeld, Balderfeestr. 26. Mahlsdorf. Bei Schliewe, Honower Str. 6. Mariendorf. Bei Reichardt, Chauffeeftr. 27. Bei der Wichtigkeit der Frage für jeden einzelnen Kollegen ist es Pflicht aller zu erscheinen! 137/13 Die Verbandsleitung. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Wir machen hierdurch unseren Mitgliedern bekannt, daß ebenso wie in den früheren Jahren am 1. Mai die Maimarken in sämtlichen Bezirkslokalen in der Zeit von 7-9 Uhr vormittags zur Ausgabe gelangen. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, in der an* gegebenen Zeit in das ihm am nächsten liegende Verkehrslokal zu gehen und sich durch Vorlegen seines Mitgliedsbuches eine Maimarke abzuholen. Ohne Mitgliedsbuch keine Marke. 30/ 6* Am 1. Mai bleibt das Bureau den ganzen Tag geschlossen. Der Zweigvereinsvorstand. den cr.: Nachmittags Schauturnen Gormannstraße 4. 4 6 Uhr: Turnen: ( Eintritt frei) Nach dem Fest- Kommers und Ball im Böhmischen Brauhaus, Prolog, lebende Bilder, Marmorgruppen, Sängerschaft ,, Fichte", Musik: Hollfelder. Anfang des Kommerses 7 Uhr. Gäste sehr willkommen! Landsberger Allee No. 11-13. Eintritt inkl. Tanz 0,60 M. Dürkopp Kataloge umsonst. bestes Material vorzüglichste Arbeit eleganteste Ausstattung ELECTRA Dürkopp& Co., A.-G. Bielefeld. Gegründet 1867. Ca. 4000 Arbeiter. Eleganter Straßen- Stiefel 8.50 10.50 Kavalierstiefel 12,50 Luxusstiefel 15.00 Damen- Stiefel 8.50 10.50 12.50 15.00 Kuntze's Schuhwarenhaus Dresdener Strasse 15. an der Oranienstraßen- Brücke Hauptgeschäft: Grosse Frankfurter Straße 88, Ecke Marsiliusstraße. Vorzeiger dieses Inserats erhalten 5% Rabatt. Berantwortlicher Redakteur: Georg Davidsobn, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 101. 25. Jahrgang. 2. KilM des Jotmärls" Kerlim llollislilnlt. Donutrstag, 30. April 1908. öle Stellung Ser Kerllver Maurer aum Tarifvertrag unä zur Maiieier. Ueber die stark besuchte Generalversammlung der Berliner FKaurer haben wir schon gestern kurz berichtet. Geben bei dem Interesse, das die Sache für die Allgemeinheit hat, aber noch einem ausführlicheren Bericht Raum. Silberschmidt, der über das Ergebnis der Vertrags- derhandlungen berichtete, gab zunächst eine kurze Uebersicht über die Anfang März von den Untemehmern angebahnten Verhandlungen, deren Verlauf ja im allgemeinen durch die Presse bekannt geworden ist. Der Redner führte dann in der Hauptsache folgendes aus: Der Vertrag wird diesmal für die Maurer und Bau- hülfsarbeiter gemeinsam sein, während die Zimmerer einen besonderen Vertrag abschließen, der aber inhaltlich mit dem der Maurer übereinstimmt. Das Geltungsgebiet des Berliner Vertrages umfaßt zunächst alle die Orte des alten Vertrages. Dazu sollen jedoch, teils auf Antrag der Arbeiter, teils auf den der Unternehmer, die Orte Mahlsdorf, Kaulsdorf. Bies- darf, Nordend, Rosenthal, Schlachtensce, Nikolassee sowie Teltow, Tegel und Wilhelmsruh kommen. Eine Verständigung ist hierüber noch nicht erzielt, wird aber keine Schwierigkeiten bieten. Die Arbeitszeit ist ebenso geregelt wie im alten Ver- trag. Die Arbeitgeber verlangten jedoch, daß die Bezahlung für die halbe Stunde, die an den Sonnabenden, für die Stunde, die am Tage vor den hohen Festen früher Feierabend gemacht wird, fortfallen sollte und begründeten das danüt, daß diese Bezahlung von Freizeit den modernen Ver- bältnissen nicht mehr entspreche und ihrerseits als ein Geschenk an die Arbeiter betrachtet werde. Die Arbeiter- Vertreter führten dagegen an, daß es sich an den Sonnabenden keineswegs um ein Geschenk, sondern um eine Vergütung für die Zeit handele, die die Arbeiter auf die Lohnauszahlung warten müssen. In Wirklichkeit stehe die Arbeiterschaft auf dem Standpunkt, daß sie irgendwelche Geschenke oder Gnadenbeweise der Unternehmer ablehne. Die Bezahlung für die halbe Stunde an den Sonnabenden wurde dann auch aufrechterhalten, jedoch soll nach dem neuen Vertrag die Freistunde vor den hohen Festen nicht mehr be- zahlt werden. Der Paragraph über die Ueberstundenarbeit ist in einer Weise abgeändert, die eine engere Begrenzung darstellt. Er lautet nun: V.Ueberstuuden sowie Nachtarbeit, Sonntag'arbeit und Arbeit an gesetzlichen Feiertagen sind in besonderen Fällen auf Verlangen des Arbeitgebers zu leisten und dürfen im wesentlichen nur ge- fordert werden, wenn durch Unterlassung Menschenleben in Gefahr kommen, Verkehrs st oruit gen eintreten', wennSchäden durchNatureianisse zu verhindern oder zu beseitigen sind; ferner bei dringenden Reparatur» und Jnstallationsarbeiten in Theatern, Fabriken und bei ähnlichen Ar- b e i t e n.* Damit ist größere Klarheit in diesem Punkte des Ver- träges geschaffen worden. Die Löhne sind bekanntlich wie im alten Vertrag festgesetzt worden, für die Maurer auf 75 Pf. und für die Bauarbeiter auf 5(1 Pf. mit den höheren Sätzen für die Spezialarbeiter in diesem Beruf. Wer die Vergangen- heit kennt, wird wissen, daß die Festsetzung dieser Löhne keine Kleinigkeit war. Nun nach der zweimaligen Herabsetzung der Löhne und nachdem es den Arbeitgebern gelungen war, bei einem gewissen Teil der Maurer den 65 Pf.-Lohn durch- zudrücken, hielten die Arbeitgeber bei den Verhandlungen mit Zähigkeit an Lohnherabsetzung fest. Erst da die Unparteiischen nachwiesen, daß bei der steigenden Teuerung Verminderung der Löhne als sozial unmöglich gelten muß, gelang eS. den alten Lohn wieder festzulegen. Dann wünschten die Arbeitgeber, daß der Lohn als Einheitslohn auch eine Grenze nach oben bilden und daß der Maurerverband auch dafür sorgen solle. Die Arbeitervertrcter erklärten selbstverständlich, daß es ganz unnatürlich und unmöglich sei, dies von einer Arbeiterorganisation zu verlangen. Es müsse genug danüt sein, daß von dieser Seite Forderungen auf höhere als die Tariflöhne nicht unterstützt werden; aber wenn einzelne Arbeitgeber höhere Löhne bieten, so könne man die Arbeiter doch nicht hindern, sie anzunehmen. Es bleibt denn auch in dieser Hinsicht wie bisher. Ueber die Akkordarbeit bc- sagt der neue Vertrag, daß sie zulässig ist und daß die Akkord- preise besonderer Vereinbarung unterliegen. Protokollarisch ist jedoch festgelegt, daß kein Arbeiter zu A k k o r d a r b e i t gezwungen werden kann. Der Organisation bleibt es überlassen, die Akkordarbeit zu regeln oder den Mitgliedern zu enipfehlen, nicht in Akkord zu arbeiten. Zu der Bestimmung, daß keine Maßregelungen stattfinden dürfen, ist folgende Definition dieses Begriffes gegeben worden, die der für die Holzarbeiter geltenden entspricht: „Als Maßregelung im Sinne dieses Vertrages gilt: l. Wenn ein Arbeiter wegen Zugehörigkeit zu einer Organi- fation entlasten wird. 2. Wenn ein Arbeiter wegen seiner Tätigkeit in einer der in diesem Vertrage vorgesehenen Kommissionen entlasten wird. 3. Wenn ein Arbeiter in sacklicher Form für die Jnnehalwng der Vertragsbestimmungen eingetreten ist und deshalb entlasten wird." Die von den Arbeitern besonders übel vermerkte Be- stimmuug deS Mustervertrages, die das Agitationsverbot ent- hält, ist iu folgender Fassung angenommen worden: „Das Zusammenarbeiten mit anders oder nicht organisierten Arbeitnehmern auf ein und derselben Arbeitsstelle darf nicht be- anstandet werden. Die Einstellung und Entlastung von Arbeitern steht im freien Ermessen deS Arbeitgebers. Die Zugehörigkeit zu einer Organisation darf kein Grund zur Entlassung sein; ebensowenig darf der Austritt aus einer Organisation vom Arbeitgeber verlangt werden. Jegliche Agitation während der Arbeitszeit ist verboten._ Die Pausen gelten nicht als Arbeitszeit. Anders oder Nichtorganisierte Arbeiter dürfen in Pausen sowie vor und nach der Arbeitszeit auf der Arbeitsstelle nicht belästigt werden. Der Zutritt zu den Arbeitsstellen ist anderen al§ den dort beschäftigten Personen ohne Erlaubnis des Arbeitgebers nicht gestattet. Arbeitsordnungen dürfen den Vertragsbestimmungen nicht zu» Widerlaufen." Der Schutz des Organisationsrechts, den dieser Paragraph enthält, ist wohl nicht für Berlin, jedoch an manchen anderen Orten von praktischer Bedeutung. Daß während der Arbeitszeit nicht agitiert werden soll, sagt der Redner weiter, ist im allgemeinen etwas Selbstverständliches, da ja die Arbeitszeit zum Arbeiten da ist. Was unter dem schwankenden Begriff „belästigen" zu verstehen ist. das ist entsprechend einer Er- klärung im alten Tarif für Rheinland-Wcstfalen so ausgelegt, daß es als Belästigung gelten soll, wenn die Agitation einem Arbeiter gegenüber fortgesetzt wird, der sich das ausdrücklich verbeten hat. In der Praxis ist es ja so, daß mit einem Menschen, der die Aufklärungsbemühungen seiner Kollegen in solcher Weise abweist, vorläufig nichts zu machen ist. Strittig im neuen Vertrag ist noch die Bestimmung über die geringeren Maurerlöhne bei den städtischen Kanalisations- arbeiten und ebenso über den Wunsch der Arbeitgeber, daß bei Stemmarbeiten jeder Maurer das nötige Stcmmzeug mitbringen soll. Die Arbeitgeber werden dies jedoch schwerlich aufrecht- erhalten können.— Zum Schluß erklärte der Redner: Die Einigung für Berlin und der Schiedsspruch für ganz Deutschland bedeuten keinen materiellen Sieg. Aber gemessen an den Absichten der Unternehmer und mit Rücksicht auf die wirtschaftliche Krise können wir immerhin von einem bedeutenden moralischen Erfolg sprechen. Arge Verschlechterungen sind abgewehrt. Zieht man einen Vergleich mit der großen Wirtschaftskrise zu Anfang der neunziger Jahre, als ganz enorme Lohn- reduzierungen erduldet werden mußten, so wird man er- kennen, welch starkes Bollwerk die Organisation im Berufe nun geworden ist. Der Vertrag kann nicht als eine besondere Errungenschast gepriesen werden. Aber er ist das, was unter den gegebenen Umständen herausgeschlagen werden konnte, und bietet uns die Möglichkeit für die nächsten zwei Jahre, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse stabil zu erhalten.— In diesem Sinne empfahl der Redner, nach- dem er noch auf die Notwendigkeit einmütiger und starker Organisation und Agitation hingewiesen hatte, den Mitgliedern, dem Tarif zuzustimmen. In der lebhaften Diskussion, die dem Bericht folgte, sprachen sich wohl einzelne Redner scharf gegen den Vertrag oder gegen einzelne Vertragsbestimniungen aus, doch war offenbar die Mehrheit mit den Ausführungen des Referenten einverstanden.— Das Ergebnis der Abstimmung, die gestern abend in den Zahlstellen und Bezirken vorgenommen wurde, liegt noch nicht vor, wird aber jedenfalls so zeitig festgestellt sein, daß der Tarifvertrag von der nächsten Woche ab Geltung hat. Hierauf beschäftigte sich die Versammlung mit der Maifeier. Der Referent Hanke brachte im Namen der Organi sationsleitung folgende Resolution in Vorschlag: „Die Generalversammlung der Maurer empfiehlt den Kollegen, in Uebereinstimmung mit den Beschlüfien der Parteitage der Sozialdemokratie die Feier des ersten Mai durch ArbeitSruhe zu begehen. Die Versammlung ist ferner der Ansicht, daß bei der gegen- wältigen Arbeitslosigkeit und den großen Opfern, die viele der arbeitslosen Kollegen in den vergangenen Wochen bringen mutzten, auch die jetzt in Arbeit stehenden Kollegen, unter Berück- sichtigung der zu führenden schweren Kämpfe, die Konsequenzen. die aus der Arbeitsruhe am 1. Mai entstehen, unter voller Ver- antwortung der eigenen Person zu tragen haben." Von dieser Resolution wurde nach heftiger Debatte nur der erste Satz angenonmren.— Die Wahlen der Vertreter zur Gewerkschastskommission und zur Schiedskommission, die ebenfalls auf der Tagesordnung standen, wurden vertagt. .Hehler und Rechtsanwälte." Ein bemerkenswerter Zwischenfall ereignete sich am Miti woch in einer Sitzung der 7. Strafkammer des Landgerichts I. Berlin. Es stand eine Anklage wegen Hehlerei gegen die S ch a n k w i r t i n S. zur erneuten Verhandlung, nachdem das Reichsgericht das Urteil der Strafkammer auf die Re Vision der Angeklagten schon einmal aufgehoben hatte. Als der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn, zu Beginn seines Plaidoyers den Satz aussprach: „Die Berliner Polizei führt dauernd einen Kampf mit den Hehlern", neigte sich ein beisitzender Richter, Landgerichtsrat Keßler, zu seinem rechten Nachbar und fügte dem Satze des Verteidigers die Worte hinzu:„und den Rechts- a n w ä l t e n". Der Verteidiger, der diese Worte hörte, unter brach sein Plaidoyer und wandte sich an den Gerichtshof mit dem Ersuchen, sofort von dem Landgerichtsrat Keßler eine Aufklärung über den Sinn und das Ziel seiner Aeußerung herbeizuführen. Nach längerer Beratung lehnte das G e r i ch t diesen Antrag ab. Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn verlangte nunmehr die Protokollierung des Vor ganges und die Verlesung des Protokolls. Nach wiederholter Beratung lehnte das Gericht auch diesen Antrag a b. Nunmehr beantragte der Verteidiger, gestützt auf§ 185 des Gcrichtsverfassungsgesetzes, die Feststellung des Tat- bestandes, da in der Aeußerung des LandgerichtsratS Keßler eine Beleidigung, also eine strafbare Handlung, liege, die in der Sitzung begangen sei. Als das Gericht nach erneuter Beratung auch diesen Antrag ablehnte, erklärte der Verteidiger, daß er unter diesen Umständen die Verteidi gung nicht fortführe. Hierauf rief ihm ein anderer beisitzen der Richter, Landgerichtsrat Kämpfe, zu:„Das ist s ch ö n." Der Verteidiger beantragte darauf, wiederum unter Berufung auf 8 186 des Gerichtsverfassungsgesetzes, auch den Tatbestand dieser zweiten, eine Beleidigung dar- stellenden, strafbaren Handlung festzustellen. Der Gerichts- Hof lehnte auch diesen Antrag ab. Der Verteidiger entfernte sich darauf aus dem Sitzungssaal, und das Gericht ver» tagteauf Antrag der Angeklagten die VerHand- lung. Der Vorfall erregt in den beteiligten Kreisen lebhaftes Aufsehen und wird vermutlich zu Weiterungen führen. Die beiden richterlichen Aeußerungen dürften die wirkliche Ansicht der betr. Herren rein dargeben. Sie spiegeln also die Auf- fassung des Gerichts über die Aufgabe der Richter wahrheits- gemäß wieder und illustrieren deshalb trefflich, weshalb auch in unpolitischen Prozessen es an Vertrauen zu der Fähigkeit gelehrter Richter, das Recht zu finden, mangelt. von der fflilchzentrale. Eine etwas stürmische Einleitung hatte die auf gestern mittag t Uhr nach den Germaniasälen berufene Generalversamm- lung der Milchzentrale. Trotzdem das Amtsgericht Berlin-Mitte am 23. April einstweilige Verfügungen erlassen hatte, worin den gesetzlichen Vertretern der Milchzcntrale u n i e r Strafandrohung die Zulassung von Bevollmächtigten der der Genossenschaft noch angehörigcn Frauen anbefohlen war, wurde den erschienenen Vertretern der Zutritt mit der Erklärung verweigert: man richte sich nicht nach der Ecrichtsvcrfügung, werde vielmehr gegen dieselbe Rechtsmittel einlegen! Ter Hinweis der Bevollmächtigten, daß einstweilige Verfügungen des Gerichts, solange sie nicht aufgehoben Wären, von jedem Bürger beobachtet werden müßten, blieb ohne Erfolg. Immerhin hatte dieser Vor- gang die Wirkung, daß kurz nach Eröffnung der Generalversamm- lung ungefähr 28 schriftliche Proteste gegen etwaige Beschlüsse am Vorftandstisch überreicht wurden. Auch wurde von den Liquida» toren zwar die Jahresbilanz vorgelegt, jedoch davon Abstand genommen, die Entlastung auch nur zu bcan- tragen, offenbar in der richtigen Erwägung, daß die General- Versammlung in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung gar nicht in der Lage sei, rechtswirksam die Entlastung auszusprechen. Aus dem Bericht des Liquidators Richard Gravenstein ist hervorzuheben, daß bis zum 31. Dezember 1907 nicht weniger als 33 Untergenossenschaften der Milchzentrale in Konkurs gehen mutzten. Das.Hauptaugenmerk hätten die Liquidatoren darauf gerichtet, die Wcchselschulden bei der Prcußenkasse, für die die Genossenschaftliche Zentralkasse des Bundes der Landwirte mithafte, zu tilgen. Dies sei bereits so weit geschehen, daß diese Wechselschuld nickt mehr eine volle Million ausmache. Die Abzahlungen seien wesentlich dadurch ermöglicht worden und würden weiter erlnöglicht werden, daß die Milch- zentrale, trotzdem sie sich in Liquidation befinde, Pachtverträge über die Milchproduktion der verbliebenen Genossenschafter ab- schließe und den erzielten Erlös an die Genossen nur nach Kürzung einer Milchabgabe von% Pf. pro Liter abführe. Solche Neu- Verpachtungen gedenke man etwa noch während 2 Jahren, mög- lichcrweisc noch während drei Jahren vorzunehmen. Gegen die Genossenschafter, die sich dem Abschluß derartiger Pachtverträge über ihre Milchproduktion nicht fügen wollten, werde weiter im Wege der Klage vorgegangen werden; als zweifelhafte Forde- rungen an Genossen seien rund 850 000 M. und als aussichtslose Außenstände gegen 300 000 M. anzusehen. Ueber den ungünstigen Ausgang der Prozesse beim Reichsgericht, das bekanntlich die nach- träglichc Berichtigung der früheren Bilanzen für unzulässig erklärt hatte, wurden Mitteilungen nicht gc- macht, ebensowenig darüber, ob irgendwelche Rückzahlungen an die vorher ausgeschiedenen Genossen, die jetzt der Milchzcntrale als Gläubiger gegenüberstehen, geleistet seien. Aus der Mitte der Versammlung wurde von einer Seite angeregt, die Liquida- tion der Milchzcntrale noch ungefähr 10 Jahre fortzusetzen, da auch in dieser Form die Milchzentrale noch weiter ihre Aufgabe erfüllen könne; jedoch erfolgte auf diesen Vorschlag keine Aeußerung seitens der Liquidatoren und Aufsicht� ratsmitglieder Weshalb sind die für die unrichtigen Bilanzen und den Kon- kurs verantwortlichen Personen noch nicht angeklagt? öle Polizeiattacke am vahnhok lieumiihl. In ein Polizeibureau umgewandelt schien am Dienstag der Sitzungssaal der ersten Strafkammer des Landgerichts Duisburg bei Aufruf der Zeugen in Sachen des Genossen Redakteur Thiel- Horn wegen Beleidigung der Hamborner Polizei. Ein reichliches Dutzend Beamter marschierte neben einer großen Anzahl privater Zeugen auf. Die Beleidigung wurde nach der Anklage in einigen Notizen erblickt, die unser Duisburger Bruderorgan über die Vorgänge gc- bracht hatte, welche sich ün Laufe des 2. September vorigen Jahres auf und in der Nähe des Bahnhofs Neumühl abgespielt hatten. Wie bekaiiiit, kam es»un Abend des 2. September am dortigen Bahnhof zwischen Arbeitern und der Polizei zu einem Konflikt, bei dem teilweise die Polizeisäbel blutige Arbeit verrichteten. E-twa 300 Bergleute der Zeche„Neumühl" waren von dem bekannten Agenten Kähnen für ein Bergwerk in der Nähe von Oschersleben angeworben. Ein Extrazug stand bereit, um die Leute mit Kind und Kegel zu befördern. Aber eines fehlte dem Agenten— nämlich das Geld, den Extrazug zu bezahlen. Die Leute durften daher nicht einsteigen und der so schnöde Düpierten bemächtigte sich eine im Laufe des Tages immer mehr wachsende Erregung, die nach öftcrem Zureden und Auffordern der Beamten den Konflikt mit der Polizei zeitigte. Genosse Thielhorn ließ sich zur Anklage selbst kurz dahin aus, daß es ihm ferngelegen habe, die Beamten zu beleidigen. Er sei empört gewesen über die Behandlung der Leute. Gewiß hätten die Beamten den Wartenden in Güte zugeredet. Aber man müsse sich einmal in die Situation der Wartenden auf dem Bahnhof hinein- versetzen. Nachdem man ihnen Hab und Gut genommen, habe man ihnen— ganz gleich durch wessen Schuld— das Reisegeld vor- enthalten und sie so ins Elend gestürzt. Vorsitzender: Sie kannten doch die Situation gar nicht. Ihre Gewährsmänner für den Artikel waren halb- oder ungebildete Leute. Ich möchte Ihrer Darstellung gegenüber die Beamten einigermaßen in Schutz nehmen. Daß Sie die Sache falsch bc- urteilen, wird die Vernehmung des Bürgermeisters ergeben. Thielhorn betont demgegenüber, daß seine Gewährsmänner ihm als zuverlässig bekannt seien. Bürgermeister Schrecker, der als Vorgesetzter der Hamborncr Polizeibeamten den Strafantrag gestellt hat. gibt eine Darstellung der Vorkommnisse. Danach wurde die Zahlung des Fahrgeldes von feiten des die Leute engagierenden Unternehmers abgelehnt. Die Leute wurden wiederholt aufgefordert, den Platz vor dem Bahnhos zu verlassen; auch sei die Geduld der Polizei endlos gc- Ivcsen. Wer nicht auf eigene Kosten fahren wollte, hätte Polizei- seitig Unterkommen erhalten können. Im Lause des Rachmittags sei die Situatton immer gespannter geworden. Zeuge beauftragte daher den neben ihm stehenden Polizeiinspektor Arnold, die Menge zum Auseinandergehen aufzufordern. Dieser forderte in Ab- ständen von IV3—2 Minuten dreimal laut die Leute auf. Wörtlich sagt Zeuge weiter:«Ich sah, wie einer einem Beamten an die Kehle sprang. Wie auf Kommando flogen darauf die Säbel hcrau». ohne baß ein Pfiff oder ein Kommando gegeben wurde. Die nicht weichen wollten, kriegten Schläge. Es war notwendig, so vorzugehen, denn es konnte ja ein Angriff aus den Bahnhof erfolgen. Es wurde etwa drei Minuten lang eingeschlagen." Polizeiinsprktor Arnold und Polizeikommissar LichterfelbS er« läutern in ähnlicher Weife die Vorgänge. Den Zeugen Adels haben, wie er aussagt, drei Polizeibeamte aus dem Bahnhofsgebäude„rausgeschmissen". Er hat keine Auf- forderung zum Auseinandergehen gehört, der Tumult sei sehr groß gewesen,„schlimmer wie 70." Zeuge Bergmann Lindt hat ebenfalls keine Aufforderung zum Auseinandergehen gehört. Es hätten fast alle Beamten geschlagen. daß dagegen Beamten von den Arbeitern geschlagen worden seien. habe Zeuge nicht beobachtet. Er sah u. a., wie ein Fuhrnxann von fünf Beamten geschlagen wurde; auch dieser habe die Beamten nicht angegriffen, sondern sich nur gegen die Schläge gewehrt. Das Schlagen der Schutzleute auf die Arbeiter fing am Bahnhofsplatz an. In einiger Entfernung von diesem Platz lag im Graben ein niedergeschlagener Man», der Lindt anflehte, ihn mitzunehmen. Zeuge wagte dies aber nicht, da er fürchtete, sonst selbst mit dem Säbel Bekanntschaft zu machen, und lief deshalb fort. Zeugin Frau Eichentepf �at wohl geTjZri, daß der Mirger- mcister, aber nicht, daß der Inspektor zum Fortgehen aufgefordert dat. Das Dreinfchlagen auf die Leute hat sie von weitem gesehen. Zwei Polizisten waren bei der Verfolgung eines Mannes hin- gefallen; nachdem sie sich wieder aufgerappelt» schlugen sie auf den Verfolgten ein. Zeuge Domazalla befand sich nicht am Bahnhof. Wie er aus diner Wirtschaft in der Nähe des Bahnhofs kam, begegneten ihm Frauen uns Kinder, denen Obdach zugesichert war. Er sah dann. wie zwei oder drei Beamten hinter einem Manne herliefen und ihn mit dem Säbel schlugen. Der Geschlagene fiel hin und wurde von den Beamten, als er am Boden lag» getreten und geschlagen. damit er weitergehe. Weiter habe er gesehen, wie ein Mann. namens Kolla, der allein auf einem Platze» vom Bahnhofe entfernt stand, mit dem Säbel geschlagen wurde. Kolla, der auch als Zeuge anwesend ist, wird hereingerufen und erklärt, dasi er bis nachmittags am Bahnhof war. Auf dem Nachhausewege sei er dann von einem Polizeibeamten mit dem Säbel geschlagen worden. Warum ihn der Beamte geschlagen hat, weiß der Zeuge nicht. Der Vorsitzende fordert dann den Zeugen Domazalla auf, denjenigen Beamten, von dem er behauptet, daß er Kolla geschlagen habe, hereinzuholen. Domazalla kommt nach kurzer Zeit mit dem Zeugen Pilizrisergrant Pcnnekamp in den Sitzungssaal. Bei seiner Vernehmung erklärt Pennekamp, daß er bemerkt habe, daß drei lange Pausen zwischen den einzelnen Aufforderungen zum Räumen des Platzes gelegen hätten. ES sei ihm sein Notiz- buch aus der Hand geschlagen worden; als er sich danach bückte, sei er gestoßen worden. Daraufhin habe er seinen Säbel gezogen. Er forderte später einen Mann auf, weiter zu gehen, und dieser sei daraufhin aus ihn zugesprungen. Es sei ihm erst mit Hülfe semer Kollegen möglich gewesen, sich zu befreien. Den Kolla habe er nicht geschlagen. Er habe nur einen Mann, den er verfolgte, ge- schlagen. Trotz mehrfachen VorhaltenS des Vorsitzenden, ob er sich nicht vielleicht doch in dem Beamten irre, bleibt Domazalla dabei, daß Pennekamp den Kolla geschlagen habe. Er habe noch für Kolla die heruntergefallene Mütze aufgehoben und mitgenommen, was dieser bestätigt.— Auf Veranlassung des Staatsanwalts wird die Aussage des Zeugen Domazalla protokolliert. Polizeisergeant Bonaardt sagt im Gegensatz zu Pcnnekamp, daß dieser zwei Leute geschlagen habe, schränkt dann aber auf Vor- halt seine Aussage dahin ein, die beiden Leute wären zusammen gewesen, was wiederum von Domazalla bestritten wird. Zeuge Polizeisergeant Hoppe ist, wie er aussagt, nicht an- gegriffen worden, habe aber seinen Säbel gezogen und«Ver- anlassung zum Schlagen gehabt", weil etwa 40 Personen zum Bahnhof wollten und die Beamten sich angegriffen glaubten! Zeuge Bergmann Hampcl kam von der Arbeit und wurde tn der Knüppelstraße, etwa 6—7 Minuten vom Bahnhof, wo er sich allem mit einem Bekannten befand» von drei Polizisten geschlagen und gestoßen. Der Borsibende regt wiederholt an, eine weitere Beweis. aufnähme nicht vorzunehmen, denn auch die Staatsanwaltschaft gebe zu» das Unschuldige geschlagen seien. Der Angeklagte bittet, in der Beweisaufnahme fortzufahren. Zeuge Pech rst, mit Hampel von der Arbeit kommend, ohne fein Zutun in das Gewühl gedrängt worden und bekundet, daß der Vorfall mit Hampel sich in der geschilderten Weise zu- getragen hat. Er selbst ist ohne Prügel fortgekommen, da er schnell gelaufen sei. Zeuge Fuhrmann Abel ist mit einem Fuhrwerk nach dem Bahnhof gekommen, um Möbel abzuholen. Etwa 20 Schritte von seinem Wagen entfernt, hat er von einem Polizeibeamten einen Stoß bekommen, daß er etwa fünf Schritte zur Seite getaumelt ist und auf die Erde fiel. Als er sich aufraffte, standen fünf oder sechs Beamte um ihn herum» stießen und schlugen auf ihn ein. Zeuge hat eine schwere Handverletzung durch einen Säbelhieb er- halten und ist längere Zeit in ärztlicher Behandlung gewesen. Eine Aufforderung, den Platz zu räumen, hat Zeuge nicht gehört. Bürgermeister Schecker tritt vor und erklärt, er habe gesehen, wie Abel aufgefordert wurde, fortzugehen. Darauf wendet sich der Borsiuendr in sehr erregtem Tone zu Abel:„Ueberlegen Sie sich, che Sie Ihre Aussage beeidigen, ob Sie auch nicht die Unwahrheit sagen. Wenn sich dies erweist, gehen Sie bielleicht nicht mehr durch diese Türe nach Hause I"— Zeuge Abel bleibt bei seiner Aussage. Zeugin Frau Fischer stand am Bahnhof. Nach ihrer Ansicht hat die Polizei den Leuten keine Zeit gelassen, sich zu entfernen. Die Aufforderung wäre kurz hintereinander erfolgt, etwa zum ersten, zum zweiten, zum dritten Male! Zeuge Köhler ist der Auffasiung, daß neben dem Agenten Koenen die Hauptschuld an der Aufregung der Leute die Beamten der Zeche„Neumühl" trugen. Sic seien zwischen den Leuten, die abreisen wollten, umhergegangen und hätten sie wirr gemacht. Auch Polizeibcamte hätten durch ihr Verhalten mit dazu bei- getragen. Weiter bekundet der Zeuge, daß, nachdem blank gezogen war, eö drauf losging, was das Zeug hielt. Es wurde viel ge» schlagen. Köhler sah, wie zwei Lezite mit blutigen Köpfen fort- liefen. Er habe gesehen, wie ein Mann von zwei Beamten ge- schlagen wurde, daß er hinfiel. Eine größere Anzahl Beamte hätten dreingeschlagen. Auf abermaliges Drängen des Vorsitzenden, dem sich auch der Verteidiger anschließt, läßt sich schließlich der Angeklagte(leider) bestimmen, auf die weitere Zeugenvernehmung zu verzichten. Der Staatsanwalt beantragt eine Geldstrafe von 500 Mark. WaS der Angeklagte in dem Artikel behauptet hat, fei nicht er- wiesen. Die Beamten hätten vollkommen ihre Pflicht getan. Wenn einmal dreingeschlagen werden solle, dann muß auch energisch geschlagen werden. Der Artikel sei aus der Auffassung hervor- gegangen, die Hüter der Ordnung„anzufallen". Die„hetzerische" Darstellung erfordere, wenn auch keine Freiheitsstrafe, so doch eine erhebliche Geldstrafe. Der Verteidiger. Rechtsanwalt Gaul, weist in feinem Platdoyer überzeugend nach, daß die Darstellung, wie fie in dem Artikel enthalten ist. durchaus zutrifft und nur in unwesentlichen Punkten nicht ganz den Tatsachen entspricht. Die Vorgänge außer- balb des Bahnhofs haben sich durchaus so abgespielt, wie der Artikel sie darstellt. Der Verteidiger kommt zu dem Schluß, daß aus all den angeführten und durch die Zeugen eidlich erhärteten Tatsachen der Angeklagte freizusprechen sei. Genosse Thielhorn schließt sich den Ausführungen seines Ver. teidigers an. Er fei erstaunt gewesen, daß er wegen des Artikels überhaupt eine Anklage habe erhalten können. Die persönliche Beleidigung irgend eines der beteiligten Beamten habe ihn: fern- gelegen. Er habe lediglich das Shstem, die ganze Art der Polizei- lichen Pflichterfüllung treffen wollen. Er habe nur seiner Journalistenpflicht genügt, wenn er das Vorgehen der Polizei gerügt habe. Es habe ihn empört, daß sich in Gegenwart des Bürgermeisters ein solches Bild überhaupt habe abspielen können. Er protestiere gegen die Unterstellung des Staatsanwalts, daß der Artikel in„hetzerischer" Absicht geschrieben sei. Es komme hier überhaupt kein Parteiintercssc in Frage, vielmehr handle es sich lediglich um eine öffentliche Angelegenheit. In dem Artikel seien sehr wohl die Schwierigkeiten gewürdigt worden, denen die Beamten ausgesetzt waren. Zum Schluß seiner Ausführungen fordert Angeklagter feine Freisprechung. Das Gericht ging in seinem Urteil weit über den Antrag des Staatsanwalts hinaus, indem cS den Angeklagten zu 6 Wochen Gefängnis verurteilte. Die Polizei habe sich die größtmöglichste Mühe ge> geben, die Leute ordnungsgemäß auseinander zu bringen. Diese gingen aber nicht. Es sei daher das Vorgehen der Polizei.Jbe rechtigt gewesen. Man müsse den Beamten zugestehen, baß sie sich gerabez« musterhaft benommen hätten und deshalb volle Anerkennung verdienten. In ganz tendenziöser Weise, in„hetzerischer" Absicht, habe der Angeklagte den Artikel geschrieben. Deshalb sei von einer Geld strafe abzusehen und auf eine Freiheitsstrafe erkannt. Was ist das Fazit der Verhandlung? Es ist erwiesen, daß 300 Arbeiter in gewissenlosester Weise durch Agenten düpiert waren. Nicht der Agent konnte zur Anklage gezogen werden. Die Arbeiter, auch nach Ansicht des Gerichts völlig schuldlose Leute, sind, wie die Verhandlung erwiefen hat, mit Polizcisäbeln traktiert und schließlich der Redakteur der Zeitung, die diese Ungeheuerlichkeit veröffentlicht hat, wegen Ausübung seiner Pflicht oder weil er vielleicht im Ausdruck sich vergriffen hat, mit Freiheitsstrafe belegt. Das ist— preußische Gerechtigkeit. 6cncbt9- Zeitung. Automobllunglllck. Einen eigenartigen Ausgang nahm eine Verhandlung, welche gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Lieber die 3. Straf- kammer des Landgerichts I beschäftigte. Wegen fahrlässiger Tötung war der Droschkenkutscher Julius Krause angeklagt. Der Anklage lag ein schweres Automobilunglück zugrunde, welches den Tod des 40jährigcn Arbeiters Boger zur Folge gehabt hatte. Der Angeklagte fuhr am 2. Januar mit seiner Automobildroschke die Chausseestrahe entlang. Beim Kreuzen deS Weddingplatzes wurde der Arbeiter Boger von dem Fahrzeug erfaßt und umgestoßen. Bald nach seiner Einlieferung in das Krankenhaus verstarb B. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und dem Medizinalrat Dr. Hoffmann zur Obduktion überwiesen. Diese wurde auch im Lcicvenschauhause von dem GerichtSarzt aus- geführt. In der gestrigen Verhandlung gab Medizinalrat Dr. Hoffmann sein Gutachteu dahin ab, daß als Todesursache eine Zerreißung der Lunge und der Leber und ein Schädelbruch in Frag« kämen. Da es fast unmöglich war, daß durch ein einfaches Umstoßen eine? Menschen durch ein Fuhrwerk so schwere innere Zerreitzungen entstehen konnten, richtete Rechtsanwalt Bittermann an den Sachverständigen verschiedene Fragen, durch die es sich zur allgemeinen Ueberraschung ergab, daß die vom Mcdizinalrat Dr. Hoffmann obduzierte Leiche gar nicht die des getöteten Boger war, sondern die eines viel älteren 60jährigrn Mannes. Dieses eigenartige Versehen hatte seinen Grund darin, daß dem Gerichts- arzt eine andere Leiche als die des Boger zur Obduktion über- wiesen worden und mit..Boger" bezeichnet war. Der Arzt hatte natürlich, in der Meinung, es mit der Leiche deS getöteten Boger zu tun zu haben, die Obduktion vorgenommen und sein Gutachten der Staatsanwaltschaft eingereicht, woraufhin von dieser die Anklage erhoben lvurde. DaS ganze Verfahren gegen den Angeklagten Krause ist dadurch null und nichtig geworden, da ja nicht fest- gestellt ist, ob der Tod des D. eine Folge des von dem Ange- schuldigten herbeigeführten Unfalls ist. Die Leiche des Getöteten ist wahrscheinlich unter einem ganz anderen Namen bestattet worden. Ob durch eine Exhumierung noch jetzt eine Feststellung der Todesursache möglich ist, erscheint sehr fraglich. Die VerHand- lung gegen Krause mußte unter diesen Uinständen vertagt werden. Der Sachverhalt zeugt nicht von allzugrotzcr Exaktheit des Gerichtsverfahrens. Versammlungen. Frauen im Wahlkampf. Am Dienstag fanden zwei gutbesuchte, von der Vertrauens- Person der sozialdemokratischen Frauen einberufene Versamm- lung statt. Im Moabiter Gesellschafts Haus sprach Ge- nossin Klara Wehl über das Thema:„Der Kampf der Frauen um ihr volles Bürgerrecht gegen die Macht der Ausbeutenden". Die Rednerin begrüßte es, daß die Frauen in der Arbeiterklasse sich an den jüngsten öffentlichen Protesten und Demonstrationen gegen das Dreiklassenwahlrecht lebhaft beteiligt haben. Sie be- leuchtete dieses Wahlrecht näher und zeigte eine Reihe von Wider- sinnigkeiten und Schwächen darin. Dann erläuterte sie die Auf. gaben des Landtags und legte dar, daß die Frauen Ursache haben, der Tätigkeit des Landtags große Aufmerksamkeit zuzuwenden. Große Bedeutung habe die Volksschule; hier überwuchert der Einfluß der Kirche; der Schullehrer steht unter deren Aufsicht und er muß vielfach Not leiden. Bei den Ausgaben für die Voltsschule betätigt sich die preußische Sparsamkeit in abschreckender Weise. Drückend und schädlich wirke die veraltete Gesindcordnung! Mangelhaft sei die öffentliche Gesundheitspflege! Sehr unzulänglich ist die Ge w e r b e!ur Berlin habe welche und das ganze übrige Staatsgebiet mit einen Tausenden und Abertausenden von Arbeiterinnen gehe dabei zanz leer aus. Ueber eine halbe Million Arbeiterinnen in Preußen eicn in Fabriken und Betrieben, die der Inspektion unterstünden. Zu allem Hebel komme noch, daß die Gewerbcinspektoren zur Durch« ührung ihrer Forderungen keine Exekutivgewalt hätten, sondern ich erst der Polizei bedienen müßten, WaS zu Langwierigkeiten bei Dingen führe, die schnellster Erledigung bedürften.— Rednerin ging schließlich u. a. noch auf die Lage und Behandlung der Staats« arbeiter ein sowie auf den gegen deren Ueberzeugung von oben ge« übten Terrorismus, um dann die Frauen aufzurufen zu leb» haftester Agitation für eine sozialdemokratische Vertretung im Landtag.(Großer Beifall.) Nach wirkungsvollen Diskussionsreden des Genossen Bar» t e l s und der Genossin Fahrenwald ergriff die Vorsitzende Genossin Weng eis das Wort: Da der Fraucnwahlvercin aus Grund des jetzt noch geltenden Vereinsgesetzes verboten sei, s» wäre es Pflicht der proletarischen Frauen, als Sinzelmitgliedcr de« Partei beizutreten und die entsprechenden Karten zu entnehmen. Nach Schluß der Wahlen(unter dem neuen Reichsvereinsgesetz) gelte die Karte für dem Ucbertritt in die Wahlvercine. Das näher« werde dann noch geregelt. Vor Beendigung der Wahlen sei dazi» keine Zeit. Aber schon vom heutigen Tage an hätte« die Frauen die Pflicht, mit aller Energie in di« Agitation für eine volkstümliche Vertretunoim Landtag einzutreten. Jetzt schon hätten sie die Pflichh den Geschäftsleuten zu sagen:«Wenn Du am 3. Juni dem Gegner Deine Stimme gibst, kaufe ich nicht mehr bei Di r."— Möge Bülow von oben kom. mandiercn, wir kommandieren von unten! Und wenn die Geschäftsleute von Gegnern als Wahl» mann aufgestellt und gewählt würden, wie es ihnen oft auch ohne ihren Willen passiere, gelte für die Abgeord» netcnwahl dasselbe. Man gehe zu ihnen und sage auch in dem Falle:„Du hast als Wahlmann der Gegner nicht den Gegner zu wählen: tu st DueS, so kaufen wir nicht mehr bei Dir."— Das sei Aufgabe der proleta« rischen Frauen. Damit helfen sie viel mehr, als wenn sie Flug» blätter verteilten. Auf diese Weise hätten die Frauen ihre Männer beim diesmaligen Wahlkampf zu unterstütze», um Bresche zu legen in das Parlament, wo ihre Rechte mit Füßen getreten würden. Mögen alle Frauen in dieser Weise agitieren. Ich schließe die Ver» sammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die international» Sozialdemokratie. Die Versammelten, zum größten Teil Frauen, stimmten begeistert in das Hoch ein. . s 10 12 Kn. Monsquetaires§5 1,25 1,64~ 35 40 45 ein ' 5Ö~75�9ÖPr l.65, 2.so, 3.25 I.75 V» Handschuhe, Müons____ Milons, seidene Filet-Handschuhe, Handarbeit Spitzen-Handschuhe.. 68, 95, l.45 Ciacd-Handschuhe,?«. quautät. 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Stautsty behandelt den Begriff der sozialen Revolution, ihre Entwidelung und Wandlung und erörtert die Frage, ob diefe Wandlungen die Revolution fünftig unmöglich machen oder einen neuen Typus einer fozialen Revolution vorbereiten. Er untersucht die Aufgaben, die dem Proletariat am Tage nach der Revolution zu lösen gestellt sind und die Hülfsmittel zur Lösung. 9 • Die Sozialdemokratie und die katholische Kirche. Zweite, durchgesehene Auflage -, 75 M. historische Klarlegung der ökonomischen und politischen Grundlagen der katholischen Stirche und eine Darlegung der prinzipiellen und taktischen Stellungnahme der Sozialdemokratie. Sozialismus und Kolonialpolitik. Eine Auseinanderjezung . 1, M. Inhalt: Positive Kolonialpolitit. Die Ethit der Kolonialpolitik. Arbeitsfolonien. Ausbeutungstolonien. Gewaltsame oder friedDer notwendige Durchgang durch den Kapitalismus. Der Rückfall in die Barbarei. liche Zivilisierung. Die historische Leistung von Karl Marg. Zum 25. Todestage des Meisters. Mit einem Porträt 1,- m. Kautsky will durch diese Arbeit das Verständnis dessen erleichtern, mas Marr der Welt gebracht hat. Die Broschüre will nicht bloß eine Studie zur Parteigeschichte sein, sondern auch ein Beitrag zur Entscheidung aktueller Fragen. Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil. Geb. 2,- M. Eine ausführliche, in populärer Form gehaltene Begründung der Grundsäge der deutschen Sozialdemokratie. Karl Marg ökonomische Lehren. Gemeinverständlich dargestellt und erläutert Geb. 2,- M. Die populäre Zusammenfassung der Marrschen Theorien wird demjenigen willkommen sein, welcher sich über die Anschauungen des theoretischen Lehrvaters des modernen internationalen Sozialismus furz und bündig unterrichten will. Thomas More und seine Utopie. Mit einer historischen Einleitung Brosch. 2, M., geb. 2,50 M. Der erste Abschnitt des Buches enthält eine Schilderung des humanistischen Zeitalters und der Reformation, in deren Anschauungen More wurzelte. 3m zweiten Abschnitt gibt Rautskh eine Uebersicht über die Wirksamkeit und im legten eine Darstellung der„ Utopie". Konsumvereine und Arbeiterbewegung..-, 15 m. Bernstein und das sozialdemokratische Programm. Eine Antikritik Patriotismus und Sozialdemokratie. 2,- M. -20 M. Die Klaffengegensätze im Zeitalter der französischen Revolution. Zweite Auflage.-, 75 M., geb. 1, M. Ethik und materialistische Geschichtsauffassung. Geb. 1,50 M. Kautsky und Bruno Schoenlank, Grundsäge und Forde rungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum , 10 M. Erfurter Programm Stautsky behandelt im ersten Teil die Prinzipien- Erklärung und führt den Nachweis von der Unhaltbarkeit der beutigen Zustände, die mit Notwendigkeit zum Sozialismus führen müssen. Schoenlant erläutert den zweiten Teil: die sogenannten politischen Forderungen. Expedition des Vorwärts, Berlin SW., Lindenstr. 69, Laden. Partei- Speditionen: Zentrum I: Friß 8inte, Mauerstr. 89. 246/4 Zentrum II: Albert a huisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. e. Wahlkreis, Westen: Gustav Schmidt, Kirchbachstr. 14, Hochparterre. Süden und Südwesten: Hermann Berner Gneisenauftr. 72, Laden. 8. Wahlkreis: St. Fris, Prinzenstr. 31, of rechts part. 4. Wahlkreis: Dit en: Robert engels, Rüdersdorferstr. 3, am Küftrinerplay. Wilhelm Mann, Petersburgerplaz 4( Laden). 4. Wahlkreis, Südosten: Paul Böhm, Laufiperplaz 14/15 ( Laden). 5. Wahlkreis: 2éo 3 ucht, Immanuellirchstr. 12( of). 6. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding: Start Weiße, Nazarethkirchstraße 49. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Aderstr. 36, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen: F. Trapp, Stettinerftr. 10. Schönhauser Vorstadt: Start Mars, Lhchenerstr. 128. Alt- Glienicke: Wilhelm Dürre, Nudowerstr. 83 II. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, Laden. Wilmersdorf- Halensee: Zölle, Sigmaringenſtr. 5. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Seitel, Kronprinzenstraße 50, I. Dtto Rummelsburg, Boxhagen: A. Rosenkranz Alt- Boghagen 56. Grünan: Franz Klein, Bahnhofstr. 6 III. Bohnsdorf und Falkenberg: G. Pfeifer, Bohnsdorf, Genossenschaftshaus. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Schmargendorf: Gustav Saminsty, Cunostraße 2. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Ober- Schöneweide: Julius Grunow, Edisonftr. 10, I. Nieder- Schöneweide: Bonatowsky, Haffelwerderftr. 8. Johannisthal: Bielide, Raifer- Wilhelm- Blak 4. Adlershof: Erich Steuer, Hadenbergstr. 5, II. Königs- Wusterhausen: Friedrich Baumann, Ludenwalderstraße 4b. Köpenick: Friedrich Woid, Stiegerstr. 6, Laden. Friedenau- Steglitz- Südende:. Bernfee, Schloßftr. 119, Hof I, in Slegliz. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 32, und Fr. Schellha se, hornstr. 15 a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeeftr. 27. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: Rob. Gramenz, Kiefholzstraße 412, Laden. Neu- Weißensee: Kurt Fuhrmann, Sedanftr. 105, parterre. Reinickendorf Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: P. Gurfch, Provinzstraße 92( Eingang Grünerweg). Tegel, Borsigwalde Wittenau Waidmannslust, Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul Kienast, Borsigwalde, Räuschstraße 10. Pankow- Niederschönhausen: G. Freiwaldt, Mühlenstr. 73. Bernau- Röntgental: Heinrich Brose, Hohesteinstr. 74, part. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Mitschte, Eichwalde, Bismardstr. 19. Teltow: Bilhelm Seßler, Hohersteinweg 7. Nowawes: Wilhelm Jappe, Priesterstr. 46. Spandau: Röppen, Jagowstr. 9. JOSETTI VERA Ihr Gewicht wert in Gold, trotzdem 10 St. nur 30 Pfg. Joselli CIGARETTEN Brennabor Durch ihre anerkannten großen Vorzüge sind unsere Räder überall eingeführt. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme am Grabe meines lieben Mannes, unseres guten Baters, 17935 Schwieger- und Großvaters Johann Kassube fagen wir hiermit allen Berwandten 272/ 2* und Bekannten, insbesonder dem Hotel Quoos, Schadowstraße, Ecke Dorotheenstraße, anwesend sein, um künstliche Augen direkt nach der Natur für Patienten anzufertigen und einzupassen. bef und dem Bersonal der Firma Wwe. Kassube nebst Kindern. Krankenkasse der Lusk& Holtz meinen besten Dant. Unserem Genoffen Karl Thiedke 17945 und feiner Braut zur Vermählung ein dreifaches Hoch. Die Genossen der Bezirke 102, 103. Unserem Zahlabendwirt 28999 Wilhelm Lange zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch. Die Genossen des Bezirkes 412. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis Bezirke 76 u. 77. Am Dienstag, den 28. April, verslas nach langen Leiden unser Mitglied, der Gastwirt Emil Marsch am wohnhaft Alvenslebenstr. 15. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Matthäus Kirchhofes, Südende, aus statt. 210/16 G Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Voritand. Am 27. April, nachmittags 1 Uhr, verschied nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann Theodor Kieschke. Die Beerdigung findet am 1. Mai, nachmittags 4, Uhr, von der Leichenhalle des neuen JakobiKirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Berta Kieschke. Zentralverband der Töpfer u. Berufsgen. Deutschlands Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Am 27. d. Mts. verstarb nach langer Krankheit der Kollege Theodor Kieschke ( Bezirk Rirdorf) im Alter von 62 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 1. Mai, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofs, Hermannstraße, aus statt. 192/10 Der Vorstand. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser lieber Sohn und Bruder Paul am Montag, den 28. d. M., im Alter von 20 Jahren infolge furzer, aber schwerer Krankheit ver schieden ist. Die Beerdigung erfolgt am Freitag, den 1. Mai, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Friedhofes aus. Um stille Teilnahme bitten Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Karl Blaurock nebst antilie, Kurfürstendamm 137. Am 26. d. Mts. verstarb plößlich meine innigstgeliebte Frau, unfere gute Schwester und Schwägerin 1775b Karoline Hohensee geb. Lichtenfeld im 48. Lebensjahre. Dies zeigt tief betrübt an Otto Hohenfee. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 1. Mai, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Beg, aus statt. Deutscher F. Ad. Müller, Augenkünstler aus Wiesbaden. Hutmachergesellen Buchbinder- Verband. Gratis erhält jeder Käufer beim Einkauf eines neuen Fahrrades eine Anker- Remontoir- Uhr als Eröffnungsgeschenk trotz der nachstehend enorm billigen Breife: Meue Fahrräder 35, 45 M., mit Doppel- Gloden- ager, 50 M., Schutzbleche, Handdruckbremse ca. 500 Stück gebrauchte Fahrräder, alle Marten 5, 10, 15, 20, 25 M. Laufmäntel 1.50, 2uftschläuche 1.00. Große Posten Fahrrad: Zubehörteile zum Teil aus Konkursmaffe stammend, fabelhaft billig! Torpedo Freilauf- Räber 15.00| Sofenspangen Torpedonaben Freilaufnaben Lenfftangen Wedale Carbidlaternen. Fertige Gabeln. nkpumpen Rudfäde Gamaschen Prima Carbid Griffe Fußbremsen Kurbeiteile Speichen ajn Mahlsdorf und Kaulsdorf: Scheibe, Mahlsdorf, Bahnhofstr. 1 Sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Werte werden geliefert Felgen Rahmen Bitte ausschneiden. 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Filiale: Gr. Frankfurter Str. 115, 2. Haus an der Andreasstr. Ausführung und Preise fonkurrenzlos! Bei Vorzeigung dieser Anzeige vergüte ich 10% in bar. Zahlstelle Berlin. Am 27. April verstarb nach langer Strankheit unser Mitglied Klara Starke. Wir werden ihr Andenken in Ehren halten! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 30. April, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Friedhofes aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 23/12 Die Ortsverwaltung. Am 26. d. M. berstarb plöglich meine innigftgeliebte Frau, unsere gute Schweiter und Schwägerin Karoline Hohensee geb. Lichtenfeld im 48. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Otto Hohensee. Die Beerdigung findet am 1. Mai nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich hiermit im Namen der Hinterbliebenen meinen besten Dank. 29002 Witwe Augufte Müller. Gerantwortlicher Redakteur: Georg Davidsohn, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Br. 101. 25. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Parteigenoffen, Parteigenossinnen! " Donnerstag, 30. April 1908. Das Komitec. Berliner Nachrichten. Achtung, Landtagswähler! Ihrem Antrage, Sie in die Wählerliste für den Landtag nach zutragen, fann nicht entsprochen werden, weil Sie sich nach Ausweis unseres Aftenmaterials nicht im Vollbesitz der bürgerlichen Ehrenrechte befinden und aus diesem Grunde gemäß§ 8 der Verordnung vom 30. Mai 1849 nicht wahlberechtigt sind. Unterschrift. einen Runderlaß des Handelsministers, der unterm 6. Dezember| Die Feier beginnt 4 Uhr nachmittags im Borussia- Park"( Ge1906 es als bedenklich bezeichnete, an Fortblidungsschülern wegen baller), Brobingstraße 69. Zahlreichen Besuch erwarten bloßer Schulverfäumnisse oder sonstiger Uebertretungen der Schul- Die Borstände des Gewerkschaftskartells und des Wahlvereins. orbnung schon polizeiliche oder gerichtliche Haftstrafen zu vollstreden. Mühlenbeck( Bezirk Nieder- Schönhausen). Die Maifeier findet In der Gewerbeordnung, deren Bestimmungen dem bisherigen Zu dem Zwede, auf den Ausfall der Landtagswahl 1908 Statut augrunde gelegt waren, find Geldstrafen und ebentuell bei Auguft Maher( Buchhorst) statt. Anfang nachmittags 4 Uhr. im arbeiterfreundlichen Sinne einzuwirken, ist der Allgemeine auch Haftstrafen vorgesehen. Der Erlag des Ministers empfiehlt. Die Festrebe, abends 8 Uhr, hält Genosse Nitschte. Bahlreiches Crfcheinen erwartet fozialdemokratische Wahlverein für Berlin und Umgegend" ge- und nur bei schwereren Berstößen eine Bestrafung wenigstens für leichtere Uebertretungen Karzerstrafen zu verhängen gründet worden. burch Polizei oder Gericht herbeizuführen. In Berlin hat Wir erwarten nun zu dem von uns gegründeten Verein man bisher schon nach Möglichkeit Bestrafungen dieser Art zu vers zahlreichen Beitritt, namentlich auch seitens der hüten gesucht. Es haben aber doch in dem jest abgelaufenen SchulFranen. Männer, welche beitreten, sind dadurch nicht von jahr 1907/08, bei einer Frequenz von 23 569 Schülern im Sommer der Verpflichtung entbunden, der eigentlichen fortdauernden und 28 662 Schülern im Winter, 487 Strafanträge gegen Schüler Es hat sich gezeigt, daß die Wählerlisten äußerst mangelOrganisation der Sozialdemokratie, dem sozialdemokratischen geftellt werden müffen. Hierbon find durch polizeilichen StrafWahlverein des Kreises, in dem sie wohnen, anzugehören. befehl bezw. durch richterliche Entscheidung rechtskräftig geworben haft aufgestellt sind. In derfelben forretten Weise scheinen Bolitische Vereine unterliegen in Preußen im allgemeinen und vollstrect worden 352 Geldstrafen, 13 Haftstrafen, 2 Berweife; aber auch die Anträge avecks Aufnahme in die Wählerliste Politische Vereine unterliegen in Preußen im allgemeinen in den übrigen Fällen schwebt noch das Verfahren. Eine Vermin erledigt zu werden. Massenhaft versendet das Wahlbureau an den Beschränkungen des§ 8 der Verordnung vom 11. März derung der Haft- und auch der Geldstrafen soll erreicht werden durch die Betreffenden gedruckte Abweisungserklärungen mit folgendem 1850. Diefer§ 8 hat nach der Abänderung durch das Reichs- möglichste Anwendung der Karzerstrafe, die übrigens in Fortbil. Inhalt: gejet vom 11. Dezember 1899 als einzige Vorschrift: Sie Sungsschulen Berlins ohnedies schon gebräuchlich ist, aber bisher ( d. h. politische Vereine) dürfen keine Frauenspersonen, noch nicht im Statut vorgesehen war. Bisher bestimmte§ 10 des Schüler und Lehrlinge als Mitglieder aufnehmen." Nach Statuts, daß Zuwiderhandlungen gegen die Borschriften über Schul$ 21 borstehender Verordnung wird diese Beschränkung für besuch, Schulordnung usw. nach§ 150 der Gewerbeordnung für Wahlbereine aufgehoben, indem der zweite Absag vorschreibt: jeden Fall mit Geldstrafe bis 20 M. eventuell mit Soft bis 3 Tage Bahlbereine unterliegeu den Beschränkungen des§ 8 nicht." au bestrafen feien, sofern nicht nach§ 148 der Gewerbeordnung härtere Strafe eintritt. Das behält seine Geltung, aber es wird Frauen Groß- Berlins! Noch in letter Stunde ießt der Zusak gemacht:" Be: leichteren Berstößen gegen die Bewünschen die Reaktionäre aller Schattierungen Euer Recht ftimmungen der§§ 6( Schulordnung) und 5 tönnen gegen die zum auf politische Betätigung bernichten zu können. Gebt Ihnen Besuch der Fortbildungsschule verpflichteten Personen von dem die Antwort, zeigt, daß Ihr mündig seid. Noch gilt's, den Schulleiter Arreststrafen in der Dauer bis zu drei Stunden als Stampf zu führen. Erinnert Euch der Worte: Ordnungsstrafen festgefeßt werden. Die näheren Bestimmungen städtischen Fach- und Fortbildungsschulen. Entzieht sich der mit über die Vollstreaung dieser Strafen trifft die Deputation für die Arreststrafe belegte Schüler der Berbüßung der Strafe, so erfolgt Anzeige zur Beftrafung auf Grund des ersten Absages dieses Paragraphen." Der Minister empfiehlt, die Karzerstrafe am Sonntag. nachmittag zu vollstreden, tunlichst in besonderen Kargerräumen ohne Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte belvirkt Beschäftigung der Bestraften unter Bewachung durch den Schul- die Unfähigkeit, während der im Urteil bestimmten Zeit in biener oder in Klassenzimmern bei Beschäftigung des Bestraften öffentlichen Angelegenheiten zu stimmen, zu wählen, oder unter Aufsicht eines Lehrers. Die Deputation hat hierzu noch gewählt zu werden, oder andere politische Rechte auszuüben. nichts beschlossen. Nötig find solche näheren Bestimmungen über Die Norm ber Voll stredung, damit Mißbräuchen vorgebeugt befinden und denen die obige Abweisung zugeht, dürfen sich Wähler, die sich im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte werben fann. Wir erinnern an den in einer Pflichtfortbildungs: damit nicht zufrieden geben, sondern müssen sofort int schule borgekommenen Mißbrauch, einen dunklen Keller als Arrestlokal zu benußen; im Vorwärts" ist das damals gerügt worden. Wahlbureau Poststraße 16 Beschtverde einlegen. Jm ganzen wird durch diese neuen Bestimmungen wenig an der Ju der Bazillenkutsche nach dem Grunewald. Fortbildungsschuldisziplin geändert. Zu tun bleibt da noch sehr viel; wir wünschen, daß vor allem auch die Ansichten über das Durch den dunklen Gang, tief unter dem Schall det vifion unterzogen würden. Man follte überhaupt die Fortbildungs- menschlichen Rede" fauft die Bazillenkutsche pfeilschnell ihrem Martin- Prügelrecht gegen Fortbildungsschüler einer ReDer Schein der elektrischen Glühbirnen hufcht schuldisziplin mal auf eine ganz andere Grundlage als bisher zu Biele zu. ftellen suchen. Freimachen sollte man sich von der herkömmlichen zitternd und tanzend an den düsteren Wänden entlang und Anlehnung an die Volksschuldisziplin. Aufgeben follte man den nur auf den Stationen stellt er sein behendes Spiel einige bornierten Wahn, daß die Autorität eines Fortbildungslehrers Sekunden ein. In der Klasse, die für den Plebs bestimmt gefährdet wird, wenn er in feinem Schüler den werdenden Mann ist, find sämtliche Blähe besetzt und nachdenklich an die Rückzu achten fich bemüht. wand des Wagens gelehnt, fönnen wir beide Klassen übersehen. 4 Nur der verdient die Freiheit und das Leben, Der täglich sie erobern muß! Aufnahmen werden entgegengenommen: Berlin. Weihnacht, Grünftr. 21. Engel, Seydelstr. 30. Leu, Boechstr. 7. Saß, Hornstr. 2. Wiemers, Bülowstr. 58. Hemp, Urbanftr. 170. Buchholz, Alexandrinenstr. 43. Schulz, Admiralstr. 40a. Parteispedition, Laufiger Bl. 14/15. B. Hoffmann, Oppelner Str. 47. Bureau, Stralauer Blaz 1-2. Parteispedition, Petersburger 1.4. Klaust, Schönhauser Allee 156. Bileke, Waldstr. 8. Raichte, Aderstr. 36, Ede Anllamer Raichte, Ackerstr. 36, Ede Anflamer Straße. Niederbarnim. Freiwaldt, Bankow, Mühlenstr. 73. Seitel, Berlin O. 112, Kron prinzenstr. 50. Elise Neumann, Frankfurter Alee 178, III. Teltow- Beeskow. Bollshaus, Charlottenburg, Nofinenftr. 3. Frau Nürnberg, Chodowieciftr. 21. Schöneberg, Spedition, MartinMöttel, Kaiser- Wilhelm- Str. 18n. Rausch, Winsstr. 12. Paasche, Charitéſtr. 3. Fahrow, Kavenésir. 6. E. Ernst. Borsigender. Luther- Str. 51. Nixdorf: Albert Schmidt, Berliner Str. 14. Ferb. Henning, Bietenstr. 61. Der Vorstand. Wollermann, Freiwaldt, Raffierer. Schriftführer. Dr. Kurt Rosenfeld, els, Büchner, Revisoren. Teue Beftimmungen für die PflichtFortbildungsschule. Partei- Angelegenheiten. Solche Erklärungen haben in schon zahlreichen Fällen Leute bekommen, die bei der vorigen Wahl ihr Wahlrecht ausübten, mittlerweile überhaupt nicht, oder vielleicht wegen Streifvergehens bestraft worden sind. atvar bei Zuchthausstrafe auf 2 bis 10 Jahre, bei GefängnisDie bürgerlichen Ehrenrechte können nur auf Zeit und strafe auf die Dauer von 1 bis 5 Jahren durch richterliches Urteil a bertannt werden. Nr. II ist nur schivach besetzt. Ein baumlanger Offizier reckt seine Hünengestalt, lässig in die Polster geworfen, fahräg nach der Vorderseite aus. Auf der anderen Seite fizt eine Rigdorf. Achtung! Unseren Parteigenoffen zur Kenntnis, junge Dame, taum den Kinderschuhen entwachfen, mit bak bie Maifeier in Hoppes Festfalen als eine gezüchtig verschämten" Wangen und blättert träumerisch in flossene Vereinsfeier abgehalten werden muß, da die einem Poefiealbum, während unter den dunklen Wimpern Polizeibehörde eine öffentliche Tanzlustbarkeit daselbst verliebte Blicke verstohlen zu dem vornehmsten Rock hinüberFür die Pflichtfortbildungsschule Berlins sind einige neue Bes nicht duldet, mithin darf auch keine offene Staffe statt- blizen. Daneben bläht sich eine korpulente Dame im tiefWir ersuchen daher unsere Mitglieder, sich mit dem schwarzen Seidenkleid und mit einem unmöglichen Hut von immungen notwendig geworden, durch die das geltenbe Orts finden. ftatut( vom 2. Desember 1904) ergänzt werden soll. it ben Bablvereinsbuch zu versehen, da ohne diese Legitimation kein Gintritt der Form eines märkischen Storchnestes stolz, wie ein aufVorschlägen, die hierzu vom Magistrat gemacht worben sind, haben gewährt werden kann. Der Vorstand. getafelter Dreimaster, derweil ihr hagerer, weißhaariger Gedie Stadtverordneten in ihrer Ichten Sigung fich einverstanden Rummelsburg. Achtung, Barteigenoffen! Scute, Donnerstag, mahl unaufhörlich den goldumiränderten Ancifer putt und ihn erklärt. Das Bublifum in Nr. III repräsentiert den vielErweitert wird der Kreis derjenigen, die zum Besuch der liegen die Wählerlisten den legten Tag aus. Durch Rücksprache ist gegen das Licht hält. es ermöglicht worden, daß die Listen heute noch bis 8 1hr abends Fortbildungsschule verpflichtet sind.§ 1 des Statuts einzusehen find, und zwar im Gemeindebureau: Türrschmidtsir. 24, umstrittenen Mittelstand. Junge Mütter, die mit ihren bestimmte bisher: Alle männlichen Arbeiter( Lehrlinge, Gefellen, parterre. Parteigenoffen! Achtet bei der Einsicht auf den eine Kindern einen Ausflug unternehmen, berbrauchte, ausBetriebe im Weichbilde der Stadt Berlin beschäftigt werben, unterliegen beim Genoffe Tempel. Alt- Borhagen 56, und beim Genossen nebst Frauen, breit und behäbig ihren Blah einnehmend. Neue Gehülfen usw.), welche in einem gewerblichen oder kaufmännischen getragenen Steuerfaß. Abfchriften der Listen ohne Steuerangabe rangierte Beamte und dann noch sogenannte Sechserrentiers liegen, jobalb fie nicht mehr volksschulpflichtig sind, bis zum Schlug bentoniteen Das Wahlkomitee. steigen ein, und durch die geöffnete Zür dringt ein eisig kühler des Schulhalbjahres, in welchem sie das 17. Lebensjahr vollendet John, Karlshorster Str. 1, aus. haben, der Berpflichtung, die von der Stadt Berlin eingerichtete Stralan. Da am 1. Mai für Stralau eine Versammlung nicht Luftzug. Endlich hält der Zug und alles steigt aus, weiter nehmen." Hier wird jekt der Bujak gemacht:... und zwar, soweit vormittage 10 Uhr im Lokal von Schonert einberufenen Werfamme plat angelangt und steigen, gleich den anderen, aus der Fortbildungsschule zu besuchen und an deren Unterricht teilzu- ftattfindet, ersuchen wir die Genoffen, sich an der in Rummelsburg, gehts borläufig nicht. Wir sind an der Station Reichskanzlerfie in Berlin wohnhaft find, auch in der Zeit, in welcher lung zahlreich zu beteiligen. fie vorübergehend arbeits, dienst oder be. Die Feier des Wahlvereins finbet im Lokal Alte Taverne" frostigen Tiefe ans helle Tageslicht empor. In tiefer reiner Bläue Der Vorstand. wölbt sich der Himmel über uns, und die Sonne spendet eine erfchäftigungslos sind." Mit diesem Busat wird eine Lüde in Stralau statt. Zahlreichen Besuch erwartet quickende Wärme und taucht die weite Umgebung in ein ausgefüllt, die in der Pflichtfortbildungsschule bisher als sehr Köpenid. Die Urwahllisten liegen im Rathaus, 2 Treppen, funkelndes Strahlenbad. Ein allgemeines, erlösendes„ AH" ftörend empfunden worden war. Solange§ 1 nur von einer Ber- 48 pflichtung derjenigen sprach, die in gewerblichen oder kaufmän. Bimmer 28, in der Zeit von 7 bis 1 und 28 bis 15 Uhr zur Gin- entflieht aller Wunde bei dem herrlichen Ausblick, der sich nischen Betrieben Berlins beschäftigt werden", fonnte es zweifel- ficht aus. hier dem Auge bietet, und wie befreit von einem 2p atmet haft erscheinen, ob der Fortbildungsschulpflicht auch solche unter Friedrichshagen. Freitag, den 1. Mai, finden zwei er alles auf. Hier ist es schön, prächtig und alle schaurigen liegen, die zurzeit ohne Beschäftigung sind. Das ist wichtig be fammlungen statt, und zwar vormittags 10 Uhr und abends Lodesahnungen infolge der Bazillengefahr sind unter dem sonders für ungelernte" Arbeiter( Arbeitsburschen, Laufburjden, 8% Uhr in Restaurant der Witwe Lerche, Rundteil. Tages Eindruck dieses Bildes wie ausgelöscht. Hausbiener, Mitfahrer usw.), die ihre Stelle oft wechseln und ordnung in beiden Bersammlungen:" Die Bedeutung der Maigewöhnlich vor Erlangung einer neuen Stelle mehrere Tage obet feier". Um zahlreiche Beteiligung der Genossen wird gebeten. Wochen beschäftigungslos bleiben. Manche Schüler hatten diese Den Genoffen zur Kenntnis, daß die Sammelliste Nr. 16090 fürgeren oder längeren Berioden der Beschäftigungslosigkeit zum verloren gegangen ist. Sollte diefelbe irgendwo unberechtigter Vorwand genommen, sich immer wieder auf einige Zeit der Fort weise zirkulieren, so ist fie anzuhalien und an den Wahlvereins bildungsschulpflicht zu entziehen. Das schädigte nicht nur die verfizenden Genossen Schötzau, Scharnweberstraße 20, abzu fortbildungsscheuen Schüler selber. Wuch die anderen wurden da- geben. burch gestört, weil der unaufhörliche Wechsel des Schülermaterials Grünau. Die Parteigenoffen Grünaus und Umgegend, die den ganzen Unterricht beeinträchtigte und die Durchführung des Lehrplanes erschwerte. Fortan sollen diese vorübergehend Beschäfti- ben 1. Mai feiern, fammeln fich vormittags um 19 Uhr in der gungslosen gleich den Beschäftigten zu einem ununterbrochenen Grünen Ede" und gehen dann um 10 Uhr gemeinschaftlich Besuch der Fortbildungsschule verpflichtet sein. Auch die Bor- nach dem Jägerhause zur Versammlung. In der Bersammlung Hintergrund auf und schon sind Nebenstraßen angelegt, an schriften bezüglich der Unterrichtsverfäumniffe müffen bekommt jeder Versammlungsbesucher seinen Kontrollstempel ins jest entsprechend geändert werden. Nach§ 8 in feiner bisherigen Buch, falls dieses vergessen, eine Maimarte. Die Abenbfeier beBillette hierzu tosten nur 20 Pf. Fassung hat der Arbeitgeber einem von ihm beschäftigten Arbeiter, annt um 7 Uhr abends. der durch Krankheit am Besuch des Unterrichts verhindert gewesen Gorge jeder dafür, daß auch in diesem Jahre in unserem Ort as ift, beim nächsten Besuch eine Bescheinigung darüber mitzugeben. Maifest ein recht imposantes werde Dehnt die Erkrankung fich länger als eine Woche aus, so ist die Der Borstand. Weite Anlagen in fattem Grün breiten sich wie Riesenteppiche aus und unterbrechen den Kaiserdamm. Ein impofanter Straßenzug, mit drei Fahrdämmen und einem Reitweg, der sich wie eine Riesenader in die unsichtbare Ferne zieht. Und diese Riefenader hat das Herz des Grunewaldes grausam zerrissen, und nur links schiebt sich noch der Wald dicht an den Platz heran. Die ersten Vorläufer der hier auffirebenden Billenkolonie zeigen sich schon den Blicken. Schmucke Bauten im Villenstill ragen einsam aus dem dunkeln Langsam schlendern wir weiter. Rechts führt ein Weg denen sich bald stolze Baufluchten erheben werden. Im langsamen Schritt lenkt ein zur Rennbahn hinüber. bartloser Sportsmann sein schweißbedecktes Pferd von dem zweiräderigen Karren aus, der wie geschaffen ist, um sich den Hals zu brechen. Automobile rasen in wahnsinniger Fahrt vorbei. Weiter unten ist die Straße noch gesperrt, Wegebaumeister messen mit ihren Apparaten, Arbeiter bewegen fich hin und her und plumpe, schwere Walzen glätten den Boden. Wir biegen links ab und wenden uns Station Grunewald zu. Alte Frauen und Kinder schieben hoch mit Reisig beTabene Slinderwagen vor sich her. Ueberall ist Stammholz Busas:" Diejenigen Schulpflichtigen, welche vorübergehend arbeits-, Beuthen. Die den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiernden Genossen aufgeschichtet und allenthalben zeigen sich die Spuren des Dienst- ober beschäftigungslos find, haben im Falle einer Erfran- treffen fich morgens 9 Uhr zweds gemeinsamen Spazierganges sur Stullenpapier und Zeitungen, wohin das Auge blickt. Jedes modernen Raubbaues. Und noch eins berührt uns schmerzlich. fung dem Leiter der Fortbildungsschule bis zum zweiten Unter- Miersdorfer Versammlung im Restaurant Raebe. richtstage Meldung zu machen. Will ein solcher Arbeiter aus Der Bezirksführer. ästhetische Empfinden der wirklichen Naturfreunde wird hierbesonderen Gründen eine Befreiung für einzelne Stunden, so hat er vorher von dem Leiter unter Angabe der Gründe die Genehmi- mittag 4 Uhr. Durch Stonzert, Gesang, humoristische Vorträge, Weißenfee. Die Maifeier findet im Schloß statt. Anfang nach durch verlegt, der Wald feines schönsten, reinen Zaubers beraubt und jede feinere Stimmung verdorben. Mögen doch gung einzuholen." zu wünschen bleibt noch, daß auch diejenigen Reigenfahren, turnerische Aufführungen, Kinderbetuftigungen usw. if solche Barbaren, die die Schönheit des Waldes absolut nicht Anaben, die nach Vollendung der Volksschulpflicht nicht fogleich eine Behr- oder Arbeitsstelle finden, zu sofortigem Besuch einer für Unterhaltung hinreichend Sorge getragen. Die Staffeetiche ist zu schäßen wissen, ihre Ausflüge nach den Rieselfeldern oder Fortbildungsschule angehalten werden. Ob auch sie schon dazu von 2 1hr an geöffnet. Es wird ersucht, zahlreich an der Maifeier sonst wohin unternehmen, wo sie niemanden die Freude verDas Komitee. derben. Das Pärchen, das dort so weltvergessen im Grafe gezwungen werben können, das muß selbst nach den erweiternden teilzunehmen. Busatzbestimmungen des§ 1 noch zweifelhaft erscheinen. Reinidendorf- Oft. Parteis und Gewerkschaftsgenossen! Wie unter einem Baume ruht, habe ich in dem dringenden Ver Neu find die dem Statut eingefügten Bestimmungen über die im vorigen Jahre findet auch diesmal am 1. Mai eine öffentliche dacht, daß sie ihr Schmauspapier ebenfalls neben sich hinBerhängung von Razzerstrafen, Sie ftüßen sich auf Versammlung im Restaurant Sadau, Residensstraße 124, statt. geworfen haben. Doch tann mans ihnen nicht beweisen. Sie Bescheinigung sofort nach Ablauf dieser Woche an den Leiter der Karlshorst. Bur Maifeier treffen sich die Genoffen und GeFortbildungsschule einzureichen. Bon der Wiederaufnahme der nofinnen am 1. Mai nachmittags im Fürstenbad. Am Abend im Arbeit hat der Arbeitgeber Meldung zu machen. Wünscht der Argleichen Lotal geselliges Deisammensein unter Mitwirkung des beitgeber aus besonderen Gründen eine Befreiung für einzelne Gesangvereins Waldesrauschen. Stunden, so hat er dies unter Angabe des Grundes dem Leiter Die Genoffen von Bicsdorf treffen sich am 1. Mai früh borher mitzuteilen und dessen Genehmigung einzuholen. Für die 8 Uhr im Lokal von Gustav Berlin, Marzahner Straße zum AbZeit der Beschäftigungslosigkeit müssen diese Pflichten nun dem marsch nach Friedrichsfelde. Schüler felber auferlegt werden.§ 8 bekommt daher den steht ihm ins Auge, er drückt ihr die Zand aber unser Schritt verhallt ungehört an dem Ohr der Beiden. An der Försterei vorüber, wo Familien beim Kaffee sitzen, wandern wir am Bahndamm entlang. In eine Staubwolke gehüllt, sprengen auf schnaubenden Rossen zwei Reiter vorbei. In einer Gärtuerei fesselt uns ein prächtiger Anblick. Ueber eine An- zahl Büsche rieseln feigengelbe Blüten wie ein prachtvoller Schleier hernieder. Die Pflanze zählt zu den Schmetterlings- blütlern, wie uns der Besitzer erklärt. Daneben stehen Sträucher aus der Johannisbeerfamilie, die mit unzähligen tiefroten Blütendolden geschmückt sind. Lange weiden wir unsere Blicke an diesen herrlichen Gebilden, bis wir endlich, durch jauchzende Kinderstimmen aus unserem Sinnen auf- geschreckt, den Heimweg antreten. Teuerungszulage» sollen die städtischen Beamten erhalten anstatt einer Gehaltserhöhung. Das soll deswegen geschehen, weil Reich und Staat ihre Besoldungsreform auf den Herbst verschoben haben. In den Etat für 1908 sind bereits ent- sprechende Summen eingestellt worden. Wir verstehen nicht, warum die Stadt Berlin sich nach dem schlechten Bei- spiel des Reiches und des Staates richten soll und nicht gleich Gehaltserhöhungen vornimmt, anstatt Teuerungs- zulagen zu gewähren. Es wird berichtet, datz sich die Personal- kommission des Magistrats mit der Frage der Teuerungs- zulagen für die städtischen Beamten beschäftigt habe, aber noch zu keinem Entschluß gekommen sei. Die letztere Nach- richt mutet an, wie das Mädchen aus der Fremde. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit werden vor bestimmten Wahlen aus dem Rathause Nachrichten verbreitet, wonach der Magistrat sich mit der Erhöhung der Löhne oder Gehälter gewisser Arbeiter- oder Beamtenkategorien beschäftige. Sind die Wahlen vor- über, hört man dann nichts mehr von solchen Plänen und still wird es über den Gewässern. Die städtischen Arbeiter können in dieser Beziehung manches Lied singen. Speisung bedürftiger Schulkinder. Der Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung, dem der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion(die Spei- sung bedürftiger Schulkinder auch, in den Sommermona ten fortzusetzen) zur Vorberatung überwiesen war, hat in seiner gestrigen Sitzung einstimmig beschlossen, dem Magistrat den Antrag zur Annahme zu empfehlen. Gleichzeitig hat er auch den Magistrat'crmächtigt, zunächst 15 000 Mark dem Dispositionsquantum für unvor- hergesehne Ausgaben zu entnehmen. Da aus gcschäftsordnuugsmäßigen Gründen eine sofor- tige Berichterstattung und Beschlußfassung in der Stadtver- ordnetenversammlung nicht möglich ist. wurde dem Magistrat anheimgegeben, die Angelegenheit, da alle Fraktionen mit Rücksicht auf das Tatsachenmaterial einverstanden sind, sofort zur Durchführung zu bringen. Ferner wurde eine Resolution angenommen, die den Magistrat auffordert. Herrn Stadt- schulrat Fischer zu einer Studienreise nach anderen Städten des In- und Auslandes zu entsenden, damit er die dortigen Einrichtn�aen kennen lernt. I« d:r letzten Sitzung der städtischen Schuldeputation wurde be- schloffen, dem Gesuch des Vereins der Volkskindergärten in Berlin um Ueberlasiung von Räumen in der 49. Gemeindeschule, Blumen- straffe 63— der dortigen Rektoratswohnung— zu willfahren. Ferner wurde unter anderem beschlossen, die ZensurnUinmern am Kopfe der Schulzeugnisse abzuschaffen._ Schauerromane haben leider noch immer eine ungewöhnliche Verbreitung und richten fortgesetzt groffes Unheil an. Nicht wenige junge Burschen werden durch das Lesen von Detektiv- und anderen Räubergeschichten an- geregt, selbst einmal Räuberhauptmann zu spielen und das Ende vom Lieds ist, daß sie wegen ihrer„Heldentaten" vor den Strafrichtcr gestellt werden, der vielfach auf kürzere oder längere Freiheitsstrafe erkennt. Die Fälle, in denen Personen durch daß Lesen dieser Sudelhefte dem Verbrechen in die Arme getrieben werden, sind durchaus keine seltenen. Zu welchen Exzessen die Lektüre dieser Romane führt, wird von neuem bewiesen durch unsere gestrige Meldung, nach der sich eine siebenzehnjährige Plätterin, an- geregt durch Schundlektüre, vergiftete; noch im Tode hielt sie ein solches Heft kramphaft in der Hand. Sind auch nicht alle Leser dieses Schundes nicht gleich zu der- artigen schlimmen Schritten geneigt, so werden sie doch an Geist und Gemüt vergiftet; jedes Kulturbedürfnis wiro in ihnen ertötet; kein Verständnis steigt diesen Lesern auf für das gewaltige Ringen des klqssenbewuhten Proletariats. Der Leser des Schauerromans ist zufrieden, wenn seine paar Groschen noch immer ans- reichen, um die Hefte dieser moralischen Brunnenvergifter zu kaufen. Dqrum geben sich auch unsere herrschenden Klassen, von einigen bürgerlichen Ideologen abgesehen, keine sonderliche Mühe diese Literatur zu beseitigen, denn nichts ist ihnen willkommener als zu- friedene Arbeiter. Anders die Sozialdemokratie. Wie auf allen Gebieten so geht sie auch hier kultur- fördernd bor, diese allein ist e§, die den Kampf gegen die Schundliteratur mit aller Energie aufgenommen hat. ES genügt aber nicht, das Schlechte in Wort und Schrift zu bekämpfen. Will man helfen, so muh man das Bessere bieten. Dafür ist gesorgt. Die Buchhandlung Vorwärts gibt bekanntlich die Romaubibliothek„Fn freien Stunden" heraus. Von dieser Schrift erscheint jede Woche ein 24 Seiten starkes Heft, welche ausgezeichnete Romane, Novellen und kleine Erzählungen bringen, zum Preise von 10 Pf. In diesen Heften wird nicht auf das Sensationsbedürfnis spsluliert, es wird aber darauf geachtet, daff nur solche Romane er- scheinen, die anregend und interessant geschrieben sind. „In freien Stunden" ist durchaus dazu angetan, die Hinter- treppenliterawr bürgerlicher Verleger zum Hanse hinaus zu jagen. Unsere Genossen und Genossiitnen können viel dazu beitragen, wenn sie ihre Bekanntenkreise auf„In freien Stunden" hinweisen. Jeder Parteispediteur liefert gern Probenummern. Ei« dritte? städtisches Verwaltungsgebäude zu bauen hat ein Stadtverordnetenausschuff beschlossen, dem Magistrat vorzuschlagen, um die vielen Mieisräume für städtische Bureaus zu befettigen. Polizeiliche Kunstpflege. Alle künstlerisch Empfindenden sind darin einig, daff die Plakate, die uns auf Schritt und Tritt zu Geldausgaben verlocken, künstlerisch durchaus nicht einioandfrei sind. Da wird denn von der Hebung der Stratzenkunst gesprochen, Vereine und Verbände befassen sich da- mit und in den staatlichen Lehranstalten und Ausstellungen wird die Sache befördert. Ist aber einmal ein wirklich künstlerisches Plakat da, so kommt die Polizei und verbietet es. So ist es unseren Magdeburger Genoffen mit dem ganz vortrefflich geratenen, von den Kunstmalern Beyer, Preuffer und Glasemann entworfenen Maifeierplakat ergangen. Irgend ein vorsintflutlicher Paragraph gab die Handhabe zu dem Miffbrauch, der in einem modernen Staatswesen wie ein frecher Hohn wirkt. Damit unsere hiesigen Genossen sich überzeugen können, wie die Polizei in Preuhen die Kunst fördert, und sich an dem besten Mai- feierplakat erfreuen können, das uns bisher zu Gesicht gekommen ist, bringen wir das drangsalierte Kunstwerk im Schaufenster der Buchhandlung Vorwärts zur Ausstellung. Aufsehen und Erbitterung erregte es gestern in der König- straffe, weil bei dem Umzug der Wäschefabrik Altenheim u. Gott- schall, Königstratze 59, Soldaten als Ziehleute beschäftigt wurden. Ist es schon in normalen Zeiten zu verurteilen, wenn Soldaten freien Arbeitern Konkurrenz machen, so muß das in der jetzigen Zeit, da Tausende von Arbeitern, darunter viele Familienväter, arbeitslos sind, doppelt gerügt werden. Es wird uns berichtet, daß 19— 12 Mann des Alexander-Regiments als Möbelträger Ver- Wendung gefunden haben. Im allgemeinen wird selbst von den obersten Militärbehörden einer solchen Verwendung der Soldaten nicht das Wort geredet. Es entsteht die Frage: Welche militärische Stelle hat in diesem Falle die Genehmigung erteilt und wie will sie das rechtfertigen? Diese Frage muß beantwortet werden. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf; um so mehr, da sie ohnehin die schweren Lasten zur Erhaltung des Militärs aufbringen muß. DaS Vorverfahren gegen den Försterssohn Willi Schwarzenstein, der beschuldigt ist, seinen Vater in der Nacht vom 22. zum 23. Januar erschossen zu haben, ist jetzt abgeschlossen. Die auf Mord lautende Anklage ist nunmehr dem Beschuldigten zugestellt. Sie ist sehr umfangreich und stellt eine Fülle von Verdachtsmomenten zusammen, so daß Rechtsanwalt Dr. Schwindt, der die Verteidigung führt, den Antrag gestellt hat, die Erklärungsfrist auf die Anklage auf drei Wochen zu verlängern. Die Zahl der Zeugen, aus welche sich die Anklagebehörde stützt, beträgt 38, darunter die Familienglieder des erschossenen Försters und mehrere Forstmeister. Als Sach- verständige werden Rkedizinalrat Dr. Pfleger, Kreisarzt Dr. Marx. Gerichtschemiker Dr. I e s e r i ch und Hofbüchsenmacher B a r e l l a fungieren. Die Verhandlung vor dem Schwurgericht des Landgerichts II ivird erst in der am IS. Juni stattfindenden Tagung vor sich gehen. Der seinerzeit unter dem Verdacht der Mittäterschaft verhaftet gewesene Knecht des ermordeten Försters Schwarzenstein ist nun, da sich der Verdacht als nicht ausreichend erwiesen hat, aus der Haft entlassen worden. Unter einem umstürzenden Eiscnbahnwaggon begraben. Eine Katastrophe, bei der eine Person den Tod fand, eine zweite lebens- gefährlich und eine dritte leichter verletzt wurde, hat sich vorgestern auf der Stettiner Bahn zugetragen. Zwischen den Stationen Ge- sundbrunnen und Biesenthal einerseits und Biescnthal— Ebers- Walde andererseits werden gegenwärtig Schienenauswcchselungcn vorgenommen. Vorgestern waren die drei Arbeiter Wehel. Danewitz und Bcrgner damit beschäftigt, einen mit Eisenbahnschwellen hoch- beladenen Waggon auf den Schienen vorwärts zu bewegen. Während der Fahrt kam die Ladung ins Rutschen und legte sich auf die Seite. Der Waggon kam dadurch aus dem Gleichgewicht und stürzte seitlich aus den Gleisen heraus. Die drei Arbeiter wurden unglücklicherweise unter dem schweren Wagen begraben. Einer von ihnen, und zwar Wetzel, wurde förmlich zu Tode gc- quetscht. Der Kops war dem Unglücklichen vollständig zermalmt worden. Danewitz erlitt bei dem Unfall schwere innere Ver- letzungen und starke Quetschungen. Er wurde in recht bedenk- lichem Zustande vom Platze getragen. Dagegen war Bcrgner mit leichteren äußeren Verletzungen davongekommen. Die Leiche des Getöteten ist von der Behörde mit Beschlag belegt und über die genaue Ursache der Katastrophe eine Untersuchung eingeleitet worden. Große Äleuschenansammlungen rief in der vorgestrigen Nacht da? Verhalten eines Geisteskranken auf dem Gesundbrunnen hervor. Der 23 Jahre alte Kailfmann Erich L. aus der Grenz- itraße 6 war mit seiner Braut durch den Humboldthain gegangen und dort gesellte sich ein anderer junger Mann, den die Braut kannte, zu den beiden. L. war nun in dem Glauben, daß zwischen seiner Braut und dem mutmaßlichen Rivalen Beziehungen bc- ständen, und er führte infolgedessen eine Eifersuchtsszene herbei. Hierbei brach bei dem Bedauernswerten plötzlich der Irrsinn aus. Schreiend lief er davon und eilte nach der Millionenbrücke. Er kletterte auf einen hohen Pfeiler hinauf und begann sich auszu- ziehen. Schon stand er im Adamskostüm auf dem Pfeiler, als mehrere Männer herbeiklettcrten und den Kranken herunter- holten. Nur mit Mühe konnte er gebändigt und zur nächsten Polizeiwache gebracht werden. Von dort kam er nach der Irren- aiiftalt in Dalldorf. Eine gewerbsmäßige Straßenränbcrin, die eS auf die Beraubung kleiner Kinder abgesehen hat, treibt gegenwärtig im Südosten der Stadt und in Rixdorf ihr gefährliches Unwesen. In der vergangenen Woche wurden der Polizei wiederholt Meldungen über Kinderberaubungen gemacht, wobei stets dieselbe Person, ein etwa 18jähriges Mädchen, als Täterin in Betracht kam. Die Wegelagerin lauert auf den Straßen Kindern, die von den Eltern zum Einkaufen fortgeschickt werden, auf und raubt ihnen teils durch List, teils mit Gewalt die Geldtaschen. Die Eltern werden gut tun, wenn sie ihre Kinder vor der gemeingefährlichen Frauensperson warnen._ Herrschaft und Gesinde vor Gericht. Wenn zwei dasselbe tun. so ist es nicht dasselbe. Wenn eine Herrschaft ein Dienstmädchen beschimpft, dann hat sie das„Recht" dazu; beschimpft aber ein Dienstmädchen eine Herrschaft, so hat das Dienstmädchen hierzu kein„Recht". Das ist die Meinung der besitzenden Klassen— und die Gerichte stimmen dem bei. Im Februar hatten wir mitgeteilt, daß in dem Haushalt des Konfektionsschneiders Katz(Christburger Straße 4) ein D ii e n st m ä d ch e n von dem Hausherrn, sowie von seiner Eehefrau b e s ch i mp f t und geschlagen worden sei, nachdem wegen eines schlecht geputzten Messers Streit entstanden war. Am Mittwoch sah man Herrn Katz und Gemahlin als Angeklagte vor den Schöffen des Ämtsgerichts Berlin-Mitte(148. Abteilung): DaS Dienstmädchen, ein Fräulein Z., hatte gegen beide wegen Be- leidigung und Mißhandlung Privatklage erhoben. Die Darstellung, die die Klägerin gab, ließ die Angeklagten in schlimmem Lichte er- scheinen. Herr Katz habe, als sie sich verantwortete, sie ein„freches Frauenzimmer" und ein„altes Rindvieh" geschimpft, habe einen heller nach ihr werfen wollen, habe sie am Arm gepackt, als sie zur Polizei laufen wollte, habe sie an den Kopf geschlagen und sie so heftig gestoßen, daß sie hinfiel und ihr das Blut aus dem Munde floß. Er selber sei, als sie in ihre Kammer lies, ihr gefolgt und sei dabei gegen ihre Tür gerannt, so daß er eine Wunde am Kopfe erlitt. Frau Katz, die dazugerufen wurde, habe gleichfalls„freches Frauenzimmer" geschimpft und mit einem naßgemachten Handtuch kräftig und andauernd auf sie cingehauen. Die Angeklagten be- stritten aufs entschiedenste, geschlagen zu haben, und deuteten an, mit der Z. sei es wohl nicht ganz richtig. Herr Katz erzählte, die Z. sei wegen der Unsauberkeit gerügt worden, sie habe dann er- regt einen Teller auf den Tisch geworfen, da sei es„vielleicht mög- lich", daß er sie„ein unverschämtes Mädchen genannt" habe. Als er ihr nachging, habe sie die Tür so plötzlich geöffnet, daß sie ihm an den Kopf flog und er eine stark blutende Wund? davontrug. Darauf habe er die Tür zugeschlagen, um sich gegen einen noch- maligen Stoß zu schützen. Im übrigen aber habe er die Z. nicht angerührt. Frau Katz versicherte, crnch sie habe das Mädchen nicht geschlagen. Sie habe auch nicht geschimpft, sondern nur gerufen: „Frauenzimmer, wie können Sie denn meinem Mann ein Loch in den Kops schlagen!" Dabei habe sie das Mädchen geschüttelt, da sei dann versehentlich die Bluse zerrissen worden. Katz und Frau führten noch an, sie seien am anderen Tage von Frl. Z.»Schwindel- gcfellschaft" tituliert worden; aus diesem Grunde erhoben sie gegen die Klägerin die Widerklage. Eine beträchtliche Anzahl Zeugen waren teils von der Klage- rin, teils von den Augeklagten als Zeugen geladen worden. vorwiegend Hausbewohner, die durch den entstandenen Lärm, so- wie durch das Geschrei des Mädchens aufmerksam geworden waren und dann ihre Beobachtungen gemacht hatten. Leider hatte keiner von ihnen das wahrnehmen können, worauf es ankam. Nur ein 13 jähriger Neffe von Katz hatte den Vorfall als Augenzeuge mit angesehen, er sagte vor Gericht genau so aus, wie die Angeklagten die Sache darstellten. Von den Hausbewohnern äußerte sich am bestimmtesten ein Mann, der die Wohnung über der Familie Katz inne hat. Er habe furchtbares Geschrei gehört, so daß er zunächst fast geglaubt habe, auf der Treppe sei ein Kind angefallen worden. Für einen Augenblick sei Ruhe eingetreten, dann habe er schallende Schläge vernommen, wie wenn jemand geohrfeigt würde, wieder sei Geschrei zu hören gewesen, und nun sei er auf den Flur hinaus- getreten. Er sei die Treppe hinuntergegangen, die Tür der Katz- scheu Wohnung habe aufgestanden, da habe er Frl. Z. bemerkt, die am Munde blutig war. Noch habe er Frau Katz„schmutziges, lüder- liches Frauenzimmer!" schimpfen hören, auch ein Handtuch habe er in fliegender Bewegung gesehen. Dem Mädchen habe er znge- rufen, sie solle sich diese Behandlung nicht gefallen lassen, er hal'e sie zum Polizciburcau geführt, dort habe man ihr Hülfe gewährt und am anderen Tage sei ihr ein Schutzmann mitgegeben worden, in dessen Beisein sie ihre Sachen abholte, um sofort den Dienst zu verlassen. Das Ehepaar Katz machte durch den Verteidiger gegen diesen Zeugen geltend, er erst habe die Z.„aufgeputscht", er habe sie sogar zum„Vorwärts" geführt. Der Vorsitzende fragte ihn, wie er denn dazu komme, so die Partei des Mädchens zu nehmen. Der Zeuge erwiderte, es sei ihm nicht eingefallen, Frl. Z. zum„Vorwärts" zu führen, er sei ja Beamter, da werde er sich hüten, das zu tun. Wir können den frisch darauslos behauptenden Eheleuten Katz die beruhigende Versicherung geben, daß der Herr uns in der Tat gänzlich fremd ist. Gegen Frl. Z. bekundete der Hausarzt des Ehepaares, daß sie kranlhaft erregt sei. Auf eine Frage des Verteidigers, ob er es überhaupt für möglich holte, daß Herr Katz und Gemahlin ein Dienstmädchen schlagen könnten, ant- wartete der Herr Doktor, er sei seit 15 Jahren Arzt der Familie und habe auch die Dienstmädchen behandelt, aber— keine habe ihm geklagt, datz sie geschlagen worden sei. Dieser Zeuge bekundete auch, daß Frl. Z. der Frau Katz ins Gesicht gesagt habe, sie schwindele, sie lüge, das sei ja in der ganzen Nachbarschaft bekannt. Der Vorsitzende riet dem Frl Z. zu einer Einigung, anderen- falls könne es ihr poffieren, daß sie selber verurteilt werde. Frl. Z. lehnte ab. Sie hielt eS offenbar für unmöglich, daß nach den trüben Erfahrungen, die sie bei Katz gemacht Izatte. sie schließlich noch vom Gericht bestraft werden könnte. Der Verteidiger der Eheleute Katz war der Meinung, da beide nur so gehandelt hätten- wie sie als„Herrschaft" handeln durften; sie seien freizusprechen, zu bestrafen sei Frl. Z. Das Gericht entschied: Die Prügel sei nicht nachgewiesen, nachgewiesen sei bei Frau K. nur der Ausdruck„Frauenzimmer", den sie nicht bc- Icidigend gemeint habe, bei Herrn K. die Ausdrücke„frech" und „unverschämt", die als berechtigt zu erachten seien. Hiernach seien Herr Katz und Frau Gemahlin frei zu» sprechen. Frl. Z. alvr habe sich über ihre Herrschaft in ganz ungehöriger Weise geäußert, daher sei das Dienstmädchen zu verurteilen zu 19 M. Geldjtrafe, evtl. 2 Tage Haft. So endete dieser Rechtsstreit zwischen Herrschast und Gesinde! Er zeigt aufs neue, daß das Gesinde gegenüber der Herrschaft tatsäch» lich so gut wie rechtlos ist.__ Zu dem Unfoll des Kutschers Zittau in der Dienstags» Numincr unseres Blattes wird uns ergänzend noch mitgeteilt: Der Kutscher Zitlou, lvim Fuhrherrn Kurt Thomas. Spandau. Dresowplotz 3 beschäftigt, hatte Sonnabend vormittag gegen 19 Uhr Kupfer nach der Firma Borsig in Tegel gebracht und war im Begriff, mit dem Fuhrwerk von der Hauptstraße des Werkes nach dem Magazin einzubiegen. Dabei schlug eine ca. 109 Zentner schwere Kondensatorschlange»Iii und zertrümmerte dem Unglück- lichcn den Sckiadcl. Auch die beide» Pferde wurden arg zu- gerichtet; ein Tier soll nach Ankunft in Spandau verendet sein. Ei» schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern wieder einmal au dem geiürchteten Engpoff an der Ecke der Neuen König- und Golliiowstraffe. Dortsclbst wollte der 19jährige Hausdiener Müller den Fahrdamm überschreiten, und bei dein Versuch, sich durch daS Wagengewirr hindurchzuwindeu, geriet er unter einen Milchivagen der'Meierei Bolle, dessen Vorder- und Hinterräder dem M. über Brust und Beine hiiuveggingen. In besinnungslosem Zustande wurde der Verunglückte, der eine schwere Brustquetschung und Brüche beider Beine erlitten hatte, nach der Unfallstation in der Keibelstraffe und von dort in hoffnungslosem Zustande nach dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt. Das vermeintliche Verschwinden eines jungen Mannes hat in der Gegend des alten Botanischen Gartens lebhafte Erregung her- vorgerufen. Der bei einem früheren Fleischermeistcr in der Pots- domcr Straße als Hausdiener in Diensten stehende 26 jährige Willy Schulz ist plötzlich, wie die„Allg. Fleischer-Ztg." mitteilt, in ein» Privat-Jrrrnaiiftalt übergeführt worden, und zwar unter dem Vor- wände einer Erbschaftsaugelegcuheit und unter Verschweigung des Umstandes, daß nian ihn internieren wolle. Infolgedessen ist der Dienstherr einige Zeit ohne Kenntnis vom Verbleib seines Hausdieners gewesen, was Veranlassung zu aufregenden Gerüchten gegeben hat. Willy Schulz, der aus Ahlbeck stammt, ist nach früher Verwaisung von einer sehr hochstehenden Dame, einer Gräfin, die sich seit vielen Jahren der notleidenden seemännischen Bevölkerung annimmt, erzogen worden. Er ist dann selbst Seemann geworden und hat in diesem Berufe durch einen Sturz eine schwere Schädel- Verletzung erlitten, die die Einfügung einer Silberplatte in die Schädeldecke nötig machte und ihn unter Kuratel brachte. Trotz dieses Defektes bewährte er sich in seiner Dienststelle als ein ruhiger, fleißiger, geioiffcnhafter und zuverlässiger Mann. Er batte jetzt die Absicht nach Zsmerika auSzutvandern, wo ein älterer Bruder von ihm onfäffig ist, und hatte sich bereits das Geld für die Ueberfahrt zusammengespart. Warum er durch seine Jnter- nierung an der Ausführung dieses Planes gehindert ist, bedarf der Aufllärung. Auch uns sind über die sonderbare Jntermerung tzeS jungen Mannes Mitteilungen gemacht worden. Danach soll es sich um eine auf Rügen ansässige Gräfin Schimmelpsennig handeln, die im Dienste der inneren Mission stehen soll, und die den jungen Mann an der Auswanderung nach Amerika hindern wollte. Was mag die Gräfin, die extra nach Berlin gekommen sein soll, zu ihrer Maß- »ahme veranlaßt haben? Sonst haben sich doch Gräfinnen nicht so um einen Hausdiener. Ein aufregender Borfall ereigneie sich gestern morgen gegen 8 Uhr auf dem Stadtbahnhof Zoologischer Garten. Der Sekretär Engelhardt hatte einen von der Station Tiergarten her ein- gelaufene» Zug verlassen und wollte sich nach dem Ausgang begeben. Plötzlich wurde er von Krämpfen befallen und stürzte vom Bahnsteig aus das Gleis B. Auf diesem lief gerade ein Zug vom Savigny- Platz ein. Glücklicherweise hatte der Lokomotivführer den Vorgang so rechtzeitig bemerkt, daff es ihm gelang, den Zug wenige Meter vor dem auf den Schienen Liegenden zum Stehen zu bringen. Der Erkrankte, der durch den Sturz eine Kopfverletzung erlitten hatte, wurde nach der Unfallstation Zoologischer Garten gebracht und von dort nach seiner Kastanien-Allee 61 belegenen Wohnung übergeführt. Zeugen gesucht. Am 26. Juni vorigen Jahres abends gegen 7 Uhr ist in der Prinzen-Allee in der Nähe der Bellermannstraße beim Ueberschreitcn des Straßendammes ein Mann von einer Autodroschke überfahren worden, derselbe ist nach kurzer Zeit auf der Unfallstation verstorben. Da die Frau des Verstorbenen Ent- schädigungsansprüche geltend macht, werden diejenigen Personen, die Zeuge dieses Vorfalles tvaren. gebeten, sich bei Frau Albc» ghini, Lothringer Straße 11 zu melden. Lichtenberg. Feuerwehrnachrichten. Gestern früh um 7% Uhr stand der Hause, Berliner Straße 62, ftattfindende Stadtverordneten Dachstuhl des Eckhauses Elsasser Straße 36 und Novalisstraße in versammlung beschäftigen. Dieser Antrag hat das Plenum schon großer Ausdehnung in Flammen. Von vier Seiten liefen Allarme einmal beschäftigt und ist zur Prüfung der Rentabilität an die ein, worauf die 4. Kompagnie mit vier Löschzügen ausrückte. Verkehrsdeputation zurückverwiesen. Ueber die Treppen, mehrere mechanische Leitern und den Nachbar- jezt von neuem die Annahme des Antrages. Die Deputation empfiehlt grundstücken aus wurde vorgegangen. Mit sechs Schlauchleitungen von Dampfsprißen wurde bis um 10 Uhr Wasser gegeben, und es gelang, den Brand auf das Eckhaus zu beschränken. Der Dachstuhl mitsamt dem Inhalt der vielen Bodenverschläge war nicht mehr zu retten. Die oberen Stockwerke haben nur wenig gelitten. In der letzten Nacht kam um 2 Uhr in einer Schlächterei in der Stegliter Straße 65 Feuer aus. Preßfohlen hatten sich entzündet. Früh um 4 Uhr brannte in der Stettiner Straße 31/32 ein Keller in großer Ausdehnung. Der 3. Zug hatte nachts in der Brunnenstr. 74 zu tun, wo Bretter u. a. in einem Fabrikraum brannten. Grober Unfug lag einer Feuermeldung aus der Lhchener Straße 132 zugrunde. Ferner hatte die Wehr in der Cubrhstr. 2, Gollnowstr. 38, Brunnenstr. 88, Landsberger Allee 126, Friedenstr. 81, Albrechtstraße, Rosenstr. 13 und anderen Stellen zu tun. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Wahlpereins für Rigdorf erfreute sich eines außerordentlich starken Besuches. Genosse 3irkel gab den Geschäftsbericht. Der Vorstand erledigte seine Geschäfte während des ersten Quartals in 15 Sibungen. Infolge der nicht wenigen Volts- und Demonstrationsversammlungen, die stets eine rege Beteiligung aufzuweisen hatten, fielen die Mitgliederversammlungen des Wahlvereins mehrfach aus. Die beiden Arbeitslosenversammlungen waren von zirka 2000 Erwerbslosen besucht, doch ist mit dieser Zahl der volle Umfang der in Rirdorf vorhandenen Arbeitslosigkeit keineswegs ausgedrückt. Die zum Protest gegen das neue Vereinsgesek einberufenen Versammlungen waren ebenfalls gut besucht. Der Vortragende kritisiert diese Blockfrucht kurz und treffend und gibt der Erwartung Ausdruck, daß nunmehr die proletarischen Frauen von ihren gefeßlichen Rechten Gebrauch machen und es an der politischen Betätigung und Organisation nicht fehlen lassen. Zwei Dinge sollen Heute hervorgehoben werden: Das Debüt des ersten Bürgermeisters als" Sozialistentöter" und die„ guten Sitten" des bürgerlichen Blocks. betde in einer Gastwirtschaft eingefehrt, wo der Herr mehrere Lagen Bier und Kognat und auch das Mittagessen bezahlt habe. Als beide dann weiter über das Tempelhofer Feld gingen, habe ihn der fremde Herr plötzlich gefragt, ob er( Fikke) ihm nicht einen großen Gefallen erweisen würde. Als Belohnung sollte er die goldene Uhr und die wohlgefüllte Brieftasche des Unbekannten erhalten. Er habe sich sofort damit einverstanden erklärt und nach Die Stadtverordneten haben den ersten Haushaltsplan der jungen der Art der Gefälligkeit gefragt, die er dem Herrn erweisen follte. Stadt festgesezt. Zwei Plenarsizungen und drei Ausschußfizungen, Zu seinem Erstaunen habe ihm dieser mitgeteilt, daß die kleine alle bis 12 Uhr nachts und darüber, waren notwendig, um die Gefälligkeit" darin bestehe, daß er( Fiske) ihn mit einem Feldstein Anträge des Etatsausschusses abzulehnen und den Magistrats- totschlagen solle. Während er sich noch nicht von seinem Ere entwurf, der von den Stadtverordneten der ersten und zweiten staunen erholt hatte, habe der fremde Herr inzwischen die Vors Wählerklasse beeinflußt ist, in fast unveränderter Fassung zur An- bereitungen zu der Ausführung seines sonderbaren Verlangens ge nahme zu bringen. troffen. Der Unbekannte habe einen großen Feldstein gesucht und ihm ausgehändigt. Dann habe er sich auf einen Sandhaufen gesezt, die goldene Uhr und die Brieftasche neben sich gelegt und ihn aufgefordert, ihm mit einem wuchtigen Schlage den Schädel zu zer= In der Etatkommission hatten unsere Genossen beantragt, der schmettern. Da er sich weigerte, dies zu tun, habe ihn der UnArbeiter- Samariterkolonne, Abteilung Lichtenberg. eine Beihülfe von bekannte inständig gebeten, ihn totzuschlagen. Um scheinbar die 200 M. zu gewähren. Dem Roten Kreuz sind 500 M. zugedacht. Tat auszuführen, sei er dann hinter den Mann getreten, der ruhig Der Magistrat behielt sich vor,„ Erfundigungen" über das Wirken der auf den tödlichen Schlag gewartet habe. Er habe dann schnell den Arbeiter- Samariterkolonne einzuziehen und bat um Aussetzung der Be- Stein fortgeworfen, habe die goldene Uhr vom Boden aufgenommen schlußfassung. In der Plenarsigung berichtete nun der erste Bürgermeister: und sei damit fortgelaufen. Diese ungeheuerliche Geschichte, Gewiß, die Wirkiamkeit der Kolonne ist anzuerkennen, ihr gehören deren Richtigkeit der Angeklagte hoch und heilig versicherte, fand im wesentlichen Arbeiter an, aber diese Arbeiter sind in der natürlich nicht den geringsten Glauben, so daß das ErmittelungsMehrheit Anhänger der sozialdemokratischen Lehre, und da lettere verfahren gegen ihn seinen Fortgang nahni. Eine völlig unerwar darauf gerichtet sei, den Bestand und die Ordnung unseres Staates tete und überraschende Wendung nahm die Angelegenheit jedoch, zu gefährden, den Umsturz der gesellschaftlichen Zustände herbei- als durch einen Zufall ermittelt wurde, daß sich jener Borfall auf zuführen, fönne eine Staats- oder Kommunalverwaltung Mittel für dem Tempelhofer Felde tatsächlich zugetragen hatte. Der Un eine solche Personengemeinschaft nicht hergeben." Der Magistrat lehne bekannte wurde als der in sehr guten Verhältnissen lebende Kaufden Antrag ab! Unsere Parteigenossen rückten nun die„ Objektivität" des mann Hugo W. aus Charlottenburg ermittelt. Bei seiner Verersten Bürgerbeamten ins rechte Licht und wiesen den Versuch, das nehmung bestätigte W. den von dem Angeklagten erzählten Sach" zweierlei Maz" auch hier einzuführen, mit Nachdruck zurück. Die verhalt Bunft für Punkt. Als Erklärung für sein höchst sonderbon unseren Genossen beantragte namentliche Abstimmung ergab die bares Tun gab W. an, er sei lebensüberdrüssig geworden und habe Annahme der Beihülfe von 200 m. mit 31 gegen 13 Stimmen. nicht den Mut gehabt, sich selbst das Leben zu nehmen. Außerdem wird es nun der Magistrat zum Konflikt kommen lassen? habe er es feinen Verwandten nicht antun wollen, daß es bekannt Wenn überhaupt der Beweis noch zu erbringen wäre, daß die würde, er habe durch Selbstmord geendet. Deshalb habe er diefen Bürgerlichen" in der„ Aera des Blocks" ihre Interessenunterscheidung Blan gefaßt, sich von Fiske totschlagen zu lassen, so daß es später verwischen und planmäßig jeden Versuch der sozialdemokratischen Ver- den Anschein gehabt hätte, als sei er das Opfer eines Verbrechens treter auf Verbesserung der sozialen Verhältnisse der von der geworden, zumal Uhr und Brieftasche bei ihm nicht vorgefunden Gemeinde abhängigen Angestellten oder Arbeiter durch ihre Mehrheit worden wären. Gegen Fikke izurde deshalb nur das Verfahren bereiteln, das Verhalten des" Blocks" im Lichtenberger Rathause wegen Diebstahls an der Uhr eingeleitet. Die Straffammer erwäre ein Schulbeiſpiel dafür. Alle in der Kommission, in der unsere kannte wegen dieses Vergehens auf 6 Monate Gefängnis. Genossen durch vier Stadtverordnete vertreten waren, durchgesetzten Gehaltserhöhungen und sonstigen Verbesserungen, wurden im Plenum einfach niedergestimmt, auch von den Kommissionsmitgliedern, die in der Kommission mit dem Brustton der Ueberzeugung für die Anträge eingetreten und gestimmt haben. " An Heimsuchungen läßt es die Behörde nicht fehlen. So wurde dem Genoſſen Hoppe für seine Lokalitäten die Tanzerlaubnis entzogen. Durch besondere Veranstaltungen seitens der einzelnen Bezirke sei man bestrebt gewesen, den Genossen Hoppe dieser Maßnahme Ein Kriminalschuhmann bei der„ Arbeit". gegenüber schadlos zu halten. In das überaus arbeitsreiche Quartal Der Kriminalschußmann Franz Neuwald, der aus seine fielen auch noch die Gewerbe- und Kaufmannsgerichtswahlen; was Militärdienstzeit die glänzendsten Zeugnisse hat, war bei der die Agitation anbelangt, fei also alles geschehen, um selbst den Indifferentesten zum Anschluß an die Partei zu bewegen. TrozzBerliner Kriminalpolizei angestellt und hat auch hier seinen Dienst Allem die Krone seẞte aber der Berliner Magistratssekretär Stadt zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten versehen. Das Verhältnis dem sei eine Vermehrung der Wahlvereinsmitglieder durch Neu- verordnete Rott auf mit dem Bemerken( zu den Sozialdemokraten zu feiner Ehefrau war nicht das beste. Als diese vielfach von aufnahmen nicht zu verzeichnen. Der Wahlverein zählte am gewendet): Sie können reden was Sie wollen, wir Krankheiten heimgesucht wurde, knüpfte der Kriminalschuhmann 1. Januar 7780, am 31. März unter Verrechnung der Ab- und Zu- wissen, was wir zu beschließen haben! Damit be- mit einem Mädchen ein Liebesverhältnis an. Neben seinem Amte gänge 171 Mitglieder mehr. Gestorben sind 26 organisierte Ge- antragte er Enblockannahme der noch vorliegenden Etatstitel, darunter versah er die Stelle eines Hausverwalters und hatte die Befugnis, noffen. Wie bereits im Jahresbericht betont, sei ce Aufgabe der den Steueretat, die Etats der städtischen Werke usw. Hochdramatisch war die Mieten von den Hausbewohnern einzufassieren. Von diesen Genossen, nicht nur eine rege Werbetätigkeit zu entfalten, sondern der Vorgang, der einem Antrage des Rechtsanwalt Schachtel folgte: Geldbeträgen hat er in verschiedenen Posten eine Summe von es müsse mit ihr verbunden werden die Aufklärung über Ziel und Den Lehrer an der Vorschule, Stadtverordneten Lindner, während 1000 Mark unterschlagen. Außerdem vergriff er sich an amtlich Zweck der Partei, um die Genoffen auch an die Organisation zu der Debatte über die Gehaltserhöhung der Lehrer aus dem Saale ihm anvertrauten Wertobjekten. In einer Diebstahlssache waren feffeln. Den Kassenbericht gibt Stieler. Von den 7977,33 M. Ein zu verweisen. nahme konnten 5318,22 M. an die Kreiskasse abgeführt werden, Unsere Genossen nahmen sich des so von seinen Blockbrüdern Armband mit Brillanten und Ohrringe mit Diamanten und ihm zur Vornahme von Recherchen aus dem Polizeiasservat ein 1895,93 m. wurden am Orte verausgabt, wodurch ein Barbestand Bedrohten an und machten der Mehrheit begreiflich, daß dann am Perlen übergeben worden. Diese wertvollen Schmucksachen vers von 763,18 m. verbleibt. Die wirtschaftliche Krise, meint Redner, Ende die Sozialdemokraten allein berechtigt sein dürften, im Saale fezte er zunächst, löste sie dann wieder ein und verkaufte sie. Dann mache sich in einem Rückgang der entnommenen Beitragsmarken zu bleiben. bemerkbar. Rigdorf sei eben ein starker Arbeiterdistrikt. Die Nieder- Schönhausen. verschwand er mit seinem Verhältnis" aus Berlin und ging nach Amerika. Funktionäre mögen darauf achten, daß die Beiträge pünktlich Dort wurde er zurückgewiesen und wandte sich nun entrichtet werden, damit die Anhäufung der Reste und die nach- Mitgliederversammlung des Wahlvereins beschäftigte sich ein- anwalt Muth beantragte gegen ihn 11 Monate Gefängnis. Das Die am Dienstag im Restaurant" Neu Carlshof" abgehaltene diplomatischen Verhandlungen wurde er ausgeliefert. nach England, wo seine Verhaftung erfolgte. Nach längeren folgenden Ausschlüsse dieserhalb möglichst unterbleiben. Staats Aus dem Bibliothekbericht des Genossen Wellmann ist be- gehend mit der bevorstehenden Landtagswahl, nachdem der Genosse Gericht verurteilte den Angeklagten zu 9 Monaten Gefängnis. fonders die starke Frequenz der Jugendliteratur hervorzuheben. Denger- Waidmannsluft die Technik zu den Wahlen erläutert Hiervon wurden 639 Bände und zwar jeder Band durchschnittlich hatte. Unter Verschiedenem gab der Vorsitzende bekannt, daß die ſechsmal ausgeliehen, ein Beweis, daß die Einrichtung einer Ab- Gemeinde in 6 Urwahlbezirke eingeteilt sei. Es sind 36 Wahlteilung für Jugendschriften berechtigten Bedürfnissen entsprach. männer zu wählen, wobei auf die dritte Klasse 12 Wahlmänner Stieler referiert furz über die Stellungnahme zur General- entfallen. Der Gemeindevorstand ist in einem Schreiben ersucht versammlung von Groß- Berlin, die sich in der Hauptsache mit den worden, beim Minister die Feſtſekung der Fristwahl für die Ge- to stock i. M., die auch in mehreren anderen Städten( Stralsund, Eine feine Bleite machte die Bach- und Schließgesellschaft" fr Landtagswahlen und den Kandidaten hierzu beschäftigen werde. meinde zu beantragen. Am Sonntag, den 17. Mai findet in den Schwerin, Doberan und Warnemünde) Filialen" besaß, Sehr oft Genosse Pagels ist für Rigdorf zum Leiter der Landtagswahl ländlichen Orten eine Agitationstour für die Landtagswahlen hatte sich Amts- und Gewerbegericht mit dieser Gesellschaft zu bestimmt. Erfülle jeder Genosse in der Kleinarbeit vorher und am statt. Zum Schluß mahnte der Vorsitzende noch zu reger Agitation beschäftigen, da sie nicht Wahltage feine Pflicht, dann werde der Erfolg nicht ausbleiben. für die Landtagswahlen und Maifeier. Vor Eintritt in die Tages- über In der Diskussion gibt ofmeister seinem Befremden Aus- ordnung wurde das Andenken des verstorbenen Genossen Kaulfuß wöhnlich die Angestellten, sondern auch die Kautionen ge= druck, daß der Wahlaufruf noch Kompromiffe aulasse. Nach den in der üblichen Weise geehrt. Erfahrungen der jüngsten Zeit lönne man selbst doch solchen Frei- Tegel. finnigen nicht die Stimme geben, die sich vorher schriftlich ver" Vermischtes. nur " horrende Strafen verhängte nicht herauszahlte, wenn Leute unter irgend welchem Vorgeben entlassen wurden, wogegen dann die Angestellten flagten. Nun steht fest, daß das Gericht die Anmeldung des Kons pflichten, im Falle ihrer Wahl für die Uebertragung des Reichs- Die neugewählten Vertreter wurden in ihr Amt eingeführt. Als- betragen zirka 70 000 M. und 200 M. beträgt nur das vorhandene Außergewöhnlich kurz war die letzte Gemeindevertretersizung. furjes ablehnte wegen Mangel an Masse. Die Schulden der Direktion Kandidaten stimmen, der für die Verschlechterung des Vereins- ausschuß gehören an: Apothefer Schäfer und Genosse Robel, der in Höhe von 150 W., 500 m., 1000 M. und die des" Inspektors" tagswahlrechts einzutreten. Er für seine Person könne für keinen dann wurden die bestehenden Kommissionen ergänzt. Dem Steuer- Bermögen Vor dem Geschäftslokal kam es zu einem riesigen gefehes verantwortlich sei. Menschenauflauf, so daß die Polizei eingriff. Zahlreiche Kautionen Renzerau spricht im Sinne des Vorredners und kann nicht leuchtungskommission: Maurermeister Baltink, der Kanalisations- von 4500 M. find futsch. Etat- und Rechnungskommission: Kanzleisekretär Schenk, der Beverstehen, wie man heute auch nur von Kompromissen reden könne. und Wasserwerkskommission: Dr. Hennicke und Genosse Halfes. Die freisinnigen Blockbrüder verraten sich ja gegenseitig selbst, sie Beschlossen wurde, am Eingange des neuen Verwaltungsgebäudes aus Kiel zufolge wurde bei einer Sprengübung vom Schiff„ Elsaß" Folgenschwere Explosion in einem Sprengboot. Einer Meldung buhlen um die Gunst der Regierung und verdienen kein Vertrauen, zwei dekorative Laternen aufzustellen. es fehlt ihnen jede Charakterstärte.( Beifall.) Von der Feuerwehr war vorgestern abend 8 1hr in der Kieler Bucht durch ein Versehen in Frante ist ebenfalls gegen jede Unterstützung der Freider Bedienung eine Sprengpatrone, die in der als Sprengboot finnigen. Er halte es noch mit dem alten Liebknecht:" Kein Wahlbündnis, kein Kompromiß". Wir wollen aus eigener Straft fiegen dienenden Dampfpinaffe lag, vorzeitig entzündet. Durch die Explosion und uns nicht noch sagen lassen, wir seien auf den Krüden anderer der Patrone wurden getötet: der Torpedobootsmannsmaat Gustav Parteien in den Landtag gehumpelt. Löwe und der Oberheizer Wurm. Schwer verwundet wurden die Torpedo- Dbermatrosen Damerow, Müller III und Wenzlaff solvie der Torpedo- Matrose Stenzinger. Leicht verwundet wurden der vier schwerverwundeten Leute sind dem Marinelazarett überwiesen Fähnrich zur See Jürgens und der Maschinistenmaat Groth. Die worden. der Antrag auf Errichtung eines Pferdeſtalles auf dem Gemeinde grundstück gestellt. Es wurde jedoch einstimmig beschlossen, davon so lange Abstand zu nehmen, bis die Angelegenheit mit der Postkoppel erledigt sei. Nach Erledigung der Tagesordnung schloß sich eine Besichtigung des neuen Verivaltungsgebäudes an. Spandau. Gerichts- Zeitung. Wie eine Geschichte aus dem Tollhaus Großfener. Wie aus Leipzig, gestern gegen morgen die Nähmaschinenfabrit Robert Kiehle im Vorort Wlodau zum Teil niedergebrannt. Namentlich der Modell- und der Polier faal wurden vom Feuer vernichtet. Die Entstehungsurfache ist noch nicht festgestellt. Berschmähte Liebe. Weißkirchen hat, wie eine Meldung aus Troppau befagt, eine Kellnerin Auf der Eisenbahnfahrt von Mährischlösen wollte, durch mehrere Revolverschüsse tödlich verwundet und fich Namens Polonski im Coupé ihren Bräutigam, weil er das Verhältnis dann selbst erschossen. Genosse Bagels wendet sich energisch gegen den Vorrebner und führt aus, es sei kaum anzunehmen, daß die Freisinnigen Kompromisse mit uns fuchen, sie werden vielmehr der Reaktion 4. Stompagnie des 1. Garde- Regiments 3. F. auf dem Truppen Einen Selbstmordverfuch berübte der Rekrut St. von der auch weiter die Kastanien aus dem Feuer holen. Bei gutem Willen übungsplatz Döberik. Der Mann wurde mit einer schweren könne man aus dem Wahlaufruf keine Neigung zu Kompromissen Schußverlegung im Unterleib in einer Baracke aufgefunden und herauslesen. Der Wahlaufruf stützt sich auf den Beschluß des nach dem Spandauer Garnisonlazarett gebracht, wo er bald nach Mainzer Parteitages, der aber jetzt noch wesentlich verschärft sei, seiner Einlieferung starb. indem selbst bei unterschriftlicher Verpflichtung sogar noch die be. sondere Zustimmung des Parteivorstandes notwendig sei. Leute Ein schwerer Baunnfall ereignete sich gestern auf dem Neubau bom Schlage Wiemer, Fischbeck und Kopsch zu wählen, wird der Jagowstr. 12, der bereits bis zum Dachstuhl fertiggestellt ist. Nach Parteivorstand sogar bei vorhergegangener schriftlicher Verpflich mittags 5 Uhr brach während des Steinetragens das Gerüst, wotung nicht empfehlen. Dagegen ist es verfehlt, ehrliche Männer, durch vier Personen verlegt wurden. Der Steinträger Fizzer und wie z. B. Dr. Barth, Dr. Breitscheid und v. Gerlach in das der Maurer Ströming trugen schwere Verletzungen davon, während reaktionäre Lager zurüdzustoßen. Bagels gibt anschließend nun die Steinträger Dräger und Menz leicht verlegt wurden. Die Polizei noch einige Erläuterungen zur Wahltechnik. Redner fritisiert unter dem Beifall der Versammlung, daß in Rigdorf im Gegensatz zu recherchierte sofort nach der Ursache des Bauunglüds. Schöneberg die vorjährigen Steuerfäße maßgebend sein sollen. Dagegen werde Protest eingelegt, denn durch dieses Verfahren Der Aetna in Tätigkeit. Vom Observatorium auf dem Aetna tommen viele Wähler aus der 2. in die 3. Wählerklasse. Notwendig wird gemeldet, daß seit gestern morgen dicker Rauch aus dem Mittelsei es, genau zu beachten, ob der Steuersaz überhaupt richtig in der frater aufsteigt. Um 5 Uhr 30 Minuten begannen die Instrumente Liste vermerkt ist. Bei etwaiger Protesterhebung empfiehlt sich der ein lokales Erdbeben zu verzeichnen, welches ſein Maginum um vielen gleichlautenden Namen halber auch das Geburtsdatum an- mutete der Sachverhalt an, der einem Strafprozeß zugrunde lag, 6 Uhr 22 Minuten erreichte. Ueber die Ortschaften Vallebove und zugeben. Formulare zur Protesterhebung sind in den durch Bla- welcher das Moabiter Strafgericht gestern beschäftigte. Vor der Trifoglieto haben sich Massen schwarzen Rauches gelagert. fate erkenntlich gemachten Stellen jederzeit erhältlich; notwendig 2. Straffammer des Landgerichts II war der Schlosser Paul Fitte Linguagloffa und Santa Venerina wurden leichte Erdbeben versei, die Listen sofort nachzusehen und sofort gegen Unrichtigkeiten wegen Diebstahls im Rückfalle angeklagt. zu protestieren, damit sich die Genossen nicht durch eigene Fahr- wurde eines Tages wegen eines geringfügigen Delittes fest- Der Angeschuldigte spürt, verbunden mit Aschenregen und starkem unterirdischem Getöse. lässigkeit das schon so erbärmliche Wahlrecht noch selbst schmälern. genommen. In seinem Besite wurden u. a. ein Pfandschein über italienischen Ein Attentat auf den italienischen Bizetouful. Bizekouful.( Auf dem Mit einem fräftigen Appell, an der Flugblattverbreitung am eine wertvolle goldene Uhr vorgefunden. Da der Verdacht nahe von Konfulat in Algier wurde der Vizekoniul 30. April zahlreich teilzunehmen und auch sonst für die Wahl- und lag, daß der damals arbeits- und mittellose Angeklagte diese Uhr Konsulatsbeamter, der dem Vizekonsul zu Hülfe kommen wollte, einem Italiener durch Revolverschüsse berlegt. Ein Barteiarbeit zur Stelle zu sein, wird die Versammlung unter Hoch- nicht auf reellem Wege erlangt hatte, wurden nach dieser Richtung erhielt zwei Schüsse, infolge deren er nach wenigen Minuten verrufen auf die Partei und den Wahlkampf geschlossen. hin Ermittelungen angestellt. Da kurz vorher der Mord an dem starb. Beim Klettern abgestürzt. Ein morscher Aft ist vorgestern dehnten sich die Recherchen auch nach dieser Richtung hin aus, zu- Heimbeförderung nur eine Fahrkarte 4. Selasse bewilligen wollte. Privatier Lehmann in der Straße Alt- Moabit berübt worden war, Er verübte die Tat aus Zorn darüber, daß man ihm für seine Nach einer Meldung aus Paris heißt der Täter Guilelmetti. dem 13 jährigen Schüler Albert Müller aus der Bergstraße zum mal aus dem Besitze des ermordeten 2. auch eine goldene Uhr nach- Der Vizekonful Modica wurde durch zwei Schüsse am Unterleib und Berhängnis geworden. Der Knabe war in der Königsheide auf weislich verschibunden war. Da Fikke sein Alibi für die in Frage im Gesicht verwundet. Guilelmetti wird den italienischen Behörden einen hohen Kastanienbaum hinaufgeklettert und als er nahezu die kommende Beit nicht nachweisen konnte, nahm der Verdacht des ausgeliefert werden. Strone erreicht hatte, trat er auf einen morschen Ast. Dieser brach, Mordes eine bestimmte Form an. Als man den Angeklagten des und M. stürzte in die Tiefe. schenkelbruch und anscheinend auch erhebliche innere Verlegungen, eine ganz ungeheuerliche Geschichte, die ohne weiteres den Stempel Er erlitt einen schweren Unter Mordes direkt beschuldigte, erzählte er dem vernehmenden Beamten und wurde von seinem Spielkameraden nach der Unfallstation der Unwahrheit zu tragen schien. Der Angeklagte behauptete, cr gebracht. fei eines Tages, von Brik tommend, über das Tempelhofer Feld des 1. Mai. Mit dem Antrag des Magistrats auf Erweiterung des Omni- gegangen. Hier habe ihn ein elegant gekleideter vornehmer Herr busbetriebes wird sich erneut die heute nachmittags im Rat- langesprochen und ihn in ein Gespräch verwidelt. Sie wären dann 18%, Uhr bei Buhl, Danziger Straße 98. Beißensee.) 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